Darmstädter Tagblatt 1931


14. September 1931

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inzelnummer 10 Pfennige

ſich 2maligem Erſcheinen vom 1. Sepiember
jember 2.48 Reſchzmark und 22 Pfennig
geholt 2.25 Reichsmark, durch die
40 Reſchemark
8. Poffbezugspreis
ine Beſſellgel
ch 27s Reſchmark.
ſchteſt ſür Auf
von Anzeſgen an
Tagen wird nie
übernommen. Nicht
nzelner Nummern infolge
öherer Gewalt
n Bezſeher nſcht zur Kürzung des
z. Beſtſellungen und Abbeſiellungen durck
Verbindlſchteſt für uns. Poſſchecktonio
Franfurt g. M. 1301,

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtanet
Nummer 255 Montag, den 14. Sepiember 1931.
194. Jahrgang

27 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Reliamezeſle (92 mm
breitl2 Reiſchsmark.Anzeigen von auswärte 40 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite Reklame=
zeiſe
300 Reſchsmarl. Alle preiſe in Reichsmark
Dollar 4.20 Mark).
Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streiltl uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlſcher Beſtreſbung fäll ſeder
n und Darm=
Nabatt weg. Banſionio Deuſche Be
ſädter und Nailonalban.

Heiwehr=Putſch in Oeſterreich.
der Skeiermärker Heimakſchußbewegung unkernimek einen Putſch gegen Wien. Bisher zwei Todesopfer.
Die ſtaatlichen Machkmikkel blieben verfaſſangskreu. Haftbefehl gegen die Heimatſchußführer.

er Aulſch zuſammengebrochen.
Aufſtand zur Reklung
gegen ausländiſche Berſklavung.
Wien, 13. September.
der Nacht zum Sonntag, um 1.30 Uhr, haben Heimwehr=
die
Orte Bruck an der Mur, Kapfenberg, Feldweg,
rg und Schladwig, ſämtlich in Oberſteiermark gelegen,
Das Gleiche war auch in einigen Orten Oberöſterreichs,
rchdorf an der Krems, und in einigen Orten im Salz=
n
der Fall. Der Bundesführer Pfriemer erließ eine
ung, in der er die Ergreifung der Macht durch den ihm
enden Heimatſchutz bekannt gab und Gendarmerie und
hres Eides entband. Die Bundesregierung hat in einem
gramm die Staatsbehörden angewieſen, Widerſtand zu
In einigen Orten iſt es zu kleinen Zuſammenſtößen ge=
den
bis zu den frühen Nachmittagsſtunden des Sonn=
liegenden
Berichten aus Oberſteiermark iſt es den ver=
emühungen
des Militärs und der Gendarmerie gelungen,
te Anzahl der vom Heimatſchutz Dr. Pfriemers beſetzten
eder feſt in die Hand zu bekommen. Lediglich im Mur=
rztal
mußte zu dieſer Zeit noch Infanterie eingeſetzt wer=
ganzen
dürfte der Putſch bisher ohne Blutvergießen
ſchlagen ſein.
eber den Verlauf des Umſturzverfuches
richtet, daß der Heimatſchutz Dr. Pfriemers in der Nacht
nntag eine Reihe von Orten in Oberſteiermark mit be=
n
Abteilungen beſetzte. In Judenburg fand um ½3 Uhr
ſcheidende Führerbeſprechung des Heimatſchutzes ſtatt, an
der Bezirkshauptmann von Judenburg, Dr. Thieber, teil=
Zu dieſer Zeit waren die Abteilungen des Heimatſchutzes
Marſch geſetzt. Es wurden dann die Orte Kapfenberg,
Schladming beſetzt und Plakate angeſchlagen, in denen
Swurde, daß Dr. Pfriemers die Macht im Staate über=
hat
. In Kirchdorf (Oberöſterreich) hatte der örtliche
eis hutz die Bezirkshauptmannſchaft beſetzt, die durch Gen=
* aus Linz an der Donau und Bundesheer ſofort geräumt
In Bruck an der Mur wurden Maſchinengewehre auf=
Beim Bürgermeiſter von Fonsdorf. Nationalrat Hor=
erſchien
der Ingenieur Pichler vom Heimatſchutz und er=
-m, daß die Regierung abgeſetzt ſei und Dr. Pfriemer die
m Staate übernommen habe.
von Dr. Pfriemer erlaſſene Proklamation an das öſter=
Volk erklärt u. a., daß die Heimwehr die Staatsmacht
me und daß er, Pfriemer, die Heimwehr unter die Waf=
Er entbinde alle Beamten und Soldaten ihres Dienſt=
id
nehme ſie für ſich in Eid. Gleichzeitig ſei eine neue
ng veröffentlicht worden, in der Pfriemer ſich ſelbſt zum
ührer ernennt und den Oberbefehl über das Bundesheer
amen habe. In dieſer Verfaſſung ſei die Geſchworenen=
abgeſchafft
und das Standrecht proklamiert. Das Land

i aufgehoben worden.

12 Uhr mittags
oße

teilte die Bundesregierung mit, daß

Nilitärabteilung aus Graz mit Maſchinengewehren
Handgranaten nach Oberſteiermark in Marſch geſetzt
ſei. Gleichzeitig wurden alle Garniſonen alar=
Auch aus Wien und Klagenfurth wurden Militärabtei=
zur
Unterſtützung des Grazer Militärs nach Oberſteier=
itſandt
. Der Truppentransport mußte in Laſtautos vor
in, da die Heimwehr in den Morgenſtunden die Bahnhöfe
hielt, die erſt ſpäter geräumt wurden. Kleine Heimat=
uppen
, die aus Wien nach Steiermark abgehen wollten,
von der Polizei daran gehindert. Die Wiener Bundes=
178 gab eine Erklärung ab, wonach die Machtmittel des
genügen würden, um den Putſchverſuch zu unterdrücken.
n Behörden wurde die Anweiſung gegeben, den Bun=
er
der Heimwehr. Dr. Pfriemer, den Stabsleiter
er und Graf Lamberg, ebenfalls ein Heimwehr=
zu
verhaften. Starhemberg hatte am Tage vor dem
verſucht, den Linzer Brigadekommandanten zur Teilnahme
Putſch zu bewegen. Durch deſſen Ablehnung ſowie durch
ſet tſache, daß Dr. Pfriemer zu früh losgeſchlagen haben ſoll,
Putſch zum Scheitern verurteilt geweſen ſein.
In Wien
Beſamte Polizei in Bereitſchaft, doch herrſcht überall Ruhe.
T Tirol iſt alles ruhig geblieben. Die Tiroler Heimwehr
eidels wurde von der Aktion Pfriemers ſelbſt überraſcht.
keidle erklärte mit aller Entſchiedenheit, mit dem Putſch=
Pſriemers nichts zu tun zu haben. Ebenſo hat die Par=
s
Ing der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiterpartei Oeſterreichs
Lundgebung veröffentlicht, in der ſie ebenfalls betont, der
vollkommen fernzuſtehen.
Saüzend wird berichtet, daß in Steiermark vier Heimwehr=
verhaftet
worden ſind.
*e Truppe Pfriemers iſt der Teil des Heimatſchutzes, der
üüter der Führung des Fürſten Starhemberg ſtand. Be=
ich
hat ſich Starhemberg wegen privater Verhältniſſe beur=
* laſſen und die Führung Pfriemer übergeben. Dieſe Heim=
Euppe erſtreckte ihren Einfluß hauptſächlich auf Steiermark,

Oberöſterreich und Salzburg. Zufälligerweiſe weilt übrigens
Dr. Seipel gegenwärtig in Kremsminſter, in der Nähe von
Kirchdorf.
Während es, wie aus allen Berichten hervorgeht, im all=
gemeinen
zu Blutvergießen nicht gekommen iſt, ereignete ſich in
Kapfenberg bei Wien ein blutiger Zuſammenſtoß zwiſchen Heim=
wehrleuten
und der dortigen Gendarmerie. Heimwehrformationen
verſuchten, das dortige Arbeiterheim zu ſtürmen. Dabei wurde
ein Arbeiter namens Keil getötet, drei weitere Arbeiter und ein
Heimwehrmann ſchwer verletzt.

Abgeblaſen.

Die Preſſeſtelle der Bundesführung der Heimatſchutzwehren er=
läßt
in ſpäter Abendſtunde einen Beſchlußet in dem Dr. Pfriemer
u. a. ſagt:
Die Notlage des Bauernſtandes, das Elend weiter Kreiſe
und der Arbeiterſchaft, ſowie der ſchaffenden Teile unſeres Volkes
hat mich veranlaßt, einen letzten Rettungsverſuch zu
machen, um es vor der ausländiſchen Verſklauung
und dem Niedergang zu bewahren. Obwohl wir nicht
nur ganz Steiermark, mit Ausnahme von Graz, beſetzt, ſondern
darüber hinausgegriffen haben, breche ich um Blutvergießen
zwiſchen dem Heimatſchutz und Exekutive zu vermeiden die Ak=
tion
ab. Gleichzeitig gebe ich meine Führerſtelle des Heimat=
ſchutzes
zurück. Auch Dr. Rauter hat ſein Amt niedergelegt.
*
Die öſterreichiſchen Sozialdemokraten haben an, die
Bundesregierung ein Ultimatum gerichtet, die Aktion Pfrie=
mers
ſofort zu unterdrücken, andernfalls ſie ſelbſt Gegenmaß=
nahmen
ergreifen würden. Außerdem wurde das ſofortige Ver=
bot
der Heimatſchutzwehren gefordert.

Aufrnf der öſterreichiſchen Bundesregierung.
Die öſterreichiſche Bundesregierung läßt folgenden Anſchlag
anbringen:
Mitbürger.
In einer Stunde der ſchwerſten Not unſeres Vaterlandes hat
ein kleiner Bruchteil von Bundesbrüdern jeder Verantwortung
bar und gewiſſenlos, unſere öſterreichiſche Heimat mit verbreche=
riſchem
Leichtſinn in eine Lage gebracht, aus der im Innern und
in den auswärtigen Beziehungen unſagbare Gefahren entſtehen
können. Es obliegt dem ganzen Volke, vor allem aber ſeinen be=
rufenen
Führern und der verfaſſungsmäßigen Regierung, dieſer
Gefahr mit allen geſetzlichen Mitteln und mit der gebotenen
Strenge entgegenzutreten, um nicht nur die verletzte Rechtsord=
nung
wiederherzuſtellen, ſondern auch alle Vorkehrungen zu tref=
fen
, damit das verbrecheriſche Unternehmen raſch unterdrückt und
eine Wiederholung derartiger hochverräteriſcher Abenteuer für
alle Zukunft ausgeſchloſſen bleibe. In dieſer Schickſalsſtunde iſt
es ein Troſt, daß der Bundesregierung erprobte und verläßliche
Machtmittel, Bundesheer, Polizei und Gendarmerie, zur Ver=
fügung
ſtehen, die, vollſtändig in der Macht der Regierung, allen
Situationen gewachſen ſind. Auch Bundesbahn, Poſt, Telegraph,
Telephon haben ihre Aufgaben voll erfüllt. Mit Genugtuung
wird feſtgeſtellt, daß dank der Pflichttreue aller Staatsorgane
und der Geſezestreue der überwältigenden Mehrheit unſerer
Mitbürger, die den veibrecheriſchen Anſchlag mit Entrüſtung und
Abſcheu von ſich weiſen, und ſich um die geſetzmäßige Regierung
ſcharten und das Unternehmen auf einen Teil des Bundesgebiets
beſchränkt und auch dort ohne Erfolg geblieben iſt. Die Bundes=
regierung
wird pflichtgetreu die Schuldtragenden ungeſäumt mit
der ganzen Strenge des Geſetzes zur Verantwortung ziehen.

ttentat auf den Budaßeſter O=Zug.
Neuer Anſchlag kommuniſtiſcher Terroriſten. Ein zweiter Anſchlag verhükel.

24 Toſe. 40 Schwerverletzte.
Budapeſt, 13. September.
Auf den internationalen D=Zug BudapeſtWien-Paris
Oſtende wurde in der Nacht zum Sonntag ein Sprengſtoffanſchlag
verübt. Als der Schnellzug, der um 23.30 Uhr Budapeſt in Rich=
tung
Wien verlaſſen hatte, den eine tiefe Schlucht überbrückenden
Viadukt bei Bia=Torbagy (etwa 30 Km. von Budapeſt) erreichte,
erfolgte eine heftige Exploſion, durch die der Brückenkopf des
60 Meter langen Viaduktes einſtürzte. Die Maſchine und die fol=
genden
ſechs Wagen ſtürzten 24 Meter in die Tiefe. Bis Sonntag
abend konnten 22 Todesopfer geborgen werden. Einige Tote
ſollen noch unter den Trümmern liegen. Die Zahl der Schwer=
verletzten
beträgt etwa 40. Gleichzeitig mit den Bergungsarbeiten
wurden auch die Ermittlungen nach den Tätern aufgenommen.
In den Morgenſtunden wurde ein Elektromonteur und ein Ar=
beiter
feſtgenommen, die der Tat verdächtig ſind.
Bei der Unterſuchung des Parallelgleiſes, das über einen
Sonderviadukt führt, ſtellte es ſich heraus, daß auch hier eine
Bombe gekegt worden war, die unverſehrt aufgefunden wurde.
Der wenig ſpäter aus Wien fällige Orientexpreß konnte
rechtzeitig angehalten werden, ſo daß dadurch ein zweites
Unglück von ungeheurem Ausmaß vermieden wurde.
Die Unglücksſtätte
bietet ein furchtbares Bild der Zerſtörung. Die Lokomotive und
einer der abgeſtürzten Wagen haben ſich tief in die Erde einge=
bohrt
. Es war ein beſonders glücklicher Zufall, daß der Zug nur
wenig beſetzt war. Bei dem Unglück ſtürzte einer der Paſſagiere,
Graf Palffy, aus dem Zuge, ohne jedoch ernſtlich verletzt zu
werden. Er lief ſofort in das nächſte Dorf und holte die erſte
Hilfe herbei. Aus Budapeſt wurden ſofort mehrere Hilfszüge ent=
ſandt
. Außerdem erſchienen neben der Budapeſter Rettungsgeſell=
ſchaft
größere Polizei= und Gendarmerieabteilungen am Unglücks=
ort
. Die Verhafteten konnten bei ihrer Vernehmung nicht ſagen,
wie ſie an die Unglücksſtelle gelangt ſind. In Budapeſt vermutet
man, daß es ſich um einen kommuniſtiſchen Anſchlag handelt.
Unter den Toten befinden ſich der Lokomotioführer und drei
weitere Eiſenbahnbeamte, ferner ein Poſtbeamter und ein in Ame=
rika
wohnender Ungar.
Wie ſich jetzt herausgeſtellt hat, ſind die drei letzten Wagen
des D=Zuges lediglich dadurch vor dem Abſturz bewahrt geblieben,
daß ihre Kuppelung riß. Die Polizei verfolgt inzwiſchen 27 Spu=
ren
, die möglicherweiſe zur Feſtnahme der Täter führen können.
Die beiden zuerſt verhafteten Perſonen dürften mit dem Attentat
kaum in Zuſammenhang ſtehen, zumal der eine Feſtgenommene
bereits 78 Jahre alt iſt. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß der An=
ſchlag
von Ausländern begangen worden iſt, wenigſtens deuten
verſchiedene Anzeichen darauf hin. Der Wortlaut des
Zettels, der in der Nähe des Attentatsortes gefunden
wurde und der mit zwei Steinen beſchwert war, iſt folgender: Ar=
beiter
, wir nehmen euch die Sorgen ab und werden mit Gewalt

von den Kapitaliſten verlangen, was euch gebührt. Jeden Monat
werdet ihr von uns hören. Unſere Genoſſen ſind überall am
Platze. Die Kapitaliſten werden nicht entrinnen. Unſer Explo=
ſionsſtoff
und Benzin geht nicht aus. Die Beſchaffenheit des Ex=
ploſivſtoffes
konnte noch nicht geklärt werden.
Nach den neueſten Feſtellungen ſoll die Art des Spreng=
körpers
, der bei dem Attentat verwendet wurde, die gleiche
ſein wie bei dem Anſchlag bei Jüterbog. Die Polizei
ſtellte feſt, daß der letzte Zug, der die Stelle der Kataſtrophe paſ=
ſierte
, um 22 Uhr 53 vorbeigefahren iſt. Die Kataſtrophe geſchah
um 0.10 Uhr, ſo daß der Attentäter eine Stunde und 17 Minuten
Zeit hatte, den Sprengkörper unterzubringen.
Unter den Toten befindet ſich eine Deutſche, Hilda Kulz.
Die Täter von Moskau unkerrichket?
Die Nachforſchungen, die an der Unglücksſtelle unter Leitung
des ſtellvertretenden Oberſtadthauptmanns Hetenyi geführt wer=
den
, haben, wie mitgeteilt wird, einwandfrei ergeben, daß das
furchtbare Attentat von in Sowjetrußland inſtruierten Kom=
muniſten
verübt worden ſei. Von den beiden elektriſchen
Batterien, die an der Unglücksſtätte gefunden wurden, iſt
die eine engliſchen, die andere tſchechoſlowakiſchen
Urſprunges. Sie gehören derſelben Type an, mit der
die Kommuniſten auch bei den jüngſten Eiſenbahnanſchlä=
genin
Deutſchland und Rumänienoperiert haben.
Hetenyi gab Journaliſten gegenüber der Anſicht Ausdruck,
daß die Höllenmaſchine nicht mit Ekraſit, ſondern mit Fulmi=
koton
, dem furchtbarſten Sprengſtoff, der bisher bekannt iſt, ge=
füllt
war. Das Fulmikoton werde ausſchließlich in Sowjet=
rußland
hergeſtellt und in den Arſenalen der Tſcheka aufbewahrt.
In einem Umkreis von 50 Kilometern wurde das Gelände
von Polizei, Gendarmerie und Militär abgeſperrt. Die in
dieſem Gebiet vorgenommenen Razzien haben aber bisher nicht
auf die Spur der Täter geführt.
Im Verhältnis zu der rieſigen Gewalt der Exploſion und zu
den angerichteten ſchrecklichen Zerſtörungen iſt die Zahl der
Todesopfer noch als gering zu bezeichnen. Dies iſt darauf zu=
rückzuführen
, daß der Zug wegen der jüdiſchen Feiertage auf=
fallend
ſchwach beſetzt war. In zwölf Waggons befanden h
nur 120 Paſſagiere.
ſpe
Geheimnisvoller Anraf nach dem Eiſenbahnakkenkak
Im Laufe der polizeilichen Unterſuchung wurde feſtgeſtellt,
daß der Stationschef einer ungariſchen Station um 11 Uhr nachts
alſo kaum 40 Minuten nach dem Bia Torbagyer Eiſenbahn=
attentat
von zwei ausländiſchen Stationen telephoniſch ange=
rufen
wurde, und zwar von London und Kopenhagen. Der un=
bekannte
Sprecher erkundigte ſich danach, ob auf den ungariſchen
Eiſenbahnlinien alles in Ordnung wäre. Auf die Frage, warum
er dies wiſſen wolle, antwortete der Unbekannte in deutſcher
Sprache, er wolle nur ſeinen Fahrplan zuſammenſtellen. Man
hält es für wahrſcheinlich, daß der Anruf mit dem Attentat im
Zuſammenhang ſteht.

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Seite 2

Montag, den 14. September 1931

Nummer 25!

Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 14. September 1931.
Aufakt der Heroftiägang ver 9.9.0.
Am Sonntag früh begann in der Vereinigten Geſellſchaft
die Herbſttagung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft mit
einer Reihe von Ausſchußſitzungen, in denen die vorliegenden
Aufgaben durchberaten und ihrer Löſung nähergebracht wurden.
Durch die Arbeit dieſer Ausſchußſitzungen, die am Montag in
verſtärktem Maße fortgeſetzt werden, zieht ſich wie ein roter
Faden der Leiſtungsgedanke, nicht nur auf dem Gebiete
von Ackerbau und Saatzucht, ſondern auch auf tierzüchteriſchem
Gebiete. So tagte am Sonntag der Vorſtand des Deutſchen
Rinderleiſtungsbuches, das durch die D.L.G. vor
einigen Jahren geſchaffen worden iſt und inzwiſchen trotz der
erſchwerenden Zeitumſtände einen über Erwarten großen Fort=
ſchritt
gemacht hat. In dieſem Jahre ſtehen über 1100 Kühe
unter Prüfung, eine Zahl, die über die Eintragungen der beiden
vorhergehenden Jahre weit hinausgeht. Bemerkenswert iſt, daß
auch in der letzten Zeit wiederum neue Höchſtleiſtungen
aufgeſtellt ſind, die mit einer Jahresleiſtung von über
15 600 Kilogramm Milch und von 614 Kilogramm
Milchfett die amerikaniſchen Höchſtleiſtungen
noch übertreffen. Auch das Höhenvieh und hier be=
ſonders
das Höhenfleckvieh hat bei ſeinen im Rinder=
leiſtungsbuch
eingetragenen Tieren ganz außerordentlich hohe
Leiſtungen hervorgebracht. Jedenfalls kam allerſeits die Mei=
nung
zum Ausdruck, daß das Deutſche Rinderleiſtungsbuch als
zeitgemäße Schöpfung erhalten bleiben und als eins der wich=
tigſten
Förderungsmittel der deutſchen Tierzucht auf der be=
ſtehenden
Grundlage fortgeführt werden müſſe.
Der Leiſtungsgedanke kam ebenſo in der Sitzung des Son=
derausſchuſſes
für Schweineleiſtungsprüfungen zur
Geltung, wo die Vorſchläge von Tierzuchtdirektor Dahlander=
Königsberg über gemeinſame Bewertung der Zuchtleiſtungen viel
Beachtung fanden. Ein wichtiges Gebiet ſind die ebenfalls in
den letzten Jahren ſtark geförderten Schlachtbeobachtun=
gen
, die den Zweck haben, die Wünſche der Verbraucher ent=
ſprechend
zu berückſichtigen und den deutſchen Markt mit Quali=
tätsware
zu beſchicken. Im Sonderausſchuß für Schlachtbeobach=
tungen
an Schweinen wurde die einheitliche Durchführung der
Zerlegung der Schweine nach dem Göttinger Verfahren beſpro=
chen
. Hieran ſchloß ſich eine Ausſprache über die Verfahren zur
Beurteilung der Schweine im lebenden und im ausgeſchlachteten
Zuſtande, um auf ſolche Weiſe die Schlachtbeobachtung einmal auf
das lebende Tier und danach auf dasſelbe Tier nach der Schlach=
tung
zu erſtrecken.
Der Montag iſt von früh bis zum Abend mit Ausſchuß=
ſitzungen
ausgefüllt, deren wichtigſte Ergebniſſe wir ebenfalls
an dieſer Stelle mitteilen werden.

