Darmstädter Tagblatt 1932


17. Februar 1932

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Kndnaanne 100 Nraaſa

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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gvichentſich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Februar

99 Februar 2. Reiſchzmark und 20 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtaſtet.
Nummer 48
Mittwoch, den 17. Februar 1932.
195. Jahrgang

27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 23 Reſchepfg
Finanz=Anzelgen 38 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breit/2 Reſchemark. Anzelgen von auswärts 35 Reichspfg.
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zelle
3.00 Reichsmark. Alle Preſſe in Reichemark
1 Dollar 420 Markl. Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſſung von Schadeuerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtiſcher Beltreibung fäll ſeder
Nabaltl weg. Banſkonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Naiſonalbant.

die ſrangefiſce kegerung geftatg.
10franzöſiſche Senak lehnk die vom Miniſterpräſidenken verlangte Berkagung der allgemeinen polikiſchen
Ausſprache ab. Laval ſtellk die Verkrauensfrage. Der Senak verweigerk Laval das Verkrauen.

Niederlage Lavals im Senak.
Mik 23 Skimmen in der Minderheit.
Paris, 16. Februar.
sie Regierung Laval wurde am Dienstag nachmittag im
ſit mit 157 gegen 134 Stimmen geſtürzt. Der Sturz der
2 ßerung erfolgte bei der Abſtimmung über den Antrag des
Aſiſſerpräſidenten, die allgemeine politiſche Ausſprache bis zum
14februar zu vertagen. Dabei wurde dem Kabinett mit 157
gm 134 Stimmen das Vertrauen entzogen. Der Abſtimmung
gmlediglich eine kurze Geſchäftsordnungsausſprache voraus.
Akdim erſten Antrag auf Vertagung der Ausſprache bis zum
U der Genfer Konferenz hatte Laval die Vertrauensfrage
bgeſtellt. Als ſich bei der erſten Abſtimmung eine Mehr=
Hon 21 Stimmen gegen die Regierung ergab, änderte Laval
bAntrag, indem er eine Vertagung bis zum 19. Februar ver=
Ice und dabei die Vertrauensfrage ſtellte. Dabei wurde dann
1Hgierung geſtürzt.
Ae Frage der Wahlreform ſowvie die innerpolitiſche Ein=
Ang des Miniſteriums Ladal ſollte auf Interpellation
kutors Peyronnet, eines gemäßigten Radikalen, erörtest
ben. Es ſcheint, daß Miniſterpräſident Laval die Gefahr
ſolchen Diskuſſion erkannt hat und ſie vertagt wiſſen
he bis die deutſchen Vorſchläge in der Abrüſtungskonferen;
Wdenf eingebracht worden waren. Hierdurch hoffte er Ge=
heit
zu finden, die Diskuſſion zu verlagern: ſie vom innen=
is
außenpolitiſche Gebiet abzulenken, um jenes Lieblings=
ka
zu ſchaffen, das ja leider in dem letzten Jahrzehnt bei
RMentalität, die augenblicklich in Frankreich herrſcht, ſtets
bangt, nämlich eine Frage in den Vordergrund zu ſchieben,
ant Deutſchland in Beziehung ſteht. Die Senatoren haben
huf dieſen Vorſchlag nicht eingelaſſen, da ſie die Gefahren,
us antidemokratiſche Wahlgeſetz, das die Kammer geſchaf=
bhut
, erkannt haben und offenbar in ihrer Mehrheit auch
Regierung wünſchten, die ſtärker iſt als die Regierung
Rl, die man in den Wandelgängen des Senats offen als
A hſute Gefangene der Regierungsmehrheit in der Kammer
Mceiete.
Rückkritt des franzöſiſchen Kabinekts.
2ie Miniſter des Kabinetts Laval, ſoweit ſie in Paris an=
End ſind, begaben ſich um 17 Uhr in den Elyfée=Palaſt, um
9MAräſidenten der Republik, Doumer, ihren Rücktritt zu über=
Hn. Die Miniſter hatten ſich vorher im Quai diOrſay ver=
Mekt, wo Laval um 16/45 Uhr eingetroffen war und zuſam=
Atiit dem Innenminiſter Cathala das Rücktrittsſchreiben
9rſitzt hatte. Der Präſident der Republik hat den Rücktritt
ohy mmen und die Miniſter mit der vorläufigen Weiterfüh=
9 der Geſchäfte beauftragt. Die in Genf weilenden fran=
4 ſſhim Miniſter ſind fofort von dem Nücktritt des Kabinetts
ichtet worden. Wenn die Gerüchte, die ſeit einigen Tagen
Mucen, ſich beſtätigen, werden ſie ebenfalls ihren Rücktritt als
ſlieder der franzöſiſchen Delegation geben.
Bas nun?
der Sturz der Regierung Laval iſt in der Hauptſache auf
eupolitiſche Motive zurückzuführen. Der ſtändig
Aade Gegenſatz zwiſchen Kammer und Senat,
Thaltung der Regierungsmehrheit in der Kammer in der
Ube der Wahlrechtsreform und des Frauenſtimm=
Iuts die von der Regierung vorgeſchlagenen und vom
SA1 bekämpften Maßnahmen zur Viederflott=
ang
der Aéxo=Poſtale und der Compagnie
2MZatlantique, der ſtändig ſich zuſpitzende Gegen=
wiſchen
der Regierungsmehrheit und der
20dſition in der Kammer, haben den zur Verſöhnung
zur Konzentration neigenden Senat bitter ver=
Nmt. Die letzte Chance hatte Miniſterpräſident Laval aus
Naand gegeben, als er nach der erſten für ihn unverbind=
M Albſtimmung durch Stellung der Vertrauensfrage auf der
Füguing des Interpellationsantrages beſtand. Man kann ſich
Windrucks nicht erwehren, als habe der Miniſterpräſident
*11 Sturz herbeiführen wollen.
de Frage, was nun werden wird, iſt ſchwerer als je zu
Rmorten. Nach den parlamentariſchen Regeln muß die
2½ mehrheit, welche die Regierung geſtürzt hat, mit der
üwung beauftragt werden. Dies würde mit dem in den
21 Tagen immer ſtärker gewordenen Tendenzen zuſammen=
u
ein Geſchäftskabinett, hauptſächlich aus
SIatoren, zu bilden, eventuell unter Führung des Seng=
9Barthot oder des Senators Albert Sarraut, des Mit=
iS
der Depeche de Toulouſe, deren Artikel über die
Nauung der Reparationen noch in aller Erinnerung iſt. Das
e Fragezeichen iſt dann, ob eine ſolche Re=
9Aung die erſte Abſtimmung in der Kammer
1Mtleben wird. Wenn ja, dürfte ſie wohl nach
9Bülligung von einigen Budget=Zwölfteln für das neue
2 91Jahr denn an eine Beratung des Budgets oder ſeine
Fbſchiedung iſt vorläufig überhaupt nicht zu denken die
hmer in die Ferien ſchicken und die Neu=
Aien auf einen möglichſt nahen Zeitpunkt
AYemaumen.

Dder Eindruck i Berlin.
* Berlin, 16. Februar. (Priv.=Tel.)
An amtlicher Berliner Stelle legt man ſich in der Beurtei=
lung
der Vorgänge in Paris zunächſt Reſerve auf, weil erſt
einmal, abgewartet werden muß, wie ſich der Sturz Lavals
auf die Einſtellung der einzelnen Parteien auswirken wird,
und vor allem, wer als Nachfolger in Frage kommt. Es wird
bereits davon geſprochen, daß Tardieu und Paul Boncour den
ſtarken Ehrgeiz haben, das Erbe Lavals anzutreten. Kommt
es dazu, dann iſt unzweifelhaft mit einer Zuſpitzung der ge=
ſamten
Lage, alſo des deutſch=franzöſiſchen Verhältniſſes zu
rechnen. Aber ſelbſt wenn Politiker gemäßigter Richtung die
neue Regierung bilden, iſt kaum mit einem franzöſiſchen Kurs=
wechſel
uns gegenüber im Sinne einer Verſtändigung zu rech=
nen
, weil die bevorſtehenden Kammerwahlen in Frankreich alle
Politik überſchatten und jede Regierung veranlaſſen, ſich nament=
lich
nach der Deutſchen Seite hin einer großen Zurückhaltung
zu befleißigen. Ganz klar iſt aber, daß durch den Kabinetts=
ſturz
die Verhandlungen der Abrüſtungskonferenz, wie auch die
diplomatiſchen Verhandlungen über die Reparationsfrage, ſtark
berührt werden.
Offenſig=Borbereikungen in Schanghai.
Appell der Ralsmächte an Japan.
Schanghai, 16. Februar.
Der Beginn der großen japaniſchen Offenſive wird für
Donnerstag früh erwartet. Die Vorbereitungen nahmen den
ganzen Tag über ihren Fortgang. Japaniſche Truppen und
Militär=Laſtwagen meiden ſeit dem Proteſt der Mächte die Juter=
nationale
Siedlung und benutzen den japaniſchen Stadtteil
Hongkju für den Durchmarſch in die Stellungen vor Tſchapei.
Die Chineſen haben fünf Diviſionen im Gebiet der Schang=
hai
=Nanking=Eiſenbahnlinie konzentriert. Der aus dem früheren
chineſifchen Bürgerkrieg bekannte chriſtliche General Feng =hſiang
hat die Stelle als Oberbefehlshaber dieſer Truppen übernom=
men
. Die chineſiſchen Schützengräben in Tſchapei werden weiter
ausgebaut und ſind mit neuen Maſchinengewehren verſehen
worden.
Entgegen den allgemeinen Erwartungen iſt es heute nicht
zu der von China geforderten Einberufung der Völkerbunds=
verſammlung
gekommen. Statt deſſen hat der Völkerbunds=
rat
, der ohne die Vertreter der Parteien tagte, heute vormittag
beſchloſſen, angeſichts der neueſten Nachrichten aus Schanghai
einen Appell direkt an die japaniſche Regierung
zu richten und ſie aufzufordern, Maßnahmen zu ergreifen, da=
mit
die äußerſt bedrohliche Lage in Schanghai ſich nicht weiter
verſchärft.
Dieſer Appell, zu deſſen abſchließender Formulierung die
Ratsmächte heute nachmittag nochmals zuſammentraten, bedeutet,
daß der Völkerbund diesmal an der Fiktion der
beiderſeitigen gleichmäßigen Verantwortung
der Konfliktparteien nicht feſthält, ſondern
zum erſtenmale ſich allein an Japan wendet.
Der Ratspräſident wird den Appell im Gegenſatz zu
bisher ohne vorherige Fühlungnahme mit
Japan ergehen laſſen. Die Initiative zu dem neuen Schritt
ſcheint auf England und Amerika zurückzugehen, deren vor
14 Tagen mit Unterſtützung des Völkerbundsrats unternommene
Aktion zu keiner Entſpannung geführt hat.
Das Schriftſtück iſt, wie verlautet, außerordentlich nachdrück=
lich
gefaßt. Der Appell erinnert Japan an ſeine rechtlichen
und moraliſchen Verpflichtungen, insbeſondere aus Artikel 10
der Völkerbundsſatzung, der allen Völkerbundsmitgliedern
die gegenſeitige Achtung der territorialen Integrität zur Pflicht
macht ſowie aus dem Neunmächtevertrag und dem Kellogg=Pakt.
Engliſche Beſorgniſſe wegen Schanghai.
London, 16. Februar.
In amtlichen Kreiſen herrſcht, wie Daily Herald ſchreibt, die
allergrößte Beſorgnis wegen der Vorgänge in Schanghai. Man
müſſe auf alles gefaßt ſein. So habe ein hoher Beamter im Foreign
Office geäußert, Japan habe bekannt werden laſſen, daß es ſeine
Flotte an die ganze chineſiſche Küſte entſenden und die hauptſäch=
lichſten
Städte beſetzen werde, wenn der wirtſchaftliche Boykott des
Völkerbundes gegen Japan beginne. Einige kriegsluſtige Extre=
miſten
ſprechen in Japan ſogar ſchon von einem plötzlichen Ueber=
fall
auf Singapore als eine Vergeltungsmaßnahme gegen England,
womit etwaigen Operationen der engliſchen Flotte ſchon von vorn=
herein
ein ſchwerer ſtrategiſcher Schlag verſetzt werden ſolle. Ob=
gleich
man in London auf dieſe wilden Reden kein beſonderes Ge=
wicht
legt, müſſe man zugeben, daß die Lage außerordentlich ſchwie=
rig
ſei. England und der Völkerbund gingen äußerſt vorſichtig
vor, und es würden alle Anſtrengungen gemacht, um eine Erre=
gung
der öffentlichen Meinung in Japan zu verhindern. Auch die
Stimmung in Auſtralien wird wegen der japaniſchen Anmaßungen
und der Gefahren, die Auſtralien bei einem Brand im Fernen
Oſten drohen, immer erregter und beſorgter.

* Die neue Teuerungswelle
in Sowjekrußland.
Von unſerem Moskauer Sonderberichterſtatter.
Moskau, im Februar 1932.
Während noch die 17. Parteikonferenz tagte und man die Er=
folge
des Fünfjahresplanes=pries, der u. a. eine ſtändige Hebung
des Wohlſtandes der werktätigen Maſſen in den Städten und auf
dem Lande gebracht habe, wurde von der Sowjetregierung eine
Maßnahme getroffen, die in einem merkwürdigen Gegenſatz zu
den optimiſtiſchen Reden der Regierungsvertreter auf der Kon=
ferenz
ſtand: ſie iſt nämlich Anfang Februar zu ſehr ſtarken
Preiserhöhungen für die Gegenſtände, des täglichen Be=
darfs
geſchritten. Dieſe Preisſteigerungen ſind eine notwendige
Folge der Finanzierungsmethoden, die zur Durchführung des
Fünfjahresplanes eingeſchlagen werden mußten, und werfen ein
grelles Licht auf die Kehrſeite dieſes Planes.
Bemerkenswert iſt, daß die Sowjetregierung noch im Herbſt
1931 geglaubt hatte, eine weitgehende Preisſenkung durch=
führen
zu können. Dieſe Aktion wurde damit eingeleitet, daß
Mitte Oktober v. J. eine ſtaatliche Preiskommiſſion
unter Vorſitz des Präſidenten des Rates der Volkskommiſſare der
Sowjetunion, Molotow, eingeſetzt wurde, der die Leiter aller
Wirtſchaftskommiſſariate, der Staatsbankpräſident, der General=
ſekretär
des Zentralrats der Sowjetgewerkſchaften uſw. angehör=
ten
und die mit der wichtigen Aufgabe betraut wurde, die Liefer=
preiſe
der Sowjetinduſtrie ſowie die Preiſe für Induſtriewaren
und landwirtſchaftliche Produkte im Groß= und Kleinhandel zu
regeln. Die Kommiſſion begann ihre Tätigkeit damit, daß ſie
Ende Oktober 1931 einen 30prozentigen Abbau der Preiſe in den
ſtaatlichen kommerziellen Geſchäften verfügte, in denen bekannt=
lich
der Warenverkauf ohne Bezugsſcheine zu hohen Inflations=
preiſen
erfolgt. Weiterhin wurde von der Kommiſſion eine ver=
ſchärfte
Kontrolle der Preiſe ſowohl in den ſtaatlichen kommer=
ziellen
Geſchäften als auch in allen anderen Geſchäften und Läden
angeordnet, zu welchem Zwecke u. a. der Aushang der Kleinhan=
delspreiſe
durch alle Handelsorganiſationen vorgeſchrieben wurde.
Schon damals war es klar, daß dieſe Preisſenkungsaktion auf
die größten Schwierigkeiten ſtoßen mußte. Die Haupthinderniſſe
für den Erfolg der Preisabbaukampagne waren dabei einerſeits
die große Warenknappheit, die noch auf lange Zeit nicht
beſeitigt werden kann, andererſeits aber die für die Sowjetregie=
rung
beſtehende Notwendigkeit, zur Sicherung der Finanzierung
des Fünfjahresplanes immer wieder in ſehr bedeutendem Um=
fange
auf die Emiſſionsquelle zurückzugreifen. Während
der Finanz= und Wirtſchaftsplan für 1931 überhaupt keine Geld=
einiſſion
vorſah, ſind ſchließlich unter dem Druck des großen Geld=
bedarfs
der Sowjetwirtſchaft im abgelaufenen Wirtſchaftsjahr
Tſcherwoneznoten und Staatsgeld im Geſamtbetrage von über 1,3
Milliarden Rubel emittiert worden, nachdem der Geldumlauf be=
reits
im Jahre 1930 eine Zunahme um rund 1,5 Milliarden er=
fahren
hatte. Es liegt auf der Hand, daß dadurch die Infla=
tion
in Sowjetrußland immer weiter getrieben wird und wei=
teie
bedeutende Preisſteigerungen unvermeidlich ſind.
In der Tat ſind die Preiſe auf dem freien Markt ſeit dem
Herbſt weiter ſprunghaft in die Höhe gegangen, wobei dies ſo=
wohl
für die Sowjethauptſtadt als auch für die Provinz gilt. Wäh=
rend
beiſpielsweiſe in Charkow auf dem freien Markt Anfang
Januar Butter für 30 Rbl. das Kilogramm erhältlich war, mußte
man dafür Ende Januar bereits 3540 Rbl. bezahlen. Der Preis
für ein Ei iſt in der gleichen Zeit von 6070 Kop. auf 1,20 Rbl.
geſtiegen.
Unter dem Druck der allgemeinen Teuerung und der offenbar
ſtark angeſpannten Lage der Staatsfinanzen hat auch die Sowjet=
regierung
das bisherige Preisniveau nicht weiter aufrechterhalten
können und iſt, wie eingangs erwähnt, nunmehr zu gewaltigen
Preisſteigerungen geſchritten, die bis zu 100 Prozent betragen.
Tas bedeutet naturgemäß den völligen Zuſammenbruch der im
Herbſt v. J. eingeleiteten Preisabbaukampagne. Beſonders bemer=
kenswert
iſt, daß ſich dieſe Preiserhöhungen nicht auf die kom=
merziellen
, ſtaatlichen Läden ſowie auf die Geſchäfte für Aus=
länder
beſchränken, ſondern daß auch die bisher relativ niedrigen
Preiſe in den ſogenannten geſchloſſenen Verteilungsſtellen für die
rationierten Waren ſtark erhöht worden ſind. So ſind in
dieſen Verteilungsſtellen in Moskau die Preiſe für Fleiſch von
1 Rbl. auf 1.45 Rbl. pro Kg., alſo um 45 Prozent, für Kartoffeln
von 7 auf 10 Kop. (43 Prozent), für Zucker von 56 Kop. auf 95
Kop. (50 Prozent), für Teigwaren von 40 Kop. auf 70 Kop. (75
Prozent( pro Kg. erhöht worden. Die Preisſteigerung für Weiß=
brot
beträgt 1025 Prozent, für Tee ſowie für Petroleum je 50
Prozent. Der Preis für Schuhe iſt um 50 Prozent erhöht worden,
der Preis für Stoffe um nahezu 100 Prozent. Aehnliche Preis=
erhöhungen
ſind auch bei anderen Bedarfsartikeln erfolgt.
Dieſe Preiserhöhungen bedeuten naturgemäß eine ſtarke
Verteuerung der Lebenshaltung der Arbeiter=
maſſen
, die ihre Bedürfniſſe in erſter Linie in den geſchloſſenen
Verteilungsſtellen und Arbeiterkonſumvereinen decken. Trotz der
im November v. J. erfolgten bedeutenden Erhöhung der Nominal=
löhne
verſchiedener Arbeiterkategorien ergibt ſich im Zuſammen=
hang
mit der ſprunghaften Zunahme der Teuerung auf dem freien
Markt und den von der Sowjetregierung jetzt verfügten Preis=
erhöhungen
eine weitere ſehr erhebliche Herabdrückung des Lebens=
ſtandards
der Arbeiterſchaft. Die Preiſe in den kommerziellen
Geſchäften ſowie in den Geſchäften für Ausländer ſind teilweiſe um
100 Prozent erhöht worden.
Die Gründe für dieſe einſchneidenden Maßnahmen ſind
nicht bekanntgegeben worden, vielmehr iſt die ganze Angelegen=
heit
von der Sowjetpreſſe mit Stillſchweigen übergangen worden.
Es dürfte indeſſen keinem Zweifel unterliegen, daß die ſtarken
Preiserhöhungen den Zweck verfolgen, der Staatskaſſe neue
Mittel zuzuführen. Wie der Finanzkommiſſar der Sowjetunion,
Grinko auf dem Dezember=Plenum des Zentralexekutivkomitees
der Sowjetunion mitteilte, hat man, um den Ausfall bei anderen
Staatseinnahmen auszugleichen, auch ſchon im Jahre 1931 in be=
ſchränktem
Umfange, zu dieſem Hilfsmittel gegriffen, indem man
die Kleinhandelspreiſe für eine Reihe von Waren erhöht hat.
Diesmal hat man, wie die obenangeführten Beiſpiele zeigen, von
dieſem Mittel einen ſehr weitgehenden Gebrauch gemacht. Damit
hat man allerdings einen Weg beſchritten, der für die geſamte
Sowjetwirtſchaft ſehr weittragende Folgen haben kann.

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Seite 2 Nr. 48

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mittwoch, 17. Februar 1932

Dr. Sahm beim Reichspräfidenken.
Hindenburg vollzieht die Ankerſchrift
unker den Wahlvorſchlag.
Berlin, 16. Februar.
Reichspräſident v. Hindenburg empfing heute vormittag eine
bordnung des Hindenburg=Ausſchuſſes, die aus den Herren
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm, Reichsgerichtspräſident a. D. Dr.
Simons, für den bayeriſchen Landesausſchuß Exzellenz v. Winter=
tein
und Oberſt v. Seiſſer, für den württembergiſchen Landes=
ausſchuß
Dr. Robert Boſch und General v. Maur, für den ſäch=
iſchen
Landesausſchuß Reichsminiſter a. D. Dr. Külz beſtand.
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm bat den Reichspräſidenten in
einer Anſprache, ſeine Unterſchrift unter den Wahlvorſchlag Hin=
denburgs
zu ſetzen. Der Reichspräſident dankte in einer kurzen
Anſprache und vollzog die Unterſchrift.
dem Bakerlande!
In ſeiner Antwort führte Reichspräſident v. Hindenburg
aus:
Zunächſt danke ich Ihnen, Herr Oberbürgermeiſter, herzlich
für die an mich gerichteten freundlichen Worte. Wie ich in mei=
ner
geſtrigen Erklärung erwähnt habe, bin ich bereit, eine etwaige
Wiederwahl anzunehmen. Ich handele hierbei nicht aus perſön=
lichem
Ehrgeiz, ſondern in dem Bewußtſein meiner Verantwor=
tung
für Deutſchland und im Gefühl meiner Pflicht.
Sie, meine Herren, ſtehen hier vor mir nicht als die Vertre=
ter
einer Partei, ſondern als Angehörige der verſchiedenen
Berufsſtände und politiſchen Richtungen aus allen Teilen Deutſch=
lands
. Daß Ihr Ruf an mich nicht ausgeht von einer beſtimm=
en
Partei oder Intereſſentengruppe, ſondern von zuſammenfaſ=
ſenden
Ausſchüſſen aus den verſchiedenſten Gebieten des Reiches,
hat mir meine Entſcheidung weſentlich erleichtert.
Ich erkläre Ihnen daher mein Einverſtändnis dazu, daß mein
Name auf den von Ihnen vorbereiteten Wahlvorſchlag für die
Reichspräſidentenwahl geſetzt wird, und ich hoffe, ſo mit meiner
letzten Kraft dem dienen zu können, was mir in meinem langen
Leben ſtets hoch und heilig war: dem Vaterlande!
Mit der Unterſchrift, die der Reichspräſident am Dienstag
unter den Wahlvorſchlag Hindenburg geſetzt hat, iſt der erſte
Akt des Kampfes um die Präſidentſchaft zu Ende gegangen. Da=
durch
iſt aber auch gleichzeitig eine gewiſſe Pauſe eingetreten,
weil die Rechte ſich immer noch nicht klar geworden iſt darüber,
was ſie nun eigentlich will. Die Regierung iſt über den Aus=
gang
des Wahlkampfes ſehr optimiſtiſch und glaubt, daß Herr
v. Hindenburg ſchon im erſten Wahlgang ſich durchſetzen wird.
Tatſächlich iſt ja auch die Unterſchrift von über 3 Millionen
Wählern bei einem ſo improviſierten Unternehmen, wie es die
Stimmwerbung des Sahm=Ausſchuſſes war und nach ihrer gan=
zen
Art auch ſein mußte, ein ſehr ſtarker Erfolg.
Man darf aber auch nicht unterſchätzen, daß der Apparat
der Nationalſozialiſten bis ins Kleinſte hinein vorbereitet iſt
und ſicher funktionieren wird. Die Regierung darf alſo nun
nicht etwa die Hände in den Schoß legen; denn daß von rechts
her, mindeſtens aber von den Nationalſozialiſten, mit einer eige=
nen
Kandidatur unter allen Umſtänden zu rechnen iſt, darüber
kann kein Zweifel mehr beſtehen. Fraglich iſt nur, wie weit im
letzten Augenblick die Harzburger Front einheitlich vorgeht. Herr
Hitler wird am Mittwoch wieder in Berlin ſein. Gleichzeitig
will der Deutſchnationale Parteiausſchuß beraten. Es iſt neuer=
dings
wieder zweifelhaft geworden, ob die Harzburger Front
tatſächlich den Ausgang des Kampfes im Reichstag abwartet
oder ob ſie ſich ſchon vorher zu ſelbſtändigem Vorgehen entſchließt,
was nach wie vor in erſter Linie eine Frage der Perſönlichkeit
des Kandidaten iſt. Hier aber ſcheint man von einer Einigkeit
noch ſehr weit entfernt zu ſein. Dennoch hat der Reichsinnen=
miniſter
bereits die techniſchen Vorbereitungen für die Reichs=
präſidentenwahl
eingeleitet.
Inzwiſchen bemüht ſich die Regierung, den parlamentariſchen
Kampf, der ihr unter Umſtänden gefährlich werden kann, abzu=
blaſen
. Sie wird jedoch um eine Ausſprache nicht herumkommen,
da der Reichstag jetzt drei Monate nicht mehr verſammelt war.
Offenbar hat das Schickſal Lavals ſie nervös gemacht, denn
zahlenmäßig liegen die Dinge ſo, daß die Oppoſition einſchließ=
lich
der Deutſchen Volkspartei über 250 Stimmen für ein Miß=
trauensvotum
auf die Beine bringen kann. Die Entſcheidung
liegt nun bei Landvolk und Wirtſchaftspartei. Das Landvolk iſt
mit ſeinen Sonderwünſchen zum Teil befriedigt, aber politiſch
doch wohl jetzt ſo weit von rechts abhängig, daß es trotz Schlange=
Schöningen ſehr nahe an die Oppoſition herangerückt iſt. Bei

Vom Tage.
Die ſchwebende Schuld des Deutſchen Reiches betrug nach Mit=
teilung
des Reichsfinanzminiſteriums am 31. Januar 1932 1858,8
Millionen Reichsmark gegenüber 1912,6 Millionen Reichsmark
im 31. Dezember 1931.
Durch Verordnung der Reichsregierung ſind nunmehr auch
die im Aachener Steinkohlenbergbau unter Tage beſchäftigten An=
geſtellten
und ihre Arbeitgeber mit Wirkung vom 1. Januar bis
zum 31. März 1932 von der Beitragspflicht zur Arbeitsloſenver=
ſicherung
befreit worden.
Das Reichskabinet hat auch geſtern die Beratungen über die
Bankenfrage fortgeführt, ohne daß ſie aber jetzt ſchon zu einem
Abſchluß gekommen wären.
Vertreter des Gaſtwirtsverbandes ſind geſtern beim Reichs=
kanzler
geweſen, um ihre Stellungnahme zur Frage der Bier=
preisſenkung
darzulegen.
Die Fraktion der NSDAP. wird am 23. geſchloſſen an der
Sitzung des Reichstags teilnehmen, und auch weiterhin ſo lange,
als es ihr zur Durchführung der parlamentariſchen Kämpfe not=
wendig
erſcheint.
Der Parteivorſtand der DVP. hat beſchloſſen, den Reichsaus=
ſchuß
der Partei auf Sonntag, den 28. Februar, nach Berlin ein=
zuberufen
.
Der memelländiſche Landtag iſt durch 10 Unterſchriften von
Mitgliedern der Mehrheitsparteien für Mittwoch einberufen wor=
den
. Der Landtag will in der Sitzung gegen die Maßnahmen von
Merkys proteſtieren und das Direktorium Toliſchus als ungeſetz=
lich
ablehnen.
Der norwegiſche Delegierte Colban hat in Zuſammenarbeit
mit einigen Völkerbundsjuriſten den in Ausſicht geſtellten Bericht
über die Memelfrage im weſentlichen fertigeſtellt. Wie verlau=
tet
, wird dieſer Bericht in den Hauptfragen dem deutſchen Stand=
punkt
gerecht.
Die Neuwahlen für das iriſche Parlament fanden geſtern
ſtatt. Durch Truppen und Polizei war ein umfangreicher Sicher=
heitsdienſt
eingerichtet, doch iſt die Ruhe bisher nirgendwo ge=
ſtört
worden. Die endgültigen Wahlergebniſſe werden erſt am
Donnerstag bekannt werden. Das neue Parlament tritt am
2. März zuſammen.
Der engliſche Handelsminiſter machte im Unterhaus Mittei=
lung
von einem Beſchluß der franzöſiſchen Regierung, den Zuſatz=
zoll
von 15 v. H. auf engliſche Kohle aufzuheben.
Wie verlautet, ſoll die Lauſanner Konferenz am 20. Juni,
d. h. 10 Tage vor Ablauf des Hooverfeierjahres, eröffnet werden.
In ganz Spanien iſt eine kommuniſtiſch=ſyndikaliſtiſche Streik=
bewegung
ausgebrochen.
Zu blutigen Zuſammenſtößen kam es in Tarapur (Indien),
wo die Polizei mehrere Salven auf eine Menge von Kongreß=
Anhängern abgeben mußte. Acht Perſonen wurden getötot, fünf
ſchwer verletzt. Der engliſche Diſtriktsrichter und 24 Schutzleute
wurden bei den Zuſammenſtößen leicht verletzt.

der Wirtſchaftspartei, deren Auflöſungsprozeß am weiteſten fort=
geſchritten
iſt, haben manche Abgeordnete die Neigung, den An=
ſchluß
nach rechts nichts zu verpaſſen. Es wäre theoretiſch denk=
bar
, daß die Oppoſition aus dieſem Grunde die 40 Stimmen, die
ihr an der Mehrheit noch fehlen, von dieſen Gruppen erhält,
obwohl man ernſtlich noch damit rechnen muß, daß es dem Kanz=
ler
, wie ſchon im Dezember, gelingt, ein entſcheidendes Ab=
rutſchen
zu verhindern.
Dr. Sahm
über die Täkigkeit des Hindenburg=Ausſchuſſes.
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm empfing heute mittag die Ver=
treter
der Preſſe, um ihnen einen Ueberblick über die Arbeit des
Hindenburg=Ausſchuſſes zu geben. Er erinnerte daran, daß er bei
der Gründung des Ausſchuſſes am 1. Februar als ſein Ziel an=
gegeben
habe, den Weg zu der Volkswahl Hindenburgs zu bahnen.
Dieſes Ziel iſt jetzt erreicht, und zwar ohne jede Parteiorganiſation
und ohne jegliche amtliche Einzeichnungsſtellen. Dr. Sahm ſprach
allen deutſchen Zeitungen ſeinen Dank aus, die den Hindenburg=
Ausſchuß unterſtützt und damit zu der großen Sache weſentlich bei=
getragen
haben und ſtellte gegenüber Mißdeutungen feſt, daß der
Ausſchuß nur auf überparteilichem Wege auf die Wiederwahl Hin=
denburgs
hingeſtrebt, aber nicht beabſichtigt habe, in die politiſchen
Tagesfragen einzugreifen oder etwa eine Probeabſtimmung für
die kommende Präſidentenwahl zu machen, was techniſch unmöglich
und unangebracht geweſen wäre. Von vornherein ſei es klar ge=
weſen
, daß man auf dieſem Wege nur einen Bruchteil der für Hin=
denburg
zu wertenden Stimmen aufbringen könne. Immerhin
konnte Dr. Sahm mitteilen, daß bisher ſchon über drei Mil=
lionen
Eintragungen feſtgeſtellt ſind. Das ſei ein mehr
als befriedigendes Ergebnis.
Die Zuſtimmungserklärung des Reichspräſidenten zu ſeiner
Kandidatur hat folgenden Wortlaut: Ich erkläre hiermit,
daß ich der Aufnahme meines Namens in den
Wahlvorſchlag Hindenburg für die Reichsprä=
ſidentenwahl
1932 zuſtimme.
Dr. Sahm fügte ſeinen Mitteilungen abſchließend noch den
Wunſch hinzu, daß dasdeutſche Volk fürſeinen großen
Heros einig und treu zuſammenſtehen möge.

