Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Origlnal=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 121
Sonntag, den 1. Mai 1932.
195. Jahrgang
2I mm breiie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspſg.
Finanz=Anzeigen 35 Reſchspfg. Rellamezeile (92 mm
breill 2 Reſchsmart Anzeigen von auswärts 35 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 50 Reſchspfg. 92 mm breite Rellamee
zeile 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reſchsmark
1 Dollar — 4.20 Mark). — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streilt uſw, erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlſcher Belitreibung ſäll ſeder
Nabat weg. Banſkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Oer Kanzler beim Reichspräſidenten
enicht über Genf. — Billigung der deutſchen Forderung nach Gleichberechkigung und effektive Abrüſtung
durch die Mehrheit der Großmächte. — Vorbereikung der Lauſanner Konferenz.
Endgülkige Bereinigung des Reparakionsproblems angeſtrebt.
Brünings Genfer Eindrücke.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Reichskanzler Dr. Brüning hat am Samstag
vor=
ttag unmittelbar nach ſeiner Rückkehr von Genf in Berlin
en längeren Beſuch beim Reichspräſidenten
ab=
tattet, der ſchon wegen ſeiner mehr als einſtündigen Dauer
ſße Beachtung gefunden hat. Man darf annehmen, daß
Brüning dabei auch ſehr ausführlich über ſeine Genfer
ndrücke berichtet hat. Er iſt, ſoweit wir wiſſen, nicht
jefriedigt. Er hat Herrn von Hindenburg gegenüber
beſon=
s unterſtrichen, daß der deutſche Standpunkt in der
rüſtungsfrage vor allem von England,
terika und Italien durchaus anerkannt worden
während Frankreich, wie zu erwarten war, eine große
sſtarrigkeit in der Verteidigung ſeiner Verſailler Poſition an
Tag legte, aber dafür auch eine ſtarke Iſolierung hat
in Kauf nehmen müſſen, die wenigſtens beſtimmte
Mög=
eiten für die Durchſetzung der deutſchen Forderungen mit
erſtützung der übrigen Großmächte offen läßt.
Das Wichtigſte iſt aber naturgemäß für den Kanzler
Vorbereitung der großen Reparations=
Iferenz geweſen. In den nächſten Tagen wird nun auch
kleineren Staaten die Einladung zur Lauſanner Konferenz
hen und, was für Deutſchland wichtig iſt, auch ihnen
gegen=
ausdrücklich darauf hingewieſen werden, daß eine dauernde
ing geſucht werden muß. Bei den Genfer Beſprechungen
s nach den Darſtellungen der amtlichen Kreiſe gelungen,
igſtens d as Ziel der Konferenz — dauernde
dlöſungdes ganzen Reparationsproblems —
herauszuarbeiten, den Umfang der Beratungen abzuſtecken
die Tagesordnung zu präziſieren. Es iſt alſo vorweg ein
blicher Teil der techniſchen Arbeiten geleiſtet und eine
ge=
ſe Klärung herbeigeführt worden, die für den
auf der Konferenz nicht ohne Bedeutung iſt. Es wird ſich
Ahin den nächſten Monaten zeigen müſſen, inwieweit damit
s Greifbares gewonnen iſt. Einſtweilen wird immer noch
it gerechnet, daß vor der Lauſanner Konferenz
M)eine neue Vorkonferenz einberufen wird, die
dings in ihrem Zuſtandekommen und in ihrem Termin
igt wird davon, ob und wie raſch es in Frankreich nach
Wahlen gelingt, eine verhandlungsfähige Regierung
zu=
iezubringen.
Etak keinerlei Summen für Reparakionszwecke
vorgeſehen.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
Nachdem der Reichskanzler wieder in Berlin eingetroffen iſt,
mit zu rechnen, daß das Kabinett vom Montag ab in Dauer=
Igen eine ganze Reihe ſehr wichtiger Angelegenheiten zu
be=
haben wird. An der Spitze des Arbeitspro=
Amms der Reichsregierung ſteht der
Reichs=
der im Referentenentwurf nunmehr fertig vorliegt.
Die=
ntwurf ſieht auf der Ausgabenſeite 8,2 Milliarden RM. vor.
Steuereingänge liegen etwas tiefer. Die Differenz will man
verſchiedene Maßnahmen, z. B. durch den Verkauf von
Reichs=
inleiheſtücken ausgleichen. Das letzte Wort in dieſer
Ange=
heit hat natürlich das Kabinett zu ſprechen und hier iſt mit
eingehenden Debatten über weitere Einſparungen
Ahnen. Der vorliegende Referentenentwurf baſiert ſchon auf
Kabinettsbeſchluß, der eine 10 bis 15 proz. Ausgabenſenkung
). Die Entwicklung der Steuereingänge hat aber gezeigt,
beitergehende Abſtriche nicht zu vermeiden
derden. Bis Himmelfahrt will das Kabinett mit den
Etat=
ingen fertig ſein, ſo daß dann der ausgeglichene Haushalt
dem Reichsrat und unmittelbar danach auch dem Reichstag
inkann. Es erübrigt ſich wohl, darauf hinzuweiſen, daß im
keinerlei Summen für Reparationszwecke
eſehen ſind, obwohl das Hoover=Feierjahr am 1. Juli
Jahres abläuft. Die Reichsregierung bringt
lit erneut zum Ausdruck, daß ſie mit den
Re=
tionen Schluß machen will, und daß es für den
en Steuerzahler, deſſen Kräfte ohnehin ſchon übermäßig in
uch genommen werden, ein Ding der Unmöglichkeit iſt, nun
Aioch die Reparationsgläubiger zu befriedigen.
Die nächſten Aufgaben des Reichskanzlers.
n die Etatberatungen ſpielen aber eine
e Reihe andere Probleme hinein. Wir denken
an die Not der Gemeinden, an die Arbeits=
Taffung, an den Arbeitsdienſt und die Oſtſied=
Dieſe vier Dinge erheiſchen die Mobiliſierung
erer Geldmittel. Die Grundzüge der
Arbeits=
affung der Reichsregierung ſind im weſentlichen be=
Etatsmittel will man dafür nicht auswerfen. Vielmehr
man daran, eine Anleihe aufzulegen, die mit den
tattet ſein wird, Ueber die Oſtſiedlung iſ
itlichkeit ebenfalls im weſentlichen im Bilde. Die F
9sfrage bleibt aber noch zu löſen. Das gleiche gil
usdehnung des Arbeitsdienſtes. Da
ich das Kabinett dann noch mit den Wehrverbän
beſchäftigen. Hier iſt eine Klärung inſofern erzielt, als daran
gedacht wird, ſich vom Reichspräſidenten eine
Ermäch=
tigung geben zu laſſen, die beſtimmte Maßnahmen und
Sicherungen gegen das Wiederaufleben
militär=
ähnlicher Formationen vorſieht. Es ſtehen im
Augen=
blick ſchon genügend Mittel zur Verfügung, um beim
Wieder=
aufleben derartiger Verbände ſofort einſchreiten zu können. Nur
müßten dann die Organiſationen verſchieden behandelt werden,
weil ſie auf Grund verſchiedener Beſtimmungen aufgelöſt und
verboten worden ſind. Der Rot=Front=Kämpferbund wurde auf
Grund des Republikſchutzgeſetzes verboten, die Sturmabteilungen
der Nationalſozialiſten mit Hilfe des Art. 48. Die
Schutz=
formationen des Reichsbanners haben ſich ſelbſt aufgelöſt. Die
vom Reichspräſidenten zu erlangende Ermächtigung will alſo
auch gleichmäßige Rechtsfolgen im Falle eines Wiederauflebens
derartiger Bünde ſchaffen. Unabhängig davon iſt die vom
Reichsinnenminiſter angeſtrebte überparteiliche
Sportorganiſa=
tion. Hier ſcheinen noch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten
aus dem Wege geräumt werden zu müſſen. Infolgedeſſen
dürften noch einige Wochen vergehen, bis der Rahmen der neuen
Sportorganiſation abgeſteckt werden kann.
Prämien-Anleihe für Arbeitsbeſchaffung.
* Berlin, 30. April. (Priv=Tel.)
Der Reichspräſident hat am Samstag unmittelbar nach
dem Reichskanzler den Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrich
empfangen. Dieſer Beſuch iſt mit angeblichen Rücktrittsabſichten
des Reichsfinanzminiſters in Verbindung gebracht worden, die
aber an amtlicher Stelle entſchieden beſtritten werden. Formell
dürfte es ſich darum gehandelt haben, die Neuordnung innerhalb
des Reichsfinanzminiſteriums, die durch den Rücktritt des
Staatsſekretärs Dr. Schäffer notwendig geworden iſt, auch nach
der perſonellen Seite hin einzuleiten und die künftige
Auf=
teilung der Reſſorts in zwei Staatsſekretariate zu begründen.
Darüber hinaus wird aber wohl Dr. Dietrich die Gelegenheit
benutzt haben, um den Reichspräſidenten über die Lage des
Etats, vor allen Dingen über die Pläne zur Auflegung einer
neuen Prämien=Anleihe Bericht zu erſtatten. Die Regierung
trägt ſich ſeit langem, wie wir ſchon berichtet haben, mit der
Abſicht, die Geldmittel, die für das Arbeitsbeſchaffungsprogramm
notwendig ſind, durch eine Art Lotterie=Anleihe aufzubringen,
die mit einem ſehr niedrigen Zinsfuß ausgeſtattet ſein ſoll —
man ſpricht von ein Prozent unter Reichsbankdiskont — dafür
aber ſehr hohe Prämiennotierungen bringen ſoll, alſo faſt ſchon
den Charakter einer Lotterie=Anleihe annimmt, was noch
da=
durch unterſtrichen wird, daß die Ausgabe der Anleihe in ſehr
kleinen Stücken geplant iſt. Ueber die Ausſichten dieſer Anleihe
gehen die Meinungen ſehr weit auseinander. Die Befürworter
weiſen daraufhin, welchen Erfolg die Eiſenbahnanleihe gehabt
hat, und glauben diesmal auf einen noch größeren Erfolg
rechnen zu können, weil ja der Eiſenbahnanleihe der etwas
odiöſe Beigeſchmack einer Wiedergutmachung von
Steuerhinter=
ziehungen anhaftete. Man kann aber ebenſogut geltend machen,
daß die Möglichkeiten einer Kapitalbeſchaffung durch dieſe
An=
leihe bereits ausgeſchöpft wurden, und daß flüſſige Gelder in
nennenswertem Ausmaße jetzt für eine neue Reichsanleihe kaum
zu haben ſein werden, ſelbſt dann nicht, wenn durch weitgehende
Garantien die unbedingte Sicherheit der Anleihe gewährleiſtet
wird. Immerhin, die Regierung rechnet damit, daß auf dieſe
Weiſe über 200 Millionen RM. flüſſig gemacht werden
können, zwar nicht von heute auf morgen, aber da ſoll dann
wieder die Reichsbahn einſpringen und einen Zwiſchenkredit
zur Verfügung ſtellen, um mit der Durchführung des
Pro=
gramms möglichſt bald beginnen zu können. In den
Kabinetts=
beratungen der kommenden Woche werden die Bedenken, die
gegen das ganze Projekt ſprechen, zweifellos noch einmal
gründ=
lich durchberaten werden.
Die Vorſtandsſihung des Zenkrums.
Noch alle Türen zu Verhandlungen mit den
Nakional=
ſozialiſten offen.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
Die Sitzung des geſchäftsführenden Vorſtandes der
Zentrums=
partei, die mit der Rückkehr des Kanzlers aus Genf
zuſammen=
fiel, war vielfach als die Einleitung ernſthafter Verhandlungen
zwiſchen Zentrum und Nationalſozialiſten aufgefaßt worden. Der
Bericht, der über die Sitzung ausgegeben wurde, iſt belanglos.
Er beſagt lediglich, daß der Kanzler für kurze Zeit an den
Be=
ratungen teilgenommen hat, daß die Partei auch weiterhin eine
aufbauende, nationale Realpolitik verfolgen werde und ſchließlich,
„daß in den kommenden politiſchen Verhandlungen die letzte
Ent=
ſcheidung der Reichsparteileitung vorbehalten bleibt”. Wenn wir
den Sinn dieſer Ausführungen richtig interpretieren, dann iſt er
dahin zu verſtehen, daß die Partei bereit iſt, mit den
National=
ſozialiſten zu verhandeln, aber ſehr enge Zuſicherungen verlangt,
um ein Abbiegen des außenpolitiſchen Kurſes zu verhindern, und
wir irren uns wohl auch nicht, wenn wir annehmen, daß das
Zen=
trum die Regierungsbildung in Preußen nicht als ein Ding an
ſich betrachtet, ſondern mit der Reichspolitik in engen
Zuſammen=
hang bringen will. Das iſt ja an ſich eine Selbſtverſtändlichkeit.
Der Kanzler hat aber bisher immer wieder darauf hingewieſen,
daß ſein Einfluß auf das preußiſche Zentrum nur ſehr gering ſei.
Wenn alſo die Parteileitung ſich jetzt die letzte Entſcheidung
vor=
behält, dann will ſie einmal ſich dadurch vor Seitenſprüngen der
Preußenfraktion ſchützen, aber auch in dem kommenden Spiel mit
den Nationalſozialiſten ſich möglichſt alle Trümpfe ſichern.
Die Woche.
Die Landtagswahlen des 24. April, insbeſondere in
Preußen, haben keinerlei Ueberraſchung gebracht. Sowohl mit
dem gewaltigen Anwachſen der Nationalſozialiſten wie mit der
kataſtrophalen Niederlage der gemäßigten bürgerlichen Parteien
hatte man in unterrichteten Kreiſen ebenſo gerechnet, wie mit
der Behauptung des Zentrums und bis zu einem gewiſſen
Grade auch der Sozialdemokratie. Wir hatten vor der Wahl
an dieſer Stelle darauf hingewieſen, daß auch die Preußen=
Wahlen im praktiſchen Endergebnis etwa dasſelbe Bild ergeben
würden wie die Heſſen=Wahlen vom 15. November des vorigen
Jahres. Genau ſo haben ſich die Dinge entwickelt. Auch im
neuen preußiſchen Landtag hat weder die Rechte noch die Linke
eine Mehrheit, und auch für eine Regierung ähnlich der
der=
zeitigen Reichsregierung würden die Grundlagen viel zu ſchmal
ſein. Eine Mehrheitsregierung auf parlamentariſcher
Grund=
lage iſt nur denkbar, wenn es zu einer Koalition zwiſchen
Nationalſozialiſten und Zentrum kommt. Iſt das unter den
gegebenen Verhältniſſen möglich? So lautet die Schickſalsfrage,
die der 24. April abermals nachdrücklichſt geſtellt. Wir haben
eine ſolche Zuſammenarbeit für Heſſen ſchon nach dem 15.
No=
vember gefordert. Leider vergeblich, da das Vorgehen der
Nationalſozialiſten ganz offenſichtlich darauf abgeſtellt war, alle
Koalitionsverhandlungen von vornherein ausſichtslos zu machen.
Das war damals noch allenfalls verſtändlich. Man wollte ſich durch
die Uebernahme der Regierungsverantwortung in einem ſo
kleinen Land wie Heſſen nicht die Wahlausſichten für Preußen
verderben. Jetzt iſt die Preußen=Schlacht geſchlagen, und es
wäre im Intereſſe der Nation nur wünſchenswert, wenn der
Nationalſozialismus nunmehr von der Agitation zur praktiſchen
politiſchen Arbeit übergehen würde. Man ſollte doch eigentlich
annehmen, daß die preußiſchen Wähler nicht 162
national=
ſozialiſtiſche Abgeordnete in den Landtag geſchickt haben, nur
damit alles beim alten bleibt. Mit dem „Alles oder Nichts”
kommt man eben in der Politik nun einmal nicht weiter, da
die erſte Möglichkeit ſo gut wie niemals gegeben iſt. Man wird
ſich das auch im nationalſozialiſtiſchen Lager um ſo mehr ſagen
müſſen, als ja gerade die Preußen=Wahlen wiederum die
Grenzen der nationalſozialiſtiſchen Ausdehnungsmöglichkeiten
deutlich aufgezeigt haben. Ebenſo wenig wie in Heſſen iſt in
Preußen der ſogenannte „Einbruch in die marxiſtiſche Front”
geglückt. Sozialdemokraten und Kommuniſten haben zuſammen
am 24. April faſt gerade ſo viel Stimmen erhalten wie bei den
Landtagswahlen 1928. Ebenſo wenig wie hier in Heffen, könnte
in Preußen der Zentrumsturm erſchüttert werden. Zerrieben
werden konnten lediglich die gemäßigten bürgerlichen Parteien.
Was der Nationalſozialismus unter den gegebenen günſtigſten
Vörausſetzungen erreichen konnte, hat er erreicht. Jetzt hängt
die fernere Entwicklung der Bewegung nicht mehr von einer mehr
oder weniger geſchickten Propagandatätigkeit ab, ſondern von
dem Ergebnis der praktiſchen Arbeit, die zu leiſten ſein
wird. Man mag zum Nationalſozialismus ſtehen wie man will,
im Intereſſe des deutſchen Volkes wird man nur wünſchen
können und müſſen, daß der ſtarke Peſſimismus, der in dieſer
Hinſicht weite Kreiſe beherrſcht, ſich als unberechtigt erweiſt.
Im nationalſozialiſtiſchen Lager herrſcht ungetrübte Freude
über die Vernichtung der bürgerlichen Mittelparteien. Dieſe
Freude vermögen wir nicht zu teilen. Schon etwaige
Verhand=
lungen über die Regierungsbildung in Preußen werden deutlich
zeigen, was das Fehlen einer ſtarken, zur Uebernahme der
Ver=
antwortung ſtets bereiten Mittelgruppe für unſere zerfahrenen
Verhältniſſe bedeutet.
Dieſer Zuſammenbruch der Mitte war vorauszuſehen, aber
in den frührenden Kreiſen der alten Parteien wollte man die
warnenden Stimmen, an denen es wahrlich nicht gefehlt
hat, nicht hören. Wir haben ſeit den Reichstagswahlen des
Jahres 1920 immer und immer wieder auf die Notwendigkeit
einer grundſätzlichen Reform unſeres Parteiweſens hingewieſen.
Damals hätte man noch Zeit gehabt. Im Jahre 1930 wäre es
noch nicht zu ſpät geweſen, und ſelbſt jetzt vor den Preußen=
Wahlen würde man in ziemlich weiten Kreiſen des deutſchen
Bürgertums noch Verſtändnis für durchgreifende Entſchlüſſe
ge=
funden haben. Aber dazu konnte man ſich offenbar nicht
auf=
raffen, ſondern man wollte ſcheinbar nur aus der
Kata=
ſtrophe lernen. Sieben Parteien der bürgerlichen Mitte bzw.
der gemäßigten Rechten gingen in den Wahlkampf. Deutſche
Volkspartei, Volksrechtpartei, Wirtſchaftspartei, Landvolk, Junge
Rechte, Staatspartei, Chriſtlich=Soziale. 1 320 971 Stimmen
be=
kamen alle zuſammen. Wären ſie gemeinſam vorgegangen,
hätten ſie 26 Sitze im Parlament bekommen, da ſie alle ſieben
getrennt vorgingen, verfügen ſie im neuen Preußen=Landtag
zuſammen über 11 Sitze. Iſt dazu noch ein Kommentar
nötig?
Aber nicht allein um ein parlamentariſches Rechenexempel
hat es ſich ja eigentlich gehandelt, ſondern um ſehr ernſte
grund=
ſätzliche Fragen. Die Politik iſt nun einmal nicht nur ein
Kampf um die Mark und Pfennige. Wer ſehen wollte, konnte
ſchon lange feſtſtellen, daß die als Partei aufgezogene
wirt=
ſchaftliche Intereſſentengruppe in der politiſchen Praxis völlig
verſagte. Auch die Politik wird letzten Endes beherrſcht von der
Idee — ſelbſt wenn es ſich nur um eine vermeintliche Idee
handelt! Was aber haben die bürgerlichen Parteien ihren
An=
hängern an Ideengehalt geboten? Einſt waren ſie auf eine
Weltanſchauung geründet. Aber auch Anſchauungs=Welten
unter=
liegen dem Wandel der Zeiten, und dieſem Wandel rechtzeitig
Rechnung zu tragen, hat man verſäumt. So kam es zu den
verhängnisvollen Verkalkungserſcheinungen, an denen jetzt an
ſich noch durchaus lebensfähige Parteigebilde zu Grunde gegangen
ſind. Das iſt tief bedauerlich. Denn mag es auch heute modern
ſein, über den Bürger zu ſpotten und zu ſchelten, es gibt
auch heute noch eine ausgeſprochen bürgerlichs
Gedankenwelt, die trotz aller Nöte der Zeit feſthalten will
an jenen bürgerlichen Eigenſchaften, die nicht nur für den
Auf=
bau unſeres Staate=, ſondern aller Kulturſtaaten der Welt zu
allen Zeiten wahrhaft Großes geleiſtet haben. Es iſt völlig
ver=
fehlt, dieſe Gedankenwelt, wie das oberflächliche Beobachter
neuerdings gern tun, kurzerhand mit dem Liberalismus des
vergangenen Jahrhunderts gleichſetzen zu wollen, nur weil
damals das Bürgertum der Hauptträger des Liberalismug
war. Um an einem einzigen Beiſpiel zu zeigen, in welchem
Maße der Bürger das Rückgrat des Staates bildet, genügt W
Seite 2 — Nr. 121
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonnkag, 1. Mai 193
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de
Hinweis auf den franzöſiſchen Bourgeois, deſſen unzerſtörbares
Beharrungsvermögen, manchmal bis zur Karikatur verzerrt,
den franzöſiſchen Staat durch alle Stürme der modernen
Ge=
ſchichte erhalten hat. Die bürgerliche Gedankenwelt auch für die
deutſche Politik der Gegenwart fruchtbar zu machen, wäre die
Aufgabe einer bürgerlichen Partei. Würde ſie erfüllt, würde der
deutſche Bürger nicht mehr verſucht ſein, bei dem ſeiner Natur
durchaus nicht liegenden Radikalismus ſeine Zuflucht zu ſuchen,
dann würde er auch im politiſchen Leben wieder die Bedeutung
gewinnen, die ihm zukommt, und ein geſundes Gleichgewicht
würde wieder hergeſtellt werden. Wir ſind von dieſem Ziel
heute ſo weit entfernt, daß es faſt utopiſch erſcheint, überhaupt
davon zu ſprechen. Aber wir müſſen endlich beginnen, uns mit
dieſen brennenden Problemen auseinanderzuſetzen, wenn nicht
mit dem deutſchen Bürger auch der deutſche Staat zu Grunde
H.
gehen ſoll.
Dd9 Rreoitaptommen
für die deutſchen öffenklichen Schulden
in Kraft gekreken.
Die BJ3. gibt bekannt, daß das Kreditabkommen für deutſche
Sffentliche Schulden zwiſchen ausländiſchen Gläubigern und
deut=
ſchen Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und ſonſtigen
öffentlich=rechtlichen Körperſchaften infolge der Unterzeichnung
durch die erforderliche Anzahl der Vertragspartner am 27. April
1932 in Kraft getreten iſt.
Das Abkommen ſieht vor, daß die BJZ. aufgefordert werden
ſoll, einen Schiedsausſchuß für die Regelung aller ſich in bezug auf
die Auslegung etwa ergebender Fragen zu ernennen. Eine
ähn=
liche Beſtimmung über die Ernennung eines Schiedsausſchuſſes
befindet ſich in den kürzlich zwiſchen der Norddeutſchen
Kredit=
bank und ihren ausländiſchen Gläubigern beſchloſſenen
Stillhalte=
abkommen. Die BJ3, hat ſich bereit erklärt, den Schiedsausſchuß
zu ernennen, und hat für beide Abkommen den gleichen
Schieds=
ausſchuß beſtimmt, der jetzt auf Grund des deutſchen
Stillhalte=
abkommens für Bankkredite vom 23. Januar 1932 beſteht.
Staak und Kirche in Preußen.
Der ſeit langem in Preußen zwiſchen der evangeliſchen Kirche
und dem Kultusminiſterium ſchwebende Konflikt iſt jetzt durch
eine Flucht des Kirchenſenats in die Oeffentlichkeit in ein neues
Stadium getreten. Seit einundeinhalb Jahren verhandelt die
Kirchenbehörde mit dem Kultusminiſter wegen der Neuregelung
der Einſichtnahme in den Religionsunterricht der Schulen. Die
ſachlichen Meinungsverſchiedenheiten ſind dabei nicht einmal
be=
ſonders groß. Aber das Kultusminiſterium behandelt den
Ober=
kirchenrat mit einer merkwürdigen Rückſichtsloſigkeit, indem er die
Entſcheidung immer wieder hinausſchiebt und eine ausgeſprochene
Verſchleppungstaktik betreibt, vielleicht weil es ihm aus
politi=
ſchen Gründen unbequem war und iſt, ſich mit der Neuordnung
zu befaſſen. Jedenfalls iſt es begreiflich, wenn jetzt die Kirche ſich
eine ſolche Behandlung nicht mehr länger gefallen laſſen will und
der Oberkirchenrat den Auftrag erhalten hat, gegen den
Kultus=
miniſter den Rechtsweg zu beſchreiten.
Skaglsgerichtshof lehnk nakionalſozialiſtiſche
Ankräge ab.
Karlsruhe, 30. April.
Die Preſſeſtelle beim Staatsminiſterium teilt mit: Aus
Leip=
zig iſt heute die Mitteilung eingetroffen, daß der
Staatsgerichts=
hof den Antrag der NSDAP., Gau Baden, ſowie den Antrag
der badiſchen NSDAP.=Landtagsfraktion abgelehnt hat, der
da=
hingehend lautete, eine einſtweilige Verfügung zu erlaſſen, nach
welcher der badiſchen Regierung unterſagt wird, die Strafen
aus=
zuführen, welche ſie durch Erklärung des badiſchen
Staatspräſi=
denten im Badiſchen Landtag am 14. April 1932 angedroht hat,
ſoweit dieſe Erklärung ſich gegen Beamte richtet, die der NSDAP
angehören. Der Staatsgerichtshof hat dieſen Beſchluß gefaßt,
ohne von der badiſchen Regierung noch beſonderes Material zu
erbitten. Die eigenen Angaben der Antragſteller genügten ihm
vollkommen, um die nationalſozialiſtiſchen Anträge abzulehnen.
Er erklärte, den Antragſtellern fehle die Sachbefugnis, in
die=
ſem Verfahren als Partei aufzutreten.
Abſchaffung des iriſchen Treueides.
Das Geſetz über die Abſchaffung des Treueids für den
eng=
liſchen König wurde im iriſchen Parlament in der vergangenen
Nacht um 12.20 Uhr mit 77 gegen 71 Stimmen in zweiter Leſung
angenommen. Die Vorlage wird nun im Ausſchuß weiter
bera=
ten werden. Es iſt möglich, daß dort noch Komplikationen
ein=
treten werden, da die Arbeiterpartei für die Abänderung eines
Teiles des Geſetzes eintreten wird.
Vom Tage.
Der bereits vor einigen Tagen angekündigte Rücktritt des
Staatsſekretärs im Reichsfinanzminiſteriums Dr. Schäffer wird
mit Beginn des neuen Monats Tatſache werden. Staatsſekretär
Schäffer hat ſich geſtern von ſeinen Beamten verabſchiedet.
Der Zechenverband hat am Samstag die Lohnordnung für den
Ruhrbergbau zum 31. Mai gekündigt.
Eine in Freiburg eröffnete Ehape=Filiale iſt auf Grund der
Notverordnung des Reichspräſidenten vom 9. März 1932 betreffend
Sicherung der Wirtſchaft durch die Polizeidirektion geſchloſſen
worden. Die Ehape=Geſellſchaft hat gegen dieſe Schließung
Pro=
teſt eingelegt.
Der aus Bayern ſtammende 20 Jahre alte Melker Widl in
Gölsdorf wurde wegen vorbereitender Handlung zum Hachverrat
verhaftet. Er ſoll entſprechende Schriften unter Reichswehrſoldaten
verbreitet haben, die im Januar d. J. in Jüterbog zur Uebung
weilten.
Die Beratungen über die künftige Geſtaltung der
Arbeits=
bedingungen im engliſchen Bergbau ſind abermals geſcheitert. Die
Arbeitgeber beſtehen darauf, daß das am 8. Juli ablaufende
Ge=
ſetz über die Arbeitszeit auf unbeſtimmte Zeit verlängert werde,
was die Gewerkſchaften jedoch ablehnen. Gutem Vernehmen nach
beabſichtigt die Regierung die Gültigkeit des Geſetzes einſtweilen
bis Ende dieſes Jahres auszudehnen.
Anläßlich der bevorſtehenden Maifeiern haben die engliſche
Arbeiterpartei und der Gewerkſchaftskongreß eine gemeinſame
Kundgebung erlaſſen, in der u. a. die völlige Streichung der
Re=
parakionen und Kriegsſchulden gefordert wird. Die Kundgebung
ſpricht ſich weiter gegen die politiſche Ausbeutung der ſchlechten
Finanzlage mancher Staaten aus.
Ein junger Bengale gab auf einen leitenden engliſchen
Be=
amten des Diſtrikts Midnapur (Bengalen) namens Douglas
wäh=
rend einer Sitzung des Diſtriksrats drei Schüſſe aus einem
Re=
volver ab, durch die der Beamte ſchwer verletzt wurde. Der
Ben=
gale wurde verhaftet.
Die Regierung von Neuſüdwales will die fälligen Zinſen für
die Inlandsanleihe in Höhe von 200 000 Pfund ebenfalls nicht
bezahlen. Bekanntlich hat Neuſüdwales vor kurzem auch den
Schuldendienſt ſeiner engliſchen Anleihe eingeſtellt.
der Memel=Konflikk
am 9. Juni vor dem Haager Gerichtshof.
Memel, 30. April.
Die Sitzung des Internationalen Gerichtshofes im Haag,
in der der Memelkonflikt behandelt werden wird, iſt auf den
9. Juni anberaumt worden.
Der Spruch des Gerichtshofes wird ſchon für den 9. oder
10. Juni erwartet. Urſprünglich war der Zuſammentritt des
Gerichtshofes für den Juli vorgeſehen. Wenn jetzt die Sitzung
ſchon auf den 9. Juni anberaumt wurde, ſo bedeutet das, daß
der Gerichtshof den Memelkonflikt mit einer Beſchleunigung
be=
handelt, wie ſie größer kaum denkbar iſt.
Likauiſche Berſchleppungskakkik.
Kowno, 30. April.
Wie verlautet, hat der Vorſitzende des Haager
Internatio=
nalen Gerichtshofes der litauiſchen Regierung mitgeteilt, daß
bis zum 2. Mai die Signatarmächte ihre Anklageſchrift und bis
zum 30. Mai die litauiſche Regierung die Entgegnung an den
Internationalen Gerichtshof im Haag einreichen müßten. Das
litauiſche Außenminiſterium hat ſich in ſeiner Antwort
vor=
behalten, auch ſpäter nach dem 30. Mai die Entgegnung
ein=
zureichen. Die Zeit bis zum 30. Mai ſei für die litauiſche
Re=
gierung zu einer Entgegnung über die in Frage kommende
Materie zu kurz bemeſſen. Die Frage, ob der Straßburger
Pro=
feſſor Retzlof zur Verteidigung im Haag herangezogen werde, ſei
noch offen. Feſt ſtehe, daß der Kownoer Rechtsanwalt Dr.
Robinſon auch im Haag den litquiſchen Standpunkt vertreten
werde.
Deutſch=lektiſche Wirkſchaftsbeſprechungen.
Berlin, 30. April.
Zwiſchen Vertretern der deutſchen und der lettiſchen
Regie=
rung haben in dieſen Tagen in Berlin Beſprechungen über die in
letzter Zeit entſtandenen Erſchwerungen im deutſch=lettiſchen
Wirt=
chaftsverkehr ſtattgefunden. Insbeſondere ſind dabei die Fragen
der Deviſenbewirtſchaftung und der Kontingentierungsmaßnahmen
erörtert worden, die zu einer Schrumpfung des Handels zwiſchen
Deutſchland und Lettland geführt haben. In dieſen
Beſprechun=
gen, die ſpäter fortgeſetzt werden ſollen, haben ſich Möglichkeiten
ergeben, den Handelsverkehr von den aus der Deviſenknappheit
herrührenden Behinderungen unabhängig zu machen und durch
Milderung der geltenden Beſtimmungen die Schwierigkeiten des
Güteraustauſches zu verringern.
Solgen des Jaukssdeer Allendles:
Razzien auf Koreaner. — Zahlreiche Berhafkung
Schanghai, 30. Apri
Die japaniſchen Truppen haben im Zuſammenhang mit
Bombenattentat alle Eingänge zum Chineſenviertel in Tſch,
abgeſperrt und unterſuchen alle ein= und ausgehenden Perſo
auf das genaueſte. Alle Koreaner ſtehen unter ſtrengſter Ue
wachung. In der franzöſiſchen Konzeſſion wurden Razzien
allen koreaniſchen Klubs durchgeführt und zahlreiche Verhaf
gen vorgenommen. Wie ſich herausſtellte, war der nach
Attentat verhaftete Koreaner Fengki in einer Wäſcherei in
franzöſiſchen Niederlaſſung angeſtellt. Die polizeilichen Ur
ſuchungen haben ferner den Verdacht ergeben, daß er bei
Attentat auf den japaniſchen Kaiſer in Tokio am 8. Januar
beteiligt war. Der bei dem Bombenattentat verletzte Präſi
der Vereinigung der in Schanghai lebenden Japaner, Dr. Ke
bata, iſt heute morgen geſtorben. Im Befinden der meiſten 1
gen Verletzten iſt keine Verſchlimmerung eingetreten. Ledi
der japaniſche Geſandte in China, Schigemitſu, der 32 Wur
erhielt, befindet ſich noch in Lebensgefahr. Admiral Non
wird, ſo befürchten die Aerzte, wahrſcheinlich das Augenlicht
büßen.
Die japaniſchen Behörden beſchloſſen, einſtweilen keine
ernennungen an Stelle der verwundeten Generäle und Admi
vorzunehmen, ſondern ſie bis auf weiteres durch die rangält
Offiziere vertreten zu laſſen. An Stelle von Schigemitſu
der erſte Sekretär der Geſandtſchaft treten, an Stelle von
neral Uyeda der Stabsoffizier Taſchiro, die beide bei der
deraufnahme der Friedensverhandlungen die japaniſchen J
eſſen wahrnehmen werden.
Die chineſiſche Regierung lehnt jede Berankworkung
Die chineſiſche Regierung teilt amtlich mit, daß die chine
Bevölkerung mit dem Anſchlag in Schanghai nichts zu tun
Kein chineſiſcher Bürger und kein Vertreter einer chineſiſchen O
niſation habe Zutritt zu der Parade gehabt. Die chineſiſche R
rung könne für das Ereignis keine Verantwortung tragen, zu
die japaniſchen Militär= und Polizeibehörden für die
Ord=
ſorgten und auf jede Zuſammenarbeit mit den chineſiſchen Be
den verzichtet hätten.
Keine Skörung der Waffenſtilſtandsverhandlung
Das Schanghaier Attentat bildete den Gegenſtand einer
meinſamen Beratung der Miniſter des Aeußern, des Krieges
der Marine. Es wurde beſchloſſen, die Friedensverhandlunge
Schanghai und das Bomben=Attentat als zwei getrennte 2
legenheiten zu behandeln. — Dieſe Entſcheidung der Mit
wurde dem Kaiſer zur Begutachtung vorgelegt. Die Regie
wird, in dieſem Beſtreben von dem ſchwerverletzten Geſan
Schigemitſu unterſtützt, der in einem Telegramm an die japan
Regierung auf die Dringlichkeit des Abſchluſſes des chine
japaniſchen Waffenſtillſtandes trotz der geſpannten Lage in Sck
hai hingewieſen hat.
Fernoſt=Enkſchließung des Völkerbundes.
Genf, 30. Ap
Die Völkerbundsverſammlung hat unter Stimmentha
Japans heute einſtimmig die Entſchließung über die Schang
Waffenſtillſtandsverhandlungen angenommen und ſich ſodan:
zu einer neuen Einberufung vertagt. Die Entſchließung ſieb
kanntlich die Einſetzung einer gemiſchten Kommiſſion in Sd
hai vor, die aus den Vertretern der in Schanghai
beſo=
intereſſierten Mächte, ſowie Chinas und Japans beſteht un
gebenenfalls mit Stimmenmehrheit über die Durchführuns
von beiden Teilen übernommenen Verpflichtungen entſcheide
Enkſendung weikerer japaniſcher Truppen
nach der Mandſchurei.
Auf Veranlaſſung des japaniſchen Generalſtabes wurd
ſchloſſen, weitere 6000 Mann japaniſcher Truppen aus
und Kobe nach der Mandſchurei zu entſenden. Die Tru
ſollen nach dem ſüdlichen und nördlichen Teil der Mandſe
entſandt werden. Die Verſtärkung der japaniſchen Tru
wird mit der Zunahme des Bandenweſens begründet.
Veranlaſſung des japaniſchen Oberkommandos hat die Ver
tung der chineſiſchen Oſtbahn mehrere Züge für die Beförde
der japaniſchen Truppen aus Charbin in Richtung nach Imj
zur Verfügung geſtellt. Das japaniſche Oberkommando
ferner beſchloſſen, auf dem Sungarifluß Truppen nach Sack
zu entſenden, die die Regierung des Generals Ma ausl
ſollen.
Die Ausſtellung des Dreiſtädkebundes.
II.
Einen ſehr breiten Raum hat der Dreiſtädtebund diesmal
zuvei Malerinnen eingeräumt, die, wenn auch ſicher keineswegs
reſtloſe Zuſtimmung finden dürften, doch durch die Problematik
ihrer Malerei, wie überhaupt ihrer Kunſtauffaſſung, ſich in den
Mittelpunkt des Intereſſes ſtellen: E. Freund=Fiſcher und
Annelieſe Reichmann. Beide ſind Schüler des modernen
Hanauer Malers Ewald. Beide ſuchen nach vorübergehendem
Feſthalten an der Schule des Lehrmeiſters eigne Wege und
eigne Ausdrucksform. Beide behielten aber aus der Schule
Ewalds die Ueberzeugung, daß die Dinge, die Gegenſtände, wie
die Natur, in Farbe aufzulöſen ſind, wenn ſie als Gemälde
zum Kunſtwerk geſtaltet werden ſollen. Dieſes Auflöſen der
Dinge und Farbtone — und Flächen geht bei E. Freund=Fiſcher
ſoweit, — und darin erheblich weiter wie bei Annelieſe
Reich=
mann —, daß ſie das Formale des Gegenſtändlichen in ihren
Gemälden überhaupt leugnet. Aus leuchtenden Farben werden
Kompoſitionen auf die Leinwand geſetzt, denen das
Gegenſtänd=
liche nur Ausgangsmotiv war. Die Bilder werden zu
Farben=
ſymphonien, die rauſchend klingen, die aber nur das Ohr treffen
und ergötzen, das ſich von dieſem Klingen einfangen läßt,
Malerinnen von ſo ausgeprägter Eigenart wie Frau Freund
werden immer problematiſch bleiben. Sie werden immer
um=
ſtritten ſein, beſonders wenn das Geſchick ſie in eine Zeit
hin=
einſtellt, die im Begriff iſt, geſchmacklich aus den Verirrungen
der Ueber=ismen zu geſunden. Beſonders wenn, was hier
möglich iſt, Bilder wie etwa „Verdorrte Sonnenblume”
repräſen=
tativ die große Kollektion verkörpern. Bewundernswert bleibt
auf jeden Fall die Leuchtkraft der Farben und deren ſymphoniſcher
Zuſammenklang in den Stiliſierungen alles Gegenſtändlichen und
alles Lebendigen. Daß die Künſtlerin hervorragende
handwerk=
liche Grundlagen für ihre Kunſt beſitzt, beweiſt das Bildnis
ihres Vaters, auch etwa „Die ſtrickende Frau”
Trotz der, wie bemerkt, unverkennbaren Gleichheit der
Schule kommt Annelieſe Reichmann zu anderen künſtleriſchen
Ergebniſſen. Schon rein formatlich. Sie bevorzugt kleine
Ge=
mälde, die ſie leicht antikiſiert. Ihre Farben — Tempera, Oel,
Aquarell — ſind im Gegenſatz zu E. Freund zurückhaltend
zart. Andeutend wohl und in dieſem Sinne die Schule nicht
leugnend, im Erfaſſen des Gegenſtändlichen jedoch weitergehend.
Die Sepia=Studien (Badende, Ballſpieler uſw.) ebenſo einige
Aktſtudien ſind doch durchgezeichnet modelliert. Man wird in
einigen an Ludwig von Hofmann erinnert und in dem
aus=
gezeichneten Stilleben mit Früchten etwa an Cezanne.
Inter=
eſſanten Einblick in die Werkſtätte der Künſtlerin geben
di=
kleinen, fein beobachteten Skizzen nach der Natur, Akte, Land=
ſchaftsausſchnitte uſw., in flotter Bleiſtiftſkizze feſtgehalten.
