Darmstädter Tagblatt 1932


01. Mai 1932

[  ][ ]

Einzelnummer 15 Pfennige

Arl
Tat
R
Dr
A
Na
TA
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
Anzeigenpreis:

Fel wöchenſlich 7maligem Erſcheinen vom 1. Mal
Ne 31. Mal 2 Reichsmart und 20 Pfennig
ubragegebühr, abgeholt 2. Reiſchsmark, durch die
Ugenturen 2.20 Reichsmart frei Haus. Poſtibezugspreis
m Mal ohne Beſtellgeld monatlich 2,60 Reichemark.
berantworiſchlelt für Aufjahme von Anzelgen an
eſimmten Tagen wird nicht übernommen. Nichte
rſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
erechligt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Zezugspreſſes. Beſiellungen und Abbeſiellungen durch
eimnf ohne Verbindlichkeilt für uns. Poſſcheckonto
Frankfurt a. M. 4301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Origlnal=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 121
Sonntag, den 1. Mai 1932.
195. Jahrgang

2I mm breiie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspſg.
Finanz=Anzeigen 35 Reſchspfg. Rellamezeile (92 mm
breill 2 Reſchsmart Anzeigen von auswärts 35 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 50 Reſchspfg. 92 mm breite Rellamee
zeile 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reſchsmark
1 Dollar 4.20 Mark). Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streilt uſw, erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlſcher Belitreibung ſäll ſeder
Nabat weg. Banſkonto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Oer Kanzler beim Reichspräſidenten

enicht über Genf. Billigung der deutſchen Forderung nach Gleichberechkigung und effektive Abrüſtung
durch die Mehrheit der Großmächte. Vorbereikung der Lauſanner Konferenz.
Endgülkige Bereinigung des Reparakionsproblems angeſtrebt.

Brünings Genfer Eindrücke.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Reichskanzler Dr. Brüning hat am Samstag vor=
ttag
unmittelbar nach ſeiner Rückkehr von Genf in Berlin
en längeren Beſuch beim Reichspräſidenten ab=
tattet
, der ſchon wegen ſeiner mehr als einſtündigen Dauer
ſße Beachtung gefunden hat. Man darf annehmen, daß
Brüning dabei auch ſehr ausführlich über ſeine Genfer
ndrücke berichtet hat. Er iſt, ſoweit wir wiſſen, nicht
jefriedigt. Er hat Herrn von Hindenburg gegenüber beſon=
s
unterſtrichen, daß der deutſche Standpunkt in der
rüſtungsfrage vor allem von England,
terika und Italien durchaus anerkannt worden
während Frankreich, wie zu erwarten war, eine große
sſtarrigkeit in der Verteidigung ſeiner Verſailler Poſition an
Tag legte, aber dafür auch eine ſtarke Iſolierung hat
in Kauf nehmen müſſen, die wenigſtens beſtimmte Mög=
eiten
für die Durchſetzung der deutſchen Forderungen mit
erſtützung der übrigen Großmächte offen läßt.
Das Wichtigſte iſt aber naturgemäß für den Kanzler
Vorbereitung der großen Reparations=
Iferenz geweſen. In den nächſten Tagen wird nun auch
kleineren Staaten die Einladung zur Lauſanner Konferenz
hen und, was für Deutſchland wichtig iſt, auch ihnen gegen=
ausdrücklich
darauf hingewieſen werden, daß eine dauernde
ing geſucht werden muß. Bei den Genfer Beſprechungen
s nach den Darſtellungen der amtlichen Kreiſe gelungen,
igſtens d as Ziel der Konferenz dauernde
dlöſungdes ganzen Reparationsproblems
herauszuarbeiten, den Umfang der Beratungen abzuſtecken
die Tagesordnung zu präziſieren. Es iſt alſo vorweg ein
blicher Teil der techniſchen Arbeiten geleiſtet und eine ge=
ſe
Klärung herbeigeführt worden, die für den
auf der Konferenz nicht ohne Bedeutung iſt. Es wird ſich
Ahin den nächſten Monaten zeigen müſſen, inwieweit damit
s Greifbares gewonnen iſt. Einſtweilen wird immer noch
it gerechnet, daß vor der Lauſanner Konferenz
M)eine neue Vorkonferenz einberufen wird, die
dings in ihrem Zuſtandekommen und in ihrem Termin
igt wird davon, ob und wie raſch es in Frankreich nach
Wahlen gelingt, eine verhandlungsfähige Regierung zu=
iezubringen
.
Etak keinerlei Summen für Reparakionszwecke
vorgeſehen.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
Nachdem der Reichskanzler wieder in Berlin eingetroffen iſt,
mit zu rechnen, daß das Kabinett vom Montag ab in Dauer=
Igen eine ganze Reihe ſehr wichtiger Angelegenheiten zu be=
haben
wird. An der Spitze des Arbeitspro=
Amms der Reichsregierung ſteht der Reichs=
der
im Referentenentwurf nunmehr fertig vorliegt. Die=
ntwurf
ſieht auf der Ausgabenſeite 8,2 Milliarden RM. vor.
Steuereingänge liegen etwas tiefer. Die Differenz will man
verſchiedene Maßnahmen, z. B. durch den Verkauf von Reichs=
inleiheſtücken
ausgleichen. Das letzte Wort in dieſer Ange=
heit
hat natürlich das Kabinett zu ſprechen und hier iſt mit
eingehenden Debatten über weitere Einſparungen
Ahnen. Der vorliegende Referentenentwurf baſiert ſchon auf
Kabinettsbeſchluß, der eine 10 bis 15 proz. Ausgabenſenkung
). Die Entwicklung der Steuereingänge hat aber gezeigt,
beitergehende Abſtriche nicht zu vermeiden
derden. Bis Himmelfahrt will das Kabinett mit den Etat=
ingen
fertig ſein, ſo daß dann der ausgeglichene Haushalt
dem Reichsrat und unmittelbar danach auch dem Reichstag
inkann. Es erübrigt ſich wohl, darauf hinzuweiſen, daß im
keinerlei Summen für Reparationszwecke
eſehen ſind, obwohl das Hoover=Feierjahr am 1. Juli
Jahres abläuft. Die Reichsregierung bringt
lit erneut zum Ausdruck, daß ſie mit den Re=
tionen
Schluß machen will, und daß es für den
en Steuerzahler, deſſen Kräfte ohnehin ſchon übermäßig in
uch genommen werden, ein Ding der Unmöglichkeit iſt, nun
Aioch die Reparationsgläubiger zu befriedigen.
Die nächſten Aufgaben des Reichskanzlers.
n die Etatberatungen ſpielen aber eine
e Reihe andere Probleme hinein. Wir denken
an die Not der Gemeinden, an die Arbeits=
Taffung, an den Arbeitsdienſt und die Oſtſied=
Dieſe vier Dinge erheiſchen die Mobiliſierung
erer Geldmittel. Die Grundzüge der Arbeits=
affung
der Reichsregierung ſind im weſentlichen be=
Etatsmittel will man dafür nicht auswerfen. Vielmehr
man daran, eine Anleihe aufzulegen, die mit den

tattet ſein wird, Ueber die Oſtſiedlung iſ
itlichkeit ebenfalls im weſentlichen im Bilde. Die F
9sfrage bleibt aber noch zu löſen. Das gleiche gil
usdehnung des Arbeitsdienſtes. Da
ich das Kabinett dann noch mit den Wehrverbän

beſchäftigen. Hier iſt eine Klärung inſofern erzielt, als daran
gedacht wird, ſich vom Reichspräſidenten eine Ermäch=
tigung
geben zu laſſen, die beſtimmte Maßnahmen und
Sicherungen gegen das Wiederaufleben militär=
ähnlicher
Formationen vorſieht. Es ſtehen im Augen=
blick
ſchon genügend Mittel zur Verfügung, um beim Wieder=
aufleben
derartiger Verbände ſofort einſchreiten zu können. Nur
müßten dann die Organiſationen verſchieden behandelt werden,
weil ſie auf Grund verſchiedener Beſtimmungen aufgelöſt und
verboten worden ſind. Der Rot=Front=Kämpferbund wurde auf
Grund des Republikſchutzgeſetzes verboten, die Sturmabteilungen
der Nationalſozialiſten mit Hilfe des Art. 48. Die Schutz=
formationen
des Reichsbanners haben ſich ſelbſt aufgelöſt. Die
vom Reichspräſidenten zu erlangende Ermächtigung will alſo
auch gleichmäßige Rechtsfolgen im Falle eines Wiederauflebens
derartiger Bünde ſchaffen. Unabhängig davon iſt die vom
Reichsinnenminiſter angeſtrebte überparteiliche Sportorganiſa=
tion
. Hier ſcheinen noch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten
aus dem Wege geräumt werden zu müſſen. Infolgedeſſen
dürften noch einige Wochen vergehen, bis der Rahmen der neuen
Sportorganiſation abgeſteckt werden kann.
Prämien-Anleihe für Arbeitsbeſchaffung.
* Berlin, 30. April. (Priv=Tel.)
Der Reichspräſident hat am Samstag unmittelbar nach
dem Reichskanzler den Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrich
empfangen. Dieſer Beſuch iſt mit angeblichen Rücktrittsabſichten
des Reichsfinanzminiſters in Verbindung gebracht worden, die
aber an amtlicher Stelle entſchieden beſtritten werden. Formell
dürfte es ſich darum gehandelt haben, die Neuordnung innerhalb
des Reichsfinanzminiſteriums, die durch den Rücktritt des
Staatsſekretärs Dr. Schäffer notwendig geworden iſt, auch nach
der perſonellen Seite hin einzuleiten und die künftige Auf=
teilung
der Reſſorts in zwei Staatsſekretariate zu begründen.
Darüber hinaus wird aber wohl Dr. Dietrich die Gelegenheit
benutzt haben, um den Reichspräſidenten über die Lage des
Etats, vor allen Dingen über die Pläne zur Auflegung einer
neuen Prämien=Anleihe Bericht zu erſtatten. Die Regierung
trägt ſich ſeit langem, wie wir ſchon berichtet haben, mit der
Abſicht, die Geldmittel, die für das Arbeitsbeſchaffungsprogramm
notwendig ſind, durch eine Art Lotterie=Anleihe aufzubringen,
die mit einem ſehr niedrigen Zinsfuß ausgeſtattet ſein ſoll
man ſpricht von ein Prozent unter Reichsbankdiskont dafür
aber ſehr hohe Prämiennotierungen bringen ſoll, alſo faſt ſchon
den Charakter einer Lotterie=Anleihe annimmt, was noch da=
durch
unterſtrichen wird, daß die Ausgabe der Anleihe in ſehr
kleinen Stücken geplant iſt. Ueber die Ausſichten dieſer Anleihe
gehen die Meinungen ſehr weit auseinander. Die Befürworter
weiſen daraufhin, welchen Erfolg die Eiſenbahnanleihe gehabt
hat, und glauben diesmal auf einen noch größeren Erfolg
rechnen zu können, weil ja der Eiſenbahnanleihe der etwas
odiöſe Beigeſchmack einer Wiedergutmachung von Steuerhinter=
ziehungen
anhaftete. Man kann aber ebenſogut geltend machen,
daß die Möglichkeiten einer Kapitalbeſchaffung durch dieſe An=
leihe
bereits ausgeſchöpft wurden, und daß flüſſige Gelder in
nennenswertem Ausmaße jetzt für eine neue Reichsanleihe kaum
zu haben ſein werden, ſelbſt dann nicht, wenn durch weitgehende
Garantien die unbedingte Sicherheit der Anleihe gewährleiſtet
wird. Immerhin, die Regierung rechnet damit, daß auf dieſe
Weiſe über 200 Millionen RM. flüſſig gemacht werden
können, zwar nicht von heute auf morgen, aber da ſoll dann
wieder die Reichsbahn einſpringen und einen Zwiſchenkredit
zur Verfügung ſtellen, um mit der Durchführung des Pro=
gramms
möglichſt bald beginnen zu können. In den Kabinetts=
beratungen
der kommenden Woche werden die Bedenken, die
gegen das ganze Projekt ſprechen, zweifellos noch einmal gründ=
lich
durchberaten werden.
Die Vorſtandsſihung des Zenkrums.
Noch alle Türen zu Verhandlungen mit den Nakional=
ſozialiſten
offen.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
Die Sitzung des geſchäftsführenden Vorſtandes der Zentrums=
partei
, die mit der Rückkehr des Kanzlers aus Genf zuſammen=
fiel
, war vielfach als die Einleitung ernſthafter Verhandlungen
zwiſchen Zentrum und Nationalſozialiſten aufgefaßt worden. Der
Bericht, der über die Sitzung ausgegeben wurde, iſt belanglos.
Er beſagt lediglich, daß der Kanzler für kurze Zeit an den Be=
ratungen
teilgenommen hat, daß die Partei auch weiterhin eine
aufbauende, nationale Realpolitik verfolgen werde und ſchließlich,
daß in den kommenden politiſchen Verhandlungen die letzte Ent=
ſcheidung
der Reichsparteileitung vorbehalten bleibt. Wenn wir
den Sinn dieſer Ausführungen richtig interpretieren, dann iſt er
dahin zu verſtehen, daß die Partei bereit iſt, mit den National=
ſozialiſten
zu verhandeln, aber ſehr enge Zuſicherungen verlangt,
um ein Abbiegen des außenpolitiſchen Kurſes zu verhindern, und
wir irren uns wohl auch nicht, wenn wir annehmen, daß das Zen=
trum
die Regierungsbildung in Preußen nicht als ein Ding an
ſich betrachtet, ſondern mit der Reichspolitik in engen Zuſammen=
hang
bringen will. Das iſt ja an ſich eine Selbſtverſtändlichkeit.
Der Kanzler hat aber bisher immer wieder darauf hingewieſen,
daß ſein Einfluß auf das preußiſche Zentrum nur ſehr gering ſei.
Wenn alſo die Parteileitung ſich jetzt die letzte Entſcheidung vor=
behält
, dann will ſie einmal ſich dadurch vor Seitenſprüngen der
Preußenfraktion ſchützen, aber auch in dem kommenden Spiel mit
den Nationalſozialiſten ſich möglichſt alle Trümpfe ſichern.

Die Woche.
Die Landtagswahlen des 24. April, insbeſondere in
Preußen, haben keinerlei Ueberraſchung gebracht. Sowohl mit
dem gewaltigen Anwachſen der Nationalſozialiſten wie mit der
kataſtrophalen Niederlage der gemäßigten bürgerlichen Parteien
hatte man in unterrichteten Kreiſen ebenſo gerechnet, wie mit
der Behauptung des Zentrums und bis zu einem gewiſſen
Grade auch der Sozialdemokratie. Wir hatten vor der Wahl
an dieſer Stelle darauf hingewieſen, daß auch die Preußen=
Wahlen im praktiſchen Endergebnis etwa dasſelbe Bild ergeben
würden wie die Heſſen=Wahlen vom 15. November des vorigen
Jahres. Genau ſo haben ſich die Dinge entwickelt. Auch im
neuen preußiſchen Landtag hat weder die Rechte noch die Linke
eine Mehrheit, und auch für eine Regierung ähnlich der der=
zeitigen
Reichsregierung würden die Grundlagen viel zu ſchmal
ſein. Eine Mehrheitsregierung auf parlamentariſcher Grund=
lage
iſt nur denkbar, wenn es zu einer Koalition zwiſchen
Nationalſozialiſten und Zentrum kommt. Iſt das unter den
gegebenen Verhältniſſen möglich? So lautet die Schickſalsfrage,
die der 24. April abermals nachdrücklichſt geſtellt. Wir haben
eine ſolche Zuſammenarbeit für Heſſen ſchon nach dem 15. No=
vember
gefordert. Leider vergeblich, da das Vorgehen der
Nationalſozialiſten ganz offenſichtlich darauf abgeſtellt war, alle
Koalitionsverhandlungen von vornherein ausſichtslos zu machen.
Das war damals noch allenfalls verſtändlich. Man wollte ſich durch
die Uebernahme der Regierungsverantwortung in einem ſo
kleinen Land wie Heſſen nicht die Wahlausſichten für Preußen
verderben. Jetzt iſt die Preußen=Schlacht geſchlagen, und es
wäre im Intereſſe der Nation nur wünſchenswert, wenn der
Nationalſozialismus nunmehr von der Agitation zur praktiſchen
politiſchen Arbeit übergehen würde. Man ſollte doch eigentlich
annehmen, daß die preußiſchen Wähler nicht 162 national=
ſozialiſtiſche
Abgeordnete in den Landtag geſchickt haben, nur
damit alles beim alten bleibt. Mit dem Alles oder Nichts
kommt man eben in der Politik nun einmal nicht weiter, da
die erſte Möglichkeit ſo gut wie niemals gegeben iſt. Man wird
ſich das auch im nationalſozialiſtiſchen Lager um ſo mehr ſagen
müſſen, als ja gerade die Preußen=Wahlen wiederum die
Grenzen der nationalſozialiſtiſchen Ausdehnungsmöglichkeiten
deutlich aufgezeigt haben. Ebenſo wenig wie in Heſſen iſt in
Preußen der ſogenannte Einbruch in die marxiſtiſche Front
geglückt. Sozialdemokraten und Kommuniſten haben zuſammen
am 24. April faſt gerade ſo viel Stimmen erhalten wie bei den
Landtagswahlen 1928. Ebenſo wenig wie hier in Heffen, könnte
in Preußen der Zentrumsturm erſchüttert werden. Zerrieben
werden konnten lediglich die gemäßigten bürgerlichen Parteien.
Was der Nationalſozialismus unter den gegebenen günſtigſten
Vörausſetzungen erreichen konnte, hat er erreicht. Jetzt hängt
die fernere Entwicklung der Bewegung nicht mehr von einer mehr
oder weniger geſchickten Propagandatätigkeit ab, ſondern von
dem Ergebnis der praktiſchen Arbeit, die zu leiſten ſein
wird. Man mag zum Nationalſozialismus ſtehen wie man will,
im Intereſſe des deutſchen Volkes wird man nur wünſchen
können und müſſen, daß der ſtarke Peſſimismus, der in dieſer
Hinſicht weite Kreiſe beherrſcht, ſich als unberechtigt erweiſt.
Im nationalſozialiſtiſchen Lager herrſcht ungetrübte Freude
über die Vernichtung der bürgerlichen Mittelparteien. Dieſe
Freude vermögen wir nicht zu teilen. Schon etwaige Verhand=
lungen
über die Regierungsbildung in Preußen werden deutlich
zeigen, was das Fehlen einer ſtarken, zur Uebernahme der Ver=
antwortung
ſtets bereiten Mittelgruppe für unſere zerfahrenen
Verhältniſſe bedeutet.
Dieſer Zuſammenbruch der Mitte war vorauszuſehen, aber
in den frührenden Kreiſen der alten Parteien wollte man die
warnenden Stimmen, an denen es wahrlich nicht gefehlt
hat, nicht hören. Wir haben ſeit den Reichstagswahlen des
Jahres 1920 immer und immer wieder auf die Notwendigkeit
einer grundſätzlichen Reform unſeres Parteiweſens hingewieſen.
Damals hätte man noch Zeit gehabt. Im Jahre 1930 wäre es
noch nicht zu ſpät geweſen, und ſelbſt jetzt vor den Preußen=
Wahlen würde man in ziemlich weiten Kreiſen des deutſchen
Bürgertums noch Verſtändnis für durchgreifende Entſchlüſſe ge=
funden
haben. Aber dazu konnte man ſich offenbar nicht auf=
raffen
, ſondern man wollte ſcheinbar nur aus der Kata=
ſtrophe
lernen. Sieben Parteien der bürgerlichen Mitte bzw.
der gemäßigten Rechten gingen in den Wahlkampf. Deutſche
Volkspartei, Volksrechtpartei, Wirtſchaftspartei, Landvolk, Junge
Rechte, Staatspartei, Chriſtlich=Soziale. 1 320 971 Stimmen be=
kamen
alle zuſammen. Wären ſie gemeinſam vorgegangen,
hätten ſie 26 Sitze im Parlament bekommen, da ſie alle ſieben
getrennt vorgingen, verfügen ſie im neuen Preußen=Landtag
zuſammen über 11 Sitze. Iſt dazu noch ein Kommentar
nötig?
Aber nicht allein um ein parlamentariſches Rechenexempel
hat es ſich ja eigentlich gehandelt, ſondern um ſehr ernſte grund=
ſätzliche
Fragen. Die Politik iſt nun einmal nicht nur ein
Kampf um die Mark und Pfennige. Wer ſehen wollte, konnte
ſchon lange feſtſtellen, daß die als Partei aufgezogene wirt=
ſchaftliche
Intereſſentengruppe in der politiſchen Praxis völlig
verſagte. Auch die Politik wird letzten Endes beherrſcht von der
Idee ſelbſt wenn es ſich nur um eine vermeintliche Idee
handelt! Was aber haben die bürgerlichen Parteien ihren An=
hängern
an Ideengehalt geboten? Einſt waren ſie auf eine
Weltanſchauung geründet. Aber auch Anſchauungs=Welten unter=
liegen
dem Wandel der Zeiten, und dieſem Wandel rechtzeitig
Rechnung zu tragen, hat man verſäumt. So kam es zu den
verhängnisvollen Verkalkungserſcheinungen, an denen jetzt an
ſich noch durchaus lebensfähige Parteigebilde zu Grunde gegangen
ſind. Das iſt tief bedauerlich. Denn mag es auch heute modern
ſein, über den Bürger zu ſpotten und zu ſchelten, es gibt
auch heute noch eine ausgeſprochen bürgerlichs
Gedankenwelt, die trotz aller Nöte der Zeit feſthalten will
an jenen bürgerlichen Eigenſchaften, die nicht nur für den Auf=
bau
unſeres Staate=, ſondern aller Kulturſtaaten der Welt zu
allen Zeiten wahrhaft Großes geleiſtet haben. Es iſt völlig ver=
fehlt
, dieſe Gedankenwelt, wie das oberflächliche Beobachter
neuerdings gern tun, kurzerhand mit dem Liberalismus des
vergangenen Jahrhunderts gleichſetzen zu wollen, nur weil
damals das Bürgertum der Hauptträger des Liberalismug
war. Um an einem einzigen Beiſpiel zu zeigen, in welchem
Maße der Bürger das Rückgrat des Staates bildet, genügt W

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonnkag, 1. Mai 193

Zeite

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des
form
nachde
gangei
E=
zöſiſche

Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deutſ
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
de

Hinweis auf den franzöſiſchen Bourgeois, deſſen unzerſtörbares
Beharrungsvermögen, manchmal bis zur Karikatur verzerrt,
den franzöſiſchen Staat durch alle Stürme der modernen Ge=
ſchichte
erhalten hat. Die bürgerliche Gedankenwelt auch für die
deutſche Politik der Gegenwart fruchtbar zu machen, wäre die
Aufgabe einer bürgerlichen Partei. Würde ſie erfüllt, würde der
deutſche Bürger nicht mehr verſucht ſein, bei dem ſeiner Natur
durchaus nicht liegenden Radikalismus ſeine Zuflucht zu ſuchen,
dann würde er auch im politiſchen Leben wieder die Bedeutung
gewinnen, die ihm zukommt, und ein geſundes Gleichgewicht
würde wieder hergeſtellt werden. Wir ſind von dieſem Ziel
heute ſo weit entfernt, daß es faſt utopiſch erſcheint, überhaupt
davon zu ſprechen. Aber wir müſſen endlich beginnen, uns mit
dieſen brennenden Problemen auseinanderzuſetzen, wenn nicht
mit dem deutſchen Bürger auch der deutſche Staat zu Grunde
H.
gehen ſoll.
Dd9 Rreoitaptommen
für die deutſchen öffenklichen Schulden
in Kraft gekreken.
Die BJ3. gibt bekannt, daß das Kreditabkommen für deutſche
Sffentliche Schulden zwiſchen ausländiſchen Gläubigern und deut=
ſchen
Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und ſonſtigen
öffentlich=rechtlichen Körperſchaften infolge der Unterzeichnung
durch die erforderliche Anzahl der Vertragspartner am 27. April
1932 in Kraft getreten iſt.
Das Abkommen ſieht vor, daß die BJZ. aufgefordert werden
ſoll, einen Schiedsausſchuß für die Regelung aller ſich in bezug auf
die Auslegung etwa ergebender Fragen zu ernennen. Eine ähn=
liche
Beſtimmung über die Ernennung eines Schiedsausſchuſſes
befindet ſich in den kürzlich zwiſchen der Norddeutſchen Kredit=
bank
und ihren ausländiſchen Gläubigern beſchloſſenen Stillhalte=
abkommen
. Die BJ3, hat ſich bereit erklärt, den Schiedsausſchuß
zu ernennen, und hat für beide Abkommen den gleichen Schieds=
ausſchuß
beſtimmt, der jetzt auf Grund des deutſchen Stillhalte=
abkommens
für Bankkredite vom 23. Januar 1932 beſteht.
Staak und Kirche in Preußen.
Der ſeit langem in Preußen zwiſchen der evangeliſchen Kirche
und dem Kultusminiſterium ſchwebende Konflikt iſt jetzt durch
eine Flucht des Kirchenſenats in die Oeffentlichkeit in ein neues
Stadium getreten. Seit einundeinhalb Jahren verhandelt die
Kirchenbehörde mit dem Kultusminiſter wegen der Neuregelung
der Einſichtnahme in den Religionsunterricht der Schulen. Die
ſachlichen Meinungsverſchiedenheiten ſind dabei nicht einmal be=
ſonders
groß. Aber das Kultusminiſterium behandelt den Ober=
kirchenrat
mit einer merkwürdigen Rückſichtsloſigkeit, indem er die
Entſcheidung immer wieder hinausſchiebt und eine ausgeſprochene
Verſchleppungstaktik betreibt, vielleicht weil es ihm aus politi=
ſchen
Gründen unbequem war und iſt, ſich mit der Neuordnung
zu befaſſen. Jedenfalls iſt es begreiflich, wenn jetzt die Kirche ſich
eine ſolche Behandlung nicht mehr länger gefallen laſſen will und
der Oberkirchenrat den Auftrag erhalten hat, gegen den Kultus=
miniſter
den Rechtsweg zu beſchreiten.
Skaglsgerichtshof lehnk nakionalſozialiſtiſche

Ankräge ab.

Karlsruhe, 30. April.

Die Preſſeſtelle beim Staatsminiſterium teilt mit: Aus Leip=
zig
iſt heute die Mitteilung eingetroffen, daß der Staatsgerichts=
hof
den Antrag der NSDAP., Gau Baden, ſowie den Antrag
der badiſchen NSDAP.=Landtagsfraktion abgelehnt hat, der da=
hingehend
lautete, eine einſtweilige Verfügung zu erlaſſen, nach
welcher der badiſchen Regierung unterſagt wird, die Strafen aus=
zuführen
, welche ſie durch Erklärung des badiſchen Staatspräſi=
denten
im Badiſchen Landtag am 14. April 1932 angedroht hat,
ſoweit dieſe Erklärung ſich gegen Beamte richtet, die der NSDAP
angehören. Der Staatsgerichtshof hat dieſen Beſchluß gefaßt,
ohne von der badiſchen Regierung noch beſonderes Material zu
erbitten. Die eigenen Angaben der Antragſteller genügten ihm
vollkommen, um die nationalſozialiſtiſchen Anträge abzulehnen.
Er erklärte, den Antragſtellern fehle die Sachbefugnis, in die=
ſem
Verfahren als Partei aufzutreten.
Abſchaffung des iriſchen Treueides.
Das Geſetz über die Abſchaffung des Treueids für den eng=
liſchen
König wurde im iriſchen Parlament in der vergangenen
Nacht um 12.20 Uhr mit 77 gegen 71 Stimmen in zweiter Leſung
angenommen. Die Vorlage wird nun im Ausſchuß weiter bera=
ten
werden. Es iſt möglich, daß dort noch Komplikationen ein=
treten
werden, da die Arbeiterpartei für die Abänderung eines
Teiles des Geſetzes eintreten wird.

Vom Tage.

Der bereits vor einigen Tagen angekündigte Rücktritt des
Staatsſekretärs im Reichsfinanzminiſteriums Dr. Schäffer wird
mit Beginn des neuen Monats Tatſache werden. Staatsſekretär
Schäffer hat ſich geſtern von ſeinen Beamten verabſchiedet.
Der Zechenverband hat am Samstag die Lohnordnung für den
Ruhrbergbau zum 31. Mai gekündigt.
Eine in Freiburg eröffnete Ehape=Filiale iſt auf Grund der
Notverordnung des Reichspräſidenten vom 9. März 1932 betreffend
Sicherung der Wirtſchaft durch die Polizeidirektion geſchloſſen
worden. Die Ehape=Geſellſchaft hat gegen dieſe Schließung Pro=
teſt
eingelegt.
Der aus Bayern ſtammende 20 Jahre alte Melker Widl in
Gölsdorf wurde wegen vorbereitender Handlung zum Hachverrat
verhaftet. Er ſoll entſprechende Schriften unter Reichswehrſoldaten
verbreitet haben, die im Januar d. J. in Jüterbog zur Uebung
weilten.
Die Beratungen über die künftige Geſtaltung der Arbeits=
bedingungen
im engliſchen Bergbau ſind abermals geſcheitert. Die
Arbeitgeber beſtehen darauf, daß das am 8. Juli ablaufende Ge=
ſetz
über die Arbeitszeit auf unbeſtimmte Zeit verlängert werde,
was die Gewerkſchaften jedoch ablehnen. Gutem Vernehmen nach
beabſichtigt die Regierung die Gültigkeit des Geſetzes einſtweilen
bis Ende dieſes Jahres auszudehnen.
Anläßlich der bevorſtehenden Maifeiern haben die engliſche
Arbeiterpartei und der Gewerkſchaftskongreß eine gemeinſame
Kundgebung erlaſſen, in der u. a. die völlige Streichung der Re=
parakionen
und Kriegsſchulden gefordert wird. Die Kundgebung
ſpricht ſich weiter gegen die politiſche Ausbeutung der ſchlechten
Finanzlage mancher Staaten aus.
Ein junger Bengale gab auf einen leitenden engliſchen Be=
amten
des Diſtrikts Midnapur (Bengalen) namens Douglas wäh=
rend
einer Sitzung des Diſtriksrats drei Schüſſe aus einem Re=
volver
ab, durch die der Beamte ſchwer verletzt wurde. Der Ben=
gale
wurde verhaftet.
Die Regierung von Neuſüdwales will die fälligen Zinſen für
die Inlandsanleihe in Höhe von 200 000 Pfund ebenfalls nicht
bezahlen. Bekanntlich hat Neuſüdwales vor kurzem auch den
Schuldendienſt ſeiner engliſchen Anleihe eingeſtellt.

der Memel=Konflikk
am 9. Juni vor dem Haager Gerichtshof.
Memel, 30. April.
Die Sitzung des Internationalen Gerichtshofes im Haag,
in der der Memelkonflikt behandelt werden wird, iſt auf den
9. Juni anberaumt worden.
Der Spruch des Gerichtshofes wird ſchon für den 9. oder
10. Juni erwartet. Urſprünglich war der Zuſammentritt des
Gerichtshofes für den Juli vorgeſehen. Wenn jetzt die Sitzung
ſchon auf den 9. Juni anberaumt wurde, ſo bedeutet das, daß
der Gerichtshof den Memelkonflikt mit einer Beſchleunigung be=
handelt
, wie ſie größer kaum denkbar iſt.
Likauiſche Berſchleppungskakkik.
Kowno, 30. April.
Wie verlautet, hat der Vorſitzende des Haager Internatio=
nalen
Gerichtshofes der litauiſchen Regierung mitgeteilt, daß
bis zum 2. Mai die Signatarmächte ihre Anklageſchrift und bis
zum 30. Mai die litauiſche Regierung die Entgegnung an den
Internationalen Gerichtshof im Haag einreichen müßten. Das
litauiſche Außenminiſterium hat ſich in ſeiner Antwort vor=
behalten
, auch ſpäter nach dem 30. Mai die Entgegnung ein=
zureichen
. Die Zeit bis zum 30. Mai ſei für die litauiſche Re=
gierung
zu einer Entgegnung über die in Frage kommende
Materie zu kurz bemeſſen. Die Frage, ob der Straßburger Pro=
feſſor
Retzlof zur Verteidigung im Haag herangezogen werde, ſei
noch offen. Feſt ſtehe, daß der Kownoer Rechtsanwalt Dr.
Robinſon auch im Haag den litquiſchen Standpunkt vertreten
werde.
Deutſch=lektiſche Wirkſchaftsbeſprechungen.
Berlin, 30. April.
Zwiſchen Vertretern der deutſchen und der lettiſchen Regie=
rung
haben in dieſen Tagen in Berlin Beſprechungen über die in
letzter Zeit entſtandenen Erſchwerungen im deutſch=lettiſchen Wirt=
chaftsverkehr
ſtattgefunden. Insbeſondere ſind dabei die Fragen
der Deviſenbewirtſchaftung und der Kontingentierungsmaßnahmen
erörtert worden, die zu einer Schrumpfung des Handels zwiſchen
Deutſchland und Lettland geführt haben. In dieſen Beſprechun=
gen
, die ſpäter fortgeſetzt werden ſollen, haben ſich Möglichkeiten
ergeben, den Handelsverkehr von den aus der Deviſenknappheit
herrührenden Behinderungen unabhängig zu machen und durch
Milderung der geltenden Beſtimmungen die Schwierigkeiten des
Güteraustauſches zu verringern.

Solgen des Jaukssdeer Allendles:
Razzien auf Koreaner. Zahlreiche Berhafkung
Schanghai, 30. Apri
Die japaniſchen Truppen haben im Zuſammenhang mit
Bombenattentat alle Eingänge zum Chineſenviertel in Tſch,
abgeſperrt und unterſuchen alle ein= und ausgehenden Perſo
auf das genaueſte. Alle Koreaner ſtehen unter ſtrengſter Ue
wachung. In der franzöſiſchen Konzeſſion wurden Razzien
allen koreaniſchen Klubs durchgeführt und zahlreiche Verhaf
gen vorgenommen. Wie ſich herausſtellte, war der nach
Attentat verhaftete Koreaner Fengki in einer Wäſcherei in
franzöſiſchen Niederlaſſung angeſtellt. Die polizeilichen Ur
ſuchungen haben ferner den Verdacht ergeben, daß er bei
Attentat auf den japaniſchen Kaiſer in Tokio am 8. Januar
beteiligt war. Der bei dem Bombenattentat verletzte Präſi
der Vereinigung der in Schanghai lebenden Japaner, Dr. Ke
bata, iſt heute morgen geſtorben. Im Befinden der meiſten 1
gen Verletzten iſt keine Verſchlimmerung eingetreten. Ledi
der japaniſche Geſandte in China, Schigemitſu, der 32 Wur
erhielt, befindet ſich noch in Lebensgefahr. Admiral Non
wird, ſo befürchten die Aerzte, wahrſcheinlich das Augenlicht
büßen.
Die japaniſchen Behörden beſchloſſen, einſtweilen keine
ernennungen an Stelle der verwundeten Generäle und Admi
vorzunehmen, ſondern ſie bis auf weiteres durch die rangält
Offiziere vertreten zu laſſen. An Stelle von Schigemitſu
der erſte Sekretär der Geſandtſchaft treten, an Stelle von
neral Uyeda der Stabsoffizier Taſchiro, die beide bei der
deraufnahme der Friedensverhandlungen die japaniſchen J
eſſen wahrnehmen werden.
Die chineſiſche Regierung lehnt jede Berankworkung
Die chineſiſche Regierung teilt amtlich mit, daß die chine
Bevölkerung mit dem Anſchlag in Schanghai nichts zu tun
Kein chineſiſcher Bürger und kein Vertreter einer chineſiſchen O
niſation habe Zutritt zu der Parade gehabt. Die chineſiſche R
rung könne für das Ereignis keine Verantwortung tragen, zu
die japaniſchen Militär= und Polizeibehörden für die Ord=
ſorgten
und auf jede Zuſammenarbeit mit den chineſiſchen Be
den verzichtet hätten.
Keine Skörung der Waffenſtilſtandsverhandlung
Das Schanghaier Attentat bildete den Gegenſtand einer
meinſamen Beratung der Miniſter des Aeußern, des Krieges
der Marine. Es wurde beſchloſſen, die Friedensverhandlunge
Schanghai und das Bomben=Attentat als zwei getrennte 2
legenheiten zu behandeln. Dieſe Entſcheidung der Mit
wurde dem Kaiſer zur Begutachtung vorgelegt. Die Regie
wird, in dieſem Beſtreben von dem ſchwerverletzten Geſan
Schigemitſu unterſtützt, der in einem Telegramm an die japan
Regierung auf die Dringlichkeit des Abſchluſſes des chine
japaniſchen Waffenſtillſtandes trotz der geſpannten Lage in Sck
hai hingewieſen hat.
Fernoſt=Enkſchließung des Völkerbundes.
Genf, 30. Ap
Die Völkerbundsverſammlung hat unter Stimmentha
Japans heute einſtimmig die Entſchließung über die Schang
Waffenſtillſtandsverhandlungen angenommen und ſich ſodan:
zu einer neuen Einberufung vertagt. Die Entſchließung ſieb
kanntlich die Einſetzung einer gemiſchten Kommiſſion in Sd
hai vor, die aus den Vertretern der in Schanghai beſo=
intereſſierten
Mächte, ſowie Chinas und Japans beſteht un
gebenenfalls mit Stimmenmehrheit über die Durchführuns
von beiden Teilen übernommenen Verpflichtungen entſcheide
Enkſendung weikerer japaniſcher Truppen
nach der Mandſchurei.
Auf Veranlaſſung des japaniſchen Generalſtabes wurd
ſchloſſen, weitere 6000 Mann japaniſcher Truppen aus
und Kobe nach der Mandſchurei zu entſenden. Die Tru
ſollen nach dem ſüdlichen und nördlichen Teil der Mandſe
entſandt werden. Die Verſtärkung der japaniſchen Tru
wird mit der Zunahme des Bandenweſens begründet.
Veranlaſſung des japaniſchen Oberkommandos hat die Ver
tung der chineſiſchen Oſtbahn mehrere Züge für die Beförde
der japaniſchen Truppen aus Charbin in Richtung nach Imj
zur Verfügung geſtellt. Das japaniſche Oberkommando
ferner beſchloſſen, auf dem Sungarifluß Truppen nach Sack
zu entſenden, die die Regierung des Generals Ma ausl
ſollen.

Die Ausſtellung des Dreiſtädkebundes.
II.
Einen ſehr breiten Raum hat der Dreiſtädtebund diesmal
zuvei Malerinnen eingeräumt, die, wenn auch ſicher keineswegs
reſtloſe Zuſtimmung finden dürften, doch durch die Problematik
ihrer Malerei, wie überhaupt ihrer Kunſtauffaſſung, ſich in den
Mittelpunkt des Intereſſes ſtellen: E. Freund=Fiſcher und
Annelieſe Reichmann. Beide ſind Schüler des modernen
Hanauer Malers Ewald. Beide ſuchen nach vorübergehendem
Feſthalten an der Schule des Lehrmeiſters eigne Wege und
eigne Ausdrucksform. Beide behielten aber aus der Schule
Ewalds die Ueberzeugung, daß die Dinge, die Gegenſtände, wie
die Natur, in Farbe aufzulöſen ſind, wenn ſie als Gemälde
zum Kunſtwerk geſtaltet werden ſollen. Dieſes Auflöſen der
Dinge und Farbtone und Flächen geht bei E. Freund=Fiſcher
ſoweit, und darin erheblich weiter wie bei Annelieſe Reich=
mann
, daß ſie das Formale des Gegenſtändlichen in ihren
Gemälden überhaupt leugnet. Aus leuchtenden Farben werden
Kompoſitionen auf die Leinwand geſetzt, denen das Gegenſtänd=
liche
nur Ausgangsmotiv war. Die Bilder werden zu Farben=
ſymphonien
, die rauſchend klingen, die aber nur das Ohr treffen
und ergötzen, das ſich von dieſem Klingen einfangen läßt,
Malerinnen von ſo ausgeprägter Eigenart wie Frau Freund
werden immer problematiſch bleiben. Sie werden immer um=
ſtritten
ſein, beſonders wenn das Geſchick ſie in eine Zeit hin=
einſtellt
, die im Begriff iſt, geſchmacklich aus den Verirrungen
der Ueber=ismen zu geſunden. Beſonders wenn, was hier
möglich iſt, Bilder wie etwa Verdorrte Sonnenblume repräſen=
tativ
die große Kollektion verkörpern. Bewundernswert bleibt
auf jeden Fall die Leuchtkraft der Farben und deren ſymphoniſcher
Zuſammenklang in den Stiliſierungen alles Gegenſtändlichen und
alles Lebendigen. Daß die Künſtlerin hervorragende handwerk=
liche
Grundlagen für ihre Kunſt beſitzt, beweiſt das Bildnis
ihres Vaters, auch etwa Die ſtrickende Frau
Trotz der, wie bemerkt, unverkennbaren Gleichheit der
Schule kommt Annelieſe Reichmann zu anderen künſtleriſchen
Ergebniſſen. Schon rein formatlich. Sie bevorzugt kleine Ge=
mälde
, die ſie leicht antikiſiert. Ihre Farben Tempera, Oel,
Aquarell ſind im Gegenſatz zu E. Freund zurückhaltend
zart. Andeutend wohl und in dieſem Sinne die Schule nicht
leugnend, im Erfaſſen des Gegenſtändlichen jedoch weitergehend.
Die Sepia=Studien (Badende, Ballſpieler uſw.) ebenſo einige
Aktſtudien ſind doch durchgezeichnet modelliert. Man wird in
einigen an Ludwig von Hofmann erinnert und in dem aus=
gezeichneten
Stilleben mit Früchten etwa an Cezanne. Inter=
eſſanten
Einblick in die Werkſtätte der Künſtlerin geben di=
kleinen
, fein beobachteten Skizzen nach der Natur, Akte, Land=

ſchaftsausſchnitte uſw., in flotter Bleiſtiftſkizze feſtgehalten.
Abends am Kiosk iſt eine intereſſante Studie aus dem Stadt=
bild
Darmſtadts.
Von der abſtrakten zur religiöſen Malerei führt in einer
gewiſſen Seelenverwandtſchaft L. Kumpa. Auch dieſer Künſt=
lerin
iſt ein ſehr breiter Raum zur Verfügung geſtellt worden.
In dem großen Oberlichtſaal hängen ihre groß=formatlichen
Entwürfe zu Kirchenfenſter und Aehnlichem. Durchweg religiöſe
Vorwürfe, oft in gewollter, aber natürlich wirkender Stili=
ſierung
, immer aber in einer bemerkenswerten Geſchloſſenheit
der Kompoſition und der Raumaufteilung. Neben den ernſten
Farben des Kolorits, die nur in einigen Bildern von leuchten=
der
Sonne überſtrahlt werden, iſt es dieſe Kompoſition, die,
auch abgeſehen vom Inhaltlichen, Gegenſtändlichen, religios
wirkt. Auf jeden Fall zeigt dieſe Kollektion ein ſehr beachtliches,
künſtleriſches Ausdrucksvermögen. In kleineren Kojen hängen
noch Studien dieſer Künſtlerin, Landſchaften, Porträts, Genres
uſw. flächige farbige Skizzen in Waſſerfarbe und Tempera,
durchweg ſtark in der Bildwirkung. Eine Anzahl bemalter
Stoffe (Gobeline) zeigt ebenfalls religiöſe Vorwürfe.
Paula Endner iſt nicht nur Malerin und Zeichnerin, auch
Plaſtikerin. Ihr Zicklein iſt eine köſtliche kleine Tierſtudie.
Es ſteht in der Vitrine neben den ſehr ſchönen und künftleriſch
wertvollen Kleinplaſtiken und Plaketten von Frau Federn=
Staudinger. In der Kollektion dieſer Künſtlerin ſind be=
ſonders
ſchön und geſchmackvoll die in der Bewegung aus=
gezeichnet
ſtudierten und meiſterhaft modellierten Aktſtudien.
Paula Endners Federzeichnungen, deren ſie eine große
Kollektion ausſtellt, ſind von eigenartiger Technik. Keine ge=
ſchloſſene
Linienführung, nur geſtrichelt, wirken dieſe Blätter,
beſonders die Tierſtudien, in der gut erfaßten lebendigen Be=
wegung
plaſtiſch und ſtark. Auch die Porträtzeichnungen ſind
ſehr flott und ſicher.
Auch die Malerin Stroinſky, die eine umfangreiche
Kollektion gut aufgefaßter, fein und flott kolorierter Aquarelle
ausſtellt, iſt gleichzeitig Bildhauerin. Der Porträtkopf, den die
Künſtlerin mitausſtellt, iſt eine ſehr beachtliche Leiſtung. Die
flotte Technik und die gute Kompoſition vermitteln ſtarken
charaktervollen Eindruck.
Die Aquarelle von E. Schneider ſind ſtark und robuſt
in der Technik und damit auch im bildhaften Ausdruck. Die
breite lockere Pinſelführung führt in vielen der Bilder zu ganz
eigenartiger maleriſcher Wirkung. Trotz der Gelöſtheit vom
Sachlichen und des Gegenſtändlichen ſind die Dinge ſicher feſt=
gehalten
und plaſtiſch geſtaltet, beſonders die Blumen= und
Kakteenſtilleben.
Frieda Beſt. Mainz, eine Künſtlerin, der wir ſchon oft in
dieſer Gruppe begegneten, iſt mit einer Kollektion von Zeich=
nungen
und kolorierten Zeichnungen, ſowie Aquarellen vertreten,
die wiederum die flotte reife Kunſt dieſer Malerin teſtieren.

Sehr gut geſehene Landſchaften, beſonders Hafenbilder, die
ausgezeichnet komponiert ſind, daneben eine intereſſante S
vom Abbruch der Kloſterkaſerne in Mainz. Beſonders
flott und ausdrucksvoll iſt die Impreſſion von der Stre
brücke in Mainz.
Sehr gut iſt auf der Ausſtellung Mathilde Stegma
vertreten. Von ſchönem ſatten Farbenreichtum ſind die H
anſichten von Ascona, dazu eine Anzahl Bilder aus
engeren Heimat, namentlich Motive aus dem Modautal
feine intime Stimmungen, die von der Schönheit unſerer
mat, beſonders in der Geſellſchaft von Bildern zeugen, die
dem ſonnigen Süden ſtammen. Mathilde Stegmayers
weiſe iſt ſtark und ausdrucksvoll, ihr Kolorit ſonnig und
Beſonders fein im Kolorit ſind die Aquarelle der Künſtler
Von Carola Herrmann iſt nur ein Bild ausgeſtellt.
Blumenſtück, Sonnenblume eine ſehr feine, ſaubere und
Arbeit, deren leuchtendes Kolorit beſonders ſtarke Bildwil
vermittelt. Von Joſefine Groſch bringt die Ausſte
eine Kollektion von Aquarellen in zarter leuchtender F0
keit, von E. Heiß eine größere Kollektion Schwarz=Weiß=Bl
(Nadelarbeiten) flotte Skizzen, flüchtige Impreſſionen, die
Charakteriſtiſche der Landſchaft gut feſthalten. Die Bilder
Rügen, beſonders die Dünen, ſind weit und groß gel
Einige Landſchaftsbilder von beſonders reichem Inhalt
geſchickt gewähltem Bildausſchnitt repräſentieren die Me
dieſer Künſtlerin ſehr vorteilhaft.
Mit Gertrud Ullmann mag dieſe Beſprechung gel
ſen ſein. Die ſtarke und eindrucksvolle Kunſt dieſer Me
war ſchon oft Gegenſtand anerkennender Beſprechung.
iſt auch in dieſer Ausſtellung des Dreiſtädtebundes, beiſo!
in einigen Waldſtücken, Blumen und Stilleben, repraſen
vertreten. Eine intereſſante Kompoſition iſt Heilige Na0
Verſteigerung von Kupferſtichen, Handzeichnungen In
dierungen alter Meiſter. C. G. Boerner=Leipzig verſt.
am 2., 3. und 4. Mai Sammlungen von Kupferſtichen, Rad‟
gen und Handzeichnungen alter Meiſter. Die Firma har de
ſer Verſteigerung drei reich illuſtrierte Kataloge heraushe
die ausführliche Angaben über die zur Verſteigerung ge.
den Kunſtblätter und wertvolle Reproduktionen derſelde‟
halten. Die Kupferſtiche, die am 2. und 3. Mai zur De=
rung
gelangen, ſtammen aus der Sammlung Graf Yora.
tenberg. Die Sammlung enthält eine große Anzahl ſehl=
ner
und wertvoller Stücke. Am 3. Mai folgt dazu die 2e
gerung einer alten Sammlung von Radierungen und 2e
ſtichen mit zahlreichen Blättern von Rembrandt. Dürer Iie
4. Mai werden die Handzeichnungen alter Meiſter aus Li
ſtänden der Eremitage in Leningrad verſteigert; unter Ae
finden ſich wertvolle Blätter von Lucas Cranach dem 1.
Altdorfer, weiter Aquarelle von Pernet, Bilder von De.
tiſte Greuze, Fragonard, Boucher uſw.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Rachrichten

Nr. 121 Seite 3

1. Mai 1932


cne GanfeMäcie Konferent un 15. Mat.
ſe amerikaniſchen Forderungen: Beikritk Frankreichs und Ikaliens zum Londoner Flokkenverkrag.
1 gewiſſer Angriffswaffen. Herabſehzung der Heeresbeftände enkſprechend dem deutſchen Beiſpiel.
deutſch=franzöſiſche Berftändigung im Sinne der deutſchen Forderung nach Gleichberechkigung.
nahme, daß er in Genf an einer Löſung mitarbeiten könne,
hat der amerikaniſche Staatsſekretär ſeine Abreiſe um 48 Stun=
Der Skimſon=Plan.
den verſchoben. Seine unmittelbaren Mitarbeiter erklärten
geſtern, daß die Zuſtimmung Deutſchlands Frank=
franzöſiſche
Darſtellung des amerikaniſchen reichs und Italiens zu dem ſehr nahen Zeitpunkt für
die Wiederaufnahme der Beſprechungen zu Fünf
Abrüſtungsvorſchlages.
bereits ein beträchtlicher erſter Schritt zu einer höchſt erwünſch=

Paris, 30. April.
r Außenpolitiker des Echo de Paris will heute aus
den amerikaniſchen Abrüſtungsvorſchlag reſumieren
Nach dieſer Darſtellung wünſche Staatsſekretär
n nicht, daß die Konferenz ſich verewige. Er ſei
gedonald ſcheine dieſe Anſicht zu teilen der Meinung,
e Abrüſtungskonferenz auseinandergehen könnte, nach=
ilgende
drei Punkte erörtert worden ſeien und
orm eines Vertrages angenommen hätten:
Beitritt Frankreichs und Italiens zum Londoner Flotten=
en
vom April 1930:
Verbot gewiſſer Offenſiv=Waffen;
verabſetzung der Heeresbeſtände, wobei als Berechnungs=
ige
das deutſche Heer genommen werde, das die unerläß=
uſtertruppe
zur Sicherung der inneren Ordnung und der
olizei eines Landes von 65 Millionen Einwohnern
3 Blatt teilt weiter mit, daß der amerikaniſche Delegierte
Delegationen eine Tabelle übergeben habe, in der für
and die auf Grund der obenerwähnten Berechnung in
ommenden Ziffern angegeben ſeien. Danach beſäßen das
und das amerikaniſche Heer weit weniger Effektiv=
als
ihnen zukommen würden, während Frankreichs
ibeſtände um etwa 100 000 herabgeſetzt werden müßten.
Die Zuſammenkunft von Beſſinge.
Genf, 30. April.
hieſige franzöſiſch=polniſche Organ Journal des Nations
Anſchluß an das Communiqué über die geſtrigen Be=
gen
in Beſſinge erfahren haben, daß Macdonald den
rn Deutſchlands, Frankreichs und Italiens den 13. Mai
um der Wiederaufnahme der Genfer Beſprechungen vor=
e
habe. Im Zuſammenhang mit dieſen Beſprechungen
Blatt folgende weiteren Mitteilungen machen können:
donald hatte Dr. Beneſch als Berichterſtatter des Haupt=
ſes
eine Unterbrechung der Konferenz=
en
bis zum Zuſammentritt der Lauſan=
onferenz
vorgeſchlagen. Die großen Fünf ſollten
jeder dort oder in Genf am 18. Juni verſammeln. Bor=
Nadolny teilte ſchon geſtern vormittag Dr. Beneſch
zer gegen eine Vertagung der Konferenz
jeden Widerſpruch erhebe. Andere Delegationen
die Auffaſſung Nadolnys. Macdonald gab ſeine erſte
f und, anſtatt das Büro der Konferenz zur Beſtim=
es
Gangs der weiteren Arbeiten zuſammentreten zu
erief er mit Zuſtimmung des amerikaniſchen Staats=
die
geſtrige Zuſammenkunft in Beſſinge ein. Mit an=
orten
: Macdonald verfolgte einen Plan einer politiſchen
für die beiden Probleme, die nach ſeiner Auffaſſung die
igskonferenz beherrſchen: Die deutſch= franzöſi=
eziehungen
und der Beitritt Frankreichs
taliens zu dem Londoner Flottenvertrag.
prechungen, die wahrſcheinlich am Freitag, dem 13. Mai,
ufgenommen werden, werden ſich alſo nur auf die mit
üſtungsproblem zuſammenhängenden politiſchen Fragen
Es wird verſichert, daß Macdonald drei
e des Stimſon=Planes vollkommen ge=
t
habe. Der britiſche Premierminiſter glaube, daß die
igskonferenz ſogar ihren Abſchluß finden könnte mit der
ie der drei grundlegenden Punkte des Stimſonplanes
lonventionsentwurf.
Stimſonplan wird gegenwärtig von der deutſchen,
, franzöſiſchen und italieniſchen Regierung geprüft. Er
was den Punkt 2 betrifft, ſehr ausführliche Ta=
über
die Heeresſtärke, die jedem Lande zu=
werden
ſoll. Er enthält unausgeſprochen eine diplo=
he
Löſung des Problems der Gleichberech=
Die diplomatiſche Vorbereitung der neuen Zu=
unft
vom 13. Mai iſt nicht ſehr leicht. In der An=
ſiſches
Landestheaker.
ines Haus. Samstag, den 30. April.