Fuchsfagd 1931 des Deutschen Jouring=Cu

** In der Erkenntnis, daß eine Fuchsjagd nicht nur reines
Vergnügen iſt, ſondern dadurch die Teilnehmer und Fahrer trai=
niert
und in weiteſtem Sinne zur ſchärfſten Aufmerkſamkeit er=
zogen
werden, haben die Automobilclubs die ſportlichen Veran=
ſtaltungen
der Fuchsjagden in ihr Programm aufgenommen. Der
Deutſche Touring=Club, Ortsgruppe Darmſtadt,
hat, um einen beſonderen Anreiz zur regelmäßigen Teilnahme
an der alljährlich ſtattfindenden Fuchsjagd zu geben, eine von
Kunſtmaler Velte entworfene Plakette geſchaffen, die den Teil=
nehmern
an den Jagden als Drei=Jahres=Plakette verausgabt
wird, und zwar im erſten Jahre in Bronze, im zweiten verſilbert
und im dritten Jahr vergoldet, zuzüglich einer Erinnerungsgabe.
Bedingung zur Erlangung der verſilberten bzw. der vergoldeten
Plakette und der dazu gehörigen Erinnerungsgabe iſt jedoch, daß
der Teilnehmer in 2 bzw. 3 hintereinander folgenden Jahren die
Veranſtaltung beſucht. Der Beſuch außerhalb der Reihenfolge
zieht jedoch den Verluſt der Wertung vorhergegangener Veran=
ſtaltungen
nach. In dieſem Jahre erfolgte die Ausgabe der ſehr
geſchmackvollen, ſinnigen, erfreulicherweiſe nicht farbigen, ſondern
gediegenen, einfarbigen plaſtiſchen Plakette in Bronze. Zur Jagd
und der anſchließenden Prüfungsfahrt ſtanden wertvolle Preiſe
zur Verfügung. Ein guter Gedanke war ferner, die Veranſtaltung
der Ortsgruppe Darmſtadt gemeinſam mit der Ortsgruppe Lud=
wigshafen
=Mannheim durchzuführen.
Es hatten ſich etwa 60 Fahrzeuge mit 170 Teilnehmern zum
Start gemeldet. Die Vertreter der Preſſe brachte liebenswürdiger
Weiſe der leiſtungsfähige Wagen des Herrn Otto Bode, zum
Startplatz; im gleichen Wagen wurde außer Konkurrenz die ſpä=
tere
Suche nach dem Fuchs durchgeführt. In herbſtfriſchem
Sonnenſchein ging es früh morgens nach Zwingenberg, wo um
7.30 Uhr die Füchſe, und zwar die Herren Pohl=Mannheim mit
dem Unparteiiſchen Dandesky und K. Scholze mit der Unpartei=
iſchen
Frl. A. Zelder auf die Reiſe geſchickt wurden. Vor dem
Start der Jäger, um 9.30 Uhr, konzertierte eine fleißige
Kapelle und Bürgermeiſter Gerhard=Zwingenberg nahm
Gelegenheit, alle Teilnehmer an der Veranſtaltung herzlich will=
kommen
zu heißen.
Dann begann die luſtige, intenſive Jagd auf die beiden
Füchslein, die ſich außerordentlich ſchlaue Schlupfwinkel ausgeſucht
hatten. Es ging auf der ausgeſtreuten Spur an der Bergſtraße
und in unſerem herrlichen Odenwald innerhalb der Reviergrenze
geſchäftig hin und her und in verhältnismäßig kurzer Zeit ge=
lang
es, unter großem Jubel dem tüchtigen Jäger Hch Tempel,
den weißen Fuchs, der gerade beim Frühſtück ſaß, in ſeinem Ver=
ſteck
bei Beedenkirchen aufzuſpüren. Dagegen kehrte der rote
Fuchs, der bei Oberbeerbach ein tadellos vertarntes Verſteck be=
zogen
hatte, ungefangen nach dem Treffpunkt Seeheim zurück.
Nach angeregten Kreuz= und Querfahrten trafen ſich die Teil=
nehmer
, Jäger und Füchſe nach Beendigung der Jagd im Hotel
Hufnagel in Seeheim, empfangen von einer Muſikkapelle. Wäh=
rend
des gemeinſamen Mittageſſens begrüßte der 1. Vorſitzende
Heß der Ortsgruppe Ludwigshafen=Mannheim die Teilnehmer
herzlich und dankte für die ſtarke Beteiligung an der Veranſtal=
tung
und für das bewieſene Intereſſe. Bürgermeiſter Roß=
mann
=Seeheim hieß auch im Namen ſeines Zwingenberger
Amtskollegen die Gäſte willkommen. An das Mittageſſen ſchloß
ſich um 2.30 Uhr eine
Brüfungsfahrt.
Hierbei war eine vorgeſchriebene Strecke rückwärts in der
kürzeſten Zeit zu durchfahren. Die Zeit wurde mittels Stoppuhr

gemeſſen. Nenngeld wurde für dieſe Fahrt nicht erhoben
Teilnehmern an der Fuchsjagd war in Seeheim Gelegenheit
geben, ſich zu dieſer Prüfungsfahrt zu melden. Es ſtanden
Damenpreis und ein Herrenpreis, ebenſo weitere Preiſe zur
fügung. Auch dieſe Prüfungsfahrt hat den unſtreitigen
daß ſie den Automobilfahrer in dem wichtigen Zweig ſ.
Könnens, dem Rückwärtsfahren trainiert. Jeder Fahrer
daß das ſichere Rückwärtsfahren oft ſchwierig, aber in n
Fällen unbedingt notwendig iſt. Es iſt daher zu begrüßen, da
Rahmen einer Uebungsfahrt mit Prämiierung, gewiſſerm
im Spiel, auch auf dieſes Können beim Touring=Club Wer
legt wird. Es wurden ſehr beachtliche Leiſtungen erzielt.
Einnahme des Nachmittagskaffees wurde die Preisverteilung
genommen. Vizepräſident Dr. Reen, Mainz. als Vertrete=
Präſidiums München, betonte in einer Anſprache, daß er
an der Veranſtaltung teilgenommen habe, da bekanntlich die
Darmſtadt vorbereiteten Treffen ſtets vorzüglich klappten.
überreichte dem 2. Vorſitzenden der Ortsgruppe. Darm
Endres, die Verdienſtnadel des Clubs. Um die Organiſation
ten ſich beſonders folgende Herren verdient gemacht: Spo
tung: W. Zelder Ortsgruppe Darmſtadt, H. Dandesky, Ortsg
Ludwigshafen=Mannheim; Wagenabnahme und Zeitnahme
med. E. Schultheis, Ortsgruppe Darmſtadt. H. Dandesk=
Ortsgruppe, Ludwigshafen=Mannheim; Startkontrolle:
Bode, Ortsgruppe Darmſtadt: Preis= und Schiedsgericht:
H. Heß, Ortsgruppe Ludwigshafen=Mannheim. H. Endres.
gruppe Darmſtadt, B. Arndt, Ortsgruppe Wiesbaden.
Die Preisverkeilung
ergab folgendes Bild: 1 Preis; Fuchsjagd (roter Fuchs);
Fuchs nicht gefangen; Preisträger: Herr Kurt Scholze, 7
ſtadt (Ortsgruppe Darmſtadt).
Preis: Fuchsjagd (r
Fuchs); der Fuchs gefangen: Preisträger: Herr Heinrich Te
Elmshauſen (Ortsgruppe Darmſtadt).
Bei der Fuchsjagd die
meiſten Kilom
gefahren: 1 Preis Herr Engel, Darmſtadt, 106 Kilon
2. Preis Herr Schall, Mannheim 83 Kilometer. 1. De
preis: Frau Trietſch Darmſtadt 40 Kilometer: 2. Damen=
Frau Martinau de Guerand, Wiesbaden, 37 Kilometer.
Bergprüfungsfahrt im Rückwärtsfah=
Geſchloſſene Wagen: 1. Preis: Herr Philipp Barth 7
ſtadt, 36 Sek.; 2. Preis: Herr Striffler Mannheim. 37,5
Preis: Herr Kurt Bode, Darmſtadt, 38 Sek.; 4. Preis:
Büttner, Mainz. 2. Offene Wagen: 1. Preis: Herr Dan
Mannheim, 32 Sek.; 2. Preis; Herr Ignatz Kartſcher Darn
33,25 Sek.; 3. Preis; Herr Reinhard, Mannheim, 34 Seku

öe Rei. NdS LI S Biſcheie Seir ſie
meiſter, Darmſtadt. 68 Sek.
Mit der Preisverteilung war die ausgezeichnet verle
Veranſtaltung beendet. In froher Unterhaltung, bei Konzer
Tanz blieb man noch einige Stunden zuſammen. Die Ortsgr=
Darmſtadt, Ludwigshafen und Mannheim dürfen auf den g.
und ſchönen Verlauf ihrer Fuchsjagd, bei beſtem Wetter ſtol;
Der Tag wird allen Teilnehmern in angenehmer Erinn
bleiben.

Der Slarkenburger A.C.

Evangeliſcher Kirchengemeindekag zu Bingen.
EPH. Die heſſiſche Landesgruppe des Deutſchen Evangeliſchen
Gemeindetages veranſtaltet auf freundliche Einladung des Kirchen=
vorſtandes
der Gemeinde zu Bingen am Sonntag, dem 4. Okto=
ber
, einen Kirchengemeindetag. Er wird eröffnet durch einen um
10 Uhr ſtattfindenden Gottesdienſt, in dem Herr Oberkirchenrat
Zentgraf, der Superintendent der Provinz Rheinheſſen, die
Feſtpredigt halten wird. Unmittelbar nach dem Gottesdienſt wird
Herr Oberkirchenrat Dr. Horre in der Kirche einen Vortrag
halten, der das Thema Kirchengemeinde und bürger=
liche
Gemeinde behandeln wird. Nachmittags um 2 Uhr
findet im Gaſthaus Stadt Mainz eine Gemeindetagung ſtatt. In
ihr wird der Direktor des Landesvereins für Innere Miſſion,
Pfarrer Röhricht, einen Vortrag halten über Gegenwarts=
fragen
und Gegenwartsaufgaben der evangeli=
ſchen
Kirche‟. Die Mitglieder der kirchlich=
in
den rheinheſſiſchen Gemeinden und ebenſo auch in den Bingen
benachbarten Gemeinden des Rheingaues und des Nahetales ſeien
ſchon jetzt auf dieſe wichtige Tagung hingewieſen, bei der beſon=
derer
Wert auf die freimütige Ausſprache gelegt wird. Alle, die
ihre evangeliſche Kirche lieb haben und ihr dienen möchten, ſind
dazu eingeladen.
Evangeliſche Stadtmiſſion Darmſtadt. Mühlſtraße 24. Am
Dienstag, den 15. September, findet nachmittags um 4 Uhr wie=
der
eine Frauenbibelſtunde durch Frau Miſſionar Hof=
mann
=Lindenfels ſtatt. Hierzu ergeht freundliche Einladung.
Nach Aufhebung der Straßenſperre der Provinzialſtraße
GriesheimWolfskehlen verkehrt die Kraftpoſt DarmſtadtRhein
von Montag, den 14. September ab wieder fahrplanmäßig.

bot ſeinen Mitgliedern und Sportfreunden nach längerer durch die
Wirtſchaftslage und durch den Proteſtſtreik gegen die hohe Benzin=
ſteuer
bedingter Pauſe geſtern wieder einmal eine beſonders inter=
eſſante
ſportliche Veranſtaltung, die rege Beteiligung fand. Vier=
zehn
Wagen ſtellten ſich pünktlich um 2 Uhr dem Starter, und in
muſtergültiger Ordnung und Fahrdiſziplin gings hinaus in den
ſchönen, ſonnengolden ſchimmernden, wenn auch etwas friſchen
Frühherbſttag! In den immer wieder ſchönen Odenwald! Zwi=
ſchen
Groß=Umſtadt und Höchſt, an der Abzweigung nach Wiebels=
bach
, wurde Halt gemacht. Die Herren Oberſt Schroeder und
Sportwart Jakobi machten hier die Wagenführer mit den Be=
dingungen
der neuartigen Konkurrenz bekannt, die eine Art Fin=
digkeits
= und Geſchicklichkeitsprüfung war. Jeder Wagenführer
zog ein Kuvert, in dem die goldenen Fahrt=Regeln des Starken=
burger
A.C. auf ein Kärtchen gedruckt enthalten waren. Der
Drucker aber hatte ſich den Scherz erlaubt, in jedem Exemplar
an anderer Satzſtelle je 2 Buchſtaben auszulaſſen. Dieſe verlore=
nen
Buchſtaben waren aber von dem findigen Sportwart, dem
Vater der hübſchen Idee, geſammelt und auf der Strecke nach Höchſt
in mehr oder weniger großen Abſtänden an Bäumen und Pfoſten,
von der Fahrſtraße aus ſichtbar, angehängt. Es galt nun für den
Fahrer, ſeine fehlenden Buchſtaben zu finden, zu ſammeln und
auf ſchnellſtem Wege zum Ziele zu kommen, zur Kontrolle, d. h.
dieſer ſchnellſte‟ Weg wurde meiſtens im erſten oder höchſtens im
zweiten Gang gefahren. Es war unzähliges Halten und Ausſtei=
gen
nötig, um aus der großen Zahl der Irrläufer die richtigen
Buchſtaben zu finden. Jeder hatte 6 Kärtchen zu ſuchen, und aus
der gefundenen Zahl und den Zeitminuten ergab ſich dann die
Punktzahl nach der die Preisbewertung errechnet wurde. Reſt=
los
zu löſen gelang die Aufgabe nur einem Teilnehmer, Herrn
Hermann Schmidt, der den erſten Preis damit erringen konnte,
und zwar mit 45 Punkten. Es folgten Frau Knierim mit 40, die
Herren Traiſer mit 38, Max Wolff mit 36. Boſch jr. mit 34.
Deutſch, Rohde, Dr. Degen, Richter und Monnard. An der Suche

beteiligten ſich mit Eifer alle Wageninſaſſen. Auch in dieſe
ziehung iſt die Idee gut, ſie beteiligt alle Fahrtteilnehmer,
nur den Fahrer.
Nach der Konkurrenz ging es über Zipfen nach Höchſ
im Reſtaurant Breuberg die Preisverteilung ſtat
Hier trat auch die tüchtige, oft bewährte Hauskapelle unte
Leitung des Herrn Boſch jr. wieder in Aktion. Sie hat ih.
pertoir erfreulich erweitert und deutlich hörbar auch an K
noch gewonnen. Das Orcheſter, ausſchließlich aus Starkenb
Jugend gebildet, iſt ein ſehr erfreuliches Zeichen an Clubgei
man ihn ſelten findet. Die Dankesworte, die Herr
Schroeder den jungen Künſtlern ſprach, ſind durchau
Platze, das Lob wohlverdient. Ebenſo wie das den Fahrtte
mern und beſonders dem Sportwart ausgeſprochene. Eine
hübſcher Preiſe konnte Herr Oberſt Schroeder ausgeben. E
rungsgaben bzw. Troſtpreiſe erhielt jeder Fahrer. Allg
wurde der Wunſch nach Wiederholung dieſer oder einer ähr
Veranſtaltung laut. Nach ſchön und harmoniſch verlau
Stunden, ausgefüllt mit angeregter Unterhaltung und inter
ten Vorträgen, erfolgte die Rückfahrt in ſpäter Abendſtunde.
Im Union=Theater läuft heute und folgende Tag
originelle Militär=Luſtſpiel Dienſt iſt Dienſt‟. Der Film i
höchſt unkriegeriſche Angelegenheit aus einer troſtloſen Ga
und hat als Hauptdarſteller Fritz Schulz als Huſar Kaczu
Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
Im Helia=Theater ſieht man heute zum letztenmal Kau
ſänger Richard Tauber, den berühmten Tenor, in dem
Tonfilm Die große Attraktion mit der Tänzerin Mau
Winckelſtern, Siegfried Arno u. a. Jugendliche haben Zutrit
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und folgende.
den ſpannenden Kriminaltonfilm Hilfe! Ueberfall!
um Mitternacht) mit Gerda Maurus Hans Stüwe, Hans B
wetter, Otto Adelburg, Hermann Valentin u. a.

* Hefſiſches Landestheaker.
Großes Haus. 13. September.
zb.
Die verkauſte Bra
A1
Komiſche Oper von Friedr. Smetana, Text von Kalbeck.
Die Wiederaufnahme dieſes Meiſterwerks wird mit Freude
begrüßt. In Böhmen iſt es als das typiſche Volksſtück verehrt
und geliebt, wie bei uns der Freiſchütz. Muſikaliſch zählt es neben
Figaro, Barbier, Falſtaff zu den beſten komiſchen Opern der Welt=
literatur
. Das Stück wendet ſich nicht an den Verſtand, ſondern
ans Ohr. Womit keineswegs geleugnet ſein ſoll, daß es in Stoff,
Text und Muſik ſehr geſcheidt gemacht iſt. Aber es iſt ſo urwüchſig,
ſo unproblematiſch und geſund, daß jeder unverbildet Muſikaliſche
reine Freude daran haben muß. Die muſikaliſche Erfindung bricht
nirgends ab. Schon die Ouvertüre brauſt wie Champagner.
Ueberall ſproßt und blüht es von thematiſchen, rhythmiſchen, melo=
diſchen
, klanglichen Schönheiten. Jedesmal wirkt es jung und
neu. Aus einer kleinen Perſonenzahl: der friſche Hans, die her=
zige
Marie, der troddelige Wenzel, die derb=ſchlauen Elternpaare,
der pfiffige Heiratsvermittler, ein paar Chargen werden Bomben=
rollen
geſchaffen, die in der Fülle ihres darſtelleriſchen und muſi=
kaliſchen
Lebens nicht umzubringen ſind. Was da auf der Bühne
vorgeht, iſt echtes Theater.
Die Einſtudierung und Leitung lag bei C. M. Zwißler in
ſorgſamer, umſichtiger und temperamentvoller Hand. Manches
ſchien mir im Vortrag zu ſchwer, im Orcheſter zu dick genommen,
alles indes entſprang ſtarker Muſikalität und hatte perſönliches
Gepräge.
Die Beſetzung iſt mit einer Ausnahme
vortrefflich.
Joachim Sattler iſt ein etwas ſchwerer, aber kecker Hans.
Die ſtimmlichen Mittel und ihre Klangfarbe paſſen ausgezeichnet,
ſeine Darſtellung iſt flott und voll Humor: eine ſympathiſche Lei=
ſtung
. Der Kezal Theo Herrmanns, ſtimmlich wie in der
Maske, der echten Charakterzeichnung und im feinen Humor iſt in
dieſer Art wohl kaum zu übertreffen; er iſt meiſterlich. Der Wen=
zel
iſt eine der Paraderollen Eugen Vogts; bewundernswert
überdies darin, wie er die Grenze der Karikatur zu wahren weiß.
Die Elternpaare Anna Jacobs und Albert Lohmann,
Martha Liebel und Franz Notholt kamen als köſtliche
Typen heraus. Im Jahrmarktbild hatten als Esmeralda, Muff
und Zirkusdirektor Regina Harre, Theo Ritzhaupt und