„Abends am Kiosk” iſt eine intereſſante Studie aus dem
Stadt=
bild Darmſtadts.
Von der abſtrakten zur religiöſen Malerei führt in einer
gewiſſen Seelenverwandtſchaft L. Kumpa. Auch dieſer
Künſt=
lerin iſt ein ſehr breiter Raum zur Verfügung geſtellt worden.
In dem großen Oberlichtſaal hängen ihre groß=formatlichen
Entwürfe zu Kirchenfenſter und Aehnlichem. Durchweg religiöſe
Vorwürfe, oft in gewollter, aber natürlich wirkender
Stili=
ſierung, immer aber in einer bemerkenswerten Geſchloſſenheit
der Kompoſition und der Raumaufteilung. Neben den ernſten
Farben des Kolorits, die nur in einigen Bildern von
leuchten=
der Sonne überſtrahlt werden, iſt es dieſe Kompoſition, die,
auch abgeſehen vom Inhaltlichen, Gegenſtändlichen, religios
wirkt. Auf jeden Fall zeigt dieſe Kollektion ein ſehr beachtliches,
künſtleriſches Ausdrucksvermögen. In kleineren Kojen hängen
noch Studien dieſer Künſtlerin, Landſchaften, Porträts, Genres
uſw. flächige farbige Skizzen in Waſſerfarbe und Tempera,
durchweg ſtark in der Bildwirkung. Eine Anzahl bemalter
Stoffe (Gobeline) zeigt ebenfalls religiöſe Vorwürfe.
Paula Endner iſt nicht nur Malerin und Zeichnerin, auch
Plaſtikerin. Ihr „Zicklein” iſt eine köſtliche kleine Tierſtudie.
Es ſteht in der Vitrine neben den ſehr ſchönen und künftleriſch
wertvollen Kleinplaſtiken und Plaketten von Frau Federn=
Staudinger. In der Kollektion dieſer Künſtlerin ſind
be=
ſonders ſchön und geſchmackvoll die in der Bewegung
aus=
gezeichnet ſtudierten und meiſterhaft modellierten Aktſtudien.
Paula Endners Federzeichnungen, deren ſie eine große
Kollektion ausſtellt, ſind von eigenartiger Technik. Keine
ge=
ſchloſſene Linienführung, nur geſtrichelt, wirken dieſe Blätter,
beſonders die Tierſtudien, in der gut erfaßten lebendigen
Be=
wegung plaſtiſch und ſtark. Auch die Porträtzeichnungen ſind
ſehr flott und ſicher.
Auch die Malerin Stroinſky, die eine umfangreiche
Kollektion gut aufgefaßter, fein und flott kolorierter Aquarelle
ausſtellt, iſt gleichzeitig Bildhauerin. Der Porträtkopf, den die
Künſtlerin mitausſtellt, iſt eine ſehr beachtliche Leiſtung. Die
flotte Technik und die gute Kompoſition vermitteln ſtarken
charaktervollen Eindruck.
Die Aquarelle von E. Schneider ſind ſtark und robuſt
in der Technik und damit auch im bildhaften Ausdruck. Die
breite lockere Pinſelführung führt in vielen der Bilder zu ganz
eigenartiger maleriſcher Wirkung. Trotz der Gelöſtheit vom
Sachlichen und des Gegenſtändlichen ſind die Dinge ſicher
feſt=
gehalten und plaſtiſch geſtaltet, beſonders die Blumen= und
Kakteenſtilleben.
Frieda Beſt. Mainz, eine Künſtlerin, der wir ſchon oft in
dieſer Gruppe begegneten, iſt mit einer Kollektion von
Zeich=
nungen und kolorierten Zeichnungen, ſowie Aquarellen vertreten,
die wiederum die flotte reife Kunſt dieſer Malerin teſtieren.
Sehr gut geſehene Landſchaften, beſonders Hafenbilder, die
ausgezeichnet komponiert ſind, daneben eine intereſſante S
vom Abbruch der Kloſterkaſerne in Mainz. Beſonders
flott und ausdrucksvoll iſt die Impreſſion von der Stre
brücke in Mainz.
Sehr gut iſt auf der Ausſtellung Mathilde Stegma
vertreten. Von ſchönem ſatten Farbenreichtum ſind die H
anſichten von Ascona, dazu eine Anzahl Bilder aus
engeren Heimat, namentlich Motive aus dem Modautal
feine intime Stimmungen, die von der Schönheit unſerer
mat, beſonders in der Geſellſchaft von Bildern zeugen, die
dem ſonnigen Süden ſtammen. Mathilde Stegmayers
weiſe iſt ſtark und ausdrucksvoll, ihr Kolorit ſonnig und
Beſonders fein im Kolorit ſind die Aquarelle der Künſtler
Von Carola Herrmann iſt nur ein Bild ausgeſtellt.
Blumenſtück, „Sonnenblume” eine ſehr feine, ſaubere und
Arbeit, deren leuchtendes Kolorit beſonders ſtarke Bildwil
vermittelt. — Von Joſefine Groſch bringt die Ausſte
eine Kollektion von Aquarellen in zarter leuchtender F0
keit, von E. Heiß eine größere Kollektion Schwarz=Weiß=Bl
(Nadelarbeiten) flotte Skizzen, flüchtige Impreſſionen, die
Charakteriſtiſche der Landſchaft gut feſthalten. Die Bilder
Rügen, beſonders die Dünen, ſind weit und groß gel
Einige Landſchaftsbilder von beſonders reichem Inhalt
geſchickt gewähltem Bildausſchnitt repräſentieren die Me
dieſer Künſtlerin ſehr vorteilhaft.
Mit Gertrud Ullmann mag dieſe Beſprechung gel
ſen ſein. Die ſtarke und eindrucksvolle Kunſt dieſer Me
war ſchon oft Gegenſtand anerkennender Beſprechung.
iſt auch in dieſer Ausſtellung des Dreiſtädtebundes, beiſo!
in einigen Waldſtücken, Blumen und Stilleben, repraſen
vertreten. Eine intereſſante Kompoſition iſt „Heilige Na0
— Verſteigerung von Kupferſtichen, Handzeichnungen In
dierungen alter Meiſter. C. G. Boerner=Leipzig verſt.
am 2., 3. und 4. Mai Sammlungen von Kupferſtichen, Rad‟
gen und Handzeichnungen alter Meiſter. Die Firma har de
ſer Verſteigerung drei reich illuſtrierte Kataloge heraushe”
die ausführliche Angaben über die zur Verſteigerung ge.”
den Kunſtblätter und wertvolle Reproduktionen derſelde‟
halten. Die Kupferſtiche, die am 2. und 3. Mai zur
De=
rung gelangen, ſtammen aus der Sammlung Graf Yora.
tenberg. Die Sammlung enthält eine große Anzahl
ſehl=
ner und wertvoller Stücke. Am 3. Mai folgt dazu die 2e
gerung einer alten Sammlung von Radierungen und 2e
ſtichen mit zahlreichen Blättern von Rembrandt. Dürer Iie
4. Mai werden die Handzeichnungen alter Meiſter aus Li
ſtänden der Eremitage in Leningrad verſteigert; unter Ae
finden ſich wertvolle Blätter von Lucas Cranach dem 1.
Altdorfer, weiter Aquarelle von Pernet, Bilder von De.
tiſte Greuze, Fragonard, Boucher uſw.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Rachrichten
Nr. 121 — Seite 3
1. Mai 1932
cne GanfeMäcie Konferent un 15. Mat.
ſe amerikaniſchen Forderungen: Beikritk Frankreichs und Ikaliens zum Londoner Flokkenverkrag.
1 gewiſſer Angriffswaffen. — Herabſehzung der Heeresbeftände enkſprechend dem deutſchen Beiſpiel.
deutſch=franzöſiſche Berftändigung im Sinne der deutſchen Forderung nach Gleichberechkigung.
nahme, daß er in Genf an einer Löſung mitarbeiten könne,
hat der amerikaniſche Staatsſekretär ſeine Abreiſe um 48 Stun=
Der Skimſon=Plan.
den verſchoben. Seine unmittelbaren Mitarbeiter erklärten
geſtern, daß die Zuſtimmung Deutſchlands
Frank=
franzöſiſche Darſtellung des amerikaniſchen reichs und Italiens zu dem ſehr nahen Zeitpunkt für
die Wiederaufnahme der Beſprechungen zu Fünf
Abrüſtungsvorſchlages.
bereits ein beträchtlicher erſter Schritt zu einer höchſt erwünſch=
Paris, 30. April.
r Außenpolitiker des „Echo de Paris” will heute aus
den amerikaniſchen Abrüſtungsvorſchlag reſumieren
Nach dieſer Darſtellung wünſche Staatsſekretär
n nicht, daß die Konferenz ſich verewige. Er ſei
gedonald ſcheine dieſe Anſicht zu teilen — der Meinung,
e Abrüſtungskonferenz auseinandergehen könnte,
nach=
ilgende drei Punkte erörtert worden ſeien und
orm eines Vertrages angenommen hätten:
Beitritt Frankreichs und Italiens zum Londoner
Flotten=
en vom April 1930:
Verbot gewiſſer Offenſiv=Waffen;
verabſetzung der Heeresbeſtände, wobei als
Berechnungs=
ige das deutſche Heer genommen werde, das die
unerläß=
uſtertruppe zur Sicherung der inneren Ordnung und der
olizei eines Landes von 65 Millionen Einwohnern
3 Blatt teilt weiter mit, daß der amerikaniſche Delegierte
Delegationen eine Tabelle übergeben habe, in der für
and die auf Grund der obenerwähnten Berechnung in
ommenden Ziffern angegeben ſeien. Danach beſäßen das
und das amerikaniſche Heer weit weniger
Effektiv=
als ihnen zukommen würden, während Frankreichs
ibeſtände um etwa 100 000 herabgeſetzt werden müßten.
Die Zuſammenkunft von Beſſinge.
Genf, 30. April.
hieſige franzöſiſch=polniſche Organ Journal des Nations
Anſchluß an das Communiqué über die geſtrigen
Be=
gen in Beſſinge erfahren haben, daß Macdonald den
rn Deutſchlands, Frankreichs und Italiens den 13. Mai
um der Wiederaufnahme der Genfer Beſprechungen
vor=
e habe. Im Zuſammenhang mit dieſen Beſprechungen
Blatt folgende weiteren Mitteilungen machen können:
donald hatte Dr. Beneſch als Berichterſtatter des
Haupt=
ſes eine Unterbrechung der
Konferenz=
en bis zum Zuſammentritt der
Lauſan=
onferenz vorgeſchlagen. Die großen Fünf ſollten
jeder dort oder in Genf am 18. Juni verſammeln. Bor=
Nadolny teilte ſchon geſtern vormittag Dr. Beneſch
zer gegen eine Vertagung der Konferenz
jeden Widerſpruch erhebe. Andere Delegationen
die Auffaſſung Nadolnys. Macdonald gab ſeine erſte
f und, anſtatt das Büro der Konferenz zur
Beſtim=
es Gangs der weiteren Arbeiten zuſammentreten zu
erief er mit Zuſtimmung des amerikaniſchen
Staats=
die geſtrige Zuſammenkunft in Beſſinge ein. Mit
an=
orten: Macdonald verfolgte einen Plan einer politiſchen
für die beiden Probleme, die nach ſeiner Auffaſſung die
igskonferenz beherrſchen: Die deutſch=
franzöſi=
eziehungen und der Beitritt Frankreichs
taliens zu dem Londoner Flottenvertrag.
prechungen, die wahrſcheinlich am Freitag, dem 13. Mai,
ufgenommen werden, werden ſich alſo nur auf die mit
üſtungsproblem zuſammenhängenden politiſchen Fragen
Es wird verſichert, daß Macdonald drei
e des Stimſon=Planes vollkommen
ge=
t habe. Der britiſche Premierminiſter glaube, daß die
igskonferenz ſogar ihren Abſchluß finden könnte mit der
ie der drei grundlegenden Punkte des Stimſonplanes
lonventionsentwurf.
Stimſonplan wird gegenwärtig von der deutſchen,
, franzöſiſchen und italieniſchen Regierung geprüft. Er
was den Punkt 2 betrifft, ſehr ausführliche
Ta=
über die Heeresſtärke, die jedem Lande
zu=
werden ſoll. Er enthält unausgeſprochen eine
diplo=
he Löſung des Problems der Gleichberech=
Die diplomatiſche Vorbereitung der neuen
Zu=
unft vom 13. Mai iſt nicht ſehr leicht. In der
An=
ſiſches Landestheaker.
ines Haus. — Samstag, den 30. April.
Kammermuſik-Abend
mit Werken von Felix Weingartner.
Vorabend der beiden Tage, an denen Felix
Wein=
der hervorragende Beethoven=Dirigent, uns wieder
rliche Kunſt ſchenkt, war der Kammermuſikabend
ge=
r Weingartner als Komponiſt gewidmet war. Zwei
ammermuſikwerke mit Klavier bot der Meiſter mit
ung des Drumm=Quartetts und einiger anderer
des Landestheaters. Anny von Stoſch ſang einige ſeiner
Weingartner iſt als Komponiſt in die Nachfolge der
er zu rechnen, in klarem Aufbau formt er in
herkömm=
eiſe, und ſeine Tonſprache weicht nicht von dem ab,
Schumann und Brahms von feinſinniger, aber neue
derſchmähenden Komponiſten geleiſtet wurde. Noch mehr
ms dominiert bei ihm — nach den beiden gehörten
u ſchließen — das Klavier—Oas=Sextett in E=Moll
chien uns das weniger bedeutende. Zu Klavier und
artett geſellt ſich noch ein Kontrabaß, der aber weniger
biduum kammermuſikaliſch zu Wort kommt, als
viel=
ingſtütze für Cello= und Kladierbaß und gelegentlich
ines Orgelpunktes iſt. 4Auch’ ſonſt fällt es in dem
Uf, daß die Streicherxwenig individuell behandelt ſind,
neiſt ſich dem Klavier unterordnen, gelegentlich neben=
Der erſte Satz, knapp und könſequent in der Form.
urch drei charaktervolle, wenn auch nicht ſehr originelle
leine Durchführung verrät das hervorragende Können
ers: Das Scherzo beginnt ſpannend und reizvoll, jedoch
man den lyriſchen Zwiſchenſatz als allzulang und
zwelgend. Im langſamen Satz und im Finale tritt
dier beſonders ſoliſtiſch hervor, ſtreckenweiſe ſind die
ſehr ſtiefmütterlich behandelt. Beide Sätze enthalten
und auch die danza kunsbre, die als umfangreichſter
das Werk bekrönen und zum Höhepunkt führen ſoll,
t nicht gleichmäßig in allen Teilen.
Er erklang das G=Dur Oktett Op. 73, in dem zu
ind Streichquartett Klarinette, Horn und Fagott treten.
2 die reichen Klangmöglichkeiten ſehr reizvoll
aus=
benn auch häufig der Satz einen mehr orcheſterartigen
nermuſikaliſchen Eindruck macht, Klavier und Blale.
II die Hauptrolle. Im erſten Satz tritt den bewegten
2 Anfaugs bald ein markantes Thema gegenüber und
genſatz beherrſcht die weitere Entwicklung. Es folgt
ten Verſtändigung ſei.
Wie üblich, muß man dem genannten Blatt, das von
fran=
zöſiſcher Seite meiſt ſehr ausführlich über interne Beſprechungen
informiert wird, die volle Verantwortung für ſeine
Mit=
teilungen, insbeſondere für alle Einzelheiten, überlaſſen.
Skimſon über ſeine Eindrücke in Genſ.
Genf, 30. April.
Der amerikaniſche Staatsſekretär Stimſon, der am Sonntag
Genf verläßt, hat heute der amerikaniſchen Preſſe eine
Erklä=
rung abgegeben, in der es heißt: „Ich werde morgen ſehr
be=
friedigt über meinen Beſuch auf der Abrüſtungskonferenz Genf
verlaſſen. Die Beſprechungen, die ich mit den Mitgliedern der
amerikaniſchen Delegation und mit den Führern vieler anderer
Delegationen auf der Abrüſtungskonferenz hatte, haben mich, was
den Enderfolg dieſer Arbeiten betrifft, ermutigt. Die
verant=
wortlichen Führer der auf der Abrüſtungskonferenz verſammelten
Staaten ſind ernſtlich gewillt, Löſungen der Aufgaben zu finden,
die der Konferenz geſtellt ſind. Dieſe Probleme ſind ſchwer und
verwickelt. Ihre Löſung erfordert Zeit und Geduld. Die
Regie=
rungsführer der direkt beteiligten Länder haben ſich entſchloſſen,
in perſönlicher Fühlungnahme an die Löſungen heranzugehen, was
beſonders ermutigend iſt.”
Stimſon erklärte weiter, daß er außerdem während ſeines
Genfer Aufenthalts mit den anderen Staatsmännern über andere
Probleme geſprochen habe, die die gegenſeitigen Intereſſen dieſer
Staaten und Amerikas beträfen, insbeſondere über die
fernöſt=
lichen Fvagen. Die Beſprechungen hierüber, die außerhalb ſeiner
eigentlichen Miſſion gelegen hätten, ſeien mehr informatoriſcher
Natur geweſen. Derperſönliche Kontakt, in den er jetzt
zum dritten Male mit den verantwortlichen
Staats=
männern Europas getreten ſei, ſei von größter
Be=
deutung für die außenpolitiſchen Intereſſen
und habe viel dazu beigetragen, das gegenſeitige Verſtändnis
zwi=
ſchen den intereſſierten Regierungen zu fördern. Stimſon gab zum
Schluß ſeiner Befriedigung Ausdruck, daß, wie aus dem jetzt
ver=
öffentlichten Communiaué hervorgehe, die Beſprechungen
demnächſt fortgeſetzt werden.
Die Ausſchußarbeiken in Genſ.
Das Präſidium der Abrüſtungskonferenz trat unter dem
Vor=
ſitz von Henderſon zu einer kurzen Sitzung zuſammen, in der zu
der geſtrigen amtlichen Mitteilung der fünf Mächte über die
Fortſetzung der Genfer Beſprechungen Stellung genommen wurde.
Es wurde beſchloſſen, daß die techniſchen Ausſchüſſe jetzt
ununter=
brochen ihre Arbeiten über die Begriffsbeſtimmungen der großen
Angriffswaffen weiter fortſetzen ſollen, die ſich vorausſichtlich bis
Pfingſten ausdehnen werden. Unmittelbar nach Pfingſten wird
ſodann gleichzeitig mit der vorgeſehenen Fünf=Mächtekonferenz
der Hauptausſchuß der Abrüſtungskonferenz ſeine Arbeiten von
neuem aufnehmen. Man erwartet, daß in der nächſten Woche, vor
allem im Flottenausſchuß, ſehr bedeutungsvolle grundſätzliche
Aus=
ſprachen über die endgültige Feſtſtellung der Angriffswaffen
ſtatt=
finden werden. Die Entſcheidung über dieſe Fragen werden als
Vorbereitung der endgültigen Entſcheidung über das Verbot der
Angriffswaffen von weittragender Bedeutung für die endgültige
Beſchlußfaſſung der Abrüſtungskonferenz ſein.
Die Inkernakionale Arbeitskonſerenz
für Reparakions=Endregelung.
Genf, 30. April.
Die internationale Arbeitskonferenz nahm
in ihrer heutigen Schlußſitzung mit 73 gegen 7 Stimmen eine von
der Arbeitergruppe eingebrachte Entſchließung an, in der mit
großer Entſchiedenheit an, die an der
Reparations=
frage beteiligten Regierungen die Forderung
ein Variationenzyklus über ein kurzes einprägſames Thema, das
auch in den reizvoll inſtrumentierten Veränderungen leicht zu
verfolgen iſt. Beſonders lohnende Aufgaben erwachſen hier für
die Bläſer und auch das anſchließende Menuett wird von
einem dankbaren Hornſolo beherrſcht, während das Trio der
Klarinette Gelegenheit gibt, Zweifel und Bedenken äußernd den
anderen Inſtrumenten gegenüberzutreten. Sehr glücklich iſt das
Hauptthema des Schlußſatzes, ſein markanter Rhythmus gibt
dem ganzen Satz Bedeutung und Charakter, ſelbſt in die
Zwiſchenſätze hinein reicht ſeine Macht. Schließlich aber kann
ſich der Lyriker Weingartner nicht verleugnen und bringt vor
dem Schluß noch eine breite klangſchwelgeriſche Elegie.
Der Komponiſt ſpielte den in beiden Werken führenden
Klavierpart in meiſterhafter Klarheit und überlegener
Geſtal=
tung. Die Vornehmheit und Ruhe ſeines Spiels übertrug ſich
auf alle Mitſpieler. Sehr tonſchön und in voller Hingabe an die
Sache ſpielte das Drumm=Quartett, den erkrankten Herrn
Buddenhagen erſetzte an der 2. GeigéHerr=Fillſack, der ſonſt
mit Schnurrbuſch n iſiziert. Herrn Fricke (Kontrabaß) fiel keine
hervorſtechende oder beſonders dankbare Aufgabe zu, um ſo
mehr den Herren Mayer (Klarinetfe), Klamand (Horn), — die
ſchwierigen Soli gelangendvöllig tadellos in Intonation und
ſehr ſchön im Ton ſund ausdrucksvoll in der Dynamik — und
Herrn Wiſchert (Faßott).
Zwiſchen den beiden umfabgreichen Werken ſang Anny v. Stoſch,
feinſinnig vom Komloniſten begleitet, vier Lieder nach Gedichten
von Carmen Studer. Weingattners Lyrik iſt ſtets wirkungsvoll.
Weniger durch beſondere Originalität der Erfindung, als durch
großen melodiſchen Schwung und große, geſteigerte Linie erreicht
der Komponiſt eine Wärme der Empfindung, die den Dichtungen
in gleichgeformter Zeichnung folgt. Sehr vorteilhaft für die
Wir=
kung war, daß Anny v. Stoſch mit der ganzen Wärme ihrer ſchönen
Stimme und der dramatiſchen Beſeeltheit ihres Vortrages ſich in
den Dienſt der Kompoſitionen ſtellte. So wurde jedes Lied in
ſeiner Eigenart lebendig, das ruhige Notturno „Einſam”, das
großgeſteigerte „Glück”, das aus leidenſchaftlicher Erregung ſich
zu begeiſterter Verklärung durchringende Lied „Abendſonne am
Meer”, das die Künſtlerin wiederholte, und das nicht weniger
ge=
ſteigerte, im deklamatoriſchen Stil beginnende „Der Engel mit
dem Schlüſſel”. Weingartner wurde lebhaft und freudig begrüßt,
nach allen Werken ſtark gefeiert, teilte aber mit Recht den
Bei=
fall mit den übrigen Ausführenden, die mit geößter Sorgfalt die
Werke vorbereitet hatten und mit vorbildlicher Hingabe
muſizier=
ten. Leider war das Konzert ſehr ſchlecht beſucht, was nach dem
verhältnismäßig guten Beſuch des Kammermuſikabends von Elly
Ney erſtaunlich war. Denn in bezug auf die klare und
ausge=
glichene Ausführung verdiente das heutige Zuſammenſpiel den
Vorzug, wenn auch das ungeheure Temperament von Elly Ney
auf eine endgültige Regelung der
Reparations=
frage auf der Lauſanner Konferenz geſtellt wird. Ferner wird
der Völkerbund aufgefordert, auch von ſich aus für eine
endgül=
tige Löſung der Reparationsfrage auf der Lauſanner Konferenz
einzuwirken. Außerdem beſagt die Entſchließung, daß die
lang=
jährigen theoretiſchen Beratungen des Völkerbundes über die
großen wirtſchaftspolitiſchen Fragen endgültig abgeſchloſſen und
poſitive Löſungen auf dem Gebiete der Bekämpfung der
Arbeits=
loſigkeit durch Vergebung internationaler öffentlicher Arbeiten
erreicht werden müſſen.
* Am Vorabend derfranzöſiſchen Wahlen
Lehle bitkere Auseinanderſehung zwiſchen Tardien
und Herriol.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. April.
Man behauptet hier, daß es der franzöſiſchen Diplomätie in
Genf gelungen ſei, die Enttäuſchung über den Wegfall der
Fünf=
mächte=Verhandlungen zu zerſtreuen. Jedenfalls bleibt aber die
Lage in Genf für Frankreich höchſt ungünſtig. Auch das
ungün=
ſtige Verhältnis zu Italien wird jetzt voll zugegeben, ſogar von
rechtsſtehender, ihrer Einſtellung nach eigentlich italophilen Seite.
Am Vorabend der Wahlen kann aber die öffentliche Meinung
darauf nicht ſo ſtark reagieren, wie ſie es ſonſt tun würde.
Bis zur letzten Minute war man erſtaunt darüber, wie wenig
leidenſchaftlich der Wahlkampf geführt wurde. Eigentlich ſchwang
ein ironiſches Bedauern in dieſer Feſtſtellung mit; man erinnerte
ſich an die heftigen und wenig erhebenden, perſönlichen
Ausein=
underſetzungen früherer Wahlen. In den Parteibüros verſichert
man aber, daß die Wahlbeteiligung darum nicht kleiner ſein
werde, und daß die Wähler nicht gleichgültig ſeien.
In letzter Stunde kam es noch zu einer bitteren
Auseinan=
derſetzung zwiſchen Tardieu und Herriot. Die Rechte operiert
nämlich mit dem gefährlichen Schlagwort, daß eine Linkswendung
den Zuſammenbruch der Währung nach ſich ziehen müßte. Es iſt
verſtändlich, daß Herriot darauf energiſch erwidern mußte, und
ſein Vorwurf, daß die Rechte für den Fall ihrer Wahlniederlage
eine finanzielle Panik vorbereite, iſt zum Teil berechtigt. In
dieſer Hinſicht ſind die Radikalen ſehr empfindlich, um ſo mehr,
da ſie ernſtlich daran denken, an der nächſten Regierung
teilzu=
nehmen. Einer ſolchen Konzentration haben jedenfalls die
letz=
ten Reden Tardieus und Paul Reynauds ſehr wenig genützt.
Zweifelsohne werden die Radibalen nur dann an der
Regie=
rung teilnehmen, wenn ihre Bedingungen, die ſie in der zweiten
Hälfte der letzten Legislatur ſtellten, erfüllt werden.
An ein Fortbeſtehen der jetzigen Regierung mit Unterſtützung
der Radikalen iſt alſo nicht zu denken. Die Konzentration müßte
entſchieden nach links gerichtet ſein, um beſtehen zu können. Um
das möglich zu machen, brauchen die Wahlergebniſſe gar keine ſo
großen Aenderungen zu bringen. Aber ein Stimmenzuwachs der
Sozialiſten allein würde nicht viel bedeuten. Angeblich ſind auch
die Sozialiſten viel zu optimiſtiſch in der Beurteilung ihrer
eigenen Ausſichten. Es kommt aber nicht auf ſie, ſondern auf die
Radikalen an.
Die Wahlen in Frankreich.
Paris, 30. April.
In völliger Ruhe kommt der morgige 1. Mai heran, wo das
franzöſiſche Volk im erſten Wahlgang ſeine geſetzgeberiſche
Volks=
vertretung, die Kammer, zu wählen haben wird. Rund 11½ Mill.
Wähler, alſo etwas weniger als ein Drittel der franzöſiſchen
Bevölkerung, ſind wahlberechtigt. Alle Höffnungen, für dieſe
Wahl bereits die Frauen mit den Männern in ihren bürgerlichen
Rechten und Pflichten gleichzuſtellen, waren vergebens. Der
Senat zeigte ſich nach wie vor der Forderung, den Frauen das
Wahlrecht zu verleihen, feindlich geſinnt. Für die 615 zu
ver=
gebenden Sitze ſind 3600 Kandidaturen aufgeſtellt. Man rechnet
damit, daß der erſte Wahlgang 200, höchſtens 250 Entſcheidungen
bringen wird. Die Wahlreſultate werden im Vergleich zu den
deutſchen Verhältniſſen erſt ziemlich ſpät bekannt. Der morgige
Tag verſpricht ſchön zu werden, ſo daß man mit einer regen
Wahlbeteiligung rechnet. Immerhin ſchätzt man die Zahl der
Wahlenthaltungen von vornherein auf 15 bis 20 Prozent. Da
der morgige erſte Wahltag mit dem ſozialiſtiſchen Maifeſt
zu=
ſammenfällt, haben die Behörden Maßnahmen treffen müſſen,
die einerſeits die Aufrechterhaltung der Ordnung hinreichend
garantieren, andererſeits aber die Vermutung nicht aufkommen
laſſen, daß der Wahltag unter dem Zeichen der Polizei ſtünde.
Am 8. Mai findet der zweite Wahlgang ſtatt, der angeſichts der
großen Zahl von Stichwahlen (etwa 400) politiſch von größerer
Bedeutung ſein wird als der morgige erſte Wahlgang.
ſtets intereſſiert und hinreißt. Urſache des verſchiedenen Beſuchs
war wohl, daß das Ney=Trio drei der wertvollſten und
anerkann=
teſten Meiſterwerke ſpielte, die weiteſten Kreiſen der
Konzert=
beſucher verträut ſind, und daß ſich das Publikum ſtets ſchwer dazu
entſchließt, unbekannte Werke erſtmalig zu hören, da dies
inten=
ſive Mitarbeit verlangt.
Kopien alter Wandmalereien im Landeskheaker.
Im Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums ſtellt zurzeit
Herr Maler Hermann Velte ſen, eine Reihe von Kopien
nach Wandgemälden aus der Kapelle Peterſpay bei Bopparo
aus, die für das Denkmalarchiv in Bonn beſtimmt ſind.
Man=
erinnert ſich dabei, daß Herr Velte dieſe Reproduktionstechnit
in Aquarellmalerei auch bei den Aufnahmen anwandte,
die er in Verbindung mit der heſſiſchen Denkmalpflege in
unſerem Gebiet mit ſeinem außergewöhnlich reichen Beſtand an
alten Wandmalereien ausgeführt hat. Es ſind unmittelbar
wirkſame Reproduktionen, die gerade durch das Mitklingen der
Farbe Anſchauungswerte heraufholen, die einer photographiſchen
Wiedergabe verſagt blieben. Dazu der dokumentariſche Wert
ſolcher Kopien, der bei der ſchlechten Erhaltung der Originale
und wegen der zerſtörenden Einwirkung der Zeit nicht gering
zu veranſchlagen iſt. — Der thematiſche Gehalt ſolcher Bilder
iſt natürlich in der Hauptſache durch die chriſtliche Heilslehre
beſtimmt. Man ſieht da einen Wandſtreifen mit
Paſſions=
darſtellungen Chriſti, überragt von einem Jüngſten Gericht mit
poſauneblaſenden Engeln über den Gräbern der Auferſtehenden,
mit der Schar der Guten, denen Petrus das Himmelreich
er=
ſchließt, der Böſen, die Hölle und Teufel ausgeliefert werden.
Alles nur leiſe bewegt, behutſam ſtehende und ſchreitende
Ge=
ſtalten, die affektlos den Begebenheiten beiwohnen. Verhaltenes,
legendenhaftes Verweilen in einer in feudal=ariſtokratiſche
Lebensformen gebundenen Ausdruckswelt. Dazu noch
Einzel=
bilder von nachdenklichen Heiligen, in der Stille eines asketiſchen
Daſeins verharrend, und der unvermeidliche Rieſe Chriſtophorus
mit dem Chriſtuskind. Auch ſeine Manieren verfeinert, nicht
von jener unbeſchnittenen Tölpelhaftigkeit, die ſpäter gern und
oft in kirchlicher Umgebung weltlichen Temperamenten zum
Ausdruck verhalf. — An vielen Stellen der Malerei kommt eine
etwas ſpätere Bemalung durch, derbere, bürgerlich freiere
Aus=
laſſungen des 15. Jahrhunderts. Erwähnt ſeien noch die
Ab=
drücke von Fußbodenbelag mit ihrer reizvollen, frei und
mühe=
los waltenden Ornamentik und die Kopien aus der Kirche Frau=
Rombach bei Schlitz und aus Lorſch, die der kleinen Ausſtellung
zu ſtiliſtiſchem und kulturgeſchichtlichem Vergleich beigegeben
Dr. Pérard
ſind.
Seite 4 — Nr. 121
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 1. Mai
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Frau, 52 J., ſucht
Herrn i. ſich. Stell.,
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liebt, zwecks Heirat
kenn. zu lern. Off.
unt. H. 171 Gſchſt.
Wer verm. geg. hoh.
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mann eine umſichtg.
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35—40 J. zw. Heir.
Ang. H. 213 Gſch. (
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lern. zw.
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unter W 193 an das Darmstädter Tagblatt erbei.
Sonntag, 1. Mai 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 121 — Seite 5
Aus der Landeshaugrftävr.
Darmſtadt, den 1. Mai 1932.
Fpang. Abendgoklesdienſte während des Sommets.
vprl. Es iſt Herkommen in Darmſtadt, daß während des
sommers in den evangeliſchen Kirchen Frühgottesdienſte
jartfinden. Um aber auch denjenigen, die weder die
Frühgottes=
jenſte noch die Hauptgottesdienſte beſuchen können, Gelegenheit
u geben, den Gottesdienſt zu beſuchen, findet alljährlich während
es Sommers in einer Darmſtädter Kirche regelmäßig
Abend=
ottesdienſte ſtatt. Während der letzten Jahre wurden die
Abend=
ottesdienſte in Sommer um 5 Uhr in der Schloßkirche gehalten.
m dieſem Sommer ſollen die Abendgottesdienſte auf 6 Uhr und
r die Stadtkapelle verlegt werden, weil es dem Bedürfnis
jancher Friedhofbeſucher oder heimkehrender Wanderer zu
ent=
frechen ſcheint, den Sonntag mit einer Andacht zu beſchließen. Die
ſonntagabendgottesdienſte werden im Wechſel von ſämtlichen
armſtädter Pfarrern gehalten werden. Da in einem
er veröffentlichten Kirchenzettel für Sonntag, Rogate, den
Mai irrtümlich noch der Gottesdienſtbeginn um 5 Uhr in die
chloßkirche verlegt wurde, ſei ausdrücklich darauf hingewieſen, daß
er Gottesdienſt bereits am Sonntag um 6 Uhr in der
Stadt=
ppelle ſtattfindet.
Erledigte Stellen. Im Kreiſe Alzey ſind erledigt: eine
ehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer und eine für einen
ſtholiſchen Lehrer an der Volksſchule zu Alzey; eine
Lehrer=
elle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule zu
Für=
eld. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen
jangeliſchen Lehrer an der Volksſchule zu Wonsheim.
Dienſt=
ohnung iſt vorhanden.
Ernannt wurden: Am 9. April: der Oberförſter Otto Kratz
Schotten, vorbehaltlich der Regelung des Dienſtalters, vom
April 1932 ab zum Forſtmeiſter des Forſtamts Dieburg; am
. April: der Gendarmeriehauptwachtmeiſter Otto Fiſcher zu
törfelden zum Gendarmeriemeiſter, mit Wirkung vom 1. April
32; am 25. April: die Polizeihauptwachtmeiſter auf Probe
tto Dietz zu Bad=Nauheim, Anton Faber zu Darmſtadt und
ranz Mecky zu Gießen, unter Berufung in das Beamtenver=
Itnis zu Polizeihauptwachtmeiſtern, ſämtlich mit Wirkung vom
Juni 1932 ab; am 28. April: der Oberförſter Karl Schlich zu
utzbach zum Forſtmeiſter des Forſtamts Groß=Gerau.
Verſetzung in den Ruheſtand. Am 25. April wurde der
Ver=
eſſungsoberinſpektor Phil. Eiſenhardt zu Gießen auf Grund
s Art. 28 des Geſetzes die Ruhegehalte der Staatsbeamten betr.,
m 18. Dez. 1923, mit Wirkung vom 1. Juni 1932 an in den
uheſtand verſetzt.
Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
irde dem Pfarrer Sigmund Fiſcher zu Erkenſchwick (Weſtf.)
e evangeliſche Pfarrſtelle zu Nauheim, Dekanat Groß=Gerau und
m Pfarrer Otto Crull zu Ulfa die evangeliſche Pfarrſtelle zu
ais=Horloff, Dekanat Hungen, übertragen.
Fräulein J. Blaß, Seminarlehrerin im Techniſchen
Semi=
r, wurde zur Leiterin des Handarbeits=Seminars (Alice=Verein
r Frauenbildung und Erwerb) ernannt.
Heſſiſches Landestheater.
Preiſe 0 80—6.40 Mr. mtag, 2. Mai 120, Ende nach 22 Uhr. Neuntes (letztes) Sin=
fonie=Konzert. Preiſe 1—5 50 Mk. enstag, 3. Mat
191—231 Uhr. Dſt. Volksbühne G /15. Vorſt.)
Gr. 1—IV. Razzia, Preiſe 0.60—4.80 Mk. Kleines Haus. nntag, 1. Mai
191 Ende vor 22 Uhr. Außer Miete.
Schneider Wibbel. Ermäßigte Pr. 0.50—3 Mk. tag, 2
Keine Vorſtellung. enstag, 3. Mat
20, Ende gegen 22 Uhr Lieder=Albend.
Dr. Heinrich Allmeroth. Johannes Drath.
Am Flügel: Karl Maria Zwißler. Pr. 1—3M.
Heſſiſches Landestheater. Heute abend geht im Großen
us, 19.30 Uhr, „Fidelio” von Beethoven unter der
muſika=
hen Leitung von Felix Weingartner in Szene. Die
Haupt=
itien ſingen: Käte Teuwen als Gaſt vom Stadttheater
uppertal. Regina Harre, Joachim Sattler, Johannes, Drath,
bert Lohmann. Theodor Heydorn und Eugen Vogt. — Im
einen Haus findet die letzte Wiederholung der rheiniſchen
Ko=
die „Schneider Wibbel” ſtatt.
Neuntes und letzte Sinfonie=Konzert unter Leitung von
ſix Weingartner. Das neunte und letzte Sinfonie=Konzert iſt
zſchließlich Ludwig van Beethoven gewidmet. Es gelangen
ige ſeiner bedeutendſten Orcheſterwerke zur Aufführung: die
ße Sinfonie Nr. 5 in C=Moll, die Egmont= und die große
Leo=
een=Ouvertüre Nr. 3. Im zweiten Teil des Programms iſt
Sinfonie Nr. 8 in E=Dur vorgeſehen, die in Darmſtadt
län=
e Zeit nicht gehört worden iſt. Mit dieſem hervorragenden
ogramm unter Leitung eines der größten lebenden
Beethoven=
igenten erreicht der dieswinterliche Zyklus der Sinfonie=
Kon=
te des Heſſiſchen Landestheaters ſeinen bedeutſamen Abſchluß,
— Liederabend Allmeroth—Drath-Zwißler. Am Dienstag,
3. Mai. veranſtalten Dr. Heinrich Allmeroth (Tenor)
Jo=
ines Drath (Bariton) und Kapellmeiſter Karl Maria Zwiß=
(Klavier) einen Lieder= und Arienabend, der regem
Inter=
in Darmſtädter Muſikkreiſen begegnen wird. Dr. Allmeroth
Johannes Drath werden Lieder aus der Blütezeit der
rantiſchen Lied=Literatur von Schumann und Pfitzner brin=
Im zweiten Teil kommen Arien und Duette aus Werken
Marſchner, Mozart, Verdi, Offenbach und Johann, Strauß
Vortrag. Am Flügel werden die beiden Künſtler begleitet
Kapellmeiſter Karl Maria Zwißler.
— Uraufführung „Oedipus” von André Gide. Die
Urauf=
rung des „Oedipus” von André Gide erregt größte
An=
nahme bei zahlreichen deutſchen und ausländiſchen führenden
ſönlichkeiten der Literatur. André Gide hat ſein Erſcheinen
Premiere, die am 11. Mai ſtattfindet, zugeſagt.
Darmſtadt im Lufkhanſa-Sommerdienſt 1932.
Am 1. Mai tritt im europäiſchen Luftverkehrsnetz der
Som=
mer=Flugplan in Kraft. Die Deutſche Lufthanſa wird ihren
Sommerverkehr auf den großen Durchgangsverbindungen im
In=
land und nach dem Ausland in annähernd gleichem Umfange wie
im Vorjahre durchführen. Das neue Sommerſtreckennetz enthält
eine Reihe von Verkehrsverbeſſerungen unter
Auswer=
tung der vorjährigen Ergebniſſe Erwähnung verdient
insbeſon=
dere der Ausbau des Flugverkehrs von Deutſchland nach
Ita=
lien. In dieſem Sommer kann man im eintägigen Fluge von
Berlin bis Rom und ebenſo in entgegengeſetzter Richtung reiſen.
Durch Verkürzung der Flug= und
Aufenthalts=
zeiten war es möglich, den Verkehr zu beſchleunigen. Zwiſchen
Berlin und London werden im Sommer zwei
Großflug=
zeuge, Junkers G 38 D 2000 und D 2500, im gemiſchten
Per=
ſonen=, Poſt= und Frachtdienſt eingeſetzt werden, die je 30
Paſſa=
gieren Platz bieten.