Kammermuſik-Abend

mit Werken von Felix Weingartner.
Vorabend der beiden Tage, an denen Felix Wein=
der
hervorragende Beethoven=Dirigent, uns wieder
rliche Kunſt ſchenkt, war der Kammermuſikabend ge=
r
Weingartner als Komponiſt gewidmet war. Zwei
ammermuſikwerke mit Klavier bot der Meiſter mit
ung des Drumm=Quartetts und einiger anderer
des Landestheaters. Anny von Stoſch ſang einige ſeiner
Weingartner iſt als Komponiſt in die Nachfolge der
er zu rechnen, in klarem Aufbau formt er in herkömm=
eiſe
, und ſeine Tonſprache weicht nicht von dem ab,
Schumann und Brahms von feinſinniger, aber neue
derſchmähenden Komponiſten geleiſtet wurde. Noch mehr
ms dominiert bei ihm nach den beiden gehörten
u ſchließen das KlavierOas=Sextett in E=Moll
chien uns das weniger bedeutende. Zu Klavier und
artett geſellt ſich noch ein Kontrabaß, der aber weniger
biduum kammermuſikaliſch zu Wort kommt, als viel=
ingſtütze
für Cello= und Kladierbaß und gelegentlich
ines Orgelpunktes iſt. 4Auch’ ſonſt fällt es in dem
Uf, daß die Streicherxwenig individuell behandelt ſind,
neiſt ſich dem Klavier unterordnen, gelegentlich neben=
Der erſte Satz, knapp und könſequent in der Form.
urch drei charaktervolle, wenn auch nicht ſehr originelle
leine Durchführung verrät das hervorragende Können
ers: Das Scherzo beginnt ſpannend und reizvoll, jedoch
man den lyriſchen Zwiſchenſatz als allzulang und
zwelgend. Im langſamen Satz und im Finale tritt
dier beſonders ſoliſtiſch hervor, ſtreckenweiſe ſind die
ſehr ſtiefmütterlich behandelt. Beide Sätze enthalten
und auch die danza kunsbre, die als umfangreichſter
das Werk bekrönen und zum Höhepunkt führen ſoll,
t nicht gleichmäßig in allen Teilen.
Er erklang das G=Dur Oktett Op. 73, in dem zu
ind Streichquartett Klarinette, Horn und Fagott treten.
2 die reichen Klangmöglichkeiten ſehr reizvoll aus=
benn
auch häufig der Satz einen mehr orcheſterartigen
nermuſikaliſchen Eindruck macht, Klavier und Blale.
II die Hauptrolle. Im erſten Satz tritt den bewegten
2 Anfaugs bald ein markantes Thema gegenüber und
genſatz beherrſcht die weitere Entwicklung. Es folgt

ten Verſtändigung ſei.
Wie üblich, muß man dem genannten Blatt, das von fran=
zöſiſcher
Seite meiſt ſehr ausführlich über interne Beſprechungen
informiert wird, die volle Verantwortung für ſeine Mit=
teilungen
, insbeſondere für alle Einzelheiten, überlaſſen.
Skimſon über ſeine Eindrücke in Genſ.
Genf, 30. April.
Der amerikaniſche Staatsſekretär Stimſon, der am Sonntag
Genf verläßt, hat heute der amerikaniſchen Preſſe eine Erklä=
rung
abgegeben, in der es heißt: Ich werde morgen ſehr be=
friedigt
über meinen Beſuch auf der Abrüſtungskonferenz Genf
verlaſſen. Die Beſprechungen, die ich mit den Mitgliedern der
amerikaniſchen Delegation und mit den Führern vieler anderer
Delegationen auf der Abrüſtungskonferenz hatte, haben mich, was
den Enderfolg dieſer Arbeiten betrifft, ermutigt. Die verant=
wortlichen
Führer der auf der Abrüſtungskonferenz verſammelten
Staaten ſind ernſtlich gewillt, Löſungen der Aufgaben zu finden,
die der Konferenz geſtellt ſind. Dieſe Probleme ſind ſchwer und
verwickelt. Ihre Löſung erfordert Zeit und Geduld. Die Regie=
rungsführer
der direkt beteiligten Länder haben ſich entſchloſſen,
in perſönlicher Fühlungnahme an die Löſungen heranzugehen, was
beſonders ermutigend iſt.
Stimſon erklärte weiter, daß er außerdem während ſeines
Genfer Aufenthalts mit den anderen Staatsmännern über andere
Probleme geſprochen habe, die die gegenſeitigen Intereſſen dieſer
Staaten und Amerikas beträfen, insbeſondere über die fernöſt=
lichen
Fvagen. Die Beſprechungen hierüber, die außerhalb ſeiner
eigentlichen Miſſion gelegen hätten, ſeien mehr informatoriſcher
Natur geweſen. Derperſönliche Kontakt, in den er jetzt
zum dritten Male mit den verantwortlichen Staats=
männern
Europas getreten ſei, ſei von größter Be=
deutung
für die außenpolitiſchen Intereſſen
und habe viel dazu beigetragen, das gegenſeitige Verſtändnis zwi=
ſchen
den intereſſierten Regierungen zu fördern. Stimſon gab zum
Schluß ſeiner Befriedigung Ausdruck, daß, wie aus dem jetzt ver=
öffentlichten
Communiaué hervorgehe, die Beſprechungen
demnächſt fortgeſetzt werden.
Die Ausſchußarbeiken in Genſ.
Das Präſidium der Abrüſtungskonferenz trat unter dem Vor=
ſitz
von Henderſon zu einer kurzen Sitzung zuſammen, in der zu
der geſtrigen amtlichen Mitteilung der fünf Mächte über die
Fortſetzung der Genfer Beſprechungen Stellung genommen wurde.
Es wurde beſchloſſen, daß die techniſchen Ausſchüſſe jetzt ununter=
brochen
ihre Arbeiten über die Begriffsbeſtimmungen der großen
Angriffswaffen weiter fortſetzen ſollen, die ſich vorausſichtlich bis
Pfingſten ausdehnen werden. Unmittelbar nach Pfingſten wird
ſodann gleichzeitig mit der vorgeſehenen Fünf=Mächtekonferenz
der Hauptausſchuß der Abrüſtungskonferenz ſeine Arbeiten von
neuem aufnehmen. Man erwartet, daß in der nächſten Woche, vor
allem im Flottenausſchuß, ſehr bedeutungsvolle grundſätzliche Aus=
ſprachen
über die endgültige Feſtſtellung der Angriffswaffen ſtatt=
finden
werden. Die Entſcheidung über dieſe Fragen werden als
Vorbereitung der endgültigen Entſcheidung über das Verbot der
Angriffswaffen von weittragender Bedeutung für die endgültige
Beſchlußfaſſung der Abrüſtungskonferenz ſein.
Die Inkernakionale Arbeitskonſerenz
für Reparakions=Endregelung.
Genf, 30. April.
Die internationale Arbeitskonferenz nahm
in ihrer heutigen Schlußſitzung mit 73 gegen 7 Stimmen eine von
der Arbeitergruppe eingebrachte Entſchließung an, in der mit
großer Entſchiedenheit an, die an der Reparations=
frage
beteiligten Regierungen die Forderung
ein Variationenzyklus über ein kurzes einprägſames Thema, das
auch in den reizvoll inſtrumentierten Veränderungen leicht zu
verfolgen iſt. Beſonders lohnende Aufgaben erwachſen hier für
die Bläſer und auch das anſchließende Menuett wird von
einem dankbaren Hornſolo beherrſcht, während das Trio der
Klarinette Gelegenheit gibt, Zweifel und Bedenken äußernd den
anderen Inſtrumenten gegenüberzutreten. Sehr glücklich iſt das
Hauptthema des Schlußſatzes, ſein markanter Rhythmus gibt
dem ganzen Satz Bedeutung und Charakter, ſelbſt in die
Zwiſchenſätze hinein reicht ſeine Macht. Schließlich aber kann
ſich der Lyriker Weingartner nicht verleugnen und bringt vor
dem Schluß noch eine breite klangſchwelgeriſche Elegie.
Der Komponiſt ſpielte den in beiden Werken führenden
Klavierpart in meiſterhafter Klarheit und überlegener Geſtal=
tung
. Die Vornehmheit und Ruhe ſeines Spiels übertrug ſich
auf alle Mitſpieler. Sehr tonſchön und in voller Hingabe an die
Sache ſpielte das Drumm=Quartett, den erkrankten Herrn
Buddenhagen erſetzte an der 2. GeigéHerr=Fillſack, der ſonſt
mit Schnurrbuſch n iſiziert. Herrn Fricke (Kontrabaß) fiel keine
hervorſtechende oder beſonders dankbare Aufgabe zu, um ſo
mehr den Herren Mayer (Klarinetfe), Klamand (Horn), die
ſchwierigen Soli gelangendvöllig tadellos in Intonation und
ſehr ſchön im Ton ſund ausdrucksvoll in der Dynamik und
Herrn Wiſchert (Faßott).
Zwiſchen den beiden umfabgreichen Werken ſang Anny v. Stoſch,
feinſinnig vom Komloniſten begleitet, vier Lieder nach Gedichten
von Carmen Studer. Weingattners Lyrik iſt ſtets wirkungsvoll.
Weniger durch beſondere Originalität der Erfindung, als durch
großen melodiſchen Schwung und große, geſteigerte Linie erreicht
der Komponiſt eine Wärme der Empfindung, die den Dichtungen
in gleichgeformter Zeichnung folgt. Sehr vorteilhaft für die Wir=
kung
war, daß Anny v. Stoſch mit der ganzen Wärme ihrer ſchönen
Stimme und der dramatiſchen Beſeeltheit ihres Vortrages ſich in
den Dienſt der Kompoſitionen ſtellte. So wurde jedes Lied in
ſeiner Eigenart lebendig, das ruhige Notturno Einſam, das
großgeſteigerte Glück, das aus leidenſchaftlicher Erregung ſich
zu begeiſterter Verklärung durchringende Lied Abendſonne am
Meer, das die Künſtlerin wiederholte, und das nicht weniger ge=
ſteigerte
, im deklamatoriſchen Stil beginnende Der Engel mit
dem Schlüſſel. Weingartner wurde lebhaft und freudig begrüßt,
nach allen Werken ſtark gefeiert, teilte aber mit Recht den Bei=
fall
mit den übrigen Ausführenden, die mit geößter Sorgfalt die
Werke vorbereitet hatten und mit vorbildlicher Hingabe muſizier=
ten
. Leider war das Konzert ſehr ſchlecht beſucht, was nach dem
verhältnismäßig guten Beſuch des Kammermuſikabends von Elly
Ney erſtaunlich war. Denn in bezug auf die klare und ausge=
glichene
Ausführung verdiente das heutige Zuſammenſpiel den
Vorzug, wenn auch das ungeheure Temperament von Elly Ney

auf eine endgültige Regelung der Reparations=
frage
auf der Lauſanner Konferenz geſtellt wird. Ferner wird
der Völkerbund aufgefordert, auch von ſich aus für eine endgül=
tige
Löſung der Reparationsfrage auf der Lauſanner Konferenz
einzuwirken. Außerdem beſagt die Entſchließung, daß die lang=
jährigen
theoretiſchen Beratungen des Völkerbundes über die
großen wirtſchaftspolitiſchen Fragen endgültig abgeſchloſſen und
poſitive Löſungen auf dem Gebiete der Bekämpfung der Arbeits=
loſigkeit
durch Vergebung internationaler öffentlicher Arbeiten
erreicht werden müſſen.
* Am Vorabend derfranzöſiſchen Wahlen
Lehle bitkere Auseinanderſehung zwiſchen Tardien
und Herriol.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. April.
Man behauptet hier, daß es der franzöſiſchen Diplomätie in
Genf gelungen ſei, die Enttäuſchung über den Wegfall der Fünf=
mächte
=Verhandlungen zu zerſtreuen. Jedenfalls bleibt aber die
Lage in Genf für Frankreich höchſt ungünſtig. Auch das ungün=
ſtige
Verhältnis zu Italien wird jetzt voll zugegeben, ſogar von
rechtsſtehender, ihrer Einſtellung nach eigentlich italophilen Seite.
Am Vorabend der Wahlen kann aber die öffentliche Meinung
darauf nicht ſo ſtark reagieren, wie ſie es ſonſt tun würde.
Bis zur letzten Minute war man erſtaunt darüber, wie wenig
leidenſchaftlich der Wahlkampf geführt wurde. Eigentlich ſchwang
ein ironiſches Bedauern in dieſer Feſtſtellung mit; man erinnerte
ſich an die heftigen und wenig erhebenden, perſönlichen Ausein=
underſetzungen
früherer Wahlen. In den Parteibüros verſichert
man aber, daß die Wahlbeteiligung darum nicht kleiner ſein
werde, und daß die Wähler nicht gleichgültig ſeien.
In letzter Stunde kam es noch zu einer bitteren Auseinan=
derſetzung
zwiſchen Tardieu und Herriot. Die Rechte operiert
nämlich mit dem gefährlichen Schlagwort, daß eine Linkswendung
den Zuſammenbruch der Währung nach ſich ziehen müßte. Es iſt
verſtändlich, daß Herriot darauf energiſch erwidern mußte, und
ſein Vorwurf, daß die Rechte für den Fall ihrer Wahlniederlage
eine finanzielle Panik vorbereite, iſt zum Teil berechtigt. In
dieſer Hinſicht ſind die Radikalen ſehr empfindlich, um ſo mehr,
da ſie ernſtlich daran denken, an der nächſten Regierung teilzu=
nehmen
. Einer ſolchen Konzentration haben jedenfalls die letz=
ten
Reden Tardieus und Paul Reynauds ſehr wenig genützt.
Zweifelsohne werden die Radibalen nur dann an der Regie=
rung
teilnehmen, wenn ihre Bedingungen, die ſie in der zweiten
Hälfte der letzten Legislatur ſtellten, erfüllt werden.
An ein Fortbeſtehen der jetzigen Regierung mit Unterſtützung
der Radikalen iſt alſo nicht zu denken. Die Konzentration müßte
entſchieden nach links gerichtet ſein, um beſtehen zu können. Um
das möglich zu machen, brauchen die Wahlergebniſſe gar keine ſo
großen Aenderungen zu bringen. Aber ein Stimmenzuwachs der
Sozialiſten allein würde nicht viel bedeuten. Angeblich ſind auch
die Sozialiſten viel zu optimiſtiſch in der Beurteilung ihrer
eigenen Ausſichten. Es kommt aber nicht auf ſie, ſondern auf die
Radikalen an.
Die Wahlen in Frankreich.
Paris, 30. April.
In völliger Ruhe kommt der morgige 1. Mai heran, wo das
franzöſiſche Volk im erſten Wahlgang ſeine geſetzgeberiſche Volks=
vertretung
, die Kammer, zu wählen haben wird. Rund 11½ Mill.
Wähler, alſo etwas weniger als ein Drittel der franzöſiſchen
Bevölkerung, ſind wahlberechtigt. Alle Höffnungen, für dieſe
Wahl bereits die Frauen mit den Männern in ihren bürgerlichen
Rechten und Pflichten gleichzuſtellen, waren vergebens. Der
Senat zeigte ſich nach wie vor der Forderung, den Frauen das
Wahlrecht zu verleihen, feindlich geſinnt. Für die 615 zu ver=
gebenden
Sitze ſind 3600 Kandidaturen aufgeſtellt. Man rechnet
damit, daß der erſte Wahlgang 200, höchſtens 250 Entſcheidungen
bringen wird. Die Wahlreſultate werden im Vergleich zu den
deutſchen Verhältniſſen erſt ziemlich ſpät bekannt. Der morgige
Tag verſpricht ſchön zu werden, ſo daß man mit einer regen
Wahlbeteiligung rechnet. Immerhin ſchätzt man die Zahl der
Wahlenthaltungen von vornherein auf 15 bis 20 Prozent. Da
der morgige erſte Wahltag mit dem ſozialiſtiſchen Maifeſt zu=
ſammenfällt
, haben die Behörden Maßnahmen treffen müſſen,
die einerſeits die Aufrechterhaltung der Ordnung hinreichend
garantieren, andererſeits aber die Vermutung nicht aufkommen
laſſen, daß der Wahltag unter dem Zeichen der Polizei ſtünde.
Am 8. Mai findet der zweite Wahlgang ſtatt, der angeſichts der
großen Zahl von Stichwahlen (etwa 400) politiſch von größerer
Bedeutung ſein wird als der morgige erſte Wahlgang.

ſtets intereſſiert und hinreißt. Urſache des verſchiedenen Beſuchs
war wohl, daß das Ney=Trio drei der wertvollſten und anerkann=
teſten
Meiſterwerke ſpielte, die weiteſten Kreiſen der Konzert=
beſucher
verträut ſind, und daß ſich das Publikum ſtets ſchwer dazu
entſchließt, unbekannte Werke erſtmalig zu hören, da dies inten=
ſive
Mitarbeit verlangt.

Kopien alter Wandmalereien im Landeskheaker.
Im Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums ſtellt zurzeit
Herr Maler Hermann Velte ſen, eine Reihe von Kopien
nach Wandgemälden aus der Kapelle Peterſpay bei Bopparo
aus, die für das Denkmalarchiv in Bonn beſtimmt ſind. Man=
erinnert
ſich dabei, daß Herr Velte dieſe Reproduktionstechnit
in Aquarellmalerei auch bei den Aufnahmen anwandte,
die er in Verbindung mit der heſſiſchen Denkmalpflege in
unſerem Gebiet mit ſeinem außergewöhnlich reichen Beſtand an
alten Wandmalereien ausgeführt hat. Es ſind unmittelbar
wirkſame Reproduktionen, die gerade durch das Mitklingen der
Farbe Anſchauungswerte heraufholen, die einer photographiſchen
Wiedergabe verſagt blieben. Dazu der dokumentariſche Wert
ſolcher Kopien, der bei der ſchlechten Erhaltung der Originale
und wegen der zerſtörenden Einwirkung der Zeit nicht gering
zu veranſchlagen iſt. Der thematiſche Gehalt ſolcher Bilder
iſt natürlich in der Hauptſache durch die chriſtliche Heilslehre
beſtimmt. Man ſieht da einen Wandſtreifen mit Paſſions=
darſtellungen
Chriſti, überragt von einem Jüngſten Gericht mit
poſauneblaſenden Engeln über den Gräbern der Auferſtehenden,
mit der Schar der Guten, denen Petrus das Himmelreich er=
ſchließt
, der Böſen, die Hölle und Teufel ausgeliefert werden.
Alles nur leiſe bewegt, behutſam ſtehende und ſchreitende Ge=
ſtalten
, die affektlos den Begebenheiten beiwohnen. Verhaltenes,
legendenhaftes Verweilen in einer in feudal=ariſtokratiſche
Lebensformen gebundenen Ausdruckswelt. Dazu noch Einzel=
bilder
von nachdenklichen Heiligen, in der Stille eines asketiſchen
Daſeins verharrend, und der unvermeidliche Rieſe Chriſtophorus
mit dem Chriſtuskind. Auch ſeine Manieren verfeinert, nicht
von jener unbeſchnittenen Tölpelhaftigkeit, die ſpäter gern und
oft in kirchlicher Umgebung weltlichen Temperamenten zum
Ausdruck verhalf. An vielen Stellen der Malerei kommt eine
etwas ſpätere Bemalung durch, derbere, bürgerlich freiere Aus=
laſſungen
des 15. Jahrhunderts. Erwähnt ſeien noch die Ab=
drücke
von Fußbodenbelag mit ihrer reizvollen, frei und mühe=
los
waltenden Ornamentik und die Kopien aus der Kirche Frau=
Rombach bei Schlitz und aus Lorſch, die der kleinen Ausſtellung
zu ſtiliſtiſchem und kulturgeſchichtlichem Vergleich beigegeben
Dr. Pérard
ſind.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 1. Mai

zeite

Ende d
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
gangen
zöſiſche
Tardie
macht
tref
aus w.
konföt
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deutſ
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im.
Sta
de
a.u
de
ſtel
Sti
Ste
Fr.
na
Ar

Bügel-Blitz
Ballonplatz 6
Telefon 5099
Schneiderei, Reparatur, Reinigung.
Entglänzen. Kunststopfen.
Der Zeit entsprechende Preise.
(22

Ihr Hann,
Frau Gix,
muß unbedingt ein=
mal
zu Wäsche-
Posner gehen und
sich die neuen Sport-
hemden
zu Mk. 1.95
ansehen. Mein Mann
war von so viel
Billigkeit begeistert.
WASCHE
26
A
RHEINSTRASSE

Zu
Püingsten
einen ſteuer= und
führerſcheinfreien

Perſw. v. 1290. at
a. W. Lieferwager
von 990. an a.V
Generalvertreter
Karl Obernvorf
Darmſtadt
am Herrenacker 15
(6659)

Diplomingenieur
ſu
junges liebes
Mädel zu gemein=
ſamem
Wandern
Sport uſw. Evtl.
ſpät. Heirat. Ang
mögl. m. Bild und
H. 149 Geſchäftsſt.*

Vierziger
höh. Beamter, eleg.
Erſcheinung, 7000.
Jahreseinkomm. u.
vermögend, wünſcht
feinſinnige, lebens=
bejahende
Gattin.
Off. u. H. 250 a. d.
Geſchäftsſtelle d. Bl.
(II. Bln. 6647)

Reelle Heiraken
ſowie Einheir, ſtets
vorgemerkt. Büro
Frau G. Schuchmann
Oſtdt., Stiftſtr. 46.*

Beamker
Eiſenbahner, penſ.., nicht unver=
mög
., ſucht Brief.
wechſel m. Frl. bis
29 Jahre. Zuſchr. u.
H. 166 a. d. Gſchſt
(IV. 6519)

Witwer,
Ende 30er, mit
ein. Kind, wünſcht
d. Bekanntſch. eines
Fräuleins od. Frau
im Alter v. 3540
Jahren zwecks ſpä=
terer
Heirat. An=
gbote
unter H. 180
a. d. Geſchäftsſt.
Beſſ. Dame. Anfg.
30er, ev., mit Aus=
ſteuer
u. Vermögen
w. gebildet, ſoliden
Herrn zw. Heirat
en. z. lernen. Nur
ernſtgem. Ang. unt
H. 200 Geſchaftsſt.*

Heirat. Beamten=
tochter
, 30 J., voll=
ſchl
. gute Erſchein.,
wirtſchaftl., m. Ver=
mög
. u. Ausſt., ſucht
ält. Herrn in ſich.
Poſ. k. zu l. Zuſchr
u. H. 202 Geſchſt. (

Frau, 52 J., ſucht
Herrn i. ſich. Stell.,
d. ein behagl. Heim
liebt, zwecks Heirat
kenn. zu lern. Off.
unt. H. 171 Gſchſt.

Wer verm. geg. hoh.
Pv. tücht. Geſchäfts=
mann
eine umſichtg.
Frau i. Alter von
3540 J. zw. Heir.
Ang. H. 213 Gſch. (

Anſt. Frau, anfangs
50, möchte Herrn m.
gt. Charakt. kennen
lern. zw. Gedanken=
austauſch
. Alter 50
bis 60 J. Spätere
Heirat n. ausgeſchl.
Zuſchr. u. H. 238 Gſch.

Fräul., ev., 40 J.
tüchtige Kochin mit
etwas Vermög. u.
Ausſtattg. ſuch An=
ſchluß
an einen nett.
ſol. Herrn zw. ſpät.
Heir Anonymzweck=
los
. Ang. unt. H.190
a. d. Geſchäftsſt.

Gebild., berufskätiges Fräulein
evangel., einſam lebend, Ende 20, in gt.
Verhältniſſen, mit ſchönem eig. Heim,
wünſcht Briefwechſel mit ſolid. evangel.
Herrn mit höh. Schulbildg. Bei gegen=
ſeitigem
Verſtehen ſpätere Heirat nicht
ausgeſchloſſen. Ausführliche Bild= Zu=
ſchriften
erbeten unter H. 197 an die
Geſchäftsſtelle dieſes Blattes. (6579

Teile meine hübſche
5=Zim.=Wohng. m.
beſſ. Fr. o. ält. Ehe
paar. Näheres Hoch=
ſtraße
51, 1. St. (*

Heinrichsſtr. 81, II.
7-Zim.-Wohng. Heinrichſtr. 143, pt.
mit Veranda, Bad freigel. 6=Z.=Wohn.,
Stock.

Herrſch. 6=Z.=Wohn.
(part.), Bad, Ver.,
nit reichl. Zubeh. z
1. 7. 32 z. vm. Er=
frag
. Heidelberger=
ſtraße
9½, I. (*fg

u. Zubehör auf 1. gr. Ver. u. Bad. z
Juli zu verm. Näh. 1. Juli z. vm. Näh.
(5130a12. St. Tel. 614. (6220b

Preiswerte 7 Zimmer=Wohnung
(1. Stock) mit allem Zubehör per 1. Juli d. J.
zu verm. Roßdörferſtraße 16, Ecke Stift
ſtraße bei Geher.
(659

Ohlyſtraße 33, I. Stock
Eimm Wonnang
mit reichlichem Zubehör, ſofort
preiswert zu vermieten. (3228a
Auskunft im 2. Stock. Tel. 200.

Ernſt-Ludwigſtraße 19, 2. Stock,
gerau
ohnun
*Dlün
mit Heizung und allem Zubehör per
ſofort zu vermieten. Anfragen an Strauß,
Alexandraweg 5.
66297

Die Räume, in denen bisher die
O Poſtſtelle
(6350b
Stiftsſtraße 9
untergebracht waren, werden infolge
des Eingehens der Poſtſtelle frei und
ollen neu vermietet werden. Be=
ſonders
geeignet für Zahlſtellen mit
Schalterdienſt (Krankenkaſſe oder
dergl.) Termin nach Vereinbarung.
Angebote ſind zu richten an das
Eliſabethenſtift.

Für Arzt oder Anwalt
geeignete ſchöne 6=Zimmeretage, 1. Stock,
mit 2 Eingängen im Zentrum zu vermiet.
Näheres durch Dr. Wilh, Cohn, Rhein
ſtraße 21, Telefon 1603.

Ernſt=Ludwigſtr. 19
2. St., ſchöne Sechs=
zimmerwohnung
m.
reichl. Zubehör und
Zentralhzg. baldigſt
zu verm. Auskunft
Alexandraweg 5.
Strauß. (3604a

Sonnige
56=Zimm.= Whng.
mit reichl. Zubeh.
Vilhelminenſtr. 48,
u verm. Näheres
daſelbſt 1 Stock.
4367 a)

5=Zim.=Wohng. mit
reichl. Zubehör im
Erdgeſchoß Martin=
ſtr
. 93 z. 1. Juli
zu vermieten. Aus=
kunft
im 2. Stock.

Vornehme 5=Zim.
Wohng., 1. St., ab
1. Juni z. vm., gr.
h. Räume, Badez.
Loggia u. all. Zub
Angeb. unt. H. 211
a. die Geſchäftsſt.
Inſelſtr. 38, I.
ſonnige 5=Zimmer=
Wohn. mit Badez.
2 Manſ.=3., 3 Kell.
z. 1. 7. 32 z. verm.*

Frankfurterſtr. 88
ſchöne gr. 5=Zimm.=
Wohn. m. Zub. zu
vermiet. Näh. part
(6653a)

Schöne 3=Zimmer
Wohnung mit Baſ
u. all. Zub., herrl
Lage a. Walde, z.
1. b. zu vm. Miet=
pr
. z. Zt, 64,85 M.
Jeske. Haardtring
16, I. I. (Südbhf.) *

Landwehrſtraße 41
Gartenhaus. Zwei
Zimmer zu verm.

Leere Zimmer

Blumenthalſtr. 73
r., gr. leer. Part.=
Zim., eſp. m. Kloſ.
ev. Kell. ſof. z. vm.

Zimmer, Küche in
Einf.=Haus ſof. zu
verm. Näh. Gſchſt.

Sep. I. Zim. m. Gas
u. Waſſer i. d. W.=
Gläſſingſtr. z. vm.*
Off. u. J. 4 Geſch.*

Ot

Eliſabethenſtr. 44½,
eine geräumige
Wohnung
im unt. Stock z. verm.
Näheres bei Philipp
Schaaf, sen.
Heidelbergerſtr. 21.

In Arheilgen
iſt in ſchöner ruhig.
Lage eine geräum.
3=Zimm.=Wohnung
(part.) mit Küche,
Kell., anſchl. Gart.,
Bleichpl., Trockenb.
uſw. ſof. zu verm.
Elekt, Licht, Linol.
Belag, Halteſtelle d
Elektr. Daſelbſt
iſt z. Zt. eine ſehr
ſchöne Wohnungs=
einrichtung
ausge=
ſtellt
, beſteh. aus 1
Speiſezimm. (nußb.
poliert) Sideboard=
Büfett, 2 m breit,
1 Auszieht., 4 Pol=
ſterſtühle
, 1 Couche,
1 Schlafzim. (Eiche
u. Maſerbirke) mit
Stahlmatr. u. beſt.
Kapok=Einl., 1 mod.
Küche, zu dem bill.
Geſamtprs. v. 1800
Mk. abzug. Ebenſo
im 1. Stock eine 2. 3=Zim.=Wohn.,
auch mit Gart.= An=
teil
, Linol.=Bel. u.
all. Zub. z. 15. Mai
zu vermieten. Näh.
in Arheilgen
Darmſtädterſtr. 39,
bei Heinrich Kunz.
(6542b)

Schöne 3=Zimmer=
Wohn. m. Bad., el
Licht u. Waſſ. ſof.
zu verm. Erzhauſen
Ludwigſtr. 10. (*sg

Jugenheim a. d. B.,
Hauptſtraße 53.
In zentr. gelegener
Gartenvilla iſt ge=
räumige
3=Zimm.=
Wohnung mit Zu=
behör
, geeignet für
inz. Dame od. ält.
Ehepaar, ſof. preis=
wert
zu vermiet. (*

Kinderl. Beamten
ehep. ſucht ſchöne,
ſonn. 3=Zi.=Wohng.
gut. Hſe.
leichw
5=3
Vohng. kann
in Tauſch gegeb. w
Ang. u. H. 203 Gſch.*

Biete! 3 Zim.=Wohn.
Nähe alt. Bahnhof,
im ſtaatl. Neubau,
38 Miete. (6676
Suche: Bill. 4 Zim.=
Wohn. im Martins=
viertel
. Mietpreis=
angebote
unter J 7
an die Geſchäftsſt.

Geboten: Schöne 3
Zi.=Wohn. m. Balk.
u. a. Zubeh. in ruh.
Hſe., Nähe Taunus=
ſtraße
. Geboten:
Große 2=Zi. od. kl.
3=Zi.=Wohn. m. all.
Zub. Ang. m. Preis
u. Lage unt. H. 224
an d. Geſchſt.

Gemütl. möb. Wohn=
u
. Schlafzim. preis=
wert
zu verm. Ztr.=
Heiz. u. elekt. Licht
vorhanden. (6158a
Martinſtraße 42.
Blumenthalſtr. 7, II.
(Walter), 2 gt. mb.
Z., el. L.. Schreibt.,
Badben. ſof. z. v. (*sg

der

eisé

2 W Wr

AK

s4
mm

698

ab

AA

Af

AAS

A fe

Dazu

eill18

Bf

zu
P
22.
1
Wolle

2W ore

Neutu 3.

Arheilgerſtr. 53, pt.
ſchön.,gt. möb. 3.,el. L.
fsg)

Nb. Wohn=u.schlaſz. 3 v.
Näh. Grafenſtr. 35, II. r.

Waldſtr. 51, II. St.,
in gut Hauſe gemütl
mbl Wohn=u. Schlaf=
zim
. an ſol. Herrn für
monatl. 32,/ abzg. /*ſg

Nd.=Ramſtädterſtr. 53, I.,
möbl. Zim.zu vm. /*8g

Hes e
Has e
ee
Hese
Aa nn
Aun
Hese
aa ne
A
2
Art.
Markt
Re e
Aao ne

Soderſtr. 62, part.
möb. Z. ſof. z. vm.

50.

Kaſinoſtr. 10. II.,
(Näh. Rheinſtr.) gr.
gut mbl. Z., el. L.,
Schreibt. z. vm. (*g

Saalbauſtr. 78, pt.,
mbl. 3. ſof. z. vm.*

Ernſt=Ludwigſtr. 5, II
mbl. 3., el. L., z.

Rheinſtr. 47, ſchön
mbl. Z., b. z vm.
vom. Rigger. 2. St.

Mathildenſtr. 10, I.
gut möb. Zim. abzg
(*sg)

Bismarckſtr. 105,Ir.
möb. Zim. z. vm.*

Luiſenſtr. 4. H. I.
Meyer, mbl. Z. m
el. L. z. verm. (*g.

Kaſinoſtr. 16, I.
g. möb. Zim. z. v.*

Zum Plinastlest
biete ich eine reichhaltige Auswahl in:
Strümpfen und Socken
Unterzeugen für Damen, Herren u. Kinder
Schlupfhosen, Prinzeßröcke
Pullovers, Klubiacken, Westen
Kübler s gestrickte Kleidung
Spezialhaus
Waitssmatt
Kirchstraße
Ecke Schustergasse
Nur Qualltätswaren zu niedrigsten Preisen!

6684

Ohlyſtraße 71, part.
ſchön. gr. Zim., be=
hgl
. mbl. (Klavier.
z. vm. Ev. v. Penſ.

Mahildenſtr. 43, pt.
ſehr gut möbl. Zim
zu verm. Schül. erh.
gut. Mittagstiſch.

Wilhelmſtr. 42, pt.
möbl. Zim. mit el.
Licht u. ſep. Eing.
ſofort zu vermiet.

Heidelberg. Str. 9½
I., möbl. ſonn. Bal=
konzimm
. zu verm.
Bad. Telephon. (*

Ohlyſtr. 73 gt. möb.
Zim. Nähe Hochſch.=
Sportplatz z. v. *go

Gr. möbl. Zimmer
el. Licht) an zwei
Freunde zu verm.
Bismarckſtr. 53, II.

Neckarſtr. 4, Hinth.
r. III. ſaub. mbl. Z.
mit ſep. Eingang
ſofort zu vermiet.

Schloßgartenſtr. 7, I.
gr. Zim., el. L. m
Küchenbenutz., evtl
leer zu vermiet. (*

Polierte Schlafzimmer
Modernste Formen
RMk. 745.- 890.- 970.-
DOSEPH TRIER
25 WILHELMINENSTRASSE 25
Beachten Sie bitte meine Schaufenster

Mollerſtr. 28, I., Ik.
gut möbl. Zim., el.
L., f. 20 z. vm.
Grafenſtr. 27, III. I.
gemütl. möb. Zim.
vm. Prs. 25 .

120 qm Saal mit
Zi. u. Zub. bill. zu
vm. d. Mittelſtädt,
Riedeſelſtr. 21.
Tel. 2340. (6650

Karlſtraße 12
Laden zu vermiet.
(241a)
Geräumiger Laden
i. d. Obergaſſe. bis
herKonditorei=Café,
auch paſſ. für jedes
andere Geſchäft, iſt
m. klein. Wohnung
billig zu vermieten.
Näh. zu erfrag. in
d. Geſchäftsſtelle.
Laden mit 2 Zim.,
Küche, für Schuh=
macherei
ſ. geeign.,
in guter Lage ſo=
fort
zu vermieten.
Angeb. unt. H. 112
an die Geſchäftsſt.

Laden v. Farben=
Krauth, Eſcholl=
brückerſtr
. 3, f. alle
Branchen geeignet,
ſofort z. vm. Näh.:
Gg. Hofferbert,
Eſchollbrückerſtr. 3.

Exiſtenz! Sch. Lad.
m. Einr. u. Wohn.
Leb.=Geſch. z. vm.
Off. u. H. 242 Gſch.

Im Zentr. Etagen=
zimmer
mit ſeparat.
Eing. f. Bürozwecke
od. auch geteilt mi=
Wohn. zu vm. Ang.
u. H., 219 Geſchſt.

Beſſungerſtr. 83,
Hinterbau, geräum.
helle Werkſtätte, für
Schreineret beſond
geeignet, mit Holz=
chuppen
, zu verm.
Näh. Heidelberger=
ſtraße
27, bei Bhil.
Schaaf ſen.

Eberſtadt !
Ein 2X3= Zimmer=
haus
, Stall, Waſch=
küche
, Schupp., Gart.
für 7500 Mk. bei
3000 Mk. Anz. zu
verkauf. Ang. unt.
H. 230 a. d. Geſch.*

Einfamilienhaus.
5 Zim. mit all. Zu=
behör
, gr. Obſt= u.
Gemüſegart., iſt in
der Nähe d. Haupt=
bahnhofs
z. verkauf.
od. z. verpacht. Ang
u. H. 188 Geſchſt.

2½ſtöckiges
4=Zimmer=Haus
(ſonderſteuerfrei),
Südoſtviert., m. gr
Garten günſtig zu
erkaufen. Ang.
H. 237 a. d. Gſchſt

Kapital-
Anlage!
Großes Anweſen in
der Nähe v. Darm=
ſtadt
mit zuſam. rd.
43 000 qm, davon
4300 qm bebaut,
darunter Villa mit
ſchön. Park. Fabrik=
gebäude
, Wohnhäu=
ſer
, viele Bauplätze
etc., für 40 000 Mk.
bei 20 000 Mk. An=
zahlg
. ſofort zu ver=
kaufen
. Näh. durch
Heinrich Lorenz,
Baugeſchäft.
Seeheim a. d. Bgſtr.
Eberſtädterſtr. 53.

2Familien=Haus
in Pfungſtadt in gut.
Zuſtande unt. günſt.
Bedingungen zu vk.
Ang. unter H 294
Geſchäftsſtelle.

Grafenſtraße), ſchön
möbl. Zimm. (evtl.
Wohn= u. Schlafz.,
mit od. ohne Penſ.

Nd.=Ramſt. Str. 3,
einf. mb. Manſ.=3.*
Heinrichſtr. 69, einf
m. Z. m. g. P. bil
(4872a)

Möb. Zim. z. verm.
Preis 20 einſchl.
Bedien. Näh. Gſchſt.
(*gm)

In fein. Haushalt
gut einger. Wohn
Schlafzimmer an
gebild. Herrn oder
Dame z. vermieten.
Eventl. Penſion Wilhelminenſtr 38,
a. Wunſch Diätküche
Zentralh., el. Licht.
Telephon. Nähere=

Barkhausſtr. 62, pt.
gr. hzb. Mſd. m.
Bett. a. ruh. H.z. vm.

Wieſenſtr9 I. (Ecke Schuchardſtr. 18, II.
gt. mb. Z. bill. z. v. Neckarſtr. 4, Gth. r.
II., gut möbl. Zim.
ſofort zu vermiet. Karlſtr. 66, 1.Sf.
ſof. zu vermiet. ( ſchön möb. Zim., ev.
mit Penſion z. vm.
Elektr. Licht, Kla=
vier
, Telefon und
Bad vorhanden. (*/9 Hölgesſtr. 4 II. lks.,
i. Zentr., ſch. möbl.
Zimmer zu vm. Gut möbl. Zimmer
(el. L.) zu verm.
Bismarckſtr. 53, II. Heinrichſtr. 70, II.
ſchön möb. ſonn. 2
25 mit Kaffee.*
1
Schön möbl. ſonn.
Zimmer mit fließ. a Waſſer u. Badben.,
Telefon ab 1. 5. zu
vermieten. (6678b
Wilhelminenſtr. 38 gut mbbl. Zim. (6682b
In gepflegl. Ha
2 Zimme
lage, oder leer, mi
fon, an Dauermiete
Herdwe

Seit über 25 Jahren
beſtehendes Friſeur=
geſchäft
(Herren= u.
Damen=Salon mit
Nebenräumen) per
1. 6. 1932 zu ver=
mieten
. Straub,
Heidelbergerſtr. 36.*

TAPEN
mit erstem Stock
kaufsräume) zu verm!
(per 1. Juli 1932).
Markt 5, He

Wieeerssimlaithgtarg
Kevonttwaartg,

Aann.

kutrmmnße del bi
Doraen

Fotografie-Rahn
in allen Größen
Foto-Alben
besonders billig bei
VAGNE
Buch- und Kunsthand
Elisabethenstraße

Bauplatz oder
kleines Haus
zu kaufen geſucht.
Angebote mit Lage
und Preis unter
H. 226 Geſchſt.
(*

Einfamilienhaus,
ruh. Lage, 5 Zim.,
Toreinf., bill. z. v
Näh. Geſchäftsſt. (*

LiIll.-Grundstücke
a. d. Bergſtraße, in
all. Preislagen ſehr
vorteilhaft durch:
Heinrich Lorenz,
Baugeſchäft,
Seeheim a. d. Bgſtr.

Gartenanteil
i. Hohl. Weg ( Vier=
tel
) geſ. Angeb. m
Preis unt. H. 210
a. d. Geſchäftsſt. (*

Landh. m. Scheuer
u. Stallung. ſow. 11
Morg. Feld bald.
vk. Ang.u. H.195 G.
(6589b)

Kl. Grundſtück
b. Flugplatz z. vk.
Ang. u. H. 235 Gſch.

u

Geſucht ſofort
aus Privathand
auf gutes Objekt
5000 Mark
als 1.Hypothek
Angeb. unt. H. 127
an die Geſchäftsſt.

Wer beteiligt ſich
mit 3000 RM. an
Ausbeute patent
kenkurrenzl., günſt.
Maſſenartik.? Sof
Großumſatz. Angeb.
u. H. 206 Geſchſt. (*

12000 RM. geſich
Darlehen geſ. geg.
mäß. Zinſen. Ang
u. H. 105 Geſchſt.

510 000 RM.
auf 1. Hypoth. abz.
Nur ausführl. An=
gebote
u. J. 5 a. d
Geſch. Verm. verb.

8000. RA
Hypoth. au=
haus
(Wer
RM.) aus
hand geſuch
u. H. 204 Gſ

Aelt. Bauſ=
trag
zu ver
Trautmann
ſtadt, Bahnl

Die ſicherſte
war und
gute Hyp
Dieſe verm.
beſond
für Geld
ſchon v. 50
das alte Hu
Brück, Schü=
1. Stock, T
Beſprechung
bindl. u. ke
(3170

Junge u. al
zu verkaufe
Orangerieſt

Starkes
abzuge
Fritz
Barkhausſt

Legehühner
ent., Enten
u. jg. Entd
Arheilg. St

Gutſitzende
u. w. Zwer
zu verk.
Röth=Weg

Jagdhund.
Kurzh., gut
pr. Verlorer
zu verk. Kl
Holzhofalle.

Weiß. Schäf
(mit Stam
ſehr wachſar
geb. Franke
ſtraße 54.
Deutſche Schät
7 W. alt, bil
Pankratiusſt
1 Stock recht

Junge Kät
verſchenken.
marckſtraße

Luefienbesttenr
können ihre Verluste ausgleiel
verbindl., streng vertraul. Beratur
Bankdirektor. Anfr. erb. unt. H17

Selbsthilfe Gele
Wir finanzieren Ihre Einkäufe, geb
lehen und bezahlen Ihre Sek
Heim und Volk, Komm.-Ges, B
direktion Darmstadt (Strkbe-R
Neckarstr. 10. Ferver Agent!
Darmstadt, Waldstr. 25, Rud. 1
Dieburg, Theobaldstr. 27, Aug,k!
Bensheim, Hauptstr. 21, Ant. Bih
Babenhaus, Wilhelmstr. 38, Pet.14

UT

Gelegenheitskau

Nähe Darr

Stillgelegte Fabrik, stadt, m
Wohnhäusern, Villa, Part
Ackerland, auch Aktie

preiswert unter günstigen Zahlungsbedingungel "
verkaufen. Gefl. Angebote von Selbstinteressc.
unter W 193 an das Darmstädter Tagblatt erbei.

[ ][  ][ ]

Sonntag, 1. Mai 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 121 Seite 5

Aus der Landeshaugrftävr.
Darmſtadt, den 1. Mai 1932.
Fpang. Abendgoklesdienſte während des Sommets.
vprl. Es iſt Herkommen in Darmſtadt, daß während des
sommers in den evangeliſchen Kirchen Frühgottesdienſte
jartfinden. Um aber auch denjenigen, die weder die Frühgottes=
jenſte
noch die Hauptgottesdienſte beſuchen können, Gelegenheit
u geben, den Gottesdienſt zu beſuchen, findet alljährlich während
es Sommers in einer Darmſtädter Kirche regelmäßig Abend=
ottesdienſte
ſtatt. Während der letzten Jahre wurden die Abend=
ottesdienſte
in Sommer um 5 Uhr in der Schloßkirche gehalten.
m dieſem Sommer ſollen die Abendgottesdienſte auf 6 Uhr und
r die Stadtkapelle verlegt werden, weil es dem Bedürfnis
jancher Friedhofbeſucher oder heimkehrender Wanderer zu ent=
frechen
ſcheint, den Sonntag mit einer Andacht zu beſchließen. Die
ſonntagabendgottesdienſte werden im Wechſel von ſämtlichen
armſtädter Pfarrern gehalten werden. Da in einem
er veröffentlichten Kirchenzettel für Sonntag, Rogate, den
Mai irrtümlich noch der Gottesdienſtbeginn um 5 Uhr in die
chloßkirche verlegt wurde, ſei ausdrücklich darauf hingewieſen, daß
er Gottesdienſt bereits am Sonntag um 6 Uhr in der Stadt=
ppelle
ſtattfindet.
Erledigte Stellen. Im Kreiſe Alzey ſind erledigt: eine
ehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer und eine für einen
ſtholiſchen Lehrer an der Volksſchule zu Alzey; eine Lehrer=
elle
für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule zu Für=
eld
. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen
jangeliſchen Lehrer an der Volksſchule zu Wonsheim. Dienſt=
ohnung
iſt vorhanden.
Ernannt wurden: Am 9. April: der Oberförſter Otto Kratz
Schotten, vorbehaltlich der Regelung des Dienſtalters, vom
April 1932 ab zum Forſtmeiſter des Forſtamts Dieburg; am
. April: der Gendarmeriehauptwachtmeiſter Otto Fiſcher zu
törfelden zum Gendarmeriemeiſter, mit Wirkung vom 1. April
32; am 25. April: die Polizeihauptwachtmeiſter auf Probe
tto Dietz zu Bad=Nauheim, Anton Faber zu Darmſtadt und
ranz Mecky zu Gießen, unter Berufung in das Beamtenver=
Itnis zu Polizeihauptwachtmeiſtern, ſämtlich mit Wirkung vom
Juni 1932 ab; am 28. April: der Oberförſter Karl Schlich zu
utzbach zum Forſtmeiſter des Forſtamts Groß=Gerau.
Verſetzung in den Ruheſtand. Am 25. April wurde der Ver=
eſſungsoberinſpektor
Phil. Eiſenhardt zu Gießen auf Grund
s Art. 28 des Geſetzes die Ruhegehalte der Staatsbeamten betr.,
m 18. Dez. 1923, mit Wirkung vom 1. Juni 1932 an in den
uheſtand verſetzt.
Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
irde dem Pfarrer Sigmund Fiſcher zu Erkenſchwick (Weſtf.)
e evangeliſche Pfarrſtelle zu Nauheim, Dekanat Groß=Gerau und
m Pfarrer Otto Crull zu Ulfa die evangeliſche Pfarrſtelle zu
ais=Horloff, Dekanat Hungen, übertragen.
Fräulein J. Blaß, Seminarlehrerin im Techniſchen Semi=
r
, wurde zur Leiterin des Handarbeits=Seminars (Alice=Verein
r Frauenbildung und Erwerb) ernannt.
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. nntag, 1 Mai 19½, Ende vor 22½4 Uhr. B 23, Fidelio.
Preiſe 0 806.40 Mr. mtag, 2. Mai 120, Ende nach 22 Uhr. Neuntes (letztes) Sin=
fonie
=Konzert. Preiſe 15 50 Mk. enstag, 3. Mat
191231 Uhr. Dſt. Volksbühne G /15. Vorſt.)
Gr. 1IV. Razzia, Preiſe 0.604.80 Mk. Kleines Haus. nntag, 1. Mai
191 Ende vor 22 Uhr. Außer Miete.
Schneider Wibbel. Ermäßigte Pr. 0.503 Mk. tag, 2
Keine Vorſtellung. enstag, 3. Mat
20, Ende gegen 22 Uhr Lieder=Albend.
Dr. Heinrich Allmeroth. Johannes Drath.
Am Flügel: Karl Maria Zwißler. Pr. 13M.

Heſſiſches Landestheater. Heute abend geht im Großen
us, 19.30 Uhr, Fidelio von Beethoven unter der muſika=
hen
Leitung von Felix Weingartner in Szene. Die Haupt=
itien
ſingen: Käte Teuwen als Gaſt vom Stadttheater
uppertal. Regina Harre, Joachim Sattler, Johannes, Drath,
bert Lohmann. Theodor Heydorn und Eugen Vogt. Im
einen Haus findet die letzte Wiederholung der rheiniſchen Ko=
die
Schneider Wibbel ſtatt.
Neuntes und letzte Sinfonie=Konzert unter Leitung von
ſix Weingartner. Das neunte und letzte Sinfonie=Konzert iſt
zſchließlich Ludwig van Beethoven gewidmet. Es gelangen
ige ſeiner bedeutendſten Orcheſterwerke zur Aufführung: die
ße Sinfonie Nr. 5 in C=Moll, die Egmont= und die große Leo=
een
=Ouvertüre Nr. 3. Im zweiten Teil des Programms iſt
Sinfonie Nr. 8 in E=Dur vorgeſehen, die in Darmſtadt län=
e
Zeit nicht gehört worden iſt. Mit dieſem hervorragenden
ogramm unter Leitung eines der größten lebenden Beethoven=
igenten
erreicht der dieswinterliche Zyklus der Sinfonie= Kon=
te
des Heſſiſchen Landestheaters ſeinen bedeutſamen Abſchluß,
Liederabend AllmerothDrath-Zwißler. Am Dienstag,
3. Mai. veranſtalten Dr. Heinrich Allmeroth (Tenor) Jo=
ines
Drath (Bariton) und Kapellmeiſter Karl Maria Zwiß=
(Klavier) einen Lieder= und Arienabend, der regem Inter=
in
Darmſtädter Muſikkreiſen begegnen wird. Dr. Allmeroth
Johannes Drath werden Lieder aus der Blütezeit der
rantiſchen Lied=Literatur von Schumann und Pfitzner brin=
Im zweiten Teil kommen Arien und Duette aus Werken
Marſchner, Mozart, Verdi, Offenbach und Johann, Strauß
Vortrag. Am Flügel werden die beiden Künſtler begleitet
Kapellmeiſter Karl Maria Zwißler.
Uraufführung Oedipus von André Gide. Die Urauf=
rung
des Oedipus von André Gide erregt größte An=
nahme
bei zahlreichen deutſchen und ausländiſchen führenden
ſönlichkeiten der Literatur. André Gide hat ſein Erſcheinen
Premiere, die am 11. Mai ſtattfindet, zugeſagt.

