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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
uc 7maligem Erſcheinen vom I. Auguft
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlſcher mit + verſehenen Orlginal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 231
Samstag, den 20. Auguſt 1932.
195. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 35 Reſchepfg. Rellamezeile (92 mm
breit)2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 35 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 50 Reſchspfg. 92 mm breite Rellamee
elle 3.00 Reichemark. Alle Preiſe in Reichsmark
ſ4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Auffuhr, Strel uſw., erliſcht
ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträkge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Kondurs oder gerſchtliſcher Beltreſbung fäll ſeder
Nobatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalban.
Meicher verhandent ii Saupiinanint kiohnt
gefechke zum Reichskagsbeginn. — Auf der Suche nach neuen Wegen, um die Nakionalſozialiſten
Regierung zu bringen. — Auf dem Umweg über den Sozialismus? — Schleichers Geheimnis.
Ii Scattent Scheichets.
Kann die Reichsregierung den Reichskag
ha unſerer Berliner Schriftleitung.
rrteien rüſten ſich mit Macht für den 30. Auguſt. Im
auflöſen?
Sozialdemokraten ſind bereits eine ganze Reihe weit=
und einſchneidender Anträge; ausgearbeitet worden, Eine Auslaſſung des Reichskagspräſidenien Löbe.
nahme außer Frage ſteht. Man braucht ſich nur einmal
tmmenſetzung, dieſes Reichstages
anzu=
ni ergibt ſich auf den erſten Blick, daß alles, was
jaliſtiſchem Gedankengut herorgeht, auf
ſingte Verwirklichung rechnen darf. Sitzen
itweniger als 452 ausgeſprochene
Sozia=
huf den Bänken des Reichstags. Rechnet man noch die
in sabgeordneten und Bayeriſchen Volksparteiler hinzu,
hal zu Fall bereit ſein dürften, gewiſſen, von
ſozialiſti=
enzen beherrſchten Anträgen ihre Zuſtimmung zu geben,
die Rechnung der Nationalſozialiſten verſtändlich, daß
Prozent aller Abgeordneten dem
Sozia=
huldigen. Für die Anhänger einer
frei=
ünftlichen Entfaltung ſind die Ausſichten,
iter dieſen Umſtänden eröffnen, nicht gerade
ver=
ſt, ſchon gar nicht, wenn man ſich noch daran erinnert,
gentliche kreibende und herrſchende Kraft
ider Reichsregierung der Reichswehrminiſter v.
Schlei=
er in ſeiner kürzlichen Rundfunkrede ſozialiſtiſchen
zen durchaus nicht rundweg ablehnend gegen=
Wenn es auch zutreffen mag, daß ſeine Worte lediglich
in Gründen auf die Nationalſozialiſten zugeſchnitten
9 es auch abſolut richtig ſein, daß er von wirtſchafts=
(xperimenten ſozialiſtiſcher Prägung nichts wiſſen und
ternünftigen und aufbauenden Verantwortung nicht
zyill, ſo läßt ſich doch nicht beſtreiten, daß er, wenn
zu einer Umgruppierung dieſes Kabinetts kommen
ane gewiſſe Nachgiebigkeit zeigen wird, ſei es auch nur
ur zunächſt einmal ein gemeinſames Regieren mit
Fialſozialiſten in Fluß zu bringen.
handlungen mit den Nakionalſozialiſten
REintritt in die Regierung ſind bereits wieder in Gang.
Msmal andere Kreiſe eingeſchaltet. Im weſentlichen
dürf=
lſefäden in den Händen Schleichers und
svereinigt ſein, die nach neuen Wegen ſuchen, um die
Mphialiſten in die Regierung hineinzubringen. Soweit
Farbeitet Schleicher in der Richtung, Hitler im nächſten
bmett einen Poſten zu ſichern, der ihm nach außen hin
ſan eines überragenden Einfluſſes gibt, der aber tatſäch=
4ülie mals vorhanden ſein wird, weil Schleicher auch in
Hilfe der Nationalſozialiſten gebildeten Kabinett
kei=
e Vorherrſchaft aufgeben wird, die er heute ſchon be=
Veer im Intereſſe der Nation ſich auch für die Zukunft
ſind die zahlloſen Verhandlungen, Beſprechungen,
hmen und ſogar Querverbindungen zwiſchen den
eſten, auch linksſtehenden Gruppen viel zu
undurch=
daß man ſich ein klares Bild von der Macht und
uß des Reichswehrminiſters machen kann. Es wird
eſauptet, daß es bereits
Wverbindungen zu den Gewerkſchaften
teils von Schleicher direkt ausgehen,
iſchen den Nationalſozialiſten und den
liſſchen Gewerſchaften vorhanden ſind.
as wiederum iſt ein weiterer Grund zu der
Be=
er Wirtſchaftskreiſe, daß der Sozialismus noch längſt
ſiocke Angelegenheit iſt. Man braucht ſich nur das
ev, das Hitler wieder einem Vertreter
eiated Preß gegeben hat, anzuſehen, um von
der Befürchtung beſtärkt zu werden, daß trotz des
egen den Marxismus, deſſen „Heillehren” wieder
u faſſen dürften. Aber vorläufig weiß auch
wieder=
enſch, ob nicht Schleicher im entſcheidenden
ick jeder Spielart von Sozialismus
gel vorſchieben wird. Vorläufig weiß auch
nicht bereits jetzt unter der Hand zwiſchen
miniſter und ſeinen nationalſozia=
Gegenſpielern ſchon bindende
Ab=
en darüber getroffen ſind, daß ſich der Kampf gegen
mus nicht bloß in der Niederringung der
Sozial=
den und Kommuniſtiſchen Partei erſchöpfen darf,
Durch eine endgültige Loslöſung von ſozialiſtiſchem
begleitet ſein muß. Zu dieſer Auffaſſung möchte
unn neigen, nachdem einem immer wieder verſichert
erKanzler, der nichts ohne vorheriges
Lehmen mit Schleicher untern mmt, den
4 auflöſen wird, wenn es zur Annahme
licher Anträge der geſamten Oppoſition, d.h.
liſten aller Schattierungen kommen
Var glauben aber nicht daran, daß der Reichstag
Die Möglichkeit erhalten wird, in eine Abſtimmung
ige Anträge hineinzugehen, weil vorweg die
Miß=
one zu erledigen ſind, die eine Mehrheit erbringen
N Anſchluß daran wird die Reichsregierung dann
Srümpfe ausſpielen. Was dann kommen wiro,
noch in geheimnisvolles Dunkel gehüllt.
Tatſäch=
die Dinge nur bis zum 30. Auguſt überblicken.
her iſt nicht der Mann, der ſich überraſchen laſſen
1 nach jeder Richtung hin ſchon jetzt vorgeuaut. Die
2 dann gnz in ſeinem Zeichen ſtehen.
Berlin, 19. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Der Präſident des bisherigen Reichstages, der Abg. Löbe,
be=
ſchäftigt ſich in einem Artikel im „Vorwärts” mit der Möglichkeit
einer erneuten Auflöſung des Reichstages. Er geht dabei von der
Einbringung eines Mißtrauensvotums aus und ſtellt dann feſt:
„Der Verſuch, das Mißtrauensvotum aus entgegengeſetzten
Motiven für unwirkſam zu erklären, iſt undurchführbar. Es
wider=
ſpricht dem Sinn und dem Wortlaut der Verfaſſung, allen
Tradi=
tionen des eigenen Landes und den der übrigen parlamentariſch
regierten Staaten. Vertagung des Reichstags, um der
Reichsregie=
rung das Arbeiten auf Grund einer Ermächtigung oder einer
eigenen Machtvollkommenheit zu ermöglichen, kann nur durch eine
Mehrheit beſchloſſen werden, und die iſt nicht vorhanden. Die
Be=
fugnis des Reichspräſidenten, das Kabinett aus eigenem zu halten
und die Seſſion des Reichstages durch ſein Machtwort zu ſchließen
und zu eröffnen — eine Befugnis, die ihm durch Volksbegehren
zugewieſen werden könnte, wie manche meinen —, iſt in der
Ver=
faſſung nicht vorgeſehen, ebenſo wenig das unbeſchränkte
Weiter=
amtieren eines geſtürzten und geſchäftsführenden Kabinetts. Es
würde nicht nur nach innen verfaſſungswidrig, ſondern auch nach
außen beſchränkt verhandlungsfähig ſein. Aenderung des
Wahl=
geſetzes in bezug auf kleinere Wahlkreiſe und Perſönlichkeitswahl
oder in bezug auf Wahlalter und Erſte Kammer ſind nur in
ein=
facher oder qualifizierter Mehrheit möglich, wenn man auf dem
Boden der Verfaſſung bleiben will. So viel Kopfzerbrechen man
auch aufwendet, ſo viel Auswege man auch erſinnt, jeder einzelne
führt zu dem Bruch oder zur Beugung der Verfaſſung, die auch
von den Mitgliedern des gegenwärtigen Kabinetts v. Papen
be=
ſchworen worden iſt.”
Löbe ſchließt ſeinen Artikel mit folgender Feſtſtellung: „Der
einzige Weg, der zur Not auf dem Boden der Verfaſſung bleibt, iſt
alſo eine neue Auflöſung des Reichstages, der mit irgend einem
konkreten Fall des Verſagens des Parlaments begründet ſein
könnte. Sie iſt ein Weg, aber kein Ausweg. Sie verlängert die
Sackgaſſe, in die uns die Herren Papen und Schleicher geführt
haben, aber ſie öffnet ſie nicht.”
Monopolpläne des
Reichsernährungs=
miniſteriums.
Agrarpolikiſche Einigung mit Holland.
Verhandlungsbeginn in Kopenhagen. — Schaffung
eines Bukker-Monopols.
BB. Berlin, 19. Aug. (Priv.=Tel.)
Am Freitag begannen in Kopenhagen die
deutſch=
däniſchen Verhandlungen über die
Butterein=
fuhr, nachdem es vor einigen Tagen gelungen war,
in den Verhandlungen mit Holland eine
Vereinba=
rung herbeizuführen. Allerdings war hier vereinbart
worden, daß die Uebereinſtimmung vorbehaltlich der Einigung
mit Dänemark erzielt worden ſei. Aus dieſem Grunde weiß man
nun auch noch nicht, wie das endgültige Ergebnis in der
Butter=
einfuhr ausſehen wird.
Im Zollſatz wollte Holland nicht über 60 RM. hinaus, was
aber deutſcherſeits abgelehnt wurde, und es ſcheint nun, daß man
ſich bei einer Höhe von 75 RM., alſo dem von der deutſchen
In=
duſtrie vorgeſchlagenen Zollſatz, geeinigt hat. Dieſer Zollſatz wird
aber in der Zukunft keine beſondere Rolle mehr ſpielen, da die
derzeitigen deutſchen Pläne, wie aus gut unterrichteter Quelle
verlautet, auf die Schaffung eines Butter=Monopols
hinauslaufen. Dieſes Monopol ſoll ein Reichsmonopol werden, ſo
daß alſo das Reichsernährungsminiſterium der Träger dieſes
Monopols würde. Die Monopolverwaltung würde ſich dann der
Genoſſenſchaften bedienen, an die ja die Bauern ohnehin ſchon ihre
Milch zur Verbutterung abliefern, da die eigene Verbutterung
viel zu umſtändlich geworden iſt.
Ob in dieſem Zuſammenhang ein weiterer Ausbau
der bäuerlichen Genoſſenſchaften erfolgen wird, läßt
ſich natürlich noch nicht überblicken, wie überhaupt damit zu
rech=
nen iſt, daß die deutſchen Pläne im Verlauf der Verhandlungen
mit dem Ausland noch manche Veränderungen erfahren. Den
ausländiſchen Staaten würden dann, wie es auch in der
Vereinbarung mit Holland feſtgelegt worden iſt, beſtimmte
Einfuhrkontingente zugeſtanden, die wahrſcheinlich
nach dem bisherigen Verlauf der Buttereinfuhr prozentual
be=
rechnet werden. Dabei wird man wahrſcheinlich auch noch
an=
deren Staaten, die ebenfalls zu unſeren Butterlieferanten zählen,
wie Litauen, Finnland und Polen, beſtimmte Kontingente
zubil=
ligen, was naturgemäß noch weitere Verhandlungen notwendig
machen wird. Schon aus dieſem Grunde iſt noch nicht zu
über=
blicken, wann die Buttereinfuhr überhaupt einer endgültigen
Löſung entgegengeführt werden kann. Immerhin muß ſchon jetzt
feſtgeſtellt werden, daß die Reichsregierung die
deutſche Eigenproduktion ſowohl in
marktpoli=
tiſcher als auch inpreispolitiſcher Hinſicht
ſicher=
ſtellen will.
Neue Zahlen zur Zinsfrage.
regierung
problems.
fgaben, die der
Reichs=
ung des deutſchen Zins=
Ils ein typiſch deutſches
bezeichnen, weil, von einigen kleinen Ausnahmen abgeſehen,
die wichtigſten Länder der Weltwirtſchaft ſich des Genuſſes von
niedrigen Zinsſätzen erfreuen, die mit der Höhe der deutſchen
Zinsſätze kaum zu vergleichen ſind. Als die Regierung v. Papen
ihre Tätigkeit aufnahm, begann ſogleich eine Debatte über
Zinskonverſion und Schuldabwertung, weil man glaubte, daß
dieſes Kabinett vornehmlich die Intereſſen der Landwirtſchaft
berückſichtigen und daher eine neue Zwangskonverſion nach
dem Muſter der durch die Dezember=Notverordnung
vor=
genommenen durchführen würde. Die Regierung hat
wieder=
holt erklärt, daß ſie weder für die inneren Schulden noch für
die Auslandsſchulden an eine Zwangskonverſion denke,
viel=
mehr der Auffaſſung ſei, daß auf dem Wege des individuellen
Akkords zwiſchen Gläubiger und Schuldner zu einer
allmäh=
lichen Senkung der Zinslaſt auf nach und nach ſich
verbreitern=
der Baſis gekommen werden müſſe. Auch wir haben uns an
dieſer Stelle wiederholt gegen eine neue Zwangskonverſion
aus=
geſprochen, vornehmlich, weil ein ſolcher einſeitiger Akt des
Staates gegen Treu und Glauben verſtößt und die auch im
Wirtſchaftsleben geltenden Grundſätze der Moral, auf die
gerade heute beſonderer Wert gelegt werden muß, außer Acht
läßt, ferner, weil ein Unterſchied zwiſchen zahlungsunfähigen
und zahlungsunwilligen Schuldnern gemacht werden muß.
Die Erfahrungen mit der Oſthilfe zeigen, wie berechtigt
dieſe Auffaſſung iſt denn ſeit Einführung der Oſthilfe haben
ſich unberechtigter Weiſe auch die zahlungsfähigen Schuldner
in den Genuß des Moratoriums gebracht. Der Gläubiger, dem
es im Einzelfalle daran liegt, ſeinen Schuldner zahlungsfähig
zu erhalten, wird immer bereit ſein, in eine Herabſetzung des
Zinsſatzes einzuwilligen, weil er damit erreicht, daß ihm der
Wert ſeines Kapitals erhalten bleibt. Es iſt auch anzunehmen,
daß die Herabſetzung der Zinsſätze durch individuellen Akkord
zwiſchen Gläubiger und Schuldner bereits größere Fortſchritte
gemacht hat, als man gemeinhin annimmt. Die
Hauptleid=
tragenden einer allgemeinen Zwangskonverſion wären die
Spar=
kaſſen, die Hypothekenbanken und die
Verſicherungsunterneh=
mungen, Inſtitute, die mit dem breiten Publikum in
unmittel=
barer Verbindung ſtehen und mit ſeinen Spargeldern ihre
Finanzierungsgeſchäfte machen. Auch für die deutſchen
Aus=
landsſchulden lehnt die Regierung einen einſeitigen Akt, der
Ziusherabſetzung ab, und hierbei ſpielt die Erwägung eine
aus=
ſchlaggebende Rolle, daß alles getan werden muß, um die
Kreditfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft, die durch die hier und
da aufgetretene verſchlechterte Schuldnermoral bereits ſchwere
Einbuße erlitten hat, dem Auslande gegenüber
wiederherzu=
ſtellen bzw. zu erhalten. Die deutſche Wirtſchaft als ein
wich=
tiges Glied der Weltwirtſchaft mit ihren großen
Ausfuhr=
intereſſen muß darauf Wert legen, weil ſie ihren Export nicht
aus eigener Kraft finanzieren kann, ſondern ſchon immer
aus=
ländiſche Kredite benutzt hat. Damit ſoll natürlich nicht
ge=
ſagt ſein, daß die Regierung darauf verzichtet, auf anderem
Wege eine Entlaſtung der deutſchen Wirtſchaft von der hohen
ausländiſchen Zinslaſt zu verſuchen. Nach Meldungen aus
Amerika und aus England, die mit ihren Deutſchland
gewähr=
ten Krediten das Hauptkontingent abgeben, iſt man auf
be=
ſondere Schritte der deutſchen Regierung in dieſer Hinſicht
vor=
bereitet, und es hat den Anſchein, daß die amerikaniſchen und
engliſchen Banken bereit ſind, für eine beſtimmte Zeit, alſo
vorübergehend Zinserleichterungen zu gewähren. Die größere
Bereitſchaft dürfte bei den engliſchen Gläubigern vorhanden
ſein, die unter dem friſchen Eindruck des großen Erfolges der
engliſchen Kriegsanleihe=Konverſion ſtehen, den man allgemein
als den Beginn eines neuen und beſſeren Abſchnittes der
Welt=
wirtſchaftsenwicklung wertet. Hierüber wird noch in einem
be=
ſonderen Artikel zu ſprechen ſein.
Die Erörterungen über die Zinskonverſion und die
Schuld=
abwertung haben bisher inſofern ſtets eine Lücke aufzuweiſen
gehabt, als zuverläſſige Zahlen über den Stand der Zinslaſt
und Verſchuldung der deutſchen Wirtſchaft für die Gegenwari
fehlten und immer auf frühere Jahre zurückgegriffen werden
mußte, obwohl ſich bei dem raſchen Tempo der
Wirtſchafts=
entwicklung auch in dieſer Hinſicht das Bild verſchoben hat.
Das Zinsproblem als ſolches hat zwei Seiten: einmal kommt
es auf die Bedeutung der Zinſen für die Bilanzen der
Schuld=
ner an, zweitens ſpielen aber auch die Zinſen als
Einnahme=
quelle der Gläubiger eine ausſchlaggebende Rolle. Betrachtet
man das Zinsproblem nach dieſen beiden Seiten, ſo kann man
ohne weiteres verſtehen, daß ſich die Landwirtſchaft für eine
generelle Zwangskonverſion einſetzt, wie ſie kürzlich erſt wieder
der Generallandſchaftsdirektor von Oſtpreußen verlangt hat. Die
deutſche Landwirtſchaft bezieht im großen und ganzen, ja man
kann ſagen durchſchnittlich, keine Einnahmen aus Zinſen, iſt
alſo nicht Gläubiger, und wenn man noch berückſichtigt, daß
die Zinſenlaſt, auf den Wert der landwirtſchaftlichen
Produk=
tion bezogen, einen höheren Prozentſatz ausmacht als bei der
Induſtrie, wozu noch der einmalige Kapitalumſchlag in
land=
wirtſchaftlichen Betrieben im Gegenſatz zu dem im allgemeinen
mehrmaligen in induſtriellen kommt, ſo kann man die
Ein=
ſtellung der Landwirtſchaft verſtehen. Man darf ſich jedoch dieſe
Einſtellung, weil ſie einſeitig iſt, und ſchließlich die
Landwirt=
ſchaft nur 25 Prozent der Geſamtwirtſchaft darſtellt, für die
Allgemeinwirtſchaft nicht zu eigen machen, vielmehr beſteht dann
die Auffaſſung ſicherlich zu Recht, die oben zum Ausdruck
ge=
kommen iſt. Um die Bedeutung der Zinſen für die Bilanzen
der Schuldner zu erkennen, ſind jetzt von amtlicher Seite durch
das Inſtitut für Konjunkturforſchung Zahlen über Zinslaſt
und Verſchuldung der deutſchen Wirtſchaft zuſammengeſtellt und
herausgegeben worden, die zugleich zeigen, wie dringlich eine
Regelung des Komplexes der privaten Schulden geworden iſt.
Während vor dem Kriege die Zinslaſt der deutſchen
öffent=
lichen und privaten Wirtſchaft, d. h. der Betrag, den die
Wirt=
ſchaft für die Verzinſung der aufgenommenen Lang= und Kurz=
Kredite zahlen muß, bei einer Geſamtverſchuldung von 117,5
Mil=
liarden Mark einen Zinsaufwand von 5,4 Milliarden Mark
erforderte, muß jetzt die deutſche Wirtſchaft für einen
Schuld=
betrag von 93,6 Milliarden RM. nicht weniger als 6,2
Mil=
liarden RM. Zinſen jährlich aufwenden. Von den 6,2 Milliarden
RM. Zinſen dienen etwa 3,5 Milliarden RM. der Verzinſung
der Langkredite (Anleihen) und 2,7 Milliarden RM. der
Ver=
zinſung der Kurzkredite. Faſt ein Fünftel, d. ſ. 12 Milliarden
Seite 2 — Nr. 231
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 20. Aug
RM., entfallen von der geſamten Zinslaſt auf die Verzinſung
von Auslandskrediten, und zwar ungefähr je zur Hälfte auf
kurz= und langfriſtige Kredite. Die Zinslaſt iſt gegenwärtig
geringer als in den letzten Jahren; die Zwangskonverſion der
inländiſchen Langkredite, die Herabſetzung des
Reichsbank=
diskonts und die Verringerung der Zinsſpanne bei den Banken
haben die aufzuwendenden Zinsbeträge vermindert. Die
Zins=
ſenkung blieb aber weit hinter der Geſchäftsſchrumpfung zurück,
ſo daß die Umſatzeinheit gegenwärtig mit mehr Zinſen belaſtet
iſt als in den letzten Jahren. Wenn die Zinsſumme, die
jähr=
lich aufzubringen iſt, gegenwärtig um 1,4 Milliarden RM.
niedriger iſt als im Jahre 1931, ſo iſt dies in der Hauptſache
darauf zurückzuführen, daß die Zinſen für inländiſche
Lang=
kredite ab 1. Januar 1932 herabgeſetzt worden ſind. Die
Zins=
laſt aus den Auslandsſchulden iſt dagegen nahezu unverändert,
da ſie von der Zwangskonverſion grundſätzlich verſchont
ge=
blieben iſt. Durch die Dezember=Notverordnung iſt das Gros
der innerdeutſchen langfriſtigen Privatſchulden mit nom. 6
Pro=
zent oder weniger verzinslich, ſo ſind z. B. nur noch 0,8
Pro=
zent des geſamten innerdeutſchen Pfandbriefumlaufes mit mehr
als 6 Prozent zu verzinſen, von den im Auslande abgeſetzten
Goldpfandbriefen dagegen rund 48 Prozent. Auch die übrigen
in früheren Jahren aufgenommenen langfriſtigen Anleihen
er=
fordern beträchtlich höhere Zinſen, als es bei den
Inlands=
krediten der Fall iſt. Bei mehr als der Hälfte dieſer Anleihen
liegen die Nominalzinſen über 6 Prozent, bei faſt 30 Prozent
ſogar über 7 Prozent p. a. Der durchſchnittliche Effektivzins
der Auslandsanleihen errechnet ſich unter Berückſichtigung des
Auszahlungskurſes mit 7,05 Prozent, ein Satz, der auch für die
auslandiſchen Kurzkredite gelten dürfte. Als recht ungünſtig
iſt die Tatſache zu werten, daß die Kurzkredite an der geſamten
Kreditverſchuldung mit rund 33 Prozent, an der Zinslaſt aber
mit faſt 44 Prozent beteiligt ſind, obgleich die kurzfriſtige
Ver=
ſchuldung zurückgegangen und der Reichsbankdiskont des öfteren
herabgeſetzt worden iſt. Dies mag in erſter Linie daran liegen,
daß die vom Schuldner zu zahlenden Zinſen für Kurzkredite,
von wenigen Ausnahmen abgeſehen, beträchtlich über dem
Reichsbankdiskont liegen. Selbſtverſtändlich wirken ſich die Zinſen
in den einzelnen Teilen der Wirtſchaft verſchieden ſtark aus,
Sehr aufſchlußreich iſt die ermittelte Aufteilung der
Ver=
ſchuldung und der Zinslaſt der einzelnen Wirtſchaftszweige,
Danach entfielen ſchätzungsweiſe Mitte 1932 von den 93,60
Mil=
liarden RM. Geſamtverſchuldung 11,77 auf die Landwirtſchaft,
rund 28 auf den Hausbeſitz, rund 22,2 auf öffentliche
Gebiets=
körperſchaften und Unternehmungen, rund 5,3 auf Zweckverbände,
26,36 auf Handel, Verkehr, Induſtrie uſw. Der
Durchſchnitts=
zins ſtellt ſich für die Landwirtſchaft auf 7,2 Prozent, für den
Hausbeſitz auf 5,4 Prozent, für die öffentlichen
Gebietskörper=
ſchaften auf 5,9 Prozent, für die öffentlichen Unternehmungen
auf 6,6 Prozent und für Handel, Verkehr, Handwerk, Induſtrie
uſw. auf 8,0 Prozent. Die niedrige Zinslaſt des Hausbeſitzes,
die dabei auffällt, erklärt ſich daraus, daß ein großer Teil der
Neubau=Kredite niedrig oder gar nicht verzinslich iſt.
Bei=
ſpielsweiſe beträgt der Zinsfuß für 5,2 Milliarden RM.
Haus=
zinsſteuer=Hypotheken zum überwiegenden Teil nur 1 Prozent.
Als das ſchwierigſte Problem der Zinsbelaſtung iſt die
mangelnde Anpaſſungsfähigkeit der Zinslaſt an die übrigen
Wirtſchaftsvorgange anzuſehen; da der Schrumpfungsprozeß in
der letzten Zeit immer mehr zugenommen hat, werden die
Zinſen von der Wirtſchaft immer drückender empfunden. Die
Unbeweglichkeit der Zinslaſt ergibt ſich bei den Langkrediten
aus der langfriſtigen nominellen Feſtlegung von Schuldſumme
und Zinslaſt. Dieſe Unbeweglichkeit iſt ſolange kein Problem,
als die Schwankungen von Produktion und Preiſen ſich in
ver=
hältnismäßig engen Grenzen halten. Anders iſt es aber bei
der jüngſten Entwicklung geweſen. Bis zum Jahre 1931 iſt
nicht nur eine Steigerung der Zinslaſt für die Langkredite bei
ſinkender Produktion zu ſinkenden Preiſen, ſondern mit der
Steigerung der Zinsſätze auch eine Erhöhung der Zinslaſt für
die Kurzkredite, obwohl das Kreditvolumen zuruckgeht,
ein=
getreten, ein Zeichen für die außerordentliche Kapitalnot bei
einem außergewöhnlichen Kapitalhunger. Wenn man die
Zins=
ſumme in Vergleich zum Volkseinkommen ſetzt, ſo ergibt ſich
von 1928 bis 1931 eine Steigerung der Zinsſumme von 8,4 auf
13,8 Prozeut des Volkseinkommens. An dieſem ſehr hohen
Prozentſatz dürfte ſich durch den 1,4 Milliarden RM.
betragen=
den Rückgang der Zinslaſt von 1932 gegenüber 1931 nichts
geändert haben, weil das Produktionsvolumen der deutſchen
Wirtſchaft höchſtwahrſcheinlich in gleichem Umfange
zurück=
gegangen iſt. Bei einer Zinsbelaſtung von 13,8 Prozent des
Volkseinkommens kann ſelbſtverſtändlich eine Volkswirtſchaft
auf die Dauer nicht rentabel arbeiten, zumal ſie — wie die
deutſche — zu einem weſentlichen Teil in ihrem Abſatz auf den
Erport angewieſen iſt und hier mit den Volkswirtſchaften von
Ländern in Konkurrenz treten muß, die eine weſentlich
ge=
ringere Zinsbelaſtung haben. Zu den Vorausſetzungen für eine
Wiederherſtellung der Rentabilität gehört demnach in erſter
Linie die Herabſetzung der Zinsſätze auf ein normales Niveau,
das bei einem Landes=Zinsfuß bzw. Reichsbankdiskont von
3½ bis 4 Prozent gegeben iſt.
Vom Tage.
Das Reichskabinett befaßte ſich am Freitag nachmittag mit
Einzelheiten des bekannten Arbeitsbeſchaffungsprogramms in
Höhe von 200 Millionen. Es beſchloß ferner die Verteilung des
ſogen. „Global=Abſtriches” an dem Haushalt 1932 bis 33 in Höhe
von insgeſamt 110 Millionen entſprechend den Vorſchlägen des
Reichsfinanzminiſteriums auf die einzelnen Reſſorts.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion des Reichstags hat in ihrer
Sitzung am Freitag den Beſchluß gefaßt, im Reichstag einen
Miß=
trauensantrag gegen die Regierung von Papen einzubringen.
Ferner ſollen Anträge auf Aufhebung ſämtlicher
Notverordnun=
gen der Pavenregierung eingebracht werden. Weitere Anträge
for=
dern die Verſtaatlichung der Schlüſſelinduſtrien, ſowie den Abbau
der hohen Gehälter in denjenigen Betrieben, die vom Staate
direkt oder indirekt ſubventioniert werden.
Wie wir hören, iſt der Präſident des Preußiſchen Landtags,
Kerrl, am Freitag von ſeinem Beſuch bei Hitler in München
zurückgekehrt. Präſident Kerrl hat jedoch am Freitag noch keinen
offiziellen Zeitpunkt für die nächſte Vollſitzung des Landtags
feſt=
geſetzt und dürfte auch dem Zentrum noch keine Mitteilung über
etwaige Koalitionsverhandlungen gemacht haben.
Der Verfaſſungsausſchuß der Eſſener
Stadtverordnetenver=
ſammlung ſtimmte am Freitag mit Mehrheit gegen die
ſozial=
demokratiſchen Mitglieder dem Antrag der Reichsregierung auf
weitere Beurlaubung des ſtellvertretenden Reichskommiſſars für
Preußen Dr. Bracht von ſeinem Eſſener Oberbürgermeiſteramt bis
zum 1. Dezember d. J. zu.
Am Freitag hat in Preußen eine Miniſterialſitzung
ſtattge=
funden. Auf der Tagesordnung ſtanden Perſonalfragen.
Wahr=
ſcheinlich wird in den nächſten Tagen ſchon wieder eine ganze
Reihe von höheren Beamten aus dem Staatsdienſt ausſcheiden.
Admiral Zenker †.
Die deutſche Marine beirauert den Heimgang
eines ihrer Beſten.
