Darmstädter Tagblatt 1931


31. Dezember 1931

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Huzehuummer 10 Mfenitt

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet
Nummer 367 Donnerstag, den 31. Dezember 1931. 194. Jahrgang

27 mm breile Zelie im Krelſe Darmſtadt 25 Reſchspfg
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Nellamezelle (92 min
breit /2 Reichzmark Anzelgen von auswärts 40 Reiſchspfg.
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zelie
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(1 Dollar 4.20 Maril. Im Falle böherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpſlichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Leiſtiung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Beitreibung fällt ſeder
Robatt weg. Banikonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbanl.

inigung auf Koſten Deutſchlands

Von einer Neuregelung der geſamten Zeparakions= und Schuldenfrage keine Rede mehr.
Skakt deſſen Verlängerung des Morakoriums um drei Jahre.

Proviſorium im Rahmen des Young=plans.

jahr

ſer Ae

Der Reichskanzler, der ſich zurzeit in Trier bei dem Abg.
Arſat Kaas aufhält und noch einen Abſtecher nach Süddeutſch=
lan
unternehmen will, dürfte unmittelbar nach Neujahr wieder
em Berlin ſein. Seine Aufgabe als Außenminiſter wird darin
boſthen, dann mit den zur Verfügung ſtehenden diplomatiſchen
Mſteln zu verhindern, daß zwiſchen England und
Bunkreich ein Einvernehmen zuſtandekommt, das
ſeits das Ergebnis der Reparationskonfe=
z
vorwegnimmt.
1Der Pariſer Botſchafter, Herr v. Hoeſch, hält ſich augen=
zſiclich
in Berlin auf und hat ſich im Auswärtigen Amt neue
truktionen über die Vorbereitung der Reparations= und Ab=
ſtungskonferenz
geholt. Offenbar hat er über die laufenden
T2handlungen zwiſchen London und Paris keine genaueren
Wſteilungen machen können, wie auch umgekehrt offenbar vom
Sſooner Botſchafter noch keine ausreichenden Nachrichten vor=
1ä (n, die es der Regierung ermöglichen, ſich ein einigermaßen
1trläſſiges Bild von dem zu machen, was zwiſchen Englaud
m) Frankreich im Gange iſt.
Man iſt im weſentlichen auf Indiskretionen der auslän=
liſchen
Preſſe angewieſen, die, wie es ſcheint, wieder zu
ſinem großen Teil auf den engliſchen Botſchafter in Paris;
lord Thyrell, zurückgehen, der durchaus franzofenfreund=
Klich eingeftellt iſt und intenſiv daran arbeitet, ſchon jetzt
Bereinbarungen zuſtande zu bringen, die das Kernſtück des
ſeuen Mächte=Abkomyens auf der Reparationskonferenz
ſilden ſollen. Darnach iſt beabſichtigt, uns einen dreijähri=
fen
Zahlungsaufſchub zuzugeſtehen, der ſich aber nur auf
ſie geſchützten Zahlungen bezieht, während wir die un=
ſeſchützte
Annuität weiterleiſten und gußerdem noch mit
Bachlieferungen aufwarten ſollen. Die Franzoſen ſcheinen
)ber erkannt zu haben, daß ihre Bemühungen ohne Erfolg
bleiben, wenn ſie nicht die privaten Gläubiger günſtig zu
immen vermögen. Sie laſſen bereits durchblicken, daß es
hür ſie kein Streit mehr iſt, ob die Reparationen oder die
Erivatſchulden den Vorrang beſitzen. Sie wollen vielmehr
Irſt einmal abwarten, was an Privatſchulden abzutragen
ſſt, um dann zu ſehen, was für die Reparationszahlungen
übrig bleibt.
können uns aber nicht vorſtellen, daß die internativnale
Hhnzwelt ſich auf derartige Winkelzüge einläßt. Sie weiß ein=
u
9 daß Deutſchland nicht im Stande iſt, nach Beendigung des
Solver=Feierjahres irgendwelche Leiſtungen durchzuführen; ſie
m6 zweitens, daß Deutſchland ſogar die Abſicht hat, jede wei=
ter
Zahlung abzulehnen. Und drittens ſind ſich die Bankiers
uuWirtſchaftler längſt einig darüber, daß das internatio=
ude
Vertrauen nicht zurückkehrt, wenn der
Iwebezuſtand erhalten bleibt und Deutſch=
fd
unter Umſtänden nach drei Jahren erneut
Heine kritiſche Situation hineinmanövriert
wſrd. Die Londoner City lehnt auch derartige Gedankengänge
alSie ſtellt in Uebereinſtimmung mit der bisherigen Haltung
ijLondoner Regierung feſt, daß nur eine allgemeine Schulden=
mſchung
Sinn und Zweck hat.
der große Unbekannte in dem Spiel zwiſchen London und
Paris iſt zurzeit noch Macdonald. Er wird nach Neujahr
ſofort nach der Hauptſtadt zurückkehren. Soviel ſteht wohl
ſeſt, daß er ſich mit Laval treffen wird. Was dabei heraus=
ſpringt
, kann heute kein Menſch voraus ahnen. In Lon=
doner
diplomatiſchen Kreiſen iſt man aber reichlich peſſi=
miſtiſch
und glaubt, daß Macdonald ſich wohl auch genötigt
ſehen wird, den Franzoſen ſehr weit entgegenzukommen.
Pas würde alſo bedeuten, daß es zu einem Vorvertrag
auf Koſten Deutſchlands kommt.
Ri dieſer ungünſtigen Wendung müſſen wir auf Grund frühe=
reyErfahrungen
rechnen, müſſen das umſo mehr, wenn ſich
Anerika der Reparationskonferenz fernhält. Eine derartige Poli=
tüWafhingtons
würde aber in Europa, mindeſtens in England
uun in Deutſchland niemand verſtehen, weil ſich die Amerikanee
woc eben erſt mit dem Hoover=Feierjahr ſehr weit vorgewagt
Haben und wiederholt zu erkennen gaben, daß ſie bereit wären,
wiktiſch an der Beſeitigung der europäiſchen Kriſe mitzuarbei=
ten
Das letzte Wort ſcheint aber in Waſhington noch nicht ge=
(1chen zu ſein.
2as angebliche Brogramm einer proviforiſchen
engliſch-franzöſiſchen Reparakionspolikik.
Die Haltung der Vereinigten Staaten habe, wie der Petit
Actiſien wiſſen will, die engliſche Regierung zu der Einſicht ge=
bräht
, daß von einer Neuregelung der geſamten
Aſparations= und Schuldenfrage keine Rede
ſiei könne. Die franzöſiſche Theſe, daß eine provi=
ſiotiſche
Regelung im Rahmen des Youngplanes
En beſten den Forderungen der gegenwärtigen Lage entſpreche,
ſchtne daher auf engliſcher Seite Zuſtimmung zu finden.
Der Londoner Korreſpondent des Echo de Paris berichtet,
änEngland nehme man eine Verſtändigung auf folgender Grund=
Uyf in Ausſicht:
Deutſchland ſolle ein vollſtändiges Moratorium für die be=
dingten
Annuitäten auf die Dauer von drei Jahren erhalten.
Deutſchland ſolle während dieſer drei Jahre die unbedingten
Annuitäten an die BJ3. abführen, die ſie der Reichsbahn
als Anleihe zurückerſtatten würde.
Deutſchland würde ein Minimum von Sachleiſtungen weiter
leiſten.

4. Nach Ablauf der dreijährigen Friſt würde die Zahlungs=
fähigkeit
Deutſchlands erneut geprüft werden.
5. Deutſchland würde andererſeits mit den amerikaniſchen, eng=
liſchen
, franzöſiſchen und neutralen Banken ein Abkommen
über die allmähliche Rückzahlung der eingefrorenen Kredite
abſchließen.
6. Die alliierten Regierungen, die Gläubiger Deutſchlands
ſeien, würden gemeinſame Maßnahmen treffen, um die ame=
rikaniſche
Regierung davon zu überzeugen, daß ihre Opfer
für die wirtſchaftliche Wiederherſtellung Europas eine ent=
ſprechende
Herabſetzung ihrer Kriegsſchulden unentbehrlich
machen.
England mit einer proviſoriſchen Regelung
der Tributfrage einverſtanden.
Das britiſche Außenminiſterium hat die Preſſe dahin unter=
richtet
, daß eine endgültige Regelung der Tributfrage auf der
bevorſtehenden Regierungskonferenz wegen der Haltung des ame=
rikaniſchen
Kongreſſes nicht mehr in Frage komme. Die Ver=
handlungen
würden ſich nur noch auf eine proviſoriſche Löſung
erſtrecken. Eine Einigung zwiſchen Frankreich und
England über die Dauer einer Verlängerung
des gegenwärtigen Schuldenmoratoriums ſei
bisher noch nicht erzielt worden. Die Hauptſchwierig=
keit
liege nicht ſo ſehr in der Frage, wie lange das Moratorium
ausgedehnt werden ſolle, ſondern bei den Nebenfragen, wie zum
Beiſpiel der Behandlung der ungeſchützten Zahlungen. Im großen
und ganzen beſtätigt es ſich, daß die engliſche Politik an
ihrem urſprünglichen Ziel einer endgültigen
Löſung der Tribut= und Schuldenfrage nicht
mehr feſthält, ſondern ſich dem franzöſiſchen
Standpunkt genähert hat. Dies wird damit begrün=
det
, daß durch die Entſcheidung des amerikaniſchen Kongreſſes
eine neue unerwartete Lage geſchaffen worden iſt.
Die City, ſo berichtet Financial Times betrachtet die Aus=
ſichten
der Konferenz durchaus peſſimiſtiſch. Ein Moratorium ge=
ſtatte
keinerlei Hoffnungen auf eine Wiederherſtellung des Ver=
trauens
und der wirtſchaftlichen Wohlfahrt. Die Stabiliſierung
des Pfundes könne nicht durchgeführt werden. Die Moratorien
würden bald auf alle Arten von Schulden übergreifen und die
Währungsſyſteme völlig erſchüttern. Eine zeitweilige Re=
gelung
werde nur die Lage weiter verſchärfen.
Das ſei vielleicht das beſte an der ganzen Rege=
lung
, da dann möglicherweiſe Amerika und
Frankreich endlich Verſtand annehmen würden.
Sollte die Konferenz keine Streichung der Tribute bringen, ſo er=
warte
man von Deutſchland den erſten Schritt, und niemand
könne Deutſchland einen Vorwurf daraus
machen, wenn es erkläre, daß es keine Tribute
mehr zahlen könne. Ein derartiger Schritt würde der Aus=
gangspunkt
einer wirklichen Wiedergeſundung der Welt ſein, da
die Kriſe zu 90 v. H. pſychologiſcher Natur ſei und die Beendi=
gung
des furchtbaren Tributtraumes ſchon weſentlich zu einer
optimiſtiſcheren Stimmung beitragen werde.
Um das Reparakionskompromiß.
Wie Reuter über die Vorbereitung der Reparationskonferenz
weiter erfährt, werden die engliſch=franzöſiſchen Beſprechungen
demnächſt wieder aufgenommen werden in der Hoffnung, zu ir=
gendeiner
vorherigen Verſtändigung zu gelangen, wodurch die Auf.
gabe der Konferenz weſentlich erleichtert würde. Die engliſche
Regierung wünſcht eine längere Ausdehnung des Reparations=
moratoriums
, als ſie offenbar von der franzöſiſchen Regierung in
Ausſicht genommen iſt.
Von unterrichteter Seite wird ferner darauf hingewieſen, daß
noch keine Vereinbarung in Ausſicht ſteht. Man gibt zu, daß die
Erzielung eines Einvernehmens die Arbeit der Konferenz weſent=
lich
fördern würde. Nicht Endgültiges ſei jedoch bisher in der
Moratoriumsfrage geregelt worden, die weiterhin zwiſchen den
britiſchen und den franzöſiſchen Vertretern erörtert werde.
Weiter wird in unterrichteten britiſchen Kreiſen erklärt, daß
in Abweſenheit Amerikas der Aktionsradius der bevorſtehenden
Reparationskonferenz beſchränkt ſein müſſe, da Amerika den
Schlüſſel des geſamten Reparationsproblems in Händen halte. Es
wird daher bezweifelt, ob die Konferenz in der Lage ſein wird,
angeſichts der Haltung des amerikaniſchen Kongreſſes zu einer all=
gemeinen
Regelung des Reparationsproblems zu gelangen. Re=
parationen
und Kriegsſchulden ſind nach Anſicht der britiſchen Re=
gierung
unzertrennliche Probleme. Die Nichtbeteiligung der Ver=
einigten
Staaten an der Konferenz würde dieſe, wie man glaubt,
nicht in den Stand ſetzen, die Frage der Kriegsſchulden zu be=
handeln
.
Einladung zur Regierungskonferenz
durch die engliſche Regierung.
Die engliſche Regierung richtete heute durch ihre diplomati=
ſchen
Vertretungen im Ausland an die an der Schuldenfrage
intereſſierten Regierungen, die offizielle Aufforderung, zur Ab=
haltung
der geplanten Konferenz die notwendigen Vorbereitun=
gen
zu treffen. Danach ſoll die Konferenz am 20. Januar in
Lauſanne eröffnet werden. Die Einladungen ergingen an die
Regierungen der folgenden Länder, Frankreich, Belgien, Italien,
Japan, Griechenland, Rumänien, Jugoflawien, Polen, Tſchecho=
ſlowakei
und Portzgal. Die Regicrungen dieſer Länder werden
ihrerſeits bei der Schweizer Regierung um die Erlaubnis nach=
ſuchen
, die Kunſerenz in Lanfamne abhalten.

Neue Skraßen der Polikik.
Ein geopolikiſcher Streifzug.

Von
Rudolf Kehrl.
Eine Politik der Straße, Verbeugung vor der Menge, dient
dem Augenblick, Straßen der Politik weiſen für Jahrzehnte
Wege in die Zukunft.
Gerade wir Deutſche haben Anlaß, aufmerkſam zu verfolgen,
welche neuen Straßen in Europa und in den anderen Erdteilen
entſtehen. Sie machen uns die ſo oft verborgenen Ziele der Poli=
tik
ſichtbar.
Frankreich, der Herr Europas, baut mit planmäßiger
Folgerichtigkeit ſeine Eiſenwege aus. Während es durch die neue
Bahn AvignonLes ArosNizza auf die italieniſche Flanke
TurinGenua verſtärkt drückt, ſucht es durch zähe Verhandlun=
gen
, deren Erfolg nicht zweifelhaft ſein kann, Einfluß auf die
Eiſenbahnen aller Donauländer von Wien über Ofenpeſt bis
Belgrad zu erlangen. Das bedeutet eine eiſerne Klammer um
Italien vom Golf von Genua bis nach Griechenland, ferner
einen ehernen Wall zwiſchen Deutſchland und Italien. Nach dem
Wort des bekannten Franzoſen Paul Boncour; Frankreich muß
ſeine Grenzen nicht nur am Rhein, ſondern auch an der Weichſei
und im Balitkum ſchützen! legt Frankreich durch ſeine Macht
über die Bahnen von Belgien, Oeſterreich, Tſchechoſlowakei,
Polen die ſtählernen Arme eines Schraubſtocks um Deutſchland.
Wer wird dieſes Marterwerkzeug bedienen? Der Neger als
Henker Deutſchlands?
Nach zehnjähriger Vorbereitung hat die franzöſiſche Regie=
rung
ſich entſchloſſen, eine Bahn durch die Sahara, etwa von
Oran über Colomb zum Niger und Tſchadſee zu legen. Der
deutſche Dieſelmotor beſeitigt die letzten techniſchen Schwierig=
keiten
. Von Timbuktu aus erreichen die ſchwarzen Diviſionen,
wenn die Saharabahn fertig iſt, in acht Tagen den Rhein, in
vierzehn Tagen die polniſche Grenze.
Den Plan franzöſiſcher Politiker, die Bahn durch die Sahara
vom Tſchadſee durch Belgiſch=Kongo bis nach Kapſtadt auszu=
bauen
, hat England durchkreuzt, indem es in dieſem Jahre
den Schienenweg von Benguella in Angola nach Eliſabethville am
oberen Kongo fertigſtellte und ſomit den ungehemmten Verkehr
bis Beira (Port. Oſtafrika) ermöglicht. Damit ſchuf England die
erſte Bahnverbindung in Afrika, die ohne Unterbrechung vom
Atlantiſchen zum Indiſchen Ozean führt.
Im wirtſchaftlichen Kampf mit Frankreich um Vorderaſien
ſieht England mit Sorge eine franzöſiſche Eiſenbahn von Beirut
zum See= und Flughafen Tripolis und weiter über Homs
Palmyra nach Ed Deir am Euphrat entſtehen, welche den Handel
des Irak von der engliſchen Hauptlinie BagdadHaifa über
Syrien abzuleiten droht.
Um ſo wichtiger für die feſte Verbindung von Sinai- Palä=
ſtina
mit Aegypten wird der Plan des ägyptiſchen Verkehrs=
miniſteriums
, den Suezkanal an der Stelle der hemmenden Fäh=
ren
von Kantarra für die Eiſenbahnen von und nach Paläſtina
zu untertunneln. Dieſer trockene Weg erleichtert nicht nur den
Handel Jeruſalem-Kairo und die Verteidigung des Suezkanals,
ſondern verſtärkt auch den weſtlichen Flankenſchutz Indiens am
Mittelländiſchen Meer.
Während es ſich bei dieſen neuen Straßen der Politik um
Sicherung der erreichten Machtſtellung handelt, ſehen wir mit
Staunen, wie das Deutſchland Oſtaſiens, China, mit unbeug=
ſamer
Zähigkeit eine neue Reichsgewalt aufrichten will, die es
durch den Bau von Bahnen, Waſſer=, Land= und Luftwegen
ſchützen möchte. Das chineſiſche Wirtſchaftsminiſterium plant für
die nächſten Jahre Kunſtſtraßen bis zur Länge von 200 000 Km.,
Fluglinien von 28000 Km., Eiſenbahnen, die den Raum von
Hoangho bis Sikiang (Kanton) feſt zuſammenfaſſen ſollen.
Dieſe techniſche Reichsreform ergreift aber nicht die Gebiete.
die der Chineſe durch ihre Wegeloſigkeit verteidigen und abhängig
halten will, wie Chineſiſch=Turkeſtan. Gegen das Drängen der
Wirtſchaftskreiſe dort hat China alle Eiſenbahnen und Flug=
linien
, die England und Rußland etwa nach Kaſchgar oder
Urumtſchi bauen wollten, abgelehnt, weil es weiß, daß Straßen
bei ſtarker Reichsgewalt die Kraft eines Landes zuſammen=
faſſen
, bei ſchwacher Reichsgewalt aber gleich Röhren wirken,
durch welche die Arbeitsleiſtungen des Volkes und ſeine politiſche
Kraft nach außen abfließen. Erſt in neueſter Zeit hat China ſich
entſchloſſen, nachdem das Automobil aus Amerika auch in Tur=
keſtan
eingewandert iſt, dort die Straßen mit europäiſchen, beſon=
ders
deutſchen Maſchinen auszubauen. Es wird ſich nun in
wenig Jahren zeigen, ob die Erſchließung von Chineſiſch= Tur=
keſtan
für den Verkehr den politiſchen Zuſammenhang dieſer
Provinz mit dem Reich ſchwächt.
Welche Bedeutung Straßen für die Politik haben, beweiſt der
Kampf um die Eiſenbahnen der Mandſchurei, eines agrari=
ſchen
Exportlandes von der Größe Deutſchlands, dazu dreimal
Bayern und anderthalbmal die Tſchechoſlowakei. Die Bahulinien
wirken wie brennende Lunten, die zu dem Pulverfaß Weltkrieg
führen. Auf dem Pulverfaß ſitzt der europäiſche Völkerbund.
Bei einem Brande Aſiens und Europas wird von weit=
tragender
Bedeutung der Plan einer zweiten Waſſerſtraße vom
Atlantiſchen zum Stillen Ozean; der Bau des Kanals von
Nikaragua durch 1. S. A. Er erweitert, geſchirmt und eutlaſtet
durch den Kanal von Panama, die Stützfläche der nordameri=
kaniſchen
Kriegsflotte und vergrößert gewaltig deren Reichweite.
Hunderte von Fachleuten der nordamerikaniſchen Armee und
Marine arbeiten in Nikaragua für den Kanal. Der Beſchluß des
Wunderwerk der Technik zu basen, beſtätigt
Kongreſt
von dem Präſidenten Hoover einem Ingenieur! eröffnet
einz neue Straße der Welworktik.

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Seite 2 Nr. 361

Bhanz des Areisnbortes.
Dr. Ggerdeler wird ſeine Arbeit im neuen Jahre
inkenſiv foriſetzen.
BB. Berlin, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Bei den Silveſterbilanzen dürfte in dieſem Jahre wohl das
Ergebnis der Goerdeler=Aktion von ganz beſonderem Intereſſe
ſein. Allerdings wäre es verfehlt, ſie mit dem Maßſtab des hundert=
prozentigen
Erfolges zu meſſen, weil viele Senkungen erſt im
neuen Jahre wirkſam werden oder gar erſt dann feſtgelegt werden.
Soweit man die Dinge überblicken kann, ergibt ſich als vor=
länfiges
Reſultat:
Die Mietſenkung, die in der Notverordnung in Kraft
geſetzt iſt, wurde in der Mehrzahl der Fälle durchge
führt. Die Senkung der öffentlichen Tarife konnte
zuar bisher nur in einem Teil der deutſchen Ge=
meinden
feſtgelegt werden, doch kann man hier immerhin
feſtſtellen, daß eine durchſchnittliche Senkung von 10 Prozent, auf
das Reich umgerechnet, zu erwarten iſt. Die Bemühungen des
Preisſenkungskommiſſars gehen gerade hier intenſiv weiter. Die
Reichsbahn hat eine Senkung der Gütertarife um
durchſchnittlich 15 Proz. vorgenommen. Bei den
Lehensmitteln iſt die Abſenkung bei Brot und
Fleiſch ermöglicht worden, dagegen ſteht ſie bei
Butter und Milch mancherorts noch aus. Die Kohlen=
preiſe
ſind geſenkt worden, dochläßt ſichder abſolute
Umfang dieſer Senkung im Einzelhandel noch
nicht überblicken. Die Eiſenpreiſe ſind um 10 Pro=
zent
ermäßigt. Bei den Textilwaren iſt es generell zu
einer Senkung gekommen, doch muß man gerade hier in Betracht
ziehen, daß die Senkung in der Mehrzahl der Fälle nach dem
Geſetz von Angebot und Nachfrage beſtimmt wurde. Die Mar=
kenartikel
ſind generell um 10 Prozent geſenkt
worden. Auch die Preiſeder Theater Kinos und ſon=
ſtigen
Kulturinſtitute haben eine Preisermäßigung von
durchſchnittlich 10 Prozent erfahren. Die Zeitungen haben gleich=
falls
im Rahmen der Preisſenkungsaktion eine Senkung um durch=
ſchnittlich
10 Prozent vorgenommen. Damit iſt die Preisſen=
kungsaktion
, die einen durchſchnittlichen Geſamtertrag von
810 Prozent ausmacht, freilich noch nicht abgeſchloſſen.
Der Reichskommiſſar wird ſeine Arbeit im neuen
Jahr, wie wir erfahren intenſiv fortſetzen und insbe=
ſondere
bei den Verdienſtſpannen im Zwiſchenhandel Nachprü=
fungen
mit dem Ziele einer erheblichen Verbilligung vornehmen.
Ueberfragnng von Preisſenkungsbefugniſſen
an die Länder.
Berlin, 30. Dezember.
Der Reichskommiſſar für die Preisüberwachung hat für die=
jenigen
Gegenſtände und Leiſtungen zur Befriedigung des täg=
lichen
Bedarfs, deren Preisgeſtaltung zentral kaum beeinflußt
werden kann, die ihm zuſtehenden Befugniſſe auf die Oberſten
Landesbehörden übertragen. Die Uebertragung erfolgt einſt=
weilen
nur für alle landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe, die im klei=
nen
Marktverkehr feilgehalten werden, wie Kartoffeln, Gemüſe,
Obft, Eier, ausgenommen Milch, Butter und Schmalz; Geflügel
aſſer Art, Fiſche mit Ausnahme der Seefiſche, Leiſtungen des
Sattler= und Tiſchler=Handwerkes, alle Markenartikel, ſoweit die
Reichsregierung ihre Befugniſſe aus der Notverordnung den
Oberſten Landesbehörden übertragen hat oder übertragen wird.
Die Befugniſſe über die Schließung von Betrieben und Geſchäfts=
räumen
hat ſich der Reichskommiſſar auch für dieſe Waren ſelbſt
vorbehalten.
Henkung der Poſtgebühren ab Mitte Januar.
Berlin, 30. Dezember.
Der Verwaltungsrat der Deutſchen Reichspoſt beſchloß, eine
Reihe wichtiger Poſtgebühren herabzuſetzen, und zwar werden
geſenkt: Die Gebühren für Fernbriefe bis 20 Gramm von
15 auf 12 Rpf., für Fernbriefe von 20250 Gramm von 30 auf
25 Rpf.; die Gebühren für Briefe über 250 Gramm bleiben un=
verändert
. Die Fernpoſtkarte koſtet künftig ſtatt 8 nur
6 Rpf., die Poſtkarte mit Antwort ſtatt 16 nur 12 Rpf. Bei
den Paketen werden in Zukunft vom Abſender lediglich die
Beförderungsgebühren und nur im Falle der Zuſtellung vom
Empfänger die Zuſtellgebühr von 15 Rpf. für jedes Paket er=
hoben
. Die Beförderungsgebühren betragen künftig bis zu 5Kg.
in der erſten Zone 30 Rpf., in der zweiten Zone 40 Rpf. und in
der dritten bis fünften Zone 60 Rpf. Ueber 5 Kg. bis zu 10 Kg.
werden die Gebühren in der erſten Zone für jedes Kg. mit
5 Rpf., in der zweiten mit 10, in der dritten mit 20, in der
vierten mit 30 und in der fünften Zone mit 40 Rpf. geſtaffelt
Bei Paketen über 10 Kg. beträgt dieſe Staffelung in der erſten

Zum Kampf um das Bildungsproblem
unſerer Zeil.
Von Robert Schäfer, Heppenheim.
Das Bildungsproblem ſteht mit im Brennpunkt des Kampfes,
der zwiſchen den Mächtegruppen der deutſchen Gegenwart um die
inhaltliche Beſtimmung der Kultur herrſcht. Es iſt ſchwer, ihm
angeſichts der unverſöhnlich auseinanderſtrebenden Dogmatiken
der Parteien und der Tendenz des Staats zum Polizeiſtaat die
überlegene Einſicht in die Polarität von Individuum und Ge=
meinſchaft
, von Nation und Welt zu erhalten. Es beſteht die
größte Gefahr, daß das Bildungsziel, in einer Barbarei unter=
geht
, von der Goethe einſt zu Mendelsſohn ſagte, daß ſie in 100
Jahren über uns ſein werde.
Zwei Wege aus ihr heraus ſind denkbar: Der Rückgang auf
die letzte geſchloſſene Lebensform unſeres Volkes und der Schritt
voran zu einer neuen überzeugungsgewaltigen Ideologie. Un=
ſeligerweiſe
aber haftet dem Wort Ideologie eine Wertver=
minderung
an, obwohl es doch urſprünglich die auf einer Idee
als tragendem Grund aufgebaute Geſamtheit der Lebensmaximen
bedeutete. Schuld daran hat der geiſtfeindliche, radikale Marxis=
mus
. Der hier bewußt gepflegte naive Materialismus proletari=
ſiert
in zunehmender Ausbreitung die Werte. Standen ſeither
die Männer, die das Antlitz der Zeit prägten, als Führer auf
feſtem Boden der Tradition, die ſie in bewußter Verantwortung
umformten, ſo ſind ſie heute mehr und mehr getrieben von un=
formbaren
, unheimlichen Maſſenbewegungen. Wir kranken an
einer unnatürlichen Anonymität, dem Kapital, und an einer ge=
fährlichen
Emanzipation von Ehrfurcht und Wertgefühl, dem Kol=
lektivismus
. Zwar hat es dieſe Mächte ſeit je gegeben, nur waren
ſie poſitiv und polar gebunden: Kapital und Eigentum. Kollek=
tivismus
und Individualismus. Heute aber ſind die Pole in un=
verſöhnlicher
Gegnerſchaft auseinandergetreten; und das, weil
die gebildeten Führer den Zuſammenhang mit Volk und Lebens=
raum
verloren hatten. Daß Volk und Lebensraum in der unge=
heuerlichen
Verzerrung der Internationale, ſei es des Goldes, ſei
es des Geiſtes, verſchwinden, iſt ihre Schuld. Die doppelte Ein=
ſicht
in das Verſagen ſowohl des alten Führertums als auch in
die daraus erſtandene Verirrung ſtellt das Bildungsweſen als
Erneuerung der Führerſchaft auf eine unerhörte Probe. Alle Ein=
griffe
in dieſe Subſtanz ſchmälern die kulturelle und morgliſche
Baſis eines Staates in kaum wieder gut zu machender Weiſe.
Das Bildungsproblem ſollte grundſätzlich dem innerpolitiſche:

Vom Tage.
Der Pariſer deutſche Botſchafter v. Hoeſch iſt zu Beſprechun=
gen
mit der Reichsregierung in der Tributfrage in Berlin ein=
getroffen
.
Der unter dem Verdacht der Spionage von den Polen im
Korridorzug verhaftete Erich Bonſon aus Königsberg iſt inzwi=
ſchen
freigelaſſen worden und bereits an ſeinem Beſtimmungsort
im Waldſanatorium Obernigk bei Breslau eingetroffen.
Gleichzeitig mit neuen polniſchen Einfuhrverboten werden
am 1. Januar für eine Reihe von Waren erhöhte Zollſätze in
Kraft treten. Außerdem werden die Zollrabatte für Maſchinen
und Apparate, die in Polen nicht erzeugt werden, auf 35 bzw. 10
Prozent der normalen Zollſätze heraufgeſetzt.
Das Präſidium des Vollzugskomitees der Sowjetunion be=
ſtätigte
den Haushalt der Sowjetunion für 1932 in der Höhe von
27 Milliarden Rubel. Die militäriſchen Ausgaben ſowie die Aus=
gaben
für die OGPU. ſind nicht gekürzt worden.
Wie verlautet, finden die Kammerwahlen in Frankreich am
17. April, die Stichwahlen am 22. April ſtatt.
Die engliſche Regierung veröffentlicht eine vierte Verordnung
zur Bekämpfung der anormalen Einfuhr. Danach werden friſches
Obſt, Frühgemüſe und Blumen mit einem Zoll von 50 bis 100
Prozent ihres Wertes belegt. Die Verordnung tritt am 5. Ja=
nuar
1932 in Kraft.
Der nach Indien zurückgekehrte indiſche Freiheitsführer
Gandhi ſandte an den Vizekönig von Indien ein Telegramm, in
dem er um eine Audienz nachſucht und die Frage ſtellt, ob die
gegenwärtige Politik der indiſchen Regierung einen endgültigen
Bruch mit dem Allindiſchen Kongreß bedeute.
Staatsſekretär Stimſon empfing erſt den deutſchen und dann
den franzöſiſchen Botſchafter zu Bſprechungen in der Schulden=
und Tributfrage.