Darmſtadt im Lufkhanſa-Sommerdienſt 1932.
Am 1. Mai tritt im europäiſchen Luftverkehrsnetz der Som=
mer
=Flugplan in Kraft. Die Deutſche Lufthanſa wird ihren
Sommerverkehr auf den großen Durchgangsverbindungen im In=
land
und nach dem Ausland in annähernd gleichem Umfange wie
im Vorjahre durchführen. Das neue Sommerſtreckennetz enthält
eine Reihe von Verkehrsverbeſſerungen unter Auswer=
tung
der vorjährigen Ergebniſſe Erwähnung verdient insbeſon=
dere
der Ausbau des Flugverkehrs von Deutſchland nach Ita=
lien
. In dieſem Sommer kann man im eintägigen Fluge von
Berlin bis Rom und ebenſo in entgegengeſetzter Richtung reiſen.
Durch Verkürzung der Flug= und Aufenthalts=
zeiten
war es möglich, den Verkehr zu beſchleunigen. Zwiſchen
Berlin und London werden im Sommer zwei Großflug=
zeuge
, Junkers G 38 D 2000 und D 2500, im gemiſchten Per=
ſonen
=, Poſt= und Frachtdienſt eingeſetzt werden, die je 30 Paſſa=
gieren
Platz bieten.
Nach faſt allen Nord= und Oſtſeebädern, wie Borkum, Norder=
ney
, Langeoog, Wangerooge, Weſterland, Wyk, Hiddenſee, Sellin
auf Rügen, Swinemünde, gibt es ausgezeichnete Schnellverbin=
dungen
, welche die Reiſezeit erheblich verkürzen. Eine Schwarz=
waldlinie
führt von Mannheim=Ludwigshafen=Heidelberg über
Karlsruhe, Baden=Baden und Freiburg nach Konſtanz. In dieſe
Schwarzwaldlinie iſt auch, wie im vorigen Jahre, Darmſtadt
mit einer Anſchlußſtrecke über Frankfurt nach Gießen einbezogen.
Dieſer Anſchluß ab Darmſtadt, mittags 12,05 Uhr, vermittelt
in Frankfurt unmittelbar Verbindungen nach faſt allen deutſchen
und ausländiſchen Flughäfen und ab Darmſtadt 15,30 Uhr nach
Mannheim, dort unmittelbaren Anſchluß nach BaſelGenf.
Beſonders hervorgehoben ſei ſchließlich, daß die Deutſche Luft=
hanſa
in Ergänzung der bereits im Vorjahre eingeleiteten Tarif=
ſenkung
auch im diesjährigen Sommerflugdienſt auf einer Reihe
von Strecken weitere Flugpreisermäßigungen ein=
treten
läßt.
* Rüſtiges Alter. Die Leiterin der Schälküche 4 der Win=
terhilfe
ſchreibt uns: In der Winterhilfsküche 4 ſitzt eine Frau
Flamm in der Schälküche, die 79 Jahre alt iſt, täglich den wei=
ten
Weg von der Helfmannſtraße nach der Feldbergſtraße macht
und mit großem Eifer ſchält. Gemüſe uſw. putzt. Weiter ſitzen
eine 72jährige Frau Sevin und ein 73jähr. Mann dabei und
widmen ſich ſchon 6 Monate alle Tage der guten Sache.
Hohes Alter. Frau K. Jacobi Witwe, Stiftsſtraße 41.
begeht am 2. Mai ihren 78 Geburtstag. Am 3. Mai begeht
Frau Marie Knaus Witwe. Ahaſtraße 241, ihren 75. Ge=
burtstag
.
Die Revue=Operette Im weißen Rößl von Ralph Be=
natzky
im Landestheater. Hans Strohbach, der erfolgreiche In=
ſzenator
von Roſſinis Oper Die Italienerin in Algier hat mit
der Probearbeit für die Revue=Operette Im weißen Röß!
bereits begonnen. Die muſikaliſche Leitung des Werkes hat Karl
Maria Zwißler. Die Einſtudierung der Tänze, für die das
Ballett des Landestheaters bedeutend verſtärkt wurde, beſorgt
Hans Macke.
Kunſtausſtellung Dreiſtädte=Bund. Es wird nochmals
darauf aufmerkſam gemacht, daß Herr Dr. Perard ſich in liebens=
würdiger
Weiſe bereit erklärte, am Sonntag um 11.15 Uhr, eine
Führung zu übernehmen. Der Eintritt und die Führung ſind frei.
Heſſiſches Landesmuſeum. Das Heſſiſche Landesmuſeum
iſt am Donnerstag, den 5. Mai (Himmelfahrt), wie an Sonn=
tagen
, in der Zeit von 10 bis 13 Uhr, unentgeltlich geöffnet. Am
1. Pfingſtfeiertag bleibt das Muſeum geſchloſſen, dagegen iſt am
2. Pfingſtfeiertag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Im übrigen
ſind, die öffentlichen Beſuchsſtunden folgende: Sonntags von
10 bis 13 Uhr, Dienstags von 11 bis 13 Uhr. Mittwochs von
15 bis 17 Uhr (in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. März von
14 bis 16 Uhr. Donnerstags, Freitags und Samstags von 11 bis
13 Uhr. Der Eintritt iſt frei.
Die Sonne bringt es an den Tag!
Das kann wohl ganz beſonders bei Gardinen behauptet
werden, denn mit dem Einzug der Frühlings=Sonne in die
Wohnungen fällt es erſt richtig auf, wie ſchmutzig Gardinen und
Rollos uſw. während des langen Winters bei andauerndem
Heizen geworden ſind. Für ſachgemäßes Waſchen und Spannen
empfehle ich meine Spezialabteilung für Gardinenreinigung. Jahr=
zehntelange
Erfahrung und beſtgeſchultes Perſonal hierzu ſichern
ſchönſte Wiederherrichtung. Großwäſcherei und Bügelanſtalt Ludwig
Hering, Jahnſtraße 4. Telephon 3949. Nach auswärts prompter
Poſt= und Bahnverſand.
(6632
Heſſiſche Spielgemeinſchaft, Piſtole und Tabakspfeife‟
Der unbeſtritten ſtärkſte Heiterkeitserfolg dieſer Spielzeit, Rüht=
leins
köſtliche Dialektpoſſe Piſtole und Tabakspfeife‟
kommt am Himmelfahrtstag, 5. Mai, 8 Uhr abends, im
Kleinen Hauſe nochmals zur Aufführung. Damit wird den zahl=
reichen
Anfragen und Wünſchen, die namentlich auch von aus=
wärts
eingegangen ſind Rechnung getragen. Gerade für die
auswärtigen Beſucher ſcheint der Tag beſonders geeignet, zumal
die Vorſtellung gegen 10 Uhr beendet iſt. Für die Aufführung
gelten die kleinen Preiſe (0.502,50 Mk.). Der Vorverkauf be=
ginnt
am Montag, dem 2. Mai, und iſt rechtzeitige Beſchaffung
der Eintrittskarten beſonders zu empfehlen.
Martinsgemeinde. Am Sonntag, Rogate den 1. Mai, be=
geht
der Mädchenverein der Martinsgemeinde Weſt ſeinen Eltern=
abend
im Gemeindehaus Liebfrauenſtraße 6 abends halb 8 Uhr,
bei dem das altdeutſche Spiel Gudrun von Julius Heiß zur Auf=
führung
gelangt. Außerdem werden Volkstänze und jugendbewegte
Mädchenlieder dargeboten. Die Eltern unſerer Mädchen und an=
dere
Gemeindeglieder, ſowie Jugendliche ſind herzlich eingeladen.
Beitrag zur Deckung der Unkoſten 20 Pfennig.
Maienſingen am 2. Mai, abends 8,15 Uhr (nicht 8,30) am
Alicedenkmal (Wilhelminenplatz). Die beiden Mänergeſangvereine
Liedertafel E. V. 1842 und Sängerluſt ſingen als Geſamtchöre
unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Karl Grim: 1. 2) Der
Mai iſt gekommen, Volkslied; 5) Mit Ränzel und Fiedel, von
Karl Grim; 2. a) Der frohe Wandersmann, von Mendelsſohn=
Bartholdy; b) Das ſtille Tal, bearbeitet von F. M. Böhme;
3. a) Roſe=Marie‟, b) Treue Liebe, von Silcher; 4. 2) Sänger
vom Rhein, b) Frühling am Rhein, von Karl Grim. Um
Störungen während des Singens zu vermeiden, iſt die Umleitung
des Kraftverkehrs bei dem Polizeiamt beantragt.
Techniſche Nothilfe. Montag, den 2. Mai; Monatsver=
ſammlung
im Odeon. Wegen der bevorſtehenden Gasſchutz= und
Pionierübungen wird pünktliches Erſcheinen zur Pflicht gemacht.

Die H.3.4. zu den Angriffen des Bezirksverbandes
Groß=Getau.
Die Heſſiſche Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft, Landesgewerbe=
bank
, veröffentlicht folgende Erklärung: In den letzten Tagen
gingen durch verſchiedene Zeitungen Berichte über Angriffe, die
der Bezirksverband Groß=Gerau in der Verſammlung am 24.
April 1932 gegen uns erhob. Die Vorwürfe ſind durchaus unbe=
gründet
und ſchon verſchiedentlich durch Aufklärungen und Revi=
ſionen
widerlegt. Auf unſeren Antrag wird bei der Staats=
behörde
eine genaue Nachprüfung ſtattfinden, damit von unpar=
teiiſcher
Stelle aus die Angelegenheit reſtlos aufgeklärt wird.
Wir warnen vor Weiterverbreitung der Ausführungen des Herrn
Apothekers Donath. die gröbſte Unrichtigkeiten und Entſtellungen
der Tatſachen enthalten.
EPH. Himmelfahrtsgottesdienſt auf dem Frankenſtein. Auch
in dieſem Jahre findet am Himmelfahrtstage wieder Frühgottes=
dienſt
im Hofe der Burg Frankenſtein ſtatt. Beginn um 8 Uhr
vormittags. Es wirkt dabei der evangeliſche Kirchenchor der Lan=
deskirchlichen
Gemeinſchaft Eberſtadt mit. Von Darmſtadt aus
fährt man am beſten mit der Elektriſchen ab 6,55 Uhr Luiſen=
platz
bis Eberſtadt, Halteſtelle Frankenſtein, wenn man es nicht
vorzieht, zu Fuß durch die blühende Landſchaft zu wandern, um
dann oben auf der Bergeshöh mit dem Blick auf die Bergſtraße
und den Odenwald Andacht zu halten.
Die Guſtav=Adolph=Vereine im Ried ſowie im Gebiet von
Oppenheim beabſichtigen, am Himmelfahrttag eine größere kirch=
liche
Feier an der Schwedenſäule abzuhalten, wobei auch die
Kirchenbehörde vertreten ſein wird. Zur Vermeidung von Stö=
rungen
der Feier durch Nichtbeteiligte, iſt von dem Waſſerbauamt
Worms für den Himmelfahrtstag das Anlegen von Fahrzeugen
aller Art am rechten Ufer des Erfelder Altrheins 100 Meter ober=
halb
und unterhalb der Schwedenſäule, in der Zeit von 13 Uhr
bis 18 Uhr, durch Bekanntmachung unterſagt worden. Ebenſo
iſt das Zelten und Lagern auf der der Schwedenſäule vorgela=
gerten
Wieſe in der angegebenen Zeit verboten.
Evang. Männervereinigung der Petrusgemeinde. Wir
machen unſere verehrlichen Mitglieder nebſt Angehörigen, ſowie
die übrigen Gemeindeglieder (Frauenverein und Jugendbünde)
nochmals auf die am Dienstag, 3. Mai, ſtattfindende
Monatsverſammlung aufmerkſam, mit dem Vortrag von
Oberſtudiendirektor Dr. Müller: Aus Goethes Darmſtädter
Tagen und laden zu recht zahlreichem Beſuche herzlich ein.
Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Hauptverſammlung im Heylshof erfreute ſich eines guten Be=
ſuchs
. Der von der Vorſitzenden, Frau Bernbeck, erſtattete Jah=
resbericht
gab ein klares Bild von der Arbeit der Ortsgruppe in
den verſchiedenen Abteilungen: 1. der Blindenfürſorge, 2. der
Mündelfürſorge, 3. der Winterhilfe, 4. der Studienkommiſſion,
5. der Zahlteller. Die Winterhilfe wurde als geſchloſſene Gruppe
in Verbindung mit dem Ev. Wohlfahrtsdienſt geleiſtet. Wir
durften mit den reichlich eingegangenen Gaben viel Segen ſtif=
ten
, aber auch manchen Segen empfangen. Die Studienkommiſſion
hat die Bearbeitung der Gottloſenfrage ſich als Aufgabe geſtellt.
Ihre Glieder ſuchen Anfang und Ausdehnung der Bewegung an
der Hand von Schriften zu erkennen, über das Weſen der Be=
wegung
Klarheit zu gewinnen. Nach der Teepauſe hielt Frau
von Schauroth einen Vortrag über ihre italieniſche Reiſe im Jahr
1930. Sie berichtete über die Fahrt von Neapel nach Sizilien und
den Aufenthalt daſelbſt. Es war ein Genuß, ihr zuzuhören, ſei
es, daß ſie von der Schönheit des wunderbaren ſüdlichen Meeres
ſchwärmte oder die Schrecken der zerſtörenden Kräfte des Aetna
ahnen ließ. Mit ſicherer Hand zeichnete ſie die verſchiedenen
Menſchentypen, die Züge germaniſchen, grabiſchen, griechiſchen Ur=
ſprungs
tragen, die in ſich verſchiedene Stilarten einigenden Bau=
ten
in Palermo und Meſſina, die tiefe Wirkung des griechiſchen
Theaters in Taormina, des griechiſchen Tempels in Päſtum bei
Neapel. Reicher Beifall lohnte die Rednerin. Die Vorſitzende
dankte ihr mit herzlichen Worten und ſchloß die Verſammlung
um 18.30 Uhr. Präſident Dr. Dahlem wohnte der Tagung als
Gaſt bei.
Der Verein der Pioniere und Verkehrstruppen Darmſtadt
und Umgegend ſchreibt uns: Plötzlich und unerwartet ſchied aus
unſerer Mitte unſer Ehrenmitglied Frau Margarete Betzhold.
geb. Panſe, kurz vor Begehung ihres 77. Geburtstages, Witwe
des 1902 verſtorbenen Majors und chileniſchen Oberſt a. D. Gu=
ſtav
Betzhold. Treu deutſch, eine echte Pioniersfrau, war ſie
ſtets eine Förderin unſerer Pionierſache. Zu ihrem 75. Ge=
burtstag
ſtiftete ſie zum Andenken an den Todestag ihres ver=
ſtorbenen
Gatten der KKS.=Abteilung des Vereins als ewiges
Bindeglied der Familie Betzhold mit dem Pionierverein einen
Wanderpreis in Form eines ſilbernen Bechers.
40. Hauptverſammlung des Bezirksvereins Martinsviertel.
Der Vorſitzende, Herr Bürodirektor Weber, eröffnete die Ver=
ſammlung
und gedachte zunächſt in warmen Worten des verſtor=
benen
früheren Vorſitzenden, Herrn Möſer, und des verſtorbenen
2. Schriftführers, Herrn Stöſſel. Die Anweſenden erhoben ſich
zu deren Gedenken von ihren Sitzen. Anſchließend begrüßte er
die Delegierten der Bezirksvereine Innenſtadt und Mathil=
denhöhviertel
. Hierauf wurde von dem Vorſitzenden eingehen=
der
Bericht über das abgelaufene Jahr erſtattet, und alles was
im einzelnen geſchehen und erreicht worden iſt, dargelegt. Dann
wurden die ſeitherigen Vorſtandsmitglieder einſtimmig wieder=
und 2 an Stelle verſtorbener und freiwillig ausgeſchiedener Vor=
ſtandsmitglieder
neugewählt. Herr Amtmann Stadtv. Goſen=
heimer
hielt dann einen ſehr intereſſanten Vortrag über die
Auswirkung der Notverordnungen auf die Städte und Gemein=
den
, insbeſondere auf die Stadt Darmſtadt. In überaus klarer
und unparteiiſcher Form entwickelte er ſeine Darlegungen, wofür
ihm allgemein herzlicher Dank und ſtarker Beifall gezollt wurde.
Dem Anſinnen will der Vortragende nachkommen, in einer außer=
ordentlichen
Hauptverſammlung, wozu auch die übrigen Bezirks=
vereine
eingeladen werden ſollen, nochmals zu ſprechen. Unter
Punkt Verſchiedenes der Tagesordnung wurden noch eine ganze
Anzahl von Anträgen geſtellt und Wunſche geäußert, die alle hier
aufzuführen unmöglich erſcheint.
Varieté=Groß=Schau im Orpheum. In zwei Vorſtellungen
beginnt heute, nachmittags 4 Uhr und abends 8½4 Uhr, das attrak=
tionelle
1. Mai=Programm ſeine überaus reichhaltigen und ver=
blüffenden
Darbietungen auf vielen Gebieten des modernen
Varietés. Näheres ſiehe heutige Anzeige!
Zwiſchen Darmſtadt und Neu=Iſenburg iſt Fernſprechſchnell=
verkehr
aufgenommen worden. Bei Anmeldung von Geſprächen
nach Neu=Iſenburg iſt demnach nicht mehr Fernamt, ſondern
Schnellverkehr zu verlangen.

Furral kTäde

Wir haben mit der FEDAG-Feriengemeinschaft deutscher Arbeitnehmer A.-G., München, ein langjähriges Vertrags-
abkommen
geschlossen, demzufolge wir seit 4. April 1932 unseren sämtlichen Tabakerzeugnissen in allen Packungen

Sariammankan

beifügen. Sammein Sie die Ferienmarken! Es lohnt sich! Werden Sie Mitglied der FEDAG! Diese garantiert ihren Mitgliedern
Funftausend kostenlose 14 fäg. Ferienaufenthalte
bereits im ersten Ferienjahr 1932/33. Für 30 Pfg. erwerben Sie die Mitgliedschaff für 5 Jahre, Fragen Sie ihren Tabakhändier!

AUSTRI
Tabakwaren nach den Vorschriften der Osterreich, Tabakregi-

FERIENMARKE
FUNk ROSENKAVALIER MEMPHIS - Ill. SORTE - REGIE VIRGINIER REGIE-STUMPENI REGIE-TABAKE

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 1. Mai 1932

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des
form
nachde
gangei
zöſiſche
Tardie
macht
tref
aus n.
konföd
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deut)
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck

Aus den Darmſtädker Lichtſpielkheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
bringen einen intereſſanten ſtummen Film mit Douglas
Fairbanks. In Robin Hood läßt der Film eine Fülle
unendlich reicher Bilder aus der Geſchichte Altenglands aufleben.
Richard Löwenherz ſteht im Mittelpunkt der Handlung, und
ſein Kreuzzug ins heilige Land. Douglas Fairbanks iſt ſein
Freund. Vertrauter und Heerführer. Um ihn ſpielt ſich die
Handlung, ſoweit ſie ſich zur dramatiſchen Bewegung erhebt, ab.
Ein unglaublicher Aufwand von Menſchen und Material dient
dazu, Fairbanks auf der Höhe ſeiner artiſtiſchen Künſte zu zei=
gen
: als Raufbold, als Läufer, als Ritter und Rächer, als An=
führer
der Bettler und geheimnisvoller Schütze, kurz. als Aller=
weltskünſtler
, dem niemand, ſelbſt ein ganzes Heer von Rittern,
nicht gewachſen iſt. Um der körperlichen Gewandtheit Douglas
Fairbanks willen, die wirklich einzig daſteht, muß man einige
Längen und Schwächen dieſes Films in Kauf nehmen, der im
übrigen aber, wie geſagt, durch den gigartiſchen Aufwand im=
poniert
.
Im Union=Theater läuft nur noch heute der neue Richard
Tauber=Film Melodie der Liebe‟
Helia bringt die entzückende Privatſekretärin a. D. Renate
Müller in einem luſtigen Tonfilm. Mädchen zum Heiraten.
Als letzte Film=Morgenfeier dieſer Saiſon läuft heute vormittag
ein aktueller Kulturfilm Der Kampf um die Mandſchurei.

Für das Feſtkonzert des Muſikvereins zur Feier ſeines
hundertjährigen Beſtehens am 10. Mai im Landestheater ſind
folgende Soliſten gewonnen worden: Thea Böhm=Linhard= Ham=
hurg
, Sopran; Gertrud Gercke=Darmſtadt, Alt; Wilhelm Nentwig=
Karlsruhe, Tenor: Alfred Paulus=Braunſchweig, Baß. Zur Auf=
führung
kommt Der Meſſias von G. F. Händel, in der Bearbei=
tung
von W. A. Mozart. Der Chor des Muſikvereins iſt weſentlich
verſtärkt, insbeſondere der Herrenchor durch Mitglieder des Mozart=
vereins
und des Vereins Sängerluſt‟ Damen und Herren, welche
dem Muſikverein für das nächſte Vereinsjahr (Beginn am 1. Juli)
neu beizutreten wünſchen, oder früheren Mitgliedern, welche dem
Verein wieder angehören möchten, wird Gelegenheit geboten,
ſchon an der Jubiläumsfeier teilzunehmen, wenn ſie ihren Beitritt
noch vor dem Konzert anmelden. Es wird ihnen als beſondere
Vergünſtigung eine Eintrittskarte zum Konzert oder auf Wunſch
zur Hauptprobe unentgeltlich zur Verfügung geſtellt, die ſie bei
gleichzeitiger bindender Beitrittserklärung in der Buchhandlung
Bergſträßer in Empfang nehmen können. Ebenſo ſind ſie berech=
tigt
, den Geſellſchaftsabend im Saalbau (Anmeldung dazu bei
Architekt Harres, Fiedlerſtr. 3, 1. St.) zu beſuchen. Alle Damen
und Herren, alſo auch die aktiven und inaktiven Mitglieder und
geladenen Gäſte, welche am Abendeſſen teilzunehmen wünſchen,
werden nochmals dringend gebeten, die Anmeldungen dazu ſpäte=
ſtens
bis zum 4. Mai vorzunehmen. (Weiteres ſ. Anzeige.)
Gartenbauverein e. V. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
hält am 2 Mai, abends 8 Uhr, auf Veranlaſſung der Firma Wilh.
Ulbrich, hier, Herr Karl Schanze aus Mußbach, Generalvertreter
der Fabrikate Lützeldünger im Fürſtenſaal einen Vortrag über
Wirkung der anorganiſchen und organiſchen Düngung im Obſt=
Gemüſe= und Weinbau, der das größte Intereſſe der beteiligten
Kreiſe verdient. Wie aus zahlreichen fachmänniſchen Gutachten
erſichtlich, handelt es ſich um einen organiſchen Dünger mit her=
vorragenden
Eigenſchaften, deſſen Preis gegenüber anderen Dün=
gungsmitteln
als ſehr mäßig bezeichnet werden muß.
Hochſchulſtadion. Wie im Vorjahre, wird das Hoch=
ſchulſtadion
für die Semeſtermonate Mai, Juni und Juli
vormittags von 712 Uhr (Sonn= und Feiertags von 71 Uhr)
und für die Ferienmonate Auguſt und September tagsüber von
7 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit (Sonntags von 71
Uhr) auch für die Darmſtädter Bevölkerung zur Be=
nutzung
freigegeben. Die Gebühren ſind, wie aus
der Anzeige in der heutigen Ausgabe zu erſehen iſt den Zeiten
entſprechend ermäßigt worden. Zum erſten Male werden
diesmal auch Kinder bis zu 16 Jahren, allerdings nur
in Begleitung des Vaters und der Mutter, zum Beſuch zugelaſſen.
Neu iſt ferner, daß für ganze Familien Haupt=, Neben=
und Kinder=Monatskarten zu entſprechend geſtaffel=
ten
Preiſen, ſowie Semeſterkarten, gültig für die Monate
Mai bis September, ausgegeben werden.
Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt E. V. Neue
Adreſſe: Eliſabethenſtraße 17. Ecke Wilhelminenſtraße. Heute
Sonntag abend Monatsverſammlung und Uebernahme des neuen
Heims. Wir laden hierdurch jedermann freundlichſt ein. Beſon=
dere
Einführung iſt nicht erforderlich. Mit unſerem neuen Heim
bieten wir jedem jungen Mann eine Stätte, wo er ſeine freie
Zeit verbringen kann. Leſeſtoff, Spiele, Schreibgelegenheit iſt
vorhanden. Das Heim iſt werktags von 101 Uhr und abends
ab 7 Uhr geöffnet.
Jagdſchloß Kranichſtein. Nachdem ſich der Buchenwald
wieder mit friſchem Grün geſchmückt hat, iſt der Ausflug nach
Kranichſtein beſonders lohnend geworden. Das Waſſergeflügel,
das im vorigen Jahre zur allgemeinen Freude der Beſucher
ausgeſetzt wurde, iſt auch jetzt wieder zu ſehen. Die Schwäne,
Höckergänſe und ein eigenes Gehege mit Moſchus=, Kajuka= und
Streifererenten bilden eine beſondere Anziehung für groß und klein.
Die Reſtaurationsräume, die nunmehr unter neuer Bewirtung
ſtehen, ſind zum Teil neu hergerichtet und bilden bei ſchlechtem
Wetter einen angenehmen Aufenthalt. Für die ſonnigen Tage
iſt die Garten=Reſtauration eröffnet. Das Jagdſchloß, das be=
ſonders
von auswärts immer reichen Beſuch hat, kann, wie all=
jährlich
in den Sommermonaten, zu jeder Stunde beſucht wer=
den
. Seine vielen jagdlichen Sehenswürdigkeiten aus dem 18.
Jahrhundert bilden ein Stück originellſter heſſiſcher Heimat=
geſchichte
.
Eine Frühlingsfahrt für jeden hat die Heſſiſche Autobus=
Verkehrs=Geſellſchaft Darmſtadt in Verbindung mit der Ahkru
(Arbeitsgemeinſchaft Heſſiſcher Kraftfahrlinien= und Rundfahrt=
Unternehmungen) in ihrem Mai=Programm veröffentlicht. Der
Arbeitsgemeinſchaft ſtehen große und kleine moderne Allwetter=
omnibuſſe
zur Verfügung, ſo daß die Fahrten auch bei nicht allzu
großer Beteiligung ſtattfinden. Die Fahrpreiſe ſind alleräußerſt
berechnet worden. Die Arbeitsgemeinſchaft bittet auch an dieſer
Stelle um Unterſtützung ihres gewerblichen Unternehmens. Der
Kartenvorverkauf findet nur in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtr. 5,
Tel. 844, bei der Fa. Diehl u. Co., Kohlenhandlung, ſtatt. Da=
ſelbſt
auch Auskunft über ſämtliche gewerbliche Kraftfahrlinien.
Zahlung der Unterſtützungen der allgemeinen Fürſorge.
Des Himmelfahrtstages wegen mußte die Unterſtützungszahlung
an die Hilfsbedürftigen des 4. Polizeibezirks von Donnerstag,
den 5. Mai. auf Mittwoch den 4 Mai d. J., vorverlegt wer=
den
. Die Auszahlung findet im Kaſſenraum (Laden) Grafen=
ſtraße
30 ſtatt. Buchſtabe AF von 12 Uhr nachmittags, Buch=
ſtabe
GK von 23 Uhr nachm.. Buchſtabe LR von 34 Uhr
nachm., Buchſtabe SZ von 45 Uhr nachm.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkran=
kung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonn=
tag
, den 1. Mai 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Bernet., Wittmannſtr. 7, Tel. 2175; Dr. med.
Erb, Wenckſtr. 23, Tel. 1208: Frl. Dr. med. Stieler, Wilhelm=
Gläſſing=Straße 25, Tel 2721.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließenden
Woche den Nachtdienſt vom 1. bis 5. Mai; die Apo=
theke
am Inſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die Einhornapo=
theke
, Kirchſtraße 10½2.

Dle hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Herrngartenkaffee. Heute Nachmittag ſowie
Abend: Unterhaltungsmuſik. Bei ſchönem Wetter Gartenbetrieb.
Ludwigshöhe, Sonntag, nachm. 4 Uhr: Konzert.
Vereinskalender.
Vereinigung früherer Leibgardiſten, Orts=
gruppe
Darmſtadt. Am Himmelfahrtstag, 5. Mai: Familien=
ſpaziergang
mit Muſik nach Ober=Ramſtadt. Zuſammenkunft:
1.45 Uhr, am Botaniſchen Garten.

Tageskalender für Sonntag, den 1. Mai 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: Melodie der Liebe‟
Helia=Lichtſpiele: Mädchen zum Heiraten Palaſt=
Lichtſpiele: Robin Hord: Helia=Lichtſpiele;
vorm. 11.15 Uhr: Film=Morgenfeier. Der Kampf um die Mand=
ſchurei
Orpheum: Varieté. Hotel u. Reſt. Zur Poſt
Geſellſchaftsabend mit Tanz. Ludwigshöhe, 4 Uhr: Konzert.
Sportplatzcafé, am Böllenfalltor: Konzert. Perkeo: Kon=
zert
. Rummelbräu; Konzert.

Skifkangsfeft des Darmſtädker Zecht=Clubs.
Sein 42. Geburtstagsfeſt feierte der Darmſtädter Fecht=Club,
e. V., der dem Deutſchen Fechtbund angeſchloſſen iſt, im Rahmen
eines Blütenfeſtes auf dem Heiligen Kreuz., Mit nicht
weniger als 4000 ſelbſtangefertigten Frühlingsblüten, mit friſchem
Grün, Lauben, Verkaufsläden, einer Schießbude und anderen
originellen Dingen und mit feſtlicher, eigen geſchaffener Beleuch=
tung
war der Saal ausgeſtattet, und die zahlreich erſchienenen
Mitglieder und Gäſte, unter denen man den Ehrenvorſitzenden des
Vereins, den Präſidenten des H. A. C. Kahlert, bemerkte, hatten
nach dem bunten Programm reiche Abwechſlung.
Unter Mitwirkung der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt
erfreuten zunächſt mit ſehr guten Geſangsdarbietungen die Damen
Frl. Bernhart, Brenner und Herr Ewald die Zuhörer;
die Begleitung am Klavier hatte Frl. Menges übernommen.
Beſonderes Intereſſe erregte dann die ſportliche Einlage, das
Aſſautfechten, an dem ſich nach einem Aufmarſch der Fechte=
rinnen
und Fechter, unter Leitung des Fechtwarts Sack die Fech=
terinnen
Frl. Engel, Müller, Fuchs, Grimm und die Fechter
Anton, Sack, Mechler, Siegert und Fritz Müller beteiligten. Alle
Paare boten ein einwandfreies, tadelloſes Fechten und warben
ſomit gleichzeitig für dieſe vornehme, ideale Sportart.
Der erſte Vorſitzende des Darmſtädter Fechtklubs, Direktor
Steffan nahm Gelegenheit, herzlich die Fechterinnen und Fech=
ter
ſowie die Gäſte des Abends zu begrüßen. Er dankte allen Hel=
fern
, die zum Gelingen des Feſtes beigetragen hatten, insbeſon=
dere
dem oberſten Vergnügungsausſchußvorſitzenden Hahn, der die
ſchwere Arbeit der Vorbereitung des Abends zum 12. Male über=
nommen
hatte. Er wünſchte, der Abend möge ein feſteres Band
um die Mitglieder ſchlingen und allen Vergnügen und Freude
bringen.
Den bunten Teil des Abends beſtritt als Conferen=
cier
, zu deutſch Anſager, der witzige und vielſeitige Herr Mund,
der ſeine Mitarbeiter nach zahlreichen Schnurren in origineller
Weiſe vorſtellte. In raſcher Folge wechſelten Muſikſtücke der
fleißigen, ſehr guten Kapelle, Geſangsdarbietungen des Herrn
Ewald, flotte und graziöſe ſpaniſche Tänze der Damen Tüm=
mel
und L. Müller, und zum Abſchluß ein exotiſcher Tanz des
Herrn Mund als Niggergenie‟
Der Vorſitzende des Vergnügungsausſchuſſes, Herr Hahn,
dankte ſallen Mitwirkenden und Helfern und wünſchte noch einen
fröhlichen Verlauf des Abends, ein Wunſch, der bei Tanz und
froher Unterhaltung reſtlos in Erfüllung ging. Der Darmſtädter
Fecht=Club darf ſtolz auf den Verlauf ſeines ſchönen Stiftungs=
feſtes
ſein, das ihm und ſeinen Veranſtaltern alle Ehre machte und
allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Aus Heiten.

Griesheim, 30. April. Evangeliſche Gemeinde
auf dem Truppenübungsplatz. Kürzlich fand eine erſte
Verſammlung der Evangeliſchen auf dem ehemaligen Truppen=
übungslatz
ſtatt, die erfreulich gut beſucht war. In der Verſamm=
lung
begrüßte Herr Dekan Zimmermann die werdende Gemeinde.
Nach einer Anſprache, in der der Freude Ausdruck gegeben wurde,
daß nunmehr bald Gottesdienſt in dem Gebäude in der Querſtraße
ſtattfinden kann, zeichneten ſich die Anweſenden aus der neuen
Gemeinde als Mitglieder des evangeliſchen Vereins ein, der da=
mit
gegründet war. Er wird die Förderung evangeliſchen Lebens
als ſeine Aufgabe anſehen. Der Poſaunenchor verſchönte die Ver=
ſammlung
durch einige Motetten. Bekanntlich ſoll das neue Got=
teshaus
auf dem Truppenübungsplatz am zweiten Pfingſtfeiertag
eingeweiht werden. Muſikaliſche Abendandacht. Am
Sonntag, 1. Mai, abends 8.15 Uhr, veranſtaltet ein Singkreis aus
Frankfurt a. M. in der hieſigen evangeliſchen Kirche eine muſi=
kaliſche
Abendandacht. Mit ihrem Singen wollen ſie Erlebtes und
Erarbeitetes darbieten und durch ſolches Singen zur Andacht füh=
ren
. Es wechſeln alte geiſtliche Lieder einſtimmig und mehrſtim=
mig
mit Orgelſpiel und Gemeindechoral. Die junge Schar ſtellt
ſich ſelbſtlos zur Verfügung.
Cp. Pfungſtadt, 30. April. Verkehrswerbung. Auf dem
Rathaus hielten dieſer Tage unter dem Vorſitz des Bürgermei=
ſters
Schwinn die Vertreter der einzelnen Ortsvereine, insbeſon=
dere
aber des Einzelhandels, des Handwerks und Gewerbes, des
Schulvorſtandes uſw. eine gemeinſame Sitzung zur Beſprechung
wichtiger Verkehrsfragen ab. Unter anderem wurde beſchloſſen,
die Oeffentlichkeit mehr und mehr auf die Schönheiten und Sehens=
würdigkeiten
Pfungſtadts und ſeiner Gemarkung (Torfmoor,
Sanddünen uſw.) zu lenken. Zu dieſem Zweck ſoll zunächſt eine
Beſchilderung der wichtigſten Wanderwege ſtattfinden. Auch ſoll
für die Aufſtellung neuer Ruhebänke geſorgt werden. n- *

Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. April. Schornſteinreinigung.
Gegenwärtig findet die übliche Reinigung der Kamine, verbun=
den
mit dem Ausbrennen, ſtatt. Fälligkeitstermine.
Die Gemeindekaſſe läßt bekannt geben, daß die Beiträge zur land=
und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft bis ſpäteſtens 10. Mai
und das 1. Ziel Landesſteuer bis ſpäteſtens 5. Mai 1. J. bei Mei=
dung
der Mahnung zu bezahlen iſt. Todesfall. Der in wei=
ten
Kreiſen bekannte Büroangeſtellteßder Odenwälder Hartſtein=
Induſtrie (Betrieb Nieder=Ramſtadt)) Kaufmann Peter Plößer,
wurde geſtern vormittag im Hofe ſeiner Behauſung von einem
Schlaganfall befallen, der den ſofortigen Tod, zur Folge hatte.
Plößer gehörte verſchiedenen Vereinen in einflußreicher Stellung
an, unter anderem war er auch längere Zeit hindurch Vorſteher
der hieſigen Spar= und Darlehnskaſſe.
G. Ober=Ramſtadt, 30. April. Treffen der Odenwald=
klub
=Ortsgruppen am 1. Mai in Ober=Ramſtadt.
Am morgigen Sonntag treffen ſich ab 2.30 Uhr im Gaſthaus Zum
Löwen (Gg. Schneider) in Ober=Ramſtadt etwa 15 Ortsgruppen
des Gerſprenzgaues undModautales anläßlich einer
Frühjahrsſternwanderung. Der Gauvorſitzende, Herr
Apotheker Scriba=Reinheim, wird den kurzen geſchäftlichen
Teil leiten, als Vertreter des Hauptausſchuſſes wird Herr Dr.
Götz=Darmſtadt anweſend ſein. Zu dieſer Verſammlung ſind
außer den Mitgliedern der hieſigen Ortsgruppe auch Freunde und
Gönner des Klubs herzlich eingeladen. Es ſtehen einige genuß=
reiche
Stunden bevor, zumal ſich das Doppekquartett Konkordia
Ober=Ramſtadt in liebenswürdiger Weiſe für die Veranſtaltung
zur Verfügung geſtellt hat. Beſonders wird die Jugend, da die
Groß=Bieberauer Klubkapelle durch ſchöne Muſikſtücke erfreuen
wird, zu ihrem Recht kommen. Eintritt frei.
Le. Groß=Umſtadt, 30. April. Männervereinigung.
Die 4. Monatsverſammlung der neugegründeten Männervereini=
gung
erfreute ſich eines ganz außerordentlich guten Beſuchs. Herr
Jakob Dröll behandelte in ſeinem Vortrag die Frage: Gibt es
ein Fortleben nach dem Tpde? Seine fleißige Arbeit legte Zeug=
nis
davon ab, daß auch auf einen Mann aus Arbeiterkreiſen das
Wort der hl. Schrift Anwendung findet: Der Menſch lebt nicht von
Brot allein. Seine intereſſanten Ausführungen fanden lebhafte
Anerkennung und gaben Veranlaſſung zu einer regen Ausſprache.
Nachdem Herr Pfarrer Thaer noch eine Anfrage, die ſich im Brief=
kaſten
vorgefunden hatte, beaßtwortet hatte, berichtete der Vor=
ſitzende
über den Verlauf deskin Michelſtadt abgehaltenen Kir=
chengemeindetags
, unter beſonderer Berückſichtigung des Vortrags
des Herrn Dr. Berger über: Die Abwehr der Kirche gegen die
Gottloſenbewegung. Bezüglich des Vorſchlags des Herrn Breul,
im Anſchluß an die Männervereinigung eine Sterbekaſſe zu grün=
den
, wurde beſchloſſen, daß ſich zunächſt der Vorſtand mit dieſer
Frage befaſſen ſoll, um dann praktiſche Vorſchläge machen zu
können. Die nächſte Verſammlung ſoll im Mai ſtattfinden.
i. Aus dem Odenwald, 30. April. Motorradunfall. In
Lörzenbach bei Mörlenbach verlor ein Motorradfahrer aus Mann=
heim
mit einem Soziusfahrer aus Weinheim bei einer Kurve die
Gewalt über ſeine Maſchine und fuhr gegen eine Telegraphen=
ſtange
. Der Fahrer mußte bewußtlos mit ſchwerem Schädelbruch
in das Krankenhaus gebracht werden. Der Beifahrer blieb un=
verletzt
. Die Schuld führt man zu ſchnellem Fahren zu.

O. Groß=Bieberau, 30. April. Schutztempeleinweihun=
Unter zahlreicher Beteiligung benachbarter Ortsgruppen und hie
ſiger Bewohner wurde im vorderen Haßlochwalde die vom hieſige
Odenwaldklub erbaute Schutzhütte zu Ehren, ihres langjährige
Vorſitzenden, Lehrer Ludwig Zimmer, bei ſchönſtem Frühling=
wetter
eingeweiht. Profeſſor Kiſſinger aus Darmſtadt pries
ſeiner Weiherede die hohen Ziele des Odenwaldklubs als Heima
verein, den Förderer und Etwecker der Heimatliebe, ohne die
keine Vaterlandsliebe gebe. Deshalb gehöre jeder echte Deutſo
hinein in die Klubs. Den treuen und unermüdlichen Führer de
hieſigen Ortsgruppe,)Ludwig Zimmer, zu ehren und ihm zu da
ken, gab er der Hütte den Namen Ludwig=Zimmer=Ruhe‟. He
Fuchs, als 2. Vorſitzetder, dankte ällen, die am Bau geholfen ho
ten oder beteiligt waren. Herr Bürgermeiſter Daab nahm d
Hütte in den Schutz der Gemeinde, während Herr Zimmer, vo
der Ehrung gerührt, dem Klub ſeinen Dank ausſprach. Die G
ſangsvorträge des Männergeſangvereins Eintracht (Dirige=
Lehrer Röder) gaben der Feier eine ſchöne und würdige Umra
mung. Auch die Nachfeier bei H. Reinheimer, bei der Herr Pr
feſſor Kiſſinger von ſeinen Erlebniſſen auf Tiroler Wanderfah
ten erzählte, war ſo recht geeignet, neue Freunde für die Klu
ſache zu gewinnen.
Ci. Erbach, 30. April. Abſchiedsfeier im Kreisſchu
amte. Die Kreisſchulamtsſitzung klang in einer ſchlichten, ab
eindrucksvollen Abſchiedsfeier für den mit dem heutigen Ta
aus dem Amte ſcheidenden Herrn Kreisdirektor von Werner au
Herr Kreisſchulrat Gerbig dankte mit herzlichen Worten de
Scheidenden für die treue Arbeit, die er der Schule geleiſtet un
hob beſonders den herzlichen Ton hervor, der alle Verhandlung,
auszeichnete. Dem Danke des Kreisſchulamtes ſchloß er ſein=
perſönlichen
an; niemals ſei die Harmonie in ihrer neunjährige
Zuſammenarbeit geſtört worden. Als Vertreter der Kreislehre
ſchaft entbot Herr Rektor Weber herzliche Abſchiedsgrüße. He
Kreisdirektor von Werner werde im Gedächtnis der von ihm h
treuten Lehrerſchaft weiterleben als vornehmer Menſch, als treu
Sachwalter ihrer Belange und als wackerer Förderer von Schu
und Lehrerſtand. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreich
nun Herr Kreisſchulrat Gerbig, imeNamen des Kreisſchulamt
und der Kreislehrerſchaft eine kunſtvoll ausgeführte Dankadreſ
die der Scheidende mit ſichtlicher Bewegung entgegennahm, dab
gelobend, der Schule und der Lehrerſchaft auch in ſeinem Ruh
ſtande in Treue gedenken und für ſie weſterwirken zu wollen.
Waldandacht. Am Himmelfahrtstage findet neben dem Haur
gottesdienſt am Vormittag nachkalter Siſte am Nachmittag ei
Waldandacht an altgeweihter Stätte im Brudergrund ſtatt.
Kunſt im Handwerk. Zum Andenken an die gelunge
Aufführung der Glocke durch den hieſigen evang. Kirchengeſan
verein ſtellte die Kunſttöpferei Müller u. Dönig Vaſen her, d
neben dem erhabenen Bilde einer Glocke eine an die Aufführu
erinnernde Inſchrift tragen. Der Entwurf hierzu wurde von d
Fachſchule geliefert. Die Vaſen ſind ein wahres Schmuckſtück u=
legen
erneut Zeugnis ab von der Leiſtungsfähigkeit der altei
geſeſſenen Erbacher Kunſttöpferei.
Ag. Lindenfels, 30. April. Abſchied. In den nächſten Tag
verläßt uns Herr Lehrer Hinkel, um nach ſeinem neuen Wirkung
orte Mainz=Amöneburg überzuſiedeln.Nahezu 13 Jahre wirt
er in hieſiger Gemeinde und hat ſſich in dieſer Zeit durch ſein hilf
bereites, freundliches und humorvdlles Weſen die Hochachtung u.
Verehrung der ganzen Gemeinde, wor allem aber ſeiner Kolleg,
und Schüler erworben. Unſere Schule verliert einen tüchtig
Lehrer, der nach den Forderungen der modernen Pädagogik a
die Erziehung der Jugend einzuwirken und dabei das Vertrau
zwiſchen Elternhaus und Schule günſtig zu beeinfluſſen ſuchte. A
Organiſt ſtand er im Dienſte der ev Kirche. Den Geſangvere
Liederkranz führte er zu hohem Können. Die Theater= u
Konzertabende waren ſtets Glanzpunkte im Leben des Vereins.
Cf. Birkenau, 30. April. Unglücksfark. An der Einmü
dung eines unüberſichtlichen Weges auf die Prov.=Straße I
geſtern nachmittag ein 6jähriger Junge in ein Lieferauto hine
wodurch der Junge zu Boden geſchleudert und durch Ueberfahr
des rechten Armes derart ſchwer verletzt wurde, daß die ſoforti
Ueberführung in das Krankenhaus angeorbnet wurde. Der reck
Arm iſt mehrfach gebrochen. Den Fahrer des Lieferwagens trif
ſoweit feſtgeſtellt, keine Schuld.
* Alsbach a. d. B., 30. April. Schloßbeleuchtung. Unſ
als Ausflugsziel beliebtes Schloß wurde in den letzten Jahren
weit freigelegt, daß es von der alten wie von der neuen Ber
ſtraße aus ſchön erſichtlich iſt. Am kommenden Donnerstag, d
5. Mai (Himmelfahrtstag), abends, bei eintretender Dunkelhe
findet nun nach dem weltberühmten Heidelberger Muſter ei
Schloßbeleuchtung ſtatt. Die Beleuchtung des Schloſſes wird v.
Bickenbach aus bis an die Halteſtelle Hähnlein gut erſichtlich ſe
Das Feuerwerk wird von dem bekannten Feuerwerker Beiſel,
auch die Heidelberger Schloßbeleuchtung inſzeniert, ausgeführt.
* Gernsheim, 30. April. Schwedenſäulefeier.
die große Feier, die bekanntlich am Himmelfahrtstag um 2.30U
an der Schwedenſäule bei Erfelden abgehalten werden ſoll, h.
die Oberpoſtdirektion einen ihrer größten Omnibuſſe an d
Bahnhof Goddelau beordert, der von 12.15Uhr ab den Pendelve
kehr mit der Halteſtelle nahe der Schwedenſäule aufnehmen wir
Er wird möglichſt alle ankommenden Züge zu erfaſſen ſuchen ur
unmittelbar nach Schluß der Feier, mit der Rückbeförderung b
ginnen. Ermäßigte Rückfahrkarten zu 1 RM. werden von eine
dem Führer zur ſchnelleren Abwicklung des Verkehrs beigegeben,
Kaſſierer ausgegeben. Die Anmeldung ſeitens der Kirchen= u
Poſaunenchöre iſt außerordentlich groß. Zahlreiche ortskundi
Ordner werden gern bereit ſein, Anfragen über die Plätze zu b
antworten.
Gernsheim, 30. April. Waſſerſtand des Rhein
am 29. April 0,21 Meter, am 30. April 0,27 Meter.
Hirſchhorn, 30. April. Waſſerſtand des Neckau
am 29. April 1,61 Meter, am 30. April 1,56 Meter.
Ca. Lorſch, 30. April. Unfall. Auf der Straße Bensheim
Lorſch überholte geſtern nachmittag ein Lieferauto das Pferd
fuhrwerk des Herrn J Bierbäum und rannte dabei das Pferd
ſtark an, daß dieſes in einem Transportwagen weggebracht we
den mußte. In Erkenntnis ihrer Schuld verſprachen die Aut
inſaſſen, mit zur Polizei zu kommen, um dort den Tatbeſtand au
nehmen zu laſſen. Zu dieſem Zweck ſtellte ſich der Fuhrmann a
das Trittbrett des Autos und fuhr mit gegen Lorſch zu. Als me
in der Nähe des Rathauſes war, bekam der Fuhrmann von eine
der Autoinſaſſen plötzlich einen Stoß, ſo daß er vom Auto flog ur
auf der Straße landete, während das Fahrzeug in raſender Fah
das Weite ſuchte. Doch gelang es dem Abgeworfenen noch, d
Nummer des Fahrzeuges feſtzuſtellen und die Polizei zu verſta
digen, die die Verfolgung aufnahm. Schießſport. D
Schützenverein ſetzt am Sonntag den Wettbewerb um den wei
vollen Wanderpreis fort. Mit 64 Ringen bei 6 Schuß auf
Scheiben ſtehen zurzeit die Herren Dr. Schultz und Jakob Faſſo
an der Spitze und werden am Sonntag um die heißbegehrte 2r
phäe ſtechen müſſen.
Dr. Sprendlingen, 30. April. Fahnenweihe des Mär
ner=Geſangvereins. Die Fahnenweihe und das Pole
Wertungsſingen nahmen einen harmoniſchen Verlauf.
hatten ſich 11 Vereine gemeldet, die am Wertungsſingen teilna
men und in 3 Klaſſen ſangen. Es errangen Preiſe in der 1. Kla
Sängervereinigung Jügesheim den 1. Preis mit 89 Punkten, 9.
1. Preis, den 2. Ehrenpreis und die von der Gemeinde Spren
lingen geſtiftete Ehrengaber als höchſten Ehrenpreis; Sange
vereinigung Germania den 2 Preis mit 87 Punkten; Geſangvere
Liedertafel den 3. Preis mit 86 Punkten und den erſten Ehre
preis. In der 2. Klaſſe: (Geſangverein Frohſinn Langen 9
1. Preis mit 88 Punkten ud den Ehrenpreis: Geſangvere
Einigkeit Mörfelden den 2.4Preis mit 84 Pkt., Männerquarke
Sprendlingen den 73. /Preis mit 82 Punkten und den 2. Ehre
preis. In der 31 Klaſſe= Quartettverein Liederluſt=Frohſl.
Sprendlingen den 1.Preis mit 88 Punkten und den erſten Ehle
preis; Geſangvereinſ Germänia Egelsbach den 2. Preis
2. Ehrenpreis mit 834Punkten; Sängervereinigung Gräfenhau)
den 3. Preis mit 72½ Punkten; Geſangverein Sängerbund Li
hauſen, der außer Konkurrenz ſang, erhielt 84 Punkte. Es e
geſagt werden, daß die ganze Veranſtaltung harmoniſch ve.t
und bei dem ſchönen Wetter viele auswärtige Gäſte in unſet
Gemeinde anweſend waren und die Sorgen des Alltags vergeh
Offenbach, 30. April. Meſſerſtecherei. In der Nachl 24
Samstag hat der in der Grenzſtraße wohnende Eugen Meh.
Hermann Beetz von Mühlheim in Mühlheim durch Meſſerſ.
ſchwer verletzt, ſo daß Beetz ins Krankenhaus gebracht we.
muß. Es ſoll Lebensgefahr beſtehen. Tod infolge e!
Fahrradunfalls. Heute morgen wurde ein junger M0
der in der Sennefelder Straße wohnte, in ſeiner Manſardehſt.
von ſeinen Eltern tot aufgefunden. Er ſoll am Tage vorhe.."
ſeinem Fahrrade geſtürzt und ſich eine Kopfverletzung zugeoee
haben, auf die er jedoch nicht weiter achtete. Es ſcheint jedoc.""
Gehirnblutung aufgetreten zu ſein, an deren Folgen der ?."
Mann in der Nacht geſtorben ſein dürfte.

[ ][  ][ ]

ag, 1. Mai 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 121 Seite 7

1us den Geiemorpäriaihenen.
Babenhauſen, 30. April. Aus dem Gemeinderat.
ntritt in die Tagesordnung teilt Herr Bürgermeiſter Klein
Anfrage die Höhe der Koſten, für die Herrichtung des
rriedhofes und für den Ankauf und die Anlage des neuen
es mit. Sie belaufen ſich auf rund 15 400 RM. Betr. Her=
des
Marktdlatzes, ſchlägt der Bürgermeiſter vor, den
n nebſt den vier Steinen zu entfernen und auf dem Schloß=
Ifzuſtellen. Ebenſo ſoll das Kriegerdenkmal vom Markt=
rſchwinden
und in der Bahnhofsanlage Aufſtellung finden.
emeinderat wird ſallgemein anerkannt, daß der Marktplatz
en iſt, und der Brunnen ein Verkehrshindernis bildet, doch
Abſtimmung hierüber zurückgeſtellt. Vor endgültiger
ffaſſung über die Bedachung des Breſchturms, zu der ein
s Hochbauamts Dieburg vorliegt, ſolk eine Begutachtung
kmalpflegers eingeholt werden.* Ueber die Verwendung
ederherſtellung des Bleichhäuschens ſoll ſich die Baukom=
nach
der Beſichtigung äußern. Zwecks Schaffung von Ar=
egenheit
für Wohlfahrtserwerbsloſe ſoll der Lacherain
Lachebrücke und Wilhelmſtraße hergerichtet, die verlän=
dwigsſtraße
bis zum Friedhofsweg chauſſiert werden.
ztwohnungen ſoll die Baukommiſſion prüfen und Vorſchläge
ob ſich für eine Reihenſiedlung maſſive Häuschen, Holz=
oder
Eiſenbahnwagenkaſten vorteilhafter erweiſen. Ver=
Geſuche werden erledigt, u. a. wird dem Geſangverein
bund die Vergnügungsſteuer für ſeinen Konzertabend
Kai erlaſſen.
Reichenbach i. Odw., 30. April. Gemeinderatsbe=
e
. Der Bau= und Unterhaltungsvoranſchlag für das Jahr
rd eingehend durchgeprüft und ſodann feſtgelegt. Die
von Steinen an=Private ſoll nur noch in ganz begrenztem
rfolgen.* Diesbezügliche Anträge ſollen eingehend geprüft
Bei Genehmigung ſoll eine entſprechende Bezählung der
rfolgen, welche von der Steinbruchskommiſſion feſtzuſetzen
ine vom Fiskus beantragte Enklave im Jagdbogen 3 wird
iehmigt. Es wird beſchloſſen, das in Frage kommende Ge=
neutral
zu erklären. Ein Antrag der Wohlfahrtsunter=
empfänger
um Erhöhung des Stundenlohnes von 50 auf
wirdſabgelehnt. Weiterhin wird beſchloſſen, daß allen
en, welche mit der Bezahlung des Waſſergeldes von 1929
tande ſind, eine Zahlungsfriſt bis 15. Mai gewährt wer=
Iſt bis zu dieſem Termin eine Bezahlung an die Ge=
iſſe
nicht erfolgt, ſo wird nach § 12 Abſatz 2 der Waſſer=
dnung
die Waſſerleitung abgeſtellt.

Dr. Sprendlingen, 30. April. Gemeinderatsſitzung.
Der Bürgermeiſter gab dem Gemeinderat bekannt, daß der Vor=
anſchlag
ohne Deckung der Fehlbeträge nicht ans Kreisamt gehen
könne. Die Löhne der Gaswerksarbeiter ſeien höher als in
Langen, Frankfurt und anderen Gemeinden, daß deshalb der
Arbeitgeberverband ſich an den Herrn Miniſter gewandt habe.
Werden die Löhne entſprechend den anderen Werken reduziert,
ergebe es eine Erſparnis von etwa 6000 Mk., worüber der Ge=

Oberheſſen.

