Darmstädter Tagblatt 1932


29. Juni 1932

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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öcheniſich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Junl

o. Junſ 2. Reſchemark und 20 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 179
Mittwoch, den 29. Juni 1932.
195. Jahrgang

21 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspſg.
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zelle
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4 Dolſar 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streikt uſw., erliſcht
ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der Anzeigene
auffräge und Leiſiung von Schadenerſatz. Bei
Fonfurs oder gerichtlicher Beltreibung fälli jeder
Rabatt weg. Banfkonio Deuiſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Jor dem Abbruch der Tauſanner Konferenz

PIN
verh IAlebliche Bermitklungsverſuche Macdonalds. Die deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen am Mitkwoch
M 8 Fudt w Fm gen abgeſagl. Frankreich verhinderk durch ſtures Feſthalken an überholken Reparakionsforderungen
dern, krätig
zu Endt ſchaftliche Erholung der Well. Konferenz=Ende am Donnerskag? England forderk Permanenz=
Erklärung der Konferenz.

Macdonalds lehker Berſuch.
Lauſanne, 28. Juni.
n internationalen Kreiſen der Lauſanner Konferenz wird
Dage als ſehr ernſt bezeichnet. Es verſtärkt ſich der Eindruck,
dd ie franzöſiſche Regierung an ihrem unnachgiebigen Stand=
feſthält
und weitere Tributzahlungen verlangt.
er engliſche Miniſterpräſident hat am Dienstag früh die
itive ergriffen und vorläufig die Verhandlungsführung
Hand genommen. Macdonald hat heute um 12 Uhr gleich=
den
Reichskanzler und den franzöſiſchen Miniſterpräſiden=
r
ſich zu einer gemeinſamen Unterredung gerufen, an der
bed irgliſche Schatzkanzler Chamberlain und der franzöſiſche
6 zminiſter Germain Martin teilnahmen. Die Beſprechung
e bis kurz nach 14 Uhr und wurde am Nachmittag fort=

Nach den hier vorliegenden Mitteilungen will Macdonald
nne ſpäteſtens am Montag verlaſſen, weil er am Montag
ndon ſein muß, um die letzten Vorbereitungen für die
nach Ottawa zu treffen. Es ſtehen alſo nur noch wenige
für ſeine Vermittlungsaktion zur Verfügung. Drei Mög=
ten
gibt es: das Auffliegen der Konferenz, das Um=
Mei
en des Bruches durch eine Entſchließung, die durch Kom=
Rücktalr
nsberatungen noch Möglichkeiten für die Zukunft läßt,
2rittens ſchließlich die Verſtändigung über einen für
hland und Frankreich tragbaren Ausgleich.
m Montag, abend ſchien eigentlich nur noch der Bruch
Karrollem h. Die Franzoſen behaupten durch deutſche Schuld, weil
69b. Papen die Verſprechen, die er in der vorigen Woche
urd sſicht ſtellte, nicht wahrgemacht habe. Ein unbegründeter
Wilhelm Ul
trf, denn der Reichsfinanzminiſter hat die Möglichkeiten
dandargf Geurgſt / Wlei34 finanziellen und wirtſchaftlichen Arbeit zwiſchen Deutſch=
and
Frankreich doch offenbar ſehr deutlich herausgeſtellt.
en hat ſich unverkennbar der Widerſtand Herriots ver=
ſte
! Herriot hat ſeine Anſprüche geſteigert. Es war ſchon ſeit
7 Tagen die Rede von dem fonds commune, der bei der
r Bank eingerichtet werden ſollte. Er ſollte geſpeiſt werden
aus Fahlungen aller Länder, um die Balkanſtaaten und die
nal denden anderen Staaten kreditmäßig zu unterſtützen.
22 hland iſt bereit, ein ſolches Projekt mitzuberaten. Jetzt
ommt Herriot plötzlich und ſagt, daß ein ſolcher Fonds
für die anderen ſehr nützlich wäre, daß aber damit Frank=
richt
zu ſeinem Recht komme. Frankreich habe beſondere
N5 ationsanſprüche und müßte für den Verzicht darauf auch
eivere Kompenſationen verlangen.
er alte franzöſiſche Standpunkt alſo, daß
eder Politik ein Handelsgeſchäft gemacht werde und
ſchland die Annullierung der Repara=
ſtilszahlungen
bezahlen ſolle. Das hat
ſchland mit Recht abgelehnt.

Dem Ende enkgegen.
ie urſprünglich für Mittwoch vormittag
erufene deutſch=franzöſiſche Beſprechung
anſcheinend auf Grund des völlig negativen Ergebniſſes
Eſprechungen vom Dienstag abgeſagt worden. In
itzung der einladenden 6 Mächte am Mittwoch wird der
ent der Konferenz, Macdonald, lediglich einen allgemeinen
t über den gegenwärtigen Stand der Konferenz erſtatten.
Ich Mitteilungen, aus franzöſiſchen Kreiſen, iſt in den
ragbeſprechungen die Ausſichtsloſigkeit weite=
serhandlungen
feſtgeſtellt worden. Man wäre über=
ommen
, einen Ausſchuß aus den Vertretern der 6 Mächte
etzen, um auf dieſe Weiſe die Konferenz in Per=
2nz zu erklären und ſo das für die Dauer der
erenzerklärte Moratoriumfür die Tribut=
urngen
Deutſchlands weiter in Kraft zu laſſen.
glich dürfte alſo die Konferenz in den nächſten Tagen,
Sſichtlich am Donnerstag, zu Ende ſein.
ber die Formalität der Weiterführung der Konferenz
die Verhandlungen bis Donnerstag noch weitergeführt
ra engliſcher Seite verlangt man energiſch eine Formel,
das Weiterbeſtehen der Konferenz erklärt, um eine
e Moratoriumserklärung der Großmächte für die deut=
ſchen
Tributzahlungen zu vermeiden.
anzöſiſchen Kreiſen behauptet man, der deutſche Reichs=
habe
erneut erklärt, er könne nach dem ihm erteilten
at keine andere Haltung als die bisherige einnehmen.
deutſcher Seite wird merkwürdigerweiſe
rerlei Erklärung über den gegenwärtigen Stand der
iferenz abgegeben, jedoch wird feſtgeſtellt, daß eine
verbrückung der großen Gegenſätze und eine Annähe=
9 zwiſchen der deutſchen und franzöſiſchen Auffaſſung
in keiner Weiſe erfolgt ſei.
rr allen Konferenzkreiſen herrſcht am Diens=
bend
eine ungewöhnlich ernſte und geſpannte
mung. Feſtſteht, daß die Dienstagverhand=
een
zwiſchen den drei Großmächten ergeben
der einen Seite ſteht die franzöſiſche Forderung nach
2r Reſtzahlung Deutſchlands, auf der anderen Seite die
Deutige Forderung Deutſchlands auf völlige Streichung
der Tribute,

Jedoch haben auch die Wirtſchaftsfragen einen großen Raum in
den heutigen Beſprechungen eingenommen. Von franzöſi=
ſcher
Seite ſind jedoch weder Vorſchläge gemacht,
noch iſt ein feſter Plan vorgelegt worden.
Aus dieſen Meldungen vom Dienstag Spätabend ergibt ſich
ganz klar, daß die Franzoſen die Schuld an dem Mißerfolg von
Lauſanne tragen, weil ſie an dem wahnſinnigen Syſtem der Re=
parationen
und Ungleichheit feſthalten und alle deutſchen Vor=
ſchläge
abgelehnt haben. Es hat ſich gezeigt, daß die franzöſiſche
Regierung überhaupt nicht willens iſt, der weltwirtſchaftlichen
Notlage Rechnung zu tragen und am Aufbau Europas mit=
zuarbeiten
, wozu Deutſchland offen und freimütig ſeine Hand ge=
boten
hat. Frankreich iſt weiter davon entfernt als je, Beweiſe
des guten Willens einer ehrlichen Zuſammenarbeit mit Deutſch=
land
zu erbringen. Von neuem muß feſtgeſtellt werden, daß die
alleinige Verantwortung für das Scheitern der Reparations=
konferenz
nicht bei der deutſchen, ſondern bei der franzöſiſchen Re=
gierung
liegt.
Palaftrevolukion bei Herriots Radikalen
Herriot, der Nachfolger Poincartés.
Sarrauk fährt nach Lauſanne.
P. Paris, 28. Juni.
Die radikale Kammergruppe hat heute eine eingehende außen=
politiſche
Ausſprache abgehalten. Wie man in den Wandelgängen
der Kammer hört, iſt die Ausſprache weſentlich erregter verlau=
fen
, als das nach dem etwas farbloſen Communiqué geſagt wird.
Der Abg. Bergerie, der zu den Jungtürken der Radi=
kalen
gehört, unterzog die diplomatiſche Aktion Herriots in Lau=
ſanne
einer ſcharfen, ja vernichtenden Kritik. Man könne glauben,
erklärte Bergerie, daß dieſe Politik nicht von den Leitgedanken
des radikalen Parteiprogramms diktiert werde, ſondern eine
direkte Fortſetzung der Politik Poincarés und Tardieus ſei. Der
Abgeordnete ſchlug vor, einen Abgeordneten der Gruppe zu Her=
riot
zu entſenden, um die ſchweren Bedenken der Fraktion gegen
ſeinen politiſchen Kurs zum Ausdruck zu bringen.
Nach Schluß der Sitzung zeigte ſich, daß die Gegenſätze inner=
halb
der Fraktion nicht im geringſten ausgeglichen ſind, denn ein
Teil der Abgeordneten, die vorher poſitiv abgeſtimmt hatten,
erklärten, ſie hätten lediglich eine abwartende Haltung eingenom=
men
. Man erfuhr ſchließlich, daß Albert Sarraut, bekanntlich
einer der bedeutendſten Köpfe der Partei, unverzüglich nach Lau=
ſanne
abreiſen werde, um Herriot über die heutigen Vorgänge, die
als der Auftakt einer Palaſtrevolution des linken Flügels in der
Radikalen Partei gelten, zu unterrichten.
* Herriols innenpolikiſche Sikuakion.
A Paris, 28. Juni.
Man verzeichnet in Paris eine gewiſſe Entſpannung in
Lauſanne, insbeſondere zwiſchen Deutſchland und Frankreich.
Es iſt Tatſache, daß die franzöſiſche öffentliche Mei=
nung
in der Frage der deutſchen Zahlungen etwas einſichtiger
geworden iſt. Die Beſprechungen zwiſchen von Papen und
Herriot haben ohne Zweifel dazu beigetragen. Indeſſen, man
emuß ſich aber auf die ſachlichen Schwierigkeiten gefaßt machen.
Die inn enpolitiſche Lage in Deutſchland wird
hier genau verfolgt, es erleidet keinen Zweifel, daß ſie die
Poſition Deutſchlands in Lauſanne ungünſtig beeinflußt.
Die Entwicklung in Lauſanne läßt aus rein ſachlichem
Standpunkt keinen wirklichen Optimismus aufkommen. Wenn
man auch den unabänderlichen Tatſachen Rechnung trägt und
verſucht die Beziehungen zwiſchen Berlin und Paris zu beſſern,
ſo herrſcht doch ausſchließlich die Politik vor, dort, wo nur rein
finanzielle und wirtſchaftliche Gedankengänge am Platze wären.
Wie man auch die Fragen dreht, ſo ſind von Deutſchland doch
keinerlei Zahlungen oder Konzeſſionen zu erhalten und all die
Kompromißpläne baſieren auf ſchlau aufge=
bauten
Fiktionen. Eine Politik der Unaufrich=
tigkeit
, die vor der Anerkennung der wahren Lage aus tak=
tiſchen
Gründen zurückſchreckt, kann, und ſei ſie von allen Par=
teien
noch ſo gut gemeint, zu ſpäteren Verwicklungen führen.
In Lauſanne muß Endgültiges geſchaffen werden, ganze Fragen=
komplexe
müſſen von der Bühne der europäiſchen Politik nach
der Konferenz verſchwinden, wenn eine wirkliche Geſundung
kommen ſoll.
Die innere Lage in Frankreich wird aus dieſem
Grunde jetzt ſehr viel analyſiert. Man fragt ſich immer wieder,
wo die Greuzen für Herriot liegen. In Wirklichkeit iſt ſeine
Handlungsfreiheit durch die Innenpolitik weit weniger beengt
als man es glaubt. Es iſt allerdings wahr, daß die gegenwär=
tige
Regierungsmehrheit einer haſtigen Improviſation gleicht,
aber viele ſolcher Improviſationen wären möglich. Man
könnte jeden Augenblick die Regierungsmehr=
heit
nach der Mitte erweitern und auch andere
Löſungen verſuchen. Der Einfluß Tardieus iſt
bei der Rechten zurückgegangen, und er allein reprä=
ſentiert
eine entſchloſſene Oppoſition. Andere rechtsſtehende Poli=
tiker
denken eher daran, die Regierung nach rechts herüberzu=
ziehen
als zu bekämpfen. Unter ſolchen Umſtänden kann man
zwar nicht von einer innenpolitiſchen Stabilität aber doch von
einer ſehr günſtigen Lage für Herriot ſprechen.

* Vor einer nakionalſezialiſtiſchen
Regierung in Heſſen?
Die Berfaſſungsbeſtimmungen über die Wahl
des Staakspräſidenken.
Die Landtagswahl vom 19. Juni 1932 hat den National=
ſozialiſten
das von ihnen erſtrebte Ziel der Erlangung der abſo=
luten
Mehrheit nicht gebracht. Die 32 von ihnen errungenen
Mandate reichen hierzu auch mit Einſchluß der den Vertretern
der Einheitsliſte und der Deutſchnationalen Partei zugefallenen
3 Mandate, nicht aus. Mit Rückſicht hierauf hat man in der
Preſſe im allgemeinen die Meinung vertreten, die Zuſammen=
ſetzung
des neuen Landtags habe inſofern keine Aenderung der
bisherigen Sachlage gebracht, als auch in Zukunft die National=
ſozialiſten
nur unter Mitwirkung des Zentrums eine neue Re=
gierung
zu bilden in der Lage ſeien, und bei der Ausſichtsloſig=
keit
einer Einigung dieſer Parteien das geſchäftsführende Mini=
ſterium
weiter im Amt zu bleiben habe. Indeſſen iſt die
Schlüſſelſtellung, die das Zentrum im neuen Landtag einnimmt,
nicht ſo unaugreifbar, wie es auf den erſten Blick ſcheint.
Es darf davon ausgegangen werden, daß die drei bürger=
lichen
Abgeordneten der Einheitsliſte und der Deutſchnationalen
Partei ohne weiteres geneigt, wahrſcheinlich ſogar eifrig beſtrebt
ſein werden, die nationalſozialiſtiſche Partei in Heſſen zur
Herrſchaft zu bringen. Nur wer über die Entwicklung der poli=
tiſchen
Verhältniſſe in Heſſen nicht unterrichtet iſt, kann an die
Möglichkeit denken, der eine oder der andere dieſer bürgerlichen
Abgeordneten könne ſich aus irgendwelchen Gründen dazu be=
wegen
laſſen, den bisherigen Regierungsparteien ſeine Unter=
ſtützung
zu gewähren. Abgeſehen davon, daß etwaige Kuhhan=
delsabſichten
dieſer Parteien, die ſich in ausſichtsloſer Minder=
heit
befinden, ſich auf keinerlei Grundlage ſtützen könnten, die
irgendwelchen Beſtand hätte, geht das Beſtreben der bürgerlichen
Abgeordneten ſeit Jahren dahin, die derzeitige von ihnen ſtets
bekämpfte Regierung zu ſtürzen, und hat ſeit dem Aufſchwung
der nationalſozialiſtiſchen Partei die wiederholt auch öffentlich
ausgeſprochene Tendenz, dieſer Partei in die Regierung zu
verhelfen, damit ſie ihre Staatskunſt beweiſen kann. Sie dürften
dabei keinerlei Anſprüche darauf erheben, ſelbſt an der Regie=
rung
beteiligt zu werden, ſo daß die Nationalſozialiſten, ganz
wie ſie’s verlangen, allein in ihrem eigenſten Sinne die Staats=
geſchäfte
zu führen in die Lage kämen, wenn ſich aus den 35
Stimmen, über welche die Nationalſozialiſten mit den bürger=
lichen
Abgeordneten verfügen, im Landtag die zur Wahl des
Staatspräſidenten erforderliche Mehrheit bilden ließe.
Und dieſe Möglichkeit iſt keineswegs ein utopiſcher Gedanke.
Nach Art. 37 Heſſ. Verf. wird der Staatspräſident, der die
übrigen Mitglieder des Geſamtminiſteriums zu berufen hat,
von jedem neugewählten Landtag aus der Zahl der zum Land=
tag
wählbaren Staatsangehörigen in öffentlicher Sitzung mit
abſoluter Stimmenmehrheit gewählt. Mit dieſer abſoluten
Stimmenmehrheit iſt nicht etwa die Mehrheit der ſtimmberech=
tigten
Abgeordneten gemeint, ſondern die Mehrheit der tatſäch=
lich
in gültiger Weiſe abgegebenen Stimmen. (Hätte der Geſetz=
geber
die erforderliche Majorität in ein Verhältnis zu der ver=
faſſungsmäßigen
Abgeordnetenzahl ſetzen wollen, ſo hätte er
dies ausdrücklich hervorheben müſſen, wie dies in Art. 30 ge=
ſchehen
iſt, in welchem zur Gültigkeit eines Landtagsbeſchluſſes
die Abſtimmung von mindeſtens der Hälfte der geſetzlichen Ab=
geordnetenzahl
für erforderlich erklärt wird. Die Wahl des
Staatspräſidenten ſetzt alſo voraus, daß ſich auf eine für dieſes
Amt vorgeſchlagene Perſon mehr als die Hälfte aller abgegebe=
nen
, und zwar in gültiger Weiſe abgegebenen Stimmen ver=
einigt
. Stimmen, die nicht auf den Namen einer als Kandidaten
für das Amt vorgeſchlagenen Perſönlichkeit abgegeben werden,
werden bei der Feſtſtellung der abſoluten Majorität nicht berück=
ſichtigt
; ſie ſind ungültig. Das iſt in den Vorſchriften, welche für
die Wahl des Miniſterpräſidenten in Preußen aufgeſtellt und
in der Geſchäftsordnung des preußiſchen Landtags enthalten
ſind, ausdrücklich ausgeſprochen, muß aber für die Wahl des
heſſiſchen Staatspräſidenten ebenfalls gelten, weil bei allen
Wahlen nur die gültigen Stimmen als tatſächlich abgegebene
Stimmen gezählt werden. Bei der Feſtſtellung des Wahlergeb=
niſſes
dürfen, alſo weiße Stimmzettel nicht als abgegebene
Stimmen berückſichtigt und Stimmzettel mit Namen, deren Trä=
ger
entweder die Wählbarkeit zum Staatspräſidenten nicht
haben oder nicht ernſtlich für das Amt vorgeſchlagen ſind, nicht
als gültige Stimmen angeſehen werden.
Aus dieſen Darlegungen ergibt ſich, daß eine Reihe von
Fällen denkbar iſt, in welchen die Nationalſozialiſten mit den
3 bürgerlichen Abgeordneten die für die Wahl des Staats=
präſidenten
erforderliche abſolute Mehrheit im Landtag bilden
können. Selbſt wenn man davon abſieht, daß dieſes Ergebnis
durch Stimmenthaltungen oder Abgabe ungültiger Stimmen
herbeigeführt werden kann, bleiben Fälle von Verhinderungen
von Abgeordneten an der Ausübung des Mandats, ſei es in=
folge
von Erkrankungen oder ſonſtigen Gründen, übrig, die aus=
ſchlaggebend
in Betracht kommen können. Es iſt in der Parla=
mentsgeſchichte
wiederholt vorgekommen, daß ganz zufällige
Ereigniſſe, die manchmal eines komiſchen Beigeſchmacks nicht
entbehrten, bei wichtigen Entſcheidungen den Ausſchlag gegeben
haben und folgenſchwere Wirkungen hervorriefen. Eine ſolche
Behinderung an der Ausübung des Mandats, die etwa auf der
Seite der Linksparteien oder des Zentrums eintreten würde,
könnte bei vollzähliger Anweſenheit der Nationalſozialiſten und
der drei bürgerlichen Abgeordneten auch dadurch in ſeiner Wir=
kung
nicht abgewendet werden, daß ſämtliche Abgeordnete der
Linken und des Zentrums den Sitzungsſaal verließen, weil
nach dem oben angeführten Art. 30 Heſſ. Verf. die Beſchluß=
fähigkeit
des Landtags nur die Anweſenheit der Hälfte aller
Abgeordneten erfordert.
Nun liegt eine Behinderung der geſchilderten Art in Heſſen
augenblicklich deshalb vor, weil ein kommuniſtiſcher Abgeordneter
vor kurzem gerichtlich verurteilt und in Haft genommen worden
iſt und auf Grund der gegen ihn erkannten Strafe vorausſicht=
lich
ein Jahr oder länger unfreiwillig dem Landtag fern bleiben
muß. Durch dieſes zufällige Ereignis erlangt die Rechte mit
ihren 35 Stimmen die abſolute Mehrheit im Landtag und iſt in
der Lage, die Neuwahl des Staatspräſidenten für einen von ihr
aufgeſtellten Kandidaten durchzuſetzen und ſe der geſchäftsfüh=

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Seite 2 Nr. 179

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

renden Regierung ein Ende zu machen, ohne daß es dabei eines
Entgegenkommens des Zentrums bedarf. Allerdings hängt dieſes
Ergebnis davon ab, ob der verhaftete Abgeordnete bis zur Vor=
nahme
der Wahl in Haft bleibt und ob er nicht freiwillig ſein
Mandat niederlegt. Im Falle der Niederlegung des Mandats
würde der auf dem Wahlvorſchlag der kommuniſtiſchen Partei
nächſtfolgende Bewerber alsbald in den Landtag einzutreten haben
und ſo das Gleichgewicht der Stimmen wieder hergeſtellt werden.
Eine Freilaſſung des verhafteten Abgeordneten könnte, ſolange
die Unterſuchungshaft beſteht, nur auf Grund des Art. 37 der
Reichsverfaſſung erfolgen, d. h. wenn der Landtag die Auf=
hebung
der perſönlichen Freiheitsbeſchränkung für die Dauer
der Sitzungsperiode verlangt. Die Regierung könnte die Auf=
hebung
der Haft nur auf Grund des ihr zuſtehenden Begna=
digungsrechts
anordnen, wenn das gegen den Abgeordneten er=
laſſene
Urteil rechtskräftig iſt.
Man ſieht, daß die Vorausſetzungen, unter welchen das
Erſcheinen des verhafteten Abgeordneten im Landtag ermöglicht
werden kann, bis zum Zuſammentreten des Landtags kaum
erfüllt ſein dürften, da weder eine Niederlegung des Mandats,
die den Abgeordneten auf die ganze Wahlperiode vom Land=
tag
ausſchließen würde, noch eine Aufhebung des beſtehenden
Haftbefehls oder eine Begnadigung nach rechtskräftigem Urteil
in Frage kommen dürfe. Es würde ganz gewiß dem Geiſte der
Verfaſſung nicht entſprechen, wenn man durch eine der erwähn=
ten
Maßnahmen dem natürlichen Lauf der Dinge entgegentreten
würde, nur um eine Neuwahl des Staatspräſidenten zu ver=
hindern
. Die heſſiſche Verfaſſung faßt dieſe Wahl als beſonders
dringlich auf, da ſie vorſchreibt, daß beim Ausſcheiden des
Staatspräſidenten unverzüglich der Landtag zur Neuwahl zu
berufen iſt, und ſieht die Tätigkeit des geſchäftsführenden Mini=
ſteriums
nur als ganz vorübergehende Amtsführung an.
Dem Zuſammentreten des Landtages darf unter dieſen Um=
ſtänden
mit ganz beſonderem Intereſſe entgegengeſehen werden.
pectator.

* Berlin, 28. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Reichsinnenminiſter v. Gayl hat dem Reichs=
präſidenten
v. Hindenburg am Dienstag mittag über die
innenpolitiſche Geſamtlage Bericht erſtattet. Die Unter=
haltung
hat ſich vornehmlich auf die neue Notverordnung,
um die Haltungder Länder und den Terror der Kom=
muniſten
gedreht. Die Verordnung über die Aufhebung der
Uniformperbote führt den Titel Zweite Notverordnung des
Reichspräſidenten zur Bekämpfung politiſcher Ausſchreitungen.
Der Reichspräſident hat im Anſchluß an den Vortrag des
Reichsinnenminiſters dieſe Notverordnung unterſchrie=
ben
, die dann ſofort den Länderregierungen zugeleitet worden iſt.
Hierin liegt auch der Grund für die Verzögerung in der Be=
kanntgabe
der Verordnung, die urſprünglich am Dienstag mittag
veröffentlicht werden ſollte. Mit Rückſicht auf die Länderregie=
rungen
iſt davon Abſtand genommen worden, ſo daß die Be=
kanntgabe
erſt am Mittwoch nachmittag zu erwarten iſt.
Durch die neue Notverordnung wird den Sicherheits=
behörden
natürlich nicht das Recht genommen,
neue Uniformverbote zu verhängen, wenn ſie
glauben, daß das im Intereſſe der Aufrecht=
erhaltung
der Ordnung und Sicherheit erfor=
derlich
iſt. Es kann ſich dabei aber ſtets nur um lokale
und zeitlich begrenzte Maßnahmen handeln. Außerdem ſteht den
betroffenen Verbänden das Recht des Einſpruches bei dem
Reichsinnenminiſter zu. Neben der Verordnung laufen noch
Durchführungsbeſtimmungen für die erſte politiſche Notverord=
nung
, deren § 4 ſich mit der Demonſtrationsfrage beſchäftigt,
her. Sie regeln die Anmeldepflicht für öffentliche Kundgebungen
und Veranſtaltungen unter freiem Himmel. Auch hier wird ein=
heitliches
Recht geſchaffen. Die Verordnung ſelbſt tritt am Tage
der Veröffentlichung in Kraft, da ſie keine Strafbeſtimmungen
enthält.
Heſſens Ankwork an den Reichsinnenminiſter.
Das Regierungsblatt, die Darmſtädter Zeitung teilt mit:
Der Reichsinnenminiſter hatte bei der Beſprechung der Innen=
miniſter
der Länder am 22. Juni die Bitte ausgeſprochen, daß
das Verbot von Verſammlungen unter freiem
Himmel und von Aufzügen überall aufgehoben wird und
um Stellungnahme erſucht. Der heſſiſche Innenminiſter hat
nunmehr darauf offiziell geantwortet, daß er ſich dieſer Auf=
faſſung
nicht anſchließen kann. Es heißt in ſeinem Schreiben,
daß dieſes Verbot zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Sicherheit
und Ordnung dringend notwendig iſt und unter gar keinen
1Imſtänden entbehrt werden könne, wie eine Reihe von ernſten
Vorkommniſſen der letzten Zeit gezeigt hat. Die heſſiſche Re=
gierung
vermag nicht anzuerkennen, daß mit der geplanten und

Der Menſch dringk in das Innere der Zelle ein.
Eine Zelle von ³/₁o₀o Millimeter als Operationsobjekt. Die
Schneide des Operationsmeſſers iſt. /uoooo Millimeter ſtark.
Der unzerreißbare Bazillus.
Die Chirurgie hat in der jüngſten Zeit gewaltige Triumphe
gefeiert, denn es iſt ihr gelungen, ſich an unvorſtellbar kleinen
Lebeweſen zu betätigen. Es kommen dabei Zahlen in Betracht,
die die ganze Handhabung als ein techniſches Wunder erſcheinen
laſſen. Der Gegenſtand der Operation iſt nämlich ein Bazillus,
der eine Länge hat von ungefähr //₁ooo Millimeter. Man weiß,
wie groß ein Millimeter iſt, nun ſtelle man ſich den hundertſten
Teil dieſer Menge vor und von dieſer Ausdehnung noch den
17. Teil, und man hat die gewünſchte Größe Selbſtverſtändlich
müſſen für Operationen von dieſer Feinheit auch ungewöhnliche
Meſſer verwendet werden. Es ſind Quarznadeln, deren Schneide
eine Stärke von durchſchnittlich //₁0ooo Millimeter Dicke hat.
Die Schneide iſt alſo noch ganz erheblich dünner, als der
zu operierende Bazillus, und ſo muß es auch ſein, wenn man
überhaupt daran denken will, dieſe phantaſtiſche Maßnahme
vorzunehmen. Ungewöhnliche und koſtſpielige Vorbereitungen
ſind dazu erforderlich, denn es mußten die feinſten Inſtrumente
gebaut werden, die nicht nur die Beobachtung des zu operieren=
den
Bazillus während jeder Sekunde der Operation ermöglichen,
ſondern auch mit der größten Feinheit die Einſtellung der
Apparate auf tauſendſtel von Millimetern geſtatten. Man hat
dieſe teuren und ſchwierigen Vorbereitungen nicht getroffen, um
Rekorde oder Senſationen zu erzielen, ſondern ſie dienen zu den
bedeutſamſten wiſſenſchaftlichen Zwecken. Mußten doch eigens für
dieſe Maßnahmen erſchütterungsfreie Betonräume
gebaut werden, die zugleich durch die erſtaunlichſten Maßnahmen
ſtets in derſelben Temperatur erhälten werden müſſen, um eine
Ausdehnung der Meſſerſchneiden zu verhüten.
Es konnte leicht ſonſt geſchehen, daß das Meſſer größer
wird, als der zu operierende Gegenſtand. Alles dieſes diente
der Erkundung der Zelle, die uns noch ein Geheimnis
iſt. Die Zelle iſt der Urbauſtoff des Lebens. Von ihr hängt Ge=
ſundheit
und Krankheit ab. Aber wie ſie arbeitet, atmet und lebt,
das wiſſen wir nicht. Wir kennen noch nicht die Gründe ihrer
Erkrankungen, ſonſt wüßten wir bereits über die Urſachen der
Krebskrankheit Beſcheid. Wir kennen auch nicht ihre organiſchen
Funktionen. Nur über den Inhalt wiſſen wir, daß er ein ſehr