Zone 10 Rpf., in der zweiten 15, in der dritten 20, in der vier=
ten
25 und in der fünften Zone 30 Rpf. Außerdem wird der
Freimachungszwang für Pakete aufgehoben.
Eine ſchematiſche Verteilung der zur Verfügung ſtehenden
125 Millionen RM. auf alle Poſt= und Fernſende=Gebühren
hielt der Verwaltungsrat nicht für angebracht, weil dann bei
allen Tarifpoſitionen nur eine ganz geringfügige und praktiſch
unwirkſame Senkung hätte ſtattfinden können. Die hohen Selbſt=
koſten
im Fernmeldeweſen geſtatten eine den Erwartungen der
Oeffentlichkeit entſprechende Gebührenſenkung nicht. Der Ver=
waltungsrat
hat ſich deshalb entſchloſſen, die Senkung auf beſon=
ders
wichtige Poſtgebühren zu beſchränken.
Die Senkungen werden mit größter Beſchleunigung durch=
geführt
. Jedoch erfordert die Herſtellung neuer Poſtwertzeichen
zu 6 und 12 Rpf. und die techniſche Durchführung der Neueintei=
lung
im Paketverkehr einen gewiſſen Zeitraum, ſo daß die
neuen Gebühren vorausſichtlich wohl erſt Mitte
Januar in Kraft treten werden. Die nötigen Vorberei=
tungsmaßnahmen
ſind vom Reichspoſtminiſterium bereits in An=
griff
genommen worden.
Bevorſtehende Bierpreisſenkung.
Berlin, 30. Dezember.
Im Rahmen der Preisſenkungsvorſchriften der letzten Not=
verordnung
ſollte auch der Bierpreis ab 1. Januar geſenkt wer=
den
. Zu dieſem Zweck ſind Verhandlungen mit den beteiligten
Verbänden aufgenommen worden. Da es aus techniſchen Gründen
nicht möglich iſt, die Verhandlungen bis zum 1. Januar zu Ende
zu führen, iſt die Friſt für die Senkung des Bier=
preiſes
über den 1. Januar hinaus verlängert
worden. Die Verhandlungen werden vorausſicht=
lich
bald nach Neujahr zum Abſchluß kommen. Wie
wir erfahren, iſt beſtimmt mit einer Senkung der Bier=
preiſe
zu rechnen, die ſich auch im Ausſchank aus=
wirken
ſoll.
Die deutſche Auffaſſung über ein franzöſiſch=
engliſches
Reparakionsproviſorium.
Berlin, 30. Dezember.
Die gemeldeten Aeußerungen franzöſiſcher und engliſcher
Blätter über die kommende Reparationskonferenz finden in
Deutſchland ſtarke Beachtung. Wenn in engliſchen Blättern in
ſehr konkreter Form Mitteilungen über ein Arrangement in der
Reparationsfrage zwiſchen Frankreich und England enthalten
ſind und die von einer neuen proviſoriſchen Löſung ſprechen, ſo
handelt es ſich offenbar dabei um franzöſiſche Verſuchsballons.
In Deutſchland ſteht man demgegenüber nach wie vor auf dem
Standpunkt, daß ein Proviſorium in der Reparationsfrage weder
die deutſche, noch die internationale Wirtſchaftslage jemals wie=
der
ins Gleichgewicht bringen könnte. Für Deutſchland kann es
ſich nach wie vor nur darum handeln, eine wirkliche und ab=
ſchließende
Endlöſung zu finden.

Kampf der um die Macht ringenden Parteien entzogen bleiben.
Denn die innere Ueberlegenheit einer Führerſchicht ſetzt immer
dieſe die ſpäteren Zielſetzungen und Werte vorbereitende Arbeit,
die Bildungsarbeit, voraus.
Das kann nicht wundernehmen in einem Deutſchland, das
zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der neuhumaniſtiſchen Strö=
mung
im Verein mit der nationalen Erhebung im Erziehungs=
und Bildungsweſen an die Führerſtelle Europas emporgetragen
wurde. Mächtige Antriebe gingen von Fichtes und Humboldts
humaniſtiſchem Bildungsideal aus und wirkten tief ins Jahr=
hundert
hinein. Fichte ſagt in ſeinen Aphorismen über Erziehung
aus dem Jahre 1804: Für die Entwicklung der Geiſteskraft im
allgemeinſten Sinne hat man nichts Zweckmäßigeres als die alten
Sprachen. Unberückſichtigt die Frage nach der Verwendbarkeit hat
das den außerordentlichen Vorteil, über den Nebel moder=
ner
vom Schüler nicht geſchaffener Irrungen
und Fehlwirkungen hinweg zur lebendigen An=
ſchauuung
der Sache ſelbſt zu kommen. Es iſt das
geradezu ein Leitſtern bei jeder möglichen Löſung der Bildungs=
frage
. Denn in der Tat ſind Motive und Probleme der Menſch=
heit
unabhängig von vergangenen und gegenwärtigen Löſungs=
formen
. Wenn wir auch nicht gezwungen ſind, den Rückgang auf
die klaſſiſchen Sprachen als einzigen anzuerkennen, iſt doch ſoviel
wahr, daß die der getrübten Gegenwart entzogene Anſchauung
des Zieles das Forum iſt, vor dem die Erziehung verantwortlich
erſcheint. Das Ziel war damals das alle Männer und Frauen
in ſeinen Bann ziehende Zauberwort von der freien Nation.
In der nächſten Spanne der deutſchen Geſchichte aber, der
Reaktion, wurde der Führeridealismus immer mehr und zu ſei=
nem
Unheil von dieſem Ziele abgedrängt, und es blieb nur das
wiſſenſchaftlich=philologiſch umſchriebene Bildungsziel übrig. Ja.
es bedurfte der ganzen Energie und philoſophiſchen Großzügigkeit
der Nachfolger Humboldts im preußiſchen Kultusminiſterium,
Freiherrn v. Altenſtein und Johannes Schulze, um in der Zeit
der Karlsbader Beſchlüſſe wenigſtens das Ziel der innerlich freien
Perſönlichkeit zu wahren. Nur konnte hiermit die große ſoziale
Idee Fichtes von der Nationalerziehung, das Gefühl der Volks=
ganzheit
nicht am Leben erhalten werden. Die Folge aus der
Ueberbetonung der damit eigentlich ziellos gewordenen neuhuma=
niſtiſchen
Bildung war ſogar nichts Geringeres als die Aufſpal=
tung
unſerer Volksganzheit in Gebildete und Ungebildete. Der
tiefere Grund liegt wohl in der Verkennung des Doppelſinnes
der in dem Phänomen der Bildung beſteht. Wie weit der Neu=
humanismus
von ſeinem Vorbild des Gebildeten, von Goethe, ab=
ſtand
. zeigt ein Blick auf dieſen wahrhaft und urgebildeten Mann.
Goethes vollkommenes Menſchentum iſt die einem ſtrengen Form=
geſetz
unterworfene Natur. Eine Natur freilich von ſeltenem

Donnerstag, 31. Dezember 1931

Japan ſehzk den Vormarſch auf
Aintſchad vort.
Neue japaniſche Noke an den Völkerbund.
Der japaniſche Vormarſch auf Kintſchau dauert an. Die Sta)
iſt bereits von den Chineſen geräumt worden. In einer Note
den Völkerbund gibt Japan vor, nur gegen chineſiſche Banditen
zu kämpfen.
In einer vom 27. 12. datierten Erklärung erinnert die jap
niſche Regierung an die Bedeutung, die ſie der Aufrechterhaltun
des Friedens und der Ordnung in der Mandſchurei beimeſſe, ſowi
an die Maßnahmen, die ſie in dieſem Sinne ergriffen habe. Fer
ner legt die japaniſche Regierung die durch das Anwachſen de
Räuberunweſens in der ſüdlichen Mandſchurei geſchaffene Lage
dar. Nach den Statiſtiken des japaniſchen Konſulats in Mukde
hätten die Banditen in derUmgebung der Eiſenbahnzone zwiſche
dem 1. November und dem 10. Dezember nicht weniger als 159
Ueberfälle unternommen. Andererſeits ſeien die Truppen vor
Kintſchau nicht hinter die Große Mauer zurückgezogen worden
Unter dieſen Verhältniſſen hätten die japaniſchen Truppen einen
allgemeinen Vorſtoß unternommen, um gegen die Banditen einen
ausgedehnteren Feldzug als bisher durchzuführen. Die No
ſchließt mit der Feſtſtellung, daß die japaniſche Regierung die Ope.
rationen gegen die Banditen im Hinblick auf den ſtändigen Wunſck
die Entſchließung des Völkerbundes gewiſſenhaft zu beachten, in
verhältnismäßig engen Grenzen unternommen habe.
Kampfloſe Räumung Kinkſchaus
durch die chineſiſchen Truppen.
Der ſeitherige Machthaber der Mandſchurei, Feldmarſchad
Tſchang Hſüeh=liang, hat die letzten chineſiſchen Truppen aus
Kintſchau zurückgezogen. Die Provinzialregierung iſt unter dem
Schutz einer kleinen chineſiſchen Truppenabteilung dagegen in
Kintſchau geblieben. Die Hauptmaſſe der chineſiſchen Truppen be=
findet
ſich in der Nähe der Großen Mauer. Die Zurückziehung
der Truppen erfolgte, um die Japaner in Nordchina von einem
Einfall von Tientſin aus abzuhalten, wo in den letzten. Tagen
neue japaniſche Verſtärkungen eingetroffen ſind, die einen Ein=
bruch
von dieſer Seite aus befürchten ließen.
Chineſiſche Erklärungen über die Räumung Kintſchaus
Der chineſiſche Völkerbundsdelegierte Hu gab dem Journal
des Débats über die durch den Rückzug der chineſiſchen Truppen
hinter die Große Mauer geſchaffene Lage in der Mandſchurei in=
tereſſante
Erklärungen ab. Die Ereigniſſe bewieſen,
ſagte der chineſiſche Delegierte, daß die Japaner ſyſtema=
tiſch
die Mandſchurei beſetzen. Wenn nun die
Chineſen Kintſchauräumen, ſo ſei dies ein neuer
Beweis für den Verſöhnungswillen Chinas und
für deſſen Wunſch, jedes Blutvergießen zu ver
meiden. Angeſichts der Verſchlimmerung der Lage habe er von
ſeiner Regierung den Auftrag erhalten, bei den Delegierten des
Völkerbundsrates darauf zu beſtehen, daß die Völkerbundskom
miſſion für die Mandſchurei ſo ſchnell wie möglich gebildet werde
und ſich ſofort an Ort und Stelle begebe, um ihre Arbeiten
kürzeſter Friſt beenden zu können. Jede Verzögerung der
Räumung der Mandſchurei ſteigere die Leide
der Bevölkerung, die ohne Gewaltanwendung die japan
ſchen Waren zu boykottieren gezwungen ſei. Die chineſiſche Regie=
rung
werde jede Verantwortung für die ſeit der Pariſer Tagun=
des
Völkerbundsrates eingetretene Verſchlimmerung der Lage in
der Mandſchurei ablehnen. Andererſeits behalte ſich China al,
aus den Verträgen, die auch von Japan unterzeichnet wurden,
ihm zuſtehenden Rechte vor. Es behalte ſich ferner das Recht vor,
alle Reparationen zu verlangen, die ihm gemäß dem internatio=
nalen
Recht zukommen.
Tributkonferenz in Lauſanne.
In der diplomatiſchen Vorbereitung der Reparationskonferen
iſt eine weitere Etappe zurückgelegt: die Engländer haben plötzlic
ihren Widerſtand gegen die Schweizer Städte als Konferenzort
fallen gelaſſen, und man geht nicht fehl in der Annahme, daß e
ſich um eine Rückwirkung der Unterhaltungen zwiſchen Paris und
London dabei handelt, wenn Lauſanne als Konferenzort beſtimmt
wurde. Deutſchland hat ſich für eine Stadt in der deutſchen
Schweiz ausgeſprochen, wenn keine ſüddeutſche Stadt genannt
war Wiesbaden und Baden=Baden in Frage kommen ſollte. Das
engliſch=franzöſiſche Zwiſchenſpiel hat aber eine Mehrheit gegen
uns zuſtandegebracht. Da Lauſanne und Genf nicht allzuweit aus=
einander
liegen, wird es den maßgebenden Mitgliedern der Re=
gierungen
möglich ſein, auch an der Abrüſtungskonferenz teilzu=
nehmen
, wenn ſich beide Konferenzen überſchneiden ſollten,

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Reichtum, und das erklärt auch, warum das höchſte Ziel des deut=
ſchen
Idealismus kein allgemein verbindliches werden konnte:
Der Hoch= und Urgebildete iſt und muß ſein eine einſame Perſön=
lichkeit
. Dem unbeſtechlichen Blick eines Novalis, eines Hölder=
lin
war das unverhüllt. Auch der vorzeitige Rücktritt Humboldts
aus dem preußiſchen Kultusminiſterium, iſt von dieſer Einſicht
diktiert. Aber für die Generation der Befreiungskriege und des
Wartburgfeſtes war nichts natürlicher, als daß ſie aus idealiſti
ſcher Begeiſterung heraus den Abſtand von Schulbildung und Ur=
bildung
überſahen, Sie durften es auch, da ſie ganz anderen Auf=
gaben
entgegenwuchſen.
Zudem konnte ſich der überzeugenden Nähe gegenwärtig er=
lebter
Klaſſik (Schiller Goethe Humboldt) kein nach der
Würde des Menſchen Strebender entziehen. Für die Geſchlechtel
nach der großen Erhebung aber wurde anderes beſtimmend. Die
Grundfrage des aufkläreriſchen Jahrhunderts: wie lebt man am
menſchlichſten? wurde immer noch geſtellt und immer noch be=
antwortet
: als denkendes, als geiſtiges Weſen, Laſſalle, der
edelſte Führer der deutſchen Sozialiſten, hat im Jahre 1845 einem
Freunde als Motiv ſeines Kampfes bekannt: dem Proletarier,
dem Paria, das Recht und die Möglichkeit zu geiſtigem Daſein
zu ſchaffen. Am verführeriſcheſten aber war der optimiſtiſche
Glaube, daß Wiſſen und Verſtandesbildung auch beſſer mache. Von
dieſer Höhe der Selbſteinſchätzung vermochten die Gebildeten ſich
nicht mehr herunterzuneigen zu den neuen Zielen und Aufgaben,
die aus der ſozialen Frage auftauchten. Männer wie Büchner
und Laſſalle ſind nicht in dieſer Schule zu Heroen des Sozialis=
mus
erzogen worden. Mindeſtens ebenſo verhängnisvoll aber wie
durch die Verkennung der echten Bildung unterdrückte der idealſe
ſtiſche Humanismus durch die weitgehende Entfremdung von
chriſtlichen Maßſtäben das Gefühl für die Tragik aller Indivi=
duation
, für die metaphyſiſche und reale Schuld aus der Ich= Wer=
dung
und Ich=Behauptung. Schleiermacher und Hegel hatten aus
der ſchlechthinnigen Abhängigkeit der Kreatur vom Schöpfer
das religiöſe Gefühl zu einem paſſiven Genuß des ganzen unge‟
teilten Weſens abgeſtimmt. In der lichten, leichten Atmoſphäre
der humaniſierten Religioſität konnte der vom Sündenbegriſl
entlaſtete Menſch wenigſtens im Gefühlsaufſchwung die Totalikat
des Seins in Gott erfahren. Schopenhauers peſſimiſtiſche Philde
ſopie vom Leiden und von der Verneinung des Willens zum
Leben konnte dagegen keinen Widerhall wecken. Das nimmt um
ſo mehr wunder, als doch gerade die philoſophiſche Zeitwelle ihſ.
hätte tragen müſſen. Aber da ſtand Hegels Lehre von der Ge=
ſchichte
als der dialektiſchen Verwirklichung des göttlichen Gel=
ſtes
zu immer vollkommenerer Darſtellung als mächtiger Damn.
entgegen. Und die Erfahrung zeigt, wie zäh ſich einmal in da=
Bildungsziel aufgenommene Ideen halten und Generation nae
Generation in ihren Formen erziehen.

ha
nin
we
de

[ ][  ][ ]

Domerstag, 31. Dezember 1931

Dus Purtäntent als Leidunal.

*der Heſſiſche Landtag hat in ſeiner Sitzung am 11. Dezem=
doe
nachſtehenden nationalſozialiſtiſchen Antrag angenommen:
Gwird ein Unterſuchungsausſchuß eingeſetzt zur Prüfung
Amtspflichtverletzung des Polizeiamts
ſſenbach, das vorſätzlich oder fahrläſſig dem Karl Wilh.
ichäfer in Offenbach, Große Marktſtraße 7, unter dem
26 Oktober 1931 ein falſches Leumundszeugnis ausſtellte in
den dem Dr. Schäfer beſtätigt wird, daß er nicht beſtraft
ſefi; dilfsweiſe iſt eine etwaige Amtspflichtverletzung des ſozial=
demkratiſchen
Miniſters Leuſchner zu prüfen, begangen durch
Auhltung des Polizeiamts Offenbach zur Ausſtellung des
fmſſten Leumundszeugniſſes.
derlAmtspflichtwerletzung des ſozialdemokratiſchen
Mitiſters Leuſchner, der in bewußt einſeitig partei=
pslſſiſcher
Haltung an der Veröffentlichung des ſogenannten
Worheimer Dokuments und an der Aufbauſchung
dieſr Angelegenheit zu einer Hochverratsaffäre mitwirkte,
wähend er die ihm bekannten detaillierten Hochverrats= und
Lanesverratspläne der kommuniſtiſchen Bewegung aus par=
te
=iplitiſchen Gründen der Oeffentlichkeit unterſchlagen hat,
der Amtspflichtverletzung des ſozialdemokratiſchen
Diiſters Leuſchner und des ſozialdemokratiſchen
Stiatsrats Schwamb, die im Sommer dieſes Jahres
ausparteipolitiſchen Gründen (weil mit der Rückkehr des Abg.
(uh zur SPD. gerechnet wurde) der Kommuniſtiſchen Oppo=
ſitzim
entgegen der ablehnenden Aeußerung des Bürgermei=
ſter
Granzin (Offenbach) ſtaatliche Geldmittel zur Durchfüh=
run
von Ferienſpäziergängen zur Verfügung geſtellt und
des gleiche für eine Stennes= oder Straſſergruppe geplant
habnn ſollen,
de= Verbleibs der Piſtolen, die vor einiger Zeit von
deiſtaatlichen Polizei zurückgenommen wurden, aus
den Speicher des Polizeiamts Darmſtadt plötzlich verſchwan=
denund
angeblich an Reichsbannerorganiſationen ausgegeben
twunden, ſowie zur Prüfung, ob Reichsbannerangehörige vvon
trü
heſſichen Polizeibeamten im Schießen ausgebildet werden.
von w. der Amtspflichtverletzung des ſoziademokratiſchen
Miniſterialdirektors im Juſtizminiſterium
euroth, der a) gelegentlich der Ablehnung des Juden
Mnsgerichtsrat Dr. Marx durch die Strafkammer Darmſtadt
ſowhl durch nach Form und Inhalt unerhörte Vorhaltungen
hegſnüber dem Vorſitzenden der Strafkammer wie auch durch
EnAusſchreiben an die Juſtizbehörden in unzuläſſiger Weiſe
in die Unabhängigkeit der Rechtſprechung einzugreifen ver=
ſrhe
: b) die Strafverfolgung des ſozialdemokratiſchen Juden.
itsanwalts Mannheimer in Mainz, der mehrere Mainzer
Satsanwälte hinſichtlich ihrer Amtsführung ſchwer beleidigt
hatz aus parteipolitiſchen Gründen unterdrückte.
Dr dadurch beſchloſſene Unterſuchungsausſchuß trat am Mitt=
nun
voch ſichmittag zu ſeiner konſtituierenden Sitzung zuſammen, in
innger m Teil ſchon recht lebhaft zuging. Die Verhandlungen lei=
nasſetexBg
. Jung (Natſoz.), der Vorſitzende des Geſetzgebungs=
usſchüſes
, der als Unterſuchungsausſchuß beſtimmt wurde. Der
lusſchß arbeitet gemäß den Beſtimmungen der Strafprozeßord=
tung
) An der erſten Sitzung nahmen Regierungsvertreter
icht til.
El einer Geſchäftsordnungsdebatte wurde be
werſeſt, daß der Geſetzgebungsausſchuß in ſeiner vollſtändigen
Beſetzhig (12 Mitglieder) und mit dem gleichen Präſidium auch
euls ihterſuchungsausſchuß fungieren könne. Der Vorſitzende be=
imeichnge
dieſen Einwurf als Sabotageverſuch und ließ eine Ab=
gtimming
über dieſe Frage nicht zu, weil das Plenum bereits
ntſchiden habe. Von den ſozialdemokratiſchen Ausſchußmitglie=
dern
burde eine Beſchwerde an den Aelteſtenrat angekündigt,
derFzichzeitig entſcheiden ſolle, ob über den nationalſozialiſti=
chem
Intrag im Wortlaut, der zum Teil abſichtlich beſchimpfen=
FGharäkter trage, verhandelt werden ſolle.
interm FArſitzender Jung teilte mit, daß zu Punkt 2 des Antrages,
Bocheimer Dokumente eine Regierungsant=
woaſbisher
nicht eingegangen ſei. Darauf wurde
ein konmuniſtiſcher Antrag, in dem das Befremden über dieſe
Haldug der Regierung ausgeſprochen wird, mit 7:2 Stimmen
angemmmen. Schließlich fand ein Zentrumsantrag Annahme,
der dr Regierung erſucht, wie üblich, zu dem vollſtändigen An=
trag
ſtellung zu nehmen.
Nch Abſchluß dieſer geſchäftsordnungsmäßigen Auseinander=
ſetzunen
ſtellen Nationalſozialiſten und Kommuniſten eine
beſ=Reihe von Beweisanträgen. Die Nationalſozialiſten
deuſt verkafgen die Vernehmung von zahlreichen Juri=
en
ſtenund Beamten, ſowie die Vorlage des Mate=
rials
gegen die Kommuniſten‟ Die Kommuniſten for=
dern
Vorlage des Materials gegen die National=
loziſliſten
und die Vernehmung ſämtlicher
ſozilldemokratiſcher Parteiſekretäre, Reichs=
banſerführer
uſw. In der nächſten Sitzung am 7. Ja=

Slbſt das aus reinſter Menſchenliebe gewachſene echteſte ſo=
zial
iſtſche Königsbuch der Bettina v. Arnim vermochte nicht mehr
nachheltig die Aufmerkſamkeit auf das verhängnisvolle Verſagen
der Gebildeten hinzulenken. Und doch drängten in dieſen 40er
Jahic neben den liberalen Demokraten und fortſchrittlichen Un=
termehnern
die beſonders von franzöſiſchen Geiſtern beeinflußten
Sozichiſten unter Führern wie Marx und Laſſalle auf Berückſich=
tigrn
. Laſſalle bezeichnete die Proletarier geradezu als die die
Skloyrei der Millionen Parias rächenden Eumeniden.
De oben ſkizzierte paſſive Religioſität hatte aber noch unbe=
rechewbarere
Folgen durch die Verkennung eines wirklichen Got=
tesrnmnes
, der ſich von lebendigem Chriſtentum der Hilfe getrie=
ben
enſetzte: Johann Hinrich Wichern. Sein Leben galt der Auf=
gabe
,die dem Volksleben entfremdete Kirche wieder volkstümlich
zu mſchen. Dazu gehörte vor allem ſein Einſatz für die ſoziale
Arbeſerfrage. Scharf wandte er ſich gegen die Beſitzenden mit
ihren Dünkel, Verſchwendung, Spekulation und Börſenſchwindel,
Mißahtung der anderen, unbemittelten Klaſſen, Kargheit und
Gerz, mit dem man die Angelegenheiten des Volkes behandelt
und ille Achtung und Liebe in ihm erſtickt. Aber die liberale
Regickung Preußens ſchob Wichern 1857 durch die Berufung zum
vortngenden Rat für Armen= und Gefängnisweſen auf das für
ſie unefährliche Gebiet der Caritas ab. Als Wichern 1881 ſtarb,
hattelliberaler Ausbeutergeiſt, aus kleinlichen Intereſſen den
ideaſſen Bundesgenoſſen zur Löſung der ſozialen Arbeiterfrage
geopfrt.
Zei dem Widerſtreit des alten Bildungsidealismus, der den
Aufrüf zur Führung nicht mehr vernahm, gegen den noch nicht
rechtſmächtigen Marxismus ging als Sieger die ſchon mehrfach
genamte Gruppe der Unternehmer hervor. Sie allein hatte ſich
der nuen Aufgaben, der Naturwiſſenſchaften und Technik ange=
nornnen
, und es war zunächſt ein guter Anfang, daß Männer
wie barkort und Siemens die Führung übernahmen. Man be=
denke
aber ihren Kampf gegen die Proletariſierung ihrer Ar=
beitel
ihre vergeblichen Bemühungen, der Entwurzelung der
Fabrſkarbeiter zu begegnen! Schon die zweite Generation entzog
ſich ern der Laſt einer Verantwortung auf dieſem Felde. Zu
den Unternehmern, die ſich die Naturkräfte und Rohſtofflager
der ſrde unkerwarfen, traten noch die Militärs als das Exekutiv=
orgau
des neuen Imperialismus. Sie und ihre Erfolge diktier=
ten
vn nun an auch die Bildungsziele. Alles rein geiſtige Bil=
dunggut
wurde zum Luxus, den man ſich gerne umtat, da man
es ſich leiſten konnte. Heute erleben wir die Probe hierauf, da
maßgbende Stellen meinen, den Luxus geiſtiger Bildung ab=
ſte
le zu müſſen. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts prägte
ſich der Satz: Wiſſen iſt Macht! Welcher Art dieſes Wiſſen iſt,
zergtder Jahrzehnte währende Kampf der realiſtiſchen Bildungs=

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

nuar, nachmittags, ſoll bereits mit der Vernehmung von
Zeugen begonnen werden.
In Heſſen hat es ſeit Jahren keinen parlamentariſchen Unter=
ſuchungsausſchuß
mehr gegeben. Nun ſind wir wieder mit dieſer
für die Parteiagitation oft ſo fruchtbaren Einrichtung der Demo=
kratie
beglückt worden. Unſere Meinung über den Wert, oder
beſſer Unwert, dieſer Unterſuchungsbehörde haben wir aus An=
laß
der großen Unterſuchungen des Reichstages und Preußiſchen
Landtages bereits zum Ausdruck gebracht. Das Ergebnis dieſer
parteipolitiſch zuſammengeſetzten und meiſt direktionslos arbei=
tenden
Ausſchüſſe ſtand faſt ausnahmslos in gar keinem Ver=
hältnis
zu den entſtandenen erheblichen Koſten, die der Allge=
meinheit
zur Laſt fallen. Wir fürchten, auch dieſer heſſiſche Unter=
ſuchungsausſchuß
wird ſchließlich in ſeinem Ausgang, wenn man
die beiderſeitigen Parteireden beiſeite läßt, an das Hornberger
Schießen erinnern, um ſo mehr, als heute ſchon feſtſteht, daß
Nationalſozialiſten auf der einen, Sozialdemokraten und Kom=
muniſten
auf der anderen Seite als Angeklagte und Anklä=
ger
mit allen zugelaſſenen Mitteln zu Werke gehen werden.
Nun, das Spiel mag beginnen. Vielleicht wird es, zur
Freude der Steuerzahler, noch vor der regulären Spielzeit abge=
pfiffen
.
Kein Neujahrsempfang im hefſ. Staaksminiſterium.
In dieſem Jahre findet der traditionelle Neujahrsempfang des
heſſiſchen Geſamtminiſteriums nicht ſtatt.
Die Auszahlung der Beamkengehälter im Januar.
Vom heſſiſchen Finanzminiſterium wird uns geſchrieben:
Die Notiz in Nr. 360 des Darmſtädter Tagblatts, daß die Ge=
hälter
für den Monat Januar nochmals in der Höhe des Dezember=
gehalts
ausbezahlt werden, weil wegen der Kürze der Zeit eine
Umrechnung nicht erfolgen konnte, beruht auf einer irrigen
Ingabe. Die Bezüge für Januar 1932 werden nach den neu berech=
neten
Beträgen gezahlt."

im huhrgeviet.
Flugblattverkeiler in Dorkmund feſtgenommen.
Eſſen, 30. Dezember.
Im Ruhrgebiet hat ſich ein kommuniſtiſcher Zentraler Kampf=
ausſchuß
der Ruhrarbeiter gebildet, der einen Maſſenſtreik der
Betriebe vorbereitet und in einem Aufruf erkennen läßt, daß die
Revolutionäre Gewerkſchaftsoppoſition ſich auf die Illegalität um=
zuſtellen
begonnen hat. In Dortmund wurden bereits kommuni=
ſtiſche
Flugblattverteiler feſtgenommen.
Hierzu berichtet die R.W.3. noch, daß ſich der Aufruf an die
geſamte Ruhrarbeiterſchaft wende, um einen umfaſſenden Maſſen=
ſtreik
der Betriebe mit Unterſtützung der Erwerbsloſen und aller
Wohlfahrts=, Notſtands= oder Pflichtarbeiter auf breiteſter Baſis
vorzubereiten. Die Streikvorbereitungen ſollen ſich auch auf die
Kreiſe außerhalb der eigentlichen Arbeiterſchaft erſtrecken. So ſoll
z. B. für den 1. Januar ein Mieterſtreik proklamiert werden. Vor
allem aber denkt man an die Mobiliſierung der Erwerbsloſen.
Von beſonderer Wichtigkeit iſt der Plan, am 2. Januar einen Be=
ſuch
aller Wohlfahrtsämter und Rathäuſer und eine Unterſtützung
des Streikkampfes der Betriebsarbeiter durch die Erwerbsloſen
vorzunehmen, wie ihn das Ruhrgebiet bis jetzt noch nicht erlebte.
Streikheße im Hamburger Hafen.
Hamburg, 30. Dezember.
Die in dem kürzlichen Schiedsſpruch für die Hamburger Hafen=
arbeiter
ausgeſprochene Lohnkürzung gibt linksradikalen Ele=
meuten
Veranlaſſung zu einer wilden Streikhetze im Hamburger
Hafen. Auch aus anderen Häfen der Nord= und Oſtſee liegen
ähnliche Meldungen vor. Ueberall werden ſogenannte Kampf=
ausſchüſſe
gebildet, die den Hafenarbeiterſtreik für die nächſten
Tage vorbereiten ſollen. Im Hamburger Hafen wurden am Mitt=
woch
morgen umfangreiche Flugſchriften verteilt, die die Loſung
enthielten: Macht den Hafen ſtreikfertig. Man glaubt, daß die
Aktion für den zweiten Januar geplant iſt.