Nach faſt allen Nord= und Oſtſeebädern, wie Borkum,
Norder=
ney, Langeoog, Wangerooge, Weſterland, Wyk, Hiddenſee, Sellin
auf Rügen, Swinemünde, gibt es ausgezeichnete
Schnellverbin=
dungen, welche die Reiſezeit erheblich verkürzen. Eine
Schwarz=
waldlinie führt von Mannheim=Ludwigshafen=Heidelberg über
Karlsruhe, Baden=Baden und Freiburg nach Konſtanz. In dieſe
Schwarzwaldlinie iſt auch, wie im vorigen Jahre, Darmſtadt
mit einer Anſchlußſtrecke über Frankfurt nach Gießen einbezogen.
Dieſer Anſchluß ab Darmſtadt, mittags 12,05 Uhr, vermittelt
in Frankfurt unmittelbar Verbindungen nach faſt allen deutſchen
und ausländiſchen Flughäfen und ab Darmſtadt 15,30 Uhr nach
Mannheim, dort unmittelbaren Anſchluß nach Baſel—Genf.
Beſonders hervorgehoben ſei ſchließlich, daß die Deutſche
Luft=
hanſa in Ergänzung der bereits im Vorjahre eingeleiteten
Tarif=
ſenkung auch im diesjährigen Sommerflugdienſt auf einer Reihe
von Strecken weitere Flugpreisermäßigungen
ein=
treten läßt.
* Rüſtiges Alter. Die Leiterin der Schälküche 4 der
Win=
terhilfe ſchreibt uns: In der Winterhilfsküche 4 ſitzt eine Frau
Flamm in der Schälküche, die 79 Jahre alt iſt, täglich den
wei=
ten Weg von der Helfmannſtraße nach der Feldbergſtraße macht
und mit großem Eifer ſchält. Gemüſe uſw. putzt. Weiter ſitzen
eine 72jährige Frau Sevin und ein 73jähr. Mann dabei und
widmen ſich ſchon 6 Monate alle Tage der guten Sache.
— Hohes Alter. Frau K. Jacobi Witwe, Stiftsſtraße 41.
begeht am 2. Mai ihren 78 Geburtstag. — Am 3. Mai begeht
Frau Marie Knaus Witwe. Ahaſtraße 241, ihren 75.
Ge=
burtstag.
— Die Revue=Operette „Im weißen Rößl” von Ralph
Be=
natzky im Landestheater. Hans Strohbach, der erfolgreiche
In=
ſzenator von Roſſinis Oper „Die Italienerin in Algier” hat mit
der Probearbeit für die Revue=Operette „Im weißen Röß!”
bereits begonnen. Die muſikaliſche Leitung des Werkes hat Karl
Maria Zwißler. Die Einſtudierung der Tänze, für die das
Ballett des Landestheaters bedeutend verſtärkt wurde, beſorgt
Hans Macke.
— Kunſtausſtellung — Dreiſtädte=Bund. Es wird nochmals
darauf aufmerkſam gemacht, daß Herr Dr. Perard ſich in
liebens=
würdiger Weiſe bereit erklärte, am Sonntag um 11.15 Uhr, eine
Führung zu übernehmen. Der Eintritt und die Führung ſind frei.
— Heſſiſches Landesmuſeum. Das Heſſiſche Landesmuſeum
iſt am Donnerstag, den 5. Mai (Himmelfahrt), wie an
Sonn=
tagen, in der Zeit von 10 bis 13 Uhr, unentgeltlich geöffnet. Am
1. Pfingſtfeiertag bleibt das Muſeum geſchloſſen, dagegen iſt am
2. Pfingſtfeiertag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. — Im übrigen
ſind, die öffentlichen Beſuchsſtunden folgende: Sonntags von
10 bis 13 Uhr, Dienstags von 11 bis 13 Uhr. Mittwochs von
15 bis 17 Uhr (in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. März von
14 bis 16 Uhr. Donnerstags, Freitags und Samstags von 11 bis
13 Uhr. Der Eintritt iſt frei.
Die Sonne bringt es an den Tag!
Das kann wohl ganz beſonders bei Gardinen behauptet
werden, denn mit dem Einzug der Frühlings=Sonne in die
Wohnungen fällt es erſt richtig auf, wie ſchmutzig Gardinen und
Rollos uſw. während des langen Winters bei andauerndem
Heizen geworden ſind. Für ſachgemäßes Waſchen und Spannen
empfehle ich meine Spezialabteilung für Gardinenreinigung.
Jahr=
zehntelange Erfahrung und beſtgeſchultes Perſonal hierzu ſichern
ſchönſte Wiederherrichtung. Großwäſcherei und Bügelanſtalt Ludwig
Hering, Jahnſtraße 4. Telephon 3949. Nach auswärts prompter
Poſt= und Bahnverſand.
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— Heſſiſche Spielgemeinſchaft, „Piſtole und Tabakspfeife‟
Der unbeſtritten ſtärkſte Heiterkeitserfolg dieſer Spielzeit,
Rüht=
leins köſtliche Dialektpoſſe „Piſtole und Tabakspfeife‟
kommt am Himmelfahrtstag, 5. Mai, 8 Uhr abends, im
Kleinen Hauſe nochmals zur Aufführung. Damit wird den
zahl=
reichen Anfragen und Wünſchen, die namentlich auch von
aus=
wärts eingegangen ſind Rechnung getragen. Gerade für die
auswärtigen Beſucher ſcheint der Tag beſonders geeignet, zumal
die Vorſtellung gegen 10 Uhr beendet iſt. Für die Aufführung
gelten die kleinen Preiſe (0.50—2,50 Mk.). Der Vorverkauf
be=
ginnt am Montag, dem 2. Mai, und iſt rechtzeitige Beſchaffung
der Eintrittskarten beſonders zu empfehlen.
— Martinsgemeinde. Am Sonntag, Rogate den 1. Mai,
be=
geht der Mädchenverein der Martinsgemeinde Weſt ſeinen
Eltern=
abend im Gemeindehaus Liebfrauenſtraße 6 abends halb 8 Uhr,
bei dem das altdeutſche Spiel „Gudrun” von Julius Heiß zur
Auf=
führung gelangt. Außerdem werden Volkstänze und jugendbewegte
Mädchenlieder dargeboten. Die Eltern unſerer Mädchen und
an=
dere Gemeindeglieder, ſowie Jugendliche ſind herzlich eingeladen.
Beitrag zur Deckung der Unkoſten 20 Pfennig.
— Maienſingen am 2. Mai, abends 8,15 Uhr (nicht 8,30) am
Alicedenkmal (Wilhelminenplatz). Die beiden Mänergeſangvereine
Liedertafel E. V. 1842 und Sängerluſt ſingen als Geſamtchöre
unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Karl Grim: 1. 2) „Der
Mai iſt gekommen”, Volkslied; 5) „Mit Ränzel und Fiedel”, von
Karl Grim; 2. a) „Der frohe Wandersmann”, von Mendelsſohn=
Bartholdy; b) „Das ſtille Tal”, bearbeitet von F. M. Böhme;
3. a) Roſe=Marie‟, b) „Treue Liebe”, von Silcher; 4. 2) „Sänger
vom Rhein”, b) „Frühling am Rhein”, von Karl Grim. Um
Störungen während des Singens zu vermeiden, iſt die Umleitung
des Kraftverkehrs bei dem Polizeiamt beantragt.
— Techniſche Nothilfe. Montag, den 2. Mai;
Monatsver=
ſammlung im Odeon. Wegen der bevorſtehenden Gasſchutz= und
Pionierübungen wird pünktliches Erſcheinen zur Pflicht gemacht.
Die H.3.4. zu den Angriffen des Bezirksverbandes
Groß=Getau.
Die Heſſiſche Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft,
Landesgewerbe=
bank, veröffentlicht folgende Erklärung: In den letzten Tagen
gingen durch verſchiedene Zeitungen Berichte über Angriffe, die
der Bezirksverband Groß=Gerau in der Verſammlung am 24.
April 1932 gegen uns erhob. Die Vorwürfe ſind durchaus
unbe=
gründet und ſchon verſchiedentlich durch Aufklärungen und
Revi=
ſionen widerlegt. Auf unſeren Antrag wird bei der
Staats=
behörde eine genaue Nachprüfung ſtattfinden, damit von
unpar=
teiiſcher Stelle aus die Angelegenheit reſtlos aufgeklärt wird.
Wir warnen vor Weiterverbreitung der Ausführungen des Herrn
Apothekers Donath. die gröbſte Unrichtigkeiten und Entſtellungen
der Tatſachen enthalten.
EPH. Himmelfahrtsgottesdienſt auf dem Frankenſtein. Auch
in dieſem Jahre findet am Himmelfahrtstage wieder
Frühgottes=
dienſt im Hofe der Burg Frankenſtein ſtatt. Beginn um 8 Uhr
vormittags. Es wirkt dabei der evangeliſche Kirchenchor der
Lan=
deskirchlichen Gemeinſchaft Eberſtadt mit. Von Darmſtadt aus
fährt man am beſten mit der Elektriſchen ab 6,55 Uhr
Luiſen=
platz bis Eberſtadt, Halteſtelle Frankenſtein, wenn man es nicht
vorzieht, zu Fuß durch die blühende Landſchaft zu wandern, um
dann oben auf der Bergeshöh mit dem Blick auf die Bergſtraße
und den Odenwald Andacht zu halten.
Die Guſtav=Adolph=Vereine im Ried ſowie im Gebiet von
Oppenheim beabſichtigen, am Himmelfahrttag eine größere
kirch=
liche Feier an der Schwedenſäule abzuhalten, wobei auch die
Kirchenbehörde vertreten ſein wird. Zur Vermeidung von
Stö=
rungen der Feier durch Nichtbeteiligte, iſt von dem Waſſerbauamt
Worms für den Himmelfahrtstag das Anlegen von Fahrzeugen
aller Art am rechten Ufer des Erfelder Altrheins 100 Meter
ober=
halb und unterhalb der Schwedenſäule, in der Zeit von 13 Uhr
bis 18 Uhr, durch Bekanntmachung unterſagt worden. Ebenſo
iſt das Zelten und Lagern auf der der Schwedenſäule
vorgela=
gerten Wieſe in der angegebenen Zeit verboten.
— Evang. Männervereinigung der Petrusgemeinde. Wir
machen unſere verehrlichen Mitglieder nebſt Angehörigen, ſowie
die übrigen Gemeindeglieder (Frauenverein und Jugendbünde)
nochmals auf die am Dienstag, 3. Mai, ſtattfindende
Monatsverſammlung aufmerkſam, mit dem Vortrag von
Oberſtudiendirektor Dr. Müller: „Aus Goethes Darmſtädter
Tagen” und laden zu recht zahlreichem Beſuche herzlich ein.
Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Hauptverſammlung im Heylshof erfreute ſich eines guten
Be=
ſuchs. Der von der Vorſitzenden, Frau Bernbeck, erſtattete
Jah=
resbericht gab ein klares Bild von der Arbeit der Ortsgruppe in
den verſchiedenen Abteilungen: 1. der Blindenfürſorge, 2. der
Mündelfürſorge, 3. der Winterhilfe, 4. der Studienkommiſſion,
5. der Zahlteller. Die Winterhilfe wurde als geſchloſſene Gruppe
in Verbindung mit dem Ev. Wohlfahrtsdienſt geleiſtet. Wir
durften mit den reichlich eingegangenen Gaben viel Segen
ſtif=
ten, aber auch manchen Segen empfangen. Die Studienkommiſſion
hat die Bearbeitung der Gottloſenfrage ſich als Aufgabe geſtellt.
Ihre Glieder ſuchen Anfang und Ausdehnung der Bewegung an
der Hand von Schriften zu erkennen, über das Weſen der
Be=
wegung Klarheit zu gewinnen. Nach der Teepauſe hielt Frau
von Schauroth einen Vortrag über ihre italieniſche Reiſe im Jahr
1930. Sie berichtete über die Fahrt von Neapel nach Sizilien und
den Aufenthalt daſelbſt. Es war ein Genuß, ihr zuzuhören, ſei
es, daß ſie von der Schönheit des wunderbaren ſüdlichen Meeres
ſchwärmte oder die Schrecken der zerſtörenden Kräfte des Aetna
ahnen ließ. Mit ſicherer Hand zeichnete ſie die verſchiedenen
Menſchentypen, die Züge germaniſchen, grabiſchen, griechiſchen
Ur=
ſprungs tragen, die in ſich verſchiedene Stilarten einigenden
Bau=
ten in Palermo und Meſſina, die tiefe Wirkung des griechiſchen
Theaters in Taormina, des griechiſchen Tempels in Päſtum bei
Neapel. Reicher Beifall lohnte die Rednerin. Die Vorſitzende
dankte ihr mit herzlichen Worten und ſchloß die Verſammlung
um 18.30 Uhr. Präſident Dr. Dahlem wohnte der Tagung als
Gaſt bei.
— Der Verein der Pioniere und Verkehrstruppen Darmſtadt
und Umgegend ſchreibt uns: Plötzlich und unerwartet ſchied aus
unſerer Mitte unſer Ehrenmitglied Frau Margarete Betzhold.
geb. Panſe, kurz vor Begehung ihres 77. Geburtstages, Witwe
des 1902 verſtorbenen Majors und chileniſchen Oberſt a. D.
Gu=
ſtav Betzhold. Treu deutſch, eine echte Pioniersfrau, war ſie
ſtets eine Förderin unſerer Pionierſache. Zu ihrem 75.
Ge=
burtstag ſtiftete ſie zum Andenken an den Todestag ihres
ver=
ſtorbenen Gatten der KKS.=Abteilung des Vereins als ewiges
Bindeglied der Familie Betzhold mit dem Pionierverein einen
Wanderpreis in Form eines ſilbernen Bechers.
— 40. Hauptverſammlung des Bezirksvereins Martinsviertel.
Der Vorſitzende, Herr Bürodirektor Weber, eröffnete die
Ver=
ſammlung und gedachte zunächſt in warmen Worten des
verſtor=
benen früheren Vorſitzenden, Herrn Möſer, und des verſtorbenen
2. Schriftführers, Herrn Stöſſel. Die Anweſenden erhoben ſich
zu deren Gedenken von ihren Sitzen. Anſchließend begrüßte er
die Delegierten der Bezirksvereine „Innenſtadt” und „
Mathil=
denhöhviertel”. Hierauf wurde von dem Vorſitzenden
eingehen=
der Bericht über das abgelaufene Jahr erſtattet, und alles was
im einzelnen geſchehen und erreicht worden iſt, dargelegt. Dann
wurden die ſeitherigen Vorſtandsmitglieder einſtimmig wieder=
und 2 an Stelle verſtorbener und freiwillig ausgeſchiedener
Vor=
ſtandsmitglieder neugewählt. Herr Amtmann Stadtv.
Goſen=
heimer hielt dann einen ſehr intereſſanten Vortrag über die
Auswirkung der Notverordnungen auf die Städte und
Gemein=
den, insbeſondere auf die Stadt Darmſtadt. In überaus klarer
und unparteiiſcher Form entwickelte er ſeine Darlegungen, wofür
ihm allgemein herzlicher Dank und ſtarker Beifall gezollt wurde.
Dem Anſinnen will der Vortragende nachkommen, in einer
außer=
ordentlichen Hauptverſammlung, wozu auch die übrigen
Bezirks=
vereine eingeladen werden ſollen, nochmals zu ſprechen. Unter
Punkt „Verſchiedenes” der Tagesordnung wurden noch eine ganze
Anzahl von Anträgen geſtellt und Wunſche geäußert, die alle hier
aufzuführen unmöglich erſcheint.
Varieté=Groß=Schau im Orpheum. In zwei Vorſtellungen
beginnt heute, nachmittags 4 Uhr und abends 8½4 Uhr, das
attrak=
tionelle 1. Mai=Programm ſeine überaus reichhaltigen und
ver=
blüffenden Darbietungen auf vielen Gebieten des modernen
Varietés. Näheres ſiehe heutige Anzeige!
Zwiſchen Darmſtadt und Neu=Iſenburg iſt
Fernſprechſchnell=
verkehr aufgenommen worden. Bei Anmeldung von Geſprächen
nach Neu=Iſenburg iſt demnach nicht mehr „Fernamt”, ſondern
„Schnellverkehr” zu verlangen.
Furral kTäde
Wir haben mit der „FEDAG-Feriengemeinschaft deutscher Arbeitnehmer A.-G., München, ein langjähriges
Vertrags-
abkommen geschlossen, demzufolge wir seit 4. April 1932 unseren sämtlichen Tabakerzeugnissen in allen Packungen
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Seite 6 — Nr. 121
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 1. Mai 1932
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ware
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Ruck
Aus den Darmſtädker Lichtſpielkheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
bringen einen intereſſanten ſtummen Film mit Douglas
Fairbanks. In „Robin Hood” läßt der Film eine Fülle
unendlich reicher Bilder aus der Geſchichte Altenglands aufleben.
Richard Löwenherz ſteht im Mittelpunkt der Handlung, und
ſein Kreuzzug ins heilige Land. Douglas Fairbanks iſt ſein
Freund. Vertrauter und Heerführer. Um ihn ſpielt ſich die
Handlung, ſoweit ſie ſich zur dramatiſchen Bewegung erhebt, ab.
Ein unglaublicher Aufwand von Menſchen und Material dient
dazu, Fairbanks auf der Höhe ſeiner artiſtiſchen Künſte zu
zei=
gen: als Raufbold, als Läufer, als Ritter und Rächer, als
An=
führer der Bettler und geheimnisvoller Schütze, kurz. als
Aller=
weltskünſtler, dem niemand, ſelbſt ein ganzes Heer von Rittern,
nicht gewachſen iſt. Um der körperlichen Gewandtheit Douglas
Fairbanks willen, die wirklich einzig daſteht, muß man einige
Längen und Schwächen dieſes Films in Kauf nehmen, der im
übrigen aber, wie geſagt, durch den gigartiſchen Aufwand
im=
poniert.
Im Union=Theater läuft nur noch heute der neue Richard
Tauber=Film „Melodie der Liebe‟
Helia bringt die entzückende Privatſekretärin a. D.” Renate
Müller in einem luſtigen Tonfilm. „Mädchen zum Heiraten.”
Als letzte Film=Morgenfeier dieſer Saiſon läuft heute vormittag
ein aktueller Kulturfilm „Der Kampf um die Mandſchurei”.
Für das Feſtkonzert des Muſikvereins zur Feier ſeines
hundertjährigen Beſtehens am 10. Mai im Landestheater ſind
folgende Soliſten gewonnen worden: Thea Böhm=Linhard=
Ham=
hurg, Sopran; Gertrud Gercke=Darmſtadt, Alt; Wilhelm Nentwig=
Karlsruhe, Tenor: Alfred Paulus=Braunſchweig, Baß. Zur
Auf=
führung kommt „Der Meſſias” von G. F. Händel, in der
Bearbei=
tung von W. A. Mozart. Der Chor des Muſikvereins iſt weſentlich
verſtärkt, insbeſondere der Herrenchor durch Mitglieder des
Mozart=
vereins und des Vereins „Sängerluſt‟ Damen und Herren, welche
dem Muſikverein für das nächſte Vereinsjahr (Beginn am 1. Juli)
neu beizutreten wünſchen, oder früheren Mitgliedern, welche dem
Verein wieder angehören möchten, wird Gelegenheit geboten,
ſchon an der Jubiläumsfeier teilzunehmen, wenn ſie ihren Beitritt
noch vor dem Konzert anmelden. Es wird ihnen als beſondere
Vergünſtigung eine Eintrittskarte zum Konzert oder auf Wunſch
zur Hauptprobe unentgeltlich zur Verfügung geſtellt, die ſie bei
gleichzeitiger bindender Beitrittserklärung in der Buchhandlung
Bergſträßer in Empfang nehmen können. Ebenſo ſind ſie
berech=
tigt, den Geſellſchaftsabend im Saalbau (Anmeldung dazu bei
Architekt Harres, Fiedlerſtr. 3, 1. St.) zu beſuchen. Alle Damen
und Herren, alſo auch die aktiven und inaktiven Mitglieder und
geladenen Gäſte, welche am Abendeſſen teilzunehmen wünſchen,
werden nochmals dringend gebeten, die Anmeldungen dazu
ſpäte=
ſtens bis zum 4. Mai vorzunehmen. (Weiteres ſ. Anzeige.)
Gartenbauverein e. V. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
hält am 2 Mai, abends 8 Uhr, auf Veranlaſſung der Firma Wilh.
Ulbrich, hier, Herr Karl Schanze aus Mußbach, Generalvertreter
der Fabrikate „Lützeldünger” im Fürſtenſaal einen Vortrag über
„Wirkung der anorganiſchen und organiſchen Düngung im Obſt=
Gemüſe= und Weinbau”, der das größte Intereſſe der beteiligten
Kreiſe verdient. Wie aus zahlreichen fachmänniſchen Gutachten
erſichtlich, handelt es ſich um einen organiſchen Dünger mit
her=
vorragenden Eigenſchaften, deſſen Preis gegenüber anderen
Dün=
gungsmitteln als ſehr mäßig bezeichnet werden muß.
Hochſchulſtadion. Wie im Vorjahre, wird das
Hoch=
ſchulſtadion für die Semeſtermonate Mai, Juni und Juli
vormittags von 7—12 Uhr (Sonn= und Feiertags von 7—1 Uhr)
und für die Ferienmonate Auguſt und September tagsüber von
7 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit (Sonntags von 7—1
Uhr) auch für die Darmſtädter Bevölkerung zur
Be=
nutzung freigegeben. Die Gebühren ſind, wie aus
der Anzeige in der heutigen Ausgabe zu erſehen iſt den Zeiten
entſprechend ermäßigt worden. Zum erſten Male werden
diesmal auch Kinder bis zu 16 Jahren, allerdings nur
in Begleitung des Vaters und der Mutter, zum Beſuch zugelaſſen.
Neu iſt ferner, daß für ganze Familien Haupt=, Neben=
und Kinder=Monatskarten zu entſprechend
geſtaffel=
ten Preiſen, ſowie Semeſterkarten, gültig für die Monate
Mai bis September, ausgegeben werden.
— Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt E. V. Neue
Adreſſe: Eliſabethenſtraße 17. Ecke Wilhelminenſtraße. Heute
Sonntag abend Monatsverſammlung und Uebernahme des neuen
Heims. Wir laden hierdurch jedermann freundlichſt ein.
Beſon=
dere Einführung iſt nicht erforderlich. Mit unſerem neuen Heim
bieten wir jedem jungen Mann eine Stätte, wo er ſeine freie
Zeit verbringen kann. Leſeſtoff, Spiele, Schreibgelegenheit iſt
vorhanden. Das Heim iſt werktags von 10—1 Uhr und abends
ab 7 Uhr geöffnet.
— Jagdſchloß Kranichſtein. Nachdem ſich der Buchenwald
wieder mit friſchem Grün geſchmückt hat, iſt der Ausflug nach
Kranichſtein beſonders lohnend geworden. Das Waſſergeflügel,
das im vorigen Jahre zur allgemeinen Freude der Beſucher
ausgeſetzt wurde, iſt auch jetzt wieder zu ſehen. Die Schwäne,
Höckergänſe und ein eigenes Gehege mit Moſchus=, Kajuka= und
Streifererenten bilden eine beſondere Anziehung für groß und klein.
Die Reſtaurationsräume, die nunmehr unter neuer Bewirtung
ſtehen, ſind zum Teil neu hergerichtet und bilden bei ſchlechtem
Wetter einen angenehmen Aufenthalt. Für die ſonnigen Tage
iſt die Garten=Reſtauration eröffnet. Das Jagdſchloß, das
be=
ſonders von auswärts immer reichen Beſuch hat, kann, wie
all=
jährlich in den Sommermonaten, zu jeder Stunde beſucht
wer=
den. Seine vielen jagdlichen Sehenswürdigkeiten aus dem 18.
Jahrhundert bilden ein Stück originellſter heſſiſcher
Heimat=
geſchichte.
Eine Frühlingsfahrt für jeden hat die Heſſiſche Autobus=
Verkehrs=Geſellſchaft Darmſtadt in Verbindung mit der Ahkru
(Arbeitsgemeinſchaft Heſſiſcher Kraftfahrlinien= und Rundfahrt=
Unternehmungen) in ihrem Mai=Programm veröffentlicht. Der
Arbeitsgemeinſchaft ſtehen große und kleine moderne
Allwetter=
omnibuſſe zur Verfügung, ſo daß die Fahrten auch bei nicht allzu
großer Beteiligung ſtattfinden. Die Fahrpreiſe ſind alleräußerſt
berechnet worden. Die Arbeitsgemeinſchaft bittet auch an dieſer
Stelle um Unterſtützung ihres gewerblichen Unternehmens. Der
Kartenvorverkauf findet nur in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtr. 5,
Tel. 844, bei der Fa. Diehl u. Co., Kohlenhandlung, ſtatt.
Da=
ſelbſt auch Auskunft über ſämtliche gewerbliche Kraftfahrlinien.
Zahlung der Unterſtützungen der allgemeinen Fürſorge.
Des Himmelfahrtstages wegen mußte die Unterſtützungszahlung
an die Hilfsbedürftigen des 4. Polizeibezirks von Donnerstag,
den 5. Mai. auf Mittwoch den 4 Mai d. J., vorverlegt
wer=
den. Die Auszahlung findet im Kaſſenraum (Laden)
Grafen=
ſtraße 30 ſtatt. Buchſtabe A—F von 1—2 Uhr nachmittags,
Buch=
ſtabe G—K von 2—3 Uhr nachm.. Buchſtabe L—R von 3—4 Uhr
nachm., Buchſtabe S—Z von 4—5 Uhr nachm.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonn=
tag, den 1. Mai 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Bernet., Wittmannſtr. 7, Tel. 2175; Dr. med.
Erb, Wenckſtr. 23, Tel. 1208: Frl. Dr. med. Stieler, Wilhelm=
Gläſſing=Straße 25, Tel 2721.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 1. bis 5. Mai; die
Apo=
theke am Inſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die
Einhornapo=
theke, Kirchſtraße 10½2.
Dle hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Herrngartenkaffee. Heute Nachmittag ſowie
Abend: Unterhaltungsmuſik. Bei ſchönem Wetter Gartenbetrieb.
— Ludwigshöhe, Sonntag, nachm. 4 Uhr: Konzert.
Vereinskalender.
Vereinigung früherer Leibgardiſten,
Orts=
gruppe Darmſtadt. Am Himmelfahrtstag, 5. Mai:
Familien=
ſpaziergang mit Muſik nach Ober=Ramſtadt. Zuſammenkunft:
1.45 Uhr, am Botaniſchen Garten.
Tageskalender für Sonntag, den 1. Mai 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: „Melodie der Liebe‟
Helia=Lichtſpiele: „Mädchen zum Heiraten” Palaſt=
Lichtſpiele: „Robin Hord”: Helia=Lichtſpiele;
vorm. 11.15 Uhr: Film=Morgenfeier. Der Kampf um die
Mand=
ſchurei” — Orpheum: Varieté. — Hotel u. Reſt. „Zur Poſt”
Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Ludwigshöhe, 4 Uhr: Konzert.
Sportplatzcafé, am Böllenfalltor: Konzert. — Perkeo:
Kon=
zert. — Rummelbräu; Konzert.
Skifkangsfeft des Darmſtädker Zecht=Clubs.
Sein 42. Geburtstagsfeſt feierte der Darmſtädter Fecht=Club,
e. V., der dem Deutſchen Fechtbund angeſchloſſen iſt, im Rahmen
eines Blütenfeſtes auf dem „Heiligen Kreuz”., Mit nicht
weniger als 4000 ſelbſtangefertigten Frühlingsblüten, mit friſchem
Grün, Lauben, Verkaufsläden, einer „Schießbude” und anderen
originellen Dingen und mit feſtlicher, eigen geſchaffener
Beleuch=
tung war der Saal ausgeſtattet, und die zahlreich erſchienenen
Mitglieder und Gäſte, unter denen man den Ehrenvorſitzenden des
Vereins, den Präſidenten des H. A. C. Kahlert, bemerkte, hatten
nach dem bunten Programm reiche Abwechſlung.
Unter Mitwirkung der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt
erfreuten zunächſt mit ſehr guten Geſangsdarbietungen die Damen
Frl. Bernhart, Brenner und Herr Ewald die Zuhörer;
die Begleitung am Klavier hatte Frl. Menges übernommen.
Beſonderes Intereſſe erregte dann die ſportliche Einlage, das
Aſſautfechten, an dem ſich nach einem Aufmarſch der
Fechte=
rinnen und Fechter, unter Leitung des Fechtwarts Sack die
Fech=
terinnen Frl. Engel, Müller, Fuchs, Grimm und die Fechter
Anton, Sack, Mechler, Siegert und Fritz Müller beteiligten. Alle
Paare boten ein einwandfreies, tadelloſes Fechten und warben
ſomit gleichzeitig für dieſe vornehme, ideale Sportart.
Der erſte Vorſitzende des Darmſtädter Fechtklubs, Direktor
Steffan nahm Gelegenheit, herzlich die Fechterinnen und
Fech=
ter ſowie die Gäſte des Abends zu begrüßen. Er dankte allen
Hel=
fern, die zum Gelingen des Feſtes beigetragen hatten,
insbeſon=
dere dem oberſten Vergnügungsausſchußvorſitzenden Hahn, der die
ſchwere Arbeit der Vorbereitung des Abends zum 12. Male
über=
nommen hatte. Er wünſchte, der Abend möge ein feſteres Band
um die Mitglieder ſchlingen und allen Vergnügen und Freude
bringen.
Den bunten Teil des Abends beſtritt als
Conferen=
cier, zu deutſch Anſager, der witzige und vielſeitige Herr Mund,
der ſeine „Mitarbeiter” nach zahlreichen Schnurren in origineller
Weiſe vorſtellte. In raſcher Folge wechſelten Muſikſtücke der
fleißigen, ſehr guten Kapelle, Geſangsdarbietungen des Herrn
Ewald, flotte und graziöſe ſpaniſche Tänze der Damen
Tüm=
mel und L. Müller, und zum Abſchluß ein exotiſcher Tanz des
Herrn Mund als „Niggergenie‟
Der Vorſitzende des Vergnügungsausſchuſſes, Herr Hahn,
dankte ſallen Mitwirkenden und Helfern und wünſchte noch einen
fröhlichen Verlauf des Abends, ein Wunſch, der bei Tanz und
froher Unterhaltung reſtlos in Erfüllung ging. Der Darmſtädter
Fecht=Club darf ſtolz auf den Verlauf ſeines ſchönen
Stiftungs=
feſtes ſein, das ihm und ſeinen Veranſtaltern alle Ehre machte und
allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
Aus Heiten.
Griesheim, 30. April. Evangeliſche Gemeinde
auf dem Truppenübungsplatz. Kürzlich fand eine erſte
Verſammlung der Evangeliſchen auf dem ehemaligen
Truppen=
übungslatz ſtatt, die erfreulich gut beſucht war. In der
Verſamm=
lung begrüßte Herr Dekan Zimmermann die werdende Gemeinde.
Nach einer Anſprache, in der der Freude Ausdruck gegeben wurde,
daß nunmehr bald Gottesdienſt in dem Gebäude in der Querſtraße
ſtattfinden kann, zeichneten ſich die Anweſenden aus der neuen
Gemeinde als Mitglieder des evangeliſchen Vereins ein, der
da=
mit gegründet war. Er wird die Förderung evangeliſchen Lebens
als ſeine Aufgabe anſehen. Der Poſaunenchor verſchönte die
Ver=
ſammlung durch einige Motetten. Bekanntlich ſoll das neue
Got=
teshaus auf dem Truppenübungsplatz am zweiten Pfingſtfeiertag
eingeweiht werden. — Muſikaliſche Abendandacht. Am
Sonntag, 1. Mai, abends 8.15 Uhr, veranſtaltet ein Singkreis aus
Frankfurt a. M. in der hieſigen evangeliſchen Kirche eine
muſi=
kaliſche Abendandacht. Mit ihrem Singen wollen ſie Erlebtes und
Erarbeitetes darbieten und durch ſolches Singen zur Andacht
füh=
ren. Es wechſeln alte geiſtliche Lieder einſtimmig und
mehrſtim=
mig mit Orgelſpiel und Gemeindechoral. Die junge Schar ſtellt
ſich ſelbſtlos zur Verfügung.
Cp. Pfungſtadt, 30. April. Verkehrswerbung. Auf dem
Rathaus hielten dieſer Tage unter dem Vorſitz des
Bürgermei=
ſters Schwinn die Vertreter der einzelnen Ortsvereine,
insbeſon=
dere aber des Einzelhandels, des Handwerks und Gewerbes, des
Schulvorſtandes uſw. eine gemeinſame Sitzung zur Beſprechung
wichtiger Verkehrsfragen ab. Unter anderem wurde beſchloſſen,
die Oeffentlichkeit mehr und mehr auf die Schönheiten und
Sehens=
würdigkeiten Pfungſtadts und ſeiner Gemarkung (Torfmoor,
Sanddünen uſw.) zu lenken. Zu dieſem Zweck ſoll zunächſt eine
Beſchilderung der wichtigſten Wanderwege ſtattfinden. Auch ſoll
für die Aufſtellung neuer Ruhebänke geſorgt werden. n- *—
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. April. Schornſteinreinigung.
Gegenwärtig findet die übliche Reinigung der Kamine,
verbun=
den mit dem Ausbrennen, ſtatt. — Fälligkeitstermine.
Die Gemeindekaſſe läßt bekannt geben, daß die Beiträge zur land=
und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft bis ſpäteſtens 10. Mai
und das 1. Ziel Landesſteuer bis ſpäteſtens 5. Mai 1. J. bei
Mei=
dung der Mahnung zu bezahlen iſt.— Todesfall. Der in
wei=
ten Kreiſen bekannte Büroangeſtellteßder Odenwälder Hartſtein=
Induſtrie (Betrieb Nieder=Ramſtadt)) Kaufmann Peter Plößer,
wurde geſtern vormittag im Hofe ſeiner Behauſung von einem
Schlaganfall befallen, der den ſofortigen Tod, zur Folge hatte.
Plößer gehörte verſchiedenen Vereinen in einflußreicher Stellung
an, unter anderem war er auch längere Zeit hindurch Vorſteher
der hieſigen Spar= und Darlehnskaſſe.
G. Ober=Ramſtadt, 30. April. Treffen der
Odenwald=
klub=Ortsgruppen am 1. Mai in Ober=Ramſtadt.
Am morgigen Sonntag treffen ſich ab 2.30 Uhr im Gaſthaus „Zum
Löwen” (Gg. Schneider) in Ober=Ramſtadt etwa 15 Ortsgruppen
des Gerſprenzgaues undModautales anläßlich einer
Frühjahrsſternwanderung. Der Gauvorſitzende, Herr
Apotheker Scriba=Reinheim, wird den kurzen geſchäftlichen
Teil leiten, als Vertreter des Hauptausſchuſſes wird Herr Dr.
Götz=Darmſtadt anweſend ſein. Zu dieſer Verſammlung ſind
außer den Mitgliedern der hieſigen Ortsgruppe auch Freunde und
Gönner des Klubs herzlich eingeladen. Es ſtehen einige
genuß=
reiche Stunden bevor, zumal ſich das Doppekquartett „Konkordia”
Ober=Ramſtadt in liebenswürdiger Weiſe für die Veranſtaltung
zur Verfügung geſtellt hat. Beſonders wird die Jugend, da die
Groß=Bieberauer Klubkapelle durch ſchöne Muſikſtücke erfreuen
wird, zu ihrem Recht kommen. Eintritt frei.
Le. Groß=Umſtadt, 30. April. Männervereinigung.
Die 4. Monatsverſammlung der neugegründeten
Männervereini=
gung erfreute ſich eines ganz außerordentlich guten Beſuchs. Herr
Jakob Dröll behandelte in ſeinem Vortrag die Frage: „Gibt es
ein Fortleben nach dem Tpde?‟ Seine fleißige Arbeit legte
Zeug=
nis davon ab, daß auch auf einen Mann aus Arbeiterkreiſen das
Wort der hl. Schrift Anwendung findet: „Der Menſch lebt nicht von
Brot allein.” Seine intereſſanten Ausführungen fanden lebhafte
Anerkennung und gaben Veranlaſſung zu einer regen Ausſprache.
Nachdem Herr Pfarrer Thaer noch eine Anfrage, die ſich im
Brief=
kaſten vorgefunden hatte, beaßtwortet hatte, berichtete der
Vor=
ſitzende über den Verlauf deskin Michelſtadt abgehaltenen
Kir=
chengemeindetags, unter beſonderer Berückſichtigung des Vortrags
des Herrn Dr. Berger über: „Die Abwehr der Kirche gegen die
Gottloſenbewegung.” Bezüglich des Vorſchlags des Herrn Breul,
im Anſchluß an die Männervereinigung eine Sterbekaſſe zu
grün=
den, wurde beſchloſſen, daß ſich zunächſt der Vorſtand mit dieſer
Frage befaſſen ſoll, um dann praktiſche Vorſchläge machen zu
können. Die nächſte Verſammlung ſoll im Mai ſtattfinden.
i. Aus dem Odenwald, 30. April. Motorradunfall. In
Lörzenbach bei Mörlenbach verlor ein Motorradfahrer aus
Mann=
heim mit einem Soziusfahrer aus Weinheim bei einer Kurve die
Gewalt über ſeine Maſchine und fuhr gegen eine
Telegraphen=
ſtange. Der Fahrer mußte bewußtlos mit ſchwerem Schädelbruch
in das Krankenhaus gebracht werden. Der Beifahrer blieb
un=
verletzt. Die Schuld führt man zu ſchnellem Fahren zu.
O. Groß=Bieberau, 30. April. Schutztempeleinweihun=
Unter zahlreicher Beteiligung benachbarter Ortsgruppen und hie
ſiger Bewohner wurde im vorderen Haßlochwalde die vom hieſige
Odenwaldklub erbaute Schutzhütte zu Ehren, ihres langjährige
Vorſitzenden, Lehrer Ludwig Zimmer, bei ſchönſtem
Frühling=
wetter eingeweiht. Profeſſor Kiſſinger aus Darmſtadt pries
ſeiner Weiherede die hohen Ziele des Odenwaldklubs als Heima
verein, den Förderer und Etwecker der Heimatliebe, ohne die
keine Vaterlandsliebe gebe. Deshalb gehöre jeder echte Deutſo
hinein in die Klubs. Den treuen und unermüdlichen Führer de
hieſigen Ortsgruppe,)Ludwig Zimmer, zu ehren und ihm zu da
ken, gab er der Hütte den Namen „Ludwig=Zimmer=Ruhe‟. He
Fuchs, als 2. Vorſitzetder, dankte ällen, die am Bau geholfen ho
ten oder beteiligt waren. Herr Bürgermeiſter Daab nahm d
Hütte in den Schutz der Gemeinde, während Herr Zimmer, vo
der Ehrung gerührt, dem Klub ſeinen Dank ausſprach. Die G
ſangsvorträge des Männergeſangvereins „Eintracht” (Dirige=
Lehrer Röder) gaben der Feier eine ſchöne und würdige Umra
mung. Auch die Nachfeier bei H. Reinheimer, bei der Herr Pr
feſſor Kiſſinger von ſeinen Erlebniſſen auf Tiroler Wanderfah
ten erzählte, war ſo recht geeignet, neue Freunde für die Klu
ſache zu gewinnen.
Ci. Erbach, 30. April. Abſchiedsfeier im Kreisſchu
amte. Die Kreisſchulamtsſitzung klang in einer ſchlichten, ab
eindrucksvollen Abſchiedsfeier für den mit dem heutigen Ta
aus dem Amte ſcheidenden Herrn Kreisdirektor von Werner au
Herr Kreisſchulrat Gerbig dankte mit herzlichen Worten de
Scheidenden für die treue Arbeit, die er der Schule geleiſtet un
hob beſonders den herzlichen Ton hervor, der alle Verhandlung,
auszeichnete. Dem Danke des Kreisſchulamtes ſchloß er
ſein=
perſönlichen an; niemals ſei die Harmonie in ihrer neunjährige
Zuſammenarbeit geſtört worden. Als Vertreter der Kreislehre
ſchaft entbot Herr Rektor Weber herzliche Abſchiedsgrüße. He
Kreisdirektor von Werner werde im Gedächtnis der von ihm h
treuten Lehrerſchaft weiterleben als vornehmer Menſch, als treu
Sachwalter ihrer Belange und als wackerer Förderer von Schu
und Lehrerſtand. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreich
nun Herr Kreisſchulrat Gerbig, imeNamen des Kreisſchulamt
und der Kreislehrerſchaft eine kunſtvoll ausgeführte Dankadreſ
die der Scheidende mit ſichtlicher Bewegung entgegennahm, dab
gelobend, der Schule und der Lehrerſchaft auch in ſeinem Ruh
ſtande in Treue gedenken und für ſie weſterwirken zu wollen.
Waldandacht. Am Himmelfahrtstage findet neben dem Haur
gottesdienſt am Vormittag nachkalter Siſte am Nachmittag ei
Waldandacht an altgeweihter Stätte im Brudergrund ſtatt.
