Einzelnummer 10 Pfennige
C
Nt
A
N4
A
*
N4
Bezugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
Bei wöchenilich 2maligem Erſcheinen vom 1. September
bis 30. September 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reſchsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
im Sept. ohne Beſtellgeld monatiſch 2.75 Reſchmark.
Veraniworiſchteſt für Aufnahme von Anzeigen an
beſſimmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
erſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtſgt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
Fernruf ohne Verbindlſchkeit für uns. Poſiſchectonto
Frankfurt a. M. 41301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931. 194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reilamezelle (92 mm
breitl2 Reichsmart. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
FinanzAnzeigen 60 Reſchspfg. 92mm breſte
Relleme=
zeile 3.00 Reichsmari. Alle Preiſe in Reichsmaik
(4 Dollar — 4.20 Maril. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzelgene
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlſcher Beitreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankkonio Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbant
Reichsregierung ehrt Dr. Duisberg
der Reichskanzler ſpricht vor dem Reichsverband der Deulſchen Induſtrie. — Große Nolverordnung in der
kommenden Woche. — Weikkragende Schritte je nach Enkwicklung des Pfund=Kurſes.
Die Regierung will den „harken Weg der Vernunfk” weikergehen.
Fragen, und wer ſich über die ganze Tragweite der Entwicklung
der letzten Monate bis in die letzten Tage hinein klar iſt, der
Adierſchnid fur Gegeimrar Mch gor 49. pird, wem je, Danm heute, zu der üeberzeugung lanmen
Berlin, 25. September.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie veranſtaltete am
Freitag abend zu Ehren ſeines ſcheidenden Präſidenten Dr.
Carl Duisberg eine Feier, zu der zahlreiche
Perſönlichkei=
ten der Regierung, der Wiſſenſchaft und der Wirtſchaft erſchienen
waren.
In ſeiner Eröffnungsanſprache begrüßte der ſtellvertretende
Vorſitzende des Reichsverbandes, Abraham Frowein, als
Wuppertaler den bergiſchen Landsmann, deſſen Eigenart, den
Lebensernſt, die Tiefe und den ſtarren Willen des Weſtfalen mit
dem Frohſinn und dem Temperament des Rheinländers paare.
Der Redner behandelte dann die gegenwärtige Wirtſchaftskriſe,
die er nicht als eine Kriſe des individualiſtiſchen Syſtems der
Gütererzeugung ſelbſt, ſondern als eine Kriſe innerhalb dieſes
Syſtems betrachte. Der Begriff des perſönlichen Eigentums
um=
ſchließe gleichmäßig Beſitz und Schulden, Forderungen und
Ver=
pflichtungen. Es ſei undenkbar, daß es bei dieſem Syſtem der
Gütererzeugung nur Guthaben gebe. Das Netz der Forderungen
und Schulden ſei ein internationales. Es bedinge einen
Ausgleich der Forderungen und Schulden von Land zu
Land durch Waren.
Mit Gold, das letzten Endes ja nichts anderes als ein
Wert=
meſſer ſei, könne der Ausgleich nicht erzielt werden. Wenn die
Vereinigten Staaten jetzt ein Gläubigerland geworden ſeien,
ſei es nicht möglich, daß ſie die Bezahlung der Zinſen und
For=
derungen verlangten, im gleichen Atem aber die Annahme der
Zinſen und Forderungen dadurch verweigerten, daß ſie ſich durch
einen unüberſteigbaren Zolltarif abzuſperren verſuchten. Das
gleiche gelte für Frankreich. Wenn ſich die individualiſtiſche
Wirt=
ſchaft wieder auf ſich ſelbſt beſinne und richtig handele, dann
werde ſie auch in Zukunft wiederum die außerordentlichen
Lei=
ſtungen vollbringen, die ſie in der Vergangenheit vollbracht habe.
Sodann ergriff für die Reichsreaierung der Reichskanzler
Dr. Brüning das Wort zu einer Anſprache.
Er gab bekannt, daß
der Reichspräſident Karl Duisberg zu ſeinem 70.
Geburts=
tage den Adlerſchild des Reiches verliehen
habe, und verlas hierauf ein Schreiben des Reichspräſidenten, in
dem es u. a. heißt: „Was Sie als Führer und Organiſator der
chemiſchen Induſtrie und ſeit ſieben Jahren an der Spitze des
Reichsverbands der Deutſchen Induſtrie ſtehend in ſchwerer Zeit
für Deutſchlands geſamte Wirtſchaft getan haben, wird in der
Geſchichte der deutſchen Wirtſchaft unvergeſſen bleiben. Darüber
hinaus gedenke ich aber heute auch dankbar der unermüdlichen
und zielbewußten Förderung, die Sie der deutſchen Wiſſenſchaft,
und der warmherzigen Fürſorge, die Sie den deutſchen
Studen=
ten ſtets zuteil werden ließen. Ihr unerſchütterlicher Glaube an
Deutſchlands Kraft und Deutſchlands Zukunft hat in ſchweren
Zeiten viel dazu beigetragen, daß unſere Wirtſchaft trotz aller
Schickſalsſchläge das Vertrauen zu eigener Kraft nicht verloren
hat. Für alles dieſes Ihnen am heutigen Tage namens des
Reiches herzlichen Dank und Anerkennung auszuſprechen, iſt mir
Herzensbedürfnis.” — Nachdem
Reichskanzler Dr. Brüning
auf die Verdienſte. Duisberg hingewieſen hatte, führte er
u. a. aus:
Der Umfang der Tätigkeit der Reichsregierung iſt in den
vergangenen Wochen und Monaten ein viel umfaſſenderer
geweſen, als es zur Stunde zweckmäßig erſcheint, einer
größeren Oeffentlichkeit mitzuteilen. Abgeſehen von dieſen
hat die Reichsregierung eine Fülle anderer Maßnahmen
bereits getroffen, bzw. zur Veröffentlichung in der nächſten
vorbereitet. Darüber hinaus wird es nötig ſein, gewiſſe
noch weittragendere Schritte zu tun in dem Augenblick,
in dem die Bewegung des engliſchen Pfundes, die am
ver=
gangenen Sonntag eingeſetzt hat, in ihrer weiteren
Ent=
wicklung ſicher erkannt werden kann. Alle Maßnahmen
der Reichsregierung bedeuten die Zurücklegung eines
har=
ten und ſchmerzlichen Weges. Es geht nicht anders, als
ſchrittweiſe die Fehler einer langen Vergangenheit in
ſorg=
fältiger Abſtellung und Ueberlegung aller einzelnen Phaſen
mit Nückſicht auf die jeweiligen Veränderungen der
Außen=
politik wieder zu beſeitigen.
Ich habe durchaus Verſtändnis dafür, daß dieſer Weg manchen
nicht ſchnell genug ging, weil man nicht erwarten darf, daß
über=
all die Einſicht beſtehen kann in die durch die Reparationslaſten,
kurzfriſtige Verſchuldung und unſere eigenen Fehler entſtandene
Kompliziertheit der Verhältniſſe; und doch glaube ich, daß es
einen klaren Geſichtspunkt durch alle einzelnen, auf
außenpoli=
tiſche und taktiſche Gründe jeweils abzutönende Phaſen dieſer
Politik gibt und das iſt der, daß der Weg gegangen werden
muß, zur Rückkehr in die Solidität unſerer geſamten Finanz=
und Wirtſchaftspolitik, der Weg zur Rückkehr zu den ſtrengſten
Grundſätzen der Generationen vor uns in der Wirtſchaft und
zu dem entſchloſſenen Willen, die Ausgaben der öffentlichen Hand
mit den Einnahmen in Uebereinſtimmung zu bringen.
Dieſer Wege iſt einfach. Er iſt der Weg des geſunden
Men=
ſcheuverſtandes. Er iſt ſicher und hält daher auch jeder
problema=
tiſchen Theorie gegenüber ſtand. Wir wiſſen aber, daß er alle
Kreiſe unſeres Volkes manchmal gleichzeitig und manchmal in
zeitlichen Abſtänden treffen muß. Wir wiſſen, daß dieſer Weg
ſo gegangen werden muß, daß er nicht das deutſche Volk in
zwei ſich bis aufs äußerſte bekämpfende Lager zerreißt. Das
gilt ganz beſonders für die wirtſchafts= und ſozialpolitiſchen
müſſen, daß
dieſer Wege im gegenſeitigen Verſtändnis gemeinſam von
den Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegangen werden
muß.
An den harten Tatſachen wird keine Schicht der Bevölkerung
vorübergehen können. Sie werden umſo leichter erkannt, und aus
ihnen die notwendigen Folgerungen allerſeits gezogen werden,
wenn der Wille zu einem gegenſeitigen Verſtändnis, zu einer
Ueberbrückung der Gegenſätze vorhanden iſt.
Eine Regierung in ſo ſchwerer Stunde hat nicht die
Auf=
gabe, in jedem Augenblick bei jeder plötzlichen Veränderung
ſo=
fort mit Radikallöſungen einzugreifen. Starke Nerven beruhen
im weſentlichen darauf, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, die
Einſicht der Bevölkerung wachſen zu laſſen, manchmal
etappen=
weiſe, manchmal wiederum ſchlagfertig mit Reformen, die alle
Kreiſe der Bevölkerung betreffen, hervorzutreten. Wenn eine
ſolche Regierung entſchloſſen iſt, den Weg, den ſie ſich
vorgezeich=
net hat, ohne das Endziel aus dem Auge zu verlieren, zu gehen,
ſo wird ſie — das darf ich in dieſem Kreiſe heute verſichern —
aus dieſer Einſtellung trotz aller Kritik und vieler Zweifel die
Kraft ſchöpfen, inmitten einer Welt von Schwierigkeiten,
weg=
weiſend das deutſche Lebensſchickſal zu leiten.
Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, werden es mir gewiß
nicht verübelt haben, daß ich den Ihnen gewidmeten Ehrentag
auch zum Berühren ſolcher ernſten Gedankengänge benutzt habe.
Für die preußiſche Staatsregierung ſprach hierauf
Staats=
miniſter Dr. Schreiber, der bekanntgab, daß die preußiſche
Staatsregierung Dr. Duisberg die Goldene Medaille für
Ver=
dienſte um Wirtſchaft und Forſchung verliehen habe.
Geheimral Duisberg
dankte hierauf in warmen Worten für die ihm zuteil gewordenen
Ehrungen und führte dann u. a. aus: Es iſt begreiflich, daß das
Sehnen und Streben der Jugend in der materiellen Struktur
der Wirtſchaft allein die erhofften Ideale nicht findet. Aber
die Wirtſchaft hat niemals und kann niemals die Aufgabe haben,
Ideale zu geben. Sie hat nüchtern und ſachlich für die
Befrie=
digung der materiellen Lebensbedürfniſſe des Volkes Sorge zu
tragen. — Dies allein iſt ihre Funktion, und ſie erhebt nicht
darauf Anſpruch, das Wichtigſte im Leben des Menſchen zu
ſein. Für ihre weſensgemäße Funktion braucht ſie aber
Ver=
ſtändnis im Volk. Den Unternehmern und allen anderen
ver=
antwortlichen Perſönlichkeiten in der Wirtſchaft obliegt es auf
der anderen Seite, durch verſtändnisvolle Förderung einer
geiſti=
gen Grundhaltung unſeres Volkes auf einer weit höheren Baſis
als ſie der Materialismus je zu geben vermag, zum Durchbruch
zu verhelfen. Ich bin der feſten Ueberzeugung, und ich möchte
das gerade am heutigen Tage beſonders betonen, daß unſer
deutſches Volk nur dann die zweite Blüte erleben wird, wenn
der deutſche Menſch wieder ſeine deutſche Seele findet, wenn dem
Gegeneinander ein Füreinander, dem Ringen um die Macht im
Staate ein Ringen um die Macht für den Staat folgt.
Anſchließend, folgte eine lange Reihe von
Glückwunſch=
anſprachen und Dankadreſſen der Vertreter aller Spitzenverbände
aus Wirtſchaft, Wiſſenſchaft und Kunſt, worauf Dr. Duisberg in
längeren Ausführungen erwiderte.
*
In der Präſidial=Sitzung des Reichsverbandes der deutſchen
Induſtrie am 25. September 1931 nahm das Präſidium Kenntnis
von dem ſchon mitgeteilten Rücktritt ſeines Vorſitzenden,
Geheim=
rat Duisberg. Das Präſidium wählte einſtimmig Krupp von
Boh=
len und Hallbach zum neuen Vorſitzenden. Es nahm weiter
Kenntnis davon, daß turnusgemäß mit Schluß des Jahres
Fro=
wein und Hilger aus ihrem Amt als ſtellvertretende Vorſitzende
ausſcheiden. Die Erſatzwahlen finden noch im Laufe dieſes
Jah=
res ſtatt.
Arbeitsgemeinſchaft der Mikke?
* Berlin, 25. September. (Priv.=Tel.)
Ein demokratiſches Blatt läßt mit allen Anzeichen des
Ent=
ſetzens die Ente von der Gründung einer
Reichsbürger=
partei hochgehen. Darnach ſollen Beſtrebungen zur
partei=
mäßigen Zuſammenfaſſung der geſamten bürgerlichen Mitte von
Konſervativen bis Staatspartei im Gange ſein. Das iſt richtig
und unrichtig zugleich. Soweit wir wiſſen, ſind ſchon ſeit längerer
Zeit Bemühungen unternommen, um eine innere Annäherung
dieſer Gruppen zu ermöglichen. Zunächſt unter dem
Geſichts=
winkel einer engeren politiſchen Zuſammenarbeit im Rahmen
etwa der Politik des Kanzlers Brüning. Träger dieſer Idee ſind
die Kreiſe etwa um den Hanſabund. Sie iſt alſo in erſter
Linie wirtſchaftspolitiſch orientiert und hat dabei
mehr den Zweck verfolgt, die Stoßkraft der kleinen Fraktionen
einheitlich zuſammenzufaſſen und im Kabinett durch die
Block=
bildung einen größeren Einfluß zu erfahren. Das ſoll aber in
Form einer fraktionellen Arbeitsgemeinſchaft der Mitte
geſche=
hen, wie ſie früher bereits beſtand. Zu einem Abſchluß ſind die
Verhandlungen, die übrigens unter dem Vorſitz des
Staatsſekre=
tärs Abegg ſich vollziehen, noch nicht gediehen. Ehe man an
weitere Ziele denkt, muß ſich zunächſt erſt einmal erweiſen, ob
eine ſolche Arbeitsgemeinſchaft lebensfähig iſt. Schon darüber
aber hört man vielfach ſkeptiſche Meinungen, und deswegen haben
ſich die Parteiführer bisher auch ziemlich im Hintergrund
ge=
hälten, um abzuwarten, wieweit der Rahmen für eine einheitliche
Zuſammenarbeit geſteckt werden kann.
Kriſis des inkernakionalen
Goldftandards.
— Unter dem erſten Eindruck der Aufhebung der
Goldein=
löſungspflicht für Noten der Bank von England iſt an dieſer
Stelle bereits angedeutet worden, welche Wirkungen ſich für die
internationale Wirtſchaft und die deutſche im beſonderen durch
dieſe elementare Maßnahme ergeben. Die Weltwirtſchaft iſt in
eine neue Unruhe verſetzt worden, und die Ereigniſſe dieſer
Woche zeigen bereits, wie ſtark der Druck des von England
er=
griffenen Mittels im Kampf um das engliſche Pfund iſt. Mit
ſeiner Währung ſchwanken Währungen einer Reihe anderer
finanziell von England abhängiger Länder, und die
Weltwirt=
ſchaft, der internationale Handel beginnen ſich bereits auf eine
andere Zahlungs= und Kreditbaſis, den Dollar, einzuſtellen. Man
nimmt die Währung, die man unter den gegebenen Verhältniſſen
noch für die ſicherſte anſieht, man hält damit an dem
Goldſtan=
dard feſt und glaubt auf dieſe Weiſe, für den Augenblick am
beſten den durch die Suspendierung der Goldwährung Englands
aufgetretenen Schwierigkeiten vorbeugen zu können. Daß der
Schritt Englands der internationalen Finanzwelt und nicht
zu=
letzt den Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich als
den goldſtärkſten Ländern heftig in die Glieder gefahren iſt, geht
aus den dringlichen Kreditangeboten von franzöſiſcher Seite an
England hervor. England ſcheint jedoch zunächſt in Ruhe
ab=
warten zu wollen, wie ſich die Welt und ſeine Gläubigerländer
auf die Entwertung des Pfundkurſes einſtellen, und es iſt wohl
anzunehmen, daß das Intereſſe der Weltwirtſchaft an dem
Pfundkurs genügend groß iſt, um die internationalen
Finanz=
mächte zu einer gemeinſamen Aktion zwecks Verhinderung eines
bodenloſen Abſinkens des Pfundkurſes zuſammenbringen. Denn
zahlloſe Verträge in der ganzen Welt, zahlloſe
Vermögensan=
lagen in allen Erdteilen lauten auf engliſche Pfund und ſind ſo
an das Schickſal der engliſchen Währung gebunden. Sämtliche
internationalen Inhaber von Pfundforderungen ſind von
Ver=
luſten bedroht, deren Größe ſich danach richtet, wie der engliſche
Pfundkurs international abſinkt. Es iſt ganz klar, daß dadurch
Wertverſchiebungen allergrößten Ausmaßes eintreten müſſen und
daß, je mehr ſie ſich vergrößern und je längere Zeit ſie andauern,
die ganze Weltwirtſchaft mit beträchtlichen Störungen der
bis=
herigen Kredit= und Handelsbeziehungen zu rechnen hat. Man
weiß vorläufig nicht, auf welcher Baſis die Stabiliſierung des
Pfundkurſes vorgenommen wird, und infolgedeſſen hängt alles
von den weiteren Maßnahmen ab, die die engkiſche Regierung
in der nächſten Zeit treffen wird. Sie wird dieſe Maßnahmen
aber erſt dann ergreifen können, wenn klar geworden iſt, ob und
inwieweit die entſcheidenden internationalen Finanzmächte
be=
reit ſind, von ſich aus an der Stabiliſierung des Pfundkurſes
mitzuwirken bzw. der engliſchen Regierung Sicherheiten zu
geben, die ausreichend ſind, um den durch die internationalen
Kreditſtörungen der Nachkriegszeit hervorgerufenen Kampf um
das engliſche Pfund in einem für England und die
Weltwirt=
ſchaft günſtigen Sinne zu beenden. Wir ſind nicht der Auffaſſung,
daß die Beendigung dieſes Kampfes gleichbedeutend iſt mit der
Aufhebung der Finanzſuprematie Englands in der
Weltwirt=
ſchaft, die zwar im Augenblick gebrochen iſt. Englano verſpricht
ſich ſelbſt zunächſt von der Aufgabe des Goldſtandards
Stillhal=
tung der Auslandsgläubiger, Herabſetzung des Reallohnes und
aktivierende Beeinfluſſung ſeiner Handelsbilanz, alſo eine
Be=
reinigung ſeiner innerwirtſchaftlichen Schwierigkeiten. Daneben
ſcheint England das Ziel vor Augen zu haben, Frankreich und
Amerika durch den ſtarken Druck des von ihm vorgenommenen
Schrittes nunmehr endlich zu einer den Erforderniſſen der
Welt=
wirtſchaft, eines vernünftigen Güter= und Kapitalverkehrs
inner=
halb der Völker entſprechenden poſitiven Regelung der
inter=
nationalen Verſchuldung zu zwingen.
Was ſteht auf dem Spiel? Der internationale Goldſtandard,
die Feſtſetzung des Goldes als Wertmaßſtab, eine der genialſten
Leiſtungen menſchlichen Zuſammenwirkens. Das Gold iſt in
den letzten Jahren gemißbraucht worden, es hat nicht den
wirt=
ſchaftlichen Zwecken gedient, deren Erfüllung überhaupt erſt
ſeinen großen Wert für die Menſchheit und für die Weltwirtſchaft
ausmacht, es iſt vielmehr in den kapitalreichen Ländern, die
Kreditüberfluß haben, gehortet worden und hat dadurch,
welt=
wirtſchaftlich geſehen, ſeine Funktion als Grundlage des
inter=
nationalen Kreditgebäudes verloren. Das Gold iſt durch die
Hortung in den kapitalreichen Ländern ſteril geworden, und es
beſteht die Gefahr, daß die Weltwirtſchaft, insbeſondere die
gold=
armen Länder, ſich von dem Golde los ſagen und es damit nur
noch als das, was es von Natur aus iſt, als Werkſtoff mit
rela=
tivem Werte, betrachten. England hat mit der zunächſt für 9
Monate beſchloſſenen Aufhebung des Goldſtandards die praktiſche
Schlußfolgerung aus der Tatſache gezogen, daß bei der Kredit=
und Währungspolitik, die die großen Gläubigerländer im
Zu=
ſammenhang mit der widerſinnigen Verkoppelung der politiſchen
Verſchuldung mit Hochſchutzollſyſtemen und anderen
wirtſchaft=
lichen Bindungen betreiben, die Vorausſetzungen für eine
Auf=
rechterhaltung einer internationalen Goldwährung nicht mehr
ge=
geben ſind. Der Zweck des internationalen Goldſtandards iſt
es, durch feſte Verkettung der einzelnen Währungsſyſteme das
Weltpreisniveau über Zeit und Raum möglichſt auszugleichen.
Um dieſes Ziel zu erreichen, müſſen zwei Vorausſetzungen
er=
füllt ſein: die Kreditpolitik der einzelnen Länder muß in
weit=
gehendem Umfange an den ökonomiſchen Geſetzen der
internatio=
nalen Goldbewegung orientiert ſein; ferner müſſen Preiſe und
Koſten genügend elaſtiſch ſein, um ſich den Tendenzen der
Kredit=
verſorgung anzupaſſen. Beide Vorausſetzungen ſind in den
letz=
ten Jahren nur in ſehr viel geringerem Grade vorhanden
ge=
weſen als in der Vorkriegszeit. Entſcheidend aber iſt, daß die
Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich von ihrem
Gold= und Kapitalreichtum nicht den Gebrauch machen, der die
Vorausſetzung eines auf die Dauer haltbaren internationalen
Goldſtandards iſt. Treffend ſtellt das Inſtitut für
Konjunktur=
forſchung in einer Stellungnahme zu den engliſchen
Währungs=
ſchwierigkeiten feſt, daß ſtatt, wie es der Mechanismus der
Gold=
währung vorſehe, entweder durch Steigerung des Preisniveaus
und daran anſchließende Paſſivierung der Handelsbilanz oder
durch entſprechenden Kapitalexport dafür Sorge zu tragen, daß
die übrige Welt von dem Deflationsdruck befreit wurde, unter
den ſie durch fortdauernden Goldexport nach New York und
Paris gezwungen wurde, die Rückforderungen ausgeliehener
Seite 2
Samstag, den 26. September 1931
Nummer 267
Kapitalien ſogar noch zunahmen, als ſich mit der Kriſis die
ver=
hängnisvollen Fehler dieſer Politik immer deutlicher zeigten. Das
Gold iſt alſo, wie wir oben geſagt haben, gemißbraucht worden,
man hat gegen den Sinn dieſer genialſten Leiſtungen der
Menſch=
heit, die das Gold als allgemein gültigen Wertmaßſtab ſchon ſeit
Jahrtauſenden anerkennt und in der modernen Wirtſchaft den
Begriff des internationalen Goldſtandards herausgebildet hat,
gehandelt. Die Folgen dieſer Handlungsweiſe für die
Weltwirt=
ſchaft und die Abwicklung des internationalen Handelsverkehrs
ſind bekannt. Da man das Gold mißbrauchte, mußte die
inter=
nationale Goldwährung, deren Wert für die Weltwirtſchaft bei
richtger Anwendung außer allem Zweifel ſteht, zu ſo ſtarken
Hinderniſſen für die reibungsloſe Abwicklung der
internatio=
nalen Wirtſchaftsbeziehungen führen, daß die Welt heute einer
Wirtſchaftskriſe gegenüberſteht, von der Reichskanzler Brüning
mit Recht gefagt hat, daß ſie die ſchwerſte ſeit 100 Jahren ſei.
Die Kriſis des internationalen Goldſtandards, die mit der
Aufgabe der Goldwährung durch England akut geworden iſt,
aber wohl infolge des Mißbrauchs des Goldes ſchon ſeit langem
beſteht, hat eine Reihe von Vorſchlägen hervorgerufen, mit denen
man einen Zuſammenbruch des internationalen Kreditgebäudes,
welches auch die Vereinigten Staaten von Amerika und
Frank=
reich in Mitleidenſchaft ziehen würde, verhindern will. Dieſe
Vorſchläge gehen in zweierlei Richtung: auf der einen Seite
glaubt man, die ſchweren Störungen der internationalen
Kredit=
verſorgung dadurch beſeitigen zu können, daß die „Vereinigten
Staaten und Frankreich durch entſprechende Maßnahmen zur
Kapitalsausfuhr ſchreiten und den unter Kreditnot leidenden
Ländern umfangreiche Kredite, zu niedrigen Zinsſätzen
lang=
friſtig zur Verfügung ſtellen. Selbſtverſtändlich dürfen mit
die=
ſer Kreditgewährung keine allzu ſtarken politiſchen Bindungen
und Bedingungen verknüpft werden. Auf der anderen Seite wird
die Aufgabe des internationalen Goldſtandards vorgeſchlagen.
Dieſe müßte aber notwendig zur Folge haben, daß ſich alle
Notenbanken der Welt zu einer Gemeinſchaft zuſammenfinden,
die eine neue Baſis bzw. Bewertungsgrundlage für das Gefüge
der Weltwirtſchaft ſchafft. Bisher iſt es nicht gelungen, trotz
des Beſtehens der Bank für Internationalen
Zahlungsaus=
gleich, in der faſt alle Notenbanken der Welt Sitz und Stimme
haben, trotz des Vorhandenſeins eines Wirtſchafts= und
Finanz=
komitees des Völkerbundes, dem Vertreter der maßgebenden
Staaten angehören, eine Kooperation der zentralen
Noten=
inſtitute der Welt herzuſtellen. England hat die vergeblichen
Verſuche einer ſolchen Kooperation mit der vorläufigen
Auf=
hebung ſeiner Goldwährung quittiert. Es iſt, da der Weg zur
Beſeitigung der engliſchen Währungskriſe über die Behebung der
Kriſe des internationalen Goldſtandards führen muß, durchaus
wahrſcheinlich, daß ſehr bald die internationalen Finanzmächte
ſich in gemeinſamer Aktion vereinigen, um die verhängnisvollen
Fehler der falſchen Gold= und Kapitalpolitik der letzten Jahre
abzuſtellen. Eine ſolche Aktion kann aber an einer Bereinigung
des Reparationsproblems nicht vorübergehen.
Vom Tage.
Aus dem amtlichen Nachweis über die Einnahmen und
Aus=
gaben des Landes Heſſen im Monat Auguſt für das
Rech=
nungsjahr 1930 ergibt ſich im ordentlichen Haushalt eine
Mehr=
ausgabe von 8,415 Mill. RM., im außerordentlichen Haushalt von
4,302 Mill. RM. Das Rechnungsjahr 1930 wird jedoch erſt am
30. September 1931 abgeſchloſſen.
Die Berliner Staatsanwaltſchaft III hat gegen das Urteil des
Schnellſchöffengerichts über die Ausſchreitungen am
Kur=
fürſtendamm Berufung eingelegt, da ihr die Strafe für
die angeklagten Nationalſozialiſten zu gering erſcheint.
Der Wortlaut der Notverordnung über die
Gehaltskür=
zungen in Oldenburg iſt bekannt gegeben worden. Die
Kürzungen berückſichtigen eine Freigrenze von 2000 RM. Darüber
hinaus werden einzelne Gehaltsſtufen im Ausmaß von 4—7
Pro=
zent gekürzt. Außerdem enthält die Notverordnung
Beſtimmun=
gen über eine 10prozentige Kürzung ſämtlicher
Lehrerinnen=
bezüge.
Der frühere polniſche Miniſterpräſident und Außenminiſter
Skrzynſki iſt geſtern mit ſeinem Automobil bei Krotoſchin
töd=
lich verunglückt.
Die geſtrige Verhandlung des Völkerbundsrats über
den chineſiſch=japaniſchen Konflikt begann mit einer
Erklärung des Ratspräſidenten Lerroux, der auf die
Beantwor=
tung des Appells des Völkerbundsrats durch die chineſiſche und
ja=
paniſche Regierung hinwies und die Meinung ausſprach, daß der
Rat mit beſonderer Befriedigung von der japaniſchen Mitteilung
Kenntnis nehmen konnte, wonach die japaniſchen Truppen in die
Eiſenbahnzone zurückgezogen worden ſind. Der japaniſche
Dele=
gierte Yoſhizawa gab eine Erklärung ab. die mit dem Hinweis auf
die japaniſche Bereitſchaft zu direkten Verhandlungen mit China
in der Ablehnung jeder
Völkerbundsinterven=
tion gipfelte.
Die Zahl der amerikaniſchen Arbeitsloſen beläuft
ſich nach Angaben des Vorſitzenden des amerikaniſchen
Gewerk=
ſchaftsbundes Green, gegenwärtig auf 5,6 Millionen, hat
ſich alſo ſeit Juli um 350 000 erhöht.
Vor dem Beſuch Lavals in Berlin.
Enkſcheidung im Falle Curkius bis Mitkwoch verkagk. — Schwenkk das Zenkrum um?
Polizeiliche Maßnahmen gegen Zwiſchenfälle beim Beſuch der franzöſiſchen Miniſter.
Lehte Borbereikungen zum Empfang.
* Berlin, 25. Sept. (Priv.=Tel.)
Die techniſchen Vorbereitungen für den Beſuch Lavals und
Briands in Berlin ſind jetzt fertigeſtellt. Dabei iſt die Polizei
weitgehend eingeſchaltet, um alle Sicherheiten gegen irgendwelche
Unüberlegtheiten zu ſchaffen. Für die Berliner Polizei iſt,
ſo=
weit ſie zu dieſem Zweck in Frage kommt, vom Samstag bis
Dienstag große Alarmbereitſchaft angeſetzt. Im Einvernehmen
mit der franzöſiſchen Botſchaft ſind dabei 30 Beamte zur
Be=
wachung der Botſchaft, des Hotels Adlon, wo die Gäſte wohnen,
und der anderen franzöſiſchen Büros abkommandiert. Der
Bahn=
hof Friedrichſtraße iſt weitgehend abgeriegelt, und auch die
Ag=
fahrtsſtraßen ſind geſperrt. Es iſt alſo ähnlich wie beim Empfang
des früheren Zaren von Rußland. Der Zutritt zum Bahnſteig iſt
nur gegen beſonderen Ausweis geſtattet. Das Reichsbanner, das
ſeine franzoſenfreundlichen Gefühle bei dieſer Gelegenheit zum
Ausdruck bringen wollte, hat bisher die Genehmigung zur
Stel=
lung einer Deputation noch nicht bekommen. Uebrigens darf man
erwarten, daß die Berliner Bevölkerung die ſelbſtverſtändliche
Höflichkeit, die man auch weniger willkommenen Gäſten gegenüber
an den Tag legt, übt und ſich einer kühlen Zurückhaltung
be=
fleißigt. Um ſeine Leute vor Unklugheiten zu bewahren, hat Herr
Hitler von München den Nationalſozialiſten verboten, von dem
Beſuch der Franzoſen Notiz zu nehmen.
Das Spiel um den Außenminiſter
iſt am Freitag noch nicht zu Ende gegangen. Der Kanzler hat
mit Dr. Curtius eine längere Ausſprache gehabt, eine endgültige
Klärung hat ſie noch nicht gebracht. Die Unterhaltung ſoll
viel=
mehr am Dienstag fortgeſetzt werden, und in unterrichteten
Krei=
ſen wird angenommen, daß die Entſcheidung, ob Dr. Curtius
wei=
ter im Amte bleibt oder nicht, erſt am Mittwoch oder
Donners=
tag erfolgen wird. Mancherlei Anzeichen ſprechen jedoch dafür,
daß der Kanzler innerlich nun doch dazu entſchloſſen iſt, ſeinen
Außenminiſter zu halten. Merkwürdigerweiſe iſt jedenfalls die
Zentrumspreſſe plötzlich umgefallen und ſetzt ſich in ihrem
maß=
gebenden Organ für Dr. Curtius ein. Was dieſen Umſchwung
herbeigeführt hat, iſt noch etwas ſchleierhaft. Es ſcheint, als ob
die Polemik mit den Deutſchnationalen Dr. Brüning zu der
Er=
kenntnis gebracht hat, daß die Aufopferung des Außenminiſters
nichts nutzen wird, daß vielmehr der Sturm gegen das Kabinett
weitergeht, während ein Rücktritt des Außenminiſters gleichzeitig
das Prinzip der Solidarität im Kabinett brechen und das
ohne=
hin muhſam aufrechterhaltene labile Gleichgewicht umſtürzen
würde.
Dingeldens Inkerview im „9euvre‟.
TU. Paris, 25. September.
Der Vorſitzende der Deutſchen Volkspartei, Dingeldey,
ge=
währte einem Vertreter des „Oeuvre” eine längere Unterredung.
Ueber die Beziehungen zu den Nationalſozialiſten
befragt, erklärte er, man dürfe ſie nicht vor den Kopf
ſtoßen. Wenn man ſie dazu bringe, die Verantwortung an der
Regierungsführung mit zu übernehmen, ſo dränge man ſie aus
ihrer augenblicklichen Stellung in die Front. Wenn die
Na=
tionalſozialiſten aber an der Regierung
mit=
arbeiteten, ſeien ſie weniger gefährlich, als
wenn man ſie ſich ſelbſt überlaſſe. Dingeldey ſprach ſich
auch hierbei für eine Regierung der nationalen
Verteidigung nach engliſchem Muſter aus, bezweifele
aber, ob ſie ſich bei dem ſtarren Syſtem der deutſchen Parteien
ver=
wirklichen ließe.
Die deutſch=franzöſiſche Annäherung könne ſich
nicht außerhalb einer Verſtändigung der
deut=
ſchen und franzöſiſchen Rechtskreiſe vollziehen. Es
ſei Sache des Kanzlers, ob er Dr. Curtius verabſchieden wolle
oder nicht. Ein Wechſel im deutſchen
Außenminiſte=
rium würde jedoch niemals die deutſch=
franzö=
ſiſchen Beziehungen beeinfluſſen. Die Konſiſtenz der
deutſchen Außenpolitik ſei auf alle Fälle geſichert. Es ſei gewagt,
von dem Beſuch der franzöſiſchen Miniſter große Erfolge zu
er=
warten. Man müßte mehr Mut und Initiative zeigen.
Eine deutſch=franzöſiſche Konferenz müſſe verſuchen,
die Harmonie zwiſchen beiden Ländern auf politiſchem,
wirtſchaft=
lichem und militäriſchem Gebiete wieder herzuſtellen. Ein
deutſch=franzöſiſcher Bündnisvertrag müſſe auf
der Grundlage der Gleichberechtigung beruhen, der
die Hegemonie des einen oder anderen Landes abſchaffe. Auch
die Nationalſozialiſten würden den
Locarno=
vertrag niemals kündigen, der für alle
Deut=
ſchen ein unantaſtbares Werk ſei, was man von
den anderen Verträgen nicht behaupten könne.
Niemals könne Deutſchland in ein politiſches
Moratorium von zehn, 15 oder 20 Jahren
ein=
willigen.
Die „Times” warnk Deutſchland vor der
franzöſiſchen Finanzhilfe.
London, 25. September.
Der Pariſer Berichterſtatter der „Times” weiſt im
Zuſammen=
hang mit dem bevorſtehenden Beſuch der franzöſiſchen Miniſter
in Berlin auf die großen Gefahren hin, die den
poli=
tiſchen Zielen Deutſchlands, durchetwaige
finan=
zielle Hilfsmaßnahmen ſeitens Frankreichs
drohen und erklärt dann u. a. weiter, daß die Rede Flandins
in Genf eine endgültige Warnung geweſen ſei. Laval werde
etwaigen Vorſchlägen zur Inveſtierung franzöſiſchen Kapitals in
Deutſchland zwecks Erhöhung der Ausfuhr nur von dem
Geſichts=
punkt zuhören, daß ein Ueberſchuß der Ausfuhr notwendig ſei,
um Reparationen bezahlen zu können. Dann werde er auch noch
die Bedingung daran knüpfen, daß die deutſche Induſtrie nicht
mit der franzöſiſchen konkurrieren dürfe, bzw. daß Abmachungen
über eine Produktionskontrolle und über eine Aufteilung der
Märkte getroffen werden.
Der kägliche Kabinektsrak.
* Berlin, 25. Sept. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett hat auch am Freitag ſeine Beratungen
über das große Winterprogramm fortgeſetzt. Wie die Stimmung
gegenwärtig iſt, muß damit gerechnet werden, daß
überaſchender=
weiſe der Gedanke einer Zuſammenlegung von Kriſen=
und Wohlfahrtsfürſorge in eine
Reichsarbeits=
loſenfürſorge, die eines der Kernſtücke der nächſten
Notver=
ordnung bilden ſollte, wieder fallen gelaſſen oder einſtweilen
zurückgeſtellt wurde.
Weshalb? Die GGründe ſind noch nicht ganz durchſichtig,
ver=
mutlich, weil bei der Reichsfürſorge die ganze Verantwortung auf
das Reich verlagert worden wäre und die Reichsregierung ſich
gegen eine ſolche Verſchiebung auch aus finanziellen Gründen
ſträubt. Sie erkennt an, daß die Gemeinden nicht imſtande ſind,
die Laſten der Wohlfahrtsfürſorge allein zu tragen, und wird über
die bisher zur Verfügung geſtellten 80 Millionen hinaus noch
er=
erblich weitere Mittel bereit halten müſſen. Das könnte praktiſch
darauf hinauslaufen, die Gemeindefinanzen über den
Kopf der Länder hinweg zuſanieren. Vielleicht ſteht
damit in Zuſammenhang, daß am Freitag die Vertreter des
Reichsſtädte= und Landgemeindetages empfangen wurden und am
Samstag die Innenminiſter zu einer Beſprechung nach Berlin
ge=
beten ſind.
In den Beratungen des Kabinetts gehen vielerlei Projekte
durcheinander. Der Verſuch, auch in der Privatinduſtrie
die zwangsweiſe Herabſetzung der „Rieſengehälter” durchzuſetzen,
gewinnt ſtärkſte Geſtalt, dagegen wachſen die Schwierigkeiten, bei
den hohen Penſionen Abſtriche zu dekretieren, insbeſondere
treten neue verfaſſungsrechtliche Bedenken in den Vordergrund.
Im übrigen hat der Kanzler bei der Feier für Dr. Duisberg
angedeutet, daß die Notverordnung in der nächſten Woche
ver=
öffentlicht werden ſoll. Er hat dabei die geheimnisvolle
Andeu=
tung gemacht, daß die Regierung in den vergangenen Wochen und
Monaten eine umfaſſendere Tätigkeit entwickelt habe,
als zurzeit mitgeteilt werden könne. Der Kanzler hat
weittra=
gende Schritte angekündigt für den Augenblick, an dem die
Be=
wegung des engliſchen Pfundes in ihrer weiteren
Entwick=
lung ſich erkennen laſſe. Das iſt wohl abſichtlich etwas unbeſtimmt
ausgedrückt. Soweit wir wiſſen, ſoll die Anſpielung beſagen, daß
die Regierung ſich auf umfangreiche Wirtſchafts= und
Zollmaßnahmen einſtellt, falls ſich aus einem weiteren
Ab=
ſinken des Pfundkurſes ſchädliche Folgen für unſeren Handel
er=
geben könnten.
Arich von Wilamowih Möllendorff †.
Von Hans Sturm.
Der Neſtor der klaſſiſchen Philologie, der Wirkliche
Geheime Regierungsrat Exzellenz Profeſſor Dr. Ulrich
v. Wilamowitz=Möllendorf iſt heute im 83. Lebensjahr
in ſeiner Villa in Charlottenburg ſanft entſchlafen.
Mit ihm iſt einer der beſten Kenner der klaſſiſchen
Alter=
tumswiſſenſchaft dahingegangen. Er wurde am 22. Dezember
1848 in Markowitz als Sproß einer alten Adelsfamilie geboren
und machte ſchon in jungen Jahren als „Philhellene”, wie man
damals ſagte, von ſich reden. Als Dreiundzwanzigjähriger ſchrieb
der junge Dr. phil. eine vielumſtrittene Broſchüre, „
Zukunfts=
philologie”, in der er gegen Nietzſches Art, die Griechen zu ſehen,
angeht und aus ſeiner Stellungnahme heraus Einwände nicht
nur gegen die „Geburt der Tragödie”, ſondern auch gegen den
Philoſophen erhebt.
Bald wurde er des großen Theodor Mommſen
Schwieger=
ſohn, und dem bedeutendſten Erforſcher der altrömiſchen Welt
verdankte er viele neue Einblicke und vertiefte Erkenntniſſe, hier
ging dem jungen Gelehrten erſt recht das Weſen der klaſſiſchen
Antike auf. Mit einer Schrift über Euripides und mit den
„Homeriſchen Unterſuchungen” begann ſeine eigene und
eigent=
liche wiſſenſchaftliche Axbeit, denen eine „Einleitung in die
attiſche Tragödie” folgte. Wilamowitz gehört zu den erſten
For=
ſchern, welche die Philologie aus ihrem engen Rahmen
heraus=
hoben er faßte dieſen Begriff weitſichtiger und verſtand darunter,
ähnlich wie Dilthey oder Hermann Grimm, das Ergründen und
Begreifen ganzer Kulturperioden und Geiſtesepochen. In ſeinen
populär gehaltenen Reden und Vorträgen” hat er an einer
Stelle einmal das Weſen der Philologie prägnant umriſſen:
„Mit Homer beginnt eine kontinuierliche und ihrer Kontinuität
ſich ſtets bewußte Kulturentwicklung, die immer weitere Gebiete
umſpannt, erſt ganz Hellas, dann durch Alexander den Orient,
dann durch Rom das geſamte Mittelmeergebiet. Mit dem
Zer=
fall des römiſchen Reiches hört die Einheitlichkeit und Kontinuität
dieſer Kultur auf. Die Barbaren emanzipieren ſich; das
Chriſten=
ſum, obwohl aus jener Kultur erwachſen, verleugnet ſie. Weil
dieſe Kultur eine Einheit iſt, trotz all den Wandlungen des
ſebens und des Geiſtes kann eine jede ihrer Erſcheinungen in
ſhrem individuellen Leben vollkommen nur vom Ganzen her
berſtanden werden, und trägt jede kleinſte Erſcheinung ihren Zug
bei zu dem Verſtändnis des Ganzen, aus dem ſie ward, in dem ſie
ſortwirkt. Weil das Objekt eines iſt, iſt die Philologie eine
Einheit. Die Partikel ud die Entelechie des Ariſtoteles, die
heiligen Grotten Apollons, der Götze Beſas, das Lied der
Sappho und die Predigt der heiligen Thekla, die Metrik Pindras
und der Meßtiſch von Pompeji, die Fratzen der Diplompaſen
und die Thermen Caracallas, die Amtsbefugniſſe der
Schult=
heißen von Abdera und die Taten des göttlichen Auguſtus, die
Kegelſchnitte des Appolonios und die Aſtrologie des Petoſiris:
alles, alles gehört zur Philoſophie, denn es gehört zu dem
Objekte, das ſie verſtehen will. Auch nicht eines kann ſie miſſen.”
