Darmstädter Tagblatt 1932


31. März 1932

[  ][ ]

Einzeknummer 10 Pfennigg

Bezugspreis:

Bei wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. März
bis 3l. März 2. Reichsmark und 20 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2. Reichsmar, durch die
Agenturen 2.20 Reiſchsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
im März ohne Beſtellgeld monalſch 2,60 Relchemark.
Verantwortlichkeit für Aufnahme von Anzelsen an
beſtimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
erſcheinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkelt für uns. Poſiſcheckonto
Frankfurt a. M. 4301.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſit. Tagbl. geſtattet.
Nummer 90
Donnerstag, den 31. März 1932.
195. Jahrgang

Anzeigenpreis:

21 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspig.
finanzAnzeigen 38 Reiſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breitl2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 35 Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 50 Reſchspfg. 92 mm breite Relſame=
zelle
300 Reſchemark. Alle preiſe in Reichsmark
(1 Dollar 4.20 Markl. Im Falle, höherer
Gewali, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufräge
und Leiſtſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fäll ſeder
Rakatt weg. Bankkouto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Bemtſchei Schlmtörlvin Ansianssgagoigern
Schuhmaßnahmen zugunſten der deutſchen Währung. Vorſtellungen beim ausländiſchen Gläubigerkomitee.
Akkion zur Senkung der Zinshöhe ausländiſcher Darlehen.
Transſer=Schwierigkeiten aus dem Stillhalke-Abkommen.

Denkſchriff der deutſchen Induſtrie
Vorbereikungen für Lauſanne.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung iſt ſich vollkommen klar darüber, daß
ſie über kurz oder lang zu einſchneidenden Maßnahmen greifen
muß, wenn unſere Deviſendecke nicht endgültig durchbrochen
werden ſoll. Die jetzigen Deviſenanforderungen drücken bereits
auf unſere Rohſtoffeinfuhr. Man hat ſich bisher dadurch zu
helfen verſucht, daß man die Zuteilung der Deviſen kontin=
gentierte
. Gegenwärtig dürfen nur noch 55 Prozent des an=
gemeldeten
Bedarfs an Importeure zugeteilt werden. Wenn die
Deviſenverknappung allein durch die Einfuhr hervorgerufen
würde, dann ließe ſich noch verhältnismäßig leicht ein Ausweg
finden. Erſchwerend ſällt jedoch ins Gewicht, daß die Ab=
wicklung
des Stillhalteabkommens von Woche zu Woche neue
Anforderungen ergibt.
Iufolgedeſſen hat der deutſche Schuldnerausſchuß ſich er=
neut
an das ausländiſche Gläubigerkomitee gewandt, um
eine Zinsſenkung durchzudrücken, damit wenigſtens unſer
Gold= und Deviſenbeſtand von der Zinsſeite her geſchont
wird, Gleichzeitig ſind ſchon Verhandlungen zwiſchen den
ausländiſchen Gläubigern und den deutſchen öffentlichen
Schuldnern in die Wege geleiet worden, um eine erweiterte
Stillhaltung und Herabſetzung des Zinsſatzes zu erreichen.
Auch im Auslande iſt man ſich darüber klar, daß wir in
einer zweiten Transferkriſe ſtecken. Unſer Außenhandel iſt be=
rufen
, der Reichsbank Deckungsmittel zuzuführen. Vom Ok=
tober
1931 bis Februar 1932 iſt aber der Ausfuhrüberſchuß
um 300 Millionen zurückgegangen. Er beträgt jetzt nur noch
97 Millionen. Auch die Deckungsmittel der Reichsbank haben
ſich um 250 Millionen verringert, ſo daß die privaten Aus=
landsgläubiger
allen Grund haben, durch Zugeſtändniſſe ihrer=
ſeits
die deutſchen Transferſchwierigkeiten zu mildern, und ihre
Jutereſſen zu ſchützen.
Hand in Hand damit gehen Maßnahmen zur Bekämpfung
der innerwirtſchaftlichen Kriſe. In letzter Zeit iſt wieder ſehr
viel über Hilfsmaßnahmen geſchrieben und geſprochen worden.
Der Reichsverband der deutſchen Induſtrie wird,
wie bereits angekündigt, der Reichsregierung eine größere
Denkſchrift vorlegen, deren Einzelheiten natürlich wieder
eine lebhafte Diskuſſion auslöſen werden. Auch die deutſche
Induſtrie fordert eine radikale Aenderung unſerer Deviſen=
politik
, wobei ſie auerkennt, daß gewiſſe Zwangs=
einrichtungen
geſchaffen werden müſſen. Sie fordert aber
gleichzeitig vorbeugende Schutzmaßnahmen, damit nicht daraus
eine dauernde Zwangswirtſchaft hergeleitet wird. Selbſtver=
ſtändlich
verlangt ſie im Intereſſe der Wiederherſtellung der
Rentabilität der Betriebe die Pflege des Binnenmarktes, Be=
freiung
von Steuern und ſonſtigen Laſten, eine gründliche
Reformierung der deutſchen Finanzordnung und Anpaſſung der
Sozialpolitik an die veränderten Verhältniſſe.
Auch der Direktor des Inſtituts für Konjunkturforſchung,
Prof. Wagemann, hat ſich erneut zu Wort gemeldet. Er
ſetzt ſich ein für eine Stärkung des Binnenmarktes
unter zeitweiſer Vernachläſſigung des Außen=
handels
. Unbeſtreitbar iſt, daß im deutſchen Volk ein enormer
Bedarf vorhanden iſt, der wegen der geſunkenen Kaufkraft nicht
befriedigt werden kann.
In jedem Falle wird es notwendig ſein, noch vor den
bevorſtehenden internationalen Verhandlungen, wie ſie ſich beim
Ablauf des Hoovermoratoriums ergeben, ein neues Wirtſchafts=
programm
aufzuſtellen, damit Deutſchland in den entſcheidenden
Auseinanderſetzungen mit der Gegenſeite durch innerwirtſchaft=
liche
Schwierigkeiten nicht unter Druck geſetzt und womöglich
manövrierunfähig gemacht wird.
Bereinfachung und Berbilligung der Arbeitsloſen=

Berlin, 30. März.
Auf Grund ihrer Ermächtigung durch die zweite Notverord=
vom
5. Juni 1931 hat die Reichsregierung am 21. März eine Ver=
ordnung
zur Vereinfachung und Verbilligung der Arbeitsloſen=
verſicherung
erlaſſen, die am 18. April 1932 in Kraft tritt. Dieſe
Verordnung ſoll vor allem die Verwaltung auf dem Gebiete der
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung vereinfachen, ſo=
weit
dies möglich iſt, ohne weſentliche Grundſätze des Geſetzes an=
zutaſten
. Der Vorſtand iſt in Zukunft nicht mehr, wie bisher, eine
neben dem Verwaltungsrat ſtehende Körperſchaft mit eigener Zu=
ſammenſetzung
, ſondern wird aus den Beiſitzern des Verwaltungs=
rates
ſelbſt gebildet. Gleichzeitig übernimmt er diejenigen Auf=
gaben
des Verwaltungsrates, die zur Geſchäftsführung der Reichs=
anſtalt
gehören, während die Entſcheidungen von grundſätzlicher
Bedeutung nach wie vor dem Verwaltungsrat verbleiben.
Aus Vereinfachungs= und Verbilligungsgründen wird die
Zahl der Mitglieder des Vorſtandes und des Verwaltungsrates
und der Verwaltungsausſchüſſe bei den Arbeitsämtern und Lan=
desarbeitsämtern
herabgeſetzt und die Zahl der Tagungen dieſer
Organe auf das unbedingt notwendige Maß beſchränkt.
Am materiellen Recht der Arbeitsloſenverſicherung nimmt die
Verordnung nur geringfügige Aenderungen vor. Zu dieſen gehört
die Vorſchrift, wonach Beiträge und Teile von Beiträgen, die ſpä=
ter
als ein Monat nach Fälligkeit entrichtet worden ſind, für die
Zugehörigkeit zur Lohnklaſſe künftig nicht mehr zu berückſichtigen
ſind.

Ein Reichsverkehrsmonopol?
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Der Jungdeutſche will wiſſen, daß Erwägungen ſchweben,
ein Reichsverkehrsmonot ol zu ſchaffen, deſſen Trä=
gerin
die Reichsbahngeſellſchaft werden ſolle. Er
ſtellt feſt, daß der ſtarke Rückgang der Einnahmen der Reichs=
bahn
im weſentlichen auch auf die Konkurrenz des Laſtkraft=
wagens
zurückgeſührt werde, und daß bereits der Schenker=
vertrag
den Hauptzweck verfolgte, den Zubringerdienſt zur leiden, ohne einen Beitritt Deutſchlands zum geplanten Bunde
Schiene zu fördern. Es ſoll nicht beabſichtigt ſein, den Fern=
güterverkehr
der Landſtraße zu Gunſten des Schienenweges zu
droſſeln, er ſoll dafür aber der Reichsbahngeſellſchaft in die
Hand geſpielt werden. Man denkt ſich nach dem Jungdeutſchen
die Sache ſo, daß man den Spediteuren und auch den kleinen
Kraftwagenhaltern die Kraftwagen abkaufen will, um ſie fortan
im Regiebetrieb der Reichsbahn laufen zu laſſen. Die Fuhr=
halter
und Spediteure ſollen als Agenten der Reichsbahn be=
ſchäftigt
werden. Man verſpreche ſich von dieſem Verkehrs=
monopol
für die Wirtſchaft weſentliche Erleichterungen. Die
Uebertragung des Monopolrechtes auf die Reichsbahn werde
damit bearündet, daß es dann nicht nötig ſei, eine koſtſpielige
Organiſation zu ſchaffen, weil man den vorhandenen Apparat
der Reichsbahn, der infolge des Verkehrsrückganges ohnehin nicht
ausgenutzt ſei, hierfür dienſtbar machen könne. Der Jung=
deutſche
fügt binzu, daß es ſich bei dem Plan des Reichs=
verkehrsmonopols
zunächſt nur um Erwägungen handle und
irgendwelche amtliche Mitteilungen darüber nicht vorliegen.
Es ſcheint uns nötig zu ſein, daß ſich das Reichsverkehrs=
miniſterium
zu dieſen Gerüchten äußert,
Polen begehl eine unzuläſſige Akkion
gegen Danzig.
WIP. Danzig, 30. März.
In einer proviſoriſchen Entſcheidung vom 29. März d. J.
ſtellt der Völkerbundskommiſſar Graf Gravina feſt, daß die Ver=
fügung
des polniſchen Finanzminiſteriums, die in dem Monitor
Polſki vom 9. Januar 1932 veröffentlicht worden iſt eine
unzuläſſige action directe im Sinne des Beſchluſſes des Völker=
bundsrats
vom 13. März 1925 darſtellt. In der Verfügung hatte
das polniſche Finanzminiſterium Maßnahmen getroffen, die einer
Unterbindung der Einfuhr von aus dem Danziger Veredelungs=
verkehr
ſtammenden Erzeugniſſen nach Polen gleichkamen. Die
Regierung der Freien Stadt Danzig ſah ſich daher genötigt, den
Völkerbundskommiſſar zu bitten, durch Entſcheidung zu beſtim=
men
, daß die Verfügung des polniſchen Finanzminiſteriums eine
action directe darſtelle, und daß die polniſche Regierung gehalten
ſei, die erwähnte Verfügung unverzüglich aufzuheben.
Der in Memel verhaftete Beckers ein litquiſcher zeit finanziell voneinander trennen, haben England ebenfalls

Memel, 30. März.
Der in Memel verhaftete Reichsdeutſche Richard Beckers, der
von den litauiſchen Behörden der Spionage und des Verſuchs zur
Stiftung von Unruhen im Memelgebiet beſchuldigt wird, iſt dem
Kownoer Unterſuchungsrichter für beſonders wichtige Angelegen=
heiten
, Morkeliuna, der bereits in Memel eingetroffen iſt, zuge=
führt
worden. Wie die litauiſche Kriminalpolizei hierzu weiter
mitteilt, iſt in die Angelegenheit angeblich auch eine Reihe füh=
render
Memelländer verwickelt, ſo daß unter Umſtänden mit wei=
teren
Verhaftungen zu rechnen iſt.
Unter dem beſchlagnahmten Material ſollen ſich mehrere Aus=
züge
aus Geheimbefehlen des litauiſchen Schützenverbandes ſowie
Aufſtellungen über die Stärke der einzelnen Schützenabteilungen
im Memelgebiet befinden. Dieſer Angelegenheit, die an und für
ſich ſehr geheimnisvoll anmutet, wird in Kowno für die weitere
Entwicklung des Memelkonfliktes eine außerordentliche Bedeutung
beigemeſſen.
Richard Beckers iſt ſonderbarerweiſe bei deutſchen
Stellen nirgendwo bekannt. Es heißt nur, daß er als
aus Berlin kommend bezeichnet wird. Man hält es daher für
ſehr wahrſcheinlich, daß es ſich um einen von litauiſcher Seite
bezahlten Lockſpitzel handelt zu dem Zweck, für den Wahlkampf
Handhaben gegen die Memelländer zu ſchaffen.
Anſchlag auf den Führer der weſtbnlgariſchen
Minderheiten?
TU. Sofia, 30. März.
Bulgariſche Zeitungen veröffentlichen Darlegungen eines in
Südſlawien lebenden Bulgaren namens Petroff, der ſich Sofioter
Zeitungsredaktionen mit dem Eingeſtändnis geſtellt hat, daß er
von ſüdſlawiſchen Polizeiſtellen beauftragt geweſen ſei, den bul=
gariſchen
Profeſſor Gioſcheff, den Führer der weſtbulgariſchen
Minderheiten, zu ermorden. Petroff teilte weiter mit, daß er
Weiſung gemäß in Sofia zunächſt das ſüdſlawiſche Konſulat auf=
geſucht
habe. Von dort ſei er an den ſüdſlawiſchen Militär=
attaché
verwieſen worden. Er habe insgeſamt 2000 Lewa und
Anweiſungen für ſeine Rückbeförderung über die Grenze nach der
Ausführung der Tat erhalten. Auch die Mordwaffe, eine Para=
bellum
=Piſtole, ſei ihm ausgeliefert worden. Als Belohnung für
die Tat ſeien ihm 200 000 Dinar in Ausſicht geſtellt worden. Die
amtlichen bulgariſchen Stellen haben zu den Veröffentlichungen
Petroffs bisher in keiner Weiſe Stellung genommen. Der Ein=
druck
in der Oeffentlichkeit iſt groß.

Englands Skellung zum Donauplan.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, Ende März.
Der Plan des wirtſchaftlichen Zuſammenſchluſſes der Donau=
ſtaaten
fährt fort, in England die größte Beachtung zu finden.
Die geſamte engliſche Preſſe beſchäftigt ſich mit ihm aufs ein=
gehendſte
. Zumal die Idee ja urſprünglich nicht
von Frankreich ſondern von England aus=
gegangen
war. Bloß das offizielle England hat, im Gegen=
ſatz
zu Deutſchland und Italien, bisher noch nicht viel über ſeine
Stellung zum Plan verlauten laſſen. Doch was man hierüber
mit Beſtimmtheit weiß, iſt genügend. Man weiß, daß England
dem Tardieuſchen Plan grundſätzlich zuſtimmt, daß es aber in
bezug auf gewiſſe praktiſche Einzelheiten noch eine Reihe von
Einwendungen vorzubringen hat. Man weiß ferner, daß Eng=
land
auch für die von Deutſchland vorgebrachten Wünſche volles
Verſtändnis bezeugt, daß es einem Zuſammenſchluß der Donau=
ſtaaten
unter franzöſiſcher Oberkontrolle nie und nimmer zu=
ſtimmen
wird und daß es der Anſicht iſt, daß die Abſatz=
ſchwierigkeiten
, unter denen die Donauländer zurzeit vor allem
kaum je behoben werden könnten. Man weiß endlich, daß
England eine ſofortige finanzielle Hilfe an die von der Kriſe
am ſchwerſten betroffenen Donauſtaaten für dringend erforder=
lich
hält und daß es neue finanzielle Zuſammenbrüche in Zen=
traleuropa
unter allen Umſtänden vermieden ſehen will.
Darüber hinaus aber wäre es ſicher ein Irrtum, an=
zunehmen
, daß England, in Beantwortung der franzöſiſchen
und deutſchen Vorſchläge, einen eigenen Plan vorzulegen
beabſichtige. Man dürfte wohl kaum fehlgehen, wollte man an=
nehmen
, daß ein beſonderer engliſcher Donau=
plan
vorausſichtlich überhaupt nicht exiſtiert
und daß auch die Ausarbeitung eines ſolchen in der nächſten
Zukunft kaum geplant iſt. Es liegt nicht in der engliſchen Tra=
dition
, außenpolitiſche Probleme nach im voraus entworfenen
Plänen zu behandeln. Die engliſche Politik pflegt ſich bekannt=
lich
ſtets erſt mit den Ereigniſſen zu bilden und ſich den neu=
geſchaffenen
Umſtänden anzupaſſen. Es iſt kaum erſichtlich, wes=
halb
England dieſer traditionell abwartenden Taktik nicht auch
in dieſem Falle treu bleiben ſollte. Das Britiſche Weltreich
befindet ſich überdies zurzeit inmitten überaus komplizierter wirt=
ſchaftlicher
und politiſcher Umwälzungen. England kann ſich
offenſichtlich nur ſolchen europäiſchen Plänen anſchließen, die
mit ſeinen wirtſchaftlichen Beziehungen zu den Dominien im
Einklang ſtehen. Die wirtſchaftlichen Sorgen Zentraleuropas
dürften demnach nicht nur in Genf und Lauſanne, ſondern vor=
ausſichtlich
auch in Ottawa erörtert werden Und Englands
Haltung zum Plan des wirtſchaftlichen Zuſammenſchluſſes der
Donauſtaaten dürfte um ein Weſentliches präziſer werden, nach=
dem
die Frage, inwieweit britiſche Jutereſſen hiervon betroffen
werden, zubor im Schoße der Empire=Konferenzen in genügen=
dem
Maße debattiert und geprüft worden iſt.
England hat in Zentraleuropa finanzielle, wirtſchaftliche
und politiſche Intereſſen. Die finanziellen Schwierig=
keiten
, von denen im Laufe des letzten Jahres eine Reihe
zentraleuropäiſcher Staaten betroffen wurden, haben bekanntlich
auch England ſchwer in Mitleidenſchaft gezogen. Die Geſamt=
ſumme
der in dieſen Ländern feſtgefrorenen engliſchen Kredite
iſt außerordentlich groß. England iſt alſo in erſter Linie daran
intereſſiert, ſeine in den Donauſtaaten eingefrorenen Kredite
wieder aufzutauen. Die des weiteren in Zentraleuropa überall
eingeführten Deviſenbeſchränkungen, die die Nachfolgeſtaaten zur=
in
ſehr empfindlicher Weiſe geſchädigt. Sie ſind beſonders für
den engliſchen Außenhandel und für das engliſche Bankweſen
ein überaus ſtörender und ruinöſer Faktor. Ganz zu ſchweigen
von der Tatſache, daß die Deviſenvorſchriften das Reiſen in
dieſen Ländern für Engländer oft zu einem nur ſehr zweifel=
haften
Vergnügen machen. Jeder Plau, der mit dieſen Stö=
rungen
aufräumen und in Zentraleuropa wieder normale
finanzielle Verhältniſſe herſtellen könnte, iſt daher England unter
allen Umſtänden willkommen. Um dieſem Ziele näherzukommen,
dürfte England wahrſcheinlich unter gewiſſen Vorausſetzun=
gen
ſelbſt vor neuen Kreditgewährungen nicht zurückſchrecken.
Englands erneuerte und geſtärkte finanzielle Macht wird ihm
dabei ſehr zugute kommen. England iſt heute finanziell von
Frankreich völlig unabhängig. Es iſt Herr ſeiner eigenen poli=
tiſchen
Entſchlüſſe. Und die Nachricht von einer vorausſichtlichen
finanziellen Zuſammenarbeit zwiſchen England und Fraukreich
in der Donaufrage braucht keineswegs als eine die Handels=
freiheit
Englands beeinträchtigende Tatſache, kann eher als das
Gegenteil ausgelegt werden.
Auch in Beurteilung der wirtſchaftlichen Seite des
Problems läßt England ſich von ähnlichen Intereſſen und
Erwägungen leiten. Die Erkenntnis iſt nun in England wirklich
allgemein (ſelbſt bei Leuten, die ſonſt für politiſche Dinge nur
ein geringes Intereſſe haben), daß die Zerreißung des ehe=
maligen
großen Wirtſchaftsgebietes der öſterreich=ungariſchen
Monarchie ein überaus verhängnisvoller Fehler war und daß,
ſalls nicht ſchleunigſte, wenigſtens eine teilweiſe, Wiedergut=
machung
des in Trianon und St. Germain angerichteten Uebels
erfolgt, Ungarn und Oeſterreich zum Siechtum und zum
Bankerott verurteilt ſeien. England iſt daher, im Einklang mit
Frankreich, Deutſchland und Italien, durchaus der Anſicht, daß
die wirtſchaftliche Sanierung der Donauſtaaten eine sonditio sine
gug non zur Rückkehr normaler Verhältniſſe in Europa, ja in
der Welt ſei. Ehe nicht mit der durch die Friedensverträge
geſchaffenen wirtſchaftlichen Balkaniſierung Zentraleuropas auf=
geräumt
wird, beſteht keine Hoffnung auf eine wirkliche Ge=
ueſung
der übrigen Welt, meint der Spectator wörtlich,
England würde allerdings, im Falle eines wirtſchaftlichen Zu=
ſammenſchluſſes
der Donauländer zunächſt, durch Beeinträch=
tigung
ſeiner Meiſtbegünſtigungs=Verträge, ſchwere wirtſchaft=
liche
Verluſte zu erleiden haben. Doch die wirtſchaftliche Ge=
ſundung
der Donauländer, die im Ergebnis des Planes mit
Beſtimmtheit zu erwarten wäre, würde die Kaufkraft dieſer
Länder ſofort weſentlich ſteigern und der ſolcherart für England
gewonnene neue Abſatzmarkt würde alle vorübergehenden Nach=
teile
tauſendfach wieder wettmachen
Ebenſo wie in ſämtlichen Sta
kt oder indirekt
am Donau=Problem

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 90

land Einſtimmigkeit darüher, daß die Verwirklichung des
Plaues des wirtſchaftlichen Zuſammenſchluſſes der Donauländer
tunlichſt uuter Ausſchaltung aller politiſchen
Erörterungen vorgenommen werden ſollte. Tunlichſt,
denn dieſes iſt leichter geſagt, als getan. Politiſche und wirt=
ſchaftliche
Probleme ſind bekanntlich im heutigen Europa enger
miteinander verwoben, denn je. Die Zerſtörung der wirtſchaft=
lichen
Einheit der ehemaligen öſterreich=ungariſchen Mouarchie
war das Ergebnis einer Wahnſinustat, die aus rein politiſchen
Gründen vorgenommen wurde. Die Urſachen, die bisher alle
Bemühungen um eine wirkliche wirtſchaftliche Sanierung der
Donauſtaaten verhindert hatten, gingen auf politiſche Juten=
tionen
der Großmächte zurück. Die Hinderniſſe, die noch zurzeit
der einzig möglichen Methode, einer Geſamtaktion aller Groß=
mächte
zur Wirtſchaftshilfe für die Donauſtaaten im Wege ſtehen,
liegen ebenfalls auf dem Gebiete der Politik. Das Geliugen
des Plaues würde ſofort politiſche Folgen von größter Be=
deutung
nach ſich ziehen. Politik kaun aus dieſem großen wirt=
ſchaftlichen
Problem kaum ganz eliminiert werden. Und die
Engländer wären ſchlechte Politiker, wenn ſie dieſe unleugbare
Tatſache ganz überſehen würden.
Sie tun es nicht. Es iſt in England ſehr übel vermerkt
worden, daß die Veröffentlichung des franzöſiſchen Memoran=
dums
in einer Art erfolgte, die nach Anſicht der Times an=
getan
war es gerade jenem Lande verdächtig zu machen, von
deſſen Mitarbeit letzten Endes Gelingen oder Nichtgelingen
des geſamten Planes abhängig iſt .. ." Die Anſicht, daß
Deutſchlauds Teilnahme für jeden wirtſchaft=
lichen
Zuſammenſchluß der Donanſtaaten uner=
läßlich
iſt, wird in England von der geſamten Preſſe aller
Schattierungen und Parteirichtungen vertreten. Ohne Deutſch=
land
, erklärt der Obſerver, beſtehen nicht die geringſten Aus=
ſichten
auf Behebung des Hauptübels der Donauſtaaten, der Ab=
ſatzkriſe
. Und dann: iſt Deutſchland nicht ſelbſt ein Donau=
ſtaat
? Die Donau, hält Garvin den Engländern vor, iſt ebenſo
ein deutſcher Fluß, wie der Rhein. Was vor allem Not tut, iſt
eine Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und Frankreich über
eine gemeinſame Aktion im Donauraume, wobei England viel=
leicht
vermittelud eingreifen könnte. Andere Blätter ſind der
Anſicht, daß noch wichtiger als eine deutſch=franzöſiſche Ver=
ſtändigung
eine enge deutſch=tſchechiſche Zuſammenarbeit in allen
mit dem Donauproblem zuſammenhängenden Fragen wäre,
Denn bemerkt der Economiſt die wirtſchaftliche und poli=
tiſche
Bedeutung dieſer beiden Länder füreinander werde in
England gewöhnlich ſtark unterſchätzt. In Wirklichkeit ſind dieſe
Beiden mehr aufeinander angewieſen, denn irgendwelche anderen
Länder Zentraleuropas . .. Erwähnt ſei endlich noch ein
offener Brief des bekaunten engliſchen Publiziſten Seton Watſon,
der in den Times die engliſche Oeffentlichkeit darauf auf=
merkſam
macht, daß das bei weitem wichtigſte Problem im Donau=
kaum
das geſpannte Verhältnis zwiſchen Ungarn und der
Tſchechoflowakei ſei, und daß lediglich, falls dieſe beiden Länder
übereinkommen könnten, temporär alle politiſchen Erörterungen
bei Seite zu laſſen (ohne im Prinzip irgendwelche Forderungen
aufzugeben oder dieſe zu Handelsobjekten zu machen), wirkliche
Ausſichten auf eine wirtſchaftliche Zuſammenarbeit der Donau=
ſtaaten
und auf ein Gelingen des geſamten Planes gegeben
ſeien.
Durch das Sprachrohr der Times hat England erklärt, es
betrachte den Tardieuſchen Plan als den erſten ernſten
und ſachlichen Verſuch, jene wirtſchaftliche Ver=
wüſtung
Zentraleuropas wiedergutzumachen,
die durch die politiſche Aufteilung einer natürlichen wirtſchaft=
lichen
Einheit verurſacht worden war Zur gleichen Zeit
jedoch beeilt ſich die engliſche Preſſe zu betonen, daß die
franzöſiſche Behauptung, England habe die
Tardieuſchen Vorſchläge bereits in Bauſch und
Bogen angenommen, in keiner Weiſe den wirk=
lichen
Tatſachen entſpreche. Die britiſche Regierung
bringt jedem Plan, der das Ende der gegenwärtigen Wirt=
ſchaftskriſe
beſchleunigen könnte, das großmöglichſte Wohlwollen
entgegen. Im gegenwärtigen Augenblick ſteht der Tardieuſche
Plan im Vordergrunde der Diskuſſion. Sollte er jedoch von
irgendeinem oder von mehreren der in Frage kommenden
Staaten nicht gebilligt werden und unter den Tifch fallen, ſo
wird auch England ihn ohne weiteres fallen laſſen und nach
einem neuen, beſſeren Plan Ausſchau halten. Wichtig iſt für
die Engländer die Tatſache, daß man dieſen einmal als richtig
erkannten und in Bewegung geſetzten Gedanken nun nicht er=
ſtarren
läßt, daß man ihn lebendig erhält, und daß ihm zum
ſchließlichen Siege verholfen wird.

.

*
Sofepy Hagens mafkanſges Beri.

Von Ludwig Heß,
Profeſſor an der Staatl. Akademie zu Berlin=Charlottenburg.
Am 31. März ſind zweihundert Jahre verfloſſen, ſeit dem
Tage der Geburt eines der liebenswerteſten Großen im Reiche
der Töne. In dem kleinen Rohrau in Niederöſterreich (im
ſogenannten Burgenlande) kam Joſeph Haydn als Kind eines
einfachen Wagenmachers in der Nacht vom letzten März zum
1. April 1732 zur Welt. Der kleine muſikaliſche Sepperl
wurde Chorknabe in Hainburg, dann Kapellſänger im Kuaben=
chor
des Wiener Stephansdomes, wo ihn der Domkapellmeiſter
Reutter recht lieblos behandelte und nach dem Stimmbruch an
die Luft ſetzte. Nach ſchweren Jahren der Eutbehrung, wo ſich
unſer junges Genie durch muſikaliſche Taglöhnerarbeit kümmer=
lich
durchbringen mußte, wandte ſich die Aufmerkſamkeit einiger
Künſtler und dann auch eines einflußreichen Wiener Geſell=
ſchaftskreiſes
dem jungen Autodidakten zu; er erhielt kleinere
und größere kompoſitoriſche Aufträge und erregte Aufſehen mit
einer komiſchen Oper ſowie inſtrumentalen Arbeiten für Streich=
quartett
und Orcheſter. So gelangte er nach einer verunglückten
Hauskapellanſtellung bei dem kunſtſinnigen aber bald ver=
armten
Grafen Morzin endlich als Dreißigjähriger in die ſchöne
und ſichere Lebensſtellung bei der Fürſtenfamilie Eſterhuzi
in Eiſenſtädt und ſpäter auf Gut und Schloß Eſterhäzi. Dort
wirkte er unermüdlich als Dirigent der Kapelle und des fürſt=
lichen
Haustheaters und als Komponiſt ſeiner unſterblichen
Streichquartette, Sinfonien und Kirchenwerke. Nun verbreitete ſich
ſein Ruhm auch bald nach Wien, wo ſeine Werke erfolgreich
erklangen und ihren Weg nach Deutſchland und ſelbſt England
fanden. Ein engliſcher Unternehmer lud ihn daun zu zwei
Reiſen nach London, Oxford und anderen britiſchen Städten ein.
Dieſe Reiſen brachten Haydn außer unerhörten Triumphen und
Ehrungen er wurde u. a. Ehrendoktor von Oxford viel
klingenden Lohn, aber einen weit reicheren künſtleriſchen Ge=
winn
: die Bekanntſchaft mit der oratoriſhen Kunſt Händels,
die für den Höhepunkt ſeines eigenen Schaffens, das Oratorium,
entſcheidend wurde. Der Meiſter lebte fortan bis zu ſeinem
Tode in Wien, wo er ſeine vollendeten Werke in Sorgloſigkeit
und geſammelter Ruhe ſchuf. Er ſtarb geehrt und geliebt von
ſeinen engeren Landsleuten, von der muſikaliſchen Welt mnit
Huldigungen überſchüttet, 1809 in Wien, ſeiner zweiten künſt=
leriſchen
Heimat.
Was Haydn au muſikaliſchen Kunſtwerken geſchaffen, iſt
dem Quantum nach kaum aufzuzählen. Wir halten uns hier
an das Wichtigſte, Eigenſte, Urſprünglichſte ſeiner Schöpfer=
natur
, an die Werke, welche für die Entwicklung der Inſtrum= n=
talmuſik
, des Oratoriums, der Chormuſik und nicht zum wenig=
ſten
der Hausmuſik ausſchlaggebend man kann es ohne Ueber=
treibung
ſagen unſterbliche Vorbilder geworden ſind. Darum
will ich weder von den heute faſt vergeſſenen Opernwerken, noch
von den mannigfaltigen Gelegenheitskompoſitionen für allerlei
Anläſſe im Hauſe ſeiner fürſtlichen Gönner ſprechen, obwohl
ſich unter den letzteren mauch herrliches kleines Kunſtwerk ver=
ſteckt
halten mag. Sein Opernſchaffen war mehr wie irgend

Donnerstag, 31. März 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aaftakt zum zweiten Wahigang.

Für ruhigen Wahlkampf in Heſſen.
Keine Parkeiwanderungen nach Uachbargemeinden
mehr zugelaffen.
Von zuſtändiger Stelle wird mitgeteilt:
Seit nahezu einem Jahre iſt es üblich geſorden, daß die
politiſchen Gruppen ihre öffentlichen Kundgebungen auf ein=
zelne
Orte konzentrieren und ſie unter Hinzuziehung von An=
hängern
aus Nachbarorten, ja aus dem geſamten Gebiet einer
Provinz und angrenzenden Landesteilen, zu Maſſenverauſtal=
tungen
ausbauen, die in mehr als einem Falle keine Gewähr
für einen ordnungsmäßigen Ablauf boten. So haben ſich bei
dem erſten Wahlgang für die Präſidentſchaft in kleineren Orten
Mißſtände dadurch herausgebildet, daß bei Parteikund=
gebungen
mehr Ortsfremde anweſend waren
als die Gemeinde Einwohner zählt. Aus dieſem
Grunde ſah ſich, wie erinnerlich, z. B. der Kreisdirektor von
Friedberg bereits veranlaßt, für ſeinen Kreis ein Verbot
ſolcher Parteiwanderungen, die verſchiedentlich mit
politiſchen Ausſchreitungen verbunden waren, zu erlaſſen. Die
anderen Kreiſe werden ſich anſchließen.
Noch ſchwieriger iſt die Ueberwachung in den größeren
Städten. Es ſei darauf verwieſen, daß das Verbot der
politiſchen Laſtkraftwagentransporte nach wie
vor beſteht. In Darmſtadt, wo ſür den zweiten Wahl=
gang
zur Präſidentſchaft gleichfalls ſür das ganze Land
berechnete Demonſtrationsveranſtaltungen geplant und an=
gekündigt
wurden, ſah ſich deswegen die Polizeiverwaltung vor
die Notwendigkeit geſtellt, die veranſtaltenden Parteien auf dieſe
Beſtimmungen noch einmal dringlichſt hinzuweiſen. Im Iuter=
eſſe
der Ordnung und öffentlichen Sicherheit muß für die Ab=
haltung
der Kundgebungen, die ja faſt durchweg in den dunklen
Abendſtunden abgehalten werden, auch darauf geſehen werden,
daß Uebertragungen der Reden auf Plätze vor
den Verſammlungsräumen unterbleiben. Auch
dürfen keine Zelte aufgeſchlagen werden. Es iſt dafür
Sorge getragen, daß dieſe Beſtimmungen auch rückſichtslos durch=
geführt
werden.
Reichslandbund u. Präſidenkſchaftswahl
Oppoſikion gegen Graf Kalckreukhs Hiller=Parole.
Berlin, 30. März.
Die Deutſche Allgemeine Zeitung veröffentlicht eine Zu=
ſchrift
des Grafen zu Münſter, die ſich gegen die Hitler=
Parole des Reichslandbundes wendet. Graf zu Münſter ſchreibt
unter anderem:
Als Mitte Februar der geſchäftsführende Präſident des
Reichslandbundes, Graf Kalckreuth, die Parole gegen Hinden=
burg
ausgab, nahm ich öffentlich hiergegen Stellung. Jetzt zum
zweiten Wahlgang tritt die Bundesleitung für die Wahl Hitlers
ein. Und ſo muß noch einmal in aller Oeffent=
lichkeit
und mit aller Deutlichkeit ausgeſpro=
chen
werden, daß es nicht angeht, daß die Bun=
desleitung
des Reichslandbundes eine partei=
politiſche
Parole ausgibt. Dazu iſt die Bundesleitung
unſerer Berufsorganiſation in keiner Weiſe berechtigt. Gegen
eine derartige parteipolitiſche Stellungnahme muß ganz
entſchieden proteſtiert werden.
Die Bundesleitung hat von uns Mitgliedern gar nichts zu
verlangen. Vielmehr haben wir Mitglieder, die wir unſere Bei=
träge
auch für die Koſten unſerer Vertretung zahlen, zu verlan=
gen
, daß ſich unſere Bundesleitung, die für uns da iſt und nicht
wir für ſie, um unſere beruflichen Belange kümmert und nicht um
Parteipolitik.
Und darüber muß ſich auch die Bundesleitung klar ſein, daß
nur diejenigen Landbundmitglieder für Hitler oder Hugenberg
eintreten, die zu deren Gefolgſchaft gehören. Alle anderen Mit=
glieder
aber werden gerade in der Wahl des Reichspräſidenten
niemals vergeſſen, wie ſich Herr von Hindenburg auch für die
Landwirtſchaft ſtets eingeſetzt hat."