Kunſt im Handwerk. Zum Andenken an die gelunge
Aufführung der „Glocke” durch den hieſigen evang. Kirchengeſan
verein ſtellte die Kunſttöpferei Müller u. Dönig Vaſen her, d
neben dem erhabenen Bilde einer Glocke eine an die Aufführu
erinnernde Inſchrift tragen. Der Entwurf hierzu wurde von d
Fachſchule geliefert. Die Vaſen ſind ein wahres Schmuckſtück
u=
legen erneut Zeugnis ab von der Leiſtungsfähigkeit der altei
geſeſſenen Erbacher Kunſttöpferei.
Ag. Lindenfels, 30. April. Abſchied. In den nächſten Tag
verläßt uns Herr Lehrer Hinkel, um nach ſeinem neuen Wirkung
orte Mainz=Amöneburg überzuſiedeln.Nahezu 13 Jahre wirt
er in hieſiger Gemeinde und hat ſſich in dieſer Zeit durch ſein hilf
bereites, freundliches und humorvdlles Weſen die Hochachtung u.
Verehrung der ganzen Gemeinde, wor allem aber ſeiner Kolleg,
und Schüler erworben. Unſere Schule verliert einen tüchtig
Lehrer, der nach den Forderungen der modernen Pädagogik a
die Erziehung der Jugend einzuwirken und dabei das Vertrau
zwiſchen Elternhaus und Schule günſtig zu beeinfluſſen ſuchte. A
Organiſt ſtand er im Dienſte der ev Kirche. Den Geſangvere
„Liederkranz” führte er zu hohem Können. Die Theater= u
Konzertabende waren ſtets Glanzpunkte im Leben des Vereins.
Cf. Birkenau, 30. April. Unglücksfark. An der Einmü
dung eines unüberſichtlichen Weges auf die Prov.=Straße I
geſtern nachmittag ein 6jähriger Junge in ein Lieferauto hine
wodurch der Junge zu Boden geſchleudert und durch Ueberfahr
des rechten Armes derart ſchwer verletzt wurde, daß die ſoforti
Ueberführung in das Krankenhaus angeorbnet wurde. Der reck
Arm iſt mehrfach gebrochen. Den Fahrer des Lieferwagens trif
ſoweit feſtgeſtellt, keine Schuld.
* Alsbach a. d. B., 30. April. Schloßbeleuchtung. Unſ
als Ausflugsziel beliebtes Schloß wurde in den letzten Jahren
weit freigelegt, daß es von der alten wie von der neuen Ber
ſtraße aus ſchön erſichtlich iſt. Am kommenden Donnerstag, d
5. Mai (Himmelfahrtstag), abends, bei eintretender Dunkelhe
findet nun nach dem weltberühmten Heidelberger Muſter ei
Schloßbeleuchtung ſtatt. Die Beleuchtung des Schloſſes wird v.
Bickenbach aus bis an die Halteſtelle Hähnlein gut erſichtlich ſe
Das Feuerwerk wird von dem bekannten Feuerwerker Beiſel,
auch die Heidelberger Schloßbeleuchtung inſzeniert, ausgeführt.
* Gernsheim, 30. April. Schwedenſäulefeier.
die große Feier, die bekanntlich am Himmelfahrtstag um 2.30U
an der Schwedenſäule bei Erfelden abgehalten werden ſoll, h.
die Oberpoſtdirektion einen ihrer größten Omnibuſſe an d
Bahnhof Goddelau beordert, der von 12.15Uhr ab den Pendelve
kehr mit der Halteſtelle nahe der Schwedenſäule aufnehmen wir
Er wird möglichſt alle ankommenden Züge zu erfaſſen ſuchen ur
unmittelbar nach Schluß der Feier, mit der Rückbeförderung b
ginnen. Ermäßigte Rückfahrkarten zu 1 RM. werden von eine
dem Führer zur ſchnelleren Abwicklung des Verkehrs beigegeben,
Kaſſierer ausgegeben. Die Anmeldung ſeitens der Kirchen= u
Poſaunenchöre iſt außerordentlich groß. Zahlreiche ortskundi
Ordner werden gern bereit ſein, Anfragen über die Plätze zu b
antworten.
Gernsheim, 30. April. Waſſerſtand des Rhein
am 29. April —0,21 Meter, am 30. April —0,27 Meter.
— Hirſchhorn, 30. April. Waſſerſtand des Neckau
am 29. April 1,61 Meter, am 30. April 1,56 Meter.
Ca. Lorſch, 30. April. Unfall. Auf der Straße Bensheim
Lorſch überholte geſtern nachmittag ein Lieferauto das Pferd
fuhrwerk des Herrn J Bierbäum und rannte dabei das Pferd
ſtark an, daß dieſes in einem Transportwagen weggebracht we
den mußte. In Erkenntnis ihrer Schuld verſprachen die Aut
inſaſſen, mit zur Polizei zu kommen, um dort den Tatbeſtand au
nehmen zu laſſen. Zu dieſem Zweck ſtellte ſich der Fuhrmann a
das Trittbrett des Autos und fuhr mit gegen Lorſch zu. Als me
in der Nähe des Rathauſes war, bekam der Fuhrmann von eine
der Autoinſaſſen plötzlich einen Stoß, ſo daß er vom Auto flog ur
auf der Straße landete, während das Fahrzeug in raſender Fah
das Weite ſuchte. Doch gelang es dem Abgeworfenen noch, d
Nummer des Fahrzeuges feſtzuſtellen und die Polizei zu verſta
digen, die die Verfolgung aufnahm. — Schießſport. D
Schützenverein ſetzt am Sonntag den Wettbewerb um den wei
vollen Wanderpreis fort. Mit 64 Ringen bei 6 Schuß auf
Scheiben ſtehen zurzeit die Herren Dr. Schultz und Jakob Faſſo
an der Spitze und werden am Sonntag um die heißbegehrte 2r
phäe ſtechen müſſen.
Dr. Sprendlingen, 30. April. Fahnenweihe des Mär
ner=Geſangvereins. Die Fahnenweihe und das Pole
Wertungsſingen nahmen einen harmoniſchen Verlauf.
hatten ſich 11 Vereine gemeldet, die am Wertungsſingen teilna
men und in 3 Klaſſen ſangen. Es errangen Preiſe in der 1. Kla
Sängervereinigung Jügesheim den 1. Preis mit 89 Punkten, 9.
1. Preis, den 2. Ehrenpreis und die von der Gemeinde Spren
lingen geſtiftete Ehrengaber als höchſten Ehrenpreis; Sange
vereinigung Germania den 2 Preis mit 87 Punkten; Geſangvere
Liedertafel den 3. Preis mit 86 Punkten und den erſten Ehre
preis. In der 2. Klaſſe: (Geſangverein Frohſinn Langen 9
1. Preis mit 88 Punkten ud den— Ehrenpreis: Geſangvere
Einigkeit Mörfelden den 2.4Preis mit 84 Pkt., Männerquarke
Sprendlingen den 73. /Preis mit 82 Punkten und den 2. Ehre
preis. In der 31 Klaſſe= Quartettverein Liederluſt=Frohſl.
Sprendlingen den 1.Preis mit 88 Punkten und den erſten Ehle
preis; Geſangvereinſ Germänia Egelsbach den 2. Preis
2. Ehrenpreis mit 834Punkten; Sängervereinigung Gräfenhau)
den 3. Preis mit 72½ Punkten; Geſangverein Sängerbund Li
hauſen, der außer Konkurrenz ſang, erhielt 84 Punkte. Es e
geſagt werden, daß die ganze Veranſtaltung harmoniſch ve.t
und bei dem ſchönen Wetter viele auswärtige Gäſte in unſet
Gemeinde anweſend waren und die Sorgen des Alltags vergeh
Offenbach, 30. April. Meſſerſtecherei. In der Nachl 24
Samstag hat der in der Grenzſtraße wohnende Eugen Meh.
Hermann Beetz von Mühlheim in Mühlheim durch Meſſerſ.
ſchwer verletzt, ſo daß Beetz ins Krankenhaus gebracht we.”
muß. Es ſoll Lebensgefahr beſtehen. — Tod infolge e!
Fahrradunfalls. Heute morgen wurde ein junger M0‟
der in der Sennefelder Straße wohnte, in ſeiner Manſardehſt.
von ſeinen Eltern tot aufgefunden. Er ſoll am Tage vorhe.."
ſeinem Fahrrade geſtürzt und ſich eine Kopfverletzung zugeoee
haben, auf die er jedoch nicht weiter achtete. Es ſcheint jedoc.""
Gehirnblutung aufgetreten zu ſein, an deren Folgen der ?."
Mann in der Nacht geſtorben ſein dürfte.
ag, 1. Mai 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 121 — Seite 7
1us den Geiemorpäriaihenen.
Babenhauſen, 30. April. Aus dem Gemeinderat.
ntritt in die Tagesordnung teilt Herr Bürgermeiſter Klein
Anfrage die Höhe der Koſten, für die Herrichtung des
rriedhofes und für den Ankauf und die Anlage des neuen
es mit. Sie belaufen ſich auf rund 15 400 RM. Betr.
Her=
des Marktdlatzes, ſchlägt der Bürgermeiſter vor, den
n nebſt den vier Steinen zu entfernen und auf dem Schloß=
Ifzuſtellen. Ebenſo ſoll das Kriegerdenkmal vom
Markt=
rſchwinden und in der Bahnhofsanlage Aufſtellung finden.
emeinderat wird ſallgemein anerkannt, daß der Marktplatz
en iſt, und der Brunnen ein Verkehrshindernis bildet, doch
Abſtimmung hierüber zurückgeſtellt. Vor endgültiger
ffaſſung über die Bedachung des Breſchturms, zu der ein
s Hochbauamts Dieburg vorliegt, ſolk eine Begutachtung
„kmalpflegers eingeholt werden.* Ueber die Verwendung
ederherſtellung des Bleichhäuschens ſoll ſich die
Baukom=
nach der Beſichtigung äußern. Zwecks Schaffung von
Ar=
egenheit für Wohlfahrtserwerbsloſe ſoll der Lacherain
Lachebrücke und Wilhelmſtraße hergerichtet, die
verlän=
dwigsſtraße bis zum Friedhofsweg chauſſiert werden.
ztwohnungen ſoll die Baukommiſſion prüfen und Vorſchläge
ob ſich für eine Reihenſiedlung maſſive Häuschen,
Holz=
oder Eiſenbahnwagenkaſten vorteilhafter erweiſen. Ver=
Geſuche werden erledigt, u. a. wird dem Geſangverein
bund” die Vergnügungsſteuer für ſeinen Konzertabend
Kai erlaſſen.
Reichenbach i. Odw., 30. April.
Gemeinderatsbe=
e. Der Bau= und Unterhaltungsvoranſchlag für das Jahr
rd eingehend durchgeprüft und ſodann feſtgelegt. — Die
von Steinen an=Private ſoll nur noch in ganz begrenztem
rfolgen.* Diesbezügliche Anträge ſollen eingehend geprüft
Bei Genehmigung ſoll eine entſprechende Bezählung der
rfolgen, welche von der Steinbruchskommiſſion feſtzuſetzen
ine vom Fiskus beantragte Enklave im Jagdbogen 3 wird
iehmigt. Es wird beſchloſſen, das in Frage kommende
Ge=
neutral zu erklären. — Ein Antrag der
Wohlfahrtsunter=
empfänger um Erhöhung des Stundenlohnes von 50 auf
wirdſabgelehnt. Weiterhin wird beſchloſſen, daß allen
en, welche mit der Bezahlung des Waſſergeldes von 1929
tande ſind, eine Zahlungsfriſt bis 15. Mai gewährt wer=
Iſt bis zu dieſem Termin eine Bezahlung an die
Ge=
iſſe nicht erfolgt, ſo wird nach § 12 Abſatz 2 der
Waſſer=
dnung die Waſſerleitung abgeſtellt.
Dr. Sprendlingen, 30. April. Gemeinderatsſitzung.
Der Bürgermeiſter gab dem Gemeinderat bekannt, daß der
Vor=
anſchlag ohne Deckung der Fehlbeträge nicht ans Kreisamt gehen
könne. Die Löhne der Gaswerksarbeiter ſeien höher als in
Langen, Frankfurt und anderen Gemeinden, daß deshalb der
Arbeitgeberverband ſich an den Herrn Miniſter gewandt habe.
Werden die Löhne entſprechend den anderen Werken reduziert,
ergebe es eine Erſparnis von etwa 6000 Mk., worüber der Ge=
Oberheſſen.
Zur den Leser vom Land.
Für ſich und ſeine Familie
ſollte der Tandmann im Sommer nicht auf ſeine Zeitung
verzichten. Werfen doch auch ſeine Angehörigen gern jeden
Tag einen Blick in die Zeitung. Seine Frau in den
Roman und in den Anzeigenteil. Die Tochter auf den
Unterhaltungsteil und die Familiennachrichten, die
Ver=
lobungs= und Vermählungsanzeigen, und der Sohn in
Nachrichten aus der Heimat oder den vielſeitigen
Sport=
teil des „Darmſtädter Tagblatt‟. Er ſelbſt aber, der
Hausherr — findet auch an Sommertagen im „Tagblatt”
ſo vieles, was unterhaltend, lehrreich und dabei nützlich
für ihn iſt, daß er auch im nächſten Jahr wieder — die
Zeitung im Sommer behält.
meinderat in ger uächſten Sitzung entſcheiden wird. — Der Gas=
Debatte mit Stimmehmehrheit um 2 Pfg., alſo auf 20 Pfg.,
er=
höht. — Der Jagdpächter Rindlin Neu=Iſenburg hat um
Er=
mäßigung der Jagdpacht (z. Zt. 800 Mark pro Jahr) gebeten. Es
preis beträgt 18 Pfg. pro Kbm. ſund wurde dieſer nach längerer
wird ab 1. April I. I ein Nachläß von 20 Prozent gewährt. —
Für Errichtung einer Motwohnung im Anweſen Mariahall wird
der Betrag von 1000 Mk bewilligt. — Die Grabarbeiten für
Legung von Gas= undtWaſſerleitungsrohren werden abwechſelnd
an die 7 Submittierenden vergeben. — Die Steuer für
Gewerbe=
ertrag ſoll lt. Verfügung des Kreisamts um 15 Pfg. pro 100 Mk.
erhöht werden, was der Gemeinderat einſtimmig ablehnt, da die
Gewerbetreibenden die alten Sätze nicht aufbringen können.
h. Friedberg, 30. April. Bkuttat eines
Wahn=
ſinnigen. In dem Nachbaroxt=Bönſtadt ergriff ein
geiſtes=
kranker Arbeiter den Maurerhämmer und ſchlug ihn ſeiner Frau
auf den Kopf, daß ſie kohnmächtig zu Boden ſank. Darnach ſtach er
mit einem großen Küchenmeſſer blindlings auf ſie ein. Nachbarn
eilten herzu und bändigten den Raſenden. Die Frau wurde in
bedenklichem Zuſtand dem Krankenhaus zugeführt. Der Mann iſt
ſchwer kriegsbeſchädigt, er war zudem verſchüttet und leidet an
Störungen des Nervenſyſtems. Kürzlich wurde er aus der
Landes=
heil= und Pflegeanſtalt entlaſſen.
Bad=Nauheim, 30. Apxil=In Bad=Nauheim, das zu
Pfing=
ſten für Viele ein beſonders lockendes Reiſeziel iſt, werder=über
die Feiertage vom 4. bis 18. Mai 1932 Pfingſt=Kürkarten zum
Preiſe von 5.—RM. ausgegeben. Dieſe=Karten berechtigen zum
freien Beſuch des Kurhauſes und=der Konzerte des ſtaatlichen
Kurorcheſters, ferner auch zur Benutzung der Kurmittel für die
angegebene Zeit gegen Entrichtung der hierfür beſonders
feſt=
geſetzten Gebühren.
h. Gießen, 30. April. Das Gaſtſpiel des Heſſiſchen
Landes=
theaters Darmſtadt bildete mit der Aufführung der Oper von
Thomas „Mignon” ein wichkiges Ereignis in der Spielzeit am
hieſigen Stadttheater. Die Aufführung fand eine freundliche,
bei=
fallsſtarke Aufnahme. Das Orcheſter, unter Leitung von
Kapell=
meiſter Palm, tat ſein Beſtes zumſguten Gelingen. Die anmutigen
Zigeunertänze und die Chöre begeiſterten die Zuhörerſchaft.
h. Gießen 30. April. Ein ſchweres Autounglück trug
ſich zwiſchen Lollar und hier geſtern vormittag zu. Ein Laſtauto
bog in dem Augenblick von der Landſtraße in die Wirtſchaft „Zur
Wellersburg” ein, zals ein 1Perſonenauto, den Laſtwagen links
überholen wollte. DDas Perſonenauto bog, als es die Gefahr zu
ſpät erkannte, ſo weit nach UInks, daß es gegen die Hofmauer und
den Benzintank rannte, und ſich überſchlug. Die Frau flog aus
dem Wagen gegen den Drahtzaun und kam mit Prellungen
da=
von, der Ehemann Schmidt aus Frankfurt erlitt ſchwere
Ver=
letzungen. Das Ehepaar wurde der Klinik zugeführt. ——
WSN. Gießen, 30. April Gießener Segelflieger
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 1. Mai
Seite
Ende 4
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Sta
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OOM
Die glückliche Geburt ihres Sohnes Helmuth
zeigen an
Dr.=Ing. Curt Lochmann und
Frau Lotte, geb. Weiffenbach
Wölfersheim (Oberheſſen)
30. April 1932
z. Zi. Darmſtadt
Wöchnerinnenheim des Alicehoſpitals.
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Dr. Oskar Oppenheimer
Marianne Oppenheimer
geb. Auler
Vermählte
Baumholder (Nahe), den 1. Mai 1932.
Ihre Trauung zeigen an
Karl Würtz und Frau
Margit, geb. Zetzſche
Darmſtadt, den 1. Mai 1932.
Ernſt=Ludwigſtr. 19 III.
Kirchl. Trauung: 14 Uhr Pauluskirche.
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Heute verſchied nach einem arbeitsreichen, geſegneten Leben unſer
guter Onkel, der Lehrer i. R.
Herr Konrad Wenzel
im vollendeten 92. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
prof. Friedrich Wentzel und Frau Eliſe, geb. Schramm
Reichszolloberſekretär Auguſt Wenzel und Frau Eliſe,
geb. Eppelsheimer
Rektor Auguſt Schenck und Frau Valeska, geb. Wenzel.
Darmſtadt, den 30. April 1932.
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
(Zugedachte Blumenſpenden bitten wir zum Friedhof ſchicken zu
(6620
wollen.)
Todes=Anzeige.
Geſtern Samstag, den 30. April um 11½ Uhr
der=
ſchied nach langem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden meine innigſtgeliebte Frau, unſere
herzens=
gute, unvergeßliche Mutter, Schwägerin und Tante
Frau Katharina Feßner
im 52. Lebensjahr.
Sie ging mit feſtem Glauben in einem ſanften Tod
von uns.
In tiefer Trauer:
Karl Feßner
u. Söhne Rudolf u. Karl.
Darmſtadt, den 30. April 1932.
Friedrichſtr, 26.
(6671
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Mai, um
2½ Uhr von der Kapelle des Waldfriedhofs aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man Abſtand zu nehmen.
Verein der Pionier und Verkehrstruppe
Darmſtadt und umgegend.
Geſtern verſchied nach langem ſchweren
Leiden unſer Ehrenmitglied, Frau
Margarete Betzholdf
geb. Panſe
Witwe des Pr. Majors u. Chilen.
Oberſt a. D. G. Betzhold.
Die Einäſcherung findet ſtattam 2. Mai,
vorm. 11 Uhr, im Krematorium in
Darmſtadt, Waldfriedhof.
Beteiligung der Kameraden
iſtEhren=
ſache. Anzug dunkel, Mütze. Treffpunkt
im Vorhof des Friedhofs, links.
Der Vorſtand. Hummel, Vorſitzender.
Liebigſtr. 28. (6623
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die uns ſo zahlreich erwieſene Teilnahme und
Kranzſpenden bei dem ſchweren Verluſt unſeres lieben
Entſchlafenen, des
polizeioberaſiſtenten Karl Scheit
ſagen wir unſeren aufrichtigſten Dank. Den Schweſtern
Emilie und Minchen für die liebevolle Pflege, ſowie
den Aerzten des Eliſabethenſtifts herzlichſten Dank.
Beſonderen Dank Herrn Pfarrer Weiß und Waldeck
für die troſtreichen und ehrenden Worte. Weiter ſprechen
wir unſeren Dank aus der evang. Männervereinigung
der Petrusgemeinde, dem Geſangverein der
Polizei=
beamten und Muſikchor, den Verwaltungs=Beamten
des Polizeiamts Darmſtadt, den Polizeibeamten des
Verbands Heſſen, den Beamten des V Polizeireviers,
dem Artillerieverein und Muſikchor des ehem. 25er
Artillerie=Regiments.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Scheit Wwe.
nebſt Kindern und Angehörigen.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Ableben
unſerer teueren Entſchlafenen
Frau
Roſine Seelbach Bwe.
ſagen wir unſeren herzlichſien
Dank.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 30. April 1932.
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Darmſtadt, den 30. April 1932.
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Fär die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme in unſerem großen Schmerz
danken herzlich
Frau Anna Repp, geb. Mahr
Dr. Willi T. Repp
Karl Heinz Repp.
Darmſiadi, den 30. April 1932.
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Für die vielen Beweiſe aufrichtige
Teilnahme bei dem Hinſcheiden meine
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ſage ich herzlichen Dank.
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Darmſiadt, den 30. April 1932.
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Seite 10 — Nr. 121
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1. Mai 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 121 — Seite 11
Reich und Ausland.
mni Köhler über ihre Orienkreiſe.
Dem Allgemeinen Deutſchen Automobil=Club,
3a, Frankfurt a. M., iſt es gelungen, die
tberühmte Motorradfahrerin Frl. Hanni
Köh=
zu einem intereſſanten Lichtbildervortrag zu
innen. Frl. Köhler wird am Montag, den
Nai, abends 8.30 Uhr, im Großen Saal des
csbildungsheimes, Eſchenheimer Tor, über
Fahrt mit dem Motorrad nach Indien
chen und dabei eine große Anzahl ihrer
reſſanten Aufnahmen von dieſer Fahrt im
tbild vorführen.
ſteriöſer Vorfall in Frankfurt a. M.=Höchſt.
Frankfurt a. M.=Weſt. In der Nacht
Samstag wurde der Kaufmann Albert K.,
auf ſeinem Rade fuhr, wie er angibt, von
bis acht Perſonen angehalten, vom Rade
ſen und mit ſchweren Gegenſtänden
miß=
elt. Er trug dabei Verletzungen am Kopf
Händen davon und mußte ſchließlich unter
icklaſſung des Fahrrades das Weite ſuchen.
Polizei konnte ſpäter das Rad ſicherſtellen.
r die Motive zu dem Ueberfall ſowie über
Verſonen der Täter herrſcht bisher noch
Un=
eit.
120 Zentner Kartoffeln geſtohlen.
frankfurt a. M. In der letzten Nacht
e in eine Feldſcheune im Vorort
Berkers=
die dem Verſorgungsheim gehört, ein
rer Einbruch verübt. Aus der Scheune
wur=
twa 100 bis 120 Zentner Saatkartoffeln
ent=
et. Der größte Teil der Beute wurde
wahr=
lich mit einem Auto weggeſchafft,
wäh=
der Reſt in Säcke gefüllt und vergraben
en war.
eſchlagungen bei der Homburger Stadtkaſſe.
s jetzt 15 000 RM. feſtgeſtellt.
ad=Homburg. Bei der Nachprüfung
domburger ſtädtiſchen Jahresrechnung für
32 ergaben ſich einige Differenzen. Die
If angeſtellten Reviſionen brachten
Verfeh=
n des Kaſſiers der Stadtkaſſe, Luedke, ans
zlicht. Zunächſt ſchien es ſich nur um einige
rt Mark zu handeln. Luedke wurde
ledig=
om Amt ſuspendiert, aber auf freiem Fuß
in, da Fluchtverdacht und
Verdunkelungs=
nicht beſtand. Inzwiſchen förderte die
ng aber weiteres belaſtendes Material zu=
Bis Samstagmittag wurden
Unterſchlei=
d Falſchbuchungen in Höhe von mindeſtens
RM. feſtgeſtellt. Die Reviſion iſt noch
abgeſchloſſen. Luedke gab bei ſeiner
Ver=
ing die Verfehlungen zu. Er habe in der
tion alles verloren und ſich jeßt
revan=
i wollen. Die veruntreuten Gelder hat
größtenteils in leichtſinniger Geſellſchaft
geben. Er wurde jetzt in Haft genommen.
Eine verhängnisvolle Verwechſlung.
oßwendel (Hunsrück). Ein ſpät nach
kommender junger Mann wollte ſich
Ein=
in die elterliche Wohnung verſchaffen.
das Geräuſch wurde die Mutter aus dem
geweckt. Da ſie Einbrecher vermutete,
ſie ihre Söhne. Kurz darauf erfolgte ein
Als die Frau ſich in die unteren Räume
fand ſie ihren jüngſten Sohn tödlich
ver=
or. Er ſtarb nach wenigen Minuten. Als
ä kommt der ältere Bruder in Frage, der
ſt feſtgenommen, aber nach Aufklärung des
rhalts wieder aus der Haft entlaſſen
Millionen RM. ins Ausland verſchoben.
irlin. Die Zollfahndungsſtelle hat eine
gelegte Deviſenſchiebung aufgedeckt, bei der
oa 2½ Millionen RM. Wertpapiere
ver=
nd der Erlös dafür ins Ausland geſchafft
Die Verkäufer der Wertpapiere haben
inken gefälſchte oder geſtohlene Päſſe
vor=
darunter auch den Paß eines bekannten
en Schriftſtellers, der in der Lüneburger
wohnhaft iſt. Einige Verhaftungen
konn=
en reits vorgenommen werden. Der Haupt=
1je hält ſich, nach Anſicht der Behörden, im
ide auf.
Eine neue Goethe=Plafkik.
Der Goethe=Kopf.
Bildhauer Paul Wynand für die
Goethe=
er Berliner Univerſität geſchaffen hat.
delt ſich bei dieſer Plaſtik nicht um die
e Darſtellung des Olympiers Goethe.
um den jungen Kavalier aus der erſten
Weimarer Zeit.
Aus dem Flieger=Dörſchen Hirkenhain.
Oben links: Schulmädchen beim Modellbau eines Segelflugzeuges. Daneben: Vater und
Sohn in der Gondel eines ſelbſtgebauten Segelflugzeuges, von denen das Dörfchen nicht weniger
als ſieben beſitzt. — Unten links; Fräulein Flugzeug=Konſtrukteur vor dem Start ihres
ſelbſt=
gefertigten Modells. Daneben: Eine Knabenklaſſe beim Start zum Kampf um den „Höhen=
Weltrekord‟.
In Heſſen liegt das winzige Dörfchen Hirtzenhain, deſſen ganze Bevölkerung mit Herz und Hand
auf den Segelflug eingeſtellt iſt. Das Dörfchen beſitzt 7 eigene Segelflugzeuge und 3 Flugzeughallen.
Hinaus in die Ferne ..."
Eine ſchwimmende Jugendherberge.
Oben: Volkstanz an Deck der ſchwimmenden Jugendherberge. Unten: Ein „glückhaft Schiff”
die ſchwimmende Jugendherberge des Gaues Sachſen. — Eine frohe Wanderung durch die neu
erwachende Natur, das iſt jetzt die Sehnſucht vieler Tauſender von jungen Menſchen. Da bieten
ihnen die zahlreichen Jugendherbergen Gelegenheit, ſchon am Abend vor dem freien Sonntag oder
Feiertag hinauszufahren, um dann bereits am Morgen draußen fern von der Stadt zu erwachen
und die Tageswanderung zu beginnen.
Deviſenſchiebungen
unker fremden Namen.
Berlin. Die Berliner Blätter berichten
von umfangreichen Deviſenſchiebungen, denen die
Zollfahndungsſtelle des Berliner
Landesfinanz=
amts auf die Spur gekommen iſt. Die zum Teil
noch unbekannten Täter — einige konnten
be=
reits verhaftet werden — haben es verſtanden,
mit Hilfe von gefälſchten und geſtohlenen
Pa=
pieren unter dem Namen eines deutſchen
Schrift=
ſtellers Wertpapiere in Höhe von insgeſamt
etwa 2½ Millionen RM. an ſich zu bringen und
in das Ausland zu verſchieben. Von
unterrich=
teter Seite erfahren wir, daß die Ermittlungen
der Behörden noch zu keinem Abſchluß
gekom=
men ſind. Sicher iſt aber, daß die in einem Teil
der Preſſe genannten Summe von 4 und 5
Mil=
lionen den tatſächlichen Betrag der verſchobenen
Wertpapiere weit überſteigen.
Skapellauf eines 17 800 To. großen
Tankſchiffes.
Hamburg. Für die Deutſch=Amerikaniſche
Petroleum=Geſellſchaft (Standard=Dapolin) lief
geſtern nachmittag auf der Deutſchen Werft ein
neues 17 800 Tonnen großes Tankſchiff glücklich
vom Stapel. Der Großtanker wurde auf den
Namen „Franz Klaſen” getauft. Er iſt das erſte
Schiff von insgeſamt ſechs Großtankern, die die
Geſellſchaft bei deutſchen Werften in Auftrag
gegeben hat. Schon in den nächſten Tagen geht
ein Schwerſterſchiff beim Bremer Vulkan vom
Stapel. Die dritte, an den Aufträgen beteiligte
Werft iſt die Kieler Germania. Als größter
Auftragsgeber für Tankſchiffe trägt die
Stan=
dard=Oil mit dieſen ſechs Neubauten von
ins=
geſamt 75 000 Bruttoregiſtertonnen nicht
un=
weſentlich zur Belebung der deutſchen
Werft=
tätigkeit bei.
Schweres Schiffsunglück.
Japaniſcher Küſtendampfer geſunken.
70 Toke.
London. Wie aus Tokio gemeldet wird,
wurde auf der Höhe von Hiroſchima geſtern früh
ein japaniſcher Küſtendampfer von einem andern
japaniſchen Dampfer gerammt und ging in kurzer
Zeit unter. Nur 30 von den etwa hundert
Per=
ſonen, die ſich an Bord befanden, konnten
ge=
rettet werden.
Uralzeff wieder vor dem Richter.
Berlin. Vor dem Schöffengericht
Schöne=
berg wurde geſtern gegen den Kaufmann Kallies
u. Gen. verhandelt, die beſchuldigt waren, im
September 1929 einen Einbruch in einer
Zehlen=
dorfer Villa verübt zu haben, wobei ſie Teppiche
im Werte von etwa 20 000 RM. entwendeten. In
dieſem Prozeß iſt auch der aus dem Raiffeiſen=
Skandal bekannte Ruſſe Uralzeff mitangeklagt,
da er ſich durch Erwerb der Teppiche der
Heh=
lerei ſchuldig gemacht haben ſoll. Bei der
Be=
weisaufnahme ergab ſich, daß eine
Hausange=
ſtellte in Verdacht ſteht, den Einbruch begünſtigt
zu haben. Da noch weitere Ermittlungen
vor=
genommen werden ſollen, wurde die
Verhand=
lung auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
Aufklärung der Anſchläge auf den Schnellzug
Marſeille-Paris?
Paris. Die wegen Beteiligung an dem
Raubüberfall auf das Poſtamt St. Barnabé in
Marſeille feſtgenommenen zwei Banditen — der
dritte konnte noch nicht dingfeſt gemacht werden
ſind einem eingehenden Verhör unterzogen
worden. Wie das „Journal” meldet, hat man
dabei den Eindruck gewonnen, daß beide an zwei
gegen den Schnellzug Marſeille-Paris verübten
Anſchlägen beteiligt, vielleicht ſogar die
Haupt=
täter waren.
Kongreß der Ozeanflieger.
Rom. Am 22. Mai beginnt in Rom ein
internationaler Kongreß der Ozeanflieger. Es
kommen Teilnehmer aus den Vereinigten
Staa=
ten, England, Deutſchland, Frankreich, Spanien
und Braſilien. Man will über die Möglichkeit
zur Einrichtung von Flugverkehrslinien über
den Ozean zwiſchen Amerika und Europa
ſprechen.
Eröffnung der internationalen Buchmeſſe
in Florenz.
Rom. Der König von Italien hat am
Samstag in Florenz in Gegenwart des
Unter=
richtsminiſters und der Spitzen der Behörden
die 4. Internationale Buchmeſſe eröffnet.
Einbruch bei Exkönig Manuel.
London. Aus dem Londoner Hauſe des
früheren Königs von Portugal, Manuel, ſind
während der vergangenen Nacht antike
Kunſt=
gegenſtände und Juwelen im Werte von
meh=
reren tauſend Pfund ſowie wichtige
diploma=
tiſche Schriftſtücke geſtohlen worden. Es wird
angenommen, daß der Raub von derſelben
Ein=
brecherbande ausgeführt wurde, die in der
ver=
gangenen Woche in das Haus des Grafen. Spetia
di Radione einbrach und Kunſtſchätze von
be=
deutendem Wert raubte.
Zwei Todesopfer einer wüſten Schießerei
in Los Angeles.
New York. Das Geräuſch einer
Raſen=
mähmaſchine, die die Bewohnerin eines
Land=
hauſes in Los Angeles, Mrs. Pohl, in ihrem
Garten zur Anwendung brachte, erwies ſich als
zuviel für die Nerven ihrer Nachbarin, Mrs.
Alger, die auf die friedlich in ihrem Garten
ar=
beitende Frau Pohl aus einem Armeerevolver
das Feuer eröffnete. Auf telephoniſchen
Hilfe=
ruf erſchien die nächſte Polizeiſtreife; ein
Poli=
zeibeamter zog die Klingel bei Mrs. Alger,
wor=
auf dieſe den Poliziſten durch einen Schuß durch
das obere Glasfenſter der Tür auf der Stelle
tötete. Ein darauf herbeigerufenes
Ueberfall=
kommando mußte vor den Schüſſen der
wüten=
den Frau Deckung nehmen und war ſchließlich
gezwungen, Tränengasbomben in das Haus zu
werfen. Die Frau flüchtete und brach ſchließlich
unter dem auf ſie gerichteten Geſchoßhagel der
Polizei tot zuſammen.
Taifun auf den Sulu=Inſeln.
Manila. Die Inſel Sulu (auch Jola
ge=
nannt), die größte der gleichnamigen
Inſel=
gruppe zwiſchen den Philippinen und Borneo,
wurde von einem Taifun ſchwer heimgeſucht. Die
Stadt Jolo wurde zu zwei Dritteln vernichtet.
Ein Küſtendampfer iſt geſunken. Die Zahl der
Toten iſt bisher noch nicht bekannt. Die Stärke
des Sturmes nimmt ſtündlich zu.
Tödlicher Abſturz des deutſchen
Piloken Noh.
Der bekannte deutſche Flieger Notz,
dritter Sieger beim Europa=Rundflug 1930,
ſtürzte auf dem Flugplatz in Schleißheim bei
München aus geringer Höhe ab. Der Sturz
war ſo unglücklich, daß Notz auf der Stelle ge=
Ende 4
zurückke
hat the
nach G
weil u.
des 9
form
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E=
zöſiſche
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macht
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Seite 12 — Nr. 121
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sodr SaltoTaabadttehe
Sonntag, 1. Mai 1932
Tennis.
Die für Sonntag, den 1. Mai, angeſetzten Spiele TC. Höchſt
gegen SC. 1880 Frankfurt und Sieger gegen T.= u. EC.
Darm=
ſtadt wurden durch den Bezirkspräſidenten von Heſſen und Heſſen=
Naſſau auf den 5. Juni verſchoben. Austragungsort bleibt
Frankfurt.
TTC. Jung=Heſſen—TTC. Ping=Pong.
Obige Vereine treffen ſich heute vormittag um 930 Uhr im
großen Saale des Perkeo zu einem Freundſchaftsſpiel Ping=
Pong, eine junge aufſtrebende Mannſchaft, wird ſich befleißigen,
einen achtbaren Gegner abzugeben.
Sporkkalender.
Handball.
TV. 1885 e. V., Nieder=Ramſtadt.
Die für heute nachmittag angeſetzten Freundſchaftsſpiele gegen
Turngemeinde Beſſungen fallen aus. Die Mannſchaften
beteili=
gen ſich an der Beerdigung des Turnbruders P. Plößer,
Treff=
punkt 2.30 Uhr an der Turnhalle.
Berliner Polizei wieder Handballmeiſter.
Der zweite Gang um die Handballmeiſterſchaft der Sportler
von Brandenburg führte am Samstag vor 1000 Zuſchauern
im Berliner Poſtſtadion den mehrfachen Deutſchen Meiſter
Poli=
zei Berlin mit dem 1. Spandauer HC. zuſammen. Die Poliziſten
zeigten ſich wieder klar überlegen und ſie ſiegten auch mit 16:9
(7:5). Damit haben die Poliziſten zum zehnten Male den Titel
eines Brandenburgiſchen Handballmeiſters errungen.
Sportabteilung Merck—VfL. Sachſenhauſen.
Sportabteilung Merck empfängt heute nachmittag 3.30 Uhr
zum Rückſpiel die 1. Mannſchaft des VfL. Sachſenhauſen. Das
Vorſpiel endete 5:7 für VfL. Vor dem Spiel der 1. Mannſchaften
treffen ſich die Reſerven beider Vereine.
Deutſche Tennis=Riederlagen in Mailand.
Cilly Außem und Frl. Horn geſchlagen.
Für die deutſchen Teilnehmer an den italieniſchen
Tennis=
meiſterſchaften in Mailand war der Samstag ein ſchwarzer Tag.
Beſonders ſchmerzlich waren die Niederlagen unſerer deutſchen
Spitzenſpielerin Cilly Außem und von Frl. Horn (Wiesbaden)
in der Vorſchlußrunde des Damen=Einzels. Cilly Außem, die
ſeit ihrer Krankheit doch noch nicht wieder in ihre Höchſtform
gekommen iſt wurde von der italieniſchen Meiſterin Valerio nach
prächtigem Kampf 3:6, 8:6, 6:2 geſchlagen. Frl. Horn verlor
gegen die Franzöſin Adamoff, die ſich zurzeit in einer
glänzen=
den Form befindet, 6:3, 7:5. — Bei den Spielen der Herren war
Frankreichs Hoffnung André Merlin 6:4, 1:6, 6:4. 6:3 über den
italieniſchen Spitzenſpieler de Stefani erfolgreich; er trifft nun in
der Vorſchlußrunde auf den Engländer Hughes. Weitere deutſche
Niederlagen gab es in den Doppelſpielen. Im Herren=Vierer
ſieg=
ten del Bono/Sertorio 6:2, 0:6. 6:4, 5:7, 6:4 über
Haenſch/Vo=
dicka, die aber teilweiſe ſehr ſchönen Widerſtand leiſteten. Das
italieniſche Paar wurde dann gleich darauf von der franzöſiſchen
Kombination Bonté/Merlin 5:7, 6:4, 7:5. 6:4 ausgeſchaltet. In
der Vorſchlußrunde ſtehen weiterhin noch Palmieri/Serventi und
de Stefani/Hughes. Im Damen=Doppel war das gut
einge=
ſpielte franzöſiſch=ſchweizeriſche Paar Roſambert/Payot über Frl.
Horn/Anet 6:3, 6:4 erfolgreich während Corbier/Deutſch mit
6:3, 2:6, 6:3 Adamoff/Berthet überraſchend das Nachſehen gaben.
Im Gemiſchten Doppel ſiegte Frau Deutſch mit dem indiſchen
Davispokalſpieler De als Partner 8:6, 1:6, 6:3 über Anet/Intta,
Fußballſportverein Frankfurt gewann den Klubkampf im
Amateurboxen gegen Eintracht Frankfurt mit 977.
Der Berliner Fußballmeiſter Tennis=Boruſſia gewann am
Samstag in Stuttgart gegen den V. f. B. vor 4000 Zuſchauern
mit 3:1 (3:0).
Everton Liverpool ſicherte ſich am Samstag durch einen 1:0=
Sieg über Bolton Wanderers endgültig die engliſche
Fußball=
meiſterſchaft. Meiſter der zweiten Klaſſe iſt Wolverhampton
Wanderers, ſchottiſcher Meiſter wurde Motherwell.
15.00 Uhr,
16.00 Uhr,
15.30 Uhr,
15.30 Uhr,
10.30 Uhr,
Handball.
Kranichſteiner Straße: Tgeſ
Woogswieſe: Tgde. 46 — S.=V. 98, Reſ.
Fußball.
Exerzierplatz: Polizei — Opel Rüſſelsheim.
Dornheimer Weg: Poſt — Egelsbach 03, Reſ.
Hockey.
Stadion: S.=V. 98 — Tv. Frankfurt 60.
Tv. Seeheim.
Rennen zu Dresden.
Preis vom Weißen Hirſch, Verkaufsrennen, 3000 RM., 1400 Met.:
1. Krahmers Frageſpiel (Spehla); 2. Katrin, 3. Lärche. Toto
70: Platz 24, 17:
s. Ferner: Glühwürmchen, Donnerkiel.