Zur den Leser vom Land.
Für ſich und ſeine Familie
ſollte der Tandmann im Sommer nicht auf ſeine Zeitung
verzichten. Werfen doch auch ſeine Angehörigen gern jeden
Tag einen Blick in die Zeitung. Seine Frau in den
Roman und in den Anzeigenteil. Die Tochter auf den
Unterhaltungsteil und die Familiennachrichten, die Ver=
lobungs
= und Vermählungsanzeigen, und der Sohn in
Nachrichten aus der Heimat oder den vielſeitigen Sport=
teil
des Darmſtädter Tagblatt‟. Er ſelbſt aber, der
Hausherr findet auch an Sommertagen im Tagblatt
ſo vieles, was unterhaltend, lehrreich und dabei nützlich
für ihn iſt, daß er auch im nächſten Jahr wieder die
Zeitung im Sommer behält.

meinderat in ger uächſten Sitzung entſcheiden wird. Der Gas=
Debatte mit Stimmehmehrheit um 2 Pfg., alſo auf 20 Pfg., er=
höht
. Der Jagdpächter Rindlin Neu=Iſenburg hat um Er=
mäßigung
der Jagdpacht (z. Zt. 800 Mark pro Jahr) gebeten. Es

preis beträgt 18 Pfg. pro Kbm. ſund wurde dieſer nach längerer

wird ab 1. April I. I ein Nachläß von 20 Prozent gewährt.
Für Errichtung einer Motwohnung im Anweſen Mariahall wird
der Betrag von 1000 Mk bewilligt. Die Grabarbeiten für
Legung von Gas= undtWaſſerleitungsrohren werden abwechſelnd
an die 7 Submittierenden vergeben. Die Steuer für Gewerbe=
ertrag
ſoll lt. Verfügung des Kreisamts um 15 Pfg. pro 100 Mk.
erhöht werden, was der Gemeinderat einſtimmig ablehnt, da die
Gewerbetreibenden die alten Sätze nicht aufbringen können.

h. Friedberg, 30. April. Bkuttat eines Wahn=
ſinnigen
. In dem Nachbaroxt=Bönſtadt ergriff ein geiſtes=
kranker
Arbeiter den Maurerhämmer und ſchlug ihn ſeiner Frau
auf den Kopf, daß ſie kohnmächtig zu Boden ſank. Darnach ſtach er
mit einem großen Küchenmeſſer blindlings auf ſie ein. Nachbarn
eilten herzu und bändigten den Raſenden. Die Frau wurde in
bedenklichem Zuſtand dem Krankenhaus zugeführt. Der Mann iſt
ſchwer kriegsbeſchädigt, er war zudem verſchüttet und leidet an
Störungen des Nervenſyſtems. Kürzlich wurde er aus der Landes=
heil
= und Pflegeanſtalt entlaſſen.
Bad=Nauheim, 30. Apxil=In Bad=Nauheim, das zu Pfing=
ſten
für Viele ein beſonders lockendes Reiſeziel iſt, werder=über
die Feiertage vom 4. bis 18. Mai 1932 Pfingſt=Kürkarten zum
Preiſe von 5.RM. ausgegeben. Dieſe=Karten berechtigen zum
freien Beſuch des Kurhauſes und=der Konzerte des ſtaatlichen
Kurorcheſters, ferner auch zur Benutzung der Kurmittel für die
angegebene Zeit gegen Entrichtung der hierfür beſonders feſt=
geſetzten
Gebühren.
h. Gießen, 30. April. Das Gaſtſpiel des Heſſiſchen Landes=
theaters
Darmſtadt bildete mit der Aufführung der Oper von
Thomas Mignon ein wichkiges Ereignis in der Spielzeit am
hieſigen Stadttheater. Die Aufführung fand eine freundliche, bei=
fallsſtarke
Aufnahme. Das Orcheſter, unter Leitung von Kapell=
meiſter
Palm, tat ſein Beſtes zumſguten Gelingen. Die anmutigen
Zigeunertänze und die Chöre begeiſterten die Zuhörerſchaft.
h. Gießen 30. April. Ein ſchweres Autounglück trug
ſich zwiſchen Lollar und hier geſtern vormittag zu. Ein Laſtauto
bog in dem Augenblick von der Landſtraße in die Wirtſchaft Zur
Wellersburg ein, zals ein 1Perſonenauto, den Laſtwagen links
überholen wollte. DDas Perſonenauto bog, als es die Gefahr zu
ſpät erkannte, ſo weit nach UInks, daß es gegen die Hofmauer und
den Benzintank rannte, und ſich überſchlug. Die Frau flog aus
dem Wagen gegen den Drahtzaun und kam mit Prellungen da=
von
, der Ehemann Schmidt aus Frankfurt erlitt ſchwere Ver=
letzungen
. Das Ehepaar wurde der Klinik zugeführt.
WSN. Gießen, 30. April Gießener Segelflieger be=
ſuchen
Holland. Die Südweſtdeutſche Sportvereinigung, die

ihren Sitz im Gießener Flughafen
flugzeugſchleppzug hinter einer M
in Rotterdam vor maßgebenden A
Luftfahrt vorführen. Der Segelfl:

Ebene, iſt in Holland noch ziemlich unbekannt.

hat, wird in Kürze den Segel=
tormaſchine
auf dem Flugplatz
erſönlichkeiten der holländiſchen
gevor allem der Start auf der

LOTabdtt
N
bis Pfingsten auf alle Waren
(bei einzelnen Artikeln auch mehr).
Versäumen Sie nicht die
gänstige Gelegenheit!

Fratschner Gardinen-
Raumkunst G. m. b. H.
Aaar Wilhelminenstraße 34

(6669)

minde=
Schaufenſt.
träum. in
Geſchäfts=
Angeb. u
beſchſt. (*

Kinderl. Ehep. ſucht
2 Zim. m. Küche u.
Keller. Ang. unt.
H. 229 Geſchä

4-5=Zim.=Wohn. v
Dam. (Beamt.)
Juli z. miet. ge
Ang. m. Preis unt
5. 72 Geſchäftsſt.

Polizeibeamter ſucht
45=Zim.=Wohng.
Angebote mit Prei=
unter
H. 189 an die
ſeſchä

Led. Beamt. ſ.
Zim. m. Küche. Ane
mit Preis unte
hſt. (*

Beamtenfam. ſucht
z. 1. 7. ſonn. 56=
Zimmer=Wohng. im
1. od. 2. St., Stadt=
nitte
od. Johannes=
viertel
. Angeb. m.
näh. Ang. (Preis) u.
H. 143 Geſchſt. (

jeschäfts-Eröffnuns!
laube mir hierdurch die Anzeige zu machen, daß ich am
ontag, 2. Mai in dem Hause Wilhelminenstr. 58 eine
beialrAuterBattlerei
Iffne. Langjährige Erfahrung in nur guten Werken
zen mich in den Stand, den weitestgehenden Anfor-
derungen
gerecht zu werden.
trch preiswerte und schnelle Bedienung werde ich
* das Vertrauen der mich beehrenden Kunden zu er-
werben
suchen.
lem ich mich für alle in mein Fach einschlagenden Ar-
ten
bestens empfohlen halte, zeichne hochachtungsvoll

AUGUST HIES.

3= od. kl. 4=3.=Wohn.
v. Lehrerin z. 1. 7
od. 1. 8. geſ. Mögl.
mit Bad und Ver.
(Süd=Oſtviert. bev.)
Preis bis 55 Mark.
2. Stock, auch ger.
Manſ. in Villa od.
Neubau. Angeb. u.
H. 218 Geſchſt. (*

ſucht ſchöne
3-Zim.-Wohng.
p. 1. Juni. Zentr.
bevorzugt. Pünkt=
liche
Mietzahler.
Angeb. unt. H. 147
an die Gſchſt. (6596

Jg. Ehep. ſucht ſof.
möbl. Zimmer mit
2 Betten u. Küche.
Angeb. m. Preis u.
H. 207 Geſchſt.

2 Zim.=Wohn. mit
Zub. in ruh. Lage
v. berufstät. Dame
geſ. Off. mit Preis
u. H. 244 Geſchſt.

PMcwenen die Zeilen.
daito meß
Kaudt Beine Jamißie.
dan Scut
Beinc, Telendensickomn
Wenn es DIR schon schwer fällt,

bei den jetzigen Zeiten Deine
Familie zu ernähren was sollte
dann Deine Familie ohnc Dich tun?
Taft
Beine Telentsenickerang
O
Mak!

Raum
leign. zu
von 2
ng. unte
häftsſt.

F

d. Lager=
m
. Wohn.
ndergeſch
ng. unter
chſt.
Platz für
n unter=
der
Nähe
häfts geſ.
Preis a=
ppenheime

ſtadt

Schöne 3- oder
4-Zim.-Wohng.
abgeſchl., mit Bad.
1. od. 2. Stock, Süd=
oder
Oſtviertel, von
ält., kinderloſ. Ehe=
paar
geſucht. Preis
Ang. u. H. 232 Gſch.

Brautp. ſucht Aug.=
Sept. 3= bzw. gr. 2=
Zim.=Wohn., beſchl.. Pr. 4045 .
Off. u. H. 184 Gſch.

viertel.
=Zim.=W.
part von
ſt. Ehep.
rmt.) zu
Hr. Miet=
vh
. Ang.
Geſch. (*

Geräumige
6=Zimm.=Wohnung
mit Zubehör, in
Oſt= od. Südoſtteil
Darmſtadts (mögl
1. Etage m. Zentr.=
Heizg.) zum 1. Juli
bzw. 1. Oktober zu
miet. geſucht. Gefl.
Offert. mit Preis
angabe unt. H. 209
a. d. Geſchäftsſt.

23=Zim.=Wohng.
ſof. geſ. Preis bis
40 M. monatl. An=
gebote
unt H. 148
a. d. Geſchäfts

Kinderl. Ehepaar ſ.
12 Zim. m. Küche
evtl. ſch. Mandarde.
Ang. m. Pr. unt.
5. 198 Geſchäftsſt

Aelt. Ehepaar ſucht
Beſſung. Stadtteil
Zim. u. Küche
zu mieten. Ang. u
H. 91 Geſchſt. (*sg

Jung. Ehep., beide
in Arbeit, ſuch ſof.
oder ſpät. 1. Juni
23=Zim.=Wohn. m.
Küche, k. a. bſchlnfr.
Ang. m Pr. u.
H. 186 Geſchäftsſ

Suche ſof. od.
Juli eine 3=3.=W.,
grüne Karte vorh
Ang. unter H. 194
a. d. Geſchäftsſt.

In soliden Oualitäten
in allen Größen und Weiten finden Sie in meinem
Spezial-Geschäft
Trikot-Unterwäsche

Herren, Damen und Kinder
Poröse und Netz-Unterwäsche
Die bewährte
Osiris- u. Dr. Lahmann-Wäsche
Einsatzhemden
in richtigen Größen
V Zeitgemäße Preise

Hemdhosen
Schlupfhosen
Kinder-Schlafanzüge

Wick-Nage
Strumpfwaren Westen• Pullover
Ernst-Ludwigstrasse 16

Abgeſchl. 2=Z.=Woh.
n. Zub. v. einz. D.
geſucht. Preisang
u. H. 247 Geſchſt. *

35=Zim.=Wohng.
in gut. Hſe. Nähe
Dieburgerſtraße geſ
Off. mit Preis u
J. 1 a. d. Geſch. (*

Fahrräder m. Gar.
v. 46 an, Miele=
Fahrräder v. 75
an. Erſatzteile und
Gummi ſpottbillig.
Sämtl. Reparaturen
werd. gewiſſenhaft
bei billigſt. Berech.
ausgef. Lohmann,
Stiftsſtraße 79.

Prima

Hüften Bchrdacke
billiger.
Treibriemen-
Grundel
Georgenstraße 4

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 1. Mai

Seite

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
gangen
E=
zöſiſche

Tardie
macht
tref
aus n.
konföd
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor.
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
de

OM
OOM

Die glückliche Geburt ihres Sohnes Helmuth
zeigen an
Dr.=Ing. Curt Lochmann und
Frau Lotte, geb. Weiffenbach
Wölfersheim (Oberheſſen)
30. April 1932
z. Zi. Darmſtadt
Wöchnerinnenheim des Alicehoſpitals.
(*

KURT-EOID BLIMM
HAUFTMANM UND BATTERIE-CHEF IM S. ART.-REGT.
LISELOTTE FLIMM GEB. WENZ
VERMAHLTE
LUDWIGSBURO (rttbg.), 30. APRlL. 1932
VLLINGEN
Hintere Schloßstraße 12
(Schwarzwald)
(6577)

Dr. Oskar Oppenheimer
Marianne Oppenheimer
geb. Auler
Vermählte
Baumholder (Nahe), den 1. Mai 1932.

Ihre Trauung zeigen an
Karl Würtz und Frau
Margit, geb. Zetzſche

Darmſtadt, den 1. Mai 1932.
Ernſt=Ludwigſtr. 19 III.

Kirchl. Trauung: 14 Uhr Pauluskirche.

Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Heute verſchied nach einem arbeitsreichen, geſegneten Leben unſer
guter Onkel, der Lehrer i. R.
Herr Konrad Wenzel
im vollendeten 92. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
prof. Friedrich Wentzel und Frau Eliſe, geb. Schramm
Reichszolloberſekretär Auguſt Wenzel und Frau Eliſe,
geb. Eppelsheimer
Rektor Auguſt Schenck und Frau Valeska, geb. Wenzel.
Darmſtadt, den 30. April 1932.
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
(Zugedachte Blumenſpenden bitten wir zum Friedhof ſchicken zu
(6620
wollen.)

Todes=Anzeige.
Geſtern Samstag, den 30. April um 11½ Uhr der=
ſchied
nach langem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden meine innigſtgeliebte Frau, unſere herzens=
gute
, unvergeßliche Mutter, Schwägerin und Tante
Frau Katharina Feßner
im 52. Lebensjahr.
Sie ging mit feſtem Glauben in einem ſanften Tod
von uns.
In tiefer Trauer:
Karl Feßner
u. Söhne Rudolf u. Karl.
Darmſtadt, den 30. April 1932.
Friedrichſtr, 26.
(6671
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Mai, um
2½ Uhr von der Kapelle des Waldfriedhofs aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man Abſtand zu nehmen.

Verein der Pionier und Verkehrstruppe
Darmſtadt und umgegend.
Geſtern verſchied nach langem ſchweren
Leiden unſer Ehrenmitglied, Frau
Margarete Betzholdf
geb. Panſe
Witwe des Pr. Majors u. Chilen.
Oberſt a. D. G. Betzhold.
Die Einäſcherung findet ſtattam 2. Mai,
vorm. 11 Uhr, im Krematorium in
Darmſtadt, Waldfriedhof.
Beteiligung der Kameraden iſtEhren=
ſache
. Anzug dunkel, Mütze. Treffpunkt
im Vorhof des Friedhofs, links.
Der Vorſtand. Hummel, Vorſitzender.
Liebigſtr. 28. (6623

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die uns ſo zahlreich erwieſene Teilnahme und
Kranzſpenden bei dem ſchweren Verluſt unſeres lieben
Entſchlafenen, des
polizeioberaſiſtenten Karl Scheit
ſagen wir unſeren aufrichtigſten Dank. Den Schweſtern
Emilie und Minchen für die liebevolle Pflege, ſowie
den Aerzten des Eliſabethenſtifts herzlichſten Dank.
Beſonderen Dank Herrn Pfarrer Weiß und Waldeck
für die troſtreichen und ehrenden Worte. Weiter ſprechen
wir unſeren Dank aus der evang. Männervereinigung
der Petrusgemeinde, dem Geſangverein der Polizei=
beamten
und Muſikchor, den Verwaltungs=Beamten
des Polizeiamts Darmſtadt, den Polizeibeamten des
Verbands Heſſen, den Beamten des V Polizeireviers,
dem Artillerieverein und Muſikchor des ehem. 25er
Artillerie=Regiments.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Scheit Wwe.
nebſt Kindern und Angehörigen.

Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Ableben
unſerer teueren Entſchlafenen
Frau
Roſine Seelbach Bwe.
ſagen wir unſeren herzlichſien
Dank.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 30. April 1932.

Guterh. kl. Kinder
wagen bill. zu ver=
kauf
. Heinheimer=
ſtraße
48 I. Vdh. (*

Weiß. Kinder=Bett
chen mit Matratze
billig zu verkaufen.
Emilſtraße 17 I. (

Darmſtadt, den 30. April 1932.

(6588

Fär die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme in unſerem großen Schmerz
danken herzlich
Frau Anna Repp, geb. Mahr
Dr. Willi T. Repp
Karl Heinz Repp.

Darmſiadi, den 30. April 1932.

Wih, Schmank Erd- und

Schitzenstraße 16
Feuerbostattung
Telefon 965

Hontekten oder Haäbäddag
Ein Zwischending gibt es nicht!
Also haben Sie die Wahl, die immer dann auf Maß-
und aller Motwendigkelt zum Spare
gut gekleldet sein wollen.
macht es Ihnen so leicht!
Sie finden in seiner Etage Ernst-Ludwigstr. 16,
zu solch reduzierten Preisen
die Sie in Staunen versetzen.
vermittelt Ihnen auch Adressen zuverlässiger
Schneider, die zu niedrigen Preisen seine Stoffe
verarbeiten.
G53
Deshalb vor jeder Anschaffung eines Anzugs zu
TUCA-UR
Ernst-Ludwigstraße 16, I. Stock Hutlager, Ecke Gra=
dem
führenden Ausschnitt-Geschäft für Herrenstoffe.

Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe aufrichtige
Teilnahme bei dem Hinſcheiden meine
geliebten Mutter
Frau Anna Geiſt
geb. Keſſel
ſage ich herzlichen Dank.
Emilie Wilk, geb. Gei

Darmſiadt, den 30. April 1932.

Dr. Hof
verreist.
Die Verkreiung haben güligst Übernommen:
Herr Dr. Andres, Rheinstr. 33
Dr. Bönning, Erbacherstr. 8
Dr. Degen,, K1 ppacherstr. 1
Dr. Gros, Heinrichstr. 49
Dr. Hofmann, Lauteschlägerstr. 16
San.-Rat. Dr. Sior, Hochstr. 60
Frl. Dr. Vaubel, Heinrichstr. 100
Herr Dr. Vidal, Stiftsstr. 25.
(*
Wiolinunterricht
Theorie, Gehör-Ansbildung
Einzeln u. in Gruppen erteilt
Tilli Fischer
Helnrlchstraße 156
Staatl. gepr. Violin- und
staatl. gepr. Gesangslehre-
rin
für höhere Schulen. (*
Lungenverschleimung
hartnäcktgen Huſten, Luftröhrenkatarrh
Keuchhuſten, Bronchialkatarrh, Aſthma
uſw. behebt und lindert ſelbſt in ver=
alteten
Fällen der ſchleimlöſende
Dellheims Bruſt= und Lungentee
Preis Mk. 1.15. Zu haben in den Apotheßen
Hauptnlederlage: (V 104
Bessunger Apotheke, Darmstadt
Gründl. Violin=Unterricht
erteilt Heinrich Crößmann
Lehrer an der Städt. Akademie, langjähr. Meiſter=
ſchüler
v. Göſta Andreaſſon. Mitglied des R. B. T. M.
Heidelbergerſtraße 61.
Schöne,
preisw. Hüte
alte Hüte w. wie
neu umgeformt,
Pr. 2. u. 2,20 M.
Färben 80 Pfg. u.
1 Mark. (5855a
Hölgesſtr.
9diAS, 11, Laden!
Fußpflege!
arbeit fallen wird, wenn Sie bei allem Willen/ Hühneraugen, Horn=
haut
, eingew. und
hochgew. Nägel wd.
ſchmerzlos entfernt.
Bitte genau auf
Straße u. Tel. 1882
zu acht. Zeitentſpr.
Behandlg. billiger.
TSLMMLOTTd Anguſt Dreſcher,
Spez. f. Fußpflege,
Bismarckſtraße 56,
Telefon 1882.
1. Stock, eine unerreichte Auswahl der Sprechſt. 2-7 nachm.
(4516a)
Besten Herrenstoffe Grabgeländer,
Grabſchriften
werd. bill. geſtrich,
Ang. H. 215 Gſch.
TSTMMZONS jetztEliſab.-=Str. 50,I.
Rep.u.überz.ext. bill.
(5047a)

Ich warne jeden,
meiner früh Frau
etwas zu leihen od.
zu borgen, da ich für
keinen Schaden auf=
komme
. Friedrich
Jung, Kiesſtr. 9. (*

Alt., alleinſtehende
Beamtenwitwe fin=
det
liebevolle Auf=
nahme
a. d. Lande,
auch pflegebedürft.,
bei Fam.=Anſchluß.
Gfl. Ang. u. H. 134
a. d. Geſch. (6498a
Alleinſt. Witwe od.
Frl. find. liebevolle
Aufn. a. d. Lande
direkt a. Walde in
ſch. ruh. Lage. Ang.
u. H.192 Geſchſt. (*
Penſionärlin)
geſucht. Ruh. Vill.=
Haushalt mit allen
Bequemlichkeiten.
Ang. u. H. 199 Gſch.

Rehfeld’s
Trauerkleidur
Gute Oualität bei ungewöhr
Preiswürdigkeit. Reiches La
allen Weiten. Auswahlsend
sofort auf Anruf Nr. 2539.

S
Mff
Größtes Spezialhaus für Damenkle

Für die Herrichtung, der
gemütlichen Wohmun
nimmt man uns mit Vorliebe in Anspruc
Jedermann die große Auswahl und bill
Preise zusagen.
Tapeten / Linoleum / An
Teppiche / Boucle-Teppi
und Boucle-Läufer und jet=
Gardinen neueste Muster.
TUNSHAN
LUDWIGSPLATZ 6.

Bitte, unsere sehenswerten Schaufenster zube

N
UEIE Tuu

La4k77020
107

Na
f. Herr. u. Dam. u
gerein, u. nach neu
eſten Form. umgepr
jetzt 1.50. Frankf
ſen= u. Bism.=Str.*

Schirm-Schliter Im Frählins, wenn die Knospen sprie
Sproßt häufg auch an Deinen Füßen
Ein Hühneraug zu Deinem Schreck=
Nimm LEBEWVOHL‟* dann ist es W
) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen?
empfohlene Hühneraugen-Lebewohl mit druckmide
Filzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheibent
Fußsohle, Blechdose (8 Pflaster) 68 Pfg., Lebewohl--"
gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel !
45 Pfg., erhältlich in Apotheken und Drogerien, sicher?"
Mediz.-Drog. Fr. Beckenhaub, Ecke Schul- u. Ri
Adler-Drog. A. Fischer, Frankfurterstr. 1214, V
Hübner, Karlstr, 56; L. Petri Nachf. Inh. W. Preußel=
dörferstr
. 5; Chr. Schwinn Inh. W. Reich, Drog., Rhei
Drog. Ph. Secker Nfl., Ludwigshöhstr. 1, (4hr*

[ ][  ][ ]

aintag, 1. Mai 1932

GESUHDE
FÜSSCHEH?

Vorbeugen!
Die Fuße der Kinder neigen häufig zur Senkhß-
bildung
. Ein richtig passender Schuh in Verbin-
dung
mit einer elastisch-tedernden
*
SUPINATOR EINLAGE
verhindern diese Crefahr. Müdigkeit und andere
Eßbeschwerden verschwinden. : :: : :::

Wichtig ist eine von Zeit zu Zeit zu erfolgende
FUSSKO NTROLLE
i patentierten May-Untersuchungsspiegel.
Diese erfolgt kostenlos und unverbindlich.
ormhaus Cos=halusta
stadt, Scke Slisabethen- u. Zuisenstraße
eraugen, Hornhaut, Schwielen
sorgtältig ohne Messer schmerzlos
los, durch geschultes Personal entfernt. (6664

ISSCHRANKE
Orlginal Eschebach‟
nschaftlich begründet, von Autoritäten geprüft,
in der Praxis bewährt.
ringen nur neueste Schränke aus Bezug 1932,
daher kein Angebot veralteter Modelle.
Die neuen Mlele‟-Eisschränke.
Beachten Sie bitte unsere Ausstellung.
nschinen / Elsformen / Butterkühler
(6634
Spiritusgaskocher-
Kirchstr. 17/19
SScht Fernruf 181.

A.
V

Tachgeschäft für die gediegene Küche.

artenschirme
inschirme, Wochenendschirme
den verschiedensten Ausführungen, Farben und
rößen, sehr billige Preise, von Mk. 9. an. (6637
rIyordan, Ernst-Ludwigstr. 24

Prozent Rabatt
auf einen Poſten
Kinderwagen und
Victoria fahrräder

Fayrraddecken 1.20
Schläuche 0.45
Alle Erſatzteile
am billigſten

(6 72

bei B.Orio, Karlstr. 14/16

A
AuEnf
LupWIGSPLATZ 6

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 121 Seite 3

Neu=Au nahmen
in Schallplatten.
Aus dem Tonfilm:
Mädchen z. Heiraten
Ein bißchen Freude kön=
nen
wir alle gebrauchen.
Ich möchte heiraten
Es iſt ſo wunderſchön
aufzuſtehn
Du kannſt ſo liebens=
würdig
ſein.
Geſ. von Renate Müller
und Hermann Thimig.
Gitta entdecht ihrHerz.
Was kann ſo ſchön ſein
wie deine Liebe.
Ungariſches Lied.
Für dich ſing ich meine
ſchönſten Lieder
Mädel wo biſt du.
Geſ. von Gitta Alpar.
Symphonie in G=dur
(Oxford=Symph. ) Haydn.
Symphonie in C=dur
Haydn. geſpielt v. Lon=
doner
Symph.=Orcheſter.
Dir. Weisbach.
Duett Micgela und don
Joſe aus Carmen.
Geſ. v. Marcel Wittriſch
u. Marg. Teſchemacher.
Neue Jach Hy ton= und
Jach Payne=Platten und
diele and. prom Künſtler,
Electrola-läger
Beorgenſtr. 11 Tel 2579
6661

Für die Pfingst-Feiertage

große Neu-Eingänge entzückender
und preiswerter Frühjahrs-Neuheiten.

Früh j ahr s
Wänte
Frühjah rs-
Kostüme

10

in modernen Shetlandstoffen und
Stoffen englisch. Art, ganz gefüttert Au
32.00 35.00 39.00 45.00 49.00 usw.
5
einfarbig und in modernen Shet-
landstoffen
. Jacke a. K, Marocein Eu
35.00 39.50 45.00 49.00 59.00 usw.

besonders aparte und schicke
Neuheiten, in Wolle und Seide

Kleider
16.50 19.75 22.50 25.50 27.50 USw.
Beachten Sie bitte unsere Schaufenster!

Gorloefterlllafltl e OO.

nos zu vermieten
W. Zimmermann
astadt, Grafenstraße 21

299a

Fahrradrepat
Erſatzteile.
Schmidt.
Bleichſtraße 32. (*

Total-Ausverkauf Ehrhardt
Ernst-Ludwigstraße 25
Sichern Sie sich noch ein gutes Stück
Teppiche, Gardinen, Tapeten ete.

Bald ist Schluß!

(6636

Pamenhäte ganter Ausfünrung.

in einlacher und ele-
Anfertigung nach jeder Kopfweite und Frisur,
Anna Bersch, Schuchardstr. 13. (6354a
Aeltere Hüte wer len umgearbeitet bei billigster Berechnung

Hämer Tamig,räner Henf meick!
letat ein Waggon Steingut
ganz enorm billig, darunter:
.. 2.20
1 Waschgarnitur, 4teilig, weiß.
1 Waschgarnitur, Steilig, Goldband u. Linie . 4.25
Satz Schüsseln, extra groß . . . . 6 Stück 0.95
. . 4 Stück 0.50
Teller, tief und flach
Teller, tief u. flach, gerippt u. Feston . 3 Stück 0.50
Teller, 19 cm . . . . . . . . . . . 5 Stück 0.50
Tassen, weiß . . . . . . . . . . . 5 Stück 0.50
Tassen, bunt . . . . . . . . . . . 4 Stück 0.50
.. . 1.00
Teekannen, reich gespritzt . . ."
1.00
Kakaokannen, reich gespritzt . . . .
Kekskasten . . . 0.90 Tortenplatten . . 0.85
Topflappen- und Zwiebelbehälter . . . Paar 1.95
Waschbecken und Krüge . . . . . von 0.83 an
. 0.68
..........
Nachttopf, groß
.. 1.75
Sand, Seife, Soda-Garnituren . .
und andere Preis-Wunder,
Beachten Sie die beiden Schaufenster!

AETSOLITTAHAN
Darmstadt detzt: Ernst-Ludwigstrasse 19

Brenntannäpfe
Zentner zu Mk. 2.50 liefert ſof. frei Haus
Ludwig Hinkel, Samenhandlg
Schloßgartenſtr. 49 (6657b) Fernr. 2815

Grammophon f. neu
m. Platt. u. Radio.
4 R. (Baſtelgt.)
bill. z. verk. od ger
Faltboot, 2=Sitz., z1
tauſch. Näh. Gſchſt.*

Isch-
sche
LIAPE
ScHRANKE
TE-ANLAGEN
aushalt u. Gewerbe
Thenck, Gir.-Ing. Darmstadt
kteweg 41 Tel. 2924. 62eib

Moderne Leihbibliothek
JoseT Beeker
raße 39 Schreibwaren
und Woche 20 Pkennis.
nsatz oder Pfand. (5105b

en, Nasen-
ronch
.- Ver-
diemnor
ASIRmA
ei. 1000 fach

4

Sohulzs. 8a0 oudgrode 169 nars

Gesicht

ist ausdrucksvoller wen
Sie lhre Augenbraunen m
Ciloréal färbe
Packung Mk. 2.7
Parfümerie Tillmann
Elisabethenstraße

Darmstadt, Schillerplatz 7
(211a

Echter Teppich
Muskabat,
aus ein. Notverkauf
Gr. 280X330 ( Vor=
kriegsteppich
) ſehr
billig zu verkaufen.
Blumen u. Kunſt
Wilhelminenſtr. 33.*

Hier iſt:

Schuchardſtraße 10.
Senſationspreiſe!
Sprechapp. ab 19.50
Standuhren 75.
Wanduhren 27.50
Taſch.=Uhren, 2.50
Armb.=Uhren, 4.80
Nähmaſchinen , 95.
Damen=Sportsleute.
Berufs= u. Hr.=Fahr.
Zahrräder
ab 42.
Fahrradſchl. ab 0.75
Fahrraddeck. 1.30
Pedale"=
Ketten
Felgen
Schutzbleche
Kettenſchützer, 1.
2.20
Sättel
Satteldecken 0.50
Satteltaſchen
Kinderſitze
11
Kleidernetze 0.45
2.50
Lenker
3.90
Gabeln".
Gepäckträger 0.75
Laternen .. . 0.95
und alles andere
ſpottbillig!
Verſand n. ausw.!

V

Zu kaufen geſucht:
1 Kaffeemaſchine,
1 Eismaſchine, Eis
Konſervator. Ang.
u. H. 225 Gſch. (*gi

Guterhaltener mod.
Kinderwagen
zu kaufen geſucht
Angeb. unt. H. 216
a. die Geſchäftsſt.

Jung und friſch
bis ins höchſte Alter durch
unſeren aus bulgariſchen
Knoblauch=Zwiebeln
hergeſtellten
ERES
Knoblauchſaft
er verjüngt den ganzen Körper, reinigt
Blut und Darm ſchafft geſunde Säfte,
ſcheidet Harnſäure und Darmgifte aus.
beſeitigt Fäulnis und Gärungen im
Darm, ſetzt den Blutdruck herunter
und iſt bei
(IV 3236
Arterienverkalkung
Herzleiden, Hämorrhoiden, Blutwal=
lungen
, Blutandrang zum Kopf und
Herz. Wechſeljahrsbeſchwerden ſowie
bei Darm=, Gallen=, Magen=, Leber=,
Blaſen= und Nierenleiden, Gicht,
Rheumatismus und Zuckerkrankheit
ein ſtets bewährtes Naturheilmittel.
Aber verlangen Sie nur
Bres‟ Knoblauchsaft
und weiſen Sie Erſatz zurück.
Preis per Doppelflaſche RM. 2.
Zu haben bei: Drog C. Berg, Pallas=
wieſenſtr
. 44; Adler=Drogerie, Palais=
Drogerie, Schwanen Drog., Gardiſten=
ſtr
. 17, Drogenhdlg. Chr. Schwinn,
Drog. Gebr. Vierheller; in Arheilgen
bei Löwen=Drogerie Th. Brücher

Mneres Läufe
Fritä
Elisabethenstr. 4, II, Fernspr. 3453
Fachmänn. Behandlung von Hähneraugen,
Horphaut und eingew. Nägeln. (5538a
Voll- und Teilmassagen Heilbäder.
Zu allen Krankenkassen zugelassen.

ROEDERsche LEIHBIBLIOTHEK
Grafenstraße 24 / Telefon 2512

Lesemappen / Mod. Romane
Schallplatten
3758a

Regiſtrierkaſſe und
Schnellwaage zu kf
geſ. Ausf. Angebote
unter F. V. 5002
durch Rudolf Moſſe.
Frankf. a.M. (T6523

Guterhalt. Damen
fahrrad zu kaufen
geſ. Ang. mit Preis
unt. H. 208 Gſchſt.*

Gut erhalt.
elektr. Boiler (min.
50 Lt.). Angeb. unt.
H. 109 Geſchſt. (*gi

Gr. Gartenbank
z. kaufen geſ. Roß=
dörferſtr
. 5, Laden.
Kaufe alte u. def.
Fahrräder. Ang. u.
J. 6 a. d. Geſch.

Ihr alter Anzug ist besser
als ein billiger neuerl Machen Sie Ihre alte
Kleidung wieder wie neu durch Necetin! Es
ist millionenfach erprobt und bringt auch Ihnen
größte Vorteile. Versuchen Sie noch heute!
Necellm
Macht ade Ktaider Meit!
Entglänzt und reinigt
Gibt neue Appretur
Frischt die Farben auf
Einfach durchbürsten
Deutsches Reichspatent
Für Anzüge, Kostime,
Mäntel, Hüte, Teppiche,
Polstermöbel usw.

In Pogerien
usm. Schachtel ADfg
Rrnaee

[ ][  ][ ]

Ende 4
zurückke
hat the
nach G.
weil u.
des 9
form
nachde
gangen
E=
zöſiſche

Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluſ
haben
währe
von (
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck

Seite 10 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

ekatieren

Pliſſee / Hohlſaum
(41359
eigene Werkſtätte / billig / gut
armſtädter Vogelhaus
Telefon Nr. 1935 7 Schulſtraß

Im Fräklins
wenn die Natur ein neues Kleid an-
legt
, wenn alles grünt, sollte auch Ihre
Wohnung, Küche, Fußböden, Möbel,
Türen und Fenster durch
Farben
erneuert werden. Farben schaffen
Frohsinn, Freude und Behagen!
Ich empfehle:
Streichfertige Oelfarben
gut trocknend
Fußboden-Vorstreichfarben
schnelltrocknend
Fußboden-Lackfarben
beste Qualität
Grundemaflle
weitz
Emaillack
weiß und bunt
Oelfarben
mit Lackglanz
Möbellack
für jeden Verwendungszweck
Deckweiß, Kreide, Gips, Pinsel.
Fachm. Bedienung durch den Inhaber
Farbenhaus Zachmann
Bleichstraße 47. (5900a

Nanzenkübet
von Mk. 2. an. (6625a
Gartevfässer, Abfallholz
Ztr. Mk. 1.10
Stück Mk. 3.
Küferei Heim, Arheilgerstr. 53

Spezialität. Lampenschirm=Zubehör

Ferner:
Beleuchtungskörper, Seidenschirme
und Ampeln in großer Auswahl!
Bessungerstr. 9, Linie 3, Hermannsir.
HI. MHeid, im Jause der Besunger Weinsiübe.

alleinige
autorisierte
Vertretung:
Fahrzeug-Schneider
Mählstraße 1 (5157a

Stegmüllers Sport-Anzüge
Zeiern Jeiumpfe!
Aller Herren Sympathien wenden sich ihnen zu,
denn,so etwas an Oualität und Billigkeit sucht
seinesgleichen! Für Schlanke und Dicke, für
Große und Kleine, für alle ist gesorgt. Die Groß-
stadt
bietet Ihnen nicht mehr als Stegmüllers
Biesen-Revue Flotter Sport-Anzüge!

Sonntag, 1. Ma

Zweiteilige Sport-Anzüge .. ab Mk. 15.50 Dreiteilige Sport-Anzüge .. ab Mk. 19.5c Einzelne Sport-Hosen . . . . ab Mk. 2.95 Herren-Pullover ..
ab Mk. 1.50 Herren-Sport-Henden . . . . ab Mk. 2.50 Herren-Sport-Strümpfe . . . ab Mk. 0.75 Herren Sport-Mützen .. ab Mk. 0.95 Knaben-Sport-Anzüge. ab Mk. 4.50 Knaben-Pullover.. ab Mk. 0,95

HINTERM DARMSNDTER SCHIOSS-SCHIOSSGRABEN 13413A

6618

Hilſe b. Zahlungsſchwierigkeiken
durch Vergleiche etc, von erfahr. Fach=
mann
. Evt. Kapitalbereitſtellg. Streng
diskret. Offerten u. H. 196 Gſch. (6578

Zu vk.: Adler=Skandard 6 Lim.
Hſitzig, 10/45 PS., beſonders gut erhalt.,
40 000 Km. gefahren, 6fach bereift, zwei
Reſerveräder, große zuſammenklappbare
Kofferraſte. Evil. extra großer zugehör.
Autoreiſekoffer mit zwei Innenkoffern.
Angeb. unter H. 152 an die Geſchäftsſt.*

Fischerel
Sechs Teiche, gut beſetzt mit Forellen u.
Karpfen, in herrlicher Lage mitten im
Wald, Station Laudenbach a. Main,
günſtig abzugeben. Angebote unter
H. 92 an die Geſchäftsſtelle d. Bl.

Nacldss
des verſtorbenen Herrn Geheimrat Dr.
Back werden freihändig zu Verſteige=
rugnspreiſen
abgegeben,
(6587
Verſteigerungshalle
Karlſtraße 20:
Aus dem Herrenzimmer: 1 Sofa, 2
Seſſel, 2 Stühle, mit feinſtem Woll=
gobelin
bezogen (Fabrikat Glückert),
ferner 2 nußb. pol. Bettſtellen m. Pa=
tentrahmen
, kleiner Spiegelſchrank für
Wäſche, Vertiko, Ausziehtiſch. 1 Diwan,
1 Sofa, Stühle, große u. kleine lackierte
Schranke, Trumeauſpiegel, Ruhebett,
Küchenſchränke, Waſchmangel mit eiſer=
nem
Untergeſtell, Eisſchrank, Kupferkeſſel
(0,65 m Durchmeſſer), 1 faſt neuer weiß.
Emaille=Gaskocher (Roeder) uſw.
Eugen Wagner, Tarakor.
Annahme von Verſteigerungen und
Taxationen.
Telefon 2943.

Oeffenkliche Impfung.
Ein unentgeltlicher Impftermin für
ſolche Kinder, die im Jahre 1930 und
vorher geboren ſind, und bisher noch
nicht geimpft worden ſind, wird letzt=
mals
abgehalten am
Mittwoch, den 4. Mai d. J.,
von 14½ bis 16 Uhr
in der Rundeturmſchule, Rundeturm=
ſtraße
9. Nachſchau 8 Tage ſpäter.
Eltern und Vormünder etc. der impf=
pflichtigen
Kinder werden darauf auf=
merkſam
gemacht, daß jeder, der dieſen
letzten Impftermin nicht wahrnimmt,
mit dem Inkrafttreten der geſetzlichen
Strafbeſtimmungen rechnen muß.
Darmſtadt, den 30. April 1932.
Bürgermeiſterei. (St.65

3000 Stück blühende
Skiefmükkerchen
Vergißmeinnicht,
Masliebchen,
kräft. Pflz. m. Ball.
St. 5 D, 25 St. 1
Gemüſepflanz.
alle Sorten, billig!
Gärt=
nerei
Batban
Dieburgerſtr. 105.
Von 122 geſchloſſ.
(*gi)

Zum Frühjahr ein
neues gutes Fahr=
rad
, aber nur Marke
Standard.
2 Jahre Garantie.
48.-, ein Kampf=
preis
, alſo billiger
als alles andere.
nur bei BENZ
Grafenſtraße 20.I
Alte Fahrräder
werden inZahlung
genommen. (6336a

Wer liefert täglich,
40-50 Pfd. friſch ge=
ſtochenen
Spargel,
1 Qualität, Primay
Refer, ſ. z. Verfüg.
Ang. H. 228 Geſch.*

Waſſerfäſſer. Büt=
ten
und Abfallholz.
Fabian, (*
Kahlertſtraße 36.=

*J
Geſchäfts=
räume
der Birma
Sallwey & Co.
Inſt. f. Elektrotechnik
befinden ſich
TEisabehenstr. 28 4
Aa uae
(5857a)

1 Waggon
Saak- und
Speiſekarkoffeln
gelbfl., a. d. Erfur
ter Gegend einge
troffen. H. Welz
bacher, Kahlertſtr.
Nr. 47, Tel. 1780,*

Verſenk=
Nähmaſchinen
von 140. an.
Markenware der
älteſten deutſchen
Nähmaſch.=Fabrik.
Reparaturen bill.
Carl Lorſch
Darmſt., Pankra=
tiusſtr
. 214. (6331b

Stauden
f. all. Zwecke. Blüh.
Aubrietien, Arabis,
Viola Cornuta, Fe=
dernelken
uſw. als
Einfaß. Friedrich
Rück, Staud.=Kult.,
Heinrich=Wingerts=
Weg, a. Martinspf.*

Weißbinder=
Arb. fachm. u. bill.
Ang. u. H. 239 Gſch.*

Klein=
Schreib=
maſchinen

erſte Fabrikate
auch gegen be=
queme
Teilzahl.
Carl Winkel
Darmſt., Rhein=
ſtr
. 28, Tel. 4205.
(4282a)

Alles für den Pfingstputz notwendige 5
Sie bei uns in bester Oualität, billige P)
große Auswahl.
Beschäftigunge
OIIHdeh-Verein e.V.4
Darmstadt, Karlstraße 21, Tel. 309
Bürstenwaren
Korbw
Neueste Formen in Korbsesseln, Strand-
Garten-Liegestühle in jeder Preislage.

Aachener und Münchene
Feuer-Versicherungs-Gesells
Ab 2. Mai ds. Js. befinden sich unsere Geschäftsr
Rheinstrasse4
(Erdgeschoß). Die Bezirks-Direktion: P We

Ziehung garantie
Samstag, den 7. Mai, der beliebten
Darmstädter Pferdelotter
Lose zu Hk. 1. sind zu haben bei
Staatl. Lotterie-Einnehmern und den bekar
Loseverkaufsstellen.

ToorocKTer

130 /140 cm breite Mod
reine Wolle!
Reste von ca. 1.20 bis 2
per Meter MIk. 2.9

6576

Wie sin
Betten

jadisten Lür
Seltldieen

Bei uns wird jeder einzelne Kunde infolge lang-
jährigerpraktischer
Erfahrungen von ersten Fach-
leuten
dieser Branche individuell bedient u. beraten
Unser Mai-Angebot:
Neutuch-Wollmatratzen . .. . . . 950 7. 2450 19,50
Rein Java-Kapok-Matratzen ... 5. 5. 8. 39,50
Original Schlaraffia-Matratzen g.- gs- gs. 69,00
garantiert echtfarbig und federdicht, mit 5 Pfd. Federn
Deckbett
efüllt . . . .. . . . 3. 32.50 2950 24.50 19,75 15.75
Federkissen mit 2 Ffd. Federn gefüllt 950 850 150 6.50 550 4.95
die neuesten Farbstellungen
Steppdecken 3650 350 2250 2.50 2450 1975 1250 9.7S
mit la Zugfedermatratze
Bettstellen
2.50 B. 25. 250 1980 14.75
Kinderbetten Holz und Metall B. 250 2.50 2450 250 17.50

Daunendecken
75. 63. 49.50

Wir bringen in 3 Stock-
werken

nur Betten und Zubehör.

Bettfedern
4.50 3.50 225 1.9 0.95

Neu aufgenommen:
Schöne und gute Bettwäsche preiswert!
Beitenaßtagen
6633
Fritz Schatz
6 Blisabethenstraße 6

Die Ledka-Schuhbesohlungs-W
stätten befinden sich nur:
Schützenstr. 8 m Arheilgerst
Telephon Nr. 2949
Telephon Nr.
Sohlen und Flee
Herren RM. 2.60 Damen RM. 2.
Spezialität Opanken, Sohlen RM. 1./
Kein Nageln, Mur Klebarbeit.
Schuhe werden auf Wunsch abgeholt
gebracht.

Sie ſparen
durch Heizen mit
Sonne=Briketts.
Hochſte Heizkraft!
Ab Grube Meſſel b.
Dſtdt. 1050 Ztr.
je Ztr. 1.03 . 50
u. mehr Ztr. je Ztr.
. . In Darmſt.
vill. b. Gg. Schmitt,
Schwanenſtraße 15.
Telefon 2660.
Gewerkſchaft Meſſel
Tel. 2601. (5627a

Heinr. Breitwieſer,
Schneidermeiſter,
jetzt
Saalbauſtr. 27, II.
(6539a)

Pflanzenkübel!
Große Preisſenkg.
Jean Schanz,
Küfermeiſter,
Teichhausſtraße 40
(4996a)

Dekakur

Was iſt
Latelbanf
und wie wird er veratb
Darüber ſpricht am Montag, de
8 Uhr abds., im Fürſtenſaal Hert
aus Mußbach. Alle Gartenfrei
herzlichſt eingeladen. Eintr
Veranſtalter: Wilhelm Ull
Düngemittel Torfmu
Darmſtadt, Landgraf=Georg=St:

ArL. Ar
Diespezial-Autom
Reinigungs-Ans
jetzt
Heldelbergerstr. 28, 10

Oeckenbürſten von 9
Pinſel für ſeden Verwendung
Schablonen, Wiſchmuſier, Kalk=, 4
Oelfarben finden Sie in größter.
beim:
Farben-Fisc
Franffurterſtraße 1214

HGeveral-Uebern
Dunee Lvon Motorrädern leden Fah
90Mnaum Vernickeln, Emallieren, Lags
Ventile, Kolben, Kugel-Lagel,
gut
billig! züge usw., schnell und !
E. Göbel Nachfolg Neuwertig, steht Ihre Masc
W. Rodenhäuſer
Zoolog. Handlung, /Spezial-Werksl
Nur (6642
Arheitgerstr. 92, anR
(6449b)
Schuchardſt. 11

raſch

OWION BAN
Rheinstr. 24. Fernruf: 100,1010,3000.2

[ ][  ][ ]

Sonntag,

1. Mai 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 121 Seite 11

Reich und Ausland.
mni Köhler über ihre Orienkreiſe.
Dem Allgemeinen Deutſchen Automobil=Club,
3a, Frankfurt a. M., iſt es gelungen, die
tberühmte Motorradfahrerin Frl. Hanni Köh=
zu
einem intereſſanten Lichtbildervortrag zu
innen. Frl. Köhler wird am Montag, den
Nai, abends 8.30 Uhr, im Großen Saal des
csbildungsheimes, Eſchenheimer Tor, über
Fahrt mit dem Motorrad nach Indien
chen und dabei eine große Anzahl ihrer
reſſanten Aufnahmen von dieſer Fahrt im
tbild vorführen.
ſteriöſer Vorfall in Frankfurt a. M.=Höchſt.
Frankfurt a. M.=Weſt. In der Nacht
Samstag wurde der Kaufmann Albert K.,
auf ſeinem Rade fuhr, wie er angibt, von
bis acht Perſonen angehalten, vom Rade
ſen und mit ſchweren Gegenſtänden miß=
elt
. Er trug dabei Verletzungen am Kopf
Händen davon und mußte ſchließlich unter
icklaſſung des Fahrrades das Weite ſuchen.
Polizei konnte ſpäter das Rad ſicherſtellen.
r die Motive zu dem Ueberfall ſowie über
Verſonen der Täter herrſcht bisher noch Un=
eit
.
120 Zentner Kartoffeln geſtohlen.
frankfurt a. M. In der letzten Nacht
e in eine Feldſcheune im Vorort Berkers=
die
dem Verſorgungsheim gehört, ein
rer Einbruch verübt. Aus der Scheune wur=
twa
100 bis 120 Zentner Saatkartoffeln ent=
et
. Der größte Teil der Beute wurde wahr=
lich
mit einem Auto weggeſchafft, wäh=
der
Reſt in Säcke gefüllt und vergraben
en war.
eſchlagungen bei der Homburger Stadtkaſſe.
s jetzt 15 000 RM. feſtgeſtellt.
ad=Homburg. Bei der Nachprüfung
domburger ſtädtiſchen Jahresrechnung für
32 ergaben ſich einige Differenzen. Die
If angeſtellten Reviſionen brachten Verfeh=
n
des Kaſſiers der Stadtkaſſe, Luedke, ans
zlicht. Zunächſt ſchien es ſich nur um einige
rt Mark zu handeln. Luedke wurde ledig=
om
Amt ſuspendiert, aber auf freiem Fuß
in, da Fluchtverdacht und Verdunkelungs=
nicht
beſtand. Inzwiſchen förderte die
ng aber weiteres belaſtendes Material zu=
Bis Samstagmittag wurden Unterſchlei=
d
Falſchbuchungen in Höhe von mindeſtens
RM. feſtgeſtellt. Die Reviſion iſt noch
abgeſchloſſen. Luedke gab bei ſeiner Ver=
ing
die Verfehlungen zu. Er habe in der
tion alles verloren und ſich jeßt revan=
i
wollen. Die veruntreuten Gelder hat
größtenteils in leichtſinniger Geſellſchaft
geben. Er wurde jetzt in Haft genommen.
Eine verhängnisvolle Verwechſlung.
oßwendel (Hunsrück). Ein ſpät nach
kommender junger Mann wollte ſich Ein=
in
die elterliche Wohnung verſchaffen.
das Geräuſch wurde die Mutter aus dem
geweckt. Da ſie Einbrecher vermutete,
ſie ihre Söhne. Kurz darauf erfolgte ein
Als die Frau ſich in die unteren Räume
fand ſie ihren jüngſten Sohn tödlich ver=
or
. Er ſtarb nach wenigen Minuten. Als
ä kommt der ältere Bruder in Frage, der
ſt feſtgenommen, aber nach Aufklärung des
rhalts wieder aus der Haft entlaſſen
Millionen RM. ins Ausland verſchoben.
irlin. Die Zollfahndungsſtelle hat eine
gelegte Deviſenſchiebung aufgedeckt, bei der
oa 2½ Millionen RM. Wertpapiere ver=
nd
der Erlös dafür ins Ausland geſchafft
Die Verkäufer der Wertpapiere haben
inken gefälſchte oder geſtohlene Päſſe vor=
darunter
auch den Paß eines bekannten
en Schriftſtellers, der in der Lüneburger
wohnhaft iſt. Einige Verhaftungen konn=
en
reits vorgenommen werden. Der Haupt=
1je hält ſich, nach Anſicht der Behörden, im
ide auf.
Eine neue Goethe=Plafkik.

Der Goethe=Kopf.
Bildhauer Paul Wynand für die Goethe=
er
Berliner Univerſität geſchaffen hat.
delt ſich bei dieſer Plaſtik nicht um die
e Darſtellung des Olympiers Goethe.
um den jungen Kavalier aus der erſten
Weimarer Zeit.

Aus dem Flieger=Dörſchen Hirkenhain.

Oben links: Schulmädchen beim Modellbau eines Segelflugzeuges. Daneben: Vater und
Sohn in der Gondel eines ſelbſtgebauten Segelflugzeuges, von denen das Dörfchen nicht weniger
als ſieben beſitzt. Unten links; Fräulein Flugzeug=Konſtrukteur vor dem Start ihres ſelbſt=
gefertigten
Modells. Daneben: Eine Knabenklaſſe beim Start zum Kampf um den Höhen=
Weltrekord‟.
In Heſſen liegt das winzige Dörfchen Hirtzenhain, deſſen ganze Bevölkerung mit Herz und Hand
auf den Segelflug eingeſtellt iſt. Das Dörfchen beſitzt 7 eigene Segelflugzeuge und 3 Flugzeughallen.
Hinaus in die Ferne ..."

Eine ſchwimmende Jugendherberge.
Oben: Volkstanz an Deck der ſchwimmenden Jugendherberge. Unten: Ein glückhaft Schiff
die ſchwimmende Jugendherberge des Gaues Sachſen. Eine frohe Wanderung durch die neu
erwachende Natur, das iſt jetzt die Sehnſucht vieler Tauſender von jungen Menſchen. Da bieten
ihnen die zahlreichen Jugendherbergen Gelegenheit, ſchon am Abend vor dem freien Sonntag oder
Feiertag hinauszufahren, um dann bereits am Morgen draußen fern von der Stadt zu erwachen
und die Tageswanderung zu beginnen.

Deviſenſchiebungen
unker fremden Namen.
Berlin. Die Berliner Blätter berichten
von umfangreichen Deviſenſchiebungen, denen die
Zollfahndungsſtelle des Berliner Landesfinanz=
amts
auf die Spur gekommen iſt. Die zum Teil
noch unbekannten Täter einige konnten be=
reits
verhaftet werden haben es verſtanden,
mit Hilfe von gefälſchten und geſtohlenen Pa=
pieren
unter dem Namen eines deutſchen Schrift=
ſtellers
Wertpapiere in Höhe von insgeſamt
etwa 2½ Millionen RM. an ſich zu bringen und
in das Ausland zu verſchieben. Von unterrich=
teter
Seite erfahren wir, daß die Ermittlungen
der Behörden noch zu keinem Abſchluß gekom=
men
ſind. Sicher iſt aber, daß die in einem Teil
der Preſſe genannten Summe von 4 und 5 Mil=
lionen
den tatſächlichen Betrag der verſchobenen
Wertpapiere weit überſteigen.