Ein ſozialdemokrakiſches Arbeits=
Geſchaffangsgregrämin.
Auflegung einer Reichsanleihe. Umwandlung
der Hauszinsſteuer in eine öffentliche Renkenſchuld:
Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion hat zwei Geſetzentt
würfe über Arbeitsbeſchaffung und Förderung des Kleinwoh.n
nungsbaues ſowie über die Umgeſtaltung der Gebäudeentſchul)
dungsſteuer (Hauszinsſteuer) im Reichstage eingebracht. Die beifi
den Geſetzentwürfe gehen davon aus, daß die Lage des Baumarä!
tes ſich außerordentlich verſchlechtert hat und in den kommende==
Monaten zur völligen Kataſtrophe zu führen droht, weil öffent
liche Mittel für den Wohnungsbau nicht mehr zur Verfügunn
ſtehen werden. Um ſolche öffentlichen Mittel trotz der Senkunn
der Hauszinsſteuer um 20 Prozent wieder freizumachen, forder
die Sozialdemokratie, daß die Hauszinsſteuer in eine öffentlickh
Rentenſchuld umgewandelt werden ſoll. Die Rentenſchuld ſoll 2
Jahre laufen, ablösbar ſein und den Kleinbeſitz von jeglicho
Mehrbelaſtung frei laſſen. Durch möglichſt genaue Anpaſſung der
Rentenſchuld an den Kapitalgewinn, den angeblich die Haus,
beſitzer durch die Inflation gemacht haben, ſoll ohne allgemeirn
Mehrbelaſtung der Hausbeſitzer ein höherer Ertrag als bei de
Hauszinsſteuer nach Durchführung der 20prozentigen Senkung e=
zielt
werden. Da aber die auf dieſe Weiſe zu beſchaffenden öffenu
lichen Mittel für den Wohnungsbau auf keinen Fall ausreicher
werden, ſehen die ſozialdemokratiſchen Geſetzentwürfe außerde=
die
Auflegung einer Reichsanleihe für Arbeitsbeſchaffung voo
Durch dieſe Anleihe ſoll das im großen Umfange gehamſterte Bau
geld hervorgelockt und wieder der Wirtſchaft nutzbar gemach
werden. Zwei Drittel des Ertrages ſollen für den Kleinwo.
nungsbau Verwendung finden. Ein entſprechender Geſetzentwur
iſt für die nächſten Tage in Ausſicht geſtellt
Das deutſche Berkehrsproblem.
Reichsverkehrsminiſter Treviranus ſprach heute vor Stude=
ten
der Handelshochſchule über das deutſche Verkehrsproblein.
Er ſchilderte den Bruch, den der Weltkrieg in der wirtſchaftliche
Aufwärtsentwicklung bedeutet habe. Es ergebe ſich heute den
ſchwere Verkehrsproblem der Anpaſſung des überſteigerten Ve=
kehrsapparates
an die ſchrumpfende Verkehrsaufgabe.
In den Mittelpunkt dieſes Problems ſtellte der Miniſt
die Deutſche Reichsbahn. Sie müſſe in erfter Linie erhalta
werden. Die Ankündigung von Waſſerſtraßenbauprogrammau
komme heute nicht mehr in Frage. Ebenſo wie das Beſtrebee
der Reichsregierung dahin gehe, der Schiffahrt die Möglichke=
zum
Zuſammenſchluß in Selbſtverwaltungskörpern zu geben,
ſei auch im Kraftverkehrsweſen der bisherige vernichtende inne
Wettbewerb aller gegen alle nicht länger erträglich. Bei d
kataſtrophalen Lage des Weltfrachtenmarktes müſſe die Uebese
tonnage beſeitigt werden. Der Miniſter ſieht den beſten Au
weg darin, daß alle Staaten ihre letzten Subventionen am=
wenden
ſollten, um etwa 30 Prozent des heutigen Weltſchiff
raumes abzuwracken.
Hoffnungsvoll war der Ausblick des Miniſters auf E
deutſche Verkehrsluftfahrt. Treviranus ſchloß mit einer dern
lichen Abſage an den Gedanken, die Reichsbahn irgendwie tribi
pflichtig zu machen.
Hochverraksverfahren gegen Dr. Otko Skraſſer.
Gegen Dr. Otto Straſſer, den Herausgeber der zurzeit ve
botenen Schwarzen Front und Führer der Kampfgemeinſche
revolutionärer Nationalſozialiften, iſt ein Hochverratsverfahr
eingeleitet worden. Es ſtützt ſich auf eine Reihe von Artike
in der Schwarzen Front und auf Reden, die der Führer der
Revolutionären Nationalſozialiſten in den letzten Monaten S
halten hat.
Hiller zur Reichspräſidenkenwahl.
Adolf Hitler veröffentlicht im Völkiſchen Beobachter nau
ſtehenden Aufruf:
Als letzten Verſuch, das unheilvolle Weimarer Syſtem
retten, haben ſich die in hoffnungsloſer Minderzahl befindlichyi
Parteien der ſchwarz=roten Koalition entſchloſſen, den Genera‟
feldmarſchall v. Hindenburg zur Neuwahl des Reichspräſidentt.
vorzuſchlagen. Damit ſoll die Politik des Zuſammenbruchs, R=
ihre
letzten Begründungen im Young=Plan und in den Notvr‟
ordnungen gefunden hat, weiter fortgeſetzt werden. Das nat
nale Deutſchland wird darauf die einzig mögliche Antwort
teilen: Die nationalſozialiſtiſche Bewegung muß getreu ihre0
Kampfe gegen das Syſtem dieſe Kandidatur ablehnen. Le
Stunde der Auseinanderſetzung mit den November=Männern
damit gekommen. Wir bedauern, daß Generalfeldmarſch:
v. Hindenburg ſich bewegen ließ, ſeinen Namen in dieſem Kamm=
verbrauchen
zu laſſen.

* Deutſche Seele in lakeiniſcher Dichkung
Bor ianfend Sayren.
Von Prof. Dr. phil. h. c. Karl Berger.
Vor 1000 Jahren, um 932, dichtete ein junger Kloſterſchüler
von St. Gallen, der Schwabe Ekkehard, den Heldenſang
von Walther und Hildegunde, und um dieſelbe Zeit entſproß
aus edlem Sachſenſtamm ein Mädchen, mit Namen Hrotsvit,
das ſpäter als Nonne des Kloſters Gandelsheim die erſte Frau
in deutſcher Dichtung werden ſollte. Beide haben, wie alle ihre
dichtenden Genoſſen in jener Frühzeit unſeres Volkes, zum Aus=
druck
ihrer Gedanken und Empfindungen der volksfremden
lateiniſchen Sprache ſich bedienen müſſen, weil der Zwang hiſto=
riſcher
Entwicklung ihnen keine andere Wahl ließ. Dieſe Vor=
herrſchaft
des fremden Elements war durch die Römerzüge
Ottos des Großen und mehr noch ſeiner Nachfolger verſtärkt
wworden, in merkwürdigem Gegenſatz zu der Tatſache, daß die
von den erſten Sachſenkaiſern vollbrachte ſtaatliche Einigung der
Völker deutſcher Zunge auch zum erſtenmale ein Geſamtbewußt=
ſein
erzeugte, das die Stämme ſich als ein Ganzes gegenüber
den Fremden fühlen ließ: der alle verbindende Name kam da=
mals
erſt auf, die Bezeichnung deutſch von diutiſk, d. h.
volksmäßig im Gegenſatz zu allem Welſchen. Auch die lateiniſche
Literatur, vor allem die Poeſie, konnte das germaniſche Weſen
nicht verleugnen: die Macht des Blutes, das Erbe der Väter
erwies ſich eben ſtärker als der Firnis einer angelernten frem=
den
Oberflächenkultur.
So iſt das Uebungsſtück, das der junge Ekkehard auf
der Schulbank unter Leitung ſeines Lehrers Gerald verfertigte,
das Lied von Walther mit der ſtarken Hand, trotz der latei=
niſchen
Hexameter nach dem Muſter Vergils zu einem Meiſter=
werke
geworden, das ſeinem Weſen nach durch und durch deutſch
iſt, deutſch in Ton und Haltung, deutſch in den Charakteren und
in den Grundanſchauungen von Lehnstreue und Blutsverwandt=
ſchaft
, von keuſcher Frauenliebe und heldenhafter Kampfes=
freude
, deutſch auch in dem herben Humor, mit dem die Recken
zum Schluß voll unverwüſtlicher Lebenskraft über die Wunden
ſcherzen, die ſie einander ſchlugen. Der Kloſterſchüler kann
und darf ſeine mönchiſchen Geſinnungen nicht verbergen, aber
mächtiger iſt ſeine Freude an den uralten Heldenliedern und
Sagen unſeres Volkes, an altgermaniſchem Reckentrotz und auf=
opfernder
Treue. Dabei iſt der Sang umwittert von der Trggik
deutſchen Schickſals! Zur Zeit, als der zum Mönch beſtimmte

Alemannenſproß die Schulbank von St. Gallen drückte, brauſten
die furchtbaren Ungarnſtürme über Deutſchland dahin; Blut und
Brand bezeichneten ihren Weg. Auch das Kloſter des heiligen
Gallus ward im Jahre 926 von den wilden Reiterhorden heim=
geſucht
. Die Ungarn aber galten damals als die Nachkommen
der Hunnen. An jene denkt auch Ekkehard bei ſeiner Schil=
derung
der Vergeißelung der Königskinder und ihrer Befreiung
aus König Etzels Banden: wie Walther und Hildegunde mögen
auch Germaniens Männer und Frauen nach ſchweren Kämpfen
zu neuer Freiheit und Freude gelangen, wenn ſie nur die alte
Heldenkraft walten laſſen. Dieſes kraftvolle Heldenlied hat ſich
erſt ſeit 1862 mit Scheffels Ekkehard dem erfolgreichſten
Roman des 19. Jahrhunderts, die Welt erobert. Und dock
darf ein anderer, Paul von Winterfeld, das beſſere
Textverſtändnis und feinere Stilgefühl für ſich in Anſpruch
nehmen: ſeine Verdeutſchung in Stabreimverſen, erſchienen in
dem köſtlichen Sammelband Deutſche Dichter des lateiniſchen
Mittelalter bei C. H. Beck in München, iſt durchdrungen von
dem urgermaniſchen kraftvollen Weſen des Waltharius und am
beſten geeignet, der Nation, aus deren beſtem Blute und Geiſte
dieſer gezeugt iſt, die Dichtung und ihren genialen Schöpfer
nahe zu bringen.
Dasſelbe gilt von den Dramen der Hrotsvit, die Winter=
felds
Dichterbuch bringt: Dulcitius und Abraham ſind aus
der Reimproſa des Originals in den treuherzig biederen Stil
Hans Sachsſcher Knittelverſe übertragen. Auch in dieſem
Sachſenmädchen hat das lateiniſche Bildungsweſen das perſön=
liche
, germaniſche Empfinden nicht zu unterdrücken vermocht. Als
Nonne hat ſie mit der epiſchen Bearbeitung von Legenden be=
gonnen
, darunter einer, die die Sage vom Bunde mit dem
Teufel zum erſtenmale auf deutſcher Erde behandelt: das
Wundermärchen von dem Fall und der Rettung des Theophilus
enthält ſchon die meiſten Züge der mittelalterlichen Fauſtſage,
und wie in Goethes Fauſt zuletzt die ſtrahlen= und gnadenreiche
Himmelskönigin als Erlöſerin erſcheint, ſo ſpendet auch Maria
im Theophilus der reuigen Seele Troſt und Gnade. Von der
Behandlung von Legenden in epiſcher Form ging Hrotsvit über
zur Dramatiſierung von Heiligengeſchichten, um dadurch mit dem
Terenz zu wetteifern und dem heidniſchen Dichter ein Gegen=
gewicht
zu bieten: ſo ward ſie die Schöpferin des geiſtlichen
Dramas auf deutſchem Boden, des Vorläufers der Myſterien,
des Puppenſpiels und der Faſtnachtsſpiele des Nürnberger
Schuhmachers und Poeten. Manche Gattungen des ſpäteren
Dramas finden ſich bei Hrotsvit ſchon vorgebildet. Gewiſſer=
maßen
hiſtoriſche Tragödie iſt der Gallicanus, worin das
Gegenbild des chriſtlichen und des unchriſtlichen Kaiſers in
den Perſonen des Konſtantin und des Julianus Apoſtata ent=
worfen
wird. Das Märtyrerſtück Dulcitius ſtreift an die

Poſſe: drei glaubenstreue vornehme Jungfrauen erregen E=
Begierde ihres Wächters, des Statthalters Dulcitius bei ſein:
Nachſtellungen aber wird der Zudringliche ſo von Verwirrur
geſchlagen, daß er im Gefangenenraum ſtatt der begehrte
Mädchen rußige Töpfe und Pfannen umarmt; ſchwarz wie e=
leibhaftiger
Mohr, wird er von ſeiner Wache geflohen, dann be.
den Stufen des kaiſerlichen Palaſtes heruntergeworfen In
ſchließlich zu Hauſe von ſeiner Gattin aus ſeiner Verblendux.
geweckt. Erinnern hier gewiſſe Züge an die Szene in Shal
ſpeares Sommernachtstraum wo die Elfenkönigin Titania
gleicher Verblendung den eſelköpfigen Weber Zettel als de
Schönſten der Sterblichen liebkoſt, ſo enthält der Callimachles
das Beiſpiel einer Liebestragödie, die ſonderbarſten Anklang
an Romeo und Julie: hier wie dort geſteht der Held ſeiſſe
Freunden ſeine überſchwengliche Liebe, hier wie dort ſpiele
die letzten Szenen in einem Grabgewölbe vor der Leiche der 9e
liebten unter ähnlichen Umſtänden. Das Bußdrama Abrahau
ſcheint das bürgerliche Rührſtück vorzubereiten: das Thema d"
ſchuldig=unſchuldigen, verführten jungen Nonne, die auf 194
Irrfahrt durch die Welt gar ins Bordell gerät, um endlte
von ihrem geiſtlichen Vater gerettet zu werden, hat in B9
moellers Pantomime Das Mirakel vor zwanzig Jahren Ne
ungeheure Erfolge erlebt. Die beiden letzten Schauſple-
Sapientia und Paphmutius ſind weniger eigentliche Dräul
als Dialoge, die in Frage und Antwort mancherlei Kennime!
frühmittelalterlicher Gelehrſamkeit vermitteln.
Vom dramatiſchen Schaffen, für das die Dichterin mauge
einer lebendigen Bühne keinen Widerhall und keine Anrebt.
fand, wandte ſie ſich anderen Stoffen und Geſtaltungen 2
Ihre Gesta Oddonis geben eine Familiengeſchichte des kalſe
lichen Hauſes und der perſönlichen Erlebniſſe Otto I. mit ſeie
Frauen und Verwandten. Eine Art Einleitung dazu iſt de
Dichtung von der Gründung des Kloſters Gandersheim,""
Stiftung des ſächſiſchen Herzogs Ludolf und ſeiner fromlti
Gemahlin Oda. Mit Recht hat Winterfeld dieſes Gedicht."
das erſte Beiſpiel echter, deutſcher Heimatkunſt geprieſen.
wie Hrotsvit hier in ihrer Heimat wurzelt, ſo ſteht ſie troß. !
Kloſterzelle mit ihrem ganzen Schaffen mitten im Leben "
Zeit, führt ſie uns in die Wirtshäuſer, auf die Märkte, anl. D
kaiſerliche Hoflager der ſächſiſchen Herrſcher, in die deutſehe
Klöſter, Beichtſtühle und Büßerzellen. In den Adern I
Helden und Heiligen fließt deutſches Blut, die lateiniſel
Schilderungen ſind von niederſächſiſchem Geiſte durchdrüſg.
Dem Streben deutſcher Frauen nach Stolz und Ehre darl
Nonne von Gandersheim als Patronin und Standartentroge.
erſcheinen, um ſo mehr, als in Hrotsvit trotz gelehrter Bilol.
und mit Männern wetteifernden Schaffens das innige weicin
Gemüt nicht erfſtickte.

[ ][  ][ ]

Mittwoch, k7. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 48 Seite 9

Scbrtt Tanant i Tandtag.
Ueberfall auf den nakionalſozialiſtiſchen Abg. Bukler. Schwere Zuſammenſtöße zwiſchen Ralional=
ſozialiſten
und der Linken. Um die Finanzen Heſſens.

Anſtändiger Krach

Daß der Ueberfall auf den nationalſozialiſtiſchen Abgeord=
eer
Buttler neuen Zündſtoff für die geſtrige Landtagsſitzung
uſſen würde war von vornherein anzunehmen. Die Tumult=
in
aber, die ſich dann am Dienstag vormitt im heſſiſchen
hotag abſpielten, gingen denn doch weit über alles hinaus,
z ſich noch irgendwie mit parlamentariſchen Sitten verträgt
v man müßte wirklich an der Zukunft Deutſchlands ver=
ziffeln
, wenn das, was wir dort erlebten, wirklich ein Spiegel=
d
der Stimmung draußen im Lande wäre. Nicht mehr um
vespolitiſche Gegnerſchaft handelt es ſich, um Auseinander=
zugen
zum Wohle des Ganzen, ſondern um einen, man
zn es kaum anders bezeichnen fanatiſchen Haß, der nur
iihlam durch die Ordnung des Hauſes künſtlich von gewalt=
ſim
Ausbrüchen abgehalten wird. Wir enthalten uns jeder
1X im Einzelnen. Das, was wir geſtern erlebt haben, war
Trauerſpiel. Es mitzuerleben wäre vielleicht für manchen
Ahler heilſamer Anſchauungsunterricht geweſen.
Die 3. Sihung.
Präſident Dr. Werner eröffnet die Sitzung mit einem
blichen Nachruf für die verſtorbenen ehemaligen Abg. Ille,
mb und Eberle, ſowie Hausverwalter Oſt, zu deren Ehren
die Anweſenden erheben. Eine warme Begrüßung richtet
ſan den neuen Direktor des Landtagsamtes, Herrn Werner,
Feitherigen Rechnungsdirektor des Hohen Hauſes.

Der Fall Bukkler.

Nach unweſentlichen perſönlichen Richtigſtellungen der Abg.
driann (Soz.) und Sumpf (Komm.) zu der letzten Landtags=
ſtig
nimmt
Hbg. Lenz (Natſoz.) das Wort und verlieſt die von uns
hein mitgeteilte Erklärung zu der Angelegenheit Buttler.
Mer erklärt, das marxiſtiſche Untermenſchentum iſt an dieſem
Ardverſuch ſchuld, entſteht ein ungeheurer Tumult. Die Linke
f Die Beweiſe fehlen! Sie haben Schäfer vergeſſen!
Aſpz.=Abgeordnete erwidern: Schäfer hat ſich ſelbſt ver=
mdet
! Der Krach wird ohrenbetäubend, als Abg. Lenz
uterlieſt. Er wird nach Beendigung vom Landtagspräſidenten
Ordnung gerufen, ſoweit er Innenminiſter Leuſchner be=
üiſtt
habe.
Erregt verlangt
Staatspräſident Adelung
Wort und betont:
Zu der Erklärung des Abg. Lenz, deren unerhörte und
arlamentariſche Form von dem Herrn Präſidenten bereils
dich einen Ordnungsruf gerügt wurde, habe ich zu bemerken,
9 die Regierung nicht unrechtmäßig im Amt iſt, ſondern
auf Grund zwingender Beſtimmungen der Verfaſſung ſteht.
)itte, ſich doch endlich einmal die heſſiſche Verfaſſung genau
uſehen.
An den überaus traurigen und bedauernswerten Vorfall
dem Abg. Buttler hat der Abg. Lenz eine Warnung an
Regierung geknüpft, die ich als unangebracht und ungehörig
irſ zurückweiſe. Die Regierung und ihre Organe haben hier
im allen Fällen ihre Pflicht getan ohne Anſehen der Partei
MPerſon. Sie laſſen ſich darin durch nichts und durch nie=
den
beirren. (Bisher ſchon war der Reoner durch Zwiſchen=
i
0 lnterbrochen worden. Präſident Werner vermag ſich nicht
ſichzuſetzen, denn zwiſchen der Rechten und Linken wechſeln
VZviſchenrufe unausgeſetzt, unglaubliche perſönliche Beleidi=
ugin
fallen, und es droht zu Tätlichkeiten zu kommen. Un=
Irrorochen tönt die Glocke des Präſidenten. Als Dr. Adelung
mgſpricht, ſetzen die Zwiſchenrufe der Natſoz. erneut ein.)

Ich möchte Gelegenheit nehmen, hier, wenn auch keine Wac=
Eig ſo doch eine dringende Mahnung an Sie zu richten (neuer
mm . . . Wenn man mich hier nicht verſteht, wird mich ſicher
lufen die Bevölkerung verſtehen. Zurzeit herrſcht eine Ver=
lung
und Verwilderung der politiſchen Sitten, wie ſie nicht
hr überboten werden kann. Revolver und Dolch ſind keine
ſutſſchen Ueberzeugungsmittel. Von ſolchen Methoden muß
üder Denkende mit Abſcheu abwenden. Zwei Abgeordnete
98 Hauſes liegen mit Schußverletzungen in Krankenhäuſern.
ichenrufe der Natſoz.: Nein, nur einer! Rufe von
1ß: Schäfer wurde von Eurem Uebermenſchentum er=

ſchlagen! Mit Mühe gelingt es, Handgreiflichkeiten zu ver=
meiden
. Der Staatspräſident iſt auf der Tribüne nicht mehr
zu verſtehen und erklärt:) Die letzte Urfache all dieſer Roh=
heiten
liegt in der hemmungsloſen und bedenkenloſen Hetze in
Rede und Schrift gegen politiſch Andersdenkende. Die Regie=
rung
iſt gewillt und imſtande, für Ruhe und Ordnung zu
ſorgen. Sie appelliert an das Verſtändnis und das Anſtands=
gefühl
der Bevölkerung, ſie in ihrem Beſtreben zu unterſtützen.
Abg. Roſt (Komm.) bezeichnet den Anſchlag auf den Abg.
Buttler als einen Akt der nationalſozialiſtiſchen Feme. ( Leb=
hafter
Beifall links, Empörung bei den Natſoz.) Während die
Nationalſozialiſten hier die Unſchuldigen ſpielen, rufen ſie
draußen zum Mord an der Arbeiterſchaft auf. (Neuer Tumult.)
Der natſoz. Fraktionsführer hat vor der Sitzung draußen auf
dem Flur ſeine Abgeordneten aufgemuntert: Jungens, nun
macht mal einen anſtändigen Krach! (Hört! hört!
Gelächter rechts. Rufe: Beſtelltes Theater!)
Abg. Zinnkann (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratie hat
ſtets betont und es bewieſen, daß ſie Gewalt gegen den poli=
tiſchen
Gegner ablehnt. Wir weiſen es mit Entrüſtung zurück,
Miniſter Leuſchner und die Sozialdemokratie mit dem Ueber=
fall
auf den Abg. Buttler in Zuſammenhang zu bringen. Wir
warten die Aufklärung des Falles ab und ſprechen dann noch
einmal darüber. Aber Sie (zu den Natſoz.) haben kein Recht,
ſich über Bluttaten zu beſchweren, denn ihre prominenteſten
Führer haben öffentlich Gewalt gepredigt, wollen in der Nacht
der langen Meſſer bis an die Knöchel in Blut waten. (Neuer
Lärm.)
Der Staatsvorſchuß für den Betrieb des Krüppelheimes an
der Orthopädiſchen Klinik in Gießen, für den ſich die Abg.
Frau Pringsheim (SPD), Frau Schmidt (KPD.) und Weckler
(3.) ausſprechen, wird einſtimmig genehmigt.
Die Nationalſozialiſten erſcheinen wieder im Saal und
Abg. Dr. Müller (Natſoz.) erklärt zu der Großen An=
frage
über die
Zinanz- und Kaſſenlage Heſſens.
daß die Antwort der Regierung (die wir bereits veröffentlichten)
den Nationalſozialiſten nicht genüge. Weſentliche Fragen ſeien
nicht beantwortet. Sie zeige nur klar, daß die Lage ſo ſei,
wie ſie nach 13jähriger Herrſchaft von Sozialdemokratie und
Zentrum zwangsläufig ſein müſſe. Die 1,3 Millionen Heſſen
ſeufzten unter einer Staatsſchuld von 80 Millionen, und kom=
mende
Generationen hätten noch darunter zu leiden. Ueber die
Schätzungen des Finanzminiſteriums hinaus würden die Holzgelder
und Steuereingänge zurückgehen. Sei es richtig, daß die Regie=
rung
Holzhändler=Schecks, für die keine Deckung vorhanden war,
angenommen und ſpäter ſelbſt wieder eingelöſt habe? Der
Redner zog einen Vergleich zwiſchen der heutigen Lage und der
Denkſchrift zum Staatsvoranſchlag 1931 und betonte auf einen
ſozialdemokratiſchen Zwiſchenruf, daß die Penſionen zwangs=
läufig
ſeien, wenn wir Natſoz. an der Macht ſind, dann werden
wir die Mittel beſitzen, auch hier zu ſtreichen. Wenn wir Natſoz.
zur Macht kommen, dann werden wir das Buch vom Soll und
Haben, von Schuld und Sühne aufſchlagen. Dann werden wir
der ungeheuren Schuld die entſprechende Sühne gegenüberſtellen
und das wird der erſte, moraliſch ausgeglichene Etat in Heſſen
ſein. (Heilrufe bei den Natſoz. und Händeklatſchen, Gelächter
links.)
Finanzminiſter Kirnberger
erwidert, auf die polemiſchen Ausführungen des Vorredners,
der es ſich gar zu leicht gemacht habe, brauche er nicht zu ant=
worten
. Herr Dr. Müller habe ſelbſt zugegeben, daß die Wirt=
ſchaftskriſe
keine ſpezifiſch heſſiſche Kriſe ſei. Aber er habe wohl
noch nicht gemerkt, daß durch die Weltwirtſchaftskriſe (Natſoz.
Zwiſchenrufe: Die Folge der Erfüllungspolitik!) auch die reichen
Länder England und Amerika, auch Italien große Fehlbeträge
im Haushalt zu decken haben, und dort regierten doch nicht
die Vertreter der hier kritiſierten Parteien. Vor allem hat
aber die heſſ. Wirtſchaft durch die Beſetzung ſtark gelitten.
Trotzdem hat ſich ſeit der Aufſtellung des Budgets die ſchwebende
Schuld nicht erhöht. Man muß auch eingeſtehen, daß in der
Staatsſchuld die Gegenpoſten für Staatsvermögen enthalten ſind,
denn Bauten, Geländekäufe uſw. werden ja doch aus Anleihen
getätigt. Solange ich das Schickſal habe, noch Finanzminiſter
in Heſſen ſein zu müſſen, werde ich nicht ſo tun, als ob Gerech=
tigkeit
herrſche, wie es der Vorredner dargeſtellt hat, ſondern ich
werde mich weiter bemühen, daß in Heſſen Gerechtigkeit herrſcht.