Auch aus ſeinen Reden und Vorträgen auf dem Katheder
hörte man balo, daß ihm die Philologie nicht nur totes Wiſſen
und Formelkram war, ſondern ein die zahlloſe Vielheit von
Ge=
danken, Dingen und Zuſtänden zuſammenhaltendes Band.
Un=
vergeßlich bleibt, wie der Gelehrte ein altgriechiſches Drama
analyſierte, wie er die Herzen der Hörer mitriß, wenn er von
der „hunderttorigen Theben” ſprach, wie er ſelbſt in
Begeiſte=
rung geriet, wenn er mit ſicherer Hand die Totalität der Ilias
aufzeigte oder die verhaltene Tiefe ſapphiſcher Strophen deutete.
Er wies nicht nur auf die ſprachlichen Schönheiten hin, er hob vor
allem das Menſchliche ins Licht und wußte in unzähligen
Einzel=
heiten die dichteriſchen, pſychologiſchen, kulturellen und
geſchicht=
lichen Beziehungen heranzuziehen, die das jeweilige Werk
einer=
ſeits mit der Antike, andererſeits mit unſeren Tagen verknüpft.
Neben kritiſchen und grammatiſchen Arbeiten beſchäftigten
den unermüdlichen Forſcher auch kunſthiſtoriſche Probleme, und
der künſtleriſche Geſtaltungswille drängte ihn zum Ueberfetzen;
mehrere Bände attiſcher Tragödien veröffentlichte er in den
Jah=
ren 1899—1912. Im Jahre 1914 gab er ein großes Werk über
Aeſchylos heraus. Wenn in dieſen Uebertragungen ſich auch hin
und wieder die Nachwirkungen des eben nicht auf alles
zuſchneid=
baren Naturalismus zeigen, als Ganzes genommen ſind ſie eine
wiſſenſchaftlich wohlunterbaute Leiſtung, die neben den neueren,
meiſt freieren Nachdichtungen ihren Wert behalten wird. In
einem von ihm verdeutſchten Drama des Euripides heißt es:
„Allzeit will ich zu holdem Vereine
Chariten laden und Muſen:
Ohne die Kunſt kein Leben,
Immer kränze mein Haupt der Epheu.
Grau iſt der Sänger,
Doch tönet ſein Lied.”
Sein kritiſcher und ſcharf analyſierender Geiſt befaßte ſich
immer wieder mit den Weiſen des Altertums, und ſeine
be=
ſondere Liebe beſaßen Ariſtoteles und Platon. Dem erſten
Polyhiſtor widmete er ein zweibändiges Werk „Ariſtoteles und
Athen”, in welchem er die Vielfalt des ungeheuren Wiſſens
dieſes Denkers von den verſchiedenſten Blickpunkten aus
betrach=
tet und ſeine unverminderte Bedeutung für unſere Zeit
heraus=
ſtellt; das gilt vor allem für ſeine praktiſche, die Ethik und die
Politik umfaſſende Philoſophie. „Ein glücklicher Sommertag”
iſt ein Kapitel in ſeinem Platonbuch überſchrieben und deutet
an, daß der Gelehrte es in einigen ſchönen Sommertagen ſchrieb,
wie es aus ſeinem Innern kam. Ihm war Platon der Aufgang
des Sinnes, aus dem wir immer noch den Adel des Geiſtes
ſchöpfen und in deſſen Schriften wir die Welt der überzeitlichen
Werte erkennen. Was Platon ſeinen Zeitgenoſſen kündete, gilt
heute noch und wird immer Geltung haben: Der Menſch kommt
in uns erſt dann zur Mündigkeit, wenn wir uns, abſeits der
zweckgebundenen Zeit, allem Schönen, Guten und Wahren
zu=
wenden; wir ſpüren das Göttliche in uns erſt dann, wenn unſer
Ich der Idee ſich beugt; und unſere Liebe erwacht erſt im Lichte
wahrhaften Schauens zu innerem, tatfrohen Leben.
Wilamowitz lehrte aber nicht allein die Lehren der antiken
Philoſophen, er lebte auch in ihren unvergänglichen Worten, er
ſuchte gleich ihnen die geruhige Harmonie des Erdendaſeins, wie
er in einer ſeiner Reden betont: „Die Harmonie und ewige
Geſetzmäßigkeit in der Natur des Alls und die Forderung an den
Menſchen, ſich ſelbſt auf dieſe Harmonie zu ſtimmen, das ſind
Erkentniſſe, ſind Wahrheiten, die nicht verhallen; ſie lehren uns
zugleich, was wir ſind und was wir ſollen.‟ Dieſe Worte treffen
ſeine Weſensart, Forſcher und Menſch ſind ihm eins, „beide
unterworfen dem Geſetz bedingungsloſer Pflichterfüllung im
großen wie im kleinen. „Denn auch das Kleine”, ſagte einmal
Profeſſor Eduard Norden, „hat er nie unter ſeiner Würde
er=
achtet: oft genug ſahen wir ihn aus dem Wuſte ungeordneten
Materials Steinchen ſammeln, um die Fundamente ſeiner
Bau=
ten zu feſtigen, Buchſtaben prüfen, um an ihnen die Sicherheit
ſeines Phantaſiefluges zu kontrollieren.”
Raſtloſe und erfolggeſegnete Arbeit war ſein
dreiundachtzig=
jähriges Leben. Erinnerung und Dank werden ihm bewahren
die Generationen der trotz aller Sachlichkeit, trotz aller
Mechani=
ſierung nicht ausſterbenden Bewunderer der alten, ewigjungen
Blüte Griechenlands.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Berlin: Der nichtbeamtete a. o. Profeſſor für germaniſche Philologie
Dr. Hans Friedrich Rofenfeld hat für das Winterſemeſter 1931=
1932 neuerlich einen Ruf an die ſchwediſche Univerſität Abo (Finnland)
erhalten.
Dresden: An den Folgen eines Schlaganfalles iſt in Dresden der
Ordinarius für anorganiſche und Elektrochemie an der Techniſchen
Hoch=
ſchule, Geheimer Hofrat Profeſſor Dr. Fritz Förſter, plötzlich
ge=
ſtorben.
Tübingen: Der Ordinarius für Rechtswiſſenſchaften an der rechts=
und wirtſchaftswiſſenſchaftlichen Fakultät, Geheimer Juſtizrat Profeſſor
Dr. Arthur Benno Schmidt, wird mit Ablauf des Monats
Septem=
ber 1931 infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruheſtand treten.
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 3
Kulveroromanig fwediehefſtcenSenenben
Sicherung der Haushalte von Gemeinden und Körperſchafken des öffenklichen Rechts.— Die Sparmaßnahmen
des Landes werden anf die Gemeinden ausgedehnk. — Reviſion der Beamkeneinſtufung.
Im Falle von Beſoldungsſtreitigkeiten, die beim
Inkrafttreten der Notverordnung bei den Schiedsgerichten oder
Eingriffe in das Selbſtverwalkungsrecht
den Verwaltungsgerichten anhängig ſind, geht die Entſcheidung
* Nun iſt auch für die heſſiſchen Gemeinden, die erwartete
Notverordnung gekommen, die eigentliche Ueberraſchungen nach
den Maßnahmen der Nachbarländer Preußen und Bayern nicht
enthält, die aber doch von tief einſchneidenden Wirkungen ſowohl
in das Selbſtverwaltungsrecht der Kommunen, wie auch in den
Haushalt des einzelnen Gemeindebeamten und Angeſtellten
be=
gleitet ſein wird. Denn: die „Verordnung zur Sicherung der
Haushalte von Gemeinden, Gemeindeverbänden und ſonſtigen
Körperſchaften des öffentlichen Rechtes vom 25. September 1931‟
überträgt
die für das Land Heſſen bereits angeordneten
Sparmaß=
nahmen auch auf die Gemeinden und Gemeindeverbände,
die Provinzen, Kreiſe, Zweckverbände, die öffentlichen
Spar=
kaſſen, die öffentlich=rechtlichen Berufsvertretungen, ſowie
die ſonſtigen Körperſchaften des öffentlichen Rechtes.
Die Gemeindebeamten und Bürgermeiſter erfahren alſo dieſelbe
Gehaltskürzung wie die Staatsbeamten (Verheiratete mit Kind
5 Prozent, kinderlos Verheiratete 8 Prozent, Ledige 10 Prozent;
bei allen Bezügen Freigrenze von 1500 RM.). Desgleichen
ent=
hält die Notverordnung auch die einjährige
Aufrückungs=
ſperre, weiter die Ermächtigung an die Gemeinden, in
der=
ſelben Weiſe wie das Land die Bezüge von Beamten und
An=
geſtellten poſtnumerando zu zahlen, ſowie die
Ueber=
nahme der Beſtimmungen über die Anrechnung
neben=
amtlicher Bezüge für Beamten und Ruhegehaltsempfänger.
Die Kürzungsbeſtimmungen für die Bezüge erſtrecken ſich auch auf
die Angeſtellten, mit Ausnahme der Betriebsangeſtellten,
deren Bezüge in einem einheitlichen Tarifvertrag mit den
An=
geſtellten privater Betriebe geregelt ſind.
Die Aufſichtsbehörden (Kreisämter) erhalten die
Be=
rechtigung und Verpflichtung, alle Maßnahmen zum
Ausgleich der Haushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände
zu treffen. Wenn dieſer weitgehende Eingriff in die
Selbſtver=
waltung erfolgt iſt, ſo geſchah dies, wie der Miniſter des Innern
geſtern vor der Preſſe ausdrücklich betonte, auf Grund der
Forde=
rung durch die Reichsverordnung vom 5. Juni 1931. In den
Städten mit mehr als 8000 Einwohnern erhalten auch die
Bürgermeiſter die Ermächtigung zur Vornahme aller
Spar=
maßnahmen, die ſich auch auf die Einführung der Bier= und
Bürgerſteuer, ſowie der Getränkeſteuer erſtreckt. Nach dem neuen
Rechtszuſtand kann der Bürgermeiſter dieſe Maßnahmen ohne
Beſchluß des Gemeinderats (Stadtrats) treffen.
Perſonal=
verträge können zur Durchführung der Sparmaßnahmen mit
halbmonatiger Friſt von den Kreisämtern und den Bürgermeiſtern
gekündigt werden, ſoweit es ſich nicht um Tarifverträge handelt.
Dies gilt auch für gemiſchtwirtſchaftliche
Unterneh=
mungen mit überwiegend kommunalem Einfluß.
Der zweite Abſchnitt der Verordnung enthält die ſogenannten
„Angleichungsvorſchriften”. Nach der
Reichsverord=
nung dürfen die
Dienſtbezüge der Beamten und Angeſtellten nicht
gün=
ſtiger geregelt ſein als diejenigen der Staatsbeamten.
Die Notverordnung bringt nun für Heſſen die zur Durchführung
dieſer Vorſchrift notwendigen Beſtimmungen mit der Maßgabe,
daß ſie auch auf Bürgermeiſter und Beigeordnete Anwendung
finden. Der Miniſter des Innern wird ermächtigt,
Richt=
linien über die Höhe der Dienſtbezüge aufzuſtellen.
Die Richtlinien, die noch in Vorbereitung ſind, ſollen ſich
zunächſt auf die Dienſtbezüge der Bürgermeiſter und Beigeordneten
erſtrecken. Im weſentlichen wird ſich Heſſen dem Vorgehen der
anderen größeren Länder anſchließen. — Die Angleichung,
die bis zum 1. November durchgeführt werden muß,
erfolgt durch die Aufſichtsbehörden (Kreisämter). In den
größe=
ren Städten iſt zunächſt auch der Bürgermeiſter zuſtändig, der
über das Ergebnis ſeiner Prüfung binnen eines Monats dem
Kreisamt zu berichten hat. Der Miniſter ſprach die Erwartung
aus, daß ein Eingreifen der Aufſichtsbehörden dann wohl nicht
mehr notwendig ſein dürfte. Sofern die Gehaltsfeſtſetzungen von
den Aufſichtsbehörden vorgenommen werden, kann dagegen das
Landesſchiedsgericht bei dem Verwaltungsgerichtshof, das im
Gemeindebeamtengeſetz geſchaffen wurde, angerufen werden. Die
Entſcheidung des Landesſchiedsgerichts iſt endgültig.
auf die Kreisämter über, die bei der allgemeinen Nachprüfung
auch die ſtreitigen Gehälter feſtſetzen werden.
Abgeſehen von den allgemeinen Gehaltskürzungen ſollen durch
die Angleichung die Dienſtbezüge der Gemeindebeamten,
Bürger=
meiſter uſw. nicht um mehr als 10 Prozent geſenkt werden. Ergibt
ſich trotzdem ein höherer Prozentſatz, ſo ſoll zur Vermeidung
von Härten der über 10 Prozent hinausgehende Betrag über
einen längeren Zeitraum (bis 1. November 1933) verteilt werden.
Die Notverordnung bezieht ſich nur auf die Beamten und
An=
geſtellten. Wie bekannt, fanden und finden zurzeit noch
Verhand=
lungen ſtatt über eine Reduzierung der Löhne der
Gemeinde=
arbeiter bzw. einzelner Gruppen von Angeſtellten, ſo daß auch von
dieſer Seite her die Etats der Kommunen eine Entlaſtung
er=
warten dürfen.
20 Millionen Oefizit der heſſ. Gemeinden
Unker den Laſten der Wohlfahrtsfürſorge drohen die Gemeinden zuſammenzubrechen. — 25-Millionen=
Bedarf für 1931. — Viele Gemeinden bereits zahlungsunſähig. — Belaſtung über Reichsdurchſchnitl.
Schnelle Reichshilfe nolwendig!
Die nachſtehenden Zahlen zeigen mit erſchreckender
Deut=
lichkeit, wie ſchlimm die Verhältniſſe in den meiſten heſſiſchen
Kommunen liegen. Sie zeigen aber auch, mag die Finanzpolitik
in den einzelnen Gemeinden nicht immer „die beſte” geweſen ſein,
daß die dauernde Belaſtung aus der Wohlfahrtsfürſorge alles
zu erdrücken droht.
Die Geſamtbelaſtung mit
Wohlfahrtserwerbs=
loſen betrug
am 31. Dezember 1930.
„ 31. Januar 1931
28. Februar 1931 . .
31. Juli ſchon . . . . . „ 28000
und ſteigt leider dauernd weiter an. Eine Beſſerung der
Wirt=
ſchaftslage iſt für den Winter nicht zu erwarten. Weitere Kräfte
werden feiern müſſen und gehen in die Arbeitsloſenverſicherung.
Gleichzeitig ſcheiden aber die Ausgeſteuerten aus der
Verſiche=
rung und belaſten die Gemeindekaſſen. Am 31. Dezember 1930
betrug z. B. die Zahl der von der
Arbeitsloſenver=
ſicherung betreuten Erwerbsloſen rund 48000, am
28. Februar 1931: 54 000, ſank bis 31. Juli auf 25 000.
Im Durchſchnitt ſind für 1931 mindeſtens 25 000
Wohlfahrts=
erwerbsloſe zu betreuen (eine Ziffer, die weit über dem
Reichs=
durchſchnitt liegt!), während zu Beginn des Jahres mit einer
Durchſchnittszahl von nur 21 000 gerechnet wurde.
rund 21 500
24000
25 000
Der Finanzaufwand
für die Erwerbsloſen beziffert ſich im Jahre 1931 auf mindeſtens
20 Millionen, denen noch ein Gemeindebeitrag zur
Kriſen=
fürſorge von mindeſtens 4 Millionen zuzurechnen iſt.
Die Fürſorgelaſten von 24 Millionen ergeben eine
Be=
laſtung pro Kopf der Bevölkerung von über 18 RM.!
Die Belaſtung verteilt ſich nicht gleichmäßig über das Land. Die
Städte und die Arbeiterwohngemeinden um die
Induſtriebe=
zirke ſind weit über Durchſchnitt belaſtet.
Am 1. Juli betrug der Reichsdurchſchnitt 17,6
Wohlfahrts=
erwerbsloſe auf 1000 Einwohner, in Heſſen waren es
da=
gegen 19, in einzelnen Landgemeinden über 40 und in
Offenbach 80 11
die höchſte Belaſtung einer deutſchen Kommune überhaupt.
Gleichzeitig werden die Finanzen der Kommunen durch die
inzwiſchen ganz erheblich geſtiegenen Zinſen für Kredite
und Anleihen (teilweiſe bis zu 20 Prozent Zins) ausgehöhlt,
während die Einnahmen immer langſamer fließen. Die
heſſi=
ſchen Gemeinden erleiden einen
30 prozentigen Rückgang ihrer Reichsſteuerüberweiſungen.
1930 betrug die Gemeindemaſſe noch rund 17,5 Mill., jetzt nur
noch ca. 12,5 Millionen. Infolge der geſunkenen Kaufkraft der
Bevölkerung ſind die Ueberſchüſſe aus den Gas= Elektrizitäts=
und Waſſerwerken, aus dem Straßenbahnbetrieb, ſtark im Sinken,
ſo daß die Einnahmeanſätze auch hier nicht eingehalten werden
können. Durch die letzten Beſoldungskürzungen auf Grund der
Reichsnotverordnung und durch eigne Einſparungen bei den
Sach= und Perſonalausgaben konnten ſich die Kommunen einige
Erleichterungen verſchaffen, dennoch verzeichnen die meiſten
Ge=
meindehaushalte Fehlbeträge.
Das Defizit der heſſiſchen Gemeinden wird auf 20 Mill.
veranſchlagt, und es ſpringt ſofort ins Auge, daß dies der
Betrag iſt, der für die Wohlfahrtsfürſorge aufzubringen iſt.
Niemand wird glauben, daß durch die Einſparungen auf Grund
der geſtrigen Notverordnung nun die heſſiſchen Gemeinden ihren
Fehlbetrag mit einem Federſtrich beſeitigen können. Die
Ein=
ſparungen laſſen ſich jetzt noch nicht abſchätzen. Viele Gemeinden
zahlen heute ſchon keine Wohlfahrtsbezüge mehr aus. In
zahl=
reichen Landgemeinden ſind ſeit Monaten die Gehälter der
Bür=
germeiſter und Angeſtellten rückſtändig, werden nur tropfenweiſe
ausgezahlt. Aus dem Ausgleichsſtock, der nur gering dotiert iſt,
konnten bisher Zuſammenbrüche einzelner Gemeinden verhindert
werden.
Länder und Gemeinden vermögen von ſich aus die
notwen=
dige Sanierung nicht herzuſtellen. Dies iſt die vordringliche
Aufgabe der Reichsregierung. Hoffentlich ſind ausreichende und
raſch wirkende Hilfsmaßnahmen in ihrem angekündigten
Winter=
programm enthalten. Sonſt ſtehen die Gemeinden vor der
Ge=
fahr, daß ihre Finanzen in einem allgemeinen Zuſammenbruch
enden. Dieſe Gefahr gilt es raſch und für immer zu bannen.
Das Völkerbundsſekrekariak kennk keine Nok.
Genf, 25. September.
Innerhalb der zahlreichen Beamtenſchaft des
Völkerbunds=
ſekretariats haben ſich in den letzten Tagen ſchwere Kämpfe
ab=
geſpielt, deren Ausgang zu einer ernſten Schädigung des
An=
ſehens und der Stellung der Beamtenſchaft des Völkerbundes
ge=
führt hat. In den Verhandlungen des Heushaltsausſchuſſes war
übereinſtimmend von ſämtlichen
Regierungsvertre=
tern in dringender Form ſchärfſte
Einſchrän=
kung der geſamten Ausgaben des Völkerbundes
gefordert worden. Da eine rechtliche Handhabe
hier=
für nicht vorlag, war der Direktion ein derartiger
Schritt nahegelegt worden. Es wurde daher
übereinſtim=
mend in allen Delegiertenkreiſen damit gerechnet, daß der
Generalſekretär des Völkerbundes allgemeinen Wünſchen
der Völkerbundsverſammlung Rechnung tragend, und als erſter
freiwilligaufeinen Teil ſeiner hohen
Repräſen=
tationsſpeſen verzichten würde, um der
Beam=
tenſchaft ein gutes Beiſpiel zu geben. Das
ſteuer=
freie Jahresgehalt des Generalſekretärs beträgt gegenwärtig
190 000 Goldfranken. Der Generalſekretär ließ jedoch
wiſſen, daß er nicht die Abſicht habe, auch nur
aufden geringſten Teil ſeiner Einkünfte zu
ver=
zichten. In einer bewegten Verſammlung der
Beamten=
ſchaft wurde darauf mit 414 gegen 402 Stimmen
beſchloſ=
ſen, keinerlei auch noch ſo geringe Herabſetzung
der Gehälter zuzulaſſen.
Dieſer Beſchluß hat in den Delegiertenkreiſen einen
außer=
ordentlich ungünſtigen Eindruck gemacht, beſonders da bekannt
ge=
worden iſt, daß die geſamte franzöſiſche Beamtenſchaft mit dem
franzöſiſchen ſtellvertretenden Generalſekretär Avenol an der
Spitze, die Parole gegen jede Einſchränkung der
Gehälter ausgegeben und gegen die vorgeſchlagene
Herab=
ſetzung geſtimmt hatte. Dagegen hat die geſamte deutſche
Be=
amtenſchaft geſchloſſen für die freiwillige Einſchränkung der
Ge=
halter geſtimmt. Ein großer Teil der Beamtenſchaft des
Sekreta=
riats hat nunmehr beſchloſſen, freiwillig und unabhängig von der
Haltung des Generalſekretärs von ſich aus auf einen Teil ihrer
Einkünfte zu verzichten.
Humperdind.
Zu ſeinem zehnten Todestag am 27. September.
Von Hans Walther.
In dem vielgewundenen Tal der Sieg, das den
Weſter=
wald vom bergiſchen Land trennt und die Verbindungsſtraße
zwiſchen dem reich bevölkerten Sauerland und dem Rhein iſt,
liegt im Schatten der uralten Abtei Michaelisberg das rührige
Städtchen Siegburg, wo Engelbert Humperdinck am 1.
Septem=
ber 1854 geboren wurde. Damals fuhr man noch mit der
Poſt=
kutſche durch das ſtille Tal, und als die erſte Eiſenbahn dort
gebaut wurde, abſolvierte Humperdinck das Kölner
Konſer=
vatorium, von wo er im Jahre 1887 an das Konſervatorium
nach Barcelona und drei Jahre ſpäter nach Frankfurt am Main
berufen wurde. Zwiſchendurch machte er mehrere
Konzert=
reiſen und war ein oft und gern geſehener Gaſt in Bayreuth.
Auch er ſtand, wie wohl die meiſten Komponiſten dieſer Zeit,
mehr oder weniger unter dem übermächtigen Eindruck Richard
Wagners, des „Zauberers aus dem Hauſe Wahnfried”, Wagner
ſchätzte den jungen Gaſt aus dem „romantiſchen Rheintal”, aber
wenn dieſer ihm von ſeinen Eddaſtoffen erzählte, meinte er:
„Ihr müßt etwas Anderes machen als ich!” Humperdinck
be=
herzigte dieſen Rat, vergaß aber auch nicht, daß ſein Meiſter in
einem „Siegfried” ſelbſt ein gut Stück auf dem Wege des
Mär=
chens gewandert war, dem nun ſeine Arbeit galt.
In ſeiner Jugend blühte das Märchen an allen Wegen, in
den verwitterten Ruinen Blankenburg und Windeck, in den
Fenſterhöhlen der Burg Herrenſtein, die den Grafen von
Neſſel=
rode im Bröltal gehörte, flatterten verſchollene Sagen, und
Wanderburſchen oder fahrende Scholaren trugen das Volkslied
durch die Lande. In den ſieben Bergen, die wenige Stunden
hinter ſeinem Heimatort lagen, begegnete ihm, wie er ſelbſt
ſpä=
ter einmal ſcherzend erzählte, Hänſel und Gretel leibhaftig. Ob
Humperdinck das hundert Jahre früher in Königsberg
aufge=
führte Singſpiel „Von Hänſel und Gretel” von Reichardt
ge=
kannt hat, weiß man nicht, jedenfalls wurde ſeine Märchenoper
ein Nieſenerfolg und blieb bis heute auf dem deutſchen
Spiel=
plan. Wohl kam Humperdinck von Wagner her, aber ſchon über
dieſem erſten großen Wurf liegt das helle Leuchten ſeines eigenen
Junern.
Auch der nächſte große Erfolg, die „Königskinder” verrät
noch hier und da, ſelbſt im Text von Ernſt Rosmer, Wagners
Einfluß. Eine Hexe hält ein Königskind als Gänſemagd
ge=
fangen. Ein Königsſohn wirbt um ſie vergebens, ein
Spiel=
mann entführt ſie, wird von den Spießbürgern von Hellabrunn
als Schweinehirt angeſtellt und dann mit der Gänſemagd, die
ſich im Stadttore ihr Krönlein aufzuſetzen wagte in den
Winter=
wald hinausgejagt, wo beide vor Hunger und Kälte ſterben; zu
ſpät kommen die Hellabrunner und bereiten den beiden ein
„Königsgrab”. Humperdincks einfühlſame Muſik folgt jeder
Wendung der Rede, vertieft hier das Dunkel und wirft dort noch
freudigeres Licht hinein; zu ſtärkſter Wirkung ſteigert ſich die
Schlußſzene des Stückes, die niemand vergißt, der ſie einmal
ge=
ſehen hat.
Weniger bekannt wurde Humperdincks Oper. Die
Marke=
tenderin”, die das rauhe, aber freie und kraftvolle
Soldaten=
leben ſchildert und manche Motive alter Landsknechtsweiſen
ver=
wendet. Ebenfalls vergeſſen ſcheint ſeine dreiaktige Komiſche
Oper „Die Heirat wider Willen” zu ſein, deren Text nach dem
Dumas’ſchen Luſtſpiel „Demoiselle de pere Saint Cyr” bearbeitet
wurde.
Dann kehrte Humperdinck wieder zur Spieloper zurück und
hatte mit ſeinem „Gaudeamus” freudigen Erfolg. „Hoch die
Jugend, Tod den Philiſtern!” ſteht als ſinnvolles Motto auf der
Partitur dieſes humorreichen Studentenſtückes, das mit einer
Fuchſentaufe beginnt, eine Entführung aus einem luſtigen
Mädchenpenſionat ſchildert und mit einer Studentenhochzeit
endet. Vor allem der dritte Akt, der vor der Krone in
Aßmanns=
hauſen ſpielt, iſt ein farbiges Bild des Volks= und
Studenten=
lebens aus den Tagen des Aufſchwungs der deutſchen
Burſchen=
ſchaften nach den Befreiungskriegen.
Die Oper „Gaudeamus” beſchließt das Hauptwerk
Humper=
dincks, das immer wieder vom deutſchen Volkslied inſpiriert
wurde: in „Hänſel und Gretel” war es das Kinderlied, in den
„Königskindern” das uralte Liebeslied, in der „Marketenderin”
das Soldatenlied und in „Gaudeamus” das Studentenlied, das
er im Gewande der Spieloper in das Volk trug, und darin liegt
nicht die geringſte Bedeutung ſeines Lebenswerkes, von dem er
ſich in ſeinen letzten Lebensjahren krankheitshalber zurückziehen
mußte.
Von des Komponiſten Lebensgewohnheiten erzählt ſeine
jüngſte Tochter Senta recht anſchaulich: „Mein Vater war, was
man von einem Künſtler ſo bald nicht erwartet, ein Menſch
von feſten Gewohnheiten und großer Ordnungsliebe. Davon
zeugt ein Tagebuch, das er vierzig Jahre lang mit größter
Ge=
nauigkeit geführt hat. In den kleinen Begebenheiten des
täg=
lichen Lebens prägte ſich ſeine Neigung zur Regelmäßigkeit
be=
ſonders ſtark aus. Sehr früh ſtand er auf und machte vor dem
Frühſtück einen Spaziergang . . . Regelmäßig — Sommer und
Winter — um ſechs Uhr abends ging er zum Dämmerſchoppen,
eine Gewohnheit, von der er auch auf ſeinen vielen Reiſen nicht
ließ . . . In der Geſtaltung ſeiner Umgebung, ſei es in Farben
oder Formen, Pflanzen oder Menſchen, ſchuf mein Vater die
gleiche Harmonie, von der ſein Weſen erfüllt war, und die in
ſeiner Muſik ihren vollkommenen Ausdruck gefunden hat.
Vor zehn Jahren, am 27. September, ſtarb Engelbert
Hum=
perdinck in Berlin, wo er ſeit 1901 an der Hochſchule für Muſik
tätig war; aber ſeine Märchenopern leben weiter, und manche
ſeiner für dieſe Bühnenwerke gedichteten und vertonten Lieder
ſind bereits Volkslieder geworden, der ſchönſte und ehrenvollſte
Lohn, der Humperdincks Weiſen zuteil werden konnte.
* Uraufführung im Bremer Schauſpielhaus.
Karl Lerbs: Deutſchland. Die Fahrt des U.=B. 116.
Von unſerem Bremer Mitarbeiter wird uns geſchrieben: Ein Stück,
das nicht durch eine machtvoll aufgebaute Handlung, nicht durch ſcharfe
Herausſtellung einzelner Perſönlichkeiten, ſondern einzig und allein
durch ſeine wahrhaft deutſche Ehrauffaſſung und politiſche Sauberkeit
ſeinen Erfolg machte. Lerbs ſtellt eine Handvoll kampferprobte,
pflicht=
bewußte Männer auf die Bühne, die im wilden Trubel der
Revolutiong=
tage alles im Stich laſſen und mit ihrem U=Boot gegen den Feind
fah=
ren. Gewiß, ſie ſterben den Wellentod und halten den zermalmenden
Gang des Geſchickes nicht auf, aber ſie zeigten dem Gegner im letzten
Augenblick noch einmal den ſtolzen Willen zur Freiheit, dem ein
ehr=
licher Tod willkommener iſt als ein Leben in Schande. — Des Stück hat
ſtarke Spannungen und riß die Zuſchauer zu ungeheurem Beifall hin,
der ſich erſt etwas legte, als der Autor ſich dem Hauſe zeigte. Das
Bre=
mer Schauſpielhaus und ſein Oberſpielleiter Wilhelm Chmelnitzt hatten
ſich ganz hervorragend für das Werk eingeſetzt und keinen kleinen Teil
zum guten Gelingen beigetragen. Von den Darſtellern ſind Siegfried
Nürnberger, Fritz Saalfeld und Robert Loſſen zu erwähnen.
Otto Neurath.
— Für das 15 000 Mk.=Novellenausſchreiben der Monatsſchrift „die
neue linie” haben Wilhelm von Scholz, Paul Fechter, Helene
v. Noſtiz, Alfons Paquet und Bruno E. Werner ehrenamtlich
das Preisgericht übernommen. Die Ausſchreibung erfolgt für das Jahr
1932 für die drei beſten deutſchen Gegenwarts=Novellen.
Nähere Bedingungen im Septemberheft der „neuen linie” (Beyer=
Ver=
lag, Leipzig).
Herunter mit dem Blutdruck. Die wirkſamſte Verhütung der
Arterien=
verkalkung und des Schlaganfalls. Von Dr. med. Friedr. Wolf.
Mit 17 Bildern auf Kunſtdrucktafeln. Preis 1,25 Mk. Süddeutſche
Verlagshaus G.m.b.H., Stuttgart, Birkenwaldſtr. 44.
Unter den großen Kulturleiden, an dem beſonders der Stadtmenſch
krankt und ſtirbt, nimmt heute die Arterienverkalkung und ihre
Folge=
erſcheinung — der Schlaganfall — mit den größten Raum ein. Die
Kopfarbeit, das Stubenſitzen, der ſtändige ſtarke Nervenverbrauch und
die Gehetztheit des Stadtlebens, vor allem auch zu viel Fleiſchgenuß und
ſteter Alkohol=Nikotinverbrauch ſind die Urheber dieſer ſo verbreiteten
lebensgefährlichen Krankheit. In dieſem Buche iſt dargelegt, wie man
durch rechtzeitiges und richtiges Verhalten dieſer gefährlichen Krankheit
des heutigen Kulturmenſchen vorbeugt, und auf naturgemäße Weiſe
beilen Iem
Seite 2
Samstag, den 26. September 1931
Nummer 267
der Rampf um die Kuftungspauſe.
Amerika unkerſtühk den ikalieniſchen Vorſchlag des
Rüſtungsſtillſtandes durch Berzichk auf Kreuzerbauken
Waſhington, 25. September.
Staatsſekretär Stimſon erklärte ſich grundſätzlich zur
Annahme des jetzt dem Völkerbund
vorliegen=
den italieniſchen Vorſchlags bereit, der einen
Rüſtungsſtillſtand vorſieht. Dieſer Rüſtungsſtillſtand würde einen
unzweifelhaft günſtigen Einfluß auf die kommende
Abrüſtungs=
konferenz haben. Zur praktiſchen Unterſtützung des Gedankens
ſei die amerikaniſche Regierung bereit, auf den ihr nach dem
„Londoner Flottenübereinkommen zuſtehenden Bau einiger
Kreu=
zer zu verzichten. Der Bau von elf Zerſtörern, für den kürzlich
Angebote angefordert wurden, wird jedoch als unumgänglich
be=
trachtet, da es ſich hierbei einerſeits um Erſatzbauten für veraltete
Fahrzeuge, andererſeits um eine Maßnahme gegen die große
Arbeitsloſigkeit handelt.
Bundeskanzler Bureſch
mahnk das öſterreichiſche Parlament.
Wien, 25. September.
Der Bundeskanzler erſtattete auf einer Tagung des
nieder=
öſterreichiſchen Landesbauernrates einen Bericht über die
poli=
tiſche Lage, in dem er u. a. ſagte: Vom Nationalrat werde ich am
30. September verlangen, daß meine Vorſchläge innerhalb 24
Stunden parlamentariſch erledigt werden. Ich drohe nicht mit
der Kabinettsfrage, wenn die Parteien mich aber ſtürzen wollen
und die Verantwortung auf ſich nehmen, 14 Tage vor der Fällig=
keit großer Auslandsverpflichtungen eine Regierungskriſe
herauf=
zubeſchwören, dann iſt das ihre Sache. Man darf nicht vergeſſen,
daß von anderer Seite ſchon darauf gewartet wird, daß das
Par=
lament verſagt. Es kommt jetzt nur darauf an: Biegen oder
brechen. Die Chriſtlich=Soziale Partei hat meine Vorſchläge
ge=
billigt, die anderen Parteien werden ſich zu entſcheiden haben,
ob ſie den Parlamentarismus aufrecht zu erhalten gedenken, oder
ob ſie die Veranlaſſung geben wollen, daß der Beſtand unſerer
Republik ſchwer gefährdet wird.”
Agrardebakke im Reichskag.
Vdz. Berlin, 25. September.
Wie wir erfahren, iſt mit einer Beratung der Agrarfragen
im Reichskabinett in den nächſten Wochen nicht zu rechnen. Von
Zollwünſchen wird zurzeit von den Organen der
Land=
wirtſchaft im weſentlichen nur die Erhöhung des
Butter=
zolls betrieben. Die Landvolkfraktion hat im Reichstag
bean=
tragt, das nachweisbar vorhandene Mißverhältnis zwiſchen dem
Index der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe und den übrigen
Indize auf Grund des Ermächtigungsgeſetzes vom 28. März
durch entſprechende Erhöhung des Butterzolls zu beſeitigen. Wir
glauben verſichern zu können, daß Miniſter Schiele für die
näch=
ſten Wochen nicht beabſichtigt, in dieſer Frage wieder eine
ſtär=
kere Aktivität zu entwickeln. Die Reichsregierung will, nachdem
jetzt der Antrag des Landvolkes vorliegt, dieſe Frage dem
Reichstag ſelbſt zur Entſcheidung überlaſſen. Unter dieſen
Um=
ſtänden iſt damit zu rechnen, daß neben der innen= und
außen=
politiſchen Debatte im Reichstag auch eine Ausſprache über
Agrarfragen ſtattfinden wird. Das Landvolk wird eine ſolche
Ausſprache verlangen und ſich dann dafür einſetzen, daß ſein
Antrag der Ausſchußberatung überwieſen wird. Der Antrag des
Landvolkes wiederholt nicht die alte Forderung einer
Ver=
doppelung des Butterzolls, ſondern beſchränkt ſich abſichtlich auf
das Verlangen, entſprechend dem Ermächtigungsgeſetz das
Miß=
verhältnis beim Index zu beſeitigen. Man glaubt, für dieſe
Forderung im Reichstag eine breitere Front ſchaffen zu können.
Auch ſcheint man beim Landvolk geneigt zu ſein, möglichſte
Zu=
rückhaltung zu üben und zurzeit weitere Zollforderungen nicht
zu erheben. Die maßgebenden Kreiſe des Landvolks ſind der
Auffaſſung, daß es augenblicklich nicht zweckmäßig wäre,
uner=
füllbare Forderungen zu ſtellen, und daß überhaupt mit
Zoll=
erhöhungen der Landwirtſchaft keine große Hilfe mehr gebracht
werden könne.
Wichtiger ſei zurzeit für die Landwirtſchaft der Schutz der
nationalen Arbeit durch eine entſprechende Handhabung der
Devi=
ſenbewirtſchaftung und eine Senkung der öffentlichen Laſten,
namentlich der zwangsläufigen Ausgaben. Ob es im Reichstag
ſelbſt über die Frage des Butterzolls noch zu einer endgültigen
Entſcheidung kommt, iſt allerdings ſehr zweifelhaft. Es iſt
mög=
lich, daß bis zu dem Zeitpunkt der Beendigung der
Ausſchuß=
verhandlungen über den Butterzoll das Reichstagsplenum ſchon
wieder vertagt iſt. In dieſem Falle würde es wieder Sache der
Reichsregierung ſein, auf Grund der Stellungnahme des
Aus=
ſchuſſes die Initiative zu entſprechenden Maßnahmen zu ergreifen.
Dieſe könnten ſowohl in einer Erhöhung des Butterzolles als
auch in einer entſprechenden Handhabung der
Deviſenbewirtſchaf=
tung beſtehen.
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
EElſe Grimm
Oipl.=Kfm. Albert Schaaf
Darmſtadt, 26. September 1931
Im Geißenſee 8
Ernſt=Ludwigsſtr. 20
(13810)
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen:
Philipp Leonhardt
Mila Leonhardt
geb. Röhrich
Darmſtadt
Gr. Ochſengaſſe 19
Gr. Ochſengaſſe 15
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 27. September, nachm.
3 Uhr in der Stadtkapelle.
Ihre Hermählung beehren ſich anzuzeigen
Chriſtian Schepp
Elſe Schepp
geb. Eitenmüller
Darmſtadt
Soderſtraße 19
Kirchl. Trauung Sonntag, 27. September, 2‟, Stadtkapelle
Todes=Anzeige.
Nach langem arbeitsreichen Leben iſt unſere
liebe Tante
Fräulein
Auguſte Lang
im 95. Lebensjahre in Frieden heimgegangen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie, Auguſte und Anna Lang.
Darmſiadt, 25. September 1931.
Pankratiusſtraße 43.
Beerdigung: Montag, den 28. September, vormittags
11.30 Uhr auf dem Friedhof an der Nied.=Ramſtädterſtr.
Todes=Anzeige.
Donnerstag, den 24. September hat es Gott
dem Allmächtigen gefallen, meinen lieben,
guten Mann, unſeren treuſorgenden Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder u. Onkel
Herrn
Meintſt Sccfer
Milchhändler
im 78. Lebensjahre nach langem, ſchwerem,
mit großer Geduld ertragenem Teiden zu ſich
in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabethe Schäfer, geb. Gerrmann
Kinder und Enkel.
Darmſiadt, den 25. September 1931.
Blumenthalſtr. 109.
Die Beerdigung findet am 28. September, nachmittags
3 Uhr, auf dem alten Friedhof (Nied.=Ramſtädterſtraße)
ſiatt.
Achenbach-Garagen
IV.75
ab Lager
WWellblech-, Stahl- und Betonbauten
jeder Art. Angeb. u. Prosp. kostenlos
Gebr. Achenbach, G. m. b. H., Weidenau/Sieg
Eisen- und Wellblechwerke, Posttach Nr. 167
Vertreter: W. Röper, Darmstadt, Orangerie-Allee 6. Tel. 290.
Erich Kohlberg
und Frau Käthi
geb. Chriſt
Vermählte
Grimma i. Sa. Darmſiadt
Schuchardſtr. 10
Trauung: Sonntag 14 Uhr in der
Schloßkirche.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe innigſiter W
Teilnahme bei dem uns ſoſchwer
betroffenen Verluſte, ſowie für
die vielen Kranzipenden und
Kranzniederlegungen ſagen wir
herzlichen Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Weiß
für die ſo troſtreichen Worte am
Grabe, ſowie Allen, die unſerem
lieben Entſchlafenen die letzte
Ehre erwieſen haben.