Zum Tode des deutſchen Theakerpioniers
Auguft Baſſermann.

Geheimrat Dr. Auguſt Baſſermann.

anſtalten um Gleichberechtigung mit den Gymnaſien, die ihnen in
der von Wilhelm II. einberufenen Dezemberkonferenz 1890 zuge=
ſprochen
wurde.
Damit war die Abwendung vom perſönlich=charakterlichen
und letzten Endes doch überperſönlichen Ziel der Bildung und die
Zuwendung zu der außer und unter dem Wert des Menſchlichen
liegenden Sache vollzogen. Die Bildung an den unter allgemein=
gültigen
Geſetzen zu begreifenden Objekten mußte folgerecht auch
das Bild des Menſchen als des freien irrationalen Individuums
verkehren in ſein Widerbild des anonymen und kollektiven We=
ſens
. Nietzſche hat aus ſeiner ſymboliſchen Einſamkeir in Sils
Maria herab dieſes Banauſentum mit prophetiſchem Haß gegei=
ßelt
. Unſere Zeit verſteht das Wort Bildung nicht mehr. Wiſ=
ſen
iſt ihr geläufig, weil es wirklich Macht verleiht. Nur iſt es
das Weſen dieſer Macht, daß ſie anonym und ſozial indifferent
iſt, während der im Sinn Goethes, Fichtes und Nietzſches Gebil=
dete
der Gemeinſchaft verpflichtet iſt. Nur der zu einſamer Höhe
Gebildete überſchaut den Weg, den er Alle führen ſoll. Das Ver=
trauen
zu ſolchen Führern zerſtört zu haben und ſeine Wieder=
erneuerung
aus Parteidoktrin weiterhin zu verbindern, das iſt

Nr. 361 Seite 3
* Der Akkenkaksplan gegen den
MArancens Boiſchafter WMdsinn.
Von unſerem H=Korreſpondenten.
Prag, Ende Dezember.
Die Veröffentlichungen der deutſchen Preſſe, bzw. die Dar=
ſtellung
der offiziellen ſowjetruſſiſchen Telegraphen=Agentur wegen
einer Verſchwörung gegen den Moskauer japaniſchen Botſchafter
Hirota, an welcher in hervorragender Weiſe der Moskauer tſchecho=
ſlowakiſche
Geſandtſchaftsſekretär Dr. Vanek beteiligt ſein ſoll, hat
in der tſchechiſchen Preſſe ungeheure Erregung ausgelöſt. Die
Blätter der nationaldemokratiſchen Partei jener tſchechiſchen
politiſchen Gruppe, die ſeit Jahren jeder Regelung der diploma=
tiſchen
und handelspolitiſchen Beziehungen zwiſchen Prag und
Moskau opponiert und mit allen Mitteln den Sturz der Sowjet=
regierung
herbeizuführen. bzw. zu beſchleunigen beſtrebt iſt, be=
haupten
, die gegen Vanek erhobenen Vorwürfe ſeien ein plumpes
Manöver der Sowjetregierung. Nicht die tſchechoſlowakiſche Ver=
tretung
in Moskau, ſondern die offiziellen ſowjetruſſiſchen Kreiſe
in der Tſchechoſlowakei entfalten nach den Darlegungen dieſer
Preſſe eine umfangreiche Spionagetätigkeit in der tſchechoſlowaki=
ſchen
Republik; ſie ſeien es auch, welche die Finanzierung der
kommuniſtiſchen Propaganda in der Tſchechoſlowakei übernommen
hätten, einer Propaganda, die auf den Sturz des gegenwärtigen
Regimes hinarbeite. Von der gleichen nationaldemokratiſchen
Preſſe wird der Vorfall zu einer ſcharfen Attacke gegen den tſche=
chiſchen
Außenminiſter Dr. Beneſch benützt, welcher gefragt wird,
wieſo es komme, daß bis zur Stunde kein offizieller Bericht der
tſchechoſlowakiſchen Vertretung in Moskau vorliege, während das
Ausland bereits eingehende Informationen veröffentlichen könnte.
Die Tätigkeit des Beamten Vanek ſei eine ſchwere finanzielle
Schädigung der Republik, da die von Vanek zuſammen mit dem
Beamten Navratil beſorgten Einkäufe von Antiquitäten und
Kunſtgegenſtänden aus Staatsgeldern finanziert worden ſeien. Das
Blatt betont, daß das Prager Außenminiſterium keine diploma=
tiſchen
Beamten haben dürfe, die einem deutſchen Generalkonſul
die Hand küſſen und Geſchäfte auf Koſten der Republik machten.
Intereſſant iſt, was die Sudetendeutſche Tageszeitung über
den tſchechoſlowakiſchen Botſchaftsſekretär Dr. Vanek, der im Mit=
telpunkt
der Affäre ſreht, mitzuteilen weiß. Danach war Vanek
zuerſt dem Charkower tſchechoſlowakiſchen Konſulat zugeteilt, von
wo er jedoch wegen einer Affäre, die ihn in der dortigen diplo=
matiſchen
Welt unmöglich gemacht hat, abreiſen mußte. Vanek
hatte ſich an einem von dem deutſchen Generalkonſul v. Grabe
veranſtalteten Ausflug in die Umgebung der Stadt beteiligt und
ſchließlich beim Abſchied zum Dank für die Einladung und für die
gelungene Veranſtaltung dem Generalkonſul die Hand geküßt.
Dieſer Vorfall war damals in der ruſſiſchen Diplomatie viel ver=
lacht
und beſpöttelt worden. Der Fall wurde auch von der tſchechi=
ſchen
Oppoſitionspreſſe ausführlich beſprochen und zum Anlaß ge=
nommen
, die ſofortige Abberufung Vaneks zu fordern, der ausge=
rechnet
einem deutſchen Generalkonſul die Hand geküßt hatte.
Daraufhin wurde Vanek nach Moskau verſetzt, woſelbſt er alsbald
eine rege Tätigkeit entfaltete, die freilich kaum in den Rahmen
ſeines Amtsbereiches paßte: vorerſt betätigte er ſich mit erſtaun=
lichem
Erfolg als Kaviar=Exporteur, wobei er es verſtand, trotz
der gebundenen Ausfuhrwirtſchaft große Mengen dieſes Produktes
mit erheblichem Gewinn ins Ausland zu verſchieben. Später wid=
mete
ſich der tüchtige Botſchaftsſekretär dem Antiquitätenhandel,
und zwar im Auftrag ſeines Chefs, des Außenminiſters Dr. Be=
neſch
. Im heurigen Januar waren in Prag als Ergebnis der Be=
tätigung
Vaneks als Antiquitätenhändler 23 große Kiſten aus
Moskau eingetroffen, die im Auftrag des Außenminiſteriums
nicht geöffnet und verzollt werden durften. Sie enthielten wert=
volle
ruſſiſche Teppiche, altruſſiſche Kunſtmöbel, Porzellan und an=
dere
Gegenſtände, von denen die Oppoſitionspreſſe damals be=
hauptete
, ſie ſeien zur Ausſtattung des Außenminiſteriums und der
Privatwohnung des Außenminiſters Dr. Beneſch verwendet wor=
den
. An dem Geſchäfte hatte ſich auch ein zweiter tſchechiſcher
Diplomat, namens Navratil beteiligt, der ebenſo wie Vanek für
verſchiedene Repräſentanten des Prager Außenminiſteriums
Kunſtgegenſtände in Rußland einkaufte. Im Laufe des Jahres
1931 trafen aus Rußland noch mehrere umfangreiche Sendungen
als diplomatiſches Gepäck ein, die alle ins Außenminiſterium
gebracht wurden.
Bekanntlich wurde in der offiziellen ruſſiſchen Meldung über
die Verſchwörung gegen den japaniſchen Botſchafter ausdrücklich
feſtgeſtellt, daß Vanek mit Gorin zuerſt anläßlich eines Antiqui=
tätenkaufes
in Verbindung getreten iſt.
Eine amtliche Darſtellung haben wir bereits geſtern ver=
öffentlicht
. Bekanntlich ſtreitet Vanek alles ab.

die Schuld der Ideologen liberaler und marxiſtiſcher Prägung,
die noch aus dem 19. Jahrhundert herüberwirken. Sie haben die
ungeheuerſte Umwälzung ſeit der Ablöſung Roms durch die Nord=
völker
zu verantworten. Das Verſtändnis für die Polarität von
Individuum und Gemeinſchaft, von Nation und Welt ſcheint durch
die Rigoroſität der nach Alleingeltung hungrigen Mächte unſerer
Gegenwart reſtlos zerſtört werden zu ſollen.
Angeſichts des internen Kampfes, in dem höchſtwahrſcheinlich
die ſtärkſte Organiſation und nicht die höchſte Idee den Ausſchlag
geben wird, iſt das Bildungsziel zu einem Problem erſter Ord=
nung
geworden. Denn das Ringen der organiſierten ſozialen
Komplexe um die inhaltliche Beſtimmung der Geſetzgebung läßt
das Bildungsproblem keineswegs abſeits liegen. Das tritt be=
reits
bedrohlich als Einwirkung auf die Jugendgruppen der ein=
zelnen
Parteien hervor. Von daher kommen weſentliche Ein=
flüſſe
, über die die Erziehung natürlich nicht wachen kann. Der
Staat ſollte ſich hier zum Wächter machen und der Zerſetzung der
Bildungs=Einheit und=Ganzheit ſich entgegenſtellen. Da kein noch
ſo ſtark organiſierter ſozialer Komplex zur Baſis eines moraliſch
ſicheren, in ſeinem kulturellen Gewiſſen unbeſtechlichen Staats=
körper
taugt, muß die Bildungsarbeit als Erziehung zur Einſicht
in die Ideen und die polaren Spannungen des Menſchheitslebens
gültig bleiben. Zu einer Zeit, als ſchon einmal dem deutſchen
Volksleben zu ſeinem Unheil ein Gegenpol zu ſeiner klaſſiziſtiſch-
weltbürgerlichen
Einſtellung gefehlt hatte, hat ihn Fichte in ſei=
nen
Reden an die deutſche Nation beſchworen und damit be=
wieſen
, daß doch immer die Ideen das Leben beherrſchen. So
führt wohl auch heute der Weg aus der Barbarei nicht über die
Aneignung der Realien die Naturwiſſenſchaften ſind unſerer
metaphyſiſchen und realen Not gegenüber ſtumm Antwort
geben nur die Ideen.

An erſter Stelle des Januarheftes der neuen linie ſteht ein
Aufſatz von Hanns Johſt über Die deutſche Alpengrenze mit herrlichen
wvinterlichen Photos aus Bayern und aus Tirol Dem Beginn
des Goethejahres trägt die neue linie durch einen eigenartigen Auffatz
Rechnung, in dem die italieniſchen Landſchaftszeichnungen Gvethes, mit
modernen Photographien konfrontiert werden. Eine humorvolle No=
velle
hat der Dichter Ernſt Wiechert beigeſteuert. In ihrem Woh=
nungsteil
zeigt die neue linie zwei Häuschen für 1014 000 Mark, und
für die Frau von heute das Zimmer der Dame an Stelle des veralte=
ten
Bondoirs. Die kritiſche Seite iſt diesmal der Beſchäftigung mit
den Kleiſtpreisträgern Erik Reger und Oedön von Horvath gewidmet.
Der erweiterte praktiſche Reiſeteil der neuen linie, ſeit dem Eingang
des Reiſedienſtes der M.E.R. dem deutſchen Reiſepublikum ein zuver=
läſſiger
Berater, bringt billige und billigſte Winterſportreiſen nach Tirol
und Bahern. Der Modeteil enthält neben vernünftiger Sportkleidung
und amüſanten Maskenkoſtümen exakte Vorſchläge über alles, was man
vormittags, nachmittags und abends im Hauſe, in Geſellſchaft und auf
der Straße trägt. (Verlag Otto Beyer=Leipzig.)

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 361

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. Dezember

EHHT

Statt Karten.

Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Georg Reeg
Frau Anna Schmitz Wwe.
Hotel Schmitz
(18776

Rheinstraße 50

Darmstadt, am 31. 12. 31.

Statt Kart
Die Verlobung unserer Tochter Meine Verlobung mit Fräulein
Carola mit dem FabrikbesitzerHerrn Carola Dyckmans, Tochter des
Dr. Joseph Pleser zeigen wir an

Franz Huisgen und Frau
Carola, geb. Dorsemagen

verstofb. Herrn Wilhelm Dyckmans
und seiner Frau Gemahlin Carola,
geb. Dorsemagen, gebe ich bekannt.
Dr. phil. Joseph Pleser

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief nach längerem, ſchwerem Leiden
mein lieber, guter Mann. unſer treuſorgender Vater.
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und
Onkel
Ludwig Zimmer
Metzgermeiſter
im nahezu vollendeten 74. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Zimmer, geb. Laubach
Luiſe Sehnert, geb. Zimmer
Greia Dröll, geb. Zimmer
Karl Zimmer
Heinrich Gehnert
Karl Dröll
Gretel Zimmer, geb. Born
und 4 Enkelkinder.
Darmſtadt, Langen, Aberau, Offenbach a. M,
den 30. Dezember 1931.
Die Beerdigung findet Samstag, den 2. Januar
1932, nachmittags 1 Uhr, vom Portal des alten
Friedhofs aus ſtatt.,
Beileidsbeſuche dankend abgelehnt. 18760

Statt beſonderer Anzeige.
Fünf Tage nach dem Heimgang ſeiner Mutter
verſchied heute früh nach längerem, mit größter
Geduld ertragenem Teiden mein herzensguter
Mann, unſer guter Bruder, Schwager u. Onkel
Hert Fritz Lautenſchläger
Lehrer
im 35. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Eliſabeth Lautenſchläger Bwe.
geb. Schellhaas.
Lichtenberg, den 30. Oezember 1931. 18759
Die Einäſcherung findet auf Wunſch des Entſchlafenen
in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.

Todes=Anzeige.
Am 29. Dezember wurde meine liebe Frau, unſere
herzensgute Tochter, Schweſter, Schwiegertochter,
Schwägerin und Tante

geb. Jäger
von ihrem langen, ſchweren Leiden erlöſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Auguſt Langner
Familie K. Jäger, Georgenſir. 11
Familie Fr. Langner, Wilhelminenplatz 2.
Griesheim b. D., Darmſtadt.
Die Beiſetzung findet in der Stille ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. (18769

Nachruf.
Am 23. d. Mts. verſchied nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſer verehrter Dirigent
(18779
Herr Chormeiſter
Wilhelm Herbert, Darmſiadt.
Auf der Höhe ſeines Schaffens ſtehend, verlieren
wir in ihm einen Chorleiter mit ſeltenen Gaben und
hervorragendem Können. Sein früher Tod hat uns
in ſchmerzliche Trauer verſetzt und bedeutet für uns
einen herben Verluſt. In treuem Gedenken werden
wir daher ſein geiſtiges Erbe allezeit in Ehren halten.
Herbert’ſcher Männergeſangverein Höchſt i. 9.
Geſangverein Liederkranz, König i. D.
Arbeiter=Gefang=Verein Eintracht, Höchſt i. O.
Sängervereinigung Steinbach i. O.
Sängervereinigung Mümling=Grumbach i. 9.

Dezember 1931.
Eberstadt (Bergstrasse)
Verdingen (Niederrhein)
Burgstr. 21a
Alicestr. 1
Emptang in Verdingen: 3. Januar 1932. (


Man 10
koſtet ein Wannenbad im Römerbad,
Zimmerſtraße 7. Tel. 3834. Alle Arten
Bäder. Bei all. Kaſſen zugelaſſ. (12720a

Elektromotor, 2PS.
60 Batterie 25
Saubſaug. 60
Eliſabethenſtr.
Hinterh., part.

Heute Nachmittag verſchied ſanft nach ſchwerem Leiden unſere
innigſt geliebte Schweſter, Schwägerin und Tante

Darmſtadt, Kapſtadt, Hannover, den 30. Dezember 1931.
Landwehrſtr. 2.
In tiefer Trauer:
Guſtav Oppenheimer und Fran Panla, geb. Adler
Heinrich Oppenheimer
Arthur Oppenheimer und Frau May, geb. Ginsberg
Sacoh Stern und Frau Sophie, geb. Oppenheimer.
Die Beerdigung findet Freitag, 1. Januar 1932, vorm. 12 Uhr,
vom Portal des iſr. Friedhofes Darmſtadt aus ſtatt.
Wir bitten höfl., von Beileidsbeſuchen abſehen zu wollen.

Durch einen Unfall iſt plötzlich und unerwartet unſer Lehrling
Anheim Riedei
aus unſerer Mitte geſchieden.
Er war ein fieißiger, braver junger Menſch, deſſen frühes
Hinſcheiden wir ſehr bedauern.
Sein Andenken werden wir ſiets in Ehren halten.
Darmſiadt, den 30. Dezember 1931.
Bahnbedarf Darmſiadt
Werk der Aquila Aktiengeſellſchaft
für Handels= und Induſtrieunternehmungen Frankfurt a. M.
18764)

Propolis-Salbe
(aus Propolis der
Bienen), vorzüglich
für Wunden u. Ge=
ſchwüre
aller Art,
Doſe 1.60 u. 3..
Erhältlich:
in allen Apotheken.

Ihre Vermählung geben bekanne
Ferdinand Koch
und Frau EElsbeth
geborene Aßmus
Die kirchl. Trauung findet am 1. Jan.
um 2 Uhr in der Schloßkirche ſie
Darmſtadt, den 30. Dezember 1931.
Pankratiusſtraße 3, 1. Siock. (1870

Für die erwieſenen Aufmerkſamkeite
anläßlich unſerer Vermählung dank
herzlichſt.
Helmut Werner und Frau
Eliſabeth, geu. Kuhlmngnn.
Darmſtadt
Blumenthalſtraße 41, 1. St.

Für die uns anläßlich unſere
Diamantenen Hochzeit ſo zahlrei
zuteil geſpordenen Ehrungen ſa
wir auf dieſem Wege unſeren he=
lichen
Dank.
Karl Stähr und Frau
Helfmannſtraße
Darmſtadt

Todes-Anzeige.
Plötzlich und unerwartet verſchied heute nacht
nach einem arbeitsreichen Leben mein lieber
Vater, Bruder, Großvater und Urgroßvater
Heri Georg siitor. Beig
Die trauernden
Hinterbliebenen:
Familie Peter Delp,
Joh. Küfner.
Webern, den 30. Dezember 1931.
Die Beerdigung findet Freitag, 1. Januar 1932
nachmittags 2 Uhr ſtatt. (18773,

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Darmſtadt. Bleich=i/ sollten Sie sich jetzt beson-
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für Mk. 1.60
zuſ. z. Pr. v. RM. /Plüsch- oder Samt-Mantel
für Me 3.50

Statt Karken.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
liebe Mutter, Schwiegermutter. Schweſter,
Schwägerin und Tante
Marie Matz
im Alter von 52 Jahren in die Ewigkeit abzu=
rufen
.
Die trauernden
Hinterbliebenen:
Familie Friedrich May, Arheilgen,
Georg Stephan, Arheilgen,
Ludwig May, Nieder=Modau,
Georg Gaydoul Ww., Darmſtadt.
Arheilgen, den 30. Dezember 1931.
Die Beerdigung findet am 1. Januar (Neujahr)
von der Leichenhalle des Friedhofs in Arheilgen
(18793
nachmittags 2 Uhr ſtatt.

Todes-Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden hat der Herr über
Leben und Tod heute morgen 11.30 Uhr unſere
liebe, treubeſorgte Mutter, Großmutter, Schwie=
germutter
, Schweſter, Schwägerin und Tante
Karoline Friedrich
geb. Büchler

im 68. Lebensjahre
Reich abgerufen.

zu

ſich in ſein himmliſches
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Sonntags von 11-2 Uhr

Die trauernd Hinterbliebenen:
Familie Jakob Friedrich III., Gaſtwirt.
Familie Leonh. Büchler X., Schuhmachermeiſter.
Brensbach, den 30. Dezember 1931.
Die Beerdigung findet am 1. Januar,
nachmittags 3 Uhr ſtatt.

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Unserer werten Kundscha t, Nachbal
schatt, Freunden und Gömern
die besten Wünsche
zum neuen Jahr
Friedrich Karg & Frau
Friseurmeister (H Eschollbrückers."

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblo
eſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 361 Seite 5

ſenherskag, 31. Dezember 1931

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmfadi, den 31. Dezember 1931.
* Die neuen Räume der Landesbihliothek.
Die Räume, die der Heſſiſchen Landesbibliothek bisher im
Sdoß zur Verfüqung ſtauden, waren ſeit vielen Jahren zu
kieht geſorden. Vor dem Krieg beſtand deshalb der Plau, die
Qoſdeskibliothek in das Gebäude des alten Bahnhofs zu ver=
T gn, joodurch die ſchöne und zenirale Lage der Bibliothek ſich
ſih verſchlechtert hätte. Schon aus dieſem Grund muß man es
wgüßen, daß es möglich war, die Landesbibliothek auch weiter=
miu
im Schloß zu behalten und ihr dort neute und größere
Mäne zu geben, die dem 1mfang der Büicherbeſtände und den
Movendigkeiten und Aufgaben der Bibliothek angemeſſen ſind.
uzeit iſt der Umbau des Schloſſes ſoweit gediehen, daß die
Witer umgeräumt wwerden können, teilwveiſe iſt der Umzug ſchoz:
Fusange. Der Zeitpunkt, zu dem Herr Direktor Eppelsheimer
ziuer Preſſebeſichtigung eingeladen hatte, war alſo beſonders
qiſſtig, da ian im jetzigen Zuſtand das Alte noch neben dem
Acen ſieht. Der Vergleich zeigt deutlich, ſtellenweiſe ſogar kraß
S4 Notwvendigkeit der Neuerung und zeigt zugleich den Fort=
Mütt, der dadurch erreicht iſt, daß man die neuen Räume im
ruclichen Flügel zu dieſem Zweck verſpandte. An die Stelle der
fiheren dunklen Magazine, die ſo überladen waren, daß auf
wchchen Geſtellen die Bücher in doppelter Reihe hintereinander
fuhen mußten, ſind ſchöne, helle Räume getreten, die durch ihre
Cüße und die beſſere techniſche Ausſtattung (mit Glas= oder
Eüerböden uſw.) die praktiſche Aufſtellung und ein ſchnelles
Wißleihen ermöglichen. So wird man z. B. in Kürze alle ſeit
U.0 erſchienenen Bücher ohne Vorherbeſtellung nach wenigen
Mnuten in der Ausleihe erhalten können, ſo daß auch die Be=
Füuter unmittelbar die Vorteile der ſo notwendigen Erweiteruns
Lu Neuerung ſpüren werden. Auch für die Ausleihe, die Ver=
rnaltungs
= und Beamtenzimmer ſind neue Räume geſchaffen. Der
Gügang zur Bibliothek wird ſich, wenn der Umzug vollendet iſt,
Sefenüber dem jetzigen befinden.
*
Aus dem Schuldienſt entlaſſen wurde am 22. Dezember: die
Tärerin Luiſe Keil, geb Keim an der Volksſchule zu Darm=
Fialt auf ihr Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ab.
Am 23. Dezember wurden der Direktor bei der Oberrechnungs=

Ea KEeie Auräel Gefer Seunſch deſech zun
2AJuni 1905 zu Mitgliedern dieſer Prüfungskommiſſion beſtellt.
EPH. Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchen=
ryerung
wurde übertragen dem Pfarrer Adolf Bauſch zu
Sider=Floxſtadt die evangeliſche Pfärrſtelle zur Nieder=Florſtadt
Pkanat Friedberg) und dem Pfarrverwalter Hanns Hem=
uls
zu Lehrbach die evangeliſche Pfarrſtelle zu Lehrbach (Deka=
2d Alsfeld). In den Ruheſtand verſetzt wurde der Pfarrer
Eledrich Landmann zu Mommenheim auf ſein. Nachſuchen
au unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte mit
Hürkung vom 1. Januar 1932 ab. Beſtätigung wurde erteilt für
Di durch den Dekanatstag des Dekanats Mainz für den Reſt der
luffenden Wahlperiode vollzogene Wahl des Pfarrers Guſtav
Hfffmann zu Mainz=Mombach zum Dekan des Dekanats
Minz, für die durch denſelben Dekanatstag vollzogene Wahl des
Bfrrers Otto Page zu Mainz=Weiſenau zum Stellvertreter
50 Dekaus des Dekanats Mainz, für die durch den Dekanatstag
de Dekanats Oppenheim für den Reſt der laufenden Wahl=
diode
vollzogene Wahl des Pfarrers Richard Sittelzu Uden=
han
zum Dekan des Dekanats Oppenheim und für die durch den=
Heden Dekanatstag vollzogene Wahl des Pfarrers Karl Fied=
Tar zu Dienheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats
Ppenheim.
Schloßmuſeum. Am Neujahrstag und am Samstag ſind
111 und 11.30 Uhr vormittags Führungen. Der Eintrittspreis
Mfür Erwachſene auf 50 Pfg. und Kinder auf 30 Pfg. ermäßigt.
) Heag=Winterfahrten zur Neunkirchener Höhe. Die erſten
Elneeflocken ſind bereits gefallen, der Winterſportler rüſtet zum
Elfbruch in die weiße Natur, und die Heag=Wagen ſtehen zur
Büörderung der Maſſen bereit. Einige Anfragen ſind bereits an
20 Sonderfahrten=Abteilung der Heſſiſchen Eiſenbahn=AG. ge=
giſtet
worden, wann mit dieſen Fahrten begonnen wird: Um
öſem Wanderer und Sportsfreund rechtzeitig die Abfahrtszeiten
d die Schneeberichte bekannt zu geben, hat die Sonderfahrten=
aheilung
am Ernſt=Ludwigsplatz (Verkehrsbüro) eine ſchwarze
Tſiel angebracht, an der der Wetterbericht und die Schneelage
ſovie die Abfahrtszeiten der Omnibuſſe, erſtmalig am 1. Januar
982, ſowie die übrigen Tage erſichtlich ſind. Der Fahrpreis be=
uugt
für Neunkirchen hin und zurück einſchließlich Skibeförde=
zug
2,25 Mark. Mitglieder des Ski=Klubs die im Beſitze eines
OFV.=Ausweiſes ſind, erhalten die ihnen bereits bekannte Er=
wßigung
. Auskunft über die Abfahrtszeiten und Vorverkauf im
Sſorthaus Adelmann, ſowie Heaghaus. Zimmer 6.
Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Die diesjährige Weih=
nichtsfeier
des G.V.D. verlief bei vollbeſetztem Lokale in
ſchnſter Weiſe. Nach einigen Worten herzlicher Begrüßung nahm
Hrr. Brohm das Wort zu einem Lichtbildervortrag, der die
Mweſenden im Geiſte über die wichtigeren Alpenſtraßen nach dem
ſauigen Italien führte und dortſelbſt die berühmten Plätze
ölorenz, Venedig, das alte Rom, ſowie das Rom Michel Angelos,
ſener das herrliche Neapel und das vom Schutt freigelegte Pom=
ufi
in Wort und Bild behandelte. Im weiteren Verlauf der Ver=
aſſtaltung
lernte man in Frau Kaſigkeit eine gewandte Kla=
virſpielerin
kennen, die nicht nur eine hervorragende Technik ent=
ſotete
, ſondern auch in feinfühligen Tonabſtufungen die ent=
zükenden
Lieder begleitete, die Frl. Erna Monti mit ihrem
tchveramentvollen Sopran und Herr Braun mit ſeiner herr=
chen
Tenorſtimme zu Gehör brachten. Nachdem dann einige Mit=
gleder
für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein mit der goldenen
Grennadel ausgezeichnet worden waren, konnte man zu der be=
lübten
Freiverloſung übergehen, die diesmal ſo reichhaltig war,
diß jedem anweſenden Mitgliede als Weihnachtsgabe ein Blumen=
ſtick
zufiel.
Heſſiſches Landestheater.

Emmn mm * innerstag, 31. Dez. 1922 Uhr. Außer Miete. Die luſtige Witwe.
Preiſe 0.806.40 Mk. 922 Uhr. B 10. Caballeria ruſticana.
heitag, 1. Jan Hierauf: Der Bajazzo. Preiſe 0 705.60 Mk.
tmstag, 2 Jan. 151714 Uhr. Heſſenlandmiete 13 u. III3.
Die Dubarry. Preiſe 0.504 Mk.
19½221 Uhr. Bühnenvolksb. K 8.
Wallenſteins Tod. Preiſe 0.705.60 Mk. Kleines Haus. 2 hnnerstag, 31 Dez. 20½3½4 Uhr. Außer Miete. Meine Schweſter
und ich. Preiſe 0.504 Mk. Ze 19, Ende vor 22 Uhr. Außer Miete.
eitag, 1. Jan. Der Datterich. Preiſe 0.502.50

amstag, 2 Jan ſchmied. Preiſe 0.503 Mk.