(Beifall bei den Regierungs=Parteien.) Die neueſte Aufſtellung
ergibt, daß auf den Kopf der Bevölkerung in
Bayern 61 RM., in Sachſen 59, 5 RM., in Thürin=
gen
80 RM. (Hört, hört lints) und in Heſſen nur 53
NM. Staatsſchuld entfallen.
Abg. Keil (Komm.) polemiſiert gegen die Nationalſozia=
liſten
, die als Ueberfallkommando des Kapitalismus gegen die
Arbeiterſchaft wüteten und durch ihre Ablehnung der Landtags=
auflöſung
die arbeiterfeindlichen Miniſter LeuſchnerAdelung
im Amte erhielten. Wenn man die natſoz. Anträge behandeln
wolle, dann ſei der Landtag in 25 Jahren noch nicht aufgelöſt
und das jetzige kapitaliſtiſche Kabinett noch immer im Amt.
Abg. Lux (Soz.) verweiſt hinſichtlich der natſoz. Angriffe
auf Thüringen und Braunſchweig. In Thüringen hätten die
Natſoz. die Staatsſchuld von 7 auf 120 Millionen geſteigert,
und auch in Braunſchweig fehle heute noch das groß angekün=
digte
Arbeitsbeſchaffungsprogramm.
Ein kommuniſtiſcher Antrag, die Debatte zu unterbrechen,
um eine Erwerbsloſendeputation anzuhören, wird von den
übrigen Parteien abgelehnt.
Abg. Dr. Niepoth (DVP.) ſieht in den natſoz. Aus=
führungen
nur die gleiche Kritik, wie ſie die Volkspartei ſeit
Jahren in der Oppoſition vertreten habe. Im Widerſpruch zu
dieſer Kritik ſtehe aber die Haltung der natſoz. Fraktion. Das,
was man ſeit dem Dezember im Landtag erlebe, könne nie zu
einer Geſundung der Finanzen führen. Am 15. November habe
das Heſſenvolk mit Mehrheit verlangt, daß die Finanzwirtſchaft
der Weimarer Koalition verſchwinde, heute aber müſſe das Volk
die größte Partei auffordern, verantwortungsbewußt zu
handeln. Für eine der nächſten Sitzungen beantrage er die Wahl
des neuen Staatspräſidenten (Hört, hört!), damit Klarheit ge=
ſchaffen
werde.
Abg. Böhm (Dntl.) greift beſonders die Anleihepolitik
des Finanzminiſters an, der bei ſeinen beiden letzten Anleihen
580 000 RM. Proviſion an die Banken habe zahlen müſſen.
Was werde getan, um die heſſiſchen Staatsanleihebeſitzer vor
dem Verluſt ihres Vermögens angeſichts der rückläufigen Kurs=
geſtaltung
zu ſchützen?
Abg. Heinſtadt (Zentr.) wendet ſich ſehr ſcharf gegen
die natſoz. Kritik an der hefſiſchen Finanzgebarung. Durch die
Debatte ſei der Kredit Heſſens ganz ungeheuer geſchädigt wor=
den
, und man erlebe hier dasſelbe wie im Reich, daß die Par=
teien
, die ſich als allein national bezeichnen, dann verfagen,
wenn das Volk ihren Dienſt verlangt. Die Partei beſitze kein
Recht zur Kritik an dem Finanzminiſter, die ſelbſt Ausgaben
ohne Deckung beſchließe. (Lebhafter Widerſpruch rechts.)
Abg. Schreiber (Staatsp.) meint, der natſoz. Antrag
auf Straffreiheit für politiſche Verbrecher ſtehe in einem kraſſen
Gegenſatz zu der Erklärung im Falle Buttler, denn er reize ja
zu neuem Morden. Für die Finanzen verſpricht ſich der Redner
ſtarke Einſparungen bei der Durchführung des deutſchen Ein=
heitsſtaates
, den allerdings die Nationalſozialiſten inzwiſchen
aufgegeben hätten zu Gunſten der legitimiſtiſchen Vorteile.
Abg. Fenchel (Landvolk) ſtellt feſt, daß der Finanzminiſter
zugebe, Heſſen habe ſich mit überflüſſigen Aufgaben belaſtet.
Wenn im Wahlkampf die Nationalſozialiſten gegen den Land=
bund
wegen ſeiner Beamtenfeindlichkeit agitiert hätten, ſo dürfe
man jetzt feſtſtellen, daß ſie ja noch viel beamtenfeindlicher ſeien.
Das Landvolk werde berechtigten Einſparungen im Haushalt
zuſtimmen. Die Lage der Landwirtſchaft ſei kataſtrophal, und
auch in Oberheſſen wehe die ſchwarze Fahne der Bauernnoi.
Helfen könne der Landwirtſchaft nur verſtärkter Konſum der
heimiſchen Erzeugniſſe. (Sehr richtig!)
Es folgen zahlreiche Kleine Anfragen, faſt alle von
Kommuniſten geſtellt, und das Haus leert ſich. In einer per=
ſönlichen
Bemerkung ſtellt Abg. Dr. Wagner feſt, daß er als
Pächter des Boxheimer Hofes alle ſeine Pachtgelder und Steuer=
ſchulden
hundertprozentig bezahlt habe.
Um 2 Uhr vertagt ſich das Haus auf Mittwoch 10 Uhr.
2
Unter dem Vorſitz des ſtellvertretenden Vorſitzenden, Prof.
Zinſer=Offenbach tagte geſtern im Konkordiaſaal der Landes=
ausſchuß
der Heſſ. Zentrumspartei. Vor der gut beſuchten Ver=
ſammlung
ſprachen Finanzminiſter Kirnbeiger über die Finanz=
lage
des Landes, Abg. Heinſtadt über die heſſiſche Poli ik und
Landesſekretär Gahr über organiſatoriſche Fragen. Nach mehr=
ſtündiger
Beratung beſchloß der Landesausſchuß einſtimmig, ſich
bei der bevorſtehenden Reichspräſidentenwahl für die über=
parteiliche
Kandidatur des derzeitigen Reichs=
Präſidenten von Hindenburg mit aller Ent=
ſchiedenheit
einzuſetzen. Der Landtagsfraktion wurde
einmütig das Vertrauen ausgeſprochen.
Die Deutſche Volkspartei verlangt in neuen An=
trägen
, daß der Höchſtſatz der Filialſteuer im Sinne des
Artikels 24 des Gemeindeumlagengeſetzes in der Faſſung des
Abänderungsgeſetzes vom 22. 3. 1929 von 100 auf 200 Prozeut
erhöht wird. Weiter ſoll die Landesregierung bei der Reichs=
regierung
vorſtellig werden, daß der Geſetzentwurf über die
Neuregelung des Geſetzes über den unlauteren Wett=

Erdbeben=Borausfage?
Ueiter den Kataſtrophen, die die Menſchheit bedrohen, gehö=
ENe Erdbeben zu den allerſchwerſten; ſie können Hundert=
lenden
innerhalb weniger Minuten das Leben koſten und
20 rtmillionenwerte zerſtören. Wie hoch dieſe Gefahren, denen
De Gegenden faſt dauernd ausgeſetzt ſind, allein vom wirt=
Aiſ chen Standpunkt eingeſchätzt werden müſſen, kann man
us ermeſſen, daß allein im Staate Kalifornien
jährlichen Prämien für Erdbeben=Verſiche=
Aen 8 Millionen Mark überſteigen.
Aärd es der Wiſſenſchaft gelingen, die Menſchheit gegen
Tophen wie die von Liſſabon, San Francisco, Meſſina
Lokio zu ſchützen? In Amerika und in Japan hat man erd=
Duſ chere Gebäude geſchaffen; man weiß heute auch, daß
7 auf lockerem Baugrund viel mehr gefährdet ſind als auf
Febaute. Aber wann wird man, und das iſt der beſte
das Eintreten eines Erdbebens vorausſagen könnens
Satiſtik der über die Erdeverteilten mit Seismographen
erüiſteten 250 Erdbebenwarten hat ergeben, daß etwa jede
deirgendwo in der Welt ein Erdbeben regi=
wird
. Das Land, das über die beſte Erdbeben=Statiſtit
Japan, erleidet täglich 4 Stöße und wird
29 ſchnittlich alle 2½ Jahre von einer ſchweren
Aaſtrophe betroffen.
Ahrzehntelange Forſchung hat die Grundlage gelegt zur
Deh en=Vorherſage der Zukunft. Nach den Urſachen unterſchei=
0a u: die in 1020 Km. Tiefe durch die Verwerfungen der
Aide entſtehenden tektoniſchen Beben, die in 2 bis 5 Km.
burch den Zuſammenbruch von Hohlräumen verurſachten
Uöbeben und die vulkaniſchen Beben. Die Herde dieſer ge=
ſcheen
Schwingungen, auch ihre Lage in der Tiefe, vor allein

Dic Verlauf der die Seismographen treffenden Bebenwellen
Meit. Anch Verlagerungen der Erdpole, plötzliche Luftdruck=
erungen
und gegenſeitige Anziehung naher Gebirgsmaſſen
N Erſchütterungen verurſachen, wenn auch nicht ſo ſchwere
Iue, großen Bewegungen im Erdinnern.
anderfügt heute über Seismographen, die
Schwingungen der Erdoberfläche bis zum
000=fachen Wert vergrößern, die jeden Hert=
Des Beobachters regiſtrieren, wahre Wächter der unauf=
ceut
mikroſeismiſchen Unruhe‟. Für ſtarke Beben ſino ſo
Enſtrumente nicht nur unnötig, ſondern ſogar unbrauch=
ie
ſchweren Stöße des großen Bebens von
Franeisco 1906 haben nicht einmal die nor=

malen Inſtrumente der 5 nahegelegenen Obſer=
vatorien
richtigangezeigt. Für die gewöhnlichen Zwecke
der Seismik ſind Vergrößerungen von etwa 1500 hinreichend.
Neben den Wellen=Aufzeichnungen der Seismographen tragen
auch neuzeitlichere Unterſuchungs=Verfahren zur Erkenntnis der
Struktur der Erdrinde als weſentlichſter Urſache der Erdbeben
bei: die Beobachtung von Unregelmäßigkeiten des magnetiſchen
Erdfeldes, der wechſelnde Widerſtand, den elektriſche Ströme
beim Durchgang durch Verwerfungen und andere Unſtetigkeiten
im Erdinnern finden, Erdſchweremeſſungen, die Schlüſſe auf die
Zuſammenſetzung der darunterliegenden Schichten zulaſſen, und
ſchließlich Unterſuchungen der Radioaktivität der
Bodenluft. Vielleicht ermöglichen gerade dieſe Unterſuchungen
einmal den Aufbau eines großzügigen Beben=Warnungsdienſtes;
denn über Verwerfungen, Spalten und andere Störungszonen
ſteigt erfahrungsgemäß der Gehalt an Emanation, dem Zerfalls=
Erzeugnis des Radiums, beträchtlich, und empfinoliche Inſtru=
mente
ſind in der Lage, die mit dieſer Steigerung wachſende
Leitungsfähigkeit der Luft für den elektriſchen Strom anzuzeigen.
Vorläufig iſt es noch ſchlecht beſtellt um Beben=Vorausſage
und Warnungsdienſt; der Wiſſenſchaft eröffnet ſich
gerade hier ein weites undfruchtbares Arbeits=
feld
. In manchen Fällen wiſſen wir heute noch nicht einmal, ob
ein eingetretener Schaden auf ein unbemerkt gebliebenenes
Beben oder irgendeinen Erdbewegungs=Vorgang im Bergbau
oder Erſchütterungen durch Maſchinen oder Verkehr zurückzu=
führen
iſt, eine Frage, die in den meiſten Fällen allerdings ein
Fachmann mit Hilfe ſeismographiſcher Aufzeichnungen beant=
worten
kann, falls um das Schadensgebiet herum derartige Auf=
zeichnungen
gemacht worden ſind. Hier liegt ein wirtſchaft=
lich
ebenfalls ſehr wichtiges Grenzgebiet der
Bebenforſchung, das zum weiteren Ausbau von Beobach=
tungsnetzen
, beſonders in bewohnten Gegenden und Induſtrie=
zentren
führen wird.
Szomory-Curk Corrinkh=Araufführung in Leipzig.
Im Leipziger Alten Theater wurde ein zweiein=
halbſtündiges
Kammerſpiel in drei Akten: Eine Frau mit ſich
allein von Deſider Szomory, für die deutſche Bühne von
Curt Corrinth bearbeitet, uraufgeführt. Die Aſſiſtenzärz=
tin
Dr. Alice Harden hat durch eine Morphiuminjektion die
Qualen eines Todkranken aus Barmherzigkeit verkürzt, ein jun=
ger
Arzt, Anderſen, der ſie liebt, iſt für ſie deshalb ins Ge=
fängnis
gegangen. Sie wird in einer anderen Stadt Aſſiſtentin
eines berühmten Profeſſors widerſteht deſſen Sohn nicht, und
das Verhältnis bleibt nicht ohne Folgen Soweit die Tat=
ſachen
, als die Handlung beginnt, alle dieſe Einzelmomente wer=
den
dem Publikum erſt nach und nach enthüllt, erſt, als Ander=
ſen
im 3. Akt wieder aus dem Gefängnis kommt, erfährt man.

daß ſie, Alice Harden, die eigentliche Täterin war, und alles
reſultiert darin, daß ſie wieder ihm, noch dem Vater ihres zu=
künftigen
Kindes gehören will, ſondern mit ſich allein zu bleiben
beſchließt. Das Stück wirkt mehr ſpannend als überzeugend, das
eigentliche Arztproblem iſt nur Ausgangspunkt der Vorgeſchichte,
lediglich die ſich aus dem Vergehen in dieſem ſpeziellen Fall er=
gebenden
Entwicklungsmöglichkeiten ſind behandelt. Dem
Stück verhalf eine ſehr gut abgetönte Aufführung und eine ſehr
gute Darſtellung Lina Carſtens zu ſtarkem Beifall.

* Eine ſanbere‟ Erbſchaft.
(ht) Bukareſt. Starb da neulich in Jaſſy ein Mann namens
Ghika, der, wie alle Rumänen dieſes Namens, reich oder mindeſtens
blödſinnig begiitert war, und der ſein ganzes Vermögen in Höhe von
150 Millionen Lei oder 3,7 Millionen Goldmark ohne erſichtlichen Grund
und ohne Abzüge der Rumäniſchen Akademie der Wiſſenſchaft ver=
macht
hat. Die Fülle der Freude, die darob in den Hallen dieſes Inſti=
tuts
herrſchte, kann man ſich nur dann vorſtellen, wenn man die Leere‟
der Akademiekaſſe kennt. Auch die Preſſe kargte mit ihrem Beifall nicht
und hob Ghika, der als Sonderling bekannt war, in den Himmel. Ueber
Nacht avaneierte der edle Spender zum ſtillen Gelehrten, zum För=
derer
der Wiſſenſchaften und Schützer und Schirmer alles Guten und
Schönen, Nockefeller war gegen ihn ein ſchmutziger Geizkragen ohne
Ideale, und eine Marmorbüſte was heißt Büſte! ein Standbild
im Ehrenſaale der Akademie war dem toten Ghika ſicher. Bei 150 Mil=
lionen
Lei Ehrenſache und Kinderſpiel! Auch die einzige Gegen=
leiſtung
, die Ghika im Teſtament gefordert hatte, war die Akademie der
Wiſſenſchaften ohne weiteres zu erfüllen bereit; ſie mußte lediglich die
Verpflichtung übernehmen, den geſamten literariſchen Nachlaß des ver=
blichenen
ſtillen Gelehrten herauszubringen und zu publizieren.
Warum auch nicht? Taugte das Zeugs nichts nun, dann be=
ſchränkte
man die Auflage auf zehn Stück und ſtellte in jede Bibliother
des Landes ein Exemplar; hatte Herr Ghika der Welt dagegen etwas
Profundes mitzuteilen um ſo beſſer, dann ließen ſich mit dem Nein=
ertrag
vielleicht ſogar noch die Koſten für das Denkmal hereinbekommen.
Man entſandte alſo eine Kommiſſion nach Jaſſy, die dort den lite=
rariſchen
Nachlaß des edelmütigen Stifters prüfen ſollte. Aber dieſe
Kommiſſion iſt ſehr ſchnell wieder nach Bukareſt zurückgekommen, und
zwar mit roten, ſehr roten Köpfen!! Denn was hatte der Kerl, der
Ghika, der Akademie zur Veröffentlichung hinterlaſſen? Bitte nicht er=
ſchrecken
: Eine ganze Kiſte voll Manuſkripte mit einem derart unſaube=
ven
Inhalt, daß eine Veröffentlichung nicht im entfernteſten in Frage
kam. Tja, alſo nun ſitzt die Akademie da, mit dicken Köpfen. Denn was
ſoll ſie machen? 150 Millionen ſind ſchließlich kein Pappenſtiel, aber
dafür eine Kiſte konzentrierten Schmu

geht wohl doch zu weit!.
Alſo was ſoll die arme Akademie machen? Noch weiß man es nicht.
Vielleicht wird ſie in aller Stille eine Liebhaber=Ausgabe für Biblio=
phile
veranſtalten, um dem Buchſtaben des Teſtaments gerecht zu wer=
den
. Vielleicht aber muß ſie auch ablehnen.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 48

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

bewerb dem Reichstag und Reichsrat baldmöglichſt zur Be=
ſchlußfaſſung
unterbreitet wird, daß der heſſ. Vertreter im
Reichsrat auf baldmögliche Verabſchiedung und Annahme des
Geſetzes über die Regelung des Zugabeweſens drängt
und den Antrag Thüringens unterſtützt, der bis zur Entſchei=
dung
über die für die Konzeſſionspflicht der Warenhäuſer
und Einheitspreisgeſchäfte die Neueröffnung ſolcher
Unternehmungen verhindern will.

Das Schickſal des Heſſ. Landestheakers.

Von dem nationalſozialiſtiſchen Landtagsabge=
ordneten
Bernhard Graf Solms erhalten wir eine
Zuſchrift, die in Anbetracht der kommenden Land=
tagsverhandlungen
über den finanziellen Fortbeſtand
des Heſſiſchen Landestheaters von beſonderem Inter=
eſſe
ſein dürfte, um ſo mehr, als ja bei der partei=
politiſchen
Zuſammenſetzung des Landtags die natio=
nalſozialiſtiſche
Fraktion vorausſichtlich den Aus=
ſchlag
zu geben hat.
Während die Reichsregierung, wie man hört, in die Bera=
tungen
einer neuen Notverordnung eingetreten iſt, mit der u. a.
die Beteiligung des Reiches an der Danatbank geſetzlich geregelt
werden ſoll, hat ſich die preußiſche Regierung veranlaßt geſehen,
die Schließung der ſtaatlichen Theater in Kaſſel, Bad Wiesbaden
und teilweiſe auch in Berlin anzukündigen und die entſprechen=
den
Verhandlungen einzuleiten. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß
einer materialiſtiſchen Epoche finanzielle Inſtitute wichtiger er=
ſcheinen
als kulturelle Einrichtungen, und daß die Menſchen, die
in dem wirtſchaftlichen Denken von geſtern befangen ſind, die
heutige Kriſe, die heutige Kataſtrophe nur nach ihren äußeren,
alſo wirtſchaftlichen, finanziellen Ausmaßen beurteilen und be=
werten
können, während ſie die innere, die ſeeliſche Kataſtrophe
unſerer Tage infolge der entſtandenen Einſeitigkeit ihres Den=
kens
gar nicht mehr zu erfaſſen vermögen. Das geſamte Denken und
Fühlen dieſer angeblich modernen Geſtalten ſteht unter dem Pri=
mat
der Wirtſchaft, und die ſeeliſchen Komplexe ſind längſt in
jahrzehntelanger Aufbauarbeit als läſtige Hemmungen verdrängt
worden. Der einzige Reſt aus vergangenen Kulturepochen, in
denen idealiſtiſch die Maßgeblichkeit des Herzens angeſtrebt
wurde, iſt heute ein wenig Sentimentalität. Man tut noch ſo,
als ob!
Und für dieſe Sentimentalität, für dieſes Getue fehlen heute
die Mittel. Für eine ſchöne Geſte, mit der man immer noch den
Anſchein erwecken will, als habe man noch Kultur, dürften aus
Gründen der Ehrlichkeit und angeſichts des allgemeinen Elends
keine Zuſchüſſe aus den Geldern der Steuerzahler mehr bewilligt
werden. Damit wäre auch das Schickſal des Heſſiſchen Landes=
theaters
beſiegelt. Es kommt alſo nur noch auf die eine Feſt=
ſtellung
an, ob überhaupt und inwiefern am Heſſiſchen Landes=
theater
noch die Möglichkeit gegeben iſt, Werte zu ſchaffen, die
dem ſeeliſchen Aufbau, der inneren Erneuerung, der Bekämpfung
der inneren Kriſe unſerer Tage wirklich und wirkſam dienen, ob
das Landestheater noch eine Bühne im Sinne Schillers iſt, oder
ob es auf irgendwelchem Wege unter den gegebenen Voraus=
ſetzungen
wieder dazu gemacht werden kann.
Zur Beantwortung dieſer Frage haben wir einen Antrag
im Heſſiſchen Landtag eingebracht auf Einſetzung eines Unter=
ſuchungsausſchuſſes
, einen Antrag, der weſentlich weiter geht als
der Antrag der Kommuniſten auf Einſetzung eines Unterſuchungs=
ausſchuſſes
über die Vorfälle am Heſſiſchen Landestheater und
eine Eingabe des künſtleriſchen Perſonals. Der Fall Mordo,
auf den ſich der kommuniſtiſche Antrag mit in erſter Linie be=
zieht
, intereſſiert uns nur inſofern, als er uns weniger ein Fall
Mordo als ein Fall Hartung zu ſein ſcheint. Und dieſer Fall
Hartung iſt bei näherem Hinſehen wiederum nur ein Fall Ade=
lung
Leuſchner. Es kommt einer Brüskierung des geſamten
Theaterperſonals gleich, daß man ungeachtet aller Anregungen
und Wünſche damals denſelben Herrn Hartung wieder als Ge=

neralintendant nach Darmſtadt gerufen und auf drei Jahre ver=
pflichtet
hat, der wenige Jahre vorher in demſelben Darmſtadt
von demſelben Poſten zurücktreten mußte, der dann in Frankfurt
ſich in wenig kameradſchaftlicher Weiſe hineinzuintrigieren ver=
ſuchte
, daraufhin nach Köln berufen, auch dort ſeine Koffer ſehr
ſchnell wieder packen mußte, denſelben Herrn Hartung, der in
Berlin mit ſeiner Aufführung eines der dekadenteſten und wider=
wärtigſten
Stücke, Krankheit der Jugend betitelt, der deut=
ſchen
Kultur einen ſo reſpektablen Dienſt erwieſen hat. Und
eine ſolche Brüskierung wirkt ſich heute wohl als künſtleriſche
Unterdrückung aus, mit der die Eingabe des künſtleriſchen Per=
ſonals
ſehr wohl motiviert und über ihren eigenen Inhalt hinaus
bewertet werden kann. Es iſt zum mindeſten fraglich, ob ein auf=
gezwungener
Intendant gegen den innerlichen Widerſpruch eines
großen Teiles ſeiner Mitarbeiter überhaupt auf die Dauer poſi=
tiv
wirken kann, ob der Interpret der Krankheit der Jugend‟
auch der berufene Interpret unſerer Klaſſiker iſt, und ob aus=
gerechnet
Herr Hartung die im Theaterausſchuß von Regierungs=
ſeite
zum Ausdruck gebrachte Vorbedingung für den Intendan=
tenpoſten
, nämlich den Charakter, beſitzt. Vielleicht kann er es
in nächſter Zeit für ſeine künftige Arbeitsſtätte beweiſen. Es
wäre immerhin denkbar, daß auf Grund der Ergebniſſe des Unter=
ſuchungsausſchuſſes
die Fortführung des Landestheaters natür=
lich
in beſchränktem Ausmaß von ſeiner perſönlichen Entſchei=
dung
abhängig gemacht würde, nämlich, ob er auf ſeinem Ver=
trag
beſteht oder ihn freiwillig löſt, um ſeinen Kollegen die
Möglichkeit zu weiterer Arbeit zu geben.
Die Lage iſt nun einmal ſo, daß wir Nationalſozialiſten letz=
ten
Endes zu entſcheiden haben. Die Kommuniſten haben uns
in ihrer zuvorkommenden Art mit ihrer Verkündung der Ableh=
nung
jeglichen Zuſchuſſes die Trümpfe in die Hand geſpielt. Wir
werden ſie ausnutzen, um wenn es irgend möglich iſt aus
dem Heſſiſchen Landestheater wieder das zu machen, was es ſein
ſollte: eine Stätte deutſchen, chriſtlichen Lebens zur inneren Kräf=
tigung
, zur ſeeliſchen Erneuerung unſeres deutſchen Volkes!

Der Ueberfall auf den Abg. Bukkler.

Das vorläuſige Ergebnis der Unkerſuchungen.

Die verabſcheuungswürdige Tat gegen den nationalſozia=
liſtiſchen
Landtagsabg. Buttler=Eberſtadt iſt Gegenſtand inten=
ſivſter
Beachtung der Landeskriminalpolizei. Bereits am Mon=
tag
abend nach einer kurzen Beſprechung mit dem Verletzten, der
am Dienstag nachmittag operiert wurde und nicht mehr in
Lebensgefahr ſchwebt auch die Lähmungserſcheinungen ſind
vorüber wurden zahlreiche Vernehmungen in Eberſtadt vor=
genommen
. Der Verdacht der Täterſchaft richtete ſich urſprüng=
lich
gegen die Reichsbanner=Mitglieder, die in dem am Freitag
der Vorwoche verhandelten Eberſtädter Landfriedensbruchprozeß
verurteilt worden waren. Die Ermittlungen ergaben keine An=
haltspunkte
, daß ſie als Täter in Betracht kommen. Inhaftiert
wurden zwei Kommuniſten, bei denen ebenfalls noch nicht feſt=
ſteht
, ob ſie als Täter in Frage kommen. Weitere Vernehmungen
erfolgten im Laufe des Dienstags.
Nach den Sachverſtändigen=Feſtſtellungen iſt übrigens der
Schuß aus der kleinkalibrigen Waffe nicht von hinten, ſondern
von der rechten Seite abgegeben worden, ſo daß alſo der Täter
im Augenblick des Schuſſes unmittelbar rechts neben dem Abg.
Buttler geweſen ſein muß. Der Schuß iſt waagerecht in den
Körper hineingegangen (der Wundkanal läuft genau im rechten
Winkel gegen das Rückgrat des Verletzten), und aus ſolcher
Nähe abgegeben, daß der Schütze noch nicht einmal einen halben
Meter entfernt geſtanden haben kann. Das geht nicht nur aus
dem dreimarkſtückgroßen Brandfleck und Pulverſchleim auf den
Kleidungsſtücken des Verletzten hervor, ſondern auch daraus,
daß von Zeugen nur ein ganz leiſer Knall, wie vom Platzen
eines Fahrradſchlauches, gehört wurde.

Wie wir hören, iſt die an dem Verletzten vorgenommes
Operation gut verlaufen. Die Kugel wurde noch nicht entfer=
Der Zuſtand Buttlers iſt nach wie vor ernſt, hat ſich jedrnnt
bis zum Abend nicht verſchlimmert. Eine eingehende V.
nehmung war noch nicht möglich.

Oeſterreich forderk handelspolikiſche=
Bewegungsfreiheil.
Bundeskanzler Bureſch unkerrichket die Geſardln
Deulſchlands, Englands, Frankreichs und Ikalienſ.

Wien, 16. Februar:
Der öſterreichiſche Bundeskanzler Dr. Bureſch empfing heru
vormittag zunächſt die Geſandlen der Hauptmächte, Deutſchlan:
Englands, Frankreichs und Italiens, und machte ihnen folgenn
Mitteilung:
Die öſterreichifche Regierung hat bei den Verhandlunch=
mit
dem Völkerbund in Genf und in ihrer Erklärung vor din
Nationalrat betont, daß Oeſterreich unbedingt einer Erwei erun
ſeines wirtſchaftlichen Arbeitsraumes bedarf. Tatſächlich alh
wird dieſer durch die Wirkung der Weltwirtſchaftskriſe uu
die beſchränkenden Maßnahmen, die die meiſten Staalen um
dem Einfluß der Kriſe ergreifen, immer mehr eingeengt. Z
öſterreichiſche Regierung erklärt deshalb gemäß ihren wiederkriu
ausgeſprochenen Grundſätzen und den Empſehlungen Q
Finanz=Komitees des Völkerbundes, daß ſie nat allen Na
barſtaaten und mit allen Staaten, die dazu bereit ſind, in Vs
handlungen über eine wirtſchaftliche Annäherung einzutre:
wünſche. Bisher ſind alle Verſuche, die in dieſer Richtung unär
nommen wurden, an politiſchen Schwierigkeiten geſcheitert. J
aber iſt es eine Lebensnotwendigkeit für Oeſterreich, daß ſo-
Verhandlungen ſtattfinden und zu poſitiven Ergebniſſen führ=
In dieſer Erwartung iſt die Regierung überzeugt, daß die Se
gelung der Einfuhr, zu der ſie durch die gegenwärtigen Z
hältniſſe genötigt iſt, doch nicht dazu führen wird, den Handel
verkehr mit dem Auslande zu gefährden. Dieſe Maßnahmen eu
ſprechen weder den Abſichten der Regierung noch den Bedi.f
niſſen Oeſterreichs, deſſen Wirtſchaft nicht durch gegenſeitzt
Beſchränkungen entwickelt werden kann, ſondern im Gegen
für ihre Rekonſtruktion dringend einer größeren Bewegur=s
freiheit bedarf. Wir ſind, wie unſere Handlungen auf finm
ziellem Gebiet und auf dem des Währungs= und Kreditw ſ=
beweiſen
, feſt entſchloſſen, aus eigener Kraft und mit gro=

Opfern über die gegenwärtige ſchwere Kriſe hinwegzukommm

Aber wir bedürfen dazu des Mindeſtmaßes an wirtſchaftlicksc

und finanziellem Entgegenkommen der anderen Staaten.
Hieran ſchloß ſich dann ein weiterer Dinlomatenempfang.
dem der Bundeskanzler den Vertreter der anderen Staaten
teilung im gleichen Sinne machte.