Skapellauf eines 17 800 To. großen
Tankſchiffes.
Hamburg. Für die Deutſch=Amerikaniſche
Petroleum=Geſellſchaft (Standard=Dapolin) lief
geſtern nachmittag auf der Deutſchen Werft ein
neues 17 800 Tonnen großes Tankſchiff glücklich
vom Stapel. Der Großtanker wurde auf den
Namen Franz Klaſen getauft. Er iſt das erſte
Schiff von insgeſamt ſechs Großtankern, die die
Geſellſchaft bei deutſchen Werften in Auftrag
gegeben hat. Schon in den nächſten Tagen geht
ein Schwerſterſchiff beim Bremer Vulkan vom
Stapel. Die dritte, an den Aufträgen beteiligte
Werft iſt die Kieler Germania. Als größter
Auftragsgeber für Tankſchiffe trägt die Stan=
dard
=Oil mit dieſen ſechs Neubauten von ins=
geſamt
75 000 Bruttoregiſtertonnen nicht un=
weſentlich
zur Belebung der deutſchen Werft=
tätigkeit
bei.

Schweres Schiffsunglück.
Japaniſcher Küſtendampfer geſunken.
70 Toke.
London. Wie aus Tokio gemeldet wird,
wurde auf der Höhe von Hiroſchima geſtern früh
ein japaniſcher Küſtendampfer von einem andern
japaniſchen Dampfer gerammt und ging in kurzer
Zeit unter. Nur 30 von den etwa hundert Per=
ſonen
, die ſich an Bord befanden, konnten ge=
rettet
werden.
Uralzeff wieder vor dem Richter.
Berlin. Vor dem Schöffengericht Schöne=
berg
wurde geſtern gegen den Kaufmann Kallies
u. Gen. verhandelt, die beſchuldigt waren, im
September 1929 einen Einbruch in einer Zehlen=
dorfer
Villa verübt zu haben, wobei ſie Teppiche
im Werte von etwa 20 000 RM. entwendeten. In
dieſem Prozeß iſt auch der aus dem Raiffeiſen=
Skandal bekannte Ruſſe Uralzeff mitangeklagt,
da er ſich durch Erwerb der Teppiche der Heh=
lerei
ſchuldig gemacht haben ſoll. Bei der Be=
weisaufnahme
ergab ſich, daß eine Hausange=
ſtellte
in Verdacht ſteht, den Einbruch begünſtigt
zu haben. Da noch weitere Ermittlungen vor=
genommen
werden ſollen, wurde die Verhand=
lung
auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
Aufklärung der Anſchläge auf den Schnellzug
Marſeille-Paris?
Paris. Die wegen Beteiligung an dem
Raubüberfall auf das Poſtamt St. Barnabé in
Marſeille feſtgenommenen zwei Banditen der
dritte konnte noch nicht dingfeſt gemacht werden
ſind einem eingehenden Verhör unterzogen
worden. Wie das Journal meldet, hat man
dabei den Eindruck gewonnen, daß beide an zwei
gegen den Schnellzug Marſeille-Paris verübten
Anſchlägen beteiligt, vielleicht ſogar die Haupt=
täter
waren.
Kongreß der Ozeanflieger.
Rom. Am 22. Mai beginnt in Rom ein
internationaler Kongreß der Ozeanflieger. Es
kommen Teilnehmer aus den Vereinigten Staa=
ten
, England, Deutſchland, Frankreich, Spanien
und Braſilien. Man will über die Möglichkeit
zur Einrichtung von Flugverkehrslinien über
den Ozean zwiſchen Amerika und Europa
ſprechen.
Eröffnung der internationalen Buchmeſſe
in Florenz.
Rom. Der König von Italien hat am
Samstag in Florenz in Gegenwart des Unter=
richtsminiſters
und der Spitzen der Behörden
die 4. Internationale Buchmeſſe eröffnet.
Einbruch bei Exkönig Manuel.
London. Aus dem Londoner Hauſe des
früheren Königs von Portugal, Manuel, ſind
während der vergangenen Nacht antike Kunſt=
gegenſtände
und Juwelen im Werte von meh=
reren
tauſend Pfund ſowie wichtige diploma=
tiſche
Schriftſtücke geſtohlen worden. Es wird
angenommen, daß der Raub von derſelben Ein=
brecherbande
ausgeführt wurde, die in der ver=
gangenen
Woche in das Haus des Grafen. Spetia
di Radione einbrach und Kunſtſchätze von be=
deutendem
Wert raubte.
Zwei Todesopfer einer wüſten Schießerei
in Los Angeles.
New York. Das Geräuſch einer Raſen=
mähmaſchine
, die die Bewohnerin eines Land=
hauſes
in Los Angeles, Mrs. Pohl, in ihrem
Garten zur Anwendung brachte, erwies ſich als
zuviel für die Nerven ihrer Nachbarin, Mrs.
Alger, die auf die friedlich in ihrem Garten ar=
beitende
Frau Pohl aus einem Armeerevolver
das Feuer eröffnete. Auf telephoniſchen Hilfe=
ruf
erſchien die nächſte Polizeiſtreife; ein Poli=
zeibeamter
zog die Klingel bei Mrs. Alger, wor=
auf
dieſe den Poliziſten durch einen Schuß durch
das obere Glasfenſter der Tür auf der Stelle
tötete. Ein darauf herbeigerufenes Ueberfall=
kommando
mußte vor den Schüſſen der wüten=
den
Frau Deckung nehmen und war ſchließlich
gezwungen, Tränengasbomben in das Haus zu
werfen. Die Frau flüchtete und brach ſchließlich
unter dem auf ſie gerichteten Geſchoßhagel der
Polizei tot zuſammen.
Taifun auf den Sulu=Inſeln.
Manila. Die Inſel Sulu (auch Jola ge=
nannt
), die größte der gleichnamigen Inſel=
gruppe
zwiſchen den Philippinen und Borneo,
wurde von einem Taifun ſchwer heimgeſucht. Die
Stadt Jolo wurde zu zwei Dritteln vernichtet.
Ein Küſtendampfer iſt geſunken. Die Zahl der
Toten iſt bisher noch nicht bekannt. Die Stärke
des Sturmes nimmt ſtündlich zu.
Tödlicher Abſturz des deutſchen
Piloken Noh.

Der bekannte deutſche Flieger Notz,
dritter Sieger beim Europa=Rundflug 1930,
ſtürzte auf dem Flugplatz in Schleißheim bei
München aus geringer Höhe ab. Der Sturz
war ſo unglücklich, daß Notz auf der Stelle ge=

[ ][  ][ ]

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
gangei
E=
zöſiſche

Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluf
haben
währe
von
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
re
ſtel
Ste
Fr.
na

Seite 12 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sodr SaltoTaabadttehe

Sonntag, 1. Mai 1932

Tennis.

Die für Sonntag, den 1. Mai, angeſetzten Spiele TC. Höchſt
gegen SC. 1880 Frankfurt und Sieger gegen T.= u. EC. Darm=
ſtadt
wurden durch den Bezirkspräſidenten von Heſſen und Heſſen=
Naſſau auf den 5. Juni verſchoben. Austragungsort bleibt
Frankfurt.
TTC. Jung=HeſſenTTC. Ping=Pong.
Obige Vereine treffen ſich heute vormittag um 930 Uhr im
großen Saale des Perkeo zu einem Freundſchaftsſpiel Ping=
Pong, eine junge aufſtrebende Mannſchaft, wird ſich befleißigen,
einen achtbaren Gegner abzugeben.

Sporkkalender.

Handball.

TV. 1885 e. V., Nieder=Ramſtadt.
Die für heute nachmittag angeſetzten Freundſchaftsſpiele gegen
Turngemeinde Beſſungen fallen aus. Die Mannſchaften beteili=
gen
ſich an der Beerdigung des Turnbruders P. Plößer, Treff=
punkt
2.30 Uhr an der Turnhalle.
Berliner Polizei wieder Handballmeiſter.
Der zweite Gang um die Handballmeiſterſchaft der Sportler
von Brandenburg führte am Samstag vor 1000 Zuſchauern
im Berliner Poſtſtadion den mehrfachen Deutſchen Meiſter Poli=
zei
Berlin mit dem 1. Spandauer HC. zuſammen. Die Poliziſten
zeigten ſich wieder klar überlegen und ſie ſiegten auch mit 16:9
(7:5). Damit haben die Poliziſten zum zehnten Male den Titel
eines Brandenburgiſchen Handballmeiſters errungen.

Sportabteilung MerckVfL. Sachſenhauſen.
Sportabteilung Merck empfängt heute nachmittag 3.30 Uhr
zum Rückſpiel die 1. Mannſchaft des VfL. Sachſenhauſen. Das
Vorſpiel endete 5:7 für VfL. Vor dem Spiel der 1. Mannſchaften
treffen ſich die Reſerven beider Vereine.
Deutſche Tennis=Riederlagen in Mailand.
Cilly Außem und Frl. Horn geſchlagen.
Für die deutſchen Teilnehmer an den italieniſchen Tennis=
meiſterſchaften
in Mailand war der Samstag ein ſchwarzer Tag.
Beſonders ſchmerzlich waren die Niederlagen unſerer deutſchen
Spitzenſpielerin Cilly Außem und von Frl. Horn (Wiesbaden)
in der Vorſchlußrunde des Damen=Einzels. Cilly Außem, die
ſeit ihrer Krankheit doch noch nicht wieder in ihre Höchſtform
gekommen iſt wurde von der italieniſchen Meiſterin Valerio nach
prächtigem Kampf 3:6, 8:6, 6:2 geſchlagen. Frl. Horn verlor
gegen die Franzöſin Adamoff, die ſich zurzeit in einer glänzen=
den
Form befindet, 6:3, 7:5. Bei den Spielen der Herren war
Frankreichs Hoffnung André Merlin 6:4, 1:6, 6:4. 6:3 über den
italieniſchen Spitzenſpieler de Stefani erfolgreich; er trifft nun in
der Vorſchlußrunde auf den Engländer Hughes. Weitere deutſche
Niederlagen gab es in den Doppelſpielen. Im Herren=Vierer ſieg=
ten
del Bono/Sertorio 6:2, 0:6. 6:4, 5:7, 6:4 über Haenſch/Vo=
dicka
, die aber teilweiſe ſehr ſchönen Widerſtand leiſteten. Das
italieniſche Paar wurde dann gleich darauf von der franzöſiſchen
Kombination Bonté/Merlin 5:7, 6:4, 7:5. 6:4 ausgeſchaltet. In
der Vorſchlußrunde ſtehen weiterhin noch Palmieri/Serventi und
de Stefani/Hughes. Im Damen=Doppel war das gut einge=
ſpielte
franzöſiſch=ſchweizeriſche Paar Roſambert/Payot über Frl.
Horn/Anet 6:3, 6:4 erfolgreich während Corbier/Deutſch mit
6:3, 2:6, 6:3 Adamoff/Berthet überraſchend das Nachſehen gaben.
Im Gemiſchten Doppel ſiegte Frau Deutſch mit dem indiſchen
Davispokalſpieler De als Partner 8:6, 1:6, 6:3 über Anet/Intta,

Fußballſportverein Frankfurt gewann den Klubkampf im
Amateurboxen gegen Eintracht Frankfurt mit 977.
Der Berliner Fußballmeiſter Tennis=Boruſſia gewann am
Samstag in Stuttgart gegen den V. f. B. vor 4000 Zuſchauern
mit 3:1 (3:0).
Everton Liverpool ſicherte ſich am Samstag durch einen 1:0=
Sieg über Bolton Wanderers endgültig die engliſche Fußball=
meiſterſchaft
. Meiſter der zweiten Klaſſe iſt Wolverhampton
Wanderers, ſchottiſcher Meiſter wurde Motherwell.

15.00 Uhr,
16.00 Uhr,

15.30 Uhr,
15.30 Uhr,

10.30 Uhr,

Handball.
Kranichſteiner Straße: Tgeſ

Woogswieſe: Tgde. 46 S.=V. 98, Reſ.
Fußball.
Exerzierplatz: Polizei Opel Rüſſelsheim.
Dornheimer Weg: Poſt Egelsbach 03, Reſ.
Hockey.
Stadion: S.=V. 98 Tv. Frankfurt 60.

Tv. Seeheim.

Rennen zu Dresden.

Preis vom Weißen Hirſch, Verkaufsrennen, 3000 RM., 1400 Met.:
1. Krahmers Frageſpiel (Spehla); 2. Katrin, 3. Lärche. Toto
70: Platz 24, 17:
s. Ferner: Glühwürmchen, Donnerkiel.
Preis von Lößnitz, 3000 RM., 1200 Meter: 1. E Clauß=Altona
(Streit); 2. Taubneſſel. 3. Turnierfeier, Toto 98, Platz 28, 20.
15). Ferner: Numatia, Süßkirche Feronia.
Preis von Struppen, 3000 RM., 1100 Meter: 1. Horaleks Lyco=
medes
(Haynes); 2. Dianthus, 3. Braut. Toto 30, Platz 14.
16. 21
4. Ferner Beryll, Meermädchen, Goldenes
Tor, Snatok, Druſus.
Pirnaer Ausgleich, Ausgleich 3. Ehrenpreis und 3000 RM., 1900
Meter: 1. Clauß Machiavel (Streit), 2. Elpi, 3. Honeſka.
Toto 74, Platz 18, 17, 26. H.½. Ferner: Oſtade, Muske=
tier
, Osram, Donnergott, Everonne Scapos.
Preis von Seidnitz, Ehrenpr. und 3700 RM., 1600 Meter: 1. Gai=
das
Narziß (O. Schmidt), 2. Volumnius, 3. Pale. Tote 31,
Platz 12, 11. ½. Ferner: Irländer.
Unſchuld=Rennen, für Dreijährige, 3000 RM 1200 Meter:
1. Butzkes Lützow (Grabſch), 2 Verdi, 3. Chiffre. Toto 30,
Platz 13. 13. 22½. Ferner: Marie, Sankt Kathrin, Rothal.
April=Ausgleich, Ausgleich 3, 3000 RM.. 1400 Meter: 1 F Hel=
fert
und W. Sandners Feldwebel (Göbl), 2 Eiland, 3. Piſtole.
Toto 202; Platz 52, 20, 39. 1½1½. Ferner: Lachteufel,
Vela, Conflikt, Go Ahead. Leibwache, Sonnenſtrahl, Fern=
länder
, Puppe.

Geſchäftliches.

Der Gang durch den Frühling. Unter dieſer Deviſe
kündigt die Firma Speiers Schuhwarenhaus, Ludwigs=
ſtraße
16, den Eingang ihrer neuen Frühjahrs= und Sommerſchuhe
an. Für jeden etwas Schönes und Neues und Billiges, das kün=
digt
die Beilage in heutiger Ausgabe für Daxmſtadt und Um=
gebung
an.
(6670

Wekkerbericht.

Von der weſtlichen Störung greift ein Ausläufer vor, wel=
cher
ſich mit über unſeren Bezirk erſtreckt und durch den ſtärkere
Bewölkung und auch vereinzelt etwas Niederſchlag auftreten,
Eine weſentliche weitere Beeinfluſſung iſt nicht zu erwarten, viel=
mehr
dürfte die Eintrübung wieder zurückgehen und zeitweiſe
aufheiterndes Wetter eintreten.
Ausſichten für Sonntag, den 1. Mai: Neblig=wolkig mit Aufhei=
terung
, meiſt trocken, Temperaturen nur wenig verändert.
Ausſichten für Montag, den 2. Mai: Wenig Aenderung der
Wetterlage.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mas Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienff: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Wills Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wlttich ſämilſch in Darmſtiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.

Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6: Wetter, Gymnaſtik.
6.30: Gymnaſtik. 7: Wetter. anſchl.: Frühkonzert. o 7.55:
Waſſerſtand. 11.50: Zeit, Programm, Wirtſchaftsmeldungen,
O 12: Konzert. O 12.50: Nachrichten, Wetter. O 12.55: Nauener
Zeitzeichen. O 13: Konzert. o 14: Nachrichten. O 14.10: Werbe=
konzert
. O 15: Gießener Wetterbericht. O 15.10: Zeit, Wirtſchafts=
meldungen
. O 16.55, 18.15: Wirtſchaftsmeldungen. 19.15: Zeit,
Programm, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 1. Mai.
6.15: Bremer Hafenkonzert.
8.15: Kaſſel: Evangeliſche Morgenfeier. Veranſtaltet von der Ep.
Landeskirche in Heſſen=Kaſſel.
10.30: Laienmuſik.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Bisher habt ihr nichts gebeten in
meinem Namen.
12.00: Konzert auf Schallplatten.

13.05: Stunde des Chorgeſangs. M. Bartſch: Die Arbeiter=
ſängerbewegung
als Kulturbewegung.

Die heutige Nummer hat 20 Geiten.

ſchue Hedeſingen.
15.30: Landsgemeinde von Trogen (Appenzell).
16.30: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
17.30: Bandonion=Konzert. Ausf.: H. Uhtik.
18.00: Prof. Sittig: Der Himmel im Mai und Juni. Die Welt
unſeres größten Bruderplaneten Jupiter.
18.25: Vortrag.
18.50: Dreißig bunte Minuten.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft. anſchl.: Sportnachrichten.
19.35: Minna von Barnhelm. Luſtſpiel von Gotthold Ephraim
Leſſing.
21.00: Frühlingskonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart.
22.05: Freiburg: Volksmuſik. Originalkompoſitionen von J. Schram=
mel
. Ausf.: Wiener Schrammel=Quartett.
22.35: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.55: Köln: Unterhaltungsmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.45:
Wetter für die Landwirtſchaft. o 6: Gymnaſtik. 6.15: Wetter für
die Landwirtſchaft, anſchl.: Frühkonzert. O 10, 13.30: Nachrichten.
O 12: Wetter für den Landwirt. anſchl.: Konzert u. Wieder=
holung
des Wetterberichts. O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Konzert,
O 15.30: Wetter, Börſe. O 18.55: Wetter für die Landwirtſchaft,
Deutſche Welle: Sonntag, 1. Mai.
6.00: Funkgymnaſtik.
6.15: Bremer Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Heinrich: Praktiſche Rechtsfragen der Oſthilfe,
8.55: Morgenfeier
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Reinhard Goering: Vorleſung aus eigenen Werken.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Bisher habt ihr nichts gebeten in
meinem Namen.
12.00: Gerta Baronin von Pritzelwitz: 10 Minuten Lyrik.
12.10: Mittagskonzert des Berliner Konzert=Vereins.
14.00: Radfernfahrt Berlin-KottbusBerlin. Start und Ziel,
(Schallplatten)
14.30: Oberſt a. D. Dr. v. Abercron: Was kann man alles vom
Freiballon aus beobachten?
14.55: Dr. Gürſter: Don Quichotte.
15.30: Appenzell: Funkbericht von der Jahresverſammlung der Land=
gemeinde
von Trogen. (Schallplatten)
16.30: Breslau: Kinderfunk: Deutſche Kinderlieder, Reime, Spiele
und Sprüche.
17.10: Handball=Meiſterſchaft (Zwiſchenrunde): Tib=Berlin Turn=
klub
Limmer, Hannover.
17.25: Tanztee=Muſik. Kapelle Emil Rooſz.
18.20: Junge Generation ſpricht: Kollektivismus oder Individualis
mus?
19.00: Feierſtunde für die Werktätigen. Ausf.: Neuköllner Sänger
chor, Berliner Poſaunenverbindung 1920.
19.50: Sportnachrichten.
20.00: Richard Strauß dirigiert. Berliner Funkorcheſter.
20.45: Tages= und Sportnachrichten.
21.00: Funkpotpourri: Frühling.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Von der Eröffnung der Weltwirtſchafts=Konferenz anläßlie
der Welthandelswoche 1932.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Vincent Douglas.

MäNNticn

Mitarbeiter
ſ. bekannt. Verlag.
z. Abſchr. beſtimmt.
Adr.aus Zeitg.,Adr.. Tel.=Büch. Vita=
lis
78. München 13.
(IIMch4222)

Verkriebsſtelle!
f. feſte Rechng., ev.
auch gegen 150 Mk.
Gehalt u. Prov. zu
vergeben. (lKö6388
Gfroerer & Co.,
Seifenfabrik,
Düſſeldorf 2929,
Schadowſtraße 62.

erreichen!

Große Umſätze bei gutem Gewinn,
vornehme Tätigkeit, laufende tägl.
Bareinnahmen, ſteigendes Einkom=
men
. Eilofferten mit Angabe des
zur Verfügung ſtehenden Kapitals
unter S. K. 6971 durch Rudolf
Moſſe, Stuttgart. (I.St. 6522
Eriſtenz! Verdienſt!

Zeute geſacht
für Zier-Blumen-=Fabrikakion.
Zier=Blumengeſchäft Johann Hümmer,
Röthenbach b. Weiden (Opf.).
12 Pfg. Rückporto iſt beizufügen. (6580b

Generalverkreker(in)
f. umwälz. ſenſationelle Neuheit D.R.P.
f. d. Bezirk Darmſtadt ſof. geſucht. Ga=
rant
. montl. Einkommen 600. nach=
weisbar
. Für Uebernahme des Allein=
vertriebs
ſind 8001000 bar erford.
Seriöſe Firmen u. Herren wollen ihre
Offerten u. F. K. 5016 dch. Rudolf Moſſe
Frankfurt a. M., einreichen.
(I.6603

Ausschleifen?
Warum bauen Sie nicht unſeren
dreiteiligen,
nutendichten 41e0 Rolbenring eins
Er gibt doch dem Motor ſeine alte
Kraft zurück! Enorme Koſtenerſparnis!
Sie ſparen Brennſtoff u. Oel.
Verrußen, verölen ausgeſchloſſen! (I.6524
Vertreter geſucht!
V. A. G.=Werk. Frankfurt/M.=W. 13.

Seriöſer Herr mit
Empfangsr. k. 500
RM. u. mehr mon.
verd. Ang. u. L. D.
336 an Ala Haaſen=
ſtein
& Vogler,
Chemnitz, erbeten.
(II. Che. 6646)

Reiſeverkreker
von gut einge=
führtem
Büro=
Bedarfs=Geſchäft
per 1. 6.
geſuchl.
Nicht üb. 40 J.,
bei Eignung Ge=
halt
. Proviſion
u. Vertr.=Speſen.
3 Mon. Probe=
zeit
. Offert.
u. H. 170 an die
Geſchſt. (6545b

Adreſſenſchreiberer=
ziel
. hoh. Verdienſt
n. d. Schließfach 29
Neuhauſen. Erzgeb.
r. 6549)

Lackſchreibe
ſtundenweiſe geſ.
Ang. u. H. 243 Gſch.

IN

Steichhleidung

alle Sommer-Neuheiten
in prachtvoller Auswahl
besonders schön, besonders billig!
Kachenbueger
Das Spezialhaus Rheinstraße 1

Aelt., durchaus zu=
verläſſig
. u. ehrlich.
Mädchen m. langi.
Zeugniſſen u. beſten
Empf. ſucht leichte
Stelle i. klein. beſſ.
Haush. Ang unt.
H. 187 Geſchäftsß.

Mädch. a. Bayern,
18 J.. d. nähen u.
koch. k., ſ. Stell. im
Haushalt. Ang. u
.2 a. d. Geſch. (*

Sf MSfe
30er, ſelbſtänd. im gz.
Hausweſen, m. guten
langjähr. Zeugn., ſucht
ſelbſt. Wirkungskr in gut
auch frauenl. Haush. zum
1. Juni o.ſpät. Gute B2. Beding Angeb.
unt H 245 Geſch (*gi

Empfehle mich im
Flicken, p. Tag 1.50
Näh. Geſchäftsſt. C

Schneiderin ſucht n.
Kunden in u. außer
d. Hauſe. Tag 2,50
RM. Angeb. unter
H. 221 Geſchſt. (*

Jge. Frau empf, ſichk
z. Reinig. u. Hausp.
Ang. u. H. 220 Gſch.*

Spaniſch, Engliſch.
Franzöſiſch.
Einzelſtund.=Zirkel
1 Mark. Beck, Wil=
helminenplatz
15.

Für Tertianerin
Mithilfe beiden
Hausarbeit. geſucht.
Gefl. Angebote mit
Preis erbeten unt.
H. 240 a. d. Gſchſt.*

Wer erteilt gründl.
Unterricht in engl.
Sprache u. Buchfüh=
rung
bei mäßigem
Honorar. Ang. unt.
H. 164 Geſchäftsſt.*

Privat=Spielkreis
ſucht n. einige Kin=
der
. Näh. d. Frau
Oberregierungsrat
Morneweg, Goethe=
ſtr
. 20 v. 912. (

Eßzimmer zu kau=
geſ
. Ang. m. Prei=
u
. H. 231 Geſchſt.

Vertreier ſofort geſucht
zum Vertrieb einer epochemachenden u. um=
wälzend
wirkenden Neuheit, die bei ſpielend
leichter Verkaufstätigkeit größte Umſätze u.
damit hohes Einkommen garantiert. Herren,
die bei Kolonial=u. Farbwarenhandlungen,
Drogerien und ähnl. Geſchäften eingeführt
ſind, erhalten den Vorzug. Angebote ſind
zu richten unt. T 3 an die Geſchſt. (6648

Für chem.=techniſche Büſett=

Haushalts=Artikel
(Qualitätsware) w.
ein tücht. General=
vertreter
m. Bezieh.
zu einſchlägig. Ge=
ſchäft
. u. Hauſierern
b höchſt Prov geſ.
Zirka 20 M. Sicher
heit erforderl. Ang.
u. H. 121 Geſchſt. (*

Anfängerin
Vertrauensſtellung,
ſofort geſucht. (6685
Saalbau Riebeſelſt. 40

WElBLIEK
Mädchen, in Kochen
u. Hausarb. erf., f.
ſof. geſ. Vorſtellung
jederz. Weber, In=
ſelſtr
. 34 III. (6599

Für Verkauf hervorragenden, eingeführten, geſchützten
Wirtſchafts=Marken=Artikels
in Heſſen, Heſſen=Naſſau oder Pfalz, zuverl. Vertreter
geſucht, die Warenhäuſer und Haushaltungsgeſchäfte regel=
mäßig
beſuchen. Angeb. unter Bl. K. 27039 an Rudolf
Moſſe, Berlin, Blücherſtraße 69.
(IBIn 6551

Perfekt. Mädchen v.
Lande, ſol. ehrl. ge=
wandt
, in größ. Ge=
ſchäftsh
. nahe Darm=
ſtadt
p. 15. 5. geſ.
Vorzuſtell. Montag
zwiſchen 36 Uhr
Waldſtr. 48, II.
Für frauenloſen
Hafcaf
ſucht Herr m. 3 Kin=
dern
tücht. u. ge=
dieg
. Frl. im Alter
von 2835 Jahren.
Zuſchr. unt. H. 156
a. d. Geſchſt. erbet.

R
Aae


ae e
A
H We
Je e
A

Lehrstelle
in Anwaltsbüro
für begabtes junges Mädchen bei so-
fortigem
Eintritt offen. 10jährige
Schulbildung und gute Zeuenisse
Voraussetzung. Ausführl. schriftliche
Bewerbung mit Unterlagen unt. H 137
an die Geschäftsstelle.
(6506b

Zur Aushilfe mehrere tüchtige

erkäuferinnen

geſucht. Es kommen nur branchekundige Kräfte in
Frage, die auf Großbetrieb eingeſtellt ſind. Zu melden
SchuhrIagoP, Schillerplatz.

WElBLICH

Jung. Mädchen,
22 J. alt, perf. im
Koch. u. all. Haus=
arb
., ſucht Stell. z.
15. 5. od. ſpät. Gt.
Zeugn. vorh. Ang.
an: K. Flechſenhar,
Michelſtadt i. Odw.,
Jahnſtr. 52. (6644

Aelt. Frl., ſehr gute
u. ſparſ Köchin (in
fein. u. bürg. Küche),
tücht. u. gewiſſenh.
i. Haush., m. Jah=
reszeugniſſen
, ſucht
Stelle a. Haushäl=
terin
in frauenloſ.
Haush. Gefl. Ang.
u. H 205 Geſchſt. (*
Gutempf. Flickerin
h. n. Tage frei, pro
Tag 2,50 Mk. Ang.
u. H. 223 Geſchſt.

mäNNLICH

Als Chauffeur
(Führ.=Sch. 3b, mit
Repar. vertraut) u
Gärtner ſuche Stel=
lung
. E. Zimmer,
Heinrichſtr.

Jg. Techniker ſucht
Arbeit gl. w. Art.
Ang. H.233 Geſch. (

Hausmeiſter= oder
Pförtnerſtelle ſucht
fleißiges Ehepaar.
Näheres in der Ge=
ſchäftsſtelle
.

*

Mathemat., reine u
angew., d. akad. geb.
Lehrer. Vorber. a. alle
Ziele. Nachh. Witt=
mannſtr
. 30, I. (271a
Wer ert. Harmoni=
umſtunden
u. z. w.
Preis. Ang. unter
H. 201 Geſchäftsſt.*

Achtung!
Komme Mittwoch,
den 18. Mai, nach
Darmſtadt. Zahle
hohe Prſe. f. getrag.
Anzüge,
Hoſen, Jacketts, Da., Milit.= Uni=
formen
, Schuhe und
Federbetten. Fern
kaufe jeden Poſten
Partieware. Ang.an
Kaſſel. Kleiderbörſe,
Kaſſel,Müllergaſſe 2
Ruf 196, (IIK5.6550

Gebr. Mineralwaſſ.=
Flaſchen zu kaufen
geſ. Ang. m. Preis
u. Mengenangabe
u. H. 241 Geſch.

Lumpen,
Papier,
Boden= u.
Kellerkram
kauft und holt al
Rohprodukten=
Herring
Schloßgaſſe 20.

Chevrolet
(Limouſine)
Perſ.=Wag.
i. beſt. Zuſt. bil
verk. od. geg. Kl
wag. zu vertauſe
Frank.
Obergaſſe 16.

4112 PS. 2=

(Froſch), 5.
bereift, moto
einwandfrei,
ſchneller Lär
Mk. 160.
zugeben.
Rheinſtahe
Hthof.

Klein=Auto,
Sport=Modell,
PS., ſpottbillis
verkaufen. Fe
Magdalenenſtr.
Off. Vierſitzer
Opel, Bauj. 193
beſt. Fahrzuſt.
Beſitzer z. verk.
Geſchäftsſtelle.
Motorrad
Fahrrad
Aufbewahrung
Garantie
in der Ma=
paſſage
.
Motorrad. 350
gut im Stand
verkaufen (250
Grieshei
Pfützenſtraße.
BMW=Motor
500 ccm, in
gut. Zuſtand, p
wert zu verg
Arheilgen,
ſtädter Str.

Spottbillig
Motorrad R.n
250 ccm, weni
fahren. 160,K.
A. Glatz, Neckarſ

[ ][  ][ ]

Crenndämme werden größere Kieſelſteine geſchüttet,
Sandbankbildung unterhalb der Creundämme in der
t zum Schlenſenkanal zu verhindern, damit die Koſten
für das häufige Baggern geſpart werden.
iſt eine ernſte und ſachliche Arbeitsſtätte der
chen Wiſſenſchaft aber man muß dort un=
h
an die alten Märchen denken, in denen die Nieſen
Siebenmeilenſtiefeln mit einigen Schritten große Län=
hquerten
. Und man erinnert ſich wieder an die phan=
Abenteuer Gullivers im Reiche der Liliputaner, wo
Slüſſe mit einem einzigen Schritt überquerte und die
des kriegeriſchen Landes wie Kinderſpielzeuge an einer
nach ſich ſchleppte. Die Männer der Wiſſenſchaft, die
eiten, kommen einem vor, als wenn ſie ſolche Nieſen
ſenmeilenſtiefeln im Lande der Swerge wären. Sie ſtehen
Ufern der großen Flüſſe und haben die geheimnisvolle
dieſe großen Ströme mit einem Sprung zu überqueren.
imſtande, in einigen Sekunden vom Quellgebiet der
zur Mündung der Elbe zu gelangen, oder an fremden
zu weilen, z. B. an dem Don oder der Wolga, die durch
en ruſſiſchen Steppen fließen.

Ainiatur=Stauanlage bei Baldeny an der Ruhr.
In der Mitte die Schiffsſchlenſe.
terkwürdig es auch klingt, ſo iſt es doch Catſache, daß
der Stätte deutſcher Forſcherarbeit ſich eine Reihe von
und Slüſſen ein Stelldichein gibt. Die Verſuchshalle
(cr nicht länger als 100 Meter, aber wer ſie durch=
Dar, hat einige große WaſſerſtraßenDeutſch=

lands und auch des übrigen Europa kennengelernt. Hier
fließt die Oder, dort die Weſer, und einige Meter weiter mün=
det
die Elbe in den Ozean. Es iſt eine lebende Landkarte mit
rauſchenden Wellen, mit Wirbeln und Strömungen, mit Däm=
men
, Brücken, Schleuſen und Stauwerken, wie in Wirklichkeit.
Und was die Natur faſt nie zeigt, ein Flußbett ohne Waſſer, iſt
hier zu ſehen. Die Männer der Wiſſenſchaft bringen es fertig,
die großen Flüſſe und Ströme beliebig trocken zu legen und
wieder unter Waſſer zu ſetzen.
Gewiß iſt das hier kein Märchen und keine Spielerei; hier
wird mit ernſter Sachlichkeit und Sweckmäßigkeit gearbeitet.
Die Flußläufe, die von Seit zu Seit aufgebaut und wieder ab=
geriſſen
werden, dienen großen volkswirtſchaftlichen

Waſſermaſſen müſſen ſo langſam wie möglich die Dämme und
Schleuſen paſſieren; kein einziger Kieſelſtein darf weg=
geſchwemmt
werden. Dann wird der Waſſerſtand gemeſſen, die
Strömung kontrolliert, die Schiffbarkeit feſtgeſtellt, und all
das mit hundert techniſchen Inſtrumenten und auch mit den
einfachſten Mitteln. Das Modell des Fluſſes wird hier natür=
lich
mit dem Millimetermaß gemeſſen. Bei dreißig bis vierzig
Millimetern können ſchon große Kähne und Dampfer verkehren,
denn dieſe wenigen Millimeter bedeuten in Wirklichkeit ja

Die Oder im öſtlichen Deutſchland im Maßſtab 1:65.
Es iſt eine kanaliſierte Strecke unterhalb Breslaus.
mehrere Meter Ciefe. Um die Strömung des Waſſers zu kon=
trollieren
, werden Papierſchnitzel und Sägeſpäne auf den
Waſſerſpiegel geſtreut, und kleine Kähne und Schiffe werden
ins Waſſer geſetzt, um zu ſehen, ob die Schiffe von der Strö=
mung
nicht auf den Crenndamm geworfen werden. Durch dieſe
Spielzeugſchiffe errechnen die Ingenieure der Verſuchsanſtalt
die richtige Form der Dämme, denn wenn ſo ein Schiff auf
einen Damm geſchleudert wird, gibt es hier zwar nur eine kleine
Havarie, aber draußen in der Wirklichkeit kann ſo etwas
ſchlimm enden. Und deshalb iſt dieſes ſcheinbare Spiel eine
ſehr ernſte und wichtige Sache.
Man merkt es manchem Werk von Menſchenhand nicht
an, welche geiſtige Vorarbeit, welche wiſſenſchaftlichen Ver=
ſuche
, welche millimetergenauen Bemeſſungen vorher unter=
nommen
werden mußten, ehe man an den Aufbau herangin.
Das iſt ja überhaupt das Weſen unſerer wiſſenſchaftlichen
Forſchung, daß ſie in der Surückgezogenheit des Experimentier=
ſaales
die größten Probleme anpackt und meiſtert. Es iſt nicht
gleichgültig, wie eine Flußregulierung, eine Stauanlage oder

Saal, wo Strome
d Slüſſe rauſchen.
tſche Ingenieure verbeſſern die Natur

Hier wird die beſte Form von Schleuſen= und Hebewerks=
einfahrten
durch Einſchleppen von Modellkähnen feſtgeſtellt.
Intereſſen. Hier, in der Preußiſchen Verſuchsanſtalt für
Waſſerbau und Schiffbau zu Berlin, werden Flußmündungen,
Flußabſchnitte und Kanäle en miniature errichtet, damit man
die Geſetze der Gewäſſer ſtudieren, die ökonomiſchen Möglich=
keiten
der verſchiedenen Waſſerwege kennenlernen kann. Es
wird z. B. eine kanaliſierte Strecke der Oder unterhalb Bres=
laus
naturgetreu dargeſtellt; ſie ſieht aus, wie ein ausgetrock=
netes
Flußbett aus der Vogelſchau. Einige Arbeiter bewegen
ſich am Ufer und glätten mit der Kelle den Sandboden; Sand=
bänke
und Dämme, Vertiefungen und Buchten wechſeln einan=

Am Ufer des Liliput=Fluſſes.
Um die Strömung des Waſſers im Modell zu unterſuchen,
werden Papierſchnitzel in den Fluß geſtreut.
der ab, und die Männer ſind bemüht, die geringſten Unterſchiede
des Flußbettes genau ſo nachzubilden, wie ſie in Wirklichkeit
ſind. Um die Dämme herum ſtreuen ſie größere Kieſelſteine, um,
venn ſchließlich der Fluß in Gang iſt, eine Sandbarren=bildung
unterhalb der Crenndämme zwiſchen Fluß und Schleuſenkanälen
zu verhindern. Der Sand, der ſich hier anhäuft, würde große
Koſten verurſachen, er müßte fortwährend ausgebaggert wer=
den
. Die Ingenieure der Verſuchsanſtalt ſuchen hier die gün=
ſtigſte
Sorm zu geſtalten, ſie helfen der Natur, um die Wirt=
ſchaftlichkeit
der Waſſerwege zu erhöhen. Nun iſt das Bett
fertig, und der Fluß wird vorſichtig hereingelaſſen. Die erſten

Am Manometer. Hier werden Waſſertiefe und Gefälle
gemeſſen. Der ſelbſtſchreibende Apparat regiſtriert die
durchſtrömenden Waſſermengen.
rgendein anderes Werk waſſerbautechniſcher Art durchgeführt
wird. Man kann nicht an und mit dem Werk ſelbſt experimen=
tieren
. Das gerade zeigt uns die Arbeit der Preußiſchen Ver=
ſuchsanſtalt
für Waſſerbau und Schiffbau.

[ ][  ][ ]

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
ganget
zöſiſche
Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor.
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
de

Ale d

Der Schmuggel an der weſtlichen
Grenze hält nach wie vor unvermindert
an, ſcheint ſich, auch eine Folge der Er=
werbsloſigkeit
, eher noch zu ſteigern. Im
vergangenen Monat allein wurden unge=
fähr
2500 Schmuggler geſtellt.
Der Mann im Hintergrunde.
Der Holländer S., immer ſchon ein dunkler
Ehrenmann. Im Kriege war er im engliſchen
Spionagedienſt und ſchmuggelte Proben von
deutſchem Kriegsmaterial über Holland nach
England. Als in Deutſchland die Inflation be=
endet
war und zum erſten Male nachdrücklich
die ſtarken Preisunterſchiede in einigen Artikeln
des täglichen Bedarfs, wie Cabak, Sigaretten,
Kaffee, Kakao uſw. zwiſchen diesſeits und jen=
ſeits
der Grenze offenbar wurde, ſiedelte er ſich
in offenherziger Beurteilung der kommenden
Konjunktur, die er nach Kräften zu fördern ge=
dachte
, dicht an der deutſchen Grenze im hol=
ländiſchen
Walde an. Eine beſcheidene Holz=
baracke
, die er ſelbſt errichtete. Heute nach
lieben Jahren, und darin iſt die ganze Geſchichte
des Schmuggels in den vergangenen Jahren
enthalten, ſteht an dieſer Stelle eine kleine,
ſaubere Villa. Villa Sorgenfrei Und der
Beſitzer ſchenkt ſeiner Frau einen Luxuswagen
und ein Schlafzimmer im Louis=Quinze=Stil.
Dieſer Häuſer ſtehen hunderte an der Grenze.
Hier ſitzen die wahren Nutznießer des Groß=
ſchmuggels
. Sie ſitzen geſchützt hinter der
Grenze. Ihr Riſiko iſt gleich null. Ihr Verdienſt
enorm. Es ſind die ſtärkſt Intereſſierten am
Wachſen, Blühen und Gedeihen des Schmug=
gels
. Denn es bedeutet Abſatzſteigerung in die=
ſen
gut ſortierten Einkaufszentralen und Sam=
melpunkten
für die einzelnen Schmuggelbanden,
die oft tagelang hier Quartier beziehen, um den
günſtigſten Augenblick für die Grenzüberſchrei-
tung
abzuwarten.
Der Holländer F. iſt ein beſonders robuſtes
Exemplar. Als eines Cages ein Konkurrent es
wagte, ſich gegenüber ſeinem Hauſe niederzu=
laſſen
, wurde der Neubau zuerſt mit allen Mit=
teln
zu unterdrücken verſucht. Als das nichts
nutzte, und der andere trotzdem einzog, wurde
er nachts in ſeiner Wohnung beſchoſſen. Der
Schütze wurde nie ermittelt. Aber das Haus
ſteht jetzt leer.
In der letzten Seit war der Bandenſchmuggel
etwas aus der Mode gekommen. Dafür war der
kleine und ſchnelle Laſtwagen aufgekommen,
der ſich vorſichtig in der Nacht der Grenze
näherte, um dann plötzlich nie Höchſtgeſchwin=
digkeit
abzubrauſen. Der Holjänder war beſonx
ders rührig. Aber die Sollbeamten ſahen ihm
ſcharf auf die Finger. Jede Nacht lag eine
Wache an dem kleinen Feldweg. Die Beamten
ſtanden gewöhnlich in der Veranda eines klei=
nen
Hauſes, das etwas ſeitlich an der Straße
ſtand. Acht Cage vergingen in vergeblichem
Warten. In der neunten endlich geſchah etwas.
Die Veranda flog in die Luft, und das Haus
wurde ſchwer beſchädigt. Die Beamten hatten
zufällig gerade ihren Poſten verlaſſen.
Das ſind die Methoden, mit denen dieſe
dunklen Hintermänner ihren dunklen Vorteil
wahren. Sie unterſcheiden ſich nicht viel von den
Methoden, mit denen in Amerika die Alkohol=
ſchmuggelbanden
Krieg führen.
Der Schmuggler ſelbſt
iſt nicht ſo rigoros. Er iſt mehr Gemütsmenſch
und ergibt ſich ohne Widerſtand, wenn er ſieht,
daß er geſtellt iſt. Er betreibt die Sache mehr
als Sport, denn als offenen Krieg. Ein junger
Sollbeamter, der friſch zur Grenze gekommen
war, hatte das Glück, in der erſten Nacht einen
Einzelgänger zu erwiſchen. Er war hoch bepackt.
Halt, ſchrie der Beamte. Die Ware iſt be=
ſchlagnahmt
. Warum ſo laut? antwortete
der Schmuggler und legte ſeinen Packen ab. einfriedigten, die ſich von hier unten den Berg
Folgen Sie mir zum Sollamt. Aber gern.
Natürlich. Bringen Sie Ihren Packen mit. an dieſer Stelle denn Wache bezogen in der
Soll mich der Himmel behüten beteuerte der kommenden Nacht. Die Beamten lagen in Mul=
Schmuggler, das iſt jetzt Reichseigentum. Da
rühre ich mit keinem Singer dran. Ja, da war

nichts zu machen. Der Mann hatte Recht. Der
Beamte, noch jung und unerfahren im Grenz=
verkehr
, war etwas zu voreilig geweſen. Wenn
er den Packen nicht ſelbſt ſchleppen wollte,
mußte er auf Verſtärkung warten. Und das
dauerte bis zum Morgen. Beſchlagnahme erſt
auf dem Sollamt ausſprechen, das iſt ſo die erſte
Lehre von den vielen, die man ſich in dieſem
fineſſenreichen Kampf zu eigen machen muß.
Pech.
Die Sollbeamten hatten ein kleines Fami=
lienfeſt
in einer Grenzſchenke. Es war ſchon über
Mitternacht. Ein Beamter war zufällig in der
Küche des kleinen Neſtaurants, als er nebenan
einen Mann am Celephon den Autohilfsdienſt
in Aachen verlangen hörte. Ja, er liegt da und
da an der Grenze und muß abgeſchleppt wer=
den
. Der Beamte, der die Gegend kennt, weiß,
daß dieſe Stelle an einem viel begangenen
Schmugglerpfad liegt. Er benachrichtigt ſeine
Kollegen. Sie fahren ſchnell hinaus, finden das
Automobil, eine elegante Limouſine. Inhalt:
mehrere Sentner Kaffee, Cabak, Sigaretten.
Der Beſitzer iſt Inhaber eines gutgehenden
Reſtaurants in Aachen, der wirklich keine Ver=
anlaſſung
hat zu ſchmuggeln. Aber das iſt es
eben, der Reiz iſt da, der immerwährende Reiz,
einmal über die Grenze zu gehen und billig ein=
zukaufen
. Ein Reiz, dem die meiſten erliegen.
So kämpfen die Einwohner des Städtchens
Herzogenrath ſchon ſeit Jahren um den Vor=
rang
, in den kleinen Grenzverkehr einbezogen
zu werden. Dann iſt nämlich das Schmuggeln
frei, oder vielmehr, es iſt geſtattet, täglich eine
beſtimmte Menge Waren im holländiſchen Ceil
der Stadt einzukaufen. Der Vorzug kann
natürlich nicht gewährt werden. Denn am ſelben
Cage könnten die einheimiſchen Geſchäfte, die
jetzt ſchon eine ganze Reihe Waren überhaupt
nicht mehr zu führen brauchen, ihre Läden
ſchließen.
Cricks.
Alſo hier kommen ſie ber, ſagte der
Beamte. Schauen Sie? Er wies auf den
Stacheldrahtzaun vor uns. Er war mit aller
Behutſamkeit und Vorſicht durchſchnitten. Auf
den erſten Blick war es käum zu ſehen. Und

ſo war es mit allen Säunen, die die Biehweiden
hinauf bis zum Walde dehnten. Und ſo wurde
den und hinter Büſchen über das Gelände ver=
ſtreut
, ſtill und regungslos während der ganzen

Nacht. Ich lag mit in der Nähe des Waldaus=
gangs
. Aber die ganze Nacht verſtrich, und es
geſchah nichts. In der zweiten Nacht zogen wir
wieder auf Poſten. Die Stunden verſtrichen.
Es war kalt. Ein paar Mal ſetzte ein leiſer
Regen ein. Es wurde ſchon dämmerig. Nur mit
Mühe konnte man noch die Augen aufhalten.
Da plötzlich raſchelte es. Es wurde wieder ſtill.
Dann wieder ein Laut. Wie ein Reh ſchob ſich
ſchließlich ein Mann aus dem Walde und äugte
ſcharf in die Gegend. Dann wurden es zwei,
drei, vier. Sie waren hoch bepackt. Das
Schmuggelgut war in kleine Säckchen verpackt,
die genau im Umriß des Körpers über den
Rücken verteilt waren. Sie ſchritten langſam
einer hinter dem andern das Gelände hinunter.
Sie waren ſchon längſt fort, und nichts geſchah.
Aber Sie laſſen ſie ja laufen, flüſterte ich dem
Beamten zu. Pſt, machte der und blieb
ruhig. Er hatte Recht. Denn nicht lange darauf
wurde es wieder lebendig am Waldausgang.
Dieſes Mal waren es zwölf Mann. Sie ſchrit=
ten
in langen Abſtänden über die Wieſe. Und
dieſes Mal ſprangen die Beamten aus ihrem
Verſteck. Aber die erſten ſind Ihnen ent=
wiſcht
, ſagte ich ſpäter. Mein Lieber, ſagte
der Beamte und lachte, darauf fallen wir
heute nicht mehr herein. Dieſe erſten hatten

nämlich gar nichts zu ſchmuggeln. Das n
leicht Papier, das ſie in ihren Säcken
aber kein Cabak oder Kaffee. Verſteh
wir hätten uns mit viel Geſchrei dar
ſtürzt. Sie hätten ſich als harmloſe
gänger bezeichnet, die ſich einmal einer
erlaubten Und die anderen, die echten Si
ler, wären uns inzwiſchen, rechtzeitig
entwiſcht. Verſtehen Sie? Ein Crick.
ſehon ein bißchen alt.
Crick. Neue Cricks, das iſt die beſte
der Schmuggelbanden. Immer wiede
Methoden. Das Ueberraſchungsmoment
ſich als der beſte Saktor! Und wenn me
rückwärts ſchaut, ſo hat der ganze
ſchmuggel in dieſen paar Jahren ſein
wenigſtens zwanzig Mal gewechſelt.
wieder kam man hinter die Schliche. Ur
rend man ſchon glaubte, jetzt hat er d
voll, das Riſiko iſt nun zu groß, tauchte
erwartet als Neugeborener, ſozuſagen ſ
auf. Und ſo geht das weiter, ſolange
viel Geld wie ſetzt dabei zu verdienen
reinſte Hydra.
J. V. Sd

Der Offenbacher Hausſegen. Bon

Karl Retep.

Es war einmal in alten Seiten, in denen man
noch nichts von der Scheinwelt der Schlagworte
von neuer Sachlichkeit und ähnlichen erſtaun=
lichen
Dingen wußte, kurz, in denen das Leben
noch einfacher dahinfloß, und der Kampf aller
gegen alle noch nicht entbrannt war. Nur in
Offenbach ſcheint man damals ſeinerzeit etwas
voraus geweſen zu ſein. Dort entſchloß ſich eines
Cages ein hart von ſeinen Gläubigern bedräng=
ter
Schuldner, ſeine geſamte Habe auf ſeine
Frau zu übertragen. Und als die Gläubiger
kamen und bei ihm pfänden wollten, da drehte
er mit pfiffigem Lächeln ſeine Hoſentaſchen
herum. Und ſiehe, es war nichts mehr da. Doch
auch damals gab es ſchon Geſetze. Ihre Sahl
war zwar gering, was bei der damals herr=
ſchenden
abſcheulichen Unſachlichkeit nicht zu
verwundern iſt. Eines dieſer Geſetze wurde dem
Schuldner zum Verhängnis. Da war wohlweis=
lich
beſtimmt, daß die benachteiligten Gläubiger
ſolche Geſchäfte anfechten konnten, und zwar
ganz allgemein dann, wenn die Uebereignung in
der Abſicht erfolgt war, die Gläubiger zu be=
nachteiligen
, und der Erwerber dieſe Abſicht
gekannt hatte; wenn aber die Uebereignung an
den Ehegatten oder einen nahen Verwandten
erfolgt war, ſo hatten es die Gläubiger noch
leichter, mit der Anfechtung durchzudringen.
Denn da ſprach nach dem Geſetz von vornherein
die Vermutung dafür, daß der Ehegatte oder
die Verwandten die Abſicht des Schuldners,
ſeine Gläubiger durch die Uebereignung zu be=
nachteiligen
, gekannt hatten. Mit dieſer Anfech=
tung
kamen die Gläubiger zum Siel der Schuld=
ner
aber war hereingefallen. Doch die Seit ſtand
nicht ſtill. War auch das ſtolze Gebäude, das
ſchlaue Schuldner mit ſo viel Hoffnung errichtet
hatte, zuſammengebrochen, ein Bauſtein für die
weitere Entwicklung war zurückgeblieben. Und
bald wurde die richtige Baumethode gefunden.

Da ließ ſich zum Beiſpiel einer zur E.
eines Geſchäfts ein Darlehen geben. Fi
Darlehen übereignete er dem Gläubig
großen Ceil ſeiner Habe. Wie das
wird, weiß heute jedes Kind. Man ei
mit dem Gläubiger, daß das Eigentum
übergeht, die Sachen aber leihweiſe i
des Schuldners bleiben ſollen. So
Eigentum auf den Gläubiger über, nau
aber bleibt alles beim alten. Unſer S
beſaß alſo die Sachen, konnte ſie ben=
der
weiteren Entwicklung der Dinge n
trauen entgegenſehen. Diesmal wurde ſ=
trauen
nicht getäuſcht. Wohl aber de
Gläubiger, die ihm Kredit gewährt hat
ſie geglaubt hatten, das, was er beſitze,
ſein Eigentum und biete ihnen Sicherk
die Gläubiger pfänden wollten, erklär
der Schuldner zuniſch mit Wallenſte
ſteh’ ich, ein entlaubter Stamm‟. Denn
ein gebildeter Mann. Aber die Gläubi=
ten
für klaſſiſche Bildung kein Ver
Mit dem dürren Stamm allein konnten
anfangen. Sie verſuchten es wieder mit
fechtung des Uebereignungsvertrages
diesmal vergeblich. Umſonſt wieſen ſie
hin, daß der Wert der dem erſten &
übereigneten Gegenſtände den Betrag
ihm gewährten Darlehens bei weiter
ſteige. Eine ſolche Ueberdeckung war
nichts außergewöhnliches und, wenn
alles Maß überſteigt, auch durchaus un
lich. Denn erfahrungsgemäß werden
Verwertung der Gegenſtände meiſt nur
Preiſe gezahlt. Man kann es daher
Gläubiger übel nehmen, wenn er ſich ein
Ueberdeckung verſchafft. Die andere
biger fielen alſo mit ihrer Anfechtun
Sie büßten für ihr kindliches Vertrauer
äußeren Schein der Dinge.