Vom Tage.
Durch Verordnung des Reichsarbeitsminiſters vom 25. Juni
wird die Amtsdauer der Perſonen, die nach den Vorſchriften der
Reichsverſicherungsordnung, des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes
oder des Reichsknappſchaftsgeſetzes in ein Ehrenamt gewählt ſind
und deren Amtsdauer ſpäteſtens am 31. Dezember 1932 abläuft,
um ein halbes Jahr verlängert.
Die nationalſozialiſtiſche Preußen=Fraktion hat dem Preußi=
ſchen
Landtag einen Antrag eingebracht, durch den die Staats=
regierung
beauftragt wird, bei der Reichsregierung dringend da=
hin
vorſtellig zu werden, daß die ſeit 1926 beſtehenden politiſchen
Ueberwachungsausſchüſſe bei den Rundfunkgeſellſchaften ſofort ab=
berufen
und durch Ausſchüſſe erſetzt werden, die nach dem heutigen
politiſchen Kräfteverhältnis zuſammengeſetzt ſind.
Das nationalſozialiſtiſche Hamburger Tageblatt iſt auf
die Dauer von fünf Tagen verboten worden. Das Verbot erfolgte
wegen einiger Bemerkungen in einem Artikel v. Gayl, der
Zauderer
Aus Anlaß der 13. Wiederkehr des Tages der Unterzeichnung
des Verſailler Diktats hat der braunſchweigiſche Landtagspräſident
Zörner angeordnet, daß die Reichs= und Landesflaggen des Land=
tagsgebäudes
auf Halbmaſt zu ſetzen ſind. Die Flaggen ſind mit
einem Trauerwimpel verſehen.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion des Braunſchweigiſchen Land=
tages
hat bei dem Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich Klage
erhoben, durch die klargeſtellt werden ſoll, ob mehrere Beſchlüſſe,
die der Braunſchweigiſche Landtag im Laufe ſeiner Sitzung vom
18. Mai d. J. gefaßt hatte, verfaſſungsmäßig erfolgt ſind.
Der Dozent an der Berliner Univerſität Dr. Norden, der der
deutſchen Abrüſtungsabordnung als Dolmetſcher zugeteilt war,
und am Sonntag in Genf einen ſchweren Motorradunfall erlitten
hatte, iſt geſtern vormittag, ohne das Bewußtſein wiedererlangt zu
haben, in einer Genfer Klinik geſtorben. Dr. Norden war ein her=
vorragender
Kenner des franzöſiſchen Rechtes. Er war den deut=
ſchen
Abordnungen in Genf ſtets ein wertvoller Mitarbeiter.
Die jetzt in Gang befindlichen deutſch=ſchweizeriſchen Verhand=
lungen
ſcheinen nun doch zu einer Verſtändigung geführt zu haben.
Am Mittwoch wird der Bundesrat zu den zwiſchen den Unter=
händlern
getroffenen Vereinbarungen Stellung nehmen.
Die polniſchen Verhandlungen über den Abſchluß eines Nicht=
angriffspaktes
mit Sowjetrußland ſind beendet worden.
Präſident de Valera wird entgegen ſeiner früheren Abſicht
nicht zur Reichskonferenz nach Ottawa reiſen. Amtlich wird dieſe
Aenderung mit der ſtarken Beſchäftigung des Präſidenten begrün=
det
. An der Spitze der iriſchen Delegation wird Vizepräſident
O'Kelly ſtehen.

im Entwurf mitgeteilten Verordnung über Verſammlungen und
Aufzüge die beſtehenden ſehr ernſten Schwierigkeiten beſeitigt
werden können und ſieht ſich daher nicht in der Lage, die Ver=
antwortung
für eine Aufhebung des erwähnten Verbotes zu
übernehmen.
Desgleichen hat die heſſiſche Regierung in dieſem Schreiben
noch einmal ihren Standpunkt zu der Aufhebung des Uni=
formverbotes
präziſiert. Sie hält es für ihre Pflicht, die
zuſtändigen Reichsinſtanzen mit allem Nachdruck darauf hinzu=
tveiſen
, daß die erfolgte Aufhebung des allgemeinen Uniform=
verbotes
im Hinblick auf die Notwendigkeit zur Aufrechterhau=
tung
von Ruhe, Sicherheit und Ordnung bei der heſſiſchen
Regierung ſchwerſte Bedenken ausgelöſt hat. In Heſſen beſteht
ein Uniformverbot nicht mehr. Die Verantwortung hierfür lehnt
die heſſiſche Regierung ebenfalls in vollem Umfange ab.
Landkagsbeginn am 7. Juli.
Wie nunmehr feſtſteht, tritt das Plenum des neugewählten
heſſiſchen Landtags am Donnerstag, den 7. Juli, vormittags. zu
ſeiner konſtituierenden Sitzung zuſammen. Der vorläufige Ael=
teſtenrat
des Landtags tritt am Montag zuſammen, um noch
geſchäftliche Angelegenheiten zu erledigen.
Friedberg vor der Einſtellung der Wohlfahrks=
Zahlungen.
WSN. Friedberg, 28. Juli.
Die hieſige Stadtverwaltung gibt in der Preſſe bekannt, daß
ſie genötigt ſei, in etwa einer Woche die geſamten Zahlungen für
die Wohlfahrtspflege ſo lange einzuſtellen, bis der Staat ſeinen
Zahlungsverpflichtungen der Stadt und dem Kreis gegenüber
nachgekommen ſei. Die Stadtverwaltung behauptet in dieſem Zu=
ammenhang
, daß der heſſiſche Staat ſeit etwa neun Monaten an
die Stadt Friedberg überhaupt keine von Berlin eingegangenen
Reichsüberweiſungsſteuern abgeliefert, ſondern über die geſamte
Summe zweckwidrig verfügt habe. Trotz wiederholter Vorſtel=
lungen
des Bürgermeiſters habe der Staat weder die rückſtändigen
Reichsſteuern noch die von ihm ſelbſt zu leiſtenden Beträge von
insgeſamt etwa 5060 000 RM. ausgezahlt. Der Kreis Fried=
berg
ſchulde der Stadt 24 000 RM., dieſen Betrag könne er gleich=
falls
nicht an die Stadt zahlen, weil der Staat dem Kreis gegen=
über
ſeinen Zahlungsverpflichtungen auch nicht nachkomme. Der
Staat habe auf die dringende Vorſtellungen des Bürgermeiſters
vom 13. Juni d. J. überhaupt keine Antwort gegeben.

feines Kolloid darſtellt. Die Operationen an der Zelle führen
den Menſchen nun in ihr Inneres ein. Jetzt iſt es möglich, dieſe
bisher geheimen Stellen eines komplizierten und geradezu wun=
derbar
arbeitenden Organismus von geringſter Ausdehnung
wenigſtens zu ſehen. Man hofft, daß es nunmehr auch möglich
ſein wird, die Rätſel ihres Wirkens und Lebens zu entſchleiern.
Dazu muß man den Bau der Zelle allmählich erforſchen. Der
erſte Schritt dazu iſt getan, denn es gelang, die Zelle zu zer=
ſchneiden
. Man hat jetzt den Urbauſtoff des Lebens
vor ſich und kann ihn unter einer 1200 fachen Vergrößerung
im Mikroſkop beobachten.Selbſtverſtändlich ſind auch in dieſer
Vergrößerung weder die Körper der Zellen noch die Schneiden
der Meſſer von erheblicher Ausdehnung, ſondern immer noch
kaum ſichtbar. Aber es iſt wenigſtens die Möglichkeit, einen
Einblick in das Innere dieſes Wunderlebeweſens zu erhalten.
Es iſt vielleicht das größte Meiſterwerk der Natur. Der Mikro=
kosmos
(Die Welt des Kleinſten) iſt nicht weniger gewaltig wie
der Makrokosmos (Die Welt des Größten) alſo Sterne und
Himmel. Es wurde feſtgeſtellt, daß die kleine Zelle von un=
glanblicher
Zähigkeit iſt. Man hat ſie auf einen Folterſtuhl ge=
ſpannt
und ausgezerrt, in der Hoffnung, ſie dadurch zerreißen
zu können. Aber ſie erwies ſich als zähe und unzerreißbar, wenn
ſie auch ganz lang und dünn geworden iſt. Die Natur hat ihr
auf ihren Lebensweg eine ungeheure Feſtigkeit mitgegeben, um
ſie ſelbſt in den Augenblicken der größten Gefahr vor Zer=
ſtörungen
zu ſchützen. Nur dem ſcharfen Meſſer fiel ſie zum
Opfer, aber die Natur konnte nicht vorausſehen, daß die intelli=
genten
Zellrieſen, nämlich die Menſchen, Meſſer erfinden wer=
den
, mit denen man dieſen unvorſtellbaren kleinen Lebeweſen zu
Leibe gehen kann.
* Orei beliebte Sängerinnen ſcheiden
vom Landestheater.
Mit Käte Walter, die an die Deutſche Oper in Prag be=
rufen
iſt, verliert unſere Oper eine Künſtlerin, die von Gottes
Gnaden für die Bühne geſchaffen iſt. Schier alles brachte ſie mit.
Als Sängerin den ſchlanken hohen Sopran, techniſches Können,
Stilgefühl, ſtarke Muſikalität. Als Darſtellerin raſſiges Tempera=
ment
, ſchnittige Figur, ſinnlichen Reiz. Eleganz der Haltung und
Bewegung, die pikante perſönliche Note. Wie ſie jedes Koſtüm mit
anmutiger Selbſtverſtändlichkeit trug, war ſie mit ihm bis in die
Fingerſpitzen in die Perſon verwandelt, die ſie darſtellte. Sie ſang
jede Partie mit ſpontaner Einfühlung in ihre Muſik und ging da=
mit
im Geiſt jedes Werkes auf. Dieſe Eigenſchaften ließen eine
große Vielſeitigkeit zu, die ſich von der ernſten Oper (7 Rollen)

Mittwoch, 29. Ju

Berlin,
Der Vorſtand der Sozialdemokratiſchen Partei v.
den Wahlaufruf der SPD., in dem es heißt:
Die Regierung Papen hat ihrer Kriegserklärur
Wohlfahrtsſtaat ſehr raſch die Tat folgen laſſen in (
neuen Notverordnung, die alle bisherigen an Härte
trifft. Gegen die Taten dieſer Regierung rufen wir z.
Wir kämpfen für die Aufhebung der Notverordnung, n
für die Erhaltung und Sicherung des Rechts auf A
verſicherung, wir kämpfen für Arbeitsbeſchaffung aus
Mitteln, für geſetzliche Verkürzung der Arbeitszeit au
den, für raſche Durchführung der Siedlungen, ohne d
unfähigen Großgrundbeſitz neue Geſchenke zu machen
den Siedler zu belaſten. Wir kämpfen für gerechte Ve=
Laſten nach der Leiſtungsfähigkeit. Anſtatt die Lebensh
teſter Volksſchichten durch den Sozialabbau auf der g.
unter das Exiſtenzminimum herabzudrücken, müſſen die
mögen durch eine hohe Vermögens= und Erbſchaftsſt
werden. Wir kämpfen aber auch für eine Außenpoliti
lichen Verſtändigung auf dem Boden des gleichen Rec
Elend zuſammengebrochen ſind alle nationalſozialiſtiſche
gegen die internationale Politik der Sozialdemokrat
hat ſich gezeigt, daß auch die Regierung v. Papen, die
der nationalen Konzentration, über keine anderen ) l vi.
fügt, als die von der Sozialdemokratie empfohlenen
Uebereinſtimmung mit den Gewerkſchaften fordern
der Wirtſchaft. Die Staatsmacht muß planmäßig in
der Umwandlung der kapitaliſtiſchen Profitwirtſche
ſozialiſtiſche Bedarfswirtſchaft geſtellt werden. Nur
Elend abgewehrt und dem Volk die Hoffnung au
Lebensaufgabe gegeben werden. Zwiſchen dieſe ämn=
fen
zweier Weltanſchauungen, zwiſchen gan=
genheit
und Zukunft, zwiſchen Knechtſ
Freiheit, zwiſchen Kapitalismus und E
mus iſt der 31. Juli ein Entſcheidungst

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alis=

München,
Der Vorſitzende der nationalſozialiſtiſchen Land=
Dr. Buttmann, hat an den Landtagspräſidenten Dr
Schreiben gerichtet, das ſich gegen die Stellungnahm
tages zur Regierungserklärung in Sachen des Ar
Uniformverbotes wendet. Wenn die nahezu ſtärk
durch ſitzungspolizeiliche Maßnahmen an der Teilne
dert ſei, könne man von keiner Willenskundgebung
tages ſprechen. Politiſch beklage es die nationa
Fraktion außerordentlich, daß durch den Standpu
ſchäftsführenden Regierung das bayeriſche Volk ge
übrigen Reichsangehörigen als beſonders gewalttä
duldſam gebrandmarkt werde. Die Verſicherung der
Regierung, daß ſie zu ihrem Vorgehen allein dur
untwortungsgefühl und durch ihren Willen für Ge
von Ordnung und Sicherheit beſtimmt werde,
darüber hinwegtäuſchen, daß die Stellungnahme B
ieipolitiſchen Beſorgniſſen und einer parteipolitiſche
nahme gegenüber der Reichsregierung entſpringe. 2
ſozialiſtiſche Fraktion fordere unverzüglich die längſt
Neubildung einer verfaſſungsmäßigen bayeriſchen 2

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Ftanz Seldte 50 Jahre.

Am 29. Juni vollendet Franz Seldte, der Gründe S St0
helm, Bund der Frontſoldaten, ſein 50. Lebensjahr. Zdte,
1882 als Sohn eines Fabrikbeſitzers in Magdeb
wurde, erhielt eine kaufmänniſche Ausbildung, an
Chemieſtudium anſchloß. Den Weltkrieg erlebte Se
Front, wo er bis zum Jahre 1916 als Führer eine
gewehrkompagnie an der Weſtfront ſtand. In der E
verlor er ſeinen linken Arm. Nachdem er im Militä Erte
des Auswärtigen Amtes kurze Zeit Verwendung gei ſn M
kam er wieder an die Front. Die Revolution im Jc / 1910
lebte er in der Heimat. Ein erſter von ihm unternor ier 4
ſuch zur Sammlung von Gleichgeſinnten zwecks Abweh
reien ſchlug fehl. Im Dezember 1918 gründete er in
eine Vereinigung von Frontſoldaten, aufgebaut auf
Fronterlebniſſes, der Kameradſchaft und des Selbſtſch
Auch in anderen deutſchen Städten waren inzwiſchen Ice
einigungen entſtanden, die ſich im Oktober 1919 un
der Magdeburger Vereinigung zum Stahlhelm, Bur
ſoldaten zuſammenfanden. Ein nach dem Rathen
folgtes Verbot wurde vom Staatsgerichtshof bald
Der Bund gewann immer mehr Anhänger und zähl ute
8000 Ortsgruppen und eine Million Mitglieder.

gebot
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an der
Lſchin
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Meut
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Sdank
Führt
r Fr
Tord
2 gehobe

über die komiſche Oper (22 Rollen) zur Operette (13 deſ
im Ganzen 42 verſchiedenen Rollen ſpannte.
Sie genügte ſich aber nicht an den ihr von Natr / ſce0
Gaben, ſie ſtudierte mit Ernſt und Energie, und hat Dſ.5
Anfängerin in 5 Jahren zur heutigen reifen Künſt.. Ni
gearbeitet. Nicht genug damit; ſie iſt eine Perſönlichk Lie
die bewußt ihren Weg geht, ihr künſtleriſches Ziel 1N
nicht verzettelt. Ihr natürliches Weſen, ihr ſüddeutſa
ein unbeſchreiblicher Charme, der von ihr ausgeht, E
einer intereſſanten und ſelten ſympathiſchen Erſchein: *
ein ausgeſprochener Liebling des Publikums.
Anny v. Stoſch, die ausgezeichnete jugendli Eſſe.
Sängerin unſerer Oper, iſt für die nächſte Spielzeit 0.
theater in Düſſeldorf verpflichtet worden. Sie iſt ein Caſſe
von ſeltenen Eigenſchaften. Die ſchöne blonde Erſch ..
den Reiz einer gewinnenden weiblichen Anmut. Ih
mer Sopran hat unbeſchreibliche Süße und jenen her *
nordiſcher Fraulichkeit. Die überzeugende Ausdrucksk!
W
der ſtarken Fähigkeit inneren Miterlebens. Intellige S
tät und die ernſte Auffaſſung ihrer Kunſt gaben ihr
überlegener Beherrſchung aller ihrer Aufgaben.
würdigkeit ihres offenen, vornehmen Weſens errang.
pathien Aller. Es iſt bezeichnend für ſie, daß die wei
beſonders für ſie ſchwärmte.
In ihrer vierjährigen Tätigkeit hat ſie 20 RoI
Es ſind nicht wenige darunter, die als Vorbilder 9
und als ſolche unwiederholbar, unvergeßlich bleiben
Evchen, Desdemona, Pamina, Agathe, Sophie, Mim!
folgerin wird ihr vergleichbar ſein; eine unerſetzlig
geriſſen. Dankbare Erinnerung an ihre bewundernsn
gen bleibt zurück. Aufrichtige Freundſchaft und Anha."
gen dem lieben Menſchen nach.
Die dritte Ausſcheidende iſt Anita Mitrov
zwei Jahren aus vielen Bewerberinnen ausgewayt
ſchied nicht nur ihr glänzendes Material, ſondern i9"
perament und die intereſſante Perſönlichkeit. Diel
nicht getrogen. Ihre unmittelbar packende Carmen
Toska, ihre ergreifende Leonore und leidenſchaft.
bezeugten es. Die techniſche Art ihrer Stimmbehand.
tiſches Blut und ihre ſeeliſche Einſtellung verſagte!
und faſt alle deutſchen Werke und verwieſen ſie um
die italieniſche und franzöſiſche Oper, wo ihre künſt.
lichkeit ſich voll ausgeben konnte. Hier ſingt ſie. "
tſchechiſcher und deutſcher Sprache mit der Hleia.
Große Muſikalität und ein feines Stilgefühl iſt. 1a
Auch ſie ſtrahlte einen ſtarken weiblichen Reld
ganz anders geartet, als der vorher Genannkeh."
drei Frauengeſtalten gerade in ihrer Verſchiedenhe
Belebung und Anziehung beim Publikum ausloſte.
Opern=Enſemble ſelten ausübte.
Den drei vortrefflichen Künſtlerinnen ein Gii
weitere Laufbahn!

[ ][  ][ ]

Mittwoch, 29. Juni 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 179 Seite 3

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Reichsrat genehmigt Reichsetat.
Eraniehung durch Notveroronung. Aufrechkerhaltung geordneker Finanz= und Kaſſenwirkſchaft geſicherk.
Inangriffnahme der Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit in Ausſicht geſtell.
Die Steuerſchätzungen des Reiches bei der Umſatzſteuer ſeien für
Eine Ankwork an Herriok.
die letzten 200 Millionen RM. äußerſt zweifelhaft. Auch bei der
Lohnſteuer und anderen verdienten die Schätzungen ein Frage=
zeichen
. Die Reichsregierung ſei ſich dieſer Gefahrenpunkte durch=
rnge
Auniaſſung von der Wekbewerbsfähigkeit aus bewußt. Dzu komme, daß weitere Ausgaben auf verſchiedenen
Gebieten zu erwarten ſeien, und daß, wenn die unbedingt erfor=
Deutſchlands.
derliche

Berlin, 28. Juni.
Der Reichsrat erledigte in ſeiner Plenarſitzung am Dienstag
Reichshaushaltsplan für 1932.
Generalberichterſtatter Miniſterialdirektor Dr. Brecht wies
auf hin, daß der Fehlbetrag aller Vorjahre jetzt
* insgeſamt 1690 Millionen RM. in einer
mme ausgewieſen wird. Dieſe Entwicklung der Fehl=
räge
in einer ſolchen Kriſenzeit brauchte nicht zu erſchrecken,
s für die Zukunft eine geſunde Entwicklung geſichert wäre.
s ſei aber leider trotz aller Erſparnismaßnahmen noch nicht
Fall. Die fundierte Reichsſchuld habe am 31. März 1932
Milliarden RM. betragen. Hinzu kämen noch 1,7 Milliarden
. ſchwebende Schulden. Weitere große Schulden in Milliarden=
e
habe das Reich außerdem an die Länder namentlich in=
je
der Uebernahme der Eiſenbahnen.
Der Generalberichterſtatter flocht dann namens des Reichs=
1es eine Antwort an den franzöſiſchen Miniſterpräſidenten
riot mit folgenden Worten ein:
Im Ausland begegnet man oft der Vorſtellung, die auch in
Lauſanne beredten Ausdruck gefunden hat, daß unſere
innere Schulden, weil ſie erheblich geringer ſeien als die
Englands und Frankreichs, uns eine Vorzugsſtellung im
internationalen Wettbewerb einräumen könnten. Das iſt
leider ein Irrtum.
ere inneren Kriegs= und Vorkriegsſchulden waren ebenſo hoch
höher als die Englands und Frankreichs. Weit mehr als
Milliarden GM. ſolcher Schulden ſind durch die Inflation und
imale Aufwertung niedergeſchlagen worden. Glaubt denn
endjemand in der Welt, daß ein Staat oder Volk durch einen
den Vorgang den lieben Gott um die Kriegskoſten betrügen
nte? Dadurch iſt zwar das Reich als Schuldner entlaſtet, aber
genau demſelben Maße die Bevölkerung finanziell verarmt.
beträchtlicher Teil der Zinſenlaſt kehrt außerdem in Form
eigerter Wohlfahrtslaſten wieder. In Deutſchland iſt man
er vielfach der umgekehrten Anſicht, daß es beſſer wäre, wenn
unſere inneren Schulden weniger rückſichtslos geſtrichen
ren. Das geſchah ja aber gar nicht aus freiem Willen, ſondern
Zahlungsunfähigkeit, da wir nicht in der Lage waren, wie
England, mehr als 40 Prozent, oder wie in Frankreich, mehr
ein Viertel unſerer Steuereinnahmen den innneren Gläu=
ern
zuzuführen. Tatſächlich hat Deutſchland ſeinen
Beren Gläubigern 68mal ſoviel gezahlt wie
nen inneren Gläubigern. Ausführlich erörterte der
reralberichterſtatter dann den
Umfang der Erſparniſſe im Ekal.
der kleinere Teil von den Erſparniſſen entfalle auf die Re=
ationen
. Auch ohne Reparationen würden die Ausgaben für
2 gegen 1930 und 1928 noch um 20 Prozent geſenkt. Die
amtnettoausgaben des Reiches umfaſſen 1932 rund 8,173 Mil=
iden
RM., von denen 1,870 Milliarden RM. auf Ausgaben
die Liquidation des Krieges entfallen. Weitere 1,347 Milli=
en
verteilen ſich auf den Schuldendienſt und die Aufgaben der
anzverwaltung einſchließlich der Verſorgung. Für Reich und
rder verbleiben danach 4,956 Milliarden. Ueberweiſungen an
Länder und Gemeinden ſeien in Höhe von 2,961 Milliarden
2. vorgeſehen einſchließlich 652 Millionen RM. für Wohlfahrts=
en
. Für die engeren Sachausgaben des Reiches verbleiben mit=
1,995 Milliarden, weniger als Frankreich, England oder
erika jedes einzeln für ihre Wehrmacht ausgeben.

Die Skeuern

ben trotz der inzwiſchen neu eingeführten Abgaben um ein
Ttel unter dem Höchſtſtand von 1928. Weſentlich ſchlimmer hät=
ſich
noch die Einnahmen der Länder und Gemein=
er
entwickelt. Die Steuerüberweiſungen des Reiches an Preu=
ſeien
beiſpielsweiſe für 1932 gegen 1930 und 1928 um faſt
Prozent geſunken. Der Reichsrat ſei nicht in der Lage geweſen,
die Beſtimmungen zur Geſtaltung der Einnahmen zu be=
reßen
, weil bereits erlaſſene Ausnahmeverordnungen vorlagen.

Arbeitsbeſchaffung

jetzt zum Teil im Kreditwege finanziert werde, im kommenden
Jahr höhere Beträge zur Rückzahlung fällig würden. Das Be=
denkliche
an dieſem Zuſtande ſei, daß höhere oder neue Abgaben
auch für den ſchlimmſten Fall kaum mehr in Reſerve ſtänden. An=
geſichts
der entſcheidenden Rolle, die im Geſamtbild der öffent=
lichen
Finanzen die Unterſtützung der Arbeitsloſen ſpiele, habe
Preußen beantragt, umgehend Maßnahmen zu treffen, um eine
andere Verteilung der vorhandenen Arbeit durch Kürzung der
Arbeitszeit herbeizuführen und die dadurch freiwerdenden Mittel
zur zuſätzlichen Arbeitsbeſchaffung, zur Rückgängigmachung beſon=
ders
harter Kürzungen und zur Senkung von überhöhten Ab=
gaben
zu verwenden. Die Ausſprache konnte mit Rückſicht auf die
Kürze der Zeit nicht zu einem Ergebnis geführt werden. Preu=
ßen
habe ſich daher damit begnügt, den Antrag als Material zu
überreichen. Die Ausſchüſſe hätten im allgemeinen davon abge=
ſehen
, neben dem erwähnten hohen Pauſchalabſtrich noch Einzel=
abſtriche
am Etat feſtzuſetzen. Jedoch hätten ſie grundſätzlich alle
neuen Stellen geſtrichen. Zur

Oſthilfe

führte der Generalberichterſtatter aus, daß die Reichsregierung
geglaubt habe, die Vorſchriften des Oſthilfegeſetzes nicht durch=
führen
zu können. Die Reichsratsausſchüſſe hätten beſchloſſen, die
Anſätze für die Oſtſiedlung um 12 Millionen, für kommunale
Laſten= und Frachterleichterungen um 1 Million RM., für ſonſtige
Maßnahmen um 3 Millionen RM., ferner für den Weſtfonds um
2 Millionen RM. zu erhöhen. Zur Stützung des Metallerzberg=
baues
ſeien 8 ſtatt 6 Millionen RM. eingeſtellt, weil andernfalls
die Gefahr des Erliegens beſtehe. Abgeſetzt ſei ein Teilbetrag
von 153 000 RM. für Beteiligung am Völkerbund. Zugeſetzt ſeien
von den Reichsratsausſchüſſen 200 000 RM. für Erziehungsbei=
hilfen
an Minderbemittelte, 95 000 RM. für die Techniſche Not=
hilfe
, 200 000 RM. Beitrag des Reiches zu einem Fonds für den
Erſatz des abgebrannten Glaspalaſtes in München. Genehmigt
ſei der Anſatz von 1,5 Mill. RM. zur körperlichen und
geiſtigen Ertüchtigung der Jugend, nach dem der
Reichsinnenminiſter erklärt hatte, daß die geplanten Maß=
nahmen
auf überparteilicher Grundlage für alle
Kreiſe der ſtaatsbejahenden Jugend beſtimmt
ſeien.
Im Reichsernährungsminiſterium ſeien die beiden großen
Fonds von 27 Mill. RM. zur Stützung des landwirtſchaftlichen
Marktes und zur Förderung des Abſatzes landwirtſchaftlicher Er=
zeugniſſe
und von 40 Mill. RM. für die Förderung der Getreide=
bewegung
bewilligt mit dem Hinzufügen, daß vierteljährlich Mit=
teilung
über die getroffenen Maßnahmen zu machen ſei.
Reichsregierung kündigk Inkraffſekzung des Ekals
durch Nolverordnung an.
Staatsſekretär Zarden gab darauf namens der Reichs=
regierung
folgende Erklärung ab:
Die Reichsregierung dankt dem Reichsrat für die ſchnelle Ver=
abſchiedung
des Etats. Da die bisherige vorläufige Regelung am
30. Juni abläuft und eine Verabſchiedung durch den neuen Reichs=
tag
erſt in Monaten möglich iſt, wird die Reichsregierung ihn vor=
behaltlich
der Feſtſtellung als Geſetz jetzt als Plan durch Notver=
ordnung
in Kraft ſetzen. Dabei behält ſie ſich die Stellungnahme
zu den einzelnen im Reichsrat beſchloſſenen Aenderungen vor, wird
aber, ſoweit es möglich iſt, den Wünſchen des Reichsrates Rech=
nung
tragen. Mit dem Etat ſind die Arbeiten, die die frühere
Reichsregierung eingeleitet und die jetzige Reichsregierung zur
Aufrechterhaltung einer geordneten Finanz= und Kaſſenwirtſchaft
durchzuführen hatte, im weſentlichen zum Abſchluß gebracht wor=
den
. Die Reichsregierung wird ſich nunmehr den organiſatoriſchen
Aufgaben, die ſie ſich geſtellt hat, und der Bekämpfung der Arbeits=
loſigkeit
zuwenden. Sobald die deutſche Delegation aus Lauſanne
zurückgekehrt iſt, wird die Reichsregierung in entſcheidende Bera=

tungen über die geſamte Materie, die während der vergangenen
14 Tage bereits in Angriff genommen und tatkräftig gefördert
worden iſt, eintreten und die entſprechenden Maßnahmen bekannt
geben.
Reichsinnenminiſter Freiherr v. Gayl
gab folgende Erklärung ab:
In Anbetracht der Finanzlage des Reiches, jedoch nur unter
Hintanſetzung allergrößter Bedenken, hat ſich die Reichsregierung
genötigt geſehen, für das Rechnungsjahr 1932 die in den Beſtim=
mungen
des Oſthilfgeſetzes feſtgelegten Mindeſtbeiträge für ver=
ſchiedene
Oſthilfemaßnahmen herabzuſetzen.
Der jetzige Ausfall gegenüber dem Oſthilfegeſetz ſoll jedoch
durch Nachbewilligung wieder ausgeglichen werden, ſobald die
Finanzlage des Reiches dies geſtattet. Damit werden der Be=
völkerung
Oſtpreußens die durch das Fünfjahresprogramm des
Oſthilſegeſetzes vorgeſehenen Bewilligungen im Endergebnis ge=
ſichert
bleiben. Vor allem ſoll die Erleichterung der kommunalen
Laſten nach dem Stichtag vom 31. März 1931 im bisherigen
Umfange auch im Rechnungsjahre 1932 gewährleiſtet werden.
Gegebenenfalls wird die gegenſeitige Deckungsfähigkeit der Titel
etwa auftretende Härten durch Ergänzung aus anderen Teilen
des Programms wettmachen. Die Reichsregierung hält auch jetzt
die Zuſagen des Oſthilfegeſetzes aufrecht, muß jedoch die Ausfüh=
rung
der in Ausſicht genommenen Maßnahmen nach Maßgabe der
vorhandenen Mittel auf günſtigere Haushaltsjahre verteilen.
Da aus der Mitte des Reichsrates keinerlei Wortmeldungen
vorlagen, wurde der Reichsetat ohne weitere Abſtimmung als
vom Reichsrat angenommen feſtgeſtellt.
Skraße frei! Es wird geſchoſſen!
Die Polizei macht kurzen Prozeß:
Mehrere Toke in Leipzig und Staßfurk.
Berlin, 28. Juni.
Auch am Dienstag iſt es in zahlreichen Städten des Reiches
wieder zu blutigen Zuſammenſtößen zwiſchen Kom=
muniſten
und Nationalſozialiſten gekommen.
In Berlin=Steglitz wurde ein Reichsbannermann von
Nationalſozialiſten beſchoſſen, von denen 11 verhaftet wurden. In
Neukölln entſtand eine größere Schießerei zwiſchen Kommu=
niſten
und Nationalſozialiſten. Zwei Kommuniſten wurden von
der Polizei mit Schußverletzungen aufgefunden und verhaftet.
Fünf Nationalſozialiſten wurden zwangsgeſtellt.
In Stuttgart wurde ein SA.=Mann, der auf dem
Schießplatz Palmenwald von einem Schützenfeſt übriggebliebene
Vorräte bewachte, aus dem Gebüſch beſchoſſen und mit einer
ſchweren Wirbelſäulenverletzung ins Kranken=
haus
eingeliefert.
In Nürnberg wurden bei einer Schlägerei zwei National=
ſozialiſten
durch Meſſerſtiche erheblich, ein politiſcher Gegner leich=
ter
verletzt. Die Täter ſind ermittelt.
In Wuppertal=Barmen wurde eine kommuniſtiſche
Selbſtſchutzorganiſation ausgehoben und zahlreiches Material
und Waffen beſchlagnahmt. Als die Polizei erſchien, wurden auch
Hunde auf ſie gehetzt. Die Beamten töteten zwei Tiere und ver=
hafteten
zahlreiche Kommuniſten. In Vohwinkel wurde ein
Kommuniſt Klaus erſchoſſen. Als die Brüder des Ermordeten
einen uniformierten Nationalſozialiſten anhielten, zog dieſer
einen Revolver. Die Waffe verſagte und er flüchtete. Er und
die beiden Kommuniſten wurden von der Polizei ſiſtiert.
Im mitteldeutſchen Induſtriegebiet gab es am
Dienstag mehrere Tote. In Leipzig hatten am Montag abend
etwa 1300 uniformierte Nationalſozialiſten einen Propaganda=
marſch
im Oſten der Stadt durchgeführt. Andersdenkende, vor
allem Kommuniſten, verſuchten den Umzug zu ſtören und errich=
teten
an mehreren Stellen Barrikaden aus umgeſtürzten Fuhr=
werken
, zwiſchen die ſie Steine legten. Die Polizei ging ſcharf vor
und räumte unter Zuhilfenahme der Feuerwehr die Barrikaden
weg. An einer Stelle wurde die Polizei beſchoſſen. Sie griff
ebenfalls zur Waffe. Neben einigen Verletzten gab es einen toten
Kommuniſten. Zahlreiche Kommuniſten wurden verhaftet.
In Staßfurt wurde am Dienstag ein von Nationalſozia=
liſten
in Notwehr erſchoſſener Kommuniſt beerdigt. Als die Poli=
zei
einen Demonſtrationszug auflöſen wollte, kam es zu ſchweren
Zuſammenſtößen. Die Beamten wurden derart angegriffen, daß
ſie von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. Drei Kommu=
niſten
wurden getötet, ſieben ſchwer= und zahlreiche leichtverletzt.
In Rußdorf bei Chemnitz überfielen Kommuniſten
zwei Verkehrslokale von Nationalſozialiſten. Dieſe ſetzten ſich eben=
falls
mit der Schußwaffe zur Wehr. Dabei wurde ein Kommuniſt
ſofort getötet, ein weiterer ſchwer verletzt, zwölf Perſonen, dar=
unter
fünf Nationalſozialiſten, erlitten leichtere Verletzungen. In
Chemnitz ſelbſt kam es bei Demonſtrationen zu Schlägereien
zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten, wobei 20 Per=
ſonen
verletzt in die Krankenhäuſer eingeliefert wurden.

