Gimzelmmmmer 10 Pfenntge
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ptember 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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ſes. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
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Frankfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten mr mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 252
Freitag, den 11. September 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
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Rellame=
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4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällit ſeder
Rabatt weg. Banffonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſädter und Nationalbani.
Das Geſpenſt der Kriſe.
Noch keine Berſtändigung der Reichstegierung mit Preußen. — Meinungsverſchiedenheiken
über das Wirkſchaftsprogramm. — Unentſchloſſenheit des Kanzlers. — Die deutſche
Volksparkei drängt auf Klarheik und raſche Enkſcheidung.
Dingeldey, den einleitenden Bericht erſtattete. Dabei wurden
auch die Verhandlungen in Genf einer eingehenden Beſprechung
Am das Schickſal des Kabinekks.
unterzogen. Von den Verhandlungen des Parteiführers mit dem
Nakionalſozialiſten und Deukſchnakionale
gehen wieder in den Reichskag.
Ion unſerer Berliner Schriftleitung.
innere Entwicklung, das muß doch einmal feſtgeſtellt
ſtagniert ſeit einigen Wochen vollkommen. Wir hören
imix wieder, daß in Reſſortberatungen, Chefbeſprechungen,
KaE tsſitzungen und allen möglichen anderen Gremien das
fonr, de große Wirtſchaftsprogramm vorbereitet wird. Feſtere
hef” aber hat dieſes Programm bisher noch nicht bekommen.
Auc n Donnerstag hat wieder eine Beſprechung mit Preußen
ſtat 1 inden, um eine Verſtändigung über die beiderſeitigen
Na hmen zu erzielen. Es iſt aber auch diesmal wieder keine
EnY dung getroffen worden. Selbſt über den Termin der
Ver ntlichung des Programms iſt noch alles offen.
n Wunder, wenn einzelne Regierungsmitglieder ſchon
zu werden beginnen, ſobald man ihnen von einem
Pro=
gra ſpricht. Halboffizöſe Stellen haben zwar eine lange Liſte
ſor; ben verſchiedenen Punkten zuſammengeſtellt, mit denen
ormtätigkeit der Regierung ihre Auswirkung finoen ſoll.
eis ilen darin die Herabſetzung der Höchſtpenſionen, die
Ver=
ſchSig der Gehaltszulagen, Abſtriche am Etat, Neuregelung
Suszinsſteuer, die Kriſen= und Wohlfahrtsfürſorge, das
igsgeſetz und Bankaufſicht zuſammen. Aber das ſino
inge, von denen man ſchon ſeit Wochen ſpricht. Es fehlt
aniſche Grundgedanke. Dieſe Maßnahmen bedeuten
beſten=
erſuche, an der Peripherie etwas zu verbeſſern. An dem
Dchen Kernproblem, wie wir durch dieſen ſchweren
Win=
men ſollen, gehen ſie vorbei, und darin liegt gerade das
liche, daß man allmählich den Eindruck gewinnt, als ob
anzler den Mut zur Tat nicht findet.
kommt aus der inneren
Unentſchloſſen=
iicht heraus, weil er wohl verſtandesmäßig einſieht,
Zurückführung der Erwerbsloſen an die Arbeit nur im
atz zu dem ſtarren Formalismus der Gewerkſchaften
ec=
nwerden kann, ſich aber vor dem Bruch mit den
Gewerk=
ſcheut, und deshalb lieber mit Halbheiten operiert, die
eigentlichen Sitz des Uebels nicht herangehen. Wir
bisher darunter gelitten, daß alle Verordnungen um
Monate zu ſpät kamen, als daß ſie noch wirklich helfen
1. Je mehr wir aber dem Winter mit der geſteigerten
loſigkeit zutreiben, deſto weniger Zeit iſt zu verlieren.
anzler muß ſich darüber klar ſein, daß es jetzt um das
il ſeines Kabinetts geht. Er ſteht vor der Gefahr,
rößere Teile der Mitte von ihm abſprin=
2 Die Fraktionsſitzung der Deutſchen Volkspartei iſt in
9—Ergebnis nur ſo zu verſtehen, daß die Fraktion entſchloſ=
—der Regierung jede Unterſtützung zu entziehen, wenn ſich
ſtellen ſollte, daß der Kanzler auch bei den grundſätz=
Entſcheidungen, die jetzt unvermeidlich geworden ſind, die
dung nach links nicht abreißen laſſen will, und damit
E lig die Hoffnung verloren geht, daß dieſe Regierung uns
den kommenden ſchweren Winter hindurchbringen kann.
r Reichskanzler will am 13. Oktober vor den Reichstag
Er braucht dann nicht nur die Zuſtimmung zu ſeinen
ordnungen, ſondern auch mindeſtens die Ablehnung eines
uensvotums, und dazu beſteht, da die
Deutſchnatio=
i und die Nationalſozialiſten wieder ins
um zurückkehren wollen, keine Ausſicht, wenn ſich
in größerer Teil der Mitte verſagt. Wer alſo nicht
traußpolitik treiben will, der muß auch der unvermeid=
Konſequenz ins Auge ſehen, daß wir einer Kriſe
ent=
reiben, falls der Kanzler ſich nicht endlich zu einem
Ent=
aufrafft. Ganz abgeſehen von den Gefahren, die ohnehin
m Gebiet der Innenpolitik lauern.
Die Berakungen der Deutſchen Bolksparkei.
Berlin, 10. September.
ie Preſſeſtelle der Deutſchen Volkspartei teilt mit: Die
kagsfraktion der Deutſchen Volkspartei hat in zwei
vollzäh=
luchten Sitzungen, die geſtern und heute in Potsdam ſtatt=
—k, eine umfaſſende politiſche Ausſprache gepflogen. Der erſte
Sder Beratungen galt den finanziellen und wirtſchaftlichen
emen. Dabei legte Abgeordneter Dr. Cremer die ernſte
lge des Reiches, der Länder und Gemeinden dar. Abg.
Coldenhauer befürwortete unter Ablehnung aller
ungspolitiſchen Experimente eine ela=
Kreditpolitik der Reichsbank. Abg. Keinath
II den Gedanken einer entſchiedenen Reform der
Haus=
leuer als eines zentralen Problems der deutſchen
Volks=
haft. Die Abg. Dr. Pfeffer und Thiel behandelten die mit
Tbeitsloſenverſicherung zuſammenhängenden ſozialpolitiſchen
ben. Der gemeinſame Gedanke der Vorſchläge und der Aus=
E bewegte ſich in der Richtung, die darniederliegende Wirt=
und den Arbeitsmarkt durch kreditpolitiſche Locke=
Ben, Herabſetzung der öffentlichen Laſten und
Minderung der Produktionskoſten zu beleben
Samit auch die Geſundung der öffentlichen Finanzen herzu=
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius wurde zuſtimmend Kenntnis
genommen. In der internen Politik forderte die Fraktion mit
aller Entſchiedenheit ein raſches und entſchloſſenes
Handelnder Reichsregierung. Das Zögern der
Staats=
führung in der Durchführung oft angekündigter und dringend
erforderlicher Maßnahmen, könne von der Deutſchen Volkspartei
nicht länger geduldet werden.
Bayern, Sachſen, Baden, Heſſen und Würkkemberg
beraten Sparmaßnahmen.
Stuttgart, 10. September.
Von zuſtändiger Seite wird mitgeteilt: Die Regierungen von
Bayern, Sachſen, Baden, Heſſen und Württemberg berieten
am Donnerstag im Sitzungsſaal des Württembergiſchen
Staats=
miniſteriums die Sparmaßnahmen zum Ausgleich der Haushalte
der Länder und Gemeinden.
Freitag Beſprechung der Nokmaßnahmen
im Reichskabinekk.
Wie wir erfahren, werden die Maßnahmen, die die
Reichs=
regierung in Ergänzung der preußiſchen Sparaktion treffen will,
vom Reichskabinett am morgigen Freitag beſprochen werden,
nachdem ſie bekanntlich heute zwiſchen den zuſtändigen Reſſorts
des Reiches und Preußens behandelt worden ſind. Von
unter=
richteter Seite wird dazu ausdrücklich darauf hingewieſen, daß
die Einzelheiten noch nicht zu überſehen ſind und daß auch
nament=
lich noch gar keine Klarheit darüber beſteht, ob die Pläne der
Reichsregierung in einer großen Notverordnung vereinigt
wer=
den, oder ob der Teil, der mit den Maßnahmen der preußiſchen
Staatsregierung zuſammenhängt, bereits vorher herausgebracht
werden ſoil.
Der franzöſiſche Miniſkerbeſuch.
Alles noch in der Schwebe.
* Berlin, 10. Sept. (Priv.=Tel.)
In Berlin entfaltet ſich ein merkwürdiges Spiel: Uebereifrige
Zeitungen wiſſen zu erzählen, daß eigentlich bereits ſchon alles in
ſchönſter Ordnung ſei und nur noch der Schlußpunkt unter die
Abmachungen über den Beſuch der franzöſiſchen Miniſter geſetzt
werden müſſe. Sie wiſſen ſogar ſchon ganz genau, worüber man
ſich unterhalten will, und wo die franzöſiſchen Gäſte wohnen
ſollen. Wir können demgegenüber nur noch einmal feſtſtellen,
daß zurzeit immer noch nicht ſicher iſt, und daß erſt
in den nächſten Tagen in Beſprechungen zwiſchen
dem deutſchen Botſchafter, Herrn von Hoeſch, und
der franzöſiſchen Regierung ſich herausſtellen
ſoll, ob überhaupt, eine materielle Grundlage
für eine Ausſprache gefunden werden kann. Denn,
wenn bei dieſer gegenſeitigen Fühlungnahme der Eindruck
ent=
ſtehen würde, daß alle Vorausſetzungen für eine Verſtändigung
wirtſchaftlicher und politiſcher Art fehlen, dann würden
wahr=
ſcheinlich Herr Laval und Herr Briand nur, um ihre Viſitenkarten
in Berlin abzugeben, die Reiſe nach Berlin nicht antreten.
Schließ=
lich beſteht ja auch gerade nach den Vorgängen, in Genf für
Deutſchland keine Veranlaſſung, auf den Beſuch zu drängen, und
der Sache ſelbſt wird nur geſchadet, wenn in Paris der Eindruck
entſtehen könnte, als ob wir nicht abzuwarten imſtande ſeien, bis
Herr Briand, durchs Brandenburger Tor feierlichſt eingeholt
würde.
Ob am 26. September — an dieſem Zeitpunkt wird vorläufig
noch feſtgehalten — Dr. Curtius als Gaſtgeber
mitauf=
tritt, darüber ſind nach wie vor die Meinungen
ſehr geteilt. Wir glauben zu wiſſen, daß der Vorſitzende der
volksparteilichen Fraktion ihm nahegelegt hat, freiwillig aus
ſei=
nem Amte zu ſcheiden. Wir glauben aber auch zu wiſſen, daß Dr.
Curtius dieſer Anregung nicht nachkommen wird. Er vertritt die
Auffaſſung, daß ſeine öſterreichiſche Politik in ihren Anfängen und
ihrem Abſchluß vom geſamten Kabinett gebilligt worden iſt,
daß alſo für ihn perſönlich ein Grund zum Rücktritt nicht vorliege.
Jedenfalls wird er ſich wohl erſt davon überzeugen wollen, wie
nach ſeiner Rückkehr in Berlin die Stimmung iſt. Daß ſie ihm
nicht günſtig iſt, wird ihm ſchon ſein Staatsſekretär v. Bülow
ge=
ſagt haben, der inzwiſchen von Genf wieder abgereiſt iſt und am
Freitag wieder in Berlin ſein wird. Auch die Temperatur im
Zentrum iſt ihm gegenüber eiſig. So eiſig, daß, wenn Herr Dr.
Curtius nicht noch einige Trümpfe in der Hand hat, ſeine
Stel=
lung ſpäteſtens beim Zuſammentritt des
Reichs=
tages unhaltbar ſein wird.
Beneſch will nach Berlin.
Die Reichstagsfraktion ſetzte zur weiteren Beratung dieſer
leme beſondere Ausſchüſſe ein, die der nächſten Fraktions=
S, die für den 23. September in Hamburg vorgeſehen iſt,
mte Richtlinien vorlegen ſollen. Der zweite Tag der Pots=
* Beratungen galt der allgemeinen politiſchen Lage, insbe=
*I der Außenpolitik, über die der Vorſitzende, Abgeordneter
Der tſchechiſche Außenminiſter Beneſch hat in den letzten
Wochen wiederholt durch ſeine Preſſe zu verſtehen gegeben, daß
auch er ſehr gerne an den ſogenannten Chequers=Beſprechungen
teilnehmen und der Berliner Regierung einen Beſuch abſtatten
würde. Offiziell hat er dieſen Wunſch allerdings bisher noch nicht
an die deutſche Regierung herangetragen. Wie es ſcheint, will er
aber jetzt eine auf handelspolitiſchem Gebiet aufgetretene
Ver=
ſtimmung (ſiehe: „Streit um den Hopfen” im Handesteil)
be=
nutzen, um ſein Ziel zu erreichen.
Wanderndes Prolekariak.
Induſtriell=agrariſches Nomadenkum.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, September 1931.
Damit man uns nicht der Falſchheit bezichtige: Wir bringen
hier einmal abſichtlich nur Sowjetmaterial, wie es in der
Mos=
kauer Preſſe jetzt etwa innerhalb nur dreier Tage zu leſen iſt.
Und damit uns keiner vorwerfe, daß unſere Wiedergabe ein
ſchiefes Bild biete, betonen wir unſere Bewunderung für die
Offenheit der Sowjetpreſſe: Ihre erſte Seite ſtrotzt vor
glaub=
würdigen ſowjetiſchen Erfolgsberichten und ebenſo
glaubwür=
digen kapitaliſtiſchen Niederlagenmeldungen. Die übrigen
3—5 Seiten ſtellen aber ein einziges ruſſiſches
Jammertal dar. Dies betonen wir, weil heuer das dritte,
das „entſcheidende” Jahr des Fünfjahresplans läuft, weil die
Ernte hereingebracht wird, weil der offizielle Glaube an das
Gelingen noch immer unerſchütterlich feſtſteht und weil Litwinow
in Genf aufs neue die hiſtoriſche Notwendigkeit und
Möglich=
keit des Nebeneinanderbeſtehens von faulem Kapitalismus uno
jugendfriſchem Bolſchewismus — verlangt hat. Aber auch
da=
rum, weil das dritte „entſcheidende” Jahr des großen Planes
im Sowjetſtaat ein Problem zur Löſung geſtellt hat, wie es ſich
kein Stalin geträumt hat: Im Kampf der Induſtrie mit der
Landwirtſchaft, des Proletariats mit der Bauernſchaft, der
Fabrik mit dem Dorf iſt das Problem des induſtriell=agrariſchen
Nomadentums ſo groß geworden, daß ſich zu den
Konflikts=
fragen der bolſchewiſtiſchen Partei eine neue, vielleicht die
ſchwerſte geſellt hat. Das fluktuierende Element der
Arbeitskraft beherrſcht chaotiſch die Grenz=,
gebiete zwiſchen Induſtrie und Landwirtſchaft,
Partei und Staat, Plan und Wirklichkeit, Wollen
und Können, beherrſcht chaotiſch ſagen wir, denn die
plan=
wirtſchaftliche Beherrſchung der induſtriell=agrariſchen
Intereſſen=
gemeinſchaft von Partei und Staats wegen, das bolſchewiſtiſche
Hauptproblem heute, mißlang ſchon im dritten, „entſcheidenden”
Jahr des großen Planes . . . wenigſtens zur Erntezeit 1931.
Was wäre für einen planwirtſchaftlich ſo üppig aufgegorenen
Arbeiterſtaat wie den bolſchewiſtiſchen ſelbſtverſtändlicher, als
daß die Brotſuche, der Bettel um ein anſtändiges, geſichertes,
wenn auch nur beſcheidenes Arbeitsleben, kurz das induſtrielle
Nomadiſieren überwunden, unnötig, undenkbar wäre? Uno
dennoch zählt allein die Maſſe derer, die
zwiſchen Dorf, und Stadt hin und herſtrömen,
über zehn Millionen. Die Sowjetſtatiſtik freilich gibt
ſolche Tatſachen weder mit noch ohne Zahlen bekannt. Man kann
ſie aber leicht errechnen, und nimmt der Beobachter noch die
unerhörte „Flüſſigkeit” des abgeſtempelten Proletariats an ſich
hinzu, ſo ſind heute in Rußland eigentlich nur die Kleinbürger,
beſtimmte Beamtengruppen und die gutgeſtellten Facharbeiter
aller Art ſeßhaft, abgeſehen natürlich von der ſeßhaften
Bauern=
ſchaft. Weil ſo viele Millionen planlos hin= und herſtrömen,
wurzellos daherleben, kennt die bolſchewiſtiſche Planſtatiſtik auch
keine Arbeitsloſen. Eben darum.
Und doch iſt in der Induſtrie eher von einem Mangel, als
von einem Ueberfluß an Arbeitern zu reden. Die Gründe
da=
für ſind charakteriſtiſch genug.
„Früher, noch vor der Revolution und ſogar noch vor
wenigen Jahren”, klagen die „Iſweſtija”, „war das einfacher.
Am Flußufer legten Kähne an und aus ihnen ſtieg eine Gruppe
Männer und Frauen mit kleinen Bündeln und Käſten an Lano.
Dieſe Leute ſuchten ihre bekannten Marjas und Darjas auf,
bei denen ſie allen Komfort fanden: einen Teekeſſel, eine Lampe
und viel Aufmerkſamkeit. In der letzten Zeit aber wuchs die
Zahl der Fabriken ſo ſehr an, daß nicht kleine Gruppen, ſondern
Hunderte von Leuten an Land kommen müßten. Jedoch die
Darjas und Marjas können ihnen nicht mehr helfen, und
Krons=
wohnungen gibt es zu wenig. Es muß alſo der Arbeiter heute,
nachdem er einige Tage in der Stadt hin= und hergewandert iſt
oder irgendwo und ewie gearbeitet hat, wieder an den Fluß
zurückgehen oder zum Bahnhof und ſich irgendwo anders Arbeit
ſuchen. Kürzlich z. B. trafen bei den vorbildlichen Fabriken
auf den Namen Petrowſkis und Lenins 50 neue Arbeiter ein.
46 davon machten ſofort Kehrt. Und die anderen vier arbeiteten
ein paar Tage an den Martinsöfen, ließen ſich dann aber
enr=
löhnen und ſagten beim Abſchied: „Bei euch brennt die Erde
und auch das Eſſensproblem iſt ungelöſt. Und wo ſollen wir
wohnen?‟ Dann erwies ſich, daß man dieſen neuen Arbeitern
nicht einmal Brotkarten ausgefolgt, ja, ihnen ſogar jede
kame=
radſchaftliche Aufmerkſamkeit verſagt hatte. Die Bewohner ſtiller
Dörfer fühlten ſich vor den glutigen Martinsöfen allein uno
verlaſſen. Es erwies ſich, daß ſie nicht mal ein Nachtlager
be=
kommen hatten”.
Was Wunder, daß da die indruſtriellen Gebiete großen
Mangel an Saiſonarbeitern leiden? Für 1931 errechnete die
Planwirtſchaft einen Bedarf an neun Millionen Saiſonarbeitern,
davon ſollten allein aus den bäuerlichen Kollektivwirtſchaften 2,5
Millionen genommen werden. Aber: „anſtatt 20000
Saiſon=
arbeiter gaben die Kollektive z. B. der mittleren Wolga nur 2000,
die im Kaukaſus nur 5000 anſtatt 40 000 uſw.” In ſkeptiſchen
Parteikreiſen will man deshalb ſchon einen „unlösbaren
Widerſpruch zwiſchen Kollektiviſierung und
Induſtrialiſierung” ſehen, denn wer im Kollektiv
Nahrung, Kleidung und Wohnung gefunden hat, bleibt natürlich
lieber dort, als daß er auf Geratewohl in die Stadt geht. Aber
die offizielle Parteipolitik ſagt: „Daß dieſe Frage lösbar iſt,
beweiſt der Umſtand, daß nur 43, 2 Prozent der
Kolek=
tiviſten wirklich arbeiten”, alſo etwa 57 Prozent frei
ſind und bei der Induſtrialiſierung verwandt werden können.
Es müſſe nur ordentlich organiſiert werden! „Der
Produktions=
plan der bäuerlichen Kollektive muß ſo gehalten ſein, daß die
ſaiſonmäßige Abwanderung zur Induſtrie einen Hauptpunkt des
Planes darſtellt.”
Schön und gut. Aber nehmen wir als Beiſpiel einmal das
Baugewerbe. Man ſollte meinen, daß ſeine amtliche Planierung
in Ordnung iſt. Jedoch „eine ſo große Organiſation wie die
Staatsbauverwaltung Nr. 1 iſt im dritten Vierteljahr 1931 nur
zu 59 Prozent beſchäftigt, für das vierte garnicht, die
Staats=
bauverwaltung Nr. 2 für das dritte zu 89 Prozent, das vierte
nur zu 24 Prozent”. Faſt ein halbes Jahr lang machen dieſe
Seite 2
Freitag, den 11. September 1931
Aemter „tote Saiſon”, im übrigen aber liefern ſie oft äußerſt
ſchlecht durchdachte Baupläne, die erſt wieder geandert werden
müſſen.
Und wie leben ihrerſeits die Bauarbeiter? „Ich habe”, ſo
berichtet in den „Iſw” ein Sowjetjournaliſt, „an der Chauſſee
der Enthuſiaſten bei Moskau eine ganze Reihe von
Arbeiter=
baracken beſucht. Mit einer Ausnahme herrſcht in allen noch die
überkommene gutruſſiſche Schmutzigkeit. Uebelriechende
Fuß=
lappen. Nicht durchlüftet die Matratzen. Beſpiene Fußböden.
Mit Zoten bemalte Wände. Abends bei Einundzwanzig —
Schnaps und Gröhlen. Daneben aber auch Zeitungen, Bucher
und Lenins geſammelte Werke. Jawohl, die Unterbringung der
Arbeiter nach ſozial=beruflichen Gruppen in den Baracken zwar
hat das kollektive Bewußtſein gehoben, darüber hinaus aber
haben unſere Gewerkſchaften hier noch nichts getan. Deshalb
bleiben auch die Kulturkräfte, die anſtelle des alten Lebens
ein neues einrichten könnten, ungenutzt und verkommen noch
ſelbſt”
Außer der Wohnungsfrage hindert den Zuſtrom von
Saiſon=
arbeitern in die Induſtriegebiete wie überhaupt die Ergänzung
des Proletariats durch klaſſenbewußte Dorfmenſchen die
Nahrungsfrage. Leningrad erhielt im Auguſt nur 33
Prozent der erforderlichen Fiſchzufuhr, nur 18 Prozent des
Fleiſches, nur 44 Prozent der Grütze, insgeſamt nur die Hälfte
aller Nahrungsmittel. Mit Kleidern wurde die Stadt nur zu
70 Prozent, mit Schuhen zu 60 Prozent und mit Trikotagen
nur zu 65 Prozent verſorgt. Auch Obſt und Gemüſe ſind nur
mit 50 Prozent verzeichnet, denn die Krim, der Kaukaſus und
die Wolga geben zu wenig her, und wenn ſie geben, ſo haperr
es wieder am Transport.
Selbſt die öffentlichen Arbeiterküchen verſagen in der
Er=
nährungsfrage. Aus der Ukraine melden die „Iſw.” daß in
Dnepropetrowſk zwar 32000 Arbeiter leben, aber nur 18000
in öffentlichen Arbeiterküchen eſſen, weil ſie dort mit den Händen
eſſen und ſich mit 350, 225, ja, ſogar mit 160 Kalorien täglich
begnügen müſſen, während doch 500 vorgeſchrieben ſind.
Trog=
dem will man noch in dieſem Jahr in ganz Rußland 311 neue
öffentliche Speiſehäuſer errichten und erſt vor drei Wochen
er=
ließ die Regierung den ſtrengen Befehl, die öffentliche
Nah=
rungsfrage auf ganz neuen Boden zu ſtellen. Jedoch ſchon jetzt
offenbaren ſich die Hinderniſſe: „Die ſtaatliche
Getränkeverwal=
tung beſtellte bei der Induſtrie Kücheneinrichtungen, die
Wirt=
ſchaftler beeilen ſich aber nicht. Bis jetzt iſt noch nicht die
Lie=
ferung von Metallen für Löffel, Gabeln und Meſſer ſichergeſtellt.
Die Lieferung von Baumaterialien ſtockt. Das
Geſundheits=
kommiſſariat hat noch nicht dafür geſorgt, daß für die
Groß=
küchen ärztliche Aufſicht bereitſteht” uſw. uſw. Deshalb iſt das
Juſtizkommiſſariat erſucht worden, gegen Saboteure gerade auf
dieſem ſo wichtigen. Gebiet außer der Reihe ſtreng vorzugehen.
Und keiner wird dies Erſuchen mißverſtehen, wenn er lieſt, daß
die Arbeiter oft halbe Tage lang nach Eſſen anſtehen müſſen
oder aus Zorn einfach die Arbeit hinwerfen und daß ganze
Be=
legſchaften kurzerhand nach Hauſe gehen. Ja, auch dort, wo die
Eſſensfrage „gelöſt” iſt, fehlen täglich von 23000 Arbeitern
2—3000 — weil dieſe 2—3000 „flüſſig” geworden, alſo auf
Wanderſchaft nach beſſerem Brot, beſſerer
Woh=
nung und beſſerer Kleidung gegangen ſind.
„Natürlich”, verzeichnen die „Iſw.", „führt auch die üble
Gleichmacherei, die noch nicht ausgemerzt iſt, zur „Flüſſigkeit”
des Arbeiterbeſtandes. Auf der Fabrik des Namens Wojnow
beträgt die „Flüſſigkeit” des Beſtandes monatlich 10 Prozent.
Das ſind ſchlimme Zahlen. Doch keiner tut etwas dagegen”
Oder doch: Es werden Beſchlüſſe gefaßt, und es wird eifrig
für Beſſerung propagiert. „Die Stadtverwaltungen” fordern
die „Iſw.”, „müſſen und können die Anwerbung von Arbeitern
in die Induſtrie noch mehr ausdehnen, müſſen und können
noch mehr gegen die Flüſſigkeit des Arbeiterbeſtandes tun,
müſſen neue Kadres für die wichtigſten Zweige der
Bauwirr=
ſchaft heranbilden, müſſen den Arbeitern mehr mit
ſozial=
kulturellen und kommunalen Mitteln zur Seite ſtehen”. Aber
den großen Beſchlüſſen folgen nur kleine Taten. Nach der Rede
Stalins und dem Beſchluß der Partei über die Neugeſtaltung
der öffentlichen Ernährungsfrage vor einigen Wochen, beſagt
eine Leningrader Meldung, iſt noch viel zu wenig getan! „Die
Speiſehäuſer für Arbeiter werden noch immer in antiſanitärem
Zuſtand gehalten, die Nahrungsmittel werden ſchlecht
aufbe=
wahrt, die Qualität des Eſſens iſt miſerabel.”
Genau ſo liegen die Dinge in den Kohlengebieten. Auch
hier die deprimierende Flüſſigkeit der Arbeiterſchaft, das
indu=
ſtrielle Nomadentum in voller Blüte, obwohl ſeit Jahr und Tag
mit allen nur erdenklichen Verboten und Beſchränkungen der
Freizügigkeit vorgegangen wird. Erſt jetzt verfällt man auf den
Stücklohn auch für Bergarbeiter, nachdem er in den
bäuer=
lichen Kollektiven ſo überraſchend gut gewirkt hat. Soeben
be=
ſchloß der Bergarbeiterkongreß, daß künftig mindeſtens 90 Proz.
der Untertagearbeit und 70 Prozent der Uebertagearbeit mii
Stücklohn bezahlt werden müßten. Das Plenum verpflichtete
die Wirtſchafts= und Berufsorganiſationen auf Grund von
Regierungsbeſchlüſſen gegen die Flüſſigkeit der Arbeiterſchaft,
mit den bäuerlichen Kollektiven Verträge über die Hergabe von
neuen Arbeitern für die Kohleninduſtrie zu ſchließen.
Vom Tage.
Wie wir hören, trägt ſich der Reichsaußenminiſter unter dem
Ein=
druck der Berichte aus Deutſchland über die allgemeine Mißſtimmung
wegen ſeiner Haltung in der Zollunion=Frage mit der Abſicht, demnächſt
von Genf über ſämtliche deutſchen Sender zu den deutſchen Hörern zu
ſprechen und dabei die Gründe zu entwickeln, die ihn und die
Reichs=
regierung zu ſeiner Politik veranlaßt haben.
Der Leiter des Bayeriſchen Staatsminiſteriums der Finanzen,
Staatsrat Dr. von Deybeck, wird am 16. September in den Ruheſtand
treten. Der Miniſterrat hat Miniſterpräſident Dr. Held mit der Leitung
des Finanzminiſteriums betraut.
In Berlin kam es am Mittwoch zu einem kommuniſtiſchen
Feuer=
überfall auf ein nationalſozialiſtiſches Verkehrslokal, wobei eine Perſon
getötet und drei ſchwer verletzt wurden.
Der neue Berliner franzöſiſche Botſchafter Francois Poncet wird am
20. September ſeinen Poſten antreten.
Am Sonntag, den 4. Oktober, findet in Frankfurt der diesjährige
ordentliche Landesparteitag der Heſſiſchen Staatspartei ſtatt. Auf der
Tagesordnung ſtehen: Referat eines Führers der Reichspartei,
Kan=
didatenaufſtellung für die Landtagswahl, Neuwahl des Vorſtandes und
bes Landesausſchuſſes.
