Ginzelnummer 15 Pfennige
T18 Reſchsmark und 22. Pfennig
eRholt 2.25 Reichsmark, durch die
Mitssmart frei Haus. Poſibezugspreis
ſe geid monatiſch 2.75 Reichsmark.
ſar Aufnahme von Anzeigen an
wird nicht übernommen.
Nicht=
rummern infolge höherer Gewalt
eissher nſcht zur Kürzung des
ſte ungen und Abbeſſellungen durch
enz” dlichkeit für uns. Poſiſchecktonto
ſit” burt a. M. 1301.
Smia eFlägzliſt e nur für die Zeit der Wirkſchaftskriſe, falls nicht Amerika in eine endgüllige Herabſekung
Kaff
Iinlemii erken Schulden einwilligk. — Auf keinen Fall Reparakionsnachlaß über die Herabſehung
der eigenen Schulden hinaus. — Zur Annahme von Sachlieferungen bereit.
ellentch”, der die Authentität ausdrücklich hervorhebt,
lichyl” n dieſem Dokument werden die Botſchafter
an=
hſre die Frage der Reparationen, Kriegsſchulden
Kredite den fremden Regierungen gegenüber
. Das Dokument zerfällt in fünf Teile.
ſuleiteltzwfird darauf hingewieſen, daß die Hauptrichtlinien
dem 1—1. 5 in ABger 25. Oktober in Waſhington bekanntgegebenen
den Biſtnru tbarung enthalten ſind, die auf die Gemeinſam=
Auyſtm der franzöſiſchen und amerikaniſchen
Regie=
beußjurzen Frage hinwies. In der Geheimanweiſung
ann M. warauf hingewieſen, daß Deutſchland auf Grund
ers hrachungen an den Yvungplan gebunden bleibe,
üleſthadet des Hooverfeierjahres. Die vollſtändige
ziſſhen geſchützten und ungeſchützten Zahlungen
wit aufrecht erhalten bleiben. Jede etwa noch be=
Umſaftheit über die Rechtsgültigkeit des Youngplanes
d
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74
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Frzugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
egem Erſcheinen vom 1. Dezember
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet
Nummer 345
Sonntag, den 13. Oezember 1931. 194. Jahrgang
27 mm breiie Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit)/2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reichspfg.
FinanzAnzelgen 60 Reſchepfg. 92mm brelte
Relame=
zelle 300 Reſchemark. Alle Preiſe in Reſchsmark
ſ1 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle, höherer
Gewalt wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw erliſcht
jede Verpſlichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſurs oder gerſchticher Belteibung fäglt ſeber
Rabatt weg. Banſfonto Deutſche Bantl und Darm=
Ktädter und Nationalbank,
Verzicht Frankreichs
Auffitkerhaltung der Zweikeilung des Young=Plans in
geheimes Rundſchreiben
Franzöſiſchen Regierung
an ihre Botſchafter.
EP. London, 12. Dezember.
uues Rundſchreiben der franzöſiſchen Regierung
arter wird von dem Waſhingtoner Vertreter des
der des Ausſchuſſes einen tiefen Eindruck gemacht hat, zu
baga=
telliſieren. Möglicherweiſe wird es um die Mitte der
kom=
menden Woche zu lebhaften und zähen Auseinanderſetzungen
kommen. Auf franzöſiſcher Seite beſteht offenbar die Abſicht, die
Beratungen vor Weihnachten zu unterbrechen und die
Formulie=
rung des Berichts einer zweiten Tagung des Ausſchuſſes zu
Be=
ginn des kommenden Jahres zu übertragen.
Es iſt vorläufig nicht einzuſehen, warum der Ausſchuß nicht
vor Weihnachten mit dem Bericht fertig werden ſollte. Eine raſche
Beendigung der Arbeiten des Ausſchuſſes würde dem Wunſche
verſchiedener Regierungen, beſonders auch der engliſchen,
ent=
ſprechen. Während ſeinerzeit im Wiggin=Ausſchuß der Engländer
Layton, der bekanntlich dem jetzigen Ausſchuß angehört, von
vorn=
herein mit der Abfaſſung des Berichts beauftragt worden war,
hat man im Beratenden Sonderausſchuß ſich bis jetzt noch nicht
mit der Frage der Berichterſtattung befaßt.
Gekeilke Meinungen über einen Schuldennachlaß
im anerikaniſchen Kongreß.
dadun zrſtreut, daß das Reich ſelbſt Zuflucht zu den
zungprit amgeführten Maßnahmen genommen habe. Ob=
Deutflt zum großen Teil ſelbſt die Verantwortung
ne fümzellen Schwierigkeiten trage, ſei die franzöſiſche
ſeng Fzwun Zugeſtändnis bereit, gewiſſe Berichtigungen
alb &/Rahmenwerkes angeſichts der außerordentlichen
aftlick) riſe als gerechtfertigt anzuſehen. Ihre Dauer
ſedockt uedingt auf die Zeitſpanne der wirtſchaftlichen
eſchrtrt Gleiben. Eine andere Möglichkeit beſtehe nicht,
denn,A izidie Vereinigten Staaten einer endgültigen Her=
Ing delrueralliierten Schulden zuſtimmen würden. Einer
küfunggr Frage, bis zu welchem Ausmaß das Reich von
ſgen, rvährend der Kriſe zurückgehalten wurden, als
luig blpfit angeſehen werden könne, wolle ſich Frankreich
tA Widerfschztt. Unter keinen umſtänden aber könne Frankreich
Verallbyte Schuldenzahlungen Summen bereitſtellen, die
als diüieten toeinnahmen ſeien, die auf Grund der deutſchen
e ſoerpillumgen eingingen. Die Löſung der
Privatſchulden=
liege Aizmhalb der Zuſtändigkeit des Baſeler Sonder=
8. /komkreich könne einem Vorrecht der Privatſchulden
Triſſten nicht zuſtimmen, da es keine Verpflichtungen
* Foiſy iner Politik übernehmen könne, die es ſelbſt
ganzſkrimgem Maße verfolgt habe. Die franzöſiſche
Re=
beg/higke die Einberufung einer Regierungskonferenz,
er enväloſſen, unter dem Kapitel, Reparationen” ſeinen
Piſteherzts Ulnteil an allen deutſchen Auslandszahlungen zu
uchen Taagegen ſei es bereit, Zahlungsmethoden
anzu=
die A: einen Ausgleich der widerſtrebenden Intereſſen
ſien, uſ) wwar beſonders hinſichtlich der Sachlieferungen.
m Sllß werden die franzöſiſchen Botſchafter erſucht, die
Nuugeich ei denen ſie beglaubigt ſind, möglichſt bald mit
nzöſtker Standpunkt bekannt zu machen und
gleich=
erkund un gen über die Standpunkte der betreffenden Re=
Ngen ei ltrehen. Auf jeden Fall ſei es ratſam, bei den
Eoenepü liubigern Deutſchlands nicht die Annahme
auf=
zu Rſe,; als ob Frankreich nach dem Zuſtandekommen
Derſtäc hung mit den Vereinigten Staaten in der Tribut=
Mein Eſdeln wolle. Das deutſche Erſuchen au die BJ3.
7 fraplüichen Regierung vorher nur zur Keuntnis
ge=
wordne /srankreichs völlige Handlungsfreiheit werde
da=
nicht Alnrrächtigt.
Mreillhxgakeliſierk die dem Baſeler Sonder=
der Bekänoe Sonderausſchuß hat heute vormittag ſeine
chung dr die Wirtſchafts= und Finanzlage Deutſchlands
ausſetzz unkerbreikelen deulſchen Ziffern.
Heßt UAſzäne Prüfung auf die Lage der Deut=
„eiſlbaank ausgedehnt. Die Prüfung ſteht auch hier
LSſamme un g mit den Feſtſtellungen des Layton=Berichts.
Dertretoche: Reichsbank hat im Ausſchuß eingehendes Mate=
Der di Unnwicklung in den letzten Monaten vorgelegt und
Ne .. KrHisnti Heisedddie Mie Me Maite
ünterſ auen über die in Deutſchland inveſtierten kurz=
ie T aus duſchen Guthaben und die Frage der Einkommen
Neutſche s urhaben im Auslande weiter.
A D. a Hin ide Hie Wi Hiet Mi We Reiche
WIDer yhier überwiegenden techniſchen Beratungen
am Ale m Ende entgegen gehen, und daß in
In wc dEn Woche Fragen zur Erörterung gelangen,
egAndſätzliche Seite des Reparations=
2 SmAlei ühren. Es geſchieht nicht ohne Abſicht, wenn
2 Am SSſie der erſten Woche der Beratungen, die franzö=
Weis gar z1 b urch die verſchiedenen ihr zur Verfügung ſtehen=
EP. Waſhington, 12. Dezember.
Im Repräſentantenhaus begann am Freitag nachmittag die
Ausſprache über das Schuldenfeierjahr. Der republikaniſche
Ab=
geordnete Fiſh trat warm für das Moratorium ein. Er erklärte,
wenn der Kongreß dem Präſidenten in dieſer Frage ſeine Hilfe
verſage, würde das ein Faktor oder gar eine Urſache von
Deutſch=
lands Zuſammenbruch werden. Wenn die deutſche Republik von
dem Vulkan, auf dem ſie ſtehe, vernichtet würde, ſo würde das
enorme Folgen für die ganze Welt und die Ziviliſation haben.
Die Stimmung unter den Republikanern ſcheint allgemein
dem Moratorium günſtig zu ſein, während ſich bei den Demokraten
eine ſtarke Strömung dagegen bemerkbar macht.
In einer von Schatzſekxetär Mellon veröffentlichten Erklärung
wird darauf hingewieſen, daß die Vereinigten Staaten
unverant=
wortlich handeln würden, wenn ſie auf einer vollen Zahlung der
Kriegsſchulden beſtünden. Insbeſondere habe Großbritanniens
Lage ſich verſchlimmert. Ganz abgeſehen davon, daß es dieſes Jahr
keine Reparations=Zahlungen erhalten habe, lauteten ſeine Schuld=
Forderungen auf Pfund Sterling, während es ſelbſt an Amerika
Dollar zu zahlen habe. Dadurch ſeien ſeine Schulden an Amerika
um 47 Prozent angewachſen. Dieſe Tatſache zuſammen mit den
neuen Fragen, die in den letzten Wochen auftauchten, machten es
notwendig, die durch die Weltkriſe verringerte Zahlungsfähigkeit
der europäiſchen Schuldner aufs neue zu prüfen und ihnen
ent=
gegenzukommen.
Borerſt nur proviſoriſches Morakorium.
New York, 12. Dezember.
Aſſociated Preß meldet aus Waſhington, daß die Regierung
mit den Parteiführern im Senat eine informelle Verſtändigung
erzielt habe, daß die Schuldenzahlungen der europäiſchen Länder,
die am Dienstag fällig werden, ſuspendiert werden ſollen, bis das
Hoover=Moratorium ratifiziert wird. Collier, der Vorſitzende des
Finanzausſchuſſes des Kongreſſes wird am Montag eine
Vor=
lage über die Ratifizierung des Moratoriums einbringen.
Die Berliner Bankier=Verhandlungen.
Deutſchland lehnk jede Ark von Finanzkonkrolle ab.
* Berlin, 12. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Berliner Konferenz zur Löfung des Stillhälteproblems
hat ſich vorläufig in zwei Ausſchüſſe aufgelöſt, von denen der
eine die prinzipiellen Fragen durchberaten ſoll, während der
andere als Arbeitsausſchuß fungiert. Sie iſt alſo nach einer
Generaldiskuſſion jetzt in die Beſprechung der Einzelheiten
ein=
getreten.
In deutſchen Kreiſen werden die Möglichkeiten, die für
eine in unſerem Sinne tragbare Löſung beſtehen, jetzt etwas
günſtiger beurteilt, weil der Eindruck entſteht, daß im
Gegen=
ſatz zu der urſprünglichen Annahme bei der Pariſer Vorkonferenz
eine Einheitsfront der Gläubiger gegen uns
nicht erzielt worden iſt. Die hauptſächlichſte
Schwierigkeit liegt wohl bei den Engländern, die
ſchon im Intereſſe ihrer eigenen Währung auf eine
mög=
lichſt raſche Rückzahlung der kurzfriſtigen
Kre=
dite drängen. Ihnen ſchließt ſich eine Reihe der kleineren
Staaten an, während die Franzoſen, die finanziell nur ſehr
gering intereſſiert ſind, vorläufig noch keine Veraulaſſung haben,
ihr politiſches Schwergewicht geltend zu machen. Das wird
vahrſcheinlich erſt in einem ſpäteren Stadium geſchehen, ſobald
die Verkuppelung mit den Baſeler Verhandlungen notwendig
iſt. So haben die Amerikaner alſo immer noch Raum für
ihre Vermittelungsabſicht und ſie werden auf deutſcher
Seite dazu eine gewiſſe Bereitwilligkeit finden, wenn ſich dieſe
Vermittelung in der Richtung bewegt, daß man ſich über einen
langfriſtigen Rückzahlungsplan verſtändigen kann.
In den gegenwärtigen Finanzverhandlungen ſcheint
Frank=
reich erneut den Verſuch zu machen, wiederum eine
Finanz=
kontrolle über Deutſchland einzuführen, nachdem dieſe mit dem
Young=Plan aufgehoven wurde. Nach Anſicht unterrichteter
Kreiſe wird Deutſchland ſelbſtverſtändlich eine derartige
For=
derung niemals annehmen,
* Die Woche.
Man hat früheren Notverordnungen den Vorwurf der
Halb=
heit gemacht, man hat insbeſondere der Juni=Notverordnung mit
Necht vorgeworfen, daß ſie nur einzelne Bevölkerungskreiſe
be=
laſte. Derartige Vorwürfe kann man der neuen Notverordnung
nicht machen. Sie leiſtet ganze Arbeit, ſie tut wahrſcheinlich
ſogar des Guten erheblich zu viel, und ſie greift tief ein in die
wirtſchaftliche Exiſtenz jedes Einzelnen von uns. Wenn
trotz=
dem das Deutſche Volk dieſe neue Notverordnung mit faſt
ſtaunenswerter Ruhe aufgenommen hat, ſo hat das zwei
Ur=
ſachen. Einmal läßt ſich dieſes umfangreiche Geſetzeswerk
vor=
erſt noch kaum überſehen, da ſeine Bedeutung ſehr weſentlich
von der praktiſchen Durchführung oder beſſer geſagt den
prak=
tiſchen, Durchführungs möglichkeiten abhängt. Zum
an=
deren aber empfindet man in weiteſten Kreiſen mit Recht den
ganzen ſchweren Ernſt unſerer Lage und iſt ſich wohl darüber
klar, daß eine gerechte Beurteilung der jetzigen Aktion des
Reichskanzlers erſt möglich iſt, wenn man auch die
außen=
politiſchen Auswirkungen überſieht.
Während man ſich in Baſel an den Verhandlungstiſch ſetzt,
um die Zahlungsfähigkeit Deutſchlanos einer umfaſſenden
Prü=
fung zu unterwerfen, unternimmt die Reichsregierung noch
ein=
mal einen umfaſſenden Verſuch, aus eigener Kraft unſere
öffentlichen Haushalte auszugleichen und gleichzeitig der
deutſchen Wirtſchaft ihre Lebensmöglichkeiten zu erhalten.
Daß die Gefahr beſteht, daß auch dieſer Verſuch uns
nicht aus dem verhängnisvollen Kreislauf herausführt, in dem
wir uns ſeit geraumer Zeit gefangen ſehen, haben wir bereits
vor einer Woche an dieſer Stelle ausgeführt. Der Ausgleich
unſerer öffentlichen Haushalte, wir wiederholen es, iſt auch
bei weitgehendſter Einſchränkung der öffentlichen Ausgaben zum
mindeſten im Augenblick nur zu erreichen durch neue Einnahmen.
Die Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft,
die Erhaltung ihrer Subſtanz, aber iſt auf der anderen Seite
nur möglich durch weitgehende Verringerung der Laſten, die
heute auf ihr ruhen. Notwendigkeit neuer Steuern auf der
einen Seite, Notwendigkeit weitgehendſter ſteuerlicher Entlaſtung
auf der anderen Seite. Man mag einen Abbau der Löhne und
Gehälter, eine ſchematiſch durchgeführte Senkung des allgemeinen
Einkommensniveaus als Allheilmittel oder als groben Unfug
anſehen, die Tatſache bleibt beſtehen, daß jede Senkung der
Löhne und Gehälter durch gewaltige dadurch bedingte
Steuer=
ausfälle neute Löcher insbeſondere in den Reichshaushalt reißt.
Auch die Beamtengehälter hat man diesmal wieder um einen
erheblichen Prozentſatz gekürzt. Es mag ſein, daß die
Mil=
lionen, die der wirtſchaftliche Niedergang aus ihrer Arbeit
her=
ausgeriſſen hat, daß weitere Millionen, die ihre karge Exiſtenz
täglich mehr gefährdet ſehen, eine Senkung der Beamtengehälter
nur als eine Art „ausgleichender Gerechtigkeit” empfinden. Aber
man ſollte doch nicht überſehen, daß eine Proletariſierung der
Beamtenſchaft gerade in unruhigen Zeiten, die an die
Pflicht=
treue der Beamtenſchaft erhöhte Anforderungen ſtellen, geradezu
eine Gefahr für den Staat bedeutet. Man kann die
nochmalige erhebliche Senkung der Beamtengehälter auch nicht
etwa mit dem Hinweis rechtfertigen, daß ja auch die Löhne und
Gehälter in der privaten Wirtſchaft durchgängig geſenkt worden
ſeien. Denn einmal ſtand gemeſſen an der Kaufkraft der
Vor=
kriegsbezüge die Beamtenſchaft ohnedies ſchlechter als z. B. der
Durchſchnitt der deutſchen Arbeiterſchaft, und zum anderen
hal=
ten wir die ſchematiſche Senkung der Löhne und Eehälter in
der Privatwirtſchaft ebenfalls für ganz außerordentlich
be=
denklich, da dadurch der ohnehin ſchon durch unſere trüben
Ver=
hältniſſe bedingte wirtſchaftliche Schrumpfungsprozeß uochmals
ganz außerordentlich verſtärkt wird.
Um ſo mehr wird es von entſcheidender Bedeutung ſein,
ob die vorgeſehene Senkung des allgemeinen Preisniveaus
wirk=
lich in einem Maß zur Tatſache wird, daß die allgemeine
Sen=
kung der Einkommen nicht gleichzeitig eine abermalige Senkung
der wirtſchaftlichen Kaufkraft bedeutet. Ueber Preisſenkung iſt
in den letzten eineinhalb Jahrzehnten in Deutſchland ſchon recht
oft geſprochen worden, und es iſt verſtändlich, ſvenn das Deutſche
Volk in dieſer Beziehung einigermaßen mißtrauiſch geworden iſt
nach den Erfahrungen, die es mit früheren behördlichen
Preis=
ſenkungsverſuchen gemacht hat. Auf der anderen Seite darſ
ian aber natürlich nicht verkennen, daß die Preisbildung
wirt=
ſchaftlichen Geſetzen unterliegt, und daß dieſe wirtſchaftlichen
Geſetze ſchon während der ganzen letzten Zeit einen
außerordent=
lich ſtarken Preisrückgang auf allen möglichen Gebieten
erzwun=
gen haben, und dieſe Tendenz wird durch die jetzt in der
Not=
berordnung vorgeſehenen Maßuahmen, z. B. die Mietſenkung
und die Ziunskonverſion (falls ſie gelingt) wirkungsvoll
unter=
ſtützt werden. Inſofern iſt die Ankündigung des neuen
Preis=
kommiſſars zu begrüßen, daß er nicht Preisſenkungskommiſſar,
ſondern Reichskommiſſar für Preisüberwachung ſei. Der
Ver=
braucher ſolle die Gewähr haben, daß mit unerbittlicher
Gerech=
tigkeit alle Faktoren der Preisbildung überprüft würden und
das, was er zu zahlen habe, wirtſchaftlich gerechtfertigt ſei.
Nicht mehr und nicht weniger. Es iſt aber ſelbſtverſtändlich,
daß eine noch ſo gut gemeinte derartige Aktion nur dann zum
Ziel führen kann, wenn die große Maſſe der Produzenten und
Konſumenten in Selbſtdifziplin am Erfolge mitarbeitet. Die
Wirtſchaft wird ihre Preiſe mit beſonderer Sorgfalt überprüfen
müſſen. Auf der anderen Seite aber werden alle Verſuche, zu
geſünderen Verhältniſſe zu kommen, dergeblich bleiben wenn
nicht auch die Maſſe der Konſumenten Verſtändnis für die
gegenwärtige Wirtſchaftslage zeigt. Wenn die Ankündigunn
einer allgemeinen Preisfenkungsaktion auch diesmal wieder 3u
einer Art von Käuferſtreik führen ſollte, weil man glaubt, daß
man ſpäter vielleicht billiger kaufen könnte, ſo würden die
Folgen geradezu kataſtrophal ſein. Der neue Preiskommiſſar
hat mit vollem Recht die dringliche Bitte an das Publikum
ge=
tichtet, die für das Weihnachtsfeſt geplauten Einkäufe zu tätigen,
da auf vielen Gebieten des freien Warenberkehrs die
Preis=
geſtaltung ſchon ganz von ſelbſt ſtark herunter gegangen ſei. Wir
ſollten allmählich gelerut haben, daß wir alle direkt oder indireki
der Wirtſchaft verbunden ſind und ſollten um ſo ernſthafter
darüber nachdenken, daß eine künſtliche Zurückhaltung in der
Bedarfsdeckung niht nur die Vernichtung weiterer unzähliger
Seite 2 — Nr. 345
Exiſtenzen, ſondern auch eine Gefährdung der geſamten Aktion
im Gefolge haben würde.
Die jetzige Notverordnung Dr. Brünings ſtellt
unzweifel=
haft einen großzügigen Verſuch dar, das uns verloren gegangene
wirtſchaftliche Gleichgewicht einigermaßen wiederherzuſtellen. Sie
ſieht Eingriffe in unſer geſamtes wirtſchaftliches Leben vor, die
nur äußerſte Not — und der Erfolg rechtfertigen können. An
dem Erfolg ſind wir alle, auch wenn wir Einzelheiten noch ſo
ſcharf ablehnen mögen, ausnahmslos intereſſiert. Und wenn wir
dieſer Notverordnung noch ſo ſkeptiſch gegenüberſtehen mögen,
die nationale Pflicht gebietet uns, zu dieſem Erfolg nach
Kräften beizutragen.
A.
Macdonald vor neuen Schwierigkeiten.
Kampf um Schuhzölle anf Stahl und Eiſen.
Von unſerem D=Korreſpondenten.
London, 12. Dezember.
Die erſte Seſſion des neuen britiſchen Parlaments iſt dieſe
Woche zu Ende gegangen. Macdonald atmet für eine Weile er
leichtert auf. Die Seſſion war nur eine kurze. Doch ſie hatte ihm
genügend zu ſchaffen gemacht. Die Begeiſterung über die
Natio=
nale Regierung iſt in England ſchon merklich im Abebben
be=
griffen. Das Proſperity=Wunder läßt auf ſich
warten. Der Pfundkurs fällt weiter. Die Arbeitsloſigkeit
nimmt trotz alledem zu. Die Steuereingänge zeigen einen
er=
ſchreckenden Rückgang. Zu all dem erweiſt es ſich, daß das neue
„nationale” Parlament und die aus ſo verſchiedenartigen
Ele=
menten zuſammengeſetzte Regierung viel zu monſtröſe. Gebilde
ſind, um leicht und raſch gehandhabt zu werden. Im Parlament
iſt die Rieſenmenge der ſchutzzöllneriſchen Konſervativen nur ſchwer
bei der „nationalen” Stange zu halten. Und ſelbſt im Schoße
der Regierung machen ſich neuerdings wegen der Zollpolitik ſo
kraſſe Unſtimmigkeiten bemerkbar, daß Macdonald alle Mühe
hatte, vor dem Auseinandergehen des Parlaments hiermit fertig
zu werden.
Zu Anfang iſt überlaut behauptet worden, daß die Wahlen
keinen konſervativen, ſondern einen nationalen Sieg bedeutet
hätten. Die Konſervativen zählen aber im neuen Parlament
ganze 471 Abgeordnete und wollen daher auf ihrem „Pfund
Fleiſch” unter allen Umſtänden beſtehen. Die Regierung hat
ihnen allerdings ſchon eine ganze Reihe von Zugeſtändniſſen
ge=
macht. Doch das bisher Erhaltene will ihnen nicht genügen. Das
„Pfund Fleiſch”, nach dem ſie jetzt beſonders laut verlangen, heißt:
Schutzzölle auf Stahl und Eiſen! Vor allem die 300
Abgeordneten, die der britiſchen Schwerinduſtrie naheſtehen, üben
— geführt von Mr. Amery und Sir Henry Page=Croft — einen
keinen Augenblick nachlaſſenden ſchutzzöllneriſchen Druck auf die
Regierung aus. Macdonald, Snowden, Runciman und die
Mehr=
zahl der Regierungsmitglieder haben ſich bisher dieſen Wünſchen
mit der nicht unberechtigten Begründung widerſetzt, daß Zölle auf
Stahl und Eiſen eine ganze Reihe anderer britiſcher Induſtrien
ſchwer treffen und dem geſamten Handel Englands einen kaum
wieder gut zu machenden Schaden zufügen würden. Doch auf das
Drängen der Schutzzöllner hin iſt immerhin eine Kommiſſion
(unter dem Vorſitz des Unterſtaatsſekretärs im
Handelsminiſte=
rium Mr. Hore=Beliſha) eingeſetzt worden, die die gegenwärtige
Lage der Stahl= und Eiſeninduſtrie unterſuchen wird, und die
revoltierenden Tories haben ſich ſchließlich bereit erklärt, zunächſt
noch bis zur Bekanntgabe des Berichts der
Unterſuchungskom=
miſſion warten zu wollen. Im Schoße der Regierung gelten als
Hauptverfechter der ſchutzzöllneriſchen Richtung der Schatzkanzler
Neville Chamberlain und der Lordkanzler Hailſham, beides
Kon=
ſervative. Noch vor den Wahlen hat die Oberleitung der
Konſervativen Partei einen beſonders „
gehei=
men” Zolltarif ausgearbeitet, den — wie befürchtet
wird — Chamberlain nun der Nationalen Regierung
aufzu=
oktroyieren beabſichtigt. Dieſes ſoll wahrſcheinlich im Frühjahr,
anläßlich der Einbringung des neuen Budgets, geſchehen. Ein
derartiger, von den Konſervativen einſeitig ausgearbeiteter
Zoll=
tarif würde jedoch den endgültigen Uebergang Englands zum
„vollblütigen” Protektionismus bedeuten. Daher iſt es nur zu
be=
greiflich, daß ſolche Mitglieder der Regierung, wie Snowden,
Runciman, Sir Herbert Samuel und andere, die im
Unterbewußt=
ſein noch Freetrader ſind, von den Chamberlainſchen
Schutzzoll=
plänen nichts wiſſen wollen und ſchon jetzt zu verſtehen geben,
daß ſie eher demiſſionieren, als dem geplanten Zolltarif
zuſtim=
men werden.
In Kürze: Im Schoße der Nationalen Regierung
droht eine regelrechte Kriſe auszubrechen! Die
ſoeben begonnenen Weihnachtsferien können nur als Atempauſe
betrachtet werden. Im Februar, ſofort nach
Wiederzuſammen=
tritt des Parlaments, werden die im Moment unterdrückten
Un=
ſtimmigkeiten ſicher mit neuer Kraft hervorbrechen. In
Vor=
ahnung der kommenden Dinge eilt auch Lloyd George ſchon nach
England zurück. Seine Rückkehr erwarten mit beſonderer
Unge=
duld der Mitglieder der Labour=Oppoſition. Die Sozialiſten machen
Von der Kunſt der Vorbereikung.
Von Reinhold Braun.
Wer die Adventszeit recht zu erleben weiß, der erkennt, je
ilter er wird, daß ſie kaum wie eine andere für das ſtille
In=
wendige eine gar gute Lehr= und Lernzeit iſt, ſo recht eine zum
Bedenken, was uns zu einer heitertiefen Lebenskunſt noch fehlt.
Da kommen uns dann in der adventlichen Erhabenheit des
Ge=
mütes ſo allerlei Gedanken.
Adventszeit iſt Vorbereitungszeit auf ein ganz Wunderbares.
Ja, gehört die Kunſt des Sich=recht=vorbereitens nicht überhaupt
zum Reifwerden? Ift das bereitete Herz nicht der Werdegrund
alles Glückes, aller ſchönen Lebendigkeit?
Ach, wieviele Vorbereitungen werden im Leben getroffen,
die viel Zeit, Kraft und auch zuweilen ein gutes Stück Geld
koſten; aber das Herz iſt nicht dabei. Es wird ſo viel vorbereitet
in der Welt; aber alles bleibt im Zwecklichen, Dekorativen ſtecken,
am Stofflichen, am Rahmen haften. Die Vorbereitungen werden
oft allzu ſehr an das Tägliche, Zeitliche, an Perſonen und Titel
geknüpft. Sie tragen manchmal ſogar im Privatleben einen
bei=
nahe amtlichen Charakter, verlaufen im Geleishaften, Unoriginel.
len, Unſchöpferiſchen. Man bereitet zu Dreiviertel mit dem
Ver=
ſtande vor. Man iſt auf das Aeußere aus und nicht auf das
Inwendige, nicht auf den Menſchen als ſolchen.
Ach ja, man trifft allerlei Vorbereitungen und vergißt, daß
in ihnen ſchon die Wurzel des kommenden Erlebniſſes liegt, daß ſie
von dieſem bereits ein Teil ſino, daß eine heimliche
Anziehungs=
kraft in ihnen ruht, Licht und manch Gutes heranzuziehen für
das Kommende.
Man denke doch an die Vorbereitungen einer Mutter, wenn
ihr Kind heimkommt aus der Welt! Oder daran, wie eine
werdende Mutter, wenn ſie eine von der echten und tiefen Art iſt,
was ihr iſt, ſich dem Kindlein gleichſam entgegenbereitet! Wird
ſolches Tun nicht ſchon zu einer Lebenshilfe für das noch im
Dunkel ruhende Kindlein? Legt ein ſolches Weib nicht in alles,
was ſie ſinnt und fühlt ihr ganzes Herz, ſonnt ſie nicht über
das kleinſte Werk das Schönſte ihrer Liebe? Wie gehen
Mutter=
denken und Mutterbedachtſamkeit Hand in Hand! Wie ſchwingt
die Melodie der Treue durch all und jedes, und die Vorfreude
trägt einen Glanz wie ihn die wilde Welt nimmer kennt.
Alſo iſt’s auch immer noch bei der alten Mutter, wenn ihr
Kind heimkommen will. Da erlebt ſie ſich ſelbſt in ihrer ganzen
Menſchentiefe, erlebt aber auch zugleich in der Vorfreude das
Herz ihres Kindes, umhüllt es, wenn es noch fern i”, mit Liebe
und Wärme und allerlei ſtillen Gebetsgedanken. Ein Zauber
iſt’s um ſolches Schwingen von Seele zu Seele. Nicht gilt ihre
Muttertat einer Perſon, und kehrte ſelbſt ein Titel= und Wür=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Dezembene
Vom Tage.
Die Rundfunkanſprache des Reichsminiſters Groener „An die
Jugend”, die für Sonntag abend vorgeſehen war, fällt aus.
Die Reichsregierung hat durch den Generalkonſul Dr Völcker
dem Generalſekretär des Völkerbundes mitteilen laſſen, daß
Deutſchland das Abkommen über den Ausbau der
kriegsvorbeu=
genden Maßnahmen des Völkerbundsrates unterzeichnet habe.
Deutſchland hat das Abkommen als erſte der europäiſchen
Groß=
mächte unterzeichnet.
Das kirchliche Diſziplinargericht in Karlsruhe beſchloß, den
Pfarrer Eckert (Mannheim) aus dem Kirchendienſt zu entlaſſen.
Das Gericht hat ſich ſomit der Auffaſſung der Oberſten Kirchen
behörde angeſchloſſen, wonach ein evangeliſcher Geiſtlicher nicht
Mitglied der kirchenfeindlichen Kommuniſtiſchen Partei ſein
könne.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki erſtrebte bei der
engli=
ſchen Regierung die Unterſtützung des Gedankens eines politiſchen
Waffenſtillſtandes und eines Oſtlocarno, hat jedoch wenig
Ver=
ſtändnis gefunden.
Die Chriſtliche Wirtſchaftspartei, die zuſammen mit der
Ein=
heitspartei den ungariſchen Regierungsblock bildete und über 30
Mandate im Abgeordnetenhaus verfügt, iſt wegen der
Penſions=
kürzungsvorlage der Regierung, die von ihr aufs ſchärfſte bekämpft
wird, aus dem Regierungsblock ausgetreten und hat ſich volle
Handlungsfreiheit vorbehalten. Damit iſt der mehr als zehn
Jahre beſtehende Regierungsblock geſprengt. Der der Chriſtlichen
Wirtſchaftspartei angehörige Kultus= und Wohlfahrtsminiſter
Ernszt hat demiſſioniert. Miniſterpräſident Karolji iſt trotz
die=
ſen Geſchehniſſen entſchloſſen, die Regierungsgeſchäfte
weiterzu=
führen.
Auch in Frankreich nimmt die Arbeitsloſigkeit ſtändig zu. Die
Zahl der regiſtrierten Erwerbsloſen wird jetzt mit 104 000
ange=
geben, die der Teilerwerbsloſen mit 2½ Millionen Perſonen.
Das franzöſiſche Handelsminiſterium hat einem Antrag der
franzöſiſchen Fabrikanten auf Kontingentierung der Tucheinfuhr
nach Frankreich einen grundſätzlich günſtigen Beſcheid gegeben.
Der neue ſpaniſche Staatspräſident Alcala Zamora wurde in
einer kurzen feierlichen Sitzung der Nationalverſammlung auf die
Verfaſſung vereidigt.
Nach einer Meldung aus Mukden wurde dort am Samstag
bekannt gegeben, daß der Oberbefehlshaber der japaniſchen
Trup=
pen in der Mandſchurei, General Honjo, erklärt hat, das japaniſche
Oberkommando habe Marſchall Tſchanghſueliang aufgefordert.
Kintſchau ſofort zu räumen und die chineſiſchen Truppen nach
Peking abzubefördern. Sollten die chineſiſchen Truppen dieſer
Aufforderung nicht nachkommen, wäre das japaniſche
Oberkom=
mando gezwungen, Kintſchau zu beſetzen.
kein Hehl daraus, daß ſie mehr denn je auf Lloyd Georges
Unter=
ſtützung rechnen. Macdonald wird alſo im neuen Jahre keinen
leichten Stand haben. Er wird von zwei Fronten gleichzeitig
angegriffen werden. Und für ihn wird ſich vorausſichtlich eher,
als er es ſelbſt ahnt, die Frage entſcheiden, ob es ihm gelingen
wird, die Nationale Regierung noch weiterhin zuſammenzuhalten,
oder ob er ſchon in Bälde einem rein konſervativen Kabinett wird
Platz machen müſſen.
Englands Kampf gegen den franzöſiſchen Zollzuſchlag
EP Paris, 12. Dezember.
Die von Frankreich auf die Einfuhr aus verſchiedenen
Län=
dern mit entwerteter Valuta erhobene Einfuhrzuſatztaxe, die bis
zu 15 Prozent beträgt, hat in England, das als erſtes Land dieſe
Taxe zu ſpüren bekam, ſolche Erbitterung und Proteſte
hervor=
gerufen, daß ſich die franzöſiſche Regierung genötigt ſah, dieſe
Frage nochmals einer genauen Prüfung zu unterziehen.
Wäh=
renddeſſen unternahm die engliſche Regierng bei den zuſtändigen
franzöſiſchen Miniſtern Schritte und überreichte ſogar am letzten
Donnerstag eine Note. Geſtern ſprach Lord Tyrrell, der britiſche
Botſchafter in Paris, mit Miniſterpräſident Laval über, dieſe
Angelegenheit in Anweſenheit des Handelsminiſters Rollin, der
ſpäter erklärte, man habe ſich offiziös über wirtſchaftliche Fragen
unterhalten, in der Hoffnung, zu einer für die beiden Länder
befriedigenden Löſung zu kommen. — Der „Petit Pariſien” läßt
durchblicken, es ſei möglich, daß die franzöſiſche Regierung
Maß=
nahmen ergreifen werde, die geeignet ſeien, die Wirkung dieſer
Einfuhrtaxe, die ſich beſonders für die engliſche Kohlenausfuhr
hart auswirke, abzuſchwächen.
Unkerdrückung des deutſchkums in Südflawien.
Belgrad, 12. Dezember.
Der ſüdſlawiſche Unterrichtsminiſter Maximowitſch hat ein
Geſetz erlaſſen, das für das deutſche Schulweſen in Südſlawien
einen vernichtenden Schlag bedeutet. Durch das Geſetz, das vom
König bereits unterzeichnet und im Amtsblatt veröffentlicht iſt,
werden ſämtliche deutſchen Bürgerſchulen geſchloſſen. Damit ſind
nicht nur alle Zugeſtändniſſe, die die Belgrader Regierung vor
einem Jahre den Deutſchen gemacht hatte, wieder zurückgezogen
worden, ſondern es iſt eine noch ſchlimmere Lage eingetreten.
Die deukſch=ſchweizeriſchen Verh
lungen ergebnislos.
Vor der Kündigung des Handelsvertragg=
Berlin, 12. DexEy
Amtlich wird mitgeteilt:
In den letzten Tagen haben in Berlin erneut
Beſprm=
über die künftige Geſtaltung des deutſch=ſchweizeriſchen
vertrages mit dem Führer der ſchweizeriſchen Handelsz
abordnung, Stucky, ſtattgefunden. Obwohl bei den
lungen von beiden Seiten der aufrichtige Wille bekunde
iſt, die beſtehenden Schwierigkeiten zu überwinden, iſt 5,
gelungen, zu einer poſitiven Löſung zu kommen. S.
Donnerstag abend Berlin wieder verlaſſen, um der ſchweug
Regierung Bericht zu erſtatten.
* Die kommende Woche wird für das Schickſal desr
ſchweizeriſchen Handelsvertrages von ausſchlaggebender
tung ſein. Mit dem heutigen Samstag läuft der Teih,
eine Kündigung des Vertrages zum 4. Februar nächſterg
Infolgedeſſen hätte ſich der ſchweizeriſche Bundean
ab.
dieſem Termin ſchlüſſig werden müſſen, ob der Vertragu
bleiben oder gelöſt werden ſoll. Nach dem bisherigem
Nati
Au5 ſolche Pläne
der Verhandlungen mit den ſchweizeriſchen Delegierten
Ausſprache geht ſeit dem Januar d. J., und in doo
Wochen haben nicht weniger als drei größere Konferenne
gefunden — muß damit gerechnet werden, daß der Vermt
noch aufgehoben wird. Die Schweizer ſind zwar
vun=
urſprünglichen Standpunkt etwas abgewichen, haben
nicht dazu verſtehen können, ihre Kontingentswünſche
geben, obwohl wir bereit waren, ihnen neue Abſazg/=Nncdn haben Heut
Deutſchland zu eröffnen. Aus grundſätzlichen ErwäguigzMhc ngt, weil der 2
aus mußten wir infolgedeſſen der Schweiz einen abjaul./hhde keinen Schril
Beſcheid erteilen. Es iſt aber vereinbart worden, in „FM Verfaſlung
ſchenzeit bis zur Kündigung und auch noch danach da We ſo Nsder, Hic
umin zu denken, da
nicht abreißen zu laſſen, um in neuen Verhandlungem=oſtishſdent iſt, eine
Klarheit zu ſchaffen, was unter Umſtänden nach dem 4.48/Mümte. Derartig
zu geſchehen hat. Kommt es zu einer Kündigung des MAmr unnotige
mit der Schweiz, dann wird wahrſcheinlich nicht ſeWPlweitei Breilt
h den
Handelskrieg ausbrechen. Vielmehr wird die Schweiz
fuhr einer Reihe von Waren, die in den Verhandlulg
Vordergrund ſtanden, auf ein Mindeſtmaß abzudrofelſf;gwder im Aelteſ
ſuchen. Die deutſch=ſchweizeriſche Handelsbilanz war ntter)mden zwar auf
m vergangenen Jahre mit 400 Millionen Mark fürn¾ un dringen
land aktiv. Bisher hätte allerdings die Schweiz
enormen Reiſeverkehr der Deutſchen nach der Schweiz /t
waltigen finanziellen Nutzen gezogen, ſo daß dadachr
deutſche Aktivum wieder aufgehoben wurde. Die Dirä=ſi
ſich aber geändert. Der deutſche Fremdenverkehr nach des
ſt infolge der Wirtſchaftskriſe ſo gut wie gänzlicht
Außerdem zwingt uns die Deviſenbewirtſchaftung, 0
gnügungsreiſen in das Ausland keine Deviſen mehr 1Jau/
fügung zu ſtellen.
Die deutſch=jugoſlawiſchen Handelsbeziehanf
Belgrad, 12. D44
Miniſterialdirektor Poſſe hat bei ſeinem Belgrader
den Sektionschefs Pilja und Lazarevic vom jugoſlawiſin
delsminiſterium eine Ausſprache über die Handelsbenf
wiſchen Deutſchland und Jugoſlawien abgehalten. Hie
ein völliges Einverſtändnis über die Behandlung der
frage und darüber erzielt, daß die bereits ins Auge gefchſch
delsvertragsverhandlungen zu einem möglichſt frühen 19
des Jahres 1932 aufgenommen werden ſollen, ſobald an.
internationale Schickſal der Präferenzidee Klarheit gemf. ng
Mit Af der
Ru Altiere
Preußenwahlen am 8. Mai.
tG Ioch die Al
benf
Als vermutlicher Termin für die Neuwahlen zum P
Landtag kommt der 8. Mai 1932 in Frage. Der 1. An
ausſcheiden, weil er für einen erheblichen Teil der Bie
als Feiertag gilt; am 15. Mai iſt das Pfingſtfeſt. Da
Wahlen am 20. Mai 1928 ſtattfanden, wird, als Neumml
deshalb lediglich der 8. Mai bleiben, zumal die Zeit vadl
die Reichspräſidentenwahl in Anſpruch genommen wirdh.
nicht zwei Wahlgänge in einen Monat fallen laſſen mnh
Es iſt alles ſchon einmal dageweſen
Zur Neueinführung des 4=Pfennig=Stückes.
Ein preußiſches 4=Pfennig=Stück aus dem Jahre 1867.
Das 4=Pfennig=Stück, das durch die Notverordnung zur
Ein=
führung gelangt, iſt nicht das erſte ſeiner Art. Das Deutſche
ſteich kennt allerdings dieſe Münze nicht. Dagegen war ſie in
Preußen ſchon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts
vorhanden. Das Prägebild dieſes Geldſtückes war ſehr hübſch.
Auf der vorderen Seite ſtand in der Mitte die Wertbezeichnung
4 Pfennige, im Halbkreis darüber befand ſich der Hinweis, das
es ſich um eine Scheidemünze handelte und darunter war die
Jahreszahl angebracht. Auch die Rückſeite hatte ein ſchönes
Bild. Faſt der ganze Raum wurde von einem Adlerſchild
ein=
genommen, auf dem ſich eine Krone befand. Darüber ſtand im
Kreiſe zu leſen, daß 90 Stück dieſer Münze einen Taler Wert
haben. Damals war die Pfennigrechnung in Preußen noch ſo
allgemein, daß man wohl zahlreiche Werte in Pfennigen nötig
hatte. Heute will man durch die Prägung eines Geldſtückes von
gleichem Wert wieder zu dieſen alten guten Sitten der
Sparſam=
keit, die in jener Zeit herrſchten, zurück führen.
denträger heim, ſondern ihrem Kinde, ſeinem Herzen, dem
Men=
ſchen, den ſie geboren.
Dieſe lieben, uns allen ſo vertrauten Bilder wollen wir doch
in ihrer Gleichniskraft unter das Adventslicht ſtellen, wenn wir
unſer Herz breit machen, für das Lind der Höhe, für das
Myſterium der Weihnacht, wollen doch endlich davon abkommen,
die äußeren Vorbereitungen auf das Feſt als die wichtigſten zu
nehmen, die gerade unſeren Frauen ſoviel Kraft koſten, ſondern
wollen uns aus dem Weltgeſtrudel in ein paar Stunden echter
Advents=Heimeligkeit retten, um unſerm Beſten, unſerer Seele,
zu leben und Glanz des Inwendigen in allem ſtilel
und Fühlen, wie es uns von ſelber zuſtrömt, wenn wa!
Willen zur wahren Adventlichkeit haben.
Das bereitete und bereite Herz ſei das Ziell Sold
vorbereiten höherer Ordnung kommt unſerer Kraft 316
Leben zu meiſtern und in allem Leid dennoch im 2.
der Freude zu bleiben! Wir bereiten uns ſchließlich 1ch)
zu uns ſelber hin und unſerer Liebe und einem Gin
durch alles Dunkel ſich ſein Stern=Licht rettet.
Das bereitete und bereite Herz! Irgendwann undch 90
wird ihm doch der Sieg werden. Walt’s Gott, auch Ke
Leben!
Berliner Premieren.
„Hoffmanns Erzählungen” hat der Berliner Mutterma
erfolgreichen Neuinſzenierung im Großen Schauft
prompt „Reinhardts Erzählungen” getauft. Man kann
hardts Genialität als Spielleiter in Abrede ſtellen; man ſtit
Muſiker dieſe „Opernrevue mit Trara” ohne weiteres able90l
hardt und ſeine Mitarbeiter bringen 13 bunte Bilder, 8900
lettaufmärſche, Maſſenſzenen, wundervolle Dekorationen. a
Alles, was gut und teuer iſt. Nur eines haben die weit.
Offenbachs „Hoffmann”=Muſik! Die kommt in dieſer Poſſch
aufmachung kaum zu ihrem Recht. Und doch wird ſie Dict
Regietat beſtimmt überdauern
In dem Luſtſpiel „Der Herr ſeines Herzen‟
Reynal (Luſtſpielhaus) intereſſierte lediglich die ſchauſpe
ſtung von Eliſabeth Lennartz, nicht aber das Stück, das Ne
Handbewegung abtun könnte, wäre nicht der Verfaſſer Aus
vom „Grabmal des unbekannten Soldaten‟ Ein Koll..
werk übelſter Sorte in dem fatcle Mißverſtändniſſe Zwſch.
dame und zwei Männern erörtert werden.
In einem anderen Luſtſpiel „Der Mann mit
Schläfen” Cheater in der Behrenſtraße) arbeitet der
Lenz mit älteſter Schwanktechnik; der Held erſcheine.
der Geliebten zu erobern, als ſein eigener Vater. A0S
Schauſpielkunſt (Ralph Artur Roberts in der Doppelrol..