Heſſiſches Landestheater. Heute abend zu Silveſter findet
Großen Haus in neuer Einſtudierung und Inſzenierung die
Aufführung von Lehars Luſtiger Witwe mit Käthe Walter
ü der Titelrolle ſtatt. Im Kleinen Haus geht als Silveſter=
Yoxſtellung das erfolgreiche muſikaliſche Luſtſpiel Meine

brich zur Aufführung. In Abänderung des Spielplans wird
m Samstag, den 2. Januar, im Kleinen Haus ſtatt des Opern=
gends
Der Waffenſchmied gegeben. Weiter ſei auf die
c Sonntag, den 3. Januar im Kleinen Haus ſtattfindende Erſt=
afführung
der Komödie Nina von Bruno Frank hingewieſen.
Frau Mitrovic tritt am 15. nächſten Monats ihren kontrakt=
Uben Urlaub an, der auf ihren Wunſch um ſechs Wochen ver=
ſingert
worden iſt. Sie wird nach Ablauf dieſes Urlaubs an
us Heſſiſche Landestheater zurückkehren

Der Silvester=Punsch.

Was iſt ein Neujahr ohne Wunſch,
Und ein Silveſter ohne Punſch?
Wenn am Silveſterabend der Punſch angeſetzt wird und der
Duft von heißem Wein und allerhand Gewürzen und Früchten
durch das Zimmer zieht, iſt erſt die richtige Stimmung da, den
Abſchied vom alten Jahr zu ſeiern. Das Feſt der Jahreswende
geht auf uralte beidniſche Gebräuche zurück und auch das Ge=
tränk
dieſes Abends, der Punſch iſt ein Nachkomme alter, ge=
heimnisvoll
gemiſchter Opfertränke. Daß gerade an dieſem Abend
der Wein nicht rein für ſich, ſondern mit allen möglichen Zutaten
verſehen wird, zeigt ganz deutlich, daß früher dieſes Getränk eine
kultiſche Bedeutung hatte, ein Opfer= oder Jaubertrank war,
Genoß man ihn, war man gegen kommende Gefahren für Körper
und Seele gefeit, oft geriet man auch in einen Zuſtand heiliger
Begeiſterung, in dem die Zukunft ſich enthüllte. Man denke an
den im Sanſkrit oft erwähnten heiligen Soma=Trank, der von
den Prieſtern zu Ehren des Gottes Brahma getrunken wurde.
Auch in den verſchiedenen Geheimkulten der Aegypter und Grie=
chen
bei den orphiſchen Myſterien wurden ſolche geheimnisvollen
Tränke geſpendet. Alle dieſe Getränke waren Miſch= und Würz=
tränke
. Urſprünglich wurde nach heiligem Ritus der ſtark ge=
würzte
Trank nur von dem Prieſter genoſſen, ſpäter nahmen noch
andere, niedere Diener der Gottheit an dem Opfertrank teil. bis
ſpäter auch die ganze gläubige Gemeinde davon genoß. Aber
ſchon in dieſer Zeit wurde der Trank ſchwächer und fehlten ihm
die Beſtandteile, die ihn zum eigentlichen Wahrſage= und Zauber=
trank
machten. Schließlich blieb vom eigentlichen Opferbrauch
nur noch die Form zurück. Der Trank wurde Sitte und verlor
damit ſeine geheimnisvolle, tiefere
Bedeutung.
Daß ſich ſolche Opferbräuche
langſam immer mehr abſchleiften,
zur Sitte wurden, kann man auch
an anderen Beiſpielen erſehen. So
iſt es zum Beiſpiel in Berlin und
in anderen Teilen Norddeutſchlands
üblich, daß am Donnerstag zum
notwendigen Beſtandteil der Speiſe=
karte
das Gericht. Erbſen, Sauer=
kraut
und Pökelfleiſch gehört. Die
wenigſten wiſſen, daß die Erbſe dem
germaniſchen Donnergott Thor oder
Donar geweiht war, und da der
Donarstag dem Gott heilig war,
wurden an dieſem Tage die Erbſen
als Opfermal verzehrt. Dieſes Ge=
richt
und der Brauch, es am Don=
nerstag
vorzuſetzen hat ſich erhal=
ten
. Dagegen iſt ſein tieferer Sinn
als Opferſpeiſe verloren gegangen.
Gerade ſo iſt es auch mit dem
Punſch ergangen. Er iſt mit der
Neujahrsfeier, dem Feſt der Zeit=
wende
, noch heute aufs engſte im
Bewußtſein des Volkes verknüpft.
Seine Bedeutung aber als geheim=
nisvoller
, zukunftenthüllender Trank
iſt er jedoch verluſtig gegangen.
Daneben gibt es noch manche
Trink= und Speiſegebräuche, die
auch noch heute deutlich kultiſchen
Urſprungs ſind. Die Formen der
Backwaren zum Beiſpiel zu be=
ſtimmten
Tagen oder Feſten deu=
ten
auf eine ſolche Beziehung zum
Götterglauben hin. Beſtimmte Fi=
guren
, die beſonders die Weih=

Opfer dar. Während man früher das betreffende Tier ſchlach=
tete
, ja ſogar Menſchen opferte, begnügte man ſich in ſpä=
terer
Zeit damit, dies nur noch bildlich auszudrücken, indemn
man dem Erzeugnis aus der Getreidefrucht, der wichtigſten Frucht
für die Ernährung des Menſchen, die Form des heiligen Opfer=
tieres
oder ſelbſt auch des Menſchen gab. Auch Himmelszeichen,
wie Sterne, Monde die Form des heutigen Hörnchens
Sonnen, der Kreis und das Dreieck, in dem manchmal noch eine
Ellipſe oder ein Auge durch Linien angedeutet wird, ſind nicht=
weiter
als uralte heidniſche Symbole.
Für den Silveſterpunſch iſt es auch bezeichnend, daß man zu
dieſem Getränk meiſt rote Weine wählt. Wahrſcheinlich hängt das
damit zuſammen, daß rot auch die Farbe des Blutes iſt, und man
dem Opfertrank gerne die gleiche Farbe verlieh.
Nun noch ein praktiſcher Hinweis. In Deutſchland wachſen
auch rote Weine, die ſich vorzüglich zur Bereitung von Punſch
eignen. In der Pfalz an der Ahr, in Heſſen, am Rhein bei
Aßmannshauſen, in Württemberg und in Baden werden recht
gute Rotweine erzeugt, die heute bei dem außerordentlichen
Tiefſtand der Preiſe für deutſche Weine noch dazu billiger ſind
als die ausländiſchen Erzeugniſſe. In der heutigen Notzeit
ſollte man ſie, ſoweit ſie den gewünſchten Zweck in gleicher Weiſe
wie ausländiſche erfüllen, den ausländiſchen Produkten vorziehen.
Das Geld bleibt im Lande, und die Flaſche deutſchen Rotweins,
die zu Punſch verwendet wird, hilft dem notleidenden Winzer
immer wieder ein Stückchen vorwärts. Alſo miſchen wir an die=
ſem
Silveſter unſeren Punſch mit deutſchem Rotwein, und ſtoßen
wir damit auf ein beſſeres Jahr für unſere geplagte Heimat an.
Proſit Neujahr!

Für den Silveſterabend: Pfannkuchen, das traditionelle Silveſtergebäck.

nachts= und Neujahrsgebäcke auf= Am letzten Tage des alten Jahres herrſcht in allen Bäckereien Hochbetrieb. Viele Dutzende von
weiſen, Tierfiguren, ja auch Men= knuſprigen Pfannkuchen müſſen mit Mus gefüllt, gebacken und mit Zuckerguß verſehen werden.
ſchenfiguren, ſtellen eint bildliches. Denn zum Silveſterpunſch, mit dem man auf ein beſſeres Jahr anſtößt, gehört der Pfannkuchen,

Henkung der Tariſe für Gas, Waſſer.
Weihnachten der Heimatloſen
elektriſchen Stron und Straßenbahn.
in der Herberge zur Heimal.

Das Ziel der Vierten Notverordnung des Reichspräſidenten
zur Sicherung von Wirtſchaft und Finanzen und zum Schutze des
inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 iſt eine allgemeine Sen=
kung
der Lebenshaltungskoſten. Preiſe, Löhne und Gehälter
ſollen mit Wirkung vom 1. Januar 1932 allgemein herabgeſetzt
werden.
Die Kürzung der Löhne und der Gehälter wird ab 1. Ja=
nuar
1932 durchgeführt Preisſenkungsbeſchlüſſe für Roh= und
Hilfsſtoffe, Produktionsmittel und Konſumartikel liegen bereits
vor. Einzelne öffentliche Betriebe, wie z. B. die Reichsbahn,
ſind wenigſtens teilweiſe den Anordnungen und Abſichten, die
die Reichsregierung mit der Notverordnung verfolgt, nachgekom=
men
. Anderwärts iſt leider hinſichtlich der Beſchleunigung der
dringend notwendigen Maßnahmen eine allzu große Zurückhal=
tung
zu beobachten. Im Rahmen der allgemeinen Preisſenkung
muß aber ein fühlbarer Abbau der Haushalts= und Gewerbe=
tarife
für Gas. Waſſer, elektrichen Strom und der Fahrpreiſe
der Straßenbahn vorgenommen werden, um ſo mehr, als die
Selbſtkoſten der öffentlichen Betriebe im Verfolg der Auswirkun=
gen
der Notverordnung ebenfalls weſentlich herabgemindert
werden.
Die unterzeichneten Berufsvertretungen richten an die
Stadtverwaltung Darmſtadt und an die Heſſiſche Eiſenbahn=AG.,
Darmſtadt die dringliche Aufforderung, die vorerwähnten Ta=
rife
auf ſchnellſtem Wege in entſprechendem Ausmaß zu ſenken.
Darmſtädter Induſtriellen=Vereinigung E. V.
Heſſiſche Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt.
Vereinigung des Darmſtädter Großhandels.
Heſſiſche Handwerkskammer, Sitz Darmſtadt.
Vereinigung des Einzelhandels von Darmſtadt u. Umgebung E. V.
Landwirtſchaftskammer für Heſſen, Darmſtadt.
Wir geben der vorſtehenden Erklärung auf ausdrückliches
Erſuchen Raum. Eine Stellungnahme dazu halten wir nicht für
angebracht, da nach unſeren Informationen Anfang Januar die
Aenderung der Preisgeſtaltung der Heag im Vernehmen mit
dem Preisſenkungskommiſſar erfolgt. D. R.

Federwerkskörper. Große Auswahl und am billigsten
HULO NEUROHR

Ecke Wenck- und Pankratiusstraße.

(10382a

Der Neujahrsſpielplan des Orpheums beginnt am Frei=
g
. 1. Januar, nachmittags 3., 45 Uhr, mit einem
nſationenllen neuen Varieté=Attraktionsprogramm von großer
bwechſelung und erleſener Qualität. In dem reichhaltigen
euen Programm ſind zwei namhafte Attraktionen; die berühm=
Univerſalartiſten Gebr Gailer, ſowie die Zauberſchau
Groaſſer, mit verblüffenden Tricks und neuen Illuſionen.
ſch die Ergänzungsnummern Okido, der japaniſche Gaukler,
Brown, der Mann ohne Nerven und Charlie der
ſeutſche Chaplin, ſind von guter Qualität und werden mit dazu
itragen, daß der neue Spielplan vollen Beifall finden wird.
Näh. ſ. Anzeige.)
EPII. Heſſiſcher Abend im Frankfurter Sender. Am 4. In=
ar
veranſtaltet der Frankfurter Sender einen Heſſiſchen
lbend in Form einer hiſtoriſchen Revue. Es werden Szenen
us der heſſiſchen Vergangenheit rekonſtruiert. So wird zum
ſeiſpiel eine Kabinettsratsſitzung mit dem Landgrafen Ludwig
rgeführt, auch einiges aus dem Leben Büchners und Szenen
s dem Darmſtädter Goethekreis. Der Rundfunkhörer, die
nzige evangeliſche Rundfunkzeitſchrift bringt dazu einen län=
ren
einleitenden Artikel zum hiſtoriſchen Verſtändnis des Dar=
ebotenen
aus der Feder des Darmſtädter Hiſtorikers Profeſſor
r jur et phil. Eſſelborn. Das Heft wird das lebhafteſte
gtereſſe heſſiſcher Leſer finden, zumal es mit heſſiſchen Bildern
eſchmückt iſt. Es kann durch die Poſt bezogen werden.

In der Herberge zur Heimat herrſcht der ſchöne Brauch den
wandernden Handwerksburſchen jedes Jahr eine ſchlichte Weih=
nachtsfeier
zu bereiten. Auch dieſes Jahr fanden ſich wieder 130
Wanderer ein, für die es ſonſt kein trauliches Heim mit einem
brennenden Weihnachtsbaum gibt. Gerade deshalb ſind viele
von ihnen für dieſe kleine Freude ſo dankbar, und gerne ſcharen
ſie ſich um den Tannenbaum.
Nach althergebrachter Sitte wurden die beiden Weihnachts=
choräle
Stille Nacht und O. du fröhliche, gnadenbringende
Weihnachtszeit geſungen. Dann ſprach Herr Pfarrer Heß zu
der heimatloſen Schar. Er ſprach von der alten, ewig neuen,
beſeligenden Weihnachtsbotſchaft, die für uns alle wie ein Licht=
ſtrahl
im Dunkeln leuchten ſoll, und er ſprach von unſerem Hei=
land
, der auch einſt heimatlos im Stall zu Bethlehem geboren
wurde, und der allen ein Wandergefährte ſein will, auch den
Brüdern von der Landſtraße. Alle lauſchten mit Anteilnahme,
und ſicher erfüllte wunderſame Weihnachtsſtimmung ſo manches
Herz. Viel Freude und Dankbarkeit entſtand auch durch die
Gaben, die eine Sammlung ermöglicht hatte. Möge das Bewußt=
ſein
, ſo manchen unter dieſen Aermſten unſeres Volkes eine Weih=
nachtsfreude
bereitet zu haben, der ſprechendſte Dänk für die frei=
gebigen
Spender ſein.
Petrusgemeinde (Männervereinigung). Im überfüllten
Gemeindehaus hielten am 2. Weihnachtstage die Männervereini=
gung
, der Kirchenchor und der Poſaunenchor unter ſelbſtloſer
Mitwirkung von Frau H. Schonnefeld=Walz, Fräulein
G. Walz, Fräulein Bertel Schweitzer und einer reizenden
Spielſchar eine wohlgelungene Weihnachtsfeier ab. Eine herr=
liche
Weihnachtsmotette. Und Friede auf Erden vom Poſau=
nenchor
unter ſeinem verdienſtvollen Leiter. Herrn Wehlan,
vorgetragen, das prächtige alte Weihnachtslied. Es iſt ein Ros
entſprungen, vom Kirchenchor unter der bewährten. Stabfüh=
rung
des Herrn Lehrers Hamm geſungen, zwei herrliche Dutte
für Sopran und Alt, Fordere, befiehl, ich folge und Wenn die
ſanften Abendwinde, von Frau Schonnefeld=Walz und
Fräulein G. Walz vorgetragen, und ein ſtimmungsvoller Vor=
ſpruch
, für den Abend verfaßt von Frl. Bertel Schweitzer,
verſetzten die Zuhörer bald in die rechte Weihnachtsſtimmung.
Der Vorſitzende der Männervereinigung, Herr Oberreallehrer
Frank, dankte allen Mitwirkenden und erinnerte in ſeiner
Begrüßungsanſprache an die harte Not der Zeit mit ihren
ſchrillen Mißtönen. Herr Pfarrer Weiß ſchilderte in ſeiner
Feſtanſprache Weihnachten als ein Feſt der Liebe, der Hoffnung
und der Freude. Eine prächtige Srelſchar ließ die Gedanken
der beiden Reduer in anderer Form auf die Anweſenden einwir=
ken
, indem ſie das Weihnachtsſtück Die rechte Weihnachtsfreude‟
zur Aufführung brachte. Möge der große Beifall Herrn Ober=
reallehrer
Frank und der rührigen Spielſchar für die große
Mühe und Arbeit bei der Einübung des Stückes Dank und Ent=
ſchädigung
ſein. Im zweiten Teil des Abends wechſelten Weih=
nachtslieder
des Kirchen= und Poſaunenchors mit Duetten, ge=
ſungen
von Frau Schonnefeld=Walz und Fräulein G. Walz, ab.
Den Schluß des genußreichen Abends bildete eine Gabenver=
loſung
.
Odenwaldklub. Die Mitglieder des Odenwaldklubs haben
im neuen Jahre bei Reiſen und Wanderungen in deutſchen Lan=
den
erhebliche Vorteile. Die im Reichsverband der deutſchen
Gebirgs= und Wandervereine zuſammengeſchloſſenen Vereine
haben untereinander ein Abkommen getroffen, wonach alle Ein=
richtungen
im Reich jedem Mitglied eines Verbandsvereins zu=
gänglich
ſind. Die Reichsverbandsmarke wird der Mitglieds=
karte
aufgeklebt und berechtigt zum Genuß der auf dem Reichs=
vergünſtigungsverzeichnis
angegebenen Ermäßigungen in den
einzelnen Wandergebieten. Zu erwähnen iſt die Möglichkeit,
Türme, Herbergen. Heime, Hütten zu billigem Preiſe zu benützen;
Zu erwarten ſind hindende Vereinbarungen mit guten Gaſthöfen.
Den Zeiten entſprechend hat der Odenwaldklub ſeinen Jahres=
beitrag
von 6 RM. auf 5 RM. ermäßigt. Der Vorſtand hofft,
daß die Mitgliede: dem gemeinnützigen Heimatverein der 50
auch in Notjahren die Treue
Jahre lan
bewahren.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 361

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. Dezember 1931

* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Heli a.
Kadetten (,Hinter den roten Mauern von Lichter=
felde‟
). Dieſer nach Motiven eines Romans von Peter Murr
gedrehte Film hat in Georg Jakoby einen ausgezeichneten Re=
giſſeur
gefunden. Dieſer Regiſſeur hat es in geradezu meiſter=
hafter
Weiſe verſtanden, Milieu zu zeichnen und lebendige Men=
ſchen
in dieſes Milieu ſo hineinzukomponieren, daß ein geſchloſ=
ſenes
Werk entſtand, das mehr gibt als die Lebendigmachung
eines Romans, das, rein filmiſch gemeſſen, ein Kunſtwerk dar=
ſtellt
, das bisher ſeines gleichen noch nicht hat. Das iſt ein Urteil,
das angeſichts der Tatſache, daß dieſer Film die ſchlichte Erzäh=
lung
einer Tragödie aus dem Leben eines Kadetten gibt, eine
Tragödie, die jedem anderen Menſchen widerfahren kann, viel=
leicht
zu viel ſagt. Dennoch iſt es aufrecht zu erhalten, Gerade
in der großen Zurückhaltung, in der reinen Sachlichkeit des Auf=
tretens
und Sprechens der handelnden Perſonen, die ſich durch=
weg
von jeglicher Uebertreibung fernhalten, die ausnahmlos un=
theatraliſch
ſpielen und ſich mit einer beiſpielgebenden Menſch=
lichkeit
in ihre Rollen hineinlebten, liegt die Größe dieſes Films
als Kunſtwerk. Allerdings ſtanden dem Regiſſeur Schauſpieler
von allerbeſtem Niveau zur Verfügung. Eine prachtvolle Ge=
ſtalt
der General von Seddin, durch Albert Baſſermann ver=
körpert
. Eine ſchöne Frau, die ihre Schönheit in natürlicher
Zurückhaltung präſentiert, Trude von Molo, gut charakteri=
ſiert
in der Zwieſpältigkeit ſeiner darſtelleriſchen Aufgabe der
Rittmeiſter von Malzahn durch Johannes Riemann. Ganz
ausgezeichnet auch der junge Darſteller des Rudolf General
von Seddins Sohn, der Träger der Handlung und Träger des
Dramas. Rudolf Fiedler (Irrtum vorbehalten, da das Pro=
gramm
den Namen nicht verzeichnet) verkörpert dieſen pracht=
vollen
jungen Menſchen in bewundernswerter ſchlichter Natürlich=
keit
. Auch in den anderen weniger ausſchlaggebenden Rollen
gute Schauſpielkräfte, wie: Friedrich Kayßler. Elſe Baſſer=
mann
. Paul Otto, Reinhold Bernt, Hans Zech=Ballot,
Karl Ballhaus, Erik Ode uſw.
Für die Jugend unſerer Tage iſt oder wird die Kadetten=
anſtalt
von Lichterfelde bald etwas Sagenhaftes ſein, etwas, das
nicht mehr exiſtiert und vielleicht nicht wiederkommt. Filme, die
das am Leben erhalten, auch dieſer Film, der uns einen Einblick
gibt in die Stätte, die in harter Schule Preußens Offizierkorps
erzogen hat, erfüllen eine Kulturaufgabe.
Im Beiprogramm läuft ein ſehr hübſcher Naturfilm Aus
dem Leben der Hamſter
Union.
Neben einer kurzen Militärhumoreske (Militär und Humor in
Anführungszeichen) bringt der Spielplan ein Luſtſpiel Der Storch
ſtreikt, das halb und halb auch in dieſe Kategorie gehört, nur
daß es die Marine iſt, die durch das unfreiwillige Auftreten Sieg=
fried
Arnos als Matroſe den Rahmen abgibt, innerhalb deſſen
ſich die groteske Erſcheinung Arnos aus Hilfloſigkeit und Frechheit
gemiſcht mit den komiſchſten Einfällen produziert. Neben ihm
machen Fritz Schulz und Hans Junkermann ihre Sache, wie immer,
recht nett, und Urſula Grabley ſieht, zumal im Profil, entzückend
aus. Ein paar Einfälle mehr hätte das nicht unwitzige Stück, das
ſo eigentlich ganz auf Arnos Komik beruht, noch vertragen. +*
Palaſt=Lichtſpiele
zeigen als Hauptfilm den luſtigen Tonſchwank Keine Feier
ohne Meyer Schon Siegfried Arno als Heiratsvermitt=
ler
Meyer bürgt für durchſchlagenden Humor und für frohe
Stimmung. Sein trockener Witz, die immer neue, überraſchende
Situationskomik und die ergötzlichen Verwechſelungen der Film=
handlung
laſſen die Zuſchauer aus der Heiterkeit nicht heraus=
kommen
. Carl Boeſe als Regiſſeur hat einen paſſenden Rah=
men
um das Ganze geſchaffen, eine Reihe guter Darſtellerinnen
und Darſteller unterſtützt, Meyer wirkſam in ſeinem Spiel ſo
vor allem die entzückende kleine Dina Gralla, weiter A. Ro=
berts
, Maly Delſchaft uſw. Der Film vermittelt einige
fröhliche Stunden, die wir heute ſo nötig brauchen Im reich=
haltigen
Beiprogramm läuft u. a. ein ſehr guter Kulturfilm aus
Garmiſch=Partenkirchen und Umgebung und ein Cowboy=Film,
in dem erſtaunliche Reitkunſtſtücke vorgeführt werden.
*
Film=Morgenfeier. Im Rahmen einer der beliebten Film=
Morgenfeiern wird im Helia=Theater am Freitag dem 1 Jan.,
vormittags 11,15 Uhr, der hervorragende Kulturfilm rwald=
ſymphonie‟
. (Die grüne Hölle Zehn Monate im größten Ur=
waldſumpfgebiet
der Erde) unwiderruflich zum letzten Male
wiederholt. Jugendliche haben Zutritt.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Dez. Gemeinderatsbericht.
Das Kreisamt Darmſtadt macht die Auszahlung der Reichsbei=
hilfe
zur Erleichterung der Wohlfahrtslaſten, die für den Monat
Dezember I. J. für die hieſige Gemeinde auf 1200 RM. bemeſſen
iſt, davon abhängig, daß der Gemeinderat die Erhebung der drei=
fachen
Bürgerſteuer beſchließt und eine 10prozentige Getränke=
ſteuer
einführt. Dies veranlaßte die Verwaltung zur Einberufung
einer dringlichen Ratsſitzung, um ſo mehr, als die Beſchlußfaſſung
hierüber bis 1. Januar 1932 befriſtet iſt. Der Rat ſelbſt nimmt
mit Entrüſtung von dieſen Maßnahmen Kenntnis, glaubt es aber
der Einwohnerſchaft gegenüher nicht verantworten zu können,
wenn er durch einen ablehnenden Beſchluß die Streichung der im=
merhin
beträchtlichen Reichsbeihilfen veranlaßt. Unter dem Zwang
der Verhältniſſe wurde alsdann die Erhöhung der Bürgerſteuer
ſowohl, als auch die Einführung der 10prozentigen Getränkeſteuer
einſtimmig beſchloſſen. Die im Rechnungsjahr 1930 entſtande=
nen
Krediterweiterungen, die übrigens durch Einſparungen bei
anderen Verwaltungszweigen gedeckt werden, finden die Geneh=
migung
des Rates. Ebenſo die Liquidation zur Rechnung für
1930. Bei einigen Poſten, die ſchon längere Zeit als Rückſtand
geführt werden, glaubt der Rat ein längeres Zuſehen im Inter=
eſſe
der Gemeinde nicht mehr verantworten zu können und be=
ſchließt
die eingeleiteten Zwangsmaßnahmen durchzuführen. Ins=
beſondere
gilt dies für die Rückſtände aus Stromgeld, für die die
kürzlich beſchloſſene Stromſperre nunmehr rückſichtslos durchgeführt
wird.
(f) Roßdorf. 30. Dez. Zu einer dringlichen Gemeinderats=
ſitzung
hatte der Bürgermeiſter zum Abſchluß des alten Jahres
nochmals eingeladen. Der Gemeinderat hat bekanntlich wiederholt
die Erhöhung der Bürgerſteuer auf das Dreifache des Landes=
ſatzes
und die Einführung der Getränkeſteuer abgelehnt. Dieſer
ablehnende Standpunkt hatte die Sperrung der Reichshilfe für
die Wohlfahrtspflege für die hieſige Gemeinde zur Folge. Die wei=
tere
Folge wird ſein, daß in Kürze die Mittel zur Auszahlung
der Wohlfahrtsunterſtützungen an Ausgeſteuerte nicht mehr zur
Verfügung ſtehen werden. Das Kreisamt gibt nochmals Gelegen=
heit
zur Abänderung des ablehnenden Standpunktes und erſucht
um Beſchlußfaſſung bis 1. Januar 1932 über die Einführung der
obenerwähnten Steuern, da andernfalls die Sperrung der Reichs=
beihilfe
aufrecht erhalten bleiben müſſe. Der Bürgermeiſter be=
gründet
wie früher die Notwendigkeit der für Wohlfahrtszwecke
erforderlichen Mittel, jedoch lehnt der Gemeinderat einſtimmig die
Einführung der Getränkeſteuer und Erhöhung der Bürgerſteuer

als untragbar ab. In einer früheren Sitzung hatte der Ge=
meinderat
das jährliche Wartegeld für die Hebammen auf je 50
Reichsmark feſtgeſetzt. Das Miniſterium des Innern hält dieſen
Betrag für nicht ausreichend und hält einen Betrag von 150 RM
für jede Hebamme für gerechtfertigt. Der Gemeinderat beharn
auf ſeinem früheren Beſchluß und lehnt demgemäß eine Erhöhung
ab. Wegen Neubeſetzung der Gemeinderechnerſtelle teilt der
Bürgermeiſter mit, daß eine vorläufige proviſoriſche Beſetzung
nach eingeholter Auskunft beim Kreisamt unter keinen Umſtänden
in Frage kommen könne, eine alsbaldige Erledigung ſei notwen,
dig, da Rechner Grünewald bereits am 15. Januar 1932 in den
Ruheſtand trete. Man will jedoch über die Neubeſetzung erſt Be=
ſchluß
faſſen, wenn die notwendigen Formalitäten feſtgelegt ſind
Wegen des Abſchluſſes des Vertrages mit der Odenwälder Hart=
ſtein
=Induſtrie A.=G. in Darmſtadt gibt der Bürgermeiſter Auf=
ſchluß
über den Stand der Angelegenheit und weiſt darauf hin
daß alsbald im Geſamtgemeinderat eine Sitzung ſtattfinden würde,
um dem Abſchluß des Vertrages näher zu kommen.
r. Babenhauſen, 30. Dezbr. Gemeinderatsſitzung. D
Hundeſteuer ſoll im Rj. 1932 in gleicher Höhe wie im Vorjahr erhoben
werden. Beim Punkt Friedhofsangelegenheiten der eine rege Aus
ſprache auslöſte, war man ſich zunächſt darüber einig, daß der neu an
gebaute Teil des Friedhofs als Raſen angelegt und darauf Bäume und
Sträucher gepflanzt werden ſollen. Die Frage, ob mit der Belegun
in der vorderen oder in der hinteren Abteilung begonnen werden ſo
ſoll erſt in der nächſten Sitzung entſchieden werden. Der Ankauf v
zunächſt zwei Eiſenbahnwaggons ſoll erfolgen. Ihr Aufſtellungsort
das Gemeindegelände an der Speſſartſtraße neben der Lache ſein.
nicht genügend anfallendes Stockholz vorhanden iſt, ſollen Ortsbürger,
die auf Stockholz verzichten wollen, aufgefordert werden, ſich in eine bei
der Bürgermeiſterei aufliegende Liſte bis ſpäteſtens 5. Januar 1932 ein
zutragen.
Ds. Fränkiſch=Crumbach. 29. Dez. Auf Beſchluß des Gemeinde.
rates wird die Hundeſteuer in ihrer ſeitherigen Höhe weiter er=
hoben
. Einer Zuſchrift des heſſiſchen Kreisamtes Dieburg zu=
folge
, wurden die ſeitherigen Vertreter unſerer Gemeinde bei der
Bezirksſparkaſſe Groß=Bieberau. Beigeordneter Kappes und Ge=
meinderatsmitglied
Eitel, auf ſechs Jahre wiedergewählt.
4a. Heuſenſtamm. 29. Dez. Der Gemeinderat hat be=
ſchloſſen
, für die bevorſtehenden Holzmacherarbeiten nur Wohl=
fahrtserwerbsloſe
heranzuziehen. Die Gemeindehundeſteuer ſoll im
neuen Jahre keine Erhöhung erfahren.