Eine Zilm-Idee.

Diejenigen, die da behaupten, das Land der unbegrenzten
glichkeiten ſei nur jenſeits des großen Teiches zu finden,
n. . . . Dieſes Land liegt im Südoſten dieſer Hemiſphäre
heißt Rumänien. Und das, was ſich dort eben zugetragen
könnte jeder halbwegs fingerfertige Regiſſeur ohne Drehbuch
andere Utenſilien mühelos zu einem zwerchfellerſchütternden
anſchwank ausgeſtalten.
Nämlich; brachte da neulich eine Jaſſyer Zeitung unter der
Grik Aus dem Gerichtsſaal eine Meldung, wonach in Kürze
unſerer Stadt ein ſehr intereſſanter, wenn auch ſehr pein=
er
Prozeß verhandelt werden würde, in den eine ganze Anzahl
Hehrbarer Bürger, nämlich die Rechtsanwälte A. B. C., die
zte D. E. F., die Kaufleute G. H. J. und die ſtadtbekannten
ſönlichkeiten K. bis Z. verwickelt ſeien. Die Anklage laute
Vorbereitung zur Revolution, Verſchwörung und ſtaats=
rdliche
Akte anderer Art‟. Die betreffenden Akten ſeien der
ratsanwaltſchaft bereits zugeleitet, und ſei damit zu rechnen,
in Kürze . . . und ſo weiter, und ſo weiter. .
Als die Herren A. bis Z. dieſe Notiz geleſen hatten, fielen ſie
* allen Wolken und ununterbrochen läutete es in der Redak=
* Sturm: jeder berief ſich auf ſeine ſtaatserhaltende Geſin=
ag
, leugnete auch die leiſeſte Möglichkeit eines Verdachts der
geſtellten Behauptungen, aber der Redakteur ſchwur Stein und
n, er habe mit eigenen Augen die Akten beim Gericht einge=
2n, und es ſei ganz gewißlich wahr, wenn auch ſehr bedauer=
daß
. . . und ſo weiter, und ſo weiter. .

Da nun in Rumänien der Begriff Verſchwörung ſehr dehn=
iſt
, zogen die Verdächtigten oder Beſchuldigten in corpore
r Staatsanwalt, man ſuchte, forſchte und fand . . . tatſächlich
dicke Akte In Sachen A. bis Z. und Genoſſen wegen Ver=
wörung
, Vorbereitung zum Umſturz und anderen ſchönen
agen mehr. Alles war paff, der Staatsanwalt runzelte die
rn, vertiefte ſich in die Akte und was . . ., was ſtellte ſich
keßlich heraus?
Folgendes: Die Gendarmerieinſpektion von Jaſſy hatte vor
igen Monaten einige freie Gendarmerieſtellen ausgeſchrieben,
I die ſich meldenden Anwärter mußten ſich beſtimmungsgemäß
er ſchriftlichen Aufnahme= und Intelligenzprüfung unterziehen,
* Aufſatzthema war dabei jedem einzelnen freigeſtellt. Unter
Fen Anwärtern hatte ſich auch ein junger Schriftſteller befun=
T, der die Zeiten ſind nun mal halt ſo ſich genötigt ge=

ſehen hatte, in Ermangelung eines beſſeren den Federhalter mit
dem Gummiknüppel zu vertauſchen. Dieſer hatte ſich als Thema
Eine Verſchwörung in Jaſſy, ihre Aufdeckung durch die Polizei
und die Vernehmung der Verhafteten gewählt. Die Bearbei=
tung
fiel ihm inſofern nicht ſchwer, als er als Schriftſteller ſeiner
Phantaſie keine Zügel anzulegen brauchte, und wenn er als
handelnde Perſonen ſeine näheren Bekannten, nämlich die
Herren A. bis Z. einſetzte, ſo tat er damit nur das, was Schrift=
ſteller
gemeinhin zu tun pflegen.
So weit wäre nun alles in beſter Ordnung geweſen, wenn
nicht dieſe Prüfungsarbeit von dem zuſtändigen Mann der Gen=
darmerie
=Inſpektion als ungeeignet bezeichnet und abgelegt,
worden wäre. Wohin ſie aber vor einigen Monaten abgelegt,
worden iſt, wird ſich wohl niemals mehr feſtſtellen laſſen, jeden=
falls
geriet ſie eines Tages beim Aufräumen einem kleinen, aber
denkenden Beamten in die Hände. Dieſer blickte flüchtig hinein
und tat, was er ſeit Jahren zu tun gewohnt war: er journali=
ſierte
die Akte gegen A. bis Z. und Genoſſen wegen Vorberei=
tung
zum Aufruhr und ließ ſie den Dienſtweg hinunterpurzeln.
So landete die Akte alſo eines Tages bei der Staatsanwaltſchaft,
die das weitere veranlaßte und Termin anſetzte, ohne die Akte
aber vorher geleſen zu haben.
Und dieſen Termin gegen A. bis Z. und Genoſſen wegen
Aufruhrs las eines Tages der zuſtändige Gerichtsreporter, und
der zuſtändige Redakteur nahm dieſe Notiz in ſeine zuſtändige
Spalte. So erfuhren die ahnungsloſen Herren A. bis Z., in welch
großer Gefahr ſie ſchwebten, die ſicherlich ein Gelächter ausgelöſt
haben würde, das man ſogar jenſeits des großen Teiches, im
Lande der bisher unbegrenzten Möglichkeiten, gehört hätte.

Ap. Anibue. Die neue Zeit auf der Goldküſte und unſere
Miſſionsaufgabe. Von Miſſionsdirektor Karl Hartenſtein.
Mit 15 Bildtafeln, kart. 2. RM. (Evang. Miſſionsverlag, Stutt=
gart
, Kaſernenſtraße 21.) Das Buch iſt in Afrika geſchrieben als
Ergebnis einer Inſpektionsreiſe des Verfaſſers durch die Gold=
küſte
. Es iſt nicht etwa ein 4rockener Bericht oder nur ein Erzäh=
len
ſeiner Erlebniſſe Cſondern eine prinzivielle und gründliche
Auseinanderſetzung mit den Problemen der Goldküſte und Afrikas.
Aribue in aller Munde iſt. Das Wort wird ſo zur Bezeichnung
der Neuen Zeit, die über Afrika angebrochen iſt, Fluch und
Segen, Not und Heil für Afrika iſt in dieſem Wort beſchloſſen.
Davon hat der Verfaſſer einen erſchütternden Eindruck auf ſeiner
Reiſe durch die Goldküſte gewonnen. Das Buch handelt in aus=
führlicher
Weiſe von dem alten Afrika, das nicht wiederkehrt von
den Zeichen der neuen Zeit, der gegenwärtigen Lage der Kirche
und den Aufgaben der Miſſion. Die Bilder ſind nach eigenen
Aufnahmen von Miſſionar Schimming.

* Ein Berliner Berleger der Schinkelzeif.
Die Wittich=Ausſtellung in Berlin.
Faſt unbemerlt vom Berliner Publikum findet in dem Kunſt=
palaſt
des preußiſchen Staates eine Ausſtellung ſtatt, die zum
Gedächtnis Ludwig Wittichs zuſammengeſtellt wurde. Dieſer
Mann, der am 11. Dezember 1773 in Darmſtadt geboren wurde,
verließ ſchon als 25=Jähriger ſeine Vaterſtadt, um ſich Berlin
zu erobern, was ihm auf ſeinem Fachgebiet unſtreitig gelang.
Wenn er zunächſt in einem Verlagshauſe als Angeſtellter tätig
war, ſo hat ihn dieſe Tätigkeit kaum befriedigt. Sein Intereſſe
wundte er dem Theater zu und da wieder der Koſtümkunde.
1802 machte ſich Ludwig Wittich als Verleger ſelbſtändig und
kam in ſchneller Folge mit einer Reihe von Drucken heraus, mit
Stichen von hoher Vollendung in der Wiedergabe und mit Far=
bendrucken
, die für die damalige Zeit etwas Endgültiges dar=
ſtellten
. Alle dieſe Arbeiten machten das gebildete Berliner
Publikum auf ihn aufmerkſam, ſo daß Schinkel ſich bald zu
euger Mitarbeit bei dem Wittich’ſchen Unternehmen entſchloß.
Die Wittich=Ausſtellung zeigt denn auch von Schinkel eine
ganze Reihe von Dekorationen, die er für die beiden könig=
lichen
Theater in Berlin entworfen hatte, zeigt ein Werk, das
ausdrücklich zum großen Maskenball zu Ehren der Königin
Luiſe am 12. März 1804 hergeſtellt wurde, bringt einen Brief
Friedrich von Schillers an Wittich, in dem ſich der Dichter für
die Ueberſendung eines Werkes mit Koſtümdarſtellung zu Don
Carlos bedankt, gibt weiter einige farbige Drucke, die Ifflanv
als Schauſpieler darſtellen. Muſtergültig und für eine ſpätere
Entwicklung auf dem Gebiete der Drucktechnik richtunggebend
ſind Wittichs Abbildungen der kgl. preußiſchen Armee‟. Der
kunſtfreudige Wittich zeigte auch ſelbſt als Zeichner ſein Talenr.
Erwähnenswert ſind da Bilder von ſeinem Sohne. Zu Ehren
des verdienten Verlegers, der am 17. April 1832 in Berlin ge=
ſtorben
iſt, hat die Leitung der ſtaatlichen Muſeen dieſe Aus=
ſtellung
jetzt durchgeführt.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Berlin: Den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger von
Prof. Dölle auf den Lehrſtuhl für bürgerliches Recht an der
Univerſität Bonn hat der Privatdozent an der Univerſität Berlin,
Dr. Karl Theodor Kipp, angenommen. Dr. Kipp iſt ein Sohn
des verſtorbenen Verliner Zivilrechtlers Theodor Kipp.

[ ][  ][ ]

r. 179
Seit

3
ter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mittwoch, 29. Juni

Am 26. Juni 1932 verſchied das Mitglied unſeres Vorſiandes
Dert Ouerbatgerineiter I.2. Stto Piupikann
Ritter hoher Orden
nach gerade vollendetem 71. Lebensjahre.
Der Verſtorbene hat mehr als 6 Jahre dem Vorſtand unſerer Geſellſchaft
angehört.
Ein Mann von außerordentlich großen Erfahrungen, überaus reichem
Wiſſen und untadeliger Geſinnung iſt mit ihm dahingegangen, der ſtets
in ſelbſtloſeſter und aufopferndſter Weiſe während ſeines ganzen Lebens
für die Sache gearbeitet hat, der er diente. So hat er auch unſerem
U(nternehmen als vorzüglicher Kenner des Rechts und der deutſchen Wirt=
ſchaft
unſchätzbare Dienſte geleiſtet.
Wir werden ſein Andenken ſiets in hohen Ehren halten.
Der Aufſichtsrat und der Vorſtand der
Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft.

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TV 9421

Darmſiadt, den 27. Juni 1932.

(9428

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere liebe
Schweſter, Schwägerin und Tante

geb. Leudemann
nach langem ſchwerem Leiden im 70. Lebensjahre
am 26. ds. Mts, zu ſich abzurufen.
Familie Leudemann,
Familie Walter,
Familie Bräuer.
König i. Odw., Heppenheim a. d. B.,

Meinen werten Freunden, der Nach=
barſchaft
und allen Bekannten bei
meinem Wegzuge ein herzl. Lebewohl.
Ph. Hubach.
Darmſtadt, den 29. Juni 1932.

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31/ Pfund Zucker (doch
bereiten Bie
keinesfalls weniger) ohne
Wasser zum Kochen brin-
gen
und 10 Minuten brau-
send
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einrühren
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zepten für Marmeladen, Gelees, Tortenübergüsse, E
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den 27. Juni 1932.

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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme während
der Krankheit, ſowie bei der Beerdigung unſeres lieben
Söhnchens und Brüderchens
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ſagen wir auf dieſem Wege innigen Dank. Ganz be=
ſonders
danken wir den Ev. Schweſtern des Marien=
Hoſpitals für die liebevolle Pflege,. Herrn Kaplan
Schüler für die troſtreichen Worte am Grabe, Herrn
Oberſtudiendirektor Pfersdorff des Realgymnaſiums für
ſeine erhebenden Worte und Kranzniederlegung, ſowie
Herrn Dr. Naujoks und Klaſſenkameraden der Quarta I
für das ehrenvolle Geleite. Nicht zuletzt danken wir
dem Turnverein 1885 Nieder=Ramſtadt für die letzte
Ehre und Kranzniederlegung. Auch herzl. Dank Allen
für die überaus zahlreichen Kranz= u. Blumenſpenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Oskar Kleider.

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[ ][  ][ ]

*ttwoch, 23. Juni 1932

Nr., 179. Seife=5

I
m

6

Euerwellen
Hass

Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 29. Juni 1932.
Hanikätsral 2r. Buchhold F.
Kieder einmal iſt einer von den alten Darmſtädter Aerzten von
gegangen.
Im 25. Juni abends verſchied Herr Sanitätsrat Dr. Otto
phold im 79. Lebensjahr.
Ils Sohn des evangeliſchen Dekans in Oſſenheim (Oberheſſen)
en, ſtudierte er vornehmlich in Gießen und blieb auch nach
ahre 1877 erlangter Approbation als Praktiker zunächſt ſeiner
Sen Heimat treu. Faſt die Hälfte ſeiner ärztlichen Tätigkeit
te er in Oberheſſen zu, bis er ſich ſpäter in Darmſtadt
rließ.
dier wirkte er als praktiſcher Arzt. Daneben organiſierte er
bildlicher ſegensreicher Arbeit die ſchulärztliche Behandlung
eranwachſenden Jugend Darmſtadts, die auch von fremden
rungen und Stadtverwaltungen als muſtergültig anerkannt
e. Durch wertvolle Beiträge und regelmäßige ſchulärztliche
sberichte bereicherte er die Literatur dieſes wichtigen Zwei=
ſer
Medizin. Vornehmlich gehörten aber ſein Wirken und
ſte Teilnahme den Armen. Als Armenarzt war er nicht nur
rztliche Berater, ſondern auch der Vertraute, zu dem die
ken in allen großen und kleinen Lebensnöten kamen und
r Troſt und Hilfe fanden.
in Kriege ſtellte er ſich ſofort bereitwillig zur Verfügung.
Stabsarzt der Landwehr und als Chefarzt leitete er das
Lazarett II in Darmſtadt.
i Jahre 1927 feierte er ſein goldenes Doktor=Jubiläum.
uch nach Aufgabe ſeiner Allgemeinpraxis kamen ſeine frühe=
ſatienten
immer noch zu ihm, um ſeinen Rat und ſeine Hilfe
hen.
Zis zuletzt war er ihnen Freund und Berater.

Motorrad-Anfälle.

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inkl. Wasche
Jarkeit garantien)

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Kleinlet

-Aait

10

alitä
niva
Muſter 9.½tet
billt
u 100
15
rantie 0
Preiält

K. man Motorräder polizeilich verbieten, bzw. die Fahrt=
lindigkeit
beſchränken? Iſt eine derartige Forderung
rückſtändig?
die Motorradunfälle mehren ſich in erſchreckendem Maße.
E ſicher nicht zu hoch gegriffen, das in 80 von 100 Fällen,
icht gar in 90, die Motorradfahrer ſelbſt ſchuld, nicht
In ihren eigenen Unfällen ſind, ſondern daß ſie auch andere,
ter Linie Autofahrer in Gefahr bringen.
Tan achte einmal darauf, mit welchem Tempo Motor=
yrer
mit und ohne Sozius durch belebte Straßen raſen. Jeder
ahrer wird die Beobachtung machen, daß, wenn er in einem
o von etwa 60 Kilometer fährt, er von allen Motor=
ahrern
überholt wird.
as Motorrad in ſeiner heutigen, techniſchen Vollendung ver=
geradezu
zum Raſen. Wo ein Auto längſt ſich gezwungen
abzuſtoppen und vorſichtig weiterzufahren, glaubt der
rradfahrer immer noch durſchlüpfen zu können, und
Durchſchlüpfen ſetzt meiſtens ein Tempozulegen und
rholen voraus. Dadurch entſtehen die Unfälle.
Tan kann ſich vielleicht auf den Standpunkt ſtellen, ſo roh
ngen mag, jeder darf ſich nach Belieben den Schädel ein=
n
. Damit aber iſt es nicht getan. Selbſt die leichteſten
mis um4 eräder ſind heute mit Soziusſitz verſehen und der Fahrer
immer noch die Verantwortung für ein zweites Menſchen=
Ganz abgeſehen von den Fällen, in denen er andere, Unbe=
e
in Gefahr bringt.
Zir ſind gewiß die Letzten, die beabſichtigen, den tech=
nn
en Fortſchrittengirgendwie entgegenzutreten.
s aber nicht ein Gebot der Selbſthilfe und des
ngsſchutzes für andere, wenn wir ernſthaft die Frage
rfen:
Sind Motorräder polizeilich zu verbieten?
End ſie zum mindeſten aus dem Straßenbild und von
andſtraßen zu entfernen, d h. auf die Renn=
ren
zu verweiſen! Begründet und berechtigt iſt dieſe For=
g
ſachlich allein durch die Tatſache, daß heute ein viel
Ɨhrlicherer, vielſſicherer Kraftwagen kaum mehr koſtet
m Motorrad mit Beiwagen, darüber hinaus, wie geſagt, zum
von Leben und Gut. Es wäre an der Zeit, daß ſich zu
Frage Juriſten, auch Techniker und Induſtrielle äußern. *.*

Walter Rathenau=Gedenkfeier. Veranſtaltet von der Frei=
Tichen Studentengemeinſchaft an der Tech=
en
Hochſchule (Republikaniſcher Studentenbund) fand
r abend im Saale des Muſikvereins anläßlich der Wieder=
des
10. Todestages eine Walter Rathenau=Gedenkfeier ſtatt.
ten der Umrahmung der Veranſtaltung mit der guten Wie=
Se Betehovenſcher Muſik, einer Einführung und einer Vor=
r
aus Werken des Toten ſtand die Gedenkrede von Herrn
E. Orgeich. Der Redner erinnerte daran, daß Rathenau,
Shantaſt und Zweckmenſch zugleich war, an ſeinem inneren
walt mit zugrunde ging und würdigte Rathenau als Men=
als
Politiker und Wirtſchaftler.
Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt. Es ſei
als auf die Opernaufführung (Fra Diavolo) der Opern=
der
Städt. Akademie für Tonkunſt heute, 20 Uhr, im
en Haus des Heſſ. Landestheaters, aufmerkſam gemacht.
eſtlichen Karten im Sekretariat, Eliſabethenſtraße 36, und
Abendkaſſe.
Heſſiſches Landestheater.

Mittwoch, 29. Juni: Bad=Nauheim Im weißen Rößl.
* Heſſiſches Landestheater. Mit Ende der Spielzeit nahen ſich
auch die verſchiedenen Abſchiedsabende derjenigen Künſtler,
-it Ablauf der Saiſon das Heſſiſche Landestheater verlaſſen.
2r Montag, den 4. Juli, ſtattfindenden Vorſtellung des gro=
Opernerfolges Die Italienerin in Algier von
ri, wird ſich Käthe Walter in der Partie der Jſabella von
großen Verehrerkreis verabſchieden. Die Aufführung ſiedelt
Droße Haus über und findet zu herabgeſetzten Preiſen von
Dis 3 Mk. ſtatt.
Sommerſpielzeit im Heſſiſchen Landestheater. Die Som=
kelzeit
im Heſſiſchen Landestheater beginnt am Sonntag, den
aili, abends 20 Uhr, mit einer Aufführung der entzückenden
die ... . Vater ſein dagegen ſehr! von Edward Childs Car=
. Montag, den 11. Juli, bleibt das Theater geſchloſſen.
stag, den 12. Juli, abends 20 Uhr, erſte Wiederholung
Vater ſein dagegen ſehr!. Mittwoch, den 13. Juli, abends
Dr. zweite Erſtaufführung der Sommerſpielzeit mit dem drei=
n
Schauſpiel Verſtehen wir uns? von Peter von Prera=
Dieſes Schauſpiel erlebte am 12. Januar 1932 in Gießen
kärkſtem Erfolg ſeine alleinige reichsdeutſche Uraufführung.
*er Rolle der Großmutter wird Frau Auguſte Praſch=Greven=
Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, gaſtieren und
I. als gebürtige Darmſtädterin erſtmalig in ihrer Vaterſtadt
ger Bühne ſtehend. Donnerstag, den 14., und Freitag, den
uli, abends 20 Uhr, Wiederholungen .. . Vater ſein da=
ſehr!

*Kriegsopfer=Perſorgung.
Skellungnahme des Kyffhäuſer=Berbandes zur neuen Nokverordnung.

Großes Haus. er3tag, 30. Jun 20, Ende gegen 22¾ Uhr. C 26, Jim und Fill.
Preiſe 0.604.80 Mk. g. 1. Jult
20223 Uhr. Außer Miete. Vorſt zu Gunſten
d. Vohlfahrtskd. Genoſſ d. Bühnenangeh. Meine
Schweſter und ich 0.503. Gutſch. nicht gültig. Kleines Haus. vch, 29, Juni 20, Ende gegen 22½= Uhr. Städt. Akademie
Aufführung der Opernſchule, Fra Diavolo,
0.802.50 Mr. Vorvk.: Sekret. d. Städt. Akad. g. 1. Juli 2022 Uhr. Außer Miete. Die 4 Nachrichter
Hier irrt Goethe‟. Preiſe 0.503 Mk.

Der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinter=
bliebenen
der Kriegerkameradſchaft Haſſia, Darmſtadt, Aha=
ſtraße
5. bittet uns Nachſtehendes bekanntzugeben:
Der aus Anlaß der neuen Eingriffe in die Verſorgung der
Kriegsopfer durch die Notverordnung vom 14. Juni 1932 in
Berlin zuſammengetretene
Geſamtvorſtand des Kyffhäuſerverbandes
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
hat nach eingehender Prüfung der verſorgungspolitiſchen Geſamt=
lage
die folgende grundſätzliche Stellungnahme eingenommen:
Durch die Reihe der Notverordnungen ſeit dem 26 7. 1930
ſind Veränderungen des Rechtszuſtandes auf dem Gebiete der
Verſorgung der Kriegsopfer eingetreten, welche die große Nenge
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
in ſchwerſte wirtſchaftliche Bedrängnis geſtürzt
haben. Darüber hinaus hat die Notverordnungs=Geſetzgebung
das Prinzip des gerechten Ausgleichs der durch Dienſtbeſchädi=
gung
verurſachten geſundheitlichen und wirtſchaftlichen Schäden
der Wohlfahrtsunterſtützung mit Bedürftigkeitsprüfung mehr und
mehr angenähert.
Auch die Form der Abbaumaßnahmen fordert die ernſteſte
Kritik heraus. Die Menge der Kriegsbeſchädigten und Krieger=
hinterbliebenen
iſt durch Einzelvorſchriften in eine große Zahl von
Gruppen getrennt worden, die jeweils Sonderbeſtimmungen
unterliegen. Von einem einheitlichen Verſorgungsrecht kann
kaum mehr die Rede ſein. Eine überaus ſtarke Unüberſichtlich=
keit
des geltenden Rechts, das faſt 3 Millionen Kriegs=
beſchädigte
und Kriegerhinterbliebene betrifft,
iſt das Ergebnis der Abbaumaßnahmen geweſen, die eine klare
Linie vermiſſen laſſen. Den Verwältungsbehörden und Sprüch=
inſtanzen
der Verſorgung ſind hieraus erhebliche Schwierigkeiten
bei der Erfüllung ihrer Aufgaben erwachſen. Bei den Ver=
ſorgungsberechtigten
ſelbſt iſt ein Gefühl der Rechtsunſicherheit
entſtanden, das aus ſtaatspolitiſchen Gründen zu den größten Be=
denken
Veranlaſſung gibt. Eine Umkehr auf dem in den letzten
Jahren beſchrittenen Wege iſt das dringende Gebot der Stunde.
Die Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen, welche
in ſchwerſter Zeit für das Vaterland und die Geſamtheit
in ſelbſtverſtändlicher Pflichterfüllung Opfer an Leib und
Leben gebracht haben, haben einen Anſpruch an dieſe Ge=
ſamtheit
des Volkes auf eine gerechte und angemeſſene von
Erſchütterungen und Unſicherheiten frei zu haltende . .
Verſorgung.
Unſere Forderungen gehen nicht über das Maß deſſen hinaus,
was die Geſamtlage des Reichs gebieteriſch vorſchreibt. Inner=
halb
dieſer Grenzen ſtellen wir zur Beſeitigung der durch die
verſorgungspolitiſchen Maßnahmen der letzten Jahre hervor=
gerufenen
Härten und zur Anbahnung der Wiederherſtellung eines
organiſch aufgebauten und allgemein verſtändlichen Verſorgungs=
rechts
, unbeſchadet unſeres grundſätzlichen Forderungsprogramms,
als vordringlich die nachſtehenden Forderungen auf:
In erſter Linie iſt die verſorgungsrechtliche Lage der
Kriegerhinterbliebenen zu verbeſſern. Bei der gegen=
wärtigen
Lage des Arbeitsmarktes, bei welcher geſunde männliche
Arbeitskräfte zum Feiern gezwungen ſind, iſt die Unterſcheidung
von erwerbsfähigen und erwerbsunfähigen Witwen für die Be=
meſſung
ihrer Verſorgung nicht mehr am Platze und daher zu
beſeitigen. Dieſe Beſtimmungen, vor allem bezüglich der Zuſatz=
rentengewährung
, ſind wirklichkeitsfremd und verurſachen ſowohl
eine Unſumme von Verwaltungsarbeit als auch Unſicherheit und
Verbitterung auf ſeiten der Kriegerwitwen
Aehnliches gilt für die gegenwärtige Verſorgung der
Kriegerwaiſen. Die Entziehung, der Waiſenrente nach
Vollendung des 15. Lebensjahres iſt für die bereits durch das
Leben zermürbten: Kriegerwitwen ein unerträglicher neuer
Schlag. Die Vorſchrift, daß Waiſenrente auch nach Vollendung
des 15. Lebensjahres der Kriegerwaiſe bei noch nicht beendeter
Berufsausbildung bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres
weitergezählt werden kann, vermag keinerlei Ausgleich zu
ſchaffen. Sie würde nur dann praktiſche Bedeutung haben, wenn
ſie auch zur Anwendung gelangt in den Fällen, in denen Krieger=
waiſen
nach Beendigung der Schulpflicht nicht alsbald in eine
Lehrſtelle eingewieſen werden können, wie dies heute faſt zur
Regel geworden iſt.
Zu der Reform der Witwen= und Waiſenverſorgung muß
für die wenigen noch in Frage kommenden Jahre ein Aus=
bau
der Erziehungsbeihilfe kommen.
Mit Rückſicht auf das hohe Ziel der Berufsausbildung der Krie=
gerwaiſen
iſt bei der Erziehungsbeihilfe von einer engherzigen

Anrechnung ſonſtiger Renten der Waiſen aus Sozialverſicherung
Abſtand zu nehmen.
Für die Verbeſſerung der Lage der Kriegereltern,
welche wegen Friſtablaufs eine Rente nicht mehr erhalten können,
wird die wohlwollende Handhabung des im Geſetz vorgeſehenen
Härteausgleichs gefordert.
Den Kriegsbeſchädigten iſt der Rechtsanſpruch auf
Heilbehandlung für alle anerkannten Dienſtbeſchädigungsleiden
wieder einzuräumen. Hierbei iſt auch darauf Bedacht zu nehmen,
daß die Kriegsbeſchädigten durch das Syſtem der Verſorgungs=
heilbehandlung
in ihren krankenverſicherungsrechtlichen Anſprüchen
nicht beeinträchtigt werden, wie dies heute mit Rückſicht auf die
begrenzte geſetzliche Leiſtungsdauer der Krankenkaſſen der Fall
iſt. Grundſätzlich iſt die Verſorgungsheilbehandlung von allen
Gebühren, welche die Notverordnungen eingeführt hatten, wieder.
zu befreien
Für Verſorgungsberechtigte mit Einkommen aus öffentlichen
Mitteln bedeutet deſſen Anrechnung auf die Renten eine erhebliche
Härte. Die verbleibenden Rentenbezüge ſtehen zu den Folgen der
erlittenen Dienſtbeſchädigung nicht mehr in einem angemeſſenen
Verhältnis. Bei der Ausweitung des Begriffs der offentlichen
Mittel werden durch die jetzige Regelung nicht nur Verſorgungs=
berechtigte
, welche in einem unkündbaren Beamtenverhältnis
ſtehen betroffen, ſondern in gleicher Weiſe Arbeiter und An=
geſtellte
bei den ſeit 1918 in ſehr großer Zahl entſtandenen ge=
miſchtwirtſchaftlichen
Unternehmungen. Gefordert wird eine
weſentliche Heraufſetzung der Einkommensgrenze des 8 62 RVG.,
ſowie eine dem Einkommen angepaßte Staffelung der ruhenden
Rentenbeträge.
Für alle Verſorgungsberechtigten wird gefordert, daß die
Anrechnung der Verſorgungsrente auf die Bezüge aus der
Sozialverſicherung aufgehoben wird.
Dieſe Anrechnung wird von den Kriegsbeſchädigten und Krieger=
hinterbliebenen
als Verletzung von Rechtsanſprüchen empfunden.
die durch eigene Beitragsentrichtung erworben worden ſind. Im
Endergebnis ſtellt ſich die heutige Regelung auf dieſem Gebiete
für die betreffenden Verſorgungsberechtigten ſo dar, daß ſie ihre
geringe Verſorgungsrente mit ihren Beiträgen zur Sozial=
verſicherung
, welche nunmehr ganz oder teilweiſe ertraglos bleiben.
größtenteils ſelbſt finanziert haben. Die Anrechnung von Ver=
ſorgungsrente
auf Sozialrenten unterliegt auch deswegen der
Kritik, weil gerade die Schwer= und Schwerſtbeſchädigten von
dieſer Ruhensvorſchrift am empfindlichſten getroffen werden.
Wir fordern endlich, daß die ſtrengen Ausſchlußfriſten für
ſolche Kriegsbeſchädigten beſeitigt werden, welche wegen der Fol=
gen
einer Kriegsverwundung noch Anſprüche zu erheben
gezwungen ſind. Hier die Gewährung von Verſorgung von einer
höheren Minderung der Erwerbsfähigkeit und von einem dringen=
den
Bedürfnis abhängig zu machen, erſcheint in jeder Hinſicht
ungerechtfertigt.
Die Erfüllungder vorſtehenden Forderungen
würde die Wiederherſtellung eines überſicht=
lichen
und einheitlichen Verſorgungsrechts an=
bahnen
und zum Teil bereits verwirklichen.
Weitere Maßnahmen, insbeſondere zur Verbeſſerung der Renten=
verſorgung
ſind erforderlich und in Angriff zu nehmen, ſobald die
finanzwirtſchaftlichen Vorausſetzungen hierfür vorhanden ſind.
In Ergänzung dieſer Maßnahmen ſind Verſſerungen auf dem
Gebiete des Verfahrensrechts erforderlich. Wir fordern
die Aufrechterhaltung der Gebührenfreiheit für das Verfahren,
Maßnahmen zur Hebung der Spruchpraxis der Verſorgungs=
gerichte
und im Zuſammenhang hiermit eine erweiterte Zu=
ſtändigkeit
der Rekursinſtanz.
Wir fordern ſchließlich die Beſeitigung der für die Bewil=
ligung
aller Kannbezüge ſeit 1931 verfügten Erſchwerungen ſowie
eine dem Weſen der Kriegsverſorgung entſprechende Anwendung
des Härteausgleichs.
Die Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen ſind durch
die Notverordnungsgeſetzgebung und den Abbau ihrer Verſor=
gungsanſprüche
mehr und mehr den Kreiſen der Hilfsbedürftigen
genähert worden, denen infolge der wirtſchaftlichen Notlage die
Leiſtungen der allgemeinen Fürſorge gewährt werden. Wir
proteſtieren gegen dieſe durch die jüngſte Entwicklung des Ver=
ſorgungs
= und Fürſorgerechts uns zugemutete Zurückſetzung.
Die Opfer, die die Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinter=
bliebenen
in der Vergangenheit gebracht haben, nicht zu=
letzt
auch die Lebendigerhaltung des Wehrgedankens im
deutſchen Volke und damit ein hohes ſtaatspolitiſches Inter=
eſſe
machen die unverzügliche Inangriffnahme der Ver=
beſſerung
der Kriegsopferverſorgung zur unabweisbaren
Pflicht.