Der Heſſiſche Landbund
hatte zu der Sitzung, in der die Hitler=Parole ausgegeben wurde,
keinen Vertreter delegiert, weil als einziger Punkt der Tages=
ordnung
nur die politiſche Angelegenheit der Kandidatenaufſtel=
lung
zur Reichspräſidentenwahl aufgeführt war. Gemäß ſeinen
früheren Beſchlüſſen iſt jedoch der Heſſiſche Landbund eine rein
berufsſtändiſche Organiſation, ſo daß er zu der politiſchen Frage
keine Stellung nahm.
Man kann aus dieſer Haltung ſchließen, daß auch der Heſ=
ſiſche
Landbund ſich von den gleichen Geſichtspunkten leiten läßt,
die dazu führten, daß Thüringen, Naſſau, Bayern und Württem=
berg
, alſo Länder, die in der Struktur ihrer Landwirtſchaft etwn
den heſſiſchen Verhältniſſen der Klein= und Mittelbetriebe ent=
ſprechen
, gegen die Hitler=Parole der Leitung des Reichsland=
bundes
ſtimmten.
Die Finanzen Heſſens.
Nach dem amtlichen Ausweis über die Einnahmen und Aus=
gaben
des Landes Heſſen betragen im Ordentlichen Haushalt die
geſamten Einnahmen ſeit Beginn des Rechnungsjahres
1931/32 per Ultimo Februar 1932 (alle Ziffern in Millionen
RM.) 73,494, und zwar aus Steuern 55,657, aus der Rechts=
pflege
3,229, aus Schule, Wiſſenſchaft, Kunſt und Kultus 0,230,
aus der übrigen Landesverwaltung 14,815. Die geſamten
Ausgaben für den gleichen Zeitraum betragen 83, 694, und
zwar für die allgemeine Verwaltung einſchließlich Polizei 11.112,
für die Rechtspflege 7,808, für Verkehrsweſen 0,933, für Schule,
Wiſſenſchaft, Kunſt und Kirche 26,314, für ſoziale Maßnahmen
und Geſundheitsweſen 5,628, für Wohnungsweſen 1945, für den
Schuldendienſt 5,088, für Ruhegehälter 13,798, für ſonſtige Aus=
gaben
11,068. Bei den ſtaatlichen Betrieben ſteht noch ein Zuſchuß
von 0,531 aus. Im Ordentlichen Haushalt verbleibt alſo ein zif=
fernmäßiger
Fehlbetrag von 10.200. Im Außerordent=
lichen
Haushalt ſtehen für den genannten Zeitraum 7.134
Einnahmen Geſamtausgaben von 2.190 gegenüber, und zwar u. a.
für Landeskultur und landwirtſchaftliches Siedlungsweſen 0,264,
für Wohnungsweſen 0,800, für ſonſtige Ausgaben 0,257. Es
verbleibt demnach im Außerordentlichen Haushalt ein rechnungs=
mäßiger
Ueberſchuß von 4,944. Insgeſamt ergibt ſich danach
für den Haushalt 1931/32 per Ende Februar 1932 (elf Monate)
ein Fehlbetrag von 5,256. Aus dieſen Zahlen kann, wie das
Finanzminiſterium betont, ein Schluß auf den Fehlbetrag am
Ende des Rechnungsjahres nicht gezogen werden, weil Einnahmen
und Ausgaben nicht gleichmäßig jeden Monat fließen und zudem
ein weſentlicher Teil der Einnahmen und Ausgaben, nämlich die
der rechnungspflichtigen Kaſſen, erſt am Jahresſchluß im Finanz=
ausgleich
erſcheinen.
Freiwillige Penſionierung von 114 heſſ. Lehrern.
Um einen Abbau von Junglehrern und Junglehrerinnen in
der heſſiſchen Volksſchule zu verhindern, hatte der heſſiſche
Miniſter für Kultus und Bildungsweſen an die über 62 Jahre
alten aktiven Lehrer und Lehrerinnen au den Volksſchulen das
Erſuchen gerichtet, freiwillig in den Ruheſtand zu treten. Wie
die Lehrerfachpreſſe mitteilt, haben dieſem Erſuchen 111 Lehrer
und Lehrerinnen ſtattgegeben. Eine weitere Entlaſſung von
Junglehrern und Junglehrerinnen in Heſſen findet infolgedeſſen
nicht ſtatt, ebenſo keine geſetzliche Herabſetzung der Altersgrenze.
Beſchlagnahme von Baſſen in Oberbayern.
München, 39. März.
Die Münchener Polizei teilt mit: Am 11. März hatten drei
Mitglieder der NSDAP. in Roſenheim von einem Landwirt bei
Endorf ein leichtes Maſchinengewehr, drei Infanteriegewehre,
eine größere Menge Munition und Leuchtpiſtolen herausgelockt.
Dieſe Gegenſtände ſind nach Roſenheim in das Anweſen des dor=
tigen
forſtwirtſchaftlichen Gaufachberaters der NSDAP. gebracht
worden. Im Verlaufe der weiteren polizeilichen Erhebungen, die
zur Beſchlagnahme der bezeichneten Waffen führten, gelang es,
noch weitere Waffenlager aus der Einwohnerwehrzeit her polizei=
lich
zu erfaſſen und eine größere Menge Telefongeräte aus Hee=
resbeſtänden
ſicherzuſtellen. Strafanzeige iſt erſtattet.

ein anderes ſeiner Gebiete durchaus zeitgebunden, namentlich
textlich, und reichte in keiner Weiſe an ſeinen genialen Zeit=
genoſſen
Mozart auch nur annähernd heran. Dagegen ſind
es hauptſächlich drei künſtleriſche Schaffensgebiete, in denen Haydn
als Führer Großer und Ureigner daſteht und dies
bleiben wird: das ſind die Sinfonien, Streichquartette und die
Oratorien.
Das reiche ſinfoniſche Werk unſeres Meiſters iſt inhaltlich
und quantitativ kaum überſehbar: dem Urmuſikanten, wie es
Haydn war, floſſen die größten muſikaliſchen Formen ebenſo
ſpielend leicht aus der Feder, wie ein Liedlein oder ein
Menuettchen. Natürlich lernen wir die Schönheiten, die kunſt=
volle
thematiſche Arbeit, die wundervolle Inſtrumentation mit
ihrer bei Haydn zuerſt auftretenden genialen Individualiſierung
der einzelnen Inſtrumente, den ganzen Aufbau, die ſtrömende
Melodik, die Grazie und den köſtlichen Humor ſeiner Tonſprache
am beſten durch häufiges Anhören von Orcheſteraufführungen
kennen; aber auch im häuslichen Muſizieren der gut geſetzten
zwei= und vierhändigen Klavierausgaben. Da haben wir auch
ein einigermaßen überſehbares Bild ſowohl der berühmteſten
wie der bedeutendſten ſinfoniſchen Weike Haydns. Die mit
Recht am volkstümlichſten geworden ſind: die Große Es=Dur
mit dem Paukenwirbel, La reine, die Militärſinfonie die
Sinfonie mit dem Paukenſchlag (wohl der überraſchendſte
Paukenſchlag nach ſauftem Streicherklang, den die Weltliteratur
aufzuweiſen hat), die Oxford=Sinfonie (bei der Doktorierung
h. c.), die Jagd, Der Schulmeiſter, die Abſchiedsſinfonie, in
der zum Schluß ein Muſiker nach dem anderen das Podium ver=
läßt
und der letzte das einzig noch glimmende Licht am Pult
ausbläſt, die Kinderſinfonie für wirkliche Kinderinſtrumente
(Nachtigallenpfeife, Kuckuck uſw.), Maria Thereſia und Lamen=
tatione‟
. Dieſe Titel ſtammen teilweiſe von dem launigen
Meiſter ſelbſt, die anderen haben ſich traditionell eingebürgert.
Immerhin eine angenehme Orientierungsmöglichkeit in dieſem
embaras de richesse! Die Weltbedentung dieſer Sinfonien
liegt außer in ihrer urkräftigen, anmut= und gemütvollen mit
ſprühendem Humor gewürzten Schönheit in der ſür Jahr=
hunderte
endgültig gewordenen großen Form, der immer neue
Wege zeigenden genialen Behandlung des Orcheſterapparates,
der mehr und mehr zutage tretenden Idee des großen ſinfoniſchen
Organismus mit ſeinen thematiſchen, harmoniſchen, kontrapunk=
tiſchen
, linearen und farbigen inneren Zuſammenhängen.
Dies rieſengroße ſinfoniſche Werk hat Haydn faſt noch über=
holt
mit leiner Kammermuſik, wo ueben Duos, Trios,
wundervollen Werken, uamentlich Sonaten, für Klavier allein, an
erſter Stelle ſeine ganz herrlichen Streichquartette zu
uennen ſind. Auch dieſe können wir vor dem Konzertgenuß in
erfreuender Weiſe zu Hauſe vorſtudieren, am idealſten natürlich
in eigenem Quartettſpiel, aber leider iſt das ja gerade heute
ſo ſelten anzutreffen! aber auch im dierhändigen Spiel der
Klavierausgaben unſrer erſten Muſikverlage. Aehnlich wie bei
gen Sinfonien, wo wir uns von hundertfünfundzwanzig vor=
handenen
auf etwa achtzehn beſchränken wollen, finden wir in
den erwähnten Ausgaben eine praktiſche Auswahl der her=
vorragendſten
Quartette. Der Zauber dieſer Werke iſt in jedem
Stimmungsgehalt unbeſchreiblich; überwiegend iſt eine heitere
lebensfrohe unſentimentale, melodiſche Grundlinie, dabei mit

liebevoller Anmut und faſt immer mit dem für Haydn typiſchen
derben Humor und liebenswürdigen Witz geziert.
In der vokalen Kompoſition unſeres Meiſters ſtehen zwei
Oratorien, die Schöpfung und die Jahreszeiten
auf ſo überragender, alles verdunkelnder Höhe, daß die Nach=
welt
ſeine rein geiſtigen Werke wie z. B. Die ſieben Worte
am Kreuz oder die rund zwanzig Hochamtmeſſen, die allerdings
der myſtiſchen Tiefe der katholiſchen Meſſe nicht durchweg gerecht
werden, ebenſo eine Menge kleinerer Kompoſitionen für Chor
und Quartett, Kanons (teilweiſe bezaubernd!) faſt darüber ver=
geſſen
hat. Die Bedeutung und Schönheit der genaunten
Meiſteroratorien hat ſich nun nahezu einhundertfünfzig Jahre
lang unverändert bewährt! Die grandioſe Naturverbuu=
denheit
Haydns vermochte es, gerade in dieſen ebenſo erd=
haften
wie himmliſch jubilierenden Werken etwas Einmaliges
und Ewiges zu ſchaffen. Nicht ein Takt, nicht eine Note wirkt
heute verblaßt! Der ſchier unerſchöpfliche Melodienreichtum in
den Chören und Arien, die ſtets den Nagel auf den Kopf tref=
fenden
Schilderungen jeder Situation, jede Charakteriſierung im
Orcheſter, die weit ausholenden Steigerungen bis zu den brau=
ſenden
Finales, die ſichere Zeichnung der menſchlichen Charak=
tere
in den Jahreszeiten und nicht zuletzt die vor=
bildliche
Behandlung der Singſtimmen all dies ſchmolz zum
vollendeten Kunſtwerk zuſammen.
Zum Schluß möchte ich noch neben den wenigen bekannt
gewordenen Liedern Haydns ſeine hervorragend ſchönen Be=
arbeitungen
ſchottiſcher, iriſcher und waleſiſcher Volksweiſen
hervorheben. Da findet die Hausmuſik ein reiches neues Feld:
leicht ſangbare entzückende Melodien mit Begleitung von
Violine, Cello und Klavier. Es war ein rieſenhafter Verleger=
auftrag
für Haydn, dieſe Sammlung zu beginnen; er bearbeitete
etwa zweihundert dieſer Volkslieder, die Fortſetzung erfolgte
durch keinen Geringeren als Beethoven. Gedeuken wir bei
dieſer nur das Weſentlichſte berückſichtigenden Ueberſicht dieſes
genialiſchen Werkes auch des prachtvollen, liebeuswürdigen,
neidloſen, gütigen und humorgeladenen Menſchen Joſepl
Haydn!

* Der Schädel Handns.
Von Dr. Elſa Bienenfeld.
Als der Fürſt Eſterhazy im Jahre 1820 auf ſeinem Herren=
ſitz
in Eſtoras den Beſuch des Herzogs von Cambridge empfing,
führte er den geehrten Gaſt einige Wochen auf den reichbebau=
ten
Feldern ſpazieren, veranſtaltete eine Reihe prächtiger Jag:
den, einige glänzende Bälle, und gab zum Schluß ein ausgewahl=
tes
Souper, für deſſen Deſſert der größte Stolz des fürſtlichen
Hauſes aufgeſpart blieb. Man ging in das kleine Schloßtheater,
einen kaum mittelgroßen Rundraum im üppigen Barock, eines
Fiſcher von Erlach würdig. Die Bühne war klein, faſt nur ein
kleines Podium. Hier ſtanden die Sänger, und ringsum am
Fuße der Treppe kaum zwanzig Muſikanten. Die Herrſchaften
traten ein, nicht mehr als ſechs, hinter ihnen die Domeſtiken,
Man nahm auf vergoldeten Stühlen Platz, der Fürſt gab dus
Zeichen. Feierlich und groß breiteten ſich die Töne aus. Enie

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 31. März 1932

Hugenberg über das neue Harzburg.
Eine Auseinanderſehung mit den Rakionalſozialiſten

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Berlin, 30. März.
Der Deutſche Schnelldienſt verbreitet einen Artikel Dr.
Hugenbergs Das neue Harzburg, in dem ſich der deutſch=
nationale
Parteiführer über Fragen der Taktik im Hinblick auf
den zweiten Wahlgang zur Wahl des Reichspräſidenten, be=
ſonders
aber im Hinblick auf die Preußenwahl und die Land=
tagswahlen
anderer Länder auseinanderſetzt. Zum zweiten
Wahlgang am 10. April erklärt er:
Es kommt mir ſelbſtverſtändlich nicht darauf an, ob der eine
oder andere von uns am 10. April für Adolf Hitler ſtimmt oder
nicht. Denn das iſt praktiſch gleichgültig, weil die Mehrheit
für Hindenburg ſicher iſt. Vor allem kann niemand,
wenn ihm eine Niederlage ſicher iſt, vom an=
deren
verlangen, daß er ſich freundlichſt an
dieſer Niederlage beteiligen ſoll. Der zweite
Wahlgang der Präſidentenwahl gibt mir Anlaß, in einem
Augenblick, wo es der Geſamtheit der nationalen Bewegung
nicht ſchadet, ſondern nur nützt, durch Ablehnungder Be=
teiligung
eine weithin ſichtbare Kundgebung
zu vollziehen. Es liegt darin weit mehr als der
Angriff des Herrn Goebbels ſich träumen
läßt. Ich habe den Wunſch, dies erſt nach dem
10. April des Näheren auszuführen. So, wie die
NSDAP. ſeit Oktober die großen praktiſchen Entſcheidungen
behandelt hat, geht es nicht. Bei einer anderen Be=
handlung
der in dieſer Zeit jeweils entſcheidenden politiſchen
Fragen könnte die nationale Oppoſition ſchon heute
im gemeinſamen Beſitz der Macht ſein. In den
Verhandlungen über die Reichspräſidentenwahl habe ich zu=
ſehen
müſſen, wie deutlich ſichtbar ein Fehler nach dem anderen
gemacht wurde. Ich habe ſeinerzeit einen Reichsausſchuß für
das deutſche Volksbegehren zur Bekämpfung des Youngplanes
auf die Beine geſtellt. Ich habe die Nationale Oppoſition im
Oktober 1931 in der ſogenannten Harzburger Front nochmals
vereinigt. Eine Woche ſpäter haben ſich die Nationalſozialiſten
ſchon wieder aus ihr entfernt. Die Nationalſozialiſten mögen
ſagen, was ſie wollen nach einer Zeit des Raufens und
Lärmens werden ſie ſchließlich genötigt ſein, ſich an einem neuen
Harzburg der gemeinſamen politiſchen Arbeit zu beteiligen.

Hugenbergs Mißerfolg.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Der Verſuch Hugenbergs zur Sammlung der bürgerlichen
Stimmen auf der deutſchnationalen Landesliſte anläßlich der
Preußenwahlen iſt in ſeinen erſten Anfängen ſchon ſtecken ge=
blieben
. Das war nach der ganzen Art, wie die Aktion aufge=
zogen
war, kaum anders zu erwarten. Das Angebot war auch
mehr taktiſch gedacht, was am beſten daraus hervorgeht, daß man
den übrigen Parteien jetzt ſofort ſchon die Schuld am Scheitern
zuſchiebt. Die Antwort der Volkspartei iſt denn auch ſehr un=
freundlich
ausgefallen. Aehnlich wird ſich das Landvolk nach
Aeußerungen ſeines Führers Dr. Gerecke verhalten. Die Chriſt=
lich
=Sozialen ſind ihrerſeits mit der Verkündigung eines Be=
ſchluſſes
auf Aufſtellung einer eigenen Landesliſte einfach zur
Tagesordnung übergegangen. Bleibt eigentlich nur noch die
Wirtſchaftspartei, die ſich wohl ebenfalls ablehnend verhalten
wird.
Das neue Spanien und Marokko.
EP. Madrid, 30. März.
Kriegsminiſter Azana verteidigte anläßlich der Beratung des
Budgets für Marokko die Marokko=Politik der republikaniſchen
Regierung. Ganz beträchtliche Erſparniſſe ſeien bereits erzielt
worden. Die Militärausgaben ſeien gekürzt worden. Die Re=
gierung
habe jetzt die Abſicht, die Effektivſtärke der Fremden=
legion
herabzuſetzen und die im Protektorat ſtehenden ſpaniſchen
Truppen ganz zurückzuziehen. Am Ende würden nur Freiwillige
zur Ausbildung der Eingeborenenrruppen zurückbleiben. Bis
zur Errichtung der Republik habe ſich Spanien be=
müht
, in Marokko Krieg zu führen; jetzt müſſe man für den
Frieden arbeiten. Bewäſſerungsarbeiten und die Entwicklung
des Schulweſens ſtünden zu oberſt auf dem Arbeitsprogramm
der Regierung. Die nötigen Kredite würden zur Verfügung ge=
ſtellt
werden.

Komödie um die Donau=Hilfe. Die Franzoſen zunächſt allein in London. Enkwerkeke Vierer=Ausſprache
kommende Woche. Reichskanzler bleibt in Berlin.

Grandi war verhinderk.
Staatsſekrekär Bülon fährt nach London.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Die diplomatiſchen Verhandlungen um die Londoner Donau=
konferenz
haben alſo tatſächlich ſo geendet, wie Herr Tardieu 2s
gewollt hat; er wird am Montag mit Flandin in London ſein,
um mit Macdonald alle Fragen zu beſprechen, die ſich um das
franzöſiſche Donauprojekt gruppieren. Während Tardieu nah
Paris zurückkehrt, bleibt ſein Finanzminiſter Flandin in London,
und Mitte der kommenden Woche wird die eigentliche Konfe=
renz
ſteigen, bei der Deutſchland durch den Staatsſekretär v. =
low
vertreten wird. Nach dem ganzen Gang der Verhandlungen
hat ſich der Kanzler entſchloſſen, den Staatsſekretär zu ſenden.
Dr. Brüning war bereit, zu einer Beſprechung der vier Mini=
ſter
nach London zu kommen. Daß dies nicht zuſtande kam, wird
an deutſcher amtlicher Stelle in erſter Linie auf Grandi zurück=
geführt
, der eine Vorverlegung der Konferenz auf das Wochen=
ende
verhinderte. Daraufhin hatte natürlich Tardieu leichtes
Spiel. Allerdings wird auch Macdonald ſich nicht ſonderlich be=
haglich
fühlen in ſeiner Rolle, denn er wollte ja einer Beſpre=
chung
mit den Franzoſen allein aus dem Wege gehen, iſt aber
von ſeiner eigenen Bürokratie mattgeſetzt worden. Tardieu hat
mit dem engliſchen Botſchafter in Paris, Thyrell, auch diesmal
ausgezeichnet zuſammengeſpielt, und man hat die Dinge ſo ge=
ſchoben
, daß Macdonald keinen Ausweg mehr fand. Tardieu
aber benutzt die Gelegenheit, um nach außen hin feſtzuſtellen,
wie eng die Entente cordiale auch jetzt noch iſt.
Bleibt ſachlich als Poſitives noch feſtzuſtellen, daß Frankreich
ſeine urſprüngliche Abſicht einer Vorverſtändigung der Balkan=
ſtaaten
aufgegeben hat, dafür hat es aber die Konferenz der
Großmächte ſabotiert und die unmittelbare Ausſprache der Mini=
ſterpräſidenten
verhindert. Der ſpringende Punkt dafür dürſte
die Reparationsfrage ſein, über die Tardieu nicht gern ſprechen
wollte. Wir werden deswegen jetzt auf Genf vertröſtet, wo man
ſich Mitte April ausſprechen will. Aber eine Ausſprache in Genf
findet unter einer ganz anderen Atmoſphäre als in London ſtatt,
um ſo mehr, als Macdonald wahrſcheinlich nicht nach Genf kom=
men
kann.
Bülow fährt zur Borkonferenz nach London.
Berlin, 30. März.
Es ſteht nunmehr feſt, daß Deutſchland auf der ſogenannten
Donaukonferenz in London durch Staatsſekretär v. Bülow ver=
treten
ſein wird.
Der Reichskanzler war zwar bereit, ſeinen Oſterurlaub zu ver=
kürzen
, um noch in dieſer Woche nach London zu fahren, und hat
dies auch zu erkennen gegeben. Dieſer Vorſchlag iſt jedoch nicht
annehmbar geweſen, weil der italieniſche Außenminiſter erſt nach
dem 3. April wieder in Rom eintrifft. Zu einem ſpäteren Zeit=
punkt
iſt der Kanzler jedoch infolge der Reichspräſidentenwahl
unabkömmlich.
Staatsſekretär von Bülow wird ſich vorausſichtlich Mitte
nächſter Woche nach London begeben. Uebrigens dürfte auch der
franzöſiſche Miniſterpräſident Tardieu bereits Anfang nächſter
Woche ſich wieder nach Paris begeben, ſo daß Frankreich auf der
Vorkonferenz der vier Großmächte nur durch den Finanzminiſter
Flandin vertreten ſein dürfte.
In Berliner unterrichteten Kreiſen mißt man im übrigen
der Londoner Vorkonferenz keine entſcheidende Bedeutung zu.
Man unterſtreicht, daß es ſich nur um eine Vorkonferenz handele,
während die eigentlichen Entſcheidungen über die Hilfs=
maßnahmen
für die Donaumächte vorausſichtlich erſtauf einer
Konferenz in Genf Mitte des Monats fallen dürften,
zu der vorausſichtlich ſich dann auch der Reichskanzler begeben
wird. Die Londoner Beſprechungen Tardieus und Macdonalds
hält man im übrigen in unterrichteten Kreiſen, auch nicht für

ibermäßig bedeutungsvoll. Nach dem ganzen Stand der Sach=
lage
wird angenommen daß dieſe Beſprechung lediglich zu einer
Herſtellung des perſönlichen Kontaktes zwiſchen Tardieu und Mac=
donald
dienen wird, aber kaum zu irgend welchen praktiſchen poli=
tiſchen
Ergebniſſen führt,

Berlin, 30. März.
Wie der Lokalanzeiger aus Moskau berichtet, ſtrömten
auf die Nachricht, daß der Buttertruſt einen größeren Vorrat
auf Lebensmittelkarten verkaufe, Frauen, die ſeit unge=
fähr
vier Monaten mit ihren Familien keine
Butter mehr geſehen hatten, in Scharen vor die Ver=
kaufsgebäude
in Moskau. Für die dort vorhandene Butter
wurden jedoch ſieben Rubel anſtatt des bisher üblichen Preiſes
von 2,50 Rubel für das Pfund verlangt. Hierüber gerieten die
Frauen in eine ſolche Erregung, daß ſie ſämtliche Scheiben und
Einrichtungsgegenſtände des Verkaufsladens in Stücke ſchlugen
und die Verkäufer mißhandelten. Berittene GPU.=
Truppen gingen gegen die Frauen vor und zer=
ſtreuten
ſie mit Gewalt. Zahlreiche Frauen wurden hierbei
verletzt. Zu ähnlichen wüſten Szenen kam es vor dem
Zuckertruſt.
Krawalle auch in Leningrad.
Im Zuſammenhang mit dem Anſteigen der Lebensmittelpreiſe
kam es in Leningrad zu Tumulten vor zahlreichen Geſchäften, die
zum Teil von der Arbeiterbevölkerung geplündert wurden. Meh=
rere
Geſchäfte der Torgſin, die Gebrauchsgegenſtände nur gegen
Goldwährung verkauft, wurden geſtürmt.
Die OGPU. hat im Zuſammenhang mit der Plünderung von
Zucker= und Buttergeſchäften in Moskau und Leningrad etwa
150 Verhaftungen vorgenommen.
Ausnahmezuſtand in Mähriſch=Oſtrau und Karwin.
TU. Prag, 30. März.
Auch am Mittwoch iſt es im Streikgebiet von Mähriſch=
Oſtrau zu blutigen Zuſammenſtößen zwiſchen der Gen=
darmerie
und den Streikenden gekommen. Als eine größere
Menge auf den Schacht von Niederſuchau bei Oſtrau zog, um
die Arbeitswilligen zum Streik zu bewegen, wurde ſie am
Schachteingang von einem Polizeiaufgebot empfangen. Nach
einem Steinhagel wurde mit Stöcken und Latten ein Angriff auf
die Polizeibeamten unternommen. Aus der Menge wurden auch
einige Revolverſchüſſe abgegeben, durch die ein Poliziſt ſchwer
verwundet wurde. Durch das Feuer der Polizei wurde
ein Arbeiter ſchwer und vier weitere leicht verletzt.
Auch in Karwin kam es zu Gewalttätigkeiten und Zuſam=
menſtößen
zwiſchen der Gendarmerie und der Menge. Zahlreiche
Verhaftungen wurden überall vorgenommen. Die Flugblätter
der Kommuniſten wurden von den Behörden beſchlagnahmt. Der
Ausnahmezuſtand wurde über das ganze Mähriſch=
Oſtrauer= und Karwinrevier verhängt. Die Polizeiſtunde wurde
auf 9 Uhr abends feſtgeſetzt. Der Streik hat eine bedeutende
Verſchärfung erfahren.
Im Brüxer Revier haben ſich weitere Schachtbelegſchaften
dem Streik angeſchloſſen. Die Streikbewegung hat auch das
Kladnoer Kohlengebiet erfaßt, wo es ebenfalls zu Zu=
ſammenſtößen
zwiſchen der Gendarmerie und den Arbeitern kam.
Der Mandſchureiſtaak ruft japaniſche Truppen.
Der Präſident der mandſchuriſchen Republik hat, wie aus
Peking gemeldet wird, den japaniſchen General Honjo um Eni=
ſendung
von Truppen zur Bekämpfung des Bandenunweſens
erſucht. Damit iſt offenbar auch die neue chineſiſche Ofſenſive
in der Mandſchurei gemeint.

zücken goß ſich in die Herzen der Zuhörer; Haydns Schöpfung
wurde aufgeführt. Der Fürſt wußte wohl, daß er ſeinem Gaſt
geboten, was ſelbſt in den Paläſten des reichen England nicht
wäre zu erdenken geweſen. Sie gingen in den Park, wo der
Mond über dunkle Alleen ſein Licht goß. Langſam wandelten
ſie weiter; da tauchte weit am Ende eine kleine Kirche auf, in
deren Grüften die erlauchten Fürſten Eſterhazy ruhten. Noch
einige Schritte, von einem Gitter umfriedet, und ſie ſtanden vor
Haydns Grab.
Hier ruhte der große Meiſter, ruhte in dem Boden, über
den er in dreißig Jahren faſt jeden Tag geſchritten. Lange Zeit
lag dies zurück, der Fürſt war ein kleiner Knabe geweſen, als
ſein Großvater ſtarb, der gute Fürſt Nikolaus Joſef Eſterhazy,
und nur dunkel erinnerte er ſich des lebhaften Kapellmeiſters
mit der dicken bäueriſchen Unterlippe und den verſchmitzten
ſchwarzen Augen. Deſto beſſer erinnerte ſich dieſes Haydn der
bejahrte Herzog von Cambridge, der zugegen war, als der greiſe
Künſtler in London ſeine beiden Oratorien, dieſe Wunderblüten
eines ſpäten Alters, aufführte, und Zeuge davon geweſen iſt,
wie der öſterreichiſche Muſiker in England faſt vergöttert wor=
den
war. Der Herzog machte ein Hehl daraus, wie ſehr er den
jungen Fürſten darum beneide, daß dieſes Genius irdiſche Hülle
ſich in ſeinem Park befinde. Der Fürſt, leichtſinnig und eitel,
faßte plötzlich den Entſchluß, dem Herzog noch eine Ueberraſchung
zu bereiten. Insgeheim ordnete er für den nächſten Morgen die
Eröffnung von Haydns Grab an. Nach dem Frühſtück führte er
ſeinen Gaſt noch einmal dorthin. Dort hatten die Totengräber
ihre Arbeit getan. Schon öffneten ſie den Sargdeckel, man ſah
die Meſſingknöpfe auf dem blauen Rock, ſah die gepuderte Perücke
aber welches Entſetzen: hier lag der Leichnam, doch ohne Kopf.
Der Fürſt tobte. Sogleich ließ er eine Unterſuchung anſtellen,
die Polizei wurde verſtändigt. Die Nachforſchungen waren nicht
leicht. Haydn war vor elf Jahren in Wien geſtorben, als die
Franzoſen die Stadt belagerten und alles in Verwirrung war.
Haydn war auf dem Friedhof vor der Linie am Hundsturm be=
erdigt
worden, erſt mehrere Monate ſpäter hatte der Vater des
Fürſten die Ueberreſte nach Eiſenſtadt ſchaffen laſſen. Dies zu
tun, ſchien ihm ſein Herrenrecht. Der Sarg war nicht geöffnet,
ſondern nach Sanitätsvorſchrift in einen zweiten eiſernen Sarg
verſchloſſen worden. Der junge Fürſt bot allen Einfluß auf, in
ganz Wien wurde über den unheimlichen Fall geſprochen. Rat=
loſ
= Wochen vergingen; endlich führte eine geheime Anzeige zur
Entdeckung. In Wien wurde vor hundert Jahren die Gallſche
Schädellehre mit Feuereifer betrieben. Schädel zu ſammeln und
an ihnen die von Gall beſchriebenen Phänomene nachzuweiſen,
war der Sport aller Zeitgenoſſen. Eine Dame der Wiener Geſell=
ſchaft
erinnerte ſich, bei dem kaiſerlichen Verwalter des nieder=
öſterreichiſchen
Strafhauſes, Herrn Johann Peter, einen Schädel
geſehen zu haben, den man als den Schädel Haydns bezeichnet
hatte. Der Schädel ſei auf einem ſeidenen Kiſſen in einem
Käſtchen von Ebenholz gelegen, das wie ein römiſches Grabmal
ausſah und im oberſten Teil eine Lyra trug. Die Polizei machte
eine Hausdurchſuchung in der Privatwohnung des Herrn Peter.
Man kam einer ganzen Kamarilla auf die Spur. Vier Perſonen,
da unter ein Magiſtratsbeamter, ein Amtsoffizier und der Sekre=
tär
der Eſterhazyſchen Kanzlei ſelbſt, ein Herr Karl Roſenbaum,
geſtanden nun, daß ſie vor elf Jahren, acht Tage nach Haydns

TTod, auf den Friedhof geſchlichen waren, den Totengräber be=
ſtohen
, das Grab aufgeſchaufelt, den Kopf abgetrennt und die
grauenhafte Beute in den Garten des Hern Strafhausverwalters
gebracht hatten, der den Kopf ſogleich mazerierte, bleichte und
zu ſeiner Befriedigung feſtſtellen konnte, daß der Tonſinn ſich
geitau nach Galls Angaben im Prodromos vorfinde, ſich auch
an den Naſenbeinen jene Polypen zeigten, an denen Haydn im
Leben ſo viel gelitten habe‟.
Das alles hatte die Polizei nach langen Verhandlungen
herausgebracht. Wo der Schädel hingeraten war, darüber wollte
niemand Beſtimmtes wiſſen. Der Strafhausverwalter behaup=
tete
, er habe ihn dem fürſtlichen Sekretär gegeben; dieſer er=
klärte
, ſeine Frau habe die geſpenſtige Wohnungsdekoration nicht
länger dulden wollen und er habe den größten Teil ſeiner
Schädelſammlung auf verſchiedenen Friedhöfen wieder abge=
lagert
. Der Fürſt, ungeduldig, in den Beſitz des Schädels zu
kommen, ließ durchblicken, daß er die gerichtliche Unterſuchung
niederſchlagen könne und ſich erkenntlich erweiſen werde. Endlich
übergab der Sekretär Roſenbaum dem Strafhausverwalter Peter
einen Schädel, den dieſer als Haydnſchen Schädel beſtätigte. Der
Fürſt, davon ſehr befriedigt, befahl, den Schädel unverzüglich
niich Eiſenſtedt zu bringen und den Gebeinen Haydns in aller
Stille beizulegen. Das Schriftſtück, in dem der Kaplan die ge=
niue
Ausführung des Befehls aufzeichnet, iſt vom 2. Dezember
1820 datiert und wird noch heute im fürſtlich Eſterhazyſchen Ar=
chiv
aufbewahrt.
Damit könnten die Irrfahrten von Haydns Schädel als ab=
geſchloſſen
gelten; aber ſeine Wanderjahre nahmen erſt, ihren
Anfang. Die beiden Gallſchen Adepten hatten dem Fürſten, wie
man ſchon erraten hat, nicht den echten Schädel ausgefolgt. Nie=
mals
hätten ſie ſich entſchloſſen, die ſchwer eroberte Reliquie des
verehrten Meiſters der Erde zu überantworten, ſie der Vernich=
tung
preiszugeben. Wie oft waren beide verſunken in den An=
blick
dieſes wunderbaren Kopfes, deſſen Schaffungen ſo viele
Menſchenſeelen begeiſtert, vergnügt und zu ſeligen Freuden hin=
geriſſen
hatten! Niemals hätten ſie dem Fürſten den Beſitz des
herrlichen Schädels gegönnt. Haydn ſei kein Leibeigener, mehr
geweſen, ſagten ſie ſich, einen rechtlichen Anſpruch auf die Ge=
beine
habe der Fürſt daher nicht. Da außerdem der Fürſt unter=
laſſen
hatte, ihnen die in Ausſicht geſtellte Erkenntlichkeit aus=
zuzahlen
, wuchs ihr Bürgerſtolz höher. Daß ſie einen Betrug
verübten, machte ihnen die geringſte Sorge. Nur eine Frage
beſchäftigte die beiden: Wie konnten ſie den teuren Schädel für
alle Zukunft vor den Anſprüchen des Fürſten, vor der Vernich=
tung
, vor unwürdiger Behandlung bewahren? Sie kamen über=
ein
, daß der Ueberlebende ihn dem Muſikkonſervatorium über=
geben
ſolle, das ihn gewiß ſeiner würdig halten würde. Roſen=
baum
ſtarb zuerſt. Peter wagte nicht, bei Lebzeiten die Schen=
kung
zu vollziehen. Obwohl er ſich im Schutze von Galls Wiſſen=
ſchaft
und kraft ſeiner ehrfürchtigen Liebe zu Haydn unſchuldig
fühlte, fürchtete er das Bezirksgericht, dem er ſchon einmal mit
Mühe entronnen war. Er wählte den Ausweg, mit Hilfe ſei=
nes
Teſtaments für die Zukunft von Haydns Schädel zu ſorgen.
Ausführlich legte er darin dar, warum und wie er in den Beſitz
des Schädels gelangt war, beteuerte mit ſeinem Eid, daß er echt
ſei und ſiegelte dieſe Schrift am 2. Juni 1832 in das bewußte
Käſtchen ein. Sieben Jahre darauf ſtarb er.

Seine Witwe führte dieſen teſtamentariſchen Wunſch nicht
aus; auch ſie fürchtete, daß Polizei und Gericht einſchreiten und
den Schädel nach Eiſenſtadt zu den übrigen Gebeinen ſchicken
würden. Sie fand einen anderen Weg: Flucht in die Wiſſen=
ſchaft
. Dem Arzt Dr. Karl Haller, der ihren Gatten in ſeiner
Todeskrankheit behandelt hatte und deſſen Verſchwiegenheit ihr
verläßlich ſchien, ſchenkte ſie die beiden koſtbarſten Stücke der
reſtlichen Schädelſammlung, den Schädel der jung dahingeſchiede=
nen
Hofſchauſpielerin Eliſabeth Roſe und den Haydns. Dreizehn
Jahre blieb der Haydnſche Schädel in einem Geheimfach verbor=
gen
bei Dr. Haller, dann wurde er von dieſem dem berühmten
Anatomen Profeſſor Karl v. Rokitanſky geſchenkt, wanderte in
deſſen anatomiſches Privatmuſeum, wo er einundzwanzig Jahre
blieb und nur gelegentlich in ſtiller Stunde einem Aſſiſtenten
gezeigt wurde. Nach dem Tode Rokitanſkys ſandte ihn ſeine
Witwe ins pathologiſch=anatomiſche Univerſitätsinſtitut, wo das
Geheimnis gelüftet und der Schädel den Studenden demonſtriert
wurde. Von hier gelangte er wieder zur Familie Rokitanſky
zurück. Die vier Söhne nahmen ihn in Empfang. Einer von
ihnen war der gefeierte Baſſiſt der Wiener Hofoper, in der Oper
ebenſo mächtig wie im Oratorium. So fand der Schädel den
Weg zur Muſik zurück. Auch war der Diebſtahl Johann Peters
ſchon verjährt, er wurde nicht mehr verurteilt, ſondern geprie=
ſen
. Am 19. März 1895 übergab Hans v. Rokitanſky im Ein=
verſtändnis
mit ſeinen Brüdern den Haydnſchen Schädel dem
Muſeum der Geſellſchaft der Muſikfreunde in Wien.
Wo der teure Schädel nach faſt hundertjähriger Wanderſchaft,
auch ſchon einige Jahrzehnte lang bis auf weiteres ruht und
lächelt.

Joſeph Haydns Blöienuhren auf der Schalplatte.
Aus Anlaß des 200jährigen Geburtstages Joſeph Haydns
hat die Carl Lindſtröm AG. eine Aufnahme der berühmten
Flötenuhren, die Haydn in den Jahren 179293 von einem ſei=
ner
Schüler bauen ließ, herausgegeben. Es ſind dies Platten
von ganz beſonderer Eigenart und nicht nur von hohem künſtle=
riſchem
, ſondern mehr noch kunſthiſtoriſchem Wert, der ſich beſon=
ders
für Sammler erhöht. Die erſten drei Stücke (Vivace 7,
Fuge C. Andante=Allegro / bzw. 34) entſtammen einem In=
ſtrument
, das Joſeph Haydn ſelbſt im Jahre 1793 für ſeinen
hohen Herrn und Gönner, den Fürſten Anton Eſterhazy, erbauen
ließ und für das er zwölf Stücke eigens komponiert hat. Das
Inſtrument, welchem die anderen vier Stücke entnommen ſind
(Allegro 7/, Menuett Der Wachtelſchlag, Menuett, Allegretto,
Preſto 38), iſt um ein Jahr älter; Haydn ließ es ſchon 1792 er=
bauen
, ſtattete es gleichfalls mit zwölf eigenen Stücken aus und
widmete es einem Glied der fürſtlichen Familie Liechtenſtein. Der
Erbauer beider Inſtrumente war ein mit Haydn nahe befreun=
deter
geiſtlicher Herr, der fürſtlich Eſterhazyſche Hofbibliothekar
Pater Primitivus Niemecz, Mitglied des Ordens der Bamherzi=
gen
Brüder. Mehr als 30 köſtliche Stücke ſchrieb Haydn für die
Flötenuhr, die teils auf den glücklicherweiſe erhaltenen Original=
Inſtrumenten, teils in Handſchriften des Meiſters und ſeines
Schülers erhalten ſind. Die Pfeifenreihe der Flötenuhren
bildet ein gedecktes Flötenregiſter im Vierfußton. Die Wieder=
gabe
durch die Schallplatte vermittel täuſchend den feinen wei=
chen
Klangton der Originalminiatur=Orgeln, die nunmehr über
150 Jahre alt ſind.

[ ][  ][ ]

wie sie Darmstadt noch nie geschen hat

172 verschiedene Herrenschuh-Modelle
Einer schöner als der andere!
Es lohnt sich für jeden, der sehen will, was in
diesem Jahre getragen wird, die
7 Meter umfassende Ausstellung anzusehen.