Das Labyrinth.
Von E. van Lidth de Jende.
Berechtigte Ueberſetzung von Willu Blochert.
Sie gehen doch auch mit zum Labyrinth,
Lucien? fragte unſer Gaſtgeber den jungen
Ingenieur, der mit noch zehn anderen Herren
ein paar Urlaubstage auf dem gaſtfreien Schloß
von Erneſte Lapierre zubrachte.
Aber Lucien Noyan ſchüttelte verneinend den
Kopf und ſagte: Wenn Sie es mir nicht übel=
nehmen
, gehe ich lieber nicht mit. Ich habe nicht
viel für Labyrinthe übrig, ſeitdem ich einmal
graue Haare davon bekommen habe.
Ganz wie Sie wollen, mein Lieber er=
widerte
unſer Wirt und auf mich weiſend, fügte
er hinzu: Dann können Sie ihm Geſellſchaft
leiſten, denn er bleibt auch zu Haus, weil er ſich
geſtern bei der Kletterpartie den Suß verſtaucht
hat.
Eine Viertelſtunde ſpäter war die fröhliche
Geſellſchaft in zwei Autos abgefahren, zu einem
Beſuch der unterirdiſchen Gänge und Höhlen,
die ungefähr eine Stunde vom Schloß, dicht bei
einem Bergdorf, lagen.

Lucien und ich blieben allein zurück. Wir
ſaßen auf dem Naſen hinter dem Kaſtell und
rauchten ſchweigend eine Sigarette. Ich be=
trachtete
meinen Gefährten von der Seite und
ſah nun, wie merkwürdig, das ſchneeweiße Haar
zu dem jungen Geſicht ſtand. Er konnte höchſtens
fünfunddreißig Jahre alt ſein.
Der junge Ingenieur ſchien meine Gedanken
zu erraten und ſagte: Sie wundern ſich gewiß
darüber, wie ein Menſch graue Haare von dem
Beſuch eines Labyrinths bekommen kann.
Wenn es Sie intereſſiert, will ich Ihnen die Ge=
ſchichte
erzählen. Sumal es faſt auf den Cag
zwölf Jahre her iſt, daß die Sache ſich abſpielte.
Haben Sie einmal von dem unterirdiſchen Fluß,
dem Bramabiau, gehört, den man am beſten
von dem Ort Mende erreicht? Es iſt ein Neben=
fluß
des Carn, der ſich dort in den Kalkfelſen
ein ausgedehntes Labyrinth geſchaffen hat.
Man geht mit Führern dorthin, und dieſe folgen
dann immer beſtimmten Wegen, teils zu Suß,
teils in Booten, denn niemand weiß, wie weit
die unterirdiſchen Gänge ſich erſtrecken.
Vor zwölf Jahren alſo war ich dort mit zwei
Studienkollegen, André Mazal, einem guten
Bekannten, und Naymonde Achard, einem be=

freundeten jungen Mädchen aus demſelben
Semeſter. Wir hatten ſchon lange den Plan
gehabt, geologiſche Unterſuchungen in den
Gängen des Bramabiau anzuſtellen, und ſicher=
lich
wäre alles gut verlaufen, wenn Raymonde
nicht ein ſo allerliebteſts Mädel geweſen wäre.
André und ich waren beide in ſie verſchoſſen,
und das wußten wir voneinander, aber wir
wußten nicht, wem von uns beiden ſie den Vor=
zug
gab. Sie war zu uns beiden gleichermaßen
freundlich, ja, ſie war ein bißchen kokett, die
kleine Naymonde. André war ein häßlicher
Junge, aber ſehr intolligent, und er muß ſich ein=
gebildet
haben, daß er die meiſten Chancen
hätte. Und deshalb war ſeine Enttäuſchung um
ſo größer. Denn auf dieſem Ausflug ließ
Naymonde ſehr bald deutlich merken, daß ich
der Auserkorene war. Sie ging oft mit mir
Arm in Arm, während ſie ihm auszuweichen
ſuchte. Wenn ich ſtehen blieb, um die Ausſicht
zu genießen oder eine Blume zu pflücken, dann
lieb ſie auch ſtehen. Wenn jedoch André zu=
rückblieb
und rief, dann ging ſie ruhig weiter
und tat, als ob ſie nichts hörte.
Unterwegs hatte ich ein paarmal beobächtet,
wie André vor Wut blaß wurde, doch Nau=

monde ſchien nichts davon zu merken. 2
wir beim Eingang der Höhlen an. Al
uns ausdrücklich davor gewarnt, die
irdiſchen Gewölbe ohne Führer zu betre
jung und übermütig, wie wir waren, he
nicht darauf geachtet. Dagegen hatten n
unſeren elektriſchen Lampen und
batterien einen dünnen Stahldraht m
men, deſſen eines Ende wir an einem
beim Eingang befeſtigten. Jeder von
eine Lampe. Ich trug außerdem den
und eine Hacke, und André wickelte
den Draht ab, ſobald wir in die H0
gedrungen waren. So konnten wir
verirren.
Naymonde ging ſtets mit mir. LS
mich ein bißchen vor André, weil ſie ?
fällig tat. Wir waren bereits eine halb
gelaufen, und manchmal waren die
niedrig, daß wir gebückt gehen mußlell=
liefen
wir durch ein altes, ausgetrockne"
bett, dann wieder auf einem ſchmal
neben dem ſchnell dahinſtrömenden unl
Fluß, der ein ſeltſam toſendes Gerall
das überall in den Gewölben M
Manchmal, wenn Naumonde und !

[ ][  ][ ]

Einen ſolchen Bertrag nannte man früher
unſerer Gegend einen Offenbacher Haus=
ſogen
. Aber die weitere Entwicklung iſt längſt
dgrüber hinweggeſchritten. Wer weiß heute
och etwas von einem Offenbacher Hausſegen?
Holche Verträge ſind längſt Gemeingut der
Nation geworden. Der Gläubiger ſoll glauben,
ſaubon an ſeinen Schuldner. Aber die Gläu=
ſiger
waren wohl die erſten, die der Anſicht
zaren, daß der Glaube allein nicht ſelig macht,
nd daß es zweckmäßig ſei, dem Glauben noch
ine geſicherte Unterlage zu geben. Die großen
reditgeber, die gewerbsmäßigen Geldaus=
üher
, wurden auch auf dieſem Gebiet bahn=
rechend
. Nur ſpannten ſie den Bogen zunächſt
twas allzu ſtraff. Während ſie für die Gelder,
ſe ſie ſelbſt liehen, keineswegs ſicher waren,
jo mancher in den letzten Seiten zu ſeinem
chmerz erfahren hat, war ihnen für die von
men ausgeliehenen Gelder keine Sicherheit
roß genug. Da mußten von dem Schuldner
cht nur alles vorhandene Vermögen, Waren=
ger
und ſonſtiges Eigentum übereignet wer=
m
.ſondern auch die Waren, die er erſt in
ukunft erwaro, dazu die vorhandenen und erſt
och entſtehenden Außenſtänden, kurz alles,
as der Schuldner hatte und etwa noch erwer=
n
konnte. Nichts gehörte dem Schuldner
ehr, nichts konnte er mehr erwerben, was
cht gleich in das Eigentum ſeines Kreditgebers

rging. Solche Verträge blieben zunächſt im
heimfach des Kreditgebers. Der Schuldner
te natürlich an ihrer Bekanntmachung kein
ereſſe, um andere Kreditgeber nicht abzu=
ecken
. Dem ſo geſicherten Gläubiger konnte
nur recht ſein, wenn der Schuldner von
erer Seite noch Kredit erhielt und mit die-
Kredit ſeine Geſchäfte weiter betrieb. Neue
iren an Stelle der alten kamen in das
rrenlager, neue Außenſtände traten an Stelle
alten, und alles war ihm übereignet. Mit
Gewinn aus den weiteren Geſchäften aber
nte der Schuldner ſeine meiſt nicht allzu
pp bemeſſenen Sinſen an den geſicherten
ubiger zahlen. So bot, der Schuldner nach
en hin das Bild ſtrotzender Geſundheit,
rlich war er ausgehöhlt wie ein morſcher
um. Kam es dann ſchließlich doch zum Kon=
s
, ſo wurde der Uebereignungsvertrag aus
Geheimfach entnommen. Die anderen
ubiger konnten nun ſehen, wo ſie blieben.
dummes Vertrauen fand nur gerechte
afe. Aber dieſe Auffaſſung des glücklichen
abers des Uebereignungsvertrags fand
t die Billigung der Gerichte. Die waren
kwürdigerweiſe der Auffaſſung, daß es doch

nicht ganz richtig ſei, nach außen den Schein
eines geſunden Unternehmens zu erwecken und
dadurch andere zur Kreditgewährung zu ver=
aulaſſen
, während der Schuldner in Wirklichkeit
nur als ſäft= und kraftloſer Strohmann die
Geſchäfte eines einzigen Gläubigers beſorgte.
Sie erklärten derartige Knebelungsverträge als
gegen die guten Sitten verſtoßend für nichtig.
Der Schmerz des allz ſchlauen Gläubigers
war groß. Nicht etwa deshalb, weil ihm be=
ſcheinigt
worden wär, daß er etwas getan hatte,
was gegen die guten Sitten ging. Was machte
das ſchon in der heutigen Seit aus? Darüber
ging man mit einem Achſelzucken hinweg. Aber
ſämtliche Selle waren ihm weggeſchwommen.
Man mußte ſich mit den übrigen, den dummen
Gläubigern in Reih und Glied ſtellen. Man
hatte zu viel und zu gierig geſchluckt und mußte,
wie immer, wenn man ſich übernommen hat, ein
entſprechendes Opfer bringen. Aber aus der
Erfahrung hatte man wieder etwas gelernt.
Nun war man ängſtlich darauf bedacht, bei
ſolchen Uebereignungsverträgen einen Ceil des
Vermögens dem Schuldner zu belaſſen, um dem
Einwand der Nichtigkeit des Vertrags zu ent=
gehen
. Und man fuhr gut dabei. Ja, d. h., nun
erhoben ſich wieder andere Schwierigenkeiten.
Die kamen jetzt auf einmal von der anderen
Seite, von dem Schuldner. Was ſtürmt alles
auf ſo einen armen Schuldner ein! Jeder Gläu=

biger will heutigen Cages eine Sicherheit haben.
Der Schuldner iſt geduldig und gutmütig.
Warum ſoll er nicht jedem Gläubiger eine
Sicherheit geben und ihn damit glücklich
machen? Er hat zwar die in Betracht kommen=
den
Sachen ſchon einem Gläubiger zur Sicher=
heit
übereignet, aber das wiſſen ja die anderen
Gläubiger nicht. Denn alles hat er ja noch in
ſeinem Beſitz, in ſeiner Wohnung, ſeinem Lager.
Und ſo übereignet er der Reihe nach die glei=
chen
Sachen dem zweiten, dritten und vierten
Gläubiger. Daß er ſich dadurch ſtrafbar macht,
je nachdem wegen Unterſchlagung oder Be=
trugs
, nimmt er mit in Kauf. Vielleicht geſchieht
ein Wunder, das ihm eines Cages die Befrie=
digung
ſämtlicher Gläubiger erlaubt. Aber nicht
das erſehnte Wunder, ſondern nur der uner=
wünſchte
Suſammenbruch kommt eines Cages.
Und da wundern ſich die Gläubiger, von denen
jeder ſich durch die Uebereignung geſichert hielt.
Und frei nach Buſch kann man mit ihnen ſagen:
Gläubiger werden iſt nicht ſchwer, Gläubiger
ſein dagegen ſehr. Man ſollte ihnen überhaupt
einen anderen Namen geben. Er paßt nicht mehr
in unſere Seit. Denn ein Gläubiger kann heut=
zutage
gar nicht ungläubig genug ſein.

eſuch auf einer Menſchenfreſſerinſel.

ſe liegt im Pazifik, die Inſel der Menſchen=
er
. Ich kann ſogar verraten, daß ſie zu dem
der Inſeln gehort, der Melaneſien genannt
Aber ich werde mich hüten, den Namen,
ennen.
Jämtliche Profeſſoren ſämtlicher Völker=
emuſeen
würden ſich beeilen, die letzten
1s und Eberzähne von den Canzplätzen zu
ttern, und ich gönne ſie ihnen gar nicht.
die Filmleute in Hollywood würden nicht
g ſein, aber die würden nach dem

Grundſatz: Sicher iſt ſicher; ihren Silm Im
Kochtopf der Kannibalen, doch lieber in der
Nähe von Honohlu drehen, wie ſie es mit den
Weißen Schatten gemacht haben, die angeb=
lich
auf den wilden Marqueſas, in Wirklichkeit
aber ganz wo anders aufgenommen wurden.
Nein, bloß keinen run auf die Menſchen=
freſſer
. Man ſoll Raritäten der Nachwelt zu
erhalten ſuchen, ſeien ſie nun ſympathiſch oder
nicht. Ohne die Menſchenfreſſerei beſonders
reizvoll zu finden, kann ich mir doch denken,

daß dieſe Wilden mit derſelben Unſchuld und
Rechtſchaffenheit des Gemüts in ihre ominöſen
Kotelettes beißen, wie die Amerikaner in ihren
Kaugummi. Sie wiſſen es eben nicht beſſer, meine die Wilden.

Es klingt etwas unwahrſcheinlich: Men=
ſchenfreſſer
im Jahre 19532. Und ich glaube, wie
ich betonen möchte, bei weitem nicht alles, was
man mir erzählt, und ſeit dieſer Reiſe durch den
Pazifik glaube ich ſchon überhaupt nichts mehr.
Es kam ſo weit, daß vor der Ankunft in Cahiti
der ganze Speiſeſaal des Dampfers ſtritt, wann
dort die Regenzeit ſei. Von denen, die dort ge=
weſen
waren, behauptete jeder das ſtrikte
Gegenteil deſſen, was der Vorgänger geſagt
hatte. Sämtliche Jahreszeiten kamen an die
Reihe. Seitdem glaubte ich auch nicht mehr an
die Menſchenfreſſer=Inſel.
Im übrigen waren Schauergeſchichten über
ſie im Umlauf. Einer, der vier Jahre lang auf
einer Nachbarinſel Kokosnüſſe geerntet hatte,
behauptete, die Wilden pflegten jedermann nach
der Begrüßung zu betaſten, gewiſſermaßen, um
ſeine Schlachtreife feſtzuſtellen. Ernſthafter war
dagegen ſchon das Gerücht zu erwägen, daß die
europäiſche Macht, der dieſe Inſel gehörte, das
Landen dort überhaupt verboten habe.
Aber das erſte, was ich von der Inſel ge=
wahrte
, war eine Kokosplantage. Graugrüne
Reihen von Wedelkronen hoben ſich deutlich
von dem tiefgrünen Urwald ab, der die ſteilen
Höhen um die übrigens entzückende Bucht be=
deckte
. Europäer kamen an Bord, und alles
entwickelte ſich ſehr friedlich. Nach langem
Warten und Sögern des Kapitäns durften wir
ſogar mit dem Motorboot an Land, man gab
uns zur Sicherheit einen der Offiziere mit, aber
ſeine Hoſentaſche ſah nicht ſo aus, als ſtecke ein
Nevolver darin. Eine Landungsbrücke gab
es hier noch nicht, wir trugen daher unſere
Damen die paar Schritte durch das Waſſer
auf den Strandſand.
Dahinter war nun nicht weiter viel, un=
durchdringlicher
Wald und nochmal Urwald,
ein Schuppen darin von undefinierbarer Be=
ſtimmung
und die traurigen Neſte zweier Euro=
päerhäuſer
, deren Bewohner wahrſcheinlich
dem Sieber dieſer Inſeln erlegen ſind. Aber
ſiehe da, es gab einen wunderbaren, breiten
und guten, direkt gepflegten Pfad durch das
Dickicht, ſo breit, daß drei oder vier Leute
nebeneinander gehen konnten, genau ſo ein be=
quemer
Pfad, wie man ihn in der Ciroler
Sommerfriſche vom Hotel nach den Berghütten
hinaufſteigt. Und dieſem Pfad nun folgen wir
in nicht geringer Spannung. Der Urwald zu
beiden Seiten iſt prügeldick, wie er ſein ſoll,
genau ſo, wie ihn die Direktoren unſerer bota=
niſchen
Gärten in Berlin und München ſich
vorſtellen: Ab und zu ragt eine Kokospalme
oder ein mächtiger Bananenbaum, andere
Bäume ſind ſo von Schlingpflanzen über=
wuchert
, daß ſie wie ein grünes Selt ausſehen.
Und man denkt mit einem Schauer im Rücken
an die vergifteten Pfeile, die vielleicht mit
lautloſem Schwirren aus dem Blättergewirr
hervorſchnellen könnten, in unſere Nücken, wie
es Lapérouſe wahrſcheinlich erging und Cook
und anderen in dieſen Gegenden.

Aber nichts dergleichen geſchah. Es kam
vielmehr eine ſehr echte Eingeborenenhütte mit
einem ſehr echt gefärbten Schwarzen, der aber
einen europäiſchen Hut auf hatte und ein mäch-
tiges
europäiſches Meſſer mit einem Stein
ſchärfte. Er verſtand Brocken ſowohl von
Franzöſiſch, wie von Pidgin, ein gebildeter
Mann mithin; noch ein paar Hütten unter
Bananen verſteckt, zwiſchen denen die Erde
ſauber von jedem Grün gereinigt war, und
es endete . . . bei einer Miſſion. Tie freut ſich
hier ſchon ſeit 1895 in einem Kokospalmenhain
und einer kleinen Kirche mit Wellblechdach des
Daſeins und des Anblickes des ſehr munteren
Vulkans drüben auf der Nachbarinſel, der bis=
weilen
einen Aſchenregen als Gruß herüber=
ſchickt
und ſchon etliche Baumwollernten auf
anderen Inſeln auf dem Gewiſſen hat.
Und während auf dem Rückwege die weißen
Anzüge und Helme der vor mir Gehenden alle
Augenblicke ſchmerzhaft aufblenden in den
Stahlen der durch das Blätterdach ſcheinenden
Sonne, denke ich, daß man in wenigen Jahren
hier wohl mit dem Auto wird entlangfahren
können, womöglich mit eingeborenen Chauffeu=
ren
von dieſer Inſel.

Und die unziviliſierten nackten Wilden?
Sch habe mich doch entſchloſſen, ihre Exiſtenz
für möglich zu halten, vom Datum des Poſt=
ſtempels
ab bis zum Jahre 1935 einſch. Denn des
anderen Cages bekam ich einige von ihnen zu
Geſicht, wie ſie, wahrſcheinlich aus dem Mit=
tagsſchlaf
geweckt durch unſere Dampfpfeife, an
den Ufern der beiden kleinen Inſeln ſtanden,
zwiſchen denen wir hindurchfuhren; ſie ſtarrten
verwundert der großen Maſchine der weißen
Männer nach, die ſo viel Lärm zu machen
weiß. Ich ſah ſie auf kaum 200 Meter, ſah ihre
Kanus am Ufer liegen, die mit den Auslegern
immer ein wenig wie tote Spinnen wirken, ſah
ihre Stobhütten aus dem dichten Buſch lugen
und den Rauch ihrer Feuerſtellen aufguirlen.
Sie waren faſt nackt und mit Ausnahme der
mit Korallenkalk hell gefärbten Haarſchöpfe
ſchwarz wie die Unterwelt.
Aber es waren, ſozuſagen, nur Koſtproben
von Wilden. Die ganz und unbezweifelbar un=
ziviliſierten
hauſen, bis an die Sähne bewaffnet
mit Wincheſterbüchſen, in den troſtlos dicken
Urwäldern auf den Bergen des Innern und
man ſieht ſie faſt nie. Es gibt kein anderes
Mittel, ſie aus ihren Wäldern herauszutreiben
als einen tüchtigen Vulkanausbruch mit ent=
ſprechendem
Aſchenregen oder Lavaerguß.
Wenn man will, kann man ſie da droben be=
ſuchen
. Es hindert einen niemand, aber man
mache ſich auf unſchöne Dinge gefaßt. Von
Hautkrankheiten wie Ausſatz und von Erdbeben
darf man ſich nicht ſtören laſſen, hier und da
riecht es auf den Inſeln nach dem giftigen
Schwefelwaſſerſtoff. Es regnet durchſchnittlich
ſechs Monate im Jahr und wie! und
Sieber gibt es das ganze Jahr über in ſchweren
Sormaten. Am gefürchtetſten aber iſt der Ceta=
nus
, der Wundſtarrkrampf, den man ſich durch
Sliegenſtiche oder kleine Hautkratzer im Buſch
zuzieht; der Arzt mit der rettenden Serumſpritze
iſt, wie man ſich denken kann, ſelten genug recht=
zeitig
zur Stelle. Es gibt alſo doch noch, in
dieſem Jahr des Heils, Inſeln, auf denen un=
ziviliſierte
Wilde.
Ob ſie Menſchen freſſen? Sch kann zu meiner
Genugtuung geſtehen, daß ich nicht dabei ge=
weſen
bin,
Erich, V. Keilpflug.

bogen und wir André voraus waren,
en wir einander.
ötzlich bemerkten wir, daß wir André ver=
hatten
. Wir dachten, daß er unabſichtlich
Akgeblieben wäre, leuchteten in allen Nich=
n
und riefen ſeinen Namen. Endlich hör=
dir
ganz aus der Ferne ſeine Stimme: Viel
fnügen euch beiden! Raymonde und ich
einander an, ſie lachte noch, aber mir
e ſofort unſere Gefahr bewußt, denn er
den Draht! Ich ſchrie, daß er verrückt
ich beſchwor ihn zurückzukommen, aber
hielt keine andere Antwort als ein Hohn=
yter
und hörte nichts mehr als das Echo
er eigenen Stimme und das Coſen des
ers.
ir ſuchten, wir ſuchten ſtundenlang. und
purten, daß wir uns immer mehr verirrten.
erbrachten wir zwei volle Cage, wie ver=
ſuchend
, und wir fanden keinen Ausgang.
WLeg glich dem andern. Unſere Lampen

lken aus, unſer Eßvorrat ging zu Ende.
nonde bekam Fieber. Später fiel ſie in
lacht. André war draußen wieder zur
Mnung gekommen und zurückgekehrt, um
mu holen. Aber jetzt konnte er uns nicht

mehr jinden. Dann lief er nach Mende zurück
und erzählte dert alles. Man ſandte ſofort eine
Expedition mit Führern aus und die hat uns
endlich nach fünf Cagen gefunden. Soweit
waren wir abgeirrt.
Als man uns wieder ans Cageslicht gebracht
hatte, befanden wir uns beide in einem böſen
Suſtand. Raguonde war noch immer bewußtlos
und noch wochenlang ſchwebte ſie zwiſchen Leben
und Cod. Ich habe mich ſchneller erholt als ſie,
nur meine Haare waren ſchneeweiß geworden.
André habe ich nicht wiedergeſehen. Er iſt
ins Ausland gegangen. Aber nun verſtehen Sie
gewiß, weshalb ich keine Labyrinthe mehr auf=
ſuche
, nicht wahr? ſchloß der junge Mann ſeine
Erzählung.

Leben und Warten.
Von H. Schmidt=Ellrich.
So iſt das Leben: man wartet. Immer wartet
man auf etwas. Man wartet auf die Straßen=

bahn, auf Briefe, auf die Freundin, auf beſſeres
Wetter. Man wartet auf den Morgenkaffee,
auf die Seitung, auf Schluß der Bürozeit, aufs
Eſſen.
Kaufleute warten auf Bareingänge, An=
geſtellte
auf den Erſten, Schriftſteller auf
Honorar, Finanzleute auf Kredite. Alle warten
auf Geld.
Iſt das Erwartete dann eingetroffen,
wartet man weiter. Denn inzwiſchen gibt es
längſt etwas Neues, das zu erwarten ſteht. Wir
warten überhaupt immer auf hundert. Dinge
zugleich. Nur, daß eines davon ſich jeweils in
den Vordergrund drängt ſo lange, bis wir es
endlich erreicht haben oder es uns eine Naſe
gedreht hat und aus dem Bereich der Mög=
lichkeiten
verſchwindet.
Keine Seit unſeres Lebens ohne Warten!
Kein Menſch, der nichts erwartet!
Kinder warten auf Ferien, auf Geburtstage,
auf Schulverſetzung. Mädchen warten auf
Heiratsanträge, Eheleute auf Scheidung, Sil=
berhochzeiter
auf eine Wohnung, Beamte war=
ten
auf Beförderung, Beförderte auf weitere
Beförderung.

Aerzte warten auf Patienten; Patienten
woarten auf Aerzte, Kohlenhändler warten auf
den Winter; Eishändler auf den Sommer.
Künſtler warten auf Einfälle; Cheaterdirek=
toren
auf den Schlager. Handwerker warten
auf Aufträge; Dienſtboten warten auf Crink=
geld
; Hochverſicherte warten auf Seuer.
Betrüger warten auf. Dumme; Einbrecher
warten auf Neumond. Gefangene warten aufs
Urteil; Mörder warten auf Hinrichtung. Feſt=
beſoldete
warten auf Urlaub. Alle warten auf
den Sonntag.
Ciere ſind einfach da und warten auf nichts.
Menſchen warten auf Vorteile.
Blumen ſind einfach da und warten auf nichts.
Menſchen warten auf Gelegenheiten, auf Er=
folge
, auf Macht, auf Vergnügen.
Manchmal möchte man mit alledem nichts
mehr zu tun haben, möchte allein auf einer ein=
ſamen
Inſel wohnen, wo es kein Warten auf
irgend etwas gibt. Wo man ſich Bananen und
Apfelſinen in den Mund wachſen läßt, ſich in die
warme Sonne ans Ufer legt und warket.
Wartet, daß bald ein Dampfer komme und
einen zurückfahre in die ſoeben verlaſſene Welt
des ſchauderhaften, ewigen Wartens.

[ ][  ][ ]

Seite

Ende 4
zurücke
hat the
nach G
weil u.
des
form
nachde
ganger
E
zöſiſche
Tardi
macht
tref
aus w.
konföt
verluf
haben
währe
von
Wahl
große
Deutt
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck

Soooche, un jetzt hawwe aach emol unſer
annern deitſche Bundesbrieder, insbeſunnere
die keenichlich=freiſtaatliche Breiße, Bayern un
Schwowe des Vergnieje gehatt, ſich e nei
Muſterkolläckzion vun Landdagsabgeordnete
zuſamme zu wehle.
No un wann ich mer däß ganze Sammel=
ſurium
vun Volksdribune ſo aguck, däß wo
bei däre Wehlerei erauskumme is, do hab ich
des Gefiehl, als dhete dene ihr neie Land=
däg
, unſerm, der wo zwar ſchun e bische
rammboniert, awwer immerhie noch ſo
gud wie nei is, uffs Hoor ehnlich ſähe. Mer
kennt alſo net grad behaubte, daß die groß=
kobfede
Großſtäätler aſch viel geſcheider
weern, wie mir Klagſtäätler, insbeſundere
mir blinde‟ Heſſe..."
Awwer wann ſe ſchun immer ſo dhu, die
keenichlich=freiſtaatliche Großſtäätler, un poche
bei jederGeläjenheid uff ihr ageſtammte un
geheilichte Reſſervoirrechte, dann ſolle ſe uns
jetzt aach emol vormache, wie mer aus ſo=eme
Konglomerad e dragfähich Reſchierung bilde
dhut, ſunſt peif ich druff.

Dann offe geſtanne, der Zuſtand, wie mer’n
jetzt, ſchun ſeit eme hallwe Johr in Heſſe
hawwe, der baßt mir ſchun ganz un gor nei,
däß is nir Hallwes un nix Ganzes; ſo e ge=
ſchäftsfiehrendes
Miniſterjum, däß is ſchließ=
lich
ſozuſage nir weider wie ſo e Art: Dame
ohne Unterleib
Hobbla, ich wär doch do mit meim Ver=
glich
net zuviel geſagt hawwe? Dann
unner de heidiche Zeitlaift hott mer ſich leicht
es Maul verbrennt, un mer ſteht ſozuſage
immer mit aam Fuß näwwer=me Schnellrichter
Un der faggelt net lang; däß is bekanntlich
ſchun die reinſte Parregrafe= Schnellſchuh=
ſohlerei
. Wie’s Gewidder hawwe ſe aam ver=
ſohlt
! Dann unſeraaner, der wo zum Ge=
ſchlächt
der diäten= und freifahrtſcheiloſen Zeit=
genoſſe
geheert, der kann ſich net uff ſei Im=
munidhät
beruffe, ſundern muß gegäwenen=
falls
ausfräſſe, was er ſich eigebrockt hott.
Jedenfalls miſſe mir Pubbliziſte heit elend
uffm Kiwief ſei, daß mer net emol en falſche
Zungeſchlag hawwe. Un mir därfe in dem
Fall alles, bloß därfe mer uns die Ausdrucks=

weis vun unſere Volkserwählte net zum Vor=
bild
nemme.
Gewiß, grad die ſollte dem Volk vorbild=
liche
Vorbilder ſei! Awwer leider ſin ſes
net. Zum allerwenichſte in Bezugnahm uff ihr
ungeſchliffene Redensarde.
Ich bin an ſich jo e groß Verehrerin vun
ſogenannte ballammendariſche Stilbliede‟
Awwer däß, was aam do heit als emol ſärr=
wiert
wärd, däß ſin ſchun mehr Dreck=
ſchibbeſtiehlbliede‟

s mag jo immerhie Leit gäwwe, dene wo
ſo Redensarde mächdich imbonniern, insbeſun=
uere
, wann=ſe ſe ſich ſe dehaam hinnerm Owe
in aller Ruh zu Gemied fiehrn . Ich,
was mich bedrifft, ich bin jo gewiß net zimm=
berlich
, un ich kann ſchun en Stimmel ver=
drage
. Awwer alles, was in Sack geht, mer
muß immer de Bennel noch zubinne kenne...
un dodebei hawwe mir hier an unſere
ſtädtiſche Ton=Aggedemie ſogar e Inſtidud
fier Sprecherziehung! No un ich
nemm doch a, daß die Sprecherziehung ärjend=
wie
was mitm gude Ton in alle Läwens=
lage
zu dhu hott. Dann was ſoll ſunſt die
Sprecherziehung mit=ere Ton=Aggedemie zu
dhu hawwe. Freilich, die Menſedickerei
hott jo ſchließlich aach nir mit de Kählkobb=
Gimmnaſtick zu dhu, un noch wenicher was
mitere Ton=Aggedemie.
Awwer däß näwebei, jedenfalls will mir
ſcheine, als wann die, die’s am needichſte
hedde, am wenichſte Gebrauch vun dere
Sprecherziehung mache dhete, ſunſt mißt mer
doch bei unſere Landdagsverhandlunge e klag
bische was vun dem ſäjensreiche‟ Inſtidud
märke. Jau, noch net emol uffm Rodhaus
märkt mer was devo, un die kemde doch ſicher
billich dezu .
Ob mer däßhalb net for unſer Babblemen=
darier
en obbligadoriſche Sprecherziehungs=
Unnerricht eifiehrn ſollt?! Däß weer zu

ordente net? Un wann’s bloß de Noochweis
weer, daß ſe des Inſtidud for Sprecherziehung
bei de ſtädtiſche Ton=Aggedemie mit Erfolch
abſollviert hawwe . ..
Daß ſe s nochher mit ſo=ere iwwerkan=
didelte‟
Sprechweis alle Leit recht mache dhete,
glaab ich zwar gach net. Dann wem kann
mer’s heit noch recht mache?! Will mer bei=
ſpielsmeßich
e gebildete Unnerhaldung afange,
un gornix vun Bolledick ſchwätze, ſundern
hochvornehm vum Wädder, dann haaßt’s gleich:
geh mer haam, mit ſo=eme Wädder, dem ſieht
mer’s uff dauſend Meder gäfe de Wind a, daß
es aach bloß am griene Diſch gemacht is, ſunſt
dhet’s net ſo iwwerzwärch ausfalle
Ja, der griene Diſch! Däß is aach ſo e
Stickche Möwel. Alles was aam net baßt,
alles wo mer glaabt, daß es nir un raddikahl
verkehrt un falſch is, alles was aam ärchert un
greemt, do is der griene Diſch dra ſchuld.
Jedenfalls, er hott’s uff ſich, der griene Diſch,
un er is ohne Zweifel e ganz verdrackt, un e
heillos boshaffdich Möwelſtick, däß wo mit
ſeine giffdich griene Fabb bei dene, die wo
drumm erum ſitze miſſe, allerhand Irrunge un
Wirrunge arichte dhut.
Ich mecht drum, in aller Beſcheidenheit,
heecheren Orts, wo mer ſicherlich die Stimme
un die Maanunge des Volks iwwer den ver=
flixte
griene Diſch vernemme dhut, alſo ich
mecht däßhalb heecheren Orts den beſcheidene
Vorſchlag eibringe, ob mer bei dem dem=
nechſtiche
Syſtem=Wexel, net aach dem griene
Diſch an de Krage geh, un denſällwichen mit

iwwerleje. Schließlich muß jo heit jeder
Nachtwächter ärchendwie e Priefung ableie
un en Befähichungsnoochweis erbringe,
warum ausgerächend unſer jeweiliche Abge=

Stumb un Stiehl ausrotte will, indem der
nooch der allgemeine Volksiwwerzeichung der
Ibel greeßtes is. Un ſtatts dene unſeeliche un
unzehliche griene Diſch, kennt mer noochher, zur
Akurwelung der ſyſtemloſen heechere Oerter
lauder roſarote, odder meinswäje veilcheblaue
Diſch, oder Dicher aſchaffe.
Bis jetzt hott mer nemlich noch nie was
devon geheert, daß däß, was an=eme rote,
odder blaue Diſch, odder ditto Duch, beſchloſſe
odder rausgedifftelt worrn is, falſch, verkehrt

un ganz un gar unſinnich gewäſe weer. Imm/
wars bloß däß, was mer grundſätzlich an
griene Diſch beſchloſſe hott. Un däßhal
geheern ſe abgeſchafft, die griene Diſch, mi
ſamſt de lange Benk, falls die aach grie ſin
Jetzt, was die Diſch uff unſerm Rodhau
bedrifft, ſo mecht ich mir in dem ſpeziälle Fe
kaa Urdaal erlaawe, dann die ſin weder gri
noch rot, noch blau, ſundern ganz indiffere
brau. Un genau ſo ſin die Beſchliß, wo dro
faßt wärrn. Mer kennt alſo net ſage, daß
Kulleer en beſſere Eifluß ausiewe deht. Ich ſ.
bloß Hekoga, un do wärd mer ſchun wi
. . Wobei ich in aller Beſcheidenheit bemär
mecht, daß ich ſchun vum allervorderſte Afau
a, alſo bereits for ſiwwe Johr gäje däß Br
jäckt gewäſe bin, eh’s nor richdich uffgedaucht
Mer hedd alſo, wann mer domals uff mi
geheert hett, en ſcheene Hauf Gäld ſpaarn kenr
Freilich, ſo anno 1925, 26 un 27, däß warn
die Johrn, wo mer ſich vor lauder Gro
mannsſucht kaum gekennt hott. H
hawwe mers! Un wer hatt widderm
recht
Bienche Bimmbernell,
Poſtſchkribbdumm: No alſo
Woch, un zwar am Dienstag feiert unſer al
ehrwirdicher un ageſähener Muſickverei
doch noch ſein hunnerſte Geburtsdag. Un zw
mit=eme Feſtkonzärt Der Meſſias, wo for d
Juwiläum und unſer Nodzeit kaum ſinnich
hett gewehlt wärrn kenne! Un do mecht
bei de Gradulande aach net fehle. Unn
beſſere Verhältniſſe hett ich ſälbſtredend in 1
Leyer gegriffe, un dem Muſickverein en ſchwur
volle Juwiläumshimmnuß gedicht. Awwer
die Feier, unner de gegäwene Umſtend,
allera fachſte Rahme gefeiert wärrn ſo
wollt aach ich mit meine Vers weiders ka
große Uffwand dreiwe. Awwer vun ganz
Härze will ich=em winſche, un will hoffe, daß
ſich aus däre Nodzeit eniwwer rette meg,
beſſere Zeitlaift, die valleicht mir Alde net me
awwer doch unſer Nooch generazione widder
läwe wärrn. Un for die gilt’s des hoche
heiliche Kulldurgud zu erhalte. Dann die 3
wärd kumme, wo unſer Jugend ſich widder
rickfind, aus all dem Haß un Widderſtreit un
Dage, un Kraft un Erholung ſucht in Stun
die en die große un unſtärbliche Werke unſe=
Altmeiſter vermiddele. s mag in Godd
name in dene ſchwere Zeide Manches, was u
lieb un agenehm war, vergeh, mir wollem
Drehn noochgreine. Awwer was uns de Muſ
verein war un is, muß bleiwe, muß e
halte bleiwe, ſunſt is es uff immer verlorn
Un däßhalb, liewer Muſickverein, dräd gut
Muts enei ins zweite Johrhunnert, du hoſt ſch
manche ſchwere Zeide iwwerſtanne, un werſt a
die iwwerſteh, ſolang noch en Funke Ideal
muß, ſolang noch e Finkche ald=darmſtäd
Birjerſinn flackert. Glick uff!

7. Küchenzettel vom 2. bis 8. Mai 1932.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Bayreuther Suppe (), Riſotto
mit Tomatentunke.
Dienstag: Zwiebelſuppe, Spinat m. Kaiſer=
ſchmarren
.
Mittwoch: Fleiſchbrühe m. Einlage, Suppen=
fleiſch
, Kartoffeln, grüne Tunke.
Donnerstag: Sauerampferſuppe, Rahm=
ſchnitzel
, gemiſchtes Gemüſe, Kartoffeln.
Baiſers.
Freitag: Kartoffelſuppe, Fiſch=Frikaſſee,
Kartoffeln.
Samstag: Saure Linſen mit gebratener
Blut= oder Leberwurſt.
Sonntag: Grünkernſuppe, Rindsbraten m.
Grießklöße, Rhabarber=Kompott oder Gelbe=
Rüben=Torte *)
*) Gelbe Rübentorte. 4 Eigelb, 200
Gramm Zucker ſchaumig rühren, 200 Gramm
geriebene Haſelnüſſe oder Mandeln, 200 Gramm
roh geriebene gelbe Rüben, die Schale 14 Zitrone,
25 Gramm Kartoffelmehl, etwas Rum, die
4 Eiweiß zu Schne geſchlagen, untergezogen,
in der Springform gebacken. Nach dem Erkal=
tei
einen Zitronenguß darüber machen: 100
Gramm Puderzucker mit 1 Eßlöffel Zitronen=
ſaft
, 1 Eßlöffel heißes Waſſer glatt rühren.
Anläßlich der Reichs=Seefiſch=Werbe=Woche
bringen wir den Hausfrauen folgende Punkte
in Erinnerung:
1. auch im Sommer Fiſch, er befindet
ſich zu der Zeit im beſten Ernährungszuſtand.
2. Kaufe im Sommer den Fiſch erſt kurz
vor ſeiner Zubereitung, ſofern du kein Eis zur
Verfügung haſt.
3. Verwende, deine Fiſchreſte im Sommer
möglichſt am ſelben Tage.
fühlen, ſein Fleiſch iſt feſt.
Zubereiten ½ Stunde mit Salz beſtreut und
Zitronenſaft beträufelt, ſtehen. Das Fleiſch wird
dadurch feſter und bleibt weiß.
6. Verwende Fiſch nicht nur zum Kochen
oder Backen, ſondern laſſe dir ein Rezept=Buch
geben, du bekommſt es gratis und mache dir die
kleine Mühe, die Rezepte auszuprobieren.
7. Reiche zum Fiſch Gemüſe, Reis, Nudeln
oder Salat, dann iſt das Gericht ebenſo ſättigend
wie Fleiſch.
du ißt ja auch öfter Fleiſch.
9. Verwende Fiſch auch als Krankenkoſt und= LBt52.Da8t; 1.Nre22, 8k2,;1. Tig4 2. Big4
wert und leichte Verdaulichkeit beſonders ge= die Wirkung der ſchw. D nach , ſo daß 2. Teß matt ſetzt.
ſchätzt.

10. Vergiß nicht, daß Fiſch geräuchert oder
mariniert ebenſo nahrhaft iſt wie friſch und
eine angenehme Abwechflung für den Abend=
tiſch
bildet.
Frühjahrsſonne bleicht dieWäſche.
Damit dieſe wünſchenswerte Wirkung noch ver=
ſtärkt
wird, ſollte man die Wäſche im Freien
möglichſt triefend naß aufhängen und dem letz=
ten
Spülwaſſer Brennſpiritus und Terpentin zu
gleichen Teilen, und zwar auf eine große Wanne
voll Waſſer je 3 Eßlöffel voll, beifügen. Hat man
zum Trockenwerden der Wäſche genügend Zeit
übrig, ſo iſt es auch empfehlenswert, dieſe, ſo=
bald
ſie getrocknet iſt, nochmals mittels Gieß=
kanne
auf der Leine hängend völlig zu durch=
näſſen
. Man hat auf dieſe Weiſe den beſten Er=
ſatz
für Raſenbleiche.

Eine Bauernregel.
Urkunde See, Peter, Lamm, Land. Mund, Roſe,
Halt, Tanz, Helm, Kette, Ar, Alt, Elle, Rat,
Fang, Form.
Jedem der obigen Wörter ſind 3 Buchſtaben
vorzuſetzen, ſo daß neue Hauptwörter entſtehen
deren Anfangsbuchſtaben eine Bauernregel
nennen.
Zur Verwendung kommen: Aſp, Aus. Emp,
Eng. Eti, Gaz, Hei. Inh. Inſ Mat. Nat. Not,
Rai, Sal, Sch, Uni, Wil. CarlDeubel.
Ergänzungsrätſel.

Glück.

Nummer 465.
Aufgabe 662.
J. Francey in Bangor.
(1. Preis, Brit. Cheß Society. 1931.)
ab d g

An Stelle der Punkte ſetze man Buchſtaben,
ſo daß 5 Männer= und 5 Frauennamen erſcheinen, ein paar Knöpfe.
Deren Mittelbuchſtaben ſagen, was dieſe zehn
Perſonen im Kino noch nie empfunden haben.
Zur Verwendung kommen folgende Buch=
ſtaben
: Drei a, ein d, elf e, ein f. zwei g, ein h. der Große kom eines Tages in eine Dorſch
zwei i, drei l, zwei n, ein r, ein t, ein w. ein x. Der Schulmonarch nickte ihm nur zu, kümm

Auflöſung der Rätſel aus Nr. 17. Verbeugung und ſagte zu ihm: Verzeihen.
Aehnlichkeiten.
Chaos, Haupt Idee Not, Anfang, Jubel, Angſt, wäre gar kein Auskommen mehr mit ihnen.
Pein Annahme, Notiz.
China Japan.

Magiſches Quadrat.

B .
Dieſe Haarnadel fand ich in der Supf
Gott ſei Dank jetzt fehlen mir nur
R3
A.
Der alte Fritz und der Schulmeiſter Fried
ſich ſonſt nicht weiter um ihn, unterrichtete 1
*
ter und entließ erſt nach einer Weile die Kin
Dann erſt machte er vor dem Herrſcher eine
jeſtät, meine Unhöflichkeit aber wenn die
gens wüßten, daß noch einer über mir iſt. ?
Eine ganz Schlaue. Die Bürodame, die
1
erſt aus den Ferien zurückgekommen iſt. b
den Chef um noch eine Woche Urlaub. Wa.
denn? fragt dieſer verwundert. Ich m‟
4. Friſcher Fiſch darf ſich nicht klebrig an= Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
mich gerne verheiraten, erwidert ſie
Prüftellung: Kh4 Des Tb4, g8 Lel, e8 8d7,14 Bb3,e5.
warum haben Sie das nicht ſchon während
Urlaubs getan? Ach, ich wollte mik
5. Laſſe den vorbereiteten Fiſch vor dem f3, g5; Kf5 De2 Td2, f7 Lf1 848 Be3, e2, 12,h6.
B 4 U E R
ſchönen Ferien nicht verderben.
Aufgabe 663.
Sein Standpunkt. Herr Majunte, vielſe
J. L. W. Lillja in Helſinki.
Hausbeſitzer in Berlin, reiſt nach Aegypten
A 0 R T 4
(1. u. 2. Preis geteilt, Ajan Sana, 1931.)
beſucht natürlich auch die Pyramiden. Le
Beiß: Kb3 De8 Td4 Ub6 Be2, e6, h3 (7);
ſteht er ſtaunend vor den gewaltigen Bau
Schwarz: Kes Lg7, h7, Bd5, 48, k7. g6 (5).
und dann entringen ſich ihm die Worte:
V R 4 s
erhört, was für eine Menge Mauerwert,
Matt in drei Zügen.
keinen Pfennig Miete bringt!
Löſungen der Aufgaben 660661.
Die Naive. Fräulein Sie ſind mit
E T 4 G E
66o. 8. Hannemann. 1. Tr215! Tgg2 2. 5124:
Geſchwindigkeit von 80 Stundenkilometern
1. ..Th82 2. 5g94f 1. .. . he7 2. Biaßt ; 1..Den
fahren, ſagte der Verkehrsſchutzmann.
8. nicht nur einmal in der Woche Fiſch, 2. Ské+ (4 Plachutta=Spiele ohne Opferſtein), 1.... Bd6
iſt ja großartig, jubelte ſie. Und dabei
R 4 S E N
2. S:e5t; 1... Dd6 2. Da84; 1. Ba5 2. B:454;
ich es erſt geſtern gelernt.
Sie weiß, warum. Meine Frau ſord=
661. A. Mari. 1. Ke8b 7! Groht 2. Sestkt.) 1.. . . Bd5
in der Diät, er iſt durch ſeinen hohen Nähr= feſſelt den Sex, ſperrt aber die L=Diagonale h1b7 ſowie
für mich; ſie zieht mir jeden Abend die
Beſuchskarten=Rätſel.
aus. Wenn du nach Hauſe kommſt
Jagdmeiſter.
1..Bd6 2. D:e7F. Hübſche Zwie=Valve.
Nein, wenn ich ausgehen will.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2602392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. pechbe

1 2 z 4 [ ][  ][ ]

Wäſchemode.
enn man ſich mit dem Studium dieſer Mode
rmaßen befaßt, wird man ſehr bald ent=
können
, daß die einſchlägigen Werkſtätten
dier im Laufe der letzten Jahre ungemein
ktiv geweſen ſind.
r allen Dingen iſt ſchon auf den erſten
feſtzuſtellen, daß die Wäſchemode in jeder
it mit der allgemeinen Tagesmode Schritt
und ſich alle ihre Anregungen in richtiger

Ein Kapitel, das für die warmen Tage un=
geteiltem
Intereſſe begegnet und gerne ſtudiert
wird, ſind die verſchiedenen Pyjamas, und
zwar arbeitet man ſelbſt die einfachſten Schlaf=
anzüge
ſo, daß ſie gelegentlich auch für den
Strand Verwendung finden können.
Ein ausgezeichnetes Bett=Pyjama haben
wir im erſten Bilde unſerer zweiten Gruppe feſt=
gehalten
: viereckig ausgeſchnitten, ärmellos,
kaſakähnlich gearbeitet, mit einer zackigen, ge=
knöpften
Leiſte verſehen.
Einen ganz anderen Charakter hat das da=

chmackvoller Art zunutze mache, ſo daß
nit rechnen kann, den verſchiedenen De=
edie
modebefliſſenen Kreiſe in der letzten
igehend beſchäftigen, nun auch hier zu
rkenswert iſt die Tatſache, daß man ſich
wöhnt hat, zwiſchen Strapaz= und Luxus=
einen
ſehr weſentlichen Unterſchied zu
wobei unter Luxus=Wäſche jene Stücke
en werden, die nicht für die Alltagsauf=
beſtimmt
ſind, ſondern zum Abend=
in
Betracht gezogen werden.
n iſt es ganz beſonders intereſſant, zu
, wie die Wäſchemode jedes einzelne
zeugniſſe in zwei Faſſungen in den Vor=
rückt
, und zwar einerſeits in ganz
Wiedergabe, andererſeits im Gegenſatz
beſonders phantaſievoller Ausführung.
eine Gegenüberſtellung beider Möglich=
irfte
es wohl am leichteſten ſein, die
n auf dieſem Gebiete eingehend zu be=
und zu beurteilen.
inen wir alſo mit der Tageswäſche, die
Illerwichtigſte iſt:
t immer einfach und durchaus ſachlich.
wviel wird gefliſſentlich vermieden, denn
von heute muß es wohl oder übel er=
raktiſch
zu denken, und iſt letzten Endes
on durchdrungen, daß nur jene Wäſche=
den
Strapazgebrauch das Richtige ſind.
er Reinigung keinen Schaden nehmen.
n wird auch von jeder Garnierung, die
ipfindlich wäre, Abſtand genommen,
Ajours und andere Fadenzugsarbeiten
ergrunde ſtehen. In der erſten Gruppe
en Reihe zeigen wir eine Hoſenkombi=
ie
angeſichts ihrer abſichtlichen Schlicht=
dingt
das Richtige iſt und ſowohl von
flich=tätigen Frau wie auch von der
n (und welche Frau gibt es, die heute
vort betreibt?) gerne getragen wird.
bendliche Zwecke aber wünſcht man ein
c, das viel phantaſievoller in der Aus=
Iſt; es werden hier gerne paſtellfarbene
ien verarbeitet, die in Verbindung mit
önter Spitze immer ſehr gut wirken.
pitzenbeſatz des Oberteiles iſt übrigens
ſchnitten, daß er vollkommen prinzeß
nd den Büſtenhalter zu erſetzen vermag.
r Spitzenkante ſtimmt der in einer brei=
angeſetzte
untere Beſatz der eben be=
Rock=Kombination überein.
ntzückend ſind die ſommerlichen Nacht=
2I, die uns die neue Mode bringt. Auch
es wieder ganz einfache Stücke (Bild 1)
gebundenem Leiſtchenkragen (Bild 1)
n Flügelärmeln und daneben außer=
elegante
Nachthemden, die hauptſäch=
die
Brautausſtattung gebräuchlich ſind
Auch in dieſem Falle handelt es ſich
nges, weich=fließendes Hemd mit einem
en Berthenkragen aus Spitze.

neben ſkizzierte Modell: hier handelt es ſich
nämlich um eine weite Hoſe und ein ſmoking=
artig
geſchweiftes Jäckchen mit intereſſanten,
neumodiſchen Schulterflügeln
Das ganze Jäckchen wäre aus einem gepunk=
teten
oder kleinkarierten, eventuell auch geblum=
ten
Materiale herzuſtellen, wobei heuer insbe=
ſondere
auf buntes Leinen oder Kreton hinzu=
weiſen
wäre, die für den Strand, für den Garten
uſf. ſehr nett wirken.
Auch auf ein Bettjäckchen (das im Laufe der
Jahre zu einem unerläßlichen Beſtandteil der
Wäſchegarderobe wurde) will keine Dame ver=
zichten
, doch betont man auch hier den Unter=
ſchied
zwiſchen den ganz ſchlichten Stücken und
jenen, die durch beſondere Originalität des
Schnittes und Verwendung eines aparten Ma=
teriales
wirken ſollen.
Zwei markante Typen, die die beiden eben
angedeuteten Möglichkeiten ins Treffen führen,
ſtellt unſere letzte Skizze dar, und zwar Bild 1:
ein einfaches, in der Mitte geknöpftes Bettjäck=
chen
aus einfarbigem Materiale mit geſchlitzten
Aermelflügeln und einem kleinen Bubenkragen.
Bild 2: ein Morgenjäckchen aus geblumtem Gaze=
Chiffon, deſſen kurze Boleroform in Verbindung
mit den weiten Pagodenärmeln ſehr dekorativ
ausſieht und das zu einem langen Nachthemde
getragen gegebenenfalls ein Morgenkleid voll=
kommen
zu erſetzen vermag.

Schirm, Gürtel, Handſchuh
werden mit Vorliebe zu einer Garnitur ver=
einigt
, wobei man für dieſen Zweck ein apartes
Exotenleder verwendet, das aber ſehr ſchmiegſam
ſein muß, um den gewünſchten Effekt erreichen
zu laſſen.
Unſer Bild zeigt, wie ſchick die aus einem
ſolchen Leder hergeſtellte Hülle des kleinen All=

wetterſchirmchens wirkt und wie eigenartig ſich
dazu ein aus dem gleichen Materiale hergeſtellter
Gürtel ausnimmt.
Daß auch Handſchuhe mit damit übereinſtim=
menden
Stulpen beifällig begrüßt werden, wird
niemand bezweifeln!