Oſterode (Harz), 19. Auguſt.
Admiral a. D. Hans Zenker iſt Donnerstag nachmittag nach
einmonatigem Krankenlager in einer Göttinger Klinik, wo er ſich
einer ſchweren Operation unterziehen mußte, im Alter von 62
Jahren geſtorben.
In den Kreiſen der jetzigen und ehemaligen
Marineangehö=
rigen löſt der Heimgang Admiral Zenkers tiefe Trauer aus. Der
Verſtorbene diente 39 Jahre lang aktiv als Marineoffizier.
Wäh=
rend des Krieges als Admiraloffizier im großen Hauptquartier
unterſtützte er energiſch die Beſtrebungen des Admirals v. Tirpitz
auf offenſive Seekriegsführung. 1924 wurde er als Nachfolger des
Admirals v. Behnke zum Chef der Marineleitung berufen. Seiner
Tatkraft iſt es zu verdanken, daß die Reichsmarine in den
Kreu=
zern und Torpedobootszerſtörern für die veralteten Schiffe Erſatz
bekam. Auch an der Bewilligung des Panzerkreuzers 4 hatte
Ad=
miral Zenker regen Anteil. Nach dem Ausſcheiden aus dem aktiven
Dienſt ſtellte Admiral Zenker ſeine ganze Kraft in den Dienſt der
Marinevereine, ſtets werbend für den Gedanken „Seefahrt iſt not”.
In einem Nachruf gedenkt der Chef der Marineleitung.
Ad=
miral Raeder, der ehrenvollen Tätigkeit ſeines Vorgängers und
deſſen Verdienſte um die deutſche Reichsmarine.
* Wien. 19. Aug. (Pri
Der ehemalige öſterreichiſche Bundeskanzler und Pol
dent von Wien. Dr. Johannes Schober, iſt am Freitag
10 Uhr in Baden bei Wien im 58. Lebensjahre geſtorh
ber war bekanntlich ſchon ſeit einiger Zeit herzleidend.
Schober wurde 1874 in Prag geboren. Im Jahre 19
er Polizeipräſident von Wien. Schober hat die Wiene
in der Nachkriegszeit vollkommen reorganiſiert. Die en
lerſchaft Schobers dauerte von Juni 1921 bis Mai
zweite von September 1929 bis September 1930. Zn
Kanzlerſchaft Schobers wurden die Verfaſſungsreform
Haager Abkommen durchgebracht. Unter ſeiner Ka
wurde Oeſterreich von den Reparationen befreit und
legung der internationalen Bundesanleihe durchgefürh
Dezember 1930 bis Januar 1932 war Schober öſten
Außenminiſter. Dr. Schober galt als erſte Autorität=
Gebiete des Polizeiweſens. Er war Ehrendoktor der
täten Graz und Wien. Schober trat 1913 als Mit
Großdeutſchen Partei und Abgeordneter des Nationau
politiſche Leben ein.
Einſpruch
We dſtertelcncen Bundebkan
gegen das Lauſanner Prokokoll.
Wien, 19.
Am Freitag nachmittag beſchloß der Bundesrat, EE,
gegen die Annahme des Lauſanner Pro
im Nationalrat zu erheben. Der Bundesratsbeßy
nit den Stimmen der Nationalſozialiſten, des Bundesrif
meiſter, des Großdeutſchen Bundesrats und der Sozialdet
zuſtande. Die Gründe für den Einſpruch ſind folgende:
1. Weil durch dieſes Protokoll die außenpo
Handlungsfreiheit der Republik, insbeſond
im Hinblick auf eine engere politiſche und ſogar wirſt
Gemeinſchaft mit dem Deutſchen Reich für eine Dau
zu 20 Jahren weſentlich beeinträchtigt zift
2. Weil durch dieſes Protokoll Oeſterreich nau
einer drückenden Auslandskontrolle
worfen wird.
3. Weil in dieſem Protokoll wirtſchaftspo
Beſtimmungen gefährlichſter Art enthalu=ſ
und
4. weil Beſtimmungen dieſes Protokolls geeignet iſt
tige ſozialpolitiſche Errungenſchaften breiter Schichten d
der Menſchen zu gefährden.
Vor der Abſtimmung war es noch im Zuſammer)
einem Antrag auf Schluß der Ausſprache zu minutenlamch
gekommen. Der Antrag auf Schluß der Ausſprache wa /
Regierungsparteien geſtellt worden, da außer dem Beri u
ſeit Beginn der Sitzung um 10 Uhr vormittags nur Ei
nalſozialiſtiſche Redner zu Worte gekommen waren. Deſt
auf Schluß der Ausſprache wurde mit Hilfe der Sozialdi/
angenommen.
Nach der Abſtimmung über den Einſpruch gegen Bul
nalratsbeſchluß wurde die Sitzung für eine halbe Stund
brochen.
Wiederſehen mit alkten Freunden.
Ueber das Kind im Erwachſenen.
Von Wilhelm Michel.
Ich beſuche nach langen Jahren der Trennung einen
Schul=
freund im Rheinheſſiſchen drüben, den langen Squenz, und wir
wandern im Lauf des Nachmittags zu einem dritten
Schul=
freund hinüber, der als Pfarrer im Nachbardorf wohnt. Der
liebe, dicke Tobias mit dem goldenen Herzen. Wer hätte
ge=
dacht, als wir „Donee gratus eram tibi” überſetzten, daß er
einſt eine Wallfahrtskirche betreuen würde? Jetzt ſtrahlt unſer
Tobias an Feſttagen hoch vor allem Volk, in Weiß und Gold,
und iſt gewürdigt. Dienſt am Heiligen zu tun. Das
über=
ſchneidet ſich ſonderbar mit den Bildern aus der Jugendzeit.
Aber ſehe ich ihm in die treuen Augen unter dem wirren,
ſchwarzen Haarſchopf, dann kenne ich den derben, tüchtigen
Bauernjungen wieder, der neben mir in der Schulbank ſaß,
und höre ihn mit roſtiger Stimme aus dem Homer Sachen
herausleſen, die den Mann auf dem Katheder zur Verzweiflung
bringen.
Das Kind erklärt und deutet den Mann. Iſt es nicht
beim Wiederſehen mit alten Freunden, als hätte jeder von uns
ein Koſtüm, eine Schauſpielerrolle übernommen, die er nun
bieder durch die Welt trägt? Aber bei näherem Zuſehen ergibt
ſich, daß der Mann kein andres Weſen iſt als das Kind. Es
hat ſich nur das Sonderbare ereignet, daß das, was klein
und ſchmiegſam in ſeinem Charakter ſaß, als eine Schrulle,
vielleicht nur als eine beſondere Art, ſeine Bücher zu behandeln
oder die Treppen hinunterzuſpringen, inzwiſchen mit ihm
heran=
gewachſen iſt und auf einmal Schickſal geſtaltet.
Einer war als Junge liſtig, verſchlagen; er geht als Mann
unter in einer ſchäbigen Verräterei am Vaterland. Ein anderer
war verwegen und vorwitzig; er ſchweift hinaus und erliſcht
jung in einem Abenteuer unter der Tropenſonne. Ein dritter
war bei großem geiſtigem Jutereſſe weitgehend paſſiv, beinahe
träge; das half ihm eine harte Lebensprobe überdauern und
ſpät eine haltbare geiſtige Geſtalt gewinnen. Tobias war als
Junge handfeſt, bieder und gediegen. Und wie hat er heute
ſeine Gemeinde in Ordnung! Man ſieht es ſchon an ſeiner
Kirche. Das Gnadenbild darin, eine ſchöne, innige Arbeit aus
dem 15. Jahrhundert, ſtrahlt in friſchem Farbanſtrich, und das
Fefuskind hat ein neues ſchamhaftes Läppchen über den dicken
Beinchen liegen. Es muß alles ſeine Ordnung haben.
uind Squenz der Lange! Er bildete immer den
Mittel=
vunkt unfrer Geſelligkeit, weil er ein warmer, herzlicher Menſch
war. Er konnte lachen wie kein anderer. Er hatte Freude,
wo andere verdrießlich wurden. Er trug durch derbe Späße,
die gemeinſam verübt wurden, eine Feinheit des Geiſtes unv
des Herzens, die alles durchwärmte, was er ſagte und tat. Dieſe
Herzlichkeit und geiſtige Vornehmheit ſeines Kinderweſens hat
er nun in ſeinem Heim eines Landarztes ſichtbar aufgebaut.
Was davon in die Augen fällt, iſt; er hat Kunſt geſammelt.
Aber wie!" Lauter behorchte, ſtill geprüfte Stücke, die einen
Klang in ſich haben. Fayencen, alte Holzreliefs deutſche und
niederländiſche Landſchaften, die auch da, wo keine berühmten
Namen daranhängen, lauter hohe, lauter „beſte” Momente aus
dem Lebenswerk der betreffenden Künſtler darſtellen.
Manch=
mal ſind es nur ſchöne Einzelblätter aus illuminierten Drucken
des Mittelalters, die da an der Wand hängen, aber immer
haftet ihnen das Beſondere an, das nur geliebte, achtſam
ge=
wählte und herzhafte Dinge an ſich haben. Nirgends eine
Spur von äſthetiſcher Ueberſpitztheit, aber jedes Stück iſt ſorglich
auf ſeinen Gehalt befragt und mit einer tiefen Einläßlichkeit
ans Herz genommen. Kurz: was an perlender, gemütvoller
Heiterkeit und an verfeinertem Sinn im Knaben war, iſt hier
als eine werttragende Welt aus Geſtalten der Kunſt wieder
aufgebaut.
Es leben im Mann nicht nur die grundlegenden Züge des
Kinderweſens fort, ſondern auch die kleinen, verborgenen
Ab=
ſtufungen. Der Freund aus Jugendtagen lacht heute noch an
denſelben Geſprächsſtellen wie vor vierzig Jahren. Das
Zu=
ſammenſein mit ihm bringt dieſelbe Stimmung erhöhter
Geiſt=
freude wie einſt. Die gleichen Situationen kehren leitmotiviſch
in der Unterhaltung wieder. (Man ſpürt die Zuverläſſigkeit
der Welt, in die wir geſtellt ſind. Die Geſetzlichkeit, in der
ſie ſich bewegt, enthält eine große Liebe.)
Das Wort Nietzſches „Werde, der du biſt” iſt vielleicht
weniger eine Forderung als Feſtſtellung einer Tatſache: Der
Mann wird, was das Kind war. Das heißt er trägt das
Geſetz des im Kind zuerſt erſcheinenden Weſens durch die
wechſelnden Stoffe des Berufs, der Schickſale hindurch und
be=
währt es in der beſtimmten Formung, die er ihnen gibt.
Es folgt daraus etwas für die Erziehung: Nicht
Weſens=
züge am Kind bekämpfen, weil das gefährliche, ſinnloſe Strudel
bildet, ſondern allen Weſenskräften des Kindes das poſitive
An=
greifen zeigen. Kindlicher Leichtſinn kann als Gottvertrauen im
Mann auferſtehen. Grübelei kann wiſſenſchaftlicher Ernſt,
Vor=
witz kann Wagemut und Erfindergeiſt werden. Stolz,
Selbſt=
gefuhl können als geiſtige Freiheit wiederkehren. Das ſpricht
nicht gegen die große „Verwandlung”, die wir unſrer höheren
Berufung, ja ſchon dem gewöhnlichen Leben unter Menſchen
ſchuldig ſind. Das Damaskus=Erlebnis hat Paulus „
ver=
wandelt”. Aber dieſe Verwandlung hat ihm nicht den feurigen
Eifer genommen, mit dem er gegen die Chriſten ſchnaubte,
ſondern nur deſſen Richtung geändert. Leidenſchaften ſind
Segnungen, denn ſie ſind Krafte. Um ſie her geſtaltet ſich das
Leben, es füllt ſich mit Sinn und Wert, wenn rechte Ziele,
die der Geiſt geprüft hat, ihnen leuchten.
Auch ein hiſtoriſcher Film ...
Vielleicht wird ſie lächeln, vielleicht wird ſie ſich
wenig genieren. Zumindeſt hat ſie doch bis in die leßle
an der Nuance feſtgehalten, ihr Privatleben für ſich
zu wollen — ſehr im Gegenſatz zu ſonſtigen Siar
heiten. Trotzdem wird man ſie nicht freiſprechen kong
Die Schweden wollen ihren Nationalheros feiern.
man ihnen nicht übel nehmen. Wobei nur zu bemen
daß in dieſem Falle unter den „Schweden” wohl
Ne=
ſonders geſchäftstüchtiger Unternehmer aus der Filmc.
verſtehen ſein wird. Greta Garbo aber hat die *
dazu gegeben. Und das iſt — man verzeihe das harte
eine Geſchmackloſigkeit. Sie wird ſich nicht wunder
wenn man ſie jetzt etwas mehr nach dieſer Tat und
ihrem berückenden Schein beurteilen wird.
„In Schweden wird die Jugend Greu
verfilmt. Greta Garbo ſelbſt allerdings H
gelehnt, ihre eigene Rolle zu ſpielen.”
Dieſe Nachricht geht kurz und ſchlicht durch die —
Und bis heute hat ſie erſtaunlicherweiſe nicht einrn
ſchütteln erregt. Als ich ſie zuerſt las, glaubte ichk
Reklame=Ente eines wildgewordenen Propagandg=
Hollywood. Dann habe ich mich erkundigt. Es i
wahr. In Schweden wird die Jugend Greta Garbos
Es iſt ſchon dageweſen, daß man verdienten Mä
ihren Lebzeiten ein Denkmal geſetzt hat. Warum 5
dies auch nicht tun? Es wird ihnen ſicher mehr SpC.
ab und zu ihrem ſteinernen Ebenbild gegenüber zu
geheime Selbſtgeſpräche mit ihm zu führen, als eim
oder irgend ein Diplom in die Hand gedrückt zu krie
es iſt nicht minder oft geſchehen, daß man die Tatk
eines berühmten, lebenden Zeitgenoſſen in einem
ewigt hat. Aber das, was man jetzt in Schweden
unte-
ſozuſagen eine filmiſche Wiederbelebung eines noch Le
das iſt noch nicht dageweſen.
Gewiß, Greta Garbo iſt eine ſehr ſchöne Frau.
ſogar, daß uns mitunter ob dieſer Gabenfülle der N
wieder ein leichtes Grauſen packt. Sie iſt auch eine gr
ſpielerin — zumindeſt war ſie es in ihren früheren.
erſten Filmen. Und ſie mag auch ein kluger und C.
Menſch ſein. Wenn das Geſicht wirklich der Spiegel
iſt, dann müßte ſie es ſein.
Das iſt alles. Das iſt das Verdienſt, um deſſentk!
ſie ehren will wie noch nie einen Menſchen zuvol—
paar Monaten wird die „göttliche” Greta im Kino
ſich ihren — natürlich auf das Phblikum zurechtgeſchm
Lebenslauf anſehen können.
frag, 20. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
TAininentnt des Beutgenel Sianegerichin
Aeichlichem Alkoholgenuß „auf nächtliche Feldſtreifen geſchickk”. — Totſchlag unker den Einwirkungen
Hies Alkohols. — Angeklagte ſagen aus: „Skark bekrunken”. — „50 bekrunken geweſen, daß er
ſich überhaupk an nichts mehr erinnern könne‟. — „Er hat nicht gewußt, was er kal”.
Polempa:
Beuthen, 19. Auguſt.
Dem Sondergericht Beuthen begann am Freitag früh
ſos eß wegen des Totſchlags an dem
kommu=
geſinnten Arbeiter Pietrzuch. Schon in den
yorgenſtunden umlagerte eine große Menge Neugieriger
wandten des Angeklagten das Gerichtsgebäude. Wie
rtereſſe dem Prozeß entgegengebracht wird, geht nicht
uch daraus hervor, daß neben dem zahlreichen Publikum
verregierungsrat Graf Matuſchka vom Oberpräſidium in
Folizeipräſident Dr. Danehl=Gleiwitz und Landgerichts=
Schneider=Beuthen als Zuhörer der Verhandlung bei=
Dem Aufruf der Angeklagten, ſowie der Zeugen und
zesbelehrung wird zunächſt in
4 Vernehmung des Elektrikers Kotkiſch
ſer, der bei dem Verhör u. a ausführt, er gehöre der
hurd will darunter den „Selbſtſchutz” verſtehen, nicht aber
ation der NSDAP., mit der er nichts zu tun habe. Er
iediglich als Arbeitsloſer in dem SA.=Heim in Brosla=
SHalten.
Angeklagte ſchildert dann die nächtliche Autofahrt, bei
hüllig Unbeteiligter mitgefahren ſein will. Er habe nicht
worum es ſich handele, und will auch nicht wiſſen, wo
ht hingegangen iſt. Nach ſeiner heutigen Schilderung
Porfälle in dem betreffenden Haus hat Pietrzuch,
nach=
verprügelt worden war, geſagt, er hole jetzt die Piſtole
)t alle über den Haufen, eine Ausſage, die der Ange=
ᛋsſer noch nicht gemacht hat, und die nach den bisherigen
huar auch nicht zuzutreffen ſcheint.
bder weiteren Vernehmung des Angeklagten ergibt ſich,
Anfang dieſes Jahres in den Selbſtſchutz eingetreten
Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Lütgebrune, läßt den
Eſte befragen, ob er ſchon öfters an „Feldſtreifen”
lbſtſchutzes teilgenommen habe, worauf der
Ange=
ſlärt, daß dies in der fraglichen Nacht das zweite Mal
bie: Er habe ſich vor Antritt dieſer nächtlichen Fahrt
uch nichts beſonderes gemerkt.
Aie Vorhaltung des Vorſitzenden, ob ihm denn nicht das
Frliche zum Bewußtſein gekommen ſei, daß er mit einer
zchie Hand gedrückten Waffe in die Wohnung ſchlafender
ᛋdrang und dort ſchießen ſollte, erklärt der Angeklagte,
urch Alkoholgenuß benommen geweſen und
ihr gewußt, was er tue.
ilgt ſodann die Vernehmung des Angeklagten Wolnitza,
büber die Tat ſelbſt nichts zu berichten vermag, weil er
des Hauſes ſtand und es draußen ſtockdunkel war.
SA.=Mann Gräupner ſagk aus:
Eritte vernommene Angeklagte, der Häuer Auguſt
Gräup=
eſich als SA.=Mann bekennt, bezeichnet den verhafteten
oick als den Anführer der Aktion, die er
zu=
t eine „Feldſtreife” betrachtet habe, bis in Potempa
diteigenoſſe gekommen ſei mit der Mitteilung, von
ſniſten überfallen worden zu ſein. Der getötete
Eſei als einer der Täter bezeichnet worden, ebenſo der
de geladene Arbeiter Schwinge. Ueber die Vorgänge in
hung von Pietrzuch führte Gräupner aus, daß er ſelbſt
MAngeklagten Kottiſch, Müller, Golombick und der flüch=
1Ehe in die Wohnung eingedrungen ſeien und auch
ſämt=
tileinen Angaben im Beſitz von Waffen waren. Der
An=
ſerllärt dann weiter, daß der Bruder des
Getöte=
bh geſchlagen worden ſei. Er ſei von ſeinem
Bru=
d gefragt worden, wo denn die Piſtole ſei. Darauf habe
)en Pietrzuch aufgefordert, die Tür zu der Kammer
in die Konrad Pietrzuch geflüchtet war. Der Ange=
Rtdann zu, daß er im Scheine der aufblitzenden
Taſchen=
beſehen habe, wie in dem gleichen Augenblick ein Beil
Aut ſei, wodurch offenbar die furchtbaren Verletzungen
u) Pietrzuch entſtanden ſeien. Seine frühere Ausſage,
allr angeklagte Gaſtwirt Lachmann der Anführer der
Ko=
yeſen ſei, erklärt der Angeklagte Gräupner inſofern für
ser Golombik mit Lachmann verwechſelt habe. Lach=
mann ſei nicht Anführer der Aktion geweſen, zumal er ſtark
betrunken geweſen ſei. Er erklärt dann weiter, daß nach
ſei=
ner Auffaſſung Golombick den Pietrzuch geſchlagen haben müſſe.
Auf Befragen erklärt nun auch der Angeklagte Kottiſch, daß
Go=
lombick der Anführer geweſen ſein müſſe.
Oberſcharführer Müller beſtreiket jede Beteiligung.
Im weiteren Verlauf des Potempaer Prozeſſes kam der
Angeklagte Müller zum Wort, der ſeine Zugehörigkeit zur
SA. als Oberſcharführer zugab, für die nächtliche Aktion in
Potempa aber jegliche Verantwortung ablehnte. Er habe ſich
ſeit Tagen bedrängt gefühlt, daß er ziemlich teilnahmslos allen
Vorgängen gegenüber geweſen ſei und daher auch bei dem
Eindringen in das Pietrzuchſche Gehöft weit zurückgeblieben und
gerade noch an den Tatort gekommen ſei, als der
ganze Vorfall ſchon zu Ende war. Er beſtritt
ganz entſchieden, eine Waffe bei ſich gehabt zu
haben.
Auf erneutes Befragen durch den Vorſitzenden ſchwächten
einige Mitangeklagte ihre früheren, den Müller ſchwer
belaſten=
den Ausſagen erheblich ab.
Hal ſich die Akkion gegen Piekrzuch vor oder nach
Mikkernacht abgeſpielt?
Bei dieſer Gelegenheit griff Rechtsanwalt
Lür=
gebrune in die Verhandlung ein und ſtellte eine Reihe von
Fragen, die die Zeit des Unternehmens genau ermitteln ſollten.
Der Angeklagte Gräupner erklärte hierzu in ganz beſtimmter
Form, daß die in Frage kommenden Leute bereits um 10,30 Uhr
das Lachmannſche Lokal verlaſſen hätten, ſo daß demnach ſich
die Aktion gegen Pietrzuch vor Mitternacht abgeſpielt haben
müſſe, eine Tatſache, die für die rechtliche Bedeutung des Falles
von ausſchlaggebender Bedeutung iſt, da die
ſtrafver=
ſchärfenden Beſtimmungen der
Terrornotver=
ordnung nur für Straftaten in Frage kommen,
die nach Mitternacht des fraglichen Tages
be=
gangen ſind.
Oberſtaatsanwalt Lachmann widerſprach
der Erörterung des Zeitpunktes bei der
Verneh=
mung der Angeklagten, da man ſich auf deren Ausſagen nicht
verlaſſen könne. Rechtsanwalt Lütgebrune trat
dieſer Auffaſſung entgegen und ſtellte ſich auf den Standpunkt,
daß es von ausſchlaggebender Bedeutung ſei, ob man bei
Beurteilung der Tat den Beginn oder das Ende der Aktion
in Betracht ziehe.
Unter großer Spannung des Publikums wird nun der
Angeklagte Nowak, der Sturmführer von Broflawitz,
auf=
gerufen, der erzählt, daß ihm etwa 43 Mann unterſtanden
hätten, denen er den Beſitz von Waffen aufs
ſtrengſte unterſagt habe. Er ſtellte entſchieden in
Ab=
rede, den Kraftwagen nach Potempa beſtellt zu haben.
Aller=
dings habe er gegen die Fahrt nichts einzuwenden
gehabt, beſonders, da die Mitfahrenden nicht
ſeine Untergebenen waren. In Tworok habe er mit
Hoppe kurze Zeit über belangloſe Dinge
ge=
ſprochen, und ſei dann ahnunglos wieder nach Hauſe
gefahren. Der Angeklagte Hoppe ſtellt von vornherein jede
Beteiligung an der Tat in Abrede. Er kenne von den
An=
geklagten überhaupt niemand und habe auch mit keinem von
ihnen verhandelt. Dagegen bleiben die ihn belaſtenden
An=
geklagten bei ihren früheren Ausſagen.
Lachmann über Pietrzuch.
Der letzte Angeklagte Gaſtwirt Lachmann bekundet zunächſt
über den Pietrzuch, daß dieſer überhaupt nie
nüch=
tern geweſen ſei und in dieſem Zuſtand ſtändig
Natio=
nalſozialiſten beläſtigt und gegen ſie ſchwere
Drohungen ausgeſtoßen habe. Dieſe Vorkommniſſe
hätten dazu geführt, daß er ihn ſo und ſooft des Lokals
verwieſen und ihn einmal mit Gewalt entfernt habe. Einmal
ſei es ſogar ſo weit gekommen, daß Pietrzuch mit der
Axt bzw. mit der Schußwaffe vorgegangen ſei
und in Lokalen Gäſte auf das ſchwerſte bedroht habe.
Ein anderes Mal wieder ſei ihm ein offenes
Taſchen=
meſſer entwunden worden, mit dem er auf einen
Nationalſozialiſten losgegangen ſei. Er ſelbſt,
* Die Bedeukung
zweiken Skrakoſphärenfluges.
ermeſſung von Profeſſor Dr. Regener und Piccards
Das „Höhenſtrahlungs=Laboratorium” von Profeſſor
hörſter. — Kontrolle nur durch Stratoſphärenflüge
möglich.)
näte Stratoſphärenflug von Profeſſor Piccard hat trotz
Wen aufſehenerregenden Höhenmeſſungen von Profeſſor Dr.
in Stuttgart große wiſſenſchaftliche Bedeutung. Die
Er=
der Höhenſtrahlen iſt beſonders in Deutſchland ſehr weit
WDie „Preußiſche Akademie der Wiſſenſchaften” hat im
i bereits für das Meteorologiſche Magnetiſche Obſerva=
Potsdam ein Höhenſtrahlungs=Laboratorium errichtet,
Eosmiſchen Strahlen erforſcht werden können. Zur
Ab=
der Aktivität der Erdſtrahlung wurde ein Eiſenbeton=
ER 58 Tonnen Gewicht mit einer Fläche von 6:9 Metern
uplatz verſenkt, auf dem das Laboratorium errichtet
. Durch dieſen Eiſenbetonpanzer werden die aus der
Memden radioaktiven Strahlen abgeſchirmt, ſo daß kaum
drchgelaſſen wird. Die Erdſtrahlung iſt alſo faſt völlig
* Mitte dieſer gepanzerten Fläche können durch Aus=
* Dielen die Meßinſtrumente direkt am Boden beobach=
DDieſer Raum hat eine Länge von 5 Metern und eine
*I Meter. Es ſind alſo hier alle Maßnahmen getroffen
M eine Störung der Strahlung zu vermeiden. Es wird
Freren, zu erfahren, wie groß die Anzahl der Strahlen
Erdoberfläche treffen. Sie iſt nicht ſehr bedeutend. Auf
aemtimeter der Erdoberfläche kommen in einer Stunde
en= deren Joniſationswirkung im geſchloſſenen. Gefäß
Eer Dr. Kohlhörſter rund 2 Jonen je Quadratzentimeter
Lunde beträgt. Dies entſpricht dem 1000 billionſtel Teil
PmSs, wie er in einer üblichen 100 Watt Glühlampe
tahlungsſtärke nimmt bekanntlich zu, je weiter man in
teirgt. In einer Höhe von 2000 Metern iſt ſie zweimal
an Boden, in einer Höhe von 4000 Metern 5mal ſtärker
*: Höhe von 9000 Metern 30mal ſtärker Nun hat Prof.
LBſweſtellt, daß die Zunahme der Intenſität der Höhen=
Su eA ilher 12000 Meter merklich nachläßt. Es ſcheint nun, als
Dei ückies Piccards nicht viel Neues mehr bringen kann.
Oruung iſt aber falſch. Schon Prof. Dr. Kohlhörſter.
einer der hervorragendſten Erforſcher der Höhenſtrahlung, hat
feſt=
geſtellt, daß mit zunehmender Höhe die Fehlerquellen wachſen, die
von den Meßapparaten ausgehen und durch die äußeren Umſtände
bedingt werden. Der Aufſtieg Piccards iſt darum für die
Wiſſen=
ſchaft bedeutungsvoll, weil ſich Vergleichsmöglichkeiten ergeben.
Die Richtigkeit der Meſſungen iſt nur im Vergleiche mit anderen
Meſſungen zu erweiſen. Zwar erſcheinen die Meſſungen Regeners
einwandfrei.
Trotzdem aber wird das letzte Wort über die kosmiſche
Höhen=
ſtrahlung durch derartige apparative Meſſungen nicht erwieſen
werden können, wenn nicht die Menſchen vorhanden ſind, die
ſo=
fort die Meſſungen kontrollieren. Aus dieſem Grunde hat der
zweite Stratoſphärenaufſtieg auch in wiſſenſchaftlicher Hinſicht
großen Wert, zumal Prof. Piccard jetzt die notwendigen
Appa=
rate mitgenommen hat, um die Strahlen einwandfrei zu
unter=
ſuchen. In praktiſcher Hinſicht iſt der Flug, wie ſchon ausgeführt
wurde, darum von Bedeutung, weil die Erforſchung der
Luft=
ſtrömungen in ſo großen Höhen für die Durchführung eines
Luft=
verkehrs in der Stratoſphäre von grundlegendem Werte iſt. Auch
hier wurden mit Hilfe von Apparaten Verſuche unternommen,
die die widerſprechendſten Ergebniſſe zeitigten. Erſt die
Anweſen=
heit eines Forſchers in der Stratoſphäre ſelbſt kann einen
ein=
wandfreien Einblick in den Zuſtand der hohen Luftſchichten
ge=
währen.
* W0 Zarkes ſich mit Starkem paarte ..."
Vor einigen Tagen geſchah es in einem kleinen Kurort in
Süddeutſchland, daß ein bekannter Schriftſteller bei einem
Spazier=
gang auf einem abgelegenen Bergpfad von einem Burſchen
ange=
fallen wurde, der es offenbar auf die verlockende Geldbörſe des
Berühmten abgeſehen hatte. Der Kerl ſprang aus dem Gebüſch
hervor, ſchwang einen gewaltigen Knüttel in der Luft herum und
ſchrie etwas, das ſo ähnlich klang wie „Das Geld oder das Leben”.
Wahrſcheinlich hatte er erwartet, daß der Schriftſteller, der
ziem=
lich ſchmächtig ausſieht, nun in die Knie ſinken und ihn anflehen
würde, mit allem, was er bei ſich trage, vorlieb zu nehmen und
ihn ja nicht umzubringen. Aber nichts dergleichen geſchah. Im
Gegenteil, der Schriftſteller packte den verdutzten Kerl kunſtgerecht
beim Arm, und im nächſten Augenblick lag der Stock am Boden
und neben ihm der wimmernde Straßenräuber.
Der Jiu=Jitſu=Unterricht hatte ſeine Zinſen
ge=
tragen.