Erzeugnis des Autors.
W
Das ſtaatliche Schillertheater hat die faſt hunder, , mür
ſche Lokalpoſſe Datterich” ausgegraben und eko
entſtandenen Luſtſpiel des Ernſt Eligs Niebergall lauteh.
Andr”.
Erfolg.
Von deutſchlands Hohen Schulel.
gart
Karlsruhe: Als Profeſſor für Sologeſang iſt T. gas
dr. Hermann Wupperpfenn in Karlsruhe .
paniſche Hochſchule für Muſik in Tokio berufen wot.”
Rff
* Breslau: Zur Wiederbeſetzung des durch die Veiſt
Prof. A. Ungnad erledigten Lehrſtuhls der Aſſhriolee
Profeſſor Dr. Theo Bauer in Roſtock ergange)
[ ← ][ ][ → ]Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 3
Die Ychuäkungen der Sozialdemokraten über geheimnisvolle
ſöſung wuge des Kanzlers haben eine ganze Fülle von
Ge=
ſten in m=auf geſetzt, die an ſich ſchon ſeit langer Zeit
be=
den, aſhlerch dieſe neue Kombination wieder an die
Ober=
ſe gekonner: ſind. Ein Hamburger Blatt glaubt ſogar ver=
En zu //itm, daß
ie Rekſtagierung vom Reichspräſidenten die
Ermäch=
ſigung u; Auflöſung des Reichstags erbitten und auch er=
ſalten uude, falls ſich eine Mehrheit gegen das Kabinett
ſinden Aie, daß dann aber die neuen Wahlen auf
unbe=
himmtee i verſchoben würden und die Reichsregierung
umigs Bammemattches Schlafmi.
Ueberflüſſige Dikkakurgerüchke, kein Grund zur Beunruhigung.
ſpelange Hindenburg Reichspräfidenk, keine dauernde Ausſchalkung des Parlamenks.
ſeichstleßferien bis Ende Februar infolge der kommenden Reparakionsverhandlungen wahrſcheinlich.
aus dem Wege gehen kann. Aber es iſt ebenſo ſelbſtverſtändlich,
daß der Reichskanzler nicht auf Monate hinaus von Berlin fort=
Nüünings angebliche Pläne.
1Gin ohne Reichstag
weiterarbeiten wolle.
ſolche hllſſichten haben wir bereits im Frühſommer dieſes
ſes einm Kenntnis genommen. Sie traten damals in der
m auf/4 6 nach der Auflöſung die Neuwahlen ſuspendiert
den ſoll it miit der Begründung, daß die Verfaſſung geändert
n müüſund daß deshalb nach Ueberwindung der
ſeeinſn eue Nationalverſammlung ausgeſchrie=
Are.
höglich4, f ſolche Pläne auch diesmal in amtlichen
Krei=
in beſtäurn, haben. Heute ſind ſie nicht mehr aktuell, ſchon
gshalbA ih weil der Reichspräſident wiederholt erklärt
ſt, er „wide keinen Schritt tun, der ihn irgendwie zu dem
Vortlawe Verfaſſung in Widerſpruch bringen könnte.
ſaran lrhuſith bisher nichts geändert, und deshalb iſt auch
ſicht daint nu denken, daß, ſolange. Herr von Hindenburg
heichsprsdent iſt, eine parlamentsloſe Diktatur errichtet
ſerden Aſinre. Derartige öffentliche Betrachtungen
ſchaf=
ſen alſat u— unnötige Beunruhigungen, zumal, da im
Augeublcikänerlei greifbare Veranlaſſung dazu vorliegt.
Kanzletzkk doch den erſten Waffengang gegenüber dem
ag ſuhut wie gewonnen. Es müßte ſchon mehr als
merk=
gzugel, wenn jetzt noch die Einberufung des Reichstags
Deltzeber im Aelteſtenrat beſchloſſen werden ſollte. Die
en rmden zwar auf eine neue Entſcheidung des
Aelteſten=
ſchit dringen. Ob ſie aber anders ausfällt, iſt eine
lbflEiſſige Frage, zumal, da der preußiſche Miniſter=
Bſatz, der vorübergehend auf ſeiten der
ſozialdemo=
chen Owſi=ion für eine Abkehr von der Tolerierungspolitik
war, wineuerdings mehr zurückhält und nicht mehr darauf
½ daß;t Sozialdemokraten im Reich vor den Neuwahlen
„Preußyuſn Landtag, die anfangs Mai terminmäßig
vorge=
ſen waezn, ſollen, in die offene Oppoſition übergehen. In
gar ütm ßerdem der Reichskanzler wegen der
bratſänsverhandlungen unabkömmlich. Es
bnochy ſrSaus möglich, daß er die Ausſchaltung des
bstaſgpllenums bis Ende Februar erzwingt.
dann Inden ſoll und kann, darüber ſich heute bereits den
zeuſaken, iſt zwecklos. Denn in der augenblicklichen
tyynnd den Mut haben, eine Prognoſe auf Monate
Dem ia ichskanzler verkrikt Deutſchland
der Inarakions= und Abrüſlungskonferenz.
* Berlin, 12. Dez. (Priv.=Tel.)
er Beign ides neuen Jahres wird im Zeichen der großen
ationaz) Konferenzen ſtehen. In diplomatiſchen Kreiſen
allgenz)” ſamit gerechnet, daß anfangs Januar ſchon die
ationsfüferenz beginnt, an die ſich dann vor ihrem Abſchluß
ummäß)mnach die Abrüſtungskonferenz anfügt, die für den
bruar Ec /Genf einberufen iſt. Die techniſchen
Vorberei=
dafü np auf deutſcher Seite jedenfalls ſchon ſehr weit
ſchrittelty? ie Mitglieder der deutſchen Kommiſſion und die
enten Efen, im weſentlichen feſt. Schwierigkeiten beſtehen
ſoch füſlie Führung. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß der
de Reilyarzler, ſchon weil er ja gleichzeitig auch
Außen=
ver iſt, de Delegationen ſelbſt führen will und muß
S ſich 6ü ihn unter Umſtänden die Annehmlichkeit ergibt,
dadum iner innerpolitiſchen Ausſprache im Reichstag
bleiben kann. Die Abrüſtungskonferenz allein wird, wenn ſie nicht
ſchon in den erſten Tagen auffliegt, ein halbes Jahr in Anſpruch
nehmen. Der Kanzler wird alſo nur zum Anfang da ſein können,
ebenſowie auch die Regierungschefs der anderen Länder, und dann
die Leitung der deutſchen Delegation abgeben, um vielleicht nur
in kritiſchen Zeiten wieder ſelbſt einzugreifen.
Bei der Reparationskonferenz ſelbſt liegen die Dinge etwas
anders. Hier iſt ja Deutſchland von Anfang an Hauptbeteiligter,
und es wird ſich kaum vermeiden laſſen, daß der Kanzler dort
meiſtens ſelbſt zur Stelle iſt. Denkbar wäre höchſtens, daß
inzwi=
ſchen Unterausſchüſſe gebildet würden, die dann ohne Anweſenheit
der leitenden Miniſter tagen könnten. Aber trotzdem wird ſich
für Herrn Dr. Brüning die Schwierigkeit nicht ganz vermeiden
laſſen, daß er anfangs Februar zwiſchen Berlin, Genf und dem
Tagungsort der Reparationskonferenz hin und her pendelt.
Parlamenkariſche Mehrheit für die Nolverordnung.
Aus den Erklärungen der Parteien im Haushaltsausſchuß
ergibt ſich jetzt ſchon, daß eine Aufhebung der Notverordnung
im Wege einer vorzeitigen Reichstagseinberufung ausgeſchloſſen
iſt. Nachdem der Nedner der Wirtſchaftspartei ſich im
weſent=
lichen zuſtimmend geäußert hatte, erklärte auch der
ſozialdemo=
kratiſche Abgeordnete Dr. Hilferding, die Sozialdemokraten ſeien
zwar Gegner vieler Beſtimmungen der Notverordnung, ſie
wür=
den aber nicht ihre Aufhebung betreiben, weil ſie aus
ſtaats=
politiſchen Gründen den Sturz der jetzigen Regierung und ihre
Ablöſung durch ein fasciſtiſches Regime verhindern wollten.
Eine Rundfunkrede Hiklers an das Ausland
wegen Weihnachlsburgfrieden verboten.
Hitler hatte mit dem Hearſt=Konzern eine Abmachung
ge=
troffen, daß er Freitag nachts, gegen 11 Uhr, von Berlin aus
über London eine Rundfunkrede halten ſollte, die über die Sender
in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko verbreitet
wer=
den ſollte. Das iſt im letzten Augenblick durch die Reichspoſt
ver=
hindert worden, die für dieſe Verhinderung im weſentlichen
tech=
niſche Gründe anführt. Sie erklärt, daß der Antrag von
Lon=
don aus nicht rechtzeitig geſtellt worden ſei. Für das
Experi=
ment ſei notwendig, daß die Rede über das Kabel nach London
telephoniert und von dort erſt dann weitergefunkt werde. Dazu
bedürfe es aber des Einbaues beſonderer Verſtärker in das
Tele=
phonkabel, und für dieſe Vorarbeiten ſei keine Zeit mehr geweſen.
Außerdem beruft ſich die Reichspoſt auch darauf, daß die
Be=
nutzung des Kabels dem Monopolvertrag zwiſchen der
Reichs=
rundfunkgeſellſchaft und der amerikaniſchen Geſellſchaft National
Broadcaſting Company widerſprochen hätte. Darüber hinaus
ſind aber auch politiſche Gründe für dieſes Verbot maßgebend
ge=
weſen, die von der Reichsregierung dahin motiviert werden, daß
der Weihnachtsburgfrieden bereits begonnen habe. Hitler hat
deshalb auch bereits im Laufe der Nacht der Berliner Vertretung
des Hearſt=Konzerns ſeine Rede zur Verfügung geſtellt, die nun
auf das Kabel gelegt wird und in den amerikaniſchen Zeitungen
erſcheint.
In ſeinen Darlegungen betonte Hitler, daß ſeine Bewegung
den Frieden für Deutſchland, den Frieden für Europa wolle.
Der franzöſiſche Militarismus bilde zuſammen mit dem
ruſſi=
ſchen Bolſchewismus eine der größten Gefahren für die ruhige
Entwicklung der Menſchheit. Die nationalſozialiſtiſche Bewegung
erkenne jede von Kaufman zu Kaufmann gemachte private
Schuldverpflichtung an. Das Recht aber, ein Land aus
poli=
tiſchen Gründen für unabſehbare Zeit mit Tributen zu belaſten
und dadurch zum Dauerbankrotteur zu machen, werde die
nationalſozialiſtiſche Bewegung niemals anerkennen. Seine
Par=
tei ſei keine Bewegung der Verzweiflung, ſondern eine
Be=
wegung der Hoffnung. Wir glauben, ſo lautete der Schluß der
Rede, daß wir auf ſtreng legalem Wege die Macht in
Deutſch=
land erobern werden. Unſere Parole wird dann heißen: Der
Welt geben wir, was wir ihr gerechterweiſe ſchuldig ſind, dem
deutſchen Volke ſichern wir, was es als ſouveränes Volk zum
Leben braucht. Wir wvollen nichts anderes als eine
Monroedok=
trin für alle deutſchen Männer, Frauen und Kinder unter dem
Motto „Deutſchland den Deutſchen”.
Zenkrale Brokpreisſenkung.
Berbilligung bis zu 10 Prozenk.
Berlin konkrollierk die Preisſpannen.
BB. Berlin, 12. Dez. (Priv.=Tel.,
Die Brotpreisſenkung, die im Mittelpunkt der beſchleunigten
Maßnahmen des neuen Reichskommiſſars für Preisüberwachung
ſteht, muß naturgemäß auf die verſchiedenen örtlichen Verhältniſſe
Rückſicht nehmen. Doch nimmt man in unterrichteten Kreiſen an,
daß in ſolchen Gemeinden mit relativ höheren Preiſen eine
Sen=
kung bis zu 10 Prozent und vermutlich darüber erreicht werden
kann. In Frage komme für ein ſolches Ausmaß der Senkung z. B.
eine Reihe von rheiniſchen Städten wie Aachen, Koblenz, Köln,
Düſſeldorf. Duisburg uſw.
Im Gegenſatz zu dem bisherigen Verfahren ſoll diesmal die
Brotpreisſenkung im weſentlichen zentral durchgeführt werden.
In einer Reihe beabſichtigter Fälle will der Reichskommiſſar für
Preisüberwachung, wie in unterrichteten Kreiſen verlautet,
zu=
ſammen mit der Marktforſchungsſtelle die
Preis=
ſpanne ausrechnen, die man als zuläſſig und als
Höchſt=
grenze betrachten kann. Ueber die Städte wird dann den Innungen
auferlegt werden, dieſe Spanne einzuhalten. Wo dies nicht
mög=
lich iſt, denkt man daran, den Innungen aufzuerlegen, ihrerſeits
die neuen Richtpreiſe mitzuteilen, die dann von der
Forſchungs=
ſtelle nachgeprüft werden. Andere Preisempfehlungen als die der
mit der Zentralnachprüfung vereinbarten Richtpreiſe würden dann
die Innungen nicht herausgeben dürfen. Die Regierung muß ſich
zu einem ſehr erheblichen Druck entſchließen, da eine wirkſame
Preisſenkung nach Anſicht des Richskommiſſars nur möglich iſt,
wenn die Bruttoverdienſtſpanne der Bäcker verringert wird. Die
Unkoſtenſenkung durch Lohnherabſetzung uſw. wird allein nicht
ausreichen, da ſie im Durchſchnitt nur ein Prozent pro Kilo Brot
ausmacht. Die ganzen Maßnahmen ſollen noch unterſtützt werden
durch eine Teilaufhebung des Nachtbackverbots, worüber aber der
Kampf noch läuft. Im übrigen will man auch das
Weizenklein=
gebäck, allerdings nicht in dem Umfange wie das Brot, der
Preis=
ſenkung unterwerfen.
Wie wir noch hören, wird man bei der Senkung der
Fleiſch=
preiſe dagegen die Städte ſtärker als beim Brot einſchalten, wie
man überhaupt hier auf die größere Möglichkeit der freien
Kon=
kurrenz gewiſſe Hoffnungen ſetzt.
8000 Zenkner koſtenloſer Zucker
für die nokleidende Bevölkerung.
Wie der Verein der Deutſchen Zuckerinduſtrie mitteilt, hat
die deutſche Zuckerinduſtrie trotz der ſchweren Kriſe, die auf der
rübenbauenden Landwirtſchaft und der geſamten Zuckerwirtſchaft
laſte, eine gemeinſame Aktion durchgeführt, um die Lage der
not=
leitenden Bevölkerung durch Verſorgung mit Zucker zu beſſern.
Die Durchführung dieſer Geſamtaktion iſt erfolgt, obgleich ſchon
zahlreiche Spenden von Zucker von einzelnen Fabriken für
öri=
liche Wohljahrtsorganiſationen gemacht worden ſind. Durch die
große gemeinſame Sammlung der Zuckerinduſtrie konnten der
Deutſchen Liga der Freien Wohlfahrtspflege bis jetzt etwa 8000
Zentner Verbrauchszucker als Geſchenk zur Verfügung geſtellt
werden. Dieſer Liga gehören Wohlfahrtsvereinigungen aller Art,
konfeſſioneller und interkonfeſſioneller, an, ſo daß die Spenden
weiteſten Kreiſen der bedürftigen Bevölkerung zugute kommen
werden. Die Verteilung erfolgt nach einem beſtimmten Schlüſſel
auf die ihr angeſchloſſenen Organiſationen noch vor Weihnachten.
Rückkritt Borſigs
vom Borſik der Arbeitgeberverbände.
Berlin, 12. Dezember.
Die Vereinigung der Deutſchen Arbeitgeberverbände teilt
mit: „Geh. Kommerzienrat Dr.=Ing. h. c. Ernſt von Borſig wird
ſein Amt als Vorſitzender der Vereinigung der Deutſchen
Arbeit=
geberverbände, das er ſeit dem 18. März 1925 inne hat, nach
Ab=
lauf dieſes Winters niederlegen. Maßgebend für dieſen
Ent=
ſchluß ſind ſeit langem beſtehende Gründe geſundheitlicher Art und
die Unmöglichkeit für Herrn v. Borſig, ſich neben ſeiner ſtarken
Inanſpruchnahme für ſeine eigenen Unternehmungen auf die
Dauer den mit der Führung des Vorſitzes in der Vereinigung
ver=
bundenen verantwortungsvollen Arbeiten mit der gleichen
Inten=
ſität wie bisher zu widmen. Darüber, wer Nachfolger des Herrn
Geheimrats v. Borſig werden wird, liegt noch keine
Entſchei=
dung vor.”
Riſches Landestheaker.
Guces Haus. — Samstag, 12. Dezember.
Schneeflock und Regenkropf”
Ein Whlr. und Waſſer=Märchen von M. W. Lenz.
dasc örre, ernſte Weihnachtsmärchen im Kleinen Haus
Das hibire, Ausſtattungsſtück im Großen Haus. Hielt dort
gend AR Werfaſſer den Steigbügel, ſo erfreute man ſich
in den Aben Steichen der Jugend.
und ſütr wier tolle Muſterknaben, die auf Abenteuer aus=
Mauhd Moritz, Struwwelpeter und Suppen=
*. Ulchem Schnee auf die Erde zu holen, treten ſie eine
Wandſſung an: in das eiskalte Reich des Winters, das
Siapiewn d Schneeflocken gehüllt iſt, in das Regenreich mit
welhaft Regentieren und dem ſportmäßigen Match zwi=
Aintepr d: Regen, nach Afrika zu Negern und wilden Tie=
Nu ſchlin ch zu den Eskimos zum Mitternachtſonnenfeſt.
Anter hn=l ließ alle Künſte der Ausſtattung ſpielen.
auf AGau, folgte eine neue Ueberraſchung. Die kleinen
De groſſt Zuſchauer kamen aus heiterem Staunen nicht
wend A4 woas Afrikadorf mit dem ſchwarzen Häuptlings=
DDer SEider und Käthe Gothe, den pyramidenhaft auf=
Nen zehch emen Negerlein, den lebenden Löwen und Affen,
Stänzertt d räuberiſchen Ueberfällen.
Siltig Bli es im Reich der Eskimos zu; zunächſt im Laden
eumankn des Stemmers der Eskimos mit Eisbärſchinken,
Hin u1heezuckerten Eisblumen, dann bei der Schneeball=
Unte r Mitternachtsſonne mit Peguinen=Ballett und
Suanzer Rüiſtlich waren der Eskimann Jürgas und die
Svolle ( illeni Marenbach.
darchencit hatten Elli Büttner und Franz Langer die
Hnriſchench iche von Schneeflock und Regentropf ausgeſtattet.
Sawandd aul Maletzki als König Winter, mit Lotte
Sgmidt F. Rutſchera und H. v. Hagen das Szepter. Hier
De HuAiß eßler als Regentropf mit Donner und Blitz
Saumeißn K. Weſtermann) und der Heul= und Lachſuſe
Wiems Rundfunk, Fernſprecher u. d Fernſeher fehlten
Mr Ia ait Die Bilder des Letzteren nicht durch das
Rieſen=
mometek” hssckt werden.
in Dr Tie durch dieſe abenteuerlichen Länder hatten die
Siceri hen, offenbar die gleiche Freude wie ihre jungen
eneti Schd klinger, K. Paryla. W. Hinz und K.
J Dlei äilgeiferten an Beweglichkeit und Humor. Famos
D GrA hger K. 5. Peters und Großpapa Göbel.
Die anſprechende Muſik von Hans Geiſendörfer, kam
unter Beppo Geigers Leitung charakteriſtiſch zur Geltung. Für
die Tänze ſorgte Hans Macke.
Beſondere Freude rief es hervor, als die Kanone der
Muſter=
knaben die ſüßgefüllten Schneebälle in den Zuſchauerraum feuerte!
Der weihnachtliche Einſchlag kam erſt in dem Schlußbild zum
Aus=
druck, in dem ſich Schneeflock und Regentropf unter dem
Chriſt=
baum verſöhnten. Würden die weihnachtlichen Lieder noch etwas
ſtärker ausgebaut, ſo wäre auch der Eindruck des Schlußbildes
vollkommen.
Die jungen Zuſchauer gaben ihrer Freude während und nach
dem Spiel lebhaften Ausdruck.
* Gtoße Oper in Auſtralien unker deutſcher Leitung.
Nachſtehender Bericht wird uns zur Verfügung geſtellt:
Seit vielen Jahren durde in Auſtralien die Möglichkeit erwogen,
eine mehr oder minder vermanente Oper mit eigenen Kräften ius Leben
zu rufen.
Dieſes junge Land iſt mit ſchönen Stimmen geſegnet, aber
unglück=
licherweiſe wurde die Erziehung zur Oper ſtark vernachläſſigt. Ein
Grund hierzu iſt wohl die Tatſache, daß zu wenig Muſiker mit
Opern=
erfahrung hier leben. Es wurden gelegentlich Verſuche mit kleineren
Opern und Operetten gemacht, aber Profeſſor Bernard, Heinze,
In=
haber des Oxmond Stuhles für Muſik an der Univerſität Melbourne,
fühlte, daß nichts Abſolutes erreicht werden konnte.
Mit der Ankunft von Alice Orff=Solſcher in Melbourne. Ende
letz=
ten Jahres, welche 1922 in Darmſtadt als „Elektra” debütierte, von
dort nach Mainz und Dortmund als Hochdramatiſche ging, bot
ſich eine Gelegenheit, ganz von ſelbſt die Initiative von neuem zu
er=
greifen, mit dem Erfolg, daß J. C. Williamſon Ltd., die bekannte
auſtraliſche Theateragentur, ſich für den Plan intereſſierte. Prof.
Heinze arbeitete einen Plan aus, um die drei Opern Carmen”, „Tosca”
und „Fauſt” während einer kurzen Opernſaifon aufzuführen. J C.
Williamſon boten ihrerſeits ihr beſtes Theater mit dem geſamten
Fun=
dus zur Verfügung an.
Mr. Hiſlop, ein bekannter engliſcher Tenor, der zurzeit eine
Kon=
zerttourne durch Auſtralien macht, wurde für die Partien von „Joſe‟
und „Cavaradoſſi” verpflichtet. Alice Orff=Solſcher übernahm die Negie
von Carmen und Tosca und wird außerdem dieſe beiden Titelpartien
ſingen.
Die muſikaliſche Leitung aller drei Opern liegt in Händen von
Pro=
feſſor Bernard Heinze.
Es iſt das erſtemal in der Muſikgeſchichte Auſtraliens, daß
Vor=
ſtellungen ganzer Opern mit eigenen Kräften in die Tat umgeſetzt
werden.
Dieſem Unternehmen ſtand ein begeiſtertes Intereſſe von Sängern
zu Hilfe. Einige hunder: Sänger ſuchten Zutritt zu Chor= und
Solo=
arbeit, ſo daß zwei Chöre von über hundert Leuten ins Leben gerufen
werden konnten, und der Zudrang iſt ſo groß, daß vorausſichtlich noch.
ein dritter Chor zuſammengeſtellt werden kam.
Intereſſant wird ſein, wie das Publikum den Erfolg dieſer
ungeheu=
ren Arbeit, in relativ kurzer Zeit drei Opern aus dem Nichts heraus
auf die Bühne zu bringen, aufnehmen und unterſtützen wird, denn
hiervon werden weitere Unternehmungen abhängig ſein.
Ernſt Weiß. Georg Letham. Roman. Pnul Zſolnay Verlag,
Berlin.
Man muß dieſes Buch zuerſt gegen einen Verdacht in Schutz
nehmen, den der Untertitel „Arzt und Mörder” nahelegt: es iſt
weder ein Tendenz= noch ein Kriminalroman, ſondern ein Buch
von der ſchauerlichen Sinnloſigkeit und Grauſamkeit des Daſeins.
Von den Leiden des Menſchen iſt ein gut Teil unerbittlich darin
aufgezeichnet. Dieſer Arzt und Bakteriologe Georg Letham. der
wegen Gattenmordes in eine mittelamerikaniſche Strafkolonie
deportiert wird und dort in einer hölliſchen Umwelt und auf der
heroiſchen Suche nach dem Erreger und Uebertrager des
Gelb=
fiebers zu ſeiner eigentlichen Größe heranwächſt, iſt der Typus
eines Menſchen, den man nicht leicht wieder vergißt. Auch ſonſt
iſt viel in dem Buch, das ſich nicht vergißt, und zur Erholung
wird man es nicht empfehlen. Grauenhaftes iſt mit fanatiſcher
Verbiſſenheit zuſammengetragen und ausgedacht, die Schilderung
einer operativen Geburt nimmt viele Seiten ein und von einer
furchtbar entſtellenden, abſcheuerregenden Krankheit handelt der
größere Teil. Schlimmer mag für manchen Leſer die Art ſein.
in der dies berichtet wird. Szenen von Strindbergſcher
Abgrün=
digkeit werden ohne deſſen pathetiſchen Haß mit einem Höchſtmaß
an Liebloſigkeit, einer außerordentlichen Kälte und Sachlichkeit
und einer Ueberſchärfe des Blickes in der Einzelbeobachtung
hin=
geſtellt, die man mediziniſch nennen könnte. Das Mediziniſche,
dem Laien im einzelnen nicht nachprüfbar, aber mit
überzeugen=
der Exaktheit ausgeſagt, bildet den tragenden Untergrund. Die
Darſtellung bevorzugt einen Stil männlicher Ironie der
Furcht=
barkeit der Welt wird mit einer verzweifelten Standhaftigkeit und
unerbittlicher Logik begegnet, die keinen Augenblick die
Beobach=
tung ausſetzen läßt. Es war mir nicht gegeben, mich blind zu
ſtellen, ſagt der Held an einer Stelle.
Die Bedeutung des Buches, die ſich nicht im Stofflichen und
Formalen erſchöpft, ſcheint mir tiefer zu liegen. gewiſſermaßen
hinter dem Buch ſelbſt. Zwiſchen den Zeilen und hinter den
Gedanken verſteckt ſind die Fragen nach der Erbſünde, nach Schuld
und Sühne Gott und Teufel zu ſpüren. Die Unheiligkeit dieſes
Arztes iſt die der Zeit; eine vom Lebendigen abgezogene Logik,
ein Zwang hinter die Dinge und ins Innere, in die Eingeweide
des Menſchen zu kommen, ſataniſche Experimentierſucht. Mangel
an Ehrfurcht, ohne die Natürliches nicht beſſer, ſondern überhaupt
nicht erkannt wird. Das Buch ſelbſt endet nicht etwa in einer
Bekehrung und nicht im geringſten in Rührſeligk=it, aber die
Hal=
tung des Helden ändert ſich, und die Einſicht von der
Unverletzlich=
keit des Lebens dämmert auf. Am Schluß ſteht Georg Letham in
der Nähe des alten Fauſt ohne Verherrlichung allerdings, ohne
Triumph und mit verſtärkter Reſignation. „Wir aſſanierten
all=
mählich ein Gebiet, das größer als Eurova iſt. Wir ſetzten die
Sterblichkeit herab. Die Gegend blühte auf. Meine Perſon ſcheidet
dabei aus. Ich verſchwand in der Menge, und das iſt gut ſo.”
De. A.
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Nach=
folger Dr. Adolf Koch in Darmſtadt,
Wendelſtadtſtraße 6, und ihres
alleini=
gen Inhabers Dr. Adolf Koch daſelbſt
iſt am 9. Dezember 1931, nachm. 5 Uhr.
das Vergleichsverfahren zur Abwendung
des Konkurſes eröffnet worden.
Der Rechtsanwalt Dr. F. Mattern in
Darmſtadt, Hügelſtraße 45, iſt zur
Ver=
trauensperſon ernannt.
Termin zur Verhandlung über den
Vergleichsvorſchlag iſt auf:
Donnerstag, den 7. Januar 1932,
vormittags 10 Uhr.
vor dem Heſſiſchen Amtsgericht
Darm=
ſtadt I, Sitzungsſaal Zimmer 219 des
Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſtadt
anberaumt.
Der Antrag auf Eröffnung des
Ver=
fahrens nebſt ſeinen Anlagen und das
Ergebnis der weiteren Ermittlungen
ſind auf der Geſchäftsſtelle zur Einſicht
der Beteiligten niedergelegt. (17982
Darmſtadt, den 9. Dezember 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Herr, 43 J., alleinſt.
in guten Verhältn.
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„Zum Adler” in Fürth im Odenwald
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werden=
den fiskaliſchen Forellen=Fiſchereien in
4 Bezirken, umfaſſend ſämtliche
Fiſch=
waſſer des Forſtamts Lörzenbach, ſowie
Teile ſolcher der Forſtämter Lindenfels,
Heppenheim und Birkenau auf weitere
12 Jahre öffentlich meiſtbietend
ver=
pachtet. Pachtliebhaber, deren
Quali=
fikation nicht notoriſch vorliegt, werden
erſucht, ſich bei der unterzeichneten
Stelle genügend auszuweiſen. (17325b
Lörzenbach, den 30. November 1931.
Forſtamt Lörzenbach: Kratz.
Seit 60 Jahren hält meine Firma ihren
Grundſatz aufrecht: Nur gute und beſte
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ſchärf-
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Vorlieferanten ſofort folge. — Mit gutem
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Griesheim b. Darmſt., 11. Dez. 1931.
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Bereitſchafts=Polizei Darmſtadt ſoll
die
Fleiſch= und Wurſt=
Lieferung
für die Zeit vom 1. Jan. bis 30. Juni
1932 vergeben werden. Die in dem
An=
gebot anzuerkennenden
Lieferungsbedin=
gungen liegen auf dem
Geſchäfts=
zimmer, Beſſungerſtraße 125, vom
14. bis 17. Dezember 1931 einſch ießl. zur
Einſicht offen. — Abgabetermin iſt der
18. Dezember 1931, 9 Uhr. (18055
Theodor
MOrOTTSS
[ ← ][ ][ → ]3. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 5
auis der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1931.
zu Albinmüllers 60. Geburkstag.
otbürgermeiſter Mueller hat Herrn Profeſſor
Albin=
vürrlaß ſeines 60. Geburtstages folgendes
Glückwunſch=
nitzſeven laſſen:
Sehr verehrter Herr Profeſſor!
ſih. Ihres 60. Geburtstages möchte ich nicht verſäumen,
wr amens der Stadtverwaltung die herzlichſten
Glück=
ſauf prechen. Ich gedenke dabei voll Dankbarkeit Ihrer
ſßſtverſchaft und des vielen Schönen und Wertvollen,
ſtersbeſondere ſeit Ihrer Berufung in die Darmſtädter
ertchts — hier und anderwärts in
Meerlich bereſcher. 1und ſia ſeibſt einel Faunen auid
ſchzn, zu haben, der unſere Zeit weit überdauern wird.
enn Säſ” nſerer Stadt gelegentlich das Verſtändnis und die
achtuntu zunißt haben, die einem Künſtler von Ihrem Rang
das. w man Mäzenatentum nennt dem Darmſtädter
nie=
ſs rechtt l=gen hat. Der auf dieſem Gebiete ſicher
wünſchens=
rte grixſ ug hat ihm, bei allen ſonſtigen ſchätzbaren
Eigen=
ſten, guu in glücklicheren Zeiten gefehlt. Er iſt aber in ſeiner
ſr pla chſſwen Liebe nicht undankbar und von einer treuen
hängligclt und reagiert ſeinerſeits auf wahre Kunſt mit einer
herheitzele ihn als kunſtempfangendes und kunſtempfindliches
blikumm inerkenswert hoch ſtellt über das Publikum ſo
man=
anden/lEtadt.
ſich denn, daß Sie ſich trotzdem hier wohlgefühlt haben
ſtir als weiterhin mit ungeminderter Kraft
ſchaffen=
trohlfühlen werden. Es iſt mein aufrichtiger und
rnöchten.
seichneter Hochachtung und verbindlichſten Grüßen
Aröch, daß Ihnen noch viele und glücklichere Jahre
Hr ergebenſter
Rudolf Mueller.
düchlick eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
Voüſt ule zu Mittershauſen, Kreis Heppenheim.
Dienſt=
ing zudlſin abſehbarer Zeit frei.
Ernamu durden am 1. Dezember: der Polizeiverſorgungs=
Kl. Schneider aus Friedberg unter Berufung in
durmeuſſtäſter, mit Wirkung vom 1. Dezember 1931: der
darmeuſanptwachtmeicher Heinrich Knöß zu Kirch=Brom=
Marmeriemeiſter, mit Wirkung vom 1. Januar
ſiſche” vengeliſche Landeskirche Zur Wiederbeſetzung
aus/ rieben: die evangeliſchen Pfarrſtellen zu
Herb=
eihltug gemäß 8 4a des Kirchengeſetzes vom 26 2. 1925),
hei bach Wonsheim (Beſetzung gemäß 8 4b des
z vom 26. 2. 1925), Dekanat Wöllſtein, an der
Johan=
ſemeind / Eridweſtbezirk) zu Mainz (Beſetzung gemäß 8 4b
eses vom 26. 2. 1925), Dekanat Mainz; die zweite
ſirrrſtelle zu Groß=Gerau (Beſetzung gemäß
ehäengeſetzes vom 26. 2. 1925), Dekanat Groß=Gerau,
uſe Pfarrſtelle zu Seeheim (Beſetzung gemäß 84a
ſses vom 26. 2. 1925), Dekanat Eberſtadt; zu
ternheim (Beſetzung gemäß 8 4b des Kirchen=
2. 1925), Dekanat Mainz; zu Eich (Beſetzung
es Kirchengeſetzes vom 26. 2. 1925), Dekanat
Oppen=
be=Mockſtadt, Dekanat Büdingen (dem Fürſten
nv Büdingen in Büdingen ſteht das
Präſentations=
die zweite evangeliſche (franzöſiſch=reformierte)
rſtelle M) Neu=Iſenburg. Dekanat Offenbach. Der
ungemut) ſteht das Wahlrecht zu. Bewerbungen ſind bei
„Kirchen i tand einzureichen.
Ponzelusſtellung „Das billige Porträt‟. Darmſtädter
Frankl ghger Bildniſſe ſind es, die die Porza=Ausſtellung im
erbemrchſahn vorführt. Von der Schwarzweiß=Zeichnung bis
Oelgerud”, zum Relief und zur Rundplaſtik ſind alle
Dar=
ngsmigt mnoderner Porträtkunſt vertreten — eine hochinter=
te Schozuoie durch das Nebeneinander der verſchiedenen
Auf=
igen eilſt Seſonderen Wert gewinnt. Nebenbei iſt die
Mög=
it gehl K.Bu niedrigem Preiſe Porträtaufträge an Künſtler
ſteilen, die Ausſtellung findet lebhaftes Intereſſe und hat
mehreiniAl ufträge und Verkäufe zu verzeichnen. Sie dauert
noch bi Ssunntag, den 13. d. M., und wird auf keinen Fall
ingert hurtzen, da ſie von Profeſſor Dr. Hartlaub für die
u nheimet äunſthalle übernommen iſt.
Fünuſt Plkademie=Konzert. Es ſei nochmals auf den
Lie=
lbend (m MMaria Baska Berlin, mit Hans Rosbaud.
efurt „uN— am Klavier, aufmerkſm gemacht. Das Konzert
am Mnzag, den 14. d. M.. 20 Uhr, im Städt. Saalbau
Der „nſclerin geht ein ausgezeichneter Ruf als
Lieder=
rin vay/s. Ihr dunkelfarbiger Mezzo=Sopran iſt von
ſinn=
chönemülaug und ein williges Inſtrument perſönlicher
Ge=
ungskray Tach Preſſeſtimmen ſteht Maria Baska als
Lie=
ngerimtlune in erſter Reihe der anerkannten Größen, Kar=
Sekthrmt der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethen=
Fe 36, 3braf 3500 (Stadtverwaltung).
öeſſiſches Landestheater.
* Heſſihlts Landestheater. Dasbillige
Weihnachts=
cenk. un dieſen Wochen überlegt ſich jeder, womit er ſeine
aude uumVerwandten beſchenken kann. Viel Geld darf es
koſten,at uell aber Freude machen und hübſch ausſehen Das
ce Laß miceater bietet auch in dieſem Jahre wieder
Gele=
eit, in ſnr von Weihnachtsſchecks, die vom 20 Dez.
bis 2ANärz 1932 gelten, ein ſchönes Weihnachtsgeſchenk.
han ſh von 4.50 RM. an erwerben kann zu ſinden. —
* poe eingartner wird am 1. Weihnachtsfeiertag
Wers „„iſſterſinger” dirigieren. Wir machen darauf
Verkama 6 auch die Weihnachtsſchecks für dieſe Vorſtellung
tigkeit Müden
Opern= und
Heute 9
erett
ſtatt.
Für di
1‟, R
delburg /
findet im Kleinen Haus ein
Abend unter Mitwirkung
der Opern=Soli=
nevalszeit iſt eine Aufführung des „Weißen
eOperette nach dem Luſtſpiel von Blumenthal und
Aans Müller, Muſik von Ralph Benatzky. Text der
auge De bübert. muſikaliſche Einlagen von Robert Stolz,
Kundgebung der heſſiſchen Beamten
Minge Heic btag, 1411.—
*
15. Ende gegen 17½ Uhr. Schneeflock und
Regentropf. Preiſe 0.30—2.20 Mk.
19½—221 4 9 Dſt. Volksb P /2. Vorſt.) Gr. I-IV
Wallenſteins Tod. Preiſe 0 60—4.80 Mk. Ptag, 141 Keine Vorſtellung. Hetag, 19 1 19½—22½ Uhr. B 9. Dthello.
Preiſe 0.70—5.60 Mk. Meinte Heic MNag, 191 e. 20—22 Uhr. Opern= und Operetten=Abend.
Preiſe 0 40—2 Mk. tag, 144 ei 1934—22½4 Uhr. Die Lubarry. Ueber den größten
Teil der Plätze iſt bis auf wenige Karten im
Preiſe von 1 90 und 2 20 Mk. verfügt. Ptag, 19 z=. 15—17 Uhr. Die Himmelsmauer. Ein Weih=
nachlsmärchen. Preiſe 0.40—2 Mk.
20—22 Uhr. Zuſatziniete 1 6.
Zu Hilfe, Max. Preiſe 0.60—4.50.
ert Giley, uund Bruno Granichſtaedten, vorgeſehen.
Der Heſſiſche Beamtenbund hatte für geſtern zu einer
Kund=
gebung im Städtiſchen Saalbau eingeladen, der die angeſchloſſenen
Reichs=, Staats= und Gemeindebeamten ſehr zahlreich gefolgt
waren. Unter den anweſenden Ehrengäſten bemerkte man als
Vertreter der Staatsregierung insbeſondere des Herrn
Staats=
präſidenten, Oberſchulrat Friedrich Oberbürgermeiſter, Mueller
für die Stadt Darmſtadt, ferner Kreisdirektor Dr. Uſinger, Groß=
Gerau, verſchiedene Landtagsabgeordnete, Vertreter der
Hand=
werkskammer, des Handwerks= und Gewerbeverbands, des Heſſ.
Einzelhandels des Kartells der Arbeitgeberverbände und der
Darmſtädter Induſtriellen=Vereinigung uſw.
Der 1. Vorſitzende Dr. Claß eröffnete mit herzlichen
Begrüßungsworten die Verſammlung. Er gab ſeiner Freude über
den ſtarken Beſuch Ausdruck und betonte, daß es ſich mit dieſer
Verſammlung im weſentlichen um eine Führertagung handele, in
deren Rahmen auch über die Verhältniſſe in Heſſen und die
Not=
verordnung geſprochen werde. Dr. Claß verlas eine
Ent=
ſchließung, die im weſentlichen den Kern ſeiner folgenden
Ausführungen in ſich ſchloß. Es heißt darin:
„Die im Landeskartell Heſſen des Deutſchen Beamtenbundes
vereinigten Reichs=, Staats= und Gemeindebeamten werden trotz
der ſchweren Zeit nach wie vor ſtrengſte Pflichterfüllung im Dienſte
des Volkes und des Volksſtaates üben.
Sie fordern aber auch von Reich, Land und Gemeinde Treue
um Treue, gerechte Behandlung, Verſtändnis für die immer
größer werdende Notlage der Beamtenſchaft, namentlich in den
ſozial ſchwachen Schichten und wirkſamen Schutz gegen die immer
noch wütende Beamtenhetze.
Sie fordern Reichseinheitlichkeit in Recht und Beſoldung
und Beſeitigung jeder Ausnahmeſtellung und einſeitigen
Be=
laſtung.
Sie fordern: Schluß mit den Notverordnungen, Rückkehr zu
den verfaſſungsmäßigen Grundlagen im beſonderen
Gewähr=
leiſtung der nach Artikel 130. der Beamtenſchaft zugeſtandenen
Vereinigungsfreiheit und der Anerkennung ihrer
gewerkſchaft=
lichen Vertretung.
Die organiſierte Beamtenſchaft erwartet, daß der Reichstag
und die Reichsregierung und der neugewählte Heſſiſche Landtag
und die neue heſſiſche Regierung die anerkannten
Beamtenver=
bände vor jeder wichtigen Entſcheidung in Beamtenfragen zu
Rate ziehen.
Das Landeskartell tritt ein für eine plan= und ſinnvolle
Wirt=
ſchaft, gegen gebrauchsverteuernde Preisbindungen jeder Art für
Stärkung der Kaufkraft und des inneren Markts, für
rückſichts=
loſe Durchführung der angeordneten Preisſenkungen.
Die Reparationslaſten haben keine rechtliche und moraliſche
Grundlage und ſind ein Hemmnis für die wirtſchaftliche
Entwick=
lung der Welt. Ihre Beſeitigung und damit die Befreiung der
Reichsbahn von den politiſchen Laſten, ſind ein unbedingtes
Ge=
bot ſtaatsmänniſcher Einſicht.”
Herr Dr. Claß wandte ſich dann namentlich gegen den
ſchema=
tiſchen Gehaltsabbau der Beamten und führte u. a. aus: Die
Be=
amtenſchaft gehe nicht blind durch die Welt. Die Zukunft der Jugend
und des Volkes ſei bis an die Grenzen vorbelaſtet. Die
Beamten=
ſchaft wolle helfen und wolle auch Opfer bringen, ſie wolle aber
nicht die Fehler der Politiker überſehen. Die Beamtenſchaft wolle
ſich politiſch bilden. Zu der Kundgebung müſſe er bemerken, daß
deren Formulierung keineswegs zu ſcharf ſei. Es beſtehe heute
noch eine unbegreifliche Hetze gegen die Beamten. Redner
be=
faßte ſich weiter mit der neuen Notverordnung, zu der er noch keine
endgültige Stellung nehmen wolle, da man die Wirkung
abwar=
ten wolle. Auch von den Beamten verlange ſie ein Opfer. Man
müſſe es auf das ſchärfſte kritiſieren, daß hierbei wiederum eine
Politik der Geheimhaltung getrieben worden ſei. Beamten und
Beamtennachwuchs werden aufs neue bedroht. Bei Beleuchtung der
Einzelheiten der Notverordnung bemerkte er, die Preisſenkung
hätte zuvor vorgenommen werden müſſen. Die Kürzung des
Real=
gehalts betrage z. B. 88,2 Prozent des Friedensgehalts bei
Schaff=
nern, bei anderen Beamtenkategorien ſei das Verhältnis ähnlich.
Jetzt ſpreche man bereits von einer kommenden neuen
Beſoldungs=
ordnung, man ſpreche von einem „Zurück auf 1909‟. Er erkläre
aber, man wünſche in der jetzigen Stimmung keine neue
Beſol=
dungsordnung. Das Defizit, der Fehlbetrag des Staates, ſei und
könne auch diesmal nicht durch die Kürzungen beſeitigt werden.
Der Einzelne könne ſich unter Umſtänden „reich ſparen” ein Staat
könne ſich aber „tot ſparen”, tot ſanieren. In Deutſchland leide
man furchtbar am „Exportfimmel”, der innere Markt werde noch
zu wenig beachtet. Die Lage der Beamten charakteriſiere ſich
darin, daß mehr als zwei Drittel der Beamten Deutſchlands
weniger als 200 Reichsmark, mehr als vier Fünftel der Beamten
weniger als 300 RM. monatlich beziehen. Das wiſſe man
ſchein=
bar nicht in weiteren Kreiſen. Man könne ſich nicht wundern,
daß bei geſunkener Kaufkraft in einer Beamtenſtadt wie
Darm=
ſtadt im verfloſſenen Jahre 200 Geſchäfte geſchloſſen werden
muß=
ten, dem Anfang nächſten Jahres vielleicht 100 weitere folgen
würden. Zu den heſſiſchen Verhältniſſen müſſe er bemerken, daß
die Beamten in Heſſen am meiſten von allen gelitten hätten.
Eine Viertelminute vor 12 habe ſich nun der heſſiſche
Finanz=
miniſter zur Reichseinheit in der Beſoldung erklärt. Dieſe
Reichs=
einheitlichkeit möge aber auch reſtlos durchgeführt werden — Zu
ſeinem Bedauern müſſe er heute feſtſtellen, daß kein heſſiſcher
Mi=
niſter den Weg zu der Beamtenorganiſation gefunden habe. Auch
auf die Eingaben der Beamten ſeien keine oder nur ſehr
verſpä=
tete Antworten zu erhalten. Die heſſiſche organiſierte Beamten=
ſchaft verlange verankerte Garantien. Der im Landeskartell
zu=
ſammengeſchloſſene Beamtenblock laſſe ſich nicht kampfunfähig
machen, er verlange mehr gewürdigt und zu Rate gezogen zu
wer=
den. Man ſei bereit, mit jeder Partei zu verhandeln, man wolle
nur ſtaatserhaltend, volksbildend wirken.
Im Namen von 15 000 Reichsbeamten gab Herr Poſtſekretär
Schäfer die Erklärung ab, daß die von ihm vertretenen
Beam=
ten ſich voll auf die Ausführungen des Herrn Vorredners ſtellen.
Die Notverordnung habe ein hohes Maß von Verbitterung
her=
vorgerufen. Man vermiſſe in der Notverordnung den ſozialen
Zug, zum mindeſten hätte eine Freigrenze geſchaffen werden
müſſen. Man könnte ſich ja mit der Verordnung noch abfinden,
wenn mit ihr wirklich das geſteckte Ziel erreicht würde. Leider
beſtehe dazu, wenig Hoffnung. Mit der Politik der
Kaufkraftver=
nichtung müſſe Schluß gemacht werden. Man erwarte Rückkehr
zur Vernunft. Auch die Reichsbeamten wehren ſich nicht gegen
Opfer, ſie erwarten aber, daß die Opfer je nach der Tragfähigkeit
verteilt werden.