Wie die Reichsleitung der Nadikaldemokratiſchen Partei mitteilt,
trifft die Meldung, daß der Reichsparteitag am 20. September in
Darm=
ſtadt ſtattfindet, nicht zu.
Nach Mitteilung des Lübecker Senats wird die lübeckiſche
Geſandt=
ſchaft in Berlin in ihrer bisherigen Form nur noch bis zum 30.
Sep=
tember beſtehen. Dr. Meyer=Lüerſen tritt mit dieſem Tage als Geſandter
in den Ruheſtand, iſt aber vertragsmäßig ab 1. Oktober mit der weiteren
Vertretung Lübecks beim Reich beauftragt worden.
Der am Dienstag in Hagenthal im Elſaß verhaftete deutſche
Univer=
ſitätsprofeſſor Schmidlin, der im Kolmarer Autonomiſtenprozeß in
Ab=
weſenheit zu zehn Jahren Gefängnis und 20 Jahren Aufenthaltsverbot
verurteilt worden war, wird aller Vorausſicht nach wieder in Freiheit
gefetzt werden.
In einer Havasmeldung werden die Gerüchte dementiert, wonach
Oeſterreich in Genf ſofort ein neuer Kredit eröffnet werde.
Doch die Kollektive verlangen natürlich, daß auch ſie auf ihre
Rechnung kommen. Sie fordern Induſtriewaren gegen Getreide.
Aber ins mittlere Wolgagebiet z. B. wurden im Juli insgeſamt
nur 13 Prozent der verſprochenen Waren geliefert, wobei die
einen Bezirke überſchüttet, die anderen völlig vergeſſen, einfach
vergeſſen werden. Oder in der Ukraine bringen die Bauern
zwar ihr Getreide zu den Schüttepunkten, müſſen aber wieder
umkehren, weil kein Beamter zur Annahme des Getreides
auf=
findbar iſt. Oder der Fiſchfang ſtockt, weil auch hier die
Zu=
fuhr von Induſtriewaren ſtockt oder die „Organiſation” (wie
überall, die Plantheorie ausgenommen) verſagt. Im Fernen
Oſten z. B. werden nur 25 Prozent des planmäßig
vorgeſchrie=
benen Fanges ausgeführt, im Wolga=Kaſpi=Gebiet nur 68 Proz.,
dagegen im Schwarzen Meer Meer 108 Prozent (weil es hier
eine Kriegsflotte gibt, die hinter den Fiſchern iſt).
So geht im dritten „entſcheidenden” (!!) Jahr des
Fünf=
jahresplans ohne Ende im Kreiſe umher. Gewiß, gewiß, auch
Erfolge ſind vorhanden, aber im Vergleich zu den Kontroll= und
Planziffern der bolſchewiſtiſchen Wirtſchaftstheorie verſchwinden
ſie im Chaos der Wirklichkeit. „Anderthalb Milliarden
iſt die Obſt= und Gemüſeernte dieſes Jahres
wert”, rufen die „Iſw.” erſchreckt aus, „und doch ſteht dieſer
ſo ungemein wichtige Wirtſchaftszweig außer jeder
Planwirt=
ſchaft und Kontrolle!‟ Dafür aber entſtehen Fabriken
über Fabriken, dafür ſchreitet die Techniſierung alles Denkens,
Handels und Schaffens vorwärts, nur daß die
Ernährungs=
frage ungelöſt bleibt, nur daß ein induſtriell=agrariſches
Noma=
dentum großgezogen wird, ein Geſpenſt, vor dem die einen
Parteiler ſich fürchten, das die anderen aber durch laute
Propa=
gandaſchreie zu bannen hoffen . . . Noch im dritten „
entſchei=
denden” Jahr!
„29s Reparakionsproblen wird nicht mehr
von der Tagegordnung verſchwinden.
Der Schweizeriſche Bundesrat, Motta, befaßte ſich in ſeiner
Rede vor der Vollverſammlung des Völkerbundes mit der
Welt=
wirtſchaftskriſe und unterſtrich, daß der Völkerbund nicht leben
könne, ſolange ein einzelnes Mitglied, Deutſchland, Not leide. Es
ſei zu bedauern, daß die bisher zur Ueberwindung der Kriſe
an=
gewandten Mittel in keiner Weiſe im Verhältnis zu dem
ange=
ſtrebten Ziele ſtänden. Mit großem Nachdruck wies Bundesrat
Motta auf die Bedeutung des Layton=Berichtes hin. Der Hoover=
Vorſchlag habe zunächſt nur eine vorläufige Löſung des
inter=
nationalen Schulden= und Reparationsproblems gebracht, jedoch
ſei damit das wichtige Problem der Reparationen aufgerollt und
würde nicht mehr von der Tagesordnung verſchwinden, bis eine
Löſung gefunden ſei. Von der Abrüſtungskonferenz erwarte er
poſitive Ergebniſſe; er müſſe jedoch ſchon heute vor übertriebenen
Hoffnungen warnen.
Nummer 25
Cecil=Rede in Genſ.
Die großen Probleme des inkernakionalen Leber
Genf. 10. Septembe
Im Mittelpunkt der Donnerstags=Sitzung der Völkerbu
verſammlung ſtand eine Rede des engliſchen Hauptdelegie
Lord Robert Cecil, die allgemein größtes Aufſehen erregte
vielfach von ſtürmiſchem Beifall unterbrochen wurde. Lord Ro
Cecil befaßte ſich eingehend mit den Beziehungen zwiſchen Fr.
reich und Deutſchland, forderte die allgemeine Abrüſtung, wi
ſetzte ſich auf das heftigſte einer Vertagung der
Abrüſtungsk=
renz und richtete an alle Regierungen den dringenden Appell
verzüglich gemeinſame Maßnahmen zur Ueberwindung der
zu ergreifen.
Der Redner erklärte u. a., es wäre außerordentlich trae
wenn ſich der Völkerbund, der drei Viertel der Menſchheit um
nicht unmittelbar für die Ueberwindung der Weltkriſe
ſetzen würde. Die Lage Deutſchlands ſei heute ein
ſonderes Zeichen für die Wirtſchaftskriſe. Deshalb müſſe ſie
ſonders berückſichtigt werden. Eine entſcheidende Ro
in der gegenwärtigen Kriſe ſpiele heute die Poli
In der Welt herrſche heute eine Atmoſphäre internationalen
trauens, die größer ſei als je. Es ſei heute nicht an
Zeit, an die Reviſion der beſtehenden Vert
zu ſchreiten denn ein derartiges Vorgehen werde nur
ruhe und Unſicherheit ſchaffen. Nichts ſei ſo geeignet zur
gemeinen Befriedung, Ueberwindung der Kriſe, Wiederherſtell
des Vertrauens ſowie zu der dringend notwendigen Inveſtier
der Kapitalien wie die allgemeine Abrüſtung. Wie
das Abrüſtungsproblem ſei, zeige die folgende Tatſache: In vi
Ländern, wie England, Frankreich, Italien, Amerika uſw. ſeie
der letzten Zeit großangelegte Manöver durchgeführt worden
einem Lande ſogar großangelegte Flugzeugmanöver, die nach
offiziellen Feſtſtellungen zu einer völligen Vernichtung ga
Gebiete führen würde. Gegen ſolche Flugzeugangriffe gebe
keine Verteidigung und werde es nie eine geben. Wie wi
es möglich, heute vom großen Publikum die?
veſtierung der Kapitalien zu verlangen, we
gleichzeitig auf der anderen Seite die moder
ſten Mittel zur Vernichtung der Wirtſchaft u
der Bevölkerung geſchaffen würden, wodurch
wirtſchaftliche Grundlage der Kapitalinveſt
rung jeden Augenblick vernichtet werden könn
Das Gleiche gelte für die Land= und Seeabrüſtung. Es m
unterchrichen werden, daß die einmütige Zuſtimmung
Welt eine Vertagung der am 2. Februar 1932
ginnenden Weltabrüſtungskonferenz nicht
laſſen würden. Die engliſche Regierung wer
eine Vertagung der Abrüſtungskonferenz auch
um einen Tag zulaſſen. Grandis Rede und ſein Vorſch
die Rüſtungen bis zum Abſchluß der Verhandlungen nicht wei
zuführen, ſei von größter Bedeutung. Die engliſche Regier
befinde ſich in voller Uebereinſtimmung mit dieſem Vorſchlag.
ſei dringend zu hoffen, daß aus der italieniſchen Anregung
praktiſcher Vorſchlag werde, der in dem Abrüſtungsausſchuß
örtert werden könne. Die Abrüſtungskonferenz müſſe ein Er
werden. Jeder andere Ausgang ſei undenkbar. Eine weſentl
Herabſetzung der Rüſtungen der Welt könne aber nur erre
werden, wenn die Regierungen zur Konferenz kämen, nicht
möglichſt wenig, ſondern um möglichſt viel ihre Rüſtungen
beſchränken.
Zwei große Nationen, deren Führer anweſend ſeien und
jede in ihrer Art, an der Spitze der Ziviliſation ſtänden,
deten heute einen der Hauptpunkte der internationalen Le
Wenn zwiſchen Deutſchland und Frankreich eine wahre
näherung nicht in Worten, ſondern in Taten erreicht werde,
würde damit 75 v. H. der Unruhe der Welt verſchwinden. (St
miſcher Beifall). Wir wiſſen alle, wie viel von der Verſtär
gung zwiſchen Deutſchland und Frankreich heute abhängt.
iſt jetzt die unabweisbare Pflicht jeder einzelnen Regierung,
der gegenwärtigen Kriſe der Menſchheit alle Mittel zu ſuchk
die zu einer Ueberwindung der Kriſe führen können. Die e
liſche Regierung und das engliſche Volk haben das Vertrau
daß die Kriſe überwunden werden kann.
Die Ausführungen wurden mit lang anhaltendem ſtür
ſchem Beifall aufgenommen.
Die Minderheikenfragen
ſollen dem polikiſchen Ausſchuß überwieſen werdt
Die deutſche Abordnung hat in der Vollverſammlung
Völkerbundes am Donnerstag beantragt, den die Minderher
behandelnden Teil des Jahresberichtes des Generalſekretar:
an den 6. (politiſchen) Ausſchuß zu verweiſen. Der deutſche
trag bezweckt, auf dieſe Weiſe im politiſchen Ausſchuß eine gru
ſätzliche Ausſprache über die Minderheitenfrage herbeizuführer
Hrumt Bhieß.
Ein Führer unſerer Jugend zu neuer Lebensgeſtaltung.
Von Landesſchulrat Dr. Eſpe.
Als im Jahre 1921 ein kaum bekannter junger Literat,
Frank Thieß, in ſeinem „Geſicht des Jahrhunderts” einigen
Pro=
minenten unter unſeren Zeitgenoſſen den Spiegel vor die Naſe
hielt, da ſchreckte man auf. Einige fanden ihn empörend andre
taktlos; aber begeiſtert ſtimmte die Jugend zu. Ahnte ſie doch
in dieſem dreißigjährigen Balten ihren Führer. Heute, nach
kaum zehn Jahren, liegt nun, beſonders in der Roman=
Tetra=
logie „Jugend”,) das impoſante Schaffen eines Mannes vor
uns, der in der Tat unſerer Jugend Führer, Wegbereiter, ja für
einige Begeiſterte ſogar zum ſchwärmeriſch verehrten Idol
ge=
worden iſt. Sie fühlt hier inſtinktiv den Pulsſchlag eines
Men=
ſchen, bei dem Lehre und Leben, Forderung und Tat
zuſammen=
fließen.
In ſeinem „epiſchen Werk in vier Romanen”, wie er dieſen
Zyklus nennt, ſtellt er Menſchen unſerer Tage, junge, zweifelnde,
ſorgende, ſuchende, aber auch hoffende Menſchen hinein in unſere
abſterbende Zeit. Nicht damit ſie in ihr und mit ihr
unter=
gehen, ſondern damit ſie durch ihre Ueberwindung den Weg
frei=
machen zu neuer Lebens= und Weltgeſtaltung.
Der unerbittliche Kritiker und Richter der Gegenwart wird
damit zum plaſtiſchen Geſtalter einer Zukunftsmenſchheit. Sie
vermag deshalb neuen Zielen zuzuſtreben, weil ſie auf
erdge=
bundener und ſelbſtgewonnener Kulturgrundlage ruht. Frank
Thieß ragt da um Turmeshöhe heraus aus dem Gewimmel der
nur zu geſchäftigen „Erneuerer” unſerer Tage. Auch ihnen
ge=
lingt es wohl hie und da, zeitgeborene Menſchheitsnöte zu
ſchil=
dern; andere verſuchen es garnicht einmal, ſondern wenden ſich
voll Abſcheu und Ekel ab von dem ganzen „Dreck” dieſes
Jahr=
hunderts und ſuchen Wirklichkeitserſatz entweder in einer
roman=
tiſch zugeſtutzten und aufgeputzten Vergangenheit oder in den
betont nüchtern gehaltenen Zukunftsgemächern einer herben und
abſtoßenden Sachlichkeit. Er allein beſinnt ſich nicht lange,
fon=
dern reißt die höchſte Tanne aus Deutſchlands Wäldern, tauch:
ſie hinein in der Gebirge und Seen und der ganzen großen
Natur tiefſte Tiefen und ſchreibt mit dieſer naturgewachſenen
Rieſenfeder — das Buch ſeiner Zeit.
Es ſind, weiß Gott, keine „Größen” keine Helden, keine
Uebermenſchen, jene Jungen und Mädel, die, ganz wie wir, um
1) Jugend. Ein epiſches Wort in vier Romanen „Abſchied vom
Paradies”: „Das Tor zur Welt”; „Der Leibhaftige”; „Zentaur”).
Engel=
horns Nachf., Stuttgart.
die Jahrhundertwende und kurz vor dem Weltkriege, im „
Ab=
ſchied vom Paradies” und im „Tor zur Welt” mit der ganzen
Zähigkeit und Verſchlagenheit, aber auch dem göttlichen
Sieger=
glauben der Jugend den Kampf führen gegen die Alten, die
Nüchternen, die Kalten, gegen die Mächte der Vergangenheit in
Schule und Elternhaus. Sie ſchieben auch zuweilen den
Vor=
hang zur Seite und lugen verſtohlen hinein in die „Welt” oder
was man ſo nennt. Aber dann tritt im „Leibhaftigen” ſo ein
keſſer Junge, ein echter Zeitgenoſſe aus dem Kreis ſeiner
Kame=
raden und zeigt dieſen, „wie das heute gemacht werden muß.”
O, er hat ſie gut begriffen, die Lehren ſeiner — unſerer! —
Zeit von der Macht des Geldes und der Frauen, der
Relativi=
tät aller Moral, dem geheiligten Recht des Ellenbogenbrauchens.
So klettert er vom Studenten der Philoſophie über den
Schau=
ſpieler, den Zeitungsreporter hinauf zum „Direktor” einer
Textilverwertungsgeſellſchaft. Politiſche Abenteuer ſeiner
Kom=
pagnons laſſen ihn wieder purzeln, er wird ungelernter
Arbei=
ter. Doch keine Bange! Er macht ſein Lebensſchifflein wieder
klar. Und am Schluſſe ſchreibt er, im Begriff, als Impreſario
eines nach überlebten bürgerlichen Begriffen nicht gerade
ſaube=
ren, aber ſehr einträglichen Gewerbes nach dem Land der
un=
begrenzten Möglichkeiten überzuſetzen, an ſeine arme, ängſtliche
Mutter vom Dampfer aus folgenden köſtlichen Abſchiedsbrief:
„Leb' wohl, Europa, leblwohl, Mama! Könnteſt du dieſen
Rieſendämpfer ſehen! Alles elegant, ſchneeweiß und ganz
ameri=
kaniſch. Ich fahre erſter Kajüte. Wird mir bezahlt.
Fabel=
haftes Eſſen und ſtrahlende Sonne. Welch ein Jahrhundert!
Wir dürfen ſtolz darauf ſein!“
In dieſem tragiſchen Augenblick des „Stirb und Werde!”
einer brüchigen Zeit durchbricht ein Großer, ein Starker, ein
Junger den Ring. In Erik Alkmiſt, dem Flieger?), ſteht
der Held unſerer Tage auf. Aus dieſer erbärmlichen Welt der
reinen und unreinen Zwecke, aus dem mikrobenhaft
verunreinig=
ten Erdenſtaub cheigt er in die klare, reine Sphäre der dritten
Dimenſion, den unendlichen Luftraum, empor. Jetzt hat endlich
auch die Jugend ihren Führer gefunden: kühn, ritterlich, gläubig
und rein wie ſie, aber ſtärker, wiſſender, reif, den Meiſter und
Bezwinger!
Doch vor der Fülle der Handlungen, der Perſonen, der
Reflexionen und geiſtigen Ausblicke, zugleich einer verblüffenden
Kenntnis und Beherrſchung verwickelter techniſcher, ſoziologiſcher,
pſhchologiſcher Fragen muß jeder Verſuch einer künſtleriſchen
Wertung der Thieß’ſchen Erziehungsromane verblaſſen. Eine
faſt Balſacſche Kleinmalerei, ein Stil, obſchon geladen mit
Ge=
danken, durchſichtig, ſauber, klar, ohne den leiſeſten Anſpruch,
geiſtreich oder myſtiſch zu wirken, ein Werk, das nicht allen, aber
2) Im „Zentaur”=
vielen, inſonderheit den Erziehern im umfaſſenden Sinne, H.
die Tore öffnen kann. Wozu? Zum Verſtändnis
das Triebleben, die Impulſe die geiſtige, ſe
liſche und ethiſche Haltung einer Generatid
die im Grunde problematiſcher und kompliz!
ter erſcheint, als ſie in Wirklichkeit iſt. Aber
lohnt ſich, um ihre Seele zu ringen.
Pate ſteht Thieß bei ſeinem Ringen um die Geſtaltung ei!
neuen Zeit, die Beſinnung auf den letzten Sinn des leß
Krieges. Nur dann können nach ihm aus dem augenblicklic
Chaos neue wertvolle Daſeinsformen in Deutſchland ſich hitd
wenn es gelingt, eine aus der Tiefe des Volkes kommende,
ihm verwurzelte, aber gleichzeitig über die Menge hingt
ragende republikaniſch=ariſtokratiſche Führerſchicht zu ſchall
Aber iſt unſere Zeit ſchon reif dafür? Müſſen nicht heule
dem allgemeinen Wettrennen um Poſten und Pöſtchen, um L
tung in Partei, Organiſation, ja allein ſchon im bloßen ſichut
um die nackte Lebensexiſtenz gerade die aufrechteſten Geſitt"
verkrümmen, die ſauberſten Geiſter verſchmutzen? Sind nicht.
uns in Deutſchland tauſend Mächte am Werk, um den 2i*
bruch dieſer neuen geiſtigen Führerſchicht zu hemmen, Ull
lich zu machen? Gewiß. Und doch glaubt Frank Thleb
ihren Sieg. Er glaubt deshalb daran, weil er klarer und ſah
fer als alle, die mitten im Strome ſtehen, die Jugend am De
ſieht. Sie vollzieht bereits aus ſich heraus und in ſich Iei
notwendigen Ausſcheidungs=, Sonderungs= und Kriſtalliſc.
prozeß. Und nur ein kleines Häuflein Erwachſener, die Li
Lage begriffen haben, hilft ihr dabei. Welches iſt dieſe iie
unbeachtete Gruppe?
„Es iſt die ſchlechthin geiſtige Generan.
Europas, aber auch die religiöſe. Denn die 9044
dämonie der Vorkriegszeit iſt jetzt, zwanzig Jahre ſpäl..
mächtiger Bewußtſeinsinhalt in ihr emporgeſtiegen. Si
urtümlich revolutionär; denn ihr kann nichts gelten, was de
rſchuldet hat; aber ſie i
gläubig, ſtreng und heiter. (Erziehung zur Freis.
Mit dieſer Generation im Bunde geht er und die 2ſis
mit ihm einem neuen Morgenrot entgegen.
D Abhandlungen und Auseinanderſetzungen. Engelhorné 2e
Stuttgart 1930.
— Druckfehler=Berichtigung.
Opernbeſprechung muß es anſtatt
geßliche” Melodien.
Im letzten Satz der geſtris
„unermeßliche heißen: uühb
F.A
mmer 252
Freitag, den 11. September 1931
Seite 3
Warum einſeikiges Verbok?
mtlich wird bekannt gemacht:
Auf Grund des § 8 der Verordnung des Reichspräſidenten
vw 8. März 1931 ſowie auf Grund des § 4 der Verordnung
de jeſamtminiſteriums vom 31. März 1931 verbiete ich mit
c3 ger Mirkung für das Gebiet des Volksſtaats Heſſen der
AP., ihren Unter=, Hilfs= und Nebenorganiſationen,
insbe=
ſoh e den Sturmabteilungen (S.A.), den Schutzſtaffeln (S.S.)
„rder Hitlerjugend das Tragen einheitlicher Kleidung. Als
efi tliche Kleidung iſt jede Kleidung anzuſehen, die dazu
be=
fe/t oder geeignet iſt, abweichend von der ſonſt üblichen bürger=
15. Kleidung die Zugehörigkeit zu den genannten
Vereinigun=
geußerlich zu kennzeichnen.
n gleicher Weiſe verbiete ich das Tragen einheitlicher
Ab=
ui, die dazu beſtimmt oder geeignet ſind, die Zugehörigkeit
eſen Vereinigungen äußerlich zu kennzeichnen. Ausgenom=
—ind lediglich ſogenannte Bundesnadeln in der Form und der
0 wie ſie bisher üblich waren.
armſtadt, den 9. September 1931.
Der Miniſter des Innern.
Leuſchner.”
n der im Regierungsorgan veröffentlichten Begründung
w geſagt:
Wie aus der Begründung hervorgeht, haben die ſchweren
g1freitungen, die ſich die uniformierten Nationalſozialiſten
nd der letzten Wochen und Monate zuſchulden kommen
den Ausſchlag für den Erlaß des Verbotes gegeben.
Wäh=
in anderen Ländern, u. a. in Preußen und Baden ſchon ſeit
rer Zeit ein Uniformverbot für die NSDAP. beſteht, hatte
bisher kein Uniformverbot. Es hat ſich aber gezeigt, daß
ngehörigen der NSDAP., wenn ſie uniformiert auftraten,
E anz beſonders aggreſſives, anmaßendes und aufreizendes
Wlten an den Tag legten und ſich in der Uniform für die
Be=
ge g jeder Ordnungswidrigkeit ſtark fühlten. Durch die
Uni=
fo erfolgte unwillkürlich eine Selbſtaufpeitſchung und
Selbſt=
aerung, die dazu führte, daß ſie jegliche Achtung vor den
Ge=
vor der Staatsgewalt und vor den Anordnungen ihrer
ie verloren.
iinen draſtiſchen Beweis dafür bildeten die Vorgänge bei
ſeerdigung des nationalſozialiſtiſchen Gauleiters Gemeinder
September in Darmſtadt. Die aus weitem Umkreiſe von
7SDAP. nach Darmſtadt gebrachten uniformierten
Partei=
r ließen ſich hier Ausſchreitungen gegen die Organe der
lichen Ordnung zuſchulden kommen, die deutlich zeigten, daß
tige uniformierte Gruppen der NSDAP. eine ſchwere Gefahr
ie öffentliche Sicherheit und Ordnung darſtellen. An dieſem
wurden die dienſttuenden Polizeibeamten und Offiziere von
niformierten S.A.= und S. S.=Leuten wiederholt beſchimpft,
angegriffen und mit Steinen beworfen. Uniformierte
nalſozialiſten ſchlugen mit Schulterriemen, alſo mit Teilen
usübung ihres Dienſtes zu hindern. Uniformierte S.A.= und
Leute maßten ſich Polizeigewalt an. Das Auto des Leiters
olitiſchen Polizei wurde von uniformierten S. S.=Leuten mit
It feſtgehalten, beſchädigt und am Weiterfahren gehindert.
Inſaſſen des Wagens wurden gröblichſt beſchimpft. Beſtehende
iliche Anordungen wurden von uniformierten Anhängern
(SDAP. nicht beachtet. Obwohl in Heſſen Auf= und Umzüge,
märſche und Sammeltransporte nationalſozialiſtiſcher
Or=
rtionen mit Kraftfahrzeugen und Fahrrädern polizeilich
ver=
ſind und obwohl die Leiter der Veranſtaltung dem
Polizei=
or von Darmſtadt ausdrücklich zuſicherten, daß die NSDAP.
Verbot beachten werde, kamen trotzdem zahlreiche Gruppen
rmierter auswärtiger Nationalſozialiſten auf Laſtwagen und
rädern in Darmſtadt an. Außerdem nahmen, dem beſtehenden
hen Verbot zuwider zahlreiche uniformierte nichtheſſiſche
oſſene Gruppen von Nationalſozialiſten an der
Veranſtal=
teil.
Dieſe Vorgänge zeigen, gleich vielen anderen Fällen, daß das
reten von Nationalſozialiſten in uniformierten Gruppen zu
ren Schädigungen der öffentlichen Ordnung führt, wenn ihnen
entgegengetreten wird. Es kann nicht geduldet werden, daß
dwelche Gruppen, wie die uniformierten S.A.=Leute, ſich als
St im Staate etablieren und die Polizeigewalt anmaßen.”
Wir haben ſchon vor Jahren ein allgemeines Uniformverbot
dert, als die Sitte aufkam, ſeine Parteieinſtellung auch
ehr oder minder geſchmackvoller Paradekleidung zu bekunden.
hat bisher in Heſſen geglaubt, von einem Uniformverbot
ſen zu können. Wenn man aber jetzt doch dazu übergeht, ſo
es doch eine abſolute Selbſtverſtändlichkeit geweſen, ein
all=
eines; für alle geltendes Uniformverbot zu erlaſſen. Es
wie ein ſchlechter Witz, wenn neben dem Verbot der
Uni=
der Nationalſozialiſten große Plakate das Programm für
der aufende Menſch.
Ii die Schnelligkeit der Erdumdrehung erreicht!
724 Kilometer in der Stunde, die höchſte
bis=
her erreichte menſchliche Schnelligkeit, erzielte der
engliſche Flieger Stainforth.
Menſchen in einer Sekunde leiſten können. — Gibt es
izen der Schnelligkeit? — Die Entwicklung der
Schnelligkeits=
rde. — Alle Schnelligkeiten lebender Weſen und Maſchinen
übertroffen.
Der engliſche Leutnant Stainforth erreichte auf einer
Vickers=
erflugmaſchine mit Tolls Rohce=Motoren die ſenſationelle,
dezu phantaſtiſch anmutende Geſchwindigkeit von 724,05 Km.
der Stunde, und er übertraf damit alle Rekorde, die
bis=
von Menſchen und Maſchinen, ja ſogar von den ſchnellſten
eln aufgeſtellt worden ſind. Er legte in jeder Minute rund
Kilometer und in jeder Sekunde 200 Meter zurück. Der
uch des Raſens”, hat in den letzten Jahren ungeheure
umphe gefeiert. Als im Jahre 1909 der franzöſiſche Flieger
tiß in einer Stunde 73,6 Km. flog, wurde dieſer Rekord als
rhörte Leiſtung angeſtaunt. Heute fliegt jedes Flugzeug mit
Zter Leichtigkeit viel ſchneller, und
Durchſchnittsgeſchwindig=
en von 150 bis 200 Km. in der Stunde ſind ſchon häufig
feichnet worden. Mit dieſen Durchſchnittsgeſchwindigkeiten
hſen auch die Rekorde der Flugzeuge. Schon im Jahre 1925
ichte Leutnant Bettis eine Schnelligkeit von 486 Km. in
Stunde, was einer Sekundengeſchwindigkeit von 135 Metern
Pricht. Gegenüber den 20,4 Metern, die Curtiß in der
unde erreicht hatte, bedeutet dieſer Rekord eine ſiebenfache
größerung der Schnelligkeit. Drei Jahre ſpäter flog der
liſche Flieger Orlebar in einer Stunde 593 Km. Er hat alſo
der Minute rund 10 Km. zurückgelegt und in der Sekunde
au 151 Meter. Schon damals glaubte man, daß dieſe
Schnel=
eit bon Menſchen geleiteten Maſchinen nicht übertroffen
wer=
konnte. Nur von Lufttorpedos erhoffte man noch größere
nelligkeiten. Leutnant Stainforth hat nun gezeigt, daß auch
1er Rekord beträchtlich überboten werden kann. Er iſt mit
ter Leiſtung der Schnelligkeit des Schalls, die 330 Meter in
Sekunde beträgt, und der Erdumdrehung um ihre eigene
1e, die am Aequator ungefähr 450 Meter beträgt, faſt erreicht.
* der ungeheuren Schnelligkeit, mit der Stainforth geflogen
Zeben dieſe Vergleiche kein Bild, da man ſich weder von der
cwindigkeit des Schalls noch der Erdumdrehung eine
Vor=
ang machen kann. Jeder aber weiß, mit welcher raſenden
DNelligkeit ein Arzilleriegeſchoß fliegt. Sie iſt ſo groß, daß
den kommuniſtiſchen 13. September von den Anſchlagſäulen
ſchreien, und wenn trotz eines Rotfront=Verbotes die
Kampf=
truppen der Kommuniſten in Uniform demonſtrieren können. Es
iſt auch nicht einzuſehen, warum das Reichsbanner von einem
Uniformverbot ausgenommen iſt, trotzdem in zahlreichen
Straf=
prozeſſen der letzten Zeit Vorgänge zur Erörterung kamen, die
ein Uniformverbot zum mindeſten ebenſo wie das der
National=
ſozialiſten rechtfertigen würden. Wir glauben, daß die heſſiſche
Regierung außerordentlich ſchlecht beraten war, als ſie geſtern das
einſeitige Uniformverbot erließ, und fordern, daß ein allgemeines
Uniformverbot umgehend folgt.