Jetzt hat nun ein Berliner Schauſpieler ein ähnliches
Kunſt=
ſtückchen vollbracht. Er ertappte in ſeinem Hauſe einen
Ein=
brecher auf friſcher Tat und vermöbelte ihn
der=
artig, daß der Burſche ihm eine Strafan zeige
wegen Körperverletzung androhte. Er ſoll ſchließlich
heilfroh geweſen ſein, als das Ueberfallkommando eintraf und ihn
Nr. 231 — Seite 3
Lachmann, habe eine große Anzahl von Feinden gehabt und
ſich ſtändig bedroht gefühlt. Er müſſe dagegen auf das
ent=
ſchiedenſte beftreiten, mit der Bluttat nur im entfernteſten in
Verbindung zu ſtehen. An dem fraglichen Abend ſei er ſo
betrunken geweſen, daß er ſich überhaupt an
nichts mehr erinnern könne. Er halte es aber für
ausgeſchloſſen, daß er ſchwerwiegende Aeußerungen getan habe.
Damit war nach 6½ſtündiger Dauer die Vernehmung der
Angeklagten beendet. Es wurde eine Pauſe eingelegt, während
der es vor dem Gerichtsgebäude zu Reibereien
zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten
kam. Ein Nationalſozialiſt wurde verhaftet.
Kurz nach 17 Uhr trat das Sondergericht wieder zuſammen,
um in
die Beweisaufnahme
einzutreten. Als erſter Zeuge wurde ein
Oberland=
jäger aus Tworog vernommen. Dieſer erklärte, daß er von
der Tat ſelbſt erſt gegen ½6 Uhr durch telephoniſchen Anruf
Kenntnis bekommen habe. Er habe dann dem inzwiſchen
be=
reits in Haft genommenen Angeklagten Wollnitza gefragt, welche
Leute bei der Tat geweſen ſeien. Von den ihm genannten
Perſonen habe er ſich nur die Mitangeklagten Kottiſch und
Gräupner gemerkt. Der ihm als Mitbeteiligter genannte
Golombik ſei nicht mehr in ſeiner Wohnung geweſen. Im
weiteren Verlauf des Verhörs bekundete dann der Zeuge, daß
zwiſchen dem Angeklagten Lachmann und dem
getöteten Pietrzuch Feindſchaft beſtanden habe.
Der Grubenhauer Schwinge
aus Potempa erklärte, daß er zwar nicht eingeſchriebenes
Mit=
glied der KPD. ſei, aber mit dieſer ſympathiſiere. Es ſeien
etwa gegen ½12 Uhr einige Leute vor ſeiner Wohnung
er=
ſchienen und hätten an das Fenſter geklopft mit den Rufen:
„Florian, komm raus!” Seine Frau habe gefragt: „Wer iſt
denn dort?‟ Darauf ſei die Antwort gekommen „Sylveſter”.
Seine Frau habe genau nachgeſehen; ſie habe aber niemand
bemerkt und habe daraufhin die Leute aufgefordert, ſich doch zu
zeigen, da ſie der Stimme nach glaubte, daß es ſich um den
inzwiſchen flüchtig gewordenen Fleiſcher Golombik handle, den
ſie genau kannte. Sie befürchtete, daß ihrem Mann etwas
ge=
ſchehen könne, weil Golombik dieſen wiederholt mit dem
Er=
ſchießen bedroht habe. Auch der Gemeindevorſteher Lachmann
habe wiederholt geäußert, daß Schwinge eines ſchönen Tages
erſchoſſen und dann an die große Linde gehängt werde.
Die Frau des Schwinge machte im weſentlichen dieſelben
Be=
kundungen. Wie ihr Mann, betonte ſie aber ebenfalls
ausdrück=
lich, daß ſie auf die Uhr geſehen habe, und daß es genau 1.15 Uhr
geweſen ſei. Als nächſter Zeuge wird
der Bruder des Erſchlagenen, der Grubenarbeiter
Piekrzuch,
aufgerufen, der in der fraglichen Nacht mit ſeinem Bruder
zu=
ſammen in einem Bett ſchlief. Er betonte, daß ſein Bruder
kom=
muniſtiſch geſinnt geweſen ſei. „Als ich aufwachte”, ſo ſagte er
aus, „ſtanden plötzlich zwei Männer vor unſerem Bett und riefen
„Hände hoch, Konrad raus!‟. Darauf ergriffen die Männer
mei=
nen Bruder an den Füßen und zerrten ihn aus dem Bett. Ich
ſelbſt erhielt darauf einen Schlag auf den Kopf und kehrte mich
gegen die Wand. Die Leute riefen dann: „Ihr verfluchten
pol=
niſchen Kommuniſten, Euch muß es an den Kragen gehen!” Ich
habe ſelbſt nicht geſehen, daß mein Bruder geſchlagen wurde, habe.
aber gehört, daß auf ihn eine ganze Reihe von Schlägen
nieder=
ſauſte. Daraufhin ließen die Leute von meinem Bruder ab und
verlangten von mir, daß ich mich mit dem Geſicht gegen die Mauer
ſtelle. Ich folgte der Aufforderung. Inzwiſchen war mein
Bru=
der nach der nebenanliegenden Kammer geflohen. Einer der
Ein=
dringlinge, die ich nicht gekannt habe, gab darauf durch die
halb=
offene Kammertür einen Schuß in die Kammer ab. nachdem er
zuvor mit der Taſchenlampe hineingeleuchtet hatte. Darauf liefen
die Eindringlinge weg, von denen ich zuerſt zwei und dann noch
zwei weitere ſah. Darauf hörte ich meinen Bruder noch einige
Minuten röcheln. Ich ſelbſt aber konnte mich nicht um ihn
küm=
mern, da ich auch Angſt auf den Boden floh. Wenige Minuten
darauf hörte ich ein Auto wegfahren. Ich kann genau ſagen, daß
die Mißhandlung an meinem Bruder eine halbe Stunde, und zwar
von 1.30 Uhr bis 2 Uhr gedauert hat. Ueber den Leumund ſeines
Bruders befragt, erklärte der Zeuge, daß ſein Bruder ein Trinker
geweſen ſei, und daß er mit dem Angeklagten Lachmann
verfein=
det war. Warum, wiſſe er nicht.
Die Mutter des Getöteten, eine 69jährige Witwe,
bekundete unter Zuhilfenahme eines Dolmetſchers, daß ſie die
Rufe: „Hände hoch — Konrad raus!” vernommen habe. Sie habe
dann in dem Schein der hin und wieder aufleuchtenden
Taſchen=
lampe geſehen, wie ſie den einen Sohn aus dem Zimmer gezogen
und dem anderen einen Schlag über den Kopf gegeben hätten.
Um 19.15 Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen und auf
Samstag vormittag 9 Uhr vertagt, weil einer der Angeklagten
der Verhandlung nicht mehr zu folgen vermochte.
aus den Klauen des Schauſpielers befreite, der offenſichtlich im
Begriffe war, eine ziemlich draſtiſche Selbſtjuſtiz zu üben.
Dieſe beiden Fälle beweiſen zur Genüge, daß das alte
Vor=
urteil, der Geiſt vertrage ſich nicht mit körperlicher Kraft, heute
keine Geltung mehr hat. Der Intellektuelle hat ſich darauf
be=
ſonnen, daß er neben dem Gehirn noch andere Körperteile beſitzt,
die es zu pflegen gilt.
Man könnte an dieſe Tatſache allerlei Schlußfolgerungen
an=
knüpfen. Man könnte z. B. von dem Sieg der ſportlichen Idee
reden, vielleicht auch von den ſichtbaren Folgen der Popularität
der olympiſchen Spiele. Aber ich glaube, daß alles ſchöſſe weit am
Ziele vorbei. Es wird wohl ganz einfach ſo ſein: dieſe
Intellek=
tuellen haben erkannt, daß der Geiſt heutzutage nicht allzu viel zu
ſagen hat, und nun haben ſie ſich rechtzeitig auf den Körper
um=
geſtellt . .
Baedekers Paris und Umgebung — Chartres, Fontainebleau,
Senlis, Reims, Verdun. Mit 604 (LX und 490 und 54) Seiten,
19 Karten und 44 Plänen und Grundriſſen. 20. Aufl. 1931.
Leipzig, Karl Baedeker. RM. 10,80.
Baedekers Paris und Umgebung bildet ſeit Jahrzehnten den
denkbar zuverläſſigſten Führer für die Seineſtadt, und die
Her=
ausgeber haben es auch diesmal wieder verſtanden, das
altbe=
währte Buch in jeder Beziehung auf das Laufende zu bringen
und — dem Wandel der Anſchauungen folgend — modernſten
An=
ſprüchen gerecht zu werden. So finden wir etwa in der
Stadt=
beſchreibung neue, lebendig anſchauliche Charakteriſierungen, die
zu tieferem Verſtändnis für das Werden und Weſen des
Stadt=
bildes führen; in der Beſchreibung der überreichen, vielfältigen
Kunſtſammlungen des Louvre knappe Führungen, die dem Eiligen
das wirklich Weſentliche, nicht zu Verſäumende in kurzer Zeit zu
ſehen erleichtern; in den praktiſchen Angaben eine wohlgeordnete
Auswahl von Hotels für alle Anſprüche, auch die beſcheidenen; bei
den Reſtaurants nicht nur eine überſichtlich geordnete Liſte der
be=
liebteſten Gerichte mit deutſcher Ueberſetzung, ſondern auch viele
nützliche Winke über die Spezialitäten einzelner Häuſer. Ebenſo
wird die beſondere Eigenart der einzelnen Theater und der vielen
Vergnügungsſtätten charakteriſiert, wo die Fremden aller Länder
zuſammenſtrömen und ſich gegenſeitig, für echte Pariſer halten.
Beſonders viel Neues wird dem Autofahrer geboten: eine
Stra=
ßenkarte von Nordfrankreich, eine genaue Beſchreibung der
Stra=
ßen nach Paris und in der näheren und weiteren Umgebung, auf
perſönlicher Erfahrung beruhende Winke für das Autofahren in
Frankreich und ein Verzeichnis der wichtigſten auto=techniſchen
Ausdrücke in deutſcher und franzöſiſcher Sprache. — Zum erſten
Male in der ſachlichen, zuverläſſigen Baedeker=Art dargeſtellt ſind
die Schlachtfelder um Reims und Verdun, die noch heute in
ergrei=
fend eindringlicher Sprache von den furchtbaren Kämpfen des
Weltkrieges reden und zu Wallfahrtsſtätten geworden ſind, die
über die Gegenſätze der Nationen hinweg von Tauſenden beſucht
werden.
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Albrecht Schönig
Aenne Schönig
geb. Stier
Darmstadt, den 20. August 1932
Frankfurterstraße 69
Herrngartenstraße 23
Kirchliche Trauung am Samstag, den 20. August 1932,
nachmittags ½4 Uhr in der Pauluskirche
Dr. med. SALLP WAUHEIM
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BAD-NAUHEIM
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Trauung in Bad-Nauheim am 21. August 1932
Statt Karten.
Heute morgen 3 Uhr iſt meine liebe Frau,
unſere gute Mutter, unſere treue Schweſter
Idel Wagner
geb. Schroeder
unerwartet von uns gegangen, nachdem wir
ſie von ſchwerer Krankheit geneſen glaubten.
In aller Namen:
Dr. med. Albert Wagner.
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Darmſiadt, den 18. Auguſt 1932. 11638
Die Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof Höchſt findet
ſtatt Montag, den 22. Auguſt, vormittags 11 Uhr.
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vögel.
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Bekanntmachungen verzeichnet
tereſſenten können die Fundge
während der Büroſtunden auf”
Nr. 11 beſichtigen.
Ausgabe
von Mietgutſcheäu
Die Ausgabe der Mietgutſcel
Auguſt und September 1932 en
Städtiſchen Saalbau (Eing n
Riedeſel= und Saalbauſtraße) jerre
8—1 Uhr und zwar für die Oe
rechtigten, deren Name beginnt
Buchſtaben
4—E Montag, den 22. A—
F—H. Dienstag, den 23. A—
J—N. Mittwoch, den 24. An)
0—S. Donnerstag, 25. A—y
I—Z Freitag, den 26. A—y
Städtiſches Wohlfahtl
et. 1534) Jugendamt Darmſtall
MooindeeBerfteigel
Am Montag, den 22. Auguſt
Uhr beginnend, wird auf Am
geſetzlichen Vertreters der E-)
Hauſe Pfungſtädterſtr. 56 der
der verſtobenen Philipp Heißt a9
Eberſtadt, darunter:
1. Schlafzimmer, Birke, m
artig anpoliert, beſtehend aus—
ſtellen, 2 Nachtſchränkchen mit
ten, 1 Schrank. 2 Mtr. breit, 2
mit blauer Verſpannung, Inne
Schlipshalter und
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ſiertoilette mit Glasplatte und
facetteſpieg., 2 Stühlen m. Fla /
ſitz und Ripsbezug, ferner:
Einrichtungsgegenſtände alle
u. a.: 1 Schreibtiſch, 1 Nähma.
Sofa, Tiſche und Stühle, 1 e
Krone mit Schirm, verſch.
elet=
pen, 1 Höhenſonne, 1 Gasherd,
Schränke, div. Haus=, Küchen= u.
gerät, 1 Metall=Kinderbett. B
Weißzeug, Kleider, 1 Pelzmanzi!
ren= und Damenwäſche,
öffentli-
bietend gegen Barzahlung ver
Zwangloſe Beſichtigung der 4S
rungsgegenſtände am Sonntag,
Auguſt, von 9—12 Uhr und
Verſteigerung.
Heſſiſches Ortsgericht EberſtEi
Dr. Uecker, Bürgermeiſt
g, 20. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 231 — Seite 5
Aus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, den 20. Auguſi 1932.
wiedereröffnung der Winkerhilfsküchen.
Winterhilfsküchen 2, 3 und 5 beginnen am
ag, den 6. September, wieder mit der Eſſensabgabe,
werden ſie vorerſt nur an vier Tagen in der Woche:
„ Mittwochs, Donnerstags und Freitags, kochen.
Küchen 1 und 4 können aus techniſchen Gründen
voraus=
unt am 13. 9. 1932 mit der Eſſensabgabe beginnen. Genaue
un g folgt ſpäter.
in erbungen für den Eſſensbezug werden auf
rtrale der Winterhilfsküchen. Neckarſtraße 3,
er 24, an folgenden Tagen, vormittags von 8—12 Uhr
genittags von 14 bis 18 Uhr entgegen genommen:
Küche 2. Orangeriehaus am Montag, den
ur, für die Eſſensbewerber von A bis K, am Dienstag,
„Auguſt, für die Eſſensbewerber von L bis 3;
Küche 3, Alexanderſtraße 27. am Mittwoch,
Auguſt, für die Eſſensbewerber von A bis K, am
Don=
den 25. Auguſt, für die Eſſensbewerber von L bis 3
vie Küche 5. Liebfrauenſtraße 50, am Mon=
29. Auguſt. für die Eſſensbewerber von A bis K, am
den 30. Auguſt für die Eſſensbewerber von L bis Z;
Küche 4. Feldbergſtraße 32 am Donnerstag.
eotember, für die Eſſensbewerber von A bis K, am Frei=
1. September, für die Eſſensbewerber von L bis 3;
Küche 1: am Montag, den 5. September, für die
iuerber von A bis K am Dienstag, den 6. September, für
mebewerber von L bis Z.
Unmeldung ſind mitzubringen alle in Betracht
kommen=
kn eiſe, wie Arbeitsloſen=, Kriſenausweis Rentenbeſcheid,
ſugsſchein Wohlfahrts= oder ſonſtige
Unterſtützungsaus=
ſen ſo 30 Pfg. für den Mitgliedsbeitrag für September und
für die erſten Eſſen.
dreſer Stelle ſollen nochmals die Bedingungen, an die
aebe geknüpft iſt, in Erinnerung gebracht werden:
os Eſſen, das 10 Pfg. pro Liter koſtet, muß zwei
e im Voraus bezahlt werden, da ſonſt kein Eſſen
ab=
ſyerden kann. Die Zahlung wird auf der Eſſenskarte
ni die ſtets mitzuführen iſt.
er monatliche Mitgliedsbeitrag von 30 Pfg. für
Einzel=
mlzw für den Haushaltungsvorſtand bei Familien iſt
ſo=
dr Aufnahme, und in den kommenden Monaten jeweils
w1. d. M. zu entrichten.
us Eſſen iſt von Erwachſenen zu holen. An Kinder unter
ſin wird kein Eſſen verabreicht.
ezahltes, nicht abgeholtes Eſſen verfällt.
iie für die Eſſensausgabe angegebene Zeit iſt pünktlich
er. Nach Ablauf der Ausgabezeit wird kein Eſſen mehr
en die Bedingungen nicht eingehalten, ſo kann der ganze
der Winterhilfsküchen nicht durchgeführt werden.
Foll auch hier nochmals darauf hingewieſen werden, daß
Pterhilfsküchen kein ſtädtiſches Hilfswerk ſind, ſondern
bfreien Wohlfahrtspflege ins Leben gerufen wurden und
im illige Spenden der Darmſtädter Bevölkerung finanziert
Ulle diejenigen, die 1931/32 die Winterhilfsküchen
un=
uaben, werden herzlich gebeten, auch fernerhin zu helfen
die bisher noch abſeits ſtanden, wird erneut die Not,
Volkskreiſe betroffen hat, ins Gedächtnis gerufen, mit
ſenden Bitte, von nun an auch das Ihre zu tun, um dieſe
ndern.
Eenannt wurde am 10. Auguſt der
Gendarmeriehaupt=
ier auf Probe Konrad Melchior 2. zu Dieburg unter
zu in das Beamtenverhältnis zum
Gendarmeriehaupt=
piter, mit Wirkung vom 1. Auguſt 1932.
den Ruheſtand tritt laut Urkunde vom 12. Auguſt 1932
voberſekretär bei dem Heſſiſchen Staatsarchiv Friedrich
n 1. September 1932 auf Grund des 8 1 des Geſetzes
hAltersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 bzw.
Eiber 1923 in der Faſſung des Geſetzes über die Einſtel=
FAerſonalabbaues vom 8. Oktober 1925.
Rinmerſpielzeit Kleines Haus. Heute, 20 Uhr. „Die drei
der hinreißend luſtige Schwank von Toni Impekoven
Mathern. Man ſpürt mit jedem Wort, daß ein be=
Komiker dieſe Situationen, dieſen urkomiſchen Dialog
ih haben muß. Ein Dauerangriff auf unſere Lachmusku=
Aſane Aufführung der „Drei Zwillinge‟. Der Erfolg
enſtädter Erſtaufführung war entſprechend. 6
Vorſtel=
börmstagsabonnement. Spielleitung Peter Faſſot. Ende
Preiſe 4. Abonnenten, die lieber eine Operette als
Annementsvorſtellung ſehen wollen, können ihre Karten
alſe umtauſchen gegen Karten zu der Operette „Das
*lächelns” von Lehär, die am Sonntag, dem 21. Auguſt.
geht. Ein berühmter Gaſt ſingt die Partie des
Prin=
hong: John Gläſer von der Städtiſchen Oper Frank=
N. Als Prinzeſſin Mi gaſtiert Hertha Greef.
Stadt=
ainz, als Liſa Erna Schieferdecker Darmſtadt. Den
BGuſtl ſingt Heinrich Hub. Am Pult Kapellmeiſter Aug.
eimigte Bühnen Wuppertal. Spielleitung Karl Heyſer.
Uhr, Ende 22.30 Uhr. Preiſe B. Außer Abonnement.
idtiſche Akademie für Tonkunſt. Opernſchule. Aus der
Siſſe von Profeſſor Beines wurden nachfolgende Schüler
mmende Spielzeit verpflichtet: 1. Luiſe Müller (Alt)
ker Düſſeldorf, 2. Karl Walther (lyr. Tenor)
Landes=
armſtadt, 3 Ernſt Renzhammer (lyr. Tenor)
Stadt=
reslau, 4. Georg Monthy (Bariton) Reußiſches Thea=
5. Rudi Wünzer (Baß) Stadttheater Kaiſerslautern.
noch: Max Henſe (Bariton) Staatstheater Wiesbaden,
hrhart (lyr. Tenor) Landestheater Oldenburg.
fiſt ierte Jazz=Schau mit Tanz im Saalbaugarten. Heute
und morgen Sonntag, abends ab 8.30 Uhr, gelangt im
Arten (bei ungünſtiger Witterung im Saalbau) ein
eieſſantes wie abwechſelungsreiches Gaſtſpiel zur
Dar=
as bei allen Beſuchern großen Anklang finden dürfte.
Aagn, ein junger Darmſtädter Künſtler, ſtellt ſich erſt=
Oeffentlichkeit mit ſeiner illuſtrierten Jazz=Schau
ir alle” vor, die in bunter Abwechſelung mit
Jazz=
en. modernen Songs und Tänzen einen Abend
ange=
nterhaltung verſpricht. Das 22 Mitwirkende umfaſ=
Anhle (14 Herren und 8 Damen) bringt im flotten
ein äußerſt kurzweiliges Programm von 25 Bil=
Darbietung. Ab 11 Uhr Tanz im Gartenſaal. Die
ſteiſe ſind auf 60 und 80 Pf. (reſervierter Platz)
feſt=
dkohörer und Studenten haben, Preisvergünſtigung.
Beige.)
um bei der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie.
in der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie hat
be=
on der 41. Ziehung ab, d. h. im April 1933, eine
Re=
isherigen Spielſyſtems bei der Preußiſch=Süddeutſchen
ejäe in der Weiſe durchzuführen, daß die Loszahl, die
000 beträgt, auf 500 000 herabgeſetzt wird. Die Preuß. enlotterie ſpielt bekanntlich, um überhaupt die
Auichführen zu können, in zwei Abteilungen. Ab April
die Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie keine Doppel=
und nur in einer Abteilung ſpielen. Während der
unverändert bleiben ſoll, wird der Gewinnplan
ent=
er Verminderung der Loszahl geändert.
MIUkLIen
Pous deverciniein von diein und Teft.
Wie die Eier für das Einwinkern beſchaffen ſein müſſen. — Wie überwinkert man am beſten Obſt?
Richkiges Aufbewahren von Karkoffeln und Gemüſe.
Der Auguſt und September ſind die richtigen Monate des
Einwinterns. Die Eier ſind noch billig, und Obſt und Gemüſe
iſt in Mengen vorhanden. Zum Einwintern ſind nur
unzer=
brochene Eier tauglich. Man klopfe darum jedes Ei leicht mit
der Spitze auf den Tiſch. Wenn der Ton klirrend iſt, befindet ſich
in der Schale irgendein Sprung. Das Ei iſt untauglich. Es
ſollen nur Eier eingewintert werden, die einen reinen Ton
geben. Selbſtverſtändlich müſſen ſie vorher durchleuchtet
wer=
den, damit feſtgeſtellt werden kann, ob ſie friſch ſind. Dann legt
man ſie am beſten vorher erſt in warmes Waſſer, um allen
Schmutz von den Schalen zu ſäubern, denn nur ſaubere Eier
hal=
ten ſich friſch und gut. Die Konſervierungsmittel wie Kalk und
Waſſerglas ſind jeder Hausfrau bekannt. Sie muß nur wiſſen,
wie die Eier für das Konſervieren zubereitet werden, und darum
muß ſie die oben erwähnten Regeln beachten. Von größter
Wich=
tigkeit iſt auch die Einwinterung von Obſt und Gemüſe, da dieſe
beiden Nahrungsmittel gerade im Winter wegen ihres
Vitamin=
reichtums einen hohen Wert haben. Der Winter iſt für die
Hausfrau eine ſchwierige Jahreszeit. Der Mangel an
lebens=
notwendigen friſchen Nahrungsmitteln kann durch das richtige
Einwintern von Obſt. Gemüſe uſw. behoben werden. Es
han=
delt ſich dabei hauptſächlich um friſches Obſt, da das getrocknete
Obſt, wie Birnen, Pflaumen und Aepfel, gegen Einflüſſe der
Zeit ziemlich unempfindlich iſt. „Bei friſchen Birnen und Aepfeln
kommt es darauf an, den Wohlgeſchmack zu bewahren und das
Obſt vor Welken und Fäulnis zu hüten.
Zu dieſem Zweck muß man das Obſt vor der Einwinterung
gut auswählen und alle fauligen Früchte vorher beſeitigen, da
ſie durch Fäulnispilze auch das geſunde Obſt anſtecken. Der
Raum, in dem das Obſt aufbewahrt wird, muß gut trocken ſein
Um das Obſt vor Druck zu bewahren, tut man gut daran, es auf
Stroh zu legen. Wenn mehrere Schichten übereinander gelegt
werden müſſen, dann müſſen alle Schichten durch Strohauflage
voneinander getrennt werden, da dadurch einerſeits die Gefahren
des Druckes verhütet werden, durch den Fäulnis entſteht,
ande=
rerſeits die ſchädliche Feuchtigkeit aufgeſaugt wird. Auch
Torf=
ſtreu kann an Stelle des Strohes verwendet werden — Größte
Sorgfalt fordert auch die Aufbewahrung von Kartoffeln, die im
Winter eine tägliche und unentbehrliche Nahrung bilden. Die
Kartoffel hat den Vorzug, gegen Einflüſſe der Witterung
ziem=
lich unempfindlich zu ſein, wenn ſie richtig behandelt wird. Schon
frühzeitig müſſen die Kartoffeln dem Einfluß großer Wärme
ent=
zogen werden, da ſie deſto ſchneller erfrieren, je wärmer ſie
ge=
lagert werden. Am beſten erfolgt die Lagerung bei einer
Tem=
veratur von 1 Grad Wärme. Wenn die Kartoffeln wärmer
ge=
lagert ſind, dann ſetzen ſie Keime an, wodurch die Kartoffel in
ihrem Ernährungswert beeinträchtigt wird, und wenn ſie kälter
gelagert wird, erfriert ſie. Dadurch erhält ſie einen ſüßlichen
Geſchmack, der ihre Verwendung unangebracht erſcheinen läßt.
Es muß darauf geachtet werden, daß die Temperatur der Räume,
in denen die Kartoffeln gelagert werden ziemlich gleichmäßig
bleibt, denn nichts ſchadet der Kartoffel ſo ſehr wie der
ſtän=
dige ſchroffe Wechſel von kalt und warm. Bei richtiger
Lage=
rung in Räumen bei einer Temperatur von ungefähr 1 Grad
Wärme werden alle Schädigungen der Kartoffeln vermieden
werden. Auf dieſe Weiſe können ſie den ganzen Winter
hin=
durch für die Ernährung der Familie nutzbar gemacht werden.
Zugleich iſt es bemerkenswert, daß nach wiſſenſchaftlichen
Feſt=
ſtellungen derartig gelagerte Kartoffeln auch alle ihre Vitamine
behalten, eine Eigenſchaft, die beſonders zur Winterszeit von
größter Bedeutung iſt. wo die friſchen Nahrungsmittel völlig
fehlen.
Endlich ſei darauf hingewieſen, daß auch Gemüſe durch
rich=
tige Lagerung vorzüglich überwintert. Alle Rübenarten
ver=
halten ſich der Kälte gegenüber genau wie Kartoffeln und müſſen
vor allen Dingen davor behütet werden, daß ſie zu viel
Feuch=
tigkeit verlieren. Dieſen Verluſt erleiden ſie durch großen Druck
und zu große Wärme. Die Gemüſe werden darum am beſten
in dem Keller untergebracht, in dem die Kartoffeln lagern, da
hier bei einer Temperatur von 1—2 Grad alle Bedingungen
ge=
geben ſind, um das Gemüſe friſch zu erhalten. Hat man alle
dieſe Vorſichtsmaßnahmen getroffen, dann kann man gewiß ſein,
daß den Nahrungsmitteln nichts geſchieht, denn es handelt ſich
hierbei um Dinge, die durch wiſſenſchaftliche Forſchungen
aufge=
klärt werden können und aufgeklärt worden ſind.
Der 13. Reichs=Fronkſoldakenkag des Skahlhelm
findet in Berlin am 3. und 4. Sept.
ſtatt.
Man erwartet über 150 000
Stahl=
helmer. Freunde und Angehörige
des Stahlhelm werden gebeten,
et=
waige Spenden für die hieſige
Orts=
gruppe des Stahlhelm anläßlich des
Beſuches des Reichs=
Frontſoldaten=
tages an von Geldern=Criſpendorf,
Martinſtraße 97, Poſtſcheck Frankfurt
am Main 650, zu richten. Tel. 3467
Darmſtadt.
Unsere Spezial-Abteilung
Bade-Artikel
ist neu sortiert in
reinwollenen Bade-Anzügen
für Damen und Herren,
Bade-Mützen, Helmen usw.
Reinwollene Bade-Anzüge 095
mit tiefem Rückenausschnitt . . . Stück 3.95,
Goethe=Gedenkfahrt des AdAC. nach Frankfurk M.
vom 26. bis 28. Auguſt 1932.
Auch die deutſchen Kraftfahrer wollen dem größten deutſchen
Dichter ihre Huldigung darbringen. Aus dieſem Anlaß
veran=
ſtaltet der Allgemeine Deutſche Automobil=Club unter
Mitwir=
kung des Gaues 3a eine Goethe=Gedenkfahrt nach Frankfurt am
Main, offen für alle Kraftfahrer Deutſchlands und des
Auslan=
des. Sie wird als eine Zielfahrt ohne Wertung durchgeführt, die
Ankunft der Teilnehmer iſt für den 26. und 27. Auguſt zwiſchen
12 bis 19 Uhr vorgeſehen. Die Einſchreibekontrolle befindet ſich
auf dem Opernplatz. Dort erhalten alle Teilnehmer die
Goethe=
plakette des A. D. A. C.
Es iſt ihnen Gelegenheit gegeben, an den verſchiedenen
Ver=
anſtaltungen der Stadt Frankfurt a. M. zum Gedächtnis Goethes
teilzunehmen, außerdem aber ſieht das Programm eine Reihe von
Führungen, Rundfahrten und Beſichtigungen für die Teilnehmer
der A. D. A. C.=Goethe=Gedenkfahrt vor.
die Verloſung der Marzipankugeln
zugunſten der heſſiſchen Winterhilfe, die gegenwärtig in den
heſ=
ſiſchen Städten durchgeführt wird, geſchieht ohne die
Betei=
ligung der evangeliſchen Inneren Miſſion oder
anderer evangeliſcher kirchlicher Kreiſe. Es
ſcheint, wie uns der Evangeliſche Preßverband für Heſſen
mit=
zuteilen bittet, notwendig, dies der Oeffentlichkeit nicht
vorzuent=
halten. Wie wir hören, iſt noch keine endgültige Entſcheidung
darüber getroffen, in welcher Weiſe die eingehenden Gelder
ver=
wandt werden ſollen, ob ſie zur Winterhilfe der beteiligten
nicht=
evangeliſchen Verbände verwandt werden, oder zur allgemeinen
Winterhilfe. Die evangeliſche Oeffentlichkeit kann damit rechnen.
daß die evangeliſchen Gemeinden und Verbände die
Hilfsmaß=
nahmen, die ſie im letzten Winter ergriffen haben, auch im kom=
EPH.
menden Winter durchführen werden.