Darmstadt s größtes Schuhwarenhaus


Stat Karten.

Ihre Verlobung geben bekannt
Ottilie Heidt
Heinz Sonnthal

Darmstadt, 31. März 1982.

Stiftsstr. 87

Medizinalrat Dr. Franz Faust
Marge Faust, geb. Bachmann
Vermählte Goddelau
Am 31. März begehen die Eheleute Ludwig Schmidt,
Stromkaſſier, und deſſen Ehefrau
Doroihea geb. Dietz den Tag ihrer g
* Silbernen Hochzeit!
Dcſen
Jahnſtraße 18, feiern heute das Feſt der
Hilbernen Hochzeit. (491s

Statt beſonderer Anzeige.
Gott der Herr hat heute meinen lieben
Mann, unſeren guten Vater, Schwiegervater,
Großvater, Bruder und Schwager
pſurer Hermann Illert
im 69. Lebensjahre unerwartet zu ſich gerufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ana Illert, geb. Hangen
Mathilde Illert, Kreisfürſorgerin
Otto Illert. Pfarrer u. Frau Friedel, geb. Ling
Karl Goebel,Pfarreru. Frau Hermine, geb. Illert
und 2 Cnkelkinder.
Nieder=Beerbach, den 29. März 1932. (4892
Die Gedächtnisfeier wird am Freitag, den 1. April 1932,
vorm. 441 Uhr, in Mieder=Beerbach in der Kirche gehalten.
Die Beerdigung ſindet in Darmſtadt auf dem alten
Friedhof, Mederramſfädterſraße, am Freitag, den
1. April 1932, nachmittags 3½ Uhr, ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Entſchlafenen.

Todes=Anzeige.
Heute Mittag um 12.20 Uhr durfte nach Gottes un=
erforſchlichem
Natſchluß unſer unvergeßlicher, heiß=
geliebter
, braver Sohn, Bruder, Neffe, Großneſfe
und Vetter
Karl Becker
Kaufmann
im 23. Lebensjahr nach langer, heimtückiſcher,
ſchwerer Krankheit heimgehen in die obere Heimat
im feſten Glauben an ſeinen Erlöſer.
(Phil. 3, V. 20 u. 21.)
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
ph. Becker, Gärtnereibeſitzer u. Familie.
Nieder=Ramſtadt, den 30. März 1932. (4901
Beerdigung am 2. April, nachmittags 3 ½ Uhr.

Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden entſchlief heute ſanft im 25. Lebensjahr unſer
lieber Sohn, Bruder, Enkel und Vetter
Or. phil. Heinz Stütz
In tiefem Schmerz
Familie Jacob Stüßz.
Darmſiadt, den 29. März 1932.
Lindenhoffraße 2.
Die Beerdigung findet Freitag, den 1. April, nachmittags
3 Uhr, aut dem Waldfriedhof ſtatt.

Nachruf.
Am 29. März verſchied nach langer ſchwerer Krankheit

Geſtern Nachmittag entſchlief unſere liebe, gute
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante

Frau Marie Müller
Hert Or. phil. Heinz Stütz

Darmſtadt.
Als Stipendiat der Notgemeinſchaft der deutſchen Wiſſenſchaft
hat Herr Dr. Stütz dem Forſchungsinſtitut der Rhön=Roſſitten=
Geſellſchaft Darmſtadt nach Abſchluß ſeines Studiums ſeit Sep=
tember
vorigen Jahres angehört. Mit friſchem Eifer, freudiger
Hingabe und ſtrebſamem Ernſt begann er ſeine wiſſenſchaftliche
Berufslaufbahn, aus der ihn ein hartes Geſchick nun ſchon kurz
nach dem hoffnungsfrohen Anfang wieder herausgeriſſen hat.
Das Forſchungsinſtitut der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft betrauert
in Dr. Stütz einen Mitarbeiter, dem es wegen ſeiner menſchlichen
und wiſſenſchaftlichen Eigenſchaften alle Zeit ein treues Gedenken
bewahren wird.
Darmſtadt, den 30. März 1932.
Forſchungsinſtitut
der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft
Darmſtadt.
4880)

Nachruf.
Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, unſere Mitglieder von dem am
25. März 1932 erfolgten Ableben des Ehrenvorſitzenden des Aufſichtsrates
unſerer Genoſſenſchaft, Herrn Reichsbahn=Oberinſpektor i. R.

geb. Schiemer
im Alter von 75 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Müller
Friedrich Müller und Frau, geb. Baſting
Reichsbaynoberrat
Heinrich Müller und Frau, geb. Schmidt
Regierungsbaurat
Heinz Müller
Ernſt Müller.
Darmſtadt, Berlin, Stade, den 30. März 1932.
Schloßgartenſtr. 19.
Die Beerdigung findet Freitag, 1. April, nachm.
3 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes an der
Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.

Karl Kühnlh

Vereinigung
früherer
Leibgardiffen
Darmſtadt.

in Kenntnis zu ſetzen,
Wir beklagen in dem Eutſchlafenen den Verluſt eines treuen Anhängers
und eifrigen Verfechters unſeres Zuſammenſchluſſes.
Seit Beſtehen unſerer Genoſſenſchaft bekleidete er das Amt des Aufſichts=
ratsvorſitzenden
mit ſeltener Hingabe und Ausdauer, bis er infolge Krank=
heit
dieſer ihm liebgewordenen Pflicht entſagen mußte.
In ſtiller Trauer nehmen wir Abſchied von einem treuen Mitgliede und
Freunde in dem Bewußtſein, daß ihm ein ehrendes Andenken in unſerer
Genoſſenſchaftsgeſchichte auf alle Zeiten gewahrt bleiben wird.
Darmſtadt, den 30. März 1932.
Der Vorſtand und Aufſichtsrat
der Gemeinnützigen Eiſenbahner=Baugenoſſenſchaft
5900)
e G. m. b. H, Darmſtadt.

Geger

R
pRossen
erden unter Garantie durch
Stärke B besei-
VERUStist K 160,2,75

Pichel. Miteſſer

Stärke 4

Parfümerie Frank, Elisabethenstrasse 9
Drogen-Liebis, Luisenstnaße 4 (II.Blns1
Friedrieh Schaefer, Ludwigsplats 7.
Parfümerie Tillmgnn, Elisabethenstr. 21.

die den Körper von ſchädlichen Schlacken
(Uürſachen von Hautausſchlägen, Furun=
keln
, ſchlechtem Stoffwechſel uſw.) be=
freien
, macht man mit dem bewährten
Deikeims verstärkt. Btetreinigungslee
Pr. 1.15 In allen Apotheken erhältl.
(Jr. Ahm.4304)

Am 29. März 1932 verſchied unſer
langjähriges, treues Mitglied
Kamerad.
(4908
Adam Knell
Lokomotipführer i. R.
Beerdigung: Heute, Donnerstag
nachm. 3 Uhr, Waldfriedhof. Wir
bitten unſere Mitglieder, dem
verſtorbenen Kameraden in recht
großer Zahl die letzte Ehre zu
erweiſen. Der Vorſtand.

Die gans vorzüglichen
Schwedenstahl-Klingen
Rotweiß . . . . . 10 Stück 0.95
Schwarzweiß. . 10 Stück 1.50
bekommen Sie nur in der
ParfümerieFRANK
Ellsabethenstraße 9 L574e
Deutsche Edelstahlklingen
10 Stück schon von 209 an

Dr. B. Dörr-Afal
Kinderärztin.
verreiſt
bis 8. 4. 32.
Vertreter:
Dr. Sachs und
Dr. Schefers.
Mßft

Aufounfal.
Diejenige Frau,
welche a. Mittwoch
vormittag um 111
Uhr d. Autounfall
im Rhönring direkt
mit angeſehen hat,
wird gebeten, ihre
Adreſſe unt. A. 155
in d. Geſchäftsſtelle
abzugeben.

Enkfekkungs=
Tabletten Coro=
nova
m. Marien=
bader
Salz in allen
Apotheken. (4884a

Weißb.= Anſtreich=
u
. Lackier=Arbeiten,
Fachm. u. gt. Arb.
w. von ein. Meiſter
billig ausgeführt.
Küche in Oelfarbe
25 Mk. Decke und
Wohnung. Feinſte
Möbel=Lackierei. (*
Ang. u. A. 180 Gſt.

Sterbekaſſe
geſucht zwecks Bei=
tritt
von venſion.
Beamten. Angb. u.
A. 167. a. Gſchſt. (*

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 31. März 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Ais der Luneesstapitavi.
Darmſtadt, den 31. März 1932.
Der Preiskommiſſar droht mit Zwangsmaßnahmen!
Im Hinblick auf den von einigen Gaſtwirtsverbänden ange=
kündigten
Widerſtand gegen die verfügte Bierpreisſenkung
auch der Vorſtand der Gaſtwirte=Innung Heſſen in Darmſtadt
hatte eine ſolche Erklärung abgegeben teilt der Preiskommiſ=
ſar
mit:
Von einigen Gaſtwirte=Verbänden wird zum Widerſtand
gegen die Bierpreisſenkungsverordnung aufgefordert. In einer
Erklärung der heſſiſchen Gaſtwirte=Innung wird dabei auch mit
irreführenden Zahlen operiert. Die Senkung der Bierpreiſe iſt
in dem Ausmaß erfolgt, daß eine Vermehrung des Konſums und
damit auch eine Erhöhung des Nutzens der Gaſtwirte möglich
wird. Gaſtwirte, die ſich gegen die Verordnung auflehnen, wer=
den
ſich aber damit abfinden müſſen, daß ihre Betriebe
wegen Unzuverläſſigkeit geſchloſſen werden.

Ein treuer Beamter. Am 30. März trat Herr Rechnungs=
direktor
Karl Krieb, bei der Buchhaltung des Finanzminiſte=
riums
in den Ruheſtand über. Herr Krieb war 32 Jahre im
Dienſte des Finanzminiſteriums und nahezu 52 Jahre im Dienſte
der heſſiſchen Staatsverwaltung tätig. Mit ihm ſcheidet ein Be=
amter
aus dem Amte, der zeit ſeines Lebens treu und vorbildlich
ſeine Pflicht erfüllt hat, ein hilfsbereiter und freundlicher Kol=
lege
und dabei ein lauterer Charakter war. Aus dieſem Grunde
hatten die Beamten der Miniſterialbuchhaltung eine ſchlichte Ab=
ſchiedsfeier
veranſtaltet, bei der ſie dem Scheidenden einen
Geſchenkgegenſtand, mit den beſten Wünſchen für die Tage ſeines
wohlverdienten Ruheſtandes überreichten.
Dienſtjubiläen. Am 1. April d. J. können folgende Be=
dienſtete
auf ihre 25jährige Beamtentätigkeit bei der Deutſchen
Reichsbahn zurückblicken: Lokomotivführer Wilh. Becker, Ar=
heilgen
; Karl Diez. Darmſtadt, Phil. Griesheimer, Darm=
ſtadt
; Jakob Götz, Darmſtadt; Fr. Horn, Darmſtadt: Hch.
Jäger. Darmſtadt: Phil. Lepper, Darmſtadt: Martin
Löſch, Darmſtadt; Johann Lotter, Darmſtadt; Karl Ma=
ſer
, Darmſtadt; Friedrich Mendel, Arheilgen; Adam Mül=
ler
Groß=Gerau; Hch. Neumann, Darmſtadt; Phil. Stiep,
Darmſtadt; Jakob Weicker, Darmſtadt; Peter Weſp, Kra=
nichſtein
: Triebwagen=Führer Chr. Steinmetz, Darmſtadt;
Adam Weigandt, Darmſtadt. Die Berufskollegen nehmen An=
laß
, die Jubilare am 2. April d. J., 20 Uhr, im Konkordiaſaal,
Darmſtadt, Waldſtraße 33, beſonders zu ehren.
Sein 25jähriges Dienſtjubiläum bei der Stadt Darmſtadt
begeht am Freitag, den 1. April, Herr Conrad Strein, Bark=
hausſtraße
4.
Von der Landesuniverſität. Der preußiſche Kultusmini=
ſter
hat an den ordentlichen Profeſſor für ſyſtematiſche Theologie
an der heſſ. Landesuniverſität D. Dr. phil. Friedr. Karl Schu=
mann
einen Ruf auf den ordentlichen Lehrſtuhl der ſyſtemati=
ſchen
Theologie an der Univerſität Halle gerichtet.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 Wanderabteilung. Die
Mitglieder und Freunde der Wanderabteilung machen wir auf
die am nächſten Sonntag ſtattfindende Wanderung aufmerkſam.
Der Abmarſch iſt um 9 Uhr am Tierbrunnen (Nieder=Ramſtädter
Straße) und führt über den Lindenberg weiter nach Eberſtadt.
Hier iſt ferner Gelegenheit, am Schluß der Wanderung dem
Frühjahrswaldlauf des Main=Rheingaues beizuwohnen. Der
Wanderausſchuß hofft auf eine zahlreiche Beteiligung. Ruckſack=
verpflegung
iſt vorgeſehen.
Kriegerverein Darmſtadt. Die vaterländiſche Vereinigung
für Weltanſchauung und Kunſt lädt ein zu der am Samstag, den
2. April, abends 8½ Uhr, im großen Saal des Städtiſchen Saal=
baues
, ſtattfindenden vaterländiſchen Gedenkfeier im Zeichen
Friedrichs des Großen. Unter Mitwirkung namhafter Kräfte,
wie Herr Schauſpieler Franz Kutſchera, des Herrn erſten Kon=
zertmeiſters
Drumm, des Herrn Kammermuſikers Nik. Jung
(Flöte), des Herrn Kapellmeiſters Beppo Geiger, eines kleinen
Streichorcheſters und eines bekannten Vortragsredners, werden
in der Umrahmung einer geſchichtlichen, vaterländiſchen Anſprache
hervorragende Werke Friedrichs des Großen, Johann Seb. Bachs
uſw. aufgeführt.
Die Kunſtſchule von Profeſſor Adolf Beyer in Darmſtadt,
Saalbauſtraße 73. Gartengebäude, beginnt jetzt nach Oſtern ihren
31. Jahrgang. Die Anſtalt, welche in den langen Jahren ihres
Beſtehens vielen Hunderten heute künſtleriſch Tätigen ihre Aus=
bildung
gegeben hat, bietet nach wie vor für Damen und Herren,
für alle Zweige ſpäterer künſtleriſcher Arbeit die Grundlagen
gediegener Zeichnung, darüber hinaus gründliche Ausbildung in
allen Techniken.
=Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zur Vorſtel=
lung
Nora am Samstag im Kleinen Haus des Landesthea=
ters
ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle.
Orpheum. Heute, Donnerstag, gelangt zum letzten Male
der ausgezeichnete Oſter=Spielplan mit den hervorragenden Künſt=
lergäſten
Erika Körner, Röß’l=Wirtin vom Frankfurter
Opernhaus, Vera Donalies (ehem. Mitglied des Landes=
theaters
), mit den Nelſon Girls Harry Cobler, der
phänomenalen Stimmungskanone vom Südweſtfunk. Die Sylva=
Singer Damenquartett in Revellersart, und Anton Tiller vom
Volkstheater Wien, zur Darbietung. Die Beſucher der heu=
tigen
Abſchiedsvorſtellung haben beſondere Vergün=
ſtigung
, worüber näheres aus heutiger Anzeige erſichtlich iſt.
(Siehe Anzeige.)
Rezitationsabend. Erna Volz, eine junge, aufwärts=
ſtrebende
Künſtlerin, veranſtaltet am 4. Auguſt, im Saale der
Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße, einen Rezita=
tionsabend
, unter Mitwirkung des jungen, ſchon oft gehörten
Geigers Fritz Müller. Am Flügel: Melly Birrenbach.
Karten in der Muſikalienhandlung Chr. Arnold, am Weißen
Turm.
Heſſiſches Landestheater. /
Großes Haus.

Donnerstag, 31 März 20, Ende vor 22½ Uhr. E 19. Toska.
Preiſe 0 705.60 Mk. Freitag, 1. April . 19½ Ende nach 22½ D19 u. T Gr. 1, 2, 3, 4 n. 5.
Mignon. Preiſe 0.705 60 Mk. Samstag, 2 April 2022½ Uhr. Dſt. Volksb. G (13. Vorſt.)
Oberon. Preiſe 0.70 bis 5 60 Mk. Kleines Haus. Donnerstag, 31. März 20, Ende vor 22½ Uhr. Zuſatzmiete III 11.
Zphigenie. Preiſe 0 604.50 Mk Freitag, 1 April Keine Vorſtellung Samstag, 2 April 19½, Ende nach 2224 Uhr. Außer Miete,
Nora. Ermäßigte Preiſe 0.503 Mk.

die beiden weſentlichen Schauſpielaufführungen im Kleinen Haus,
werden in dieſer Woche, am Donnerstag, den 31. März, (Iphigenie
mit Franziska Kinz) und Samstag, den 2. April, (Nora mit Beſſie
Hoffart) wiederholt. Die Vorſtellung Nora findet zu ermäßigten
Preiſen ſtatt. Razzia von Hans Rehfiſch gelangt Diens=
tag
, den 5. April, im Großen Haus, zur Erſtaufführung. Am
Sonntag, den 3. April, geht im Großen Haus Aida, in
Szene. Die Titelrolle ſingt Roſe Landwehr, den Rhadames: Alb.
Seibert.

Nr. 90 Seike 5,

Dichkungen von Skefan George
las geſtern abend Franziska Kinz im Heylshof auf Ver=
anlaſſung
des Darmſtädter Journaliſten= und Schriftſtellerver=
ein
, der damit auf eine würdige Art ſeinen Beitrag zu den
Goethefeiern dieſer Wochen abſtattete. Daß man George gewählt
hatte wurde nicht weiter begründet und bedarf auch keinerlei
Rechtfertigung; denn einmal iſt es berechtigt, zu Ehren Goethes
auch einen lebenden Dichter zu Wort kommen zu laſſen, zum an=
deren
kann heute kein Zweifel darüber ſein, daß bei aller Ver=
ſchiedenheit
doch nach dem Rang ſeiner künſtleriſchen Kraft und
der Höhe ſeiner geiſtigen Haltung keinem lebenden Dichter die
Ehre ebenbürtiger Nähe Goethes mehr zukommt als George.
Es waren nur wenige Gedichte, die Franziska Kinz vorlas,
zu wenig, als daß damit der dichteriſche Bereich Georges an=
nähernd
in ſeinem ganzen Umfang fühlbar geworden wäre, aber
dieſe Beſchränkung war notwendig bei den großen Anforderun=
gen
, die die ſpröde Strenge und der tiefe Ernſt dieſer Gedichte
an den Zuhörer ſtellen, zumal die Art, in der die Vortragende
die Gedichte herſagte, die ganze Tiefe und die ſtrenge Schön=
heit
voll zur Geltung brachte, ſo daß jedem aufgeſchloſſenen
Hörer unmittelbar aufgehen mußte, wie ſehr ſich dieſe Dichtung
von aller reizhaften Gefälligkeit und jeder geſchmäckleriſchen
Spielerei unterſcheidet, die, von den Erzeugniſſen banaler Sach=
lichkeit
ganz zu ſchweigen, häufig das Kennzeichen moderner
Lyrik ausmacht. Und entſprechend unterſchied ſich die Vortrags=
weiſe
Franziska Kinz' von üblicher Rezitation: getragen, aber
ohne jedes Pathos, ſagte ſie Wort für Wort, Reim für Reim
die Gedichte her, ſo daß jedes Wort ſeinen eigenlautenden Wert,
jeder Vers ſeinen Rhythmus hergab und zugleich unter der
litaneiartigen Strenge und hinter der pſalmodierenden Muſika=
lität
jede innere Schwingung und der letzte Sinn des Gedichtes
ſich offenbarte.
n.
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieliheakern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Hurra ein Junge dieſe neue Verfilmung des be=
kannten
Bühnenſchlagers gleichen Namens, den Arnold und Bach
ſchufen, darf ſich mit beſtem Recht ein Kabinettſtück des Humors
nennen. So überfüttert die Kinobeſucher ſeit Monaten durch
Tonfilmſchwänke und Luſtſpiele werden, dieſer Schwank iſt wirk=
lich
noch erträglich und amüſant. In erſter Linie dank der ganz
einzigartigen ſchauſpieleriſchen Leiſtung Ralph Artur Ro=
berts
. Dieſer fabelhafte Komiker des deutſchen Tonfilms
er iſt der vielſeitigſte ſeiner Kollegen übertrifft ſich hier
ſelbſt. Er zeigt ſich als Meiſter der Maske und als Meiſter der
Darſtellungskunſt. Nicht in den über Gebühr ausgedehnten Sze=
nen
auf dem Baby=Ball. mit dem tollen Faſchingstreiben und
dem unaufhörlich fließenden Sekt. Das kann ſchließlich ein an=
der
auch. Was aber R. A. Roberts ſobald niemand nachmacht,
ſind die kurzen Szenen, da ſein Humor nicht zum Lachen reizt,
ſondern erſchüttert, die, da der in der Welt herumgeſtoßene
Vorſtadtvarieté=Humoriſt ſeinen Vater zu finden glaubt, nach
dem er ſich ein Leben lang geſehnt. Erſchütternd, einzig, wie
Roberts das Wort Mutter ausſpricht und gleich darauf wieder
der durch ſeine Komik überwältigend wirkende Humoriſt zu ſein.
Aber auch das übrige Schauſpielenſemble, iſt in dieſem Film=
ſchwank
erſtklaſſig. In Spiel wie in Sprache. Fritz Schulz und
ſeine ewig eiferſüchtige, aber reizende Gattin Lucie Engliſch,
Ida Wüſt Max Adalbert Georg Alexander ſind ein
Schauſpielenſemble, wie es von gleichem künſtleriſchem Niveau
nicht oft im Film zu ſehen iſt. Die Regie und die Phototechnik
umrahmt die luſtige Handlung mit einer Fülle hübſcher Bilder.
Im Beiprogramm läuft ein Film, dem man ſtärkſten Beſuch
und weiteſte Verbreitung zurzeit von Herzen wünſchen kann. Ein
Film, der, wüßten die Verantwortlichen ſeine Propagandakraft
auszunützen, ſchon ſeit Monaten in allen deutſchen Lichtſpielthea=
tern
laufen ſollte. Ein Film vom bedrohten Oſten, das herrliche
Maſuren mit ſeinen heroiſch ſchönen Landſchaftsbildern, die im
ganzen lieben deutſchen Vaterlande ihresgleichen nicht haben. Ein
Teil deutſchen Bodens, der mit Blut gedüngt, mit dem Schweiß
von Jahrhunderten beackert, heute bedroht iſt von ſlawiſcher
*X
Ueberhebung und Anmaßung.

Im Union=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
den unerhört ſpannenden Kriminal=Tonfilm Peter Voß, der Mil=
lionendieb
, mit Willy Forſt in der Titelrolle.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und morgen den amü=
ſanten
Tonfilm=Schwank Hurra, ein Junge‟
In den Helia=Lichtſpielen gelangt ab heute die luſtige Ton=
filmoperette
Der Frauendiplomat zur Vorführung. In den
Hauptrollen ſind beſchäftigt: Martha Eggerth, Max Hanſen, der
bekannte Tenor Leo Slezak, Jeſſie Viehrog (früher vom Landes=
theater
Darmſtadt), Hilde Hildebrandt, Anton Pointner u. v. a.

unttavine
DASHLLEN

Vereinigte Kriegervereine (Kriegerkam. Haſſia) Die vater=
ländiſche
Vereinigung für Weltanſchauung und Kunſt lädt uns
für Samstag, den 2. April, abends, in den Städtiſchen Saalbau,
zu einer vaterländiſchen Gedenkfeier im Zeichen Friedrichs des
Großen herzlichſt ein.
Männervereinigung der Reformationsgemeinde. Der
nächſte Vortragsabend findet ſtatt: Freitag, den 1. April abends,
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Es ſpricht Herr Oberreal=
lehrer
Frank, 1. Vorſitzender der Männervereinigung der Petrus=
geieinde
, über Gegenwartsaufgaben der Männervereinigungen.
Vom Flugeiſenbahnverkehr. Der zuerſt in Deutſchland ſeit
1. September 1928 eingerichtete Flugeiſenbahnverkehr (Fleiver)
der den Flugreiſenden, die ihre Reiſe im Flugzeug aufgeben, die
Weiterreiſe mit der Eiſenbahn ohne nochmalige Bezahlung ermög=
licht
, iſt jetzt auf einheitlicher Baſis im Benehmen mit den Jata=
Luftfahrunternehmen (International Air Traffic Aſſociation) in=
ternational
geregelt worden. Das neue Verfahren tritt auf Grund
eines Vertrages zwiſchen der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft und
der Deutſchen Lufthanſa am 1. April in Kraft.
Stenographie und Maſchinenſchreiben. Die Stenographen=
vereinigung
Gabelsberger beginnt am 1. und 5. April, abends
8 Uhr, im Ludwig=Georgs=Gymnaſium, Karlſtraße 2, neue Kurſe
in Einheitskurzſchrift für Anfänger und Fortgeſchrittene. Der
Beſuch der auf langjährige Erfahrung aufgebauten Unterrichts=
kurſe
iſt jedermann zu empfehlen. Maſchinenſchreiben täglich
von 17 bis 21 Uhr nach der Zehnfinger=Blindſchreibmethode im
Hauſe Karlſtraße 23 pt. Niedrige Unterrichtsgebühren. (Siehe
auch heutige Anzeige.)
Wiedereinführung der Sommerzeit. Die Reichsbahn macht
darauf aufmerkſam, daß in der Nacht vom 2. zum 3. April in
den weſtlichen Grenzländern, Frankreich, Belgien und Luxemburg,
die weſteuropäiſche Sommerzeit, die mit der mitteleuropäiſchen
Zeit übereinſtimmt, wieder eingeführt wird. Es treten dadurch
gewiſſe kleine Fahrplanänderungen ein, die bei den Reiſebüros
zu erfahren ſind.
Verkehrsunfall. Ecke Rhönring und Arheilger Straße
rannte geſtern ein Motorradfahrer einen Gaskandelaber um.
Das Motorrad wurde dabei leicht beſchädigt, der Fahrer ſelbſt
blieb unverletzt. Die ſtädtiſche Berufsfeuerwehr räumte die
Trümmer weg und dichtete das Gas ab.

Tageskalender für Donnerstag, den 31. März 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: Peter Voß, der Mil=
lionendieb‟
Helia=Lichtſpiele: Der Frauen= Diplo=
mat
: Palaſt=Lichtſpiele: Hurra, ein Junge‟
Orpheum: Revue Hallo, Hallo! Heag=Sonderfahrt: Beſichti=
gungsfahrt
zum Sendehaus Frankfurt a. M., Abfahrt 19.30 Uhr,
Heaghaus.

Die Grönland=Expedikon Prof. Dr. Wegener.
Prof. Dr. Wegener hatte ſeine letzte Expedition mit allen
Mitteln ausgerüſtet, die vor Ueberraſchungen eine Sicherung dar=
ſtellen
ſollten. Die Abſicht beſtand, auf Grönland beſondere Meſ=
ſungen
uſw. vorzunehmen, welche für den Wetterdienſt von be=
ſonderer
Wichtigkeit ſind. Das Material, das die Expedition mit=
brachte
, iſt außerordentlich reichhaltig. Seine Sichtung und Aus=
beute
dürfte noch längere Zeit in Anſpruch nehmen. Leider fand
der hervorragende Führer, Prof. Dr. Wegener ſelbſt, den Tod,
als er von der Innenſtation nach der äußeren zurückkehren wollte.
In glänzender Weiſe verſtand es Herr Ernſting, der an dieſer
Expedition teilnahm, ein Bild über dieſe Arbeiten uſw. zu geben.
Herzliche Worte fand er für den Führer, der nicht mehr in ſeine
Heimat zurückkehren konnte. Dann ſchilderte er in teilweiſe
humorvoller Weiſe, wie die Expedition ihr Leben im hohen Nor=
den
geſtaltet hatte. Wundervolle Lichtbilder ergänzten den Vor=
trag
. Die erſte Begegnung mit Eskimos, die allerdings erſt von
den Dänen nach dort verpflanzt wurden, wurde ſehr intereſſant
wiedergegeben. Dann das langſame Vordringen nach dem eigent=
lichen
Arbeitsfeld. Manche Schwierigkeiten tauchten auf. Der
Motor verſagte, das Boot wurde abgetrieben, und noch viele ähn=
liche
Hemmniſſe traten plötzlich auf. Aber auch dieſe Schwierig=
keiten
wurden überwunden. Neue traten auf, als der Hausbau
vor ſich ging, denn Bedingung für den richtigen Bau war die Be=
folgung
der genauen Anweiſung, was aber nicht immer möglich
war. Dann kamen die wiſſenſchaftlichen Arbeiten. Drachen wur=
den
in die Höhe gelaſſen, Meſſungen vorgenommen und alle Be=
obachtungen
ſorgfältig regiſtriert. Dazwiſchen wurde das Land
durchforſcht. Köſtlich war die Schilderung der Begegnung mit den
Moſchusochſen. Wundervoll die Bilder der Eisberge. Erheiternd
wirkte die Erzählung über den Wäſcheverbrauch und die ſonſtige
Reinlichkeit der Teilnehmer, die allerdings mit unſeren modernen
hygieniſchen Einrichtungen in Widerſpruch ſtehen. Obwohl das
Radio heute hilft, die lange Winternacht erträglich zu geſtalten,
fielen die Teilnehmer doch der Langeweile zum Opfer. Um dieſe
zu überwinden, verfielen die Teilnehmer auf alle möglichen und
unmöglichen Einfälle. Trotz der Gefräßigkeit der Hunde, zeigte
ſich doch eine große Anhänglichkeit dieſer Tiere, die die Pflege
der Europäer erkannten. Herr Ernſting verſtand es, die Zuhörer
zwei Stunden zu feſſeln, die allen Anweſenden wie im Fluge ver=
gingen
.
Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G.D.A.) hatte damit
ſeine Vortragsreihe fortgeſetzt, die im April mit Vorträgen über
Angeſtelltenverſicherung. Schutzbeſtimmungen der Angeſtellten,
moderne Plakat= und Reklamekunſt, Segelfliegerei weitergeführt
wird.
Keine Anklege gegen Segelflieger Groenhoff.
Darmſtädter und Berliner Blätter brachten die Mitteilung,
daß die Staatsanwaltſchaft gegen den Segelflieger Günther
Groenhoff Anklage wegen fahrläſſiger Tötung erhoben habe. Die
Anklage ſoll ſich darauf gründen, daß Groenhoff die junge Dame,
die bei ſeinem Autounfall ums Leben kam, obwohl ſie keinen
Führerſchein beſaß, das Auto ſteuern ließ. Wie wir an zuſtän=
diger
Stelle erfahren, iſt an dieſer Meldung kein wah=
res
Wort. Es ſchwebt lediglich wie bei allen ähnlichen Un=
fällen
, die zur Kenntnis der Staatsanwaltsbehörden gelangen,
ein Ermittlungsverfahren. Groenhoff konnte, da er noch im
Krankenhaus liegt, bisher nicht vernommen werden. Es liegt
noch keinerlei Anhaltspunkt dafür vor, daß
irgendein ſtrafbares Verſchulden Groenhoff
trifft.
Briefkaſfen.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsgulitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolst ohne Rechtsverbindiichkeit.
K. W. 77. Nach der gegebenen Darſtellung iſt durch die Ver=
einbarung
das ganze Schuldverhältnis auf eine veränderte
rechtliche Grundlage gebracht worden. Man kann deshalb wohl den
Standpunkt vertreten, daß in der Feſtſetzung des Zinsfußes, zuſam=
mengehalten
mit den übrigen neu getroffenen Vereinbarungen, die
Abſicht leitend geweſen ſei, eine etwadrohende Zinsherabſetzung aus=
zuſchließen
. Waren die Vertragsteile von dieſer Abſicht über=
einſtimmend
geleitet, ſo wird Art. 5 der 1. Durchführungs= und
Ergänzungsverordnung über Zinsſenkung auf dem Kapitalmarkt
vom 23. Dezember 1931 zu Ihren Gunſten heranzuziehen ſein:
Die Herabſetzung des Zinsſatzes tritt nicht ein, wenn die Betei=
ligten
die durch die Notverordnung vorgeſehene Zinsherabſetzung
ausſchließen wollten. Damit erledigen ſich die Fragen unter 1.
und 2. 3. Das Kündigungsrecht nach § 247 BGB. kann nicht durch
Vertrag ausgeſchloſſen oder beſchränkt werden. Dieſe Frage iſt
alſo dahin zu beantworten, daß Schuldner das in § 247 geregelte
Kündigungsrecht ungeſchmälert hat.
N. in A. Eine Entziehung des Krankengeldes erwähnt die
4. Notverordnung nicht; ſie betont nur, daß bis zu einer ander=
weiten
geſetzlichen Regelung die Leiſtungen aus der Krankenver=
ſicherung
auf die Regelleiſtungen beſchränkt werden, lau=
fende
Leiſtungen unberührt bleiben. Wenden Sie ſich doch an das
zuſtändige Verſicherungsamt.
J. S. Da der andere Vertragsteil mit dem Abruf der von
ihm zu entnehmenden Ware im Verzuge war, iſt er u. E. recht=
lich
verpflichtet. Ihnen ſchon mit Rückſicht auf die inzwiſchen ein=
getretene
Preisſenkung den hierdurch erwachſenen Schaden
zu erſetzen. Immerhin empfiehlt ſich gütliche Verſtändigung.
Nr. 100. Auch einkommensſteuerfreie Perſonen, die ſpäte=
ſtens
am 10. Oktober 1911 geboren ſind, haben mit dem nieder=
ſten
Satze Bürgerſteuer zu entrichten. Soweit hiermit Härten
verbunden ſind, ware Vorſtellung bei der Bürgermeiſterei ( Ge=
meinderat
) wegen Erlaſſes zu empfehlen. Koſt und Logis kommt
bei der Steuerfeſtſetzung nicht in Anſchlag. 2. Nein. 3. Hier
wird eine verſchiedenartige Regelung Platz greifen können. Das
Kreisamt wird Auskunft geben können. 4. Die Notverordnung
regelt nur die ſtaatliche Grund= und Gewerbeſteuer. Die
Steuerſätze ſind hier die gleichen geblieben wie für das Rech=
nungsjahr
1931. Im übrigen wird eine Regelung hinſichtlich
der von den Gemeinden zu erhebenden Realſteuern abzuwarten
ſein.
K., hier. Das Mieterſchutzgeſetz findet ab 1. April 1932 keine
Anwendung mehr auf Mietverhältniſſe über Wohnungen mit
einer Friedensmiete von jährlich 1200 Mark an in den
Orten der Ortsklaſſe A (Darmſtadt), Von dieſem Zeitpunkt ab
können Mietverträge, auf die obige Vorausſetzungen zutreffen,
nach dem vertraglichen oder mangels ſolcher nach den geſetzlichen
Beſtimmungen frei gekündigt werden. Unterlag aber das Miet=
verhältnis
ſeither ſchon der freien Vereinbarung und war der
vereinbarte Mietzins nach Monaten bemeſſen, ſo kann ſpä=
teſtens
am 15. des Kalendermonats auf den Schluß eben dieſes
Monats gekündigt werden.
Waldhorn. Als Einzelpflicht des Vermieters bei Woh=
nungsmiete
läßt ſich aus deſſen andauernder Gewährleiſtungs=
pflicht
folgern: Er hat vom Mieter alle Störungen und Beun=
ruhigungen
fernzuhalten, die dem Mieter den ruhigen Genuß der
Wohnung unmöglich machen oder erheblich ſchmälern würden.
Unter ſolche Störungen wird wohl auch das andauernde Ueben
auf dem Waldhorn um die Mittagszeit zu rechnen ſein. Dabei
wird ſich der Vermieter regelmäßig nicht darauf berufen dürfen,
daß er daran nichts ändern könne. Da die Mieter des Hauſes
dieſes Muſizieren ſämtlich beläſtigt, dürfte ein einheitliches Vor=
gehen
derſelben beim Hausbeſitzer wohl zum Ziele führen können.
Jedenfalls ſollte man ſich im allſeitigen Intereſſe auf eine be=
ſtimmte
Tageszeit für die Uebungen einigen können, wenn man
einen Rechtsſtreit irgend vermeiden will.
W. L. Der Zinsherabſetzung nach der 4. Notverordnung unter=
liegen
nicht: Forderungen, Hypotheken und Grundſchulden, deren
Fälligkeit durch Stundung erſt im Jahre 1932 eintritt. Nach Ihrer
Darſtellung ſcheint es ſich um eine ſolche Hypothek zu handeln.
Da hiernach eine Zinsherabſetzung nicht in Frage kommt, kom=
men
auch anderweitige Kündigungsbeſtimmungen nicht zur An=
wendung
.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 90