Landkagswahlen am 15. Rovember.
Lehte Sihung des jehigen Landkags am 13. Okkober.
* Wie wir hören, beſchäftigt man ſich nun auch damit, den
Termin für die kommende Landtagswahl feſtzuſetzen.
Vorausſicht=
lich wird die Neuwahl am Sonntag, den 15.
Novem=
ber, ſtattfinden. Ob die Veröffentlichung des Termins durch die
heſſiſche Regierung noch in dieſer Woche erfolgt, iſt allerdings nach
den bisherigen Erfahrungen noch nicht abzuſehen.
Der derzeitige Landtag hat ſich bisher nicht
ent=
ſchließen können, ſeine ſegensreiche Wirkung abzuſchließen. Er
wird aller Vorausſicht nach am 13. Oktober zu einem
Schwanen=
geſang zuſammentreten.
Das Pädagogiſche Inſtikuk in Mainz — und kein Ende.
EPH. Von evangeliſcher Seite wird uns geſchrieben: In
aller Erinnerung ſind noch die heftigen Auseinanderſetzungen,
die in der Preſſe und im Landtag wegen der Verlegung des
Päda=
gogiſchen Inſtitutes von Darmſtadt nach Mainz ſtattgefunden
haben. Heftige Angriffe ſind namentlich von Zentrumsſeite gegen
evangeliſche Kreiſe erfolgt wegen der weltanſchaulichen
Befürch=
tungen, und immer wurde verſichert, daß die Verlegung nach
Mainz lediglich aus finanziellen Gründen erfolge, und keinerlei
Schädigung der Darmſtädter Hochſchule mit ſich bringe, da ja das
Inſtitut auch in Mainz als Glied der Darmſtädter Hochſchule
be=
ſtehen bleiben ſoll. Sehr verwunderlich iſt nun in dem ſtark
katholiſchen Wünſchen zugänglichen „Mainzer Anzeiger” vom
22. Auguſt d. J. ein längerer Artikel zu leſen mit der
Ueber=
ſchrift: „Gefahr für die Mainzer Hochſchule‟. Darin heißt es:
„Die Mainzer Hochſchule iſt durch das Aufhalten einer
natur=
gegebenen Entwicklung auf einer faſt unakademiſchen Stufe
ange=
langt und kann nur durch ſchnelles Eingreifen der
verantwort=
lichen Kulturbehörden durch eine ſofortige Verwirklichung vieler
brauchbarer, ſchon ſeit Monaten und Jahren vorliegender
Aus=
bauvorſchläge vor einem inneren Verfall gerettet werden.” Und
weiter heißt es: „Eine Hochſchule ohne Seminare iſt keine
Hoch=
ſchule, ſondern nur ein Inſtitut für wiſſenſchaftliche Vorträge.
Darmſtadt beſitzt die für Mainz notwendigen Lehrkräfte und
wiſſenſchaftlichen Einrichtungen. Das Zögern, ſie nach Mainz zu
bringen und ſo Mainz enger mit der Hochſchule in Darmſtadt
zu verbinden, iſt um ſo unverſtändlicher, als in Darmſtadt z. Z.
etwa für 50 Studierende neun hauptamtliche Lehrkräfte
vor=
handen ſind, während 400 Studierende in Mainz ſich mit einem
unvollkommenen Lehrauftragsſyſtem begnügen wüſſen. Und
end=
lich gipfelt der Artikel in dem Satz: „Gerade jetzt, wo in
Darm=
ſtadt neue Lehrſtühle beſetzt werden, iſt eine günſtige Gelegenheit
für die Berückſichtigung Mainzer Intereſſen gegeben. Iſt ſchon
dieſer Artikel außerordentlich lehrreich, ſo bekommt er noch ſeine
beſondere Beleuchtung dadurch, daß das Mainzer Blatt „Der
Katholik”, das ſich ſelbſt im Dienſte der katholiſchen Aktion ſtehend
bezeichnet, unter dem 6. September jenen Aufſatz kommentiert.
Es iſt da ſchon in der Einleitung zu leſen, daß Mainz aus
„Gerechtigkeit” eine Pädagogiſche „Hochſchule” geſchenkt worden
ſei, deren baldiger Ausbau „erforderlich und geplant” ſei. S —n
ſehr erſtaunt fragt man ſich, ob es mit dem Geiſte der Sparſamkeit
vereinbar iſt, das in Mainz in Angliederung an die Darmſtädter
Hochſchule beſtehende Pädagogiſche Inſtitut zu einer „
Päda=
gogiſchen Hochſchule” auszubauen. Noch erſtaunter iſt man, daß
man jetzt ſchon erkannt, daß die vor einem halben Jahr in allen
Tönen geprieſene Verlegung ausbaubedürftig ſei und erſt recht
erſtaunt, daß man hört, daß dieſer Ausbau zur Hochſchule bereits
„geplant” iſt. Und nun kritiſiert das genannte Blatt jenen
Artikel dahingehend, daß ihm rein organiſatoriſche Maßnahmen
längſt nicht mehr genug ſind. Es geht ihm offenbar um viel mehr,
wenn dies auch vorſichtigerweiſe nur angedeutet und nicht
ange=
führt wird. Was man erträumt, iſt aus dem Satz erſichtlich: „Noch
exiſtiert ja faktiſch das Darmſtädter Inſtitut, deſſen Kurſe dort zu
In einer Stunde von Berlin nach Budapefk!
Unſere Darſtellung zeigt einen Vergleich der
größten bisher erreichten Geſchwindigkeiten,
übertragen auf Entfernungen rund um die
Reichshauptſtadt, die mit den entſprechenden
Verkehrsmitteln in einer Stunde erreicht werden
können. Wenn die Rekordgeſchwindigkeit, die
der engliſche Flieger Stainforth mit ſeiner
Schneiderpokal=Maſchine erzielte, auch für den
wirklichen Verkehr in Frage käme, ſo könnte ein
Fluggaft z. B. innerhalb einer Stunde von
Berlin nach Budapeſt gelangen.
ſie bereits ſprichwörtlich iſt. Nun, der neue Rekord hat dieſe
Geſchwindigkeit zum Teil ſogar überboten, ſoweit es ſich um
die Anfangsgeſchwindigkeiten mancher Geſchütze handelt. So
hat z. B. eine ſchwere Feldhaubitze eine Anfangsgeſchwindigkeit
von 170 bis 270 Metern, ein 20=Zentimeter=Mörſer eine
An=
fangsgeſchwindigkeit von 140 bis 210 Metern, die leichte
Feld=
haubitze 98 ſendet Granaten mit einer Anfangsgeſchwindigkeit
von 300 Metern aus, und die Felokanone entwickelt eine Ge=
Ende geführt werden. Es ließe ſich gewiß darüber diskutieren, ob
die Zuſammenlegung der beiden Inſtitute, die ja beſchloſſene
Sache iſt, nicht raſcher, z. B. durch baldige Ueberſiedlung der
geſamten Darmſtädter Lehrkräfte nach Mainz zu verwirklichen
wäre.
Die Befürchtungen, die der evangeliſche Volksteil bei der
Verlegung nach Mainz gehabt hat, haben ſich leider nur zu raſch
verwirklicht. Seither ſchon war der unglaubliche Zuſtand, daß
in Mainz für die drei Hauptfächer Philoſophie, Pädagogik und
Pſychologie kein evangeliſcher Dozent vorhanden iſt, obwohl Heſſen
noch zu zwei Drittel evangeliſch iſt und die heſſiſchen Lehrer
evangeliſche Kinder zu unterrichten haben werden. — Abermals
ſcheinen allerhand dunkle Pläne vorhanden zu ſein, über die die
Oeffentlichkeit nur auf Umwegen Kenntnis erhält. Wir fragen
erſtaunt, was hier geſpielt wird, und ſind ebenſo erſtaunt über
das eilige Drängen, das offenbar die Konjunktur vor den
Neu=
wahlen noch rechtzeitig ausnutzen möchte.
Englands Finanzlage.
170 Millionen Pfund Fehlbefrag. — Draſtiſche
Aus=
gabenſenkung. — Empfindliche Skeuererhöhungen.
EP. London, 10. September.
In einer Atmoſphäre größter Erregung und geſpannteſter
Erwartung lüftete Schatzkanzler Snowden in der heutigen
Unter=
haus=Sitzung den dichten Schleier, den die Regierung bisher über
die finanzpolitiſchen und budgetären Notmaßnahmen gebreitet
hatte.
Snowden eröffnete ſeine Rede mit der Feſtſtellung, daß es
ein wenig angenehme Aufgabe ſei, von der Allgemeinheit neue
Opfer fordern zu müſſen. Snowden bezeichnete es weiter als eine
unleugbare Tatſache, daß England ſeit einiger Zeit über ſeine
Mittel gelebt und ſtark vom Kapital gezehrt habe.
Den Fehlbetrag im diesjährigen Budget bezifferte Snowden
auf 74,4 Millionen Pfund, den Fehlbetrag im nächſtjährigen
Bud=
get auf die rieſige Summe von 170 Millionen Pfund (etwa 3½
Milliarden Mark).
Snowden ging dann dazu über, die einzelnen Spar= und
ſteuerpolitiſchen Notmaßnahmen der Regierung bekanntzugeben.
Summariſch teilte er mit, daß die Einſparungen und
Ab=
ſtriche an den Perſonal=Etats für die Streitkräfte, für die
Re=
gierungsbeamten und an Kürzung der Arbeitsloſenunterſtützung
ſowie Einſparungen im Verkehrs=Etat das nächſtjährige Budget
um etwa 70 Millionen Pfund entlaſten würden. Eine weitere
Einſparung an den Staatsausgaben ſoll dadurch erzielt werden,
daß die Ueberweiſung des Schatzamts an den Nationalen
Schul=
den=Amortiſationsfonds von 50 auf 32½ Millionen Pfund für
das laufende und das nächſte Jahr herabgeſetzt wird.
Die Steuerhöhungen enthalten u. a. eine Erhöhung
der Einkommenſteuer um 6 Pence auf 5 Schilling per
Pfund und eine Senkung der ſteuerfreien Beträge
für alle unverheirateten und verwitweten Perſonen. Um eine
Wiederbelebung der engliſchen Induſtrie durch die Erhöhung der
Einkommenſteuer nicht zu beeinträchtigen, wird die Regierung die
Hinaufſetzung der ſteuerfreien Beträge der Induſtrie=
Unterneh=
mungen, die zum Zweck der Abſchreibung und Neubeſchaffung von
Maſchinen dienen, um ungefähr die gleiche Summe der
Einkom=
menſteuer=Erhöhung durchführen. An direkten Steuern wird
außerdem noch die Steuer für Höchſteinkommen um
10 Prozent hinaufgeſetzt. Die Einnahmen aus den
Er=
höhungen der direkten Steuern ſchätzt Snowden für das laufende
Jahr auf 29 und für das nächſte Jahr auf 57½ Millionen Pfund.
Den danach noch immer verbleibenden Fehlbetrag will
Snow=
den durch Erhöhung der Abgaben für Bier, Tabak,
Ben=
zin und durch eine zweiprozentige Erhöhung der
Luſtbarkeitsſteuer abdecken. Die Erhöhung der direkten
Steuern ſoll mit dem morgigen Freitag bereits in Kraft treten.
Falls die Einkünfte aus Steuererhöhungen den Sätzen
Snow=
dens entſprechen, würde ſich ein Budget=Ueberſchuß von 1½
Mil=
lionen Pfund ergeben.
Snowden kündigte im weiteren Verlauf ſeiner Budget=Rede
noch an, daß die neue Finanzbill Beſtimmungen für eine
Konver=
tierung der 5prozentigen Kriegsanleihe auf einen niedrigeren
Zinsfuß enthalte, die, ſobald es die Umſtände erlauben,
durchge=
führt werden wird. Schatzkanzler Snowden betonte abſchließend,
er habe verſucht, die neuen Laſten und Opfer in einer gerechten
und für alle betroffen Klaſſen tragbaren Weiſe zu verteilen. Er
verlieh ſeiner Hoffnung Ausdruck, daß das von ihm eingebrachte
Budget vom Unterhaus und dem engliſchen Volk in Anbetracht
der kritiſchen Finanzlage des Landes unverändert angenommen
werde.
Die Budgetrede Snowdens wurde von den Mitgliedern der
Regierungsparteien mit Beifall aufgenommen.
Das Unterhaus billigte nach zum Teil recht lebhafter
De=
batte gegen Mitternacht ohne Abſtimmung die von Snowden
unterbreitete Haushaltsvorlage.
ſchwindigkeit der Geſchoſſe von 465 Metern in der Sekunde. Da
Leutnant Stainforth eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 200
Metern in der Sekunde erreichte, ſo kann man daraus erkennen,
daß man mit Recht von ihm behaupten kann, er ſei wie ein
Geſchoß geflogen, ſobald man die Anfangsgeſchwindigkeiten in
Betracht zieht. Dieſe Leiſtung iſt auch aus dem Grunde von
Bedeutung, weil durch ihre Steigerung um das Doppelte bei
einem Flug um die Erde die ſeltſame Erſcheinung zutage treten
würde, daß der Menſch, der zur Mittagszeit gegen die
Drehungsrichtung der Erde fortfliegt, dauernd Mittag hat. Es
wird intereſſieren, dieſe menſchliche Höchſtleiſtung durch Vergleiche
mit anderen Höchſtleiſtungen richtig einſchätzen zu können. Der
ſchnellſte Menſch iſt Houben, der die 100 Meter=Strecke in 10,5
Sekunden lief, in der Sekunde alſo 9,25 Meter zurücklegte. Ein
D=Zug, der mit einer Geſchwindigkeit von 120 Km. fährt, legt in
der Minute 2 Km. zurück und in der Sekunde etwas mehr als
33 Meter. Die gewöhnlichen D=Züge ſind übrigens langſamer
und kommen kaum auf 25 Meter in der Sekunde, erreichen alſo
dieſelbe Leiſtung, wie ein Rennpferd in ſeiner höchſten Kraft.
Die Vögel legen in ihren ſchnellſten Exemplaren ungefähr 40
Meter in der Sekunde zurück. Die Schwalbe allein ſoll 45
Meter erreichen. Es ergibt ſich alſo folgende Zufammenſtellung
für die bisherigen Höchſtleiſtungen:
Der ſchnellſte Menſch (Houben) ſchafft in der Sek. 9,25 m
Der ſchnellſte D=Zug
„ 33
Ein Rennpferd
„ 25
Ein Geſchoß
„ „ von 140—460,
Die Schwalbe
45
Der Sturm bei Windſtärke 12
„50
Der Schall.
„ 330 „
Windſtärke 12 iſt alſo eine Schnelligkeit, die in der Stunde 180
Kilometer bedeutet. Leutnant Stainforth iſt demgemäß mit einer
Geſchwindigkeit geflogen, die genau 4 mal größer war, als der
furchtbarſte Orkan, den je Menſchen erlebt haben, und der ganze
Wälder entwurzelt und Häuſer abreißt. Jetzt kann man ſich eine
Vorſtellung machen, wie groß dieſe Schnelligkeit war.
Kunſt. Wiſſenſchaft und Leben.
— Profeſſor Lederer an die Berliner
Univer=
ſität berufen. Wie die Telegraphen=Union erfährt, hat der
preußiſche Kultusminiſter Dr. Grimme den bisher in Heidelberg
tätigen Profeſſor Lederer als Nationalökonom an die Berliner
Univerſität berufen. Damit iſt der ſeit längerer Zeit unbeſetzte
Lehrſtuhl für Nationalökonomie neu beſetzt. Wie der „Lokal=
An=
zeiger” ergänzend berichtet, iſt die Ernennung Lederers über
Fa=
kultät und Senat der Berliner Univerſität hinweg erfolgt, da die
Körperſchaften Profeſſor Lederer ablehnten.
Todes=Anzeige.
Heute Morgen wurde meine liebe Frau, unſere
herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter und Schwägerin
Otuu Ehe Noggendad
geb. Schlöſſer
im 49. Lebensjahre, von ihrem ſchweren Leiden
erlöft.
In tiefer Traner:
Paul Roggenbuck und Kinder.
Darmſtadt, den 10. September 1931. (13143
Die Beerdigung findet Samstag, den 12. September
um 2½ Uhr auf dem Friedhof an der Nieder=
Namſtädterſtraße ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man dankend abzuſehen.
Todes=Anzeige.
Gott der Herr hat nach langen, ſchweren Leiden meine
treue Frau im 73. Lebensjahre erlöſt.
In tiefſtem Schmerz:
Jakob Kröning
Hans Kröning
Erich Kröning.
Darmſtadt, den 9. September 1931.
Wendelſtadtſtr. 35,
Die Beerdigung findet Samstag, den 12. September
1931, nachmittags 2½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Nachruf.
Am 8. September 1934 ſtarb das eifrige und
verdienſtvolle Mitglied unſeres Aufſichtsrates
Herr Steuerrat
Mntic Krag
im 64. Jahre ſeines Lebens.
Ein Jahrzehnt hat er das Ehrenamt als
Aufſichtsratsmitglied zum Beſten der Bank
und ihrer Mitglieder mit vorbildlicher
Ge=
wiſſenhaftigkeit verwaltet. Sein Name wird
mit der Entwicklung der
beamtengeldwirt=
ſchäftlichen Selbſihilfeeinrichtung eng
ver=
flochten bleiben. In herzlichſter Dankbarkeit
werden wir ihm ſiets ein ehrendes Andenken
bewahren.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
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nahme bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Entſchlafenen
Adam Ackermann
Mühlenbauer
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichen
Dank. Beſonderen Dank Herrn Pfarrer
Weigel für die troſtreichen Worte am
Grabe, dem Pfiegeperſonal des Städt.
Krankenhauſes für die liebevolle Pflege,
dem Radfahrer=Verein und Gewerbe=
Verein. Ferner ſei allen denen
herz=
lich gedankt, die dem Entſchlafenen die
letzte Ehre erwieſen, ſowie durch die MDie neueſten Mo
überaus reichlichen Kranzſpenden ihre Hdelle in Filz ſind
Anteilnahme an unſerem ſchweren Ver= eingetroffen. Alte
luſte zum Ausdruck gebracht haben.
Die trauernden Awerden hiernach ta=
Hinterbliebenen. Aſtadellos, faſſoniert.
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ummer 252
Freitag, den 11. September 1931.
Seite b
Darmſtadi, den 11. September 1931.
Zur Frage der klitchlichen Beerdigung.
er Evangeliſche Preßverband ſchreibt: Es ſind an uns in
Zeit verſchiedentlich Anfragen ergangen, wie ſich die
evan=
e Kirche bei der kirchlichen Beerdigung von Angehörigen
cher Parteien verhalte. Den Anlaß dazu gab die Tatſache,
„ie katholiſche Kirche in Darmſtadt dem Führer einer poli=
„. Partei, der mit großer öffentlicher Feierlichkeit beerdigt
die kirchliche Beerdigung verſagte, wegen ſeiner
Zuge=
eit zu dieſer Partei. Da ein öffentliches Intereſſe daran
at, wie die an uns ergangenen Anfragen zeigen, weiſen wir
f hin, daß das vom letzten Landeskirchentag beſchloſſene
„ngeſetz über die Erhaltung und Pflege der kirchlichen
Ord=
un beſtimmt, daß die kirchliche Beſtattung grundſätzlich von
sbtngeliſchen Kirche allen ihren Gliedern gewährt wird.
.der zur Kirche gehören will, muß demnach die Kirche an
guren Segnungen teil haben laſſen, ohne daß wegen der poli=
Parteizugehörigkeit oder aus anderen Gründen ein Unter=
„ gemacht werden könnte. Das Kirchengeſetz beſtimmt ferner,
uch nicht zur evangeliſchen Kirche gehörigen Chriſten die
tung gewährt werden kann, wenn ſie dieſen von ihrer Kirche
mufeſſionellen Gründen verſagt wurde. Für die evangeliſchen
S bliebenen eines Verſtorbenen, der der evangeliſchen Kirche
wingehört hat oder aus ihr ausgetreten iſt, kann auf Wunſch
interbliebenen an einem auf die Beſtattung folgenden
eine beſondere häusliche Andacht ſtattfinden. In allen
en beſonderen Fällen hat ſich das Landeskirchenamt die
eidung vorbehalten.
Ernannt wurde am 1. September 1931: der
Gendarmerie=
pachtmeiſter auf Probe, Joſef Hahn aus Mainz, zum
Gen=
riehauptwachtmeiſter mit Wirkung von 1. September 1931.
In den Ruheſtand getreten iſt am 1. September 1931: auf
des 8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staatsbeam=
m 2. Juli 1925 bzw. 19 Dez. 1923 in der Faſſung des Geſetzes
Oktober 1925 (Reg.=Bl. S 249) der Direktor der Gewerbe=
Calerſchule zu Bensheim, Hugo Eiſenhardt. — In den
eſtand tritt: Auf Grund des Art. 14 des
Polizeibeamten=
s vom 31. März 1928 der Polizeimeiſter Anton Müller
urms mit Wirkung vom 1. Oktober 1931.
Orpheum. Morgen Samstag, 12 und Sonntag. 13.
Sep=
r. finden zwei Aufführungen, des beſten Arnold= und
Bach=
nkes „Hurra, ein Junge” ſtatt. Die Einſtudierung
nbeſten Händen, und vertritt in der Hauptrolle Karl
Lud=
indt, der Gelegenheit hat, als Pappenſtiel, Chanſonette und
alle Regiſter ſeines Könnens zu ziehen. Frl. Grete Keßler
chiedet ſich gleichzeitig in dieſem Stück vor ihrem Weggang
s Neiſſer Stadttheater. —Es gelten Eintrittspreiſe von
g. an, und ſind Karten an den bekannten Vorverkaufsſtellen
Hen. — Das Märchenſpiel vom tapferen Schneiderlein wird
ag, 13. September, nachmittags 3.30 Uhr wiederholt. (Siehe
ge.)
Klavier=Abend Guſtav Beck im Kleinen Haus am 14. Sept.
Guſtav Beck ſchreibt anläßlich ſeines letzten Konzertes in
id „Het Vaderland‟. Den Haag: „Obwohl der Pianiſt noch
innt hier war, hat der Name Choyin doch gezogen, denn das
rt war ſehr gut beſucht und das Publikum ließ in ehrfürch=
Stille den Großmeiſter des Klaviers an ſich vorüberziehen.
ittler war diesmal der junge Pianiſt. G. Beck, der
éludes die H=Moll=Sonate und 12 Etüden vortrug. Wir
von Anfang bis Ende mit Begeiſterung für das Talent des
n Klavierhelden zugehört, der natürlich alles auswendig
Techniſch vermag er beſonders viel, und ſeine Gaben ſind.
teilt, daß er immer den richtigen Ton traf. Er weiß immer
harakter zu wahren in der Farbigkeit und Duftigkeit der
des großen Polen. So wurde er der dichteriſchen Viſion
herrlichen Stoffes vollkommen gerecht.” Karten für den am
enden Montag ſtattfindenden Klavierabend ſind erhältlich
r Tageskaſſe des Großen Hauſes und in der Muſikalienhand=
Chriſtian Arnold, am Weißen Turm.
Heſſiſches Landestheater.
Vergleichsverfahren bei der Volksbank.
Eine folgenſchwere Nokwendigkeit. — Der vorläufige Skakus enkhält 2,7 Millionen Abſchreibungen. — Die
Zenkralkredilinſtikuke lehnen nunmehr Flokkmachung ab. — Eine Auoke von 75 Prozenk bei Erhöhung des
Genoſſenſchaftsankeils auf 1000 RM. möglich. — Die Gläubiger ſollen auf erhöhte Haflbarkeit verzichten.
Der vorläufige Stakus per 24. Auguft
Kaſſe, Kupons und Sorten
*
Reichsbank und Poſtſcheck ...
Bankguthaben
*
Eigene Wertpapiere
*
Forderungen an Mitglieder:
1. aus diskontierten Wechſeln
a) im Beſtand
..
b) weiterbegeben
..
() in ausländiſcher Währung
2. aus Rückwechſeln
3. aus Lombard=Darlehen .
4. aus Vorſchüſſen
Aktiva.
(in runden Ziffern).
8 600.—
z
3000—
z * *
„ 47 900.—
. 32 200.—
434 700.—
1799 600.
10 400—
81 400.—
9800.
534 900.—
in laufender Rechnung
7 545 100.—
6. aus übernommenen Bürgſchaften . .
abzüglich Abſchreibungen und Rückſtellungen
Immobilien:
a) Geſchäftshaus
b) ſonſtige Grundſtücke .....
abzüglich Abſchreibungen zu b)
Beteiligungen
..
Summe der Aktiva
Verluſt
109 700—
10 525 600.—
2700 000.—
7 825 600.
150 000.—
157 700.
307 700.-
50 000-
257 700.-
10 800.—
8 185 800.—
2 700 900.—
Paſſiva:
988 600.—
Geſchäftsguthaben . . . . . .
966 600,
Reſerven . . ..
1955 200,
Eigenes Vermögen
1 718 600.
Spareinlagen
2 012 000.
Depoſiten
1,910 000,
Einlagen in laufender Rechnung
Bankverpflichtungen:
865 000.—
a) in laufender Rechnung
b) aus weiterbegebenen Wechſeln . . 1 799 600,
Akzeptverbindlichkeiten:
300 000,
a) für eigene Rechnung
119800,
b) für Rechnung der Kundſchaft
Verpflichtungen aus übernommenen Bürg=
109 700,
ſchaften
Geſchäftsguthaben früher ausgeſchiedener
11 500,
Mitglieder
10 300—
Nicht erhobene Dividenden .
75 000.—
Noch zu verrechnende Zinſen ..
10886 700.—
Zuſammen: 10 886 700,
Die leßte Konſeggenz.
Mitge He tag, 12. Sept. 19½, Ende gegen 22½ Uhr. B1. Die Machtdes Sbickſals. Preiſe 1—8 Mk. e esl 19, Ende gegen 22 Uhr. 42. Die verkaufte
Braut. Preiſe 1—8 Mk.
Gaſtſpiele des Heſſiſchen Landestheaters:
ad Nauheim am Sonntag, 13. Sept.: Marguerite: 3.
Heſſiſches Landestheater. Nach dem großen Erfolg von Ver=
Oper „Die Macht des Schickſals” findet die nächſte
ihrung am Samstag, den 12. September, in der
Premieren=
ung ſtatt.
Sinfoniekonzerte im Landestheater. In der Spielzeit 1931/32
n wiederum neun Sinfoniekonzerte ſtatt. Konzerttage ſind
Is Montag, der 5. Oktober, 9. November, 23. November,
zember, 18. Januar 1932, 15. Februar 7. März, 4 April und
ai. Die muſikaliſche Leitung haben Jgor Strawinſky, Felix
Weingartner, Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt und Karl Maria
ler. Als Soliſten wurden gewonnen: Gaſparo Caſſado, Ed=
Fiſcher, Heinrich Rehkemper, Rudolf Serkin und Joſef Szigeti.
Trotz wochenlanger Bemühungen, bei denen allerdings
manche Fehlleiſtungen zu buchen ſind, iſt es nicht gelungen, die
Darmſtädter Volksbank, die am 25. Auguſt ihre Schalter ſchloß,
nach Jahrzehnte langer erfolgreicher Tätigkeit wieder flott zu
machen. In letzter Stunde haben ſich neue negative
Feſtſtellun=
gen im Status ergeben und nachdem die Schalter überhaupt
einmal geſchloſſen waren, haben ſich die Zentralkreditinſtitute
am Donnerstag als desintereſſiert erklärt.
Nach Beratungen, die bis in die Nachtſtunden dauerten, kam
das nachſtehende Ergebnis zuſtande:
Die Entſcheidung darüber, ob die Zahlungsſtockung der
Darm=
ſtädter Volksbank in Kürze behoben und die Schalteröffnung
er=
möglicht werden kann, iſt geſtern gefallen.
Nachdem ſich Staat und Stadt bereit erklärt hatten, die
Aus=
fallgarantie für alle Verbindlichkeiten der Bank zu übernehmen,
handelte es ſich darum, die zur Aufnahme des normalen
Geſchäfts=
verkehrs erforderlichen flüſſigen Mittel zu beſchaffen. Die
Ver=
handlungen darüber mit den Zentralkreditinſtituten zogen ſich
an=
geſichts der Schwierigkeiten der ganzen Materie tage= und
wochen=
lang hin, ſtanden jetzt aber dicht vor dem Abſchluß. Der am
Mittwoch nacht fertiggeſtellte vorläufige Status brachte aber dann
inſofern eine Veränderung der geſamten Situation, als ſich die
Notwendigkeit erheblich höherer Abſchreibungen und
Rückſtellun=
gen ergab. Wie die obigen Zahlen erkennen laſſen, handelt es
ſich hierbei um einen Betrag von rund 2,7 Millionen Reichsmark,
wovon etwa 2 Millionen Reichsmark abzuſchreiben und weitere
700 00 RM. für zweifelhafte bzw. ungeklärte Poſten
zurückzuſtel=
len ſind. Es ſei dabei betont, daß die Rückſtellungen von 700 000
RM. unter Umſtänden nicht in voller Höhe benötigt werden;
denn bei Bewertung der für die Kredite hereingenommenen
Unterlagen iſt angeſichts der allgemeinen wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe und der derzeitigen Lage der Volksbank vorſichtig
ver=
fahren worden. Die erhöhten Abſchreibungen
gegen=
über der Juni=Reviſion ſind nicht nur daraus zu erklären,
daß die für eine Reihe von Krediten verpfändeten
Wert=
papiere nach Wiedereröffnung der Börſe erhebliche
Kurs=
rückgänge erlitten haben, ſondern auch daraus, daß mehrere
größere Kreditnehmer infolge der Schalterſchließung der
Volksbank in Bedrängnis geraten ſind, ihre Zahlungen
ein=
ſtellen mußten und nun einen Vergleich anſtreben.
