Enzelmmer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 199
Dienstag, den 19. Juli 1932.
195. Jahrgang
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brei2 Reſchemart Anzelgen von auswärtess Reiſchepſg.
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4 Doſſar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Strell uſw., erliſcht
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
auſträge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichticher Beſtreibung fähl ſeder
Rabatz weg. Banſkonte Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationaban.
ngeltenes" Temloimaklomsberdon.
ſte Maßnahmen der Reichsregierung zum Schuß der Skaaksbürger und zur Sicherung der freien polikiſchen Bekätigung
in Bork
Ing. — Androhung der Todesfkrafe. — Zum Einſak der geſamken bewaffneken Macht
gegen jede Auflehnung gegen die Skaaksgewalk enkſchloſſen.
Der erſte Schrift
uSderherſtellung friedlicher Zuſtände im Reich.
* Berlin, 18. Juli. (Priv.=Tel.)
E0
Reichskabinett hat ſich am Montag abend ſehr
ein=
do nit der politiſchen Lage beſchäftigt und vor allem die
hünille in Altona behandelt. Der Beſprechung lagen be=
RI
Aiachte der amtlichen preußiſchen Stellen vor. So weit
uutrichtet ſind, machte ſich bereits in dieſer Kabinetts=
Häug uz Beſtreben bemerkbar, möglichſt raſch den
Belagerungs=
nüft verkünden. Es wurde aber zunächſt nur der
Be=
u efaßt, erſt einmal die Umzüge unter freien
im” zu verbieten, ehe man zum äußerſten Mittel
Beittenn aII.
Die Verordnung.
im gleichen Abend erlaſſen worden iſt, hat folgenden
nuegangenen Sonntag iſt es wiederum an vielen Orten
igen Zuſammenſtößen gekommen. In der weitaus
gegenden Zahl der Fälle beruhen die Zuſammen=
Khuf Provokationen und hinterhältigen Ueberfällen
von kommuniſtiſcher Seite.
mnde unmittelbare Gefahr neuer Ueberfälle auf
öffent=
che lmzüge zu verhindern, hat der Reichsminiſter des
HAh nmn mit dem heutigen Tage bis auf weiteres auf Grund
Feuer Zveiten Notverordnung des Reichspräſidenten über
Beſeoläliſtze Ausſchreitungen vom 28. Juni 1932 ein
all=
errſines Verbot von Verſammlungen
ericht in !” freiem Himmel und Aufzügen erlaſſen.
mie dies Reichsregierung iſt entſchloſſen, alle Maßnahmen zu
efüy um Leib und Leben der Saatsbürger
egey weitere Angriffe zu ſchützen und die freie
olliſche Betätigung zu ſichern. Sie
er=
damz von allen Teilen des Volkes, die auf dem Boden
es lchtes ſtehen, Nuhe und Beſonnenheit. Nur dann
Woganru ſen bewußten Provokateuren blutiger
Auseinander=
ſungen wirkſam das Handwerk gelegt werden.
AAug Grund des 8 2 der Zweiten Verordnung des
Reichs=
üdegi gegen politiſche Ausſchreitungen vom 28. Juni 1932
Kurch ſchsmetzblatt 1, S. 339) für das ganze Reichsgebiet folgendes
8 1.
Drſammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge ſind
ds aus beiteres verboten.
ao2). 1s Verbot gilt nicht für Verſammlungen unter freiem
umet, venn ſie in feſtumfriedeten, dauernd für Maſſenbeſuch
lerüſten Anlagen ſtattfinden und ihr Beſuch nur gegen
Mrit Zurten zugelaſſen iſt. Auf Verſammlungen dieſer Art
get. u Verordnung des Neichsminiſters des Innern über
ſamnungen und Aufzüge vom 28. Juni 1932 (Reichsgeſetz=
74 197. 339) Anwendung.
8 2.
1 At Gefängnis, neben dem auch auf Geldſtrafe erkannt
dem inn, werden beſtraft=
Waunter Zuwiderhandlungen gegen das Verbot des § 1
eien Verſammlung unter freiem Himmel oder einen
Auf=
zu4veranſtaltet oder leitet oder dabei als Redner auftritt.
Ma für eine Verſammlung unter freiem Himmel, die nach
S8lverboten iſt, einen Platz zur Verfügung ſtellt.
2 Nt Geldſtrafe bis zu 150 RM. wird beſtraft, wer an
Fſammlung unter freiem Himmel oder an einem Auf=
DFelach 8 1 verboten ſind, teilnimmt.
8 3.
Diec Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.
De4Fabinett will nun abwarten, wie ſich dieſe Verordnung
Bwif!l! Es hat ſich aber bereits grundſätzlich darüber
ge=
i9t, blche weiteren Schritte es unternehmen will, wenn der
Fge MMand anhält oder ſich noch weiter verſchärft. Wahrſchein=
Wiiydie Reichsregierung Ende der Woche erneut
zuſammen=
ken, an dann feſtzuſtellen, ob von den Vollmachten, die ihr
Reickpräſident bereits gegeben hat, weiter Gebrauch gemacht
Fders oll oder ob ſich die bisherigen Maßnahmen als
aus=
zgchen rwvieſen haben.
9 Reichsregierung hat ſich entſchloſſen, im Rahmen der
voen Reichspräſidenten erteilten Vollmachten den erſten
brittt ar Wiederherſtellung friedlicher Zuſtände im Reich zu
ditermehen. Sie hat ein allgemeines
Demonſtra=
ldon ſerbot erlaſſen. Damit gibt ſie zu, daß es ein Fehler
Nr. 47 Demonſtrationsfreiheit gegen den Willen der Länder
„den zuſtellen. Das Maß iſt nun voll.
Wicheres Blulvergießen ſoll mit allen Mikkeln
verkfinderf werdell.
s Unonſtrationsverbot wird nur das erſte Glied einer Kette
wnären Maßnahmen bilden. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich,
8 daß Verbot, Umzüge unter freiem Himmel zu veranſtalten,
nicht allein bleiben kann, weil die Vergangenheit gezeigt hat,
daß der Bürgerkrieg auch dort tobt, wo vereinzelte Parteigänger
aufeinanderſtoßen. Der tiefere Sinn des Demonſtrationsverbotes
beſteht darin, Maſſenanſammlungen zu verhindern. Wir ſtehen
aber in einem Wahlkampf. Infolgedeſſen iſt es unmöglich, auch
die Wahlverſammlungen zu verbieten. Immerhin werden jetzt
beträchtliche Polizeikräfte frei, die bisher die täglichen Umzüge
begleiten und beſchützen mußten und die ſich jetzt mehr als bisher
dem Schutz des Bürgers und ſeiner friedlichen
Wahlverſammlun=
gen widmen können. Zu begrüßen iſt die geplante
Skrafverſchärfung.
Die Reichsregierung war ſchon ſeit geraumer Zeit davon
überzeugt, daß die bisherigen Strafbeſtimmungen keineswegs
ab=
ſchreckend wirken. Drei Monate Geſängnis oder zwei Jahre
Freiheitsſtrafe der gleichen Art ſind durchaus keine Sühne für
die Bluttaten, beſonders dann nicht, wenn ſich gewiſſe politiſche
Parteien immer wieder bemühen, Begnadigungsakte in die Wege
zu leiten, die unter Umſtänden auch von Erfolg begleitet ſein
können. In Zukunft ſollen weſentlich ſchärfere Strafen verhängt
und eventuell auch auf Todesſtrafe erkannt werden, ſofern es
ſich um ganz beſonders ſchwere Fälle handelt. Die
Reichsregie=
rung wird notfalls auch nicht davor zurückſchrecken, gegen die
Kreiſe die mit Sprengſtoffen und Schußwaffen arbeiten, mit
aller Strenge vorzugehen, und ſolche Leute: die mit Schußwaffen
oder Sprengſtoffen in der Hand betroffen werden, an die Wand
zu ſtellen. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß die Strafen,
nament=
lich die
Androhung der Todesſtraſe,
nicht auf dem Papier ſtehenbleiben dürfen. Da die Juſtiz
Angelegenheit der Länder iſt, konnte das Reich bisher eine
Ein=
wirkung auf die Ausführung von Todesurteilen nicht ausüben.
Würden in Zukunft verſchiedene Länder, deren Regierung der
Todesſtrafe ablehnend gegenüberſteht, bei der alten Praxis
blei=
ben, dann nützt auch die Drohung mit dieſer Strafe nichts. Es
iſt alſo unbedingt erforderlich, daß derartige Todesurteile
voll=
ſtreckt werden, damit diejenigen Kreiſe, die ohne den politiſchen
Mord und ohne die täglichen Schlägereien nicht mehr
auskom=
men können, auch wiſſen, welches Schickſal ihnen droht, wenn ſie
nicht endlich ihr blutiges Handwerk aufgeben. Es iſt anzunehmen,
daß ſich die Reichsregierung gerade in dieſem Punkte keinen
Strich durch ihre Rechnung ziehen läßt. Die Reichsregierung hat
ſich in Neudeck auch die Ermächtigung geben laſſen,
im Nokfall die Verhängung des Belagerungs=
Mades.
zu verkünden. Damit würde die Polizei der Reichswehr
ange=
gliedert und der geſamte Sicherheitsapparat zentral geleitet und
einheitlich eingeſetzt werden können. Es ſieht aber im
Augen=
blick nicht ſo aus, als ob die Reichsregierung von dieſer
Voll=
macht ſchon jetzt Gebrauch machen wird. Alle
Vorberei=
tungen dafür ſind jedoch ſchon getroffen. Nachdem am
vorigen Sonntag in Ohlau Reichswehr eingegriffen hat, ſind jetzt
auf behördliche Anordnung in Fürſtenwalde an der Oder
ausge=
rechnet die „Roten Reiter” gegen die Kommuniſten eingeſetzt
worden. Gerade dieſes Reiterregiment Nr. 9 hat ſich die
kommu=
niſtiſche Propaganda ausgeſucht, in der Hoffnung, dieſen
Truppen=
teil zu zerſetzen und in eine kommuniſtiſche Garde umwandeln zu
können. Die Kommuniſten haben ſich aber jetzt davon
überzeu=
gen können, daß alle ihre Zerſetzungsverſuche reſtlos geſcheitert
ſind.
Der Einſah der Reichswehr
zeigt aber, daß das Zuſammenſpiel zwiſchen Polizei und
Reichs=
wehr ſchon außerordentlich fortgeſchritten iſt und die
Sicherheits=
behörden jederzeit auch an anderen Stellen Truppenteile zu Hilfe
rufen können. Nur legt die Reichswehr Wert darauf, daß ſie
bei einer allgemeinen Zuſpitzung der geſamten Situation ſelbſt
die Führung in die Hand bekommt. Aber ſo weit iſt es im
Augen=
blick noch nicht. Die Polizei, namentlich die preußiſche
Schutzpoli=
zei, iſt im Beſitz ſehr ſcharfer Anweiſungen, die zwar die nach der
Revolution erlaſſene und einige Jahre ſpäter wieder aufgehobene
Schießfreiheit noch nicht wieder herſtellen, die aber ſo weit gehen,
daß von nun ab jede Auflehnung gegen die
Staatsgewalt ſofort und nachdrücklichſt mit der
Waffe niedergeſchlagen wird. Nur auf dieſe
Anwei=
ſungen iſt es zurückzuführen, daß die Polizei in Altona ſofort
Maſchinengewehre in Aktion treten ließ. In gewiſſen
Links=
kreiſen iſt man empört über dieſe Ziele der Reichsregierung.
Man verſucht, aus ihnen einen einſeitigen Kampf gegen die
Kommuniſten herauszuleſen. Das iſt aber nicht richtig.
Die Reichsregierung bekämpft alle Elemenke,
die de Rrchnungf in Hale Nten.
Es kann aber trotzdem keinem Zweifel unterliegen, daß es
ſich im weſentlichen dabei um Kommuniſten handelt, deren
Treiben immer mehr erkennen läßt, daß ſyſtematiſch auf den
Umſturz hingearbeitet wird, und daß unbekannte Zentralſtellen
die Anweiſungen für die fortgeſetzten Zwiſchenfälle geben.
Altona hat übrigens auch gezeigt, daß die Kommuniſten
weſent=
lich beſſer bewaffnet ſind, als man das bisher annehmen durfte.
Es ſtand natürlich feſt, daß ſie mit Piſtolen ſehr gut ausgerüſtet
ſind. Eine volſtändige Klarheit über ihren Beſtand an
Ge=
wehren konnte man jedoch nicht ſchaffen. In Altona hat ſich
aber gezeigt, daß ſie auch über Militärgewehre verfügen und
daß ſie ſogar Maſchinenpiſtolen in ihrem Beſitz haben. Dieſe
Bewaffnung muß mit Hilfe des illegalen Waffenhandels aber
auch des Waffenſchmuggels an der deutſch=belgiſchen Grenze,
von dem vor einiger Zeit die Rede war, durchgeführt worden
ſein.
Angehörige von Parteien, die fortgeſetzt den Kampf gegen
den Staat predigen und ihre Mitglieder zum bewaffneten
Auf=
ſtand aufmuntern, können nicht verlangen, daß der Staat ſie
weiterhin mit Sammthandſchuhen anfaßt. Sie werden in
Zu=
kunft erleben, daß gegen ſie eine breit angelegte Offenſive zur
Durchführung gelangt, deren Ziel darin beſteht, den
revolu=
tionären Kommunismus reſtlos niederzuwerfen.
Zum Kampf gegen die Terroriſten entſchloſſen.
Es genügt natürlich nicht, nur die bewaffnete Macht des
Staates aufmarſchieren zu laſſen. Man iſt ſich im
Reichswehr=
miniſterium auch vollkommen klar darüber, daß der
bolſchewi=
ſtiſchen Bewegung in Deutſchland gründlich der Boden entzogen
werden muß. Es wird zurzeit noch überlegt, wie der geiſtige
Kampf ausſehen ſoll, der neben der bewaffneten Macht
einher=
gehen wird und dem vor allem auch die Zukunft gehört.
So=
weit wir unterrichtet ſind, will das Reich eine rege Propaganda
entfalten und eine große Aufklärungsarbeit leiſten, um der
kommuniſtiſchen Partei nach und nach mindeſtens die Mitläufer
abzuziehen. Solange jedoch der kommuniſtiſche Propaganda=
und Parteiapparat ungeſtört weiter arbeiten darf, und ſo lange
namentlich die verantwortlichen Führer, die für das bisher
ver=
goſſene Blut die Schuld tragen, ſich frei bewegen und betätigen
dürfen, wird der Kampf gegen den Bolſchewismus auf recht
erheblichen Widerſtand ſtoßen. Nach unſeren Informationen
ſcheint man ſich aber im Reichsinnenminiſterium darüber einig
zu ſein, wie die verantwortlichen Perſonen der Kommuniſtiſchen
Partei zu behandeln ſind, zumal man ſchon ſo weit gegangen
iſt, den Terroriſten die Todesſtrafe anzudrohen. Es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß man unter den Führerelementen allmählich
aufräumt und die kommuniſtiſchen Agitatoren und Sekretäre für
einige Zeit in ein Internierungslager ſteckt, alſo unſchädlich und
vorläufig auch ungefährlich macht.
Ueber alle dieſe Glieder in der Kette der Maßnahmen des
Reiches, will ſich das Kabinett noch ſchlüſſig werden.
Bayern begrüßt das demonſtrakionsverbok.
München, 18. Juli.
Die „Bayeriſche Staatszeitung” begrüßt die Wiederaufnahme
des Demonſtrationsverbots unter der Ueberſchrift: „Endlich!”
Es beſtehe aller Grund, den verantwortlichen Reichsinnenminiſter
für dieſe Kehrtwendung zu belobigen und zu verhindern, daß
un=
ter dem Druck irgendwelcher Einflußnahmen dieſer heilſame
Be=
ſchluß wieder umgeſtoßen werde. Damit ſei auch das Spiel mit
dem Gedanken einer Verhängung des Ausnahmezuſtandes auf
militäriſcher Grundlage im Reich und in den Ländern hoffentlich
zu Ende geſpielt.
Wahlaufruf des G.9.A.
Berlin, 18. Juli.
Im Hinblick auf den Wahlkampf wendet ſich der
Gewerk=
ſchaftsbund der Angeſtellten in einem Aufruf an alle deutſchen
Angeſtellten, nur den Parteien ihre Stimme zu geben, die ſich
nicht in Gegenſatz ſtellen zu den ſozialen und wirtſchaftlichen
Kampfzielen, wie ſie die freiheitlich=nationale
Gewerkſchaftsbewe=
gung auf ihre Fahnen geſchrieben hat. Grundlage dieſes Kampfes
müſſe ſtets die politiſche und kulturelle Freiheit ſein, die nur im
ſozialen, freiheitlichen Volksſtaat geſichert iſt.
Folgende Grundforderungen werden herausgeſtellt: Soziale,
gerechte Laſtenverteilung: dazu iſt notwendig die Aufhebung der
Notverordnung vom 14. Juni und die Heranziehung aller in der
Wirtſchaft Verdienenden zu ausreichender Unterſtützung der
ſchuldlos Erwerbsloſen; Erhaltung der vollen Selbſtändigkeit der
Angeſtelltenverſicherung; Schluß mit dem wirtſchaftszerſtörenden
Gehalts= und Lohnabbau, der die Maſſenkaufkraft zerſchlagen
habe; Ausbau des Tarifvertragsrechts und der
Schlichtungsord=
nung; Sicherung gegen neue Preisdiktate der Kartelle und
Truſts durch Kontrolle aller preis= und marktbeeinfluſſenden
monopolartigen Gebilde; radikaler Bruch mit der freigebigen
Subventionspolitik. Weiter wird unverzügliche Inangriffnahme
eines großzügigen öffentlichen Arbeitsbeſchaffungsprogramms
noch vor dem Winter verlangt; Führung der Handelspolitik nach
den Erforderniſſen der deutſchen Geſamtwirtſchaft; beſchleunigte
Beſiedlung des menſchenleeren Oſtraumes; freie Bahn für den
Mitgeſtaltungswillen der Arbeitnehmer in der Wirtſchaft. — Die
Erfüllung dieſer Forderungen betrachtet der GDA. als den
Aus=
weg für alle die leidenden Volksgenoſſen, die ſeit Jahren das
furchtbare Los der Arbeitsloſigkeit tragen müſſen. Dieſer Weg
würde hinwegführen von dem Leidens= und Hungerweg für
Mil=
lionen und in eine alle Kräfte einſpannende und gleichmäßig in
Anſpruch nehmende Volkspolitik einmünden.
Seite 2 — Nr. 199
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 19. Juſi
Heriiotg pariniemäriſche Suge.
Keine Klärung vor dem Herbſt.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. Juli.
Die letzte Sitzung der franzöſiſchen Kammer von den Ferien
hat die Vorausſage beſtätigt, daß vor dem Herbſt keine
innenpolitiſche Klärung in Frankreich möglich iſt.
Mit einer überwältigenden Mehrheit wurde die Ausgabe von
zwei Milliarden neuen Tréſorbons bewilligt. Bei dieſer
Ge=
legenheit verſöhnte ſich die Linke — dem Scheine nach — wieder
mit Herriot.
Finanzpolitiſch geſehen ſtellt die bewilligte Emiſſion gewiß
keine gute Löſung dar. Aber nach allem, was geſchah, war
kein anderer Ausweg gegeben. Die Regierung wollte
urſprüng=
lich eine rapide Verminderung der Ausgaben durchführen. Die
Kammer wollte aber davon nichts wiſſen. Pſychologiſch war
auch der Plan der Regierung unmittelbar nach den Wahlen
ſchwer durchzuführen. Das Finanzprojekt wurde verſtümmelt.
Es blieb wirklich nichts anderes übrig, als zur Ausgabe von
Schatzſcheinen zu greifen. Die Regierung tat das um ſo ruhiger,
da, wie Herriot erklärte ihre Verantwortung moraliſch bei dieſer
Gelegenheit noch nicht voll engagiert iſt. Es handelt ſich „um
die Schulden, welche die frühere Regierung zurückließ‟ Erſt
bei dem Budget von 1933 will Herriot die volle Verantwortung
auf ſich nehmen. Eine ſolche Einſtellung gefiel ſelbſtverſtändlich
den Sozialiſten. Nur ſo war es möglich, die Herausgabe der
Tréſorbons durch die geſamte Linke votieren zu laſſen, während
die Rechte und die Mitte der Abſtimmung fern blieben.
Zieht man die Bilanz der kurzen Seſſion, ſo erſcheint es der
Form nach ſo, als ob die Regierung ſich in vollem
Einverſtänd=
nis mit der geſamten Linke befände und die Rechte das Opfer
dieſes Einverſtändniſſes wäre. Sie gefällt ſich auch in der
Rolle des uneigennützigen Opferlammes. In Wirklichkeit rechnet
ſie aber damit, im Herbſt die Konzentration durchzuführen.
Die parlamentariſche Lage Herriots bleibt weiter unklar
und die Regierungsmehrheit eine proviſoriſche Löſung. Das
wird auch von allen Seiten zugegeben, man beruft ſich eben
darauf, daß die Zeit für eine Klärung einfach nicht vorhanden
war. Man könnte das auch ſo formulieren, daß Herriot nach
den Wahlen in einem ſo ſchnellen Tempo nach rechts ſchwenkt,
daß ſeiner Mehrheit keine Zeit blieb, ihm zu folgen
Die Entwicklung in Genf wird ohne Zweifel dazu beitragen,
bei dem Zuſammentrin der Kammer — wie es heißt, ſoll er früh
erfolgen — die Poſitionen klarzuſtellen. Für den Augenblick
behauptet man übrigens in Paris, daß Frankreich in Genf
alle Kompromiſſe erleichtern will.
Weſt- oder Oſt=Orienkierung deukſchlands?
Berlin, 18. Juli.
Generaloberſt v. Seeckt veröffentlicht in der „DAZ.” einen
ausführlichen Artikel, in dem er ſich mit der Frage beſchäftigt,
ob Deutſchland zu einem Anſchluß nach Weſten oder Oſten
ge=
zwungen ſei. Er weiſt einleitend darauf hin, daß für die
Frage einer Weſt= oder Oſtorientierung das Verhältnis
Deutſch=
lands einerſeits zu Frankreich mit Belgien, andererſeits über
Polen und die Tſchechoſlowakei zu Rußland entſcheidend ſei,
wobei Deutſchlands Verhältnis zu England, wenn auch mit
Einſchränkung, unter dem Geſichtspunkt einer Weſtorientierung
zu betrachten ſei. Nach einer eingehenden Unterſuchung über
die Vorteile und Nachteile einer Weſtorientierung kommt Seeckt
zu dem Schluß, daß eine Weſtorientierung für Deutſchland,
ſoweit ſie überhaupt ausführbar ſei, in ihrem Nutzen
zweifel=
haft, in ihren Folgen verderblich ſei. Sie führe nicht zu dem
einzigen Ziel der deutſchen Politik, zu der Wiedergewinnung
der Freiheit und der Souveränität. Sehe ſich ein Volk wie
das deutſche dauernd nicht nur in ſeiner wirtſchaftlichen
Wieder=
geburt gehemmt, ſondern auch in ſeiner nationalen
Selbſtändig=
keit durch ſeinen wntlichen Nachbarn und ßſſen Verbündete
bedroht, ſo müſſe die Neigung wachſen, im berechtigten Streben
nach Selbſterhaltung ſie durch engeren Anſchluß an den öſtlichen
Nachbarn zu ſichern. Auch ſolcher Anſchluß berge für
Deutſch=
land in ſeiner jetzigen materiellen und militäriſchen Schwäche die
Gefahr der Abhängigkeit von dem ſtärkeren Freund.
General=
oberſt von Seeckt ſtellt zum Schluß die Frage, ob Deutſchland
in dieſer Lage Rettung in einer Weſt= oder in einer
Oſtorien=
tierung ſuchen werde, und beantwortet ſie mit dem Hinweis
daß es ſie in keiner von beiden finden werde. Trotz aller
Ge=
fahren, die Deutſchland ſeine geographiſche Lage bringe und
gerade wegen dieſer Gefahren liege Deutſchlands Rettung nur
in der eigenen Wiedererſtarkung, die es erlaube, dem Weſten
und dem Oſten nutzbringender Freund und jedem
Friedens=
ſtörer der gefährlichſte Feind zu ſein.
Vom Tage.
Die ſozialdemokratiſchen Mitglieder des Auswärtigen
Aus=
ſchuſſes haben ſich dem komuniſtiſchen Antrag auf Einberufung des
Auswärtigen Ausſchuſſes angeſchloſſen. Von den anderen
Par=
teien, denen auf Veranlaſſung des Vorſitzenden Dr. Frick ebenfalls
entſprechende Anfragen zugegangen ſind, liegen bisher noch keine
Aeußerungen vor.
Im Preußiſchen Staatsrat hat die Sozialdemokratiſche
Frak=
tion einen Antrag eingebracht, wonach die preußiſche
Staatsregie=
rung auf die Reichsregierung erneut und mit ſtärkſtem Nachdruck
dahingehend einwirken ſoll, damit die Aufhebung des
Uniform=
verbots ſofort rückgängig gemacht werde.
An Stelle des ehemaligen Unterſtaatsſekretärs Gignoux wurde
der Unterſtaatsſekretär im franzöſiſchen Wirtſchaftsminiſterium,
Patenotre zum ſtellvertretenden Vorſitzenden des deutſch=
franzöſi=
ſchen Wirtſchaftsausſchuſſes ernannt, deſſen Präſident immer der
jeweilige Miniſterpräſident iſt.
Der Luftfahrtausſchuß der Abrüſtungskonferenz iſt am Montag
ohne jedes Ergebnis friſtlos vertagt worden. Zu der ſonſt üblichen
Annahme eines abſchließenden Berichtes oder einer Entſchließung
iſt es wegen der großen grundſätzlichen Gegenſätze nicht gekommen.
Die Türkei iſt am Montag nachmittag in einer
außerordent=
lichen öffentlichen Bundesverſammlung als 56. Mitgliedsſtaat in
den Völkerbund aufgenommen worden.
Der polniſche Botſchafter in London hat am Montag im
Foreign Office eine Note der Warſchauer Regierung überreicht,
wonach die polniſche Regierung bereit iſt, dem engliſch=franzöſiſchen
Vertrauensabkommen beizutreten.
Der engliſche Zollkommiſſar in Charbin, Prettejohn, wurde
von der mandſchuriſchen Polizei aufgefordert, ſofort ſeinen Poſten
zu verlaſſen.
Dr. Syrup
Reichskommiſſar für den Freiwiligen Arbeitsdienſt.
Berlin, 18. Juli.
Auf Grund der Verordnung über den Freiwilligen
Arbeits=
dienſt vom 16. Juli 1932 hat der Herr Reichskanzler namens der
Reichsregierung auf Vorſchlag des Reichsarbeitsminiſters den
Präſidenten der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung, Dr. Syrup, zum Reichskommiſſar für
den Freiwilligen Arbeitsdienſt ernannt.
Geheimer Rat Dr. Friedrich Syrup wurde im Jahre 1882
in der Provinz Hannover geboren und beſuchte das
Real=
gymnaſium in Hannover. Nach der Reifeprüfung war er ein
Jahr praktiſch in verſchiedenen Betrieben der Metallinduſtrie
tätig. Dann widmete er ſich dem Studium des
Maſchinenbau=
faches. 1903 beſtand er das Examen als Diplomingenieur,
Dann ſtudierte er Rechts= und Staatswiſſenſchaften. 1907
be=
ſtand er die Gewerbeaſſeſſorprüfung. Sodann war er als
preußiſcher Beamter in den Provinzen Hannover, Rheinland,
Oberſchleſien und Pommern tätig. 1918 wurde er zum
Vor=
tragenden Rat im preußiſchen Miniſterium für Handel und
Gewerbe ernannt. Bei Kriegsende wurde Dr. Syrup dem
Demobilmachungsminiſterium überwieſen. 1920 trat er in den
Reichsdienſt als Präſident der Reichsarbeitsverwaltung über
Im Jahre 1927 wurde er zum Präſidenten der Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung ernannt. Auf
wirtſchaftlichem, ſozialpolitiſchem und arbeitsrechtlichem
Ge=
biete hat er auch eine reiche ſchriftſtelleriſche Tätigkeit entfaltet.
Romfanttnr und Suufanne.
— In unſerem Artikel „Die Lauſanner Schlußza.