Preis von Lößnitz, 3000 RM., 1200 Meter: 1. E Clauß=Altona
(Streit); 2. Taubneſſel. 3. Turnierfeier, Toto 98, Platz 28, 20.
1—5). Ferner: Numatia, Süßkirche Feronia.
Preis von Struppen, 3000 RM., 1100 Meter: 1. Horaleks
Lyco=
medes (Haynes); 2. Dianthus, 3. Braut. Toto 30, Platz 14.
16. 21
4. Ferner Beryll, Meermädchen, Goldenes
Tor, Snatok, Druſus.
Pirnaer Ausgleich, Ausgleich 3. Ehrenpreis und 3000 RM., 1900
Meter: 1. Clauß Machiavel (Streit), 2. Elpi, 3. Honeſka.
Toto 74, Platz 18, 17, 26. H.—½. Ferner: Oſtade,
Muske=
tier, Osram, Donnergott, Everonne Scapos.
Preis von Seidnitz, Ehrenpr. und 3700 RM., 1600 Meter: 1.
Gai=
das Narziß (O. Schmidt), 2. Volumnius, 3. Pale. Tote 31,
Platz 12, 11. ½—. Ferner: Irländer.
Unſchuld=Rennen, für Dreijährige, 3000 RM 1200 Meter:
1. Butzkes Lützow (Grabſch), 2 Verdi, 3. Chiffre. Toto 30,
Platz 13. 13. 2—2½. Ferner: Marie, Sankt Kathrin, Rothal.
April=Ausgleich, Ausgleich 3, 3000 RM.. 1400 Meter: 1 F
Hel=
fert und W. Sandners Feldwebel (Göbl), 2 Eiland, 3. Piſtole.
Toto 202; Platz 52, 20, 39. 1½—1½. Ferner: Lachteufel,
Vela, Conflikt, Go Ahead. Leibwache, Sonnenſtrahl,
Fern=
länder, Puppe.
Geſchäftliches.
Der Gang durch den Frühling. Unter dieſer Deviſe
kündigt die Firma Speiers Schuhwarenhaus,
Ludwigs=
ſtraße 16, den Eingang ihrer neuen Frühjahrs= und Sommerſchuhe
an. Für jeden etwas Schönes und Neues und Billiges, das
kün=
digt die Beilage in heutiger Ausgabe für Daxmſtadt und
Um=
gebung an.
(6670
Wekkerbericht.
Von der weſtlichen Störung greift ein Ausläufer vor,
wel=
cher ſich mit über unſeren Bezirk erſtreckt und durch den ſtärkere
Bewölkung und auch vereinzelt etwas Niederſchlag auftreten,
Eine weſentliche weitere Beeinfluſſung iſt nicht zu erwarten,
viel=
mehr dürfte die Eintrübung wieder zurückgehen und zeitweiſe
aufheiterndes Wetter eintreten.
Ausſichten für Sonntag, den 1. Mai: Neblig=wolkig mit
Aufhei=
terung, meiſt trocken, Temperaturen nur wenig verändert.
Ausſichten für Montag, den 2. Mai: Wenig Aenderung der
Wetterlage.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mas Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienff: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Wills Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wlttich — ſämilſch in Darmſtiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6: Wetter, Gymnaſtik.
6.30: Gymnaſtik. 7: Wetter. — anſchl.: Frühkonzert. o 7.55:
Waſſerſtand. 11.50: Zeit, Programm, Wirtſchaftsmeldungen,
O 12: Konzert. O 12.50: Nachrichten, Wetter. O 12.55: Nauener
Zeitzeichen. O 13: Konzert. o 14: Nachrichten. O 14.10:
Werbe=
konzert. O 15: Gießener Wetterbericht. O 15.10: Zeit,
Wirtſchafts=
meldungen. O 16.55, 18.15: Wirtſchaftsmeldungen. 19.15: Zeit,
Programm, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 1. Mai.
6.15: Bremer Hafenkonzert.
8.15: Kaſſel: Evangeliſche Morgenfeier. Veranſtaltet von der Ep.
Landeskirche in Heſſen=Kaſſel.
10.30: Laienmuſik.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Bisher habt ihr nichts gebeten in
meinem Namen.
12.00: Konzert auf Schallplatten.
13.05: Stunde des Chorgeſangs. — M. Bartſch: Die
Arbeiter=
ſängerbewegung als Kulturbewegung.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
ſchue Hedeſingen.
15.30: Landsgemeinde von Trogen (Appenzell).
16.30: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
17.30: Bandonion=Konzert. Ausf.: H. Uhtik.
18.00: Prof. Sittig: Der Himmel im Mai und Juni. — Die Welt
unſeres größten Bruderplaneten Jupiter.
18.25: Vortrag.
18.50: Dreißig bunte Minuten.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft. — anſchl.: Sportnachrichten.
19.35: Minna von Barnhelm. Luſtſpiel von Gotthold Ephraim
Leſſing.
21.00: Frühlingskonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart.
22.05: Freiburg: Volksmuſik. Originalkompoſitionen von J.
Schram=
mel. Ausf.: Wiener Schrammel=Quartett.
22.35: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.55: Köln: Unterhaltungsmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.45:
Wetter für die Landwirtſchaft. o 6: Gymnaſtik. 6.15: Wetter für
die Landwirtſchaft, — anſchl.: Frühkonzert. O 10, 13.30: Nachrichten.
O 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.: Konzert u.
Wieder=
holung des Wetterberichts. O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Konzert,
O 15.30: Wetter, Börſe. O 18.55: Wetter für die Landwirtſchaft,
Deutſche Welle: Sonntag, 1. Mai.
6.00: Funkgymnaſtik.
6.15: Bremer Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Heinrich: Praktiſche Rechtsfragen der Oſthilfe,
8.55: Morgenfeier
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Reinhard Goering: Vorleſung aus eigenen Werken.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Bisher habt ihr nichts gebeten in
meinem Namen.
12.00: Gerta Baronin von Pritzelwitz: 10 Minuten Lyrik.
12.10: Mittagskonzert des Berliner Konzert=Vereins.
14.00: Radfernfahrt Berlin-Kottbus—Berlin. Start und Ziel,
(Schallplatten)
14.30: Oberſt a. D. Dr. v. Abercron: Was kann man alles vom
Freiballon aus beobachten?
14.55: Dr. Gürſter: Don Quichotte.
15.30: Appenzell: Funkbericht von der Jahresverſammlung der
Land=
gemeinde von Trogen. (Schallplatten)
16.30: Breslau: Kinderfunk: Deutſche Kinderlieder, Reime, Spiele
und Sprüche.
17.10: Handball=Meiſterſchaft (Zwiſchenrunde): Tib=Berlin —
Turn=
klub Limmer, Hannover.
17.25: Tanztee=Muſik. Kapelle Emil Rooſz.
18.20: Junge Generation ſpricht: Kollektivismus oder Individualis
mus?
19.00: Feierſtunde für die Werktätigen. Ausf.: Neuköllner Sänger
chor, Berliner Poſaunenverbindung 1920.
19.50: Sportnachrichten.
20.00: Richard Strauß dirigiert. Berliner Funkorcheſter.
20.45: Tages= und Sportnachrichten.
21.00: Funkpotpourri: Frühling.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Von der Eröffnung der Weltwirtſchafts=Konferenz anläßlie
der Welthandelswoche 1932.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Vincent Douglas.
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Crenndämme werden größere Kieſelſteine geſchüttet,
Sandbankbildung unterhalb der Creundämme in der
t zum Schlenſenkanal zu verhindern, damit die Koſten
für das häufige Baggern geſpart werden.
iſt eine ernſte und ſachliche Arbeitsſtätte der
chen Wiſſenſchaft — aber man muß dort
un=
h an die alten Märchen denken, in denen die Nieſen
Siebenmeilenſtiefeln mit einigen Schritten große
Län=
hquerten. Und man erinnert ſich wieder an die phan=
Abenteuer Gullivers im Reiche der Liliputaner, wo
Slüſſe mit einem einzigen Schritt überquerte und die
des kriegeriſchen Landes wie Kinderſpielzeuge an einer
nach ſich ſchleppte. Die Männer der Wiſſenſchaft, die
eiten, kommen einem vor, als wenn ſie ſolche Nieſen
ſenmeilenſtiefeln im Lande der Swerge wären. Sie ſtehen
Ufern der großen Flüſſe und haben die geheimnisvolle
dieſe großen Ströme mit einem Sprung zu überqueren.
imſtande, in einigen Sekunden vom Quellgebiet der
zur Mündung der Elbe zu gelangen, oder an fremden
zu weilen, z. B. an dem Don oder der Wolga, die durch
en ruſſiſchen Steppen fließen.
Ainiatur=Stauanlage bei Baldeny an der Ruhr.
In der Mitte die Schiffsſchlenſe.
terkwürdig es auch klingt, ſo iſt es doch Catſache, daß
der Stätte deutſcher Forſcherarbeit ſich eine Reihe von
und Slüſſen ein Stelldichein gibt. Die Verſuchshalle
(cr nicht länger als 100 Meter, aber wer ſie durch=
Dar, hat einige große WaſſerſtraßenDeutſch=
lands und auch des übrigen Europa kennengelernt. Hier
fließt die Oder, dort die Weſer, und einige Meter weiter
mün=
det die Elbe in den Ozean. Es iſt eine lebende Landkarte mit
rauſchenden Wellen, mit Wirbeln und Strömungen, mit
Däm=
men, Brücken, Schleuſen und Stauwerken, wie in Wirklichkeit.
Und was die Natur faſt nie zeigt, ein Flußbett ohne Waſſer, iſt
hier zu ſehen. Die Männer der Wiſſenſchaft bringen es fertig,
die großen Flüſſe und Ströme beliebig trocken zu legen und
wieder unter Waſſer zu ſetzen.
Gewiß iſt das hier kein Märchen und keine Spielerei; hier
wird mit ernſter Sachlichkeit und Sweckmäßigkeit gearbeitet.
Die Flußläufe, die von Seit zu Seit aufgebaut und wieder
ab=
geriſſen werden, dienen großen volkswirtſchaftlichen
Waſſermaſſen müſſen ſo langſam wie möglich die Dämme und
Schleuſen paſſieren; kein einziger Kieſelſtein darf
weg=
geſchwemmt werden. Dann wird der Waſſerſtand gemeſſen, die
Strömung kontrolliert, die Schiffbarkeit feſtgeſtellt, und all
das mit hundert techniſchen Inſtrumenten und auch mit den
einfachſten Mitteln. Das Modell des Fluſſes wird hier
natür=
lich mit dem Millimetermaß gemeſſen. Bei dreißig bis vierzig
Millimetern können ſchon große Kähne und Dampfer verkehren,
denn dieſe wenigen Millimeter bedeuten in Wirklichkeit ja
Die Oder im öſtlichen Deutſchland im Maßſtab 1:65.
Es iſt eine kanaliſierte Strecke unterhalb Breslaus.
mehrere Meter Ciefe. Um die Strömung des Waſſers zu
kon=
trollieren, werden Papierſchnitzel und Sägeſpäne auf den
Waſſerſpiegel geſtreut, und kleine Kähne und Schiffe werden
ins Waſſer geſetzt, um zu ſehen, ob die Schiffe von der
Strö=
mung nicht auf den Crenndamm geworfen werden. Durch dieſe
Spielzeugſchiffe errechnen die Ingenieure der Verſuchsanſtalt
die richtige Form der Dämme, denn wenn ſo ein Schiff auf
einen Damm geſchleudert wird, gibt es hier zwar nur eine kleine
Havarie, aber draußen in der Wirklichkeit kann ſo etwas
ſchlimm enden. Und deshalb iſt dieſes ſcheinbare „Spiel” eine
ſehr ernſte und wichtige Sache.
Man merkt es manchem Werk von Menſchenhand nicht
an, welche geiſtige Vorarbeit, welche wiſſenſchaftlichen
Ver=
ſuche, welche millimetergenauen Bemeſſungen vorher
unter=
nommen werden mußten, ehe man an den Aufbau herangin.
Das iſt ja überhaupt das Weſen unſerer wiſſenſchaftlichen
Forſchung, daß ſie in der Surückgezogenheit des
Experimentier=
ſaales die größten Probleme anpackt und meiſtert. Es iſt nicht
gleichgültig, wie eine Flußregulierung, eine Stauanlage oder
Saal, wo Strome
d Slüſſe rauſchen.
tſche Ingenieure verbeſſern die Natur
Hier wird die beſte Form von Schleuſen= und
Hebewerks=
einfahrten durch Einſchleppen von Modellkähnen feſtgeſtellt.
Intereſſen. Hier, in der Preußiſchen Verſuchsanſtalt für
Waſſerbau und Schiffbau zu Berlin, werden Flußmündungen,
Flußabſchnitte und Kanäle en miniature errichtet, damit man
die Geſetze der Gewäſſer ſtudieren, die ökonomiſchen
Möglich=
keiten der verſchiedenen Waſſerwege kennenlernen kann. Es
wird z. B. eine kanaliſierte Strecke der Oder unterhalb
Bres=
laus naturgetreu dargeſtellt; ſie ſieht aus, wie ein
ausgetrock=
netes Flußbett aus der Vogelſchau. Einige Arbeiter bewegen
ſich am Ufer und glätten mit der Kelle den Sandboden;
Sand=
bänke und Dämme, Vertiefungen und Buchten wechſeln einan=
Am Ufer des Liliput=Fluſſes.
Um die Strömung des Waſſers im Modell zu unterſuchen,
werden Papierſchnitzel in den Fluß geſtreut.
der ab, und die Männer ſind bemüht, die geringſten Unterſchiede
des Flußbettes genau ſo nachzubilden, wie ſie in Wirklichkeit
ſind. Um die Dämme herum ſtreuen ſie größere Kieſelſteine, um,
venn ſchließlich der Fluß in Gang iſt, eine Sandbarren=bildung
unterhalb der Crenndämme zwiſchen Fluß und Schleuſenkanälen
zu verhindern. Der Sand, der ſich hier anhäuft, würde große
Koſten verurſachen, er müßte fortwährend ausgebaggert
wer=
den. Die Ingenieure der Verſuchsanſtalt ſuchen hier die
gün=
ſtigſte Sorm zu geſtalten, ſie helfen der Natur, um die
Wirt=
ſchaftlichkeit der Waſſerwege zu erhöhen. Nun iſt das Bett
fertig, und der Fluß wird vorſichtig hereingelaſſen. Die erſten
Am Manometer. Hier werden Waſſertiefe und Gefälle
gemeſſen. Der ſelbſtſchreibende Apparat regiſtriert die
durchſtrömenden Waſſermengen.
rgendein anderes Werk waſſerbautechniſcher Art durchgeführt
wird. Man kann nicht an und mit dem Werk ſelbſt
experimen=
tieren. Das gerade zeigt uns die Arbeit der Preußiſchen
Ver=
ſuchsanſtalt für Waſſerbau und Schiffbau.
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ſollt
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Glä.
fina
nich
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im
Sta
de
Ale d
Der Schmuggel an der weſtlichen
Grenze hält nach wie vor unvermindert
an, ſcheint ſich, auch eine Folge der
Er=
werbsloſigkeit, eher noch zu ſteigern. Im
vergangenen Monat allein wurden
unge=
fähr 2500 Schmuggler geſtellt.
Der Mann im Hintergrunde.
Der Holländer S., immer ſchon ein dunkler
Ehrenmann. Im Kriege war er im engliſchen
Spionagedienſt und ſchmuggelte Proben von
deutſchem Kriegsmaterial über Holland nach
England. Als in Deutſchland die Inflation
be=
endet war und zum erſten Male nachdrücklich
die ſtarken Preisunterſchiede in einigen Artikeln
des täglichen Bedarfs, wie Cabak, Sigaretten,
Kaffee, Kakao uſw. zwiſchen diesſeits und
jen=
ſeits der Grenze offenbar wurde, ſiedelte er ſich
in offenherziger Beurteilung der kommenden
Konjunktur, die er nach Kräften zu fördern
ge=
dachte, dicht an der deutſchen Grenze im
hol=
ländiſchen Walde an. Eine beſcheidene
Holz=
baracke, die er ſelbſt errichtete. Heute nach
lieben Jahren, und darin iſt die ganze Geſchichte
des Schmuggels in den vergangenen Jahren
enthalten, ſteht an dieſer Stelle eine kleine,
ſaubere Villa. Villa „Sorgenfrei” Und der
Beſitzer ſchenkt ſeiner Frau einen Luxuswagen
und ein Schlafzimmer im Louis=Quinze=Stil.
Dieſer Häuſer ſtehen hunderte an der Grenze.
Hier ſitzen die wahren Nutznießer des
Groß=
ſchmuggels. Sie ſitzen geſchützt hinter der
Grenze. Ihr Riſiko iſt gleich null. Ihr Verdienſt
enorm. Es ſind die ſtärkſt Intereſſierten am
Wachſen, Blühen und Gedeihen des
Schmug=
gels. Denn es bedeutet Abſatzſteigerung in
die=
ſen gut ſortierten Einkaufszentralen und
Sam=
melpunkten für die einzelnen Schmuggelbanden,
die oft tagelang hier Quartier beziehen, um den
günſtigſten Augenblick für die
Grenzüberſchrei-
tung abzuwarten.
Der Holländer F. iſt ein beſonders robuſtes
Exemplar. Als eines Cages ein Konkurrent es
wagte, ſich gegenüber ſeinem Hauſe
niederzu=
laſſen, wurde der Neubau zuerſt mit allen
Mit=
teln zu unterdrücken verſucht. Als das nichts
nutzte, und der andere trotzdem einzog, wurde
er nachts in ſeiner Wohnung beſchoſſen. Der
Schütze wurde nie ermittelt. Aber das Haus
ſteht jetzt leer.
In der letzten Seit war der Bandenſchmuggel
etwas aus der Mode gekommen. Dafür war der
kleine und ſchnelle Laſtwagen aufgekommen,
der ſich vorſichtig in der Nacht der Grenze
näherte, um dann plötzlich nie
Höchſtgeſchwin=
digkeit abzubrauſen. Der Holjänder war beſonx
ders rührig. Aber die Sollbeamten ſahen ihm
ſcharf auf die Finger. Jede Nacht lag eine
Wache an dem kleinen Feldweg. Die Beamten
ſtanden gewöhnlich in der Veranda eines
klei=
nen Hauſes, das etwas ſeitlich an der Straße
ſtand. Acht Cage vergingen in vergeblichem
Warten. In der neunten endlich geſchah etwas.
Die Veranda flog in die Luft, und das Haus
wurde ſchwer beſchädigt. Die Beamten hatten
zufällig gerade ihren Poſten verlaſſen.
Das ſind die Methoden, mit denen dieſe
dunklen Hintermänner ihren dunklen Vorteil
wahren. Sie unterſcheiden ſich nicht viel von den
Methoden, mit denen in Amerika die
Alkohol=
ſchmuggelbanden Krieg führen.
Der Schmuggler ſelbſt
iſt nicht ſo rigoros. Er iſt mehr Gemütsmenſch
und ergibt ſich ohne Widerſtand, wenn er ſieht,
daß er geſtellt iſt. Er betreibt die Sache mehr
als Sport, denn als offenen Krieg. Ein junger
Sollbeamter, der friſch zur Grenze gekommen
war, hatte das Glück, in der erſten Nacht einen
Einzelgänger zu erwiſchen. Er war hoch bepackt.
„Halt”, ſchrie der Beamte. „Die Ware iſt
be=
ſchlagnahmt.” „Warum ſo laut?” antwortete
der Schmuggler und legte ſeinen Packen ab. einfriedigten, die ſich von hier unten den Berg
„Folgen Sie mir zum Sollamt.” „Aber gern.
Natürlich.” „Bringen Sie Ihren Packen mit.” an dieſer Stelle denn Wache bezogen in der
„Soll mich der Himmel behüten” beteuerte der kommenden Nacht. Die Beamten lagen in Mul=
Schmuggler, „das iſt jetzt Reichseigentum. Da
rühre ich mit keinem Singer dran.” Ja, da war
nichts zu machen. Der Mann hatte Recht. Der
Beamte, noch jung und unerfahren im
Grenz=
verkehr, war etwas zu voreilig geweſen. Wenn
er den Packen nicht ſelbſt ſchleppen wollte,
mußte er auf Verſtärkung warten. Und das
dauerte bis zum Morgen. Beſchlagnahme erſt
auf dem Sollamt ausſprechen, das iſt ſo die erſte
Lehre von den vielen, die man ſich in dieſem
fineſſenreichen Kampf zu eigen machen muß.
Pech.
Die Sollbeamten hatten ein kleines
Fami=
lienfeſt in einer Grenzſchenke. Es war ſchon über
Mitternacht. Ein Beamter war zufällig in der
Küche des kleinen Neſtaurants, als er nebenan
einen Mann am Celephon den Autohilfsdienſt
in Aachen verlangen hörte. Ja, er liegt da und
da an der Grenze und muß abgeſchleppt
wer=
den. Der Beamte, der die Gegend kennt, weiß,
daß dieſe Stelle an einem viel begangenen
Schmugglerpfad liegt. Er benachrichtigt ſeine
Kollegen. Sie fahren ſchnell hinaus, finden das
Automobil, eine elegante Limouſine. Inhalt:
mehrere Sentner Kaffee, Cabak, Sigaretten.
Der Beſitzer iſt Inhaber eines gutgehenden
Reſtaurants in Aachen, der wirklich keine
Ver=
anlaſſung hat zu ſchmuggeln. Aber das iſt es
eben, der Reiz iſt da, der immerwährende Reiz,
einmal über die Grenze zu gehen und billig
ein=
zukaufen. Ein Reiz, dem die meiſten erliegen.
So kämpfen die Einwohner des Städtchens
Herzogenrath ſchon ſeit Jahren um den
Vor=
rang, in den kleinen Grenzverkehr einbezogen
zu werden. Dann iſt nämlich das Schmuggeln
frei, oder vielmehr, es iſt geſtattet, täglich eine
beſtimmte Menge Waren im holländiſchen Ceil
der Stadt einzukaufen. — Der Vorzug kann
natürlich nicht gewährt werden. Denn am ſelben
Cage könnten die einheimiſchen Geſchäfte, die
jetzt ſchon eine ganze Reihe Waren überhaupt
nicht mehr zu führen brauchen, ihre Läden
ſchließen.
Cricks.
„Alſo hier kommen ſie ber”, ſagte der
Beamte. „Schauen Sie?‟ Er wies auf den
Stacheldrahtzaun vor uns. Er war mit aller
Behutſamkeit und Vorſicht durchſchnitten. Auf
den erſten Blick war es käum zu ſehen. Und
ſo war es mit allen Säunen, die die Biehweiden
hinauf bis zum Walde dehnten. Und ſo wurde
den und hinter Büſchen über das Gelände
ver=
ſtreut, ſtill und regungslos während der ganzen
Nacht. Ich lag mit in der Nähe des
Waldaus=
gangs. Aber die ganze Nacht verſtrich, und es
geſchah nichts. In der zweiten Nacht zogen wir
wieder auf Poſten. Die Stunden verſtrichen.
Es war kalt. Ein paar Mal ſetzte ein leiſer
Regen ein. Es wurde ſchon dämmerig. Nur mit
Mühe konnte man noch die Augen aufhalten.
Da plötzlich raſchelte es. Es wurde wieder ſtill.
Dann wieder ein Laut. Wie ein Reh ſchob ſich
ſchließlich ein Mann aus dem Walde und äugte
ſcharf in die Gegend. Dann wurden es zwei,
drei, vier. Sie waren hoch bepackt. Das
Schmuggelgut war in kleine Säckchen verpackt,
die genau im Umriß des Körpers über den
Rücken verteilt waren. Sie ſchritten langſam
einer hinter dem andern das Gelände hinunter.
Sie waren ſchon längſt fort, und nichts geſchah.
„Aber Sie laſſen ſie ja laufen”, flüſterte ich dem
Beamten zu. „Pſt”, machte der und blieb
ruhig. Er hatte Recht. Denn nicht lange darauf
wurde es wieder lebendig am Waldausgang.
Dieſes Mal waren es zwölf Mann. Sie
ſchrit=
ten in langen Abſtänden über die Wieſe. Und
dieſes Mal ſprangen die Beamten aus ihrem
Verſteck. „Aber die erſten ſind Ihnen
ent=
wiſcht”, ſagte ich ſpäter. „Mein Lieber”, ſagte
der Beamte und lachte, „darauf fallen wir
heute nicht mehr herein. Dieſe erſten hatten
nämlich gar nichts zu ſchmuggeln. Das n
leicht Papier, das ſie in ihren Säcken
aber kein Cabak oder Kaffee. Verſteh
wir hätten uns mit viel Geſchrei dar
ſtürzt. Sie hätten ſich als harmloſe
gänger bezeichnet, die ſich einmal einer
erlaubten Und die anderen, die echten Si
ler, wären uns inzwiſchen, rechtzeitig
entwiſcht. Verſtehen Sie? Ein Crick.
ſehon ein bißchen alt.”
Crick. Neue Cricks, das iſt die beſte
der Schmuggelbanden. Immer wiede
Methoden. Das Ueberraſchungsmoment
ſich als der beſte Saktor! Und wenn me
rückwärts ſchaut, ſo hat der ganze
ſchmuggel in dieſen paar Jahren ſein
wenigſtens zwanzig Mal gewechſelt.
wieder kam man hinter die Schliche. Ur
rend man ſchon glaubte, jetzt hat er d
voll, das Riſiko iſt nun zu groß, tauchte
erwartet als Neugeborener, ſozuſagen ſ
auf. Und ſo geht das weiter, ſolange
viel Geld wie ſetzt dabei zu verdienen
reinſte Hydra.
J. V. Sd
Der Offenbacher Hausſegen. Bon
Karl Retep.
Es war einmal in alten Seiten, in denen man
noch nichts von der Scheinwelt der Schlagworte
von neuer Sachlichkeit und ähnlichen
erſtaun=
lichen Dingen wußte, kurz, in denen das Leben
noch einfacher dahinfloß, und der Kampf aller
gegen alle noch nicht entbrannt war. Nur in
Offenbach ſcheint man damals ſeinerzeit etwas
voraus geweſen zu ſein. Dort entſchloß ſich eines
Cages ein hart von ſeinen Gläubigern
bedräng=
ter Schuldner, ſeine geſamte Habe auf ſeine
Frau zu übertragen. Und als die Gläubiger
kamen und bei ihm pfänden wollten, da drehte
er mit pfiffigem Lächeln ſeine Hoſentaſchen
herum. Und ſiehe, es war nichts mehr da. Doch
auch damals gab es ſchon Geſetze. Ihre Sahl
war zwar gering, was bei der damals
herr=
ſchenden abſcheulichen Unſachlichkeit nicht zu
verwundern iſt. Eines dieſer Geſetze wurde dem
Schuldner zum Verhängnis. Da war
wohlweis=
lich beſtimmt, daß die benachteiligten Gläubiger
ſolche Geſchäfte anfechten konnten, und zwar
ganz allgemein dann, wenn die Uebereignung in
der Abſicht erfolgt war, die Gläubiger zu
be=
nachteiligen, und der Erwerber dieſe Abſicht
gekannt hatte; wenn aber die Uebereignung an
den Ehegatten oder einen nahen Verwandten
erfolgt war, ſo hatten es die Gläubiger noch
leichter, mit der Anfechtung durchzudringen.
Denn da ſprach nach dem Geſetz von vornherein
die Vermutung dafür, daß der Ehegatte oder
die Verwandten die Abſicht des Schuldners,
ſeine Gläubiger durch die Uebereignung zu
be=
nachteiligen, gekannt hatten. Mit dieſer
Anfech=
tung kamen die Gläubiger zum Siel der
Schuld=
ner aber war hereingefallen. Doch die Seit ſtand
nicht ſtill. War auch das ſtolze Gebäude, das
ſchlaue Schuldner mit ſo viel Hoffnung errichtet
hatte, zuſammengebrochen, ein Bauſtein für die
weitere Entwicklung war zurückgeblieben. Und
bald wurde die richtige Baumethode gefunden.
Da ließ ſich zum Beiſpiel einer zur E.
eines Geſchäfts ein Darlehen geben. Fi
Darlehen übereignete er dem Gläubig
großen Ceil ſeiner Habe. Wie das
wird, weiß heute jedes Kind. Man ei
mit dem Gläubiger, daß das Eigentum
übergeht, die Sachen aber leihweiſe i
des Schuldners bleiben ſollen. So
Eigentum auf den Gläubiger über, nau
aber bleibt alles beim alten. Unſer S
beſaß alſo die Sachen, konnte ſie
ben=
der weiteren Entwicklung der Dinge n
trauen entgegenſehen. Diesmal wurde
ſ=
trauen nicht getäuſcht. Wohl aber de
Gläubiger, die ihm Kredit gewährt hat
ſie geglaubt hatten, das, was er beſitze,
ſein Eigentum und biete ihnen Sicherk
die Gläubiger pfänden wollten, erklär
der Schuldner zuniſch mit Wallenſte
ſteh’ ich, ein entlaubter Stamm‟. Denn
ein gebildeter Mann. Aber die
Gläubi=
ten für klaſſiſche Bildung kein Ver
Mit dem dürren Stamm allein konnten
anfangen. Sie verſuchten es wieder mit
fechtung des Uebereignungsvertrages
diesmal vergeblich. Umſonſt wieſen ſie
hin, daß der Wert der dem erſten &
übereigneten Gegenſtände den Betrag
ihm gewährten Darlehens bei weiter
ſteige. Eine ſolche Ueberdeckung war
nichts außergewöhnliches und, wenn
alles Maß überſteigt, auch durchaus un
lich. Denn erfahrungsgemäß werden
Verwertung der Gegenſtände meiſt nur
Preiſe gezahlt. Man kann es daher
Gläubiger übel nehmen, wenn er ſich ein
Ueberdeckung verſchafft. Die andere
biger fielen alſo mit ihrer Anfechtun
Sie büßten für ihr kindliches Vertrauer
äußeren Schein der Dinge.
Das Labyrinth.
Von E. van Lidth de Jende.
Berechtigte Ueberſetzung von Willu Blochert.
„Sie gehen doch auch mit zum Labyrinth,
Lucien?” fragte unſer Gaſtgeber den jungen
Ingenieur, der mit noch zehn anderen Herren
ein paar Urlaubstage auf dem gaſtfreien Schloß
von Erneſte Lapierre zubrachte.
Aber Lucien Noyan ſchüttelte verneinend den
Kopf und ſagte: „Wenn Sie es mir nicht
übel=
nehmen, gehe ich lieber nicht mit. Ich habe nicht
viel für Labyrinthe übrig, ſeitdem ich einmal
graue Haare davon bekommen habe.”
„Ganz wie Sie wollen, mein Lieber”
er=
widerte unſer Wirt und auf mich weiſend, fügte
er hinzu: „Dann können Sie ihm Geſellſchaft
leiſten, denn er bleibt auch zu Haus, weil er ſich
geſtern bei der Kletterpartie den Suß verſtaucht
hat.”
Eine Viertelſtunde ſpäter war die fröhliche
Geſellſchaft in zwei Autos abgefahren, zu einem
Beſuch der unterirdiſchen Gänge und Höhlen,
die ungefähr eine Stunde vom Schloß, dicht bei
einem Bergdorf, lagen.
Lucien und ich blieben allein zurück. Wir
ſaßen auf dem Naſen hinter dem Kaſtell und
rauchten ſchweigend eine Sigarette. Ich
be=
trachtete meinen Gefährten von der Seite und
ſah nun, wie merkwürdig, das ſchneeweiße Haar
zu dem jungen Geſicht ſtand. Er konnte höchſtens
fünfunddreißig Jahre alt ſein.
Der junge Ingenieur ſchien meine Gedanken
zu erraten und ſagte: „Sie wundern ſich gewiß
darüber, wie ein Menſch graue Haare von dem
Beſuch eines Labyrinths bekommen kann.
Wenn es Sie intereſſiert, will ich Ihnen die
Ge=
ſchichte erzählen. Sumal es faſt auf den Cag
zwölf Jahre her iſt, daß die Sache ſich abſpielte.
Haben Sie einmal von dem unterirdiſchen Fluß,
dem Bramabiau, gehört, den man am beſten
von dem Ort Mende erreicht? Es iſt ein
Neben=
fluß des Carn, der ſich dort in den Kalkfelſen
ein ausgedehntes Labyrinth geſchaffen hat.
Man geht mit Führern dorthin, und dieſe folgen
dann immer beſtimmten Wegen, teils zu Suß,
teils in Booten, denn niemand weiß, wie weit
die unterirdiſchen Gänge ſich erſtrecken.
Vor zwölf Jahren alſo war ich dort mit zwei
Studienkollegen, André Mazal, einem guten
Bekannten, und Naymonde Achard, einem be=
freundeten jungen Mädchen aus demſelben
Semeſter. Wir hatten ſchon lange den Plan
gehabt, geologiſche Unterſuchungen in den
Gängen des Bramabiau anzuſtellen, und
ſicher=
lich wäre alles gut verlaufen, wenn Raymonde
nicht ein ſo allerliebteſts Mädel geweſen wäre.
André und ich waren beide in ſie verſchoſſen,
und das wußten wir voneinander, aber wir
wußten nicht, wem von uns beiden ſie den
Vor=
zug gab. Sie war zu uns beiden gleichermaßen
freundlich, ja, ſie war ein bißchen kokett, die
kleine Naymonde. André war ein häßlicher
Junge, aber ſehr intolligent, und er muß ſich
ein=
gebildet haben, daß er die meiſten Chancen
hätte. Und deshalb war ſeine Enttäuſchung um
ſo größer. Denn auf dieſem Ausflug ließ
Naymonde ſehr bald deutlich merken, daß ich
der Auserkorene war. Sie ging oft mit mir
Arm in Arm, während ſie ihm auszuweichen
ſuchte. Wenn ich ſtehen blieb, um die Ausſicht
zu genießen oder eine Blume zu pflücken, dann
lieb ſie auch ſtehen. Wenn jedoch André
zu=
rückblieb und rief, dann ging ſie ruhig weiter
und tat, als ob ſie nichts hörte.
Unterwegs hatte ich ein paarmal beobächtet,
wie André vor Wut blaß wurde, doch Nau=
monde ſchien nichts davon zu merken. 2
wir beim Eingang der Höhlen an. Al
uns ausdrücklich davor gewarnt, die
irdiſchen Gewölbe ohne Führer zu betre
jung und übermütig, wie wir waren, he
nicht darauf geachtet. Dagegen hatten n
unſeren elektriſchen Lampen und
batterien einen dünnen Stahldraht m
men, deſſen eines Ende wir an einem
beim Eingang befeſtigten. Jeder von
eine Lampe. Ich trug außerdem den
und eine Hacke, und André wickelte
den Draht ab, ſobald wir in die H0
gedrungen waren. So konnten wir
verirren.
Naymonde ging ſtets mit mir. LS
mich ein bißchen vor André, weil ſie ?
fällig tat. Wir waren bereits eine halb
gelaufen, und manchmal waren die
niedrig, daß wir gebückt gehen
mußlell=
liefen wir durch ein altes, ausgetrockne"
bett, dann wieder auf einem ſchmal
neben dem ſchnell dahinſtrömenden unl
Fluß, der ein ſeltſam toſendes Gerall
das überall in den Gewölben M
Manchmal, wenn Naumonde und !
Einen ſolchen Bertrag nannte man früher
unſerer Gegend einen Offenbacher
Haus=
ſogen. Aber die weitere Entwicklung iſt längſt
dgrüber hinweggeſchritten. Wer weiß heute
„och etwas von einem Offenbacher Hausſegen?
Holche Verträge ſind längſt Gemeingut der
Nation geworden. Der Gläubiger ſoll glauben,
„ſaubon an ſeinen Schuldner. Aber die
Gläu=
ſiger waren wohl die erſten, die der Anſicht
zaren, daß der Glaube allein nicht ſelig macht,
nd daß es zweckmäßig ſei, dem Glauben noch
ine geſicherte Unterlage zu geben. Die großen
reditgeber, die gewerbsmäßigen
Geldaus=
üher, wurden auch auf dieſem Gebiet
bahn=
rechend. Nur ſpannten ſie den Bogen zunächſt
twas allzu ſtraff. Während ſie für die Gelder,
ſe ſie ſelbſt liehen, keineswegs ſicher waren,
jo mancher in den letzten Seiten zu ſeinem
chmerz erfahren hat, war ihnen für die von
men ausgeliehenen Gelder keine Sicherheit
roß genug. Da mußten von dem Schuldner
cht nur alles vorhandene Vermögen,
Waren=
ger und ſonſtiges Eigentum übereignet
wer=
m.ſondern auch die Waren, die er erſt in
ukunft erwaro, dazu die vorhandenen und erſt
och entſtehenden Außenſtänden, kurz alles,
as der Schuldner hatte und etwa noch
erwer=
n konnte. Nichts gehörte dem Schuldner
ehr, nichts konnte er mehr erwerben, was
cht gleich in das Eigentum ſeines Kreditgebers
rging. Solche Verträge blieben zunächſt im
heimfach des Kreditgebers. Der Schuldner
te natürlich an ihrer Bekanntmachung kein
ereſſe, um andere Kreditgeber nicht
abzu=
ecken. Dem ſo geſicherten Gläubiger konnte
nur recht ſein, wenn der Schuldner von
erer Seite noch Kredit erhielt und mit die-
Kredit ſeine Geſchäfte weiter betrieb. Neue
iren an Stelle der alten kamen in das
rrenlager, neue Außenſtände traten an Stelle
alten, und alles war ihm übereignet. Mit
Gewinn aus den weiteren Geſchäften aber
nte der Schuldner ſeine meiſt nicht allzu
pp bemeſſenen Sinſen an den geſicherten
ubiger zahlen. So bot, der Schuldner nach
en hin das Bild ſtrotzender Geſundheit,
rlich war er ausgehöhlt wie ein morſcher
um. Kam es dann ſchließlich doch zum
Kon=
s, ſo wurde der Uebereignungsvertrag aus
Geheimfach entnommen. Die anderen
ubiger konnten nun ſehen, wo ſie blieben.
dummes Vertrauen fand nur gerechte
afe. Aber dieſe Auffaſſung des glücklichen
abers des Uebereignungsvertrags fand
t die Billigung der Gerichte. Die waren
kwürdigerweiſe der Auffaſſung, daß es doch
nicht ganz richtig ſei, nach außen den Schein
eines geſunden Unternehmens zu erwecken und
dadurch andere zur Kreditgewährung zu
ver=
aulaſſen, während der Schuldner in Wirklichkeit
nur als ſäft= und kraftloſer Strohmann die
Geſchäfte eines einzigen Gläubigers beſorgte.
Sie erklärten derartige Knebelungsverträge als
gegen die guten Sitten verſtoßend für nichtig.
Der Schmerz des allz ſchlauen Gläubigers
war groß. Nicht etwa deshalb, weil ihm
be=
ſcheinigt worden wär, daß er etwas getan hatte,
was gegen die guten Sitten ging. Was machte
das ſchon in der heutigen Seit aus? Darüber
ging man mit einem Achſelzucken hinweg. Aber
ſämtliche Selle waren ihm weggeſchwommen.
Man mußte ſich mit den übrigen, den dummen
Gläubigern in Reih und Glied ſtellen. Man
hatte zu viel und zu gierig geſchluckt und mußte,
wie immer, wenn man ſich übernommen hat, ein
entſprechendes Opfer bringen. Aber aus der
Erfahrung hatte man wieder etwas gelernt.
Nun war man ängſtlich darauf bedacht, bei
ſolchen Uebereignungsverträgen einen Ceil des
Vermögens dem Schuldner zu belaſſen, um dem
Einwand der Nichtigkeit des Vertrags zu
ent=
gehen. Und man fuhr gut dabei. Ja, d. h., nun
erhoben ſich wieder andere Schwierigenkeiten.
Die kamen jetzt auf einmal von der anderen
Seite, von dem Schuldner. Was ſtürmt alles
auf ſo einen armen Schuldner ein! Jeder Gläu=
biger will heutigen Cages eine Sicherheit haben.
Der Schuldner iſt geduldig und gutmütig.
Warum ſoll er nicht jedem Gläubiger eine
Sicherheit geben und ihn damit glücklich
machen? Er hat zwar die in Betracht
kommen=
den Sachen ſchon einem Gläubiger zur
Sicher=
heit übereignet, aber das wiſſen ja die anderen
Gläubiger nicht. Denn alles hat er ja noch in
ſeinem Beſitz, in ſeiner Wohnung, ſeinem Lager.
Und ſo übereignet er der Reihe nach die
glei=
chen Sachen dem zweiten, dritten und vierten
Gläubiger. Daß er ſich dadurch ſtrafbar macht,
je nachdem wegen Unterſchlagung oder
Be=
trugs, nimmt er mit in Kauf. Vielleicht geſchieht
ein Wunder, das ihm eines Cages die
Befrie=
digung ſämtlicher Gläubiger erlaubt. Aber nicht
das erſehnte Wunder, ſondern nur der
uner=
wünſchte Suſammenbruch kommt eines Cages.