Da das eigene Vermögen der Genoſſenſchaft zur Deckung der
Verluſte nicht ausreicht und unter dieſen Umſtänden
die Hergabe neuer Kredife durch die
Zenkral-
kredikinſtikuke nicht mehr in Frage kommk.
muß jetzt die Sanierung aus eigener Kraft
er=
folgen. Die Verwaltung iſt in Uebereinſtimmung mit der
ſeitens der Mitglieder in der Vorverſammlung vom Dienstag
gewählten Kommiſſion zu dem Entſchluß gekommen,
die Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens zu
beantragen,
zumal nunmehr die Vorausſetzungen des 8 140. Gen.=Geſetz
ge=
geben ſind.
Eine Sanierung, die den Konkurs vermeiden will und
gleichzeitig die Erhaltung der Genoſſenſchaft
ermög=
licht, wäre in folgender Form durchzuführen:
Zur Deckung der entſtandenen Verluſte werden die Reſerven und
die Geſchäftsguthaben der Mitglieder mit zuſammen rund 2
Mil=
lionen Reichsmark verwandt. Die Gläubiger müßten einen 25 Nachlaß auf ihre Forderungen gewähren, würden
alſo mit 75 Prozent befriedigt werden, und zwar iſt daran
ge=
dacht, dieſe 75 Prozent in einem Zeitraum von längſtens 3—4
Jahren in noch näher zu beſtimmenden Raten auszuzahlen. Die
Mitglieder hätten dagegen die Erhöhung des Geſchäftsanteils von
500,— RM. auf 1000.— RM. zu beſchließen. Da hierdurch ohne
weiteres auch eine Erhöhung der Haftſumme auf 1900,00 RM.
ein=
tritt, wäre notwendig, daß ſeitens der am Vergleichsverfahren
be=
teiligten Gläubiger ein Verzicht auf die Inanſpruchnahme der
Mitglieder aus der Haftſumme von 1000,— RM. ausgeſprochen
wird, ſo daß eine Erhöhung des jetzigen Riſikos für die Mitglieder
nicht eintritt. Auf dieſe Weiſe würde erreicht, daß das jetzt völlig
abgeſchriebene eigene Vermögen wieder im notwendigen Umfange
gebildet und damit die Grundlage für eine Weiterführung der
Ge=
noſſenſchaft, wenn auch auf zunächſt ſtark verminderter Baſis,
ge=
ſchaffen wird.
In der heutigen Generalverſammlung
wird den Mitgliedern ausführlicher dargelegt werden, in
welcher Form der Vergleich durchgeführt werden ſoll. Da die
Mitglieder zweifellos das Bedürfnis haben werden, den ganzen
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Seite 6
Freitag, den 11. September 1931
Sonierungsplan in Nuhe mu prüſen und zu durchdenken, iſt
vor=
geſehen.
die notwendigen Beſchlüſſe erſt in einer zweiten
Generalverſammlung
faſſen zu laſſen. Heute ſoll im weſentlichen Bericht über die
Ent=
wicklung der Volksbank in der letzten Zeit und über die einzelnen
Statuspoſitionen erſtattet werden. Ferner hat die
Generalver=
ſammlung einen neuen Aufſichtsrat zu wählen, deſſen erſte
Aufgabe darin beſteht, die Vorausſetzungen für die Durchführung
des vorgeſehenen Vergleiches zu prüfen und die entſprechenden
Beſchlüſſe herbeizuführen. Auch die Gläubiger der Volksbank
wer=
den in einer alsbald ſtattfindenden Gläubigerverſammlung über
den vorgeſehenen Vergleich ausführlich unterrichtet werden und
damit Gelegenheit haben, dazu Stellung zu nehmen.
Wie wir hören wird der Anwalt des Deutſchen
Genoſſen=
ſchaftsverbandes e. V., Herr Profeſſor Dr. Stein=Berlin, an
der heutigen Generalverſammlung teilnehmen.
Wir werden gebeten, nochmals ausdrücklich darauf
hinzu=
weiſen, daß die Mitglieder perſönlich erſcheinen müſſen, ſie alſo
nicht durch irgendwelche Bevollmächtigte vertreten werden
kön=
nen. Nichtmitgliedern kann im Intereſſe einer ordnungsgemäßen
Abſtimmung der Zutritt nicht geſtattet werden.
Wir bedauern ganz außerordentlich, daß es nicht möglich
war, die günſtige Chance vor der Schalterſchließung auszunutzen.
Die Genoſſen ſind jetzt vor ſchwere Entſcheidungen geſtellt uno
es bleibt zu hoffen, daß eine Sanierung aus eigener Kraft in
echt genoſſenſchaftlichem Geiſte doch noch zuſtande kommt, wenn
auch beträchtliche Opfer von den Betroffenen gefordert werden.
6. Diviſionskag der 76. Reſerve=Diviſion.
Die 76. Reſerve=Diviſion, der in erſter Linie die Söhne des
Naſſauer= und Heſſenlandes angehörten, hatte Wiesbaden gewählt,
die ſchöne Bäderſtadt am nunmehr wieder freien deutſchen Rhein.
Es ſind Angehörige der R.=J.=R. 252, 253, 254 der R.=F.=A.=R.56
und 58, der Reſ.=Kav.=Abt, 76 und der zugehörigen Formationen,
die hier in alter Kameradſchaft treu zur Fahne ſtehen, unter der
ſie einſt ſieg= und ruhmreich kämpften. Als Studienrat Kaiſer
die Feier eröffnete, war der große Saal bis auf den letzten Platz
gefüllt. Nach einem Eröffnungsmarſch wurde die Fahne der
Re=
gimentsverbände eingeholt, die derjenigen des Regiments 115 in
Darmſtadt getreu nachgebildet iſt. Im Namen des Ausſchuſſes
be=
grüßte Studienrat Kaiſer vor allem den noch lebenden und
an=
weſenden erſten Kommandeur der Diviſion, S. Exz.
Generalleut=
nant Elſtermann von Elſter, die Abordnungen der einzelnen
Re=
gimenter den Vertreter der Stadt Wiesbaden, und alle
Kame=
raden. Generalleutnant von Elſtermann gedachte in ſeiner
Rede vor allem der alten Armee, von der einſt ein Engländer
1919 ſagte: „Mit der alten deutſchen Armee iſt keine Armee der
ganzen Welt zu vergleichen.” Trotz Ablegen der grauen
Ehren=
uniform blieb der alte Soldatengeiſt und die Kriegskameradſchaft
lebendig, und ſchon wenige Jahre nach dem Krieg fanden ſich die
Verbände zur 76. R.=D. zuſammen. Möge das eiſener Band nicht
locker werden, das hier alte Kameraden zuſammenſchmiedet. Im
Laufe des Abends teilte Generalleutnant von Elſtermann noch
mit, daß die Siebenbürger Sachſen der 76. Reſ.=Diviſion für die
Befreiung Siebenbürgens bei Hammersdorf ein Denkmal ſetzten,
das im Volksmunde den Namen „Elſtermann=Stein” trägt. — Im
Namen des Magiſtrats und des Oberbürgermeiſters begrüßte
Magiſtratsrat Spießer die alten Frontkämpfer.
Nach der Weihe des Tiſchbanners der
Orts=
gruppe Darmſtadt durch den ehemaligen Kommandeur, der
das Banner mit den Worten weihte: „Sei getreu bis in den
Tod”, gedachte Oberſt Hünicke des ehemaligen Führers und
brachte ein Hoch auf ihn aus. — Eine beſondere Ehrung erfuhr
Oberſt von Göckingh, der bereits als junger Offizier den
Krieg 66 mitmachte und ſich 1870 ſchon auf Frankreichs
Schlacht=
feldern auszeichnete. Er marſchierte damals mit der Avantgarde
des J.=R. 88 in Paris ein, und zu Ehren des alten Weſtfalen
diri=
gierte Studienrat Kaiſer eigenhändig den Pariſer Einzugsmarſch.
Bis lange nach Mitternacht ſaßen die alten Kriegskameraden
zu=
ſammen, und dann noch tauſchten ſie auf dem Heimweg ihre
Er=
innerungen aus.
Am Sonntag vormittag führten zwei durch Lichtbilder
er=
läuterte Vorträge in die ehemaligen Kampfgebiete der 76 R.=D.
Exz. Elſtermann, ſprach über die Kämpfe im Erdölgebiet von
Ploeſti und Campina, während Studienrat Kaiſer über die
Kämpfe am Törzburger Paß berichtete. Die Rheinfahrt nach
Kaub an die Stätte des hiſtoriſchen Rheinüberganges bei Kaub
geſtaltete ſich zu einem unvergeßlichen Erlebnis und wird von den
Teilnehmern als Höhepunkt der ganzen Veranſtaltung bezeichnet.
Mit einer Beſichtigung des Kriegerdenkmals auf dem Neroberg
(Führung die Herren von Bierbrauer, Dipl.=Ing. Pabſt und Dr.
Horny) und einem Ausflug nach Kloſter Eberbach, ſchloß die
Tagung.
— Laßt Blumen ſprechen. Dieſen Wahlſpruch machte ſich am
verfloſſenen Sonntag die Intereſſengemeinſchaft
Kleingartenbau=
treibender „Darmſtadt=Nord e. V” zu eigen. Da durch die
ungün=
ſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe von einer Blumenſchau in
die=
ſem Jahre Abſtand genommen wurde, ſtellten alle Mitglieder ihre
Blumen dem Verein zur Verfügung. Dadurch war es möglich,
allen hieſigen Krankenhäuſern je einige Körbe friſche Blumen zur
Verteilung an die Kranken zu ſchicken und dadurch manch
trau=
riges Herz zu erfreuen. Die Firma Hufeld ſtellte ihren Wagen
zum Transport bereitwilligſt zur Verfügung. Wie wir erfahret
haben, ſoll am kommenden Sonntag auch der Kranken in den
Kliniken gedacht werden.
— Die Chriſtengemeinſchaft. Im Saal der Städt. Akademie
ſür Tonkunſt, Eliſabethenſtraße, hält Pfr. Rudolf Meyer—Prag
Samstag. 12. September, 20.15 Uhr, einen öffentlichen Vortrag:
„Wer iſt Chriſtus?” (Grundlinien eines überkonfeſſionellen Chri.
ſtentums). Jedes Zeitalter hat ein anderes Bild des Chriſtus.
Immer wieder muß es neu erfunden und entdeckt werden.
Un=
ſerem Zeitalter iſt das Bild des Chriſtus verloren gegangen und
nur noch das Bild des Menſchen Jeſus geblieben. Durch die
Ge=
genwart geht nun ein Fragen, ob ſich unſerem Suchen das Bild
des Chriſtus auch für unſere Zeit neu ſchenken kann. (Vergl. auch
die heutige Anzeige.)
— Bühnenvolksbund. Unſere Mitglieder erhalten zu dem an
Montag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſ.
Landestheater ſtattfindenden Klavierabend von Guſtav Beck Kar
ten zu ermäßigtem Preis in unſerer Geſchäftsſtelle Chriſtian
Ar=
nold, am weißen Turm, und an der Tageskaſſe Kleines Haus.
— Volksbühne. Die Vergünſtigungen der Volksbühne werden
mit Rückſicht auf die ratenweiſe Gehalts= und Lohnzahlung bis
15. September gewährt. Eine weitere Friſtverlängerung iſt nicht
mehr möglich. Alle, die die Vorteile der Volksbühne genießen
wollen, werden gebeten, ſich ſofort anzumelden. Wer bis zum
15. September Mitglied der Volksbühne wird, erhält eine
Vor=
ſtellung umſonſt.
—Die beiden letzten verbilligten Rheinfahrten mit dem
Mo=
torſchiff „Ida” ab Mainz finden am Sonntag und kommenden
Mittwoch ſtatt. Auf vielſeitigen Wunſch fährt das Schiff noch
ein=
mal die beliebte Tour nach Bacharach und hält in Niederheimbach
zum Beſuche, des bekannten und ſehenswerten „Märchenhaines”.
(Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Im Union=Theater läuft ab heute das originelle Militär=
Luſtſpiel „Dienſt iſt Dienſt‟. Der Film iſt eine höchſt
unkriege=
riſche Angelegenheit aus einer troſtloſen Garniſon und hat als
Hauptdarſteller Fritz Schulz als Huſar Kaczmarek. Dazu ein
reich=
haltiges Beiprogramm.
— Im Helia=Theater ſieht man bis auf weiteres
Kammer=
ſänger Richard Tauber, den berühmten Tenor, in dem Groß=
Ton=
film „Die große Attraktion” mit der Tänzerin Marianne
Winkel=
ſtern, Siegfried Arno u. a. Jugendliche haben Zutritt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute das
Stumm=
film=Doppelprogramm „Der Klub der Beſeſſenen” (Regie: Jack
Nelſon) und den Kriminalſittenfilm „Das goldene Haar” nach
dem Roman von Rudolf Hirſchberg.
— Promenaden=Konzert. Freitag, den 11 September
nach=
mittags von 5—6 Uhr. ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung
ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp bei günſtiger Witterung im
Alten=Palais=Garten nach folgendem Programm: 1. Graf
Zeppe=
lin. Marſch, S May. 2. Ouvertüre zur Oper Martha, Flotow
3. Dorfſchwalben aus Oeſterreich Walzer, Strauß. 4. Wotans
Ab=
ſchied und Feuerzauber aus Walküre, Wagner. 5. Fantaſie aus
der Oper Tiefland, d’Albert. 6. Hoch Darmſtadt, Marſch, W.
Schlmn
Nummer 252
Sitzung des Seffiſchen Induſtrie=und Handelskammertag
am 7. September 1931 in Frankfurt am Main.
Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorſitzenden, Herrn
Ludwig Meyer (Mainz), fand eine eingehende Ausſprache
über die gegenwärtige Wirtſchaftslage ſtatt,
wo=
bei insbeſondere auf die Notwendigkeit einer vollkommenen
Ab=
kehr von der bisherigen Wirtſchafts= und Sozialpolitik
hingewie=
ſen wurde. Es wurde nachſtehende Entſchließung gefaßt,
die den zuſtändigen Stellen weitergeleitet worden iſt:
„Der Verfall unſerer Wirtſchaft macht immer größere und
raſchere Fortſchritte: in ſeinem Gefolge droht die Not weiteſter
Volkskreiſe übermächtig zu werden und alle Bande, ſtaatlicher
Ordnung und Geſittung zu zerſtören. Bei alledem iſt, ungeachtet
aller Warnungen der Wirtſchaft und der klar vor aller Augen
liegenden Tatſachen, noch nichts Durchgreifendes geſchehen zur
Beſeitigung des verhängnisvollen Syſtems unſerer Wirtſchafts=
und Finanzpolitik, das unſere Wirtſchaft jetzt der Auflöſung nahe
gebracht hat. Ja, die Vertreter dieſes Syſtems fordern heute noch
in unbegreiflicher Verblendung, ungeachtet der unausdenkbaren
Folgen, eine weitere Bindung und Feſſelung unſerer Wirtſchaft.
Im Bewußtſein der Verantwortung, die auch ſie der
Geſamt=
heit gegenüber tragen, fühlen die Heſſiſchen Induſtrie= und
Han=
delskammern ſich verpflichtet, demgegenüber ihre Stimme zu
er=
heben und mit dem durch den äußerſten Ernſt der Lage
gebote=
nen Nachdruck noch in zwölfter Stunde an die Regierungen in
Reich und Ländern die dringende Forderung zu richten, mit
größ=
ter Beſchleunigung die Wirtſchaft von den würgenden Laſten und
Feſſeln zu befreien und ihr die Möglichkeit freier Betätigung im
Rahmen unabänderlicher Wirtſchaftsgeſetze wiederzugeben.
In erſter Linie iſt die Beſeitigung aller die Bewegungsfreiheit
der Wirtſchaft im in= und ausländiſchen Wettbewerb einengenden
zwangswirtſchaftlichen Feſſeln ein Gebot der Stunde. Der
Schema=
tismus des Tarif= und Schlichtungszwanges und der
Arbeitszeit=
regelung ſowie der Wohnungszwangswirtſchaft haben den
mannig=
faltigen Lebensbedürfniſſen der Wirtſchaft nicht Rechnung
getra=
gen. Sie haben im Gegenteil Verkümmerung und Abſterben
immer größerer Teile unſeres Wirtſchaftslebens mitverurſacht.
Neben der unerläßlichen Einſtellung der
Reparationsleiſtun=
gen iſt insbeſondere eine durchgreifende Senkung der Laſten
er=
forderlich, die der Wirtſchaft weit über ihre Tragfähigkeit hinaus
in immer wachſendem Umfange an Steuern und ſozialvolitiſchen
Leiſtungen auferlegt worden ſind. Dazu iſt notwendig die größte
Vereinfachung und Sparſamkeit in der öffentlichen Verwaltung,
die Rückführung der Aufgaben der öffentlichen Hand auf ihre
eigentlichen Zwecke, die Einſchränkung ihrer Betätigung auf dem
Gebiete der Privatwirtſchaft und ein Abbau der
Sozialgeſetz=
gebung auf das für die Wirtſchaft in ihrer heutigen Notlage
tragbare Maß.
Die Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammern richten darüber
hinaus an alle Kreiſe der Wirtſchaft die Aufforderung, durch
ſtrenge Erfüllung ihrer gegenſeitigen Verpflichtungen zur
Erhal=
tung und Wiederaufrichtung unſerer Wirtſchaft nach Kräften
bei=
zutragen, insbeſondere auch allen Zerſtörungskräften und =
erſchei=
nungen mit rückſichtsloſer Entſchloſſenheit entgegenzutreten, die
unter dem Einfluß der heutigen Wirtſchaftsnot die kaufmänniſche
Moral, d. h. die Anſchauungen des Kaufmanns von Treu und
Glauben, zu untergraben drohen.”
Sodann führte Herr Dr. Chariſſé (Mainz) aus, daß der
Herr Miniſter des Innern den Provinzialdirektionen und
Kreis=
ämtern mitgeteilt habe, daß er für das Rechnungsjahr 1931 von
der ihm in Artikel 6 Abſatz 1 des Steuervorauszahlungsgeſetzes
vom 10. Dezember 1929 verliehenen Ermächtigung keinen Gehrauch
mache. Hiernach falle für das Rechnungsjahr 1931 das ſeitherige
Syſtem des jährlich zweimaligen kommunalen Steuerausſchlags,
eines vorläufigen und eines endgültigen, weg, und die
Gemein=
den, Kreiſe und Provinzen würden ihre Gewerbeſteuer
ſo=
fort endgültig nach den Beſteuerungsgrundlagen des Vorjahres
erheben. Wiederholt ſeien die Heſſiſchen Induſtrie= und
Handels=
kammern gegen die vorgeſehene endgültige Veranlagung bei dem
Herrn Miniſter des Innern vorſtellig geworden, da in den
mei=
ſten Fällen der Gewerbeertrag des Jahres 1930 erheblich gerin=
Polizeiberichk.
Einbruchsdiebſtahl in Mainz. (Große Mengen Rauchwaren
geſtohlen.) In der Nacht vom 9./10. September 1931 wurden in
Mainz aus einem Lager für zirka 2000 RM. Zigaretten geſtohlen.
Es handelt ſich um folgende Marken: Manoli Privat Stürmer,
Rheigold. Atikah, Mercedes, Rothändle, Ramſes, Mokri,
Make=
don Salem Aleikum (alle Sorten), Salem Gold (größere
Men=
gen), Ova, Overſtolz und Ravenklau. Ein Teil der Zigaretten
iſt mit dem Name „Jöſt” geſtempelt. Ferner wurden zwei
Well=
pappkartons, Größe 55 mal 40 mal 27 Zentimeter entwendet, die
folgenden Inhalt hatten: 8 Pakete Makedon Expreß, mit 4320
Stück 6er Packungen 2 Pakete Makedon Sozial, mit 1000 Stück
10er Packungen, 10 Pakete Makedon Perfekt mit 5000 Stück 10er
Packungen und 1000 Stück 25er Packungen, 1 Paket Makedon
Se=
lekt mit 500 Stück 10er Packungen. Perſonen, die in bezug auf
dieſen Diebſtahl, insbeſondere auch hinſichtlich des Abſatzes der
Zigaretten Angaben machen können, werden gebeten, umgehend
bei der Kriminalpolizei vorzuſprechen oder einer nächſtliegenden
Polizeiſtelle Kenntnis zu geben. Mitteilungen werden ſtreng
vertraulich behandelt. Belohnung wird zugeſichert.
Welche Hausfrau wäſcht am beſten?
Ganz entſchieden die Hausfrau, die reine Seife verwendet, ſtatt durch
Waſchmittel mit ſcharfen Zuſätzen ihre wertvolle Wäſche vorzeitig
zu vernichten. Doppelt gut wäſcht die Hausfrau, die
Naumann’s weiße Kernſeife
verwendet. Mit dieſer vollkommen reinen, milden u. hochſchäumenden
Seife ſchont ſie ihre Wäſche u. erleichtert ſich Waſcharbeit u. Hausputz.
— Vortrag im Heaghaus. Unter den Errungenſchaften der
modernen Technik, die unſer Wirtſchaftsleben entſcheidend
beein=
flußt haben, ſteht in erſter Linie die Anwendung der Elektrizität.
Zweimal ſchon hat die elektriſche Energie im Haushalt, in der
Induſtrie und im Gewerbe weittragende Umwälzungen
hervor=
gerufen, das erſtemal durch die Einführung der elektriſchen
Beleuchtung, dann durch die Schaffung des Elektro=Motors. —
Jetzt ſtehen wir mit der Einführung der Elektrowärme im
Haus=
halt mitten in der dritten Umwälzung, und es ſoll daher der
Zweck des heute nachmittag 4 Uhr im Heaghaus
ſtattfindenden Vortrags ſein, die großen Vorzüge des
elektriſch eingerichteten Haushalts kennen zu lernen. Jede
Haus=
frau, die ſchon einmal elektriſch gekocht hat, weiß, daß elektriſches
Kochen eine Reihe von Vorzügen aufzuweiſen hat, die andere
Beheizungsarten nicht zu bieten vermögen. — Es iſt vor allen
Dingen bequem, denn das Feueranmachen fällt weg, ebenſo das
Herbeiſchleppen von Holz und Kohlen; es gibt keinen Staub und
keine verruſten Kochtöpfe mehr; Abgaſe und Dünſte, die bei der
offenen Flamme ſtets auftreten, werden nicht erzeugt. Die genau
regulierbare, dem jeweiligen Kochgut leicht anzupaſſende
Tem=
veratur verhindert ein An= und Verbrennen und erhält die in
dem Kochgut enthaltenen Nährwerte. Der ſonſt notwendige Fett=
und Waſſerzuſatz kann auf ein Mindeſtmaß beſchränkt werden.
Die beſondere Schmackhaftigkeit der zur Verteilung kommenden
Koſtproben wird das Obengeſagte voll und ganz beſtätigen, den
Beſuch dieſes äußerſt intereſſanten Vortrages ſollte daher keine
neuzeitlich denkende Hausfrau verſäumen.
ger ſei wie der des Jahres 1929 und die endgültige Veranlagun
dadurch einer Vermögensabgabe gleichkomme. Es ſei unbedine
— Arnold=Mendelsſohn=Konzert. Ueber den Dirigenten des
Kirchenkonzerts, das am Sonntag der Ludwigshafener Beethoven=
Chor in der hieſigen Stadtkirche gibt, Profeſſor Fritz
Schmidt urteilt die Preſſe: „Schon rein äußerlich ein
erheben=
des Bild. Ungefähr 200 Sängerinnen und Sänger jugendliche
Ge=
ſtalten mit friſchen Stimmen und vom vorbildlichen Ernſte für
ihre hohe Aufgabe beſeelt, folgen in ausgezeichneter Diſziplin
ihrem ſtarkwilligen Führer. Sein Verdienſt iſt es, dem
Chor großmöglichſte Sicherheit gegeben zu haben, ſo daß eben
Werke von dem Ausmaß und den muſikaliſchen Anforderungen
der Mendelsſohnſchen (Deutſche Meſſe) zu vollem Gelingen
ge=
bracht werden. Unter dieſen 200 Sängern findet man keine
Mit=
läufer, die aus dem Rahmen herausfielen, ſie alle ſtellen ſich
be=
geiſtert zum Inhalt und feiern in ihrem Geſang innerſten Dienſt
am Werke. Gute Soloſtimmen ſingen klangſchön und tonfein, ohne
Maniertheit, und ordnen ſich trefflich zum Ganzen.”
zu fordern, daß in allen Fällen, in denen ſich das Anlage= un
Betriebskapital oder der Ertrag um mehr als 20 Prozent verri,
gert habe, eine Herabſetzung der Steuer aus Billigkeitsgründe
vorgenommen werde. In der ſich anſchließenden Ausſprache wur
es für zweckmäßig gehalten, daß in perſönlicher Rückſprache m
dem Herrn Miniſter des Innern die Angelegenheit nochmals e
örtert wird. Demgemäß wurde auch beſchloſſen — Herr 5
Hager (Worms) berichtete, daß nach den Beſtimmungen d
Notverordnung vom 1. Dezember 1930 die Gewerbeſteuſn
in Zukunft lediglich als Gewerbeertrags= bzw. Lohnſummenſteu
erhoben werden ſolle. Das Gewerbekapital werde nur inſow
berückſichtigt, als mindeſtens 6 v. H. des Gewerbekapitals a
ſteuerpflichtiger Ertrag anzuſetzen ſeien. Daneben könnten
Länder die Lohnſummenſteuer einführen, die jedoch für die h
ſiſche Wirtſchaft überhaupt nicht geeignet ſei, da die verhältni
mäßig geringe Anzahl der arbeitsintenſiven Betriebe gegenüh
den kapitalintenſiven Induſtriezweigen unbilligerweiſe belaſt
würde. Die Abſtellung der Gewerbeſteuer auf den Ertrag alle
gebe mit Rückſicht auf die hierdurch entſtehende außerordentlie
Belaſtung der Wirtſchaft zu den größten Bedenken Anlaß.
müßten deshalb bei der Reichsregierung Schritte unternomm
werden, damit in Heſſen die ſeitherige Regelung, die
Ausſchlagu=
nach Kapital und Ertrag, erhalten bleibe. Der Vertreter d
Heſſiſchen Finanzminiſteriums, Herr Miniſterialrat Doerr,
merkte hierzu, daß ein derartiger Antrag die Unterſtützung
heſſiſchen Regierung fände, zumal auch ſie für die heſſiſchen V
hältniſſe Ertrag und Kapital als die geeignetſte Beſteuerung
grundlage für die Gewerbeſteuer anſehe. Endgültige Beſchlü
bezüglich der zukünftigen Geſtaltung der Gewerbeſteuer, insbeſo
dere der Einführung der Lohnſummenſteuer, ſeien noch nicht e
faßt, da noch nicht bekannt ſei, ob die Reichsregierung eine Aend
rung der in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 vorgeſel
nen Steuermeßbeträge vornehme. — Zur Frage der Erhebun
der Gemeindebierſteuer, die die Gaſtwirte zu trag
haben, berichtete Herr Dr. Giar (Offenbach), daß in den m
ſten Gemeinden die Bierſteuer nach wie vor von den Brauerei
erhoben werde, trotzdem der Herr Miniſter des Innern auf Ve
ſtellungen der Heſſiſchen Handelskammern wiederholt darauf hi
gewieſen habe, daß in erſter Linie der Gaſtwirt ſteuernflicht
und di Steuer in jedem Falle vom Gaſtwirt zu erheben ſei.
Hinblick” auf die außerordentlich verſchlechterte Lage der Bra
induſtrie ſei es erforderlich, durch Abänderung des 8 4 der Muſte
ſatzung dieſe Erhehungsart den Gemeinden zur Pflicht zu mache
Es wurde beſchloſſen, in dieſem Sinne bei dem Herrn Miniſt
des Innern vorſtellig zu werden. — Die immer dringlicher we
denden Klagen über die Unzulänglichkeit der Vergleich
ordnung gaben Veranlaſſung, daß der Deutſche Induſtrie= u
Handelstag in Gemeinſchaft mit dem Oeſterreichiſchen Kammert
einen Entwurfeiner deutſch=öſterreichiſchen Au
gleichsordnung ausarbeitete, der von der
Verſammlu=
allgemein gebilligt wurde. Es wurde auf Vorſchlag der Herr
Dr. Hager (Worms) und Dr. Schäfer (Darmſtadt) für nu
wendig erachtet, daß der Entwurf durch Vorſchriften ergär
werde, die
1. bei Berechnung der Mehrheit nach § 16 Ziffer 4 der Ve
gleichsordnung auch Stimmen der geſicherten Gläubiger au
ſchließen,
2. ein beſonderes Verzeichnis aller unter Wert eingeſetzt
Poſten (zweifelhafte Forderungen, Warenvorräte, Einrichtu
gen u. ä.) fordern, um eine genaue Nachprüfung vornehm
zu können, und ferner
3. für die Durchführung des Vergleichs ausreichende Garanti
ſchaffen
Dieſe Ergänzungsvorſchläge ſollen dem Deutſchen Induſtr!
und Handelstag als weiteres Material zugeleitet werden — N
Erledigung weiterer Angelegenheiten ſchloß der Vorſitzen
die Sitzung.