(Darmſtädter Tagblatt Nr. 193 vom 13. Juli) hatten n.
die unterſchiedliche Beurteilung des Ergebniſſes von
La=
in der öffentlichen Meinung Deutſchlands hingewieſen,
dem man es von der politiſchen oder wirtſchaftlichen Ge
rachtet. Man wird heute feſtſtellen können, daß nach
Seiten das Ergebnis keine reſtloſe Zuſtimmung
gefunds=
aber beſtimmt muß die wirtſchaftliche Beurteilung des Lau.
Abkommens poſitiver ausfallen als die politiſche. Wir
auch hervorgehoben, daß die Neuregelung in Lauſan
nächſt rein wirtſchaftlich keine Veränderung bringen
kan=
mit dem Inkrafttreten des Hoover=Moratoriums überhaug
Reparationen mehr gezahlt worden ſind und ſchließli.
Menſch in der Welt daran gedacht hat, daß Deutſchlan.
Reparationszahlungen in abſehbarer Zeit wieder aufg
wird. Durch das Lauſanner Abkommen iſt aber der S
des Nichtzahlens von Reparationen ſeitens Deutſchlands „
auf 3 Jahre verlängert worden, und dann ſoll die S
zahlung von 3 Milliarden Goldmark unter beſtimmter
ausſetzungen und Bedingungen im Wege einer Anleihe=E
erfolgen, von der heute nicht geſagt werden kann, ob ſie
ganz oder teilweiſe durchzuführen ſein wird. Wir waren
lich hinſichtlich der Frage, ob das Lauſanner Ergebnis
Wendepunkt für die deutſche Wirtſchaft und die Weltwi
bedeute, zu der Folgerung gekommen, daß mit der
Beſe=
der Reparationen nur ein Anfang gemacht worden ſei, u
es nunmehr darauf ankomme, in welchem Maße ſich
laſtungswirkungen ergeben, um das fehlende internationg.
trauen zurückkehren zu laſſen.
Angeſichts der zwieſpältigen Beurteilung des Lau
Vertragswerkes iſt die Stellungnahme des der Regierung
ſtehenden Inſtituts für Konjunkturforſchung zu ihm inte
zumal ſie die vorausſichtlichen Einwirkungen auf die Im
turelle Lage enthält. Das Inſtitut ſieht das Poſitin
Lauſanner Vertrages weniger in der nominellen
Verrim=
der Schuldenbeträge als vielmehr darin, daß nunmehr
wichtigſten Urſachen der Vertrauenskriſe, die die Weltwil) wrden
an ihrer Geneſung verhinderte, ſchwinden könnte. Dab eI.,
man ſich freilich über eines nicht hinwegtäuſchen, daß m
die politiſchen Zahlungen zwar eine der Haupturſach,
Weltwirtſchaftskriſe ſind, aber mit ihrer Beſeitigung noche!)
aus nicht alle Vorausſetzungen für einen neuen Aufſe-Nreich
gegeben ſind. Das zeigt ſich, gewiſſermaſſen ſymboliſch,
Tatſache, daß der Lauſanner Tagung die Empire=Konfen z/md
Ottawa und die Weltwirtſchaftskonferenz in London
werden. Für die deutſche Wirtſchaft gilt zunächſt das
wie für die Weltwirtſchaft. Zahlungsbilanzmäßig geſeher
ſelbſt eine Streichung der Reparationen die Lage, wie
dem 1. Juli 1931, dem Beginn des Hoover=Jahres, beſtarli
den „Augenblick nicht geändert. Die akuten Problenz dar 2
deutſchen Wirtſchaftspolitik beſtehen daher nach wie vor in
Umfange. Indes hat aber der Vertrag von Lauſanne ge=N der der
die Ausſichten der deutſchen Wirtſchaft zu klären. Für diessurch die
ſchaft ſelbſt und für den Staatshaushalt iſt mit dem Lau ymm hat
Vertrag die Möglichkeit der Aufſtellung eines umfaßſüm eine
Wiederaufbauprogramms gegeben. Es darf aber nicht vSr.e Vorbe
werden, daß zunächſt noch bedeutſame Gefahrenpunkte vorklu Yor
ſind, eine Gefahr iſt die, daß ſich die Ratifikation duxu ſch be
einzelnen Mächte verzögert, und daß dadurch die pſycholo Atzüh
Wirkungen, ähnlich wie bei den Vorgängen anläßlic½ ein
Hoover=Jahres, zum Teil verpuffen. Außerdem wird na An
ſicht des Inſtituts erſt die Praxis erweiſen, ob die verſchie
Einſchränkungsklauſeln, mit denen die Emiſſion der 3M
liarden RM. Schuldverſchreibungen verbunden iſt, nicht ziu
ſchaftshemmenden Manipulationen der Emiſſionsmärkte
Gemeint iſt damit, ob dieſe Einſchränkungsklauſeln einen in
lich wirkſamen Schutz darſtellen. Die hieraus erwckry
Gefahr für die deutſche Wirtſchaft kann jedoch möglicher
geringer ſein, als ſie es unter den bisher geltenden Vern4
in einer ähnlichen Lage geweſen wäre. Deutſchland ge
nämlich durch den Lauſanner Vertrag die volle wirt Flli
politiſche Souveränität, namentlich die Verfügungsfreihe.!4
Reichsbahn und Reichsbank, wodurch in mancher Hinſicht/
größerer Schlagkraft in der Abkehr exogener Kriſeneinfläu
geben ſein wird. Außenhandel und Zahlungsbilanz 11
damit freilich nur bedingt in Ordnung gebracht werden;, 408
bedürfte es einer viel weitergehenden internationalen Zuſan
arbeit. Zuſammenfaſſend ſtellt das Inſtitut feſt, daß all
allem der Vertrag von Lauſanne zwar kaum den
Wend=
zu einem raſchen Konjunkturaufſchwung bedeute, daß en
ſehr wohl der erſte Schritt zu einer Beſſerung der
Zu=
ausſichten ſein könnte.
Die rein finanzielle Bedeutung der Lauſanner Abmachn
macht das Inſtitut durch eine kurze Ueberſicht über din
zelnen Stufen der Reparationsregelung klar. Nach deml
voner Zahlungsplan vom Jahre 1921 übernahm Deut
Verpflichtungen in Höhe von etwa 132 Milliarden Gol
Zu Carl Julius Webers hundertſten Todestag
am 20. Juli.
Von Hans Sturm.
Kurios wie ſein vielbändiges Werk iſt auch ſein vielbewegtes
Leben, das am 16. April des Jahres 1767 in dem weltabgelegenen
Hohenloheſchen Städtlein Langenburg an der Jaxt begann. Früh
wurde er dem Spiel entfremdet und wuchs unter der Strenge des
Vaters, eines fürſtlichen Rentbeamten von braver Geſinnung,
aber mäßiger Bildung, auf und zeigte eine lebhafte Begabung
und Lernbegier. Die Erziehungshärten des „Herrn
Rentamt=
manns”, der gern und ausgiebig mit der Elle oder, wie Weber
ſpäter zu erzählen pflegte, „mit ungebrannter Holzaſche” hantierte,
wußte die frohlaunige Mutter immer wieder auszugleichen.
Be=
reits auf der Lateinſchule war er einer der Beſten und auch auf
dem Hohenloheſchen Gymnaſium, das er mit fünfzehn Jahren
be=
zog und ſchon nach drei Jahren mit „ſelten guten Zeugniſſen”
ver=
ließ. Hinter dem Rücken des pedantiſchen Vaters und mit Hilfe
der weiterſchauenden Mutter legte er ſich eine
Landkartenſamm=
lung zu und verſchaffte ſich Bücher aus allen Wiſſensgebieten,
be=
ſonders ſolche über geſchichtliche und geographiſche Fragen; dieſe
Bücher und Schriften, die ihn oft zu abenteuerlichen Plänen
be=
geiſterten, bildeten den Grundſtock ſeiner Bibliothek, die im
Laufe der Jahre auf faſt 11000 Bände anwuchs, und er rechnete
ſich ſelbſt unter die helluones librorum, die Büchernarren. 1785 ging
er nach Erlangen, wo er in drei Jahren neben eingehenden
juri=
ſtiſchen Studien ſeine Kenntniſſe der franzöſiſchen und engliſchen
Literatur beträchtlich erweiterte und ſich beſonders in das Werk
Rouſſeaus vertiefte; Voltgire liebte er wegen ſeiner ätzenden
Satire, und die Beſchäftigung mit der flachen Senſualphiloſophie
eines Helvetius oder eines Diderot nahmen ihm das Verſtändnis
für die metaphyſiſche und ſpekulative Philoſophie ſeiner
Lands=
leute. Nur ſo ſind ſeine Spötteleien zu verſtehen (wenn auch nicht
zu entſchuldigen): „Leibnitz wurde die Wolkenſäule, die vor dem
philoſophiſchen Iſrael herzog, bis Kants Feuerſäule die Nacht zu
erhellen ſuchte, aber die Finſternis nur noch dunkler machte.‟ Die
ſpäteren ſpekulativen Denker kamen bei ihm noch übler weg.
Von Erlangen kehrte er in ſeine Vaterſtadt zurück, um ſich
eine juriſtiſche Praxis zu ſchaffen, ging jedoch wegen der engen
Verhältniſſe undwegen einesStreites mit einemGeiſtlichen nach
Göt=
tingen, woer mit Hilfe des wohlwollenden Hiſtorikers Auguſt
Lud=
wig Schlözer eine Profeſſur zu erhalten hoffte. Viele Anregungen
verdankte er dem lebendigen und auch im Leben erfahrenen
Ge=
lehrten, der ihm, als Webers Pläne ſcheiterten, riet, ſich um eine
Hauslehrerſtelle zu bemühen. Der durch angeſtrengte Studien
Ueberarbeitete und durch Geldſorgen und Intriguen Bedrückte
fand eine Erzieherſtelle in einem Bankierhauſe im ſchönen
Waadt=
lande und entging an den herrlichen Ufern des Genfer Sees der
drohenden Hypochondrie. Alle „verſtaubte Gelahrtheit” fiel hier
von ihm ab, und er gewann in dem gaſtfreien Hauſe des
fein=
gebildeten Finanzmannes die Allüren eines weltgewandten
Men=
ſchen. An der franzöſiſchen Revolution nahm er zuerſt regen
An=
teil, wurde aber nachher ein ſcharfer Gegner Napoleons und
ſei=
er Pläne. Weite Reiſen erſchloſſen ihm die Schönheiten des
ſüd=
lichen Frankreichs und die Bibliotheken von Lyon und Paris.
1792 wurde er Privatſekretär des Grafen von Erbach=Schönberg,
in deſſen umfangreicher Bibliohek er ein gründliches Studium
des Ritter= und Mönchweſens begann. Hier entſtanden die
mehr=
bändigen Werke, die „Möncherei”, die ſpäter anonym in
Stutt=
gart erſchien, und die dreibändige Geſchichte des „Ritterweſens”;
es ſind nicht methodiſche Darſtellungen, ſondern mit
Anekdoti=
ſchem durchſetzte und dadurch intereſſante kenntnisreiche
Schil=
derungen der verſchollenen mittelalterlichen Welt, deren
bedeut=
ſamſter Macht, dem Papſttum, er ebenfalls ein Werk widmete.
Zwiſchendurch war er in Schleſien, Nürnberg und Frankfurt, oder
durchſtöberte alte Bibliotheken und verſtaubte Archive in
Böh=
men, Oeſterreich und Italien. Er war der Anſicht: „Reiſen iſt
Leben, und Leben Reiſen. Was iſt das Leben anderes als
Be=
wegung!“ Die Teilnahme des Grafen am Raſtatter Kongreß
(1797—1799) erweiterte auch den Geſichtskreis und die
Menſchen=
kenntnis ſeines Freundes und Privatſekretärs; Weber lernte hier
den aus Paris geflüchteten „Rebellen Dumouriez” kennen und
wurde eingeladen, in franzöſiſche Dienſte zu treten; dieſes
An=
ſinnen lehnte er ſcharf und beſtimmt ab.
Graf Erbach ſtarb, und Weber übernahm 1802 die Erziehung
des zweiundzwanzigjährigen Erbgrafen von Iſenburg=Büdingen
und bereiſte mit ihm Holland, Weſtfalen und die Mark
Branden=
burg. In Berlin trennte ſich der junge Graf, dem Paraden lieber
waren als die geiſtigen Geſpräche ſeines Lehrers, und fuhr bei
Nacht und Nebel, vom Heimweh gepackt, zurück auf ſein
väter=
liches Schloß an der Bergſtraße. Weber folgte ihm über Leipzig
und Dresden und kämpfte ein Jahr um eine würdige Abfindung,
die ihm ſchließlich gewährt wurde. Frei aller Bindungen zog er
in das Haus ſeiner Schweſter, deren Mann im Dienſte des
Für=
ſten von Berlichingen ſtand, und lebte hier, wohlbetreut,
nach=
dem er eine ernſte Gemütskrankeit überſtanden hatte, bis 1809
in Jagſthauſen, ſiedelte „als Familienanhängſel” nach
Weickers=
heim a. Tauber, von da nach Künzelsau a. Kocher und von da
nach Kupferzell über, wo er am 20. Juli 1832 ſtarb. Einmal noch
trat er öffentlich hervor, und zwar als Abgeordneter von 1820 bis
1824 in der zweiten Württembergiſchen Ständekammer. Zwei
Jahre darauf vollendete er ſein mit ſo viel Wärme geſchriebenes
Reiſewerk „Deutſchland oder Briefe eines in Deutſchland
den Deutſchen”, angeregt durch Risbecks Briefe eines rein
Franzoſen. Es ſind nicht die üblichen Reiſebriefe, ſonde
Kapitel eingeteilte Schilderungen und Plaudereien über S
Landſchaften und Menſchen, durchſetzt mit geſchichtlichen,
ſophiſchen und kulturpolitiſchen Bemerkungen und gewulc
dem ihm eigenen Humor. Seinen Zeitgenoſſen wollte er die
öffnen für die Herrlichkeiten ſeiner Heimat, der er liebeni.
gegeben iſt, aber er vergißt auch nicht, bittere Erkenntnil!
zuhalten, ſo etwa, „daß wir zwar deutſche Länder haben.1
kein Deutſchland, und gar viele Leute, die zwar deutſch ſut
aber keine Deutſche ſind”
In den letzten Jahren vollendete Carl Julius Webe?l
„Demokritos” dem er ſeinen Nachruhm verdankt. Schon auu
Hohenloheſchen Gymnaſium in Oehringen hatte ihn das 2. Demokritos gefeſſelt; der griechiſche Weiſe aus Abß””
Thrazien nahm bereits vier Jahrhunderte vor Chriſti Gehſl.
die letzte ekementare Grundlage der Welt eine unendliche 2
von Atomen an, aus deren Begegnung und Verbindung 904
ſchiedenen Aggregate entſtanden ſeien; aus dieſer Erſeſſ
heraus pries er als höchſtes Erdenglück die völlige Seele
und riet allen Bedrängten und Unzufriedenen, die menſche
Torheiten und Nichtigkeiten zu verlachen. Gerade d0 Weber in ſeinem Werk „Demokritos, oder hintel"
Papiere eines lachenden Philoſophen” in reichem Maße 0 er ganz er ſelbſt. In der Art des von ihm geſchätzteſ,
dings nicht erreichten Wieland, läßt er in ebenſo gefällig”.
herbſatiriſchen Stegreifbetrachtungen Menſchen und Diſſbe
Begebenheiten aus allen Ländern und Zeiten Revue vol 20
die noch heute gern geleſen werden. So ſagt er von den B.‟
„Sie regieren die Welt, die Tinte (heute würde er ſchreihe2
Schreibmaſchine) iſt das fünfte Element und die Preſſe Nhſ
tillerie der Gedanken, die Bibel, der Koran, Konfuze, Koſl.
wie haben ſie nicht gewirkt?” Weiter heißt es: „
Manche=
liche Buch wird ſo ſehr verkannt als mancher treffliche 20
manches ſchlechte macht Glück; manches wird neu aufgelen.
nachgedruckt, dem man gleich das erſtemal dieſe Ehre hal”
ſagen ſollen; und manches hat den Verleger ſo lieb, daß
nicht aus dem Laden will.” Aehnlich ſchreibt er mit Leige
und Anmut über tauſend andere Dinge, und man verwum.
nicht über ſeine eigene Grabſchrift:
Hier ruhen meine Gebeine,
„Ich wollt’, es wären Deine!
Zur Zeit unſerer Väter fehlte er in keiner guten Biol
und auch wir wollen ihn nicht vergeſſen, den Begrünge.
lachenden Philoſophie, den auch Wilhelm Buſch immer
vornahm, den deutſchen Demokrit.
o- 19. Juli 1932
falsraten; zu einem Zinsſatz von 5 Prozent gerechnet,
gotſchland damit eine jährliche Zinslaſt von 6,6 Mil=
„uferlegt, worin Amortiſationen gar nicht enthalten
Dawes=Plan, der am 1. 9. 1924 in Kraft trat, ſah
guuf eines Zeitraumes von 4 Jahren mit allmählich von
gliarde Goldmark an ſteigenden Leiſtungen ab 1928/29
weszahlung von 2,5 Milliarden vor, und die Zahl der
iwen Annuitäten war nicht begrenzt. Der Young=Plan
ta gen feſten Zahlungsplan mit Verteilung der deutſchen
zunagn auf 58 Jahre, wobei die letzten Zahlungen im Jahre
f7z0 geweſen wären. Einſchließlich der Zahlungen gemäß
uſch=amerikaniſchen Schuldenabkommen und dem
bel=
ew harkabkommen wäre für Deutſchland auf Grund des
nich=aris eine Geſamtzahlung von 110 Milliarden RM. zu
nrgoe ſen, deren Gegenwartswert auf rund 36,9 Milliarden
miſetzen iſt. Das würde eine jährliche Belaſtung von
chon tlich 2 Milliarden RM. bedeutet haben, die ſich durch
Kaſchihlungsverpflichtungen auf Grund des Hoover=Jahres
die eſten 10 Jahre ab 1933 noch auf 2,5 Milliarden erhöht
geſen Zahlen ſteht nach dem Lauſanner Vertrag (Vergl.
geya tzten Artikel) ab 1936 eine deutſche Verpflichtung von
z juhr als jährlich 400 Millionen RM. gegenüber, aber
daum wenn es gelingt, die Obligationenanleihe von 3
Mil=
em anz unterzubringen, was ſehr unwahrſcheinlich iſt.
m von der Schlußzahlung in Höhe von 3 Milliarden
Mützahlungsverpflichtungen auf Grund des
Hoover=
atyums ab, ſo bleibt als Schlußzahlung eine Summe von
grunyt Milliarde RM übrig, zu deren Zahlung ſich
Deutſch=
vanlichtet hat als Preis für die endgültige Liquidation
Nelotationszahlungen.
Auis er Gegenüberſtellung der neuen und alten Zahlungen
ſſit ſicherlich für das in Lauſanne erzielte Ergebnis in
wmiſchaftlicher Hinſicht ein durchaus poſitives Bild. Auch
Hinuszögerung der Natifizierung des Lauſanner
Ab=
nigeus ann daran unſeres Erachtens nichts ändern. Denn die
f duircrtien ſind tot, auch Frankreich, das mit beſonderer
Agign ihnen feſtgehalten hat, hat in Lauſanne anerkennen
Aeng /ß Deutſchland zur Zahlung von Reparationen nicht
ne/ in Kommt es nicht zu der Ratifikation, ſo muß eine
guren bnferenz zur Neuregelung der Reparationsfrage
ein=
ſem derden; auch hierüber hat man in Lauſanne
Ver=
n diruonen getroffen. Eine neue Konferenz wird aber davon
zugrhn haben, daß die in der Lauſanner Schlußzahlung
legrt und dokumentierte Zahlungsfähigkeit Deutſchlands
uts de höchſte Grenze ſeiner Leiſtungsfähigkeit darſtellt.
Kfrkreich forderte für den Verzicht auf die Reparationen
„Siußzahlung von 4 Milliarden, Deutſchland bot 2
Mil=
ennnd man einigte ſich auf das arithmetiſche Mittel von
illſſoen, Deutſchland iſt aber mit der Annahme dieſer
ſill ſuven eigentlich über ſeine Leiſtungsfähigkeit
hinaus=
igem Es konnte es tun, weil eine dreijährige Schonfriſt
iſchtegeſchaltet wird und die Zahlungsverpflichtung vorerſt
thewutiſch beſteht.
Mih ſer Beſeitigung des Reparationsſyſtems iſt aber eine
igen Vorausſetzung dafür geſchaffen, nunmehr an das
enn er deutſchen Auslandsverſchuldung heranzugehen, die
e uch die Erfüllungspolitik ihr erſchreckendes Ausmaß
nomnen hat. Ohne eine fühlbare Senkung der Zins=
num eine Rentabilität in der deutſchen Wirtſchaft und
t aſe Vorbedingung für einen Aufſchwung nicht geſchaffen
en.) Vor allem aber muß die Wirtſchaft, wenn die
Kon=
ur ſh beſſern ſoll, Ruhe haben, und wenn jetzt repara=
Bpogitich durch die Beſeitigung der Tribute in der Welt=
„ſcha t eine allgemeine Beruhigung eintritt, ſo muß dieſe
uhigtug auch dazu führen, daß jetzt in Deutſchland die
pogitſchen Reformen in Angriff genommen werden, die
jenjug ſind, um der Wirtſchaft wieder den normalen Rahmen
degln dem ſie ihre Kräfte frei entfalten kann. Nur dann
ee möglich ſein, daß die deutſche Wirtſchaft wieder
Oſtpreußen in Gefahr!
Aohiſche Träume von der Einverleibung
Offpreußens und Danzigs.
Danzig, 18. Juli.
Eim ls deutſchfeindliche Kundgebung aufgezogene Tagung
ſen Pollnaus Ermland, Maſuren und dem ehemaligen
marien=
erſſty Abſtimmungsgebiet fand geſtern in Dirſchau ſtatt.
In M0 Anſprachen, die auf dem Marktplatz gehalten wurden,
ertes man die Einverleibung Oſtpreußens und Danzigs, die
alle irpolniſche Gebiete bezeichnete, und verlangte
Maß=
nenn ggen die deutſche Minderheit in Polen, ſowie
Unter=
ingg er „unerlöſten polniſchen Bevölkerung jenſeits der
Beif dr Kundgebung wurden Tafeln mit deutſchfeindlichen
chritm herumgetragen. Dem Ehrenkomitee der
Veranſtal=
gohhften u. a. der Staroſt und der Bürgermeiſter von
char m.
debermann in der Anekdoke.
zm 85. Geburtstag des Malers am 20. Juli.
Der Arm.
Eines Tages traf ſich in
der Kunſtausſtellung Eduard
von Gebhardt mit Max
Lie=
bermann vor Cezannes Bild
„Junger Mann mit roter
Weſte‟. Es erhob ſich eine
heftige Diskuſſion, da
Lieber=
mann die Farbenſchönheit des
Gemäldes pries. Gebhardt
wurde rot vor Zorn. „Aber
ſehen Sie doch”, rief er in
höchſter Wut, „ſehen Sie doch,
dieſen unendlich langen Arm!”
— „Ach wat”, ſagte
Lieber=
mann, „ſo ſchön wie der Arm
jemalt is, kann er jar nich
lang jenug ſein!“
„Mein Beſtes!”
Ein junger Maler erſcheint
bei Max Liebermann mit
einem Bild.
lax Liebermann.
„Mein Beſtes”, rühmt ſich
der Künſtler. „Ich werde nie
hr i ſeinem Leben etwas Beſſeres ſchaffen.”
„SSlind aber noch ſehr jung”, ſagt darauf Liebermann mit
ſtendugStimme, „warum ſchon ſo peſſimiſtiſch?”
Zu ſchwer.
Ma/?iebermann arbeitet im Garten einer Bekannten, die
ihne wundervolle Blumenzucht mit Recht ſtolz iſt. Die
nen (keltöchter der Dame ſehen dem Maler zu, ſind aber
7 hſt exſunt, als er zwar die herrlichen Blumen auf die Lein=
und hmgt, nicht aber den Storch aus Blech, der mitten auf
BEſt prangt. Und nun hört Liebermann, wie das eine
idel ge zum andern ſagt: „Sieh doch, den Storch malt er
9! Zorauf die andere: „Ja, weißt du, das iſt zu ſchwer
ihm)
Maler=Aphorismen von Liebermann.
r eiſem Nembrandt=Bild:
Wenſtnan Franz Hals ſieht, bekommt man Luſt zum Malen,
zwemynan Rembrandt ſieht, möchte man es aufgeben.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 199 — Seite 3
Weitere Zuſammenſtöße im Reich.
Forkgeſehl kommuniſtiſche Ueberfälle auf Aakionalſozialiſten. — Zuſammenſtöße zwiſchen SA.
und Reichsbanner. — Zahlreiche Berletzte.
Die Chronik der Ueberfälle.
Außer in Altona, Berlin, Greifswald und
Für=
ſtenwalde iſt es noch in mehreren anderen Gegenden
Deutſch=
lands zu politiſchen Zuſammenſtößen und Ausſchreitungen
ge=
kommen.
In Bochum wurde ein der NSDAP. naheſtehender
Arbei=
ter von Kommuniſten überfallen und ſchwer verletzt. Ferner
wur=
den Mitglieder der Kyffhäuſerjugend, die von einem
Kamerad=
ſchaftsabend zurückkehrten, von Kommuniſten angegriffen, die auch
mehrere Schüſſe abgaben. Ein Mitglied der Kyffhäuſerjugend
erhielt einen Beinſchuß, ein Nationalſozialiſt einen Schuß in die
Ferſe.
In Remſcheid wurden am Sonntag nachmittag zwei
Na=
tionalſozialiſten durch Schüſſe verletzt. Die kommuniſtiſchen Täter
konnten verhaftet werden. Gegen 18 Uhr wurde ein Laſtwagen
mit Nationalſozialiſten von Kommuniſten beſchoſſen. Ein
Polizei=
beamter, der einſchritt, wurde von Kommuniſten mißhandelt.
In Barmen wurden am Sonntag nachmittag drei von
Remſcheid kommende Wagen mit Nationalſozialiſten nach Waffen
durchſucht, da der Polizei gemeldet worden war, daß von den
Wagen unterwegs geſchoſſen worden ſei. Bei der Durchſuchung
des Wagens wurden nach polizeilicher Mitteilung 18 geladene
Piſtolen gefunden und beſchlagnahmt
In Rheydt gab es ſechs Verletzte bei einem
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten, die in
Laſt=
kraftwagen zu einem „Deutſchen Tag” in Wickrath unterwegs
waren. Im Verlaufe der Streitigkeiten wurden auch zahlreiche
Revolverſchüſſe abgegeben, durch die ſechs Perſonen, meiſt Frauen
und Kinder in den benachbarten Häuſern, verletzt wurden. Die
Inſaſſen des Laſtkraftwagens wurden ſpäter in Wickrath vom
Ueberfallkommando geſtellt. 5 Nationalſozialiſten wurden
ver=
haftet.
Im Aachener Land kam es ebenfalls zu ſchweren
Zu=
ſammenſtößen, wobei die Polizei zahlreiche Kommuniſten
feſt=
nahm und entwaffnete.
In Itzehoe kam es gleichfalls zu ſchweren Schießereien. Als
SA.=Leute aus Altona durch die Stadt fuhren, wurden ſie von
Kommuniſten beſchoſſen. Dabei wurden zwei SA.=Leute ſchwer
verletzt. Als die Polizei eingriff, wurde auch ein Schupobeamter
durch einen Steckſchuß in den Arm nicht unerheblich verletzt.
Schwere Zuſammenſtöße in Sachſen und Schleſien.
In Leipzig verſuchten — wie die Polizei meldet
Nationalſozialiſten einen Reichsbannerzug zu filmen. Die
Reichsbannerleute ſtürmten darauf das SA.=Heim, worauf die
Nationalſozialiſten ſchoſſen. Drei Reichsbannerleute wurden
leicht verletzt. Bei einem ſpäteren Zuſammenſtoß wurde
eben=
falls geſchoſſen. Vier Beteiligte wurden ſchwer, 10 leicht verletzt.
Zu ſchweren politiſchen Unruhen kam es Montag mittag in
Groß=Roſen, Kreis Striegau. Anläßlich eines
Propaganda=
marſches der SA. griffen Mitglieder der Eiſernen Front einen
durch die Ortſchaft marſchierenden SA.=Trupp mit Aexten,
Rodehacken und Revolvern an.