Die frauernd Hinterbliebenen:
Frau Kath. Stier Wwe.
und Kinder. 13 05
Die Nummer meines Fernsprech-
Anschlusses ist letzt
BoA3
Dr. Otto Kattlen
Rechtsan walt
Rheinstraße 15, I.
zurück:
Dr. A. Kennel
physikalisch-diaetetische
Behandlung.
Tagln
Achtung Autobesitzer!
Wer seinen Wagen gründlich und
billigst abgeschmiert haben und darau
warten will
benutae nur die Aulohebehühne
in der Groß-Garage Walther
Gratenstraße 6. (10196a
Besser gekleidet
und Sie sparen noch
Geld dabei
wenn Sie Ihre
Garde-
robe bei mir kauten.
Einige meiner neuen
Hauptpreise
türUeber-
gangsmäntel und
An-
züge jeder Art:
19.50, 24 50, 34.00.
43.00, 49.50, 57.00.
66.00!
13804
dd. Schmeck
Schneidermeister
Gr. Ochsengasse 26, im „Anker‟
Sohlafzimmer
außergewöhnlich ſchöne Modelle
konkurrenzlos billig.
Möbelhaus Menger
Bleichſtraße 17 (13848
255
Rabatt
auf einen Posten
Kinderwagen
u. Fahrräder
nur bei
B. Orio, Karlstr. 14/16
Größtes Fahrrad- und Kinderwagen-
Spezialhaus Darmstadts. (13838
3000.— Mk.
2192
erſparter Ladenmiete kommen meiner
Kundſchaft jährl. zugute Wollen auch Sie
dieſen Vorteil genießen, fo kommen Sie
bitte zu mir, ehe Sie ein Bild kaufen oder
einrahmen laſſen. In meinen Ausſtellungs=
Räumen finden Sie alles, vom einfachſter
Farbendruck bis zum beſten Oelgemälde
ganz beſ, preiswerte Wohn= und
Schlaf-
zimmerbilder Konkurrenzlos im Preis
Bilder=Känig. Alexanderſtr. 10
Winter=Obſt
alle Sorten Tafel=, Wirtſchafts= und
Kelterobſt billig! la gelbe Induſtrie=
Speiſe=Kartoffeln 2.60, Futter=
Kartoffeln 1.60 frei Keller!
Beſtel=
lungen und Proben
Alexanderſtr. 25, bei Mager.
TAPETENo
LINOLEUM
TEPPICHE
UUNGMANN NE
Statt beſonderer Anzeige.
Unſere gute Tante und liebe Freundin
Frau Anna Gros
geb. Falkenberg
iſt heute im 81. Lebensjahre nach ſchwerem Leiden
von uns gegangen.
Die Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 25. September 1931.
Die Beiſetzung findet Montag, den 28. September
um 2½ Uhr auf dem alten Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Etwaige Blumenſpenden bittet man am Friedhof
abzugeben.
Technische Lehranstalten
Offenbach a. M.
Kunstgewerbeschule
Höhere Bauschule
Maschinenbauschule
Der staatliche Direktor: Prol. Huso Eberhardt
Fordern Sie Drucksachen!
(VL 13802)
Geſucht gute Priv.=
Pflege f. jg. nerv. Mann bei
pünktl. Bezahlung.
Nähe Darmſtadt.
Ang. u. P. 125 Gſch.
Die neueſten
Mo=
delle in Filz ſind
ingetroffen. Alte
Da.- u. H. Hüke
werden hiernach
ta=
tadellos faſſoniert.
Preis 2.— ℳ.
Hutzentrale Wenzel
Eig. Fabrik
Darm=
ſtadt. Saalbauſtr.
Nr. 23, Telef. 4130.
(12373a)
1 Bechſtein=,
1
Blüthner=
ſehr gut erhalten
billigſt!
Piano-Berg
Hügelſtraße 32.
Telefon 126. (*mfs
Ot
Geb. jg. Dame ert.
gründl.
Nachhilfe=
u. Aufgabeſtunden i.
Deutſch. Franz. u.
Engliſch zu billigem
Preis. Angeb. unt.
P. 78 a. d. Gſchſt.
Verſetzung
Matur u ähnl. Ziele.
Gründl. Nachhilfe f.
Schüler aller Klaſſen
r. ſorgfält. Examens
vorbereitung
Repe=
titorien, uſw. in
Mathematik
Phyſik. Chemie
übern. Akademikerin
Dr. phil.); ebenſo.
doch nur für jüngere
Schüler, energiſche
Nachhilfe in (*eg
Franzöſiſch und
Engliſch.
Mäßige Preiſe, beſte
Empfehlungen; nach
weisbar gute Erfolge.
Näh. Fuchsſtr. 20, pt.
Musikschule Else Hochstälter
*ams) Schulstraße 15, 11.
Konzertpianistin, Mitgl. d. Reichsverb.
Deutscher Tonkünstier u. Musiklehrer.
Anfangsunterricht u. Ausbildung Im
Klavierspiei., Theorie, Ensemblespiel.
Mäß. Honorar, Unverb.Ausk. jederzeit
Wer lehrt i. kz. Zt.
Einheitskurzſchrift?
Angeb. m. Preis u.
P. 139 a. d. Gſchſt.*
1 ſchwz.=rote
Teckel=
hündin, 3 Mon. alt.
m. Stammb. billig
zu verk. b. Müller,
Mühlſtraße 5, II.
1,15 ſchwz. Minorka
Jahrgang 1930
2,16 ſchwarzſcheckige
Italiener (legereif)
Jahrgang 1931,
5,5 Silber=Sebright
Jahrgang 1931.
ſämtlich mit
Bun=
desring weg.
Zucht=
aufgabe preiswert
zu verkaufen. (13840
Spalt, Eberſtadt,
Rathenauſtraße 6.
Heimängerstauen
mit erſtklaſſigen und abſolut betriebsſicheren
„Sajag‟=Heißmangeln bewähren ſich überall
als dauernde Verdienſtquelle.
Fachmänniſche Beratung koſtenlos und
unverbindlich Weitgehende
Zahlungser=
leichterungen.
J. A. John A.=G. Erfurt
Wäſchereimaſchinen=Fabrik.
Vertreter: W. Bloch, Ingenieur.
Frankfurt=Heddernheim
a. d. Ringmauer 116, Fernſpr. 93662,
Ia Ueberrh. gelbfl. Kartoffeln
Ztr. 2.75 ℳ frei Keller. Val, Nöſinger
Soderſtr. 44. Tel. 4386. (ds
Besuchen Sie
Breitwiesers großes
Mébel-Lager
Es lehnt!
LUpWIGSRLATZ 8 (13567a
Möbelfabrik
Ober-Ramstadt
Nd-Ramstädterstraße 32 Telefon 111
Hnabeninstitat Lacius
Forsthaus b. Echzell (Oberh.) 24
Serta / Untersekunda / Cber-
Realschule u. Realgymnasium.
Gesunde Lage an
ausgedehn-
ten Waldungen. Prospekt
durch den Leiter Dr. Lucius
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 26 September 1931.
Wie weik reichk die Sorgfalkspflicht hieſichklich
elekkriſcher Anlagen?
Das Reichsgericht hat vor kurzem (11. 7. 31 — TX 138/31 —)
eine intereſſante Entſcheidung gefällt. Ein Anſtreicher, der das
Abfallrohr einer Dachrinne ſtreichen ſollte, kam mit dem blanken
Draht der ſogenannten Hausanſchlußleitung des
Elektrizitäts=
werks in Berührung und ſtürzte tot von der Leiter. In dem ſich
anſchließenden Schadenserſatzprozeß der Hinterbliebenen gegen das
Elektrizitätswerk hatte das Oberlandesgericht zwar ein
weſent=
liches Verſchulden des Anſtreichers feſtgeſtellt, das
Elektrizitäts=
werk aber doch zum Teil verurteilt. Das Reichsgericht hat dieſe
Entſcheidung aufgehoben und die Klage in vollem Umfange
abge=
wieſen. Das Elektriz/ätswerk habe die Vorſchriften des
Ver=
bandes Deutſcher Elektrotechniker eingehalten, dieſe ſeien als eine
überparteiliche Bearbeitung der auf dem Gebiet der Elektrizität
geltenden Regeln der Technik anzuſehen. Wer ſie beachte, habe
daher in der Regel die ihm obliegende Verkehrsſorgfaltspflicht
erfüllt.
Daraus iſt umgekehrt zu entnehmen, daß derjenige, der die
V.D.E.=Beſtimmungen außer acht läßt, dem Vorwurf der
Fahr=
läſſigkeit ausgeſetzt iſt. Dabei wird der Laie, dem die V.D.E.=
Vorſchriften nicht bekannt ſein können, allen Erforderniſſen der
Sorgfalt Genüge getan haben, wenn er die Herſtellung ſeiner
An=
lage einem anerkannten Fachmann (Elektrizitätswerk oder
zuge=
laſſenen Inſtallatur) überträgt; die Beſchäftigung von
ſogenann=
ten Schwarzarbeitern iſt dagegen nicht unbedenklich und kann als
Fahrläſſigkeit angerechnet werden, wenn etwas mit der Anlage
paſſiert. Zur Sorgfaltspflicht jedes einzelnen gehört aber auch
die unverzügliche Beſeitigung offenſichtlicher Mängel der Anlagen,
wie z. B. defekter Schalterdoſen, Leitungsſchnüren mit defekter
Iſolation u. ä.
— Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen. Erledigt ſind:
eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule
in Mainflingen, Kreis Offenbach a M. (Dienſtwohnung iſt
vorhanden und ſofort beziehbar); eine Lehrerſtelle für einen
evan=
geliſchen Lehrer an der Volksſchule in Sellnrod. Kreis
Schot=
ten (Dienſtwohnung vorhanden und frei). Ernannt wurde: am
21. September 1931: der Gendarmeriehauptwachtmeiſter Paul
Lutze zu Herbſtein zum Gendarmeriemeiſter mit Wirkung vom
1. Oktober 1931.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: am Sonntag
um 11 und 11.30 Uhr vormittags und an den Wochentagen um
11 und 13,30 Uhr vormittags und 3 und 3,30 Uhr nachmittags.
Die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans
Holbein d. Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt
werden.
— Kunſthalle am Rheintor. Wenn am vergangenen Sonntag
der Eintrittspreis auf die Hälfte ermäßigt war, um auch weniger
bemittelten Kreiſen den Eintritt zu ermöglichen, ſo hatte dieſe
Maßnahme einen guten Erfolg. Der Beſuch der derzeitigen
inter=
eſſanten Ausſtellung der Intereſſengemeinſchaft (Sezeſſion und
Darmſtädter Gruppe) war ein beſonders lebhafter. Aus dieſem
Grunde ſoll die gleiche Vergünſtigung auch für kommenden
Sonn=
tag, den 27. d. M., gelten, ſo daß auch an dieſem Tag der Eintritt
ſtatt 1 Mark nur 50 Pfennig koſtet.
— Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt täglich zur
Beſichtigung geöffnet von 10 bis 12.30 Uhr und von 3 bis 6 Uhr.
V.D. Der Vorſtand des Verſchönerungsvereins unternimmt
am Samstag nachmittag einen Beſichtigungsgang durch den
Darm=
ſtädter Waldteil zwiſchen Böllenfalltor, Herrgottsberg,
Linden=
berg und Ludwigshöhe. Der Verein hat in dieſer Gegend mehrere
neue Bänke und den Tempel auf dem Lindenberg einer
gründ=
lichen Reparatur unterziehen laſſen. Der Gang ſoll Anregung zu
weiteren Vorſchlägen und Wünſchen geben, und es iſt deshalb auch
die Teilnahme von Mitgliedern, die an den Beſtrebungen des
Vereins Intereſſe haben und Zeitopfer bringen wollen, erwünſcht.
Abmarſch 2,30 Uhr am Böllenfalltor, am Schluß Kaffeeraſt auf
der Ludwigshöhe.
Die Städtiſchen Maſchinenbauſchulen Darmſtadt
veranſtal=
ten eine Ausſtellung der Arbeiten, die von den am
Ende des laufenden Sommerhalbjahres zur Entlaſſung
kommen=
den Abſolventen während ihres Beſuchs der Anſtalt angefertigt
wurden. Die Ausſtellung iſt im Schulgebäude Landgraf=Philipp=
Anlage 6 am Samstag, den 26. und Sonntag, den 27. September,
von 9—17 Uhr, geöffnet. Der Zutritt iſt frei. Die Schule ladet
alle Intereſſenten und Freunde der Anſtalt zur Beſichtigung der
Ausſtellung ein.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Samstag, 26 Sept. 20—22½ Uhr. Werbevorſtellung der Darm=ſtädter Vo ksbühne. Martha. Kein Kartenverkauf. Sonntag, 27. Sept. 191—2214 Uhr. K 1. Bühnenvolksbund.
Der Tronbadour. Preiſe 1—8 Mk. Dienstag, 29. Sept. 19½—221 Uhr. B 3. Die Natten
Preiſe 0.70—5,60 Mk. 19½—22 Uhr. H11. Bühnenvolksbund.
Mittwoch, 30. Sept. Tiefland. Preiſe 0.70—5.60. Donnerstag, 1. Okt. 19½—23½ Uhr. Außer Miete. Tannhäuſer.
Preiſe 0.80—6 40. Freitag, 2. Okt. 19½—22½ Uhr. D4. Die Ratten.
Preſe 0.70—5.60. 20—221 Uhr. Gl. Darmſt. Volksbühne.
Samstag, 3. Okt. Die verkaufte Braut. Preiſe 0.70—5,60 Mk. Sonntag, 4. Okt. 19½——22 Uhr. Außer Miete. Vorſtellung zu Ein=
heitspreiſen. Die drei Musketiere, 0.50—4.— Kleines Haus. Samstag, 26. Sept. 20, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete V11.
Marguerite: 3. Preiſe 1—5 Mk. 20. Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete 1I1.
Sonntag, 27. Sept. Marguerite: 3. Preiſe 0.70—5 Mk. Dienstag, 29. Sept. 20—22½ Uhr. Zuſatzmiete 1 1. Ariadne anf
Naxos. Preiſe 0.70—5.00 Mk. Lieder=Abend Beter
20, Ende gegen 21½.
Mittwoch, 30. Sept. Schäfer. Preiſe 1, 2, 3 Mk. Donnerstag, 1. Okt. 20, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete III 1.
Marguerite; 3. Preiſe 0.60—4.50 Mk. Freitag, 2. Okt. 191——2214 Uhr. Außer Miete. Vorſtellung zu
halb. Pr. Zar und Zimmermann. 0.40—2.40. Samstag, 3. Okt.
20, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete V.1.
Mar uerite: 3. Preiſe 0.60—4 50 Mk.
Sonntag, 4 Okt
11—1314 Uhr, Zum Welt=Tierſchutztag
Morgenfeier.
15 Uhr Außer Miete. Anläßlich des Welt=
Tierſchutztags. Sturm im Waſſerglas. Vor=
ſtellung zu Einheitspreiſen. Preiſe 0.40—2 Mk.
19—21½ Uhr. E geplagter Familienvatter.
Preiſe 0 40—2 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird das Kleine
Haus des Heſſ. Landestheaters mit dem Luſtſpiel von Schwierfert
„Marguerite ; 3” eröffnet. Im Großen Haus findet eine
Werbevorſtellung der Darmſtädter Volksbühne Martha”,
komiſche Oper von Flotow, ſtatt. Kein Kartenverkauf — Am
Sonntag, den 27. September, wird im Großen Haus Verdis Oper
„Der Troubadour” in der Inſzenierung Rabenalt=Reinking
und unter der muſikaliſchen Leitung von Karl Maria Zwißler
wieder aufgenommen. Es ſingen die Damen: Anny von Stoſch
(Leonore) Martha Liebel (Azucena) und Sanny Heilmann
(Ines); die Herren Johannes Draht (Graf Luna), Dr. Heinrich
Allmeroth (Manrico), Theodor Heydorn (Ferrando) und Eugen
Vogt (Ruiz).
Vor der Sanierung der Volksbank
Die außerordenkliche Generalverſammlung ſtimmk einer Erhöhung der Geſchäftsankeile auf 1000 RM. zu.
Wahl und Beſtäkigung des neuen Aufſichtsraks. — Oeffnung der Bankſchalter in greifbare Nähe gerück.
Wiederkehr des Verkrauens.
Mit überwältigender Mehrheit haben ſich die Mitglieder der
Darmſtädter Volksbank entſchloſſen, die Bank zu ſanieren und den
Vorſchlägen der neuen Leitung beizutreten. Die Mitglieder haben
mit ihrer Zuſtimmung zur Erhöhung des Geſchäftsanteils um 500
auf 1000 RM. ein großes Opfer gebracht, das ſehr vielen ſicher
nicht leicht gefallen iſt, aber in Erkenntnis der Zwangslage, in
der man ſich befand, hingenommen wurde. Das poſitive
Reſultat der Abſtimmung drückt nicht nur den Willen aus, die
Volksbank unter allen Umſtänden einer Sanierung
entgegenzufüh=
ren, ſondern beweiſt darüber hinaus das Vertrauen, das man in
die geue Leitung und den von der Verſammlung beſtätigten
Auf=
ſichtsrat ſetzt. Nunmehr werden die Gläubiger, denen
bekannt=
lich ein Nachlaß von 15 Prozent und ein Verzicht auf die
auto=
matiſch ſich erhöhende Haftſumme der Mitglieder — nur unter
die=
ſer Bedingung wurde der Anteilserhöhung zugeſtimmt — von
der Leitung vorgeſchlagen wurde, durch ihre Entſchließung über
das endgültige Schickſal der Bank zu befinden haben. Im Falle
einer Zuſtimmung würde der Wiedereröffnung der Bankſchalter
nichts im Wege ſtehen. — Der geſtrigen Generalverſammlung
muß teſtiert werden, daß ſie mit Ernſt und Würde ſachliche und
objektive Arbeit leiſtete. Möge der Erfolg nicht ausbleiben!
Die zweite außerordentliche Generalverſammlung, die für
geſtern abend einberufen war, hatte wiederum eine ſo ſtarke
Be=
teiligung, daß der große Saal des Städtiſchen Saalbaus überfüllt
war. Die Verſammlung leitete der Aufſichtsrats=Vorſitzende
Neu=
ſchäffer, der nach Begrüßung der Verſammlung die
ordnungs=
mäßige Einberufung der Generalverſammlung feſtſtellte. Nach
Bekanntgabe der Stimmzähler und Schriftführerin erſtattete er den
Bericht des Aufſichtsraks
der von der letzten Gläubigerverſammlung ſeinen Ausgang nahm
und wobei der dort vorgetragene und in der Einladung
im Druck vorgelegte Vorſchlag zur Kenntnis gebracht wurde. Der
Vorſitzende betonte nochmals, daß zwar keine Einigung in der
damaligen Gläubigerverſammlung erzielt werden konnte, daß aber
der Wille beſtand, zu einer Sanierung zu kommen und einen
Konkurs zu vermeiden. Es komme der Tendenz des Geſetzes
ge=
mäß vor allem auf Befriedigung der Gläubiger an, es müſſe aber
ein Entgegenkommen der Gläubiger und der Genoſſen erwartet
werden. Im einzelnen ſprach der Vorſitzende dann den vorläufigen
Status der Volksbank per 24. 8 1931 durch, nach dem eine
Ueber=
ſchuldung von 2,7 Millionen feſtgeſtellt wurde. Unter allen
Um=
ſtänden müſſe die Verſchuldung beſeitigt werden. Er unterſtrich,
daß der Gläubigerausſchuß eine Ueberſchuldung von 2,1 Millionen
feſtgeſtellt habe. Eine präziſe Klarheit, welche Höhe die
Ueber=
ſchuldung tatſächlich habe könne nur dann erreicht werden, wenn
durch eine Klage gegen die Schuldner dieſe Klarheit erreicht ſei.
Eine ſolche Klage gehe aber in der derzeitigen Lage der
Genoſſen=
ſchaft nicht an. Jedenfalls habe der Aufſichtsrat mit aller
Ge=
wiſſenhaftigkeit den Status feſtgeſtellt, den der Reviſionsverband
beſtätigt habe. Zum Verſchwinden dieſer Ueberſchuldung ſei ein
Verzicht auf die bereits gezahlten Geſchäftsguthaben und eine
Abſchreibung der Reſerven in Höhe von rund 1 Million nötig.
Der Reſtverluſt von 750 000 Mark könnte nach Anſicht des
Auf=
ſichtsrats durch 15prozentigen Nachlaß der Gläubiger die eine
Summe von 5,8 Millionen repräſentierten getilgt werden. Neue
Betriebsmittel für Weiterführung der Bank ſollten durch
Er=
höhung des Geſchäftsanteils von 500 auf 1000 Mark geſchaffen
werden. Die Gläubiger mögen auf die automatiſch ſich erhöhende
Haftſumme verzichten. Nur im Zuſammenwirken beider Teile —
Gläubiger und Genoſſen — könne die Sanierung durchgeführt
werden. Bereits heute müſſe, um die Sache zu fördern, Beſchluß
über die Erhöhung der Geſchäftsanteile gefaßt werden. Andere
bis jetzt vorgebrachte Vorſchläge könnten einen Konkurs nicht
ver=
meiden. Es beſtehe die Abſicht, daß die Haftpflicht nach Sanierung
der Bank wieder von 1000 auf 500 Mark herabgeſetzt werde. Er
bitte die Genoſſen, der Erhöhung des Genoſſenſchaftsbeitrags
unter den bekannten Einſchränkungen (daß die erhöhte Haftſumme
nicht wirkſam werde) zuzuſtimmen. Nur ſo könne die Bilanz
be=
reinigt, die Volksbank ſaniert werden. Die geſamten Regreßrechte
gegen den alten Vorſtand und Aufſichtsrat ſeien mit Abſicht hier
aus=
geſchaltet, da die Klarſtellung dieſer Regreßverpflichtungen lange
Zeit beanſpruchten. Er betone aber, daß dieſe Fragen mit aller
Energie durchgeführt würden.
Auf Antrag wird zunächſt
der neue Aufſichlsrak
gewählt. Der in der geſtrigen Generalverſammlung gewählte
Auf=
ſichtsrat ſetzte ſich aus folgenden Herren zuſammen: 1. Goerlitz,
Adolf. Direktor (999 Stimmen); 2. Hartmann, Gg. Hch.,
Zim=
mermeiſter (940); 3. Hinkel, Georg, Dipl.=Ing (1006); 4. Kiefer,
Philipp, Oberm. der Friſeur=Innung (1011); 5. Lang, Theodor,
Bau=Ing. Vorſ. Elektr. Geſellſch (871); 6 Mund Friedr. Vorſ
der Gaſtwirte=Innung (1006); 7. Neuſchäffer, Karl Rechtsanwalt
(1024); 8 Schneider, Eduard, Oberrechnungsrat (1020); 9 Spatz,
Jean, Metzgermeiſter (988): 10. Stegmüller, Ernſt. Fabrikant
(1006); 11. Weber, Frdr., Bäckermeiſter (999); 12. Welz. Arthur,
Kaufmann (995).
Während der Zählung wurde in der Tagesordnung
fortge=
fahren, und zwar wurde über die
Deckung des Berluſtes und Stakukenänderung
gleichzeitig verhandelt. Rechtsanwalt Neuſchäffer führte
interi=
miſtiſch die Verhandlung weiter. Die vorgeſchlagene
Statuten=
änderung zu 8 17 Abſ. 1. die eine Vermehrung des Aufſichtsrats
um 3 Herren vorſah, wurde zurückgezogen. In der Ausſprache
wurde von Oberregierungsrat Dr. Stroh ein neuer Vorſchlag
unterbreitet dahingehend, daß 1. die Geſchäftsguthaben mit 988 000
Mark, 2, die noch nicht eingezogene Geſchäftsmiete in Höhe von
157 000 Mark, 3. die Reſerven in Höhe von 966 000 Mark und die
Summe von zirka 980 000 Mark aus einem 17prozentigen Nachlaß
zur Deckung der Schulden verwandt würden. Es verblieben noch
400 000 Mark Betriebskapital. Die alte Volksbank möge
ver=
ſchwinden und an ihre Stelle eine Aktiengeſellſchaft unter dem
Namen Mittelſtandsbank A.=G. treten. Der Redner
er=
läuterte dann einen Plan der Neugründung einer A.G. —
Direk=
tor Griebel hält ein Vergleichsverfahren nicht für notwendig.
Ein Vergleich würde zirka 150 000 Mark koſten. Dieſe Koſten
könne man ſparen. Dagegen könne man die Sanierung
durch=
führen ohne Erhöhung der Geſchäftsanteile und Haftung durch
Abtretung der eingezahlten Geſchäftsanteile, durch Abſchreibung
der noch rückſtändigen Geſchäftsanteilſumme. Für einbringlich
halte er 45 000 Mk. durch Abſchreibung der Reſerven und
ſchließ=
lich durch freiwillige Uebernahme eines
Verluſt=
deckungsbeitrags in Höhe von 200 Mark, der evtl
ſpäter wieder zurückgeſtellt werden könne. Den Gläubigern ſei
eine Stillhaltung vorzuſchlagen, ihre Forderungen könnten 100 befriedigt werden, eine ratenweiſe Rückzahlung könne
ſtattfinden und eine Verzinſung nach dem Reichsbankdiskont
min=
deſtens aber zu 6 Prozent erfolgen. Neue Betriebsmittel könne
man aus Kreditkündigungen hereinbringen. Das Weſentlichſte ſei,
eine baldige Schalteröffnung der Bank. Ein Vorſchlag, der eine
Schuldſumme von 2,4 Millionen als Mittel zugrunde lege, ſei
getragen von dem Intereſſe für Gläubiger und Genoſſen, ohne
Verluſt für die Gläubiger, ohne zu ſchwere Opfer für die Genoſſen.
In der weiteren Ausſprache wurde u. a. nochmals
eindring=
lich auf die ſchweren Folgen eines Konkurſes hingewieſen. Ein
Vergleichsverfahren müſſe vermieden werden, aber dem Vorſchlag
des Vorredners könne nicht zugeſtimmt werden.
Dr. Lang als Vertreter des Deutſchen
Genoſſenſchaftsver=
bandes, der zur Beratung der Verſammlung an den
Verhandlun=
gen teilnahm, unterſtrich, daß ſelbſtverſtändlich das Vertrauen
ver=
loren ſei, wenn eine phyſiſche Perſon in Schwierigkeiten gerate.
Aber eine Genoſſenſchaft mit einem neuen Kopf könne durchaus
wieder Vertrauen finden. Es beſtehe alſo lediglich die Frage:
Wolle man in Anbetracht der beſtehenden Schuldſumme die
Ge=
noſſenſchaft erhalten oder in Konkurs geraten laſſen? Ihm
ſcheine der Wille der Erhaltung vorzuherrſchen. Eine
Aktien=
geſellſchaftsgründung ſtatt der Genoſſenſchaft komme nicht in
Frage. Die Abſchreibungen der Genoſſenſchaftsanteile und der
Zwang der Realiſierung der Haftſumme ſtehe feſt. Aktienkapital
für eine neue Aktiengeſellſchaft in genügender Höhe für eine
Kreditbaſis würde ſicher nicht zuſammenkommen. Eine
Aktien=
geſellſchaft für einen gewerblichen Mittelſtand könne nicht
dis=
kutiert werden. Zu dem Vorſchlag des Herrn Direktors Griebel
müſſe er bemerken, daß bei dem Vorſchlag ſich alle Mitglieder
freiwillig zur Zahlung der 200 Mark verſtehen müßten. Eine
ſolche Sanierung mit 200 Mark pro Anteil wäre keine Sanierung.
denn es bliebe kein Pfennig Betriebskapital und
Kreditunter=
lage, auf der man aufbauen könne. Es bleibe alſo nur übrig,
den Anteil in Höhe des eingezahlten Anteils zu erhöhen. Weiter
wäre nach Vorſchlag des Herrn Direktors Griebel außer den 200
Mark noch die Haftſumme in Höhe von 500 Mark zu bezahlen
Nach Vorſchlag der Leitung und des Genoſſenſchaftsverbandes ſoll
keine neue Gefahr heraufbeſchworen werden, dagegen könne die
Sanierung durchgeführt werden. Eine automatiſch ſich erhöhende
Haftſumme müſſe eben durch die Verpflichtung der Gläubiger,
dieſe Summe nicht in Anſpruch zu nehmen, ausgeſchaltet werden.
Neue Gläubiger könnten allerdings die Haftſumme in Anſpruch
nehmen, aber ein ſolcher Fall ſei wohl ausgeſchloſſen. Er könne
ſagen, daß noch keine Genoſſenſchaft, ſofern ſie nicht mit
unzuläng=
lichen Mitteln ſaniert wurde, nach ihrer Sanierung in Konkurs
geraten ſei. Und hier wolle man ja eine Sanierung mit durchaus
zulänglichen Mitteln. Er beantrage alſo, daß die Genoſſen einer
Sanierung mit Erhöhung der Genoſſenſchaftsanteile unter der
dargelegten Einſchränkung zuſtimmen. Die Genoſſen befänden
ſich leider in einer Zwangslage, das ſei die Sanierung oder
Kon=
kurs. Im erſten Falle bringe man mit der mobiliſierten
Haft=
ſumme, die nicht verloren ſei, ſondern im Guthaben weiter
be=
ſtehe, eine Sanierung der Bank zuſtande. — Auf Anfrage, ob eine
geringere Erhöhung des Anteils und der Haftſumme möglich ſei,
betonte der Vertreter des Genoſſenſchaftsverbandes, daß nur eine
Erhöhung um 500 Mark erfolgen könne, um Sicherheit für
Sanie=
rung und Fortführung der Bank gewährleiſten zu können. Wenn
der Vergleich durchgeführt ſei, könne man ja den Geſchäftsanteil
wieder auf 500 Mark zurückſchrauben.
Nach Schluß der Debatte wurde über folgende Vorſchläge
ab=
geſtimmt:
1. Zur Deckung des Verluſtes von 2 700 000 RM. ſollen die
Ge=
ſchäftsguthaben nach dem Stande vom 31. Dezember 1931 und
die Reſerven in voller Höhe abgeſchrieben werden.
2. Der Geſchäftsanteil jedes Genoſſen wird auf 1000 RM.
feſt=
geſetzt. Auf den Geſchäftsanteil ſind 500 RM. ſofort nach
dem Inkraftreten dieſer Beſtimmung, bei neueintretenden
Genoſſen ſofort, nachdem ſie rechtswirkſame Mitglieder
ge=
worden ſind, zu zahlen. Auf den Reſtbetrag ſind am Ende
des folgenden Kalendermonats 30 RM. und in jedem
weite=
ren Kalendermonat 30 RM. zu entrichten. Bis zur
Errei=
chung des Betrages von 1000 RM. wird der auf das
Ge=
ſchäftsguthaben fallende Anteil am Reingewinn
zurückbehal=
ten und dem Geſchäftsguthaben zugeſchrieben.
3. Die Haftſumme wird auf 1000 RM. feſtgeſetzt.
4. Dem Vorſtand wird es zur Pflicht gemacht, die unter 2.
be=
zeichnete Satzungsänderung erſt dann zum
Genoſſenſchafts=
regiſter anzumelden, wenn in dem beantragten
Vergleichsver=
fahren ein Vergleich angenommen und rechtskräftig beſtätigt
iſt, der die Bank fortbeſtehen läßt und ausdrücklich feſtlegt,
daß für den Fall eines ſpäter etwa eintretenden Konkurſes
der Genoſſenſchaft die Mitglieder der Genoſſenſchaft wegen
der Forderungen der am Vergleichsverfahren beteiligten
Gläubiger aus der Haftſumme nicht in Anſpruch genommen
werden dürfen und die am Vergleichsverfahren beteiligten
Gläubiger mit ihren Forderungen im Konkursfalle gegenüber
den anderen Gläubigern mit der Maßgabe zurücktreten, daß
die ganze vorhandene Konkursmaſſe zur Befriedigung dieſer
anderen Gläubiger vorab verwandt werden muß. Zur
Ueber=
wachung ſoll, ſolange die Vergleichsgläubiger noch eine
For=
derung beſitzen, der vom Gericht beſtellte Gläubiger=Ausſchuß
weiter amtieren. Er erhält die Befugniſſe, die in der
Kon=
kursordnung einem Gläubiger=Ausſchuß zuſtehen, insbeſondere
das Recht. Geſchäfte zu unterſagen, die danach unterbleiben
müſſen. Bei Vakanzen hat er ſich auf die volle Zahl ſelbſt zu
ergänzen. Die Mitglieder des Gläubiger=Ausſchuſſes haften
mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geſchäftsmannes.
Die Anträge wurden mit überwältigender
Stimmenmehrheit angenommen. Erſchienen waren
1024 Genoſſen, gegen die Vorſchläge der Verwaltung ſtimmten 71,
Stimmenthaltung übten 32, und für die Vorſchläge ſtimmten 921
Genoſſen. Das Reſultat, durch das die Sanierung der
Volksbank beſchloſſen iſt, wurde durch lebhaften Beifall
aufgenommen. — Es wurde dann über die
Neufeſtſehung der Kredik=Höchftgrenze
debattiert. Die Verwaltung der Bank ſchlug als Höchſtgrenze
50 000 Mark vor. Aus Reihen der Verſammlung wurde als
Höchſtgrenze 20 000 Mark gewünſcht. Es kam aber zum Ausdruck,
daß eine zu geringe Kredithöchſtgrenze der Bank nur ſchaden
könnte. Die Leitung betonte, vor allem müſſe die Kreditſicherheit
verſchärft werden. Der Aufſichtsratsvorſitzende ſchlug ſchließlich
eine Höchſtgrenze für Kredite von 30000 Mark vor.
Damit war die Verſammlung in ihrer großen Mehrheit
einver=
ſtanden. Nach Bekanntgabe des amtlichen Aufſichtsrats=
Wahl=
ergebniſſes wurde mit Dankesworten die Verſammlung geſchloſſen.
— Der Gläubigerausſchuß der Darmſtädter Volksbank fordert
dringend die Gläubiger auf die Zuſtimmungsformulare zur
Er=
öffnung des Vergleichsverfahrens zu unterzeichnen. Es wird auf
die Ausführungen in der heutigen Anzeige verwieſen.
— Erfolgreiche Darmſtädter Amateur=Photographen!
Wie=
derum erhielt ein Mitglied des hieſigen Vereins von Freunden
der Photographie, über deſſen erfolgreiches Wirken auf dem
Gebiete der Heimatphotographie wir erſt vor kurzem berichteten,
eine hohe Auszeichnung. Herrn Alfred Groß erkannte der Gau
Südweſtdeutſchland für die auf der Ausſtellung in Schwäbiſch=
Gmünd gezeigten Aufnahmen die Gau=Medaille zu, die höchſte
Auszeichnung, die der Gau zu verleihen hat. Dieſer erfreuliche
Erfolg iſt umſo höher zu bewerten, als Herr Groß zu den jüngeren
Mitgliedern des Vereins zählt, der es allerdings verſtanden hat,
ſich die im Verein gegebenen Anregungen mit beſonderem Eifer
zunutze zu machen.
— Volkshochſchule. Am Mittwoch, den 30. September. 20 Uhr,
ſingt Peter Schäfer im Kleinen Haus des Landestheaters
Lie=
der von Schumann, Wolf und Strauß. Am Flügel Profeſſor Dr.
Noack. Unſere Mitglieder erhalten Karten zum ermäßigten
Preis in unſerer Geſchäftsſtelle.
— Gasſchutzübung der Techniſchen Nothilfe. Am letzten
Sonn=
tag fand unter Leitung des Gruppen= und
Bereitſchaftstruppfüh=
rers eine Gasſchutzübung der Techniſchen Nothilfe bei der Firma
Merck ſtatt. Zunächſt gab Herr Branddirektor Herborn einen
aus=
führlichen theoretiſchen Unterricht, welcher ſehr viel Anerkennung
fand. Insbeſondere intereſſierten die ſämtlichen bis heute in
Ge=
brauch geweſenen Gasſchutzgeräte, welche ſchon ſeit 40 Jahren bei
der Firma Merck in Gebrauch waren. Gleichzeitig hatte ſich auch
der Landesbezirksleiter und deſſen Vertreter eingefunden, wobei
ſich erſterer lobend und dankend über den ausführlichen
Gasſchutz=
unterricht ausſprach. Im Anſchluß daran fand die praktiſche
Prü=
fung der Gasmasken im Gasraum ſtatt, woran ſich nochmals eine
Uebung mit Hinderniſſen in einem alten vergaſten unterirdiſchen
Transmiſſionsſchacht von etwa hundert Metern Länge anſchloß.
Die Nothelfer waren mit der Abſchlußprüfung ſichtlich zufrieden
und dankten nochmals dem Vertreter der Firma Merck. Herrn
Herborn, für die entgegenkommends Belebrung and Unterſtützung.
Reichskagung des Guſtav=Adolf=Bereins in Osnabrück
EPII. Es iſt verſtändlich, wenn die Forderung erhoben wird,
man ſolle in dieſer Notzeit Tagungen und Verſammlungen
mog=
lichſt einſchränken, und wenn gar manche Vereinigung von ihnen
Abſtand nimmt. Daß der Guſtav=Adolf=Verein trotzdem nicht auf
ſeine diesjährige Hauptverſammlung verzichtet hat, hat ſich durch
ihren Verlauf als richtig erwieſen. Sie kam dem Lande, das ihn
als Gaſt begrüßte, und der Guſtav=Adolf=Sache ſelbſt zugute.
Die Tagung fand in Osnabrück ſtatt. Bei den
Eröff=
nungsgottesdienſten waren die Kirchen überfüllt.
Generalſuper=
intendent D. Blau=Poſen. Kirchenpräſident D
Wehren=
pfennig aus der Tſchechoſlowakei, Biſchof D. Poelchau aus
Riga hielten die Feſtpredigten und wußten ſämtlich von
ſelbſt=
erlebten Nöten der Evangeliſchen im Ausland zu erzählen.
Eine Maſſenverſammlung von 20 000 Hörern lauſchte
den Worten des Pfarrers D. Niemöller=Elberfeld (über
Bibel und Bekenntnis) und des hannoverſchen Landesbiſchofs
D. Marahrens (über die Arbeit des Guſtav=Adolf=Vereins).
Zahlreiche Organiſationen brachten in den Begrüßungsworten
ihrer Vertreter zum Ausdruck, daß ſie die Arbeit des Guſtav=
Adolf=Vereins zu ſchätzen wiſſen. In dieſem Sinne ſprachen der
Oberbürgermeiſter von Osnabrück, die Vertreter des Auswärtigen
Amts, der Univerſität Münſter, des Vereins für das Deutſchtum
im Ausland, der evangeliſchen Kirchen in Schweden, Holland, der
Schweiz, Ungarn und der Tſchechoſlowakei. Prof. Dr. Paul=
Greifswald hielt einen wertvollen Vortrag über den Frieden von
Münſter und Osnabrück, der 1648 den 30jährigen Krieg beendete.
Erfreulich war, daß der Rechenſchaftsbericht eine
Steigerung der Einnahmen gegenüber dem Vorjahr verzeichnen
konnte. Allein die Lutheriſche und reformierte Landeskirche
Han=
novers und die Hauptvereine von Hannover, Oldenburg und
Oſt=
friesland brachten eine Ehrengabe von 74 500 RM. Die
Kinder=
gabe erbrachte 41 000 RM., das Frauenhilfswerk für Stanislau
in Polen 15 700 RM. Die Gaben werden meiſt zu rein
ſeelſorge=
riſchen Zwecken verwandt. So wird die Paſtorierung in Rußland
und in Siebenbürgen faſt ganz vom Guſtav=Adolf=Verein
getra=
gen. ebenſo wie die Ausbildung von 180 Diaſporaſtudenten. Aber
auch zum Bau von Kirchen und Schulen ſind Beträge vorgeſehen.
So erhält die heſſiſche Gemeinde Amöneburg bei Mainz zum Bau
ihrer Kirche 22 750 RM.
Nach alledem kann geſagt werden, daß die Hauptverſammlung
durchaus nicht überflüſſig war, ſondern ein beredtes Zeugnis
da=
von abgelegt hat, daß in der evangeliſchen Kirche noch gewaltige
Kräfte vorhanden ſind, die in enger Verbindung mit dem
Deutſch=
tum unendlichen Segen auf der ganzen Welt ſchaffen können.
EPH. In der rheinheſſiſchen Provinzhauptſtadt beging der
heſſiſche Kindergottesdienſtverband am vergangenen Sonntag ſeine
erhebend verlaufene Jahresverſammlung unter der Leitung des
Verbandsvorſitzenden, Pfarrer Glock aus Mainz. Aus ganz
Heſſen ſowie den benachbarten Städten Frankfurt, Darmſtadt und
Wiesbaden hatten ſich Kindergottesdienſthelfer
zuſammengefun=
den. Ein Feſtkindergottesdienſt am Vormittag, gehalten von
Pfarrer Lic. Lichtenſtein aus Berlin=Charlottenburg, vereinte die
Kindergottesdienſtbeſucher aus Alt=Mainz, etwa 1200 an der
Zahl. Poſaunen, Kinder= und Kirchenchöre waren zur Mitwirkung
herangezogen. Die Hauptverſammlung im Wartburgheim am
Nachmittag, der auch der Superintendent Oberkirchenrat
Zent=
graf in Mainz als Vertreter des Landeskirchenamtes beiwohnte,
brachte einen Vortrag des Feſtpredigers für die Mitarbeiter über
das Thema: „Dein Helferdienſt‟ Die Abendverſammlung war
der Ausſprache der Kindergottesdienſtleiter gewidmet. Die
Neu=
wahl in den Ausſchuß des Verbandes ergeben deſſen Ergänzung
durch Fräulein von Stein=Darmſtadt, Schweſter Dreyer=
Schwabsburg, Stadtmiſſionsinſpektor Brinkmann=Darmſtadt,
Fräulein Engelmann=Offenbach, Lehrer Heß=Mainz und
Pfarrer Lic. Ruhland=Hirſchhorn. Beteiligung und Verlauf
der Tagung beſtätigten von neuem den Willen und die
Freudig=
keit der evangeliſchen Kirche zur Mitarbeit bei dem in dem
Wirr=
warr der Gegenwart ſo wichtigen Dienſt am Gemüt und der Seele
unſerer Kinder.