Und da wundern ſich die Gläubiger, von denen
jeder ſich durch die Uebereignung geſichert hielt.
Und frei nach Buſch kann man mit ihnen ſagen:
„Gläubiger werden iſt nicht ſchwer, Gläubiger
ſein dagegen ſehr”. Man ſollte ihnen überhaupt
einen anderen Namen geben. Er paßt nicht mehr
in unſere Seit. Denn ein Gläubiger kann
heut=
zutage gar nicht ungläubig genug ſein.
eſuch auf einer Menſchenfreſſerinſel.
ſe liegt im Pazifik, die Inſel der
Menſchen=
er. Ich kann ſogar verraten, daß ſie zu dem
der Inſeln gehort, der Melaneſien genannt
Aber ich werde mich hüten, den Namen,
ennen.
Jämtliche Profeſſoren ſämtlicher
Völker=
emuſeen würden ſich beeilen, die letzten
1s und Eberzähne von den Canzplätzen zu
ttern, — und ich gönne ſie ihnen gar nicht.
die Filmleute in Hollywood würden nicht
g ſein, aber die würden — nach dem
Grundſatz: „Sicher iſt ſicher”; ihren Silm „Im
Kochtopf der Kannibalen”, doch lieber in der
Nähe von Honohlu drehen, wie ſie es mit den
„Weißen Schatten” gemacht haben, die
angeb=
lich auf den wilden Marqueſas, in Wirklichkeit
aber ganz wo anders aufgenommen wurden.
Nein, bloß keinen „run” auf die
Menſchen=
freſſer. Man ſoll Raritäten der Nachwelt zu
erhalten ſuchen, ſeien ſie nun ſympathiſch oder
nicht. Ohne die Menſchenfreſſerei beſonders
reizvoll zu finden, kann ich mir doch denken,
daß dieſe Wilden mit derſelben Unſchuld und
Rechtſchaffenheit des Gemüts in ihre ominöſen
Kotelettes beißen, wie die Amerikaner in ihren
Kaugummi. Sie wiſſen es eben nicht beſſer, meine die Wilden.
Es klingt etwas unwahrſcheinlich:
Men=
ſchenfreſſer im Jahre 19532. Und ich glaube, wie
ich betonen möchte, bei weitem nicht alles, was
man mir erzählt, und ſeit dieſer Reiſe durch den
Pazifik glaube ich ſchon überhaupt nichts mehr.
Es kam ſo weit, daß vor der Ankunft in Cahiti
der ganze Speiſeſaal des Dampfers ſtritt, wann
dort die Regenzeit ſei. Von denen, die dort
ge=
weſen waren, behauptete jeder das ſtrikte
Gegenteil deſſen, was der Vorgänger geſagt
hatte. Sämtliche Jahreszeiten kamen an die
Reihe. Seitdem glaubte ich auch nicht mehr an
die Menſchenfreſſer=Inſel.
Im übrigen waren Schauergeſchichten über
ſie im Umlauf. Einer, der vier Jahre lang auf
einer Nachbarinſel Kokosnüſſe geerntet hatte,
behauptete, die Wilden pflegten jedermann nach
der Begrüßung zu betaſten, gewiſſermaßen, um
ſeine Schlachtreife feſtzuſtellen. Ernſthafter war
dagegen ſchon das Gerücht zu erwägen, daß die
europäiſche Macht, der dieſe Inſel gehörte, das
Landen dort überhaupt verboten habe.
Aber das erſte, was ich von der Inſel
ge=
wahrte, war eine Kokosplantage. Graugrüne
Reihen von Wedelkronen hoben ſich deutlich
von dem tiefgrünen Urwald ab, der die ſteilen
Höhen um die übrigens entzückende Bucht
be=
deckte. Europäer kamen an Bord, und alles
entwickelte ſich ſehr friedlich. Nach langem
Warten und Sögern des Kapitäns durften wir
ſogar mit dem Motorboot an Land, man gab
uns zur Sicherheit einen der Offiziere mit, aber
ſeine Hoſentaſche ſah nicht ſo aus, als ſtecke ein
Nevolver darin. — Eine Landungsbrücke gab
es hier noch nicht, wir trugen daher unſere
Damen die paar Schritte durch das Waſſer
auf den Strandſand.
Dahinter war nun nicht weiter viel,
un=
durchdringlicher Wald und nochmal Urwald,
ein Schuppen darin von undefinierbarer
Be=
ſtimmung und die traurigen Neſte zweier
Euro=
päerhäuſer, deren Bewohner wahrſcheinlich
dem Sieber dieſer Inſeln erlegen ſind. Aber
ſiehe da, es gab einen wunderbaren, breiten
und guten, direkt gepflegten Pfad durch das
Dickicht, ſo breit, daß drei oder vier Leute
nebeneinander gehen konnten, genau ſo ein
be=
quemer Pfad, wie man ihn in der Ciroler
Sommerfriſche vom Hotel nach den Berghütten
hinaufſteigt. Und dieſem Pfad nun folgen wir
in nicht geringer Spannung. Der Urwald zu
beiden Seiten iſt prügeldick, wie er ſein ſoll,
genau ſo, wie ihn die Direktoren unſerer
bota=
niſchen Gärten in Berlin und München ſich
vorſtellen: Ab und zu ragt eine Kokospalme
oder ein mächtiger Bananenbaum, andere
Bäume ſind ſo von Schlingpflanzen
über=
wuchert, daß ſie wie ein grünes Selt ausſehen.
Und man denkt mit einem Schauer im Rücken
an die vergifteten Pfeile, die vielleicht mit
lautloſem Schwirren aus dem Blättergewirr
hervorſchnellen könnten, in unſere Nücken, wie
es Lapérouſe wahrſcheinlich erging und Cook
und anderen in dieſen Gegenden.
Aber nichts dergleichen geſchah. Es kam
vielmehr eine ſehr echte Eingeborenenhütte mit
einem ſehr echt gefärbten Schwarzen, der aber
einen europäiſchen Hut auf hatte und ein
mäch-
tiges europäiſches Meſſer mit einem Stein
ſchärfte. Er verſtand Brocken ſowohl von
Franzöſiſch, wie von Pidgin, ein gebildeter
Mann mithin; noch ein paar Hütten unter
Bananen verſteckt, zwiſchen denen die Erde
ſauber von jedem Grün gereinigt war, — und
es endete . . . bei einer Miſſion. Tie freut ſich
hier ſchon ſeit 1895 in einem Kokospalmenhain
und einer kleinen Kirche mit Wellblechdach des
Daſeins und des Anblickes des ſehr munteren
Vulkans drüben auf der Nachbarinſel, der
bis=
weilen einen Aſchenregen als Gruß
herüber=
ſchickt und ſchon etliche Baumwollernten auf
anderen Inſeln auf dem Gewiſſen hat.
Und während auf dem Rückwege die weißen
Anzüge und Helme der vor mir Gehenden alle
Augenblicke ſchmerzhaft aufblenden in den
Stahlen der durch das Blätterdach ſcheinenden
Sonne, denke ich, daß man in wenigen Jahren
hier wohl mit dem Auto wird entlangfahren
können, womöglich mit eingeborenen
Chauffeu=
ren von dieſer Inſel.
Und die unziviliſierten nackten Wilden?
Sch habe mich doch entſchloſſen, ihre Exiſtenz
für möglich zu halten, vom Datum des
Poſt=
ſtempels ab bis zum Jahre 1935 einſch. Denn des
anderen Cages bekam ich einige von ihnen zu
Geſicht, wie ſie, wahrſcheinlich aus dem
Mit=
tagsſchlaf geweckt durch unſere Dampfpfeife, an
den Ufern der beiden kleinen Inſeln ſtanden,
zwiſchen denen wir hindurchfuhren; ſie ſtarrten
verwundert der großen Maſchine der weißen
Männer nach, die ſo viel Lärm zu machen
weiß. Ich ſah ſie auf kaum 200 Meter, ſah ihre
Kanus am Ufer liegen, die mit den Auslegern
immer ein wenig wie tote Spinnen wirken, ſah
ihre Stobhütten aus dem dichten Buſch lugen
und den Rauch ihrer Feuerſtellen aufguirlen.
Sie waren faſt nackt und mit Ausnahme der
mit Korallenkalk hell gefärbten Haarſchöpfe
ſchwarz wie die Unterwelt.
Aber es waren, ſozuſagen, nur Koſtproben
von Wilden. Die ganz und unbezweifelbar
un=
ziviliſierten hauſen, bis an die Sähne bewaffnet
mit Wincheſterbüchſen, in den troſtlos dicken
Urwäldern auf den Bergen des Innern und
man ſieht ſie faſt nie. Es gibt kein anderes
Mittel, ſie aus ihren Wäldern herauszutreiben
als einen tüchtigen Vulkanausbruch mit
ent=
ſprechendem Aſchenregen oder Lavaerguß.
Wenn man will, kann man ſie da droben
be=
ſuchen. Es hindert einen niemand, aber man
mache ſich auf unſchöne Dinge gefaßt. Von
Hautkrankheiten wie Ausſatz und von Erdbeben
darf man ſich nicht ſtören laſſen, hier und da
riecht es auf den Inſeln nach dem giftigen
Schwefelwaſſerſtoff. Es regnet durchſchnittlich
ſechs Monate im Jahr — und wie! — und
Sieber gibt es das ganze Jahr über in ſchweren
Sormaten. Am gefürchtetſten aber iſt der
Ceta=
nus, der Wundſtarrkrampf, den man ſich durch
Sliegenſtiche oder kleine Hautkratzer im Buſch
zuzieht; der Arzt mit der rettenden Serumſpritze
iſt, wie man ſich denken kann, ſelten genug
recht=
zeitig zur Stelle. Es gibt alſo doch noch, in
dieſem Jahr des Heils, Inſeln, auf denen
un=
ziviliſierte Wilde.
Ob ſie Menſchen freſſen? Sch kann zu meiner
Genugtuung geſtehen, daß ich nicht dabei
ge=
weſen bin,
Erich, V. Keilpflug.
bogen und wir André voraus waren,
en wir einander.
ötzlich bemerkten wir, daß wir André
ver=
hatten. Wir dachten, daß er unabſichtlich
Akgeblieben wäre, leuchteten in allen
Nich=
n und riefen ſeinen Namen. Endlich
hör=
dir ganz aus der Ferne ſeine Stimme: „Viel
fnügen euch beiden!” Raymonde und ich
einander an, ſie lachte noch, aber mir
e ſofort unſere Gefahr bewußt, denn er
den Draht! Ich ſchrie, daß er verrückt
ich beſchwor ihn zurückzukommen, aber
hielt keine andere Antwort als ein
Hohn=
yter und hörte nichts mehr als das Echo
er eigenen Stimme und das Coſen des
ers.
ir ſuchten, wir ſuchten ſtundenlang. und
purten, daß wir uns immer mehr verirrten.
erbrachten wir zwei volle Cage, wie
ver=
ſuchend, und wir fanden keinen Ausgang.
WLeg glich dem andern. Unſere Lampen
lken aus, unſer Eßvorrat ging zu Ende.
nonde bekam Fieber. Später fiel ſie in
lacht. André war draußen wieder zur
Mnung gekommen und zurückgekehrt, um
mu holen. Aber jetzt konnte er uns nicht
mehr jinden. Dann lief er nach Mende zurück
und erzählte dert alles. Man ſandte ſofort eine
Expedition mit Führern aus und die hat uns
endlich nach fünf Cagen gefunden. Soweit
waren wir abgeirrt.
Als man uns wieder ans Cageslicht gebracht
hatte, befanden wir uns beide in einem böſen
Suſtand. Raguonde war noch immer bewußtlos
und noch wochenlang ſchwebte ſie zwiſchen Leben
und Cod. Ich habe mich ſchneller erholt als ſie,
nur meine Haare waren ſchneeweiß geworden.
André habe ich nicht wiedergeſehen. Er iſt
ins Ausland gegangen. Aber nun verſtehen Sie
gewiß, weshalb ich keine Labyrinthe mehr
auf=
ſuche, nicht wahr?” ſchloß der junge Mann ſeine
Erzählung.
Leben und Warten.
Von H. Schmidt=Ellrich.
So iſt das Leben: man wartet. Immer wartet
man auf etwas. Man wartet auf die Straßen=
bahn, auf Briefe, auf die Freundin, auf beſſeres
Wetter. Man wartet auf den Morgenkaffee,
auf die Seitung, auf Schluß der Bürozeit, aufs
Eſſen.
Kaufleute warten auf Bareingänge,
An=
geſtellte auf den Erſten, Schriftſteller auf
Honorar, Finanzleute auf Kredite. Alle warten
auf Geld.
Iſt das Erwartete dann eingetroffen,
wartet man weiter. Denn inzwiſchen gibt es
längſt etwas Neues, das zu erwarten ſteht. Wir
warten überhaupt immer auf hundert. Dinge
zugleich. Nur, daß eines davon ſich jeweils in
den Vordergrund drängt — ſo lange, bis wir es
endlich erreicht haben oder es uns eine Naſe
gedreht hat und aus dem Bereich der
Mög=
lichkeiten verſchwindet.
Keine Seit unſeres Lebens ohne Warten!
Kein Menſch, der nichts erwartet!
Kinder warten auf Ferien, auf Geburtstage,
auf Schulverſetzung. Mädchen warten auf
Heiratsanträge, Eheleute auf Scheidung,
Sil=
berhochzeiter auf eine Wohnung, Beamte
war=
ten auf Beförderung, Beförderte auf weitere
Beförderung.
Aerzte warten auf Patienten; Patienten
woarten auf Aerzte, Kohlenhändler warten auf
den Winter; Eishändler auf den Sommer.
Künſtler warten auf Einfälle;
Cheaterdirek=
toren auf den Schlager. Handwerker warten
auf Aufträge; Dienſtboten warten auf
Crink=
geld; Hochverſicherte warten auf Seuer.
Betrüger warten auf. Dumme; Einbrecher
warten auf Neumond. Gefangene warten aufs
Urteil; Mörder warten auf Hinrichtung.
Feſt=
beſoldete warten auf Urlaub. Alle warten auf
den Sonntag.
Ciere ſind einfach da und warten auf nichts.
Menſchen warten auf Vorteile.
Blumen ſind einfach da und warten auf nichts.
Menſchen warten auf Gelegenheiten, auf
Er=
folge, auf Macht, auf Vergnügen.
Manchmal möchte man mit alledem nichts
mehr zu tun haben, möchte allein auf einer
ein=
ſamen Inſel wohnen, wo es kein Warten auf
irgend etwas gibt. Wo man ſich Bananen und
Apfelſinen in den Mund wachſen läßt, ſich in die
warme Sonne ans Ufer legt und — warket.
Wartet, daß bald ein Dampfer komme und
einen zurückfahre in die ſoeben verlaſſene Welt
des ſchauderhaften, ewigen Wartens.
Seite
Ende 4
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konföt
verluf
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von
Wahl
große
Deutt
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
Soooche, un jetzt hawwe aach emol unſer
annern deitſche Bundesbrieder, insbeſunnere
die keenichlich=freiſtaatliche Breiße, Bayern un
Schwowe des Vergnieje gehatt, ſich e nei
Muſterkolläckzion vun Landdagsabgeordnete
zuſamme zu wehle.
No un wann ich mer däß ganze
Sammel=
ſurium vun Volksdribune ſo aguck, däß wo
bei däre Wehlerei erauskumme is, do hab ich
des Gefiehl, als dhete dene ihr neie
Land=
däg, unſerm, der wo zwar ſchun e bische
rammboniert, awwer immerhie noch ſo
gud wie nei is, uffs Hoor ehnlich ſähe. Mer
kennt alſo net grad behaubte, daß die
groß=
kobfede Großſtäätler aſch viel geſcheider
weern, wie mir Klagſtäätler, insbeſundere
mir „blinde‟ Heſſe..."
Awwer wann ſe ſchun immer ſo dhu, die
keenichlich=freiſtaatliche Großſtäätler, un poche
bei jederGeläjenheid uff ihr ageſtammte un
geheilichte Reſſervoirrechte, dann ſolle ſe uns
jetzt aach emol vormache, wie mer aus ſo=eme
Konglomerad e „dragfähich” Reſchierung bilde
dhut, ſunſt peif ich druff.
Dann offe geſtanne, der Zuſtand, wie mer’n
jetzt, ſchun ſeit eme hallwe Johr in Heſſe
hawwe, der baßt mir ſchun ganz un gor nei,
däß is nir Hallwes un nix Ganzes; ſo e
ge=
ſchäftsfiehrendes Miniſterjum, däß is
ſchließ=
lich ſozuſage nir weider wie ſo e Art: „Dame
ohne Unterleib”
Hobbla, ich wär doch do mit meim
Ver=
glich net zuviel geſagt hawwe? — Dann
unner de heidiche Zeitlaift hott mer ſich leicht
es Maul verbrennt, un mer ſteht ſozuſage
immer mit aam Fuß näwwer=me Schnellrichter
Un der faggelt net lang; däß is bekanntlich
ſchun die reinſte „Parregrafe=
Schnellſchuh=
ſohlerei”. Wie’s Gewidder hawwe ſe aam
ver=
ſohlt! — Dann unſeraaner, der wo zum
Ge=
ſchlächt der diäten= und freifahrtſcheiloſen
Zeit=
genoſſe geheert, der kann ſich net uff ſei
Im=
munidhät beruffe, ſundern muß
gegäwenen=
falls ausfräſſe, was er ſich eigebrockt hott.
Jedenfalls miſſe mir „Pubbliziſte” heit elend
uffm Kiwief ſei, daß mer net emol en falſche
Zungeſchlag hawwe. Un mir därfe in dem
Fall alles, bloß därfe mer uns die Ausdrucks=
weis vun unſere „Volkserwählte” net zum
Vor=
bild nemme.
Gewiß, grad die ſollte dem Volk
vorbild=
liche Vorbilder ſei! Awwer leider ſin ſes
net. Zum allerwenichſte in Bezugnahm uff ihr
ungeſchliffene Redensarde.
Ich bin an ſich jo e groß Verehrerin vun
ſogenannte ballammendariſche „Stilbliede‟
Awwer däß, was aam do heit als emol
ſärr=
wiert wärd, däß ſin ſchun mehr — „
Dreck=
ſchibbeſtiehlbliede‟
s mag jo immerhie Leit gäwwe, dene wo
ſo Redensarde mächdich imbonniern,
insbeſun=
uere, wann=ſe ſe ſich ſe dehaam hinnerm Owe
in aller Ruh zu Gemied fiehrn — —. Ich,
was mich bedrifft, ich bin jo gewiß net
zimm=
berlich, un ich kann ſchun en Stimmel
ver=
drage. Awwer alles, was in Sack geht, mer
muß immer de Bennel noch zubinne kenne...
un dodebei hawwe mir hier an unſere
ſtädtiſche Ton=Aggedemie ſogar e „Inſtidud
fier Sprecherziehung!“ — No un ich
nemm doch a, daß die Sprecherziehung
ärjend=
wie was mitm „gude Ton in alle
Läwens=
lage” zu dhu hott. Dann was ſoll ſunſt die
„Sprech”erziehung mit=ere „Ton”=Aggedemie zu
dhu hawwe. — Freilich, die „Menſedickerei”
hott jo ſchließlich aach nir mit de Kählkobb=
Gimmnaſtick zu dhu, un noch wenicher was
mitere „Ton”=Aggedemie.
Awwer däß näwebei, — jedenfalls will mir
ſcheine, als wann die, die’s am needichſte
hedde, am wenichſte Gebrauch vun dere
„Sprecherziehung” mache dhete, ſunſt mißt mer
doch bei unſere Landdagsverhandlunge e klag
bische was vun dem „ſäjensreiche‟ Inſtidud
märke. Jau, noch net emol uffm Rodhaus
märkt mer was devo, un die kemde doch ſicher
„billich” dezu .
Ob mer däßhalb net for unſer
Babblemen=
darier en obbligadoriſche Sprecherziehungs=
Unnerricht eifiehrn ſollt?! — Däß weer zu
ordente net? — Un wann’s bloß de Noochweis
weer, daß ſe des „Inſtidud for Sprecherziehung”
bei de ſtädtiſche Ton=Aggedemie mit Erfolch
abſollviert hawwe . ..
Daß ſe s nochher mit ſo=ere „
iwwerkan=
didelte‟ Sprechweis alle Leit recht mache dhete,
glaab ich zwar gach net. Dann wem kann
mer’s heit noch recht mache?! — Will mer
bei=
ſpielsmeßich e gebildete Unnerhaldung afange,
un gornix vun Bolledick ſchwätze, ſundern
hochvornehm vum Wädder, dann haaßt’s gleich:
geh mer haam, mit ſo=eme Wädder, dem ſieht
mer’s uff dauſend Meder gäfe de Wind a, daß
es aach bloß am griene Diſch gemacht is, ſunſt
dhet’s net ſo iwwerzwärch ausfalle —
Ja, der griene Diſch! Däß is aach ſo e
Stickche Möwel. — Alles was aam net baßt,
alles wo mer glaabt, daß es nir un raddikahl
verkehrt un falſch is, alles was aam ärchert un
greemt, do is der griene Diſch dra ſchuld.
Jedenfalls, er hott’s uff ſich, der griene Diſch,
un er is ohne Zweifel e ganz verdrackt, un e
heillos boshaffdich Möwelſtick, däß wo mit
ſeine giffdich griene Fabb bei dene, die wo
drumm erum ſitze miſſe, allerhand Irrunge un
Wirrunge arichte dhut.
Ich mecht drum, in aller Beſcheidenheit,
heecheren Orts, wo mer ſicherlich die Stimme
un die Maanunge des Volks iwwer den
ver=
flixte griene Diſch vernemme dhut, alſo ich
mecht däßhalb heecheren Orts den beſcheidene
Vorſchlag eibringe, ob mer bei dem
dem=
nechſtiche „Syſtem=Wexel”, net aach dem griene
Diſch an de Krage geh, un denſällwichen mit
iwwerleje. — Schließlich muß jo heit jeder
Nachtwächter ärchendwie e „Priefung” ableie
un en „Befähichungsnoochweis” erbringe,
warum ausgerächend unſer jeweiliche Abge=
Stumb un Stiehl ausrotte will, indem der
nooch der allgemeine Volksiwwerzeichung der
Ibel greeßtes is. Un ſtatts dene unſeeliche un
unzehliche griene Diſch, kennt mer noochher, zur
Akurwelung der „ſyſtemloſen” heechere Oerter
lauder roſarote, odder meinswäje veilcheblaue
Diſch, oder Dicher aſchaffe.
Bis jetzt hott mer nemlich noch nie was
devon geheert, daß däß, was an=eme rote,
odder blaue Diſch, odder ditto Duch, beſchloſſe
odder rausgedifftelt worrn is, falſch, verkehrt
un ganz un gar unſinnich gewäſe weer. Imm/
wars bloß däß, was mer grundſätzlich an
griene Diſch beſchloſſe hott. — Un däßhal
geheern ſe abgeſchafft, die griene Diſch, mi
ſamſt de lange Benk, falls die aach grie ſin
Jetzt, was die Diſch uff unſerm Rodhau
bedrifft, ſo mecht ich mir in dem ſpeziälle Fe
kaa Urdaal erlaawe, dann die ſin weder gri
noch rot, noch blau, ſundern ganz indiffere
brau. Un genau ſo ſin die Beſchliß, wo dro
faßt wärrn. Mer kennt alſo net ſage, daß
Kulleer en beſſere Eifluß ausiewe deht. Ich ſ.
bloß „Hekoga”, un do wärd mer ſchun wi
. . Wobei ich in aller Beſcheidenheit bemär
mecht, daß ich ſchun vum allervorderſte Afau
a, alſo bereits for ſiwwe Johr gäje däß Br
jäckt gewäſe bin, eh’s nor richdich uffgedaucht
— Mer hedd alſo, wann mer domals uff mi
geheert hett, en ſcheene Hauf Gäld ſpaarn kenr
Freilich, ſo anno 1925, 26 un 27, däß warn
die Johrn, wo mer ſich vor lauder Gro
mannsſucht kaum gekennt hott. — H
hawwe mers! — Un wer hatt widderm
recht
Bienche Bimmbernell,
Poſtſchkribbdumm: No alſo
Woch, un zwar am Dienstag feiert unſer al
ehrwirdicher un ageſähener „Muſickverei
doch noch ſein hunnerſte Geburtsdag. Un zw
mit=eme Feſtkonzärt „Der Meſſias”, wo for d
Juwiläum und unſer Nodzeit kaum ſinnich
hett gewehlt wärrn kenne! — Un do mecht
bei de Gradulande aach net fehle. — Unn
beſſere Verhältniſſe hett ich ſälbſtredend in 1
Leyer gegriffe, un dem Muſickverein en ſchwur
volle Juwiläumshimmnuß gedicht. Awwer
die Feier, unner de gegäwene Umſtend,
allera fachſte Rahme gefeiert wärrn ſo
wollt aach ich mit meine Vers weiders ka
große Uffwand dreiwe. Awwer vun ganz
Härze will ich=em winſche, un will hoffe, daß
ſich aus däre Nodzeit eniwwer rette meg,
beſſere Zeitlaift, die valleicht mir Alde net me
awwer doch unſer Nooch generazione widder
läwe wärrn. Un for die gilt’s des hoche
heiliche Kulldurgud zu erhalte. Dann die 3
wärd kumme, wo unſer Jugend ſich widder
rickfind, aus all dem Haß un Widderſtreit un
Dage, un Kraft un Erholung ſucht in Stun
die en die große un unſtärbliche Werke unſe=
Altmeiſter vermiddele. — s mag in Godd
name in dene ſchwere Zeide Manches, was u
lieb un agenehm war, vergeh, mir wollem
Drehn noochgreine. Awwer was uns de Muſ
verein war un is, muß bleiwe, muß e
halte bleiwe, ſunſt is es uff immer verlorn
Un däßhalb, liewer Muſickverein, dräd gut
Muts enei ins zweite Johrhunnert, du hoſt ſch
manche ſchwere Zeide iwwerſtanne, un werſt a
die iwwerſteh, ſolang noch en Funke Ideal
muß, ſolang noch e Finkche ald=darmſtäd
Birjerſinn flackert. Glick uff!
7. Küchenzettel vom 2. bis 8. Mai 1932.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Bayreuther Suppe (—), Riſotto
mit Tomatentunke.
Dienstag: Zwiebelſuppe, Spinat m.
Kaiſer=
ſchmarren.
Mittwoch: Fleiſchbrühe m. Einlage,
Suppen=
fleiſch, Kartoffeln, grüne Tunke.
Donnerstag: Sauerampferſuppe,
Rahm=
ſchnitzel, gemiſchtes Gemüſe, Kartoffeln.
Baiſers.
Freitag: Kartoffelſuppe, Fiſch=Frikaſſee,
Kartoffeln.
Samstag: Saure Linſen mit gebratener
Blut= oder Leberwurſt.
Sonntag: Grünkernſuppe, Rindsbraten m.
Grießklöße, Rhabarber=Kompott oder Gelbe=
Rüben=Torte *)
*) Gelbe Rübentorte. 4 Eigelb, 200
Gramm Zucker ſchaumig rühren, 200 Gramm
geriebene Haſelnüſſe oder Mandeln, 200 Gramm
roh geriebene gelbe Rüben, die Schale 14 Zitrone,
25 Gramm Kartoffelmehl, etwas Rum, die
4 Eiweiß zu Schne geſchlagen, untergezogen,
in der Springform gebacken. Nach dem
Erkal=
tei einen Zitronenguß darüber machen: 100
Gramm Puderzucker mit 1 Eßlöffel
Zitronen=
ſaft, 1 Eßlöffel heißes Waſſer glatt rühren.
Anläßlich der Reichs=Seefiſch=Werbe=Woche
bringen wir den Hausfrauen folgende Punkte
in Erinnerung:
1. Iß auch im Sommer Fiſch, er befindet
ſich zu der Zeit im beſten Ernährungszuſtand.
2. Kaufe im Sommer den Fiſch erſt kurz
vor ſeiner Zubereitung, ſofern du kein Eis zur
Verfügung haſt.
3. Verwende, deine Fiſchreſte im Sommer
möglichſt am ſelben Tage.
fühlen, ſein Fleiſch iſt feſt.
Zubereiten ½ Stunde mit Salz beſtreut und
Zitronenſaft beträufelt, ſtehen. Das Fleiſch wird
dadurch feſter und bleibt weiß.
6. Verwende Fiſch nicht nur zum Kochen
oder Backen, ſondern laſſe dir ein Rezept=Buch
geben, du bekommſt es gratis und mache dir die
kleine Mühe, die Rezepte auszuprobieren.
7. Reiche zum Fiſch Gemüſe, Reis, Nudeln
oder Salat, dann iſt das Gericht ebenſo ſättigend
wie Fleiſch.
du ißt ja auch öfter Fleiſch.
9. Verwende Fiſch auch als Krankenkoſt und= LBt52.Da8t; 1.Nre22, 8k2,;1. Tig4 2. Big4
wert und leichte Verdaulichkeit beſonders ge= die Wirkung der ſchw. D nach eß, ſo daß 2. Teß matt ſetzt.
ſchätzt.
10. Vergiß nicht, daß Fiſch geräuchert oder
mariniert ebenſo nahrhaft iſt wie friſch und
eine angenehme Abwechflung für den
Abend=
tiſch bildet.
Frühjahrsſonne bleicht dieWäſche.
Damit dieſe wünſchenswerte Wirkung noch
ver=
ſtärkt wird, ſollte man die Wäſche im Freien
möglichſt triefend naß aufhängen und dem
letz=
ten Spülwaſſer Brennſpiritus und Terpentin zu
gleichen Teilen, und zwar auf eine große Wanne
voll Waſſer je 3 Eßlöffel voll, beifügen. Hat man
zum Trockenwerden der Wäſche genügend Zeit
übrig, ſo iſt es auch empfehlenswert, dieſe,
ſo=
bald ſie getrocknet iſt, nochmals mittels
Gieß=
kanne auf der Leine hängend völlig zu
durch=
näſſen. Man hat auf dieſe Weiſe den beſten
Er=
ſatz für Raſenbleiche.
Eine Bauernregel.
Urkunde See, Peter, Lamm, Land. Mund, Roſe,
Halt, Tanz, Helm, Kette, Ar, Alt, Elle, Rat,
Fang, Form.
Jedem der obigen Wörter ſind 3 Buchſtaben
vorzuſetzen, ſo daß neue Hauptwörter entſtehen
deren Anfangsbuchſtaben eine Bauernregel
nennen.
Zur Verwendung kommen: Aſp, Aus. Emp,
Eng. Eti, Gaz, Hei. Inh. Inſ Mat. Nat. Not,
Rai, Sal, Sch, Uni, Wil. CarlDeubel.
Ergänzungsrätſel.
Glück.
Nummer 465.
Aufgabe 662.
J. Francey in Bangor.
(1. Preis, Brit. Cheß Society. 1931.)
ab d g
An Stelle der Punkte ſetze man Buchſtaben,
ſo daß 5 Männer= und 5 Frauennamen erſcheinen, ein paar Knöpfe.”
Deren Mittelbuchſtaben ſagen, was dieſe zehn
Perſonen im Kino noch nie empfunden haben.
Zur Verwendung kommen folgende
Buch=
ſtaben: Drei a, ein d, elf e, ein f. zwei g, ein h. der Große kom eines Tages in eine Dorſch
zwei i, drei l, zwei n, ein r, ein t, ein w. ein x. Der Schulmonarch nickte ihm nur zu, kümm
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 17. Verbeugung und ſagte zu ihm: „Verzeihen.
Aehnlichkeiten.
Chaos, Haupt Idee Not, Anfang, Jubel, Angſt, wäre gar kein Auskommen mehr mit ihnen.”
Pein Annahme, Notiz.
„China — Japan”.
Magiſches Quadrat.
„ B .
„Dieſe Haarnadel fand ich in der Supf
„Gott ſei Dank — jetzt fehlen mir nur
R3
A.
Der alte Fritz und der Schulmeiſter Fried
ſich ſonſt nicht weiter um ihn, unterrichtete 1
*
ter und entließ erſt nach einer Weile die Kin
Dann erſt machte er vor dem Herrſcher eine
jeſtät, meine Unhöflichkeit — aber wenn die
gens wüßten, daß noch einer über mir iſt. ?
Eine ganz Schlaue. Die Bürodame, die
1
erſt aus den Ferien zurückgekommen iſt. b
den Chef um noch eine Woche Urlaub. „Wa.
denn?” fragt dieſer verwundert. — „Ich m‟
4. Friſcher Fiſch darf ſich nicht klebrig an= Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
mich gerne verheiraten”, erwidert ſie —
Prüftellung: Kh4 Des Tb4, g8 Lel, e8 8d7,14 Bb3,e5.
warum haben Sie das nicht ſchon während
Urlaubs getan?” — Ach, ich wollte mik
5. Laſſe den vorbereiteten Fiſch vor dem f3, g5; Kf5 De2 Td2, f7 Lf1 848 Be3, e2, 12,h6.
B 4 U E R
ſchönen Ferien nicht verderben.”
Aufgabe 663.
Sein Standpunkt. Herr Majunte, vielſe
J. L. W. Lillja in Helſinki.
Hausbeſitzer in Berlin, reiſt nach Aegypten
A 0 R T 4
(1. u. 2. Preis geteilt, Ajan Sana, 1931.)
beſucht natürlich auch die Pyramiden. Le
Beiß: Kb3 De8 Td4 Ub6 Be2, e6, h3 (7);
ſteht er ſtaunend vor den gewaltigen Bau
Schwarz: Kes Lg7, h7, Bd5, 48, k7. g6 (5).
und dann entringen ſich ihm die Worte:
V R 4 s
erhört, was für eine Menge Mauerwert,
Matt in drei Zügen.
keinen Pfennig Miete bringt!“
Löſungen der Aufgaben 660—661.
Die Naive. „Fräulein Sie ſind mit
E T 4 G E
66o. 8. Hannemann. 1. Tr2—15! Tgg2 2. 5124:
Geſchwindigkeit von 80 Stundenkilometern
1. ..Th82 2. 5g94f 1. .. . he7 2. Biaßt ; 1..Den
fahren”, ſagte der Verkehrsſchutzmann.
8. Iß nicht nur einmal in der Woche Fiſch, 2. Ské+ (4 Plachutta=Spiele ohne Opferſtein), 1.... Bd6
iſt ja großartig”, jubelte ſie. „Und dabei
R 4 S E N
2. S:e5t; 1... Dd6 2. Da84; 1. Ba5 2. B:454;
ich es erſt geſtern gelernt.
Sie weiß, warum. Meine Frau ſord=
661. A. Mari. 1. Ke8—b 7! Groht 2. Sestkt.) 1.. . . Bd5
in der Diät, er iſt durch ſeinen hohen Nähr= feſſelt den Sex, ſperrt aber die L=Diagonale h1—b7 ſowie
für mich; ſie zieht mir jeden Abend die
Beſuchskarten=Rätſel.
aus.” — „Wenn du nach Hauſe kommſt”
Jagdmeiſter.
1..Bd6 2. D:e7F. Hübſche Zwie=Valve.
„Nein, wenn ich ausgehen will.”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 260—2392.— Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. pechbe
Wäſchemode.
enn man ſich mit dem Studium dieſer Mode
rmaßen befaßt, wird man ſehr bald
ent=
können, daß die einſchlägigen Werkſtätten
dier im Laufe der letzten Jahre ungemein
ktiv geweſen ſind.
r allen Dingen iſt ſchon auf den erſten
feſtzuſtellen, daß die Wäſchemode in jeder
it mit der allgemeinen Tagesmode Schritt
und ſich alle ihre Anregungen in richtiger
Ein Kapitel, das für die warmen Tage
un=
geteiltem Intereſſe begegnet und gerne ſtudiert
wird, ſind die verſchiedenen Pyjamas, und
zwar arbeitet man ſelbſt die einfachſten
Schlaf=
anzüge ſo, daß ſie gelegentlich auch für den
Strand Verwendung finden können.
Ein ausgezeichnetes Bett=Pyjama haben
wir im erſten Bilde unſerer zweiten Gruppe
feſt=
gehalten: viereckig ausgeſchnitten, ärmellos,
kaſakähnlich gearbeitet, mit einer zackigen,
ge=
knöpften Leiſte verſehen.
Einen ganz anderen Charakter hat das da=
chmackvoller Art zunutze mache, ſo daß
nit rechnen kann, den verſchiedenen
De=
edie modebefliſſenen Kreiſe in der letzten
igehend beſchäftigen, nun auch hier zu
rkenswert iſt die Tatſache, daß man ſich
wöhnt hat, zwiſchen Strapaz= und
Luxus=
einen ſehr weſentlichen Unterſchied zu
wobei unter „Luxus=Wäſche” jene Stücke
en werden, die nicht für die
Alltagsauf=
beſtimmt ſind, ſondern zum
Abend=
in Betracht gezogen werden.
n iſt es ganz beſonders intereſſant, zu
, wie die Wäſchemode jedes einzelne
zeugniſſe in zwei Faſſungen in den
Vor=
rückt, und zwar einerſeits in ganz
Wiedergabe, andererſeits im Gegenſatz
beſonders phantaſievoller Ausführung.
eine Gegenüberſtellung beider
Möglich=
irfte es wohl am leichteſten ſein, die
n auf dieſem Gebiete eingehend zu be=
und zu beurteilen.
inen wir alſo mit der Tageswäſche, die
Illerwichtigſte iſt:
t immer einfach und durchaus „ſachlich”.
wviel wird gefliſſentlich vermieden, denn
von heute muß es wohl oder übel
er=
raktiſch zu denken, und iſt letzten Endes
on durchdrungen, daß nur jene
Wäſche=
den Strapazgebrauch das Richtige ſind.
er Reinigung keinen Schaden nehmen.
n wird auch von jeder Garnierung, die
ipfindlich wäre, Abſtand genommen,
Ajours und andere Fadenzugsarbeiten
ergrunde ſtehen. In der erſten Gruppe
en Reihe zeigen wir eine
Hoſenkombi=
ie angeſichts ihrer „abſichtlichen”
Schlicht=
dingt das Richtige iſt und ſowohl von
flich=tätigen Frau wie auch von der
n (und welche Frau gibt es, die heute
vort betreibt?) gerne getragen wird.
bendliche Zwecke aber wünſcht man ein
c, das viel phantaſievoller in der Aus=
Iſt; es werden hier gerne paſtellfarbene
ien verarbeitet, die in Verbindung mit
önter Spitze immer ſehr gut wirken.
pitzenbeſatz des Oberteiles iſt übrigens
ſchnitten, daß er vollkommen prinzeß
nd den Büſtenhalter zu erſetzen vermag.
r Spitzenkante ſtimmt der in einer
brei=
angeſetzte untere Beſatz der eben be=
Rock=Kombination überein.
ntzückend ſind die ſommerlichen Nacht=
2I, die uns die neue Mode bringt. Auch
es wieder ganz einfache Stücke (Bild 1)
gebundenem Leiſtchenkragen (Bild 1)
n Flügelärmeln und daneben
außer=
elegante Nachthemden, die
hauptſäch=
die Brautausſtattung gebräuchlich ſind
Auch in dieſem Falle handelt es ſich
nges, weich=fließendes Hemd mit einem
en Berthenkragen aus Spitze.
neben ſkizzierte Modell: hier handelt es ſich
nämlich um eine weite Hoſe und ein
ſmoking=
artig geſchweiftes Jäckchen mit intereſſanten,
neumodiſchen „Schulterflügeln”
Das ganze Jäckchen wäre aus einem
gepunk=
teten oder kleinkarierten, eventuell auch
geblum=
ten Materiale herzuſtellen, wobei heuer
insbe=
ſondere auf buntes Leinen oder Kreton
hinzu=
weiſen wäre, die für den Strand, für den Garten
uſf. ſehr nett wirken.
Auch auf ein Bettjäckchen (das im Laufe der
Jahre zu einem unerläßlichen Beſtandteil der
Wäſchegarderobe wurde) will keine Dame
ver=
zichten, doch betont man auch hier den
Unter=
ſchied zwiſchen den ganz ſchlichten Stücken und
jenen, die durch beſondere Originalität des
Schnittes und Verwendung eines aparten
Ma=
teriales wirken ſollen.
Zwei markante Typen, die die beiden eben
angedeuteten Möglichkeiten ins Treffen führen,
ſtellt unſere letzte Skizze dar, und zwar Bild 1:
ein einfaches, in der Mitte geknöpftes
Bettjäck=
chen aus einfarbigem Materiale mit geſchlitzten
Aermelflügeln und einem kleinen Bubenkragen.
Bild 2: ein Morgenjäckchen aus geblumtem Gaze=
Chiffon, deſſen kurze Boleroform in Verbindung
mit den weiten Pagodenärmeln ſehr dekorativ
ausſieht und das — zu einem langen Nachthemde
getragen — gegebenenfalls ein Morgenkleid
voll=
kommen zu erſetzen vermag.
Schirm, Gürtel, Handſchuh
werden mit Vorliebe zu einer Garnitur
ver=
einigt, wobei man für dieſen Zweck ein apartes
Exotenleder verwendet, das aber ſehr ſchmiegſam
ſein muß, um den gewünſchten Effekt erreichen
zu laſſen.