Für die heſſiſchen Staatsbeamten, Polizeibeamten und Lehrer
ſprach Herr Wink, der ſich in ſeiner Erklärung ſeinen
Vorred=
nern anſchloß. In längeren Erklärungen brachten für die
heſſie=
ſchen Gemeindebeamten Herr Zſchech, für den Heſſ.
Penſio=
närverein Polizeidirektor a. D. Biſchoff ihre reſtloſe
Zuſtim=
mung zu den Ausführungen des 1. Vorſitzenden Dr. Claß zum
Ausdruck.
Die oben angeführte Kundgebung wurde dann einſtimmig
an=
genommen.
Nach einer kurzen Pauſe ſprach nach einleitenden Worten des
Herrn Vorſitzenden Univerſitätsprofeſſor Dr. Lukas=Tübingen
über
„die Weltwirtſchaftskriſe‟.
In über zweieinhalbſtündigen Ausführungen behandelte
der Referent alle wirtſchaftlich aktuellen
Pro=
bleme. Er analyſierte zunächſt das Weſen der Kriſe und
ging dann auf die konkrete Wirtſchaftslage ein, wobeier
zwiſchen der Entwicklung der deutſchen Wirtſchaft von der
Stabi=
liſierung bis Mitte 1930 und von Mitte 1930 bis heute
untes=
ſchied. Zum Kriſenphänomen ſei zu bemerken, daß es Kriſen zu
jeder Zeit gegeben habe. Dieſe unterſchieden ſich aber weſentlich
von den heutigen, da es in früheren Jahrhunderten Kriſen
ele=
mentarer Herkunft waren. Heute hätten wir eine „Kriſe des
Ueberfluſſes”. Redner ſtreifte kurz die periodiſchen Kriſen des
19. und anfangs des 20. Jahrhunderts, die im weſentlichen
indu=
ſtrielle Kriſen geweſen ſeien. Fern liege ihm, die Kriſen als
ent=
ſchuldbar oder unvermeidbar zu bezeichnen.
Die Kriſen des Ueberfluſſes ſeien äußerlich charakteriſiert
durch ihre Periodizität, die allerdings eine Aeußerlichkeit ſei.
Be=
züglich des tieferen Weſens der Kriſen habe man verſchiedene
An=
ſchauungen. Die erogenen Gruppen z. B. ſehen die Gründe
der Kriſe in der Wiederkehr äußerer Störungen, in dem Sinn,
daß es nicht im normalen Wachstum der Wirtſchaft beſchloſſen
ſei, daß ſolche Kriſen kommen. Außerordentliche Veränderungen
außerhalb der Wirtſchaft ſeien alſo letzte Urſache einer Kriſe.
Gegen die exogene Auffaſſung ſpreche die „Geſetzmäßigkeit” der
Kriſe, die an ganz beſtimmter Stelle des Konjunkturzyklus
auf=
tritt. Die exogene Erklärung ſei danach nicht genügend. Er
ver=
trete den Standpunkt, daß „Kriſeninfektion” und „
Kriſendispoſi=
tion” vorhanden ſein muß, wenn eine Kriſe entſteht. Die
Kriſen=
dispoſition ſei zur Zeit der Hochkonjunktur ſtärker gegeben wie in
anderen Zeiten. An klaren Beiſpielen erläuterte der Referent
die Bildung „ökonomiſcher Kxeisſchlüſſe” und deren Störungen,
die in der freien Verkehrswirtſchaft zu Kriſen führen. Solche
Störungen der Kreisſchlüſſe können ſich ſehr leicht vervielfachen,
Die Kaufkraftzirkulation” ſei ein entſcheidender Punkt für eine
Wirtſchaftskriſe. Woher komme es, daß die Auswirkung der Kriſe
ſo kataſtrophal iſt? Seiner Anſicht nach trage die Schuld die
Ver=
quickung der Kreditgewährung (Kreditpolitik) mit der Frage der
zweckmäßigen Verſorgung der Wirtſchaft mit zirkulierendem Geld.
Der Vortragende definierte weiter eingehend die Begriffe des
Geld=Zahlungs= und Kreditweſens.
Weiter ſprach der Referent über die Einſchrumpfung der
Gold=
zirkulation und über die Folgen einer Goldthefaurierung, 3. B. in
Frankreich. — Auf die konkrete Lage der Wirtſchaftskriſe
ein=
gehend, unterſchied Profeſſor Lukas, wie oben bereits erwähnt,
die innerdeutſche Kriſe von 1924 bis Mitte 1930 und die
Wirt=
ſchaftskriſe von Mitte 1930 bis heute 1929 habe der Export noch
zugenommen. Ab Mitte 1930 machte ſich bereits bei uns die
Weltwirtſchaftskriſe, ausgedrückt in der ſtarken Abnahme des
Ex=
vorts, geltend. Von dieſer Zeit an. von Mitte 1930, ſei zu der
innerdeutſchen Kriſe die Weltwirtſchaftskriſe hinzugekommen. In
ſeinen weiteren Ausführungen behandelte der Redner eingehend
die Zuſammenhänge, die zu der großen Weltwirtſchaftskrife
führ=
ten. Er gab beſonders klare und erſchöpfende Erklärungen der
Preisgeſtaltung, der Effektenbewegung und der
Außenhandels=
geſtaltung und unterſtrich die ausſchlaggebende Wirkung der
Kauf=
kraftverminderung auf die Kriſe.
Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Dr. Claß gab dem Dank der Zuhörer nochmals Ausdruck. Die
Aufrollung der großen Probleme in klaren Zügen ſei für die
Zu=
hörer von großem Intereſſe und Wert geweſen. Er wünſche, daß
die Gedanken und Anregungen gute Früchte tragen mögen. Kurz
nach 19 Uhr ſchloß der Vorſitzende die Verſammlung des Heſſiſchen
Beamtenbundes und des Landeskartells des Deutſchen
Beamten=
bundes.
— Anthropoſophiſche Arbeitsgemeinſchaft. Im dritten
öffent=
lichen Vortrag dieſes Winters am Dienstag, dem 15. Dezember,
ſpricht Herr von Gleich, der ſich durch ſeine religionsgeſchichtlichen
Forſchungen und hier in Darmſtadt auch durch eine Reihe von
Vorträgen bekannt gemacht hat, über das Thema „Weihnachten
im Lichte der Anthropoſophie‟ — Der heutige Menſch hat es
ſchwer bei ſich den inneren Sinn rege zu machen für das
Weih=
nachtsfeſt. Wer noch oder wer wieder nach dieſem fragt dem kann
ſeine tiefere Bedeutung ſich erſchließen, ſeitdem im Abendlande
ein Wiſſen und Ahnen davon aufging, daß das Chriſtentum eine
myſtiſche Tatſache iſt. Ein Weg zu ihrem Verſtändnis iſt
gewie=
ſen, in aller Klarheit und Bewußtheit, und das ſcheue
Verwun=
dern kann dabei nur größer werden. (Siehe die heutige Anzeige)
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— „Dornröschen” das ſchöne und beliebte Kindermärchen,
ge=
langt heute nachmittag erſtmalig im Orpheum zur Aufführung.
— Es iſt dies die vorletzte der Märchenaufführungen des
Or=
pheums in dieſem Jahre, die ſich bei den Darmſtädter Kindern
großer Anhänglichkeit erfreuen. Wer die vorangegangenen
zahl=
reichen und zumeiſt vorzüglich wiedergegebenen
Märchenauffüh=
rungen geſehen hat, ſollte auch die beiden letzten heute und
nächſten Sonntag, nicht verſäumen, zumal die Eintrittspreiſe
äußerſt gering ſind. (Siehe Anz.)
— Der Verkehr zwiſchen Schwarz und Weiß.
Gouver=
nementsſekretär a. D. Dietz ſprach im Gewerkſchaftsbund der
Angeſtellten (GDA.) über die Verhältniſſe in unſeren Kolonien.
Eine beſondere Beachtung fand die Behandlung der Schwarzen.
Gerade dieſer Punkt war in unſerer Kolonialpolitik ein
außer=
ordentlich wichtiger, denn die Schwarzen waren ja die
Arbeits=
kräfte, die unbedingt gebraucht wurden. Herr Dietz zeigte nun
an vielen Beiſpielen, daß das Verhältnis zwiſchen Schwarz und
Weiß in unſeren Kolonien ſehr gut war. Daß die Behandlung
durch Deutſche die einzig richtige war, ergab ſich araus, daß
die Schwarzen während des Krieges treu zu den Deutſchen
hielten. Mit dem Weißen zuſammen, kämpften und fielen die
ſchwarzen Eingeborenen. Das dürfte wohl der beſte Beweis
dafür ſein, daß unſere Kolonialpolitik die richtige war. Eine
große Zahl von Bildern, darunter viele farbige, führte der
Vor=
tragende aus ſeinem reichen Schatz vor, die einen Einblick in die
Verhältniſſe der Kolonie gaben. Der GDA. hat damit gezeigt,
daß er allen Fragen unſeres Volkes das größte Intereſſe
ent=
gegenbringt. In vielen Veranſtaltungen wurde die Lage unſeres
Volkes behandelt. Ernſt und gewiſſenhaft wurde zu den
wirt=
ſchaftspolitiſchen Fragen bisher Stellung genommen, denn gerade
der Angeſtelltenſtand leidet beſonders unter der heutigen Zeit.
— Weihnachtsmeſſe in der Kunſthalle am Rheintor. Es ſoll
heute ſchon darauf aufmerkſam gemacht werden, daß im Laufe der
kommenden Woche die ausgeloſten Gewinn=Nummern der beiden
erſten, Freiporträts” an dieſer Stelle bekannt gegeben werden.
Wie ſchon erwähnt, haben die Gewinner der Freivorträts freie
Wahl des Künſtlers, deren Adreſſen ebenfalls veröffentlicht
wer=
den Die jeweilige Gewinn=Nummer muß dem auserwählten
Künſtler überreicht werden. — Große Freude iſt den Beſuchern
der Weihnachtsmeſſe durch die Tombola gegeben, die auch
ent=
ſprechenden Zuſpruch hat beſteht doch die Möglichkeit, eine
hoch=
wertige, von den Künſtlern ſelbſt geſtiftete, künſtleriſche Arbeit
zu gewinnen, die ſofort mitzunehmen iſt. Der Erlös der Tombola
fällt den ausſtellenden Künſtlern zu, das Los koſtet 30 Pfg. Die
Kunſthalle iſt täglich auch während der Adventstage von 10 bis
1 Uhr und von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.
— Deutſche Turnerſchaft „Edmund Neuendorff, der
2. Vorſitzende der Deutſchen Turnerſchaft, ſpricht am Sonntag,
den 13. Dezember, um 2220 Uhr (anſchließend an den
Sport=
bericht), im Frankfurter Rundfunk über das Thema: „Deutſche
Turner und iunge Generation.‟ Dr. Ed. Neuendorff iſt
bekanntlich der Direktor der Preuß Hochſchule für Leibesübungen
in Spandau. In der Deutſchen Turnerſchaft bekleidet Er.
Neuen=
dorff außerdem noch das Amt des Jugendwarts.
17270
nene Geschenk: Ein Stemmer=Kork! von 5.00 M. an.
Dadtut
Seite 6 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13. Dezemher .
Darmſtädker Fremdenverkehr
im Sommerhalbjahr 1931.
1. April 1931 bis 30. September 1931.
Zahl der Fremden: 1931 — 31062 (1930 — 30670).
Davon Deutſche — 29 020 (28 284), Ausländer — 2042 (2386). In
Hotels und Gaſthöfen wohnten 25 910 (26 589), in
herbergsarti=
gen Vereinshäuſern und Hoſpizen 4534 (3244), in
Jugendherber=
gen 618 (837).
Die Zahl der Fremden iſt um 392 Perſonen geſtiegen. An
Hotelfremden iſt ein Verluſt von 679 Perſonen zu verzeichnen,
ebenſo an den Jugendherbergen ein ſolcher von 219 Perſonen. Der
Verkehr in den Vereinshäuſern und Hoſpizen hat um 1290
Per=
ſonen zugenommen. Die meiſten Ausländer kamen aus:
Oeſter=
reich 529 (634) Holland 192 (184), England 148 (88) Schweiz 145
4201), Tſchechoſlowakei 142 (139), Schweden 133 (145), Vereinigte
Staaten 103 (132), Ungarn 102 (130).
Zahl der Uebernachtungen: 1931 — 45 679 (1930
— 45 433), davon Deutſche — 42 184 (40 166) Ausländer — 3495
(5267). In Hotels und Gaſthöfen 40 511 (41 321), in
herbergs=
artigen Vereinshäuſern und Hoſpizen 4550 (3275), in
Jugendher=
bergen 618 (837).
Die Zahl der Uebernachtungen iſt um 246 geſtiegen. An
Hotel=
übernachtungen iſt ein Verluſt von 810 zu buchen, ebenſo an den
Jugendherbergen ein ſolcher von 219. Die Zahl der
Uebernach=
tungen in den Vereinshäuſern und Hoſpizen hat um 1275
zuge=
nommen. Die meiſten Uebernachtungen brachten: Oeſterreich 1264
J5o
(870), Tſchechoſlowakei 283 (544). Holland 238 (515), Schweiz
(215), England 191 (134), Schweden 174 (405), Ungarn 172 (630)
Vereinigte Staaten 152 (204), Frankreich 130 (278), Polen 100
(347). Die hohen Uebernachtungsziffern des Jahre 1930
reſultie=
ren aus den Weltmeiſterſchaften der Studenten, die vom 1. bis
10. Auguſt 1930 in Darmſtadt ſtattfanden.
— Der reichbeſchickte Büchertiſch der Jugendvereinigung der
Petrusgemeinde wird heute um 11 Uhr im Jugendzimmer des
Gemeindehauſes (Anbau). Eichwieſenſtr. 8, eröffnet und iſt bis um
18 Uhr geöffnet. An den Wochentagen findet der Verkauf von
17—21 Uhr ſtatt.
— Johannesgemeinde. In der Johanneskirche predigt am
Sonntag nachmittag nicht Pfarrer Goethe, ſondern ein Kind
unſe=
rer Gemeinde, Herr Pfarraſſiſtent Friedel Kempf, der lange
Jahre hindurch in der Jugendvereinigung tätig geweſen iſt.
— Skiklub Darmſtadt=Odenwald. Im Rahmen der
Trocken=
ſkikurſe, welche augenblicklich durchgeführt werden, findet am
Don=
nerstag, den 17. Dezember, im Reſtaurant Sitte ein Vortrag des
Leiters dieſer Kurſe, Herrn Gießmann über „Ausrüſtung des
Ski=
läufers” und über „Pflege und Behandlung der Schneeſchuhe‟
ſtatt. Gäſte ſind willkommen. Zutritt frei. Der Anmeldeſchluß
für die Skikurſe, welche in den Weihnachtsferien für Jugendliche
und Erwachſene durchgeführt werden, iſt auf Samstag, den 19.
Dezember, feſtgeſetzt worden. Weitere Anmeldungen ſind im
Sporthaus Adelmann abzugeben, wo auch nähere Auskunft erteilt
wird. Zur körperlichen Vorbereitung für den Skilauf wurden zwei
Gymnaſtikſtunden eingerichtet, welche Montag, abends, in der
Turnhalle der Peſtalozziſchule (Leiter Herr Imbeſcheid), und
Don=
nerstag abend in der Turnhalle der Müllerſchule (Eingang
Hein=
heimerſtraße, Leiter Herr P. Fasler) durchgeführt werden.
Letz=
terer Abend iſt nur für die jüngere Sportmannſchaft gedacht.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Im großen Saale
des Klublokals fand die außerordentliche Hauptverſammlung zur
Feſtſetzung des nächſtjährigen Wanderprogramms ſtatt. Nach
einem ſtimmungsvollen Begrüßungschor der Geſangsabteilung
unter der bewährten Stabführung des Klubgenoſſen Muſiklehrer
Volz konnte der erſte Vorſitzende, Profeſſor Dr. Köſex, die
über=
aus gut beſuchte Verſammlung mit einem herzlichen „Friſch auf!”
eröffnen. Nach Verleſung des Protokolls der letzten
außerordent=
lichen Hauptverſammlung durch den 3 Vorſitzenden. Direktor
Schaefer, fand der von dem Wanderausſchuß unter ſeinem
Vor=
ſitzenden, Profeſſor Wentzel, ausgearbeitete neue Wanderplan, der
12 Wanderungen, vorzugsweiſe in das nähere Heimatgebiet,
vor=
ſieht, einſtimmige Annahme. Der geſchäftsführende Vorſitzende
des Hauptausſchuſſes, Dr. Götz, berichtete dann über den
Reichs=
verband der deutſchen Gebirgs= und Wandervereine mit ſeinen
250 000 Mitgliedern, zu dem der Odenwaldklub gehört, und über
die Vorteile, die dem einzelnen Wanderer in Zukunft aus dieſer
Mitgliedſchaft durch Vergünſtigungen mancherlei Art erwachſen
werden. Dann überreichte der 1. Vorſitzende dem Klubgenoſſen
Miniſterialrat Guntrum unter allgemeinem Beifall das Zeichen
für 40jährige treue Mitgliedſchaft, das Herr Guntrum mit
Wor=
ten herzlichen Dankes für das, was ihm der Odenwaldklub in
dieſen 40 Jahren an Heimatfreude gegeben, entgegennahm. — An
die harmoniſch verlaufene Hauptverſammlung ſchloß ſich ein
gemüt=
liches Beiſammenſein. Neben dem Sängerchor machten ſich dabei
das Orcheſter höherer Lehranſtalten und Herr Heiligenthal
beſon=
ders verdient.
Die Ausſtellung des ſtädt. Gaswerks, Eliſabethenſtr. 25½,
bleibt vor den Feſttagen Samstag= und Sonntag=Nachmittag
ge=
öffnet. Eine Beſichtigung der neuen Ausſtellungsräume kann
jedem Gasabnehmer nur wärmſtens empfohlen werden, da die
vielen Neuerungen an den Gasgeräten nicht allgemein bekannt
ſind. So beſitzt ein moderner Gasherd Ober= und Unterhitze, eine
bedeutungsvolle Einrichtung, die für die Herſtellung von Back=
und Bratgut von größter Wichtigkeit iſt. Die Neuerſcheinung der
Kleinwarmwaſſerbereiter hat die Gasküche zu der idealſten und
wirtſchaftlichſten Arbeitsſtätte der Hausfrau gemacht. Die
Gas=
heizung hat in den letzten Jahren durch die Einführung von
ver=
ſchiedenen Tarifen, die jedem einzelnen Verwendungszweck
ange=
paßt ſind, eine beſonders ſtarke Ausbreitung gefunden. In den
meiſten Haushaltungen macht man ſich heute mit dem Heizen
viel zu viel Arbeit und nutzt den Brennſtoff nur unvollkommen
aus. Dem abzuhelfen, iſt die Gasheizung berufen und befähigt.
(Siehe Anzeige.)
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Helia.
„Ihre Hoheit befiehlt”.
Ein Wintermärchen! Richtiger eine harmlos liebenswürdige
Perſiflage, die hin und wieder zur Satire wird, auf vergangene
Zeiten, auf Hofetikette und Prunk und auf Militär. Unſere
proſaiſche Zeit bietet den Filmregiſſeuren und Drehbuchmännern
ſcheinbar keinen Stoff mehr. Vielleicht muß ein „Märchen” auch
aus Zeiten ſeinen Stoff nehmen, die geweſen ſind. Es war
ein=
mal! Es ſoll ſchon einmal unter Napoleon oder unter Friedrich
dem Großen, vielleicht auch unter beiden, vorgekommen ſein, daß
ein Leutnant in unglaublich kurzer Zeit Hauptmann und Major
oder gar Oberſtleutnant geworden iſt. Ihre Hoheit, Käthe von
Nagy, bringt das Kunſtſtück fertig, den Leutnant Willy Fritſch,
in der ſchmucken Uniform ein ungewöhnlich ſchneidiger Leutnant,
dem man ſchon zutrauen kann, das Herz einer kleinen Hoheit
höher ſchlagen zu laſſen, vielleicht, auch in Liebe entbrennen zu
laſſen, zumal wenn dieſe Hoheit von der entzückenden kleinen
Käthe von Nagy, dieſem Perſönchen, das ganz Charme, ganz
Lie=
benswürdigkeit iſt, dargeſtellt wird. Dem Filmregiſſeur wird es
verziehen, wenn in dieſer luſtigen Tonfilmoperette Dinge
vor=
kommen, die ungewöhnlich waren. Daß ein Leutnant ſehr ſchnell
befördert wird, ſoll, wie geſagt, vorgekommen ſein. Daß ein
Gene=
ral aber in Leutnantsuniform zum Hofball kommt, ſollte ſelbſt
für eine Operette unmöglich ſein. Im übrigen aber iſt „Ihre
Hoheit befiehlt” eine charmante Angelegenheit. Eine ſehr heitere
Operette im Tonfilm, die nichts anderes ſein will und nichts
an=
deres iſt. Es wird ausgezeichnet geſpielt. Willy Fritſch trägt
ſeine von Szene zu Szene geſteigerte und immer mehr
orden=
geſchmückte Uniform ungewöhnlich ſchneidig. Ein Leutnant, wie
ein Gott. Dazu Reinhold Schünzel. Paul Hörbiger u. v. a.
Eine Anzahl netter Schlager und eine Reihe wundervoller
Bil=
der. Das Ganze iſt eine künſtliche Winterlandſchaft, die techniſche
Fertigkeit ſehr geſchickt an der Kitſchgrenze vorbeiführt. — Luſtige
und belehrende Beifilme ergänzen das gute Programm. **
*
— Im Union=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
Conradt Veidt in „Die andere Seite‟.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen vielſeitigen Wünſchen
ent=
ſprechend nochmals in Neuaufführung den luſtigen Militärſchwank
„Reſerve hat Ruh
In einer Film=Morgenfeier läuft im Helia=Theater heute,
Sonntag vormittag, der hervorragende Kulturfilm „Mit Byrd
zum Südpol” unwiderruflich zum letzten Male.
degen Schmupfen hilfe
Für 60 s in Apotheken und Drogerien.
Semon
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Das Schwurgericht verhandelte als letzten Fall i.
Periode gegen eine Gaſtwirtin, die lange Jahre in d
Darmſtadts zuſammen mit ihrem Mann eine Waldwirtſchl,
pachtet hatte, wegen Meineids. Durch Eheſtreitigkeiten ko
weit, daß die Frau den Offenbarungseid leiſten mußte.
Offenbarungseid ſoll ſie abſichtlich nicht ihr geſamtes Ei
angegeben haben, wie die Anklage annimmt, um ſich
etwm=
mögen zu retten. Die Frau beſtreitet das. Die in der 2
ſchrift aufgezählten Gegenſtände hätten nicht ihr, ſonderu
ihrem Mann, teils einer Brauerei gehört. Der Staoro
läßt die Anklage auf Meineid fallen und beantragt wegoe
läſſigen Fglſcheides 3 Monate Gefängnis. Das Gericht:
demgemäß! 2 Monate der Unterſuchungshaft werden ona
Für den Reſt erhält ſie eine dreijährige Bewährungsfriſ.
Nach über fünfſtündiger Beratung verkündete an
gegen 9 Uhr Landgerichtsdirektor Meyer das Urteil der Ge3
zu insgeſamt 1 Jahr und 9 Monaten Gefängn
urteilt. In erſter Inſtanz hatte er ſechs Monate Gefänn
halten. Seine Frau erhält wegen eines Betrugs um
Unterſchlagung 1 Monat und 10 Tage Gefangnu
mitangeklagte Chauffeur erhält wegen
Anſtiftung=
trug , Betrug in 14 Fällen und 2 verſuchten Betrugsfälleme
nate Gefängnis.
Von dem Stadtſchulamt Darmſtadt wird uns geſt
Zufolge Verfügung des Herrn Heſſiſchen Miniſters fürug
und Bildungsweſen vom 9. Dezember 1931 — K. M. IT
beginnen die Weihnachtsferien in dieſem Jahre
2 4. Dezember.
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymm=
Am Freitag, den 18. Dezember, ſpricht Univerſitätsprofzüg
W. Otto (Frankfurt) über „Die Gottheit und die Natun/k0
Homeriſchen Weltanſchauung . Eintritt frei. Gäſte willkockm
Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung
Darm=
ſtadt. Wir verweiſen auf unſere heutige Zeitungsanzeige mit der
Einladung zu unſerer 2 Winterverſammlung am kommenden
Mittwoch, dem 16. Dezember, abends, im „
Fürſten=
ſaal” bei Chriſt (Grafenſtraße), Herr Ing. A. Ernſting=
Darm=
ſtadt ſpricht in einem Lichtbildervortrag über das hochaktuelle
Thema „Meine Erlebniſſe als Teilnehmer der
deutſchen Wegener=Expedition in Oſtgrönland”
Herr Ernſting, der u. a. auch Mitglied der hieſigen Akademiſchen
Fliegergruppe iſt, war ein ganzes Jahr als Teilnehmer der
ge=
nannten Expedition bei deren Oſtſtation in Grönland und iſt erſt
kürzlich wieder zurückgekehrt. Die Wegener=Expedition ſelbſt, bei.
der ja der Expeditionsführer unter tragiſchen Umſtänden ums
Leben kam beſchäftigt mit ihren reichen Ergebniſſen gerade
gegen=
wärtig nicht nur die wiſſenſchaftlichen Kreiſe des In= und
Aus=
landes. Mit beſonderer Genugtuung dürfen wir darauf
hinwei=
ſen, daß dieſer Lichtbildervortrag der erſte iſt, der in Deutſchland
über dieſe Expedition überhaupt ſtattfindet. Zu dieſem
intereſſan=
ten Vortrag ſind ſelbſtverſtändlich auch die Angehörigen unſerer
Mitglieder ſowie ſonſtige Freunde von Handwerk und Gewerbe
herzlich eingeladen. Rechtzeitiges Erſcheinen dürfte ſich ſehr
empfehlen. (Näheres ſiehe auch in unſerer Anzeige in der
heuti=
gen Nummer ds. Bl.)
Der Reichskommiſſar für die vorſtädtiſche Kleinſiedlung
ſchreibt: Die Vorſchriften der Notverordnung vom 6. Oktober 1931
über die Durchführung der vorſtädtiſchen Kleinſiedlung und die
Bereitſtellung von Kleingärten für Erwerbsloſe iſt von manchen
Seiten zum Anlaß für Neugründungen von Geſellſchaften und
Vereinen genommen worden, die den Erwerbsloſen die Erſtellung
von Siedlerſtellen und Kleingärten in Ausſicht ſtellen. Zum Teil
haben derartige Geſellſchaften einen ſtarken Zuſtrom aus den
Kreiſen der Erwerbsloſen erfahren. In einzelnen Fällen hat
jedoch eine nähere Prüfung ergeben, daß dieſe Geſellſchaften nicht
in der Lage ſind, ihre Verſprechungen gegenüber den
Erwerbs=
loſen einzuhalten. Um die Erwerbsloſen vor Schäden zu
bewah=
ren, erſcheint es daher geboten, dieſen Vorgängen beſondere
Auf=
merkſamkeit zu widmen.
— Achtung. Rundfunkhörer! Am Montag, dem 14. d. M.,
ſpricht der Akuſtiker Dr. Albert Wellek=Wien durch den Wiener
Sender über Jörg Magers Elektromuſik=Forſchung, und zwar von
16.10 bis 16.45 Uhr — Dr. Wellek beteiligte ſich an der erſten
Uebertragung der Darmſtädter Elektro=Orgelmuſik anläßlich des
Vortrags Jörg Magers bei der Farbe=Ton=Konferenz von
Uni=
verſitätsprofeſſor Dr. Anſchütz in Reinbek bei Hamburg am 29.
September. Dieſe Vorführung war auf den Norag=Sender
über=
tragen worden. — Die „Hamburger Nachrichten” ſchrieben darüber
u. a.: „Außerordentlich intereſſant war im bunten Programm am
Mittwoch die Vorführung der elektro=akuſtiſchen Mager=Orgel, die
vielleicht die ganze moderne Muſiktechnik revolutionieren wird.
Es hätte ſich wohl gelohnt, in der Reportage die rein
muſikali=
ſchen Möglichkeiten dieſes Inſtruments näher zu erörtern, anſtatt
ſich über ſeine praktiſche Verwendung lang und breit zu
unter=
halten.”
DAerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt zunächſt der Haum
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am 0
dem 13. Dezember 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertten)
reit: Dr. med. O. Gros. Heinrichſtraße 49. Telephe
Dr. med. Holzmann, Schwanenſtraße 73. Teleplen
Dr. med. Kautzſch, Riedeſelſtraße 37. Telephon 880.
Es verſehen den Sanntagsdienſt und in der daron
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 12. bis 19. Dezend
Apotheke am Juſtizpalaſt. Bismarckſtraße 9, und die 0
apotheke, Kirchſtraße 10½
—Einbruchsdiebſtahl bei der Poſtſtelle in Kaichiaſ
. Dezember, zwiſchen 10.15 und 11 Uhr vormittags. iſt 1:
bekannter in den Dienſtraum der zum Poſtamt Friedberg /
gehörenden Poſtſtelle Kaichen eingebrochen und hat einens?,
mit 1165 RM. 65 Rpf. Bargeld entwendet.
Aus den Parkeien.
Deutſchnationale Frauengruppe. Anl
Adventsfeier morgen. Montag, abends ½8 Ut
großen Saal bei Sitte, ſeien unſere Frauen nochmals
erinn=
gebeten, vollzählig ſich dazu einzufinden. Ebenſo ucm”
laden wir die Mitglieder unſerer Ortsgruppe zu der Fe4 Zlubter
Freunde unſerer Partei und Gäſte willkommen. Wie I1: 4uc hinaus
kannt gegeben, wird Herr Pfarrer Struckmeier 9:ungen hattet
Paulskirche, Frankfurt a. M., eine Anſprache halten, citwitlten zu
Hilde Groß die Cornelius=Weihnachtsliede u paun gleichen
iſt ſterter geu
hules bedingt
Lokale Beranſtalkungen.
Wrag und geſt
erſcheinenden Rottzen ſind ausfchllkeßlich als Hinweife auf Knzeige wictl Muchte, der w
m keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
Mu Wentweder
L. Lar daß er
— Heſſiſche Familiengeſchichtliche,Ve
gung. In der Monatsverſammlung am Die
dem 15. Dezember, werden familiengeſchichtliche M.41
nungen ſowie neuere Arbeiten der Mitglieder vorgelegrich
ſprochen.
— Chriſtlicher Verein junger Männer
ſtadtE. V., Alexanderſtraße 22 (ehem. Inf.=Kaſerne). 9
hierdurch zu dem heute Sonntag abend ſtattfindenden Li‟
vortrag „Das heilige Land und die Stätten der Bibel!
lichſt ein. Freunde und Gäſte willkommen. Eintritt ffn
Heim iſt auch nachmittags von 3 Uhr an geöffnet. — Fern
wir zu unſerer Bibelſtunde am kommenden Mittwoch al-/
lich ein.
Taf fr
Uute
— Ludwigshöhe. Sonntag, nachmittags 4 Uhr./hcM 9. 00e
Aute und
Eien
Vereinskalender.
Vereinigung ehem. 116er Monatsverſ
Montag, den 14. Dezember, abends 8½ Uhr, bei Kam.
„Odeon”.
Tageskalender für Sonntag, den 13. Dezember 19000
Orpheum. nachm. ½4 Uhr, Deutſches Märchentheatern
röschen”. — Ludwigshöhe nachm. 4 Uhr: Ko0e
Konzerte
Ludwig. S
Alter Ratske
Cal Neſt zur Poſt” Geſelſhaftsahen
feier: „Mit Byrd zum Südpol”. — Kinovorſte!
Union=Theater. Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
— Theater=Reſt., ab 4 Uhr: Tanz. — Helie
ſpiele, Wilhelminenſtraße, vorm. 11.15 Uhr: Fſig
*
0
Alles, was mit Milch in Berührung kommt — Milchkannen, -Flaschen,
-Gläser- -Töpfe, Säuglingsflaschen — sollte aus gesundheitlichen
Gründen stets mit ( gespült werden! W entfernt nicht nur
Schmutz und Fett überraschend schnell und gründlich, sondern
auch jedth unangenehmen Geruch und desinfiziert
zugleich! Milch hält sich besser und frischer in W-
ge-
spülten Gefäßen.
Uhat desinfizierende, fett- und schmutzlösende
Eigenschaften zugleich! Daher beim Geschirrspülen,
beim Reinigen stets das arbeit- und zeitsparende U.
EBlöffel ( reicht für 10 Liter Spülwasser und kostet
nur etwa / Ptennig.
WHenkel’s Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel für
Haus- und Küchengerät. Hergestellt in den Persilwerken
Sonntchls. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 7
Fämpfende Jugend
ſiegendes Volk.
Von Heinrich Haſſinger. Darmſtadt.
Es iſt beſſer, daß zwei zuſammen ſeien, als daß aber müſſen wir alle, ſoweit wir mit unſerem Volke leben und
e ner allein ſtehe, ſie haben den Vorteil ihrer Ge=
n einſchaft. Fällt der eine, ſo wird er vom andern
gehalten. Wehe dem Vereinzelten! Wenn er fällt,
ſ, hat er niemand, der ihn aufrichtet.
hat ihre Probleme, und es ſchließt ſich aus von
iurrd ſeinem Volke, wer vor dieſen Problemen die
ſgen ſagzin und an ihnen vorübergehen möchte. Zu den
roblemachur die uns unſere Zeit ſtellt, gehört auch als eines
rwichtizan, und nächſten der Aufbruch der Jugend und der
Ein=
uren Generation ins öffentliche Leben.
uch de
trarunter zu verſtehen? Wer eine Zeitſpanne von
ig, mihſi, oder fünfzig Jahren, die hinter uns liegen
über=
ſcken kaunig r wird, einerlei, ob er ſich davon je bewußt
Rechen=
r lhat oder nicht, unſchwer erkennen, daß ſich in dem
nhältnicse: Jugend zu den Erwachſenen in dieſer Zeit eine
undlegeu WPandlung vollzogen hat. Noch um die
Jahrhun=
faſt ein ganzes Jahrzehnt noch danach war das
kes ein Erwachſenen=Leben, d. h. die Exponenten
Nnnde
6 Geſtaſt wieſes Lebens waren die Erwachſenen. Sie waren
als Eltern, als Lehrer und Erzieher, als
Lehr=
ren um 9 7 iſter, als Politiker und Wirtſchaftler die Richtung
gaben zu wen Weg vorſchrieben, den die Nachfolgenden, die
uigeren ſirationen alſo, zu gehen hatten. Wenn man der
gend eſü gewiſſen Spielraum ließ, ſo war es der in der
chfolge. (un glaubte es ihrem jugendlichen Wohlbefinden
nüdig z5 i—, ihnen nach Möglichkeit die Verantwortung
ab=
en, 1h: die Wege um jeden Preis anlegen und ebnen zu
Jugend ſollte, ſo lange es nur anginge, jenen Glanz
ſheit, der Freiheit von Verantwortung und eigenem
Unbe.
nmmiet haben. Wo es anders war, war es Ausnahme,
eili tion.
er Revolution iſt Evolution geworden. Im erſten
eres Jahrhunderts verſuchte die Jugend ſelbſt den
urſſtuch durch dieſe Front der Erwachſenen. Ihre For=
Aur einen Anteil an der Verantwortung auf das Recht,
ſatunen, ſelbſt in den Kampf eingreifen zu dürfen.
ſe ſelbſt betraf, ihr Durchbruch zielte alſo — zuerſt
gge n von allem Perſönlichen und Familjären — auf
hu= in das „Volk‟. Der Krieg, der ja — wenn auch
uräbergehend — eine Einheit des Volkes ſchuf.
be=
ſimt Vorgang, machte dieſen Durchbruch der Jugend
hamdeutiger Sieg aber, wie er ſich uns heute in der
dir Jugend an den Problemen unſerer Zeit und un=
BEumentiert, iſt eine Tatſache, und Tatſachen
zwin=
üAugnahme. Wie ſollen wir Erwachſenen uns zu
die=
ſchenilen? Sollen wir verſuchen, ſie rückgängig zu machen?
wemu er eine oder andere das für wünſchenswert hielte,
wäre m
rückw=
uiß, derd
in vorg
uBu konkek
ſge, da4
rnehr als eine nutzloſe Bemühung, das Rad der
Glsu drehen. Aber wäre es ſelbſt wünſchenswert?
47 Zuſtand war ſicherlich bequemer: die Wäſſerlein,
tigenen Gräben hübſch ruhig dahinfließen, ſind
leich=
ſchimen. Doch das Leben iſt nun einmal keine
Rieſel=
gäl men und ſtürzen die Bäche und da pfeift und
ſt der 409. Da greift die Jugend nach einem Teil der
Ver=
wortungc i” unſere Eltern und Führer früher allein tragen
hüſſen Au ten, und das Maß unſerer Verantwortung wächſt
mküber =N Hinaus, was früher die Erwachſenen der Jugend
rutr müber 3ülrrgen hatten; da ſetzt die Jugend ihre eigere Kraft
z um minmtillten zu helfen, und unſere Kraft muß ſich ſteigern.
z ſie dant gleichen Schritt halten will. Die Baſis des
Lebens=
pſes iſthſerter geworden, der Kampf ſelbſt ſetzt früher ein,
das abk ſedingt für uns alle erhöhte Bereitſchaft, erhöhte
mtworz wn und geſteigerten Kräfteeinſatz. Wer das rückwärts
dieren nhye, der wird ſich den Vorwurf nicht erſparen
kön=
eMlſentweder um der größeren Bequemlichkeit willen
volle, uc waß er es deshalb tun wolle, weil er ſich den
Auf=
chtrswurchſen fühlt, oder weil er ſie überhaupt nicht ſieht.
hueinäimlich, die die neue Situation, eben dieſer Auf=
Iſetd, an uns alle und alſo auch an ihn ſelbſt ſtellt.
gent) orwärts gegangen; und wenn wir etwa rückwärts
wolltlähdrnn könnte es geſchehen, daß wir ſie ganz verlieren.
ſelchesA ſe ſind dieſe Aufgaben? Sie können nicht ſein, der
etmn eue Gräben ziehen zu wollen, in denen ſich nach un=
Eill/Murd unſer Vorbeſtimmung gehen ſoll. Sie müſſen
füllas Streben der Jugend einzuleben, ihre Wege zu
en un d us dieſer Erkenntnis heraus unſere Verantwortung
Kraft ch=lfend und unterſtützend und bahnend einzuſetzen,
is um nN Gute und Fruchtbare, um das Geſunde und
Ge=
erhaltenn wa aber auch hemmend einzuſchalten, wo es um
Anfruck=tiw und Abwegige geht.
Nun him wir heute, rein von der Seite der
Lebensgeſtal=
her gunmen (denn um die handelt es ſich ja in erſter
2 zwemh lucklich unterſcheidbare Gruppen in unſerer Jugend:
Orgam irten, oder vielleicht, noch allgemeiner geſagt, die
Rtiertemlno daneben das bei weitem größere Heer der
Ein=
h. der ſüdiſchen, der Nachlebenden. Begriffe, die nicht
unbe=
t eine Ayraliſche Wertung enthalten müſſen, die keinesfalls
gleichaptzt werden dürfen. Und dennoch: finden wir unter
Letzt yur ſicherlich auch zahlreiche ringende und kämpfende
ſchen, ſ ne die Erſteren dank ihrer Orientierung insgeſamt
ipſer u inüüſſen deshalb als die deutſche kämpfende Jugend
ſeiſprochext erden. Sie ſtehen in hunderterlei verſchiedenen
„den um ſerrbänden und jeder Bund oder Verband hat ſeine
Jellen APé und Ziele. Ob wir aus unſerer individuellen,
tiſchen, 7yltnnſchaulichen oder kulturellen Einſtellung heraus
der 11MGruppe unterſtützen können oder wollen, darauf
mt es HRtuccht an, das iſt privateſte Angelegenheit. Begrüßen
ſoweit wir an ſeiner Entwicklung, Erneuerung und Feſtigung
intereſſiert ſind, daß dieſe Jugend grundſätzlich bereit iſt, zu
kämpfen und zu ringen um Sinn und Wert. Geſundung und
Ge=
ſtaltung ihres eigenen Lebens und des Lebens ihres Volkes,
Voraus haben ſie vor den anderen, wenn auch vielleicht noch nicht
die Erkenntnis, ſo doch den Inſtinkt, daßnur der wahrhaft
lebt, der für das Gemeinſame lebt. Und dieſer
In=
ſtinkt, der als Erkenntnis und Wiſſen doch meiſt erſt dem reifen
Menſchen bewußt wird, ſollte uns, wo wir ihn bei der Jugend
treffen. Anlaß zur Freude ſein, ſollte uns anregen, der Jugend
auf dieſem Wege mit allen Mitteln weiterzuhelfen. Allzu viele
Möglichkeiten werden wir bei der Zerriſſenheit unſeres Volkes,
die wir ja in der Jugend leider teilweiſe getreulich wiederfinden,
ohnesies nicht haben. Gerade deshalb aber müſſen wir das
Wenige, das ſich noch bietet, um ſo feſter ergreifen und fördern,
Und wem das gemeinſame Einſtehen der Jugend für
das Deutſche Jugendherbergswerk als wenig von
Bedeutung erſcheint in dem angedeuteten Sinne der
Gemeinſam=
keit und der Gemeinſchaft, der möge bedenken, daß in dieſem
Kampfe um Jugendrecht und Freude und Geſundheit die ganze
kämpferiſche Jugend — welche Schattierungen ſie auch im
einzel=
nen haben mag — zuſammenſteht. Gewiß, wir wollen uns vor
Ueberſchätzungen hüten, aber wenn dieſe Jugend, die wahrhaftig
oft genug gegeneinander ſteht, und vielfach wohl auch ſtehen muß,
auf dieſem Boden der Jugendherberge wirklich die erſten Begriffe
davon bekommt, daß das Wohl der Geſamtheit erſt das Wohl des
Einzelnen bedingt, daß es ſich hier um ein Werk des „
Miteinan=
der” und des Brückenbauens” handelt, dann wird dieſe Er= tags von 5 bis 6.30 Uhr, findet im evang. Gemeindehaus
wie=
kenntnis nicht nur ihr ſelbſt, ſondern unſeremganzen Volke
von Nutzen ſein. Denn dieſe kämpfende Jugend wird damit den
erſten Schritt tun, der den Sieg des Gemeinſchaftsgeiſtes
vor=
bereitet.
Ja, wir Menſchen vom Jugendherbergswerk tragen eine
Fahne vor uns her die uns alle in demſelben Streben eint. Aber
waren nicht auch ſchon welche unter uns, die mißtrauiſch und
über=
heblich auf dieſe einende Fahne blickten, und die lieber geſehen hätten,
wenn wir die Symbole der Gegnerſchaft und des Kampfes
her=
vorgezogen hätten und nach den verſchiedenſten Richtungen
mar=
ſchiert wären? Hielt ſie vielleicht der Wille zu gemeinſamer Ar= RM. beſtraft. — Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am
beit bei uns, oder war es nur das Streben nach Vorteil? Aber denen
möchte ich ſagen: Wie klein ſind doch ſolche Menſchen, die,
trotz=
dem ſie die Größe und Bedeutung einer einenden und nur
gemeinſam zu verwirklichenden Idee kennen, aus
reiner Eigenbrötelei und aus der Sucht, ſich Geltung zu
verſchaf=
fen, dieſer Gemeinſamkeit entgegenarbeiten. Iſt das der Weg, auf
dem wir unſere Aufgabe als Volk erfüllen können? Dürfen wir
doch — wir im Reichsverband der Deutſchen Jugendherbergen — für die Winterhilfe gibt bekannt, daß die Sammlerinnen in den
näch=
mit Recht ſtolz darauf ſein, daß wir bei aller Verſchiedenheit der
perſönlichen Anſichten des politiſchen, des wirtſchaftlichen Lebens.
uns dennoch in einem einenden Gedanken, zu einem gemeinſamen,
der großen Gemeinſchaft dienenden Werke zuſammengefunden
haben.
Ihr lieben jungen Menſchen in allen Gauen unſeres ſchönen,
weiten deutſchen Vaterlandes, wollen wir denen folgen, die den
Haß unddas Auseinander predigen, oder wollen wir nicht lieber
unſe=
rem ſchwergeprüften Volke zurufen: Sieh’, wie deine Jugend
zu=
ſammenſteht, zu gemeinſamer Arbeit, wie ſie ſich bemüht, über
das zeitlich Trennende hinweg das grundſätzlich Gemeinſame
herauszuſtellen, wie ſie beſtrebt iſt, im Menſchen des gleichen
Vol=
kes den Bruder zu finden, der bereit iſt, das Gemeinnützige, das
Zuſammenſchweißende, die Idee der Liebe und der Brüderlichkeit
zu verwirklichen! Wehe dem Vereinzelten! Wehe dem Volk, das
ſich zerſetzt durch den Egoismus und die Machtgelüſte ſeiner
Führer!
Ihr lieben jungen Menſchen in allen Gauen unſeres
Vater=
landes, wir wollen den diesjährigen Reichswerbetag für
unſer Deutſches Jugendherbergswerk nicht
vorüber=
gehen laſſen, ohne daß wir überall gegenſeitig einen tiefen Blick
wir auch kommen und nach welchen Zielen wir auch im einzelnen
dann werden wir in jedem jugendlichen Menſchen ein Feuer
bren=
nen ſehen, ein Feuer des ſtarken Wollens, ein Feuer der
Menſch=
lichkeit, genährt von dem Sehnen nach dem Verſtehen und Ver= amt abgeliefert werden.
ſtandenwerden, geſchürt von dem Willen, unſerem Volke zu dienen
durch Vervollkommnung unſeres Selbſt.
Das Jugendherbergswerk, das viel mehr Unterſtützung und
Förderung noch verdient, als es bisher erfuhr, iſt nicht unſer Letz= toffeln, 16 Ztr. Obſt. 15 Laibe Brot. 30 Pfd” Hülſenfrüchte,
tes und Höchſtes. Das Jugendherbergswerk, dem ich recht viele,
viele neue Freunde, Helfer und Förderer wünſche, kann nur ſein
— und dafür wollen wir ſorgen mit unſerer ganzen Kraft — ein
ſchön gehauener Stein zu dem großen Bau, den wir berufen ſind,
aufzuführen, dem harmoniſchen Bau unſeres Volkes.
In dieſem Wollen, in dieſem Streben wollen wir
zuſammen=
ſtehen, jung und alt, damit aus der kämpfenden deutſchen
Ju=
gend werde ein ſiegendes Volk, das den Weg aus Not und
Ver=
bitterung zur Höhe wieder findet. Denn:
1
Im Volk, das ſchafft mit kräft gen Händen.