Handwerker= und Gewerbekag in Ingelheim.
Der Gewerbeverein Ingelheim will mit dieſer Tagung, die
am 3. und 4. September ſtattfindet, ganz bewußt den Verſuch
machen, die lokale Geſchäftslage zu beleben. Denn, ſo ſagt die
Lei=
tung des Vereins, wir wollen nicht warten auf das, was von
oben kommt, ſondern wir wollen von uns aus etwas tun, was
geeignet iſt, die Geſchäfte zu beleben. Dieſem Zwecke dient das
Winzerfeſt mit Feſtzug uſw., das am Sonntag, 4. September, in
Ingelheim ſtattfindet.
* Sieuer= und Wirkſchaftskalender
für die Zeit vom 16. bis 31. Auguſt 1932.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
15. Auguſt: Die in dieſem Termin fälligen Steuern und
Ab=
gaben:
1. Hundeſteuer
2. Vermögensſteuer außer für
Land=
wirte,
3. Kirchen= und Kultusſteuer,
4. Aufbringungsumlage
ſind bereits in dem am 5. Auguſt 1932 für die erſte
Auguſthälfte veröffentlichten Steuerkalender
ent=
halten.
Bezüglich der Hundeſteuer ſei auch darauf
hin=
gewieſen, daß nach einer Bekanntmachung der
Stadt=
kaſſe im Darmſt. Tagblatt von geſtern das 2. Ziel
bei Meidung der Beitreibung und Koſtenberechnung
bis zum 3. September 1932 an die Stadtkaſſe,
Gra=
fenſtraße 28, zu entrichten iſt.
20. Auguſt: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit
vom 1. bis 15. Auguſt erfolgten Lohnzahlungen im
Markenverfahren und im Ueberweiſungsverfahren:
im letzteren jedoch nur dann, wenn die in der erſten
Hälfte des Kalendermonats einbehaltenen
Lohn=
ſteuerbeträge für ſämtliche in einem Betrieb
beſchäf=
tigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
über=
ſtiegen haben. (Keine Schonfriſt.)
20. Auguſt: Abführung der im Steuerabzugsverfahren
einbehal=
tenen Ledigenſteuer
25. Auguſt: Dritte Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut
gel=
bem „Steuerbeſcheid über
Vorauszah=
lungen auf die ſtaatliche Grundſteuer,
Sondergebäudeſteuer und
Gewerbe=
ſteuer für das Rechnungsjahr 1932‟.
(Schonfriſt bis 5. September 1932).
H. W. Wohmann.
Die Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10 bis 12.30 Uhr und von 3 bis 7 Uhr
ge=
öffnet.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. Wir möchten nochmals
auf den gemütlichen bunten Abend am 20. d. M., abends 8 Uhr,
der Turnerinnenabteilung und Turnmannſchaft hinweiſen. Die
Veranſtaltung findet im Kneipſaal ſtatt. Alle Abteilungen ſind
herzlichſt eingeladen.
— 300 000 Mark nach Berlin und dem Rheinlande gefallen.
In der Preußiſch=Süddeutſchen Staatslotterie iſt auf das Los
Nr. 244 975 ein Gewinn von 300 000 Mark gefallen, das in der
erſten Abteilung in Achtelteilung in Berlin und in der zweiten
Abteilung ebenfalls in Achtelteilung im Rheinlande geſpielt
wurde.
Sonnkagskarken nach Neuſtadi.
m Vom 27. Auguſt bis 29. Auguſt findet in Neuſtadt (Haardt)
der 38. Deutſche Weinbaukongreß ſtatt, der mit einer
Weinfach=
ausſtellung verbunden iſt.
Aus dieſem Anlaß werden von allen Bahnhöfen im Umkreis
(Tarifentfernung) von 300 Klm. um Neuſtadt (Haardt)
Sonn=
tagsrückfahrkarten nach Neuſtadt (Haardt) Hbf ausgegeben. Die
Karten gelten vom 27. Auguſt (Samstag) 0 Uhr bis Dienstag,
den 30. Auguſt, 9 Uhr. Die Rückfahrt muß ſpäteſtens am 30. Auguſt,
um 9 Uhr, angetreten ſein und darf nicht mehr unterbrochen
werden.
Wo keine feſten Sonntagsrückfahrkarten nach Neuſtadt Hbf.
aufliegen, werden Blanko=Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben.
Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Boxkampf Schmeling—Sharkey im Film.
Reſi=Theater bringt in ſeinem neuen Programm reiche
Ab=
wechſelung und vor allem in dem authentiſchen Tonfilm des
letz=
ten Boxweltmeiſterſchaftskampfes, der hier in Uraufführung läuft,
eine beſondere Senſation. Mit gleicher Spannung, wie am Tage des
Kampfes ſelbſt die Nachrichten von jenſeits des großen Teiches
erwartet wurden, ſieht man nun die einzelnen Phaſen dieſes
Entſcheidungskampfes um den Weltmeiſterſchaftstitel auf der
Leinwand. Nach intereſſanten Trainnigsbildern der beiden
Boxer iſt jede einzelne der 15 Runden verfilmt. Man hört die
ungeheure Begeiſterung der vieltauſendköpfigen Menge, atemlos
ſieht man der bekannten Entſcheidung entgegen — und doch, das
Bild trügt nicht: Wohl die meiſten Zuſchauer ſind der Anſicht,
daß der ſeitherige Boxweltmeiſter ganz erheblich beſſere Chancen
zum Siege hatte als ſein Gegner. Um ſo mehr ſetzt die
Entſchei=
dung der Schiedsrichter in Erſtaunen. Schmeling, meiſt im
An=
griff, verfügt über eine augezeichnete Arm= und Beintechnik und
landet ſeinem Herausforderer die ſchwerſten Schläge.
Anderer=
ſeits muß anerkannt werden, daß auch Sharkey ein gewandter
Boxer iſt und ein nicht zu unterſchätzender Gegner war.
Immer=
hin wird man den fatalen Eindruck nicht los, daß bei der
Beur=
teilung beider Leiſtungen eine ſtarke Portion amerikaniſcher
„Lokalpatriotismus” mitgeſpielt hat. Intereſſant und techniſch
ausgezeichnet ſind die einzelnen Kampfaufnahmen der 15
Run=
den, die ohne Kommentar auf den Beſchauer einwirken, ein Film,
der für Sportler und Laien gleich intereſſant iſt.
Aus dem Programm iſt vorher der wertvolle Kulturfilm
„Aus dem Leben der Pelikane” hervorzuheben, der mit viel Mühe
dieſen Tieren ihre geheimſten Familiengewohnheiten abgelauſcht
hat. Es folgt eine reichhaltige Wochenſchau, nach der man u. E.
den Schmeling=Film einlegen ſollte, da von den Beſuchern des
Programms gerade dieſer Film mit fieberhafter Spannung
er=
wartet wird, und der hübſche Luſtſpielfilm mit Siegfried Arno
in der Titelrolle eine angenehme Erholung am Schluſſe geben
würde.
— Das Union=Theater zeigt heute und folgende Tage das
abenteuerliche Filmwerk aus der Unterwelt China=Towns, dem
Chineſenviertel von San Franzisko. „Der Rächer des Tong” mit
Loretta Young und Edward G. Robinſon.
— In den Helia=Lichtſpielen ſieht man heute und folgende
Tage die ſchönſte Tonfilm=Operette der letzten Zeit „Ein bißchen
Liebe für dich”
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute Johannes
Rie=
mann und Charlotte Ander in dem ganz neuen Tonfilm=Schwank
„Das Millionen=Teſtament”, eine originelle, verblüffende Jagd
nach Liebe, Glück und Geld mit kriminaliſtiſch=ſenſationellem
Einſchlag.
* Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Die Kleine Strafkammer verhandelte den
gan=
zen Freitag gegen den Leiter des Heſſiſchen
Reichs=
hanners, Herrn Lehrer Roſar, wegen gefährlicher
Körperverletzung in Tateinheit mit Vergehens
gegen die Verordnung zur Verhütung
politi=
ſcher Ausſchreitungen. Am 13. November 1930
veran=
ſtaltete das Reichsbanner eine Verſammlung in der
Woogsturn=
halle, in der Major Anker als Referent ſprach. Herr Roſar übte
in dieſer Verſammlung das Hausrecht aus und hatte damit für
Ruhe und Ordnung zu ſorgen. Die Nationalſozialiſten waren an
dieſem Abend beſonders zahlreich vertreten und hatten, wie der
Angeklagte und ſeine Parteifreunde erklären, ganz offenkundig
die Abſicht die Verſammlung zu ſprengen oder zum mindeſten zu
ſtören. Als einmal in der vorderſten Reihe Unruhe entſtand,
kam R., Ruhe heiſchend, nach vorne. Dabei ſoll er den
National=
ſozialiſten Dernehl an der Krawatte gefaßt haben. Der gab ihm
einen Stoß, daß R. zurücktaumelte, und R. ſoll nun, ſo behauptet
es der Verletzte und zwei bis drei ſeiner Parteigenoſſen, dem D.
mit einem Gummiknüppel eine übergezogen haben. Im nächſten
Augenblick war die Polizei zur Stelle, die D. und einige andere
Nationalſozialiſten aus dem Saale ſchaffte. Der Einzelrichter
des Heſſiſchen Amtsgerichts verurteilte R. im April dieſes
Jah=
res zu der Mindeſtſtrafe von drei Monaten Gefängnis. Gegen
dieſes Urteil wurde beiderſeits Berufung verfolgt. Zu der
geſtri=
gen Verhandlung war als neuer Zeuge Major Anker geladen,
der bekundete, er habe den ganzen Vorgang genaueſtens von der
Bühne aus verfolgt, es ſei ausgeſchloſſen, daß R. etwas in der
Hand gehabt und geſchlagen habe. Der Angeklagte R. beſtreitet
ſeine Schuld, wie auch in der erſten Inſtanz. Der Zeuge
Der=
nehl bleibt auch heute dabei, daß er mit aller Beſtimmtheit
ge=
ſehen habe, daß R ihn ſchlug. Er gibt allerdings zu, daß ſie
beide in einem Knäuel von Menſchen geſtanden hätten.
Staats=
anwalt Dr. Meuſezahl iſt der Anſicht, daß unter allen
Um=
ſtänden eine Entſcheidung gefällt werden müſſe. Es gehe nicht
an, daß man wegen widerſprechender Zeugenausſagen die Sache
zugunſten des Angeklagten ungeklärt laſſe. Der Zeuge D. mache
einen derart guten Eindruck, und es könne ja doch immerhin ſein,
daß die anderen Zeugen vielleicht doch mal einen Augenblick wo
anders hingeblickt und ſo den entſcheidenden Schlag außer acht
gelaſſen hätten. Das Gericht unter Vorſitz von Landgerichtsrat
Dr. Volk iſt jedoch der Anſicht, daß die Unterlagen zu einer
Verurteilung nicht genügten. An dem guten Glauben des
Zeu=
gen D. könne wohl kein Zweifel beſtehen, aber es ſeien doch
immerhin eine ſo große Anzahl Zeugen vorhanden, die
überein=
ſtimmend mit Beſtimmtheit verſichern, Roſar könne unmöglich
ge=
ſchlagen haben, daß dieſer mangels Beweiſes
freizu=
ſprechen ſei.
Das Bezirksſchöffengericht verhandelte am
Vor=
mittag gegen den Darmſtädter Kreisleiter der
Na=
tionalſozialiſtiſchen Partei, Heß, einmal wegen
Beamtenbeleidigung und einmal wegen Bedrohung
mit Gewalttätigkeiten. Der Staatsanwalt verlangt in
beiden Fällen Beſtrafung, insgeſamt fünf Monate und drei
Wochen Gefängnis. Das Gericht kommt jedoch beide Male zu
einem Freiſpruch. Die Ausführungen des Angeklagten ſeien viel
zu allgemein gehalten; im erſten Falle ſei ihm überdies keinerlei
Beleidigungsabſicht nachzuweiſen.
* Eine D.K.W.=Karawane, war geſtern nachmittag auf dem
Marktplatz zu ſehen und erregte berechtigtes Aufſehen. Die
ſchmuk=
ken Kleinwagen in äußerlich vornehmem Anſtrich und eleganter
Linienführung der Karoſſerien fanden lebhaftes Intereſſe, zumal
auch Gelegenheit geboten war, ſich von den ausgezeichneten
Mo=
toren der Wagen zu überzeugen. Die Limouſinen zeichnen ſich,
trotzdem es ſich hier um einen idealen Kleinwagen handelt, im
Innern durch Bequemlichkeit und Geräumigkeit aus, wobei bei
Fahrt eine beſonders gute Federung feſtzuſtellen war. Auch die
offenen Tourenwagen in ihrer ſchnittigen Form fanden ſtarke
Be=
achtung. Die Wagen bieten bequem Platz für drei Perſonen; ihre
Leiſtungsfähigkeit iſt eine erwieſen hohe, und gerade für
ſommer=
liche Ausflüge ſind dieſe Sportwagen ſehr geeignet. Fachleute und
Laien äußerten ſich über die gezeigten Typen gleichermaßen ſehr
anerkennend.
Lokale Veranſtalkungen.
* Alte Grenzſteine.
— Im Herrngarten=Café heute abend. Wiener
Abend. Leitung Kapellmeiſter Geiß. Samstags ſtets durchgehend
geöffnet.
Hotel und Reſtaurant zur Poſt am
Hauptbahn=
hof. Heute Samstag und morgen Sonntag Geſellſchaftsabend
mit Tanz. (Siehe Anzeige.)
— Schuls Felſenkeller. Heute abend wird. Herr
Kapellmeiſter W. Schlupp mit ſeinem Orcheſter, ein großes
Mili=
tär=Konzert leiten. Für morgen Sonntag iſt ein Streichkonzert
vorgeſehen und kommen alte und neue Operetten zu Gehör.
(Siehe Anzeige.)
— Bockshaut. Heute Samstag und morgen Sonntag
zwei große Garten=Konzerte der ungariſchen Elite=
Künſt=
ler=Kapelle Joni Hodoſy. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 20. Auguſt 1932.
Union=Theater: Der Rächer des Tong” — Helia=Lichtſpiele:
„Ein bißchen Liebe für dich.” — Palaſt=Lichtſpiele: „Das
Mil=
lionen=Teſtament” — Landestheater, Kleines Haus: „Die drei
Zwillinge‟. — Reſidenz=Theater: Schmeling—Sharkey und „Der
Storch ſtreikt” — Sportplatz am Müllersteich:
Sommernacht=
feſt der Freien Turngemeinde Darmſtadt. — Saalbau=Garten,
20.30 Uhr: Jazz=Schau, anſchl. Tanz. — Konzerte: Hotelreſt z.
Poſt, Herrngartenkaffee. Neues Schießhaus, Reſt. Rau,
Heidel=
berger Straße 40.
„Darmſtädter Aquarium” des Vereins für Aquarien= und
Ter=
rarienkunde „Hottonia”, e. V., Darmſtadt, hinter dem
Botg=
niſchen Garten, gegenüber dem Judenteich täglich geöffnet in
der Zeit von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends.
„Es ſtehk ein Skein am Wege, ein alker grauer Skein ... — Was bedeuken
Mark= und Grenz=Skeine?
dadurch die Erinnerung an ſie, lebt noch auf manchem
im ſüdlichen Odenwald.
Zeugen vergangener Geſchlechter.
Wanderſt du, Freund, zur Neunkircher Höhe ſo
Freund, du wanderſt auf den uralten Höhenſtraßen des Oden= die drei Sterne der Erbacher Grafen an; wanderſt du
waldes, du ſtreifſt auf ſchmalen, verwachſenen Wegen durch die Lindenfels, blinken dir im dunklen „Buch” die pfälz
Schilflandſchaft des Rieds, du ſtehſt, ins Weite ſchauend, auf einem ten. Merke wohl auf, du wirſt beide noch viel im Ode
jener rieſigen Rheindämme, die das Hinterland vor Hochwaſſer den. Einzigartig aber iſt der Adlerſtein, am Waldra
ſchützen, du ſtapfſt mühſam über die Aecker, die auf ſanft gewellten / Höhe ſüdlich von Waldmichelbach. Der Reichsadler mit
Hügeln ſich breiten — immer findeſt du unſcheinbare Zeugen der ſchrift TEMP WICARIAT., und die Jahreszahl 1792
Vergangenheit, ſteinerne Mäler aus längſt verfloſſenen Zeiten, an, daß der Stein geſetzt wurde, als der pfälziſche Ku
Freund, achteſt du auf die alten Grenzſteine, die in den dem Tode des Kaiſers Leopold II. Reichsvikar war
Wandlungen der Jahrhunderte treu ihren Platz behauptet haben? U P (Chur=Pfalz) iſt ſpäter G B (Großherzogtum Bad
Grau und verwittert ſtehen ſie da, unſcheinbar oft, zerkratzt vom den, zu dem Mainzer Rad auf der Oſtſeite kam GH
Pflug, manchmal umgeſtürzt und zertrümmert. Dort iſt einer mit zogtum Heſſen). Der Roſt des hl. Laurentius auf der
abgeſchlagenen Ecken. Denkſt du an die „weiſe Frau”, — o, es mit den Buchſtaben W C (Waldmichelbacher Cent) b.
iſt ſchon gar lange her —, die heimlich von drei Grenzſteinen drei ändert. Heute noch iſt er das Ortswappen. Waldn
Ecken abſchlägt, ſie in ein Läppchen einnäht und dies einem Kind. Kennſt du die mannigfachen Ortswappen und Ortszeiche
gegen Krämpfe anhängt? Bemerkſt du jenen blau gefärbten Grenzſteinen, heute bedeutungslos, einſt aber ein Zeick)t
Grenzſtein, an dem die Heidelbeeren pflückenden Kinder bei der digen Eigenwillens? Gewinnſt du nicht Ehrfurcht
Heimkehr eine dicke Beere als Opfer zerdrücken? Und kennſt du altersgrauen Steinen?
Da ſitzeſt du im Archiv über vergilbten Akten, ſieht
noch jene grauſame Strafe für den Grenzſteinverſetzer, von der
es allerorten dunkel in der Sage raunt? Tief im Gemüt des Vol= Grenzbegehungsprotokoll von 1742 in ſpitzer, verſchnörk
kes verhaftet ſind dieſe alten Steine. Freilich, heute werden dieſe die Grenzſteine aufgezählt; ihre Reihe beginnt mit
Beziehungen lockerer; alter Glaube ſchwindet; kühle Berechnung Stein” am Rhein vom Jahre 1588. Wahrlich, alt war
iſt alles; was ſind uns alte Grenzſteine? Aber ſiehſt du, Freund, dieſer Stein — aber gehe heute an die Stelle, du findet
nicht an ihnen deine eigene Vergangenheit, ſpürſt du nicht, du tief im Boden, niedrig, unſcheinbar hat er die
Jahrhur=
dauert. Willſt du einen noch älteren ſehen? Einen
Enkel, deine Ahnen?
Wie lange ſchon iſt der Bodenbeſitz geiſtlicher Herrſchaften ge= Muſeum zu Wiesbaden, alte, kaum lesbare Buchſtaben
ſchwunden, dennoch aber findeſt du im Odenwald und im Ried Verwitterung geſchützt. Im allgemeinen aber gehören ih imt S
an vielen Stellen das Rad der Mainzer Kurfürſten, bald einfach, nicht ins Muſeum. Moos und Gras, Ackerſchollen und
ſteif und altertümlich, wie aus Urzeiten herrührend bald ſchön paſſen zu ihnen, dazu Sonne und Wind, die ganze Naunlh riche
und zierlich im geſchweiften Schilde der Barockzeit. Und ſo bei erſt berichten ſie aus alten Tagen, dann erſt werden, jelhe Liebe
Lorſch den Schlüſſel des Wormſer Erzbistums. Und ſo an vielen lebendig und wertvoll,
Orten den Krummſtab der Abtei Eberbach oder der Abtei
Amorbach.
Die Burg der Hirſchhorner ſieht keinen mehr ihres Geſchlechts, ſie, mit einigem guten Willen iſt dies leicht möglich. Gſiü da u.
faſt wie eine Sage ruht ſein Name in uns; ihr Wappen aber, und Freund, denn ſie ſind ein Stück deiner Vergangenheit. H9s
1360, der die Rüſſelsheimer Grenze anzeigte? Er i5
Bewahre ſie, Freund, wenn auch Flurberein W eurol
moderne Ackermaſchinen ihnen gefährlich werden wolle ſegerlrnd
Aus Heſſen.
Die Frühobſternke an der Bergſtraße
i. Die Obſternte iſt bis jetzt weit beſſer ausgefallen, als man
in Intereſſentenkreiſen erwartet hatte. Die Johannisbeeren
brach=
ten als erſte der Früchte eine Zweidrittelernte. Der Abſatz ging
glatt vonſtatten. Die Preiſe waren der Kaufkraft entſprechend.
Die Konſervenfabriken waren auch diesmal wieder treue
Abneh=
mer, wenn man in Betracht zieht, daß in mancher Saftpreſſerei
noch alte Beſtände am Lager ſind. Die Obſtgroßmarkthalle
Weinheim hatte in der Haupterntezeit täglich mit etwa 300
Zentnern angelieferten Johannisbeeren zu rechnen, die
waggon=
weiſe nach norddeutſchen Großſtädten — zum Teil bis nach
Königs=
berg — in hierzu erſtmalig in dieſem Jahre eingeführten
Kühl=
wagen verſchickt wurden. In der letzten Woche wurden
Pflau=
men und Zwetſchen in großen Maſſen angeliefert, die einen ſehr
begehrten Abſatz finden. Mehrere hundert Zentner davon
wer=
den täglich von dem Weinheimer Obſtgroßmarkt nach dem
Ruhr=
gebiet, Rheinland, Hannover, Frankfurt und anderen Großſtädten
und Obſtgroßmärkten verſchickt. Die Preiſe haben infolge der regen
Nachfrage etwas angezogen. Jetzt ſetzt auch die Ernte der Bühler
Zwetſchen ein, die eine ſehr ausgiebige zu werden verſpricht. Im
übrigen kommen immer noch größere Pfirſichmengen,
Mi=
rabellen und die erſten Birnen auf den Markt. Für letztere beſteht
nur eine geringe Ernteausſicht; Aepfel dagegen, ſowie auch Nüſſe
ſollen an der Bergſtraße eine gute Ernte haben.
— Arheilgen, 19. Aug. Die hieſigen evangeliſchen kirchlichen
Vereine begehen am Sonntag, den 21. d. M., ihren evangel.
Volks=
tag. Vormittags 10 Uhr iſt Feſtgottesdienſt, in welchem Herr
„Dekan Bernbeck=Darmſtadt predigen wird. Nachmittags 15 Uhr
Nachfeier im Pfarrwald der Täubcheshöhle. Hier hält Herr
Pfarrer Marx von Darmſtadt die Anſprache. Außerdem finden
Konzertdarbietungen des Poſaunenchores ſowie Geſangsvorträge
des Kirchengeſangvereins und Kinderſpiele ſtatt. Für Erquickung
im Walde iſt Sorge getragen.
J. Griesheim. 19. Aug. Waſſerrohrbruch. Am
Keller=
eingang des Gaſthauſes „Zum Rebſtock” in der Pfungſtädterſtraße
entſtand ein Waſſerrohrbruch, wodurch die geſamten Kellerräume
des Hauſes unter Waſſer geſetzt wurden. Mit zwei Feuerſpritzen
wurden in der Zeit von 6 Uhr früh bis 12 Uhr mittags die
Waſ=
ſermengen wieder herausgepumpt. Da in den Kellerräumen große
Vorräte an Wein, Bier, Spirituoſen, Lebensmitteln uſw. für den
Wirtſchaftsbetrieb lagerten, iſt dem Beſitzer ein nicht
unbeträcht=
licher Schaden entſtanden. — Arbeiter=Samariter=
Ko=
lonne. Der im vorigen Herbſt begonnene Kurſus der Arbeiter=
Samariter=Kolonne in der Ausübung „Erſte Hilfeleiſtung bei
Un=
glücksfällen” hat nun mit der Prüfung der Teilnehmer ſeinen
Ab=
ſchluß gefunden. Der Kolonnenarzt, Herr Dr. Lehmann, hat die
Teilnehmer theoretiſch geprüft, und dieſer Prüfung etwas ſpäter
eine Alarmübung zur praktiſchen Prüfung folgen laſſen.
— Griesheim, 19. Aug. Promenadenkonzert. Das
be=
kannte Bläſerkorps des Philharmoniſchen Orcheſters veranſtaltet
am Sonntag, den 21. Auguſt, im Hofe der alten Schule von 11—12
Uhr ein Platzkonzert. Das Konzert ſteht unter der Leitung des
Vereinsdirigenten Hch. Feldmann.
P Eberſtadt, 18. Auguſt. Konfirmandenunterricht.
Nach den nunmehr beendigten Schulferien hat für die diesjährigen
Konfirmanden der Konfirmandenunterricht begonnen. Seit
Jahr=
zehnten dürfte es das erſtemal wieder ſein, daß ſämtliche
Konfir=
manden nur eine Schulklaſſe, alſo auch nur eine Konfirmanden=
Abteilung, bilden. Der übliche Eröffnungsgottesdienſt wird mit
dem am 28. Auguſt anläßlich des Landesjugendſonntags
ſtattfin=
denden Hauptgottesdienſt verbunden werden. —
Kirchen=
ſteuerſprechſtunde. Wiederholt wird darauf hingewieſen,
daß in Kirchenſteuerſachen wöchentlich nur eine Sprechſtunde, und
zwar Dienstags nachmittags, von 5.30 bis 7.00 Uhr, ſtattfindet.
Bei Reklamationen ſind neben dem Steuerzettel auch die nötigen
Unterlagen, z. B. Arbeitsloſenausweis,
Arbeitgeberbeſcheinigun=
gen über die Höhe des Einkommens und der einbehaltenen
Ein=
kommenſteuer uſw. mitzubringen
Cp. Pfungſtadt, 19. Aug. Hohes Alter. Witwe G
Bau=
mann 2., wohnhaft Rügnerſtraße, konnte am heutigen Freitag
ihren 80. Geburtstag begehen. — Zur Erinnerung an die Schlacht
bei Gravelotte ließ der hieſige Kriegerverein auch in dieſem
Jahre, am geſtrigen 18. Auguſt. am Kriegerdenkmal von 1870 vor
der Kirche einen Kranz niederlegen.
4a. Nieder=Beerbach. 19. Aug. Die Arbeitsloſigkeit
iſt auch hier ſehr groß. Insgeſamt ſind hier u. a. allein 44
Wohl=
fahrtserwerbsloſe zu betreuen. Davon haben 32 Familie
K Ober=Ramſtadt, 19. Aug. Schwimmfeſt im
Volks=
ſchwimmbad. Gutes Wetter vorausgeſetzt, veranſtalten die
Schwimmriegen der drei hieſigen Turnvereine am Sonntag, den
21. Auguſt, nachmittags ab 3.30 Uhr, im hieſigen
Volksſchwimm=
bad ihr Schwimmfeſt, bei welchem auch eine größere Anzahl
Schü=
lerinnen und Schüler der hieſigen Schule mitwirken werden. Aus
dem abwechſlungsreichen Programm ſeien u. a. Reigen der
Schwimmerinnen, Springen, Kommandoſchwimmen, humoriſtiſches
Staffettenſchwimmen uſw. erwähnt.
R. Reichelsheim i. Odw. 17 Aug. Am Sonntag fand in dem
hieſigen Schwimmbad ein Wohltätigkeitskonzert des hieſigen
Kir=
chenpoſaunenchors unter Leitung des Herrn Pfarrers Munk ſtatt.
Die Einnahmen wurden zugunſten der heſſiſchen Jugendarbeit
ver=
wandt.
Bx. Lengfeld, 19. Aug. Tod durch Hitzſchlag.
gewöhnliche Hitze forderte geſtern hier ein Todesopfel
den ſechziger Jahren ſtehende landwirtſchaftliche Arbei. Kränkel, ein als ſehr fleißig bekannter Mann, der
Opfer der Hiße.
durch
ſun den
zehntelang bei dem Gutsbeſitzer Gottfried Bundſchuh
iſt, war auf dem Felde, um Kartoffel auszumachen. T
er einen Hitzſchlag und ſtarb auf der Arbeitsſtätte.
Db. Urberach, 19. Aug. Die Hitze, die nun ſchon
ine
Tage anhält, hat jetzt auch hier ſein Opfer gefordert.
rige Katharina Huther, geb. Euler, befand ſich vorgeſſ
gegen 7 Uhr, vom Friedhof kommend, woſelbſt ſie G
friſch begoſſen hatte, auf dem Nachhauſeweg. Vor dem
fiel ſie plötzlich um und war ſofort tot. Es iſt anzun=0)
ein Hitzſchlag ihrem arbeitsreichen Wirken, ein jähes
reitet hat.
Vorſichk beim Anſchwimmen von Rheinfg)
In den gegenwärtigen heißen Tagen ſind natung.
Rheinufer dicht von Badenden umſäumt. In erhöhtem
iſt deshalb auch wieder das Anſchwimmen an die Rhe=u
beobachten. Viele Schwimmer, die eine ordentliche Stadſſ
ab geſchwommen ſind, klettern auf die Kähne und laſſe
der ſtromauf fahren. Da dieſes Treiben lebensgefährüt”
ſteht ein ausdrückliches Verbot gegen das Anſchwirm
Rheinkähnen. Die Strompolizei hat an einzelnen St I
giſch eingegriffen und eine Anzahl Leute zur Anzeige
— Roßdorf, 19. Aug. Turnwerbetag. Einen
für das Deutſche Turnen veranſtaltet am Sonntag, den
nachmittags 2 Uhr, der hieſige Turnverein. Er hat ſichiAſſe
Zweck die Geräte= und Volksturner der Turnvereine Dichliſe
Münſter verpflichtet, um in einem Mannſchaftskampf 19‟
was in den Deutſchen Turnvereinen geleiſter wird. B.0)
Frühjahr ausgetragenen Gerätevorkampf konnte die Ad Mktor
des Turnvereins Dieburg den 1., die von Münſter der Nn
belegen. Roßdorf mußte ſich, durch verſchiedene Kram) Mitn
geſchwächt, mit dem 3. Platz begnügen. Da die
Roßdör=
ſchaft zurzeit in voller Stärke ſteht, dürfte ihr diesmall”
res Abſchneiden beſchieden ſein, um ſo mehr, als die me
nehmer auch auf dem 35. Mittelrheiniſchen Kreisturnfe
recht gute Punktzahlen erreichen konnten. Eine Vorard 0
den volkstümlichen Kampf läßt ſich nicht gut abgebe h
Mannſchaften noch nicht gegeneinander gekämpft ha-½.— An
dürften auch hier ſpannende Kämpfe zu erwarten ſein.d
liche teilnehmenden Vereine ihre beſten Turner auf d
bahn bringen werden. Alle Kämpfe finden auf dem All,
und dem Turnplatz bei der Turnhalle oder, bei ſchlechte.,
in der Halle ſtatt.
