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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Origlnal=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 238
Freitag, den 28. Auguſt 1931.
194. Jahrgang
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Bayern macht den Anfang.
Hanlerung des bayeriſchen Ekaks mit Hilfe der Länder=Nolverordnung. — Erhöhung der Schlachtftener.
Einmalige Wohlfahrtsabgabe durch Raum-Beſtenerung. — Kürzung der Perſonalausgaben
um 7 Millionen und der Sachausgaben um 10 Millionen Reichsmark.
auch eine Grundlage der neuen Sparvorſchläge bildet, iſt an den
Vorarbeiten weitgehend beteiligt worden. Faſt täglich haben
Die bayeriſche Nokverordnung.
Verhandlungen preußiſcher Regierungsſtellen mit den Vertretern
lbendtiſch:
ſter 9oſen
Matierde
ets.
StLtMiM
Aanen
München, 27. Auguſt.
Die bayeriſche Staatsregierung will zur Ausgleichung des
Haushalts 1931 eine Notverordnung auf Grund des § 64 der
Verfaſſungsurkunde erlaſſen, um den Vollzug des ordentlichen
Staatshaushalts für 1931 zu ſichern und die im Haushalt
vor=
feſehene Landeshilfe für die Gemeinden zu ermöglichen. Darüber
hinaus enthält die Verordnung Maßnahmen, die in den
kommen=
den Haushalten auf der Ausgabenſeite fortwirken werden. Da die
Einſparungen bei den Ausgaben nicht ausreichen, um den
Fehl=
jetrag von 28.6 Mill. RM. im ordentlichen Staatshaushalt
voll=
tändig auszugleichen, müſſen Verbeſſerungen auf der
Einnahmen=
eite dazutreten. In der Notverordnung wird deshalb die
Schlacht=
teuer für die Zeit vom 1. September 1931 bis 31. März 1932
er=
ſöht. Dieſe Erhöhung, die für das Pfund Friſchfleiſch
durchſchnitt=
ich 3 Rpfg. beträgt, ſoll von den Fleiſch= und
Wurſtwarenver=
äufern getragen werden.
Die Verordnung erklärt deshalb die Erhöhung der
bisheri=
fen Kleinverkaufspreiſe für unzuläſſig und verbietet auch, die
Steuer neben dem Verkaufspreis geſondert in Rechnung zu ſtellen.
Zum Schutz des einheimiſchen Gewerbes wird die Ausgleichsſteuer
auf eingeführtes Fleiſch und Wurſtwaren für den gleichen
Zeit=
kaum angemeſſen erhöht und ferner die im Schlachtſteuergeſetz
vorgeſehene Abgabe auf den Verbrauch von Wild eingeführt.
Zur Sicherſtellung der Landeshilfe für die durch
Wohlfahrts=
erwerbsloſenfürſorge überlaſteten Gemeinden wird weiter eine
einmalige Wohlfahrtsabgabe erhoben. Abgabenpflichtig ſind alle
Perſonen, die am 1. September 1931 Räume in Gebäuden inne
haben, gleichviel ob ſie Mieter oder Pächter ſind oder Räume im
eigenen Hauſe benutzen.
Die Raumabgabe beträgt in Mietshausſteuergemeinden ein
Prozent der Jahresfriedensmiete, bei Neubauten ein Prozent der
um ein Sechſtel verminderten Jahresmiete, in Gemeinden, in
denen die Hausſteuer nach der Fläche erhoben wird, zwei Pfennig
von jeder Reichsmark der Hausſteuerverhältniszahl. Die Abgabe
ſt zur Hälfte am 1. Oktober und am 1. Dezember 1931 fällig.
Aus der Erhöhung der Schlachtſteuer wird eine Mehreinnahme
von annähernd 7 Mill. RM., aus der Abgabe und dem Verbrauch
von Wild eine Einnahme von 0,2 Mill. RM. erwartet. Der
Er=
rag der Wohlfahrtsabgabe iſt auf 4 Mill. RM. zu veranſchlagen.
Der noch verbleibende Teil des Fehlbetrags von 17,6 Mill. RM.
oll durch Einſparungen bei den Ausgaben ausgeglichen werden.
5iervon entfallen rund 7 Mill. RM. auf Einſparungen bei den
Perſonalausgaben, 0,6 Mill. RM. auf Einbehaltungen bei den
Verwaltungsausgaben, 10 Mill. RM. aus den Sachausgaben.
Die Einſparungen bei den Sachausgaben verteilen ſich auf
ämtliche Haushaltsanſätze, auch auf den Wohnungsbau. Die
Einſparungen bei den perſönlichen Verwaltungsausgaben beſtehen
n einer Kürzung der Dienſt= und Verſorgungsbezüge der ledigen
ind kinderlos verheirateten Beamten und Angeſtellten des Staates
einſchließlich der Bezüge der Geiſtlichen und der Vergütungen an
Zeiſtliche Geſellſchaften und religiöſe Vereine, wenn ſie den Betrag
Don 1500 RM. jährlich überſteigen, für die Dauer des zweiten
Rechnungshalbjahres 1931 um weitere 5 Prozent. In einer
wei=
ſeren Notverordnung wird beſtimmt, daß die Gemeinden, Bezirke,
Kreiſe und ſonſtigen Körperſchaften des öffentlichen Rechtes die
Dienſt= und Verſorgungsbezüge ihrer ledigen und kinderlos
ver=
ſeirateten Beamten für die Zeit vom 1. Oktober 1931 bis 31. März
932 entſprechend kürzen.
Preußiſche Nolverordnung nächſte Woche?
Berlin, 27. Auguſt.
Die Vorarbeiten der preußiſchen Reſſorts für ein
Finanzpro=
zramm zur Deckung des Defizits im Preußiſchen
Staatshaushalt, das auf etwa 350 Mill. RM. beziffert
wird, ſind jetzt ſoweit gediehen, daß in den nächſten Tagen mit
9rem Abſchluß zu rechnen iſt. Man iſt weiter gegenwärtig
da=
nit beſchäftigt, die auf Grund der neuen Notverordnung des
Neichspräſidenten notwendigen Verordnungen fertigzuſtellen, die
luch den Gemeinden die Möglichkeit geben ſollen, ihre Etats
ſo=
beit wie möglich in Ordnung zu bringen. Wie wir erfahren,
Dird das Preußiſche Staatsminiſterium am Dienstag nächſter
Ooche zu einer Sitzung zuſammentreten, um zu den einzelnen
Oorſchlägen Stellung zu nehmen. Ob in dieſer Sitzung ſchon end=
Zultige Beſchlüſſe gefaßt werden, läßt ſich angeſichts des
Um=
langes der Materie noch nicht mit Sicherheit ſagen. Entſpre=
Dend der Notverordnung des Reichspräſidenten
i9t befaßt. Ueber den vorausſichtlichen Inhalt des Pro=
Stamms iſt im Augenblick noch nichts zu erfahren. Es haben
I den letzten Tagen im Preußiſchen Finanzminiſterium mehrfach
Deſprechungen mit den Vertretern der Finanzminiſterien der an=
Deken großen Länder ſtattgefunden, um eine Klärung über die
„wbendigen und möglichen Maßnahmen herbeizuführen und ein
Uoglichſt einheitliches Vorgehen der Länder zu gewährleiſten. Zu=
IK hat am Mittwoch eine ſolche Konferenz ſtattgefunden, an der
eben dem Referenten auch die maßgebenden Miniſter der Länder
Tgnommen haben. Der Deutſche Städtetag, deſſen Programm
des Städtetages ſtattgefunden.