Unſer Bild zeigt, wie ſchick die aus einem
ſolchen Leder hergeſtellte Hülle des kleinen All=
wetterſchirmchens wirkt und wie eigenartig ſich
dazu ein aus dem gleichen Materiale hergeſtellter
Gürtel ausnimmt.
Daß auch Handſchuhe mit damit
übereinſtim=
menden Stulpen beifällig begrüßt werden, wird
niemand bezweifeln!
Die Cenntsſaiſon beginnt ..
und Unzählige erwarten darum mit Sehnſucht
die warmen Tage, denn Tennis iſt heute nicht
mehr wie früher der „Sport der oberſten
Zehn=
tauſend”, ſondern erfreut ſich einer
uneinge=
ſchränkten Popularität. Jede Minute —
gleich=
viel ob morgens oder abends — wird von vielen
Damen beim Tennisſpiel verbracht und ganz
be=
ſonders die beruflich tätige Frau ſcheint dieſen
Sport mit wahrer Leidenſchaft auszuüben, da
das Training in friſcher Luft für alle Menſchen
mit ſitzender Lebensweiſe, die den größten Teil
des Tages im geſchloſſenen Raum verbringen,
von größter Wichtigkeit iſt.
Ein Sport kann aber nur dann Freude
be=
reiten, wenn man genau weiß, daß man für den
betreffenden Zweck auch die richtige Aufmachung
beſitzt und gerade die Frau iſt in dieſen Punkten
inſofern ſehr empfindlich, als ſie lieber auf ein
ſportliches Vergnügen ganz verzichtet, als das
Gefühl haben zu müſſen, daß ſie mit den
Part=
nerinnen etwa nicht „Schritt halten” könne!
Glücklicherweiſe ſind die Anforderungen, die
der Tennisſport an die Gerdarobe ſtellt, ſehr
geringe, denn bekanntlich iſt hier das
Aller=
ſchlichteſte auch das Beſte.
Weſentlich iſt nur, daß die betreffenden
Kleider einerſeits leicht zu reinigen ſind,
an=
dererſeits volle Bewegungsfreiheit gewähren, da
ein unbequemes Tenniskleid nicht nur
unſport=
lich, ſondern geradezu gefährlich wäre!
Die neue Mode bietet eine ganze Reihe ſehr
ſchicker und auch nicht allzu koſtſpieliger
Mate=
rialien, die ſich für den Tennisplatz vortrefflich
eignen. In erſter Linie die zahlloſen poröſen
Stoffe, die an ſich ſchon dekorativ ſind und in der
Verarbeitung umſo beſſer zur Geltung kommen,
Brandrot, Giftgrün, Gelb oder Hellblau gehalten
ſein kann.
Natürlich iſt der gleiche Effekt auch zu
er=
reichen, wenn anſtelle eines Kleides bloß ein
Tennis=Rock mit einer Waſchbluſe und dazu
die früher beſprochene Weſte vorgeſehen wird.
Für den Weg zum Tennisplatz braucht man
— beſonders an kühleren Tagen — eine flauſchige
Umhülle. Weißer Stoff ſieht hier immer gut aus
und iſt ungemein beliebt, da man einen
der=
artigen Paletot ſpäterhin ausgezeichnet für den
Aufenthalt im Kurort, an der See uſf.
verwen=
den kann. Der gerade Rock mit eingeſetzten
Pliſſee=
bahnen iſt praktiſch und kleidſam, eine diagonal
geſtreifte Bluſe gilt für den Tennisplatz als
be=
achtenswerte Neuheit. Aus dem gleichen
Strei=
fenmateriale wird man auch einen Schal
ar=
beiten, der zu dem früher beſprochenen Mantel
entzückend ausſieht. (Bild 1.)
Der in der Mitte geknöpfte Prinzeß=Rock
mit tief eingelegter Falte iſt ſicherlich ſehr ſchick
(Figur 2), und die mit Buben=Kragen und
Puff=
ärmeln verſehene Bluſe eine Faſſon, die auf den
erſten Blick gefangen nimmt.
Die traditionelle Note vertritt das dritte
Modell, das mit ſeinem viereckigen Ausſchnitt,
ſeinen kurzen Aermeln und mit der ſchräg
ange=
ſetzten Faltenpartie des Rockes zweifellos
An=
klang finden wird. Ein gerader, durch den
Gürtel feſtgehaltener gepunkteter Schal gibt
ſelbſt dem einfachſten Kleide eine perſönliche Note.
Wir aber — die „Herren der Schöpfung”
halten unter allen Umſtänden an der ganz
ſchlich=
ten, „ſachlichen” Note feſt: weiße Hoſe, weißes
poröſes Hemd mit aufgerollten Aermeln, weißer
Pullover (womöglich handgearbeitet und ab=
dann die verſchiedenen groben Waſchmaterialien
(wie derbe Rohſeide, Rohleinen und manche
an=
dere) die durch ihre „abſichtliche Primitivität”
wirken.
Die traditionelle Farbe für den Tennisplatz
iſt nach wie vor Weiß, wiewohl gerade in den
letzten Jahren auch hier neue Wege gegangen
werden, indem man die verſchiedenen
Poſtell=
töne in den Vordergrund zu ſtellen trachtet.
Sicherlich wäre es möglich, auf dieſe Weiſe das
modiſche Bild am Tennisplatz mit einem Schlage
vollkommen zu verändern, doch haben die zarten
Farben meiſt den Nachteil, nicht vollkommen
waſch= und lichtecht zu ſein, ſo daß die
paſtell=
farbenen Tenniskleider aller Vorausſicht nach
vereinzelt bleiben dürften. Immerhin aber
ver=
ſucht die elegante Frau ihrem weißen Tennisdreß
durch verſchiedene Attribute flotte „Lichter”
auf=
zuſetzen, etwa durch einen Schal, durch ein
Hals=
tuch, durch einen aparten Gürtel, durch ein
ledernes, farbiges Sportarmband, durch eine
Weſte uſf.
Einige beſonders ſchicke und leicht
herzuſtel=
lende Kleider für den Tennisplatz führen wir in
unſerer Truppe vor Augen.
Sehr einfach und vielleicht gerade darum
außerordentlich beliebt ſind die verſchiedenen in
der Hüfte eng=anliegenden und unten ſtark
er=
weiterten Sportkleider. Sie arbeiten die Figur
der Sportlerin gut heraus und laſſen demnach
ihre Bewegungen um ſo beſſer zur Geltung
kom=
men (vorletzte Skizze).
Man verbindet ſolche Kleider gerne mit einen
farbigen, ärmelloſen Weſte (letzte Figur), die in
ſichtlich „derb” in der Technik der Ausführung).
Farbig kann unter Umſtänden der Schal
ſein, der für den Weg zum und vom Tennisplatze
notwendig iſt und das einzige „Extempore”
dar=
ſtellt, das wir uns leiſten dürfen (letztes Bild).
Telefonmiſere auf allen Linien.
Sie: Halloh, Liebling! Du arbeiteſt noch?
Ach — du Aermſter! Sei doch nicht böſe
ich komme etwas ſpäter zu Tiſch denn ich
pro=
biere bei der Schneiderin mein neues
Frühjahrs=
kleid! (Moderne Karikatur von Willy Ungar.)
Seite
Ende 4
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Nummer 121
Sonntag, den 1. D
Glatte Ueberwindung des Ultimo.
Leichte Geldverhälknifſe. — Die Bewegung der Deviſen.
Die Lage am Geld= und Deviſenmarkk.
Von einer Anſpannung im Zuſammenhang mit dem
unmittel=
bar bevorſtehenden Ultimo war am Geldmarkt bisher kaum etwas
zu merken. Die Geldverhältniſſe blieben weiter recht leicht, ſo
daß ſich in der Struktur des Geldmarktes gegenüber dem vorigen
Berichtsabſchnitt faſt nichts geändert hat. Daß der Ultimo unter
den gegenwärtigen Verhältniſſen keine beſonderen
Schwierigkei=
ten mit ſich bringt, erſcheint verſtändlich: Vom Börſengeſchäft
werden wegen der beſonderen Beſtimmungen der Prolongation
keine größeren Anforderungen geſtellt, durch die Ratenzahlung
der Gehälter wurde die Beanſpruchung gleichmäßiger auf den
ganzen Monat verteilt, der Bedarf der Induſtrie iſt infolge
all=
gemeiner Geſchäftsſtagnation derzeit minimal. und die Banken
ſind beſtrebt, ſich dauernd möglichſt flüſſig zu halten. Tagesgeld
wurde meiſt mit 4½ Prozent bezahlt. Erſt gegen das
Wochen=
ende erhöhte ſich der Satz um eine Kleinigkeit auf 434 Prozent.
Allerdings brachte der Samstag bei regerer Nachfrage eine
Ver=
ſteifung auf 5½ Prozent. Am Wechſelmarkt war vor der
Dis=
kontſenkung der Reichsbank auf 5 Prozent nur ſchwer Material
zu erhalten; die Zurückhaltung blieb auch nachher noch beſtehen.
Infolgedeſſen wurde bei ſteigender Nachfrage nur wenig
diskon=
tiert; im Anſchluß an die Ermäßigung des offiziellen
Reichs=
bankſatzes gab der Privatdiskont um ½ Prozent, von 5 auf 478
Prozent nach. In Termingeld bleibt das Geſchäft vollſtändig
be=
deutungslos. Im Verkehr der Banken untereinander war
hier=
für ein Satz von 5½ Prozent zu hören, ſogenannte
Lombard=
adreſſen zahlten 7 bis 7½ Prozent. Warenwechſel, für die ſich
einige Nachfrage zeigte wurden etwa zum
Reichsbankdiskont=
ſatz diskontiert. Reichsſchatzanweiſungen per 15 Auguſt waren
noch einigermaßen gefragt, Reichsſchatzwechſel blieben
vernach=
läſſigt.
Am Deviſenmarkt ſetzte ſich die Abwärtsbewegung des
Pfund=
kurſes fort, da dauernd Hauſſeengagements aufgelöſt wurden.
Von den maßgebenden Stellen wurden jedech keinerlei
Verſ=
gemacht, intervenierend einzugreifen, ſo daß die Vermutung nicht
von der Hand zu weiſen iſt, daß die engliſche Regierung mit dem
Abgleiten des Kurſes einverſtanden ſei. Gleichzeitig mit dem
Pfund erfuhr auch Deviſe Kopenh en eine Abſchwächung,
da=
gegen konnten ſich Stockholm und Oslo weiter erholen. Mit der
Aufhebung des Goldſtandards in Griechenland wurde die
Notie=
rung der Drachme zunächſt ausgeſetzt, doch wurde der Kurs zwei
Tage ſpäter mit 3,25 für 100 Drachmen gegen 5,40 vor der
Sus=
pendierung wieder notiert. Im übrigen ergaben ſich am
Deviſen=
markt keine bemerkenswerten Bewegungen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Wochenſchlußbörſe in Berlin eröffnete den Erwartungen
des Vormittags entſprechend in abgeſchwächter Haltung. Man
hatte aber auf Grund des wieder ſchwachen New York mit
ſtärke=
ren Kursrückgängen gerechnet und wurde daher bei Feſtſetzung der
erſten Notierungen angenehm enttäuſcht. Man legte das
Haupt=
gewicht geſtern auf die politiſche Situation, die durch die
dem=
nächſt wieder beginnenden Beſprechungen in Genf etwas
opti=
miſtiſcher beurteilt wurde. Die bedrohliche Haltung in Japan, die
Schwierigkeiten in Dänemark, die Verhandlungen über die
Re=
organiſation der Coſach, die trotz größter Anſtrengungen
aus=
bleibenden Erfolge der amerikaniſchen Ankurbelungspolitik uſw.
fanden weniger Beachtung, zumal die Börſe vorgeſtern ſtark
realiſiert hatte und geſtern eher Neigung zu Neuengagements
bekundete, da man wieder mit einem feſteren Kaſſamarkt rechnen
zu können glaubte. Infolge des früheren Börſenbeginns war der
Ordereingang bei den Banken allerdings zunächſt gering. Im
allgemeinen wieſen die erſten Kurſe Rückgänge von ½ bis 1½
Prozent auf, weſentlich ſchwächer und bis zu 4½ Prozent gedrückt
lagen nur Weſteregeln, Conti=Gummi, H.E.W. und Elektriſch=
Lieferungen, auch Chadeaktien fielen mit einem Verluſt von 3 Mk.
auf. Andererſeits konnten ſich niederlauſitzer Kohle um 2 Prozent,
Akkumulatoren um 2½ Prozent und Hamburg=Süd um 3½ Proz.
beſſern. Bei letzteren ſtieß eine — Kauforder von wenigen
Mille auf Materialmangel. Nach den erſten Kurſen blieb das
Ge=
ſchäft zwar, weiter klein, es ſetzten ſich aber bei anhaltenden
Deckungen überwiegend Erholungen bis zu ½ Prozent durch. Am
Anlagemarkt war das Geſchäft heute ruhiger als an den Vortagen,
und die Tendenz neigte eher zur Schwäche. Die geplante
Auf=
legung einer ſteuerfreien Prämienanleihe zum Zwecke der
Ar=
beitsbeſchaffung, die im Rahmen des Wirtſchaftsprogramms der
Reichsregierung gedacht iſt, war Störungsmoment, deutſche
An=
leihen neigten zur Schwäche, Induſtrieobligationen hatten
unein=
heitliche Tendenz, Reichsbahnvorzugsaktien und
Reichsſchuldbuch=
forderungen büßten je ½ Prozent ca. ein. Von Auslandsrenten
waren Zolltürken etwas rückgängig. Im weiteren Verlaufe trat ein
merklicher Stimmungsumſchwung ein, der ſeinen Ausgang vom
Markt der AEG.=Aktien nahm. Hier drückten angeblich
Auslands=
abgaben, die man mit franzöſiſchen Baiſſe=Manövern in
Zuſam=
menhang brachte auf den Kurs, der um 3 Prozent nachgab. Die
übrigen Werte gingen daraufhin ebenfalls wieder unter
Anfangs=
niveau zurück. Außer den Kaliwerten waren noch Siemens, Farben
und Reichsbank etwas ſtärker attackiert. Nebenwerte lagen
da=
gegen widerſtandsfähiger. Der Geldmarkt war am heutigen Ultimo
doch relativ leicht, Tagesgeld und Geld über Ultimo ſtellte ſich
5½ Proz. und darüber. Privatdiskont Laverändert 4½ Prozent in
der Mitte.
Am Wochenſchluß zeigte die Frankfurter Börſe auf allen Märkten
ſchwächere Kurſe. Verſtimmend wirkten größere Abgaben, die am
Elektromarkte in AEG. erfolgten, ſo daß ſich der Kurs für AEG.,
der bereits zu Beginn ¼ Prozent ſchwächer lag, um weitere 3
Prozent ſenkte, wodurch der niedrigſte Stand ſeit je erreicht wurde.
An den übrigen Märkten war das Geſchäft wieder nicht ſonderlich
groß. Nach wie vor verweiſt man auf die flauen Auslandsbörſen,
zumal beſonders ſich in New York wieder erhöhter Abgabedruck
zeigte. Auch die immer noch ungeklärte innenpolitiſche Lage
be=
wirkt größere Zurückhaltung. Das Börſengeſchäft ſpielte ſich neben
AEG. hauptſächlich am Farbenmarkte ab, wo JG. Farben nach
anfänglich ½ Prozent Verluſt raſch 1 Prozent anziehen konnten,
um ſpäter unter dem Eindrucke der Abſchwächung von AEG.
wie=
der 1 Prozent zu verlieren. Von den übrigen Elektrowerten lagen
auch Siemens 1 Prozent ſchwächer. Schuckert 3 Prozent niedriger,
dagegen eröffneten Gesfürel 1½ Prozent freundlicher. Am
Mon=
tanmarkte lagen die Kurſe meiſt behauptet. Etwas freundlicher
waren Phönix, die vorübergehend um 9 Proz. auf 19 anzogen.
Aus=
geſprochen ſchwach lagen Kaliaktien. So verloren Aſchersleben und
Weſteregeln je 2, Salzdetfurth 4 Prozent. Schiffahrtsaktien
nach=
gebend. Von Kunſtſeidewerten waren Aku eine Kleinigkeit
freund=
licher. Am Zellſtoffmarkt nannte man Waldhof zu Beginn ¼ Proz.
höher. Für Ver. Zellſtoff nannte man einen Kurs von 8¾ Proz.
Von Frankfurter Werten verloren Zement Heidelberg ½,
Holz=
mann ½ Prozent. Am Rentenmarkt gaben Altbeſitz ¼ Prozent
nach, dagegen lagen Neubeſitzanleihe 0,15 Prozent freundlicher.
Die übrigen Renten und Anleihen lagen meiſt unverändert, doch
neigte auch hier die Tendenz eher nach unten. Im Verlaufe der
Börſe wurden AEG. um ¼ Prozent über ihrem Tiefſtkurs
ge=
nannt. JG. Farben blieben bei 95½ Prozent geſucht. Am
Geld=
markt iſt Tagesgeld infolge des Ultimos geſuchter, ohne daß jedoch
eine ſtärkere Verſteifung eintrat. Der Satz ſtellte ſich auf 5½ Proz.
Die Deutſche Reichsbahn im März 1932.
Die Deutſche Reichsbahn veröffentlicht den Lagebericht der
Reisbahn für März 1932. Danach blieb. der Guterverkehr im
März angeſichts der wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, die den
Bin=
nenmarkt und den Außenhandel lähmen, ſchwach. Unter der
glei=
chen Erſcheinung litt der Perſonenverkehr infolge der unverändert
ſchlechten Wirtſchaftsverhältniſſe, ſowie der ungünſtigen
Witte=
rung. Er belebte ſich erſt in der zweiten Monatshälfte mit dem
Beginn der Oſterferien und mit Einführung der
Feſttagsrückfahr=
karten mit erweiterter Gültigkeitsdauer.
Die Betriebseinnahmen beliefen ſich auf insgeſamt 244 468000
Reichsmark. Die Ausgaben betrugen unter Berückſichtigung des
Dienſtes der neuen Schuldverſchreibungen und Anleihen ſowie der
feſten Laſten insgeſamt 312 175 000. Die Geſamtausgaben
über=
ſteigen ſomit das im März 1932 aufgekommene Einnahmeergebnis
um rund 68 Millionen Reichsmark, ſo daß nunmehr ſeit Beginn
des Geſchäftsjahres rund 222 Millionen durch die
Betriebsein=
nahmen nicht gedeckt ſind.
Der Perſonalbeſtand betrug im März 618 401 Köpfe.
Zur Verlängerung des Kreuger=Morakoriums.
Die Kreuger=Kommiſſion teilt mit, daß noch nicht feſtſtehe, ob
ſie die ganze neue Moratoriumsperiode in Anſpruch zu nehmen
brauche. Die Situation ſei immer noch ſo ungeklärt, daß irgendein
Zeitpunkt für den Adſchluß der Prüfungsarbeiten nicht angegeben
werden könne. Wenn die Prüfung abgeſchloſſen ſei, werde die
Kommiſſion einen umfangreichen Schlußbericht an den Vorſtand
der Kreuger u. Toll A. B. abgeben. Dieſer Bericht werde in allen
ſeinen Teilen veröffentlicht. Die Kommiſſion teilt weiter mit, daß
bisher keine Zuſammenarbeit zwiſchen ihr und den im Auslande
gebildeten Intereſſentengruppen der Beſitzer von Kreugerpapieren
erfolgt ſei. Die Frage, wer als Kläger in dem Prozeß gegen die
drei verhafteten Kreuger=Direktoren auftreten wird, ſtehe noch
offen. Es ſei denkbar, daß beiſpielsweiſe Debenturs=Beſitzer, die
ſich betrogen fühlen, als Kläger auftreten könnten. In dieſem
Falle würde es zu einem Monſtre=Prozeß mit unzähligen Klägern
kommen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 27. April. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 27. April berechnete
Groß=
handelsindexziffer iſt mit 982 gegenüber der Vorwoche leicht (um
0,1 v. H.) zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen
lauten: Agrarſtoffe 94,4 (minus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 87,8
(plus 0,2 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 89,0
(minus 0,1 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 119,5 (minus
0,1 v. H.)
Feierſchichten bei der Reichsbahn. Die Verhandlungen
zwi=
ſchen der Hauptverwaltung der Deutſchen Reichsbahn und den am
Lohntarifvertrag beteiligten Gewerkſchaften über Feierſchichten
haben zu einer Einigung geführt. Um umfangreiche Entlaſſungen
zu vermeiden, die wegen des geringen Arbeitsanfalles notwendig
geweſen wären, iſt man übereins gekommen, bei
Ausbeſſerungs=
arbeiten bis zu 13 Feierſchichten im Vierteljahr durchzuführen.
Bis zu drei Feierſchichten im Monat können eingelegt werden bei
den Arbeitern im Werkſtättenteil, der Bahnbetriebswerke und
Bahnbetriebswagenwerke ſowie bei den Güterbodenarbeitern der
großen Güterboden= und Umladeſtellen.
Veithwerke A.=G. Sandbach bei Höchſt i. O. Die GV. in der
481 400 RM. St.=A. und 21 000 RM. V.=A. vertreten waren, ge= den bekannten Abſchluß mit 5 Prozent Dividende auf
die V.=A. Die aus dem AR. turnusmäßig ausſcheidenden
Mitglie=
der wurden wiedergewählt. Neugewählt wurden der aus dem
Vor=
ſtand ausgeſchiedene Generaldirektor Albert Hölter und Dipl.=Ing.
Ludwig Arzt.
Ausſperrung der däniſchen Schlachtereiarbeiter.
Die angekündigte Ausſperrung der däniſchen
Schlachterei=
arbeiter iſt am geſtrigen Freitag abend zur Tatſache geworden.
Die Bemühungen der Regierung, ihren Schiedsgerichtsvorſchlag
bei den Arbeitgebern zur Annahme zu bringen, waren vergeblich.
Es ſtehen jedenfalls in Dänemark jetzt ſchwere politiſche und
wirt=
ſchaftlichen Kämpfe bevor, ſchon allein aus dem Grunde, weil durch
das Nichtarbeiten der däniſchen Exportſchlachtereien die
bedeu=
tendſte Ausfuhr Dänemarks nach England und Deutſchland
auf=
hört, wodurch dem Land täglich eine Million Kronen Deviſen
ver=
loren geht. Von wirtſchaftlich gut unterrichteter Seite wird eine
Gefährdung der däniſchen Krone vorausgeſagt. Da vielfach aus
Schlachtereikreiſen darauf hingewieſen worden iſt, daß man
frei=
willige Arbeitskräfte heranziehen wolle, hat bereits am
Don=
nerstag der Seemanns= und Heizerverband in Esbjerg beſchloſſen,
gegebenenfalls in einen Sympathieſtreik einzutreten.
Süddeutſcher Eiſenmarkk.
Die mit dem Frühjahr eingeſetzte bedeutende Belebung
zwar angehalten, ohne daß jedoch das Geſchäft lebhaft wu
Schon läßt ſich ein leichtes Nachlaſſen der Spezifikationseingä
die in der Hauptſache von dem Provinzhandel ſtammen, feſtſte.
Moniereiſen, das ſonſt um dieſe Zeit ſtark gefragt war, konnte
durch die geringe Bautätigkeit kein Geſchäft entwickeln laſſen.
gleiche iſt von Bauträgern zu berichten, während in Stabeiſen
Blechen der Abſatz einigermaßen zufriedenſtellte. Abgeſehen
einigen Fabriken, die Spezialfabrikate liefern, konnte die
arbeitende Induſtrie nur wenig Bedarf an den Markt brin
Im allgemeinen beſtand raſcheſte Lieferungsmöglichkeit ab 9
zumal neuerdings die Walzſtraßen wieder regelmäßiger b
ſind, ſo daß die Liefertermine eine einheitliche Linie zeigten. F
eiſen konnte meiſt prompt beſorgt werden, während für Stabe
Termine bis zu drei Wochen auch für ausgedehnte Einteilun
ausreichten. Dadurch beſtand keine große Neigung zu Käufer
Lager, was an ſich bedauerlich iſt, da die Händlerläger durck
gut ſortiert ſind und durch hohe Unkoſten kaum auf ihre Recht
kommen. In der Preisbewegung iſt keine Aenderung eingetr
und auch nicht zu erwarten. Im großen und ganzen wurden
vorgeſchriebenen Preiſe erzielt.
Produkkenberichke.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Da das Angebot im
hältnis zur jetzigen Jahreszeit ziemlich klein iſt, zumal auch
Auslande wegen der ſchwierigen Deviſenkeſchaffung nur w
Ware hereinkommt, konnten die vorhandenen Beſtände glatt
verkauft werden. Die Preiſe blieben im großen und ganzen
lich unverändert und es notierten in Pfg. per Stück ab loco Fr
furt: Bulgaren 5½—5½, Jugoſlawen 5½—5½, Rumänen 5!
5½, Holländer 5½—71 Dänen 5—7, Flandern 6—6½, der
Landeier 5½4—6½, deutſche Friſcheier 5½—7½=
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Umſatztätigkei
Buttermarkt war auch in dieſer Woche zufriedenſtellend. Die
nen Zufuhren von deutſcher Butter fanden ſchlank Unterk
während das Intereſſe an holländiſcher Butter nachgelaſſen
zumal in letzter Zeit weſentlich geringere Qualitäten an
Markt kamen, die das Publikum aber ablehnte. Die Preiſe
deutſche Butter blieben mit 130—135 RM. für die 1 Ztr.=T
unverändert während holländiſche Butter etwas anzog. Der 2
ſtellt ſich auf 140—145 RM.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100
loco Mainz, am Freitag, den 29. April 1932: Weizen 26—
Roggen 21,50—21,75. Hafer 16—18, Braugerſte 19,75—
Futtergerſte 17—17,50. Malzkeime 12—13. Südd. Weizen
Spez. 0 40,65, Roggenmehl 70 proz. 28,25—28,75, Feine We
kleie 11. Grobe Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 11,25—11,75,
nußkuchen 13—13,50, Cocoskuchen 12—16,50, Palmkuchen 10,2
10,50, Rapskuchen 9—9,50, Soyaſchrot 12,25—12,50, Trockenſch
8,75—9, Loſes Wieſenheu 5,50, Geb. Wieſenheu 5.90, Loſes
heu 6,50 Geb. Kleeheu 7. Maſchinenſtroh 5,60—5,70
Drah=
ſtroh 5,80. Tendenz: abwartend.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Arbeitgeberverband für die „Nordweſt”=Grupye
Eiſen= und Stahlinduſtrie hat von der Möglichkeit einer
digung des Lohntarifes zum 31. Mai keinen Gebrauch ger
Das geltende Lohnabkommen bleibt alſo weiter bis zum 30.
1932 in Kraft und kann erſtmalig zu dieſem Zeitpunkt am 31
gekündigt werden.
Die konſtituierende Vollverſammlung der Induſtrie= und
delskammer Wiesbaden wählte das bisherige Präſidium —
ſitzender Fabrikant Hugo Aßbach=Wiesbaden=Rüdesheim, ſte
tretender Vorſitzender Fabrikant Otto Dyckerhoff=Amönebur=
Fabrikant Siegfried Erbsloh=Johannisberg — wieder.
Die Heſſiſche Gummiwarenfabrik Fritz Peter A.=G.,
Auheim bei Hanau, beſchloß die Verteilung von 4 (0) P=
Dividende für das Geſchäftsjahr 1931 aus einem Reingewin
21 206 (6276) RM. Der Warenbruttoüberſchuß betrug 0,71
und die Handlungsunkoſten 0,63 (0,20) Mill. RM. Vorrät
(0,08), Forderungen 0,26 (0,18), Verbindlichkeiten 0,92 (0,23)
RM., AK. 400 000 RM.
In dem heſſiſchen Ried der Mainſpitz und dem rheir
Spargelbaugebiet Mainz—Ingelheim—Heidesheim hat die
der Spargel begonnen. Die Erträge ſind allerdings noch g
die Preiſe verhältnismäßig hoch.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 30. 4. 1932 für eine
Feingold 112 sh 10 d — 86,8252 RM., für ein Gramm Fei
demnach 43,5321 pence — 2,79149 RM.
Berliner Kursbericht
vom 30. April 1932
Deviſenmarkt
vom 30. April 1
Verl. Handels=Geſ.
Danatbank.. .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Eont. Gas
V
21.75
38.25
21.75
13.75
21.75
14.25
22.75
30.50
37.75
18.75
13.50
84.50
84.50
One
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen /
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Korsw.
Orenſtein & Koppel
Misc
54.—
95.75
35.
53.75
35.25
27.25
36.75
84.—
B.25
36.50
24.75
34.25
23.—
„eenee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali ſ.
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Beſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Berke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke.
48.875
29.875
145.—
54.625
16.25
94—
28—
11.875
25.50
68.75
18.875
30.—
Helſingfor?
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia.
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm.
London.
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn.Mk..
100 Schillin,
100 Tſch.Kr.
100 Pengs
100 Leva
ſ100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
S=Sta.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs
Radt
7.113) 7.127
51 95
12.465
3.057
170.63
7782
84.37
7709
15.37
1.003
58.89 59.01
21.63
16.575
Mi.
52.05
12.485
3.063
170.97
7798
84.53
77.14
15.41
1.007
4.209 4.217
21.67
16.61sla
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiroll Milreis
Jugoſlawien.
Portugal
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
uruguah
3sland
Tallinn (Eſtl.) 1100 eſtl. Kr.
Riga
Währung
100 Frankenl”
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yet
100 Dinar
100 Eseudos
100 Drachm.
ſt türk. 2
t1äghvt. 2
eanad. Doll
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 Lats
Durmſtädter uns Kariokarbant Barmſtaut, Iliate dei Brescher O
Frankfurter Kursbericht vom 30. April 1932.
6S Dtſch. Reichsanl
„ „527
0 Intern.
82Baden .......
6% Baher ......"
68 Heſſen .......
62 Preuß. Staat
6% Sachſen....
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. 4½1.
Ab=
löſungsanl..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe . ...
6‟ Baden=Baden.
6%Berlin. „.b.24
6% Darmſtadt . .
6% Dresden v. 26
6% Frankfurt a.M.
Schätze v. 29
v. 28
2Mainz ......"
62Mannheimv.2,
62 München v. 29
68Wiesbaden v.2s
6% Heſſ. Landesbk.
„ Goldoblig
512% Heſſ. Ds.=
Hhp.=Bk.=Liqnid.
34% „Kom.=Obl
Preuß.
Lds=
pfbr.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblit
B=
39.5
3.3
2.75
44
48.5
73.5
56
ML4
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
69 Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
6% Naſſ. Landesbk.
5½% „Liqu. Obl
Dt. Lomm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
„„ Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
60 Berl. Hyp. Bk.
5½%on Ligu.=Pfbr.
6% Frkf. Hhp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
6% „ Golboblig.
„ Pfbr.=Bk.
12%0 „ „ Ligu.
6% Mein. Hhp.=Bk.
2a „ Lig. Pfbr..
Pfälz. Hyp.=Bk
5½% „ Lig. Pfbr.
82 Rhein. Hyp. Bk.
51 ſ. %0 „Lig. Pfbr.
„ Goldoblig.!
60 Südd. Bod.=
Fred.=Bank
%5 „ Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6%Daimler=Benz
62 Dt. Linol. Werke
JaMainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
%o Ver. Stahlwerkel
g7.5
3
76.25
37.75
48
Rs
54
83.5
73.75
76.75
83
76.75
77.75
78
40
72.5
Bl.
63
84.5
8.75
10
4.5
82 VoigtckHäffner
J. 6. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
52 Bulg. Tab.v.02
4l.% Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4ſ% „ „
49
49 Türk. Wdmin.
1. Bagdad
„ Zollanl.
41ſ.% Ungarn 1913
4.
„ 19141
„ Goldr.
1910
Aktien
Alg. Kunſtzüde Unie 36.5
A. E. 6.
AndregeNorisBahnl 50
Aſchaffbg.Brauerei
Zellſtoff 27.5
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werkel
BrownBovericCie! 22
Buderus Eiſen..
Eement Heibelberg 42
Karlſtadt 43
F. G.Chemie, Baſelu32
Chem.Werke Wbert!”
Chabe
Contin. Gummiw. 85
Linoleum 25.
Daimler=Benz.
74.5
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl".
4.3
1.75
2.2
2.15
5
6.30
23.5
39
K H
ſcheibe=Anſtalt
„ Linoleumwerkel.
Eiſenhandel.
Ohckerhoff u. Widml
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Gef.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.. /4
EßlingenMaſchinen
Faber & Schleicherl
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof.
Gelſenk. Bergwerk
Gef f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger ./4
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.)
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ....
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Bhil.
zlſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans ...... 127
Kali Chemie .....
Aſchersleben
Karſtadt, R..
Klein, Schanzlin:
Klöchnerwerke ...
Knorr C. H... .. . . /133
70
69.75
164
19
26
36
49.5
2.75
23.5
Kee4
Laurahütte ......
Lech, Augsburg...
Löwenbr. Münch.
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metllageſ. Frankf
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf ..
Phönix Bergbau..
Reiniger, Gebbert
Rh. Braunkohlen
„ Glektr. Stamm
Stahlwerke ...
Riebeck Montan..
Roeder Gebr. ....
Rütgerswerke ...
Salzdetfurth Kali.1
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau..
Thür. Liefer.=Geſ
Tietz Leonhard
unterfranken.
Ver. Stahlwerke.
Ultramarin ..
ſigt & Haeffner
96
Freytag
143
37
23
34
29.5
146
149
51.5
1o2
16.75
5i.
77o
Mieiee
Zellſtoff Waldho
Memel
Allg. Dt. Creditanf
Badiſche Bank.
Bk. f. Brauinduſtr
BarmerBankverein
Baher. Hhyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.,
„ Hhpothekbk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat. Bk.
Dt. Bank und Die.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank.
Frankf. Bank ...
„ Hhp.=Bank ..
Mein. Hyp. Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant .
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bob.Cr.Bk.
Württb. Notenban!
A.=G. f. Berkehrswv.
Allg. Lokalb. Kraſtw
7%Dt. Reichsb. B3g
Hapag ......
Nordd. Llohd...
Sädd. Eiſenb.=Ge
Alianz. u. Stuttg.
Berſicherung ..
„ Verein.Berſ.
FrankonaRückeu.M
Mannh. Berſich
Otavi Minen
Schantung Handel
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 121 — Seite 19
inntag, 1. Mai 1932
Roman von
Kall Bennings grober Feind. Nurt Siodunas
(Nachdruck verboten.)
Cophright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1931
Fünftes Kapitel.
Zie lange hatte er geleſen, fieberhaft, die Müdigkeit, die
die bleierne Schwere der Glieder vergeſſen. Die Formeln
in vor ſeinen Augen, kleine, klare Zeichnungen hatten ſich
ne Gedanken gegraben. Dieſer Menſch, den die Kugel des
ers ausgelöſcht hatte, war ein Genie geweſen, hatte den
ſſel gefunden, der Geheimniſſe der Welt aufſchloß.
ſennings Finger zuckten auf der Stirn.
Zenn einmal ein Menſch geboren würde, eine Hochgeburt
iſt, zehnmal ſo klug wie die jetzt lebenden Menſchen, müßte
bt durch die Schleier des Unverſtandes blicken wie durch
müßte er nicht die Zuſammenhänge erkennen, klare,
un=
idbare Weltgeſetze, müßte er nicht die Welt mit einigen
Sätzen, Erkenntniſſen, verſtandenen Zuſammenhängen um
auſende vorwärtsreißen, erhellen, glücklich machen?
lücklich? Benning ließ die Hände ſinken. Wurden die
Men=
glücklicher? Gab nicht jede Erfindung, jedes techniſche
Vor=
ſchreiten einen ſozialen Rückſchlag? Nahm ſie dem
Men=
ticht die Arbeit, wurde er nicht ohnmächtiger, immer mehr
er Maſchine kommandiert, beherrſcht, geknechtet?
enning ſtöhnte. Man müßte die Papiere hier vernichten,
nnen, zerreißen! Wer aber wußte den richtigen Weg?
je müde das Denken nach dem Aufruhr der letzten Tage
Ach, ſchlafen, ruhen, nichts denken, wegſinken in das
Stilleſein der Ermattung.
ſtreifte die Jacke ab, zog das Hemd vom Körper,
Plötz=
rchte er auf. Tappende Schritte, leiſe krachten die Dielen,
ür ſang leiſe, verſtummte. Die Schritte entfernten ſich
vor=
den Gang hinab. Benning trat zur Tür, legte das Ohr an
lung.
ille. Sicherlich hatte er ſich getäuſcht.
waren die Schritte wieder, verſchwanden.
tzt knallte eine Tür, kleiner hoher Schrei, dumpfer Lärm
n Gang.
nning riß die Tür auf, taſtete nach dem Lichtſchalter, fand
ht, raſte den Gang entlang auf den Lärm zu, blieb in dem
men eines Zimmers ſtehen. Ein Bett ſchimmerte mit
mai=
riſſen.
nning ſtürzte auf das Bett zu, faßte in die Finſternis.
Frau ſchrie —, Lien ſchrie. Dann hatte Beuning einen
en gepackt —, es war Golder, Benning hatte Golders
gefaßt, riß ihn an ſich, eine Fauſt knallte durch das
von einem wütenden Fluch begleitet.
Benning taumelte unter dem Schlag, dann ſtieß er die
Fauſt unter Golders Kinn.
Licht!
Die Lampe im Zimmer ſtrahlte auf. Golder rutſchte mit
ver=
zerrtem Geſicht auf dem Boden. Lien ſtand am Schalter, zitternd,
in einem hellen Pyjama, deſſen Knöpfe abgeriſſen waren. Sie
ſchloß ihn mit den Händen über der Bruſt.
Benning bückte ſich, griff nach Golders Arm, zerrte den
leb=
loſen Körper hinter ſich her.
„Sie hätten beſſer daran getan, das Zimmer abzuſchließen.
Allzuweit darf man das Vertrauen nicht treiben”, ſagte er böſe
zwiſchen den Zähnen hindurch zu der blaſſen jungen Frau. Er
war gereizt, wütend auf Golder. „Hat er Ihnen weh getan?”
Lien ſchüttelte den Kopf, blickte Benning im Nachwehen des
Schrecks angſtvoll an.
„Dann legen Sie ſich ſchlafen, ſchließen Sie aber ab!"
Plötzlich bemerkte er, daß er faſt nackt in ihr Zimmer
gekom=
men war.
„Verzeihung”, murmelte er, zog ſchnell Golder hinter ſich
her, verließ das Zimmer, ſchloß die Tür.
Benning führte den Torkelnden in ſein Zimmer zurück.
„Leg dich!” kommandierte er und wartete, bis Golder in das
Bett gekrochen war. Dann nahm er den Schlüſſel und ſchloß die
Tür von außen ab.
Verblüfft blieb Benning in der Tür ſeines Zimmers ſtehen;
denn an ſeinem Bett lehnte, ſchüchtern, mit erſchrockenen Augen
— Lien.
Sechſtes Kapitel.
Wortlos und verwundert faßte er nach ſeiner Jacke, zog ſie
an. „Ich hatte plötzlich Angſt”, ſagte ſie und ſetzte ſich mit
hän=
genden Schultern, die nackten Füße unter dem Stuhl bergend.
„Sie haben Ihren Mut überſchätzt”, lächelte Benning jetzi,
um ihr zu helfen. Lien erhob ſich. Benning ſah, wie klein ſie
war, wie winzig wurden alle Frauen, wenn ſie die Schuhe
ab=
ſtreiften.
„Ich habe die Nerven verloren, ich habe zu lange in der
Kleinſtadt hier gehockt, ich habe ſicherlich die Diſtanz verloren.
— Sie warf ihm einen befangenen Blick zu. Sie müßte jetzt
end=
lich gehen. Aber ſie hatte nicht die Kraft jetzt allein zu ſein. Und
Benning ſah mit Erſtaunen, daß ſie ſich auf dem Stuhl am
Schreibtiſch niederließ, gelaſſen, ſelbſtverſtändlich.
„Oh. ich bin nicht müde” erklärte Benning tapfer und hatte
das Gefühl, als beſtände ſein Skelett aus ſchweren roſtigen
Eiſenſtäben.
Lien nickte beſtätigend und überzeugt. Ihr Blick fiel auf den
Schreibtiſch, ſie ſah die ausgebreiteten Papiere.
„Sie haben die Berechnungen ſtudiert?” fragte ſie, nahm ein
paar Blätter, legte ſie ſofort wieder hin, ſchauerte ein wenig
unter dem Gefühl der feuchten ſchimmeligen Papiermaſſe, die
ihre Hände berührt hatten.
„Sie wiſſen, was dort berechnet iſt?” fragte Benning
auf=
merkſam.
Lien nickte. „Es war die letzte langwierige Arbeit — er ſah
nur noch dieſe Papiere — es war, als habe er mich vergeſſen.”
Sie blickte zu Benning auf, ihr Mund war verſchloſſen, ein
wenig ſtreng. Die Oberlippe zu kurz. Der Mund war rührend
und hilflos.