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 30. März. Arbeitsjnbiläum. Am
Gamstag, den 2. April, feiert Herr P. Jakobi, Geiſengaſſe, ſein
5jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma E. Merck, Darmſtadt.
Freiwillige Feuerwehr. Am kommenden Sonntag,
den 3. April, vormittags 7.30 Uhr, findet eine Neueinteilung und
Uebung der geſamten Wehr ſtatt. DerObſt=und Garten=
Lauverein hat ſeine Generalverſammlung auf Samstag abend
(2. April), in die Gaſtwirtſchaft Erzgräber, Darmſtädter Straße,
(inberufen.
Dd. Arheilgen, 30. März. Wohlfahrtskonzert. Am
Samstag abend veranſtaltet die Orcheſtervereinigung im Gaſthaus
um goldenen Löwen ein Konzert zugunſten der Winterhilfe Ar=
leilgen
. Reitertag. Gemeinſam mit den Reitabteilungen
on Neu=Iſenburg und Wixhauſen, hält die Reitabteilung des
unglandbundes am Sonntag nachmittag einen Reitertag mit
Jlatzeinweihung ab.
DArheilgen, 30. März. Am Sonntag, den 3. April, nachmit=
tags
1.30 Uhr beginnend, findet in Arheilgen, veranſtaltet von
der Reitergruppe des Junglandbundes, ein Reitertag, der mit
der Einweihung des neuen Reitplatzes der Reitergruppe verbun=
den
iſt, ſtatt. Die Leitung des Reitertages hat Herr Oberleutnant
. D. Rettig=Darmſtadt in Händen. Auch das Trommler= und
feiferkorps des Turnvereins Arheilgen hat ſich in den Dienſt der
Sache geſtellt. Am Reitertag beteiligen ſich die Reitergruppen
Vixhauſen, Neu=Iſenburg mit zwei Abteilungen, und Arheilgen
nit zwei Abteilungen. Neben dem Abteilungsreiten findet ein
Tandemreiten, Jagdſpringen und Paarſpringen ſtatt. Alsdann
ſolgt eine Quadrille des Reit= und Fahrvereins Neu=Iſenburg
und eine Sonderſchaunummer der Reitergruppe Arheilgen. Das
äußerſt reichhaltige Programm bürgt für einen intereſſanten Ver=
lauf
der ganzen Veranſtaltung.
Weiterſtadt, 30. März. Hohes Alter. Der Straßen=
wart
i. R. Ph. Krämer feierte am 2. Oſterfeiertag in körper=
licher
und geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Eine große An=
jahl
Glückwünſche wurden dem Jubilar zu ſeinem Geburtstage
entgegengebracht.
G. Ober=Ramſtadt, 30. März. Durch ein aus irgendwelchen
Gründen von der Fahrbahn abgekommenes Auto wurde letzte Nacht
die Ufereinfriedigung der Modau in der Darmſtädter Straße, in
der Nähe der Brückenwaage ſtark beſchädigt. Das Eiſengeländer,
das auf mehrexen Zentner ſchweren Sandſteinen ruht, wurde von
einem ſolchen Stein abgedrückt und der Stein ſelbſt in den Bach
geworfen. Durch die Wucht des Anpralls wurde die Ufermauer
auf mehrere Meter Länge beſchädigt.
( Ober=Ramſtadt, 30. März. Evangeliſcher Bund.
Der Vortragsabend des hieſigen Zweigvereins des Evangeliſchen
Bundes, der neulich leider ausfallen mußte, findet nun am kom=
menden
Sonntag, den 3. April, im Löwen ſtatt. Unſer Heimat=
forſcher
, Herr Lehrer Gevert, wird einen Vortrag halten über
die Ober=Ramſtädter Nachkommen des Pfarrers Chriſtoph Orth
im 18. und 19. Jahrhundert
f. Roßdorf, 30. März. Die Beerdigung des Ortskranken= und
Kirchenkaſſenrechners Ludwig Kloß, fand unter ungewöhnlich
zahlreicher Beteiligung ſtatt. Der Militärverein, deſſen treues
Mitglied der Verſtorbene war, ſchritt mit umflorter Fahne dem
Trauerzuge voraus. Herr Pfarrer Berck legte ſeiner Grabrede
Lukas 12. Vers 42 zugrunde und zollte dem Entſchlafenen ehrende
Worte. Mit dem Verſtorbenen, der ein Alter von nahezu 78 Jah=
ren
erreichte, iſt ein Mann dahingegangen, der bis zu einer kürz=
lichen
Erkrankung ſtets treu in Pflicht und feſt in Tat ſein Amt
verwaltet hat. Die vielen Kranzniederlegungen von Vereinen
und Korporationen gaben Zeugnis von der Achtung und Wert=
ſchätzung
, und der peinlichſten Genauigkeit als Rechner, der ſich
Herr Ludwig Kloß in allen Kreiſen erfreute. Die üblichen Ehren=
ſalven
gab der Militärverein ab.
Ef. Meſſel, 30. März. Lichtbildervortrag. Am Sonn=
tag
, den 3. April d. J., abends, wird Herr Provinzial= Rechnungs=
rat
Willmann=Darmſtadt im Auftrage der Orts= und Bezirks=
gruppe
Darmſtadt des Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfür=
ſorge
e V. im Saale der Gaſtwirtſchaft Joh. Heinrich Laumann 2.
zu Meſſel einen öffentlichen Lichtbildervortrag über Perſönliche
Eindrücke von der einſtigen Weſtfront, insbeſondere von den deut=
ſchen
Kriegerfriedhöfen halten.
Cp. Dieburg, 30. März. Die erſten Schnepfen. Gaſt=
wirt
A. Pertl, Zur Ludwigsbahn, gelang es an Oſtern, kurz
hintereinander vier Schnepfen zu ſchießen.
In. Harpertshauſen, 27. März. Wechſel im Kommando
der Feuerwehr. Der ſeitherige Feuerwehrkommandant
Georg Reuling 1. legte aus Geſundheitsrückſichten das Amt des
erſten Kommandanten nieder. Sein Nachfolger wurde der ſeit=
herige
zweite Kommandant Adam Sauerwein, und als 2. Kom=
mandant
wurde Adam Joſt beſtimmt. Bei der Erſatzwahl eines
Kirchenvorſtandsmitgliedes wurde Heinrich Auguſt Funck 1. als
Kirchenvorſtand gewählt.
Ag. Groß=Bieberau, 29 März. Bautätigkeit. Bei uns
iſt dieſes Jahr die Bautätigkeit ſehr rege. Es werden etliche
Wohnhausneubauten erſtellt. Auch haben zwei Herren von Frank=
furt
wegen Bauplätze bei der Gemeinde angefragt, und zwar am
Haßlochberg, unterhalb des Kriegerdenkmals. Es ſollen dort zwei
Wochenendhäuſer errichtet werden. Von ſeiten der Gemeindever=
waltung
ſteht nichts im Wege. Die Hauptfrage iſt die Wege=
anlage
, die zurzeit erledigt wird. Dieſer Platz am Haßlochberg
iſt wohl der ſchönſte in unſerer ganzen Gemarkung, und iſt für
ſolche Zwecke noch weiter zu empfehlen.
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 29. März. Am erſten Oſter=
feiertagabend
hielt der Geſangverein, Sängerluſt im Gaſthaus
zur Krone ſeinen Theaterabend ab. Es gelangten zur Auffüh=
rung
: Der Jugend Schuld geſühnt, ein Drama in 3 Aufzügen,
ein Couplet Das fidele Brüderpaar und Die Verlobungshoſe,
ein Einakter. Die Rollen waren ſehr gut verteilt. Der Saal war
bis auf den letzten Platz beſetzt.
Ct. Heubach i. O., 30. März. Gemeinderatsſitzung.
Punkt 1 behandelt die Bildung einer Waſſerzinskommiſſion, deren
Aufgabe es iſt, die Gebühren für das neue Wirtſchaftsjahr nach=
zuprüfen
und neu feſtzuſetzen. Zu Arbeitsgeſuche ausgeſteuerter
Erwerbsloſer entſcheidet der Gemeinderat in öffentlicher Verhand=
lung
, weitere ſieben Antragſteller in der Gemeinde zu beſchäftigen.
Weiter ſoll bei dieſer Beſchäftigung die erforderliche Erneuerung
der Geländer am Bahnweg ſowie die Errichtung eines ſolchen am
Bachübergang in der Gemarkung Wiebelsbach vorgenommen wer=
den
. Auf Antrag ſollen künftig den in der Gemeinde Beſchäf=
tigten
nur noch 10 Prozent ihres Verdienſtes an alter Schuld ab=
gezogen
werden.
Ci. Erbach, 30. März. Gemeinderatsſitzung. Neu=
regelung
der Gehälter der Gemeindebeamten.
Es wurde hierzu folgender Beſchluß gefaßt: 1. Die ſozialdemokra=
tiſche
Ratsfraktion hat beantragt, die Neuregelung der Gehälter
der Beamten und Angeſtellten als Gegenſtand der Beratung im
Gemeinderat zu machen. Der Antrag wurde durch Ueberreichung
eines ſchriftlichen Vorſchlages in der heutigen Sitzung ergänzt und
mündlich begründet. In der Debatte nahmen verſchiedene Rats=
mitglieder
zu dem Antrag Stellung. Der Bürgermeiſter hat ſeine
Stellungnahme zu dem Antrag ſchriftlich niedergelegt und in der
heutigen Sitzung dem Gemeinderat mitgeteilt. Der Gemeinderat
iſt in ſeiner Geſamtheit grundſätzlich der Meinung, daß die Ge=
hälter
einer Neuregelung bedürfen. Herr Beigeordneter Lenz
ſpricht ſich für eine Annahme des Vorſchlages der ſozialdemokra=
tiſchen
Ratsfraktion aus. Der Gemeinderat ſtimmt dem Vorſchlag
des Ratsmitgliedes Rebſcher, die endgültige Beſchlußfaſſung bis
zum Erſcheinen der kreisamtlichen Beſoldungsfeſtſetzung zurückzu=
ſtellen
, zu. 2. Die Gewerbeſteuerveranlagung des
Waſſerwerks. Beſchluß: Von der Entſcheidung des Heſſ.
Verwaltungsgerichtshofes über die Gewerbeſteuerveranlagung des
Waſſerwerkes nimmt der Gemeinderat Kenntnis. 3. Im Anſchluß
an den Ratsbeſchluß vom 23. Februar 1932 beſchließt der Ge=

Richel. Sitoächſe: Raift. ei. FeaſeKcft Zi
Gemeinderat beſchließt einſtimmig, die Markt= und Lotteriekom=
miſſion
zu beauftragen, Stellung zu der Frage der Durchführung
der Eulbacher Markt=Lotterie zu nehmen.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. März 1932

Beſichtigung der Reitergruppen
des Zunglandbundes Heſſen=Starkenburg

im Kreiſe Darmſtadt und Beusheim.
Von F. Weber=Darmſtadt.

Ein Vertreter des Reichskuratoriums der ländlichen Reit=
und Fahrvereine, Berlin, Herr Hauptmann a. D. Bötticher,
beſichtigte in den letzten Tagen die Reitergruppen der ländlichen
Reit= und Fahrvereine in der Provinz Starkenburg, nachdem in
der vergangenen Woche bereits eine gleiche Beſichtigungsreiſe bei
den Reitervereinen in Rheinheſſen vorgenommen wurde. Dieſer
Tage finden weitere Beſichtigungen der übrigen heſſiſchen Reit=
und Fahrvereine in der Provinz Oberheſſen ſtatt.
In Begleitung des Herrn Hauptmann a. D. Bötticher befin=
det
ſich der Chefreitlehrer des Verbandes der Reit= und Fahr=
vereinigungen
des Volksſtaates Heſſen, Herr Rittmeiſter Freiherr
Roeder von Diersburg. Gleichzeitig nahmen an den einzelnen
Beſichtigungen der Landesvorſitzende des Landesverbandes. Herr
Landſtallmeiſter a. D Schörke, ſowie der Provinzialvorſitzende,
Herr Gutspächter Heil=Habitzheim, der Geſchäftsführer, Herr Ritt=
meiſter
a. D. Loeſch, ſowie der Vertreter des Junglandbundes,
Herr Weber=Darmſtadt, und dem Reitſport naheſtehende und in=
tereſſierte
Perſönlichkeiten teil. Die Beſichtigung wurde überall
aufs freudigſte von den Reitergruppen begrüßt, und die zahlreich
erſchienenen Zuſchauer gaben Zeugnis davon, welchem Intereſſe
der Reitſport in den einzelnen Ortſchaften begegnet. Durchweg
wurden von der Kommiſſion die Leiſtungen der Reiter und das
zur Verfügung ſtehende Pferdematerial gelobt.
Am 19 März fand die Beſichtigung der Reitergruppe Nieder=
Ramſtadt, die durch den tüchtigen Reitlehrer Herrn Hernsdorf
vorgeſtellt wurde, ſtatt, über die wir bereits berichtet haben, eben=
ſo
wie über die Befähigungen der Reitergruppen Eberſtadt und
Pfungſtadt. Die Reitergruppe Alsbach-Bickenbach- Hähn=
lein
wurde durch den Reitlehrer Herrn Bindel=Bickenbach
vorgeſtellt.
Am 21. März fand die Beſichtigung der Reitergruppe
Weiterſtadt, die durch Herrn Rothenhäuſer vorgeſtellt
wurde, und der Reitergruppe Griesheim, die der Junglehrer
Heinrich Höhl 15. kommandierte, ſtatt.
Am 22. März fand dann die Beſichtigung der Reitergruppe
des Junglandbundes Brandau i. O., die durch den umſichtigen
und tüchtigen Reitlehrer Herrn Heinrich Eidenmüller= Leng=
feld
vorgeſtellt wurde, ſtatt
Den Abſchluß der Beſichtigungsreiſe in der Provinz Starken=
burg
bildete, die Beſichtigung, der beiden Reiter=
gruppen
des Junglandbundes Arheilgen und
Wixhauſen am 24. März 1932. Arheilgen hielt die Beſich=
tigung
zum erſtenmal auf ſeinem neuen Reitplatz ab, der am
3. April d. J. gelegentlich eines Reitertages eingeweiht werden
ſoll. Hier ſtellte der Reitlehrer, Herr Schmitt, eine vorgeſchrit=
tene
und eine Anfängerabteilung vor, die beide außerordentlich
anerkannte Leiſtungen zeigten. Insbeſondere erregte das Vol=
gitieren
am lebenden Pferd das Intereſſe der Kommiſſion ſowie
der zahlreich erſchienenen Zuſchauer. Der vorzüglich angelegte
Reitplatz, der nach Urteil von Sachverſtändigen in Friedenszeiten
in dieſer Form nur bei wenigen Kavalleriegarniſonen anzutreffen
war, wurde ganz beſonders gelobt. Dementſprechend waren auch
die beiden Abteilungen mit viel Mühe und Sorgfalt von dem
Reitlehrer Schmidt vorbereitet, ſo daß auch hier die Kommiſſion
uneingeſchränktes Lob dem Reiterverein, ſeinem Reitlehrer und
den Vätern der jungen Reiter zollte, die durch ihre tatkräftige
Unterſtützung mit zu den Erfolgen der Reitergruppe beitrugen.

Auch hier konnten zwei Reiter das Deutſche Reiterabzeichen er=
werhen
, und zwar die Jungbauern Ludwig Erzgräber und Hein=
rich
Erzgräber. Anſchließend fand auch hier eine Fahrerprüfung
ſtatt, an der ſich ſechs Fahrer beteiligten, die ſämtlich das Achen=
bach
=Fahrabzeichen erwerben konnten. Die Reitergruppe Wix=
hauſen
ſtellte ſich unter Leitung ihres alten bewährten Reit=
lehrers
, Herrn Zängerle vor. Sie war in anſehnlicher Stärke
angetreten und bewies durch ihre Leiſtungen, daß auch hier fleißig
geübt wird, und jeder einzelne Reitlehrer wie Reitſchüler mit Luſt
und Liebe bei der Sache ſind. Nur ſo können auch gute Leiſtungen
gezeigt werden.
Alles in allem muß geſagt werden, daß die Beſichtigungsreiſe
bei den Mitgliedern der Beſichtigungskommiſſion einen außer=
ordentlich
guten Eindruck über die Tätigkeit und Arbeit in den
einzelnen Reitergruppen, des Junglandbundes hinterlaſſen hat.
Herr Hauptmann Bötticher verſtand es in einer launigen
und doch treffenden Art, die einzelnen Leiſtungen der Reiter=
gruppen
ſowie jedes Reiters zu kritiſieren. Manches Lobenswerte,
aber auch manche kritiſche Beobachtung wurde von Herrn Haupt=
mann
Bötticher erwähnt, woraus jeder Einzelne wieder lernen
kann und in der Zukunft an ſich arbeiten muß, um bei ferneren
Beſichtigungen dieſe Fehler abzuſtellen. Auch die anerkennenden
Worte des Herrn Landſtallmeiſters Schörke und in ſeiner Stell=
vertretung
des Herrn Rittm. Freiherr Roeder von Diers=
burg
, erfreuten die jungen Reiter und ihre Reitlehrer.
Ganz beſonders wandten ſich die anweſenden Herren an die
Väter und die dem Reitſport noch fernſtehenden Jungbauern und
forderten dieſe auf, ſich dem aktiven edlen Reitſport zu widmen.
Es wird heute ſo viel Sport getrieben, aber nur wenigen iſt es
vergönnt, ſich auf das Pferd zu ſetzen, und da müßte es eigentlich
Aufgabe aller Jungbauern ſein, die ſich im Beſitze eines geeig=
neten
Pferdes befinden, ſich dem Reiterverein anzuſchließen und
damit auch unſerem Vaterland einen Dienſt zu erweiſen.
Dank ſei auch dem Reichs=Kuratorium der ländlichen Reit=
und Fahrvereine zu Berlin, ſowie dem Landesverband der Reit=
und Fahrvereinigungen des Volksſtaates Heſſen für die Entſen=
dung
der Beſichtigungskommiſſion an dieſer Stelle gezollt. Solche
Beſichtigungen finden überall das regſte Intereſſe und fördern
den Ausbau der ländlichen Reiterbewegung.
Manch alter Kavalleriſt hatte ſich gelegentlich dieſer Reitvor=
führungen
auf dem Reitplatz eingefunden und folgte mit großem
Intereſſe den Darbietungen und der abgehaltenen Kritik, in Er=
innerung
an längſt entſchwundene Tage, an denen er ſelbſt als
junger Mann gedrillt und zum Reiter erzogen wurde.
Ct Groß=Umſtadt, 30. März. Anläßlich einer Beſichtigungs=
reiſe
des Reichskuratoriums der ländlichen Reit= und Fahrvereine,
Berlin, in Verbindung mit dem Landesverband Heſſen, ſtellte ſich
der Verein mit ſeinen Reit= und Fahrabteilungen zur Prüfung.
Die Abteilungen Groß=UmſtadtRichen traten auf dem Reitplatz
Richen unter dem Kommando, ihres bewährten Jungreitlehrers
Müller=Lengfeld an, um ihr Können zu zeigen. Der verdienſtvolle,
unermüdlich tätige Reitlehrer Maul=Groß=Umſtadt hatte ſich mit
ſeinen Reitern zu Habitzheim geſtellt. Die Reitabteilungen boten
ihr Beſtes, um Prüfungskommiſſion wie Zuſchauer zu befriedigen.
An eine jede Beſichtigung ſchloß ſich eine eingehende Kritik der
Kommiſſion.

Ci Erbach, 30. März. Verſetzung in den Ruheſtand.
Auf Grund des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeam=
ten
tritt Herr Kreisdirektor v. Werner in Erbach mit Wirkung
vom 1. Mai d. J. in den Ruheſtand
Immer neue
Steuern. Der auf 300 Prozent erhöhten Bürgerſteuer folgt
nunmehr die Einführung der Getränkeſtuer, die zur Sicherung
des Gemeindehaushalts hier in Höhe von 10 Prozent des Klein=
handelspreiſes
zu erheben iſt.
Ch. Lützel=Wiebelsbach, Kr. Erbach. 30. März. Der als ver=
mißt
gemeldete 10jährige Willi Aulbach wurde in Aſchaffenburg
bei Verwandten ermittelt. Der Junge hat den Marſch von
Lützel=Wiebelsbach nach Aſchaffenburg etwa 40 Kilometer, zu
Fuß zurückgelegt und hat ſich ohne Wiſſen der Eltern entfernt.
Die Pflichtfeuerwehr ſuchte in der Nacht vom 27. zum 28. März
ſämtliche Waldungen ab.

Überraſchend ſchnelle Schmerzbeſeifigung
bei Kopfschmerzen jeglicher Art, Migräns.
Neuralgien und rheumatischen Beschwer
den durch das ärztlich bestens empfohlene
Citrovanille. Unschädlich für Herz u. Magen.
6 Pulver- od. 12Oblaten-Packung RM. 1.10

Of
K

m. Beerfelden, 30. März. Neues Jugendheim. Vor
einigen Monaten ſchenkte Herr A. S. Roſenthal ſein hieſiges An=
weſen
der SAJ. (ſozialiſtiſche Arbeiterjugend). Nunmehr ſind die
Räume mit dem notwendigen Mobiliar verſehen, ſo daß dieſelben
ihrer Beſtimmung dienen können. Ueber die Oſterfeiertage waren
denn auch ſämtliche Betten von jugendlichen Wanderern belegt.
e. Aus dem Neckartal, 29. März. Verſchiedenes. Die
Holzabfuhr vom Wald iſt nunmehr beendet, teilweiſe wurde ſie
durch ſchlechte Wege ſehr erſchwert. Der Viehbeſtand iſt durch
die außerordentlich niederen Preiſe ziemlich angewachſen, allent=
hälben
macht ſich Streumangel bemerkbar. Die Regenperiode im
Vorjahr beeinflußte die Quantität und Qualität des Strohes der=
art
, daß die Genehmigung von Notſtreu durch die Forſtverwaltung
erwünſcht wäre. Durch den anhaltenden Froſt und die damit
hinausgezögerte Ausſicht auf Grünfütterung dürfte eine Auf=
wärtsbewegung
der Heupreiſe zu erwarten ſein. In den Kar=
toffelvorräten
macht ſich Fäulnis bemerkbar, der diesjährige Saa=
tenſtand
iſt beſſer wie im Vorjahr, jedoch dürfte rechtzeitige Kopf=
düngung
hier von großem Vorteil ſein. Die Landwirte ſind jetzt
damit beſchäftigt, die Tabakbeete herzurichten, in leichteren Böden
werden die Saatarbeiten in Angriff genommen. Die Reben wur=
den
beſchnitten, gehackt und gedungt.
e. Bad=Wimpfen, 30. März. Kreisfeuerwehr= Ver=
bandstag
in Bad Wimpfen. Der Kreisfeuerwehrverband
Heppenheim hält am Samstag, 30. April, ſeinen Verbandstag in
Bad=Wimpfen ab. Im Anſchluß daran findet am Sonntag (1. Mai)
eine Uebung ſtatt. Auch iſt Gelegenheit zur Beſichtigung des Salz=
bergwerkes
Kochendorf gegeben.
Hirſchhorn, 30. März, Waſſerſtand des Neckars am
29. März 1,60 Meter, am 30. März 1,96 Meter.
At. Goddelau, 29. März. Gemeinderatsbericht. Nach=
dem
bei der erſten Jagdverpachtung vor einigen Wochen das
Taxatum von 1100 Mark nicht erreicht worden war, wurde heute
die Gemeindejagd für 700 Mark auf ſechs Jahre aus der Hand
an Herrn Ernſt Horſt hier abgegeben. Das in den Gemeinde=
anlagen
gefällte Pappelſtammholz wird Schreinermeiſter Hill zu=
geſchlagen
. Wieder einmal ſtand die Unterſtützungsfrage an J.
Marx auf der Tagesordnung; die Sache wurde abgelehnt, da
Goddelau als Unterſtützungsort nicht in Frage komme. Die im
früheren Hallengelände von Schutt und Kies leergefahrenen
weiteren Grundſtücke werden zu 5 Mark Pacht jährlich an die
Liebhaber verpachtet.
Gernsheim, 30. März. Waſſerſtand des Rheins am
29. März 104 Meter, am 30. März 0,92 Meter.

Dp. Zwingenberg, 30 März. Ab 1. April d. J. iſt das Finanz=
amt
Zwingenberg nach Bensheim verlegt. Geſtern wurde bereits
das Akten= und Gerätematerial in ſechs Möbelwagen an ſeinen
neuen Beſtimmungsort befördert. Künftig iſt Mittwochs und
Donnerstags von 912 Uhr und von 1416 Uhr Amtstag. Die
ſeitherigen Kaſſeſtunden, Dienstag bis Freitag von 812 Uhr,
und der Kaſſeſchluß am erſten Werktag eines jeden Monats wer=
den
beibehalten. Die Untererhebſtellen, in Auerbach, Bensheim,
Hähnlein und Schwanheim ſind aufgehoben. Für die Oxtſchaften
Alsbach, Bickenbach, Hähnlein, Langwaden, Rodau und Zwingen=
berg
wird in Zwingenberg eine Annahmeſtelle errichtet.
WV. Heppenheim a. d. B., 30. März. Geflügelzuchtper=
ein
. Der Geflügelzuchtverein hielt bei regem Beſuch ſeine Gene=
ralverſammlung
im Vereinslokal ab. Der Bericht über das ab=
gelaufene
Vereinsjahr ergab einen ſtändigen Zugang von Inter=
eſſenten
der Liebhaber=, Nutzgeflügel= und insbeſondere auch der
Taubenzucht, was mit großer Befriedigung aufgenommen wurde.
Der Wahl des Vorſtandes, die keine weſentliche Aenderung brachte,
folgte ein Vortrag von Stud. phil. Fiſcher über die Ziergeflügel=
zucht
, der großen Beifall fand.
Cm. Wallerſtädten, 30. März. Einbruch. In die Jagdhütte
des Bankb. K. Schneider zu Flörsheim, die ſich auf dem Gelände
gegen Geinsheim befindet, wurde in der Nacht von Montag auf
Dienstag ein Einbruch verübt. Da die Jagdhütte wohnlich einge=
richtet
war und gleichzeitig als Wochenendhäuschen diente, dürfte
den Einbrechern reiche Beute in die Hände gefallen ſein. Polizei=
beamte
weilten heute an Ort und Stelle. Der Beſitzer hat eine
Belohnung für die Ergreifung der Täter ausgeſetzt.
4o. Sickenhofen, 29. März. Ihren 75. Geburtstag feierte in
geiſtiger und körperlicher Friſche Frau Magdalene Spiehl, geb.
Sahm, gleichzeitig mit der Trauung ihres einzigen Enkelkindes.
Dr. Sprendlingen, 29. März. Hohe Alter. Frau Georg
Zinner 1. Witwe, Marie, geb. Herth, kann am 1. April 1. J. ihren
80. Geburtstag feiern. Herr Wilhelm Hoffmann 1. feiert am
5. April I. J. ſeinen 80 Geburtstag. Herr Hoffmann iſt bereits
53 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Rheinheſſen.

Bingen, 30. März. Zuſammenſtoß zwiſchen Lie=
ferauto
und Motorrad. Ein 28jähriger Bildhauer aus
Niederheimbach fuhr in einer Kurve mit ſeinem Motorrad vor
das Lieferauto einer Koblenzer Brauerei. Der Motorradfahrer
wurde vor das Auto geſchleudert und blieb mit zerbrochenen
Knien und eingedrücktem Bruſtkorb ohnmächtig liegen. Er

Ah. Heidesheim (Rheinh.), 30. März. Selbſtmord. Durch
einen verlorenen Prozeß wurde ein Eiſenbahnbedienſteter i. R.
trübſinnig. Er war zur Leiſtung eines hohen Schadensbetrages
verurteilt worden. Den Verluſt konnte der Penſionär nicht über=
winden
. Er griff zum Revolver und erſchoß ſich.
Aberheſſen.
Alsfeld, 29. März. In Grebenau wurden am Dienstag
früh gegen 5 Uhr das Wohnhaus und die Scheuer des Landwirts
Heinrich Spohr, das Wohnhaus und die Scheuer des Land=
wirts
Georg Müller und das Wohnhaus des Schneidermeiſters
Kranz durch ein verheerendes Großfeuer vollſtändig vernichtet.
In den Scheunen der Landwirte Spohr und Müller verbrannten
mit den Heu= und Strohvorräten ſämtliche landwirtſchaftlichen
Maſchinen; ferner fiel ein Teil des Müllerſchen Viehbeſitzes den
Flammen zum Opfer, während bei dem Schneidermeiſter Kranz
ſämtliche Hühner und eine Kanarienzucht mitverbrannten. Mit
dem Wohnhaus des Landwirts Müller wurde auch das geſamie
Mobiliar des Hauſes von den Flammen vernichtet, ſo daß die
Familie nur das nackte Leben retten konnte. Wodurch der Brand
entſtanden iſt, iſt bis zur Stunde noch nicht bekannt. Zur Be=
kämpfung
der Flammen eilten vier Feuerwehren und die Motor=
ſpritze
von Alsfeld an die Brandſtätte, deren vereinten Be=
mühungen
es bis gegen 8 Uhr vormittags gelungen war, den
Brand zu lokaliſieren. Der Schaden iſt ſehr groß.

Aet

R
etnss9
E
etebnsstttt

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 31. März 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſté Nachrichten

Nr. 90 Seite 7

Zu Haydns zweihundertſiem Geburtstage am 31. März 1932.

Von Mathilde von Leinburg.

Im Schloſſe des Fürſten Eſterhazy herrſchte größte Auf=
regung
. Seine Durchlaucht ſollte bei der Heimkehr von ſeiner
Miſſion, der Königskrönung Joſefs II., der vergötterten Kaiſerin
Maria Thereſia Sohn in Frankfurt, mit noch nie dageweſenen
Ehren= und Liebesbezeigungen ſeines Hofſtaates und der Be=
völkerung
der Ortſchaft empfangen werden. Wie ein in der
Mittagsſonne atmender Tannenwald duftete es von den mit
Grün geſchmückten Häuſern; von der Landſtraße bis an das
Schloßtor war der Zufahrtsweg mit Gras und Blumen beſtreut,
und Mänuer, Frauen und Kinder ſtolzierten ſo zierlich angetan,
wie es die Mode von 1764 nur erſinnen konnte. Am auf=
geregteſten
gebärdete man ſich im Offizierszimmer des
Schloſſes. Hier aber war man verzweifelt über das Fürchter=
liche
, was der Muſikkapelle widerfahren war. Eben hatte man
die ausgeſchriebenen Stimmen zu der für den heutigen Empfang
vom Kapellmeiſter Haydn komponierten Feſtkantate auf die

die Frau in plötzlicher Erleuchtung, und weil ſie ein ſchlechtes
Gewiſſen hatte, fing ſie erſt recht an zu keifen: A ſolcherne
Schlamperei! Die Noten fürn Fürſten ſchmeißt er am Boden!
Herrgott, wann i an die Dukaten denk, die der Fürſt ſpendiert
hätt! Wütend riß ſie die papiernen Lockenwickler aus dem
Haar: Da haſt dei Feſtkantaten! Am Boden is ſ glegen, i hab
glaubt, du brauchſt die Papierer eh nimmer. A ſolchernes
Maunsbüld wann ma bat!
Glückſtrahlend ſtürzte ſich der Meiſter auf die zerknitterten
Papierfetzen, glättete ſie mit liebevollſter Sorgfalt, fügte buch=
ſtabierend
die italieniſchen Worte aneinander, dieſes Sinnes:
... der liebreiche Herrſcher kehrt zurück; er, der ungeachtet des
Neides zu hohen Ehren erhoben wurde.. Dort an den Ufern, die
der Main benetzt, wird ſein Name ewig leben, die Väter werden
noch den Kindern von den Wundern ſeiner Pracht und ſeines
Nuhms erzählen. So viel Schätze das Meer ..." Aber weiter?

jungen roſigen Mädchenlippen. Ja, die mochte ihn; jetzt wußte
er’s mit Gewißheit.
Berauſcht vor Glück verlor ſich der verliebte Träumer in
die Heimlichkeiten des Parks. Was hatte da die Hölle an der
Seite ſeines Weibes zu bedeuten! Das höchſte Glück hatte er
errungen: die Liebe des ſchönſten, anmutigſteu, kehlenfertigſten,
fröhlichſten Mädchens.
Da lachten ihm Stimmen aus der Dunkelheit entgegen. Arm
in Arm kamen ſie daher: Buſenfreund Weigl und die ſchöne
Anna Maria Scheffſtos. Seppl, grad hammer uns verlobt!
rief ihm der Violoncellvirtuoſe entgegen, und mit ihrem ſilber=
glöckchenhellen
Sopran flötete die Anna Maria voll Seligkeit:
Heiraten tuan mir uns! Na, was ſagen S dazu, Herr Kapell=
meiſter
? Mit ziſchendem Sternenregen praſſelte eine Rakete
herab und ließ das fahle Geſicht des armen Seppl geiſterhaft
aufleuchten. Aber die Verliebten merkten nichts davon, ſie ſahen
einander in die glückſtrahlenden Augen.
Na, alsdaun! Ich wünſch euch halt alles Gute! ſtammelte
Haydn in das ununterbrochene Knattern der Naketenſalven hin=
ein
. Und bei unſerm erſten Buam mußt du uns der Taufgöd
ſein, göf, Seppel? verlangte der Freund in glücklichem
Uiebermut.
Aber ja, freilich, ganz gewiß. lind daß er a tüchtiger
Muſiker wird, dös wünſch ich euch auch noch dazu. Haydi
hat Wort gehalten und ſein Wunſch iſt in Erfüllung gegangen.
Dreißig Jahre ſpäter ſchrieb er an den Kaiſerlichen Opern=

Joſeph Haydn. (Zeitgenöſſiſches Porträt.)

Die Kirche von Eiſenſtadt (Burgenland), in der Haydn begraben liegt.

Links ſitzend: Mozart,
daneben mit der Laute Joſeph Haydn,
der Komponiſt des Deutſchlandliedes, deſſen 200.
Geburtstag in ganz Deutſchland gefeiert wird.

Notenpulte verteilen wollen, da ſtellte ſich heraus, daß eine
Stimme fehlte, die fioritürenreich ausgeſchmückte Soloſtimme für
die erſte Diskantiſtin die kehlengewandte Demoiſelle Anna
Maria Scheffſtos, die die Tonmuſe zu ſiugen hatte. Geſtern,
bei der glänzenden Generalprobe, waren alle Notenblätter bei=
ſammen
geweſen hatte der Meiſter heute beim Herbringen
eins verloren? Janos, den Diener der Kapelle, hatte man nach
der Wohnung des Meiſters in die Kloſtergaſſe geſchickt; aber er
kam mit leeren Händen. Vielleicht hatte er, der wie die Eſter=
hazyſche
Dienerſchaft überhaupt kein Deutſch konnte, den Auf=
trag
nicht genug kapiert, vielleicht des Meiſters Gattin die
Stimme nicht gefunden mit ungariſchem Wortſchwall beſchwor
der Unſelige ſein vergebliches Bemühen. Da raſte ſchon
kündete ein Läufer, daß der Fürſt die Leitha erreicht habe
der Kapellmeiſter ſelbſt nach dem beimiſchen Herd, lief, daß die
himmelblau ſeidenen Rockſchöſſe flogen, Silberborten, Silber=
ſchnüre
und Silberknöpfe kniſterten und klapperten und der
Puder heillos aus der Perücke ſtob.
Die Haydnin ſaß noch vor dem Spiegel. Als Tochter
eines Wiener Friſör und Perückenmachers, verſtand ſie ſich
wohl auf den künſtleriſchen Aufbau ihrer Coiffüre. Noch ſtarrte
der Kopf voll Papilloten, die nachher ein natürliches Gelock
vortäuſchen ſollten, ungnädig empfing ſie den Störer: Was.
haſt mir den narriſchen Lakaien rübergeſchickt, wos d: doch
weißt, daß i ihn net verſteh! Notenblattl ſehlt! hat er allweil
geſchrien. Von die Feſtkantaten Notenblattl! Was weiß denn
ich von einer Feſtkantaten? Such dir deine Blatteln nur ſölber
außer, du Eſelshaut, du faule!
Ueberhetzt wühlte der alſo empfangene Ehegatte unter den
Notenblättern, auf dem Klavier, auf dem Tiſch, hinter der
großen Baßgeige. War’s gar am End durten glegen? fragte

A ganze Seiten fehlt noch. Du Unglücksweib, was haſt
mit dem andern Blattl ang fangt? Die heulende Kapellmeiſterin
rannte in die Küche, der Mann ihr nach da lägen ſie, fett=
glänzend
ſpeckduftend in Reih und Glied, das Kochmeiſterſtück
der Xanthippe aus der Muſikgeſchichte, die knuſprigen Grammel=
Pogatſcherln auf der papierenen Unteriage des Haydn’ſchen
Notenmanuſkripts! Doch der heitere Weiſe der Muſik=
geſchichte
, häßlich wie ſein antiker Leideusgenoſſe, verſtand zu
ſchweigen. Er wartete, bis ſeine Nanni die ſchmackhafte Küchen=
ſpezialität
auf eine Schüſſel verſtaut hatte, packte das noch
dampfende, fettriefende Notenblatt und flog damit, es weit weg
von ſeiner Gala=Tracht haltend, zu ſeinen ihn jubelnd empfan=
genden
Muſieis.
Am Abend gab es zauberhaftes Feuerwerk im Schloßpark.
Nicht nur was zum Hofſtaate des Fürſten gehörte, auch die
Bürger und Bauern der umliegenden Ortſchaften, ja ſelbſt der
Pöbel ſollte durch dieſes prächtige Spektakel ergötzt werden.
Einſam ſchlenderte Er, der Haydn durch die weniger erleuch=
teten
Seitenwege; ſeine Alte ſie war älter als er faud
es vergnüglicher, mit ihren Freundinnen beim Feuerwerk Rede
und Gegenrede auszutauſchen.
So wandelte der Glückliche allein. Wie ſchmeichelhaft hatte
ihn heute der Fürſt gelobt, Orcheſter und Chor hatten ihn mit
Bewunderung überhäuft, ſein Buſenfreund, der Weigl Joſef,
hatte ihn aus lauter Dankbarkeit für den ihm auf die Finger
geſchriebenen Violoncell=Part öffentlich ans Herz gedrückt und
die Scheffſtos die Engelsſchöne, die Holde, die Herrliche, die
ſängeriſch Gottbeguadete! hatte ihm, ihm, dem Häßlichen,
Wüſten in ihrer Begeiſterung über ſein Werk einen
Kuß auf die Stirne gedrückt. Einen wahrhaftigen Kuß von

direktor Joſeph Weigl in Wien, den erfolgreichen Komponiſten
der Oper Die Schweizerfamilie‟: Da ich Sie nach Ihrer Eut=
ſtehung
auf meinem Arme trug, und das Vergnügen hatte Ihr
Tauf Pathe zu ſeyn, flehte ich die allmächtige Vorſicht an, Ihuen
den vollkommenſten Grad eines Muſikaliſchen Taleuts zu ver=
leihen
. Mein heißer Wunſch wurde erhört . . . Ich nahm den
wärmſten antheil an dem gerechten Applaus, ſo man Ihnen gab.
Fahren Sie fort dieſen ächten Styl ſtets zu beobachten, damit
Sie die Ausländer neuerdings überzeugen, was der Teutſche
vermag.
An jenem traurigen Sommerabend des Jahres 1764 jedoch
trabte er in tiefſter Betrübung nach Haufe. Niedergeſchlagen
ging er in ſein Arbeitszimmer, ſetzte einen Fidibus an der Glut
des Küchenherdes in Brand und entzündete die Kerzen des zwei=
armigen
Leuchters auf ſeinem Arbeitstiſch. Was ſtand denn da?
Ein Glas rubinrot funkelnden Tokayers aus des Fürſten Kel=
lereien
und ein hochgetürmter Teller der gelungenſten auf der
Feſtkantate gebackenen Grammel=Pogatſcherln. Sie is halt
doch a quater Kerl! ſeufzte Haydn gerührt, biß hungrig in
eines der appetitlich duftenden Kräpfchen und nahm einen herz=
haften
Schluck von dem feurigen Ungarwein; der rollte ver=
ſöhnend
durch die Adern da fing es ſchon wieder an zu
hüpfen in ſeinem Ohr: eins, zwei, drei, nicht zu raſch, in
gravitätiſch einhertänzelndem Dreivierteltakt. Raſch kratzte die
Kielfeder über ein Notenblatt, und ein aumutig=melodiöſes
Menuett wuchs auf dem Papier. Ein Menuett, das Frohſinn
und Heiterkeit eutſtehen ließ, wo es erklang, ein Shmphonien=
ſatz
aus einer der weit über hundert bekannten (und wie viele
mögen durch Frau Nannis Friſier= und Backünſte verloren
ſein!) Symphonien, mit denen die Eſelshaut, die faule neben
ſeinen anderen Werken die Meſſchheit überſchüttet hat.