Um die Einberufung des preußiſchen Landkags.
Berlin, 27. Auguſt.
Die Abgeordneten des Deutſchen Landvolkes haben dem
Prä=
ſidenten des Preußiſchen Landtages mitgeteilt, daß ſie den
An=
trag der Deutſchnationalen und Nationalſozialiſten auf
Land=
tagseinberufung unterſtützen. In einem Schreiben an die
deutſch=
nationale Fraktion wird gleichzeitig betont, daß das Landvolk für
eine ſofortige Einberufung des Landtages beſonders auch
des=
halb ſei, weil es eine baldige Ausſprache über die neue
Notver=
ordnung zur Sicherung der Haushalte für notwendig halte. Es
wird die Erwartung ausgeſprochen, daß die deutſchnationale
Fraktion das Beſtreben, eine ſolche Ausſprache herbeizuführen,
unterſtützen werde.
Da das Landvolk im Preußiſchen Landtag ohne die
Mit=
glieder der in der Deutſchen Fraktion zuſammengeſchloſſenen
Grup=
pen über 16 Abgeordnete verfügt und für den deutſchnationalen
Antrag auf Landtagseinberufung bisher 76 Abgeordnete
einge=
treten ſind, iſt damit jetzt die in der Verfaſſung vorgeſchriebene
Unterſtützung von einem Fünftel der Landtagsabgeordneten für
den Antrag der Landtagseinberufung erreicht.
Nachdem der Antrag auf Einberufung des preußiſchen
Land=
tags jetzt genügend unterſtützt iſt, hat der Präſident den
Ael=
teſtenrat für Dienstag nachmittag 4 Uhr
einbe=
rufen. Der Aelteſtenrat hat die Entſcheidung darüber zu
tref=
fen, wann die nächſte Landtagsſitzung ſtattfinden ſoll. Sollten die
antragſtellenden Parteien mit ihrer Forderung auf ſofortige
Ein=
berufung des Landtagsplenums ſcheitern, ſo iſt damit zu rechnen,
daß von den Deutſchnationalen ein Mißtrauensantrag
gegen den Finanzminiſter eingebracht wird. Da ein
ſolcher Mißtrauensantrag nach den Beſtimmungen der Verfaſſung
innerhalb von 14 Tagen erledigt werden muß, würden die
An=
tragſtellenden ihre Abſicht, eine alsbaldige Landtagseinberufung
herbeizuführen, auf dieſem Wege erreichen. Im übrigen iſt es
nicht ausgeſchloſſen, daß der Staatsgerichtshof zur
Ent=
ſcheidung der Frage der Auslegung der Verfaſſung einberufen
wird. Er wird die Frage zu entſcheiden haben, ob eine frühere
Einberufung des Landtages möglich iſt, wenn bereits, wie es hier
der Fall iſt, das Plenum den Wiederbeginn ſeiner Beratungen
an einem beſtimmten Termin beſchloſſen hat. Der Entſcheidung
des Staatsgerichtshofs würde prinzipielle Bedeutung auch für
die Frage einer Reichstagseinberufung beizulegen ſein.
Berkrauen
in Brünings Programm.
* Berlin, 27. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler läßt durch die „Germania” mitteilen, daß
er die Abſicht hat, ſein Wirtſchaftsprogramm Mitte September
auszuarbeiten und es dann der Oeffentlichkeit zu übergeben. Er
wird wohl ſelbſt das Gefühl haben, daß die Verzögerung, mit der
die Regierung in der Mitteilung ihrer Abſichten über die
wich=
tigſten Aufgaben herangeht, einiges Erſtaunen in der
Bevölke=
rung hervorruft. Man fragt ſich nicht ganz mit Unrecht, ob denn
wirklich die Frage der Bankenreform von ſo vordringlicher
Be=
deutung iſt, daß dadurch faſt zwei Wochen lang die
Kabinetts=
beratungen ziemlich beherrſcht werden, während doch die
Arbeits=
loſigkeit und die Selbſthilfe erheblich dringender ſind. Allzuviel
Zeit iſt doch nicht zu verlieren. Der Kanzler hält vorläufig noch
daran feſt, daß der Reichstag anfangs Oktober zuſammentreten
ſoll, wobei er dann den Verſuch machen will, für ſein
Notpro=
gramm eine Mehrheit zu finden. Die Möglichkeiten dazu
er=
ſcheinen aber ſehr gering, weil die Meinungen beſonders bei den
Flügelparteien und den Sozialdemokraten über die notwendigen
Maßnahmen ſehr weit auseinandergehen.
Das Kabinett kann ſich alſo nur durchſetzen,
wenn es gegen die Parteien eine ſtarke
Rücken=
deckung in der Bevölkerung beſitzt. Daran hat
es bisher, wenn auch mit Kritik an Einzelmaßnahmen, im
allgemeinen nicht gefehlt. Vertrauen, ſchreibt die
„Germania”, das iſt wirklich der weſentliche Faktor, und die
nächſte Zeit wird lehren, wieweit auch die Parteien bereit ſein
werden, ſich in den Dienſt dieſer Vertrauensarbeit zu ſtellen, und
wieweit ſie im Geiſt und Sinne dieſer Vertrauensarbeit
mit=
wirken wollen. Das kann natürlich nicht mit einſeitigen
Partei=
forderungen oder gar mit Koalitionsforderungen geſchehen und
erſt recht nicht mit der Ausſchöpfung von Parteiprogrammen,
ſondern das iſt nur dann möglich, wenn die Partei zurücktritt,
und wenn ſie nur die ſachliche ſelbſtloſe Arbeit gelten läßt, die
ausſchließlich das Gemeinwohl im Auge hat. Das Vertrauen
muß aber ſchwinden, wenn wir nicht raſcheſtens
aus dem Zuſtand der Erwägungen und
Beratun=
gen zu Taten kommen und die Ueberzeugnug
ge=
winnen, daß der Kanzler wirklich ein Führer
ſein will, der ſich entſchloſſen mit den notwendigen
Maß=
nahmen gegen alle Hinderniſſe von außen und Widerſtände im
Innern durchſetzt.
Pleittete ie oälgaeiſchen Bartälnem.
Kein Hoover=Plan auf dem Balkan!
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
W.E.B. Sofia, 24. Auguſt 1931.