„Die Männer können ſich in Gedanken verlieben, daß ihnen
die Umwelt gleichgültig wird”, bekannte ſie, als verriete ſie ein
großes Geheimnis. „Nichts intereſſiert ſie mehr — haben die
toten Dinge mehr Wert als die lebenden?”
Was ſollte er ihr ſagen? Daß man für die Liebe alles
hin=
geben ſollte. Ehre, Wiſſen, Wünſche, Hoffnungen, auch das
Leben?
Noch immer ſah ſie ihn an, dann wendete ſie ſich dem
Schreibtiſch zu, legte die Papiere aufeinander.
„Ich danke Ihnen, ich werde jetzt keine Angſt mehr haben,
Gute Nacht!”
„Gute Nacht”, erwiderte er.
Sie ging; ein Gedanke ſchien ihre Schritte zu hemmen. „Was
haben Sie eigentlich verbrochen?”, fragte ſie, ihm ſich wiever
zuwendend.
Sie ſah, daß Bennings Geſicht ſich verfinſterte, die
Kinn=
laden ſchloſſen ſich hart, zeichneten zwei dicke Muskelſtränge,
die nicht in das magere kantige Geſicht paßten.
„Sie brauchen mir nichts zu ſagen, wenn Sie nicht wollen”,
ſagte ſie leiſe.
„Ich habe faſt vier Jahre hinter den Mauern geſeſſen, über
tauſend Tage —”, er holte tief Atem. Kühle, würzige Nachtluft
wehte in das Zimmer, ſeine Bruſt hob ſich, mühſam, ſchwer aus
ruhe eine feſtgeſchmiedete Laſt auf ihr.
„Man hat mich feſtgehalten, gleich jenſeits der Grenze, hat
mich im Zug verhaftet. Hat mich eingeſperrt, ohne Anklage,
ohne Urteil, ohne Verhandlung. Daß man mich nicht erſchlagen
hat — ich weiß nicht, weshalb man mich nicht totgeſchlagen hat
— es wäre doch einfacher geweſen, es hätte doch niemand
ge=
wußt, ich wäre eben verſchollen geweſen, vom Erdboden
ver=
ſchluckt — man hätte mich doch niemals gefunden, wie man mich
auch in den tauſend Tagen nicht gefunden hat, und man hat
ſicherlich nach mir geſucht, geſucht und gefragt, und alle Hebel in
Bewegung geſetzt, die die Menſchen in Bewegung ſetzen könnes.
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 20 — Nr. 121
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ſtenſaal
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Mußbach über:
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Lützel=
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Mon=
ag, 2. Mai, 8 Uhr
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Lützel=
düngers ſtatt, wozu
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zeitag, 22. April 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 112 — Seite 9
um hundertſten Jahrestag des deutſchen Mai
auf dem Hambacher Schloß.
Zum 27. Mai 1932.
fenes Feſt, zu deſſen Feier ſich am 27. Mai 1832 Tauſende
Perſonen auf der Ruine der Marxburg, in der Nähe von
adt a. d. Hardt, eingefunden hatten, das ſogenannte Ham=
Feſt, hat bei Zeitgenoſſen wie bei Nachfahren eine
grund=
jedene Beurteilung erfahren. Während der öſterreichiſche
smann Metternich von „dem Hambacher Skandal” ſprach,
rte der Burſchenſchafter
t Keil, weiland
Schrift=
des ehedem ſo belieb=
Familienblattes „Die
nlaube”, das Feſt auf
jarxburg „als Vorfeier
edantages”. Sicher iſt,
jeſes Feſt in der
Ge=
der deutſchen
Einheits=
ung eine bedeutſame
ſpielt, und deshalb
er=
es angebracht, uns
Verlauf kurz zu
ver=
därtigen.
kanntlich hat die Pa=
Juli=Revolution vom
1830 auf den Süden
Feſten unſeres
Vater=
die nachhaltigſten
Wir=
ausgeübt. Vor allem
gen in der Pfalz durch
rgänge in Frankreich
eralen und nationalen
ungen einen neuen,
en Antrieb. „Die
Be=
der Pfalz waren dem
ir Juli=Revolution am
und für
revolutio=
deen beſonders dispo=
Waren ſie doch ſtolz
manche freiheitliche
ion, die ſie der Zeit
anken hatten, während
mit Frankreich
ver=
paren. Und auf die
n Mittelalter
ſtecken=
ltbayern blickten die
geringſchätzig herab,
rief damals einer der Häupter des Pfälzer Liberalis= Deutſchland pries.
hann Georg Wirth, aus, „keine deutſche Freiheit!”
die Preſſe gegen den Druck der Machthaber zu ſichern”,
n in der Pfalz im Anfang des Jahres 1832 der „
Preßver=
er „Vaterlandsverein” gegründet worden. Die Führung
ſereins lag in den Händen der Journaliſten Wirth und
feiffer — der eine ein Franke aus Hof, der andere ein
aus Lahr —, ſowie der Zweibrücker Advokaten Savoye
ten, und ſo luden denn 34 Bürger aus Neuſtadt a. d. Hardt zu
einem „Maifeſt der Deutſchen” ein, das auf der Schloßruine bei
Hambach, nicht weit von Neuſtadt, ſtattfinden ſollte. Ein Verbot
der Kreisregierung wurde auf die entrüſteten Proteſte zahlreicher
Stadträte hin zurückgenommen, und nun konnte der Neuſtädter
Feſtausſchuß am 27. Mai Tauſende von Gäſten aus der Pfalz,
Ein zeitgenöſſiſcher Stich, der den Zug der 20000 Patrioten zum Hambacher Schloß darſtellt.
: jene den „Pfälziſchen Kriſchern” ehrliche Abneigung / aus Baden und Heſſen in dem feſtlich geſchmückten Städtchen
be=
ibrachten. Dieſen warfen die Altbayern wohl auch vor, grüßen. Unter den Anweſenden waren auch Polen und
Fran=
halbe Franzoſen wären und ganze werden möchten”, zoſen vertreten. Den Maſſen, die den Schloßberg erſtiegen, wehten
ſer Vorliebe für Frankreich verband ſich bei der Bevölke= Fahnen mit den ſchwarzrot=goldenen Farben voran, Fahnen mit
r Pfalz ein ſtarkes Intereſſe für die Vorgänge in Polen, den Farben der Burſchenſchaft, die damals zum erſtenmal in der
e warme Teilnahme für die Polenflüchtlinge, die damals. Oeffentlichkeit als die deutſchen Nationalfarben bejubelt wurden.
n Zuſammenbruch der polniſchen Revolution, durch Deutſch= Zur Feier des Tages hatte Siebenpfeiffer ein Lied gedichtet, das
zen. Polens und Deutſchlands Schickſal erſchien den Libe= dreihundert Handwerksburſchen während des Aufſtiegs auf den
üddeutſchlands eng miteinander verknüpft. „Ohne Polens Schloßberg ſangen, und das in ſchwungvollen Worten ein einiges
„Was tändelt”, ſo klang es da, „der Badner mit Gold und Rot,
Mit Weiß, Blau, Rot Bäyer und Heſſe?
Die vielen Farben ſind Deutſchlands Not,
Vereinigte Kraft nur zeigt Größe!
Drum weg mit der Farben buntem Tand!
Nur eine Farb und ein Vaterland.”
„Einer der führenden Neuſtadter Feſtveranſtalter”, Dr. med.
üler, von denen namentlich der letztere als Abgeordneter Hepp; eröffnete die Verſammlung; dann nahm Siebenpfeiffer das
ken in der 2. Bayeriſchen Kammer und als Führer der Wort. Er donnerte gegen die Fürſten und Höflinge, die das Volk
on ſich in der Pfalz großer Beliebtheit erfreute. Aus den ausſaugten, gegen den Bundestag, feierte die Republik und ſchloß
des „Preßvereins”, ging dann jetzt die Anregung aus, mit den Worten: „Hoch lebe jedes Volk, das ſeine Ketten bricht
Hambacher Schloß eine große Volksverſammlung abzuhal= und mit uns den Bund der Freiheit ſchwört: Vaterland, Volks=
hoheit, Völkerbund hoch”! Hierauf erging ſich Dr. Wirth in
hef=
tigen Angriffen gegen die deutſchen Zuſtände in Staat und
Geſell=
ſchaft, wo ein ſchönes Land, reich an Hilfsquellen der Natur, das
für ſeine Kinder die Wohnung der Freude und Zufriedenheit ſein
ſollte, von 34 Königen ausgeplündert werde. Die Einigung
Deutſchlands könne nur doch Beſeitigung der deutſchen Fürſten
erreicht werden. „Ohne Beſeitigung der deutſchen Fürſtenthrone”,
ſo rief der Redner aus, „gibt es kein Heil für unſer Vaterland,
kein Heil für Europa, kein Heil für die Menſchheit!”
Zwiſchen den beiden Feſtrednern beſtand nun ein gewiſſer
Gegenſatz. Wohl erſtrebten beide ein einiges, freies Deutſchland.
Aber Siebenpfeiffer, der mit hervorragenden franzöſiſchen
Libe=
ralen, u. a. mit Lafayette, in freundſchaftlichen Beziehungen ſtand,
ſah das Heil in der Wiederbelebung der neufränkiſchen Theorien
von 1792; ſein Patriotismus trug eine republikaniſch=
kosmopo=
litiſche Färbung. Wirth dagegen forderte in erſter Reihe die
Be=
ſeitigung der deutſchen Fürſten, weil nur auf dieſem Wege die
deutſche Einheit zu erreichen ſei. Zugleich wandte er ſich ſcharf
gegen Anſchauungen, wie ſie damals in der franzöſiſchen Preſſe
vertreten wurden, die auf die Einverleibung der Pfalz in
Frank=
reich abzielten. Er warnte davor, im bevorſtehenden Kampf von
Frankreich Hilfe zu erbitten, denn um den Preis der Abtretung
des linken Rheinufers dürfe auch die Freiheit nicht erkauft
werden.”
Nach der Mittagspauſe kamen dann die Redner zweiter
Gar=
nitur zum Wort, und auch dieſe kargten nicht mit ſtarken
Aus=
drücken und revolutionären Tiraden. Trotzdem kam es zu
keiner=
lei Ausſchreitungen.
Weit bedenklicher waren die Vorgänge, die ſich am folgenden
Tag abſpielten. Auf dem Schießhauſe bei Neuſtadt, wo einige
hundert Mann ſich verſammelt hatten, und hierauf im engeren
Kreiſe in der Wohnung des Kaufmanns Schopmann in Neuſtadt
ſelbſt, hat man eine revolutionäre Erhebung ernſtlich ins Auge
gefaßt. Doch iſt es, wie es ſcheint, infolge von Zwiſtigkeiten
zwi=
ſchen Wirth und Siebenpfeiffer einerſeits und den anderen
füh=
renden Mitgliedern des „Preßvereins”, zu feſten Beſchlüſſen nicht
gekommen.
Immerhin waren ſchon die Vorgänge auf dem Hambacher
Schloß den Machthabern in Wien und Berlin ein
hochwillkom=
menes Ereignis. Sie drängten die bayeriſche Regierung zum
Einſchreiten gegen die drohende Revolution, und dieſe zögerte
auch nicht, da es hie und da in der Pfalz zu Unruhen infolge der
Teuerung gekommen war, den Fürſten Wrede mit einer ſtarken
Truppenmacht in die Pfalz zu entſenden. Nun wurden auch
Sie=
benpfeiffer und Wirth verhaftet und nach längerer
Unterſuchungs=
haft jeder zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Siebenpfeiffer
gelang es, aus dem Gefängnis zu entfliehen, Wirth dagegen hat
ſeine Strafe in vollem Umfang verbüßt; beide haben dann den
Reſt ihres Lebens — Siebenpfeiffer ſtarb 1845, Wirth im Jahre
—1848 — im Ausland verbracht. Gewiß waren beide Revolutionäre.
Aber was ſie erſtrebten, das war ein einiges, ein freies
Deutſch=
land. Sie hätten auch unſtreitig die Gründung des Deutſchen
Reiches im Jahre 1870 mit hoher Freude begrüßt. Galt doch für
Wirth wie für Siebenpfeiffer das Wort des Liedes, das einſt auf
dem Wege zum Hambacher Schloß erklungen war:
„Wo deutſche Männer, da ſind wir dabei
Wir erheben ein Deutſchland ſtolz und frei.”
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Geſchäftliches.
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4 Uhr, finden bei Schaaf am Stadtkirchenplatz praktiſche
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Veraniwortlich für Politit und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feulleion, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Btld und Wort: Dr. Herbert Nette;
fär den Inſeratienteil und geſchäftliche Mittellungen: Wills Kuhle:
Druck und Verlag: L. C. Wlttich — ſämilich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
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[ ← ][ ]Serre I9 — Nr. 112
Barmſtädter Tagblan / Heſſiſche Neueſte Naguraren
Freitag, 22. April
Seite
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Stt6
Schafft Wektbewerbe für die
„Skeuerfreien”!
Eine Forderung der Zeit.
Die bedenklichen Lähmungserſcheinungen, die den deutſchen
Automobilſport infolge der wirtſchaftlichen Notlage umzubringen
drohen, haben ſich beim Motorradſport erfreulicherweiſe noch nicht
beſonders ſtark bemerkbar gemacht. Immerhin dürfte es ſich
emp=
fehlen, der neuen Saiſon 1932 ein wenig ſkeptiſch
entgegenzu=
ſchauen, ſcheint es doch ſo, als ob die induſtrielle Anteilnahme am
Sport gegenüber dem Vorjahre noch weiter zurückgehen dürfte.
Jedenfalls iſt es erſte Pflicht der deutſchen Motorſportverbände,
die Ausſchreibungen der motorradſportlichen Veranſtaltungen ſo
zu geſtalten, daß ſie Prüfungen darſtellen, durch die ein Maximum
an „Wirkungsgrad” erzielt wird.
Reine Geſchwindigkeitswettbewerbe als „überlebt”, „zwecklos”
und „unzeitgemäß” zu bezeichnen, iſt ein Unfug, nachdem ſeit einem
Jahrzehnt erwieſen iſt, daß ſie die Konſtruktionen in weitem Maße
beeinfluſſen und befruchten, daß ſie nach wie vor eine glänzende
Induſtrie=Propaganda abgeben, und daß ſie immer noch das
In=
tereſſe des großen Publikums am meiſten befriedigen, als zur
För=
derung der Sportidee beitragen.
Daß daneben Wettbewerbe in verſtärktem Maß und Umfang
gepflegt werden müſſen, die der Förderung befähigter
Nachwuchs=
fahrer dienen, ſteht außer Zweifel, denn es läßt ſich nicht
ver=
heimlichen, daß der deutſche Motorradſport friſches Blut braucht,
um gegen das Ausland einigermaßen wettbewerbsfähig zu
blei=
ben. Schon auf dieſes Gebiet, das eigentlich bereits vor
Jahres=
friſt zu einer brennenden Frage wurde, müßte die OMB. ihr ganz
beſonderes Augenmerk richten. Die Ausweisfahrer=Rennen dieſes
Jahres dürfen nicht mehr notwendige Anhängſel an große
Renn=
veranſtaltungen der Kanonen bilden, ſondern müſſen als
ſelbſtän=
dige Hauptwettbewerbe aufgezogen werden, bei denen Diſtanzen
von mindeſtens 150 Klm. gefordert werden ſollten. Die Idee, eine
deutſche Amateur= bzw. Ausweisfahrer=Meiſterſchaft
auszuſchrei=
ben, iſt ſo ausgezeichnet, daß man ſich mit ihrer Verwirklichung
an maßgebender Stelle unbedingt beſchäftigen müßte!
Daneben könnte natürlich auch ein Ausbau der
Geſchwindig=
keitskonkurrenzen im allgemeinen nichts ſchaden, wofür von
an=
derer Seite ſchon gute Vorſchläge gemacht wurden. Es ſei nur
gedacht an Sonderwertungen für ſchnellen Start, gute
Beſchleu=
nigung, kürzeſten Tank= und Reparaturaufenthalt und ähnliches
mehr.
Der neueſten Entwicklungstendenz ſpeziell im deutſchen
Mo=
torbau Rechnung tragend, müßten die Sportverbände ihr
Augen=
merk aber dieſes Jahr in ganz beſonderem Maße den
ſteuer=
freien Maſchinen zuwenden, die ja bekanntlich jetzt das
Hauptkontingent des geſamten deutſchen Motorradbeſtandes
bil=
den. Mit zunehmender Verſchlechterung der Wirtſchaftsläge-
wird=
das ſogenannte „Kleinkraftrad” auch weiterhin das am
mei=
ſten gefragte Schnellverkehrsmittel ſein, und dementſprechend wird
ſich die Allgemeinheit für die effektive Leiſtungsfähigkeit der
ver=
ſchiedenen Typen ganz beſonders intereſſieren!
Alſo muß die Parole lauten: Schafft Wettbewerbe, für die
„Steuerfreien”! Natürlich muß man ſich hier die Art der in Frage
kommenden Prüfungen und Konkurrenzen genau überlegen.
Ob=
wohl reine Geſchwindigkeitswettbewerbe natürlich ungeeignet
er=
ſcheinen, ſo ſteht doch außer Frage, daß der Faktor Geſchwindigkeit
bei den zu ſchaffenden Prüfungen mitbewertet werden ſollte.
Cbenſo wichtig wird aber die Erprobung der Dauerleiſtung und
Strapazierfähigkeit von Motor und Fahrgeſtell ſein. Und damit
iſt die Wettbewerbsart, die für Kleinmotorrad=Konkurrenzen
zweckrichtig ſein wird, bereits umſchrieben: Parforce=
Ueberland=
fahrten unter Einbeziehung von ſchwach gebirgigem Gelände und
Aufteilung in Tag= und Nachtfahrt, dürften den Kernpunkt am
beſten treffen. Geradezu ideal in dieſem Sinne wäre die
Strecken=
führung der vor ſiebeneinhalb Jahren vom DMV. veranſtalteten
„Nord=Süd==Expreßfahrt” in ihrer; zweiten Etappe ab Leipzig
über Weißenfels-Naumburg—Weimar—Erfurt—Gotha—Eiſenach
Vacha—Hünfeld-Fulda—Schlüchtern—Gelnhauſen nach
Frank=
furt a. M., die etwa 395 Klm. mißt, nur auf Hauptverkehrsſtraßen
läuft und hinter Eiſenach auch Gebirgsgelände enthält.
Natürlich wäre auch für die ſteuerfreien Konkurrenzmaſchinen
nochmals eine Klaſſen=Unterteilung nach Motorenſtärke
vorzu=
ſehen, derart etwa, daß man die ſogenannten Fahrräder mit
Hilfs=
motoren, alſo alle Maſchinen bis 75 ccm in einer Kategorie
ver=
einigt, die Kleinmotorräder außerdem in die weiteren Klaſſen bis
150 und bis 200 ccm trennt. Dieſe drei Kategorien müßten
ver=
ſchiedene Mindeſt=Geſamtdurchſchnitts=Geſchwindigkeiten einhalten
und könnten bei gleichem Startort entweder zu verſchiedenen
Zeit=
punkten auf die Reiſe geſchickt werden oder aber, je nach
Maſchinenſtärke, auch von verſchiedenen Punkten der Strecke aus
gleichzeitig geſtartet werden, ſo daß nicht nur gefordertes
Durch=
ſchnittstempo, ſondern auch geforderte Geſamtſtrecke den
Kate=
goriengrößen entſprächen und eine ungefähr gleichzeitige Ankunft
aller Konkurrenten am Ziel ergäben. Wählt man außerdem eine
ſpäte Abendſtunde als Startzeit, dann läßt ſich eine Mitprüfung
der Lichtanlagen mit dem Wettbewerb zugleich verbinden.
Es käme als weiterer ſehr wichtiger Faktor bei einer
derarti=
gen Expreßfahrt für „Steuerfreie” hinzu, daß die Koſten der
Teil=
nehmer ſich in geringer Höhe halten und insbeſondere, daß den
Amateuren und Allerjüngſten Gelegenheit gegeben wird, ſich mit
einer beſonderen Sportleiſtung zu erproben. Denn die Prüfung
iſt namentlich bei Durchführung einer etwa achtſtündigen
Nachtfahrt beſtimmt kein Pappenſtiel.
Die Tatſache, daß der techniſche Leiter einer führenden
deut=
ſchen Motorradfabrik dieſer Tage den Wunſch ausſprach.
Wett=
bewerbe für ſteuerfreie Maſchinen ſchon für das Frühjahr 1932
anzuregen (wobei er an den Verfaſſer wörtlich ſchrieb: „Für die
Einführung unſerer Zwergmaſchine iſt es von größtem Vorteil,
wenn wir dem Publikum zeigen können, daß die Maſchine alles
leiſtet”), ſollte die OMB. die Gewißheit geben, daß die deutſche
Induſtrie für derartigen „Sport” ebenfalls beſtimmt etwas übrig
ha. Und der Umſtand ſchließlich, daß Englands
Motorradſport=
verbände „die Situation bereits erfaßt h.
haben” und vom 21. bis
23. April dieſes Jahres durch die Auto=Cycle=Union eine
der=
artige Prüfungsfahrt für 150 ccm „Leichtgewichtsmaſchinen”
aus=
geſchrieben haben, müßte hinreichend beweiſen, daß keine Zeit zu
verlieren iſt, auch einen deutſchen Wettbewerb für Kleinkrafträder
auszuſchreiben.
Für die ſteuerfreien Motorräder ſteht der erſte
Wettbewerb bevor. Beim Rennen „Rund um Schotten” am
5. Juni ſoll ein Rennen für die leichten ſteuer= und
führerſchein=
freien Maſchinen eingelegt werden.
Die Ausloſung der Entſcheidungſpiele um die dritte
ſüddeutſche Vertreterſtelle erfolgt am Sonntag nach dem Spiel
FC. Pforzheim — Bayern München in Pforzheim.
Das Hockey=Repräſentativſpiel Berlin —
Süd=
deutſchland, das am 1. Mai ausgetragen werden ſollte, wurde
abgeſagt.
Der SV. Waldhof hat gegen das am Vorſonntag gegen
den FSV. Frankfurt verlorene Spiel der ſüddeutſchen
Meiſter=
runde wegen der Geſtellung des zur Gruppe Main gehörenden
Schiedsrichter Hümpfner=Aſchaffenburg Proteſt eingelegt, der vom
Verbands=Fußballausſchuß abgelehnt wurde. Eine Annahme der
Berufung hätte ſchwerwiegende Verwicklungen zur Folge haben
können.
Das Kunſtflug=Duell zwiſchen Gerhard Fieſeler und
Gerd Achgelis findet erſt am 8. Mai auf dem Flnghafen
Tempel=
hof=Verlin ſtatt.
Vor 110 000 Zuſchauern ſchlugen die Glasgow
Rangers im Wiederholungs=Endſpiel um den ſchottiſchen Fußball=
Pokal Kilmarnock 3:0.
Nüßlein, der junge deutſche Tennis=Berufsſpieler, ſchlug
jetzt in New York den Amerikaner Tilden 6:3, 6:4.
In Scheveningen ſiegte Belgien über Holland im
Tennisländerkampf mit 3:2 Punkten.
Anerkannt wurden vom Deutſchen Schwimmverband die
geſtellten deutſchen Rekorde über 300 und 500 Meter Crawl mit
3:41 und 6:25,8 Minuten.
* Zußball im Kreis Starkenburg.
Der Aufſtiegskampf mr Heſſenliga beginnt.
Mit der Erringung der Kreismeiſterſchaft durch den Polizei
aber dieſes lann an dem . der Tabellenichts mehl. us
Nach Austragung dieſes Spieles werden wir noch die
Schluß=
tabelle bringen
Es beſteht kein Zweifel, daß mit der Darmſtädter Polizei die
beſtändigſte Mannſchaft des Kreiſes den Meiſtertitel errungen
hat. Wenn man es nun auch in den Kreiſen der um
Darm=
ſtadt beheimateten Vereine lieber geſehen hätte — die Gründe
ſind materieller Natur! — die Ordnungshüter wieder im nächſten
Jahr in der durch die Mitwirkung des SV. 98 Darmſtadt erſt
recht intereſſant werdenden Konkurrenz dabeizuſehen, ſo beſteht
aber kein Zweifel darüber, daß man den Poliziſten den
er=
rungenen Erfolg ehrlich gönnt und ihnen, nachdem ihr Sieg
feſtſteht, allſeits für die bereits am kommenden Sonntag
be=
ginnenden Aufſtiegskämpfe zur Bezirksliga die beſten Erfolge
wünſcht. Letzten Endes ſehen ja alle Vereine nun in ihrem
Meiſter den Vertreter ihres Kreiſes, der die Spielſtärke
des=
ſelben beweiſen ſoll.
Seitens der Bezirksbehörde ſind nun auch die
Termine der Aufſtiegsſpiele der Gruppe Heſſen
bekanntgegeben worden. Dieſelben ſteigen in folgender
Reihen=
folge: Vorſpiel 24. 4 03 Mombach — Polizei Darmſtadt
Rück=
ſpiel 22. 5.; VfR. Bürſtadt — Opel Rüſſelsheim; 1. 5. Polizei
Darmſtadt — Opel Rüſſelsheim 5. 6.; VfR. Bürſtadt — 03
Mom=
bach; 8. 5 Polizei Darmſtadt — VfR. Bürſtadt 12. 6.;
15 5. Opel Rüſſelsheim — 03 Mombach 12. 6. Die Spiele finden
auf den Plätzen der zuerſt genannten Vereine ſtatt. Spielbeginn
15.,30 Uhr mit 10 Minuten Wartezeit.
Die Gegner unſeres Meiſter ſind: FVga 03 Mombach (Kreis
Mainz), SC. Opel Rüſſelsheim (Kreis Wiesbaden) und VfR.
Bürſtadt (Kreis Südheſſen). Nur zwei der vier Bewerber
können aufſteigen, der Kampf wird alſo recht hart werden. Der
erſte Gegner unſeres Meiſters iſt am Sonntag die FVgg. 93
Mainz=Mombach, die ſich durch zwei 3:1=Siege über den
Be=
zirksligiſten 06 Kaſtel bereits recht gut empfohlen hat. Trotzdem
glauben wir, daß ſich unſer Meiſter getroſt im Kreiſe dieſer
Be=
werber ſehen laſſen kann. Bringt er immer die Form auf, welche
den Sieg über Sprendlingen ſicherte, ſo darf man ihn unter den
beiden Aufſteigenden erwarten. Der gefährlichſte Widerſacher
dürfte Büxſtadt ſein und dann Mombach, beide aber auf eigenen
Plätzen. Jedenfalls wünſchen wir den „Grünen” viel Glück zum
erſten Start.
Die Aufſtiegskämpfe zur Kreisliga
ſind am Sonntag ehenfalls beendet worden. Ihr Ausgang war
der von uns vorhergeſagte: Eppertshauſen und Rot=Weiß
Darm=
ſtadt haben ſich durchgeſetzt. Wir bringen im einzelnen noch
einmal die Ergebniſſe dieſer Spiele: Rot=Weiß — Ober=Ramſtadt
6:1 und 2:2: Rot=Weiß — Eppertshauſen 1:4 und 1:1:
Epperts=
hauſen — Ober=Ramſtadt 6:1 und 3:0. Daraus ergibt ſich
fol=
gender Schlußtabellenſtand:
1.
Spiele gew. un. verl. Tore
FV. Eppertshauſen
Rot=Weiß Darmſtadt .
4
SC. Ober=Ramſtadt
Ober=Ramſtadt bleibt alſo A=Klaſſe, während ſeine
Rivalen zur Kreisliga aufſteigen.
14: 3
10:
4:17
Punkte
A
Geſellſchaftsſpiele am Sonntag, 24. April:
Germania 03 Pfungſtadt — SV. 98 Darmſtadt; Viktoria
Urberach — FSV. 06 Heuſenſtamm; SV. Münſter — Konkordia
Gernsheim; SV. Mörfelden — „SV. Raunheim.
Mombach 03 — Polizei Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag treffen ſich obige Mannſchaften zum
erſten Aufſtiegſpiel der Gruppe Heſſen in Mombach. Dieſes Spiel
der beiden Kontrahenten hat inſofern eine große Bedeutung,
als hier gleich die ſtärkſten Vereine die Waffen kreuzen.
Der Platzverein hat in überlegener Weiſe den Meiſtertitel ſeines
Kreiſes geholt. Auch die letzten Privatſpielergebniſſe gegen
namhafte Vereine, wie Kaſtel, Darmſtadt 98, laſſen klar
er=
kennen, daß man es hier mit einer äußerſt gefährlichen
Mann=
ſchaft zu tun hat, die auf eignen Platz ein ſchwer zu nehmendes
Hindernis bedeutet. Auch ihr Gegner, die Polizei, hat gegen
Sprendlingen eine Form an den Tag gelegt, wie man das von
einer Meiſtermannſchaft erwarten konnte. Insbeſondere war die
Kampfesfreude und der Wille zum Sieg ausgeprägter als beim
Gegner. Wenn die Polizei dieſe beiden Faktoren auf den Pſatz
in Mombach mitbringt, dann hat ſie berechtigte Ausſichten auf
Erfolg. Spielbeginn 15.,30 Uhr. Mitglieder und Freunde ſind
gebeten, die Mannſchaft recht zahlreich zu unterſtützen. Karten
für bequeme Omnibusfahrt (1,70 RM.) oder für
Sammel=
transport (1.— RM.) ſind bis Samstag, 12 Uhr, bei dem
Vereinskaſſierer zu haben. Abfahrt 13 Uhr, Wache 24. Nur wer
rechtzeitig Fahrſcheine löſt, hat die Gewähr mitfahren zu können.
Rot=Weiß 2. — Boruſſia Dornheim 1.
Am Sonntag. 15 Uhr, empfangen die Reſerven der Rot=
Weißen die Dornheimer Boruſſen. Die Gäſte waren in, der letzten
Saiſon noch ein nicht zu unterſchätzender Gegner der erſten Elf,
und werden ſich in dieſem Treffen die Reſerven ſchon mächtig
an=
ſtrengen müſſen um ehrenvoll zu beſtehen. — Um 10,30 Uhr Rot=
Weiß komb. — Stegmüller Sp.Abt. — 1. Mſch. ſpielfrei.
SV. 1898 (Jugend).
1. Jgd. — 1. Jgd. Weiterſtadt, hier, 1.15 Uhr; 2. Jgd.
Jgd. Arheilgen, dort, Abfahrt mit Rad, 9 Uhr von Hochſchule;
3. Jgd. — 2. Jgd. Polizei, hier 10.45 Uhr: 4. Jgd — Jgd
Gries=
heim, hier, 9.30 Uhr. 1. Schüler — 1. Schüler Griesheim hier,
10.30 Uhr; 2. Schüler — komb. Schüler Eberſtadt, hier, 1.45 Uhr.
Um den Aufſtieg zur Kreisklaſſe.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Michelſtadt.
Nachdem nun alle Bezirksmeiſter des 9. Kreiſes durch
Aus=
ſcheidungsſpiele feſtgeſtellt ſind, beginnen mit dem kommenden
Sonntag die Spiele um den Aufſtieg zur höchſten Klaſſe. Die
Spiele werden nach Punkteſyſtem im Vor= und Rückſpiel
durch=
geführt. Um die Spitze zu erreichen, muß Darmſtadts Elf mit
einer großen Leiſtung aufwarten, da der Gegner Michelſtadt als
Kampfmannſchaft bekannt iſt und über ſehr gutes, techniſches
Können verfügt. Wer Sieger wird? Man möchte dieſe Frage offen
laſſen, denn das ſortgeſetzte Experimentieren der Hieſigen in ihrer
Angriffsreihe hat ſich auf die Geſamtform der Elf nachteilig
aus=
gewirkt. Oft lief allerdings Darmſtadts Elf bei großen Spielen zu
einer Form auf, die für den Ausgang des Spieles von
entſcheiden=
der Bedeutung war. — Spielbeginn 15,30 Uhr am Müllersteich.
S.V. 1910 Weiterſtadt — Spgde. Sprendlingen.
Kommenden Sonntag empfängt Weiterſtadt 10 die
Sport=
gemeinde Sprendlingen. Das Vorſpiel endete unentſchieden. Die
Gäſte ſtellen eine ſehr ſtabile und gute Mannſchaft. Die
Ein=
heimiſchen müſſen daher ſehr auf der Hut ſein, wenn ſie das Spiel
für ſich entſcheiden wollen. Zeigen die Spieler den gleichen Elan
wie dies bei den letzten auswärtigen Spielen der Fall war, ſo
dürfte ein knapper Sieg ſich einſtellen. Mit einem ſchönen und
vielverſprechenden Spiel dürfte daher zu rechnen ſein. Spielbeginn
3 Uhr. Um 1.30 Uhr 2. Mannſchaften. Das Vorſpiel konnten
die Einheimiſchen 2:1 knapp gewinnen, 1. Jgd. 1.30 Uhr in
Darm=
ſtadt gegen S.V. 98 Jgd. — Am Samstag, abends 8 Uhr, bei
Mitglied Hamm Familienabend des Vereins.
TSV. Meſſel.
Am Sonntag empfängt der TSV. Meſſel die
Pokalmann=
ſchaft des SV. 98 Darmſtadt. Der Gäſteelf, in der durchweg
frühere Ligaſpieler wie Müllmerſtadt, Laumann, Kratz, Bärenz.
Ruppel, Peth. Schäfer u. a. beſchäftigt ſind, geht der beſte Ruf
voraus. Erſt am vergangenen Sonntag unterlag ihr die erſte
Mannſchaft der „Eintracht‟ Darmſtadt 8:3. Ein ſpannendes
Spiel iſt ſicher.
Handball.
Rol-Weiß Darmftadt - Sp. B99. 04 Arheilge
Im weiteren Verlauf der Freundſchaftsſpiele empfäng
Weiß die SVgg. 04. Das Vorſpiel konnten die Arheilg
ſich entſcheiden. Das Spiel muß daher von Rot=Weiß ſeh
genommen werden, damit der Sieg nicht nochmals an Ar)
fällt. Dies wird um ſo ſchwerer ſein, da ſich Arheilgen
in einer ſehr guten Verfaſſung befinden muß, denn Siege
V.f.L. Sachſenhauſen und 07 Mannheim wollen ſchon er
ſein. Durch die anſtändige aufopfernde Spielweiſe beider
ſchaften iſt im Voraus ſchon Gewähr für ein ſchönes
gegeben. Das Spiel beginnt vormittags 11 Uhr auf den
Weiß=Platz an der Rheinallee. Vorher, um 10 Uhr, ſpiel
2. Mannſchaften.
Tade, Beſſungen — SV. 98 Ligaerfatz.
Am Samtag nachmittag 6 Uhr empfängt die Turnge=
Beſſungen die Ligareſerve der 98er zum fälligen Rückſpie
erinnerlich konnten die 98er das Vorſpiel im letzten S
mit 9:6 für ſich entſcheiden. Wenn auch die Mann
aufſtellung beider Vereine gegenüber dem vorigen Jahr eine
andere iſt, ſo darf doch behauptet werden, daß die beider
Spielſtärke nicht gelitten hat. Vorausſichtlich werden beide
ſchaften ohne Erſatz antreten, ſo daß ein intereſſantes,
wertes Spiel ſicher iſt. Vorher ſpielen die Schüler beider V
Tgde, 46 Darmſtadt — TV. Groß=Zimmern (Kreisklaſſ
Am Samstag nachmittag, 6 Uhr, empfängt die
auf der Woogswieſe die beſtbekannte Mannſchaft des TV.
Zimmern. Groß=Zimmern verfügt zurzeit über eine gi
geſpielte Mannſchaft, die gerade in letzter Zeit ganz beg
werte Reſultate erzielen konnte. In den letzten Verbands
mußten ſich ihr Bickenbach. Arheilgen und Bensheim beuge
bezeugt, daß in dieſer Mannſchaft ein ganz großer. Sieg
herrſcht. Die 46er dagegen konnten in den letzten Ver
ſpielen teilweiſe durch Verletzungen nicht günſtig abſch
Aber trotzdem hoffen wir, daß die Mannſchaft ſich mal
finden wird, und gerade beim diesjährigen erſten Spi
ihrem neuen Platze ihre Anhänger überraſcht. Vorher 2.
SV. 98 Handball=Jugend.
Spiele am 24. April: 1 Jgd. — Arheilgen, dort,
mit Rad. Riegerplatz 10.20 Uhr; 3 Jgd. — Polizei, 1., S
10 Uhr; 1. Schüler — Turngem. Beſſungen, Samstag 5,3
Rennbahn.
Hocken.
SV. 98 Darmſt. — Techn. Hochſchule Darmſt.
Am Samstag, nachmittags 5,15 Uhr, findet bei freier
tritt auf dem Stadion ein Spiel zwiſchen der Techn. Ho
und dem SV. 98 ſtatt. Die techniſch hervorragende Elf der
ſchule zählt zu den beſten Mannſchaften in Süddeutſchlar
konnte im vergangenen Jahr die deutſche Hochſchulmeiſt
erringen. Es dürfte deshalb intereſſant ſein, ob die junge
breits in der Lage ſind, dieſem Gegner ein gleichwertiges
zu liefern.
Tennis
T.E.C. Darmſtadt — T. H.C. Wiesbaden,
Zur Saiſoneröffnung fahren die Darmſtädter am S
nach Wiesbaden zu einem Klubwettſpiel gegen den Vere
deutſchen Altmeiſters Froitzheim. Gleichzeitig, ſoll dieſer
im Nerotal das letzte Training für die am 1. Mai begin
Medenmeiſterſchaftsſpiele ſein, bei denen der T.E.C.D.
1. Runde auf den ſtärkſten diesjährigen Rivalen, den S.9
Frankfurt trifft. Zu dem Spiel in Wiesbaden tritt der 2
und Eisklub mit den Damen Frl. Loy, Frl. Pfotenhaue
Scriba, Frl. Reuling, und den Herren Kleinlogel,
Werner, Müller, Sennewald, Steffan, Colin, an.
Paul de Bruyn, der in Amerika lebende
Marathonmeiſter, gewann am Dienstag in Boſton den
lichen Marathonlauf über 26 engliſche Meilen (41,850 K
der glänzenden Zeit von 2:33:36,4 Std.
An den Reiter=Wettbewerben der Olympiſchen Spiele
Angeles werden neben U. S.A. nur noch Frankreich, Hollau
Polen teilnehmen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 22. April.
15.20: Amtsgerichtsrat Dr. Deſchauer u. Aſſeſſor Dr. Riö
Erziehung und Bildung.
17.00: München: Veſperkonzert. Werke von Roſſini, Kreisler
18.25: H. Wendel: Franzöſiſche Menſchen.
18.50: Freiburg: Aerztevortrag: Kinder, die „ewig”” erkältet
19.30: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orche
Werke von Fall, Lincke, Kalman, Lehar, Joh. u. O. St.
20.15: Sonderdienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
20.30: Der Flug um die Welt.
21.30: Freiburg: Neue deutſche Inſtrumental= und Vokalmuſt
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten Sport.
22.45: Konzert. Ausf.: Roſe Stein (Harfe). Amar=Quarteit
Otto Plath (Engliſch Horn), G. Jung (Fagott), W. Schütze
rinette), J. Gelfius (Flöte).
Anſchl. Alte Tanzmuſik.
Königswuſterbauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 22. April.
10.10: Schulfunk: Heinrich Schliemann, ein deutſcher Schatzgr
Ein Hörbild.
15.00: Jungmädchenſtunde: Moderne Lebensführung.
15.40: Jugendſtunde: Abu Sein. Geſchichte eines Marabus.
16.00: Dr. Halfter: Fröbel, auch ein Führer aus den Nöten
Gegenwart. Anläßlich ſeines 150. Geburtstages.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Linden: Die realiſtiſche Dichtung des 19. Jahrhund
18.00: Marie Luiſe König u. H. Schultze=Ritter: Verſchollene
ſche Muſik aus der Zeit Bachs.
18.30: Frhr. von Richthofen=Boguſlawitz: Extenſive und inte
Landwirtſchaft, zwei Schlagworte und ihr Inhalt.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Tierärzte.
19.30: Min.=Rat Joachim: Aus der Praxis des Arbeitsrechts.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Ilia Livſchakoff.
20.45: München: Der Reviſor. Luſtſpiel von Nikolaus Gogol=
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Adalbert Lutter.
Wekterberichl.
Die Wetterlage zeigt ſeit geſtern keine weſentliche Aend
Noch immer lagert das Tiefdruckgebiet über den Britiſche
ſeln hat ſich ſogar etwas abgeflacht. Die milde Südweſtſtre
an ſeiner Vorderſeite dürfte zunächſt noch für die Geſtaltun
ſeres Wetters maßgebend ſein. Durch ſie wird weiterhin v.
Bewölkung hervorgerufen, allerdings tritt auch zeitweiſe
heiterung ein. Niederſchläge ſind dabei kaum, oder nur in
gem Maße zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 22. April: Im ganzen mild, te.
wölkt, teils aufheiternd, keine weſentlichen Niederſchla,
Ausſichten für Samstag, den 23. April: Noch Fortdauer der
ſchenden Wetterlage.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.