Tausenden von Haustrauen verkündet das Racio:
Richtig wuirtschaften heißt-Sanella neht

Einer der praktischen Ratschläge von
Sanne und Ella‟:
Geben Sie Ihren Kindern statt teuren

Brotaufstrichs und teuren Belags ein-
fach
Sanella aufs Brot, dazu frische
Apfel! Das ist zesünder, schmeckt
prachtvoll und spart Geld!

Sanne und Ella haben recht Sanella ist
wirklich köstlich als Brotaufstrich so nahr-
haft
und bekömmlich ebenso wie alle
Speisen, die Sie mit Sanella bereiten! Also
brauchen Sie wie Sanne und Ella stets
Sanella und lassen Sie sich ihre weiteren
Ratschläge nicht entgehen! Verfolgen Sie-
sie
in dieser Zeitung und im Radio es
wird Ihr Vorteil sein!

Millionen Hausfrauen

bevorzust!

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 90

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. März 1932

Die Ankunft des Rieſenwals in Hamburg, wo der ſeltene Fang öffentlich ausgeſtellt wurde.
In der Nähe von Cuxhaven wurde ein Finn=Wal gefangen, der ein Gewicht von 12 000 Pfund
und eine Länge von 8 Metern hat. Beim Einfangen zerriß das mächtige Tier mehrere dicke Eiſen=
ketten
und Troſſen.

Freiwilliger Blugzeug=Abſkurz aus 200 Meker Höhe!

Der Flugzeugrumpf nach dem Abſturz in der Schlucht bei Escragnolles.
Oben links: Der Konſtrukteur Sauvant.
Der franzöſiſche Erfinder A. Sauvant hatte ein Flugzeug konſtruiert, das doppelte Wände
aufweiſt, zwiſchen die zur Stoßdämpfung Oel gefüllt wird. Sauvant behauptete, daß das neu=
artige
Flugzeug den Paſſagieren auch bei gefährlichen Abſtürzen völlige Sicherheit bietet,
konnte jedoch von den Polizeibehörden keine Erlaubnis zu Verſuchen und Vorführungen er=
halten
. Jetzt unternahm der mutige Konſtrukteur bei dem einſamen franzöſiſchen Gebirgsort
Escragnolles den waghalſigen Verſuch ſich mit dem Flugzeug aus einer Höhe von 200 Metern
in eine tiefe Schlucht hinabzuſtürzen. Das Experiment gelang, zwar wurde der Rumpf des Flug=
zeuges
ſchwer beſchädigt, Sauvant jedoch blieb unverletzt. Man darf annehmen, daß die neu=
artige
Konſtruktion nun eine Umwälzung des Flugzeug=Rumpfbaues mit ſich bringen wird.

Der Walfiſchfang in der Elbe=Mündung.

Ein neues Sonnkags=Schauſpiel der Reichshaupkſtadk.

Aufzug der Schupo=Wache mit Muſik.
Die Polizei=Wachtruppe zieht, von Tauſenden von Zuſchauern begleitet, durch die Linden.
Dieſes Schauſpiel, das in Zukunft ſich den Berlinern an jedem Sonntag=Vormittag darbieten
wird, fand zum erſten Male am Oſtermontag ſtatt, wobei Tauſende von Zuſchauern dem Zug der
Poliziſten das Geleit durch die repräſentativſte Straße Berlins, Unter den Linden, gaben.

Reich und Ausland.
Tagung der Deutſchen Geſellfchaft
für Chirurgie.
Berlin. Die Deutſche Geſellſchaft für Chi=
rurgie
iſt geſtern im Langenbeck=Virchow=Haus
zu ihrer 56. Tagung zuſammengetreten. Der
Vorſitzende, Prof. Voelcker=Halle, gedachte in ſei=
ner
Eröffnungsrede des hundertjährigen Ge=
burtstages
des Gründers der Geſellſchaft, Franz
Königs. Dann ging der Redner auf die Beſtre=
bungen
ein, die Chirurgie in eine Reihe von
Spezialgebieten aufzuſplittern. Voelcker warnte
dringend davor, aus Sorge um die Ausbildung
des ärztlichen Nachwuchſes. Aerzte, ſo erklärte
er, welche ſpäter die operative Kunſt pflegen
wollen, können dieſe nicht in engbegrenzten Spe=
zialgebieten
erlernen, ſondern nur in einer all=
gemeinen
chirurgiſchen Schulung auf breiteſter
Grundlage. Als Hauptreferent des erſten Tages
ſprach Prof. Henſchen=Baſel über das Thema
Die Leber in der Chirurgie‟.

Eine Frau beſtiehlt Kirchenbeſucher.
Frankfurt a. M. Seit einigen Tagen
tritt in Frankfurt eine Diebin auf, der es mehr=
fach
gelungen iſt, Kirchenbeſuchern während des
Gottesdienſtes die Handtaſche zu ſtehlen oder den
Frauen die Handtaſchen zu leeren. Die gleiche
Diebin tritt auch in Warenhäuſern auf, wo ſie
ebenfalls mit Erfolg tätig geweſen iſt. Man
nimmt an, daß die Frau mit einer Bande in
Verbindung ſteht, die dem Taſchendiebſtahl nach=
geht
.
Raubüberfall auf einen Weinkommiſſionär.
Bad Kreuznach. Der Weinkommiſſionär
Heinrich Vollraht wurde im Kießwald bei Spon=
heim
von zwei Wegelagerern angefallen, zu Bo=
den
geſchlagen und ſchwer mißhandelt. Die =
ter
, die ſpäter verhaftet werden konnten, verſuch=
ten
, dem Weinkommiſſionär Geld und Wertſachen
abzunehmen. Der Ueberfallene liegt an den erhal=
tenen
Verletzungen ſchwer darnieder.
Altertumsfunde in einer Sandgrube,
Limburg. In einer in der Gemarkung
Gückingen gelegenen Sandgrube wurde eine
Grabſtätte freigelegt, in der u. a. Bronzeringe
und Urnenteile gefunden wurden. Die Nachgra=
bungen
ſollen in den nächſten Tagen fortgeſetzt
werden.
Wieder eine Falſchmünzerwerkſtatt ausgehoben.
Koblenz. Die hieſige Polizeidirektion teilt
mit: Von Kriminalbeamten der Koblenzer
Falſchgeldſtelle wurde in Oberlahnſtein, in der
Wohnung des penſionierten Eiſenbahnbeamten
Kern, eine Falſchmünzerwerkſtatt ausgehoben.
Die zur Herſtellung von falſchen Fünfmark=
ſtücken
verwandte Einrichtung, wie Gußformen,
Poliermaſchinen, Zinn= und Kupferſtücke und
einige bereits hergeſtellte falſche Fünfmarkſtücke,
wurden beſchlagnahmt. Als Herſteller und Ver=
breiter
kommen drei in engerem Verwandt=
ſchaftsverhältnis
ſtehende Männer aus Ober=
und Niederlahnſtein in Frage. Die Täter hat=
ten
verſucht, in verſchiedenen Geſchäften die
Falſchſtücke an den Mann zu bringen. Hierbei
wurden ſie jedoch jedesmal abgewieſen und von
einem der Geſchäftsinhaber beobachtet, wie ſie
ſich gegenſeitig verſtändigten. Die ſofort benach=
richtigte
Polizei konnte die Falſchmünzerwerkſtatt
ausheben, bevor ſich erſt richtig in Tätigkeit tre=
ten
konnte.
Schwere Schlägerei in Herne.
Herne. Zwiſchen mehreren Perſonen im
Alter von 19 bis 30 Jahren kam es am Oſter=
montag
im Stadtteil Sodingen, nachdem ſie vor=
her
reichlich dem Alkohol zugeſprochen hatten,
zu einer wüſten Schlägerei. Mit Meſſern und
Stöcken gingen ſie aufeinander los. Bei der
Schlägerei wurde eine Perſon ſo ſchwer verletzt,
daß ſie im Laufe der letzten Nacht geſtorben iſt,
während zwei andere ſchwer verletzt im Kranken=
haus
darniederliegen. Drei weitere Perſonen
erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei nahm
bisher zwei Verhaftungen vor.

Reichs=Fröbelfeier in Bad Blankenburg
Bad Blankenburg (Thür.). Die vom
Thüringiſchen Staatsminiſterium in Verbindung
mit dem Friedrich=Fröbel=Haus in Bad Blanken=
burg
veranſtaltete Gedenkfeier zum 150. Geburts=
tage
von Friedrich Fröbel wurde vorgeſtern in
der hieſigen Stadthalle vor über 1000 Perſonen
eröffnet, darunter Vertreter aus Schweden,
Dänemark, Holland, Schweiz und Oeſterreich. Die
Unterrichtsminiſter faſt ſämtlicher deutſcher Län=
der
hatten Telegramme und Handſchxeiben ge=
ſandt
. Nach Staatsminiſter Dr. Käſtner= Thü=
ringen
ſprachen Vertreter der verſchiedenen Ver=
bände
und Vereine ſowie der ausländiſchen
Gäſte. Den Mittelpunkt der Feier bildete ein
Feſtvortrag über das Thema Fröbel im Lichte
Goethes. Die Gedächtnisfeier, die noch bis
zum Donnerstag dieſer Woche dauert, bringt täg=
lich
Vorträge unter dem Geſamttbema: Frie=
rich
Fröbel ein Führer aus den Nöten der
Gegenwart und will darüber hinaus auch das
Verſtändnis der breiten Maſſen in beſonderen
Abendveranſtaltungen für das Fröbelſche Ge=
dankengut
zu gewinnen verſuchen.

Das berühmte Lotharkreuz reſtauriert.
Aachen. Die größte Koſtbarkeit des Aache=
ner
Domſchatzes, das Lotharkreuz (2. Hälfte des
10. Jahrhunderts), mit der Metallpetſchaft des
Königs Lothar II. (F 869) und der weltberühm=
ten
Gemme des Kaiſers Auguſtus, konnte durch
die ſachkundige Wiederherſtellungsarbeit des
Aachener Domgoldſchmiedes Witte vor dem Zer=
fall
gerettet werden. Der innere Holzkern war
morſch geworden, ſo daß die mit 137 Steinen be=
ſetzten
Metallplatten den Halt verloren; jetzt
wurde nicht nur ein neuer Kern aus präparier=
tem
Eichenholz hergeſtellt, ſondern gleichzeitig
ſind auch manche Mängel der letzten Reſtaura=
tion
(1829) beſeitigt worden. Die Wiederher=
ſtellung
, die ſehr ſchwierig war, hat das ge=
ſchichtlich
und kunſtgeſchichtlich wertvolle Stück in
prachtvoller Urſprünglichkeit erhalten.

Sklarek=Prozeß. Die Rennweiken.
Berlin. Am Mittwoch wurde zunächſt der
Berliner Rechtsanwalt Max Jaffé vernommen,
der nach den Sklarekſchen Büchern von den Skla=
reks
einmal einen Betrag von mehreren tauſend
Mark erhalten hat. Rechtsanwalt Jaffé beſtreitet
jedoch, dieſen Betrag bekommen zu haben. Der
nächſte Zeuge, Buchmacher Milhahn, ſchätzt Leo
Sklareks Verluſte bei früheren Rennwetten auf
jährlich 30 000 Mark. Der Buchmacher Haſe be=
kundet
, daß Willi Sklarek in den letzten fünf
Tagen vor ſeiner Verhaftung bei ihm an Wet=
ten
30 000 RM. umgeſetzt und dabei 5000 RM.
gewonnen habe. Der Buchmacher von Lindenau
meint, daß der jährliche Verluſt Willi Sklareks
10 000 RM. betragen habe. Frau Baerſch, eine
Schwägerin von Willi Sklarek, die heute noch
mit ihm zuſammenwohnt, ſagt aus, daß ſie zu
der Monatsmiete von 260 RM. 150 RM. aus
ihren Erſparniſſen dazu gebe. Willi Sklarek
weiſt darauf hin, daß bei Sklareks große Not
herrſche.

Kritiſche Lage eines aufgelaufenen franzöſiſchen
Paſſagierdampfers.
Paris. Die Lage des franzöſiſchen Paſſa=
gierdampfers
Providence, der vor einigen Ta=
gen
in der Nähe der Dardanellen auf ein Riff
gelaufen iſt, wird von Tag zu Tag kritiſcher. Die
Paſſagiere und ein Teil der Ladung konnten von
dem italieniſchen Dampfer Vienna und dem
bulgariſchen Dampfer Bulgaria übernommen
werden. Man befürchtet, daß das Schiff ſelbſt
verloren iſt. Die türkiſchen Schlepper konnten
ſich bisher infolge des hohen Seeganges nicht
nähern, um die Schlepptaue zu werfen. Die un=
teren
Lagerräume ſtehen bereits vollkommen un=
ter
Waſſer. Die Beſatzung ſchickt ſich an, das
ſinkende Schiff zu verlaſſen. Die Providence‟
iſt 16 000 Tonnen groß. Sie befand ſich mit etwa
300 Paſſagieren an Bord auf einer Vergnü=
gungsreiſe
nach dem Nahen Orient

Großfeuer in Agram.
4 Toke, 25 Verlehke.
Agram. Die kroatiſche Hauptſtadt erlebte
geſtern eine Schreckensnacht durch einen Rieſen=
brand
, der gegen Mitternacht in einem vier=
ſtöckigen
Gebäude auf dem Dolac=Platz im Zen=
trum
der Stadt ausbrach. Dort befinden ſich im
zweiten Stockwerk die Räumlichkeiten der Film=
Agentur Star, wo große Mengen von Filmen
aufgeſtapelt waren. Bald nach Ausbruch des
Brandes kam es zu einer furchtbaren Exploſion,
die in der ganzen Stadt zu hören war. Im Nu
ſtanden das dritte und vierte Stockwerk des Ge=
bäudes
in Flammen, die auch auf den erſten
Stock und das Zwiſchengeſchoß übergriffen. In
dem Hauſe wohnen 45 Familien. Die Feuer=
wehren
von Agram, die ſofort zur Stelle waren,
nahmen die Löſch= und Rettungsarbeiten in An=
griff
. Die Bewohner des Hauſes, von Panik er=
griffen
, konnten nur mit Leitern und Sprung=
tüchern
gerettet werden. Soweit bisher feſtgeſtellt
wurde, ſind vier Perſonen in den Flammen um=
gekommen
und 25 meiſt ſchwer verletzt worden.
Der Sachſchaden wird auf mehrere Millionen
Dinar beziffert. Auch das Nebengebäude, das
ebenfalls von den Flammen ergriffen wurde, hat
großen Schaden erlitten. Erſt gegen 2 Uhr war
der Brand gelöſcht. Ein Schadenfeuer von
dieſer Ausdehnung hat Agram ſeit Menſchen=
gedenken
nicht erlebt.
Wie zu dem Großfeuer in der Filmverleih=
anſtalt
Star ergänzend gemeldet wird, iſt von
den beiden Filmoperateuren, die in dem Film=
atelier
beſchäftigt waren, der eine im Kranken=
haus
geſtorben, während der andere zwiſchen
Tod und Leben ſchwebt. Der Beſitzer des Hau=
ſes
, ein Apotheker, der ſich vor den Flammen
durch einen Sprung aus dem zweiten Stock auf
die Straße retten mußte, erlitt einen doppelten
Beinbruch und ſchwere innere Verletzungen, ſo
daß auch an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird.
Unter den Schwerverletzten befindet ſich auch
der kroatiſche Politiker Dr. Miskulin, Vertreter
der Stadt Agram. Vier Perſonen ſind, wie be=
reits
gemeldet, ums Leben gekommen. Mehrere
Bewohner des Hauſes werden noch vermißt. Es
verlautet, daß der Brand bei einer Filmauf=
nahme
infolge einer Zelluloidexploſion ausge=
brochen
iſt.

Drei Fabriken eingeäſchert.
Paris. In einer Motorenfabrik in Nantes
brach am Dienstag Feuer aus, das in einem
Schweröllager reiche Nahrung fand. Trotz ſofor=
tigen
Eingreifens der Feuerwehren dehnte ſich
der Brand bald auf das ganze Gebäude aus und
griff auch auf zwei angrenzende Fabriken über.
Sämtliche Fabrikgebäude brannten bis auf die
Grundmauern nieder. Der Schaden beträgt
mehrere Millionen Franken.
Erdbeben in Johannesburg.
Kapſtadt. Ein ſtarkes Erdbeben wurde in
Johannesburg und deſſen Umgebung verſpürt.
Einer der Seismographen der dortigen Erd=
bebenwarte
wurde durch die heftigen Erſchütte=
rungen
beſchädigt und außer Tätigkeit geſetzt.
In einem Schacht der Robinſon=Bergwerke ſtürz=
ten
die Wände ein. Menſchenleben ſind nicht zu
beklagen.
Großer Bankraub in Minneapolis.
Minneapolis. Sieben mit Maſchinen=
gewehren
, Gewehren und Piſtolen bewaffnete
Männer drangen in eine entfernte Filiale der
Northweſtern National Bank ein und raubten
50 000 Dollar in bar und 150 000 Dollar in
Wertpapieren. Die Räuber flüchteten mit ihrer
Beute.
Schweres Eiſenbahnunglück infolge Brücken=
Einſturzes.
Montreal. In der Nähe von Vancouver
ſtürzte eine infolge großer Ueberſchwemmungen
unterſpülte Eiſenbahnbrücke zuſammen, als ein
Eiſenbahnzug über ſie hinwegfuhr. Die Lokomo=
tive
und vier Wagen ſtürzten in die Tiefe. Drei
Perſonen wurden getötet.

[ ][  ][ ]

Dornerstag, 31. März 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

* Aus dem deutschen Usten-
das
Geſchichtsbuch heute in den Kabinenkoffer legen und nur
die Schönheiten Mafurens auf uns wirken laſſen.
Die Schönheiken Maſurens.

Nr. 90 Seite 9

Es iſt eine bewußte Lüge, wenn die Polen den Völkern
des Erdballs erzählen, daß das heutige Maſuren der ſüdöſt=
lichſte
Teil Oſtpreußens altes polniſches Land ſei, das ihnen
widerrechtlich vom preußiſchen Staate entriſſen worden iſt. Jeder
Blick in das Buch der Geſchichte und auf die alten Landkarten
um das Jahr 1000, um 1400 uſw., beſagt vielmehr, daß das
alte Maſovien ſo lautet der urſprüngliche Name, der ſich von
Maſos, dem Mundſchenken des polniſchen Königs Miecziſlaw II.,
ableitet eine polniſche Provinz iſt, die ſüdlich der heutigen
Südgrenze Oſtpreußens, des alten Pruzzenlandes, lag. Das
heutige Maſuren umfaßt den altpreußiſchen Gau Galindien und
einen Teil von Sudauen. Altpreußen oder Pruzzenland war
aber bekanntlich ſeit undenklichen Zeiten von einem germaniſch=
baltiſchen
Volksſtamm bewohnt, und nicht von Slawen.
Den ſüdlichen, ſüdöſtlichen und öſtlichen Teil des alten Pruz=
zenlandes
von der Weichſel bis zur Memel bildete vor Zeiten
eine 10 Meilen 75 Kilometer breite Wildnis‟ Dieſe Wilo=
nis
war ein Grenzſchutz zwiſchen dem alten Pruzzenland und
der polniſchen Provinz Maſovien, befand ſich aber im Beſitze der
Pruzzen, die von hier aus ſengend und brennend in Polen ein=
fielen
, als man von dorther verſuchte, ihnen ihre Naturreligion
und ihre Gottesverehrung zu nehmen. Deshalb erbat der pol=
niſche
Herzog Konrad von Maſovien im Jahre 1226 die Hilfe
des Deutſchen Ordens.
Der mittlere Teil dieſer ehemaligen Wildnis alſo der
Südoſten Oſtpreußens iſt das heutige Maſuren, in dem ſich
in der Johannisburger Heide, dem größten deutſchen Forſt, ein
(Ueberbleibſel der ehemaligen Wildnis erhalten hat. Das
Waldgebiet der Johannisburger Heide umfaßt einen Flächen=
raum
von einhunderttauſend Hektar, das von fünfzehn Ober=
förſtereien
bewirtſchaftet wird. Dieſes koloſſalen Waldreviers
Hauptholzart iſt die Kiefer, deren Holz hier eine ganz beſondere
Vollkommenheit beſitzt und deshalb ſchon ſeit undenklichen Zeiten
ſehr geſchätzt wird. Wegen ihrer außerordentlich hohen und
ſtarken Stämme waren die Kiefern der Johannisburger Heide‟
ſchon zur Ordenszeit berühmt; ſie fanden beſonders zu Schiffs=
maſten
Verwendung und wurden trotz der Schwierigkeit des
Transporses in verhältnismäßig großer Zahl nach dem Weſten
zunächſt nach Elbing und Danzig geſchafft. Außer Kiefern
gibt es in den Wäldern der Johannisburger Heide noch Fich=
ſten
, und an Laubhölzern in einzelnen Partien Eichen, Birken,
Hainbuchen und Haſeln.
Landſchaftlich iſt Maſuren das ſchönſte, wirtſchaftlich das
ſärmſte Gebiet Oſtpreußens, denn der Boden iſt auf weiten
(Strecken ſandig. Wir leben ja aber im zwanzigſten Jahrhundert,
ſda ſtehen uns zum Kennenlernen eines Landes andere Mittel
zur Verfügung als das Leſen einer Beſchreibung des Landes,
ſund ſo fordere ich die Leſerinnen und die Leſer des Darmſtädter
Tagblatts auf, mit mir die bereitſtehenden Flugzeuge zu be=
ſſteigen
und zunächſt aus der Vogelperſpektive Maſuren zu über=
ſblicken
und im Anſchluß daran auf einer Dampferfahrt auf der
gegen hundert Kilometer langen Waſſerſtraße auf den durch
KKanäle verbundenen großen Seen die Schönheiten Maſurens in
AAugenſchein zu nehmen: was gilt die Wette, daß ein großer Teil
der Waſſerfreunde unter den Teilnehmern in dieſem Paradies
der Paddler wochenlang in leichtem Boote auf den klarblauen
bder grünlich ſchimmernden Seen die entzückende Landſchaft
Maſurens genießen möchte?!
Oeſtlich Deutſch=Eylau überfliegen wir die 313 Meter hohe
Kernsdorfer Höhe, den höchſten Berg Oſtpreußens, der an der
weſtlichen Grenze Maſurens liegt, während der zweithöchſte Berg
Oſtpreußens der 309 Meter hohe Seesker Berg Maſuren
ſm Nordoſten abſchließt. Unmittelbar öſtlich der Kernsdorfer
böhe erblicken wir unter uns das große Schlachtfeld von Tannen=
berg
mit dem Tannenberg=National=Denkmal bei Hohenſtein.
Maſuren iſt ja das Land der großen Schlachten, aber wir wollen

Aus dem Flugzeug erſcheint Maſuren wie eine bucklige
Welt; man ſieht eine große Zahl regellos verſtreuter Boden=
erhebungen
, teils iſoliert, teils mehr oder weniger zuſammen=
hängend
: es iſt der breite preußiſche Landrücken, der letzte
Ausläufer des baltiſchen Höhenzuges auf deutſchem Boden, der
eine ausgeſprochene Waſſerſcheide bildet. Darüber zerſtreut ſind
grüne Waldungen von oft ungewöhnlich großem Umfange und
dazwiſchen bilden unendlich viele Seen in allen Größen den köſt=
lichſten
Schmuck; dieſe Dreiheit bildet das Charakteriſtiſche
Maſurens, und aus dem beſtändigen Wechſel entſpringen die in=
timen
Reize, an denen die maſuriſche Landſchaft ungemein reich
iſt und die ſo wohltuend auf das Auge wirkt das Land der
dreitauſend Seen wird Maſuren ja genannt. Dieſe blauen und
grünlichen Seen liegen teils einzeln verſtreut inmitten alter ur=
wüchſiger
Laub= und Nadelwälder, teils werden ſie von ſaftig
grünen Wieſen oder goldgelben Kornfeldern eingerahmt. Die
Städte ſind meiſt klein. Die Dörfer liegen langgeſtreckt an den
Seen oder verſtreut in den Wäldern. Hin und wieder öffnet
ſich in dieſen eine Lichtung für ein paar Häuſer, ein Kirchlein,
einige Wieſen und Aecker. Der größte See Maſurens, der Spir=
ding
=See, iſt 153 Quadratkilometer groß und damit der größte
Binnenſee Preußens; ihm folgt an Größe der nördlichere Mauer=
und Dargainen=See.
An der Nordoſtecke des 110 Quadratkilometer großen
Mauer=Sees verlaſſen wir die unmittelbar neben den Ruinen
des alten Deutſchordensſchloſſes Angerburg gelandeten Flug=
zeuge
und nehmen im gleichnamigen Städtchen Nachtquartier.
Auf dem kurzen Wege zum Hotel beſichtigen wir als Sehens=
würdigkeiten
den hiſtoriſchen Aalfang am alten Ordensſchloß
und die ſich in Angerburg befindende größte Fiſchbrutanſtalt
Deutſchlands! Das Abendeſſen, aus herrlichen Fiſchen der maſu=
riſchen
Seen beſtehend, mundet köſtlich.
Auch am folgenden Tage meint der Sonnengott es gut mit
uns: frühzeitig zieht er ſeine goldene Sonnenſcheibe auf. In
heiterſter Stimmung beſteigen wir am frühen Morgen das
Dampfboot der Maſuriſchen Dampfkompagnie, das uns auf die
Fluten des Mauer=Sees hinausträgt. Ebenſo wie auf dem
Rhein verkehren auf den Maſuriſchen Seen Perſonendampfer
nach einem regelmäßigen, auf das genaueſte eingehaltenen Fahr=
plan
. Nirgend ſonſt in deutſchen Landen gibt es die Möglichkeit,
über vielgeſtaltige Seenflächen etwa hundert Kilometer auf blauer
Waſſerbahn dahinzugleiten und alle die Schönheiten, die ſich
darbieten, aufzunehmen, nur Maſuren vermag dieſen eigen=
artigen
Genuß zu bieten! Freilich fehlt die überwältigende
Szenerie der Gebirgslandſchaft, aber die Bilder, die ſich auf
einer Fahrt über die maſuriſchen Seen beſtändig ablöſen, erfreuen
in ihrer Lieblichkeit das Auge und bilden einen wohltuenden
Naturgenuß. An der Inſel Upalten das maſuriſche Helgo=
land
vorbeifahrend, hält das Dampfboot in Steinort an dem
herrlichen Schloßpark der Grafen Lehndorff, in dem wir bei
kurzem Aufenthalt beſonders die Alleen der älteſten Eichen im
Deutſchen Reiche bewundern. Der zehn Kilonieter breite Dar=
gainen
=See, der ſüdliche Teil des Mauer=Sees, teils von dichtem
Wald umſäumt, teils weite Ausblicke auf Güter und Dörfer in=
mitten
weiter Ackerfelder bietend, verengt ſich allmählich, und
unſer Schiff fährt in einen ſchmalen Kanal ein, an deſſen Ende
es anlegt: Lötzen, der Mittelpunkt des Maſuriſchen Seengebiets,
iſt erreicht. Dicht vor uns liegt das aus dem Anfang des
17. Jahrhundert ſtammende Schloß, die Dienſtwohnung des
Kommandanten der angrenzenden Feſte Boyen Einſt ſtanv
hier die im Jahre 1335 vom Deutſchen Orden erbaute Lötzen=
burg
, die erheblich größere Dimenſionen aufwies als das jetzige
Schloß. Unſer Schiff verläßt den Kanal und fährt in ſüdlicher
Richtung auf den Löwentin=See hinaus, auf dem rückwärts
ſchauend uns dieprächtige Lage der Stadt Lötzen am See hingeſtreckt,
feſſelt. Neben der Feſte Boyen ſehen wir den Tabaksberg und
den mit einem Erinnerungskreuz für den heiligen Bruno, den

Apoſtel der Maſuren, geſchmückten Tafelberg, während unweit
Lötzen ein ſtattlicher Turm unſere Aufmerkſamkeit auf ſich lenkt:
ein Einheimiſcher erzählt uns, daß man von dieſem Ausſichts=
turm
auf der Wilhelmshöhe einen Rundblick über ein Gebiet
von 60 Quadratmeilen genießt, bei dem endloſe Waldungen,
Täler und Höhen, blinkende Seen und zahlloſe Ortſchaften ein
Bild überwältigender Schönheit bieten würden.
Am ſüdlichen Ende des 25 Quadratkilometer großen Löwen=
tin
=Sees gelangen wir bei dem Kirchdorfe Rydzewen in enges
Fahrwaſſer: es geht nun in weſtlicher Richtung durch kleinere
Seebecken und die zu ihrer Verbindung ſchon unter Friedrich
dem Großen hergeſtellten Kanäle zwiſchen niedrigen Wieſen und
Moorländern hin. Etwa zwei Stunden dauert die hier ver=
langſamte
Fahrt, die wieder ein beſchleunigtes Tempo einnimmr,
ſobald unſer Dampfboot das Talter Gewäſſer erreicht: dieſes iſt
ein verhältnismäßig ſchmaler See, der ſich wie ein mächtiger
Strom in nordſüdlicher Richtung hinzieht und von deſſen zum
Teil recht hohen Ufern ein paar langgeſtreckte Dörfer ſich in den
ſtillen Waſſern wunderbar ſpiegeln. Das Dampfboot legt au
der Brücke des kleinen Städtchens Nikolaiken an, das ſich eines
gewiſſen Weltrufs bei den Feinſchmeckern erfreut, welche die hier
gefangenen und geräucherten Nikolaiker Maränen ſehr zu
ſchätzen wiſſen.
Bei Nikolaiken beginnt der ſchönſte und eigenartigſte Teil
der Maſuriſchen Seenplatte, die von hier an überall nur mit
dichtem Hochwald eingerahmt wird: wir befinden uns nunmehr
in der Johannisburger Heide, die Anfangs beſchrieben worden
iſt, und werden von ihrem eigenartigen Zauber gefangen ge=
nommen
! Nur das Rattern der Maſchine und das Rauſchen
des Waſſers am Bug und Heck des Schiffes unterbrechen die
Stille. Ueber den Baumwipfeln ſehen wir Fiſchreiher zum
Horſte ſtreichen, auch einen Buſſard ſeine Kreiſe ziehen; bald
rechts, bald links ſchiebt ſich eine Wäldkuliſſe in das ſpiegel=
blanke
Fahrwaſſer hinein, verſteckt zeigt ſich auch ein Förſter=
haus
oder ein Gehöft. Bei dem ſteten Wechſel der Bilder ver=
geht
die Zeit ſchnell, und etwa eine Stunde nach dem Verlaſſen
von Nikolaiken öffnen ſich vor uns die Toxe einer Schleuſen=
kammer
, die uns einlaſſen, um ſich ſofort wieder zu ſchließen;
unſer Schiff wird auf das etwa zwei Meter höhere Niveau des
kleinen Guſzin=Sees gehoben und ſetzt ſeine Fahrt durch dieſes
liebliche kleine Waſſerbecken, dann durch den großen Gufzin=Sce
fort. Wir kommen nach Rudezanny, der bedeutſamen Halzinduſtrie=
Arbeitsſtätte; wenn hier die Schneidemühlen mit ihren Holz=
und Bretterſtapeln nicht gerade zur Verſchönerung des Land=
ſchaftsbildes
beitragen, ſo werden unſere Augen durch den An=
blick
der weiten Forſte und durch die Perle unter den maſu=
riſchen
Seen den Niederſee mit ſeinen verſchiedenen Wald=
inſeln
bezaubert, auf den das Schiff uns noch ein Stück
hinausträgt, bevor es in Rudczanny anlegt. Verlaſſen wir nuu=
mehr
das Schiff, ſo ſagen wir damit den Maſuriſchen Waſſern
nicht Lebewohl; wir beſteigen vielmehr die Autos, die uns nach
Murawa bringen, wo wahrhafter Märchenzauber uns erwartet:
auf leichtem Kahne laſſen wir uns die Kruttinna hinabtragen,
auf der die durchſichtig=klaren Fluten mit dem grünen Blätter=
dach
über uns in andachtsvoller Stimmung uns zuraunen, daß
wir uns im Kleinod Maſurens befinden.
Herrlich mundet das Abendeſſen in dem ſauberen Gaſthauſe,
wie ja überhaupt die Verpflegung in Oſtpreußen alſo auch
in Maſuren ſehr ſchmackhaft und dabei kräftig iſt: an friſcher
Landbutter und an Schmand d. i. Sahne wird in Oſt=
preußen
nicht geſpart! Und wenn wir uns zur Nächtruhe be=
geben
, dann geſtehen alle Teilnehmer an der zweitägigen Maſu=
renfahrt
im Flugzeug über Maſuren und zu Schiff und zu
Boot auf den Maſuriſchen Seen und Gewäſſern , daß dieſes
Wald= und Seenidyll im deutſchen Oſten viel mehr durchwandert
werden ſollte, und zwar nicht nur wegen ſeiner landſchaftlichen
Schönheiten, ſondern auch wegen ſeiner großen Bedeutung als
Vorpoſten deutſcher Kultur gegen das Slawentum!
Bevor Morpheus uns ganz in ſeine Arme nimmt, driugt
durch das offene Fenſter aus der ſternenklaren Sommernacht
vom letzten heimkehrenden Boot ein von einer Ziehharmonika
begleitetes Lied an unſer Ohr, deſſen Kehrreim lautet:
O Heimatland, Maſovias Strand,
Maſovia lebe, mein Vaterland!

Reise-Journalist
Friedr, Wilh. Fuchs
dankt für das Intereſſe an
ſeinem neuen Eigenheim
und die Beſprechungen in
der in= und ausländiſchen
Preſſe. Dresden -A1,
Annenſtraße 26 II. (4905

beboten: 1 ſchöne
ger. 5=Zim.=Wohn.
mit Bad u. ſonſt.
reichl. Zubehör i.
1. Stock in ſchönſt.
NLage, Südſeite, i.
Herdweg=Viertel.
ßeſucht: 1 ſchöne
ger, 3=Zim.=Wohn.
m. Bodenkammer,
Badezim. u. ſonſt.
Zub., Part. od. 1.
Stck., i. gut. Lage.
zuſchrift. u. W. 250
( d. Geſch. (2567a

Schöne 8=Zi.=Whg.
richl. Zub., 1. Et..
ruh. u. ſchön gel.
UFam.=Haus weit
mt. Friedensmiete
ſtfort zu vermieten.
Näheres Geſchſt. (*

Neckarſtr. 6
47=Zim.=Wohng.:
Rd, Vda., Gart.., Zbh., p. 1.
verm. Näheres
Fiedrichſtr. 28.

Zu vermieken:
6=Zimmer-
Wohnungen.,
Herdweg 71 mit
Garten, Garage.
Hoffmannſtr. 57
mit Zentr.=Heiz.
Wilhelmſtr. 22.
Wilhelminenſtr. 22.
Saalbauſtr. 69.
Annaſtraße 30
per ſofort.

Neuherg. herrſchaftl.
6=Zimmer=Wohng.
Zentralhzg., reichl.
Zubh., Gartenben.,
fr. Lage, ab 1. Mai
ev. ſchon 15. April
zu verm. Aeußere
Ringſtraße 108.

Landwehrſtr. III.
ſchöne 5=Zim.=Whg.
mit Bad u. allem
Zubehör, 650 Mk.
Friedensmiete, auf
1. Juli z. vm. Näh.
part. Einzuſ. tägl.
1012, 24. (*md

SBUre
Feines Anszugsmehl ...2 Pfd.
Ital. Tafelreis.. . . . . . . . . 21/, Pfd.
Erbsen, //= gelbe, gesch. 2 Pfd.
Gemisennd., leicht gef. 1½. Pfd.
2 Pfd.
Malzkalfee ....
2 Pfd.
Natur-Reis..
Jg. Schnittbohnen ... 2 Pfd.-Bose
Galif. PHanmen . .. . . . . . . 2 Pfd.
Feinstes Hischobst .... .1 Pfd.
Pfd.
Würfelzucker ..

Haushalt durch

Alter Halaga.. . . . . . .1/. Fl. 0. Gl.
Feiner Zucker .... .. . . . 21/, Pfd.
2Pfd.
Linsen..
zus.
2 Pfd.
Bohnen..
nnr
1Pfd.
Griess..
Saftige Oraugen ....3Pfd. / zus.
Zitronen .... . . .. 10 Stück nur
Landbuiter ...... .. "/-Pfd. / zus.
Sardinen...... . 1 Glabdose /nur
Vollfrische Eler ..... . 12 Stück

Pfennig

Pfennig

Donnerstag eintreſtend: 1931 Gr.- Mintern-
fönernelen
Wermathwein 2Werkscktäger lose vom Faß
4
Liter V vom Faß
Liter U G.

Heinrichſtr. 69, einf,
m. Z. m. g. P. bill.
(4873a)

Pankratiusſtr. 35,I.
gutmbl. Zim. z. v.
Preis 24 M. EEmdi
Aliceſtr. 33, I.
nbl. Zi. zu v. (Emd
Schön. ſon. mb. Zi.
im Neubau bill z.
1. 4. zu verm. Näh.
in der Gſchſt. (*md

Ludwigshöhſtr. 1½
. St. mb. 3. zu v.
*mdf)

Dieburgerſtr. 9, pt.
ſutm. Z. alsb. z. v.
(md).

Kl., gut u. behagl.
mbl. W.= u. Schlafz.
40. Herdweg 98.
((77b).

2 I. od. tlw. mb. 3.
bill. zu vm. Hein=
heimerſtr
. 8,I. r. (*

2 3., W.= u. Schlaf=
zim
., ſ. g. möbl., in
beſt. Lag., an ruh.
Miet. zu vm. Ang.
u. A. 174 Gſchſt.

Lepensmittel von
. B. H.
HalIO Daale Rensh,!

Liebigſtraße 2 (Louvre)
herrſch. 7=3.=Bohnung
mit großer Diele und all. Zubehör
zum 1. Juli oder früher billig zu
vermieten. Näheres im 1 Stock. (*

I1 unserem trüheren Geschäftshaus
Hilgesstraße 5 schöne
SZimmer-Eckwohnung
IStock (beide Fronten Außerdem
nuzeitl. Ladenlokal mit 2 Neben-
zumen
sotort zu vermieten.
Kirsettfabr. Gündner-Lang, Escholl-
brickerstraße
28. Teleton 894. (4903

5-Zimmer=
Wohnungen:
Eichbergſtr. 7
per ſofort.
Mathildenſtr. 55
zum 1. Juni, ev.
früher. (1637
Lauteſchlägerſtr. 27
per 1. Juli.
Näh. wegen Beſich=
tigung
und Prei=
durch
den
Darmſt. Haus
beſiher-Berein
Telefon 560.