Die zahlreichen Zuſchauer, die diesmal der
Parlaments=
eröffnung beiwohnen konnten — aus Gründen der Parteireklame
hatte man ſechsmal ſo viel Einlaßkarten ausgegeben, als Plätze
verfügbar waren, ſo daß man ſogar im Plenarſaal „bunte” Reihe
ſaß — kamen vollauf auf ihre Koſten, die in glühender
Auguſt=
hitze ſtundenlangem Warten, durchweichten Kragen und
zer=
knüllten Damenkleidern beſtanden. Schon die Auffahrt der
„Prominenten” der Miniſter des Kabinetts Malinoff=Citſcheff,
war ein Schauſpiel. Jeder wollte die jungen „Stars”
ſehen, die durch die Juniwahlen Führer des merklich verjüngten
Sobranje wurden, vor allem die „wilden” Bauernminiſter, die
nun im modiſchen Frack und Zylinder ihr Debut machen mußten.
Nicht alle wollten ſich der Tradition beugen, die für die
Mini=
ſter bei der Sobranjeeröffnung den Frack vorſchreibt. Der
Bauernminiſter Jordanoff erregte wie immer durch
ſeine Nationaltracht Aufſehen, die diesmal aber aus
fein=
ſtem engliſchen Tuch geſchneidert war, und auch der
Eiſenbahn=
miniſter Koſturkoff, ein eifriger Verfechter des radikal=
demokra=
tiſchen Gedankens, lehnte den „feudalen” Frack ab und erſchien
im ſchlichten ſchwarzen Anzug. Der Ackerbauminiſter Gitſcheff,
als hemmungsloſer Zwiſchenrufer, bis vor kurzem noch das
„enfant terrible” des Sobranje, maß mit ſtolzen Blicken den
ſtramm grüßenden Polizeipoſten, der noch vor wenigen Monaten
dem damaligen Abgeordneten Gitſcheff beim Betreten des
Par=
lamentes auf der Suche nach verborgenen Schußwaffen
vorſorg=
lich die Taſchen befühlt hatte.
Ehe der König, der in der weißen Sommerlitewka eines
bulgariſchen Infanteriegenerals erſchienen war, die übliche
Thronrede verleſen konnte, mußte die Verſammlung noch das
Intermezzo der kommuniſtiſchen Statiſterie über ſich ergehen
laſſen. Die „Genoſſen” kommuniſtiſche Volksvertreter hatten als
„Einlage” einen Sprechchor nach Moskauer Vorbild einſtudiert,
von dem aber nur der Anfang hörbar war. Die an ſich kräftigen
Stimmen der 32 Arbeiterparteiler kamen gegen die Gegenrufe
der übrigen Statiſten, der Abgeordneten aller anderen Parteien
ſowie des Publikums aus Rängen und Logen, nicht auf. Worauf
die Genoſſen den Saal verließen und ſich im Erfriſchungsraum
einrichteten. Sie erſchienen erſt wieder auf der Bühne, — pardon,
im Sitzungsſaal — als der Sofioter Erzbiſchof die Eidesleiſtung
der neuen Abgeordneten vornahm. Auch die „Gottloſen”
mußten die in Bulgarien allein zuläſſige
reli=
giöſe Eidesformel ablegen. Gerne taten ſie es nicht:
der Erzbiſchof Stefan war darauf gefaßt und gab den
Wider=
ſpenſtigen zu bedenken, daß ſie ohne Eidesleiſtung keine
Abgeord=
neten wären — und darum auch keinen Anſpruch auf die
be=
gehrten Tagegelder haben würden . . . Dieſer Hinweis war auch
für die Genoſſen ſtärker als die rote Ueberzeugung.
Viel Freude wird der Miniſterpräſident Malinoff mit ſeinem
neuen Parlament nicht erleben. Die Lage Bulgariens iſt in jeder
Beziehung überaus ernſt, ſo daß Malinoff erklären mußte, daß
dieſes von ihm gebildete dritte Kabinett eine ſchwerere Lage
vorfinde, als in denkataſtrophalen Herbſttagen
des Jahres 1918, da Malinoff die verfahrene Lage retten
ſollte. Malinoff hatte kein Glück, der Ausgang des Krieges
zwang ihn zum Rücktritt. Sollte Malinoff auch dieſes Mal kein
Glück haben, ſo würde ihm ſein ſchweres Herzleiden leicht einen
Vorwand liefern, um ſich mit Anſtand von dem Poſten des
Miniſterpräſidenten zurückzuziehen und um den Bauern das Feld
ihres politiſchen Ehrgeizes ganz zu überlaſſen. Die erſten
Ver=
ſuche der neuen Regierung, die wirtſchaftlichen und
innerpoliti=
ſchen Schwierigkeiten zu meiſtern, ſind nicht gerade ermutigend.
Damit, daß man mehrere tauſend Beamte der alten Regierung
ent=
laſſen hat, um den „Partiſanen”, den Anhängern der heute
regie=
renden Parteien, den Freunden und Verwanoten von Miniſtern
und Abgeordneten Verſorgungsſtellen zu verſchaffen, iſt natürlich
nichts getan. Der von den Bauernminiſtern ſo eifrig vertretene
Plan, das unverkaufte Getreide der Bauern zu Ueberpreiſen
aufzukaufen und den Verluſt dieſes Getreidehalbmonopols des
Staates der Staatskaſſe aufzubürden, bröckelt langſam in ſich
zuſammen, weil das Milliardendefizit, das Bulgarien am Ende
des laufenden Finanzjahres haben wird, auch nicht um den
Preis einer vorübergehenden Beruhigung der Bauernſchaft
ver=
größert werden darf. Wie den notleidenden Bauern zu helfen
iſt, darüber gehen die Meinungen noch auseinander. Daß die
Maſchine der Geſetzgebung mit Hochdruck arbeiten wird, hat die
königliche Thronrede zum Ausdruck gebracht.
Steuererleichterun=
gen, Senkung gewiſſer Einfuhrzölle, Bekämpfung der Kartelle
der Lebensmittelproduzenten. Senkung der indirekten Steuern
auf lebenswichtige Artikel, — in dieſem Rahmen will die
Re=
gierung vorgehen, um der Bevölkerung Erleichterungen zu
ver=
ſchaffen. Die ſtaatlichen Ausgaben ſollen weiter beſchränkt
wer=
den, obwohl dies nur bei einem kleinen Teil dieſer Ausgaben
möglich iſt, denn 50 Prozent des bulgariſchen Budgets werden
durch den Dienſt der Staatsſchulden und der Reparationen
auf=
gezehrt. Die bulgariſche Regierung ſcheint kein großes Vertrauen
in ihre Maßnahmen zu haben, jedenfalls rechnet ſie mit der
Wahrſcheinlichkeit innerer Erſchütterungen, denn die Thronrede
kündigt — und dies aus dem Munde des Zaren — an, daß die
Regierung die ſtaatliche Ordnung mit allen
Mit=
teln aufrechterhalten wird.