Gegenerklärung

zur Erklärung der Pfarrer der evangeliſchen Stadtgemeinde‟
über eine am 25. Juni in der Stadtkapelle abgehaltene Deutſch=
Chriſtus=Feier,
1. Ich bedauere außerordentlich, daß die Herren Pfarrer von.
der Stadtgemeinde an dem Wortlaut der Einladung Anſtoß ge=
iommen
haben.
2. Ich habe dieſen Wortlaut gewählt als gegenwartsverbun=
dener
deutſcher Pfarrer, der nationale Wiedergeburt von Chriſten=
tum
und Chriſtentum von nationaler Wiedergeburt nicht trennen
kann.
3. Ich betrachte es als die vordringlichſte Aufgabe eines jeden
deutſchen Pfarrers ohne Rückſicht auf Kirchengebundenheit, an der
religiöſen, alſo vor allem evangeliſch=katholiſchen Einigung unſeres
Jolkes zu arbeiten.
4. Ich fühle mich als altkatholiſcher Pfarrer verpflichtet,
an dieſer Einigung mit dem Einſatz, meiner ganzen Perſon zu ar=
beiten
, weil der Altkotholizismus die alte chriſtliche Einheit zwi=
ſchen
evangeliſcher und katholiſcher Chriſtentumsauffaſſung wieder
herſtellen will.
5. Ich ſehe daher die Erbauung im inneren religiöſen
Wiederaufbau aller deutſchen Chriſten zur verlorenen Glaubens=
einheit
.
gez. Pfarrer Dr. Weeber=Offenbach.

Wer haf Forderungen an die Winkerhilfe?
Wie bekannt, beendet die Winterhilfe ihre diesjährige Tätig=
keit
am 30. Juni d. J. Vor Abſchluß bitten wir alle diejenigen,
die noch Forderungen an die Winterhilfe 1931/32 haben, umgehend
ihre Rechnung, ſpäteſtens bis 1. Juli, einzureichen an:
Beſchaffungs=Ausſchuß der Winterhilfe 1931.
der freien Wohlfahrtspflege in der Stadt Darmſtadt,
Neckarſtraße 3. Gewerbemuſeum, Zimmer 31.
Später eingehende Rechnungen können erſt im Oktober 1932
mit Beginn der neuen Winterhilfe 1932/33 berückſichtigt werden.

Die Repkilienabkeilung

Der Sonderzug der Reichsbahndirektion Mainz
zum Bodenſee.
Noch iſt es Zeit ſich eine Fahrkarte mit 50 Prozent Fahr=
preisermäßigung
zur Sonderfahrt der R.B.D. Mainz am 1. bis
4. Juli zu ſichern. Was kann es bequemeres, angenehmeres und
beruhigenderes geben, als dieſe Fahrt in ſchönen neuen Ausſichts=
wagen
, betreut vom Beginn bis Schluß der Reiſe durch die Reichs=
bahn
? Je nach eigenem Wollen und Können hat der Sonderzug=
teilnehmer
für etwa 50 RM. die ſchöne Reiſe mit all ihren An=
nehmlichkeiten
.
Er kann ſich dafür nicht nur einen nahezu viertägigen Aufent=
halt
am ſchönen Bodenſee verſchaffen, ſondern hat auch Gelegen=
heit
, Ausflüge in die herrliche Umgebung zu machen. Während
der Fahrt werden Programme und Proſpekte koſtenlos abgegeben.
Es iſt in der Tat billig, und der Reichsbahndirektion gebührt
Dank dafür, daß ſie ſo wohlfeil Gelegenheit gibt, deutſche
hiſtoriſch intereſſante, wie landſchaftlich ſchone Gegenden zu er=
ſchließen
, wie es gerade die am Bodenſee iſt.

Treuer Mieter. Frau Louiſe Jacoby Ww. wohnt am
1. Juli 25 Jahre im Hauſe bei Herrn Karl Arheilger, Garten=
baubetrieb
, Soderſtraße 29.
Chriſtl. Verein Junger Männer Darmſtadt, Eliſabethen=
ſtraße
17. Ecke Wilhelminenſtraße. Heute, Mittwoch, abends
8,30 Uhr, Bibelſtunde mit Herrn D. C. S.V.=Sekretär Fr. Spemann
aus Dresden. Er ſpricht über das Thema: Der Apoſtel Johannes
für unſere Zeit. Jedermann iſt herzlich willkommen.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
den erſten Gemeinſchaftsfilm Mädchen in Uniform
Im Union=Theater ſieht man heute zum letzten Male den
Senſationstonfilm Es geht um Alles
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und folgende Tage
zwei Großtonfilme im Doppelprogramm, und zwar den ſenſa=
tionellen
Kriminal=Tonfilm nach Edgar Wallace Der Zinker
und die luſtige Tonfilm=Humoreske Er und ſeine Schweſter,

auf der Ausſtellung des Vereins Hottonia hat geſtern eine
weitere Bereicherung erfahren. Ein in Braſilien wohnender Gön=
ner
des Vereins ſandte einige Kiſten Tiermaterials. Leider kam
nur ein geringer Prozentſatz der Tiere lebend an. Eine mächtige
Jararaka (Lacheſis jararacu), eine der gefährlichſten
Giftſchlangen Braſiliens, erreichte zwar lebend Darm=
ſtadt
bedarf aber noch ſorgfältigſter Pflege und Ruhe, ehe ſie dem
Publikum gezeigt werden kann. Zwei herrliche Baumſchlan=
gen
der Gattung Herpetodryas ſind aber bereits ausgeſtellt.
Die prächtige Eidechſennatter hat glatt gehäutet, ihre
freiwillige Hungerkur beendet und bereits einige Mäuſe verzehrt.
Die Krokodile entwickeln trotz der ſteten Beunruhigung des
Publikums einen geſegneten Appetit. Dagegen ſcheint der herr=
lichen
Boa conſtrictor der große Andrang der Beſucher nicht
zu behagen. Die Rieſenfröſche und große Echſenformen
laſſen ſich in ihrer Behaglichkeit nicht ſtören. Die Sammlung ein=
heimiſcher
Reptilien iſt nunmehr, da es auch glückte, die in einem
kleinen Teil Südweſtdeutſchlands vorkommende Juraviper zu
erlangen, komplett.
Velociped=Club Darmſtadt v. 1899 E. V. Der VCD. hatte
eine Wanderfahrt für alle Abteilungen ausgeſchrieben, die für
die Radler über Frankfurt a. M. nach Bad Homburg führte,
während die Motorſport=Abteilung durch das Lorzbachertal eben=
falls
dieſen Badeort zum Ziel hatte. Die Radfahrer ſtarteten am
Morgen um 7 Uhr und fuhren, 25 Perſonen, über Gräfenhauſen
Mörfelden bis Mitteldick. 30 Minuten Fuß= und Handball unter=
brachen
hier die Fahrt und jung und alt beteiligte ſich an dieſem
Ballſpiel. Dann gings weiter nach GehſpitzeFrankfurt a. M.
Heddernheim-Nieder= und Oberurſel nach Bad Homburg. Die
Fahrt ging direkt in den Hirſchgarten. Hier gibts nur Kaffee,
Waſſer und Limonade und außerdem an einem Naturbrunnen
herrliches Trinkwaſſer. Hier traf der VCD. mit der Jugend des
Gau Frankfurt im Bund Deutſcher Radfahrer zuſammen. Wett=
ſpiele
. Ballſpiele uſw. ſorgten für Unterhaltung und als um
3 Uhr die Motorſport=Abteilung des VCD. anlangt, wußte man
nicht, wo die Zeit geblieben war. Die Motorſport=Abteilung
ſtartete um 9 Uhr vormittags und die Fahrt ging über Frank=
furt
Eppſteindurchs Lorzbacher Tal-Vockenhauſen auf ein da=
hinter
liegendes Tal, in dem um die Mittagszeit Raſt und
Picknick war. Nach Bad Homburg gehts, in den Hirſchgarten,
zu den Radlern. Hier Eintreffen um 3 Uhr nachmittags. Freudig
von den bereits anweſenden Radfahrern begrüßt, iſt nun die
Geſellſchaft aller Fahrtteilnehmer auf 60 Perſonen geſtiegen.
Eine allgemeine photographiſche Aufnahme ſchließt ſich an und
um 16.30 Uhr fahren die Radler heimwärts, während die Mit=
glieder
der Motorſportabteilung ſich jetzt dem edlen Ballſpiel
widmen Und um 18 Uhr begann deren Heimfahrt über Ober=
UrſelFrankfurt-Langen-Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Tittwoch, 29. Juni 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 179 Seite 7

Zagend= und Sonnwendfeiern im Lande.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 28. Juni. Jugendfeſt. Das aus An=
der
ſchlechten Witterung verſchobene Jugendfeſt findet nun=
am
Mittwoch, den 29. d. M., nachmittags im Lohwäldchen
Voraus geht ein Umzug der Schuljugend mit Muſik durch
Ortsſtraßen. Das Programm umfaßt Geſangs= und Muſikvor=
2, turneriſche und ſportliche Aufführungen ſowie Spiele.
* Traiſa, 28. Junj Anläßlich des Heſſiſchen Jugendtages und
nſtigt von prächtigem Wetter, unternahmen die hieſigen
lklaſſen untep Führung ihrer Lehrer Weſtrupp, Meier und
iner einen/Ausflug nach Burg Frankenſtein, woſelbſt den
lern eine Fülle heimatkundlicher Belehrungen zuteil wurde.
+. Ober=Ramſtadt, 28. Juni. Die Mitglieder des evangeliſchen
ndvereins hielten eine Sonnwendfeier ab. Gegen 9 Uhr
ds zogen die Jungen und Mädels nach ihrem am Walde ge=
en
Spielplatz. Hier hielt Herr Pfarrer Nürnberger eine
räche, auf die Bedeutung der Sonnwendfeier beſonders ein=
rd
. Jungſcharführer J. Bergſträßer ſprach den Feuerſpruch und
Holzſtoß wurde entzündet, der bei gemeinſamem Geſang des
s Flamme empor niederbrannte. Reigen und Tänze der

4d

ſp1

ſen und Mädchen ſowie abwechſelnde gemeinſame Lieder der
ſchar trugen zur Verſchönerung dieſer Feierſtunde bei.
Babenhauſen, 27. Juni. Eine Sommerſonnenwend=
r
, wohlgelungen in ihrem ganzen Verlauf, veranſtaltete am
tag abend die hieſige Turnerjugend. Den würdigen Schau=
bildete
der herrliche Schloßwieſengrund zu Füßen des alten
tiſchen Grafenſchloſſes. Etwa 100 begeiſterte Buben und
Is, geführt von den Jugendwarten Fritz und Ernſt Kehr,
hierten mit frohen Vaterlandsliedern auf den Lippen um
nächtigen grauen Holzſtoß auf. Im weiten Kreis ſteht die
Hunderten zählende Volksmenge und beobachtet ſinnend oder
heller Freude das frohe Leben und Treiben der Jugend.
ſtimmige humoriſtiſche Kanons erſchallen, keck vorgetragen,
türlicher Ungezwungenheit. Die Turnerinnen führen einen
tionsreichen Fackeltanz auf. Der Holzſtoß wird angezündet,
ig ſchlagen die Flammen zum Himmel empor. Die Feuer=
hält
Fritz Kehr, und Flamme empor klingt’s durch die
Im Deutſchlandlied, begeiſtert von alt und jung geſungen,
die für unſere Jugend beſonders bedeutſame Feier.
1. Harpertshauſen, 27. Juni Jugendfeſt! Einen kleinen
impoſanten Feſtzug veranſtalteten am Jugendtage unſere
kinder. Die Spitze des Zuges bildeten die Blumenmädchen,
unter Trommelſchlag eine Soldatengruppe, dann ſingende
den mit reichem Blumenſchmuck und Girlanden und ſogar
kleine Feſtwagen, die das 6. und 7. Schuljahr ſtellten, folgten.
ellen Geſichtern lag ſonnige Freude. Nach einer kurzen An=
e
des Lehrers entwickelte ſich auf dem geräumigen Schulhof
ſtiges Treiben, dem zum Schluſſe die Verteilung der Preiſe
je richtigen Löſungen der zum Jugendtage geſtellten Preis=
ben
folgte.
s. Erbach, 27. Juni. Sonnwendfeier. Die Odenwald=
Jugend des Mümlingtales durfte am Samstag abend eine
eine Feier miterleben. Auf dem Bergrücken bei Aſſelbrunn
r die Michelſtädter Buben einen großen Holzſtoß aufgebaut.
denſelben vereinigten ſich bei Einbruch der Dunkelheit die
rdgruppen von König, Michelſtadt und Erbach. Das gemein=
Lied Wir wollen zu Lande ausfahren leitete die Feier ein.
einem ſinnvollen Feuerſpruch wurde der Holzſtoß entzündet,
raſſelnd ſchlugen die Flammen zum Himmel empor. Für=
ein
herrliches Erlebnis! Heilige Glut, rufe die Jugend zu=
en
, daß bei den lodernden Flammen wachſe der Mut! Nach
Lied Flamme empor, hielt Herr Lehrer Deltau eine
aber ſehr wirkungsvolle Anſprache, die darin gipfelte, alles
hte, Streit und Hader innerhalb der Jugend durch dieſes
verbrennen zu laſſen, daß eine reine Schar zurückbleiben
die gemeinſam und ſich gegenſeitig unterſtützend, dem großen
einem in ſich einigen, freien Deutſchland, zuſtreben wolle.
ere Gedichte, von Erbacher und Michelſtädter Mädchen vor=
gen
, gaben der Jugend ebenfalls Anſporn, in den Pflichten
Elltags ein höheres Streben nicht zu vergeſſen. Paſſende
= und Jugendlieder halfen die Feier verſchönern. Einen
reudigen Abſchluß bildete das Feuerſpringen woran ſich
Is und Buben eifrig beteiligten. Sogar die Jüngſten konn=
von
den Aelteren unterſtützt, den Sprung über das Feuer
ingen. Nach dem Liede Ade zur guten Nacht trennte man
on einer Veranſtaltung, an die jeder der Beteiligten noch
und froh zurückdenken wird.
g. Seeheim, 28. Juni. Sommerfeſt. Am Samstag abend
es eingeleitet durch eine Sonnwendfeier der evang.
dverbände. Nachdem das Feuer entzündet war, ſammelte
Pfarrer Reith die kleine, aber ſtolze Schar um das Johan=
rt
vom kommenden Stärkeren, der mit Feuer und heiligem
taufen werde. Für Reinheit, Recht, Sitte, deutſche Jugend,
s! war ſeine Aufforderung an die Jugend, die im Sprech=
rwiderte
: Warum einzeln verloren in dürftigem Brand?
n zuſammen, Hand in Hand!. Nach einem Weihereigen um
rennenden Holzſtoß ſprangen gegen 50 Paare über das
jedes ein ernſtes Sprüchlein den Umſtehenden zurufend.
Terzen entzündete man endlich die Fackeln und zog mit fri=
Sang und Klang durch die nächtlichen Straßen. Am Rat=
runnen
ließ man die Fackeln verlöſchen nachdem der Geiſt=
die
Jugend ermahnte, ſich als Lichtteil einzuſetzen für die
rt. Am Sonntag mittag hatten nun die Kinder ihr
merfeſt. Mit Blumen und bunten Fähnchen geſchmückt,
eine richtige Muſikkapelle der Beſſunger Poſaunenchor
ſich freundlicherweiſe zur Verfügung geſtellt und ein
harmonikaorcheſter vorweg, zogen ſie durch die Straßen zur
e aller, die keine Griesgräme ſind. In der Tanne, wo ſich
fahlreiche Eltern einfanden, erzählte Herr Pfarrer Reith von
renſen, wie er es vom frieſiſchen Gänſehirten bis zum welt=
nten
Südſee=Miſſionar brachte, an deſſen Sarge einſt 180000
en trauerten. Hübſche Kinderſpiele mit Preisverteilung er=
n
jung und alt, an einem lauſchigen Plätzchen ging ein
es Märchenſpiel durch die Büſche, um das ſich Frl. Anne=
Reith beſonders verdient gemacht hatte. Die Dankesworte
drtsgeiſtlichen an alle Beteiligten ſeien hiermit aufs herz=
zurückgegeben
, für ſein reiches Mühen um unſere Jugend.
a. Wolfskehlen, 28 Juni. Jugendtag. Geſtern wurde
vom Wetter begünſtigt, der Jugendtag der Schulen abgehal=
Die einzelnen Klaſſen unternahmen unter Führung ihrer
Spaziergänge in das Dornheimer Wäldchen.

Eb. Nordheim (Ried), 28. Juni. Jugendtag. Unſere
Schule feierte den Jugendtag dieſes Jahr in beſonderer Art.
Frühmorgens um 6.30 Uhr begaben ſich Kinder und Angehörige
mit Autobus und Wagen an das Rheinufer, um an der Landungs=
ſtelle
Steinerwald den Dampfer Pfeil zu einer Fahrt nach
dem Nationaldenkmalmu gbeſteigen. Groß war die Freude beim
Anblick des großen=Denkmals. Vom Jagdſchloß genoß man eine
ſchöne Ausſicht in das Rhekn= und Nahetal. Mit großem Inter=
eſſe
wurde die Fahrtkmit Motorboot durch das Binger Loch und
am Mäuſeturm vorbei verfolgt. Bei Konzert, Tanz und Kinder=
beluſtigungen
war man gegen Abend wieder am Nordheimer
Ufer, um frohen Mutes, eines ſchönen Erlebniſſes reicher, mit
Wagen die Fahrt nach dem Heimatdorf anzutreten. Unſeren Leh=
rern
gebührt dafür Dank.
Dg. Egelsbach, 28. Juni. Aus der evang. Jugend=
bewegung
. Die evang. Jugendgruppen veranſtalteten am
Samstag abend an der ſog. Gänswieſe eine Sonnwendfeier die
ſehr ſchön verlief. Hexx=Pfgrrex Hartmann ſprach über den Sinn
der Feier in der eyangeltſchen Bewegung. Im Scheine des hell=
auflodernden
Johanntsfeuers wurden Abzeichen an junge Mit=
glieder
ausgehändigt und Wimpel geweiht. Am Vormittags=
gottesdienſt
des Sonntags nahmen die Jugendgruppen ebenfalls
geſchloſſen teil. Die evang. Jugendbewegung hat hier in der letz=
ten
Zeit eine ſtarke Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen.
Af. Neu=Iſenburg, 27. Juni. Vom Jugendfeſt. Wiewohl
die Witterung am vergangenen Samstag manches zu wünſchen
übrig ließ, konnte auch in dieſem Jahre das bei jung und alt be=
liebte
Feſt in althergebrachter Weiſe gefeiert werden. Unter Vor=
antritt
der jungen Stadtkapellee die ſich im Intereſſe der guten
Sache koſtenlos zur Perfägung geſtellt hatte, und in Begleitung
eines Trommler= und Pfeifexkorps ging es durch die wichtigſten
Straßen unſeres Städtchens zum Feſtplatz an der Mendelſohnsruhe
im Frankfurter Stadtwalde; und hier entwickelte ſich von 3 Uhr
ab das übliche bunte Treiben. Bei Kaffee und Brezeln, bei klaſſen=
weiſem
Spiel und fröhlichen Wettkämpfen, bei Liedern und Rei=
gen
und bei den Klängen der unermüdlichen Stadtkapelle kam nur
zu raſch der Abend heran, und in geſchloſſenem Zuge gings nach
der Stadt zurück, deren Straßen den Mittag über wie ausgeſtor=
den
dagelegen hatten.

Der Segelflugverein Lindenfels e. B

der vor wenigen Tagen auf ſein nun einjähriges Beſtehen zurück=
blicken
konnte, und der in dieſem vergangenen Jahre in jeder
Beziehung tüchtig vorangekommen iſt, arbeitet alle Mann
hoch, ſchon ſeit Wochen eifrigſt daran, auch ſeinerſeits im ſchönen
Höhenluftkurort Lindenfels im Odenwald im Rahmen der bevor=
ſtehenden
Deutſchen Werbe=Woche Zweck und Ziele des Segelflug=
ſportes
weiteſten Bevölkerungskreiſen nahezubringen: Am Sams=
tag
, den 2., und Sonntag, den 3 Juli, werden die beiden Linden=
felſer
Segelflugwerbetage im Speziellen ſein, deren ebenſo reich=
haltiges
wie abwechſelungsvolles Programm demnächſt bekannt=
gegeben
werden wird.
/ Rheinheſſen.
Ae Worms, 27. Juni. Sitzung des Kreistages des
Kreiſes Worms. Im Rathausſaal fand in der vergangenen
Woche die diesjährige ordentliche Sitzung des Kreistages Worms
ſtatt. Kreisdirektor Schön eröffnete die Sitzung und widmete
Worte des Gedenkens dem verſtorbenen früheren Provinzialdirek=
tor
Geheimrat Dr. Uſinger, der auch beſonders während der Be=
ſatzungszeit
Landeskommiſſar von Rheinheſſen war. Danach wurde
Bericht erſtattet über das Ergebnis der Vorprüfung der Rechnung
der Kreiskaſſe für 1930. Ohne Debatte ging man zum nächſten
Punkt der Tagesordnung über: Beratung des Kreisvorſchlags für
1932. Der Kreisausſchuß ſei zu ſchärfſter Droſſelung der Ausgaben
gezwungen, führte der Vorſitzende aus. Zu berückſichtigen ſei außer=
dem
, daß infolge der ſchwierigen wirtſchaftlichen Lage die Kreis= nur ſehr ſchleppend eingingen; einzelne Gemeinden ſeien
ſogar genötigt geweſen, die Kreisumlagen zurückzubehalten, um ſo
die jeweiligen Wohlfahrtslaſten mit dem Etat auszubalancieren.
Nach Beendigung der Einzelberatung wurde der Kreisvoranſchlag,
der in Einnahme und Ausgabe mit 541 140 RM. abſchließt, vom
Kreistag unverändert angenommen. Der letzte Punkt der Tages=
ordnung
betraf den Antrag, den Kreisausſchuß zu ermächtigen,
die für die Feſtſetzung der Steuerausſchlagſätze für 1932 erforder=
lichen
Beſchlüſſe zu faſſen. Nach kurzer Debatte wurde dem Kreis=
ausſchuß
dieſe Ermächtigung erteilt.

* Appenheim, 26. Juni. Erhängt aufgefunden. In
ſeiner Scheune wurde heute abend ein in der Hauptſtraße wohn=
hafter
65 Jahre alter Metzger erhängt aufgefunden. Es liegt
Selbſtmord vor.

*Airlenbach, ein Weidedorf im hefſiſchen Odenwald.
geſtellten Grundplan für die Organiſation der Rindviehzucht im
Großh. Heſſen wurde
Ergebniſſe eines Beiſpielsbekriebes.