I
Wohnt auch die Kraft, der Jetztzeit ganzes Leid
Zu Freud und Freiheit ſiegend einſt zu wenden:
Drum ruf ich’s meinen Brüdern: Seid bereit!
Den Bruder, der das Bruderwort verſtand, den
Faßt allmächtig der Begeiſtrung Flamme:
Mich knüpft an euch ein unzertrennlich Band:
Es iſt mein Stolz, daß ich vom Volke ſtamme!
1 i
Aus Heſſen.
3-Tages=Kurſus auf der Lehranſtalt Weſchnikmühle.
Zotzenbach. 10. Dez. Heute wurde auf der Lehr= und
Ver=
ſuchsanſtalt für Schweinezucht und =haltung Weſchnitzmühle von
der Landw.=Kammer ein dreitägiger Lehrkurſus eröffnet. Die
Anmeldungen für dieſen Kurſus waren derart zahlreich, daß eine
Zweiteilung erfolgen mußte, ſo daß ein weiterer Kurſus in der
kommenden Woche bereits zur Abhaltung gelangt. Aus allen
Tei=
len Heſſens und auch aus dem Badiſchen hatten ſich Kurſiſten
ein=
gefunden. Pünktlich um 9 Uhr wurde der Kurſus von Herrn Dr.
Dencker von der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer eröffnet, der
in einleitenden Worten auf die Bedeutung aller die
Schweine=
zucht und =haltung betreffenden Fragen hinwies. Anſchließend
fand ein gemeinſamer Rundgang durch die muſtergültigen,
inter=
eſſanten Einrichtungen der Anſtalt ſtatt. Das Tiermaterial
prä=
ſentierte ſich in beſter Weiſe. Anſchließend fanden drei Vorträge
ſtatt. Herr Dr. Dencker ſprach über: „Die Anatomie und
Phy=
ſiologie des Schweines” ſowie über das Thema: „Die
wirtſchaft=
liche Fütterung der Maſtſchweine unter Berückſichtigung der
ver=
ſchiedenen Maſtmethoden” während. Herr Dr Schönfeld,
Weſchnitzmühle, über „Die Einführung, in die Fütterungslehre‟
referierte. In den kommenden Tagen wird in erſter Linie die
praktiſche Ausbildung der Kurſiſten durchgeführt. Außerdem
wer=
den noch Vorträge gehalten von Herrn Oberlandwirtſchaftsrat
Dr. Rothert, Darmſtadt, Herrn Kreisveterinärrat Dr.
Schmidt, Heppenheim. und Lehrſchweinemeiſter Strehle.
Weitere Kurſe werden im Januar abgehalten.
Dg. Arheilgen, 12. Dez. Wohlfahrts=
Beratungs=
ſtunde. Am kommenden Mittwoch, den 16. Dezember
nachmit=
derum eine Sprechſtunde des evang. Kreiswohlfahrtsdienſtes ſtatt.
In dieſen Sprechſtunden, die allmonatlich in den größeren
Ge=
meinden unſeres Kreiſes abgehalten werden, erfolgt Beratung
und Auskunft in allen Fragen der Fürſorge und Wohlfahrtspflege.
F. Eberſtadt, 12. Dez. Bekämpfung der Biſamratte.
Da in letzter Zeit wiederholt das Auftreten der Biſamratte
be=
obachtet worden iſt, ſei an eine Polizeiverordnung des Heſſ.
Kreis=
amts Darmſtadt vom 9. Januar 1919 erinnert, nach der u. a.
jedes Auftreten der Biſamratte dem Kreisamt ſofort anzuzeigen
iſt. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldſtrafe bis zu 30
Sonntag, den 13. Dezember verſieht den ärztlichen
Sonntags=
dienſt Dr. med. Gaßner. — Beratungsſtunde. Am Montag,
den 14. Dezember, nachmittags von 3—4 Uhr, findet in der
Guten=
bergſchule wieder eine Beratungsſtunde der Mutter= und
Säug=
lingsfürſorge ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 12. Dez. Winterhilfe. Der Ortsausſchuß
ſten Tagen die ausgegebenen Karten abholen und die Geldſpenden —
wenn gewünſcht — auch in Raten einziehen. Die Naturalſpenden
wer=
den ebenfalls in den nächſten Tagen abgeholt. Zugunſten der
Winter=
hilfe veranſtaltet der Muſikverein am Sonntag, den 2. Dez.,
im Evangel Gemeindehaus ein Inſtrumentalkonzert — Wegen der
Maul= und Klauenſeuche, iſt nach einer Bekanntmachung der
Bürgermeiſterei nicht nur das Treiben von Rindvieh, ſondern auch
von Schweinen, Ziegen uſwp. auf den Ortsſtraßen verboten.
Bz. Reinheim, 12. Dez. Wie in jedem Jahre, ſo wird auch wieder
am 4. Advent der Turnverein Reinheim e V. (Deutſche Turnerſchaft)
vor die Oeffentlichkeit treten. Im Saalbau „Zur Spitze” wird die
Weihnachtsfeier der Jugendabteilungen ſtattfinden.
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 12. Dez. Am Mittwoch abend fand
im Saalbau Hönig hier ein Vortrag der Heag aus Darmſtadt über
das Thema „Elektrizität im Hauſe” ſtatt. Der Vortrag war ſehr gut
von der hieſigen Einwohnerſchaft beſucht. Es wurden den Beſuchern
verſchiedene elektriſche Gegenſtände vorgeführt, insbeſondere aber wurde
in den Geräten gekocht und gebacken. Anſchließend fand eine Verteilung
der zubereiteten Speiſen ſtatt.
Ds. Nieder=Kainsbach 12. Dez. Winterhilfe. Auf
Anord=
nung des Kreisamtes mußte auch in unſeren Oertchen eine Sammlung
in unſere jungen Seelen tun. Ja, wir wollen, aus welchen Lagern, für die =Winterhilfe vorgenommen werden. In eine Liſte, die der
Ortsdiener von Haus zu Haus trug, konnte jeder Einwohner ſeine
marſchieren, uns tief in die Augen ſchauen. Wenn wir das tun, Gaben, ſei es an Geldſpenden, Nahrungsmitteln, Kleidungsſtücken und”
dergleichen, zeichnen. Da in unſerem Orte jedoch nur wenige
bedürf=
tige Familien ſind, ſo ſollen 75 Prozent aller Spenden an das
Kreis=
w. Klein=Umſtadt, 12. Dez. Ergebnis der
Winter=
hilfe Durch Zuſammenſtellung von 132 Einzeichnungsbogen
er=
gab ſich folgendes Reſultat: Geldſpenden: 29 RM., 26 Ztr. Kar=
4. Ztr. Gemüſe, 17. Pfd. Fett, 4 Pfd. Fleiſch, 25 Pfd. Kohlen,
1 Pfd. Kaffee und eine größere Anzahl von Kleidungsſtücken.
Al. Höchſt i. Odw., 12 Dez. Vom Odenwaldklub. In der
Generalverſammlung der Ortsgruppe Höchſt erſtattete der 1. Vorſitzende,
Ober=Bahnhofsvorſteher Hillenbrand, den Bericht über das abgelaufene
Wanderjahr. „Trotz der wirtſchaftlich ſchlechten Verhältniſſe war die
Wanderbeteiligung noch ſehr gut, ſo daß wieder 27 Mitglieder
aus=
gezeichnet werden können. Der Rechenſchaftsbericht, erſtattet vom
Rech=
ner L. Reichart, ergab keinerlei Anſtände. Bei der Wahl des
Vorſtau=
des wurden die Aemter der beiden Vorſitzenden auf Wunſch des
ſeit=
herigen 1. Vorſitzenden getauſcht, ſo daß Herr Geh. Rat Seeger jetzt
1. Vorſitzender und Ober=Bahnhofsvorſteß— Hillenbrand 2. Vorſitzender
iſt. Die Wahl der übrigen Vorſtands= und Ausſchuß=Mitglieder ergab
nur kleine Aenderungen. Als Beiſitzerin wurde Fräulein Gretel Lohnes,
beſtimmt. Die Beitragsermäßigung von 4— auf 3.— Mk. pro Jahr
wurde gebilligt. Einige weitere Fragen, beſonders die Heranziehung
der Jugend zum Odenwpaldklub und die Aufſtellung des Wanderplaus.
für 1932, erläutert von Herrn Vermeſſungsrat Schönberger, fandon
ihre Erledigung.
Telelken-Preissenkang, dirihgebüihrt!
TEIEFUNKEN hat die Preise
über die Vorschriſten der Notverordnung hinaus gesenkt!
Für die Geräte, die schon am 1. Juli auf dem Markt waren, bis heute über 15 Prozent.
Für die übrigen Geräte - einschließlich der neuesten, erst im Dezember erschienenen
Appargte — hat TELEFUNKEN die Preise ermäßigt, obgleich nicht von der gesetzlich
angeordneten Preissenkung gefordert. So trägt TELEFUNKEN seinen Teil dazu bei,
den Freunden des Rundfunks den Kauf eines Gerätes auch jetzt zu ermöglichen.
Kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke
von TELEFUNKEN: Sie kaufen jetzt
schon zu den herabgesetzten Preisen.
loIE oFurschr
NK E
V E E Z
WFLTMARKE
Sonntag, 13.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Deienbernigt
für die Woche vom 13. bis 19. Dezember 191
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen,
Gießen—Fulda (zwiſchen Lauterbach und Neuters) vom 30
auf weiteres nur für den Langholzverkehr geſperrt.
Wallenrod, Heblos.
Hauptſtraßen in Hefſen:
Keine Sperren gemeldet.
Sonſtige Straßen in Hefſen:
Leihgeſtern-Watzenborn—Steinberg (Ortsdurchfahrt Stein
30. November bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gi
Langgöns, Grüningen.
4öln-Mainz (linksrheiniſch) Fernverkehrsſtraße. Der Vo
in Koblenz teilt mit, daß dieſe Straße zwiſchen gönt
pellen—Stolzenfels vom 1. Nov. bis auf weiteres eine
ſchränkung in der Weiſe erleidet, daß zeitweiſer
Richm=
eingeführt wird. Dieſer Richtungsverkehr wird durch
R. Ober=Kainsbach i. Odw., 12. Dez. Aus dem
Gemeinde=
rat. In der letzten Gemeinderatsſitzung lag ein Antrag der Firma
Ton= und Klinkerwerke A.=G., Zweigniederlaſſung Pfaffen=Beerfurth i.
Odw., vor. Die vorgenannte Firma verlangt von der hieſigen
Ge=
meinde eine Bürgſchaft in Höhe von 5000 Mark. Die Firma beſitzt an
der Vierſtöck eine Tongrube, in der verſchiedene Arbeiter aus der
hie=
ſigen Gemeinde beſchäftigt ſind. Es wurde von der Firma in Ausſicht
geſtellt, daß dieſe Arbeiter entlaſſen würden, falls die Bürgſchaft von
der Gemeinde nicht übernommen würde. Bei den heutigen
wirtſchaft=
iehen Verhältniſſen iſt es unſerer Gemeinde nicht möglich, eine
Bürg=
ſchaft von 5000 Mark zu leiſten, und der Antrag wurde daher
ein=
ſtimmig abgelehnt.
Bz. Reinheim, 12. Dez. Gemeinderatsbericht. Der
Ge=
meinderat beſchließt, bei den von der Forſtverwaltung feſtgeſetzten
Holzhauerlöhnen einen Zuſchlag von 10 Prozent infolge der ſchlechten
Arbeitsverhältniſſe zu gewähren. Dem Antrag der Arbeiter=Samariter=
Kolonne auf Anſchaffung einer Petranax=Starklichtlampe zwecks
Be=
leuchtung bei Unglücksfällen, Bränden uſw. in Höhe von 40.— M
ſtimmt der Gemeinderat zu Endgültige Vergebung der
Waſſerlei=
tungsanlage nach der elektr. Fabrik Kopp G. m. v. H. Die hier
vor=
geſehenen Arbeiten wurden dem Schloſſermeiſter Adam von Stein zu
ſeinem Angebot von 1185,05 Mk. übertragen. Das Holz im
Gemeinde=
wald ſoll in zwei Abteilungen geſchlagen werden.
Di. Wald=Michelbach, 12. Dez. Gemeinderatsſitzung. Die
Hundeſteuerſätze wurden feſtgeſetzt und betragen 6.— RM. für den
erſten, 10.— RM. für den zweiten und 14.— RM. für den dritten
Hund. Der Bürgermeiſter gab bekannt, daß für das Holzmachen im
Gemeindewald 70 Belverbungen eingegangen ſind. Es wurde beſchloſſen,
unter Berlickſichtigung der ſozialen Verhältniſſe möglichſt alle
Bewer=
ber zu verivenden. Wegen der großen Abſatzſchwierigkeit wird kein
Nutzholz gefällt. Die Löhne in Höhe von 4000 bis 5000 RM. werden
aus laufenden Mitteln beſtritten. — Die hieſigen Jagdpächter machten
die Gemeinde in einem Geſuche darauf aufmerkſam, daß durch die
zur=
zeit in der Gemarkung. weidenden 4 Schafherden der Wildbeſtand
be=
einträchtigt wird, und baten um Schutz durch die Gemeinde. Es wurde
beſchloſſen, dieſe Angelegenheit im Sinne der Antragſteller zu regeln.
— Auf Veranlaſfung des Arbeitsamtes Weinheim hält ab nächſter
Woche Gewerbelehrer Nahrgang einen Arbeitsloſenkurſus ab. Die
Ge=
meinde ſtellt für dieſe Abende koſtenlos einen Schulſaal zur Verfügung.
— Dem Turnverein Jahnbund wurde auf dem Weißkopf zur
Errich=
tung eines Sportplatzes ein Gelände zum Kaufpreis von 150.— RM.
überlaſſen mit der Beſtimmung, daß, wenn das Gelände nicht dem
an=
gegebenen Zweck zugeführt wird, es zum alten Kaufpreis wieder an die
Gemeinde zurückfällt.
Bt. Auerbach. 12. Dez. Gemeinderatsbericht. Zu Beginn
der geſtrigen öffentlichen Gemeinderatsſitzung wurde von einem
Rats=
mitgliede darauf aufmerkſam gemacht, daß in der Bevölkerung das
Ge=
rücht verbreitet ſei, wonach in der Gemeindekaſſenverwaltung etwas
nicht in Ordnung ſei, was man daraus ſchließe, daß der Kontrolleur an
der Kaſſenprüfung behindert worden ſei. Herr Bürgermeiſter
Blickens=
dörfer klärt dahingehend auf daß auf Grund einer diesbezüglichen
Preſſenotiz eine behördliche Unterſuchung darüber eingeleitet ſei, und
er werde nach Abſchluß derſelben dem Rat Aufklärung über die
An=
gelegenheit geben. Nach Art. 95 der neuen Gemeindeordnung habe der
Kontrolleur die ſtändigen unbeſtimmten und unſtändigen Einnahmen
zu prüfen. Herr Kontrolleur Pfeiffer erklärt, daß er über ſeine
Auf=
gabe als ſolcher genau unterrichtet ſei; er ſei an der Prüfung der
Belege niemals behindert worden. Es ſei ihm jedoch niemals
ein=
gefallen, die Kaſſe zu kontrollieren, da er hierzu gar nicht zuſtändig
ſei. Die kürzlich ſtattgefundene behördliche Kaſſenprüfung habe für
den Rechner das Reſultat gezeitigt, daß die Kaſſengeſchäfte
muſtergül=
tig geführt ſeien. Bei der Vorlage und Prüfung der Rechnung von
1929 wurde näch Art, 103 der neuen Gemeindeordnung das
Ratsmit=
glied Pfeiffer zum Vorſitzenden beſtimmt. Die Ueberprüfung der
Rech=
nung mit 5 Belegbänden ergab keinerlei Beanſtandung. Bei der
Feſt=
ſetzung der Hundeſteuer für 1932 wurden die Sätze aus dem Vorjahre
mit 24.— RM. wieder angenommen.
Af. Neu=Iſenburg, 12. Dez. Aus dem Gemeinderat. Ein
recht weitgehender Antrag der kommuniſtiſchen Fraktion auf
Winterhilfe der nach Schätzung der Verwaltung die
Auf=
bringung von 160 000 RM erforderlich machen würde wird nach
längerer Debatte in den Finanzausſchuß zurückverwieſen. — Die
Dp. Zwingenberg, 12. Dez. Odenwaldklub
Ortsgruppe des Odenwaldklubs unternimmt am kol=
Sonntag ihre letzte diesjährige Wanderung. Der Weg.
Zwingenberg über Auerbach nach dem Fürſtenlager ru
das Auerbacher Schloß wieder zurück nach Zwingenveray mt
Br. Langen, 12. De= Bei, der im hieſigen
RathausſfEuä=
gefundenen ordentlichen Mitgliederverſammlung der Bezim.,4Mhu
kaſſe begrüßte Herr Fabrikant Koch (Neu=Iſenburg) als Wlunku
des Aufſichtsrates die Erſchienen. Im vorigen Jahre wurde Mtm
Geſchäftsbericht ein Reingewinn von 38 122,75 RM. erziells e
ganze Betrag ſoll der Rücklage zugewieſen werden. Die Vormis
der Rechnung von 1930 und der Aufwertungsrechnung 1925—50
keine Anſtände ergeben. Die Einlagen waren ungefähr ſo vi
1929. Der Einlagenbeſtand war Ende 1930 auf 6 220 674,0
gewachſen. Die hieſige Bezirksſparkaſſe ſteht damit unter dei
ſiſchen Sparkaſſen an 14 Stelle. Alten und bedürftigen Einlins Fin
von ihren Aufwertungsvermögen bereits ½ Mill. RM. zuruch
worden. Auf Vorſchlag des Aufſichtsrates wurden die Tageg
Zeiten entſprechend gekürzt. Herr Kreisdirektor Dr. Merck ſ./
Anerkennung der Verwaltung der Kaſſe aus. Die ausſcheidenn
glieder des Aufſichtsrats wurden durch Akklamation wiedergenss
Mie
W. Heppenheim a. d. B., 12. Dez. Kunſtwerke eines
Heppenheimer Meiſters. In unermüdlicher Weiſe iſt
Herr Bildhauer Müller, ein Sohn unſerer Stadt, bemüht die
Zahl ſeiner Kunſtwerke zu vermehren. Seine ſchaffende Hand
formte am Hauptportal der katholiſchen Kirche einen
Chriſtus=
kopf, der in ſeiner plaſtiſchen Funktionsklarheit und Naturtreue
immer wieder überraſchend wirkt. Der Geſichtsausdruck bleibt in
feinfühliger Weiſe in erhabener Schönheit ſtiliſiert. —
Ernäh=
rungskurſus. Der kath. deutſche Frauenbund hielt einen
Kur=
ſus ab über neuzeitliche Ernährung, bei dem beſonders darauf
hingewieſen wurde, daß der überaus ſtarke Genuß von Fleiſch,
Eiern und Getreideprodukten nicht vollkommen eingeſchränkt,
wohl aber zugunſten der Gemüſeſorten etwas in den Hintergrund
treten ſoll.
— Hirſchhorn, 12. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
Pegel am 11. Dezember 1,72 Meter, am 12. Dezember 1,81 Meter.
mit einem ſchweren Gegenſtand das Fenſterkreuz eingeſchll,
die Dogge auf die Bewohner gehetzt. Als das Ueberfallkln
eingreifen wollte, hetzte man auch die Dogge auf die au
beamten. Es erfolgte daraufhin die Feſtnahme und Volz
vor ein Schnellgericht. Bei einem der Nationalſozialiſtei
ein feſtſtehendes Meſſer gefunden. Zwei Kommuniſten 1”
Schußwaffen abgenommen werden, auch ſie wurden verl=f.
Ad. Nieder=Olm, 12. Dez. Zur Sicherung des Eiſeris
mes bei Klein=Winternheim ſoll der Damm, der an der Unſin
Meter hoch iſt, bis 9 Meter unter der Krone abgetragen undd
Schleichſand wieder angeſchüttet werden. Die abzubauendes9
wird zu beiden Seiten des Dammes angeſchüttet. Die Arben
den nächſten Tagen durch 30 Arbeiter in Angriff genommen,
vöch, einmal
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Fubel Kius Vollsgenoſſen begrüßt, Spaniens größter Erzähler
ghlofolc Miquel de Unamuno, nach jahrelanger politiſcher
Ver=
dung ing Heimat zurück. Der vorliegende Novellenband
ver=
die y=ſtildenen Seiten ſeines Schaffens und gibt ein
geſchloſſe=
gild ſeügr ichen Perſönlichkeit. Zwei von den Novellen erſcheinen
erſtmah, Heutſcher Sprache.
D. Ma l: Die Weltanſchauungen der großen Denker. Reclams
„rſal=BAt ek Nr. 7053/54. Geh. 80 Pf., geb. 1,20 Mk. In unſerer
achtck ſeer das Intereſſe für philoſophiſche Dinge. Die
vor=
damitmg zeigt auch dem Laien einen Weg, wie er zu dem
erk / froßen Denker von Plato bis Schopenhauer und Lotze
süührltnis finden kann. Für jeden höherſtrebenden Laien,
üet angehenden Studenten der Philoſophie iſt ſein Werk
J. Mligus Briefe. In Auswahl herausgegeben von Friedrich
ſircheiſe. 2 eclams Univerſal=Bibliothek Nr. 7057/58. Geh. 80 Pf.,
u /,80 MTAne Auswahl der bedeutendſten Briefe Rouſſeaus, die
m anze 1tzſchaftliche Leben des großen Umgetriebenen miterleben
Glüheun Tiebesbriefe wechſeln mit den Schreiben an berühmte
dem fuſn enoſſen zuſtkaire, Diderot, Friedrich den Großen u. a.), Zeugniſſe
nach Zw hneren ütwickelung mit Charakteriſtiken der Zeitgeſchichte.
„iſtax Jüſickel: Sorge 13. Mit einem autobiographiſchen Nach=
Reelamlmiverſal=Bibliovhek Nr. 7055. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf.
Erzählcu Beigt Jungnickel von einer völlig neuen Seite: Der
Wanugusſch, dem der Himmel voller Geigen hing, iſt zum
Mamelsorden, mit feſten, faſt harten Zügen. Dieſe
meiſter=
en wedu zebaute xhöchlung gibt die ſtarke Geſtaltung einer Kinderſeele in=
„eines zlierten Geſchehens.
wuren mu Kalter Aubb; Bridge nach den neueſten Regeln nebſt allen Berech=
1) an zu harten. 10sxewählte Kartenſpiele, 5. Band.) Reelams
Univerſal=
ſteht dum othek Th./(6. Geh. 40 Pf. geb. 80 Pf. Das Werkchen kommt
rontalrhen Intereſſe für dieſes beliebteſte und modernſte
½ Myuſpiel zleeteen und iſt in erſter Linie für den Leſer geſchrieben,
gs Brutzhpel von Grund auf lernen möchte. Jedoch auch der
ſchrittenefieler wird Gewinn aus dieſem Büchlein ziehen, denn
„zngt nouch ne nche Neuigkeit, ſo die amerikaniſche „Berechnung der
nſt”, diuſi ar derbilt=Rechnung uſw.
derbert ſtKtuberg: Der Opfertod. Eine Hoffmann=Erzählung. Mit
utobni ap hiſchen Nachwort. Reclams Univerſal=Bibliother
1. GchA- Pf., geb. 80 Pf. Der bekannte Dichter geſtaltet hier
ver wa tyr zigen, von Humor durchblitzten Erzählweiſe einen
8 reinztlim Stoff. Im Mittelpunkt ſteht E. T. A. Hoffmann,
mantiſſüc=Archter, zu dem Eulenberg eine tiefe
Weſensverwandt=
fühlt. / Sem ganzen Zauber ſeiner grotesken und doch tief
lichen iFſimlichkeit erſteht Hoffmann vor uns. Der berühmte
70
m ſie in oſſer dert Eipattenbilder” hat dem Werk ſeine eigene literariſche
en wolltet zelte bi ugt.
F. med Ii=ed Brauchle: Naturgemäße Lebensweiſe. Reclams
rial=Bilklihe k Nr. 7052. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. Auch
zuſam=
bundema ut „Gekocht oder roh?” (Nr. 6994) und „Hypnoſe und
eſtiors N— 7028) unter dem Geſamttitel „Neue Lebensformen”
eineur T7k. Nachdem Dr. med. Alfred Brauchle, der leitende
Münis=Krankenhauſes in Berlin=Mahlow, die Fragen der
der ſuggeſtiven Nervenpflege in Sonderabhandlungen
Daru Morphium”. Mit einem Geleitwort von
Univerſi=
ſhd—. med. Wilhelm Liepmann. Horen=Verlag, Berlin=
Lid
werſe: Morphiniſt, ſchwerer Fall, berichtet hier, wie er zu
erz w und wie er es wieder los wurde. Das Buch, von
urhe geſchrieben hat keinerlei Hintergründe und zeigt
ßerſt raſomiplizierten Menſchen — aber die raſch hingeworfenen
beſon 8 won dem Verfall und der Entziehungskur, ſind doch
Indruck chl” und wohl geeignet, Leidensgenoſſen des Schreibers
W. M.
—noraliſ:4 Stoß und eine Hoffnung zu geben.
ſa Haru wman=Trilogie. (Preis 4,50 Mk. Verlag Oskar Meiſter,
dau i. is
e drei Rl. dieſer Trilogie: Gertrud Mae Leod, Das
andeln das Schickſal der be=
ühmten Tänzerin, die mit ihrem bürgenlichen Namen Gertrud Mac
Lcod hieß, von ihrer Verheivatung an bis zu ihrem Tode. Mata Hari
wurde am 15. Oktober 1917 als deutſche Spionin in Vincennes bei Paris
von den Franzoſen erſchoſſen. Die Roman=Trilogie iſt ein Lebensbild
von packender Wirkung und abſoluter hiſtoriſcher Treue.
Joſeph Konrad: Sonderbare Käuze. Drei Novellen. In der Sammlung
„Lebendige Welt”, herausgegeben von Frank Thieß. Stuttgart 1928,
J. Engelhorns Nachf. — Kartonniert 3,50 RM., in Leinen 5 RM.,
in Halbleder 7,50 RM.
In dieſen abenteuerlichen Geſchichten des berühmten Seefahrer=
Dichters offenbaren ſich ſeltſame Schickſole. Der weite Horizont des
Weltmeeres tut ſich auf; wenn auch die Handlung größtenteils in Häfen
ſpielt, iſt die geheimnisvolle, elementare Macht der See ſtets hinter allem
Geſchehen zu ſpüren. Wir lernen eigenartige Menſchen kennen, denen
der Dichter irgendwo in der Welt begegnet ſein mag und die er nun hier
in ihrer ganzen Abſonderlichkeit ſo greifbar lebendig vor us erſtehen
läßt, daß wir ſie nie wieder vergeſſen.
Ap. „Sonmertage‟. Von Grnſt Lange. (Verlag von Axel Juncker,
Ber=
lin W. 15.)
31 Gedichte in Proſa, in denen ſich Stimmungen der Seele,
Sehn=
ſucht, Liebesleid und =glück und Freude an den Schönheiten der Natur
und ihrem Zauber widerſpiegeln, geſchrieben in einer wundervoll
abge=
klärten rhythmiſchen Sprache, die ſich bei allem Schwung fern hält voi
Geſuchtem und Ueberſchwenglichem. Die Sehnſucht nach der Geliebten
findet z. B. in folgenden Zeilen Ausdruck: „Wenn heißen Sommertages
die Sonne ſinkt, müde Menſchen ihre Hütten ſuchen, um ſich am
heimat=
lichen Herd zu finden, dann irre ich durch die Fluren, erſehne dich.
Ver=
weile an den Oiten, die deinen Fuß trugen, rufe bang deinen Namen
den Winden zu, den gütigen Winden, die ſo oft den Klang deiner Stimme
zu mir brachten. Und wir ſind geeint — am Sommerabend — in Wind
und der geſegnetem Erde.‟ Aus vorſtehender Probe mag man den
Cha=
rakter und den Stil dieſer ſtimmungsvollen Lyrik in Proſa erkennen.
Das Buch wird von Freunden der Poeſie gerne geleſen werden und ihnen
zur Erbauung dienen.
Dalai=Lama. Roman von Waclaw Sieroſzewſki. Aus dem
Polniſchen überſetzt von J. M. Schubert. Leipzig, Heſſe u. Becker
Verlag. 399 Seiten. Broſſchiert Rm. 5.—; in Ganzleinen gebunden
6,50 Rm.
Das jüngſt= Werk des Dichters, der in Warſchau lebt und im Alter
von 68 Jahren ſteht, iſt der Roman „Dalai=Lama‟. Dargeſtellt werden
in dem Buche vornehmlich, Leben und Treiben der Mongolen, deren
Sitten Siereſzewfki genau ergründet hat. Die reich bewegte Handlung
ſpielt ſich unmittelbar nach Beendigung des Weltkrieges ab. Die
Ueber=
ſetzung des ſpannenden Romans iſt ganz ausgezeichnet.
Friedel=Starmatz. Der Roman eines Kindes. Geſchrieben für die
Jugend und alle, die Kinder lieb haben, von Mara Heinze=
Hofe=
richter. Mit zwölf Schwarzweißzeichnungen von K. Mühlmeiſter.
244 Seiten. Enßlin u. Laiblins Verlag, Reutlingen.
Wie einſt „Klein Hänschen” läuft Friedel Starmatz, der auch
„Träumerlein” genannt wird, in die weite Welt, um Vater und Mutter
zu ſuchen. Halb verſchmachtet wird er von barmherzigen Leuten für
kurze Zeit aufgenommen. Doch unnütze Broteſſer ſind nicht gerne
ge=
ſehen. So ſtapft er weiter die Landſtraße entlang, ſeinem ungewiſſen
Schickſal entgegen. Alles Lachen, Weinen und Sehnen der Kinderſeele
ſchwingt zwiſchen den Zeilen mit und ſchlägt jeden in ſeinen Bann. Das
Weihnachtsbuch für Mutter und Kind!
Axel Lübhe, Der Verwandlungskünſtler. Stuttgart 1928, J.
Engel=
horns Nachf. (In der Sammlung „Lebendige Welt” herausgegeben
von Frank Thieß) Kartoniert 3.— RM., in Leinen 4.— RM., in
Halbleder 6.— RM.
Die Hauptnummer einer italieniſchen Wandertruppe iſt der junge
Giovanni Schiechi. Vermöge beſonderer ſchauſpieleriſchen Geſchicklichkeit
und ſeltſamer ſeeliſchen Einfühlungsgabe kann er ſich in beliebige
menſchliche Geſtalten verwandeln. Der Zuſchauer Simone Donati kommt
beim Anblick Giovannis auf eine unheimliche Idee. Simones
todkran=
ker Bruder hat ſein ganzes Vermögen der Kirche vermacht. Wie, wenn
der Verwandlungskünſtler ſich nach dem vorerſt geheim zu haltenden
Tod des Bruders in deſſen Sterbebett legte und den Tod noch einmal
vor Zeugen ſpielte? Dann könnte er das Teſtament zugunſten Simones
ändern! Es gelingt Simone den harmloſen und verliebten Giovanni
für ſeinen teufliſchen Plan zu gewinnen. Und damit ſind die Würfel
gefallen. Unaufhaltſam, Schritt für Schritt, immer unheimlicher und
atembeklemmender entwickelt ſich nun die Handlung, deren großartiger
dramatiſcher Aufbau dies Buch als das geſchloſſene Kunſtwerk erſcheinen
läßt, das dem Dichter des „Kainsgrund” bisher gelang.
Cooper=Slevogt: Leberſtrumpf: Fünf Erzählungen. Aus dem Engliſchen
überſetzt und bearbeitet von Leonhard Adelt. Mit 124
Steinzeich=
nungen und 116 Initialen von Max Slevogt. (Volksverband der
Bücherfreunde, Wegweiſer=Verlag G.m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2.)
Der klaſſiſche Indianerroman mit ſeinen aufregenden,
farbenſchil=
lernden Abenteuern. Die Erzählungen, durch die unſterbliche Figur
ihres Helden „Lederſtrumpf” verbunden, ſind eine Folge von Epiſoden
aus der großartigen Geſchichte der nordamerikaniſchen Koloniſation, des
zähen Exiſtenzkampfes und der Vernichtung der roten Raſſe. Noch
heute hat die alte Indianerromantik ihren Zauber nicht verloren. Die
Illuſtrierung iſt ein Meiſterwerk Max Slevogts.
Laurids Bruun, Eine ſeltſame Nacht. Roman in vier Stunden. Stutt
gart 1928, Engelhorns Romanbibliothek, Band 1022. Broſchiert 1.—
RM., Leinen 1.75 RM., Halbleder 4.— RM.
Wie in ſeinen weltberühmten van Zanten=Romanen, doch auf
an=
dere Art, wirbt der Dichter auch hier für echtes, natürliches
Menſchen=
tum. In die wenigen Stunden einer mondhellen Sommernacht iſt eine
geradezu berſtende Fülle erregenden und entſcheidungsſchweren
Geſche=
hens zuſammengedrängt. Der verſchollene, aus konventioneller Feigheit
nicht geheiratete Geliebte ſteht urplötzlich mahnend und fordernd wieder
da. Lebenslügen werden offenbar; die unterdrückten Inſtinkte der
wah=
ren Menſchnatur erwachen, vom Zauber der Mondnacht aufgerührt, durch
die Worte des prächtigen Hausarztes gerufen und verteidigt, durch die
Ermordung eines reichen Verwandten und die gefährliche Krankheit
eines Kindes bald emporgejagt, bald zurückgeſchleudert.
„Er und Sie.” Eine moderne Geſellſchaftsrevue von Ola Alſen.
Illuſtriert mit 99 ganzſeitigen und eingeſtreuten Zeichnungen von
Prof. Ludwig Kainer. Preis 6,50 Mk., in Ganzleinen geb.
Dieſes Buch war eine Notwendigkeit! Sitten und Gebräuche der
Geſellſchaft haben ſich im letzten Jahrzehnt von Grund auf gewandelt.
Neue Lebensformen wurden wach. Sie durchzogen unſere Geſelligkeit,
und gegen ſie zu verſtoßen, iſt auch heute ſchon wieder ein Fehler, der
oft ſchwere Folgen zeitigt. Aus ſolchen Erwägungen entſtand dieſes
Buch. Ola Alſen, bekannt als eine der beſten Kennerinnen des modernen
Geſellſchaftslebens, gibt es nicht als Leitfaden, nicht als beſſerwiſſende
Erzieherin. Außerordentlich amüſant und mit bezwingender
Liebens=
würdigkeit läßt ſie zwei junge, lebensvolle und lebensluſtige Menſchen
über all die Dinge plaudern, die zu vollendetem Takt, zur beſten
Um=
gangsform führen können.
Mela Hartwig: Ekſtafen. Novellen. (Paul Zſolnay.) — Vier Novellen
von eindringlichſter Kraft und Größe. Mit ſchonungsloſer
Wahr=
heit zeichnet die funge Dichterin die letzten Heimſuchungen abwegiger
Menſchen, den tiefſten, ungeheuerlichen Aufruhr leidend verzückter
See=
len, ein Inferno ſelbſtbeſeſſener Triebe, Es fällt einmal das
erſchüt=
ternde Wort von der verſchwiſternden Gewalt der Not — und wahrlich,
Schweſtern in der Seelennot des Lebens ſind ſie alle: Agnes, Rune,
Sabine und die namenloſe Krankenpflegerin, die die Geſchichte ihrer
un=
erbittlichen Einſamkeit und hoffnungsloſen Liebe erzählt, den
vergeb=
lichen Aufruhr eines ebenſo klugen wie ſympathiſchen Herzens, das ſchier
verzweifeln will und ſich leidend zum Verzicht auf das Leben durchringt.
Michael Arlen, Kompromiß Venetia. Roman. 1. bis 10 Tauſend.
Aus dem Engliſchen übertragen von Elſe Baronin Werkmann.
Oktav. 496 Seiten. Broſch 5,50 ℳ. Ganzleinen 8 ℳ. 1928.
Leipzig, C. Weller &. Co., Verlag.
Wenn Galsworthy der Epiker der heutigen Geſellſchaft und
Shaw ihr Zerſtörer, iſt Arlen die Syntheſe, die dieſe zerſtörte,
zer=
ſtörende Geſellſchaft epiſch empfindet und behandelt. Man wird
an Galsworthy erinnert, weil die Situation, ſeeliſch und milieu=
wirklich feſſelnder Geſtalten.
Gottlieb Studer: „Ueber Gletſcher und Gipfel”. Herausgegeben und
mit einem Lebensbild verſehen von Dr. Ernſt Jenny. Mit 28
Bildern und Zeichnungen des Gottlieb Studer. Geh. 600 RM.,
Leinen 7,60 RM. (Engen Rentſch Verlag, Erlenbach=Zürich und
Leipzig.)
Ohne Uebertreibung darf man ſagen, daß der Berner Gottlieb
Stu=
der (1804—1890) der bedeutendſte Pionier der Schweizer Alpen geweſen
iſt. Er wanderte durch die Alpen zu einer Zeit, wo deren Kenntniſſe
in topographiſcher wie in touriſtiſcher und literariſcher Hinſicht noch
recht lückenhaft waren. Auch gab es damals, alſo beinahe vor 100
Jah=
ren, keine Schutzhütten, keine zuverläſſigen Führer, weder gute Karten,
noch aufſchlußreiche Literatur. Und vor allem fehlte es an der heute
faſt übermäßig entwickelten Technik des Bergſteigens. Umfomehr müſſen
wir Modernen die Leiſtungen Gottlieb Studers ſchätzen und ſein mit
Feder und Stift niedergelegtes alpines Vermächtnis als eine Grundlage
des Alpinismus würdigen. Klar und ſchön mit Wort und Zeichnung,
hat er das Ergebnis ſeiner vielen Bergreiſen beſcheiden feſtgehalten.
Wie kaum ein anderer jener Zeit hat er meiſterhaft die
charakteriſti=
n Eigenſchaften einer alpinen Landſchaft erfaßt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13. Dezemh
Jugendſchrifken.
aus dem Verlag Williams u. Co., Berlin=Grunewald:
Petra Poffierlich von G. Rae.
Petra Poſſierlich muß man einfach lieben. Man kann nicht anders,
ſo friſch und natürlich ſind alle ihre Streiche und Dummheiten, von
denen dieſes entzückende neue Tierbuch erzählt. Petra iſt ein richtiger,
lebendiger Bär. Sie iſt das jüngſte Bärenkind ihrer großen
Bären=
familie in dem Bärenzwinger der Stadt Bern. Oft gerät ſie in eine
Klemme, aber ſie rettet ſich mit ihrer luſtigen Geſcheitheit immer
wie=
der ohne fremde Hilfe daraus. Ueber ihre luſtigen Streiche muß man
lachen, und wer Tiere, und beſonders Bären, liebt, muß ſie um Petras
willen döppelt lieben.
Doktor Dolittles größte Reiſe von Hugh Lofting.
Doktor Dolittle, der nun verfilmt und auch als Theaterſtück
bear=
beitet, von ſeinen vielen Freunden aufs herzlichſte begrüßt wird, zeigt
in dieſem Buch, daß es immer wieder neue Gebiete gibt, auf denen er
ſeinen Forſchungsdrang und den ſeiner vielen Freunde und Leſer
be=
friedigen kann. In „Doktor Dolittles größter Reiſe” iſt ihm das
Stu=
dium der Tierſprache ſchon ſoweit gelungen, daß er ſogar bis zu der
Sprache der Inſekten vordringt. Der Beſuch eines Rieſenfalters, der
ſich in ſeinem Garten niedergelaſſen hat, intereſſiert ihn beſonders. Er
gibt ſchließlich dem Drängen Tommy Stubbins und der Tiere nach
und ſchlägt vor, wieder einmal Blinde Reiſe zu ſpielen Bumpo, der
Kronprinz der Jolliginki, öffnet den Atlas. Sein Bleiſtift trifft auf
den Mond. Unter vielen Fährniſſen, von denen Luftmangel und
Luft=
krankheiten nicht die kleinſten ſind, vollbringen ſie die Fahrt und
lan=
den glücklich auf dem Monde.
Pünktchen und Anton von Erich Käſtner.
Wieder hält ſich Käſtner daran, daß ein Kinderbuch zunächſt einmal
ſpannend ſein muß, ſpannend und wieder ſpannend. In der bunten
Berliner Nacht ſteht eine blinde Bettlerin mit ihrem Kinde bettelnd an
der Weidendammer Brücke. Mit ihr hat es eine geheime Bewandtnis.
Und wieder iſt es ein tapferer, kleiner Junge, der allen Erwachſenen
zuvorkommt und dem Verbrecher ein Bein ſtellt. Aber die Geſchichte
iſt weder blutrünſtig noch geſchmacksverderbend. Sie iſt leicht und luſtig,
voller kindlicher Witze und mit einem ſicheren Gefühl für die ſtrengen
Moralvorſtellungen des echten Kindes gemacht: Das Gute und das
Schlechte wird ohne Pathos und Salbung in ſeiner Wirkung gezeigt.
Das richtige Himmelblau, Der Maſchinenknabe und andere Geſchichten
von Béla Balazs.
Balazs fühlt ſich wie kaum ein anderer in die Geiſtes= und
Emp=
findungswelt der Kinder ein und ſchafft als wahrer Dichter Geſtalten
von einer ſtarken Leuchtkraft und unvergeßbarer Eindringlichkeit.
Wo=
hin er uns auch führt — ſei es in die Schule, ins Warenhaus, auf
ine Wetrfahrt zwiſchen Fahrrad und Roller, oder auf einem Dachboden,
ſeine einfachen, ohne alle Sentimentalität erzählten Geſchichten werden
zu Märchen des Alltags, die ſelbſt das modernſte Kind innig lieben
wird. Stets reiht ſich ein luſtiger Einfall an den andern, die
Span=
nung hört nie auf, und ſicherlich wird jedes Kind und auch jeder
Er=
wachſener, denn auch für Erwachſene iſt das Buch geſchrieben, es mit
einem Seufzer und der traurigen Frage: „Schon zu Ende?” aus den
Händen legen.
Reiſen mit Doktor Ueberall. Erzählt von Dr. Ueberall.
Doktor Ueberall, das iſt einmal ein Kerl, der es verſteht, mit
jun=
gen Menſchen durch die Welt zu reiſen. Was er ihnen erzählt, iſt
klar; deutlich, intereſſant, einprägſam, ohne aufgepluſterte Gelehrſamkeit
geſchrieben. Schon im Rundfunk hat er viele Freunde gewonnen; aber
dieſes Werk wird ihn noch beliebter bei unſerer Jugend machen. Was
in vielen anderen Büchern über Technik und Reiſen lehrhaft und
trok=
ken bleibt, hier wird es lebendig, friſch, humorvoll und anſchaulich
er=
zählt. Dinge der Technik unſeres täglichen Lebens, von denen wir im
allgemeinen nichts wiſſen und verſtehen, ſtehen auf einmal klar und
deutlich vor uns, eben durch die Fähigkeit Doktor Ueberalls, plaſtiſch
und anſchaulich zu erzählen.
* Pollyanna wächſt heran‟. Ein neues frohes Buch für die Jugend von
Eleanor H. Porter. (Raſcher u. Cie. A.G., Zürich.)
Die Fortſetzung des frohen, lebenbejahenden Buches „Pollyanna”
ſchrieb die Autorin und wird gewiß vielen jungen Mädchen mit dieſem
köſtlich=frohen Jungmädchenroman helle Freude bereiten. Gute, friſche
Erzählerkunſt eint die Autorin mit feiner Art, zu charakteriſieren, vor
allem aber weiß ſie Ton und Art, wie man zu jungen Mädchen
ſpre=
chen und womit man ſie feſſeln kann.
Franckhs Drehmobell „Zweitaktmotor‟. Darſtellung der Arbeitsphaſen
durch bewegliches Pappemodell in 5 Farben. D.R.G.M.
Franckh=
ſche Verlagshandlung in Stuttgart. Preis 1,20 RM.
Das Herz von Motorrädern, Kleinautos, Motorbooten, den
Zwei=
taktmotor, lernt auch der, der keine techniſchen Vorkenntniſſe und nicht
die Phantaſie hat, um ſich techniſche Vorgänge klarzumachen, bis ins
Einzelne verſtehen, wenn er Franckhs Drehmodell des Zweitaktmotors
zur Hand nimmt, denn hier braucht er nur eine Pappſcheibe zu drehen,
und ſchon beginnt der Motor zu arbeiten, und das hochintereſſante
Modell zeigt auf einen Blick alle Vorgänge im Innern des Motors.
Pfänder=Roulette das luſtige, abwechſlungsreiche Geſellſchaftsſpiel.
Franckhſche Verlagshandlung, Stuttgart. D.R. G.M. Deutſches
Reichspatent. 1 RM.
„Pfänder=Roulette”, — das hört ſich geheimnisvoll an, klingt nach
Spielhölle, Rieſengewinn oder Vermögensverluſten, iſt aber viel
harm=
loſer und vor allen Dingen viel erfreulicher, als man nach dem Namen
ſchließen könnte. Das Pfänder=Roulette der Franckhſchen
Verlagshand=
ung, Stuttgart, iſt ein Spiel, und alles ſpricht dafür, daß es gerade
wegen ſeiner Einfachheit und Billigkeit das Spiel dieſes Winters
wer=
den wird.
Hans tor Straaten: Die Technik des Erfolgs. Ein ſtattlicher
Ganz=
leinenband 5 RM. (Felſen=Verlag, München 19.)
Tor Straatens Werk enthält einmal die Reſultate der bisherigen
Erfolgsforſchung, und zwar ſowohl der mehr akademiſchen Theoretiker
wie Profeſſor Marbe, Profeſſor Moede, Profeſſor Seyffert und Dr.
Lyſinski, als auch der lebensnäheren Erfolgspraktiker wie Caſſon, Dr.
Guſtav Großmann, Dr. Kurt Kauffmann und Schellbach. Aber tor
Straaten gibt dazu noch weſentlich neue Erkenntniſſe. Er dringt tiefer
ein in die Geheimniſſe des Erfolgs; es gelingt ihm, die Grundregeln
des Erfolgs aufzudecken und ſie dem Leſer ſo klar vorzulegen, daß ſie
faſt wie Selbſtverſtändlichkeiten erſcheinen. Er erläutert ſodann die
Grund=
regeln an einer Fülle von Beiſpielen jeglicher Art. Jeder iſt imſtande,
von dieſen Grundregeln aus das zu finden, was er für ſeinen Erfolg
braucht.
zut und ſicher Skifahren. Das Neueſte in Skitechnik und Skitraining.
Von A. Glucker=Stutt art. Auf Kunſtdruckpapier mit 36
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dern. Preis nur 1,25 RM. (Süddeutſches Verlagshaus G.m.b.H.,
Stutgart.