In politiſchen Kreiſen iſt man der Auffaſſung, daß es
bei dieſen Erklärungen des öſterreichiſchen Bundeskanzlers
einen rein handelspolitiſchen Appell gehandelt hat, der mit
Fragen des Anſchluſſes oder der Donau=Föderation nicht 5u
geringſte zu tun habe. Die öſterreichiſche Regierung wünſche
den Verhandlungen mit ihren Nachbarſtaaten und den übri
Ländern handelspolitiſch das zu erreichen, was eben möglich
ſei es auf dem Wege eines Clearing=Abkommens oder ei:
Kontingent=Vertrages oder einer Abänderung der Meiſtbeg n
ſtigung. Was die gleichfalls ins Auge gefaßten Einfuhrbeſchrin
kungen betrifft, ſo handle es ſich dabei nur um vorübergeher)
Maßnahmen, bei denen auf die davon betroffenen Staau
weiteſtgehende Rückſicht genommen werden ſoll. Jedenfalls au=

müſſe ſich Oeſterreich ein größeres Maß von handelspolitiſch
Bewegungsfreiheit ſichern.

Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen

Erich Röttger
Aenne Röttger
geb. Maurer

Am Weinweg 5

Kirchl. Trauung heute, den 17. Februar 1932, nachm.
2 Uhr, in der Kapelle.

Zur billigen
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ſo billig!

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, unvergeßlichen
Mann, unſeren treubeſorgten Vater, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe.
Vetter und Großonkel

Clemens C. Lauteren

Major der Reſ. a. D. des Garde=Drag.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23,
Juhaber des Eiſ. Kreuzes J. u. II. Klaffe und der Hefſ. Tapferkeitsmedaille

nach kurzem, ſchwerem Leiden, geſtärkt durch den Empfang der hl.
Sterbeſakramente, heute zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer: Tina A. Lauteren, geb. Balckenberg
Clemens W. Lauteren
Mänchen, 14. Febr. 1932. Maria Lauteren.

Die Beiſetzung findet in aller Stille in der Familiengruft zu Mainz
ſtatt. Das feierliche Requiem wird am Freitag, den 19. Februar,
um 9.30 Uhr, in der St. Peterskirche zu Mainz zelebriert.
I.Mch. 2655

Heute Nachmittag 3½ Uhr ent=
ſ
hlief im Alicehoſpital ſanft nach
langer Krankheit unſere liebe Tante,
Großtante und Urgroßtante

Von der Reiſe
zurück!

Fräulein Anna Eckhardt

Dr. Rechel

Tochter des Geheimrats
Dr b. c. Ehriſtian Eckhardt
im nahe bolſendeten 95. Lebens=
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[ ][  ][ ]

Kittwoch, 17. Februar 1932

ackung

Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 17. Februar 1932.
Me Eröffnung der Berufsſchule an Oſtern 1932.
Vom Stadtſchulamt Darmſtadt wird uns bezüglich der
meldung zur Berufsſchule geſchrieben: Alle Kna=
uind
Mädchen, die nach acht= bzu

So lang die Berufsſchule zu beſuichen, auch ſolche von aus=
es
, die hier beſchäftigt ſind.
Die Neuaufnahme findet ſtatt am Montag, den 22. Febr.,
Dienstag, den 23. Februar, von 15 bis 18 Uhr, und zwar=
der
gewerblichen Berufsſchule I (Schulhaus Land=
FfSPhilipps=Anlage 6) für Lehrlinge des Metallgewer=
z
- Maſchinenſchloſſer, Dreher, Maſchinenzeichner, Herdſchloſſer,
areer, Modellſchreiner, Bauſchloſſer, Elektrike., Spengler, Gas=
WWaſſerinſtallateure, Autoſchloſſer, Mechaniker, Optiker, Uhr=
iher
, Schmiede uſw.; für Lehrlinge des Baugewerbes:
lurer, Zimmerleute, Bauzeichner, Geometer, Vermeſſungslehr=
ſn
. Dachdecker, Ofenſetzer, Plattenleger, Steinhauer, Pflaſterer,
zu iner, Küfer, Wagner, Glaſer, Beizer, Polierer uſw.; für
hr inge des ſchmückenden Gewerbes: Maler Lackierer,
ſibinder, Stukkateure, Vergolder, Diamantſchleifer, Polſterer,
uwolſterer, Tapezierer, Dekorateure uſw. In der gewerb=
ſhen
Berufsſchule II (Schulhaus Nieder=Ramſtädter
ure 8) für Schuhmacher, Sattler, Kammacher, Schneider, Po=
ſentiere
, Metzger, Bäcker, Konditoren, Kellner, Köche, Fri=
e
. Gärtner, Schriftſetzer, Buchdrucker, Buchbinder, Landwirte,
irkarbeiter, Hausburſchen, Taglöhner, Schneiderinnen, Fri=
Gärtnerinnen, Putzmacherinnen und Weißzeugnäherinnen.
Im der kaufmänniſchen Berufsſchule (Schulhaus
mannſtraße 21) für Kaufleute Drogiſten, Dentiſten und
räber männlichen und weiblichen Geſchlechts. In der
zuswirtſchaftlichen Berufsſchule (Schulhaus
nderſtraße 27) für alle Mädchen, die nicht gewerb=
doder
kaufmänniſch tätig ſind. Alle von aus=
uts
neu zugezogenen Berufsſchulpflichtigen der drei Jahrgänge
ger ſich an den gleichen Tagen in den betreffenden Schul=
ſſeen
zu melden.
Euf die bereits erſchienene entſprechende Bekanntmachung des
ſitszenden des Schulvorſtandes wird hingewieſen. Bei dieſer
geienheit wird auch auf die nachfolgenden Strafbeſtimmungen
herkſam gemacht: Nach Artikel 24 des Volksſchulgeſetzes
ruch auf die Berufsſchulen Anwendung findet ſind die
Ktir oder ihre Stellvertreter, ebenſo Arbeitgeber oder Lehr=
yſter
verpflichtet, die Berufsſchulpflichtigen zum Beſuch der
Eue anzuhalten. Bei ungerechfertigten Schulverſäumniſſen
wd eine Geldſtrafe ausgeſprochen, die für Verſäumniſſe in der
Ru sſchule zurzeit 1.20 RM. für jeden verſäumten halben Schul=
beträgt
; in Wiederholungsfällen kann dieſer Strafſatz bis
as Fünffache erhöht werden. Eltern, Lehrmeiſter und Ar=
ſig
ber ſind nach Artikel 25 des erwähnten Geſetzes verpflichtet,
Berufsſchulpflichtigen die zum Beſuch der Berufsſchule er=
derliche
Zeit ohne Lohnabzug einzuräumen. Jede Zuwider=
ſdſeung
wird mit Geldſtrafe im zwei= bis zehnfachen Betrage
ſm Artikel 24 feſtgelegten Strafſatzes für ungerechtfertigte
ſiumniſſe der Berufsſchüler für jeden Einzelfall beſtraft.
auf Grund der Artikel 24 und 25 ausgeſprochenen Strafen
nin im Unvermögensfalle mit Haft geahndet werden.

Darmſädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 48 Seite 5

Schülerkonzert des Realgymnaſiums. In dem Konzert, das
Aonnerstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr, in der Woogs=
hſtarnhalle
ſtattfindet, dürften neben den Darbietungen von
Er und Orcheſter diejenigen namhafter Soliſten beſonderes
eieſſe erwecken: Der Primgeiger des Orcheſters, Oberpri=
mer
Aßmuth, ein Drummſchüler, wird eine Romanze von
Endſen ſpielen, ſein Klaſſenkamerad Krüger, ein Schüler des
yſchen Konſervatoriums in Frankfurt, ſingt Lieder von Schu=
n
und Brahms. Willi Hafenreffer, früherer Schüler
Anſtalt, wird erneut ſeine reife Kunſt in einem Konzertino
77 löte von Wernicke zeigen. Im Jaſager ſingt der Quar=
er
Gütting den Knaben, Martha Semmelmann, eine
mangsvolle Schülerin der Geſangsſchule von Maria Franke,
Mutter, und der in weiteren Kreiſen Darmſtadts wohlbe=
Inte Tenoriſt Landzettel den Lehrer. Karten bei
Rop, in der Schulſtraße.
Mozart=Verein. Das Konzert am Mittwoch, in dem
Aſcha Krumhaar und Dr. Heinrich Allmeroth als
ſiſten mitwirken, iſt auch durch ſeine Chöre intereſſant, denn
ckurnmen Werke zu Gehör, die auf der Nürnberger Sänger=
M 1931 zum erſten Male erklangen und den größten Erfolg
er. 3. B. das Lied der Islandfiſcher mit Begleitung von
9e und Fagott ſtellte den Höhepunkt der Nürnberger
cung dar.
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. Anwch, 17. Febr 19½, Ende gegen 22½ Uhr. B 14. Rauhnacht.
Preiſe 0.705.60 Mk. Ane rstag, 18. Feb. 2022½ Uhr. Außer Miete. Die luſtige Bitwe.
Preiſe 0.604.80 Mk. ſitig, 19. Febr. 20, Ende gegen 2234 Uhr, D 15. Rauhnacht.
Preiſe 0.705.60 Mk. Kleines Haus. awch, 17. Febr. 20, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete IIT 10.
Drei Kurz=Opern der Gegenwart.
Der Jafager. Spiel oder Ernſt. Schwergewicht.
Preiſe 0.604.50 Mk. nerstag, 18 Feb. 19½22 Uhr. Dſt. Volksb. C. (10. Vorſtellung)
Gr. I und II. Nina. Preiſe 0.604,50 Mk. 19½2234 Uhr. T Gr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 u. 8.
HS, 19 Febr. La Traviata. Preiſe 0.,604.50 Mk.

Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus wird heute
Ausers Schauſpiel Rauhnacht, das bei ſeiner Erſtauf=
ſung
einen außerordentlich ſtarken Erfolg erzielte, wiederholt.
lleinen Haus erhält die Zuſatzmiete III. die ausnahms=
Le auf einen Mittwoch verlegt werden mußte, die drei Kurz=
In der Gegenwart: Der Jaſager, Spiel oder
k und Schwergewicht. Die Partie des Baſſiſten
T9 in Spiel oder Ernſt ſingt Theodor Heydorn. Dirigent:
wans Schmidt=Iſſerſtedt. Smetanas Verkaufte
lut wieder im Spielplan. Unter muſikaliſcher
8 von Karl Maria Zwißler wird Smetanas komiſche Oper
werkaufte Braut, die längere Zeit nicht mehr im Spiel=
rſchien
, am Samstag, den 20. Februar, in der erfolgreichen
Uhzenierung wiederholt. Als zweite Mozartoper

Spielzeit kommt Sonntag, den 21. Februar, in der neuen
len ierung von Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Rein=
und unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Hans Schmidt=
edt
Don Juan zur Aufführung. Am ſelben Tag,
Sedenktag für die Gefallenen des Weltkrieges, veranſtaltet
Lundestheater im Kleinen Haus eine Abendfeier, in der
72 Aloperſonal Rezitationen und Geſänge, die der Bedeutung
Jages angepaßt ſind, zu Gehör bringen wird.

Burmſtädiei Berein für delien- und Siadiemtenen.
ordentlich vielſeitig und verlockend iſt, aber auch objektiv ge=
ſehen
tatſächlich enorme Vorteile zu bringen verſpricht. Mit
Gründungsverſammlung.
einem an ſich geringen Monatsbeitrag von 50 Pfg., die in eine

Für den vorbereitenden Ausſchuß des Darmſtädter Vereins
für Ferien= und Studienreiſen hatten für geſtern abend Freiherr
v. Wangenheim und Herr Schwarz in die Reſtauration
Zur Krone zu einer Gründungsverſammlung eine Einladung
ergehen laſſen, der außerordentlich zahlreich Folge geleiſtet wurde.
ein Beweis, daß für die Vereinigung lebhaftes Intereſſe beſteht.
Der Verein ſoll all denjenigen, die im Berufsleben ſtehen, er=
möglichen
, mit Hilfe der geringſten Mittel ſich an Geſellſchafts=
und Studienreiſen zu beteiligen. Der Verein will allen durch
den grauen Alltag und die bitterſte Not zermürbten deutſchen
Menſchen etwas bieten, woran ſich der Einzelne wieder aufrich=
ten
kann, und zwar gehen ſeine Ziele dahin: 1. Geſellſchafts= und
Studienreiſen per Autobus, Bahn oder Schiff auf gemeinnütziger
Grundlage zu organiſieren und durchzuführen. 2. Der Verein
bemüht ſich darum, Vergünſtigungen für ſeine Mitglieder zu er=
wirken
beim Beſuch von Veranſtaltungen jeglicher Art, wie Thea=
ter
, Konzerten und Vorträgen. 3. Eine Auskunfts= und Nach=
weiſeſtelle
für verbilligten Kur= und Ferienaufenthalt zu ſchaffen.
4. Nachweis von verbilligten Kindererholungsheimen im Gebirge
und an der See zu vermitteln. 5. Jeden Monat einen Lichtbil=
dervortrag
über Reiſen und Wandern ſtattfinden zu laſſen.
6. Einen Bildungsausſchuß zu ſchaffen, der durch verbilligte
Halbtages= und Tagesfahrten in modernen Großkraftwagen Be=
ſichtigungen
von Induſtriewerken und ſonſtigen Sehenswürdig=
keiten
bei beſcheidenen Mitteln, möglich macht. 7. Sämtliche er=
zielten
Ueberſchüſſe werden am Jahresende auf Beſchluß des Vor=
ſtandes
an die Mitglieder verteilt. 8. Gründung einer eigenen
Reiſebücherei.
Die Gründung des Vereins fällt mitten in eine Zeit größter
wirtſchaftlicher Not in eine Zeit, in der es den meiſten Menſchen,
die früher ſelbſtändige Ferien= und Studienreiſen auszuführen
pflegten, nicht einmal mehr möglich iſt, an teuren Geſellſchafts=
reiſen
teilzunehmen, weil für ſie die Reiſepreiſe zum Teil un=
erſchwinglich
hoch ſind. Solchen Leuten will der neue Darm=
ſtädter
Verein für Ferien= und Studienreiſen das Reiſen doch
ermöglichen durch die Veranſtaltung ganz beſonders billiger
Geſellſchaftsreiſen auf gemeinnütziger Grundlage. Er wird durch
die Maſſe der zu ſchaffenden Mitglieder den Nachweis ſeiner Exi=
ſtenzberechtigung
bringen. Sämtliche Fahrten und Reiſen wer=
den
durch einen erfahrenen Reiſeleiter geführt, der ſich dem Ver=
ein
zur Verfügung ſtellt.
Freiherr von Wangenheim begrüßte die zahlreich Er=
ſchienenen
und umriß in großen Zügen den Zweck der neuen Ver=
einigung
, wie er vorſtehend kurz ſkizziert iſt. Er betonte, der Ver=
ein
wolle neutral bleiben und ohne konfeſſionelle und politiſche
Rückſichten Mitglieder aufnehmen. Es ſoll eine Auskunftsſtelle
eingerichtet werden, in der koſtenlos alle Fingerzeige für eine an=
genehme
und vorteilhafte Reiſe gegeben werden Dankenswerter=
weiſe
ſtelle die Heag koſtenlos den Reiſeleiter, das Büro und die
Arbeitskräfte zur Verfügung.
Der Reiſeleiter der Heag, v. Oelhafen, erklärte ſich bereit,
die Reiſeleitung der neuen Darmſtädter Reiſevereinigung zu über=
nehmen
. Er gab ein ausführliches Arbeitsprogramm, das außer=

Die Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs blickt auf
eine herrliche Winterwanderung am Sonntag zurück. Glänzen=
der
Sonnenſchein ließ die Schneefelder des vorderen Odenwaldes
aufleuchten, wuchtig hoben ſich davon die dunklen Wälder auf
den Höhen ab, und aus den Tälern grüßten die in Schnee ge=
betteten
Dörfer. Bei ſolch ſchönem Anblick mußte jedem das
Herz aufgehen! Der Wanderweg führte von Ober=Ramſtadt über
Lützelbach nach Groß=Bieberau. In Webern war Gelegenheit,
die Pelztierfarm des Herrn Dr. Maſer zu beſichtigen. Die erſte
wohlverdiente Raſt fand im gaſtlichen Haus, Böhm=Lützelbach
ſtatt. Der freundliche Willkommensgruß der Ortsgruppe Neun=
kircher
Höhe durch Lehrer Sauerwein und die fröhlichen
Weiſen der Hauskapelle würzten das ausgezeichnete Mahl, ſo
daß die angeſetzten Raſtſtunden nur zu raſch vergingen. Am
Endpunkt. Groß=Bieberau, wurden die Darmſtädter von den
Groß=Bieberauer Freunden durch den Vorſitzenden, Lehrer Zim=
mer
, bei Schönberger ebenſo herzlich empfangen. Die vorzüg=
liche
Hauskapelle der Groß=Bieberauer und allerlei Vorträge
ſorgten für angenehmſte Unterhaltung bis zur Abfahrtszeit. Für
die Darmſtädter ſprach Direktor Schäfer den Freunden in Lützel=
bach
und Groß=Bieberau und den beiden verantwortlichen Darm=
ſtädter
Führern, den Klubgenoſſen Kürſchner und Trippel,
den wohlverdienten Dank aus.

Schukz vor
Ansfeckung A
erRSIRNN
Fann
GTISBRLSSS. W.
Jetzt zu ermässigtem Preise.

Die Friſeur=Zwangsinnung Darmſtadt bleibt beſtehen,
Aus Handwerkerkreiſen wird uns geſchrieben: Die heutigen un=
ſicheren
Verhältniſſe waren auch innerhalb der Friſeur= Zwangs=
innung
Darmſtadt nicht ſpurlos vorübergegangen. Die außer=
ordentliche
Wirtſchaftsdepreſſion, die naturgemäß auch das Fri=
ſeurgewerbe
ergriffen hat, hat einige Unentwegte dazu veran=
laßt
, einen Antrag auf Auflöſung der Innung zu ſtellen. Nach
längeren lebhaften Ausſprachen, die ſich hauptſächlich über recht=
liche
und juriſtiſche Fragen bezüglich der Zulaſſung dieſes An=
trages
drehten und erſt durch die zuſtändigen Aufſichtsbehörden
entſchieden werden mußten, fand am 15. Februar 1932 eine
außerordentliche Innungsverſammlung ſtatt,
deren Aufgabe es war, über den Weiterbeſtand der Innung zu
beſchließen. Das Abſtimmungsergebnis war, daß von 104 er=
ſchienenen
Mitgliedern 61 für den Weiterbeſtand ſtimmten und
43 ihre Stimme dagegen abgaben. Damit iſt die in den Krei=
ſen
der Friſeure viel erörterte Frage der Erhaltung der Berufs=
organiſation
in bejahendem Sinne entſchieden worden. Es darf
nunmehr erwartet werden, daß wieder Ruhe und Frieden in dem
Friſeurgewerbe Einkehr hält, zumal die gegenwärtige Zeit es
mehr als je erfordert, durch Einigkeit und feſten Zuſammenſchluß
gegen alle Stürme gewappnet zu ſein.
8. Akademiekonzert. Zur Durchführung des Programms
des 8. Akademiekonzerts am Montag, dem 22. d. M., im Städt.
Saalbau, vereinigen ſich die gefeierte Sängerin Mia Peltenburg,
die nach ihrem außergewöhnlichen Erfolg im März 1929 hier
wohl noch in aller Erinnerung iſt, und Heinz Jolles, Klavier,
ein junger Künſtler, deſſen Muſikalität und techniſche Ueber=
legenheit
ihn nach Dr. Einſtein=Berlin in die erſte Reihe unſerer
Pianiſten ſtellt. Es kommen Lieder von Debuſſy, Hugo Wolf und
Franz Schubert, ſowie die Sonate C=Dur Köch. Verz 330 von
Mozart und die Symphoniſchen Etüden von Schumann für Kla=
vier
zum Vortrag. Karten im Sekretariat der Städtiſchen Aka=
demie
für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36, Tel. 3500 ( Stadtver=
waltung
)
Das Heirats=Bad, der luſtige neue Schlager des Meth=
ſchen
Bauerntheaters gelangt heute, Mittwoch, zum letzten Male
im Orpheum zur Aufführung. Ab morgen, Donnerstag, kommt
das Senſationsſtück der Meth=Bühne betitelt, Spiritus eine
ganz köſtliche Komödie von Rudolf Brix, zur Darbietung In
Elberfeld erlebte dieſs Stück über 30 Aufführungen durch Meth’s
Bauern=Theater (Siehe Anzeige.)

gemeinnützige Kaſſe fließen, ſollen für die Mitglieder Erleichte=
rungen
geſchaffen werden, die bei weitem den Beitrag überſteigen.
So ſeien bereits mit dem bayeriſchen Allgäu, dem bayeriſchen Hoch=
gebirge
, Tirol Abmachungen getroffen worden, nach denen in
Hotels der Penſionspreis 3,60 RM. pro Tag betrage. Die
Heag werde die Vereinigung weiteſtgehend fördern. Die Verei=
nigung
verfüge über ſämtliche Proſpekte. Mit dem Verkehrs=
verein
wolle man Hand in Hand arbeiten, und zwar in der Weiſe,
daß die Beſtellungen der Vereinsmitglieder dem Verkehrsverein
überwieſen würden, während dieſer wiederum zugunſten der Kaſſe
gewiſſe Proviſionen gewähre. Ein evtl. Kaſſenüberſchuß könne bei=
ſpielsweiſe
ſo verwertet werden, daß eine Reiſe bei fünfzigprozen=
tiger
Ermäßigung unternommen werde. Bei allen Fernfahrten
könnten wirkſame Ermäßigungen erzielt werden. Filialen beſtän=
den
u. a. in Düſſeldorf, Köln und Frankfurt a. M. Durch den Ver=
ein
werde auch der Verkehr in Darmſtadt gefördert. U. a. ſei
am 15. Mai eine verbilligte Fernfahrt nach Venedig geplant. Die
Zugſpitzbahn habe auf dieſer Sonderfahrt eine Freifahrt gewährt.
Vor allem wolle man auch die Nachmittagsfahrten in die Nähe för=
dern
, und hier werde z. B eine 30prozentige Ermäßigung gegen=
über
einer Bahnfahrt 3. Klaſſe gewährt. Zu den Lichtbildervor=
trägen
habe auch die Heag die Apparatur und den Vorführungs=
raum
zur Verfügung geſtellt. Eine Filmvorführung Von Darm=
ſtadt
nach Amerika ſei bereits geplant. Zur Vorführung würden
nur ganz geringe Werbungskoſten für die Kaſſe erhoben. Herr v.
Oelhafen betonte weiter, daß der korporative Beitritt von Ver=
einen
möglich ſei und unterſtrich nochmals die müheloſe und vor=
teilhafte
Auskunft und Reiſegelegenheit für Mitglieder des Ver=
eins
. Beſonders wünſche man auch die Unterſtützung der Wander=
vereine
, mit denen man eng zuſammenarbeiten wolle. Ortsgrup=
pengründungen
ſeien u. a. in Bensheim, Weinheim uſw. geplant.
Auch mit der Heidelberger Vereinigung ſei eine Zuſammenarbeit
in Ausſicht genommen.
In der folgenden, ſehr lebhaften Ausſprache dankte Ober=Reg.=
Rat Dr. Bernheim für die Einladung und begrüßte die Grün=
dung
des Vereins, die er in der jetzigen Zeit für eine Notgemein=
ſchaft
halte die Unterſtützung verdiene. Der Starkenburger Auto=
mobilklub
ſtelle ſich gerne zur Mitarbeit zur Verfügung. Die Ver=
treter
des Ausſchuſſes für Leibesübungen und der Männergeſang=
vereine
erhielten Auskunft über die Möglichkeit des korporativen
Beitritts ihrer Verbände.
Nach der Ausſprache wurde der Darmſtädter Verein
für Ferien= und Studienreiſen durch den Beitritt
zahlreicher Mitglieder konſtituiert. Als Monatsbeitrag wurden
50 Pfg. feſtgeſetzt. Der Vorſtand beſteht nach einſtimmiger Wahl=
aus
den Herren Frhr. v. Wangenheim (1. Vorſitzender) Werkſtät=
tenvorſtand
Kiſon (2. Vorſitzender), Frl. Aug. Spieß ( Schriftfüh=
terin
) Druckereibeſitzer Rebel (2. Schriftführer), Bankbeamter
Lotz (1. Rechner), Geſchäftsführer Kolb (2. Rechner), den Herren
Schwarz, Gebhardt, Trinkaus, Heß, Direktor Knierim als Beiſitzer,
aus 2 Rechnungsprüfern und dem Geſchäftsführer von Oelhafen.
Mit Worten des Dankes ſchloß der Vorſitzende in der Hoffnung,
der Verein möge florieren, die Gründungsverſammlung.

Wirkſchaftslage und Berufswahl.
Man ſchreibt uns: Was ſoll unſer Junge, unſer Mädel wer=
den
? Die ewige Frage, die immer wieder um dieſe Zeit an alle
Eltern herantritt, und die heute ſchwerer denn je zu beantworten
iſt. Noch nie waren die Berufsausſichten der Jugendlichen ſo troſt=
los
wie heute. So kommt es, daß heute mehr denn je die ſoziale
wie die pädagogiſche Bedeutung der Berufsfrage im Mittelpunkt
des allgemeinen Intexeſſes ſteht. Was bleibt da zu tun?
Das iſt die bange Frage, aus der die Sorge um das Wohl der
Kinder ſpricht.
Ein Berufsſtreben haben alle. Befriedigen wir dieſes. Geben
wir ihm Inhalt. Die ſtärkſte aller Bedingungen und Grundlage
unſerer Kultur iſt die Wirtſchaft. Daher muß das Wiſſen um die
Wirtſchaft als der Grundlage des ſozialen Beſtandteils jeglicher
Bildung ſein.
Hier ſpringt als Helfer in der Not die Schule, die wirt=
ſchaftlich
gerichtete Schule ein. Der Fachſchule kommt die Aufgabe
zu, ihre Tore all denjenigen zu öffnen, die guten Willens ſind,
ihre Kräfte in Rechtſchaffenheit dem Wohle des Ganzen nutzbar zu
machen. Wohl werden ſowohl von den Berufsberatungsſtellen als
auch im Rundfunk die Eltern auf die unerfreulichen Berufsausſich=
ten
hingewieſen, gleichzeitig legt man ihnen aber doch auch ans
Herz, alles aufzubieten, um ihren Kindern das ſpätere Fortkom=
men
zu erleichtern. Eine gründliche Ausbildung und Vorbereitung
auf den Beruf hat ſich noch ſtets bezahlt gemacht. Sie iſt oft das
einzige, was die Eltern ihren Kindern mit auf den Lebensweg
geben können.
Vielen Eltern iſt aber der Weg unbekannt, wie ſie auch dann,
wenn ſie nicht in der Lage ſind, beſondere Aufwendungen für ihre
Kinder zu machen, dieſen trotzdem zu einer ordentlichen Berufs=
ausbildung
verhelfen können. Es ſind die Berufsſchulen, wo ſich
alle diejenigen, die noch keine Lehrſtelle haben, ohne Koſten
das für den Lebenskampf notwendige Rüſtzeug erwerben können.
Die jungen Menſchen ſind von der Straße weg, und ihr Tag iſt
mit nützlicher Beſchäftigung ausgefüllt. Wirtſchaftliche Kenntniſſe
braucht jeder, ganz gleich, ob er ſich der Beamtenlaufbahn, einem
handwerklichen oder rein kaufmänniſchen Beruf zuwenden will.
Eine gute wirtſchaftliche Bildung hat immer ihre Vorteile; ſie
macht den Menſchen anpaſſungs= und umſtellungsfähiger, beweg=
licher
und freier. Auch ſelbſtändige Geſchäftsleute und Handwerker
die ihre Kinder im eigenen Geſchäft verwenden und nicht gewillt
ſind, ſie jeden Morgen zu entbehren, werden die Berufsſchule der
Volltagesſchule vorziehen, Rechtslehre, Wirtſchaftsgeographie und
Staatsbürgerkunde ſind für die Kenntnis der menſchlichen, poli=
tiſchen
und wirtſchaftlichen Zuſammenhänge von größter Bedeu=
tung
. Auch Kurzſchrift Maſchinenſchreiben und kaufmänniſche
Korreſpondenz ſind Fertigkeiten, die mit beſtem Nutzen in jedem
Berufe Verwendung finden. Dasſelbe gilt für die Kenntnis von
Buchhaltung und kaufmänniſchem Rechnen. Gebiete, die ganz be=
ſonders
an den kaufmänniſchen Berufsſchulen gepflegt werden.
Kein vorwärtsſtrebender junger Menſch wird ſich ferner die Ge=
legenheit
entgehen laſſen, ſich ſoweit in der engliſchen Sprache aus=
bilden
zu laſſen, daß er ſie in Wort und Schrift praktiſch verwer=
ten
kann. Und für welches junge Mädchen wäre es ein Nachteil,
wenn es nicht nur über Herkunft Beſchaffenheit und Behandlungs=
weiſe
der Waren des täglichen Lebens gut Beſcheid weiß, ſondern
auch in der Kunſt des vorteilhaften Ein= und Verkaufes ſowie in
Zier= und Plakatſchrift gründlich unterrichtet wird?
Wir alle wollen eine Jugend, die eine beſſere Zukunft zu ge=
ſtalten
befähigt iſt. Ebnen wir dieſer Jugend die Wege dorthin!
Volkshochſchule Darmſtadt. Nachdem in der letzten Zeit
viel über die Umgeſtaltung der Männerkleidung geſprochen
wurde, hat die Volkshochſchule zur Klärung dieſer Frage einen
Fachmann gewonnen, der ſeit Jahren in der Reformbewegung
ſteht und ſelbſt an der Umgeſtaltung der Männerkleidung gegen=
wärtig
arbeitet. Er wird am Freitag, dem 18. Februar, im
Saal 236 der Techniſchen Hochſchule über ſeine Arbeit berichten,
Darmſtädter Künſtler auswärts. In Berichtigung unſerer
kürzlichen Mitteilung geben wir bekannt, daß Frau Roſe Horen=
ſtein
=Landwehr nicht an die Berliner Städtiſche Oper verpflich=
tet
wurde, ſondern ſich entſchloſſen hat, von nun an nur noch in
Gaſtſpielen aufzutreten.
P

Näe Hilfe gegen Gicht und
Rheumatismus.
De wiſſen kein ſicheres Mittel gegen dieſe Plagegeiſter? Ein=
Negen, Packungen, Bäder, Salben uſw. lindern meiſtens nur
Uunige Zeit die Schmerzen, aber ſie packen nicht immer das
ſel an der Wurzel.
Ean empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie
SS ſehbſt verſuchen, ohne daß es Sie etwas koſtet, aber ehe
i nen mehr ſage, leſen Sie die folgenden Briefe:
nichtemäß erſtatte ich Ihnen meinen allerbeſten Dank für

die wahrhaft wundervolle Heilung meines langjährigen Gicht=
leidens
durch Ihre geſchätzten Gichtoſint=Tabletten.
Koſtſpielige Bäder ſowie Einreibungen aller Art waren er=
folglos
, durch ein Inſerat wurde ich auf Ihre Tabletten aufmerk=
ſam
. Nach Gebrauch der erſten Kur fühle ich mich ſchon geheilt.
Ich kann jetzt wieder als 53jährige Frau laufen wie eine von
18 Jahren, ſtehe morgens ſchmerzlos auf und gehe abends ohne
Schmerzen zur Ruhe, zur Freude unſerer ganzen Familie. Ich bin
jetzt wieder dank Gott und Ihrer werten Tabletten ſeelensmunter,
wie neu geboren, und kann daher mit beſtem Gewiſſen jedem Gicht=
leidenden
Ihre werten Gichtoſint=Tabletten auf das beſte empfeh=
len
, da dieſelben bei mir wirklich Wunder geleiſtet haben, und
ſpreche nochmals meinen allerbeſten Dank aus. J. W. in B.
Ich bekam einen ſchweren Gelenkrheumatismus, alle ange=
wandten
Mittel verſagten bei mir. Da ließ ich mir das empfoh=
lene
Gichtoſint von Ihnen ſenden, und dies tat Wunder bei mir.
Meine ſtrenge Ausdauer wurde durch völlige Heilung belohnt,

obgleich ich ſchon faſt verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mitte
ſchon oft empfohlen und werde es weiter tun. Ich hoffe, daß dies
der beſte Dank gegen Sie iſt.
M. B in B.
Solche Briefe beſitze ich über elftauſend (notariell beglaubigt
und nun hören Sie weiter:
Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wir!
lich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieſes iſt ve
unreinigt durch zurückgebliebene harnſaure Salze, und dieſe müſſer
heraus, ſonſt nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts.
Zur Beſeitigung der Harnſäure dient das Gichtoſint. Si
können das glauben oder nicht, aber Sie ſollen keinen Pfennig
dafür ausgeben, ehe Sie ſich überzeugt haben.
Teilen Sie uns Ihre Adreſſe auf einer Poſtkarte ſofort mit
und adreſſieren Sie dieſe an: Generaldepot der Viktoria=Apotheke
Berlin A 219, Friedrichſtraße 19; es geht Ihnen dann vollſtändig
koſtenfrei eine Probe Gichtoſint mit weiteren Aufklärungen und
(V. 2030
genauer Gebrauchsanweiſung zu.