Am Urſprung des Finkenbachs liegt das freundliche Airlen=
bach
. Der Beſucher der, von Olfen kommend, die flache bewal=
dete
Talſcheide überſchritten hat, wird überraſcht ſein über das
anmutige Landſchaftsbild, das ihn hier empfängt. Er glaubt
ſich in ein Alpen= oder Schwarzwalddorf verſetzt, wenn nicht die
Art der Häuſer und die Bodenformen untrüglich den Charakter
des Odenwaldes verrieten.
Als mich in den Jahren nach dem Kriege erſtmals mein Weg
durch das Dorf führte, war ich ſchon gefeſſelt durch die ſchönen,

ſtattlichen Viehherden,

die hier friedlich auf den graſigen Hängen weideten. Und als ich
in dieſem Jahre wiederum meine Schritte durch das Tal lenkte,
wo ein fleckenloſer Himmel auf die blumigen Wieſen hernieder=
ſtrahlte
, bot ſich mir das gleiche Bild. Friedlich liefen die Tiere
über die Hänge; dicht neben der Straße hatte es ſich eine Gruppe
in der umzäunten Koppel bequem gemacht, hielt fröhlich wieder=
käuend
Sieſta und ließ ſich in keiner Weiſe aus der gewohnten
Ruhe bringen. Es war ein Schlag vorzüglich ausſehenden Fleck=
viehes
. Aber auf der anderen Seite fiel mir beſonders eine
dunkle, rotfarbige Viehart von gedrungener Geſtalt in die Augen,
von lebhafter, auffallend leichter Beweglichkeit und Lebendigkeit.
Es handelt ſich um das einheimiſche heſſiſche Rotvieh, deſſen
Zucht und Pflege man ſich in dem kleinen heſſiſchen Orte beſon=
ders
angelegen ſein läßt.
Airlenbach liegt 400500 Meter hoch. Die Gemeinde ver=
fügt
über eine Gemarkungsgröße von 3590 heſſiſchen Morgen, das
ſind rund 900 Hektar. Es hat eine durchſchnittliche Regenmenge
von 1100 Millimetern und zählt 307 Seelen rein proteſtantiſcher
Konfeſſion. Das Klima iſt rauh, der Frühling ſetzt ſpät ein.
Schon in den Jahren unmittelbar vor dem Ausbruch des Welt=
krieges
gab es in den hinteren Odenwalddörfern eine Agrar=
kriſe‟
: Der Fruchtbau rentierte nicht mehr. Dagegen herrſchte
eine rege Nachfrage nach Molkereierzeugniſſen und nach Schlacht=
vieh
. Das führte zu einer Umſtellung in der Landwirtſchaft, in=
dem
man einen Teil des Ackerlandes in Grünland verwandelte
und in der Viehhaltung zu dem

freien Weidebetrieb
überging.
Während im vorderen Odenwald 70 Prozent der landwirt=
ſchaftlich
genutzten Fläche auf Getreide= und Hackfruchtbau und
30 Prozent auf Grünland entfallen, ging die Anbaufläche für Ge=
treide
im Kreiſe Erbach, zu dem Airlenbach zählt, auf 58 Prozent
zurück, während dem Grünland 42 Prozent zukamen. Davon iſt in
einem Betrieb, von dem weiter unten noch die Rede iſt, etwa ein
Drittel reine Weidefläche.
Urſprünglich war im Odenwalde ausſchließlich eine Land=
raſſe
heimiſch, das Odenwälder Rind, der Odenwälder
Schlag‟. Es war von rotgelber Farbe, mittlerer Größe, guter
Milchergiebigkeit, brauchbar im Zuge, ließ aber hinſichtlich der
Maſtfähigkeit zu wünſchen übrig. Schon 1834 wurden durch die
Gräfl. Solms=Laubachſche Verwaltung 5 Bullen und
30 Rinder aus der Schweiz eingeführt, und der Frage näher
getreten, ob nicht durch eine Kreuzung mit Schweizer Fleckvieh
eine Verbeſſerung der heimiſchen Landraſſe möglich wäre. Gegen
Ausgang des 19. Jahrhunderts (1880) war feſtzuſtellen, daß die
Landſchläge durch das Kreuzen mit Simmentaler Blut ihren ur=
ſprünglichen
Charakter mehr und mehr eingebüßt, ohne daß ent=
ſprechend
beſſere Schläge an ihre Stelle getreten wären. Erſt nach
dem durch den heſſiſchen Landwirtſchaftsrat vom Jahre 1896 auf=

als Zuchtziel wieder eine Reinzucht des Odenwälder Rot=
viehes
und des heſſiſchen Fleckviehes
gefordert.
Das zurzeit in der Gemeinde vorhandene Rotvieh, ſo berich=
tet
Bürgermeiſter L. Rebſcher in der Frage, iſt vor 30 Jahren
aus den alten Beſtänden der damals vorhandenen Rotviehraſſe
herausgezüchtet worden durch vorzügliche Auswahl der Zuchttiere.
Gleichzeitig wurde Zuchtmaterial aus Waldeck (Frankenberg an
der Eder) und Oberheſſen eingeführt. Die gute Maſtfähigkeit
des heutigen Odenwälder Rindes iſt auf die frühere Kreuzung
mit dem Schweizer Rind zurückzuführen. (Dr. Thelen, Rind=
viehzucht
.)
Der bereits erwähnte Beiſpielsbetrieb des Johann Adam Sie=
fert
2. umfaßt 18,75 Hektar. Davon waren früher 6 Hektar
Eichenſchälwald, 9 Hektar Ackerland, 3 Hektar Wieſen und 0,62
Hektar Weide. Aus Eichenſchälwald wurde durch Zwiſchenpflan=
zung
von Kiefern und Fichten 5 Hektar in Hochwald, der Reſt
wegen völliger Unrentabilität in wertvolles Futterland um=
gewandelt
, ſo daß das geſamte Grünland mit 8,5 Hektar rund 60
Prozent der genutzten Fläche einnimmt ((42 Prozent der Durch=
ſchnitt
).
Der Betrieb unterhält im Durchſchnitt jährlich 2 Arbeits=
pferde
, 1 ſtarken Warmbluthengſt des Heſſ. Landgeſtüts, 7 bis 8
Kühe, 8 Stück Jungvieh, einige Kälber, 3 bis 4 Zuchtſauen, 1 Eber,
610 Läuferſchweine. Das ergibt einen Großviehbeſtand von
150 Stück auf 100 Hektar gegenüber einem Durchſchnitt von 101
Stück der übrigen Betriebe des Kreiſes. Zu einer
regelrechten Weidewirtſchaft
ging der Siefertſche Betrieb im Jahre 1928 über. Zu der bereits
vorhandenen Weidefläche von 0,62 Hektar wurden 4 neue Koppeln
eingezäunt und die 5 Koppeln in 45tägigem Wechſel in der
Weiſe befahren, daß zuerſt die Milchkühe das beſte und ſaftigſte
Futter erhielten, dann wurde die Koppel mit Rindern und Fohlen
beſetzt. Die Koppeln konnten inzwiſchen auf 10 erhöht werden,
ſo daß das Vieh den ganzen Sommer von Ende April bis Anfang
Oktober auf die Weide geht.
Durch den Weidebetrieb verbeſſert ſich die Grasnarbe, die
läſtigen Unkräuter verſchwinden. Da außerdem eine regel=
mäßige
Grunddüngung mit Kali und Phosphorſäue er=
folgt
und Reinſtickſtoff in der Form von Leunaſalpeter und Nitro=
phoska
verwendet wird, hat ſich der Futterertrag derart geſteigert,
daß das überſchüſſige Grasfutter in den 1924 und 1930 errichteten
Grünſilos ſich aufſpeichern läßt, wodurch die tägliche hohe
Milchleiſtung auch im Winter aufrecht erhalten bleibt.

Eine eingehende Schilderung des Betriebes in einem Schrift=
chen
der Landwirtſchaftskammer Darmſtadt von

Diplom=Landwirt Graeber faßt die Ergebniſſe des Betriebes in
folgenden Sätzen zuſammen:
Die Bodennutzung iſt mit 60 Prozent Wieſen, Weiden und
Futterbau den klimatiſchen und Bodenverhältniſſen ſehr gut an=
gepaßt
. Die darauf ſich aufbauende ſtarke Viehhaltung liefert für
das Ackerland ſoviel guten Stallmiſt, daß bei richtiger Ackerbau=
technik
und mit Hilfe= von Handelsdünger Getreide und Hack=
früchte
weſentlich höhere Erträge als der Durchſchnitt der Gegedd
liefern.
Die intenſive Graslandnutzung verbilligt die Viehhaltung und
gibt die Grundlage für hohe Leiſtung.
W. Bartmann (Heidelberg).

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Mit Eanatweorg iſt es gelungen,ohne
bemiſche Behandlung eine Zigarette
gerzuftellen, die hoch-aromatiſch iſt.

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[ ][  ][ ]

Ein inkerefſankes Preisausſchreiben der Stadt Darmſtadt. 44 Archikekten liefern Enkwürfe
für Arbeitsloſen=Siedlungshäuſer. 4 Preiskräger und 4 angekaufte Enkwürſe.
Sieger im Wektbewerb Markwork und Seiberk.

Die Stadt Darmſtadt hatte zur Erlangung von baureifen
Entwürfen die in Anordnung und Bauweiſe für die Ausführung
und Wirtſchaftsführung den größten Nutzen verbürgen, einen
Wettbewerb unter Darmſtädter Architekten ausgeſchrieben der leb=
hafteſtes
Intereſſe fand und der vor allem eine Reihe erfreulicher
Ergebniſſe gezeitigt hat 44 Entwürfe gingen insgeſamt ein, da=
von
konnten 4 preisgekrönt werden und 4 weitere wurden an=
gekauft
.
Zurzeit ſind, bis einſchließlich 4. Juli, die eingereichten Wett=
bewerbsentwürfe
im Muſikſaal des Städtiſchen Saal=
baues
ausgeſtellt. Auch die Ausſtellung findet auffallend ſtarkes
Intereſſe. Sie iſt nicht nur von Siedlern ſtark beſucht, ſondern
auch von Architekten, Ingenieuren und Induſtriellen.
Es iſt bezeichnend und intereſſant, daß der Entwurf der
Architekten Markwort und Seibert mit dem erſten Preis
ausgezeichnet wurde. Denn wenn auch Architekt Eugen Seibert
eine große Anzahl von Villen und Einfamilienhäuſer hier und
auswärts erſtellt hat, war die Haupttätigkeit dieſes Architekten
doch in erſter Linie auf großzügige Induſtriebauten, Kranken=
häuſer
uſw. gerichtet.
Wenn man die 44 ausgeſtellten Entwürfe anſieht und neben=
einander
abwägt, ſo fällt bei dem mit dem erſten Preis ausge=
zeichneten
Entwurf, Markwort und Seibert, in erſter Linie eine
ganz ruhige, ſachliche und klare Aufteilung des Grundriſſes auf.
der die architektoniſche Geſtaltung des Randſiedlungshauſes har=
moniſch
ſich angliedert. Es iſt hier offenſichtlich das Beſtreben,
einen gänzlich neuen Typ des Kleinhauſes zu ſchaffen, vielleicht
in konſtruktiver Fortbildung aus dem Schrebergartenhaus, dem
Wohnwagen uſw. Auf jeden Fall iſt es begreiflich, daß das Preis=
gericht
einſtimmig zu dem Reſultat kam, daß in dem Entwurf
Markwort und Seibert der Typ des ſchlichten, ſachlichen Rand=
ſiedlungsbaues
in allem getroffen und dieſe Entwürfe am weite=
ſten
dem Ausſchreiben entſprechen
Gefordert war, daß die einzelnen Siedlerſtellen Erwerbsloſen
und Kurzarbeitern neben einer feſten Wohnſtätte die Möglichkeit
einer zuſätzlichen Ernährung bieten ſollte. Das Hausgrundſtück
mit Garten ſoll 600 Quardatmeter groß ſein und Erweiterungs=
möglichkeiten
für das Haus ſowohl, wie für das Grundſtück bieten.
D. h. alſo, es war ein Kernhaus zu ſchaffen, das nach Vergröße=
rung
der Familie Anbau ermöglichte, ohne die geſchloſſene Form
zu verlaſſen. Das Kernhaus konnte eingeſchoſſig oder auch einein=

halbgeſchoſſig ſein. Es muß Wohnküche und zwei Schlafräume,
deren Mindeſtmaße gefordert waren, Kammern, Cloſett und Stal=
lungen
für Kleintiere (für Schwein oder Ziege, Kaninchen oder
Federvieh) enthalten. Vorzuſehen war evtl. eine ſpätere Waſſer=
leitung
.
Die Geſamtkoſten ſollten für den erſten Ausbau einſchließlich
aller Nebenkoſten 2500 RM. nicht überſchreiten.
Dieſe letzte Forderung wurde nicht von allen Wettbewerbern
innegehalten. Der mit dem erſten Preis preisgekrönte Entwurf
erreicht nur eine Ausgabe von 2100 RM., wobei Flachdach vor=
ausgeſetzt
war Eventuell konnte für den gleichen Grundriß auch
ein Spitzdach in Frage kommen, das dem Wettbewerb beigefügt
war, das die Bauſumme um einige hundert Mark erhöhte.
Die mit dem 2., 3. und 4. Preis ausgezeichneten Entwürfe der
Architekten Schembs, Carl Schäfer, Konrad Haury und
Haus Selbſthilfe (Verfaſſer unbekannt) bieten ebenfalls in=
tereſſante
Löſungen, ebenſo wie die angekauften Entwürfe von
Paul Spengler Heinrich Göckel, Dipl.=Ing. W. Klingund
Architekt Philipp Martin.
Vergleiche dieſer Entwürfe mit dem erſten Preisentwurf laſ=
ſen
darauf ſchließen, daß einerſeits die komplizierte Grundriß=
löſung
, zum anderen die Ueberſteigung des Mindeſtbaupreiſes und
die einfachſte Erweiterungsmöglichkeit, dazu vielleicht noch Anord=
nung
der Stallungen und Nebenräume, für das Preisrichterkolle=
gium
maßgebend waren. Jedenfalls ſind aber auch dieſe Entwürfe
intereſſante, gut durchdachte Arbeiten, die den Siedlern ſicherlich
nützliche Fingerzeige geben.
Eine Reihe der weiteren Entwürfe fällt, wie die Ausſtellung
zeigt, erheblich aus dem Rahmen des Ausſchreibens heraus. Man
hat ſich darauf beſchränkt, ein Kleinhaus oder ein Bauernhaus zu
ſchaffen, ohne Rückſicht darauf zu nehmen, daß der Randſiedlungs=
bau
, der mit billigſtem Material, möglichſt durch Selbſthilfe, d. h.
durch ungelernte Arbeiter, hergeſtellt werden ſoll, losgelöſt vom
Stadtbild und reiner Zweckbau ſein muß, die Ausbildung eines
eigenen Typs erfordert. Es war auch Rückſicht darauf zu nehmen,
daß nur bewährte inländiſche Bauſtoffe, möglichſt aus Darmſtadt
und der näheren Umgebung zu verwenden ſind. Bei aller Einfach=
heit
und Sparſamkeit ſollten die Entwürfe ſolider Bauweiſe die=
nen
, unter möglichſter Bevorzugung, wie bemerkt, der Selbſthilfe.
Die Ausſtellug iſt von 3 bis 6 Uhr nachmittags zu beſichtigen.
**
Der Beſuch darf empfohlen werden.

v. Darmſtadt, 27. Juni.
Der Verband heſſiſcher Schulgeographen dem Erdkundelehrer
aller Schulgattungen angehören, hielt im Biologieſaal des Real=
gymnaſiums
, an der Stelle, wo der Verband vor 10 Jahren ge=
gründet
wurde, ſeine Hauptverſammlung ab. Der Vorſitzende,
der bekannte Schulgeograph Dr. Knieriem (Bad Nauheim),
konnte als Gäſte u. a. Vertreter des heſſiſchen Kultusminiſteriums
und des heſſiſchen Philologenvereins willkommen heißen. Namens
des Kultusminiſteriums überbrachte Miniſterialrat Dr. Kam=
mer
herzliche Grüße und verband damit den Wunſch auf erfolg=
reiche
Arbeit. Für den heſſiſchen Philologenverein ſprach Studien=
rat
Hauff, und als Hausherr grüßte Oberſtudiendirektor För=
ſter
vom Realgymnaſium. Der Hauptverband der deutſchen
Schulgeographen hatte ſchriftlich der Tagung anregenden Verlauf
gewünſcht.
Studienrat Dr. Knieriem ging in ſeinem Jahresbericht auf
die Gründung des Verbandes und die in 10 Jahren ge=
leiſtete
Arbeit näher ein und zollte dabei beſondere An=
erkennung
dem Gründer und Organiſator des Verbandes, Stu=
dienrat
Herbert (Worms). Ein anſchauliches Bild gab der Red=
ner
von der derzeitigen Lage der Geographie und kam dabei
beſonders zu ſprechen auf die Kriſe der Erdkunde, wie
ſie im Kampf um die wiſſenſchaftlichen Lehrmeinungen von Speth=
mann
und Banſe zum Ausdruck kommt Prof. Herbert (Worms)
berichtete über das Ergebnis einer Umfrage betr. Stoffverteilung
in den Oberklaſſen der höheren Schulen und über die erdkund=
liche
Unterrichtsverteilung an den höheren Schulen durch die
Direktionen.
Im Anſchluß daran fand eine Entſchließung einſtimmige
Annahme die zum Ausdruck bringt, daß die Leiter mancher
höheren Lehranſtalten zu wenig Fachlehrer zur Erteilung des
geographiſchen Unterrichts heranziehen. Weiter wird gefordert,
daß in den Unterklaſſen der höheren Schulen möglichſt Amts=
genoſſen
mit Lehrbefähigung den Erdkundeunterricht erteilen,
daß ein Lehrerwechſel in der Geographie in allen Klaſſen mög=
lichſt
unterbleibt, und daß die künftigen Philologieſtudierenden
möglichſt auch Geographie als Studienfach wählen.
Stadtſchulrat Dr. Rein (Mainz), der über Stoff und
Unterrichtsverteilung in der Grundſchule und auf der Oberſtufe
der Volksſchule referierte, zollte dem Dietrichſchen Lehrplan=
Entwurf für die Volksſchulen volle Anerkennung, der brauchbar
und gut ſei und den Anſchluß an den Lehrplan der höheren
Schulen in glücklicher Weiſe gefunden habe. Handels=Studienrat
Barthel (Bad=Nauheim) berichtete über den gegenwärtigen
Stand der Geographie an den kaufmänniſchen Berufsſchulen und
bemängelte den noch zu hohen Preis geographiſcher Wandkarten.
der bei den ſtark gekürzten Schuletats Neuanſchaffungen faſt un=
möglich
mache. In der Ausſprache kam zum Ausdruck, daß auch
in den gewerblichen Klaſſen der Berufsſchule wirtſchafts=
geographiſchen
Betrachtungen ein Platz im Lehrplan eingeräumt
werden müſſe.
Die geſchäftlichen Verhandlungen der Tagung fanden raſche
Erledigung. Prof Herbert (Worms) erntete für ſeine ge=
wiſſenhafte
Kaſſenführung den Dank der Verſammlung. Beſchloſſen
wurde die Beitragsbefreiung für die nicht angeſtellten Mit=
glieder
, ferner die Verwendung des Kaſſenüberſchuſſes zu Bei=
hilfen
an Mitglieder bei Lehrwanderungen, die möglichſt wieder
in den 3 Provinzen unternommen werden ſollen. Einmütig er=
folgte
die Vorſtandswahl. Verbandsvorſitzender bleibt Studien=
rat
Dr. Knieriem (Bad Nauheim). Außer ihm gehören dem
geſchäftsführenden Vorſtand noch Prof, Herbert (Worms) und
Lehrer Oßwald (Bad Nauheim) an. Im erweiterten Vorſtand
ſind ſämtliche Schularten vertreten; er ſetzt ſich wie folgt zu=
ſammen
: Handels=Studienrat Barthel=Bad Nauheim ( Berufs=
ſchule
) Studienrat Dr. Robert Pfeiffer=Offenbach ( Studien=
anſtalt
), Stadtſchulrat Dr. Rein=Mainz (Volksſchule), Studien=
rat
Stellwagen=Darmſtadt (Realgymnaſium) Studienrat Vetter=
Darmſtadt (Aufbauſchule), Studienrat Weiß=Worms ( Oberreal=
ſchule
) Prof. Wentzel=Darmſtadt (Gymnaſium), Kreisſchulrat i. R.
Dietrich=Darmſtadt, der ſein Vorſtandsamt niedergelegt hat wurde
herzlichſt gedankt für ſeine rege und wertvolle Mitarbeit im
Verband.

Das einmalige diesjährige große Vereinskonzert des
Reichsbundes ehem. Militärmuſiker am 5. Juli d. J. in der Feſt=
halle
erfreut ſich jetzt ſchon großen Intereſſes. Der kaum begonnene
Vorverkauf führte jetzt ſchon zum Abſatz von über 1000 Eintritts=
karten
. Das in erſter Linie Militärmuſik bringende umfang=
reiche
Programm durch die ſeit Jahren bewährten Kräfte, die

* Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am Diens=
tag
zunächſt gegen einen etwas ſchwachſinnigen Gärtner von
hier wegen ſchweren Diebſtahls im Rückfall. Er ſoll
aus einem Hof in der Saalbauſtraße ein altes Kartoffelgeſtell
geſtohlen haben, behauptet aber, er habe es dem eigentlichen Dieb
abgekauft, nicht wiſſend, daß es geſtohlen ſei. Da der Diebſtahl
ihm nicht nachzuweiſen iſt verurteilte ihn das Bezirksſchöffen=
gericht
im April wegen HXhkerei zu einem Monat Gefängnis.
Die Große Strafkammer drmäßigt die Strafe heute auf eine
Woche Gefängnis, de daxch die Unterſuchungshaft als ver=
büßt
gilt.
Es hat ſich dann ein kunger Kaufmann aus Lorſch
wegen Betrügereien/aller Art in ſieben Fällen zu verant=
worten
. Der Angeklagte erhielt deswegen in erſter Inſtanz acht
Monate Gefängnis, mußte jedoch heute freigeſprochen werden, da
mittlerweile ein anderes Gericht ihn wegen fortgeſetzten Be=
trugs
dazu zählten auch die heutigen Straftaten verurteilte
und dieſes Urteil rechtskräftig wurde.

Freiwilliger Arbeitsdienſt. Zu dem Aufruf vom 26. 6. 32
iſt folgendes zu berichtigen. Zum freiwilligen Arbeitsdienſt konnten
ſeither nicht zugelaſſen werden: Arbeitsloſe, die vor dem 3. No=
vember
1930 aus der Alu ausgeſteuert waren. Die Notverordnung
vom 16. Juni 1932 bringt hierin eine Aenderung. Arbeitsloſe
können nunmehr dann Kriſenunterſtützung erhalten, wenn ſie dieſe
innerhalb von 3 Jahren ſeit Ausſteuerung aus der Alu bean=
tragen
. Wird dieſer Kriſenantrag genehmigt, ſo können ſie ſich
ebenfalls zum freiwilligen Arbeitsdienſt melden.
Orpheum. Heitere Abende der Tegernſeer.
Heute und morgen neu: Auf der Alm da gibts koa Sünd, eine
erbauliche Geſchichte von Liebe, und Vom Kammerfenſterln und
andern dummen Sachen ein Stück, bei dem infolge der unglaub=
lich
komiſchen Situationen kein Auge trocken bleibt, da man Freu=
dentränen
lacht. Mehr zu ſagen erübrigt ſich, man muß dies ſelbſt
ſehen und hören! Anfang halb 9 Uhr, volkstümliche Sommerpreiſe.
Der Raum des Orpheums bietet infolge ſeiner freien Lage auch
bei der jetzigen Witterung einen gut ventilierten, angenehmen
Aufenthalt. (Siehe Inferat.)
Schuls Felſenkeller. Man ſchreibt uns: Darmſtadt iſt wie=
der
um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. Wer heute dieſe
gaſtliche Stätte beſucht, wird angenehm überraſcht ſein von den
Veränderungen, die unter der rührigen Hand des Beſitzers Herrn
Schul dort vorgenommen wurden, und die ganze Kelleranlage zu
einem Eldorado umwandelten. Während der mit Bäumen beſtan=
dene
Teil des Anweſens keine Veränderung erfahren hat, iſt der
frühere Brauhof, der ſeither nur bei ſtarkem Beſuche mit Gäſten
beſetzt wurde, heute in einen herrlichen Terraſſengarten umge=
wandelt
und bietet nun mit der älteren Anlage zuſammen Sitz=
gelegenheit
für zirka 1000 Perſonen. Die Neuanlage zerfällt in
3 Terraſſen, die untereinander durch Pflanzenbogen und Blumen=
ſchmuck
ſowie Geländer abgeteilt ſind während je einige
Stufen von einer zur anderen, höheren Abteilung führen. Kriegs=
beſchädigte
können jede einzelne Terraſſe auf bequem anſteigendem
Wege erreichen. Durch die praktiſche und architektoniſch ſchöne
Ausführung iſt es den Gäſten möglich, den geſamten Felſenkeller
zu überblicken.

Im Herrngarten=Café heute Rheiniſcher Abend.
Jeden Abend Künſtler=Konzert.
Vereinskalender.
Kriegerverein Darmſtadt. Samstag, den 2 Juli.
abends 8,30 Uhr im Vereinslokal Eintracht, Eliſabethenſtr. 12,
Monatsverſammlung Vortrag des Kam. Anton: Darmſtädter
Allerlei aus alter Zeit.

Ioder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsgulttung beizufügen. Anonyme Anfrogen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlſchteit.
F. B. Sofern nicht hier ein feſter gewerblicher Brauch feſt=
zuſtellen
iſt (was ſchwierig ſein dürfte), wird es Sache des einzel=
nen
Geſchäftsmannes ſein, die Bedingungen und Friſten feſtzuſtel=
len
, innerhalb deren die reparierte Ware vom Beſteller abzuneh=
men
wäre. Rechtlich betrachtet, handelt es ſich bei der Ausbeſſe=
rung
der zur Reparatur übergebenen Sache um einen Werkver=
trag
. Der Unternehmer hat für ſeine Forderungen aus dem Ver=
trag
ein Pfandrecht an den von ihm ausgebeſſerten beweg=

1. Odenwald=Grasbahnrennen am 3. Juli 4

in Erbach i. Odw.

Der Darmſtädter Automobil=Club teilt uns mit, daß d
dung der Fahrer eine ſehr lebhafte war. Die Vorbereitung
nahezu durchgeführt. Sämtliche 6 Rennen ſind ſehr gut be
daß ein Teil der Rennen in zwei Läufen mit Entſcheidu
durchgeführt werden muß. Alles in allem verſprechen die 9
gen, daß ein hochintereſſanter und ſehr guter Rennſport
wird. Auch die Vorführungen des Odenwälder Reiterverei
zwiſchen und nach den Rennen, werden ſicher ſehr dankbares
kum finden. Für Erbach und den Odenwald ſcheint es wiede
großen Tag zu geben. Der/ Beſuch der Veranſtaltung
zu empfehlen und wird ſich beſtimmt lohnen.

F Eberſtadt, 27. Juni. Volkstümliches Konze
Muſikvereins 1904 Eberſtadt. Der Verein, de
anderes und nichts mehr als die Pflege guter Hausmu
erntete mit dem Dargebotenen unter der Leitung ſeines
Dirigenten, Philipp Frees, einen beachtlichen Erfolg.
den Mitgliedern des etwa 25 Mann ſtarken Orcheſters E
Weitzel und Fritz Büttel in ihren Trompeten= bzw. P.
ſoli unter Beweis geſtellten muſikaliſchen Leiſtungen erhöl
Genuß des Abends. Dem Verein darf man zur Heranbildy
ausgezeichneter Kräfte herzlichſt gratulieren.
Op. Pfungſtadt, 28. Juni. Erweiterter Fel)
Chriſtoph Berſch 2., Ludwig Eberhardt 2. und
Crößmann 25, ſind durch das Kreisamt Darmſtadt
Feldſchutz der Gemarkung Pfungſtadt verpflichtet worden.
hieſige Radfahrerverein 1898 hielt am Sonn
mittag eine größere Schnitzeljagd ab. Im Anſchluß daran
dem Sammelplatz, dem Sportplatz am grünen Steg, ein
langſamfahren mit Preisverteilung ſtatt.
f. Roßdorf, 28. Juni. Bürgermeiſterverſamyſ
Am Donnerstag, den 30. Juni, vormittags, findet eine
Verſammlung der Bürgermeiſter des Kreiſes Darmſt
Darmſtädter Hof zu Roßdorf ſtatt. Im Anſchluß an die n
iſt eine Beſichtigung der Steinbruchanlagen auf dem Roſ
wie der Platten= und Bordſteinfabrikation der Odenwäld u
ſtein=Induſtrie A.=G. vorgeſehen.
Cg. Reinheim, 28. Juni. Segelfliegergrup
Angehörigen der Gruppe verſammelten ſich im Gaſtha 6
Linde (Arras), um über verſchiedene wichtige Fragen zu
U. a. wurde einſtimmig beſchloſſen, ſich der DT. anzuſchlie ſoc
nur unter Wahrung der Selbſtändigkeit der Gruppe, ſo jaalle
eine Verſchmelzung mit dem ſchon beſtehenden, ebenfalls d fut
ſchen Turnerſchaft unterſtehenden Turnverein nicht erfolg march
die DT. wieder iſt der Anſchluß an die Fliegerorganiſat
einem entſprechenden Vertrag geſichert. Eine lehrreiche ſade=
rung
unternahm die Ortsgruppe des Odenwaldklubs
Reinheim, außerplanmäßig eingelegt und nicht beſon
wertet. Ueber 30 Teilnehmer waren beiſammen, um den Cn u=
gen
des Herrn Apothekers Scriba zu den aufgeſuchten Blu zund
Pflanzen aufmerkſam zu folgen, auch einer vielgerühmter ILen
heit Bewunderung angedeihen zu laſſen. Ein Vortrag
geologiſche Eigenart unſerer näheren Heimat von Rektt 2:0
ſchloß ſich an, außerdem ein ſolcher des Herrn v. Willich, E
bach, über Illbachs Vergangenheit bis zur Gegenwart, wie
Neues für den brachten, der nicht alle Tage in dieſe Ge
zu vertiefen in der Lage iſt Eine bekannte Geſtalt1Ite
Kriegsveteran, Herr Phil. Kilian 3., von hier, der bis zu ſSten
Augenblick noch rüſtig ſeine Arbeit vollbringen konnte, iſt r
einem Schlaganfall erlegen.
Ed. Winterkaſten, 27. Juni. Hagelfeiertag. A
M. wurde in unſerem Dorfe ſowie in den Nachbargemein Eg
dewau und Gumpen der ſogenannte Hagelfeiertag bega=
Jahre 1729 ging an dieſem Tage über unſerer Gegend ein zere
Wolkenbruch mit Hagelſchlag nieder, wodurch die gan rut
vernichtet wurde. Der als Simmers Hohle bekannte, rei
Meter tiefe Hohlweg oberhalb Laudenaus ſoll damals vo Eſſe,
geriſſen worden ſein. Die obengenannten Gemeinden E
dem von unſeren Vorfahren eingeführten Hagelfeiert greit
noch feſt. Vormittags findet an dieſem Tage ein Dankgo /Zenſ
ſtatt, und die Feldarbeiten ruhen. Heuernte. Die nte
die in der vorigen Woche ſehr gute Fortſchritte nahr Euß
durch das eintretende Regenwetter unterbrochen werden,
den Wieſen liegende Heu hat ſeine ſchöne grüne Farbe wie
und wird immer wertloſer.
Bt. Auerbach, 28. Juni. Erdbeerernte. Der Voy
hieſigen Obſtbau= und Verwertungsgenoſſenſchaft war
Grundung der Genoſſenſchaft im Jahre 1927 bemüht, die Beite
rung des Obſtbaues ſyſtematiſch zu fördern. So iſt der fe
Anbau der Erdbeeren ſtändig geſteigert worden, ſo daß Eut
jahre bereits mit dem waggonweiſen Abſatz begonner Erd0
konnte. Die Erträge aus der diesjährigen Erdbeerernte
ſtark an, daß am letzten Freitag und heute je 2 Waggon O9
Genoſſenſchaft abgeſandt werden konnten. Die Marktar /M
eingerechnet ſind heute über 148 Zentner durch die Erz
geliefert worden. Der Preis bewegte ſich zwiſchen 2024
Pfund.
W Heppenheim a. d B., 28. Juni. Folgenſ,
Motorradunfall Ein von Bensheim kommender
fahrer verſuchte in vollem Tempo an der Brücke beim Sdk
ein in entgegengeſetzter Richtung fahrendes Auto zu 1,
Der Motorradfahrer blieb aber dabei mit dem linken u
dem Türgriff des Wagens hängen und riß ſich den Arm

aus. Der wuchtige Zuſammenprall riß den Fahrer v4 /N
Motorrad, der Schwerverletzte überſchlug ſich noch mehr
kam dabei noch unter das Rad zu liegen, wodurch er
ſchweren Unterſchenkelbruch zuzog Die hieſige Sanitä w
leiſtete die erſte Hilfe, und nach ärztlicher Konſultatiol 2
die ſofortige Ueberführung in das Weinheimer Kranker
dem Verunglückten der linke Arm vollſtändig abgenommt
mußte. Obſtbaumſchädlinge. Zahlreiche Obſtb
ſonders die Apfelbäume, ſind ſtark von der Apfelbaumgeſ.
befallen. Da die Bäume hierdurch ſtark geſchädigt werds

ſofortige Bekämpfung entweder durch Herausleſen der
der Hand, oder durch Spritzen mit Kupferkalk oder Sch
Arſenbrühen notwendig.
Gernsheim, 28. Juni. Waſſerſtand des Rh
Pegel am 27. Juni 1.45 Meter, am 28. Juni 1,35 Meter
WSN. Bürſtadt (Ried), 28. Juni. Opfer einer ?
Zwei Radler hatten ſich an einen von Worms komme!
wagen angehängt. Einer der Radler ſtieß ein Mädchen
vom Rad und ſchleuderte es unter den Laſtwagen. Das
kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Wormſer
haus.
Ck. Erfelden, 28. Juni. Die Leiche des ertrunken
knechtes konnte am Samstag von Fährmann Roth gelg
den. Da von ſeinen Eltern keine Nachricht kam, wur
dem hieſigen Friedhof begraben. Durch das regner
ter der letzten Woche iſt das Altrheinwaſſer erheblich C.
len. Die Schnakenplage dürfte ſich hierdurch etwas verſ
Ck. Stockſtadt, 28. Juni. Ein hieſiger Landwirt wurde
hörigen in der Scheune erhängt aufgefunden. Der Unglu

im 68. Lebensjahre ſtand, litt an einer unheilbaren Kra
ihn jedenfalls zu dieſer Tat veranlaßte. Das hie
hofsviertel iſt durch das neuerrichtete Zweifamilienhau
brikanten Fritz Nold erheblich verſchönert worden. 2
arbeiten des Wohnhauſes werden bald fertiggeſtellt ſei
Am Sonnte ſt.*,

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 179

Mittwoch, 23. Juni

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Oranienburgs 700=Jahrfeier.