Die zweite Südamerika-Fahrt des „Graf Zeppelit
um zwei Tage vorverlegl.
Poſt nach Südamerika und zurück in 14 Tagen.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” wird, wie wir von der Hau
burg=Amerika=Linie erfahren, ſeine zweite Südamerika=Fah
nicht am 19. September, ſondern ſchon am 17. September
Friedrichshafen antreten. Das Luftſchiff wird vorausſichtlich a
20. September in Pernambuco ſein, von dort wieder um 24. Se
tember nach Friedrichshafen abfahren, wo es am 28. Septeml
zu erwarten iſt. Die Reiſe, für die der ermäßigte Fahrpreis v.
1000 Dollar für die einfache Fahrt gilt, bringt für den Verke
zwiſchen Europa und Amerika ein wichtiges poſtaliſches Novu
Da ſowohl zwiſchen Berlin und Friedrichshafen als auch zwiſch.
Pernambuco, Rio de Janeiro und Bahia Flugzeugverbindung
Anſchluß an Abfahrt und Ankunft des „Graf Zeppelin” beſte.
wird man innerhalb von nur 14 Tagen aus Südameri
Antwort auf Briefe haben, die mit dem Zeppelin nach drüb
abgegangen ſind. Im gewöhnlichen Poſtverkehr muß man dageg
fünf Wochen auf Antwort aus Rio de Janeiro warten.
Auch für die zweite Südamerika=Fahrt des „Graf Zeppeli
liegt die Abfertigung (in den Händen der Hamburg=Amerik
Linie, die gleichzeitig durch Unterſtützung des „Do. 4‟ Flug
und des neuen, erfolgreich beendeten Amerikafluges v. Grona,
ihr Intereſſe an der Ueberſee=Luftfahrt beweiſt. Auch für „Do.
und von Gronau hat die Hamburg=Amerika=Linie die Abfertigut
in den amerikaniſchen Reiſeſtationen übernommen.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. 4
nächſten Mittwoch, den 16. September, findet nachmittags 1
4 Uhr auf dem „Heiligen Kreuz” wiederum ein geſelliges 8
ſammenſein ſtatt. Wir bitten unſere Mitglieder um recht zah
reiche Beteiligung.
Gokkesdienſt der Iſraelitiſchen Religlonsgemeinde
Hauptſynagoge.
Neujahrsfeſt
Freitag, 11. Sept. Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min. Pre2d
Samstag, 12. Sept. Morgengottesdienſt 7 Uhr 45Min. Pred4
Abendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Sonntag, 13. Sept. Morgengottesdienſt 7 uhr 45 Min= PreoN
Feſtesausgang 7 Uhr 30 Min.
Eottesdienſt für die Wochentage.
Morgens 6 Uhr 30 Min. Abends 6 Uhr — Min=
Gebekzeiken in der Synagoge der Iitgelitiſchen
Religionsgeſellſchaft.
Samstag; 12. Sept. Rausch Haschonoh 5692- St
bend 6 Uhr 10 Min. Morgens 5 Uhr 75 Min. Nachmittag” 2.
Sonntag, den 13. Sept. 2. Tag. Vorabend 7 uhr . J
Morgens 5 Uhr 35 Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min, Feſtesol ”
Uhr 30 Min.
Wochentags: Morgens 5 uhr 15 Min. Nachmittags uhr L2. J
Montag, 14. Sept.: Taum Gedalg. Faſtienende Tufk. T.
Tageskalender für Freitag, den 11. September 1994
Heſſ. Landestheater. Großes Haus” Keine Vorſtel.
Kleines Haus: Keine Vorſtellung — Heag=H41s,
L=
mittags 16 Uhr: Vortrag „Koche brate, backe eletriſh
Fürſtenſaal abends 2015 Uhr: Vortrag v. Hoßt =ao.
heim „Krebs nur durch Overation und Radumbeſtrchlt.
heilbar?” — Konzerte: Zur Oper, Schloſteller, Sp.
Kinc
platz=Reſt, am Böllenfalltor, Herrngartenkaffe‟
vorſtellungen: Union=, Helig= und Palaſt Lichte”
ner 252
Freitag, den 11. September 1931.
Seite 7
Aus Heſſen.
örigk
jalturt
Steno g
eicht.
Taten
Chor 1
vereirt
geind
(rheilgen, 10. Sept. Familienabend. Am
kom=
ndes zamstag, den 12. September, abends, veranſtaltet der
rurn= und Sportverein einen Familienabend im
Gaſt=
n goldenen Löwen”. Im Mittelpunkt des Abends ſteht
Sig verſchiedener Mitglieder für 25jährige Vereinszuge=
Ein reichhaltiges buntes Programm wird die
Unter=
zilden. — Einheits=Kurzſchrift. Die hieſige
hen=Vereinigung „Gabelsberger” beginnt demnächſt
inen ſus in Einheitskurzſchrift, wozu Anmeldungen erfolgen
önneyy Der Verein macht es den Kurſusteilnehmern inſofern
die Teilnehmergebühr, die niedrig bemeſſen iſt, in
ahlt werden kann. Unterrichtslokal iſt die
Avemarie=
huls der Kurſus beginnt am 21. September. Auch können
ſnmey gen noch bei der erſten Unterrichtsſtunde gemacht
wer=
uto= und Motorradklub 1925. Der hieſige Klub,
orletzten Sonntag für ſeine Motorradabteilung eine
fahrt über die Strecke von 72 Kilometern durchführte,
einer Zuſammenkunft am kommenden Samstag abend
rn dieſer Wertungsfahrt die verdienten Plaketten über=
Weiter beabſichtigt der Klub, demnächſt eine
Schnitzel=
veranſtalten, um auch den Autofahrern Rechnung zu
In alle dem Klub noch fernſtehende Auto= und
Motor=
ergeht die Bitte, ſich dem Klub anzuſchließen und an
ichen Veranſtaltungen ſowie an den Ausfahrten teilzu=
Eine wichtige Mitgliederverſammlung findet am kom=
Littwoch, den 16. September, abends, im Café Nordend
ſer=Ramſtadt, 10. Sept. Jugendſonntag. Am
kom=
onntag, den 13. d. M., wird hier der Jugendſonntag
ge=
die Feier wird bereits am Samstag beginnen. Um
Abmarſch von der Kinderſchule zum neuen Spielplatz
ünkelbach, der in einer ſchlichten Feier und bei einem
geweiht werden ſoll. Nach einigen ſportlichen
Wett=
n der Frühe des Sonntags, iſt um 9,30 Uhr Gottesdienſt,
zeitig Eröffnungsgottesdienſt für die diesjährigen
Kon=
irmay iſtunden ſein ſoll. Der Gottesdienſt wird durch einen
oberſten Schulklaſſe und durch einen Chor des
Mädchen=
erſchönt. Am Nachmittag iſt um 2 Uhr Abmarſch vom
Narkt z zum Spielplatz, wo ſich dann frohes Treiben der
ſugers nſchließt. Der Tag wird beſchloſſen durch einen
Ge=
end, den die Jugend der Gemeinde bietet. In deſſen
itte ikt ſteht ein feines Spiel „Lapp im Schnakenloch‟. Der
Eintrittspreis von 20 Pfg. ermöglicht ſicher einen ſtarken
eſes Abends. — Obſtverſteigerungen. Am
näch=
tag, den 14. d. M., beginnen die Obſtverſteigerungen an
inzialſtraßen. Intereſſenten ſeien hierdurch auf die
Be=
ſung im „Darmſtädter Tagblatt” ausdrücklich
hin=
oßdorf, 10. Sept. Feuerwehrinſpektion. Am
den 12. d. M., nachmittags 7 Uhr, findet eine
außer=
roden e Uebung der Feuerwehr ſtatt.
eoß=Zimmern, 10. Sept. Auf der Straße zwiſchen Darm=
Roßdorf, in der Nähe des Beſſunger Forſthauſes er=
Aus den Gemeindepartamenten.
Beide
D
1ch ein Motorrad=Zuſammenſtoß. Herr
Archi=
el=Groß=Zimmern fuhr mit ſeinem Motorrad, von
Darm=
mend, einem Motorradfahrer aus Reinheim, der hier
end ein Zeichen zu geben in einen Feldweg einbog,
in dr lanke. Herr Reitzel erlitt dabei eine leichte Verletzung
am H während der andere Fahrer angeblich einen Arm brach.
otorräder erlitten ſtarke Beſchädigungen.
undernhanſen, 10. Sept. Beim Fräſen brachte der
Schres meiſter Schmuck, hier, ſeine Hand in die Fräsmaſchine.
Die irch erlittene Verletzung war derart, daß er ſich in ein
Krarr ſaus nach Darmſtadt begeben mußte, woſelbſt ihm zwei
ſing ie verletzten Hand amputiert werden mußten.
leberau, 9 Sept. Von der Kerb. Trotz anfänglich
Kerbewetters, beſonders am Sonntag, geſtaltete ſich im
6 s naſſen Nachmittags der Beſuch bis zum Abend recht
wohl die ſchlechte Wirtſchaftslage und große
Arbeits=
von Anfang an ihre Schatten auf die Kerbeſtimmung
kam es durch die an der Mühle Dieter zwiſchen Ueberau
nheim aufgeſtellte Bartſche Autorennbahn zur
gewünſch=
amung. Alles ſtrömte an dieſe für unſeren Ort unge=
Neuheit. Wenn auch weniger Wein getrunken wurde, kam
bene Stimmung eben durch das etwas billigere Bier zu=
Die Gaſthäuſer waren durchweg gut beſetzt, an
auswärti=
ſchern fehlte es nicht. Auch dürften die Geſchäftsleute
tracht der Zeit doch auf ihre Rechnung gekommen ſein.
Ifaffen=Beerfurth i. Odw., 10. Sept. Geſtern nachmittag
ſich in unſerem Oertchen ein Unfall, der leicht ſchwere
hätte haben können. Als der Sohn des Landwirts Peter
hier, an dem beſpannten Leiterwagen noch eine
Kleinig=
ierte, während der Vater ſchon auf dem Wagen ſaß, gin=
Kühe mit dem Wagen durch. In raſendem Galopp ſauſten
die Schulſtraße, konnten nicht zum Stehen gebracht
wer=
rannten infolgedeſſen die Erkerſcheibe der Drogerie Bund
e Glasſcheibe wurde vollſtändig zertrümmert. Zum Glück
er Landwirt Peter Ripper, der noch auf dem Wagen ſaß,
rletzt, während die Kühe durch Glasſplitter beſchädigt
Nichelſtadt, 10. Sept. Sprechtag der
Handwerks=
r=Nebenſtelle. Der nächſte Sprechtag der
Hand=
nmer=Nebenſtelle findet am kommenden Freitag, den 11.
der, nachmittags von 1.15 bis 2,45 Uhr, im Gaſthaus
rünen Baum” ſtatt. — Goldene Hochzeit Am kom=
Samstag, den 12. September, feiern der Schreinermeiſter
Schmitt und deſſen Ehefrau Katharine, geb. Littmann,
der goldenen Hochzeit. — Radſportliches. Der
Rad=
rein 1902 Michelſtadt veranſtaltet am kommenden
Sonn=
der eine ſeiner beliebten Schnitzeljagden.
b Erbach 10. Sept. Gemeinderatsſitzung —
Vor=
anſchlag. Der Bürgermeiſter ſchlägt vor, die einzelnen
Poſitio=
nen durchzugehen und falls ſich Widerſpruch nicht erhebt, die
Ge=
nehmigung als gegeben zu betrachten. Beigeordneter Lenz der
im Frühjahr dieſes Jahres neugewählt wurde, bringt eine lange
Liſte von Sparvorſchlägen, mit denen er aber kein Glück hat. Im
großen und ganzen wird ihm geſagt, daß alle ſeine Anregungen
Beratungsgegenſtände für die Sitzungen, die der neuen
Notver=
ordnung folgen würden, abgeben. Zum Kapitel „Gebäude” ſtellt
Lenz den Antrag, die Wohnungsmieten für die Wohnungen in
ſtädtiſchen Gebäuden zu revidieren. Gemeinderat Kolmer hält
dem entgegen daß die Mieten in ſtädtiſchen Wohnungen an und
für ſich ſchon über dem Durchſchnitt in Erbach liegen. Der Antrag
Lenz, die Arbeiten für den Odenwälder Reiterverein in Zukunft
nicht mehr durch ſtädtiſches Perſonal zu erledigen, um dadurch das
Budget zu entlaſten, wird abgelehnt. Dem Bürgermeiſter und
ſeinen Mitarbeitern wird für die Arbeiten, die im Intereſſe des
Reitervereins und ſeiner Veranſtaltungen geleiſtet wurden,
wärm=
ſter Dank ausgeſprochen. Gemeinderat E. Volk ſteht auf dem
Standpunkt, daß im nächſten Voranſchlag unbedingt bei Kapitel
„Waſſerwerk” eine Senkung der Waſſerpreiſe verzeichnet ſein
müſſe. Zum Kapitel „Beſoldungen und Vergütungen” beantragt
Lenz. die Bezüge des Bürgermeiſters weſentlich
herabzu=
ſetzen. In erſter Linie müßten die Repräſentationsgelder auf
die Dengler zugunſten der Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger
verzichtet hätte, der Stadt zur eigenen Verwendung überlaſſen
ſein. Er weiſt auf einen Beſchluß des Gemeinderates
Gammels=
bach hin, wo die Gehälter von Bürgermeiſter, Rechner und
Schutz=
mann von 5700 RM. auf 3500 RM. herabgeſetzt worden ſeien. Der
Bürgermeiſter erklärt — und der Gemeinderat ſchließt ſich dem
an — er ſei ſeinerſeits bereit, auf weitere Beträge zu
verzich=
ten, wenn er ſeinerſeits die Gewißheit habe, daß dann die
Finanz=
not ein Ende habe. Im übrigen werde die neue Notverordnung
ſchon vorſchreiben, wie die Kommunen ihre Beamten zu beſolden
haben. Zur Frage der Eingruppierung in die Beſoldungsordnung
erklärt der Bürgermeiſter, daß ſtädtiſche Beamte nicht höher
ein=
geſtuft ſeien, als Staatsbeamte. Lenz ſtellt weiter den Antrag
auf Streichung aller Nebenvergütungen, wie Kontrolleur,
Proto=
kollführer, Mankogeld für Schutzleute. Alle dieſe Sachen ſollen
nach der neuen Notverordnung beraten werden. Gemeinderat
E. Volk findet die eingeſetzten Beträge für Unterhaltung der
Feſt=
halle und der Sporthalle mit 1300 RM. unerträglich hoch, die
Verwaltung ſteht jedoch auf dem Standpunkt, daß dieſe
unbe=
dingt gebraucht werden. Wiederum war die Tilgungsquote für
Darlehen zu öffentlichen Zwecken Gegenſtand lebhafter Kritik.
Hier muß unbedingt eine Wendung eintreten. Lenz gab noch
die Anregung, verſchiedene unproduktive Einrichtungen (z. B.
Cd. Michelſtadt, 9. Sept Allerlei Sportliches. Bei
den Sportwettkämpfen des Deutſchen Pfadfinderbundes,
Landes=
mark Heſſen, die am letzten Sonntag in Offenbach ſtattfanden und
von über 300 Jungens beſchickt waren, errang der Wölfling des
hieſigen Horſtes: Rudi Altmeyer, im Fünfkampf einen erſten Sieg.
— Einen ganz außerordentlichen Sieg konnte am letzten Sonntag
die Mannſchaft der Schützengeſellſchaft 1883 e. V. Michelſtadt mit
nach Hauſe bringen. Bei den Mannſchaftskämpfen auf den
Schieß=
ſtänden der Pegierten Schützengeſellſchaft am Neuen
Schieß=
haus in Darmſtadt gelang es ihr, mit einer Geſamtringzahl von
2096 den Titel ,Gaumeiſter für 1931” im Deutſchen Schützenbund
zu erringen.
w. Beerfelden, 10. Sept. Schenkung. Herr A. S.
Roſen=
thal. New York, weilt zurzeit wieder in Deutſchland und hat ſein
hieſiges Anweſen, beſtehend in Wohnhaus mit Autohalle und
Gar=
ten, ſowie einige Feldſtücke, an eine Organiſation verſchenkt, zur
Benutzung als Jugendherberge und Erholungsheim. Es weilten
einige Herren aus Offenbach hier, um feſtzuſtellen, wie die innere
Ausſtattung am zweckmäßigſten zu geſchehen hat, um die Schenkung
ihrer Beſtimmung dienſtbar zu machen. Herr Roſenthal gab durch
dieſe neuerdings getätigte Schenkung wiederum einen Beweis
ſeines gemeinnützigen Denkens und Tuns.
Dx. Bickenbach. 10. Sept. Autounfall. Wieder einmal
hatte die unſinnige Sitte des Ueberholens innerhalb der
Orts=
ſtraßen einen Unfall zur Folge. Diesmal traf die Strafe den
Schuldigen. Ausgerechnet an der ſcharfen Kurve an der
Thorbeck=
ſchen Fabrik wollte heute morgen ein Fahrer aus Frankfurt mit
einem Hanomag, den er erſt acht Tage fährt, ein anderes Auto
überholen. Ein entgegenkommendes Auto verſperrte ihm den
Weg, ſo daß er wieder einbiegen mußte, was aber zu ſcharf
ge=
ſchah. Er rannte deshalb wider die Fabrikmauer. Die Sache
ging noch glimpflich ab. Er flog nicht heraus, ſtieg noch ſelbſt aus,
erlitt aber dann einen Ohnmachtsanfall, trug auch
Knieverletzun=
gen davon. Herr Dr. Miſchlich leiſtete die erſte Hilfe. Nachdem
der Verletzte ſich etwas erholt hatte, fuhr ihn Herr Satorius=
Bickenbach nach Frankfurt. Der ſtark beſchädigte neue Hanomag
wurde abgeſchleppt.
F. Bickenbach 10. Sept. Stenographiſche Tagung.
Am 12. und 13. September veranſtaltet hierorts der Kurzſchrift=
Gau Darmſtadt ſeine 16. Tagung, deren bedeutſamſtes Ereignis
das Gauwettſchreiben ſein wird, zu dem ſich am Sonntag
vormittag etwa 300 Kurzſchriftjünger des Gaugebietes im
Schul=
haus einfinden werden. Mit der Tagung verbindet der hieſige
Stenographenverein das Jubiläum ſeines 10jährigen
Beſtehens.
— Hirſchhorn. 10. Sept. Waſſerſtand des Neckars
am 9. September: 2.15 Meter; am 10. September: 2,04 Meter.
— Gernsheim, 10 Sept. Waſſerſtand des Rheins
am 9. September: 3,21 Meter; am 10. September: 3,26 Meter.
Brauſebad) in Privathand zu geben. Er fand auch damit keine
Gegenliebe. Auch die Verringerung der Telephonanſchlüſſe, die
er für Verwaltung und Stadtſchule verlangte, wurde abgelehnt,
bzw. zurückgeſtellt. Die Sitzung wurde nach ſtundenlanger Dauer
um 11.30 Uhr abgebrochen. Die Beratungen werden heute
fort=
geſetzt.
Ce. Seeheim, 8. Sept. Gemeinderatsſitzung 1. Die
Gemeindeſteuern werden nach einem miniſteriellen Ausſchreiben
für ſolche, deren Ernte geſchädigt wurde, bis 30. September d. J.
geſtundet. 2. Die Gemeindegrundſteuern werden, einem
Ausſchrei=
ben des Heſſiſchen Miniſteriums entſprechend, für ſolche
Neubau=
ten, die nach dem 1. April 1931 bezugsfertig ſind, auf 8 bzw. 10
Jahre erlaſſen. 2. Pächtern von Spargelgrundſtücken werden auf
Antrag hin 20 Prozent der Pacht für das Rechnungsjahr 1931
erlaſſen. 4. Dem Republikaniſchen Schützenbund wird ein Gelände
im Tannenwald für Errichtung eines Schießſtandes überlaſſen.
Für etwaige weitere Anträge dieſer Art gibt der Gemeinderat
ebenfalls ſeine Zuſtimmung. 5. Der Antrag der
Sozialdemokra=
tiſchen Partei wegen Entziehung der Schulgüter zugunſten von
Bedürftigen wird zurückgezogen, da das im Widerſpruch mit dem
Geſetze ſtände. 6. Dem Antrag einer Witwe auf Auflöſung ihres
Pachtverhältniſſes wird ſtattgegeben. 7. Die Bäcker ſollen
aufge=
fordert werden, weiterhin das Brot für 12 Pf. zu backen. 8. Die
Verlängerung der Ernſt=Ludwig=Straße wird genehmigt. Ein
Bürgerſteig ſoll ebenfalls, und zwar auf der rechten Seite
ange=
legt werden. Gleichzeitig ſoll die neue Karlsſtraße bergeſtellt
wer=
den. Die Abfuhr der Erdmaſſen wird verſteigert. 9 Die
Wohl=
fahrtsempfänger ſollen von der Krankenkaſſe abgemeldet werden.
Die Gemeinde übernimmt von Fall zu Fall die Behandlungs=
und Arzneikoſten. Der Antrag der Hofverwaltung auf Erlaß der
Sonderſteuer wird abgelehnt. Es folgen weitere
Unterſtützungs=
ſachen.
Bm. Hofheim (Ried), 10 Sept. Aus dem
Gemeinde=
rat. An der urſprünglichen Abfaſſung der hieſigen
Waſſerbezugs=
ordnung nahm das Miniſterium verſchiedene Anſtände die
nun=
mehr vom Gemeinderat abgeändert und vom Miniſterium
geneh=
migt wurden. Obwohl das Miniſterium für eine Veröffentlichung
der Waſſerbezugsordnung im Amtsverkündigungsblatt war wird
wegen hoher Unkoſten davon Abſtand genommen — Hinſichtlich
Berückſichtigung der Ernteſchäden 1931 war der Gemeinderat
da=
mit einverſtanden, daß infolge anhaltenden Regens die bis jetzt
fällig geweſenen Gemeindeſteuern für 1931 zunächſt geſtundet
werden. — Auf eine Bittſchrift der Gemeinde Rockenhauſen
(Pfalz), woſelbſt durch einen Wolkenbruch großer Schaden für die
Einwohner entſtanden iſt, bewilligte der Gemeinderat eine
Unter=
ſtützung von 30 RM. — Für Gartengelände des J. V. wurden
5 Mark Pacht feſtgeſetzt.
Rheinheffen.
— Bingen a. Rh.. 10. Sept. 4. Deutſcher
Bismarck=
tag. Der 4. Deutſche Bismarcktag findet in dieſem Jahre in
Bingen a. Rh. unter dem Vorſitz von Staatsminiſter a. D.
Wall=
raf=Köln ſtatt. Der geſamte Vorſtand hat außer zwei Herren
ſein Erſcheinen zugeſagt U. a. wird auch der heſſiſche
Finanz=
miniſter Kirnberger auf dem Bismarcktag anweſend ſein. Die
Feſtrede wird Exz. Wallraf halten. Am 13. September ſoll in
Bad Kreuznach am Bismarckdenkmal ein Kranz niedergelegt
wer=
den. Der Verein zur Errichtung eines Bismarck=National=
Denk=
mals e. V., Köln a. Rh., ladet zum Bismarcktag wie folgt ein:
Der Vierte Deutſche Bismarcktag ſoll, wie ſeine Vorgänger in
Hannover 1927, in Köln 1928 und in München 1929, die hohen
geſchichtlichen und vaterländiſchen Werte, die der Name Bismarck
in ſich ſchließt, dem heutigen Geſchlecht zum Bewußtſein bringen
und von dieſem unvergänglichen Beſitz des deutſchen Volkes die
Brücke ſchlagen zu den Forderungen der Gegenwart. Den
Deut=
ſchen aller Stände und nicht zum wenigſten der deutſchen Jugend
rufen wir zu: Kommt diesmal zur ſchlichten Feier nach Bingen,
um dort im Anblick des Nationaldenkmals auf dem Niederwald
des Mannes in ernſter Stunde mitzugedenken, der uns das
Deutſche Reich geſchaffen hat.
As. Worms, 10. Sept. Einbrüche vor Gericht. Die
Angeklagten U. und B. hatten ſich am 17. Januar d. J. einen
ſchweren Einbruch in das Pfeddersheimer Amtsgerichtsgebäude
zu=
ſchulden kommen laſſen. U. hat das eiſerne Hoftor mit einem
Nachſchlüſſel geöffnet. Danach haben die Täter ein Gangfenſter
eingeſchlagen und ſind ſo in das Innere des Amtsgerichtsgebäudes
eingedrungen. Neben 120 RM., fielen den Angeklagten noch
Dienſt=
formulare, Scheckbücher und ein Lederkoffer in die Hände. U.
ver=
legt ſich auf die Taktik aller Verbrecher und erklärt, von allen,
ihm zur Schuld gelegten Anklagen nichts zu wiſſen. Die Ausſagen
des B. bezeichnet er als Racheakt gegen ihn. Im übrigen war
er ſich ſicher bewußt, daß das Gericht ihn als Pſychiater betrachtete
und gefiel ſich in großen Reden, die er ſowohl dem Vorſitzenden,
als auch dem Amtsanwalt, den anweſenden Poliziſten und
Zu=
hörern hielt. Das Gericht ſchenkte ihm jedoch keinen Glauben und
unterſtellte die Ausſagen des B. als wahr. U. wurde zu einem
Jahr und ſechs Monaten Gefängnis verurteilt, während das
Ur=
teil gegen B. 10 Monate Gefängnis feſtſetzte. Beiden Angeklagten
wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei
Jahren aberkannt. Noch im Hinausgehen hielt U. große Reden
und rief dem Amtsanwalt zu: Wir ſehen uns wieder, aber dann
mit der Waffe!
— Worms 10. Sept. Im Rahmen der Gartenbau=Ausſtellung
hatte die Heſſiſche Landesſtelle für Pilz= und Hausſchwamm=
Beratung vom 5. bis 8 Septembex eine Pilzſchau mit unſeren
wichtigſten eßbaren und giftigen Schwämmen aufgebaut. Der
an=
ſchaulichen Pilz=Ausſtellung wurde ein Ehrendiplom zuteil.
Hausfrauen Kinder!
[ ← ][ ][ → ]Freitag, den 11. September 1931
Die Einweihungsfeier vor dem Denkmal des
Dichters an der Braunſchweiger Magnikirche.
Am 100. Geburtstag des Dichters Wilhelm
Raabe, dem 8. September, wurde in Braun
ſchweig ein Raabe=Denkmal, geſchaffen von
Pro=
feſſor Behn=München, feierlich enthüllt.
Das erſte Bild von den Rieſenüberſchwemmungen in Yorkſhire.
Weithin ſind Kornfelder, Wieſen, Dörfer und Landhäuſer von den Fluten völlig überſchwemmt.
Das Waſſer ſteht meterhoch, der Schaden für England iſt noch nicht abzuſehen.
Die Rieſenunterſchlagungen beim Reichsamt
für Landesaufnahme vor Gericht.
Berlin. Am Donnerstag begann vor dem
Schöffengericht Berlin=Mitte der Prozeß wegen
der Rieſenunterſchlagungen beim Reichsamt für
Landesaufnahme. Angeklagt ſind der
Regierungs=
ekretär Blohm, der Verwaltungsamtmann
Wolff und die Oberregierungsſekretäre Baer
und Wenck vom Reichsinnenminiſterium. Sie
ſollen in den letzten ſieben Jahren annähernd
350 000 Mark unterſchlagen haben. Bei den
Betrügereien haben ſich die Angeklagten
gegen=
ſeitig in raffinierter Weiſe gedeckt und ſich
buch=
mäßig in die Hand gearbeitet. Die Angeklagten
werden von Juſtizrat Wronker und
Rechtsan=
walt Löwenthal verteidigt. Den Vorſitz führt
Landgerichtsrat Roſemann. Der erſte
Verhand=
lungstag war im weſentlichen mit der
Ver=
nehmung von Sachverſtändigen ausgefüllt.
Wieder Scheunenbrände durch Brandſtiftung.
Ein Drohbrief an die Feuerwehr.
Cuxhaven. Nachdem erſt vor kurzem im
benachbarten Arenſch die Scheune eines
Ham=
burgiſchen Verſorgungsheimes durch
Brandſtif=
tung eingeäſchert worden war, iſt in der
ver=
gangenen Nacht die Scheune des
Verſorgungs=
heimes in Oxſtedt niedergebrannt. Auch hier wird
Brandſtiftung vermutet. Der Führer der
Cux=
havener Feuerwehr hatte vor dem Brande einen
Drohbrief erhalten, in dem erklärt wurde, wenn
er ſich nochmals mit der Feuerwehr in Oxſtedt
ſehen laſſe, würde ſein Haus in Cuxhaven in
Aſche gelegt werden.
Lüneburg. In der vorvergangenen Nacht
brannte hier die große Scheune des Mechanikers
Schröder nieder. Es verbrannten große
Ernte=
vorräte und einige landwirtſchaftliche Maſchinen.
Bei den Löſcharbeiten erlitten einige
Feuer=
wehrleute Brandverletzungen. Ein Arbeiter
wurde von einem herabfallenden
Starkſtrom=
draht getroffen und ſchwer verletzt. Es wird
Brandſtiftung vermutet.
Ein Rekord der „Europa‟
bei der Uebermittlung der Amerikapoſt.
New York. Einen Rekord in der
Ueber=
mittlung der europäiſchen Poſt nach New York
ſtellte der Rieſendampfer „Europa” mit Hilfe
ſeines Katapult=Flugzeuges auf. Das Flugzeug
der „Europa” landete nach einem 1250=Meilen=
Flug am Mittwoch morgen 8,55 Uhr im Hafen
von New York. Die Poſt war in Cherbourg drei
Tage und 21 Stunden vorher aufgegeben
worden.