Man ſchreibt uns: Infolge der engliſchen und franzöſiſchen
Einfuhrſperre für Schnittblumen wird der deutſche Markt ſeit
kurzem mit ausländiſchen Schnittblumen und blühenden Blumen=
zwiebeln
in kataſtrophalem Ausmaße überſchwemmt. Es iſt mit
weiteren Betriebseinſchränkungen und Arbeiterentlaſſungen zu
rechnen, da deutſche Schnittblumen und getriebene Blumenzwiebeln
auf Grund dieſer Sperren nicht ausgeführt und auf dem Inlands=
markt
trotz niedrigſter Preiſe nur in geringem Umfange abgeſetzt
werden können.
Abgeſehen von dem dringend erbetenen umgehenden Einſchrei=
ten
der Reichsregierung erwartet der Beruf, daß Publikum und
Handel zur nationalen Selbſthilfe greifen und nur gleichwertige
deutſche Erzeugniſſe kaufen, die jetzt in den bekannten hieſigen
Schnittblumen= und Topfpflanzenbetrieben in preiswerter und
erſtklaſſiger Ware in jeder Menge zum Verſand bereitſtehen.

Tho. Waiſenſchutz=Weihnachtsfeier. Am Freitag. 1. Ja=
nuar
(Neujahrstag) findet wie alljährlich im Städtiſchen
Saalbau unſere diesjährige Weihnachtsfeier mit Tanz
ſtatt. Den muſikaliſchen Teil hat das Städtiſche Orcheſter unter
perſönlicher Leitung von Willi Schlupp übernommen. Auch hat
der Darmſtädter Männergeſangverein ſeine Mitwirkung zuge=
ſagt
. Außer einigen Solovorträgen ſowie humoriſtiſchen Vor=
trägen
unſeres Mitglieds Mechler kommt ein Theaterſtück zur
Aufführung. Nach Schluß des Programms iſt für die Tanzluſti=
gen
geſorgt. Auch fehlt die reichhaltige Tombola nicht. Bei
einem kleinen Eintrittsgeld ſtehen den Beſuchern einige genuß=
reiche
Stunden in Ausſicht. (Siehe Anzeige in dieſem Blatt.)
Der Marineverein hielt ſeine Weihnachtsfeier ab. Eine
Feier, die getragen war von ſportlich=kameradſchaftlichem Zuſam=
menhalt
, die umrahmt und ausgefüllt war von künſtleriſchen
Darbietungen. Der 2. Vorſitzende, Herr Färber, begrüßte die
Anweſenden im Namen des Vereins und wies in ſeiner An=
ſprache
beſonders auf die Schwere der Zeit hin. Mit einem
Hinweis auf eine beſſere Zukunft ſchloß der Redner. Das künſt=
leriſche
Feſtprogramm wurde faſt ausſchließlich von Mitgliedern
und deren Angehörigen beſtritten. Beſondere Auszeichnung für
dieſen Abend verdienen Frau Röth, Herr Schmidt und Herr
Karſtens. Die Geſangs=Solovorträge von Herrn Ludwig Walz.
a. A., am Klavier von Herrn Röhrig begleitet rechtfertigen
künſtleriſchen Maßſtab. Zur Verſchönerung des Abends trug die
Kapelle bei, die ſich durch ſchön vorgetragene Muſikſtücke die Her=
zen
vieler erwarb.
Mütterſchule des Alice=Vereins für Frauenbildung und
Erwerb. Wir weiſen darauf hin, daß am 15. Januar wieder ein
Kurſus in Säuglingspflege (Pflege und Erziehung des Säuglings
und Kleinkindes), Säuglingskleidung, Anfertigung von Beſchäfti=
gungsmaterial
, ſtattfindet. Die Kairſe die ſeit einem Jahr dauernd
geführt werden, eignen ſich insbeſondere für Bräute und junge
Frauen.
Unbeſtellbare Poſt! Bei der Oberpoſtdirektion in Darm=
ſtadt
mußten im Jahre 1931 5460 Briefe und 7072 Poſtkarten ſo=
wie
zahlreiche Druckſachen, die infolge ungenügender
Anſchrift weder dem Empfänger ausgehändigt, noch an den
Abſender zurückgegeben werden konnten, vernichtet werden. Hier=
durch
mögen für die Beteiligten Unannehmlichkeiten mancherlei
Art entſtanden ſein. Auch wird das Fehlen dieſer Sendungen
zu ungerechtfertigten Vorwürfen gegen die Poſtverwaltung und
ihre Beamten Anlaß gegeben haben. Ohne genaue und vollſtän=
dige
Anſchrift des Empfängers, zu der bei größeren Orten außer
dem Vor= und Zunamen der Stand, die Straße und die
Hausnummer gehören, iſt aber die Zuſtellung einer Poſtſen=
dung
ſelbſt dem findigſten Zuſteller nicht immer möglich. Auch iſt
es unumgänglich nötig, auf allen Poſtſendungen ſtets Name
Wohnort und Wohnung des Abſenders anzugeben,
damit dieſem die Sendung im Falle der Unzuſtellbarkeit zurück=
gegeben
werden kann.
Bahnübergang der Erbacher Straße. Bisher mußten alle
Züge vor dem Bahnübergang der Erbacher Straße über die
Bahnlinie Darmſtadt=OſtGroß=Zimmern in Km. 1,485 am ehe=
maligen
Haltepunkt Glasberg halten und durften erſt weiter=
fahren
, wenn ſich das Lokomotivperſonal vom Freiſein des Ueber=
wegs
überzeugt hatte. Dieſe Maßnahme war bedingt durch die
nicht gute Ueberſichtlichkeit des Wegüberganges. Nachdem die
Waldſtücke rechts und links des Ueberweges genügend ausgefor=
ſtet
ſind, wird ab 15. Dezember 1931 geſtattet, daß die Züge die=
ſen
Ueberweg alle mit 15 Km./Std. befahren dürfen, ohne vor=
her
gehalten zu haben.
Brieftaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquittung beizufügen. Anongme Arfrogen m
nicht beantwortet. Die Beanttportung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
L. in H. Unbeſtellt zugeſandte Waren ſollte jedermann ſofort
zurückweiſen. Da Sie daher zur Zahlung nicht verpflichtet ſind.
wäre es wohl das einfachſte, wenn Sie auf einer Poſtkarte dem
Abſender ſchreiben würden, er ſolle binnen einer Woche über die
nicht beſtellte Ware verfügen, widrigenfalls Sie ſolche einem Sne=
diteur
übergeben würden. Sollte es zu einem Termin in R
komen, ſo müßten Sie einen Anwalt nehmen, der die Sache
vertritt.

Jahresſchluß=Feier der Stadtmiſſion. Wie in früheren Jah=
ren
, wird die Stadtmiſſion am letzten Abend des alten Jahres
im großen Saale ihres Vereinshauſes. Mühlſtraße 24, eine ſchlichte
Jahresſchluß=Feier abhalten.
v. Aufwertung von Sparguthaben bei den öffentlichen Spar=
kaſſen
. Nach § 7 der Verordnung vom 27. Oktober 1926 ſind die
aufgewerteten Guthaben für die Gläubiger bis zum
1. Januar 1932 unkündbar. Von da ab kann die Hälfte, von
1 Januar 1940 an der Reſt des Guthabens nach Maßgabeder
Satzungsbeſtimmungen der Sparkaſſen gekün=
digt
werden. Der heſſiſche Innenminiſter hat nun verfügt,
daß die ſo ausgeſprochenen Kündigungen aufgewerteter Spargut=
haben
nur dann wirkſam ſind, wenn dies von ihm in
öffentlicher Bekanntmachung ausgeſprochen iſt. Die
Kündigung kann dabei auch in beſchränktem Umfange für wirkſam
erklärt werden. Auch ſoweit die Kündigung nicht genehmigt iſt,
werden die Sparkaſſen im Rahmen der aus der Aufwertungsmaſſe
hereinkommenden Mittel in Fällen begründeter Not die
Sparguthaben ganz oder teilweiſe zurückzahlen. Dieſe Ver=
ordnung
hat bis 31. Dezember 1933 Gültigkeit.
v. Brandverſicherungsbeitrag für 1931. Derſelbe iſt bis 15. Fe=
bruar
1932 zu entrichten. Auf je 100 Mark Umlagekapital iſt ein
Beitrag von 10 Pfg. ausgeſchlagen.
Polizeibericht. Zeugen geſucht. Am Sonntag, dem
27. Dezember 1931, gegen 7.30 Uhr abends, wurde vor der Wirt=
ſchaft
Zum Schieferſtein Ecke der Liebfrauen= und Lichtenberg=
ſtraße
, ein in öſtlicher Richtung durch die Liebfrauenſtraße gehen=
des
Ehe= bzw. Verlobtenpaar von einem angetrunkenen Manne
beläſtigt, wobei es zu kleinen Auseinanderſetzungen kam. Im In=
tereſſe
der Aufklärung der Sache wird das erwähnte Paar er=
ſucht
, ſich zwecks zeugenhaftlicher Vernehmung auf der Kriminal=
abteilung
, Hügelſtraße Nr. 31/33. Zimmer 5, zu melden.

Lokale Veranftalkungen.

w erſcheinenden Notfzen ſind auefchllesſich als Hinweiſe auf Knzeigen zu
im ſeinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritzik.
Rot=Weiß, V. f. R., Tanzausflug nach Traiſa
Am 1 Januar veranſtalten die Waſſerſportler (Schwimmer und
Paddler) wieder ihren traditionellen Neujahrs= Tanzaus=
flugnach
Traiſa zum Gaſtwirt Scherer. (Siehe auch beſondere
Anzeige.)
Silveſter und Neujahr finden im Hotel Poſt
am Hauptbahnhof in ſämtlichen dekorierten Parterreräumen große
Silveſter= und Neujahrsfeiern ſtatt. Samstag, den 2. Januar, und
Sonntag die beliebten Geſellſchaftsabende mit Tanz ab 8 Uhr. Die
verſtärkte Hauskapelle ſorgt für Stimmung und Humor. Alle Be=
ſucher
dieſer Abende werden immer mit Freude darauf zurück=
kommen
. (Siehe Anzeige.)
Städt. Ratskeller. Heute abend große Silveſter=
Feier, ab 8 Uhr Künſtlerkonzert, Silveſter=Soupers, zivile Preiſe.
(Siehe heutige Anzeige.)
Im Bürgerhof findet an beiden Silveſtertagen großer
Rummel in feenhaft dekorierten Räumen ſtatt. (Siehe Anzeige.)

Tageskalender für Donnerstag, den 31. Dezember 1931.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: Der Storch ſtreikt
Helia=Lichtſpiele: Kadetten; Palaſt=Lichtſpiele: Keine Feier
ohne Meyer Café Oper; Silveſterball. Rhein=
gauer
Weinſtube; Große Silveſter=Feier mit Tanz.
Reſtaurant Bender, Eliſabethenſtraße: Große Silveſter=
Feier mit Tanz. Hotel Bender, Georgenſtraße: Große
Silveſter=Feier mit Tanz. Café Ernſt=Ludwig: Sil=
veſter
=Feier. Sportplatz=Reſtaurant am Böllen=
falltor
: Große Silveſter=Feier. Städt. Ratskeller:
Silveſter=Abend=Konzert. HotelzurTraube: Silveſter=
Feier mit Tanz ab 9 Uhr. Hotel u. Reſtaurant zur
Poſt: Große Silveſter=Feier, Geſellſchaftsabend. Wein=
haus
Maxim: Silveſter=Feier. Café Ganßmann
Silveſter=Feier m. Tanz. SchweizerhausEberſtadt
Silveſter=Feier. Reichshof: Silveſter=Feier Konzert.
Konzerte: Zum Heſſ. Haus, abends 8 Uhr: Silveſter=Feier
mit Konzert; Chauſſeehaus Heidelberger Straße 89, abends
830 Uhr: Konzert; Herrngarten=Café.

Cp Pfungſtadt, 30. Dez. Turnerauszeichnung. Den
langjährigen und verdienſtvollen Mitgliedern des hieſigen Turn=
vereins
, Heinrich Böttiger und Wilhelm Martin, wurde der
Ehrenbrief und die Ehrennadel des Mittel=Rheinkreiſes der Deut=
ſchen
Turnerſchaft zuteil.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Dez. Dienſtjubiläum. Der
Bürovorſteher in den Nieder=Ramſtädter Anſtalten, Herr Frd.
Weber, dahier, kann am 2. Januar 1932 auf eine 25jährige
Tätigkeit in den genannten Anſtalten zurückblicken. Der überaus
pflichtgetreue Beamte hat es in der langen Dienſtzeit verſtanden
ſich nicht nur das Wohlwollen ſeiner Amtsvorſteher, ſondern auch
die Achtung aller derer zu erwerben, die dienſtlich wie außerdienſt=
lich
mit ihm in Berührung kamen.
G. Ober=Ramſtadt. 30. Dez. Getränkeſteuer. Die Orts=
ſatzung
über die Erhebung einer Getränkeſteuer in der Gemeinde
Ober=Ramſtadt iſt miniſteriell genehmigt und tritt am 1. Januar
1932 in Kraft. Die Steuer beträgt 10 Prozent des Entgelts
(Kleinhandelspreiſes).
Br. Reinheim, 30. Dez. Heute, Mittwoch, wurden die durch
Herrn Generaldirektor Bruner aus Mannheim geſtifteten Bri=
ketts
in der Gemeinde verteilt. Herr Bruner iſt ſchon langjähiger
Pächter der Gemeindejagd von Reinheim. Er weilte vor den
Feiertagen in Reinheim und gedachte auch dabei der Armen
der Gemeinde.
* Werſau, 29. Dez. Am Neujahrstag, abends 8 Uhr, veranſtaltet
der Sportverein 1920 im Saale Lohnes einen Theaterabend.
Diesmal kommt das Bühnenwerk Der Kellermeiſter von Rheinfels
ein Singſpiel in drei Akten, zur Aufführung; ferner als Beigabe Die
Dorfkomödie‟.
Nonrod i. Odw., 30. Dez. Verſäumen Sie nicht, an Neu=
jahr
in den Odenwald zum Skifahren und Rodeln zu kommen.
(Siehe Anzeige.)
Ed. Winterkaſten, 29. Dezember. Bezirks= Geflügel=
ſchau
. Die Vorarbeiten für die am 17. Januar 1932 ſtatt=
findende
Bezirksſchau der Geflügelzüchter der Bezirke 4 ( Weſch=
nitztal
und Ueberwald) und 5 (Neunkircher Höhe) des Landes=
Verbandes Heſſiſcher Geflügelzüchtervereine ſind beendigt. Die
Einladungen nebſt Ausſtellungsbeſtimmungen ſind den einzelnen
Vereinen zugeſandt worden. Anmeldungen haben zu erfolgen an
Ad. Hartmann jun., Anmeldeſchluß iſt der 6. Januar.
Le. Groß=Umſtadt, 29. Dez. Prämiierung. Die in Spach=
brücken
abgehaltene Geflügel=Bezirksſchau des 5. Bezirks verbun=
den
mit einer Allgemeinen Geflügelausſtellung hatte 384 Num=
mern
aufzuweiſen. Auf die Groß=Umſtädter entfielen dabei 90 Aus=
zeichnungen
. Wieder ein Beweis für die hochentwickelte Geflügel=
zucht
in unſerer Stadt.
Cd. Michelſtadt. 30. Dez. Starker Schneefall imhin=
teren
Odenwald. Auf das naſſe Wetter der letzten Tage ſetzte
geſtern abend zur Freude der Winterſportler ſtarker Schneefall ein,
bis heute früh lag der Schnee ſchon zirka 15 Zentimeter hoch.
Schnell wurden die Ski. die in den letzten Tagen weggeſtellt wor=
den
waren, wieder hervorgeholt. Für den Ski=Sport geeignetes
Gelände iſt ja hier genug vorhanden, das wurde auch von aus=
wärtigen
Ski=Sportlern in den letzten Jahren immer wieder be=
tont
. Die mit den Zügen ankommenden Reiſenden waren heute
morgen über die Schneehöhe ſehr erſtaunt, da in nördlicher Rich
tung ab Wiebelsbach faſt kaum mehr Schnee liegt. Dabei ſchneit
es hier immer noch feſt weiter. S. Erl. Graf Otto zu
Erbach=Fürſtenau promovierte in Erlangen zum Dr. jur.
S. Bensheim, 30. Dez. Bensheimer Warenlotterie.
Unter Aufſicht des Kreisamtes fand heute die Weihnachtsverloſung
des Handelsvereins ſtatt. Die Hauptgewinne entfielen auf fol=
gende
Nummern: 1 Schlafzimmer Los Nr. 8103 1 Küche Los Nr.
18912, 1 Waſchmaſchine Los Nr. 20217, 1 Schreibtiſchuhr Los Nr.
21509. 1 Speiſeſervice Los Nr. 20813 ſowie Wertgegenſtände im
Werte von 50 RM. auf die Los=Nummern: 10 025, 20 824. 16 171.
22 703. 21 641. Es wurden insgeſamt 617 Gewinne gezogen.
m. Beerfelden. 30. Dez. Schnee. Der geſtrige Nachmittag
brachte einen plötzlichen Witterungsumſchlag, es gefror und fing
an zu ſchneien. Heute früh lag eine 1015 Zentimeter hohe
Schneedecke, die ſich ſchon ganz gut eignet für Winterſport aller Art.
Ca Lorſch, 29. Dez. Generalverſammlung des Obſt=
und Gartenbauvereins Der Vorſitzende des Vereins hieß
die faſt vollzählig erſchienenen Mitglieder herzlich willkommen und
erſtattete den Tätigkeitsbericht. Die Mitgliederzahl des Vereins
hat ſich um 33 vermehrt. Der Rechenſchaftsbericht zeigt, daß der
Verein gut gewirtſchaftet hat. Auf Vorſchlag des Herrn Valentin
Wüſt wird ſodann der geſamte Vorſtand per Akklamation einſtim=
mig
wiedergewählt. Herr Bürgermeiſter Huba dankte für die
Wiederwahl und das entgegengebrachte Vertrauen und ſagte den
Vorſtandsmitgliedern Wahlig und Diehl für ihre aufopfernde
Tätigkeit beſonderen Dank. Zu Punkt Zukunftsausgaben wurde
über die Obſtbaumbehandlung geſprochen und Benutzung der vor=
handenen
Baumſpritze empfohlen. Weiter kam die Ausbildung
eines Obſtbaumwärters zur Sprache, was eine lebhafte Diskuſſion
entfachte.
Gernsheim. 30. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
9. Dezember: 0.90 Meter, am 30. Dezember: 0,73 Meter.
* Sickenhofen, 30. Dez. Der Landwirt Jakob Schweinsber=
ger
III. hier, langjähriger Feldgeſchworener und Fleiſchbeſchauer in der
Gemeinde, feiert am Neujahrstage bei der Taufe ſeiner jüngſten Urente=
lin
ſeinen 80. Geburtstag. Seine Lebensbejahung und ſein Wahl=
ſpruch
Wirke ſolange es Tag iſt! haben ihn bis heute noch ſehr rüſtig
und arbeitsfroh erhalten.
* Mainz, 30. Dez. Redakteur Wilhelm Schneidef
in Mainz kann am 1. k. M. auf eine 25jährige Tätigkeit am
Mainzer Anzeiger und gleichzeitig auf eine 45jährige Berufs
tätigkeit im Zeitungsdienſt zurückblicken. Er iſt gebürtiger Main
zer und begann ſeine journaliſtiſche Laufbahn am Mainzer Tag
blatt. Nach zehnjährigem Wirken in Wiesbaden, Bayern und Er=
furt
kehrte er vor 25 Jahren nach der Heimat zurück, wo er heutf
noch am Mainzer Anzeiger tätig iſt

[ ][  ][ ]

Annerskag, 31. Dezember 1931

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 361 Seite 7

Nachrichten des Skandesamis Darmftadt.
ßeſtorbene. Am 21. Dez.: Dauer, Marie, Margarete, geb.
Kax, 78 J., Witwe des Lagermeiſters, Pankratiusſtr 65;
Mialer, Chriſtina, geb. Mühlig, 84 J.. Witwe des Buchbinder=
meiſtrs
, Wilhelminenſtr. 11; Frank, Marie, geb. Ortſtadt,
80 7 Ehefrau des Fuhrmanns. Schwanenſtr. 37: Jene, Eliſa=
beth
ohne Beruf. 75 J., ledig, Gutenbergſtr. 43: Rapp. Joſe=
hi
geb. Hornfiſcher, 78 J., Witwe des Lehrers. Dieburger
Stnaſe 84: Schweizer, Walter, Adolf, 2 Tage, Blumenthal=
ſtruß
113. Am 22. Dez.: Schmitt Katharina, geb Mar=
ext
, 69 J., Ehefrau d. Maurers, Walldorf, hier, Erbacherſtr. 25;
el. Ernſt Ludwig, Student. ledig, 22 J.. Hochſtr. 9: Küſter,
Chilpp, Straßenreiniger i. R., Nieder=Ramſtädter Str. 59.
m3. Dez.. Zwickler, Pepi, kaufm. Angeſtellter, 18 J.,
cmnenſtraße 12; Jakoby, Hermann, Philipp Heinrich,
Ar=chtekt. 49 J., Wittmannſtr. 12. Herbert, Wilhelm Klaviertech=
ikker
46 J., Hicklerſtr. 3. Fay, Bettie Emma geb. Schütze, 71 J.,
Vtye des Rentners. Heinrichſtr. 143. Heß, Chriſtine Marie, geb.
Krap. 26 J., Ehefrau des Wagners, Schaafheim, hier Erbacher=
ß
25. Neeb. Wilhelm, Mühlenbauer und Landwirt, 71 J.,
sbehauſen, hier, Erbacherſtraße 25. Am 24. Dez.: Göbel, Luiſe,
ſeBHacker, 73 J., Witwe des Uhrmachermeiſters. Nieder= Ram=
ſtä
dir Straße 87. Am 25 Dez.: Anton Doris ohne Beruf, ledig,
edr=Ramſtädter Straße 30. Am 26. Dez.: Pfaff, Adam Ludwig,
chrikenwärter, 41 J. Groß=Umſtadt hier Grafenſtr. 9. Schwab,
ſuli Franziska Roſalie Karoline, ohne Beruf ledig, Ludwigs=
pletz
4. Wambold, Margarete, geb. Leuthner, Witwe des Rent=
nend
86 J.. Nieder=Ramſtädter Straße 49. Am 27. Dez.: Rapp,
ghmna Franziska Hermanda, geb. Tyedmers, 40 J. Ehefrau des
umanns, Hamburg I., Spiersort 6, hier, Seitersweg 14.
m /6. Dez.: Engel, Eliſabethe, geb. Schwarz, 54 J., Ehefrau des
Zaymeiſters. Nieder=Ramſtädter Straße 243. von Raiſon, An=
omit
geb. von Bulmering, 76 J. Witwe des Gutsbeſitzers, Luiſen=
ß
34,s Koch, Adam, Immobilienagent. 79 J. Heinheimerſtr. 94.
wieſ. Anna Franziska, geb. Gönner, 30 J., Ehefrau des Heizers,
enaſſe 4. Am 28. Dez.: Wießmann, Johannes, Taglöhner, 70 J..
Wilhlminenſtr. 31. Gutfreund Margarete geb. Mink, 67 J.. Ehe=
mudes
Gärtners. Alfred=Meſſel=Weg 80. Am 30. Dez.: Lauten=
Uöger Friedrich, Lehrer, 54 J., Lichtenberg. Kr. Dieburg, hier
raſnſtr. 9 Am 29. Dez.: May. Marie, 52 J.. Hausangeſtellte,
Orchirger Straße 6. Am 30. Dez.: Stock, Konrad. Steuerſekretär
/M 65 J., Alsbach Kr. Bensheim, hier, Landgraf=Georg=Str.
100.fAm 29. Dez.: Breitwieſer, Marie, geb. Merkel, 58 J.. Ehe=
gudes
Landwirts, des Dritten, in Schaafheim hier Landgraf=
eotz
=Str. 100.

*

Kirchliche Nachrichken.

Evangeliſche Gemeinden.
Donnerstag (31. Dezember): Altjahrsabend (Silveſter).
oE4 in Stadtkirche, Stadtkapelle und Schloßkirche für die Gemeindepflege
Sudtkirche. Abends 6 Uhr: Gottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls, Pfarrer
Lawieſchläger. Abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Eotkapelle. Abends 8 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Heß.
Ehoßkirche. Abends 9 Uhr: Gottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Mirtinskirche. (Kollekte für die Armen.) Abends 6 Uhr: Silveſtergottesdienſt mit
eierſes heiligen Abendmahls. Pfarrer Dr. Berger. Anmeldung von 5,30 Uhr an in
ei= Striſtei. Abends 8 Uhr: Silveſtergottesdienſt. Pfarrer Beringer,
Altersheim. Nachm. 5 Uhr: Pfarrer Köhler.
Hoanneskirche. Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Junker. Abends
8 Eyt Silveſterpredigt. Pfarrer Goethe. Abends 10,30 Uhr: Jahresſchlußfeier mit
heikimm Abendmahl.
Bal=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends 8 Uhr: Silveſter=
vr
*Renſt. Pfarraſſiſtent Junker.
Béunger Kirche (Petrusgemeinde). Abends 6 Uhr: Silveſtergottesdienſt. Pfarrer
Fr ſoends 8 Uhr: Silveſtergottesdienſt. Pfarrer Weiß. Nachts 11,30 Uhr: Liturgiſche
Facdchlußfeier. Pfarrer Weiß.
Paluskirche. (Kollekte für die Pauluskirche.) Abends 6 Uhr: Silveſtergottesdienſt.
Pfmt A. Müller.
eitztskirche. Abends 8 Uhr: Jahresſchlußfeier. Pfarrer Hickel.

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Oſannſtr. 4, pt. (*

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urterſtraße
62, pt.
(18766)

Freitag (1. Januar 1932): Nenjahr.
Kollekte in Stadtkirche, Stadtkapelle und Schloßkirche für die Gemeindepflege,
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer F. Müller. Nachm. 5 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Bogel,
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Berger.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Martinskirche. (Kollekte für die Armen.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des heiligen Abendmahls, Landeshirchenrat D. Waitz. Anmeldung von 9,30 Uhr
an in der Sakriſtei, Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt.
Pfarrer Köhler.
Johanneskirche. Borm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Neujahrs=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für die Armen.) Borm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Irle. Borm. 11,30 Uhr: Kirchliche Neujahrsbegrüßung von
Kirchenvorſtand, Gemeindevertretung und Vorſtänden der kirchlichen Vereine im
Gemeindehaus.
PBauluskirche. (Kollekte für die Armen der Gemeinde.) Borm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Rückert.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Samstag (2. Janar).
Stadtkirche. Abends 8,30 Uhr: Andacht.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte und Abendmahl.
Sonntag (3. Januar):) Sonntag nach Neujahr.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Berger.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer F. Müller, Kiesſtr. 60.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 3. Jan., nachm. 2,30 Uhr: Taubſtummen=
gottesdienſt
. Pfarrer Heß. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
(gemeinſamer Abend). Montag, 4. Jan., abends 8 Uhr: Männervereinigung der Lukas=
gemeinde
: Monatsverſammlung. Jugendbund der Lukasgemeinde. Dienstag, 5. Jan.
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkirche. Jugendvereinigung der Stadt=
gemeinde
. Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde(jüngere Abteilung).
Mittwoch, 6. Jan., nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Abends 6 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Pfarrer F. Müller. Abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und
Schloßkirche. Jugendbund der Markusgemeinde. Mädchenvereinigung der Reformations=
gemeinde
(ältere Abtlg.). Donnerstag, 7. Jan., abends 8 Uhr: Jugendbünde der
Lukas=, Markus= und Schloßgemeinde. Freitag, 8. Jan., abends 8 Uhr: Mütterabend
der Stadtgemeinde. Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 5. Jan., abends 8 Uhr: Mädchenvereini=
gung
der Schloßgemeinde. Mittwoch, 6. und Samstag, 9. Jan., nachm. 24 Uhr:
Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. Donnerstag, 7. Jan., abends 8 Uhr: Jugend=
vereinigung
der Stabtgemeinde. Samstag, 9. Jan., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Borderhaus, 1 Tr. Sprechſtunden
vorm. von 1012 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 56 Uhr. Fernſpr. 4584
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Berger. Mittwoch,
6. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Gemeindehaus: Matth. 21, 3343"
Martinsgemeinde. (Veranſtaltungen.) Dienstag, 5. Jan., abends 8 Uhr, im
Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. Mittwoch,
6. Jan., nachm. 2 Uhr im Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule. Donners=
tag
, 7. Jan., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeinde=
haus
: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtr. 5: Poſaunenchor. Freitag, 8. Jan.,
abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mütterabend (Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend
(Weſt); Jugendvereinigung (ältere Abtlg.). Samstag, 9. Jan., nachm. 2 Uhr, im
Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule.
Johanneskirche. Borm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Junker.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Jan., abends 8 Uhr: Familienabend des Männer=
vereins
im Gemeindehaus.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarrer Marx
Veranſtaltungen: Dienstag, 5. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Donnerstag,
7. Jan., abends 8 Uhr: Mütterabend
Beſſunger Kirche. (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Direktor
Dr. Avemarie.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Jan.,: Dreikönigstreffen der Jugend in Lichten=
berg
. Montag, 4. Jan., abends 8 Uhr: Jugendbund. Dienstag, 5. Jan., abends
8 Uhr: Kirchenchor. Mittwoch, 6. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer A. Müller.
Donnerstag, 7. Jan abends 8 Uhr: Mütterabend.
Stiftskirche. (Miſſionsfeſt.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Propſt Meyner
Vorm. 11,15 Uhr: Miſſions=Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Vortrag von Propſt
Meyner: Frauenmiſſion im neuerwachten Indien. Sv. Sonntagsverein: Nachm.
3,30 Uhr: Teilnahme am Miſſionsfeſt. Donnerstag, 7. Jan., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion. (Mühlſtr. 24.) Donnerstag (Silveſter), abends 8 Uhr: Jahresſchluß=
feier
. Mitwirkung der Stadtmiſſionschöre. Anſprache: Herr Bringmann. Neujahrstag:
Leine Gebetsſtunde. Nachm. 3,30 Uhr: Neujahrsbibelſtunde. Herr Bringmann .