An. Groß=Zimmern, 19. Auguſt. Am Dienstag
fand unter Führung des Kulturbauamts, das durch de
Baurat Druſius, Bauinſpektor Jung und Regierungsrat M
Dieburg, vertreten war, und dem Vertreter der Gemeinnch
Bürgermeiſter Reitzel, und des Wieſenvorſtandes eine B.
des Gerſprenzdammes ſtatt. Die Feſtſtellungen der Behöns
dahin, daß ſich das Gerſprenzbett in der Gemarkung 0ſt.
mern in gutem Zuſtand befindet. Daran ſchloß ſich ei
tigung der Kleinertbrücke. Auch das Kulturbauamt war ”, toe
ſicht, daß die durch den jetzigen Zuſtand der Brücke
bedi=
waſſergefahr nur durch eine Erweiterung der Brückesh0
werden kann. Die Koſten ſollen zu gleichen Teilen Gem!
Kreis tragen. Der Umbau ſoll alsbald in Angriff :4
werden.
— Dieburg, 19 Aug. Am kommenden Sonntag, der
Montag, den 22. Auguſt, findet die Dieburger Kirchwei.
Cp. Dieburg, 18. Aug. Die Feſtwoche zum
rigen Jubiläum der Wallfahrtskapell
vom Sonntag, den 4. September, bis Sonntag, den 11. —
Außer den einzelnen Andachten, Aemtern, Veſpern uſwo.
die einzelnen Tage verteilt ſind, findet zur Hauptfeier
woch, den 7. September, abends, eine Lichterprozeſſion:
die ſich die Beſtrahlung der alten Kapelle und die Illu)
der Stadt anſchließt. Am Donnerstag, den 8. Septembc.
unter anderem ein feierliches Pontifikalamt ſtatt. D
Stadtwallfahrt findet, nachdem abends zuvor nochmals
terprozeſſion abgehalten wird, am Sonntag, den 11. S
ſtatt. Abends findet wieder eine Beſtrahlung der
Wallſals=
ſtatt. Die Jünglingsſodalität hat ein Freilichtſpiel „e=
eingeübt, das ebenfalls während der Jubiläumsfeier
führung gelangen ſoll.
Cp. Eppertshauſen, 19. Aug. Der Gemeindera:
ſchloſſen, die Herſtellung der Flutgräben innerhalb der 6
durch Arbeitsloſe im Wege des Freiwilligen Arbeitsdien
zuführen. Außerdem ſollen Wegearbeiten im Walde ſool
im Felde durch Arbeitsfreiwillige vorgenommen wercht
Pachtpreis für Gemeindegrundſtücke und Gemeindewieſen!
19 Prozent geſenkt. Die Nachkirchweihe ſoll in dieſem 22h
vier Wochen nach der Hauptkirchweihe ſchon drei Wohet
ſtattfinden. Für die durch den geplanten Notgraben i0.
bergerſtraße notwendig werdenden Brücken zu den Neuben.”
die Gemeinde den Hausbeſitzern das erforderliche
Hold=
die Herſtellung der kleinen Zugangsbrücken Sache der M.
R. Pfaffen=Beerfurth i. O., 18. Auguſt. Am Soeen
Sonntag findet die hieſige Kirchweihe ſtatt. In drei Sch
das Tanzbein geſchwungen. Die Wirte haben ſich beſtens”
und rechnet man anch in dieſem Jahre wieder mit eine.
Beſuch.
20. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 231 — Seite 7
us dem ehemals beſſiſchen Hinterland.
Ha dikion eines alken heſſiſchen Kreiſes. — Skellungnahme gegen die beabſichkigke Neuordnung
durch Preußen.
eindeutig vor Augen geführt worden. In banger Sorge hoffen
die Heſſen im Hinterland=Kreis immer noch, daß die preußiſche
WBeſiegendrsKteines bieuentogt Staatsregierung die Tradition des ehemals heſiſchen Hinterland=
Wetterbericht der Heſſiſchen Wetterdienſtſtelle.
Der hohe Druck lagert unvermindert über dem Feſtland und
wird auch weiterhin die Vorherrſchaft behalten. Somit dauert
das vielfach heitere und heiße Weter noch fort.
Ausſichten für Samstag, den 20. Auguſt: Meiſt heiter, heiß und
trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 21. Auguſt: Noch Fortdauer der
herr=
ſchenden Wetterlage.
egtze Preußen führt man zurzeit Verwaltungsreformen
öand durch. — Die Notverordnung vom 1. Auguſt 1932
daß eine große Anzahl, preußiſcher Landkreiſe ver=
Eine Anzahl Kreiſe werden ungeteilt anderen
Land=
hugliedert, eine Anzahl wird zerſtückelt und
verſchie=
arkreiſen zugeteilt. Beſonders ſchwer wird der zum
ichen Hinterland gehörige Kreis Biedenkopf
betrof=
in drei Teile geteilt, den Kreiſen Wetzlar,
Franken=
lenburg zugeteilt werden.
Kreiſes und diejenigen ſeiner Bewohner achten und von einer
Zerſtückelung dieſes alten Kreiſes noch in letzter Stunde abſehen
wird. Man iſt im Hinterland davon überzeugt, daß die
Stam=
mesgenoſſen im Freiſtaat Heſſen mit beſonderer
Anteilnahme der Geſchicke der
Stammesgenoſ=
ſen im Hinterland=Kreiſe verfolgen und ihrem
Kampfe um die Erhaltung ihrer Geſchloſſenheit und
Zuſammen=
gehörigkeit guten Erfolg wünſchen.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 39. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II
daran erinnert werden, daß der Kreis
Bieden=
heſſiſchen Hinterland gehörte, das ſeit der Zeit
des Kindes ein Glied des heſſiſchen Staates
bil=
zum Jahre 1648 zu Großheſſen bzw. Oberheſſen
70 von da ab zu Heſſen=Darmſtadt gehörte.
Ein preußiſcher Regierungsbezirk Gießen?
9. Ziehungstag
18. Auguſt 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
bis 1832 beſtand das Hinterland aus den beiden
kuken Battenberg und Gladenbach, die im Jahre 1832
ſöterland=Kreis mit dem Sitz der Kreisverwaltung in
kyereinigt wurden. Durch Artikel 14 des
Friedensver=
ſo 3. 9. 1866 iſt der Kreis Biedenkopf unter Zulegung
gt Rodheim (bis dahin Kreis Gießen) an Preußen
ab=
hu dem Regierungsbezirk Wiesbaden zugeteilt worden.
kür gemiſchten Gefühlen haben damals die Bewohner
Fa Hinterlandes ihre Zuteilung zum Staate Preußen
iwandlung von heſſiſchen zu preußiſchen
Staatsange=
zuenommen, große Liebe zum Preußentum war nicht
mus jener Zeit ſtammt das Wort „Mußpreuße‟
ſind die Hinterländer=Heſſen gute preußiſche
Staats=
ßiewyorden, allerdings in zäher Anhänglichkeit bis auf
Tag an ihrem Volkstum mit ſeiner beſonderen
ſi einer Sprache, mit ſeinen Sitten und Gebräuchen.
ſng durch das im Schloß zu Biedenkopf eingerichtete
ſich reichhaltig ausgeſtattete Heimatmuſeum zeigt,
Gießen=Linden, 19. Auguſt.
Zu den neuerdings auftauchenden Plänen eines preußiſchen
Regierungsbezirks Gießen nimmt der Landesarbeitsausſchuß des
Heſſiſchen Volksbundes in folgender Entſchließung Stellung:
Nach einer Mitteilung der „Kaſſeler Neueſten Nachrichten”
vom 4. Auguſt 1932 ſind Beſtrebungen im Gange, um aus
Ober=
heſſen und den preußiſchen Kreiſen Wetzlar,
Biedenkopf und Dillkreis einen preußiſchen
Re=
gierungsbezirk Gießen innerhalb der preußiſchen
Pro=
vinz Heſſen=Naſſau zu ſchaffen. Der Heſſiſche Volksbund
und mit ihm die überwiegende Mehrheit der
heſ=
ſiſchen Bevölkerung lehnt dieſes teilweiſe wie
auch das gänzliche Aufgehen des heſſiſchen
Staa=
tes in Preußen durchaus ab, wie dies auch alle
maßgeb=
lichen heſſiſchen Inſtanzen wiederholt zum Ausdruck gebracht haben,
und fordert die Bildung eines Landes nach Artikel 18 der
Reichs=
verfaſſung, beſtehend aus dem derzeitigen heſſiſchen Volksſtaat und
der ganzen jetzt preußiſchen Provinz Heſſen=Naſſau — früher
Kur=
fürſtentum Heſſen, Herzogtum Naſſau, Stadt Frankfurt, Waldeck
und Kreis Wetzlar — im Rahmen des Reiches mit allen Rechten,
Eür Liebe der Hinterländer und beſonders der
Bie=
wugn den Erinnerungen aus alter Zeit hängt und
vkur Sorgfalt hier alles mögliche aus alter Zeit
zu=
ſomengetragen geordnet und gepflegt wird.
die einem deutſchen Land gebühren, nicht aber nur als rechtloſe
und lebensloſe Provinz des Reiches oder eines Teilſtaates. Der
Heſſiſche Volksbund begrüßt daher die Eingliederung des Kreiſes
Wetzlar in Heſſen=Naſſau als Vorſtufe einer richtigen
Reichsglie=
derung im Südweſten des Deutſchen Reiches.
ſſit da u. a. die ſämtlichen Amtsſiegel aller
Bürger=
es ehemals heſſiſchen Hinterlandes. Erleichtert
wur=
ſie Beſtrebungen dadurch, daß man den Kreis
Bieden=
n Preußen bis heute in ſeiner urſprünglichen Form
ib nangetaſtet gelaſſen hat. Die Hinterländer haben es
ſchuar und mit großer Genugtuung empfunden, daß
ſu Tradition des alten heſſiſchen Kreiſes Biedenkopf
wbis jetzt von einer Aenderung der Kreisgrenzen
ab=
obwohl von verſchiedenen anderen Kreiſen gar zu
rttgAnregungen gegeben worden ſind.
tzi ſcheint man bei der preußiſchen Staatsregierung
ſeln überwunden zu haben, der alte ehemals heſſiſche
ſitekopf ſoll aufgeteilt werden, die Stadt Biedenkopf
öfen Kreisſtadt zu ſein.
Eine große Welle der Empörung
in Kreis Biedenkopf und findet ihren Niederſchlag
biaus allen Gemeinden des Kreiſes bei der preußi=
Asgierung. Die Hinterländer können keinerlei
Zweck=
huder beabſichtigten Neuordnung ſehen, ſie empfinden
mnSchlag gegen ihre Stammesart, ihre Sitten und
Ge=
vollen in ihrem alten liebgewordenen
Hinterland=
ſis emalige Heſſen vereinigt bleiben,u ungeachtet ihrer
crrreue und Hingabe an den preußiſchen Staat
geiciſchen Staatsregierung ſind alle dieſe Momente in
hen Denkſchriften und durch perſönliche Vorſtellungen
— Gernsheim, 19. Aug. Waſſerſtand des Rheins
am 18. d. M.: 1,08 Meter, am 19. d. M.: 0,98 Meter — jeweils
morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 19 Auguſt. Waſſerſtand des Neckars
am 18. d. M.: 1.49 Meter, am 19. d. M.: 1,52 Meter — jeweils
morgens 5.30 Uhr.
Da. Egelsbach, 19. Aug. Tödlicher Ausgang. Der 24
Jahre alte Jean Keim von hier, Sohn des in weiten Kreiſen
be=
kannten Gaſtwirts Val. Keim, iſt den ſchweren Verletzungen, die
er in der Nacht zum Montag beim Sturz vom Motorrad in der
Nähe von Dietzenbach erlitten hat, im Langener Krankenhaus
er=
legen.
Wikkerungsvorherſage
für Norddeutſchland weſtlich der Oder Weſt= Mittel= unt
Züd=
deutſchland (ohne Alpenvorland) für die Zeit vom 19. bis
28. Auguſt 1932.
Herausgegeben von der Staatlichen Forſchungsſtelle für
lang=
friſtige Witterungsvorherſage in Frankfurt a. M.
Fortbeſtand des vorwiegend heiteren, warmen und trockenen
Wetters. Es iſt jedoch zu erwarten, daß die Tagestemperaturen
in der nächſten Woche durchſchnittlich etwas niedriger ſein
wer=
den als in dieſer Woche.
2 Gewinne zu 500000 M. 246518
2 Gewinne zu 25000 M. 107718
2 Gewinne zu 10000 M. 311351
8 Gewinne zu 5000 M. 67052 62694 158833 207520
16 Gewinne zu 3000 a. 210260 222388 242476 269483 311865
315629 350910 886476
60 Gewinne zu 2000 M. 7297 35908 44608 68083 63748 96092
99301 131865 168192 177800 182236 187638 194879 223234 996763
229472 240804 256705 271484 272309 080275 289108 292125 294781
302170 307571 329837 345868 863349 398103
88 Gewinne zu 1000 M. 6634 27517 32686 36610 55272 67026
71038 97611 107454 108273 112028 113816 131524 143009 145578
154809 180550 167100 180352 181767 186491 192078 196297 203069
204037 206273 211454 212142 222183 231948 039053 244951 259191
302257 304300 314239 316582 322983 326404 334565 352446 359690
390622 392735
212 Gewinne zu 500 m. 2004 2271 3030 4939 6618 6533 7679 14677
15864 18410 22887 24367 25432 33876 34291 34581 39871 62689
52767 63223 69782 63368 66986 76261 79406 83558 88151 92170
95070 97685 111895 112382 119336 119453 122549 123216 126608
132812 133498 139587 142856 145310 145831 145898 147804 148188
148416 148584 157123 158170 168042 159634 169677 161052 162313
163981 169945 170758 170983 171720 173077 173980 188176 188268
189444 202618 207170 211218 212795 226169 228952 231014 231398
231928 238097 238316 242598 246133 247253 250328 255048 259610
262187 272575 276344 280881 285636 587023 290063 291 182 299956
313706 318733 322347 337166 348334 352898 365729 360437 364432
369082 374427 377566 378024 388037 393922
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 30412 86508
8 Gewinne zu 5000 M. 4890 86439 232366 293430
24 Gewinne zu 3000 M. 37126 49480 113949 162081 178260 197853
203680 242927 294642 331102 341517 365318
82 Gewinne zu 2000 M. 1057 4932 7095 7506 16972 22418 28216
42436 47656 60268 64508 73453 76122 82327 96488 89535 109694
132594 161736 166798 175187 175910 195816 212780 017301 927116
969043 070902 274604 278173 988536 300601 301770 311038 318341
320504 355373 858794 365464 378476 393789
104 Gewinne zu 1000 M. 3960 10308 14180 14885 15399 27767 29209
43676 46782 59989 63715 80044 81556 81769 94191 103059 111865
113274 117391 128051 127660 142667 144604 165418 172354 173626
199123 199347 241534 252632 257137 260226 261666 276641 278184
286 164 287964 289660 297444 298425 302622 307418 314703 317983
331762 339603 367289 373697 383904 387629 394121 394214
188 Gewinne zu 500 M. 3580 4838 6254 6427 5954 13887 17454
19946 20241 94325 31378 36254 41831 47799 52846 53164 53564
61340 67448 74022 75122 77254 79916 90487 91474 93988 94393
102260 104411 104818 108021 109034 112320 125831 127607 127659
128691 136697 141898 164614 164307 165388 167279 171818 174560
176337 178076 179166 192550 194234 203487 210401 223162 226318
231101 242432 243296 244259 045492 251447 261903 258232 269947
261712 263342 268477 269837 272231 274343 283180 284924 301581
302002 302864 304779 309641 317760 320739 321979 324698 30 7020
330413 342426 349497 360775 366861 371258 376552 377267 379780
385238 387922 390946 399786
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 100
Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 300000, 2 zu je
200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50000, 20 zu je
25000, 186 zu je 10000, 320 zu je 5000, 696 zu je 3000, 1982
m + 200, 1014 zu je 1000, 6658 zu je 500, 20050 zu je 400 M.
„Nachichken des Standesamts Darmſtadt.
beltt. Am 12. Auguſt: Anna Dorothea Carolina
Pol=
ſmbach, 56 J., Witwe des Poſtaſſiſtenten, Stiftsſtr. 1;
yſer. Regierungsmedizinalrat a. D. Dr., 61 J.,
14: Suſanne Fey, geb. Jäger. Ehefrau des Kü=
5.fungſtadt, hier, Stadtkrankenhaus: Samuel Rein=
Netzgermeiſter 78 J. Bleichſtraße 22: Elſe Charlotte
u geb. Simon, 21 J., Ehefrau des
Polizeiwachtmei=
ſiuver Straße 204; Julius Elias Marie Schrodt,
rüſſer, 75 J., Helfmannſtraße 12: Joſeph Wiede=
Shüſſer, 56 J., Kahlertſtraße 22; Heinrich Stern,
eu 9 J., Jahnſtraße 2; Katharina Haag, geb. Volk,
Witſiu des ſtädt. Vorarbeiters, Kaſtanienallee 71. — Am
uuſt Liktoria Hohmann, geb. Heid, 76 J.. Witwe des
Andelſtadtſtr 46; Margarethe Schmank, geb.
Witwe des Privatiers, Annaſtr. 8 — Am 14. Aug.:
ſnger geb. Haaf, 58 J., Ober=Ramſtadt, hier,
Eli=
tift; Eva Stapp, Ordensſchweſter ledig 50 J., in
t)gRh., hier, Martinspfad 72; Wilhelm Laumann,
13 Meſſel. hier, Stadtkrankenhaus; Eliſe Diehl,
rands 0 J., Witwe des Gärtners, Kaupſtr. 5: Hedwig
Launſe, geb. Koſak, 48 J.. Ehefrau des Kaufmanns,
5.— Am 15. Auguſt: Jakob Petri. Oberpoſtſchaff=
Lyenſtr. 40; Anna Katharina Gaubatz 6 J..
Ober=
hien ſtadtkrankenhaus. — Am 16. Auguſt: Rudolf Gräf,
ſtivfhher, 52 J., Arheilgen hier, Hermannsſtr 6;
Fried=
ent Händler, 29 J., Viernheim, hier Stadtkranken=
17. Auguſt: Hermann Dickerhoff, Abteilungs=
76 J., Heinrichsſtr. 158; Georg Heinrich
Luck=
uffeur, 26 J.. Alsbach, hier. Stadtkrankenhaus;
ller, Schriftſteller, 60. Jahre ledig, hier,
kankſtus — Am 18 Auguſt 1932: Philipp Volk,
Jahre. Eberſtadt b. D., hier,
Stadtkranken=
iKölſch, geb. Wildauer, 67 J., Ehefrau des Land=
Staü ſinkenhaus; Siegfried Meyer, Kaufmann, ledig,
Wilhelmine Oberndorfer, geb. Roth. 48 J.,
Tapeziers, Saalbauſtraße 65: Johann. Heinrich
Arpoſtſekretär i. R., 68 J.. Wilhelminenſtraße 35;
ferberth, 74 J., Schreiner, Blumenthalſtr. 7.
bber 1914: Karl Weis, Gardefüſilier der 2 Komp.
ſ./g. 115. 23 J. alt, hier wohnhaft geweſen, Alexan=
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag (20. Auguſt).
Mbs 8,30 Uhr: Abendandacht.
Abends 8 Uhr: Chriſtenlehre des Nordbezirks. Pfarrer Marx.
13. Sonntag nach Trinitatis (21. Auguſt).
Kollekte in allen Kirchen für die Herrnhuter Miſſion.
hm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. — Vorm.
Attesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Ptwochent. von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eing. Nordtüre.
drm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner. — Vorm. 11,15
Wenſt. Pfarrer F. Müller. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Erm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Studienrat Dr. Zimmermann, —
indergottesdienſt. Studienrat Dr. Zimmermann.
orm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend: Chriſtenlehre für beide
ruinsgemeinde (Oſt). Pfarrer Beringer. — Vorm. 10 Uhr: Haupt=
Beringer. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Martins=
farer Dr. Berger.
Mapelle. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Berger.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl und
Rer Marx. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
he iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
aus (Gemeindehaus der Waldkoloniel. Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
fſiſtent Junker. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarr=
Me (Betrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Weſt=
*0— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Frle. — Vorm. 11,15
Denſt für beide Bezirke. Pfarrer Frle.
7 Elnm. 8,30 Uhr; Chriſtenlehre. Pfarrer A. Müller. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
A. Müller.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11,15 Uhr:
Rindergottesdienſt.
Lutheriſcher Gottesdienſt (ſelbſt, luth. Kirche) im Feierabend, Stiftsſtr. 51:
Sonntag, 21. Auguſt (13. Sonntag n. Trin.): 10.30 Uhr: Gottesdienſt. Pf. Müller, Erbach.
Balderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Digkon Bochmann.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6, Tel. 2205.
Donnerstag (25. Anguſt).
Stiftskirche. Abends 8 Uhr. Betſtunde.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 21. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugenbvereinigung der Stadtgemeinde. — Montag, 22. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 23. Auguſt, abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein
der Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde — Mittwoch, 24. Auguſt, abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein
der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde. —
Mädchen=
vereinigung der Reformationsgemeinde. — Freitag, 26. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 23. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 24. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr:
Hand=
arbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Donnerstag, 25. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Samstag, 27. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr:
Handarbeits=
ſchule der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde;
Poſaunen hor.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Dienstag, 23. Auguſt,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 24. Auguſt, nachm. 2 Uhr: Handarbeits=
und Strickſchule. — Donnerstag, 25. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Weſt),
Freitag, 26. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung, ältere Abteilung.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Donnerstag, 25. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung (Oſt). — Konfirmandenſaal (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 25. Auguſt,
abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 22. Auguſt, abends
8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 24. Anguſt, nachm. 2 Uhr: Strickſchule.
Paul=Gerharot=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Samstag, 27. Auguſt,
abends 8 Uhr: Chriſtenlehre.
Petrusgeſeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 22. Auguſt, abends
8,15 Uhr: Fugend= und Mädchenvereinigung: Sprechchorprobe. — Dienstag, 23. Auguſt,
abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Poſaunenchor. — Jugend=Tanzkreis. — Donnerstag,
25. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Poſaunenchor. — Mädchenvereinigung: Gem. Abend für
alle Gruppen. — Freitag, 26. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchenchor. — 8,15 Uhr:
Kirchen=
chor. — Samstag, 27. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Jugendabendmahlsfeier in der Kirche.
Saalderneuen Trainkaſerne. Mittwoch, 24. Auguſt, nachm. 3,30 Uhr:
Mädchen=
jungſchar. — Donnerstag, 25. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal (Ohlyſtraße). Sonntag, 21. Auguſt, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Monatg, 22. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund. —
Dienstag, 23. Auguſt, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 24. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendbund. — Samstag, 27. Auguſt, abends 8 Uhr: Fugendvereinigung.
Eliſabethenſtift (Erbacher Straße 25): Ev. Sonntagsverein. Sonntag, 21. Aug.,
nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt.— Nachm. 4 Uhr: Bibelſtunde, Herr Bringmann. — Montag, nachm.
4 uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Männerabend. Herr Bringmann. —
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde, Herr Bringmann. — Freitag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Beſſunger
Mädchenſchule (Berkunterrichtsraum), Herr Bringmann. — Samstag, abends 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Fugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24), Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Jugendbundſtunde
für junge Männer. — Nachm. 4,45 Uhr: Jugendbundſtunde für junge Mädchen. —
Abends 8,30 Uhr: Geburtstagskränzchen der jungen Mädchen. — Dienstag, abends
8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. (Spielabend.) — Mittwoch, nachm. 4 Uhr:
Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Mädchen. — Abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für
junge Männer. „Wie lerne ich reden?” Herr Bringmann. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Männer. — Samstag, nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=
Jungſchar für Knaben.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Eliſabethenſtr. 17, Ecke Wilhelminenſtr.).
Sonntag, nachm.: Handballſpiel mit C. V. J. M. Offenbach; anſchließend:
Zuſammen=
ſein im Heim. — Montag: Sportabend. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde für
junge Männer. Herr Miſſionar K. Michel. — Donnerstag: Heimabend. — Jungvolk
(14—17 Jahre): Sonntag treffen wir uns mit dem C. V. F. M. Fungvolk=Frankfurt im
Mühltal. — Montag auf dem Sportplatz. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Fungvolkſtunde:
Geheimniſſe in und um uns: 1. Vom Glauben und Wiſſen.” — Fungſchar (Jungen
bis 14 Jahre): Mittwoch, nachm. 4,30 Uhr: Heimſtunde: Geſchichte, Singen, Andacht. —
Freitag, nachm., auf dem Sportplatz. — Samstag: Baden.
Heimabende für ortsfreinde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24. Jeden
Donnerstag, abends 8,15—10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und vierten
Mittwoch: Nähen und Zuſchneiden. — Donnerstag, den 25. Auguſt, abends 8,30 Uhr:
im Gemeindehaus, Kiesſtr.; Hauptverſammlung der Berufsgemeinſchaft evangeliſcher
Hausangeſtellten.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt. (Eliſabethenſtr. 17, I, Ecke
Wilhel=
minenſtraße. Samstag, 20. Auguſt, nachm. 4 Uhr: B.=K. im Heim. — Sonntag, 21. Aug.:
Fahrt an den Altrhein. (Treffen vorm. 8 Uhr: Rheinſtraße (Brücke). — Dienstag,
23. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Odenwaldbrücke: Treffen zum Gang. — Donnerstag,
25. Auguſt, nachm. 3,80 Uhr: Tierbrunnen: Spielen. — Abends 8 Uhr im Heim: Heiland=
abend. — Samstag, 27. Auguſt, nachm. 3 Uhr: Botaniſcher Garten: Waldſpiele.
Voranzeige: Sonntag, 28. Auguſt: Jugendgottesdienſt.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlf ahrtsdienſt: Gemeindehaus „Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe.
Sprech=
ſtunden vorm. von 10—12 Uhr und nachm. (auß. Samstags) von 5—6 Uhr. Fernr. 4584.
Jugendfürſorge, Jugendgerichtshilfe, Soziale Gerichtshilfe, Beratung in
Wohnungs=
angelegenheiten, Eheberatung, Trinkerfürſorge, Wanderer= und Gefangenenfürſorge. —
Rechtsauskunftsſtelle (auch für Steuer= und Verſicherungsangelegenheiten):
Sprech=
ſtunden nur vormittags, außer Mittwoch und Samstag.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21, Fernr. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17: Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eich=
wieſenſtr. 8; neben der Pauluskirche, Olyſtraße.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſt. vorm. von 8—12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. (
Mitt=
wochs nur von 3—4,30 Uhr.) Fernr. 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer 4.
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9—12 Uhr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51): Rechtsauskunftsſtelle.
Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernr. 2288.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 21. Auguſt, findet keine
Menſchenweihehand=
rung ſtatt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 9,30 Uhrs
Predigtgottes=
dienſt. Prediger Veihelmann. 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt.
Prediger Veihelmann. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendverein. Abends 9 Uhr:
Sing=
ſtunde. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8 Uhr: Streichchor. —
Donners=
tag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Abends 9 Uhr: Gitarrenchor. — Freitag, abends 7 Uhr:
Jungſchar.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag, 21. Aug.
vorm. 10 Uhr: Predigt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8,15 Uhr:
Evangeliſations=
verſammlung. — Mittwoch, 24. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag,
26. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gebetsverſammlung. Prediger M. Hähnel.
Methodiſten=Gemeinde (Ev. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 21. Auguſt,
vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt. — Dienstag, 23. Auguſt
abends 8 Uhr: Bibel und Gebetsſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christian Sclenge Society) in Darmſtadt,
Aula der Landesbauſchule. Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr
und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr. Thema am 21. Auguſt: Gemüt, Goldener Text:
Pſalm 115:12.
Ehriſtl. Gemeinſchaft „Zionsgemeinde‟, Darmſtadt, Nieder=Ramſtädter Str. 13.
Sonntag, 21. Auguſt, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abend 8 Uhr: Wortbetrachtung. —
Dienstag, 23. Auguſt, abends 8 Uhr: Wortbetrachtung. — Freitag, 26. Auguſt, abends
8uhr: Gebetſtunde.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 21. Aug., vorm.
9.30 Uhr Andacht, vorm. 11.15 Uhr Sonntagsſchule, nachm. 3.30 Uhr
Jugendbund=
ſtunde, abends 8 Uhr Evangeliumsverkündigung. — Dienstag, abends 8 Uhr
Bibel=
ſtunde (Prediger Kruſt.)
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Kirche Griesheim. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Nies.
10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. — 13 Uhr: Chriſtenlehre, 20,30 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer
Dr. Grünewald, Darmſtadt.
Friedenskirche. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Dr. Grünewald, Darmſtadt. 10,30 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt: Samstag: 8,15 Uhr: Chriſtenlehre der Buben. —
Sonntag, 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Anſchließend Kindergottesdienſt. — Montag,
5.30 Uhr: MFII. — Dienstag, 5,30 Uhr: Kirchenſteuerſprechſtunde, Gemeindehaus.
8 Uhr Singekreis der EFG in der Kirche. — Mittwoch, 2 Uhr: Nähſtube: 4 Uhr MF und
BFIV; 5,30 Uhr: MF I; BF III; 8,30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 5.30 Uhr=
MFIII, 8 Uhr: Helferkreis für den Landesjugendſonntag. — Freitag, 5,30 Uhr: BFII.—
Samstag, 4 Uhr: MF V; 8 Uhr Klampfen; 8,15 Uhr Chriſtenlehre der Mädchen.
Provinzialpflegeanſtalt. Nachm. 1,30 Uhr: Gottesdienſt.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 21. Auguſt, vormitt. 9.30 Uhr
Hauptgottesdienſt. Kollekte für die Herrnhuter=Miſſion. 10.30 Uhr Chriſtenlehre,
nach=
mitt. 1.30 Uhr Aufnahme=Gottesdienſt für den diesjährig. Konfirmanden=Unterricht.
— Dienstag, Jugendvereinigung. — Mittwoch, Kirchenchor. — Freitag,
Jung=
mädchen=Verein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 21. Auguſt, 9,30 Uhr: Gottesdienſt.
10,30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. — 8,30 Uhr: Jugendverein.
Dienstag: Bibelſtunde. — Mittwoch, 5 Uhr: Mädchenjungſchar. — 8.30 Uhr: Kirchenchor.
Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. — 8,30 Uhr: Mütterabend. — Poſaunenchor im
Schulſaal. — Helferinnen im Pfarrhaus. — Freitag: Mädchenverein. 4—6 Uhr:
Sprech=
ſtunde des evangeliſchen Wohlfahrtsdienſtes. — Samstag: Jugendverein.
Evangeliſche Kirche Traiſa. Sonntag, 21. Auguſt. 9,30 Uhr: Gottesdienſt. Kollekte
für die Miſſion der Brüdergemeinde. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. — Montag:
Jungvolk. — Mittwoch: Mädchengruppe. — Donnerstag: Frauenabend.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9,80 Uhr: Hauptgottesdienſt. 200 Jahr=
Gedächtnis der Herrnhuter Brüdermiſſion. Vorm 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Nach=
mittags 2 Uhr: Evang. Arbeiterverein. Nachm. 3 Uhr: Sommerfeſt der Kleinkinderſchule.
Abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. — Dienstag, 8 Uhr: Kirchenſteuer=Sprechſtunde im
kleinen Gemeindeſaal. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Jungſchar Mädchen, jüng. Gruppe.
Nachm. 6 Uhr: Jungſchar Buben. Abends 8,30 Uhr: Fugendbund Wartburg. —
Donners=
tag: Poſaunenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Ehriſtliche Gemeinſchaft „Zionsgemeinde‟, Moßdorf. Sonntag, 21. Auguſt, vorm.
10 Uhr: Andacht nachm. 3.30 Uhr: Wortbetrachtung. — Donnerstag, 25. Aug., abends
8,30 Uhr: Wortbetrachtung. — Freitag, 26. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gebetſunde,
außerdem jeden Tag vorm. 10 Uhr Andacht.
Seite 8 — Nr. 231
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 20. Zu
Feierliche Eröffnung der 9. Großen
deutſchen Funkausſtellung.
Berlin. Die „Große deutſche
Funkausſtel=
lung Berlin 1932” wurde Freitag vormittag
10 Uhr vor mehr als 2000 geladenen
Ehren=
gäſten, unter denen Vertreter der Reichs=, Staats=
und Kommunalbehörden, der Wirtſchaft,
Wiſſen=
ſchaft und Preſſe, ſowie auch Vertreter des
diplo=
matiſchen Korps anweſend waren, feierlich
er=
öffnet. Der Eröffnungsakt wurde auf alle
deutſchen Sender übertragen.
Trauerfeier für die „Niobe”=Toten
vorausſichtlich Montag nachmittag.
Kiel. Die Nachrichtenabteilung der
Marine=
ſtation der Oſtſee teilt mit: Nachdem das Wrack
der „Niobe” inzwiſchen etwas weiter ans Land
geſchleppt werden konnte, wurde günſtigerer
Meeresboden vorgefunden. Es darf jetzt damit
gerechnet werden, daß die weiteren
Bergungs=
arbeiten ſchneller als bisher vor ſich gehen, wenn
nicht beim Aufrichten des Schiffes
unvorherge=
ſehene Schwierigkeiten eintreten. Falls die
Ber=
gung des Schiffes in der jetzt vorgeſehenen Form
ohne weitere Zwiſchenfälle von ſtatten geht, wird
vorausſichtlich früheſtens im Verlaufe des
22. Auguſt, alſo am Montag, nachmittags, eine
gemeinſame Trauerfeier für alle Toten der
„Niobe” auf dem Garniſonfriedhof ſtattfinden.
Unfall des Skimeiſters Hannes Schneider.
Innsbruck. Beim Brand eines
Touriſten=
heimes in St. Anton (Arlberg) zog ſich der
be=
kannte Skimeiſter Hannes Schneider, der an den
Rettungsarbeiten teilnahm, eine ſchwere
Rauch=
vergiftung zu.
Zwei weitere Todesopfer
der Pilzvergifkung Neuſerbiß.
Vergiftungstragödie auch in Teplitz.
Teplitz. Die Pilzvergiftung im Hauſe des
Vergmanns Krahl in Neuſerbitz, über die
an=
ſangs dieſer Woche berichtet wurde, hat jetzt zwei
weitere Todesopfer gefordert. Nach den Eltern
und einem Kinde, ſtarben noch zwei andere
Kin=
der der Familie. Ein Kind liegt noch krank
dar=
nieder.
Inzwiſchen hat ſich eine zweite
Vergiftungs=
tragödie, und zwar in Teplitz ſelbſt, ereignet.
Hier ſtarb der Bergmann Bernatſchek und ſeine
Frau nach dem Genuß von Knollenblätterpilzen,
die ſie nicht als giftig erkannt hatten. Die Zahl
der Todesopfer in den beiden Vergiftungsfällen
beträgt jetzt insgeſamt ſieben.
Schreckensſzenen auf der Landſtraße.
Auf der Landſtraße Ibach=Langenberg
ereig=
nete ſich ein folgenſchweres Unglück. Der
Chauf=
feur Franz S. aus Gelſenkirchen befand ſich mit
einem Möbeltransportlaſtwagen nebſt Anhänger
auf der Fahrt von Barmen nach Gelſenkirchen.
Plötzlich verlor er die Gewalt über ſein
Fahr=
zeug. Der Laſtwagen geriet ins Schleudern und
ſauſte etwa 150 Meter die abſchüſſige Landſtraße
hinab. Der Anhänger kippte um, während der
Laſtwagen an einem Hochſpannungsmaſt zum
Stehen kam. In dem geräumigen Laſtwagen
be=
fanden ſich außer mehreren Packern — die zum
Teil auch in dem Anhänger untergebracht waren
— die 35jährige Frau des Kaufmanns E. aus
Barmen, deren Angeſtellte ſowie der Chauffeur
und der Sohn des Spediteurs. Zwei Packer
ſprangen während der raſenden Fahrt ab und
wurden leicht verletzt. Die Ehefrau E. dagegen
wurde beim Herausſpringen aus der Kabine von
dem umkippenden Möbelwagen ſo ſchwer am
Kopfe verletzt, daß ſie bald darauf verſtarb. Ihre
Angeſtellte, die mit vier Packern und dem
Chauf=
feur in der Kabine ſitzen blieb, wurde nicht
verletzt, während der Sohn des Chauffeurs einen
Nervenſchock erlitt. Zu allem Unglück geriet der
Laſtwagen auch noch in Brand. Die alarmierte
Feuerwehr konnte von dem Wagen und den
Möbeln nur wenig retten. Von der Polizei
wurde die Unglücksſtätte in weitem Umfange
über drei Stunden abgeſperrt, damit die nötigen
Ermittlungen durchgeführt werden konnten.
Spaniens reichſter Großgrundbeſitzer
ſoll enkeignet werden.
Der Herzog Medina=Celi,
der größte Landbeſitzer Spaniens, der jenem
alten Geſchlecht entſtammt, zu dem auch der aus
Schillers „Don Carlos”, bekannte Führer der
ſpaniſchen Armada, Admiral Medina Sidonia,
gehörte, iſt wegen Teilnahme an dem
Monar=
chiſten=Putſch verhaftet worden. Ein
Geſetzent=
wurf ſoll eingebracht werden, nach dem er und
tauſend ſeiner Standesgenoſſen mit der
Beſchlag=
nahme ihres geſamten Vermögens wegen der
Teilnahme an dem Aufſtand beſtraft werden
ſollen.
Sehl voite man oule Zeinfehen ronnen!
Vier Fernſeh=Reſultate,
die je nach der Zahl der Punkte, in die das Bild bei der Sendung zerlegt wird, verſchieden
aus=
fallen. Das unklarſte Bild (oben links) wurde nur in 1200 Punkte zerlegt, während das klarſte
Bild (unten rechts) mit einer Zerlegung in 30000 Punkte geſendet wurde. — Auf der Großen
Berliner Funkausſtellung, die jetzt eröffnet wurde, werden auch die letzten Fortſchritte des
Fern=
ſehens gezeigt. Die Fernſeh=Apparaturen ſind jetzt ſo vervollkommnet, daß man bald die
Fernſeh=
übertragungen in das Rundfunkprogramm wird übernehmen können.
Piccard über ſeinen Stratoſphärenflug.
Gondel und Ballonhülle im Waſſerflughafen Deſenzano.
Deſenzano, 19. Auguſt.
Die erſte Sorge Prof. Piccards nach der
Lan=
dung war, daß die Gondel und der Ballon vor
der ſtark zunehmenden Menge der Neugierigen,
die ihm lebhaftes Intereſſe und Beifall
bekun=
deten, in Sicherheit gebracht würden.
Flieger=
oberſt Bernasconi, der Leiter der Schule für
Schnellflug, forderte ſofort einen Laſtkraftwagen
aus Deſenzano an, auf dem die
Stratoſphären=
gondel verladen werden konnte. Piccard und
ſein Begleiter überwachten perſönlich die
Verla=
dung, die gegen 20 Uhr beendet war, und
be=
gleitete den Transport zum Waſſerflughafen von
Deſenzano. Den Schutz der Gondel übernahm
die dortige Abteilung der Fliegertruppe. Die
beiden Stratoſphärenforſcher wurden dann in
das Hotel Meier geleitet. Dort konnten
Preſſe=
vertreter an Piccard einige Fragen richten.
geplanten Experimente und Feſtſtellungen ſeien
vollkommen gelungen.
Um die Mittagsſtunde empfing Piccard auch
die Journaliſten und drückte vor allem ſeine
Dankbarkeit gegenüber Belgien aus für die
Finanzierung des Unternehmens ſowie für die
Herſtellung des Ballons. Ebenſo dankte er auch
dem Schweizeriſchen Aeroklub für die
hinge=
bungsvolle Mitarbeit.
Ueber den Aufſtieg ſelbſt ſagte Piccard, daß
er ihm einen großartigen Eindruck hinterlaſſen
habe. „Dank der Kenntniſſe vieler Berge von
Beſteigungen her ſowie der zahlreichen Seen iſt
mir die Orientierung ſehr erleichtert worden.
Wir konnten ſo ziemlich genau wiſſen, wo wir
waren Zum Glück hatten wir dann nach dem
Ueberfliegen des Engadin den Garda=See
er=
kannt, ſo daß wir uns nicht mehr verirren
konn=
ten. Der Genuß dieſes Fluges war im
Ver=
gleich zum letztjährigen viel größer.
Wolken=
loſer Himmel geſtaltete die Ausſicht wunderbar.
Herr Coſyns machte die Beobachtungen und
Meſſungen, während ich die nautiſchen Aufgaben
erfüllte. Die Apparate mußten ununterbrochen
gemeſſen werden, und beſonders den
Höhenmeſ=
ſer durfte man nicht aus den Augen verlieren.
Dieſer Stratoſphärenflug hat meine
Anſich=
ten über die zunehmende
Intenſi=
tätder kosmiſchen Strahlen in
die=
ſen Höhen beſtätigt. Dieſe Feſtſtellungen
kamen in den Apparaten wie ein
Hageltrom=
meln auf Scheiben zum Ausdruck. Wir haben
ſowohl den Aufſtieg, als auch die Landung ſehr
gut ſelbſt regeln können und ſind dort gelandet,
wo wir hingelangen wollten. Im Vergleich zum
letzten Jahre ſind wir ſehr langſam geſtiegen
und haben uns nach Belieben gewiſſe Zeit in
beſtimmten Höhen aufgehalten.”
Karte der Südalpen und von Oberitalien
mit der ungefähren Flugroute Prof. Piccards.
Zunächſt erzählte er, daß er ſofort nach der
Landung an ſeine Frau telegraphiert habe, daß
er in Deſenzano eingetroffen ſei, ſtändig eine
Temperatur unter Null gehabt habe, einen
wun=
dervollen Tag angetroffen habe, bald
heimzu=
kehren gedenke, bereits ein
Glückwunſchtele=
gramm vom König von Belgien erhalten habe,
glücklich, aber müde ſei. Ergänzend erklärte
Prof. Piccard, daß er während des ganzen
Flu=
es ſehr niedrige Temperaturen angetroffen
habe. Die Meßinſtrumente hätten außerhalb der
Gondel eine Temperatur von 55 Grad unter Null
und in der Gondel von 15 Grad unter Null
auf=
gezeichnet. Nur im letzten Augenblick vor der
Landung ſei die Temperatur über Null geſtiegen.
Er wiederholte nochmals, daß er ungefähr
17 000 Meter erreicht habe, und zwar über der
Adamello=Gruppe. Auf die Frage, ob er
Stö=
rungen bei ſeinen Apparaten gehabt habe, wie
beim vorigen Aufſtieg, erklärte Piccard, daß
ſämtliche Apparate wundervoll gearbeitet
hät=
ten und nur ein ganz kleiner Mechanismus
Schaden beim Landen augenſcheinlich gelitten
habe, was jedoch nicht von Bedeutung ſei. Ueber
ſeine Forſchungen in der Stratoſphäre konnte
der Profeſſor noch keine Mitteilungen machen,
da die Apparate alle verſiegelt ſind und noch
ge=
prüft werden müßten. Er zog ſich bald zurück,
da er müde und der Ruhe bedürftig war.
Zur Landung.
Piccard erzählt von ſeinem Fluge.
Der Präſident des Schweizeriſchen Aeroklubs
und der Präſident des Oſtſchweizeriſchen Vereins
für Luftſchiffahrt ſind mit anderen Mitgliedern
der ſchweizeriſchen Begleit=Kommiſſion heute
vormittag zu einer längeren Unterredung von
Prof. Piccard empfangen worden, der ihnen
ſeine volle Befriedigung über den Verlauf des
zweiten Stratoſphärenfluges ausdrückte, der in
jeder Hinſicht programmäßig verlaufen ſei. Die
In Berichten der Morgenblätter war die
Landung der Stratoſphärengondel mit einigen
Schwierigkeiten verbunden. An der Stelle, wo
die Gondel niederging, befanden ſich fünf
Bauern, die im Laufſchritt der Gondel folgten.
Piccard warf ſchließlich einige Tauenden aus.
Die Bauern ergriffen dieſe und verſuchten, den
Ballon niederzuziehen. Ein plötzlicher Windſtoß
erfaßte jedoch die Gondel, ſo daß die Bauern
aus Angſt, in die Luft geriſſen zu werden, die
Taue wieder losließen. Der Ballon erhob ſich
darauf etwa 50 Meter hoch. Nachdem Piccard
neuen Ballaſt abgeworfen und das Ventil
wei=
ter geöffnet hatte, ging der Ballon wieder
nie=
der und fiel ſchließlich aus einigen Metern Höhe
hart zu Boden, ſo daß die Zuſchauer lebhafte
Be=
fürchtungen für die Inſaſſen hegten. Die
Be=
fürchtungen wurden erſt zerſtreut, als die Gondel
geöffnet wurde und die beiden Forſcher
heraus=
krochen.
Molliſon auf Neu=Braunſchweig gelandet.
NewYork. Der engliſche Flieger Molliſon
landete geſtern mittag 12.55 Uhr amerikaniſcher
Zeit in Enfield Ridge (Neu=Braunſchweig).
Molliſon iſt es damit nicht nur gelungen, den
erſten und gefährlichſten Teil ſeines Fluges
durchzuführen, ſondern auch den Ozean von Oſten
nach Weſten als erſter Einzelflieger zu
be=
zwingen. Das Flugzeug Molliſons wurde
zu=
erſt geſtern früh über Halifax geſichtet, und die
Flugrichtung deutete darauf hin, daß der
Flie=
ger ohne Zwiſchenlandung direkt nach New York
fliegen wolle. Infolge der außerordentlichen
Er=
müdung nahm er jedoch eine kurze
Zwiſchenlan=
dung in Enfield Ridge vor. Molliſon
beabſich=
tigt, nach kurzer Ruhepauſe nach New York
wei=
terzufliegen.
v. Gronau in Prince Rupert gelandet.
Prince Rupert (Britiſch=Columbia),
Der deutſche Flieger v. Gronau iſt geſtern abend
hier gelandet.
Feierliche Enkhüllung des Hin
Porkräts in Ungarn
Stuhlweißenburg. Bei
mentstag des Kgl. Ungariſchen Ho
terieregiments Nr. 5. St. Stephar,
das vom Regimentsinhaber Gen
ſchall v. Hindenburg dem Regimemt
Porträt im Rahmen einer feierlichen
tung enthüllt. Zur Feier hatte ſich aug
mandant der zugehörigen gemiſch te
Modly, eingefunden. Der auf Urlaug
deutſche Geſandte in Budapeſt, Fr).
var durch den Geſandtſchaftsrat
D=
vertreten. Oberſt Otto Bekey=Koos
Gäſte und würdigte die Bedeuturg
mentstages. Feldmarſchalleutnant
dann das Zeichen für die Enthüllzu
Hülle fiel, wurde das ausgezeichnete
Porträt des Generalfedlmarſchalls in
Oberſtuniform ſichtbar. Das Gerä
Werk des Berliner Malers Koſſur.
trät wird im Großen Saale des Oſ
neben den Bildern des Königs En
Heiligen und des Reichsverweſers
untergebracht werden.
Wieder drei franzöſiſche
flugzeuge verunglücl
Fünf Tote, vier Schwerver/
Paris. Die franzöſiſche Män
wurde wieder von einer Reihe ſchwen
fälle betroffen, die fünf Perſonen
koſteten. In den ſpäten Abendſtund
nerstag ſtürzte in der Nähe von TM
mit drei Perſonen beſetztes
Bo=
brennend ab, das an Nachtmanöver,
ſollte. Die drei Inſaſſen konnten
verkohlte Leichen geborgen werder
Nähe von Chalon ſur Marne ſtün
vier Perſonen beſetztes Militärflu g
Motorſchadens ab und ging voll
Trümmer. Zwei Inſaſſen waren ai
tot, während die beiden anderen Ei
loſem Zuſtand in ein Militärlazaret
werden mußten. — Ein dritter Unu
ſich auf dem Zivilflughafen von Bru
Ein Militärflugzeug überſchlug ſich
und wurde zerſtört. Der Führer
gleiter erlitten ſchwere Verletzungen)
Im kleinen Segelboot heil über
— im Hafen havariert.
London. In London trafen dei
länder ein, die mit einem kleinen S
Atlantik von New York aus übenn
Nachdem ihre Hochſeefahrt ohne jede
fall vor ſich gegangen war, ſtießen
Ankunft in London mit dem Maſt.9
Bogen der Weſtminſterbrücke, ſo diſ
in der Mitte abbrach.
Frecher Raubüberial
50 000 Dollar geraubt. — Mit
gewehren bewaffnete Bankr.
New York. Ein verwegener
wurde in Beloit, im Staate Wisc.
führt. Sechs mit Maſchinengewen
nete Banditen drangen in das
Second National Bank ein. Zwei
die ſich zur Wehr ſetzen wollten,
ihnen niedergeſchlagen. Dann u
mehrere Stenotypiſtinnen, 50 000
Banknoten in einen vor dem Ausgank
ſtehenden Kraftwagen zu tragen. Ti
entkamen unerkannt mit ihrer Beut)
Furchtbare Folgen der mandt
Hochwaſſer=Kakaſtrop!
Tokio. Die Hochwaſſerkataſtr.
Tälern des Sungari und des No=i
der Mandſchurei hat dort beiſpiel
hinterlaſſen. Ueber 100 000 Menſchen
matlos nach Charbin geflüchtet
Hungersnot und die unhygieniſchen
möglichkeiten täglich zahlloſe neus
dern. An der Organiſierung der
beiten nehmen auch japaniſche Mille
teil.
Die Mörderin
des falſchen BourbonenA
Die Spanierin Candaleria Br
In einem kleinen Pariſer Hotel w,
jähriger Oeſterreicher, der ſich ſeit —
Edgar von Bourbon nannte, von A
din, der Spanierin Candaleria B.i
einem Raſiermeſſer ermordet. A
reichiſche Geſandtſchaft mitteilt, —
wandſchaft des Getöteten mit dem
burg=Bourbon nicht feſtzuſtellen. 2
des angeblichen Prinzen behaupte:
an dem Umſturzverſuch des jetzt vem
niſchen Generals Sanjurjo beteiligr!
20. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 231 — Seite 9
FBtiefmattent uls Berrcel.
narken=Abſchlecken mit kriminaliſtiſchen Folgen. — Ein inkereſſanker Sall aus Scokland Rard.
Briefmarken=Aberglaube wird zum Verräker. — Verbrecher als Markenſammler.
Briefmarken=Kaſſiber. — Schanghai, eine Zenkrale für Markenfälſcher.
ve kriminaliſtiſche Plauderei.
Von Dr. Herbert S. Lamberg.
närd gewiß recht ſelten auf die Idee kommen, daß
buntgedruckten Zettelchen, die als Wertmeſſer für
ejörderung in allen Kulturländern der Welt gelten,
om polizeilichen Dienſt von hoher Bedeutung ſind.
Eom beachtlichen Kriminalfall ſpielt irgendein Brief
ſo re Rolle, und wo ein Brief unter die Augen der
ymt, da findet auch die darauf klebende
Brieſ=
ſiyxeſte Beachtung der ſach= und fachkundigen Augen
lirrinaliſten. Nicht allein, daß man aus dem Stempel
art der Abſendung des Briefes erſehen will, auch
eurvendeten Markenart laſſen ſich meiſtens die
inter=
schlüſſe ziehen.
i einmal wird die Marke auf einem verdächtigen
torn nach Fingerabdrücken durchſucht, ſie wird
durch=
größert, photographiert und chemiſch analyſiert. Denn
Die Möglichkeit beſteht, daß fernſtehende Perſonen
jabdrücke während der Briefbeförderung auf der
erlaſſen haben, ſo iſt doch der Kreis derjenigen Leute,
ſuf und damit die Marke berührt haben, immer ein
ſtriter, der ſich eng um die Perſonen des
Inkrimi=
hl. Selbſt bei vervielfachter Abdruckserſcheinung iſt
heutigen techniſchen Mitteln der Abdruckanalyſe
einzelnen Spuren genau voneinander zu trennen.
es vor, daß ſich aus der Speichelauflöſung, die
Gummierung der Briefmarke befindet, wenn die
n Anfeuchter geworden iſt, genaue chemiſche
Rück=
die Perſon des Täters ergeben.
bſttllt ſich dann oft auch heraus, daß die Briefmarke von
ſder in einer ganz anderen Gegend gekauft worden
ſie verwendet wurde. Denn die Auftragung der
erfolgt an verſchiedenen Orten und kleine
Unter=
ſelebemaſſe ſelbſt ſind jeweils chemiſch genau feſt=
Venn dann eine ermittelte Perſon beſtreitet, etwa
HOrt geweſen zu ſein, wo ausſchließlich die Marken
beftimmten Gummierung verwendet und ausgegeben
kann man ihm mit neunzigprozentiger Sicherheit
Füge zeihen. Aus dieſem Grunde iſt es der Polizei
mecht, wenn von Zeit zu Zeit die Papierarten, die
hun und die Angaben der Druckereien und
Papier=
verändert werden. Denn durch dieſe zeitlich ver=
4sgabe kann man ſpäter genau feſtſtellen, wann, wo
Aichem Wege beſtimmte, ſpäter erſt verwendete Marken
wrden,
truf dieſe Weiſe zahlreiche Briefmarkendiebſtähle,
sle auf Poſtanſtalten, Raubmorde an Poſthaltern
Hefträgern uſw., manchmal noch nach 15 und
Au aufgeklärt, und die Poſtbriefmarkenſammlungen
wei dieſen polizeilichen Ermittlungen oft eine nicht
zu unterſchätzende Rolle.
Pitereſſante Weiſe wurde beiſpielsweiſe in England
Ben Jahren ein Aktienbetrugsfall aufgedeckt. Einem
ſuden für mehrere Tauſend Pfund Two=Pence=Brief=
Auuftrag gegeben, denn man läßt drüben auch die
hichaft beim Briefmarkendruck etwas verdienen, und
cer verwendete, um rechtzeitig liefern zu können, ein
eigenes Papier, weil die ſtaatlich zugeſagten Lieferungen zu
lange ausblieben. Es wurde freilich davon nur ein kleiner
Poſten gedruckt, aber doch genug, damit eine dieſer Marken
einem Beamten vom Scotland Yard zu Geſichte kam.
Dieſer hatte vergeblich den Herausgeber von falſchen
Aktien=
ſcheinen zu ſtellen verſucht, bis ihm auffiel, daß auch dieſe
Briefmarken aus demſelben Papier hergeſtellt waren, wie die
falſchen Aktien damals. Er fuhr zu dem Drucker hin, dieſer
konnte ihm genau ſagen, wohin er damals das betreffende
Notenpapier geliefert hatte, und
binnen 3 Tagen nach Erſcheinen dieſer Ausnahmeſerie
von Two=Pence=Marken war der Betrüger hinter Schloß
und Riegel.
Schon die Art und Weiſe, wie gewiſſe Menſchen Briefmarken
auf Umſchläge und Poſtkarten zu kleben pflegen, führt oft zur
Ermittlung lange geſuchter Perſonen. Man muß hier mit der
Gewohnheit rechnen.
Gibt es doch nicht wenige Menſchen, die ſich einbilden,
daß ihnen Unheil droht, wenn ſie nicht die Briefmarke
ſchräg auf den linken oberen oder mit dem Bild nach
rechts oder links auf den hinteren Teil des Briefes kleben.
Solche Merkmale find ſo zuverläſſig, daß man darauf wetten
kann, daß Verbrecher, die mit ihrem Wiſſen einmal früher durch
dieſe Eigenſchaften überführt werden konnte, alsbald nach
Ver=
laſſen des Gefängniſſes wieder damit beginnen, dieſe Methoden
anzuwenden. Nun iſt es natürlich eine leichte Aufgabe für
den Kriminaliſten, dem das bekannt iſt, aus irgendeinem
be=
liebigen Briefwechſel verdächtiger Perſonen feſtzuſtellen, daß
auch die durch ihre Eigenarten bekannten Verbrecher wieder die
Hand im Spiele haben, mögen ſie ſich nun im Briefe ſelbſt mit
Namen belegen, wie ſie wollen, die Wahrheit wird durch die
Art der Briefmarkenanbringung verraten. Deswegen fahnden
die Kriminalpoliziſten bei der Briefſuche immer ſo eifrig nach
den Briefumſchlägen, wenn ſie einmal Briefe beſchlagnahmt
haben, und wo ſie das nicht tun, begehen ſie einen ſchweren Fehler.
Zahlreiche Perſonen, die der Polizei als Verbrecher bekannt
ſind, ſind ſelbſt eifrige Philateliſten und ſorgen, wenn ſie wieder
einmal auf einige Zeit in Staatsverſorgung gehen, zunächſt
liebevoll für die Unterbringung ihrer Markenſammlung. Es iſt
gar nicht ſelten, daß ſich in der Gefängnis=Sammelſtelle, wo
die Kleider und Gegenſtände der Gefangenen bis zu ihrer
Ent=
laſſung aufbewahrt werden, mehrere Markenſammlungen von
oft beträchtlichem Wert befinden. Jede Marke wird dann
ſorg=
ſam notiert, ſo daß der Gefangene alles richtig zurückerhält.
Allerdings werden dieſe Marken auch ſorgſam darauf
durch=
geſehen, ob ſie nicht etwa aus Diebſtählen und Unterſchlagungen
herrühren; auch iſt man ſchon dahinter gekommen, daß die
Ge=
fangenen ſich ihre Albums des öfteren in die Zellen bringen
laſſen, um Kaſſiber und andere Mitteilungen auf den
Rück=
ſeiten beſtimmter Marken an die Oeffentlichkeit zu bringen.
Kurze Zeit danach erſcheinen dann Bekannte der Gefangenen,
die beauftragt ſind, ganz beſtimmte Marken aus dem Album
für den Inhaber zu verkaufen. — Immer wieder kann man
dann feſtſtellen, daß dieſe Marken mit ſichtbarer Tinte
be=
ſchrieben oder mit verabredeten Zeichen bedeckt worden ſind.
Es iſt auch für die Polizei wichtig, von jeder neu
er=
ſcheinenden Marke aller Staaten genaue Kenntnis zu haben,
denn mit dem Vertrieb von gefälſchten Briefmarken ſeltener
Ausgaben wird auch heute noch ein ſchwunghafter Handel in
allen Kulturländern geführt. Oft tauchen Phantaſiemarken auf,
die Leichtgläubigen zu horriblen Preiſen angeboten und auch
gekauft werden. In den Hotels unſerer Großſtädte tauchen
Herren mit Koffern und Taſchen auf, die angeblich von den
Poſtbehörden fremder Staaten beauftragt worden ſind im
Aus=
lande Ausſtellungen und Kommiſſionsverkäufe von
Reſtbeſtän=
den alter, wertvoller Marken zu veranſtalten und dieſe
Schwindler haben dann durch eifrigen Verkauf unter den
Hotel=
gäſten, Kellnern und Gäſten einen außergewöhnlichen ſchnellen
und guten Profit, denn eine dieſe „Seltenheiten” deckt
ge=
wöhnlich ſchon mehr als den Tagesbedarf an Geld für dieſe.
Herren. Beſonders große Schwindeleien dieſer Art wurden
mit den Ochſenkopfausgaben Mecklenburg=Schwerins, der im
Jahre 1923 herausgekommenen Krönungsſerie (25jähriges
Regierungsjubiläum) der Niederlande und den ruſſiſchen
Ueber=
druck= und Aufwertungsmarken getrieben. Nachnahmungen
wurden beſonders von den öſterreichiſch=ungariſchen
Vorkriegs=
marken, den Feldpoſtmarken der Zentralmächte und von den
Ueberdruckmarken der deutſchen Inflationsperiode hergeſtellt.
Es iſt intereſſant, daß eine der Hauptfabriken für falſche
Wertzeichen der deutſchen und öſterreichiſchen Poſt in —
Schanghai im Vorjahre aufgedeckt wurde.
Man trieb von hier aus einen ſchwunghaften Handel mit dieſen
Marken, beſonders in Amerika.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 20. Auguſt
10.10: Schulfunk: Szenen aus: Julius Cäſar, von Shakeſpeare.
15.30: Baſtelſtunde für Kinder.
17.00: München: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Werke von
Schubert, Beethoven. Joh. Strauß, Liſzt u. a.
18.25: B. Reiffenberg: Auszug aus Goethes Tagebüchern.
18.50: Prof. Klauſing: Die Erwerbsbetätigung der öffentlichen
Hand.
19.30: Annette Kolb: Aus meinem Beſchwerdebuch.
20.00: Berlin: Hallo. Funkausſtellung 1932. Ein Funkpotpourrt
Leitung: Cornelis Bronsgeeſt.
22.20: Zeit, Wetter. Nachrichten, Sport.
22.45: Köln: Nachtmuſik
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Sonnabend 20. Auguſt
10.10: Schulfunk: Szenen aus Julius Cäſar v. Shakeſpeare (engl.),
11.00: Zur Unterhaltung: Erlebniſſe aus der Sahara.