Joſef Sieber verdiente Sondererfolge, ebenſo wie das zahl=
reiche
ſtatiſtiſche und tänzeriſche Zirkusperſonal. Auch die vielen
wichtigen und prachtvollen Chöre gelangen gut.
In der Beſetzung der weiblichen Hauptrolle wurde fehlgegrif=
fen
. Jeder noch ſo ſtarken Begabung ſind natürliche Grenzen
geſetzt. Käte Walter verſucht, mit ihren großen darſtelleri=
ſchen
Mitteln, mit den entzückenden Reizen ihrer Perſönlichkeit,
die auch heute lebhaft in Erſcheinung traten, aus der Marie viel
zu machen, aber ſie ſind nicht am rechten Platz. Was ſie aus ſich
heraus geben kann, entſpricht dem Weſen dieſer Rolle grade nicht,
die hierdurch auf eine falſche Ebene gerät. Auch ihre ſchönen
ſtimmlichen und geſanglichen Eigenſchaften ſind dem Stil der Oper
nicht angepaßt. Die Gründe für dieſe Beſetzung ſind zu verſtehen;
ſie haben aber nicht Stich gehalten. Man gebe die Marie an
Maria Kienzl, die mir nach Erſcheinung, Begabung und Stimm=
charakter
für ſie vorzugsweiſe geeignet erſcheint.
Die neue Inſzenierung der Herren Mordo und v. Schenck
gab der Oper rechten Hintergrund, Stütze und Steigerung. Sie
hatte in ihren Bildern etwas Geniales. Sie ſind luſtig, farbig
und ſehr gewandt auf die Drehbühne geſetzt, die raſchen Wechſel
und hübſche Intermezzi geſtattet, freilich nur etwas enge Räume
hergibt. Alle aber ſind der Partitur nachempfunden und dieſer
Muſik in hohem Grade entſprechend. Die Regie, die ſich Mätzchen
(das Ferkelchen) hätte ſparen ſollen, ſorgte für belebten. Ablauf
der Handlung.
, H.
Arnold=Mendelsſohn=Konzerk.
Stadtkirche Darmſtadt. Sonntag, 13. Sept. 1931.
Das mit Spannung erwartete Konzert des Beethoven=Chores
aus Ludwigshafen nahm einen erhebenden Verlauf. Der Chor
rechtfertigte alle Erwartungen, die man nach ſeinen Leiſtungen
des vorigen Jahres hegen durfte, vollſtändig, war klanglich und
muſikaliſch ausgezeichnet und brachte die beiden wundervollen
Kompoſitionen unſeres Meiſters tief ergreifend zum Vortrag.
Wer ſingend oder dirigierend erfahren hat, wie wenig ſich die
Singenden in der Stadtkirche gegenſeitig hören, der muß er=
ſtaunt
ſein, daß bei einem auswärtigen Chor, der dieſe Tücken
des Raumes nicht kennt, Intonationsſchwankungen ſo ſelten
waren. Sie kamen verhältnismäßig mehr bei dem Gebet des
Herrn vor, das dem Chor noch neuer und weniger gewohnt war,
und bei dem die beiden Hauptchöre deshalb in den Frauen=
ſtimmen
weit ſtärker als in den Männerſtimmen waren, weil
der dritte, abſeits ſtehende Chor durch die Beſetzung Alt, 2 Te=

nöre und Baß ziemlich viel gute Männerſtimmen beanfp!
Man ſpürte dann deutlich, daß in der Deutſchen Meſl
Stimmenausgleich beſſer war.
Bewunderswert im höchſten Grade iſt die vorzügliche
lung des Chores und ſein Eingehen auf die künſtleriſche!
ſichten ſeines Leiters, der es verdient, unter die hervorro.
ſten a Cappella=Chordirigenten und Chorerzieher Deutſchlan
rechnet zu werden. Das Gebet des Herrn, das neue Werk
das wir ſchon einige einleitende Worte vor zwei Tagen
ben, wurde mit vornehmſtem Empfinden geſtaltet und kla.
herrlich aufgebaut. Sehr ſchön war ſchon die Ausway
Stimmen für den 3. Chor, die beſonders weich und
ſangen. Leider ſtieg allmählich die Tonhöhe etwas, da beid
Sopran und Tenor nach oben drängten, und dadurc 9
kleine Beeinträchtigungen der Wirkung. Auch glauben we.
die Geſchloſſenheit noch gefördert wird, wenn nicht aue
ſchnitte zwiſchen dem Vortrag der beiden Hauptchöre un
Gebets=Chor ſo ſtark markiert werden. Viele Hörer emp!
es, wie wertvoll es iſt, ein derartiges Chorwerk mehrme
hören. Zahlreiche Eindrücke vertiefen ſich ganz weſentlic
zweiten Hören, und man vermag viel weiter in die Gede
gänge des Komponiſten einzudringen. Denn hier offendt
die hohe Macht der Kunſt, daß nicht nur Empfindungen Ia
Kunſtempfänglichen muſikaliſch eindringlicher übermittell. "
können als mit Worten, ſondern daß ſelbſt religidſe Ked
abſtrakter Art von einem Meiſter und einem frommen Me
mit einer Lebendigkeit verkündet und in die Seele eing:
werden können, daß auch hier das Wort verblaſſen muß. *
musica Sacra iſt wirklich eine heilige, eine göttliche Kühl=
Arnold Mendelsſohn wohnte der Aufführung be.4
mag Vielen ſo gegangen ſein wie mir, man hätte dei."
Vieles aus dem Herzen ſagen mögen, vor allem innicht.
aber man fürchtet ſich vor den Worten, die doch ſo we.
den Empfindungen zurückbleiben und ſchleicht ſich ſtüth
F.
dankbar beiſeite.
Die tägliche Schönheitspflege der Frau. Nezebte 1nd .
Mittel, die wenig Geld koſten. Von Lisbeth Anken)ra.
deutſches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, Birtenwdle.
Preis 1.25 NM. Mit dieſem neuen Buche erhält die Frau del
ſchen Natgeber, den ſie ſich für die tägliche Schönheitspſtede.
winſcht hat. Jede Frau weiß, wie notwendig es iſt, der Sh
und Geſundheitspflege täglich einige Zeit zu widmen, denn S.L"
Körper ſung und geſund zu erhalten. Lisbeth Ankenbrand penlsk=
reiche
Erfahrung auf dem Gebiete der neuzeitlichen Schont..
ſundheitspflege.

[ ][  ][ ]

mmer 255

Montag, den 14. September 1931

Seite

dritte Abend war verſchiedenen Pilzgruppen gewidemt
snahme der ſchon behandelten Röhrenpilze und der Blät=
welche
in dem nächſten Vortrag, am Dienstag
September, abends 8 Uhr, im Realgymnaſium be=
werden
. Zunächſt folgten die Porlinge oder die
vilze. Genau wie die Verwandtſchaft des Steinpilzes
bei uns über 200 Arten zählende Familie auf der Hut=
te
feine Löcher, die Oeffnungen der Röhrchen, welche das
zulper bei der Reife nach unten ausfallen laſſen. Viele
e wie z. B. der Zunderſchwamm, und ſeine zahl=
Verwandten, ſind zäh, lederig, korkartig oder holzig und
von vornherein vom Genuß aus. Eine große Anzahl von
ad Holzbewohner und gefährliche Baumſchädlinge, worüber
in dem fünften Vortrag berichtet wird. Einige Arten
Jugendzuſtand recht weichfleiſchig und können deshalb auch
menſchlichen Genuß Verwendung finden. So wurde der
pige Porling vorgeführt, welcher im Frühjahr eine
unſere Auenwälder iſt. Seinen Namen trägt dieſer Pilz
mehr oder weniger dunkel geſchuppten, aber ſehr blaſſen
Gyfläche. Die Fruchtkörper wachſen oft in vielen Stücken an
en Laubholzſtümpfen; ſie können einen Durchmeſſer von
30 Zentimeter und mehr erreichen. Dieſer Pilz zeigt wie=
deutlich
die ungeheure Veranderlichkeit in bezug auf Ge=
d
Färbung, und wie ſchwierig es iſt, ſich gründlich in die=
jet
einzuarbeiten. Die meiſten Hüte ſtehen fächerförmig
em Wirtsbaum ab, andere wieder ſind doppelt zungenför=
je
die Propeller eines Flugzeuges, wieder andere bilden
ide, trichterförmige Hüte, ſo daß man ſie für Verwandte
inpilzes halten könnte.
Im Kiefernwald gibt es im
ebenfalls verſchiedene eßbare Porlinge, wie z. B. den
=Porling und Schaf=Porling. Beide ſehen ſich
hnlich mit
ihren lappig=verbogenen. Hüten. Der
mehr ſemmelbräunlich, der andere blaß=elfenbeinfarbig.
den ſind die Porenöffnungen nadelſtichfein, ſo daß man ſie
t der Lupe beobachten kann. Der Semmel=Porling wird
tit dem Semmelſtachelpilz verwechſelt. Man muß
nau beobachten, ob der Pilz Stacheln auf der Unterſeite
zu den Stachelpilzen gehört, oder ob er Poren beſitzt und
Porlingen zu rechnen iſt. Als Speiſepilze geſucht ſind
nur jung eßbaren, verſchiedenen Arten der Rieſen=
nge
, wie ſie zum Teil an faulenden Stümpfen, zum
Grunde lebender Stämme erſcheinen, wie der Eichhaſe
hwärzende Rieſen=Porling, der Blatt= Por=
der
Schwefel=Porling und manche andere. Bei
dieſer Arten ſtehen die einzelnen Hüte dachziegelig über=
r
. Sie können gewaltige Raſen bilden von ungefähr einem
Durchmeſſer, ſo daß dieſe ähnlich wie die im Vorjahr bei
chhandlung Schlapp ausgeſtellten Pilze, ein Gewicht bis
m Zentner erreichen können. Ebenſo geſchätzt von den
unden iſt die Ochſenzunge, die tatſächlich mit ihrer
oten Farbe und mit ihrer Haltung ausſieht wie eine wirk=
chſenzunge
. Im Durchſchnitt erweckt das Fleiſch dieſe
hkeit noch mehr. Es ſieht lachsartig aus oder wie roher

n. Rieſenſtücke der Ochſenzunge können faſt bis zu einem
groß und ¼ Zentner ſchwer werden. Dieſer Pilz wächſt an
umpfen oder an lebenden Eichbäumen. Manche von den
ungenießbaren Porlingen, wie z. B. die Zunderſchwamm=
der
Birken=Porling uſw., werden in manchen Gegenden
andſchmuck verwandt.
Stachelinge tragen auf der Unterſeite weder Blättchen
ſc öhrchen, ſondern Stacheln. Zu den bekannteſten eßbaren
pilzen gehört der Semmel=Stacheling von orange=
bis
gelbbräunlicher Färbung; er iſt in unſeren Laub= und
häldern eben recht häufig anzutreffen, wird aber im Alter
bekommt dann einen unangenehmen Geſchmack. Außer der
hſlung des Semmel=Stachelpilzes mit dem Semmel=Porling
jum ein Irrtum vorkommen. Anders iſt dies mit dem
rlr. grau=ſchwärzlich werdenden Habichts=Stacheling
uppigem Hut, wie er zurzeit in unſeren Kiefernwäldern
deiſe recht häufig erſcheint. Auch dieſer Pilz iſt nur im
zuſtand zu ſammeln, weil er im Alter bitter und zäh wird.
ers hüte man ſich vor Verwechſlungen mit dem ganz ähnlich
nden Gallen=Stacheling. Dieſer iſt ſeinem eßbaren
t mit ihm zuſammenſtehenden Bruder ſo ähnlich, daß er
nit ihm verwechſelt wird und damit recht oft den Geſchmack
ſanzen Pilzgerichtes verdirbt. Es iſt deshalb unverſtändlich,
r Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Benda in ſeinem Pilzvortrag
utſchlandſender behaupten konnte, daß der Habichts= Stache=
inen
unangenehmen Doppelgänger habe. Die Stachelpilze
wieder einen großartigen Einblick in den Formen= und
treichtum unſerer unerſchöpflichen Heimatnatur. Die mei=
ſtel
tachelinge ſind zähfleiſchig und lederig und daher für den
ho ungeeignet, aber in ihren bunten Farben eine prächtige
6 unſerer Wälder, ſo z. B. der Schwarz=weiße Stacheling mit
2 ſilbergrauen Stacheln, der Blutrote, der Samtige, der
erote, der Himmelblaue Stacheling uſw. Für alle dieſe zum
nſtwo recht ſeltenen Arten ſind unſere Kiefernwälder ſtellen=
bAzeradezu
ein Paradies.
S weitere Pilzgruppe wurden die Rindenpilze vor=
Aa
Bei ihnen ſitzt die Fruchtſchicht auf der glatten Rinde der
K
ßenſeite. Als leider, noch viel zu wenig bekannter Speiſe=
eſer
Gruppe wurde die Totentrompete gezeigt. beſſer
oder Herbſttrompete geheißen, welche in unſeren Buchen=
Aildern eben zu Tauſenden vorkommt. Dieſer Pilz beſitzt die

ten, gut zu trocknen, für Pilzvulver zu verarbeiten uſw.
Rindenvilze, welche oft Baumſtümpfe und andere Holzteile
alde mit ihren prächtig orangegelben oder bläulichen Far=
9mücken, ſind natürlich ungenießbar. Als Speiſepilz be=
*wie die Torentrompete ſind die Korallenvilze oder
enbärte. Doch muß man gerade mit dieſen Pilzen recht
tig ſein, weil einige Arten regelmäßig ſtarke Leibſchmerzen,

Großes Hau

ag. 15. Sept.

19½23½ Uhr. Tannhänſer. Pr. 0.907.20 Mk.
Ueber einen Teil der Ka ten iſt verfügt.

och, 16. Sept

19½22½ Uhr. B 2. Die verkaufte Braut.
Preiſe 18 Mk.

rstag, 17. Sept.

g. 18. Sept.

9½223 Uhr. C2. Die Macht des Schickſals.
Preiſe 18 Mk.
20, Ende nach 22½ Uhr. D 2. Reifeprüfung.
Preiſe 0.907.20 Mk.

tag, 19. Sept

20, Ende gegen 22½ Uhr. Außer Miete.
Alt=Heidelberg. Kleine Preiſe 0.504 Mk

kag. 20. Tept.

191 Ende 22 Uhr. Außer Miete. Die drei
Musketiere. Halbe Preiſe 0 505 Mk.

Kieines Haus.

2022 Uhr. Kladier=Abend Guſtav Beck.
SOI4 Sept. Preiſe 1 10, 420 und 3.30 Mk.

Deſſiſches Landestheater. Klavierabend GuſtavBeck.
adend findet im Kleinen Haus des Landestheaters, 20 Uhr,
Abierabend, des bekannten Pianiſten Guſtav Beck ſtatt. Es
Zen Werke von Bach. Mozart. Schumann, Chopin, Liſzt,
Ik und Grünfeld zum Vortrag.
Sinfoniekonzert im H=ſſiſche: Landestheater. Die Kon
Tietkarten werden ab heute von 913.30 Uhr bei der
taſſe, Schalter 4. ausgegeben. Den vorjährigen Mietern, die
Nete bis jetzt noch nicht erneuert haben, werden die Plätze
Doglichkeit noch bis 20. September reſerviert. Die Pro=
ue
der neun Sinfoniekonzerte bringen einen Querſchnitt
die klaſſiſche und moderne Orcheſter=Literatur, darunter ein
Anzahl bedeutender Werke, die in Darmſtadt ſelten oder
Jaupt noch nicht aufgeführt wurden. Beſondere Sorgfalt
* der Auswahl der Soliſten gewidmet. Es wurden die Pia=
rkin
und Edwin Fiſcher, der Geiger Joſef
Rudolf S
Ti, der Violoncelliſt Caſparo Caſſado und der ge=
* Bariton Heinrich Rehkemper verpflichtet. Zwei Sin=
nzerte
werden von Gaſtdirigenten, Felix Weingart=
ind
Jgor Strawinſky, geleitet,

Durchfall und ſchließlich auch Erbrechen verurſachen. Als ſolche
tatſächlich giftigen Korallenvilze wurden der Drei=
arbige
Ziegenbart und die Blaſſe Koralle vor=
geführt
. Beim Dreifarbigen Ziegenbart iſt der Strunk weiß, der
Mittelteil der Aeſte rötlich mit gelben Spitzchen. Die Blaſſe
Koralle bewohnt ebenfalls wie der erſtere Buchenwälder und
liebt etwas kalkhaltigen Untergrund. Der ganze Pilz iſt fahl=
bräunlich
und im Jugendzuſtand mit etwas violettlichen Spitzchen.
Vor dieſen beiden giftigen Korallenpilzen, ſei gewarnt, gerade
weil man früher annahm, daß alle Ziegenbärte eßbar ſeien, ſie
nur im Alter zäh und bitter würden. Gar nicht zu verwechſeln iſt
die Krauſe Glucke, die am Grund von Stümpfen und Stäm
men über kopfgroße Fruchtkörper bilden kann und alljährlich am
gleichen Platze wiederkehrt. Ihre Zweige ſind nicht ſpitz wie bei
den anderen Ziegenbärten, ſondern blattartig verbreitert, ſo daß
der ganze Fruchtkörper wie ein Badeſchwamm oder wie ein Haufen
Nudeln ausſieht. Eßbar iſt weiterhin die Herkules=Keule
ein keulenförmig geſtalteter Korallenpilz, deſſen handförmige
Mißbildungen überhaupt, nicht mehr an den normalen Pilz er=
innerten
.
Die Boviſte gehören zu den Bauchpilzen, weil ſie ihre Spo=
ren
im Innern bilden. Wegen der Sporenverbreitung bei der ge=
ringſten
Berührung werden ſie im Odenwald ganz charakteriſtiſch
als Raachſchwamm bezeichnet. Ein einziger Rieſen=Boviſt,
wie er ab und zu auf den Wieſen vorkommt, bildet eine große Pilz=
mahlzeit
für eine ganze Familie. Alle Boviſte ſind nach den ſeit=
herigen
Erfahrungen eßbar, wenn ſie weich und im Jugendzuſtand
im Innern weiß ſind. Den bei der Reife im Innern ſchwarz wer=
denden
und von Anfang an harten Kartoffel=Boviſt ſollte
man meiden. Zu den Bauchpilzen gehören ebenfalls die Erd=
ſterne
, wahre Schmuckſtücke unſerer Wälder. Der ſehr ſel=
tene
ſiebförmige Erdſtern, der früher nach den Literaturangaben
in der Gegend vom Karlshof bei Darmſtadt recht häufig geweſen
ſein ſoll, wurde ſeit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet. Weniger
angenehme Vertreter der Bauchpilze, ſind die Stink= Mor=
cheln
, deren Hexeneier in manchen Gegenden allerdings eben=
falls
gegeſſen werden. Sehr viel Intereſſe fand die Sand=
Stinkmorchel mit ihren roſa=violetten Hexeneiern, die man
ſeither nur von der Meeresküſte kannte, die von dem Referenten
erſtmals für das rheiniſche Sandgebiet feſtgeſtellt murde. Wäh=
rnd
die bis jetzt behandelten Pilzgruppen zu den Ständernilzen
gehören, welche ihre Sporen auf meiſt vier Stielchen an den keu=
lenförmigen
Zellfaden=Enden der Fruchtſchicht bilden, gehören die
Morcheln, Lorcheln und Becherlinge zu den Sihlauch=
pilzen
. Dieſe erzeugen ihre Sporen meiſt in der Achtzahl inner=
halb
der Sporenſchläuche, wie man das ſchon bei verhältnismäßig
ſchwacher mikroſkopiſcher Vergrößerung beobachten kann. Mor=
cheln
gibt es bei uns im Frühjahr in verhältnismäßig großer
Zahl, vor allem in den Auenwäldern am Rhein. Sie ſind außer=
ordentlich
veränderlich in der Form und in der Färbung. Zur
Charakteriſtik ſeien beſonders die vielen Formen der Speiſe=
Morchel angeführt mit rundlichen Hutgruben, während die
Grubenbildung der Hüte bei den Verwandten der Spitz= Mor=
chel
durch die längs verlaufenden Rippen charakteriſiert iſt. Wäh=
rend
die Morcheln bedingungslos eßbar ſind, muß man ſich vor
der ebenfalls im Frühjahr im Kiefernwald erſcheinenden
Speiſe=Lorchel, die zu Unrecht ihren Namen trägt, hüten
ſie enthält einen Giftſtoff, der ſchon oft zu ſchweren Vergiftungen
und Todesfällen geführt hat. Bei anderen Lorcheln, die im Herbſt
erſcheinen und eben auf graſigen Waldwegen und ähnlichen
Standorten zu Hunderten vorkommen, hat man noch nichts von
Vergiftungen gehört. Es wurden davon vorgeführt u. a. die
Herbſt=Lorchel, die Gruben=Lorchel uſw. Bemerkens=
wert
iſt es, wie auch Lorcheln ganz ähnliche Formen aufweiſen
wie geſtielte Becherlinge, und wie man ſolche Arten als Zwiſchen
formen betrachten kann. Die Becherlinge erſcheinen ſchon
zeitig im Frühjahr, viele von ihnen in den bunteſten Farben. rot,
gelb, violett uſw., eine wahre Zierde unſerer heimiſchen Wälder,
weshalb man ihnen nicht genug Schutz angedeihen laſſen kann.
Beſonderes Intereſſe fand der im Frühjahr erſcheinende Ane=
monen
=Becherling, der auf den Anemonenwurzeln ſchma=
rotzt
und hier einen harten Dauerzuſtand bildet, welcher den Pilz
über den Winter hinüberrettet, und ebenſo der von dem Refe=
renten
bei uns entdeclte Sand=Becherling, welcher ähnlich
wie die Sand=Stinkmorchel ſeither nur vom Meeresſtrand be=
kannt
war. Den Abſchluß des wieder reich mit gutem Bildmate=
rial
veranſchaulichten Vortrages bildeten die Gallertpilze,
die durch ihre weiche gallerkartige Beſchaffenheit, meiſt an Höl=
zern
wachſend, ebenfalls die Aufmerkſamkeit der Naturfreunde
erregen und zum Teil eßbar ſind, wie der Gallert=Trichter,
der Gallert=Stacheling; das Judasohr, das an Hol=
lunderſtämmen
ſchmarotzt, wurde ſogar früher als Heilmittel be=
nutzt
.
Die Schleimpilze, deren Fruchtmaſſen den Wald=
boden
überziehen. in reifem Zuſtand ähnlich wie die Boviſte Rie=
ſenmengen
von Sporenpulver bilden, nehmen eine eigenartige
Mittelſtellung zwiſchen Tier und Pflanze ein.
Heute ſchon werden alle Pilzfreunde um ihre Mithilfe ge=
beten
bei der am 20. und 21. September im Gewerbemuſeum
bei freiem Eintritt veranſtalteten Pilzausſtellung. Es
wird gebeten, an den Vortagen recht viele Pilzarten in beſter
Entwicklung, gut verpackt in Papier, dort abgeben zu wollen.
Weitere Auskünfte hierüber erteilt die Heſſiſche Landes=
ſtelle
für Pilz= und Hausſchwamm=Beratung
Fernruf 4755 (Beratungsſtunden Montags und Donnerstags von
3
5 Uhr, Ballonplatz 1).
Auf verſchiedene Anfragen fühlte ſich der Referent zu der Er=
klärung
verpflichtet, daß die Pilzſchau gelegentlich der Hottonia=
Ausſtellung nicht im Zuſammenhang mit unſeren Arbeiten ſtehe.
Wenn auch derartige Beſtrebungen zu bearüßen ſind, iſt es doch be=
denklich
, daß man dort bei der Volksaufklärung giftige Arten
wie Knollenblätterpilze, den Pantherpilz uſw.
als eßbar vorführt.