Der Verband der weiblichen Handels=
und Büroangeſtellken e. B.
hielt ſeine Hauptverſammlung in Eiſenach ab.
In der Begrüßung wies die Vorſitzende des
Hauptausſchuſſes, Frau Elſe Keſting, auf die
Bedeutung des Tagungsortes als Wirkungsſtätte
der heiligen Eliſabeth hin, deren Todestag jetzt
700 Jahre zurückliegt, und gedachte der ſchweren
Zeit, in der wir heute leben. Den umfaſſenden
Tätigkeitsbericht für die Jahre 1927—1930
er=
ſtattete an der Hand der gedruckten Vorlage
Frau Katharina Müller, die Vorſitzende des
Hauptvorſtandes.
Im Anſchluß an die Ausführungen waren
der Hauptverſammlung Entſchließungen
vorge=
legt worden, die folgende Gegenſtände betrafen:
Die Pläne, Aufwendungen und
Unterrichts=
zeit für die Berufsſchule, dieſes außerordentlich
wichtigen Fachbildungsmittels, zu beſchränken,
ſind zu bekämpfen. Zehn
Wochenunterrichts=
ſtunden, die leider noch verhältnismäßig ſelten
vorkommen, ſeien notwendig.
Erſparnismaß=
nahmen dürfen nicht ſo angewandt werden, daß
die Generation, die den Aufbau unſeres
dar=
niederliegenden Wirtſchaftslebens ſchaffen ſoll,
in ihrer Leiſtungsfähigkeit geſchwächt würde.
Nach wie vor fordert der Verband das neunte
Pflichtſchuljahr als Dauereinrichtung.
Tarifverträge, d. h. Geſamtvereinbarungen
über Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub uſw., erachtet
der Verband für notwendig, die heutigen
Tarif=
verträge geben ausreichende Bewegungsfreiheit
zur Anpaſſung an die wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſe, eine Auflockerung iſt daher nicht nötig.
Die Tarifverträge müßten die gleiche
Bezah=
lung von Mann und Frau vorſehen.
Tarifver=
träge gewähren den Arbeitnehmern nicht nur
Rechte, ſondern legen ihnen auch Pflichten auf.
Das Schlichtungsverfahren mit
Verbindlicher=
klärung iſt erforderlich für den Fall, daß freie
Vereinbarungen nicht zuſtandekommen.
Die Angeſtelltenverſicherung ſoll erhalten
bleiben, wie ſie iſt. Alle Verſuche, die die
Selbſtändigkeit oder die materielle Sicherheit
der Einrichtung angreifen, ſind zurückzuweiſen.
Wegnahme von Vermögensteilen zugunſten
an=
derer Einrichtungen nützen dieſen auf die Dauer
doch nichts und ſchädigen nur die
Angeſtellten=
verſicherung. Das Verſicherungsprinzip iſt
auf=
rechtzuerhalten.
Die Entſchließungen wurden angenommen.
Der letzte Tag brachte einen Vortrag über
„Die Rolle des Kapitals in der Wirtſchaft” von
D. J. Silbermann.
Reich und Ausland.
Der 10. Aſtrologen=Kongreß und
1. Inkernakionale Aſtrologen-Kongreß.
Ba. Wiesbaden. Der 10. Aſtrologen=
Kongreß und 1. Internationale Aſtrologen=
Kon=
greß wurde am Mittwoch vormittag feierlich im
Kurhaus eröffnet. Der 1. Vorſitzende der
Aſtro=
logiſchen Zentralſtelle, Dr. Korſch, begrüßte
die zahlreich Erſchienenen und dankte ſowohl
dem Ortsausſchuß als auch der Stadt und dem
Verkehrsdirektor, für die freundliche
Unter=
ſtützung. In Vertretung des Direktors des „
In=
ſtitut Aſtrologique de Carthage” Carthago=
Tunis, Dr. Francis Bolt=Wheeler ſprach der
2. Direktor dieſer Anſtalt, Dr. Vorſtelman, der
am Nachmittag auch das vorgeſehene Referat
von Direktor Bolt=Wheeler verlas. Ferner
überbrachten Glückwünſche der 2. Vorſitzende der
Aſtrologiſchen Geſellſchaft Deutſchlands, Becher,
Studienrat Saenger=Berlin, Major von den
Hagen von der Aſtrologiſchen Geſellſchaft
Dort=
mund, Frl. Wilhelmy, Vertreterin der
Studien=
geſellſchaft Köln, und Herr Tröndle von der
Aſtrologiſchen Geſellſchaft München. Außerdem
ſprach der Vertreter der aſtrologiſchen Geſellſchaft
Mainz, Karl Brandler=Pracht, der für eine
beſſere Zuſammenarbeit der Mainzer und
Wies=
badener Geſellſchaft eintrat. Er äußerſte ſeine
Freude darüber, daß bereits der 10. Aſtrologen=
Kongreß abgehalten werde und wies in dieſem
Zuſammenhang auf die Schwierigkeiten hin, die
früher den Anhängern der Aſtrologie gemacht
wurden. Der Redner wünſchte, daß auf der
Tagung vollſte Einigkeit herrſchen möge, denn
trotz zahlreicher Anhänger gäbe es noch eine
große Zahl Gegner, denen nur durch engſten
Anſchluß an die Zentralſtelle wirkſam
entgegen=
getreten werden könne. Er bezeichnete am Schluß
die Aſtrologie als einzige größte Wahrheit. —
Nach der Verleſung zahlreicher
Glückwunſch=
ſchreiben in= und ausländiſcher Vereinigungen
und Einzelmitgliedern hielt Dr. H. A. Strauß=
München einen Vortrag „von der
Erdbedingt=
heit des Tierkreiſes”. — Am Nachmittag ſprach
die Baronin von Gleichen=Rußwurm=Berlin
über „Aſpektwertungen nach griechiſchen
Ori=
ginaltexten” und Fritz Werle=München „über
den Aſtrologen”, Außerdem hielt K. F. Kraft=
Zürich ein Referat „Ueber die ſeeliſchen und
geiſtigen Vorausſetzungen für die Beſchäftigung
mit der Sterndeutung”. — Am Abend fand ein
öffentlicher Vortrag von Dr. P. Peißmann=
Berlin über „Aſtrologie — eine
Schickſalswiſſen=
ſchaft” ſtatt. Der Redner, verbreitete ſich zuerſt
über die Schickſalsverbundenheit
außereuropä=
icher Völker und kam dann darauf zu ſprechen,
daß wir wohl eine genaue Gliederung des
Rau=
mes kennen, aber keine Gliederung der Zeit.
Darauf äußerte er ſich näher über die
Zeiteintei=
lung der Völker und die Periodenlehre. Der
Redner betonte einen Zuſammenhang der
kos=
miſchen und biologiſchen Perioden. Die Frage,
ob man auf Grund eines Geburtsbildes fähig
iſt, das Schickſal dieſes Menſchen auch für die
Zukunft feſtzuſtellen, iſt nicht ſo einfach zu
beant=
worten. Wohl kann eine Datenbeſtimmung
be=
ſonderer Ereigniſſe erfolgen, aber beſtimmte
Nuancen über die Vorfälle können nicht gegeben
werden.
Ein böſer „Scherz”.
Frankfurt a. M. Zu dem am Mittwoch
im Frankfurter Stadion ſtattgefundenen
Rad=
rennen waren etwa 200 Perſonen mit Autos
er=
ſchienen, die teilweiſe am Schluß der
Veranſtal=
tung eine unangenehme Feſtſtellung machen
mußten. Unbekannte Täter hatten ſich einen
böſen Scherz erlaubt und die Bereifungen von
etwa 35 Perſonenwagen mit Meſſern durchbohrt.
In Maſſen ſah man die Automobiliſten gegen
Mitternacht an der Arbeit, um ihre Wagen
wie=
der flott zu machen. Von den Tätern fehlt jede
Spur.
Mädchenmord in Delmenhorſt.
Delmenhorſt. In Delmenhorſt wurde
vorgeſtern früh die 16jährige Tochter des
Gaſt=
wirts Claſen erwürgt auf dem Heuboden
auf=
gefunden. Der Täter, der bei Claſen
beſchäf=
tigte Gert Cordes, ſtellte ſich vorgeſtern abend
bei der Polizei. Er iſt vollkommen
zuſammen=
gebrochen und gab beim erſten Verhör an, daß
er ſich an nichts erinnern könne.
Das Wilhelm=Raabe=denkmal
in Braunſchweig feierlich enthüllt.
Gedenktafel unweit der Unglücksſtelle im Walde von Beauvais (Frankreich),
wo in der Nacht vom 5. Oktober 1930 das engliſche Rieſenluftſchiff „R. 101” brennend abſtürzte
und über 50 Menſchen den Tod fanden. Die ſchlichte Gedächtnistafel wurde vor kurzem enthüllt.
England von den ungeheueren Ueberſchwemmungen ſchwer bekroffen.
Nummer 259
Der Deutſche Juriſtenkag in Lübeg
Lübeck. Auf der Tagung des 36. Deutſ=
Juriſtentages ſprach am Mittwoch Sektione
Dr. Hermann=Wien in ſeiner Begrüßunge
ſprache namens der öſterreichiſchen Juriſten
Bekenntnis zum Anſchlußgedanken aus und
ſich für eine Rechtsangleichung und eine
Re=
einheit zwiſchen Deutſchland und
Oeſter=
ein. Senator Dumont überbrachte die
G=
der Freien Stadt Danzig mit der Auffo
rung, einen der nächſten Juriſtentage in Da
abzuhalten. Präſident Dr. Wildhagen ging
ſonders auf die Begrüßungsworte des z
reichiſchen Vertreters ein und betonte dabei
könne nicht Aufgabe des deutſchen
Juriſtent=
ſein, ſich mit dem Haager Urteil über die
union auseinanderzuſetzen. Aber ſoviel kö
man wohl ſagen, daß der Haager Schiedsſp
ein Pyrrhusſieg für Frankreich ſei. Wenn 1
die Stimmen wäge, ſo würden die ſieben S.
men der Minderheit ſchwerer ſein als die
der Mehrheit. Es werde der Tag kommen
dem die Weltgeſchichte das Weltgericht ſei.
Völker innerhalb der deutſchen Grenzpfähle
in Oeſterreich ſeien eines Stammes. Ihre 9
einigung könne nicht auf die Dauer verhin
werden. Man wolle trotz der Grenzen
deutſch=öſterreichiſche Rechtseinheit pflegen.
herzlichem Brudergruß an die Deutſchen in Oe
reich ſchloß der Präſident ſeine mit Beifall
genommene Rede.
Strecker geiſteskrank?
Berlin. Das Gericht hat beſchloſſen,
Schriftſteller Strecker am Freitag vormittag
Gerichtsbeſchluß nach Moabit zu bringen
auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſuchen zu lal
Schreckenstat einer Wahnſinnigen.
Olmütz. Hier hat ſich am 9. September
furchtbare Familientragödie zugetragen.
Frau eines in der tſchechiſchen Geſandtſchaft
bekannten Staatsbeamten namens Sivy wr
nach der Geburt eines Kindes vor etwa
ei=
halben Jahr ſchwermütig und war von der
deherrſcht, ſie müſſe ſterben. Sie wurde in
Nervenheilanſtalt gebracht, kam jedoch
einigen Tagen anſcheinend geſund zurück.
9. September ergriff die Frau ihr Kind
ſprang mit ihm aus dem Fenſter des zwe
Stockwerks auf die Straße. Das Kind blieb
zerſchmetterten Gliedern auf dem Stra
pflaſter liegen, während die Frau am Ge
hängen blieb. Der Ehemann ſah mit Entſe
den Vorfall, ohne helfen zu können. 9
ſchweren Mühen gelang es der Feuerwehr,
Frau Sivy zu bergen. Sie wurde ſofort in
Irrenanſtalt gebracht.
aft
Ein engliſcher Dampfer geſunken.
Kopenhagen. Der deutſche. Dam
„John Rheder”, der regelmäßige Fahrten
Kohlen zwiſchen Methil (Schottland) und
ſhals in Weſtjütland unternimmt, lief geſ
mit mehrtägiger Verſpätung in den Hafen
Hirſhals ein. Der Kapitän teilte mit, daß
Abfahrt von Methil am Mittwoch erfolgt
Nach zwei Tagen mußte das Schiff wegen e
ſchweren Orkans umkehren, da am letzten
nur eine Seemeile in der Stunde zurückge
werden konnte. Ein engliſcher und ein norm
ſcher Dampfer, die Methil gleichzeitig mit
„John Rheder” verlaſſen hatten, konnten
Ausſage des Kapitäns keinen Hafen errei=
Der engliſche Dampfer, der ſich auf der F
nach Aberdeen befand, ſei mit Mann und M
verſchwunden. Der norwegiſche Dampfer ſt
dete an der ſchottiſchen Küſte, wobei der Kap
und der erſte Steuermann den Tod fanden.
Allen und Moyle gelten als verſchollen.
Tokio. Bezüglich der beiden Flieger 2
und Moyle, die zu einer Ueberquerung
Stillen Ozeans von Japan aus geſtartet we
und bereits als verſchollen gemeldet wurden,
man hier jede Hoffnung aufgegeben. 2
fürchtet, daß ſie ins Meer geſtürzt und ertru,
ſind.
Rückehr der Euraſia=Flieger.
Urga. Der Euraſia=Flieger Rathje hat
geſtern Urga verlaſſen und iſt über Mer”
Udinſk nach China abgereiſt. Ob die Verletzu!
ſeines Fliegerkameraden ſchon ſo weit gel
ſind, daß Kölber mit Rathje zuſammen die 2
hat antreten können, ſteht nicht feſt.
Denkmal für 6ooo gefallene deufſt
geſoldaken in Kielenkhüll.
[ ← ][ ][ → ]er 252
Freitag, den 11. September 1931
Seite 9
Beelins „Koma der Gastwicte
Zum Sode von Gustau Korcher.
Gaſthaus der Berühmtheiken. — Diplomaken und Hofgeſellſchaff. — Horchers „Goldenes Buch”.
Das berühmkeſte Fremdenbuch. — Aukogramme der Dichter und Denker.
” — ſo wird kurz das Weinlokal in der Nähe der
„eglaln Berlin genannt, wo der eben verſtorbene „König
Egirte” noch heute die hervorragendſten Perſönlichkeiten
gerlins reinigte. Was „Schwannecke” für Kunſt und Bühne
va t „Horcher” für Diplomatie, Geſellſchaft, für Bank=
Bnfürſten, ſowie die „Internationale des Goldes”. Bei
ſcheut man gut und . . . teuer. Man erhält hier die
herr=
ten ine, denn die Kunden, die das Lokal beſuchen, ſind in
glü hen Lage (heute muß man vielleicht ſagen: geweſen)
die oſten nicht große Rückſicht nehmen zu müſſen. Es iſt
Lo der Feinſchmecker, und da es ſolche Genüßlinge unter
Bifen gibt, ſo finden ſich hier gelegentlich all diejenigen
die n kleines Monatseinkommen für ein Abendbrot aus=
1ien. Die große Zeit hatte Horcher vor dem Kriege,
h eine Hofgeſellſchaft gab, die es für ihre Pflicht hielt,
ſie u treffen. Der Großgrundbeſitz und Adel ſieht auch
w. wenn er nach Berlin kommt, dieſe Gaſtwirtſchäft als
St mlokal an, und an den Wänden ſind manche Wappen
z St mgäſte zu ſehen. Die Miniſter und Diplomaten der
ſorkrig eit hatten hier ihre Tiſche, und man wußte genau,
eskraru, ſo da ſeichskolonialamt, das Auswärtige Amt, das
Land=
ſirtſche miniſterium uſw. ſaßen, d. h. die prominenteſten
Be=
mten ſer Aemter und Miniſterien. Horcher kannte die
Be=
underb en aller ſeiner ſtändigen Gäſte. Er wußte ihre
Lieb=
nasſp n und gab Anweiſungen, wie ſie zubereitet werden
ſußter m ganz im Sinne der Beſteller auszufallen. Podbielfki,
freihe von Schorlemer=Lieſer, Bennigſen, und andere bekannre
Nänne der Politik waren hier am Abend zu finden. Auch die
ſthotſcher der fremden Staaten gaben ſich hier ein Stelldichein,
nd hi wurde manche politiſche Frage bei einem Glaſe Wein
ierharr . Damals war allerdings die europäiſche Lage nicht
„verz kt wie heute, und die Diplomaten hatten ſehr viel An=
„ehen der Welt und wenig Sorgen. Heute bei den
inter=
ſatiorr i Schwierigkeiten iſt das diplomatiſche Geſchäft
und ſorgenvoll, denn es iſt in erſter Reihe ein Rechen=
und die Rechnungen laſſen ſich nur ſehr ſchwer in
eiu
Geſellſchaft ausführen, beſonders wenn es ſich um
Frau
ldſummen handelt, die .. . nicht vorhanden ſind. Die
Fenſter 4R
heute in ganz Europa herrſcht, iſt das Hauptthema
Das Riu der di matiſchen Beſprechungen, und die Not iſt ein ſchlechter
auf den (Begle 1 der Geſelligkeit. Aber auch trotzdem findet man heute
die Fra nnoch i1 eſem Gaſthaus der Berühmtheiten die hervorragendſten
ann ſah mtPerſö gkeiten, die in der Politik und im Wirtſchaftsleben
zu hn eine 2e ſpielen. Manche Bankdirektoren, die früher ſtändige
es der Feum Gäſte ſes Lokals waren, ſind inzwiſchen vom Schauplatz der
wurde ſoin Tätig1 abgetreten und mußten ſich ein beſcheideneres Daſein
wähle So iſt die Not der Zeit auch an Horcher nicht
ſpur=
ſos v vergegangen. Während früher das kleine intime Lokal
gedrä, voll war, ſind jetzt auch hier häufig leere Tiſche
anzu=
ſeffey Aber Berlin verfügt noch über genug reiche Leute, die
ejutes und teures Eſſen leiſten können, und fernerhin
große Anzahl von Männern, die es ſich leiſten, auch
veun es nicht können. Die Jahresberichte mancher
Aktien=
iten, die nur von Verluſten erzählen, ſind ein Beweis
ß nach ihren Büchern manche Direktoren, die hier hin
er zu ſehen ſind, ſich billigere Lebensgewohnheiten
zu=
ſten. Von den hervorragenden Gäſten, die hier ver=
kehren oder verkehrt haben, zeugt das „Goldene Buch”. Horcher
hat wohl eins der ausgezeichnetſten Fremdenbücher der Welt,
denn hier ſind die Namen aller Größen auf dem Gebiete der
Politik und Wirtſchaft, der Kunſt und Dichtung, vertreten.
Amerikaniſche Milliardäre, wie Cornelius Vanderbildt und
Harriman haben in dieſes Buch ebenſo ihre Namen verzeichnet,
wie Könige und Fürſten, die inkognito hier waren und ſich unter
irgendeinem ſchlichten Namen hier einzeichneten. Enrico Caruſo
ſaß hier ebenſo wie Charlie Chaplin und andere Filmgrößen,
die ſich an Horchers Weinvorräten von den Entbehrungen des
trockenen Amerikas erholen wollten. In dieſer Beziehung iſt
Horcher vielleicht das internationalſte Lokal der Welt, und zwar
in dem Sinne, daß die internationalen Größen, die Berlin
be=
ſuchten, ſich ſtets hier einfanden, um einen Abend zu verbringen.
Es kann in dieſer Beziehung die Vergleiche mit den
berühm=
teſten Lokalen von Paris und London aushalten. Mancher große
Name, der einſt hier ſtrahlte, und deſſen Träger von den anderen
Gäſten ehrfürchtig bewundert wurde, iſt beute verblichen. Die
Geſchichte hat erwieſen, daß der Betreffende nur eine
Schein=
größe war, oder die wirtſchaftliche Entwicklung der letzten Jahre,
die das Unterſte nach oben kehrte, hat ihn von der Höhe, die
Reichtum und Stellung verleihen, hinabgeweht, und mancher iſt
heute als Chauffeur tätig, der früher in einem koſtbaren Auto
hier allabendlich vorfuhr, um das Leben zu genießen.
Ein deukſcher Anſiedler berichkek aus
Miſiones (Argenkinien).
DAI. Wie die Ausſichten des deutſchen Binnenſiedlers ſo
ſind auch die der deutſchen überſeeiſchen Siedlung heute hart
umſtritten. Um ſo mehr muß es intereſſieren, was ein Deutſcher,
der ſich als Koloniſt in Miſiones (Argentinien) angeſiedelt hat,
über ſein Ergehen berichtet. Er ſchreibt u. a.:
„Ich bin jetzt faſt ſechs Jahre hier anſäſſig und habe eine
ganze Pflanzung von etwa 50 Hektar aufgebaut, nachdem es
mir in,der Heimat nicht gelang, feſten Fuß zu faſſen. Und ich
bereue es nicht, es getan zu haben! Meine neue Heimat bietet
mir jedenfalls Obdach und Nahrung, ein völlig ſorgenfreies
Daſein. Und das kann ſich hier ein jeder erwerben! Wenn
einer ſagt, daß er hier notleiden muß, ſo iſt das ſein eigenſter
Fehler. Nahrungsſorgen gibt es hier nicht, wenn man einmal
ein Jahr hier iſt. Dazu iſt das Klima als recht geſund zu
be=
zeichnen. Wir haben jetzt allerdings eine Art Grippe mit
Malaria im Lande, wovon viel Geſchrei in den Zeitungen
ge=
macht wird. Es gibt ſchließlich einmal in jedem Land ſtärker
auftretende Krankheitsformen. Mir perſönlich ſind etwa 15
Todesfälle innerhalb vier Monaten bekannt geworden, bei einer
Bevölkerung von etwa 5000 Seelen. Die ſonſtigen Verhältniſſe
ſind auch als ſehr günſtig zu bezeichnen, als da ſind: gutes
und reichliches Waſſer, ſehr fruchtbare Böden und großer
Holz=
reichtum. Gerade dadurch bildet Miſiones eine große Ausnahme
gegenüber den anderen Gebieten Argentiniens.
Was nun die wirtſchaftliche Ausſicht betrifft, ſo iſt das nicht
ſo leicht zu beantworten. Einmal iſt die Weltkriſe auch bis
hierher vorgedrungen, zum anderen iſt die Erſchließung noch
ver=
hältnismäßig neu, nicht zuletzt iſt ein Uebelſtand die weite
Entfernung von großen Städten, z. B. für den Abfatz von
Gartenerzeugniſſen, Hühnern uſw. Jeder baut für ſich
Lebens=
mittel im Ueberfluß, ohne Geld daraus ſchlagen zu können, oder
er kann nur ſehr geringen Erlös buchen. Das Fehlen von ſo
gut wie jeglicher Induſtrie, einer Verkaufsorganiſation und
einer Abſatzmöglichkeit von Bedeutung iſt für uns recht
ſchmerzlich.
Die Bewirtſchaftung eines Grundſtücks auf Bauernart gibt
das tägliche Brot im reichſten Maße, bietet aber wenig
Aus=
ſicht auf direkte Bareinnahmen. Nicht zu vergeſſen iſt dabei,
daß man bei der Einrichtung verhältnismäßig wenig Kapital
be=
nötigt und mit ungefähr 3000 bis 5000 Peſo auskommt.
Die Hauptkultur der Pflanzungsunternehmungen iſt die Yerba,
dann Edelorangen und heute im Entſtehen begriffen Tung=Oel.
Yerba iſt zweifellos ein Getränk von ungleich höherem Werte
als Kaffee oder ſogar Tee. Auf alle Fälle iſt es ratſamer Yerba
zu pflanzen als Kaffee. Sehr gut werden ſich die Orangen
lohnen, beſonders zum Export. Freilich gehört dazu Kapital,
aber ſelbſt hier im Lande iſt der Abſatz nicht leicht zu
über=
bieten; denn die Qualität der Orangen iſt wohl unübertrefflich
und die Fruchtbarkeit enorm.
Miſiones dürfte mit ſeinen hier geſchilderten Vorzügen mit
zu den Ländern gehören, die noch wirklich Ausſichten für
Ge=
winne bieten wie nirgendwo anders. Denn es kommen
Kul=
turen in Betracht, mit denen der Weltmarkt noch nicht
über=
ſättigt iſt, was ja immerhin ſehr ſelten iſt. Es handelt ſich
dabei um den Anbau von Orangen, Grapefruits, Tungöl, Yerba
und nicht zuletzt Hölzern, wie die braſilianiſche Pinie und
an=
dere mehr.”
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17.00: Nachmittagskonzert.
18.40: Dr. jur. Böſe: Das Schlichtungsweſen.
19.05: Aerztevortrag: Die Leberbehandlung bei Blutkrankheften.
19.45: Unterhaltungskonzert des Philharmoniſchen Orcheſters
Stutt=
gart.
20.30: H. Reimann: Von den Dynamiden bis zu J. S. Bach.
21.00: Segen der Erde. Literariſch=muſikaliſche Hörfolge. Ausf.:
Philharmoniſches Orcheſters Stuttgart. Rundfunkchor. Ilſe
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nitzer, E. Stockinger.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Tanzmuſik der Funkkapelle.
0.30: Nachtkonzert.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 11. September.
10.10: Schulfunk: Eine Fahrt auf dem Oberländiſchen Kanal.
15.00: Jungmädchenſtunde: Grete Maria Markſtein: Was wir leſen.
15.40: Jugendſtunde: Reiſen und Abenteuer.
16.00: Min.=Dir. Richter: Problem der Hochſchulreform.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Wie ein Film entſteht: Lore Stein: Der Operateur.
18.00: Bürgermeiſter Dr. Elſas: Die Notlage der Kommunen u.
ihre Urſachen.
18.30: Prof. Dr. Reichenbach: Entwicklung des geometriſchen
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19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Zahnärzte.
19.30: F. Spliedt: Die ſozialen Sicherungen im Arbeiterleben.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20,00: Dr. Böhme: Kirche und Abrüſtung.
20.30: Die Räuber (5 Masnadieri). Oper von Verdi.
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Seite 10
Freitag, den 11. September 1931
SteLadlia Selieni
Hendball.
S.V. 98 Darmſktadt -— Alemgnnia Worms.
Im zweiten Spiel der Doppelveranſtaltung des kommenden
Sonntags auf dem Platze am Böllenfalltor tritt die Handball=
Ligamannſchaft der 98er gegen Alemannia Worms an. Mit dieſem
Spiel tragen die Einheimiſchen ihr vorletztes Verbandsſpiel der
Vorrunde, die bisher ohne Punktverluſt abſolviert werden konnte,
aus. Die Sportvereinsleitung hätte an ſich auf Verlegung des
bevorſtehenden Treffens beſtehen können, da Feick durch
Aufſtel=
lung zu dem Vorbereitungsſpiel für das Ländertreffen
Deutſch=
land — Oeſterreich nicht zur Verfügung ſteht. Nach den
bis=
herigen Spielen gegen die Wormſer Handballmannſchaften dürfte
man die 98er auch ohne Feick für ſpielſtark genug halten, um.
zu=
mal mit dem Vorteil des eigenen Platzes, zum Siege zu kommen.
Die Spielſrärke der Alemannenelf wird dabei keineswegs
unter=
ſchätzt, aber den 98ern in der Aufſtellung:
Henß
Reuter
Rothenburger
Dittmar. Delp Pabſt
Fiedler Ploch Fuhs Werner Freund
dürfte ſie nicht ganz gewachſen ſein. Mit zwei derart geſchickten
Aufbauſpielern, wie Ploch (wenn er nicht wieder, wie am
Sonn=
tag, zeigt, daß er auch erſatz”=ſpielen kann) und Werner es ſind,
werden, ſo nehmen wir an, ſchon die zum Enderfolg nötigen
Torerfolge herausgeſpielt werden können. Bemerkenswert iſt noch
daß ſeit längerer Zeit wieder einmal Reuter in der
Verteidi=
gung ſteht. Für Peter Reuter iſt das Spiel des kommenden
Sonntags das letzte Spiel in der Handball=Ligamannſchaft der
98er. Nach jahrelanger Tätigkeit in dieſer Elf. in der er die
Süddeutſchen Meiſterſchaften 1925. 1926, 1927, 1928 und 1930
mit=
erſtritten hat, iſt für dieſen bewährten Spieler die Zeit
gekom=
men, in der er ſich vom aktiven Sport zum Alt=Herren=Sport
zurückzieht. Im bevorſtehenden Spiel wird Reuter, der während
ſeiner aktiven Laufbahn als aktiver Spieler mehrfach zu
reprä=
ſentativen Ehren gekommen iſt, uns noch einmal ſeine elegante
pielweiſe zeigen, um dann ſeinen zukünftigen Poſten als
Tor=
wächter der Alt=Herren=Fußballmannſchaft endgültig zu beziehen.
Der Spielbeginn für das Handballſpiel iſt auf zirka 4 Uhr
feſtgeſetzt. Vorher ſtehen ſich die Fußball=Ligamannſchaft der
er und Olympia Lorſch im Verbandsſpiel gegenüber, ſo
daß die Beſucher ein reichhaltiges Programm geboten erhalten.
2. 5.B. Brgunshardt - Sp. Bgg. 94 Arheilgen.