[ ][  ][ ]

Urteil gegen Stier: Freiſpruch vom Totſchlag.

Aw. Um 9.15 Uhr eröffnete am Dienstag der Vorſitzende die
Sitzung des Sch=urgerichts und erteilte zunächſt den Angeklagten
noch einmal das letzte Wort zur Verteidigung. Der Angeklagte
Stiee erklärt ſich zu der vom Staatsanwalt angezogenen Brief=
ſtelle
. Er habe nicht im entfernteſten daran gedacht, die Toten
damit anzugreifen, er habe doch viel eher die Staatsanwaltſchaft
treffen wollen. Kein Menſch könne ſich einen Begriff machen,
wie er in ſeiner Einſamkeit gelitten habe, mit dem Bewußtſein,
daß er nicht anders handeln konnte, und ſich doch nicht vertei=
digen
zu können.
Nach kurzer Pauſe verkündete dann der Vorſitzende das
Urteil. Der angeklagte Antifasciſt wird freige=
ſprochen
, da ſich der Verdacht gegen ihn nicht habe nachweiſen
laſſen. Der mitangeklagte Nationalſozialiſt wird,
weil er zu politiſchen Zwecken mit einer Waffe erſchienen iſt, in

Tateinheit mit Vergehen gegen das Schußwaffengeſetz (unbefugtes
Waffentragen) zu drei Monaten Gefängnis verur=

teilt.
Der Angeklagte Stier wird, unter Freiſpruch
im übrigen, wegen Vergehens gegen die Ver=
ordnung
gegen politiſche Ausſchreitungen, in
Tateinheit mit fahrläſſiger Körperverletzung
und wegen Vergehens gegen das Schußwaffen=
geſetz
zu insgeſamt acht Monaten Gefängnis
verurteilt.
Der Vorſitzende führte in der Urteilsbegründung aus, daß der
Appell, den der Staatsanwalt geſtern bei ſeiner letzten Erwide=
rung
an das Gericht gerichtet habe, abwegig und irreführend ſei.
Es handle ſich hier um keine grundlegende Entſcheidung, ſondern
um einen Einzelfall. Der Staatsanwalt habe anſcheinend über=
ſehen
, daß im Vordergrund allein die Frage ſtehe: hat Stier in
Notwehr gehandelt oder nicht.
Es ſei einwandfrei nachgewieſen, daß Hammer den Stier ohne
berechtigten Anlaß angegriffen habe, und daß er nicht nur aus=
geholt
, ſondern auch zugeſchlagen habe. Allerdings habe er den
Stier nur unerheblich am Daumen getroffen. Es ſei auch nach=
gewieſen
, daß Hammer, nachdem Stier die Waffe gezogen, wieder
zum Schlage ausgeholt habe. Stier habe nicht nötig gehabt, den

Schlag abzuwarten. Es ſei ebenſo einwandfrei nachgewieſen, daß
Hammer ein außergewöhnlich roher und brutaler Menſch war.
Außerdem ſei zu bedenken, daß, trotzdem alle wußten, daß Hammer
dem Stier, wie er ſich ausgedrückt hatte, eine Abreibung zu ver=
abreichen
gedenke, es niemand für nötig befunden habe, zu Stiers
Gunſten einzugreifen. Das reſultiere wohl zum Teil daher, daß
die Leute gleichgültig dagegen und mit ihren eigenen Angelegen=
heiten
beſchäftigt waren, überwiegend aber daher, daß ſie Stier
feindlich geſinnt waren. Dies alles ſei Stier nicht entgangen, und
er mußte daher mit einem beſonders hartnäckigen Angriff rechnen,
dem er völlig iſoliert gegenüberſtand. Wenn man all dies be=
trachte
, müſſe man dazu kommen, daß in dem erſten Schuß
keine ſtrafbare Ueberſchreitung der Notwehr zu
erblicken ſei.
Es ſei weiter ohne weiteres zu glauben, daß der zweite Ge=
tötete
Stier nur die Waffe entreißen wollte, aber das habe Stier
nicht wiſſen können. Er konnte glauben, daß man ihn mißhan=
deln
wollte. Der Erfolg ſei natürlich bei der Perſönlichkeit des
Getöteten ſehr zu bedauern, aber Stier habe ſich hier, bei dem
zweiten Schuß, in vermeintlicher Notwehr befunden. Auch
daß er beim vierten Schuß die Abſicht hatte, den Kommuniſten zu
erſchießen, ſei nicht nachgewieſen, und Stier ſei aus all dieſen
Gründen in dieſen drei Fällen freizuſprechen. Nun aber die Kör=
ververletzung
des einen Zeugen! Es ſei Stier gelungen, die Leute
durch bloßes Vorhalten des Revolvers in Schach zu halten und
aus dem Menſchenknäuel, der ihn umgab, herauszukommen. Er
ſtand nun nicht mehr in unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben.
Hier habe er auch mit Schießen gedroht. Er ſei deshalb wegen
Gewaltandrohung nach 8 5 der Verordnung gegen politiſche Aus=
ſchreitungen
, in Tateinheit mit fahrläſſiger Körperverletzung zu
verurteilen. Zu ſeinen Gunſten ſpreche hierbei ſeine begreifliche
Erregung, die leichte Verletzung und ſein bisher einwandfreier
Lebenswandel. Andererſeits müſſe man dem Unfug, Schutzwaffen
mitzunehmen, ganz energiſch zu Leibe gehen. Die Unterſuchungs=
haft
wird mit ſechs Monaten und zwei Wochen angerechnet. Wenn
das Gericht gleichwohl den Haftbefehl gegen Stier nicht aufhebe,
ſo mache es gar keinen Hehl daraus, daß es das weſentlich mit
Rückſicht auf die Sicherheit des Stier ſelber tue.

Jahreshaupkverſammlung
des Vereins für Leibesübungen Rok=Weiß / B. f. R.

160 Mitglieder hatten ſich im Vereinslokal Zur Goldenen
Krone eingefunden. Der 1. Vorſitzende des Vereins, Herr Dr.
med. Walther Brüning, gab einen Rückblick über das abge=
laufene
Jahr 1931 und wies gleichzeitig auf die Bedeutung des
kommenden Vereinsjahres hin. Das Jahr 1932 iſt für den Ver=
ein
ein mehrfaches Jubiläumsjahr. Es bringt das 20jährige
Jubiläum der Fußballabteilung, das 10jährige Jubiläum der
Schwimmabteilung und der Boxabteilung und das fünfjährige
der Paddelabteilung. Dieſe Zahlen können ſich noch nicht mit
den goldenen Jubiläumsziffern alter Vereine meſſen, aber ſie
zeigen doch, daß auch Rot=Weiß zumindeſt auf dem Gebiete des
Darmſtädter Fußballſports eine Tradition hat. Das Stiftungs=
feſt
wird Gelegenheit geben, näher auf die Entwicklung des Ver=
eins
zurückzublicken und denen zu danken, die den Verein auf die
derzeitige Höhe gebracht und ihm die vielen Jahre hindurch die
Treue bewahrt haben.
Der Bericht des Geſchäftsführers zeigte, daß Rot=Weiß im
abgelaufenen Jahre einen ſelten günſtigen Mitgliederzuwachs
aufzuweiſen hat, dem kaum nennenswerte Abgänge gegenüber=
ſtehen
Es folgten alsdann die Berichte des Rechners und der
Abteilungsleiter. Die Erringung der A=Meiſterſchaft, an der
nicht mehr zu zweifeln iſt, zeigte am Beſten die erfolgreiche Ar=
beit
der Fußballabteilung. Aus dem Bericht der Handballabtei=
lung
verdient hervorgehoben zu werden, daß es der Handball=

Mien Besfi der ſnseler Ic. Der Seſt BenſSmet.
ſportliche Veranſtaltungen beſuchen, dafür aber deſto mehr Siege
erringen konnten. Der Waſſerballobmann, Herr E. Hanſt, hob
in erſter Linie die Leiſtungen der Jugend hervor. Mit die rüh=
rigſte
Abteilung des Vereins war ohne Zweifel die Paddelabtei=
lung
, wie aus dem Bericht des Vorſitzenden, Herrn Umbreit, her=
vorging
. Einen eifrigen Betrieb hat die Boxabteilung. Die
Schülerabteilung hatte einen ungeahnten Aufſchwung genommen.

Ein mehrwöchiger Schülerkurſus auf dem Sportplatz, in der
Schwimm= u. Turnhalle, ſowie ein achttägiger Ferienkurſus im

Bootshaus und Landheim in Erfelden brachten den notwendigen
Schülernachwuchs. Die Damenabteilung hat einen vorzüglichen
Mitgliederzuwachs in ihrer Abteilung nachzuweiſen. Zwei neue
Abteilungen wurden ins Leben gerufen, und zwar eine Ski= und
eine Wanderabteilung.

Bei der Neuwahl mußte der ſeitherige 1 Vorſitzende. Herr
Dr. ined. W. Brüning leider aus beruflichen Gründen eine Wie=

derwahl ablehnen. Die Verſammlung ehrte und dankte ihm für
ſeine ſeitherige Tätigkeit durch Ernennung zum Ehrenvorſitzen=
den
. Zum 1 Vorſitzenden wurde alsdann einſtimmig Herr Kon=
ditormeiſter
R. Graßmann gewählt, der ſchon ſeit Jahren an

führender Stelle des Vereins ſteht. Zum Schriftführer wählte
die Verſammlung Herrn Dr. Friedel Rechel und als Preſſewart
Herrn Bajus neu hinzu, während alle übrigen Aemter des
geſchäftsführenden Vorſtandes in der ſeitherigen Beſetzung blie=
ben
. Als Beiſitzer wurden die Herren Dr. Racke, Gutjahr, Gg.
Klump und Radke neu gewählt.

rifh Eeiſchtenene Mikliecder den BeariſaungseD Boeftgende Berli
Karl Beſt, ausführlichen Bericht über die Vereinstätigkeit im
abgelaufenen Jahre, aus dem zu entnehmen war, daß die Con=
cordia
keinen Rückſchritt erlitten hat. Erfreulicherweiſe hat ſich
auch die Sängerzahl auf gleicher Höhe gehalten. Gegen die ab=
gefaßten
Berichte des Schriftführers ſowie gegen die gewiſſen=
haft
geführte Rechnungsablage des Rechners erhob ſich kein Ein=
ſpruch
. Die hieran anſchließend ſtattgefundene Vorſtandswahl

bringt keine Aenderung. Der 1. Vorſitzende dankt den anweſen=
den
Mitgliedern im Namen des Geſamtvorſtandes für das ent=
gegengebrachte
Vertrauen und bittet, auch im kommenden Jahre
treu der Concordia und dem deutſchen Liede zu dienen.

Alt=Darmſtadt Verein für Ortsgeſchichte und Heimat=
kunde
. Ueber die Geſchichte des Poſtweſens im alten Heſſen=
Darmſtadt mit beſonderer Berückſichtigung unſerer Darmſtädter
Verhältniſſe hält Herr Oberpoſtinſpektor Gröninger am Don=
nerstag
abend um 8 30 Uhr einen Vortrag im Fürſtenſaal. Der
Vortrag wird ein Kulturbild aus der heſſiſchen Vergangenheit
bilden. Gäſte müſſen durch Mitglieder eingeführt werden.

EPH. Winterhilfe des Evangeliſchen Bundes. Die Auffüh=
rungen
des Devrientſchen Weiheſpiels Guſtav=Adolf im Herbſt
vorigen Jahres im Kleinen Haus durch den hieſigen Zweigverein
des Evangeliſchen Bundes haben nicht nur tiefen Eindruck hin=
terlaſſen
, ſondern auch erfreulicherweiſe einen Ueberſchuß von
einigen hundert Mark erbracht, der der Ankündigung gemäß für
die Winterhilfe verwendet werden ſoll. Es konnten aus dem
Erträgnis 700 Zentner Briketts gekauft werden, die den evange=
liſchen
Pfarrämtern unſerer Stadt, je nach der Bedürftigkeit der
Gemeinde, zur Verfügung geſtellt wurden.

Die Chriſtengemeinſchaft. Donnerstag, 18. Februar, 20 15
Uhr, im Saale der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſa=
bethenſtraße
, öffentlicher Vortrag von Dr. Hermann Heis=
ler
=München. Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft, über
das Thema: Tod, Selbſtmord und chriſtlicher Lebensmut. (Vgl.
a. die Anzeige.)

* Ans den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.

Union=Theater.

Wer ſeinerzeit den Schwank Der keuſche Lebemann hier im
Orpheum geſehen hat, kennt bereits die Handlung, nach der die
Filmkomödie. Die Nacht ohne Pauſe bearbeitet iſt.
Dieſe Handlung aber hat durch die Verfilmung nichts von ihrer
Zugkraft verloren, im Gegenteil Spannung und Witz ſind eher
noch verſtärkt und die Komik Siegfried Arnos und Max
Adalberts tuen ihre Wirkung ſo prompt, daß reicher Lach=
erfolg
nicht ausbleibt. Camilla Horn erfreut durch raffi=
nierte
Eleganz. Sie ſtellt die berühmte Filmſchauſpielerin dar,
mit der der brave Max Stieglitz liiert geweſen zu ſein behauptet,
weil ſeine Braut nur einen Mann mit Vergangenheit haben
will. Was für Verwicklungen daraus entſtehen, beſonders für den
armen Stieglitz, der in den Ruf eines Wüſtlings kommt, wollen
wir nicht im einzelnen vorwegnehmen, um das Vergnügen und
auch die angenehme Spannung, die das Luſtſpiel bereitet, nicht zu
ſchmälern.
*

Das Union=Theater bringt heute und folgende Tage Sieg=
fried
Arno, den beliebten Komiker, Camilla Horn und Max

Adalbert in der tollen Verwechſelungskomödie Die Nacht ohne
Pauſe‟. Dazu ein unterhaltendes Beiprogramm. Jugendliche
haben Zutritt.

Im Helia=Theater ſieht man nur noch heute Grock.
den Mann, der eine ganze Welt zum Lachen brachte. Dazu das
erſtklaſſige Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.

Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute in Neuaufführung
Hans Albers, den populären deutſchen Darſteller in dem aben=
teuerlichen
Kriminal=Tonfilm Der Draufgänger‟. Dazu ein
gutes Beiprogramm.

Mädchen in Uniform! Im Union=Theater wird am 20.
Februar einer der außergewöhnlichſten Filme, die je hergeſtellt
wurden, der Gemeinſchaftsfilm Mädchen in Uniform nach dem
Bühnenſtuck Geſtern und heute der Dramatikerin Chriſta
Winsloe, einer geborenen Darmſtädterin erſtaufge=
führt
. Mädchen in Uniform wurde bei der alljährlichen Ab=
ſtimmung
des Deutſchen mit überwiegender Stimmenmehrheit
für den beſten Film des Jahres erklärt. So ungewöhn=
lich
wie ſein Stoff, iſt auch ſeine Entſtehungsgeſchichte: er wurde
ausſchließlich von Frauen hergeſtellt. Regie führte Leontine Sa=
gan
, das Drehbuch ſchrieb Chriſta Winsloe, und in dem ganzen
film ſpielen nur Frauen und Mädchen, darunter Hertha Thiele,
Ellen Schwanecke und Dorothea Wieck.

HaHAl
TALI!

(1 23

Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt, e. V.,
Alexanderſtraße 22 (ehem. Inf.=Kaſerne). Wir laden hierdurch
zu der heute, Mittwoch, abends 8.30 Uhr, ſtattfindenden Bibel=
ſtunde
der Hauptabteilung herzlichſt ein. Freunde und Gäſte will=
kommen
Bei dieſer Gelegenheit machen wir auf den am kom=
menden
Sonntag, abends 8.30 Uhr, ſtattfindenden Familienabend
anläßlich des Volkstrauertages aufmerkſam. Herr Pfarrer Köh=
ler
ſpricht unter dem Thema: Alles Leben ruht auf dem Tod.
Jedermann iſt herzlich eingeladen.

Volksbühne. Zu dem Montag, den 22. Februar, im
Städtiſchen Saalbau ſtattfindenden achten Akademiekonzert wird
den Mitgliedern der Volksbühne gegen Vorzeigen ihrer Mit=
gliedskarte
im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für Ton=
kunſt
, Eliſabethenſtraße 36, Preisvergünſtigung gewährt.

Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Auf den Vortrag
des Herrn Pfarrers Löſcher, des 2. Vorſitzenden des Verbandes
der deutſchen Gebirgs= und Wandervereine, Zwönitz (Sachſen),
über das Erzgebirge a) Landſchaft im Sommer und Winter
b) Volksleben im Erzgebirge, der heute abend im Klublokal
Zur Krone (Gr. Saal) ſtattfindet, wird noch einmal hingewie=
ſen
. (Siehe Anzeige.)

Lokale Beranſtalkungen.

Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchſießlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.

Sportplatzkaffee am Böllenfalltor hat heute
abend Geſellſchaftstanz. Es wird auf die heutige Anzeige ver=
wieſen
.

Tageskalender für Mittwoch, den 17. Februar 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: Die Nacht ohne Pauſe‟,
Helia=Lichtſpiele; Grock; Palaſt=Lichtſpiele:
Der Draufgänger Orpheum: Das Heirats=Bad Café
Ernſt Ludwig: Geſellſchaftsabend. Konzerte: Rheingauer
Weinſtube, Café Oper, Cafs Ernſt Ludwig, Schloßkeller, Perkeo
Mozart=Verein, abends 20 Uhr, im Städt. Saalbau: Konzert.

Aus Heſſen.
Eine Falſchmünzerwerkſtälke in Dieburg
ausgehoben.

In Dieburg wurden in letzter Zeit falſche Fünfzigpfennigſtüc=
in
Umlauf gebracht. Den Beamten des Landeskriminalpolize
amts iſt es in Zuſammenarbeit mit der Gendarmerie nun gelum
gen, den Herſteller in der Perſon, eines 31jähr. Hilfsarbeiters Erif
Lotz zu ermitteln. Dieſer hatte ſich in einem Manſardenzimmer eim=
vollſtändige
Einrichtung zur Herſtellung von Falſchgeld hergo;
richtet. Bei einer überraſchenden Durchſuchung konnte die geſamt.
Einrichtung zur Falſchgeldherſtellung wie: Preſſe. Prägeſtöck!
Metalle ſowie verſchiedene Verſuchsapparate und eine Anzahl fe.
tiger Falſchgeldſtücke aufgefunden und beſchlagnahmt werden. De
Täter iſt geſtändig. Er wurde feſtgenommen und dem Richter zu
geführt, der Haftbefehl gegen ihn erließ. Ueber den Umfang dun
Falſchgeldherſtellung und der Verbreitung ſind die Ermittelunge
noch im Gange.

Ak. Nieder=Ramſtadt. 16. Febr. Winterhilfe. Der ij,
Rahmen der Winterhilfeaktion veranſtaltete Kurſus zum Auu
beſſern von Kleidungsſtücken und Anfertigung von Kleidern hi=
offenbar
guten Anklang gefunden; 28 Damen haben ſich zur Teüſ=
nahme
an dem Kurſus gemeldet. Dieſer beginnt nun am Mitt
woch den 17. d. M., abends 8 Uhr, in einem Schulſaale des =
meindeſchulhauſes
in der Bahnhofſtraße. Wohltätigkeit
konzert. Anders lautenden Gerüchten entgegen ſei hier noo=
mals
feſtgeſtellt, daß der geſamte Erlös der Veranſtaltung reſtl.
der hieſigen Winterhilfe, zugeführt wird. Der Vorverkauf de
Karten iſt noch im Gange. Außerdem ſind aber auch noch Kart:
an der Kaſſe (Eingang zur Kirche) zu haben.

An. Groß=Zimmern, 16. Febr. Verſammlung des Ort:
gewerbevereins. Der Ortsgewerbeverein, hielt im Ca.
Weber eine gut beſuchte Verſammlung ab. Es wurde über di
Weihnachtsgeſchäft und die Weihnachtsreklame geſprochen. T
Steuerausſchußmitglieder geben für die in den nächſten 14 Tagy
abzugebenden Umſatz= und Einkommenſteuer=Erklärungen einä=
lehrreiche
Erläuterungen. Ferner kamen die Anſchlußgebühren
das Waſſernetz und der Waſſerpreis zur Sprache. Erſtere könn=
nunmehr
nach Mitteilung des Kreisamts, auch in Raten gezallt,
werden. Auch iſt mit einer wahrſcheinlichen Senkung des Waſſo=
preiſes
infolge der Zinsſenkung zu rechnen. Ein beſonderes, fit
unerſchöpfliches Thema bildeten die derzeitigen wirtſchaftlichen
Verhältniſſe, die jeden Handel= und Gewerbetreibenden mit banar
Sorge um ſeine Zukunft erfüllt. Es wurde ferner noch auf He
Verhältniſſe bei der Volksbank hingewieſen, die zu irgend welch,
Befürchtungen nicht den geringſten Anlaß geben. Zum Schl.
ſprach Herr Schneidermeiſter Fröhlich noch über Handwerkska
merangelegenheiten. Am Sonntag wurde der im 56 Leber/
jahre ſtehende, verſtorbene Kaufmann Gg. Phil. Wiedekind unr
zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Aus Gram über da0
Tod ihres Mannes iſt nun in der Nacht von Sonntag auf Mont19
die Witwe des Verſtorbenen freiwillig aus dem Leben geſchiedei
Den drei hoffnungsvollen, ſchwergeprüften Söhnen bringt m.
allgemein größte Anteilnahme entgegen.

Hu bei
ng aufe

Ao. Altheim, 15. Febr. Generalverſammlung des Zurn
vereins. Nach Verleſung des Protokolls wurde die Rechnung geprri
und dem Rechner Entlaſtung erteilt. Sodann wurde der Vorſtand mut
gewählt. Erſter Vorſitzender wurde Turner Friedrich Sauerwein. Zu
ſeitherige Vorſitzende, Herr Wilhelm Funk, welcher bereits über 40 Ja /0
dem Verein angehört, legte ſein Amt nieder und wurde zum Ehrzu
vorſitzenden ernannt. Am B. Februar ſoll der zweite Theaterabend

Vereins abgehalten werden. Gemeinderatsſitzung. D*
Rechnung für das Rechnungsjahr 1930 wurde dem Gemeinderat m‟
gelegt. Sie ſchließt ab mit einem Ueberſchuß von ca. 7000 RM. J
Vergütungen der vertragsmäßig angeſtellten Gemeindebedienſteten 4at
den mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ab um ca. 40 Prozent geſern
Einem Geſuch um Beleuchtung der Bahnhofſtraße ab 5. Uhr morge
wird ſtattgegeben. Der Gemeinderat nimmt Stellung gegen eine 7
fügung des Kreisamts, wonach der Erfatz des Holzhauerlohnes rücknt
kend auf das Jahr 1931 gefordert wird, während der Gemeinderet.
Erhebung einſtimmig abgelehnt hatte. Eine Kommiſſion, beſtehend c
vier Gemeinderatsmitgliedern, ſoll in dieſer Angelegenheit nochmals boi
Kreisamt vorſtellig werden.

w. Klein=Umſtadt, 15. Febr Raſcher Tod. Am Donnerä
abend gegen 11 Uhr wurde das Gemeinderatsmitglied Gg. Möſer 5. u1
einem Herzſchlag betroffen, der den ſofortigen Tod zur Folge hatte. Korl
Möſer hatte das 62. Lebensjahr vollendet. Bei der Genera‟
verſammlung der Freiwilligen Feuerwehr legte
ſeitherige 1. Kommandant, Herr Peter Bauſch, aus Geſundheitsrückfit
ten ſein Amt nieder. Zum Nachfolger wurde der 2 Kommandant, 65!
Johannes Gunkel 2., gewählt. An ſeine Stelle tritt der Landwirt 94
Sturmfels 2.
Reinheim. 16. Febr. Kammermuſikabend. Freit
den 19. Februar, wird in unſerem ev. Gemeindeſaal ein Kamm.

muſikabend veranſtaltet werden. Eliſabeth Kramer (Bratſch
Fritz Kramer und Otto Meiſinger (Klarinette) werden Muſikſt.

von N. W. Gade. Nardini und Mozart zum Vortrag bringen. A)
Erlös des Konzerts wird reſtlos der Winterhilfe zufließen.
Ci. Erbach, 15. Febr. Kirchliches Im Anſchluß an den geſ7
ſen Hauptgottesdienſt, in dem Herr Oberkirchenrat Dr. Müller der 2
ſamtgemeinde die Grüße des Landeskirchenamtes übermittelte, fand un
ſeinem Vorſitze im Gemeindehausſaale noch eine gemeinſame Sitzu4
des Kirchenvorſtandes und der Kirchengemeindevertretung ſtatt.
eingehender Ausſprache behandelte man beſonders die Uebernahme
Gemeindehauſes durch die Kirchengemeinde, die Beteiligung der Mänru
welt an kirchlichen Fragen, die der Kirche drohenden Gefahren und
im letzten Jahre auch bei uns in Erſcheinung getretene Kirchenaustri.
bewegung. Am nächſten Donnerstag veranſtaltet die Kirchengemeit
im Gemeindehaus einen Vortragsabend, der größte Beachtung verdiete
Es ſpricht der ehemalige Privatſekretär Tolſtois, Valentin Bulgakk=
über
Tolſtoi Lenin Gandhi. Da der Vortragende alſo der n69
ſten Umgebung Tolſtois angehörte und deswegen beſtimmt über gräß=
Sachkenntnis verfügt, iſt der Beſuch dringend zu empfehlen Ode=
waldklub
. Die geſtrige Wanderung führte etwa 40 Teilnehmer
herrlichſtem Wetter durch eine prächtige Waldwinterlandſchaft nach R.
Eisbahn. Die im Alexanderbad eröffnete Eisbahn erfreute.
am geſtrigen Sonntag eines äußerſt regen Beſuches. Bei den Kläng
munterer Radioweiſen huldigte alt und jung dem nervenſtählen
Eisſport.
Bg. Unter=Moſſau, 16. Febr. Der Turnverein D.J,he
vorgeſtern im Vereinslokal unter dem Vorſitz des Lehrers Töprn.
ſeine Jahreshauptverſammlung ab. Der Verein hat, das letz
Jahr ziemlich gut überſtanden. Neugewählt wurden 9. Neff 0=
1. Turnwart und H. Eckhard als Zeugwart. Die Beiträge wurd.
geſenkt. Vortrag. Am Mittwoch abend 8 Uhr ſpricht
Saale Schmucker Pfr. Behringer=Schaafheim über Luther 1..
die deutſche Seele‟.
m. Beerfelden, 16. Febr. Freiwillige Feuerwehr.
heurige Generalverſammlung hielt die hieſige Freiwillige Feuerwehr.
der Brauerei Schmucker ab. Die Aktiven waren faſt vollzählig erſch.
nen. Der 1. Vorſitzende Herr G. Lenz, leitete die Verhandlungen
ſo geſchickter Weiſe, daß die Tagesordnung und die ſonſtigen Beſprecht.
gen in verhältnismäßig kurzer Zeit erledigt waren. Die anweſende Muu
kapelle der Wehr trug manches zum gemütlichen Teil bei. Aus RI
Geſchäftsbericht ging hervor, daß die Wehr ſich auch im letzten Ia.
erfreulich weiter entwickelt hat. Die Rechnungsablage erwies eine
regelte Rechnungsführung. Der alte Vorſtand wurde einſtimmig v
dergewählt, an Stelle des ausſcheidenden 2. Brandmeiſters, Herrn
Breimer, wurde Herr L. Körber gewählt. In der Ausſprache i
Punkt Verſchiedenes wurde beſtimmt, daß künftig der Beitrag füt
Paſſiven ſtatt 1 RM. nur 75 Pfg. vierteljährlich betragen ſoll. *
im Kriege gefallenen Kameraden wurde gedacht. Der 1. Brandmeiſche
Herr W. Bechtold, dankte dem anweſenden Herrn Bürgermeiſter. 4
für ſein der Wehr und ihren Beſtrebungen ſtets entgegengebrachb
Wohlwollen. Den offiziellen Teil ſchloß der 1. Vorſitzende, Herr 9*
mit einer Mahnung zu weiterem Zuſammenhalten.