Die SA. mußte der Uebermacht weichen und hatte einen
Toten, drei ſchwer — und ſechs Leichtverletzte. Auch unter den
Dorfbewohnern gab es zahlreiche Verletzte. Ein Polizeiaufgebot
aus Striegau konnte die Nuhe wieder herſtellen.
Blutige Zuſammenftöße auch in Bayern.
Am Sonntag abend ereigneten ſich in Freiſing nach Schluß
eines SA=Aufmarſches ſchwere Zuſammenſtöße zwiſchen
Mitglie=
dern der Eifernen Front und 80 nach München auf
Laſtkraft=
wagen zurückkehrenden SA=Männern. Auf beiden Seiten wurden
insgeſamt etwa 18 bis 20 Schüſſe gewechſelt. Leider ſind
zahl=
reiche Verletzte zu beklagen.
In Kottern bei Kempen errichteten Kommuniſten
Barrika=
den, um den nationalſozialiſtiſchen Aufmarſch zu ſtören. Die
Nationalſozialiſten wurden mit Steinen beworfen. Auch wurde
geſchoſſen. Zahlreiche Perſonen, darunter auch Polizeibeamte,
wurden leicht verletzt. Ein Nationalſozialiſt liegt ſchwer verletzt
im Krankenhaus.
Zu einem blutigen Zuſammenſtoß kam es am Sonntag in
Wertingen in Schwaben zwiſchen Augsburger Kommuniſten und
Nationalſozialiſten. Der nationalſozialiſtiſche Reichstagsabgeord=
nete Aiger erhielt dabei einen gefährlichen Stich in den
Unter=
leib. Auch ein Kommuniſt wurde erheblich verletzt.
Sprengſtoffbeſchlagnahme in Bernau.
In einer Wohnlaube in Bernau bei Berlin beſchlagnahmte
die Polizei 6 Pfund Ammonit, einen gefährlichen Sprengſtoff.
Anderthalb Pfund waren bereits für Sprengungen vorbereitet,
mit Zündſchnur und Sprengkapſeln verſehen. Der aus Berlin
ſtammende Sohn des Wohnlaubenbeſitzers wurde verhaftet.
Die blukigen Ereigniſſe in Alkona.
Vorbereikeker Ueberfall der Ankifaſchiſtiſchen Akkion
gilt als erwieſen.
Altona, 18. Juli.
Der Altonaer Polizeipräſident gab heute nachmittag den
Ver=
tretern der Hamburg=Altonaer Preſſe im Präſidium eine
einge=
hende Darlegung der geſtrigen blutigen Vorfälle. Er erklärte,
daß die Polizei die Nationalſozialiſten gewarnt habe, doch hätten
dieſe Wert darauf gelegt, überall zu demonſtrieren, und das
Ver=
ſprechen abgegeben, Ruhe und Ordnung bei der Kundgebung zu
bewahren. Sobald die Demonſtration und der Marſchweg der
SA. bekannt waren, wurden die Polizeibehörden aus dem
kom=
muniſtiſchen Lager, vor allem von der Antifaſchiſtiſchen Aktion
um ein völliges Verbot des SA.=Marſches erſucht, da dieſer eine
Provokation des „Roten Altona” darſtelle. Die Polizei habe, wie
der Präſident betonte, in Uebereinſtimmung mit den geſetzlichen
Beſtimmungen ihre Stellungnahme nicht grundſätzlich ändern
können, wohl aber Maßnahmen ergriffen, um Zuſammenſtöße
möglichſt zu vermeiden. Das Polizeipräſidium iſt der Meinung,
daß es ſich um einen wohlvorbereiteten Feuerüberfall der
Anti=
faſchiſtiſchen Aktion auf die Nationalſozialiſten bzw. auf die
Poli=
zei handelte, der auch erfolgt wäre, wenn der Zug eine andere
Richtung genommen hätte. Bei den 91 Verhafteten hat man
keine Waffen mehr gefunden.
Die Zahl der Opfer beftäkigl.
Ein Bericht des Städtiſchen Preſſeamts in Altona beſtätigt
nunmehr, daß die Unruhen 12 Todesopfer gefordert haben. In
das Städtiſche Krankenhaus Altona wurden insgeſamt 64 Verletzte
eingeliefert, von denen 23 bereits wieder entlaſſen werden
konn=
ten. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt
noch 16.
Wie die NSDAP. Altona mitteilt, hatten die
Nationalſozia=
liſten bei den Unruhen zwei Tote und dreißig Verletzte zu
ver=
zeichnen.
Von den Schwerverletzten der geſtrigen blutigen
Zu=
ſammenſtößen in Altona ſind zwei weitere Perſonen im Laufe
des Montag nachmittag ihren Verletzungen erlegen. Zwei weitere
Schwerverletzte ſchweben in Lebensgefahr.
Unter den Toten befinden ſich zwei Perſonen, ein SA=Mann
und eine Frau, die der NSDAP. angehörten. Drei Tote ſind
Kom=
muniſten, ein Schwerverletzter, mit deſſen Ableben man ſtündlich
rechnet, gehört ebenfalls der KPD. an. Ein in der Holſtenſtraße
erſchoſſener Mann namens Hagen war Mitglied der SPD. Da
die Schußwunden bei den im Krankenhaus liegenden Verletzten
zum Teil ſehr groß ſind, glaubte man zunächſt, daß präparierte
Geſchoſſe benutzt worden ſeien. Doch ſcheint es ſich in allen Fällen
um Querſchläger zu handeln. Bei vier Verletzten hat man
Bein=
amputationen vornehmen müſſen. Die weitaus meiſten
Verletz=
ten ſind auf der Straße angeſchoſſen worden. Die Polizei iſt
überzeugt, daß die Zahl der Verletzten, wenn nicht auch der Toten,
noch größer iſt, als bisher bekannt wurde, da wahrſcheinlich von
ſeiten der Antifaſchiſtiſchen Aktion Opfer beiſeite geſchafft worden
ſind.
Beim Abtransport der von außerhalb gekommenen
National=
ſozialiſten kam es in Itzehoe und in Pinneberg zu neuen
Zuſam=
menſtößen. In Itzehoe wurde bei einer Schießerei ein Beamter
verletzt; bei der Durchſuchung eines Laſtkraftwagens der
Natio=
nalſozialiſten wurden 25 Piſtolen beſchlagnahmt. In Pinneberg
ſtürmten die Nationalſozialiſten ein Gaſthaus, aus dem ſie mit
Steinen beworfen worden waren.
Ueber die Kunſtgelehrten:
Die Kunſthiſtoriker ſind dazu da, unſere ſchlechten Bilder
nach unſerem Tode für falſch zu erklären.
lleber die Auch=Maler:
Wenn mir ein Maler ſeine Bilder zeigt, weiß ich meiſt
ſofort, welchen Beruf er hätte wählen ſollen.
Von der Technik:
Technik iſt egal — man kann den Finger in Dreck ſtippen
und es damit machen: die Hauptſache iſt, ob’s gut wird
oder ſchlecht.
Der Kuß an die falſche Adreſſe.
Vor etwa Monatsfriſt fand in Cannes eine
Wohltätigkeits=
veranſtaltung ſtatt. Herr André M., Großkaufmann aus Paris,
beſchloß, dieſen Genuß mitzunehmen, warf ſich in Wichs und
er=
ſchien unternehmungsluſtig auf dieſer
Wohltätigkeitsveranſtal=
tung, wo die Damen in Zelten alles Erdenkliche verkauften, deſſen
Erlös irgendeinem mildtätigen Zweck dienen ſollte. Beſonders
abgeſehen aber hatte es Monſieur André auf die bekannte
Film=
ſchauſpielerin Nine de G., von deren Teilnahme am Feſte er
wußte und deren Photo in irgendeinem Magazin es ihm beſonders
angetan hatte.
Und er hatte Glück. Er erblickte die heimlich Angebetete in
der Nähe eines Sektzeltes, wo ſie Blumen feilhielt, Fromm und
gottesfürchtig näherte er ihr ſich, ſtellte ſich vor und bat die
er=
ſtaunte junge Dame, ſich zu ſeinem Vorſchläge äußern zu wollen,
ihr einen Kuß gegen ein Wohltätigkeitsentgelt
von 1000 Francs, auf der Stelle bar zahlbar,
geben zu dürfen. Nach einigem liebreizenden Zaudern
wil=
ligte die junge Dame ein, ließ ſich von Herrn André küſſen und
nahm die 1000 Francs für die Mildtätigkeit ein. Als Herr André
ſie jedoch nunmehr zu einem Glas Sekt einlud und ſie dabei mit
dem Namen der berühmten Filmſchauſpielerin anredete, klärte
ſie ihn ſofort über ſeinen Irrtum auf: ſie ſei lediglich die
Privat=
ſekretärin eines in Cannes weilenden belgiſchen Induſtriellen.
Zuerſt war Herr André wie aus den Wolken gefallen, dann
empörte er ſich, wurde laut, verlangte ſeine 1000 Francs zurück,
die ja dem Küſſen einer ganz anderen gegolten hätten, — kurz,
benahm ſich derart, daß er von der Feſtleitung vor die Tür
ge=
ſetzt werden mußte. Wutſchnaubend lief er zum Kadi und klagte
auf Rückgabe, der 1000 Francs, die er ja unter völlig
anderen Vorausſetzungen hingegeben habe, und dieſer Tage
ſtan=
den ſich Monſieur André und die junge hübſche Privatſekretärin
im Gerichtsſaale gegenüber — André M. verlor
ſelbſtver=
ſtändlich den Prozeß. Denn er hätte, wenn er willens
ge=
weſen ſei, nur einen Kuß der Filmſchauſpielerin Nine de G. mit
der Summe von 1000 Francs zu bewerten, die junge Dame, die er
in Wirklichkeit küßte vorher fragen müſſen, ob ſie mit dieſer
iden=
tiſch ſei. Dies ſei nicht geſchehen, von einer Vorſpiegelung falſcher
Tatſachen ſeitens der jungen Dame könne daher keine Rede ſein,
und Herr André M. müſſe ſich ſowohl die Abweiſung ſeiner Klage
wie auch die Verurteilung in die Koſten gefallen laſſen. — „
Ueb=
rigens”, ſo ſchloß der Richter, „würde ich einen Kuß
die=
ſer jungen und liebreizenden Dame mit 1000
Francs nicht für überwertet halten und dieſe Summe
ſofort und jederzeit für dieſen Zweck ausgeben!” Und ſetzte
ſeuf=
zend hinzu, während die junge Dame tief errötete: „Wenn ich
dieſe 1000 Francs nur hätte!”
* Eine Senſalion: Das Dampfauko.
In Kaſſel hat die größte Lokomotivfabrik Europas, Henſchel
u. Sohn AG., in dieſen Tagen eine ſenſationelle Konſtruktion
fertigeſtellt, die geeignet ſein könnte, eine vollſtändige
Umwäl=
zung im Automobilbau einzuleiten. Es handelt ſich hierbei um
einen ſogenannten „Dampfwagen”, der den Exploſionsmotor durch
eine Dampfmaſchine erſetzt. Unter der üblichen Motorhaube
be=
findet ſich ſtatt der Verbrennungsmaſchine ein Röhren=Syſtem=
Keſſel für einen Druck von 120 Atmoſphären, der mit Benzin
oder Schweröl geheizt wird. Das Fahrzeug kann durch dieſe
Feuerungsmittel in wenigen Sekunden betriebsfertig gemacht
werden. Das Getriebe fällt vollſtändig fort. Die Steigerung
der Geſchwindigkeit erfolgt durch Oeffnen eines
Hauptdampfven=
tils, das, wie ſchon bei den jetzigen Automobilen, durch den Fuß
betätigt wird. Der Perſonenwagen des neuen Typs iſt mit einer
Vierzylinder= der Omnibus mit einer Zweizylinder=Heizdampf=
Verbundmaſchine ausgeſtattet, die über die Hinterachſe gelagert
ſind. Erſtaunlich ſind die Zeiten, die mit den ſeit einiger Zeit
laufenden Probewagen erzielt worden ſind. Für den
Perſonen=
wagen ſind 120 Stundenkilometer und für den Omnibus 60
Stun=
denkilometer geſtoppt worden. Die bisher fertiggeſtellten Wagen
ſollen über eine ausgezeichnete Straßenlage verfügen. Man muß
jetzt abwarten, wie ſich die Wagen weiter entwickeln und ob
viel=
leicht die große Senſation im Automobilweſen dadurch eintreten
wird.
* „Generäle in der Deutſchen Republik”. Groener,
Schlei=
cher, Seeckt. Von Dr. Heinz Brauweiler. Tell=
Ver=
lag, Berlin. Kart. mit drei Bildern 2.40 RM.
Die Reichswehr, und ihre Führer ſtehen im Augenblick im
Brennpunkt der politiſchen Betrachtungen. Warum trat
Wehr=
miniſter Groener zurück? Welche Rolle ſpielt General Schleicher,
den Groener ſchon während des Großen Krieges zu ſich gerufen
hatte? Die Reichswehr, die „unſichtbare Perſon mit der eiſernen
Fauſt”, nimmt zweifellos in der deutſchen Politik eine von den
meiſten ungeahnte wichtige Stellung ein. Trotz aller
Umwerbun=
gen von den Parteien her ſtand ihr Deutſchland und ſeine Einheit
über allem, wofür der Verfaſſer zahlreiche, bisher in den Archiven
ruhende Dokumente aus den Jahren 1918—1931 anführen kann.
Eine aktuelle und wertvolle Darſtellung, deren poſitive
ſtaatspoli=
tiſche Grundhaltung gerade die Jugend in der Politik zum
Nach=
denken veranlaſſen dürfte.
Seite 4 — Nr. 199
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 19. Ju)
MOMIOMOTMMIOIOLoOT!
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Stud.=Aſſeſſor Ludwig Schneider
und Emmy Schneider, geb. Diehl
Grünberg
(Heſſen)
16. Juli 1932
Darmſiadt
Mathldenſtfr. 34
(10343
Morgen Mittwoch, den 20. Juſi begehen die Eheleute
Andreas Ullrich und Frau Maria, geb. Lang,
Darm=
ſtadt, Liebfrauenſtraße 90 Il. das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
0837
Glückauf zur Goldenen!
Donnerstag abend entſchlief ſanft nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſer lieber, guter Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater und Bruder
Heinrich Jochmann
im Alter von 56 Jahren.
Die Beerdigung fand auf Wunſch des Entſchlafenen in
aller Stlle ſtatt.
Herrn Pfarrer Lautenſchläger ſei für die troſtreichen
Worte bei der Einſegnung, ſowie der Firma Roeder,
A.=G., ſeinen Mitarbeitern und denſenigen, die dem
Verblichenen durch Blumen= und Kranzſpenden
ge=
dachten, noch innigſt gedankt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frun Fodfie Jahmamn Awe.
geb. Becker
nebſt Kinder.
Am 17. Juli 1932 verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden unſere liebe
Mutter, Großmutter,
Schwieger=
mutter und Tante
Margarethe Bechtoldt
geb. Schäffer
im 80. Lebensjahr.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmftadt, Heidelberg, Gießen,
Mainz und Erbach i. O.
Die Beerdigung ſindet am
Mitt=
woch, den 20. Juli, nachmittags
3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Während meiner Abiesenhelt werde
lch vertreten von den Herren
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mstag, 19. Juli 1932
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 19. Juli 1932.
Landesbibliokhek.
ue Erwerbungen der Landesbibliothek (Auswahl) vom
ſi an auf 14 Tage im Leeſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Erich Carell, Wirtſchaftswiſſenſchaft als
Kultur=
ſuhaft. Tübingen 1932. 32/454. 2. Ernſt Caſſirer
und die geſchichtliche Welt. Berlin 1932. 32/572. 3. Weib=
Jugend in unſerer Zeit. Hrsg. von Hertha Siemering
Fduard Spranger. Leipzia 1932. 32/510. 4. Erich
e. Einführung in die Wahrſcheinlichkeitstheorie. Leip=
M2. 32/1037. 5 Der internationale
Kapita=
uns und die Kriſe. Feſtſchrift für „Julius
Stuttgart 1932. 32/383. 6. Georg Keil, Vormarſch der
Enetlagerbewegung. Berlin 1932. 32/735. 7. Paul
Kraken=
nur Reichsgeſetz betr. die Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſ=
ſrüten. München 1932. 32/1034. 8. Otto Lipmann.
huzſh der Arbeitswiſſenſchaften. Jena 1932. 32/348. 9. Tho=
„Nann. Goethe und Tolſtoi. Berlin 1932. 32/540. 10. Os=
1v Nell=Breuning. Die ſoziale Enzyklika. Köln
2814 11. Erna Patzelt. Die fränkiſche Kultur und
„Irm Wien 1932 32/346 12. Gerhard Schacher Hand=
F Weltbörſen. Ende 1931. 32/373. 13. Franz
Schlegel=
ur (Hrsg.), Verordnung über Aktienrecht, Berlin 1932.
14. Peter Heinrich Schmidt. Einführung in die
grine Geographie der Wirtſchaft. Jena 1932. 32/349.
lix Somary. Die Urſachen der Kriſe Tühingen 1932.
16. A. de Viti de Marco, Grundlehren der
Finanz=
uſüft. Tübingen 1932 32/219 17. Fritz Witte Tauſend
geſeutſcher Kunſt am Rhein. Bd. 1—5. Berlin 1932. 32 A 41.
ue ir den Leſeſaal.)
Am 30. Juli an verleihbar. Vormerkungen werden im
eiiu entgegengenommen.
Nr. 199 — Seite 5
Hausangeſtellke und Sozialverſicherung.
far erhalten dieſe Zuſchrift:
lür Kreis derer, die ſich eine Hausangeſtellte leiſten können,
cmer kleiner; nur äußerſter Zwang läßt den Entſchluß
Kuiremde Hilfe in den Haushalt zu nehmen. Wohl ſind die
vie eſunken,
hön die Sozialbeiträge mit Steuer ſind ſo hoch — etwa
Bilzral ſo hoch wie 1914 —, daß ſie gerade für die weiteſten
Hieſe es unmöglich machen dürften, eine Dauerangeſtellte
in die Familie zu nehmen.
yige? Weitere Belaſtung des Arbeitsmarktes.
alen ſollen ſprechen: Eine Hausangeſtellte ohne beſondere
gillung erhält 25.— RM. Monatslohn. Sie wird belaſtet mit:
M. Krankenkaſſe, 5,94 RM. Arbeitsloſenverſicherung,
IMN. Arbeitsloſenhilfe, etwa 3,90 RM. Invalidenverſicherung
enr lißgeſamt 16,48 RM. im Monat, d. h. mit faſt 66 Proz.
s=Aarlohnes.
das Vernunft?
Ys könnte zur Abhilfe geſchehen?
Härbſetzung des Wertes der Sachbezüge von 1,50 RM. wieder
auf 20 RM.
Ehbung der Beiträge nach dem wirklichen Einkommen oder
aue Erhöhung der Zahl der Lohnſtufen durch erhebliche
„(Nuteilung?) des Steigerungsumſatzes.
isgeht m. A. nach nicht an und iſt ſehr großzügig, bei 25 RM.
r. dieſelben Sätze wie bei 41.— RM. zu erheben, d. h. hier
benten zuau6 Prozent, dort etwa 42 Prozent.
Pflege des Arbeitsmarktes ſollte die Verſicherungsämter
MAShaniaſen, gerade bei den Hausangeſtellten alles zu tun, um das
rhülnis zwiſchen Barlohn und Sozialbeitrag erträglich zu ge=
Tun ſie es nicht, wird der Schaden größer ſein,
wie der vermeintliche kaſſenmäßige Nutzen.
stzl. 4 I die Sitzung des Kreiswahlausſchuſſes des Wahlkreiſes 33,
ekanuſſen=armſtadt, zur Prüfung und Feſtſetzung der Kreiswahlvor=
Spenäg für die Reichstagswahl am 31. Juli 1932 findet am
ithdoch, den 20. Juli 1932, vormittags 11 Uhr, im
Gößungzimmer des Staatsminiſteriums in Darmſtadt, Neckar=
Naßet ſtatt. Die Sitzung iſt öffentlich.
Klans — Eommerſpielzeit Kleines Haus. Heute, 20 Uhr: Gaſtſpiel
quit Praſch=Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger
Landes=
tarx in dem Zeitſtück „Verſtehen wir uns?”, von
er vn Preradovic. 2. Vorſtellung im Dienstag=Abonnement.
geſchgen, 20 Uhr: „Frauenhaben das gern!” Schwank=
Delrean von Arnold und Bach, mit der Muſik von Walter Kollo.
Otzaufführung war ein Sieg auf, der ganzen Linie. 2. Vor=
Aurgim Mittwoch=Abonnement.
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(ndteungen ohne vorherige Anzeige vorbehalten.) Nach New
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ſtikl ſte: D. Tacoma ab Hamburg 13. 7., ab Bremen 16. 7.;
1D4nu ab Hamburg 23. 7., ab Bremen 26. 7. Nach Cuba,
xAto. Texas: D. Madrid ab Bremen 14. 7.: D. Kreta
Bögen 1. 8., ab Hamburg 3. 8: MS. Rio Panuco ab Bre=
5 8., ab Hamburg 17. 8. Nach Weſtküſte
Mittel=
ſia und Mexiko: D. Attika ab Hamburg 16. 7. ab
mnt 18, 7. Nach Nordbraſilien: D. Anatolia ab
Bre=
ab Hamburg 23. 7. Nach dem La Platg: D.
ab Bremen 20. 7., ab Hamburg 23. 7. Nach
Süd=
iſien: D. Münſter ab Bremen 22 7. Nach
Süd=
ſia via Panamakanal: D. Alda ab Hamburg 19. 7. ab
mir20 7.; via Magellan=Straße: D. Planet ab Hamburg
„0 Bremen 13. 8. Nach Madeira und den Kanari=
MS. Rio
emſnſeln: D. Orotava ab Bremen 16.
zavo 6b Bremen 31. 7. Nach Oſtaſien: MS. Ramſes ab
Fmeit2. 7., ab Hamburg 16. 7.: D. Jſar ab Bremen 19. 7.,
Homurg 23. 7. Nach Auſtralien: MS. Redensburg ab
mbhu 27. 7., ab Bremen 30. 7. Nach der Levante ab
emar ca 8 Abfahrten im Monat. Nach Finnland ab
ur 8tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. Nach Reval
Zaen: Abfahrten alle 8—10 Tage. Nach Leningrad
gen je nach Bedarf. Nach England (Hull) ab Bre=
:Abfahrten in der Woche. Bremen—Hamburg—
eich: Abfahrten Dienstags von Bremen, Freitags von
Geſellſchaftsreiſen: „Nordkapfahrten: D.
tor9 b Bremen=Bremerhaven 21 7., D. Lützow ab
Bremen=
ſemazven 6. 8. — Nähere Auskunft aller angeſchloſſenen
nieis erteilt bereitwilligſt Anton Fiſcher, Frankfurter
raß: 2—14, Telephon 186.
Neue Beſtimmungen für den Straßenberkehr
Das rote Schlußlicht — hinkeres Kennzeichen für Krafträder. — Fahrkenbuch. — Bom Hupen.
Vom Vorfahrksrecht. — Der Haupkverkehrsweg. — Alkoholgenuß und Krafffahrer.
(Aus der Verordnung über Aenderungen der Regelung des Kraftfahrzeugverkehrs vom 10. 5. 1932, R. G.Bl. Nr. 29, 1932.)
Die techniſche Entwicklung des Kraftfahrweſens und die große bewirken. Das Fahrtenbuch iſt den zuſtändigen Beamten vorzu=
Anzahl der Unfälle zwingen den Geſetzgeber immer wieder, in zeigen oder auszuhändigen. (8 16, Abſatz 2.)
Nachträgen und Ergänzungen die beſtehenden Geſetze und
Verord=
nungen den tatſächlichen Verhältniſſen anzupaſſen. So bringt auch
die Novelle zur Verordnung, im Kraftfahrzeugverkehr (K.V.O.),
die nach langwierigen Beratungen im April 1932 vom Reichsrat
verabſchiedet worden iſt, einige grundlegende Neuerungen. Es iſt
mithin das Verdienſt der ſportlich und techniſch eingeſtellten
Tages=
preſſe, die Diskuſſion über die nun geſetzlich geregelten Fragen
mit durchſchlagendem Erfolg eröffnet zu haben. Einige
Neue=
rungen ſeien aus der Paragraphenfolge der R.V.O. zur
Be=
ſprechung herausgenommen:
Der 8 4 der R.V.O. der von Zubehörteilen des
Kraftfahrzeuges ſpricht, wird, durch einen Abſatz 6
er=
gänzt, der
die Einführung eines roten Schlußlichts zwangsweiſe
vor=
ſchreibt. Die betont rote Farbe des Schlußlichts ergab ſich
aus internationalen Abmachungen, und ſo darf in Zukunft
rotes Licht nur zur Kennzeichnung des Schluſſes eines
Fahrzeuges verwendet werden.
Nach § 4, Abſ. 8 bleibt die gelbrote Farbe allein dem
Fahrtrichtungsanzeiger vorbehalten, der übrigens nicht,
trotz vielſeitiger Publikumswünſche obligatoriſch eingeführt wurde.
Für dieſe fakultative Regelung ſprachen beim
Fahrtrichtungs=
anzeiger wieder Gründe mit, die ſich aus dem internationalen
Gebrauch ergaben.
Soweit der Führer eines Kraftfahrzeuges die
Fahrtrich=
tungsänderung durch mechaniſche Zeiger anzeigen
will, darf er dazu keine Kapſel=
Fahrtrichtungsan=
zeiger verwenden. Die letzteren ſind, ſoweit bisher
gebräuch=
lich, nach einer Uebergangszeit aus dem Verkehr zu ziehen.
Die neue zwangsweiſe Einführung eines zu
beleuchten=
den hinteren Kennzeichens auch für
Kraftfahr=
räder hat verkehrspolizeiliche Urſachen. Es war nämlich bei
durch Kraftfahrräder verurſachten Unfällen und Uebertretungen
die Feſtſtellung der Führer der Krafträder durch das vordere
Kennzeichen allein häufig nicht möglich.
Bei der Herſtellung der Kennzeichen ſind von jetzt ab neben
den flachen auch erhabene Buchſtaben und für die
hin=
teren Kennzeichen ſogar eine Innenbeleuchtung
er=
laubt. Bei Tage müſſen aber die mit Innenbeleuchtung verſehenen
Kennzeichen in ſchwarzer Schrift auf weißem Grunde zu ſehen ſein.
Die Einführung von Kurvenſcheinwerfern,
Rück=
fahrtſcheinwerfern, Nebellichtern und die
Verwen=
dung von Schneeketten iſt wegen der techniſchen
Unvollkom=
menheit dieſer Geräte dem Bekanntmachungsrecht des
Reichsver=
kehrsminiſters überlaſſen, und ſo durch die Novelle noch nicht
generell geregelt.
Grundlegend neu iſt die Einführung eines Fahrtenbuches,
zu deſſen Führung, der Halter eines Fahrzeuges von der
höheren Verwaltungsbehörde gezwungen werden kann,
wenn der Führer eines Fahrzeuges gegen die Verkehrsvorſchriften
ſo verſtoßen hat, daß eigentlich die Entziehung des Führerſcheines
gerechtfertigt geweſen wäre, die Fälle natürlich gemeint, bei denen
der Name des Führers nicht feſtſtellbar war. Aus dem
Fahrten=
buch muß deshalb zu erkennen ſein, welcher Führer eines
beſtimm=
ten Fahrzeuges bei den einzelnen Fahrten jeweils geführt hat.
Die einzelnen Eintragungen ſind nach Beendigung der Fahrt zu
Faſſe dich kurz!
Die Frauen faſſen ſich kurz. Es iſt nicht wahr, daß
ſie viel reden. Das tun ſie nur dann, wenn ſie eine nette,
gra=
ziöſe Cauſerie führen. Wenn ſie aber wirklich etwas zu ſagen
haben, dann ſind ſie kurz, präzis, lakoniſch — wie ein Code=
Verzeichnis
Zum Beiſpiel: Eine Frau hat eine gute Freundin. Sie
ſind zuſammen aufgewachſen, haben ſchon zuſammen als Kinder
geſpielt. In der Schule ſaßen ſie nebeneinander auf einer Bank.
Jahre hindurch. Sie wurden in der gleichen Woche in einer
Kirche konfirmiert. Im ſelben Frühling die Schule abſolviert.
Geheiratet. Kinder bekommen, die, dem Beiſpiel ihrer Mütter
folgend, befreundet waren und zuſammen ſpielten.