Jedes Buch dieſes Autors iſt ein ſportliches Ereignis! Diesmal
behandelt Glucker mit der ihm eigenen Klarheit das geſamt Gebiet des
Skilaufs unter Berückſichtigung der neueſten und bewährteſten
Ski=
technik; gibt wertvolle Ratſchläge für Skitraining und richtiges Atmen
beim Skilauf. Alles in allem iſt es ein überaus praktiſches
Uebungs=
buch für Anfänger, wie auch für Fortgeſchrittene. Dies zeigt der reiche
Inhalt.
Der Wetterwart vom Montblane, Roman von Günther Sieber,
iſt jetzt im Verlag Wilh. Grunow, Leipzig, in „neuer Auflage
er=
ſchienen, nachdem die 1.—3. Auflage ſchnell ausverkauft waren und
auch die Verfilmung für Populariſierung des Romans geſorgt hat.
Eine Beſprechung des Romans iſt im D. T. ſeinerzeit erfolgt. *
* lhlenköper, Heidegeſchichten und andere Erzählungen von Hedwig
Marx. (C. F. Winter, Darmſtadt.)
Uhlenköper, das ſoll heißen Erlenkäufer, und „Erlenkäufer” iſt der
Scherzname der Bewohner von Uelzen, dem Geburtsort der Verfaſſerin
dieſer köſtlichen Geſchichten, die in Darmſtadt 1920 ſtarb, nach einem
kurzen Eheglück im Pfarrhauſe. — Das Vermächtnis dieſer Frau, die
von ſeltener Gemütstiefe und von beiſpielgebender Vaterlands= und
Heimatliebe war, iſt gar köſtlicher Art, ſo daß es ſich weit, weit
unter=
ſcheidet von ach ſo vielem, das heute geſchrieben und gedruckt wird.
Liebe und Treue ſind das Grundmotiv all dieſer Erzählungen, durch
die oft ein ſonniger Humor lichtert. Sie ſind vor Jahren in
Tages=
zeitungen und Zeitſchriften erſchienen, und die Herausgeber haben
Recht, wenn ſie ſie ſo hoch einſchätzten, um ſie der Vergeſſenheit zu
ent=
reißen. Es iſt ein köſtliches liebes Buch daraus geworden, nicht frei
von Tränen, aber überſtrahlt von viel Sonne, die aus der Liebe
*
ſtrahlt. —
* Vergeſſene Hiſtoria. Unter dieſem gemeinſamen Titel erſchienen zwei
Bücher von Friedrich Sieburg, denen in der Gegenwart erhöhte
Bedeutung zukommt: „Vendée” und „Frankreichs rote
Kinder”.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter. E
6.45: Gymnaſtik, Wetter. O 7.15: Wetter. — Konzer
platten). O 7.55: Waſſerſtand. O 12: Zeit, Wirtſchattsm
12.05: Konzert. O 12.40: Nachrichten, Wetter. O 12.,55- 1
Zeitzeichen O 13: Konzert (Fortſ.). O 13.50: Nachrichten
Werbekonzert. O 14.45: Gießener Wetterbericht. 1507
Wirtſchaftsmeldungen. O 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmelikt!
Sonntag, 13. Dezember.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michsf
8.15: Oifferten im Saargebiet: Katholiſche Morgenfeier
10.00: Laienmuſik. Georg Ph. Telemann zum 250. Geb‟
Aust.: Mitglieder des Funkorcheſters und =chores.
10.45: Stunde des Chorgeſangs. Bockenheimer Liederfron=
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Meine Seele erhebet den
12.15: Berlin: Konzert.
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Mi
14.00: Dr. Dencker: Die Anforderung des Marktes an dit
und Fleiſchverſorgung — Dr. Buſemann: Was geht in d
vor und was geht es mich an?
15.00: Stunde der Jugend: Märchen. Mitw.: Funkorcheſte
16.00: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters,
17.00: Mannheim: Adventsſtunde.
18.00: Europäiſches Geſpräch. Deutſchland und die Tſchech=
18.40: Die Dämmerſtunde
19.00: Berlin: Reichsminiſter Dr. Groener: An die Jugene sEntlicheE
19.20: Sportnachrichten.
19.30: Prinz Ligojans Brautfahrt. Nach einem Märchen mnizuf dieser
derſen, von Elſe Holle=Hellmund. Muſik von H. Reutte
20.30: Offenburg: Alte deutſche Weihnachtslieder von F.
Zerriee in rie
Badiſcher Kammerchor.
21.00: Unter dem caraibiſchen Mond. Beiträge von Seabpialy/1 für 6 Personel
21.
Katz, K. Maſt u. a. — Dazwiſchen: Original=Schalplatier zwertiee, koml
45: Volkstümliche ungariſche Nationalmuſik des 17.
Jahrhunderts.
Drbarnitaren,
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
h-Gbarnitaren,
22.50: Tanzmuſik der Funkkapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Progranm
Gymnaſtik e 6.45, 18.55: Zeif, Wetter für den Larzm
ca. 6.50: Frühkonzert O 10.35, 13.30: Nachrichten o 12: 7
für den Landwirt O 12.05: Schallplatten bzw. Schulfunk. g
Nauener Zeit. O 14.00: Schallplatten. O 15.30: Wetter,
In „Vendée” greift er mit dem ſicheren Blick des Hiſtorikers und
Schriftſtellers eine Epiſode aus dem weltgeſchichtlichen Ereignis der
franzöſiſchen Revolution heraus, die ein beſonders charakteriſtiſches
Licht warf auf die franzöſiſche Provinz in der nach Tradition Pfarrer
und König regierten. Indem er einfach und realiſtiſch das Leben ſelbſt
ſprechen läßt, geſtaltet er ſtarke Dramatik des Geſchehens. — In
„Frankreichs rote Kinder” behandelt er die erſten Koloniſationen und
Kämpfe und Aufſtieg und Ende Pontiacs des Freundes Montcalms
und des größten der roten Söhne Frankreichs, deſſen Untergang auch
der von Frankreichs Herrſchaft war. (Societäts=Verlag, Frankfurt.) *.
Deutſche Welle: Sonntag, 13. Dezember.
6.30: Funk=Gymnaſtik.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Miäet
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwir=
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Dr. Stahl: Verbilligung der Schweinefütterung
8.55: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſon
— anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: W. Bolk: Der Jugendführer, Euer und Eurer Kinder
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Meine Seele erhebei den Geck
12.00: Großes Militärkonzert der Vereinigten Muſikkorps deen?
kreis=Kommando 3, 8. Muſikkorps des Standortes Greßtrs
13.20: Mittagskonzert. Sinfonie=Orcheſter der Schutzpolizei 74
14.00: Otto Brües lieſt aus eigenen Dichtungen.
14.25: Dr. Behrend: Original=Genies unter den Dichtern.
14.45: R. Spörry, W. Liachowſky u. Dr. Michaelis: GoeA
das deutſche Lied.
15.05: G. Roch: Eindrücke beim Beſuch der Pariſer
Kolonin=
ſtellung 1931
15.30: Populäres Orcheſterkonzert. Notſtandsorcheſter Berlit
ca. 16.30: Ina Seidel: Wir wollen helfen.
17.30: Bücherſtunde.
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18.00: Magdeburg: Weihnachtsmuſik d. Bachgemeinde. Ausſ.*203
chor und Reblingſcher Geſangverein.
19.00: Reichsminiſter Dr. Groener: An die Jugend.
19.15: Min.=Dir. Dr. Grieſer: Die Kunſt zu geben.
19.45: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Ilia Livſchafoff.
20.30; Köln: Das Hollandweibchen. Operette von E. Kaln.
2.15: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Hans Schindler — Einlages
ſchnitt aus dem Eishockeykampf zwiſchen Ottawa=Nanaiu=
Berliner Schlittſchuhklub im Berliner Sportpalaſt.
Zlume
Ein Geschenk erzählt:
Lange vor Weihnachten ging ich in den Besitz einer Dame über.
Sorgtältig, vor fremden Augen behütet, bewahrte man mich auf.
Am Weihnachtsabend entfernte man meine Umhüllung. Für, die
Frau des Hauses war ich bestimmt. Als Sie mich sah, war des
Jubels kein Ende, Viel schönes sprach man über mich. Man
lobte meine gute Oualität; etwas selbstverständliches bei meiner
Herkunft aus dem Hause Strauss & Mayer.
Jeden Tag beglückte ich meine neue Besitzerin immer wleder,
weil Sie die Vorzüge der Lieferfirma aus früheren Käufen kannte.
Machen Sie es auch so wie ſene Dame, Wählen Sie Geschenke
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Seite 12 — Nr. 341
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13. Dezenf
Erna Landzeitel
Georg Müller
Verlobie
Darmſiadt
Kirchſtr. 1
Kirch=Beerfurth
Hauptſtraße
Für die anläßlich unſerer Silbernen Hochzeit
er=
wieſenenAufmerkiamkeiten ſagen wir allen Freunde
und Bekannten auf dieſem Wege unſeren herzlichſien
Dank. Beſonderen Dank der „Sängerluſi”
Rektor Hangen und Frau.
Roßdorf, 12. Dez. 1931.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe
Tochter, unſere herzensgute Schweſter, Schwägerin
und Tante
Fräulein
heute nachmittag‟/,2 Uhr von langem und ſchwerem,
mit größter Geduld ertragenem Leiden im Alter
von 47 Jahren zu erlöſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Würſching.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1931.
Karlsſtraße 105,
18049
Die Beerdigung findet am Dienstag, 15. d. Mts.,
nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Friedhofes an
der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Samstag Nachmittag verſchied nach ſchwerem
Krankenlager unſere langjährige Angeſtellte
Fräulein
Aund Turſchng.
Die Verſtorbene war ununterbrochen faſt 22 Jahre
in unſerem Hauſe tätig.
Sie war eine treue Mitarbeiterin, beſcheiden
und von hoher Pflichterſüllung.
Wir werden ihr allezeit ein ehrendes Andenken
bewahren.
Für die Geſchäftsleitung der
Gebr. Rothſchild G. m. b. H., Darmſtadt
Sigmund Rothſchild.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1931.
(18060
Nach längerem ſchweren Krankenlager iſt
Sams=
tag Nachmittag
Fräulein
Ailnd Tarſchng
von uns geſchieden.
In gemeinſamer Arbeit war ſie uns viele Jahre
eine treue hilfsbereite Kollegin, die uns in ihrem
beſcheidenen Weſen immer ein Vorbild war.
Ihr Andenken werden wir ſtets in hohen Ehren
halten.
Das geſamte Perſonal der
Gebr. Rothſchild, 6. m. b. H., Darmſtadt.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1931. (18059
Dankſagung.
Für die vielen und wohltuenden Beweiſe herzlicher
Teilnahme, durch zahlreiche Beileidsbezeugungen und
Blumenſpenden bei dem Heimgang meines nun in
Gott ruhenden innig geliebten Mannes, meines guten
und lieben Vaters, Großvaters, Schwiegervaters,
Schwagers und Onkels
Adam Scheerer
Stadtkaſſebeamter
Todes-Anzeige.
Heute morgen verſtarb nach kurzem
ſchweren Leiden mein lieber Mann,
unſer guter Vater, Bruder, Schwager
und Großvater
Herr
Heinrich Schmidt.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Schmidt Wwe.
Darmſtadt, den 11. Dez 1931.
Heinheimerſtr. 48.
(17962
Die Beerdigung ſindet am Montag,
den 14. Dezember, nachm. 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhot ſtatt.
Derjenige Herr,
welcher ſeine
Dame liebt
u. ſchätzt, lenkt ſeine
Schritte ins
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waren=Fachgeſchäft.
Daſelbſt findet er
das paſſendſte
Weihnachtsgeſchenk
in Damen=, Beutel=,
Beſuchs= und
Reiß=
verſchluß=Taſchen in
großer Auswahl zu
billigſten Preiſen.
Karl Möſer
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fabrikation,
Nd.=Ramſt.=Str. 27.
Kein Laden!
Rabatt 10 Prozent.
(17312b)
Für alle Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſo=
wie für das treue Gedenken an unſern
teuren Entſchlafenen, ſage ich im Namen
der trauernden Hinterbliebenen herzlichen
Dank. Beſonders danke ich der Metzger=
Innung und ihrem Männerchor für die
Ehrung des Heimgegangenen beim
Be=
gräbnis.
Hermann Lautenſchläger.
Darmſiadt, Dezember 1931.
(17968
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Die Beweiſe aufrichtiger Liebe und Anteilnahme bei
dem Heimgange unſerer teueren Gattin und Mutter
ſind uns in ſo großer Anzahl zu Teil geworden,
daß es uns unmöglich iſt, jedem einzeln zu danken.
Allen denen, die uns durch ihre liebevolle
Anteil=
nahme getröſtet und geſtärkt haben, ſagen wir
des=
halb auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
W. Niebel und Kinder.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1931.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe liebevoller
Teil=
nahme beim Heimgange meiner lieben,
herzensguten Mutter ſpreche ich meinen
innigſten Dank aus.
Aennn Fahr.
Darmſiadt, im Dezember 1931.
(18039
geSelſede.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 15
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13. Dezember
SOAssRbtdTaAdt
Kreisliga Südheſſen.
In den beiden letzten Treffen der Vorrunde ſtehen ſich VfR.
Bür=
ſadt — Spp. Hochheim, VfL. Lampertheim — Spp. Abenheim
gegen=
über. Es iſt nicht anzunehmen, daß die Bürſtädter Raſenſpieler auch
nur einen Punkt an die immerhin recht ſpielſtarken Hochheimer
ab=
geben werden, ſo daß alſo beim Abſchluß der Vorrunde Büxſtadt mit
3 Punkten Vorſprung in Führung liegt. VfL. Lampertheim hat die
Möglichkeit, durch einen ebenfalls ſo gut wie ſicher ſtehenden Sieg über
Abenheim mit ſeinem Lokalrivalen, Olympia Lampertheim, punktgleich
zu werden. Die VfL.=Mannſchaft zählt heute unbedingt zu den
ſpiel=
ſtärkſten Mannſchaften des Kreiſes, die evtl. noch bis zum
Tabellen=
erſten vorſtoßen kann.
In der Klaſſe 3 Ried beginnen bereits die Rückſpiele. Der erſte
Sonntag der Schlußrunde bringt folgende Paarungen: 07 Bensheim
Sp.Vgg. Klein=Hauſen, Germ. Auerbach — Spp. Hüttenfeld. Edelweiß
Zwingenberg — VfR. Fehlhein, Lorſch Neſ. — Tv. Biebesheim.
Bei=
dieſen Treffen kann man wohl allgemein mit teilweiſe überzeugenden
Siegen der Platzvereine rechnen.
Terminliſte der Schlußrunde.
Die Spiele beginnen wie ſeither um 14.30 Uhr.
20. 12. 1931: Biblis — V. f. L. Lampertheim; Gernsheim
Pfiffligheim: Hochheim — Olympia Worms;
Hof=
heim — Bürſtadt; Olympia Lampertheim —
Horch=
heim; Heppenheim — Neuhauſen.
27. 12. 1931: V. f. L. Lampertheim — Bürſtadt: Pfiffligheim
Olympia Lampertheim; Hofheim —
Heppen=
heim; „Neuhauſen — Hochheim; Gernsheim —
Biblis; Horchheim — Abenheim.
3. 1. 1932: Pfiffligheim — Horchheim: Gernsheim — Olympia
Worms; Abenheim — Olympia, Lampertheim;
Bürſtadt — Neuhauſen; Heppenheim — Biblis;
Hochheim — Hofheim.
17. 1. 1932: V. f. L. Lampertheim — Hochheim; Bürſtadt
Olympia Lampertheim; Horchheim — Gernsheim;
Olympia Worms — Heppenheim; „Abenheim —
Pfiffligheim; „Biblis — Hofheim.
24. 1. 1932: Bürſtadt — Horchheim; Olympia Lampertheim
V. f. L. Lampertheim: Heppenheim — Abenheim;
Neuhauſen — Gernsheim; Hochheim — Biblis;
Olympia Worms — Hofheim.
31. 1. 1932: Pfiffligheim — Heppenheim; Hochheim —
Bür=
ſtadt; Gernsheim — Abenheim; „Hofheim.
Olympia Lampertheim: „Olympia Worms
Biblis; Horchheim — Neuhauſen.
7. 2. 1932: Horchheim — V. f. L. Lampertheim;
Pfifflig=
heim — Olympia Worms; Olympia Lampertheim
— Neuhauſen: „Hofheim — Gernsheim; „
Aben=
heim — Bürſtadt; Heppenheim — Hochheim.
14. 2. 1932: Neuhauſen — Pfiffligheim: Heppenheim —
Bür=
ſtadt; „Gernsheim — Olympia Lampertheim;
Biblis — Abenheim: Olympia Worms —
Horch=
heim; Hofheim — V.f. L. Lampertheim.
21. 2. 1932: Biblis — Horchheim; Neuhauſen — V. f. L.
Lam=
pertheim; „Bürſtadt — Gernsheim; Pfiffligheim
Hofheim; Abenheim — Olympia Worms;
Olympia Lampertheim — Heppenheim.
28. 2. 1932: Horchheim — Heppenheim; V. f. L. Lampertheim
— Pfiffligheim; Hofheim — Abenheim;
Gerns=
heim — Hochheim; Olympia Worms — Olympia
Lampertheim; Biblis — Neuhauſen.
7. 3. 1932: Heppenheim „Gernsheim; Neuhauſen — Olympia
Worms; Bürſtadt — Biblis; Olympia
Lampert=
heim—Hochheim; „Abenheim —V. f. L.
Lampert=
heim.
14. 3. 1932: Biblis — Pfiffligheim; V. f. L. Lampertheim —
Olympia Worms; „Abenheim — Hochheim;
Horch=
heim — Hofheim.
21. 3. 1932: Bürſtadt — Olympia Worms; Heppenheim
V.f. L. Lampertheim; Olympia Lampertheim
Biblis: „Abenheim — Neuhauſen; Hochheim
Pfiffligheim.
29. 3. 1932: Pfiffligheim — Bürſtadt; Gernsheim — V.f. L.
Lampertheim; Hofheim — Neuhauſen: Hochheim
— Horchheim.
Geſpielt wird immer auf den Plätzen der zuerſt genannten
Vereine. Es wäre zu wünſchen daß die Rückrunde ſo
reibungs=
los verläuft, wie die Serie der Vorſpiele.
Polizei Darmſtadt — Germania Oberroden.
Am Sonntag 11 Uhr treffen ſich beide Mannſchaften auf dem
Poli=
zeiſportplatz. Der Start zur zweiten Runde hat für die Oberrodener
zu einem Mißerfolg geführt. Zwei glatte Niederlagen laſſen deutlich
erkennen, daß die Gäſte ihre bisher verlockend ausſehende
Tabellen=
placierung wohl dem Umſtand zu verdanken haben, daß ſie ſämtliche
ſchweren Spiele auf heimiſchem Boden ausgetragen haben.
Unaufhalt=
ſam und mit vollen Segeln ſteuert die Polizeimannſchaft der Spitze zu.
Zwar ſtehen noch nicht gerade leicht zu nehmende Treffen aus, aber die
Poliziſten haben nach den an den letzten Sonntagen gezeigten
Lei=
ſtungen das Zeug in ſich, auch die noch ausſtehenden Spiele mit Erfolg
zu beſtehen. Beſonders der Angriff hat nun endlich nach vielen
miß=
glückten Experimenten ſeine richtige Formation. Noch klappt es nicht
ſo wünſchenswert reibungslos, aber bei dieſer wenigſtens zeitweiſe
be=
ſtehenden Kombination und dieſem Schußvermögen müſſen Tore
zwangs=
läufig zuſtandekommen. Beide Mannſchaften werden ſich einen
erbit=
terten Kampf liefern, den die Polizei der Papierform nach knapp für
ſich entſcheiden ſollte.
Sporkkalender.
Handball.
11.00 Uhr, Rennbahn: Tgde. Beſſungen — Tv. Heppenheim.
14.30 Uhr, Pol=Pl.: Polizei — Sportverein 1898.
14.30 Uhr, Dornh. Weg: Reichsbahn — Tgd. 46 Darmſtadt.
14.30 Uhr, Maulbeerallee: Merck — S.=V. Trebur.
Fußball.
10.15 Uhr, Dornh Weg: Reichsbahn — Sportverein 1898, Reſ.
11.00 Uhr, Pol=Pl.: Polizei — Oberroden.
11.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — A. S. C. Darmſtadt.
1400 Uhr, Rennbahn: Union — Germania Pfungſtadt.
Hockey.
10.30 Uhr: Sportverein 1898 — Merck, Darmſtadt.
Heute Handbal=Enkſcheidung.
Polizei Darmſtadt — SB. Darmſtadt 1898.
Noch nie war die Frage der Meiſterſchaft vor unmittelbarer
Beendigung der Verbandsſpiele innerhalb der Gruppe ſo
unge=
klärt, wie in der diesjährigen Saiſon. Die Begegnung des
heu=
tigen Sonntags auf dem Schupoſportplatz bedeutet für die 98er
das letzte, für die Poliziſten das vorletzte Verbandsſpiel. Es iſt
ohne weiteres damit zu rechnen, daß der Polizeiſportverein ſein
anderes, noch ausſtehendes Verbandsſpiel gegen Turn= und
Sport=
verein Braunshardt, das in Darmſtadt ſtattfindet gewinnt, ſo
daß die beiden führenden Darmſtädter Handballmannſchaften, die
zurzeit je 2 Verluſtpunkte aufzuweiſen haben, auch dann nach
Pluspunkten gleichſtänden. Die Sportvereinself hat aus 13
Spie=
len 24 Punkte, die Polizei aus 12 Spielen 22 Punkte erzielt.
Schon ſeit Wochen ſteht feſt, daß nur dieſe beiden Mannſchaften
für die Meiſterſchaft in Frage kommen. Ihre Ueberlegenheit
gegenüber den Konkurrenten kann wohl kaum deutlicher als durch
die Tatſache zum Ausdruck kommen, daß der Tabellendritte, die
hieſige Rot=Weiß=Mannſchaft, nur 12 Pluspunkte aufzuweiſen
hat. Dieſe ſtarke Ueberlegenheit ergibt ſich auch noch aus der
hohen Torausbeute, die beide Tabellenführer erzielten. Während
die Poliziſten bisher 135 Tore warfen, können die 98er ſogar
162 Plustore verzeichnen. Zwei Drittel ſämtlicher
Verbands=
ſpiele haben beide Mannſchaften mit zweiſtelligen Torzahlen
ge=
wonnen
Daß bei dieſer Sachlage das Treffen größtes Intereſſe findet,
iſt ſelbſtverſtändlich. Es wird zu einem harten Ringen um Sieg
und Punkte kommen, da beide Vereine Wert darauf legen, die
Meiſterſchaft zu erzielen. Schade iſt dabei allerdings, daß die
Mannſchaft, die verliert, aus dem ferneren Wettbewerb um die
Süddeutſche Meiſterſchaft ausſcheiden wird, obwohl kein
Hand=
ballkenner verkennen kann, daß beide Mannſchaften in
Süd=
deutſchland führend ſind und in ihrem Können nur von der
Spiel=
vereinigung Fürth und dem 1. F.=C. Nürnberg erreicht werden.
Wenn es daher auch vom ſportlichen Standpunkt zu beklagen iſt,
daß nicht beide Mannſchaften ſich an den weiteren
Verbands=
ſpielen beteiligen können, ſo darf dies nicht dazu verleiten, daß
andere als ſportlich billigenswerte Mittel zur Erzielung des
Sie=
ges angewandt werden. Wir verlangen von der ſportlichen
Ein=
ſicht der Spieler und des Publikums, bei aller Tragweite des
Spiels Ruhe und Vernunft zu bewahren.
Wer wird Sieger?. Man erwägt, daß die Poliziſten
den Vorteil des eigenen Platzes haben und für ſie weniger
ver=
loren und mehr gewonnen werden kann. Zudem haben die
Poli=
ziſten in letzter Zeit eine gleichmäßig gute Form gezeigt,
nach=
dem ſie zu Beginn der Verbandsſpiele nicht recht in Schwung
kommen konnten. Ob dieſe Geſichtspunkte ausſchlaggebend ſind,
iſt ungewiß. Die 98er haben nämlich andererſeits in den letzten
Jahren gerade auf dem Schupoplatze gute Spiele geliefert, auch
dürften ſie die routiniertere Elf beſitzen und nicht gewillt ſein,
ohne härteſten Widerſtand die Meiſterſchaft abzugeben. Der
Aus=
gang erſcheint ſonach ungewiß. Entſcheidend wird ſein, wer ſich
zuerſt mit Ruhe und ohne Aufregung auf das Spiel einzuſtellen
verſtehen wird.
Leibesübungen — Staakspolif.
Eine Eingabe des 2. R. A. an den Reichsinnenaint
Realgymnaſium Darmſtadt — Oberrealſchule Gießen 4:8 (2:2).
Germania Eberſtadt — F.=K. Egelsbach.
Germania Eberſtadt empfängt am Sonntag den F.=K.
Egels=
bach zum fälligen Rückſpiel. Das Vorſpiel haben die Germanen
in Egelsbach 0:1 verloren. Schon damals lieferten ſich die beiden
Mannſchaften einen erbitterten Kampf um die Punkte. Beide
Mannſchaften haben gleiche Punktzahl und ſtehen an dritter
Stelle in der Tabelle. Die Vorſtädter haben wohl die beſſeren
Ausſichten durch den Vorteil des eigenen großen und harten
Platzes. Auch Fiſcher wird wieder mit dabei ſein, ſo daß, obwohl
Friedrich und Seeh immer noch verletzt ſind, uns die Elf ſtark
genug erſcheint, um den guten Gäſten auf eigenem Platz
erfolg=
reich die Stirn zu bieten. Aber leicht wird es nicht werden.
3a=Mannſchaft — 39 Sppg. Arheilgen dort 9.30 Uhr;
1. Jugend — 1. Jugend Polizei, dort, 9.30 Uhr; 2. Jugend —
Jugend Sppg. Arheilgen, dort. 9.30 Uhr; 1. Schüler
Schüler Polizei, dort, 10.30 Uhr; 2. Schüler — 1, Schüler
Spp. 98, dort, 10 Uhr.
Ungarns Tennisſpieler in Mannheim.
Der Tennis=Städtekampf in der Rhein=Neckarhalle in
Mann=
heim war am Samstag ſehr ſchlecht beſucht. Die frühe Anſetzung
des Kampfes mag dazu viel beigetragen haben. In den beiden
Einzelſpielen des Samstags, gab es je einen Mannheimer und
einen ungariſchen Sieg, ſo daß der Kampf nach dem erſten Tage
1 :1 ſteht. Ungarns Spitzenſpieler Bela von Kehrling ſchlug
den Mannheimer Oppenheimer, der ſich im erſten Satz ſehr gut
hlelt, dann aber nachließ, mit 8:6, 6:2, 6:3. Vorher hatte Dr.
Buß den weniger bekannten Ungarn Drietomszky, den Fünften
der ungariſchen Rangliſte, glatt 6:1, 6:1, 6:1 geſchlagen.
Im Endſpiel um den Beſitz des Philologenbanners ſtanden
ſich geſtern auf dem Platze in der Bergkaſerne in Friedberg obige
Mannſchaften gegenüber. Auf den erſten Blick mußte es für den
Sachkundigen klar ſein, wer aus dieſem Kampfe als Sieger
her=
vorgehen mußte. Den teilweiſe um Kopflänge kleineren
Real=
gymnaſiaſten, die auf die Mitwirkung ihres beſten Mannes, ſprünglich nach Skandinavien ſich erſtreckende hohe Druck ſihichl
ihres Mittelläufers, verzichten mußten, gelang es durch großen nach Zentraleuropa verdrängt. Unſer Gebiet ragt gegennd
Eifer gegen die körverlich weit überlegenen Gießener, die auch im mit in den Kern des Hochs, ſo daß durch ſtärkeres Auftlagendt ic
Spiel offen zu halten. Trotzdem ſei nicht verſchwiegen, daß der Norddeutſchland und beſonders das Küſtengebiet durch 9ieo”
Am Sonntag nachmittag 2.30 Uhr treffen ſich auf dem Sportplatz
in der Maulbeerallee obige Mannſchaften zum fälligen Verbandsſpiel.
Trebur ſteht in der 4=Klaſſe ungeſchlagen an der Spitze, und Merck
muß ſich mächtig anſtrengen, um einen Sieg zu erringen. Die Mercks=
Elf ſteht: Schmidt; Arnold, Kießling; Grim, Fuchs, Bindwald;
Gim=
bel, Stein, Niedel, Hoffmann, Schanz.
Hockey.
Der Ruderverein Mainz hat in letzter Minute
abge=
ſagt; als Erſatz findet ein Uebungsſpiel zwiſchen Sportv. 98—T. H.
und E. Merck, komb. ſtatt. Anfang 10.30 Uhr. Eintritt frei.
Die Mainkreis=Meiſterſchaft im Rugby wird am
28. Februar zwiſchen dem Sportklub 1880 Frankfurt und dem noch
ausſtehenden Meiſter der Staffel B, BSC. 99 Offenbach oder
Frankfurter TV. 1860. ausgetragen.
Südbayeriſcher Handballmeiſter wurde der SV.
1860 München, da Ulm 94. auf das Rückſpiel, in München aus
finanziellen Gründen verzichtete.
In Straßburg werden am 1. und 2. Oktober die
Welt=
meiſterſchaften im Zweier= und Sechſer=Raſenradball im
kommen=
den Jahre ausgetragen werden.
Die enormen Einſchränkungen, die in den letzten
auf dem Gebiete der Leibesübungen vom Reich, den Bundes
den Gemeinden gemacht wurden, haben den Deutſchen
für Leibesübungen veranlaßt, eine Eingabe an den Reichsin
Dr. Groener zu richten, in der eine grundſätzliche Umkehr i
herigen Einſtellung zur Frage der öffentlichen Förderung
übungen und zugleich eine neue, weitblickende öffentliche
gefördert wird. Die Eingabe weiſt auf die jüngſte Nede des
miniſters hin, in der dieſer ſelbſt ſagte, daß es gelingen
Jugend heranzuziehen, die mit geſundem Geiſt und ſtar
Deutſchlands Geſchicke meiſtert. Demgegenüber betont der
Fa
Recht, daß man an dem Beiſpiel der Hunderttauſende von 3
Erwerbsloſen die unſerem Volke drohende Gefahr ſeeliſche,
perlicher Verkümmerung ſchon jetzt erkennen kann. Der 20.1
dert deshalb eine
Staatspolitik auf weite Sicht auf dem Gebiete
der Leibesübungen.
Er ſchlägt dann eine Anzahl von Richtlinien vor, die den Weg
auf dem die vom Reichsinnenminiſter geſtellte Aufgabe, ein
mit geſundem Geiſt und ſtarkem Körper heranzuziehen, gelöſ
kann. Statt des Abbaues, der mit ganzer Wucht das Schultut
trifft, ſind eine tägliche Turnſtunde an allen Schulen, ein verh
Unterricht in den Leibesübungen für die fortbildungsſchudt
Jugend und eine verſtärkte Förderung des Hochſchulſportes zur
Ausbildung die geringſten Vorausſetzungen.
Neben der Schule ſind die Vereine und Verbände für
übungen die geeigneten Faktoren, Volkskraft und Vollsgeme
durch Leibesübungen zu entwickeln. Darum müſſen die Ma
unorganiſierten Jugend den Vereinen für Leibesübungen zu
werden, aber nicht etwa durch einen Zwangsſport, der Bereitln
und Freude vernichtet. Reich Länder und Gemeinden müſſen
für die Heranbildung von Lehrkräfden, für den Bau einfacher u
ſtätten, nicht groß angelegten Stadien, für die Beſchaffung von
geräten und ſchließlich für eine wirkliche Anerkennung ud M
ſtützung der als gemeinnützig zu betrachtenden Vereine ſorgen.
Schließlich wird in der Eingabe des D. R.A. auch die entſcht
finanzielle Seite erörtert. Der Reichsausſchuß für Leibesübungen g
vom Reich 5 Millionen Mark, ſowie von den Ländern zuſoman
10 Millionen Mark als unbedingt uotwendigen jährlichen Buſatä=
Im Rahmen des Geſamthaushaltes iſt der Betrag von 15 Milly
Mark ein überaus geringer. Er iſt ſogar verſchwindend lel
Perhältnis zu den Rieſenbeträgen, die für den ſozialen Etat ur „
All=
äußeren Kriegslaſten aufgebracht werden müſſen. Bisherimumm 4.
größten Beträge, die vom Reich und von den Ländern gegeben mu. öit
7½ Millionen Mark im Etatjahr 1928/29. Das waren für dusüctzelt
nur 0018 Prozent und für die Länder nur 0.4115 Prozent uicht ſt
ſamtausgaben, denen ein dreifacher Betrag entgegenſteht, der m 139
chen Jahre zur Unterſtützung von Theater= und Konzertuntenehutennt
aufgewendet wurde. Seither ſind dieſe Beträge auf die Hülfſtlu
Zuſchüſſe der Gemeinden auf ein Drittel heruntergeſetzt, udaſſc v dürſte
dieſe Summen ſtehen mehr oder weniger auf dem Pavier, du uMleaung bel
die Auszahlung geſperrt ſind. Bei den letzten Sparmaßnahmer ſick längerer
ſind die öffentlichen Mittel für Leibesübungen überall in unfeitnehz var, vähre
Ausnahmebehandlung am ſtärkſten, zuſammengeſtrichen vordemrisnrtk aurecht zu
gerade dieſer Poſten wurde nur nach der haushalttechniſchen La,4 deen, den Kur
nicht nach ſeiner Wichtigkeit für das Volk und die Volksgeſundllat urmlagt,
handelt. Auch hier iſt eine vollkommene Umkehr der bisherigen Bürchtungen,
tung der Regierungen und Behörden notwendig, denn nur dunmählatonen
der auch vom Reichsinnenminiſter anerkannte Umſchwung auf dä 1e1 önn
biete der Erziehung der gauzen Jugend herbeigeführt werden u
gelingen, die Jugend heranzuziehen, die Deutſchland in ſchwerenn
den braucht.
Sporklikerakur.
„Motor und Sport”. Als Weihnachtsſonderheft iſt Heit 10 Malgemein
bekannten und geſchätzten Motorzeitſchrift ſoeben erſchienen, 199 ur weſt
nachten iſt nahe, und für den Kraftfahrer wird es nicht un 90 hwache
eſſant ſein, aus dieſem Heft einige Winke zu entnehmen, wieiſct=
Wünſche des Motorfreundes erfüllt werden können. Rechlemdir
ſeitig iſt dieſes Sonderheft, das eine geſchmackvolle Kunſtdu=k Mnlmgen.
lage ſchmückt. In einem Artikel iſt behandelt, wie weit Mem ; N4lögelo
5 Liter Brennſtoff in den einzelnen Fahrzeugklaſſen kommenzamlst Vericl
welche Unterſuchung recht aufſchlußreich iſt. Viel Wiſſens3t”t unter
wird in dem Artikel „Kleine Neuheiten” geboten. Ein Ti, für etnn
1.2=Liter=Opel=Wagens wird ſchon von vielen Autofreundeu chs 1 bis
Spannung erwartet; die Beſchreibung eines neuen BezinſpayMMzten
rates kann manchem von Vorteil ſein. Ueber Ventilſteuerungnſiyhsn geſter=
Oel zu leſen, wird für techniſch Intereſſierte beſonders 1923 gyen den
ſein können. Eine Abhandlung über die Schreckſekunde 99
ſicherlich Beachtung finden. Kleinere Aufſätze runden dießs a uch
illuſtrierte Heft ab, das ſeinen Leſern diesmal beſondere 0.8u
bereiten wird. Durch jede Buchhandlung oder Vogel=Verla0l
neck (Thüringen. 60 Rpf.
Welebeiſcl.
Durch das im Norden vorüberziehende Tief wurde d010
den Reichsn
Alter (bis zu 22 Jahren) reichlich überragten, ſtets das flotte hier die Tiefttemperaturen aufzuweiſen ſind. Dagegen nch An
Sieg wohlverdient den Gießenern zufiel, deren Sturm über die Luft des nördlichen Tiefs Temperaturen um Null und eyandli Tumn
nötige Wucht und vor allem auch Schußkraft verfügte. Die Ent= über. Außerdem herrſcht dort trübes Wetter und vereinelt, 1aole
ſcheidung fiel, als kurz nach Halbzeit die wuchtige Gießener Vor= Niederſchläge auf. Die ozeaniſche Luft dürfte noch weite
dermannſchaft innerhalb von 4 Minuten einen Vorſprung von wärts an Ausdehnung gewinnen, wobei zeitweiſe ſtärter S M4Em
3 Toren herauszuholen vermochte. Dieſer Stand 2:5 erfuhr dann kung aufkommt und auch einzelne Schneefälle nicht ausgſche dbrditen
in ſteten Angriffen und Gegenangriffen einen ſtändigen Wechſel. ſind.
Ausſichten für Sonntag, den 13. Dezember: Wolkig.
Faſt ſchien es, als ſollte das Spiel 4:6 enden, als in den letzten
auch bedeckt, noch Froſt, aber tagsüber einſetende Midodbes 54
paar Minuten der überragende Gießener Halblinke einen
zwei=
vereinzelt etwas Schnee.
maligen Durchbruch mit Flachſchuß abzuſchließen und das
End=
reſultat herzuſtellen vermochte. Auf Darmſtädter Seite war die Ausſichten für Montag, den 14. Dezember: Wolkig mit 1o
gehender Aufheiterung, vereinzelt geringe Niederſchlaoß itr
Hintermannſchaft beſſer in Fahrt als der Sturm. Bezeichnender=
Aufklaren Nachtfroſt.
weiſe wurden die Darmſtädter Erfolge alle durch Strafſtöße
er=
zielt.
Merck Darmſtadt — Turnv. Trebur.
Amliche Winkerſvorknachichten
(herausgegeben von der Heſſ. Oeffentl. Wetterdieuſtſtelle a0
Inſtitut der Univerſität Gießen am 12. Dezember 1
Vogelsberg. Hoherodskopf: Witterung: bedeckt: Tengerchd,
Grad: Schneehöhe 6—,8 em: Beſchaffenheit der Schned
harſcht: Sportmöglichkeit ſtellenwveiſe vorhanden.
Schwarzwald. Feldberg: Nebel; — 11 Grad: 30 em: 9ed
2 cm.; Pulderſchnee; mäßig.
Harz. Torfhaus: Bewölkt: — 6 Grad; 20 cm.; Pulber!
Thüringer Wald. Oberhof: Klar; — 7 Grad: 12 em.3
Ski mäßig, Nodel gut — Inſelsberg: Bewvölltz;
13 em. Pulberſchnee; ſehr gut.
Sächſ. Gebirge. Johanngeorgenſtadt: Bewvölkt:; — 6 Gfol=,
3—5 cm.; Pulverſchnee” gut.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Veronworſich ſar Pollit und Wirſchaſt: Rudolf Maupe: M Felu/ Bfa4
Ausland und Heſſiſche Nachrſchten: Max Streeſei für Sporl” K2‟4 Beuelle/!9
für den Handel: Dr. C. 6. Que iſch: für den Schlußdienſi: Andl‟”
Me Gsgenpal” Tkastlolegel in 9ld ind Wont Ddi Helhte zunce eit
ſür den Inſergienteil und geſchäftiche Mtezlungen: Wiltk 60e
Druck und Verlag: C.C. Wittich — ſämtlich im Dermſel.
Füu unverlangte Manuffrivte wird Garantie der Rückſendung nichl Ne
Die heutige Nummer hat 26 Geitel
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4
Die neue Lesmona 9010 • Auch ohne Mundstück, dick und rund e Konzern
[ ← ][ ][ → ] jeAige am Geld=und Oeviſenmarkt und an den Börſen.
Mauliechniſche Auswirkung der Diskonkſenkung. — Ermüdungserſcheinungen an den Börſen.
Ultimo dieſes Jahres höchſtens mit 1 Prozent zu bewerten iſt.
Leb=
hafterem Intereſſe begegneten wieder Reichsbahnvorzugsaktien, ohne daß
lellerandrrand e. Hoiberoronung. Merdugs im Kurſe eine Peränderung eingtreten iſt. Altbeſtzanleihe
abggulgiate Berichtsabſchnitt erhielt ſein beſonderes Merkmal
ſtigwirdnung und die darauffolgende Herabſetzung des
unrdis chus von 8 auf 7 Prozent, dem ſich die Sätze am freien
„ch anglichen. Eine Auswirkung der Diskontſenkung
inhriſchen Seite hin ließ ſich aber bis jetzt in fühlbarem
ü gesgeld feſrſtellen. Obwohl Tagesgeld auf die
Dis=
zmuſt nicht reagierte, ſcheint hier in den letzten Tagen
mie eitere Entſpannung eingetreten zu ſein, während die
et tir dem Druck des zwangsmäßigen Eingriffes nur im
hr ſenkung nachgaben, und eine darüber hinausgehende
ſtn, feſtgeſtellt werden konnte. Für Tagesgeld wurden
üe Boche 7½ Prozent bezahlt, ſpäter ſenkte ſich der Satz
te unverändert. Am Debiſenmarkt konnte ſich das Pfund um 27 Pfg. auf
n dann auf 6½ Prozent nachzugeben. Privatdiskor
iſſe arkt lag die Reichsmark infolge der herrſchenden
poli=
chetht anfangs etwas gedrückt und wurde an den
Haupt=
eiym Disagio von etva 3 Prozent gehandelt. Nach dem
Nzordnung änderte ſich jedoch das Bild mit einem
5 15 Unterbewertung verſchwand, da die neuen
Beſtim=
um checke der Rückleitung der Kapitalfluchtgelder im
Aus=
mftfu eichen Käufen für deutſche Rechnung anregten. Das
furnd töffnete die Woche mit einem ſcharfen Abſacken des
ſiſſt, der Hauptſache aus der Ungewißheit über die
Ergeb=
mland ſo überaus wichtigen Baſeler Beſprechungen
er=
nun die Deviſenbeſchränkungen auf dem Kontinent kamen,
wirſ Unruhe wegen der Zahlungen für engliſche
Liefe=
ſia Nach mehrfachen, oft nicht unerheblichen
Schwan=
ß aber ſchließlich eine Erholung durchſetzen, und nun=
3as ob die Stabilität des Pfundes im großen und
zezeitellt ſei. In dieſem Zuſammenhange iſt es nicht
die Pfundabgaben für franzöſiſche Rechnung merklich
gu dürften, daß man dagegen aber Pfundkäufe für
ezung beobachten konnte. Nachdem der öſterreichiſche
mu /ᛋ längerer Zeit, vor allem in der Schwveiz, ſcharfen
gesc ſwar, während die Reichsbank das Verhältnis
gegen=
eichsak aufrecht zu erhalten beſtrebt war, ging ſie
nun=
ſsührtn, den Kurs herabzuſetzen. Der Dollar war meiſt
könnten, hatten eine Abſchwächung des Yen zur
fekken Freiverkehr.
aftinrarf die vorgeſtrigen etwvas ſtürmiſchen Steigerungen
ffandäuft und Aktienmärkten machte ſich geſtern in Berlin
ſchenſchtu (Ugemein eine leichte Ermüdungserſcheinung
bemerk=
gs Geſech. war weſentlich ruhiger, zumal die Spekulation,
be=
durch ſü ſchwache Tendenz an der vorgeſtrigen New Yorker
nd untär em Eindruck der enttäuſchenden Aeußerungen Borahs
ſchngeftage. Zurückhaltung übte. Auch ſonſt iſt weder bei
altev Andlungen, noch bei den Baſler Beſprechungen bisher
oſitivess usgekommen, ſo daß geſtern wieder mehr die markt=
Monrt Berückſichtigung fanden. Es iſt imer noch nicht
Act= untergebracht, und am Farbenmarkt z. B. beſtand
on ſüher etwas größeres Angebot. Aber auch ſonſt nannte
nein /41 1 bis 2 Prozent ſchwächere Kurſe, und nur einige
Anten ſich durch Widerſtandsfähigkeit aus. Nelativ
ſmen geſtern z. B. Deſſauer Gas und Schultheiß, die
ᛋttsgen den Vortag anzogen. Die in der letzten Zeit
ähihſt Montanpapiere konnten ſich geſtern dagegen der
intendemtucht entziehen. Auch am Pfandbriefmarkt war das
weſentüe ühiger und die Tendenz nicht mehr ſo einheitlich
die 8pronetigen Emiſſionen lagen weiter bevorzugt und um ca.
Prozen; ur den 7prozentigen, obwohl die Zinsmarge bis zum
ſchwächte ſich um ½ Prozent ab, Neubeſitzanleihe war dagegen weiter
anziehend. Reichsſchuldbuchforderungen hatten auf Grund ſchwächerer
Auslandskurſe ebenfalls ihren Stand nicht halten können und gaben um
1 bis 2 Prozent gegen den höchſten Stand der letzten Tage nach. Der
Geldmarkt hatte ein ſehr ruhiges Ausſehen, die Sätze erfuhren keine
weſentlichen Veränderungen.
In den Mittagsſtunden machte die Abſchwächung an den
Aktien=
märkten ſtärkere Fortſchritte. Die Kursverluſte gingen bei den
füh=
renden Werten bis zu 3 Prozent. Pfandbriefe waren im Laufe des
Tages jedoch weiter gefragt und zogen bis zu 2 Prozent an. Das
Ge=
ſchäft war am Anlagemarkt ziemlich rege. Am Geldmarkt erhöhte ſich
der Satz für Tagesgeld um ca. ¼ Prozent, die übrigen Sätze blieben
14,17 erholen, auch die nordiſchen Deviſen zogen um 1 bis 1,40 Mark
an dagegen notjerte Budapeſt 2,35 Mark niedriger und Wien minus
2 Mark.
Die Auslandsbörſen.
Die heutige Londoner Börſe eröffnete bei ziemlich
leb=
haftem Geſchäft in ſchwächerer Haltung. Internationale Werte
blieben vernachläſſigt britiſche Staatspapiere neigten zur
Schwäche. Im Verlaufe der Börſe konnte ſich das Geſchäft nicht
beleben britiſche Staatspaviere erholten ſich gut, dagegen waren
internationale Werte rückgängig.
An der Brüſſeler Börſe konnte man, trotz der eher
etwas ſchwächeren Kurſe, doch eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit
beobachten.
Im Verlaufe der Amſterdamer Börſe behaupteten ſich
die niedrigen Kurſe, vereinzelt konnten ſich ſogar kleine
Erholun=
gen durchſetzen. Die Börſe, ſchloß in ruhiger Haltung. Deutſche
Werte lagen nicht einheitlich, im großen und ganzen aber doch
gut behauptet. Die 7prozentigen rheiniſch=weſtfäliſchen
Boden=
pfandbriefe konnten 3½ anziehen, dagegen verloren 6prozentige
Harpener Obligationen 3½, Prozent.