In den Tagen vom Samstag, den 26 bis Montag, den
28. September findet in Darmſtadt die Hauptkonferenz des
Chriſt=
lichen Gemeinſchaftsbundes „Rhein=Main=Gau” ſtatt. Dieſe
Ver=
anſtaltung, die alle Jahr abgehalten wird, und deren Konferenzort
ſtandig wechſelt, iſt eine Zuſammenkunft zur Pflege des chriſtlichen
Gemeinſchaftslebens im heſſiſchen Rhein=Main=Gau=Bezirk. In
dieſem Jahre hat Darmſtadt den Vorzug, die Zuſammenkunft hier
zu haben und ergeht an alle Mitglieder und Freunde der
chriſt=
lichen Gemeinſchaftsarbeit herzliche Einladung. Konferenzredner:
Herr Pfarrer Simſa=Bad=Nauheim: Herr Pfarrer
Eßlin=
ger=Auerbach; Herr Pfarrer Blümler=Dalheim; Herr
Stadt=
miſſionsinſpektor Bringmann=Darmſtadt: Herr Prediger
Stahl=Worms; Herr Prediger Spörel=Mainz; Herr
Pre=
diger Neuber=Eberſtadt und andere.
Konferenz=Thema; „Der unerforſchliche Reichtum
Chriſti unſer bleibender Reichtum auch in der Zeit der
gegen=
wärtigen Not”. Samstag, den 26. September nachm. 3 Uhr: „Die
Frage der Geiſtesgaben nach der Schrift für die Gegenwart”,
Paſtor Simſa=Bad=Nauheim. Abends 8 Uhr:
Eröffnungsver=
ſammlung: „Wir beten in ſeinem Namen”. Inſpektor Bringmann
und Verbandsſekretär Stahl=Worms. Sonntag, früh 8,45 Uhr:
Gebetsverſammlung. Prediger Neuber. 10 Uhr: Gottesdienſt in
der Stadtkirche. Pfarrer Blümler=Dahlheim. Nachm. 3 Uhr:
„Wir ſind geborgen in ſeiner Gerechtigkeit”, Paſtor Simſa Abends
8 Uhr: „Wir arbeiten in der Kraft ſeines Sieges”. Inſpektor
Schöpwinkel und Verbandsſekretär Stahl, Montag, früh. 9 Uhr
Gebetsverſammlung. Prediger Spörel=Mainz. 10 Uhr: Wir
leben aus ſeiner Heiligung”, Pfarrer Eßlinger. Nachm. 3 Uhr:
„Wir warten auf ſeine Erlöſung”, Paſtor Simſa. Abends 8 Uhr
„Das Kommen des Herrn zur Entrückung ſeiner Gemeinde‟.
Ver=
bandsſekretär Stahl.
Außer dem Feſtgottesdienſt am Sonntag, früh 10 Uhr, finden
alle Verſammlungen in der Stadtmiſſion, Darmſtadt, Mühlſtr. 24,
ſtatt. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
— Guſtav=Adolf=Stiftung. Zu einer wohlgelungenen und gut
beſuchten Feier geſtaltete ſich das Jahresfeſt des Darmſtädter
Zweigvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung am vorigen Sonntag in
Gundernhauſen. Während vormittags Pfarrer Gebhardt. Bieber,
den Kindern in beſonderem Kindergottesdienſt die Bedrängniſſe
der heimiſchen Diaſpora in intereſſanten Bildern vor Augen ſtellte,
wies der gleiche Redner nachmittags im Feſtgottesdienſt als
Grund und Kern des chriſtlichen Lebens auf Grund des
Bibel=
wortes 1. Joh. 3/14 die dienende Hingabe in der brüderlichen
Liebe auf und wußte im Lichte dieſer Gedanken mit packenden
Worten die Guſtav=Adolf=Arbeit in der weiten Welt zu ſchildern.
Darbietungen des Poſaunenchors Gundernhauſen erhöhten die
Feierlichkeit der Stunde. So fanden die begeiſterten Worte des
Vorſitzenden, Pfarrer Vogel=Darmſtadt die von eigenen
Erleb=
niſſen in ſeiner früheren Gemeinde Bingen ausgingen und von
der haushälteriſchen Treue des Guſtav=Adolf=Dienſtes Zeugnis
ab=
legten, ein tiefes Echo in den Herzen der Zuhörer. Die
Nachver=
ſammlung, auch wieder in der Kirche gehalten, brachte zunächſt
Gruß und Segenswunſch des heſſiſchen Hauptvereins, dargeboten
durch das Mitglied Landgerichtsdirektor von Pfiſter. Nach dem
Rechenſchaftsbericht von Pfarrer Weiß führte ein Vortrag von
Pfarrer Knab=Guſtavsburg zu den deutſch=evangeliſchen
Volks=
ſplittern in Jugoſlawien, deren zähes Feſthalten an Evangelium
und Deutſchtum aus eignen Reiſeerlebniſſen geſchildert wurden.
Weitere Ausführungen über die Glaubenskämpfe in Rußland,
illuſtriert durch Briefe aus dem Elendsland, gaben einen
er=
ſchütternden Eindruck von dem Ringen um des Lebens höchſte
Güter. Die Feſtkollekten des Tages brachten über 70 Mark. In
einem Schluß= und Dankeswort des Ortsgeiſtlichen, Pfarrer
Schulz, klangen die Veranſtaltungen aus. Den Dienſt auf der
Orgel hatte in heimatlicher Verbundenheit mit der Feſtgemeinde
Muſikdirektor Stammler=Darmſtadt dankenswerter Weiſe
über=
nommen.
— Die Mannheimer Polizei entzieht den Radfahrern die Luft.
Mit dem frühen Eintritt der Dunkelheit mehren ſich auch wieder
die Fälle, daß die Polizei Radfahrer ohne Licht oder ohne
Rück=
licht anhalten muß. Die Mannheimer Polizei hat ſich entſchloſſen,
um dieſem Uebelſtand wirkſam zu begegnen, dieſen Radfahrern
einfach die Luft zu entziehen. Jeder Radfahrer, der ohne Licht
oder Rücklicht betroffen wird, wird die Polizei in Zukunft das
Ventil öffnen. die Luft ablaſſen und das Ventil beſchlagnahmen.
Am nächſten Tage kann der Radfahrer, der ſein Fahrzeug wohl
oder übel nach Hauſe ſchieben mußte, ſein Ventil auf der
Pglizei=
wache oder Gendarmerieſtatign abbolen.
Mükkerſchule des Alice=Bereins für Frauenbildung
und Erwerb.
In faſt allen größeren Städten iſt heute zur Schulung junger
oder werdender Mütter eine Einrichtung getroffen, die den Frauen
die große Aufgabe der Pflege und Wartung eines Neugeborenen
erleichtern hilft. Wie oft ſehen wir junge Mütter, die zitternd
vor Angſt beim erſten Bade ihres Kindes ſtehen, eine Erſcheinung,
die ein verantwortungsvoller Menſch wohl begreifen kann. Die
junge Mutter, die vielleicht noch nie ein ſo kleines Lebeweſen
auf dem Arm hielt, ſoll nun plötzlich das lebhaft ſtrampelnde
Kind mit einer Hand ſicher und gleichmäßig im Waſſer halten
und mit der anderen die Waſchungen vornehmen. Das iſt ſo leicht
und einfach, wenn man es einmal richtig geſehen und einmal
geübt hat. Welche Aufregungen erlebt der Arzt, wenn er
anläß=
lich einer hochfieberhaften Erkrankung des Säuglings Packungen,
oder Abkühlungsbäder oder Abgußbäder verordnet: mit Tränen
in den Augen und hilfeſuchendem Blick ſagt die Mutter, daß ſie
das nicht kann. Zugeſtanden; es werden auch in keinem anderen
Arbeitsgebiet ſo viele Aufgaben verlangt, die nie gelehrt und
gelernt worden ſind, als in der Säuglings= und Kleinkinderpflege.
Dieſes Nicht=gelernt=haben und doch vor die Aufgabe=geſtellt=werden
iſt es, was die meiſten unſerer Mütter ſo nervös und unſicher
macht. Ihre Aengſtlichkeit und Unſicherheit geht ungewollt auf
das Kind über. Wir ſehen immer wieder, daß die erſtgeborenen
Kinder aufgeregter, nervenſchwächer und ſchwerer erziehbar ſind
als die zweitgeborenen, die ruhiger und ſicherer durch das erſte
Lebensjahr geleitet werden, weil ihnen ſchon die Erfahrung
zu=
gute kommt. Wieviele Fragen tauchen bei der Pflege des
Säug=
lings im erſten Lebensjahre auf über Kleidung, Ernährung,
Ab=
härtung, Ertüchtigung des kleinen Menſchenkörpers u. ſ. f., die
alle in den Mütterſchulungskurſen erörtert und beſprochen
wer=
den. In anerkennender Weiſe hat auch hier der Alice=Verein für
Frauenbildung und Erwerb ſolche Kurſe eingerichtet, die jungen
Frauen, Bräuten und der reiferen weiblichen Jugend dringend zu
empfehlen ſind.
Wanderungen über den Schnellerks nach Lengfeld.
Fahrt mit der Odenwaldbahn und dem „Lieschen” nach
Nieder=Kainsbach. Zeichen — gelb. Durch den Ort, nach 20
Minuten Stierbach. Von der Straße links ab durch Feld und
Wald nach 1 Stunde Ruine Schnellerts (350 Meter. Ausſicht.)
Durch den Wald ab, wieder ſteigend nach 2 Stunden Böllſtein
(400 Meter.) Zeichen —rot in nördlicher Richtung zur Böllſteiner
Iel.P
aENé
...""?
Henigs:
*
oo. Mnuses
ONöcT
ANNELSBACH
PRit
FORSTEL
eEiRKERB
„B BGLL.STEiNA-
Höhe (416 Meter), die von Brensbach kommende Straße querend,
durch Wald und Feld über die Straße Höllerbach-Hummetroth
nach 3½ Stunden zur ausſichtsreichen Haſſenrother Höhe (366
Meter), Haſſenroth bleibt links, die „Hohe Straße” nach 5 Std.,
Weiler „Zipfen” (Gaſthaus). Von hier die Straße links ab nach
5½ Stunden Lengfeld (Kirche, Rathaus). Rückfahrt.
Maul= und Klauenſeuche. Unter dem Rinderbeſtand des
Landwirts Wilhelm Himmler, Darmſtadt, Pankratiusſtraße 28,
iſt die Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen. Das Seuchengehöft
wird zum Sperrbezirk und die Pankratius=, Fuhrmanns= und
Kaupſtraße zum Beobachtungsgebiet erklärt.
Aus den Parkeien.
— Große Anfrage der Deutſchen Volkspartei.
Die D.V.P. hat im Landtag folgende Große Anfrage eingebracht:
Im Frühjahr 1931 hat der Gemeinderat in Lampertheim,
das mit 12000 Einwohnern eine der größten Landgemeinden
Heſſens iſt, mit Mehrheit die Anſtellung eines
Berufs=
bürgermeiſters beſchloſſen. Die Ortsſatzung wurde nach
zu=
ſtimmender Begutachtung durch den Kreisausſchuß Anfang
Mai dem Miniſter des Innern zwecks Genehmigung vorgelegt.
Trotz wiederholter Erinnerungen, und trotzdem die Amtszeit des
bisherigen Bürgermeiſters am 22. Juni 1931 abgelaufen war,
wurde erſt Mitte September, alſo nach viereinhalb
Mo=
naten eine Entſcheidung getroffen, und zwar wurde
erſtaun=
licherweiſe die Genehmigung der Ortsſatzung
ver=
ſagt. Dabei konnte der Miniſter weder behaupten, daß für eine
Gemeinde von dieſer Größe ein Berufsbürgermeiſter unzweckmäßig
ſei, noch konnte er an den Einzelbeſtimmungen der Ortsſatzung
Ausſtellungen machen: als Grund führte er einzig die
Tatſache an, daß der Gemeinderatsbeſchluß nur
mit einer Stimme Mehrheit gefaßt worden ſei.
Da das Geſetz eine qualifizierte Mehrheit nicht vorſieht, iſt eine
ſolche Entſcheidung mit dem Geiſte der
Land=
gemeindeordnung nicht vereinbar; es iſt deshalb
durchaus begreiflich, daß in der Bevölkerung die Ueberzeugung
beſteht, daß lediglich parteipolitiſche Gründe für die
ge=
ſchilderte Behandlung der Angelegenheit maßgebend geweſen ſind.
Wir fragen an: 1. Iſt die Regierung bereit, in eine
ſofor=
tige Nachprüfung der Entſcheidung des Innenminiſters
ein=
zutreten?
2. Was gedenkt die Regierung, falls die erſte Frage verneint
wird, zu tun, um in der Arbeitergemeinde
Lampert=
heim, die beſonders ſchwer von Arbeitsloſigkeit
und den übrigen Folgen der Wirtſchaftskriſe
heimgeſucht iſt eine ordnungsgemäße Verwaltung durch
einen auf geſetzmäßige Weiſe gewählten Bürgermeiſter
ſicherzu=
ſtellen. gez. Kärcher, Dr. Keller, Dr. Niepoth und Fraktion.
Kleine Anfrage der Deutſchen Volkspartei.
Für den 12. und 13. September des Jahres hatte die
Kommu=
niſtiſche Partei zu einem „Roten Tag” nach Darmſtadt
aufge=
rufen. Nach dem Bericht der „Darmſtädter Zeitung” hatten ſich
zu einem öffentlichen Umzug etwa 3000 Männer, Frauen und
Kinder eingefunden. Trotzdem es von vornherein keinem
Zwei=
fel unterliegen konnte, daß dieſer Aufzug außerordentlich
aufrei=
zend wirken müßte und unter Umſtänden zu ſchweren
Ruheſtörun=
gen führen könnte, haben Regierung und Polizei der
Demonſtra=
tion der Kommuniſten keinerlei Hinderniſſe in den Weg gelegt,
während ſie wenige Tage vorher der Nationalſozialiſtiſchen
Deut=
ſchen Arbeiterpartei bei der Beerdigung ihres Gauleiters
Gemein=
der Umzugsbeſchränkungen auferlegt hatte, denen am 9.
Septem=
ber der Miniſter des Innern ein einſeitiges Uniformverbot
fol=
gen ließ.
Wir fragen an: Wie will die Regierung eine derart
willkür=
liche Handhabung der Polizeigewalt rechtfertigen, die auf eine
Bevorzugung der Kommuniſtiſchen Partei hinausläuft, trotzdem
einer ihrer Abgeordneten im Heſſiſchen Landtag noch in der
letz=
ten Tagung ausdrücklich erklärt hat, daß ſeine Partei den
Bürger=
krieg vorbereite? gez. Dr. Keller und Fraktion.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht prunkte dieſe Woche
mit belangloſen Verhandlungen, oft derart belanglos und
gering=
fügig, manchmal von vornherein ſo unbegründet — es erfolgten
denn auch oft genug Freiſprüche —, daß man ſich fragen mußte:
War es nötig, wegen derartiger Kleinigkeiten einen ſolchen
Appa=
rat in Bewegung zu ſetzen, iſt damit wirklich der Gerechtigkeit
Ge=
nüge getan? So war heute zum zweiten Male ein
Benshei=
mer Kaufmann vor dem Richtertiſch, weil er angeblich eine
falſche Vermögensaufſtellung gemacht haben ſollte und dadurch
bei einer Firma, mit der er ſchon jahrelang in beſtem
Einverneh=
men zuſammenarbeitete, einen Kredit von rund 1000 Mark erlangt
haben ſoll. Die Sache war vor Monaten bereits ſchon einmal
zur Verhandlung angeſetzt, wurde aber noch einmal vertagt zur
Ladung eines Buchſachverſtändigen, der in dem Vorgehen des
An=
geklagten kein Verſchulden erblicken konnte. Der Angeklagte
wurde freigeſprochen, die Koſten fielen der
Staatskaſſe zur Laſt
Des weiteren war ein Invalide beſchuldigt, als Vormund
eines etwas törichten Mädchens ſein Mündel um etwa 40 Mark
betrogen zu haben. Die Sache war wohl etwas zweifelhaft, doch
machte das Mädchen einen derartig unſicheren Eindruck — es
hatte auch ſchon früher vor dem Vormundſchaftsgericht
verſchie=
dentlich verkehrte Ausſagen gemacht —, daß das Gericht daraufhin
den Mann nicht verurteilen konnte und wollte und ihn
frei=
ſprach. Die Koſten fallen der Staatskaſſe zur Laſt.
Zum Schluß hatte ein Dieburger Zimmermann ſich
wegen Vergehens gegen die Verordnung des
Reichspräſidenten gegen politiſche
Ausſchrei=
tungen und wegen Aufforderung zum
Ungehor=
ſam gegen beſtehende Geſetze zu verantworten. Der
Mann, Kommuniſtenführer in Dieburg, hatte am 13. Juni einen
Werbeumzug durch Dieburg veranſtaltet, wobei ihm die zu
be=
gehenden Straßen genau von der Polizei vorgeſe rieben wurden.
Trotzdem benutzte er eine andere Straße und behauptet heute, in
dem ihm vorgeſchriebenen Weg ſei ein Fehler geweſen, denn
danach habe er zweimal eine Straße begehen müſſen, und das ſei
auch verboten geweſen. Weiter hatte er in der daran
anſchließen=
den Verſammlung gegen das Vorgehen der Gemeinde gewettert,
die von Leuten, die überhaupt keine Waſſerleitung in ihrer
Woh=
nung hatten, Waſſergeld forderte, und gegen die Bier= und
Bür=
gerſteuer. Zum Schluß forderte er die Leute auf. das Waſſergeld
und die Steuern nicht mehr zu bezählen. Er behauptet, damit
habe er lediglich die Bier= und Bürgerſteuer gemeint. Es falle
ihm nicht im Traume ein, die Leute zum Ungehorſam gegen
rechtsgültige Geſetze aufzufordern, aber die Verordnungen, die
Bierſteuer betreffend, ſei eben nicht rechtsgültig. Das Gericht
iſt der Anſicht, daß der Angeklagte im erſten Fall ſehr wohl die
Ungenauigkeit erkannt habe und, dieſe ausnutzend, abſichtlich einen
anderen Weg gegangen ſei. Der Fall mit dem Waſſergeld ſcheide
aus, da der Angeklagte tatſächlich der Meinung ſein konnte, die
Gemeinde gehe hier geſetzwidrig vor, da er von der Verordnung
des Kreisausſchuſſes, die beſagt, daß jeder Dieburger, in deſſen
Haus ſich ein Leitungsanſchluß befindet, egal, ob er ihn benutzt
oder nicht, Waſſergeld zahlen muß, wohl nichts gewußt habe. Im
zweiten Tall ſei der Angeklagte ſehr wohl in der Lage geweſen, zu
erkennen, daß eine Verordnung rechtsgültig ſein könne, wenn er
ſie perſönlich auch für verfaſſungswidrig halte. Es verurteilt den
Angeklagten demzufolge wegen des erſten Vergehens zu der
Mindeſtſtrafe von drei Monaten Gefängnis mit einer
dreijährigen Bewährungsfriſt, wegen des zweiten Vergehens zu
einer Geldſtrafe von 80 Mark, hilfsweiſe 16 Tage
Ge=
fängnis.
— Sportwettkämpfe des D.H.V. Die Turnergilden des Main=
Weſer=Gaues im Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verband
veranſtalten ihren diesjährigen Städtewettkampf am Sonntag,
dem 27. September, in Darmſtadt. Der Wettkampf wird als
Mannſchaftsfünfkampf (5X100=Meter=Staffel, Weitſprung,
Kugel=
ſtoßen, Keulenweitwurf und 3000=Meter= bzw. 2000=Meter=Lauf)
durchgeführt. Der Beginn iſt auf vormittags 8 Uhr angeſetzt.
An=
ſchließend an die leichtathletiſchen Wettkämpfe findet ein
Hand=
ballſpiel ſtatt. Die hieſigen Mitglieder des D.H.V. werden um
regen Beſuch der Veranſtaltung gebeten.
— Im Union=Theater ſtartet heute in Erſtaufführung nach
Berlin der Deutſche Metro=Goldwyn=Mayer=Tonfilm Menſchen
hinter Gittern‟. Dieſer Film zeigt das Leben der Sträflinge
in den amerikaniſchen Gefängniſſen und u. a. den Aufruhr von
dreitauſend Zuchthäuslern. Das unter der Regie von Paul Fejos
entſtandene Werk weiſt eine ſenſationelle Beſetzung auf:
Hein=
rich George, Guſtav Dießl. Egon von Jordan, Anton Pointner,
Dita Parlo, Paul Morgan, Wolfgang Zilzer und Karl
Ettlin=
ger wirken in dieſem Film mit, der eines der brennendſten
Gegen=
wartsprobleme zur Diskuſſion ſtellt. In Berlin lief der Film
wöchenlang vor ausverkauften Häuſern.
— Im Helia=Theater läuft nur noch bis Montag der deutſche
Tonfilm „Douaumont”, der die erbitterten Kämpfe um Verdun
behandelt. Ehemalige Verdunkämpfer, unter ihnen die
Erſtür=
mer von Douaumont, Hauptmann Haupt und Leutnant d. Reſ.
Radtke, wirken in dieſem Film perſönlich mit. Jugendliche ha en
Zutritt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute in Neuaufführung
Felix Breſſart in dem Lachſchlager, „Der Schrecken der Garniſon”,
mit Lucie Engliſch, Adele Sandrock, Albert Paulig, Curt
Veſper=
mann u. v. a. Dazu das gute Beiprogramm.
— Die beliebten Film=Morgenfeiern im Helia=Theater
be=
ginnen wieder. Ab Sonntag, den 27. September, bringt das Helia=
Theater an Sonntag=Vormittagen wieder laufend Kulturfilme
jeglicher Art. Als erſte dieswinterliche Veranſtaltung wird das
Filmwerk „Mit der bayeriſchen Zugſpitzbahn auf die Zugſpitze‟
vorgeführt. Zu dieſem äußerſt intereſſanten Kulturfilm haben
Jugendliche Zutritt. Karten im Vorverkauf an der Tageskaſſe.
— Zur Kirchweih in Nieder=Beerbach am 27 und 28.
Septem=
ber iſt ein verſtärkter Autobusverkehr ab Verkehrsbüro von der
Heſſ. Autobusverkehrsgeſellſchaft Darmſtadt eingerichtet. Fahrplan
ſiehe Anzeigenteil.
Wegen Vornahme von Ausbeſſerungsarbeiten der
elek=
triſchen Straßenbahn wird die Kirchſtraße von Schul= bis
Päda=
gogſtraße am 29. und 30. September 1931 für Fahrzeuge aller Art
geſperrt.
— Elektrola=Konzert. Wir verweiſen auf das am
26. und 27. d. M., abends 8 Uhr, in der Rheingauer Weinſtube,
Luiſenplatz 1, ſtattfindende „Große Elektrola=Konzert” bei freiem
Eintritt, veranſtaltet von der Firma Elektrola=Jäger,
Georgen=
ſtraße. (Siehe geſtrige Anzeige.)
— Johannesgemeinde. Wir weiſen auf die
muſika=
liſche Feierſtunde hin, die morgen Sonntag, den 27 September,
abends 8 Uhr, in unſerer Kirche ſtattfindet. Zum Vortrag
kom=
men Werke neuer Meiſter (Max Reger, H. K. Schmid. H.
Ka=
minſki und G Raphael) für Orgel, Violine, Bratſche und eine
Singſtimme (Sopran) Mitwirkende ſind: Fräulein Margarethe
Knöß, die Herren Karl Kauer und Auguſt Niebergall.
Der Eintritt iſt frei.
— Hotel und Reſtaurant Poſt am
Hauptbahn=
hof veranſtaltet heute, Samstag, und morgen, Sonntag,
Geſell=
ſchaftsabende mit Tanz. Die gemütlichen Abende im Hotel Poſt
ſeien freundlichſt in Erinnerung gebracht. Eintritt und Tanz frei.
— Im Datterich, Kiesſtraße 27 ſpielt ab heute eine
erſt=
klaſſige Attraktionskapelle innerhalb dieſer Tango=Harmonika=,
Saxophon=, Xylophon=Soliſten mitwirken und ſo für ein
reich=
haltig abwechſlungsreiches Unterhaltungskonzert Gewähr geben.
(Siehe Anzeige.)
Briefkaſten.
Irde Kuftage i die ſhtr Bemugtauittung beizufägen. Aenme Anfrogen weiden
nicht beantwortet. Die Deantwortung erfolgt odne Rechtsverbindſichteit
L. F. Der Inſtandſetzungszuſchlag, der zurzeit für laufende
Inſtandſetzungskoſten 17 Prozent, für große Inſtandſetzungskoſten
8 Prozent beträgt, iſt von dem Vermieter für die erforderlichen
laufenden Inſtandſetzungsarbeiten ſachgemäß zu verwenden.
Der Vermieter hat die Verwendung der Gelder nachzuweiſen. Der
Neuanſtrich des ganzen Treppenhauſes im Innern gilt nicht als
laufende Inſtandſetzungsarbeit. Ob die Gelder für laufende
nor=
wendige Inſtandſetzungsarbeiten ſachgemäß verwendet ſind oder
nicht, darüber hätte das Städtiſche Hochbauamt, das Sie
an=
gehen müßten, zu entſcheiden.
Tageskalender für Samstag, den 26. September 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr: „Martha”
— Kleines Haus 20 Uhr: „Marquerite” —Konzerte: Zur
Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
Herrngartenkaffee, Brauerei Schul, Hotel=Reſtaurant Poſt,
Café Ganßmann, Datterich. — Rheingauer Weinſtube,
20 Uhr: Großes Elektrola=Konzert —
Kinovorſtellun=
gen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Omt
und d
neue
heim
heim.
ve
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 7
Aus Heſſen.
30 Jahre Obſt= und Garkenbauverein Eberſtadk.
F. Der Obſt= und Gartenbauverein Eberſtadt blickt in dieſem
Jahre auf ſein 30jähriges Beſtehen zurück. Der Verein
hat während der drei Jahrzehnte ſeines Beſtehens eine für den
heimiſchen Obſt= und Gartenbau überaus nützliche Tätigkeit
ent=
faltet. Vornehmlich war dieſes auf dem Gebiete des
Obſt=
baues der Fall. Die vielfachen, gut gepflegten Obſtanlagen
unſerer Gemeinde legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Sie
verdanken ihm im weſentlichen ihr Daſein. Daneben wurde
jedoch auch die Gartenpflege und der Gemüſebau durch
die Tätigkeit des Vereins entſcheidend beeinflußt. Oeftere
wohl=
gelungene Ausſtellungen ließen deutlich die Ziele der
Vereins=
beſtrebungen erkennen, die durch belehrende Vorträge,
Vorfüh=
rungen in Verſammlungen und praktiſcher Tätigkeit (z. B.
ge=
meinſamer Bezug von Obſtbäumen und Sämereien gemeinſame
Beſpritzung der Obſtbäume zur Bekämpfung der Obſtſchädlinge
u. a. m.) zur Verwirklichung kamen. Daß dieſe unter der Aera
des derzeitigen Vereinsvorſitzenden Lehrer Pörtner beſonders
intenſiv geſtaltete Arbeit ſich als für unſere ganze Gemeinde
ſe=
gensreich ausgewirkt hat wird allgemein anerkannt. Aber auch
ein Stamm von rund 200 Mitgliedern, auf den der Vreein im
Laufe der Zeit angewachſen iſt, legt von der Stellung des Vereins
im örtlichen Vereinsleben Zeugnis ab. Die niedergehenden
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe der Nachkriegsjahre vermochten den
Be=
ſtand des Vereins nicht zu erſchüttern, was auch daraus
hervor=
geht, daß allein 55 Mitglieder dem Verein 25 Jahre oder länger
angehören. Von ihnen zählen ſogar 14 zu den Gründern des
Vereins. Ein ſchönes Zeichen, einem Verein ſo lange die Treue
zu bewahren. Daraus ſpricht aber auch nur zu deutlich die tiefe
Erkenntnis der Mitglieder von der Notwendigkeit eines
Zuſam=
menſchluſſes Es iſt verſtändlich, wenn der Verein beabſichtigt,
ſeine Jubilare anläßlich der Feier, die er aus Anlaß ſeines
30jährigen Beſtehens am Samstag, dem 3. Oktober, im Saale
„Zum Bergſträßer Hof” (Peter), abhalten wird, in
entſprechen=
der Weiſe zu ehren. Sie ſind für die jüngeren Mitglieder ein
leuchtendes Vorbild. Wenn die Feier in Anbetracht des Ernſtes
der gegenwärtigen Zeit in einfacher, ſchlichter Form geſchieht, ſo
entſpricht dies auch ganz dem Weſen des Vereins, deſſen
Tätig=
keit ſich nicht in breiteſter Oeffentlichkeit abſpielt, ſondern ſich in
der Hauptſache im Stillen auswirkt. Möge die uneigennützige
und fruchtbare Tätigkeit des Vereins am Tage der Feier durch
Anteilnahme weiter Kreiſe der Bevölkerung die gebührende
An=
erkennung finden.
F Eberſtadt, 25. Sept. Gemeindeabend. Am kommenden
Sonntag, 27. Sept., findet im Saale „Zum Bergſträßer Hof”
(Peter) ein Gemeindeabend, veranſtaltet von der evangeliſchen
Kirchengemeinde ſtatt. Aus dem uns vorliegenden Programm
glauben wir ſchließen zu dürfen, daß dank der Bereitwilligkeit
aller Mitwirkenden, zu denen neben dem Kirchenchor und der
Jugendgemeinde auch bekannte und bewährte Soliſten zählen,
allen Beſuchern der Veranſtaltung einige genußreiche Stunden
im Kreiſe Gleichgeſinnter bevorſtehen. Da ein Eintrittsgeld nicht
erhoben und der Andrang wieder wie in den Vorjahren ſehr
ſtark ſein wird, empfiehlt es ſich, ſchon recht frühzeitig zu
er=
ſcheinen. — „Gut Holz‟. Der hieſige Kegelklub „Kranz” errang
bei den Klubkämpfen um den „Konzelmann=Pokal” in
Darm=
ſtadt bei den Vorkämpfen unter 13 Klubs den 1. Sieg mit 2582
Holz. Er ſteht ſomit bis jetzt an führender Stelle — Neuer
Omnibusverkehr an der Bergſtraße Die Reichspoſt
und die Reichsbahn ſetzen gemeinſchaftlich ab 4. Oktober 1931 eine
neue Kraftlinie von Darmſtadt über Eberſtadt, Bickenbach.
See=
heim nach Jugenheim in Verkehr. Für die Bewohner von
See=
heim. Jugenheim, Alsbach und Zwingenberg wird ſich dadurch
vom gleichen Zeitpunkt ab Gelegenheit bieten, zu den Eil= und
Schnellzügen nach Bensheim befördert zu werden.
Cp. Hahn bei Pfungſtadt 25 Sept.
Gemeinderats=
ſitzung. Der Gemeinderat beſchloß, den Ortslohn in der
ſeit=
herigen Höhe beizubehalten. Beiſpielsweiſe erhalten männliche
Arbeiter über 21 Jahren 5.— RM. und weibliche Arbeiter 3,50
RM. Das Geſuch der Gemeinde Rockenhauſen um Beihilfe zu
Waſſerſchäden wurde abgelehnt. Dann wurden noch die Plätze
für die bevorſtehende Kirchweihe vergeben.
groß-Umstädter
Perde-, Fohlen- und Zuchtuiehmgrkt.
* Durch die Tagung der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft
zu Darmſtadt mußte der Groß=Umſtädter Zuchtviehmarkt um acht
Tage verlegt werden, und ſo brachte es das Geſchick, daß für den,
für Groß=Umſtadt bedeutſamen Donnerstag, herrlichſtes Wetter
beſchieden war. Früh morgens ein Rauhreif und tagsüber
hei=
terer Sonnenſchein begünſtigte enorm den Auftrieb des Marktes,
auf der anderen Seite fehlte ſo mancher Beſucher aus der
Land=
wirtſchaft, durch die erſten ſchönen Tage zu Hauſe an ſeine Arbeit
gefeſſelt.
Der Markt brachte wiederum den Beweis, daß der Landwirt
des vorderen Odenwaldes tätig iſt und trotz aller wirtſchaftlichen
Nöte der Zeit vorwarts ſtrebt, und der Beſucher hatte
Gelegen=
heit ſich von dem hohen Stand der Tierzucht zu überzeugen. Der
Umſatz hielt ſich in beſcheidenen Grenzen, bedingt durch die geringe
Kaufkraft der Landwirte wie Gemeinden. Von 48 aufgetriebenen
Faſelochſen konnten 15 verkauft werden, der Durchſchnittspreis
bewegte ſich zwiſchen 400—550 RM., von 130 aufgetriebenen
Ziegenböcken fanden nur an 30 Abſatz zum Preiſe von 20—60 RM.
Eber wurden 3 abgeſetzt zum Durchſchnittspreiſe von 120 RM.
Bei den Händlerpferden wurden auch einige Geſchäfte getätigt,
doch blieb auch hier der Handel und Umſatz in recht mäßigen
Grenzen. Die Aufgabe der Herren Preisrichter war keine leichte.
Nachſtehend folgen die Preis=Reſultate:
Abteilung Pferde. Mutterſtuten mit Fohlen: a) Kaltblut,
Heſſiſcher Arbeitsſchlag, (rhein.=belg. Typ): 1. Pr.
50 RM. Weber. Peter, Schmahlmühle, Fränkiſch=Crumbach; 2. Pr.
40 RM. Gg. Heil, Hofgut Habitzheim; 3. Pr. 25 RM. Peter Saal,
Wiebelsbach; weiter kommen zur Verteilung 3 Anerkennungen an
Eduard Egly, Habitzheim; Joſ. Dölcher, Groß=Zimmern; und Gg.
Dieter, Habitzheim.
Fohlen 3jährig: 2. Pr. Heinr, Breitenbach. Gundernhauſen;
2. Friedr. Weber, Afföllerbach mit je 30 RM.
Fohlen 2jährig: 1 Pr. 35 RM. Reinheimer, Groß=Bieberau;
Pr. 25 RM. Gg. Joh. Gaydoul, Hahn: 3. Pr. 15 RM. Gg.
Ohl 10., Groß=Umſtadt: 3. Pr. 15 RM. Ph. Joh. Sorg. Groß=
Umſtadt; 3. Pr. Ph. Lanthelme. Wembach; ferner je eine
An=
erkennung zu 10 RM. Gg. Heil. Habitzheim; Gg. Krebs, Kleeſtadt;
Aug. Heinr. Funk, Happertshauſen.
b) Warmblut, Heſſiſcher Wagenſchlag (Oldenb.
Typ): Mutterſtuten mit Fohlen: 1. Pr. 50 RM. und ſilberne
Medaille vom Verband für Zucht und Prüfung deutſchen
Warm=
bluts Gg. Heil, Habitzheim: 2. Pr. 40 RM. und bronzene Medaille
des Verbandes für Zucht und Prüfung deutſchen Warmbluts L.
Heiland Nieder=Kainsbach; 3. Pr. 25 RM. und bronzene Medaille
Gg. Phil. Buxmann, Reinheim; 3. Pr. 25. RM. Heinr.
Eiden=
muller, Lengfeld: 3 Anerkennungen je 15 RM. Karl Walter,
Lengfeld; O. Brüſtle, Langſtadt; Johs. Rödelsperger, Heubach.
Dreijährige: 1. Pr. 40 RM. und ſilberne Medaille des
Verbandes für Zucht und Prüfung deutſchen Warmbluts Friedr.
Gg. Becker, Nieder=Klingen; 2. Pr. 30 RM. und bronzene
Me=
daille Gg. Phil. Daab. Groß=Bieberau.
Zweijährige: 2a Pr. 25 RM. Ph. Bertalot 2.
Rohr=
bach: 2b Pr. 25 RM. Gg. Heinr. Martin Hax 2., Groß=Umſtadt;
Za Pr. 15 RM. Gg. Lohnes Hippelsbach, 3b Pr. 15 RM. Heinr.
Eidenmüller, Lengfeld; 3c Preis 15 RM. Gg. Ad. Weber, Groß=
Umſtadt; 3 Anerkennungen je 10 RM. Gg. Heinr. Martin Hax 1.,
Groß=Umſtadt; Gg. Phil. Buxmann, Reinheim; J. Vögler 2.,
Semd.
A
Händlerpferde: 1. Pr. 40 RM. Joſ. Haas, Höchſt i. O.;
3. Pr. 20 RM. Bernh. Pullmann, Groß=Zimmern.
Rindvieh. Aeltere Kühe: Karl Büchler, Habitzheim.
Heſſiſches Fleckvieh: a) Aeltere Kühe: 1a Pr. 20
RM. Karl Büchler, Habitzheim: 1b Pr. 20 RM. derſelbe: 2a Pr.
15 RM. Ludwig Weber, Groß=Umſtadt: 2b Pr 15 RM. Gg.
Ohl 10. Groß=Umſtadt; 3a Pr. Gg. Wagner, Groß=Umſtadt; 3b Pr.
10 RM. Gg. Heinr. Martin Hax Groß=Umſtadt; 3c Pr. 10 RM.
Joh. Gg. Holzapfel; 3d Pr. 10 RM. Gg. Heinr. Martin Hax 2.,
Groß=Umſtadt: Anerkennungen zu 5 RM. Joh. Gg. Kling. Groß=
Umſtadt; Gg. Ohl 10. Groß=Umſtadt; Hch. Ludw. Freund, Groß=
Umſtadt: Gg. Adam Dächner, Groß=Umſtadt; Joh. Gg. Holzapfel,
Groß=Umſtadt.
b) Jüngere Kühe: 1a Pr. 20 RM. Joh. Eberhardt. Groß=
Umſtadt; 1b Pr. 20. RM. Gg. Heinr. Martin Hax 2., Groß=
Umſtadt; 2a Pr. 15 RM. Bernhard Hillerich Groß=Umſtadt: 2b Pr.
15 RM. derſelbe; Za Pr. 10 RM. Hch. Dietrich, Groß=Umſtadt:
3b. Pr. Gg. Leonh. Eidmann, Groß=Umſtadt; 3c Pr. 10 RM.
Gg. Peter Hannſtein Ww., Groß=Umſtadt; 3d Pr. 10 RM. Gg.
Ohl 10.. Groß=Umſtadt: Anerkennungen zu 5 RM. Ludwig
Freund. Groß=Umſtadt; Gg. Heinr. Martin Hax 2 Groß=Umſtadt;
Gg. Peter Hannſtein Ww., Groß=Umſtadt; Karl Büchler,
Habitz=
heim; Gg. Adam Dächner, Groß=Umſtadt.
c) Rinder: 2a Pr. 10 RM. Karl Büchler, Habitzheim;
2b Pr. Gg. Ohl, Groß=Umſtadt, 2c Pr. Gg. Körner 2. Groß=
Umſtadt: 2d Pr. Nik Pfeifer, Groß=Umſtadt; Za Pr. 8 RM. Joh.
Gg. Holzapfel Groß=Umſtadt, 3b Pr. 8 RM. Hch. Körner 1. Groß=
Umſtadt: 3d Pr. 8 RM. Karl Büchler, Habitzheim; 3e Pr. Leonh.
Wenzel, Raibach.
4) Familien: 1. Pr. 30 RM. Karl Büchler, Habitzheim;
Pr. 20 RM. Gg. Hch. Martin Hax, Groß=Umſtadt. Za Pr. 15
RM. Gg. Ohl 10., Groß=Umſtadt: 3b Pr. 15. RM. Joh. Gg.
Holzapfel.
e) Bullen: 1a Pr. 20 RM. Gg. Hch. Martin Hax 2.,
Groß=Umſtadt 1b Pr. Daniel Daab Grünhecker=Hof; 1c Pr. Joh.
Ph. Weber, Groß=Umſtadt; 1d Pr. Gg. Wörner, Dilshofen; 2a Pr.
Gg. Bernh. Weber 3., Groß=Umſtadt: 2b Pr. 15 RM. Jak.
Holz=
apfel 2., Groß=Umſtadt: 2c Pr. 15 RM. Karl Michel Reinheim;
2d Pr. 15 RM. Wilh. Krebs, Kleeſtadt; 3a Pr. Joh. Scheyp,
Groß=Umſtadt: 3b Pr. 10 RM. Joh. Ganß, Groß=Umſtadt; 3c Pr.
10. RM. Gottfried Ackermann, Groß=Umſtadt: 3d Pr. 10. RM.
Eduard Egly, Habitzheim; 3e Pr. 10 RM. Gg. Heinr Martin
Hax 2., Groß=Umſtadt; Anerkennungen zu je 5 RM. Hch. Ohl,
Richen; Wilhelm Schuchmann, Reinheim; Wilh. Beckenhaupt,
Klein=Umſtadt; Fritz Elßer, Groß=Umſtadt; Karl Wörner,
Klee=
ſtadt; Gg. Ackermann Ww., Groß=Umſtadt; Karl Wörner,
Klee=
ſtadt
Abteilung Schweine. Tragende Sauen und
Mutter=
ſchweine: 1 Pr. 10 RM. Gg. Ohl 10 Groß=Umſtadt: 2. Pr.
8 RM. Gg. Ohl 10. Groß=Umſtadt: 2. Pr. Joſ. Väth. Dieburg;
3. Pr. Joſ. Väth. Dieburg: 3. Pr. Gg. Dächner, Groß=Umſtadt;
eine Anerkennung zu 3 RM. Franz Schmidt Groß=Zimmern.
Eber; Veredeltes Landſchwein: 1. Pr. 10 RM. K. W.
J. Walter, Lengfeld; 2. Pr. 8 RM. derſelbe; 2. Pr. 8 RM. Gg.
Heil, Hofgut Habitzheim; 2 Pr. 8 RM. derſelbe; zwei 2. Pr. je
8 RM., ein 3. Pr. zu 6 RM. und eine Anerkennung zu 3 RM.
Hch. Böhm Kohlbacher=Mühle.
Deutſches Edelſchwein: 2. Pr. zu 8 RM. Wilh. Heiß,
Lengfeld.
Cp. Pfungſtadt, 25. September. Hohes Alter. Die Ww.