Wie drückt eine Frau das alles aus? Glauben Sie, ſie
ver=
liert ſoviel Worte wie ich, ein Mann, ſie hier verſchwendet habe?
„Meine Freundin war ſchon mit fünf Jahren
älter als ich”, ſagte ſie — und jeder weiß ſofort, wie ſich die
Sache mit der Schule, der Konſirmation, den Kindern uſw.
verhält.
Oer..
Eine Dame hat eine gute Bekannte, Frau X., die blond iſt,
falls die Dame ſchwarzes Haar hat, und ſchwarz, falls die erſtere
eine Blondine iſt. Die Dame iſt ſchon ſechs Jahre verheiratet.
Ihr Gatte bemerkt dieſen Farbenunterſchied ſehr genau. Einige
Male haben gute Freunde die Dame wiſſen laſſen, daß ihr Gatte
auf der Geſellſchaft von Frau X. geſehen worden iſt..
Die Dame konzentriert das alles in vier Worte:
„Ich haſſe dieſe Perſon —‟
Kann man ſich kürzer faſſen?
Oder unſere Dame ſagt: „Frau N. iſt ſehr nett —”. und
ſo=
fort erſcheint ein ganz genaues Bild. Nämlich.
Frau N. iſt Ende der Dreißiger. Sie liebt Kuchen
Schlag=
ſahne, Mehlſpeiſen. Etwas Rheuma. Einen braunen Schirm
be=
ſitzt ſie. Etwas ſchwerhörig. Wenn es draußen klingelt, ſagt der
Gatte der Dame: „Schon wieder Frau N.?” — und zieht ſich in
ſein Arbeitszimmer zurück. Zum Geburtstag bringt ſie der
klei=
nen Elli eine Puppe. Zum Todestag der Schwiegermutter
Blumen. Zu Oſtern auch Blumen, aber im Topf.
„Sie iſt ſehr nett”.
bezeichnet es der Code, und kürzer könnte es von keinem Mann
geſchaffen werden
Wenn ich an der Telephonzelle zum xten Male die
Auf=
ſchrift: „Faſſe dich kurz!” leſe, weiß ich genau, daß dieſe Worte
mich meinen — mich, der ich ſtumm mit dem Hörer am Ohr ſtehe
und geduldig warte, bis am Ende des Drahtes die Dame ſagen
wird, was ich am allerliebſten von ihr vernehmen möchte.
Lokale Veranſtalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechunr oder Kritſ.
— Im Wiener Kronenbräukeller konzertiert heute
abend Herr Kapellmeiſter Willi Schlupp mit ſeinem Orcheſter. Es
iſt ein Streichkonzert bei freiem Eintritt vorgeſehen. (Siehe
An=
zeige.)
Neben einigen Neufaſſungen, die ſich aus der häufigen
Gegen=
ſätzlichkeit zwiſchen Gerichtsentſcheidungen und Willen des
Geſetz=
gebers ergaben, wie Abgemeldetſein des Fahrzeuges bei
zwangs=
weiſer Vernichtung des Dienſtſtempels auf den Kennzeichen oder
Verbot des Führens auch von führerſcheinfreien Kleinkrafträdern,
wenn der Führerſchein entzogen iſt oder Begriffserklärungen über
Beſitzer und Erwerber ſind u. a. die ſtrittigen Fälle, der
fehlen=
den Warnungstafeln bei beſtehenden Polizeiverordnungen
geklärt worden. 8 30. Abſ. 3 heißt neu: „Auf Verbote und
Be=
ſchränkungen iſt durch Warnungstafeln hinzuweiſen. Fehlt dieſer
Hinweis, ſo bleiben Zuwiderhandlungen gegen die entſprechenden
Polizeiverordnungen, ſtraffrei, wenn der Zuwiderhandelnde die
Polizeiverordnung weder kannte noch kennen mußte.”
Die neue Beſtimmung über das Hupen, 8 19, Abſ. 1. ſagt
klar und einſchränkend, daß der Führer deutlich hörbare Zeichen
abzugeben hat, wenn Wegbenutzer oder Fußgänger
gefährdet werden.
Verboten iſt das Hupen, um raſcher vorwärts zu kommen,
und erlaubt nur dann beim Ueberholen, wenn das
Ueber=
holen zuläſſig iſt.
Dieſe Beſtimmung liegt ganz im Sinne der großſtädtiſchen
Antilärmliga, die verlangt, daß das übermäßige
Hupen durch vorſichtiges Fahren erſetzt wird.
Der Streit um das Vorfahrtsrecht der
Straßen=
bahn iſt durch die Neufaſſung des § 24 entſchieden, wonach ſich
die Straßenbahn den für die übrigen Wegebenutzer
geltenden Beſtimmungen unterwerfen muß. Allerdings
können nach § 24, Abſatz 3 an Straßenkreuzungen Ausnahmen
durch Polizeivorſchrift gemacht werden; dann iſt das Herannahen
der Straßenbahn durch Zeichen ſichtbar zu machen.
Derſelbe 8 24 bringt in Abſatz 2 eine neuartige Erklärung des
Begriffes Hauptverkehrsweg”. Während ſich bisher der
Hauptverkehrsweg durch die Dichte des auf ihm abrollenden
Ver=
kehrs beſtimmte, ſind jetzt Hauptverkehrswege genau umriſſen:
1. alle Fernverkehrsſtraßen;
2. Wege mit Gleiſen für Schienenfahrzeuge;
3. die von den Polizeibehörden dazu beſtimmten Wege, und
4. außerhalb geſchloſſener Ortsteile die Wege mit dichtem Verkehr.
In Richtung der Unfallbekämpfung liegt die Beſtimmung
über den Alkoholgenuß der Kraftfahrzeugführer.
Allerdings, iſt nur demjenigen die Führung von Kraftfahrzeugen
verboten, der infolge Genuſſes geiſtiger Getränke oder
Rauſch=
gifte nicht imſtande iſt, das Fahrzeug ſicher zu führen.
Welches nun die Grenze der ſchädlichen Menge iſt, wird in der
Praxis ſchwer zu entſcheiden ſein. Vielleicht iſt dieſe Beſtimmung
vom Geſetzgeber nur als Anregung zur freiwilligen Enthaltſamkeit
der Berufs= und Herrenfahrer gedacht.
Ein Zuſatz zu 8 16 bekämpft die Unſitte, im Führerſitz mehr
Perſonen mitzunehmen, als die einwandfreie Führung des
Fahr=
zeuges erlaubt.
Die ganze Novelle zur R. V.O. iſt von dem modernen Geiſt der
Anpaſſung an die techniſche und tatſächliche Entwicklung getragen.
Bei dem Kraftfahrer und bei der Verkehrspolizei liegt es nun,
in reibungsloſem Zuſammenarbeiten den Willen des Geſetzgebers
im Intereſſe der Bevölkerung zu erfüllen, bzw. Geltung zu
ver=
ſchaffen.
— Verein Deutſcher Ingenieure, Ortsgruppe Darmſtadt. Der
für den 23. Juli vorgeſehene Ausflug mit den Mitgliedern des
Frankfurter Bezirksvereins nach Schloß Lichtenberg i. Odw. fällt
wegen ungenügender Beteiligung aus.
Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft, die als erſter
deutſcher Kurzſchrift=Verein die Erlernung des
Maſchinenſchrei=
bens als zweites Lehrfach aufgenommen hat, eröffnet, wie aus
dem Anzeigenteil unſeres Blattes erſichtlich, täglich Kurſe in
Ma=
ſchinenſchreiben für Anfänger nach der Zehnfinger=Blindſchreib=
Methode. Der Unterricht kann vormittags nachmittags oder
abends genommen werden. Die Geſchäftsſtelle der genannten
ge=
ſellſchaft, Ecke Zeughaus= und Schleiermacherſtraße
(Eingang Schleiermacherſtraße), gibt Auskunft.
— Chriſtlicher Verein Junger Männer Darmſtadt, e. V.,
Eliſa=
bethenſtraße 17. In unſerer heutigen Bibelſtunde abends 8.30
Uhr, ſpricht Herr Miſſionar Michel über die Baſeler
Miſſions=
feſtwoche. Wir laden hierzu jedermann herzlich ein. (Für Damen
und Herren.) Die Jungvolkſtunde (für 14= bis 17Jährige) iſt
Mittwoch abend. Thema: Schlageter, ein deutſcher Held”.
— Das Union=Theater bringt nur noch heute und morgen den
großen Tom=Mix=Senſationsfilm „Tom rechnet ab”. Im 2. Teil
Joan Crawford in „Irrwege des Lebens”. Letzte Vorſtellung:
8.20 Uhr.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen nur noch 2 Tage Greta Garbo
in „Yvonne”. Vorher Dick und Dof in dem deutſchſprachigen
Ton=
film=Luſtſpiel. Hinter Schloß und Riegel”.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute den neuen
phantaſtiſchen Großfilm „Frankenſtein” und im 2. Teil in
Neu=
aufführung den ſpannenden deutſchen Kriminalfilm „Der
Mord=
prozeß Mary Dugan”.
Stimmen ans dem Leſerkreiſe.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltion keinerlei
Ven=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender veranworliſch.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung gicht begründei werden.
Zur Warnung!
Ende voriger Woche kommt ein Mann an meine Tür (
Mar=
tinsviertel) und bietet ofenfertiges Holz an; der Preis war
nied=
rig und ich beſtellte 3 Zentner. Es ſollte zum Anmachen ſein. Der
Holzhändler war von Erzhauſen. Gegen Abend beſtellt, bringt er
das Holz auch ſchon beizeiten am nächſten Morgen. Er bringt die
3 Zentner Holz in drei Säcken. Ich bin gleich ſtutzig, das ſind
doch keine 3 Zentner Holz. Er behauptete, doch, das Gewicht
ſtimmt. Ich ſagte, das kann nicht ſtimmen, ich mache den
Vor=
ſchlag, wir wiegen dasſelbe nach. Der Händler ſamt ſeinem
Be=
gleiter werden unruhig, ich wiege das Holz in ihrem Beiſein
und waren es ſtatt der 3 Zentner nur 140 Pfund.
Dieſe Zeilen ſollen dazu dienen, Mitmenſchen vor Schaden zu
ſchützen
Tageskalender für Dienstag, den 19. Juli 1932.
Union=Theater: Tom rechnet ab” und „Irrwege des Lebens”.
Helia=Lichtſpiele: „Avonne” und. Hinter Schloß und Riegel.”
— Palaſt=Lichtſpiele: „Frankenſtein” und Mordprozeß Mary
Dugan”. — Wiener Kronenbräukeller: Großes Streichkonzert.
FLIEGEN brüten im Unrat, fressen aus
Abfall-
kübeln, Aborten und anderen fauligen Stätten,
kriechen über Lebensmittel und vergiſten sie mit
Keimen von Typhus, Scharlach, Kinderdurchfall und
vielen anderen schlimmen Krankheiten. — Schützen
Sie sich vor diesen beflügelten Meuchelmördern.
FLIT— überall bekannt — ist das beste Mittel,
um Fliegen, Mücken, Schnaken und alle lästigen
Insekten schnell und sicher zu töfen. Achten Sie auf
den Flit-Soldaten auf der gelben Kanne mit dem
schwarzen Band.
Nur in der plombierten Kanne ist FL I T erhältlich.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 199
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 19. Su
Tagungen im beſſiſchen Handwerk.
Die Tapeziermeiſter in Mainz.— Sitzung der heſſiſchen Schreinermeiſter. — 25. Jubiläum der Buchbindermeiſter
31. Verbandstag
des Reichs=Fachverbandes der Deutſchen
Tapezier=
meiſter, Polſterer und dekorakeure.
Mainz, 19. Juli.
Im Rheingoldſaal der Stadthalle eröffnete am Montag
vor=
mittag der Bundespräſident obengenannten Verbandes. Herr
Paul Spindler=Berlin, die ordentliche 31. Verbandstagung.
Er begrüßte die zahlreichen Delegierten und verlas mehrere
Schreiben, wonach mit Rückſicht auf die ſchlechte wirtſchaftliche
Lage die ſchweizeriſchen, ſchwediſchen und öſterreichiſchen
Landes=
verbände ihr Ausbleiben entſchuldigten. Redner gedachte ſodann
in ehrenden Worten der verſtorbenen Mitglieder. Zum
geſchäfts=
führenden 1. und 2. Vorſitzenden wurden die Herren
Bundes=
präſident Spindler und der Obermeiſter der hieſigen Innung,
Franz Müller beſtimmt. — Es wurde ſodann in die
Bericht=
erſtattung des geſchäftsführenden Vorſtandes und Kaſſenprüfers
eingetreten. Der Geſchäftsbericht ergab eine lebhafte Debatte
über die ungeheure Einfuhr von ungereinigtem Altmaterial aus
Frankreich und Amerika nach Deutſchland, das zur Hervorrufung
von anſteckenden Krankheiten und zur Schmutzkonkurrenz diene.
Ebenſo wurde die Abgabe der Reichsvermögensämter von
Alt=
material in Polſterſachen an die Brockenſammlungen ſtark
an=
gegriffen. Die Ausſprache führte dazu, daß eine entſprechende
Proteſtreſolution verfaßt und an die Reichsregierung gerichtet
werden ſoll.
Ueber die Verbandskaſſe, die in Einnahmen und Ausgaben
mit 22 053,18 Mark abſchloß, berichtete Tapeziermeiſter
Feud=
ner. Nach ſeinem Bericht wurde der Verwaltung und dem
Schatzkanzler Friedrich Klake=Berlin einſtimmig Entlaſtung
erteilt, ebenſo bezüglich der Kranken=, Unterſtützungs= und
Sterbekaſſe des Reichsverbandes Deutſcher Tapeziermeiſter.
Herr Direktor Walter=Frankfurt a M. berichtete hierauf
über die Deutſche Fachſchule für Tapezierer, Polſterer und
Deko=
rateure, deren ſegensreiche Einrichtung er beſonders hervorhob
— Herr Obermeiſter Franz Holzamer=Berlin hielt hierauf
ein Referat über „Wirtſchaftskriſe und Handwerk‟. Der Vortrag
führte zur einſtimmigen Annahme zweier an die Reichsregierung
gerichteten Entſchließungen, in denen gefordert wird, daß im
In=
tereſſe einer fachgemäßen Ausführung der handwerklichen Arbeit
bei Submiſſionen nicht das billigſte, ſondern ein mittleres
An=
gebot berückſichtigt, und daß im Intereſſe des Tapezierhandwerks
ſchnellſtens in ganz Deutſchland ein Verbot des Hauſierhandels
mit Polſterwaren aus hygieniſchen Gründen mit Rückſicht auf
das bodenſtändige Handwerk erlaſſen werde. Es wurden ſodann
einſtimmig eine Reihe von
Entſchließungen
angenommen, die an die Regierungen des Reiches und der
Län=
der gerichtet werden. Ein dringender Apell fordert, daß ein
er=
heblicher Teil der Hauszinsſteuer zur Inſtandſetzung der
Alt=
häuſer zur Verfügung geſtellt werde, um dadurch dem
notleiden=
den Handwerk Arbeit und Brot zu geben. Es wird ferner vom
Verwaltungsrat der Deutſchen Reichspoſt gefordert, daß die
Tele=
phongebühren entſprechend dem allemeinen Preisniveau geſenkt
werden. Das Reichsarbeitsminiſterium und die Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung werden
nach=
drücklichſt erſucht alle erforderlichen geſetzgeberiſchen und
verwal=
tungsmäßigen Schrite zu unternehmen, um den
Arbeitsnachwei=
ſen die Vermittlung von Arbeitskräften an Private unmöglich
zu machen, da hierdurch das ſchwer um ſein Daſein ringende
ſelbſtändige Handwerksgewerbe in ſeiner Exiſtenz nicht nur
be=
droht, ſondern auch der Schwarzarbeit Vorſchub geleiſtet werde.
Vom Reichswirtſchaftsminiſterium wird die ſofortige Vorlage
eines Geſetzentwurfs gefordert, demzufolge die Warenhäuſer auf
ihre eigentliche Beſtimmung als reine Verkaufsgeſchäfte
zurück=
geführt und ihnen künftighin verboten wird, handwerkliche
Ar=
beiten ſelbſt auszuführen. — Das Handwerk verlangt unter
Be=
rufung auf Artikel 164 der Reichsverfaſſung jetzt endlich ein
ernſthaftes Vorgehen der Reichsregierung auf dem Wege der
Notverordnung. Der Reichsfachverband billigt die Vorſchläge
des Reichswirtſchaftsrats zur Abänderung der Gewerbeordnung
und fordert die Reichsregierung zur unverzüglichen Durchführung
insbeſondere der von der Arbeitgeberabteilung in dem
Sonder=
gutachten verlangten Beſtimmungen auf. — Der Reichsverband
des Deutſchen Handwerks wird erſucht, mit allergrößtem
Nach=
druck auf die Regierung einzuwirken, daß unverzüglich an die
Erfüllung dieſer Handwerksforderung herangegangen wird.
Damit fand der erſte Tag= der Verhandlungen des 31.
Ver=
handstages ſeine Beendigung. Der Nachmittag war internen
Sitzungen der Kommiſſionen gewidmet.
Die heſſiſchen Schreinermeiſter fordern:
Schluß mit dem nuhloſen Bruderzwiſt
im heſſiſchen Handwerk.
An Stelle des der wirtſchaftlichen Notlage zum Opfer
ge=
fallenen Verbandstages traten die Vertreter des
Landesverban=
des heſſiſcher Schreinermeiſter und verwandter Berufe e. V., Sitz
Darmſtadt, in Bad Nauheim zu einer erweiterten Ausſchuß=
Sitzung unter Leitung des Verbandsvorſitzenden Schmuhl=Worms
zuſammen. Die Tagung verlief in voller Einmütigkeit.
Einen breiten Raum nahm bei den Verhandlungen die
Er=
örterung tarifpolitiſcher Fragen ein. Stellv. Vorſitzender Reuter=
Mainz berichtet über die ergebnislos verlaufenen Lohn= und
Tarifverhandlungen.
Sodann berichtete Geſchäftsführer Köhler=Darmſtadt
über die Stellungnahme des Verbandes bei kommenden
Lohn=
verhandlungen. Nach einem kurzen Rückblick auf die früheren
Verhandlungen und die dabei gemachten Erfahrungen ſtellte
Red=
ner feſt, daß der Verband als ſolcher nicht tariffähig ſei, da ihm
nicht Einzelmitglieder, ſondern Arbeitgeberverbände angehören.
Da die Umſtellung auf Einzelmitgliedſchaft nicht zweckmäig ſei,
ſei die Ausſtellung von Tarifvollmachten zu empfehlen. Der
Ver=
band müſſe dann für die angeſchloſſenen Innungen und
Ver=
einigungen in Zukunft die Lohnverhandlungen führen.
An die Berichte ſchloß ſich eine eingehende Ausſprache an.
die ſchließlich zu dem Ergebnis führte, daß eine Taxifkommiſſion
gewählt wurde, die für die Folge nach vorheriger Fühlungnahme
mit den betreffenden Mitgliedsorganiſationen verhandeln ſoll.
Ueber die Landesausſchuß=Sitzung des Heſſiſchen Handwerks=
und Gewerbeverbandes berichtete Vorſitzender Schmuhl=Worms.
Er ſtreifte kurz die Kreditwirtſchaft der Heſſiſchen
Handwerks=
kammer, die nach der Inflation auf ausdrücklichen Wunſch des
Handwerks in Angriff genommen worden ſei. Es ſei zugegeben
worden, daß, von heutigen Geſichtspunkten aus betrachtet. Fehler
gemacht worden ſeien, es ſei aber auch einwandfrei erwieſen, daß
keine Verfehlungen oder Unregelmäßigkeiten begangen, worden
ſeien. Es ſei daher höchſte Zeit, daß dem nutzloſen Bruderſtreit
im heſſiſchen Handwerk ein Ende bereitet werde.
Nach kurzer Ausſprache wurde nachſtehende
Entſchließung
angenommen:
„Die am 17. Juli 1932 anläßlich einer erweiterten Ausſchuß=
Sitzung des Landesverbandes heſſiſcher Schreinermeiſter
verſam=
melten Vertreter der heſſiſchen Schreinermeiſter=Organiſationen
hat mit Entrüſtung davon Kenntnis genommen, daß die ſeit
Jahresfriſt gegen die Handwerkskammer und die
Handwerkerzen=
tralgenoſſenſchaft betriebene Agitation trotz aller Aufklärung
fortgeſetzt wird. Dieſes Vorgehen insbeſondere gegen die
Hand=
werkerzentralgenoſſenſchaft iſt um ſo verwerflicher, als den
trei=
benden Kräften dieſer Aktion genau bekannt ſein muß, daß
da=
durch die Exiſtenz von Tauſenden von Handwerksbetrieben in
Heſſen gefährdet wird.
An alle, die es angeht, insbeſondere an denn Bezirksverband
Groß=Gerau, ſei hiermit die eindringlichſte Warnung gerichtet,
nicht einen großen Teil des heſſiſchen Handwerks dem Untergang
zuzuführen. Noch iſt es nicht zu ſpät, es gilt, poſitive Arbeit für
das geſamte heſſiſche Handwerk zu leiſten und Sonderintereſſen
zurückzuſtellen.”
Nach Eredigung der verwaltungstechniſchen Angelegenheiten
fand noch eine Ausſprache über die allgemeine Wirtſchaftslage,
ſowie über ſonſtige handwerkspolitiſche Fragen ſtatt, wobei u. a.
auch die Einführung der Arbeitsdienſtpflicht als beſtes Mittel
zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit gefordert wird.
Vorſitzender Schmuhl ſchloß hierauf die gut verlaufene
Tagng, der ſich eine Beſichtigung des Kerckhoff=Inſtituts und ein
Spaziergang durch den Bad Nauheimer Park anſchloß.
Jubiläumskagung
der heſſiſchen Buchbindermeiſter.
Ah. Bingen a. Rh., 18. Juli.
Die Jubiläumstagung in Bingen fand ihre eigentliche
Eröff=
nung nach einer vorausgegangenen Vorſtandsſitzung mit der
Jubi=
läumsfeier am Samstag abend in den Räumen der Binger
Feſt=
halle. Die Vielſeitigkeit der gehaltenen Reden und überhaupt die
zahlreich dargebrachten Glückwünſche zu dem 25jährigen Jubiläum.
u. a. von Ober=Regierungsrat Knoll im Auftrage der heſſ.
Landes=
regierung, von Vertretern der Handwerkskammer uſw. (im
Auf=
trage der Stadt Bingen ſprach Bürgermeiſter Dr. Sieglitz die beſten
Glückwünſche aus) gaben Zeugnis von der Daſeinsberecht
Jubiläumsverbandes. Beſonders erfreulich war die 20
daß etwa 50 Prozent der geſamten Mitglieder Gründum
der ſind, die dem Verbande all die Jahre hindurch die T.
ten. Unter dieſen 50 Prozent verdienen beſonders en
werden der frühere Vorſitzende und jetzige Ehrenvorſitzee
Weitz=Darmſtadt, weiter Alwin Greſſer=Darmſtadt,
Steinhäuſer=Gießen und Georg Böcher=Darmſtadt, die eh
Ehrenmitgliedern ernannt wurden. — Der Sonntag bra
am Vormittag die Jubiläumstagung, die eröffnet wurde
rührigen Verbandsvorſitzenden Jacob König=Darmſt
einem kurzen Bericht über die am Vortage ſtattgefundeſ
läumsfeier erſtattete dann Vorſitzender König den Jahrtz
Er führte u. a. aus: Das Jahr 1931/32 war ein Jahr dent
und für den Vorſtand ein Jahr der Arbeit. Alles iſt ver
den bei den angängigen Stellen, um Arbeit für die Büchtkſe,/9
ſchaffen. Aber immer ſcheiterten die Pläne bei den maß
Stellen. — Arbeit war genug da, aber kein Geld. —
bericht erſtattete Rechner Georg Böcher=Darmſtadt. Hieſbe)
griff Dr. Lindemann von der Heſſ. Handwerkskammerf
trage des verhinderten Direktors Schüttler das Wort über
intereſſante, lehrreiche Thema: „Wirtſchaftsfrag
Handwerks”. Als beſonderes Kapitel wurden
betriebe behandelt. Wie weit die entſprechenden Verho
in dieſer Beziehung gediehen ſind, bewieſen die erfreuli
teilungen, daß ein Teil dieſer Regiebetriebe bereits verbo
eingeſchränkt worden ſind. Einem kurzen Bericht über di
gen des Verbandes in Bad Nauheim und Limburg folgte
digung des einzigen vorliegenden Antrages der Ortsgrup
der die Einführung der Handwerkskarte nach dem Beiſpiel
bei dem demnächſt ſtattfindenden Bundestag befürwol
Vorſtandswahl brachte die Wiederwahl des ſatzungsgemäl
denden Mitgliedes Böcher=Darmſtadt. Als nächſter T
wurde Bad Nauheim beſtimmt.
Aus Heſſen.
Große Schauübung der Freiw. Hanikätskolonne
und der Freiw. Feuerwehr in Babenhanſen.
Babenhauſen, 18. Juli. Zum erſtenmal hielten die Freiw.
Sanitätskolonne und die Freiw. Feuerwehr von hier am
Sonn=
tag nachmittag eine groß angelegte öffentliche Schauübung ab,
um den Gedanken von der Notwendigkeit des Gasſchutzes mit
lebendiger Anſchaulichkeit und Stoßkraft in unſere
Bevölkerungs=
kreiſe zu tragen. Folgender Plan lag der ſtank feſſelnden
Gas=
ſchutzübung zugrunde: „Ein Zug der Bahnſtrecke Erbach—Hanau
iſt in der Nähe von Harreshauſen entgleiſt. Aus einem im Zuge
mitgeführten Waggon, der mit Gasſtoffen beladen iſt, ſtrömt
in=
folge Beſchädigung einer Stahlflaſche Gas aus. Durch die
herr=
ſchende Windrichtung Oſt=Weſt wird eine Gaswolke nach
Baben=
hauſen abgetrieben. Auf den Wieſen arbeitende Landwirte
ge=
raten in dieſe Gaswolke und erleiden hierdurch Vergiftungen. Die
über die Gerſprenz führende Brücke zwiſchen Babenhauſen und
Harreshauſen kann wegen ihrer Nähe zur Unfallſtelle und wegen
Gefahr weiterer Vergiftungen nicht benutzt werden. Es muß
des=
halb eine Notbrücke errichtet und die Kranken müſſen über dieſe
nach der in unmittelbarer Nähe vorbeiführenden Staatsſtraße
verbracht werden.” Von ſchönem Sommerwetter begünſtigt, hatte
die Uebung eine zahlreiche Zuſchquermenge angelockt, die mit
ſtar=
kem Intereſſe alle Phaſen der ſich planmäßig, raſch und exakt ab=
rollenden Uebung verfolgte. Das ſchlagfertige, ſichere Arbeiten
und die große Ruhe, mit der beide Mannſchaften, dank ihrer guten
Diſziplin, ſich bewegten, fielen beſonders angenehm auf. Man
kann der Ueberzeugung ſein, daß die von dem San=Kol.=Führer,
Herrn Stud.=Rat Weiß, wohlvorbereitete, in harmoniſcher
Ver=
bindung mit dem Feuerwehrkommandanten, Herrn Heinlein,
mit großer Umſicht durchgeführte Gasſchutzveranſtaltung
auf die Bevölkerung einen ſtarken Eindruck gemacht hat.
Dg. Arheilgen, 18. Juli. Wohlfahrts=
Beratungs=
ſtunde. Eine Sprechſtunde des evang. Kreiswohlfahrtsdienſtes
in Wohlfahrtsangelegenheiten findet am Mittwoch, den 20. Juli,
nachmittags von 5—7 Uhr, im evang. Gemeindehaus ſtatt.
Säuglings=Beratungsſtunde. Am Mittwoch, den
20. Juli, nachmittags 3 Uhr, findet auf dem Rathaus eine
Bera=
tungsſtunde der Mütter= und Säuglingsfürſorge ſtatt.
— Wixhauſen, 18. Juli. Hausſchwamm=Aufklärung!
Auf Einladung der Handwerker= und Gewerbe=Vereinigung hält
am Dienstag, 19. d. M., abends 9 Uhr, im Saal „Zur Krone” in
Wixhauſen Herr F. Kallenbach=Darmſtadt, der Direktor der
Heſſiſchen Landesſtelle für Pilz= und Hausſchwamm=Beratung
(Fernruf 4755), einen gemeinverſtändlichen Vortrag über das
wirtſchaftlich ſo wichtige Thema: „Der Hausſchwamm, ſeine
Ver=
hütung und Bekämpfung”.