Wohnung
per 1. Juli 1932
zu vermieten.
Annaſtraße 38
iſt der erſte Stock.
beſt. aus: 5 Zim.,
Badezimm., Küche,
Vorratsr., 1 Mſde.
u Kellerr., anderw.
an ruhige Mieter
zu verm. Preis u
Uebereinkunft. El.
Licht, Gas u. Ztr. phd. Näh
part. daſelbſt.

5=Zimmer=Wohng.
(evtl. mit Manſd.)
Waldſtr. 18, 1. St.
(ſeither von Zahn=
arzt
bewohnt) als=
bald
zu vm. Näh.
Volksküche daſelbſt.
Hinterb. (4886b

Bismarckſtraße be=
ſchlagnfr
. 4=Zimm.=
Wohnung mit Bal=
kon
ſofort zu ver=
mieten
. Angeb. u.
A. 161 an Gſchſt.

Schöne 3=Zi.=Whg.
St., beſchl.=frei
(Neubau), abgeſchl.
Vorpl., el. L., Kell.,
Waſchkch., Trockbd.,
Gartenant., in der
N. v. Dſt., 2 Min.
v. Bahnh., zu n.
Miete 35 Mk. Ang.
u. A. 166 Gſchſt.

Bismarckſtr., 2 Zim.
Wohnung zu verm
Angeb. unt. 21 203
an die Geſchſt.

2=Zimmer=Wohng.
m. ſch. ſonn. Vda
an Ehep. ohne Kd
zu vm. Pr. 30 Mk
Ang. A. 182 Gſt. (*

Deere Zimmer g

Leer. hzb. Manſ.=3.
z. vm. Näh. Geſch.*

Heinrichſtr. 11. gr.
leer, 3., kl. Nebenr.
Kochgel. zu verm.

Leeres ſep. Zimmer
m. el. L. u. Waſſ.. zu vm. Ang.
u. A. 156 Gſchſt.

2 leere Zimmer ev.
mit kl. Küche an
einz. Dame zu vm.
Herdweg 64, pt.

Leeres Zimmer m.
Gas u. Waſſer in g
Hauſe t. Ztr. z. vm
Ang. A 204 Geſchſt.

Gr. leer. Zimm. m.
Nebenr., Ztr.=Hzg.,
Gas, El., z. v. (*ds
Hermannſtraße 39.

2 ar. ſch. leereZim.
n Küche in aut. Hſe.
an kinderl. Ehep. od.
Dame zu vermieten.
Näh. Geſchäftsſt.

Wilhelminenſtr. 24
möbl. Zimmer mit
od. ohne Penſion.
(4849a)

Heiurichſtr. 79, part.
möbl. Wohn= und
Schlaf;.evtl. Küchen=
ben
., zu verm. (*dfs

Soderſtr. 16, II. Ik.
gtm. Z. zu v. (*md
Necharſtr. 4, Garthr. II.,
frdl., ſep möbl. 3., el
icht, ſof z. vm. /mdf

Saalbauſtr. 70, I.,
gut mbl. Zim. (4764a

Gervinusſtraße, 34,
V. I., ſch. mbl. Zim.
m. Schreibt., el. L.,
ev. Klavierben. ſof.
zu vermieten.
Darmſtr. 10,I. mbl.
Zim. zu vermiet..
20 M. Schmidt
Schwanenſtr. 79, 4.,
frdl. mbl. Zim. ſof.
bill. zu verm. (*d
Luiſenſtr. 34, I.,
gr. m. Zim. z. vm.
Kaſinoſtraße 10, II.
(Nähe Rheinſtr.) g.
m. 3., el. L. z. vm.
Schuchardſtr. 13, I.
ein möbl. Zim. m.
Schreibt. u. el. Licht
zu vermieten.
Möbl. Wohn= und
Schlafz., z. v. evtl.
Küchben. Heinrich=
ſtraße
79. pt. (*dfs
Schön mb. Zi. z. v.
Ludwigſtr. 16, II.
Schuchardſtr. 18, II.
gutm. Zi. bill. z. v.
(*dfs)
Nd.=Ramſtädterſtr.
36,II. gtm. 3. z. v.
Eleg, ſon. mbl. Zi.,
ungeſtört, i. gt. H.,
prsw. z. vm. Roß=
dörferſtr
. 82. pt.
Karlſtr., 85, part.
ſchö. m. 3. zu v. (2

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 90

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiiche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. März 1332

Sodd TaerTa badſteit

Der Spork des Sonnkags.
Nach den Feſttagen kehrt nun zwar der Sport in ſein werk=
tägliches
Gleis zurück, d. h. von den Privatſpielen und Reiſen
geht es zurück in die Meiſterſchaftskämpfe, aber an Umfang büßt
das Sportprogramm kaum ein. Der Spielbetrieb in den Raſen=
ſports
iſt wieder außerordentlich rege. Neben den Punktekämpfen,
die vielfach entſcheidenden Charakter haben, gibt es auch einige
Repräſentativſpiele. Die Leichtathletik wartet mit den Waldlauf=
meiſterſchaften
in den Gruppen der DSB. und den Kreiſen der
DT. auf.
Fußball.
Die ſüddeutſchen Endſpiele ſtehen dicht vor dem Abſchluß.
Von den ſieben Spielen des 3. April iſt nur eines ohne beſondere
Bedeutung, in allen anderen ſechs Treffen ſind bedeutſame Vorent=
ſcheidungen
zu erwarten. Es ſpielen: Abteilung Nordweſt: FSV.
Eintracht Frankfurt, Waldhof Neckarau, Wormatia Pir=
maſens
, Saarbrücken Mainz 05: Abteilung Südoſt: 1. FC. Nürn=
berg
Karlsruher FV., München 1860 Sp.Vg. Fürth, FC.
Pforzheim FV. Raſtatt. Auch in den Pokalſpielen wer=
den
bald die letzten Entſcheidungen fallen. Hier ſpielen am Sonn=
tag
: Main=Heſſen: Union Niederrad VfL. Neu=Iſenburg ( Nie=
derrad
iſt bereits Pokalſieger), Germania Bieber Olympia
Lorſch, 1. FC. Langen Hanau 93; Rhein=Saar: Amicitia Viern=
heim
Sportfr. Saarbrücken (Viernheim braucht nur ein Un=
entſchieden
, um Pokalſieger zu ſein), Phönir Ludwigshafen
Sandhofen, Kaiſerslautern Mundenheim, VfR. Mannheim
SV. 05 Saarbrücken; Bayern: FV. 04 Würzburg FC. Schwein=
furt
(im Falle eines Sieges iſt Schweinfurt Pokalſieger), Teu=
tonia
München Wacker München, Schwaben Augsburg SSV.
Ulm, ASV. Nürnberg FC. Bayreuth; Württemberg=Baden:
Brötzingen FC. Mühlburg (wenn Brötzingen auch nur einen
Punkt verliert, ſind die Stuttgarter Kickers Pokalſieger), Freibur=
ger
FC. Union Böckingen, VfB. Karlsruhe FC. Birkenfeld,
Phönix Karlsruhe SC. Freiburg. In der Gruppe Main
kommt zwiſchen Offenbacher Kickers und Germania 94 Frankfurt
noch ein rückſtändiges, aber natürlich völlig bedeutungsloſes Ver=
bandsſpiel
zum Austrag. Germania 94 verabſchiedet ſich damit
von der Bezirksliga Bayern München trägt in Berlin gegen
den Deutſchen Meiſter Hertha/BSC. ein Privatſpiel aus.
Die Aufſtiegsſpiele werden in den einzelnen Gruppen fortge=
ſetzt
. In den anderen Landesverbänden iſt man ebenfalls auf der
Suche nach den Verbandsmeiſtern und Teilnehmern für die DFB.=
Endſpiele. In Mitteldeutſchland kommt neben der zweiten Mei=
ſterſchafts
=Zwiſchenrunde auch die Vorſchlußrunde um den Pokal
zum Austrag. In Weſtdeutſchland, wo von acht bereits ſieben
Bezirksmeiſter feſtſtehen, ſoll im Treffen SchalkeSchwarz=Weiß
Eſſen nun auch noch der Meiſter des Ruhrbezirks ermittelt wer=
den
. Ein Länderſpiel gibt es in Oviedo zwiſchen Spanien und
Jugoſlawien.
Handball.
Im Kampf um die ſüddeutſche Meiſterſchaft wird am Sonntag
zwiſchen VfR. Mannheim und VfR. Schwanheim das letzte Spiel
der Gruppe Weſt ausgetragen. Gewinnt VfR. Mannheim auch
nur einen Punkt, dann fällt ihm der Titel und die Berechtigung
zur Teilnahme an der Deutſchen Meiſterſchaft zu. Siegt aber
Schwanheim, dann ſind Mannheim, Schwanheim und Darmſtadt 98
punktgleich und das Rennen kann noch einmal losgehen. Der Sie=
ger
der Gruppe Oſt ſteht in Sp.Vg. Fürth bereits feſt. Der
3. April bringt auch das erſte ſüddeutſche Endſpiel der Damen.
Der Sieger, aus dem Treffen Sportfreunde Landau 1. FC.
Nürnberg muß zum Entſcheidungsſpiel gegen den Titelverteidiger
Eintracht Frankfurt antreten.
Rugby.
Zur Vorbereitung für das am 17. April in Frankfurt a. M.
ſtattfindende Länderſpiel Deutſchland Frankreich wird am
Samstag in Frankfurt ein Uebungsſpiel Nationalmannſchaft
gegen Süddeutſchland ausgetragen.
Hockey.
Arnheim iſt der Schauplatz eines Spieles Holland Weſt=
deutſchland
der Damen. Ein weiteres Repräſentativtreffen fin=
det
in Baſel zwiſchen der Nationalmannſchaft der Schweiz und
einer Heidelberger Stadtmannſchaft ſtatt. Von Privatſpielen
ſind zu nennen: Nürnberger HTC. FC. Schweinfurt, TG
Heidelberg VfR. Mannheim, TV. 46 Heidelberg Rot=Weiß
Frankfurt.
Leichtathletik.
Die ſüddeutſchen Gruppen führen ihre Waldlaufmeiſterſchaften
am Sonntag an den folgenden Orten durch: Nordbayern in Nürn=
berg
, Südbayern in München, Württemberg in Stuttgart, Baden
in Kehl, Main in Frankfurt. Heſſen in Wiesbaden, Rhein in
Schwetzingen, Saar in Kaiſerslautern. Weſtdeutſchland bringt
ſeine Waldlaufmeiſterſchaften in Duisburg zur Abwicklung.
Außerdem halten bereits einige Kreiſe der DT. ihre Waldlauf=
meiſterſchaften
ab.
Radſport.
Die Bahnen in Hannover und Leipzig haben ihre Eröffnungs=
rennen
angeſetzt. Das Straßenrennen Paris Brüſſel intereſſiert
in dieſem Jahre auch bei uns ſtärker, da zahlreiche deutſche Fahrer
teilnehmen. Im Reich gibt es nur einige kleinere Straßenrennen.
Pferdeſport.
Galopprennen gibt es am Sonntag in Deutſchland nur in
Köln, von den franzöſiſchen Rennen intereſſieren die in Paris.
Tagungen.
In Berlin hält die DT. eine Sitzung des Hauptausſchuſſes ab.
In Würzburg findet der Süddeutſche Hockeytag ſtatt.
Max Schmeling hat zuſammen mit ſeinem Trainer
Machon und dem Sechstagefahrer Otto Petri auf der New York
Plätze belegt und wird am 1. April nach Amerika fahren, wo er
eine Schaukampfreiſe unternehmen wird.

Waſſerball.

Rot=Weiß 1. Frankfurter SC.
Wie bereits an dieſer Stelle erwähnt, findet heute abend
8.40 Uhr im hieſigen Hallenbad das Ligaſpiel obiger Vereine ſtatt.
Das Spiel geht um den zweiten Tabellenplatz der Winterrunde.
Sollten die Frankfurter gewinnen, ſo ſtehen ſie mit Jung= Deutſch=
land
an erſter Stelle, gewinnt Rot=Weiß, ſo iſt den Darmſtädtern
der zweite Platz nicht mehr zu nehmen. Beide Mannſchaften wer=
den
in ſtärkſter Aufſtellung antreten.
Handball im Odenwaldgau der 2.T.
Die Ergebniſſe von Oſtern.
Kirch=Brombach SV. 98 Darmſtadt Reſ. 12:5 (5:4), Erbach
SV. 98 Darmſtadt 5:17 (2:6), Kirch=Brombach SV. 98
Darmſtadt komb. 5:8 (0:5), König T.= u. Fechtklub Hanau 9:2,
Groß=Zimmern T.= u. Fechtklub Frankfurt 4:4, 2. Mannſch. 3:4,
Altheim Urberach 5:2, Lengfeld Wenig=Umſtadt 5:3, Hain=
ſtadt
1. Reichsbahn Darmſtadt 2. 5:6, M.=Grumbach Tgde.
1846 Darmſtadt 2. 6:1. Heubach Laubenheim 4:4, Heubach 2.
Semd 2. 2:4, Groß=Bieberau Nieder=Klingen 3:2, Zell
König 2. 8:1, Steinbuch Steinbach 3:3, 2. Mannſch. 3:7, Schlier=
bach
Langſtadt 0:5, Beerfelden Momart 2. 4:3, Kirch= Brom=
bach
2. Böllſtein 8:4.
Das Treffen in Kirch=Brombach gegen die Reſerve des SV.
98 war in der 1. Hälfte ausgeglichen, was ſich auch aus dem Halb=
zeitſtand
5:4 ergibt. Nach dem Wechſel griff der Platzverein
wuchtig an und erzielte durch ſcharfe Schüſſe des linken Flügels
weitere 7 Tore; trotzdem geſtaltete ſich das Spiel nicht einſeitig,
ſondern blieb äußerſt ſchnell und anſtändig. Von Erbach iſt ſchon
berichtet. Am 2. Oſterfeiertag trat dann SV. 98 Reſ. in Kirch=
Brombach mit Werner, Freund, Fiedler, Delp an. Die erſten 10.
Minuten beherrſchte Darmſtadt vollkommen das Feld und ging
mit 4 Toren in Führung. Gleich nach dem Wechſel ſchoß Kirch=
Brombach ſein 1. Tor. Im ausgeglichenen Spiel, bei dem zeit=
weiſe
die Platzelf den Ton angab, mußte Darmſtadt auf der Hut
ſein, um zu gewinnen. In König ſpielte der Gäſteſturm zerfah=
ren
und ungenau, ſo daß die Königer Hintermannſchaft leichte
Arbeit hatte. Der vorzügliche Torhüter der Hanauer verhinderte
eine größere Niederlage. Die Sache in Groß=Zimmern endete
bei den 1. Mannſchaften trotz leichter Ueberlegenheit der Einhei=
miſchen
und vorzüglicher Leiſtung ihres Mittelläufers mit einem
Unentſchieden. Bei den 2. Mannſchaften ſiegten die Frankfurter
verdient. Bei der Begegnung in Altheim gehörte die 1. Hälfte
den Gäſten; nach dem Wechſel änderte ſich das Bild vollkommen,
und Urberach unterlag. Linker Läufer und linker Verteidiger
Altheims ſollten feiner ſpielen! Wenig=Umſtadt hat in unſerem
Gau kein Glück. Seine Spielweiſe wird nicht gelobt. Auch gegen
Lengfeld konnte es nicht aufkommen. Ruhig und ritterlich ver=
lief
der Kampf in Hainſtadt. Vor der Pauſe war die Platzelf
etwas im Vorteil, nach ihr kam Darmſtadt auf. Zuſchauer muſter=
gültig
! Die Tgde, trat in Mümling=Grumbach mit einer leich=
ten
Mannſchaft an, die in der 1. Halbzeit wenig zu beſtellen hatte,
weil ſie vor dem Tor zu unentſchieden handelte. Die 2. Halbzeit
fing für die Darmſtädter hoffnungsvoller an, denn in der 1. Min.
fiel für ſie gleich ein Tor. Auch die Weitſchüſſe des gegneriſchen
Innenſturmes wehrte man nun geſchickt ab. Trotz aller Anſtren=
gung
blieb es aber bei dem einen Tor. Was Laubenheim an
Technik und Zuſammenſpiel voraus hatte, erſetzte Heubach an
Eifer ſo daß ein offenes, ritterliches Spiel zuſtande kam. Das
Ergebnis in Groß=Bieberau entſpricht dem Spielverlauf. Der
Platzverein hatte in der 1. Hälfte Schußpech. Der Kampf wurde
ſcharf durchgeführt. Königs 2., erſatzgeſchwächt, trat in Zell
mit 10 Mann an und konnte nie gefährlich werden. Beſter Mann
des Platzes war Königs Torhüter. Das Treffen der 1. Mann=
ſchaften
in Steinbuch war kein Oſterſpiel! Warum? Den 2.
Mannſchaften dagegen gehört für ihre ritterliche Spielweiſe ein
Lob! Langſtadt verdankt ſeinen Sieg dem guten Schuß. Schlier=
bach
muß im Schußvermögen ganz allein den Grund ſeiner Nieder=
lage
erblicken. Das ſchöne, feine Spiel in Beerfelden wurde von
Momart mit 10 Mann beſtritten.
Am Sonntag (3. April) ſpielen: Altheim Hergers=
hauſen
, 3 Uhr: Hainſtadt Momart 2., 2.30 Uhr: Erbach
Steinbuch, 2 Uhr; Momart König. 3 Uhr; Semd Richen,
3.15 Uhr, Spachbrücken Heubach, 3 Uhr.
Sportverein 1898, Darmſtadt.
Auf der Oſterreiſe der 1. Jugend des SV. 98 nach Stutt=
gart
, trat ſie am 1. Oſterfeiertag zu einem Spiel gegen die Jgd.
des V. f. L. Stuttgart an. Das Spiel fand nach dem Fuß=
balltreffen
V. f. B. Stuttgart Bayern München vor zirka 3000
Zuſchauern ſtatt, die einen jederzeit ſpannenden und abwechſe=
lungsreichen
Kampf ſahen, was auch ſchon aus dem Reſultat von
8:8 (4:4) hervorgeht. Am 2. Oſterfeiertag ſpielten die Darm=
ſtädter
gegen eine durch aktive Spieler verſtärkte Mannſchaft des
Turnerbundes Cannſtatt und verloren 10:7 (4:4). Die
Turnermannſchaft war den Jugendſpielern aus Darmſtadt körper=
lich
ſtark überlegen.

Fußball.

FC. Union Darmſtadt Polizei=SV. Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag, 15 Uhr, findet auf der Rennbahn
eines der intereſſanteſten Treffen der Saiſon ſtatt. Als Gäſte
kommen die Darmſtädter Poliziſten, die mit an der Spitze der
Tabelle ſtehen. Sie müſſen alles daran ſetzen, das Spiel zu ge=
winnen
, wenn ſie bei einem evtl. Punktverluſt der Sprendlinger
in Wixhauſen noch die Meiſterſchaft holen wollen. Leicht dürfte
es ihnen aber nicht fallen, denn Union, die ſich in letzter Zeit in
guter Form befindet, verſteht zu kämpfen. Konnte ſie ſich doch
durch einwandfreie Siege über Spitzenvereine des Kreiſes aus der
Gefahrzone des Abſtiegs entfernen. Die Sondermannſchaft der
Union empfängt anſchließend um 16.30 Uhr Boruſſia Dorn=
heim
zu einem Freundſchaftsſpiel. Die Boruſſen, eine der ſtärk=
ſten
Mannſchaften der A=Klaſſe, werden die Beſſunger vor eine
ſchwere Aufgabe ſtellen. Vor dem Hauptſpiel trägt die neu zu=
ſammengeſtellte
Ligaerſatz=Elf ihr zweites Treffen gegen die 2.

Mannſchaft der Dornheimer aus. Sie dürfte ihrem 9:3=Sieg über
Reichsbahn Darmſtadt einen weiteren folgen laſſen. Spielbeginn
1.30 Uhr.
Spielvereinigung 1928 Groß=Umſtadt.
Am 1. Feiertag hatte die Sp.=Vgg. die Sonderelf des SV. 98
zu Gaſt. Es wurde ein echtes Werbeſpiel geboten, bei dem die hier
ſo gern geſehenen Gäſte in der 1. Spielhälfte ein ganz hervor=
ragendes
Spiel lieferten, ohne jedoch ihre Ueberlegenheit in Toren
ausdrücken zu können. In der 2. Halbzeit fanden ſich die Einhei=
miſchen
beſſer zurecht und lieferten den etwas langſamer werden=
den
Gäſten ein gleichwertiges Spiel. Ergebnis 2:2 (1:1).
Am 2. Feiertag weilte die Ligareſerve von Haſſia Dieburg in
Umſtadt. Durch geſchickte Umſtellung des Sturmes waren die
Hieſigen nach den am Vortage gezeigten Leiſtungen nicht wieder
zu erkennen und konnten die ſpielſtarken Nachbarn nach ſpannen=
dem
Kampfe 6:3 (4:2) beſiegen.
Tiſchkennis.
Der Deutſche Tiſchtennisbund veranſtaltete zu Oſtern in
Dresden eine Mannſchaftsmeiſterſchaft der einzelnen Bezirke. Es
kämpften für jeden Bezirk 3 Spieler, und zwar jeder gegen jeden,
bis eine Mannſchaft 5 Siege errungen hatte. Für den 6. Be=
zirk
(Baden, Pfalz. Heſſen, Heſſen=Naſſau und Rheinlande) wur=
den
als Vertretung die beiden Darmſtädter Wöbke und Ploch,
ſowie der Frankfurter Schimmel entſandt. Obwohl Wöbke in=
folge
einer Verletzung nicht auf der Höhe war, wurde Nordoſt
5:0 geſchlagen. Gegen die Berliner Mannſchaft langte es nur
zu einem 3.:5, obwohl Ploch in großer Form ihren Spitzenſpieler
und 2. der deutſchen Rangliſte, Nickelsburg, ſowie den 2. Spieler
Berlins, Schwager, ſchlagen konnte. Den dritten Punkt buchte
Schimmel gegen Steiner. Wenn auch dieſes Mal die Hoffnung,
die Berliner Vertretung zu ſchlagen, nicht in Erfüllung ging, ſo
haben unſere Spieler in Dresden durch ihr offenes und langes
Spiel, das von allen Zuſchauern als das ſchönſte Syſtem gelobt
wurde, bewieſen, daß heute zwiſchen der Reichshauptſtadt und
der Provinz kein Unterſchied in der Spielſtärke beſteht.

Newcaſtle United, der engliſche Pokalfinaliſt, wurde bei
den Meiſterſchaftsſpielen, von Leiceſter City mit 4:2 geſchlagen.
Der Bonner Halbſchwergewichtler Heuſer tritt
in den nächſten Tagen von New York aus die Heimreiſe an, um
eine Ohrenverletzung, die ihn zu einer zweimonatigen Ruhepauſe
zwingt, auszuheilen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 31. März.
15.30: Stunde der Jugend. Auf dem Rade durch Deutſchland.
Von Engeln.
16.30: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
18.40: Bücherſtunde. Filmbücher, beſprochen von W. Weyrauch.
19.05: Dr. Wolfgang: Welche Erfahrungen hat England mit der
Aufgabe der Goldwährung gemacht?
19.45: Alt=Wien. Ein bunter Abend zur Haydn=Feier.
21.00: Haydn=Konzert. Philharm. Orcheſter Stuttgart.
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Freiburg: Wiener Schrammel=Muſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 31. März.
12.00: Wien: Haydn=Gedenkfeier.
15.00: Kinderſtunde. Kunterbuntes von Haydn.
15.45: Edith Loheyde: Erleichterung der Hausarbeit durch zweck=
mäßige
Körperhaltung.
16.00: Lehrer Tſchöpe: Erhalte der Schule die Landſchulheime.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: P. Weſtheim: Vom Werden heutiger Künſtler. (Zu den
Selbſtbiographien von Nolde und Barlach).
18.00: W. Mütze: Die Enzianwunder Hochaſiens.
18.30: Spaniſch für Fortgeſchrittene.
19.00: Dr. Hoffmann=Harniſch: Führerin=Verführerin Muſik.
19.20: Dr. Würzburger: Vorſchau auf das April=Programm.
19.30: Landwirtſchaftsrat Dr. Amend: Aus der Praxis des bäuer=
lichen
Wirtſchaftsberaters.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Leipzig: Konzert. Leipziger Sinfonie=Orcheſter.
21.00: Leipzig: Joſeph Haydn. Aus ſeinem Leben und Werk, zu=
ſammengeſtellt
von Dr. Fortner. Mitw.: Das Leipziger Sinfonie=
Orcheſter. Das Genzel=Quartett, Leipzig. Am Flügel: F. Sammler,
Sprecher: Dr. Erich Fortner.
22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Abendunterhältung. Tänze und Märſche von Tſchaikowsky.
Notſtandsorcheſter des Arbeitsamtes Berlin=Mitte.

Weiterbericht.

Die atlantiſche Störung hat ſich noch etwas vertieft und lag
mit ihrem Kern heute morgen über Schottland. An ihrer Süd=
ſeite
werden weiterhin bei zunehmender Luftbewegung milde
ſozeaniſche Luftmaſſen nach dem Feſtland hinbefördert, unter deren
Einwirkung der Witterungscharakter ſich veränderlich geſtaltet.
Es treten alſo bei wechſelhafter Bewölkung zeitweiſe noch Nieder=
ſchläge
auf. Die ſich infolge der ozeaniſchen Warmluft durch=
geſetzte
Milderung hält auch vorerſt noch ſtand, doch dürfte ſpä=
terhin
mit dem Zuſtrom etwas kälterer Luftmaſſen an der Rück=
ſeite
des Tiefs leichte Abkühlung erfolgen.
Ausſichten für Donnerstag, den 31. März: Veränderliches und
zunächſt noch mildes Wetter, zeitweiſe Niederſchläge.
Ausſichten für Freitag, den 1. April: Im ganzen etwas kühler,
wechſelnd bewölkt mit Aufheiterung, noch Regenſchauer.

Haupiſchriſileltung: Rudolf Mauve
Verantwortſich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Relch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Btid und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrlpte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

Wilh. Gläſſingſtr. 15
part. gutm. Zi. an
1 od. H. zu v. C.

Wendelſtadtſtr. 38,II.
mb. Zi. m. 1 od. 2
Bt. 3. v. Tel. ph.*
Pankratiusſtr. 30, I.
Iks. möbl. Zimmer,
el. Licht, zu v. (*d.
Wilhelmſtr. 27
2 ſonn. ruh. möbl.
Zimmer preisw. zu
vm., ſof. od. ſpät.
Saalbauſtr. 78, pt.
mb. Zi. ſof. zu v.
Schleiermacherſtr.
18,I. m. 3. ſof. z. vm
(df)
Friedrichſtr. 15, pt.
gtm. Zi. zu vm.
Mauerſtr. 18, II. ſ.
ſchö. mb. Zi. z. vm.
(*dfs)
Dieburgerſtr. 19, II.
gtm. 3., el. L. z. v.
Waldſtr. 33, II. lks.
mbl. Zim., wöchtl.
4 Mk., zu verm.
Einf. möbl. Zim.
mit elektr. Licht
monatlich 20 Mark
zu vermieten.
Heidelbergerſtraße
17½, Näh. i. Lad.

Kiesſtr. 64, I.
vorn. u. ſonn. mbl
Zim. m. ſep. Eing.
ſofort zu verm.

Wilhelminenſtr. 31,I
ſehr ſchön möbl. Z.
zu vermiet. (4907b

Grafenſtr. 16, II.
gut möbl. 3. prw.*

Nd.=Ramſt. Str. 49,I.
ſonn., gt. möb.

Eliſabethenſtr. 50,p.
(Eing. Saalbauſtr.)
ſchön möbl. Zimm.
zu vermieten.

Frankfurterſtr. 14.I.
(rechts) möb. Zim
mit 1 od 2 Betten
zu vermieten. (*df
Großes, gut möbl
Zimm., Schreibtiſch
el. L., ſep. Eingang
an berufslät. Herrn
od. Dame oder 12
Schüler mit Penſion
zu verm. Zu erfr.
u der Geſchſt

Lauteſchlägerſtr. 22,I
gt. möb. Zim. z.v.*

Heidelbergerſtr. 9½
I, herrſch. behagl.
möbl. Zim. zu verm.
Bad, Telef., unweit
Marienplatz, zu ver=
mieten

Neckarſtr. 4, Hths
part. r., möbl. Zim.
m. 1od. 2 Bett. z.v (*

Georgenſtraße 5, I.
ſchönmbl. ruh. Zim.

Bleichſtr. 19, I., r.,
möbl. Zim z. vm

Karlſtraße 119, III.
renov, ſonn Zimmer
15 Mk. zu verm. (*

Grafenſtr. 27, III., I
mbl. Zim z. 22 u.
28 zu verin.

Großer Laden
ſow. 1 Zimm., leer
od. möbl. in Hep=
penheim
a.B., Amts=
gaſſe
14, mit Theke
u. Glasſchrank für
25 zu verm. Für
Friſeur ſ. geeign.

Verkſtätte s
Lagerräume
Saal m. Zimmer

75 qm helle Hinterhaus=Parterr

NU

Grdl.Klavierunterricht
BIFrau Nanny Kaiſer,
Viktoriaſtr. 42, II.
Gediegene Ausbild.,

allerbeſte Geſchäftslage
geeignet als Werkſtatt, Lager, Ausſtel=
lungsraum
pp., evtl. mit 2Zimmer Woh
nung ab 1. VII zu verm. Offerten unt.
A 201 an die Geſchäftsſtelle.
(*ds

Lagel Kaufe
Büro, Wasser, Licht, elektr. Kraft,
sof. zu verm. Saalbaustr. 32. (4874b

leichtfaßl. Methode
f. Anfäng. u. Voran=
geſchrittene
. Uebe=
gelegenheit
. Honor.
mäßig. (322a

Bäckerei=
Inventar zu ver=
kauf
. weg. Wegzug.
Bäckerei
Ph. Ohusmann,
Schloßgaſſe 22. (*dg

n beſter Geſchäftslage

4 ſchöne Büro=Räumelsge, 8 Tage alt
ſofort zu vermi eten. Angebote unter
2. 199 an die Geſchäftsſtelle
(4504a

u. doppelt. Toiletten z. Werkſtätte, Moos=
1. April preiswert zu bergſtr. 52, hell 1

verm.Näh.i. Zig.=Gſch. trock, a. als Lager
Vogeler Allexanderſi.,6 kaum zu vermiet.
Hermannſtr.


Tr. Lagerraum z. v.

billig zu vermiet.
Fuhrmannſtr. 14 p.


Villenkol. Eberſtadt
Garage zu verm.
N. Darmſt. Str. 92.

Se
Geſchäftsräume
ev. mit Wohnung
zum Friedenspreis
vermieten. Näheres
Eliſabethenſtr. 42
(Laden). (4844b

FWittmann=
Maldt ſtraße 301
(272a)

Gänſe zu verkauf.
Weinbergſtr. 12. (
Jg. Schäferhund, 6
M. alt, ſehr wach=
ſam
, in gute Hände
zu verkauf. Urban,
Grafenſtr. 37, III.*

Staatl. gen. Privatfau ſchule
Stendgr. u. Maſch.=Schreiben.
Neue Kurſe beginnen 4. April. (49150
M. Naumann, Waldſtraße 4.

[ ][  ][ ]

Aufhebung des Kursveröffenklichungs=Berboks zum gleichen Termin. Schwache Kurſe im Freiverkehr.

In der geſtrigen Vollverſammlung des Börſenvorſtandes, Ab=
teilung
Wertpapierbörſe, iſt nach eingehender Erörterung der noch
zu treffenden Vorbereitungen einſtimmig beſchloſſen worden, die
amtliche Kursfeſtſtellung am 12. April 1932 wieder aufzunehmen.
Es iſt regierungsſeitig in Ausſicht genommen, zu demſelben Zeit=
punkt
das Kursveröffentlichungsverbot, das ſich übrigens nicht auf
amtlich feſtgeſtellte Börſenpreiſe erſtreckt, aufzuheben. Ferner
wurde beſchloſſen, die Börſenverſammlung vom 12. April ab in
der Zeit von 12 bis 14 Uhr, Samstags von 11 bis 13 Uhr, abzu=
halten
. Die Mindeſtſchlüſſe im Handel mit fortlaufender Notiz
der tatſächlichen Umſätze werden in derſelben Höhe wie in der
Zeit vom 10. bis 20. September 1931, d. i. mit nom. 3000 bzw.
3500 RM. für die per Termin gehandelten Wertpapiere und mit
nom. 2000 bzw. 2100 RM. für die übrigen zu fortlaufender Notiz
gehandelten Wertpapiere, beibehalten. Wegen der Verlegung der
Feſtſtellung der Deviſenkurſe in die Börſenräume wird das Erfor=
derliche
veranlaßt werden. Die Vorarbeiten wegen Vereinfachung
des Kurszettels ſind ſoweit gediehen, daß mit dem Abſchluß zu
Beginn der nächſten Woche zu rechnen iſt. Die Frage, ob die
Notiz feſtverzinslicher Wertpapiere auf beſtimmte Wochentage be=
ſchränkt
werden ſoll, konnte noch nicht entſchieden werden, da die
Aeußerungen der hieran beteiligten öffentlich=rechtlichen Stellen
nicht vollzählig vorliegen und teilweiſe Bedenken gegen die Be=
ſchränkung
erhoben worden ſind.
*
Wie der Frankfurter Börſenvorſtand, Abteilung Wertpapier=
hörſe
mitteilt, wird gemäß den Berliner Beſchlüſſen ebenfalls am
12. April 1932 mit der Wiederaufnahme der amtlichen Kursfeſt=

ſtellung an der Frankfurter Börſe begonnen werden.

Es hat den Anſchein, als ob ſich das Publikum vor Wieder=
aufnahme
der amtlichen Kursnotierungen von Tag zu Tag mehr
vom Geſchäft zurückhält. Hauptſächlich iſt es aber wohl doch die
in jeder Hinſicht beſtehende Unſicherheit (weitere Entwicklung im
Kreuger=Konzern, bevorſtehende Wirtſchaftsbeſprechungen des
Reichsverbandes mit Dr. Brüning und daraus ſich evtl. ergebende
Maßnahmen uſw.), die für die geringe Geſchäftstätigkeit verant=
wortlich
gemacht werden muß. Ein gewiſſes Intereſſe beanſpruchte
geſtern in Berlin das von Frankreich und England arrangierte
politiſche Wochenende bei dem ſicherlich auch allgemein intereſſie=
rende
Fragen wie Reparations= und Schuldenprobleme geſtreift
werden dürften. Vielleicht iſt es falſch unter dieſen eher ungün=
ſtigen
Auſpizien an eine Wiederaufnahme des amtlichen Börſen=
verkehrs
zu denken. Die Frage der Geldverſorgung ſcheint ja durch
die Verſtärkung der Mittel der Lombardkaſſe um 5 Millionen
vorläufig gelöſt zu ſein, doch bedürfen die Neuregelung des Kurs=
zettels
und die Arbeiten der Zulaſſungsſtelle ſicherlich noch einige
Zeit. Daher ſetzte der geſtrige Freiverkehr in ſehr ruhiger und
wenig veränderter Haltung ein. Die Stimmung neigte zwar zu=
nächſt
etwas zur Schwäche, doch kam dies in den Kurſen nicht allzu
ſtark zum Ausdruck. J.G. Farben eröffneten mit 90 vollkommen
unverändert, Siemens waren mit 108½ ſogar ½ Prozent gebeſſert,
während Reichsbanlanteile mit 104½ ½ Prozent niedriger eröff=
neten
. Chade und Spenska waren eher etwas erholt. In Reichs=
bahn
=Vorzugsaktien beſtand weiter Angebot, das den Kurs um
Prozent drückte. Intereſſant war die Bewegung der Feldmühle=
Aktien, die zwar vorgeſtern mit 53 Prozent ſchloſſen, auf der Ver=
ſteigerung
nachmittags aber nur einen Kurs von 48 Prozent er=
zielten
und geſtern mit 49 Prozent gehandelt wurden. Auch der
Pfandbriefmarkt lag ziemlich geſchäftslos. Deutſche Anleihen
waren wenig verändert, Reichsſchuldbuchforderungen leicht ge=
heſſert
, andererſeits neigten Induſtrie=Obligationen weiter zur
Schwäche.
Am Geldmarkt änderte ſich an der Situation vor dem Quar=
tals
=Ultimo nichts; Tagesgeld wurde mit 6½ Prozent und dar=
über
genannt.
In den erſten Nachmittagsſtunden war wieder nur in den
Hauptwerten einiges Geſchäft feſtzuſtellen, die Kurſe, die genannt
wurden, lagen aber durchaus behauptet, teilweiſe ſogar etwas
freundlicher. Einmal beruhigte wohl die von der ſchwediſchen
Regierung eingeleitete große Hilfsaktion in der Kreuger= Angele=
genheit
, auf die die Stockholmer Börſe ſchon mit einer Befeſtigung
reagiert hat, zum anderen regte der feſte Beginn der New Yorker
Börſe an, während das unregelmäßige Paris und das auf Reali=
ſationen
ſchwächere Zürich ohne Einfluß blieben. Man hörte Far=
ben
mit 91½ bis 91½, Reichsbank mit 105, Berliner Kraft u. Licht
mit 83 Geld Aku mit 45 bis 45½ uſw. Auch der Rentenmarkt lag
weiterhin eine Idee freundlicher. Geld war immer noch ſtärker
geſucht, da geſtern die Abwickelung des Ultimos ſeitens der In=
duſtrie
mehr in Erſcheinung trat. Privatdiskonten waren natür=
lich
angeboten, doch blieb der Satz unverändert. Tagesgeld wurde
mit 6½ bis 8½ Prozent genannt. Zu den Börſenreformen die
zur Wiederaufnahme des offiziellen Verkehrs mit Kurſen ab 12.
April ds. Js. notwendig ſind, gehören u. a. die Regelung der
Effektenproviſionen, die Lombardierungsmöglichkeiten und die
Frage der Rentennotierungen. Auch die Vereinfachung des Kurs=
zettels
ſoll bis Anfang nächſter Woche durchgeführt ſein, wobei es
ſich darum handelt, daß heute nicht mehr börſenwürdige Papiere
in Fortfall kommen ſollen, andererſeits wichtige Kaſſawerte in den
pariablen Handel übernommen werden.