Ph. Becker 3., wohnhaft Eſchollbrücker Str. beging dieſer Tage
ihren 86. Geburtstag. — Dem Verein der Hundefreunde
Pfung=
ſtadt und Umgebung iſt die Such= und Polizeihunde=
Hauptprüfung des Heſſiſchen Landesverbandes übertragen.
Die Prüfung beginnt am Samstag mit der Suchhundeprüfung.
Abends findet im Gaſthaus Geißlinger ein kleiner Kommers ſtatt.
Sonntag vormittag beginnt die Polizeihunde=Hauptprüfung auf
dem Zinsgutgelände. Nachmittags ſind Gehorſamsübungen und
Mannarbeit auf dem Dreſſurplatz zu ſehen. Die zur Verteilung
gelangenden Preiſe ſind im Schaufenſter der Firma Gg. Fink
aus=
geſtellt. — Die Evgl. Gemeinde Pfungſtadt begeht am Sonntag
ihren üblichen Jugendſonntag. Im Vormittags=
Gottes=
dienſt predigt Pfarrer Kempf=Hahn. Sprechchor, Singgruppe
und Bläſerchor wirken mit. Abends findet ein Gemeindeabend
mit muſikaliſchen Darbietungen, Volkstänzen uſw. ſtatt.
Achtung! — Achtung!
Geschäfts-Eröffnung
und Empfehlung.
Die Phofo=Zentrale
MOSSEL-VGGLIN
Schufstr. 4 ist eröffnet.
Der Kauf einer Kamera ist
Ver-
trauenssache, deshalb kommen Sie
zwecks Beratung zu uns.
Kosten-
lose Anleitung, Ihre Photo-Arbeiten
werden in unserem Muster-
Labo-
ratorium la ausgeführt. Eigene
Reparatur-Werkstätte für Kameras.
Fachmännische Bedienung sichern
wir Ihnen zu.
Photo-Zentrale
MOSSEL-VGGLIH.
ſeller Laden mit
üro u. Nebenraum
u verm. Angeb. u.
119 Geſchäftsſt. 1*
Schuhmacher=
Werkſtätte
zu vermieten.
Soderſtraße 58, pt.
Ladwigstr. 20
am Lndwigsplatz, der 1. Stock, 4 bis 7
Zimmer, große, sehr helle Räume,
ge-
trennt oder zusammen, zu Wohnzwecken,
für Anwälte, Aerzte, Zahnpraxis, Büro’s
sehr geeignet, bald zu vermieten. (*sg
Gg. Karp, Ludwigstraße 20, Telefon 506
errſchaftl. Einfam.=Haus
Zimmer u. Zub., Einf., großer Garten,
ruhig, zentraler Lage, zu vermieten. (*
ch Alb. Mittelſtädt, Eliſabethenſtr. 34,
große, helle Part.= und
Büro=Räume, 1. St.
geſchloſſ. Vorplatz — Rheinſtr. —
Aerzte, Rechtsanwälte oder
Ver=
räume paſſ., ſofort billig zu
ver=
en, g. F. auch 1 gr. Lagerraum. (*
res Rudolph, Schwanenſtr. 33.
Obere Rheinſtr.
FHänd
beſonders zu
Büro=
u. Geſchäftszwecken
geeignet, ſofort zu
vermieten. (*sid
Näheres: Tiſchler,
Rheinſtraße 2, I.
Telefon 587.
2 Büro-Räume
mit Keller, part.,
ſof. o. ſpät. z. verm.
Sep. Eing. v. Str.*
Näh. Stiftſtr. 19, p.
Garage
Luiſenſtraße 32 und
Heidelbergerſtraße.
Näheres: (13380a
Wilhelmsſtr. 40.
Telefon 446.
Große Keller
nächſt Marktpl. m.
Waſſ. u el. Licht z.
verm. Näh. Geſch.*
Philipp=Röthweg 6e
Zimmer und Küche
zu vermieten.
Gr. leer. Zimmer,
ſep., ſof. zu verm.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Philipp=Röthweg 50,
2 leere Zimmer an
1 oder 2 Perſonen
ſofort zu vermiet. (*
W.=Gläſſingſtr. 3, I
(nächſt Hügelſtraße)
2 ſehr ſch. ger.
un=
möb. Zim. oh. Küche
u. Zub. m. el. L. an
ruh., pkt. zahl. D.=
Miet. a. 1. 10. z. v.
(12221a)
2 leere ſonn. Zim.
m. el. L. Oſtv. ſof.
z. verm. Näh. Geſch
RUNST UND GRWARBRSCHULK
MHIARIAAA
VERLANGEN SIE DRUCKSAcHEN
Manſ.=Wohnung
im 2. St., 2 gerade
Zim., ger. Küche, 1
ſchr. Kam., 2 Kell.,
i. Stadtzentr. p. ſof.
ev. 31. Okt. zu vm.
Fr.=M. 380 ℳ. Gr.
Mietk. erf. Zuſchr.
u. P. 108 Geſch. (
Hochſtr. 51, I., 2 Z.
mit Küchenben. an
Dame od. ält.
Ehe=
ſaar abzugeben. (*
3 Zimmer=Wohnung
m. Gartenant. z. 45.—
RM. ſof. z. verm.
Kranichſt. Str. 65, I, Gth.
Beſchl.=freie Wohn.
3 große 3. u. Zub.
prsw. z. vm. Ang.
u. P. 107 Gſch. (*sgi
In herrſchaftlichem
Einfamilienhaus
ſcefe leiſe
Wohnung
3—4 Zim.,
Wohn=
küche, fließ. Waſſer,
Gas el. Licht,
Zen=
tralheizung, per 1.
Okt. oder ſpäter an
ruhiges, kinderloſes
Ehepaar z.
vermie=
ten. Gefl. Anfrag.
u. P. 131 Gſch. (*sg
Kirchſtr. 12, I., ſch.
4—6=Zi.=Wohng. (2
Eing.). f. Wohn= u.
Geſchäftszw. geeig.,
zu verm. Beſichtig.:
10—6 Uhr. (*msm
Nähe Goetheſtraße
4=Zimm.=Wohnung
geg, Mietk. z. vm.*
Off. u. P. 112 Gſch.
4=3.=Wohn. (Manſ.)
in ruh. Wohnl. ab
1. Nov. z. v.
Miet=
karte erford. Ang.
u. O. 207 a. d. Geſch.
*sg)
Mod. 4—5=Zimm.=
Wohnung, Loggia
Etag.=Heiz. u. all.
Komf. p. Anf. Okt.
zu vermiet. Näh.*
Heinrichsſtr. 153, I.
Schöne Neubau=
4-Zi.-Wohnung
mit el. Licht, Bad,
el. Heißwaſſer=Anl.
Etagenheiz., Manſ.
u. Keller am
Süd=
bahnhof Darmſtadt
zu vermieten. Näh.
Gewobag, Frankf. a.
Main,
Allerheiligen=
ſtraße 88, III. (*sms
Einkooh-Gtäser
Aubllau casst
Honig-Gläser
hoch und
SielHtopte niedrig
alle Größen
neu eingetroffen!
Eismaschiven, Fliegenschräuke
Eisschränke, Gießkannen
205 Rabatt
Herrſchaftl. neue
SZim.-Wohl.
Bad, Loggia.
Win=
tergart., Balk., Z.=
Heiz,, ſonn., ruhige
Lage, zu vermieten
oder
neue, moderne
4-Zim.-Wohn.
mit Bad, Loggia,
Z.=Heiz., ſep. Eing.
in ruhig. Lage zu
verm. Anfrag. bei:
Arch. Fröhner,
Frankenſteinſtr. 79.
*ids
Tel. 3841.
Alieeſtraße 11, pt.
Herrſchaftl. 6 Zim.=
Wohnung mit allem
Zubehör, ſofort zu
vermieten. Näheres
Bismarckhſtr. 43, I.
G=Zimmer-
Wohnung
(1. Stock)
in der Wilhelmſtr.
per ſof. oder ſpäter
zu vermieten. Näh.
Hausbeſitzer=Verein.
(13676b)
Awie nau durch
MBettfederreinigung
Sinmodernster Anlage
Jakob Heymann
Tapeziermeister (275a
Teleton 970 Bessungerstraße 55
Künſtlerkolonie
Herrſchaftliche
6 3.-Wohn.
m. all. Zubeh., Bad
etc., ev. Garage,
ſo=
fort od. ſpät. z. vm.
Stiftſtraße 19. *
5-Zimmer-
Wofung
in Eberſtadt, ſehr
ſchöne, ruhige,
ge=
ſunde Lage, Garag.
vorhanden, zu
ver=
mieten, mon. 75 ℳ.
Angeb. unt. P. 123
a. d. Geſch. (13817
Schön abgeſchl.
Man=
ſardenwohn. (1—23.,
Küche u. Zubeh. Preis
Mk. 25—35) evtl. an
einz. Dame p. 1. 11. 31
z. vm. „Haus Morckel”
Auerbach a. d. B.,
Bahn=
hofſtraße.
3 möbl. od. unmöb.
Zim., Küche, Bad
i. Einf.=Haus (
Tin=
tenv.) a. ruh. Fam.
z. 15. 10. od. 1. 11.
z. v. Einz. v. 10—1.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Taunusſtr. 39, part.
1 Türr. möbl. Manſ
Z. m. el. Licht u. eig
Kochgel. z. verm.
Georgenſtr. 5, I
ſchön möbl. gut heizb.
Zimmer z. verm. (*
—3 ſch, möbl. Zimm
nebſt Küche.
Mathil=
denſtr. an kl. Familie
ſof. zu verm. (13836
Anfragen erbitte unt
P133 a. d. Geſchſt
Heinrichsſtr. 142, II
Sonn. mbl. Z. z. vm.
13831
Kl. hübſch möbl. 3.
m. Küchenb. f. 25 ℳ
zu verm.
Heinrich=
ſtraße 112, part.
Bleichſtr. 47, II., möbl.
Zim. zu vermiet. (*
Kiesſtr. 77, pt., gut
möbl. Zim ab 1. Okt.
zu vermieten.
Alexanderſtr. 23.1 (
Kehr. Möbl 3. z. verm
Mathildenpl. 7, 1I., König,
möbl. Zimmer, evtl.
mit Penſion zu
ver=
mieten,
(*
Gewerbetrelbende, Handwerker,
Beamte, Landwirte
treten der
Mittelstandsvers icherung
der Krankenkalle des Kaufmännilchen Vereins zu Magdeburg
bei. — Günſtige Verſicherungsbedingungen.
Zeitgemäße Beiträge.
Rückerſtattung von Arzthonorar bis 100%
Übernahme der vollen Arzneikoſten.
Proſpekte und Aufnahmepapiere durch die
Geschäftsstelle in Darmstadt, Roßdörfer Str. 42
Wendelin detzingen
Mitarbeiter bei hoher Provision gesucht. 14480a
g. möbl. Z. z. verm. Heinrichsſtr. 82, I.
gut möb. Wohn=u.
Schlafz. a. berufst
Herrn zu verm. ( Steinackerſtr. 10, I.
gut möbl. Zimmer
zu vermiet. (13692b Kiesſtr. 1, pt., ſchön
möbl. Zim ſep. Eing
el L., zu verm. Gutenbergſtr. 58,pt.,
möbl. 8. z. verm. (*
Ernſt=Ludwigſtr. 13, ).. gut möbl. Zim. m.
el. L. u. Kachelofen
ſofort zu verm., auch
vorübergehend
*
Georgenſtr. 2, II I.,einf= möbl. Zim. z vm. /* ds Wendelstadtstr. 11/2
pt., möb. Z. m. ſep.
Eing. zu verm. (* Necaff. 12.I.
lks., möb. 3. z. v.*
Taunusſtr. 3, III.
ſchön möb. Zim. m. Hr.=Schreibt. auf 1.
Okt. zu vermiet. (
Grafenſtr. 8, II. gut möbl. 3. z. v.*
Zentr.! Schlafſt. a. Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden:1 Nickelarmbanduhr. 1 goldene
Broſche. 1 goldene Haslkette. 1 ſilberne
Herrenuhr mit Kette. 1 graue Damen=
handtaſche mit Inhalt. 1 goldener Ohr=
ring. 1 neue Schulhandkarte von Heſſen. Im Höllchen 7. ein Auto. 1 Aktenmappe mit Photo= graphien. 1 ſilberne Zigarettenſpitze. 1
daillon 1 wollene Baskeymütze, 1 Kin= Erbacherſtraße 65
(Müller) frdl. möb. 3. mit el. L. z. v. * Riedeſelſtr. 42, I., I.
möbl. Zim an ber.
Frl. z. 1. Okt. z.v.*
ſol. Dame z. vm.
Off. u. P. 96 Gſch.
Frdr.=Ebertplatz 5,I.
möb. 3. z. vm. (*sgi
gut möb. Zim ev.
Wohn= u. Schlafz.
zu vermieten. (*sg
Möbl. Zim. zu vm.
Ripper,Rheinſtr. 47
Hths., 2. Stock. (
Roßdörferſtr. 23, I.
m. 3., el. L. ſof.z.v.
Wienerſtr. 77, III.
ird. ſev. m. 3. El.*
Eichbergſtr. 11, pt.
gut möb. Zim. mit
ſepar Eingang zu
vermieten. (13521a
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
1 Zwicker mit Etui 1 Verſchlußkapſel für
Knabenmütze. 1 Krawattennadel. 1
Me=
derhandſchuh. 1 Herrenregenſchirm. 1
ver=
goldetes Armband. 1 Hundepeitſche. 1
Seitengewehr. 1 Paket, Inhalt: Blaues
Kleid, 1 Strickjacke. 1 Elfenbeinkette.
5 Bund Schlüſſel. — Zugelaufen: 1
reh=
brauner kleiner Hund. 1 ſchwarzbrauner
Wolfshund. 1 brauner Dobermann. 1
Schäferhund. 1 Baſtard, — Zugeflogen:
1=Kanarienvogel.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet waren.
Intereſſen=
ten können die Fundgegenſtände während
der Büroſtunden auf dem Fundbüro des
Heſſ. Polizeiamts, Hügelſtr., Zimimer 11,
beſichtigen,
Seite 8
Samstag, den 26. September 1931
F. Eberſtadt, 25. Sept. Gemeinderatsſitzung. In der
geſtern abend ſtattgefundenen öffentlichen Gemeinderatsſitzung
nahm der Gemeinderat zunächſt Stellung zu dem vom Forſtamt
im Entwurf vorgelegten Waldwirtſchaftsplan für das
Waldwirt=
ſchaftsjahr 1932. Der Ausſchuß hat hierzu vorgeſchlagen, die
Orts=
bürger künftig nicht mehr — wie bisher — mit dem ſogenannten
Losholz abzufinden, ſondern ihnen den Reinerlös aus dem
Ver=
kauf dieſes Holzes in bar zu vergüten. Weiter ſoll das Gelände,
das z. Zt. dem landwirtſchaftlichen Zwiſchenbau dient,
verſuchs=
weiſe auf 2 Jahre verpachtet werden. Die Entſcheidung über
dieſe beiden Vorſchläge, von denen beſonders der erſtere von
grundſätzlicher Bedeutung iſt, zu dem wohl die Ortsbürger vorher
zu hören ſein werden, behielt ſich der Gemeinderat vor. Da im
Winterhalbjahr zwei Feldſchützen im Walde beſchäftigt werden.
wurde beſchloſſen, deren Gehalt künftig mit je 1200 RM. jährlich
bei Rubrik 4 (Waldungen) zu verrechnen. Für
Waldwegher=
ſtellungen wurde ein größerer Betrag eingeſtellt, jedoch iſt es noch
fraglich, ob die Mittel hierfür verfügbar gemacht werden können.
Im übrigen findet der Voranſchlag Annahme. Als zweiter Punkt
ſtand die Wahl eines Gemeinderechners auf der
Ta=
gesordnung. Gemeinderat Gärtner gab hierzu namens der
ſozialdemokratiſchen Fraktion eine Erklärung ab, durch die er
die Stellungnahme der Fraktion zur Wahl des vom Kreisamt
nicht beſtätigten Bewerbers Dieter zu rechtfertigen ſuchte. In
ge=
heimer Abſtimmung wurde ſodann eine Neuwahl
vorgenom=
men. Aus ihr ging der am 25. Juli 1900 zu Hanau geborene,
in Erbach wohnhafte und als Hilfskraft in einer Aſſiſtentenſtelle
bei der Kreiskaſſe Erbach beſchäftigte Hugo Grammich als
ge=
wählt hervor. Der Ausſchreibung gemäß wird der Genannte
zu=
nächſt unter Uebertragung einer Aſſiſtentenſtelle als
Gemeinde=
rechner in den Gemeindedienſt übernommen. Die Aufrückung in
die für den Gemeinderechnerpoſten vorgeſehene Stelle kann erſt
nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen erfolgen. Als
orts=
übliche Taglöhne, zu deren Nominierung der Gemeinderat vom
Verſicherungsamt aufgefordert wurde, ſtellte der Gemeinderat
folgende Sätze auf: a) männliche Arbeiter über 21 Jahre 6.40
RM., weibliche 4,80 RM; b) männliche Arbeiter unter 21 Jahre
5.— RM., weibliche 4.— RM.; c) männliche Arbeiter unter 16
Jahre 3,20 RM., weibliche 2.80 RM. Gegen das
Konzeſſions=
geſuch des Adam Port aus Schnöberg (Obertaunuskreis) für den
Betrieb einer bereits beſtehenden Wirtſchaft in der
Franken=
ſteinerſtraße findet das Plenum nichts zu erinnern. Die
Bau=
geſuche der Frau Käthe Schmidt. Villenkolonie, für die
Errich=
tung eines Nebengebäudes bei ihrem Anweſen und des Philiny
Schott für die Errichtung einer Baracke bei der Marienhöhe
wer=
den genehmigt. Ebenſo wird dem Ludwig Heiß=Darmſtadt die
Errichtung einer Tankanlage auf ſeinem Grundſtück an der Neuen
Darmſtädter Straße geſtattet. Die planmäßige Anſtellung des
Elek=
tromeiſters Baldus wird, nachdem dieſer ſeine einjährige
Er=
probungszeit erfolgreich zurückgelegt hat, beſchloſſen. —
Aerzt=
licher Sonntagsdienſt. Den ärztlichen Sonntagsdienſt
verſieht am Sonntag, 27 Sept., Dr. med. Aſcher. An ihn wende
man ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt. —
Be=
ratungsſtunde. Am Montag, 28. Sept., nachm. 3—4 Uhr,
findet in der Gutenbergſchule wieder eine Beratungsſtunde der
Mütter= und Säuglingsfürſorge ſtatt. — Die Urliſte derjenigen
Perſonen, die zum Amte eines Schöffen oder Geſchworenen
be=
rufen werden können, liegt vom Montag. 28. Sept., eine Woche
lang zur allgemeinen Einſicht auf der Bürgermeiſterei, Zimmer 6,
offen.
Bk. Schaafheim, 25. Sept. Beigeordnetenwahl. Die
Bei=
geordnetenwahl wurde auf den 18. Oktober feſtgeſetzt. Man hofft, daß
der ſeitherige verdiente Beigeordnete Herr Phlipp Hauck einſtimmig
wie=
dergewählt wird.
Nummer 267
T. Groß=Zimmern, 25. Sept. Zwecks Beginn der Vorarbeiten für
die in Ausſicht genommene Hilfsaktion zur Unterſtützung
notlei=
dender Familien fand vorgeſtern abend im Rathausſaal eine
Verſamm=
lung ſtatt. Hierzu waren auf Einladung erſchienen: Die Mitglieder der
Hauptkommiſſion des Gemeinderats, die beiden Geiſtlichen, die beiden
Rektoren der Volksſchule, die Vertreter der freien und chriſtlichen
Ge=
werkſchaften, der Arbeiterhilfe, der Volksbank und des Landbundes. Es
fand dabei eine eingehende Ausſprache darüber ſtatt, ob die Hilfsaktion
lokal durchgeführt werden ſoll oder im Rahmen der Reichsaktion. Herr
Pfarrer Lebrecht berichtete, daß das Rote Kreuz in Verbindung mit der
Arbeiterhilfe und dem Caritasverband im Kreiſe wieder eine Hilfsaktion
durchführe, und er annehme, daß dabei Groß=Zimmern beſſer wegkomme,
denn voriges Jahr habe es mehr erhalten, als wie hier geſammelt
wor=
den ſei. Auch die anderen Herren waren der Anſicht, daß eine
Zerſplit=
terung vermieden werden müſſe. Die zwei anweſenden Vertreter der
KPD.: lehnten eine Hilfsaktion überhaupt ab, da nach ihrer Anſicht
allein der Staat für die notleidenden Familien zu ſorgen habe, denn
jeder habe auf Grund der Verfaſſung unbedingten Anſpruch auf
Woh=
nung und Brot. Es erfolgte der Beſchluß, daß die Aktion im Rahmen
der Reichs= bzw. Kreisaktion durchgeführt werden ſoll. Schon jetzt
kön=
nen Geldſpenden hierzu auf das Konto „Hilfsaktion” bei der hieſigen
Volksbank eingezahlt werden. Für beſonders kinderreiche Familien ſoll
ferner noch dadurch geſorgt werden, daß beſſergeſtellte Familien, die noch
Verdienſt haben, ſich bereitfinden, Kinder armer Familien in
Verpfle=
gung nehmen, indem ſie denſelben Frühſtück und Mittageſſen gewähren.
Dies ſei ein Werk, das ſich lokal durchführen laſſe und ſchon auch darum
ſehr notwendig ſei, da es hier ſehr viele Kinder gäbe, die den ganzen
Tag kein warmes Eſſen erhalten.
* Hammelbach, 24. Sept. Am letzten Sonntag hielten die
Ver=
treter der an der Tromm=Vereinigung beteiligten
Orts=
gruppen im Gaſthaus zum Ochſen eine Sitzung ab, wobei über
die Abhaltung des nächſten Trommfeſtes Beſchlüſſe gefaßt wurden.
Das Trommfeſt ſoll von 1932 ab in einfacherer Form als ſeither
abgehalten werden und als Sternwanderung gelten. Die
Füh=
rung für 1932 hat die Ortsgruppe Waldmichelbach. Der Tag der
Abhaltung iſt der 8. Mai. Anſchließend wurden von dem
Vor=
ſitzenden der Tromm=Vereinigung, Herrn Hörr=Fürth i. Odw.,
noch einige Vorſchläge über die Vereinfachung und Handhabung
bei den Auszeichnungsfeiern unterbreitet, die volle Anerkennung
fanden. Nach einer regen Ausſprache ſchloß Herr Hörr die Sitzung
mit dem Wunſche, die ſchwere Zeit möge unſeren Zielen nicht zu
großen Schaden verurſachen. Nun begaben ſich die Vertreter der
verſchiedenen Ortsgruppen in den angrenzenden Saal, wo ſich die
Ortsgruppe Rimbach mit einer Wanderſchar eingefunden hatte.
Hier erfolgte eine Begrüßung durch die Ortsgruppe Hammelbach
an die Rimbacher, die vom Herrn Vorſitzenden Lippert aufs
herz=
lichſte erwidert wurde.
Cp. Hochſtädten, 25. Sept. Einführung der Bierſteuer.
Der Gemeinderat hat die Einführung der Gemeindebierſteuer beſchloſſen.
Die dazu erlaſſene Ortsſatzung tritt bereits am 1. Oktober in Kraft.
Bm. Hofheim (Ried), 24. Sept. Der Getreidedruſch in den
landwirtſchaftlichen Hofreiten nähert ſich ſeinem Ende. Obwohl hier
die Ernte bis zum Einbruch der Regenperiode größtenteils unter Dach
war, konnte das Druſchergebnis nicht überall befriedigen. — Die
Grum=
meternte hat ebenfalls unter der ungünſtigen Witterung gelitten, fiel
aber doch zur allgemeinen Befriedigung aus. — Sehr gut fällt die
Obſt=
ernte aus, trotz des überaus feuchten Sommers. Sind auch vereinzelt
buren des allzu vielen Regens zurückgeblieben, ſo ſind ſie doch
gegen=
über der Menge und der Qualität ganz unbedeutend. Viele Obſtbäume
hängen zum Brechen voll und mußten von allen Seiten geſtützt werden.
Leider müſſen auch die ſpäten Sorten jetzt ſchon abgeerntet werden,
teils aus Vorſicht vor kommenden Herbſtſtürmen, teils wegen der Gefahr,
geſtohlen zu werden. In der Quantität wurde die diesjährige Obſternte
ſchon lange nicht mehr erreicht. — Vereinzelt hat auch die
Kartoffel=
ernte eingeſetzt, die im allgemeinen infolge der abnormen Witterung
nicht mehr lange auf ſich warten laſſen wird.
A Groß=Rohrheim, 24. Sept. Landwirtſchaftliche
Ausſtellung. In der nächſten Woche, vom 27. bis 29.
Septem=
ber, findet hier eine landwirtſchaftliche Ausſtellung aller
land=
wirtſchaftlichen Erzeugniſſe in unſerer Gemarkung ſtatt, um auch
der Oeffentlichkeit zu zeigen, wie hier die landwirtſchaftliche
Ver=
einigung, beſonders auch die Jungbauerngruppe, beſtrebt iſt,
in=
tenſiv und auf Qualitätsware den landwirtſchaftlichen Betrieb
einzuſtellen. Das Protektorat über die Veranſtaltung hat auf
Einladung der Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft, Korell,
über=
nommen, ebenſo haben Vertreter des Heſſ. Kreisamts Bensheim.
der Landwirtſchaftskammer Darmſtadt, der landwirtſchaftlichen
Zentralgenoſſenſchaft, des Landwirtſchaftsamtes Worms, des
Kali=
ſyndikats der J. G. Farben, ſich zur Mitwirkung im
Ehrenaus=
ſchuß bereit erklärt. Ferner gehören dieſem an: Herr Dr. vet. Reinhart
von Gernsheim, Herr Dr. med. Kleinbeck von hier, Herr Pfarrer
Körbel von hier, ebenſo das Lehrerkollegium von Volks= und
Fortbildungsſchule und der Ortsvorſtand. Die Ausſtellung
glie=
dert ſich in vier Abteilungen mit insgeſamt 25 Klaſſen für Obſt,
Gemüſe, Getreide, Hackfrüchte, Düngemittel,
Schädlingsbekämp=
fungs= und Unkrautvertilgungsmittel. Die Ausſtellung iſt
geöff=
net: am Sonntag von 12 bis abends 10 Uhr, am Montag und
Dienstag von 6 bis 10 Uhr abends. Der Beſuch dürfte ſich ſehr
lohnen. Man hofft ſeitens der Landwirte auch auf
Geſchäftsab=
ſchlüſſe in Verbindung mit der Ausſtellung.
— Gernsheim, 25. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
24. Sept. 1,28 Meter, am 25. Sept. 1,28 Meter.
Rheinheſſen.
Xy. Bodenheim, 25. Sept. Anhänger raſt in eine
Tor=
fahrt. Am Mittwoch zwiſchen 21 und 22 Uhr fuhr ein ſchwer
belade=
ner Transport=Laſtzug, der auf dem Wege nach Köln war, den ſteilen
Berg der Mainzer Straße hinauf. In der Hälfte des Weges brach
das Eiſengeſtänge des Anhängers. Der mit 90 Zentnern beladene
An=
hänger lief ein Stück zurück. Durch den gewaltigen Ruck und das
ſchwere Gewicht riſſen auch noch die Verbindungsketten zwiſchen
An=
hänger und Motorwagen, ſo daß der Anhänger zurücklief. Mit
gewal=
tigem Anprall ſchlug ſodann der Anhänger gegen die Torfahrt mit
Torbogen des Landwirts Ernſt Stumm, ſo daß das Tor bis in die
Mitte des ſehr geräumigen Hofes zu liegen kam. Der Anhänger rannte
auch noch einen maſſiven Torpfeiler um und drückte eine Mauer des
Pferdeſtalls ein. Um den Anhänger wieder aus dem Hofe
transportie=
ren zu können, mußte das Dach der Torfahrt geſprießt werden. Die
hieſige Gendarmerie nahm den Tatbeſtand ſofort an Ort und Stelle auf
und ſtellte die Perſonalien der beiden Fahrer des Ferntransports feſt.
Die beiden Fahrer trifft an dem Vorfall keine Schuld.
Oberheſſen.
* Gießen, 2. Sept. Im Rahmen der Gießener Oktobertage vom
27. September bis 6. Oktober findet eine Obſt= und Gartenbau=
Ausſtellung ſtatt, die am 3. Oktober eröffnet wird. Am Sonntag,
den 4. Oktober, hält der Landesverband der Obſt= und Gartenbauvereine
in Heſſen ſeine Hauprverſammlung für 1931 im Kaffee Leib ab. Für
dieſe Tagung, für die einige hundert Vertreter aus dem Heſſenland
er=
wartet werden, iſt folgende Tagesordnung feſtgelegt: Geſchäftsbericht
des Vorſitzenden für das Jahr 1930; Rechnungsablage für 1930;
Vor=
trag des Gartenbauinſpektors Beckel von der Landwirtſchaftskammer
Kaſſel über „Lehren und Nutzanwendungen aus dem Obſtabſatz der
letz=
ten Jahre”; Anträge und Mitteilungen. — Gleichzeitig veranſtaltet der
Verein weidgerechter Jäger „Hubertus”, E. V., Sitz Gießen, eine
Jagd=
ausſtellung ſeltener Beuteſtücke, wichtigſter Wildkrankheiten und aller
Arten Vogelſchutz.
arter
Geſtorbene. Am 18. Sept.: Marie Eliſabethe Ewald geb.
Sohl, Witwe des Wieſenarbeiters, 83 J., Gutenbergſtr. 8.
Marga=
reta Emilie Dorothea Reinhardine Schmitt, geb. Abt, 69 J.,
Ehe=
frau des Miniſterialrats i. R., Sandbergſtr. 7. Am 19. Sept.:
Eliſe Hiemenz. geb. Rohn, Witwe des Vermeſſungsrats, 72 J.,
Kahlertſtr. 21½. Am 20. Sept. Peter Hartmann, Landwirt, 57 J.,
Lützel=Wiebelsbach. Am 19. Sept.: Auguſt Georg Fink,
Schloſſer=
meiſter 81 J.. Rhönring 53. Am 30. Sept.: Johanna Korn. 39 J.,
Alsbach. Ludwig Stier, Theatermeiſter, 53 J., Weinbergſtr 42.
Elſa Thereſe Nagel, 25 J., Hermannſtr. 9. Am 19. Sept.:
Eliſa=
beth Dorothea Breitwieſer, geb. Haas, Ehefrau des Pfläſterers,
46 J., Roßdorf. Am 21. Sept.: Anna Maria Bock, geb. Völker,
Ehefrau des Oberſtudienrats Profeſſors 58 J.. Matildenſtr. 31.
Anna Gelfius, geb. Grab, Witwe des Friſeurs, 62 J.,
Kranich=
ſteiner Str. 28. Johann Ludwig Wenner, Zuſchneider, 74 J.,
Luiſenſtr. 36. Annelieſe Geyer, 1 Mon., Sandſtr. 40 Margaretha
Wilhelm. geb. Becker, Ehefrau des Steindruckers, 74 J.,
Arheil=
gerſtr. 50. Am 22. Sept.: Eliſabeth Weipert, geb. Würſching.
Ehe=
frau des Schneiders, 81 J., Weinbergſtr. 33. Karl Auguſt Wentzel,
Tapezier, 66 J.. Mühlſtr 5. Anna Heinrike Wilhelmine Helene
Klotz, geb. Fabian, Ehefrau des Chemikers Dr. 65 J.,
Heidel=
berger Str. 7. Am 23. Sept.: Martha Will, 10 J..
Blumenthal=
ſtraße 91. Friedr. Lochmann. Eiſendreher i R., Pankratiusſtr. 109.
Am 24. Sept.: Heinrich Schäfer, Milchhändler,
Blumenthal=
ſtraße 109. Am 25. Sept.: Philipp Keller 1., Land= und Gaſtwirt,
71 J., Ober=Ramſtadt, hier Grafenſtr. 9. Am 24 Sept.: Johannes
Hillgärtner, Hilfsarbeiter, 49 J. Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, hier
Grafenſtr 9. Am 25. Sept.: Anna Natalie Gros, geb.
Falken=
berg, 80 J., Witwe des Poſtſekretärs, Dieburger Str. 21.
Evangeliſche Gemeinden.
17. Sonntag nach Trinitatis (27. September).
Kollekte in allen Kirchen, mit Ausnahme der Stadtkirche, für den
Evangeliſchen Bund.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (Heſſiſcher
Gemeinſchaftsbund Rhein=Main=Gau) Pfarrer Blümler aus
Dalheim. (Kollekte.) Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfar=
rer Heß. Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde (Schluß.)
Pfärrer Heß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Kindergottesdienſt: Ferien bis 11. Oktober.
Schloßkirche Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte: Vorm. 9.30 Uhr: Anmeldung und Beichte in der Sakriſtei.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Studienrat Lic. Schorlemmer.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 30. September:
Pfar=
rer Goethe. Vom 1. Oktober ab Dekan Zimmermann.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 27. September,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (
gemein=
ſamer Abend.) — Montag, 28 Sept., abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 29. September, abends
8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkirche. Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde. Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, den 30. September,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr:
Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und Schloßkirche.
Jugend=
bund der Markusgemeinde Mädchenvereinigung der
Refor=
mationsgemeinde (ältere Abteilung) — Donnerstag, 1 Oktober,
abends 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas= Markus= und
Schloß=
gemeinde. — Freitag, 2. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 29. September,
abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. —
Mitt=
woch, 30. September, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadtgemeinde. — Donnerstag, den 1. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Samstag. 3. Oktober,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde,
Poſaunen=
chor.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger
Straße 21. Fernſprecher 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17
Vor=
derhaus. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nachm. (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend
letzte Chriſtenlehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde
Weſt. Landeskirchenrat D. Waitz. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für
die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Beringer.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Weiß.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, 29.
September, abends 8 Uhr, im Martinsſtift; Kirchenchor; im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 30. September,
nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule.
— Donnerstag. 1 Okt., abends 8 Uhr, im Martinsſtift:
Mädchen=
vereinigung (Oſt); im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
(Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 2 Okt., abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ält. Abteilung).
Johanneskirche. Samstag, 26. September, abends 8 Uhr:
Chriſtenlehre des Südbezirks. Pfarrer= Goethe. — Sonntag,
27. September vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Geiſtliche
Abendmuſik. — Montag, 28. September, abends 8 Uhr:
Kirchen=
chor und Mütterabend.
Die Johanneskirche iſt täglich von 7 bis 7 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Sonntag, vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 1. Oktober, abends
8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Berger. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 27. September, abends
8.15 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, 28 September, abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Dienstag, 29. September, abds.
8.15 Uhr: Poſaunenchor. — Mittwoch, 30. September, abends 8.15
Uhr: Jugendbibelſtunde — Donnerstag, 1. Oktober, abends 8.15
Uhr: Lichtbildervortrag von Oberreallehrer Frank über: „Richard
Wagner als Künſtler, Menſch und Tierfreund‟. Abends 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Freitag, 2. Oktober, abends 8 Uhr:
Mäd=
chenchor. Abends 8.30 Uhr: Kirchenchor. — Samstag. 3. Oktober,
abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kirchweihe.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre.
Pfarrer Rückert. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls und Vorbereitung. Pfarrer Rückert. Vorm.
11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert
Veranſtaltungen: Sonntag, 27. September
Jugend=
vereinigung: Gruppenwanderungen. — Montag, 28 September,
abends 8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, 29. September, abends
8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 30. September, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Donnerstag, 1. Okt., abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Stiftskirche. Samstag, 26. September, abends 8 Uhr: Beichte.
Sonntag, 27. September, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Abendmahl. Pfarrer Hickel Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Nachm. 3 Uhr: Schweſternjubiläum. — Evang.
Sonn=
tagsverein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag,
1. Oktober, abends 8 Uhr: Betſtunde. — Für Schwerhörige
befin=
det ſich eine Vielhöreranlage auf der linken Empore.
Schloßkapelle Kranichſtein. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24) Sonntag: Hauptkonferenz des
Gemeinſchaftsbundes „Rhein=Main=Gau”. — Vorm. 8.45 Uhr:
Gebetsverſammlung. Prediger Neuber. — Vorm. 10 Uhr:
Feſt=
gottesdienſt in der Stadtkirche. Paſtor Blümler, Dahlheim. —
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3 Uhr: Referat:
Wir ſind geborgen in ſeiner Gerechtigkeit”, Paſtor Simſa, Bad=
Nauheim — Abends 8 Uhr: Referat: „Wir arbeiten in der Kraft
ſeines Sieges. Inſpektor Schöpwinkel und Verbandsſekretär
Stahl. — Montag, vorm. 9 Uhr. Gebetsverſammlung. Prediger
Spörel. Mainz. — 10 Uhr: Referat: „Wir leben aus ſeiner
Hei=
ligung”, Pfarrer Eßlinger, Auerbach. — Nachm. 3 Uhr: Referat:
„Wir warten auf ſeine Erlöſung”, Paſtor Simſa. — Abends 8
Uhr: Referat: „Das Kommen des Herrn zur Entrückung der
Ge=
meinde.” Verbandsſekretär Stahl. — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter
Chor — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Studienrat
Knöpp. — Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der
Kinder=
ſchule, Beſſunger Straße 80. — Samstag, abends 6 Uhr:
Eiſen=
bahner=Vereinigung. — 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24) Sonntag und
Mon=
tag Teilnahme an der Konferenz des Gemeinſchaftsbundes „Rhein=
Main=Gau”. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für
junge Mädchen (Unterhaltungsabend). — Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
Kinderbund — Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge
Män=
ner: Vortrag von Herrn Bringmann: „Mahatma Gandhi, der
in=
diſche Freiheitsführer” — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebets=
ſtunde für junge Männer.
Evangeliſcher Mädchenverein (Freundinnenheim, Sandſtr 24).
Jeden Donnerstag, abends 8.15—10 Uhr: Zuſammenkunft; jeden
2. u. 4. Mittwoch, abends 8.15—10 Uhr: Nähen mit Zuſchneiden.
— Donnerstag. 24. Sept.. morg. 8.30 Uhr: Jahresfeſt und
Wimpel=
weihe in der Beſſunger Kirche. — Donnerstag, 1. Okt.: Jahresfeſt
im Heim mit Aufführung (Pfl.).
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr 22
Infanteriekaſerne, Hof links). Sonntag, abends 8.30 Uhr:
Vor=
trag von Herrn Dr. Grünewald: Wirtſchaftsfragen der
Gegen=
wart”. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkſtunde. —
Mitt=
woch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung. —
Don=
nerstag: Heimabend. — Freitag: Spiel und Sport. — Jungſchar
(Buben bis zu 14 Jahren): Mittwoch und Samstag, nachm. 4.30
bis 6 Uhr: Singen, Spielen. Geſchichte und Andacht.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe. Stiftsſtr. 9 v.
Don=
nerstag, 24 Sept., nachm. 3.30 Uhr: „Kl. Lichter” (Schüler unt.
14 J.) Abends 8 Uhr: 2. Kreis — Freitag, 25. Sept., abends
5.30—6.30 Uhr: „Heller Schein. (Schüler über 14 J.) —
Ferien=
kreiſe: Donnerstag, 1. Okt., abends 8 Uhr. — Donnerstag, 8. Okt.,
abends 8 Uhr.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für
Ton=
kunſt) Sonntag, 27 Sept., 9.30 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt
Im Raum
Alexanderſtraße 22: Menſchenweihehandlung: Dienstag, 29 Sept.
(Michaelstag), vorm. 10.30 Uhr, Mittwoch, 30. Sept., 7.45 Uhr,
Donnerstag. 1. Okt 10.30 Uhr. — Dienstag 29. Sept. (
Michaels=
tag. 20.15 Uhr: Oeffentliche Gemeindeveranſtaltung. Frau Martha
Heimeran=London ſpricht über die Kriſis der Sitte — Mittwoch,
30. Sept., 20.15 Uhr: Liturgiſche Leſung aus den Paulusbriefen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 28. September, abds.
8.30 Uhr, im Feierabend. Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Altkatholiſche Gemeinde. Nachm. 4 Uhr in der Stadtkapelle:
Deutſches Hochamt mit Predigt. Pfarrer Dr. Weeber.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9 Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt
und Feier des heiligen Abendmahls — Montag, abends 8.15
Uhr: Jugendverein. — Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenmiſſions=
verein. Abends 8.15 Uhr: Singſtunde. — Mittwoch, nachm.
3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht 4 Uhr: Kinderbund. —
Don=
nerstag, abends 8.15 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtr. 4. Sonntag, 27. Sept.,
vorm 11.15 Uhr: Sonntagschule. Nachm. 4.30 Uhr: Verkündigung
des Wortes Gottes — Mittwoch, den 30. Sept., abends 8.15 Uhr:
Gebetsſtunde. — Freitag, den 2. Okt., abends 8.15 Uhr:
Bibel=
ſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten),
Mauer=
ſtraße 17. Sonntag, den 27. Sept., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8.15 Uhr: Predigt.
Mittwoch, den 30. Sept., abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. —
Frei=
tag, 2. Okt., abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung. (Prediger
Hähnel).
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38.
Sonntag, 27 Sept., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. H. Zimann. — Mittwoch, 30. Sept abends 8 Uhr:
Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger Hermann Mann, Frankfurt
am Main.
Abends 8.15 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Dienstag, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde. (Prediger Kruſt.)
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3.
Gottesdienſt jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 27.
September: Wirklichkeit; Predigt: Pſalm 92:6.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, 20 Uhr:
Oeffent=
licher Lichtbildervortrag: Europas einzige, unerſchütterte
Groß=
macht” — Donnerstag: Näh= und Baſtelabend. — Freitag:
Ju=
gend= und Gebetsſtunde ab 20 Uhr. — Samstag:
Jubiläumsgottes=
dienſt auf der Marienhöhe. Feſtpredigt: Joſef Braun=Wien.