15.00: Kiderbaſtelſtunde.
15.45: Margarete Weinberg: Helfende Kinderhände.
16.00: Dr. Hoffmann=Harniſch: Falſche Berufsromantik.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Sprmger: Geſundheitsgefährliche Pflanzen.
17.50: Bürgermeiſter Nath: Fremdenverkehr und Verkehrswerbung.
18.06: Muſikaliſche Wochenſchau.
18.30: Dr. Günther: Der ewige Harlekin (mit hörßzeniſchen Bet=.
ſpielen).
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.30: Rektor Siebers: Kirche und Jugenderziehung.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Hallo, Funkausſtellung 1932. Funkpotpourri. Leitung: C.
Bronsgeeſt.
Anſchl. Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
ca. 22.30: Köln: Nachtmuſik und Tanz. Leitung: L. Eyſoldt.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwwortlich für Polltik und Wirtſchaff: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
(i V. Dr. C. H. Quetſch); für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt:
Andreas Bauer; ſür „Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert
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Druck und Verlag: S. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
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FC. Union Darmſtadt — SV. 98 Darmſtadt.
Das für Darmſtadt bis jetzt wohl intereſſanteſte Treffen der
Verbandsrunde dürfte das Spiel obiger Lokalgegner am
kom=
menden Sonntag 11 Uhr, auf der Rennbahn ſein.
Stoßen doch hier zwei Mannſchaften von gleicher Stärke
aufein=
ander, jede verſucht ſchon jahrelang eine Sonderſtellung im
Darm=
ſtädter Fußball zu erlangen. Den Sieger im Voraus zu tippen, iſt
bei der Gleichwertigkeit der Gegner gewagt. Wenn auch SV. bis
jetzt noch keine Punkte erringen konnte, ſo darf man der Elf das
Können nicht abſprechen, und ihre ſeitherigen Gegner dürften mit
zu den Beſten unſerer Klaſſe zählen. Union dagegen ſcheint
die=
ſes Jahr etwas mehr vom Glück begünſtigt, konnte ſie doch ihren
1. Gegner überzeugend ſchlagen, und ſelbſt ihr zweites Spiel am
Vorſonntag konnte ſich trotz erſatzgeſchwächter Mannſchaft ſehen
laſſen. Hoffentlich erobern ſich beide Teams durch anſtändige
Spielart die Sympathien der ſicher zahlreichen Zuſchauer.
Vor=
her Reſerven.
Sp. V. 1898 (Jugend).
1a.=Jgd. — 1. Jgd. Arheilgen dort, Abfahrt mit Rad 8.15
Uhr Ecke Arheilgerſtraße und Rhönring. — 1b.=Jgd. — 1. Jgd.
Griesheim dort, Abfahrt mit Rad 8.15 Uhr Feſthalle. — 1.
Schü=
ler — 1. Schüler Griesheim, hier, 9 Uhr.
Polizei Darmſtadt—Rot=Weiß Darmſtadt.
Zum zweiten Meiſterſchaftsſpiel der diesjährigen
Verbands=
runde treffen ſich die beiden Lokalrivalen. Auf den erſten Blick
wird man dem vorjährigen A=Meiſter gar keine Siegeschancen
einräumen können. Die Rot=Weißen haben am vergangenen
Sonntag im Spiel gegen Eberſtadt ihre Schwächen zu deutlich
gezeigt. Der Mannſchaft fehlt vor allem Taktik und
Spielerfah=
rung, um gegen Gegner wie Polizei beſtehen zu können. Die
Polizeimannſchaft ſtellt ſich mit dieſem Spiel ihrem eigenen
Publikum vor. Das wird Anſporn genug ſein, auch die Leiſtun=
gen entſprechend zu geſtalten. Die Poliziſten haben in ihrem
erſten Spiel gegen Arheilgen ordentlich gefallen. Wir hoffen,
daß die Polizeimannſchaft an die vorſonntägigen Leiſtungen
an=
knüpft und zwei wertvolle Punkte einheimſt. Spielbeginn 16 Uhr
Polizeiſportplatz. Vorher, 14 Uhr, treffen ſich die
Ligareſerve=
mannſchaften beider Vereine.
Rot=Weiß Darmſtadt.
Zum nächſten Verbandsſpiel am Sonntag muß die Liga ſowie
Reſerve gegen die Polizei auf deſſen Platz antreten. Die
Leiſtun=
gen der Ligamannſchaft in den zwei erſten Spielen haben, eine
Mannſchaftsumſtellung notwendig erſcheinen laſſen. Die
Mann=
ſchaft ſpielt an dieſem Sonntag in folgender Aufſtellung:
Hahn=
dorf — Wettengl 1—Wettengl 2. — Fehlberg — Neuber — Delp
— Vogelmann — Müller — Süßenböck — Hamm — Engel. Beide
Mannſchaften treffen ſich zum Umkleiden bei Löffler. — Reſerve
1 Uhr, Liga 3 Uhr.
SV. 1910 Weiterſtadt—Germania Leeheim.
Zum erſten Verbandsſpiel empfängt SV. 1910 Weiterſtadt
am kommenden Sonntag Germania Leeheim. Die Gäſte haben
ſchon jedes Jahr einen guten Eindruck hinterlaſſen. Die
Einhei=
miſchen müſſen ſich ſchon mächtig ſtrecken, um Sieg und Punkte
zu erhalten. Hoffentlich ſtellen ſich die Spieler dem Verein
reſt=
los zur Verfügung. Mit einem ſpannenden Spiel dürfte daher
zu rechnen ſein. Spielbeginn 16 Uhr 2. Mannſchaft hat um
14.15 Uhr die 3. Mannſchaft der Polizei Darmſtadt im
Ver=
bandsſpiel zu Gaſt.
Die 1. Handballelf hat um 13.15 Uhr die 2. Mannſchaft von
Rot=Weiß Darmſtadt zu Gaſt. Da auch hier die Verbandsſpiele
beginnen, dürfte man auf das Abſchneiden geſpannt ſein.
Am Sonntag iſt alſo guter und reichhaltiger Sport geboten.
Spielvereinigung 1928 Groß=Umſtadt.
Zum erſten Verbandsſpiel auf heimiſchem Platze empfängt
die SpVgg. den Nachbarn aus Lengfeld. Das Zuſammentreffen
dieſer beiden Gegner wird immer von den zahlreichen Zuſchauern
mit großer Spannung erwartet, zumal dieſem Treffen der Reiz
eines Lokalkampfes anhängt. Die Platzherren, die am Samstag
einen ſchönen 4:2=Sieg von Michelſtadt heimbringen konnten,
müſſen gegen die kampferzogenen Gäſte ſehr auf der Hut ſein.
Spielbeginn 4 Uhr. Vorher ſpielen Jugend und Schüler beider
Vereine.
SC. Hota — Sppg. Arheilgen 04, A. H., 1:0 (0:0).
Obige Mannſchaften trafen ſich am Donnerstag am Arheilger
Mühlchen zu einem Freundſchaftsſpiel, welches ſehr fair
ausge=
tragen wurde. Der einzige Treffer fiel in der 2. Halbzeit
für Hota.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Mörfelden.
ſtellen, daß bei den Hieſigen immer noch einzelne Mängel in der
Mannſchaft beſtehen, die, wenn man Erfolg erzielen will,
unbe=
dingt ausgemerzt werden müſſen.
Wir dürfen trotzdem die Frage nach dem Sieger am
kom=
menden Sonntag offen halten, wenn man auch Mörfelden ein
kleines Plus zuſchreiben kann, ſo darf man nicht vergeſſen, daß
die hieſige Elf in den vergangenen Spielen zumindeſt einen
eben=
bürtigen Gegner abgab.
Darmſtadt wird zu dieſem Treffen in etwas veränderter
Auf=
ſtellung antreten, und wenn nicht alles trügt, ſollte in dieſer
Kom=
bination ein Sieg herauszuholen ſein. Es dürfte ein ſpannender
Kampf zu erwarten ſein. Spielbeginn 3.30 Uhr. Vorher, 1.50
Uhr, ſtehen ſich die Reſervemannſchaften gegenüber. — Weitere
Spiele: Darmſtadt 3a — Darmſtadt 3b, 12.15 Uhr. — Darmſtadt
A.H. — Wixhauſen A.H., 11 Uhr. — Darmſtadt 2. Schüler —
Arheilgen 1. Schüler. — Darmſtadt 1. Sch. — Wixhauſen 1. Sch.
Handball.
SV. 98—Braunshardt.
Auf das am Sonntag nachmittag um 3 Uhr ſtattfindende
Verbandsſpiel obiger Mannſchaften wird hiermit nochmals ganz
beſonders hingewieſen. Da Braunshardt eine ſehr ſpielſtarke
Mannſchaft in den Kampf ſtellt, iſt mit einem ſehr ſpannenden,
ganz auf Kampf eingeſtellten Spiel zu rechnen. Der äußerſt
flinke und ſehr wurfgewaltige Sturm der Braunshardter wird
die Hintermannſchaft der 98er zur Hergabe ihres ganzen
Kön=
nens auffordern. Die 98er treten in ihrer ſtärkſten
Mann=
ſchaftsaufſtellung an. Vorher findet ein Spiel der
Reſervemann=
ſchaften der beiden Vereine ſtatt.
Rot=Weiß — Tv. Königſtädten.
Am kommenden Sonntag, den 21. Auguſt empfängt die
Liga=
mannſchaft von Rot=Weiß die gleiche des Tv. Königſtädten.
König=
ſtädten hat es durch ſeine gute und immer gleichmäßige Spielweiſe
verſtanden, in der letzten Verbandsrunde die A=Meiſterſchaft zu
erringen. Auch bei den Aufſtiegſpielen gingen die Turner als
Meiſter hervor und haben ſich ſo bis zur höchſten Klaſſe, der
Liga=
klaſſe emporgearbeitet. Wenn aber bei uns in Darmſtadt über
die Spielweiſe von Königſtädten ſehr wenig bekannt iſt, ſo darf
man aber annehmen, daß das Können ſehr groß iſt. Der letzte
Sonniag hat dies bewieſen, konnte doch der Liganeuling am
Ar=
heilger Mühlchen über die Sppg. 04 den Sieg davontragen.
Rot=Weiß aber wird aus der hohen Niederlage gegen Spv. 98
ſeine Lehren gezogen haben und wird ſich gerade auf eigenem
Platz ſehr anſtrengen, um durch einen Sieg alle Befürchtungen
ab=
zuwehren. — Es ſei an dieſer Stelle erwähnt, daß auf die heiße
Witterung ſowie auf das um 4 Uhr auf dem Polizeiſportplatz
ſtattfindende Fußballſpiel Polizei — Rot=Weiß Rückſicht
genom=
men wird, und das oben erwähnte Handballſpiel erſt um 6 Uhr,
auf dem Rot=Weiß=Platz an der Rheinallee, beginnt.
Handball in der 9.T.
Am kommenden Sonntag herrſcht am Müllersteich wieder
reger Spielbetrieb. Im Haupttreffen trifft Darmſtadts 1. Elf
auf die ſpielſtarken Mörfelder, die auch in dieſem Jahr wieder
Anwärter auf die Kreismeiſterſchaft ſind. Darmſtadts Elf mußte
auch am letzten Sonntag geſchlagen das Feld verlaſſen, man wußte
ja im voraus, daß es für einen Neuling ſchwer halten würde,
aus Urberach Punkte mitzunehmen, andererſeits konnte man feſt=
Kreisklaſſe: Arheilgen-Bensheim, Griesheim—Worfelden,
Pfungſtadt—Sprendlingen, Vorwärts Langen—Bickenbach.
Meiſterklaſſe 1: Reichsbahn-Beſſungen, Tgſ. 1875
Darm=
ſtadt—Heppenheim, Seeheim-Lorſch, Hahn—Egelsbach.
Meiſterklaſſe 2: Tgde. 1846 Darmſtadt—Groß=Gerau.
Wolfs=
kehlen—Nauheim. Walldorf-Büttelborn, Erfelden—
Waller=
ſtädten.
A=Klaſſe 1: Hähnlein-Kirſchhauſen, Auerbach-Zell,
Hütten=
feld-Zwingenberg, Birkenau—Schwanheim.
A=Klaſſe 2: Nieder=Ramſtadt—Gernsheim. Crumſtadt—Groß=
Hauſen, Griesheim-Biebesheim.
A=Klaſſe 3: Ober=Ramſtadt—Weiterſtadt, Erzhauſen—
Urbe=
rach, Buchſchlag—Poſtſpv., Münſter—Eberſtadt.
Zum erſten Spielſonntag fällt neben der ſtarken Beteiligung
beſonders noch die neue Klaſſeneinteilung auf. Mit je 8
Mann=
ſchaften in einer Gruppe haben die Vereine jetzt beſſere
Gelegen=
heit, ein verlorenes Spiel wieder aufzuholen. Zu begrußen iſt
ferner die zweckmäßige Einteilung der A=Klaſſe. Unter dieſen
Umſtänden wird ſich die Spielſtärke der kleinen Vereine bald
heben, und dem Starken bietet ſich die Gelegenheit, im nächſten
Jahre bereits Meiſterklaſſe zu ſpielen. An der Bergſtraße
erwar=
ten wir Auerbach an der Spitze. In der Riedgruppe werden
wohl Crumſtadt und Nieder=Ramſtadt ſich den Sieg ſtreitig
machen. Im Norden gibt das erſte Spiel in Ober=Ramſtadt
be=
reits Aufſchluß, wer der Stärkere iſt. Wir nehmen auch
Eber=
ſtadt mit in den Wettbewerb. — In der Meiſterklaſſe iſt die
Frage offen. Zu den beſten Mannſchaften darf man Reichsbahn
und Lorſch zählen. Im Ried ſieht man nach dem erſten Treffen
in Walldorf gegen Büttelborn klarer. Auch Nauheim iſt ein
ernſter Bewerber. — Der erſte vollbeſetzte Sonntag in der
Kreis=
klaſſe bietet kein großes Rätſelraten. Arheilgen, Griesheim und
Pfungſtadt als Platzvereine werden ſich die Punkte holen,
wäh=
rend Langen gegen Bickenbach kaum aufkommen wird.
Zur Berichterſtattung wird die Einhaltung folgender Zeiten
empfohlen: Kreisklaſſe um 6 Uhr, Meiſterklaſſe 6.30 Uhr, A=Klaſſe
7 Uhr. Der Anruf der Tel.=Nr. „2389 nur” iſt Pflicht.
TGS. 1875 Darmſtadt — TV. Heppenhein
Am kommenden Sonntag nehmen die Pflichtſpäe
ſterklaſſe im Main=Rhein=Gau ihren Anfang. Im an
treten ſich auf dem Sportplatz an der Kranichſteiner
1. und 2. Mannſchaften obengenannter Vereine ge
ſtehen zwei ſpannende Spiele in Ausſicht — In beſtei
ſind noch die vorjährigen Begegnungen, die beide erſi
aber ſchönen Kämpfen zugunſten der 75er endeten.
Die Platzbeſitzer, durch Abwanderungen und
S=
dener guter Spieler ſtark erſatzgeſchwächt, müſſen ale
wenn ſie auch dieſes Jahr ſich die Punkte ſichern urd
ſtigen Platz in der Tabelle erreichen wollen.
Spielbeginn: 1. Mannſchaften 3.30, 2. Garnitu/
TG. Darmſtadt 1846 — TV. Groß=Gerau
Mit dem kommenden Sonntag beginnt wiede
ſpielreihe des 3. Gaues vom Main=Rhein. Auch die
wieder zu dieſen Spielen ihre 1. und 2. Mannſchaft
aufgeſtellte Jugendmannſchaft. Nach neu eingeteilte
ſtellung werden die 46er Mannſchaften, in dieſem
Riedgruppe ſpielen, und empfangen als erſten Gegn
neuen Woogswieſe, die nicht unbekannten 3. Mam
Turnvereins Groß=Gerau. Es ſind dies nach ſehr
die erſten Spiele, die die 46er wieder austragen, uu
bei den erſten Spielen ſchon feſtſtellen können, ob di
ten während ihrer Pauſe eifrig geübt haben und u.
tung des Trainers etwas gelernt haben. Die Groß=
G=
ſchon immer ein ſchwer zu nehmender Gegner für
werden auch nicht gewillt ſein, die erſten Punkte
zu laſſen. Um 1 Uhr nachmittags ſtehen ſich die
ſchaften 2.15 Uhr die 2. Mannſchaften und um 3.30
Mannſchaften obiger Vereine gegenüber. Es iſt mi
Handballſpielen zu rechnen.
Leichkakhlekik.
Städtemannſchaft Dieburg—Rot=Weiß.
Die Leichtathleten von Wot=Weiß treten herue
ihrem letzten auswärtigen Klubkampf gegen Dielu
dem Vorkampf konnte Dieburg mit knappem Vorſp
ger hervorgehen. Es dürfte auch in dem herrle
Schloßpark in Dieburg zu ſpannenden Kämpfen korm
Die Abfahrt der Teilnehmer iſt pünktlich 5
Muſeum. Es kommen folgende Wettkämpfe zum
Meter, 200 Meter 400 Meter, 1500 Meter, 3000 Dd
Meter, Schwedenſtaffel, 10X½=Rundenſtaffel. Kuge
kuswerfen, Speerwerfen, Schleuderball, Weitſprung
ſprung.
Tennis.
Klubturnier des Tennis= und Eisklubs Darmſtad
Der Freitag war ein Kampftag erſter Ordnung,
eine Reihe wichtiger Entſcheidungen fielen. Im
He=
wurden die vier Letzten ermittelt. Kleinlogel, Sigwcr
Werner haben ſich aus dem Felde der 24 Teilnehmer
ſchlußrunde qualifiziert. — Im Dameneinzel A ein
Scriba überraſchend glatt 6:2 6:3 gegen Frl. Pfod
Endrunde, die ſie gegen Fr. Ulenberg zu beſtreiten
im Herrendoppel, Klaſſe 4, wurden die Vorſchluß
ermittelt. Leider treffen die beiden ſtärkſten Paare
und Kleinlogel=Werner bereits in der Vorſchlußrunde
Hälfte zuſammen. Unten ſpielen Sigwart=Sennewad
lin=Steffan. Im Damendoppel erreichten Fr. Ulenk,
ner und Frl. Scriba=Frl. Unckell das Finale. — Frl.
Frl. Reuling=Langenbach, Frl. Pfotenhauer=Kleinlc,
Ulenberg=Müller werden im gemiſchten Doppel ohne A
beiden Schlußrundengegner ermitteln. Frl. Ringer=u
hier Frl. Scriba=Werner nach hartem Kampf 5:7, 6il
Reuling=Langenbach beſiegten Frl. Brink=Brieger 62
Pfotenhauer=Kleinlogel holten ſich einen 6:3, 6:3=Sict
Unckell=Sennewald und Fr. Ulenberg=Müller zei
Büchner=Dr. Merck überlegen. — Im Dameneinzel
ſteht Frl. Wöhler im Endſpiel, in dem ſie gegen die
der Begegnung Fr. Wißmann=Fr. Mößner zu ſpiel=
Herrenſpiel, Klaſſe B ſieht Kreiſel und Wöbke in da
— Im Gemiſchten Doppel mit Vorgabe kamen die Ko=
Fr. Wißmann=Zimmermann, Frl. Scriba=Steffan. S
Müller, Fr. Reuling=Kleinlogel in die 2. Runde. In
ſtehen bereits Frl. Dr. Sior=Brieger durch einen a7
über Frl. Lembke=Eſſelborn. Auch das Gemiſchte Dor
paare wurde weit gefördert. Fr. Mößner=Dr. Mößmi
auf der einen Seite der Ausloſung bereits das Endul
gegen die Sieger aus der Begegnung Fr.
Vierhell=
heller—Fr. Merck=Dr. Merck zu beſtreiten haben.
Das wichtigſte und beſte Spiel des Samstags
Zweifel das Doppelſpiel zwiſchen Kleinlogel=Werne=
Müller werden, aber auch ſämtliche weiteren auf dr
grogramm ſtehenden Treffen ſind ſportlich ausgezeich”
ſprechen beſten und intereſſanten Verlauf. Es ſind un
vorgeſehen: Claß—Werner, Kleinlogel—Sigwart, Ci
Kleinlogel=Werner, Sigwart=Sennewald—Steffan=Co
Claß=Ringer—Frl. Reuling=Langenbach, Dr. Merck—
André—Dr. Mößner uſw. — Die Tunierleitung mach
ausdrücklich darauf aufmerkſam, daß am Samstag.
beginn für ſämtliche Teilnehmer auf 15.30 Uhr feſtge=
99
Ja. da Sie verheiratet sind--
3)
Roman von Alfred Carl.
Ohrenbetäubendes Trampeln empfängt den Doktor, als er
den Hörſaal betritt. Das Getrampel von hundert Füßen ſpricht
eine eigene Sprache — und es gab Herder ſonſt ſtets zu
ver=
ſtehen, wie beliebt er bei ſeinen Studenten iſt. Heute aber
glaubt er Schadenfreude und Spott herauszuhören . ."
Er muß ſich erſt energiſch über die Augen ſtreichen und die
Gedanken an ſein Thema gewaltſam herbeirufen. Seltſam:
Vorhin, in der Buchhandlung noch, hat er doch bis zuletzt von
nichts anderem geſprochen — und die kurzen Minuten, die
da=
zwiſchen liegen, haben alles wie mit einem Zauberſchlage
aus=
gelöſcht.
Einmal will ich offen ſein.
Nur noch fünf Tage bis zum „Großen Preis”! Es iſt
Lutz’ erſter Gedanke, als er erwacht. Er begleitet ihn nach
Karlshorſt — läßt ihn dort, wo die Entſcheidung fallen wird,
erſt recht nicht los
So dreht ſich Lutz Ueberlegung im Kreiſe: Wenn Lee nicht
reitet, wird „Sonnenkönig” geſtrichen. Wenn „Sonnenkönig”
dem Rennen fernbleibt, kann er nicht gewinnen —
logiſcher=
weiſe! Gewinnt er nicht, wird Ihlenfeldt natürlich übler
Laune ſein. Schlechte Laune des Konſuls macht eine Beichte
ungeheuer gefährlich.
Aber wenn Beate nicht länger bei der Stange bleibt, iſt
das Bekenntnis unvermeidlich. Und ſtimmt er ſie wirklich noch
einmal um — wäre das viel mehr als ein neuer kurzer
Aufſchub?
Ja, wenn „Sonnenkönig” ſiegen würde . . . und wenn
Dorrit und Herder. und wenn vor allen Dingen Beate und
er ſelbſt . . . ja, wenn ſich das alles ſo nach ſeinen Wünſchen
(Nachdruck verboten.)
fügen würde! Sonſt ſteht am Ende vielleicht wieder etwas
wie der Sportkurier und Frau Lembkes.
„Abwarten, Lutz, in fünf Tagen weißt du’s wahrſcheinlich.
Wenn es ſein ſoll, geht’s gut, und ſoll es nicht ſein, dann
wird’s auch mit noch ſoviel Kopfzerbrechen nichts!”
Ziemlich früh ruft der Konſul an.
„Mein lieber Ott, ich muß Sie um einen großen. Gefallen
bitten. Herr Leo Rallnik — Ihnen ja wohl auch bekannt — iſt
heute abend mein Gaſt. Ich mußte neulich mal eine Einladung
won ihm annehmen, und geſtern rief er mich an, er hätte etwas
mit mir zu beſprechen. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Bitte,
re=
vanchieren Sie ſich, Herr Ihlenfeldt. Herr Rallnik legt gerade in
letzter Zeit beſonderen Wert auf die Verbindung mit mir — ich
teile dieſen Wunſch zwar nicht, aber ich kann den Mann ſchwer
ganz überſehen.
Aber ein Abend mit Herrn Rallnik allein im Hotel — das
iſt mir beim beſten Willen zuviel. Einen Haushalt führe ich in
Berlin ja nicht — ich habe mir alſo erlaubt, ihn zu Ihnen zu
bit=
ten. Heute abend um halb neun, meine Tochter kommt auch mit
— dann wird’s nicht ſo ſteif, läßt Sie Ihnen beſtellen. Nicht wahr,
Sie tun mir den Gefallen? Ihrer Gattin im voraus meinen
herz=
lichſten Dank.”
Mit langem Geſicht legt Lutz den Hörer auf die Gabel
zu=
rück. Zwei Prominente des Rennſports in der Corneliusſtraße —
eine Belaſtungsprobe, wie ſie der Potemkinhaushalt bisher trotz
aller unvorhergeſehenen Abenteuer nicht zu beſtehen hatte. Dabei
hat er ausgerechnet an dieſem Tag ſoviel zu tun, daß er bis gegen
Abend in Karlshorſt feſtgehalten wird.
Hilft nichts, Dienſt iſt Dienſt — und dazu gehören auch
geſell=
ſchaftliche Pflichten.
Zum Glück erreicht er Beate noch zu Hauſe. So ſchonend wie
möglich bringt er ihr bei, was ſie am Abend erwartet.
Aber Beate bewährt ſich wieder in ihrer überlegenen
Zuver=
läſſigkeit und Treue zum einmal gegebenen Verſprechen. Alle
zweckloſen Beſchwerden und Vorwürfe bleiben Lutz erſpart, und
ſie einigt ſich ganz ſachlich mit ihm darüber, was zu tun iſt, und
wie man die Geſchichte am beſten anpackt.
Dies wäre zu tun — das nicht zu vergeſſen — darauf hätte
man zu achten — daran zu denken
„So, Lutz, das wäre wohl alles! Dann bis nachher — wir
ſchaffen es ſchon.
Lutz kommt erſt kurz vor acht abgehetzt in der Corneliusſtraße
an — und ſtellt voll freudigen Staunens feſt, daß nichts beſſer
vorbereitet ſein könnte, wenn Beate in Wahrheit ſeine Frau wäre.
Er hätte dann beſtimmt das große Los gezogen — eine
Empfin=
dung, die er ja nicht erſt ſeit heute hat
Frau Lembkes iſt ſchon ſeit dem Vormittag in Aktion und hat
die Wohnung inſtand geſetzt. Im Speiſezimmer ei=
Tafel, mit der man ſich auch vor einem Ihlenfeldt
ſtecken braucht. Eſſen und Weine in tadelloſer Zuſa nt
von einer Stadtküche geliefert — Frau Lembkes br
letzte Hand anzulegen. Zum Servieren hat Beate eſt
ner beſtellt; der Mann wartet bereits in der Küche.
Lutz braucht nur zu baden und ſich umzuzieE
einfach alles für ihn zurechtgelegt. Und dami
genug — Beate iſt auch ſchon angezogen und empfn
Am liebſten wäre ihr Lutz wieder einmal u
gefallen. Aber er darf es ja nicht — das würde in
der ſchönen Wirklichkeit und nicht in die Szenenfolg
gehören. Außerdem muß er ſofort ins Bad. Dem
der Ruf der Pünktlichkeit voraus.
Ihlenfeldts kommen auch kurz näch halb nean
Minuten nach Herder, der überall grundſätzlich mit *
ſchlag einzutreffen pflegt. Nur Dinge von äußerſter
können ihn dieſe lobenswerte Regel ausnahmswei
laſſen.
Der alte Herr überreichte Beate herrliche Roß
ſicher, optimiſtiſch wie gewöhnlich, und zu hundert
der Höhe — aber Beate wird ein wenig rot und .
Minuten nicht ganz gewachſen. Man ſteht ziemlick
Diele herum.
Aber diesmal iſt noch ein vierter Regiſſeur vor.
deſſen geheimer Tätigkeit Beate nichts weiß. Dorrn
ſofort ihre Beſchäftigung vor dem Spiegel. Sie
he-
der einen und ihren Vater auf der anderen Se
bugſiert ſie ins Zimmer.
„Sicher gefällt’s dir hier ebenſo gut wie mir, 4
Zeit, daß du einmal herkommſt.”
Alle vier ſtehen gerade auf dem Balkon, als un
hundertpferdiges grellrotes Ungetüm bremſt.
Der Herr des Würfelhauſes am Stölpchehſee
unter einem überladenen Rieſenſtrauß. Mit ſein
geſtalt und ſeiner dröhnenden Stimme geht er Beats
Augenblick an empfindlich auf die Nerven — ſie
ſchon angeſpannt genug. Dabei gibt er ſich die 9
und verſucht ein Kompliment durch das nächſte zu
Lutz ſtößt Beate verſtohlen an, als die beidem
ſich begrüßen. Rallniks gemachte Vertraulichkeit und
würdige Art, in der der Konſul Diſtanz hält,
amüſante Studie.
Vor dem Eſſen nimmt Ihlenfeldt Lutz einen
beiſeite.
(Fortſetzung folgt.)
neuen deutſch=belgiſchen Kohlenverhandlungen.
Noch keine Klarheit über das katſächliche Ergebnis ſeitheriger Beſprechungen.
Die franzöſiſche Handelsbilanz.
an das Einfuhr=Konkingenk.
iſche Regierung will, nachdem die Beſprechungen
zwi=
hu utſchen und den belgiſchen Kohlenproduzenten in Köln
ſmnd, nunmehr wieder unmittelbare
Regierungsbeſpre=
er die Herabſetzung des Einfuhrkontingentes für deutſche
eheiführen. Dieſe Verhandlungen könnten ſchon zu
Be=
ſirhſten Woche in Brüſſel beginnen. Die von deutſcher
enſſeite gemachten Vorſchläge, Belgien möge im Falle
bietzung des Kontingents für einzelne Kohlenſorten
ge=
uugungen zugeſtehen und die belgiſche Kohleninduſtrie
gene Produktion einſchränken, haben keine günſtige
gefunden. In der Frage der Einfuhrbeſchränkungen für
In obile und Filze befindet ſich die Regierung in Unter=
Rrnit auswärtigen Staaten.
rkehende Meldung aus Brüſſel gibt, wie die
Korreſpon=
u rie und Handel” auf Grund amtlicher Feſtſtellungen
ſoen Inhalt der bisherigen Beſprechungen nicht ganz
zu=
ſiwer. Tatſächlich waren an den Verhandlungen auch
elen beteiligt. Es wurde auch nicht eine ausgeſprochene
hu deutſcher Kohlen vorgeſchlagen, vielmehr wurde
ext darauf gelegt, daß die belgiſche Regierung die Koh=
Nortingente nicht mehr einſchränken ſollte, als die eigene
ſucktion. Ein anderer Standpunkt konnte wohl auch bei
um Regierungsbeſprechungen nicht eingenommen
ſchen wird von privater Seite aus Brüſſel gemeldet, daß
e Regierung die Kontingente bereits ſeit Anfang Auguſt
m50 Prozent durch Einziehung der Hälfte der
Einfuhr=
vurbgeſetzt habe. Dieſe Meldung iſt bis jetzt nicht als
ſie eichnen. Der Vertreter der belgiſchen Regierung hat
ſtlandlungen in Köln ausdrücklich betont, daß die bisher
Kantingente auch heute noch von ſeiten des Ruhrberg=
Auusgenützt werden könnten. Es liege noch keine Be=
Us dem Ruhrgebiet vor, daß etwa die Kohlenausfuhr
ſien neuerdings auf Schwierigkeiten ſtoße, die den
bisheri=
ſöungen nicht entſprechen würden.