Cp. Pfungſtadt, 18. Juli. Die evang. Jugendgruppe
führte am Sonntagabend im Gemeindehaus das Schauſpiel „Der
Bauernführer” von Walter Flex auf, das von ihr am Sonntag
vor acht Tagen bekanntlich auf dem Kreistreffen in Ober=Ramſtadt
mit großem Erfolg zur Darſtellung gelangte. Auch diesmal fand
die Aufführung großen Beifall.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 18. Juli. Bettlermarken. Es
ſind immer noch eine große Zahl Einwohner vorhanden, die die
Bettlermarken nicht verwenden. Die Sache hat natürlich nur dann
einen durchſchlagenden Erfolg, wenn die Marken einheitlich von
allen Bürgern verwendet werden.
f. Roßdorf, 18. Juli. Geburtstagsfeier der
Fünf=
zigjährigen. Einer alten, ſchönen Sitte folgend, begingen
die im Jahre 1882 Geborenen gemeinſchaftlich ihren 50.
Geburts=
tag. Auch ein Schulkamerad, der jetzt in Solothurn (Schweiz)
wohnt, hatte ſich mit ſeiner Familie eingefunden. Eingeleitet
wurde die Geburtstagsfeier, durch gemeinſamen Kirchgang mit
Abendmahlsfeier. Anſchließend an dieſen wurden die inzwiſchen
geſtorbenen Kameraden durch Kranzniederlegung in der
Gedenk=
halle und auf dem Friedhof geehrt. Her Pfarrer Berck ſprach
hier=
bei paſſende Worte, auch wirkte der Poſaunenchor mit. Der
Nach=
mittag vereinte alle Beteiligten einſchließlich der
Familienangehö=
rigen zum gemütlichen Beiſammenſein im Saale „Zum
Darm=
ſtädter Hof”.
f. Roßdorf 19. Juli. Mütterberatungsſtunde. Die
nächſte Mütterberatungsſtunde findet am Donnerstag, 21. Juli,
nachmittags 2—3 Uhr, in der Kleinkinderſchule ſtatt. —
Hilfs=
feldſchützenſtelle. Bei der Wahl des Hilfsfeldſchützen fiel
im Gemeinderat bei 28 Bewerbern die Wahl auf Konrad Feigk.
Br. Reinheim, 18. Juli. Gemeinderatsſitzung. Zur
Beratung ſteht der Antrag der Verwaltung auf Einſetzen der
Für=
ſorgekommiſſion als Prüfungskommiſſion für die lt. letzter
Not=
verordnung verlangte Prüfung der Unterſtützungsanträge durch
die Gemeinden. Es wird beantragt, für die Prüfungskommiſſion
neue Herren zu beſtimmen. Es wurden folgende Herren
vorgeſchla=
gen: Schmidt 2, Walter Gottwald und Schuchmann. Den Vorſitz
wird Doktor Göbel übernehmen. Da kein weiterer Vorſchlag mehr
erfolgt, bleibt es dabei. Es wird dann Stellung genommen zu der
vom Präſidenten des Landesfinanzamtes geforderten Beſeitigung
der Mängel in den einzelnen Wohnungen im Hauſe für
Finanz=
beamte. Es wurde beſchloſſen, Voranſchläge einzuholen. Dem
An=
trag des Friedrich Stuckert 2. von Ueberau um Uebernahme der
beiden an Ph. Spirl verpachteten Wieſengrundſtücke zwiſchen den
Bächen wird ſtattgegeben, nachdem er ſein Angebot auf 15 RM.
erhöht hat. Die Pacht läuft bis zum Jahre 1936. —
Motor=
radunfall. Am Sonntag wurde das 5jährige Mädchen von
Wihl. Grein von einem Motorrad überfahren. Schwer verletzt,
aus Mund und Naſe blutend, wurde es in die elterliche Wohnung
verbracht, wo es darniederliegt. Doktor Goldmann leiſtete die
erſte Hilfe. Das Kind war ohne Aufſicht.
Ds. Fränkiſch=Crumbach, 18. Juli. Hohes Alter. Am
Mittwoch den 20. ds. Mts., kann Herr Leonhard Scholl hier
ſei=
nen 80. Geburtstag begehen. — Geſtern fand hier im Gaſthaus
„Zum Löwen” eine Verſammlung der hieſigen Bauernvereinigung
zwecks Gründung einer Fettviehverwertungsgenoſſenſchaft ſtatt.
Es ſprachen die Herren Diplom=Landwirt Wenzel, Direktor vom
Landwirtſchaftsamt Reichelsheim, und Diplom=Landwirt Frech=
Darmſtadt.
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw.. 18. Juli. Der Sonntag brachte
trotz ſeines nicht allzu günſtigen Wetters einen regen
Fremdenver=
kehr für unſer Oertchen. War auch der Fremdenverkehr zu
Be=
ginn des Sommers, wie überall, ſehr gering, ſo ſtieg
erfreulicher=
weiſe die Zahl der Erholungſuchenden mit dem Anfang der Ferien
zufriedenſtellend.
Polikiſche Aufmärſche im Land
In ganz Heſſen fanden geſtern — unmittelbar
Reichsverbot der Demonſtrationen — faſt in allen O1
märſche politiſcher Parteien und Organiſationen ſtatt
Endziel, für die kommende Reichstagswahl zu propagi
erſter Linie wurden von überall her Aufmärſche der N
gemeldet, dann aber auch ſolche der Eiſernen Fr
vereinzelt der Kommuniſten.
Aus Egelsbach wird berichtet, daß am Vormi
Propagandaaufmarſch der Eiſernen Front ſtattfand an
auch zahlreiche Ortsgruppen aus der Umgegend beteilick
Nachmittag marſchierten auswärtige Nationalſozialiſten
Ort. Sie verſammelten ſich am Kirchplatz, wo unter vol
Schutz Anſprachen gehalten wurden. Meldungen von
Aufmärſchen liegen aus Bensheim, Offenthal und vie
ſchaften der Bergſtraße vor. Ueberall verliefen die Prol
aufzüge und Märſche, wenn auch nicht ohne Störung, ſol
weſentlichen in Ruhe. Allerdings mußte faſt überall af
zei aufgeboten werden.
Der Ortsgruppenvorſtand Groß=Umſtadt de
hatte ſeine SA.=Mannſchaften zu einem Propaganda=Mal
mehrere Orte mit dem Endziel Hering aufgeboten. H
den Reden gehalten, das Deutſchlandlied geſungen uſw.
Zu ſchweren Schlägereien kam es i
Odernheim zwiſchen SA.=Leuten und Mitgliedern
tigen Turnvereins 1881. Etwa 18 Perſonen wurden
darunter 2 ſchwer. Eine inzwiſchen eingeleitete Unterſuß
noch im Gange
In Lich wurde anläßlich einer nationalſozialiſtiſchekmal 7
ſebung ein Gendarmerie=Wachtmeiſter niedllen:
gen und ſchwer verletzt. Einige Verhaftungen wurität
genommen.
Es war nicht der Kartoffelkäfer.
Offenbach a. M., 18. Juli. Zu der Meldung, daß a.MWetter nicl
Kartoffelſtück, nahe der Frankfurter Gemarkung, der Küu hier obe
käfer gefunden worden ſei, wird von amtlicher Seite mitge lann, und
es ſich nach dem Befund beim Landwirtſchaftsamt in Ech an denen
ſtadt und beim Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Heſſiſchcſiden kann
desuniverſität in Gießen nicht um die Larven und Puw/ Aager m
Kartoffelkäfers handelt, ſondern um die des Marienkäm” Gugier
huingt Schat
denen des Kartoffelkäfers ſehr ähnlich ſehen. Die BehörAſchlechteſter
alle Landwirte und Gartenbautreibende, auch weiterhin Eiſlyfer, das
ſames Auge zu haben.
m ſt. denn
Preiſe we
Reichelsheim, 18. Juli. Arbeit ohne Lohn. Ameunſpruche
tag hielt Jakob Waimar, Gaſtwirt, Tanzmuſik ab. Als. Aranſtaltun
Mitternacht das Geld in der Taſche zu ſchwer war, legſuh in dieſer
ungefähr 35—40 RM. in den Küchenſchrank in eine Taſſe. Avohl etwa
Mülewerb
hin bemerkte er, daß das Geld von einem unbekannten Tc
wendet worden iſt. Die Polizei iſt dem Dieb auf den FeMi allen !
4z. Neuſtadt i. O. mit Burg Breuberg (D.J.H.), MA vertreten
Odenwaldklub. Die 8. Wanderung der hieſigen Or=ünſche Burſ
führte vom neuen Schulhaus aus vorbei am. Nachtigalleng
hinauf zum Höhenweg (rotes A nach Groß=Umſtadt, weißen!
dem Otzberg), vorbei an der Nägelches Tanne, weiter von knd im
Heilſtätte grüßend, hin zum Heideſtock, dann die „alte Weätüt (6 Fl.
weiter, hinunter zur waldumfloſſenen „Sauſteige‟. Dort ſüigen Wu
ten wir unſeren Wanderfreund Weiß=Raibach. Unter ſeir/cheugen n
ren Führung ging es die nächſten Wege aufwärts zur Hauſlch in dieſ
(Raibach, Dorndiel, Mömlingen). Unterwegs abwärts / und zwal
ein wunderbarer Ausblick nach dem Otzberg, der Neunkirch /. Beſond
Melibokus. Ja, bei ganz klarem Wetter an ſchönen Seu)Aes ſa
tagen ſind Taunus und Vogelsberg erkennbar, nach Oſterzhehen 9Stu
fenburg und der Speſſart. Nach gaſtlicher Einkehr in de), Lon den
bacher Schulhaus, nach kurzer Wanderung nach Groß=Umſahidewährte
gemütlicher Raſt daſelbſt fuhr man mit der Bahn heimwä//a)t
Rain
Bb. Bensheim, 18. Juli. Der Automobilklub BShug der
Ortsgruppe des A.D.A.C., Gau 3a, veranſtaltete, am
abend eine Nacht=Prüfungs= und Orientierungsfahrt, an dAuſterſet
mobile und Motorräder teilnehmen konnten. Von über 2üüer Nem
dungen beteiligten ſich ſchließlich 45 Fahrer. Die Fahrk!
ſehr erſchwert durch den ſtarken Regen, welcher ſchon Dos inn
Straßen ſtark in Mitleidenſchaft gezogen hatte, und währ!
Fahrt die Fahrer ſehr beläſtigte. Die Fahrtlinie wurde
d=
rern gegenüber geheim gehalten. Die Fahrzeuge gingen al!
lich vom Start an der Großtankſtelle Deutſches Haus
„Ob.
mußten insgeſamt 97 Kilometer in Richtung Bürſtadt, We=
Odenwald, Gumpen, bis Lindenfels zurückgelegt werde
Ziel Lindenfels, das durch Raketen und Feuerſchein ſicht Miſt
macht wurde, ging man nach Zielſchluß zum gemütlichen Te=
Kein Fahrer gelangte ohne Strafpunkt ans Ziel. Als=
Wagenfahrer ſchnitt Herr Ingenieur Heil=Frankfurt a.,
nur 1 Strafpunkt ab, der den erſten Ehrenpreis ſeiner 9
hielt. Herr Walter Glöckler=Frankfurt a. M. wurde
Herr Dinges=Homburg Dritter, Herr Sabersky=Weinheim
und Herr Walter=Darmſtadt Fünfter. Von den Motorr
erhielten Ehrenpreiſe die Herren Götz=Weinheim 1., G. Kus
heim 2., Bluſt=Lorſch 3. und Seibert=Jugenheim 4. Kl. zugeſprochen: dem Motorradklub Weinheim, dem
mobil= und Motorradklub Frankfurt a. M. und dem Auts”
klub Bad=Homburg. Die Fahrt verlief ohne Unfall und
daß die Fahrer ohne Geräuſch, ohne zweckloſes Hupen unS,
Einhaltung aller polizeilichen Vorſchriften zu fahren vei c.
haben, was bei der Bewertung ganz beſonders beachtet wur ”,
— Gernsheim, 18. Juli. Waſſerſtand des Rhei
17. Juli 2,88 Meter, am 18. Juli 2,93 Meter.
Offenbach, 18. Juli. Schwerer Motorradun?) un
Auf der Landſtraße nach Dietzenbach, unweit Gravenbruch,
ein Motorradfahrer in großer Geſchwindigkeit gegen einen. Ind
Der Fahrer ſowohl als auch ſein Soziusfahrer wurden zu 90 die
geſchleudert und ſchwer verletzt. Sie fanden Aufnahme im Nau
bacher Stadtkrankenhaus.
Cp Raibach i. O., 18. Juli, Beigeordnetenwan=
der geſtern ſtattgefundenen Beigeordnetenwahl wurde Le.
Philipp Fiſcher mit 168 Stimmen zum Beigeordneten o.
Sein Gegenkandidat, Schreinermeiſter Johann Münch, erhi
Stimmen.
Nierſtein, 18 Juli. Beigeordnetenwahl. Bei*
Sonntag ſtattgefundenen Beigeordnetenwahl in Nierſtein
der Nationalſozialiſt Paul Großmann (Lehrer) mit 146
men gewählt. Der Gegenkandidat, ein Kommuniſt namene
laus Lerch, erhielt 323 Stimmen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
* 13. Rhön=Segelflug=Wettbewerb.
Neukonſtruktion der Akademiſchen Fliegergruppe Darmſtadt, ein
Segelflugzeug mit 60 Kilogramm Gewicht (im Gegenſatz zu den
Eine Vorſchau.
Waſſerkuppe, den 17. Juli.
Waſſerkuppe trägt ihren Namen wirklich mit Recht.
eimig und recht übel gelaunt, empfängt ſie die Beſucher
„Rhön=Wettbewerbes. Teilweiſe ganz in Wolken gehüllt,
ſen heftig der Regen niederrauſcht, dann wieder für einen
m ſtrahlender Sonnenſchein, ein wechſelvolles Bild
inner=
tszer Zeiträume, ſo bietet ſie ſich heute am erſten
Wett=
hultage dem „ſtaunenden” Beſucher dar. Kalt brauſt der
eeber die Hänge, Wolkenfetzen vor ſich hertreibend. Man
jader langſam gewöhnt, von der Waſſerkuppe nach alter
Tra=
mmpfangen zu werden, und ſo ſtört auch unſere Jungflieger
Khin links: Wolf Hirth. der Pionier des Segelflugs,
ſemal Führer der ſchleſiſchen Segelflug=Expedition.
Da=
ſen: Der Hochleiſtungsſegler „Fafnir”, den Groenhoff
Auträt im Kreis) ſteuern wird. Unten; Robert
Kron=
ay der Weltrekordſegler, der diesmal mit der „Auſtria”,
linem dem größten Segelflugzeug der Welt, an dem
ig, dai
ng de
Feitem
Famt in
Vetter nicht. Alle ſind ſich einig darüber, daß der
Wetter=
zu hier oben beſonders launiſch iſt, auch andere Saiten
auf=
ann, und ſie alle wiſſen, daß auch beſſere Tage kommen
an denen die heute erforderliche warme Kleidung
abge=
ſurden kann.
d* Lager macht ſchon einen recht lebendigen Eindruck.
Flug=
u Flugzeug kommt herauf auf die Waſſerkuppe, und jeder
ungt Scharen junger Menſchen, die zum Wettbewerb eilen.
blechteſter finanzieller Verhältniſſe ſcheuen ſie nicht das
lpfer, das immer mit dem Beſuche des Wettbewerbes
ver=
niſt, denn nicht allen gelingt es, die entſtehenden Unkoſten
Freiſe wettzumachen, gar mancher Verein muß ſtark ſeine
ſel banſpruchen, um eine Teilnahme an dieſer größten
Segel=
ab. Iweanſtaltung zu ermöglichen. Um ſo mehr iſt es zu begrüßen,
war, /uh in dieſem Jahre 82 Flugzeuge gemeldet worden ſind, von
ine Taſſer vohl etwa 60 am Wettbewerb teilnehmen werden.
Aitin allen vergangenen Jahren, ſo ſind auch zu dieſem
Wetbewerb die Akademiſchen Fliegergruppen beſonders
2.35lſtran vertreten, und zwar die Gruppen Stuttgart. Berlin,
ſieſigen Dayſche Burſchenſchafter. Weimar. Dresden, Darmſtadt,
Aachen, Karlsruhe und Breslau.
haed im vergangenen Jahre Darmſtadt am ſtärkſten
vertre=
beit
r0r (8 Flugzeuge), trifft dies im jetzigen Wettbewerb für
ſtigen Württembergiſchen Luftfahrt=Verband zu, der mit
flllgeugen an der Konkurrenz teilnimmt. Seit langer Zeit
uch in dieſem Wettbewerb wieder einmal Ausländer
ver=
te4 und zwar ein Italiener, zwei Polen und ein
Tſchecho=
o vock Beſonders die Polen können als ſcharfe Konkurrenz
tes da es ſich um Motorflieger handelt, die in ihrer Heimat
n men 9=Stundenflug neben anderen Leiſtungen ausgeführt
nach )eis Von den bereits eingetroffenen Maſchinen ſind beſonders
Hilewährte und berühmte „Darmſtadt” der Akaflieg
Großt miſtadt zu nennen, die unter Quenzler ſtartet, weiterhin
mn heu ſufnir”, das Rekordſegelflugzeug Groenhoffs und die
tkluſtggetze der Württemberger, die ebenfalls in den letzten
Jah=
gete M umze Leiſtungen vollbringen konnten. Auch Hirth iſt mit
ſei=
ahrt on „Nuſterle” eingetroffen, das vor zwei Jahren bereits einen
n üugs ſer New York ausgeführt hat.
6 Iiner den Piloten ſind wieder die alten „Kanonen” der
ver=
hangann Jahre vertreten. Für die Segelflugſchule in Grunau
und Pas Volf Hirth, Günther Groenhoff der
In=
wuibes ſes Streckenſegelflug=Weltrekordes mit 272 Kilometern
ingeg” dn „Fafnir” und außerdem eine Neukonſtrution von
Lip=
es hch./)s „Obs=Uruban”, das als
Rorhungsflugzeug für große Höhen ganz beſondgers
ent=
milt worden iſt und mit 26 Meter Spannweite neben
Rmfelds „Auſtria” das größte Segelflugzeug der Welt
darſtellt.
hhſr junge Berliner Bedau nimmt wieder mit ſeinem „
Lufti=
a Wettbewerb teil. Die Akademiſche Fliegergruppe
Stutt=
rt Aitſendet den Sportflieger Bachem. Auch Oberleutnant
zemun, der Inhaber des Rhöndauerrekordes mit 9½ Stunden,
ärdd ſch bemühen, ſeine hervorragenden Leiſtungen zu ver=
Fſſext Kronfeld trifft neben der „Wien” die bereits ſechs
treibflüge über mehr als 100 Kilometer abſolviert hat,
außer=
im 1uh mit ſeinem Rieſenflugzeug „Auſtria” und einer neuen
Laſt he ein. Für den Fieſeler=Flugzeugbau in Kaſſel iſt
Haupt=
anminevels als Pilot gemeldet. Last not least verzeichnet die
Tellſiſte „Peter Riedel, den jüngſten Inhaber des
eiſt msſegelflieger=Abzeichens, der durch ſeine Flüge in
tter zeit ſich ſchnell einen Namen gemacht hat und ſich in die
witigruppe der deutſchen Segelfliegerliſte einreihen konnte.
Arſtwmg beteiligt ſich auch eine Damengruppe am
Wett=
ewey und zwar handelt es ſich um die Damengruppe des
Littlheiniſchen Vereins für Luftfahrt in Wiesbaden deren Mi=
„chinn on Frl. Mendel zum Sieg geführt werden ſoll.
Us die bis jetzt eingetroffenen Flugzeuge anbelangt o
zugenns gan feſtſtellen, daß einige Standardtypen vorherrſchend
nageſi d, de mit geringen Aenderungen von den Vereinen gebaut
erdden Es handelt ſich vornehmlich um die Typen „Profeſſor”,
„Fallß „Weſtpreußen” und „Mayer=Aachen”. Leider iſt die
heute üblichen Typen mit zirka 150 Kilogramm), nicht mehr
rechtzeitig fertig geworden, da der Gruppe die erforderlichen
Mittel nicht mehr zur Verfügung ſtanden. Es iſt ſchade, daß
ge=
rade dieſes Flugzeug, das für die Fachleute von beſonderer
Be=
beutung war, ausſcheidet. Ein ſchwanzloſes Flugzeug iſt
eben=
falls gemeldet, auf deſſen Flugleiſtungen man geſpannt ſein darf.
Die Unterbringung der vielen Flugzeuge iſt in dieſem Jahre
inſofern etwas mit Schwierigkeiten verknüpft, als die
vorhan=
denen Unterſtellmöglichkeiten nicht ausreichen und Zelte
aufge=
ſtellt werden mußten. Die Jungflieger ſind gezwungen, ihre
Flugzeuge morgens auf= und abends abzumontieren, um alle
Flugzeuge unterbringen zu können.
Die Techniſche Kommiſſion des Rhön=Segelflug=Wettbewerbes
iſt bereits ſtark beſchäftigt, um die eingetroffenen Flugzeuge auf
ihre Baufeſtigkeit und Flugtüchtigkeit zu prüfen. Es ſind bereits
20 Flugzeuge zugelaſſen, die bei Aufheiterung des Wetters zum
Start ziehen werden
Für den erſten Wettbewerbstag wurde von der Sportleitung
eine Summe von 200 Mark für die größte Flugdauer, mindeſtens
aber 15 Minuten, bzw. 30 Minuten im Leiſtungswettbewerb,
ausgeſchrieben, um die die Jungflieger aber noch nicht ſtarten
konnten. Hoffentlich beſſert ſich das Wetter langſam, damit
all=
mählich der Flugbetrieb einſetzen kann. Leider konnten die
vie=
len Zuſchauer, die der Beginn des Wettbewerbes und das ſchöne
Wetter im Tal auf die Kuppe gelockt hatte, unter dieſen
Um=
ſtänden natürlich nicht auf ihre Koſten kommen. 4. K.
die Anenterſcaden.
Dg. Arheilgen, 18. Juli. Kein Hochwaſſermehr.
Nach=
dem der Regen in der Nacht von Freitag auf Samstag unſerem
Orte erneut Hochwaſſer brachte und zahlreiche Hofreiten und
Kel=
ler wieder unter Waſſer ſetzte, iſt der Rutſenbach jetzt ſtark
zurück=
gegangen. Am Samstag morgen brach das Waſſer, von der
Vieh=
trift und der Kranichſteiner Straße kommend, in die Dieburger
Straße ein, die ganze Straße überſchwemmend. Da aber die
Zu=
gänge zu den Hofreiten und die Kellerfenſter rechtzeitig abgedichtet
wurden, konnte größerer Schaden verhütet werden. Der geſtrige
Sonntag brachte unſerem Orte ſtarken Fremdenverkehr. Zu Fuß,
mit der Bahn, mit Fahrrädern, Motorrädern und Autos kamen
zahlreiche Auswärtige, um die Hochwaſſerſchäden zu beſichtigen.
Eine in den Straßen durchgeführte Sammlung zugunſten der
Ge=
ſchädigten erbrachte den Betrag von rund 94.— RM. Auch waren
in den Gaſtwirtſchaften Sammelbüchſen aufgeſtellt, deren Ergebnis
noch nicht feſtſteht. Auch die Kollekte des geſtrigen Gottesdienſtes
in der evang. Kirche iſt für die Waſſergeſchädigten beſtimmt. Heute
iſt man wieder mit dem Auspumpen der Keller beſchäftigt. Um
hier ſchneller vorwärts zu kommen, wurde die Kreis=Motorſpritze
eingeſetzt, die aus den Kellern größerer Gebäude das Waſſer
her=
auspumpt. Der Rutſenbach iſt ſtark zurückgegangen. In einzelnen
Nr. 199 — Seite 7
Gemarkungsteilen ſteht jedoch noch ſehr viel Waſſer und richtet, da
die Fluren das Waſſer nicht mehr aufnehmen können, großen
Scha=
den an.
Weiterſtadt, 18. Juli. Auch in hieſiger Gemarkung haben die
in den letzten Tagen niedergegangenen Waſſermaſſen ungeheuren
Schaden an den Sommerfrüchten angerichtet. Auch die Roggen=
und Spargelkulturen ſind ſtark geſchädigt und ſtehen jetzt noch
zum großen Teil unter Waſſer. Die Schädigung iſt aber nicht
entſtanden wie in anderen Orten etwa durch einen reißenden
Bach, ſondern durch die großen Waſſermengen der Abfallwäſſer
der Stadt Darmſtadt, beſonders die aus den Flutgräben der
Stadt Darmſtadt, ſowie die vom Nordbahnhof und
Schlachthaus=
kanal zulaufenden Gewäſſer und den Abfall der Arheilger
Ge=
matkung. Die ganze Gemarkung iſt ſchwerſtens mitgenommen, ſo
daß der Waſſerſchaden weit größer iſt als im vergangenen Jahr.
Bis jetzt läßt ſich der Schaden noch nicht ſchätzen.
EI. Meſſel, 18. Juli. Die durch das Unwetter beſchädigte und
polizeilich geſperrte Kranichſteiner Straße iſt nach den
vorgenom=
menen Ausbeſſerungsarbeiten nunmehr wieder voll für den
Ver=
kehr zugängig Der unterbrochene Omnibusverkehr Darmſtadt—
Meſſel iſt ab heute wieder aufgenommen worden.
Au. Groß=Gerau, 18. Juli. Die Hochwaſſerſchäden im Kreiſe
Groß=Gerau, ſind größer als man zunächſt annahm. In
zahl=
reichen Gemarkungen iſt die Getreideernte zu einem großen Teil
vernichtet. In der Gegend von Wallerſtädten hat ein ſtarker
Hagelſchlag ſowohl in den Gerſte= und Haferfeldern wie auf den
Dickwurz= und Gurkenäckern ſchweren Schaden angerichtet. Von
den Dickwurz ſtehen teilweiſe nur noch die Rippen. Die Blätter
wurden vom bagel zerſchlagen. Gurken ſind vollſtändig
zerſchla=
gen. Verheerende Folgen hatte das Hochwaſſer in der Gemarkung
Worfelden. Hier ſind der Heiſtgraben, der Apfelbach und der
Mühlbach über ihre Ufer getreten und haben weite Flächen Wald,
Wieſen und Feld überſchwemmt. Das Waſſer, ging über die
Chauſſee, die von Worfelden nach Mörfelden führt. Die
Freiwil=
lige Feuerwehr errichtete einen Notdamm. Der Verkehr auf der
genannten Straße iſt unmöglich. Geſperrt iſt auch die Straße
Groß=Gerau-Büttelborn-Darmſtadt infolge des Hochwaſſers am
Bahndamm am Dornberger Bahnhof, das eine beträchtliche Höhe
erreichte. Der Durchgangsverkehr wird über Dornheim—
Wolfs=
kehlen umgeleitet. In der Gemarkung Groß=Gerau ſtehen weite
Flächen Wieſen und Kartoffeläcker unter Waſſer. Die
Kartoffel=
ernte iſt ſtark gefährdet.
Au. Gräfenhauſen, 18. Juli. Das Hochwaſſer hat in
unſere Gemeinde diesmal einen gefährlichen Charakter
angenom=
men. Durch den über ſeine Ufer getretenen Mühlbach wurde der
größte Teil des Ortes überſchwemmt. Samstag vormittag ſtand
das Waſſer in den Straßen ſtellenweiſe über 70 Zentimeter hoch.
Zahlreiche Viehſtälle mußten geräumt werden. Der an der Ernte
angerichtete Schaden iſt noch unabſehbar. Auch die benachbarten
Gemeinden Wirhauſen und Schneppenhauſen haben ſehr ſchwer
gelitten. Die Frankfurter Chauſſee wurde durch den Götsbach
vollſtändig überſchwemmt. In den Ställen der Mühle in
Wix=
hauſen ſteht das Waſſer meterhoch. Das Vieh konnte durch die
Feuerwehr gerettet werden. Zahlreiche Straßen in Wixhauſen
ſtehen hoch unter Waſſer. Der an der Ernte angerichtete Schaden
iſt ungeheuer. Auch Schneppenhauſen wurde vollſtändig
über=
flutet. Einzelne Straßen des Ortes gleichen reißenden Bächen.
Seit langen Jahrzehnten hat man hier eine derartige
Hochwaſſer=
kataſtrophe nicht erlebt. Die Stallungen mußten zum größten Teil
geräumt werden. Die Einwohner ſchützten ihre Hofreiten durch
ſchnell errichtete Notdämme.