Die Cenntsſaiſon beginnt ..

und Unzählige erwarten darum mit Sehnſucht
die warmen Tage, denn Tennis iſt heute nicht
mehr wie früher der Sport der oberſten Zehn=
tauſend
, ſondern erfreut ſich einer uneinge=
ſchränkten
Popularität. Jede Minute gleich=
viel
ob morgens oder abends wird von vielen
Damen beim Tennisſpiel verbracht und ganz be=
ſonders
die beruflich tätige Frau ſcheint dieſen
Sport mit wahrer Leidenſchaft auszuüben, da
das Training in friſcher Luft für alle Menſchen
mit ſitzender Lebensweiſe, die den größten Teil
des Tages im geſchloſſenen Raum verbringen,
von größter Wichtigkeit iſt.
Ein Sport kann aber nur dann Freude be=
reiten
, wenn man genau weiß, daß man für den
betreffenden Zweck auch die richtige Aufmachung
beſitzt und gerade die Frau iſt in dieſen Punkten
inſofern ſehr empfindlich, als ſie lieber auf ein
ſportliches Vergnügen ganz verzichtet, als das
Gefühl haben zu müſſen, daß ſie mit den Part=
nerinnen
etwa nicht Schritt halten könne!
Glücklicherweiſe ſind die Anforderungen, die
der Tennisſport an die Gerdarobe ſtellt, ſehr
geringe, denn bekanntlich iſt hier das Aller=
ſchlichteſte
auch das Beſte.
Weſentlich iſt nur, daß die betreffenden
Kleider einerſeits leicht zu reinigen ſind, an=
dererſeits
volle Bewegungsfreiheit gewähren, da
ein unbequemes Tenniskleid nicht nur unſport=
lich
, ſondern geradezu gefährlich wäre!
Die neue Mode bietet eine ganze Reihe ſehr
ſchicker und auch nicht allzu koſtſpieliger Mate=
rialien
, die ſich für den Tennisplatz vortrefflich
eignen. In erſter Linie die zahlloſen poröſen
Stoffe, die an ſich ſchon dekorativ ſind und in der
Verarbeitung umſo beſſer zur Geltung kommen,

Brandrot, Giftgrün, Gelb oder Hellblau gehalten
ſein kann.
Natürlich iſt der gleiche Effekt auch zu er=
reichen
, wenn anſtelle eines Kleides bloß ein
Tennis=Rock mit einer Waſchbluſe und dazu
die früher beſprochene Weſte vorgeſehen wird.
Für den Weg zum Tennisplatz braucht man
beſonders an kühleren Tagen eine flauſchige
Umhülle. Weißer Stoff ſieht hier immer gut aus
und iſt ungemein beliebt, da man einen der=
artigen
Paletot ſpäterhin ausgezeichnet für den
Aufenthalt im Kurort, an der See uſf. verwen=
den
kann. Der gerade Rock mit eingeſetzten Pliſſee=
bahnen
iſt praktiſch und kleidſam, eine diagonal
geſtreifte Bluſe gilt für den Tennisplatz als be=
achtenswerte
Neuheit. Aus dem gleichen Strei=
fenmateriale
wird man auch einen Schal ar=
beiten
, der zu dem früher beſprochenen Mantel
entzückend ausſieht. (Bild 1.)
Der in der Mitte geknöpfte Prinzeß=Rock
mit tief eingelegter Falte iſt ſicherlich ſehr ſchick
(Figur 2), und die mit Buben=Kragen und Puff=
ärmeln
verſehene Bluſe eine Faſſon, die auf den
erſten Blick gefangen nimmt.
Die traditionelle Note vertritt das dritte
Modell, das mit ſeinem viereckigen Ausſchnitt,
ſeinen kurzen Aermeln und mit der ſchräg ange=
ſetzten
Faltenpartie des Rockes zweifellos An=
klang
finden wird. Ein gerader, durch den
Gürtel feſtgehaltener gepunkteter Schal gibt
ſelbſt dem einfachſten Kleide eine perſönliche Note.
Wir aber die Herren der Schöpfung
halten unter allen Umſtänden an der ganz ſchlich=
ten
, ſachlichen Note feſt: weiße Hoſe, weißes
poröſes Hemd mit aufgerollten Aermeln, weißer
Pullover (womöglich handgearbeitet und ab=

dann die verſchiedenen groben Waſchmaterialien
(wie derbe Rohſeide, Rohleinen und manche an=
dere
) die durch ihre abſichtliche Primitivität
wirken.
Die traditionelle Farbe für den Tennisplatz
iſt nach wie vor Weiß, wiewohl gerade in den
letzten Jahren auch hier neue Wege gegangen
werden, indem man die verſchiedenen Poſtell=
töne
in den Vordergrund zu ſtellen trachtet.
Sicherlich wäre es möglich, auf dieſe Weiſe das
modiſche Bild am Tennisplatz mit einem Schlage
vollkommen zu verändern, doch haben die zarten
Farben meiſt den Nachteil, nicht vollkommen
waſch= und lichtecht zu ſein, ſo daß die paſtell=
farbenen
Tenniskleider aller Vorausſicht nach
vereinzelt bleiben dürften. Immerhin aber ver=
ſucht
die elegante Frau ihrem weißen Tennisdreß
durch verſchiedene Attribute flotte Lichter auf=
zuſetzen
, etwa durch einen Schal, durch ein Hals=
tuch
, durch einen aparten Gürtel, durch ein
ledernes, farbiges Sportarmband, durch eine
Weſte uſf.
Einige beſonders ſchicke und leicht herzuſtel=
lende
Kleider für den Tennisplatz führen wir in
unſerer Truppe vor Augen.
Sehr einfach und vielleicht gerade darum
außerordentlich beliebt ſind die verſchiedenen in
der Hüfte eng=anliegenden und unten ſtark er=
weiterten
Sportkleider. Sie arbeiten die Figur
der Sportlerin gut heraus und laſſen demnach
ihre Bewegungen um ſo beſſer zur Geltung kom=
men
(vorletzte Skizze).
Man verbindet ſolche Kleider gerne mit einen
farbigen, ärmelloſen Weſte (letzte Figur), die in

ſichtlich derb in der Technik der Ausführung).
Farbig kann unter Umſtänden der Schal
ſein, der für den Weg zum und vom Tennisplatze
notwendig iſt und das einzige Extempore dar=
ſtellt
, das wir uns leiſten dürfen (letztes Bild).

Telefonmiſere auf allen Linien.

Sie: Halloh, Liebling! Du arbeiteſt noch?
Ach du Aermſter! Sei doch nicht böſe
ich komme etwas ſpäter zu Tiſch denn ich pro=
biere
bei der Schneiderin mein neues Frühjahrs=
kleid
! (Moderne Karikatur von Willy Ungar.)

[ ][  ][ ]

Seite

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
gangen
zöſiſche
Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluf
haben
währe
von
Wahl
große
Deut)
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck

ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
de
au
de
re
ſtel
St
Ste
Fr.
na

Nummer 121

Sonntag, den 1. D

Glatte Ueberwindung des Ultimo.
Leichte Geldverhälknifſe. Die Bewegung der Deviſen.

Die Lage am Geld= und Deviſenmarkk.
Von einer Anſpannung im Zuſammenhang mit dem unmittel=
bar
bevorſtehenden Ultimo war am Geldmarkt bisher kaum etwas
zu merken. Die Geldverhältniſſe blieben weiter recht leicht, ſo
daß ſich in der Struktur des Geldmarktes gegenüber dem vorigen
Berichtsabſchnitt faſt nichts geändert hat. Daß der Ultimo unter
den gegenwärtigen Verhältniſſen keine beſonderen Schwierigkei=
ten
mit ſich bringt, erſcheint verſtändlich: Vom Börſengeſchäft
werden wegen der beſonderen Beſtimmungen der Prolongation
keine größeren Anforderungen geſtellt, durch die Ratenzahlung
der Gehälter wurde die Beanſpruchung gleichmäßiger auf den
ganzen Monat verteilt, der Bedarf der Induſtrie iſt infolge all=
gemeiner
Geſchäftsſtagnation derzeit minimal. und die Banken
ſind beſtrebt, ſich dauernd möglichſt flüſſig zu halten. Tagesgeld
wurde meiſt mit 4½ Prozent bezahlt. Erſt gegen das Wochen=
ende
erhöhte ſich der Satz um eine Kleinigkeit auf 434 Prozent.
Allerdings brachte der Samstag bei regerer Nachfrage eine Ver=
ſteifung
auf 5½ Prozent. Am Wechſelmarkt war vor der Dis=
kontſenkung
der Reichsbank auf 5 Prozent nur ſchwer Material
zu erhalten; die Zurückhaltung blieb auch nachher noch beſtehen.
Infolgedeſſen wurde bei ſteigender Nachfrage nur wenig diskon=
tiert
; im Anſchluß an die Ermäßigung des offiziellen Reichs=
bankſatzes
gab der Privatdiskont um ½ Prozent, von 5 auf 478
Prozent nach. In Termingeld bleibt das Geſchäft vollſtändig be=
deutungslos
. Im Verkehr der Banken untereinander war hier=
für
ein Satz von 5½ Prozent zu hören, ſogenannte Lombard=
adreſſen
zahlten 7 bis 7½ Prozent. Warenwechſel, für die ſich
einige Nachfrage zeigte wurden etwa zum Reichsbankdiskont=
ſatz
diskontiert. Reichsſchatzanweiſungen per 15 Auguſt waren
noch einigermaßen gefragt, Reichsſchatzwechſel blieben vernach=
läſſigt
.
Am Deviſenmarkt ſetzte ſich die Abwärtsbewegung des Pfund=
kurſes
fort, da dauernd Hauſſeengagements aufgelöſt wurden.
Von den maßgebenden Stellen wurden jedech keinerlei Verſ=
gemacht
, intervenierend einzugreifen, ſo daß die Vermutung nicht
von der Hand zu weiſen iſt, daß die engliſche Regierung mit dem
Abgleiten des Kurſes einverſtanden ſei. Gleichzeitig mit dem
Pfund erfuhr auch Deviſe Kopenh en eine Abſchwächung, da=
gegen
konnten ſich Stockholm und Oslo weiter erholen. Mit der
Aufhebung des Goldſtandards in Griechenland wurde die Notie=
rung
der Drachme zunächſt ausgeſetzt, doch wurde der Kurs zwei
Tage ſpäter mit 3,25 für 100 Drachmen gegen 5,40 vor der Sus=
pendierung
wieder notiert. Im übrigen ergaben ſich am Deviſen=
markt
keine bemerkenswerten Bewegungen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Wochenſchlußbörſe in Berlin eröffnete den Erwartungen
des Vormittags entſprechend in abgeſchwächter Haltung. Man
hatte aber auf Grund des wieder ſchwachen New York mit ſtärke=
ren
Kursrückgängen gerechnet und wurde daher bei Feſtſetzung der
erſten Notierungen angenehm enttäuſcht. Man legte das Haupt=
gewicht
geſtern auf die politiſche Situation, die durch die dem=
nächſt
wieder beginnenden Beſprechungen in Genf etwas opti=
miſtiſcher
beurteilt wurde. Die bedrohliche Haltung in Japan, die
Schwierigkeiten in Dänemark, die Verhandlungen über die Re=
organiſation
der Coſach, die trotz größter Anſtrengungen aus=
bleibenden
Erfolge der amerikaniſchen Ankurbelungspolitik uſw.
fanden weniger Beachtung, zumal die Börſe vorgeſtern ſtark
realiſiert hatte und geſtern eher Neigung zu Neuengagements
bekundete, da man wieder mit einem feſteren Kaſſamarkt rechnen
zu können glaubte. Infolge des früheren Börſenbeginns war der
Ordereingang bei den Banken allerdings zunächſt gering. Im
allgemeinen wieſen die erſten Kurſe Rückgänge von ½ bis 1½
Prozent auf, weſentlich ſchwächer und bis zu 4½ Prozent gedrückt
lagen nur Weſteregeln, Conti=Gummi, H.E.W. und Elektriſch=
Lieferungen, auch Chadeaktien fielen mit einem Verluſt von 3 Mk.
auf. Andererſeits konnten ſich niederlauſitzer Kohle um 2 Prozent,
Akkumulatoren um 2½ Prozent und Hamburg=Süd um 3½ Proz.
beſſern. Bei letzteren ſtieß eine Kauforder von wenigen
Mille auf Materialmangel. Nach den erſten Kurſen blieb das Ge=
ſchäft
zwar, weiter klein, es ſetzten ſich aber bei anhaltenden
Deckungen überwiegend Erholungen bis zu ½ Prozent durch. Am
Anlagemarkt war das Geſchäft heute ruhiger als an den Vortagen,
und die Tendenz neigte eher zur Schwäche. Die geplante Auf=
legung
einer ſteuerfreien Prämienanleihe zum Zwecke der Ar=
beitsbeſchaffung
, die im Rahmen des Wirtſchaftsprogramms der
Reichsregierung gedacht iſt, war Störungsmoment, deutſche An=
leihen
neigten zur Schwäche, Induſtrieobligationen hatten unein=
heitliche
Tendenz, Reichsbahnvorzugsaktien und Reichsſchuldbuch=
forderungen
büßten je ½ Prozent ca. ein. Von Auslandsrenten
waren Zolltürken etwas rückgängig. Im weiteren Verlaufe trat ein
merklicher Stimmungsumſchwung ein, der ſeinen Ausgang vom
Markt der AEG.=Aktien nahm. Hier drückten angeblich Auslands=
abgaben
, die man mit franzöſiſchen Baiſſe=Manövern in Zuſam=
menhang
brachte auf den Kurs, der um 3 Prozent nachgab. Die
übrigen Werte gingen daraufhin ebenfalls wieder unter Anfangs=
niveau
zurück. Außer den Kaliwerten waren noch Siemens, Farben
und Reichsbank etwas ſtärker attackiert. Nebenwerte lagen da=
gegen
widerſtandsfähiger. Der Geldmarkt war am heutigen Ultimo
doch relativ leicht, Tagesgeld und Geld über Ultimo ſtellte ſich
5½ Proz. und darüber. Privatdiskont Laverändert 4½ Prozent in
der Mitte.
Am Wochenſchluß zeigte die Frankfurter Börſe auf allen Märkten
ſchwächere Kurſe. Verſtimmend wirkten größere Abgaben, die am
Elektromarkte in AEG. erfolgten, ſo daß ſich der Kurs für AEG.,
der bereits zu Beginn ¼ Prozent ſchwächer lag, um weitere 3
Prozent ſenkte, wodurch der niedrigſte Stand ſeit je erreicht wurde.
An den übrigen Märkten war das Geſchäft wieder nicht ſonderlich
groß. Nach wie vor verweiſt man auf die flauen Auslandsbörſen,
zumal beſonders ſich in New York wieder erhöhter Abgabedruck
zeigte. Auch die immer noch ungeklärte innenpolitiſche Lage be=
wirkt
größere Zurückhaltung. Das Börſengeſchäft ſpielte ſich neben
AEG. hauptſächlich am Farbenmarkte ab, wo JG. Farben nach
anfänglich ½ Prozent Verluſt raſch 1 Prozent anziehen konnten,
um ſpäter unter dem Eindrucke der Abſchwächung von AEG. wie=
der
1 Prozent zu verlieren. Von den übrigen Elektrowerten lagen
auch Siemens 1 Prozent ſchwächer. Schuckert 3 Prozent niedriger,
dagegen eröffneten Gesfürel 1½ Prozent freundlicher. Am Mon=
tanmarkte
lagen die Kurſe meiſt behauptet. Etwas freundlicher
waren Phönix, die vorübergehend um 9 Proz. auf 19 anzogen. Aus=
geſprochen
ſchwach lagen Kaliaktien. So verloren Aſchersleben und
Weſteregeln je 2, Salzdetfurth 4 Prozent. Schiffahrtsaktien nach=
gebend
. Von Kunſtſeidewerten waren Aku eine Kleinigkeit freund=
licher
. Am Zellſtoffmarkt nannte man Waldhof zu Beginn ¼ Proz.
höher. Für Ver. Zellſtoff nannte man einen Kurs von 8¾ Proz.
Von Frankfurter Werten verloren Zement Heidelberg ½, Holz=
mann
½ Prozent. Am Rentenmarkt gaben Altbeſitz ¼ Prozent
nach, dagegen lagen Neubeſitzanleihe 0,15 Prozent freundlicher.
Die übrigen Renten und Anleihen lagen meiſt unverändert, doch
neigte auch hier die Tendenz eher nach unten. Im Verlaufe der
Börſe wurden AEG. um ¼ Prozent über ihrem Tiefſtkurs ge=
nannt
. JG. Farben blieben bei 95½ Prozent geſucht. Am Geld=
markt
iſt Tagesgeld infolge des Ultimos geſuchter, ohne daß jedoch
eine ſtärkere Verſteifung eintrat. Der Satz ſtellte ſich auf 5½ Proz.
Die Deutſche Reichsbahn im März 1932.
Die Deutſche Reichsbahn veröffentlicht den Lagebericht der
Reisbahn für März 1932. Danach blieb. der Guterverkehr im
März angeſichts der wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, die den Bin=
nenmarkt
und den Außenhandel lähmen, ſchwach. Unter der glei=
chen
Erſcheinung litt der Perſonenverkehr infolge der unverändert
ſchlechten Wirtſchaftsverhältniſſe, ſowie der ungünſtigen Witte=
rung
. Er belebte ſich erſt in der zweiten Monatshälfte mit dem

Beginn der Oſterferien und mit Einführung der Feſttagsrückfahr=
karten
mit erweiterter Gültigkeitsdauer.
Die Betriebseinnahmen beliefen ſich auf insgeſamt 244 468000
Reichsmark. Die Ausgaben betrugen unter Berückſichtigung des
Dienſtes der neuen Schuldverſchreibungen und Anleihen ſowie der
feſten Laſten insgeſamt 312 175 000. Die Geſamtausgaben über=
ſteigen
ſomit das im März 1932 aufgekommene Einnahmeergebnis
um rund 68 Millionen Reichsmark, ſo daß nunmehr ſeit Beginn
des Geſchäftsjahres rund 222 Millionen durch die Betriebsein=
nahmen
nicht gedeckt ſind.
Der Perſonalbeſtand betrug im März 618 401 Köpfe.
Zur Verlängerung des Kreuger=Morakoriums.
Die Kreuger=Kommiſſion teilt mit, daß noch nicht feſtſtehe, ob
ſie die ganze neue Moratoriumsperiode in Anſpruch zu nehmen
brauche. Die Situation ſei immer noch ſo ungeklärt, daß irgendein
Zeitpunkt für den Adſchluß der Prüfungsarbeiten nicht angegeben
werden könne. Wenn die Prüfung abgeſchloſſen ſei, werde die
Kommiſſion einen umfangreichen Schlußbericht an den Vorſtand
der Kreuger u. Toll A. B. abgeben. Dieſer Bericht werde in allen
ſeinen Teilen veröffentlicht. Die Kommiſſion teilt weiter mit, daß
bisher keine Zuſammenarbeit zwiſchen ihr und den im Auslande
gebildeten Intereſſentengruppen der Beſitzer von Kreugerpapieren
erfolgt ſei. Die Frage, wer als Kläger in dem Prozeß gegen die
drei verhafteten Kreuger=Direktoren auftreten wird, ſtehe noch
offen. Es ſei denkbar, daß beiſpielsweiſe Debenturs=Beſitzer, die
ſich betrogen fühlen, als Kläger auftreten könnten. In dieſem
Falle würde es zu einem Monſtre=Prozeß mit unzähligen Klägern
kommen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 27. April. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 27. April berechnete Groß=
handelsindexziffer
iſt mit 982 gegenüber der Vorwoche leicht (um
0,1 v. H.) zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen
lauten: Agrarſtoffe 94,4 (minus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 87,8
(plus 0,2 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 89,0
(minus 0,1 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 119,5 (minus
0,1 v. H.)
Feierſchichten bei der Reichsbahn. Die Verhandlungen zwi=
ſchen
der Hauptverwaltung der Deutſchen Reichsbahn und den am
Lohntarifvertrag beteiligten Gewerkſchaften über Feierſchichten
haben zu einer Einigung geführt. Um umfangreiche Entlaſſungen
zu vermeiden, die wegen des geringen Arbeitsanfalles notwendig
geweſen wären, iſt man übereins gekommen, bei Ausbeſſerungs=
arbeiten
bis zu 13 Feierſchichten im Vierteljahr durchzuführen.
Bis zu drei Feierſchichten im Monat können eingelegt werden bei
den Arbeitern im Werkſtättenteil, der Bahnbetriebswerke und
Bahnbetriebswagenwerke ſowie bei den Güterbodenarbeitern der
großen Güterboden= und Umladeſtellen.
Veithwerke A.=G. Sandbach bei Höchſt i. O. Die GV. in der
481 400 RM. St.=A. und 21 000 RM. V.=A. vertreten waren, ge= den bekannten Abſchluß mit 5 Prozent Dividende auf
die V.=A. Die aus dem AR. turnusmäßig ausſcheidenden Mitglie=
der
wurden wiedergewählt. Neugewählt wurden der aus dem Vor=
ſtand
ausgeſchiedene Generaldirektor Albert Hölter und Dipl.=Ing.
Ludwig Arzt.
Ausſperrung der däniſchen Schlachtereiarbeiter.
Die angekündigte Ausſperrung der däniſchen Schlachterei=
arbeiter
iſt am geſtrigen Freitag abend zur Tatſache geworden.
Die Bemühungen der Regierung, ihren Schiedsgerichtsvorſchlag
bei den Arbeitgebern zur Annahme zu bringen, waren vergeblich.
Es ſtehen jedenfalls in Dänemark jetzt ſchwere politiſche und wirt=
ſchaftlichen
Kämpfe bevor, ſchon allein aus dem Grunde, weil durch
das Nichtarbeiten der däniſchen Exportſchlachtereien die bedeu=
tendſte
Ausfuhr Dänemarks nach England und Deutſchland auf=
hört
, wodurch dem Land täglich eine Million Kronen Deviſen ver=
loren
geht. Von wirtſchaftlich gut unterrichteter Seite wird eine
Gefährdung der däniſchen Krone vorausgeſagt. Da vielfach aus
Schlachtereikreiſen darauf hingewieſen worden iſt, daß man frei=
willige
Arbeitskräfte heranziehen wolle, hat bereits am Don=
nerstag
der Seemanns= und Heizerverband in Esbjerg beſchloſſen,
gegebenenfalls in einen Sympathieſtreik einzutreten.

Süddeutſcher Eiſenmarkk.

Die mit dem Frühjahr eingeſetzte bedeutende Belebung
zwar angehalten, ohne daß jedoch das Geſchäft lebhaft wu
Schon läßt ſich ein leichtes Nachlaſſen der Spezifikationseingä
die in der Hauptſache von dem Provinzhandel ſtammen, feſtſte.
Moniereiſen, das ſonſt um dieſe Zeit ſtark gefragt war, konnte
durch die geringe Bautätigkeit kein Geſchäft entwickeln laſſen.
gleiche iſt von Bauträgern zu berichten, während in Stabeiſen
Blechen der Abſatz einigermaßen zufriedenſtellte. Abgeſehen
einigen Fabriken, die Spezialfabrikate liefern, konnte die
arbeitende Induſtrie nur wenig Bedarf an den Markt brin
Im allgemeinen beſtand raſcheſte Lieferungsmöglichkeit ab 9
zumal neuerdings die Walzſtraßen wieder regelmäßiger b
ſind, ſo daß die Liefertermine eine einheitliche Linie zeigten. F
eiſen konnte meiſt prompt beſorgt werden, während für Stabe
Termine bis zu drei Wochen auch für ausgedehnte Einteilun
ausreichten. Dadurch beſtand keine große Neigung zu Käufer
Lager, was an ſich bedauerlich iſt, da die Händlerläger durck
gut ſortiert ſind und durch hohe Unkoſten kaum auf ihre Recht
kommen. In der Preisbewegung iſt keine Aenderung eingetr
und auch nicht zu erwarten. Im großen und ganzen wurden
vorgeſchriebenen Preiſe erzielt.

Produkkenberichke.

Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Da das Angebot im
hältnis zur jetzigen Jahreszeit ziemlich klein iſt, zumal auch
Auslande wegen der ſchwierigen Deviſenkeſchaffung nur w
Ware hereinkommt, konnten die vorhandenen Beſtände glatt
verkauft werden. Die Preiſe blieben im großen und ganzen
lich unverändert und es notierten in Pfg. per Stück ab loco Fr
furt: Bulgaren 5½5½, Jugoſlawen 5½5½, Rumänen 5!
5½, Holländer 5½71 Dänen 57, Flandern 66½, der
Landeier 5½46½, deutſche Friſcheier 5½7½=
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Umſatztätigkei
Buttermarkt war auch in dieſer Woche zufriedenſtellend. Die
nen Zufuhren von deutſcher Butter fanden ſchlank Unterk
während das Intereſſe an holländiſcher Butter nachgelaſſen
zumal in letzter Zeit weſentlich geringere Qualitäten an
Markt kamen, die das Publikum aber ablehnte. Die Preiſe
deutſche Butter blieben mit 130135 RM. für die 1 Ztr.=T
unverändert während holländiſche Butter etwas anzog. Der 2
ſtellt ſich auf 140145 RM.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100
loco Mainz, am Freitag, den 29. April 1932: Weizen 26
Roggen 21,5021,75. Hafer 1618, Braugerſte 19,75
Futtergerſte 1717,50. Malzkeime 1213. Südd. Weizen
Spez. 0 40,65, Roggenmehl 70 proz. 28,2528,75, Feine We
kleie 11. Grobe Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 11,2511,75,
nußkuchen 1313,50, Cocoskuchen 1216,50, Palmkuchen 10,2
10,50, Rapskuchen 99,50, Soyaſchrot 12,2512,50, Trockenſch
8,759, Loſes Wieſenheu 5,50, Geb. Wieſenheu 5.90, Loſes
heu 6,50 Geb. Kleeheu 7. Maſchinenſtroh 5,605,70 Drah=
ſtroh
5,80. Tendenz: abwartend.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Arbeitgeberverband für die Nordweſt=Grupye
Eiſen= und Stahlinduſtrie hat von der Möglichkeit einer
digung des Lohntarifes zum 31. Mai keinen Gebrauch ger
Das geltende Lohnabkommen bleibt alſo weiter bis zum 30.
1932 in Kraft und kann erſtmalig zu dieſem Zeitpunkt am 31
gekündigt werden.
Die konſtituierende Vollverſammlung der Induſtrie= und
delskammer Wiesbaden wählte das bisherige Präſidium
ſitzender Fabrikant Hugo Aßbach=Wiesbaden=Rüdesheim, ſte
tretender Vorſitzender Fabrikant Otto Dyckerhoff=Amönebur=
Fabrikant Siegfried Erbsloh=Johannisberg wieder.
Die Heſſiſche Gummiwarenfabrik Fritz Peter A.=G.,
Auheim bei Hanau, beſchloß die Verteilung von 4 (0) P=
Dividende für das Geſchäftsjahr 1931 aus einem Reingewin
21 206 (6276) RM. Der Warenbruttoüberſchuß betrug 0,71
und die Handlungsunkoſten 0,63 (0,20) Mill. RM. Vorrät
(0,08), Forderungen 0,26 (0,18), Verbindlichkeiten 0,92 (0,23)
RM., AK. 400 000 RM.
In dem heſſiſchen Ried der Mainſpitz und dem rheir
Spargelbaugebiet MainzIngelheimHeidesheim hat die
der Spargel begonnen. Die Erträge ſind allerdings noch g
die Preiſe verhältnismäßig hoch.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 30. 4. 1932 für eine
Feingold 112 sh 10 d 86,8252 RM., für ein Gramm Fei
demnach 43,5321 pence 2,79149 RM.

Berliner Kursbericht
vom 30. April 1932

Deviſenmarkt
vom 30. April 1

Verl. Handels=Geſ.
Danatbank.. .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Eont. Gas

V
21.75
38.25
21.75
13.75
21.75
14.25
22.75
30.50
37.75
18.75
13.50
84.50
84.50

One
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen /
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Korsw.
Orenſtein & Koppel

Misc
54.
95.75
35.
53.75
35.25
27.25
36.75
84.
B.25
36.50
24.75
34.25
23.

eenee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali ſ.
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Beſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Berke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke.

48.875
29.875
145.
54.625
16.25
94
28
11.875
25.50

68.75
18.875
30.

Helſingfor?
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia.
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm.
London.
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn.Mk..
100 Schillin,
100 Tſch.Kr.
100 Pengs
100 Leva
ſ100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
S=Sta.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs

Radt
7.113) 7.127
51 95
12.465
3.057
170.63
7782
84.37
7709
15.37
1.003
58.89 59.01
21.63
16.575

Mi.
52.05
12.485
3.063
170.97
7798
84.53
77.14
15.41
1.007
4.209 4.217
21.67
16.61sla

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiroll Milreis
Jugoſlawien.
Portugal
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
uruguah
3sland
Tallinn (Eſtl.) 1100 eſtl. Kr.
Riga

Währung
100 Frankenl
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yet
100 Dinar
100 Eseudos
100 Drachm.
ſt türk. 2
t1äghvt. 2
eanad. Doll
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 Lats

Durmſtädter uns Kariokarbant Barmſtaut, Iliate dei Brescher O

Frankfurter Kursbericht vom 30. April 1932.

6S Dtſch. Reichsanl
527
0 Intern.
82Baden .......
6% Baher ......"
68 Heſſen .......
62 Preuß. Staat
6% Sachſen....
Dtſche. Anl. Auslo=
ſunsſch
. 4½1. Ab=
löſungsanl
..
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
. ...
6 Baden=Baden.
6%Berlin. .b.24
6% Darmſtadt . .
6% Dresden v. 26
6% Frankfurt a.M.
Schätze v. 29
v. 28
2Mainz ......"
62Mannheimv.2,
62 München v. 29
68Wiesbaden v.2s
6% Heſſ. Landesbk.
Goldoblig
512% Heſſ. Ds.=
Hhp.=Bk.=Liqnid.
34% Kom.=Obl
Preuß. Lds=
pfbr
.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblit

B=

39.5
3.3

2.75

44
48.5

73.5
56

ML4
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
69 Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
6% Naſſ. Landesbk.
5½% Liqu. Obl
Dt. Lomm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
60 Berl. Hyp. Bk.
5½%on Ligu.=Pfbr.
6% Frkf. Hhp.=Bk.
5½%0 Lig. Pfbr.
6% Golboblig.
Pfbr.=Bk.
12%0 Ligu.
6% Mein. Hhp.=Bk.
2a Lig. Pfbr..
Pfälz. Hyp.=Bk
5½% Lig. Pfbr.
82 Rhein. Hyp. Bk.
51 ſ. %0 Lig. Pfbr.
Goldoblig.!
60 Südd. Bod.=
Fred.=Bank
%5 Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6%Daimler=Benz
62 Dt. Linol. Werke
JaMainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
%o Ver. Stahlwerkel

g7.5
3
76.25

37.75
48

Rs
54
83.5
73.75
76.75
83
76.75

77.75
78
40
72.5
Bl.

63
84.5

8.75
10

4.5

82 VoigtckHäffner
J. 6. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
52 Bulg. Tab.v.02
4l.% Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4ſ%
49
49 Türk. Wdmin.
1. Bagdad
Zollanl.
41ſ.% Ungarn 1913
4.
19141
Goldr.
1910
Aktien

Alg. Kunſtzüde Unie 36.5
A. E. 6.
AndregeNorisBahnl 50
Aſchaffbg.Brauerei
Zellſtoff 27.5
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werkel
BrownBovericCie! 22
Buderus Eiſen..
Eement Heibelberg 42
Karlſtadt 43
F. G.Chemie, Baſelu32
Chem.Werke Wbert!
Chabe
Contin. Gummiw. 85
Linoleum 25.
Daimler=Benz.
74.5
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl".

4.3
1.75
2.2
2.15

5
6.30

23.5
39

K H
ſcheibe=Anſtalt
Linoleumwerkel.
Eiſenhandel.
Ohckerhoff u. Widml
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Gef.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.. /4
EßlingenMaſchinen
Faber & Schleicherl
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof.
Gelſenk. Bergwerk
Gef f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger ./4
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.)
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ....
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Bhil.
zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans ...... 127
Kali Chemie .....
Aſchersleben
Karſtadt, R..
Klein, Schanzlin:
Klöchnerwerke ...
Knorr C. H... .. . . /133

70

69.75
164

19

26

36

49.5
2.75
23.5

Kee4
Laurahütte ......
Lech, Augsburg...
Löwenbr. Münch.
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metllageſ. Frankf
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf ..
Phönix Bergbau..
Reiniger, Gebbert
Rh. Braunkohlen
Glektr. Stamm
Stahlwerke ...
Riebeck Montan..
Roeder Gebr. ....
Rütgerswerke ...
Salzdetfurth Kali.1
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau..
Thür. Liefer.=Geſ
Tietz Leonhard
unterfranken.
Ver. Stahlwerke.
Ultramarin ..
ſigt & Haeffner
96
Freytag

143

37

23

34
29.5
146
149

51.5

1o2

16.75

5i.

77o
Mieiee
Zellſtoff Waldho
Memel
Allg. Dt. Creditanf
Badiſche Bank.
Bk. f. Brauinduſtr
BarmerBankverein
Baher. Hhyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.,
Hhpothekbk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat. Bk.
Dt. Bank und Die.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank.
Frankf. Bank ...
Hhp.=Bank ..
Mein. Hyp. Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant .
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bob.Cr.Bk.
Württb. Notenban!
A.=G. f. Berkehrswv.
Allg. Lokalb. Kraſtw
7%Dt. Reichsb. B3g
Hapag ......
Nordd. Llohd...
Sädd. Eiſenb.=Ge
Alianz. u. Stuttg.
Berſicherung ..
Verein.Berſ.
FrankonaRückeu.M
Mannh. Berſich
Otavi Minen
Schantung Handel

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 121 Seite 19

inntag, 1. Mai 1932

Roman von
Kall Bennings grober Feind. Nurt Siodunas

(Nachdruck verboten.)

Cophright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1931

Fünftes Kapitel.
Zie lange hatte er geleſen, fieberhaft, die Müdigkeit, die
die bleierne Schwere der Glieder vergeſſen. Die Formeln
in vor ſeinen Augen, kleine, klare Zeichnungen hatten ſich
ne Gedanken gegraben. Dieſer Menſch, den die Kugel des
ers ausgelöſcht hatte, war ein Genie geweſen, hatte den
ſſel gefunden, der Geheimniſſe der Welt aufſchloß.
ſennings Finger zuckten auf der Stirn.
Zenn einmal ein Menſch geboren würde, eine Hochgeburt
iſt, zehnmal ſo klug wie die jetzt lebenden Menſchen, müßte
bt durch die Schleier des Unverſtandes blicken wie durch
müßte er nicht die Zuſammenhänge erkennen, klare, un=
idbare
Weltgeſetze, müßte er nicht die Welt mit einigen
Sätzen, Erkenntniſſen, verſtandenen Zuſammenhängen um
auſende vorwärtsreißen, erhellen, glücklich machen?
lücklich? Benning ließ die Hände ſinken. Wurden die Men=
glücklicher
? Gab nicht jede Erfindung, jedes techniſche Vor=
ſchreiten
einen ſozialen Rückſchlag? Nahm ſie dem Men=
ticht
die Arbeit, wurde er nicht ohnmächtiger, immer mehr
er Maſchine kommandiert, beherrſcht, geknechtet?
enning ſtöhnte. Man müßte die Papiere hier vernichten,
nnen, zerreißen! Wer aber wußte den richtigen Weg?
je müde das Denken nach dem Aufruhr der letzten Tage
Ach, ſchlafen, ruhen, nichts denken, wegſinken in das
Stilleſein der Ermattung.
ſtreifte die Jacke ab, zog das Hemd vom Körper, Plötz=
rchte
er auf. Tappende Schritte, leiſe krachten die Dielen,
ür ſang leiſe, verſtummte. Die Schritte entfernten ſich vor=
den
Gang hinab. Benning trat zur Tür, legte das Ohr an
lung.
ille. Sicherlich hatte er ſich getäuſcht.
waren die Schritte wieder, verſchwanden.
tzt knallte eine Tür, kleiner hoher Schrei, dumpfer Lärm
n Gang.
nning riß die Tür auf, taſtete nach dem Lichtſchalter, fand
ht, raſte den Gang entlang auf den Lärm zu, blieb in dem
men eines Zimmers ſtehen. Ein Bett ſchimmerte mit mai=
riſſen
.
nning ſtürzte auf das Bett zu, faßte in die Finſternis.
Frau ſchrie , Lien ſchrie. Dann hatte Beuning einen
en gepackt , es war Golder, Benning hatte Golders
gefaßt, riß ihn an ſich, eine Fauſt knallte durch das
von einem wütenden Fluch begleitet.

Benning taumelte unter dem Schlag, dann ſtieß er die
Fauſt unter Golders Kinn.
Licht!
Die Lampe im Zimmer ſtrahlte auf. Golder rutſchte mit ver=
zerrtem
Geſicht auf dem Boden. Lien ſtand am Schalter, zitternd,
in einem hellen Pyjama, deſſen Knöpfe abgeriſſen waren. Sie
ſchloß ihn mit den Händen über der Bruſt.
Benning bückte ſich, griff nach Golders Arm, zerrte den leb=
loſen
Körper hinter ſich her.
Sie hätten beſſer daran getan, das Zimmer abzuſchließen.
Allzuweit darf man das Vertrauen nicht treiben, ſagte er böſe
zwiſchen den Zähnen hindurch zu der blaſſen jungen Frau. Er
war gereizt, wütend auf Golder. Hat er Ihnen weh getan?
Lien ſchüttelte den Kopf, blickte Benning im Nachwehen des
Schrecks angſtvoll an.
Dann legen Sie ſich ſchlafen, ſchließen Sie aber ab!"
Plötzlich bemerkte er, daß er faſt nackt in ihr Zimmer gekom=
men
war.
Verzeihung, murmelte er, zog ſchnell Golder hinter ſich
her, verließ das Zimmer, ſchloß die Tür.
Benning führte den Torkelnden in ſein Zimmer zurück.
Leg dich! kommandierte er und wartete, bis Golder in das
Bett gekrochen war. Dann nahm er den Schlüſſel und ſchloß die
Tür von außen ab.
Verblüfft blieb Benning in der Tür ſeines Zimmers ſtehen;
denn an ſeinem Bett lehnte, ſchüchtern, mit erſchrockenen Augen
Lien.
Sechſtes Kapitel.
Wortlos und verwundert faßte er nach ſeiner Jacke, zog ſie
an. Ich hatte plötzlich Angſt, ſagte ſie und ſetzte ſich mit hän=
genden
Schultern, die nackten Füße unter dem Stuhl bergend.
Sie haben Ihren Mut überſchätzt, lächelte Benning jetzi,
um ihr zu helfen. Lien erhob ſich. Benning ſah, wie klein ſie
war, wie winzig wurden alle Frauen, wenn ſie die Schuhe ab=
ſtreiften
.
Ich habe die Nerven verloren, ich habe zu lange in der
Kleinſtadt hier gehockt, ich habe ſicherlich die Diſtanz verloren.
Sie warf ihm einen befangenen Blick zu. Sie müßte jetzt end=
lich
gehen. Aber ſie hatte nicht die Kraft jetzt allein zu ſein. Und
Benning ſah mit Erſtaunen, daß ſie ſich auf dem Stuhl am
Schreibtiſch niederließ, gelaſſen, ſelbſtverſtändlich.

Oh. ich bin nicht müde erklärte Benning tapfer und hatte
das Gefühl, als beſtände ſein Skelett aus ſchweren roſtigen
Eiſenſtäben.
Lien nickte beſtätigend und überzeugt. Ihr Blick fiel auf den
Schreibtiſch, ſie ſah die ausgebreiteten Papiere.
Sie haben die Berechnungen ſtudiert? fragte ſie, nahm ein
paar Blätter, legte ſie ſofort wieder hin, ſchauerte ein wenig
unter dem Gefühl der feuchten ſchimmeligen Papiermaſſe, die
ihre Hände berührt hatten.
Sie wiſſen, was dort berechnet iſt? fragte Benning auf=
merkſam
.
Lien nickte. Es war die letzte langwierige Arbeit er ſah
nur noch dieſe Papiere es war, als habe er mich vergeſſen.
Sie blickte zu Benning auf, ihr Mund war verſchloſſen, ein
wenig ſtreng. Die Oberlippe zu kurz. Der Mund war rührend
und hilflos.
Die Männer können ſich in Gedanken verlieben, daß ihnen
die Umwelt gleichgültig wird, bekannte ſie, als verriete ſie ein
großes Geheimnis. Nichts intereſſiert ſie mehr haben die
toten Dinge mehr Wert als die lebenden?
Was ſollte er ihr ſagen? Daß man für die Liebe alles hin=
geben
ſollte. Ehre, Wiſſen, Wünſche, Hoffnungen, auch das
Leben?
Noch immer ſah ſie ihn an, dann wendete ſie ſich dem
Schreibtiſch zu, legte die Papiere aufeinander.
Ich danke Ihnen, ich werde jetzt keine Angſt mehr haben,
Gute Nacht!
Gute Nacht, erwiderte er.
Sie ging; ein Gedanke ſchien ihre Schritte zu hemmen. Was
haben Sie eigentlich verbrochen?, fragte ſie, ihm ſich wiever
zuwendend.
Sie ſah, daß Bennings Geſicht ſich verfinſterte, die Kinn=
laden
ſchloſſen ſich hart, zeichneten zwei dicke Muskelſtränge,
die nicht in das magere kantige Geſicht paßten.
Sie brauchen mir nichts zu ſagen, wenn Sie nicht wollen,
ſagte ſie leiſe.
Ich habe faſt vier Jahre hinter den Mauern geſeſſen, über
tauſend Tage , er holte tief Atem. Kühle, würzige Nachtluft
wehte in das Zimmer, ſeine Bruſt hob ſich, mühſam, ſchwer aus
ruhe eine feſtgeſchmiedete Laſt auf ihr.
Man hat mich feſtgehalten, gleich jenſeits der Grenze, hat
mich im Zug verhaftet. Hat mich eingeſperrt, ohne Anklage,
ohne Urteil, ohne Verhandlung. Daß man mich nicht erſchlagen
hat ich weiß nicht, weshalb man mich nicht totgeſchlagen hat
es wäre doch einfacher geweſen, es hätte doch niemand ge=
wußt
, ich wäre eben verſchollen geweſen, vom Erdboden ver=
ſchluckt
man hätte mich doch niemals gefunden, wie man mich
auch in den tauſend Tagen nicht gefunden hat, und man hat
ſicherlich nach mir geſucht, geſucht und gefragt, und alle Hebel in
Bewegung geſetzt, die die Menſchen in Bewegung ſetzen könnes.
(Fortſetzung folgt.)

nauswahl!

Wirgends billiger

höne Tapeten
inoleum, Stragula

Groß- und Kleinverkauf.
vorm. Frankfurtel
9, LOrn & CO. Tapetenfabrik
Schleiermacherstraße 23 (am Gericht). (38002

B Kranichſtein.
igung der hiſtoriſchen Räume
berühmten Jagdſammlungen
Schöne Gartengaſtſtätte.
rkſame Bewirtung. Neu vor=
ete
Vereins= u. Geſellſchafts=
Gartenſaal f. Vereine. (6616

Mevers Lerikon
große Ausgabe,
günſt. zu verk. Ang.
unt. H. 236 Gſchſt.*
Gut erh. Eisſchrank
(20 M.) zu verkauf.
Ebenſo hellgr. Spg.=
Schuhe (4M.). Lack=
pumps
(3 M.) beid.
Größe 38, ſehr gut
erhalten. Näheres
Geſchäftsſtelle.

r. gut erk
agen bill.
ufen.
henſtr. 32.

Einige gebrauchte
Nähmaſchinen
billigſt abzugeben.
Gütting,
Schuchardſtraße 10.
(6610b)

2fl. Gaskochplatte,
1 Gaslampe, 1 Bett=
ſtelle
, 1 Kind.= Bett=
ſtelle
zu vk. Moos=
bergſtr
. 52, II. r. (

Ein f. neuer Staub=
ſauger
, ein Laut=
ſprech
. (Protos bill.
zu verkauf. Kaup=
ſtraße
51, III. I. (
Habe billig
abzugeben:
1 Gasbadeofen 28./
1 Badewanne 15ℳℳ
1 Lüſter. 3fl. 12ℳM
1 Heizofen
14.0
1 Porz.=Kloſett 6ℳ/
1 Kloſettſitz 1.50
Ludwig Kling,
Inſtallat.=Geſchäft,
Luiſen=Straße 2.

IImschönheit
te n. klassig. Vorbild verleiht
a-Büſtenhalter Mod. Sport.
schlaffe, formt teigige oder
edrückte Brüste plastisch.
zu tiei herabgesunkene For-
Heder in die richtige Lage. le-
dsitzt
. Jede Linie hatSchwung
on 5.25 Mk. an. Kommen Sie
erbindlichen Anprobe. Ver-
edas
Thalysia-Ratgeberheft
eibliche Brust 1 Mk. und
erschlossen 1.50. (6666
nhaus ,Eos Thalysia‟
Ecke Elisabeihen- und Luisenskraße.

Rtz
Schränke in ſehr ſchöner Auswahl
eiſpiel: Büfett 130 cm mit Kühl=
Stühle zuſ. 135. : dto. 160cm
neinbau komplett nur 175 ;
eüche in taubenblau 240. 4;
ofengebranntem Elienbeinlack,
Ausführung . 240 K.
S ſch mit Linoleum 19.50
atur lackiert, mit Schublade
I weiß 3.95; lackiert 5.00
er 295 Fußſchemel 1.25
del=Vertrieb
Heerwagen
hul= und Karlsſtraße
mehr Gr. Ochſengaſſe.

Radio!
3 Röhr.=Ger. ( Bau=
art
Ganz) la Fern=
empfäng
., mit Akku
ſowie 1 Eiswagen
mit Paradedeckel,
faſt neu, billig zu
verkaufen.
Liebfrauenſtr. 78,
Vorderh. part, lks.

Zur Baumblüte
die alte Bergstraße
entlang
über Malchen nach Seeheim,
Jugenheim nur mit der blau-weißen
Kraftfahrlinie am Sonntag ab
9 Uhr, ½stündiger Verkehr. (6575

Herrenrad
Brennabar . 20
Damenrad, w. neu,
mit Garantie 38
zu verkauf. (6673b
Karlſtr. 14, Laden.


Wenia getrag. H.
Anzüge (Maßarb.)
mittl. Figur, preis=
wert
z. verkauf. (
Heinrichſtr. 169, pt.

Neue kompl. weiße
Küche (2 Schränke)
für 145. R.M. bar
zu verkaufen. Ferner
1 Tafelklavier billig
z. verk. Griesheim b. D.,
Oberndorferſtr. 23.
(86:8)

In unserem

Total=
Ausverkauf
wegen Geschäftsaufgabe
auf alle Strümpfe, auch
auf die bekannte Marke
Tasyra jetzt

So 1T

Rabatt.

Neue
Strickkleidung
für Groß und Klein
fabelhaft billig.

6641

Strumpfhaus
Steinberg & Co.
Ernst-Ludwigstr., Ecke Schuhardstr.

H.- u. D0.-Rad
zu verkaufen. (6675
Soderſtraße 59.

Herren=Fahrrad.
ſehr ſtabil, billie
abzugeb. Erbacher=
ſtraße
49 III. r. (*

Weißlack. Möbel,
Bilder. Oelgemälde,
Grudeherd. Wein=
ſchrank
, gibt ſehr
billig ab Fabian,
Kahlertſtraße 36.

Eiſerne Bettſtelle m.
Schoner u. Matratzen,
Tiſch, Nachttiſch,
Waſchtiſch allesweiß,
2 Stühle billig z verk.
Montag 26.
Saalbauſtr. 38, II.

F.n. Kinderſtühlch.
u. Wag.z. vk. Kilburg,
Schloßgaſſe 12,I.

Zu verkaufen, all.
tadell. erh: Schau=
kelſtuhl
, Sofa, rot.
Läufer, 5 m lang,
Handharmonikabett,
Wäſchetopf, kl. Bett=
kaſten
, Lederreiſe=
taſche
, antik. Lehn=
ſtuhl
u. nicht getrag.
ſilb. u. auch ſchwarz.
Geſellſchaftsſchuhe.
Nr. 38. Dam.=Keidg.
Pietſch. Gabelsber=
gerſtraße
18.

Federrolle, 10.-15 3.
Tragkr., 1 Einſp.=
Wagen, faſt neu, zu
jed. annehmb Preis
z. vk. Chr. Junker,
Eberſtadt. Heidel=
berg
. Srt. 6. (6609

Hausapotheke, weiß
m. Glas, Staubſau=
ger
, div. Bilder,
Fell, Suppenterrine
(. Zwiebelmuſt.)
Fenſter mit Ober=
licht
, Marmorplatte
(weiß ital.) zu vk.
Näh. Geſchſt. (6607

Eleg. Sommerklei=
der
, Abendkleider,
Brokatmantel und
Taſche. Hüte ſehr
preisw. abzugeben.
Näh. Geſchſt. (6608

Leichtes Herrenrad
(Muffenlöt.) ſowie
15 weiße 1jähr.
Legenten bill. z. vk.
Kaupſtraße 44, I.

Kl. Kaſſenſchrank,
3X60X80 cm, Holz=
ſchrank
=Unterſatz,
eiſerne Drehbank,
ſehr geeign. f. Lieb=
haber
, Spitzenhöhe
25 cm, Support etc.
Werkzeuge. Anzuſ.
v. 23 Uhr nachm.
Martinſtr. 14 pt. (*

Hausfrauenl Achtung!
Trustfrei.
Probieren Sie bitte ---

Wir wollen Sie von der
Oualität überzeugen! (66e8b
Deshalb erhalten Sie
von Montag, den 2. Mai
bis Samstag, den 7. Mai
beim Einkauf von
1 Pfund Halla‟
Edelmargarine zu 608
DEL. ½ Pfund gratis!
TARGARI
*
General-Niederlage
Trusttrei, Darmstadt, Lauteschlägerstr. 26
Zu haben in allen einschlägigen Geschäften.

reuett Noche,
Ae.
Naun

Eet
Detelt en eherie e
RuRNUSwelSce Sch.
Ee
ve Wöche idl iech nidlte e.
"

..
Det


neieliel, 1eſt und Aeit.
Eeiet.

et

Eleg. Baby= Korb=
wagen
zu verkauf.
Bismarckſtr. 51, I.

Einſitzer=Boot
ſchnittige Form, zu
verkaufen. Näheres
i. d. Geſchäftsſtelle.

Dunkelbl.
Gobard. Mant.
hr. 44 mit auskn.
Futter ſow. Tenn.= Kanar.=Vogel entfl.
Schläg.z. vk. Heiden=/Wiederbr. erh. g.B.

reichſtr. 39, III. (*

Roßdörferſtr. 41,II.*

Fahrradreifen
fabr. friſch größte
Auswahl. (6668b
BENZ
Kaufhaus für Fahr=
radbedarf

Grafenſtraße 20.


Dachpappe, die Rolle
10Cm4 3.50, Karbo=
leum
per Ltr. 40.5.
Dachdeckergeſchäft
M Boglar, Teleph. 2351
Lindenhofſtr. 1.

ElB-BEäUK 1932
Aufträge zur täglichen Lieferung von
Kunst Eis aus Trinkwassen
bei weſentlich ermäßigten Preiſen, werden prompt ausgeführt durch
B. M. Hachenburger Aug. Orlemann Friedr. Stumpf
Wilhelminenſtr. 31
Beckſtr. 54
Frankfurterſtr. 85
Fernſpr. 9
Fernſpr. 957
Fernſpr. 869
Großabnehmer Vorzugspreiſe.

[ ][  ][ ]

Seite 20 Nr. 121

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 1. Ma

Seite

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
nachde
gangei
E
zöſiſche
Tardie
macht
tref
aus n.
konföt
verluf
haben
währe
von (
Wahl
große
Deut)
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
ſollt.
die
Glä.
fina
nich
De
im.
Sta
de
au
de
re
ſtel
St
Ste
Fr.
na

Hundertjahrfeier
des Muſikvereins Darmſtadt
am Dienstag, den 10. Mai
Feſt=Konzert
im Gr. Hauſe des Landestheaters, 19½ Uhr
Der Meſſias
von G. F. Händel
Oeffentl. Haupiprobe: Montag, 9. Mai, 19½ Uhr
Nach dem Konzert:
Geſellſchaftsabend
im Städt. Saalbau
mit einfachem Abendeſſen
für Mitglieder, gelädene und eingeführie Gäſte.
Ehemalige Miiglieder des Muſikvereins
werden hiermit ergebenſt eingeladen.
Eintrittspreiſe für das Konzert: 1.50 bis 4.50 RM., für
die Hauptprobe: 1 bis 3.50 RM. Kartenverkauf ab 2. Mai
in der Buchhandlung Bergſtraeßer, Wilhelminenſtraße 29
und an der Abendkaſſe. Anmeldung zum Abendeſſen
(Gedeck ohne Wein 2 RM.) ſchriftlich bei Architekt Julius
Harres, Fiedlerweg 3 I., erbeten. Nach dem Konzert
ſteht zur Fahrt nach dem Saalbau Omnibus der Heag bereit.

Gche

Hotel Schmitz

Rheinstraße 50

Teleton 192

Heute Abend
(6674
Unterhaltungs-Konzert
Auswahlreicher Mittagstisch von 80 an
Reichhaltige Abendkarte
Doppeltankstelle: Geöffnet von 6 Uhr
vormittags bis 1 Uhr nachts.

O4r

Heute Sonntag

2.

Eröffnungs-
Vorstellungen

des sensationellen 1. Mai-
Varieté-Splelplang
Miß dier Ro
Tierfänger
RICK

Der Dompteur ohne Waffen
DAS TAGESGESPRACH
ALLER WELTSTADTE

A TTRO
Das kom. Mirakel

EREDBV
der neue Portier

ILSE & NIKITA
Russische Wirbelwindtänzer

EM0 D AR60
ital. Tenor

2 TORRES
Tempo-Akrobat

EERRV BOSSO
Der faszinierende humoristische
Illusionist (6654
Tachen!
Staunen!
Eintritts-Preise:
Nachmittags 4 Uhr: 0.60 bis 1 25
Abends 8½ Uhr: 060 bis 1.75
Nachmittags: Auf 2 nummer Plätze
1 Hind frei! Umtausch der
Propaganda-Karten nur vormittags
von 10½ 12½ Orpheums-Kasse
Allgem. Kartenverkf.: Kiosk, E- Lnd-
wigspl
. 1012; Klosk, Paradepl. v
116½; Kasse Orpheum ab 2½ Uhr.