Jeder Anfrage iſt die ſetzte Dezugsquſttung beizufügen. Anenyme Anfragen werden
nich beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Nechisverbindlſchkelt.
B. in G. Anſcheinend hat der Agent falſche Vorſpiegelungen
gemacht, die durch eine Betrugsanzeige bei der Staatsanwaltſchaft
zu klären wären. Ein ſolches Verfahren allein kann auch nur
die Grundlage dafür abgeben, ob Sie Schadenserſatzanſprüche gegen
die Verſicherungsgeſellſchaft mit Ausſicht auf Erfolg zu ſtellen in
der Lage ſind.
Iuvalidenrente‟. Wegen der Zuſatzrente müßten Sie ſich an
die Landesverſicherungsanſtalt in Darmſtadt (Wilhelminenſtraße)
wenden, wie wir dieſes wohl auch im vorigen Monat Ihnen mit=
geteilt
haben.
Stammtiſch Viernheim. 1. Kinder zählen zur Steuerklaſſe I,
ein Erwerb von nicht mehr als 5000 Reichsmark bleibt ſteuer=
frei
. 2. Sind es über 5000 Reichsmark, ſo ſind zu verſteuern: ein
Erwerb bis einſchließlich 10 000 Reichsmark mit 2 Prozent, bis
einſchließlich 20 000 Reichsmark mit 2½ Prozent, bis einſchließlich
30 000 Reichsmark mit 3 Prozent und ſo geſtaffelt weiter. 3. Die
Frage iſt zu allgemein geſtellt; wir können im Raume des Brief=
kaſtens
unmöglich alle Ausnahmefälle beſprechen.
A. A. Ein im März 1926 abgeſchloſſener Mietvertrag unter=
ſteht
, wenn das Haus der Zwangswirtſchaft unterliegt, den Vor
ſchriften des Reichsmietengeſetzes vom 24. März 1922. Nach § 19
des letzteren finden deſſen Vorſchriften auch auf Mietverträge An=
wendung
, die unter Umgehung oder zum Zwecke der Umgehung
des Geſetzes abgeſchloſſen ſind. Das konnte z. B. für die Frage
eines vereinbarten Mietzinſes, deſſen Höhe über den geſetzlichen
Mietzins hinausgeht, Bedeutung haben. Die Strafbarkeit des
ſognannten Mietwuchers iſt erſt durch das am 1. Juli 1926
in Kraft getretene Reichsgeſetz geregelt worden. Hiernach dürften
die geſtellten Fragen zu verneinen ſein.

Tageskalender für Montag, den 14. September 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines Haus. 20 Uhr: Klavier=Abend Guſtay Beck. Kon=
zerte
: Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant am
Böllenfalltor, Herrngartenkaffee. Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele,

Auf ihren Kleinkaliber=Schießſtänden am Neuen Schießhaus
veranſtaltete die Privilegierte Schützengeſellſchaft am Samstag
abend ein Nachtſchießen, das rege Beteiligung fand und
ausgezeichnete Schieß=Ergebniſſe brachte. Geſchoſſen wurde von
Einbruch der Dunkelheit an bis gegen 11 Uhr auf fünf Scheiben,
mit Büchſe und Piſtole. Die Scheiben waren durch eine Anſtrah=
leranlage
der Heag beleuchtet, während die Schützen aus dunklem
Schießſtand ſchoſſen. Nach dem Preisſchießen fand im großen
Saal des Neuen Schießhauſes ein gemütliches Beiſammenſein
ſtatt. Herr Oberſchützenmeiſter Engel hieß hierbei die Schützen
und Freunde der Priv. Schützengeſellſchaft herzlichſt willkommen.
Sein Gruß galt beſonders herzlich den Herren Direktor Bran=
dis
und Ehren=Schützenmeiſter Ernſt Schlapp. Die Veranſtal=
tung
, führte der Oberſchützenmeiſter weiter aus, iſt einer An=
regung
Ernſt Schlapps zu danken. Auch in früheren Jahren ſchor
hat die Privilegierte Schützengeſellſchaft derartige Nachtſchießen
veranſtaltet. Allerdings kannte man damals die elektriſchen An=
ſtrahler
noch nicht und die Scheiben wurden reiht und ſchlecht
mit Acetylenlampen beleuchtet. Für die Erſtellung der heutigen
ausgezeichneten Lichtanlage ſage er beſonders Herrn Direktor
Brandis herzlichen Dank. (Lebhafter Beifall.)
Ehrenſcheiben haben erſchoſſen die Herren Friedel Ganß
Endres, Franz und Gunſchmann. Im weiteren nahm
Oberſchützenmeiſter Engel die Preisverteilung vom internen
Preisſchießen am vergangenen Sonntag vor. Hier erhielten Preiſe
die Schützenbrüder Boſch Franz, Goebel, Ritter,
Gunſchmann, Lorſch, Beckerle, Nikolay und Hinz
Alle erfolgreichen Schützen wurden durch dreifaches Schützen=
Heil! geehrt. Der Oberſchützenmeiſter gab ſodann das weitere
Septemberprogramm bekannt und wies beſonders auf das am
Oktober ſtattfindende Herbſtpreisſchießen hin. Er
führte weiter aus, der heutige Abend ſoll eine beſondere Bedeu=
tung
erhalten durch die Weihe der Schützenbecher der V. S. G.,
zu der ein lieber Schützenbruder den nötigen Rebenſaft, einen
guten Weſthofener, ſtiftete. So wurde der Abend zu einem fröh=
lichen
Becherfeſt in doppeltem Sinn des Wortes. Vom zinnernen
Krug bis zum echt güldenen Pokal ſchmückten Sieges= und Erin=
nerungsbecher
aus faſt einem Jahrhundert die Tafel, und viele
von ihnen machten zu heiterem Trinkſpruch meiſt in Gedicht=
form
die Runde, ſo daß gar bald frohe Stimmung Platz griff
die das Elend des Alltags für ein paar Stunden vergeſſen ließ.
Die Becher und Pokale glichen einer intereſſanten Ausſtellung,
die von der Wandlung des Geſchmacks und der Kunſtrichtung auch
auf dieſem Gebiete zeugte. Es waren insbeſondere ein Becher
vom 1 Deutſchen Bundesſchießen in Frankfurt a. M. 1862
2. Deutſchen Bundesſchießen in Bremen 1865, 3. Deutſchen Bun=
desſchießen
in Wien 1868. 10. Deutſchen Bundesſchießen in Ber=
eßen
in Frankfurt a. M. 1912
lin 1890 17. Deutſchen Bundesſe
2. Verbandsſchießen in Frank=
(Gold. Jubiläum), weiter vom 2
furt a. M. 1907 (Konkurrenzbecher), 23. Verbandsſchießen in
Offenbach 1908 (Feld), 26. Verbandsſchießen in Mainz 1917
(Feld) 26. Verbandsſchießen in Mainz 1913 (Stand) 27 Ver=
bandsſchießen
in Mannheim 1914. Ferner Wanderpreiſe S. K. H.
des Großherzogs, des Herrn Heß (5. Verbandsſchießen in Hanau
1880) des Herrn Schmidt, der Stadt Darmſtadt, der Stadt Offen=
bach
(350jähr. Jubiläum der P.S. G.D.) des Herrn Eckert (geſt.
zu ſeinem Jubiläum) Kriſtall. Dieffenbach=Becher (Klein= Kali=
ber
), des Herrn Jakob Jakobi, der Piktet=Becher, der Gruppen=
preis
des Heſſ. Schützenbundes 1925 (in Gold), der Becher vom
3. Verbandsſchießen in Offenbach (Stand), ein ſolcher gewid=
met
: Dem Schwarzritter vom 25. Auguſt 1897, uſw. uſw.
Mit herzlichen Dankesworten an die Herren der Schießkom=
miſſion
, und beſonders an Herrn Jakob Goebel, und dem Ausdrudk
der Hoffnung, daß auch die weiteren Veranſtaltungen gleich har=
moniſch
verlaufen mögen, ſchloß der Oberſchützenmeiſter ſeine
Rede, der noch viele andere herzliche folgten und deren eine be=
ſondere
Erwähnung rechtfertigt, die nämlich, in der Ehren= Ober=
ſchützenmeiſter
Schlapp herzlichſt den Oberſchützenmeiſter
Engel feierte, dem die Priv. Schützengeſellſchaft ſoviel verdanke.
Das unterhaltende Programm wurde neben den muſikaliſchen
Darbietungen der Hauskapelle beſonders bereichert durch an=
mutige
Solotänze von Frl. Gudrun Schönberger.

Immer, wenn es zu herbſten beginnt, wird es in den
Kurzſchriftvereinen noch einmal lebendig. Sie rüſten für die
Gautage, die geſchaffen wurden, um die Kurzſchrift=
Werbearbeit, auf das flache Land hinauszutragen. Dieſe
Werbearbeit hat zur Folge gehabt, daß heute ſelbſt in den klein=
ſten
Landorten das kurzſchriftliche Leben blüht in Geſtalt von
Vereinen, in denen ſich die Kurzſchriftkundigen zuſammengeſchloſ=
ſen
haben. Auch ihre Arbeit iſt es, die eigenen Mitglieder fort=
zubilden
und neue Mitglieder für die Kurzſchriftkunſt zu gewin=
nen
. Die Gautagungen tragen hierzu erheblich bei.
Der Kurzſchriftgau Darmſtadt hielt ſeine 16. Gau=
tagung
am 12. und 13. September in Bickenbach ab. Eine
Gauvertreterverſammlung, die auf Samstag nachmittag im Gaſt=
haus
Zur Roſe (Pieler) abgehalten wurde, bildete den Auf=
takt
zu der Tagung, die ſich in der Hauptſache mit den geſchäft=
lichen
Angelegenheiten befaßte. Sie wurde von dem langjäh=
rigen
Gauvorſitzenden. Heinrich Büttel=Eberſtadt, geleitet,
Im Mittelpunkt dieſer Verſammlung ſtanden naturgemäß Fra=
gen
, die mit der allgemeinen Wirtſchaftskriſe zuſammenhängen
und auch das Leben der Vereine bedrohen. In ſachlicher Aus=
ſprache
wurde hier nach Auswegen geſucht. Aus der Tatſache her=
aus
, daß der Gabelsbergerſche Stenographenverein von 1861 und
die Stenographenvereinigung Darmſtadt erklärt haben, an den
Gautagungen desintereſſiert zu ſein, werden die Gautagun=
gen
künftig rein ländlichen Charakter tragen,
was ſich bei den damit verbundenen Gauwettſchreiben da=
hin
auswirken wird, daß die ſchon einmal aufgewörfene Frage
der Trennung der Wettſchreiber in Stadtklaſſe und Landklaſſe
praktiſch auf dieſem Umwege erreicht iſt.
Die Vorſtandswahl wurde mit Rückſicht, auf eine von den
Landvereinen zu treffende grundſätzliche Entſcheidung, die eine
nochmalige Zuſammenkunft der Gauvertreter im Laufe dieſes
Jahres als notwendig erſcheinen ließ, zurückgeſtellt.
Am Abend fand im Gaſthaus Zum Hirſch aus Anlaß des
10jährigen Beſtehens des Stenographenvereins Gabelsberger
Bickenbach eine Feier ſtatt, die ſich eines ſehr guten Beſuches er=
freute
. Die Orcheſtervereinigung Seeheim, unter der Leitung des
geſchätzten Violiniſten Georg Schneider=Eberſtadt, der Bicken=
bacher
Männergeſangverein, unter der Leitung ſeines 2. Vorſitzen=
affenberger
, und der Arbeitergeſangverein" Lieder=
den

zweig
Bickenbach unter der Leitung ſeines Dirigenten Chormei=
ſters
Bäniſch=Darmſtadt, vereinigten Muſikkunſt und Geſanges=
kunſt
zu einem wirkungsvollen Unterhaltungsprogramm, das
beim Publikum ungeteilten Anklang fand. Unauffällig ſchoben
ſich zwiſchen die einzelnen Programmnummern die unvermeid=
Zuerſt ſtieg die Begrüßungsanſprache des
baren Anſprachen
Vorſitzenden des Bickenbacher Vereins, Wolf, der auf das Ent=
ſtehen
und Werden des Vereins näher einging. Als zweiter ſprach
der Gauvorſitzende Büttel=Eberſtadt, dann hielt als dritter
Redner Redakteur Heinz Heinrich Roth=Darmſtadt die Feſt=
anſprache
, und ihm folgte als vierter und letzter Redner Heißt=
Eberſtadt, der namens des Kurzſchrift=Bezirks Darmſtadt ſprach.
In allen Reden klangen die Wünſche für den Verein Bickenbach
durch, daß er weiter ſo blühen, wachſen und gedeihen möge, wie
dies in den 10 Jahren ſeines Beſtehens der Fall war. Auf die
dem Verein während dieſer Zeit ſeitens der Ortsbehörde und des
Schulkollegiums widerfahrene Unterſtützung wurde dabei beſon=
ders
hingewieſen. Am Schluſſe des Abends verlebten die Gäſte
durch den von Kunſtgenoſſinnen und Kunſtgenoſſen des Bicken=
bacher
Vereins aufgeführten Schwank: Falſch verbunden eine
merkliche Aufheiterung, denn die Handlung des Stückes war ſo
voll tollen und köſtlichen Humors, daß man laut mitlachen mußte,
ob man wollte oder nicht. Freilich wurde der ſtarke Exfolg nur
durch das äußerſt geſchickte und ausgezeichnete Spiel der Mit=
wirkenden
erzielt, die ſich mit bewunderungswürdiger Echtheit in
ihre Rollen einfügten.
Das Gaumettſchreiben, das am Sonntag vormittag im
Schulhaus zu Bickenbach unter der Leitung des Wettſchreib=
obmanns
, Stadtinſpektor Ludwig Krapp=Darmſtadt, ſtattfand,
war von 140 Wettſchreibern beſucht. In der am Nachmittag im
Gaſtbaus Zum Hirſch ſtattgefundenen Schlußfeier wurde das Er=
erſte
u Ehren=
gebuis
verkündigt. Es wurden zuerkann
preiſe. 123 erſte, 5 zweite und 4 dritte Preiſe. Die Höchſtleiſtung
erreichte in der Abteilung 260 Silben Hans Fiſcher, Vexein
1861. Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Furchtbar iſt die Not in China, das ſich mit einem eindringlichen Hilferuf an den
gewandt hat. Die Waſſer des Jangtſe und ſeiner Nebenflüſſe haben Städte und Dörfe
ſchwemmt, Hunderttauſende von Menſchen ſind ertrunken. Noch dazu herrſchen Typh
Cholera in den überfluteten Gebieten und fordern zahlloſe Opfer. Die Hungersnot u
geflüchteten Bevölkerung iſt kataſtrophal.

Der Zeppelinbeſuch in Frankfurk.
Frankfurt a. M. Bei ſeiner zweiten Landung in Frank=
furt
am Sonntag konnte der Zeppelin von wenigſtens 50 000 Men=
ſchen
auf dem Frankfurter Flughafen empfangen werden. Waren
es auch nicht wieder 120 000 Köpfe, wie bei dem erſten Frankfurter
Beſuch, damals dem erſten Ueberlandflug nach ſeiner Weltreiſe,
ſo waren die Wogen der freudigen Erregung um ſo größer. Mit
programmäßiger Pünktlichkeit, um 17.00 Uhr, näherte ſich das
Luftſchiff, aus der Richtung AſchaffenburgHanau kommend, der
Stadt. Ueber dem Flugplatz neigte es ſich zum Gruß, nachdem es
die Stadt mehrmals überflogen hatte. Nach der Landung, die mit
Hilfe der Techniſchen Nothilfe reibungslos erfolgte, wurden die
Paſſagiere gewechſelt. 35 Perſonen waren von Friedrichshafen
nach Frankfurt gekommen, 20 flogen mit dem Luftrieſen zurück,
darunter 2 Freiflügler, während ſich überraſchenderweiſe der
dritte Freifluggaſt nicht gemeldet hatte. Wenigen Gäſten war
eine Beſichtigung der Kabinen des Luftſchiffes möglich. Pünktlich
um 6 Uhr erhob ſich der Luftrieſe mit brauſendem Getöſe der
Außenbordmotoren und nahm nach kurzem Kreuzen über dem
Flugplatz Kurs in Richtung Darmſtadt, das er gegen
18.20 Uhr in geringer Höhe überflog, Heidelberg nach Fried=
richshafen
, wo er 20.42 Uhr landete.
Heuee I0dd kursshier m Bense.
Belagerungszuſtand verhängk.
TU. New York. Amtlich wird jetzt die Zahl der Todes=
opfer
in Belize auf über 1000 geſchätzt. 700 Tote konnten bisher
geborgen werden. Das am meiſten mitgenommene Viertel der
Stadt wurde in der letzten Nacht in Brand geſteckt, da wegen der
fürchterlichen Hitze große Seuchengefahr beſtand. Der Nahrungs=
mittelmangel
hat bereits zu mehreren Hungerrebolten geführt, ſo
daß der Belagerungszuſtand verhängt werden mußte. Es wird
beabſichtigt, die Stadt gänzlich aufzugeben und in höheren Regio=
nen
Anſiedlungen vorzunehmen. Zwei amerikaniſche und zwei
engliſche Kreuzer ſind bereits zur Hilfeleiſtung unterwegs, außer=
dem
ſind acht Flugzeuge mit Aerzten, Verbandszeug und Arz=
neien
in der Stadt eingetroffen.

Deukſche Ozeanflieger geſtarkek.
Wie aus Liſſabon berichtet wird, ſind die deutſchen Flieger
Rody und Johannſen in Begleitung eines Spaniers am
Sonntag um 9 Uhr 30 zum Atlantikflug geſtartet. Das Flugzeug
war vor einiger Zeit von Berlin nach Liſſabon geflogen.
Doret bei dem Flugzeugunglück im Ural nicht getötet?
Moskau. Nach bisher noch unbeſtätigten Meldungen ſoll
der bekannte franzöſiſche Flieger Doret bei dem Abſturz des Flug=
zeugs
Bindeſtrich im Gouvernement Ufa (Ural) nicht getötet
worden ſein. Außer Le Brix ſei der Mechaniker tödlich verun=
glückt
. Doret ſoll ſich durch Fallſchirmabſprung gerettet haben.

Der Lebensrekker.

Paris. Auf einer Seinebrücke in Paris. Es iſt ſpäter
Abend. Ein junger Mann kehrt von einer Geſellſchaft nach Hauſe
zurück, wobei ihn ſein Weg über eine Brücke führt. Die Straße iſt
einſam die Pariſer ſchlafen. Da gewahrt er eine offenbar den
beſſeren Ständen angehörende Frau, die an dem niedrigen Ge=
länder
lehnt. Die Abſicht iſt klar. Es ſoll der letzte Blick in die
Fluten ſein, in denen ſie ihre Hoffnungsloſigkeit begraben will.
Als ſie Schritte hört, ſetzt ſie den einen Fuß auf das Geländer.
Der junge Mann ſchätzt die Entfernung nein, er erreicht ſie
nicht mehr. Da beſinnt er ſich, ſteckt die Hände in die Hoſentaſchen,
bleibt ſtehen und ruft hinüber: Wie unappetitlich ſchmutzig die
Seine iſt, nicht wahr? Die Fremde wird ſtutzig. Einen Augen=
blick
verharrt ſie in ihrer Stellung dann ſagt ſie: Ja, wahr=
haftig
! Und geht ihres Weges. Die Comoedia", die dieſes
Geſchichtchen als Tatſache erzählt, fragt, ob der junge Mann nicht
die Rettungsmedaille verdient hätte.