In ſeinem eigenen Amtsbereich, im Außenminiſterium, hat
Malinoff eine rege Tätigkeit entwickelt, die darauf abzielt, den
in der Aera Buroff eingeroſteten diplomatiſchen Apparat wieder
in Gang zu bringen. Die Außenſeiter des diplomatiſchen
Dien=
ſtes verſchwinden, die Berufsdiplomaten kommen wieder zu
Ehren, wichtige Poſten, darunter auch Berlin, wurden mit
fähi=
gen, jungen Miſſionschefs beſetzt: man beginnt einzuſehen, daß
Bulgarien mindeſtens eine aktive Abwehrpolitik treiben
muß, um ſich in der Umklammerung der mißtrauiſchen Nachbarn
Luft zu ſchaffen. Wie ſchlecht die internationale Stellung
Bul=
gariens geworden iſt, nachdem es ſich geweigert hatte, die
aller=
dings nicht ungefährliche italieniſche Karte auszuſpielen, geht
aus dem griechiſch=bulgariſchen
Reparations=
ſtreit hervor, bei deſſen Austragung in Gerf Malinoff ſeine
Probe als Außenminiſter und Miniſterpräſident Bulgariens wiro
beſtehen müſfen. Griechenland, das 76 Prozent der butgariſchen
Seite 2
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 238
Reparationen erhält, hat gegen die Ausdehnung des
Hoover=
plans auf Bulgariens Reparationsleiſtungen wirkſamen
Ein=
ſpruch erhoben mit der Begründung, daß die ſchwierige
Finanz=
lage Griechenlands eine Verzichtleiſtung auf die 200 Millionen
Lewa, die es von Bulgarien zu erhalten hat, nicht erlaube.
Grie=
chenland hat ſich nicht mit einem einfachen
Pro=
teſt begnügt ſondern die Zahlung der fälligen Rate aus
dem Flüchtlingsabkommen an Bulgarien in Höhe von 140
Mil=
lionen Lewa eingeſtellt. Angeſichts dieſer vollendeten Tatſache
hat ſich das Londoner Sachverſtändigenkomitee die Hände in
Unſchuld gewaſchen und in Athen und Sofia zu direkten
Ver=
handlungen angeraten. In Bulgarien will man davon nichts
wiſſen und beſteht auf einem hundertprozentigen
Reparations=
nachlaß für das laufende Jahr und auf Auszahlung der von
Griechenland geſchuldeten 140 Millionen Lewa. Der
Vorent=
ſcheid der Londoner Experten hat aber in Sofia die Befürchtung
erweckt, Bulgarien würde in Genf allein daſtehen, und man ſieht
mit Neid auf Griechenland, das ſeine Sache mit viel Eifer durch
den Miniſterpräſidenten Veniſelos bei allen entſcheidenden
Stel=
sen vertreten läßt. Da die Beziehungen Bulgariens
zu Jugoſlawien infolge fortwährender Attentate
mazedoni=
ſcher Revolutionäre alles andere als freundſchaftlich ſind und
auch die willkürliche Behandlung der bulgariſchen Minderheit in
der rumäniſchen Dobrudſcha ein freundnachbarliches Verhältnis
zwiſchen Sofia und Bukareſt nicht aufkommen läßt, ſo bedarf es
nur noch eines Bulgarien ungünſtigen Entſcheides in dem
grie=
chiſch=bulgariſchen Reparationsſtreit vor dem Genfer Forum, um
auch den Draht zwiſchen Sofia und Athen auf lange Zeit zu
trennen. Man wird dabei in Sofia nicht zögern, eine derartige
außenpolitiſche Niederlage Bulgariens dem Miniſterpräſidenten
Malinoff, ſicherlich ganz unverdienterweiſe, in die Schuhe zu
ſchieben, ſo daß ſich die Regierung, neben ihren wirtſchaftlichen
und innerpolitiſchen Schwierigkeiten, auch gegen außenpolitiſche
Vortvürfe wehren muß. Ob der ſchwer herzleidende Malinoff
die Kraft und die Neigung hat, den Kampf nach drei Seiten zu
führen, wird ſehr bezweifelt.
Die 5o9-Millionen-Garankie
Eine Exfrakour der Baſeler Sachverſkändigen.
* Berlin, 27. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Während der Zahlungsſchwierigkeiten hatte ſich die deutſche
Wirtſchaft zu einer Garantiegemeinſchaft zuſammengefunden,
um auf der Grundlage eines Kapitals von 500 Millionen neue
Kredite zu erhalten. Dieſe Garantiegemeinſchaft wurde der
Golddiskontbank angeſchloſſen. Eine entſprechende
Notverord=
iung erging ſehr bald. Inzwiſchen haben nun die Baſeler
Sach=
verſtändigen getagt und die Stillhalteabmachungen abegſchloſſen,
die aber offenbar mit einigen Klauſeln verſehen ſind, die
zu=
nächſt der Oeffentlichkeit vorenthalten werden ſollten.
Jeden=
falls wird jetzt zur allgemeinen Ueberraſchung bekannt, daß
jedes Gläubigerinſtitut 10 Prozent ſeiner geſamten Forderungen
auf die Golddiskontbank umlegen kann. Die praktiſche
Auswir=
kung dieſes Verfahrens liegt darin, daß alle von den
Auslän=
dern als unſicher angeſehenen Kredite der Golddiskontbank
über=
tragen werden. Damit iſt die eigentliche Aufgabe der Bank aber
ſtark erſchüttert worden, weil die Gefahr beſteht, daß die 500=
Millionen=Garantie von den ausländiſchen Gläubigern benutzt
wird, die alten Kredite ſicherzuſtellen. Die deutſche Induſtrie hat
ſich daher, wie nicht anders zu erwarten war, mit einem
energi=
ſchen Proteſt an die Reichsbank gewendet, zumal der Siebener=
Ausſchuß der Golddiskontbank bei den Baſeler
Stillhaltever=
handlungen übergangen worden iſt. Auf welche Weiſe der
ent=
ſtandene Konflikt aus der Welt geſchafft werden ſoll, läßt ſich
noch nicht erkennen, doch iſt beſtimmt anzunehmen, daß die
Baſeler Beſchlüſſe nicht nachträglich wieder abgeändert werden.
Hugenberg bei Brüning.
Die vielbeſprochene Unterredung des deutſchnationalen
Par=
teiführers mit dem Reichskanzler hat am Donnerstag nachmittag
ſtattgefunden. Sie hat mehrere Stunden gedauert. Auf Wunſch
des Kanzlers wohnte ihr auch der Zentrumsführer Prälat Kaas
bei, weshalb auch Herr Hugenberg mit Begkeitung erſchien.
Irgendein poſitives Ergebnis hatte die Beſprechung nicht, ſollte
ſie auch nicht haben. Es iſt eine bewußt irrige Darſtellung der
Demokraten, wenn ſie aus durchſichtigen Gründen behaupten,
Dr. Hugenberg habe bei dem Reichskanzler gewiſſermaßen
anti=
chambriert. Während ſie genau wiſſen, daß die Ausſprache
auf Wunſch des Reichspräſidenten erfolgt iſt.