Der Kriegsgelangenen Freund.
1
Zum Tode Karl Emil Markels, London.
„Wenden Sie ſich doch an Dr. Markel . . ." — wurde einem
damals bei jeder Gelegenheit geſagt, wenn man als
Kriegs=
gefangener hinter engliſchem Stacheldraht irgendeinen
beſon=
deren Wunſch hatte, und wie mannigfach waren die Wünſche
dieſer Zehntauſenden von Menſchen, die in den zahlreichen
ging, waren es Hilferufe nach Lebensmittel und wärmenden
Sachen. Später, als ſich die große Organiſation notdürftig
eingeſpielt hatte — hauptſächlich dank eigener Hilfe und
Selbſt=
verwaltung der Internierten —, kamen die Bitten nach
Leſe=
ſtoff, Schreibmaterial, Werkzeuge für Handarbeiten und nach
tauſend anderen Dingen. Und ſchließlich, wie ſich mit den Jahren
in jedem Lager Schulen, Sportplätze, Theater= und
Muſik=
vereinigungen, handwerkliche, techniſche und künſtleriſche
Werk=
ſtätten herausgebildet hatten, da wurden die Wünſche immer
an=
ſpruchsvoller, ja verſtiegen ſich zu wiſſenſchaftlichen Werken für
Doktorarbeiten, muſikaliſchen und techniſchen Inſtrumenten,
Theater= und Sportrequiſiten, Material für kunſtgewerbliche
Schnitz=, Modellier=, Leder= und andere Arbeiten.
Und die meiſten dieſer Wünſche gingen an Dr. Markel. Und
von ihm und ſeiner großartigen Gefangenenhilfe wurden ſie alle,
wenn nur irgend möglich, erfüllt. Wer dieſer „Dr. Markel”
war, wußten die wenigſten unter uns. Und dies war
kenn=
zeichnend für das Weſen und Wirken dieſes edel=beſcheidenen
Mannes, deſſen Perſon hinter ſeinem Werke verſchwand,
ver=
ſchwinden wollte.
Karl Emil Markel, Rheinheſſe von Geburt — er ſtammte
aus Hochheim bei Worms —, hatte es als Chemiker in
Eng=
land zu Wohlſtand und Anſehen gebracht.. Durch Beruf und
Heirat der engliſchen Wahlheimat eng verbunden, war er in
deutſchen Kreiſen kaum hervorgetreten. Bis der Krieg kam. Da
zögerte Markel keinen Moment, ſich inmitten der auflodernden
Deutſchenhetze als Deutſcher zu bekennen und als Deutſcher zu
betätigen. Im Dienſte der Nächſtenliebe, die direkt den deutſchen
Kriegsgefangenen galt, indirekt der Milderung all der vielen
Kriegsleiden und Kriegsleidenſchaften.
Mit Hilfe ſeines eigenen, großherzig gegebenen Vermögens
und unermüdlicher Sammlungen von Geld und Kleidern und
anderen notwendigen Dingen ſchuf er ſchon in den erſten
Kriegswochen ein friedliches, die Räume eine ganzen Gebäudes
einnehmendes Arſenal. Von dort aus wurden nun die zahl=
und umfangreichen engliſchen Lager für deutſche und
öſter=
reichiſche Militär= und Zivilgefangene mit alledem verſehen,
was ſie dringend bedurften: war doch ein großer Teil von
ihnen vom Schlachtfeld oder friedlichem Heime weg hinter
Stacheldraht gekommen, ohne genügende Kleidung und Nahrung,
und in vielfach ganz ungeeignete Unterkunftsorte. Wäre da
nicht Markels ſchnelle und durchgreifende Hilfe zur Stelle
ge=
weſen, ſo hätte es damals noch mehr Opfer unter den Kranken
und Aelteren gegeben! —
Eine weitere, gewaltige Ausdehnung erhielt dann dieſes
Hilfswerk durch die rührige und verſtändnisvolle Mitarbeit des
jungen Pfarrers Goehling. Nicht nur aus ſeiner ſeelſorgeriſchen
Tätigkeit her beſaß dieſer Verſtändnis deſſen, was not tat,
ſondern vor allem auch dadurch, daß er ſelbſt in eigener,
mehr=
facher Internierung die Leiden und Nöte des Lebens hinter
Stacheldraht erfahren hatte. Kam Goehling zu Oſtern oder
Weihnachten ins Lager, um die Feiertage mit uns zu verleben,
ſo war dies ſtets ein Feſt. Da waren ſchon lange vorher die
großen Baracken beſetzt von jungen und alten Menſchen, die des
Pfarrers Predigt hören wollten. Wenn man das eine „Predigt”
nennen durfte: dieſe natürlichen, warmen Worte eines friſchen
und klugen Menſchen, die auch den Unkirchlichſten und
Skeptiſch=
ſten wohl taten und meiſt in einem frohen deutſchen Volksliede
ausklangen. Darum ſtrömte ihm auch alles zu „ob Heide, Jude
oder Chriſt”, und darum auch war mein Zeltgenoſſe, ein durch=
aus unſentimentaler Iſraelit, einer der eifrigſten Beſucher dieſer
chriſtlichen Predigten! — Und ſo gehört der Name dieſes
ſym=
pathiſchen jungen Geiſtlichen zu dem Werke Dr. Markels. —
Deſſen Wirken war inzwiſchen weiter gegangen, und je
umfaſſender es wurde, um ſo größere Beachtung fand es auch
bei der engliſchen Regierung und Oeffentlichkeit, die jetzt
er=
kannten, welch’ großer Nutzen daraus erwuchs; ſei es auch nur
der, daß ihnen damit viel Arbeit um die Fürſorge der
Ge=
fangenen abgenommen wurde. So ließen die Schwierigkeiten,
die man der „Markels Aid Society for Prisoners of War”
an=
fangs gemacht hatte, allmählich nach, und auch die Quäker und
andere wohltätige Vereinigungen liehen der Organiſation ihre
werktätige Hilfe. Die Seele des Werkes aber war und blieb
Markel ſelbſt, der ſeine ganze Perſon und Arbeit und ſein
Vermögen für dieſe große Sache einſetzte, die ſchließlich eine
Ausweitung und Vollkommenheit erreichte, wie wohl keine
ähn=
liche Einrichtung irgendwelcher Zeiten.
Erſt nach dem Kriege — viel zu ſpät für alle, die um ſein
dankenswertes. Werk wußten —, wurde Markel die ihm
ge=
bührende öffentliche Anerkennung Deutſchlands zuteil. Die
Frankfurter Univerſität ernannte ihn zum Ehrendoktor um ſeiner
großen Verdienſte willen, und der Hauptvorſtand ehemaliger
Kriegsgefangenen, ſowie das deutſche Auslands=Inſtitut,
Stutt=
gart, verlieh an Dr. Markel ſeine Ehrenmitgliedſchaft. Auch in
den Nachkriegsjahren mit ſeinen Nöten und Entbehrungen blieb
Markel der treue, ſtets hilfsbereite Helfer ſeiner bedrängten
deutſchen Landsleute. Und er durfte es noch erleben, daß die
beiden einſt feindlichen Länder wieder beiderſeitiges Annähern
und Verſtehen fanden, ein Ziel, dem Markels Arbeit von jeher
gegolten hat. — Nun ſein ſegenſpendendes Leben erloſchen iſt,
gedenken wir ſeiner als eines wahren Wohltäters der
Menſch=
heit, ähnlich wie es in den ſibiriſchen Stacheldrahtlagern die
Schwedin Elſa Brandſtröm war, jener „Engel der Kriegs=
Th. Engelmann.
gefangenen”.
Die neue Berliner Univerſikäts=Frauenklinlk.
Die Außenanſicht der neuen Klinik.
die eine Front von 135 Meter Länge beſitzt.
Unten rechts: Der bekannte Gynäkologe Geheimrat Prof.
dr. Stöckel, der die Leitung des Inſtituts übernimmt Alle
Räume beſitzen große Schiebefenſter, wodurch die Zimmer in ganz
kurzer Zeit in eine offene Liegehalle umgewandelt werden können.
Das Dach iſt als Promenade und Freiluft=Liegeplatz für
Ge=
neſende gedacht.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 8 — Nr. 199
Dienstag, 19. Juli ſKau
2oo Jahte Bolsdainer Madtichon.
Der Rieſenbrand im Ankwerpener Hafen.
Blick auf die Faſſade des prächtigen Stadtſchloſſes in Potsdam,
das jetzt vor 250 Jahren von Friedrich Wilhelm I. erbaut wurde. Seine jetzige Geſtalt erhielt
es unter Friedrich dem Großen durch den bekannten Baumeiſter von Knobelsdorff.
Brennendes Schiff im Holzhafen von Antwerpen.
Der Brand war raſch zu ungeheuren Dimenſionen angewachſen, ſämtliche Feuerwehrleut;
Bannmeile von Antwerpen mußten zur Bekämpfung eingeſetzt werden. Der Schaden beläu
auf 4 Millionen Mark.
Heiuf altd Aubtand.
Ein Frankfurker Ausflugsomnibus
raſt gegen ein Haus.
14 Verletzte.
Naſſau. Auf der abſchüſſigen Straße
Sing=
hofen-Bergnaſſau ereignete ſich ein ſchweres
Omnibusunglück. Auf einem Frankfurter
Aus=
flugswagen, der mit 40 Perſonen, die zu den
Automobilrennen nach dem Nürburgring wollten,
beſetzt war, verſagten die Bremſen. Dem
Wagen=
führer gelang es noch, eine ſcharfe Kurve zu
nehmen und in eine langſam einſteigende
Sei=
tenſtraße zu lenken. Dabei rannte der Wagen
gegen die Stützen eines Hauſes und knickte dieſe
um. Dann fuhr er mehrere Meter weiter und
gegen die Eckwand eines zweiten Hauſes. Durch
den Anprall wurde das Auto ſchwer beſchädigt.
Faſt alle Inſaſſen trugen Verletzungen davon,
14 mußten mit mehr oder minder ſchweren
Ver=
letzungen dem Krankenhaus zugeführt werden.
Die beiden Häuſer wurden ſo ſtark beſchädigt,
daß die Feuerwehr ſie abſtützen mußte, um die
beſtehende Einſturzgefahr zu beſeitigen.
Vom Großen Preis in Berlin=Grunewald.
Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang.
Frankfurt a. M. In der Nacht zum
Montag wollte auf der Mainzer Landſtraße, in
der Nähe von Nied, der von Frankfurt
kom=
mende 48jährige Arbeiter Wagner, ſcheinbar in
betrunkenem Zuſtande, die Straße überqueren
und lief dabei direkt vor den Wagen der
Omni=
buslinie D. Er wurde überfahren und ſchwer
verletzt nach dem Höchſter Krankenhaus geſchafft,
wo er eine Stunde ſpäter ſeinen ſchweren
Ver=
letzungen erlegen iſt.
Kraftwagenexploſion fordert zwei Schwerverletzte
Marburg. In der Weidenhäuſerſtraße
ge=
rier infolge eines Vergaſerbrandes ein
Liefer=
auto in Brand. Bei den Löſchverſuchen erfolgte
plötzlich eine Exploſion. Eine große Stichflamme
ſchoß empor und verletzte zwei Perſonen ſehr
ſchwer. Sie mußten in die Klinik übergeführt
werden. Durch den Luftdruck wurden in den
nahe gelegenen Wohnhäuſern zahlreiche
Fenſter=
ſchreiben zertrümmert.
Zwei Tote durch Gasvergiftung.
Gelſenkirchen. Am Mittwoch waren bei
den Stickſtoffwerken Scholven durch
Undichtwer=
den eines Niederdruckrohrs Ammoniakgaſe in
er=
heblichen Mengen ausgeſtrömt, wodurch ſich vier
Arbeiter Gasvergiftungen zuzogen. Zwei von
ihnen ſind jetzt im Krankenhaus geſtorben.
Neues Todesopfer der ſpinalen Kinderlähmung
in Magdeburg.
Magdeburg. Das Magdeburger Kind,
das am Freitag mit ſchwerer Erkrankung in die
Kinderklinik eingeliefert wurde, iſt geſtern an
ſpinaler Kinderlähmung geſtorben. Weitere
Er=
krankungsfälle ſind nicht vorgekommen, dagegen
iſt aus Hohendodeleben in einem zweiten, nicht
leicht verlaufenen Fall ein Kind der Städtiſchen
Klinik zugeführt worden.
Zum 11. denlichen Sängerbundesfeſt.
Prof. Dr. Karl Hammerſchmidt=München,
der Präſident des Deutſchen Sängerbundes, der
vom 21. bis 24. Juli ſein 11. Bundesfeſt in
Frankfurt a. M. abhält. Geſangvereine aus allen
deutſchen Gauen werden auf dem Feſt um die
Palme des beſten Liedervortrags ſtreiten.
Oben:
Das Finiſh. — Links: Der Sieger Wolkenflug. — Unten; Reichskanzler v. Papen
und Reichswehrminiſter v. Schleicher auf der Ehrentribüne.
Einweihung des Hugo=Reiſinger=
Ba. Wiesbaden. Der Deutſchamerikaner
Hugo Reiſinger, am 29. Januar 1856 in
Wies=
baden geboren, am 27. September 1914 in Bad=
Schwalbach geſtorben, hinterließ durch Teſtament
eine Stiftung im Betrage von 25 000 Dollar zur
Errichtung eines Zierbrunnens in ſeiner
Vater=
ſtadt Wiesbaden. Infolge des Kriegs verzögerte
ſich die Ausführung der für Wiesbaden
beſtimm=
ten Stiftung. Nachdem dann durch Freigabe des
deutſchen Eigentums in Amerika endlich der
Er=
füllung des Teſtaments nichts mehr im Wege
ſtand, ſchritt man zur Wahl eines geeigneten
Platzes, der in dem eingezäunten Platz vor dem
Bahnhof gefunden wurde. Die Arbeiten wurden
im November 1931 begonnen. Nach Ausrodung
Abermals Felsſturz im Moſeltal.
Trier. In der Nähe des Wolfer Kloſters,
bei dem Moſelort Groev, ſtürzte, wie erſt jetzt
bekannt wird, Freitag abend wiederum ein
Fels=
block, diesmal von etwa 1000 Kubikmeter Inhalt,
zu Tal. Die Bruchſtelle war bereits ſeit einigen
Wochen in Bewegung. Es hat ſich jetzt ein Spalt
von 80 Zentimeter Breite und 90 Meter Länge
gebildet, ſo daß weitere Felsſtürze zu erwarten
ſind. Der Abbruch kündete ſich bereits vormittags
durch verdächtiges Klopfen im Berge an. Die
beim Abſturz entſtandene Staubwolke hüllte das
Moſeltal längere Zeit in einen gelblichen
Schimmer. Die Gefahrenſtelle ſteht nunmehr
unter Bewachung.
liegt etwas erhöht das Quellbecken, in dem auf
einem Sockel die doppellebensgroße Plaſtik, „eine
ſchöpfende Frau” (aus Wirbelauer Marmor),
Sinnbild des Heilungbringenden Bades,
Aufſtel=
lung gefunden hat. Am Samstag, den 16. Juli,
abends 9 Uhr, fand die feierliche Einweihung der
Reiſingerbrunnenanlage vor dem Wiesbadener
Hauptbahnhof ſtatt. Trotz ſtrömenden Regens,
umſtanden Tauſende von Menſchen die Anlage
wie eine dichte Mauer. Nach einem Muſikvortrag
der Wiesbadener Orcheſtervereinigung (Leitung
Haberland) und Chorvorträgen des
Wiesba=
dener Männergeſangvereins, unter Leitung von
Muſikdirektor Berthold=Mainz, übergab
Garten=
architekt Hirſch die der Kurſtadt würdige
An=
lage an die Stadtverwaltung. Oberbürgermeiſter
Krücke gedachte in ſeiner Anſprache des
hochher=
zigen Stifters und enthüllte die Brunnenfigur.
Notlandung deutſcher Ballonflieger
in der Tſchechoſlowakei.
Prag. Bei Hoſtawitz, unweit von Prag,
des größten Teiles der Bäume und Planierung mußte vorgeſtern nachmittag der Ballon „
Lauch=
des Geländes, ſchritt man zur Schaffung der hammer” aus Chemnitz, Beſitzer Betram,
not=
eigentlichen „Reiſinger=Brunnenanlage‟. Dieſe landen. Wie von maßgebender Seite hierzu
beſteht aus einem rieſigen Quer= und einem mitgeteilt wird, haben die beiden Inſaſſen, Inge=
Längsbecken (grüngefärbter Beton) durch ſechs nieur Prehm aus Chemnitz und Erich Kurt aus
Leuchtfontänen geziert. Am Ende der Anlage / Annaberg i. Sa., angegeben, ſie ſeien um 7 Uhr
Granatexploſion auf einem italieniſchen Kreuzer.
Nom. Bei der Abwehrübung eines
Luft=
angriffs explodierte auf dem Kreuzer „Trieſt”
eine 10=Zentimeter=Granate. Drei Matroſen
wurden getötet und 13 verletzt.
früh in Chemnitz zu einem Sportfluge geſtartet
und vom Winde gen Prag abgetrieben worden.
Sie wollten urſprünglich auf dem Prager
Flug=
platz Gbell niedergehen, mußten jedoch bei
Hoſta=
witz eine Notlandung vornehmen. Da eine
Ver=
nehmung durch eine Militär= und
Gendarmerie=
kommiſſion keinen Grund zur Beanſtandung gab,
wurden die Ballonflieger nach Hinterlegung
einer Geldſumme für angerichteten Flurſchaden
entlaſſen. Der Ballon wird nach Chemnitz
ver=
frachtet.
Acht Tote bei einer Dynamit=Exploſion.
Kapſtadt. In der Nähe von Klerksdorp,
in Weſttransvaal, explodierte die aus über
300 Tonnen Dynamit beſtehende Ladung eines
Güterzuges. Eine Reihe von Häuſern, die in
der Nähe des Bahndammes ſtanden, wurde
zer=
ſtört. Acht Perſonen, zumeiſt Bewohner dieſer
Häuſer, wurden getötet. Die Lokomotive des
Zuges blieb durch einen Zufall unbeſchädigt, ſo
daß der Führer und der Heizer mit dem
Schrecken davonkamen. Die Urſache des Unglücks
ſteht noch nicht feſt. Die Exploſion riß einen
15 Fuß tiefen und 300m langen Graben in die Erde.
Feuer auf der „Empreß of Bri
und ſpäter Schiffszuſammenſt
Quebec. Auf dem engliſchen D
„Empreß of Britain” auf dem die engliſck /; Feil d
die ſüdafrikaniſchen Delegierten zur Te7y, lebung
an der Reichskonferenz in Ottawa ſich ba) Es we
ereigneten ſich während der letzten 24 Sckmiſtertite
zwei Unfälle. Erſt brach im Konzertſc/ſhier ſchaf
Dampfers, während einer Wohltätigkeit ueſchen 4
ſtaltung, Feuer aus. Zu einer Panik iſ4/
doch nicht gekommen, da Baldwin, der mis
Miniſterkollegen der Veranſtaltung beäuſe eine
und das Protektorat der Veranſtaltung /egeden
Hauptſa
nommen hatte, die anweſenden Fahrg57, Arh
ruhigem Verlaſſen des Saales aufforder, vrtreter
Feuer wurde dann von der Beſatzung des ſinde Darn
in kurzer Zeit gelöſcht. — Später ſti=
„Empreß of Britain” dann im St.=Lorenz
mit einem engliſchen Frachtſchiff zuſamme=,/ Uhr
ver=
bei wurde jedoch nur das Frachtſchiff beſch ſowie diu
während die „Empreß of Britain” ihre M Altersi!
fortſetzen konnte. Sie wird infolge n Meicnl.
1. und ſie
Wetters Quebec mit erheblicher Verſy hung ein
wahrſcheinlich erſt am Dienstag, erreiche) läßt, wir
bereits
Flugzeug mit neun Perſonen vend des 3.
für die
London. Wie aus Santiago de CEéſchen,
meldet wird, wird ein Verkehrsflugzei 18 Uhr
Panamerikaniſchen Airways, das am S Ades erſten
mit 9 Perſonen, darunter 6 FahrgäſtenFeſtſ
Santiago abgeflogen iſt, vermißt. Die Aaiſulsturner
iſt beim erſten Landeplatz in Mendoza C.Auendet ſit
tinien) nicht eingetroffen. Das Flugzeug
zuletzt in der Nähe von Rio Blanco
geſeh=
es wegen eines Sturmes ſehr niedrig flos nie Rund
erinnen
nd Keule
Die Opfer der amerikaniſchen Hihe neun Kre
New York. Die ſeit vier Tagen anda. 9) komn
Hitzewelle hat in den Vereinigten
Staate=
geſamt 75 Menſchenleben gefordert. Am
tag ließ die Hitze plötzlich nach, und an v Wlaſſen i
denen Stellen ſank das Thermometer bi:
Gefrierpunkt.
Schwere Wolkenbrüche an der toskaniſchen
Mailand. In Nord=Italien haben ſſ=
Wolkenbrüche eine ganze Reihe von Dörfen
Städten heimgeſucht. Das Unwetter wa
weiſe ſo ſtark, daß ſogar der Eiſenbahnr)
unterbrochen wurde. In Livorno und Piſa
die Miliz zu Rettungsarbeiten aufgeboten
den. In der Provinz Brescia wurde das
Odolo vom Hochwaſſer überſchwemmt;
wurden, dort durch einen Erdrutſch m‟
Häuſer verſchüttet. Im Trentino hat das
waſſer mehrere Brücken weggeſchwemmt.
Sachſchaden iſt ſehr hoch.
i der M
ſtadt eine
Meiſterti
ſen Tages
ſtadter Ve
dor. Es
aues mi
recht
ſch der M
fehrt von ihrem Oſtaſien=Blug /
Berlin. Die Fliegerin Marga von Eß
die einen Oſtaſienflug ausführte und bein
flug in Bangkok verunglückte, kehrte am A9 15. 9
nach Berlin zurück. Von Wien aus hat die
gerin wieder Flugzeuge zu ihrer Heimreä het
nutzt. Auf dem Flughafen Tempelhof wur
Pilotin von ihren Angehörigen und zahlr
Vertretern der deutſchen Fliegerei erwartet. ) Zon
Reichsverkehrsminiſterium beglückwünſchte
regierungsrat Geyer die erfolgreiche Paſ
Im Namen, der Berliner Flughafengeſel)
wurde ſie von Major a. D. Böttger empfel 4
und namens des Aeroclubs von Deutſe
drachte Vizepräſident von Höppner der Flien
ſeine Glückwünſche dar.
dits=kag, 19. Juli 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 199 — Seit: 9
SAlssSLbdasAdt
ein vs. Kreistärnſefein Atier.
dm Ruf aus Trier: „Kommt zum 35. Mittelrheiniſchen
igurnfeſt, der vaterländiſchen Kundgebung an der Weſtmark
ſiches in den Tagen vom 6. bis 8. Auguſt!” folgen auch die
m. Turnerinnen, Sportler Schwimmer, Fechter, Tennisſpie=
„öddler. Jugend in großer Anzahl. Daß die Turnerſchaft noch
zmun die Maſſen zu ihren Treffen verſammelt, beweiſt ſchon, daß
ü 720 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen aus dem
Mittel=
enmbiet ihre Meldungen abgaben, und noch immer laufen
iasmldungen ein. Alſo die Teilnehmerzahl ſteigt noch! Die
fenilitung gibt die umfangreiche Wettkampffolge bekannt; ſie
mucht, ein Bild der Betätigung des Main=Rheingaues auf
m ſeisturnfeſt zu entwerfen. Bereits amerſten Feſttage,
gig’tag, den 6. Auguſt, treten die
Fechter
6ues um 7.30 Uhr an. Turngemeinde Darmſtadt und Beſ=
Tv. Rüſſelsheim, Langen, ſowie Fechtklub „Frankonia”
ſenburg haben würdige Vertretung, und man erhofft, daß
ſan der Kreisrunde auch durchzuſetzen verſtehen wiſſen. Einen
rie Aufſchwung im Gau hat das
Tennisſpiel
ſerder zielſicheren Leitung von Heinz Schildt zu verzeichnen,
di ſner impulſiven Leitung dürfte es zu verdanken ſein, wenn
Mrer auch Vertreter und Vertreterinnen dieſes Sportzweiges
tſein. Spieler und Spielerinnen aus der Turngemeinde
Darm=
ie zurzeit die ſtärkſte Abteilung des Mittelrheiniſchen
Turn=
ge beſitzt, werden die Farben des Gaues in Trier vertreten.
ämpfe auf den Tennisfeldern beginnen ebenfalls am Sams=
„Im 6. Auguſt, vormittags 8 Uhr, und zeitlich hat man auch
mi die Fauſtballſpiele feſtgeſetzt. Die Wettkämpfe im
Volksturnen
ömstag, den 6. Auguſt, 9 Uhr vormittags, bringen zum
oßte) Teil die Meiſter der 23 Gaue des Mittelrh. Turnkreiſes
AenUlebungen des Laufs, Wurfs und Sprungs auf den grünen
am Es werden in den Einzel= und Mannſchaftskämpfen die
erseiſtertitel vergeben. Die Vertreter des Gaues werden es
chüſer ſchaffen, um mit an der Spitze marſchieren zu können.
unngichen Tage noch beginnen nachmittags um 14 Uhr die
Schwimmwettbewerbe,
diuenn eine ſtattliche Anzahl Meldungen aus dem Main=
Rhein=
zuhgegeben wurden. In den Wettbewerben der Turner wird
dei Hauptſache die Turngeſellſchaft und Turngemeinde Darm=
„ du Tv. Arheilgen u. a. (erſtere verteidigt einige
Kreismeiſter=
ell vertreten ſein, während bei den Turnerinnen die
Turn=
mnnde Darmſtadt in erſter Linie mit an der Spitze ſteht. Das
Turnen der Alten und Jungen
6Uhr vereinigt in einem Neunkampf die 3. und 4.
Alters=
iſſi bwie die beiden Jugendklaſſen in einem Zehnkampf; die 2.
daß Altersklaſſe führt den ausgeſchriebenen Fünfkampf durch.
ienhkannt, iſt die Turnerſchaft um eine allſeitige Ausbildung
ſoag und ſie ſtellt den Geräteturnern frei, an Stelle einer
Ge=
tebng eine Schwimmleiſtung abzulegen. Soweit ſich
über=
her äßt, wird ſeitens einer großen Anzahl Wettkämpfer von
eſeh= Einrichtung Gebrauch gemacht. Die Abnahme dieſer Uebung
idat ereits am Samstag nachmittag um 16 Uhr ſtatt. Für die
ſurne des Zwölfkampfes iſt die Schwimmbadanlage an der
oſelfür die Turnerinnen das Stadtbad an der Südallee hierzu
ssrſhen. Das Schwimmen für Zehnkämpfer und Jugend
fin=
t u 18 Uhr im Stadtbad ſtatt. Damit ſchließt die
Wettkampf=
an lgg es erſten Feſttages.
Dr Feſtſonntag bringt früh die Fortſetzung der Kämpfe
Aksturnen, Spiele, Schwimmen und Fechten, die gegen 10
uruheendet ſind. Inzwiſchen wickelt ſich das
Maſſenturnen der Gaue und Vereine
Nchmittags findet der übliche Feſtzug der Tauſende ſtatt, und
s imte Rund der Kampfbahn füllen die Maſſen der Turner und
urneinnen zu den allgemeinen Freiübungen,
Bewegungsgrup=
un und Keulenſchwingen uſw. Das Fußballendſpiel bringt
EAn ten Kreismeiſter. Doch auch ein neuer Zweig der Leibes=
„ungn kommt am Sonntag noch zu Wort, und zwar ſind die
Waſſerfahrer,
rt. be uder Moſel zu den verſchiedenen Wettfahrten in verſchiede=
und an Kaſſen ihre Boote beſteigen. Hierzu hat die Turgemeinde
uarmſadt eine Anzahl von Meldungen abgegeben und dabei
ni he Meiſtertitel zu verteidigen. Den Abſchluß der Kämpfe des
ſef:” Tages bildet das
Stromſchwimmen
BeiMoſel. Auch hierzu liegen vornehmlich Meldungen der
armſädter Vereine (Tgde. 1846 und Tgſ 1875) ſowie Tv. Arheil=
2n u. Es treffen hier die ſcharfen Konkurrenten des
Main=
tei hesnaues mit denen der übrigen Gaue zuſammen, und dies
endrffiezu recht ſpannenden Kämpfen führen. Um 20 Uhr
verſam=
ndlelr ſh der Mittelrheinkreis zur großen
/1=Zylind. Hanomag
geg. Kaſſe zu kauf.
geſ. Ang. u. V 187
Saarkundgebung,
die ſich zum erhebenden Treugelöbnis der Turner geſtalten dürfte.