Zeierliche Rekioraksübergabe an der Deutſchen Hochſchule für Leibesübungen.

Von links nach rechts: Der Präſident des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, Staatsſekretär a. D.
Dr. Lewald, Geheimrat Prof. Dr. Bier mit der Rektoratskette, Geheimrat Prof. Dr. Sauerbruch
und Dr. Diem, der Generalſekretär des Reichsausſchuſſes.

Ein Wagen aus dem trachtenreichen Feſtzug mit dem Großen Kurfürſten,
der ſeiner Gattin Louiſe Henriette von Oranien hier ein Schloß errichten ließ. Die Stadt
bis dahin Bötzow nannte, trug künftig den Namen Oranienburg.

In der Deutſchen Hochſchule für Leibesübungen fand jetzt die feierliche Rektoratsübergabe ſtatt.
Der bekannte Chirurg Prof. Dr. Sauerbruch hat die Nachfolge ſeines ſcheidenden Fakultätskollegen
Geheimrat Prof. Dr. Bier angetreten.

Die Brüder Sklarek zu je 4 Jahren Zuchkhaus verurkeilt und ſofork verhafket.
Beſchlagnahme der Beſtechungsgelder bei den Mikangeklagken.
Hohe Gefängnisſtrafen für die ſchuldigen Beamken.

Graf Zeppelins 250. Fahrt.
Luftſchiff Graf Zeppelin feierte geſtern
(28. Juni) Jubiläum. Es unternimmt ſeine 250.
Reiſe, eine Schweizerfahrt, die ihre Paſſagiere
von Friedrichshafen über die Firnen und Gipfel
der Schweizer Berge trägt. Es iſt charakteriſtiſch,
daß um dieſe 250. Fahrt vom Luftſchiffbau Zep=
pelin
nicht viel Weſens gemacht wird, daß man
ſie als kleiner Teil von einem großen Fahrten=
programm
wertet. Graf Zeppelin iſt nicht
mehr, wie anfangs mancher meinte, ein Experi=
ment
; Graf Zeppelin iſt ein reguläres Ver=
kehrsmittel
geworden, das ſeine Aufgabe mit der
gleichen Sicherheit und Pünktlichkeit erfüllt wie
die Eiſenbahn, der Ozeandampfer oder das
Flugzeug.
Wie uns der Luftſchiffbau Zeppelin verſichert,
erfreut ſich Graf Zeppelin bei der Vollendung
des erſten Vierteltauſends ſeiner Fahrten eines
ausgezeichneten Geſundheitszuſtandes, und er iſt
auf dem beſten Wege zur erſten Kilometermillion.
Auf ſeinen 250 Fahrten darunter befinden ſich
eine Weltreiſe, eine Arktisfahrt und nicht weni=
ger
als 24 Ozeanreiſen hat es rund 16 000
Perſonen, 13 Tonnen Poſt und 33 Tonnen Fracht
befördert.
Auf ſeine 250. Reiſe läßt Graf Zeppelin in
den nächſten Wochen noch eine Reihe weiterer
Sommerreiſen, ſo eine Englandreiſe und eine
Danzig= und Oſtſeefahrt folgen und nimmt dann
am 15. Auguſt wieder ſeine regelmäßigen Fahr=
ten
nach Süd=Amerika auf, von denen bis zum
Oktober bis jetzt fünf vorgeſehen ſind.

Das hannoverſche Opernhaus in Brand
Hannover. Am Dienstag nachmittag kurz
vor 14,30 Uhr brach im rechten Flügel des hie=
ſigen
Opernhauſes ein größerer Brand aus. Die
ſofort erſchienene Feuerwehr griff den Brand,
deſſen Herd ſich anfangs wegen ſtarker Rauchent=
wicklung
nicht feſtſtellen ließ, ſofort mit zwei
Rohren an. Der Brand dauerte am Nachmittag
noch an
Ein Teil des Magazins vernichtet.
Der Brand im Opernhaus konnte dank dem
tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr gelöſcht
werden. In den im Zwiſchenſtock des Südflügels
gelegenen Garderobenräumen für die Künſtler
war, ſoweit bis jetzt feſtgeſtellt werden konnte,
eine Flamme entſtanden, die in den dort liegen=
den
Gegenſtänden reiche Nahrung fand. Die ſo=
fort
verſtändigte Feuerwehr war in wenigen
Minuten an Ort und Stelle und griff den Brand
mit mehreren Motorſpritzen und zahlreichen
Schlauchleitungen an, ſo daß es in kurzer Zeit
gelang, den Brandherd abzuriegeln und die
Flammen zu erſticken. Es wurden große Waſſer=
mengen
in die Räume geworfen und damit die
weitere Ausdehnung des Feuers verhindert. Der
Schaden läßt ſich noch nicht überſehen. Es handelt
ſich größtenteils um Waſſerſchäden. Wegen der
ungeheuren Qualmentwicklung mußten die Feuer=
wehrleute
die Rauchhelme aufſetzen. Einige
Leute wurden wegen Rauchvergiftung fortge=
tragen
. Der Zuſchauerraum und das Bühnen=
haus
des Theaters blieben von dem Feuer un=
berührt
.
Verſuchsballone in die Strakoſphäre.
20 000 Meter Höhe erreicht.
Stuttgart. Vom Hofe des Phyſikaliſchen
Inſtituts der Techniſchen Hochſchule aus wurden
von Prof. Regener zu Verſuchszwecken erneut
Höhenballons losgelaſſen, die aus drei Ballons=
beſtanden
und mit einer Leine verbunden waren.
Die mit Waſſerſtoffgas gefüllten Ballone hingen
übereinander und hatten ungefähr zwei Meter
Durchmeſſer bei einem Abſtand von vier Metern.
In der unten angebrachten Meßgondel war das
Meßgerät für die Verſuche enthalten, das durch
beſondere Schutzvorrichtungen gegen eine Kälte
von minus 60 Grad geſchützt worden war. Die
Ballone ſtiegen raſch in die Höhe und waren be=
reits
nach 10 Minuten nicht mehr ſichtbar. Nach
einer Flugzeit von zwei Stunden 50 Minuten
landeten die Ballons bei Gerſtetten, Oberamt
Heidenheim. Bei der Auffindung der Ballone
war das Meßgerät leicht beſchädigt, was die Re=
giſtrierung
der Höhenkurven und deren Ableſung
ſehr erſchwerte. Trotzdem konnte feſtgeſtellt wer=
den
, daß die Ballone in die Stratoſphäre einge=
drungen
ſind und eine Höhe von mehr als 20 000
Meter erreicht haben.

Berlin, 28. Juni.
Am Dienstag, dem 123. Verhandlungstage,
pünktlich 11 Uhr vormittags verkündete die Große
Strafkammer beim Landgericht unter Vorſitz des
Amtsgerichtsrats Keßner das Urteil im Sklarek=
Prozeß. Es wurden verurteilt:
Leo Sklarek und Willi Sklarek we=
gen
Betruges, zum Teil in Tateinheit mit ſchwe=
rer
Urkundenfälſchung und wegen Betruges in
weiteren 8 Fällen unter Freiſprechung von der
Anklage des Konkursverbrechens und des Kon=
kursvergehens
und der Anſtiftung, der ſchweren
Untreue zu je 4 Jahren Zuchthaus. Beide wurden
ſofort in Haft genommen.
Stadtbankdirektor Schmidt wegen ſchwerer
paſſiver Beſtechung zu 4 Monaten Gefängnis.
Stadtbankdirektor Hoffmann wegen ſchwe=
rer
paſſiver Beſtechung zu 3 Monaten Gefängnis.
Der ſozialdemokratiſche Bürgermeiſter Kohl
wegen ſchwerer paſſiver Beſtechung zu 1 Jahr
3 Monaten Gefängnis.
Der ſozialdemokratiſche Bürgermſtr. Schnei=
der
wegen ſchwerer paſſiver Beſtechung zu 4
Monaten Gefängnis.
Der kommuniſtiſche Stadtrat Gäbel wegen
ſchwerer paſſiver Beſtechung zu 1 Jahr 6 Monaten
Gefängnis.
Der kommuniſtiſche Stadtrat Degener we=
gen
ſchwerer paſſiver Beſtechung zu 6 Monaten
Gefängnis.
Der Stadtrat Sakolofski wegen ſchwerer
paſſiver Beſtechung und ſchwerer Untreue in zwei
Fällen zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis.
Der Buchhalter Lehmann wegen Beihilfe
zum Betrug und ſchwerer Urkundenfälſchung zu
1 Jahr 3 Monaten Gefängnis.
Der Buchhalter Tuch wegen Beihilfe zum
Betrug zu 6 Monaten Gefängnis.
Der Diplomkaufm. Luding wegen ſchwerer
paſſiver Beſtechung zu 1 Jahr 3 Monaten Ge=
fängnis
.
Bei Kohl, Sakolofski, Gäbel, Degener, Schnei=
der
und Luding erkannte das Gericht ferner auf
die Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aem=
ter
auf fünf Jahre mit Ausnahme von Degener
und Schneider, bei denen das Gericht lediglich auf
drei Jahre der Unfähigkeit zur Bekleidung öffent=
licher
Aemter erkannte.
Dem Staate für verfallen erklärt wurden
8800 Mark Beſtechungsgelder, die Stadtbankdirek=
tor
Schmidt erhalten hatte, 4300 Mark, die Stadt=
bankdirektor
Hoffmann empfangen hat. Von dem
Vermögen von Kohl, der aus dem Polizeigewahr=
ſam
entlaſſen wird, wurden 15 950 Reichsmark
für verfallen erklärt, bei Sakolofski 20 500 RM.,
bei Gäbel 21 550 RM., bei Degener 10000 RM.,
bei Schneider 14 650 RM., bei Luding 4300 RM.
Außerdem ein Grammophon, das Stadtbankdirek=
tor
Schmidt erhalten hatte. Bei Sakolofski,
Gäbel, Schneider und Luding wurden außerdem
die Kleidungsſtücke für den Staat als verfallen
erklärt, die dieſelben von den Sklareks erhalten
haben.
Die Urteilsbegründung.
In der Urteilsbegründung führte der Vor=
ſitzende
aus, daß im Sklarek=Prozeß die lange
Verhandlungsdauer notwendig geweſen wäre, um
die ganzen Vorgänge richtig nachprüfen zu kön=
nen
. Die Stadtbankdirektoren hatten ſich ver=
ſchiedentlich
unbewußt offenbart und ſo ſei das
Gericht zu der Ueberzeugung gekommen, daß die
Stadtbankdirektoren von den Sklareks getäuſcht
worden ſeien. Von einem Gemeinſame= Sache=
machen
zwiſchen Stadtbankdirektoren und Skla=
reks
könne keine Rede ſein. Es ſei ganz offenbar,
daß die Sklareks keinen Anſpruch auf Kredite
gehabt hätten. Der Sinn der Sklareks war ledig=
lich
geweſen, ſich zu bereichern. Dies gelang ihnen,
indem ſie der Stadtbank wertloſe Schecks in Höhe
von 180 Millionen übergaben und der Stadtbank
einen Umſatz vortäuſchten, der nicht vorhanden
war.
Stadtbankdirektor Schmidt habe es in den
letzten Tagen vor der Verhaftung der Sklareks,

in denen man von den Unregelmäßigkeiten der
Sklareks ſchon ſprach, es vorgezogen, auf der
Sklarekſchen Jagd einen Hirſch zu ſchießen, ſtatt
in Berlin zu bleiben und die Stadtbank vor Ver=
luſten
zu retten. So könne nur ein Stadtbank=
direktor
handeln, der nichts aufdecken, ſondern
eine Aufdeckung verhüten wolle. Die Stadtbank=
direktoren
hätten zweifellos ihre mit den Skla=
reks
getätigten Geſchäfte nicht durchſchaut. Dieſes
müſſe ihnen aber in ſtrafrechtlicher Hinſicht zu=
gute
gehalten werden, da ſie in dem Glauben ge=
geweſen
wären, daß die Stadtbank durch die Skla=
reks
keinen Schaden erleide, zumal ſie die Skla=
reks
für reiche, ehrenhafte Leute hielten, die mit
namhaften Perſonen der Berliner Magiſtratsver=
waltung
befreundet waren.
Was das Strafmaß anbelange,
ſo habe das Gericht ein gerechtes Urteil ohne
Rückſicht auf die öffentliche Meinung finden wol=
len
. Dem Charakter und der Veranlagung der
Sklareks nach, insbeſondere in bezug auf ihre
vom Gericht erkannte Unaufrichtigkeit, vertrete
das Gericht den Standpunkt, daß die Sklareks
bei einer paſſenden Gelegenheit nicht davor zu=
rückſcheuen
würden, ihre Straftaten zu wieder=
holen
. Dieſe Anſchauung gelte auch für die ver=
urteilten
Beamten. Daß die Sklareks noch nicht
vorbeſtraft ſeien, könne nur als Zufall bezeichnet
werden.
Was die Beſtrafung der Beamten
anbelange, ſo habe das Gericht keinen Unterſchied
zwiſchen den Berufsbeamten und den politiſchen
Beamten gemacht. Den politiſchen Beamten
müßten mildernde Umſtände zugutekommen, da
die oberſte Spitze der Stadt Berlin ihnen nicht
nur keine Anleitung gegeben hätte, ſondern die
oberſte Spitze der Stadt Berlin dieſen Beamten
auch kein leuchtendes Beiſpiel geweſen ſei.
Mildernde Umſtände ſeien für die Sklareks
nicht zu finden geweſen. Die Stadtbankdirektoren
ſeien das Opfer ihrer geſchäftlichen Eitelkeit ge=
worden
. Sie unterſcheiden ſich lediglich von den
anderen Beamten, indem ſie die Folgen ihrer
Handlungsweiſe nicht erkannt hätten. Bürger=
meiſter
Kohl habe den Grundſtein für den Auf=
ſtieg
der Sklareks gelegt und ſich dann nicht ge=
ſcheut
, laufend Zuwendungen entgegenzunehmen.
Bei Stadtrat Gäbel ſei die Handlungsweiſe in=
folge
ſeiner Weltanſchauung als beſonders ver=
werflich
zu bezeichnen.
Die Anträge der Staatsanwaltſchaft auf Er=
laß
von Haftbefehlen gegen die Stadtbankdirek=
toren
Schmidt und Hoffmann, gegen den Buh=
halter
Lehmann und die Bürgermeiſter Kohl
und Schneider lehnte das Gericht mit dem Hin=
weis
ab, daß bei dieſen kein Fluchtverdacht
beſtehe.
Die Verteidiger ſämtlicher verurteilter An=
geklagten
im Sklarek=Prozeß haben gegen das
Urteil Reviſion beim Reichsgericht angemeldet.

Selbſtmord zweier Berliner Bankiers.
Berlin. In den letzten Tagen haben zwei
in Berliner Börſenkreiſen bekannte Bankiers
durch Selbſtmord ihrem Leben ein Ende ge=
macht
. In einem Hotel Unter den Linden er=
ſchoß
ſich der Bankier Landsberg, ein Bruder des
Berliner Vertreters der Frankfurter Bank
J. Dreyfus. Landsberg war vor einiger Zeit
wegen krankhaften Alkoholismus von ſeiner Frau
geſchieden worden. In hinterlaſſenen Briefen
gibt er auch dieſe Sucht als Motiv an. Der
zweite Bankier iſt der frühere Inhaber der Ber=
liner
Bankfirma Schleſinger, Trier u. Co., Sieg=
fried
Baer. Er hat ſich wegen wirtſchaftlicher
Schwierigkeiten mit einem Schlafmittel vergiftet.
Das Gold der Egypt freigegeben.
London. Der Admiralitätsmarſchall ord=
nete
die Freigabe der von der Egypt gehobe=
ten
Gold= und Silberladung an, die an Bord
des italieniſchen Bergungsſchiffes nach Plymouth
gebracht worden war. Unter den Augen von
vielen Tauſenden von Zuſchauern wurden dann
die Gold= und Silberbarren ausgeladen und mit
einem Sonderzug nach London befördert.

Der 13. Rhön=Wektbem
Der vom 17. bis 31. Juli 1932 auf der
kuppe ſtattfindende Rhön=Segelflug=We
verſpricht auf Grund der vorliegenden
dungen eine rieſige Beteiligung in= r
ländiſcher Segelflugpiloten. Die in 1
jährigen Ausſchreibung noch weſentlich
Anforderungen laſſen wiederum die n
deutſche Segelflugelite in Wettſtreit tre
voran das Dreigeſtirn Groenhoff=Hirth=
Letzterer greift ſogar mit drei Maſchit
unter die durch ihre große Spannweite
bekannt gewordene Auſtria, in den
werb ein. Nach mehrjähriger Pauſe ni n
der alte Segelflugpionier Martens, ne
mar=Schweinfurt, Meyer=Stettin (frühe
Hurttig=Kaſſel, Riedel=Darmſtag
Bachem=Aachen teil. Die ſchleſiſche und
meriſche Segelfliegergruppe haben eb
die Akaflieg Darmſtadt, Karls
der Württembergiſche Luftfahrtverband /
gen abgegeben. Als weitere Konkurren 9
erſtmalig zwei polniſche, ein italieniſche
deutſch=böhmiſcher Pilot auf und als 1
Novum bewirbt ſich eine Damenſeg
gergruppe aus Wiesbaden.
Die Ausſchreibung umfaßt wiedert lääine
Uebungs= und einen Leiſtungswettbewe WWäh=
rend
man den Uebungswettbewerb de
fliegernachwuchs vorbehalten hat, w
Leiſtungswettbewerb bisher noch nicht .
Leiſtungen z. T. verlangt. So müſſer
werher um den Fernzielflugpreis, der
Mark dotiert iſt, nach einem zugelaſſer!
platz fliegen, ſich dort mittels Schleppſte
ſtarten laſſen und wieder zur Waſſerkur
kehren. Neben einer Reihe von Ehrenp
insgeſamt 20 000 Mk. an Geldpreiſen

Vom Propeller geköpft.
New York. Einen ſchrecklichen T. ſ44N
bekannte amerikaniſche Dauer
James Hunter gefunden, einer de ſri
rühmten Brüder, die im Juli 1930 Teie
23 Tagen zwei Stunden in der Luft b!
wollte während des Fluges den Motor
zeuges reparieren, das von einem and ſ30
ger geſteuert wurde. Dabei ſtieg er auf Li
fläche des Flugzeuges, verlor aber d. aie
gewicht und fiel in den Propeller hiu
Kopf wurde im Bruchteil einer Sek=
Rumpf getrennt und fiel aus einer
mehreren hundert Metern auf die E

In der Mitte: Ruth Franck, Sieger
rudern, links u. rechts: Hertha und
hauſen, die Siegerinnen im Gig=Du

Auf der klaſſiſchen Ruderſtrecke in

Berlin wurden die Meiſterſchaften ii
Wettrudern ausgetragen, die voſſe.
Damen=Ruderverein veranſtaltet

[ ][  ][ ]

woch, 29. Juni 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 179 Seite 9

Sie Bekehrung der Pruzzen zum Chriſtentum

Ddie Reſchenehr gedenf Fielfſhls des Gtoſen.

* Aus dem deutſchen Often.
Hreußen das heutige Oſtpreußen war nach der
ühe ſtimmenden Geſchichtsforſchung ſeit Urzeiten von Ger=
ma
-) bewohnt. Phtheas, Plinius und Tacitus ſeien hier
rs erwähnt, ihre Angaben werden durch den Biſchof
;t von Bremen und den Geſchichtsforſcher Wulfston
Altpreußen oder Oſtpreußen iſt alſo uralter ger=
er
Beſitz. Als Ureinwohner werden die Guttonen oder
d. h. Oſtleute bezeichnet, ein germaniſch=baltiſcher
Vo imm, keine Slawen. Der Name Aeſtier wanderte ſpäter
meml ach Norden, wo wir ihn ja heute noch in Eſthen
wierkennen, während für die Bevölkerung Altpreußens der
NaPruzzen d. h. Klugen, die Wiſſenden gebräuchlich
wu
mit ſagt ſchon der Name Pruzzen, daß man ſich das
alrl reußen keineswegs als ein wüſtes, kulturloſes Geciet
zu en hat, in dem ſich nur rohes, nomadiſierendes Heiden=
tum
finſteren Wäldern barg. Es war nicht nur der Handel
mit=r oſtpreußiſchen Gold dem Bernſtein , das ſich die
Kuw ölker ſeit früheſter Zeit hier holten, ſondern auch die
Fri arkeit des Bodens und die eigene Tüchtigkeit, welche die
ruzzen zu Wohlſtand hatten kommen laſſen.
Götter wurden durch Gebete, Spenden, Opfer und Feſte
geel feder Hausherd war ein Altar, aber zu größeren Opfern
Großen Kurfiuu wur ein Prieſter hinzugezogen; die Pruzzen kannten nicht
nurcr= ſondern auch Menſchenopfer, und ſo hat auch mancher
z errichten lie
deu 1. Ritter, der in die Hände der Pruzzen fiel, durch dieſe
n Oranie
grar t ie Sitte ſeinen Tod gefunden: in der Regel wurden
itſchritter auf ihren Pferden lebendig verbrannt.
erſte Bote der chriſtlichen Lehre, der das Preußenland
betry war der Biſchof Adalbert von Prag. Er war der Sohn
des chtigen Böhmenfürſten Slawnik von Libize und hieß
Räf
eige h. Wojtech; ſeinen Namen Adalbert hatte er von dem
Erz Af Adalbert von Magdeburg erhalten, dort hatte er
neu=yrhre den gelehrten Studien obgelegen. Als Biſchof von
Prasſ elang es ihm nicht, die Böhmen in ſeiner ſtreng
Gadt
mörr/ hen Auffaſſung der chriſtlichen Lehre zu regieren, deshalb
rieſige Beteil
legt A, zweimal den Biſchofsſtab nieder und ging als Mönch
gelflugpilote
in x Kloſter St. Alexius. Aber der Papſt ſchickte ihn beide=
ſchreibung
no
laſſen
nach Prag zurück, das zweite Mal mit der Erlaubnis,
flugelite in
als fionar nach Preußen zu gehen, falls die Böhmen ihn
ſtirn Groenhoſh als en ihres Bistums ablehnen ſollten. Da dieſes Letztere
ſo ging Adalbert von Prag im Jahre 997 nach Preußen.
re große Spanmn Dyru/ ad er nach einem Aufenthalt von nur zehn Tagen den
Eodcn ſieben Lanzen durchbohrt ſank er zu Boden: Hiermit
mehrjähriger Palt hat. Adalbert von Prag die höchſte Stufe des Ideals des
Sickc it kann ſeine Todesſtätte nicht angegeben werden, ſie
in wirx) mutmaßt an der Bernſteinküſte bei dem Fiſcherdorfe
h.Eenya, weſtlich Fiſchhauſen; daſelbſt wurde im Jahre 1422
nnerung an ſeinen Märtyrertod eine Kapelle errichtet,
berühmter Wallfahrtsort wurde; dieſe Kapelle ſtürzte
ce 1669 bei einem großen Sturm zuſammen; an ihrer
mSter urde im Jahre 1822 ein hölzernes Kreuz errichtet, das
ſam 2 e 1834 durch ein gußeifernes Kreuz erſetzt wurde. Dieſes
ähr= Gedenkfeſte Adalberts von Prag erneuert und mit
ſine o nfaſſung umgeben. Eine Statue Adalberts von Prag
ᛋſ: der Kirche der alten Deutſchordensſtadt Fiſchhauſen.
rer) lande war der heilige Bruno aus dem Geſchlechte der
Herry von Querfurt, geboren um 970, dem Benediktinerorden
mngey end; nachdem er ſich der Miſſion unter den heidniſchen
5laru in Polen, Ungarn und Rußland gewidmet hatte, ſetzte
zielflugpris nit 1 Begleitern am 14. Februar 1009 von den Preußen
inen z rſchl n.
7 Jahrhunderte ſpäter wirkte ſeit dem Jahre 1209 als
mittels e
eder zur Aüſte rſte2 Folgreicher Apoſtel der heidniſchen Preußen der Ciſter=
ien
u önch Chriſtian, der, vom Papſt Innocenz III, im
Jah d 215 zum Biſchof von Preußen ernannt, der erſte Biſchof
ſon ußen wurde. Seinen unermüdlichen Bemühungen war
8 elagen, in verſchiedenen Landſchaften Altpreußens dem
kba=ykum Eingang zu bereiten. Da aber bald darauf eine
ſteaky, des Heidentums eintrat, in der auch der vom Biſchof
Ehri/e gegründete Orden der Ritter Chriſti vernichtet wurde,
0 I te ſich im Jahre 1225 der Biſchof Chriſtian, der ſogar
ſon / owien, der wiederum, zumal die Pruzzen oder Preußen
ſerhel rd in ſein Herzogtum einfielen, die Unterſtützung des
deuy m Ordens erbat.

Als im Jahre 1230 der Landmeiſter des Deutſchen Ordens,
Hermann Balk, mit einigen Rittern und einer Schar Reiſigen
das fremde Preußenland betrat, da wurde die Bekehrung der
heidniſchen Preußen zum Chriſtentum unter ſchweren Kämpfen
durchgeführt, immer neue deutſche Ritter aus den älteſten
Fürſtenhäuſern und Adelsgeſchlechtern, Krieger und zahlreiche
Anſiedler aus ganz Deutſchland folgten. Während die Kreuz=
fahrer
zunächſt die Weichſel abwärts, dann in öſtlicher Richtung
erobernd in das Innere des alten Preußenlandes vordrangen,
ſetzte Biſchof Chriſtian ſeine Miſſion im Samland fort, geriet
aber im Jahre 1233 in die Gefangenſchaft der Preußen.
Im Jahre 1234 verlieh Papſt Gregor IX. das Preußenland
dem Deutſchen Orden als Beſitztum; neun Jahre ſpäter teilte der
päpſtliche Legat Wilhelm von Modena obgleich der Biſchof
Chriſtian inzwiſchen aus der Gefangenſchaft befreit worden
war das ganze Land zwiſchen Weichſel und Memel in vier
Diözeſen, in denen der Beſitzſtand ſo geregelt werden ſollte, daß
der Deutſche Orden zwei Teile, der Biſchof einen Teil des
Landes erhielt. Da Biſchof Chriſtian dieſe neuen Verhältniſſe
nicht anerkennen wollte, ſo geriet er mit dem Deutſchen Orden
in Zwieſpalt, und fiel, da er der päpſtlichen Weiſung, ſich eins
der vier Bistümer zu wählen, nicht nachkommen wollte, in
päpſtliche Ungnade, in der im Jahre 1245 ſtarb.
Wenn von einer Eroberung des alten Pruzzenlandes die
hier aber nicht geſchildert werden ſoll geſprochen wird, ſo
muß zur Ehre des Deutſchen Ordens geſagt werden, daß dieſer
keineswegs, ſo vorging, daß er alles vernichtete, um in der
Kultivierung völlig von vorne anzufangen; vielmehr nahm der
Deutſche Orden die alten Bewohner überall, wo ſie ſich den
neuen Herren des Landes fügten, gern in den Verband ſeiner
Untertanen auf. Dies war ja auch ſinngemäß, denn der Zweck
der Kreuzfahrt in das Pruzzenland war ja nicht die Vernichtung,
ſondern die Bekehrung der heidniſchen Pruzzen zum Chriſten=
tum
. So blieb denn auch ein ſehr erheblicher Teil der alten
Einwohner im Lande, nur ein kleiner Teil wanderte aus,
meiſt nach Litauen. Die Zinsbücher des Deutſchen Ordens
weiſen an den verſchiedenſten Stellen des Landes Preußen=
ſitze
auf; die Pruzzen waren in ihren Siedlungen perſönlich
frei, ihre Sprache wurde noch im 16. Jahrhundert in weiten
Kreiſen geſprochen, die pruzziſchen Edelinge, die ordenstren
waren, wurden in den deutſchen Adel aufgenommen; dies alles
mal 2 tf ſeinen wichtigen, ihn aber ſo wenig befriedigenden beweiſt, daß die polniſche, nun ſchon fünfhundert Jahre alte
und ſtets neuausgeſprochene Behauptung, daß der Deutſche
Orden das Pruzzenvolk ausgerottet hätte, eine Lüge iſt.
Aber auch nach der Annahme des chriſtlichen Glaubens er=
hielten
ſich im Pruzzen= oder Preußenvolke noch ſehr lange,
zum Teil bis in die Gegenwart reichende Gebräuche, die auf
dem Aberglauben beruhen; war doch die ungeheuere Macht des
Aberglaubens ein hervorſtechender Zug im preußiſchen Heiden=
Möré ms, die Krone des Märtyrers, geholt. Mit poſitiver tum: Die Wahrſager übten eine große Gewalt aus, nichts
wurde unternommen, ohne auf Zeichen zu achten. Der
evangeliſchen Kirche war es vorbehalten, mit dem Heidentum im
alten Preußenlande aufzuräumen: So wurde noch im Jahre 1520
in Rantau an der Nordküſte des Samlandes ein Stieropfer dar=
gebracht
, um das Meer jener Gegend von den Schiffen der
feindlichen Polen freizuhalten, und ſechs Jahre ſpäter wurde
daſelbſt ein zweites Opfer vollzogen, weil man meinte, durch
das erſte Opfer die Fiſche vertrieben zu haben und dieſer
/ veitt) ſichtbare St. Adalberts=Kreuz wurde zum neunhundert= Bann nunmehr gelöſt werden ſollte. Auch ſpäter kamen noch
ähnliche Opfer vor. Deshalb ſah ſich Herzog Albrecht in ſeinem
Reformationsmandat 1525 und ebenſo in ſeiner in demſelben
Jahre erſcheinenden Landesordnung gezwungen, gegen die heid=
nächſte
Verkünder des Chriſtenglaubens im alten niſchen Sitten vorzugehen. Das Verbot der heidniſchen Sitten
wurde in ſpäteren Beſtimmungen erneuert, ſogar noch in der
Landesordnung vom Jahre 1640.
Ein Beiſpiel des Aberglaubens, der auf einer altpreußiſchen
Sage beruht, ſei hier erwähnt: Manche mögen keinen Schimmel
50r ſe) Miſſionsarbeit im alten Preußenlande fort, wurde aber reiten; dies hat ſeinen Urſprung darin, daß den Göttern der
alten Preußen alle Tiere von weißer Farbe verhaßt waren.
So ritt eines Tages ein Vogt des Deutſchen Ordens, Thammin
von Gersleben, auf einem Schimmel nach Geilgarben zum be=
freundeten
pruzziſchen Fürſten Dorgo, der ſogleich ob des weißen
Pferdes in Sorge geriet, ſich aber nichts merken ließ. Aber
am folgenden Morgen lag der Schimmel tot im Stalle. Fürſt
Dorgo ſchenkte ſeinem Gaſt ſein beſtes Pferd als Erſatz, be=
ſchwor
aber den Ordensvogt, nicht wieder ein weißes Pferd
mitzubringen, da ſeine Götter dieſes nicht lebendig bleiben
ließen. Trotzdem wiederholte der Ordensvogt ſeinen Beſuch
wieder auf einem weißen Roß, das ebenfalls wieder am folgen=
den
Morgen tot im Stalle liegend gefunden wurde. Wiederum be=
hus
1er Diözeſe vertrieben wurde, hilfeſuchend an den Herzog klagte Fürſt Dorgo den Unfall, der Ordensvogt erwiderte aber:
Wenn es zum dritten Male geſchieht, dann werde ich an deine
Götter glauben, worauf Fürſt Dorgo entgegnete: Und ich
verſpreche dir, ſo du zum dritten Male ein weißes Pferd zu

Die Reichswehr=Parade in Neuruppin.
Im Vordergrund der Spielmannszug.
In der märkiſchen Stadt Neuruppin wurde feierlich des Tages
gedacht, an dem vor 200 Jahren Friedrich der Große als Kron=
prinz
an der Spitze ſeines Regimentes in die Stadt einzog. Ein
großer Aufmarſch uniformierter Verbände fand ſtatt, an dem ſich
auch die Reichswehr beteiligte.

mir bringſt und meine Götter laſſen es am Leben, ſo will ich
an deinen Gott und Jeſum Chriſtum glauben und mich taufen
laſſen. Als der Ordensvogt zum dritten Male auf einem
Schimmel den Fürſten Dorgo beſuchte, befahl er ſeinen Dienern,
den Sattel nicht vom Pferde zu nehmen; an den Sattel hatte
er ein Kreuz gehangen. In der Nacht als Herren und
Knechte zur Ruhe gegangen waren entſtand im Stall ein
großer Lärm, am anderen Tage war das weiße Pferd friſch
und geſund, der Ordensvogt zeigte dem Fürſten Dorgo das
Kreuz am Sattel: Da ließ ſich Fürſt Dorgo mit ſeinem ganzen,
Volksſtamm taufen.
Aber trotz des Chriſtentums ſpielt noch heute der alte
Pruzzengott Perkunos eine Rolle: Dieſer Gott hatte in grauer=
Vorzeit eigenhändig ſeinen Opferſtein auf die Spitze des ſagen=
umwobenen
Rombinusberges am Stromufer der Memel ,
ſchräg gegenüber der Stadt Ragnit gelegt: ſo lange dieſer
Opferſtein und der Berg unter ihm noch ſtehe ſo berichtet.
die Sage werde das Glück nicht von dem Lande weichen.
Da geſchah es, daß im Jahre 1811 der Müller Schwarz ſich
dieſen alten Opferſtein holte, um aus ihm zwei Windmühlen=
ſteine
zu hauen. Die Bauern erhoben darob ein großes Ge=
ſchrei
, kein Arbeiter wollte ſich finden, dieſes letzte Heiligtum
der Götter anzutaſten. Aus ferner Gegend mußte der Müller
Schwarz ſich drei mutige Geſellen dingen; als dieſe den Stei.
bearbeiteten, flog dem erſten Geſellen ein Stück des Steines
ins Auge, ſo daß er auf beiden Augen erblindete, der zweite
Geſelle zerbrach ſich den Arm, ſo daß er nicht weiterarbeiten
konnte; nachdem es dem dritten Geſellen gelungen war, den
Opferſtein zu ſprengen, erkrankte er und ſtarb fern ſeiner
Heimat.
Seitdem der Opferſtein fort iſt, frißt der Memelſtrom in
den Rombinus hinein, und mit dem Hinabſtürzen gewaltiger
Erdmaſſen in das Memeltal zieht unſägliches Unheil über das
Memelland. Iſt es nicht etwas Auffallendes, daß die Gegen=
wart
mit ihrer vollkommen unrechtmäßigen Abtrennung des
Memellandes vom deutſchen Mutterlande und die Unterdrückung
der urdeutſchen Vevölkerung des Memelgebietes dem alten
heidniſchen Pruzzenglauben neue Nahrung gibt?
Rie

Inet ein Fenstee
Ziebe a.