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EEu

PaaKadsand
Rnichsinsraß
MPritlrnd

[ ][  ][ ]

(ütwoch, 17. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

uredſiedlung auf dem Weikerſtädter Exerzierplat.
Weiterſtadt, 15. Febr. Wegen dieſer Angelegenheit fand

Semeinderatsſitzung ſtatt, zu der Vertreter des freien Sied=
swereins
, des Bauernbundes, des Ortsgewerbevereins, des
kſchaftskartells ſowie der hieſigen Landſiedlungsvereinigung
um und erſchienen waren. Herr Bürgermeiſter Meinhardt, der
S tzung eröffnet und die Anweſenden begrüßt wünſcht nun
gängehende Ausſprache über das Für und Wider der Ab=
der
zwei Intereſſentengruppen herbeizuführen.
Herr Ober=Reg.=Rat Landzettel, als Vorſitzender der Sied=
zuemeinſchaft
, verbreitet ſich über Zweck und Ziele der Beſtre=
ſen
der Gemeinſchaft und betont die äußerſt günſtige Las

Nr. 48 Seite 7

noch
Nen
n hr

ungdein

chen Siedlern dagegen, die doch wohl über mehr Kenntnis
podenverhältniſſe ſowie als Viehhalter auch über natürliche
ittel verfügen verſucht man die Unrentabilität der Sied=
als
Ackerland einzureden. Herr Ober=Reg.=Rat Landzettel
weiter aus daß bei Vergebung der Arbeilen in erſter
v Weiterſtädter Geſchäftsleute in Frage kommen ſollen
ſtmnüſſen!). Pro Siedlungsſtelle für Erwerbsloſe werden 2500
ſe als Reichsdarlehen abgegeben; der Reſt wird durch den
Sülim entweder durch Eigenkapital oder die Wohlfahrtsunter=
hug
, die von der Gemeinde an die Siedlungsgemeinſchaft ab=
nun
wird, aufgebracht. Es kommen Häuſer von 320010000
hc in Betracht und Siedler, die vom Gartenbau etwas ver=
ein
und 1000 Quadratmeter bewirtſchaften können. Der Ge=
edr Weiterſtadt dürften keinerlei Fürſorgekoſten erwachſen. Im
net ſeien 420450 Siedlungsſtellen, davon 100 für Erwerbs=
vorgeſehen
. Die Siedlung lege gar keinen großen Wert auf
i edlungsſtellen für Erwerbsloſe. Die Herren Architekten
Zui und Schmidt ergänzen die Ausführungen des Herrn Ober=
MXats Landzettel. Für die auf dem Platz zu errichtende Schule,
füt und Gemeindehaus ſoll von jedem Siedler ein Zuſchlag er=
on
werden, wobei der freie Siedler mehr zahle als der er=
gsl
oſe. Die Tilgung bei kleinſtem Objekt betrage inkl. Ver=
imng
8 Mk. pro Monat.
G=R. Danz (Soz.) begrüßt die Siedlungsanlage, da ſie für
gerſtädter Geſchäftsleute und Erwerbsloſe Arbeit beſchaffe; er
hut, daß bei Abſtimmung über die Angelegenheit kein Frak=
ſzwang
auferlegt werde. Von bürgerlicher Seite im Gemeinde=
AHillemann) wird dem Vorſtand der freien Siedlungsgemein=
he
der Vorwurf gemacht, daß er ſo ſpät nachdem er ſchon lange
wanderen Korporationen, wie Gewerkſchaftskartell. Gewerbe=
werden
, unter Hinzuziehung der ſozialdem. Fraktion des Ge=
ederats
, ſeit Monaten verhandelt habe, mit dem geſamten
ßeeinderat in Verbindung tritt. Er geht beſonders auf die
ſüotgelaſten, die der Gemeinde entſtehen, ein. Wenn auch das
kel=Blatt vorſieht, daß die ausſiedelnden Gemeinden auf drei
ſtie dieſe Laſten zu tragen haben, ſo bezweifelt G.=R. Hillemann
ſeRechtsgültigkeit evtl. Vereinbarung auf Verlängerung oder
dierung. Von ſeiten der Landſiedlungsvereinigung werden
hre Bedenken gegen die Wohnungsſiedlung geäußert. Für ſie
de Erhaltung des Exerzierplatzes als Landſiedlung wegen der
Beſelung von größter Wichtigkeit. Weiter hat der Vertreter
m Siedlung Bedenken ſteuerlicher Art; während die Steuer=
Air durch die Wohnungsſiedler ſicher belaſtet würden, ſei durch
ſhſte hende Steuereinnahmen der Landſiedler eine Erleichterung
warten. Die Zahl der Landſiedler, die ſich bis jetzt für Er=
v
ung von Gelände auf dem Exerzierplatz gemeldet haben, be=
a
105 Perſonen mit 336 Morgen Gelände; darunter ſind 37
hwirte, 41 erwerbsloſe Handwerker, 4 Arbeiter, 8 Kriegsbeſchä=
dſtz/
4 abgebaute Beamte, 1 ausgewieſener Reichsangehöriger,
1Alingewerbetreibende.
)R. Nepphuth (Soz.) ſtellt vier Forderungen auf: 1. Geneh=
tng
des Geſuchs, vorbehaltlich der Regelung der Fürſorge=
It. 2. Vergebung der Arbeiten an Weiterſtädter Unternehmer.
öglichſt Beſchäftigung Weiterſtädter Arbeiter. 4. Im Verwal=
hsrat
müſſen neben zwei Gewerbetreibenden auch Arbeitneh=
nitbeſtimmungsberechtigt
ſein. Die Entſcheidung, die von
btkt Schmidt dringend gewünſcht wird, fällt nicht, und es
beſchloſſen, am Montag in einer Sitzung weiter zu beraten.
Heppenheim a. d. B., 16. Febr. Autozuſammenſtoß.
bywei in der Richtung Laudenbach fahrenden Autos verſuchte
me das andere kurz vor der Straußſchen Zigarrenfabrik zu
noken. Gleichzeitig bog ein anderer Wagen aus der Lehr=
ße
. Der Führer des überholenden Autos erkannte die Gefahr,
uchke auszuweichen und verfing ſich mit dem anderen Wagen,
eder Kühler und Kotflügel vollkommen eingedrückt wurden.
ichtbildervortrag. Der Geflügelzuchtverein veranſtal=
n
Heſſiſchen Hof einen Lichtbildervortrag, zu dem ſich zahl=
* Intereſſenten einfanden. Es folgten eine Reihe von lehr=
Sn Serienzuſammenſtellungen über das Erzielen von geſun=
dAleiſtungsfahigem
Geflügel, über die Frage, wann die Geflü=
gucht
gewinnbringend ſei und ein Orientierungsgang durch
Taubenzucht. Politiſche Vereinstätigkeit.
hieſige Ortsgruppe der NSDAP. veranſtaltete im Goldenen
r einen Deutſchen Abend, der gleichzeitig den Charakter
MWerbeabends trug und durch muſikaliſche Darbietungen eine
dere Note erhielt. Der Windhorſtbund verſammelte ſeine
ſulieder und Anhänger im Vereinshaus zu einem Vortrag von
FBerlett=Lorſch über das aktuelle Thema Abrüſtung und
Myroblem. Goldene Hochzeit. Das Feſt der goldenen
ieit feiern Herr Landwirt Schneider und ſeine Ehefrau.
Lampertheim. 16. Febr. Autounfall. Zum drittenmal
nier Zeit ereignete ſich auf der Kaiſerſtraße am Forſtamt ein
lunfall, der wiederum glücklicherweiſe keine Menſchen zu
wen kommen ließ. Das Pflaſter iſt dort in einem ſehr ſchlech=
Wußtand, und ſo brach einem großen, mit Zwiebeln beladenen
Auro aus Mannheim die Federung. Es iſt ein Wunder, daß
er verſchiedenen Unfällen in der ſehr belebten Straße noch
.Menſchen zu Schaden gekommen ſind. Hoffentlich laſſen bald
Sin z und Gemeinde die Ortsdurchfahrt in einen ordentlichen
3 lun verſetzen.

Der Versöhnungsbesuch.
Von unſerem H=Korreſpondenten.

Rom, Mitte Februar.
Vor drei Jahren hat ſich der muſſoliniſche Staat mit der
vatikaniſchen Kirche verſöhnt. Die Lateranverträge zwiſchen
Italien und dem Papſte wurden abgeſchloſſen. Es war da=
mals
fraglich, wer bei dieſem Friedensgeſchäft mehr gewonnen
hatte, das italieniſche Königreich oder der neue vatikaniſche
Staat. Die alte römiſche
Frage, die ſeit dem Zu=
ſammenbruch
des Kirchen=
ſtaates
zwiſchen dem Rom
auf der einen Tiberſeite
und dem Rom am anderen
Flußufer ungelöſt durch
die Jahrzehnte eines dok=
trinären
Rechtsbewußt=
ſeins
hingeſchleppt worden
war, wurde durch die Ini=
tiative
Muſſolinis endlich
zum alten Eiſen geworfen.
Der unnatürliche Zuſtand
des Mangels von Be=
ziehungen
zwiſchen dem
alten kirchlichen Rom und
dem neuen Italien, der
bei diplomatiſchen Anläſ=
ſen
, wie zum Beiſpiel bei
ſogenannten Hohen Be=
ſuchen
zu merkwürdigen
Umwegen führte, war
einem völkerrechtlich ge=
ordneten
Zuſtand gewichen.
Aber an Stelle der
alten römiſchen Frage‟
trat, wie vermutet wurde,
gleich eine neue römiſche
Frage, die ihre wahre Be=
deutung
und Schärfe im
Kampf um die Erziehung
der Jugend in Italien
zeigte. Eine der wichtig=
ſten
kulturellen und partei=
politiſchen
Fragen des
Fascismus iſt der Einfluß
auf die Jugend und ihre
Bildung als dem zukünf=
tigen
Träger des Staats=
gedankens
. Hier wollte und
konnte die Kirche nicht ohne Weiteres Stellungen aufgeben, auf
denen ſie unter allen möglichen Regierungsformen in Italien
in ihrem katholiſch=päpſtlichen Sinne zu wirken gewohnt war.
und hier konnte andrerſeits der Fascismus nicht auf eine Ein=
flußnahme
verzichten. Kirche und Partei mußten ſich hier in
einer neuen römiſchen Frage auseinanderſetzen.
Nun zeigte die päpſtliche Verteidigung der Stellung im
Kampf um die Jugend von vornherein eine ſchwache Lage. Der
Papſt, durchaus Gelehrter und wahrhafter Hirte auf dem
Stuhle Petri, ſah ausſchließlich religiöſe und ethiſche Probleme
in dieſem Kampf um die Seele der Jugend und war offenbar
nicht darüber orientiert, daß zelotiſche Kreiſe und unter=
geordnete
vatikaniſche Stellen zugleich einen Feldzug gegen
den Fascismus an ſich bei dieſem Streit um die neue römiſ. he
Frage verſuchten. Man hatte in gewiſſen vatikaniſchen Kreiſen
noch nicht verſtanden, daß ein wirkliches friedliches Zuſammen=
leben
mit dem fasciſtiſchen Italien nur dann zu erreichen war
venn der Vatikan ſich tatſächlich nur auf erzieheriſche und kul=
turelle
Probleme bei der Erziehung der Jugend beſchränkte und
politiſche Fragen in vollkommenſter Weiſe ausſchaltete. Die
Kirche konnte in Italien bei der Erziehung der Jugend vom
Staate Muſſolinis nur dann berückſichtigt werden, wenn ſie
entweder vollkommen fasciſtiſch wurde und als Werkzeug der

Ideen des Fascismus arbeitete, oder wenn ſie wahrhaft neutral,
den Fascismus in keiner irgendwie gearteten Weiſe bekämpfend,
ausſchließlich religiöſe Arbeit an der Jugend leiſtete.
Dieſen Kampf um die Seele der Jugend hat Muſſolini nun
dem Vatikan gegenüber gewonnen. Nur muß man dabei be=
achten
, daß es augenblicklich ziemlich gleichgültig iſt, wer dieſe

Erſtes Originalbild vom Papſt=Beſuch Muſſolinis.

Die Ankunft des Duce auf dem St. Peter=Platz.

Jugend erzieht; denn auch ſie iſt gleichgültig geworden, nach
dem alten Erfahrungsgrundſatz, daß ein Zuviel gar leicht ab=
ſtumpft
. Aber Muſſolini hat ſeine Schlacht gegen den Vatikan
wieder in ſeiner nun ſchon erprobten Art gewonnen. Er läßt
Leute gegen den Feind Sturm laufen, denen er größere Freiheit
zu gewähren ſcheint. Das ſind menſchliche Werkzeuge, die er
ganz gern ſich abſtumpfen ſieht, um ſie dann wegzuwerfen. Er
verbraucht gerade diejenigen, die als eifrige Gernegroße ſich ſelbſt
zerſtören müſſen, damit ſie beim ruhigen Weiterbau am Staate nicht
ſtören können. So ließ er die ſtudentiſchen Schreier unter der
Führung des Abgeordneten Scorza gegen den Vatikan los.
Und als der Papſt durch den Lärm in der alten Stadt Rom
aufmerkſam geworden, die politiſchen Hintergründe des Kampfes
um die Jugend und die Wünſche kirchlicher Politiker im Vatikan
ſelbſt erkannte oder richtig, darüber informiert wurde, war raſch
der Boden für eine neue Verſöhnung frei. Muſſolini opferte
den Rufer in der Schlacht, der Vatikan wurde politiſch im=
muniſiert
, und die Folge iſt, daß der Duce endlich den Papſt
beſucht. Daß er dabei faſt wie ein Souverän empfangen wird
und daß ein beſonderes Zeremoniell deshalb für Muſſolini
von den erfahrenen Männern im Vatikan zugebilligt wird, zeigt
nur, daß diesmal der Beſuch eines Capo del Governo weſent=
lich
über die übliche Bedeutung hinausgeht.

A. Groß=Rohrheim, 16. Febr. Gemeinderat. Es liegt ein
Entwäſſerungsvorſchlag für die Weide oberhalb des Weidweges an der
Eiſenbahn vor. Er wird genehmigt unter der Vorausſetzung, daß
damit die Wohlfahrtserwerbsloſen beſchäftigt werden. Weiter liegt ein
Antrag betr. Regelung des Nachtwächterdienſtes vor. Da für dieſen
Winter keine Aenderung mehr vorgenommen werden ſoll und die
Entwicklung der Verhältniſſe bis kommenden Winter ſich nicht voraus=
ſehen
läßt, wird die Erledigung der Angelegenheit bis kommenden
Herbſt vertagt. Die Blutlauskommiſſion iſt neu zu bilden, und wer=
den
hierzu der Feldſchütze Anthes und Herr Gärtner Thiele vorgeſchla=
gen
und auch gewählt. Die Sätze der Tagegelder werden neu feſtgelegt,
und zwar für Gemeindevertreter bis 6 Std. 2,50 RM., über 6 Std.
5. RM., für Gemeindebeamten die halben Sätze und für alle jeweils
die Fahrtkoſten, bei Eiſenbahn 3. Klaſſe, und ſonſt die baren Fahrtaus=
lagen
.
Gernsheim, 16. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
Vegel am 15. Februar 106 Meter, am 16. Februar 1,09 Meter.

D. Biblis. 16. Febr. Der hieſige Geflügelzuchtverein veran=
ſtaltete
im Saale des Gaſthauſes Zum Deutſchen Haus eine Aus=
ſtellung
, die ſehr gut beſucht war. Die ſehr billige Eintrittskarte
zu dieſer Veranſtaltung galt gleichzeitig als Los für die mit der
Ausſtellung verbundene Lotterie. Den Ausſtellern wurden ſchöne
Preiſe und Prämien zuteil. Vor völlig ausverkauftem Hauſe
lief im Saale Zur Krone der Kriegsfilm Verdun.
Hirſchhorn. 16. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
15. Febr. 2,16 Meter, am 16. Febr. 2,20 Meter, morgens 5.30 Uhr.
Friedberg, 16. Febr. Auf der Mainweſerbahn überfuhr ein
Laſtauto bei Okarben die geſchloſſene Schranke
und blieb auf dem Geleiſe ſtehen. Den herankommenden Zug ver=
ſuchte
der Bahnwärter zum Halten zu bringen. Der Autofahrer
gab Vollgas und überfuhr nun auch die zweite Schranke; der Zug
fuhr in verlangſamtem Tempo über die Gefahrſtelle. Es entſtand
nur Materialſchaden an Auto und Schranken.

Mang des Waſſerrohrnekes.

der Zeit vom Samstag, den 13.
Dur, bis Samstag, den 27. Februar
Awird das ſtädtiſche Waſſerrohrnetz
All. Dabei läßt ſich eine Trübung
MLeitungswaſſers nicht vermeiden,
muß die Waſſerlieferung von 22 Uhr
Uhr unterbrochen werden. Den

Serabnehmern wird deshalb empfoh=
ich
rechtzeitig mit Waſſer zu ver=
Den Druckrohrſpülungen wird die
AAeillieferung nur verringert.
Eaßzenverzeichniſſe mit der Bezeich=
M Der einzelnen Spülabteilungen
an den bekannten Aushang=
E des Herrn Oberbürgermeiſters
Dſechen werden. Außerdem erteilt
Etadt. Fernſprechzentrale (Fernruf
V500) ſowie die Feuerwache (Fern=
600) Auskunft.
(St. 229
Spülplan.
prmckſtrang I:
anistag, 13. Febr., von 22 Uhr ab
9 Pdrmckſtrang II:
(o itag, 15. Febr., von 22 Uhr ab.
Dhrmckſtrang III:
ieristag, 16. Febr., von 19 Uhr ab.
* Auwälter Mathildenhöhe
1 ADachsberg:
M-nerstag, 18. Febr., von 8 Uhr ab
2 Ailung 4:
kntag, 19. Febr., von 22 Uhr ab.
Pilung B:
anistag, 19. Febr., von 22 Uhr ab.
Alung b:
(oritag, 22. Febr., von 22 Uhr ab
Alung C:
iemstag, 23. Febr., von 22 Uhr ab
Ailung (:
lit twoch, 24. Febr., von 22 Uhr ab.
Ailung D:
ℳMunerst., 25. Febr., von 22 Uhr ab.
1 Pilmng d:
teäitag, 26. Febr., von 22 Uhr ab.
Nilmng B:
amstag, 27. Febr., von 22 Uhr ab.
niltion der ſtädtiſchen Betriebe.

Vergleichsberfahren.
Ueber das Vermögen des Auguſt Heil,
zugleich als Alleininhabers der Firma
Philipp Heil Söhne Papierfabrik
in Eberſtadt bei Darmſtadt, iſt am
10. Februar 1932, vormittags 10½, Uhr,
das Vergleichsverfahren zur Abwendung
des Konkurſes etöffnet worden. Der
Rechtsanwalt Dr J. Strauß in Darmſtadt,
Saalbauſtr. 9 iſt zur Vertrauensperſon
ernannt. Termin zur Verhandlung
über den Vergleichsvorſchlag iſt auf:
Mittwoch, den 9. März 1932,
vormittags 9 Uhr,
vor dem Heſſiſchen Amtsgericht Darmſtadt,
Sitzungsſaal, Zimmer 118, anberaumt.
Der Antrag auf Eröffnung des Ver=
fahrens
, nebſt ſeinen Anlagen und das
Ergebnis der weiteren Ermittlungen ſind
auf der Geſchäftsſtelle zur Einſicht der
(2665
Beteiligten niedergelegt.
Darmſtadt, den 10. Februar 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.

aftlchs Setrliebsführtumg
Wiesens
(IMgd.38)

Elektr. Kontor=
Lampen, Zug= und
Stehlampen.
Kontortiſche
und Stühle
geſucht. Angeb. unt
R 275 Geſch. (2667

Stamm= und Nutzholz
Verſteigerung.
Samstag, den 20. Februar 1932,
vormittags 10 Uhr, werden in der
Wirtſchaft von Heinrich Braun,
(Heberer), aus dem Meſſeler Gemeinde=
wvald
verſteigert:
15 im Kiefern=Stammholz
15 tm Fichten= u. Lärchen=Stammholz
83 tm Fichten=Bauholz. Kl. 1a, 2a u. 15
15 im Lärchen=Bauholz, Kl. 1a,2a u. 10
(2664
100 Derbſtangen (Fichte).
Heſſiſche Bürgermeiſterei Meſſel.
gez. Keller.

Die im Verwaltungsjahr vorkommen=
den
Fuhrleiſtungen ſollen vergeben
werden. Die Verdingungsunterlagen
liegen während, der üblichen Dienſtſtun=
den
auf Zimmer Nr. 30 der unterzeich
neten Direktion, Frankfurterſtraße 100,
(St. 266
zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1932.
Direktion der ſtädt. Betriebe Darmſtadt.

Nächſten Samstag, 20. Februar
1932, nachmittags 3 Uhr, wird in der
Wirtſchaft von Adam Egner die
Gemeindejagd, auf weitere 6 Jahre ver=
pachtet
. Es wird bemerkt, daß dieſelbe
n einem guten Zuſtande iſt, ſowie, daß
das Jagdrevier in 20 Minuten vom
Bahnhof Seeheim und Jugenheim leicht
zugänglich iſt.
Ober=Beerbach, 14. Februar 1932.
Heff. Bürgermeiſterei Ober=Beerbach
Rff
Burger.

Oeifll

Freitag, den 19. Februar, vor=
mittags
11½ Uhr, wird in der Faſel=
hofreite
, Am Küchler 1, ein zur Zucht
untauglicher gut genährter Faſel
öffentlich meiſtbietend verſteigert. (2660
Ober=Ramſtadt, 15. Februar 1932.
Heſſ. Bürgermeiſterei
Rückert.

Wegen vollſtändiger Auflöſung d. Haushaltes
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ſeſſel
, verſchiedene Stühle, 1 3tlg. Roß=
haarmatratze
, 1 kl Sofa, 1 nußb. Damen=
ſchreibtiſch
, 1 Vertikow, 1 lack. Schrank,
1 Kommode, 1 Ottomanne, 1 Küchenein=
richtung
, 1 weiß emaillierter Gasherd mit
Backofen, 1 kl. Eisſchrank, 1 Opernglas
(Perlmutt), Herrenkleider, Bett= und
Damenwäſche, Vorhänge mit Zubehör,
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[ ][  ][ ]

Generalleutnant von Rundſtedt (rechts), Befehlshaber des Wehrkreis=Kommandos III.,
begrüßt eine ſiegreiche Heeresmannſchaft.
Zuſammen mit den deutſchen Skimeiſterſchaften wurden in Oberſchreiberhau auch die diesjährigen
deutſchen Heeres=Skimeiſterſchaften ausgetragen, bei denen ausgezeichnete Leiſtungen erzielt wurden.

Schauplatz und Sieger der deutſchen Skimeiſterſchaften.
Links: Rudi Matt, der durch ſeine Geſamtleiſtung im Langlauf den Titel des Deutſchen e
meiſters 1932 errang. Mitte: Blick auf die Himmelsgrundſchanze bei Schreiberhau während 4u
Sprungkonkurrenz. Rechts: Gumpold, der Beſte im Sprunglauf und Zweite in der Geſamtwerturn

Die ſchwarze Maske.
Feſtnahme einer Diebes= und Erpreſſerbande.
Marburg. Der Polizei gelang es, eine
Diebes= und Erpreſſerbande feſtzunehmen. Ins=
geſamt
wurden bisher 11 Perſonen feſtgenommen,
die aber nach ihrer Vernehmung bis auf den
Bandenführer, den Lehrling Kl. in Wehrda,
wieder auf freien Fuß geſetzt wurden.
Zur Feſtnahme dieſer Perſonen, die unter
dem Namen Die ſchwarze Maske einen Geheim=
bund
gegründet hatten, erfahren wir folgende
Einzelheiten: Vor einigen Tagen erhielt ein
Marburger Geſchäftsmann einen Brief mit der
Aufforderung, abends 11 Uhr auf dem Verbin=
dungsweg
CölbeWehrda 500 RM. abzuliefern.
Dieſer Aufforderung kam der Geſchäftsmann aber
nicht nach und erhielt darauf einen zweiten
Brief, in dem auf die Folgen hingewieſen wurde,
die daraus entſtehen würden, wenn er das Geld
nicht abliefere. Die Ermittlungen ergaben nun,
daß mehrere junge Leute einen Geheimbund.
unter dem Namen Schwarze Maske gegründet
hatten und nun verſuchen wollten, vor allem in
den Beſitz von Geld zu kommen. Führer dieſes
Geheimbundes war der 18jährige Lehrling Kl.,
wohnhaft in Wehrda, der mit zwei Freunden
einen Ueberfall auf einen anderen Marburger
Geſchäftsmann geplant hatte. Kl. war im Be=
ſitze
eines Revolvers, zwei andere Mitglieder
waren im Beſitze von Scheintodpiſtolen.
Die wohl reſtliche Unſchädlichmachung dieſer
Bande gelang der Polizei dadurch, daß die Feſt=
nahme
der Beteiligten ſchlagartig erfolgte und
auch gleichzeitig die Hausſuchungen durchgeführt
wurden Bei der Vernehmung gab Kl. zu,
den Brief an den Marburger Geſchäftsmann ge=
ſchrieben
zu haben, ferner gab er zu, daß für die
nächſte Zeit noch zwei weitere Ueberfälle geplant
waren. Auch mehrere Gartenhauseinbrüche wur=
den
von den Beteiligten verübt, ferner fallen
ihnen Weindiebſtähle in einem Hauſe am Markt
und in einem Pfarrhauſe in der Nähe von Ober=
roſphe
zur Laſt, auch der Treibriemendiebſtahl
in der Fabrik Sonneborn fand ſo ſeine Auf=
klärung
. Der Führer der Bande, der Lehr=
ling
Kl., wurde in das Amtsgerichtsgefängnis
eingeliefert, die übrigen Beteiligten wurden nach
ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß geſetzt.
Kl. gab bei ſeiner Vernehmung noch an, zahl=
reiche
Detektivromane geleſen und dadurch zur
Gründung dieſes Geheimbundes angeregt wor=
den
zu ſein."

Freihert 5. A. von Oppenheim .

Zweiter Stratoſphärenflug Piccards?
Augsburg. Ingenieur Dr. Kipfer, der
Profeſſor Piccard bei ſeinem erſten Strato=
ſphärenflug
begleitete, iſt aus Innsbruck hier
eingetroffen, um auf dem ſeinerzeitigen Start=
platz
bei der Ballonfabrik eine Reihe von Kon=
trollmeſſungen
durchzuführen. Er beſtätigte er=
neut
, daß Prof. Piccard mit größter Wahrſchein=
lichkeit
beabſichtige, von Augsburg aus einen
zweiten Stratoſphärenflug zu organiſieren, den
der belgiſche Phyſiker Coſayns ausführen ſoll.

Der Kölner Bankier S. A. von Oppenheim.
einer der Führer des deutſchen Rennſportes,
ſtarb im Alter von 67 Jahren. Aus ſeinem Ge=
ſtüt
Schlenderhan ſind viele der beſten deutſchen
Galopp=Pferde, vor allem Oleander und Alba,
hervorgegangen.

Ein Dokumenk der likauiſchen Gewalkherrſchaft in Memel.

Das Denkmal Wilhelm I. und eine Teilfigur des von Wilhelm II. eingeweihten Nationaldenkmals
im Hof der Memeler Feuerwehr.

Während der augenblicklich in Memel herrſchenden geſpannten Lage haben die Litauer ein Denk=
mal
Wilhelm I. und das von Wilhelm II. eingeweihte Nationaldenkmal abgeriſſen und die
Figuren in den Hof der Memeler Feuerwehrwache gebracht, wo ſie hinter einem Stacheldraht=
zaun
lagern.

Die Stadtbankdirektoren und die Firma Sklarek.