Als nächſten Gegner empfängt Braunshardt am Sonntag,
nachmittags 2 Uhr, die Ligamannſchaft der SpVgg. 04 Arheilgen,
Die Arheilger ſind den Braunshardtern keine unbekannten Gäſte,
denn im Laufe dieſes Jahres kreuzten beide Mannſchaften in
Svielen um die Kreismeiſterſchaft und um den Aufſtieg zur Liga
hon die Klingen. In dieſen Treffen war es den
Braunshard=
tern niemals gelungen, auf heimiſchem Boden einen Sieg über
Arheikgen zu landen. Sie mußten ſich tedesmal mit einem
Un=
entſchieden begnügen, während, dann die Spiele in Arheilgen den
Zraunshardtern zwei Siege einbrachten. Auch diesmal wird die
Gäſte=Elf, die als äußerſt ſchnelle ued flinke Mannſchaft bekannr
ſt, und bei der der wendige Sturm, der Mittelläufer und
Tor=
art beſonders hervorragen, wieder einen ſchwer zu ſchlagenden
Gegner abgeben. Die Einheimiſchen müſſen deshalb, um das
Sviel für ſich entſcheiden zu können, ſchon viel kampfesfreudiger
ſein und mit weit beſſeren Stürmerleiſtungen aufwarten, als am
letzten Sonntag gegen Wormatia Worms. — Vor dem
Haupt=
treffen ſtehen ſich die Ligareſerven beider Vereine im
Verbands=
ſpiel gegenüber.
* Handball im 9eenwaldgau der 9.I.
Der 13. September bringt folgende Spiele:
Meiſterklaſſe: Nieder=Klingen — Groß=Bieberau, 3.30 Uhr;
Michelſtadt — König, 3,30 Uhr: Momart — Erbach 2., 3,30 Uhr.
4=Klaſſe Nord: Klein=Umſtadt — Reinheim, 3,30 Uhr;
Alt=
heim— Langſtadt, 3,30 Uhr; Gundernhauſen — Richen, 3,30.
4=Klaſſe Süd: Steinhach — König 2. 3,.30 Uhr; Lengfeld
Mümling=Grumbach, 3,30 Uhr; Zell 1. — Steinbach 1.,
3.30 Uhr.
B=Klaſſe Gruppe 1: Hainſtadt — Kirch=Brombach 2., 2 Uhr,
Michelſtadt 2. — Erbach 3., 2 Uhr: — Gruppe 2‟ Groß=
Bieberau 2. — Habitzheim 1., 3.30 Uhr; Klein=Zimmern 1
— Spachbrücken 1. 3.30 Uhr: — Gruppe 3: Schlierbach 1.
— Heubach 1., 3.30 Uhr: Schaafheim 1. — Semd 1. 3.30 Uhr.
C=Klaſſe Gruppe 1: Zell 2. — König 3., 2 Uhr: Momart 2.
Steinbach 2 2 Uhr: — Gruppe 2: Georgenhauſen 1.—
Lengfeld 2. 2 Uhr: — Gruppe 3: Langſtadt 2. — Altheim2.
3,30 Uhr; Schaafheim 2. — Gundernhauſen 2. 2 Uhr.
Freundſchaftsſpiele: Reinheim 2. — SpV. 98
Darm=
ſtadt 1. Jad, 2 Uhr; Reinheim Jgd. — SpV. 98 Darmſtadt
2. Jgd., 12,45 Uhr.
Nieder=Klingen iſt auf eigenem Platze ſchwer zu ſchlagen; eine
Vorherſage über den Ausgang des Treffens wäre ſehr unſicher,
ſie unterbleibe deshalb. Aehnliches gilt von der Begegnung
Mo=
mart — Erbach. Da Momart wieder anſehnliche Spielſtärke
be=
ſitzt und die Tücken ſeines Platzes genau kennt, liegt ſein Sieg
immerhin im Bereich der Möglichkeit. Michelſtadt wird die Punkte
den Gäſten überlaſſen müſſen. In A=Nord ſind Reinheim und
Altheim als ſichere Sieger zu erwarten. Die Sache Richen —
Gundernhauſen dagegen laſſen wir offen. Lengfeld und Steinbach
werden in 4=Süd ſiegen und vielleicht gelingt es auch Königs 2.,
auf dem muldenförmigen Platz in Steinbuch zu Erfolg zu kommen.
wenn es ſich ſchnell eingewöhnt. In der B=Klaſſe darf man auf
den Ausgang des Kampfes Klein=Zimmern — Spachbrücken
ge=
ſpannt ſein.
Schwerakhlekik.
Kreisjugendmeiſterſchaften 1931 des 2. Kreiſes.
Vorwärts Groß=Zimmern — Polizei Darmſtadt.
Am Sonntag, den 13. September, finden in Groß=Zimmern
die diesjährigen Kreisjugendmeiſterſchaften des 2 Kreiſes (
Mittel=
rhein) im Ringen, Stemmen, Boxen und in der Leichtathletik
ſtatt. Nach den bereits eingegangenen Meldungen iſt in den
ein=
zelnen Sportarten und Gewichtsklaſſen mit ſtarker Konkurrenz
und deshalb ſpannenden Kämpfen zu rechnen.
Als Auftakt zu den Meiſterſchaftskämpfen der Jugend findet
am Samstag abend im Schwanenſaal in Groß=Zimmern ein
Freundſchaftskampf der Oberligamannſchaften des
Polizeiſport=
vereins Darmſtadt und des Athletenvereins Vorwärts Groß=
Zimmern ſtatt. Auch hier darf man ſicherlich mit ſehr ſpannenden
Kämpfen rechnen.
Darmſtädter Turnerſchaft e. B.
Die Volksturner in Rüſſelsheim.
Am kommenden Sonntag finden, wohl als Abſchluß der
Leichtathletikſaiſon im Main=Rhein=Gau die Opel=Kampfſpiele
des Tv. Rüſſelsheim ſtatt. Die Kampfſpiele haben in den letzten
Jahren immer mehr an Wettkämpfern zugenommen und auch in
dieſem Jahre wird die Beteiligung wieder eine gute ſein. Die
Darmſtädter Vereine ſind mit einer ſtattlichen Zahl vertreten,
neben der Turngeſellſchaft 1875 iſt auch diesmal die Turngemeinde
46 am Start. Wir finden die Darmſtädter Volksturner in den
Einzelwettkämpfen der Unter= und Oberſtufe, in den
Mehrkämp=
fen, ferner ſind die ausgeſchriebenen Staffeln mit einer
Mann=
ſchaft belegt. Die Tgde, nimmt an der 4mal 100=Meter=Staffel
teil, während die Tgeſ. 1875 mit ihrer 3mal 1000=Meter=Staffel
einen erſten Platz belegen dürfte. Ferner iſt von beiden Vereinen
noch die Mainſtaffel gemeldet, die zwei Schwimmer und zwei
Läufer vorſieht. Die Turnerinnen der Tade. 1846 beſtreiten den
Dreikampf.
Am Sonntag beginnen auch für die Darmſtädter
Turnerhand=
ball=Mannſchaften die Pflichtſpiele im Main=Rhein=Gau, und
wünſchen wir den Volksturnern wie auch den Spielern einen
guten Erfolg.
* Zußball im Kreis Slatkenburg.
Nachdem am 6. September zwei Mannſchaften ausſetzten,
ſtehen am kommenden Sonntag alle vierzehn Vereine der
Kreis=
liga im Punktkampf. Das Programm iſt wieder recht intereſſant,
und da man jetzt ſchon anfängt, die Punkte zu zählen, ſo ſieht man
den Ergebniſſen der einzelnen Spiele mit Spannung entgegen.
Hier das Programm:
Union Darmſtadt — Spvgg. 04 Arheilgen (11 Uhr); Polizei
Darmſtadt — FC. 03 Egelsbach; Germania 03 Pfungſtadt —
Union Wirhauſen; Viktoria Griesheim — Germanig Oberroden;
Sportverein Münſter — Germania Eberſtadt; Fußballverein
Sprendlingen — Haſſia Dieburg; Sportverein Mörfelden — FSV.
Groß=Zimmern.
Alle Spiele beginnen, mit Ausnahme des Treffens in
Beſſun=
gen, um 3 Uhr.
Union Darmſtadt hat in Arheilgen einen ſehr ſchweren
Geg=
ner vor ſich. Wir rechnen mit einem knappen Erfolg der Gäſte;
nur eine ſehr gute Leiſtung der Beſſunger könnte eine
Punkt=
teilung erzwingen. Die Polizei hat es u. E. leichter. Wir
glau=
ben, daß ſie ihre Gäſte aus Egelsbach klar ſchlagen kann. Auch
Pfungſtadt ſollte Wirhauſen diſtanzieren können. Man darf
ge=
ſpannt ſein, ob die Einheimiſchen mit einer Neuaufſtellung ihres
Angriffs antreten, und ob ſich dieſe bewährt. Der Tabellenführer
Oberroden muß nach Griesheim. Oberroden iſt höher einzuſchätzen
als die Platzherren, aber verſchiedene unerwartete Ergebniſſe
dieſer Spielzeit haben gezeigt, wie falſch es iſt, gewiſſe
Mannſchaf=
ten zu unterſchätzen. Normalerweiſe ſollten ſich ia die Gäſte
be=
baupten, aber auch eine Punkteteilung wäre keine eigentliche
Ueberraſchung mehr. In Münſter gaſtiert der Neuling aus
Eber=
ſtadt. Knapp für die Einheimiſchen lautet unſer Tip; an eine
Ueberraſchung vermögen wir nicht zu glauben. Nach den
beider=
ſeits ſchwachen Leiſtungen von Sprendlingen und Dieburg darf
man geſpannt ſein, wie beide Mannſchaften am Sonntag
gegen=
einander abſchneiden; ein Unentſchieden ſcheint am eheſten
mög=
lich. Groß=Zimmern tritt wegen Platzſchwierigkeiten nicht wie
vorgeſehen daheim, ſondern in Mörfelden an. Wir halten die
Einheimiſchen auf Grund des Platzvorteils für Favoriten.
Der Spielbetrieb in den drei Gruppen der 4=Klaſſe.
geht ebenfalls munter weiter. Vom letzten Sonntag werden
fol=
gende Ergebniſſe gemeldet:
Gruppe Bergſtraße=Ried. SV. Geinsheim — SV.
Groß=Gerau 7:0 (0:0): Germania Leeheim — Poſt Darmſtadt
2:1 (2:1); Olympia Hahn — Eintracht Darmſtadt 3:2 (0:2,
Rot=
weiß Darmſtadt — Reichsbahn Darmſtadt 3:0 (2:0); FSV.
Jugenheim — Boruſſia Dornheim 2:3 (0:0). In Geinsheim ſoll
es nicht ganz ordnungsgemäß zugegangen ſein: der 0:0 Stand bei
der Pauſe und dann 7 Tore in der zweiten Halbzeit laſſen ſchon
darauf ſchließen, daß irgend etwas nicht ſtimmt.
Gruppe Odenwald. SV. Höchſt — VfL. Michelſtadt
0:6 (0:3); SV. Lengfeld — Viktoria Kleeſtadt 7:1 (4:0); SV.
Roßdorf — Viktoria Schaafheim 9:1: VfR. Beerfelden — Spgg.
Groß=Umſtadt 1:9 (0:7)” am 30 Auguſt: Viktoria Schaafheim
VfL. Michelſtadt 1:3. Das Spiel in Beerfelden wurde vom
Schiedsrichter nach der Pauſe wegen eines Unwetetrs abgebrochen,
nachdem das Treffen ſchon vorher darunter zu leiden hatte.
Gruppe Dreieich. T. u. SV. Meſſel — FV.
Epperts=
hauſen 1:1 (0:1); FC. 02 Dreieichenhain — SC. Dietzenbach 1:3
(1:3); Sportgde. Syrendlingen — FV. Offenthal 3:5 (1:2); FC.
Langen Reſerve — FC. Erzhauſen 3:0 (0:0).
Die Gruppe Bergſtraße=Ried nach dem 6. September:
Am kommenden Sonntag ſpielen:
Bergſtraße=Nied: Eintracht — Rotweiß Darmſtadt (11
Uhr); Reichsbahn — FSV. Jugenheim (11 Uhr); Chattia
Wolfs=
kehlen — Germania Leeheim; SV. Weiterſtadt — SV.
Geins=
heim Olympia Hahn — Poſt Darmſtadt
Odenwald: SV. Höchſt — SV. Lengfeld: VfL.
Michel=
ſtadt — SV. Roßdorf; VfR. Beerfelden — Viktoria Schaafheim;
Viktoria Kleeſtadt — Sppgg. Groß=Umſtadt.
Dreieich: SV. Offenthal — FV. Eppertshauſen; SC. 06
Dietzenbach — Sportamde Sprendlingen; FC. 02 Dreieichenhain
— T.u. SV. Meſſel; FC. Erzhauſen — Spielvgg. Klein=Zimmern.
Eintracht 1919 Darmſtadt — Rotweiß Darmſtadt.
Wohl das intereſſanteſte der diesjährigen A=Klaſſen=
Ver=
bandsſpiele findet am Sonntagpormittag 11 Uhr auf dem
Eintrachtplatz, hinter der Reithalle, ſtatt. Die Paarung trifft
zwei ſchon Jahre in dieſer Klaſſe kämpfende Vereine, und zwar
ſind dies Rotweiß=VfR. und FC. Eintracht. Beide Vereine, die
in ihrer Spielweiſe hinreichend bekannt ſind, lieferten ſich immer
ſchöne und faire Kämpfe. Die mit Erſatz antretenden
Grün=
weißen werden alles verſuchen, dem Gegner den Sieg ſo ſchwer
als möglich zu machen. Sollte für Eintracht kein Sieg zu
er=
ringen ſein, ſo wird es doch für die wackeren Grün=weißen ein
moraliſcher Erfolg bleiben, daß ſie einem beſſeren Gegner mutig
entgegentreten und auf dem Spielfelde ſportlich anſtändig die
Far=
ben ihres Vereins vertreten.
Nummer 254
Sorlabzeichenperiſtungl.
Morgen Samstag. 15.30 Uhr, findet auf dem Rotw
Platz eine Abnahme der leichtathletiſchen Uebungen für
Deutſche Turn= und Sportabzeichen ſtatt. Bewerber wollen
unter Vorlage des beglaubigten Urkundeheſtes auf dem Sp
platz melden.
Die deutſche Fußball=Elf gegen Oeſterreich wurde erneut.
geſtellt und hat jetzt folgende Auftellung erhalten: Kreß: En
rich Brunke; Kauer, Leinberger, Knöpfle; Weiß, Hornauer”
zorra, Richard Hoffmann, Kund.
Im erſten Spiel der Vorſchlußrunde um den Mitropacun
fen am Donnerstag in Wien vor 15000 Zuſchauern die Elf
WAC. und Sparta Prag zuſammen. In einem ſchönen und fo
Kampf ſiegten die Prager knapp aber verdient mit 3:2 (t1)
Mit 2:0 endete der Fußballkampf in Rio de Janeiro zwi
Braſilien und Uruguay zugunſten der Braſilianer.
Das Weltmeiſtertreffen der Steher in Frankfurt a. M
100 Km. gewann Möller=Hannover in 1:25:30 Std. vor Kre
Linart, Sawall und Schön.
Infolge der ſchlechten Finanzlage des Staates wurden
Miniſterfum des Innern die in dieſem Jahre geplanten deut
Polizei=Meiſterſchaften abgeſagt.
Der Amerikaner van Ryn ſchlug bei der amerikani
Tennismeiſterſchaft in Foreſt Hills den Franzoſen Bouſus
7.5. 6:0, 6:4.
Geſchäflſches.
Einefreudige Ueberraſchung für Hausfra
und Kinder iſt das große Sanella=Margarine=Preisausſ
ben. 50 000 Mark und 40 000 Sachpreiſe gelangen zur Verteil
Bei dieſer Fülle von Preiſen bietet ſich alſo jedem, der ſich
der Preisaufgabe beſchäftigt, eine große Gewinnmöglichkeit,
Preisaufgabe ſelbſt erſcheint auf „Glückstüten”, die in jedem
ſchlägigen Geſchäft koſtenlos erhältlich ſind.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 37. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr.
Nachdruck verbo
Dond a
gefallen, und zwar je einer auf bie Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
27. Ziehungstag
A Sptenler 1
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400
gezogen
4 Gzpinne zu 10000 M. 26511 176170
12 Gewinne zu 5000 M. 94 754 104191 114531 211459 233266 7781
18 Gewinne zu 3000 M. 23125 73284 86194 108070 194636 248:
251351 305231 316816
62 Gewinne zu 2000 M. 7030 12573 15358 15495 22402 36206 471
50332 b1305 57654 79583 199814 111848 112607 119311 144.
221611 258668 263310 971 087 279243 975503 275591 283209 284
292696 308580 321464 348220 370536 397519
118 Gewinne zu 1000 M. 293 2585 3940 7421 11079 18849 204
24088 25072 33598 51281 60958 64511 68118 74508 78688 894
83168 87581 82191 42019 121100 126838 166257 166590 1700
73488 181244 184558 207098 245375 950808 93047 295509 3294
298420 304094 306088 312179 313786 318715 320398 321290 3241
328741 336672 342998 354717 360304 361543 363412 377142 379
384256 385062 391031 393175, 393241
190 Gewinne zu 500 M. 268 2164 2648 9588 10373 13373 20,
21213 23161 24434 28588 33170 33731 34760 37943 39080 41
49645 50300 62343 62358 76706 92813 961 13 100929 104200 107
116223 118673 119644 120548 122231 130203 132108 135725 137:
158795 165882 168062 172155 154460 128043 194948 196099 200
200486 20 1002 217988 219420 290346 22 1393 00 1698 2231 18 225
253188 71374 271985 271985 273600 274098 277103 278442 2801
980236 284547 289766 930483 293954 904679 296481 308833311
316814 317120 330435 325930 308348 333996 339305 340760 3430
351417 351924 3571 43 352867 361372 362926 367373 370638 3811
381687 382884 3850 13 396148 397733
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400
gezogen
2 Gewinne zu 25000 M. 156332
4 Gewinne zu 10000 M. 165098 318251
12 Gewinne zu 5000 M. 76960 118258 142823 277104 35431534
18 Gewinne zu 3000 M. 70445 86166 119622 152043 162689 2194
301990 354 764 395341
58 Gewinne zu 2000 M. 1626 3286 16320 24115 24388 41114 411
47709 48997 49321 58589 81807 85982 118813 134508 136891 4314
180823 188638 192987 213827 224266 288822 294364 302259 3341
340624 356994 381119
122 Gewinne zu 1000 M. 5711 12663 13154 20039 23615 27046 45
45321 49279 58216 61779 68635 72331 76259 79239 90443 96
99867 106486 111827 116287 120579 127014 130730 138901 1454
198765 148860 150827 153111 156073 156869 158450 165254 1684
168013 180123 183882 186865 192485 204961 019093 219403 2210
239433 243296 245134 252778 265443 269075 288570 381872 2531
294535 294760 307584 318966 31 7176 347684 347872 352726
140 Gewinne zu 500 M. 6110 6891 14433 14747 15548 77193 170
30489 43734 45968 47828 53348 57356 67693 71070 73596 81
113833 114722 121460 130707 130988 144287 149948 159615 194
161679 164963 168338 188578 176008 178616 190304 195448 208
222177 231580 237192 037406 343761 245330 262603 265725 2064
387394 273792 279543 382582 267279 390887 394329 303934 35
307907 313485 316868 316881 331474 344959 348607 359559 362
370426 372878 375144 375482 376628 379968 387096 390261
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewin
zu je 2100), 2 zu je 50000, 4 zu je 25000, 18 zu fe 100
30 zu je 5000, 72 zu je 3000, 150 zu je 2000, 318 zu je 10
516 zu jie 500. 1584 zut je 400 Mark.
Weiterberichl.
Seit geſtern zeigt die Luftdruckverteilung keine weſent
Aenderung. Immer noch kommt für unſer Gebiet der hohe 2
zur Geltung, unter deſſen Einfluß trockenes Wetter vorher:
Im nördlichen Deutſchland dagegen verurſacht kühle mari
Luft immer noch etwas unbeſtändiges Wetter mit gelegent!!
Schauern. Da wir außer dem Störungsbereich verbleiben wer
ſo iſt bei uns noch keine Witterungsänderung zu erwarteh,
Ausſichten für Freitag, den 11. September: Neblig=wolkiges 2
ter mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, 1o
Ausſichten für Samstag, den 12. September: Weiterhin m.
warm, teils neblig=wolkiges, teils aufheiterndes Wetter.
Hauptſchriftienung Rudolf Maupe
Veraniworſtich zur Poltiſk und Wirſchaft: Rudoif Maupe: für Feulleion Neid
Aueland und Heſche Nachrichten: Mar Streeſe: ſür Sport Karl B20m
ſüir den Handel: Dr. C. 6. Que iſch: ſür den Schlußdienſt: Andreas Beler
„Die Gegenwat”, Tageeſpiegel in Bild und Wort. Dr. Kerbert Pelile
Ur den Inſeratentel und geſchäftiche Mitelungen: Wilts Kuble
Druck und Verlag. L.C. Wilttich — ſämiſch in Darmſtadl.
Flt unverklangte Manuſtelvie wird Garante der Rückendung n1 O1 üerwbenihe.
Die beutige Nummer ha 4 Getien
Heißwaren, AussteuerArtikel, Betten und Bettwarel
Wer die Oualitäten und Preise prüft und auf große Answahl Wert lext, geht zu „Rehfeld."
Streifen-Damast
Rein Magcg-Damaste
Battuch-Halhleinen
130 cm breit, gute Oualitäten, Ueter 1:60 0.30 0.00
Oualtäten, Ueter 1.00 1.00
feinste Ausstener-Qualitäten . . . lleter 1.00 1.00 1.50
sonders
were
g beste südd. Cnalitäten,
Hohlsaum-Bektüchor.
Hohlsaum-Bettücher
Halbleinen-Bettücher
COnn8 tein mit kleiven
Sehön=
gebleicht Haustuch, Gr. 150/225, Stück 1:00 besond schnere Stuhlware, Gr. 150/225, St. B00 estra schnere Gualität. dr. 150/225, Stück 9.00 heitsfehlern, allerbeste Gualtätehce.
Mur noch heute und Samstag Geschenk-Tage
Prachtvolle Geschenke zum Aussuene
Kaufen Sie keine Bettwaren,
bevor Sie meine Preise verglichen haben.
Sie können nirgends billiger kaufen.
Geschäfts-
Maus
Jarmstad
Lauidesigst.1
Nun er 252
Freitag, den 11. Sept.
utt
Niverordnung über das Stillhalteabkommen
Kerheiten nur mit Zuſtimmung der Reichsbank. — Eine ohne Zuſtimmung der Reichsbank geſtellte
Sicherheik iſt nichkig. — Ausnahmen von der Verpflichkung zur Enkrichkung der Wechſelſtener
oder einer Landesſkempelſteuer zugelaſſen. — Anſprüche auf Enkſchädigungen
eniſtehen aus den Maßnahmen der Reichsregierung nicht.
Schuldnern und ausländiſchen Bankgläubigern getroffene Still=
Veroronang des Beitsgraftsriien halteabkommen rechtswirkſam wird, darf einer ausländiſchen Bank
von einem Schuldner, der ſeinen Wohnſitz, Sitz oder Ort der
Lei=
tung im Deutſchen Reich (mit Ausnahme des Saargebietes) hat,
Durchführung des Skillhalte-Abkommens.
eine Sicherheit nur mit Zuſtimmung der Reichsbank geſtellt wer=
Unſichere Frankfurker Börſe.
dem die Reichsbank, die Deutſche Golddiskontbank und
che Bankenkomitee das Stillhalteabkommen unterzeichnet
ann damit gerechnet werden, daß es in einigen Tagen
tritt. Die Reichsregierung iſt durch eine Verordnung des
iſidenten ermächtigt worden, die Maßnahmen zu treffen,
d durchführung des Abkommens ſicherzuſtellen.
der Verordnung des Reichspräſidenten zur
Siche; lung der Durchführung des Stillhalteabkommens vom
Se nber 1931 wird auf Grund des Artikels 48 Abſatz 2 der
Reich faſſung verordnet, daß die Reichsregierung zu den
Maß=
nahnr ermächtigt iſt, die erforderlich ſind, die Durchführung des
unter itwirkung der Reichsbank von inländiſchen Schuldnern
und ändiſchen Bankgläubigern getroffenen
Stillhalteabkom=
ns ſerzuſtellen.
Reichsregierung kann Ausnahmen von der Verpflichtung
ur G ichtung der Wechſelſteuer oder einer Landesſtempelſteuer
ulaf?
2rüche auf Entſchädigung entſtehen aus den Maßnahmen
1sregierung nicht.
Verordnung iſt am 9. September 1931 in Kraft getreten.
Ider erſten Verordnung zur Durchführung der
Verord=
ung ; Reichspräſidenten zur Sicherſtellung der Durchführung
des S halteabkommens vom 9. September 1931 wird auf Grund
der Birdnung des Reichspräſidenten vom 9. September 1931
(RGSI, S. .. .) u. a. berordnet:
A das unter Mitwirkung der Reichsbank von inländiſchen
erſte Tag nach Wiedereinführung der variablen Notierungen
r Effektenbörſe ſtärkere Unſicherheit, deren Haupturſachen in
cheren Verfaſſung der Reichsmark im Auslande und in den
ängen an den ausländiſchen Börſen zu ſuchen waren. Zum
dem Nachgeben der Kurfe am hieſigen Platze auch eine Reak=
S einung gegenüber der außerordentlichen Feſtigkeit an den
vor=
enen Tagen zu erblicken. Eine gewiſſe Verſtimmung ging
oy 3, daß die Terminengagements immer noch nicht abgewickelt
* Aktienmarkt ſcheinen ſich die Käuferſchichten etwas größere
tung aufzuerlegen, denn die Nachfrage hat eine Abnahme er=
Verſchiedentlich ſcheint wieder Exekutionswaren auf den Markt
zu ſein, wodurch ein Druck auf die Kurſe ausgeübt wurde.
geſtaltung ließ zu Beginn keine Einheitlichkeit erkennen, doch
mein eine leichte Schwächeneigung feſtzuſtellen. Es eröffneten
iewerten J. G. Farben 1½ Prozent niedriger, während
Scheide=
f Grund einer Verwaltungsmitteilung mit Plus=Plus=Zeichen
* und etwa 5—6 Prozent höher taxiert wurden. Am
Elektro=
en Schuckert im Angebot und 4½ Prozent ſchwächer, wogegen
5n Papiere ziemlich gehalten waren. Montanwerte bei kleinem
c zeniger vsrändert nur Stahlverein 1½ Prozent niedriger.
merkenswerte Feſtigkeit fielen Schiffahrtsaktien auf, die ihren
S um bis zu 2½ Prozent erhöhten. Recht feſt notierten ferner
Surger Zellſtoff (plus 3 Prozent) Salzdetfurth (plus 2¾ Pro=
Deutſche Linoleum (plus 1½ Prozent) Chemienebenwerte,
und Reichsbankanteile hatten dagegen Kurseinbußen von ½
rozent aufzuweiſen. Von den nur per Kaſſa gehandelten
Bank=
röffneten Commerzbank 2 Prozent höher. Im Verlaufe war
„e Befeſtigung zu beobachten, als deren Urſache man
markttech=
omente anführte
Anleihemarkt blieben Neubeſitz gut behauptet, während Alt=
Prozent nachgaben. Am Pfandbriefmarkte war die Nachfrage
ſt mehr ſo ſtark, doch konnte ſich das Kursniveau gut behaupten
onders für 7prozentige Emiffionen, leicht befeſtigen. Von
In=
igationen tendierten ſprozentige Mainkraft ſehr feſt.
Beldmarkt iſt Tagesgeld ſehr leicht. Der Satz gab auf 6½ Pro=
Monatsgeld blieb dagegen noch geſucht und ſtellte ſich für
eſſen auf 7¾ bis 8 Prozent, für zweite Stellen auf etwa 11
Warenwechſel zu 8 Prozent eher geſucht, Privatdiskonte ſehr
ca. Pſo Prozent.
Deviſenmarkt nannte man London gegen New York 4,8593,
3,95, Mailand 92,90, Madrid 54,00. Schweiz 24,92 und Holland
Abendbörſe unterſchied ſich kaum von denen der Vortage,
Geſchäft war äußerſt ſtill, trotzdem ab heute wieder
Kursfeſt=
ſtattfinden. Zu den anfangs höher geſprochenen Kurſen kam
Hinblick auf den morgigen erſten Zahltag nach der Kriſe etwas
an den Markt, ſo daß die Kurſe, die zunächſt gegen die
Ber=
ußnotierungen zwar nicht ganz einheitlich lagen, aber verſchie=
NE eicht anzogen, wieder um ½ bis 1 Prozent zurückgingen. Die
tigkeit war ſehr gering. Im weiteren Verlauf blieb die Hal=
2. bei unveränderten Kurſen.
IS klich ruhiges Geſchäft an der Berliner Börſe.
die Wiederaufnahme des variablen Verkehrs wurden zwar
ſe weitere Feſſeln genommen, es haben ſich aber die ſchon
etzten Tagen auftauchenden Befürchtungen ſofort beſtätigt, daß
kulation ihre wiedergewonnene Freiheit zu Entlaſtungen für
jagements nutzen könnte. Auch das äußere Bild der Börſe
er=
ch die Wiedereinführung der variablen Notierungen eine
Ver=
g. Es werden wieder Geld= und Briefkurſe gerufen, ſo daß
lich lebhafter erſcheint, andererſeits drängen ſich aber nicht, wie
etzten Woche, alle Orders auf den einen Kaſſakurs zuſammen,
das Geſchäft als ſolches weſentlich ruhiger wurde. Die Nach=
* Privatkundſchaft überwog auch heute und ſetzte ſich wieder aus
leinorders zuſammen, die von verſchiedenen Seiten ausgeſpro=
Parnungen vor einer überhitzten Bewegung waren bisher kaum
lüren. Man wollte dieſes Intereſſe des Publikums mit einer
us der Mark erklären, es ſcheint aber eher eine Flucht aus den
haben zu ſein. Die anhaltende Schwäche der Auslandsbörſen
Uch heute keinen beſonderen Eindruck. Dagegen ſollen an einigen
Exekutionen ſtaktgefunden haben, überhaupt wurde verſchie=
— über entſtehende Schwierigkeiten bei der Abwicklung der
laufen=
min=Engagements geklagt. Die erſten variablen Kurſe lagen
anz uneinheitlich, aber meiſt unter den vormittags genannten
Gegen geſtern gingen die Abweichungen im allgemeinen nicht
Prozent hinaus. Feſt und bis zu 3 Prozent höher waren Kali=
Deutſche Linoleum, Holzmann und Mitteldeutſche Stahl, auch
rtéaktien waren gefragt, Hamburg=Süd und Chade plus.