Ueber den Inhalt der Ausſprache wird ſtrengſtes Stillſchweigen
bewahrt. Es iſt aber anzunehmen, daß die
Deutſchnatio=
nalen auch bei dieſer Gelegenheit ihre alten Forderungen
nach einer energiſcheren Außenpolitik und einer
Loslöſung von den Gewerkſchaften im Innern
auf=
geſtellt haben, ſo daß alſo wohl gerade wegen ihrer letzten
For=
derung eine Annäherung nicht erfolgt iſt.
Der Sinn der Erholung.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Die moderne Arbeit, ſtrengt die Kräfte, faſt eines jeden
Nenſchen bis an die Grenzen des Möglichen an, oft wird dieſe
Grenze ſogar zum Nachteil der Betroffenen überſchritten. Man
rühmt ſich womöglich noch, daß aus den Menſchen das Letzte
herausgeholt wird, gleich als gehöre der Menſch reſtlos der
Außenwelt ohne den Anſpruch auf ein eigenes Innenleben.
Die=
ſes Uebel fordert indeſſen ſein eigenes Heilmittel von ſelbſt
heraus. Niemals wurde auf die Erholungsſtunden bewußt und
grundſätzlich ein ſolcher Wert gelegt, wie heute. Immer mehr
Menſchen wird ein freies Wochenende, beginnend am Samstag
mittag, gewährleiſtet. Der Sonntag wird zwar weniger
gehei=
ligt, aber viel ausgiebiger gefeiert, als je. Ein ſehr zu
begrü=
ßendes Streben geht dahin, womöglich jedem Menſchen einen
Sommerurlaub zu verſchaffen. Es ſoll jedem Arbeitenden die
Möglichkeit gegeben werden, in regelmäßigen Abſtänden, ein
Menſch für ſich zu ſein, und es iſt wichtig, daß er dieſe Stunden
vorher weiß, um vernünftig darüber verfügen zu können. Eine
andere Frage iſt, wie dieſe Wohltaten benutzt werden, und da
ſtellt ſich denn leider heraus, daß dies, wie alles in unſerer Zeit,
auf viel zu kollektive Art geſchieht, während nur eine individuelle
Erholung ein Gegengewicht wäre gegen die ſeelentötende
Mecha=
niſierung der heutigen Berufsarbeit. Wir können es uns nicht
verhehlen: Die vermehrte Anzahl der Feierſtunden dient
tatſäch=
lich nur ſelten der Pflege eines höheren, nämlich individuellen
Menſchentums, denn ehe der Einzelne ſich darauf zu beſinnen
begonnen hat, wird er ſchon eingeſchlungen in alle möglichen
Allerweltsvergnügungen, die heute überall ſo billig zu haben ſind.
Sehr viele heutige Berufe ſteigern das Menſchentum nicht,
vielmehr haben ſie durch ihren einſeitigen, unſelbſtändigen
Charakter die Wirkung, daß ſie den Menſchen erſchöpfen, wenn
nicht aushöhlen, ohne ihm die erholende Befriedigung an einem
nun fertig vor ihm ſtehenden Werk ſeiner Hände zu gewähren
Wohlgemeinte Vorſchläge, dies zu ändern, haben nicht ſehr weit
geführt, vielmehr ſcheint in der Erfindung des Laufenden Bandes
die unaufhaltſame Tendenz zur vermehrten Eintönigkeit zu
lie=
gen. Freilich hört man auch behaupten, daß von Haus aus
nach=
denkliche Menſchen gerade während einer völlig geiſtloſen
Hand=
arbeit beſonders gut ihren Gedanken nachgehen können. Eine
wirkliche Zeittendenz kann nun nie aufgehalten, höchſtens durch
Einordnung in noch vorhandene ſtarke Kulturwerte gehindert
werden, zerſtörend zu wirken. Die Beſſerung kann nie in einem
Zurück, ſondern immer nur in einem Usber die ſchlechte
Gegen=
wart hinaus liegen. Das ſelbſtändige Handwerk, das durch die
Vom Tage.
Der Wirtſchaftsausſchuß des Reichskabinetts wird mit den
Sachverſtändigen für das Bankweſen am kommenden Samstag
ſeine nächſte Sitzung abhalten. Es iſt anzunehmen, daß in dieſer
Sitzung die Entſcheidung über die Organiſation der Banken fällt,
auf die das Reich Einfluß hat. Ob am Samstag auch ſchon die
Entſcheidung über die Frage der Bankenaufſicht fallen wird, ſteht
noch dahin. Immerhin dürften die Erörterungen ſchon ſehr weit
gediehen ſein.
Das Weimarer Jugendgericht verurteilte den
Buchdruckerlehr=
ling Dannbauer aus Vöcklabruck in Oeſterreich in nichtöffentlicher
Verhandlung wegen verſuchten Totſchlags zu zwei Jahren ſechs
Monaten Gefängnis unter Anrechnung einer dreimonatigen
Unterſuchungshaft. Dannbauer hatte im Mai d. J. auf den
Raſſe=
forſcher Profeſſor Dr. Günther einen Anſchlag verübt, wobei der
Forſcher leicht verletzt wurde.
Das franzöſiſche Amtsblatt veröffentlicht das Rücktritts=
Dekret für den bisherigen franzöſiſchen Botſchafter in Berlin.
de Margerie, und die Ernennung des Unterſtaatsſekretärs
Francois=Poncet auf dieſem Poſten für vorläufig ſechs Monate.
Im franzöſiſchen Miniſterrat wurde auf Vorſchlag des
Luft=
fahrtminiſters Dumesnil die Schaffung eines oberſten Luftrates
beſchloſſen.
Der Vorbereitung für die Weltabrüſtungskonferenz dient eine
vom Weltbund für Freundſchaftsarbeit der Kirchen einberufene
internationale Tagung, die in den erſten Septembertagen mehr
als 300 Vertreter von 33 Ländern, darunter auch eine kleine
deutſche Abordnung, in der Univerſität Cambridge
zuſammen=
führen wird.
Die Agentur Radio gibt Gerüchte aus Moskau wieder, wonach
vier ruſſiſche Volkskommiſſare, darunter Mikojan, ihre Demiſſion
angeboten hätten.
Der „Daily Herald” hält trotz aller Dementis an ſeiner
Mel=
dung feſt, daß die Federal=Reſervebank von New York weitere
Kredite für die engliſche Regierung von draſtiſchen
Sparmaß=
nahmen in der Erwerbsloſenverſicherung abhängig gemacht habe.
Staatsſekretär Stimſon, der aus Schottland zurückgekehrt iſt,
ſtattete geſtern früh dem Premierminiſter Macdonald einen
Be=
ſuch ab.