Tel. 389

Rheinſtr. 101 Gegenüber der Feſthalle Tel. 2519
Ab heute Umſtellung des
Betriebes auf reinen
Brauerei=Ausſchank
Neuer Bierpreisabſchlag:
A0,3 nur 229, ½. Liter 379
AKeine Erhöhung bei den Konzerten
Mittagstiſch von 80 Pfg. an
Erſtklaſſig zubereitet und reichlich.
Im Feſtſaal Frühlingsfeſt mit Janz
Eintritt frei. (*) Anfang 8 Uhr.

Gartenbauverein
Darmſtadt e. V.
Zu einem am Mon=
tag
, 2. Mai d. J.,
abds. 8 Uhr i. Für=
ſtenſaal
ſtattfinden=
den
Vortrag d. Hrn.
Karl=Schanze aus
Mußbach über:
Wirkung der an=
organiſchen
u. or=
ganiſch
. Düngung
im Obſt=, Gemüſe=
und Weinbau,
laden wir unſ. Mit=
glieder
hierdurch er=
gebenſt
ein.
Der Eintritt iſt frei.
Der Vorſtand.

Gartenbauverein
Maulbeerallee
e. V., Darmſtadt.
Vir laden unſ. Mit=
glieder
zu dem Vor=
trag
über Lützel=
dunger
am Mon=
ag
, 2. Mai, 8 Uhr
abends, im Fürſten=
ſaal
, Grafenſtraße,
ein und bitten um
zahlr. Erſcheinen.
Der Eintritt iſt frei.
Der Vorſtand.

HETTTTIT
Letzte Film-Morgenfeier in dieser Saison.
Ein hochaktueller Kultur-Tonfilm:
Der Kampf um die Mandschurei
Ingendliche zugelasen. Vorverkanf an der Helia-Kasse.

Nur noch
heute und morgen

Richard Tauber und Lien Devers
in dem neuen Tonfilm:

Von der prowinenten Berliner und Mänchener Presse
bervorragend besprochen.
JIngendliche zngelassen. Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.

jie der Liebe

Heute
und folgende Tage

Renate Müller und Hermann Thimig
in dem lustigen Tonfilm:
Mädchen zum Heiraten

Begie: Wilh. Thiele. (F.6611
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr

Heute
und folgende Tage

Douglas Fairbanks
der beliebte Sensations-Darsteller:
imn

ROBI
Jugendliche zugelassen.

Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.


5. Mai
(Himmelfahrt):
Heppenheim
Juhöhe.
Abfahrt. 8 Uhr.
Sonntagskarte.
(6619)

Dame, in Frankr.
rzogen, erteilt (*gi

Konverſat. Wilh.=
Gläſſing=Str. 40. pt.

(205a)

Dam.=u. Kinderkleid.
werd. gutſitz, preis=
wert
angef. Kirch=
ſtraße
19, I. (179a

Steinfurther Roſen
v. 1020,Z. p. Stück
in beſter Qualität.
Grafenſtr. 15. (6303a

Heute abend
Bismarek-EeK Konzert

9
Herfngallen Hanee

Heute nachm., sowle abends
Unterhaltungs-
Musik

Rei schönem Wetter Gartenbetrieb.

19.30 bis geg. 22.15
Sroßes Haus
Hessisches
EB

Landestheater
Sonntag
1. Mai 1932

Fidelio
Große Oper von Beethoven
Preise 0.806.40 Mk.

Außer Miete

Kleines Haus 19.30 bis geg. 22Uhr

Schneider Wibbel
Komödie von Hans Müller-Schlösser
Preise 0 503.00 Mk.

Gartenbauverein
Nord e. V., Oſtdt.
Im Montag, 2.Mai,
abends 8 Uhr, fin=
det
im Fürſtenſaal,
Grafenſtr., ein Vor=
trag
über die An=
wendung
des Lützel=
düngers
ſtatt, wozu
wir unſ. Mitglieder
um zahlreichen Be=
ſuch
bitten.
Der Eintritt iſt frei.
r Vorſtand.

Garkenbau-
genoſſenſchaft

e.G.m. b. H., Darmſt.
Zu dem Vortrag
über Lützeldünger
am Montag, 2. Mai
d. J., abds. 8 Uhr,
im Fürſtenſaal. la=
den
wir unſere Mit=
glieder
zu zahlreich.
Beſuch ein.
Der Eintritt iſt frei.
Der Vorſtand.

Klavier zu mieten
geſ. Ang. mit Preis
u. H. 227 Geſchſt.

Friſche Ware!
Deck. 1.30, Schläuche
0.60, Erſatzteile und
Reparaturen billig.
Barkhausſtr. 62(gid*

Hessische Autobus-Verkehrs-
Gesellschaft Darmstadt
In Verbindung der Arbeitsgemeinschaft Hess. Kraftfahr-
linlen
- und Rundfahrt-Unternehmungen Darmstadt.
Geschäftsstelle: Rheinstr. 5. Tel. 844
SonderTahrten:
2. Mal 14 Uhr Blütenfahrt nach Heppenheim RM. 1.60
nach Alssach
3. Mai 14 Uhr
RM. 1.10
4. Mai 14 Uhr Jugenheim-Kuralpe-Felsenmeer RM. 1.50
14 Uhr Jugenheim-Bensheim-Lindenfels RM. 2.00
5. Mal 8 Uhr Miltenberg-Egelsberg .. . . . .
RM. 5.00
8 Uhr Rüdesheim-Niederwalddenkmal",
RM. 4.00
6. Mai 13 Uhr Homburg-Saalburg . . . . .
RM. 3.00
7. Mai 14 Uhr Blütenfahrt nach Heppenheim RM. 1.60
8. Mai 8 Uhr Heidelbg.-Schwetzing., Fliederblüte RM. 4.50
9. Mai 14 Uhr Blütentahrt nach Heppenheim RM. 1.60
10. Mai 14 Uhr Neunkirchen . . . . . . . . . . . . RM. 1.50
11. Mai 13 Uhr Feldberg-Königstein im Taunus RM. 4.00
12. Mai 14 Uhr Jugenheim-Kuralpe-Felsenmeer RM. 1.50
14 Uhr Jugenheim-Bensheim-Lindenfels RM. 2.00
13. Mai 13 Uhr Heidelberg, Bergstraße entlang .. RM. 3.50
14. Mai 14 Uhr Blütenfahrt nach Heppenheim RM. 1.60
15. Mai 7 Uhr Bad Wimpfen am Neckar
RM. 7.50
16. Mai 7 Uhr Bad Kreuznach. . . . .
RM. 4.50
17. Mai 3 Uhr Rheinfahrt nach Goblenz".
RM. 7.50
20. Mai 7 Uhr Dreitägige Fahrt nach dem Bodensee RM. 20.00
3. Juni 7 Uhr
d. d. Schwarzwald RM. 18.00
10. Juni 7 Uhr
in das romantische
6 17)
Land Rothenburg-Dinkelsbühl . . RM. 18.00
Auskünfte, Kartenvorverkauf und Abfahrt nur Rheinstraße 5, in
der Geschäftsstelle bei der Fa. Diehl& Co., Kohlenhandlg. Tel. 844

Höhenluft-Kurort
Zentrum der
bayerischen Alpen
gegen BLUTHOCHDRUCK und ADE
KALKUNG
Kurabgaben gesenkt! 7 Tage kurtaxefrei!

1ODBID

1 Mch 5671

Grosser Preis-Absohla
im Reichshof
Rheinstraße 35 Fernsprecher 307
Spezial-Ausschank
Würzburger Hofbräu
3110 Liter
Würzburger Hofbräu Spezial 27
1ſ2 Liter
Würzburger Hofbräu Spezial 4g
111 Liter
Würzburger Hofbräu Spezial7a
Außerdem gelangt z. Zeit der ganz hervorragen
Würzburger Hofbräu Maibock‟
zum Ausschank.
Reichhalt. Mittag- u. Abendkarte. Billigste Preis
Auch halbe Portionen. Im 1. Stock Saal, 80 Pe
sonen fassend.
A. Edelmann.

far Mcht

Die Abungsanlagen des Hochſchulſtadions ſtehen ab M
den 2. Mau der Darmſtädter Bevölkerung; zur Ben
wieder offen und zwar während der Semeſtermonate
Juni und Juli an Wochentagen nur vormittags von 71
an Sonn= und Feiertagen vormittags von 21 Uhr;
Ferienmonaten Auguſt und September an Wochentage
7 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, an Sonntage
vormittags von 71 Uhr.
Gebühren
fürden Beſuch des Sportplatzes und des Schwimmbe
Einzelkarte für Erwachſene.
für Kinder bis 16 Jahre ..
(Zutritt nur in Begleitung d. Vaters od. d. Mutter)
Zehnerkarte für Erwachſene . . . . .
Monatskarten, Haupikarte 6.00 Nebenkarte
Kinderkarte für Kinder bis 16 Jahre
(Zutritt nur in Begleitnng d. Vaters od. d. Mutter)
Semeſterkarten gültig f. d. Monate Maſ bis Sept.
Hauptkarte 20.00
Nebenkarte
Kinderkarte bis 16 Jahre ..."
(Zutritt nur in Begleitung d. Vaters od. d. Mutter)
Kartenausgabe. Die Ausgabe der Monats= und Semeſier
erfolgt wochentags von 912 Uhr im Geſchäftszimm
Inſtitut für Leibesübungen (Otto Berndt=Halle, Zimn
Einzel= und Zehnerkarten ſind am Platzeingang erh

bei Miltenberg a. M.*
Luftkurort Klein=Heubach) u. penſion Anker, in
des Fürſtl. Parkes gelegen, freundl. möbl. Zimmer mit
gute, volle u. abwechzlungsr. Verpflegung, Preis 4.
bad, Badi Haus. Beſitzer Willy Knapp, Tel. 429, Amt Miltenber

chkung!

Fahrräder
1 Poſten
(Ballon u. Hoch=
druck
) ſpottbil=
lig
abzugeben.

Dſt., Schulſtr. 11 5

Faſt neues Bett,
Sprgr., Fed.=Matr.,
Schon., Decke. Nacht=
tiſch
m. Marm. auch
einz. abzugeb. Daſ.
4fl. w. Gasherd m.
Bratofen. Wald=
ſtraße
33, II. r.

Eine Partie kompl.
lafzim.
ſolange Vorrat
RM. 210.-
Möb.= u. Bettenhs.
Menger
Bleichſtr. 17. (6622h

Huth
2=Röhren=Netzgerät,
Wechſelſtr., 110/220
Volt, zu ſtatt 89,50
für 49 RM.; Laut=
ſprech
. Undy, 4pol.,
neu, ſtatt 36. für
24. RM. zu ver=
kaufen
. Wittmann=
ſtraße
27 part.

Leere Heringstonn.
als
Garkenfäſſer
billig abzugeben.
Fiſchhaus Fertig,
Markt 4.

Gasherd, Bügelbr.,
1 Tiſchpl., 2 Böcke
z vk. Lautenſchläger
Moosbergſtr. 60.

Reslaurant Stolger
Frand Siie
Naturwein ¼ Ltr. von
Pfungst. Märzen- und B
Bekannt guter Mittag
Reichhaltige Aben
Zeitgemäße Preise. (*
Kein Bedienungsgeld.

Im goldenen Löwen, 1
Sonntag, den 1. Mai. ab 4
TANZ=

Er.

Heute

im Neuen Schießhe
Ab
Tanzen frei!

Luftkurort
Ludwigshö.
Telephon 591
Heute nachmittag 4
Konzel
ausgeführt vom Stadtorck
Leitung Konzertmeiſter Re
Eintritt frei. (6581) Eintrit

Benweiderhier

Eberstadt-
Heute ab 4 Uhr

Guterh. Divan. 34
Geige m. Kaſten u.
Bogen Turngeräte
für Kinder z. verk.
Mathildenſtr. 43,pt.

Konzel
3 ausgeführt von dem bekann
Kapellmeister L.60
Herrliche Ausſicht zur Baumb

Alkalische
Mineralguelle
Vilbel

Diätetisches Tafel-Getränk mit eigener

Wegen seines hohen Gehaltes an Natron-, Kelk-, Magnesia
Generalvert
und Lithionsalzen von heilwirkendem Einfluß
Heinrich oster
bei Harn- und Verdauungsbeschwerden, Erkrankungender
HeL Leber und Gallenwege sowie Kartarrhen aller Art Higelstraße 27 Telephol‟
natürlicher Duellenkohlensäure.
Zu haben in allen Stadtteilen.

[ ][  ][ ]

zeitag, 22. April 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 112 Seite 9

um hundertſten Jahrestag des deutſchen Mai
auf dem Hambacher Schloß.
Zum 27. Mai 1932.

fenes Feſt, zu deſſen Feier ſich am 27. Mai 1832 Tauſende
Perſonen auf der Ruine der Marxburg, in der Nähe von
adt a. d. Hardt, eingefunden hatten, das ſogenannte Ham=
Feſt, hat bei Zeitgenoſſen wie bei Nachfahren eine grund=
jedene
Beurteilung erfahren. Während der öſterreichiſche
smann Metternich von dem Hambacher Skandal ſprach,
rte der Burſchenſchafter
t Keil, weiland Schrift=
des
ehedem ſo belieb=
Familienblattes Die
nlaube, das Feſt auf
jarxburg als Vorfeier
edantages. Sicher iſt,
jeſes Feſt in der Ge=
der
deutſchen Einheits=
ung
eine bedeutſame
ſpielt, und deshalb er=
es
angebracht, uns
Verlauf kurz zu ver=
därtigen
.
kanntlich hat die Pa=
Juli=Revolution vom
1830 auf den Süden
Feſten unſeres Vater=
die
nachhaltigſten Wir=
ausgeübt
. Vor allem
gen in der Pfalz durch
rgänge in Frankreich
eralen und nationalen
ungen einen neuen,
en Antrieb. Die Be=
der
Pfalz waren dem
ir Juli=Revolution am
und für revolutio=
deen
beſonders dispo=
Waren ſie doch ſtolz
manche freiheitliche
ion, die ſie der Zeit
anken hatten, während
mit Frankreich ver=
paren
. Und auf die
n Mittelalter ſtecken=
ltbayern
blickten die
geringſchätzig herab,
rief damals einer der Häupter des Pfälzer Liberalis= Deutſchland pries.
hann Georg Wirth, aus, keine deutſche Freiheit!
die Preſſe gegen den Druck der Machthaber zu ſichern,
n in der Pfalz im Anfang des Jahres 1832 der Preßver=
er
Vaterlandsverein gegründet worden. Die Führung
ſereins lag in den Händen der Journaliſten Wirth und
feiffer der eine ein Franke aus Hof, der andere ein
aus Lahr , ſowie der Zweibrücker Advokaten Savoye

ten, und ſo luden denn 34 Bürger aus Neuſtadt a. d. Hardt zu
einem Maifeſt der Deutſchen ein, das auf der Schloßruine bei
Hambach, nicht weit von Neuſtadt, ſtattfinden ſollte. Ein Verbot
der Kreisregierung wurde auf die entrüſteten Proteſte zahlreicher
Stadträte hin zurückgenommen, und nun konnte der Neuſtädter
Feſtausſchuß am 27. Mai Tauſende von Gäſten aus der Pfalz,

Ein zeitgenöſſiſcher Stich, der den Zug der 20000 Patrioten zum Hambacher Schloß darſtellt.
: jene den Pfälziſchen Kriſchern ehrliche Abneigung / aus Baden und Heſſen in dem feſtlich geſchmückten Städtchen be=
ibrachten
. Dieſen warfen die Altbayern wohl auch vor, grüßen. Unter den Anweſenden waren auch Polen und Fran=
halbe
Franzoſen wären und ganze werden möchten, zoſen vertreten. Den Maſſen, die den Schloßberg erſtiegen, wehten
ſer Vorliebe für Frankreich verband ſich bei der Bevölke= Fahnen mit den ſchwarzrot=goldenen Farben voran, Fahnen mit
r Pfalz ein ſtarkes Intereſſe für die Vorgänge in Polen, den Farben der Burſchenſchaft, die damals zum erſtenmal in der
e warme Teilnahme für die Polenflüchtlinge, die damals. Oeffentlichkeit als die deutſchen Nationalfarben bejubelt wurden.
n Zuſammenbruch der polniſchen Revolution, durch Deutſch= Zur Feier des Tages hatte Siebenpfeiffer ein Lied gedichtet, das
zen. Polens und Deutſchlands Schickſal erſchien den Libe= dreihundert Handwerksburſchen während des Aufſtiegs auf den
üddeutſchlands eng miteinander verknüpft. Ohne Polens Schloßberg ſangen, und das in ſchwungvollen Worten ein einiges
Was tändelt, ſo klang es da, der Badner mit Gold und Rot,
Mit Weiß, Blau, Rot Bäyer und Heſſe?
Die vielen Farben ſind Deutſchlands Not,
Vereinigte Kraft nur zeigt Größe!
Drum weg mit der Farben buntem Tand!
Nur eine Farb und ein Vaterland.
Einer der führenden Neuſtadter Feſtveranſtalter, Dr. med.
üler, von denen namentlich der letztere als Abgeordneter Hepp; eröffnete die Verſammlung; dann nahm Siebenpfeiffer das
ken in der 2. Bayeriſchen Kammer und als Führer der Wort. Er donnerte gegen die Fürſten und Höflinge, die das Volk
on ſich in der Pfalz großer Beliebtheit erfreute. Aus den ausſaugten, gegen den Bundestag, feierte die Republik und ſchloß
des Preßvereins, ging dann jetzt die Anregung aus, mit den Worten: Hoch lebe jedes Volk, das ſeine Ketten bricht
Hambacher Schloß eine große Volksverſammlung abzuhal= und mit uns den Bund der Freiheit ſchwört: Vaterland, Volks=

hoheit, Völkerbund hoch! Hierauf erging ſich Dr. Wirth in hef=
tigen
Angriffen gegen die deutſchen Zuſtände in Staat und Geſell=
ſchaft
, wo ein ſchönes Land, reich an Hilfsquellen der Natur, das
für ſeine Kinder die Wohnung der Freude und Zufriedenheit ſein
ſollte, von 34 Königen ausgeplündert werde. Die Einigung
Deutſchlands könne nur doch Beſeitigung der deutſchen Fürſten
erreicht werden. Ohne Beſeitigung der deutſchen Fürſtenthrone,
ſo rief der Redner aus, gibt es kein Heil für unſer Vaterland,
kein Heil für Europa, kein Heil für die Menſchheit!
Zwiſchen den beiden Feſtrednern beſtand nun ein gewiſſer
Gegenſatz. Wohl erſtrebten beide ein einiges, freies Deutſchland.
Aber Siebenpfeiffer, der mit hervorragenden franzöſiſchen Libe=
ralen
, u. a. mit Lafayette, in freundſchaftlichen Beziehungen ſtand,
ſah das Heil in der Wiederbelebung der neufränkiſchen Theorien
von 1792; ſein Patriotismus trug eine republikaniſch= kosmopo=
litiſche
Färbung. Wirth dagegen forderte in erſter Reihe die Be=
ſeitigung
der deutſchen Fürſten, weil nur auf dieſem Wege die
deutſche Einheit zu erreichen ſei. Zugleich wandte er ſich ſcharf
gegen Anſchauungen, wie ſie damals in der franzöſiſchen Preſſe
vertreten wurden, die auf die Einverleibung der Pfalz in Frank=
reich
abzielten. Er warnte davor, im bevorſtehenden Kampf von
Frankreich Hilfe zu erbitten, denn um den Preis der Abtretung
des linken Rheinufers dürfe auch die Freiheit nicht erkauft
werden.
Nach der Mittagspauſe kamen dann die Redner zweiter Gar=
nitur
zum Wort, und auch dieſe kargten nicht mit ſtarken Aus=
drücken
und revolutionären Tiraden. Trotzdem kam es zu keiner=
lei
Ausſchreitungen.
Weit bedenklicher waren die Vorgänge, die ſich am folgenden
Tag abſpielten. Auf dem Schießhauſe bei Neuſtadt, wo einige
hundert Mann ſich verſammelt hatten, und hierauf im engeren
Kreiſe in der Wohnung des Kaufmanns Schopmann in Neuſtadt
ſelbſt, hat man eine revolutionäre Erhebung ernſtlich ins Auge
gefaßt. Doch iſt es, wie es ſcheint, infolge von Zwiſtigkeiten zwi=
ſchen
Wirth und Siebenpfeiffer einerſeits und den anderen füh=
renden
Mitgliedern des Preßvereins, zu feſten Beſchlüſſen nicht
gekommen.
Immerhin waren ſchon die Vorgänge auf dem Hambacher
Schloß den Machthabern in Wien und Berlin ein hochwillkom=
menes
Ereignis. Sie drängten die bayeriſche Regierung zum
Einſchreiten gegen die drohende Revolution, und dieſe zögerte
auch nicht, da es hie und da in der Pfalz zu Unruhen infolge der
Teuerung gekommen war, den Fürſten Wrede mit einer ſtarken
Truppenmacht in die Pfalz zu entſenden. Nun wurden auch Sie=
benpfeiffer
und Wirth verhaftet und nach längerer Unterſuchungs=
haft
jeder zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Siebenpfeiffer
gelang es, aus dem Gefängnis zu entfliehen, Wirth dagegen hat
ſeine Strafe in vollem Umfang verbüßt; beide haben dann den
Reſt ihres Lebens Siebenpfeiffer ſtarb 1845, Wirth im Jahre
1848 im Ausland verbracht. Gewiß waren beide Revolutionäre.
Aber was ſie erſtrebten, das war ein einiges, ein freies Deutſch=
land
. Sie hätten auch unſtreitig die Gründung des Deutſchen
Reiches im Jahre 1870 mit hoher Freude begrüßt. Galt doch für
Wirth wie für Siebenpfeiffer das Wort des Liedes, das einſt auf
dem Wege zum Hambacher Schloß erklungen war:

Wo deutſche Männer, da ſind wir dabei
Wir erheben ein Deutſchland ſtolz und frei.

Dr. L.

Geſchäftliches.
Heute, Freitag, abends 8 Uhr. und morgen, Samstag, mittags
4 Uhr, finden bei Schaaf am Stadtkirchenplatz praktiſche Waſch=
vorführungen
ſtatt unter Verwendung der bewährten Miele‟.
Maſchinen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Ueber Nacht geſund? Der Vortrag findet heute nach=
mittag
4 Uhr und 8 Uhr abends im Kaiſerſaal= Fürſten=
ſaal
ſtatt. Näheres ſiehe Inſerat geſtern und vorgeſtern.
Haupiſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veraniwortlich für Politit und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feulleion, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Btld und Wort: Dr. Herbert Nette;
fär den Inſeratienteil und geſchäftliche Mittellungen: Wills Kuhle:
Druck und Verlag: L. C. Wlttich ſämilich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

(6093

Eine Auswahl von über

Io0o Tauf Birangie

Hieraus 3 hervorragend billige.

Damen-Strümpfe
künstliche Waschseide
plattiert, eine gute
Strapazier-Qualität

Damen-Strümpfe
echt ägpptisch Mako
gute kräftige Oualität
in farbig und schwarz
9B=

Damen-Strümpfe
künstliche Waschseide,
schönes, feinmaschiges
Gewebe, nur mod. Farben
1.25

Eine Auswahl von über

100o Helten Hemaef

Hieraus 3 hervorragend billige.

Oberhemden
mit einem Kragen und
unterfütterterBrust,
hübsche mod. Dessins
Loß

Sporthemden
mit festem Kragen und
Binder, aparte Dessins,
moderne Farben
L.dB

Oberhemden
weiß Popelive, guteGuali-
tät
, in modernen Streifen
und kleinen Mustern
2.7B

Eine Auswahl von über

100 bohlaginoben
A.

Hieraus 3 hervorragend billige.
Größe 4248
2B=
T8=
G6=

Kinder-Schlüpfer : Damen-Schlüpfer Damen-Sch üpfer
in vielen hellen Farben/ Kunstseide, in mo- makoartige Qualität, in
sortiert, Größe 3036 dernen Farben, mit vielen Farben sortiert,
kleinen Fehlern

Montag, den
pril, verlängert!

Eine Auswahl von über
Tau0 Borulß

Hieraus 3 hervorragend billige.

Berufs-Kittel
aus blau, lila oder beig
Zeärmit buntemBeider-
wandschalkragen
, 42.48
1.O5

Berufs-Kittel
aus braunemlndanthren-
stoff
mit moderner Gar-
vierung
. Durchsteckform
A.AS

Berufs-Kittel
besond. kräft. Siamosen-
stofte
, in blau und braun,
moderneDurchsteckform
Z.98

Noch diese 3 Tage können Sie zu solch billigen Preisen kaufen!

At

[ ][  ]

Serre I9 Nr. 112

Barmſtädter Tagblan / Heſſiſche Neueſte Naguraren

Freitag, 22. April

Seite

Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u
des 9
form
nachde
gangei
E=
zöſiſche

Tardie
macht
tref
aus w.
konföt
verluf
haben
währe
von
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck

ſollt
die
Glä.
fina
nich
De
im
Sta
de
au
de
ſtel
S
Ste
Fr.
na

2Ttdalttt
Stt6

Schafft Wektbewerbe für die

Skeuerfreien!

Eine Forderung der Zeit.

Die bedenklichen Lähmungserſcheinungen, die den deutſchen
Automobilſport infolge der wirtſchaftlichen Notlage umzubringen
drohen, haben ſich beim Motorradſport erfreulicherweiſe noch nicht
beſonders ſtark bemerkbar gemacht. Immerhin dürfte es ſich emp=
fehlen
, der neuen Saiſon 1932 ein wenig ſkeptiſch entgegenzu=
ſchauen
, ſcheint es doch ſo, als ob die induſtrielle Anteilnahme am
Sport gegenüber dem Vorjahre noch weiter zurückgehen dürfte.
Jedenfalls iſt es erſte Pflicht der deutſchen Motorſportverbände,
die Ausſchreibungen der motorradſportlichen Veranſtaltungen ſo
zu geſtalten, daß ſie Prüfungen darſtellen, durch die ein Maximum
an Wirkungsgrad erzielt wird.
Reine Geſchwindigkeitswettbewerbe als überlebt, zwecklos
und unzeitgemäß zu bezeichnen, iſt ein Unfug, nachdem ſeit einem
Jahrzehnt erwieſen iſt, daß ſie die Konſtruktionen in weitem Maße
beeinfluſſen und befruchten, daß ſie nach wie vor eine glänzende
Induſtrie=Propaganda abgeben, und daß ſie immer noch das In=
tereſſe
des großen Publikums am meiſten befriedigen, als zur För=
derung
der Sportidee beitragen.
Daß daneben Wettbewerbe in verſtärktem Maß und Umfang
gepflegt werden müſſen, die der Förderung befähigter Nachwuchs=
fahrer
dienen, ſteht außer Zweifel, denn es läßt ſich nicht ver=
heimlichen
, daß der deutſche Motorradſport friſches Blut braucht,
um gegen das Ausland einigermaßen wettbewerbsfähig zu blei=
ben
. Schon auf dieſes Gebiet, das eigentlich bereits vor Jahres=
friſt
zu einer brennenden Frage wurde, müßte die OMB. ihr ganz
beſonderes Augenmerk richten. Die Ausweisfahrer=Rennen dieſes
Jahres dürfen nicht mehr notwendige Anhängſel an große Renn=
veranſtaltungen
der Kanonen bilden, ſondern müſſen als ſelbſtän=
dige
Hauptwettbewerbe aufgezogen werden, bei denen Diſtanzen
von mindeſtens 150 Klm. gefordert werden ſollten. Die Idee, eine
deutſche Amateur= bzw. Ausweisfahrer=Meiſterſchaft auszuſchrei=
ben
, iſt ſo ausgezeichnet, daß man ſich mit ihrer Verwirklichung
an maßgebender Stelle unbedingt beſchäftigen müßte!
Daneben könnte natürlich auch ein Ausbau der Geſchwindig=
keitskonkurrenzen
im allgemeinen nichts ſchaden, wofür von an=
derer
Seite ſchon gute Vorſchläge gemacht wurden. Es ſei nur
gedacht an Sonderwertungen für ſchnellen Start, gute Beſchleu=
nigung
, kürzeſten Tank= und Reparaturaufenthalt und ähnliches
mehr.
Der neueſten Entwicklungstendenz ſpeziell im deutſchen Mo=
torbau
Rechnung tragend, müßten die Sportverbände ihr Augen=
merk
aber dieſes Jahr in ganz beſonderem Maße den ſteuer=
freien
Maſchinen zuwenden, die ja bekanntlich jetzt das
Hauptkontingent des geſamten deutſchen Motorradbeſtandes bil=
den
. Mit zunehmender Verſchlechterung der Wirtſchaftsläge- wird=
das
ſogenannte Kleinkraftrad auch weiterhin das am mei=
ſten
gefragte Schnellverkehrsmittel ſein, und dementſprechend wird
ſich die Allgemeinheit für die effektive Leiſtungsfähigkeit der ver=
ſchiedenen
Typen ganz beſonders intereſſieren!
Alſo muß die Parole lauten: Schafft Wettbewerbe, für die
Steuerfreien! Natürlich muß man ſich hier die Art der in Frage
kommenden Prüfungen und Konkurrenzen genau überlegen. Ob=
wohl
reine Geſchwindigkeitswettbewerbe natürlich ungeeignet er=
ſcheinen
, ſo ſteht doch außer Frage, daß der Faktor Geſchwindigkeit
bei den zu ſchaffenden Prüfungen mitbewertet werden ſollte.
Cbenſo wichtig wird aber die Erprobung der Dauerleiſtung und
Strapazierfähigkeit von Motor und Fahrgeſtell ſein. Und damit
iſt die Wettbewerbsart, die für Kleinmotorrad=Konkurrenzen
zweckrichtig ſein wird, bereits umſchrieben: Parforce= Ueberland=
fahrten
unter Einbeziehung von ſchwach gebirgigem Gelände und
Aufteilung in Tag= und Nachtfahrt, dürften den Kernpunkt am
beſten treffen. Geradezu ideal in dieſem Sinne wäre die Strecken=
führung
der vor ſiebeneinhalb Jahren vom DMV. veranſtalteten
Nord=Süd==Expreßfahrt in ihrer; zweiten Etappe ab Leipzig
über Weißenfels-NaumburgWeimarErfurtGothaEiſenach
VachaHünfeld-FuldaSchlüchternGelnhauſen nach Frank=
furt
a. M., die etwa 395 Klm. mißt, nur auf Hauptverkehrsſtraßen
läuft und hinter Eiſenach auch Gebirgsgelände enthält.
Natürlich wäre auch für die ſteuerfreien Konkurrenzmaſchinen
nochmals eine Klaſſen=Unterteilung nach Motorenſtärke vorzu=
ſehen
, derart etwa, daß man die ſogenannten Fahrräder mit Hilfs=
motoren
, alſo alle Maſchinen bis 75 ccm in einer Kategorie ver=
einigt
, die Kleinmotorräder außerdem in die weiteren Klaſſen bis
150 und bis 200 ccm trennt. Dieſe drei Kategorien müßten ver=
ſchiedene
Mindeſt=Geſamtdurchſchnitts=Geſchwindigkeiten einhalten
und könnten bei gleichem Startort entweder zu verſchiedenen Zeit=
punkten
auf die Reiſe geſchickt werden oder aber, je nach
Maſchinenſtärke, auch von verſchiedenen Punkten der Strecke aus
gleichzeitig geſtartet werden, ſo daß nicht nur gefordertes Durch=
ſchnittstempo
, ſondern auch geforderte Geſamtſtrecke den Kate=
goriengrößen
entſprächen und eine ungefähr gleichzeitige Ankunft
aller Konkurrenten am Ziel ergäben. Wählt man außerdem eine
ſpäte Abendſtunde als Startzeit, dann läßt ſich eine Mitprüfung
der Lichtanlagen mit dem Wettbewerb zugleich verbinden.
Es käme als weiterer ſehr wichtiger Faktor bei einer derarti=
gen
Expreßfahrt für Steuerfreie hinzu, daß die Koſten der Teil=
nehmer
ſich in geringer Höhe halten und insbeſondere, daß den
Amateuren und Allerjüngſten Gelegenheit gegeben wird, ſich mit
einer beſonderen Sportleiſtung zu erproben. Denn die Prüfung
iſt namentlich bei Durchführung einer etwa achtſtündigen
Nachtfahrt beſtimmt kein Pappenſtiel.
Die Tatſache, daß der techniſche Leiter einer führenden deut=
ſchen
Motorradfabrik dieſer Tage den Wunſch ausſprach. Wett=
bewerbe
für ſteuerfreie Maſchinen ſchon für das Frühjahr 1932
anzuregen (wobei er an den Verfaſſer wörtlich ſchrieb: Für die
Einführung unſerer Zwergmaſchine iſt es von größtem Vorteil,
wenn wir dem Publikum zeigen können, daß die Maſchine alles
leiſtet), ſollte die OMB. die Gewißheit geben, daß die deutſche
Induſtrie für derartigen Sport ebenfalls beſtimmt etwas übrig

ha. Und der Umſtand ſchließlich, daß Englands Motorradſport=
verbände
die Situation bereits erfaßt h.
haben und vom 21. bis

23. April dieſes Jahres durch die Auto=Cycle=Union eine der=
artige
Prüfungsfahrt für 150 ccm Leichtgewichtsmaſchinen aus=
geſchrieben
haben, müßte hinreichend beweiſen, daß keine Zeit zu
verlieren iſt, auch einen deutſchen Wettbewerb für Kleinkrafträder
auszuſchreiben.

Für die ſteuerfreien Motorräder ſteht der erſte
Wettbewerb bevor. Beim Rennen Rund um Schotten am
5. Juni ſoll ein Rennen für die leichten ſteuer= und führerſchein=
freien
Maſchinen eingelegt werden.
Die Ausloſung der Entſcheidungſpiele um die dritte
ſüddeutſche Vertreterſtelle erfolgt am Sonntag nach dem Spiel
FC. Pforzheim Bayern München in Pforzheim.
Das Hockey=Repräſentativſpiel Berlin Süd=
deutſchland
, das am 1. Mai ausgetragen werden ſollte, wurde
abgeſagt.
Der SV. Waldhof hat gegen das am Vorſonntag gegen
den FSV. Frankfurt verlorene Spiel der ſüddeutſchen Meiſter=
runde
wegen der Geſtellung des zur Gruppe Main gehörenden
Schiedsrichter Hümpfner=Aſchaffenburg Proteſt eingelegt, der vom
Verbands=Fußballausſchuß abgelehnt wurde. Eine Annahme der
Berufung hätte ſchwerwiegende Verwicklungen zur Folge haben
können.
Das Kunſtflug=Duell zwiſchen Gerhard Fieſeler und
Gerd Achgelis findet erſt am 8. Mai auf dem Flnghafen Tempel=
hof
=Verlin ſtatt.
Vor 110 000 Zuſchauern ſchlugen die Glasgow
Rangers im Wiederholungs=Endſpiel um den ſchottiſchen Fußball=
Pokal Kilmarnock 3:0.
Nüßlein, der junge deutſche Tennis=Berufsſpieler, ſchlug
jetzt in New York den Amerikaner Tilden 6:3, 6:4.
In Scheveningen ſiegte Belgien über Holland im
Tennisländerkampf mit 3:2 Punkten.
Anerkannt wurden vom Deutſchen Schwimmverband die
geſtellten deutſchen Rekorde über 300 und 500 Meter Crawl mit
3:41 und 6:25,8 Minuten.

* Zußball im Kreis Starkenburg.
Der Aufſtiegskampf mr Heſſenliga beginnt.

Mit der Erringung der Kreismeiſterſchaft durch den Polizei

aber dieſes lann an dem . der Tabellenichts mehl. us
Nach Austragung dieſes Spieles werden wir noch die Schluß=
tabelle
bringen
Es beſteht kein Zweifel, daß mit der Darmſtädter Polizei die
beſtändigſte Mannſchaft des Kreiſes den Meiſtertitel errungen
hat. Wenn man es nun auch in den Kreiſen der um Darm=
ſtadt
beheimateten Vereine lieber geſehen hätte die Gründe
ſind materieller Natur! die Ordnungshüter wieder im nächſten
Jahr in der durch die Mitwirkung des SV. 98 Darmſtadt erſt
recht intereſſant werdenden Konkurrenz dabeizuſehen, ſo beſteht
aber kein Zweifel darüber, daß man den Poliziſten den er=
rungenen
Erfolg ehrlich gönnt und ihnen, nachdem ihr Sieg
feſtſteht, allſeits für die bereits am kommenden Sonntag be=
ginnenden
Aufſtiegskämpfe zur Bezirksliga die beſten Erfolge
wünſcht. Letzten Endes ſehen ja alle Vereine nun in ihrem
Meiſter den Vertreter ihres Kreiſes, der die Spielſtärke des=
ſelben
beweiſen ſoll.
Seitens der Bezirksbehörde ſind nun auch die

Termine der Aufſtiegsſpiele der Gruppe Heſſen
bekanntgegeben worden. Dieſelben ſteigen in folgender Reihen=
folge
: Vorſpiel 24. 4 03 Mombach Polizei Darmſtadt Rück=
ſpiel
22. 5.; VfR. Bürſtadt Opel Rüſſelsheim; 1. 5. Polizei
Darmſtadt Opel Rüſſelsheim 5. 6.; VfR. Bürſtadt 03 Mom=
bach
; 8. 5 Polizei Darmſtadt VfR. Bürſtadt 12. 6.;
15 5. Opel Rüſſelsheim 03 Mombach 12. 6. Die Spiele finden
auf den Plätzen der zuerſt genannten Vereine ſtatt. Spielbeginn
15.,30 Uhr mit 10 Minuten Wartezeit.
Die Gegner unſeres Meiſter ſind: FVga 03 Mombach (Kreis
Mainz), SC. Opel Rüſſelsheim (Kreis Wiesbaden) und VfR.
Bürſtadt (Kreis Südheſſen). Nur zwei der vier Bewerber
können aufſteigen, der Kampf wird alſo recht hart werden. Der
erſte Gegner unſeres Meiſters iſt am Sonntag die FVgg. 93
Mainz=Mombach, die ſich durch zwei 3:1=Siege über den Be=
zirksligiſten
06 Kaſtel bereits recht gut empfohlen hat. Trotzdem
glauben wir, daß ſich unſer Meiſter getroſt im Kreiſe dieſer Be=
werber
ſehen laſſen kann. Bringt er immer die Form auf, welche
den Sieg über Sprendlingen ſicherte, ſo darf man ihn unter den
beiden Aufſteigenden erwarten. Der gefährlichſte Widerſacher
dürfte Büxſtadt ſein und dann Mombach, beide aber auf eigenen
Plätzen. Jedenfalls wünſchen wir den Grünen viel Glück zum
erſten Start.
Die Aufſtiegskämpfe zur Kreisliga
ſind am Sonntag ehenfalls beendet worden. Ihr Ausgang war
der von uns vorhergeſagte: Eppertshauſen und Rot=Weiß Darm=
ſtadt
haben ſich durchgeſetzt. Wir bringen im einzelnen noch
einmal die Ergebniſſe dieſer Spiele: Rot=Weiß Ober=Ramſtadt
6:1 und 2:2: Rot=Weiß Eppertshauſen 1:4 und 1:1: Epperts=
hauſen
Ober=Ramſtadt 6:1 und 3:0. Daraus ergibt ſich fol=
gender
Schlußtabellenſtand:

1.

Spiele gew. un. verl. Tore

FV. Eppertshauſen
Rot=Weiß Darmſtadt .
4
SC. Ober=Ramſtadt
Ober=Ramſtadt bleibt alſo A=Klaſſe, während ſeine
Rivalen zur Kreisliga aufſteigen.

14: 3
10:
4:17

Punkte
A

Geſellſchaftsſpiele am Sonntag, 24. April:
Germania 03 Pfungſtadt SV. 98 Darmſtadt; Viktoria
Urberach FSV. 06 Heuſenſtamm; SV. Münſter Konkordia
Gernsheim; SV. Mörfelden SV. Raunheim.

Mombach 03 Polizei Darmſtadt.

Am kommenden Sonntag treffen ſich obige Mannſchaften zum
erſten Aufſtiegſpiel der Gruppe Heſſen in Mombach. Dieſes Spiel
der beiden Kontrahenten hat inſofern eine große Bedeutung,
als hier gleich die ſtärkſten Vereine die Waffen kreuzen.
Der Platzverein hat in überlegener Weiſe den Meiſtertitel ſeines
Kreiſes geholt. Auch die letzten Privatſpielergebniſſe gegen
namhafte Vereine, wie Kaſtel, Darmſtadt 98, laſſen klar er=
kennen
, daß man es hier mit einer äußerſt gefährlichen Mann=
ſchaft
zu tun hat, die auf eignen Platz ein ſchwer zu nehmendes
Hindernis bedeutet. Auch ihr Gegner, die Polizei, hat gegen
Sprendlingen eine Form an den Tag gelegt, wie man das von
einer Meiſtermannſchaft erwarten konnte. Insbeſondere war die
Kampfesfreude und der Wille zum Sieg ausgeprägter als beim
Gegner. Wenn die Polizei dieſe beiden Faktoren auf den Pſatz
in Mombach mitbringt, dann hat ſie berechtigte Ausſichten auf
Erfolg. Spielbeginn 15.,30 Uhr. Mitglieder und Freunde ſind
gebeten, die Mannſchaft recht zahlreich zu unterſtützen. Karten
für bequeme Omnibusfahrt (1,70 RM.) oder für Sammel=
transport
(1. RM.) ſind bis Samstag, 12 Uhr, bei dem
Vereinskaſſierer zu haben. Abfahrt 13 Uhr, Wache 24. Nur wer
rechtzeitig Fahrſcheine löſt, hat die Gewähr mitfahren zu können.

Rot=Weiß 2. Boruſſia Dornheim 1.

Am Sonntag. 15 Uhr, empfangen die Reſerven der Rot=
Weißen die Dornheimer Boruſſen. Die Gäſte waren in, der letzten
Saiſon noch ein nicht zu unterſchätzender Gegner der erſten Elf,
und werden ſich in dieſem Treffen die Reſerven ſchon mächtig an=
ſtrengen
müſſen um ehrenvoll zu beſtehen. Um 10,30 Uhr Rot=
Weiß komb. Stegmüller Sp.Abt. 1. Mſch. ſpielfrei.

SV. 1898 (Jugend).

1. Jgd. 1. Jgd. Weiterſtadt, hier, 1.15 Uhr; 2. Jgd.
Jgd. Arheilgen, dort, Abfahrt mit Rad, 9 Uhr von Hochſchule;
3. Jgd. 2. Jgd. Polizei, hier 10.45 Uhr: 4. Jgd Jgd Gries=
heim
, hier, 9.30 Uhr. 1. Schüler 1. Schüler Griesheim hier,
10.30 Uhr; 2. Schüler komb. Schüler Eberſtadt, hier, 1.45 Uhr.

Um den Aufſtieg zur Kreisklaſſe.
Fr. Tgde. Darmſtadt Michelſtadt.

Nachdem nun alle Bezirksmeiſter des 9. Kreiſes durch Aus=
ſcheidungsſpiele
feſtgeſtellt ſind, beginnen mit dem kommenden
Sonntag die Spiele um den Aufſtieg zur höchſten Klaſſe. Die
Spiele werden nach Punkteſyſtem im Vor= und Rückſpiel durch=
geführt
. Um die Spitze zu erreichen, muß Darmſtadts Elf mit
einer großen Leiſtung aufwarten, da der Gegner Michelſtadt als
Kampfmannſchaft bekannt iſt und über ſehr gutes, techniſches
Können verfügt. Wer Sieger wird? Man möchte dieſe Frage offen
laſſen, denn das ſortgeſetzte Experimentieren der Hieſigen in ihrer
Angriffsreihe hat ſich auf die Geſamtform der Elf nachteilig aus=
gewirkt
. Oft lief allerdings Darmſtadts Elf bei großen Spielen zu
einer Form auf, die für den Ausgang des Spieles von entſcheiden=
der
Bedeutung war. Spielbeginn 15,30 Uhr am Müllersteich.

S.V. 1910 Weiterſtadt Spgde. Sprendlingen.

Kommenden Sonntag empfängt Weiterſtadt 10 die Sport=
gemeinde
Sprendlingen. Das Vorſpiel endete unentſchieden. Die
Gäſte ſtellen eine ſehr ſtabile und gute Mannſchaft. Die Ein=
heimiſchen
müſſen daher ſehr auf der Hut ſein, wenn ſie das Spiel
für ſich entſcheiden wollen. Zeigen die Spieler den gleichen Elan
wie dies bei den letzten auswärtigen Spielen der Fall war, ſo
dürfte ein knapper Sieg ſich einſtellen. Mit einem ſchönen und
vielverſprechenden Spiel dürfte daher zu rechnen ſein. Spielbeginn
3 Uhr. Um 1.30 Uhr 2. Mannſchaften. Das Vorſpiel konnten
die Einheimiſchen 2:1 knapp gewinnen, 1. Jgd. 1.30 Uhr in Darm=
ſtadt
gegen S.V. 98 Jgd. Am Samstag, abends 8 Uhr, bei
Mitglied Hamm Familienabend des Vereins.

TSV. Meſſel.

Am Sonntag empfängt der TSV. Meſſel die Pokalmann=
ſchaft
des SV. 98 Darmſtadt. Der Gäſteelf, in der durchweg
frühere Ligaſpieler wie Müllmerſtadt, Laumann, Kratz, Bärenz.
Ruppel, Peth. Schäfer u. a. beſchäftigt ſind, geht der beſte Ruf
voraus. Erſt am vergangenen Sonntag unterlag ihr die erſte
Mannſchaft der Eintracht‟ Darmſtadt 8:3. Ein ſpannendes
Spiel iſt ſicher.

Handball.

Rol-Weiß Darmftadt - Sp. B99. 04 Arheilge

Im weiteren Verlauf der Freundſchaftsſpiele empfäng
Weiß die SVgg. 04. Das Vorſpiel konnten die Arheilg
ſich entſcheiden. Das Spiel muß daher von Rot=Weiß ſeh
genommen werden, damit der Sieg nicht nochmals an Ar)
fällt. Dies wird um ſo ſchwerer ſein, da ſich Arheilgen
in einer ſehr guten Verfaſſung befinden muß, denn Siege
V.f.L. Sachſenhauſen und 07 Mannheim wollen ſchon er
ſein. Durch die anſtändige aufopfernde Spielweiſe beider
ſchaften iſt im Voraus ſchon Gewähr für ein ſchönes
gegeben. Das Spiel beginnt vormittags 11 Uhr auf den
Weiß=Platz an der Rheinallee. Vorher, um 10 Uhr, ſpiel
2. Mannſchaften.

Tade, Beſſungen SV. 98 Ligaerfatz.

Am Samtag nachmittag 6 Uhr empfängt die Turnge=
Beſſungen die Ligareſerve der 98er zum fälligen Rückſpie

erinnerlich konnten die 98er das Vorſpiel im letzten S
mit 9:6 für ſich entſcheiden. Wenn auch die Mann
aufſtellung beider Vereine gegenüber dem vorigen Jahr eine

andere iſt, ſo darf doch behauptet werden, daß die beider
Spielſtärke nicht gelitten hat. Vorausſichtlich werden beide

ſchaften ohne Erſatz antreten, ſo daß ein intereſſantes,
wertes Spiel ſicher iſt. Vorher ſpielen die Schüler beider V

Tgde, 46 Darmſtadt TV. Groß=Zimmern (Kreisklaſſ

Am Samstag nachmittag, 6 Uhr, empfängt die
auf der Woogswieſe die beſtbekannte Mannſchaft des TV.
Zimmern. Groß=Zimmern verfügt zurzeit über eine gi

geſpielte Mannſchaft, die gerade in letzter Zeit ganz beg
werte Reſultate erzielen konnte. In den letzten Verbands
mußten ſich ihr Bickenbach. Arheilgen und Bensheim beuge
bezeugt, daß in dieſer Mannſchaft ein ganz großer. Sieg
herrſcht. Die 46er dagegen konnten in den letzten Ver
ſpielen teilweiſe durch Verletzungen nicht günſtig abſch
Aber trotzdem hoffen wir, daß die Mannſchaft ſich mal
finden wird, und gerade beim diesjährigen erſten Spi
ihrem neuen Platze ihre Anhänger überraſcht. Vorher 2.

SV. 98 Handball=Jugend.

Spiele am 24. April: 1 Jgd. Arheilgen, dort,
mit Rad. Riegerplatz 10.20 Uhr; 3 Jgd. Polizei, 1., S
10 Uhr; 1. Schüler Turngem. Beſſungen, Samstag 5,3
Rennbahn.

Hocken.

SV. 98 Darmſt. Techn. Hochſchule Darmſt.

Am Samstag, nachmittags 5,15 Uhr, findet bei freier
tritt auf dem Stadion ein Spiel zwiſchen der Techn. Ho
und dem SV. 98 ſtatt. Die techniſch hervorragende Elf der
ſchule zählt zu den beſten Mannſchaften in Süddeutſchlar
konnte im vergangenen Jahr die deutſche Hochſchulmeiſt
erringen. Es dürfte deshalb intereſſant ſein, ob die junge
breits in der Lage ſind, dieſem Gegner ein gleichwertiges
zu liefern.

Tennis

T.E.C. Darmſtadt T. H.C. Wiesbaden,

Zur Saiſoneröffnung fahren die Darmſtädter am S
nach Wiesbaden zu einem Klubwettſpiel gegen den Vere
deutſchen Altmeiſters Froitzheim. Gleichzeitig, ſoll dieſer
im Nerotal das letzte Training für die am 1. Mai begin
Medenmeiſterſchaftsſpiele ſein, bei denen der T.E.C.D.
1. Runde auf den ſtärkſten diesjährigen Rivalen, den S.9
Frankfurt trifft. Zu dem Spiel in Wiesbaden tritt der 2
und Eisklub mit den Damen Frl. Loy, Frl. Pfotenhaue
Scriba, Frl. Reuling, und den Herren Kleinlogel,
Werner, Müller, Sennewald, Steffan, Colin, an.

Paul de Bruyn, der in Amerika lebende
Marathonmeiſter, gewann am Dienstag in Boſton den
lichen Marathonlauf über 26 engliſche Meilen (41,850 K
der glänzenden Zeit von 2:33:36,4 Std.

An den Reiter=Wettbewerben der Olympiſchen Spiele
Angeles werden neben U. S.A. nur noch Frankreich, Hollau
Polen teilnehmen.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Freitag, 22. April.
15.20: Amtsgerichtsrat Dr. Deſchauer u. Aſſeſſor Dr. Riö
Erziehung und Bildung.
17.00: München: Veſperkonzert. Werke von Roſſini, Kreisler
18.25: H. Wendel: Franzöſiſche Menſchen.
18.50: Freiburg: Aerztevortrag: Kinder, die ewig erkältet
19.30: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orche
Werke von Fall, Lincke, Kalman, Lehar, Joh. u. O. St.
20.15: Sonderdienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
20.30: Der Flug um die Welt.
21.30: Freiburg: Neue deutſche Inſtrumental= und Vokalmuſt
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten Sport.
22.45: Konzert. Ausf.: Roſe Stein (Harfe). Amar=Quarteit
Otto Plath (Engliſch Horn), G. Jung (Fagott), W. Schütze
rinette), J. Gelfius (Flöte).
Anſchl. Alte Tanzmuſik.

Königswuſterbauſen.

Deutſche Welle: Freitag, 22. April.
10.10: Schulfunk: Heinrich Schliemann, ein deutſcher Schatzgr
Ein Hörbild.
15.00: Jungmädchenſtunde: Moderne Lebensführung.
15.40: Jugendſtunde: Abu Sein. Geſchichte eines Marabus.
16.00: Dr. Halfter: Fröbel, auch ein Führer aus den Nöten

Gegenwart. Anläßlich ſeines 150. Geburtstages.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Linden: Die realiſtiſche Dichtung des 19. Jahrhund
18.00: Marie Luiſe König u. H. Schultze=Ritter: Verſchollene
ſche Muſik aus der Zeit Bachs.
18.30: Frhr. von Richthofen=Boguſlawitz: Extenſive und inte
Landwirtſchaft, zwei Schlagworte und ihr Inhalt.

19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Tierärzte.
19.30: Min.=Rat Joachim: Aus der Praxis des Arbeitsrechts.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Ilia Livſchakoff.
20.45: München: Der Reviſor. Luſtſpiel von Nikolaus Gogol=
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Adalbert Lutter.

Wekterberichl.

Die Wetterlage zeigt ſeit geſtern keine weſentliche Aend
Noch immer lagert das Tiefdruckgebiet über den Britiſche
ſeln hat ſich ſogar etwas abgeflacht. Die milde Südweſtſtre
an ſeiner Vorderſeite dürfte zunächſt noch für die Geſtaltun
ſeres Wetters maßgebend ſein. Durch ſie wird weiterhin v.
Bewölkung hervorgerufen, allerdings tritt auch zeitweiſe
heiterung ein. Niederſchläge ſind dabei kaum, oder nur in
gem Maße zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 22. April: Im ganzen mild, te.
wölkt, teils aufheiternd, keine weſentlichen Niederſchla,
Ausſichten für Samstag, den 23. April: Noch Fortdauer der
ſchenden Wetterlage.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.