Berlin. Im Sklarek=Prozeß wurde geſtern
die Vernehmung des Stadtamtsmanns Hoge fort=
geſetzt
, der u. a. erklärt, er könne auf keinen
Fall annehmen, daß die Stadtbankdirektoren
etwas von den Fälſchungen der Unterlagen ge=
wußt
hätten. Die Schiebungen der Sklareks
konnten nach Anſicht Rechtsanwalts Bahn nicht
rechtzeitig aufgedeckt werden, da das Stadtbank=
perſonal
, das ſich meiſt aus Militäranwärtern
zuſammenſetzte, ungenügend geſchult war. Hoge
erwähnte dann, daß er Stadtbankdirektor Hoff=
mann
einmal auf Grund einer Reviſion auf Be=
anſtandungen
aufmerkſam gemacht habe, daß
aber daraufhin nichts erfolgt ſei. Heute könne
r ſich das nur ſo denken, daß bei den maßgeben=
den
Stellen der perſönliche Verkehr, die geſell=
ſchaftlichen
Beziehungen zu den Sklareks und
vielleicht auch Vorteile eine gewiſſe Rolle ge=
ſpielt
hätten. Auf eine Frage Leo Sklareks, ob
Schmitt, Hoffmann und Hoge nach der Verhaf=
tung
der Sklareks nie zuſammen gekommen ſeien,
um bei der Bank ein bißchen ſauber zu machen,
antwortete Hoge, er ſei nur einmal von Hoff=
mann
antelephoniert worden, der ihn gefragt
hätte, ob nicht er, ſondern Hirſch die Anweiſung
gegeben habe, daß man ſich mit den Kopien an
Stelle der Originalrechnungen begnügen könne.
Hoge will in dieſem Telephongeſpräch keine Be=
einfluſſung
geſehen haben.

Brand auf der Friesland
Hamburg. Die HamburgAmerika=Linie
teilt mit: An Bord des Motorſchiffes Fries=
land
, der HamburgAmerika=Linie brach un=
mittelbar
nach Verlaſſen des Hamburger Hafens
im Maſchinenraum ein Feuer kleineren Umfangs
aus, das ſofort gelöſcht werden konnte. M.=S.
Friesland kehrte in den Hafen zurück. Eine
Ueberholung der Motoren, um feſtzuſtellen, ob
weitere Schäden entſtanden ſind, wird das Schiff
noch einige Tage in Hamburg feſthalten.

Hochwaſſerkataſtrophe im Donaudelta.

Budapeſt. Wie Az Eſt aus Ismael mel=
det
, hat ſich im Donaudelta eine gewaltige
Natur=Kataſtrophe zugetragen. Infolge einer
Waſſerſtauung auf dem Donau=Abſchnitt bei
Braila iſt eine gewaltige Flutwelle, vermiſcht
mit Eisſchollen, auf die niedrig gelegene Ge=
meinde
Valcov niedergegangen. Das Unglück ge=
ſchah
zur Nachtzeit, ſo daß die Bevölkerung nur
notdürftig bekleidet die Häuſer verlaſſen konnte
und auf den benachbarten Anhöhen bei 30 Grad
Kälte Zuflucht ſuchen mußte. Mehr als 400 Per=
ſonen
ſollen mit ſchweren Froſtſchäden in die
Krankenhäuſer eingeliefert worden ſein.

Segelfliegen in Oeſterreich.
Graz. Am Samstag und Sonntag wurde
auf dem Flugfeld Thalerhof der erſte ſelbſtän=
dige
Flugzeugſchleppkurs in Oeſterreich durchge=
führt
. Am Sonntag wurde ein Segelflugzeug
in 27 Minuten 1700 Meter hoch geſchleppt, worauf
der Pilot einen Gleitflug in Kurven ausführte
und nach einer Flugdauer von 23 Minuten
45 Sekunden glatt landete.

Dreifacher Mord unter Spielern.
Paris. Ein dreifacher Mord wurde am
Montag abend gegen 10.30 Uhr von einem argen=
tiniſchen
Staatsangehörigen in dem auf den
großen Boulevards gelegenen bekannten Café de
Madrid begangen. Der Argentinier tötete durch
Revolverſchüſſe drei Landsleute. Der Mörder iſt
der 37jährige, in Buenos Aires geborene Louis
Fernandez, der vor zwei Jahren in Argentinien
die Bekanntſchaft ſeiner jetzigen Opfer gemacht
hatte. Er ſpielte damals mit ihnen Baccarat und
merkte bald, daß ſie ihn betrogen. Dieſer Tage
erfuhr er nun, daß die drei Spieler ebenfalls in
Paris ſeien. Er vereinbarte mit ihnen eine
Zuſammenkunft in dem Café wo er mit ihnen
Karten zu ſpielen begann. Plötzlich forderte er
mitten im Spiel ſein verlorenes Geld zurück, und
es entſpann ſich ein Streit, der bald ſehr heftig
wurde. Plötzlich zogen alle vier Spieler den
Revolver, doch kam Fernandez ſeinen Landsleu=
ten
zuvor, und ehe dieſe abdrücken konnten,
lagen ſie bereits tot in ihrem Blut. Der Mörder
wurde verhaftet.

Holländiſcher Bankier tödlich verunglückt.
Cranenburg. Auf der Straße nach Cleve,
kurz vor Cranenburg, geriet am Montag abend
ein holländiſcher, von dem Bankdirektor van Oort
aus Nymwegen geſteuerter Perſonenkraftwagen
ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Bei
dem Anprall öffnete, ſich die Wagentür, und
Bankdirektor van Oort ſtürzte auf die Straße,
wo er ſchwer verletzt bewußtlos liegen blieb.
Paſſanten brachten ihn ins Krankenhaus nach
Cranenburg, wo er kurz nach der Einlieferung
ſtarb. Im Wagen und auf der Straße verſtreut
fand man rund 20 000 RM. deutſchen Geldes,
die bei dem Anprall aus der Taſche des verun=
glückten
Bankdirektors gefallen waren.

Fertigſtellung einer neuen ruſſiſchen Erdöl=
Leitung.
Moskau. Wie die Telegraphenagentur der
Sowjetunion meldet, iſt der Bau der Erdöllei=
tung
Armawir fertiggeſtellt. Die Baukoſten be=
trugen
23 Millionen Rubel, die Bauzeit belief
ſich auf 10 Monate, während die Bauzeit der
Erdölleitung Grosny=Tuapſe dreieinhalb Jahre
dauerte. Das erſte Petroleum aus Bataick iſt
bereits in die Ukraine abexpediert.

Die Eiſenbahnakkenkäker von Marſeid k=
Paris. In Kreiſen der Kriminalpolän
glaubt man es bei dem Attentat auf den Luxrw kän
zug Paris-Ventimiglia mit dem Werk ein=
internationalen
Verbrecherbande zu tun
haben, und man ſtellt dieſes Attentat in en
gewiſſe Verbindung mit den Anſchlägen gegn ftuſen
den Berliner Schnellzug bei Jüterbog und Ain
WienOſtende=Expreß bei Torbagy in Ungary
In allen drei Fällen gingen die Verbrecher nEit
lich mit ſehr ſtarken Sprengſtoffen vor. Bei MJ=
ſeille
wurde die Exploſion der Bombe, die 59
Gleis auf eine Strecke von 10 Metern aufr; f40
bis 15 Kilometer vom Tatort entfernt gehätz
Der Attentäter Matuſchka hat bekanntlich
Kr
klärt, er habe die Abſicht gehabt, in der Nähe d
Amſterdam, von Mailand und Ventimiglia Eu=
tere
Attentate auszuführen, ſo daß die Unt=
ſuchungen
der Polizei vorerſt einmal nach dise
Fou eien
Richtung hin gelenkt werden.

MN

Die Lagunen bei Venedig gefroren.
Rom. In Norditalien hält die Kältens
nach wie vor an. Sogar die Lagunen bei Ve‟
dig ſind gefroren. Im Eiſe waren etwa 20 B0 ½,
ken ſtecken geblieben. Sie mußten von der Feun=
wehr
mit einem eigens dazu hergeſtellten kleine
Eisbrecher hereingeholt werden. Die Tempen=
tur
iſt weiter geſunken. Bei Padua erreicht
Kälte 15 Grad. Aus dem Gebirge brei Tri i0
wird Schneefall und ſtarker Froſt bis zu 24 G-0
gemeldet.
Sieben Eskimodörfer durch Sturmfluten
vernichtet.
Nome (Alaska). Erſt jetzt wird bekanp
daß kurz vor Weihnachten ſieben Eskimodönn
auf der Nelſon=Inſelgruppe im Beringsm
durch Sturmfluten völlig vernichtet wurden.
dieſer Kataſtrophe dürfte aller Wahrſcheinlicht
nach keiner ihrer Einwohner mit dem Lekm!
davongekommen ſein. Walfiſchjäger, die
Nachricht hierher brachten, berichten, ſie häthy
zahlreiche Leichen von Eis umſchloſſen gefundu
Die Sturmfluten haben übrigens die ganze 2
ſelwelt zwiſchen der Kuskokwin=Bucht und m)
Cap Romanzof heimgeſucht.
Die Opfer des geſchmuggelten Alkohols.
New York. Nach offiziellen Berichten
in New York im Laufe des Jahres 1931 795 ,
ſonen nach dem Genuß vergifteten Alkohols
ſtorben. Es ſei wahrſcheinlich, daß die wirtie
Zahl der Opfer geſchmuggelten Alkohols in 20%
York ſich auf etwa 1600 belaufe. Allein währe
der Weihnachtstage ſeien elf Perſonen durch m..
giftete Getränke ums Leben gekommen. Der *
richt kommt trotzdem zu der Feſtſtellung, daß di

Ziffern keinen Schluß für oder gegen die P70 9
bition zulaſſe.

General Nobile wird Cheſ=

Konſtrukkeur der Sowjek Luftſchiig

General Umberto Nobile,
der bekannte Führer der italieniſchen Luſtſche.
Polar=Expeditionen, hat mit der Sowjetlet
rung einen vierjährigen Vertrag uſterzeichle
der ihn als Chef=Konſtrukteur der ruſſiſch
Luftſchiffe verpflichtet.

Seite 8 Nr. 43

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Miktwoch, 17. Februar 1

Von den Ski=Meiſterſchaften 1932 in Schreiberhau.

[ ][  ][ ]

ſAtwoch, 17. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten

Nr. 48 Seite 9

SAlldsSTü desTttt

Handball im Odenwaldgau der 2.T.
Die Ergebniſſe vom 14. Februar:
Sroß=Umſtadt 1. Wenig=Umſtadt 1. 7:0; Groß=Umſtadt 2.
uug=Umſtadt 2. 7:0; König 1. Polizei Reſ. Darmſtadt 11:7;
5=Zimmern 1. Ober=Ramſtadt 1. 7:3; Gundernhauſen 1.
Sh=Vieberau 1. 4:5; Mümling=Grumbach 1. Böllſtein 1. 12:1;
prielden 1. Erbach 2. nicht ausgetr.; Semd 2. Langſtadt 2.
Semd 1. Langſtadt 1. nicht ausgetr.; Steinbach 1. Zell 1.
Steinbach 2. Zell 2. 8:2.
En Groß=Umſtadt lieferten ſich die beiden 1. Mannſchaften ein
tis Spiel, bei dem Groß=Umſtadt eine Klaſſe beſſer war als
Segner. Wenig=Umſtadt verſteifte ſich auf ein unzweckmäßiges
ſeriſpiel im Strafraum. Bei den 2. Mannſchaften ſpielte Groß=
Mitrdt reichlich hart: Wenig=Umſtadt verlor dadurch den Mut
v mußte die hohe Niederlage hinnehmen. Die Sache in König
wief ſehr ſchön. Etwa 400 Zuſchauer umſäumten den Platz als
Anpfiff ertönte. Bei König gefiel beſonders der Sturm; Ver=
eitung
und Läuferreihe ſah man ſchon wirkſamer ſpielen. Der
ſe Mann des Platzes war unſtreitig Königs Torhüter Gras=
vk
. der totſichere Bälle, noch unſchädlich machte. Die Polizei

u Schluß ſtand das Spiel 11:4. Die Königer Mannſchaft ließ
man Eifer und Wucht nach, anſcheinend ſchien ſie genug Tore
inVorſprung zu haben. Dieſe Schwäche nutzte die Polizei geſchickt
g. Daſcher übernahm die Sturmführung und riß ſeine Elf zum
Eſpurt mit. Grasmück verletzte ſich in dieſem Augenblick auch
erheblich und war ſtark behindert. Es gelang den Gäſten, in
der Zeit 3 Tore aufzuholen. Bei der Begegnung in Groß= Zim=
un
hatte es zunächſt den Anſchein, als ſollte Ober=Ramſtadt das
Aenen machen, Halbzeitſtand 2:2. In der 2. Halbzeit flaute je=
ſein
Angriff ſtark ab, und die Platzelf gab nun nach allen
Seni den Ton an. Bei unvermeidbaren Niederlagen ſollte man
ſinicht darauf verlegen, die Regeln umbiegen zu wollen! Zwei
ſichſtarke Gegner kämpften in Gundernhauſen um den Sieg. den
Geßlich die Gäſte an ſich bringen konnten, dank ihres beſſeren
ſonannes. Das Ergebnis Mümling=Grumbach Böllſtein ſpricht
ſich. Der aufgetaute Platz in Semd ließ kein flüſſiges Spiel
womnmen. Mit viel Nachſicht von ſeiten des Schiri, kam das
ſſfen der 2. Mannſchaften unter Dach und Fach, das der erſten
ſe man dann ausfallen. Der glatte Boden in Steinbach machte
ſehr unvorteilhaft bemerkbar. In Technik und Spielaufbau
ſragte Steinbach ſeinen Gegner. Bei der Zeller Mannſchaft
arden einige gute Kräfte, doch ließen ſich dieſe ſchließlich ſtark
w dem unturneriſchen Benehmen einzelner ihrer Mitſpieler be=
Aluſſen, was der Mannſchaft mehr geſchadet als genutzt hat.
bden 2. Mannſchaften war Zell beſſer als das Ergebnis beſagt.
Am kommenden Sonntag ſpielen: König 1. Sportv. 98
Um ſtadt Reſ. 3,30 Uhr: Nieder=Klingen 1. Gundernhauſen 1.,
A Uhr; Nieder=Klingen 2. Gundernhauſen 2., 1.30 Uhr;
5ß Zimmern 2. Tgd. Beſſungen 2., 3.30 Uhr; Kirch=Brom=
Reinheim 1. 3 Uhr; Kirch=Brombach 2. Reinheim 2.,
Uhr; Klein=Zimmern 1. Groß=Umſtadt 2., 12,30 Uhr; Groß=
mtadt
1. fährt zum ASC. nach Darmſtadt.

Germania EberſtadtSV. Münſter 3:2 (2:1).
Vor 700 Zuſchauern lieferten ſich die beiden Mannſchaften
ſällige Rückſpiel, das die Leute von der Bergſtraße mit 3:2
ſiſich entſchieden. Aber trotz alledem kamen ſie auch heute über
ſpieleriſch ſchwache Niveau des Vorſonntags kaum hinaus.
äder erſten halben Stunde konnte man noch mit den Leiſtun=
zufrieden
ſein. Aber mit wachſender Spieldauer wurde die
immer ſchwächer und es koſtete ſo viek Mühe in den Schluß=
nuten
, den knappen Vorſprung zu halten. In der 11. und 35.
h. kamen die Vorſtädter durch ihren Erſatzmittelſtürmer
Ißer 2. zu Treffern. Dazwiſchen, in der 30. Min. ſchoß der
hbrechte Lorenz für die Gäſte das erſte Gegentor. In der 16.
diute nach dem Wechſel lenkte Kaufmann eine Flanke Kalt=
liers
zum 3. Treffer ein Dann war es mit der Kunſt der
Utbeſitzer zu Ende. Die Leute von der Bergſtraße fielen jetzt
Mommen auseinander In der Verteidigung zeigten ſich be=
Fliche Schwächen. Münſter drängte und konnte auch in dieſer
swächeperiode auf 3:2 verbeſſern, aber zum Ausgleich kam die
benſive der Münſterer zu ſpät. Schiedsrichter konnte gefallen.
*a MannſchaftWolfskehlen 2., dort, 7:1. 1. Schüler1. Schü=
Union Wixhauſen 1:1.
Union WixhauſenFC. Germania Pfungſtadt 0:2 (0:1).
Dieſes Treffen brachte abermals eine große Enttäuſchung für
Unionanhänger. Waren die Leiſtungen der Einheimiſchen bei
letzten Spielen bedenklich ſchwach, ſo durfte man doch erwar=
Rdaß bei dieſem Spiel beide Punkte in Wixhauſen verbleiben
ſiden. Die wichtigſte Erkenntnis bei dieſem Spiel dürfte ſein,
die Hoffnung um den Verbleib in der Kreisliga beträcht=
geſunken
iſt. Das Spiel wurde fair und flott durchgeführt,
dem Pfungſtadt durch ſchnelle Ballabgabe und zweckmäßige
dummenarbeit beſonders auffiel. Bei dem Platzbeſitzer war
Sturm das Schmerzenskind, der ſich trotz der vielen Tor=
Fgenheiten nicht zurecht fand und nur ſelten einen geſunden
ſchuß anbrachte. Das Spiel ſah zuerſt Wixhauſen meiſt mehr
hüngriff, ſo daß es für Pfungſtadt ſehr bedenklich ausſah. Auch
lingſtadt wurde des öfteren ſehr gefährlich und konnte auch
vor Halbzeit durch einen Deckungsfehler in Führung gehen.
Phauſen, die Gefahr erkennend, kämpfte jetzt mit Rieſeneifer,
anders Unions Mittelläufer war vollſtändig Herr der Lage.
Iing ſtadts Hintermannſchaft konnte mit viel Glück ihr Heilig=
tein
halten. Pfungſtadt wurde nur noch ſelten gefährlich.
hute, aber trotzdem kurz vor Schluß den 2. Treffer erzielen.
Vereifer und reichlich Pech verhalfen dem Platzbeſitzer zu dieſer
Yerlage. Schiedsrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter.
NannſchaftPfungſtadt 2. 2:1. 1. JugendEberſtadt 1. 5:1.

Abſchluß der Deutſchen Ski=Meiſterſchafken.
Münchener Pioniere und Hirſchberger Jäger die neuen Heeres=
Meiſter 1932.
Die Deutſchen Ski=Meiſterſchaften wurden am Dienstag mit
den Patrouillenläufen der Hoch= und Mittelgebirgstruppen zur
Deutſchen Heeres=Skimeiſterſchaft in Schreiberhau abgeſchloſſen.
In beiden Klaſſen konnten ſich die Titelverteidiger nicht erfolg=
reich
durchſetzen, ſondern mußten mit den Plätzen vorlieb nehmen.
Die Ergebniſſe: Hochgebirgstruppen; Geſamtergeb=
nis
: 1. Pionier Batl, 7, München, Langlauf 1:43:20, Patrouil=
lenlauf
2:13:10. Geſamtzeit 3:56:30: 2. Geb.=Batl J.=R. 19. Kemp=
ten
. Langlauf 1:47:42. Patrouillenlauf 2:09:24. Geſamtzeit
3:57:06; 3. Gebirgs=Batl. J.=R. 19. Kempten II. Langlauf
1:51:48, Patrouillenlauf 2:15:11. Geſamtergebnis 4:06:59;
4 Gebirgs=Artl.=Regt. 7, Landsberg/Lech, Langlauf 2:03:40,
Patrouillenlauf 2:27:31. Geſamtzeit 4:31:11. Mittelge=
birgstruppen
: 1 II. Jäger=Bat. J.=R. 7 Hirſchberg. Lang=
lauf
1:47:17, Patrouillenlauf 2:22:52. Geſamtzeit 4 :10:09
2. I. Jäger J.=R. 10. Dresden, Langlauf 1:49:28 Patrouillenlauf
2:25 :03, Geſamtzeit 4:14:31; 3. J.=R. 20. Paſſau, Langlauf
1:51:00, Patrouillenlauf 2:24:17, Geſamtzeit 4:15:17: 4 J.=R. 19,
München, Langlauf 1:53:26, Patrouillenlauf 2:26:47. Geſamtzeit
4:20:13.
Tiſchtennis: Süddeutſchland Ungarn 0:6.
Der Repräſentativkampf endete mit einem glatten Sieg der
Ungarn, die ſämtliche Wettſpiele glatt für ſich entſcheiden konnten.
Schimmel (Eintracht Frankfurt a. M.) Szabados 17/21. 14/21;
Wöbke (Sportverein 98) Boros 17/21. 15/21: Schardt (Spp 98)
Bellak 15/21, 6/21; Biener (Bar Kochba Frankfurt a. M.)
Szabados 6/21 11/21; Schwarzſchild (1 F.T. T.C.) Boros 10/21,
13/21: Frl. Henſert (1 F. T. T. C.) Frl. Gal 4/21. 11/21. An=
ſchließend
trugen die Ungarn unter ſich einige Schaukämpfe aus.
Auszeichnung für ein Sportmädel.
Eine Auszeichnung, wie ſie bisher nur ſelten an Frauen zur
Verleihung kam errang Frl. Lu Zilles. Sie iſt ſeit Jahren
Mitglied des Schwimmvereins Heſſen in Worms. Für ihre
gleichmäßig guten Leiſtungen auf den verſchiedenartigſten Gebie=
ten
ſportlicher Betätigung erhielt ſie nun als Anerkennung vom
Reichsausſchuß für Leibesübungen das ſilberne Turn= und Sport=
Abzeichen.
Am vergangenen Samstag ſiegte in Karlsruhe in den Run=
denſpielen
um die Hochſchul=Fußball=Meiſterſchaft die Techn.
Hochſchule Darmſtadt 3:2 (0:0) gegen die Univer=
ſität
Tübingen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch. 11 Februar.
10.20: Schulfunk: Bilder vom Hunsrüd
15.15: Stunde der Jugend. Aus den erſten Jahren des Automo=
bils
. Ja, ſchöne Seelen finden ſich Eine Dackerlgeſchichte.
17.05: Konzert des Funkorcheſters. Werke von Grieg, Humperdinck,
Reinicke, Svendſen. anſchl.: Tanzmuſik aut Schallplatten.
18.40: Stefan Großmann: Die Pſychologie des Journalismus.
19.0: H. Jülg: Mit Alfred Wegener auf Grönlands Inlandseis.
19.45: Freiburg: Unterhaltungskonzert des Erſten Freiburger Man=
dolinen
= und Gitarrenverein.
20.00: Aktueller Dienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
21.00: Länderauerſchnitt.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Mittwoch. 17. Februar.
9.00: Schulfunk: Ein Mikrophonbeſuch in einer Berufsberatungs=
ſtelle
.
9.35: Priv.=Doz. Dr. Koch: Die Technik des Verkaufens. Ausbil=
dung
des Verkäufers.
10.10: Leipzig: Schulfunk: Die Bremer Stadtmuſikanten gründen
einen Geſangverein. Eine Geſchichte in Volksliedern von K. A.
Findeiſen.
11.30: Lehrgang für praktiſche Landwirte: Volkswirtſchaftliche Fra=
gen
.
15.00: Jugendſtunde: Aus 1001 Nacht.
15.45: Dr. Gerta Wendelmuth: Warum muß ſich die Hausfrau
für das Dün en der Gemüſe intereſſieren?
16.00: St. Konetzky: Zehn Jahre Studienfahrten des Zentralinſti=
tuts
für Erziehung und Unterricht.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Generalmajor a. D. Prof. Dr. Haushofer: Die geſchichtliche
Bedeutung der natürlichen und politiſchen Grenzen.
18.00: Prof. Bickerich u. Mitwirkende: Der nationale Charakter der
Völker im Spiegel ihrer Muſik.
18.30: Prof. Dr. Hashagen: Die Entſtehung des modernen Kapi=
talismus
.
19.00: Ing. Kunze: Grenzen im Staatsbürgerrecht des Beamten.
19.30: Gute Schlager. Tanzabend. Ausf.: Tanzorcheſter Felix Leh=
mann
L. Bernauer (Tenor). Conférence: K. Schnog.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Leipzig: Die Fröſche des Ariſtophanes. Nachdichtung von
F. Diettrich. Kompoſitionen von A. Schettler,
22.25: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.45: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Abendunterhaltung.
Als Einlage: Vom Berliner Sechstagerennen im Sportpalaſt.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Geſchäftliches.

In dem in herrlicher Umgebung inmitten des Thüringer
Waldes gelegenen Ilmenau befindet ſich die bekannte Ingenieur=
ſchule
Ilmenau, eine höhere techniſche Lehranſtalt für Elektro=
technik
und Maſchinenbau aller Fachrichtungen. Während auf
dem elektrotechniſchen Gebiet, Fernmeldetechnik, Radiotechnik und
Hochſpannungstechnik ſich beſonderen Zuſpruchs erfreuen, iſt es
auf dem Gebiet des Maſchinenbaues beſonders Betriebstechnik,
Automobilbau und Flugzeugbau. Neben ſelbſtgebauten Leicht=
flugzeugen
zum Schulen beſitzt die Anſtalt neuerdings einen mäch=
tigen
Dornier=Merkur für Studienzwecke. Näheres über Studien=
pläne
iſt von der Leitung der Ingenieurſchule zu erfahren.

Gewinnauszug
5. Klaſſe 38. Preußiſch=Süddeutſche Staafs=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleſch hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Leſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

6. Ziehungstag
15. Februar 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
12 Gewinne zu 5000 M. 226761 254768 265908 302112 346157 360553
16 Gewinne zu 3000 au. 22686 44061 68764 87662 159036 197124
354966 379420
62 Gewinne zu 2000 M. 6699 13302 37156 60598 68150 101080
112228 135470 146485 150S54 158245 159252 194629 30 1361 20852
211931 236633 271646 281106 291941 292896 327212 337806 344517
371577 388465
142 Gewinne zu 1000 M. 3771 5492 9427 10624 20502 20966 91342
23800 25580 26306 27620 39144 43347 48456 54163 69724 86739
104588 104788 112055 117228 120213 134872 144896 148824 167468
168685 169826 181534 182801 183680 188160 188321 190623 201029
228260 229344 244436 245420 247161 248989 057866 262216 271085
274134 276462 285073 294676 299453 30500 316600 317483 318139
319675 319958 323177 323282 323453 306650 327476 328648 332684
335982 353516 355029 363220 365262 375603 377488 386763 398781
210 Gewinne zu 500 M. 3636 3972 5408 9442 9965 10756 16674
19086 21516 33304 33770 38116 38183 40825 41516 44855 45770
49265 61697 62774 55413 55508 62457 68682 69125 69472 71633
78360 81498 84168 85396 82798 83536 93765 97863 108268 114347
117366 117772 118170 120031 127462 133434 138136 138385 138682
143757 145924 152876 155284 164185 189200 173069 180326 183767
191203 192151 196228 197619 199429 700021 201981 208531 218121
213325 214225 218691 296718 937488 241 136 245034 248487 248566
250681 260000 26 1202 267064 276086 281 100 281606 281804 286317
289684 306887 319482 321398 325112 331444 331620 341042 342482
344614 355539 356820 355887 357863 368241 370348 378838 383669
392081 392123 394071 394 161 398801
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gevinne m 75000 M. 160893
2 Gewinne zu 10000 M. 362373
8 Gewinne zu 5000 M. 19509 21903 193592 395622
14 Gewinne zu 3000 M. 17662 49519 78280 187848 234595 385117
Mrte
60 Gewinne zu 2000 M. 1511 11605 34880 61577 74415 82428
83853 89855 94220 94721 1112i4 114170 181679 178756 190470
204825 205626 209312 06968 234215 269896 2854 18 290163 304596
313636 396172 350638 371436 372554 382718
108 Gewinne zu 1000 M. 2001 10921 15481 18061 50695 63464 66616
78365 80264 93705 107568 108018 113861 120476 121959 103459
125322 134280 137805 139613 148276 148649 148661 165428 167302
163357 188062 194040 195898 213731 216811 220312 226707 233036
234236 236481 263832 276273 281577 287318 288035 308468 314871
325530 330227 337184 343032 351627 369595 367459 368676 379830
386044 393371
186 Gewinne zu 500 M. 12848 17530 19009 19124 26341 29106
32831 33637 35556 37361 41176 45890 49791 62497 55219 77167
78565 81834 87446 90498 96898 99577 107331 111706 111884 122387
123769 127191 129846 134034 136807 137181 138618 141280 141485
156182 160423 163616 164837 170626 170906 175471 176544 180834
181472 183932 183876 186421 187198 186510 192462 206794 225180
226585 226720 227040 228206 235854 24 1008 944996 258170 262267
563071 275921 278061 284000 290686 594073 303298 304951 306148
308435 308440 309871 312998 320103 324801 325484 326514 335383
348276 348821 350736 361421 362270 364 149 369407 371260 382029
383492 383568 389041 393380
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 2 Ge=
winne
zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je
100000, 4 zu je 75000, 10 zu je 50000, 24 zu je 25000, 152 zu je
10000, 396 zu je 500, 788 zu je 3000, 2340 zu je 2000, 4720 zu
je 1000, 7772 zu je 500, 23398 zu je 400 Mark.

Weiterbericht.

Das Hoch hat ſich und ſeinen Kern mehr ſüdwärts nach Ir=
land
verlagert, ſo daß auch bei uns Druckanſtieg eingeſetzt hat und
die Bewölkung mehr zurückgegangen iſt. Gleichzeitig zieht im
Norden eine neue Störung vorüber mit ſehr warmer Luft. Ueber
Island erreichten die heutigen Morgentemperaturen 11 Grad
Wärme. Die Warmluft dürfte an der Vorderſeite des Hochs von
Nordweſten her nach Deutſchland zugeführt werden, ſo daß bis
Donnerstag Milderung und wieder mehr Bewölkung ſowie ver=
einzelt
auch geringe Niederſchläge zu erwarten ſind. Jedoch wird
ſich in der kommenden Nacht noch der Hochdruckeinfluß durchſetzen.
der zu leichteren Strahlungsfröſten führt. Tagsüber kommt durch
geringe Bewölkung die Sonnenſtrahlung mehr zur Geltung, die
jetzt fortſchreitende Erwärmung bringt.
Ausſichten für Mittwoch, den 17. Februar: Nachts leichter Strah=
lungsfroſt
, dunſtig oder etwas bewölkt, ſonſt aufheiternd,
trocken.
Ausſichten für Donnerstag, den 18. Februar: Temperaturen wahr=
ſcheinlich
nachts bis etwas über Null anſteigend, mehr dun=
ſtiges
und wolkiges Wetter, vereinzelt etwas Regen.
Haupiſchriffleitung: Rudolf Mauve
Verantwortſich für Polltik und Wirtſchaſt: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton, Reich und
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bähmann;
für den Handel: Ur C H. Quetſch= für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nettei.
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wiliy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wittich ſämilich in Darmſfadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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[ ][  ][ ]

Nummer 48

Mittwoch, den 17. Februgg

Freiverkehrshandel an den Börſen.
Der Börſenverkehr ehne antliche Kursfeſtiſekung bevorſiehend. Keine Pfanderekukionen im Börſenverkehr

zum amklichen Börfenverkehr?