Präſident Hoover hat eine ſtrenge Unterſuchung der gegen die
Waſhingtoner Polizei erhobenen Beſchuldigungen angeordnet, daß
ſie Perſonen, die unter irgendeinem Verdacht verhaftet worden
ſind, durch brutale Mißhandlungen zur Ausſage zu zwingen ſuche.
Hettef der beärſcen Bäuldielſchaf.
an den Reichskanzler.
Berlin, 27. Auguſt.
Die geſamten Verbände der deutſchen Bauwirtſchaft, die Fachgruppen
Bauinduſtrie, Bauſtoffinduſtrie holzverarbeitende Induſtrie,
Sägeindu=
ſtrie und Holzhandel des Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie, das
Bauhandwerk, vertreten durch den Reichsverband des Deutſchen
Hand=
werks, Bauſtoffhandel und Bauſtofferzeuger, die Baumaſchineninduſtrie,
Architekten und Ingenieure haben an die Reichsregierung eine Eingabe
gerichtet, in der auf die Gefahren der gegenwärtigen amtlichen
Bau=
politik und auf die Schäden hingewieſen wird, die hieraus der deutſchen
Wirtſchaft erwachſen müßten.
In der Eingabe wird unter anderem feſtgeſtellt, daß der
Produk=
tionsrückgang bei der Bauwirtſchaft ſeit dem Jahre 1929 etwa 55 bis 60
v.H. betrage, während bei den anderen Produktionsgüterinduſtrien der
Rückgang etwa 26,3 v.H. und bei den Verbrauchsgüterinduſtrien etwa
3,8 v.H. ausmache. Hier liege der eigentliche Herd der
Wirtſchafts=
kriſe, zumal wenn man bedenke, daß rund 70—80 v.H. des Wertes der
errichteten Bauwerke auf Löhne und Gehälter entfielen. Jede Milliarde
Produktionsausfall bei der Bauwirtſchaft mache rund 350 000 Arbeiter
arbeitslos. Gleichwohl ſetze ſich der Prozeß tödlicher Erſtarrung in
beſchleunigtem Tempo fort. Man wolle den Zufluß auch der letzten
öffentlichen Mittel abſchneiden. Ueber eine Million Arbeitsloſe in der
Bauwirtſchaft bedeuteten beinahe 1 Milliarde jährlicher
Unterſtützungs=
beiträge. Sie bedingten einen gewaltigen Steuerausfall und bedrohten
den Beſtand der Sozialverſicherung. In der Bauwirtſchaft ſelbſt, die
unter ihren insgeſamt etwa 360 000 Betrieben beſonders zahlreiche
ſelbſt=
ſtändige mittlere und kleinere Betriebe aufweiſe, bedeute es das Erliegen
von Tauſenden von Exiſtenzen des ſelbſtändigen Mittelſtandes,
unüber=
ſehbares Elend in den Kreiſen der Arbeitnehmer und wiederum
umfang=
reiche Steuerausfälle. Eine grundſätzliche Wendung der amtlichen
Bau=
politik ſei daher unbedingt erforderlich.
Die Eingabe zählt dann eine Reihe von Maßnahmen auf, die von
der Bauwirtſchaft für unbedingt notwendig erachtet werden. Die
öffent=
liche Bautätigkeit müſſe in dem durch die Voranſchläge des Frühjahrs
beſtimmten Ausmaß aufrecht erhalten werden. Alle Beſtrebungen
öffent=
licher Stellen, unter Ausſchaltung der Unternehmer und der
Angehöri=
gen freier Berufe Bauten auszuführen, müßten unterbunden werden.
Die Bauaufträge der öffentlichen Hand ſeien ſoweit auszuführen, daß
annähernd, die durchſchnittliche Bautätigkeit dieſer Stellen wieder
er=
reicht werde, ſelbſtverſtändlich unter Beſchränkung auf unbedingt
erfor=
derliche Bauten. Das amtliche Wohnungsbauprogramm für 1931 müſſe
in vollem Umfange durchgeführt werden. Die Zwangswirtſchaft in dem
Wohnungsweſen ſei unter Abkürzung der Friſten der Notverordnung
vom 1. Dezember 1930 beſchleunigt aufzuheben. Für die
Hauszins=
ſteuer müſſe ein Endtermin und die Stufen des Abbaues beſtimmt
werden, jedoch unter unveränderter Beibehaltung der geldlichen
Zu=
ſchüſſe, für den Kleinſtwohnungsbau mindeſtens für die Jahre 1931
und 1932.
individuelle Befriedigung des Arbeiters ein Stück Erholung in
ich trägt, wird zwar weiter leben, aber nur, wo die Maſchine
nicht beſſer und billiger arbeitet, d. h. überall da, wo es noch
eine Nachfrage nach Gegenſtänden von individuellem Geſchmack
gibt. Kunſthandwerk, Kunſtgewerbe, dekorative Künſte werden
immer ein Mittelgebiet individuellen Arbeitens ſein zwiſchen der
vorſchriftsmäßigen Fabrikarbeit und dem eigentlich ſchöpferiſchen
Wirken. Die verhältnismäßig glücklichen Arbeiter auf dieſem
Mittelgebiet werden aber immer nur eine Minderheit unter den
Handarbeitern ausmachen, weil eine beſondere Begabung
Vorausſetzung iſt.
Wir müſſen uns daher zunächſt mit der Tatſache abfinden,
daß im Gegenſatz zu den vorinduſtriellen Zeiten, in denen der
Beruf eine Erholung in ſich ſelbſt bot, dadurch, daß er nicht nur
Lebensunterhalt, ſondern auch Lebensausdruck und
Lebensbe=
friedigung bedeutete, heute der Schwerpunkt der eigenen
Menſch=
lichkeit immer mehr in die Erholungsſtunden fällt, nachdem das
für den Lebensunterhalt notwendige getan iſt. Das iſt der
Grund, warum heute den Erholungsſtunden eine ſo große
Be=
deutung zukommt, und zwar um ſo mehr, je weniger perſönliche
Befriedigung der Beruf einem Menſchen bietet. Künſtler,
For=
ſcher, Entdeckungsreiſende und ſonſtige, auf eigene Fauſt
ſchöpfe=
riſche Menſchen brauchen keinen Achtſtundentag. Das
Skizzen=
buch begleitet den Maler gerade auf ſeinen Spaziergängen, und
ein Denker wird ſchwerlich angeben können wie viel Stunden
täglich er arbeitet, d. h. in ſeinem Falle denkt. Vielleicht hat er
nur zwei bis drei Stunden am Schreibtiſch geſeſſen, im übrigen
vielleicht auf dem Sofa oder in der Sonne gelegen und während
dieſer ſcheinbaren Faulenzerei hat er durch ſein Denken den
Acht=
ſtundentag weit überſchritten.