Wittich=Kalender
auf das Jahr 1932.
Herausgegeben von der
L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei
Darmſtadt.
Mit 6 Abbildungen: Silhouette Goethes (1774); Titelſeiten
von Hochzeitskarmen für Goethes Eltern 1748, Oſſian und
Götz von Berlichingen; Briefgedicht Goethes an Merck; Ab=
und durchgereiſte Herrn Paſſagiers aus dem Darmſtädter
Tagblatt 1772, 1780, 1814 und 1815.
Text, Entwurf und Satzgeſtaltung:
Dr. H. Bräuning=Oktavio.
32 Seiten in 80 Pappband. RM. 5.
Im Zeichen des Goethejahres läßt der Kalender die Tage Goethes
in Darmſtadt (ſeit 1772), das aus ſeinem Leben gar nicht
weggedacht werden kann, in Auszügen aus Briefen des Dichters
und ſeiner Zeitgenoſſen lebendig werden. Noch in Dichtung und
Wahrheit heißt es: Wie ſehr dieſer Kreis lin Darmſtadt) mich be=
lebte
und förderte, wäre gar nicht auszuſprechen. Glücklich ver=
bunden
ſind damit auch die Beziehungen der L. C. Wittich’ſchen
Hofbuchdruckerei zu Goethe. Außer vier kleineren vorweimariſchen
Schriften druckte dieſe Darmſtädter Offizin r773 die Erſtausgabe
des Götz von Berlichingen und die von Joh. Heinr. Merck be=
ſorgte
Oſſian=Ausgabe, zu der Goethe die Titelvignette radierte.
1748 hatte ſie eine ſympathiſche Vorbegegnung mit Goethe, als
Goethes Großonkel, der Darmſtädter Oberſtlieutnant Fr. Chrn.
von Hoffmann ſein Glückwunſchkarmen zum 2o. Auguſt r748, dem
höchſt vergnügten Goede= und Textoriſchen Hochzeitsfeſt bei ihr
drucken ließ.
L. C. Wittich=Verlag / Darmſtadt.
132706

Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr:
Bibelſtunde. Herr Bringmann. Von Montag bis Freitag jeden Abend 8,30 Uhr:
Gebetsverſammlung für jedermann. Am Samstag fällt die Gebetsverſammlung aus.
Alle ſonſtigen Veranſtaltungen fallen in dieſer Woche aus.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Donnerstag (Silveſter), abends 8 Uhr:
Beteiligung an der Silveſterfeier der Stadtmiſſion. 1012 Uhr Silveſterfeier. Neu=
jahr
, abends 8,30 Uhr: Weiheſtunde. Sonntag, 9. Jan., nachm. 2,30 Uhr: Bibel=
beſprechſtunde
für junge Männer. 4,45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen.
Von Montag bis Sonntag Beteiligung an der Allianzgebetsverſammlung. Mittwoch,
nachm. 3 Uhr: Kinderbund für Mädchen. 5 Uhr: Kinderbund für Knaben. Samstag,
nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. B. (Alexanderſtr. 22, Infanteriekaſerne, Hof
links). Sonntag, 3. Jan., abends 8 Uhr: Monatsverſammlung. Dienstag, abends
8 Uhr: Jungvolkſtunde. Mittwoch abends 8,30 Uhr: Familienbibelſtunde. Donners=
tag
: Heimabend. Freitag, abends 8 Uhr: Turnen in der Ludwigs=Oberrealſchule.
Jungſchar (Jungen von 914 Jahren): Mittwoch nachm. 4,30 Uhr: Jungſcharſtunde
oder Rodeln. Dienstag, nachm. 56 Uhr: Baſteln (für Jungen von 11 bis 14 Jahren).
Freitag, abends 67 Uhr: Turnen in der Ludwigs=Oberrealſchule.

Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr.):
Silveſterabend, 31. Dez., 20,30 Uhr: Kultiſcher Predigt=Gottesdienſt. Neujahrstag,
10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt.

Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Shlveſter, abends 9 Uhr: Gottesdienſt und
Wachnacht. Neujahr, vorm. 10 Uhr: und abends 8 Uhr Predigt. Sonntag, vorm.
10 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr: Predigt. Montag, abende
8,15 Uhr: Allianzgebetſtunde. Dienstag, abends 8,30 Uhr: Allianzgebetſtunde in der
Mollerſtr. (Chriſt.=Gem.); Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Allianzgebetſtunde in der Mauer=
ſtraße
(Baptiſten); Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Allianzgebetſtunde in der Schulſtr.
(Evangel. Gem.).
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Donnerstag,
31. Dez., abends 9 Uhr: Silveſterfeier. Freitag, 1. Jan., nachm. 4 Uhr: Predigt.
Prediger M. Hähnel.
Ehriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Freitag, 1. Jan., nachm. 4 Uhr:
Evangeliumsverkündigung. Prediger Kruſt. Sonntag, 3. Jan., vorm. 9,30 Uhr:
Andacht: Prediger Kruſt. Nachm. 4 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Dienstag, 5. Jan.,
abends 8,30 Uhr: Allianzgebetſtunde. Mittwoch, Donnerstag, Freitag in dieſer
Woche Beteiligung an den Allianzgebetsſtunden nach beſonderem Plan.
Methodiſten=Gemeinde (Evgl. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38. Neujahr, Freitag,
1. Jan., nachm. 4 Uhr: Gemeindefeſt bei freiem Eintritt für jedermann. Sonntag,
3. Jan., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt=Gottesdienſt. Thema:
Der Reichtum unſeres Gottes, Prediger E. Bültge. Von Dienstag, 5. Jan. bis
Freitag, 8. Jan., Beteiligung an den Verſammlungen der Evangeliſchen Allianz Darm=
ſtadts
. Dieſe Verſammlungen finden ſtatt: Dienstag, abends 8,30 Uhr im Saale der
Chriſtl. Gemeinſchaft, Mollerſtr. 40: Prediger Hähnel und Bültge. Mittwoch, abends
8,30 Uhr im Saal der Baptiſten=Gemeinde, Mauerſtr. 17. Prediger Brungmann und
Kruſt. Donnerstag, abends 8,30 Uhr: im Saale der Evangl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9.
Prediger Bringmann und v. d. Smiſſen. Freitag, abends 8,30 Uhr im Saale der
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtr. 38. Prediger Kruſt u Bringmann. Neujahr,
Freitag, 1. Jan., nachm. 4 Uhr: Gemeindefeſt bei freiem Eintritt für jedermann.
Ehriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinig. (Chriſtian Science Society) in Darmſtadt,
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr
und jeden Mittwoch, abends 8.15 Uhr. Thema am 3. Januar: Gott; Predigt:
5. Moſe 6:5.
Lutheriſcher Bottesdienſt (ſelbſt. ev. luth. Kirche) im Feierabend, Stiftsſtr. 51.
Sonntag, 3. Januar 1932, 10.15 Uhr Predigtgottesdienſt, Pfarrer Müller, Erbach,
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkapelle Kranichſtein. Silveſter, um 6 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Grein.
Evangeliſche Kirche zu Roßdorf. Silveſter, abends 8 Uhr: Gottesdienſt. Neujahr:
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Kollekte für die Armen der Gemeinde. Sonntag nach
Neujahr: Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Kirche zu Traiſa. Silveſter, 8 Uhr: Gottesdienſt. Neujahr, 10 Uhr:
Gottesdienſt. Kollekte. Sonntag, 3. Jan., 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottes=
dienſt
der Großen. Montag: Mädchengruppe. Mittwoch: Jungvolk. Donners=
tag
: Frauenabend.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Donnerstag, 31. Dez. (Silveſter): Abends
8 Uhr: Jahresſchlußandacht. Mitwirkung des Kirchenchors und des Poſaunenchors der
evgl. Gemeinſchaft. Kollekte für die Ortsarmen. Freitag, 1. Jan., vorm. 10 Uhr:
Neujahrsgottesdienſt. Kollekte für die Ortsarmen. Sonntag, 3. Jan., vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt. Montag: Jugendvereinigung. Mittwoch: Kirchenchor. Generalver=
ſammlung
. Donnerstag: Frauenverein. Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Silveſter, 31. Dez., 8 Uhr: Jahresſchluß=
gottesdienſt
. Mitwirkung des Kirchenchors. Kollekte. 1. Jan., 10 Uhr: Gottesdienſt
(Poſaunenchor). Kollekte, 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Sonntag, 3. Jan., 10 Uhr:
Gottesdienſt. Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. 8,30 Uhr: Jugendverein. Dienstag,
67 Uhr: Bücherausgabe. 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch, 5 Uhr: Mädchenfung=
ſchar
. 8,30 Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. 8,30 Uhr: Helferin=
nen
im Pfarrhaus. Poſaunenchor im Schulſaal. Freitag: Mädchenverein. Samstag
Jugendverein. Die Kinderſchule beginnt am Dienstag, 5. Jan. 1932.

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Donnerstag, 31. Dezembef 14

armſtädter Tagblatt / Heſſtſche Neueſte Nachrichten

Seite 8 Nr. 36.

Der Winkerſport der Karpakhenbauern.

Welkmeiſter fahren ins Dollarland.

Bei der Abfahrt in Berlin.
Links: Boxweltmeiſter Schmeling mit ſeiner Mutter. Neben ihm rechts der frühere deutſche
Profeſſional=Tennismeiſter Roman Najuch und ſeine Gattin, dann weiter nach rechts Graf=
ſtröm
, der ſchwediſche Weltmeiſter im Kunſteislauf, und der deutſche Berufsſpieltennismeiſter
Tüßlein. Eine prominente Reiſegeſellſchaft fand ſich am 29. Dezember zur Ueberfahrt nach
Amerika zuſammen. Neben Schmeling, der am 26. Februar ſeinen Titel gegen Mickey Walker ver=
eidigt
, ſind die hervorragenden deutſchen Berufstennisſpieler Najuch und Nüßlein ſowie der ſchwe=
diſche
Eislaufweltmeiſter Grafſtröm ins Dollarland gefahren.

Gebirgsbauern aus der Tatra in altungariſcher Tracht beim Start zu einem Schlittenrennen,
Alljährlich zur Weihnachtszeit finden in den Hohen Tatra Schlittenrennen ſtatt, an denen fal
alle Bauern der Umgegend teilnehmen. In ihren bunten alten Trachten bieten ſie in der weißen
Welt der Winterberge ein ſchönes Bild ungebrochener Volkskraft und Geſundheit.

Das größke Schiff der deutſchen Vorkriegshandelsflokke wird außer Dienſt geſtellt

Calmekie-Prozeß.
Ein Gutachten Bruno Langes

Zum Stuttgarter Schloßbrand.
Stuttgart. Die Polizeiabteilung des
Stuttgarter Gemeinderates hat nach Kenntnis=
nahme
von den Sachverſtändigenberichten der
württembergiſchen Landesfeuerinſpektion ſowie
der Branddirektoren von Berlin, Hamburg und
Düſſeldorf die Einſetzung einer Unterſuchungs=
kommiſſion
zum Brande des Alten Schloſſes ab=
gelehnt
und der Brandleitung das Vertrauen
ausgeſprochen.
435 000 Mark Entſchädigung für den Stuttgarter
Schloßbrand.
Im Finanzausſchuß des Landtages teilte
Finanzminiſter Bolz mit, daß ein Aufruf zu=
gunſten
einer Sammlung zum Wiederaufbau,
des alten Schloſſes erlaſſen werde. Das ganze
alte Schloß ſei bei der Gebäudeverſicherungsan=
ſtalt
mit 800 000 RM. verſichert. Der Finanz=
miniſter
berichtete, daß auf dieſer Grundlage
nach den bisherigen Abſchätzungen mit einer
Entſchädigung von etwa 435 000 RM. zu rech=
nen
ſei.
Falſchmünzwerkſtatt ausgehoben.
Köln. Auf dem Nordfriedhof entdeckte die
Polizei eine Falſchmünzwerkſtatt. Ein 36jähr.
Schreiner und ein 33jähriger Arbeiter wurden
feſtgenommen Sieben falſche Fünfmarkſtücke und
das geſamte Herſtellungsgerät wurden beſchlag=
nahmt
. Ein dritter Beteiligter iſt von der
Düſſeldorfer Kriminal=Polizei feſtgenommen
worden.
Anto mit Wohlfahrtsarbeitern verunglückt.
Drei ſchwerverletzt.
Berlin. Am Mittwoch vormittag wurde
der Anhänger eines Laſtkraftzuges, der zirka
50 Wohlfahrtsarbeiter nach dem Gute Telz bei
Mittenwalde zu Meliorationsarbeiten bringen
ſollte, auf der durch Neuſchnee ſchlüpfrig gewor=
denen
Landſtraße gegen einen Baum geſchleudert.
Dabei wurde eine Seite des Anhängers einge=
drückt
. Drei Arbeiter erlitten ſchwere Ver=
letzungen
. Sechs andere wurden leichter verletzt.
Sie wurden in das Bockower Krankenhaus
überführt.
Raubüberfall auf Poſtbeamte.
Halle. In Könnern an der Saale wurden
geſtern morgen zwei Poſtbeamte, die Poſtbeutel
vom Bahnhof zur Poſt ſchafften, von drei mas=
kierten
Männern mit vorgehaltenen Revolvern
überfallen Drei Poſtbeutel mit einem Geldbreet
geringen Inhalts wurden geraubt.
Wiederum zum erſten Bürgermeiſter
von Hamburg gewählt.

Der jetzige amerikaniſche Rieſendampfer Leviathan (die frühere deutſche Vaterland)
iſt aus dem Verkehr gezogen und auf unbeſtimmte Zeit außer Dienſt geſtellt worden. Die Beſatzung
des 54 000 To. großen Ozeanrieſen, des zweitgrößten Schiffes der Welt, wurde bereits abgeheuert.

Lübeck. Zu Beginn der Mittwoch= Verhand=
ung
bemerkte Prof. Kleinſchmidt, daß die Ver=
antwortung
im Kinderhoſpital nicht Dr. Wiener,
ſondern Prof. Klotz trage. Rechtsanwalt Frey
ſtellte darauf feſt, daß die Anklage in dieſem
Fall auch auf Prof. Klotz ausgedehnt werden
müſſe. Der Oberſtaatsanwalt behielt ſich dies
vor. Prof. Bruno Lange vom Robert=Koch=
Inſtitut erſtattete dann ſein Gutachten. Den
Aerzten könne daraus, daß ſie nicht ſchon damals
die Erkrankung des Kindes Grieſe aus Fütte=
rungstuberkuloſe
erkannt hätten, kein Vorwur
gemacht werden. Man hätte ſich aber bei der
Diagnoſe auf kongenitale Tuberkuloſe nicht be=
ruhigen
dürfen. Für Prof. Klotz und Dr. Jan=
naſch
ſei die Aufklärung eines Krankheitsfalles
nicht gegeben geweſen. Dagegen hätte Proſ.
Deycke, der mit der Technik der Impfſtoff=Her
tellung vertraut geweſen ſei, als verantwort=
licher
Leiter des Laboratoriums die Impfun
einſtellen müſſen, als er von der Erkrankung
des Kindes Grieſe erfuhr.
Am Schluß der Verhandlungen am Mittwoch
kommt es noch einmal zu einer Erörterung de
Krankengeſchichte des Kindes Neuner. Dr. Wie
ner erklärt, daß er beim Kinde Neuner, das am
19. April eingeliefert wurde, nach der Leichen=
öffnung
am 22. April den Verdacht eines Zu=
ſammenhanges
mit der Fütterung hatte. Er hat
deshalb dieſe Diagnoſe in die Krankengeſchichte
eingetragen. Die Verhandlung wurde darauf
auf Donnerstag vormittag vertagt.

Sklarek=Prozeß.

Berlin. Das Gericht kommt in ſeiner
geſtrigen Verhandlung auf die Gefälligkeits=
wechſel
, die von den Sklareks in Umlauf geſetzt
wurden, zu ſprechen. Dabei wird vom Gericht
feſtgeſtellt, daß im Laufe der Jahre Gefälligkeits=
wechſel
in Höhe von 17½ Mill. M. ausgeſtellt
worden ſind, 15½ Millionen dieſer Wechſel hat
allein die Stadtbank diskontiert. Leo Sklarek
beſtreitet, etwas davon gewußt zu haben, daß es
ſich um Gefälligkeitswechſel gehandelt habe. Das
habe nur Max gewußt, und genau ſo der Stadt=
bankdirektor
Hoffmann. Dann wird vom Ge=
richt
die doppelte Buchführung der Sklareks
erörtert. Die zwei verſchiedenen Buchführungen
hätten den Zweck, den Kontrollbeamten falſche
Bücher zu zeigen, auf der anderen Seite aber
zur eigenen Unterrichtung genau Beſcheid zu
wiſſen. Buchhalter Lehmann behauptet, daß er
die Anordnungen, doppelte Bücher zu führen,
von Willi erhalten habe. Willi Sklarek meint,
das ſei ganz ausgeſchloſſen. Höchſtens habe Max
den Auftrag gegeben. Um Unterlagen für die
Gefälligkeitswechſel herbeizuſchaffen, wurde von
den Sklareks ein umfangreicher Warenverkehr
vorgetäuſcht. Es wurden Kopien von Aufträgen
für Waren gefälſcht, obwohl derartige Aufträge
niemals beſtanden. Dieſe Fälſchungen wurden
von dem Buchhalter Tuch auf das ſorgfältigſte
hergeſtellt, der derartige Aufträge zuſammen=
dichten
mußte. Wenn die Sklareks wieder einen
größeren Poſten Gefälligkeitswechſel an die
Stadtbank gegeben hatten mußte Buchhalter
Tuch in die Bücher Aufträge in gleicher Höhe
der Gefälligkeitswechſel zuſammenreimen. Die
Verhandlung wird heute fortgeführt.

Dr. Carl Peterſen,
der langjährige verdienſtvolle erſte Bürger=
meiſter
von Hamburg, der im abgelaufenen Jahr
das Amt des zweiten Bürgermeiſters bekleidete,
wurde vom Hamburger Senat für 1932 wieder
zum erſten Bürgermeiſter gewählt.

Für 40 000 Mark Schmuckſachen geſtohlen.
Harburg=Wilhelmsburg. In Har=
burg
ſuchten Einbrecher in der Nacht zum Mitt=
woch
ein Juwelengeſchäft heim. Den Tätern
fielen Schmuckſachen im Werte von etwa 40 000
Mark in die Hände. Sie hatten ſich durch eine
Luftplatte Einlaß in die Reparatur=Werkſtatt
verſchafft und ſuchten dann im Laden die wert=
vollſten
Ringe, Steine uſw. zuſammen.
Bombe in einer Kathedrale explodiert.
Santiago de Chile. Am Dienstag ex=
plodierte
eine Bombe in der Kathedrale von
Santiago, wodurch beträchtlicher Sachſchaden an=
gerichtet
wurde. Menſchen kamen nicht zu
Schadep.

Schwerer Skurm
an der norwegiſchen Küſte.
Oslo. Vor der Küſte von Stavanger hat
ein Unwetter, wie man es in den dortigen ( o=
genden
ſeit Menſchengedenken nicht erlebt hat,
großes Unheil angerichtet. Stellenweiſe wurden
Windſtärken von 3738 Metern in der Se=
kunde
feſtgeſtellt. Bei Roſenberg wurde ein nor=
wegiſcher
1000=Tonnen=Dampfer vom Kai los=
geriſſen
und in den Fjord hineingetrieben, wo
er ſtrandete. Auf dem Lande ſind die Tele=
graphen
= und Telephonlinien weithin umgeriſſen
worden. Alle Verbindungen zwiſchen Stavanger
und den umliegenden Inſeln ſind unterbrochen
worden. Die Lokomotiven fuhren in der Dun=
kelheit
gegen umgeriſſene Telegraphenpfähle und
wurden dabei mehr oder weniger ſchwer beſchä=
digt
, ſo daß die Züge auf offener Strecke halten
mußten. Menſchenleben ſollen bisher nicht zu
beklagen ſein.
Furchtbare Hitzewelle über Südauſtralien.
Melbourne. Am Dienstag wies die Tem=
peratur
in Adelaide in Südauſtralien 49 Grad
Celſius im Schatten auf. Es war dies der hei=
ßeſte
Täg ſeit 70 Jahren. Während der letzten
fünf Tage hat die Temperatur täglich 39 Grad
Celſius überſchritten. Die Poliziſten mußten
halbſtündlich abgelöſt werden. In den Fabriken
fielen die Arbeiter ſcharenweiſe um. Die Tiere
im Zoologiſchen Garten wurden dauernd mit
Waſſer beſprengt. In den Petroleumlagern ließ
man Waſſer über die Vorräte laufen, um Feuer
zu verhüten. Der 59. Jahrestag der Gründung
Südauſtraliens wurde bei 40 Grad Hitze gefeiert.
Trotzdem nahmen 50 000 Menſchen an der Feier
teil. Auf dem Lande wüten zahlreiche Buſch=
feuer
, die von Tauſenden von Freiwilligen be=
kämpft
werden.
Gasexploſion in der City.
Stundenlange Verkehrsſtörung.
London. In einer der verkehrsreichſten
Straßen der City fanden geſtern nacheinander
ſechs Gasexploſionen ſtatt. Obwohl die Explo=
ſionen
die Straße aufriſſen und mehrere Fen=
ſterſcheiben
in der Nähe eingeſchlagen wurden,
ſind glücklicherweiſe Menſchen nicht verletzt
worden. Im Anſchluß an die Exploſionen geriet
das ausſtrömende Gas in Brand, und die meter=
hohen
Flammen legten den Verkehr in der City
auf 2½ Stunden lahm.

Großfeuer in Breslau,
Breslau. Am Mittwoch kurz nach 17=Uhr
brach in dem alten Schlachthof, einem aus dem
16. Jahrhundert ſtammenden Gebäude im Zen=
trum
der Stadt, aus bisher ungeklärter Urſache
ein Brand aus, wie ihn Breslau ſeit Jahren
nicht erlebt hat. Sämtliche Feuerwehren der
Stadt wurden alarmiert. Das Feuer kam zu=
erſt
am Oſtflügel des Gebäudes auf, wo bereits
ein großes Nähmaſchinenlager einer Breslauet
Firma den Flammen zum Opfer fiel. Die Feuer
wehr beſchränkte ſich darauf, den Weſtflügel des
Gebäudes vor den Flammen zu retten, in dem
ſich Lager= und Speicherräume befinden. Das
Gebäude iſt ſtädtiſches Eigentum und ſeit 1800
außer Betrieb. Der Brand war gegen 19 Uhr
bis auf kleine Brandneſter gelöſcht, ſo daß ein
Teil der Feuerwehren abrücken konnte. Def
Schaden iſt durch Verſicherung völlig gedeckt.
Ein Führer des deutſchen Bank=und
Wirkſchaftslebens geſtorben.

Dr. Arthur von Gwinner,
eine der markanteſten Perſönlichkeiten der deut=
ſchen
und der internationalen Finanzwelt, iſt in
Berlin im Alter von 75 Jahren geſtorben. Von
Gwinner übte bis zu ſeinem Tode das Amk
des ſtellvertretenden Aufſichtsratsvorſitzenden ber
DD=Banken aus, nachdem er 25 Jahre lang dem
Vorſtand der Deutſchen Bank angehört hatte,
Bis zum Umſturz war von Gwinner Mitgliel
des Herrenhauſes geweſen.

[ ][  ][ ]

Zonnerskag, 31. Dezember 1931

Darmſtädter Tagblatk / Heſſiſche Neueſte Nachrichken

Nr. 361 Zeite 9

Aus dem deutſchen Oſten.

Ein Kunſtkempel in Oftpreußen:
Schloß Beynuhnen.
Oſtpreußen iſt heute eine Inſel, von polniſch=litauiſcher Flut
mybrandet! Es klingt und ſcheint übertrieben ausgedrückr, wenn
eegt wird, daß der einzige Rückhalt, den Oſtpreußen heute
mch hat, kultureller Art iſi. Als der Deutſche Orden das alte
Suzzenland dem deutſchen Vaterlande wiedergewann, da war
3der Adel, der, neben der Geiſtlichkeit, gleich nach der Erobe=
mug
überall im Lande angeſetzt wurde und die große Aufgabe
rſillte, das Pruzzenland auch wirtſchaftlich zu gewinnen. In
Ruem anderen Gebiete unſeres großen deutſchen Vaterlandes
n9 der Adel in gleichem Maße an der Kulturarbeit teilgehabt
hu in Oſtpreußen! Ju ihrer urſprünglichen Form, die ſelbſt=
meſtändlich
derienigen der übrigen Ordensbauten angepaßt war,
fünd keine Schlöſſer des oſtpreußiſchen Adels mehr vorhanden.
D heute ſtehenden älteſten Adelsſchlöſſer ſtammen aus der Zeit
30 17., vereinzelt des 16. Jahrhunderts. Unter ihnen befindet
ſich aber ſo maniher ſchön und maleriſch gelegene Bau, der nicht
müt eine wertvolle Ueberlieferung und Geſchichte des Landes,
Holdern auch überkommenen Hausrat und wertvolle Sammlun=
R4 enthält.
Von einem oſtpreußiſchen Edelſitz, der im 19. Jahrhundert

Eaf Kurne eie elſh erenl e zueffeie
Aaggeſtreckte Schloß der Herren von Farenheid; einen Zauber
ſüdlichen Landen glaubt der Beſchauer zu erblicken; ſoll er
Di edlen Linien des Baues, die das Dach ſchmückenden Akro=
efen
, Vaſen und Statuen oder die klaſſiſche Einfachheit mehr
Seundern? Der Hauptbau iſt durch einen Mittelbau durch=
Aichen, der einige Meter aus der Langſeite hervortritt und der
ſowohl auf der Seite der Auffahrt als auch auf der Garten=
Siete mit ſeinen helleniſchen Giebeln den ganzen Schloßbau
derrſcht: die beiden Seitenflügel, die quer an den Hauptbau
ſawgeſetzt ſind, zeigen den dreiteiligen Mittelbau in entſprechender
iſſtöckiger Verkleinerung und ſcheinen für ſich je eine 90. Fuß
Huge Front zu bilden. Ganz beſonders lohnend iſt der Blick
ü. die Gartenfaſſade des Schloſſes, der die große Freitreppe
mais rotem Sandſtein, die in den Feſtſaal führt, ein vornehmes
Läſehen gibt: auf den Wangen der Freitreppe ſitzend halten zwei
Aooſſale Moloſſerhunde in Erzguß, zum Himmel aufbellend,
cht, auf der Plattform tragen vier ſchlanke joniſche Säulen
eiſen Balkon mit Baluſtrade. Ueberall in helleniſchem Geiſte ge=
ſchaffene
Formen. Eine doriſche Säulenhalle ſchließt, parallel
dir Oſtflügel des Schloſſes laufend, den Kunſtbezirk gegen den
rtſchaftshof ab. In dieſe Halle ſind ſechs Muſen eingezogen,
9vor den pompejaniſch roten Feldern der Wand ſehr vorteil=
dt
zur Geltung kommen. Vor einem Hintergrunde von Laub=
bäuen
ſteht auf einem Sockel Apollo von Belvedere am öſt=
ligen
Gartenrande, während man vor dem Schloſſe die lieb=
aczende
Venus von Capua erblickt. An den vier Bronze=
Siſuren: dem knöchelſpielenden Mädchen dem Knaben wel=
ſchir
verſucht, den Dorn aus dem Fuße zu ziehen, der Urania
ſt der Himmelskugel und dem Knaben mit der Gans vor=
Foi gelangen, wir an die linke Ecke des Schloſſes, wo eine
Füryatide eine Laſtträgerin die Rolle einer Säule
kocktritt. Ein ganz neues Bild bietet die Karhatidenecke des
Fcloſſes: der längliche Schloßteich mit tiefgrünem Waſſerſpiegel,
ad deſſen ausgemauerter Kurzſeite eine Reihe weißer korinthiſcher
SZulen ſtehen, die ein Gebälk tragen; in der Mitte dieſer Säu=
Ela ſteht die anmutige Diana von Verſailles. An der pfeil=
tſendenden
Göttin vorbei führt der Weg nach der halbkreis=
zämigen
griechiſchen Bank auf der anderen Seite des Teiches,
vir der auf ſchlankem Sockel die Büſte des Antonius ſteht. Den
dönſten Schmuck des Schloſſes bildet aber die Karyatidentreppe
ir dem rechten Flügelteile: auf der Plattform, zu der zwölf
SZeinſtufen führen, tragen vier aus Chamotte gebildete Frauen=
Fastalten autiker Schönheit die Genien des Ackerbaues, der
hedizin, der Geſchichte und der Induſtrie das doriſche Gebälk
8 flachen Daches.
Die Wucht des nordiſchen Bauwerks, das die Säulen faſt
z1 erdrücken ſcheint und doch eine ſtrenge Harmonie bekundet,
Idt zur Beſichtigung des Innern ein. Der Beſchauer iſt über=
Enältigt ſowohl von den laulichen Schönheiten als auch von allen
nſtgegenſtänden, die hier in jedem Saal, in jedem Zimmer
oh neuem den Blick feſſeln: von der Antike ab ſind alle Perio=
Ton der Kunſt in Bildwerken, Gemälden, Stichen und Büchern
Vrtreten, in der Hauptſache griechiſche und römiſche Plaſtiken
ud Gemälde der italieniſchen Nenaiſſance, des 16. und 17.
Sahrhunderts und deutſche Maler des 19. Jahrhundert, darun=
4 viele Gemälde von Meiſterhand. Einzelſchilderungen ſind im
ſhmen dieſes Auffatzes unmöglich; um ſich aber ein ungefähres
Ald von dem Ausmaß des Innern dieſes Kunſttempels machen
*1 können, ſeien die Räume aufgezählt, welche die enormen
uſtſchätze bergen; die Vorhalle, der Säulen=(Portikus=)Saal,
dir große Antikenſaal, das Kaffeezimmer, das Europazimmer
nſch dem koloſſalen Oelgemälde, das die Entführung der Europa
derſtellt, benannt; dieſes Zimmer iſt das einſtige Arbeitszimmer
d/s Gründers der Sammlung , die Bibliothek, der Rote Saal,
ds Graue Zimmer mit der Marmorbüſte des Schöpfers von

Beynuhnen, der Kupferſtichſaal, der Feſtſaal oder Weiße Saal
und das Alte Arbeitszimmer. Die Privatzimmer des Schloſſes
ſind nicht zugänglich.
Gefangen von dem Eindruck der großartigen Kunſtſammlung
gehen wir durch den Garten, vorbei an einem Junokopf der
Venus von Medici dem Amor mit Schmetterling und Roſe‟
der Venus von Canova und der Niobe und betreten durch
ein Laubtor den Park, in dem wir von weitem den doriſchen
Tempel und die Laokoongruppe erblicken. Der doriſche
Tempel auf ſanfter Anhöhe, umgeben von Wieſen mit einzelnen
Baumgruppen, hat an beiden Giebelſeiten vier doriſche Säulen
aus rotem Sandſtein; die gleiche rote Farbe iſt dem ganzen
Bau gegeben. Der ganze 110 Morgen große Park iſt mit größ=
tem
Kunſtverſtändnis angelegt: die Wege ſchlängeln ſich durch
Wieſen und Baumgruppen, die planmäßig angepflanzt ſind.
immer neue durch die majeſtätiſch hingleitenden Schwäne auf
den grünſchimmernden Teichen belebte Bilder hervorzaubernd,
bei denen entweder das Schloß oder der doriſche Tempel
oder die roten Türme einen dem Auge ſympathiſchen Abſchluß
bilden. Die roten Türme machen den Eindruck einer mittel=
alterlichen
Burg, in Wirklichkeit ſind ſie zwei verſchieden hohe
Türme, die auf die beiden Querbauenden einer Scheune aufge=
ſetzt
ſind. Der Beynuhner Park wirkt wie ein Märchenland; von
ihm führt ein kurzer Weg nach den nahen früheren Gehegen der
Hirſche, die dem Weltkriege zum Opfer gefallen ſind. Schön iſt
die ganze Landſchaft mit ihren Wäldern bis zu den baltiſchen
Bergen!
Schloß, Garten und Park Beynuhnen bilden zuſammen ein
unzertrennliches Ganzes, eine kleine Welt mit ihren Wundern.
Der Erbauer des heutigen Schloſſes Beynuhnen und der Grün=
der
der Kunſtſammlung iſt der im Jahre 1888 verſtorbene letzte
Sproß der Farenheids: Fritz von Farenheid. Mit unermüd=
lichem
Fleiß und mit großen Opfern erwarb er teils Gips=
abgüſſe
, teils Abbildungen hervorragender Bildwerke von Göt=
tern
und Helden der Antike in Bronze und Marmor, Köpfe
römiſcher Kaiſer uſw.; neben der Plaſtik bildliche Meiſterwerke,
hauptſächlich der Renaiſſance, ferner Kupferſtiche, Münzen und
anderes. Beſteht die Kunſtſammlung auch zum größten Teil aus
Kopien, ſo beſitzt ſie doch 67 Originale. Und wenn Schloß
Beynuhnen in ſeiner Kunſtſammlung auch nicht mit den großen
Muſeen wetteifern kann, ſo nehmen ſeine Kunſtſchätze als Privar=
ſammlung
einen ſehr hohen Rang ein. Kunſtverſtändige haben
ſich dahin geäußert, daß die edle Einfachheit Beynuhnens mit
ſeiner reizvollen Harmonie weit über die bayeriſchen Königs=
ſchlöſſer
ginge und gegen deren phantaſtiſche Ueberladung wohl=
tuend
abiteche.
Die Farenheids ſind ſeit Jahrhunderten angeſehene Königs=
berger
Patrizier, die ſchon in den politiſchen Kämpfen unter dem
Großen Kurfürſten eine Rolle ſpielten. Ein Mitglied dieſer

Eine deutſche Luxusſegeljacht für Amerika.