Die New Yorker Börſe eröffnete in ſtetiger Haltung.
An der Pariſer Börſe kam es geſtern zu einer kräftigen
Erholung; man beobachtete an faſt allen Märkten der Spekulation.
An den internationalen Deviſenmärkten hat das engliſche
Pfund ſich weiter befeſtigen können, während der Dollar
wie=
derum ſchwächer liegt. Gegen den Dollar zog das Pfund auf
3,40½ an, gegen den Gulden auf 8.33. gegen Paris auf 86,06 und
gegen Zürich auf 17,35. Der Dollar ging in Amſterdam auf
247,32½, in Zürich auf 513½ und in Paris auf 25,47 zurück. Die
Reichsmark konnte ſich gut behaupten, in New York ſtellte ſie ſich
auf 23.80. in London auf 14.18, an den anderen Plätzen war ſie
unverändert. Die Norddeviſen konnten ebenfalls anziehen,
da=
gegen lag der Yen außerordentlich ſchwach.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 12. dezember.
5.744 Brief
5.756 Spanien Geld
35.06 Brief
35.14 Wien 52.95 53.05 Danzig 81.97 82.13 Prag 12.47 12.49 Japan
Rio de Jan. Budapeſt 70.93
3.057 71.07 0.244 0.246 Sofia 3.063 Jugoſlawien Holland
170.23 170.57 Portugal. 1 19 Oslo 76.,67 76.83 Athen 5.195 5.205 Kopenhagen 78.02 78.18 Iſtambul Stockholm 78.02 78.18 Kairo 14.50 1454 London 14.15 14.19 Kanada 3.486 3.494 Buenos Aires 1.048 1.052 Uruguay 1.798 1.802 New York 4.209 4217 Island 63.69 63.81 Belgien
Italien 58.64 58.76 Tallinn 112.79 113.01 21.68 21.72 Riga 80.92 81.08 Paris 16.52 16.56 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 81.97 82.13 Kaunas 41.88 41.96
1 Mflonen Reichsmark für Holzinduftrie
und Holzgewerbe.
folg & gArnneſtieanleihe der Reichsbahn wird nunmehr einer
Neihel: 0 Induſtriezweigen, auch der Kleininduſtrie und dem
beik, zugra rkummen.
Millioar, Reichsmark ſtehen für das zuſätzliche
Arbeitspro=
der Reuchuhn zur Verfügung, Holzinduſtrie und Holzgewerbe
mit eimigS umme von 8,1 Millionen RM. bedacht.
Einzelhei=
der die g sriten Arbeiten ſind bisher nicht bekannt geworden.
daurf aber= uhl erwarten, daß die Reichsbahn in weitgehendſtem
dei der Urxebung der Arbeiten die Bedingung ſtellen wird,
ländiſchen ſatzerial verwendet werden muß. Unter dieſem
Ge=
mite ſpic ltuch der im Vergleich zu der Geſamtſumme nur ge=
Barag vm9.1 Millionen RM. für die deutſche Forſtwirtſchaft
Not zu u urſchätzende Rolle und dürfte gerade in den
Winter=
in ditun der Baumarkt vollſtändig zur Nuhe kommt, dem
dolzvent eine gewiſſe Entlaſtung bringen können.
Nirkſchafkliche Rundſchau.
* Inderzu, Her Großhanbelspreiſe vom 9. Dezember. Die vom
en Rckitamt für den 9. Dezember berechnete Indexziffer der
hndelspreriſiſ- mit 104,6 gegenüber der Vorwoche um 10 v. H.
en. Diess”i auptſächlich auf Preisrückgänge für landwirtſchaft=
TZeugniſſt ”trickzuführen. Die Indexziffern für die Hauptgrup=
Mten: Akgrioffe 94,5 (minus 2,6 v. H.), Kolonialwaren 91,6
W b. K üduſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 98,3 (minus
P), induchelle Fertigwaren 131,1 (minus 0,3 v. H.).
beunzitätuF ie. vorm. W. Laymeher u. Co., Frankfurt a. M.
heralber=ſamllung genehmigte einſtimmig den Abſchluß für das
ſSjahr 11981 und beſchloß die Verteilung einer Dividende von
10 Proy/e auf die Stammaktien aus dem erzielten Reingewinn
3278 Ru. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 131635
Auf den Küuſch eines Aktionäus, die Einzelpoſten, aus denen ſich
2ſamtgewun zurſammenſetzt, in der Bilanz geſondert anzugeben,
Don ders Arwaltung erwidert, daß man in dieſem Jahre von
ſſchendungras neuen Schemas Abſtand genommen habe. Von
Shamten Akt gewinn entfallen etwa 25 Prozent auf Baugewinne,
Prozent 10 Getriebsberatungsgewinne, 20 Prozent auf Zinſen=
Ne und (A/45 Prozent auf Erträge aus den Beteiligungen.
De im A1 Geſchäftsjahre zu erwartenden Baugewinne laſſe
Seit noche uls Poſitives ſagen, doch glaubt die Verwaltung, mit
Hnlicheng fia wie im abgelaufenen Geſchäftsjahre rechnen zu
Durch / Zinsſenkung werden ſich die Erträge naturgemäß
gern, da x / Geſellſchaft erhebliche Guthaben bei Tochtergeſell=
und Wuri beſitzt, doch werde dies nicht von ausſchlaggeben=
„Nung g4 Die aus dem Aufſichtsrat turnusgemäß ausgeſchie=
Daitgliedeck urden einſtimmig wiedergewählt.
olbenz Aerkzeugmaſchinenhandel. Die Firma Wiethoff u.
N. b. Hilt hich gezwungen geſehen, die Zahlungen einzuſtellen.
elſchafskeot einen gerichtlichen Vergleich an, deſſen Quote
D BerticMung des Status bekannt gegeben werden kann. Die
eft gehen zu den führenden Firmen der Werkzeugbranche und
euongſchikunfgsriken Mitteldeutſchlands.
Deiman I. W., Frankfurt a. M. Das Geſchäftsjahr 1930/31
äeßt mit einem Warenbruttogewinn von 777392
1 321 RM. Unkoſten und 32 734 RM.
Abſchreibun=
von 58 320 RM. verbleibt. Die Bilanz zeigt u a.
1 120 Aktienkabital und 0.105 Reſerve I ſowie 0003
der mit 0,240, Rückſtellungen für Steuern uſw 0012,
Bauk 0,054, Debitoren 0033, Waren 0,525 Mill.
Beruhigungsmitkel für die franzöſiſchen Sparer.
Die franzöſiſche Regierung hat beſchloſſen, eine gerichtliche
Unterſuchung über die in der letzten Zeit an der Pariſer Börſe
aufgetauchten Panik=Gerüchte einzuleiten, die zu ſtarken
Kursrück=
gängen. hauptſächlich auf dem Aktienmarkt, geführt haben. In
verſchiedenen Zeitungen wurden in mehr oder weniger verſteckter
Form völlig unbegründete Anklagen erhoben, daß dieſe Gerüchte
angeblich deutſchen Quellen entſtammten. Das „Echo de Paris”
klagt geſtern auch „kommuniſtiſche Zellen” zuſammen mit gewiſſen
ausländiſchen Intereſſenten dieſer Stimmungsmache an. Es iſt
mehr als fraglich, ob. bei dieſer Unterſuchung — wie bei all den
Unterſuchungen, in den letzten Jahren — etwas herauskommen
wird. Denn man ſollte nicht vergeſſen, daß der ſtändige Rückgang
des Kurs=Niveaus an der Pariſer Börſe der) Ausdruck der
Wirt=
ſchaftskriſe iſt, die ſich auch in Frankreich, ſehr ſtark bemerkbar
macht und der ſich keine Börſe entziehen kann.
Notverordnung und Thomasmehlpreiſe. Der Verein der
Thomas=
mehlerzeuger teilt mit: Die in der Notverordnung vorgeſchriebene
Sen=
kung für gebundene Preiſe um mindeſtens 10 Prozent gegenüber dem
Stand vom 30. Juni ſei für Thomasmehl bereits durch die am 12.
No=
vember 1931 erfolgte Ermäßigung der Preiſe in vollem Umfange
vor=
genommen worden. Am 30. Juni 1931 betrug der Preis für das
Kilo=
prozent zitrsl. Phosphorſäure im Thomasmehr Frachtgrundlage Aachen
Rothe Erde 25 Pfg. Er iſt mit Wirkung vom 12. November auf
22½ Pfg. alſo um genau 10 Prozent, ermäßigt worden. Gegenüber
dem bis 2. März 1931 gültigen Preis für Thomasmehl von 32 Pfg.
je Kiloprozent zitrsl. Phosphorſäure iſt eine Ermäßigung von 9,5 Pfg.
oder rund 30 Prozent eingetreten. Der heutige Preis iſt um rund 10
Prozent geringer als der Vorkriegspreis. — Die Tarifermäßigung der
Neichsbahn greift bei dem für Thomasmehl geltenden Ausnahmetarif
1 für Düngemittel bei den an und für ſich ſchon ſehr niedrigen
Fracht=
ſätzen für 15=Tonnen=Sendungen nicht Platz, ſo daß auf Grund der
Notverordnung eine weitere Frachtermäßigung für Thomasmehl nicht
in Frage kommt.
Die Lohnverhandlungen in der Schuhinduſtrie. Nachdem durch
Parteivereinbarung vom 24. November 1931 der Zuſatzvertrag zum
Reichstarifvertrag für die Schuhinduſtrie vom 18. März 1931 (
Lohn=
abkommen) angeſichts der zu erwartenden Notverordnung bis zum 15.
Dezember 1931 verlängert worden war, traten die Tarifparteien am
11. Dezember 1931 zu neuen Lohnverhandlungen zuſcmmen. Unter
Berückſichtigung der Beſtimmungen der Notverordnung vom 8.
Dezem=
ber 1931 wurde das ſeitherige Lohnabkommen weiter bis zum 31.
De=
zember 1931 verlängert. — Da die Gewerkſchaften es ablehnten,
dar=
über hinaus für die Zeit ab 1. Januar 1932 eine Vereinbarung zu
treffen, ſind die diesbezüglichen Verhandlungen der Tarifparteien als
geſcheitert anzuſehen. Die Arbeitgeberverbände der Schuhinduſtrie
ſehen ſich hierdurch genötigt, das Reichsarbeitsminiſterium anzurufen
und bei dieſem die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens unter
Be=
rückſichtigung der Vorſchriften der Notverordnung zu beantragen.
Kunſtſeidenpreiſe und Notverordnung. Die vom Kunſtſeide=
Ver=
kaufsbüro G. m. b. H., Berlin, feſtgeſetzten Kunſtſeidenpreiſe bleiben,
wie der „Konfektionär” erfährt, ungeachtet der in der Notverordnung
vorgeſehenen 1oprozentigen Preisſenkung für gebundene Waren un=
ESce e Wehe e e h
ausländiſchen Intereſſen feſtgeſetzt ſind, unterliegen ſie nicht der in der
Notverordnung vorgeſehenen Preisſenkung für gebundene Waren.
Sonntag, den 13. Dezember
BeſſNeueſte Nachrichten
Der Pfandbriefumlauf im Okkober.
Die Statiſtik der Boden= und Kommunal=Kreditinſtitute für den
Monat Oktober umfaßt unverändert 103 Anſtalten. Im Monat
Okto=
ber 1931, in dem die Börſen völlig geſchloſſen waren, ging der
Ge=
ſamtumlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen auf 12548
(im Vormonat 12 563) Mill. RM. zurück. Und zwar verminderte ſich
(alles in Mill. RM.) der Bruttozugang ſehr ſtark (einſchl. Zugang an
Aufwertungs=Schuldberſchreibungen) auf 23 (im September 61) und der
Abgang auf 40 (70), ſo daß ſich für Oktober ein reiner Abgang von 17
(9) ergibt, und zwar haben die Pfandbriefe einen reinen Abgang von
13 (im Vormonat Reinzugang von 1) zu verzeichnen, und die
Kommu=
nal=Obligationen einen Abgang von 4 (11).
Im einzelnen belief ſich der Bruttozugang bei den
Pfandbrie=
fen (Inland) bei einem Umlauf von unverändert 6932 auf 20 (49),
der Abgang ebenfalls auf 20 (35), ſo daß ſich Zu= und Abgang (im
Vormonat Nettozugang von 14) ausgleichen. Der Hauptanteil des
Zu=
ganges entfällt diesmal mit 13 (29) auf den 8prozentigen Typ, dem der
7proz. Typ mit 6 (18) folgt. Beim Abgang ſteht gleichfalls der 8proz.
Typ mit 12 (24) an der Spitze; ihm folgt der 7proz. Typ mit 5 (7).
Beim Zugang des 8roz. Typs entfallen 8 (22) auf die
Hypothekenaktien=
banken und 5 (6) auf die öffentlich=rechtlichen Kreditanſtalten, beim
Zu=
gang des ſproz. Tys 3 (14) auf die Hypothekenaktienbanken und 2 (3)
auf die öffentlich=rechtlichen Kreditanſtalten, beim Abgang des 8proz.
Typs 9 (7) auf die öffentlich=rechtlichen Kreditanſtalten und 4 (17) auf
die Hypothekenaktienbanken.
Bei den Kommunalobligationen — Inlandsumlauf 2B6
(2039) — ſtellte ſich der Bruttozugang nur auf 0,73 (30) und der
Ab=
gang auf 3,30 (12,0); der Nettoabgang belief ſich ſomit auf 2,57 (9,0).
Der Auslandsabſatz an Pfandbriefen und
Kommunalobli=
gationen (Umlauf 1154 gegen 1158) war gleich Null (im Vormongt
1,89), der Abgang betrug 3,54 (9,36).
Liguidation spfandbriefe und
Aufwertungsſchuldber=
ſchreibungen (Umlauf 2338 gegen 246) wurden 4 (20) neu in den
Ver=
kehr gebracht, der Abgang betrug 12 (13).
Die Geſamtſumme des Beſtandes an Hypotheken,
Kommunaldarlehen und ſonſtigen Darlehen ſtellte ſich am 31.
Oktober 1931 auf 14 772 (14 790). Davon entfallen 12 146 (12 156) auf
das Neugeſchäft und 2556 (2565) ſind aus Aufwertung entſtanden. Bei
dem Neugeſchäft iſt ſomit ein Abgang von 10 (im Vormonat Zugang 1)
feſtzuſtellen, und zwar weiſen die landwirtſchaftlichen Hypotheken einen
Abgang von 7 (im Vormonat Zugang von 2), die ſtädtiſchen
Hypothe=
ken einen geringen Zugang von 1 (11) und die Kommunaldarlehen
einen Abgang von 3 (15) auf.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 12. Dezember. Das Geſchäft an
der Wochenſchlußbörſe war, wie zumeiſt, ſehr ruhig. Nach den
Preis=
rückgängen der letzten Zeit hat ſich das Inlandsangebot allgemein
ver=
ringert, und nur kurzfriſtige Ware, für die ſehr wenig
Aufnahmenei=
ung beſteht, iſt etwas ſtärker angeboten. Im allgemeinen bekunden
Mühlen und Handel nur vorſichtige Kaufluſt, wobei für Weizen und
Roggen etwa geſtrige Preiſe bewilligt werden. Am Lieferungsmarkt
ſetzten beide Brotgetreidearten dagegen bis eine Mark niedriger ein.
Weizen= und Roggenmehle haben nach wie vor kleines Bedarfsgeſchäft.
Hafer iſt ausreichend offeriert, aber nur zu gedrückten Preiſen etwas
gefragt. Gerſte bleibt faſt völlig geſchäftslos. Weizen= und
Roggen=
esportſcheine lagen etwas ſtetiger.
Frankfurter Buttergroßhandelspreife Am hieſigen Buttermarkt
konnte ſich im Verlauf dieſes Berichtsabſchnittes eine merkliche Beſſerung
des Geſchäftes durchſetzen, da die Produttion ſowohl im In= als auch
im Ausland ſehr knapp iſt. Nachdem bereits in der Mitte der Woche
eine Preiserhöhung für deutſche Butter eintrat, wurde die Notiz erneut
um etwa 3 Mark hereufgeſetzt, während die vorwöchentlichen Preiſe für
Auslandsbutter beſtehen blieben. Die Verkaufspreiſe des Großhandels
lauten für deutſche Molkereibutter 1B8 RM.; kleine Packungen
ent=
ſprechender Aufſchlag. Auslandsbutter im Faß koſtete 132. RM., per ½=
Faß 134 RM. und in Halbpfundſtücken 135 RM. Die Preiſe verſtehen
ſich per 50 Kilo ab Frankfurt.
Frankfurter Eiergroßhandelspreife. „Das Geſchäft im hieſigen
Eier=
großhandel hat in der abgelaufenen Berichtswoche im Hinblick auf das
bevorſtehende Weihnachtsgeſchäft eine leichte Belebung erfahren, doch
iſt der Abſatz im Vergleich für dieſelbe Zeit des Vorjahres noch
weſent=
lich darunter, obwohl die Preiſe faſt um die Hälfte billiger ſind.
Nach=
dem ſich die Preiſe in den letzten Wochen ziemlich halten konnten
er=
fuhren ſie in dieſer Woche infolge des drückenden Angebots an
Kühl=
hauseiern durchweg eine Ermäßigung um rund 1 Pfg. für alle Sorten,
Auch die Neuproduktion aus den Hauptproduktionsländern wie
Rumänien, Dänemark u. a. hat in verſtärktem Umfange eingeſetzt und
wirkt naturgemäß einer höheren Preisentwicklung entgegen. Es
notier=
ten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: italieniſche nicht am
Markt, bulgariſche 10,00—10,50, jugoſlawiſche 9,50—10,00, rumäniſche
9,50—10,00, ruſſiſche polniſche und chineſiſche nicht am Markt,
hollän=
diſche 9,00—13,00, däniſche 9,00—13,00, flandriſche 10,50—11,00,
fran=
zöſiſche, ſchleſiſche und bayeriſche nicht am Markt, deutſche Friſcheier
nicht am Markt, in= und ausländiſche Mittel= und Schmutzeier 7,50 bis
8,00 Kühlhauseier: holländiſche 9,00—9,50, bulgariſche 8,00—8,50,
rumäniſche 7,50—8,00.
* Mainzer Produktenbericht Großhandelspreiſe per 100 Kilo loco
Mainz am Freitag, den 11. Dezember: Weizen 22,35—2,75, Roggen
21.,50— 21,75, Hafer 15,50—16,50 Braugerſte 17,50—18,25. Induſtriegerſte
16,50, Futtergerſte 15,50—16, Südd. Weizenmehl Spezial 0 36,13,
Rog=
genmehl (60 Prozent) 30,50—31, Weizenkleie fein 8,50, ditv grob 9,50,
Roggenkleie 9—10, Weizenfuttermehl 9,50, Biertreber 12,75,
Erdnuß=
kuchen 13,25—14, Kokoskuchen 12,50—17 Palmkuchen 10,75—11,25,
Rapskuchen 8,50—9, Kleeheu loſe 5,50 dito geb. 6, Wieſenheu loſe
5,50, dito geb. 5,80, Maſchinenſtroh 4, Drahtpreßſtroh 4, Soyaſchrot 11
bis 11,50, Trockenſchnitzel 6—6,50. Tendenz abgeſchwächt.
Biehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 12. Dezember
waren 309 Tiere zugeführt worden. Verkauft wurden 258 Stück, und
zwar Milchſchweine für 4—8 Mark, Läufer für 19—24 Mark das Stück.
Der Marktverlauf war gut.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Um den Neuabſchluß des Reichstarifvertrages für das deutſche
Bankgewerbe finden, wie uns die Reichsfachgruppe Banken im
D. H.V. mitteilt, Verhandlungen am Dienstag, den 15.
Dezem=
ber, ſtatt.
Die deutſche Rohzinkproduktion einſchließlich Zinkſtaub ſtellte
ſich, wie der Geſamtausſchuß zur Wahrung der Intereſſen der
deutſchen Metallwirtſchaft. Berlin. auf Grund der Berechnungen
des ſtatiſtiſchen Büros der Metallgeſellſchaft A. G., Frankfurt,
mit=
teilt. im Monat November 1931 auf 3950 To. gegen 4025 To. im
Oktober 1931 und 7200 To. im November 1930.
In einer Mitgliederverſammlung des Drahtſeilverbandes,
Eſſen, wurde im Hinblick auf die Notverordnung beſchloſſen, die
Preiſe für Drahtſeile um 10 Prozent zu ermäßigen. Dieſe
Preis=
ſenkung ſoll ſofort in Kraft treten.
Die ao. G.V. der Stoewer Werke vorm. Gebr. Stoewer A.=G.,
Stettin, nahm lediglich die Mitteilung gemäß 8 240 HGB.
ent=
gegen, nachdem bei Ausſtellung der Halbjahresbilanz Anfang
No=
vember feſtgeſtellt wurde, daß mehr als die Hälfte des A.K.
ver=
loren iſt.
Die 1863 gegründete Eiſengroßhandlung Gebrüder
Furth=
nann Kaſſel hat mit 280 000 RM. Verpflichtungen die
Zahlun=
gen eingeſtellt. Es ſind Verhandlungen im Gange, um ein
ge=
richtliches Vergleichsverfahren einzuleiten.
Der A.R. der Heſſiſchen und Hercules Brauerei A.=G., Kaſſel.
hat beſchloſſen, der für den 8. Februar 1932 einzuberufenden G.V.
die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent (i. V. 11 Prozent)
vorzuſchlagen.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 12 12. für eine Unze
Feingold in deutſche Währung umgerechnet 86,9684 RM., für ein
Gramm demnach 2.79 610 RM.
Gutem Vernehmen nach arbeitet die engliſche Regierung für
nächſte Woche neue Antidumpingmaßnahmen aus. Es ſteht noch
nicht feſt, welche Waren davon betroffen werden.
Die neue amerikaniſche Dollar=Schatzanleihe von 1300
Mil=
lionen Dollar wurde um 484 Millionen Dollar überzeichnet.
Seite 16 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13.
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zu betreiben”. Allen Verſicherungen, die bei Kaufabſchluß von
den Eheleuten Goebel gegeben wurden, ſchlägt der Tatſache
ins Geſicht, daß dieſe heute das Geſchäft Schulſtr. 21 führen.
Ich überlaſſe es meiner verehrten Kundſchaft, über die gegen
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Ehren Prof. Dr.
Die Zeitungs
Miunden veranſtal
ich des 50. Gebu
der, Univerſitätsp
ie
Nniſewräſdenten
sutt Dr. Eiſele.
iſten Glückwünſt
ens deutſcher und
der Landesarbeits
reſe, zahlreicher
viſenſchafter, ferne
etungsverleger, d
uu uſw. Mit
das Glückwunſck
Dr. Brüning und
ſchm Preſſechefs
me. Der Jubi
rbit und ſtarke
M Anſprachen
Lankesworten ei
geſten und
Hüeswiſſenſ
trdevorſtehet
Weſtfalen)
Ihr war der
twenne in ſeit
ht Blötzlich w
iſter, in dem ein
Neier Entfernt
Die Kugel traf
Mund prallte an
a0. Er rief ſeine
Fen und verſuck
ulgen, brach aber
* ſerſchied bald
Die Mitgliede
fin ilie wurden
Gerichtsgefän
n. Im 5.
ſas, im E
Me Freienohl
TUüſgeſunden
un der So
uan Tagen
Dige Er
dr Mer d
2 M. Freit
W Er iſt als 7
Eaie Alfer
befſahren,
Eetely
Milte ar
Fre
Neab
Dezember 1931
Son
chübecht)ſe in der Samstagverhandlung
Calmett eß gehörten Sachverſtändigen
un überusinmend die
Sicherheitsmaßnah=
im Lühſieh Laboratorium für unzureichend,
ders ſeite icht zweckmäßig geweſen, daß in
elben 9 Y. in dem der Impfſtoff
her=
ſt wurdn uch mit lebenden humanen
Ba=
gearbeti wurde. Prof. Dr. Bruno Lange
die Urſw des Lübecker Unglücks nicht in
Rückſcrhlz des B. C. G. Profeſſor Dr. Lud=
Hange hAden Bazillus für unſchädlich und
daraufu , daß ſchon 1929 an Tauſenden
zuu Kindern ſerſuche mit dem B.C.G. gemacht
n ſeien Er hätte es für richtiger gehal=
MAchwenn Xſtielſor Deyke die Nährböden zur
rzüchturbenutzt hätte, die von Prof. Cal=
Hai empf=lin worden waren. Geheimrat
Dr. Hhb erklärt, daß man ſeinerzeit in
MNener ſt von AeiUnſchädlichkeit des B. C. G. hätte
beuzun eugt wregen können wenn auch wirklich
skräftigis Material für die Wirkſamkeit
„C. G.=Aerütterung an Menſchen nicht
vor=
en habeg Frof. Dr. Kolle lehnte die
Schutz=
ng mit d B. C. G. ab, da ſeine
Wirkſam=
ſicht erwſen ſei. Auch er hält ein
Um=
en des H.G. zur Virulenz nicht für
mög=
dr. Kolleverlieſt dann ein Schreiben von
Calment in dem dieſer mitteilt, er ſei
nach Lüchck gekommen, um nicht ausſagen
iſen, daßdr. Deycke nicht richtig gehandelt
wenn erte Herſtellung des B. C.G. in dem
ügenden üboratorium vorgenommen habe.
Süerverhamolyg am Montag vormittag.
mbend zu ehren Prof. Dr. Karl dEſters.
BAlünch eit. Die Zeitungswiſſenſchaftliche
Reiſt und Ausland.
nigung Nünchen veranſtaltete vorgeſtern
anläßtü des 50. Geburtstages ihres
worſitzentun, Univerſitätsprof. Dr. Karl
einem ſeſtabend. Die Glückwünſche des
hen ; Aniſterpräſidenten überbrachte
ngierunnsat Dr. Eiſele. Unter der Flut
telegrap wihen Glückwünſche befinden ſich
des Verzens deutſcher und bayeriſcher
Zei=
verlegem er Landesarbeitsgemeinſchaft der
iſchen Prſe, zahlreicher Perſönlichkeiten
eitungs ſenſchafter, ferner
hervorragen=
utſcher Tieungsverleger, der beiden großen
raphenbäis uſw. Mit beſonderem
Bei=
wurde ds Glückwunſchtelegramm des
kanzlera/1 Brüning und der Glückwunſch
ſterreichäſten Preſſechefs Geſandten
Lud=
ufgenownen. Der Jubilar ſelbſt, deſſen
iſche Alrleit und ſtarke Perſönlichkeit in
Reihe 10 Anſprachen gewürdigt wurden,
ſeiner dankesworten einen Einblick in
ſchwierizliten und Widerſtände ſeiner
igen zeumgswiſſenſchaftlichen Arbeit.
Geuundevorſteher ermordet.
ünſte= (Weſtfalen). Am Donnerskag,
20.30 I, war der Gemeindevorſteher
in Kaxuvenne in ſeiner
Schreinerwerk=
beſchäftirn Plötzlich wurde von draußen
ſſein Femſr, in dem eine Scheibe fehlte
wwa 4: Nter Entfernung ein Schuß auf
ſgegebern lie Kugel traf ihn in den Rücken,
ohrte ilinund prallte an Eiſenteilen einer
haſchines0. Er rief ſeinen im Nebenraum
Gehillie und verſuchte dann, in ſeine
ung zu gen, brach aber vor der Haustür
men. Oſr verſchied bald darauf in einem
Nenhaus.; die Mitglieder einer der Tat
htigen milie wurden ſogleich feſtgenom=
und dem Gerichtsgefängnis Tecklenburg
hrt.
Förſteword bei Freienohl aufgeklärt.
Urtmuw. Am 25. November war, wie
s berifhtt, im Gutsbezirk des Gutes
ſhauſen?.) Freienohl der Förſter Arthur
erſchoſſen ufgefunden worden. Auf Grund
Rmittlumen der Sondermordkommiſſion
vor einüjen Tagen in Rumbeck bei
Arns=
der 22üütige Erwerbsloſe Franz Kloke
ſommeng er unter der Wucht des
Bela=
materichc am Freitag ein offenes
Ge=
is ableist Er iſt als Wilderer ſchon ſeit
im bekannt
in Autw i1 drei Inſaſſen in die Lippe
gefahren.
ſelel. in mit drei Perſonen beſetzter
Dagen; ollre am Freitag abend, gegen
in Cru mburg auf die Fähre fahren, um
Verſetzen yg laſſen. Der Wagen fuhr aber
Ne Fährrainweg in die Lippe. Der Wagen=
Otto ; ſuhlke und der Händler
Luetzen=
beides us Oberhauſen, konnten noch
Eitig die Lagentür öffnen und ſich aus
Lagen rrAin. Sie wurden von Zeugen des
Aksfalless oborgen. Dem dritten Inſaſſen,
Dändler =rl Sopha aus Oberhauſen, ge=
*s nichte ehr, aus dem Wagen
heraus=
men. Emnach zwei Stunden konnte das
R9lückte Ah mit der Leiche des ertunkenen
7 Inſaſſſ zeborgen werden.
ſe Brematfamilie freiwillig in den Tod
gegangen.
remen/ön den Morgenſtunden des
Zen Sanſig wurden in dem Hauſe
Schil=
aße 51 ger Perſonen tot aufgefunden.
Don den Ambarn gerufene Feuerwehr ſtellte
Na6 der H) infolge Gasvergiftung
ein=
war. Us handelt ſich um die Familie
ormers sſimers. Der Mann war ſeit
eeer Zeitl ubeitslos. Da ſich die wirtſchaft=
Schwieiyikerten immer mehr zuſpitzten,
dei dem Gekeuten der Entſchluß, gemein=
I den 7cur gehen. In der Nacht zum
Siag führen ſie die Tat aus, nachdem ſie
Den Bettlsin, der Küche ihr letztes Lager
ben hatter) Die beiden Kinder, im Alter
4 und 34 chten legten ſich ebenfalls in der
D dum Sſhf nieder, während der Mann
Dushahn uſdrehte. Wiederbelebungsver=
Die dieß ſeu erwehr bei allen vier Per=
2 Vornahchwaren erfolglos. Aus hinter=
Hen Brielſ geht hervor, daß die Tat die
R Eines 9 einſam gefaßten Entſchluſſes iſt.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Das erſte Fnnkbild von der Verkeilung der Nobelpreiſe in Skockholm.
König Guſtav von Schweden (X) überreicht dem einen Träger des chemiſchen Nobelpreiſes,
Profeſſor Bergius, die hohe Auszeichnung.
Vorn in der erſten Reihe die anderen Preisträger Profeſſor Warburg (Medizin)
und Geheimrat Boſch (Chemie).
Ehrung der deutſchen Nobelpreisträger
durch den ſchwediſchen König.
Stockholm. König Guſtav von Schweden
gab am Freitag abend im Schloß ein Eſſen für
die drei deutſchen Nobelpreisträger, Geheimrat
Boſch, Generaldirektor Bergius und Prof.
War=
burg. Zu dem Feſtmahl waren auch der deutſche
Geſandte Dr. v. Roſenberg mit Gattin, die
Frauen der Preisträger und eine große
Anzahl=
hervorragender ſchwediſcher Perſönlichkeiten ein=
geladen. Im Karoliniſchen Inſtitut (der
ſelb=
ſtändigen mediziniſchen Fakultät der Univerſität
Stockholm) hielt Prof. Otto Warburg vor einer
großen Zuhörerſchaft ſeinen Nobelvortrag über
das von ihm entdeckte Atmungsferment.
Ge=
heimrat Boſch und Generaldirektor Bergius
konnten, da ſie ſofort nach Deutſchland
zurück=
kehren müſſen, ihre Vorträge nicht halten. Sie
werden wahrſcheinlich im Frühjahr zu dieſem
Zweck nach Stockholm kommen.
England ſtellk den Bazu des größken Schiffes der Welk ein.
Der neue 73 000=Tonnen=Dampfer der Cunard=Linie (Modellzeichnung.
London. Die Cunard=Line hat beſchloſſen,
den Bau des 73 000 Tonnen=Dampfers, der
zur=
zeit auf der Werft von John Brown & Cie. am
Clyde in Arbeit iſt, einzuſtellen. Die Cunard=
Line hat den Aktionären mitgeteilt, daß die
Ueberſchüſſe der Geſellſchaft ſehr gering ſeien. Die
Geſellſchaft habe die Abſicht gehabt, die drei
großen Schiffe, die zurzeit den Schnelldienſt
ver=
ſehen, durch zwei größere Schiffe zu erſetzen. Es
ſeien aber Verhältniſſe entſtanden, die nach
An=
ſicht der Direktoren eine gewiſſe Verzögerung in
der Durchführung des Bauprogramms als
an=
gezeigt erſcheinen ließen. Es ſei nicht einmal
möglich geweſen, hinreichende Summen zu ver=
dienen, um damit die Abſchreibungen für die
alten Schiffe zu decken. Die internationale Kriſe
habe die geſamte finanzielle Lage geändert. Der
Bau des neuen Dampfers bleibe ſolange
unter=
brochen, bis ſich die Ausſichten wieder geändert
hätten. Die Arbeiten an dem Bau des 73 000
Tonnen=Dampfers, der 3000 Mann beſchäftigt,
ſollen am Freitag eingeſtellt werden. Man hatte
erwartet, daß das Schiff im Februar 1932 vom
Stapel laufen könne. Die Geſamtkoſten waren
auf 4 500 000 Pfund geſchätzt. Das Schiff ſollte
eine Geſchwindigkeit von rund 28 Knoten haben.
Es ſollte das Blaue Band des Ozeans, das der
deutſche Dampfer „Bremen” beſitzt, für England
wiedergewinnen.
Die einzige Augenzeugen=Aufnahme
vom Unkergang des engliſchen Marinekenders „Pekersfield”.
Die „Petersfield” ſinkt in den Klippen einer Inſel an der chineſiſchen Oſtküſte.
Wie erinnerlich, ging im vorigen Monat der engliſche Marinetender „Petersfield”, der den Chef
der engliſchen Flotte im Fernen Oſten, Sir Howard Kelly, nach Fuſchu bringen ſollte, im heftigen
Sturm an der chineſiſchen Oſtküſte unter. Der Admiral und die Beſatzung konnten ſeinerzeit aus
höchſter Seenot von dem deutſchen Dampfer „Derfflinger” gerettet werden.
Ein Walfiſch in der Haderslebener Förde erlegt.
Hadersleben. Im Aaaröſund wurde
vorgeſtern ein großer Walfiſch geſichtet. Fiſchern
gelang es, das Tier von ihren Booten aus in
die Haderslebener Förde zu treiben, wo es
ge=
tötet werden konnte. Der Walfiſch, der um
Skagen in die Oſtſee gelangt ſein muß, hat eine
Länge von 25 Metern und ein Gewicht von
ſchätzungsweiſe 10 000 Pfund.
Winter in Mittel=Italien,
Mailand. Nach einem Temperaturſturz
iſt in Mittel=Italien der erſte Schneefall des
Jahres eingetreten. Die umbriſche Hauptſtadt
Perugia und Faenza wurden von einem
Schnee=
ſturm heimgeſucht. In der adriatiſchen
Hafen=
ſtadt Ancona war der Schneefall von Hagel
be=
gleitet.
Nr. 345 — Seite 17
Reins zum Tode verurkeilt.
Beginn der Anklagerede. — Der Mörder bittet
um eine „Lebenschance”. — Die Todesſtrafe
beantragt.
Berlin. Die Samtagverhandlung im
Raub=
mordprozeß Reins begann in Abweſenheit der
Mutter des Angeklagten. Rechtsanwalt Fuchs
beantragte nochmals, in die Beweisaufnahme
einzutreten und Reins darüber zu befragen, ob er
Reue empfinde. Der Angeklagte erklärte darauf,
er habe nicht gedacht, daß ſeine Tat ein ſo
furchtbares Ende nehmen würde. Er bereue die
Tat jetzt aufs tiefſte.
Darauf nahm der Vertreter der
Anklage=
behörde. Staatsanwaltſchaftsrat Höfer, das Wort.
Er begrüße es, daß Reins Worte des Bedauerns
gefunden habe. Eine ſolche Erklärung habe die
Staatsanwaltſchaft biher vermißt. Der
Aeuße=
rung des Sachverſtändigen Dyrenfurth, daß die
Prüfung der Frage, ob Reins mit oder ohne
Ueberlegung gehandelt habe, Sache des Gerichts
ſei, könne ſich die Staatsanwaltſchaft nur
an=
ſchließen. Der Geldbriefträger Schwan ſei aus
einem treuen Leben herausgeriſſen worden. Daß
die Mutter des Angeklagten der Verhandlung
jetzt nicht beiwohne, ſei menſchlich begreiflich.
Die Verteidiger plädierten bei Ernſt Reins
auf Raub mit Todeserfolg. Bei Sophie Reins
wurde von der Verteidigung beantragt, das
Ver=
fahren einzuſtellen, weil die Auslieferung
unzu=
läſſiger Weiſe erfolgt ſei. Bei der Mutter Reins
wurde von der Verteidigung Freiſpruch
bean=
tragt.
Der Schwurgerichtsvorſitzende erteilte dann
Ernſt Reins das letzte Wort, der dem Gericht
gegenüber die Bitte ausſprach, ihm noch eine
Lebenschance zu geben, damit er das angerichtete
Unheil der Witwe gegenüber gutmachen könne.
Sophie Reins, der der Schwurgerichtsvorſitzende
auch das letzte Wort erteilte, vermochte nichts
zu ſagen.
Der Staatsanwalt beantragte gegen Ernſt
Reins wegen Mordes in Tateinheit mit
ſchwe=
rem Raub mit Todeserfolg die Todesſtrafe und
dauernden Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte,
außerdem Einziehung des zur Tat benutzten
Inſtruments. Gegen die Mutter Ida Reins
be=
antragte er wegen Hehlerei zwei Monate
Ge=
fängnis, die durch die Unterſuchungshaft als
ver=
büßt zu erachten ſind, und gegen die Schweſter
Sophie Reins wegen Hehlerei ſieben Monate
Gefängnis, die ebenfalls als verbüßt zu erachten
ſind.
Um 18.30 Uhr verkündete das Schwurgericht
beim Landgericht II, unter Vorſitz des
Land=
gerichtsdirektors Dr. Schneider, das Urteil im
Reins=Prozeß. Es lautet: Der Maurer Ernſt
Reins wird wegen Mordes in Tateinheit mit
Raub mit Todeserfolg zum Tode und zum
dauernden Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte
verurteilt. Die mitangeklagte Schweſter
Sophie Reins wird wegen Hehlerei zu ſieben
Monaten Gefängnis verurteilt. Die Mutter,
Frau Ida Reins, wird freigeſprochen. Das zur
Tat benutzte Inſtrument wird eingezogen.
Fiſchdampſer „Venns”
im Südweſtſkturm geſunken.
Sieben Seeleute ertrunken,
vier erfroren.
Kopenhagen. Der deutſche Fiſchdampfer
„Venus”, der unter der Flagge Panamas fährt,
geriet am Freitag abend vor der norwegiſchen
Weſtküſte auf offenem Meer in einen
furcht=
baren Südweſtorkan. Er wurde ſchnell gegen
Land getrieben und ſtrandete bei Maalöy,
zwi=
ſchen Bergen und Aaleſund. Das Schiff kam
noch einmal wieder los, war aber bereits leck
und begann ſofort zu ſinken. Die 13 Mann ſtarke
Beſatzung ging trotz des furchtbaren Seeganges
in die beiden Rettungsboote. Ein Boot, in dem
ſich ſieben Mann befanden, wurde von einer
ſturmhohen Sturzſee erfaßt, geriet in den
Stru=
del des ſinkenden Dampfers und verſchwand mit
allen Inſaſſen in die Tiefe. Den anderen ſechs
Mann in dem zweiten Rettungsboot war es nicht
möglich, wegen der Dunkelheit und des hohen
Seeganges, ihren Kameraden zu helfen. Sie
gingen gegen 3 Uhr nachts an Land. Nur drei
Mann waren noch am Leben, die anderen drei
waren erfroren. Einer der Geretteten ſtarb
wenige Stunden nach der Landung. Von den
beiden noch am Leben befindlichen, iſt einer ein
Deutſcher namens Erhault.
Der Dampfer „Venus” hatte vor Jütland
gefiſcht und war mit einer Fiſchladung auf dem
Heimweg begriffen. Ueber die Anzahl der
Be=
ſatzung beſtehen noch Widerſprüche, die damit zu
erklären ſind, daß nach Maaloy keine
Telephon=
verbindung beſteht. Das erſte Rettungsboot
wurde an Land getrieben. Inzwiſchen ſind
ver=
ſchiedene Fahrzeuge nach der Unglücksſtelle
hin=
ausgefahren, um nach Ueberlebenden zu ſuchen.
Man hält es jedoch für ſo gut wie ausgeſchloſſen,
noch jemand der übrigen Beſatzung am Leben zu
finden. Der Kapitän des Dampfers und der
Maſchiniſt waren Deutſche die übrige Beſatzung
ſetzte ſich nur aus Engländern zuſammen.
Im Streit erſtochen.
Dresden. In einem Lokal wurde geſtern
abend ein junges Mädchen wegen
Geldſtreitig=
keiten von einem jungen Mann mit dem Meſſer
erſtochen. Das Mädchen iſt auf dem Transport
ins Krankenhaus geſtorben. Der Täter wurde
feſtgenommen.
Kampf zwiſchen amerikaniſcher Polizei
und entſprungenen Gefangenen.
Leavenworth (Kanſas). Sechs
Ge=
fangene, die ſich heimlich Waffen verſchafft
hat=
ten, zwangen den Gefängnisdirektor, ihnen das
Tor zu öffnen und entflohen in einem
Automo=
bil. Die Polizeimannſchaft, die ihnen ſofort
nachgeſandt wurde, verhaftete drei der
Flücht=
linge, von denen zwei beim Widerſtand gegen
ihre Feſtnahme verwundet wurden. Die drei
anderen fand man tot in einem Gehöft, in
welchem ſie ſich verſchanzt hatten. Man nimmt
an, daß ſie Selbſtmord begangen haben,
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An Advents-Sonntagen von 1
[ ← ][ ][ → ]1z. Dezember 1931
Nummer 51
war einmal eine Seit — ja, faſt
es wie ein Märchen —, da ſuchte
munit allen Mitteln zu verhüten, daß die
Bei mit dem Geld in Berührung kamen,
apſit ſich in Gedanken oder, noch ärger,
ſliklichkeit mit dem Geld beſchäftigten.
10 bamals ſchon wußte ein jeder, daß im
Huuu / / (ſäde alles am Golde hängt, vom Gelde
RMam F zithᛋt und danach drängt. Auch damals
zktelle im Grunde kein Menſch daran,
Akl er ſchmutzige Mammon” die Welt
eü dennoch unterſchied ſich
S/Seit weſentlich von der
unſri=
wieder Vater, jede Mutter
Hut, „daß es die Kinder einmal
hiet laben werden als wir”. Und
Es ihnen, den Eltern, gelingen
Mt den Kindern die Grundlage
ſeeſem glücklicheren Leben zu
ſuten ! Da arbeitete eben der
Wer foch mehr, um dem Jungen
iſtit eimmal das Studium zu
er=
ſichen. Da wurde gar mancher
far verdiente Groſchen,
man=
urößere Schein, der ſich er=
Miun ließ, beiſeite gelegt, damit
dürllädel eimmal eine recht ſtatt-
IinArsſteuer mitbekäme. Und
hrEen beide Eltern ein kleines
egroßes Vermögen zuſammen,
5 ummal die Kinder, wenn ſie
ſeikerlichen Schutz
zurückblie-
iſtein Anfangskapital für den
ſtortrieb und eine
Nückendek-
wim Leben hätten!
der es war eben eine glück-
Seit. All dieſe
Eltern=
ſſh und —Sorgen ſtießen auf
FMAuüberwindlichen Schwierig-
EBt Man konnte ſparen, man
Ehm zurücklegen. Aber vor allem
tn die Kinder ſelbſt nichts da-
WMuerken. Ja, die Kinder lern=
IEs eigentlich von klein auf:
öe Id zu ſprechen iſt unfein!
EMſt ein notwendiges Uebel,
(hdes verdirbt den Charakter.
Uſöcter ſorgt dafür, daß es da
M Iem hat nicht zu fragen, wo=
Kuarum und wieſo. Man hat
Pzu ſein und ſeine
Schulauf-
zu machen. Ein kleines
Mtugeld — weil’s nun mal ſo
Müh — wurde vernaſcht. Spä=
Ent chied man ſich für einen
M — wohlberaten von Eltern
MVerwandten — und Vater
Rte die Ausbildung. Und wenn
ind dann endlich einmal auf
Jüßen ſtand, dann war es
Fhr noch Seit, den Ernſt des
kennen zu lernen, den Wert des
, des ſelbſtverdienten und des andern,
Vernen. Solange wollte man dem Kind
Näckliche, ſorgloſe Jugend”, erhalten.
Gmr einmal —
n hat ſich mun alles in den letzten 25
M gründlich geändert. Und wenn auch
17und Mutter heute einem geliebten
9aS Aeußerſte des Menſchenmöglichen
Eun möchten — es wäre ihnen doch
ich, ihm irgendwelche Sicherheiten zu
Denn wo gibt es jetzt noch Sicher=
7 Wer kann heute noch ſparen, wer
heute nur die Verpflichtung überneh=
Weirze mehrjährige Ausbildungszeit für
machſenes Kid zu garantieren?
1 huc er von heute kommen gründlich in
Anung mit Geld, weil die Erwachſenen
Anehr denn je um Geld kämpfen. Kin=
Auen allenthalben reden von Preiſen,
Areiserhöhung und Preisſturz, von
i ung und Stabilität, von
Gehaltsab=
immer neuen Einſchränkungen. Die
won heute werden auch nicht ſelten
Don unbezahlten Rechnungen, von
Dan gen und jehr traurigen Folgen hören.
meiſten machen ſich ihre Gedanken
Oeld iſt kein unbeſtimmter Begriff
Geld iſt das, wofür man Brot und
Srhuhlohlen und Seife kaufen kann.
Es hat alles ſeine Licht- und
Schatten=
ſeiten. Viele mögen es für traurig halten,
daß Kinder ſchon an jungen Jahren mit ſo
ernſten Dingen in Berührung kommen. Viele
aber wiſſen, daß ſie den Kindern im Grunde
heute kaum etwas anderes mitgeben können
als eine klare, praktiſche Einſtellung zum
Leben. Ein poſitives Wiſſen um Wert und
Unwert der Dinge und eine ſachliche
Vor=
ſtellung von dem Geld, das nun einmal die
Weit regiert. Ohne Ueberwertung ſeiner
Bedeutung und ohne Unterſchätzung!
der Cüchtigſte in der Klaſſe, beſonders
be=
gabt im Seichnen. Abends hilft er der
Mut=
ter bei der Heimarbeit.