Nachdem nun einmal in ſo vielen Berufen die menſchlich
be=
friedigende Seite faſt oder ganz fehlt, wäre nun die logiſche
For=
derung eine beſondere Kultur der Erholung, damit alle die
tags=
über als Rädchen in mechaniſierten Betrieben eingeſtellten
Men=
ſchen wenigſtens abends und am Wochenende ihre Seelen
be=
ſonders hochwertigen Einflüſſen öffnen könnten. Statt deſſen
wird überall über die zunehmende Flachheit, Schalheit,
An=
rüchigkeit der heutigen Erholungsarten geklagt, ja über den
vie=
len Zerſtreuungen anhaftenden zerſetzenden, ſeelentötenden
Charakter. Derſelbe Menſch alſo, der in Gefahr iſt,
ſein Menſchentum im Beruf durch Mechaniſierung
auszu=
höhlen, überläßt ſich oft abends einer anders gearteten
Schädi=
gung, ſo wie etwa ein Hüngernder durch Alkohol= oder
Nikotin=
rauſch ſich über ſein Leerheitsgefühl hinweghilft. Das muß auf
die Dauer zu einer ſeeliſchen Unterernährung, ja zum ſeeliſchen
Hungertod führen. Dieſe Dinge läßt unſere Zeit, die ſich doch
ſonſt um alles kümmert und es ſtatiſtiſch zu erfaſſen ſucht, gehen
wie ſie wollen. Viele Menſchen, denen eine würdige Erholung
Berlin, 27. Auguſt
Das Reichskabinett trat heute vormittag zu einer Sitzung
ſammen, in der, wie bereits anfangs der Woche angekündigt
Fragen beſprochen werden, die mit der bevorſtehenden Völk
bundstagung zuſammenhängen. Der deutſchen Delegation w.
den diesmal im Gegenſatz zu früher keine Parlamentarier
an=
hören, Dr. Curtius wird vielmehr außer von den Beamten
Delegation nur von Profeſſor Mendelsſohn=Bartholdy und de
Bankier Melchior begleitet ſein. Es iſt wohl anzunehmen, daß
den Genfer Geſprächen auch die Repartionsfrage weiter vorwär
gebracht werden ſoll. Das geht ja ſchon allein aus der Teilnahr
Melchiors hervor, der als Vertreter Deutſchlands dem Baſel
Sachverſtändigenausſchuß angehörte.
Ausführlich berichtete Dr. Curtius dem Kabinett in dieſe
Zuſammenhang auch im einzelnen über die Fragen der Ru
landpolitik, die bei der Anweſenheit Litwinows in Berl
beſprochen werden dürften. Dazu iſt zu bemerken, daß ſich ne
den jetzt vorliegenden authentiſchen Meldungen die bisheri
deutſche Auffaſſung von den polniſch=ruſſiſchen Verhandlungen k
ſtätigt. Polen hat in ſeinem Vorſchlag die Vielheit der Vorſchlä
zuſammengefaßt, die in den letzten fünf Jahren von Zeit zu Ze
aufgetaucht ſind, und dieſer Vorſchlag iſt von Rußland rundw
abgelehnt worden. Damit entfällt jeder Grund zu irgendein
Beunruhigung über dieſe Dinge. Es iſt gewiß zu erwarten, d
Litwinow den Reichsaußenminiſter morgen noch näher über d
Einzelheiten informieren wird, wie es im Rahmen des deutſ
ruſſiſchen Freundſchaftsvertrag ja ſelbſtverſtändlich iſt. Dr. Cu
tius wird dann am Samstagabend, ebenſo wie Litwinow, ne
Genf reiſen.
Die Beamken als Prügelknaben.
* Trotz aller Dementis erhalten ſich nachdrücklich die Gerücht
daß die Reichsregierung von neuem an eine Kürzung der B
amtenbezüge denke. Wenn wir recht unterrichtet ſind, iſt alle
dings in einer der letzten Kabinettsſitzungen von einer ſolche
Möglichkeit geſprochen worden, doch war die Mehrheit der Min
ſter der Meinung, daß die äußerſte Grenze deſſen, was den B
amten an allgemeiner Kürzung ihrer Bezüge zugemutet werde
könne, jetzt erreicht ſei, daß es ſich höchſtens darum handeln könn
bei einzelnen Gruppen Verbeſſerungen rückgängig zu machen, d
in den letzten Jahren gegenüber dem Friedensſtand durchgefüh
wurden, alſo etwa eine andere Einſtufung, ein langſameres Au
ſteigen aus einer Gehaltsklaſſe in die andere, Ablöſung der je
üblichen zweijährigen Friſt durch eine dreijährige, ſowie endli
Abbau der Penſion, die jetzt 80 Prozent beträgt, auf den frühere
Satz von 75 Prozent unter entſprechendem Abſtrich auch bei d.
laufenden Penſion. Das ſind die Erwägungen, die auch in ein
Konferenz der Länderminiſter am Mittwoch in Berlin beſproche
worden ſind. Es verlautet, das Reichskabinett wolle zunächſt a
warten, was in den einzelnen Ländern geſchieht, um das Gleie
gewicht im Haushalt in Ordnung zu bringen, und werde ſolan
ſeine eigenen Abſichten zurückſtellen.
Die franzöſiſch=ruſſiſchen Berhandlungen.
EP. Paris, 27. Auguſt.
Der ſtarke Widerhall, den die polniſch=ruſſiſchen und d
franzöſiſch=ruſſiſchen Verhandlungen über einen Nichtangriff
pakt in Deutſchland gefunden haben, iſt in Paris nicht unbeae
et geblieben. Auf franzöſiſcher Seite erklärt man jetzt, daß d
ruſſiſch=franzöſiſchen Verhandlungen erſt im Oktober wieder au
genommen werden. Dieſer franzöſiſche Entſchluß mag folgen
Gründe haben: Man will vor allem abwarten, was die polniſe
ruſſiſchen Verhandlungen für Ergebniſſe zeitigen, denn man e
klärt hier, daß ohne eine gleichzeitige polniſch=ruſſiſche Konve.
tion der Abſchluß eines ruſſiſch=franzöſiſchen Paktes nicht mögli
ſei. Man möchte ferner den Eindruck überſtürzter
Verhandlu=
gen nicht aufkommen laſſen. Die kommenden Genfer Rahme
Beſprechungen und der franzöſiſche Miniſterbeſuch in Berl
werden Gelegenheit zur offenen Ausſprache geben. Dieſe B
ſprechungen werden in den nächſten Tagen bereits anläßlich de
Beſuches des polniſchen Außenminiſters Zaleſki in Paris e
öffnet werden. Außenminiſter Briand wird ferner zweifellos m.
dem ruſſiſchen Volkskommiſſar für Aeußeres, Litwinow, in
Ge=
neben den Beratungen des Europa=Komitees die ganze
A=
gelegenheit zur Sprache bringen.
Auf franzöſiſcher Seite wird heute erklärt, es ſei möglie
daß man mit Rußland nur einen Verſöhnungspakt abſchlief
und keinen Nichtangriffspakt. Ein ſolcher Vertrag würde ſoz!