Die Viermaſterbark Huſſar,
die für amerikaniſche Rechnung auf der Germania=Werft in
Kiel gebaut wurde, hat ihre erſten Probefahrten erfolgreich
beſtanden. Die 3100 Tonnen große Luxusjacht iſt mit einer
Dieſelmotorenanlage ausgerüſtet und weiſt in Schnitt,
Takelage und Innenausrüſtung alle Neuerungen der moder=
nen
Schiffbautechnik auf.

Familie das weit über die Greuzen Oſtpreußens bekannt
dar der geniale Großkaufmann Friedrich Reinhold Farenheio,
der, im Beſitze des Salzmonopols zu Königsberg, nicht nur un=
geheuren
Reichtum erwarb und ſeinen Nachkommen eine mächtige
Begüterung, beſonders im Darkehmer Kreife, hinterließ, ſondern
auch die damaligen Handelswege auf dem Lande und zur See
ſo allein behrrſchte, daß die Königsberger Kaufmaunſchaft Fried=
rich
den Großen gegen ihn anrief. Sein Sohn Friedrich Wilhelm
Johann von Farenheid, geboren 1747, der kurze Zeit Kriegsrat
war, war ein vorzüglicher Laudwirt, vergrößerte ſeine Vegüte=
rung
derart, daß man zu ſagen pflegte, daß er von ſeinem
Wohuſitz Beynuhnen die Strecke von 15 Meilen bis Königsberg
auf ſeinen Gütern fahre; außerdem beſaß er noch weſtlich der
Weichſel die elf Quadratmeilen große Herrſchaft Flatow. Der
Bedeutendſte des Geſchlechts war des Kriegsrats im Jahre 1780
geborener Sohn Friedrich Heinrich Johann von Farenheid, der
auf ſeiner ungeheuren Begüterung eine landwirtſchaftlich refor=
matoriſche
Tätigkeit entfaltete, deſſen Pferdezucht ſo bedeutend
war, daß er neben dem Herzog von Auguſtenburg das größte
Privatgeſtüt auf dem Kontinent beſaß, und deſſen Wirken für
Hebung der ſittlich=religiöſen Kultur und für die geiſtige Bildung
Oſtpreußens, deſſen Fürſorge für die Bauern in ſeinen 26 Dör=
fern
in den Notſtandsjahren und deſſen patriotiſche Opferfreu=
digkeit
allgemeine Anerkennung fand. Der einzige Sohn dieſes
Weiſen von Angerapp iſt der letzte Farenheio, der im Jahre
1815 geborene und im Jahre 1888 geſtorbene Fritz von Faren=
heid
, der Gründer des Kunſttempels Beyuuhnen, deſſen Eigen=
art
ſo ſehr im Gegenſatz zu ſeinen Vätern ſtand, deren Einn
auf das Praktiſche und Wirtſchaftliche gerichtet war. Er erhielt,
26jährig, von ſeinem Vater die Erfüllung ſeines Lieblings=
wunſches
: die Erlaubnis zu einer Reiſe nach Griechenland, von
welcher der Vater erhoffte, daß ſie ſeiner Griechenſchwärmerei
einen Abſchluß geben würde. Dieſe Reiſe verſtärkte aber gerade
feine ideale Lebensrichtung und ließ das Praktiſche noch mehr
in den Hintergrund treten.
Als Fritz von Farenheid in den Beſitz der Begüterung
Beynuhnen kam, legte er zur Verſchönerung ſeines Landſitzes
zunächſt den Doriſchen Tempel an, um einen dauernd ſchönen
Anblick zu haben; als die Wohnräume ſich für die ſich ver=
größernden
Sammlungen der Kunſtgegenſtände als zu klein er=
wieſen
, da wurde das geräumige Wohnhaus zu dem Renaiſſance
Schloß ausgebaut und der Roßgarten wurde zur Verſchönerung
der Umgebung des Doriſchen Tempels in den Park umgewan=
delt
. So entſtand allmählich die Kunſtſchöpfung Beynuhnen,
deren Ausmaß zur heutigen Größe von vornherein nicht geplant
war. Die beiden Berater Tritz von Farenheids waren ſein
Freund Ulrich von Salpius, ein in hohem Maße künſtleriſch be=
gabter
preußiſcher Offizier, und ſein einſtiger Lehrer in den alten
Sprachen, der berühmte Philologe Karl Lehrs, der Farenheid im
vertraulichen Umgang als Gaſt und Freund in Beynuhnen in
die tiefſten Tiefen des Geiſtes und der Schönheit des Hellenen=
tums
einführte. Nach Lehrs Tode wurde Farenheid durch den
Umgang mit dem geiſtreichen Fürſten Eulenburg beglückt.
Ganz ſeiner Kunſtſammlung hingegeben, verzichtete Fritz
von Farenheid auf das Glück der Ehe; der Zukunft der Kunſt=
ſtatte
Beynuhnen war ſeine Sorge gewidmet; er ahnte, daß der
Kampf gegen die Fideikommiſſe zur Auflöſung derſelben füh=
ren
würde; für dieſen Fall ſetzte er im Jahre 1884 vier Jahre
vor ſeinem Tode die Provinz Oſtpreußen als Erbin ein.
Seine Nachfolger im Beſitze des Maforats und der Kunſt=
ſchöpfung
Beynuhnen waren zuerſt ein Sohn ſeiner Schweſter
Frau von Bujak, dann deſſen kinderloſer Sohn, deſſen Nachfolger
ein Großueffe des Gründers, Wolfgang von Altenſtadt, wurde;
aber alle Nachfolger im Majorat mußten ſich laut Kabinetts=
urkunde
von Farenheid nennen.
Der Weltkrieg, insbeſondere die Beſetzung Beynuhnens durch
die Ruſſen und das für die deutſchen Truppen ſiegreiche Gefecht
bei Beynuhnen am 11. September 1914, in dem die Turmſcheune
in Brand geſchoſſen wurde, brachte die Kunſtſammlung in große
Gefahr; es iſt faſt ein Wunder zu nennen, daß von allen Kunſt=
ſchätzen
nur 8 Gemälde geraubt worden ſind. Wolfgang von
Farenheid ließ vorſorglich einer Wiederholung der Gefahr ſämt=
liche
Gemälde und die wertvollſten Möbel, Marmorbüſten,
Bronzen und Majoliken in Sicherheit nach Königsberg bringen;
ſie kehrten nach der Winter=Maſurenſchlacht 1916 wieder nach
Beynuhnen zurück.
Die Auflöſung der Fideikommiſſe hat ſich für Beynuhyen
folgendermaßen ausgewirkt: 1. Aus dem geſamten Farenheid=
ſchen
Kunſtbeſitz iſt eine Stiftung, die von Farenheidſche Kunſt=
ſchöpfung
Schloß Beynuhnen gemacht worden; das unzertreun=
liche
Stiftungsvermögen bilden Schloß, Kunſtſchätze, Garten und
Park in genau feſtgelegtem Umfange. 2. Aus dem achtzehn=
tauſend
Morgen großen Majorat Beynuhnen iſt durch das Auf=
löſungsamt
für Familiengüter ein Waldgut von zehntauſend
Morgen Größe erklärt worden; der jeweilige Waldgutsbeſitzer
hat die Mittel zur Unterhaltung der ganzen Kunſtſchöpfung be=
reitzuſtellen
. Die Stiftungsſatzung verbürgt den Fortbeſtand der
Kunſtſchöpfung und begründet das Anfallrecht des Provinzial=
verbandes
von neuem.
Die Kunſtſchöpfung Beynuhnen ſteht ſeit ihrer Gründung in
großzügigſter Weiſe unentgeltlich im Sommer an mehreren
Tagen der Woche der breiten Oeffentlichkeit zum Beſuche frei.
Möge dieſes kleine Hellas, nur fünf Meilen von der ruſſiſchen
Grenze entfernt, im Geiſte ſeines Schöpfers, des oſtpreußiſchen
Edelmannes und Großgrundbeſitzers Fritz von Farenheid=
Beynuhnen, bis in die fernſten Zeiten ein Wallfahrtsort der
Kunſtfreunde bleiben und dadurch mithelfen, die geiſtige und
künſtleriſche Verbundenheit des Deutſchen Oſtens in
dieſem Falle ſpeziell Oſtpreußens mit dem großen deutſchen
Vaterlande zu feſtigen!

AALTUNTUIe

von

Roman
FRITZ WEBER

(Nachdruck verboten.)
Mitte Februar ereignete ſich im linken Nord=Süd=Stollen an der Grenze der Sicht lag auf einer vorſpringende Stufe ein

eſt großes Unglück, das zur Vorſicht mahnte. Die dort arbeitende
Phruaſchine ſchnellte nach dem Bericht verſchiedener Augen=
zuigen
plötzlich mit dem Hinterſtück hoch und verſchwand, Men=
ften
, Kabel und Förderſchläuche mit ſich reißend, in einem
Mgrund. Offenbar hatten die beiden Jugenieure in der Maſchine
mn dem tagelang gleichmäßigen Fortgang der Arbeit ſich ein=
(len laſſen, die Mahnung des Bodenfühlers überſehen. Die
Überlebenden am Vortrieb fahen zu ihrem Entſetzen an Stelle
dir verſchwundenen Bohrmaſchine plötzlich Tageslicht. Ein paar
Bherzte kletterten über aufgebogene Geleiſe und loſe Eisblöcke
c den Rand der Schlucht und blickten hinunter. Von dem ſtäh=
lenen
Ungetüm und ſeinen Führern war keine Spur mehr zu
fnden. Sie lagen zerſchellt, zerſchmettert auf dem Grund einer
9rümmten Spalte, deren Tiefe niemand abſchätzen konnte.
Außerdem waren von den Röhren und Kabeln ſechs Leute mit=
griſſen
worden. Der Schienenleger hing feſtgeklemmt über dem
Pgrund.
Eine halbe Stunde ſpäter ſauſte ein Hilfszug heran. Von
dür Lokomotive ſprangen Schnepp, der Leiter dieſes Abſchnitts,
ci Arzt und mehrere Ingenieure. Sie ſahen die entſetzten Ge=
ſichter
der Ueberlebenden, riefen ihnen aufmunternde Worte zu
ud krochen an den Schluchtrand. Seile wurden zuſammengebun=
4n, Schnepp und der Arzt ließen ſich in die Tiefe hinunter. Nach
Aiger Zeit gaben ſie Signal, ſie wieder hochzuziehen. Man ſehe
hohl die Schlagſpuren der abgeſtürzten Maſchine, die Schlucht
cer ſei zu ſinſter, um ihre Sohle zu erkennen. An ein drittes
Keil wurde ein kleiner Scheinwerfer gebunden, und die beiden
Nänner verſchwanden abermals in der Eisſpalte.
Der ſcharfe Lichtkegel glitt ſchimmernde Wände entlang und
4rrank ſchließlich in undurchdringlicher Dunkelheit. Tief unten

ſchwarzer Klumpen, wohl einer der Arbeiter, die zwiſchen Bohrer
und Schienenleger geſtanden hatten. Daß er tot war, ſchien außer

Zweifel. Er mußte mehrmals aufgeſchlagen und etwa vier=
hundert
Meter tief geſtürzt ſein. Von der Maſchine war nichts
zu erblicken.
Jngenieur Schnepp rief dem Arzt zu, daß es ſeiner Mei=
nung
nach ausſichtslos ſei, weiter zu forſchen, und riß an der
Signalleine. Nach bangen Minuten erſchienen die beiden wie=
der
am Stollen und befahlen der Vortriebſchicht, auszufahren.
Audere Leute ſollten den Schienenleger mit Ketten und Eis=
aukern
ſichern.
Die Ueberbrückung der Schlucht koſtete zwei Wochen ange=
ſpannter
Arbeit. Flugzeuge brachten Mineure, Drahtſeile und
Winden heran, ein Hängegerüſt wurde von oben in den Abgrund
e ins Eis geſchlagen.

ſalanter Boel von Bold zu Vo Dpſen de2 Beirſebse Ein
neuer Bohrer fuhr langſam über die Brücke, ſeine Trommeln
heulten ins Eis, warfen unendliche Maſſen weißen Pulvers in
das Grab der acht Männer, die hier den Tod gefunden hatten.
Holger Helland erlebte einen gewaltigen Triumph. Der
Geologe Daniel Armsworth hatte in ſeinem Auftrag auf der
Inſel Erebus nach Naphtha gebohrt und meldete nun ölhaltigen
Sand.
Die Verſuche waren ſo ausgeführt worden, wie man etwn
in einem Heuhaufen nach einer Nadel ſucht: ohne Hoffnung, ſie
zu finden, nur von dem Wunſche geleitet, ſie doch zu finden

Denn Petroleum, das fehlte noch, um Hellands Macht grenzen=
los
zu geſtalten. Es ſtand nicht in ſeinem Vertrag mit dem
Syndikat, war gewiſſermaßen ſein Privateigentum, dem er nur
einen entfernten Zuſammenhang mit den übrigen Werten des
Antarktisunternehmens zubilligen mußte. Gold und Platin
waren gefährdete Schätze. Ein neuer großer Fund konnte ihren
Wert über Nacht auf einen Bruchteil herunterdrücken. Eiſen,
Magneſit, Kohle ftellten unüberbrückbare Reichtümer dar, aber
auch ſie wurden von dem koſtbarſten Stoff der Erde übertroffen:
vom Naphtha.
Drei Generationen hatten mit ihren Automobilen, Flug=
zeugen
mit Oelfeuerung und Straßenbau dem Petroleumvorrat
arg zugeſetzt. Die Amerikaner bohrten an der kaliforniſchen und
merikaniſchen Küſte am Meeresgrund nach der unſchätzbaren
Flüſſigkeit, nachdem ſich die Quellen des Feſtlaudes, die in vier=
und fünftauſend Meter Tiefe aufgeſpürt wurden, kaum mehr
ergiebig zeigten. Sie meldeten immer neue, ungeheure Funde,
mußten aber von Jahr zu Jahr mit den Preiſen binaufrücken.
da das meiſte davon Bluff und Schwindel war. Die polniſchen
und rumäniſchen Felder fielen kaum mehr ins Gewicht, Kau=
kaſien
und Dhageſtan waren erſchöpft, in Sibirien kämpften
Japaner und Amerikaner um das Erdöl, England haite Mühe,
ſeine Quellen in Meſopotamien und dem Irak gegen die pan=
aſiatiſchen
Forderungen zu verteidigen. Petroleum in der Ant=
arktis
bedeutete mehr als Einar Lunds Paneuropa, mehr als die
Eroberung Rußlands; es bedeutete rundheraus geſagt die Herr=
ſchaft
über die Erde.
Helland befahl, eines der Flugzeuge ſtartfertig zu machen.

Währen; er nach dem Katapult auf der Eiskante lief, fühlte er
eine Erregung, wie ſie weder die große Stunde in St. Moritz
noch Gretas Tod und die Szene mit Lund ausgelöſt Etten.
Wenn Armsworth nicht phantaſierte, ſtand er, Holger Helland,
jetzt am Vorabend einer Macht, die er ſich nie erträumt hatte.
Kaum hatte ſich die Tür hinter dem Ingenieur geſchloſſen, als
der Biſot ſchon Startzeichen gab. Die Maſchine wurde abge=
ſchnellt
und ſchwebte über dem Waſſer.

tſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 361

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 31. Dezember 1931

Sodr Tlee TaSadsieht

Der Spork am Neujahrskag.
Am Neujahrstag gibt es zwar kein beſonderes umfangreiches.
immerhin aber doch ein recht intereſſantes Sportprogramm. In
der Hauptſache wird das Programm wieder vom Fußball, Win=
terſport
und Radſport geſtellt. Im Fußball kommt es zu einigen
größeren Repräſentativkämpfen und Meiſterſchaftsſpielen. Da=
neben
ſtehen einige bemerkenswerte Freundſchaftsſpiele. Das
Winterſportprogramm bringt ſchon die erſten Meiſterſchaftskämpfe.
Fußball.
Im Mannheimer Stadion ſteigt am Neujahrstage das tradi=
tionelle
Freundſchaftsſpiel Nord= gegen Süddeutſchland.
Während der Norden mit ſeinem ſtärkſten Geſchütz auffährt, hat
der Süden vor eine bewährte und erſtklaſſig beſetzte Hintermann=
ſchaft
einen Sturm von jungen Talenten aufgeſtellt. Schlägt die=
ſer
Angriff ein, dann dürfte der Süden nach ſpannendem Kampf
knapp gewinnen. Einen zweiten ſüddeutſchen Sieg wird es vor=
ausſichtlich
im Städteſpiel München Berlin geben.
Beide Städte haben ſtarke Vertretungen geſtellt. Ein drittes Re=
präſentativtreffen
kommt in Köln zwiſchen Köln und Buda=
peſt
zur Durchführung.
Gruppen=Verbandsſpiele gibt es am Main. Hier ſpie=
len
: Rot=Weiß Frankfurt Kickers Offenbach (Silveſter), Ein=
tracht
Frankfurt VfL. Neu=Iſenburg: Germania 94 FSV.
Frankfurt. Dieſe Spiele erhalten vor allem durch das Duell Rot=
Weiß Fußballſportverein um den zweiten Tabellenplatz der
Gruppe ihre Bedeutung.
Die neu eingerichteten ſüddeutſchen Pokalſpiele
werden am Neujahrstag mit einigen Spielen im Bezirk
Bayern eröffnet. Es ſpielen: DSV. München FC. Schwein=
furt
und SSV. Ulm VfR. Fürth.
Von den Freundſchaftsſpielen des Tages verdienen
Erwähnung: Sportfreunde Eßlingen FTC. Budapeſt, Offen=
burg
=Kehl=Lahr komb. WAC. Wien, Wacker München Hun=
garia
Budapeſt, Sportfreunde Saarbrücken VfL. Neckarau,
Kaſtel 06 Amicitia Viernheim. Einige ſüddeutſche Mannſchaf=
ten
befinden ſich um die Jahreswende im Ausland. Der Karls=
ruher
FV. ſpielt gegen S.O. Montvellier, die Würzburger Kickers
ſind Gäſte von Olympique Marſaille, der Freiburger FC. beſucht
den FC. Baſel und Hanau 93 tritt gegen SC. Nimes an.
Hockey.
Im Hockey herrſcht in den Feſtwochen im allgemeinen wenig
Betrieb. Am Neujahrstag verdient der Beſuch der Berliner
Meiſterelf BSV. 92 in Paris bei Stade Fransais beſonderes
Intereſſe.
Tennis.
Während die Tennishallen in dieſen Wochen geſchloſſen ſind,
kommt es an der Riviera zu den erſten Turnieren. Das Turnier
des Beauſite LTC. in Cannes vereinigt bereits eine Anzahl der
bekannteſten europäiſchen Turnierſpieler.
Winterſport.
Als erſter deutſcher Meiſterſchaftswettbewerb der Saiſon ſtei=
gen
am Neujahrstag auf dem Rieſſerſee die Deutſchen Kunſt=
laufmeiſterſchaften
. In Davos findet am Silveſtertag das
Eishockeyturnier um den Spengler=Pokal, bei dem der Ber=
liner
Schlittſchuh=Club in der Entſcheidung ſteht, ſeinen Abſchluß
In Füſſen werden die Spiele um den Leinweber=Poka!,
ausgetragen. Skiſpringen werden u. a. vom SC. Parten=
kirchen
auf der Seebergſchanze, ſowie in Frauenſtein und Ober=
wieſentahl
(Sachſen) veranſtaltet.

Radſport.
Als letzte Veranſtaltung vor dem Dortmunder Sechstageren=
nen
findet am Neujahrstage in der Weſtfalenhalle ein
ſehr ſtark beſetztes Dreiſtunden=Mannſchaftsrennen ſtatt. In
Brüſſel geht das Sechstagerennen zu Ende, Mannſchaftsrennen,
gibt es auch in Baſel.

Kraftſpork.

Polizei Darmſtadt 2. Bensheim a. d. B. 1.
Obiges Treffen findet am Sonntag, den 3. Januar 1932
in der Polizeiſporthalle vormittags 11 Uhr ſtatt. Der Kampf
dürfte inſofern von beſonderem Intereſſe ſein, da die Poliziſten
eine empfindliche Vorkampfniederlage wettzumachen haben. Wenn
auch die Einheimiſchen mit einer weſentlich ſtärkeren Mannſchaft
als beim Vorkampf antreten, ſo dürfte die Revanche doch ziemlich
ſchwer fallen, da Bensheim zurzeit eine äußerſt ſtarke Mannſchaft
auf die Matte bringt. Ein Gang in die Polizeiſporthalle dürfte
ſich aus den angeführten Gründen ſchon lohnen.
Mit 1:0 fertigte die kanadiſche Eishockey=Mannſchaft aus
Ottawa in Kattowitz die polniſche National=Vertretung ab.

Winkerhilfe-Spiele der Handballer
iM Buriftavt.
Schutzpolizei Darmſtadt Schutzpolizei Frankfurt.
Stadtelf Darmſtadt Stadtelf Frankfurt.
* Wie ſchon mitgeteilt, finden am Sonntag, dem 10.
Januar, im ſüddeutſchen Verbandsgebiet Werbeſpiele zu=
gunſten
der Winterhilfe ſtatt. Für Darmſtadt ſind an
dieſem Tage vom Verbande anſtelle des zunächſt geplanten Ver=
bände
=Kampfes Darmſtadt Frankfurt zwei intereſſierende Be=
gegnungen
Darmſtädter und Frankfurter Handballer angeſetzt
worden. In einer am Dienstag Abend ſtattgefundenen Beſpre=
chung
hat man ſich dahin geeinigt, daß die ſpielſtarke Schutzpolizei
Frankfurt den hieſigen Grünen gegenübergeſtellt wird. Im zwei=
ten
Treffen kämpfen dann die repräſentativen Stadtmannſchaften
von Frankfurt und Darmſtadt. Dadurch iſt es möglich, nicht nur
eine, ſondern zwei Mannſchaften ausgezeichneter Frankfurter
Spieler, die ja in dieſer Spielzeit infolge der Bezirks= Neueintei=
lung
hier nicht zu ſehen waren, kennen zu lernen, was in verſtärk=
tem
Beſuch ſich auswirken dürfte. Die Mannſchaftsaufſtellungen
geben wir noch bekannt. Die Spiele werden auf einem Platz mit
gedeckter Tribüne, alſo entweder auf dem Böllenfalltorſtadion oder
auf dem Polizei=Sportplatz ausgetragen, ſo daß allen Wünſchen
entſprochen ſein dürfte.
Wormatia Worms T. S. V. Braunshardt 5:6 (3:3).
Zum letzten Verbandsſpiel waren die Braunshardter am
Sonntag Gaſt bei Wormatia Worms und kamen gegen den Be=
zwinger
des Sp.V. 98 Darmſtadt zu einem verdienten Siege. Ver=
dient
deshalb, weil die Elf in der Geſamtleiſtung beſſer war und
ein weit ſyſtemvolleres Spiel zeigte als der Gaſtgeber. Wormatia
ſpielte ſehr ſchnell, glänzte aber meiſtens nur durch Einzelaktionen,
die von der aufmerkſamen Braunshardter Verteidigung gut ab=
gewehrt
wurden. Von den 5 Toren für Wormatia wurden 4
burch Strafſtöße erzielt. Schiedsrichter Soldner (Mannheim)
konnte nicht immer überzeugen.
Wohlkäkigkeiksſpiele in Griesheim b. 2.

Viktoria Griesheim 1.
Viktoria Griesheim 2.

Freie SpVgg. Griesheim 1. 13:1 (5:0).
Freie SpVgg. Griesheim 2. 11:3 (4:3).

Trotz des ſchlechten Wetters und des nicht gerade einladenden
Artikels in der Donnerstag=Nummer des Heſſiſchen Volksfreun=
des
welcher meinte aufklärend wirken zu müſſen, indem er u. a.
ſchrieb: Unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit tragen die
Roten Sportler in Griesheim b. D. mit bürgerlichen Vereinen
Spiele aus kamen zirka 350 Zuſchauer zu obigen Spielen, welche
wohl zum größten Teil vollbefriedigt den Platz verlaſſen haben
dürften. Die Spiele haben zweierlei erreicht, erſtens, daß ein an=
ſehnlicher
Betrag abgeführt werden kann, und zweitens waren die
Spiele Werbeſpiele im wahrſten Sinne des Wortes. Anſtändig und
fair wurde gekämpft und nie ließen die Gäſte, als die Niederlage
immer höher wurde, den Mut ſinken, ſie kämpften unverdroſſen
weiter. Die Viktoria=Mannſchaft, welche in ſtark veränderter Auf=
ſtellung
antrat, war in glänzender Spiellaune, hoffentlich behält
ſie dieſe in den reſtlichen Verbandsſpielen bei. Die Spielleitung
lag in den Händen des Rot=Sport=Schiedsrichters Klein= Bicken=
bach
, er verdiente ſich die Note, ſehr gut. Bei der anſtändigen
Spielweiſe der beiden Gegner hatte er leichtes amtieren.

Fußball.

SV. Groß=Umſtadt SV. Kleeſtadt 5:2 (2:2).
Der aufgeweichte Boden ließ kein flüſſiges Spiel aufkommen.
Dazu vermißte man bei Groß=Umſtadt den ſonſt gezeigten Kampf=
geiſt
. Man nahm ſcheinbar den Gegner nicht ernſt und war zu
ſiegesgewiß, ſo daß zahlreiche Chancen durch Ueberkombination
und Sologänge verſcherzt wurden. Die Gäſte verſuchten mit Be=
ginn
der zweiten Halbzeit durch großen Eifer und mit verſtärk=
ter
Verteidigung das Ergebnis der erſten Halbzeit zu halten. Aber
der ungewohnte große Spielplatz und die jetzt das Spiel ernſter
nehmende Elf der Gaſtgeber ließen ſie zu keinem Erfolg kommen.
Am beſten war wohl ihr linker Verteidiger. Einzelne Spieler
zeigten noch große Ballunſicherheit. Trotzdem zeigte die Kleeſtäd=
ter
Elf gegen frühere Spiele eine bedeutende Formverbeſſerung
und hinterließ den denkbar beſten Eindruck. Schiedsrichter Kraus=
Dieburg leitete das Spiel zur vollen Zufriedenheit beider
Parteien
Nächſten Sonntag empfängt Groß=Umſtadt die ſympa=
thiſche
Elf des VfR. Beerfelden. Der letzteren geht ein guter
Ruf voraus, und die faire Spielweiſe dieſer Mannſchaft ver=
ſpricht
ein intereſſantes Spiel.