Kriminalroman von Harold Effberg.

(Nachdruck verboten.)

EI
Aa

bin neugierig, fing Hortig unterwegs an, ob wir
gen Brief von der Perkins=Geſellſchaft vorfinden. Es
geradezu ſchleierhaft, warum die Leute noch nichts von
n hören laſſen.
Montag iſt der junge Perkins abgereiſt erwiderie
er muß alſo Dienstag früh in London geweſen ſein.
Donnerstag. . . Ich habe Fräulein Wagner beauftragt,
ät dem Geſchäftsauto nachzukommen. Haben Sie übri=
ehen
, Hortig, wie mitgenommen das Mädel war? Sie
uilt wie ein Schloßhund, und dabei ſoll doch Krauße
Hlich geweſen ſein.
habe ſie nicht beobachtet. Kaegler ſagt übrigens, ſie
ſehr dumm benommen, erſt nichts von Perkins Beſuch
aid als ſie damit herauskam, waren Stunden verloren.
2 der junge Perkins iſt nicht aufzufinden? Wirklich ſeit=
er
ſich berborgen hält. Das ſpricht doch nicht gerade
ai, weiß Gott! Aber ſagen Sie mal, Becker, wenn er
Ege Perkins war, dann iſt es doch ausgeſchloſſen, daß
Sormel mitgenommen hat. Der Treſor war doch ver=
und der Schlüſſel befand ſich in Kraußes Weſtentaſche.
uße kann ja die Formel ſchon auf dem Tiſch gehabt
Herſetzte Becker trocken.
müßte er ſie doch vorher aus dem Safe genommen
a7d dann wäre der Safe offen geblieben. Wenn Sie ein
*t aus Ihrem Schrank nehmen, während Sie im Zim=
machen
Sie ſich doch auch nicht die Mühe, zweimal
ank auf= und zuzuſchließen.
jedenfalls muß er doch der richtige Perkins geweſen
E) Prüfung der Korreſpondenz mit dem Präſidenten.
Eg ſchwieg einen Augenblick und ſah ärgerlich aus dem
Der Wagen hielt im Gedränge gerade vor der Kreu=
Knie, und er wurde ungeduldig.
In Sie Kaegler fragen, gab er ſchließlich zur Antwort,
Ihnen erzählen, ſolche Aviſierungen könnten auch ge=
erden
, und wenn Sie Kriminalgeſchichten leſen, dann
Jalſche den Richtigen unterwegs überfallen, beiſeite ge=
Id ſeine Stelle eingenommen.
lachte mißmutig bei dieſem Gedanken, und Becker
in ſein Lachen ein.

Im Arbeitszimmer des Generaldirektors war die eingelau=
fene
Poſt auf dem Seitentiſch aufgeſchichtet. Ganz zu unterſt
lag der erſehnte Brief. Hortig öffnete ihn ſofort, Becker hatte
ſich neugierig neben ihn geſtellt. Es kam noch ein zweiter Um=
ſchlag
zum Vorſchein, den Hortig vorläufig beiſeite legte.
Die beiden Herren laſen den Brief gemeinſam. Er begann
mit dem Ausdruck der Teilnahme an dem ſchrecklichen Verluſt,
den die Hortigwerke unter ſo beklagenswerten Umſtänden er=
litten
hätten.
Aber als Hortig das Blatt umwandte und zum zweiten Ab=
ſatz
des Briefes kam, wurde er blaß und griff unbewußt nach dem
Arm ſeines Kollegen.
Um Gotteswillen, ſtöhnte er, um Gotteswillen, das hat
noch gefehlt!
Zeigen Sie doch mal her, ſtöhnte Becker, die Anlage, meine
ich, die Anlage in dem Kuvert da.
Hortig griff mit zitternder Hand nach dem Umſchlag und
nahm einen mehrfach zuſammengefalteten Bogen heraus; er
wagte nicht gleich, ihn auseinanderzubreiten. Schließlich griff
Becker ungeduldig danach und entfaltete ihn. Kaum hatten ſie
einen Blick darauf geworfen, als ſie ſich ſtarr anſahen.
Becker ſank in einen Seſſel neben dem Schreibtiſch.
Alſo war er es doch, entrang es ſich ſchließlich ſeinen Lippen.
Hortig griff ſofort nach dem Hörer.
Berolina, Polizeipräſidium Abteilung IV, Herrn Kriminal=
kommiſſar
Kaegler!
Schon nach zehn Minuten war der Kommiſſar bei Hortig, der
ihm ſofort das Schreiben aushändigte. Den Teil, der die beiden
Herren in ſolche Aufregung verſetzt hatte, las er zweimal. Der
Präſident Perkins drückte in dieſem Teil des Briefes ſein Be=
dauern
darüber aus, daß es ſeinem Sohn infolge der Halsſtarrig=
keit
Dr. Kraußes nicht gelungen wäre, mit den Hortigwerken zu
einem Einverſtändnis über die gemeinſame Ausbeutung der Er=
findung
Dr. Kraußes zu kommen. Inzwiſchen habe ſich aber die
Sachlage erheblich geändert. Von einem Geheimverfahren könne
nur ſolange die Rede ſein, als das Rezept für das Verfahren der
Allgemeinheit nicht zugänglich ſei und in ſicherem Gewahrſam
ruhe. Dieſes ſei bei der Kraußeſchen Erfindung nicht mehr der
Fall. Denn am heutigen Tage, dem 20. Mai, wäre ihm von einer

Firma, deren Namen nicht weiterzugeben er ſich verpflichtet habe,
das Rezept für fünftauſend Pfund zum Kaufe angeboten worden.
Zum Beweis, daß er die Formel beſäße, hätte ihm die Firma die
Photographie der ſechſten Seite der Formel mit der Unterſchrift
Dr. Kraußes überſandt, die er den Hortigwerken zu treuen Hän=
den
übermittle, mit der Bitte um Stellungnahme und umgehende
Rückgabe der Anlage.
Stimmt die Photographie? fragte der Kommiſſar den noch;
immer beſtürzt und verzweifelt daſitzenden Generaldirektor.
Bis aufs i=Tüpfelchen! Kein Wunder! Eine feine Firma,
muß ich ſchon ſagen, läßt von dem Sohn die Formel rauben, pho=
tographiert ſie und bietet ſie mir zum Kauf an!"
Sie haben ſie aber bisher nicht vergleichen können! Oder
hat ſie ſich inzwiſchen wieder eingefunden?
Nein, erwiderte Becker grimmig, und an die Formel im
Bankſafe können wir erſt, wenn das Teſtament eröffnet, ein Teſta= ernannt oder ein Erbſchein erteilt iſt. Wir wiſſen
ja noch nicht einmal wem Krauße, ſeine Rechte vermacht hat!
Aber ich kenne den Wortlaut. Und die Unterſchrift iſt unzweifel=
haft
die von Dr. Krauße.
Haben Sie jetzt noch den geringſten Zweifel, fragte Hortig,
daß Perkins die Formel geſtohlen hat, und daß er der richtige
Perkins geweſen iſt?
Wenn Sie mir verſichern können, Herr Generaldirektor, daß
dieſes Briefpapier aus den Büros der engliſchen Firma ſtammt
und die Unterſchrift tatſächlich die des Präſidenten Perkins iſt, ſo
beſteht kein Zweifel, daß die Firma Perkins im Beſitz der Photo= iſt. Sie werden es aber vielleicht ein wenig komiſch.
finden, daß ich jetzt an der Schuld des jungen Perkins zu zweifeln=
beginne
!
Aber wieſo denn?! ſchrien die beiden Herren gleichzeitig.
Der Kommiſſar lächelte.
Sie meinen, weil der junge Perkins am Dienstag früh um
halb neun Uhr in London hätte ankommen müſſen, wenn er nicht
verſchwunden wäre, ſo müßte er unbedingt die Formel nach Eng=
land
gebracht haben? Und da er am Montag, dem 19. Mai, vor=
mittags
halb elf Uhr Dr. Krauße verlaſſen hat und ſeitdem jeden=
falls
die Formel verſchwunden iſt, ſo liege es auf der Hand, daß
nur er ſie mitgenommen und ſeinem Vater überbracht habe. Dar=
aus
müßte aber folgen, daß der Präſident Perkins nicht nur die
Photographie von Seite ſechs hat, ſondern das ganze Original
Seite eins bis ſechs.
Natürlich folgt das daraus, erwiderten beide wieder gleich=
zeitig
.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 179

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Stotts Saeb Tra Saobtent

Handball im Odenwald=Gau der 2.T.
Die Ergebniſſe vom 26. Juni:
Aufſtiegsſpiele zur Meiſterklaſſe: Altheim Reinheim 3:6;
Groß=Umſtadt Seckbach 2:4; König Kirch=Brombach 14:3;
König 2. Michelſtadt 1. 2:11; Steinbach Alsbach 16:6; Stein=
bach
2. Kirch=Brombach 2. 3:6, Steinbuch Nieder=Klingen
17:4; Zell Richen 9:6, Gundernhauſen Poſt Darmſtadt 10:4,
Klein=Zimmern Semd 19:5, Momart Mümling=Grumbach
12:6, Momart 2 Böllſtein 1. 1:7, Erbach Braunshardt 4:11,
Schaafheim Rotweiß Darmſtadt komb. 6:5. Samstag=
Abend: Klein=Zimmern Merck Darmſtadt 3:16.
Auffallend iſt, daß es auf der Siegerſeite vielfach eine hohe
Torausbeute gab, ſo in König, Steinbach, Steinbuch, Gundern=
hauſen
, Klein=Zimmern, Momart und Erbach. Das Aufſtiegſpiel
in Semd war ein ausgeſprochener Punktekampf, deſſen Verlauf
zeigte, daß ſich die beteiligten Vereine noch rieſig anſtrengen müſ=
ſen
, wenn ſie in der Meiſterklaſſe einen ernſthaften Gegner ab=
geben
wollen. Reinheims Schlachtenbummler verſchuldeten durch
ihre Zurufe, daß das Spiel mit der Zeit eine harte Note annahm.
Die Seckbacher brachte eine in allen Teilen gut beſetzte Mann=
ſchaft
nach Groß=Umſtadt, beſonders der Sturm ſpielte prächtig zu=
ſammen
. Bei dem Platzverein dagegen haperte es gerade im
Sturm, nur die Verteidigung war voll auf der Höhe und verhin=
derte
eine größere Niederlage. Die zwei Tabellenbeſten der
Meiſterklaſſe ſtanden in König gegeneinander. Nach Spielbeginn
ſetzte zuerſt ein vorſichtiges beiderſeitiges Abtaſten ein. Königs
Sturm, gut von der Läuferreihe unterſtützt, drängte jedoch bald
vorwärts und erzielte in kurzer Zeit zwei Feldtore und ein Straf=
wurftor
, Kirch=Brombach war ſichtlich durch dieſe Erfolge über=
raſcht
. Ein kleiner Schnitzer des Königer Mittelläufers führte
zum erſten Gegentor. Nach einem weiteren Treffer der Königer
verlor das Spiel etwas an Tempo. Die Gäſte griffen nun ſtark an,
ihre Angriffe zerſchellten aber an Königs vorzüglicher Verteidi=
gung
. 2 ſichere Sachen verſchoß zudem der Gäſte=Linksaußen. Der
Platzverein war bald weiterhin im Vorteil und erhöhte auf 5:1.
Bei dieſem Stand büßte das Spiel bereits an Flüſſigkeit ein. Als
dann nach dem Wechſel König das Ergebnis auf 7:1 ſtellte, war
Kirch=Brombachs Widerſtand voll gebrochen. Zwar gelangen der
Mannſchaft, dank der unermüdlichen Anſtrengung verſchiedener
Spieler (Kuhn, Villhard) noch 2 Treffer, doch das Verhängnis
nahm ſeinen Lauf und König ſchoß Tor auf Tor ein. Kirch= Brom=
bachs
Tormann verteidigte mit Mut ſein Heiligtum bis zuletzt.
Recht ſo! Die Königer Mannſchaft gefiel in allen Teilen, beſon=
ders
die Läuferreihe arbeitete ausgezeichnet. Der Sturm drängte
immer nach vorn, gab rechtzeitig ab und ſchoß kräftig. Bei den
Gäſten klappte das Zuſammenſpiel weniger gut die Verteidigung
bildete den ſchwachen Punkt. Der Sturm riß ja das Spiel zeit=
weiſe
nach vorn, doch die Angriffe zerſchellten vielfach vor der
Strafraumlinie. Nur der Linksaußen überlief manchmal die Köni=
ger
Verteidigung. Der Sieg Königs war vollauf verdient
Steinbach, eine Klaſſe beſſer als ſein Gegner, hatte das Spiel
jederzeit in der Hand und ſiegte beliebig hoch. Bei den 2 Mann=
ſchaften
gewann Kirch=Brombach bei ſtetiger, leichter Ueberlegen=
heit
. Mit 9 Mann trat Nieder=Klingen in Steinbuch an. Er=
freulich
war, daß trotz der hohen Niederlage die Gäſte bis zum
Schluß unverdroſſen und ritterlich kämpften Die Sache in Zell
zeigte im Feldſpiel meiſtens ein leichtes Uebergewicht der Ein=
heimiſchen
. Richen wandte zwar rieſigen Eifer auf konnte aber
nicht aufholen. Beſter Mann war Zells Mittelläufer. Der
Kampf in Gundernhauſen verlief in der erſten Hälfte ſehr an=
ſtändig
bei gleichmäßig verteilten Kräften (3:3) Nach dem Wechſel
zeigte Gundernhauſen eine ſehr unſportliche Seite, worauf zwei
Darmſtädter Spieler das Feld verließen. Dieſer ganze Vorgang
iſt allerſchärfſtens zu verurteilen. Warum unterband der Schiri
nicht rechtzeitig das rauhe Spiel? Die Semder nahmen ihre
hohe Niederlage mit Anſtand hin. Sie waren im Feldſpiel nicht
ſo ſchlecht, wie es das Ergebnis etwa beſagt, nur im Schuß waren
ſie zu zaghaft. Ihr leichtſinniger Tormann hat manchen Treffer
verſchuldet Die Begegnung in Momart verlief ſehr hart. Das
beſſere Zuſammenſpiel des Platzvereins ſetzte ſich durch. Mümling=
Grumbachs Treffer waren alles Fernſchüſſe. Mehr Rückſicht auf
die Gliemaßen der Gegner hätte bei dieſem Spiel walten dürfen.
Der Hinweis genügt hoffentlich! Böllſteins Erfolg wollen wir
nicht überſchlagen. Die Böllſteiner ſind immer eifrig und pünktlich
bei der Sache. In Erbach verſtanden ſich die Gegner ſehr gut.
Das Feldſpiel wogte gleichmäßig auf und ab. Die Verteidigung
der Platzelf war ihrer Aufgabe nicht voll gewachſen. Schaaf=
heims
Verteidigung griff zu hart ein, ſo daß Rotweiß ſeine An=
griffe
nicht unbeeinflußt durchführte Der heimiſche Sturm ſchoß zu
zögernd. Klein=Zimmerns Angriffe waren zu durchſichtig und
führten bei einer techniſch geſchulten Mannſchaft, wie es Merck iſt,
zu keinem Erfolg.
Für den Monat Juli beſteht keine Spielſperre.
Sonntag, den 3. Juli, findet nachmittags anläßlich des Gau=
feſtes
ein Kampf des Odenwaldgaues gegen den Speſſartgau ſtatt.
Unſere Mannſchaft ſteht: Peter=Groß=Bieberau; Berger, May,
beide Groß=Umſtadt; Heiß=Lengfeld, Wiedekind=Groß=Zimmern,
Koch=König; Koch=Erbach, Braſch=Groß= Zimmern, Magſam=Groß=
Umſtadt, Wolf=Erbach, Ehrhardt=Kirch=Brombach.



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Groß=Turnkreffen
am Sonntag in Darmſtadi.
Ueber 1000 Teilnehmer.
Die Turnvereine des Gaues ſtehen jetzt in den letzten Vor=
bereitungstagen
zum 51. Gau=Männerturnen, welches der Turn=
gemeinde
Beſſungen zur Durchführung übertragen wurde. Um
gleichzeitig die Einmütigkeit und Geſchloſſenheit des turneriſchen
Gedankens zum Ausdruck zu bringen, iſt damit zugleich auch das
13. Gau=Frauenturnen ſowie das 1. Gau=Wettfechten verbunden.
Von über 70, dem Gau angehörenden Vereinen haben nur ein=
zelne
auf die Beſchickung durch Wettkämpfer Abſtand nehmen
müſſen, und ſo hat man doch, trotz der wirtſchaftlichen Nöten, die
auch die Turnvereine erheblich bedrückt es immerhin auf eine
beachtliche Teilnehmerzahl von Wettkämpfer (innen) gebracht.
Weiter hat das Wettkampfprogramm durch die Teilnahme der
Sportler eine weitere Ausdehnung erhalten, ſo daß dieſes Gau=
turnen
mehr als je ein lebendiges Bild der reichen Betätigungs=
möglichkeiten
in der Turnerſchaft zu geben verſpricht.
Bemerkenswert iſt die Beſetzung der Sonderklaſſe ſowohl des
Zwölfkampfes als auch des Zehnkampfes. Der Zwölfkampf be=
ſteht
aus acht Geräte=, einer Frei= und drei volkstümlichen
Uebungen (Lauf. Wurf und Sprung). Neun Geräteübungen und
eine Freiübung hat der Zehnkämpfer zu meiſtern und verzeichnet
dieſer Kampf beſonders die Teilnahme der beſten Geräteturner
des Gaues. Beſonders in der Sonderklaſſe werden, wie immer,
gelegentlich des Ringens um die Siegerehre, Muſterbilder von
Gewandtheit Geſchicklichkeit, Körperbeherrſchung, von Geiſtes,
gegenwart, Kraft und Mut und Entſchloſſenheit geboten werden.
Die nächſte Klaſſe vereinigt in der Oberſtufe, ebenfalls im Zwölſ=
und Zehnkampf, namhafte Turner und Meiſter ihres Könnens,
das ſie ſchon oft unter Beweis ſtellen konnten. In der Mittel=
ſtufe
ſieht man den aufſtrebenden Nachwuchs vereinigt. Die
Unterſtufe hat naturgemäß die höchſte Beteiligungsziffer erreicht.
Die Frauenturnkämpfe verzeichnen einen Acht= und je einen
54= und 5B=Kampf in zwei Stufen. Das Meldeergebnis ver=
zeichnet
die Teilnahme von über 300 Wettkämpferinnen. Damit
iſt das vorjährige Ergebnis überſchritten. Mit größter Spannung
kann man jedenfalls dem Endergebnis der Kämpfe des Gau=
turnens
entgegenſehen. Hie altbewährte Kämpen, hie aufſtrebende
wagemutige Jugend im friedlichen Wettkampfe um die Sieger=
ehre
, das ſind die Kennzeichen der Kämpfe am kommenden Sonn=
tag
auf der Rennbahn an der Heidelberger Straße in Darmſtadt.
Main=Rheingau D.T. Die Altersturner des Gaues
treffen ſich heute. Mittwoch, den 29. Juni, in der Turnhalle der
Turngemeinde 1846 Darmſtadt. abends 8 Uhr, zu einer gemein=
ſamen
Uebungsſtunde. Turnfolge: die Wettkampf= und allgemei=
nen
Uebungen für das Gauturnen am kommenden Sonntag in
Darmſtadt.
Turngemeinde 1846 Merck Darmſtadt.
Heute abend, 7 Uhr, ſtehen ſich die beiden 1. Mannſchaften
gegenüber. Nach längerer Spielpauſe hat die Turngem. 1846 die
Sportabteilung Merck, die ſich in letzter Zeit ſpieleriſch ſtark ver=
beſſert
hat, zu einem Freundſchaftsſpiel verpflichtet. Es iſt zu
erwarten, daß ein ſchönes Spiel gezeigt wird. Eintrittspreiſe
allerniedrigſt.
Sußball.
SC. 1928 Ober=Ramſtadt Union Sonderm. Darmſt. 6:2 (3:2).
Am Sonntag empfing Ober=Ramſtadt die ſpielſtarke Sonder=
mannſchaft
von Union Darmſtadt zu einem Freundſchaftsſpiele.
Das Spiel war ein Gedächtnisſpiel zu Ehren des verſtor=
benen
Vorſtandsmitglieds des SC. 28, Wilh. Wenzel, der ein
großer Förderer des ſchönen Fußballſports war. Schon bald nach
Spielanfang führten die Gäſte mit 2:0, allgemein rechnete man
mit einer hohen Niederlage der Gaſtgeber. Die Einheimiſchen
verſchärften dann das Tempo. Durch gut aufgebaute Angriffe
kamen ſie ſtark auf, ſo daß es nicht lange dauerte und Ober=
Ramſtadt lag mit 3:2 in Führung. Hierdurch angeſpornt, zeigten
nun die Gaſtgeber ein ganz großes Spiel, wobei ſie noch drei ſchöne
Erfolge erzielen konnten. Auch das 3:1=Spiel der 2. Mſch.
gegen Union Reſ. brachte recht guten Sport.
Union Wixhauſen Oberrad 05 2:1 (0:1).
Dieſes Treffen war recht intereſſant und abwechſelungsreich.
Die Gäſte haben Anſtoß und ſogleich entwickelt ſich ein flottes
Tempo. Eine gewiſſe Ueberlegenheit Oberrads läßt ſich nicht ver=
kennen
, und einige gefährliche Angriffe wehrt Unions Verteidi=
gung
geſchickt ab, oder ſie enden mit etwas Glück ins Aus Nach=
dem
Union einen Elfmeter verſchoſſen. geht Oberrod in der
20. Minute durch Strafſtoß in Führung. Die Blauweißen kämpfen
mit großem Eifer auf den Ausgleich hin, jedoch im Innenſturm
zeigten ſich Mängel. Die beiden Außenſtürmer ſehr gut, beſonders
der junge Schmidt. Nach dem Wechſel kommt Union allmählich
in Vorteil, der Mittelläufer iſt jetzt Herr der Lage. Ein Elf=

Mittwoch, 29. Jr
meter für Oberrad wird nicht verwandelt. In ſchönem
konnten die Platzherren durch Jakobi und Schmdit 2 5
zielen und dieſen knappen Sieg ſicher ſtellen. Oberrad
ſtarke Mannſchaft, die eine gute Geſamtleiſtung bot. 7
elf war ſehr eifrig, jedoch mangelte es im Sturm an geg
Verſtändnis. Schiedsrichter leitete einwandfrei 2. Mann
Sondermannſch. Weiterſtadt 2. 10:1. 2. Jgd.
bach 1:6. 2. Jgd. 1. Jgd. Eberſtadt 1:4.
1. Schüler Egelsbach 1:1.

Waſſerſpork.

Waſſerfahren in der Deutſchen Turnerſchaft.
Begünſtigt vom ſchönſten Rennwetter konnte der M
Gau D.T. am Sonntag ſeine 1. Langſtreckenwett;
Durchführung bringen. Die Strecke betrug zirka 15 Kilt
führte von der Mündung des Altrheins bei Stromkil
um die ſogenannte Südſpitze herum bis zur Badeanſt
felden. Die erzielten Zeiten können durchweg als re.
zeichnet werden und laſſen bei den noch bevorſtehenden
insbeſondere beim Kreisturnfeſt in Trier, v.
teiligten Mannſchaften ein gutes Abſchneiden erhoffer
gebniſſe: Klaſſe 1: Zweier Holzboote für Tuf
Riehl=Schmitt, Tv. Pfungſtadt 1:41.20 Std: 2. Becker
Tv. Goddelau 1:42 Std.; 3. Schmunk=Heinz. Tgde,
1:47.12 Std. Klaſſe II: ZweierFaltbootfür
1 Ningler=Marck, Tgde. Darmſtadt 1.32 Std.; 2. T,
Simmerer, Tgde. Darmſtadt 1:34.21 Std.

m
4a.4t

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 29. Juni
10.20: Schulfunk: Das Töpfchengeſpenſt. Chineſiſches Sch
15.20: Stunde der Jugend: Der kleine Klaus und ſeir mdelt
pfeiſchen. Die Stratoſphäre.
17.00: München: Nachmittagskonzert. Werke von Moze
Wagner, Strauß, Dvorak, Schubert u. a.
18.25: Tägliche Begegnungen: Fürſorgepfleger und Pfles
18.50: Junge Generation. Ergebnis der bisherigen Geſp=
19.30: Freiburg: Rheiniſche Lieder mit verbindenden Tex mu=
Freiburger Kammerchor. H. Schulz (Tenor), B. Köl X,
20.00: Amerikaniſche Miniaturen. Hörfolge von O. L.
21.00: Operetten=Konzert des Funkorcheſters. Soliſten;
(Sopran), H. Schorlemer (Tenor).
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.45: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Wille: Mittwoch. 29. Jni
9.00: Schulſunk: Mit dem Mikroplon im Berliner
9.30: A. Graf Stenbock=Fermor: Sterbende Volkskunf
10.10: Schulfunk: Bei den afrikaniſchen Rieſen. Erlebniſſ 2-Dan
der Watuſſis.
11.05: München: Meſſe in D=Dur von P. Leo Söhner.
15.00: Dr. Gerlach: Schwediſche Bauernhöfe, Waſſerfälle Säle
15.45: Liſelotte Kueßner=Gerhard: Landſrau und Weltwit Ech
16.00: Dr. Wildhagen u. Dr. Mai: Die Erforſchung d zuſchn
Volkstums durch den Atlas der deutſchen Volkskunde.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Landgerichtsdirektor Dr. Lehmann: Streifzüge S M
Bürgerliche Geſetzbuch.
18.00: R. Hernried u. Mitw.: Das Orcheſter und ſeine
18.30: Prof. Dr. Biermann: Kann Film Kunſt ſein?
19.00: M. Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche Stunde.
19.20: Prof. Peters: Die Beamtenſchaft und das akaden Eelie
füllungsproblem.
19.40: Ob.=Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Köln=Deutz: Muſikaliſches Durcheinander.
22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Berlin: Abendunterhaltung des Berliner Konzer in=
Welkerberichl.
Ueber England und Irland hat ſich aus den in
legenen Störungen ein abgeſchloſſener Kern ause
ſeinen Einfluß bereits über Nordfrankreich und Holle k. niſt
und auch über Weſtdeutſchland ein Umdrehen der ſde
Süden bewirkt. Bei der weiteren Entwicklung wird / und
Störungstätigkeit zu Gewittern kommen, zumal an Rug
des Kernes das Eindringen von kühlerer Luft zu e 2e
Ausſichten für Mittwoch, den 29. Juni: Unter T rel
wärmung im Laufe des Tages Gewitterſtö en
gewitterartige Niederſchläge.
Ausſichten für Donnerstag, den 30. Juni: Etwas wol Wiſt
heiterndes Wetter.
2

Hauptſchriftleltung: Rudelf Maupe

ſie den Inſergientell und geſchäftliche Mitelungen: Wlily K
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſſe
Für unverlangte Manuſfripte wird Garantie der Rückſendung nicht C Iene

Die heutige Nummer hat 12 Geiter

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[ ][  ][ ]

Trübe Lage der deutſchen Schiffahrt.
Norddeutſche Lloyd in der Wirkſchaftskriſe. Zurzeit 48 Schiffe der Geſellſchaft außer Dienſt geſtell.
Bom Holzmarkk.
Norddeukſcher Llond, Bremen.