Letz=
den als Papier mit Valutacharakter bevorzugt. Verſchiedentlich
auch MinusMinus=Zeichen angeſchrieben, ſo bei Harpener und
9 B. aber auch bei Reichsbank, Rheag, Deſſauer und Schleſiſche
19 J.G. Farben eröffneten 2 bis 3 Prozent ſchwächer.
Bank=
i die bekanntlich als einzige ehemalige Terminpapiere nicht zur
enden Notiz zugelaſſen ſind, hatten eine uneinheitliche
Kurs=
n9. Adca waren weiter angeboten und mußten wiederum in der
ne repartiert werden.
leihen waren behauptet. Von Ausländern Rumänen und
Anato=
ragt. Pfandbriefe weiter feſt, obwohl die Nachfrage bedeutend
* war. Es waren auch nur noch vereinzelt Repartierungen not=
den. Eine ohne Zuſtimmung der Reichsbank vorgenommene
Ge=
ſtellung einer Sicherheit iſt nichtig.
Dieſe Verordnung tritt am 10. September 1931 in Kraft.
Die zweite Verordnung zur Durchführung der Verordnung
des Reichspräſidenten über die Schaffung einer
Wirtſchafts=
garantie vom 9. September 1931 beſtimmt: Der in § 3 der
Durch=
führungsverordnung vom 8. Juli 1931 genannte Ausſchuß kann
ſeine Zuſtimmung in Anſehung ſolcher Kreditgeſchäfte, zu deren
Abſchluß die Deutſche Golddiskontbank nach dem
Stillhalteabkom=
men deutſcher Schuldner und ausländiſcher Bankgläubiger
ver=
pflichtet iſt, allgemein erteilen.
Dieſe Verordnung tritt mit Wirkung vom 7. September 1931
in Kraft.
* In den nächſten Tagen wird das mit den ausländiſchen
Gläubigern abgeſchloſſene Stillhalteabkommen in Kraft treten.
Infolgedeſſen hat ſich die Reichsregierung veranlaßt geſehen, eine
Notverordnung zu erlaſſen, die ſich auf die Sicherſtellung der
Durchführung des Abkommens bezieht. Von dieſer Ermächtigung
wird aber in der Hauptſache erſt Gebrauch gemacht werden
kön=
nen, ſobald das Abkommen in Kraft getreten iſt. Es entſpricht
jedoch einer Vorabrede für das Abkommen, daß bis zu dieſem
Zeitpunkt zur Vermeidung einer unterſchiedlichen Behandlung der
Auslandsgläubiger den inländiſchen Schuldnern durch eine
Ver=
ordnung verboten wird, ohne Zuſtimmung ausländiſchen Banken
Sicherheiten zu geſtellen.
Skreit um Hopfen.
Der tſchechoflowakiſche Geſandte Dr. Chvalkovſky iſt beim Berliner
Auswärtigen Amt vorſtellig geworden, um gegen den
Hopfenverwen=
dungszwang zu proteſtieren, durch den der Hopfenexport aus der
Tſchecho=
flowakei unterbunden werde. Bei dieſer Gelegenheit erklärte der
tſchechiſche Geſandte dem zurzeit amtierenden Chef des Auswärtigen
Amtes, Dr. Köpke, daß die Prager Regierung unter dem Druck der
Saazer Hopfenbauern, gezwungen ſei, Gegenmaßnahmen zu ergreifen,
wenn die reichsdeutſchen Beſtimmungen nicht abgeändert würden.
Es wird dazu bemerkt: Der Hopfenverwendungszwang iſt eingeführt
worden, um die ſüddeutſchen Hopfenbauern vor dem Ruin zu bewahren,
In den letzten drei Jahren iſt der Hopfenpreis von 300 und in den
letz=
ten drei Monaten von 150 auf 46 RM. gefallen, obwohl der Anbau
be=
reits um ein Drittel der Fläche reduziert worden iſt. Dazu kommt, daß
die Hopfenernte des vergangenen Jahres noch nicht verbraucht worden
iſt, während die Neuernte in den nächſten Monaten auf den Markt
kom=
men wird.
Daß es ſich bei Einführung des Verwendungszwanges nicht um eine
zollpolitiſche Unfreundlichkeit gegenüber der Tſchechoſlowakei handelt,
geht ſchon daraus hervor, daß die Hopfenbauern in der Tſchechoflowakei
zu 75 Prozent Suoetendeutſche ſind. Man wird daher hoffen dürfen, daß
die Prager Regierung auf Gegenmaßnahmen verzichtet, da eine
Auf=
nahmefähigkeit für tſchechiſchen Hopfen nur zu Laſten der ſchwer
gefähr=
deten deutſchen Hopfenbauern geſchaffen werden könnte.
Berliner Kursbericht
vom 10. September 1931
Frankreich durchbricht den
deutſch=
franzöſiſchen Handelsverkrag.
Franzöſiſche Einfuhrverboke. — Schwete Schädigung
des deutſche Wein= und Holzhandels.
Die franzöſiſche Regierung hat mit dem Datum vom 28. Auguſt
Ein=
fuhrverbote fir Wein und Holz erlaſſen, die am 4. September in Kraft
getreten ſind. Dieſe beiden Einfuhrverbote berühren auch deutſche
Intereſſen, insbeſondere wird der deutſche Holzhandel in Mitleidenſchaft
gezogen. Am ſchwerſten geſchädigt wird der badiſche Holzhandel, um
ſo mehr, als die franzöſiſche Regierung am 5. September eine
Zuſatzver=
ordnung herausgegeben hat, wonach das deutſche Holzkontigent für das
laufende Jahr als bereits erſchöpft bezeichnet wird, ſo daß jede weitere
Ausfuhr von Holz plötzlich unterbunden iſt, obwohl die Einfuhrverbote
grundſätzlich Kontingente für dieſes Jahr vorgeſehen hatten.
Abgeſehen von einer unmittelbaren Schädigung des deutſchen Wein=
und Holzhandels iſt man in deutſchen politiſchen Kreiſen auch aus
grund=
ſätzlichen Erwägungen von den plötzlichen Einfuhrverboten überraſcht,
da ſie im Widerſpruch zu dem deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag ſtehen.
Wenn dieſer Vertrag auch für einzelne Güter Einfuhrverbote vorſieht,
ſo dürfen dieſe Verbote jedoch nur aus lebenswichtigen Intereſſen für
die betreffende nationale Induſtrie erlaſſen werden. Im Hinblick auf
die unverhältnismäßig geringe Zahl von etwa 100 000 Arbeitsloſen, die
Frankreich im Vergleich zu Deutſchland hat, kann man die Begründung
der Einfuhrverbote mit lebensnotwendigen Intereſſen nicht verſtehen.
Das Auswärtige Amt wird mit der franzöſiſchen Regierung in
Verbin=
dung treten, um die deutſchen Intereſſen zu wahren. Wenn Deutſchland
nach demſelben Prinzip verfahren würde, ſo könnte es ſo ziemlich jede
Einfuhr verbieten, da bei ſeiner ungeheuer großen Zahl von
Arbeits=
loſen durch jede Einfuhr ein deutſches Gewerbe betroffen wird.
*
Wie wir erfahren, hat die badiſche Regierung bei der Reichsregiee
rung Vorſtellungen wegen des Verbotes erhoben, das von Frankreich
gegen die Einfuhr von deutſchem Holz erlaſſen wurde, da für Baden
die Auswirkungen dieſes Verbotes ganz beſonders ſchwerwiegend ſind.
Produkkenberichke.
Mannheimer Produktenbericht vom 10. September. Weizen inländ.
Auguſt 24,25—25, Roggen inländ. 21,25—21,50, Hafer inländ. neue Ernte
17—18,50, Sommergerſte inländ. 17—19, Futtergerſte 17—18, Sohaſchrot
(Mannh. Fabr.) prompt 12,25. Biertreber mit Sack 10,50—11
Trocken=
ſchnitzel 5,75—6,25, Wieſenheu loſe 3,80—4,40, Rotkleeheu 4—4,40,
Luzern=
kleeheu 4,30—4,80, Stroh: Preßſtroh Roggen Weizen 3,60—3,80, Hafer=
Gerſte 3—3,2, geb. Stroh Roggen=Weizen 3.40—3,60, Hafer=Gerſte 2,60
bis 2,80, Weizenmehl Spezial 0 mit Sack (Südd. Großmühlenpreis ab
Mühle) Sept. 39,75, dito neu 97 Prozent Ausmahlung Sept.=Nov. 35,25,
dito mit Auslandsweizen für Hälfte Sept.=Nov, 37,75, Roggenmehl mit
Sack 60 Prozent 29—30,75, Weizenkleie fein mit Sack 10. Erdnußkuchen
12,25—12,50. Tendenz ſtetig.
Piehmärkke.
Darmſtädter Schlachtviehmarkt vom 10. September. Aufgetrieben
waren 11 Ochſen, 98 Kälber. Bezahlt wurden für das Pfund
Lebend=
gewicht: Kälber a) 49—53, b) 44—4, c) 38—B. Marktverlauf:
ge=
räumt
Mannheimer Viehmarkt vom 10. September. Zufuhr: 144 Kälber,
16 Schafe 190 Schweine, 894 Ferkel und Läufer, 1 Ziege. Preiſe für
50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 52—55, c) 46—50, d) 40—45;
Schafe b) 30—34; Schweine nicht notiert. Preiſe pro Stück: Ferkel bis
4 Wochen 7—10. Ferkel über 4 Wochen 12—16, Läufer 16—20 RM.
Marktverlauf: Kälber ruhig, geringer Ueberſtand; Ferkel und Läufer
mittelmäßig.
Frankfurter Kleinviehmarkt vom 10. September. Dem heutigen
Kleinviehmarkt waren zugeführt: Rinder 82 ſeit dem letzten Markt,
Kälber 769, Schafe 187, Schweine 654 und 266 ausgeführt. Es notierten:
Kälber b) 50—55, c) 45—49, d) 36—44, Schafe al) 40—43. b) 34—39,
c) 28—33, Schweine b) 54—58, c) 53—57, d) 51—56. Marktverlauf; bei
allen Viehgattungen ruhig, geräumt.
Deviſenmarkt
vom 10. September 1931
D
Danatbank. ..
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapaa
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Eleltr,
Berl. Maſch.=Bou
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Mie
76.—
66.—
39.—
33.875
36.25
61.50
30.—
60.375
50.—
21.—
75.50
81.78
Ke
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f. elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen /
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben
glöcknerwerke
Mannesm. Röhr. .
Maſch.=Bau=untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
Hef
70.50
78.625
44.50
69.—
41.—
33.—
5t
85.
33.75
41.—
20.75
40.25
24.—
„Meee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Berein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Ugsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. ſ62.50
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
We
25.—
154.—
62.25
88.—
27.875
95.—
12—
25.—
99.75
21.
Helſingfors
Wien.
Prag
Budapeſt
Sofig.
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stocholm.
London
Buenos=Aires 1
New York
Belgien.
Italien
Paris.
Bährung
00 finn. Mk.
100 Schilling!;
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pap. Peſo
1 Dollar.
100 Belga
100 Lire
100 Franes
Rei
10.59
59.17
12.468
73.43
3.o57
169.83
112.51
112.52
112.62
20.455
1.189
4.209
58.54
22.02
16.50
Brief
10.61
59.29
12.361
73.57
3.063
170.17
112.-73
112-74
112.24
20 425
1.773
4.217
58.66
22.08
15.54
Schweiz
Exanien
Danzig
Japan
Jugollawien
Athen
Sſtambu
Kairo
Kanada
uruguay
Fsland.
Tallinn (Eſtl.,
Riga
Frankfurter Kursbericht vom 10. September 1931.
Sprozentige Goldpfandbriefe notierten bis 93½ herauf 7
pro=
bis 8 Prozent und 6prozentige bis 78 Prozent. Landſchaften
bis zu 3 Prozent an, Induſtrie=Obligationen waren ca. 1 bis 2
feſter. Debiſen ruhig, Pfunde etwas leichter. Geld weiter
*. Tagesgeld ea, 9 Prozent.
725 Dtſch Reichsan!
534%Intern.,
62Baden ......
83Bayern .
SSo
88 Heſſen v.28
820
v. 29
68 Preuß. Staat.
8% Sachſen ......
.....
78 Thüringen. .
Otſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4.
Ab=
löſungsanl. .
Dtſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schusge=
bietsanleihe
8% Aachen o. 29
82 Baden=Baden.
6%Berlin .....
8% Darmſtadt v. 26
.28
796 Dresden.
88 Frankfurt a. M.
v. 26
z. 26
88 Mainz
8% Mannheim v.26
69
v.2.
8% München
82 Nürnberg.
82 Wiesbaden
Na8
71.25
38
93.5
71.5
83.5
91.5
62
47.25
3.35
1.6
53% Heſſ. Landesbk.
„ Goldoblig
4½% Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liquid.
43% Kom.=Obl.
%o Preuß. Ods..=Anſt. G. Pf.
*7 Goroblig
63
92
67
80
89
78
93
5
W Maneuee
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
82 Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
72 Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
18% Naſſ. Landesbk.
4½½ „Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Ank.
tAuslSer. I
Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
8% Berl. Hyp.Bk
4½%,Licu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk.
2%. n Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
Liqu.
82 Mein.Hyp.=Pk.
„ Lig. Pfbr..
83 Bfälz.Hyp.=Bk.
4½% Lia Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
ered.=Ban:
½%0 „Lig.Pfbr.
825 Breuß.Gentrl.=
Bodencr.=Banl
½% — Lig. Pfbr.
8% Rhein. Shp. Bk.
% „ Lig. Pfbr.,
825 Rhein=Beſtf.
Bo. Fredit.
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank.
4½% Lia. Pfbr.
74
81
82.75
83
AR
58
91.5
82.5
V
19
89.75
88
81.5
Nee
9321,
92.5
90
82
Mie
86I.
Ma
90 Daimler=Benz
870 Dt. Linol. Berkel
2 Klöckner=Wßerkel
6 Mainkrw. v. 26
o Mitteld. Stahl.
8% Salzmannu.Col
7% Ver, Stahlwerke
8% Voigtck Häffner
F. G. Farben Bonds
5% Bosn. 2.E.B.
2.Inveſt.
3% Bulg. Tab.v. 62
4½% Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
5” vereinh. Rumän
4½%
428 Türk. Admin.
1. Bagdad
Zollanl.
226 ungar 1913
19141
Goldr.
1910
Aktie:
Ala. Kunſtzüide Unie
A. E. 6..........!
AndregeNoris Bahn
Aſchaffba. Brauerei
Zellſtof
Bemberg, 3. P..
Bergm. El.=Werkel
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen..
Eemeni Heidelbera
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſell
Chem.Werke Abert
Chade
I1
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimer=Benz
00
5981
75
81.75
3s
13
1.95
12.5
12.25
50
61.5
95
38.5
61.5
28.25
44
128.5
um
54
33
15:1,
Rif cce
Erdöl
.I
Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
„ Eiſenhandel...
Dhckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Lichtu. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerei
Faber & Schleicher
J. G.Farbeninduſtr. 1
Feinmech. Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas i. Lia.
Hof..
Gelſen:. Bergwer!
Geſ.f.elettr. Untem
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger .11
Hafenmühle Frkfu.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Au fferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtie Eiſen
Holzmann, Phil
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſt
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben.
Kämmgarnſpinn.
Karſtadt, R..
Klein, Schanzlin..
Klöcknerwerke.
gnorr C. 6.
Lahmeher E Co.
Laurahütte
Lech. Augsburg...
43.25
100
40.5
20
77.5
107.71
24
47
44
68.5
25
20.5
139.5
40.25
42
99
51
R. f
129
72.5
62
63
34.75
131
*
Miee Mif 7
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br. ..
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge),. Frankf..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Sberurſel
Oberbedar!
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Metallwaren
Stahlwerke
Riebea Montan.
Noeder Gebr.
Rütgerswerie
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schucker: Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Spenska Tändſtics
Tellus Bergbau.
Thär. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard
Tucher=Brauerei
Unterfranlen
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke.
Strohſtoffabr.
ultramarin ..
57
5.
39
28
60
126.25
71.75
50
252l,
26
118.75
*
165
78.5
15.75
40.25
79
Vogtländ. Maſchin.)
Voigt & Haeffner
Bahß & Freytag:
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Berein..
„ Waldhof......
Memel
Allg. Dt. Creduanſt.
Badiſche Bank...
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein
Baher. Hyp. u. W
Berl. Handelsgeſ.
Cppotlelbk.
Comm. u. Privatb
Darm ſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Dic.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank
Frankſ. Bank
Hyp.=Bank
Pfdbr.=Bk.
Mein. Hyp. Bank
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Kyp.=Bank
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Banl.
Südb. Bob. Cr.Bl.
Wiener Banwerein!
Württb. Notenbank
A. G. t. Vertehrsw.
Allg. Lokaib. Kraftw
79 Dt. Reichsb. Vzo
Hapag.
Nordd. Lloyd.
Südd Eiſenb.=Gei.
Alltanz. u. Etuttg,
Berſicherung..
Verein.Verſ.
FrankonaRück=u. Ml
Mannh. Verſich.
7.25
94.5
48.8
37.5
63.5
62
66.5
196
66
75
65
76
39
73,5
88
117
94.5
107.5
34
71.75
341
36.75
Otavi Minen
ragte
18
[ ← ][ ][ → ]Nummer 252
Freitag, den 11. September 1931
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Der Abend ohne Sorgen!
Dieses originelle Militär-Lustspiel
verursacht
Lachfieber — Lachrausch.
Es rollt ein Stück der alten Zeit
mit echtem, fröhlichen
Soldaten-
humor über die Leinwand. — Ein
Rekrut, der zu seiner und seines
Unteroffiziers Freude als Bursche
kommandiert wird. Vorher lernt er
noch die Ueberraschungen des
Rekrutendaseins kennen und da
gibt es
zwerchfellerschütternde
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Bitte beachten Sie
meine Auslage.
Szenen.
BenZ
Wenn er zum Schluß noch die
Freundin seines Leutnants zu seiner
Geliebten machen will,
nimmt das Lachen kein Ende
Grafenstr. 20 12924a
Das Ganze ist eine höchst lustige
Angelegenheit, an der jeder Frennd
eines gesunden Humors und
dra-
stischer Komik seine aufrichtige
Frende haben wird.
Bieltlt oielnt
Eine höchst unkriegerische Angelegenheit aus einer trostlosen Garnison mit
Fritz Schulz als Husar Kaczmarek,
(F.13109
der durch seine beispiellose Dummheit seine Vorgesetzten bald zum Wahnsinn bringt.
In weiteren Rollen: Lucie Englisch, R. A. Roberts, Trude Berliner, Maly Delschaft u. a.
Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
Beginn: 3 45, 600 und 8.20 Uhr.
Gelegenheitskauf
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Eß=u.
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Pankr.=Str. 30, 1. Ik.
*fs
Heute und folgende Tage
Kammersänger Richard Tauber
der berühmte Tenor, in dem Großfilm:
Die große Attraktion
mit Marianne Winkelstern, Siegfr. Arno,
Marga Lyon u. a.
Richard Tanber singt mit seiner herrlich.
Stimme die melodiösen Schlager Franz Lehärs.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Heute letzter Tag
Das interessante Stummfilm-Doppelprogramm:
Richard Talmadge in dem
spannenden Abentener
Der Club der Besessenen
und der Kriminal-Sittenfilm
Das goldene Haar
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ner 252
Freitag, den 11. September 1931
Seite 13
Sllallalaltoaar
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
gückfall. Man konnte einem armen Tanzmädchen Geld
es aber nicht mit ihr teilen. Doch ſchon an der nächſten
Es pochte.
„w er ſtehen. Dieſer Stolz war jetzt ein gänzlich unan=
Romau von
ViktorSvensen
Nachdruck verboten.
C
rhras, Luxus, deſſen peinliche Folgen ſich ſogleich zeigen
nußte Er wußte nicht, wohin. Er beſaß keinen Pfennig und
yr. unterſtandslos aufgegriffen zu werden. Nach der
nohr), der Baronin zu wandern, war zwecklos: er konnte
Haus. Der Portier kannte ihn nicht und würde ihn
aſſen. Nicht einmal dieſes Hundeloch mehr war ihm
vergönnt!
ſe unbegreifliche Dummheit hatte er begangen! Nun
guuz, der Polizei geradezu in die Fänge.
lich ſchrak er zuſammen, irgend jemand hatte ſeinen
urm ihrt. Er wandte den Kopf: es war Eliſabeth. „Ein
glüch6 ich Sie noch gefaßt habe”, ſagte ſie. „Was machen
Unſinn!” Sie hielt ihm Geld entgegen. „Ich brauche
ſoviel.”
r für morgen. .."
gen wird ſchon etwas wachſen. Sie müſſen doch auch
lbſt denken. Wo wollten Sie jetzt hin?”
) Hauſe!” erklärte er blindlings.
iſt das?"
ögerte. „Warum?”
I ich Ihnen meine Schuld zurückzahlen muß.”
en Sie das ſein! Ich habe keine feſte Adreſſe.”
ſchwieg erſtaunt.
ndert Sie das?” fügte er hinzu.
entlich ja.”
mir leid. Aber kommen Sie! Ich habe keine Luſt,
aus=
unterm Licht der
rk.
ſchweigend ins Dunkel hinein. Eickhoff fanv,
gt hatte, als er durfte. Das Mißtrauen, ſeit
ch einem Schatten an ihm haftend, meldete ſich
e ſich ſchnell verabſchieden. Da fragte ſie:
e wiſſen, wer Sie eigentlich ſind.”
faſt brüsk ab: „Vielleicht ein anderes Mal.”
trz und wandte ſich um.
nach: „Es iſt jetzt elf Uhr, ich werde Sie um
erwarten, morgen und übermorgen und
ſo=
imen. Verſtehen Sie? Werden Sie kommen?”
„Ich weiß nicht, vielleicht.
VI.
Eickhoff fuhr aus dem Schlaf empor, mit beiden Füßen
ſprang er aus dem Bett und lauſchte. Das Herz klopfte ihm bis
zum Hals. War das Polizei?
Das Pochen wiederholte ſich. Er atmete auf. Es war
nebenan. Man hörte durch die dünne Wand eine in Gähnen
erſtickte, undeutliche Antwort und dann die Stimme des
Haus=
dieners, der verkündete, daß es ſieben Uhr ſei.
Gott ſei Dank, falſcher Alarm! Eickhoff ſah ſich in dem
be=
ſcheidenen Zimmer um, das er aufs Geradewohl genommen
hatte, um eine Bleibe für die Nacht zu haben. Er fühlte ſich
müde und zerſchlagen, immer wieder war er aufgewacht, ſtändig
von der Unruhe verfolgt, er könnte erkannt worden ſein, und
man käme, ihn zu holen.
Mit nackten Füßen ſchritt er zum Fenſter und ſah in den
grauen Frühherbſtmorgen hinaus. Unten wurde es ſchon
leben=
dig. Fuhrwerke ratterten, die Elektriſchen klingelten, die Stadt
machte ſich an ihr Tagewerk.
Er kam ſich entſetzlich verloren vor, ſehr zwecklos und ſehr
erbärmlich, wie ein ausrangierter Wagen, den man auf ein
totes Gleis geſchoben hatte.
Selbſt den Auftrag Stenzels auszuführen, fühlte er ſich
außerſtande. Wie leicht ſchien das: mit einem Dienſtmädchen
anbandeln und ſie aushorchen. Er wußte, daß er dazu völlig
unfähig war, er würde es nicht einmal zuwege bringen, ihre
Be=
anntſchaft zu machen. Und dann: er beſaß nicht einmal
genü=
gend Geld. Wenn er das Hotel bezahlte und etwas aß,
verblie=
ben ihm ſechs bis ſieben Mark. Damit konnte man nicht gerade
den verfluchten Kerl ſpielen.
Er griff in die Rocktaſche, wo noch der Zettel ſtak, auf dem
Stenzel die Adreſſe aufgeſchrieben hatte. Da ſtand: Dahlem,
Cecilienallee 38.
Es war, als hätte er plötzlich einen Schlag vor den Kopf
erhalten. In der gleichen Straße ſtand ja auch ſein Haus,
wenige Schritte davon entfernt! Sein Haus, das jetzt verlaſſen
war, und das er, als er fort mußte, verſchließen hatte laſſen.
Er entſann ſich, daß darüber mit dem Rechtsanwalt noch ein
Briefwechſel ſtattgefunden hatte, weil er ſich dem Rat, einfach
zu verkaufen, nicht hatte fügen wollen. Eine Marotte oder —
eine Hoffnung! Irgend etwas drängte ihn, an dieſem Hauſe
feftzuhalten. Es war für ihn wie ein Anker, mit dem er ſich
an die Vergangenheit klammerte, an die andere Welt.
Die Dienerſchaft war entlaſſen worden, niemand blieb
zu=
rück, nähere Verwandte, die ſich um den Beſitz hätten kümmern
können waren nicht vorhanden. Vermieten oder verkaufen,
meinte der Rechtsanwalt, wozu denn Steuern zahlen und ein
Kapital nutzlos liegen laſſen? Eickhoff hatte abgelehnt. Die
Zinſen ſeines Vermögens reichten weitaus hin, um die Laſten
zu decken. Wozu brauchte er denn Geld? All das war ja
völlig ſinnlos geworden.
Im Augenblick freilich wäre es gar nicht ſo ſinnlos
ge=
weſen. Da hinausfahren, einem Dienſtmädchen ablauern, mit
ihr bekannt werden, womöglich ihr Geliebter werden, das
er=
ſchien ihm lächerlich, unmöglich, undenkbar. Es wäre klüger
geweſen, dies Stenzel ganz offen einzugeſtehen, ihm
klarzu=
machen, daß — ja was nur? Es waren Dinge, die man nicht
klarmachen konnte, am allerwenigſten einem Stenzel, der ihn nicht
begriffen hätte, und in deſſen Augen das ganze Unternehmen
nur ein Kinderſpiel war.
Eickhoff verließ ſein Zimmer, ging hinunter und zahlte
ſeine kleine Rechnung. Dann ſtand er wieder auf der Straße,
auf feuchtem Aſphalt, ziellos; wenn er in irgendeiner beliebigen
Richtung weiterging, ſo war ihm, als würde er von
unſicht=
baren Wellen fortgeſchleudert, ein Stückchen Kork auf großem
Ozean.
Die Untergrundbahn ſpie Menſchen aus. Sie wurden an
die Oberfläche geblafen, wie winzige Moleküle eines gewaltigen
Atemzuges. Im Licht angelangt, ſchoſſen die Leute nach
ver=
ſchiedenen Richtungen auseinander, jeder ſeinem Tagewerk zu:
in Schulen, Läden, Büros, Warenhäuſer. Auf den Mienen lag
bereits der Widerſchein ihrer Geſchäfte: dieſe freudloſen
Geſich=
ter dachten an Akten, an die Chefs, an Vorgeſetzte, an
Gehalts=
abzüge, Kündigungen, an Arbeit — ſie alle waren laufende
Rädchen in hundert Uhrwerken: auf jeden wartete ſein, Platz,
hinterm Schreibtifch, dem Pult, dem Regal.
Langſam ſtieg Eickhoff die Stufen hinab, dem Strom
ent=
gegen in das Halbdunkel der Station. Ein Zug rollte an, er
zwängte ſich in ein Abteil.
Weshalb fuhr er in dieſer Richtung? Er hätte ebenſogut
die entgegengeſetzte wählen können, ebenſogut auch überhaupt
am Ausgangspunkt bleiben — wo immer er ſich befand, er war
unnütz, ausrangiert.
Unter der Erde, oberhalb, zwiſchen Häuſermauern, an
Fen=
ſtern vorbei: Leute kamen, gingen. Schließlich war die
Eno=
ſtation erreicht: Dahlem. Ohne zu überlegen, ſchlug er den
Weg zur Cecilienallee ein.
Die Umriſſe des Hauſes tauchten auf; er ſtand davor. Wie
ein Landſtreicher, dachte er. Alles war feſt verſchloſſen, die
Rolläden herabgelaſſen. Leer, tot, ſtumm.
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Warmwaſſerſpeich.,
f. neu, Zinkbadew.14
ℳ. Gasofen, f. neu,
12 —, Weinflaſchen
und Zeitſchriften.
Karlſtr. 84, pt. (*
Damenrad, n.
45ℳ z. vk., g
Wienerſtr. 95
Badeofen u. V
(Holz= u.
Kohl=
erung), 2 eiſ.
m. Kochröhre,
herd mit Ba.
billig zu verke
Steinackerſtr.
Herrenra)
wie neu, tade
Zuſt., preisw
Herrngartenſt!
Süßen
felmd
*
friſch gekeltert
Hammer, Elifabethentl.