Samstag, 20 Uhr: Singſtunde.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Eberſtadt. Samstag, den 26. Sept., 8.15
Uhr: Chriſtenlehre der Mädchen. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr: Haupte
gottesdienſt. Kirchgang der Fünfzigjährigen. Anſchließend
Kin=
dergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Gemeindeabend im Bergſträßer
Hof” — Montag, 5.30 Uhr: Mädcheniungſchar II: 8 Uhr:
Aelte=
renkreis — Dienstag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar IV: 8 Uhr:
Jüngerenabend der Buben. — Mittwoch, 2 Uhr: Nähſtube des
Frauenvereins; 5.30 Uhr: Bubenjungſchar III;
Mädchenjung=
ſchar I: 8 Uhr: Singekreis (Kirche); Kirchenchor. — Donnerskag,
5.30 Uhr: Mädcheniungſchar III; 6 Uhr: Bubenjungſchar I. —
Frei=
tag, 5.30 Uhr: Bubenjungſchar II. — Provinz.=Pflegeanſtalk.
Nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag. 27 Sept., vorm.
9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt Vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre.
Dienstag, 29. Sept.: Jugendvereinigung — Mittwoch ,30. Sepk.;
Kirchenchor. — Donnerstag, 1. Okt.: Frauenverein. — Freitag,
2. Okt.: Jungmädchenverein.
Evang. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 27 Sept.. 9.30 Uhr:
Gottesdienſt. — Montag, 6 Uhr: Bubeniungſchar. 8.30 Uhr:
Ju=
gendverein. — Dienstag, 8.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch,
5 Uhr: Mädchenjungſchar. 8.30 Uhr: Kirchenchor — Donnerstag,
6 Uhr: Bubenjungſchar. 8.30 Uhr: Poſaunenchor. — Freitag:
Mädchenverein. — Samstag: Jugendverein.
Sprechſtunde in Kirchenſteuerſachen fällt dieſe Woche aus.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 27 Sept. 8,45 Uhr:
Chriſtenlehre. 9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr:
Kindergottes=
dienſt der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. —
Mittwoch: „Gemeinſamer Abend der E.J.G. — Donnerstag;
Frauenabend.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag. vorm. 9.30 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Kollekte für den Evang Bund. Vorm. 10.30 Uhr:
Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde (4. Gebot) —
Dienstag: Poſaunenchor. — Mittwoch: Jugendbund Wartburg.
Jungmädchenverein (jüng. Abteilung). —Donnerstag: Jungmäd=
„chenverein (ält. Abteilung).
d
[ ← ][ ][ → ]Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 9
*Balten.
Von Th. Engelmann, Gräfelfing.
Wie beſchämend wenig wußte man, wußte der deutſche
durchſchnittsmenſch, bis in den Krieg hinein, von den deutſchen
zrüdern und Ländern dort in den ruſſiſchen Oſtſeeprovinzen.
daß da auf reichen Gütern die „Baltiſchen Barone” ſaßen, daß
s ſtolze Herrenmenſchen waren, eigenwillig und ſcharf wie das
deutſch, das ſie redeten; vielleicht auch, daß manche berühmte
Nänner dieſen Provinzen entſtammten, die teils in Rußland
elbſt, teils auch bei uns zu hohem Anſehen gelangt ſind. Doch
iermit war meiſt das Wiſſen erſchöpft und auch das Intereſſe
üir jene öſtlichen Stammesbrüder, die einem durch ihre ruſſiſche
7ationalität und ſeltſam feudalen Einſtellung irgendwie fremd
rſchienen ..
Erſt der Krieg brachte wieder nähere Verbindung, perſönliche
fühlung und ſchließlich blutige Schickſalsgemeinſchaft mit dem
Zaltikum und ſeinen Menſchen. Erſt jetzt erinnerte man ſich
vieder der alten ruhmreichen Geſchichte, der von ſtreitbaren
ordensrittern und hanſeatiſchen Kaufherren geſchaffenen
Pro=
ſinzen; ſchaute bewundernd die impoſanten Kulturwerke ihrer
ünſtler und Patrizier; lernte die ſchönen, hochentwickelten Güter
ennen und die feine Bildung und warme Gaſtlichkeit ihrer
Be=
itzer. Tat dabei auch wohl manchen Einblick in den heroiſchen,
ſarten Kampf, den die urdeutſch gebliebenen „Ritterſchaften”
ind Bürger gegen den anſtürmenden Panſlawismus ſeit
Jahr=
ehnten kämpften, allein auf ſich geſtellt und kaum der
Sympa=
hien destdeutſchen Mutterlandes ſicher.
Und dann kam der Zuſammenbruch, kam der rote Terror
nit Mord und Raub und Kerker, kam die Enteignung der
Be=
itzenden und ihre Vertreibung oder Flucht. Knapp das nackte
2eben rettend, aller Habe beraubt, ſuchen die geſtern noch ſo
eich Begüterten kümmerliche Zuflucht in Deutſchland. Hier
verden ſie, die „Staatenloſen” notdürftig aufgenommen — iſt
ſoch Land und Volk ſelbſt in tiefſter Not und gefährlicher
Bärung. Ein jeder muß da an ſich ſelbſt denken, um nicht
unter=
ugehen, kann ſich nicht um des anderen Not kümmern. So ſieht
und hört man wenig von dem Leiden jener Flüchtlinge aus dem
Baltikum, die ſich irgendwo, meiſt auf dem Lande, verkrochen
jaben, dort dürftigen Unterſchlupf ſuchend und auf beſſere Zeiten
hoffend.
Erſt mit den Jahren, wie es wieder ruhiger und geordneter
in Deutſchland wird, lieſt und erfährt man hier und da von
haltiſchen Exikierten. Merkt, daß ſie nicht dumpf reſigniert und
Mitleid heiſchend beiſeite geſtanden, ſondern — Tatmenſchen,
die ſie ſtets waren — ihr Schickſal in die eigene Hand
genom=
nen haben. Zunächſt, um ſich am Leben zu erhalten; dann auch,
um von dem ihnen geraubten Gut und Recht zu retten, was zu
retten möglich iſt. Das iſt wenig genug, verglichen mit dem,
was ſie beſaßen, — meiſt gar nichts. Um ſo erfolgreicher iſt ihr
Lebenskampf in der neuen Heimat. Dabei hilft ihnen eine
ge=
ſunde Lebenskraft, altgewohnte Tüchtigkeit, gute Bildung,
Kennt=
nis mehrerer Sprachen und nicht zum wenigſten ihre
Vertraut=
heit mit dem Weſen und Geiſte zweier großer Völker. Sind
doch nicht wenige unter ihnen, die in hohen ruſſiſchen Stellen
ſtanden und, dennoch ihr Deutſchtum bewahrend, intereſſante und
wertvolle Syntheſen deutſch=ruſſiſcher Weſensart bilden. Wie ja
auch bekanntlich das alte Zarenreich den Großteil ſeiner
Intelli=
gentia aus dem deutſchen Baltentume bezog.
So alſo tauchen jetzt vielerorts die alten Namen der
balti=
ſchen Barone und Bürgerlichen im deutſchen Leben auf, man
be=
gegnet ihnen in Wiſſenſchaft, Literatur, Kunſt, Politik, Schule
wie auch auf praktiſchen Gebieten. Und ſie bringen da vielfach
eine ſo eigenartige Note hinein, daß auch die Fernſtehenden
Der deutſche Olympiaführer für 2os Angeles ernannk.
Dr. Rammelt
übernimmt die Führung der
deut=
ſchen Teilnehmer an der
Olym=
piade 1932 in Los Angeles.
Blick auf das jetzt fertiggeſtellte rieſige Stadion von Los Angeles, in dem im nächſten Jahre die Olympiade ausgetragen wird.
unter uns beginnen, ſich für dieſe bisher ſo fremden Menſchen
und ihre Schickſale zu intereſſieren. Gefördert wird dieſes
In=
tereſſe durch zahlreiche Schriften und Bücher, die allmählich
be=
kannt werden, und die von dem Weſen und Wirken des baltiſchen
Menſchen berichten und von ihrem Kampfe und tragiſchen Ende.
Da erfahren wir aus dem ernſten Lebensbuche eines Barons
Stackelberg, welch’ tüchtige, opfervolle Arbeit ſeit Jahrzehnten
in jenen Oſtſeeprovinzen geleiſtet ward, um das Land vor der
immer ſchärfer werdenden Ruſſifizierung zu wahren; folgen mit
warmem Intereſſe der Sängerin Monica Hunnius „Weg zur
Kunſt” durch das gemütvolle fleißige Leben der baltiſchen
Men=
ſchen in Stadt und Land bis hinein in die Kriegs= und
Schreckenszeit; lernen in Elſe Bernewitz’ „Entrückten” dem
viel=
zuwenig bekannten Buche, die erſchütternden Schickſale baltiſcher
Frauen und Männer kennen, die im Kampf und Kerker und
Exile für die Heimat ihr Leben ließen ..."
Und damit kommt der Wunſch, ſolchen Menſchen näher zu
treten. Leicht iſt das nicht, denn es ſind — trotz Elend und
Entbehrung und Erniedrigung — Herrenmenſchen geblieben, die
dieſe Jahre der Not womöglich noch ſtolzer und verſchloſſener
gemacht haben. Aber, wo es gelingt, Vertrauen und
verſtehen=
des Fühlen zu gewinnen, da wird es zu ſtarkem Erlebnis:
Be=
wunderung dafür, wie dieſe Menſchen ihre Schickſalslaſt tragen,
und zugleich Beſchämung, daß wir ſo wenig davon wußten, ſo
geringen Anteil daran nahmen! Und wie leicht wäre manchem
von ihnen geholfen, der mit mühſelig=ungewohnter
Taglohns=
arbeit kümmerlich ſein Daſein friſtet, der in dürftiger Stube
mit Weib und Kindern hauſt, der dankbar für eine beſcheidene
Exiſtenzmöglichkeit wäre, die ihm die Entfaltung ſeiner
eigent=
lichen Fähigkeiten erlaubt. Denn das iſt ihrer Vielen größte Not
— wenngleich auch ihre Hoffnungsſtütze: daß ſie Kenntniſſe und
Gaben und Ideen haben, die, wären ſie durch die wirtſchaftliche
Not nicht brachgelegt, ſie bald wieder in die Höhe führten.
Ein=
zelnen gelingt es, neben dem Alltagswerke und Lebenskampfe
noch eigene Arbeit zu ſchaffen, Studien nachzugehen, Gedanken
zu geſtalten. Und man ſtaunt, welch’ ungebrochene Energie
und Zielſicherheit, welch’ geiſtige Beweglichkeit und
Einfühlungs=
gabe, welch’ geſunder Idealismus und Wirklichkeitsſinn, welch
reiches Wiſſen und Können ſich dabei auswirken.
Gemeinſam durchlebtes Schickſal oder alte Freundſchaft hat
manche Baltenfamilien in der neuen Heimat zuſammengeführt,
ſie zum Wohnen in gleicher Gegend beſtimmt. So halten ſie
unter ſich Fühlung, helfen ſich gegenſeitig und wiſſen von
einan=
der. Beſucht man daher eine Familie, ſo kann man leicht auch
von dem Erleben der Freunde erfahren. Und da erſcheint jedes
dieſer Schickſale und ſein Träger bedeutſam und ungewöhnlich,
ſtets des Bewunderns und Mitfühlens wert. Oder iſt e3 nicht
prachtvoll, wenn wir von einem alten Gutsbeſitzer hören,
Sech=
ziger von Jahren, der neben anſtrengender Berufsarbeit, die
Nächte dazu benützt, um ein deutſches Examen zu machen und
dadurch ſeine Familie zu erhalten; und dieſes ſchwere Examen
mit Auszeichnung beſteht. Oder, wenn eine vornehme Adlige,
damit ihre Kinder gute Ausbildung erhalten können, ſich für
Stundenarbeit in den Häuſern der Nachbarſchaft verdingt? Und
bleibt doch äußerlich und innerlich die feine Dame? Oder, wenn
ein baltiſcher Baron, der ehemals berühmte Ställe und
Zierer=
züge beſaß, auf geliehenem Rade tagelang fährt, um nach einem
beſtimmten Ziele zu kommen, wo vielleicht eine geiſtige
Betä=
tigungsmöglichkeit ſich bieten könnte; und verdient ſich unterwegs
Eſſen und Quartier dadurch, daß er den Bauern Schilder malt?
Und ſo manche anderen Beiſpiele bewundernswerter Tatkraft
und Anpaſſung, davon man nur in vertrautem Kreiſe erfährt
— obgleich ſich keiner dieſer Menſchen je einer Arbeit ſchämen
wird.
Gewiß, nicht alle, die aus den ruſſiſchen Oftſeeprovinzen
zu uns kamen, ſind ſolche wertvollen Menſchen. Es gibt auch
manche darunter, denen es unmöglich iſt, die glänzende
Ver=
gangenheit zu vergeſſen und ſich mit der trüben Gegenwart
ab=
zufinden. Doch ihrer ſind wohl nicht allzu viele, und unter
ihren Stammesgenoſſen genießen ſie weder große Achtung noch
Beliebtheit. Aber, wären ſie ſelbſt in der Mehrzahl, ſo ſind
doch jene anderen, wertvolleren, ein echteres Spiegelbild des alten
Baltentums, deſſen Leben und Leiden kennen zu lernen zum
bereichernden Erlebnis wird.
Empf. von eigener hieſiger Schlachtung in nur beſter Qual.
Junges Ochſenfleiſch . . . . . . . Pfd. nur 0.80
Schweinefleiſch zum Braten . . . Pfd. nur 0.85
.. . . Dfd. nur 0.90
Kalbfleiſch.. . . .."
ch Dressel
Metagerei
Große Ochſengaſſe 2.
Studentin mit eig.
Schreibmaſch. ſucht
Beſchäftigung als
perf. Stenotypiſtin,
Nachhilfelehrerin
o. Geſellſchafterin.
Auch Sonntags.
Ang. u. P. 98 Gſch.
Kraftfutterfabrik
ſ. tücht. Vertr. f. d.
dort. Bezirk. Hoh.
Verdſt. Näh.
Poſt=
fach 309 Pforzheim.
Bt
MEIBLIcR
Mie
Servierfräulein
ſucht alsbald Stellg.
Ang u. P GSGſchſt.”fs
Solides, anſtändig.
Hervierfräulein
per 1. Okt geſucht. Mädchen v. Lande,
Pfungſtadt,
„Deutſches Haus”.
(13811)
VbTmu.
energisch und intelligent, wird
von angesehenem
Unter-
nehmen tür ein Spezial-
Gebiet zur Erweiterung des
Kundenkreises sotort
einge-
stellt. Adressen-Material
vor-
handen Bewerbung. an Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M. unter
(l.13800
F. C. 857.
18—20 J. f.
Haus=
u. Näharb. geſ. (
Magdalenenſtr. 11.
Arbeitu. Verdienst
WIs75o
ſinden Sie durch
Anferti=
gung von Pullovern,
Strümpfen u. ſonſt
Strichwaren auf unſ.
Strickmaſchinen.
Keine Vorhenntniſſe
nö=
tig, koſtenloſerUnterricht
zu Hauſe. Ratenzahlung.
Verlangensie noch heute
ausführliches Angebot.
Martin Decker, G. m. b. H.
Frankfurt M., Gr. Friedbergerſtr. 18/20
Für Hausarbeit
(Kochkenntn. nicht
erforderl.) wird für
ſofort o. ſpät.
tags=
über ein gut
emp=
fohlenes Mädchen
oder
unabhängige Frau
in Einfamil.=Haus
geſucht. Nur ſolche
mit gut. Empfehl.
wollen ſich ſchriftl.
melden unt. P. 105
a. d. Geſchäftsſt. (*
Wäſche z. Flicken
wird angen.
Kaup=
ſtr. 45, p. Fr. Alex,
geb. Schrapel.
Geb. Mädel., 22 J.,
ſucht für ſofort od.
ſp. paſſ.
Wirkungs=
kreis als Haustocht.
od.
Sprechſtunden=
hilfe mit voll. Fa.=
Anſchl. Verfüge üb.
gute Kenntniſſe im
Haushalt u. Büro.
Taſchengeld erw. (*
Ang. u. P. 110 Gſch.
Tücht., flott. Serv.=
Frl. ſucht Stellung
in Cafs od.
Speiſe=
haus. Ang. an Frl.
Johanna Matthes,
Aſchaffenburg,
Brentanoſtr. 7, II.
Ehrl., ſol. Mädchen
aus beſſ. Fam. im
Koch. u. Näh. bew.,
ſucht paſſde. Stelle,
ganz od. tagsüber.
Ang. u. P. 127 Gſch.
Perfekte Büglerin
hat noch halbe Tage
frei. Angeb. unter
P. 124 Gſchſt. (*sg
Bchte Perser-Teppiche u. -Brücken
feinste und schönete Oualitäten,
Objekte von bleibendemWert
infolge unserer Liguidation
zu ungewöhnlich billigen Preisen
f.
TobWre UANA im Lignidation
rm nur Binser-Straße 26
HAINA Sanslag nachm. bei Voranmeldung
Telefon 32222, 13495al Auswahl bereitwilligst.
Tüchtige Büglerin
ſucht noch Kunden
auß. d. Hauſe. Ang.
u. P. 64 Geſchſt. (*
Küchen.
Schlafzimmer
große Auswahl.
Odenw. Möbelhaus
Eſchollbrückerſtr. 18*
Kl.Biederm.=
Wohn=
zim., 1 vollſt. Bett,
1 Bettſt., 2 Kleid.=
Schrke., 1 Vertiko,
1 Kommode, Tiſch,
Stühle, 1 Eßſervic.
a. g. erh., bill. z. vk.*
Heinr.=Fuhrſtr. 43.
Weg. Umzug weiß.
R.=Herd m. 2flam.
Gasherd z. vk. Eder,
Eſchollbrückerſtr. 5.*
Umzugshalb. ſof. zu
verk.: Pol.
Bücher=
ſchrank 68 ℳN pol.
Tiſch 16 ℳ Werkz.=
Schrank, Bücherbr.,
Bücherſtänd.,Noten,
el.Amp. 2,80,Stühle.
Friedrichſtr. 16, I.*
Weiß. mod.
Kinder=
wagen und
Kinder=
ſtühlch. z. vk.
Pan=
kratiusſtr. 55, pt. r.*
Des6
Schmucksfück
hres Heims /
ist eine Hausstanduhr
Schwarzwälder Wend- u.
Hauestand-
uhren schon f. n. RM.2.— wöchentl,
bei bill.Preisen, Frachtfreie Lieferung.
10 J. Gar. Teilzahl. Hauptkatalog grat.
Gebr. Jauch, Hausstanduhreniabrik,
Deißlingen,b. Schwenningen/N. (Schw.)
Paſtell=u. Slgemälde Gebr. Dam.= u. Hr. vk. Wagenbach. Rad ſpottbill. z.vk.*
Karlſtr. 58, II.,Stb.* Wienerſtr. 95, Hth.
Bon hieſiger Schlachtung!
Prima Ochsenfleisch
zum Kochen 7
zum Braten /Pfund 80z
Spezialität: Rouladen
Im Ausſchnitt: Roaſtbeef u. Lenden
Prima Kalbfleiſch
Kalbsbraten
Pfd. 1.00
Kalbsbruſt zum Füllen Pfd. 1.00
Kalbsnierenbrateni, all. Größen
von 1 Pfund an .
Pfd. 1.00
Kalbslendchen o. K. . . . Pfd. 1.50
Ka bshagen
Pfd. 0 80
Spezialität: Stets friſch gehackte
Kalbskoteletts Stück 20 und 30 3 (*
kaufen Sie in der
Saalbauſtr. 37
Metzgerei Heeb Telefon 1827
Beachten Sie bitte das Schaufenſter!
Totar-Hasterkaut
Zufolge Konkurses werden die
Warenbostände an
Haus= und
Rurhengeraten
der Firma Ernst Crämer
Markistr. 1, am Harktplatz
zu bedentend berabgesetzten
Preisen ausverkauft.
Ausnahme=
Angebot!!!
Speiſezimmer
eiche mit nußb.,
Hualitätsarbeit
Büfett, 1.80 groß.
Kredenz, Zugtiſch
u. Polſterſtühle
Mur Mk. 590.-
Ferner apartes
Schlafzimmer
birke, hochglanz,
handpollert
kompl (5941a
Mk. 830.—
Möbel=
Müller
I
NFTSST. 77 70.
Umzugsh. zu verk.
2 w. Bett., Kleid.=
Schrk., Tiſch,
Waſch=
tiſch, alles gut erh.
Karlſtr. 84, pt.
Sehr ſchöne Palme
(Kentia) w.
Platz=
mang. zu verk. (
Gutenbergſt. 52, I
Sporkanzug
neu, mod., elegant
tadelloſe Arbeit, f
eine mittl. Größe
umſtändehalb. billig
zu verkaufen.
Kiesſtraße 133, II.
Abendkleid, Gr. 46-48
elegant, mod., 2mal
getr., bill. zu verk.
Zu erfrag. Gſchſt.
Damenrad (Mifa)
wie neu .. 40 ℳ.
Herrenrad . . 25 ℳ
zu verkauf. (13837
Karlſtr. 14. Laden.
1 Dam.= u. H.=Rad
22 u. 18 ℳ, 1 Büch.=
Geſtell. 1
Schweiß=
tiſch billig zu verk.
Mathildenplatz 6.
Schmolke.
Nähmaſchine
Gritzner, neu,
zurückgeſetzt, billig
abzugeben. (13841b
Müller & Ober,
Rheinſtraße 39.
Herren= u.
Knaben=
fahrrad bill. abz.
Eliſab. Str. 35. Wkſt.
Pol.
Pfeilerſhränk=
chen m. Schubl.z.vk.*
Riedeſelſtr. 42, I. I.
nur
bei
Mneid oder Beine
Seifenhaus Fuhrländer
nstr. 19, gegenüber der Posteinfahrt. (13783b
Landhaus
mit Garten in
* Luftkurort a. d.
*
2 Bergſtr., Bahn=2
zſtat., ſchöne r. 3
S Lage, 8 Zim., 5
Kü.. Bad. Gas
Elektr., a. f. 2
Fam. od. Penſ. 2
Tgeeig., ab 1. 10.2
S zu verm. 105ℳ 3
per Monat.
6 3—5=Zimmer=
Wohnungen o
preisw. abzug.
* u. tauſchlos be=
* beziehbar.
*
Rud. Ebert,
5 Immob., Auer=
3 bach=Heſſen.
(13809)
Zetegses
Einfam.-Haus.
Ländliches Haus
mit 5 Zim., Küche,
Nebengeb., ſchönem
Garten, im
Süd=
viertel mit 3000 ℳ
Anzahlg. ſofort zu
verkaufen u. zu
be=
ziehen. Alles Näh.
durch das (13823
Immobilien=Büro
Karl Glenz,
Kah=
lertſtr. 41. Tel. 2881.
Wichtig!
Das zur Konkursmaſſe Nauheim & Co.,
Darmſtadt. gehörige
—mit großem Garten,
Wohnhaus Geſamtreal 1636 am;
beſte Lage Darmſtadts,
gelangt am Mittwoch, den 30. Sept.,
nachmittags 3½ Uhr, im Zimmer Nr. 219
des neuen Gerichtsgebäudes in
Darm=
ſtadt zur Zwangsverſteigerung.
Eine 8 Zimmerwohnung im 1. Stock,
ſowie Laden und Büroräume ſofort
beziehbar.
Nähere Auskunft wird erteilt
Rhein=
ſtraße 32, pt. 13311b
Der Konkursverwalter.
Haus mit Wirtſchaft
an der heſſ. Bergſtraße gelegen, dazu
gehörend: 28 Morgen Feld mit
reich=
lich Obſt. Preiswert zu Mark 25000
bei Mk. 6000 Anzahlung zu verk. durch
Wolff, Moos & Co., Immobilien,
Bensheim a. d. B.
(11,13801
Milchgeſchäft
Eier, Butter und
Käſe, in allererſter
Geſchäftslage,
Zen=
trum, mit eingef.
Kundſchaft billig z.
verkaufen. Näh. u.
P. 136 a. d. Gſchſt.*
Hokel - Café
Reſtaur. a. d. Bgſt.
1. Haus a. Platz w.
Krankh. v. Beſz.vk.
Off. u. P. 23 Gſch.*
ist Uhr Workeill
e-
einen Sparvertrag bei der
Bausparkasse R0 LAND
Akuen-
gesellschaft, KOLN, Deutscher Ring 1,
Tel.: 76704 u. 76705. abzuschließen.
Unverzinsliches u. unkündbares Geld
für alle Zwecke gegen hypothekarische
Sicherheit.
Pämientreie LSbenz- End Kraute
Senden Sie mir unverdinduich und kostenios
aufklärende Druckschria/ 611 Cu. 611D
Name:
Ort u. Straße:
Post:
Mltarbelter überall gesucht.
[ ← ][ ][ → ]Seite 70
Samstag, den 26. September 1931
Nummer 267
die Gefährken Prof. Wegeners aus Grönland zurückgekehrk
London feierk den großen Aakurforſcher Faraday.
Reich und Ausland.
Die Ankunft in Kopenhagen. — Von links nach rechts: Dr. Sorge und ſeine Gattin,
Frau Dr. Georgi und Dr. Georgi.
Dr. Sorge und Dr. Georgk, die Gefährten des im Grönlandeiſe ums Leben gekommenen deutſchen
Forſchers Prof. Wegener, ſind jetzt nach unendlichen Entbehrungen und Strapazen zurückgekehrt und
wurden in Kopenhagen von ihren Frauen erwartet.
Die 100=Jahrfeier für Michael Faraday in der Albert=Hall in London.
Oben links: Michael Faraday (1791—1867).
Vor 100 Jahren enrdeckte Michael Faraday, der große engliſche Phyſiker, das Geſetz der elektriſchen
Induktion. Aus dieſem Anlaß fand in London eine Feier und eine Erinnerungs=Ausſtellung ſtatt,
auf der alle Erfindungen der Elektrizität von ihren erſten Tagen bis zur Jetztzeit zu ſehen ſind.
Einbrüche in Zigarrengeſchäfte.
Frankfurt a. M. Wieder einmal haben
in der vorvergangenen Nacht Einbrecher einem
Zigarrengeſchäft einen Beſuch abgeſtattet, der ſich
diesmal für die Verbrecher ſehr gelohnt haben
dürfte. In der Kronprinzenſtraße durchſchnitten
in der vergangenen Nacht Einbrecher die
Fenſter=
ſcheibe eines Zigarrengeſchäftes und ſtiegen dann
durch das entſtandene Loch in aller Gemütsruhe
ein. Sie räumten dann den Laden buchſtäblich
aus, denn es fielen ihnen für 1000 Mark
Ziga=
retten, für 150 Mark Zigarren und für ebenfalls
zirka 150 Mark Tabak in die Hände. Sie müſſen
ſogar zum Abtransport der Ware irgendein
Ge=
fährt bei ſich gehabt haben, denn die geraubten
Gegenſtände repräſentierten ein ſehr
umfang=
reiches Paket. Es iſt verwunderlich, daß niemand
die Täter beobachtet haben ſoll, denn der
Trans=
port der geſtohlenen Waren muß aufgefallen ſein,
außerdem iſt das Einſchlagen der Fenſterſcheibe
ſicherlich auch nicht ganz ohne Geräuſch
abgegan=
gen. Wer irgendwelche Beobachtungen gemacht
hat, wird aufgefordert, ſich an das
Einbruchs=
dezernat des Polizeipräſidiums zu wenden.
Wie in, der Kronprinzenſtraße, ſo iſt auch in
der vorvergangenen Nacht in der Ringelſtraße im
Stadtteil Bornheim ein großer Einbruch in ein
Zigarrengeſchäft verübt worden. Auch hier haben
die Einbrecher ein Loch in die Glastür
geſchnit=
ten, nachdem ſie vorher den Rolladen hochgehoben
hatten. Den Einbrechern gelang es, für 1800 bis
2000 Mark Tabakwaren zu ſtehlen.
Familiendrama in Heidelberg.
Heidelberg. Ein Familiendrama ſpielte
ſich vorgeſtern nachmittag hier im Hauſe
Hand=
ſchuhsheimerſtraße 88 ab. Der dort wohnende
Ingenieur Friedrich Hauß war ſeit einem halben
Jahre arbeitslos und ſeine Frau war darüber
ſehr verärgert: Sie hatte die Abſicht, ſich von
ihrem Mann ſcheiden zu laſſen. Als vorgeſtern
Hauß die Beſtätigung dieſes Planes dadurch
er=
fuhr, daß er in Scheidungsangelegenheiten eine
gerichtliche Vorladung erhielt, ging er in die
Küche und tötete ſeine dort tätige Frau durch
zwei Schüſſe und dann ſich ſelbſt durch einen
Schuß ins Herz. Hauß war 34 Jahre alt, ſeine
Frau 32. Das ſechsjährige Kind befand ſich zur
Zeit der Tat in der Schule.
Zwei Hinrichtungen in Gera.
Gera. Die Hinrichtung der beiden Mörder
Petzold und Koppe deren Gnadengeſuch vom
thüringiſchen Miniſterium abgelehnt worden
war, wurde geſtern morgen um 6.30 Uhr von
einem Scharfrichter aus Magdeburg mit drei
Gehilfen vollzogen.
Paul Ernft zum Likerakur=Robelpreis
vorgeſchlagen.
Das erſte Originalbild von der Wirbelſturmkakaſtrophe in Honduras.
Paul Ernſt,
der hervorragende deutſche Dichter und Eſſayiſt,
deſſen Werke in klaſſiſchem Stile eine immer
größere Zahl von Anhängern in Deutſchland
gewinnen, iſt jetzt von gewiſſen Kreiſen aus
Deutſchland und Schweden für den diesjährigen
Literatur=Nobelpreis vorgeſchlagen worden.
Verwüſtungen in der Stadt Belize (Britiſch=Honduras),
die vor kurzem von einem furchtbaren Wirbelſturm, verbunden mit einer ſtarken Springflut, ſchwer
betroffen worden war. Die Naturkataſtrophe forderte mehr als 1000 Opfer.
Brandkakaſtrophe
in Nord=Germersleben.
Magdeburg. In Nord=Germersleben brach
in der Nacht zum Freitag gegen 3 Uhr auf dem
Winkelmannſchen Gehöft ein Feuer aus, das ſich
mit raſender Schnelligkeit ausbreitete. Eine große
Scheune, die bis unter das Dach mit der
Ge=
treideernte von 80 Morgen gefüllt war, ſowie die
angrenzenden Stallgebäude wurden völlig
ein=
geäſchert. Eine wertvolle Dreſchmaſchine, ſowie
eine große Anzahl landwirtſchaftlicher Geräte
und Wagen wurden ein Raub der Flammen.
Auch ein Teil des Viehs iſt bei dem Brande
um=
gekommen. Da das Gehöft im Mittelpunkt des
Dorfes liegt und an drei Seiten von anderen
großen Gehöften eingeſchloſſen wird, wurde in
Anhetracht der großen Gefahr außer den
Feuer=
wehren der Umgebung auch die Motorſpritze aus
Neuhaldensleben alarmiert, die gemeinſam den
Brand bekämpften. Gegen ſechs Uhr morgens,
als die Macht des Feuers gebrochen ſchien, fing
die angrenzende große Scheune des Rittergutes
Nord=Germersleben Feuer, das jedoch, da
recht=
zeitig bemerkt, ſchnell erſtickt wurde. Gegen ſieben
Uhr morgens rückten die auswärtigen Wehren
ab, und es blieb nur eine Brandwache zurück.
Gegen zehn Uhr morgens ſchlugen plötzlich aus
der 40 Meter langen Scheune, die mit 1000
Zent=
nern Trockenſchnitzel angefüllt war, erneut
Flam=
men. Auch der auf der anderen Seite
angren=
zende große Kornboden wurde vollkommen
ein=
geäſchert. Infolge der erheblich erhöhten Gefahr
wurde außer dem Neuhaldenslebener, auch die
Eislebener Motorſpritze herangeholt, die zurzeit
verzweifelt gegen das rieſige Flammenmeer
an=
kämpfen. Zu allem Unglück geht noch ein
ſtar=
ker Wind, ſo daß, da überaus großer
Waſſer=
mangel herrſcht, auch die Wohngebäude des
Rit=
tergutes äußerſt gefährdet ſind. Das Waſſer muß
in Tonnen herangeholt werden. Die Größe des
Schadens iſt zur Stunde noch nicht abzuſehen. Als
Entſtehungsurſache wird Brandſtiftung
angenom=
men. Die Magdeburger Staatsanwaltſchaft und
die Landeskriminalpolizei ſind bereits an der
Brandſtätte eingetroffen.
Sechs Kinder in den Flammen umgekommen.
New York. Beim Brand eines Gehöftes
bei Hagean (Saskatchewan) kamen von neun
Kindern, die von den Eltern unbeaufſichtigt
zu=
rückgelaſſen worden waren, ſechs in den
Flam=
men um.
Tedor Medio hingerichlel.
Belgrad. In Sebenico wurde der
ge=
fürchtetſte Bandit Dalmatiens, der
Dalmatiner Tedor Medio, hingerichtet, der
zahl=
reiche Morde, Raubüberfälle und andere
Gewalt=
taten verübt hat. Er beging ſeine Untaten
ge=
wöhnlich in Gendarmerie=Uniform. Bereits vor
einigen Jahren war er verhaftet und zum Tode
verurteilt worden, entkam jedoch auf rätſelhafte
Weiſe aus dem Gefängnis. Vor einem Monat
konnte er wiederum verhaftet werden, worauf
er neuerlich zum Tode durch den Strang
ver=
urteilt wurde. Vor der Hinrichtung erklärte
Medio, er bedauere, daß die Zeitungen ſeinem
Prozeß ſo wenig Aufmerkſamkeit geſchenkt
hät=
ten, denn er hätte gern ſo berühmt ſein wollen
wie ſein Kollege Caruga, der nach Verübung
von etwa 20 Morden vor einigen Monaten in
Agram hingerichtet wurde.
Der Raubmordverſuch im Kornthaler
Bahnhofsgebäude aufgeklärt.
Stuttgart. Der am 18. September im
Bahnhofsgebäude von Kornthal bei Stuttgart
gegen den dienſthabenden Beamten verübte
Raubmordverſuch iſt aufgeklärt. Als Täter wurde
der ledige, 24jährige Schiffer Ulrich Dürnhöfer
aus Berlin ermittelt. Er konnte am 24.
Sep=
tember vormittags auf dem Bahnhof in Kehl
feſtgenommen werden. Der Täter hat ein
um=
faſſendes Geſtändnis abgelegt.
Wieder ein Raubüberfall auf ein Pfarrhaus.
Wickede an der Ruhr. Drei Räuber
dran=
gen vorgeſtern abend in das Pfarrhaus in
Wickede an der Ruhr ein. Nachdem ſie den
Pfarrer, ſeine Haushälterin und ein
Dienſtmäd=
chen gefeſſelt hatten, ſchleppten ſie die
Ueber=
fallenen in den Keller und ſchloſſen ſie dort ein.
Ein Schäferhund, der ſich den Räubern
entgegen=
ſtellte, wurde durch einen Schuß kampfunfähig
gemacht. Die Einbrecher erbeuteten im
Pfarr=
haus eine Geldſumme, deren Höhe noch nicht
feſt=
geſtellt werden konnte, zwei Piſtolen und
ver=
mutlich auch verſchiedene Wertgegenſtände. Wie
gemeldet, wurde am Montag abend von drei
Männern ein ähnlicher Ueberfall auf das
Pfarr=
haus in der Gemeinde Herkenrath bei Bensberg
verübt, und es liegt die Vermutung nahe, daß es
ſich um die gleiche Räuberbande handelt, die den
vorgeſtrigen Ueberfall in Wickede verübt hat.
„Graf Zeppelin” auf dem Rückflug.
New York. Nach einer Meldung des
Aſſo=
ciated Preß aus Pernambuco iſt das Luftſchiff
„Graf Zeppelin” geſtern früh 3,15 Uhr zum
Rück=
flug nach Friedrichshafen geſtartet.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” hat um 9.15
Uhr MEZ. die Inſel Fernando Noronha paſſiert.
Das Luftſchiff gibt eine Geſchwindigkeit von etwa
120 Stundenkilometern an.
Zur Mordſache Moſer.
Dortmund. Die polizeilichen
Nachforſchun=
gen in der Mordſache Moſer haben noch zu keinem
greifbaren Ergebnis geführt. Ueber die
Brief=
markenſammlung des Ingenieurs Moſer ſind in
der Oeffentlichkeit widerſprechende Meldungen
im Umlauf. Da es ſich um eine moderne, aus
loſen Blättern beſtehende Sammlung handelt,
läßt ſich nach Anſicht der Polizei nicht genau
feſtſtellen, ob die Sammlung vollſtändig
vorge=
funden wurde oder ob ſie vereinzelt gefunden
wurde. Die Leichen der drei Ermordeten ſind am
Freitag vormittag zur Beerdigung freigegeben
worden.
Der Raubmörder Graf in Berlin feſtgenommen.
Berlin. Der von der Staatsanwaltſchaft
Stettin wegen Raubmordes geſuchte 35 Jahre
alte Mechaniker Karl Graf (nicht Grab), wurde
vorgeſtern abend gegen 23,30 Uhr in einem Lokal
am Schleſiſchen Bahnhof erkannt und durch
Be=
amte der Bahnhofswache feſtgenommen. Graf
wird vorausſichtlich nach Stettin transportiert
werden. Wie bereits gemeldet, iſt der andere
Täter in Kiel verhaftet worden.
Froſt in Frankreich.
Paris. Der Winter hat bereits mit aller
Strenge ſeinen Einzug gehalten. Namentlich in
den ſüdöſtlichen Provinzen macht ſich ſchon ſtarker
Froſt bemerkbar. Man hat, dort bereits eine
Temperatur von minus 4 Grad feſtgeſtellt. In
den Ausläufern der franzöſiſchen Alpen iſt ſehr
ſtarker Schneefall zu verzeichnen.
Der Montreal=Expreß überfährt ein Auto.
Boſton. Bei einem Bahnübergang bei
Tyngsboro (Maſſachuſetts) überfuhr der
Mon=
treal=Expreß ein Auto, wobei fünf Perſonen,
Angehörige eines vornehmen Klubs, den Tod
fanden.
Davon kann eine Familie
eine Woche lang Suppe kochen.
Ein Rieſenkohlkopf
mit einem Umfang von 2,13 Metern wurde auf (4
einem Berliner Markt verkauft. Dieſes
Pracht=
exemplar ſeiner Gattung wiegt nicht weniger als
22 Pfund.
Nale
Frank
voruf
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 11
Oart, Sptel und Jucnen
5. Mikkelrheiniſche Meiſterſchaften
Großkurnſchau in Darmſtadt.
Nach einer ſechsjährigen Pauſe treffen ſich Sonntag, den
27. September, zum fünften Male die mittelrheiniſchen
Kunſt=
turner zur Austragung der Gerätemeiſterſchaften in Darmſtadt.
Haben die Geräteturner bzw. die Fachleitung im Mittelrheiniſchen
Turnkreiſe mit der großen Pauſe, die ſie in der Austragung der
Meiſterſchaften eintreten ließen, Genügſamkeit und Beſcheidenheit
im Wettkampfgedanken geübt, ſo vermochten ſie jedoch nicht andere
Zweige der Leibesübungen zur Zurückhaltung und Beſchränkung
der Wettkampfveranſtaltungen zu veranlaſſen. Heute erheben die
Geräteturner die Stimmen zur Gleichberechtigung, und fordern
wie die übrigen Fachgebiete die regelmäßige Austragung von
Meiſterſchaften. Die D.T.=Gerätemeiſterſchaften im April in
Eſſen mochten mit zum Antrieb geworden ſein, die Meiſterſchaften
in den einzelnen Turnkreiſen, ſo auch im Mittelrheinkreis,
wie=
der aufzunehmen. Ein kurzer Rückblick auf die einzelnen
mittel=
rheiniſchen Gerätemannſchaften ſoll an dieſer Stelle die
Entwick=
lung derſelben zeichnen. Setzte nach Kriegsende das Streben zu
körperlicher Betätigung mit Macht ein, ſo verſuchte man auch im
Geräteturnen die durch den Krieg erzwungene Pauſe baldigſt
wie=
der auszugleichen. Die Bühnenturnen unter Beteiligung
hervor=
ragender Kunſtturner kamen in Mode, Kunſtwettkämpfe wurden
allerorts durchgeführt z. B. in Darmſtadt ſtand in den
Nach=
kriegsjahren der Städtekampf Frankfurt=Mannheim=Darmſtadt
(Tgmde.) ſters im Vordergrunde der Intereſſen. Wiederholt ſtant
die Turngeſellſchaft Darmſtadt im Kampfe mit erprobten
Mann=
ſchaften. Auch im Schauturnen (1925) verpflichtete ſich letztere
hervorragende Könner des Geräteturnens, die noch heute in den
Reihen der Beſten zu finden ſind.
Im Mittelrheinkreis rief man erſtmalig 1920 die
Kunſt=
turner zu den Meiſterſchaften nach Frankfurt a. M. Unter den
56 zum Wettſtreit angetretenen Turnern gingen als erſte Sieger
Falz (Oberſtein). Felſing (Mainz) und Gebhardt (Frankfurt)
her=
vor. Sind die genannten Turner damit im Mittelrheinkreis
be=
kannt geworden, ſo machten dieſe ſich ebenſo in der geſamten D.T.,
ob ihrer vorzüglichen Leiſtungen alsbald einen Namen von Klang.