In der Generalverſammlung des Norddeutſchen Lloyd, Bre=
führte
Präſident Heineken aus, daß der beiſpielloſe wirt=
liche
Niedergang des Jahres 1931 für nahezu ſämtliche Ree=

(ſchaft ſei von dieſer Kriſe um ſo härter betroffen worden, als Verhältniſſe in der Wirtſchaft oft zurückgeſtellt. Die Bereitſtellung
von Mitteln für Hochbauten iſt ganz bedeutungslos, ſo daß nach
n Anfang des Jahres 1931 gerade ein umfangreiches Bau=

kfurt a

amm mit ſtarker finanzieller Beanſpruchung hinter ſich hatte,
Sikonſolidieren und auf einen normalen Umfang herabzuſetzen
Proarg
iw die Aufgabe ſein mußte. Die Zuſammenbrüche von Nord=
m
. und der J. F. Schröder Bank haben der Geſellſchaft ſchwere
= auferlegt, beſonders mußte man für die Reorganiſation
E chröder Bank auf einen Teil ſeiner Forderungen an die Bank
Dhten ſowie vorübergehend erhebliche wechſelmäßige Verpflich=
tn
übernehmen, durch die das Avalkonto in der Bilanz auf
½ Mill. RM. anſchwoll. Durch Rückgang des Umſatzes, ſtän=
E ſeichende Frachtraten und erhebliche Reduktion der Paſſage=
' ſeien Kaſſenſchwierigkeiten entſtanden, die verſchärft worden
mr durch die ausländiſchen Kreditkündigungen, die Pfundent=
ring
und den Nichteingang erwarteter amerikaniſche Frei=
Sahlungen. Die Geſellſchaft mußte deshalb Ueberbrückungs=
Eein Anſpruch nehmen, die von reichsnahen Stellen gewährt
en ſeien. Im erſten Halbjahr 1932 konnten wegen fortſchrei=
t
3r Verſchlechterung der Wirtſchaftslage dieſe Kredite nicht nur
r zurückgezahlt werden, ſondern darüber hinaus mußten zur
Bebsführung noch weitere Mittel in Anſpruch genommen wer=
. Ein Reorganiſationsplan enthalte eine Prolongierung der
Kte. Als Zeichen für die trübe Lage der Schiffahrt könne
r, daß zurzeit 48 Schiffe der Geſellſchaft mit 237 964 Brutto=
ertonnen auflägen. Schließlich enthält der Reorganiſations=
m
noch ein Abwrackprogramm, das die Verſchrottung älterer
Tage vorſieht.
Cus den dargelegten Gründen ſeien erhebliche Abſchreibun=
verbunden
mit ſtarken Opfern für die Aktionäre, notwendig.
n der Bilanz eingeſetzten Werte könnten allerdings natur=
g
3 nicht als heutige Verkaufs= oder gar Liquidationswerte
c prochen werden, die wegen des Fehlens nahezu jeden Schiffs=
es
heute ſchwer feſtzuſtellen ſein dürften. Die Bewertung
eteiligungen der Geſellſchaft baſiere auf den neuen ſanierten
Wzen.
zu dem Gemeinſchaftsvertrag mit der Hapag teilte Präſident
K ken mit, daß künftig unter den Ausgabepoſten das volle, in
E =ſeitigem Einverſtändnis feſtzuſetzende Abſchreibungsbedürf=
mu
der Geſellſchaft berückſichtigt werden ſolle und der Poolaus=
in
Zukunft erſt dann vorgenommen würde. Zum Schluß
Ete Heineken, er hoffe angeſichts der Weltwirtſchaftskriſe auf
nſame Schritte der Regierungen aller Länder, die geeignet
einen Umſchwung herbeizuführen. Eine auch nur geringe
W=ung der Weltwirtſchaft komme nach langen Erfahrungen in
terberigl.
Linie der Schiffahrt zugute. Aenderten ſich die Verhältniſſe
Beſſeren, dann werde die Geſellſchaft dafür gerüſtet ſein.
2ie bekannten Anträge der Verwaltung wurden einſtimmig
yrnigt, insbeſondere die Herabſetzung des Grundkapitals durch
n Um
E) Shung von 11,50 Mill. RM. eigener Stammaktien und Zu=
eren
Entwicklint
ſel enlegung des verbleibenden Stammaktien=Kapitals im Ver=
hafs
von 3:1, ſowie die Umwandlung von 3,34 Mill. RM.
on kühlerer a
Wigsaktien in neue Stammaktien im Verhältnis 1:1. Danach
bat das Grundkapital der Geſellſchaft nunmehr 54,50 Mill.
(52,84 Mill. RM. Stammaktien und 1,66 Mill. RM. Vor=
Etien). Ferner genehmigte die Generalverſammlung einige
. Junf;
d0 Cufſichtsrat betreffende Satzungsänderungen: Der Aufſichts=
ryoll
künftig aus mindeſtens 16, höchſtens 28 Mitgliedern be=

puſter!

Unſer r=Mitarbeiter ſchreibt uns: Das Geſchäft am Holzmarkt
iſt etwas ruhiger geworden. Iſt doch der Umſatz am Bauholz=
markt
zuſammengeſchrumpft, nachdem ein Teil der Kleinbauten,
die in den erſten Frühjahrsmonaten begonnen wurden, inzwiſchen
en der Welt einſchneidende Verluſte zur Folge hatte. Die beendet ſind. Neue Projekte werden jetzt wegen der ſchwankenden

A=Iiner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Vie vorgeſtern, eröffnete auch die geſtrige Berliner Börſe in
Herer Haltung. Geſtern vormittag war die Tendenz ziemlich
ſo)l t, und man ſprach die Kurſe durchaus niedriger und vor
au meiſt Brief. Wenn auch die erſten Notierungen dann nicht
m ſo ſchwach wie die Vormittags= und vorbörslichen Taxen
ur, ſo lagen ſie doch überwiegend ½ bis ¼ Prozent unter den
v ſtrigen. Es lagen zu den Vortageskurſen Verkaufsorders
d0 Fublikums, zum Teil auch des Auslandes, vor, und es ſollen
ay wiederum Verkäufe vor der endgültigen Liquidation der
a0l Engagements vorgenommen worden ſein. Die Nachrichten
2auſanne lauteten wenig günſtig, und die Situation ſcheint
d2 vorgeſtern eine ziemliche Zuſpitzung erfahren zu haben, was
ar jarin zum Ausdruck kommt, daß die Verhandlungen erſt heute
T weitergeführt werden ſollen. Die Innenpolitik hat gleich=
1 noch keine endgültige Klärung erfahren, und man wartet
ant auf die Notverordnung. Im Verlaufe wurde das Ge=
ſehr
ruhig, doch konnten ſich die Kurſe zum Teil um Bruch=
eines
Prozentes befeſtigen. Später gingen dieſe Gewinne
wieder verloren, und es ergaben ſich darüber hinaus Ver=
won
¼ bis ½ Prozent gegen den Anfang. Der Geldmarkt
angeſichts des bevorſtehenden Ultimos eine ſteifere Ver=
ung
, Tagesgeld zog an der unteren Grenze auf 5½ Prozent
jährend Monatsgeld 6 bis 8 Prozent nominell unverändert

die Frankfurter Effektenbörſe wurde geſtern allgemein von
cerer Stimmung beherrſcht, wofür in erſter Linie wenig
iſtiſche Nachrichten aus Lauſanne maßgebend waren. Auch

dieſer Richtung der Holzbedarf ſtark eingeſchränkt worden iſt und
weiter eingeſchränkt bleiben wird. Die Nachfrage nach Tiſchler=
holz
iſt verhältnismäßig gering, trotzdem nicht zu verkennen iſt,
daß die Läger beim Platzholzhandel und vor allem beim Holzver=
brauch
in bezug auf ihren Umfang ganz bedeutungslos geworden
ſind. Es iſt noch nie in den letzten Jahrzehnten dageweſen, daß
die großen Werke der Elektroinduſtrie gezwungen ſind, ihren Holz=
bedarf
gewiſſermaßen von der Hand in den Mund zu decken. Die
Lagerhaltung bei dieſen Großbetrieben iſt außergewöhnlich
niedrig. Wenn nur etwas Aufträge einlaufen ſollten, müßten
die Induſtriewerke ſofort zur Deckung des Holzbedarfes ſchreiten.
Neben der Beſchäftigungsloſigkeit vieler mittlerer Unternehmun=
gen
klagt man vor allem darüber in Holzfachkreiſen, daß auch die
größeren Maſchinenfabriken in ihrer Tätigkeit durch das Abneh=
men
der Ruſſenaufträge außerordentlich eingeengt und wenig auf=
nahmefähig
für Bau= und Nutzholz ſind. In letzter Zeit iſt das
Geſchäft in aſtreinen Seitenbrettern etwas lebhafter geworden,
nachdem einige Fabriken der mittel= und weſtdeutſchen Küchen=
möbelinduſtrie
Aufträge auf laſierte Küchen hereinbekamen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Gebr. Lutz A.=G., Darmſtadt. In der Generalverſammlung
der Gebr. Lutz A.=G., Darmſtadt, wurden die Regularien geneh=
migt
. Im Geſchäftsjahre iſt ein Verluſt von 47 053 RM. ein=
getreten
, der zuſammen mit dem Verluſtvortrag des Vorjahres in
Höhe von 239 065 RM. mit insgeſamt 286 118 RM. vorgetragen
wird. Die Generalverſammlung ſtimmte ferner der Einziehung
von 117 800 RM. eigener Stammaktien und 5000 RM. Vorzugs=
aktien
zu.
Dyckerhoff=Wicking A.=H., Mainz=Amöneburg. In der Sitzung
des Aufſichtsrates wurde der Jahresabſchluß für 1931 vorgelegt.
Es handelt ſich dabei um das erſte Geſchäftsjahr der durch Gene=
ralverſammlungsbeſchluß
vom 12. 10. 1931 mit Wirkung vom 1. 1.
1931 zuſammengeſchloſſenen Unternehmungen der Portlandzement=
fabrik
Dyckerhoff Söhne G. m. b. H., Mainz=Amöneburg, und der
Wickingſchen Portlandzement= und Waſſerwerke A.=G. Münſter
i. W. Da der Zuſammenſchluß erſt zum Jahresende 1931 praktiſch
durchgeführt werden konnte, war es nicht mehr möglich, für das
abgelaufene Geſchäftsjahr noch irgendeinen der Vorteile nutzbar
zu machen, die durch den Zuſammenſchluß gegeben ſind. Dieſer
Umſtand und die Notwendigkeit von Sonderabſchreibungen auf
Beteiligungen, Debitoren und Vorräte führte zu einem Verluſt=
abſchluß
von 2 976 535 RM. In dieſen ſind an regulären Abſchrei=
bungen
auf Werksanlagen 1 720 000 RM. enthalten. Der auf den
4. Auguſt einzuberufenden Generalverſammlung ſoll vorgeſchlagen
werden, dieſen Verluſt auf neue Rechnung vorzutragen.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Nach dem Bericht des Verbandes Rheiniſch=Weſtfäliſcher
Brauereien war der Abſatz im 2 Quartal 1932 im ganzen ſehr
unbefriedigend. Die erhoffte Erholung nach dem überaus ſtarken
Abſturz der Abſatzkurve in den erſten Monaten des Jahres ſei nur
in geringem, ſaiſonmäßig bedingtem Ausmaße eingetreten. Ueber
den Erfolg der Bierſteuer= und Bierpreisſenkung laſſe ſich noch
kein endgültiges Urteil fällen, wahrſcheinlich wäre ohne ſie der
Abſatz noch weiter zurückgegangen.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat den Weizenmehl=
preis
für Spezial 0 (mit Auslandsweizen) zur Lieferung per 16.
September bis einſchließlich Oktober um 0,30 RM. von 34,70 auf
34,40 RM. ermäßigt. Der Weizenmehlpreis für Spezial 0 (mit
Auslandsweizen) für Lieferung Juni, Juli, Auguſt iſt mit 39,50
RM. unverändert.
Die Ungariſche Nationalbank ſetzt ab 1. Juli zur Erleichterung
der Erntefinanzierung den Diskontſatz von 6 Prozent auf 5 Pro=
zent
herab.

Ruhrgas A. G., Eſſen.
Rund zwei Millionen Jahresverluſt.
Das Geſchäftsjahr 1931 erbrachte einen Ueberſchuß aus dem
Gasgeſchäft nach Abzug der Gaseinkaufskoſten von 6 372 043 (im
Vorjahre 4 492 243) RM. Abſchreibungen auf Anlagen erforder=
ten
1845 104 RM., andere Abſchreibungen und Rückſtellungen
853 592 RM. (im Vorjahre Abſchreibungen und Rückſtellungen
1 699 392 RM.), Zinſen uſw. 3 571 712 (2 673 811) RM., Verwal=
tungs
= und Betriebskoſten, einſchließlich Steuern 1868 988 RM.
Bei einem Jahresverluſt von 1970 601 (1 749 947) RM. erhöht
ſich ſomit der Verluſtvortrag auf nunmehr 7 297 137 RM.
In das Berichtsjahr fällt die endgültige Vollendung der
großen Bauten. So wurde Ende Auguſt das fehlende Mittelſtück
der Hauptleitung (DortmundGelſenkirchen) fertiggeſtellt und da=
mit
zugleich eine Verbindung zwiſchen dem ins bergiſche Land und
in die Rheinebene führenden Netz und der Weſtfalenleitung ge=
ſchaffen
. Mitte September wurde die linksrheiniſche Leitung von
den Zechen Friedrich Heinrich und Rheinpreußen über Hörs nach
Krefeld durch eine nach Büderich abzweigende Leitung mit der
alten R:W. E.=Leitung verbunden, ſo daß die dortige Größinduſtrie
und die Stadt Neuß nunmehr ſowohl von den linksrheiniſchen als
auch von den rechtsrheiniſchen Zechen beliefert werden können.
Die 1931 gebauten Hauptleitungsſtrecken haben eine Geſamtlänge
von 105,5 Kilometern; außerdem wurden Anſchlußleitungen mit
einer Geſamtlänge von 24,5 Kilometern fertiggeſtellt, ſo daß Ende
1931 ein Geſamtnetz von 933 Kilometern in Betrieb war. An der
Gaslieferung ſind 26 (i. V. 23) Zechen beteiligt. Die Geſamtlei=
ſtungsfähigkeit
der Kompreſſoren beträgt run
pro Stunde. Der Gasabſatz konnte von 718 Mill. Kbm. in 1930
auf 796 Kbm. gleich 10,9 Prozent geſteigerr weroen.
der Ferngasleitung verlief ohne Störung.
Zur Bilanz wird bemerkt, daß vom Aktienkapital, das gemäß
Generalverſammlungsbeſchluß vom 4. Mai 1931 um 2 auf 27
Mill. RM. erhöht wurde, zum Jahresſchluß nom 528 800 RM.
nicht übernommen waren. Die Aktien ſind ſämtlich im Beſitz von
Mitgliedern des Ruhrkohlen=Syndikats oder deren Konzerngeſell=
ſchaften
. Im übrigen werden unv. 12 Mill. Dollar, gleich 50,4
Mill. RM., 64 Prozent, durch Uebereignung des geſamten Lei=
tungsſyſtems
ſowie Garantieverpflichtungen faſt aller Aktionäre
geſicherte Anleihe, unv. 2,5 Mill. RM. langfriſtige Verpflichtun=
gen
, 7,54 Mill. RM. Bankkredite, 5,42 Mill. RM. ſonſtige Kredite
(i. V. 12.,84 Mill. RM. Bankkredite und 5,53 Mill. RM. ſonſtige
Bankſchulden) ausgewieſen. Verſchiedene Verbindlichkeiten be=
tragen
1.74 Mill. RM. Verbindlichkeiten bei Tochtergeſellſchaften
0,03 Mill. RM. (i. V. insgeſamt 4,73 Mill. RM.). Auf der Aktiv=
ſeite
erſcheint der Grundbeſitz mit 0,05 (0,11) Mill. RM., Rohr=
netz
und Betriebsanlagen mit 68,31 (65.11) Mill. RM., Geräte
uſw. mit 0,57 (0,99) Mill. RM. Die Beteiligungen ſtehen mit
1.19 (0,87) Mill. RM. zu Buch. Hierin ſind 500 000 RM. Aktien
der A.=G. für Steinkohleverflüſſigung und Steinkohleveredlung,
Duisburg, für die auf der Paſſivſeite eine Rückſtellung von 543 000
RM. gemacht wurde und die im neuen Geſchäftsjahr abgeſtoßen
worden ſind, neben verſchiedenen Verſorgungsbeteiligungen uſw.
enthalten. Unter dem Umlaufsvermögen erſcheinen u. a. 7.54
(14.15) Mill. RM. Treuhandfonds der Dollar=Anleihe 1.29 Mill.
RM. Bankguthaben (i. V. einſchließlich Kaſſe 0.13 Mill. RM.),
Forderungen an Tochtergeſellſchaften mit 1,51 Mill. RM. und
Warenlieferungen und Leiſtungen mit 2.26 Mill. RM. (i. V.
Schuldner 6,58 Mill. RM.). Wertpapiere, die i. V. mit 2,52 Mill.
RM. erſchienen, haben teilweiſe durch Umbuchung des Beſitzes
an 350 000 RM. R.W. E.=Aktien eine Ermäßigung auf 0,04 Mill.
RM. erfahren. Disagio und Anleiheunkoſten wurden auf 5.26
(5,5) Mill. RM. ermäßigt. Die Vorſtandsbezüge betrugen für 4
Mitglieder 165 680 RM. In den erſten fünf Monaten des lau=
fenden
Jahres betrug die Gasabgabe 318,3 Mill. Kbm. gegen
327,2 Mill. Kbm. im gleichen Vorjahreszeitraum.

Viehmärkke.

* Mainzer Viehhof=Marktbericht. Amtliche Notierung vom
27./28. Juni. Auftrieb: 53 Ochſen, 29 Bullen, 562 Kühe oder
Färſen, 300 Kälber, 800 Schweine. Marktverlauf: Bei Schweinen
ziemlich lebhaft, ausverkauft; bei Großvieh mäßig belebt, lang=
ſam
geräumt; bei Kälbern ruhig im Anfang, belebt gegen Ende.
Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochſen at) 32
bis 35, b2) 2027: Bullen c) 1824; Kühe a) 2028, b) 1722,
c) 1517; Färſen (Kalbinnen) a) 3035; Kälber c) 2733,
d) 2227; Schweine b) und c) 4648, d) 4245:

Berliner Kursbericht
vom 28. Juni 1932

Deviſenmarkt
vom 28. Juni 1932

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Wien 100 Schilling 151.98 52,05 100 Peſetas 134.67 3473 31. Leonh. Tietz 5o.n5 Prag 100 Tſch. Kr. 12.465 512.485 Danzig 100 Gulden 82.32 82.48 50.25 Verein. Glanzſtoff Budapeſt 100 Pengs Fapan 1 Yen 1.1491 1.151 46.125 Verein. Stahlwerke 14. Sofig. 100 Leva 3,057 3.ogs Rio deFaneirolt 1 Milreis 0.325 20.327 Weſteregeln Akali
23.50 Agsb.=Nnrb.Maſch.
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100 Gulden
109 Kronen 74.33 170.28 170.62
74.97 Jugoſlawien 1
Portugal 100 Dinar
100 Esendos 13.84 6.693/ 6 707
13.86 30.
86.75 10.25 Lopenhagen
Stockholm 100 Kronen
100 Kronen 77.97 82.72 82,88
78.13 Athen

Iſtambul
100 Drachm
1 türk. 4 2.74
2.018 2.753
2.022 Berl. Karlsr. Ind. 23. London. 1 S.Sta. 15.185 15.223/ Kairo
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Riga 100 Lats 7272 79.88

AR
53Baden .......

mmer noch beſtehenden Unklarheiten über die Innenpolitik 6% Diſch. Reichsanl
n dazu bei, daß ſich die Spekulation weiter größte Zurück=
ng
auferlegt, ſo daß das Geſchäft auf ein Minimum be= 6½%Inter.
kt bleibt. Gegen vorgeſtern abend ergaben ſich Kursrück= 8o9Bgyernz en=
um
bis zu 1 Prozent, wobei auch die Schwäche des vor= 68 Heſſen:.... New Yorker Effektenmarktes nicht ohne Einfluß geblie= 680 Preuß. Staat:
ſt. Am Markt der Feſtverzinslichen war ebenfalls eher 6% Sachſen ......!
Echeneigung vorherrſchend. Am Pfandbriefmarkt iſt in Gold=
Briefen, ſpeziell in Frankfurter Emiſſionen, erneut größeres Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +Ab.
Dot vorhanden, auch Liquidationspfandbriefe werden abge=
Im Verlaufe blieb die Umſatztätigkeit weiter eng be= löſungsanl.. ...
Dtſche. Anl. Ablö=
k
, nur J.G. Farben gaben vorübergehend noch etwas nach, ſungsſch. (Neub.
ch aber ſehr ſchnell wieder leicht zu erholen. Das Anfangs=
I wurde bis zum Schluß der Börſe für Spezialpapiere nicht / Deutſche Schutzge
behauptet genannt, die Abſchwächungen betrugen jedoch bietsanleihe ..
Sruchteile eines Prozentes. Nachdem ſich am Geldmarkt vor=
rr
eine leichte Verknappung bemerkbar gemacht hatte, war 6% Baden=Baden,
endenz geſtern wieder leichter. Tagesgeld wurde auf 4 nach 6%Berlin. .v.24
68 Darmſtadt. .
rozent ermäßigt.
620 Dresden v. 28
Nangels Anregungen blieb die Abendbörſe faſt umſatzlos.
880 Frankfurt a.M.)
Schätze v.29
Farben wurden gegenüber dem Berliner Schluß ½ Prozent
v. 26
bewertet, dagegen lagen Scheideanſtalt gegen den hieſigen
...!
6 ½ Prozent niedriger. Im großen und ganzen war die 82Manz
nz als behauptet zu bezeichnen. Am Markt der feſtverzins= 6%Mannheimv.27/
6% München v. 29
Werte beſtand für Altbeſitzanleihe Intereſſe, die ſich infolge=
6% Wiesbaden v. 28
befeſtigen konnte. Frankfurter Pfandbriefe ſind weiter an=
2n, da vom Mittagsverkehr noch Reſtbeſtände unterzubringen 8ssHeſſ. Landesbl!
Goldobligl
Von ausländiſchen Werten zogen Mexikaner ¼ Prozent an.
izierte Dollarbonds, neigten leicht zur Schwäche, dagegen 5½% Heſſ. Lds. für Dollarbonds mit Handelsberechtigung einige Nach= Hyp=Bk.=Liguid.
4½%Kom.=Obl.
Reichsſchuldbuchforderungen gehalten, teilweiſe aber eine 6e5 Preuß. 2ds
igkeit ſchwächer. Von Induſtrie=Obligationen waren Reichs= pfbr=Anſt. 6.Bf!
-Vorzüge mehrfachen Schwankungen unterworfen, und der 6s Goldobligl
gab um ½ Prozent nach.

Hurmſtäuter und Kariokarbant Sarmnadt, ollidte oei Areisoher Bunt
Frankfurter Kursbericht vom 28. Juni 1932.

Vff
52.5
59.5
56.5
60
40
72.5
47,75

35.25
3.4

2.35
38

Zae

52
34.5

48.25
35

63.5
45

70.1
65

63.5

Pein n4
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
69 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk
5½% Liqu. Obl

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-=Anl.
4AuslSer. 1
Ser. III
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
6% Berl.Hhp. Bk.
%an Liqu.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½%0 Lig. Pfbr.
6% Golboblig
Pfbr.=Bk
5i4
Ligu.
6% Mein.Hhp.=Bk.
5½% Lig. Pfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Lig.Pfbr.
6%5 Rhein. Hyp. Bk.
51l % Lig. Pfbr.
Golboblig.
69
6% Südd. Bod.
Ered.=Bank ....
51/.%0 Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6%Daimler=Benz.
620 Dt. Linol. Werkel
6%Mainkrw. v. 26
68Mitteld, Stahl.
32aBer, Stahlwerkel

37

66.75
25.75

31.7

62.5
75.25
44
62.5
815
62.25
74.5
69
79.5
63.25
75½),
49
69.5
z.
35.25
60.5
61.25
38.5

680 BoigtéHäffnen
J. G. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v.02
4/z%0 Oſt. Schätze
470 Oſt. Goldrentel
5%vereinh. Rumän
41/=70
42 Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
49
Zollanl.
41ſ.% Ungarn 19131
1914
41),%0
Goldr.
1910
Aktien
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56
89

10.5
3.9
2.6
4.5
5.5
4.5
5.35

30.75
19.75
70
15

24.25
37
35
22
173.75

s9

Dt. Gold=u. Silber?.
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel.
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Henninger, Kempf.! 42
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Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ....
Hochtief Eſſen ....! 52.5
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Gentſſel 86
Junghans ...
Kali Chemie .
Aſchersleben 86
Karſtadt, R...
Klein, Schanzlin . 35
Klöcknerwerke ..
Knorr C. 6. ...,/448,5

1.30
26.75
1.75
39
65.25
10.5
26
86Üo
16
21
50
16
16

30
11.5
61.5

Ki
Laurahütte .....
Lech, Augsburg..
Löwenbr. Münch.
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br. ..
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf..
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Reiniger, Gebberil 44
Rh. Braunkohlen =.
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Schuckert Elektr. . 56
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halste.
Südd. Zucker=A. 6.
Tellus Bergbau...
Thür. Liefer.=Geſ..
ietz Leonhard ...
interfranken .....
Ver. Stahlwerke ..
Ultramarin .
Voigt & Haeffner
Bahß 2 Frehtag.

8..
3
48
71

2el.

5.25
16
160
39
31
118.5
50.5
44.

55

135ſ,

3,4

Me u
Zellſtoff Waldhof.
Memel
Rulg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank..
Br. f. Brauinduſtr=
BarmerBankverein
Baher. Hyv. u. W
Berl. Handelsgeſ.
Hypothekbt.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. U.Nat.=Bk.
Dt. Bank und Die.
Dt. Eff. u. Wechſe
Dresdner Bank ..
Frankf. Bant .
Hyp.=Bank.
Mein. Hhp.Bank.
Pfälz. Hyp.=Ban1
Reichsbank=Ant. . ./1
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr. Bk
Bürttb. Notenbanu
A.=G. ſ. Verkehrswv
Alg. Lokalb. Kraftn
79 Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ......
Nordd. Lloyd.
Südd. Eiſenb.=Ge
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung..
Verein. Verſ./138
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich.
Otari Minen ....!
Schanzung Handels

Aus
21
22.75
862ſe
49.5
43
122
18.25
30
65
18.25

39
42
121
44.5
47.5
85.5
26
51.5
69
10
10.8
28

10
*

[ ][  ]

Seite 12 Nr. 179

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mittwoch, 29. Ju

Nur noch heute u. morgen!
Hleute u. folgende Tage!

Vielseitigen Wünschen entsprechend V Zwei Groß-Tonflme im Doppel-
in
Neuaufführung
Hertha Thiele und
100 junge Mädchen
in dem ersten Gemeinschafts- Tonflm
Mädchen
im Uniform
Nach dem Bühnenwerk Gestern und / Anny Ondra und Wlasta Burian
Ein Film der packt weil er Alle an-
geht
und ein menschliches Thema
sozial ausschöptt.
Dazu das reichhaltige Bei--
Emelka-Tonwoche.

Programm.
Ein sensationeller Kriminal- Ton-
flm
nach Edgar Wallace
Der Zinken
mit Lisef Arna, Fritz Kasp,
Paul Hörbiger u. v. a.
Vorher:
Hente von Christa Winsloe A in der Iustigen Tonflm-Humoreske
Er und (9418
seine Schwester
programm und die neueste / sowvie das gute Beiprogramm.
Zum I. Teil Jugendliche zugelassen
Beginn: 3.45, 6.00 und 820 Uhr. Beginn: 3,45, letste Vorst. 8.15 Uhr.

OR
Heute
leizter Tag!
Eddie Polo, Luciano Albertini,
Ernst Verebes u. Glaire Rommer in
Es geht
um Allles
Regie: Max Nosseck.
Ein Sensations-Tonflm von atem-
beraubender
Kühnheit und voll un-
unterbrochener
Spannung.
Dazu das erstklassige Bei-
programm
und dlie neueste
Ufa-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Unsere modernen Entlüftungsanlagen machen den Aufenthalt in unseren
Theatern auch an heißen Tagen kühl und angenehm.

Dieburgerſtraße85

Sohatd
Felſenleller

Dieburgerſtraße85

Heute Mittwoch, den 29. Juni
Großes Konzert
anläßlich der Eröffnung der neuen Terraſſen=Anlagen.
Strauß-Abend: Leitung: Kapellm. Willy Schlupp.=
Eintritt frei! Anfang 8 Uhr! (Siehe lokalen Teil)

Karlsker

HeuteMittwoch
Kaffee- und
Kuchentag

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Jed. Mittwoch
und Samstag Kafſee=u. Kuchentag
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Darmſtädter Adreßbuch 1932/33.

Die Druckbogen des Namenteils, Buchſtabe
A bis einſchl, K, liegen vom Donnerstag,
den 30, Juni bis einſchl. Mittwoch, den
6. Juli, im Einwohnermeldeamt, Wilhelm
Gläſſingſtraße 21/23 zur Einſicht auf. Jeder,
der ein Intereſſe daran hat, daß ſeine An=
ſchrift
im neuen Adreßbuch richtig erſcheint,
wird gebeten, ſich hierüber rechtzeitig zu
vergewiſſern. Dienſtſtunden des Einwohner=
meldeamts
: 7½14½ und 1417½ Uhr, 1. Kaſſenſchranl
Samstags von 713 Uhr. Die Offenlegung mittl. Größe zu kf

vom 22. ds. Mts. iſt gen ſmigl
Ausgabe der Abfuhrſcheine 4t tmuch
29. ds. Mts. Ueberweiſung
der Abfuhr Donnerstag, 30
7 Uhr.
Darmſtadt, den 28. Juni 2.
9431) Forſtamt Kran Zeil.

Gebrauchtes Zelt
zu kaufen geſ. Ang.
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