Sehr ſchnell iſt das geſtern früh über den Britiſchen Inſeln
gelegene Regengebiet oſtwarts gewandert und hat bereits in den
geſtrigen Abendſtunden unſer Gebiet überquert. Nunmehr ſetzt
von Weſten her ſtarker Barometeranſtieg ein, der ſich auch bei
uns bereits bemerkbar macht. Die Wetterlage kommt ſomit unter
den Einfluß hohen Druckes und nimmt wieder einen beſtän=
digeren
Charakter an.
Ausſichten für Montag, den 14. September: Vielfach aufheiternd.
zeitweiſe auch bewölkt, trocken, zwiſchen Tag und Nacht wieder
ſtärkere Temperaturgegenſätze.
Ausſichten für Dienstag, den 15. September: Keine weſentliche
Aenderung.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag, 14. September.
15.15: Frau Dir. Lill: Kommunale Frauenmitarbeit zur X
fung der Not Jugendlicher.
17.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Soliſt: R. 2
feld
Bariton).
18.30: Wirtſchaftsmeldungen.
18.40:
Oberſt a. D. v. Oertzen: Abrüſtungsfragen.
19.05: Engliſch.
19.45: Volkslieder. Zur Laute geſungen von Adelheid Ber
Verbindende Worte: H. Rosbaud.
20.30ch Der Tag des Ulyſſes. Ein Querſchnitt durch den Rom
James Jonce.
21.30: Waldemar von Baußnern zum Gedächtnis (geſt. 20. A
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Königswuſterhauſen.
Montag, 14. September.
10.15: Leipzig: Schulfunk: Spiel von Bauer und Ber=
von
Ilmenauer Bergieuten dem Staatsminiſter Goethe vor
14.45: Kinderſtunde. Wir machen eine Kinderzeitung.
15.40: Jugend zur Jugend: Wir und die Zeitung.
16.00: K. Vauxel: Zur Geſtaltung des Sachbüches.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Welter: Modernes Liedſchaffen. Eint.: Dr. Marie
18.00: Lore Stein: Wie ein Film entzteyt (Interview).
18.30: Generalleutnant a. D. Brand: Die Kriegsführung d.
18.55: Vietter für die Landwirtſchaft.
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.25: Priv.2 oz. Dr. Arland: Richtige Lagerung d. Heu= u
treidevorräte.
19.45: Wetter für die Landwirtſchaft,
anſchl. Ob. Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
20.00: Heitere Stunde mit J. Plaut. Kleine Orch. d. Weſtd
Rundfunks.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Oedipus auf Kolonos nach Sophokles, bearbeitet S.
Lipmann.
22.00: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.20: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl.: Tanz=Muſik. Ausf.: H. F. Hennos und ſein Orcheſte
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feulleien,
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl B0
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas B..R
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[ ][  ][ ]

Montag, den 14. September 1931

Seite 5

deutſchen Fußballfreunde hatten ſich die Hoffnung gemacht,
deutſche Nationalelf im Rückſpiel gegen Oeſterreich auf
Ane.
Boden beſſer abſchneiden würde, als in jenem unglück=
rliner
Pfingſtſpiel, bei dem die Oeſterreicher unſerer Elf
Treffern eine ſehr empfindliche Lektion erteilten. Nie=
chte
eine Revanche, man erwünſchte ſich nur ein beſ=
(n
res ſchneiden, d. h. eine weniger ſchlimme Niederlage. Aber
ſe beſcheidenen Wünſche ſind nicht in Erfüllung ge=
ſt
ſans mit 5:0 Treffern iſt auch diesmal unſere Vertretung ſehr
geſchlagen worden. Immerhin bleibt aber doch ein weſent=
e
oſt; unſere Mannſchaft hat in Wien kein ſchlechtes Spiel
und man kann ohne nun die Tatſachen einſeitig zu
iMN
n ſagen, daß die Niederlage unſerer Elf in dieſem
nicht verdient iſt. Wenn auch unſer Sturm nicht alle
ßngen erfüllte, ſo hat doch die Mannſchaft beſonders in
n Halbzeit Leiſtungen gezeigt, die ſelbſt den Beifall der
berr ken Wiener fanden, und die Höhe der Niederlage iſt in
iſtal nie auf das Verſagen der Berliner Verteidigung Emme=
unke
zurückzuführen. Bei der Erklärung der Niederlage
hEN dir indeſſen an der wichtigſten nicht vorübergehen, näm=
ſich
Ader, daß die Oeſterreicher, ſo oder ſo, doch eben den beſ=
ßball
ſpielen.
Im Wiener Neuen Stadion.
Stadt Wien hat ſich ein neues, prächtiges Stadion ge=
das
nach der Arbeiterolympiade am Sonntag ſeine zweite
ſportliche Veranſtaltung erlebte. Trotzdem die Wiener am
ſoc durch die Putſchnachrichten aus Steiermark ein wenig
igt wurden und obwohl das feuchtkalte Wetter nicht ge=
r
einladend war, fanden ſich im Stadion doch an die
ſuſchauer ein. Sie bereiteten den beiden Mannſchaften
niel eich freundlichen Empfang, und ſie nahmen auch an den
ISſen auf dem Raſen einen zwar lebhaften, jedoch auch ziem=
ſch
d =ktiven, Anteil.

In der Kritik

die deutſchen Spieler ſehr unterſchiedlich ab.
rm waren die beiden Außenſtürmer Weiß und Kund die
Aind auch der dritte Nürnberger, der Halbrechte, Hornauer
* Dagegen enttäuſchten Kuzorra und Richard, Hofmann.
Iten das Zuſammenſpiel durch Eigenbröteleien, in denen
*s der Dresdener groß war. Der ganze Angriff ſpielte zu
Eenhaft, er hatte zu wenig Einfälle, um die routinierte
A des Gegners hereinzulegen. Der beſſere Mannſchaftsteil
Läuferreihe, in der Knöpfle und Leinberger, bis zur Er=
Dg wühlten. Kauer war ſchwächer. Die Verteidigung
Ach-Brunke ſchlug ſich in der erſten Halbzeit noch ganz
end, ſpäter ſtanden ſie aber häufig dem raffinierten Kom=
Sſpiel und den Täuſchungsmanövern der Oeſterreicher
hilflos gegenüber. Das war keine Verteidigung von
internationalem Format. Trotz des 5:0 trifft den Tor=
reß
keine Schuld, er war gegen alle Torerfolge machtlos,
aber im übrigen wieder ein glänzendes Abwehrſpiel, das
ch wiederholt Sonder=Applaus eintrug.
öſterreichiſche Mannſchaft lieferte wieder eine vollendete
Faſt unüberwindlich war das Schlußdreieck, taktiſch glän=
Lauferreihe, und auch der Sturm war auf der Höhe. Der
Sführer Sindelar hatte ſogar einen ganz großen Tag. Ihm
n der Form die beiden Außenſtürmer am nächſten.
Schiedsrichter Ohlſen=Schweden war zwar einigemale
ſeine Spielleitung verdient aber dennoch Lob.

Das Spiel beginnk

es Halblinken Schall zu halten. Die Wiener waren ſicht=
eine
Ueberrumpelung bedacht, die ihnen zum Teil auch
In der dritten Minute ſchickte Gſchweidl den Rechtsaußen
ialk einer feinen Vorlage auf Fahrt, Ziſchek flankte vor=
und Oeſterreichs Sturmführer Sindelar konnte den Ball
* drei Meter Entfernung unhaltbar für Kreß ein=
Im deutſchen Lager dachte man ſofort wieder an die
* Kataſtrophe, ſchlimme Befürchtungen regten ſich. Jedoch
lo) nächſt noch einmal der Optimismus zu ſeinem Recht
denn die deutſche Elf war plötzlich wach und kam zu
Überraſchend guten Spiel. Die beiden Läufer Leinberger
1Opfle ſetzten ſich mit allen Kräften ein, ſie zerſtörten zahl=
To!
Sngriffe des Gegners und warfen den eigenen Angrif
wieder nach vorn. Da ſich zudem Emmerich und Brunke
*ch einigermaßen hielten, ſo kam das Spiel der deutſchen
Saſt ſchön in Fluß. Sie hatte eine ausgezeichnete halbe
und wäre in dieſer Spielphaſe der Sturm auf der Hut
* Der weiß, welchen Ausgang das Spiel genommen hätte.
n war der linke Flügel ziemlich unentſchloſſen, und auch
v Jammenarbeiten mit dem Sturmführer Kuzorra ließ zu
* ührig. Um ſo beſſer ſchlug der vor dem Spiel ſchlecht
Ere Flügel HornauerWeiß ein. Die Angriffe der Deut=
4EI zeitweiſe recht gefährlich, gerade dann waren ſie aber
Pech verfolgt. Einen Flankenball von Knud konnte
knapp zur Ecke abwehren, der Eckball blieb ungenützt.
eater hielt Hiden einen unerhört ſcharfen Schuß von
und im nächſten Moment darauf köpfte Hornauer knapp
** Latte. Angriff auf Angriff rollte vor, aber alle blie=

ben ohne Ergebnis. Gegen Ende der Halbzeit kam dann die
öſterreichiſche Kombinationsmaſchine wieder zur Geltung, nach=
dem
ſie lange Zeit nur ſtockend gearbeitet hatte. Die Wiener
beherrſchten plötzlich wieder das Feld und heizten dem deutſchen
Tormann tüchtig ein. Kreß erwies ſich aber zunächſt als Herr der
Situation. Er fing Serien von Bällen durch rechtzeitiges Her=
auslaufen
, prächtiges Fauſten und Fangen ab. Zwei Minuten
vor dem Halbzeitpfiff wurde er jedoch zum zweiten Male ge=
ſchlagen
, der Halblinke Schall war in günſtige Schußpoſition ge=
kommen
, und gegen dieſen Schuß war der Frankfurter Tormann
machtlos.

Wer erwartet hatte, daß die deutſche Mannſchaft nach dem
Wechſel noch einmal zu ihrer vollen Form auflaufen würde und
vielleicht dem Spiel doch noch eine entſcheidende Wendung geben
könnte, ſah ſich getäuſcht. Die deutſche Elf ließ in ihren Leiſtungen
immer mehr nach, und beſonders ſchlimm wirkte ſich die Nervo=
ſität
und Hilfloſigkeit aus, in die jetzt die Verteidigung Emme=
rich
-Brunke fiel.
Die zweite Hälfte begann für unſere Mannſchaft wenig ver=
heißungsvoll
. Die Wiener kamen ſchnell zu zwei Eckbällen, bei
beiden rettete Kreß. Im Gegenſtoß ſchoß Richard Hofmann gegen
die Latte. Das gleiche Mißgeſchick hatte kurz darauf Kuzorra.
Die Angriffe wechſelten, dann flaute plötzlich das Tempo des
Kampfes ab. Der ſonſt einwandfreie Schiedsrichter Ohlſen=
Schweden überſah ein klares Handſpiel des öſterreichiſchen Läufers
Gall im Strafraum der Wiener. Die Oeſterreicher verſchärften
das Tempo wieder und wurden überlegen. Die deutſche Läufer=
reihe
ließ unter dem wachſenden Druck nach, Leinberger ſchien vor=
übergehend
völlig erſchöpft zu ſein. In der deutſchen Verteidigung
mehrten ſich im gleichen Maße, wie das Kombinationsſpiel der
Wiener an Präziſion zunahm, die Unſicherheiten. Eine weitere
Ecke der Oeſterreicher wurde abgewehrt, dann kamen die Wiener
aber in der 18. Minute durch einen wuchtigen, unhaltbaren Schuß
von Sindelar zum dritten Treffer. Kaum waren ſechs Minuten
vergangen, als die Oeſterreicher im Anſchluß an die vierte Ecke
durch Sindelar das vierte Tor buchten. Die deutſchen Gegen=
angriffe
waren zu ſchwach, Richard Hofmann verſchoß einen Frei=
ſtoß
, ein Eckball blieb ungenützt. Die Oeſterreicher überwanden
die deutſchen Gegenangriffe ſchnell und lagen dann immer wieder
vor dem deutſchen Tor. In der 30. Minute fiel nach einer glän=
zenden
Kombination GallSchallSindelar durch den letzten der
fünfte Treffer, die letzte Viertelſtunde verlief dann ohne beſon=
dere
Ereigniſſe. Die deutſche Mannſchaft war abgekämpft, und
auch bei den Oeſterreichern verſiegte der Tatendurſt.

Das bedeutendſte Sportereignis des Sonntags war für den
deutſchen Sport zugleich eine Enttäuſchung, die Fußball= Natio=
nalelf
wurde in Wien von den Oeſterreichern erneut hoch ge=
ſchlagen
, ſie unterlag vor 60 000 Zuſchauern mit 0:5 (0:2). Die
Urſachen dieſer ſchweren Niederlage ſind einerſeits im Verſagen
der deutſchen Verteidigung, andererſeits aber auch in dem über=
legenen
, reiferen Spiel der Oeſterreicher zu ſuchen.
Zur gleichen Zeit wurden in Süddeutſchland in allen Grup=
pen
die Fußball=Verbandsſpiele fortgeſetzt. Sie brachten wieder
zahlreiche Ueberraſchungen. In der Gruppe Main behauptete
ſich die Eintracht mit klarem Vorſprung an der Spitze, Rot= Weiſ=
büßte
im 1:1 Spiel gegen Bieber einen Punkt ein, Fußball=
ſportverein
Frankfurt gewann ſein Spiel in Bieber unerwartet
ſicher 2:0. In der Gruppe Heſſen iſt jetzt Kaſtel wieder allein
an der Spitze, nachdem Mainz 05 in Langen 1:2 unterlang und
Wormatia mit dem gleichen Ergebnis von Alemannia geſchla=
gen
wurde. Südbahern meldete normale Reſultate, der Ta=
bellenführer
Bayern München machte durch einen 8:0 Sieg über
Ingolſtadt von ſich reden. Auch Nordbayern brachte Favoriten=
ſiege
, Sp.=Vg. Fürth und 1. FC. Nürnberg behaupteten ſich an
der Spitze, die Würzburger Kickers fielen durch einen Punkt=
verluſt
im 2:2 Spiel gegen den FV. 04 Würzburg etwas zurück.
Württemberg erlebte ſeine große Ueberraſchung bereits am
Samstag, als der tabellenführende Neuling Feuerbach im Lokal=
treffen
gegen Zuffenhauſen 0:3 unterlag. In Baden holte ſich
der Spitzenreiter KFV. einen ſicheren 3:0 Sieg über den SC.
Freiburg. Ueberraſchend kam die Höhe des 4:1 Sieges, den der
Freiburger FC. über Phönix Karlsruhe erzielte. In der Gruppe
Rhein liegt jetzt Waldhof allein an der Spitze, nachdem Neckarau
gegen Phönix Ludwigshafen 2:3 verloren hat. In der Gruppe
Saar hat ſich der FV. Saarbrücken an der Spitze behauptet, er
konnte gegen Saar 05 überraſchend ſicher 5:2 gewinnen, während
der FK. Pirmaſens im 1:1 Spiel in Neunkirchen gegen Boruſſia
erneut einen Punkt einbüßte.
Verbandsſpiele in Süddeutſchländ:
Gruppe Heſſen: Alemannia Worms Wormatia Worms 2:1.
FVg. 06 Kaſtel Viktoria Walldorf 6:2. FC. Langen
FSV. Mainz 2:1. SV. Wiesbaden Viktoria Urberach 4:0.
SV. Darmſtadt Olympia Lorſch 1:4.
Gruppe Main: Rot=Weiß Frankfurt
Germania Bieler (Sa.)
1:1. Eintracht Frankfurt F
3. Heuſenſtamm 5:2.: FC. 93
Hanau FSV. Frankfurt 0:2. Germania 94 Fransfurt
V. f. L. Neu=Iſenburg 1:4. Kickers Offenbach SpVgg. Gries=
heim
02 3:2.
Grupse Nordßayern: 1. FC. Nürnberg FC. Schweinfürt 3:1
SpVgg. Fürth SpVgg. Weiden 7:0. FV. Würzburg

Kickers Würzburg 2:2. Bayern Hof ASV. Nürnberg 0:3.
FC. Bayreuth V. f. R. Fürth 1:1.
Gruppe Südbayern: Bayern München V. f. B. Ingolſtadt 8:0.
DSV. München Jahn Regensburg 3:3. SSV. Ulm
Teutonia München 3:3. FC. Straubing 1860 München 2:3.
Schwaben Augsburg Wacker München 0:1.
Gruppe Rhein: FG. Kirchheim SpVgg. Mundenheim 1 :4.
V. f. L. Neckarau Phönix Ludwigshafen 2:3. SV. Wald=
hof
FC. 08 Mannheim 5:0. Amicitia Viernheim V. f. R.
Mannheim 2:3. SpVgg. Sandhofen FV. Sandhauſen 2:0.
Gruppe Saar: Boruſſia Neunkirchen FK. Pirmaſens 1:1.
V. f. R. Pirmaſens SV. 05 Saarbrücken 7:2. Saar 05
Saarbrücken FV. Saarbrücken 2:5. Sportfreunde Saar=
brücken
Weſtmark Trier 2:2. FC. Kaiſerslautern FC.
Idar 2:4.
Gruppe Württemberg: SV. Feuerbach FV. Zuffenhauſen (Sa.)
0:3. FC. Pforzheim Germania Brötzingen 1:1. Stutt=
garter
Kickers FC. Birkenfeld 3:3. V. f. B. Stuttgart
V. f. R. Heilbronn 7:2. Union Böckingen Sportfreunde
Eßlingen 5:
Gruppe Baden: Karlsruher FV. SC. Freiburg 3:0. V. f. B.
Karlsruhe FC. Villingen 3:2. FC. Freiburg Phönix
Karlsruhe 4:1. FC. Rheinfelden FC. Mühlberg 2:2.
Berliner Fußball.
A: Hertha BSC. Blau=Weiß 90 5:3. Südſtern 08 1. FC.
Neukölln 2:2. Meteor 06 B. f. C. Wedding 0:0. Minerva
Spandauer SV. 4:2. B: Viktoria 89 Norden=Nordweſt 4:1.
Union Oberſchöneweide Union Potsdam 6:1. Berliner SV. 92
BV. Luckenwalde 2:0. Geſellſchaftsſpiel: SC. Wacker 04
Tennis=Boruſſia 4:2.
Fußball in England.
Die neue Fußballſaiſon hat in England bislang manche Ueber=
raſchung
gebracht. Auch der letzte Samstag machte davon keine
Ausnahme. Arſenal, der Meiſter der vorigen Saiſon, kam zu
Hauſe endlich zu ſeinem erſten Sieg, er konnte Sunderland 1:0
ſchlagen. Dafür mußte aber der Tabellenführer Sheffield Wednes=
day
eine hohe Niederlage einſtecken, er wurde in Middlesbrough
gleich 4:0 geſchlagen. Eine Niederlage erlitt auch der Pokalſieger
Weſtbramwich Albion, der in Sheffield gegen United 0:1 verlor.
Einen glänzenden Sieg feierte Aſton Villa mit 7:0 Treffern über
Grimsby Town.

1:4 11:2).

Unter der korrekten und ſicheren Leitung von Brehm (Bürgel)
kam der Liganeuling Olympia Lorſch auf dem Platze am Böllen=
falltor
zu einem verdienten Sieg. Man muß der Gäſtemannſchaft
ohne weiteres beſcheinigen, daß ſie eine weit einheitlichere Lei=
ſtung
zuwege brachte als die 98er. Hinter einem zielbewußten
und flinken Sturm ſtand ein ganz ausgezeichneter Mittelläufer,
der durch ſein kultiviertes Zuſpiel immer wieder nützliche Aufbau=
arbeit
leiſtete und damit ſeiner Elf den inneren Halt gab, den
die Läuferreihe der 98er ihrer Mannſchaft ſchuldig blieb. Da auch
die beiden Verteidiger der Gäſte eine gute Figur machten und
ſich ihr Torwächter als ſicher erwies, ſo kann man ruhig ſagen, daß
die Gäſteelf in allen Reihen beim geſtrigen Spiel beſſer war als
die Darmſtädter Elf.
Die 98er hatten wieder einmal einen ſchwarzen Tag. Nir=
gends
klappte es richtig. Schon bei Müller im Tor hat die Kritik
anzuſetzen. Wohl hielt er einige Bälle bemerkenswert elegant,
doch gab es auch bei ihm ſchwache Momente (2. und 4. Tor). Die
Verteidigung war noch der beſte Teil der Mannſchaft, wenn auch
das allzulange, gefahrbringende Zögern von Rupp beim Abſpiel
immer wieder bemängelt werden mußte. Alle dieſe Mängel wie=
gen
jedoch gegenüber dem Verſagen der Läuferreihe nicht ſchwer,
Keiner der Läufer konnte beim geſtrigen Spiel befriedigen, zu=
mal
wieder jedes zweckmäßige Zuſpiel zum Sturm fehlte am
eifrigſten noch Richter . Der Darmſtädter Sturm iſt nun ein=
mal
nicht ſtark; wenn dann noch die Läuferreihe verſagt, ſinken
die Erfolgschancen auf ein Minimum. Im Sturm ſelbſt war
Müllmerſtadt noch der Beſte; alle übrigen ſpielten wohl im Feld
zeitweiſe ganz nett, jedoch vor dem Tor viel zu überhaſtet und
unüberlegt. Dreimal wurde freiſtehend über das nur vom Tor=
wächter
beſetzte Tor gekickt. So wird die Niederlage erklärlich.
Im Spielverlauf kamen die Gäſte gleich zu Anbeginn zu einer
wirklichen Ueberlegenheit und guten Torchancen, ſo daß ſie ſchon
in der 5. Minute bei einem geſchloſſenen Angriff des Innen=
ſturms
in Führung gehen konnten. Wohl glichen die 98er in der
25. Minute durch ein Selbſttor der Gäſte aus, aber noch vor Halb=
zeit
kam Lorſch zu ſeinem 2. Tor: Einem Durchlauf des Links=
außen
ſtürzte ſich Müller entgegen, brachte jedoch den Ball nicht
weit genug weg, ſo daß der Nachſchuß im leeren Tor landete. In
der zweiten Hälfte drückte zuerſt Darmſtadt und hatte auch mehr=
fach
Ausgleichschancen, die knapp verſchoſſen wurden. Als ein
Darmſtädter Läufer im Strafraum überflüſſig einen Hand= Elf=
meter
verurſachte, der glatt verwandelt wurde, war das Spiel
entſchieden. Durch ein 4. Tor der Gäſte, das vermeidbar ſchien,
wurde die Niederlage endgültig beſiegelt.
SV. 98 Darmſtadt, Jugend.
1. Jgd. 1. Jgd. Polizei 2:0. 2. Jgd. 1. Jgd. Arheil=
gen
6:0. 3. Jgd. 2. Jgd. Arheilgen 2:2. 4. Jgd. 2. Jgd.
Langen 4:3. 1. Schüler 1. Schüler Wixhauſen 2:1. 2. Schüler
2. Schüler Wixhaufen 5:2. 3. Schiiler 2. Schüler Poli=
zei
2:4.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Montag, den 14. September 1931