1921 ſah man wiederum die Sieger vom Vorjahre als
Spitzen=
gruppe unter den 69 Beteiligten aus dem Kreiſe Zum dritten
Male trafen ſich die Kunſtturner im Jahre 1924 wieder in
Frankfurt a. M. 94 Turner ſtritten hier um die Meiſterehren,
worunter ſich die Nachkriegsgeneration beſonders bemerkbar
machte. Zur Mitbetätigung an den Meiſterſchaften dürfte auch
nicht ohne Einfluß das im Jahre 1923 ſtattgefundene Deutſche
Turnfeſt in München geweſen ſein. Erſte Sieger wurden 1924
Pfeiffer (Frankfurt) Höflich (Mainz=Kaſtel) und Falz (
Ober=
ſtein). Die nächſten Meiſterſchaftskämpfe 1925 in Wiesbaden
gal=
ten zugleich als Ausſcheidungsturnen für die D. T.=Meiſterſchaften
in Frankfurt. Die hohen Anforderungen, die damals geſtellt
wurden, durften es mit ſich gebracht haben, daß nur 50 Turner
diesmal um den Meiſtertitel rangen. Die Beſten des Vorjahres
ſah man wieder als Spitzenkönner außer Falz. Erſter Sieger
wurde Pfeiffer (Frankfurt), zweiter Kretz (Mainz=Kaſtel), dritter
Höflich (Koſtheim). Von den 27 Siegern des erſten
Meiſterſchafts=
turnens im Jahre 1920 gelang es nur zwei Turnern, bis 1925 bei
allen 4 Kämpfen Sieger zu werden, und zwar Pfeiffer und
Geb=
hardt (beide Frankfurt). Erſterer will verſuchen, nunmehr bei
den bevorſtehenden Kämpfen ſich den fünften Meiſterſchaftsſieg zu
holen, und wird, obwohl er in der Zwiſchenzeit 33 Jahre
gewor=
den iſt, in der Spitzengruppe ſich behaupten.
Und nun ſoll zu den 5. Mittelrheiniſchen
Kunſtturnmeiſter=
ſchaften, die Vorſchau, die üblich iſt, vorausgeſchickt ſein.
Außer beim Waſſerſpringen dürfte dieſes Beginnen bei keinem
Gebiet ſo große Schwierigkeiten machen, wie gerade beim
Geräte=
turnen. Es ſoll trotzdem verſucht werden, die Beſten der
mittel=
rheiniſchen Turner kurz unter die Lupe zu nehmen. Zunächſt
dürfte Haßler (Frankfurt) der erſte Sieger des Zehnkampfes auf
dem Kreisfeſt in Darmſtadt 1927, Anſpruch auf den Meiſtertitel
erheben. Doch auch verſpricht man ſich von Frey (Kreuznach) ſehr
viel. Die Mainzer Turner Kretz. Genß und Krimmel ſind ſicher
unter der Spitzengruppe zu finden. Ebenſo die Frankfurter Ott
und Müller von der Eintracht, die nicht weniger als 13 Wetturner
ſtellt. Auch H. Fiedler von der Darmſtädter Turngemeinde, die
acht Wettuner gemeldet hat, kann zu den Beſten gerechnet werden.
Benz=Rüſſelsheim, Hainz=Dietesheim, Kipp=Auheim, Schäfer und
Bitz aus dem Saargebiet ſind ebenfalls hervorragende Könner,
von denen Hainz ſich in erſter Linie aller Vorausſicht nach am
weiteſten in den Vordergrund ſtellen dürfte. Neben dieſen
ver=
fügt der Mittelrheinkreis über eine ganze Anzahl vorzüglicher
Turner, vor allem im Nachwuchs, die ſich noch keinen Namen
er=
turnt haben, aber die Möglichkeit offen läßt, daß man unter den
erſten Siegern den einen oder anderen kennen lernt. Viel junges
und jüngſtes Blut werden wir in Darmſtadt ſehen, das verſuchen
wird, den alten Meiſtern und Könnern, den Sieg ſtreitig zu
machen, nach den Siegeslorbeeren greifend. Erwähnenswert
er=
ſcheint noch, daß mit rund 150 Teilnehmern die Beſchickung der
Kämpfe eine weit beſſere als in den Vorjahren iſt, und die
Hoff=
nung aufkommen läßt, daß das Geräteturnen einſtmals wieder
den erſten Platz einnehmen wird, wie es früher der Fall war. Die
Freude und Luſt am Geräteturnen zu mehren, neue Anhänger zu
werben, und das Wiſſen und Können der Geräteturner zu
ver=
tiefen, mag mit den 5. Mittelrheiniſchen Gerätemeiſterſchaften in
M.
Darmſtadt in Erfüllung gehen.
Leichkakhlekik.
Jugendklubkampf SpV. 98—Polizei Darmſtadt am Böllenfalltor.
Am Sonntag werden ſich im Stadion am Böllenfalltor die Jung=
Leichtathleten des Sportvereins 1898 und die des Polizeiſportvereins
im diesjährigen Rückkampf gegenüberſtehen. Die Kämpfe
verſprechen=
wiederum ſehr intereſſant zu werden, erſtrecken ſie ſich doch auch über
die drei Jugendklaſſen A, B und C. Das Programm entſpricht genau
dem des Vorkampfes im Frühjahr und umfaßt neben den
Laufwett=
bewerben Sprung=, Wurf= und Stoßübungen, vor allem auch
inter=
eſſante Staffelläufe. Die Veranſtaltung beginnt pünktlich um halb 10
Uhr, die Teilnehmer treffen ſich daher um 9 Uhr.
Bei dem Tennisturnier der 20 beſten deutſchen
Nachwuchs=
ſpieler wurden am Freitag in Berlin alle Gruppenſieger ermittelt.
In Gruppe I ſchlug v. Cramm den Darmſtädter Kleinlogel
6:3, 8:6, 6:3 und wurde damit Sieger.
Der däniſche Tennisſpieler Axel Peterſen iſt jetzt wieder
re=
amateuriſiert worden.
Folgende deutſche Leichtathletik=Höchſtleiſtungen wurden jetzt
von der DSB. anerkannt: 110 Meter Hürden Beſchetznik=Berlin
14,8 Sek.; 100 Meter für Frauen: Frau Thymm=Junkers, Leipzig
12,0 Sek.
Dr. Bauwens leitet am 4. Oktober in Budapeſt den
Fußball=
kampf Ungarn — Oeſterreich.
Handball.
S.V. 98 Darmſtadt — Polizeiſporkverein Darmftadt.
Die Bedeutung des morgigen Spieles auf dem Platz am
Böllenfalltor liegt auf der Hand. Die beiden ungeſchlagenen
Ta=
bellenführer kämpfen um die Vorentſcheidung der
Gruppenmeiſter=
ſchaft. So wird das Darmſtädter Lokalderby wieder einmal ſeine
große Anziehungskraft ausüben. Damit der Wunſch der Maſſe, ein
einwandfreies und ſchönes Spiel zu ſehen, nicht enttäuſcht wird,
fordern wir von beiden beteiligten Mannſchaften, bei aller
Auf=
opferung und Hingabe an den Spielgedanken, fair und anſtändig
zu kämpfen. Die 89er beſtreiten das Spiel, zu dem der
Ver=
band ſicherlich einen dieſem Spiel gewachſenen Schiedsrichter
be=
ordern wird, mit folgenden Spielern:
Henß
Rothenburger Förſter
Pabſt. Delp. Dittmar
Fiedler Werner Fuchs Freund Feick
Um einen allzu ſtarken Andrang an der Platzkaſſe zu
ver=
meiden findet für Erwerbsloſe im Hutgeſchäft Herold
(Gr. Ochſengaſſe) ein Vorverkauf ſtatt.
Das Ligaſpiel beginnt um 3 Uhr. Vorher wird auf dem
Hauptfeld das Treffen der beiden Ligaerſatzmannſchaften
ausge=
tragen. Die 3. Mannſchaft ſpielt in Braunshardt gegen die 2.
Elf des dortigen Liganeulings.
Im Programm der Jugendabteilung ſteht ein Spiel der
1 —3. Jugendmannſchaft, das Spiel der 2. Jugend in Mörfelden
(Abfahrt 9 Uhr Marſtall) und ein Sipel der 1. Schüler gegen
Nieder=Ramſtadt.
Die Damen der Polizei ſpielen am Sonntag, 15 Uhr, in
Offenthal.
Handball in der Deukſchen Turnerſchaft.
Kreisklaſſe: Arheilgen — Pfungſtadt, Bickenbach
Langen. Walldorf — Griesheim, Bensheim — Groß=Zimmern,
Klein=Wallſtadt
Erbach. Tgſ. — Tv. Obernburg, Damm
Leider, Aſchaffenburg — Groß=Umſtadt.
Meiſterklaſſe: Beſſungen — Sprendlingen. Reichsbahn
Lorſch. Tgd. 1846 Darmſtadt — Egelsbach, Heppenheim — Tgſ.
Darmſtadt, Nauheim — Wolfskehlen, Büttelborn — Worfelden,
Wallerſtädten — Erfelden.
A=Klaſſe: Hüttenfeld — Zell, Nieder=Ramſtadt —
Crum=
ſtadt, Roßdorf — Ober=Ramſtadt.
B=Klaſſe: Zwingenberg — Eberſtadt, Alsbach —
Kirſch=
hauſen, Schwanheim — Auerbach. Biebesheim — Groß=Rohrheim,
Griesheim — Stockſtadt, Groß=Hauſen — Gernsheim. Nieder=
Ramſtadt — Poſt Darmſtadt, Ober=Ramſtadt — Buchſchlag.
Die Lage in der Kreisklaſſe hat ſich plötzlich verändert.
Bickenbach ſchied aus dem engeren Wettbewerb um den
Meiſter=
titel aus. Dafür bekamen Griesheim und Langen Oberwaſſer.
Arheilgen wird ſeine anfangs gefährdete Stellung gegen
Pfung=
ſtadt feſtigen. Beide Parteien müſſen einen guten Stürmer
er=
ſetzen. Sehr ſpanneend wird auch das Bickenbacher Spiel. Sollte
der Platzelf ein Sieg nicht gelingen, dann iſt es mit der
Füh=
rung vorbei. Faſt möchte man den Vorwärtsleuten die beſſere
Ausſicht einräumen. Griesheim holt ſich in Walldorf zwei Punkte
und kommt auf den zweiten Tabellenplatz. Bensheim und Groß=
Zimmern trafen ſich im Frühjahr zweimal um den Aufſtieg in
die Kreisklaſſe, wobei jedesmal die Platzelf ſiegte. Für
Bens=
heim wird die Lage unerquicklich, falls die Odenwälder
dies=
mal ſiegen. Erbach hat fünf ſchwere Spiele hinter ſich, die alle
verloren gingen. Wenn die Elf unentmutigt weiterſpielt, ſo
kommt ſie dennoch vom Tabellenende weg. Die beiden erſten
Punkte könnten in Klein=Wallſtadt geholt werden. Groß=Umſtadt
wird in Aſchaffenburg nichts ausrichten und kann mit knapper
Niederlage zufrieden ſein. In Obernburg der anziehende
Lokal=
kampf mit völlig offenem Ausgang, nachdem die Tgſ. ſo ſtark
abgefallen iſt. In der Meiſterklaſſe ſteigen zwei Spiele in
Darm=
ſtadt. Die Reichsbahn wird Lorſch glatt ſchlagen. Auf der
Renn=
bahn werden zwei heiß umſtrittene Punkte vergeben.
Sprend=
lingens Erſcheinen hatte ſchon mehrmals etwas Beigeſchmack. In
beſter Verfaſſung ſtrauchelten die Gäſte an Beſſungen. So iſt es
auch diesmal. Selbſt die Tgde. 1846 wird ſich für das
Abſchnei=
den ſeines Ortsrivalen intereſſieren, obwohl ſie ſelbſt daheim gegen
Egelsbach ſpielt nud ſich zwei Punkte holt. Geſpannt iſt man auf
das Abſchneiden der Turngeſ. in Heppenheim. Der Platzverein
mußte in ſeinem erſten Spiel eine unerwartet hohe 0:7=Niederlage
einſtecken. Er wird diesmal auf der Hut ſein. Im Ried geht
es hoch her. Eine Vorausſage iſt unmöglich. Es wäre auch eine
Ausnahme, wenn ſich ein Verein glatt durchſetzen würde. Heute
Sieg und das nächſtemal Niederlage, ſo geht es ſchon jahrelang.
Trotzdem ſoll ein Tip für Nauheim Worfelden und
Waller=
ſtädt engewagt werden. In der A=Klaſſe hat ſich die ſchwache
Be=
ſetzung der Gruppen als unvorteilhaft gezeigt. Da Birkenau auf
acht Wochen ausgeſchieden iſt, bleiben für die übrigen
Mann=
ſchaften öfters freie Spieltage. Das wichtigſte Spiel ſteigt in
Nieder=Ramſtadt gegen Crumſtadt, wo eine Partei erſtmals ohne
Punkte ausgeht, falls man ſie nicht teilt. Die Jugend ſpielt auch
nach Programm.
TV. Heppenheim—Tgſ. 1875 Darmſtadt.
Zum Verbandsſpiel müſſen die 75er mit ihrer 1. und 2.
Mann=
ſchaft am Sonntag in Heppenheim antreten. Der dortige
Turn=
verein, der ſchon mehrere Jahre der Meiſterklaſſe angehört, iſt
für die Darmſtädter ein unbekannter Gegner, da beide
Mann=
ſchaften erſtmals in eine Gruppe zuſammenſpielen. Heppenheim
hat ſich in den früheren Meiſterſchaftskämpfen ſtets gut geſchlagen
und darf keineswegs unterſchätzt werden. Abfahrt mit Auto
pünktlich 12.15 Uhr am Theaterplatz.
Reichsbahn Darmſtadt-Lorſch.
Ihr erſtes Verbandsſpiel dieſer Saiſon auf eigenem Platze beſtreitet
die Reichsbahn am kommenden Sonntag mit beiden Mannſchaften
gegen Lorſch. Lorſch hatte ebenſo wie die Reichsbahn einen guten Start
und konnte auf fremdem Platze einen hohen Sieg erringen. Beide
Ver=
eine ſind ſich noch von den vorjährigen Pflichtſpielen bekannt. Seither
konnte die Reichsbahn immer knapp gewinnen, und ſo ſollte es ihr auch
am Sonntag möglich ſein. Spielbeginn der 1. Mannſchaft 3.15 Uhr,
der 2. Mannſchaften 2 Uhr.
TV. Arheilgen—TV. Pfungſtadt.
Am Sonntag, 15.30 Uhr, empfängt TV. Arheilgen an der
Hammelstrift die Mannſchaft von Pfungſtadt auf eigenem Platze,
Pfungſtadt verfügt wieder über eine ausgezeichnete Mannſchaft
und hat ſich gut gehalten. Arheilgen ſteht zurzeit an erſter Stelle
der Tabelle. Man muß jedoch auf Ueberraſchungen gefaßt ſein.
Vorher ſpielen die 2. Mannſchaften,
Gausan.
S.b. Wiesbaden — 5.B. 98 Darenſtiadl.
Auch am morgigen Sonntag iſt die Ligamannſchaft der 98er
auswärts beſchäftigt. Zweifellos wird ſie in Wiesbaden gegen
den dortigen Sportverein einen ſchweren Stand haben. Nachdem
ſich am vergangenen Sonntag die neue veränderte
Mannſchafts=
aufſtellung im Wormſer Spiel gegen Wormatia als einheitlicher
und erfolgreicher als die frühere Elf bewährt hat, darf man
ge=
ſpannt ſein, ob auch im bevorſtehenden Spiel eine dem Gegner
gleichwertige Leiſtung geboten werden kann. Wir wünſchen der
Sportvereinsmannſchaft das den Erfolg bedingende Fußballglück.
Vor dem Hauptſpiel in Wiesbaden treten die Ligareſerven
gegen=
einander an. Hier wird die Darmſtädter Reſerveelf vor ihre
ſchwerſte Aufgabe geſtellt ſein, da Wiesbaden über eine
ausge=
zeichnete Ligaerſatzmannſchaft verfügt. Wollen alſo die 98er in
der Runde der Erſatzmannſchaften weiter ungeſchlagen bleiben,
dann müſſen ſie alles aufbieten, um zur guten Form aufzulaufen.
Die übrigen aktiven Mannſchaften ſind ſpielfrei.
Fr. Tgde. Darmſtadt—Gräfenhauſen.
Im weiteren Verlauf der Serienſpiele ſtehen ſich obige
Mannſchaf=
ten am Sonntag nachmittag 2.15 Uhr am Müllersteich im Kampf um
die Punkte gegenüber. Den Sieger vorauszuſagen, iſt ſchwer, denn
Gräfenhauſen ſtellt eine Kampfmannſchaft, die es verſtanden hat, dem
Tabellenzweiten zwei wertvolle Punkte auf auswärtigem Gelände
ab=
zuknöpfen. Grund genug für die Hieſigen, auf der Hut zu ſein und
den Gegner nicht leicht zu nehmen. Wir erwarten von der Darmſtädter
Elf den äußerſten Kräfteeinſatz und Hergabe des ganzen Könnens jedes
Einzelnen. Darmſtadt tritt in veränderter Aufſtellung an,
vorausſicht=
lich mit: Schanz; J. Schäfer, A. Wecker; J. Schmidt, H. Schmitt,
Steckenreuther, F. Feldmann, H. Weicker, E. Feldmann, Rupp und
Trumpfheller. — Vorher (halb 1 Uhr) 2. Garnituren. Das
Jugend=
ſpiel iſt um 11 Uhr.
Geſchäftliches.
Die Bauſparkaſſe Roland, Aktiengeſellſchaft, Köln, Deutſcher Ring 1,
vergibt unverzinsliche und unkündbare Darlehen für alle Zwecke gegen
hypothekariſche Sicherheit. Alle aus der Sparkraft ihrer Sparer ihr
zu=
fließenden Gelder teilt ſie bedingungsgemäß nach dem Geld mal
Zeit=
ſyſtem gegen Hereinnahme von Goldhypotheken zu.
Die Techniſchen Lehranſtalten in Offenbach am Main.
die unter ſtaatlicher Direktion ſtehen und eine Kunſtgewerbe=, eine Höhere Bauſchule und eine
Maſchinenbau=
ſchule, in ſich vereinigen, beginnen ihr Winter=Semeſter am 19.
Oktober. Der Leiter dieſer Anſtalt iſt der bekannte Architekt, der
Begründer und ehrenamtliche Leiter des Deutſchen Ledermuſeums in
Offenbach a. M., Profeſſor;Hugo Eberhardt. Intereſſenten ſei
empfohlen, ſich zum Schulbeſuch frühzeitig anzumelden. Der Andrang
zu allen drei Schulen war dank ihres ausgezeichneten Rufes von jeher
ſehr groß, und ſelbſt in der heutigen finanziellen Not ſcheint der ſtarke
Beſuch nicht nachlaſſen zu wollen, was ſich daraus ſchließen läßt, daß
einige oberen Klaſſen ſchon jetzt voll beſetzt ſind. Aufnahmen finden
zum 19. Oktober nur in der Kunſtgewerbeſchule und Höheren Bauſchule
ſtatt, während die Maſchinenbauſchule erſt im Frühjahr wieder
Neuein=
ſtellungen vornimmt. (Siehe Inſerat.)
Ehrenvolle Auszeichnung.
Die Deutſchen Schollwerke, G.m.b.H., Frankfurt a. M. die
Herſtel=
lungs= und Vertriebsſtätte des weltbekannten. Dr. Scholl
Fuß=
pflege=Syſtems, ſind mit der Goldenen Medaille der
Internatio=
nationalen Hygiene=Ausſtellung, Dresden, der höchſten in dieſer
Abtei=
lung vergebenen Auszeichnung, prämiiert worden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 26. September.
15.15: Stunde der Jugend: Schwänke und Geſchichten. —
Schöp=
fungs= und Naturmythen.
17.05: Nachmittagskonzert. Operetten= u. Schlagerſtunde. —
Origi=
nale engliſche Tanzmuſik (Schallplatten).
18.40: Dr. Neumark — Dr. Roßmann — Dr. Laven: Der
aka=
demiſche Nachwuchs.
19.15: Spaniſch.
19.45: Nürnberger Kammerquartett für Zithermuſik.
20.30: Köln: Luſtiger Abend.
22.15: Zeit. Wetter. Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 26. September.
14.50: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Frauenſtunde: Sophie Lazarsfeld: Schwierigkeiten der
Le=
bensgeſtaltung.
16.00: Ob.=Schulrat Dr. Lamla: Die Ausbildung der
Studien=
referendare in Preußen.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Witt: Zahnärztliche Behandlung für Krankenverſicherte.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Dr. Clauß: Die Beduinen.
19.00: R. Brandt: Stätten der Tragik.
19.30: Stille Stunde. Die Heimat des Deutſchlandliedes.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Luſtiger Abend.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Alfred Beres.
Wetterbericht.*
Das Barometer iſt über den Britiſchen Inſeln wieder
ziem=
lich angeſtiegen wodurch ſh die Luftdruckgegenſätze etwas
ves=
ſchärft haben. Dabei iſt eine Warmluftwelle nach dem Kanal
ge=
langt, die an der holländiſch=belgiſchen Küſte und über England
ein Niederſchlagsfeld erzeugt hat. Da die Winde über
Deutſch=
land mehr nach Weſten hin zurückgedreht haben, iſt anzunehmen.
ſicht ſtellt.
Ausſichten für Samstag, den 26. September: Stellenweiſe
Früh=
nebel, ſonſt wechſelnd bewölkt und aufheiternd, Temperaturen
etwas mehr ausgeglichen, nach vereinzelten Niederſchlägen
wieder meiſt trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 27. September: Teils heiter, teils
wolkig, nachts wieder etwas kälter, meiſt trocken.
Hauptſchriftlettung: Rudotf Maupe
Verantwortſich für Polliſk und Wiriſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſf: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſſadt
Fch uerlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Alle Arten von
Fahrad=
Lakernen
finden Sie bei mi
in Rieſenauswahl
und wirklich billig.
BER
Grafenſtr. 20. (13844
Sehr g., wen. geſp.
De iclie en
preisw. zu verkauf.
Näh. Geſchſt. (*ms
Preiswert. u. gutes
Leder!
Herrenſohlen v. 95
Damenſohlen v. 65. J
Led. w.grat gewalzt.
Arbeiterſtief. 40/47,
von 4.85 ℳ. (13828a
Kirch=
J. Rubin ſtraße 1
Schrankmöbel.
Verſenk=Nähmaſch.,
allergrößte Ausw.
zu zurückgeſetzten
Preiſen. — Georg
Moll, Grafenſtr. 4.*
Zu verkauf. Kompk.
Slbeip”
apparak
Jacob Hemmerich,
Darmſtadt.
Runde=
turmſtr. 16. (13811
1—2 leere Zimmer,
ev. mit Küche, von
kinderloſ. Ehepaar
zu mieten geſucht.
Ang. mit Preis u.
P. 113 a. d. Geſch.*
Geſucht
z. 1. Dez. o. 1. Jan.
4—5=Zim.=Wohng.
z. Pr. v. 80—85 ℳ
mon. Mietk. vorh.
Näh. Geſchſt.
3—4-Zi.-Wohn.
mit Balk. od. Ver.
Miete 60—80 Mk.,
v. 2 Damen z. miet.
geſucht. Offerten u.
P. 111 a. d. Geſch.*
Junges Ehep. ſucht
1—2=Zim.=Wohng.
zum 1. Okt. Ang.
unt. P. 118 Gſchſt.
Achtung!
Ehrlich handelnde Leute jed. Standes
erhalten Kleider nach Maß jeder
Art in beſter Ausführung gegen
manatliche Zahlungen. Angebote
unter P 717 an die Geſchäftsſt. (
2 Herren ſuchen je ein
möbl. Zimmeri ſaub.
Haufe mögl. zuſ= vd.
in nächſter Nähe von
einanderlieg. Angeb.
1. P 59 Geſchſt /*fsg.
3—4-Zi.-Wohn.
geſ. Mietb.=K. vh.
Ang. m. Fr.=M. u.
P. 114 a. d. Geſch.
Solide Frau ſucht
leere Manſarde.
Preis 10—15 ℳ.
Näh. Geſchäftsſt. (*
*
Suche
zum 1. Nov. d. J
möbl. Zimmer
mit voller Verköſt.
Beſorge dafür neb
mein. Beruf: Hei
zung. Autopflege,
Garten= und jede
vorkomm. Arbeit.
Bin 26 J., aus gut.
Familie. Schrift!
Angeb. unt. P. 122
bis 20. Oktob. an d
Geſchäftsſt. (13816
Ehepaar ſucht zum
1. 11. o. ſpät. beſch. 2—3=Zimmer=
Wohnung m. Küche
i. gut. Lage Evtl.
Miete vor Ang. u.
P. 103 a. d. Geſch.*
Jg. Herr ſucht einf.
möb. 3. Preisang.
u. P. 104 Geſch. (*
Jg. Student ſucht
einf. möb., heizbar.
Zimm., z. 22. Okt.
beziehb. Nähe
Hoch=
ſchule bevorzugt.
Ang. m. Preis erb
unt. P. 76 Geſchſt.
(13761h)
Am Montag, den 28. Sepiember,
vormittags 10 Uhr, werden
zwangs=
weiſe gegen Barzahluug öffentlich
ver=
ſteigert:
3 chm Eichendiele
5 cm dick.
Zuſammenkunft der Intereſſenten Eche
Rhönring und Pankratiusſtraße.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.
Vollſtreckungsſtelle. (13829
Nummer 267
Samstag, den 26. Sept.
Bild der vergangenen Börſenwoche.
Gründe für die Börſenruhe. — Die Auswirkungen der engliſchen Nokmaßnahmen
auf den deutſchen Markk.
Währungsfragen.
Die Pariſer Börſe.
Der Ruf nach Schließung der Börſen iſt ſchneller in Erfüllung
ge=
gangen als man glaubte. Die Bank von England gab durch die Auf=
2as Pfund Skerling weiter ſchwach.
hebung des Goldſtandards für das Pfund die gewünſchte Gelegenheit,
den ſchon am Freitag recht irregulären Börſenverkehr von Montag ab
zu unterbrechen. Die vorübergehende Schließung der Londone Börſe
machte ein Nachfolgen der europäiſchen Börſen notwendig, da die erſte
Unſicherheit über die Weiterentwicklung des Pfundes überwunden
wer=
den mußte. Es iſt anzunehmen, daß die engliſche Regierung bewußt
eine Entwertung ihrer Währung herbeiführen wollte, um einen Beweis
dafür zu erbringen, daß nur eine internationale Wirtſchaftsregelung
einen Ausweg aus den Schwierigkeiten bringen kann. Gleichzeitig
ver=
ſuchte ſie hierdurch aber auch, eine Steigerung der engliſchen
Export=
möglichkeiten und eine Ankurbelung der Wirtſchaft zu erzielen. Eine
Methode, die auch in Deutſchland in letzter Zeit des öfteren propagiert
wird, die aber vollkommen außer Acht läßt, daß zwiſchen England und
Deutſchland in mancher Beziehung ein Unterſchied beſteht. Deutſchland
kann ſich keine zweite Inflation leiſten; der pſychologiſche Eindruck im
In= und Auslande wäre ein furchtbarer und würde für die Zukunft
jedes Vertrauen zu Deutſchland unterbinden. Ferner iſt zu
berückſich=
tigen, daß, während England bei einer Wertverminderung des
Pfun=
des aus ſeiner Auslandsverſchuldung, die auf Pfunde baſiert günſtig
herauskommt, die uns gegebenen Kredite auf Dollar= oder
Feingold=
baſis abgeſtimmt ſind und bei einer Entwertung der Mark
unerträg=
liche und nur ſteigende Laſten zur Folge haben würden. Daß natürlich
die Mark als eine Währung, die durch Handelsbeziehungen engſtens
mit dem engliſchen Pfund verbunden iſt, von einer Pfundentwertung
zunächſt etwas mitgeriſſen werden muß, iſt verſtändlich, hat aber mit
Inflation nicht das Geringſte zu tun. Auch andere Währungen des
Kontinents machten dieſelbe Entwicklung durch, und eigentlich nur der
franzöſiſche Frane, der Dollar und der ſchweizer Franken emanzipierten
ſich vollkommen. Am deutlichſten macht ſich bei der däniſchen Krone
bemerkbar, daß allein die engen Beziehungen Dänemarks zum engliſchen
Handel ausſchlaggebend ſein müſſen für die Minderbewertung, denn
die Währung als ſolche iſt vollkommen intakt. Man kann überzeugt
ſein, daß ſeitens der Deutſchen Reichsbank jeder mögliche Schritt gegen
eine Markentwertung unternommen werden würde. Selbſt ein
Korri=
gieren der anerkannt vorhandenen Deflationserſcheinungen der Mark
hält ſie aus pſychologiſchen Gründen für gefährlich. Daß trotzdem weite
Kreiſe aus Angſt vor einer Markentwertung in die Sachwerte
hinein=
gehen, iſt ja an und für ſich im Intereſſe einer Beſſerung der
Wirt=
ſchaftslage kein Fehler. Falſch wäre es nur, wenn hiermit eine
Ver=
teuerung des Lebensſtandards verbunden wäre, denn nur eine weitere
Verbilligung aller Selbſtkoſten bis auf ein Mindeſtmaß könnte die
deut=
ſche Wirtſchaft gegenüber dem pfund=entwerteten England auf dem
Weltmarkte konkurrenzfähig machen. Nicht zuletzt wird übrigens der
deutſche Kapitalmarkt zu einem ſtärkeren Abbau ſeines Zinsniveaus
kommen müſſen, um der Wirtſchaft billigere Kredite geben zu können,
und ſie ſo leiſtungsfähiger zu machen. So haben ſich die Dinge am
internationalen Deviſenmarkt bisher entwickelt, ohne daß eine
Nich=
tung für die Zukunft klar erkennbar wäre. Das allgemeine Beſtreben,
die entwerteten Pfundkredite jetzt ſchleunigſt zurückzuzahlen, wirkt
kurs=
ſtürzend und läßt die Entwertung nur langſam vor ſich gehen. Relativ
leicht wurden ſchon nach wenigen Tagen die Auslandsbörſen und
be=
ſonders der Effektenverkehr in London wieder in Gang geſetzt. Aktien
wurden els Sachwerte ſtark gekauft, Renten und Staatspapiere litten
dagegen unter dem inzwiſchen erhöhten Diskontſatz. Auch für Berlin
und die übrigen deutſchen Börſen wäre damit eigentlich der Zeitpunkt
gekommen, den Handel in Wertpapieren wieder aufzunehmen. Aus
diverſen Gründen konnte man ſich hierzu aber noch nicht entſchließen.
Zuerſt führte man Befürchtungen hinſichtlich des Differenzenzahltags
am 23. d. M. ins Feld, dann ſprach man von Schwierigkeiten der
Pro=
vinzbörſen, und ſchließlich glaubte man, dem Rentenmarkt das zu
er=
wartende ſtarke Angebot nicht anbieten zu können. Daß an dieſem
Markte nur eine Verkaufsſeite vorhanden iſt, konnte man ſchon am
vorigen Freitag feſtſtellen, an dem das Angebot in ſehr vielen Fällen
nur 5= und 10prozentweiſe Abnahme fand. Andererſeits müſſen die
lombardierten Pakete geſchont werden, d. h. zu ſtarke Kursverluſte
dür=
fen nicht eintreten. Man ſieht daraus, daß der Anlagemarkt aber nicht
richtig funktioniert, was nach alter Regel die Vorbedingung für eine gute
Börſenentwicklung iſt, da man nun einmal den Nentenmarkt als
Grund=
lage jeder Börſe anſehen muß. Wie man ſich in dieſer Beziehung am
Dienstag, an dem mit einer Wiederaufnahme des Verkehrs begonnen
werden ſoll, aus der Affäre ziehen will, iſt noch nicht erſichtlich. Am
Effektenmarkt wird, wenn überhaupt, nur ein reiner Kaſſaverkehr
ſtatt=
finden, vielleicht, daß für die Standardwerte mehrere Kaſſakurſe am
gleichen Tage feſtgeſetzt werden. Am Pfandbriefmarkt wird eben mit
ſtarken Repartierungen der Abnahme zu rechnen ſein.
Erhöhung der ikalieniſchen Ausfuhrzölle.
Amtlich wird gemeldet: Im Hinblick auf den Fehlbetrag im
Staats=
haushalt, der ein ſchnelles Eingreifen erfordert, iſt eine Erhöhung des
Ausfuhrzolles beſtimmt worden. Durch königlichen Erlaß, der Freitag
in Kraft trat, wird der Ausfuhrzoll für die Mehrzahl der Waren um
15 v.H. und für Brennſtoffe um 10 v.H. erhöht, und zwar für alle
Staaten, mit denen nicht das Meiſtbegünſtigungsabkommen getroffen
iſt. Ausgenommen von der Zollerhöhung ſind u. a. Oelſamen (
Lein=
ſamen u. dgl.) und die Getreidearten, die vor einigen Wochen bereits
eine Zollerhöhung erfahren haben; ferner Edelſteine, die zu
Schmuck=
ſachen verarbeitet werden, und Wollabfälle ſowie Düngemittel. Ferner
iſt für den inneren Handel eine Preiserhöhung des Benzins und des
Petroleums erfolgt.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Leiſtung der deutſchen Walzwerke im Auguſt. Im Auguſt 1931
wurden auf den deutſchen Wclzwerken (ohne Saargebiet) 487956 To.
Walzwerksfertigerzeugniſſe gegen 585.359 To. im Juli 1931 hergeſtellt.
Die durchſchnittliche arbeitstägliche Herſtellung belief ſich auf 18 768 To.
gegen 21 680 To. im Vormonat. Sie iſt gegen den Vormonat um 13,4
Proz. geſunken. Die Tagesleiſtung entſpricht 46,79 Proz, der höchſten
arbeitstäglichen Herſtellung, der Nachkriegszeit (Mai 1927). —
Außer=
dem wurden im Auguſt d. J. 61297 To. „Halbzeug zum Abſatz
be=
ſtimmt” hergeſtellt (Juli: 65 862 To.).
Hafenmühle A.G. in Frankfurt a. M. Durch ſcharfe Senkung
der Unkoſten von 867 000 RM. auf 487 000 RM., der Steuern von
278 000 RM. auf 159 000 RM. und der Abſchreibungen von 190000
RM. auf 114 000 RM. konnte die Geſellſchaft per 1930/31 mit einem
nur wenig ermäßigten Reingewinn von 126 000 (158 000) RM.
ab=
ſchließen, woraus wieder 5 Prozent Dividende gezahlt werden
ſollen. Der Bruttogewinn iſt ſtark ermäßigt und betrug 887 000
(1,5 Mill) RM. Die flüſſige Bilanz verzeichnet u. a. Waren 0,661
(1,694) Mill. RM. Debitoren 0,906 (0,389) darunter 0,601
Bank=
guthaben. An Paſſiven werden ausgewieſen Kreditoren erhöht
0,507 (0,143), Bankſchulden ſtark ermäßigt 0,196 (1,397) Mill. RM.
Generalverſammlung 3. Oktober.
Weiterer Rückgang der ſaarländiſchen Eiſen= und
Rohſtahl=
erzeugung im Auguſt. Nach den ſtatiſtiſchen Erhebungen der
Fach=
gruppe der eiſenſchaffenden Induſtrie im Saargebiet erzeugten die
Saareiſenhütten im Auguſt mit 19 Hochöfen (von 30 vorhandenen)
116 723 Tonnen Roheiſen gegen 121 137 Tonnen im Juli und
157 166 Tonnen im Auguſt 1930. Die Rohſtahlerzeugung betrug
118 662 Tonnen gegen 120 397 Tonnen im Juli und 152 116
Ton=
nen im Auguſt 1930. Der Umfang dieſes Produktionsrückganges
wird klar, wenn man berückſichtigt, daß die Rohſtahlerzeugung im
Monatsdurchſchnitt des Jahres 1930 161 233 Tonnen und im
Monatsdurchſchnitt des Jahres 1929 ſogar 184 076 Tonnen betrug.
Die Erzeugung der Walzwerksfertigerzeugniſſe ging von 97 110
Tonnen im Juli auf 94334 Tonnen zuruck, und zwar ſind an
dieſem Rückgange in der Hauptſache große Formeiſen beteiligt,
von denen im Auguſt nur noch 14 053 Tonnen gegen 19 338
Ton=
uen im Juli hergeſtellt wurden
An der Pariſer Börſe ſetzte heute unter dem Eindruck der
ſchwa=
chen Haltung der europäiſchen Märkte und der Wallſtreet ein
Stim=
mungs=Umſchwung ein. Der Optimismus der beiden letzten Tage machte
einer wachſenden Beunruhigung über den Sturz der engliſchen
Wäh=
rung und über deſſen Rückwirkungen auf die allgemeine Wirtſchaftslage
Platz. Das Pfund ſchloß, nachdem es vorübergehend auf 87 geſunken
war, mit 88.25 gegenüber einem Vortagskurſe von 98,50. Es hat
da=
mit in den letzten Tagen 37 Franken, d. h. 30 Prozent ſeines Wertes,
eingebüßt. — Die rückläufige Tendenz der Börſe wurde verſtärkt durch
Gerüchte, die von Schwierigkeiten einiger bedeutender Unternehmungen
wiſſen wollten. All dies führte zu einem allerdings im Durchſchnitt
noch nicht ſehr bedeutenden Rückgang der Kurſe.
„
Das engliſche Pfund hat gegenüber der Dollar=Parität geſtern bis
auf 3,45 nachgegeben, was den niedrigſten Kursſtand des Pfundes ſeit
1925 darſtellt. Im weiteren New Yorker Börſenverlauf konnte das
Pfund ſich jedoch wieder auf 3,75—3,80 erholen.
Die ſüdamerikaniſche Republik Columbien hat geſtern mit Rückſicht
auf die ernſte Finanzlage die Ausfuhr von Gold verboten.
Frankfurker Börſenſtimmungsbild.
In der geſtrigen Börſenverſammlung herrſchte außerordentlich
ge=
drückte Stimmung, die in der Hauptſache auf die bekannt gewordenen
Zahlungseinſtellungen deutſcher Bankfirmen zurückzuführen war. Das
geſtern ſicher als überhöht zu betrachtende Kursniveau erfuhr eine
Korrektur nach unten, und die führenden Induſtriewerte wurden im
Vergleich zu den geſtrigen Schätzungen um 5—7 Prozent ſchwächer
ge=
nannt. Die Unklarheit hinſichtlich der künftigen Geſtaltung der Dinge
prägte ſich beſonders darin aus, daß man den Pfandbriefen immer noch
kein größeres Vertrauen entgegenbringt, ſondern im Gegenteil, in
die=
ſen Werten weitere Verkäufe vornimmt. So waren geſtern bei den
Papieren dieſer Gruppe abermals Kurseinbußen um etwa 2 Prozent
zu bemerken. Reichsſchuldbuchforderungen folgten der rückläufigen
Be=
wegung auf dem Aktienmarkte und mußten die geſtrigen Kursgewinne
wieder hergeben. Am Geldmarkt war Tagesgeld zwar leichter, doch
wurde der Satz auf unverändert 7,5 Proz, belaſſen. — Am
Deviſen=
farkt nannte man London—New York 3.48, —Paris 87.25. —Mailand
68,75, —Madrid 40.00, —Schweiz 17.50, —Holland 8.62.
Berliner Deviſen=Feſtſekung vom 25. Hepkember.
10.59 Brief
10.61 Spanien Geld
37.06 Brief
37.14 Wien 59.12 59,24 Danzig 81.92 82.08 Prag 12.475 12.495 Japan 2.073 2.077 Budapeſt 73.28 73.42 Rio de Jan
Jugoſlawien 0.204 0.206 Sofia 3.054 3.060 7.413. 7.427 Holland 170.03 170.37 jgal 13.68 Oslo 99.90 100.10 Athen 4.795 4.805 Kopenhagen 94.90 95.10 Iſtambul Stockholm 111.99 112.21 Kairo 15.58 15.62 London 15.23 15.27 Kanada 3.946 3.954 Buenos Aires 0.983 0.987 Uruguay 1.498 1.502 New York 4.209 4.217 Island 78.92 79.08 Belgien 58.63 58.75 Tallinn 112,24 112.46 Italien 21.68 21.72 Riga 81.22 81.38 Paris 16.63 16.67 Bukareſt 2.537 2.543 Schweiz 82.17 82.33 Kaunas 41.86 41.94
Die Athener Börſenmitglieder verlangen Annullierung der
Sep=
tembertransaktionen. Die Mitglieder der Athener Börſe haben geſtern
abend beſchloſſen, von der Regierung die Annullierung ſämtlicher in
den beiden erſten Dekaden des September getätigten
Börſentransaktio=
nen zu fordern, da infolge des außerordentlichen Rückganges der Kurſe
die Kursdifferenzen bereits über 100 Millionen Drachmen betragen und
kein einziges Börſenmitglied ſeinen Verpflichtungen Ende September
nachkommen könnte. Es wären alſo eine große Anzahl von Inſolvenzen
unausbleiblich, und die Kurſe würden ins Bodenloſe fallen.
Der Frankfurker Piehmarkk in der laufenden Woche.
Die Entwicklung der Preisverhältniſſe auf dem Frankfurter
Schlacht=
viehmarkt brachte für die dadurch getroffenen Kreiſe eine ſchwere
Ent=
täuſchung. Auf allen Marktgebieten traten recht erhebliche Rückſchläge
ein. Die ſtarke Schwächung der Kaufkraft der Bevölkerung erzwang in
Verbindung mit einem gegenüber der Vorwoche ſtark erhöhten Auftrieb
Preisngchläſſe, die an einzelnen Marktgebieten bis zu 5 RM. betrugen.
Eine Beſſerung der Entwicklung iſt nicht abzuſehen. Im Gegenteil
drängt ſich die wohl auch berechtigte Befürchtung auf, daß mit weiterem
Herannahen des Winters die Situation auf den Schlachtviehmärkten
ſich erneut verſchlimmert. Am Großviehmarkt betrug der Auftrieb 1709
Stück gegen 1563 Stück in der Vorwoche. Die Marktentwicklung war
ſehr ſchleppend. Der geſamte Auftrieb konnte nicht abgeſetzt werden,
ſo daß Ueberſtand verblieb. Ochſen und Kühe gaben bis zu 3 RM.,
pro Zentner Lebendgewicht im Preiſe nach, während Bullen etwas
weniger im Preiſe verloren. Auch am Kälbermarkt ging die
Preisten=
denz trotz unveränderten Auftriebs von 1348 Stück nach unten. Die
Preisabſchläge betrugen bis zu 3 RM. und darüber hinaus.