Der dritte Tag (Montag) bringt ſodann die
Mehrkämpfe der Turner und Turnerinnen
ſowie die Fortſetzung bzw. den Abſchluß der Schwimm= und
Fecht=
wettkämpfe. Den Ausklang des 35. Mittelrheiniſchen
Kreisturn=
feſtes bildet um 15 Uhr die Siegerehrung.
Main=Rhein=Gau Deutſche Turnerſchaft.
Innerhalb des Gaues ſind nunmehr die Wettkämpfe beendet
und kehrt man ſo allmählich wieder in das Fahrwaſſer der
all=
gemeinen Ausbildung, die durch die Wettkampfzeit eine
Unter=
brechung erfuhr, zurück. Die erſte der regelmäßigen
Uebungs=
ſtunden innerhalb des Gaues gilt den Turnerinnen am
Mittwoch, dem 20, Juli, abends 8,15 Uhr, in der Turnhalle der
Tgde. Beſſungen. Turnerinnen, die das Kreisturnfeſt in Trier
beſuchen, werden nochmals die Wettkampfübungen gezeigt.
Leichkathlekik.
Staffelabend des Sportvereins 98.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 veranſtaltet am
Sams=
tag, den 23. Juli, nachm. 6 Uhr, einen ausgeſprochenen
Staffel=
abend, zu dem bereits Meldungen folgender Darmſtädter Vereine
vorliegen: A. S. C., V. f. L. Rot=Weiß, Polizei, Turngemeinde
1846, Turngemeinde Beſſungen, Turngeſellſchaft 75. An
auswär=
tigen Vereinen werden vertreten ſein J. G. Sportverein,
Frank=
furt a. M., Eintracht Frankfurt a. M., B.S.C. Offenbach a. M.
Weitere Meldungen ſtehen noch in Ausſicht. Es gelangen zum
Austrag: Klaſſe I: 1. 4mal 100 Meter, 2. 4 mal 400 Meter,
3 Schwedenſtaffel, 4 3000 Meter=Mannſchaftslaufen oder 4mal
1500 Meter; Klaſſe IIund III: 1. 3mal 200 Meter, 2. 3mal
1000 Meter, 3. Olympiſche Staffel, 4. 2000 Meter=Hindernislaufen.
Die neu hergerichtete Laufbahn befindet ſich in tadelloſer
Ver=
faſſung. Es verſprechen deshalb die einzelnen Wettbewerbe auf
Grund der bis jetzt vorliegenden Meldungen nicht nur ſpannende
Kämpfe, ſondern auch ausgezeichnete Leiſtungen.
Wir werden an dieſer Stelle noch einmal auf die
Veranſtal=
tung zurückkommen.
Tv. Groß=Bieberau i. O. — Viktoria Griesheim 06 39:37 Punkte.
In Erneuerung ihrer freundſchaftlichen Beziehungen trafen
ſich beide Vereine am Sonntag in Groß=Bieberau zu einem
leicht=
athletiſchen Vereinswettkampf. Die Kämpfe verliefen ſpannend
bis zum Schluß, erſt die 4X100=Meter=Staffel entſchied den Sieg
zugunſten einer der gleichwertigen Mannſchaften. In Anbetracht
der Platzverhältniſſe ſind die Leiſtungen als anſprechend zu
be=
zeichnen. Möge die Veranſtaltung, die ihren Werbezweck nicht
verfehlt hat, als Zeichen des Gemeinſchaftsgeiſtes noch öfters ihre
Wiederholung finden!
Ergebniſſe: 100 Meter: 1. Kaffenberger=Groß=Bieberau
11,8 Sek. 2. Förſter=Griesheim 12 Sek. 3. Heß=Gr. 12.1 Sek.
4. Ph. Keil=Gr.=B. — 1500 Meter: 1. Ritter=Gr. 5,25 Minuten.
2. Happel=Gr. 3. Ge Keil=G.=B. 4. Vierheller=Gr.=B. —
Hoch=
ſprung: 1. Peter u. Volz, Gr.=B., je 1,60 Meter. 2. Bannov, Gr.,
1.55 Meter. 3. Schick, Gr., 1.45 Meter. — Weitſprung: 1. Höhl,
Gr., 5.79 Meter. 2. Peter, Gr.=B „5,77 Meter. 3. Schecker, Gr.,
5,38 Meter. 4. Gaubatz, Gr.=B. — Diskuswerfen: 1 Schecker. Gr.,
30,22 Meter 2. Volz, Gr.=B 28,88 Meter. 3. Höhl. Gr., 28,07
Meter. 4. Peter, Gr.B. — Speerwerfen: 1. Volz, G.=B., 41.70
Meter. 2. Gg. Keil, Gr.=B., 38,82 Meter. 3. Schecker. Gr., 38,58
Meter. 4. Schilling Gr. — Kugelſtoßen: 1. Kaffenberger Gr.=B.,
10.44 Meter. 2. Höhl, Gr., 10.15 Meter. 3 Bannov Gr. 9,69
Meter. 4. Keil, Gr.=B. — 4X100=Pendelſtaffel: 1. Groß=Bieberau
49,8 Sek. 2. Griesheim 50 Sek.
Kraffſport.
KSV. 1928 Bensheim 2.—KSV. Darmſtadt 1910 2. 17:3.
Die 2. Ringermannſchaft der „Zehner” ſtand am Sonntag
nachmittag der gleichen des Kraftſportvereins 1928 Bensheim
a. d. Bergſt. zu einem Freundſchaftskampf gegenüber. Vorwes
muß jedoch bemerkt werden, daß die Bensheimer Mannſchaft den
Rang „Zweite” zu Unrecht trug, denn fünf von den Erſten
zier=
ten ihre Reihen. Damit ſoll aber nicht geſagt ſein, daß dieſer
Umſtand ſchuld an der hohen Niederlage der Darmſtädter ſei, im
Gegenteil, man merkte keinen Stärkeunterſchied. Faſt in allen
Gewichtsklaſſen ſah man die Darmſtädter in Führung, und es ſah
für den Gaſtgeber ſehr brenzlig aus. Das dicke Ende kam aber
nach, denn man unterſchätzte die Taktik der Gegner. So kamen
dieſe im Bantam= und Leichtgewicht durch zu vermeidende
Selbſt=
würfe der Darmſtädter zu billigen Erfolgen. Von den planloſen
Kämpfen der anderen ganz zu ſchweigen. Nur das Weltergewicht
zeigte einen techniſch und taktiſch hervorragenden Kampf und
holte damit die Ehrenrunde. Das eine ſei der Mannſchaft geſagt,
daß nur ihre Hilfloſigkeit in entſcheidenden Momenten dieſe
Nie=
derlage herbeiführte. Als Kampfleiter glänzte, da der Beſtimmte
ausblieb, Herr Borowſki=Darmſtadt 1910. Die Reſultate:
Bantam: Schlink=B.—Stenger==D. 3:0. Feder: Notter=B.—
Schä=
fer=D. 6:0. Leicht: Schneider=B.—Winkel=D. 9:0. Welter:
Wei=
gel=B.—Truber=D. 9:3 Mittel: Kilian=B.—Fröba=D. 12:3
Halb=
ſchwer: Roth=B.—Walter=D. 14:3. Schwer: Wolf=B.—
Zimmer=
mann=D. 17:3.
Königsſchießen des SSC. „Kleeblatt‟ Darmſtadt. Im
geſtri=
gen Bericht muß der Name des Schützenkönigs richtig
Bern=
hard Berghöfer (nicht Bergſträßer) heißen.
Bei den deutſchen Radſport=Meiſterſchaften
in Nürnberg wurde am Montag die Amateur=
Straßenmeiſter=
ſchaft über 230 Kilometer entſchieden. Der Titel fiel an den
jun=
gen Nürnberger Scheller in 7:19,40 Stunden. Zweiter wurde
Hornig=Eſſen vor Puttkamer=Berlin, Stach=Berlin und Wendel=
Nürnberg. — Bei den Altersfahrern ſiegte über 100 Kilometer
der Berliner Rappold. — Meiſter im Dreier=Radball wurde die
Erfurter Turnerſchaft, die im Endſpiel RC. Oberrad 4:2 beſiegte.
Geſchäftliches.
Marg. Becker’s Private Zuſchneide=
Fach=
ſchule veranſtaltet in den Monaten Auguſt und September
Son=
derkurſe zu bedeutend ermäßigtem Preis.
Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß am heutigen Tage
Speiſehaus Schone eröffnet wird. Näheres ſiehe Anzeige.
Friſche Nerven — neue Spannkraft!
Im Tageslauf des modernen Menſchen werden die Nerven
auf eine harte Probe geſtellt. Oft droht Ermattung, oft will ein
Gefühl der Abſpannung die Tatkraft lähmen. In ſolchen Fällen
vermag die erleſene „4711” unſchätzbare Dienſte zu leiſten. Raſch
wirkt die köſtliche Stärke dieſes edlen und echten Kölniſch Waſſers
beginnender Ermüdung entgegen; herrlich belebt ſein friſch=
wür=
ziger Duft. Wer in Beruf und Geſellſchaft, beim Sport und auf
Reiſen ſtets wohlgelaunt ſein will, wird die weltbekannte,
gehalt=
volle „4711” zur ſtändigen Begleiterin wählen. Daheim, auf dem
Toilettentiſch die blau=goldenen Original=Flaſchen, unterwegs die
praktiſchen Taſchen=Flakons — ſo wird die anregende Kraft der
echten „4711” ſtets bereit ſein, nachhaltige Erquickung zu ſpenden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 19. Juli
15.20: Hausfrauen=Nachmittag.
17.00: Konzert des Funkorcheſters. Werke von Lortzing, Humberk,
Suppé, Fucik. Soliſt: E. Schrempf. Am Flügel: A. Haagen.
18.25: Kunſt in Not. Anläßlich der 2. Budenmeſſe Frankfurter
Künſtler im Juli 1932.
19.00: Konzert auf Schallplatten. Eine halbe Stunde Caruſo.
19.30: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart.
Werke von Mozart, Adam, Meyerbeer, Rich. Strauß, d’Albert.
Soliſt: Koloman von Pataky.
21.00: Freiburg: Ein Barockiuwel am Bodenſee. Hörbericht aus
dem Birnau.
21.30: Werke von Robert Schumam. Ausf.: Ria Ginſter (Sopran),
H. Rosbaud u. E. J. Kahn (Klavier).
22.30: Zeit, Wetter. Nachrichten, Sport.
22.45: Nachtmuſik der Stuttgarter Philharmoniker.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Dienstag, 19. Juli
15.00: H. Manzooruddin Ahmad: Die indiſchen Fürſten und ihre
Schätze.
15.40: Marga v. Kuhlwein: Die Seylly=Inſeln.
16.00: Elli Heuß=Knapp: Bericht über die 2. Internationale
Kon=
ferenz für Soziale Arbeit in Frankfurt a. M.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Sachs: Die Kulturgeſchichte des Tanzes.
18.00: Prof. Schubert: Der Laie und das Klavier.
18.30: Dr. Trautvetter: Der Verkehr der Zukunft.
19.00: Aktuelle Stunde.
19.15: Min.=Dir. Olſcher: Vereinheitlichung der öffentlichen
Haus=
halte,
19.35: Dr. Baſchwitz: Völkerhaß als Maſſenwahn.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20,00: München: Abendkonzert des Funkorcheſters.
22.00: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl Hamburg: Spätkonzert des Norag=Orcheſters.
Wekkerberichl.
Die Störung zieht in nordöſtlicher Richtung über die Oſtſee
und Skandinavien ab. Ihre Rückſeite brachte den Vorſtoß kühler
Luft mit wechſelhaftem Wetter und vereinzelten Schauern. Wenn
auch durch die kühle Luft der herrſchende Witterungscharakter
noch anhält, ſo wird der über dem Atlantik lagernde hohe Druck,
welcher bereits nach den Britiſchen Inſeln vorgreift, beeinfluſſend
wirken, ſo daß Uebergang zu wieder beſtändigerem und in den
nächſten Tagen auch wärmerem Wetter bevorſteht.
Ausſichten für Dienstag, den 19. Juli: Schon beſtändiger, aber
noch wechſelnd wolkig mit Aufheiterung, nur vereinzelt leichte
Schauer, nachts kühl, tagsüber etwas wärmer.
Ausſichten für Mittwoch, den 20. Juli: Weitere Beſſerung, mehr
aufheiternd und trocken, tagsüber fortſchreitende Erwärmung.
Hauptſchriffleltung: RudelfMauve
Veranwortſich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, Reich mnd
Ansland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe: für Sport: Karl Byhmann;
für den Handei: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Bauer; ſür
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Btid und Wort: Dr. Herbert Rette;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wiliy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämilich in Darmſtadt
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Nummer 199
Die Kreditlage der deutſchen Landwirtſchaft 1930/31
Anſteigen der ausgewerkeken Bekriebe. — Belaſtungs= und Verſchuldungsſtand. — Wachſende Zinsbelaſtung.
vorhanden ſind. Je nachdem wie man die Ausſichten für die
Beſ=
ſerung der Rentabilität beurteilt, wird man die Grenze der
Veröffenklichung der Renkenbank=
Gefährdung höher oder niedriger anzuſetzen haben. Dazu
Kredikanſtalk.
Die praktiſche Bedeutung für alle kreditpolitiſchen Fragen und
die Anerkennung von wiſſenſchaftlicher Seite haben die jährliche
Veröffentlichung der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt über die
Kreditlage der deutſchen Landwirtſchaft zu einer
derwichtig=
ſten Erkenntnisquellen auf dieſem Gebiete gemacht.
Die diesjährige Unterſuchung, die das landwirtſchaftliche
Wirtſchaftsjahr 193031 behandelt, und welche wieder in
Zuſam=
menarbeit mit der Betriebsſtelle des Deutſchen
Landwirtſchafts=
rates entſtanden iſt, iſt die vierte in ihrer Art Gegenüber
dem Vorjahr konnte die Arbeit um mehr als einen Monat früher
der Oeffentlichkeit übergeben werden. Neben techniſchen
Verbeſſerungen in der Aufarbeitung des Materials iſt es
vor allem der verſtändnisvollen Mitarbeit der landwirtſchaftlichen
Buchſtellen zu danken, die nicht nur durch ſchnellere, ſondern auch
durch umfangreichere Materiallieferung die Vorbedingungen
hin=
ſichtlich Materialbaſis und bezüglich Erſcheinungsdatum mit
ge=
ſchaffen haben.
Seit Beginn dieſer Arbeiten, d. h. ſeit dem Wirtſchaftsjahr
1927/28, konnte die Zahlder unterſuchten Betriebe von
Jahr zu Jahr vergrößert werden. So ſtieg die Anzahl der
aus=
gewerteten Betriebe von 2874 im Wirtſchaftsjahr 1927/28 auf 4137
im Wirtſchaftsjahre 1930/31. Dabei iſt für die Beurteilung der
Ergebniſſe weniger die abſolute Zahl der Betriebe, als die
Ver=
teilung auf Wirtſchaftsgebiete und Größenklaſſen, ſowie die
rich=
tige Auswahl von ausſchlaggebender Bedeutung. In dieſer
Hin=
ſicht konnte bei der nun vorliegenden Veröffentlichung eine
wei=
tere Verbeſſerung durch ſtärkere Berückſichtigung der Klein= und
Mittelbetriebe erfolgen.
Die drei Hauptteile behandeln die Verſchuldung, den
Zinſen=
dienſt und die Verſchuldungsſummen, gegliedert nach der
Verſchul=
dungshöhe. Dieſer letzte Abſchnitt iſt neu aufgenommen und ſtellt
einen Verſuch dar Anhaltspunkte über die Kreditſummen im
Hinblick auf ihre Sicherheit zu gewinnen. Beim Zinſendienſt wird
zum erſten Male eine Aufteilung nach Schuldarten vorgenommen.
Flächenmäßig iſt die Verſchuldung wieder am höchſten
in Oſtdeutſchland in den Betrieben von 100—400 Hektar und in
Weſtdeutſchland in den Betrieben von 100—200 Hektar. Bei den
Wirtſchaftsgebieten weiſt Schleſien mit 748 RM. je
landwirtſchaft=
licher Nutzfläche die ſtärkſte Belaſtung auf. Am Einheitswert
ge=
meſſen, erreichen dagegen Oſtpreußen mit 73 Prozent und
Nord=
deutſchland mit 66 Prozent den höchſten Grad der Verſchuldung.
Ein weiterer Anhaltspunkt für die Beurteilung iſt die
Vertei=
lung der Betriebe auf die verſchiedenen Verſchuldungsſtufen.
Dieſe Verſchuldungsſtufen ſind in v.H. des Einheitswertes
folgen=
dermaßen abgegrenzt: bis 60, 61—100 und über 100. Dabei ergibt
ſich das ungünſtigſte Bild für die oſtdeutſchen Betriebe von 100
bis 200 Hektar und von 200—400 Hektar, wo rund je ein Drittel
der unterſuchten Betriebe auf jede der drei Verſchuldungsſtufen
entfällt.
Gegenüber dem Vorjahr hat die Verſchuldung in allen
Betriebsgrößen und in allen
Wirtſchaftsgebie=
ten weiter zugenommen; nur in Oſtpreußen iſt faſt ein
Stillſtand eingetreten. Im einzelnen hat ſich die rückläufige
Be=
wegung bei den Aufwertungsſchulden verlangſamt. In
Weſt=
deutſchland haben die Realſchulden die gleiche Zunahme wie die
Perſonalſchulden, während in Oſtdeutſchland zum erſten Male bei
den Perſonalſchulden mit 17. RM. ein ſtärkeres Anſteigen zu
be=
obachten iſt als mit 11 RM. bei den Realſchulden. Die
Feſtſtel=
lung, daß die Agrarkriſe vom Oſten auf den Weſten übergegriffen
hat, wurde bereits durch die Ergebniſſe der Kreditlage 1930/31
belegt, und zwar dadurch, daß die Zunahme an Schulden im Weſten
größer war als im Oſten. Dieſe Entwicklung hat ſich nun in dem
unterſuchten Zeitraum fortgeſetzt. Der auch im Wirtſchaftsjahre
1931/32 anhaltende Tiefſtand der Preiſe für Vieh und
Vieherzeug=
niſſe läßt das gleiche auch für das Wirtſchaftsjahr 1931/32
ver=
muten.
Bei der Struktur der Realſchulden, ergeben ſich
inſofern klare Beziehungen zwiſchen Kreditarten und
Größenklaſ=
ſen, als die Pfandbriefhypotheken mit zunehmender Betriebsgröße
anſteigen, während Privathypotheken und Renten und Altenteile
abſinken. Auf die Bedeutung der Renten und Altenteile,
beſon=
ders im Hinblick auf die Erbgangsverſchuldung, wurde in den
frü=
heren Veröffentlichungen hingewieſen. Wenn auch ein geringer
Rückgang dieſer Belaſtung feſtzuſtellen iſt, ſo wird die Größe dieſer
Frage ausreichend gekennzeichnet, wenn erwähnt wird, daß in den
Kleinbetrieben in Oſtdeutſchland ein Fünftel und in den
Klein=
betrieben in Weſtdeutſchland ein Viertel der Geſamtverſchuldung
auf die Renten und Altenteile entfällt.
Im inneren Aufbau der
Perſonalkreditverſchul=
dung, einſchließlich der Beteiligung der einzelnen
Gläubiger=
gruppen, laſſen ſich grundſätzlich neue Entwicklungstendenz nicht
ableiten. Der Anteil der Sparkaſſen an der
Betriebskreditverſor=
gung iſt etwa der gleiche geblieben. Dagegen iſt bei den Banken
ein kleiner Rückgang feſtzuſtellen, der durch eine ſtärkere
Beteili=
gung, teils der Genoſſenſchaften, und teils der Privatgläubiger,
ausgeglichen wird. Hinſichtlich der einzelnen Wirtſchaftsgebiete
ergeben ſich gewiſſe Abweichungen vom Durchſchnittsbild.
Entſprechend der ſteigenden Verſchuldung, hat ſich bei faſt
gleichbleibenden Zinsſätzen auch die Zinsbelaſtung weiter
erhöht. Die Steigerung der Zinsbelaſtung im Laufe der letzten
vier Jahre iſt in RM. je Hektar landwirtſchaftlicher Nutzfläche
folgende:
1927/28 1928/29 1929/30 1930/31
Oſtdeutſchland . . 40.—
44.—
47.—
49.—
Weſtdeutſchland . 36.— 41.—
43.— 45.—
Dieſer Zinſendienſt muß neben den perſönlichen Steuern
aus dem wirtſchaftlichen Ergebnis des Betriebes aufgebracht
wer=
den. Das wirtſchaftliche Ergebnis eines landwirtſchaftlichen
Be=
triebes findet ſeinen Ausdruck im Reinertrag. Iſt der
Zinſen=
dienſt größer als der Reinertrag, ſo muß der Fehlbetrag aus
an=
deren Quellen beſtritten werden. Das kann geſchehen entweder
durch neue Schuldenaufnahme oder durch Einnahmen aus anderen
Vermögensteilen oder durch Veräußerung von Subſtanz. Daneben
beſteht noch die Möglichkeit, einen Teil des Lohnanſpruchs, der bei
der Reinertragsberechnung als Aufwand eingeſetzt iſt, mit
ande=
ren Worten, man ſetzt bei dieſer Betrachtung eine ſtarke
Einſchrän=
kung der an ſich ſchon beſcheiden bemeſſenen Lebenshaltung
vor=
aus — zur Beſtreitung des Zinſendienſtes heranzuziehen. Das
privatwirtſchaftlich richtige Bild gewinnt man aber, wenn man
Zinſendienſt und Reinertrag gegenüberſtellt. Von den
Erhebungsbetrieben ſind in Oſtdeutſchland etwas über 70 Prozent
und in Weſtdeutſchland rund 65 Prozent nicht in der Lage
ge=
weſen, den Zinſendienſt aus dem Reinertrag zu bezahlen. Dieſer
Zuſtand muß, wenn er eine Reihe von Jahren anhält, zum Zu=
ſammenbruch der Betriebe führen. Nach wie vor iſt alſo die
Wie=
derherſtellung der Rentabilität in der Landwirtſchaft die Haupt=
aufgabe der heutigen Agrarpolitik.
Der zweifellos intereſſanteſte Abſchnitt der Veröffentlichung
iſt der dritte Teil, über Verſchuldungshöhe und
Kre=
ditſicherheit. Es wird hier der Verſuch gemacht
Anhalts=
punkte für die Beurteilung der Höhe der gefährdeten
Schuldſum=
men zu gewinnen. Demnach liegen in den mit mehr als 60 Proz.
des Einheitswertes verſchuldeten Betrieben etwa 8 Milliarden
RM. Schulden und eine landwirtſchaftliche Nutzfläche von rund
7,5 Millionen Hektar. Flächenmäßig wird alſo etwa nur ein
Drit=
el von den hoch bzw. ſehr hoch verſchuldeten Betrieben
eingenom=
men; der Anteil an der Geſamtverſchuldung beträgt dagegen zwei
Drittel. Mit Hilfe der Ueberſicht über die Verſchuldung nach
Ver=
ſchuldungsräumen laſſen ſich die Summen ermitteln, die als
ge=
fährdet anzuſprechen ſind. Es ergibt ſich zum Beiſpiel, daß über
100 Prozent des Einheitswertes noch 1170 Millionen und über 150
Prozent des Einheitswertes noch 410 Millionen RM. Schulden
kommt noch, daß in Hinblick auf die Renten und Altenteile und mit
Rückſicht auf das Verhältnis von Einheitswert und Verkaufswert
die Grenzen für die Kreditſicherheit mit abnehmendtr
Betriebs=
größe weiter gezogen werden können.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die erſte Berliner Börſe der neuen Woche eröffnete —
haupt=
ſächlich infolge der ſcharfen Zuſpitzung der innerpolitiſchen
Ver=
hältniſſe vor den Wahlen — in ſehr unſicherer und überwiegend
ſchwächerer Haltung. Auch durch den Erlaß der Reichsregierung,
der Demonſtrationen unter freiem Himmel fortab verbietet, wurde
die beſtehende Verſtimmung nicht ganz behoben, ſo daß auf Grund
kleinen Publikumsangebotes meiſt Kursrückgänge bis 1 Prozent
eintraten. Hinzu kam ein ſchwächerer Schluß der New Yorker
Samstagsbörſe, ferner trug der heute zur Veröffentlichung
ge=
kommene Reichsbankausweis für die zweite Juliwoche zu der
herr=
ſchenden Zurückhaltung bei. Kursveränderungen von Belang
waren aber nur ganz vereinzelt. Ilſe Genuß=Scheine hatten mit
einem Verluſt von 3 Prozent die Spitze, während ſonſt nur
ein=
zelne Papiere wie Klöckner, Licht u. Kraft, Oberkoks, Siemens,
Schultheiß und Aſchaffenburger Zellſtoff bis 1½ Prozent
einbüß=
ten. Auch in Reichsbankanteilen und Farben beſtand etwas
größe=
res Angebot. Bei Deſſauer Gas iſt der Dividendenabſchlag zu
be=
richtigen, nachdem ſich gegenüber dem letzten Kurs vom Samstag
noch ein kleines Plus von etwa / Prozent ergibt. Am
Renten=
markt war die Tendenz ebenfalls eher leichter. Am Berliner
Geldmarkt machte die Erleichterung nach dem Medio weiter
Fort=
ſchritte, Tagesgeld ſtellte ſich auf 5½, zum Teil auf 5½ Prozent.
Monatsgeld blieb unverändert.
Unter dem Eindruck der blutigen Ereigniſſe vom Sonntag und
der allgemeinen Verſchärfung der innenpolitiſchen Lage eröffnete
die Frankfurter Börſe zum Wochenbeginn ſchwächer. Stärkſte
Zurückhaltung der Spekulation war zu beobachten, die
Intereſſe=
loſigkeit des Publikums an der Börſe hält an. So blieben die
Umſätze außerordentlich gering, wodurch die Kursabſchwächungen
nicht übermäßig groß wurden. An wirtſchaftlichen Momenten
verſtimmte die Nachricht, daß die Stadt Heidelberg für ihre
Schuldſcheindarlehen und =wechſel um Aufſchub bat, während
aller=
dings der Obligationendienſt regulär aufrecht erhalten wird. Der
Aktienmarkt verzeichnete Kursrückgänge in der Hauptſache zwiſchen
½—1 Prozent. J.G. Farben gaben bis 86½ nach 878 am
Sams=
tag nach. Reichsbankanteile um 1½ Prozent ſchwächer. Relativ
gut gehalten bei Kursermäßigungen bis ½ Prozent lagen
Zell=
ſtoff= und Kunſtſeidewerte. Auch Transportaktien nur leicht
er=
mäßigt, ſo Nordlloyd um ½ Prozent, Reichsbahnvorzüge um ½
Prozent. Am Elektromarkte büßten A. E. G. ½, Licht u. Kraft 1½,
Gesfürel 1. Lahmeyer 1½ Prozent, Siemens 1, Schuckert 1
Pro=
zent ein. Von Montanwerten lagen Gelſenkirchen ½, Stahlverein
½, Rheinſtahl 1 Prozent ſchwächer. Der Kursrückgang am
Kali=
markte ging bis 1½ Prozent.
Der Rentenmarkt lag matt. Beſonders Altbeſitzanleihe um
1½, Neubeſitz um ½, Schuldbuchforderungen um 2 Prozent
niedri=
ger. Das Angebot am Pfandbriefmarkt war nicht dringend, führte
aber zu Rückgängen von ¼ Prozent. Der ſpätere Börſenverlauf
blieb ruhig und unter dem Eindruck der Innenpolitik weiterhin
unſicher. Tagesgeld leicht bei 4½ Prozent.
Die Nachbörſe war behauptet. J.G. Farbeninduſtrie
notier=
ten ¼ Prozent über ihrem Anfangskurs.
Das infolge der anhaltenden, innerpolitiſchen Unruhen
er=
laſſene Demonſtrationsverbot wirkt zwar etwas beruhigend, doch
glaubt man nicht an ein ſofortiges Ende der innerpolitiſchen
Un=
ſicherheit. — Das Börſengeſchäft war mangels jeglicher
Unter=
nehmungsluſt ſehr klein. Die meiſten Kurſe lagen auf der
mittäg=
lichen Baſis behauptet, J.G. Farben eröffneten bei 86½ Prozent.