Ein ganz anderes Bild gibt der folgende
Brief, nicht weniger bezeichnend für die Seit
und für die Jugend: „Ich wüßte ſchon, was
ich mit zwanzig Mark machte. Ich würde
ſie Herrn M. geben als Anzahlung auf ein
Fahrrad. Der gibt mir ſicher das Nad
gleich, weil er; der Vater von meinem
Freund iſt. Ich brauche das Nad nämlich,
„Na, Haus, was machſt Du nun mit dem vielen Geld?!”
Wie ſteht die Jugend ſelbſt nun zum
Geld? Ein Verſuch, eine kleine Umfrage bei
„Unprominenten” bei Kindern der
verſchie=
denſten Kreiſe, in Volksſchulen und
Gym=
naſien, Kindern zwiſchen 10 und 14, gibt
darüber intereſſanten Aufſchluß. — Dieſe
Frage laute:
„Was würdeſt du kun, wenn du heute
zwanzig Mark geſchenkt bekämſt?”
„Lieber Herr Holmgren, wenn ich jetzt
20 Mark bekommen würde, würde ich mich
in die Badeſtube einſchließen. Dann würde
ich ausrechnen, was ich für 20 Mark kaufen
kann. Früher habe ich eine Sparbüchſe
ge=
habt. Aber ſetzt iſt nichts mehr drin. Ich
würde fünfzig Pfennig reinſtecken, damit
wieder mehr zukommt. Dann würde ich zehn
Mark Mutter geben, damit ſie lacht. Für
fünf Mark kann ich Bücher und einen
Mal=
kaſten kaufen. Weil ich gern Maler werden
will. Und vier Mark fünfzig hebe ich auf,
wenn Weihnachten iſt. Daß die Kleinen nicht
heulen, weil Mutter ſagt, der
Weihnachts=
mann kommt diesmal nicht. Wenn Mutter
die 10 Mark nicht nimmt, gebe ich ſie Onkel
Karl. Der hebt ſie auf, damit ich mal was
Fritz N. aus Weißenſec.”
lerne.
13 Jahre alt, Aelteſter von drei
Ge=
ſchwiſtern; die Mutter iſt Witwe. Fritz iſt
weil ich ſo gern aus der Stadt raus bin.
Am liebſten möchte ich ganz aufs Land zu
den Cieren und ſo. Aber Vater ſagt, wir
ſind Handwerker geweſen und Handwerk hat
einen goldnen Boden. Jetzt hat er es lauge
nicht mehr geſagt und jetzt iſt er auch nicht
mehr ſo oft zu Hauſe. Vielleicht, wenn ich
bei einem Bauer arbeiten könnte. Aber ich
brauche eben das Nad.
Willi Sch. aus Berlin NO.‟
Swölf Jahre alt, kommt in der Schule
ſchwer mit, Vater iſt Nohrleger, hat
Ge=
legenheitsarbeit. Noch ein älterer Bruder,
der außer Haus arbeitet.
Ein echter, zeitloſer Kinderbrief: „Für
zwanzig Mark würde ich ſtundenlang Kuchen
eſſen. Nicht in der Konditorei, wo alle
lachen, ſondern die ganze Schultaſche voll
kaufen und dann zu Hauſe in der
Wäſche=
kammer aufeſſen. Oder vielleicht nicht nur
Kuchen. Nußſtanden und Sahnenbonbons
und Noſinen und Schokoladenherzen auch
noch. Wenn was übrig bleibt, kriegen Lotti
und Peter auch noch was ab. Ich möchte
nur einmal ſoviel Kuchen eſſen können, ohne
daß es verboten wird, wie ich will. Wenn
zwanzig Mark zuviel ſind, kaufe ich noch alle
Bücher von Karl Mag. Und natürlich für
alle was zu Weihnachten. Herzlichen Gruß
Dein Nolf K., Hannover,
Wann ſchickſt Du denn die 20 Mark?”
Rolf iſt 10 Jahre alt und einziges Kind.
Vater iſt Beamter.
Ein beſonders erſchütterndes, rührendes
Seitdokument:
„Lieber Onkel Holmgren, wenn ich 20
Mark hätte, würde ich ſie meinem Vater
geben. Vater iſt ſeit faſt zwei Jahren ohne
Arbeit. Oder ich gebe ihm lieber nicht das
Geld, ſondern ich kaufe lieber bei Müller
zu eſſen ein. Sonſt zahlt Vater wieder was
davon, was ſchon lange ausſteht, und wir
haben dann bloß wieder Brot und
Mar=
garine. So iſt das immer, wenn Mutter
Sonnabends von der Aufwartung
Geld mitbringt. Dann weint Mutti
und ſagt: Wir kommen nie auf
einen grünen Sweig. Aber ich
kaufe lieber zu eſſen ein. Dann
ſind wir wieder alle vergnügt. Am
ſchönſten wäre es, ich hätte die
zwanzig Mark zu Weihnachten,
Damit Vater nicht wieder ſagt:
es iſt zum Aufhängen.
Franzi D. aus Leipzig.”
Swölf Jahre alt, zwei ältere
Geſchwiſter; Vater iſt von Beruf
Gärtner.
„Mit wanzig Mark gehe ich zu
M.’s (Spielwaren) und kaufe die
ſchöne Eiſenbahn mit dem Cunnel
und den Laternen für Hans. Die
iſt elektriſch, und man kann immer
bloß zſehen. Und dann noch den
Ceddybär auf Nollſchuhen. Für
mich. Das koſtet zuſammen 18 M.
Hans hat neulich gefragt. Eine M.
ſtecke ich heimlich der Frida L. in
die Caſche, weil ſie geſtern eine
Mark verloren hat, und ihre
Mut=
ter ihr eine Ohrfeige gegeben hat,
und ſie ſo geweint hat. Und für
eine Mark kaufe ich noch ſaure
Drops. Und wenn der Hans die
Eiſenbahn nicht will, dann gebe ich
Mutter das Geld, damit ſie es mir
aufhebt, bis ich nächſtes Jahr
er=
wachſen bin. Und eine Mark für
den Cierſchutzverein, damit die
Pferdchen nicht mehr ſo frieren
müſſen.
Eva P.
aus Dresden, 10 Jahre alt.”
Eva hängt ſehr an ihrem um
zwei Jahre älteren Bruder, iſt
keine Muſterſchülerin, aber ein
klei=
nes Hausmütterchen. Beide Eltern
ſind berufstätig.
„Lieber Herr Holmgren, zwanzig
Mark ſind zwanzigmal eine Mark.
Für eine Mark kriegt mein Vater
über drei Liter Benzin. Wenn ich
ihm zu Weihnachten für zehn Mark Benzin
ſchenke, hat er ein paar Cage lang weniger
Sorgen, auch wenn weniger Fahrgäſte da
ſind. Dann muß Mutter noch ein Paar
warme Schuhe haben — drei Mark — und
Suſi eine Mütze — eine Mark. Bleiben
ſechs Mark. Dafür muß ich mir unbedingt
ein paar elektriſche Artikel kaufen, weil ich
nämlich eine elektriſche Erfindung machen
will. Ich ſage noch nicht, was. Es hängt
mit dem Nadio zuſammen. Einen
Nadio=
apparat habe ich mir ſchon ſelbſt gemacht.
Mit herzlichem Gruß Ihr
Hans Jürgen C. aus Lichterfelde.”
Iſt 14 Jahre alt, in der Begabtenklaſſe,
hilft ſeiner Mutter und ſorgt für die kleine
Schweſter. Der Vater iſt Caxenchauffeur.
Sechs Kinderbriefe, herausgegriffen aus
einer größeren Anzahl. Sechs Kinderwelten,
ſechs Dokumente, in denen ſich die Seit
ſpiegelt, vom Kinde aus geſehen. Aus den
meiſten klingt der Wunſch zu helfen,
prak=
tiſch zu helfen — und zum Glück fehlt auch
der geſunde, kindliche und lebensnotwendige
Egoismus nicht ganz.
Peter Holmgren.
vnrnnnzenvnat
Dannnnnnanvarnenvernnnnnngerrngnnganngersnggganengnngsnugnrnnn
Eine Woche war ich auf dem Dörnberg,
der ſich im Weſten von Kaſſel mit weit
ab=
ſchwingenden Hängen erhebt. Es war eine
Woche ſchwerer Startarbeit, glücklicher
An=
fängergleitflüge, Aerodynamik, Meteorologie
und unbändiger Lebensfreude.
Am letzten Cag erhielten wir noch ein
Bei=
ſpiel, wie man es beim Fliegen nicht machen
ſoll. Ein Anfänger auf dem „Zögling”
über=
zog die Maſchine zu einem ſchönen ſenkrechten
„Kavalierſtart‟. Der Apparat fiel aus ſechs
Meter Höhe mit dem Kopf nach unten, ſchlug
mit einem Krach auf und brach in der
Mitt=
des Schwanzes durch. Wir dachten ſchon, die
ſenkrecht herabſauſende Cragfläche hätte den
„Piloten geköpft, aber der Sturz hatte ihm nur
das Haupt etwas beeinträchtigt. Er kroch
hervor, rieb ſich den Kopf und beſah ſich die
Crümmer. Seine Laune war jedoch unverſehrt
geblieben.
Es kann einen in unbehagliche Stimmung
verſetzen, wenn man einem Abſturz zugeſehen
hat und in fünf Minuten ſelbſt ſtarten ſoll.
Aber wenn man in der Maſchine ſitzt, ſind alle
Bedenken verflogen.
Hand am Steuer die Maſchine auf
ſtürmenden Boden.
Denn wer gern in der Sicherheit des Unten
verharrt, wer ſich an Gewohntes klammert, und
wer nicht verwegen, leicht und frei iſt, der
ent=
ſchließt ſich auch nicht z m Fliegen. Denn
Sliegen iſt den Haß gegen Enge und Schwere.
die Luſt in die Weite.
„Ausziehen — Laufen!”
Wie ſchön iſt die Sekunde der Erwartung,
die man, mit den weiten Schwingen
zuſammen=
gebunden, vor dem Start ſitzt, wenn die
Kame=
raden in angeſtrengtem Lauf das Gummiſeil
ſtraffen.
„Los!”
Mit einem Nuck rennt die Maſchine an,
die Kufen holpern über den Boden, daß der
Apparat in allen Fugen zittert. Hart
hinge=
zerrt über die rauhe Erde, ſpürt man die
Er=
ſchütterung wie eine kurze Angſt der Maſchine,
bis ſie ſich befreit und eine Sekunde lang in
das leere Nichts geſchleudert ſcheint.
Es iſt die Sekunde, da die Erde und alle
feſte Gewißheit zurückfällt und man mit
taſten-
den Nerven ſich das neue Element geneigt zu
machen ſucht.
Es dauert nur eine Sekunde, bis der Sturz
ins Neue ausgeglichen iſt, und dann ſpürt man,
wie die Luft die Schwingen hält. Nach den
Erſchütterungen des Starts iſt es ein Gleiten
in einer träumhaften Nuhe.
Es gibt keine Schwere mehr. die mit
Mus=
keln zu überwinden wäre; es gibt nur die Luſt
des Getragenwerdens.
Der Wind ſteht elaſtiſch vor der Bruſt und
beginnt auf den Spanndrähten zu geigen. Die
Drähte ſchwirren in dieſer ſeltſamen Muſik,
und die hohlen Flächen, alles federnde Holz und
die Leinwand ſchwingen in Reſonanz. In dem
Schweigen der Höhe iſt nichts als dieſe Muſik
der Drähte. Man ſchwebt einſam in der
gro=
ßen Gelaſſenheit des Naumes. Alles
Körper=
liche ſcheint von einem abgefallen zu ſein, man
iſt über ſich ſelbſt hinaus, und nur ein Empfin=
den bleibt von einem Aufgelöſtſein im Naum.
Bei dem Start war der Boden raſend
fort=
geflohen. Der Horizont, das unverrückbare
Inemander von Bergkurven fing an zu
wan=
ken. Der Berg vorn unter den fahl von der
Sonne angeglühten Wolken begann mit ſeiner
ganzen Maſſe zu tanzen. Ich habe es in der
Hand, mit dem Steuerknüppel, von dem die
Drähte zu den Nudern und Klappen ziehen, ihn
aufzurichten oder fallen zu laſſen. Ich weiß,
wenn der Berg plötzlich fällt oder ſteigt, daß
es mir Gefahr bringen kann. Aber es bringt
keine Angſt. Man iſt in den Rhythmus des
Gleitens, des Windes und der Muſik in den
Drähten hineingeſchwungen, man rührt das
Steuer in dieſem Rhythmus; wenn der Berg
vorn ſinkt, wenn der Harfengeſang in den
Drähten und der weiche Winddruck im Geſicht
nachlaſſen, dann zieht der Boden unten auch
langſamer vorbei, und in dieſem Rhythmus
gefangen, neigt man mit dem Steuer die
Ma=
ſchine; das Windkonzert ſchwillt an, und die
Maſchine nimmt ihren Schwung wieder auf.
Denn was mich trägt in dieſer Nuhe, das
iſt die Geſchwindigkeit, die den Wind unter
die Flächen ballt und ihn darüber in Wirbeln
ſaugen läßt.
Wenn der Berg vor mir in den Himmel
hinauffallen will und die Drähte höher ſingen,
dann ziehe ich mich mit dem Steuerhebel in die
Luft, ſachte in jeder Bewegung, und der Kiel
vorn ſteigt mir von der raſenden Erde
ent=
gegen. Aber wem ich zu ſteil in die Luft ſteige,
verbraucht ſich der Schwung, der den Wind
zwingt, mich zu tragen, und die Schwerkraft
wird wieder ſtark und ſtürzt mich durch die
ermattete Luft nach vorn auf den Naſen.
Wem der tanzende Berg mir ſchräg aus
dem Blick rutſcht und der Holmen vor mir
ſchief in die Landſchaft ſchneidet, dann lege ich
das Steuer leicht und locker zur Seite, und die
Welt ſteht wieder feſt, wenn mich die weißen
Flächen wieder gerade in die Luft ſetzen.
Dieſes Neigen und Steigen, Cauchen und
Gleiten, das Schweben der gebreiteten Flächen
über dem Kopf, der Flug, den die Hand ſicher
und ſanft modelliert, ſie laſſen einen die Erde
faſt haſſen und erwecken die Sehnſucht, zwiſchen
Himmel und Erde zu bleiben.
Aber bald iſt die Kraft des Fluges
ver=
braucht, und der Boden ſchiebt ſich näher. Das
Auge läßt den lockenden Hornont und mißt
den ſchwindenden Abſtand zwiſchen dem Kiel
Eliſabeth von Heuking.
Sum ſiebzigſten Geburtstage.
Von H. Nannow.
„Es hat wohl wenig Menſchen gegeben,
denen der Erfolg ſo mit einem Schlage
ge=
kommen iſt”, ſo ſthrieb Eliſabeth von Heykug
1905 in ihr Cagebuch. Swei Monate nach
Erſcheinen ihres Erſtlingswerkes „Briefe, die
ihn nicht erreichten”, mußte bereits die fünfte
Auflage gedruckt werden — etwas für die
da-
malige Seit ganz Unerhörtes. Schon der
pak=
kende Citel haike Aufſehen erregt, das ſich
durch den Inhalt des Buches zur Senſation
ſteigerte. Dieſe Briefe laſen ſich nicht wie ein
dichteriſches Erzeugnis, ſondern wie ein
tat=
ſächliches Erlebnis, ein Bekenntnis der
anonu=
men Verfaſſerin. Daß es eine hochgeſtellte
Dame ſein mußte, war unſchwer zu erkennen,
und das Nätſelraten über dieſe Perſönlichkeit
beſchäftigte weiteſte Kreiſe. Als man dann
Näheres über die Dichterin erfahren hatte und
das Werk ſelbſt auf ſich wirken ließ, zeigte es
ſich, daß hier otwas in ſeiner Art ganz Neues
geboten war. In ferne Länder führte dieſer
Noman, die Welt der Politik wie des Handels
und Verkehrs erſchloß ſich, die Schreckenstage
im Chinaaufſtand bildeten den Abſchluß, und
mitten in dieſem brauſenden Leben ſtand eine
Frau, wie unberührt von allem Weltgeſchehen.
und doch durch geheime und unlösbare Jäden
damit verbunden, in ſtarrer Einſamkeit und
doch von heißer Sehnſucht erfüllt nach Glück
und Liebe — dieſer Gegenſatz war es, der eine
ſo gewaltige Wirkung auf den Leſer ausübte.
Eliſabeth von Heuking war die Cochter des
preußiſchen Geſandten am Badiſchen Hof, des
Grafen von Slemming, und eine Enkelm von
Achim und Bettina von Arnim.
und dem Vaſen. Die Landſchaft wächſt wieder
höher um einen herum, die Erde greift nach
der Kufe, und im letzten Gleiten ſchmiegt die
Mit einem ſanften Schlag empe
die Erde, ein kurzes Nutſchen, unde
Das Abſchnallen füllt einen mit Bzu
Am Abend verließ ich den Dör=
Wind war uns oft zuwider, ſo dor
an mein Siel kam. Wir haben mnn
behrt hier oben, wir haben uns
rauh gezerrt an den Seilen beim 8
der Maſchinen auf die Hänge.
dann heiß im Wind geſtanden, und
müde auf das Lager geſunken.
Aber wir ſind in glasklare Morr
geflogen und ia blaue Abende, gege
Horizonte, gegen Wolken, geballt un
gegen graue Wolken, vom Gold
durchſchnitten, und gegen Wolken. Z.
roſa und ſanft waren vor dem kalte=
Herbſthimmels. Wir haben im B
und vor dem melancholiſch gefärbtern
Felſen, die mit plötzlicher Schwer
Aufſchwunge der Wieſen
hochbra=
haben in einer Landſchaft voll Abe
Schönheit gelebt. Das mag
genug=
anderen Cagen.
Der Erinnerungszauber des Geruchbildes.
Von Adolf Obée.
Ein Reicher, em Wohlhabender, ein
Gut=
geſtellter, einer, dem es kärglich geht, und ein
allerärmſter Ceufel, der gar nichts hat — das
iſt die Nangordnung, nach der die Sprache
mit den fünf Sinnen verfährt. Einen
un=
erſchöpflichen Wortüberfluß zur Wiedergabe des
Geſchauten, der unendlichen Welt des Lichtes,
der Farben und Formen, hält ſie für das Auge
bereit; knapper, aber noch immer reich, hat ſie
das Ohr bedacht; beſcheidener das Getaſt.
Als letzte ſtehen in der Reihe die beiden
armen Vettern da, Geſchmack und Geruch.
Ganze drei eigene Worte ſtehen dem Geſchmack
zur Verfügung: ſüß, ſauer und bitter; alle
andern muß er ableiten von irgendwelchen
Dingen: ölig, würzig, ſalzig, blumig — oder er
muß ſich noch umſtändlicher ausdrücken: das
ſchmeckt „nach” Pfeffer, „wie” Apfelſinen; oder
er muß beim Bruder Gefühl eine Anleihe
machen: ſcharf, brennend, beißend., Eine
Wein=
preisliſte mit ihren Geſchmackserläuterungen
der einzelnen Sorten gibt ein gutes Bild der
tauſend Nöte, durch die die Sunge ſich
hin=
durchzuwinden hat, wenn ſie ſagen ſoll, was ſie
empfindet.
Mit ſeinen drei eigenen Wortpfenwigen iſt
der Geſchmack aber immer noch ein Kröſus
gegenüber dem Geruch, der nicht einen
ein=
zigen Ausdruck beſitzt, und ſich überhaupt nur
in Umſchreibungen und Ableitungen
(auch das Wort „muffig” iſt, wie ſchon ſeine
Endung zeigt, eine Ableitung von Muff”,
einer Krankheit des Weines) bewegen kann.
Und gerade dieſer ärmſte der Fünf, der ſich
kaum auszudrücken weiß, verfügt über eine
Saubermacht, deren ſich keiner der vier anderen
rühmen kann.
Was das Auge vor langer Seit geſchaut,
iſt meiſtens, wenn ſich nicht beſondere
Erinne-
rungen daran knüpfen, aus dem Gedächtnis
verſchwunden oder hat nur das dumpfe Gefühl
hinterlaſſen: Das habe ich doch ſchon
einmal gelehen! So leicht würde
nie=
mand, den ein Sauberſtab urplötzlich an eine
ferne, vor zwanzig, dreißig Jahren vertraut
geweſene Stätte verſetzte, ſogleich im erſten
Augenblick ſagen können, wo er ſich befinde —
Odyſſeus erkennt nach langer Orn
einmal den heimatlichen Strand mrd
Und das Ohr — wie lange ur?
kann man bisweilen ſinnen, won
Stimme ſchon gehört habe oder an zie
ſie erinnere. Von geradezu quälenst
lichkeit kam das Nachſinnen ſein, n
nau bekannte Melodie hingehörn.
kaliſcher Menſch machte beim Bri=
Liedes, das er einige Cage zuvor
gehört hatte, ſogleich auf eine kauM
Abweichung in der Phraſierung
kaum ein Jahr ſpäter konnte er ſuf
ſinnen, das Lied jemals gehört zu
Von welcher lächerlichen Hilfloſis
ſicherheit gar Geſchmack uns
ſind, wenn nicht das Auge ſie unter
jeder an ſich ſelbſt erproben und wi !
würdigſten Dinge dabei erleben.
wird es geben, der einen vor längen!
lich gebrauchten Gegenſtand mit
Augen nur wach dem Gefühl
wiede=
vermöchte, und wenn man einem eA
der als Kind gern türkiſchen
geſſen hat, bei verbundenen Augen
chen der Delikateſſe in den Ai
wird er ſich ihrer und der Augent
entledigen — und dann mit Verwur)
ſtellen, was es war.
Nun aber tritt der ärmſte
auf den Plan, der ſtumme, der nick t
chen ſein eigen nennt.
Nehmen wir an, ein Neiſenddi0
Gedanken verſunken, durch Straßen
hen einer fremden Stadt. Da ſchläi“
bevor er etwas ſieht, eine Dun)
entgegen, ein Geruch von beſonnt 1“
geteertem Holz, leeren Fäſſern,
atmenden Kiſtenſtapeln, und ehe
ſeinen Gedanken heraus iſt, ſteigt,
Lie letzten Einzelheiten, ein baiu
Mit 17 Jahren hatte ſie ihr erſtes
Herzens=
erlebwis, das infolge des Widerſpruches der
Eltern nicht zur Ehe führte; zwei Jahre
ſpä=
ter, nach dem Code der Mutter, verlobte ſie
ſich mit einem Privatdozenten aus altadliger
Samilie. Die Ehe geſtaltete ſich ſehr
unglück=
lich, und man hatte ſich bereits geeinigt,
freund=
ſchaftlich auseinander zu gehen, als Eliſabeth
den Baron von Heyking kennen lernte. Beide
fühlten ſich zueinander hingezogen, doch blieb es
bei einem rein geſellſchaftlichen Verkehr. Nur
der Gatte ahnte, was tief verborgen in ſeiner
Frau vorging, und nun ward ihm der Gedanke,
ſie nach ihrer Crennung einem anderen
über=
laſſen zu müſſen, unerträglich. Eine qualvolle
Seit ſeeliſcher Kämpfe folgte für beide, bis
Eliſabeth angeſichts der Liebe und Leiden ihres
Mannes auf ihr Glück verzichtete. Bald
dar=
auf aber überkam ihm auf einer gemeinſamen
Reiſe das Bewußtſein ſeiner hoffnungsloſer
Lage; er griff zur Piſtole, nachdem er in
Für=
ſorge für ſie ein amerikaniſches Duell erdichtet
hatte.
Eliſabeth reiſte zu ihrer Erholung nach
Venedig; auf Bitten der Schwiegereltern
über=
gab ſie ihnen auf einige Seit ihr Cöchterchen.
Bald darauf aber wurden Gerüchte laut und
auch in Seitungen veröffentlicht, daß der
Selbſt=
mord auf ihre Untreue zurückzuführen ſei. Die
Herausgabe des Kindes wurde verweigert und
erſt nach zwei Jahren durch einen in allen
In=
ſtanzen gewonnenen Prozeß erzwungen.
Eliſa=
beths Vater war geſtorben. Schutzlos ſtand ſie
allen Angriffen allein gegenüber. Baron von
Heyking, mit dem ſie ſich in Venedig verlobt
hatte, trat an des Vaters Stelle, und trotzdem
Eliſabeth ihm mehrmals ſein Wort
zurück=
gegeben hatte, um ſeinen Namen rein zu
er=
halten, hielt er treu zu ihr in der Gewißheit,
daß er „ſein Lebensglück, ſein Wappenſchild und
ſeine Ehre” keiner Würdigeren anvertrauen
könne. 1884 ward die Ehe geſchloſſen. Um
ſeiner Frau alle Anfeindungen zu erſparen, die
bei einem Aufenthalt m Deutſchland zu
be=
fürchten waren, trat er in den auswärtigen
Dienſt über und ward nach einem einjährigen
Urlaub Konſul in New York. Damit begann
ein Wanderleben, das ſie zwei Jahrzehnte durch
Nord= und Südamerika, Indien, Aegypten,
China und zuletzt nach Mexiko führte.
Hier begann Eliſabeths ſchriftſtelleriſche
Cä=
tigkeit. Der ungewöhnlich große Erfolg ihres
Erſtlings blieb jedoch ihr einziger. Schon ihr
zweites Werk, Der Cag anderer” (1905),
brachte eine große Enttäuſchung. Auch hier
klang die Melodie des Leidens ein?
verinnerlichten Frauenſeele; aber mI
Buch ſtarkes Gefühl geweſen war,
mehr vom überlegenen Verſtande"
Sieben Jahre vergingen bis zun?
ihres nächſten Nomans „Ille mihe
geringeren Erfolg hatte. Das gle=1
den fünf Werken, die ſie bis 192
öffentlichte. Hochintereſſant ſind ihe
Grete Litzmann herausgegebenen
aus vier Weltteilen‟. Den Verluſ:!
ten, mit dem ſie in glücklichſter El.
ihrer Söhne, die in Frankreich fieler
beth von Heuking nicht überwinn=
und ſo war der plötzliche, ſchmeril
4*Januar 1925 für ſie eine Erſä
Ein Abend mm B
Von J. V. Schmidtk
Wir hatten einige Dörfer wei
Kalb zum Metzger getrieben. Und
über den Uebergabeverhandlungen
hauſe, die mit einem ſchnell
bere-
begannen und einem eifrigen Oelpl”
gebrautem Schnaps ſich in die L
war es allmählich Abend geworden.
lich Nacht. Und als wir endlich aln
lichen Hauſe traten, in dem die —
zahireichen Jamilie, durch das E‟
inerungsbild empor, ſo ungeheuer
big und nah, daß alles, was er im
Nah=
iſes Bildes Gutes und Schlimmes erlebt
fahren haben mag, auf ihn einſtürmt,
/½s lebensvolle Gegenwart.”
buserordentlich iſt die Erinnerungsgewalt
wöeruchsbilder, daß bisweilen, noch
Jluidum ſtark genug iſt, um bewußt
ißt und verſpürt zu werden, ein
beglücken=
er bedrückendes Gefühl aufſteigt; man
Micht, wie einem plötzlich zumute iſt, bis
eit dem Winde herwehende ſtärkere
uſolke den Schleier von der im
Unter=
ien ſchon auf dieſen leiſeſten Anhauch
ae tende Erinnerung wegbläſt.
iüiſt es überflüſſig, ſolche tupiſchen
Ge=
nider aufzuzählen; man denke nur an den
ſteis eier Dreſchtenne, eines
Stal=
es Kolonialwarenlagers, eines
mlatzes, Cuchlagers, Maſchinen-
0 einer Weinkellerei, eines Bahnhofs, an
dorgenduft einer ſommerlichen
Wieſen=
aft, das Kelteraroma eines Herbſt=, den
zwauch eines Wintertages.
Sar das Vaterhaus hat ſeine ganz
gite, vertraute Atmoſphäre, und jeder
ſui ihm trägt oder trug ſein eigenes
un=
unſi ches Duftkleid. Es iſt kein Sufa!!
ſtimmte Seſtgebräuche, Speilen,
ſure und Gebäcke ſich durch Generationen
Fanilie unverändert forterben, denn Kin=
Enkel ſaugen, alt geworden, aus ihrem
ie Erinnerung an das verlorene
Pa=
die es vor ihnen Eltern und Ahnen
the hat, wir wiſſen es aus Wilhelm
G, den Würzdurft der mütterlichen
ekammer nie vergeſſen können, weil
Murrlöslich verknüpft war mit der weih=
Mher Erinnerung an ſein geliebtes
Pup=
bter, deſſen Akteure, in der
Speiſekam=
abewahrt und von ihrem Aroma durch=
in Bewegung gebracht, noch immer
Nyt durch die Stube ſchwirrten, fiel ein
aher Negen vom Himmel, der ſich in
MATerwoben hatte und nun ſtill und
heim=
mit der Finſternis niederglitt, die um
ei und undurchdriglicher wurde, je
ür uns jetzt vom Hauſe entfernten und
Eeie Ebene kamen, in der rechts und
Rom Wege nur die Weiden und der
Aſtill und niedergedrückt am Boden
e Wege wurden ſchlechter und ſchlech=
Tacht immer ſchwerer und feuchter von
ſtänen Regen, der im Nu durch die
rang und uns bis auf die Haut durch=
% und dort verſuchen, den letzten Sug
So wollten wir lieber den Umweg
Ric er das links gelegene Dorf, das Con=
erreichen, der gegen 11 Uhr fuhr und
Neon Minuten ans Siel brachte und ins
Sott. Wir bogen alſo ſchnell
eit=
ab. Manchmal liefen wir, denn wir
hel ne Uhr und wußten nicht einmal, wie
aur. Aber als wir endlich an den erſten
pon Conzen waren, ſchlug es von den
Zehn. Und als wir nun langſam und
über den geglückten Verſuch über
* Vorfſtraße ſchritten, wollten wir die
Fur Abfahrt noch in einer Wirtſchaft
und uns mit einem Schnaps und
Prach am geheizten Ofen etwas wär=
Neu das einzige Gaſthaus war ſchon ge=
Die Läden hingen dunkel und tot vor
tränkt, unvergeßlichen Dufthauch atmeten. Und
E. C. A. Hoffmann, der Königsberger, iſt
ſein ganzes Leben hindurch umwittert geblieben
von dem weihnachtlichen Arom der
Vaterſtadt, von den „muſtiſchen Düften” des
Marzipans; zahlreiche Stellen ſeiner Werke
beweiſen das; ſelbſt mitten im Grauenhaften
drängt die Erinnerung daran, durch ein
einzi=
ges Wort geweckt, ſogleich empor: Als der
hölliſche Doktor Dapertutto dem abenteuernden
Erasmus Spikher den Vorſchlag macht, Weib
und Kind zu beſeitigen, und ihm das Släſchchen
mit der tödlichen Eſſenz in die Hand drücken
will, bemerkt er beruhigend dazu: „Man nennt
das zwar Sterben, und der Cod ſoll bitter ſein;
aber iſt denn der Geſchmack bitterer
Mandeln nicht lieblich, und nur dieſe
Bitterkeit hat der Cod, den das Fläſchchen
verſchließt. Sogleich nach dem fröhlichen
Hin=
ſinken wird die werte Familie einen
angeneh=
men Geruch von bitteren Mandeln
verbreiten.”
Es gibt ſogar, wie Hermann Heſſe
ein=
mal fein bemerkt, einen ganz beſondern „Dufi
der Iremde”, den man freilich nur in
jun=
gen Jahren zu verſpüren mag, weil er nicht
zurückweiſt in die Erinnerung, ſondern
vor=
wärts in eine unbeſtimmte, aber hoffnungsreiche
Sukunft.
Was die Geruchsbilder dem einzelnen ſagen,
iſt grundverſchieden. So tupiſch ſie ſind, ſind
ſie doch das Allerperſönlichſte: zu jedem reden.
ſie in ſeiner Sprache, ſo machtvoll und
ein=
dringlich, wie das in der Regel kein anderer
Sinn vermag. Es gleicht der arme Bruder
Geruch der wunderbaren Fenſterſcheibe in dem
Pavillon des Märchens, an die die gefangene
Soraide nur die Stirn zu lehnen braucht, um
da=
hinter das Bild vergangener Cage nah und
lebendig aufſteigen zu ſehen. Vicht weil ſie ihm
verſagt worden ſind, weil er ſie verſchmäht
hat, fehlen ihm die Worte, denn wenn er
tau-
ſend Sungen hätte, könnte er nicht
eindring=
licher predigen als ſeine Stummheit tut.
Oeſterreichs
Dichterinnen.
Von Dr. Ella Menſch.
Als ich kürzlich die neuen öſterreichiſchen
Poſtmarken ſah mit den Bildniſſen der
hervor=
ragenden öſterreichiſchen Poeten, erſtand
un=
willkürlich vor meinem Geiſtesauge der
ſtatt=
liche Reigen all jener dichtenden Frauen, die
aus den Donauländern ſtammen und dazu
bei=
getragen haben, dem deutſch öſterreichiſchen
Schrifttum einen Glanz zu verleihen, dem der
Wandel der Seit nur wenig wird anhaben
können.
Swei Menſchenalter trennen uns ſchon von
der Ebner=Eſchenbach, aber ihre
größe-
ren Nomane und kleineren Erzählungen, wie
z. B. die entzückende Ciergeſchichte „
Krambam=
buli”, ſind noch immer „gefragte” Artikel, um
dieſen neuzeitlichen Ausdruck zu gebrauchen.
Man braucht ſich nur in den Leſehallen zu
er=
kundigen. Sozuſagen ein dichteriſches
Paten=
amt hat Marie von Ebner=Eſchenbach
vertre=
ten an ihrer jungen Freundin und Kollegin
Emilie v. Handel=Mazzetti, der ſie m
übergroßer Beſcheidenheit den Nang über ſich
elbſt einräumen wollte.
Die An= und Auftriebsmächte, die zuerſt in
den Schriften der Handel=Mazzetti zur
Geſtal=
tung von Charakteren und Menſchenſchickſalen
drängten, war der Wunſch, die Brücke zwiſchen
Katholizismus und Proteſtantismus zu ſchlagen
und zu zeigen, daß einzig die Liebe allen
kon=
feſſionellen Hader ſchlichten kann. Einige
Stel=
len in ihren Büchern, wie z. B. in dem Roman
„Die arme Margaret”, der zur Seit der
Gegen=
reformation ſpielt und manchen
Berührungs-
punkt mit Schönherrs „Glaube und Heimat”
aufweiſt, brachten die Verfaſſerin in die
ge=
fährliche Nähe des Inder. Dann aber iſt ſie
mehr und mehr das geworden, als was Anna
v. Kranke ſie einmal pries: Die Sängerin der
Kirche‟. Nach wie vor aber fühlt ſie ſich
hin=
gezogen zu ſolchen problematiſchen Erſcheinun-
gen, die wie der verwilderte geniale Luriker
Chriſtian Günther und der unſelige Karl
Litd=
wig Sand, der Mörder Kotzebues, durchaus in
der Welt des Proteſtantismus wurzeln.
Viel Leben und Bewegung wogte einſt um
die beiden Antipoden Maria Janitſchel
und Emil Marriot (Emilie Mataja), die
vorübergehend in Berlin lebten. Alle Verſuche,
die beiden genialen Frauen miteinander in
Füh=
lung zu bringen, bei denen ich auch mittat,
ſcheiterten an der entſchiedenen Abwehr von
Marriot, der die betäubende Erotik der
Jani=
tſchek unerträglich war Letztere, von der
manches Lied wie z. B. das auf den Cod ihres
Gatten, des Kunſthiſtorikers Hubert Janitſchek,
gedichtete „Frau Sonne, geh’ auf leiſen Slam=
geworden. Ganz Dichterin war die Janitſchek
nur im Liede und, wenn ſie ihre Stoffe aus
frühchriſtlicher Seit holte, wie in „Esclarmonde‟
Was Aufbau des Stoffes und Mannigfaltigkeit
der Charaktere anbetrifft, haben die Bücher
der Oſſip Schubin (Lola Kirſchner) ſich
aus=
gezeichnet und jahrelang mit Recht großen
Bei=
fall gefunden; ſie waren zu Hauſe im Herzen
von Oeſterreich, in ſeiner adeligen und
bürger=
lichen Geſellſchaft. Oſſip Schubin könnte noch
heute Bücher auf den Markt bringen, aber ſie
z0g es vor, im rechten Augenblick vom
Schau-
platz des literariſchen Erfolges abzutreten. Ihr
letzter großer Noman iſt. „Der Noſenkavalier”
geblieben, der vom trägiſchen Schickſal einer
großen Sängerin erzählt.
men .” zu den ſchönſten lyriſchen Elegien
gehört, die unſere Poeſie kennt.
Liebeslieder, aus innerſten Erſchütterungen
heraus entſtanden, hat vor ihr nur Betty
Paoli (Eliſabeth Glück) geſchrieben, deren
Abhandlung über Wiens Gemäldegalerien in
ihrer kunſthiſtoriſchen Bedeutung die feine
Aeſthetin bekundet. Die älteren
Literatur=
geſchichten bringen die Würdigung der Paoli
zuſammen mit der der Heſſin Louiſe v. Poenies.
Ehedem war man an ſo offene
Herzens=
beichten, wie die Paoli ſie ablegte, noch nicht
gewöhnt, weshalb ein Literarhiſtoriker tadelnd
vermerkt: Der Frau habe Gott es
ver=
wehrt, zu ſagen, was ſie leide!”
Die Cöne, die die dreißig Jahre jüngere
Ada Chriſten (Chriſtiane Breden) in
ihren „Liedern einer Verlorenen” und „Aus
der Ciefe” anſchlug, Cöne, die in ſoziales Elend
eindrangen, klangen namentlich den gemütlichen
Wienern damals noch recht ungewohnt.
Um das Buch der Marriot „Geiſtlicher
Cod” entbrannte einſt ein gar lebhaftes Sür
und Wider, ähnlich wie um Anzengrubers
„Pfarrer von Kirchfeld” In dem Roman
„Seine Gottheit” ſchneidet dieſelbe Verfaſſerin
ein Chema an, zu deſſen Verarbeitung man
heute wahrſcheinlich die Pſuchoanaluſe zu
Hilfe nehmen würde.
Ungleichwertig produzierte Maria Janitſchek,
von den Seitſtrömungen hin= und hergeriſſen.
Sie ſelbſt konnte den harmoniſchen Ausgleich
ihres Weſens nur ſchwer finden, weil ſie, durch
die heimliche Ehe ihrer Mutter mit einer
fürſt=
lichen Perſönlichkeit ſchon in ihrer frühſten
Jugend in eine verkehrte Stellung geriet. Sie
hat mir einmal die Geſchichte ihrer Herkunft,
die ſich ſpannender anhörte als mancher
No=
man, erzählt. In dem Buch „Ins Leben
ver=
irrt” hat ſie das Weſentlichſte davon
aufge=
nommen, aber ein Kunſtwerk iſt der genannte
Noman, trotz des ſenſationellen Vorwurfs, nicht
Auch nicht mehr zu den Jüngſten gehört
die Dichterin und Schriftſtellerin Marie
Eugenie delle Grazie, die in ihrem
Schauen und Schaffen mit den bunten
Ereig=
niſſen des raſch flütenden Lebens Schritt
ge=
halten hat, dabei immer feſten Ankergrund
unter den Süßen; ein nie wankendes
Ver=
trauen in die Wege der göttlichen Allmacht.
Ihr Roman „Unſichtbare Straße” taucht tief
hinein in das Dunkel und die Wirrniſſe der
Nachkriegszeit.
Wer ſich nach friſchem, urwüchſigem
Roſeg=
gerhumor ſehnt, muß ſich laben an den
herz=
haften Geſchichten der Anna Hilaries
von Eikhel, die das Wiener Bolks= und
Geſellſchaftsleben in Frohſinn und Ernſt erfaßt
hat. Eine Welt für ſich bedeuten die Bücher
der Gräfin Edith Salbuxg, einer Frau
von glänzender Beobachtung und
ungewöhn=
licher anſchaulicher Darſtellungskunſt. Sie iſt
Eſſauiſtin, Nomanſchriftſtellerin und Hiſtorikerin
zügleich. Als letzterer eignet ihr der ſcharfe
Slick und das unbeſtechliche Urteil über
ab=
ſterbende und aufblühende Kräfte im Volkstum.
Aus ihren Erinnerungen einer Reſpektloſen”
iſt uns viel Material zugefloſſen über die
Ur=
ſachen des ZSuſammenbruchs der Mittelmächte.
Edith Salburg, die die Höhen und Ciefen des
menſchlichen Daſeins durchwandert hat, als
Dame der Ariſtokratie ſowohl wie als ſchlecht
bezahlte Büroarbeiterin, geht unentwegt einem
Lieblingsgedauken nach: der Verſchmelzung
von Deutſch=Gſterreich und Preußentim. Auch)
in ihrem jüngſten, ſoeben bei Koehler u.
Ame=
lang in Leipzig erſchienenen Opus „
Deut=
ſches Bilderbuch der Seit” wird
die=
ſem Gedanken manch eindrucksvolles Kapitei
gewidmet. Die Härten des Lebens haben
im=
ier wieder nach dieſer tapferen Srau
gegrif=
fen. Deshalb klingt älles, was ſie ſchreibt, ſo
unverbraucht, ſo ganz als eigenſtes Erlebnis.
den Fenſtern, und auf ein Klopfen an der Cür
gab nur das Echo im ſchlafenden Hauſe
Ant=
wort. Das ganze Dorf ſchlief. Die hohen
Hecken ſtanden finſter und ſtill vor den
ver=
ſunkenen Häuſern, und nur der Negen kniſterte
leiſe in den Blättern.
Wir ſtolperten weiter über Schotter und
Schienen näher, als plötzlich ein Mann in die
geöffnete Tür trat und in die Nacht rief. Wir
gaben Antwort, gaben uns zu erkennen und
ſagten, daß wir bei ihm zu warten gedächten,
bis der Sug käme. Ja ſo, ſagte er, und iſt gut,
und trat wieder in ſeine hell erleuchtete Selle,
in die wir ihm ſtampfend und den Negen etwas
von den Kleidern klopfend folgten.
Er hatte indeſſen ſchon wieder auf der Bank
Platz genommen, von der er bei unſerem
Kom=
men aufgeſprungen war. Der Ofen glühte und
kniſterte neben ihm. Und er ſaß
vornüber=
gebeugt auf der Bank, hatte den Kopf in die
Hände geſtützt und ſtarrte vor ſich hin. „Das
iſt ein verlaſſenes Venn”, ſagten wir, „
wahr=
ſcheinlich ſeid Ihr der einzige, der noch wach iſt
in dieſer ganzen Gegend.” Aber er brummte
nur und gab uns keinerlei Antwort. Um uns
ſtanden ſchläfrig die Geräte. Der Signalſchrank.
Die blinkenden Griffe der Weichen= und
Sig=
nalzüge. Das Celephon an der Wand. Eine Uhr
tickte, und durch die geöffnete Cür wehte leicht
der Negen aus der Nacht herein, blinzelte in
die Helle und ſchlug ſich in der Nähe der Cür in
einer dunklen Lache meder. Manchmal ſchlug
ein kurzer Windſtoß gegen das Haus. Die Uhr
tickte und tickte. Und es war, als ob ſich die
Geräte bei jedem Pendelſchlag höher und höher
reckten. Das Celephon wuchs begehrlich in den
Naum. Die Griffe knarrten. Spannung wuchs
aus der mit Petroleum= und Cerpentingeruch
geſättigten Stille, bis plötzlich das Celephon
mit einem ſchrillen Glockenzeichen losbrach und
die Atmoſphäre klärte.
Der Weichenſteller ging mit ſchweren
Schrit=
ten an den Apparat. „Ja, iſt gut.‟ Er hängte
den Hörer wieder ein und riß zwei Griffe
her=
um. „So,” ſagte er und ſchien erleichtert, „das
iſt der letzte Sug. Dann iſt Schluß. Dann wird
der Laden zugemacht.”
Wir wollten uns verabſchieden, um dem
Sug ein wenig entgegenzugehen und den letzten
Wagen zu erwiſchen, als von drüben aus dem
dicht verhangenen Dunkel, das hinter den
Ge=
leiſen lag, ein kurzer Schrei herüberdrang. Der
Weichenſteller hielt uns feſt, wie um jeden Laut
zu erſticken, der die Stimnme von drüben
über=
tönen könnte. „Ja” brüllte er zurück und
lauſchte in das Dunkel. Aber in dieſem
Augen=
blick donnerte der Sug heran. Die Bremſen
knirſchten, Dampf ziſchte aus dem Keſſel. Der
Mann wandte ſich mit einem Fluch zur Seite.
„Es iſt nämlich ſo” ſchrie er und rannte
plötz=
lich mit uns den Bahuſteig hinauf, „meine Sran
iſt ſchwer krank und der Doktor iſt bei ihr.
Und ich weiß nicht, ob ſie davonkommt. Und
eben hat mein Junge gerufen.” Er ſprach haſtig,
abgeriſſen. Es war, als ob er jetzt im letzten
Augenblick ſich noch alles vom Herzen reden
wollte, als ob er uns jetzt im allerletzten
Augen-
blick noch zurückhalten möchte, noch jemand
da-
behalten möchte in der dichten und toten Nacht,
die nach der Abfahrt des letzten Suges wieder
über ihm zuſammenſchlug. Wir ſind erſt ein
Jahr verheiratet”, fuhr er eifrig und überſtürzt
fort. „Sie iſt meine zweite. Es ging vorwärts
mit uns. In dieſem Jahre hatten wir uns eine
Kuh angeſchafft. So geng alles unter ihren
Händen vorwärts.” Wir ſtanden vor dem
Wa=
gen. Es war der letzte.
Bis nächſtens dann” ſagte er hierauf
leiſe und traurig und gab uns die Hand. Ja,
bis nächſtens, und hoffentlich geht alles gut aus.
Wir ſtiegen ein. Er ſtand allein auf dem
Bahn=
ſteig. Er hob müde die Hand. „Fertig”, rief
er. Und er ſtand und ſtarrte, ob wirklich der
Sug, der letzte Sug, nun abfahren würde.
Der Sug ſetzte ſich langſam in Bewegung.
Das kleine Stellwerkshaus glitt vorüber. Die
Cür ſtand immer noch offen. Und der Negen
ſchlug hinein. Drüben in der Dunkelheit kam
jemand mit einer Laterne über die Wieſen.
Dann verſchwanden die Seichen in der
Dunkel=
heit. Der Sug fuhr durch das leere und
ver=
laſſene Venn bergab. Die Finſternis und der
Regen ſchlugen klatſchend gegen die
Wagen=
wände
Am nächſten Cage erfuhren wir, daß die
Frau gegen Mitternacht geſtorben ſei.