Unter dem Eindruck ungünſtiger Nachrichten aus Stockholm
über die weiteren Auswirkungen der Kreuger=Affäre eröffnete die
Frankfurter Börſe ſehr zurückhaltend und etwas ſchwächer. Man
verweiſt auch auf die ſchwächere New Yorker Börſe. Am Farben=
markt
war das Geſchäft in J.G. Farben, die bei Beginn behauptet
lagen, ſpäter bei größerer Nachfrage ziemlich lebhaft, ſo daß der
Kurs um 1½ Prozent anzog. Auf der anderen Seitesfällt die
ſtarke Steigerung der J. G. Chemie=Baſel auf, die in den letzten
Börſentagen über 20 Prozent insgeſamt anzogen. Man vermutet
hier einen unveränderten Dividendenſatz von 12 Prozent, was
aber zur Vorausſetzung hatte, daß der Reſervefonds auf 20 Pro=
zent
des Aktienkapitals, alſo um 50 Mill. Schweizer Franken, auf=
gefüllt
werden mußte. Die Motivierung der Käufe iſt alſo recht
unklar. Neben dem Farbenmarkt war auch am Montanmarkt das
Geſchäft lebhafter bei leicht erhöhten Kurſen. Elektrowerte lagen
dagegen noch ſchwächer. A.E.G. ½, Siemens ½, Schuckert 1 Pro=
zent
niedriger. Licht u. Kraft, die ſeit vorgeſtern unter Abgabe=
druck
lagen, waren 3 Prozent niedriger geſucht. Von hieſigen Wer=
ten
hörte man Scheideanſtalt behauptet. Schiffahrtsaktien lagen
unverändert, desgleichen Kaliwerte. Am Bankenmarkt eröffneten
Reichsbankanteile 1½ Prozent niedriger, doch konnte dieſer Ver=
luſt
raſch wieder aufgeholt werden. Reichsbahnvorzüge, die eben=
falls
ſeit Tagen unter Druck lagen, hörte man ½ Prozent freund=
licher
. Im Verlaufe war die Stimmung der Börſe eher freund=
licher
. Der Renten= und Anleihemarkt zeigte bei ſehr kleinem
Geſchäft unveränderte Kurſe. Die geplante Notierung der Renten
an nur drei Tagen der Woche wird vorausſichtlich nicht durch=
geführt
werden. Am Geldmarkt iſt Tagesgeld infolge des Ulti=
mos
ſtark geſucht bei 6½ Prozent. Am Deviſenmarkt lagen die
europäiſchen Valuten mit Ausnahme des Pfundes etwas feſter.
Der Dollar etwas ſchwächer. Auch Stockholm und Oslo notierten
ſchwächer.
An der Abendbörſe war das Geſchäft weiter ſehr klein; die
Kurſe im weſentlichen behauptet. Etwas Geſchäft war nur in
J. G. Farben, die unter leichten Schwankungen noch oben ſpäter
auf Baſis der Mittagsſchlußkurſe behauptet lagen. Etwas ſchwä=
her
waren Schiffahrtswerte, die ½ bis 1 Prozent verloren im
Hinblick auf einen zu erwartenden Fahrpreiskampf in der Traus=
atlantikfahrt
. Auch Montanwerte eher etwas leichter. Im Ver=
lauf
blieb die Grundſtimmung unverändert. Am Rentenmarkt war
eine beſondere Bewegung gleichfalls nicht feſtzuſtellen, auch hier
blieben die letzten Kurſe behauptet.

Das engliſche Pfund abgeſchwächt.
Die Grundſtimmung an der Londoner Börſe war
freundlich. Bemerkenswert war das ſcharfe Anziehen der deut=
ſchen
Bonds auf Grund der Berliner Börſeneröffnung am 12
April. Britiſche Staatspapiere waren erholt, auch internationale
Werte lagen feſter.
Paris war, trotz einer gewiſſen Unſicherheit, doch im allge=
meinen
recht freundlich.
Das engliſche Pfund verlor während der geſtrigen Börſe ſei=
nen
vorgeſtrigen Kursgewinn wieder. Es ging von 96,50 auf
94,69 zurück. Der Dollar dagegen erholte ſich von 25,37 auf
25,43½
Wien war luſtlos und ſchwächer.
Die New Yorker Börſe eröffnete geſtern in feſter Hal=
tung
. Die Kursbewegung war bei lebhafterem Geſchäft ſcharf
nach oben gerichtet.
An den internationalen Deviſenmärkten blieb
das engliſche Pfund auch am Nachmittag mehrfachen Schwankun=
gen
unterworfen und lag ſpäter eine Kleinigkeit ſchwächer. Gegen
den Dollar notierte es 3,73, gegen Paris 95,06, gegen Zürich
19,27½, gegen die Reichsmark 15,66½, gegen den Gulden 9.25 und
gegen Madrid 49,25. Der Dollar war weiter feſter, auch die
Reichsmark konnte ſich leicht erholen; ſie zog in Amſterdam auf
58,92 nach 58,88½ an, in Zürich auf 122.85 nach geſtern morgen
122,55 und in New York auf 23,80. Die Norddeviſen blieben wei=
ter
ſchwach, der Schweizer Franken konnte ſeinen Gewinn nicht
ganz aufrecht erhalten, die übrigen Deviſen blieben unverändert.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 30. März 1932.

Geld Brief Geld Brief Helſingfors 7.243 7257 Spanien 31.97 32.03 Wien 49.95 50,05 Danzig 82.47 82.63 Prag 12.465 12 485 Japan 1.384 1.386 Budapeſt 56.94 57.06 Rio de Jan. 0:254 0.256 Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.413 7.427 Holland 170.08 170.42 Portugal 14.34 14.36 Oslo 83.17 83.33 Athen 5.395 5.405 Kopenhagen 86.76 86.94 Iſtambul Stockholm 84.07 84.23 Kairo 16.16 16.20 London 15.74 15.78 Kanada 3.786 3.794 Buenos Aires 1068 1.072 Uruguay 1.728 1732 New York 4.209 4217 Island 69.93 70.07 Belgien. 58.74 58.86 Tallinn 09.39 109.61 Italien 21.82 21.86 Riga 79.72 79.88 Paris 16.56 16.60 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 81.55 81.71 Kaunas 41.98 42.06

Die deutſchen Akkiengeſellſchaften im Februar 1932.
Im Februar 1932 betrug die Zunahme des Nominalkapitals
der deutſchen Aktiengeſellſchaften durch Gründungen und Kapital=
erhöhungen
laut Wirtſchaft und Statiſtik nur 6.2 Mill. RM., die
Abnahme durch Auflöſungen und Kapitalherabſetzungen dagegen
30.4 Mill. RM., ſo daß das geſamte Aktienkapital um 742 Mill.
RM. abgenommen hat. Gegründet wurden 6 Aktiengeſellſchaften
mit einem Nominalkapital von zuſammen 1 Mill. RM. Ferner
wurden 10 Kapitalerhöhungen um zuſammen 52 Mill. RM. vor=
genommen
(faſt ausſchließlich Barerhöhungen). Im Februar wur=
den
32 Kapitalherabſetzungen um insgeſamt 35 Mill. RM. vor=
genommen
, davon waren nur drei mit gleichzeitigen Erhöhungen
um 0,8 Mill. RM. verbunden. 71 Aktiengeſellſchaften wurden auf=
gelöſt
. Von den 22 wegen Konkurs aufgelöſten Geſellſchaften wur=
den
1 während des Krieges 15 während der Inflationszeit und
6 nach der Währungsſtabiliſierung gegründet.
Verordnungen zur Bekämpfung der Rotlage
der Fiunenſchiſchk.
Der Reichsanzeiger veröffentlicht zwei Durchführungsverord=
nungen
zur Verordnung des Reichspräſidenten vom 21. Dezember
1931, deren Beſtimmungen zur Bekämpfung der Notlage der Bin=
nenſchiffahrt
dienen und die beide am 1. April 1932 in Kraft
treten. Die Verordnung zur Errichtung von Körperſchaften des
öffentlichen Rechts (Schiffer=Betriebsverbänden) beſtimmt, die
Errichtung von Schifferbetriebsverbänden, für die Stromgebiete
Der Verbänden gehört in der Regel als Mitglied an, wer mit
nicht mehr als drei Binnenſchiffen gewerbsmäßig für andere =
ter
befördert. Die Verbände werden behördlicher Aufſicht unter=
ſtellt
. Aufſichtsbehörden ſind; für das Stromgebiet der Oder der
Oberpräſident in Breslau, für das Stromgebiet der Elbe der
Oberpräſident in Magdeburg, für das Stromgebiet zwiſchen Elbe
und Oder der Regierungspräſident in Potsdam. Die Aufſichts=
behörde
beruft aus den zukünftigen Mitgliedern des Verbandes
eine Verſammlung zur Wahl des vorläufigen Vorſtandes ein. Der Oſtrauer Revier ſind heute 2000 Bergarbeiter in einen Teilſtreik
vorläufige Vorſtand beruft eine Mitgliederhauptverſammlung
ein, die die endgültige Satzung beſchließt.
Die Verordnung zur Errichtung von Frachtenausſchüſſen,
die acht Paragraphen umfaßt, beſtimmt zur Regelung der Ent=
gelte
im Binnenſchiffsverkehr die Errichtung von Ausſchüſſen
(Frachtenausſchüſſe) in Breslau, Stettin, Berlin, Magdeburg,
Halle (Saale), Dresden, Hamburg und Lübeck. Die Frachtenaus=
ſchüſſe
ſetzen ſich zuſammen aus Vertretern der Kleinſchiffahrt, der
Großſchiffahrt, der Verlader und der Spediteure. Sie ſind ermäch=
tigt
, Mindeſt= und Höchſtentgelte im Binnenſchiffahrtsverkehr feſt=
zuſetzen
, ſowie die Verteilung des Frachtgutes zu regeln. Die
Aufſicht über den Frachtenausſchuß führen der Oberpräſident in
Breslau, der Oberpräſident in Stettin, der Regierungspräſident
in Potsdam, der Oberpräſident in Magdeburg, das ſächſiſche Wirt=
ſchaftsminiſterium
in Dresden, die Deputation für Handel, Schiff=
fahrt
und Gewerbe in Hamburg und die Senatskommiſſion für Monate April und Juli ein Preisnachlaß von 2 RM. pro Tonne,
Handel und Schiffahrt in Lübeck.

Die Reichsſteuereinnahmen.
Im Februar 1932 betrugen die Einnahmen des
Reiches bei den Beſitz= und Verkehrsſteuern 366,3 Millionen
RM., bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben 192,8 Mill. RM.,
zuſammen 559,1 Millionen RM. In den Februar fielen Zah=
lungstermine
für die Vorauszahlungen auf die Vermögensſteuer
und die Aufbringungsumlage 1931. Außerdem wirkte ſich im
Februar erſtmalig die Erhöhung der Umſatzſteuer ſowie vom 15.
Februar ab die neueingeführte Umſatzausgleichsſteuer aus, die
bei der Einfuhr von Waren erhoben wird.
Dem Februar 1931 gegenüber ſind im Februar 1932 an Beſitz=
und Verkehrsſteuern 39 Millionen RM., an Zöllen und Ver=
brauchsabgaben
32,7 Millionen RM. insgeſamt 71.1 Millionen
RM., weniger aufgekommen. Das Aufkommen in den beiden Mo=

beisſeheringent i er Sencäf engeſFien ſih Slte 9.
die Kriſenſteuer neu eingeführt, die Umſatzſteuer erhöht und ande=
rerſeits
die Aufbringungsumlage gegenüber dem Vorjahre geſenkt
worden.
Das Reichsfinanzminiſterium veröffentlicht eine Ueberſicht
über die Einnahmen des Reiches an Steuern Zöl=
len
und Abgaben für die Zeit vom 1. April 1931
bis 29. Februar 1932. In den erſten 11 Monaten des lau=
fenden
Rechnungsjahres ſind danach aufgekommen insgeſamt rund
7 072 815 358 RM. Davon an Beſitz= und Verkehrsſteuern
4525 867 575 RM. und an Zöllen und Verbrauchsabgaben
2 546 947 783 RM.
Unter den Beſitz= und Verkehrsſteuern ſind aufgekommen u. a.
Einkommenſteuer rund 1 929 551 710 RM., Umſatzſteuer 907 143000
RM. Vermögensſteuer 363 010 000 RM. Körperſchaftsſteuer
253 368 000 RM., Kriſenſteuer 170 615 000 RM. Die Reichsflucht=
ſteuer
hat 1 924 525 RM. ergeben.
Die Einnahmen aus Zöllen betrugen rund 1029 580 000
RM., aus der Tabakſteuer 729 934 000 RM., Bierſteuer 345 440 000
M., Zuckerſteuer 221 513 000 RM., Spiritusmonopol 162 980 000
RM.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 30. März ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg.
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 58 50 RM. Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und

Na. er Ee en Drc in Frindet ge it
9proz, 350 RM. Antimon Regulus, 5254 RM.. Feinſilber

(1 Kilogramm fein) 41.7545.00 RM.

Produkkenberichk.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. März. Die Frankfurter
Getreidebörſe verkehrte in etwas feſterer Tendenz, da die Auf=
wärtsbewegung
der Preiſe am erliner Markt etwas anregte und
auch die Mühlen für Weizen etwas Kaufneigung bekundeten. Bei
kleinem Umſatz zogen die Notierungen für Weizen und Weizen=
mehl
etwas an, während ſie im übrigen gegen die Vorwoche gut
behauptet blieben. Es notierten: Weizen 258260, Roagen 225,
Gerſte 195200, Hafer 160167,50. Weizenmehl ſüdd. Spezial 0
mit Austauſchweizen 38,5039,65, dito Sondermahlung 36,75 bis
37,85, Weizenmehl. niedrrhein. Spezial 0 mit Austauſchweizen
38,5039,40, dito Sondermahlung 36.7537,65, Roggenmehl (70 Ausmahlung) 29,5030,50, Weizenkleie 10,1010,25,
Roggenkleie 10,75. Die Preiſe verſtehen ſich in RM. für Getreide
je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm. Induſtriekartoffeln
hieſiger Gegend 3,253,30 RM. je Zentner. Tendenz ruhig.
Biehmärkke.
Rindernutzviehmarkt in Gießen vom 30. März. Der heutige
Rindernutzviehmarkt in Gießen war mit 809 Stück Großvieh. 86
Freſſern und 161 Kälbern zum Verkauf beſchickt. Bei zunächſt
ſchleppendem, ſpäter lebhafterem Handel wurden Fahrkühe beſon=
ders
geſucht. Der Markt hinterließ geringen Ueberſtand. Man
bezahlte für Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300
bis 420 RM. 2. Qualität 200300 RM., 3. Qualität 100200

Frankfurter Handelsbank A.=G vorm. Fraukfurter Vieh=
marktsbank
, Frankfurt a. M. Die Generalverſammlung der Ge=
ſellſchaft
genehmigte einſtimmig den dividendenloſen Abſchluß für
das Geſchäftsjahr 1931 und beſchloß, den ausgewieſenen Rein=
gewinn
in Höhe von 6330 RM. auf neue Rechnung vorzutragen.
Vorſtand und Aufſichtsrat wurde Entlaſtung erteilt. Ferner wurde
die Einziehung von 75 000 RM. eigener Aktien beſchloſſen. Der
Aufſichtsrat wurde bis auf 4 Herren, die von einer Wiederwahl
abzuſehen baten, wiedergewählt. Für die ausgeſchiedenen Mit=
glieder
wurde eine Neuwahl nicht vorgenommen. Der Geſchäfts=
gang
im laufenden Jahre iſt den Verhältniſſen entſprechend zu=
friedenſtellend
.
Der Antrag auf Verlängerung des Kreuger=Moratoriums.
Das Geſuch um eine Verlängerung des Moratoriums für die A. B.
Kreuger u. Toll, die Tochtergeſellſchaften Uſa Sefor und Aengsvik
den Nachlaß Kreugers und einige ſeiner nächſten Mitarbeiter traf
geſtern mittag im Juſtizminiſterium ein. Es handelt ſich um eine
Verlängerung des Moratoriums bis Ende April 1932. Die Re=
gierung
wird das Geſuch heute behandeln.
Der ſchwediſche Brückenbauauftrag für den Stahlverein. Zu
einer Meldung über den geplanten Bau einer Straßenbrücke über
den Maelarſee wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die
Abteilung Dorimunder Union der Vereinigten Stahlwerke A.=G.
nicht das geſamte, zum Bau benötigte Eiſen liefern wird. Der
größere Teil des Materials wird vielmehr von ſchwediſchen Walz=
werken
hergeſtellt und auch von zwei ſchwediſchen Konſtruktions=
firmen
bearbeitet. Von den Geſamtkoſten blieben daher rund 80
Prozent in Schweden.

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der dem A.=R. der Deutſchen Zündwarenmonopolinduſtrie vor=
gelegte
Abſchluß für 1931 weiſt einen Reingewinn von 6.22 Mill.
RM. aus. Biervon werden dem Reſervefonds 43 000 RM. über=
der
Oder, der Elbe und der Waſſerſtraßen zwiſchen Elbe und Oder, wieſen. Auf das A.=K. von 1 Mill. RM. wird die im Monopol=
geſetz
mit 8 Prozent feſtgelegte Dividende gezahlt. Der Reſt von
6,09 Mill. RM. fließt an das Reich.
Im nordweſtböhmiſchen Braunkohlenrevier kam es geſtern zu
ſchweren Zuſammenſtößen zwiſchen Streikenden und Gendarmerie.
Im Laufe des geſtrigen Tages hat der Streik auf das Auſſig=
Biliner, Revier übergegriffen. Insgeſamt ſtehen jetzt auf
71 Schächten 21 000 Bergarbeiter im Streik. Im Mähriſch=
getreten
.
In der Aufſichtsratsſitzung der Sarotti=A.=G., Berlin,
wurde der Abſchluß auf den 31. Dezember 1931 genehmigt und
beſchloſſen, der auf den 23. April 1932 einzuberufenden G.=V. die
Verteilung einer Dividende von 4 (7) Prozent auf das dividen=
denberechtigte
Aktienkapital von 13,5 Mill. RM. vorzuſchlagen,
Eine wichtige Sitzung wird am 11. April die deutſche Unter=
kommiſſion
für Handelsperträge des deutſch=franzöſiſchen Wirt=
ſchaftskomitees
in Paris abhalten. Auf der Tagesordnung ſtehen
Abänderungsvorſchläge zu dem deutſch=franzöſiſchen Handelsper=
trag
, die Frage der Einfuhrkontingentierungen uſw.
Der Zechenverband hat den Rahmentarif im Ruhrbergbau
zum 31. Mai gekündigt.
Das Rheiniſche Braunkohlenſyndikat gewährt wie üblich ab
1. April bis 31. Auguſt Sommerrabatte in der Form, daß für die
für die Monate Mai und Juni von 2.50 RM. und für den Monat
Auguſt von 1 RM. auf die bisherigen Verkaufspreiſe gewährt
wird.
Die Brown. Boveri u. Cie., Aktien=Geſellſchaft, Mannheim,
wird für 1931 eine Dividende (i. V. 5 nach 9 Proz.) nicht aus=
ſchütten
. Beſonders das Starkſtromgeſchäft geſtaltete ſich 1931
ſchlecht. Neben verringerter Belegſchaft mußte noch Kurzarbeit
eingeführt werden. Im neuen Jahr iſt eine Beſſerung nicht ein=
getreten
.
Mit ſchätzungsweiſe 200 000 RM. hat die Firma Jean Bried,
Weineinkaufsgeſchäft in Deidesheim, die Zahlungen eingeſtellt.
Geboten werden im Wege des gerichtlichen Vergleichsverfahrens
30 Prozent.
Der langjährige Direktor der RheinMainDonau=A.=G.,
München, Henftling, hat ſich entſchloſſen, aus ſeinem Amte auszu=
ſcheiden
und einem Rufe der Großkraftwerke Franken. A.=G., Folge
zu leiſten, deren Leitung er bereits im April übernehmen wird.
Die Deutſche Verkehrsflug=A.=G., Nürnberg, ſchlägt der G.=V.
am 22. April Kapitalzuſammenlegung 5:2 von 500 000 auf 200 000
RM. und Wiedererhöhung auf 500 000 RM. unter gleichzeitiger
Erhöhung des Stimmrechts für die zuſammenzulegenden Aktien
auf das 2½fache vor.
Der öſterreichiſche Miniſterrat beſchloß, den Handelsvertrag
mit Ungarn zum 1. Juli 1932 zu kündigen und ſofort Verhand=
lungen
wegen Abſchluſſes eines neuen Vertrages anzubahnen. Das
Zuſatzübereinkommen zum italieniſch=öſterreichiſchen Handelsver=
trag
, ſowie das Uebereinkommen über die Verlängerung des han=
delspolitiſchen
moclus virendi mit Rumänien wurde genehmigt.
Die amerikaniſche Schiffahrtsgeſellſchaft United States Line
teilt mit, daß die Paſſagierpreiſe im Atlantikdienſt um 20 v. H.
herabgeſetzt werden.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. März 1932

Seite 12 Nr. 90

Drahtzäune und
Frontgitter

Georg Maurer,
Schloſſermeiſter.
Jahnſtr. 7. Tel. 3441.
Schreibmaſchine
vermietet
Carl Winkel
Darmſtadt
Rheinſtr. 28. (4284a
Arbeits=Vergebung.
Maurer=, Weißbd.=,
Schloſſ.=, Dachdeck.. Schreinerarbeit.
geg. Spengler= und
Inſtall.=arbeiten zu
vergeb. Angb. unt.
A. 152 a. Gſchſt. (*

Ganz beſonderer

Schlafzimmer
echt mahag. poliert,
mit Friſ.=Toilette,
prima Verarbeitg.,
für nur Mk. 550.
zu verkaufen.
Adam Karn & Co.
Bleichſtraße 51.
Faſt neuer weißer
Gasherd ſowie Ge=
ſtell
=Aquarium mit
Inhalt preisw. zu
verkf Feldbergſtr.
95, II. links.

K

Nur noch heute u. morgen
Ein ungeheuer spannender
Kriminal-Tonfilm.
Atemberaubend! Sensationell!
Widd: Forst

Peter Voss
der
Hitiokenctes

Regie: E. A. Dupont
nach Motiven des Romans von
E. G. Seeliger.

Der Bankprokurist Peter Voss
pländert eine Bank u. verschwindet
mit dem Raub. Eine wilde Jagd
durch alle Erdteile setzt ein und
im Verlauf der geheimnisvollen
Geschehnisse wird der Zuschauer
in atemloser Spannung gehalten.

Im tönenden Beiprogramm:
Die neueste Ufa-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8 20 Uhr.

Ab heute

Ein Film, der seit Wochen in allen Groß-
städten
vor ausverkauften Häusern läuft!

Eines der entzückendsten Tonfilm-Lustspiele
des Jahres!
Max Kansen Martha Eggerth.
und der bekannte Tenor
Lea Slezak
in der Iustigen Tonfilm-Operette

Sadt der Btädr- ickädsche
Tar 40ukdusr Eisabelhenstr. 36
Montag, den 4. April 1932, 20 Uhr
KezlTatlons-Abend
EHNA orZ
(Werke v. Wilde, Turgenjeff, Dehmel,
Liliencron, Hille, Hochstetter)
unter Mitwirkung von
Fritz Müller (Violine)
(Werke von Tartini, Dvorak-Kreisler, Kreisler)
Am Flügel: Helly Birrenbach
Karten b. Christian Arnold a.. Turm
von 1. Mk. und 60 Pfg. (*

Küchenſchr., Kinder=
bett
m. Matr. z. vk.
Heidelb. Str. 65, I. (
Tuchſofa (1 Armr.),
Tiſch, Mareng.=Cut
(mittl. Fig.) z. vk.
Lucasweg 17, I. (*
Mod. Ladentheke u.
Ausſtellungsſchrank
wegzugshalb. z. ver=
kauf
. Ang. u. A. 176
an die Geſchäftsſt.
Kinderwagen für
5 M. z. verk. Näh.
Geſchäftsſtelle.

echt Eiche m. Nußb.
Ztu. Schrk. m. Inſp.
kompl. nur 295.
Schlafzimmer
echt Nußb. hochglz.
handpoliert, Rund=
ecken
. Nur 555.

Hente

*
FRAUEN.
DIPLOMAT

Regie: E. W. Emo.
Ein Film voll Laune, Witz und Humor, der von
Anfang bis Ende ein Fluidam behaglichster Fröhlichkeit
und befreienden Lachens verbreitet:
Im reichhaltigen Beiprogramm:
Die neueste Emeika-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr. (V.4889

Weg. Umzug ganz
billig zu verkaufen
Vertiko, Tiſch,
Stühle, Bücher=
regal
m. Lexikon,
Regulat., Wäſche=
mangel
. Eßſervice
Ecke Frankenäcker=
weg
. Heinrichſtr. pt.
Anzuſeh. nachm.

Radio-
Schirmgitter=
Netzempfänger
ſehr bill. zu verkf.
Grafenſtraße 26.
1. Stock.
Kinderwagen, gut
erhalten, zu verkf.
Benz. Barkhaus=
ſtraße
35, I
Notverkauf!
Bett= u. Tiſchwäſche
bill. abzugeb. Ang.
u. A. 184 Geſchſt. (

va-yselelc-hottan

Neue Kurse
in Einheitskurzschrift für An-
fänger
u. Fortgeschrittene be-
ginnen
Freitag, den 1. April
u. Dienstag, den 5. April im
Ludwig -Georgs -Gymnasium,
Karlstr. 2, abds. 8 Uhr, unter
Leitung staatl. gepr. Lehrer.

Oen

nach der Zehnfinger- Blind-
schreibmethode
täglich von
1721 Uhr, Karlstraße 23, p.
KOen

Soooeeeeoooooeeoooeoeooee
Speiſezimmer
echt Eiche m. Nußb.
Rundecken, 7teilig
Rheinsauer Weinstube
Nur
350.

Welch. Geſchäft od
Bäckerei übern. den
Verkauf ſtets friſch.
pa. Hausmach.= Eier=
nudeln
? Angeb. u
A. 158 a. Gſchſt. (*

zimmer ſow. blau
mod. Kinderwagen ebenſo Herenzim.
u. Kinderbett ſof. z.
verkauf. Arheilgen,
Bahnſtr. 17, I. (*

Herrnzimmer
echt Eiche, 6teilig
Nur
320.
Küchen=Einzel=
und Polſtermöbel
äußerſt billig.
Größte Auswahl,
Niedrigſte Preiſe
nur bei (4895
Möbel=Lich
Alexanderſtraße 3.
Tel. 4164. Gegr. 1880.
Mod. hell. Schlaf=
zimmer
(2 Betten,
Waſchtiſch etc.) bill.
Sehr g. erh. Schlaf= zu verk. Daſ. auch
Speiſez, dkl. Eich.,
Ohlyſtraße 69,

Telephon 2474

Inh. H. Moog

Luisenplatz 1

Heute Donnerstag, Opern- und Operetten-Abend O
Samstag und Sonntag: Konzert 49ss
Erstkl. Künstler-Streichorchester mit d. berühmt. Zimbal-Solisten Horwarth
Oooooooooooeooooooeoooooee

Offenlegung der Stimmliſten für
die Wahl des Reichspräſidenten.
2. Wahlgang.
Die Stimmliſten für den am
10. April ſtattfindenden 2. Wahlgang
liegen Samstag, den 2. April Ifd. Js. von
10 bis 18½ Uhr und Sonntag, den 3. April
von 9 bis 13 Uhr in der Turnhalle des
Realgymnaſiums, Kapellplatz zur allge=
meinen
Einſicht offen.
Innerhalb dieſes Zeitraumes können
Einwendungen gegen die Richtigkeit und
Vollſtändigkeit der Stimmliſten ſchrift=
lich
oder mündlich zu Protokoll erhoben
werden.
Berechtigt zur Erhebung von Ein=
wendungen
ſind alle Perſonen männ=
lichen
und weiblichen Geſchlechts, die am
Tage der Wahl das 20. Lebensjahr zu=
rückgelegt
haben, und zwar bezüglich aller
Eintragungen in die Stimmliſte.
Wer die Eintragung eines Stimm=
berechtigten
verlangt, muß für dieſen die
für die Stimmberechtigung erforder=
lichen
Nachweiſe erbringen. Werden dieſe
Nach weiſe bis zum Ablauf der Einſpruchs
friſt nicht oder nicht vollſtändig vorge=
legt
, ſo bleibt die Anmeldung unberück=
ſichtigt
.
Bemerkt wird noch, daß dieſelben
Stimmliſten offen liegen, die bei der
Wahl am 13. März Ifd. Js. benutz
wurden.
Die Namen der innerhalb der Stadt
Darmſtadt umgezogenen Stimm=
berechtigten
ſind noch in der Stimmliſte
desjenigen Bezirks enthalten, in dem
ſie am 13. März 1fd. Js. ihr Stimm=
(ſt. 4855
recht ausübten.
Darmſtadt, den 29. März 1932.
Bürgermeiſterei.

Großes Haus 20 bis vor 22.30

Hessisches
Landestheater
Donnerstag
31. März 1932

E19

Zus.-M. II1, 11

Kleines Haus 20 bis vor 22.30Uhr

Tosca
Oper von Puccini
Preise 0.705.60 Mk.

Iphigenie
Schauspiel von Goethe
Preise 0 604.50 Mark

Heute Donnerstag, abds. 8½, Uhr
Zum letzten Male
Großer bunter Abend
mit d. hervorrag. Künstler-Gästen
u. a. Harry Cobler, d
Stimmungs-Kanone v. Südw.-Funkg
Erika Körner v. Frankfurter Opernbaus
Die Lady-Singers die weibl Revellers
Vera Gonalies und die Welson-Gir’s
Anton Tiller (Opernh. Frankft.)
D Ank nummer. Blätze beute auf
2 Farten eine 3, frei.
Preise ab 0 80 Karten Verk.-
Büro u. de Waal. Tel. 389 (*

Am Freitag, den 1. April 1932,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale, Luiſenſtr. 32/3.
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Barzahlung verſteigert werden, ins=
beſondere
:
1 Eisſchrank, 2 Lodenmäntel, 3 Leder=
jacken
, 65 Karton Stickgarn, 38 Karton
Perlgarn, 1 Schreibtiſch, 1 Stechuhr,
Möbel aller Art.
Ferner hieran im Anſchluß
(wird noch bekanntgegeben):
1 Friesländer Stuhl, 2 Oelgemälde.
1 Ziertiſchchen, 1 Jagdzimmer (2 Seſſel,
2 Stühle, 1 ovales Tiſchchen, 1 Seſſel=
chen
, 2 Binſenſtühle, 1 Bügelbrett,
2 Buntſtich.
Darmſtadt, den 30. März 1932. (4925
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.

BDurafſtadter Bochelltatit.
Die Verſteigerung der ſtändigen Markt=
ſtandplätze
vom 14. d. M. iſt genehmigt
Die Ausweiskarten für die geſteigerten
und nachträglich vergebenen Plätze ſind
gegen Zahlung des Standgeldes für das
Ziel (April=Mai 1932) und gegen Rück=
gabe
der alten Quittungskarten vom
1. April d. J. ab bei dem ſtädt. Markt
meiſter (Stadthaus, Zimmer 26) in
Empfang zu nehmen.
Darmſtadt, den 29. März 1932.
Bürgermeiſterei. (St.490

Die Inſtallation
der elektriſchen Lichtanlagen, der Schmutz=
waſſerableitungen
, Friſchwaſſerleitungen
und Gasleitungen
für 6 Häuſergruppen der Klein=
wohnungskolonie
an der Pal=
laswieſenſtraße

ſoll alsbald vergeben werden.
Angebotsformulare ſind auf Zimmer 26
und 27 der unterzeichneten Direktion bis
8. April erhältlich; hier können auch die
Angebotsunterlagen eingeſehen werden.
Angebote ſind bis Montag, den 11 4.
1932, vorm. 10 Uhr hier einzureichen.
Darmſtadt, den 30. März 1932. (st.4909
Direktion
der ſtädtiſchen Betriebe.

Foto-Alben
besonders billig bei (2266a

Buch- und Kunsthandlun
Elisabethenstraße 7

Größere Menge alte
Pflaſterſteine z. ver=
kaufen
. Abgabe auch
in kl. Quantums.
Ludwig Himmler,
Viktoriaſtraße 70.

Ausgegr., ſehr gut
erh. Tankanlage
150 zu verk. Off.
u. A. 196 Geſch. (*
Mod. Kinderwagen
zu verkauf. 15 .
Tannenſtr. 9.

Reichspräſidenkenwahl.
Hier: Auslegung der Stimmkarteien
und Stimmliſten für den zweiten Wahl=
gang
am 10. April 1932.
Die Auslegung der Stimmkarteien
und Stimmliſten für den zweiten Wahl=
gang
erfolgt am 2. und 3. April 1932,
und zwar für Alt=Mainz auf dem
Wahlamt (Emmeransſtr. 23, Aufgang
rechts, 1. Stock), für die eingemeindeten
Stadtteile auf den Ortsverwaltungen,
am Samstag, dem 2. April, von 8 bis
12½ Uhr und von 14½ bis 18½ Uhr,
am Sonntag, dem 3. April, von 9 bis
13 Uhr.
Wer die Stimmkarteien oder die
Stimmliſten für unrichtig oder unvoll=
ſtändig
hält, kann dies bis zum Ablauf
der Auslegungsfriſt bei den angegebe=
nen
Stellen ſchriftlich anzeigen oder zur
Niederſchrift geben. Soweit die Richtig=
keit
ſeiner Behauptung nicht offenkun=
dig
iſt, hat er für ſie Beweismittel bei=
zubringen
. Wahlberechtigt iſt, wer am
Wahltage Reichsangehöriger und 20
Jahre alt iſt.
Wahlberechtigte, die vor oder wäh=
rend
der Auslegungsfriſt von auswarts
nach Mainz zuziehen, werden auch nach
Ablauf der Auslegungsfriſt in den,
Nachtrag der Stimmkartei ihres neuen
Stimmbezirks aufgenommen, wenn ſie
eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei
ihres früheren Wohnortes vorlegen, daß
ſie in der dortigen Stimmliſte wegen
Wegzugs geſtrichen ſind. Wahlberech=
tigte
, die nach der Auslegungsfriſt zu=
ziehen
, können nur auf Grund eines
Stimmſcheins wählen, der bei der Bür=
germeiſterei
des bisherigen Wohnorts
rechtzeitig zu beantragen iſt.
Wahlberechtigte, die vor oder wäh=
rend
der Auslegungsfriſt innerhalb
Groß=Mainz umgezogen ſind, werden
auch nach Ablauf der Auslegungsfriſt
in die Kartei ihres neuen Stimm=
bezirks
aufgenommen, wenn ſie eine
polizeiliche Beſcheinigung über den er=
folgten
Umzug vorlegen. Sie werden
dann in der Kartei ihres früheren
Stimmbezirks geſtrichen. Wahlberech=
tigte
, die nach Schluß der Auslegungs=
friſt
umziehen, erhalten auf Antrag
Stimmſcheine.
(Mz.4891
Mainz, den 29. März 1932.
Bürgermeiſterei:
Dr. Ehrhard, Oberbürgermeiſter

Verzweifelte Kranke!
Hören Sie den
Vortrag Dr. vom Brocle
am Donnerstag, 31. März, nachmittags 4 Uhr und
abends 8.15 Uhr im Fürstensaal, Grafenstraße
(Weißer Saal)
Überrasclende Heilerfolge durch
Dr. Neuhäusser’s billiges
Maturheilverfahren
Aus dem Inhalt:
Wie verhütet man Alterserscheinungen? / Ar-
terienverkalkung
heilbar? / Gesunder Schlaf
ohne Gifte! / Stuhlverstopfung in 10 Tagen be-
seitigt
!/ Dauernde Befreiung vonRheumatismus,
Gicht, Ischias, Hexenschuß. / Keine Beschwerden
der Wechseljahre mehr! / Erfolgreiche Behand-
lung
von Nervenleiden, Lähmungen, Magen-
Darm- und Herzbeschwerden. / Asthma, Er-
krankungen
der Luftwege. /Warum noch Zucker-
krank
? / Krebegefahr! / Nieren- und Leber-
leiden
. / Offene Beine, Krampfadern usw.
Fragenbeantwartung! / Keine Medikamente!
Keine Elektrizität! / Ganz neue, billige Wege!
Nur für Erwachsene!
Eintritt frei!
Wer verhindert ist, verlange Aufklätungs-
schrift
gegen Einsendung von 50 Pfg. in
Marken / Anschritt: Dr. vom Brocke,
Fürstensaal, Darmstadt, Grafenstr. (II L. 4893

Realgymnas mit gym-
radägoglum
heim Heldelherg nas. u. Realklassen:

VI-0 I. Eigene staatl. Reiteprfg. (Abitur) Mittl. Reife durch
Versetzung nach O II. Umschulung. Arbeitsstunden Sport.
Gute Verpfleg. Eig. Landwirtschaft. Einzeleimmer (1.2199

Aelt. Schreibtiſch,
Tiſche,Babywag.z.v.
Friedrichſtr. 22

Ri
illie

grß. Schiefer
abzug. Angb.
113 a. d. Geſch
(4882)

Aufforderung.
Anſprüche an den Nachlaß des am 4./5. Jan.
1932 hier verſtorbenen Wilhelm Diegel, Form=
ſtecher
in Darmſtadt, Töffelgaſſe 11, wollen
bei Meidung des Ausſchluſſes, ſoweit noch
nicht geſchehen, bis ſpäteſtens 15. April d.3 bei
dem Unterzeichneten angemeldet werden.
Bis zu dem gleichen Zeitpunkt ſind An=
ſprüche
des Nachlaſſes an den Unterzeich=
neten
zu befriedigen.
Darmſtadt, den 30. März 1932.
Der gerichtlich beſtellte Nachlaßpfleger
Dr. jur. W. Michel
Darmſtadt, Bismarckſtraße 18, Fernſpr. 1529.
Das Wichtigste heute
st in tadelloser Kleidung zu erscheinen
man wende sich vertrauensvoll an d.
Kleiderpflege- und Bügel-Anstalt
Ballonplatz 6 BLITZ Telefon 5099
Annahmestelle f. chem reinig, färben u.
Kunststopfen. Sehr billige Preise. Ein
Versuch genugt. (228a

Küchen
unerreichte Ausw.
echt pitſch=pine und
farb., v. 105 an.
Sehensw. Ausſtell.
Adam Karn & Co.
nur Bleichſtr. 51.

Stock mit elektr.
Licht, ſteuer= und
führerſch.=frei, faſt
neu, preisw. z. vk.*
A. Herrenacker 15,I.r

Herrnrad zu verkf.
Pädagogſtr. Nr.
(Wirtſchaft).

R
Mk.) zu vk. Jahn=
ſtraße
63, part.