Deutſche Erdöl waren auch an der Abendbörſe, zu dem letzten
Höchſtkurs geſucht. Der Renten= und Anleihemarkt lag gleichfalls
ſtill bei unveränderten Kurſen. Im Verlauf blieb die
Börſenten=
denz unverändert. J.G. Farben ſchloſſen bei 86¾ Prozent.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juli 1932 ha4
in der zweiten Juliwoche die geſamte Kapitalanlage der Bar/ſhll
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 124,8 Mill. 2Amunds
auf 3497,8 Mill. verringert. Im einzelnen haben die Beſt
an Handelswechſeln und =ſchecks um 169,7 Mill. auf 2982,3 O
RM. abgenommen, die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um
Mill. auf 145,7 Mill. RM. zugenommen. An Reichsbankn
und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 78,0 Mill. in die Kd
der Reichsbank zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlau/
Reichsbanknoten um 80,3 Mill. auf 3796,3 Mill. RM. verring
derjenige an Rentenbankſcheinen um 2,3 Mill. auf 405,0 O
RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Re=
bank an Rentenbankſcheinen auf 22,6 Mill. RM. ermäßigt.
fremden Gelder zeigen mit 338,6 Mill. RM. eine Abnahme),
63,1 Mill. RM. Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Dwut
ſen haben ſich um 53,3 Mill. auf 891,7 Mill. RM. vermindert.
einzelnen haben ſich die Beſtände an Gold um 52,0 Mill. auf 70
Mill. RM. und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen un
Mill. auf 137,5 Mill. RM. vermindert. Die Abnahme an Deckuy
mitteln iſt in faſt voller Höhe auf die Bereitſtellung von Deſt
für die bereits bekannte Teilrückzahlung auf den Ueberbrückuy
kredit des Reiches (Lee, Higginſon u. Co.) zurückzuführen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Des
beträgt 23,5 Prozent gegen 24,4 Prozent in der Vorwoche.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 18. Juli. Weizen in
(75/76 Kilo), gut, geſund und trocken 26,25— 26,50, Roggen inl
gut, geſund und trocken 21,75. Hafer inländ. 17—19, Gerſte
20—20,25. alte Futtergerſte 18—18,50, gelber La=Plata=Mais=
Sack 18, Soyaſchrot (Mannh. Fabr.) prompt 10,75, Biertreber/
Sack, inländ. 10,75, ausländ. 10,50—11, Trockenſchnitzel loſe
bis 9,50, Wieſenheu loſe 4,80—5,20, Rotkleeheu 4,90—5,30, Luznoen da
kleeheu 5—5,60, Stroh: Preßſtroh Roggen=Weizen 3,40—
Hafer=Gerſte 3—3,40. geb. Stroh Roggen=Weizen 3,40, H
Gerſte 3, Weizenmehl Spezial 0 mit Sack (Südd. Großmühlenn
ab Mühle) 38,80, per 16. Sept.=Okt. 34,15, dito mit Auslandsw!
zen 35.15, Roggenmehl ((70proz. Ausmahlung) mit Sack 28 Weizenkleie mit Sack 9,25, Erdnußkuchen 12,50—12,75. ſichts ei
denz: Die Forderungen ſind etwas erhöht, jedoch bewegt ſich hnd u.
Geſchäft in engen Grenzen, da der Konſum zurückhaltend iſt. ſihm er
Frankfurter Produktenbericht vom 18. Juli. Weizen 255
253,50, Roggen 215—217,50 Wintergerſte 170—180. Hafer 176/ Perd
180, Weizenmehl ſüdd. 38—39,05, dito niederrhein. 38—3. Mutehl
Roggenmehl 28,50—29,25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 9,25, uühie un
ſen 24—35, Linſen 22—48, Heu neuer Ernte 3—3,40, Weizen= Huu gefur
Roggenſtroh drahtgepreßt 3,50, dito gebündelt 3,20—3,50 Trzutz iſt d
10,50. Tendenz ruhig. — Kartoffeln: Erſtlinge hieſiger ſh. Sie
gend 3,40—3.50, Böhms allerfrüheſte gelbe 2,65—2,75 RM. ſüber.
50 Kilo bei Waggonbezug. Das Angebot hat eine ſtarke Zunay
erfahren, ſo daß die Preiſe weiter um ca. 0,50—0,75 RM.
Zentner zurückgingen. Tendenz ruhig.
Diehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 18. Juli. Auftrieb: 199 OGIdesaum=
190 Bullen, 222 Kühe, 400 Färſen, 796 Kälber, 46 Schafe, —wſinennt
Schweine, zuſammen 4313 Stück. Preiſe für 50 Kilogramm LebudnoſatsM
gewicht in RM.: Ochſen a) 33—35, b) 25—27, c) 26—28; BtleterzPat
a) 25—27, b) 21—23, C). 17—20; Kühe a) 25—27, b)20—M 4.9 9
c) 13—15, d) 12—14: Färſen a) 34—36, b) 28—30, c) 24—571 25u
Mi 9. 6I
Kälber b) 36—39, c) 30—35, d) 25—29, e) 20—24; Schafe b) 227 Mochen, Dro
30; Schweine b) 46—48, c) 46—48 d) 45—47, e) 44—46, f) 38—4
Marktverlauf: Großvieh ruhig, Ueberſtand; Kälber ruhig, latzweten
ſam gräumt; Schweine mittel, geräumt.
dhen 1.
Frankfurter Viehmarkt vom 18. Juli. Aufgetrieben wa u4 v. hie
Rinder 1528 darunter 46 ſeit dem letzten Markt, 332 Ochſen, ſeſch. Er
Bullen 337 Kühe und 442 Färſen, ferner 768 Kälber, 95 Schafe 4 Ang.
5412 Schweine, darunter 160 Litauer und 270 vor Marktbeu/a. d.
ausgeführt. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Oauſa
a1) 31—34, a2) 27—30, b) 24—26; Bullen a) 26—29, b) 22—50
Kühe a) 23—27 b) 18—22, c) 14—17; Färſen a) 31—34 b) 26-M0
c) 21—25; Kälber b) 34—37, c) 29—33, d) 23—28: Schafe allky= Herr
bis 30; Schweine a) und b) 41—44, c) 42—45, d) 40—44, ehen Sol
bis 42.
Berliner Kursberichi
vom 18. Juli 1932
Deutſche Bank und Disconto=Geſellſchaft
Deviſenmarkt
vom 18. Juli 193
Made
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
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durmſtädter und Kationätbünt Sarmftaut, Blnale orr Aressher Ou
Frankfurter Kursbericht vom 18. Juli 1932.
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6%Berlin. . . v.24
62 Darmſtadt ..
8% Dresden v. 26
62 Frankfurt a.M.)
Schätze v.29
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Heſſen Goldobl.
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Dt. Komm.
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mel=Ablöſ.-=Anl.
*AuslSer. 1
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49
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wer Theo, du denkſt doch nicht daran, Kaegler den Knopf
Hezuiefern?"
ſigentlich bin ich dazu verpflichtet. Ich habe ihm im
bſhabe ich natürlich nur an Entlaſtendes gedacht, nicht an einer andern Krach mit ihm gehabt hat.”
ndes.”
zu biſt auch der Anſicht, Theo, daß . . ."
gefunden habe, dann iſt Perkins, meiner Anſicht nach, einzige, worauf du unbedingt beim Mieten achten mußt, iſt, daß
hoüt, Andererſeits ſteht doch nach deinen Erkundigungen in das Bett ſauber iſt. Du haſt ſelbſtverſtändlich Erſparniſſe genug,
wo feſt, daß er mit der Entwendung der Formel nichts ſagen wir einmal irgendeine krumme Summe,
hundertſiebenund=
tmhat, es ſei denn .. ." Er
Zwskag, 19. Juli 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 199 — Seite 11
, ſei denn . . .?" wiederho
hyppah unter einer Decke ſteckt.”
ſchwieg plötzlich.
lte ſie ängſtlich.
aß der alte Perkins mit der Commereial Enterpriſe
„uusgeſchloſſen!“
ſ,h glaube es allerdings auch nicht” erwiderte er. „Die
mum iſt übrigens von Kaegler eingehend vernommen worden.
iy mir geſchildert, wie ſie ausgefragt worden iſt und was
nh geantwortet hat. Ueber die Tat hat ſie natürlich nicht
*igingſte ausſagen können, kannte kaum einen von Kraußes
eyyen. Offenbar hat auch ihre Vernehmung nicht
Bedeut=
nutzutage gefördert, nur, daß ſie nicht geſchieden ſei, und
i* Mann in England gelebt habe. Wo er ſich jetzt
auf=
tü, viſſe ſie nicht. Er ſei Angeſtellter in einer
Automobil=
mr eweſen, aber das läge einige Jahre zurück. Uebrigens
be h das auch erſt jetzt erfahren, trotz aller Mühe, die ich
ſuher gegeben hatte.”
fute nachmittag an der Havel?”
iß wurde rot und ſah ſie erſtaunt an. „Woher weißt du
mus ſchon?”
un war es an ihr zu beichten. Er war des Lobes voll,
n zu Ende erzählt hatte. Von dem unerwarteten Finale
„wne ſie wohlweislich, obgleich es Theo ungeheuer zu
inter=
ſ exe ſchien, wie weit ſie mit dem jungen Mann gekommen
an darfſt du nicht locker laſſen”, rief er aus. „Der ahnt,
eiſtt, auch nicht, was ſein feiner Bruder treibt. Und da
ſ t; nur eine Möglichkeit: du mußt das Milieu kennen
uslanaun du mußt eben zu den Leuten ziehen.”
Aa—as?” Antonia ſah ihn entgeiſtert an.
Achts einfacher als das! Morgen vormittag rufſt du
2lack u. Sohn an, verlangſt Herrn Doebler zu ſprechen und
ſth um, er wäre daran ſchuld, daß du deine Stellung bei
rung verloren hätteſt. Jetzt ſtündeſt du da meinetwegen am
tomten im Bahnhof Heerſtraße, und wüßteſt nicht wohin.
nnßte unbedingt für eine Bleibe ſorgen, bis du eine neue
Weizelllug gefunden hätteſt.”
As iſt doch nicht dein Ernſt?” ſagte ſie, ihn ängſtlich
an=
ckehel. Sie dachte voller Entſetzen an den allzu ſtürmiſchen
eböder.
(Nachdruck verboten.)
„In ſeine Wohnung wird er dich doch nicht mitnehmen
wollen? In die Lage wirſt du doch nicht kommen?”
„Wenig wahrſcheinlich, daß der Vater ihm erlauben wird,
mmu Lemanſkys verſprochen, der Polizei nichts vorzuenthalten, eine Freundin mitzubringen, noch dazu, wo er eben erſt wegen
„Alſo ſiehſt du, Antonia, dann iſt ja alles halb ſo ſchlimm.
Henn wir Kaegler den Knopf geben und ihm ſagen, wo Dann wird er dir ein möbliertes Zimmer beſorgen, und das
fünfzig Mark, in deinem Koffer, und kannſt dir bann womöglich
ſelber ausſuchen, wo du wohnen willſt, weil du es ja auch
ſelbſt bezahlſt. Sparkaſſenbuch haft du natürlich nicht, das liegt
zu Hauſe in Anklam bei den Eltern. Eltern iſt immer gut, dann
wittert ſo einer immer den gezückten Familienſegen im
Hinter=
grunde. Der bremſt meiſt die Gefühle.”
Antonia dachte, wenn Theo wüßte . . . Aber ſie ſchwieg über
das Kapitel Bruno Doebler.
Wohl oder übel hatte ſie dann zu Theos Vorſchlägen ja
geſagt, ohne ſich recht zu überlegen, worauf ſie ſich in
Wirklich=
keit einließ. Aber nach einer ſchlafloſen Nacht hatte ſie Theo
in aller Frühe angerufen und ihm geradeheraus erklärt, ſie
könnte es doch nicht tun, zumal ſie nicht wüßte, wie ſie es ihrer
Mutter beibringen ſollte.
Theo hatte auch dafür Rat gewußt. Sie ſollte ihrer Mutter
einfach ſagen, er hätte ihr in der Stadt ein Zimmer beſorgt,
weil ſie befürchteten, die Gegenſeite könnte ihren wahren Stand
herausfinden, wenn ſie in der Villa wohnen bliebe. Er hatte
ſie dann nochmals gewarnt: Durch den Knopf wäre die
An=
gelegenheit derart verſchlimmert, daß ſie unbedingt Opfer
bringen müßte, es wäre ja nur auf ein paar Tage, und einem
jungen Mädchen wie ihr ſchadete es gar nichts, wenn ſie mal
das Leben von einer anderen Seite kennen lernte. Um ſo mehr
würde ſie begreifen, wie gut ſie es hätte.
Dieſe weiſen Lehren hatte ſie ſich verbeten. Der neue Ton,
den Theo gegen ſie anzuſchlagen beliebte hatte ſie aber
auf=
horchen laſſen. Anſcheinend war er auf den Einfluß jener
Frau zurückzuführen, die wohl im Begriff war, ihn völlig in
ihre Netze zu ziehen, ohne daß dadurch ihr gemeinſchaftliches
Unternehmen viel gewonnen hätte.
Aber wo blieb Bruno Doebler?
Die telephoniſche Unterhaltung mit Bruno am heutigen
Vor=
mittag war nicht ganz einfach verlaufen. Erſt hatte er ſie
gründlich angeſchnauzt: Es ging auf keinen Fall, ihn im
Ge=
ſchäft anzurufen, aber dann war er doch ganz zugänglich
ge=
worden. „Was, auf die Straße geſetzt? Mitten im Monat? Das
wäre ja gelacht! Da werden wir das Arbeitsgericht ein bißchen
beſchäftigen müſſen! Das wird denen die Flötentöne beibringen!
Von wo ſprichſt du denn?” hatte er weiter gefragt.
„Vom Automaten, Bahnhof Heerſtraße”, hatte ſie in
weiner=
lichem Ton erwidert und hinzugeſetzt: „Ich weiß doch jetzt nicht,
wohin!“
„Na, reg’ dich man nicht uff! Sind ja nur noch fünf Tage
bis zum Erſten. Haſt du ne Stellenvermittlerin? Dann geh’ mal
gleich hin, und ſei nachmittags Punkt halb ſechs im „Braven
Kurmärker‟. Das iſt Emils Stammlokal.‟ Dort ſollte ſie ſich
auf Emil beziehen und eine Taſſe Kaffee beſtellen, bis er käme.
In der Zwiſchenzeit würde er für ein Unterkommen ſorgen, er
wüßte ſchon, wo.
Antonia ſtellte feſt, daß ſie ſich doch ein wenig vor den
nächſten Tagen fürchtete, auch wenn ſie es vor ihrer Mutter
nicht hatte zugeben wollen Ihre Mutter war außer ſich geweſen,
hatte aber ſchließlich mit dem von allen Müttern beliebten Satz:
„Mach, was du willſt!” ihr die alleinige Verantwortung für
ihre leichtſinnige Handlungsweiſe überlaſſen. Dem Vater ſollte
eine Reiſe nach Magdeburg zu einer alten Tante vorgeſchwindelt
werden.
Es war inzwiſchen bereits zehn Minuten nach halb ſechs
geworden, und Antonia ſpielte ſchon mit dem Gedanken,
kurzer=
hand eine Taxe zu nehmen und reumütig nach Hauſe
zurück=
zukehren. Um dieſen Anfall von Feigheit zu bekämpfen,
be=
ſtellte ſie einen Kognak und, auf die vom Schanktiſch ſpöttiſch
geſtellte Rückfrage, ſogar einen doppelten. Das Zeug ſchmeckte
zwar gemein, aber es beruhigte.
Um 34 ſechs kam Bruno Doebler endlich. n Tag, Herr
Merker”, rief er jovial zum Schanktiſch hin, während er
An=
tonia die Hand entgegenſtreckte.
„Na, Kleine, warteſt du ſchon lange? Herr Merker, ine
Molle!‟ Er ſetzte ſich zu ihr und nahm ihre Hand, die nervös
mit dem Löffel geſpielt hatte, und behielt ſie in der ſeinen. Sie
ſah neugierig auf dieſe Hand, die ſich gar nicht ſo hart anfühlte,
wie man bei ſeinem Beruf hätte annehmen können. Auch war
ſie erſtaunlich ſauber. Anſcheinend wußte er, was ſich im
Ver=
kehr mit Damen ſchickte. Das Gefühl war nicht einmal
unangenehm.
Unwillkürlich ſtieß er mit ſeinem Fuß gegen ihren Koffer,
gleichzeitig fiel aber ſein Blick auf das Schnapsglas.
Arg=
wöhniſch fragte er: „Na, wer hat denn hier mit dir Schnaps
getrunken?”
Herr Merker ſetzte gerade die Molle auf den Tiſch und
enthob ſie der Antwort. „Det Frollein hat aber nen kräft gen
Zug!”
„Oller Merker, du merkſt ooch alles!”
Der Wirt ſchlürfte geſchmeichelt in ſeinen Pantinen wieder
hinter den Schanktiſch.
„Na, Almachen” fuhr Doebler fort, „du ſagſt ja gar nichts?
Haſte ſchon ne neue Stellung? Warſte ſchon bei der
Ver=
mittlerin?”
„Die Silberſtein ſagte mir, bis Sonnabend hätte ſie
be=
ſtimmt was für mich gefunden. Aber wo bleibe ich bis dahin?”
„Allens in Ordnung. Ich erzählte dir doch von Emils
Freundin. Die wohnt hier um die Ecke in der Wiclefſtraße.
Ich habe gleich mit ihr telephoniert. Du haſt Duſel, ihr Zimmer
iſt geſtern frei geworden, der Mieter iſt getürmt.”
„Getürmt? Warum?”
„Wird wohl die Miete nicht haben bezahlen können. Sehr
anſtändige Wohnung und keine Wanzen. Wort darauf!”
Gott ſei Dank, davor war ſie alſo ſicher!
(Fortſetzung folgt.)
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Beglaubigte Druckauflage vom
8. Febr. 1981; 75 125 Exempl.
Seite 12 — Nr. 199
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nur noch
heute u. morgen:
Ein Tom-Mix-Tonfilm von allerhöchster Klasse:
Tom rechnet ab
Ungekünstelte Prärie-Romantik mit tollkühner,
ver-
wegener, waghalsiger Reitkunst vereinigt.
Dazu Toan Crawford in:
„irrwege des Lebens‟
Ein Film der alle interessiert. (V.10359
Beginn 3.30, letzte Vorstellung 8.20 Uhr.
Jngendliche haben zu dem Tom-Mix-Film Zutritt.
Nur noch 2 Tage:
Greta Garbo, die berühmteste Darstellerin der
Welt in ihrem künstlerisch besten Tonfilm:
VUONNE
(Der Herzensroman zweier Menschen)
Dazu Dick u. Dof, die beiden beliebt. Film-Komiker
in: „Hinter Schloß und Riegel‟
Eine lustige Komödie, in der Sie Tränen lachen.
Beginn 3.30 Uhr, letzte Vorstellung 8.20 Uhr
Heute letzter Tag:
Zwangsverſteigerung.
Termin: Mittwoch, den 27. Juli 1932, vormittags 9 Uhr,
im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen
Gerichts=
gebäudes in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 20, Bl. 992:
Flur 29. Nr. 23, Acker in den Rödern, 3152 qm
Schätzung: 5000 RM. bezüglich des Anteils des Adol
Kahn.
Eigentümer: Kaufmann Adolf Kahn in Darmſtadt,
Feld=
bergſtraße 36, und Profeſſor Clarence Feldmann
in Delft (Holland) zu je ½
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangs=
(8079a
vollſtreckung.
Darmſtadt, den 5. März 1932
Heſſiſches Amtsgericht.
Einträge in das Handelsregiſter,
Ab=
teilung A: Am 13. Juli 1932 hinſichtlich
Deutſche
der Firmen: 1. Dr. Eduard Sturm,
Treidhaus- Griesheim: Die Firma iſt geändert in;
Dr. Ludwig Rauſch. — Inhaber: Dr.
Heinrich Ludwig Rauſch, Apotheker und
Chemiker in Griesheim. — 2. Bella
Sonnwten Katzmann, Darmſtadt: Die Prokura der
ſind die beſten! Leopold Katzmann Eehefrau Helene ge=
Tägl. friſch gepflückt borene Siegel iſt erloſchen. — Die Firma
iſt erloſchen. — Neueintrag am 14. Juli
empfiehlt
1932: Firma: Arthur Buck & Co.
Of=
fene Handelsgeſellſchaft. — Sitz: Darm=
M. Jeſche
Tomatentreiberei, ſtadt. — Geſellſchafter: Arthur Buck.
Gartenbaubetrieb, Koch in Grieseim bei Darmſtadt, Kurt
Scholze, Kaufmann in Darmſtadt. —
Lauteſchlägerſtr. 24
Die Geſellſchaft hat am 10. Juni 1932
Fernruf 3670.
begonnen. Die Geſellſchafter ſind zur
Großverkauf.
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Dazu: „Mordprozeß Mary Dugan‟
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Beginn 3.30 Uhr, letzte Vorstellung 8.20 Uhr.
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Zwangsverſtkeigerung.
Termin: Mittwoch, den 27. Juli 1932, vormittags 9½ Uhr
im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen
Gerichts=
gebäudes.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 1, Bd. 6, Bl. 322.
Flur 1, Nr. 109, Hofreite Nr. 21 Holzſtraße, 140 qm.
5000.— RM.
Eigentümer: Friedrich Baus, Bäckermeiſter.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangs=
vollſtreckung.
(8080a
Darmſtadt, den 5. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
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ſchaftlich befugt. — Angegebener
Ge=
ſchäftszweig: Herſtellung, Handel und
Vertrieb von Futtermitteln. Die
Ge=
ſchäftsräume befinden ſich Liebigſtr. 50.
Abteilung B: Am 13. Juli 1932
hin=
ſichtlich der Firmen: 1. Grün &
Bilfin=
ger Aktiengeſellſchaft,
Hauptniederlaſ=
ſung Mannheim, Zweigniederlaſſung
Darmſtadt: Durch Beſchluß der
Gene=
ralverſammlung vom 30. Mai 1932 ſind
die durch Artikel VIII der
Aktienrechts=
verordnung vom 19. September 1931
außer Kraft getretenen Beſtimmungen
des Geſellſchaftsvertrages über den
Auf=
ſichtrat (S8 10, 11. 12 Abſatz 2, 3. S8 13.
14) wieder in Kraft geſetzt und die
Be=
ſtimmungen über Vergütung der
Mit=
glieder des Aufſichtsrates und über
Verwendung des Reingewinnes (§ 12
Abſatz 1. § 20 Ziffer 3) geändert. —
2. Heſſiſche Landes=Hypothekenbank
Ak=
tiengeſellſchaft, Darmſtadt: Durch
Be=
ſchluß der Generalverſammlung vom 7.
Juli 1932 ſind die Beſtimmungen des
Geſellſchaftsvertrags über die
Zuſam=
menſetzung und Beſtellung des
Aufſichts=
rates (§ 9 Abſatz 1), welche mit
Be=
endigung der Generalverſammlung auf
Grund des Artikel VIII der Verordnung
über Aktienrecht uſw. vom 19.
Septem=
ber 1931 außer Kraft getreten ſind,
wie=
der in den Geſellſchaftsvertrag in nach
Inhalt des Beſchluſſes abgeänderter
Faſſung aufgenommen worden. —
Neu=
eintrag am 15. Juli 1932: Firma:
Art=
meier, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung. — Sitz: Darmſtadt. — Gegenſtand
des Unternehmens; Herſtellung und der
Vertrieb von Bekleidungsgegenſtänden
ſowie der Vertrieb von Stoffen,
Futter=
ſtoffen und Zutaten. — Stammkapital
20 000.— Reichsmark. —
Geſchäftsfüh=
rer: Kaufmann Clemens Artmeier zu
Düſſeldorf. — Der Geſellſchaftsvertrag
iſt am 11. Juli 1932 feſtgeſtellt. Der
Geſchäftsführer iſt berechtigt, die Ge=
Kaufhaus für ſellſchaft allein zu vertreten. — Als
Fahrradbedarf, nicht eingetragen wird veröffentlicht:
Die Bekanntmachungen der Geſellſchaft
erfolgen durch den Deutſchen
Reichs=
anzeiger.
(10340
Darmſtadt, den 16. Juli 1932.
Amtsgericht Darmſtadt.
Zwan=
rſteigerung.
Termin: Mittwoch, den 3. Auguſt 1932, vormittags 9 Uhr,
Zimmer 118 des Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundbuch für Darmſtadt, Bez. II. Bd. 6. Bl. 480.
Eigentümer: Eheleute Landwirt Georg Konrad Vogel
und Luiſe geb. Wächtershäuſer, als Geſamtgut der
Errungenſchaftsgemeinſchaft zu ½ und Eheleute
Land=
wirt Heinrich Vogel und Margarethe Vogel geb.
Dörr zu je ¼.
1. 2, 1406, Hofreitegrund (Einfahrt), Arheilgerſtraße,
63 qm, 500.— RM.
Bezirk II, Band 8. Blatt 603:
Eigentümer: Landwirt Georg Konrad Vogel und Luiſe
geb. Wächtershäuſer als Geſamtgut der
Errungen=
ſchaftsgemeinſchaft.
2. 2 1407, Hofreite Nr. 23½ Arheilgerſtraße, 863 qm
18 000.— RM.
Bezirk 6, Band 15, Blatt 738:
Eigentümer: Georg Konrad Vogel.
3. 27 14 Acker an der Nachtweide, 3493 qm. 2800 RM
4. 33. 20 Acker in der Lache
2286 qm. 1000 RM.
5. 33 72 Acker a. d. Täubcheshöhle, 3610 qm. 1000 RM.
6. 33 105 Acker daſelbſt
6412 qm. 1800 RM.
7. 33. 35 Acker am Pfarrwieſenweg 2308 qm. 2000 RM.
im Eck,
8. 26 792/uo Acker a. Molkenbrunnen, 2234 qm, 2000 RM.
Bezirk 6, Band 15, Blatt 738:
Eigentümer: Landwirt Georg Konrad Vogel und Luiſe
geb. Wächtershäuſer als Geſamtgut der
Errungen=
ſchaftsgemeinſchaft.
9. 26 37 Acker üb. d. drei Brunnen, 1777 qm, 1700 RM.
10. 26 45‟o Acker vor dem Eickelacker, 8199 qm, 5000 RM.
11. 33 23 Acker in der Lache,
1196 qm, 500 RM.
12. 33 53 Acker in Schneppenzahl, 2382 qm. 2000 RM.
13. 33 71 Acker an der Täubcheshöhle, 1692 qm, 500 RM.
14. 86 13 Wieſe zu Scheftheim,
2512 qm. 500 RM.
15. 86 14 Wieſe daſelbſt,
4454 qm. 1000 RM.
16. 86 15 Wieſe daſelbſt,
4457 qm. 1000 RM.
17. 33 22 Acker in der Lache,
1455 qm, 700 RM.
18. 32 125 Acker hinter d. Rabenberg, 987 qm. 600 RM.
19. 32 126 Acker daſelbſt,
1130 qm, 700 RM.
Bezirk 6, Band 15, Blatt 740:
Eigentümer: Eheleute Georg Konrad Vogel und Luiſe
geb. Wächtershäuſer, als Geſamtgut der
Errungen=
ſchaftsgemeinſchaft zu ½ und Eheleute Landwirt
Heinrich Vogel und Babette geb. Machleid zu je ¼.
20. 26 48 Acker vor dem Eichelacker, 2273 qm, 1700 RM.
Steinbruch daſelbſt,
921 qm. 200 RM.
21. 26 49. Acker daſelbſt,
4950 qm, 3600 RM.
Steinbruch daſelbſt,
7092 qm. 1400 RM.
22. 26 50 Acker daſelbſt,
178 qm. 100 RM.
Steinbruch daſelbſt,
994 gm. 200 RM.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvollſtreckung.
Die Grundſtücke werden nur inſoweit verſteigert,
als ſie dem Fuhrunternehmer Georg Konrad Vogel
und den Eheleuten Fuhrunternehmer Georg Konrad
Vogel und Luiſe geb. Wächtershäuſer als Geſamtgut
der Errungenſchaftsgemeinſchaft gehören.
Darmſtadt, den 18. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
(8464a