Nummer 2

Alemannia WormsWormatia Worms 2:1 (2:1).
3000 Zuſchauer erlebten in Worms eine Senſation. Aleman=
nia
ging mit großem Elan und rieſigem Eifer an ihre Aufgabe
heran, war in der erſten Halbzeit durchweg beſſer und ſiegte aud
verdient. Allerdings ging Wormatia in der 20. Minute durch
Scheite in Führung, die Alemannia durch einen Fehler Gisperts,
der einen Ball im Boxen verfehlte, bald ausglich. In der 33.
Minute fiel durch den Alemannia=Halblinken Holl der zweite und
letzte Treffer. Nach der Pauſe war Wormatia ſehr gut und bis
Schluß überlegen, Alemannia vermochte aber durch gute und ver=
mehrte
Verteidigung das Ergebnis zu halten. Schiedsrichter
Müller=Hanau leitete gut. Winkler wirkte bei Wormatia als
Rechtsaußen auf verlorenem Poſten mit.
F.Vg. KaſtelViktoria Walldorf 6:2 (1:2).
Kaſtel hatte in dieſem Spiele das Glück, daß ſich der Walldor=
fer
Torwart beim Stande von 2:2 verletzte und etwa eine Viertel=
ſtunde
ausſchied. In dieſer Zeit ſchoß Kaſtel zwei weitere Treffer,
die das Spiel entſchieden. Walldorf war in der erſten Halbzeit
im Sturm etwas gefährlicher. Der Halbrechte Thron erzielte in
der 20. Minute die Führung, die Rockmann in der 28. Minute
ausglich. Hierbei verletzte ſich allerdings der Kaſteler Sturmfüh=
rer
und wirkte auf dem Linksaußenpoſten als Statiſt. Kurz vor
Halbzeit ſchoß Walldorf durch Steckenreiter den zweiten Treffer
Nach der Pauſe glich zunächſt Schott aus, dann ſchoß Geeſt 2 Tref=
fer
, und zwei weitere Tore von Jertz ſtellten das Endergebnis
ſicher. Schiedsrichter Fritz=Oggersheim leitete vor 1500 Zu=
ſchauern
ausgezeichnet.
S.V. Wiesbaden-Viktoria Urberach 4:0 (4:0).
Der in ausgezeichneter Form befindliche Sportverein Wies=
baden
lieferte ſeinem Gegner ein völlig überlegenes Spiel und
ſtellte Sieg und Endergebnis ſchon in der erſten Halbzeit ſicher
In der 7. Minute ſchoß der neue Sturmführer Staudt den erſten
Treffer, in der 13. Minute erzielte der Linksaußen Blank den zwei=
ten
, in der 28. Minute der Halblinke Seck den dritten und in der
42. Minute Mittelläufer Habermann den vierten Treffer. Nach
der Pauſe ließ Wiesbaden ſtark nach, das Spiel wurde offener,
aber auch ſehr hart. So mußte Urberachs Mittelläufer Sturm
wegen Tätlichkeit den Platz verlaſſen. Schiedsrichter Happ=Hanau
leitete vor 2000 Zuſchauern gut.
1. F. C. LangenF.S. V. Mainz 05 2:1 (2:1).
Kampfkraft und Wucht ſchlug hier die beſſere Technik. Lan=
gen
konnte vor Halbzeit die Mainzer überrumpeln und nach der
Pauſe das Ergebnis durch taktiſch gutes Spiel halten und ſo eine
Senſation ſchaffen. Mainz trat ohne Torwart Schwarz und Mittel
läufer W. Freytag an. Das von 600 Zuſchauern beſuchte Spiel
war ein typiſches Punktetreffen und wurde von Schiedsrichter
Störner=Hertha Frankfurt ſehr gut geleitet. Langen ging in der
5. Minute durch Jaeckel in Führung und erhöhte in der 30. Mi=
nute
durch Klein auf 2:0. Den Mainzer Ehrentreffer erzielte
Burkard.
Tabellenſtand der ſüddeutſchen Bezirksliga am 13. Sept. 1931.

e Heſſen. Spiele: Tore: Punkte FVg. Kaſtel 5 15:7 9:1 Mainz 05 6 26:12 8:" SV. Wiesbaden 12: Wormatia Worms 5 9:* 6:4 Alemannia Worms 3 16:1 6:6 Olympia Lorſch 14:1 6:0 Viktoria Urberach 10:1 5:7 Viktoria Walldorf 8 4:8 FC. Langen 7:8 4:8 SV. 98 Darmſtadt 10:24 3:9

* Fußball im Kreis Starkenburg.
Oberroden weiter Tabellenführer.
Zwei Neulinge
ſchieben ſich vor.
Union Darmſtadt Sportvgg. 04 Arheilgen 0:5 0:1).
Germania Pfungſtadt Union Wixhauſen 0:1 (0:1).
S. V. Münſter
Germania Eberſtadt 2:3 (2:1).
FV. Sprendlingen Haſſia Dieburg 3:2 (2:1).
Polizei Darmſtadt FC. 03 Egelsbach 3:1 (2:0).
Viktoria Griesheim Germania Oberroden 0:1 (0:0).
SV. Mörfelden FSV. Groß=Zimmern 8:1 (3:0).
*
Ganz ohne Ueberraſchung geht es nun einmal im Kreis Star=
kenburg
nicht. Diesmal ſorgten die Pfungſtädter Germanen auf
eigenem Platze dafür, indem ſie ſich von Union Wixhauſen mit
10 ſchlagen ließen. Das knappe Ergebnis zeigt deutlich die
Schwäche der Pfungſtädter: den Angriff! Beide verlorenen Spiele
gingen mit 0:1 flöten. Ueberraſchung Nr. 2 lieferten die Eber=
ſtädter
, die in Münſter knapp gewannen. Man wird auf die
Leute aus dem Darmſtädter Vorort noch aufpaſſen müſſen!
Ueberraſchung Nr. 3 meldet Mörfelden. Man hatte wohl mit
einem Sieg der Einheimiſchen gerechnet, aber gleich 8:1 iſt doch
etwas heftig. Groß=Zimmern weiſt nunmehr das höchſte Minus=
konto
an Toren auf. Die übrigen Spiele endeten erwartungs=
gemäß
. Oberroden hatte wieder ſeine liebe Not, in Griesheim
zu gewinnen, und auch die Polizei hatte man höher in Front
erwartet. Beide Ergebniſſe beweiſen aber letzten Endes nur, wie
ſtark auch die Unterlegenen in dieſem Jahre ſind. In Sprend=
lingen
gab es den erwarteten knappen Erfolg der Platzherren,
während in Beſſungen die Gäſte aus Arheilgen ſiegten. Ein 5:0=
Sieg auf der Rennbahn wiegt ſehr ſchwer. Es ſcheint, daß Arheil=
gen
wieder ſtark im Kommen iſt.
In der Tabelle hat ſich allerhand getan! Oberroden und
Eberſtadt behaupten hartnäckig die Führung, wobei Eberſtadt
mit nur 3 Gegentoren ſich ſehen laſſen kann. Arheilgen und Wix=
hauſen
haben ſich ſtark in den Vordergrund geſchoben, und auch
Mörfelden rückt wieder vor. Dagegen ſind Egelsbach und Groß=
Zimmern zurückgefallen. Auffällig iſt, daß Dieburg nicht in
Schwung kommen will.
Die Tabelle nach dem 13. September 1931.

Spiele Gew. Un. Verl. Tore Pkte. Germania Oberroden 5 1 10:5 Germania Eberſtadt 5 10:3 Sportvgg. 04 Arheilgen 6 2. 20:12 Union Wixhauſen 10:8 Sportverein Münſter 9 6 Germania 03 Pfungſtadt 12:* 5 Sportverein Mörfelden 13:9 Polizei Darmſtadt 1 15:12 Viktoria Griesheim 5 8 FC. 03 Egelsbach 10: FSV. Groß=Zimmern 5 3 23
11 FV. Sprendlingen 2 8:10 Haſſia Dieburg 3 11:13 Union Darmſtadt 5 4 :16 1 Polizei Darmſtadt Egelsbach 03 3:1 (2:0).

Polizei, ohne die verletzten Pfeiffer, Mathes und Müller,
landete gegen die komplett ſpielenden Egelsbacher den erwar=
teten
Sieg. Man darf ſagen, daß die Egelsbacher mit dem Er=
gebnis
recht billig bedient worden ſind. Abgeſehen davon, daß
ihr Ehrentor, das ihnen im Hinblick auf ihre faire Spielweiſe
und korrekte Haltung zu gönnen war, einem Fehler der Ver=
teidigung
zuzuſchreiben war, beweiſen die vielen Latten= bzw
Pfoſtenſchüſſe, daß das Ergebnis ſehr leicht viel höher hätte
ausfallen können. Ecken 8:2 für Polizei.
Es dauerte eine geraume Weile, bis die Polizei ihr fori
währendes Drängen von Beginn des Spieles an zu einem Er=

folg geſtalten konnte. Außer drei Ecken erzielten die Grünen
nichts, bis es dem Halblinken Scheuermann nach 15 Minuter
Spielzeit gelang, aus dem Gedränge den Ball einzuſchieben. Das
war das Signal für Egelsbach, ebenfalls mehr aus ſich heraus=
zugehen
. Ihre Angriffe wurden aber von der ſicher abwehren
den Polizeiverteidigung frühzeitig zum Stehen gebracht. Im=
mer
mehr ſchält ſich die Ueberlegenheit der Polizei heraus. Nach
einer feinen Einzelleiſtung des Mittelſtürmers Seipp ſteht das
Spiel bis zur Halbzeit 2:0 für Polizei. Nach dem Wechſel über=
nimmt
Polizei eindeutig das Kommando; jedoch vermag der
ſchlecht operierende Angriff ſich nicht richtig durchzuſetzen. Ein
Schuß von Kaſpar aus dem Hinterhalt bracht P. den dritten Er=
folg
ein. In den letzten Minuten gelingt dem Egelsbacher
Mittelſtürmer der Ehrentreffer.
Polizei präſentierte ſich in einer, weſentlich beſſeren Form
als an den Vorſonntagen. Verteidigung und Läuferreihe, in der
beſonders Wolf einen guten Tag hatte, taten vollauf ihre Pflicht.
Der Sturm war in guter Verfaſſung, ſpielte verſtändig und
ſchien auch mit dem Herz bei der Sache. Göbel und insbeſon=
dere
Mittelſtürmer Seipp überlegt und auch beweglich, im Feld
ſchon faſt vollendet. Die Egelsbacher hatten nicht ihren Prunk=
tag
. Die Verteidigung war recht beweglich, die Abſchläge zwar
klar, aber ohne berechnetes Zuſpiel. Läufer= und Stürmerreihe
genügten durchſchnittlichen Anſprüchen. Schiedsrichter Schulz=
Wiesbaden peinlich genau und korrekt.
Eintracht Darmſt. Rot=Weiß Darmſt. 1:4 (1:2).
Unter der wenig befriedigenden Leitung von Reuther=Langen
lieferten beide Mannſchaften ein von Anfang bis Ende ſpan=
nendes
Spiel, das nie die Grenzen des Erlaubten überſchritt
trotzdem beiderſeits ſehr hart geſpielt wurde. Eintracht lieferie
dem kompl. Gegner ein in jeder Hinſicht gleichtvertiges Spiel.
Schon in der 7. Minute ſtand es 1:0 für Rot=Weiß. Wenige
Minuten ſpäter nutzt Rot=Weiß einen Fehler der Verteidigung
aus und ſchon hieß es 2:0. Jetzt legt Eintracht mächtig los
und erzielte durch Mühlbach einen Gegentreffer. Kurz darauf
hält der ſehr gute Rot=Weiß=Torwächter einen Handelfmeter.
Mit 2:1 ging es zur Pauſe.
Nach Wiederbeginn macht ein Eintrachtverteidiger denſelben
Fehler, der Elfmeter bringt Rot=Weiß das 3. Tor. Eintracht
liegt jetzt dauernd im Angriff, jedoch im Uebereifer wurden die
beſten Sachen ausgelaſſen. Rot=Weiß konnte durch Ränner nock
ein Tor erzielen und ſo den Sieg ſicher ſtellen. Daß Eintracht
in dieſem Torunterſchied nicht ſchlechter war als der Gegner
beweiſt das Eckenverhältnis von 9:4 für Eintracht. Die ſehr
zahlreich erſchienenen Zuſchauer waren mit den beiderſeits ge=
zeigten
Leiſtungen ſehr zufrieden. Den in beiden Mannſchaften
befindlichen Hitzköpfen ſei etwas mehr Zurückhaltung empfohlen,
damit nicht erſt die Beine und dann der Ball getreten wird.
Die neuaufgeſtellte 2. Mannſchaft von Eintracht verlor nicht
überraſchend 9:0.
Chattia Wolfskehlen Germania Leeheim 7:2.
Chattia Wolfskehlen hatte am Sonntag Leeheim zu Gaſt,
Die Schüler verloren gegen die Leeheimer Schüler 3:0,, die
2. Mannſchaften trennten ſich 4:1 zu Gunſten Wolfskehlens. Die
1. Mannſchaften lieferten ſich in der erſten Halbzeit ein hartes
Spiel, das in der zweiten Halbzeit aber nächließ. Wolfskehlen
konnte 7:2 den Platz ſiegreich verlaſſen. Leider zeigten ſich die
Leeheimer Anfänger ſehr undiſzipliniert. Schwarz=Griesheim
als Schiedsrichter korrekt.
Olympia Hahn Poſt Darmſtadt 4:4 (3:1).
Poſt=SV. Darmſtadt kam in dieſem Spiel zu ſeinem erſten
Punktgewinn. Der Erfolg iſt um ſo höher zu werten, da er
auf fremdem Platz errungen wurde. Das Unentſchieden iſt ent=
ſprechend
den beiderſeitigen Leiſtungen verdient.
Erzhauſen Fr.=Tgd. Darmſtadt 2:2 (k:1).
Erzhauſen erſchien komplett, Darmſtadt mit Erſatz für Mit=
telſtürmer
. Die Vorbedingungen für einen Sieg waren gerade
nicht die roſigſten für die Darmſtädter, denn beide Mannſchaften,
die mit gleicher Punktzahl an der Spitze der Tabelle lagen,
wußten um was es ging.
Man ſah beiderſeitig blitzſchnelle Situationen wechſeln, wo=
bei
Darmſtadt durchweg mehr vom Spiel hatte. Doch die ſaf=
tigen
Torſchüſſe parierte der Erzhäuſer Hüter mit Eleganz. Eno=
lich
in der 30. Minute wird der Bann gebrochen, denn Darm=
ſtadts
Halblinker ſchießt wuchtig das Führungstor. Fünf Minu=
ten
ſpäter kommt Erzhauſen durch den Mittelſtürmer zum Aus=
gleich
. Trotz Ueberlegenheit Darmſtadts ändert ſich an dem Er=
gebnis
bis zur Halbzeit nichts mehr. Dann reißt Erzhauſen,
mit dem Wind als Bundesgenoſſen das Heft an ſich, doch Darm=
ſtadt
gelingt in ſcharfem Tempo erneut die Führung. Erzhauſen
läßt ſich nicht verblüffen und erzielt aus einem Gedränge das
Ausgleichstor. Schiedsrichter einwandfrei.
Erzhauſen 2. Darmſtadt 2. 7:1: Wixhauſen 2. Darm=
ſtadt
3. 4:2: Darmſtadt Jgd. Ober=Ramſtadt Jgd. 4:1.

Vorwärts Groß=Zimmern Polizei Darmſtadt 11:8.
* Als Auftakt zum Kreisjugendtag, den der 2. Kreis ( Mittel=
rhein
) des Athletik=Sport=Verbands am Sonntag in Groß=Zimmern
veranſtaltete, wurde am Samstag abend ein Freundſchaftskampf
zwiſchen Polizei Darmſtadt und Athletik=Verein Vorwärts Groß=
Zimmern ausgetragen. Die Namen Ohl, Danz, Reinhard (Groß=
Zimmern) und Krauß (Pol.) beſitzen in Ringerkreiſen einen guten
Klang, was der voll beſetzte Schwanenſaal bewies.
Im Bantamgewicht ringen Schnauber (P.) Poth (Gr.=Z.)
In dem ſcharfen Kampf iſt Schnauber im Angriff bis zur Halb=
zeit
. Im Bodenkampf erweiſt ſich P. als der Beſſere und wird
knapp Punktſieger 2:0 für Gr.=3. Im Federgewicht ringen Grü=
nig
(P.) und Weidner. Gr. zieht Hüftſchwung auf Hüftſchwung,
Weidner aber pariert, ſetzt Hammerlok an und wird nach elf
Minuten Sieger durch Eindrücken der Brücke 5:0 für Gr.=3. Als
drittes Paar betreten Schanz 1 Ohl, Gr.=Z., die Matte. Schanz
hatte gegen Ohl nichts zu beſtellen. Ohl wurde nach 3 Minuten
Sieger durch Ueberwurf; 8:0 für Gr.=3. Mit Spannung verfolgte
man den nächſten Kampf Schanz (Pol.) Reinhard. Der jugend=
liche
Meiſter geht ſofort ſcharf ins Zeug, ſetzt Griff auf Griff an
und wird nach 11 Minuten verdienter Sieger durch Aufreißen
am Boden und Eindrücken der Brücke: 11:0 für Gr.=3. Dann
wendet ſich das Blatt. Im Mittelgewicht Krauß (Pol.) Danz
ringt Kr. bis zur Halbzeit ſehr nervös. Beide werden punktgleich.
Da Danz eine Verwarnung hat, wird Krauß zum Punktſieger er=
klärt
; 11:2. Im Schwermittelgewicht ſiegt Lißfeld (P.) über
Fröhlich durch Hammerlok und Eindrücken der Brücke, im Schwer
gewicht triumphiert Siebert (P.) über Hch. Krauß durch Arm=
ſchlüſſel
am Boden.

Rot=Weiß Darmſtadt.
Zu dem geſtern ſtattgefundenen Kreisjugendfeſt in Groß= Zim=
mern
entſandte Rot=Weiß 5 Kämpfer, die zwei 2. und zwei 3.
Preiſe im Boxen und einen 5. Preis im Dreikampf erringen
konnten. In Kl. 2. konnte ſich Kuhn mit 2 Kämpfen an die
Spitzengruppe emporſchaffen, wurde jedoch durch grobes Fehlurteil
um die Meiſterſchaft gebracht und mußte ſich mit dem 2. Platz be=
gnügen
. Staudt verlor ſeinen Kampf knapp n. P.
In Kl. 3 enttäuſchte Friedmann mit ſeinem 2. Platz nach der
angenehmen Seite. Becker verlor nach temperamentvollem Kampf
knapp n. P. Blum hatte Pech und mußte ſich durch einen an=
geblichen
Geſichtsſchlag ausſcheiden laſſen.
Friedmann konnte
im Dreikampf unter 20 Bewerbern den 5. Platz belegen.
Aüßerdem errang Rot=Weiß durch ſauberes und muſterhaftes
Auftreten den 2. Feſtzugspreis.

Am 13. September 1931 führte die Schießſportverei,
Darmſtadt auf ihren Schießſtänden am Böllenfalltor das
ſchlußſchießen des Reichsverbandes Deutſcher Kleink
Schützenverbände, das Bezirksmeiſterſchaftsſchießen des Be=
(Rhein=Main=Neckar) des Südweſtdeutſchen Sportverbande
Kleinkaliberſchießen, den Wettkampf um den Wanderpreis.
zirks 1 und ein freies Schießen auf Plaketten und Ehre=
durch
.
Teil nahmen an dieſen Wettkämpfen ſämtliche heſſiſche
nordbadiſchen Gaue des Bezirks 1 mit mehreren hundert
Der Wettkampf ſetzte gleich in den Morgenſtunden äußerſt
ein, ſo daß die Standbedienung bis zum letzten Schuß nachr
um 5 Uhr nicht zu Atem kommen konnte. Hervorzuheben
in dieſem Schießen beſonders ſtark hervorgetretene kämp
Sportgeiſt der angetretenen Schützen und Jungſchützen, der
letzt zäh am Siegeswillen feſthielt.
Nicht ſehr günſtige Beleuchtung bei teilweiſe ſtarker
kung, in den Nachmittagsſtunden von kurzengrellen Sonne
blicken weiterhin ungünſtig beeinflußt, waren Fußangeln.
Wettergott den Schützen ſtellte, was naturgemäß auch die
kampfergebniſſe beeinträchtigte.
Ergebniſſe:
Landesſchlußſchießen: 1. Landesmeiſtermannſchaft: Gau
Gerſprenz 659 Ringe.
Landesjungmeiſtermannſchaft: G
delberg 538 Ringe, 3. Landesmeiſterſchütze: Georg Held=Gro
mern 151 Ringe, 4. Landesjungmeiſterſchütze: Auguſt Sch
Groß=Zimmern 134 Ringe.
Bezirksmeiſterſchaften: 1. Gau Unter=Gerſprenz 659
2. Gau Heidelberg 657 Ringe, 3. Gau Bergſtraße=Nord 644
4. Gau Bergſtraße=Süd 618 Ringe, 5. Gau Nord 598 Ringe
Otzberg 591 Ringe,
Gau Neunkircher Höhe 579 Ringe,
Ober=Gerſprenz 564 R., 9. Gau Rhein=Main 375 R
1. Gau Heidelberg 538 Ringe, 2. Gau Bergſtraße=.
Sud 502
Gau Ober=Gerſprenz 502 Ringe, 4. Gau Unter=Gerſpr
Ringe, 5. Gau Otzberg 468 Ringe, 6. Gau Neunkircher s
Ringe.
Einzelmeiſterſchaft: 1. G. Held=Groß=Zimmern 151
2. A. Kredl=Klein=Gumpen 145 Ringe, 3. O. Albus=Vi
145 Ringe, 4. H. Zimmer=Plankſtadt 141 Ringe, 5. H. Lel
ſtadt 140 Ringe, 6. W. Engel=Götzenhain 135 Ringe, 7. H.
Spachbrücken 134 Ringe. 8. L. Wolf=Brensbach 123 Ringe
Gutlich=Rüſſelsheim 87. Ringe.
Jungſchützen: 1. A. Sck
Groß=Zimmern 136 Ringe, 2. A. Heid=Nußloch 134 Ring
Steiner=Worms 127 Ringe. 4 E. Grämlich=Mannheim=)
126 Ringe, 5. G. Schmidt=Affhöllerbach 122 Ringe, 6. B.
Klein=Gumpen 117 Ringe, 7. G. Müller=Habitzheim 109 R
Bezirkswanderpreis: Sieger: KK. Schützenverein Hep=
272 Ringe
Ehrenpreiſe und Plaketten: Die Spitzenleiſtungen im
Wettkampf um Ehrenpreiſe und Plaketten bei Auszeichnt
insgeſamt 138 Siegern waren: 1. Stumpf=Heidelberg, Sd
Darmſtadt, Trautmann=Schaafheim mit je 36 Ringen; 2.
Darmſtadt. Braus=Mannheim=Käferthal. Weil=Heppenhei
mer und Wolf=Heidelberg. Held=Groß=Zimmern, von Steit
Gumpen. Altmann=Groß=Zimmern, Glaubrecht=Steinbach
35 Ringen; Willems=Nieder=Klingen. Braun=Götzenhain,
Schaafheim. Albus=Viernheim, Steiner=Worms. Emslande
Zimmern, Jung=Darmſtadt, Schröder=Spachbrucken. Kempf
heim. Giegerich=Heppenheim, Schmucker=Groß=Zimmern,
und Dintelmann=Spachbrücken, Schmidt=Schaafheim. Klei
heim, Fritſch=Götzenhain, Breunig=Breitenbrunn mit je
gen; Kredel=Klein=Gumpen. Thomas=Groß=Zimmern.
Mannheim=Käferthal. Bitſch=Groß=Gumpen. Göckel=Spach
Burger=Groß=Zimmern, Weber=Biſchofsheim. Heid=Nußlock
ler=Ladenburg. Lutz=Nieder=Klingen, Schott=Neuhof,
Götzenhain, Hötz=Annelsbach. Gabelmann=Worms, Freiher=
cum
=Götzenhain, Emig=Biſchofsheim. Trautmann=Worms
Bensheim, Kromm=Viernheim und Groh=Worms mit
Ringen.