TMenförderung des Ruhrgebietes im Juli.
ſbi at Juli 1932 wurden insgeſamt in 26 Arbeitstagen
Fe Kohle gefördert gegen 5 802 219 To. in 25.74
Arbeits=
ſni nat Juni 1932 und 7 275 934 To. in 27 Arbeitstagen
Fftli 1931.
hüf stäglich betrug die Kohlenförderung im Juli 32
9 xegen 225 416 To. im Juni 1932 und 269 479 To. im
serzeugung des Ruhrgebietes ſtellte ſich im Juli
34 415 To. (täglich 40 465 To.), im Juni 1932 auf
(42 966) und 1 625 977 To. (52 451 To.) im Juli 1931.
und auch Sonntags in Betrieb.
ſei kettherſtellung hat im Juli 1932 insgeſamt
IAletragen (arbeitstäglich 8771 To.) gegen 198 179 To.
Runi 1932 und 277 903 To. (10 293 To.) im Juli 1931.
rände der Zechen an Kohle Koks und
le (d. ſ. Haldenbeſtände, ferner die in Wagen, Türmen
befindlichen, noch nicht verſandten Mengen einſchließl.
1Preßkohle, letztere beiden auf Kohle zurückgerechnet) ſtell=
04 Juli 1932 auf rund 10.17 Mill. To. gegen 10.20
Ande Juni 1932. Hierzu kommen noch die Syndikatsläger
ia L,42 Mill. To.
ſamtzahl der angelegten Arbeiter ſtellte
H1 1932 auf 198 343 gegen 200 389 Ende Juni 1932 und
ze Juli 1931
K11 der Feierſchichten wegen Abſatzmangel be=
Umhs uli 1932 nach vorläufiger Ermittelung auf rd. 846 000.
Uſichte etwa 4,27 Feierſchichten auf einen Mann der
Ge=
t und Frankfurker Effekkenbörſe.
Mü xeſtern nachmittag zu erwartende Einigung zwiſchen
ſieng und der Reichsbank hinſichtlich der Finanzierung
beſ chaffung gab der geſtrigen Berliner Börſe einen
Mtmulus. Man kommt wohl mehr und mehr zu der
Aag, daß die notwendige Kreditausweitung zwar keine
ür für die Währung bedeutet, daß aber das Wirtſchafts=
Nihg oßzügig durchgeführt, doch eine Belebung aller ver=
Imduſtrien zur Folge haben muß. Hinzu kommt, daß
börſentechniſch ſtark bereinigt ſind, daß ſchwimmende
uum noch vorhanden iſt, ſo daß ſchon relativ kleines
e Stückeknappheit hervorruft. Am Farbenmarkt fielen
e Abgaben für ſüddeutſche Rechnung vollkommen weg,
Störungsmoment nicht mehr vorhanden war. Wieder
der Hauptſache Spezialwerte, die größeres Geſchäft und
lngen aufzuweiſen hatten. Im Vordergrunde des
In=
en, wie ſchon geſtern abend in Frankfurt a. M.,
Mon=
tinter Führung von Harpener und Mannesmann. Aber
arkanteile plus 3½ Proz. Bremer Wolle mit plus 3,25
hmunder Union mit 2 25 Proz. Polyphon mit plus 3,5
ichmidt mit 2,5 und Elektriſch Lieferungen mit plus 2½
geſteigert. Weſteregeln notierten dagegen, anſcheinend
hl sangebot, 3 Proz. niedriger. Bei den Großbanken
er eingang etwas unterſchiedlich. Man hatte den
Ein=
eine Kaſſawerte von der Kundſchaft bevorzugt
wer=
d die variablen Papiere etwas mehr in den Hinter=
Dies war vielleicht auch der Grund, weshalb nach
Kurſen meiſt kleine Kursabbröckelungen von 0.50—0,75
ustellen waren.
Frankfurter Börſe blieb die Grudnſtimmung wei=
Im Verlauf der Bewegung der letzten Tage waren
ſtärker bevorzugt, während die führenden Papiere des
ro= und Montanmarktes nur geringe Befeſtigungen
Ors Geſchäft iſt nicht ſonderlich groß. Teilweiſe ſtehen
eis des Publikums auch ſchon wiederVerkaufsaufträge
a der Kursgewinn der letzten Tage zu Realiſationen
dererſeits herrſcht am Markt jedoch eine gewiſſe
Mate=
die die Aufwärtsbewegung begünſtigt. Der Farben=
Eie nur ½ Prozent höher und blieben JG. ſo
angebo=
neigen Chemiewerten waren Erdöl 1½ Proz. Gold=
/B oz, höher. Stärker befeſtigt waren auch
Montan=
esmann im Verlaufe 1.75 Proz., Rheinſtahl 1, Stahl=
Pſönix und Gelſenkirchen ie 0.25 Proz, höher.
Harpe=
us an der vorgeſtrigen Abendbörſe, ſtärker anzogen,
inn %a Proz, ſchwächer, doch konnte ſich der Kurs ſpä=
Mm 1 Prozent befeſtigen. Elektroaktien meiſt gut
be=
ckert Geſfürel 1,75 Proz höher. Kunſtſeideaktien
Eigt, Zellſtoffwerte ruhig, Schiffahrtsaktien teilweiſe
ennd. Schwächer lagen am Kalimarkt auch Salzdet=
genüber ihrem geſtrigen Höchſtkurs 3,5 Proz. verloren.
war der Markt für Einzelwerte, da das Publikum
hüllige, d. h. zurückgebliebene, noch niedrig im Kurſe
te bevorzugt. Mainkraft waren plus angeſchrieben,
Daimler 1 Metallgeſellſchaft 1½ Prozent höher. Am
eröffneten Alt= und Neubeſitz zu Beginn unverändert.
Neubeſitz etwas freundlicher. Späte Schuldbücher
1 58 25. Im Verlaufe blieben die Kurſe gut behauptet.
Abendbörſe war das Geſchäft ſtill. Die Kurſe
iet, teilweiſe eher etwas abbröckelnd. Da
Publikums=
mn ſehr geringem Umfange vorlagen, ſchritt die
Ku=
en Abgaben und Realiſationen. Anregungen lagen
Farben eröffneten 0.25 Prozent niedriger, konnten
ſ aber wieder ausgleichen. Elektrowerte lagen be=
Munnktien waren wieder etwas bevorzugt, doch blieben
hier meiſt behauptet. Schiffahrtsaktien waren leicht
Deer Rentenmarkt war ſtill und unverändert. Im
Procht Die Börſe gut behauptet. JG. Farben ſchloſſen bei
Rückgang der Ein= und Ausfuhr.
Der franzöſiſche Außenhandel weiſt in den erſten ſieben
Mona=
ten des laufenden Jahres einen Einfuhrüberſchuß von 6154 Mill.
Franken auf, bei einem gegenüber dem letzten Jahr um 16
Milliar=
den Franken geringerem Handelsvolumen und einem
Einfuhrüber=
ſchuß von 8192 Mill., Fr. in den erſten ſieben Monaten des
Vor=
jahres. Die Beſſerung der Handelsbilanz ging alſo ganz auf
Ko=
ſten der Droſſelung des internationalen Warenverkehrs. Im
ein=
zelnen betrug die Einfuhr 17 667 Millionen Fr. gegenüber 26 833
Millionen Fr. im gleichen Zeitraum des Vorjahres; die Ausfuhr
betrug 11 512 Millionen gegenüber 18 641 Millionen Fr. Die
Ein=
fuhr iſt um 34 Prozent und die Ausfuhr um 38 Prozent gegenüber
dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurückgegangen.
Die Ernke in Jugoflawien.
Kein Weizen=, aber Maisüberſchuß.
Nach der neueſten Ernteſchätzung beträgt die Weizenernte in
Jugoſlawien 17 600 000 Doppelzentner, das iſt um 34 Proz.
weni=
ger als im Vorjahre. Mit dieſer Weizenmenge und den reſtlichen
Vorräten der vorjährigen Ernte hofft man, bis zur nächſten Ernte
für den inländiſchen Verbrauch auszukommen, doch werden für die
Ausfuhr kaum nennenswerte Mengen zur Verfügung ſtehen.
Die übrigen Getreideſorten ſind hingegen gut geraten. Das
Hauptagrarprodukt Jugoſlawiens, der Mais, verſpricht heuer eine
ſehr gute Ernte.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Teilungsmaſſe bei der Heſſiſchen Landeshypothekenbank.
Nach dem veröffentlichten Ausweis per 30. Juni verbleibt, eine
Maſſe von 2,29 (2,21) Mill. RM. bei unv. 53,97 Mill. RM.
Um=
lauf an teilnahmeberechtigten Kommunalſchuldverſchreibungen. Die
Maſſe beſteht aus 1,04 (1.07) Mill. RM. aufgewerteten
Kommunal=
darlehen und 1.17 (0,78) Mill. RM. Baranlagen. Sonach ergibt
ſich eine Reſtquote von 2 Prozent.
Herrenkonfektionsumſätze im erſten Halbjahr 1932. Die
Um=
ſätze des Herrenbekleidungs=Einzelhandels im erſten Halbjahr 1932
ſind nach Mitteilungen des Reichsverbandes für Herren= und
Kna=
benkleidung E. V. im Verhältnis zum erſten Halbjahr 1931 im
Reichsdurchſchnitt um etwa 22 Prozent zurückgegangen. Die
Ab=
wanderung in die billigſten Preislagen dauert an. Soweit der
Bekleidungs=Einzelhandel Kredite gibt, wird lebhaft Klage über
den ſchlechten Eingang der Zahlungen geführt. Der Eingang der
Außenſtände wird von nur 11 Prozent der kreditgebenden Firmen
als gut, von 24 Prozent als mittelmäßig und von 65 Prozent als
ſchlecht bezeichnet.
Bevorſtehende Zollvertragsverhandlungen für die
weſteuro=
päiſche Wollinduſtrie. Laut. Agence Economique et Financiere‟
werden Anfang September Vertreter der franzöſiſchen, belgiſchen
und holländiſchen Wollinduſtrie mit Vertretern der deutſchen
Woll=
induſtrie Verhandlungen über einen Zollvertrag führen. Die
Eng=
länder hätten ihren Beitritt zu einer ſolchen Vereinbarung unter
der Bedingung zugeſagt, daß Deutſchland dem Vertrag beitrete. Der
franzöſiſche Vorſchlag ſehe Wert=Höchſtzölle in Höhe von 4, 8 und 12
Prozent, je nach Qualität vor.
Die neuen öſterreichiſchen Kreditanſtalts=Geſetze. Der
Finanz=
ausſchuß des Nationalrats hat heute die Regierungsvorlage über
die Aenderung der Satzungen der Nationalbank angenommen. Der
Bund wird danach Wechſel der Kreditanſtalt, welche im Beſitz der
Nationalbank ſind, für den Betrag von 571 Millionen Schilling
übernehmen. Ferner wurde das 9. Kreditanſtaltsgeſetz
angenom=
men, wonach die Kreditanſtalt ermächtigt wird, ihre Bilanz für
1931 erſt gleichzeitig mit der Bilanz für 1932 vorzulegen.
Starke Wiederbelebung der Antwerpener Diamanten=Börſe.
Die ſtarke Wiederbelebung der hieſigen Diamantenbörſe iſt darauf
zurückzuführen, daß nicht nur Großkäufer aus den Vereinigten
Staaten, ſondern au chaus Indien und Italien plötzlich aus ihrer
bisherigen abwartenden Haltung hervorgetreten ſind. Man fragt
ſich, ob dieſe Wiederbelebung auf ein Ende der Kriſe hindeute.
Vielerorts zeigt man ſich aber doch ſkeptiſch und glaubt, daß
allge=
mein nur die außerordentlich niedrigen Preiſe — ein Drittel der
Preiſe von 1928 — den Anlaß zu dieſen Maſſenkäufen gegeben
haben können.
Allgemeine Fahrpreisermäßigung auf deutſchen
Bahnen für Beſucher der Leipziger Herbſtmeſſe 1932
Zur kommenden Leipziger Herbſtmeſſe, die vom 28. Auguſt bis
zum 1. September ſtattfindet, gibt die Reichsbahn für Strecken
über 150 Kilometer Rückfahrkarten mit 33½ Prozent Ermäßigung
für Hin= und Rückfahrt in der 2. und 3. Klaſſe aus unter der
Vor=
ausſetzung, daß der Reiſende ſich durch eine Ausweiskarte und
Meß=
abzeichen mit übereinſtimmender Kontrollnummer oder durch eine
Ausſtellerkarte oder durch einen Meßamtlichen Ausweis für
aus=
ländiſche Meßbeſucher ausweiſen kann. Die Ausgabe der Karten
erfolgt vom 23. Auguſt an. Die Fahrkarten ſind nur in
Verbin=
dung mit einem der erwähnten Meßausweiſe gültig. Ihre
Gel=
tungsdauer iſt zur Hinfahrt nach Leipzig für die Zeit vom 25. 8.
bis 1. September und für die Rückfahrt von Leipzig für die Zeit
vom 28. Auguſt bis 10. September feſtgeſetzt. Die Benutzung von
zuſchlagspflichtigen Schnell= und Eilzügen iſt gegen Zahlung der
tarifmäßigen Zuſchläge zugelaſſen. Fahrtunterbrechung iſt auf der
Hin= und auf der Rückreiſe je einmal geſtattet. Für den
Nahver=
kehr werden auf allen Stationen, an denen Sonntagskarten nach
Leipzig ausliegen, derartige Karten mit eintägiger Gültigkeit am
Mittwoch, den 31. Auguſt, und am Donnerstag, dem 1. September,
verkauft.
* Die Noklage der Rheinſchiffahrt.
(Von unſerer Berliner Schriftleitung.)
Vor einiger Zeit haben, wie bekannt iſt, zwiſchen dem an der
Rheinſchiffahrt intereſſierten Privatkreiſen Verhandlungen im
Haag darüber ſtattgefunden, wie der Notlage der Rheinſchiffahrt,
die ſich in den letzten Monaten noch weiter vergrößert hat, am
zweckmäßigſten abzuhelfen ſei. Es ſind in dieſen Verhandlungen
bereits auch beſtimmte Pläne über die Herbeiführung einer
Ge=
ſundung der Rheinſchiffahrt erörtert worden. Wie wir jetzt hören,
werden demnächſt die Verhandlungen, zwiſchen den beteiligten
Kreiſen in Königswinter fortgeſetzt. Die Reichsregierung iſt an
dieſen Verhandlungen nicht beteiligt, jedoch ſchenkt man ihnen auch
von Regierungsſeite die größte Beachtung, und man gibt ſich der
Erwartung hin, daß es den Bemühungen gelingen werde. Wege
zu finden, die zu einer Wiedergeſundung der daniederliegenden
Rheinſchiffahrt führen.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 19. Auguſt ſtellten ſich für
Kupfer: Auguſt 43 (44) September 43.50 (43.75). Oktober 44
(44. 25), November 44.50 (45) Dezember 45 (45.50), Januar 45.50
(45.75), Februar 46 (46.50), März 46.50 (46.75), April 47 (47.25),
Mai 47.50 (48) Juni 48 (48,50), Juli 48,50 (48,75) Tendenz:
ſtetig. — Für Blei: Auguſt 16 (17) September 16.25 (16.50),
Oktober 16.50 (17), November 16.75 (17.25) Dezember und Januar
17 (17.25) Februar 17.25 (17:75) März 17.25 (18.25), April 17.50
(18,50) Mai 17.75 (19), Juni 18 (19.25), Juli 18 (19 50).
Ten=
denz: ſtetig. — Für Zink; Auguſt 19,75 (20.25), September
19.75 (20.50), Oktober 20.25 (20.75), November 20.50 (21.25),
Dezember 20.75 (21.75), Januar 21 (22, 25) Februar 21.50 (22.50)
März 21.75 (22.75). April 22 (23), Mai 22.25 (23.25), Juni 22,50
(23.50), Juli 23 (23.75). Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen
be=
deuten Geld, die in Klammern Brief.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Vergleichsvorſchlag des Vereins für Zellſtoffinduſtrie AG.
in Berlin, der eine Quote von 30 Prozent vorſieht, wurde geſtern
angenommen und vom Gericht beſtätigt.
Gegen die Beſchlüſſe der letzten GV. der Fapag hat
Rechtsan=
walt Dr. Roſenberg=Frankfurt nunmehr die Anfechtungsklage am
Frankfurter Landgericht erhoben.
Ueber eine eventuelle Neugründung des Internationalen Stahl=
Kartells zeigt man ſich in Luxemburger Kreiſen optimiſtiſch. Man
ſtellt nicht nur die Wiederherſtellung des Kartells in Ausſicht,
ſon=
dern auch die Bildung einer europäiſchen Stahl=Entente, da die
engliſchen Produzenten nach hieſiger Anſicht dem Vertrag beitreten
würden.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 19. Auguſt 1932 für eine
Unze Feingold 118,10 Schill gleich 86,9266 RM., für ein Gramm
ingold demnach 45.8469 Pence gleich 2 79 475 RM. Zu dieſem
Preiſe wurden 85 000 Pfund Sterling Gold nach dem Kontinent
verkauft.
Wie aus Aeußerungen des Vorſitzenden des New Yorker
Cleg=
ring=Haus=Verbandes, Bruckner, hervorgeht, werden ſich die
füh=
renden New Yorker Bankiers an der Commodities Finance
Cor=
voration mit einem Beitrag von 50 Millionen Dollar beteiligen.
Berliner Kursbericht
vom 19. Auguſt 1932
Deviſenmarft
vom 19. Auguſt 1932
Made
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Glektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gumm
Deutſche Cont. Gas
75.— Me
Elektr. Lieferung 73.575
67.50 anee
Rütgerswerke N
37.25 Belſingtor= Währung
100 finn. Me. Ge Brie
6. 284 6.296 Schweiz Bährung
1100 Franken Reu
81.99 Me
82.15 F. 8. Farben 90.625 Salzdetfurth Kalt 173.25
Wien 100 S hilling 151.95 52.05 Spanien 100 Beſetas 33.37 33.93 61.75
15.50 Gelſ. Bergw. 38.— 8gonh. Tietz 43.25 Brag
100 Tfch. gr. 12.465 12.485
Danzig 00 Gulden 82.02 82.18 Geſ.f.elektr. Untern. 66.87* Verein. Stahlwerke 15.— Budapeſt 100 Bengö Fapan Den 0.999 1.001 Harpener
16.— 2 bbeſch Eiſen u. / 31.125
Köln=Neueſſen
34.625
Phil. Holz r Bergbau Sofig A.
19 0 Leva 3.057 3.o83/Rio ve Janetrolt A Milreis 0.33 eregeln Alkali /104.50 Holland 10 Gulo 83.78 17 70.121 Jugoſlawi 22.50 Ugsb.=Nnr b. Maſch/ 29.75 5 O3lo 00 Kron gen 73.13 73 „27 Boktugal 17 Meut mann 45.75 Baſalt Lin; 15.— Kopenhat gen 1 100 Kre dnen 177.82 77. 98 Athen 00 Drad 48.75 Berl. Karlsr. Fno. 36 5 Stockholm 100 Krol gen 174 ſ,o8 Fſtambu t türk. 4 39.25 Kali Aſchersleben 100.50 Haſch aupfer
Hohenlohe=Werte 10.— London. 1 2. Stg. 14.8t 14.85 Kairo. ägypt. * 4.9s 15.93. Rlöcknerwerke 28.50 Buenos=Aires 1 Pav. Beio 0.a76 0.asel Kanado teanad. Dol.= 3.858 3.664 Mannesm. Röhr. 45.— 70.50 New Yor ri. 1 Dolla *
4.203 4. 217 üruguag 11 Goldpe 19.625 Maſch.=Bau=Untn. 28.125 Lindes Eismaſch. Belgien
100 Belga 58.40 58.52 Fland. 100 isl. Kr. e 65.93 s807 89.875 Oberſchleſ. Koksw. 35.55 BogelFelegr. Draht 21.50 Ftalien.
100 Lire 21.59 21.82 Tallinn (Eſtt.) 100 eſti. gr. 110.39 110.81 89.50 Orenſtein & Koppel 29.50 Banderer=Werke 27.25 Paris 100 Franes 16.50 16.54
Riga 100 Lats 79.721 19.60
Sarmftäuter ans Karioharoant Burmktadt, oiliate der Sressner Bunr
Frankfurter Kursbericht vom 19. Auguſf 1932.
We4
6% „ „v.27
64
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52Baden .......
6%Bahern :.n.a1 63
6% Heſſen.......
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6% Sachſen.
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Diſche. Anl.
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ſungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge
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0%9 Baden=Baden,
6%Berlin. „.v.24
680 Darmſtadt .
68 Dresben v. 36
6% Frankfurt a.M.)
Schätze v.29
v. 20
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a%5 Mannheimb. 27
a% München v.291
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſl. Landesbi.
6% „ Goldobligl
5½% Heſſ. Lds.)
Hyp.=Bk.=Lignid.
134% Kom.=Obl.
6% Preuß. Ods..=Anſt. G. Pf
6% „ Golbobligl
48‟.
5.5
3.7
46
54.5
6is
67.5
57.5
Be. Girozentr.für
Heſſen Goldobl.)
6% Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5½% „Liau. Obl
—
Dr. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
„.„ Ser. II
Dr. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
—
62 Berl. Hyp. Bk.
5½%on Ligl.=Pfbr.
6%0 Frkf. Hyp.=Bk.,/ 89.25
5½% — Lig. Pfbr.
6% Golboblig.
6% Pfbr.=Bk.)
5½%0
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82 Mein=Hhp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr..
6% Pfälz. Hyp.=Bk.)
5½% „ Lig. Pfbr. 81
a% Rhein. Hyp. Bk.
5!/,% „Lig. Pfbr.,
62 „ Golboblig.
80 Südd. Bod.=
Ered.=Bank
5½/,% n Lig. Pfbr.
6% Württ. Shp.,B.
6Daimler=Benz / 44:25
626 Dt. Linol. Werke
68Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
82Ver. Stahlwerke
50.25
72.75
45.5
42‟
68
55.75
69.25
79.75.
70
n7.25
71
69
77.75
58.5
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65
n0/.
53.5
427),
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5% Bosn. L.E.B.
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4/.% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
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Pſo
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4% — 1. Bagbad
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A. E. G. ....... ."
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Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werke
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Buderus Eiſen....
fement Heidelberg
Karlſtadt
f. G. Chemie, Baſell124.5
Chem.Werke Albert)
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Contin. Gummiw.
Linoleumſ
Daimler=Benz ...
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl.
6
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10.5
11.75
10.5
5.4
9.75
4.6
3.3
5.25
6.25
6.4
43
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70
22.5
40.5
25
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4
35
31
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89
37
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D
ſcheide=Anſtalt 138.5
Linoleumwerkel
Eiſenhandel.
Dhckerhoff u. Widm/ 24.75
Eichbaum=Werger.
Eleitr. Lieferg.-Geſ.
Licht u. raft
Eſchw. Bergwerk. 11
EslingenMaſchinen
faber & Schleicher
F. 8. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt & Guilleaumel
Frankfurter Hof.
Belſenk. Bergwer!
Geſfrelettr.Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger 1156
dafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbai (
benninger, Kempf.
bilpertAlrmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . ..!
Hochtief Eſen.
Holzmann, Phi.
flſie Bergb. Stamml!
„ Gentiſſel
Junghans ..
Kali Chemie
„ Aſchersieben
glein, Schanzlin..
glöcknerwerke.
LnorrC. 6.—..
44.5
69.75
79.25
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25
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12
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Laurahiitte ......
Bech, Augsburg.
Löwenbr. Münch. 1
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt,
Mainz. Akt.=Br. .. .
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb. „
Metallgeſ. Frankf.)
Niag, Mühlenbau.
MontscatiniMaild.
Motoren Darmſtadt)
Oberbebarf . ..a.!
Phönis Bergbau ./ 19
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm
„ Stahlwerle .../ 55.75
Riebeck Montan..
Roeder Gebr.
Rütgerswerte.
Balzoetfurth Palt .:1
Salzw. Heilbronn 1162
S höfferhof=Bind..)=
Shramm. Lackfbr,
Shriftg. Stempel.
Shuckert Eleltr.
Schwarz=Storchen
Siem, Glasinduſtr.
Siemens & balste.I
Südd, Zucker-A. G./1
Tellus Bergbau...
Thür. Liefer.„Geſ..)
Tießz Leonhard ...
Unterfranken .....!
Ver Stahlwerke .
Ultramarin .
Voigt & Haeffner
Wahß & Frehtag..
11.5
169.5
m
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177.5
37.5
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Alig. Di. Cred itanſt.
Badiſche Bant.. ..
Br. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Baher. Hyp. u. W.)
Berl. Handelsgeſ..
Hypotherbk.!;
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Die
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban:
Frankf. Ban!
„ Hyp.=Ban:
Mein. Hyp. Ban1
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsban 1=Ant ..
Rhein. Hyp.=Ban!
Südd. Bob.-Cr.Bk.
Württb. Notenban!
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Allg. Lokalb. Kra ſtw
7% Dt. Reichsb. Vze
Hapag ......
Noroo. Llohd. . .
Süoo. Eiſenb.=0
Alltanz. u. Sturto
Verſicherung .../161
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FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich.
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53.25
49
1282,
55.25
52.5
90
40
61.25
78.75
157.
16.5
30
72
3
[ ← ][ ]Seite 12 — Nr. 231
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 20. Wu
Heute Samstag und morgen Sonntas
2 grosse Garten-Konzerte
der
Durch unsere modernen Be- und Entlüftungsmaschinen ist der Aufenthalt
ungar Elite-Künstler-Kepelle Joni Hodosy
(Cimbal-Solist: Kalman Horwarth
in der
(11671
in unseren Theatern auch an heißen
kühl und angenehm.
BOCKSHAUT
Beſaraſoen Sio Kan
Heidelbergerſtraße 40.
Heute Samstag, abends 8 Uhr
Stimmungs=Konzert
Lein Bier=Aufſchlag,
Eintritt frei!
Heute und folgende Tage
Heute zum erstenmal
Hente und folgende Tage
Hamstag, ab 8 Uhr
(769ta
findet im
Neuen Schießhaus
Geſellſchafts=Tanz ſtatt
Der größte Uraufführungs-
Erfols der letzten Zeit.
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Ein Film für starke Nerven.
Perkeo-Fest-Säle
Inh. Karl Bethke
Sonntag, den 21. August 1932
Gesellschaftsabend
mit Tanz
Die beliebten Belloni-Beys spielen.
Anfang 8 Uhr. (11677) Ende 3 Uhr.
Ein ganz neuer handfester
Ton-
filmschwank m.
kriminalistisch-
sensationellem Einschlag.
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Die schönste Tonfilm-Operette unserer
Tage mit glänzender Ansstattung und
wunderbaren Melodien.
Schmissig! Mitreißend!!
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am Hauptbahnhof
Tel. 2463
Heute Samstag, morgen S.
Geseliochalschent 5
Die schöne große TanzFi
Eintritt frei.
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Gemätliche Räume. (11676
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Heute Samstag die ganze Nacht geöffnet.
Telefon 8 Eberstadt. Autobushaltestelle.
Der Kacher des 1ong
Ein bißchen
Liebe für Dich
Ein packendes, anfregendes Filmwerk,
exotisch — phantastisch und
sensationsgeladen. (V.11633
Eine übereifrige Jagd nach
Liebe, Geld und Glück, die
ebenso lustig beginnt wie
originell und verbläffend endet.
5 Lieblinge spielen die Hauptrollen:
Lee Parry, Georg Alexander,
Magda Schneider, Hermann
Thimig und Roszy Barsony.
Pfalzgrafenweiler im Schwarzwald
Das Darmstädter Tagblatt schreibt:
„Das ist ein Film! . . . eine
Film-
schöpfung,die man gesehen haben muß.
Privatpenſion Ad. Döttling
3 Min. v. Walde, in ruh. ſonn., ſtaubfr. Lage,
abſ. v. Autoverkehr, angenehmer
Erholungs=
aufenthalt, Bad i. Hauſe, gr. Liegewieſe,
an=
erkannt g. Butterküche, vorzügl Verpfleg.,
Penſionspr. bei 4 Mahlz 3. 20ℳ an. (11667
Dazu das vorzügliche Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Dazu das hochaktuelle
Belprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.
Die Musik ist von dempopulären
Schlager-
komponisten Paul Abraham.
Im tönenden Beiprogramm:
Die neueste Emelka-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Schul’s Felsenkeller
Dieburgerſtraße 85
Samztes; Grosses Hilitär-Fonzert
Kapellmeiſter W. Schlupp
Sommerspielzeit
im Kleinen Haus
Sonntas; Streich-Konzert
Samstag, 20, Aug., 20—22.30
6. Samstag-Abonnement
Va1666) Preise 0.50—2.50
„Die drei Zwillinge‟
Schwank in 3 Akten
von Toni Impekoven und Carl Mathern.
Eintritt frei
Stadtorcheſter
(11670
Z. Tropfstein
Eeke Kasind- U. Friodrichstr.
Die gemütliche Weinklause.
Heute nacht geöffnet. g
Gasthaus Knauf
Im Herrngarten-Café
(früher Hotel Prinz Heinrich
Darmstadt, Bleichstr. 48, Tel. 3026
Houte Samsta
Ln Hscha in iien
a u s getührt von
Obermusikmeister Matthias Weber
mit seinem Orchester. (11651
nd Wlener Abend. Leitüng Kapellmeister Geiß.
Samstags stets durchgehend geöffnet.
Heute
Samstag, 20. August
u. morgen Sonntag, 21. Ang.
F ab abds. 8½ Uhr
in den schönen, kühlen
Speiſehaus
Göberk
Eliſabethenſtr. 4,I.
Vorzügl.
Mittags=
tiſch, im Abonn.
70 J einz. 75 J.
Abendtiſch
von 50 H an.
Wirtschafts-Eröffnung.
Meinen Freunden, Bekannten, der werten
Nach=
barſchaft und den verehrt. Vereinen,
Korpora=
tionen etc. zur Kenntnis, daß ich das bekannte
Restaurant Englert, Ballonplaix 4
eröffnet habe. Wie früher, werde ich auch heute
beſtrebt ſein, das Beſte in Küche und Keller zu
bieten und es Jedermann gemütlich zu machen.
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