Am Freitag, 1. April 1932, ver=
ſteigere
ich in meinem Verſteigerungs=
lokale
, hier, Hügelſtraße 27, öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung.
Vorausſichtlich verſteigert werden:
2 Standuhren, Laden= Einrichtungsge=
genſtände
, verſch. Grammophone, eine
Kredenz, einige Schreibtiſche, 1 Küchen=
Anrichte, 1 Kaſſenſchrank, Gartenſtühle,
Plüſch=Seſſel, 1 Kl. Schrank, 1 Klavier
(Arnold), 1 braune Stute, ein Ford=
Lieferauto, 1 Lieferwagen, 3 Marken=
Schreibmaſchinen u. a. m. (4927
Darmſtadt, den 30. März 1932.
Craß
Eerichtsvollzieher in Darmſtadt.

Am Freitag, den 1. April 1932, nach=
mittags
3 Uhr, ſollen in meinem Ver=
ſteigerungslokal
, Ludwigsplatz 8,
zwangsweiſe gegen Barzahlung ver=
ſteigert
werden:
3 Klaviere, 2 Radio=Lautſprecher,
1 Schreibmaſchine, 1 Staubſauger ſo=
wie
Möbel aller Art.
Darmſtadt, den 30. März 1932.
Eißer,
Gerichtsvollzieher kr. A.,
1914)
Rheinſtraße 28.

UMION BANK
Rheinstr. 24. Fernruf: 100,1010, 3000, 3001
Wi

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 31. März 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 90 Seite 13

ANUr MIder Taetlt.

30)

Roman von
Paul Rosenhayn

(Nachdruck verboten.)

Kapitän Falcon ſchüttelte den Kopf. Der Kerl ſchwimmt wie
din Fiſch, der bringt ſich ſchon allein in Sicherheit.
Elena blickte durch das Glas. Man ſchießt auf ihn ſehen
Sie nur, wie die Kugeln um ihn ins Waſſer ſchlagen! Sie beugte
ſich weit über die Reling. Laſſen Sie das Boot ausſetzen, Kapi=
tän
, ſchnell es iſt noch nicht zu ſpät!
Ich werde mich hüten, Madame. Habe keine Luſt, mit den
italiniſchen Behörden in Konflikt zu kommen.
Sie ſah ihm entrüſtet ins Geſicht. Sie retten einen Menſchen
vor dem Ertrinken wie kann Sie das mit Behörden in Könflikt
bringen?"
Sie vergeſſen die Warnung des Kommandanten. Es iſt Re=
volte
auf der Inſel.
Elena wies auf das Deck dort an der Reling ſtand eine
Gruppe Matroſen; ſie deuteten heftig geſtikulierend auf den
Schwimmenden. Plötzlich man wußte nicht woher wurde ein
Rettungsring über Bord geſchleudert. Er fiel klatſchend dicht vor
dem Mann ins Waſſer. Der Flüchtling, der auf dem Rüücken lag,
griff danach die Leine ſtraffte ſich; gleich darauf lag er längs=
ſeits
des Schiffes.
Falcon ſchlug mit der Fauſt auf das Geländer der Reling.
Wer zum Teufel! Er ſetzte die Pfeife an den Mund
ein ſchriller Pfiff gellte über das Deck.
Die Matroſen blickten auf; im gleichen Augenblick kletterte
der Gerettete triefend über die Reling.
Elena ging mit ſchnellen Schritten auf die Gruppe der
Matroſen zu; fluchend folgte ihr der Kapitän.
Mit zerfetzten Kleidern, zerriſſenen Schuhen, blutenden Hän=
den
und zerſchundenem Geſicht ſtand Jenkins inmitten der
Männer. Seine Zähne ſchlugen aufeinander und ein Schüttel=
froſt
ließ ſeine Glieder zittern. Einer der Matroſen drückte ihm
gutmütig die Flaſche in die Hand. Der Gerettete trank in langen
Zügen.
Mit geballten Fäuſten trat der Kapitän in den Kreis der
Matroſen. Wer, zum Donnerwetter! hat euch erlaubt, den
Kerl an Bod zu nehmen, her! Wo iſt der Steuermann? Schert
euch zum Teufel!
Die Leute murrten; unwillig, die Hände in den Taſchen,
ſchlenderten ſie davon. Ein junger Matroſe ſchüttelte drohend
die Fauſt gegen die Inſel. Man muß dieſen Bluthunden ihre
Opfer entreißen, ſagte er und warf einen mitleidigen Blick auf
den Sträfling.
Maul halten! ſchrie Falcon wütend.
Elena jah zu dem Geretteten hinüber. Er blickte nach der
Inſel zurück: dort auf dem Wachtturm wurde eben ein Flaggen=
ſignal
gehißt.

Der Kapitän folgte der Richtung des Blickes. Verdammt!
er ſchlug mit der geballten Fauſt in die flache Linke und wandte
ſich zu Elena. Man ſignaliſiert, wir ſollen halten.
Sie ließ ihre Augen ſinnend auf Jenkins ruhen. Es war
unmöglich, daß ſie ihn erkannt haben konnte, aber irgend ein
Gefühl mußte ihr ſagen, daß dieſer Mann dort kein Bagno=
ſträfling
war. Mit dem feinen Inſtinkt der Frau begriff ſie
wohl mehr gefühls= als verſtandsmäßig, daß hier nicht ein
Rohling, ein Auswurf der menſchlichen Geſellſchaft vor ihr
ſtand. Irgend etwas Befremdendes, Ungeklärtes ging von dieſem
Mann aus. Gehen Sie hinunter, laſſen Sie ſich trockene
Kleidung geben, ſagte ſie.
Jenkins ſchloß ſich den Matroſen an. Sie blickte ihm
träumeriſch nach.
Verzeihung, Madame, die polternde Stimme Falcons
riß ſie aus ihrem Sinnen, das geht etwas zu weit!
Elena ſah den Wütenden mit großen fragenden Augen an.
Dieſe übertriebene Fürſorge für den dreckigen Kerl kann
uns die größten Unannehmlichkeiten machen. Wir müſſen den
Mann ſo ausliefern, wie er an Bord gekommen iſt .. ."
Sie unterbrach ihn mit einer ſchnellen Handbewegung. Wer
ſagt Ihnen, daß ich überhaupt die Abſicht habe, den Mann
auszuliefern?"
Was ſoll das heißen, Madame? Dort kommt das Re=
gierungsboot
. Ich laſſe ſtoppen! Er legte die Hände an den
Mund, um dem Offizier auf der Kommandobrücke den Befehl
zum Halten zu geben.
Elena blickte aufs Meer; das Vaporetto ſchoß in ſauſender
Fahrt näher. Vor dem ſcharfen Bug des zierlichen Bootes
ſchäumte der Giſcht. Sie biß ſich auf die Lippen. Ich wünſche
nicht, daß man den Flüchtling an Bord findet, ſagte ſie mit
leiſer Stimme.
Kapitän Falcon hob mit einer trotzigen Gebärde den Kopf,
dunkle Röte ſchoß ihm ins Geſicht. Madame, ich habe die
Ehre, der Kapitän dieſer Jacht zu ſein! Bitte, vergeſſen Sie
nicht, daß an Bord einzig und allein meine Befehle gelten.
Elena ſchürzte verächtlich die Lippen. Es liegt nicht in
meiner Abſicht, Herr Kapitän, Ihnen Ihren Rang ſtreitig zu
machen. Ich äußerte lediglich den Wunſch, dieſen armen Men=
ſchen
nicht ausliefern zu wollen.
Das iſt doch eine Marotte und dazu eine gefährliche.
Nennen Sie es, wie Sie wollen aber helfen Sie mir!
Unmöglich wir befinden uns in italieniſchen Hoheits=
gewäſſern
.
Und wir fahren unter dem Union Jack. Unſer Schiff
ſt engliſcher Boden niemand darf Ihnen Befehle erteilen.

Wenn der Mann nun ein gefährlicher Verbrecher ein
Raubmörder
Elena lachte. Er macht nicht den Eindruck. So viel
Menſchenkenntnis traue ich Ihnen ſchon zu, Kapitän!
Falcon warf einen Blick auf das Motorboot, das nur noch
wenige Meter von der Jacht entfernt. Ein Offizier ſtand im
Heck des Fahrzeugs und ſchrie durch das Megaphon: Stoppen
oder ich laſſe ſchießen!
Mit einer ſcharfen Wendung drehte das Boot längsſeit der
Jacht. Das ſchmale Rohr einer Revolverkanone wurde ſichtbar;
der bronzene Lauf war drohend auf das Schiff gerichtet.
Falcon gab dem Offizier auf der Brücke ein Zeichen. Die
Glocke des Maſchinentelegraphen ertönte. Quirlend drehte ſich
die Schraube, gelber Schaum ſtand um das Heck allmählich
verlangſamte ſich die Fahrt des Schiffes.
Der Kapitän zog die Unterlippe zwiſchen die Zähne. Der
Stolz des Seemannes bäumte ſich dagegen auf, daß irgendein
Fremder kam und in brüsker Manier mit unverhüllter Drohung
den Lauf ſeines Schiffes unterbrach. Er fuhr mit der Hand
durch den Bart. Die Kerls gehen nicht von Bord, ehe ſie den
Jungen gefunden haben brummte er, ich kenne das.
Elena legte ihm die Hand auf den Arm. Ueberlaſſen Sie
mir den Flüchtling.
Die Verantwortung iſt zu groß, ſagte er zögernd.
Sie antwortete nicht mehr; mit ſchnellen Schritten ging ſie
über das Verdeck nach den Kabinen hinunter.
Von der Fallreepstreppe kam der italieniſche Offizier, ge=
folgt
von ſechs Soldaten. Er trat auf Faleon zu und hob
nachläfſig zwei Finger an die Mütze. Sind Sie der Kapitän?
Falcon nickte ſchweigend.
Sie haben einen entflohenen Sträfling an Bord ge=
nommen
.
Wiſſen Sie das beſtimmt? fragte Falcon ſcheinheilig.
Der Offizier ſtutzte. Machen Sie keine Schwierigkeiten,
wir haben es vom Turm aus geſehen; der Mann iſt von Ihren
Leuten an Deck gezogen worden.
Sollten Sie ihn etwa ertrinken laſſen?
Ich habe gemeſſene Befehle, Herr Kapiän; liefern Sie mir
den Sträfling aus.
Falcon, drehte ſich nach der Kommandobrücke herum.
Laſſen Sie die Mannſchaft auf Deck antreten! rief er dem
Steuermann zu.
Ein kurzes Kommando erſcholl. Langſam ſchlendernd kamen
die Matroſen, als wüßten ſie, daß dieſer Befehl gegen den
eigenen Willen des Vorgeſetzten kam. Mit trotzigen Mienen, in
nachläſſiger Haltung ſtanden, ſie vor dem Offizier.
Iſt das Ihre geſamte Mannſchaft?
Falcon nickte. Ja, mit Ausnahme der beiden Maſchiniſten
und des Matroſen da oben am Rad. Die verlaſſen ihre Poſten
nur auf meinen Befehl!"
Der Italiener muſterte die vor ihm Stehenden. Er iſt
nicht darunter, ſagte er ſtirnrunzelnd.
Na alſo.
(Fortſetzung folgt.)

17
Biechschattat

Inh. Jakob Lautenſchläger

Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.
Erſtklaſſiges Fiſch=Spezialgeſchäft.
Ans friſchen Zufuhren empfehlen:
Pfd. 0.18
Kabliau ohne Kopf..."
Scheufiſch o. K. 0.35 Goldbarſch o K.
Bratſcheufiſch .. 0.25 Stochfſiſche, 1a 1.47
Küchenfertige Ausſchnittfiſche:
Pfund 35.3
Nordſee=Seelachs
Pfund 40.3
Jsland=Kabliau",
Pfund 559
Schellfiſch .
Nordſee=Kabliau, hochprima, Pfund 559
Pfund 40, 50, 70.
Fiſchfilet
Angelſchellfiſch, Steinbutt, Seezungen
Rotzungen, Ia Nordſee=Heilbutt i. Schn
Große Schollen 0 60 Bratſchollen 0.4:
Lebende Spiegelkarpfen, Rheinhecht,
Schleien, Rheinzander, Backfiſche 0.3
Große Breſem 0.65 Tafel=Zauder 0.75
la Salm im Ausſchnitt . . . . Pfd. 0.85
Echten Rheinſalm beſonders billig.
Rollmops, Bismarck= und Delikateß=
Aheringe . . 1 Literdoſe nur 0 60G
Alle Feinmarinaden und Fiſchkonſerven
Räucherwaren in größter Auswahl
Friedfiſhbäckerei täglich in Betrieb
NB. Prompter Stadt= und Fernverſand./*

Nur Mk. 440.. W. koſtet d. neue
D.K.W. ſteuerfrei
m el. Licht. Fahren
Sie Probe, Sie ſind
begeiſtert, (3823a
J. Donges & Wieſt,
ſeinrichſtraße


Suneneu
kopfgeſteuert
500 ccm
380. Mark.
Otto. Darmſtädter,
Heinheimerſtr. 86
(4883)

F. Weiß. Sonntag
4=Sitzer v. Selbſt=
fahrer
zu leih. geſ.
(4j. Fahrprax.) (
Ang. u. A. 164 Gſt.

Großer
Geleg.=Kauf!
Opel=Limouſine
7/36 PS., 5=Sitzer.
Maſchine, Ausſehen
u. Polſterung tadel=
los
, faſt neu bereift
weg. Umſtellung d
Betriebes ab 1. 4.
zu Mk. 1350 gegen
Caſſa abzugeben. (*
Anfragen u. A. 153
an die Geſchäftsſt.

Beltene delegenheit!
Wir verkaufen kurze Zeit, direkt an Private
Ia Kapok=Matratzen steilig, mit Keil .. 4 Mk. 42.
(garäntiert rein Java=Kapok)
z Mr. 30.-
Ia Roßhaar Matratzen
Erſtklaſſige Verarbeitung, große Auswahl. Schreiben Sie
ſofort unter A 192 an die Geſchäftsſtelle ds. Blattes.

Enkirch & Rühl
Telepkon
Hiesstraße
K 2599
41
Alles heute und morgen früh lebendfriſch eintreffend!
.. Pfd. 25 8
Nordſee=Seelachs und Kabliau, ganz ohne Kopf.
Pfund 30
Feinſte Bratſchellfiſche, ſortiert
Pfund 40 5
Prachtvoller Goldbarſch ohne Kopf
Pfund 40 8
Stockſiſch. gewäſſert .. . . .
Pfund 40=
Feinſter Nordſee=Seelachs, geputzt, im Schnitt.
Pfd. 40 u. 50 d
Auerfeinſter Kabliau, geputzt, im Schnitt
Pfund 60
Allerfeinſter Schellfiſch.
Edel=Filet aus Nordſee=Fiſch geſchnitten . . . Pfd. 35, 50, 60 u. 65
Alle Räucherwaren und Marinaden ſowie alle Delikateſſen!
Feinſie Superior=Holländer Vollheringe,
10 Stück nur 95 4
rein milcher


9.K. W.
Mokorräder
Alle neuen Modelle
ſind vorrätig. Be=
ſuchen
Sie vor Kauf
eines Motorrades
unſere Ausſtellung
Heinrichſtraße 52.
J. Donges & Wieſt.

Opel 4/16
auch a. Lieferwag.
billig. Weber,
Schloßgaſſe 12.

Gelegenheitskauf
Guterh. Studebacker,
6 Sitzer, als Perſ. vd.
Lieferwag verwend
ar, 6 fach gut bereift,
Maſchine erſtkl. gut
im Lack, billig zu ver=
kaufen
. Zu erfragen

in der Geſchſt.

Mchhaus Herng Telefon 641

Markt 4
Karlſtraße 47
Aus täglich friſchen Zufuhren empfehle: 4904
65 d
Feinſt lebendfriſcher Pfd. Große Breſei.
Schellfiſch i. Schnitt 70, 55 Mittelgroße Breſem . . 50
35 8
Fiſchſilet, tafelfertig 60, 40 Rheinbackfiſche
Cabliau i. Schnitt . 55, 40 Salm i. Schnitt . . 1.90, 1.30
1.50
Seelachs i. Schnitt . . 35 Heilbutt i. Schnitt
im ganzen Fiſch 1.10
Goldbarſch . . . . . 45
80
Rotzungen
60
Schollen
Billige Konſumſiche! Taſelzander
75

Cabliau . . . . . . 20
35 8
Schellfiſche
25 c
Ia Backſiſche.
la Süßbück linge ½ Pfd. 203

Ia Füderkraut
Ia Tafelbutter
Maties=Filet

Bo.
* Pfd. 75 =
Stück 20=

K
Lxs=Ausfhrg. neu be=
reift
und gut gepflegt.
zu verkaufen.
Fernſprecher 5081,

Geſucht.
z. 1. Mai lfd. Js
leeres 3i.
z. Unterſt. v. Möb.
Nähe Landskronſtr.
Ang. A. 171. Gſt.

Leeres Zimmer
zur Lagerung von
Schuhen
Nähe. Marktſtraße
geſucht. Angebote
mit Preisangabe
erbitten Schuhver=
trieb
Marktſtr. 1.
(4885)

Einfam.-Haus
56 Zimmer m. Zu=
behör
(Bad, Zentral=
heizung
uſw) in
günſtiger Lage zu
mieten geſucht. Aus=
führliche
Angeb. u.
A 209 Geſchſt. /4923

5 Zim.=Wohng.
mit allem Zubehör
in günſtiger Lage zu
mieten geſucht. Aus=
führliche
Angebote u.
A 210 Geſchſt. 14922

Lehrerswitwe mit
2 erwvachſ. lt. ſucht
4 Zim.=Wohn.
z. 1. Mai od. ſpäter.
Grüne Mietkarte vor=
handen
. Angebote u.
4 206 Geſchäftsſt.

Kl. 2=Zim.=Wohng.
mit Küche
Miete 35 Mk. Ang.
z. 1. Mai geſucht.
u. A. 181 Gſchſt.

Aelteres Ehepaar
(mittl. Beamter),
ruh. Mieter, pünkt=
licher
Zahler, ſucht
1. 7. 32, ev. früh.
abgeſchloſſene
3=Zimm.=Wohnung
mit el. L., ev. Ve=
randa
. Gefl. Ang.
u. A. 194 Geſch. (

Nur Eliſabethenſtr. 42 Telefon 367
* Das führende Fiſch=Spezialgeſchäſt
Fiſche billig und geſund!

Kabliau o. K. 018
Bratſchellfiſch 0.25

Schellfiſch o. K. 0.35
Goldbarſch

Fiſchſilet v. 0.40 an Stockfiſch . .0.40
Sonder-Angebot
Lebende Schleien pfd. nur . . 0.98
Lebende Breſem, Karpfen, Hechte, Barſch,
Backfiſch.
Meine Spezialität:
Fein-Fische vie
Echter Rhein=Salm. Steinbutt, Seezungen,
Heilbutt uſw.
Beſonders preiswert:
la Salm 859 ähem=Bander95 8

Für den

preiswerte Ausſchnittfiſche!
Seelachs 0 35/ 3sl. Schelfiſch
3sl. Kabliau 0.40/ Nordſee=Cabliau 0.29
Holl. Cabliau i. Schn., feinſter Nordſee=
Schellfiſch Näucherwaren, Marinaden
denkbar größte Auswahl
1 Liter=Doſe Bismarck u. Rollmops 0.60
Prompter Stadt=u. Fernverſand. /4897

Weißen Sonntae
Welzen-Mehl hell.
Ptd. 0.25
Auszugs-Mehl ausgiebig . . . . . Pfd. 0.28
ScF-Magnet-Mehl das Allerfeinste Pfd. 0.30
Margarine . . . Pfd. 0.63, 0.42, 0.30
Moenus-Gold-Margarine . . . Pfd. 0.60
Kokosfett in Tafeln . . . . Pfd. 0.36, 0.32
Schweine-Schmalz gar. rein . . Pfd. 0.43

Weißer Tischwein vom Faß . Liter
Pfaffenschwabenheimer Hölle -/, Fl. o.Gl.
30er Edenkobener . . . 1// Fl. o. Gl.
30 er Oppenh. Kehrweg 1/, Fl. o. Gl.
30er Liebfraumilch . . "/. Fl. o. Gl.
30er Niersteiner Domtal!/ Fl. o. Gl.
Tafel-Rotwein . . . Liter-Flasche o. Gl.
Deutscher Wermut . . . 1/, Fl. o. Gl.

Suche ſofort
Nähe Marktplatz
35 Zim.=Wohn
Eilangebot u. A 20;
an die G ſchäftsſt. (*

Jg. kinderlſ
ſucht p. 1. or

Ehep.
5. 5

3=Zim.=Wohng.
mögl. mit Bad und

Mſd. in ang.
Sof. Ang. m.
u. A. 110 a. C
(*md)

Hſe
Freis
ſchſt.

Ein Zim. m. Küche
zu mieten geſucht.
Mühlſtr. 1. 2. St.

Aelt, allſteh. Dame
ſucht p. ſof. 1 leer.
Zimmer m. Küche.
Ang. A. 160 Gſt.

Fiſchſtand auf dem Markt
Kabliau o. K. 0.18/Bratſchellſiſch 0.25
Schellfiſch o. K. 0 35 Fiſch=fllets . 0.40
Kablſau i. Schn. 0.40 Seelachs . 0.35
Rheinbackſiſch . . . . 0.30

2 geb. Damen ( Be=
amtenw
.) ſuch ſonn,
45=Zim.=Wohng.,
1. Stock, mit Bad,
Veranda, Manſ. in
gut. Lage. Ang. m.
Pr. u. A. 195 Gſch.*

RM. 810000
1. Hypothek, a gut,
hieſig. Geſchäftshs.
geſucht. Angeb. u.
A. 173 an Gſchſt.

8000 Mark
zur Ablöſung einer
Hypothek v. Selbſt=
geb
. geſucht. Ang.
u. A. 169 Gſchſt. C
Hypoth., Darlehen
ſchnell reell
Böhm, Eberſtadt,
Hohenpf.=Weg 14.

6000 U.
10000 Mk.
an allererſt. Stelle
z. Ablöſ. d. Hauszſt.

ScF. Kaffee
der feine Pestkaffee . . . .1/4 Pfd. 0.85, U. 1u
Unsere reinschmeckenden
Mischungen . . . 1Ptd. 0.73, 063, 0.00

Wir empfehlen ferner: (V.4899

Schweizerkäse vollfett, saftig . Pfd. 0.98
Oelsardinen . . . . große Klubdose 0.32
Oelsardinen Oliv, ohne Gräten . Dose 0.50
Weiterer Eier-Abschlag!
Frische S & F.Eier
.. 10 Stück 0.70, 0.00
S & F-Magnet-Eier
10 Suck 0.80
extra schwer
Schade & Füllgrabe
Filialen in allen Stadtteilen.

Sparmarken auf alle Waren.

Offerten u. A. 202
a. d. Geſchſt.

300 Mark
von Selbſtgeber zu
leihen geſucht geg.
gute Sicherheit u.
Zinſ. Rückzahlung
nach 1 Jahr ev. in
Monatsrat. Angb.
u. A. 157 Geſchſt. (

Damenrad, w. neu,
30 . Herrenrad,
Luxusmod., w. neu.
mit Garant. 38
zu verkauf. (49111
Karlſtr. 14, Laden.
1 Kaute Miſt z. v.
Nees,Schwanſtr. 13.*

Ausnahmsweiſe
billig:
Schlafzimmer
echt Eiche mit Ze
brano. Friſ.=Toil.
beſte Verarb. f. nu
480. zu verkf.
Adam Karn & Co.
Bleichſtraße 51.

1 gebr. Kleider-
ſchrank
zu verkf.
Im Geißenſee 11.
Anzuſehen vorm, bis

[ ][  ]

Seite 14 Nr. 90
Abgehärtete kräft.
Salalpflanzen
100 Stck. 80 Pfg.
Kopffalak
eigener Zucht, 25 u.
30 Pfg.. (*ds
Blumenerde.
Eimer 50 Pfg.
Gärt=
nerei
Barban
Dieburgerſtr. 105.
Prima überrhein.
Speiſekartoffeln
p. Zentner 3,75 M.
frei Haus.
Breidert,
Obergaſſe Nr. 12.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. März 1932

Drahtgeflechte
aller Art.
Karl Brückner
Holzſtraße, Fern=
ſprech
. 1249. (1930a

Gtudtdeiltet.
für vornehme
Werbetätigkeit
bei guten Verdien=
ſten
geſucht. Hei=
zungsfachleute
be=
vorzugt
. Offerten
unt. F. C. 716 bef.
Rudolf Moſſe.
Frankfurt a. Main.
(14888)

Mein

HONOL IAII TiBtts Tondt
ist die beste Einkaufsgelegenheit für Sie!

Havierstimmer
R. Schuſter
jetzt Grüner Weg 33,
parterre.

Verloren
auf dem Wege Karl=
ſtraße
. Annaſtraße,
Hermannſtr. gelber
Damenhandschuh
(Rehled.). Abzugeb.
geg. Belohnung am
Schalter d. Geſchäfts=
ſtelle
ds. Bl. (487-

HIf
Abendtiſch 70 Pfg.
Ochſ.= u. Kalbsmtzg.
Anthes, Karlſtr. 27.
(*dfs)

V

MANNLICH
Sichere Exiſtenz
find. ſung.Mann durch
Lebernahme der Ver=
kaufsleitung
aufeigene
Rechng. eines gutgeh.
Artikels in Feinkoſt=,
Reform= u. Lebensm.=
Häuſer (Großiſt.= Ver=
kehr
). Erforderl. 3 bis
5000 Mk. Kap. Wagen!
kann ev. geſtellt werd.
Gefl. Ang. u. 4 208
a. d. Geſchſf (4920
Gut.Nebenverdienſt
erzielen gewandte
Verkäufer
durch den Vertrieb
unſ überall verkfl.
preiswert. Artikels.
Anfr. u. H. L 9639
bef. Rudolf Moſſe,
Hamburg 36.
(I.Hbg.4851)

Oroße Posten moderner
Dekorations-Stoffe
in den neuesten Farben u. Mustern, T20 cm br., Mtr. 5.50, I.95, L.00
Kräusel- und Noppen-Ripse
die schönsten Farbtöne, 120130 cm breit, Ntr. 5.20, 3.25, iGu
Indanthren bedruckte Voiles
II0 cm breit, die schönsten Muster.
Mtr. 1.90, 1.30
Ind. farb. Voiles und Kunstseiden
ca. 130 cm breit, prachtvolle Farblöne . . Mtc. 5., 2.30, K.uu
Die beliebten neuen Schweden-Streifen
120 cm breit . . . Ntr. 0.90, in 80 cm breit . . . Mtr. G.Gu
Halbstores Stückware
in Riesen-Auswahl, schönste Muster . . . . Ntr. 2.90, 1.75, G.uu
Halbstores Stückware
mit schweren Einsätzen, prachtvolle Ausführung, Mtr. 6.75, 5.50, D. 1u
Gitter-Tülle, Filet-Stoffe, Spann-Stoffe
in den verschiedensten Breiten, enorm billig
L. and haus-Gardinen
nur wirklich schöne Ware u. Muster . . . Mtr. 0.80, 0.60, 0.40: U.Gu
Markisettes, Voiles, Etamine
glatt und Fantasie-Muster, riesig preiswert
Täll- und Etamine-Garnituren
solide Qualitäten, Zteilig . . . . . . Garnitur 8.75, 590, D.Ju
Couch- und Möbel-Bezugstoffe
feste Ware, neueste Muster, ea. 150 br., Mkr. 5.50, 5.90, 2.65 H.1u
Möbel-Plüsche, ca. 130 cm breit, gediegene Woll=
Qualitäten, schöne Muster . . . . . . . Ntr. 10,90, 8.9o, G.u0
Sämtliches Zubehör, die neuen Riloga-Schienen Galerien,
Besätze usw. riesig billig.

G.au

Große Posten neuzeitlicher
Boucle-Teppiche reines Haargarn
16sX235 cm
na84546
20. 200 458

no (zo, 4650 tzut0 za50 2750 zumh zu60 7915
Prachtvolle Wollplüsch-Teppiche

2d. 7500 75.00

Af0 .33,0

1658235 cm

1000, 70, 72. N0 aog 3915/410, zurg 29.
Die guten Anker-Velour-Teppiche

Ca. 250X550

200X315

170X23s cm

1(40, 138. img 88. ſtea. 60.-
Die schweren VorwerkPat.-Smyrna
ca. 250X35o
200XölIs
170X2so cm
1n0 142. 1g0 98. Nog G8.-
Riesenposten neuer Bettvorlagen
65
Stück 9.75, 8.50, 6.90, 4.70, 5.75, 2.50,
Die hübschen neuzeitl. Bettumrandungen
1 langer Läufer u. 2 Vorlagen, Garnitur 72.-, 57.50, 34.50, 7
Schöne Läuferstoffe, 67. 90, Ia0 und aoo cm br.
195
go cm brt. Mtr. 6.50, 4.50, 2.75, 67 cm brt. Mtr. 4.75, 3.50,
Divandecken, schwere Cobelin-Gewebe
die neuesten Muster . . .
19.75, 15.25, 9.75, U
Plüsch-Diwan-Decken gediegenste Qualitäten,
aparte Musterungen
49., 34 29,75, 10
Tisch-Decken aller Art, in Riesen-Auswahl, wunder-
295
volle Muster .
. . I1.50, 8 75, 6.90, 5.50,
Stepp-Decken, neueste Muster, mit erstklassigen
7.
Füllungen.
... . 37. 25.75, 16.75,
Meine bekannt guten Daunen-Decken
in vielen Farben . . . . . . . . . . . 95., 82., 73., Gu

lede Anfertigung von Dekorationen und Gardinen kann in Eilfällen in I Tag im eigenen
Atelier wunschgemäß vorgenommen werden.
Darmstädter Teppich- und Gardinen-Haus
NIEIININNLNM M IeTeie

Darmstadt

Ernst-Ludwigstraße 15

Das größte Spezialhaus Darmstadts für Teppiche und Innen-Dekoration.
Mein neuer Katalog ist erschienen und steht kostenlos zu Ihrer Verfügung.

4881

Net

Ehrliches, fleißiges
Mädchen
(nicht unt. 18 J.)
perf. in all. Haus=
arb
., f. tagsüb. ſof.
geſucht. Angeb. u.
A. 162 an Gſchſt.

Gutempf, n. zu jg
Alleinmädchen
in ruh. Haus geſ
1. 4. od. ſpät. Ang.
u. A. 165 Gſchſt. (

Wir suchen
überall Perſonen und Familien jed. Standes
für leichte Beſchäftigung von der Wohnung
aus ete,, auch im Nebenerwerb, nach unſeren
Arbeitsunterlagen. Erzielte Wochenverdienſte
von 80, 100, 120 Mark und mehr.
Beginn und Verdienſt ſofort.
Bernhard Friedr. Berghoff, Münſter (Weſtf.)/ 105

Ve
3. Vertrieb werd.
Dam. u. Herr. geſ.
Näh.: Gutenberg=
ſtraße
58, II., nur
vorm. 912 Uhr

Per 1. Mai 1932
jüngere geübte
Stenotypiſtin (evtl.
Anfängerin)
geſucht. Angb. mit
Lebenslf., Gehalts=
anſpr
. u. ev. Zan.. erbet. unter
A. 170 an die Gſt.

Für Herrſchafts=
haushalt
. Mädchen
nicht unt. 18 Jahr.,
das die Haushalt. beſucht hat,
für ſofort geſucht.
Vorzuſt. v. 11 Uhr
ab. Zu erfr. in der
Geſchäftschelle.

Herm. Label

Mee

Bestens bekannt für Oualitäts-Arbeit
letzit leinePreile der allg. Wirtschaftslage entlprechend berunter
und liefert Maß-Anzüge ab 130. Mk.
Anfertigung auch bei Stoffzugabe zu soliden Preisen.
Die neuesten Frühjahrs-Stoffe sind eingetroffen.

Prassel zieht um!
die Ecke nach
Kirchstraße 21 am 1. April
Prassel=Kallee

täglich frisch geröstet
per Pfd. von Mk. 2-- an
Schulstr. 10.
Telefon 71

Aluminium= u.
Guß=Schweißungen
jegl. Art. Weber
(*
Schloßgaſſe

Tauſch: Gel. 4. B.
N. Volkshochſchule
gg.Briefm.=Samml
Off. u. A. 197 Gſch.*

Küchen m. Oelfarbe
25 ℳN.
Lackier. billig.
Ung. u. A. 200 Gſch

Damen
zum Verkauf eines
Markenartikels für
den tägl. Gebrauch
geſucht. Hohe Ver=
dienſtmöglichk
. Vor=
zuſtellen
heute und
1. April vorm. 9 1.
im Café Eichberg,
Rheinſtr., bei Herrn
Heimann.

Zuverl.ehrl.Putzfrau
für Laden geſucht
Muſikhaus Eruſius,
Mühlſtraße 74, am
Kapellplatz. /4919

ist verbürgt trei von tierischen Feiten
enthält keinerlei Konservierungsmittel
ist mit Vitaminen angereichert
hat einen höheren Fettgehalt als Kuhbutter
ist ergiebiger und haltbarer als Kuhbutter
rein und tein im Geschmack,
also der vollkommenste Ersatz für die teure
Kuhbutter,
kostet aber nicht halb soviel wie diese.
Pfd. 80 Pfg.
Reformhaus Krista, Anton Braunparih
Ernst-Lndwigstraße 3
Wiederlage sleis frischer Waren. (4064a) Verlangen Sie Kostproben.

Re
Köchin
nicht unter 25 J.
für groß. Haushalt,
gute langi. Zeug=
niſſe
erforderlich.
Saalbauſtr. 22.

Geſund., fleißiges,
ſehr ſauberes
Tagmädchen
mit etw. Kochkkent=
niſſen
u. beſt. Einpf.
ſofort geſucht.
Fiedlerweg 3, II., I.
am Oſtbahnhof.

Vf

WElBLICH

Tüchtiges ſolides
Servierfräulein
ſucht ſ. bis z. 1. 4.
zu verändern. Am
liebſt. Cafe. Gute
Zeugn. vorh. Ang.
u. A. 172 Gſchſt. (*

Ehrliche Frau ſucht
2 Stdn. Laufdienſt
morg, o. mitt., geht
a. Laden= u. Büro.
putzen. Angeb. unt.
A. 159 an Gſt. (*

Schulfrei. Mädchen
v. Land ſucht tags=
über
Stell. i. Haus=
halt
. Offerten unt
A. 191 a. d. Geſch.*

Tüchtige Friſeuſe
perf. in all. F. ſucht
Stell. Angebote u
4 205 Geſchäftsſt (*

Ger
und
gut. Leder!
Damenſohren v. 45.3
Herrenſohlen v. 75.5
Led. w.grat gewalzt 1
1. Rubin
Arfte. 38
N38tal

Haushälterin,
in all. Zweigen des
Haushalts, ſow. im
Kochen gut erfahr.,
ſ. paſſ. Stelle Ang.
u. A. 179 Geſchſt. (*
Beſſ. Mädch., 21 J.
w. Koch= u. Nähk.
beſ. ſ. Stellg. i. r.
kl. Haush. Angeb.
u. A. 187 Gſchſt. (*
Haustochter.
Suche f. m. Tocht.,
18 J., m. gt. Schul=
bildung
u. 1 Jahr
Marthahaus. Auf=
nahme
als Haust.
in beſſ. ev. Famil.
Famil.=Anſchl. und
angem. Tſchg. erw.
Gefl. Zuſchr. unter
A 188 an Gſchſt (*

Hn
Kraft!
Techniker, ſympath,
Erſch., tadell. Ben.
ſucht Stellung als
Chauffeur.
Führerſch. 3b, prakt.
Erf. (Schloſſ.) ſich.,
ruh. Fahr., erl. alle
Arbeit. Mit Tal. i.
Verkauf. mäß. Geh.
Off. u. A. 189 Gſch.*
Kaufmann
ſ. Filiale etc. ſelbſt=
ſtänd
, z. übern. (*
Ang. u. A. 190 Gſch.
Gelernt. Bauſchloſſ.,
1jähr. Tätigkeit in
Autobranche. Beſ.
ein. Führerſch. Kl.
2 u. 3 b, ſucht Stel=
lung
als
Chauffeur
auf Perſonenwag.
Gefl. Angebote u.
A. 175 an d. Gſchſt.
Chauffeur
25 J. alt, 5 J. Füh=
lerſchein
2 u. 3B.
f. Rep. a., ſ. Stllg.
b. zeitg. Lohn. Ang.
u. A. 178 Geſchſt. (
Kaſſierer
ſucht noch Inkaſſo,
Beitrags=Erhebung
evtl. Zeitſchrift. z.
Mitnahme. Angeb.
u. A. 154 Geſchſt. (*

Gebr. Damenrad z.
kauf. geſ. Ang. unt
A. 183 Geſchäftsſt.*

Guterhaltener
Eisſchrank geſucht.
Angebote u. A. 186
an die Geſchſt. (*

Gardinenſpanner
preisw. zu kaufen
geſ. Angeb. m. Pr.
u. A. 198 Geſch. (*
Kinderſportwagen
geſucht.
Tannenſtraße 9.

Badewanne, Kohl., gebr. zu
kaufen geſucht. (*
Hergert. Wix=
hauſen
. Oſtendſtr.
Alte und defekte.
Fahrräder zu kauf.
geſucht. Angeb. u.
A. 185 Geſchſt. 4

Gut erhaltener
Küchentiſch mit 2
Küchenſtühlen
zu kaufen geſucht.
Angebote u. A. 168
an die Geſchſt. (*

Immer am billigſten
Fahrraddecken
1.20 an
Fahrräder
millionenfach bewährt nur 45.00
Fahrräder ſchon von 32.00 an
nur
bei B. ORIO
Karlſtr. 14/16
Größtes Fahrrad= und Kinderwagen=
Spezialhaus Heſſens
Günſtige Einkaufsquelle für
Fahrradhändler (4917

Bluthochdruck-
leidende
(Arterienverkalkung Schlag-
anfall
) sollten lesen: Minderung des Bluf-
druckes
auf natürlichem Wege. Frankozu-
sendung
durch Sanitas-Depot, Charlotten-
(fV.3404
burg 5/54.

Geöffnet v. 8-19 Uhr.
Voranmelds, erwünscht.

Dauerwellen
ist Vertrauenssache!
Sturm’s Dauerwellen
sind in Ausführung, Haltbarkeit und
Schönheit wirklich erstklassig und
billig. Dies bestätigen hunderte von
dankbaren Kundinnen.
Kowpletter Kopf von Mk. 5.00 an.
Damen- und Herren-Friser-8alon
Bismarckstraße 24
Otto Stucm, (Eing. Grafenstr.)