Weltmeiſter Clas Thunberg=Finnland hat
ſeine Meldung zu den Europa=Meiſterſchaften am 9. und 10. Ja=
nuar
in Davos abgegeben.
Der Deutſche Bob=Verband wird nunmehr beſtimmt
die geplante Expedition zu den Olympiſchen Winterſpielen in Lake
Placid ausführen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 31. Dezember.
15.30: Stunde der Jugend
17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters. Mitw.: Käte
Mann (Sopran), H. Hanus (Tenor), Th. Brandt (heiteres. Inter=
mezzo
).
18.40: Aus dem Skizzenbuch. Von Paul Laven.
19.05: Der Himmel im Monat Januar und Februar 1932. Eine
Plauderei von Profeſſor Sittig.
19.30: Zeit, Programmänderungen, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen,
19.45: Ballgeſpräche. Szenen von Hermynia Zur Mühlen.
20.45: Kaleidoſfop 1931. Von Paul Laven.
ca. 22.30: Nachrichten.
23.30: Bunter Abend.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 31. Dezember.
15.00: Kinderſtunde: Kunterbunt. Jahreswende.
15.45: Frauenſtunde. Hermine Behn: Frauen berühmter Muſiker,
Am Flügel: W. Welſch.
16.00: Hanſi Naſſée: Ein Mann backt Berliner Pfannkuchen. Ein
heiteres Sylveſtererlebnis.
16.30: Kiel: Sylveſtergottesdienſt in der Nicolai=Kirche,
18.00: Unterhaltungsmuſik, Kapelle Artur Guttmann.
18.30: M. Jokl u. W. Vogel: Die Zeit.
19 00: Berliner Silveſter vor 50 Jahren. Funkreportage 188182
von Egon Jacobſohu.
20.00: Orcheſterkonzert. Berliner Philharm. Orcheſter.
20.55: Klavierkonzert d=moll (Ki. V. 466) von W. A. Mozart,
Prof. Kempft (Flügel). Berliner Philharm. Orcheſter.
21.30: Anſprache des Herrn Reichspräſidenten von Hindenburg.
22.00: Funk=Potpourri. Schöne Melodien des Jahres. Mitw.: Guta
Alpar, Marcel Wittriſch, Grete Sedlitz, Max Menſing. Chöre:
Maximilian Albrecht. Berliner Funkorcheſter. Hans Schindlers
Jaz=Siufoniker,
23.00: Neunte Sinfonie mit Schlußchor über Schillers Ode: An
die Freude, von L. van Beethoven. Mitw.: Mia Neuſitzer= Thoe=
niſſen
(Sopran), Hilde Ellger (Alt), F. Zohſel (Tenor), H. Schey
(Baß). Berliner Volkschor. Verſtärktes Philharm. Orcheſter.
0.20: Tanz= und Unterhaltungsmuſik. Kapelle Gebrüder Steiner
u. Tanz=Orcheſter Gerhard Hoffmann. A. Fleßburg (Tenor),

Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
am Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 30. Dezember 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt. 8 Grad, Schneehöhe 20 cm,
Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut. Herchenhainer Höhe:
Frühnebel, 3 Grad, Schneehöhe 20 cm, Neuſchnee 10 cm,
Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut.
Taunus. Kl. Feldberg: Bewölkt, 6 Grad, Schneehöhe 11 cm,
Neuſchnee 12 cm. Pulverſchnee, Ski gut, Rodel mäßig.
Odenwald. Tromm: Bewölkt, 3 Grad, Neuſchnee 25 cm, Pul=
verſchnee
Ski u. Rodel gut. Neunkirchen: Bewölkt, 4 Grad,
Schneehöhe 20 cm. Neuſchnee 18 cm, Pulverſchnee, Ski und
Rodel gut.
Rhön. Waſſerkuppe: Nebel, 6 Grad, Schneehöhe 20 cm. Neu=
ſchnee
1115 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut.
Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 5 Grad, Schneehöhe 35 cm,
Neuſchnee 1115 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut.
Hornisgrinde: Schneefall, 6 Grad, Schneehöhe 65 cm. Neu=
ſchnee
4660 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut,
Ruheſtein: Bewölkt, 3 Grad, Schneehöhe 26 cm. Neuſchnee
1620 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut.

Weiterbericht.

Das nordöſtliche Störungsſyſtem flacht ſich weiter ab und
nimmt ſeinen Weg nach Rußland hin. Die Rückſeite macht ſich aber
bei uns weiterhin durch den Zuſtrom der Kaltluft bemerkbar,
unter deren Einwirkung das Barometer über Deutſchland anſteigt
und ſich allmählich hoher Druck aufbaut. Dabei nimmt der Froſt
noch zu, auch tagsüber bleiben die Temperaturen unter Null.
Ausſichten für Donnerstag, den 31. Dezember: Verſchärfung des
Froſtes, bewölkt und aufklarend, vereinzelte leichte Schneefälle,
Ausſichten für Freitag, den 1. Januar: Fortdauer des Froſtwetters.
Haupiſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwwortich für Poililk und Wiriſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleion Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bähmann
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; !0
Die Gegenwari, Tagesſpiegel in Blid und Wort: Dr. Herbert Neitei
für den Inſeratentel und geſchäßliche Miteilungen: Wills Kuhle:
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darnſtiadt
Ich= unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernemmen.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten

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Ludwig Röth in Darmſtadt, Heiurich=
ſtraße
149, zugleich als Alleininhabers
der Firma Ludwig Röth in Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße 22, iſt am 21. Dezem=
ber
1931, vormittags 9 Uhr, das Ver=
gleichsverfahren
zur Abwendung des
Konkurſes eröffnet worden.
Der Rechtsanwalt Ludwig Rhode
in Darmſtadt, Wilhelminenplatz 15, iſt
zur Vertrauensperſon ernannt.
Termin zur Verhandlung über den
Vergleichsvorſchlag iſt auf:
Donnerstag, den 21. Januar 1932,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Heſſiſchen Amtsgericht Darm=
ſtadt
, Zimmer 216 des Neuen Gerichts=
gebäudes
in Darmſtadt anberaumt.
Der Antrag auf Eröffnung des Ver=
fahrens
nebſt ſeinen Anlagen und das
Ergebnis der weiteren Ermittlungen
ſind auf der Geſchäftsſtelle zur Einſicht
der Beteiligten niedergelegt. (18784
Darmſtadt, den 21. Dezember 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.

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[ ][  ][ ]

Naymer 361

DrmftaderCagblat,

Donnerstag, den 31. Dez.

HeſNeueſte Nachrichten

Zum Oeviſen= und Scheckverkehr.
lenfaſſung der Richklinien für die Devifenbewirtſchaflung. An den Börſen: Auſwärksbewegung.
außergewöhnliche Kursftleigerungen, gber geringe Amſähe.

Leviſenbeſchaffung und =Zukeilung.
I Deutſchen Reichsanzeiger vom 30. Dezember werden die
Rickiſnien für die Deviſenbewirtſchaftung die in den letzten Mo=
naten
mehrfach durch Anweiſungen des Reichswirtſchaftsminiſters
an 707 Deviſenſtellen ergänzt worden waren, in neuer Faſſung be=
kanutgemacht
. Die Richtlinien vom 24. Auguſt und ihre erſte Er=
gänug
vom 2. Oktober treten damit außer Kraft.
Nu iſt in den Richtlinien insbeſondere die Beſtimmung, daß
Andiſe, die ein Gläubiger auf Erteilung der zur Leiſtung eines
Sch=ullners erforderlichen Genehmigung ſtellt, an die für den
Sch=ilner zuſtändige Deviſenbewirtſchaftungsſtelle zu richten ſind
und für Anträge von Ausländern, die ſich auf ein bei einem
inläniſchen Kreditinſtitut geführtes Konto beziehen die Deviſen=
bewirſchaftungsſtelle
zuſtändig iſt, in deren Bezirk das Kredit=
inſt
=ſtt liegt.
Frner iſt die Deviſenzuteilung für Leiſtungen von Verſiche=
rumgsiehmern
aus Fremdwährungsverſicherungen eingeſchränkt
wondn, um Misbräuchen zu begegnen, die auf dieſem Gebiet zu=

2a
ter 50

Maid Drie De ringer ir nusrdendiſche i deiſchaid ich ie
gelaſſue Verſicherungsunternehmungen. Bei Perſonenverſicherun=
gem
dird die Genehmigung außerdem verſagt, wenn bei einem
uac dem 15. Juli 1931 abgeſchloſſenen Vertrag die vereinbarte
Pramenzahlungsdauer weniger als zwölf Jahre beträgt oder
wernes ſich um eine nach dem 20. Dezember 1931 abgeſchloſſene
ode uf Fremdwährung umgeſtellte Verſicherung handelt. Schließ=
lich
uird, um die Kapitalflucht durch Begebung von Reichsmark=
ſchet
ins Ausland zu verhindern, angeordnet, daß künftig Schecks
ins lusland oder ins Saargebiet nur noch verſandt oder über=
bray
werden dürfen, wenn der Genehmigungsbeſcheid der Deviſen=
bewitſchaftungsſtelle
dem Scheck beigefügt iſt. Erfolgt die Ver=
ſenZug
auf Grund einer allgemeinen Genehmigung, wie ſie Han=
delsſtmen
, Verſicherungsunternehmungen uſw. für ihre Zahlungs=
geſchäte
mit dem Ausland erteilt werden, ſo hat der Inhaber der
GSemigung ſelbſt dem Scheck einen entſprechenden Vermerk un=
ter
Agabe des betreffenden Landesfinanzamtes und der Nummer
des benehmigungsbeſcheides beizufügen. Die Vorſchrift gilt auch
für ſchecks, die auf einen Betrag unter 200 RM. lauten. Vom
10. Inuar ab dürfen Kreditinſtitute, denen Reichsmarkſchecks aus
dem Ausland oder dem Saargebiet zum Inkaſſo zugehen, dieſe
eimet Ausländer oder Saarländer nicht mehr auf ſeinem Konto
gunhingen, wenn die Genehmigung zur Verſendung der Schecks
uis tin der dargelegten Weiſe aus dem Scheck ſelbſt erſichtlich iſt.
Für ſie Zeit bis zum 10. Januar 1932 ſind die bezogenen inländi=
ſchen
Banken verpflichtet, von Schecks über größere Beträge, die
aus ſem Auslande zum Inkaſſo eingehen, der zuſtändigen Deviſen=
bewſtſchaftungsſtelle
Mitteilung zu machen.
Berliner und Frankfurker Effekken=
Freiverkehr.
ſachdem ſchon in den vorgeſtrigen Abendſtunden eine Erholung des
umhiveaus eingetreten war, die nicht nur allein durch Deckungen der
Sptlation verurſacht ſein konnte, ſondern ſicherlich auch reelle An=
ag
=kufe der Kundſchaft zur Vorausſetzung hatte, machte dieſe ſogen.
Jautsultimohauſſe im geſtrigen Freiverkehr, weitere Fortſchritte Eigent=
lichf
es ja in dieſem Jahre unnötig, wie ſonſt eine Extrabewegung zu
inſſtieren, da bekanntlich diesmal die Bilanzkurſe nach anderen Geſichts=
iſen feſtgeſetzt werden. Der Jahresultimo ſpielt aber inſofern doch
eiteſſolle, als das durch Kuponszahlungen frei werdende Kapital An=
lagelſucht
. Das Geſchäft war daher ſowohl am Aktien= als auch am
PFubriefmarkt lebhafter als an den Vortagen zumal über die engliſch=
f
1anöſiſchen Moratoriumsvorbeſprechungen günſtige Nachrichten vorlagen.
Dochdieſen ſei mit ziemlicher Sicherheit damit zu rechnen, daß das augen=
G iſſch beſtehende Moratorium um drei Jahre verlängert wird. Eine
7n74 Kompromißlöſung würde die beſtehenden Schwierigkeiten zwar nur
verſtieben, ohne ſie zu beſeitigen, ließe jedoch die Möglichkeit einer
weiſtren Regelung offen. Markttechniſch von Einfluß war auch das
Fe n neuer Auslandsverkäufe, die geſtern wieder einzuſetzen ſchienen,
dai aber plötzlich aufhörten, und die feſte Haltung der geſtrigen New
Datr Börſe. Am Bankenmarkt waren Reichsbankanteile wieder be=
votgt
und im Verlaufe zirka 4 Prozent höher, während ſich bei den
Seſten Werten dieſes Marktes die Beſſerungen im Rahmen von 1 bis
1 Sfrozent hielten. Auch für Montanpapiere machte ſich etwas ſtärkeres
reſſe bemerkbar, ebenſo waren Elektrowerte etwas mehr gefragt
uvobis 2 Prozent feſter. J.G. Farben zogen gegen ihren vorgeſtrigen

Mittagskurs bis zu 4 Prozent an; Schiffahrtsaktien konnten ſich eben=
falls
etwvas erholen, wvährend die ſonſtigen Neben= und Spezialwerte
geſtern eher vernachläſſigt waren. Am Anlagemarkt ſtanden wiederholt
Liquidationspfandbriefe im Vordergrunde des Intereſſes; auch Gold=
pfandbriefe
etwas feſter, während Reichsſchuldbuchforderungen nur gut
behauptet lagen. Auch Neubeſitzanleihe nur wenig verändert, die Alt=
beſitzanleihe
ſetzte ihre Aufwärtsbewegung um zirka 1,5 Prozent fort.
Reichsbahn=Vorzugsaltien und Farbenbonds gewannen zirka 1,52 Pro=
zent
. In den Mittagsſtunden machte die Befeſtigung ſowohl an den
Aktien= als auch an den Pfandbriefmärkten weitere Fortſchritte. Spezial=
intereſſe
beſtand bei letzteren für die Liquidationspfandbriefe, bei erſte=
ren
für die Hauptwerte, wie Farben, Reichsbank und Siemens. Der
Geldmarkt wies keine Veränderungen auf. Am Deviſenmarkt notierte

ie den Haudtagetef ue Scd. Aarchen, Siemens rd. ind Duich
bank, weitere, teilweiſe erhebliche Fortſchritte; es traten erneut Lurs=
gewinne
von drei bis fünf Prozent in Erſcheinung. Hierbei entſprachen
dieſe Kursſteigerungen nicht ganz dem Geſchäftsumfang, der gar nicht ſo
übermäßig groß war, ſondern fehlendes Angebot löſte wahre Kurs=
ſprünge
aus. In Schiffahrtsaktien haben die Exekutionen nachgelaſſen,
auch dieſe Werte lagen heute feſter. Eine Ausnahme von der Allgemein=
tendenz
machten eigentlich nur Burbach, die auch im Gegenſatz zu den
übrigen Kaliwerten ſtärker angeboten ſind und zirka 5 Prozent rück=
gängig
waren. Hierdurch hat ſich die Kursſpanne zwiſchen Wintershall
und Burbach wieder erheblich verringert und beträgt nur noch zivka 12
Prozeut. Neben der politiſchen Klärung durch die franzöſiſch=engliſche
Einigung hinſichtlich der Reparationszahlungen befriedigte auch die rela=
tiv
leichte Veranlagung des Geldmarktes zum Jahres=Ultimo. Die Sätze
erfuhren auch heute keine Veränderung, obwohl Privatdiskonten wieder
ſtärker angeboten waren. Am Markt der feſtverzinslichen Werte fanden
auch weiterhin Anlagekäufe ſtatt, ſo daß die Goldpfandbriefe bis zu ein
Prozent gewannen. Aber auch für Kommunal=Obligationen und Stadt=
anleihen
beſtand geſtern einige Nachfrage, und die Berliner Verkehrs=
Anleihe konnte ſogar zwvei Prozent geſinnen. Im Einklang mit den
feſteren Amſterdamer Meldungen (deutſche Werte waren drüben teil=
weiſe
hauſſierend) hatten Reichsſchuldbuchforderungen im Laufe des Tags
ebenfalls verſtärkte Nachfrage. Die letzte Sprechbörſe im alten Jahre
wies wiederum ſchwachen Beſuch auf. Man erörterte die Möglichkeiten
für die Errichtung eines Freiverkehrs wieder, weil man eingeſehen zu
haben ſcheint, daß die Sprechbörſen in der jetzigen Form vollkommen
überflüſſig ſind und in keiner Beziehung die an ſie geknüpften Erwar=
tungen
erfüllt haben.
Der Frankfurter Telephonfreiverkehr lag außerordentlich feſt.
Die Reparatzionsverhandlungen werden günſtig beurteilt, dazu ſind die
Beſtände zum Jahreswechſel ziemlich gering, ſo daß die plötzliche Nach=
frage
auf einen ziemlich leeren Markt fällt. Die Kursſteigerungen am
Aktienmarkte, wo Elektrowerte, Reichsbankanteile, J.G. Farben und
Farbenbonds bevorzugt waren, gingen bis zu 5 Proz, auch die Neben=
märkte
waren mitgezogen, bei Gewinnen von 12 Prozent, die auch
Schiffahrts= und Montanwerten zugute kamen. Die Umſätze blieben
gering. Auch der Rentenmaukt lag ruhig, aber feſt bei Kursſteigerungen
für Liquidations= und ſonſtige Pfandbriefe von 0,5 Proz. Bayeriſche
Renten lebhafter und 1 Prozent höher. Altbeſitzanleihe weiter feſt; dieſe
haben im Monat Dezember 40 Prozeut ihres Wertes angezogen.

Berliner Deviſen-?

Dezember.

Helſingfors Geld
5.994 Salile
6.006 Spanien Geld
35.76 Brief
35.84 Wien 49.95 50.05 Danzig 82.12 82.28 Prag 12.47 12.49 Japan 1.498 1.502 Budapeſt 64.93 65.07 Rio de Jan. 0.249 0.251 Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.393 7.407 Holland 169.03 169.37 Portugal
Athen 13.04 13.06 Oslo 78.42 78.58 5.295 5.305 Kopenhagen 79.17 79.33 Iſtambul Stockholm 79.82 79.98 Kairo 14.71 14.75 London 14.36 14.40 Kanada 3.427 3.433 Buenos Aires 1.068 1.072 Uruguay 1.818 1.822 New York 4. 209 4.217 Island 64.69 64,81 Belgien
Italien 58.59 58.71 Tallinn 112.,64 112.86 21.42 21.46 Riga 80.92 81.08 Paris 16.51 16.55 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 82.07 82.23 Kaunas 42.01 42.09

Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in ſtetiger Hal=
tung
. Das Geſchäft war etwas lebhafter, beſonders in Oelaktien,
während britiſche Staatspaviere ruhig lagen. Internationale

Werte tendierten etwas feſter. Die Börſe ſchloß kaum verändert,
auf verſchiedentliche Deckungen ſetzten ſich zum Teil Erholungen
durch.
An der Pariſer Börſe kam es auf Deckungen angeſichts
der bevorſtehenden Ultimoliquidation zu merklichen Kursbeſſe=
rungen
.
Die Brüſſeler Börſe zeigte ein überwiegend feſteres
Ausſehen.
An der Amſterdamer Börſe blieb das Geſchäft im Ver=
lauſe
ruhig bei unbedeutenden Kursſchwankungen. Deutſche
Werte lagen ausgeſprochen feſt.
Die freundliche Stimmung an der Wiener Börſe hielt
auch heute an, die Kurſe zogen bei nicht umfangreichem Geſchäft
durchweg an.
Die New Yorker Börſe eröffnete in feſter Haltung, und
die Stimmung war als zuverſichtlicher zu bezeichnen.
An den internationalen Deviſenmärkten ergaben

in Wik i Sich gier eirſch eun id ulgeif eie
Reichsmark auf 14,24. Der Dollar war eher etwas feſter, auch der
franzöſiſche Franc zog leicht an. Die Reichsmark tendierte feſt, in
Amſterdam notierte ſie 59,32, in Zürich 121.95 und in New York
23,78. Die Nord=Deviſen lagen etwas ſchwächer, der holländiſche
Gulden befeſtigte ſich leicht, Japan ſchwächte ſich weiter ab.

Melallnokierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg am 30. De=
zember
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 70 RM. Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium, 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz ode rDrahtbarren, auf 170 RM. des=
gleichen
in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, auf 174 RM..
Reinnickel 98 bis 99 Prozent auf 350 RM. Antimon=Regulus auf
5052 RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 42,7546 RM.

Produkkenberichte.

Frankfurter Produktenbericht vom 30. Dezember. Die letzte Getreide=
börſe
im alten Jahr lag ohne Anregungen und zeigte weiterhin größte
Geſchäftsſtille. In Roggen war ſtärkeres Angebot vorhauden, ſo daß
eine Preisminderung von 2,5 Mark eintrat. Die übrigen Getreidearten
blieben auf dem Montagsniveau behauptet. Für Weizenmehle wurden
die Konventionspreiſe um 0,25 RM. ermäßigt; eine Belebung des Ge=
ſchäfts
trat jedoch nicht ein. Weizen 227,50228,50; Roggen 215, Som=
mergerſte
für Brauzwecke 175, Hafer 150157,50; Weizenmehl ſüdd.
Spezial Null mit Austauſchweizen 34,7535,75; desgl. Sondermahlung
3334; Weizenmehl niederrhein. Spezial Null mit Austauſchweizen
34,7535,50, desgl. Sondermahlung 3333,75; Roggenmehl Null 60 Ausmahlung 3031. Weizenkleie 7,90, Roggenkleie 8,75.
Frankfurter Eiergroßhaudelspreiſe. Im Frankfurter Eiergroßhaudel
entwickelte ſich zwiſchen den Jahren nur unbedeutendes Geſchäft, obwohl
die Anlieferung von friſchen Eiern durch das unbeſtändige, meiſt kalte
Wetter ziemlich gering waren. Die Preiſe zogen für alle Sorten leicht
an, zumal die Konkurrenz der Kühlhausware faſt völlig wegfällt. Es
notierten in Pfg. pro Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 9,59,75,
Jugoſlawen 985, Holländer 8,512, Dänen 8,512,5, Flandern 10,5
bis 11, Bahern 910, Deutſche Friſcheier 812, Italiener Rumänen,
Nuſſen, Polen, Chineſen, Franzoſen und Schleſier nicht am Markte. Ju=
und ausländiſche Mittel= und Schmutzeier 77,5.. Kühlhaus=
eier
: Holländer 9, Bulgaren 8, Rumänen 7.5.
Frantfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Lage am Buttermarkt
iſt zur Zeit undurchſichtig. Die Zufuhren ſeitens der Meiereien blieben
gering, genügten jedoch der wieder merklich ſchwächer gewordenen Nach=
frage
, da nur ſeitens einiger Detailgeſchäfte ſtärkeres Einkaufsbedürfuſs
beſtand. Im Auslande iſt die Marktlage ebenfalls noch unüberſichtlich,
doch werden von Holland höhere Offerten abgegeben, die eine Herauf=
ſetzung
des Preiſes bedingten. Julandsbutter gab hingegen um etwa
4 Mark pro Zeutner nach. Die Verkaufspreiſe des Großhaudels lauten
(in Ztr.=Tonnen); Auslandsbutter (holl.) 140145, deutſche Molferei=
butter
124126 RM.; kleinere Packungen entſprechender Aufſchlag.

Piehmärkke.

* Darmſtädter Viehmarkt vom 30. Dezember. Aufgetrieben waren
9 Ochſen, 128 Kälber, 3 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber
a) auf 384, b) 3337, c) 2832 Pfg. pro Pfund. Spitzentiere über
Notiz. Marktverlauf: ſchleppend.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. Januar. Auftrieb: 110 Rinder, 782
Kälber, 103 Schafe, 836 Schweine. Bezahlt wurde pro Zentner Lebend=
gewicht
: Kälber b) 4045, c) 3439, d) 7733; Schafe a) 1. 2227,
, b) 1721; Schweine a) , b) 4445, c) 4345, d) 4145,
e) 3842. Marktverlauf: Schweine ruhig, ausverkauft; Kälber ſchlep=
pend
: Schafe mittelmäßig, geräumt. Fleiſchgroßhandelsmarkt:
Ochſenfleiſch 1. 5054, 2. 4218; Bullenfleiſch 4548; Kuhfleiſch 2.
3038, 3. 2030 Kalbfleiſch 1. 6070, 2. 5060; Hammelfleiſch 50
bis 60; Schweinefleiſch 1. 5258. Geſchäftsgang: langſam. Eingebracht
waren 464 Viertel Rinder, 81 Kälber, 17 Hämmel, 104 halbe Schweine.

Hess. Pechtverein Aaisenschut.
Zweigverein Darmstadt)

Freitag, den 1. Januar 1932 (Neujahrstag) von
nachm. 4 Uhr ab in sämtl. Räumen des Städt. Saalbau
Weihnachtsfeier
bestehend aus Konzert-, Gesangs- und humoristischen
Vorträgen, sowie Theater und Tanz. 18755)
Der Vorstand.
Hierzn ladet ein

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an Silvester 13774
11.50 Uhr Uebertragung der Neujahrs-Ansprache
des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg.

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Neujahrstag
ab 4 Uhr Konzert
Allen unſe en Gäſten, Freunden und
Bekannten, wünſchen wir ein
fröhliches neues Jahr!
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Dornerstag, 31. Dezember 13

Darmſtädker Tagblaff 7 Heſſiſche Neurſte Nachrichten

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Freitag, den 1. Jannar, vorm. 11:/. Uhr Film-Horgenfeier

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Ecke Eliſabethen= u. Saalbauſtr.
An Silveſter u. Neujahr (127

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am Hauptbahnhol
Tel. 2463
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Samstag, den 2., und Sonntag, den
3. Januar, ab 8 Uhr
Gesellschafts-Abend

(Die grüne Hölle)

Konzert

Heute und folgende Tage

Heute und folgende Tage

Hente und folgende Tage

Gleichzeitig wünſche ich meinen
Gäſten und Bekannten die herzlich=
ſten
Glückwünſche zum neuen Jahr
Familie Hermann Knauf.

Eines der besten Filmwerke des Jahres
Albert Bassermann und
Truce V. Molo
in dem aufsehenerregenden Tonfilm:

Siegfried Arno
und Uraula Grabley
der ulkigen Tonfilm-Groteske

Dina Gralla, Siegfried Arno,
und Ralph A. Roberts
in dem lustigsten Tonfilm-Schwank

Allen meinen werten Gästen
ein gutes neues Jahr!

Der Storch

Chaufſeehaus
Heidelberger Sir. 89
Tel. 1:

streikt

Ecke Graten- und Waldstraße

Regie: Carl Boese.
Weitere Hauptdarsteller: Maly
Delschaft, Lucie Englisch, Adele
Sandrock u. v. a.
Mever, der alles macht, der Ehen
stiftet und trennt, Bekanntschaften
vermittelt und aus jeder Situation
hilft, ist der köstliche Siegfried Arno
Wie er einen solchen Luftikus und
Aufschneider auf die schlendrigen
Beine stellt, das muß man gesehen
haben.
Dazu ein (F.18771
reichhaltiges Beiprogramm
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Heute ab 8 Uhr
Silvesterfeler m. Konzert
Morgen Freitag,
den 1. Januar 1932
Stimmungs-Konzert
Neue Kapelle,

Regie: E. W. Emo.
In weiteren Hauptrollen;
Fritz Schulz, Hans Junkermann,
Julia Serda, Albert Panlig u. a.
Ein Film voller drastischerzurkomischer
Verwechslungssituationen. Siegfried
Arno gerät als Matrose in tausend
rgötzliche Schwierigkeiten u. kommt
in den Verdacht desertiert zu sein.

Meinen lieben Gäſten, Freunden und
Bekannten, ſowie den titl. Stammpereiner

Silbeſfer ab 1a9 Uhr

Konzert

Daxu das tönende Beiprogramn.
Jugendliche haben Zutritt
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

am 1. Neujahrstag nach Traiſa zu
Gaſtwirt Scherer
Treffpunkt: 3 Uhr am Tierbrunn. Bei
ſchtechtem Wetter mit dem Omnibus ab
Böllenfalltor (3,12 Uhr Unkoſtenbeitr 50.J

Spanische Weinhalle

Karlstraße 58
e und Morgen

(Hinter den roten Mauern vor
Lichterfelde)
Regie: Georg Jacoby.
In weiteren Hauptrollen:
Franz Fiedler, Johannes Riemann,
Eise Bassermann, Friedr. Kaysker,

Tam Haupt-
Café H.J6st bahnhgt
Silvester-Nacht geöffnet.
Freitag, 1. und Sonntag, 3. Januar
ab 20 Uhr (194a
Künstler-Konzert

WEINdHAUg MAXI

mit prachtvollem Wintergarten
Ecke Nieder=Ramſtädterſtraße
und Klesſtraße Tel. 1408

Ein äußerst spannendes Werk das
in einer ergreifenden Handlung
zeigt wie ein Kadett in den Ver-
dacht
kommt ein Mörder zu sein
In einer sensationellen Gerichts-
verhandlung
wird das Geheimnis
gelüftet.
Im tönenden Beiprogramm:.
Die neueste
Emelka-Tonwoche

GILVESTER=FEIER

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zum Winterſport nach Nonrod!
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Kaffee, Kuchen. Mäßige Preiſe.
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Mitternacht:
Verlosung des lebenden Glücksschweinchens
Tel. 1152 Tischbestellung rechtzeitig erbeten, Tel. 1152
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mit Stimmungs=Konzert
in ſämtlichen Räumen
am 31. 12., 1., 2. und 3. Januar 1932.
123

Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Herzlichen Glückwunſch zum
Neuen
Un
Jahr!

um neuen Jahre wünſchen wir allen unſeren geehrten
Gäſten und der werten Nachbarſchaft
Familie M. Schnellbacher.

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Silwester u. Neujahr
In den erweiterten gernütlichen Räumen
zur stimmungsvollen Feler ein.
Glelchzeltlg den verehrten Gästen und Bekannten

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Die ganze Nacht geöffnet.

ein glückliches neues Jahr.

Morgen! / Freitag, 1. Januar

nachmittags 344 Uhr
und abends 8½ Uhr

Neuiahrs-Spielplan

Konzertbeginn um 1/.9 Uhr.
9.30 Uhr Ubertragung der
Neulahrs-Ansprache des Herrn
Reichspräsidenten v. Hindenburg
Fest-Konzert der verstärkt. Hauskapelle
Tanz-Kapelle bis 5 Uhr
Uberraschungen, und dann mit frohem Mut
PROTIT MEUIAHRI
Sensations-Gastspiel

Ein neues Attraktions-Varieté-Programm von großer
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Abwechslung und erlesener Onalität.

Näheres morgen an
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Preise abends
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Allen Gästen und Freunden des Hauses ein gutes neues Jahr!
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der bedeutendste Zauberer und Karten-Künstler
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Die geheimnisvollen Experimente Dr. Mabuses,
bekannt durch Film und Roman, werden durch
persönliches Auftreten am 31. Dezember um
10 Uhr, 2 Uhr und 4 Uhr vorgeführt.

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Freitag, den 1. Jan., nachm. 4 Uhr und
abends 1½9 Uhr Fest-Konzert. (18748b

Großes Haus 19bis geg. 22 Uhr

Die lustige Witwe
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Preise 0.806.40 Mk.

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Landestheater
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31. Dezember 1931

Außer Miete.

Meine Schwester und ich
Musikalisches Lustspiel von Benatzky
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Konzertpianistin Mitgl. d. R. D. Tonkünstler ete.

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