Um den Konzelmann=Wanderpokal.
Am Sonntag fanden ſich ſieben Klubriegen im Bürg
ein zum 100=Kugelkampf um den Konzelmann=Wanderpok
Kämpfe nahmen einen ſpannenden Verlauf. Sehr ſchö
ſtungen wurden gezeigt. Dem Klub Kranz Eberſtadt gel
die Führung zu erzielen. Die Einzelergebniſſe: 1. Kran
ſtadt 2582 Holz; 2. Haſſia 1919 2567 Holz; 3. Kranz De
2543 Holz; 4. Donnerstags=Geſellſchaft 2490 Holz; 5. G
Eberſtadt 2450 Holz; 6. Rau=Holz 2261 Holz; 7. Lokälch
Die Kämpfe werden am 19. und 20. Sept. for
Holz.

Leipziger Stiftungspreis.
Mit dem mit 24 460 Mark ausgeſtatteten Leipziger St
preis für Zweijährige hatte der Leipziger Rennclub am
erfreulicherweiſe einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Das
ſpitzte ſich zu einem ſcharfen Kampfe zwiſchen dem Gradi
mult, Orkadier und Arabeske zu. Gleich nach dem Stark
1400 Meter langen Strecke ſetzte Terra ſich an die Sp
Sextus und Orkadier. Als letztes Pferd folgte Eilhard.
lag bis in die Grade in Front vor Orkadier, Sextus u
beske, mußte ſich aber hier geſchlagen geben. Aus dem 2
kam Tumult auf gleiche Höhe mit Orkadier und Arabes
ſiegte ſchließlich unter E. Böhlke knapp mit einem Hals ve.
dier. Vierter wurde Sextus vor Terra.
*
In Frankfurt wurden die neuen Motorrad=Bahnme
mittelt. Deutſche Bahnmeiſter wurden in den Klaſſen
cem. Klein=Frankfurt a. M. (DKW.), bis 250 ccm. Soen!
(Imperia), bis 350 ccm. Wemhöner=Bielefeld (Velocette)
Ueber 80 000 Mark wurden bei der Herbſtauktion in 2
für einen aus der Zucht des Lord d’Abernon ſtammendel
rigen Hengſt erzielt, während ein weiterer einjähriger 2
auf 63 000 Mark brachte.
Hilde Krahwinkel=Eſſen wurde in Prag mit einem 9
Sieg gegen die Franzöſin Frau Mathieu tſchechlſche
Meiſterin.
In der Vorſchlußrunde der Medenſpiele in Bad 2
blieb Rheinland gegen Berliner Tennis=Verband und 2
Berlin gegen Baden erfolgreich.
Das engliſche Geher=Derby von London nach Brigyte"
zum dritten Male in ununterbrochener Reihenfolge von ve
länder Green gewonnen, der die 83,6 Kilometer in Liſo
den zurücklegte.
Amerikaniſcher Tennismeiſter im Herren=Einzel Ds ſtat
junge Kalifornier Vines, der im Endſpiel ſeinen Landsm.
mit 7:9, 6:3, 9:7, 7:5 beſiegte.
Helen Madiſon ſtellte wieder zwei neue Weltrekorde.
zwar über 300 Meter Crawl mit 3:58 Min. und über 500.
Crawl mit 6:43.2 Min.
Bei den Schwerathletik=Meiſterſchaftskämpfen Il *
ſiegte Möchel=Köln im Ringen der Weltergewichtstläle.
Ismayer=München im Gewichtheben der Mittelgewichlte
folgreich blieb.
Den Medenpokal, den großen Tennis=Mannſchaftsw..
gewann Rot=Weiß Berlin im Endſpiel, mit 772 Siebe
Rheinland. Den dritten Platz beſetzte der Berliner Sehl.
vor Baden.
Die 8. Frankfurter Turnerſtaffel wurde vom T9. S
Bockenheim vor T.Geſ. Sachſenhauſen zum fünſten 9ct
Norddeutſchland beſchloß die Einführung einer De
die ſich aus vier Gruppen von je vier Vereinen 390.
ſoll. Die vier Gruppenmeiſter ermitteln in eine.
Runde den norddeutſchen Meiſter.

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Seite 7

255

Montag, den 14. September 1931

Von den Handball=Feldern.

die Handball=Ergebnifſe.

In München: München Wien (Samst.) 3:13.
eſr
ſenröſe ipſpiel der DT. In Osgersheim: Pfalz
Wür iberg 10:4.

Uägegndsſpiele in Süddeutſchland (DSB.):
ehreno4 ruope in: FSV. Frankfurt Kickers Offenbach 60. TSG.
Eintracht Frankfurt 4:3. V. f. L. Sachſenhauſen
eMntnd
Höch
letzten
L. Schwanheim 3: 1. TSV. Langen Rot=Weiß
Frax t 5:2.
V
geteie
runn= ſen: SV. 98 Darmſtadt Alemannia Worms 16:0.
Jungſhi 2 Tcs raunshardt SpVgg. Arheilgen 4:4. Polizei Worms
Veiß Darmſtadt 8:7.
teilweit
rzenaeſt,t ruppe drhein: FSV. Mainz 05 Polizei Wiesbaden 42.
esbaden Poſt Wiesbaden 7:4.
Daren
demſt zt ruppu rdbayern: SpVgg. Fürth Kickers Würzburg 25:0.
wir ger SC. Siemens=Schuckert 5:2 . 1. FC. Nürnberg
p. Bamberg 10:5. Pfeil Schweinau Polizei Nürn=
her
!: 1: FC. Bayreuth ASV. Nürnberg 6:4.

5ruuxp ar: Reichsbahn Kaiſerslautern V. f. R. Kaiſers=
grs
1:5. Sportfreunde Saarbrücken FV. Saarbrücken
9 4F.) eſtmark Trier SV. Merzig 7:3. SSV. Saarlouis
N
gg. Bous 4:7. Saarlouis=Roden V. f. B. Dil=

:3.
ndsſpiele der Gruppe Rhein fielen, wegen des

imer Staffellaufes aus.
Atſchlgeds Hansball-Rakienglelf prosk.
Eine wertloſe Veranſtaltung.
Au m Handball ſteht das Länderſpiel zwiſchen Deutſch=
)d ir Oeſterreich bevor, das am 4. Oktober in Wien aus=
ird
. Die Deutſchen haben das letzte Länderſpiel ver=
Ringe, 5hren 49 wollen dieſe Scharte auswetzen. Aus dieſem Grunde
je deutſche Nationalelf neu aufſtellen. Bisher machte
dach 12
ie Arbeit ſtets fehr leicht und betraute die Berliner
mit der Wahrnehmung der deutſchen Intereſſen. In=
it
die DSB. aber auch feſtgeſtellt, daß außerhalb Ber=
Handballſpieler vorhanden ſind, und ſie zu erfaſſen,
weck des ſonntäglichen Probeſpiels, das in Halle aus=
rages
urde. Mit drei Ausnahmen hatte man allerdings auch
Gederes er u Zerliner und mitteldeutſche Spieler aufgeſtellt und ſo
Uebungsſpiel denn auch keine großen Offenbarungen.
itzenleiſtungr!
rigkeiten ergab die Beſetzung des Mittelläuferpoſtens,
bei Ausb.,
oboeſe (Weißenfels) und Klein (Aachen) in erſter Linie
pf=Heidelten /k
kommen. Bei der A=Mannſchaft zeigte der Sturm
inger.!
Weil=Hen ite S ngen, ebenſo die Außenläufer. Die Verteidigerpaare
mnern, zu rer be
Mannſchaften hielte ſich die Waage. Für den Tor=
ubrech

ächte- en dürfte allerdings niemand anderes als der Ber=
iner
2 ra, der wegen Verletzung nicht ſpielte, in Frage kom=
Rit ien
wurden insgeſamt drei Spielhälften ausgetragen und
ten, N3
=Mannſchaft 4:2, 4:3 und 5:2 gewonnen.
Sſichtlich dürfte die deutſche Elf gegen Oeſterreich
ſpielen: Tor: Cuchra=Berlin; Verteidigung:
Magdeburg, Gerloff=Berlin; Läufer: Tege=Berlin,
Leißenfels oder Klein=Düſſeldorf, Gebhardt=
Sturm; Zabel=Berlin, Voſſenkaul=Aachen= Kaun=
in
, Feick=Darmſtadt, Böhme=Freital.
rungen ſind nach den Leiſtungen der Internationalen
orrundenſpielen um den DSB.=Pokal am Sonntag zu

eebandsſpiele int Beziek Maig=Hefſen.
Fezirk Main=Heſſen gab es am Sonntag in allen drei
Teberraſchungen. In der Gruppe Main erlitt jetzt
le ungeſchlagene Verein, der V.f.R. Schwanheim, ſeine
erlage, die ihm dazu noch der bisher punktloſe Ta=
enrV
VfL. Sachſenhauſen mit 3:1 verdient beibrachte. Der
ankfurt beſiegte am Samstag die Offenbacher Kickers,
ſnd des Spieles drei Mann durch Platzverweis ver=
1: 6:0. Höchſt 01 und Langen bleiben weiterhin Ta=
ein
er. Höchſt ſchlug auf eigenem Platze die Sportgemeinde
ir Frankfurt mit 4:3 und Rotweiß Frankfurt wurde in
99:2 beſiegt. In der Tabelle führen Langen und Höchſt
2 Punkten. FSV. Frankfurt hat ſich vor Schwanheim
I tte Stelle geſchoben. Rotweiß Frankfurt iſt als einzige
rIohne Punkt.
ruppe Heſſen landete der SV. 98 Darmſtadt ſei=
hnten
zweiſtelligen Sieg und bleibt mit 12:0 Punkten
Tabellenführer. Diesmal mußte Alemannia Worms
2 Treffern daran glauben. Die beiden Neulinge Brauns=
Doxl) Arheilgen lieferten ſich mit 4:4 einen unentſchiedenen
In Worms gab es eine Ueberrafchung, da es dem
bortverein gelang, Rot=Weiß Darmſtadt mit 8:7 zu
21. Das Treffen zwiſchen Wormatia Worms und Polizei
ſat fiel wegen dienſtlicher Verhinderung der Darm=
el
ts. Polizei Worms hat ſich durch ihren Sieg an die
e Velle geſchoben, ſonſt gab es in der Tabelle keine Aen=

7:4 und die weitere Führung vor dem FSV. Mainz
Elegen Polizei Wiesbaden 42 gewann.
-/ Darmſtadt Alemannig Worxs 18:0 (6:0).
Peter Reuters letzte Liga=Vorſtellung.
hat auch die 3. Wormſer Handball=Ligamannſchaft auf
Dion gaſtiert; auch dieſe iſt, wie zu erwarten war, um
Shohe Niederlage nicht herumgekommen. Wohl keine Tat=
r). dieſe glatten Siege kann beſſer beweiſen, daß alle Be=

t

ke man in Darmſtadt gegen die neue Spielgruppierung
eginn hatte, zutreffend ſind. Mit dem geſtrigen 6. Ver=
* haben die 98er mit ſechs Siegen ein Torverhältnis von
eicht. Dies beſagt mehr als alle Worte. Für die 98er iſt
* betrüblich, daß die Verbandsſpiele in der neuen Gruppe
e
gro 9 tm geeignet ſind, die Spielſtärke zu heben; gegen einen
Seil der Gegner iſt auch mit einer Durchſchnittsleiſtung
Nard gewinnen.
vom Beginn des geſtrigen Spieles wurde Peter Reuter
Er Vereinsleitung durch Ueberreichung einer kleinen

be geehrt. Die Beendigung ſeiner Laufbahn als Aktiver
* ſich zu einem vollen Erfolg für den bewährten Vertei=
T 98er, der geſtern wie in ſeinen beſten Tagen ſpielte und
das9 S verdienten Beifall fand. Im übrigen kann man über
El mit dem beſten Willen nicht viel berichten. Die Ale=
no

beigten herzlich wenig und ſtanden dem in jeder Be=
die
-
Überlegenen Gegner ziemlich machtlos gegenüber. Wenn

viche loben iſt, ſo trotz der 16 Tore die Leiſtung des Tor=
der
es fertig brachte, in der erſten Viertelſtunde ſein
köuhalten, wobei ihm allerdings das Glück reichlich zur
End. Dann aber gab es Treffer in Hülle und Fülle, ſechs
Lauſe, zehn nach der Pauſe, ſo daß nur noch feſtzuhalten
ſamtliche Stürmer an dieſen Torerfolgen beteiligt waren,
De vorzügliche Hintermannſchaft des Sportvereins einen
des Gegners nicht zuließ. Reitz=Friedberg war als Spiel=
Slonders in der 2. Hälfte, ungenügend; das ruppige und ge=
le
3) * Spiel der Gäſteabwehr wäre bei rechtzeitigem Eingreifen
1 unterbinden geweſen.

Polizei Borms Roi-Beiß Darmſtadt 8:7 (2:3).
Not=Weiß hat Sonntag in Worms verloren, aber nicht auf
Grund des beſſeren Können der Polizei, ſondern infolge der
vollkommen einfeitigen Entſcheidungen des Schiedsrichters, eines
Herrn Soldner aus Mannheim. Für ihn war die Regel;
Schiedsrichter=Entſcheidungen ſind maßgebend. So pfiff er denn,
wie er und was er wollte, und richtete dementſprechend ſeine
Entſcheidungen, ob ſie richtig waren oder nicht.
Vom Anſpiel ab bricht Rot=Weiß durch, Roſenau ſchießt ins
Tor, der Ball ſpringt heraus, der Schiedsrichter entſcheidet Ab=
wurf
vom Tor. Kurz darauf landet dann der erſte gültig=
Treffer von Rot=Weiß im Wormſer Netz. Nach verteiltem Feld=
ſpiel
gelingt Worms der Ausgleich. Allmählich kommt Rot=Weiß
mehr und mehr auf und drängt die Poliziſten ganz in ihre
Hälfte. Durch die äußerſt zahlreiche Verteidigung war es nicht
möglich, noch mehr als zwei Tore zu ſchießen, denen die Polizei
im Anſchluß an einen überraſchenden Durchbruch nur eins ent=
gegenſetzen
kann. Nach Wiederanpfiff nimmt Rot=Weiß ſofort
das Heft des Spieles wieder in die Hand. Roſenau ſchießt
wieder ein Tor, das der Schiedsrichter ohne jede Begründung
wieder nicht gibt. Je überlegener Rot=Weiß ſpielt, deſto mehr
hat es den Anſchein, als hätte ſich der Schiedsrichter einen un=
bedingten
Sieg der Wormſer Poliziſten zum Ziele geſetzt. Dies
war um ſo untrüglicher, als faſt alle Durchbrüche der Wormſer
Poliziſten mit einem Strafwurf endeten, während auf der Ge=
genſeite
jedes regelwidrige Angehen vor dem Polizeitore mit
einem Niederwurf geahndet wurde. Der Schiedsrichter gab ſo=
gar
einen 13=Meterwurf gegen Rot=Weiß, als ein Wormſer
Stürmer von Arnold angegriffen durch den Darmſtädter Tor=
raum
lief. So kam es denn, daß gegen Schluß Rot=Weiß über=
haupt
nicht mehr zu einem Schuß auf das Wormſer Tor kam,
während ſein eigenes Tor mit Strafwürfen überſchüttet wurde.
Wäre ein wirklich unparteiiſcher Schiedsrichter zur Stelle ge=
weſen
, ſo wäre das äußerſt faire Spiel eines der ſchönſten der
ganzen Verbandsrunde geworden.

*

Handhall in der 2.T.

Kreisklaſſe: Groß=Zimmern Bickenbach 5:4 (3:1), Arheil=
gen
Griesheim 5:0 (1:0), Bensheim Vorwärts Lan=
gen
3:3 (1:2), Tgſ. Obernburg Erbach 4:2, Aſchaffenburg
Leider 10:1 (4:0), Damm Tv. Obernburg 8:3 (5:1).
Meiſterklaſſe: Sprendlingen Tgde. 1846 Darmſtadt 12:1
(6:1), Heppenheim Lorſch 0:7 (0:3), Wallerſtädten Büt=
telborn
4:2 (1:0), Wolfskehlen Erfelden 7:1 (2:1).
A=Klaſſe: Auerbach Zell 3:1 (0:0), Eberſtadt Birkenau
5:4 (4:2) abgebr., Seeheim Hüttenfeld 14:0 (2:0), Nie=
der
=Ramſtadt Urberach 3:1 (3:0), Weiterſtadt Hahn
1:6 (1:4).
B=Klaſſe: Eberſtadt Kirſchhauſen 2:7 (1:5), Alsbach
Schwanheim 1:8 (0:6), Auerbach Zwingenberg 1:3 (1:3),
Groß=Hauſen Biebesheim 4:3 (2:2), Groß=Rohrheim
Stockſtadt 2:1 (0:1), Crumſtadt Griesheim 13:1 (4:1), Mün=
ſter
Poſt Darmſtadt 16:3 (8:2), Nieder=Ramſtadt Buch=
ſchlag
3:3 (1:3).
Jugend: Beſſungen Griesheim 11:3, Eberſtadt Birkenau
2:5, Heppenheim Bickenbach 2:8, Weiterſtadt Waller=
ſtädten
0:6 (0:2), Arheilgen Erzhauſen 1:2 (1:1).
Gänzlich unerwartet verlor
Bickenbach in Groß=Zimmern,
das zum Spielverlauf meldet: Nach Beginn ging die Platzelf in
Führung, doch zog Bickenbach bald gleich. In anſtändigem Spiele
war dann Gr.=3. leicht im Vorteil und ſchoß zwei Tore. Nach der
Pauſe wollte Bickenbach wenigſtens einen Punkt retten, und es
gelang auch der Ausgleich mit großem Kräfteaufwand, wobei
Rückert=Nd.=Ramſtadt nicht immer Herr der Lage war. Schließlich
kam doch ein Bickenbacher vom Platz, und dem Siegeswillen der
Platzelf gelang es, 5 Minuten vor Schluß durch Strafwurf den
entſprechend bejubelten Siegestreffer einzuſchießen.
Arheilgen Griesheim
war vor der Pauſe eine zahme Sache, bei leichter Ueberlegenheit
der Platzelf. Beiderſeits wurde Einiges verſchoſſen. Der Treffer
Arheilgens war dem Hüter durch die Beine gerutſcht. Nach der
Pauſe kam Arheilgen zum zweiten Tor, als ein Stürmer den Ver=
teidiger
überlaufen konnte. Dann hatte Griesheim eine große
Chance, als Arheilgens Hüter im Feld war. Ein anderer Spieler
wollte das Tor verteidigen, doch wurde der fällige 13=Meter nicht
gegeben. Dann nahm das Spiel harte Formen an. Griesheims
Halbrechter wurde vom Platz getragen. Auch Schick ſchied verletzt
aus, doch kam er ſpäter wieder. Die Gäſte kämpften entmutigt
weiter; Arheilgen ſchoß noch drei Tore. Der Frankfurter Schiri=
Obmann Schauermann=Sachſenhauſen griff nur mit Strafwurf
ein, als Becker=A. den Griesheimer zweimal zuſammenſprang (es
gibt auch 13=Meter und Platzverweiſe in der Regel!) und ſtellte
dann Braun wegen Ellenbogenfreiheit vom Platz. Scheinbar hatte
er ſich in der Perſon getäuſcht. Griesheim ließ etliche ungehörigen
Zurufe los, und endlich war das Spiel aus. Arh. 2. Gr. 2.
3:3 (3:0).
Bensheim und Langen
trennten ſich nach wechſelvollem Spiele 3:3, wobei Irion einen
Glanztag hatte. Die Platzelf war leicht im Vorteil, trotz des 1:2,
da der Sturm ſchlecht ſchoß. Nach der Pauſe waren die Chancen
verteilt. Zimmer=Sprendlingen befriedigte nicht ganz.
In der Meiſterklaſſe gab es zwei rieſige Ueberraſchun=
gen
. Sprendlingens Elf war in Hochform und verfügte
über den Mann, der Geduldig kalt ſtellte, ſo daß Darmſtadts
Spiel zerſtört war. Verärgert ging der Spieler ſpäter in die Ab=
wehr
, wo er untertauchte. So unglaublich es klingt, verhütete der
Gäſtehüter eine noch höhere Niederlage. Das Ehrentor war ein
Strafwurf von Geduldig. Heppenheim konnte gegen Lorſch
nicht aufkommen, und Büttelborns Niederlage kam der ſieg=
gewöhnten
Elf nicht in den Sinn. Wallerſtädten trat voll=
zählig
an und zeigte, daß es die Pflichtſpiele ſehr ernſt nimmt.
So führte ein Schuß aus 25 Meter zum Tor, der eigene Hüter
hielt glänzend. Erfelden wehrte ſich mit großem Glück in
Wolfskehlen bis zur Pauſe. Es gab eine Menge Strafwürfe,
doch beſitzt die Platzelf noch keinen Spezialiſten für ſolche Würfe.
Nach der Pauſe ſchoß jeder Stürmer ein Tor.
In den unteren Klaſſen fand ſich Seeheim, erſt nach der
Pauſe recht zuſammen. Zell übt ein Spiel, das auf einen Mann
zugeſchnitten iſt, und Birkenau verſchuldete einen Spielab=
bruch
, als zwei Spieler den Platzverweis nicht befolgten. Ur=
berach
war etwas ſchwächer im Fangen, dafür beſſer im Rekla=
mieren
. Weiterſtadt verſäumte den Anruf 2389 nur), verlor
überraſchend hoch 6:1. Es ging zunächſt in Führung, mußte dann
aber 4 und noch 2 Tore hinnehmen. In der 2. Hälfte wurde von
jeder Partei ein Spieler herausgeſtellt. Römer in W.s Sturm
ſchien ſehr müde. Als feine Mannſchaft wurde Buchſchlag gelobt,
während in einigen Riedorten hart geſpielt wurde.
Der Odenwald=Gau meldet:
Momart Erbach 5:4, Michelſtadt König abgeſetzt, Leng=
feld

Mümling=Grumbach 7:2 (5:2), Zell Steinbach 4:4,
Steinbach König 2:2, Zell 2. König 3. 5:3, Lengfeld 2.
Georgenhauſen 5:3, Gundernhauſen Richen 6:3 (3:1).