Der preußiſche Miniſter für Handel und Gewerbe hat den Börſen=
vorſtänden
mitgeteilt, daß er mit der Abhaltung von Verſammlungen
der Wertpapierbörſen nunmehr einverſtanden ſei. Dabei ſoll jedoch
zunächſt von amtlichen Kursfeſtſtellungen abgeſehen werden.
Des weiteren erſcheint es notwendig, daß der Wertpapierverkehr
ſich nach der langen Dauer der Schließung in der nächſten Zeit unbe=
einflußt
von Handverkäufen von Wertpapieren (Lombardeffekten) ent=
wickelt
. Es ſollen daher vor der Wiederaufnahme der Börſenverſamm=
lungen
Beſchlüſſe der Berufsvereinigungen des Bankgewerbes veranlaßt
werden, nach denen ſie ſich für ihre Mitglieder verpflichten, Pfand=
exekutionen
im Börſenverkehr vorläufig nicht vorzunehmen.

In der Mitteilung des preußiſchen Miniſters für Handel und Ge=
werbe
an die Börſenvorſtände, daß er jetzt mit der Abhaltung von Ver=
ſammlungen
der Wertpapierbörſen einverſtanden ſei, iſt nach Meinung
maßgeblicher Kreiſe die Entſcheidung über eine Wiederaufnahme des
Börſenverkehrs von den Aufſichtsſtellen den Börſenvorſtänden über=
laſſen
worden. Für die Stellungnahme des Miniſters war vor allem
maßgebend, daß ſich in den letzten Monaten im telephoniſchen Freiver=
kehr
eine weſentliche Beſſerung der Lage ergeben habe; Angebot und
Nachfrage von Effekten ſeien einigermaßen ausgeglichen und damit die
Vorausſetzungen für einen reellen Wertpapierhandel gegeben. Sicher
ſeien auch jetzt noch genügend Gründe vorhanden, die gegen die Börſen=
wiedereröffnung
ſprechen, die ſchwerwiegenderen könnten jedoch für die
Eröffnung ins Treffen geführt werden. Man müſſe dafür Sorge tragen,
die an den Börſen gegebenen techniſchen Einrichtungen dem Kapital=
verkehr
wieder nutzbar zu machen. Praktiſch handelt es ſich im Grunde
nur um die Verlegung des bisherigen Telephon=Freiverkehrs in die
Börſenräume, da auf Grund der im September gewonnenen Erfah=
rungen
die Wiederaufnahme des Kaſſaverkehrs vorläufig nicht in Frage
kommt, ſondern ein amtlicher Freiverkehr ohne amtliche Kursfeſtſetzung,
ohne Zwangsexekutionen und ohne Kursveröffentlichung ſtattfinden ſoll.
Man will damit den Börſenverkehr allmählich wieder einſpielen, und
in amtlichen Kreiſen neigt man der Hoffnung zu, daß dieſes Ueber=
gangsſtadium
nur von kurzer Dauer zu ſein braucht, und vor allem auch
bald die Möglichkeiten gegeben ſein werden, die notwendigen Exekutio=
nen
langſam und ohne nennenswerte Erſchütterungen des Marktes zur
Durchführung zu bringen.

Berliner und Frankfurker Efſekken=
Hreiberiehr.

Der geſtrige telephoniſche Freiverkehr in Berlin ſtand völlig unter
dem Eindruck der matten vorgeſtrigen New Yorker Börſe. Die Speku=
lation
war unſicher geworden und neigte zu Glattſtellungen, zumal es
an neuen Anregungen fehlte. Die Kandidaturannahme Hindenburgs
wurde durch die ungünſtigen Außenhandelsziffern in der Wirkung wie=
der
aufgehoben, ſo daß die Kundſchaft geſtern ebenfalls wenig am
Markt war, anſcheinend, weil ſie durch das ewige Auf und Ab der
Kurſe gleichfalls nerdös gemacht wird. Je nachdem die Währungsopti=
miſten
oder die Währungspeſſimiſten den Markt beherrſchen, ſchaukelt
nämlich die Tendenz hin und her. Die Abſchwächungen hielten ſich im
allgemeinen in Grenzen von 1 bis 2 Prozent. Nur Schiffahrtsaktien
lagen auf die Meldung von einer Reichsſubvention weiter ausgeſprochen
ſchwach. Auch die vorgeſtern noch favoriſierten Elektropapiere mußten
ſich mehrprozentige Abſchläge gefallen laſſen, ebenſo waren Reichsbank=
anteile
auffällig gedrückt. Die ſonſtigen Spezialitäten ( Charlottenbur=
ger
Waſſer, Deutſche Erdöl. Julius Berger, Schubert u. Salzer uſw.)
büßten ebenfalls im Durchſchnitt 2 Prozent ein. Bemerkenswert
widerſtandsfähig lagen nur alle Kohlenwerte und Conti=Gummi, die
ihren Pariſtand behaupten konnten. Gut gehalten waren auch die
Auslandswerte, Chadeaktien konnten ſogar noch 1 RM. anziehen, auch
Arbed=Bonds waren ½ Prozent höher geſucht. Der Anlagemarkt hatte
uneinheitliche Tendenz. Deutſche Anleihen und Reichsſchuldbücher
neigten zur Schwäche, dagegen waren Goldpfandbriefe und Schatz=
anweiſungen
, Kommunalobligationen und Stadtanleihen auf geſtriger
Baſis eher geſucht und bis ½ Prozent höher. Im Verlaufe bröckelten
die Kurſe an den Aktienmärkten bei mangelnden Umſätzen weiter ab,
die Rückgänge betrugen jedoch nur Bruchteile eines Prozentes.
Die Erholung der Tendenz, die ſchon in den Mittagsſtunden feſt=
zuſtellen
war, machte auch nachmittags weitere Fortſchritte. Die Um=
ſätze
bewegten ſich allerdings, ebenſo wie die Kursbeſſerungen, in eng=
ſten
Grenzen. Der Hauptſtimulus für dieſe Erholung war wohl die
Hoffnung auf die Wiederingangfetzung des Börſenverkehrs, nachdem das

Preußiſche Handelsminiſterium ſein Einverſtändnis mit der Abhaltung
von Börſenverſammlungen in einem Schreiben an die deutſchen Bör=
ſenvorſtände
zum Ausdruck gebracht hat. Es wird ſich herausſtellen, ob
nicht der Geſchäftsumfang darunter leiden wird, daß die Banken die
Möglichkeit haben, die Kunden=Orders zu ſammeln und entſprechend
zu kompenſieren. Vorläufig traten dieſe Ueberlegungen aber unter der
Tatſache als ſolche in den Hintergrund, und die Stimmung war zuver=
ſichtlich
, zumal die Ermäßigung des Privatdiskontſatzes um 1/a Prozen:
wieder, unſeres Erachtens unbegründete, Diskouthoffnungen weckte.
Gegen ihren niedrigſten Stand gewannen die meiſten Papiere 1 bis
2 Prozent. Feſt lagen Chade=Aktien (plus 3 RM.) auf höhere Aus=
landsmeldungen
. Feſtverzinsliche Werte hatten ruhiges Geſchäft aber
gut behauptete Kurſe. Nur Reichsſchuldbuchforderungen büßten bis zu
3 Prozent ein. Am Geldmarkte machte ſich auf den Steuerzahlungs=
termin
immer noch eine gewiſſe Nachfrage bemerkbar, die Tendenz war
jedoch nach dem Medio ſchon wieder eher leichter. Die Tagesgeldſätze
erfuhren keine Veränderung, dagegen wurde der Privatdiskont, wie
ſchon erwähnt, infolge herrſchender Materialknappheit um 1⁄a Prozent
ermäßigt, ſo daß er ſich jetzt auf G5ſo Prozent Geld und 6½ Prozeut
Brief ſtellt. Für Reichsſchatzanweiſungen blieb der Zinsſatz dagegen
unverändert 7½ Prozent.

Die nene Leilung der Credikanſtalk ernennt.

Im Frankfurter Telephonverkehr machte ſich eine allgemeine Ab=
ſchwächung
bemerkbar. Die Stimmung litt unter dem ſchwachen Schluß
der New Yorker Börſe, der durch Gewinnmitnahmen veranlaßt wurde.
Von den führenden Werten gaben J.G. Farben 2 Prozent nach, auch
die übrigen Aktienwerte lagen 12 Prozent niedriger. Beſonders an=
geboten
waren Reichsbankanteile im Zuſammenhang mit der Dividen=
denermäßigung
der Badiſchen Bank. Das Geſchäft war, wie ſchon in
den letzten Tagen, außerordentlich klein. Die Nentenmärkte lagen
gleichfalls ſchwächer. Stärker angeboten waren Schuldbuchforderungen,
die erneut ſtärker gedrückt waren. Tagesgeld leicht bis 7 Prozent.

Die Auslandsbörſen.

Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in ſehr unſicherer Hal=
tung
, das Geſchäft verlief ſehr ruhig, internationale Werte neigten zur

Schwäche. Im Verlaufe der Börſe war die Stimmung luſtlos, doch
wurde ſie in der letzten Stunde feſter infolge beſſerer Nachfrage für
Pariſer Rechnung. Internationale Werte reagierten auf die höheren
Kursmeldungen aus Wallſtreet.
Nach anfänglicher Zurückhaltung wurde es im Verlaufe der
Pariſer Börſe feſter, doch wurde es gegen Schluß erneut unregel=
mäßig
.
Auch Brüſſel war uneinheitlich, im Verlaufe machte ſich eine
gewiſſe Widerſtandsfähigkeit bemerlbar, und Käufe der Pariſer Arbitrage
löſten dann eine Befeſtigung aus.
Wien war nach anfänglicher Unregelmäßigkeit ſpäter etwas ſchwä=
cher
, wobei das Geſchäft faſt vollſtändig zum Stillſtand kam.
New York war gleich den kontinentalen Plätzen nicht einheitlich
und verhältnismäßig ruhig.
An den internationalen Deviſenmärkten ergaben ſich
am Nachmit ag keine größeren Veränderungen, doch neigte der Dollar
weiter eher zur Schwäche und ging an den verſchiedenen Plätzen etwas
zurück. Das Pfund ſtellte ſich gegen Dollar auf 3,/447/, blieb alſo faſt
unverändert, gegen den Gulden notierte es 8,51½, gegen Paris 87,40,
gegen Zürich 17,64½ und gegen die Reichsmark 14,51. Der Dollar ging
in Amſterdam auf 246,90 nach anfangs 247,02½ zurück. Die Reithsmark
notierte in Amſterdam 58,65, in Zürich 121,42½ und in New York
23,78. Madrid blieb weiter ſchwach, die übrigen Deviſen wie z. B. die
Süidamerikaner, die Norddeviſen und die Deviſen des Fernen Oſtens
blieben unverändert.

Berliner deviſen=Zeſtſehung vom 16. Foruar 1932.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz

G Brief Gete Brief 6.593 6.607 Spanien 33.17 33.23 49.95 50.05 Danzig 81.97 82.13 12.465 12.485 Japan. 1.484 1.486 56.94 57.06 Rio de Jan. 0.250 0.252 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.463 7.477 170.33 170.67 Portugal 13.19 13.21 78.82 78.98 Athen 5.545 5.555 79.82 79.98 Iſtambul 81.07 81.23 Kairo 14.84 14.88 14.49 14.53 Kanada 3.666 3.674 1.028 1.032 Uruguay 1.728 1.732 4.209 4.217 Island 65.43 65.57 58,69 58.81 Tallinn 111.39 111.61 21.84 21.88 Riga 80.92 81.08 16.59 16.63 Bukareſt 2.522 2.528 82.14 82.30 Kaunas 41.98 42.06

In einer vielſtündigen Verſaltungsratsſitzung und nach Uebe=
windung
mannigfacher Schwierigkeiten wurde geſtern die neue Le=
tung
der Creditanſtalt ernannt. Zun Generaldirektor wurde der Hyu=
länder
van Hengel ernannt, der zugleich Vorſitzender des Exekutin=
Komitees ſein wird. Seine Machtbefugniſſe werden jedoch in O.
Weiſe eingeſchränkt, daß er nicht allein, ſondern nur gleichzeitig mi
einem Mitglied des Vorſtandes der Creditanſtalt für die Bank zeiü=
nungsberechtigt
iſt. Die Vorſtandsmitglieder ſind durchweg Oeſtet=
reicher
. Das Exctutiv=Komitce beſteht aus vier Oeſterreichern und dan
Vertretern der ausländiſchen Gläubiger. Außer Herrn van Henzul
werden nämlich der Vize=Gonverneur der Bank von Frankreich, Choſ=
les
Riſt, und der engliſche Bankdirektor Shuſter in das Exekutu=
Komitee entſandt. Generaldirektor van Hengel hat der Regieruu
die Erklärung abgegeben, daß er zunächſt die Situation der Ereßt=
anſtalt
prüfen wolle, um dann unverzüglich die Verhandlungen mi
den ausländiſchen Gläubigern über die Begrenzung der Haftung 14
öſterreichiſchen S=aates einzuleiten.
Wirkſchaftliche Bundſchan.
Steuerfreie Neichsbahnanleihe 1931. Die Einzahlungen auf

HRi deiriche Wich e runen ei eſin e Fuchagctit
der ſich in der vorigen Woche auf 244,1 Mill. RM. ſtellte.
Intereſſengemeinſchaft Verliner Privatbankfirmen. Die Intereſſt

gemeinſchaft der Berliner Privatbankfirmen erörterte die Wiekl=
eröffnung
der Börſe und die damit zuſammenhängenden Fragen
Geldbeſchaffung. Die Leitung berichtete über ihre bisherige Mitark;
an der Schaffung von Einrichtungen für Depotreviſionen bei Bany=
und Bankiers und erhielt für die weitere Behandlung der Angelesr=
heit
die von ihr erbetenen Ermächtigungen.
Außerordentlicher Rückgang der Schuhsinfuhr in Frankreich.
folge der beſonders ſtarken Erhöhung der Einfuhrzölle für Schuhe. eid
Maßnahme, die durch das franzöſiſch=deutſche=tſchechiſche Schuhabkuag
men ſanktioniert wurde, iſt die Schuheinfuhr nach Frankreich, die
November noch 600 000 Paar und im Dezember 668 000 Paar betrr
im Januar auf 146 000 Paar oder um 78 Prozent gegenüber der
zembereinfuhr gefallen. Wenn auch Saiſoneinflüſſe bei dieſem urne
wöhnlichen Sinken der Einfuhr mitſpielen mögen, die Haupturſal
rührt von der überaus hohen Steigerung der Einfuhrzölle her.

Viebenärkte.

* Mainzer Viehhof=Marktbericht. Amtliche Notierung vom 15.
Fruar 1932. Auftrieb: 16 Ochſen, B Bullen 396 Kühe oder Fär u
276 Kälber, 730 Schweine. Marktverlauf: In allen Viehgattunu
mäßig belebt, langſam geräumt. Preis pro 50 Kilo Lebendgewicht41
RM.: Ochſen al) 3033, b2) 1822: Bullen e) 1821; Kühe a) 18
b) 16D, c) 1417; Färſen ((Kalbinnen) a) 231; Kälber e1 B
2) 1625; Schweine b) und c) 4447, d) 393.

Kleine Wiriſchaftsnachrichten.

Kleiner Beamter
ſucht 600 Mk. gegen
ſofort. monatl. Rück=
zahlg
. v. 30 und
gute Zinſ. Vermitt=
ler
ausgeſchl. Gute
Sicherh. vorh. Ang.
unt. R 109 Geſchſt.
(2633)

Die Aufſichtsmtsſitzung der Deutſchen Bank und Diskontogeſellſe
wird am Montag, den 22. Februar, ſtattfinden.
Von der Vereinigung der Betriebsſtoff=Rrmen iſt beſchloſſen haud
den, ab Mittwoch, den 11. ds. Mts., die Benzinpreiſe im Reich,
Ausnahme von Berlin, Hamburg und dem Rheinland, um 12 Pfg.4
ſenken, wobei der Durchſchnitt der Ermäßigung bei 1½ Pfg. lie=
wird
.
Von Wiederaufnahme des Bürſenverkehrs ab wird die Notierna
der Anteilſcheing zu 4½ Prozent Liquidaions=Pfandbr. und Pfanär
Zertifikate Reihe 1B nebſt Ratenſcheinen 24 der Beſſiſchen Lanü
Hypothekenbank, Darmſtadt, an der Frankfurter Börſe eingeſtellt.
In Wuppertal=Barmen wurde geſtern unter Führung von Ver*
tern der Schloßinduſtrie von Barmen, Neviges, Lüttringhauſen, Haiß
genhaus, Radevormwald, Schwelm und Velbert die Intereſſengemet
ſchaft der deutſchen Schloßinduſtrie gebildet. Die Vereinigung hat
Aufgabe, alle wirtſchaftspolitiſchen Fragen, insbefondere handels=
zollpolitiſcher
Art, die die geſamte Schloßinduſtrie berühren, zu
handeln.
Die Auerbacher Marmor= und Kalkgewinnung Dr. L. Linck A.-R
Auerbach (Heſſen), ſchließt das Geſchäftsjahr 1931 mit einem Brund
gewinn von 125 716 RM. ab, dem u. a. 44995 RM. Betriebskoß7l
13 567 RM. Handlungsunkoſten und 50 140 RM. Löhne und Gehä3c
gegenüberſtehen, ſo daß alſo ein Reingewinn von 1025 RM. verble.!
Forderungen werden mit 17 853 RMN., Bankauthaben mit 15 870 FN
und Verpflichtungen mit 17 420 RM. ausgewieſen.
Der Präſident der Federation of Britiſch Induſtries, Sir Art:)
Duckham, iſt in London im Alter von 53 Jahren geſtorben.
Der engliſche Handelsminiſter machte im Unterhauſe Mitteillag
von einem Beſchluß der franzüſiſchen Regierung, den Zuſatzoll 19
15 Prozent auf engliſche Kohlen aufzuheben.
Nachdem am Montag zwei weitere Goldladungen in Höhe von
Millionen Dollar von Amerika nach Frankreich abgegangen ſind, I.9
die Bank von Frankreich den letzten Neſt der mit der Federal Reſerd
Bank verembarten 125 Millionen Dollar abgezogen und nach P41
verſchiffen laſſen.

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Kütwoch, 17. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 48 Seite 11

Mein Ziebster ist . . . Pralessionag

Soprrishtby: Carl Dancker Verlag,Berlin 2 Roman von Franz Roswalt

Der elende Kerl hat doch auch nicht richtig geſpielt! erboſt=
Broich.
Dätteſt ihm ja auf die Finger ſehen können!
kroich blieb die Sprache weg: Das ſagſt du mir? Und
Upirr haſt du weiter gehalten, darf ich das wiſſen?! Er trom=
un
empört den Radezkymarſch auf der Tiſchplatte.
erzini zuckte nervös zuſammen. Er gab keine Autwort.
s4 Gedanken beſchäftigten ſich mit wichtigeren Dingen, als
Yingangenes war.
,Sroich, wir müſſen Geld ſchaffen. Weißt du, woher wir
M Sekommen können?!
Troich goß ſein Glas in einem Zug hirunter. Ich meine, dit
Auoch die Frau! Laß dir von ihr geben!
Vera? Nicolo dachte nach, Broich hatte garnicht unrecht,
m Pera Geld hatte, würde ſie ihm geben. Er fühlte inſtinktiv,
iges im Augenblick leicht war neue Beträge von ihr zu er=
wer
; ſie durfte nur nicht merken, wie weit ihm bereits das
Be- ſtand.
Sch werde es verſuchen, Broich!
Sch meine auch, du wirſt es tun müſſen! Ferdinand
bich gähnte laut, gehen wir
*e erhoben ſich und verließen den Klub. Drinnen gewann
hur Spiel für Spiel; vielleicht fand ſich auch für ihn ein
(ſthrer, man konnte nie wiſſen.
21
Aera hob ſchlaftrunken den Hörer aus der Gabel des Tele=
ſ
Das auf dem kleinen Nachttiſch ſtand. Sie konnte ſich nur
um wieder in die Wirklichkeit finden. Nicolo ſprach mit ihr:
M4. hallo, biſt du dort? Ich muß dich ſofort ſprechen! ſie
ſchie ſtumm der verhaßten Stimme. Er würde ſie nun nicht
uet aus ſeinen Klauen laſſen. Sie erkannte es klar. Gab es
10 kichts, um Nicolo abzuſchütteln?!"
ſhr Mann redete weiter auf ſie ein: Ich bin in einer Vier=
ſuide
bei dir. Sorge dafür, daß wir ungeſtört ſind. Ich habe
rüſre Dinge mit dir zu beſprechen!
Sre trat heftig mit dem Fuß auf. Ich kann dich hier nicht
netngen.
SEille. Aus dem Apparat kam keine Antwort mehr.
MEcolo hatte bereits abgehängt.
in ſchlich ſie zur Verbindungstür, voller Angſt, daß Will
chs von ihrem Geſpräch gehört haben könnte. Sie konnte nichts
6n, wahrſcheinlich ſchlief er noch.
Unten hupte ein Auto mahnend. Sie ſetzte den Hut auf und
1ſtdre Treppe hinab. Nur Will nichts merken laſſen! Nicolo, iſt ſo unausſtehlich, iſt dir das noch nicht aufgefallen?
1Ancht allein, Broich war bei ihm. Sie merkte, das beide Män=
n
Faicht ganz nüchtern waren.
Du haſt geſpielt! ſagte ſie ſofort.
Näcolo lachte ſinnlos.
,Du mußt mir noch Geld geben! Dann ſchenke ich dir noch
zmm Tag kann ich das, Broich?!

Nachdruck verboten
Broich duckte ſich unter dem Blick der Frau wie ein demüti=
ger
Hund. Vermutlich ſchämte er ſich jetzt für ſeinen Partner und ziehen, ich kann hier nicht mehr bleiben!"
hätte am liebſten um Verzeihung gebeten. Vor einer eleganten Er dachte nach. Peras unvorhergeſehener Wunſch bedeutete eine
Frau verfiel er immer noch in ſeine alte jahrelang geübte Servi=
lität
. Er ſtottrte irgend etwas zuſammen. Niemand hörte auf ihn.
Pera führte die Männer vorſichtig um die Ecke herum, ſo daß ſie
von der Penſion aus wenigſtens nicht mehr geſehen werden konn=
ten
. Entſchloſſen holte ſie die letzten zerknüllten Hundtermarkſcheine
heraus und warf ſie Broich zu wie man einem Hund einen
Knochen hinwirft!
Erde, er mußte ſich bücken und tauchte mit rotem verwirrten Ge=
ſicht
wieder auf. Er machte eine unbeholfene Verbeugung und
hielt die Scheine unſchlüſſig in der Hand, als wüßte er nicht, was
er damit beginnen ſollte. Wäre die Situation nicht ſo verzweifelt
geweſen. Pera hätte über ihre Peiniger lachen müſſen. So ſahen
alſo die beiden in Wirklichkeit aus, ihr Mann und ſein Kumpan
Broich ein Betrunkener und ſein demütiger Genoſſe! Sie
drehte ſich wortlos um und ließ ſie ſtehen. Jetzt hatte ſie nichts
mehr, jetzt war es aus.
Nicolo würde in dieſer Nacht wieder alles verſpielen, je mehr
das Glück gegen ihn war, je ſchlechter es ihm ging, deſto hem=
mungsloſer
ſpielte und trank er. Morgen kam er wieder, wollte
neues Geld, ſie konnte ihm nichts mehr geben. Will würde alles
erfahren und dann kam das Ende!
In ihrem Zimmer angekommen, machte ſie ſich ſchnell ein
wenig zurecht, ſchellte dem Mädchen und ließ auf dem Balkon den
Kaffeetiſch decken. Als Will kam, ſaß ſie ſchon draußen und winkte
hinausgehen, willſt du das tun?!
Er küßte ſie. So früh auf, Pera?
Ja, Will, ich habe entſetzlich geträumt. Denke nur, du fuhrſt
nicht?!
ten in der milden erſten Morgenſonne wie zwei Jungvermählte
auf der Hochzeitsreiſe.
Ait zitternden Händen kleidete ſie ſich an. Auf den Zehen= Küſſen und Lachen die Möglichkeit einer Rettung. Ganz unbewußt eine arme ſchwache Frau, und die Penſion war nicht mehr zu er=
hatte
ſie Will ſogar ſchon darauf vorbereitet.
Will, ich habe eine Bitte, eine große Bitte!
Was denn, Pera?
Ich halte es nicht mehr aus hier. Weißt du, das Mädchen
Nein! Ich habe noch nichts bemerkt!
So ſeid ihr Männer! Aber das iſt ja weniger wichtig. Ich
kann nachts nicht ſchlafen. Die Straße iſt entſetzlich laut
wir wollen wo anders hinziehen.
zufrieden. Aber wenn du willſt, ſuchen wir uns in Ruhe etwas, geben, ich habe nicht einen Pfennig! (Fortſetzung folgt.)

was dir beſſer gefällt zwei Wochen müſſen wir ja ohnehin
noch bier bleiben!
Zwei Wochen. Will? Weshalb zwei Wochen?"
Er ſchüttelte den Kopf. Pera, du wirſt dich nie in meine
Verhältniſſe hineinfinden; ich habe doch feſt für zwei Wochen im
Voraus bezahlt!
Sie verſtummte. Angſt ſtieg wieder in ihr auf und verbarg
ſich mühſam hinter einem blaſſen Lachen. O zwei Wochen!
Will, tuſt du mir einen großen Gefallen? Laß uns trotzdem fort=
Mehrausgabe, die er eigentlich nicht verantworten konnte; wo
konnte er ſie wieder einſparen? Ach was, es mußte eben gehen,
wenn ſie es wünſchte!
Gut, wir ziehen ſofort, wenn du willſt!
Sie küßte ihn leidenſchaftlich und rief voll Freude: Will,
komm, wir packen, wir nehmen jetzt alles mit und geben die
Koffer auf dem Bahnhof in Verwahrung. Und dann gehen wir
Broich fing das Geld ungeſchickt auf, ein Schein flatterte zur wie zwei richtige junge Leute, die eben angekommen ſind, auf
die Zimmerſuche!
Er hatte vorgehabt, mehrere Fabriken in Johannistal zu be=
ſuchen
und neue Verbindungen anzuknüpfen. Das erzwungene
Faulenzerdaſein bedrückte ihn täglich mehr. Aber er wollte ihr
nicht die Freude zerſtören. Ohne daß ſie es ahnte, ſah er doch, daß
ſie Schweres durchzumachen hatte, Dinge, die ſie ihm nicht anver=
trauen
konnte oder wollte. Er vermutete ganz richtig, daß dieſe
Dinge irgendwie mit ihrem Mann zuſammenhingen. Eines Tages
würde ſie es ihm von ſelbſt ſagen, hoffte er, dann konnte er ihr
helfen.
Während ſie die Koffer packten, erſchien unvermutet das Zim=
mermädchen
, wahrſcheinlich hatte man das Klopfen überhört.
Ah, die Herrſchaften reiſen ab?"
Jawohl! bedeutete ihr Haußner, wir reiſen, ich werde
nachher alles erledigen!
Das Mädchen verſchwand.
Pera warf einen heimlichen Blick auf ihn. hatte er nicht ge=
ihm
zu: Wunderbarer Tag heute! Du mußt mit mir ein bißchen ſehen, wie unverſchämt wiſſend das Mädchen ſie gemuſtert hatte?
Sie war voller Unruhe. Bis ſie das Haus verließen, umlauerten
ſie noch tauſend Gefahren, konnte noch in jeder Minute Nicolo
oder Broich auftauchen und ihre Flucht verhindern.
Das Mädchen wünſchte zweideutig eine recht gute Reiſe, die
ein Rennen und haſt nur den zweiten Preis geholt, furchtbar, Inhaberin der Penſion verabſchiedete ſich äußerſt kühl Hauß=
ner
ſah und hörte nichts, er war blind und taub; oder wollte er
Sie ſetzten ſich nebeneinander in ihre Korbſeſſel und frühſtück= nichts wiſſen? Pera war bemüht, ſich ſo unbefangen wie möglich
zu geben.
Als ſie ihr Gepäck im Bahnhof Zoo untergebracht hatten,
Die grauen Ereigniſſe des Morgens verblaßten allmählich ſagte ſie erleichtert: Will, ich mache dir heute viel Kummer, ich
unter der hellen Wirklichkeit des Tages. Pera fand zwiſchen weiß es, aber du darfſt mir das nicht ſehr übelnehmen. Ich bin
tragen!
Er wehrte ab: Ich bin ja an allem ſchuld, meine Arme, wenn
ich dich nicht damals verfolgt hätte, brauchteſt du heute nicht in
aller Morgenfrühe zu packen und dich herumzuärgern.
Sie vergaßen wie zwei Kinder, was alles hinter ihnen drohte
und wanderten in den taufriſchen Tiergarten.
Als ſie ſich ein wenig auf einer Bank ausruhten, fiel Hauß=
ner
ein, daß er jetzt kein Geld bei ſich hatte. Die ganze geliehene
Summe hatte er Pera gegeben. Sie ſollte damit wirtſchaften,
So plötzlich? fragte er etwas erſtaunt. Ich dachte, du biſt bis er wieder verdiente: Pera, du mußt mir ein paar Mark

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Mittwoch, 17. Februar 12u

Darmſtädter Tagblatt / Heffiſche Reueſte Nachrichten

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