Frieher hott mer als geſacht: „Aller guden Dinge ſin Drei!”
— awwer aach devo is mer in unſere uffgeblehte Verhältniſſe,
in die wo mir ſo vö=a=pö eneigerode ſin, längſt abkumme — Ich
hab mich däſſentwäje aach gornet groß gewunnert, wie die Woch
unſer Herr Reichskanzler, vermiddelſt dem Radio, ſich ſo
freund=
lich mit uns unnerhalte hott, un hott gemaant, aller guden Dinge
weern vier, un hott uns damit die „vierte‟ Nodverordnung
ſärrwiert un mundgerecht gemacht.
Un alles was wohr is, do kann=mer wärklich ſage: „Jwung
macht den Meiſter!” — Sie krieje doch langſam Ruddiene im
fawriziern vun dene Nodverordnunge, däß muß en de Neid loſſe.
Jedenfalls; ſo knabbs for=eme halwe Johr, wie ſe die erſt
Nodverordnung gäje die Nod verordent hawwe, do hott unſer
Herr Reichskanzler de Wäld verkindicht un zu wiſſe gedho, daß
däß das Aißerſte weer, wo er em deitſche Volk zumude kennt.
—No un dann? — Dann kam die zwadd, und dann die dritt,
un jetzt glicklich die viert Nodverordnung gäje die Nod. — Un
wie geſagt, däß is gradezu e Magſterwärk, un die kann
mer uff jeder beſſere Wäldausſtellung ſähe loſſe, dann die macht
uns ſo ſchnäll kaaner nooch —
No un wie ich mich emol ſo owwerflächlich mit dene
ver=
ſchiedene Paſſuſſe vun däre Verordnung gäje die Nod
nodge=
drungenerweis verdraut gemacht hatt, do hab ich mit meim Härz
Stillhalteabkumme gedroffe, un hab zu mer ſällwer geſagt:
„O Härz, halt ſtill un waggele net, es waggelt äwe ſowieſo ſchun
alles!”
Ja, mer kann ruhich ſage, es waggelt ſogar ſo aſch, daß mer
in alle eiſchleechliche Kreiſe ernſtlich mit=em Falle rächent.
Nemlich es ſolle net nor die vielgebrieſene „Errungenſchafte” aus
de Noochkriegszeit falle, naa aach die Tariefe, die Frachte, die
Löh, die Gehälter, die Preiſe, die Hausmied, die Zinſe, die
Hibbo=
dheke, die Dingmiddel, die Schulde — no un was waaß ich all;
s wärd jedenfalls in de nechſte Zeit e ſchee Gerumbel gäwwe. .
Awwer wann ſe helt, was ſe verſpricht, die
funkelnagelniggel=
nei Nodverordnung gäje die Nod, dann wärrn mer vermudlich
widder emol e zeitlang „härrliche Zeide” endgäje gefiehrt..
Mer hott bereits zu dem Zweck, vorſorglicherweis ſogar äxdra
widder s Kreizerſtick eigefiehrt; jetzt fehlt uns bloß noch de
„Heller”, de „Batze” un de „Gulde”, dann ham=mer ſe widder, die
vielberiehmte, ſcheene gude, alde Zeit, noch däre wo mer ſich ſo
oft, un ſo eidringlich geſehnt hott, un vun däre wo mer
ge=
ſunge hott:
Da war noch Sittſamkeit. Beſcheidenheit,
Das war die gude noch, die alde Zeit,
Das iſt ſchon lange her, ſchon ſo lang her
Fürn Taler „Liebe” gibt es heut nicht mehr. ..
un wo en Dreifennichweck aach dadſächlich bloß drei Fennich
gekoſt hott, un kaa vier un fimf. — Noja, un wann kimfdich de
Schobbe Bier erſt widder drei Kreizer koſt, un de hallwe Wei en
Batze, dann wärrn doch hoffentlich alle Winſch erfüllt ſei—
Iwwrichens hott mer’s doch imbonniert, daß mer aach
end=
lich e allgemeines Uniformverbod erlaſſe loſſe hott. Däß hett
ſchun lengſt kumme miſſe. — Dann warum? — Mer hott jo
diräckt nooch em Krieg die Uniform gornet ſchnell genuch ausziehe
kenne; un alles hott damols uff den Millidarismußgeiſt geſcholle.
—No un kaum, däß mer die Uniforme aushatt, do hott mer ſich
widder denooch geſehnt. Däß is doch kaa Konnſikwenz! — Domals
hott mer geſagt: „E. Glick, daß mer de Krieg verlorn hawwe,
ſunſt hett in Zukumft jeder Saigling in de Wieg ſchun Arelklabbe
agebabbt krickt, un hett umſchnalle miſſe.” — Heit? — Heit fehlts
net viel, un jeder Saigling krickt ärchend e Baddei=Uniform
ver=
baßt, un e Baddeiabzeiche in die Winnel geſtickt..
Wie geſagt, däß Uniformverbod halt ich als for ganz in Ordnung.
Bloß bin ich mer noch im Zweifel, ob de Weibsleit ihr
Ruſſe=
ſtiwwel als „bollewittſchich” äwenfalls unner däß
Uniform=
verbodd falle; un ob edwa e Monogel als „umſtirzleriſch”
azu=
ſähe is, odder bloß als Fenſterglas —
Noja, do muß mer emol die Ausfiehrungsbeſtimmunge
ab=
worte, do wärd mer jo weider ſähe.
Bedräffs dem Waffemißbrauch bin ich mer aach net
ganz im klare. Meechlicherweis falle do aach die beeſe Mailer
mitdrunner, un es weer net ausgeſchloſſe, daß die bei Mißbrauch
behördlicherſeiz zudabbeziert, zubiddſchiert, zugerammelt, odder
mit=eme Vorhengſchloß verſähe wärrn. In dem Fall kennt uffe
afach Art es Handwärk „gehowe” wärrn, un die Dabbezierer,
Schreiner un Schloſſer hette alle Hend voll zu dhu —
Was alſo die Verordnung bedräffs „Sicherung des
Weih=
nachtsfriedens” bedrifft, ſo find die voll un ganz mei Zuſtimmung.
Im Gäjedaal, mer hett aach per Notverordnung verbiede ſolle,
daß während däre Zeit an de Stammdiſch Bolledick gemacht,
ge=
driwwe, verhannelt un geſchwätzt wärd. Dann ich bin des
unmaß=
gäblichen Glauwens, daß mer mit däre Stammdiſchbolledick aach
nis beſſer mache kann, obzwar ſo zimmlich an jedem Stammdiſch
jeden Dag e paarmal ’s Vaderland gerett wärd— bloß: mer märkt
nir devo, un de Weisheit letzter Schluß is, daß der Mann
ver=
biddert un verärchert haamkimmt, un daß unner däre Stimmung
Fraa un Kinner zu leide hawwe —
Awwer ſchließlich: muß grad alles erſt verordnet odder
ver=
bodde wärrn? — Sin unſer Mannsleit net Manns genuch, daß ſe
wenichſtens emol drei Woche lang ihr Talent halte, un emol Fimf
grad ſei loſſe, wo doch aach unſer weitſichdich Rechierung aus dem
„Fimfer” en „Vierer” gemacht hott, un hott uns des Kreizerſtick
beſcheert?!
Alſo, ihr alde Breweldibbe, loß emol drei Woche lang
Bolle=
dick — Bolledick ſei, un denkt liewer mol driwwer nooch, wie der eiere
Liewe e Weihnachtsfraad mache kennt, un wann’s ſchließlich aach
nis weider is, wie e freundlich Geſicht; däß is in dene drauriche
Zeide aach net zu verachte.
No un ſo wolle mer in Goddesnome, un wann’s net annerſter
geht, aach noch die viert Nodverordnung uff uns nemme, un
wolle debei e bische an’s vierte Gebod denke, wo da laudet „Du
ſollſt Vater un Mudder (die Rechierung un alle Nodverordnunge)
ehren, auf daß es dir gud gehet, un du lange läbeſt auf Erden—
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Un es begab ſich zu derſällwichen
Zeit, als Reichskanzler Brüning eine Nodverordnung ausgehen
ließ — daß mer im Heſſelendche den neigebackene Landdag mit
Ach un Krach unner Dach un Fach gebracht hott. — ’s war widder
mol en großer Moment for unſer Städtche un die umliegende
Wälddaale. — Die Rheinſtroß war ſchwazz mit lauder ganze
Butze Haufe Menſche, un ’s war als ſollt e Wunner geſchähe!
— Awwer leider: Wunner geſchähe heit kaa mehr, in unſerm
ver=
neiſachliche Zeitalter, wann aach genuch baſſiert, woriwwer mer
ſich dermaße wunnern kann, daß mer ſtumm, ſtarr un
ſprach=
los is ...
Alſo, wie die drei Weiſe aus dem Morchenland, ſo ſin die Menſche
haufeweis vor’s Landdagsgebaide gezoge, un hawwe uff däß
Wunner gewort, wo do kumme ſoll. Awwer ſie hadde ſich
ge=
diſche, s hott ſich nis begäwwe, was aach nor im endfärndeſte
eme Wunner hett gleich ſähe kenne. Un dodriwwer hawwe ſich
die Leit gewunnert, un — ſin dann haamgange.
Naa, ſimbler hett aach unner normale Verhältniſſe de
Land=
dag ſich net konnſtiduwiern kenne. Mer is erei kumme — kott
ſich hiegeſetzt; un dann hott mer zum Landdagsbräſendend de
Docktor Werner gewehlt. Offe geſtanne, däß, is de Schläächſte
noch lang net. Der Mann hott Geiſt un Witz, un — was noch mehr
is! — er hott Sinn for Humor! — Wenichſtens hott=ern die ganz
Zeit her als Landdagsabgeordneter, däß waaß ich aus
heechſt=
eichener Erfahrung. No un Geiſt, Witz un e bische Sinn for
Humor, däß ſin for=en Landdagsbräſendend Eichenſchafte, die em
däß ſchwere Amt zu=eme Vergnieche mache kenne; un de
an=
nern ihrns aach” beiſpielsmeßich meins. — Freilich, am
Frei=
dag hott mein Werner zwar net ſein Witz, awwer doch manchmal
ſein Geiſt verloſſe...
Annererſeiz mecht ich awwer unſere gewiefte Baddeilöwe un
Ballaments=Ruddinjee rade, ſie mechte dene Neiling un
Friſch=
ling e bische Unnerricht gäwwe im Gebrauch des
Ballamendaris=
muß. Dann ſo is es dann doch net, daß mer aafach ſeeckt:
„Deller!” un do liggt aach gleich die Worſcht druff
Nemlich: „Adräg ſtelle” däß is ſo zimmlich des Afachſte
was es gibt, do brauch mer nemlich bloß zu ſage: „Wir
bean=
tragen, der Landdag wolle beſchließen, daß” — — — un dann
legt mer los. — Schwiericher is es dann ſchun, ſo en Adrag zu
begrinde; dann do ſitze ſoviel annern um aam erum, die ſin
ſchließlich aach net vun gäſtern, un die mache aam die Sach ſo
ſauer, daß mer zuletzt ganz dorchenanner is, un in der Hitze des
Gefächts ſchließlich gäje ſein eichene Adrag ſtimmt. Sowas kimmt
in de beſte Ballamende vor
Drotzdem ſtimm ich de Natzi ihrm Adrag bedräffs de
Er=
wärbsloſe=Winderhilf voll un ganz zu. Dann was die
Deckung bedrifft, die bedrifft mich net. — Leider. — Mei
Ei=
kumme, Gott ſei’s geklagt, bedreecht lengſt kaa 8000 M. im Johr,
un mei „Vermeeche” is vun 20 000 M. noch aſch, aſch weit
end=
färnt; s fehle owwerflächlich gerächent noch rund
adauſendneu=
hunnertfimfunneunzich Mack und ſiwwenunvärzich Fennich dro;
ich hab mich äwe in meim Portjuchhä noch emol devo iwwerzeicht;
dozu komme noch die zwaa Mack, wo ich neilich de Endebärzelſen
gelehnt hab..
Alſo zu dem Notobfer hab ich nix beizuſteiern leider.
Däß=
halb kimmt awwer die allgemeine Winderhilf doch net zu
korz bei mer ...
Drotzdem muß ich ſage: wie mer ſo aus em Handgelenk
dr'i=
ßich Million for Unnerſtitzunge bewillicht hott, däß hott tuer
doch rieſich immbonniert. Wie armſeelich nimmt ſich dodegäje mein
Monatsbeidrag for die Winderhilf aus.
No alſo, un wie mer die dreißich Million bewillicht hatt,
hott mer ſich gäjeſeidich noch e bische geſcholle un — is in die
Weihnachtsferie gange — —. In dem Sinn winſch ich=en
aller=
ſeitz heit ſchun: Vergniechte Feierdäg — —
Der zeitgemäße Haushalt.
Schließlich un endlich hott’s mich awwer ganz ballwariſch
ge=
fraad, daß mer meim Wunſch vum letzte Sunndag Rächnung
ge=
drage, un iwwer die Weihnachte enaus en bollidiſche „
Borch=
friede” verordent hott. Ich nemm nadierlich in meine
age=
borene Beſcheidenheit a, daß aach de Herr Reichskanzler mei
Sunndagsnoochmiddagsbedrachdunge lieſt, un hott ſich demgemeß
geſagt: „Die ald Schadeek in Darmſtadt hott als emol gornet ſo
unrecht”, un hott noch raſch e Verordnung in die Nodverordnung
eneigeboſſelt, die wo ſich mit dem Weihnachtsfriede befaſſe
dhut. Mer ſieht dodro doch, daß unſere Reſchierungsmagſter ihr
Härz, drotz alle Notverordnunge, noch net ganz verhärtet un
ver=
kalkt is, ſundern daß ſe aach noch was for uns iwwrich hawwe,
un wann’s aach noch ſo wenich is —
ehn
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Montag, den 14. Dezember: Haferflockenſuppe. Arme Ritter
mit Obſt.
Dienstag, den 15. Dezember: Rheiniſche Suppe —.
Kohl=
rouladen mit Kartoffeln.
Mittwoch, den 16. Dezember: Gebr. Griesſuppe. Saure
Nieren mit Kartoffeln und Salat.
Donnerstag, den 17. Dezember: Pilzſuppe. Riſotto mit
Tomatentunke.
Freitag, den 18. Dezember: Gemüfeſuppe. Gekochten Fiſch
mit Senftunke und Kartoffeln.
Samstag, d. 19. Dezember: Weiße Bohnen m. Schweinsöhrle.
Sonntag, den 20. Dezember: Fleiſchbrühe mit Markklößchen
(Fleiſchverwendung folgt Dienstag), Kalbsbraten m.
Roſen=
kohl, Kartoffeln. Schokoladenpudding.
Auch das Reiskochen will verſtanden ſein. Die
Japaner, die den Reis als Hauptnahrung ſchätzen, behaupten,
daß die Deutſchen Reis nicht richtig zu kochen verſtänden. Dieſes
Urteil mag ſeine Berechtigung haben, denn ſehr viele Hausfrauen
bringen ihn entweder ſchleimig oder infolge ſchnellen Kochens
mit dem „Gewürz der ſeligen Frau”.., behaftet auf den Tiſch,
in allen drei Phaſen wenig Beifall damit weckend. Beim
ſach=
gemäßen Kochen des Reiſes muß dieſer vollkommen ausgequollen
ſein, ohne doch die Form zu verlieren. Auch das in alten
Koch=
büchern angegebene „Blanchieren” des Reiſes iſt durch die
Vita=
minlehre völlig überholt. Am beſten und vollkommenſten wird
Reis bereitet, wenn er langſam ausquellen kann, was
namentlich in der Kochkiſte am beſten erreicht wird. Damit er
nicht zu wäſſerig wird, meſſe man das Waſſerquantum genau ab.
Schach
Ver
Nummer 445.
Aufgabe 645.
G. J. Nietvelt in Antwerpen.
(„Die Schwalbe‟, 1938.)
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüſtellung: Kf1 De2 T42, f6 La2, b8 Seß, d0 Bbt, eF. F2,h7, Ic
h3 Let Se5. 12 Ba7, b5, 08, 44, eG, 84.
Löſungen der Aufgaben 638 bis 041.
688. G. Heatheote. 1. Lg 4—h5 (Wartezug) Bih5 2. Dg8; 1.... Ba4
1.... T12 2. b71t; 1. . . . Bg5 2, Sf.tz; 1. . B77 2. Best; Rrf
Zugzwangſtück.
639. A. F. Mackenzie. 1. 8d4—131 Qoppeltes Kreuzſchachthema: 1.114
(8 — anders 412. Ti6 Sed4)4:l. Bikat 2. TgbF.
640. J. Poſpifil. 1. Da1—411 Groht 2. Df34) L:g2 Cxt 2.511
3. Sb4F: 1. . . . K15 2. Df3+ Ke6 3. Se5c (Echo). 1. .. . ka14
2. Da41 3. Sieicki 1. 452.Db34t Keg 2.Sbstht (cch). Dowal!
mit Muſtermatts.
641. W. Ghert. 1. Tk1—141 Gefällige Zugzwangaufgabe mit 4 reinen mach
Räfſel
easrauf
Carl Dery
Durch Umlegung von 4 Stäbchen iſt vorſiehendes Heilm,”
einen Badeort zu verwandeln.
Silbenrätſel.
Aus den Silben af be be ben cho dau der der
ein er erd fekt fin ge ger gin gly hauſ hi. huu
krim la lan le liſk men mer na nek nie o or me
renn, ri ro ſter tar tier treib u ur uſ wald wum
18 Wörter zu bilden, deren erſte und dritte Buchſtaben, bei /A=ſen
oben nach unten geleſen, den Anfang eines Wanderliedes eMlfuſyd
(ch — ein Buchſtabe).
Die Wörter bedeuten: 1 übernatürliches Ereignis, 2 65M30 ſicht end
lehrer, 3 altägyptiſches Schriftzeichen 4 Kutſchwagen, 5 G 7F,ſ0 daſ
erregung, 6 Nachtvogel, 7 Teil der Hand, 8 Göttertrank, 9. / — die
ſäule. 10 Seuche 11 Futterpflanze, 12 Naturkataſtrophe, —MMsn vil
wächshaus, 14 Haustier des Eskimo, 15 dichter ungangharer. /xolen da=
16 verlorene Schlacht, 17 Lammfell als Pelzwerk. 18 Veror Anunbe eor”=
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 50.
Hun einlſoden
Röſſelſprung.
Kiten Jachre bü
Geſtern liebt: ich,
heute leid ich.
morgen ſterb ich:
dennoch denk ich
heut und morgen
gern an geſtern.
Leſſing: Lied aus dem SpaniſeK
Silbenrätſel.
1 Wallenſtein 2 Eſtland, 3 Runkelrübe, 4 Nektar, 5
5 Celſius. 7 Humboldt, 8 Tapete, 9 Sinai, 10 Chamäleon,
malaja, 12 Expander, 13 Radium, 14 Ziſterne, 15 Ewer, 162)
17 Kabbala, 18 Athen, 19 Nelſon.
Der Spruch lautet: Wer nicht ſcherzen kann, der iſt einu
Mann.
II
Humor
Ein gutes Herz. „Kapitän Johannſen”, ſtellte die Dame de
ſes dem Backfiſch den Neuankömmling vor. „Er iſt eben erſt vom
pol zurückgekommen.” „Ach,” flüſterte die Naive gerührt, „dar 0
men Sie nur ganz nahe ans Feuer. Da muß Ihnen ja ſurchter
ſein.”
Arn der zum
eie Hauſe z
in im Zeie
Anldnnenen
Mam ſch ni
Han überlaſ
10in
m u berickſich
„Aſeiertage
Nöner Um
2n Urlauß
ie Keite de
i Mer ke
u eine
D deim
Sie weiß warum. „Dieſe Frau hat nicht die geringſte Acht—
dem Geſetz!” „Iſt ſie eine Verbrecherin?” „Nein, ſie ſt. 23
eines Schutzmannes.”
Immer vorſichtig. „Sie müſſen mir die volle Wahrheit bec
wenn ich Sie erfolgreich derteidigen foll, ſagte der Rechts
„Haben Sie mir auch nun alles bekannt?” Jawohl” erwid2
ſchwere Junge, „ausgenommen, wo ich das Geld verſteckt hob”
möchte ich nämlich für mich behalten.”
Späte Erkenntnis. Der Profeſſor, der ſich ſeinen Bart V
nehmen laſſen, erzählte einem Freunde, ſeine Frau habe
A=
laſſen. „Das kam nämlich ſo,” erklärte er, „als ſie mich ohne 2
ſagte ſie nun plötzlich: „Nun weiß ich erſt, warum ich ich WI
leiden können!”
Gelöſtes Rätſel. Das junge Paar erhielt verſchiedene Geſche”
ihre neue brächtige Einrichtung. Eines Morgens kanen due
Theaterbilletts mit einem Zetel: „Ratet, wer ſie Euch ſchiät *
ſie nach dem Thegferbeſuch recht ſpät in ihr Heim zurückehrten.
ſie ihre ganze Wohnung ausgeräumt. Auf dem Tiſch im Eßzin?
ein Zettel: „Jetzt wißt Ihr es!"
Nicht brauchbar. „Nun, wvollt Ihr mich nicht mitbiele!
fragte der Großpapa mit der großen Glatze. Aber der Entel T
berächtlich zurück. Wirſpielen doch Indianer. d dam lant *2
mittun, weil du ſchon ſkalpiert biſt!”
Kein Naturwunder. Die beiden jungen Damen ſehen
außerordentlich ähnlich. Sind es Zwilingeß” „Nein, ſie hoben
von demſelben Schönheitsdoktor operieren laſſen.”
Auf 250 Gramm Reis rechne man ½—34 Liter Waſſer und
1 Teelöffel voll Salz. Hat man keine Kochkiſte zur Verfügung,
ſo empfiehlt es ſich, Reis in heißem Waſſerbad auszuquellen. B.I.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23.— Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389— 9399.— Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. vch
[ ← ][ ][ → ] jäher rückt das Weihnachtsfeſt, und
sehender befaßt man ſich mit der
hervielen großen und kleinen Gaben,
Znilen ſind.
kſeine nicht enden wollende Vorfreude
ens ſo daß darüber faſt die Pläne
urden, die man für den Weihnachts=
Euden will.
ſie übeien wollen das Weihnachtsfeſt daheim
camanche aber ziehen es vor, ſich von
funden einladen zu laſſen, und gerade
ſtend letzten Jahre bürgerte ſich die Sitte
nzen oder zum mindeſten einen Teil
yaußer Hauſe zu ſein, eine Gepflogen=
Alofern im Zeichen der Zeit ſteht, als
Aovillkommenen Anlaß für ſchöne Ge=
„yt, um ſich nicht ſeinen eigenen trü=
(an zu überlaſſen — um eben „unter
Ikommen. Dann wäre aber auch noch
ier zu berückſichtigen, die die günſtige
Ven Mider Feiertage wahrnehmen, um eine
RwDek” in ſchöner Umgebung zu verbringen
tends urzen Urlaub einzuſchalten, der ja
wei rcer eine Kette der Freude bietet.
ſuh darf unter keinen Umſtänden ver=
MAhrden, für eine entſprechende
Gar=
zrgen, denn das Kleid, das man am
Eöend trägt, muß feſtlich und ſchön
n allen Dingen aber die perſönliche
ietreichen und Vergnügen bereiten.
Könnte einer eleganten Frau wohl
in, als ſich bei einer ſolchen Gelegen=
Egut gekleidet zu wiſſen.
ſ9 und Wahl der Aufmachung hängt
Dopain Entſchlüſſen ab, die man für den
ſomchend gefaßt hat.
A hum man das Feſt im eigenen Heim zu
Cü,unter ſich zu bleiben” wünſcht, ſoll
Mes „kleines Kleid” geſorgt ſein, das
lngen durch ſeine Farbe und eigen=
Shi ette beſtechen müßte.
e erer gibt es ja ſo unendlich viele
alle irgendein markantes Detail
ſich immer gut ausnimmt. Unter
Aes die verſchiedenen Tunik=Faſſons,
Zeit viel von ſich reden machen und
Beiä der Erſcheinung ſichern. Dieſe
Mö cke ſind natürlich für ſchlanke Ge=
Pht. da eine unterſetzte Figur durch
s Modell nur unnötig „verkürzt”
9. Kleine Frauen werden darum
U. den Kaſakeffekt nur anzudeuten,
*)überhaupt für dieſe Form
ent=
ſehr apartes Modell der eben be=
Eitt bringt unſere oberſte Skizze; dieſe
me ebenſogut in Marokko=Krepp wie
las Straßenkleid
portlichem Einſchlag.
eiſch und flott zeigen ſich die heutigen
Reider, gleichviel, ob der Rock im
Derteil Kellerfalten oder eingelegte
N Seiten zeigt, ob er vom Knie aus
gehalten, oben eckig aufgeſetzte
Betonung der Figur erhielt, oder
om Neuen — ſeitlich eingeſetzte
in Georgette oder auch in Satin herzuſtellen und
wird in jedem Falle ſchöne Wirkungen erzielen.
Die obere Partie iſt ganz ſchlicht und ſchließt mit
einem Schalkragen ab. Beachtenswert ſind die
Kelchärmel, die die Idee der „Abſtufung”
wieder=
holen.
Manche Damen aber werden dieſes Kleid für
zu beſcheiden finden und ſich daher lieber für ein
etwas „formelleres” Modell entſcheiden, das
ſchon als „kleines Abendkleid” angeſprochen
wer=
den könnte, aber trotzdem an langen Aermeln
feſthält, alſo doch noch in gewiſſem Sinne
be=
ſcheiden wirkt. Kleider dieſer Art werden immer
gute Dienſte leiſten, weil man ſie — da ſie ſich
in jeden Rahmen vorzüglich einfügen —
aus=
gezeichnet verwerten kann.
Vor allen Dingen ſind es die Spitzenmodelle,
die heuer vielfach berückſichtigt werden, weil
dieſes Material erfahrungsgemäß ungemein
ſym=
pathiſch wirkt und durch ſeine Muſterung
ausge=
zeichnete Effekte ſichert. Ein vorzügliches Modell
mit ſchlanker, ſchmaler Linie und bauſchigen
Aermeln bringt unſere erſte Skizze (links),
be=
merkenswert vor allen Dingen durch das Fehlen
jedes Ausſchnittes, ſo daß ſich ein Verſchluß an
der Schulter als notwendig erweiſt. Oben
ſchimmert die Haut durch das Spitzenmaterial,
ſo daß ein ſolches Modell oft noch viel
inter=
eſſanter iſt, als ein ausgeſchnittenes abendliches
Kleid.
Eine Aufmachung größeren Stils aber wird
abſolut unerläßlich, wenn man die
Weihnachts=
ferien in einem Winterkurort verbringt. Da die
neue Mode außerordentlich produktiv iſt, ſind
hier mancherlei Möglichkeiten gegeben; ſicherlich
wird die elegante Frau an den vielen ſtiliſierten
Schaffungen nicht achtlos vorübergehen, die die
Effekte teils aus der Mode der Kaiſerin Eugenie
holen (indem ſie Maſchengarnierungen,
Waſſer=
fälle und dergleichen in der Rückenbahn vorſehen)
teils aber auch „Alt=Wiener” Modeanregungen
variieren (was beiſpielsweiſe bei den graziöſen
Puff=Aermeln der Fall iſt, denen man immer
wieder begegnen wird) — vorletzte Skizze.
Zu ſolchen Schaffungen trägt man eine
Um=
hülle aus Samt, bei der die Fellverbrämung
er=
läßlich iſt, wenn man die Kragenpartie aus
eigenem Materiale herſtellt und entſprechend
ausarbeitet. Ein Abendpaletot, der ſicherlich
ſank ſeiner beſonderen Neuartigkeit auffällt, iſt
in unſerem letzten Bilde zu ſehen. Die ſchlichte
Grundform vermag hier durch den gezogenen
Kragen und die weiten, im Handgelenke
zuſam=
mengehaltenen Aermel in höchſt aparter Art zur
Heltung kommen.
Willy Ungar.
ſchmalgebrannte Pliſſees. Das Leibchen iſt
viel=
fach wieder mit Sattelpaſſen in oft recht
origi=
neller Form ſowohl im Rücken wie am
Vorder=
teil ausgeſtattet, alles bluſig Ueberfallende an
ihm iſt geſchwunden, immer liegt es in den
Sei=
ten, den Körperformen folgend, oft nahezu
prin=
zeßartig auf und betont dadurch die Schlankheit
oder den beſonders guten Wuchs der Trägerin.
Wo das Kleid auch im Beruf getragen wird, iſt
es rings um den Ausſchnitt mit Druckknöpfen
kleinſten Formats beſetzt, an denen Garnituren
Schon ſeit langer Zeit war man ſich in den
prominenten Salons darüber einig, daß über
kurz oder lang eine abſolut ſtiliſierte Mode
kom=
men würde.
Den Anfang machte ſchon im Vorjahre ein
ſehr intereſſantes „Neu=Empire”, das allerdings
niemals populär wurde, ſondern nur in den
Kreiſen der „Oberen Zehntauſend” gelegentlich
zu ſehen war, was wohl daran lag, daß dieſe
eigenartige, hochgegürtete Silhouette die Hüften
markiert und alle Linien der Figur betont, alſo
nur für Idealgeſtalten geeignet iſt.
Ganz anders verhält es ſich mit dem Stil, der
der „Alt=Wiener” Mode nachempfunden iſt; er
iſt kapriziös und charmant wie die Frauen
Wiens, prickelnd wie Grinzinger Wein und
hei=
ter wie der Sonnenhimmel, der ſich vom
Kahlen=
berg zum Thebener Kogel ſpannt.
All dieſe Eigenſchaften mögen wohl den
gro=
ßen Erfolg des neuen Stils herbeigeführt haben
der endlich wieder eine neue Note in das düſtere
Einerlei unſerer Tage bringt.
Jede Frau, die ein Kleid trägt, das dieſem
Stil auch nur einigermaßen folgt, wird etwas
von dem Prickelnd=Eigenartigen dieſer Mode
emp=
fangen und vielleicht zum erſten Male verſtehen
lernen, daß die Mode mehr ſei, als eine „
geſell=
ſchaftliche Frage” mehr auch als eine
Angelegen=
heit der Aeſthetik, daß Mode ein Freudenſpender
werden könne, alſo ein Faktor ſei, der niemals
außer acht gelaſſen werden ſollte.
Natürlich iſt die Anbringung der Rüſchen und
Stufen ungemein vielfältig, ſo daß man
keines=
wegs fürchten muß, hier etwa monoton zu
wer=
den oder einer „abſichtlichen” Mode zu verfallen,
die ja immer krampfhaft wirken würde.
Allenfalls hat die neue Richtung den großen
Vorzug, nicht nur ungemein ſympathiſch, ſondern
auch ſehr jugendlich zu ſein, eine Tatſache, die ja
für ihren Erfolg mitbeſtimmend geweſen ſein
dürfte.
Am graziöſeſten ſind die Volantwirkungen an
den neuen Beſuchskleidern, die man gerne in
einer ſchönen Modefarbe hält, ſo daß für dieſen
Zweck Seiden in Weinrot, Kornblau, Giftgrün,
Havannabraun oder Kardinallila in Frage
kom=
men. Unſere vorletzte Skizze zeigt ein
entzücken=
des Geſellſchaftskleid mit drei ſchößelartigen
Volantbahnen, die vorne ſPitz zulaufen. Der
Oberteil iſt in der Mitte eingeſchnitten und
ge=
knotet, ſo daß Falten entſtehen, die einen
fichu=
ähnlichen Eindruck machen Die Aermel ſind ganz
ſchlank. Eigenartig und flott wirken die heuer
ſehr gebräuchlichen kleinen „Flügelchen”, die man
als aparte Schulterpatten in das obere Armloch
einnäht.
Auch für das abendliche Kleid haben ſich die
großen Modeſalons allerlei Stubeneffekte
zurecht=
gelegt, die vornehmlich in Tüll ungemein
deko=
ativ ſind. Durch das mehrfache
Uebereinander=
legen dieſes Materials entſteht eine Abtönung
der Farbe, die ſehr apart iſt, ſo daß die neueſten
Abendkleider aller Vorausſicht nach aus
abſchat=
tierten Effekten ihre ſchönſten Wirkungen holen
werden. Wenn ſolche Schaffungen durch einen
aus Tüll gearbeiteten, mit Rüſchen gekanteten
„Abendmuff” ergänzt werden, gewinnt man ein
Graziös wie die neue Moderichtung ſind auch
die von ihr bevorzugten Materialien, ob es ſich
nun um Stoffe, Seiden oder Samte handelt,
ver=
langt man von einem Gewebe vor allen Dingen,
daß es außerordentlich ſchmiegſam ſei, um die
kommende Silhouette richtig zur Geltung zu
bringen.
Größte Aufmerkſamkeit wird den Farben
ge=
ſchenkt; man bindet ſich nämlich heuer in dieſer
Hinſicht keineswegs an ſtrenge, modiſche
Vor=
ſchriften, ſondern trägt, was einem gefällt, ſo
daß man alſo auch in dieſem Belange dem Alt=
Wiener Stil folgt, der bekanntlich durch ſeine
Farbenfreude eine ganze Modeära zu beſtimmen
vermochte.
Das Markante dieſer Mode aber waren
un=
ſtreitig die vielen Volant=Wirkungen, die denn
auch der neueſte Stil übernommen hat, in ſehr
geſchmackvoller Art variiert und für alle
erdenk=
ichen Garderobeſtücke zur Anwendung bringt, ſo
daß Volants ebenſogut für den Mantel wie für
das Koſtüm, für das „kleine Vormittagskleid”
wie für das Beſuchs= und Abendmodell zu ſehen
ſein werden.
in weiß wie in farbig mit raſchen Griffen
an=
gebracht und ebenſo wieder abgelöſt werden
kön=
nen. In Uebereinſtimmung damit werden auch
die engen Ellbogenärmel auf gleiche Weiſe
vor=
gerichtet, ſo daß heute das flotte ſportliche Kleid
eine ganz ſchlichte Ripsgarnitur, am Rande nur
mit Bogen oder Ecken ausgeſtattet, morgens
da=
für ein ſpitzenbeſetztes Fichu mit ebenſolchen
Aermelaufſchlägen und wieder ein anderes Mal
irgendeine farbige, harmonierende oder
kon=
traſtierende weiche Schal= oder Schleifengarnitur
Detail, das ebenſo maleriſch wie eigenartig iſt=
(letzte Skizze).
Viele „kleine Kleider”, die aus Stoff oder
Seide hergeſtellt werden können, zeigen
ent=
zückende Volantwirkungen; unſere als
Mittel=
bild feſtgehaltene Skizze macht mit dieſer Idee
vertraut und ſchafft durch einen ſchlichten
Buben=
kragen und ſchön=geſchweifte Stulpenmanſchetten
einen ſchicken Kontraſt.
Selbſt auf den neuen, winterlichen
Prome=
nademänteln ſind Volants nicht ſelten; ſie
wer=
den gerne auf die Aermelpartie verlegt, um den
Uebergang zu dem Fell=Unterärmel zu ſchaffen.
(Bild 1.)
Durchaus „logiſch” iſt die Volantwirkung bei
den neuen, modernen Koſtümen, die für die
Promenade ſehr beliebt ſind, beſonders aber auf
er Eisbahn große Erfolge zu verzeichnen haben.
Kragen und Manſchetten ſind natürlich
pelzver=
brämt. Hier iſt übrigens die neue Silhouette
ganz beſonders deutlich zu ſehen. (Bild 2.)
Kein Zweifel alſo, daß „Alt=Wien” für die
neue Mode richtunggebend geworden ſei!
Willy Ungar.
erhält, die ihm ein völlig verändertes Gepräge
verleiht, zumal auch der Gürtel dann entſprechend
dazu gewählt werden kann. Jedenfalls leiſtet
dieſes ſportliche Kleid der praktiſch veranlagten
Frau auch am Nachmittag und nach beendeter
Berufstätigkeit noch gute Dienſte und vermag
eine wirklich perſönliche Note zu verleihen,
wenn ſie es verſteht, recht gegenſätzliche
Gar=
nituren dafür zu wählen und gegeneinander
aus=
zutauſchen
5. v. Stetten.
Seite 24 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſtſche Neueſte Nachrichten
ALLTOTAAIB
von
Roman
FRITZ WEBER
13)
(Nachdruck verboten.)
Seit Monaten waren die erſten Nutzuießer jener rätſelhaften
Zuſammenkunft in St. Moritz unterwegs, um die Früchte ihrer
geſchäftstüchtigen Phantaſie einzuheimſen. Sie boten in New
York, Chicago, Buenos Aires und Tokio, in den Weltſtädten
Afrikas und Auſtraliens den Chiffreſchlüſſel Einar Lunds an.
Sie erzählten unter dem Siegel der Verſchwiegenheit, wie ſie
in den Beſitz dieſes unbezahlbaren Buches gekommen ſeien,
ver=
langten und erhielten unerhörte Summen als Anzahlung auf
ihr Geheimnis. Der Reſt ſollte nach Entzifferung der erſten
Radiogramme von Bord des Eisbrechers „Groningen” fällig
werden.
Am 7. April, knapp vor Einbruch des antarktiſchen Winters,
funkte Miſter Henri Dalargue von Bord der „Groningen” das
erſte Radiogramm. Eine Nacht fieberhafter Arbeit überzeugte
die Cheftelegraphiſten der Häuſer Moruimer u. Flex=New York,
General Mines Company=Chikago und Suſuki=Kobe, daß alle
ihre Bemühungen, die Zeichen zu enträtſeln, vergeblich blieben.
Man war einer Reihe von Schwindlern aufgeſeſſen und durfte
ſie nicht einmal verfolgen laſſen, um nicht kataſtrophale Paniken
auszulöſen.
Die großen Führer in Montanwerten hielten Dauerſitzungen
ab, berieten, ſtritten, warfen einander Unfähigkeit und Verrat
vor, kein Zweifel: man hatte ungeheure Fehler gemacht. Als die
erſten Nachrichten von Einar Lunds „großer Sache” eintrafen,
hatte die „Groningen” ſchon das Roßmeer erreicht. Während ſie
mit Volldampf den Atlantiſchen Ozean durchquerten, teilte die
Diplomatie Europas und Englands in einer überflüſſigen Note
mit, daß ſie im Namen der USE. und des britiſchen Weltreiches
Anſprüche auf beſtimmte Teile des antarktiſchen Kontinents
er=
hebe. Damals hatte man dieſe Proklamation als einen
Aus=
fluß europäiſcher Wichtigtuerei belächelt.
Als aber die Spitzen der Weltwirtſchaftsſpionage auf St.
Moritz, Holger/ Helland und die „Groningen” aufmerkſam mach=
ten, begann man unruhig zu werden. Unbeſtrittene Werte
ſchwankten, ſtürzten, zogen an, kletterten auf unwahrſcheinliche
Kurſe, um über Nacht wieder auf ein Drittel, ein Fünftel zu
fallen. Millionenvermögen wurden verloren und verdient.
Paniken durchtobten die Weltbörſen, warfen Hunderte und
Tau=
ſende Exiſtenzen aufs Pflaſter. Die ſtaatlichen Finanzreſerven
rückten ins Feld, um alsbald geſchlagen in die Kaſſen der
All=
gemeinheit zurückfluten.
Immer wieder tauchte aus dem allgemeinen Chaos der
Name eines Mannes auf, heute als Urheber einer
ſchwindeln=
den Hauſſe, morgen als Führer der Kontermine: Minjheer van
Konz. Die Nervoſität griff auf Werte über, denen kein ver=
nünftiger Menſch Zuſammenhänge mit den Schätzen der
Ant=
arktis zumuten konnte; aber der Name van Konz riß
Hundert=
tauſende aus vermeintlicher Geborgenheit, ſpornte ſie zu
Manö=
vern, die ſinnlos ſchienen, bis ſie eines Tages erkannten, daß
ihre guten Dollars, Pfunde, Jens wieder einmal ſtromweiſe in
die Taſchen des Holländers gefloſſen waren.
Sicht!” hallte es auf der einen Seite. Die andere bliele
ſchuldig. Wieder einmal bot ſich Gelegenheit, die bishei
achteten Phraſen moraliſcher Bedenken auszuſpeien.
Eishölle!” — Phantaſien eines bekannten Narren!”
Maſſenmörder von der „Svea” fordert neue Opfer!
brauch kapitaliſtiſcher Macht!” — „Jährlich zwanzioi
Tote!” — „Imperialiſtiſcher Uebermut!“ — „Eingun
Projekt ein Rieſenbluff!”
Van Konz plündert dde
aus!” — „Wir klagen an!“ — „Hellands Sklavenſchiffe 7
Er will ſeinen Wahnwitz in die Tat umſetzen!“
Aber das Geſchrei für und wider verhallte in dem
der Niethämmer auf Deutſchlands Werften, in dem H.
von Staudachers Eisbohrern und dem Klingen der Haun
die Hellands Agenten an ſeine künftigen Arbeiter bezagſ
Goldfieber ſchüttelte die Menſchen. Man erinnerten
Tage von Alaska und an die auſtraliſchen Funde. 9
Miſter Dalargues Radiogramm beſagte kurz, daß er die
erſten von Ingenieur Helland entdeckten Gold= und
Magneſit=
lager aufgefunden habe. Nun müſſe er ſeine Arbeit einſtellen,
da Schneeſtürme und Temperaturſturz weitere Flüge unmöglich
machten.
Am gleichen Tag wurden den Werften in Bremerhaven,
Stettin und Le Havre, den Borſig=, Siemens= und Kruppwerken
die Pläne und Baufaufträge Einar Lunds überreicht: zwölf
Generatorenſchiffe zu je fünfzehntauſend Tonnen, dreißig
Unter=
ſeekreuzer für den Frachtenverkehr durch die Treibeiszone,
Hun=
derte von Elektromotiven und Tauſende von Waggons; dann
Brückenteile, Krane, Förderanlagen, Kabel und Motoren, und
endlich die von dem öſterreichiſchen Ingenieur Staudacher
ent=
worfenen Eisbohrer, Ungetüme von dreißig Meter Länge, die
wie rieſige Inſekten ausſahen. Ein kleineres Modell dieſer Art
hatte ſich verſuchsweiſe durch das Eis des Morteratſchgletſchers
gefreſſen und dabei vier Meter Minutengeſchwindigkeit erreicht.
Europa rüſtete mit fieberhafter Eile. Man hatte knapp ſechs
Monate Zeit, um einen der künſten Pläne menſchlichen
Macht=
willens einzuleiten. Die Preſſe ſchrie ihre Propaganda hinaus,
brachte die Phantaſien ihrer Zeichner über die künftige Stadt
im Eis und das ungeheure Bergwerk Holger Hellands. Sie
rief zur Mitarbeit an dieſem „erſten Unternehmen europäiſcher
Einigkeit” auf, nannte unerhörte Arbeitslöhne und überſchüttete
die „künftigen Helden der Wirtſchaft” mit Lobreden.
Tonfilme zeigten die Schiffe des „Antarktis=Syndikats” im
Bau, führten Staudachers Verſuchsbohrer an der Arbeit vor.
Man ſah das ſtählerne Inſekt auf eine Eiswand losfahren,
hörte, wie es ſich mit ohrenbetäubendem Heulen und Kreiſchen
hineinfraß. Dann quoll Eisſtaub aus dem Loch, das wie ein
Zahnkaries in der blauen Wand ſaß, wirbelte gleich einem
Sturzbach aus der Förderinne, während der Sprecher von
Minute zu Minute die Meſſungen verlautbarte: „. . . zwanzig
Meter . . . vierundzwanzig Meter . . achtundzwanzigeinhalb
Meter.
„Ende der Arbeitsloſenkriſe!” — „Europa kehrt zu ſeinem
alten Wohlſtand zurück!”— „Anbruch einer neuen Zeit!” —
Ge=
rechte Verteilung aller Rohſtoffe!” — „Koloniſierung Rußlands in
mals war es kühnen Unternehmungsluſtigen gelung
Nacht reich zu werden. Der Weitlauf an die Ufer des
Limpopo, Sambeſi und Murray hatte Zehntauſende hig
Aber der Reſt war doch zu den ſagenhaften Boldfelderin / wie
men, hatte das gelbe Metall mit bloßen Händen aufgellu / / gistie.e
die Geſellſchaften mit Maſchinen und Poliziſten won
Jedermann hatte das Recht, reich zu werden, wennnd km lle 2c*
Leben an die Sache ſetzte.
Unternehmungen wurden gegründet, Verträge gen
Schiffe und Flugzeuge gekauft, Deſperados angeheuerrIisgenstielel
loſe Schwindler vertrieben „Anteilſcheine” auf ann
Minen, beſchwätzten Verzweifelte, Helden und Narrnk
Länder zur Teilnahme an ihren Expeditionen. Nebe=s ypig=Jugend
Hellands Flote lagen Dampfjachten, alte Walfiſchfängey
gar Segelſchiffe bereit, eine Wettfahrt nach dem neuon / Wchunen L
anzutreten.
Einar Lunds Preſſe erklärte, es ſei nicht ihre Sach.
Meinungen zu mengen, denen der Erfolg allein dau /0hvoſhe 2eh
ſprechen werde. Die Antarktis biete Gefahren, von dex
maß man kaum die richtige Vorſtellung habe. Das
ſei ſich deſſen bewußt und übernehme für jeden ſeiner
ten volle Garantie. Wenn eine Reihe Tollkühner ſich irnde /9 D
Unternehmungen einlaſſen wolle, habe niemand etwas 4)
Nur müſſe gleich geſagt werden, daß gewiſſe Landuug Mähel Bl
und Gebiete bereits gepachtet ſeien und das Recht
EZustr erstcklasst
Zonen mit allen Mitteln verteidigt werden würde.
Die Veröffentlichung dieſer Pachtzonen ließ Hunan
ihren Abfichten zurücktreten. Was Einar Lunds Junk
nicht wagten, ſeine Maſchinen nicht bezwangen, konn
zelne, ſchlecht ausgerüſtete Abenteurer nicht unternehmein
dem gab es noch immer Tauſende, die auf ihrem Willin
zu werden, beſtanden, ſei es auch mit Einſatz ihres Lels/40
beitstiefel.
er Eiukau
ihre
Die erſten Goldſucherſchiffe lichteten ſchon im Früäſt
Anker, um ja rechtzeitig die auſtraliſchen und taszu MMMugs
Häfen zu erreichen. Als Hellands Flotte in Bordeauxy!0 Heh
melt wurde, waren die hitzigſten ſeiner Vorläufer bew.i
ſchollen oder befanden ſich, um koſtſpielige Erfahrungexkie mterzeie
auf der Heimreiſe.
WanS
(Fortſetzung folgt.)
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