Süddeukſcher Sieg
ie Leichiathlekikkampf gegen 9efterzeic
mit 55 : 48 Punkken.
Es war ein mehr als glücklicher Gedanke, vor dem Fußball=
Länderſpiel Deutſchland=Oeſterreich im Neuen Wiener Stadion
einen Leichtathletikkampf Süddeutſchland gegen Oeſterreich aus=
zutragen
, denn dieſe Gelegenheit brachte eine Möglichkeit, für die
Leichtathletik zu werben, wie man ſie ſich glänzender kaum vor=
ſtellen
kann. Schon bei Beginn der Leichtathletikkämpfe waren
über 40 000 Zuſchauer anweſend, eine Ziffer, die ſich im Ver=
lauf
der Wettbewerbe auf 60 000 erhöhte. Die Maſſen nahmen
an den Vorgängen auf den Aſchenbahnen lebhaften Anteil, es
gab allerdings auch ſehr ſchöne Ergebniſſe. Im Geſamtreſultat
kam Süddeutſchland zu einem knappen Sieg von 55:48 Punkten.
In der ſüddeutſchen Mannſchaft fehlte der deutſche Meiſter Metz=
ner
, wodurch die 400 Meter und die Olympiſche Staffel, und da=
mit
auch die Möglichkeit eines höheren Sieges, verloren gingen.
Die Oeſterreicher hielten ſich in den techniſchen Uebungen
überraſchend gut. Ihr Meiſter Janauſch konnte im Diskuswerfen
mit der feinen Leiſtung von 45,25 Meter ſogar einen neuen Lan=
desrekord
aufſtellen, alle anderen Teilnehmer am Diskuswerfen
blieben unter der 40=Meter=Grenze. Im Speerwerfen belegte der
Oſterreicher Umfahrer hinter dem mit 58,77 Meter ſiegenden Süd=
deutſchen
Demetz einen guten zweiten Platz, und auch im Stab=
hochſprung
fiel der zweite Platz an einen Oeſterreicher; Hoeller
brachte es auf 3,60 Meter. Den erſten Platz beſetzte hier der
Rüſſelsheimer Reeg, der in Länderkämpfen äußerſt zuverläſſig iſt
und der in Wien mit 3,85 Metern wieder vollkommen die in ihn
geſetzten Erwartungen erfüllte. Eine Domäne der Süddeutſchen
war das Kugelſtoßen. Schneider brachte mit der ſehr ſchönen Lei=
ſtung
von 15,11 Metern den Sieg an ſich, während Uebler mit
13.90 Metern zwar hinter ſeiner gewohnten Leiſtung zurückblieb,
immerhin aber noch den zweiten Platz retten konnte.
Von den fünf Laufwettbewerben gewannen die Oeſterreicher
zwei, außerdem holten ſie ſich ziemlich überlegen noch die Olym=
piſche
Staffel. Die Wiener gewannen durch Rinner die 400 Me=
ter
in 49,6 Sekunden, vor dem Raſtatter Nehb, und durch Blödy
die 1500 Meter in 4:08,6 Minuten. Sehr feine Leiſtungen voll=
brachten
die Süddeutſchen Gerling, Welſcher und auch Schilgen.
Geerling gewann die 100 Meter in einem prächtigen Stil und
der famoſen Zeit von 10,5 Sekunden, während Welſcher für die
110 Meter Hürden nur 15 Sekunden gebrauchte, obwohl er kaum
zum Kampf genötigt wurde. Der Darmſtädter Schilgen
brachte die 3000 Meter in 9:08 Minuten an ſich.
Opel=Kampffpiele in Rüfſelsheim a. M.
Die geſtern in Rüſſelsheim ausgetragenen Opel=Kampfſpiele,
für deren Durchführung als gauoffene Veranſtaltung der Tv.
Rüſſelsheim verantwortlich zeichnete, bildeten den Abſchluß der
Wettkampftätigkeit im Main=Rhein=Gau. Leider wieſen die
Kämpfe nicht die gewohnte Beſetzung wie in den Vorjahren auf.
was beſonders die finanzielle Lage der Vereine ins rechte Licht
rückt. Trotz der nicht guten Verfaſſung der Wettkampfanlage wur=
den
im Durchſchnitt anſprechende Leiſtungen erzielt, und in die
Erfolge teilten ſich beſonders die Darmſtädter Vereine, Rüſſels=
heim
und Ober=Ramſtadt, die mit ihren beſten Volksturnern zur
Stelle waren. Die Veranſtaltung litt etwas unter der mangel=
haften
Organiſation, was jedoch der Veranſtaltung keinen weſent=
lichen
Abruch tun konnte.
Opel=Wanderpreis A=Klaſſe: 1. Tv. Nauheim 386 Pkte., 2. Tv.
Rüſſelsheim 328 P. 3. Tgde. Darmſtadt 315 P. Opel= Wander=
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Darmſtadt.
T2
Inkernakiongies Sporifeßt in Charlsitenburg.
Nurmi gewinnt die 10 000 Meter. Neuer deutſcher Rekord.
Trotz regneriſchen Wetters hatten ſich auf dem SCC.=Platz
in Charlottenburg am Sonntag annähernd 15 000 Zuſchauer ein=
gefunden
, ein Zeichen, welch große Anziehungskraft der
finniſche Weltrekordler Nurmi ausübt. Das erneute Zu=
ſammentreffen
von Jonath und Körnig über 100 Meter
endete wieder mit dem ſicheren Siege des deutſchen Doppel=
meiſters
Jonath in 10:8 mit einem Meter Vorſprung vor
Körnig, der den holländiſchen Meiſter Berger ebenfalls glatt
halten konnte. Den 800=Meter=Lauf gewann der Schwede
Björk in 1:56,7 nach erbittertem Endkampf vor den Finnen
Larva nur mit Bruſtbreite: Dr. Peltzer hatte mit dem End=
kampf
nicht mehr zu tun und wurde in 1:57,6 Dritter. Mit
großer Spannung ſah man dem 10000=Meter=Lauf ent=
gegen
. Trotz der ſchweren Bahn wurden hier ganz hervorragende
Zeiten erzielt. Nurmi übernahm auf dem halben Wege die
Spitze und vergrößerte nach und nach ſeinen Vorſprung nach
Gefallen, um in 31:19,2 das Ziel zu paſſieren. Sehr gut hielt
ſich der Turnermeiſter Syring (Wittenberg), der als Zweiter
mit 31:26,8 eine neuen deutſchen Rekord ſchuf. Die
bisherige Beſtleiſtung von Petri (Hannover) ſtand auf 31:55,2.
Der erſte Start des Argentiniers Zabala, der unter der un=
gewohnten
Witterung ſehr zu leiden hatte, war recht annehm=
bar
. Zabala hielt im zweiten Teil des Weges ſtets den dritten
Platz mit einem Meter hinter Syring und benötigte 31:44,5.
Eine große Enttäuſchung war der Schwede Karlsſon,
der nur Neunter wurde. Einen erbitterten Kampf lieferten ſich
über 400 Meter der Schwede Erikſon und Borchmeyer
(Bochum), die Bruſt an Bruſt die Zielgrade entlang eilten. Mit
Bruſtbreite Vorſprung ſiiegte der Schwede in 49,6 vor Borch=
meher
mit der gleichen Zeit und dem Leipziger Büchner in 49,8.
Vierter wurde der tſchechiſche Meiſter Knenichky. Die 3000=
Meter=Staffel holte ſich der Veranſtalter Sportclub=
Charlottenburg in 7:49,2 vor Polizeiſchule Brandenburg
in 7:51,2 und Stuttgarter Kickers in 7:51,8. Der SCC. ge=
wann
auch die 10X100=Meter=Staffel in 1:48,9, wo
Körnig als Schlußmann acht Meter gegen Weiß (BSC.) gut
machte. Das Speerwerfen zog ſich bis zum Einbruch der
Dunkelheit hin und brachte eine überraſchende Niederlage
des deutſchen Meiſters Maeſer. Der Oppelner Steingroß
ſiegte mit 60:83 Metern vor dem Finnen Reinikka mit 58:51
und Neger 58:40 Meter. Der Hochſprung wurde durch
Stechen zwiſchen drei Teilnehmern entſchieden, die alle 1,85
Meter überſprangen. Sieger wurde Neinikka (Finnland) vor
Dange (SCC.) und Kopke (Stettin).
Der Franzoſe Ladoumegue ſtellte in Paris im Laufen über
dreiviertel engliſche Meile (1206 Meter) mit 3:02.8 Min, einen
neuen Weltrekord auf und ſchlug den Finnen Purje um einen
Weter.

Der Schneider=Pokal, das große Schnelligkeitsrennen für
Waſſerflugzeuge, wurde von Leutnant Bottham=England mit 547
Stundenkilometern gewonnen.
Der abſolute Schnelligkeits=Weltrekord wurde am Sonntag
im Anſchluß an den Wettbewerb um den Schneider=Pokal von
dem Fliegerleutnant Stainforth erheblich verbeſſert. Mit
einem Stundenmittel von 621, 367 Kilometern überbot er
den bisherigen Weltrekord des Cpt. Orlebar (England) von
575,682 Stundenkilometern mit ſeinem Waſſerflugzeug ganz be=
trächtlich
. Stainforth ſtartete nicht mehr im Wettbewerb um
den Schneiderpokal, ſondern ſtieg nach dem Sieg von Leutnant
Botthman zu einem offiziellen Rekordverſuch auf.

[ ][  ]

Seite 8

Montag, den 14. September 1931

Roman von
ViktorSvensen

Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
Nachdruck verboten.
10)

VIII.
Er ſtand in einem Hausflur, um ſich ein wenig zu ſam=
meln
. Jetzt nur klar denken, kühl und nüchtern rechnen! Mit
ſiebenhundertfünfzig Mark in der Taſche brauchte man, wenig=
ſtens
bis auf weiteres, nicht den Kopf zu verlieren. Wenn er
ſich beiſpielsweiſe einen Koffer beſorgte, etwas Garderobe und
Wäſche und irgendwo ein Penſionszimmer mietete, ſo küm=
merte
ſich wahrſcheinlich keine Menſchenſeele um ihn, wofern er
ſich nur unauffällig verhielt und eine glaubhafte Beſchäftigung
vorſpiegelte. War das ſo ſchwer? Etwas zu ſagen: er ſei Ge=
ſchäftsreiſender
oder betreibe Sprachſtudien oder etwas Aehn=
liches
? Sicherlich war das alles viel einfacher, als er befürch=
tete
. Es gab ungezählte derartige Exiſtenzen, die niemand be=
achtete
. Die Hauptpſache blieb: keine Dummheiten machen,
keine Entgleiſungen, durch die ſich die andern höchſt überflüſſiger=
weiſe
auslieferten.
Er fuhr zuſammen. Von der Treppe hörte man Schritte.
Am liebſten wäre er davongelaufen, aber es war bereits zu
ſpät. So drückte er ſich denn an die Wand, regegungslos. Ein
kleines Mädchen hopfte vorbei, es ſah ihn gar nicht. Erſt nach
mehreren Minuten kam er wieder ganz zu ſich und verwünſchte
ſeine Nerven. So ging das nicht. Er mußte Selbſtkontrolle ge=
winnen
, Kaltblütigkeit, Gleichgewicht.
Wanderung durch die Straßen. Hunger, ausgiebiges Früh=
ſtück
in einem Café. Rötlichgelber Tee aus ſilberner Kanne,
Schinken, Butter, Eier; es war faſt behaglich. Zeitungslektüre,
eine Zigarette. Fern ſchon, jenſeits der Blickweite, lagen nun
Flucht und Angſt.
Dann wieder im Schlenderſchritt an Schaufenſtern vorbei.
Ein Buchladen mit Neuerſcheinungen, Auslagen mit optiſchen
Inſtrumenten, Porzellan, eine Bilderausſtellung. Er trat ein,
der einzige Beſucher, und begann einen kleinen Rundgang. Hier
war Stille und Entrücktheit. Die junge Dame, die die Aufſicht
führte, ein adrettes Mädchen mit Stupsnaſe und Brille, einer
amerikaniſchen Studentin gleichend, näherte ſich und machte ihn
auf verſchiedene Stücke aufmerkſam. Ob er beſtimmte Wünſche
hätte? Nein, die beſäße er nicht, ſein Intereſſe ſei ganz all=
gemein
, aber es werde ſich vielleicht etwas finden. Er blieb vor
einer zarten Landſchaft ſtehen und fand ſie ſchön. Die junge
Dame mit der Brille gab mit ſanfter Stimme Erklärungen. Er
hörte aufmerkſam zu. Wie wohltuend war es, von harmloſen
Dingen zu ſprechen, Beleuchtung, Farbgebung, Perſpektive, Auf=
faſſung
und ob dieſes Stück mit einem Raum von gelblicher
Grundtönung harmoniere. In meiner neuen Wohnung näm=
lich
. . ." erläuterte er und glaubte faſt daran, was er erzählte
Er tat, als dächte er nach, und, ſchon im Gehen, bemerkte er
noch, über den Preis würde man hoffentlich einig werden.
Man rief die Mittagsblätter aus. Ob ſie ſchon etwas mel=
deten
? Auf der Bank einer kleinen Anlage blätterte er nach.
Natürlich: Nächtliches Eiferſuchtsdrama im Bayeriſchen Vier=

tel‟. Es war eine ziemlich verworrene Darſtellung. Immerhin
ging aus ihr hervor, daß man die Baronin vorläufig feſtgenom=
men
hatte, und daß der Eintänzer Artur Wellenkamp den zwei
auf ihn abgegebenen Revolverſchüſſen inzwiſchen erlegen war.
Und dann: als Täter käme ein vielgeſuchter, erſt kürzlich ent=
ſprungener
Einbrecher Albert Stenzel in Frage, der geflüchtet
war; man glaubte, auf ſeiner Spur zu ſein.
Das war, in etwas breiter Darſtellung, alles. Von ihm,
Eickhoff, keine Silbe. Allein das gab noch lange keine Sicher=
heit
, die Baronin hatte vielleicht ſchon mehr geſagt, als hier
verzeichnet ſtand, oder falls nicht, konnte ſie bei weiteren Ver=
nehmungen
neue Angaben machen. Sie hatte keinen Anlaß zu
ſchweigen. Jedenfalls, wie auch immer die Dinge ſtanden, ſchien
es wenig ratſam, heute abend im Café Orient ſich nach
Stenzel zu erkundigen; nichts leichter, als daß dort bereits
Beamte vom Präſidium auf ihn lauerten.
Die Stunden dehnten ſich; ihre leere Länge machte die ganze
Oedigkeit des jetzigen Daſeins deutlich. Da war faſt noch
Zigarrendrehen beſſer. Das Plakat eines Tageskaſinos fing
ſeinen Blick. Minuten ſpäter ſaß er im dunkeln, ſpärlich be=
ſuchten
Zuſchauerraum, eingelullt von den Klängen eines uner=
müdlichen
Klaviers und vor ſich die Grimaſſen einer Handlung
deren ſentimentale Einfalt das Denken ausſchaltete. Die flim=
mernden
Bilder ermüdeten die Augen, er fiel in ein angenehmes
Dämmern, aus dem ihn eine plötzliche Helligkeit weckte. Der
Film war zu Ende, eine neue Vorſtellung begann.
Draußen fing es inzwiſchen bereits an zu dunkeln. Es
war immerhin Zeit, ſich ein Unterkommen zu ſuchen, den Koffer
zu kaufen und die anderen Dinge, die ſeinen Inhalt bilden ſoll=
ten
. Eickhoff dachte daran, was ihm bevorſtand: ein Einſiedler=
leben
in ſchäbigen Zimmern, umgeben von häßlichen Möbeln,
umlauert von neugierigen Penſionswirtinnen, eine triſte Komö=
die
, ſtändige Unſicherheit, klägliches Vegetieren, verborgen im
Geſtrüpp der großen Stadt der Widerwillen ſtieg in ihm hoch.
Um überhaupt anfangen zu können, mußte man geborgen
ſein, den Kopf frei haben, ſich bewegen dürfen, und jetzt be=
wegte
er ſich wie der Fiſch im Netz, es war ein klägliches Zap=
peln
, wie ſeine Gedanken ſtockten plötzlich; dort, wenige
Schritte entfernt, ſtanden zwei Menſchen, die ihn anſtarrten. Ein
Herr und eine Dame. Er erkannte die beiden ſogleich: Direktor
Natterot von den Bochumer Gußſtahlwerken und ſeine Gattin
Dolly Natterot war ſeine Tennispartnerin beim Gelb=Weiß=Club
geweſen, dann waren ſie in St. Moritz zuſammen Bob gefahren,
hatten eine Silveſternacht im Souvrettahaus durchtanzt; er ſah
noch ihr Geſicht vor ſich, wie ſie mit zurückgeneigtem Kopf ihn
anlächelte, die Lippen ein wenig geöffnet, mit feuchten Zähnen
und in dieſer Nacht nicht ganz abgeneigt . . .
Die Natterots tuſchelten miteinander, der Mann tat einige
Schritte, Eickhoff ſah vorbei; krampfhaft in ein Schaufenſter ver=

Nummer 25
tieft, tat er, als warte er. Dann wandte er ſich ganz la=
und humpelnd nach entgegengeſetzter Richtung. Sein linke,
ſchleppte nach eine Improviſion, die gleich einer Einge
über ihn gekommen war. Aber da war ſchon eine Stimn
ſeiner Seite: Guten Abeno! Sind Sie es denn wirklich

Eickhoff?
Stummes, eiſiges Muſtern, ſekundenlang, hernach w=
verneinendes
Kopfſchütteln. Eickhoff ſetzte ſeinen Weg fort
Haſt, den linken Fuß ſchleppend. In dieſem Augenblick wa
alles vollkommen gleichgültig, mochte geſchehen, was wollte.
konnte ſchlimmer ſein als die Demütigung, die er ſoeben er
hatte, und von der niemand wußte außer ihm ſelbſt. G
denn noch etwas Erniedrigenderes, als ſich verleugnen zu n
ausgeſchloſſen ſein vom einfachſten Menſchenrecht, das dem
Bettler zugebilligt wird, nämlich ſich zu ſeinem Namen bek=
dürfen
? Ihm nicht! Und weshalb nicht, weshalb? Irr
ſammenhänge: weil irgendein Unbekannter einen Schuß
feuert hatte.
Er wandte ganz langſam, ganz unauffällig den Kopf.
ſcheinbar zum Fahrdamm nach einem Uebergang, erhafd
Fluge die Geſtalten der Natterots, die ihm folgten. Sie
felten alſo noch immer, waren mißträuiſch? Er blieb ſtehe
umſtändlich eine Zigarre hervor, entzündete ſie und ließ
den paſſieren, ihnen den Rücken zugewandt. Dann noch
ohne Eile hinkte er nach der anderen Straßenſeite,
Kehrt und bog um die nächſte Ecke.
Jetzt kam der Rückſchlag über ihn. Die höllifche
anſpannung, der er ſich gar nicht bewußt geivorden war.
ihn gleich einer Lähmung, er mußte ſich an eine Mauer
Heute ſchon das zweitemal dieſe grauenvolle Angſt! V
würde ſich das wiederholen?
Ein Mädchen ſchlenderte vorbei, blieb ſtehen und frag
Fehlt Ihnen etwas? Kann man Ihnen helfen?
Er verneinte. Danke. Ich bin ſchon in Ordnung.
freundlich von Ihnen ..."
Sie nahm ſeine Antwort als Aufforderung und, ſogle
Sachliche übergehend, ſchlug ſie vor: Haben Sie vielleick
ſich zu amüſieren? Der Abend iſt noch lang. Ich
nettes Lokal ..."
Eickhoff lächelte: Auch das nicht. Ich bin leider
tigt.
Seine Schritte wurden ſchneller, ſie blieb zurüg
ſtürmte weiter, die dunkle Straße entlang. Faſt bedau
jetzt ſeine Ablehnung. Er hätte doch wenigſtens ein paar
den jemandem gegenüberſitzen, reden und die Anwe
irgendeines Menſchen verſpüren dürfen, wenn es auch r
armes Straßenmädchen war.
Aber er durfte ja nicht. Gerade das nicht! Schutz I
das Alleinſein, ihm war die Einſamkeit beſtimmt, mitten
Millionen.
Da kam mit einem Male die Erleuchtung über ihn,
naheliegende, einfache Idee, daß ſie ihn mit der Freud
unvermuteten, wunderbaren Entdeckung durchzuckte:
Haus nach Dahlem gehen. Dort war Sicherheit, niemand
ihn dort ſuchen. Unter dieſem Dache konnte er unabſehba
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