Außer=
ordentlich ſchlecht waren in der Berichtswoche die Verhältniſſe an dem
Schweinemarkt, der einen um etwa 1500 Stück größeren Auftrieb zu
verezeichnen hatte (6707 gegen 5250). Bereits zu Beginn der Woche
ergab ſich ein Preisſturz um 4 RM., der ſich gegen Ende der Woche
weiter fortſetzte. Kataſtrophal waren auch die Verhältniſſe am
Schaf=
markt, wo die Preisnachläſſe bis zu 5 RM. betrugen. Im einzelnen
notierten pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a) 1. 38—42 (41—45), 2.
35—37 (37—40), b) 30—34 (32—36), Bullen a) 30—34 (33—35), b) 26
bis 29 (27—32), Kühe a) 30—32 (32—35), b) 26—29 (28—31), c) 18—
25 Färſen a) 38—42 (41—45), b) 35—37 (38—41), c) 30—34 (32—36),
Kälber b) 48—53 (50—53), c) 43—47 (44—49), d) 30—42 (33—43),
Schafe a) 1. 34—3 (40—43), b) 25—33 (34—39), Schweine b) 52—56
(58—60), c) 52—56 (57—60), d) 50—55 (54—58).
Einführung des Eigentumsvorbehalts im Rauchwarenhandel.
Die vor kurzem abgehaltene außerordentliche
Mitgliederverſamm=
lung des Reichsverbandes der Deutſchen Rauchwarenfirmen (Sitz
Leipzig) beſchloß, in die Verkaufsbedingungen den
Eigentumsvor=
behalt einzufügen. Danach behält ſich der Verkäufer das
Eigen=
tum an ſämtlichen von ihm gelieferten Waren bis zur
vollſtän=
digen Bezahlung ſeiner geſamten Forderungen aus der
Geſchäfts=
verbindung (Hauptforderung und Nebenforderungen) und
Be=
gleichung eines etwa ſich zu Laſten des Käufers ergebenden
Konto=
korrentſaldos vor Bei Verarbeitung der vorbehaltenen Ware
tritt an deren Stelle der daraus hergeſtellte Gegenſtand. Die
neuen Beſtimmungen treten am 1. Oktober d. J. in Kraft,
Generalverſammlung der White Star Line. In der geſtrigen
Ge=
neralverſammlung der White Star Line deren Geſchäftsjahr mit
er=
heblichen Verluſten ſchloß, erklärte der Vorſitzende Sir Walter
Run=
ciman, es ſei natürlich, daß die Geſellſchaft bei ſo großen
Handelsver=
luſten nicht erheblich länger arbeiten könne, ohne daß etwas
Durchgrei=
fendes geſchehe. Obwohl man ſich über die Form der Maßnahmen
noch nicht klar ſei, würden große Anſtrengungen gemacht, um die
welt=
berühmte Schiffahrtslinie zu ſchützen. Er ſelbſt werde ſobald wie mög=
lich ſeinen Ehrenpoſten in der Firma niederlegen.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23 „September 1931 hat
ſich in der dritten Septemberwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank
in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 93,8 Millionen
auf 3247,6 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an
Handelswechſeln und =ſchecks um 125,9 Millionen auf 2994,7 Mill. RM.
zugenommen, die Lombardbeſtände um 22,6 Millionen auf 141,2 Mill,
RM. und die Reichsſchatzwechſel um 9,6 Millionen auf 8,6 Mill. RM.
abgenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 794
Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 75,7 Millionen auf 4173,9 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 3,7 Millionen auf 408,7
Mill. RM. verringert. Unter Berückſichtigung, daß in der
Berichts=
woche Rentenbankſcheine in Höhe von 0,1 Mill. RM. getilgt worden
ſind, haben ſich die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen
auf 18,8 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 540,3
Millionen eine Zunahme um 146,9 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
56,0 Millionen auf 1672,2 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben
die Goldbeſtände um 2,3 Millionen auf 1374,4 Mill. RM. zugenommen,
und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 58,3 Millionen auf
297,8 Mill. RM. abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
be=
trägt 40,1 Prozent gegen 40,7 Prozent in der Vorwoche.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 25. September ſtellten ſich
für Kupfer: September 58,50 (60), Oktober 59 (60)
Novem=
ber 59 (61), Dezember 60.50 (61,25) Januar 60,50 (60,75),
Fe=
bruar, März 61 (62), April 61,50 (62), Mai, Juni. Juli 62 (63),
Auguſt 62,75 (63,50) Tendenz: unregelmäßig. Für Blei:
September 22 (24), Oktober, November 22 (24,50), Dezember
22,50 (24,50), Januar, Februar 23,50 (25), März 23 75 (25), April
24 (25). Mai 24,50 (25). Juni, Juli 24 (25,50), Auguſt 24 (25).
Tendenz; ruhig. Für Zink: September 22 (23,50) Oktober
22,25 (22,75), November 22,50 (23,50), Dezember 23 (23,75),
Ja=
nuar 23 (25), Februar 23,75 (24,25), März 24 (25), April 24,25
(25,75), Mai 24.50 (26). Juni 25 (27), Juli 26,25 (26,75). Auguſt
25,25 (26,25). Tendenz; unregelmäßig. — Die erſten Zahlen
be=
deuten Geld, die in Klammern Brief.
Produkkenberichte.
Der Vorſtand der Frankfurter Getreidebörſe hat beſchloſſen, für
das Erntejahr 1931/32 amtlich zu notieren: Weizen (Heſſen, Provinz
Heſſen=Naſſau und Unterfranken) mit einem Hektolitergewicht von 74
Kilo, gut, geſund und trocken, und Roggen (Heſſen, Provinz Heſſen=
Naſſau und Unterfranken) mit einem Hektolitergewicht von 72 Kilo, gut,
geſund und trocken. Des weiteren wurden Richtlinien feſtgeſetzt zur
Beurteilung von Qualitätsabweichnungen gegenüber den amtlichen
No=
tierungen von Weizen und Roggen.
Berliner Produktenbericht vom 25. September. Nach der geſtrigen
exploſiven Preisbewegung, die ſich im Laufe des Nachmittags noch
über=
ſteigert hatte, war heute eine merkliche Beruhigung zu beobachten. Die
halbamtliche Erklärung, daß zu den Inflationsgerüchten für die Mark
keine Veranlaſſung beſteht, hat in der Hauptſache in dieſer Richtung
gewirkt; außerdem hat wohl überhaupt eine ruhigere Beurteilung der
Situation Platz gegriffen, und man iſt ſich bewußt geworden, daß die
Ernte für die Verſorgung der Bevölkerung voll ausreicht und gegen
ſpekulative Auswüchſe mit allen Machtmitteln vorgegangen werden
dürfte. Das Weizenangebot aus erſter Hand hat ſich ziemlich
beträcht=
lich verſtärkt; die Abgeber, die geſtern nachmittag noch 2 Mark über
geſtrigem Börſenniveau liegende Preiſe gefordert hatten, ſind heute
bei gegenüber geſtern mittag 3 Mark niedrigeren Preiſen zu Verkäufen
bereit; die Nachfrage iſt jedoch immer noch ziemlich zurückhaltend.
Rog=
gen blieb dagegen ziemlich knapp offeriert, aber die Forderungen ſind
gleichfalls um etwa 2 Mark ermäßigt. Auf dieſem Niveau findet das
Material bei den nur knapp verſorgten Mühlen Aufnahme. Der
Lie=
ferungsmarkt zeigte für Weizen Preisabſchläge von 3—4 Mk., für
Rog=
gen von 2—3 Mk. Mehl wurde zu geſtrigen Preiſen offeriert.
Weizen=
mehl blieb ſtark vernachläſſigt; von Roggenmehl fanden nur die
billi=
geren Provinzfabrikate einige Beachtung. Hafer wurde von der
Ab=
ſchwächung mitgezogen, gute Qualitäten waren weiterhin wenig
ange=
boten, geringere dagegen reichlich, aber vernachläſſigt. Gerſte ſtill.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicagoſam 25. Sept.:
Getreide. Weizen: September 48,25, Dezember 48,75,
März 51½, Mai 52,75; Mais: September 39, Dezember 37½,
März 39,25, Mai 41,25; Hafer: September 21,50, Dezember
23,25, Mai 26; Roggen: September 37,50, Dezember 39,
Mai 41,50.
Schmalz: September 6,80, November 6,575, Dezember 5,80,
JJanuar 5,75.
Speck, loco 7,625.
Schweine: Leichte 5,00—5,35, ſchwere 4,75—5,40;
Schweine=
zufuhren in Chicago 24 000, im Weſten 66 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 25. Sept.:
Schmalz: Prima Weſtern 7,55; Talg, extra loſe 234.
Getreide. Weizen; Rotwinter 61,75, Hartwinter 62,50;
Mais: loco New York 53½; Mehl: ſpring wheat clears
4,00—4,60; Getreidefracht nach England 1,6—2,3 sh, nach dem
Kontinent 8—8½ C.
Kakao. Tendenz: kaum ſtetig. Umſätze 118, loco 4½;
Sep=
tember 4,92, Oktober 4,03, Dezember 4,23, Januar 1932 4,28,
März 4,42, Mai 4,56, Juli 4,75.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie teilt mit: In der
Prä=
ſidialſitzung am 25. September 1931 nahm das Präſidium Kenntnis von
dem ſchon an anderer Stelle mitgeteilten Rücktritt ſeines Vorſitzenden,
Herrn Geheimrat Duisberg. Das Präſidium wählte einſtimmig Herrn
Krupp von Bohlen und Halbach zum neuen Vorſitzenden.
Die Bankfirmen S. Schönberger u. Co., Berlin und Amſterdam
ſind in Zahlungsſchwierigkeiten geraten und mußten geſtern ihre
Schal=
ter ſchließen. Als Urſachen werden die allgemeinen Wirtſchaftskriſe,
die Verſchlechterung der engliſchen Währung und die damit verbundenen
Verluſte angegeben.
Die Bankfirma Jacob Sichel Nachf. in Frankfurt a. M. hat ſich
gezwungen geſehen, die Zahlungen einzuſtellen und erſtrebt einen
Ver=
gleich. Ein genauer Status liegt noch nicht vor.
Die Frankfurter Maingas=Werke A.G. wird, entgegen den bei der
Umgründung geäußerten Meinungen, vorausſichtlich in der Lage ſein,
die vorgeſehene 6prozentige Dividende zu verteilen. Der Reingewinn
beträgt für die erſten acht Monate des laufenden Geſchäftsjahres 12
Mill. RM. Für das ganze Geſchäftsjahr ſoll er laut Voranſchlag 18
Mill. RM. erreichen. Das günſtige Ergebnis wurde erzielt trotz des
Rückganges des Gaskonſums um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Däniſche Nationalbank erhöht ab morgen, den 26, d. M., ihren
Diskont von 4,5 auf 6. Prozent.
Bei den Belgrader Banken machte ſich am Donnerstag ein ſtarker
Andrang der Einleger geltend, die ihre Guthaben abheben wollten. Die
Preſſe bringt über dieſen Run keinerlei Meldung. Es wird erklärt, daß
der Mangel an Vertrauen, der nicht nur die Geſchäftswelt, ſondern auch
die breiten Schichten des Volkes erfaßt habe, Anlaß zu der
übertrie=
benen Nervorſität gegeben habe.
Bei der Ausſprache über die ſchweizeriſche Finanzpolitik im
Natio=
nalrat erklärte der Vorſteher des Finanzdepartements, Bundesrat
Muſy, daß angeſichts der beſonderen Wirtſchaftsverhältniſſe der Schweiz
die Aufrechterhaltung der Goldwährung und des Schweizer Franken auf
Goldparität beibehalten werden müſſe; die engliſche Währungskriſe
könne an dieſer Politik nichts ändern.
Die argentiniſchen Banken haben auf Aufforderung der
Argentini=
ſchen Nationalbank beſchloſſen, proviſoriſch den Dollar als
Währungs=
grundlage anzunehmen. 180 argentiniſche Goldpeſo ſollen 100 Dollar
eitiprechen.
Nummer 267
Samstag, den 26. September 1931
Seite 13
Darglebllemtodoeliktorsrensen Dann etliche Seiten ſpäter:
22)
Ingenieur Tiedien, ſonſt ein überzeugter Schweiger, fühlte
ſich angekurbelt und nahm mehrfache Anläufe, aber er
ver=
hafpelte ſich immer wieder rettungslos in der Anpreiſung der
Rundfunkgeräte einer beſtimmten Firma, die er vertrat. Herr
Loebe, der Kameramann, prahlte mit Ateliergeheimniſſen und
verriet angebliche Intimitäten aus dem Privatleben von
Film=
diven, die ihm, wie er betonte, nichts vormachen konnten”.
Schließlich ließ der Maeſtro einige Flaſchen Wein kommen
und ſetzte eine Bowle an, was ihm im Handumdrehen die Gunſt
aller gewann, nicht zuletzt jene der Frau Ingenohl, die ſchon
immer von ſolchen Gäſten geträmt hatte. Man ſtieß mit den
Gläſern an, die Stimmung ſtieg.
Plötzlich ſtockte die Unterhaltung, ein Menſch von Gardemaß
mit Athletenſchultern zeigte ſich in der Türe, warf einen
fro=
ſtigen Blick ringsum und verſchwand. Immerhin hatte der
Maeſtro Zeit gehabt, ihn zu betrachten. Dieſe Phyſiognomie
prägte ſich keicht ein: das Geſicht eines Antinous, das einmal
von ungewöhnlicher männlicher Schönheit geweſen ſein mußte
— jetzt war es einigermaßen entſtellt durch ein abgeplattetes
Naſenbein, das offenbar durch irgendeinen fürchterlichen Schlag
eingedrückt worden war. Der Maeſtro dachte unwillkürlich an
Stenzel, an den dieſes Geſicht auch noch in etwas anderem
er=
innerte, in etwas Unbeſtimmbarem, einem Flackern des Blicks.
„Das war, wohl Herr Aſtanopoulos?” fragte, er in das
Schweigen hinein.
Tiedien brummte eine undeutliche Antwort. Fräulein Kaſtan
äußerte ſich beſtimmter: „Erraten!”
Loebe, der Kameramann, tat einen Schluck aus ſeinem
Bowlenglas: Na Proſit! Auf daß er nicht wiederkehre!”
Der Maeſtro ließ fragend die Augen wandern: „Scheint
nicht fehr beliebt zu ſein, der Herr.
„„Das walte Gott!” platzte Tiedjen heraus.
„Er iſt Sportlehrer oder ſo etwas?” ſondierte der Maeſtro
vorſichtig.
„Sagen wir lieber ſo etwas”” — Fräulein Kaſtan dämpfte
die Stimme — „das andere iſt für ihn nur ein Aushängeſchild!”
Ingenieur Tiedien unterbrach ſtreng: „Mit Beſtimmtheit
weiß man das doch nicht, Fräulein Kaſtan!”
„Na, da müßte man blind und taub ſein: nächtelang
ver=
ſchwinden, mit Damen auftauchen, deren Autos um die nächſte
Ecke halten! Und was für Frauen! Da ſind Omamas
dar=
unter. Das iſt bei dem eine regelrechte Induſtrie.”
„Na, ſagen wir Heimarbeit”, kicherte Loebe.
Der Penſionsklatſch entfaltete ſich üppig, und Herr
Aſtano=
poulos ſchnitt dabei nicht gut ab. Der Maeſtro begnügte ſich,
befremdet den Kopf zu ſchütteln. Nach einiger Zeit meldete er
Müdigkeit an und zog ſich zurück.
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
Roman von
Nachdruck verboten.
In Wirklichkeit war er wunderbar wach, hatte das Licht
verlöſcht und ſaß lauſcheno auf ſeinem Bett. In Anbetracht
nur durch eine vorhangverhängte, einfache Tür getrennt.
Man hörte den Ingenieur geräuſchvoll und mit Hingabe
raſchelten, es wurde ſtill.
Durch das Schlüſſelloch fiel ein Lichtſtrahl, er bückte ſich und
verſuchte, durch die Oeffnung zu ſpähen. Man konnte einen Teil
falls war es eine Beſchäftigung, die eigentlich nicht zu ihm
geiſtige Betätigung bei ihm wie etwas Wioernatürliches
an=
mutete.
Der Maeſtro beobachtete geduldig, obzwar die gebückte
Hal=
tung, in der er verharren mußte, recht unbequem war und ihn die Adreſſe eine ganz fremde Straße.
alle Glieder ſchmerzen ließ.
Endlich warf Aſtanopoulos einen Blick auf ſeine
Armband=
uhr, nahm Hut und Mantel und ſtahl ſich auf Zehenſpitzen
da=
von. Vom Fenſter aus ſah ihn der Maeſtro eiligſt die Straße
überqueren.
Er wartete etwa eine halbe Stunde lang, ob der Grieche
zurückkehren würde, dann ſchlüpfte er lautlos hinüber in deſſen
Zimmer.
ſtücke, Toilettegegenſtände, einige halbvolle Likörflaſchen ſielten
ſich umher, und auf dem Tiſch lag ein kleines, in roten Saffian
gebundenes Notizbuch, das ſein Beſitzer wohl vergeſſen hatte.
Der Maeſtro griff danach, verſäumte nicht, genießeriſch das
Leder zu beſchnuppern, dann blätterte er darin. Schließlich ſteckte
er es ein und kehrte wieder nach ſeiner Behaufung zurück, um
dort in Ruhe den Inhalt zu prüfen.
nungen, die ſich in ähnlicher Art ſtets wiederholten. Auf den
zuletzt beſchriebenen Seiten begegnete man vornehmlich drei
Frauennamen. Da ſtand z. B.:
Lydia S., Gatte Fabrikbeſitzer. — Eigenes Bankkonto. Große
Beſorgnis über Entdeckung.
z
Lena D. erklärte, ihr Mann würde ſie vor die Türe ſetzen,
wenn er etwas erfährt. Schmuck auf 60 000 Mark
ver=
ſichert
Brigitte L. antwortete unter 8. 8, ſie bitte um Friſt von vier
Tagen, werde alles tun, um fünftauſend zu beſchaffen.
B. L. ſandte dreitauſend, erſucht um Aufſchub für den Reſt.
Lydia S. drohte zuerſt mit Selbſtmord, wurde dann
vernünf=
tig. Wird Perlenkollier „verlieren”.
Ueber den Beruf des Herrn Aſtanopoulos, herrſchte jetzt
der dünnen Wände konnte man ohne große Mühe ſehr gut ver= hinlängliche Klarheit. Offenbar betrieb er ſein einträgliches
nehmen, was draußen oder nebenan vorging. Rechts wohnte Gewerbe ſchon geraume Zeit, wenn man nach der Syſtematik ur=
Ingenieur Tiedjen, eine Tür weiter Herr Loebe, gegenüber, teilte, der er ſich befleißigte. Ob man in der Penſion Genaueres
Fräulein Kaſtan und Frau Brettſchneider, die augenblicklich un= über ihn wußte, ſchien zweifelhaft, aber man ahnte wohl dunkel,
päßlich war. Links mußte das Zimmer des Griechen liegen, daß er nicht ſtubenrein war, das Verhalten, der Gäſte ließ
wenigſtens darauf ſchließen.
Der Maeſtro ſchrieb ſorgfältig eine Anzahl der Daten ab,
gähnen, hernach ſeine Stiefel auf den Korridor ſtellen, Kleider dann trug er das Büchelchen an ſeinen Platz zurück, wobei er
die Gelegenheit benutzte, nochmals Umſchau zu halten. Die
Der Maeſtro ſteckte den Kopf hinaus, alles lag in Finſternis Schreibtiſchlade war verſchloſſen, der Schrank dagegen offen,
und Schweigen. Er kehrte zurück und hob ſacht den Vorhang, doch er enthielt nichts Bemerkenswertes; etliche Anzüge und
Wäſche.
Schon wollte der Maeſtro den Raum wieder verlaſſen, da
des Zimmers ziemlich deutlich überblicken, an einem Tiſch ſaß fiel ſein Blick zufällig auf einen hinter dem Tiſch ſtehenden
der Antinous und tat etwas, was man von ihm am wenigſten Papierkorb. Ohne Zögern durchſtöberte er ihn. Es ließ ſich
erwartet hätte: er ſchrieb. Liebesbriefe oder anderes Jeden= dort aber nichts endecken als eine halbzerknüllte Zeitung, eine
leere Zigarettenſchachtel, die zerriſſene Rechnung einer
Plätt=
paßte: er erſchien ſo ganz ein rein phyſiſches Weſen, daß jede anſtalt und ſchließlich — an den Bewohner des Zimmers
ge=
richtet — ein Briefumſchlag ohne Inhalt. Der Poſtſtempel trug
das Datum des vergangenen Tages, die Schrift rührte
unver=
kennbar von Frauenhand, allein ſonderbarerweiſe verzeichnete
Hielt Herr Aſtanopoulos, ſich zu gleicher Zeit zwei
ver=
ſchiedene Wohnungen? Damit wäre erklärt geweſen, daß er,
wie es hieß, oft nächtelang fortblieb. Er ſchlief dann eben in
ſeinem anderen Domizil und mochte ſeine guten Gründe haben,
jeweils nach Belieben wechſeln zu können. Wahrſcheinlich trat
dieſe Notwendigkeit ein, wenn ſich bei irgendeiner ſeiner
zahl=
reichen Frauenbekanntſchaften gewiſſe Schwierigkeiten ergaben, die
es geraten ſein ließen, zu verſchwinden. Solche Situationen
wiederholten ſich offenbar mit beſtimmter Regelmäßigkeit, die
Es roch hier ſtark nach einem herben Parfüm; Kleidungs= Aufrechterhaltung zweier Wohnungen gehört alſo zu den
Ge=
ſchäftsſpeſen.
Wenn Aſtanopoulos Mabel gekannt und zu ihr in
Be=
ziehungen geſtanden hatte, ſo lag es nahe, daß von ihm der
Verſuch unternommen worden war, auch bei ihr ſeine üblichen
Kreditoperationen vorzunehmen. Vielleicht mit weniger Glück
als ſonſt? Vielleicht hatte ſich Mabel geweigert, ſeinen
For=
derungen nachzugeben, ihm mit Enthüllungen gedroht, und der
Es waren zumeiſt kurze, ſchlagworthaft gehaltene Aufzeich= Grieche hatte ſchließlich zu einem letzten, verzweifelten Mittel
gegriffen, der Gefahr zu begegnen, indem er ſie beſeitigte?
Wieſo es ihm gelungen war, unbemerkt wieder zu entkommen,
ſtand auf einem anderen Blatt. Vorläufig mußte ein
Beweis=
mittel dafür herangeſchafft werden, daß er mit Mabel in Be=
(Fortfetzung folgt.)
ziehungen geſtanden hatte.
Maturpfad
Rühler Grund
im herrlichen Mähltal.
Der beste Zwetschenkuchen
Stück 0.25
Der vorzügliche Bohnenkaffee
kleine Kanne 0.50
Frisch gekelterter Apfelmost
Gx. schatt. Garten mit herrl. Ausblick
Gemütliche Räume. (13808
Von Eberstadt 2km. Nd.-Ramstadt 3km
Kirchweih Nieder=Beerbach
am 27. u. 28. September.
Autobusverkehr ab Verkehrsbüro
8, 10, 12, 13.30, 15 u. 19.30 Uhr.
Heſſ. Autobusverkehrsgeſellſchaft
(13850
Darmſtadt.
Kirchweihe
in Nieder-Beerbach
in der neuen Turnhalle.
Neuer Tanzboden
Großer Saal
Prima Weine u. Speisen
Pfungstädter Märzenbier
Es laden freundlichst ein
Harl Krämer u. Frau
Besitzer des Restaurant Waldmühle.
MiichdeIne
Nieder-Beerbach
Sonntag, 27. und Montag, 28. Sept.
An beiden Tagen durchgehende Autobus-
Verbindung ab Eberstadt, Haltestelle Elektr.
Gasthaus „Zum Darmstädter Hof”
Gasthaus „Zum Mühltal” 13807b
HotelGoldeneKrone
Jugenheim a d. Bergstr.
Hach-Airohweih
Sonntag, den 27. September
Von nachmittags 5 Uhr ab
Tanz (13808
Leizier Aalohus 1 Uhr nachis nach Darmstadlt.
Aufforderung.
Der Gläubiger=Ausſchuß der Darmſtädter Volksbank empfiehlt
ſämtlichen Gläubigern der Bank, die von der Bankleitung verteilten
Formulare durch die die Zuſtimmung zur Eröffnung des gerichtlichen
Vergleichsverfahrens gegeben werden ſoll, unverzüglich auszufüllen, zu
unterzeichnen und an die Bankleitung zurückzugeben. Wer noch nicht im
Beſitz eines ſolchen Formulars iſt, begebe ſich ungeſäumt auf die
Volks=
bank, um es dort auszufüllen und es zu unterſchreiben.
Der Gläubiger=Ausſchuß macht ausdrücklich darauf aufmerkſam,
daß ſich damit
kein Gläubiger irgend eines Rechtes begibt,
ſondern nach wie vor in ſeiner Stellungnahme gegenüber den
Vor=
ſchlägen des Vorſtandes, des Aufſichtsrats und der Generalverſammlung
der Bank völlige Freiheit hat. Die Zuſtimmungserklärung der in der
Vergleichsordnung vorgeſehenen Gläubigermehrheit iſt vielmehr nur eine
der geſetzlichen Vorausſetzungen, damit das gerichtliche
Vergleichsver=
fahren eröffnet werden kann.
13849
Der Gläubigerausſchuß:
Dr. Mattern, Dr. Bredenbreuker, Lehmann, Dr. Kollbach, Dr. Lich,
Dr. Mößner. Neuſel, Sames, Schüttler.
Breunabor-
Kaft.- Lieferwg.
ſehr preiswert.
Heinrichſtraße 52,
Donges &. Wieſt.
(1313651
Stock
Kardan=
Mokorrad
300 ccm, neu. weit
unt Preis! (13842b
Müller & Ober,
Rheinſtraße 39.
16
Zweiſitzer.
verkauft Huck,
Alexanderſtraße 6.
(13847)
Fleischabschlag!
Prima junges Ochſenfleiſch u. Rinds . . Pfd. 0.70
Prima Kalbfleiſch . . . .
Pfd. 0.80—0.90
Prima Kalbsnierenbraten.
.. Pfd. 0.80
Prima Hachfleiſch.."
Pfd. 0.30
Prima ausgel. Ochſenfett.
Pfd. 0.40
Prima Ochſenwürſtchen .
Pfd. 0.30
Großschlachterel IOseph Pauly
Telefon 2928
13821a
Karlſtraße 66
Lederſchuhe
mit Holzſohlen
Karl Brückner
Holzſtraße
am Brunnen (13759a
Darlehen
g Sicherh. all. Art
Nachw. lfd. Auszahl.
1. u. 2. Hypotheken.
Anfrag. unt. P. 116
an die Geſchäftsſt. *
Wer ſucht
Hypo=
theken, Darlehen,
Kauf= u.
Bau=
d9d. wende
Geld: ſich verſ.
zw. koſtenl. Ausk.
an F. H. Thyſſen,
Frankfurt a. W.
Bahnhofsplatz
Bei Anfr. Rückp.
erb. Vertret. geſ.
(V.13530)
3000 Mk.
gegen
Hypotheken=
grundſchuldbrief
geſucht.
Beſte Sicherheit
guter Zinſendienſt.
Gfl. Ang. u. P. 121
a. d. Geſch. (13818
4000 RM.
auf gute 2 Hypoth.
nur von Selbſtg. z.
leihen geſ.
P. 16 Gſch. (13709b
Darlehen
erſtkl. Sicherheit u.
2—3000 RM. gegen
gt. Verzinſ. geſucht
Angeb. unt. P. 132
a. d. Gſchſt. (13833b
z. ſofort
300 Mk. geſucht.
Gute Zinſ. u. mon.
Rückzhlg. Als
Aqui=
valent ſof, einen f.
neuen 3flam.
Gas=
herd mit Backofen.
Angeb. unt. P. 500
a. d. Gſchſt. (13839
Blumendraht,
Draht=Wäſcheleinen
Karl Brückner
Holzſtraße,
a. Brunnen. (13815a
Ia Quitten 10 Pfd.
1.30 N. la Birnen
Pfund 10 3 zu
ver=
kaufen. Gärtnerei
L. Weicker,
Friedhofs=Allee.
UWION BANK
Rheinstraße 24 Fernruf: 100, 1010, 3000, 3001
13381a
Ariel, 500 ccm, m.
el. L. u. Horn, ſehr
bill. wg. Abreiſe z.vk.
Kahlertſtr. 1 2, (13845
Siak 420
Vierſitzer
verkauft Huck,
Alexanderſtraße 6.
(13846)
Opel 4/20 od. 4/16.
ſoff. Vierſitzer, gut
erh. zu kaufen geſ.
Angeb. m. Preis u.
P. 132 a. d. Gſchſt.
Gebrauchke
Mokorräder
in all. Preislagen.
Heinrichſtraße 52,
Donges & Wieſt.
(13137b)
4 PS. 4=Sitz.
Opel=
wagen billig abzug.
Riedlingerſtr.41.v*
Laſtwagen
ſpottbillig f. 150 ℳ
zu vk. Mühlſtr. 1.*
4 PS. Opel=Limouſ.
700 ℳ. 2=Zylinder=
Motor NSul.
kom=
plett 20 ℳ. 1
gut=
erh. Herr.=Fahrrad
25 ℳ zu verkaufen.
1 ſteuerfrei.
Motor=
rad gegen
Lebens=
od. Futtermittel zu
tauſchen geſucht. (*
WerkſtätteLaumann
Ballonplatz 6. Hof.
Ford=Limufine
Bi. 27228, in beſt.
Zuſt., prsw. z. verk.
Zu erfr. Arheilger,
Gr. Kaplaneig. 60.
(ms)
4 P5. Cikroen
zu verkauf., 300 ℳ.
Tauſche
auchMotor=
rad 500 ccm.
Karl=
ſtraße 61, Garage.
Pension Internationale
Darmstadt, Saalbaustr. 72, Telefon 2499
Neu renoviert. Fremdenheim mit jedem Komfort;
Fliegendes kaltes und warmes Wasser in allen
Zimmern. Zentralheizung, Bäder, vorzügl. gepflegte
Küche, mäß, Preise. Monatspreise für Dauermieter.
(13814b
L. & M. Conzelmann
195 Pfg. 1 2oſe Fußb. Lackfarbe
10846alkarben-Krauth. Bschollbr. Str. 3
Warenſchränke
m. Glasſchiebetür
gehr., ca. 250 cm. h.
u. 2—300 cm. breit,
zu kaufen geſ. Off.
u. P. 109 Geſch.
Suche kl. u. großen
Herdofen. Ang m.
Pr. u. P. 100 Gſch.*
Gutes Piano
bill. zu kaufen geſ.
Ang. mit Preis u.
P. 101 a. d. Geſch.*
Waſchbecken,
weiß, noch gut erh.,
zu kauf. geſ. Ang.
u. P. 30 Geſchſt. E
Guterh. pol. Kleid.=
Schrank od. Spieg.=
Schrank z. kauf. geſ.
Ang. u. P. 106 Gſch.
KCr
Mod, gut erhalt.
herrenzim.
zu kaufen geſucht.
Off. m. Preisang.
u. P. 94 g. d. Gſch.
(TF. 13798)
Kl. Küchenherd
z. kauf. geſ. Länge
bis zu 80 cm. Ang.
u. P. 95 Geſchſt. (*
Suche 2rädr.
Hand=
wagen, f. Metzger
geeign., 1
Schleif=
ſtein mit od. ohne
Motorbetrieb. Off.
u. P. 102 Geſch. (*
Suche zu kauf.:
Elektriſches
Schmiedefeuer=
Gebläſe
Gleichſtr. 220 Volt.
Angeb unt. P. 120
a. d. Geſch. (13812
Müt ab
vor dieden Mitene!
Eine besondere
Gelegenheit!
Moderne
Fassons
teils Velours
M.
kurz gerauht,
mit gufem
Schweißleder
teils Haarfilz
Mk.
2.45
4.75
AILTA
[ ← ][ ]Seite 14
Samstag, den 26. September 1931
Nummer 267
Dauergäſte u.
Er=
holungsſuch. finden
in ruh. Haus in gr.
Garten liebey.
Auf=
nahme,
NäheDarm=
ſtadts. Anfr. unter
P. 81 Gſch. (43775b
ELIA
Sonntag, den 27. September, vormittags 11½ Uhr, F Ilm-Morgenfeter.
Wir bringen in Erstanfführung das berrliche Kultur-Filmwerk:
ELIA
Erholungsheim
Penſion
Kümmel=
bacherhof b.
Heidel=
berg. Unmittelb. a.
Wälde geleg. Große
Terraſſe mit herrl.
Ausſicht ins
Neckar=
tal. Das gze. Jahr
geöffnet. Behaglich.
Aufenth. f. Herbſt
u. Winter. Vorzügl.
Verpfleg., 4 Mahlz.
Liegehalle, Zentr.=
Heiz. Penſionsprs.
5—6 ℳ, ab 1. 9.
er=
mäßigt. Proſpekte
auf Wunſch. (9871a
Mit der baprischen Zugspitzbahnauf die Zugspitze
Ein Film aus der Gebirgswelt der Zugspitze. — Die Aufnahmen wurden geleitet von Ingenienren, welche die Zugspitzbahn erbauten und von Ingenienr
Pille gedreht. Der Bau der Zugspitzbahn wird Etappe um Etappe gezeigt als Zengnis dentscher Ingenienr-Kunst und als Beweis übermenschlichen
Schaffensdranges und zäher Tüchtigkeit.
Umgeben von der 4pennelt, nie zie die Phantzsie genaltiger nieht gestalten kanu, erhebt zieh. Dentsehlands höchster Bers „Die Zugpitre‟
Das Wettersteinmassiv — Garmisch Partenkirchen — Badersee — Eibsee — Schneeferner-Platt — Riffelriß — Der Durchbruch des Tunnels in
2400 Meter Höhe — Abendstimmung — Karwendel — Wank — Kramer — Daniel — Rissersee — Kreuzecktunnel.
Jugendliche haben Zutritt.
Volkstümliche Preise.
Vorverkauf an der Hellakarse.
A
Nur noch bis Montng
Heute Erstaueführung
guterh., 450, 600
680 Mark abzug,
Hlavier-Arnold
Ecke Erbacherſtr.
Der erste deutsche Ton- u. Sprechfilm,
der die erbitterten Kämpfe um
Verdnn behandelt
nach Berlin
Anoden=
bakkerien
Douaumont
wo der Film wochenlang vor
ausverkauften Häusern lief.
(Die Hölle vor Verdun)
100 Volt erſtklaſſ.
Fabr., wie Pertrix
uſw. v. 7.— ℳ an.
Sallwey & Co.,
jetzt
Eliſabethen=
ſtraße 28. (13534b
Ein erschütterndes
Doku-
ment aus vergangen. Tagen
Fahrrad=
Beleuchkungen
Der Film ist bergestellt unter
per-
sönlicher Mitwirkung ehemaliger
Verdunkämpfer, unter ihnen die
Er-
stürmer des Fort Douanmont
Hauptmann Haupt u. Ltn.
d. R. Radike.
Karbidlampen.
von 2,75 an,
Batterielampen
von 1.75 an,
Dynamolampen
von 9.75 an,
Dazu das
relchhaltige Beiprogramm
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
BENMittwoch,
30. Septbr. Liederabend Kleines Peter Schäfer Haus am Flügel: Prof. Dr. Noack Rarten: Rasse Rleines Kaus 13806 Christian Arnold a. WeißenTurm
Ab heute in Neuaufführung
Felix Bressart
Der Tonflm-Liebling Deutschlands in
dem Lachschlager
Der Schrecken
der Garnison
Regie: Carl Boese
In weiteren Hauptrollen:
Lucie Englisch, Adele
Sand-
rock. Albert Paulig,
Curt Vespermann u. v.a.
Was Bressart als Musketier u. Husar
Kulike in der Verkörperung sprühender
Situationskomik leistet, das ist
herz-
erfrischend von Anfang bis Ende.
Dazu
das gute Beiprogramm
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 345, 600 und 820 Uhr.
Die allerneueſten
Schallplatken
Grammophon und
Gloria, nur 2 Mk.
Muſikhaus Bund,
Schuchardſtraße 9.
(1349ta)
Zahrrad=
Reparakuren
Mf
alle Erſahleile
immer am billigſt.
nur bei (13637a
B. Ori0
Karlsſtraße
Anoden=
bakiere
100 Volt 7.
Gute Qualität.
Radi
Boßle
Ludwigsplatz
Fernſprecher 2140.
12400a1
Zeiß=Brikells
Restaurant „Bismarck-Eck‟
Ecke Bismarck- und Wendelstadtstraße — Inh.: Ph. Doerr
Jeden Sonntag abend KONZERT
Bekannt für vorzigl. preiswerten Mittagstisch,
reichhaltige billige Abendkarte.
(13820
Emplehle meine gut gepflegten prlma Welne
von 25Pfg. per älas an.
Abz
IZ
HAA
OITERN
Brauurel
zBchat
Schloßgasse 25
Telephon
1816
Samstag und Sonntag
AONZER
Ia Spezialbier.
Preiswerte Küche.
mit GÜlSTAV DEESSL, EGON VON IORDAN
Anfon Pointner, Paul Morgan, Dita Parlo
Wolfgang Zilzer, HI. H. von Twardowski
Buch: Frances Marion
REGE: PAUI. FE)OS
Ein deutscher Metro-Goldwyn-Mayer-Tonfilm
Telefon
1646
Telefon
1646
Traubenmos!
ver O74
. . 209
per Fl. üb. d.Straße 609
Ausschank
süßer
Ferner selbstgekelterter
1930er Ob.-Ingelh. Burgweg
per 8/20 Glas ...
. . 405
per ¼ Liter-Karaffe ...
258
per Literfl. über die Straße . 803
In packenden Bildern zeigt dieser Film das Leben der Sträflinge
in den amerikanischen Gefängnissen und bringt als Höbepunkt
den Aufruhr von Dreitausend Zuchthäuslern.
SEEHEIM
Hotel-Restaurant,„Zum Löwen”
(früher Heldmann) F6754
Gut-bürgerliches, ältestes Haus am Platze.
Gr.schatt. Garten. vorzücl. Speisen u. Getränke.
Spezialität: la Kaifee u. Kuchen. Zirile Preise.
Besitzer: Hermann Wolf, Telefon B2
Im Beiprogramm:
Fox — tönende Wochenschau.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
(V.13799
Ochſenfleiſch
Mittagtiſch 808 mit Beilage
Speisehaus
Fauldrath
Hölgesſtr. 5, I.
R
Seot
Linſenſuppe
mit Würſtchen 359
Hesellschafts-Abend mit Tanz
Die überall bekannt (13822
gute und preiswerte Küche
Dischinger Pilsener im Ausschank
Eintritt und Tanz frei!
Wotrift manſichnachdem Meſſe=Beſuch?
Im Café Merkel, Obergasse 7
das ſolide gemütliche Café m. eig. Konditorei
Tasse Kaffee 20 Pfg.
(5 Minuten vom Meßplatz)
mnd 2.60
R
Absätze
Nur Klebarbeit (12689a
Ledka-Werkstättef
Kiesstr 34, Ecke Hochstr.
R
billig zu verleihen.
Eliſabethenſtr. 35.*
Lrdies Reinbeiwer Lichlspielhaug
Samstag, den 26. 8ept. Sonntag, den 27. Sept.
läuft der große Film
Die geheimnisvole Macht
Zum Datterich Heute Morse
(x) ½8 Uhr ab 5 Uhr
Klesstraße 27
Rohhert
Auraktions-Kapele
Tannobarmonita, Larophon
Hiophon-Salslen 1. 2. m.
Union-Café Konditorei
Mittwochs, Samstags
und Sonntags
nachts geöffnet!
11191a)
eesesesssseseesseeseesas5s
rees
13746b 3
Heute Nacht
Henepel
bis ½4 Uhr geöffnet
Bleichstr. 43
Sesesessssssssssssssshessssrhsrss
Großes Haus 2,00-22.30 Uhr
Hessisches
Landestheater
Samstag
26. September 1931
Zus.-M. WI1
Kleines Haus 2000—22.00 Uhr
Martha
Komische Oper von Flotow
Kein Kartenverkaut
Marguerite: 3
Lustspiel von Schwietert
Preise 0.70—5.00 Mark
Saft. Butterbirnen
z. Lagern Pf. 8 3,
ein Zentner 7.
Wienerſtraße 57
mit Harry Piel.
Ein großer Abenteuer-Film.
Beiprogranm!
Schande
Sonntag 2 Uhr Vorstellung- (13819
Café Ganssmann
12857a
(gegenüber der Hochschule)
das gemütliche Café und Weinlokal.
Mittwochs, Samstags u. Fonntags
Konzert und Tanz
Bis 3 Uhr geöffnet.
oosooe
J8ccS
asss
ccs
„S
fe
laufend im Ausſchank
38 Heinheimerſtraße 38
Gaſthaus
zum roten Löwen
Große Ochſengaſſe 6 (*
Samstags u. Sonntags
Stimmungs=Muſik
Es ladet ein H. Holdenreuter.
ane
Schwarzwälder Kirschnasser
50%,
Zwetschgenwasser, Kirschlikör usw.
la Oualitat billigst.
Preisliste und Geschmacksproben gratis.
Kühner & Berges, Sasbach 4 b. Achern
(1.21
Schwarswaldl.
kestauration Bolle
Hochstraße 10
Samstags, Sonntags, Mittwochs *
verlängerte Polizeistunde
bis 1/4 Uhr geöffnet.
abGrubeMeſſel b. D.
10—50 Ztr. je Ztr.
1.19 ℳ, 50 u. mehr
Ztr. je Ztr. 1.17 ℳ.
in Darmſtadt bill.
bei Georg Schmitt,
Schwanenſtraße 15.
Telefon 2660.
Gewerkſchaft Meſſel,
Telef. 2601 (11431a
Wertvolle
Skand=, Wand=,
Armband- und
Taſchen=Uhren
zu ſehr billigen.
Preiſen.
Gätting
Schuchardſtraße 10.
(13308a)
Außer
Woog, 25. Sept. 1931,
Waſſerhöhe 3,86 m.
Luftwärme 8C
Waſſerwärme
vor=
mittags 7 Uhr 122C.
Woogs=Polizei =Wache.
run