ſagen die gemilderte Form eines Nichtangriffspaktes darſtelle=
frei ſtünde, überlaſſen ſich ausſchließlich zweifelhaften Ve
gnügungen, minderwertiger Muſik und Lektüre, mit der Begru!
dung, daß ein abgearbeiteter Menſch doch ein Recht auf leich
Unterhaltung und Entſpannung habe. Dieſe ſo oft gehörte B
hauptung zeigt eine große Gedankenloſigkeit. Sie verrät, da
die Menſchen meiſt gar nicht mehr wiſſen, was Erholung eigen
lich iſt. Sie verwechſeln ſie mit Betäubung. Eine ſeeliſch bi
reichernde oder wenigſtens entſpannende Erholung braucht I
durchaus nicht minderwertig zu ſein. Humor kann Tiefe, ei
leichtes Geſpräch kann Geiſt haben. Beſchäftigung mit Pflauze
und Tieren entſpannt und bereichert zugleich. Auch wer m.
Kindern umzugehen weiß, kann bei ihnen Unterhaltung, En.
ſpannung und zugleich ſeeliſche Förderung finden.
Man weiß ſehr wenig von einem Menſchen, wenn man nu
ſeinen Beruf kennt. Es gibt ja bekanntlich ſehr gelehrte Dumill.
köpfe beiderlei Geſchlechts und Menſchen in geringer Tätigke!
die einen erfriſchend geſunden Verſtand zeigen. Verſicherungs
angeſtellte können phantaſievoll ſein, und nicht wenigen moderne
Künſtlern gebricht es an nichts ſo ſehr, wie an Phantaſie. Aus de
Berufstätigkeit eines Menſchen darf man alſo keine ſichere
Schlüſſe auf ſein Weſen ziehen. Dagegen iſt folgende Umſchre
bung eines bekannten Ausſpruchs gewiß wahr: „Sage mir, w.
du dich erholſt, und ich ſage dir, wer du biſt‟. Dies gilt zul
mindeſten für die gegenwärtige Entwicklungsſtufe eines Mel
ſchen. In einiger Zeit hat er ſich vielkeicht gewandelt, aber ſiche
wird das auch an der veränderten Art ſeiner Erholung zu e
kennen ſein. Der Grund liegt darin: in der Berufswahl ſin
nur wenige Menſchen wirklich frei, weshalb für viele ihr Ber!
gar nicht charakteriſtiſch iſt. In der Wahl ihrer Erholung abe
ſind die meiſten Menſchen frei, könnten es wenigſtens ſein, wenl
ſie zu ſich ſelber kommen und ſich frei machen wollten von Po.
urteilen, die immer auf dem beruhen, was die andern in)
Was ſie daran hindert, iſt meiſt nicht ein äußerer Zwang, /9"
dern ihre eigene innere Unfreiheit.
Dem Beruf widmen ſich die Menſchen meiſt ausſchließl!
mit ihrer Perſon, d. h. mit ihrer der Welt zugekehrten, ihr
ang=
paßten Maske, nicht mit ihrem unbefangenen Weſen. In aue
nichtſchöpferiſchen Berufen würde ein zu einzigartiges, ja Ube.
haupt allzu ausgeprägtes Weſen die Anpaſſung nur ſtören. 2e
iſt natürlich ein großes Uebel, aber niemand wird einen 2‟
zur Beſeitigung ſehen. Unſere Perſon iſt im Lauf des Lehenl
durch die Anpaſſung an die Außenwelt entſtanden. Sie iſt 1.
daher mehr oder weniger bewußt. Sie ſtellt aber nur eine
kleinen Ausſchnitt unſerer Weſenheit dar, die uns zum Aroß”
Teil unbewußt bleibt. Dieſe äußert ſich indeſſen auf ScIn
und Tritt, und zwar normaler Weiſe und am günſtigſten da,
wir von dem äußeren Zwang einigermaßen frei ſind, unter dei
unſere angepaßte Perſon der Umwelt dient. Wenigſtens 1on4
Nummer 238
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Das neue engliſche Sanierungs=Programm
Oprozenkige Kürzung der Arbeitsloſenunkerfkühung. — Gehalksabbau für Staaks= und Kommunalbeamte.
Abbau der ſozialen Leiſtungen. — Einſparungen am Heeres= und Verkehrsekal.
re, Ablöſun.
jährige, ſowi
rägt, auf den
Abſtrich auch
gen, die auch
in Berl
zandlungen
Paris
inen
Paris nicht unk.
rt man jetzt, daf
Oktober wieder
tſchluß mag folnt
en, was die polnt
tigen, denn mau
cheruf
Die nakionale Regierung
an der Arbeik.
EP. London, 27. Auguſt.
Das neue Kabinett hat auf ſeiner erſten Sitzung am
Mitt=
voch nachmittag eine Reihe von Unterausſchüſſen eingeſetzt, die
„ie Einzelheiten des geplanten Sparprogramms prüfen und ſo
zald als möglich das Ergebnis ihrer Arbeiten dem
Geſamtkabi=
gett unterbreiten ſollen. Die Maßnahmen der Regierung zur
Sanierung der Staatsfinanzen werden außer einer 10
prozen=
eigen Kürzung der Arbeitsloſenunterſtützung
einen Gehaltsabbau für faſt alle Staats= und
Kommunalbeamten, einen Abbau der ſozialen
Leiſtungen und Einſparungen am Heeresetat und
am Etat für das Verkehrsweſen umfaſſen.
Macdonald wird vorausſichtlich heute abend nach Loſſiemouth
reiſen, wo er das Wochenende verbringt.
Kampfanſage der engliſchen Arbeiker=Oppoſikion
an die neue Regierung.
Die Oppoſition der Arbeiterpartei hat, den allgemeinen
Er=
partungen entſprechend, der neuen Regierung ſchärfſten Kampf
ngeſagt. Nach fünfſtündigen Beratungen iſt von der
gemein=
amen Konferenz der Exekutive der Arbeiterpartei, des
General=
ats des Gewerkſchafts=Kongreſſes und dem beratenden Ausſchuß
er parlamentariſchen Arbeiterpartei eine Entſchließung
ein=
timmig angenommen worden, in der es heißt, daß die
natio=
tale Regierung im Parlament und von den
Ar=
eiter=Organiſationen, im ganzen Lande auf
as Schärfſte bekämpft werden wird. Die Haltung
er ehemaligen Miniſter, die ſich weigerten, in die neue
Regie=
ung einzutreten, fand allgemeine Billigung. Die Unterhaus=
Fraktion der Arbeiterpartei wird weiter erſucht, die Rolle der
ffiziellen Arbeiter=Oppoſition im Unterhaus zu übernehmen.
Ein Beſchluß, Macdonald aus der
Arbeiter=
jartei auszuſchließen, wurde auf Grund einer
Intervention Henderſons, der zur Vorſicht und
Mäßi=
ſung in dieſer Frage mahnte, nicht gefaßt. Andererſeits
rſcheint es als ſicher, daß Maedonald als Führer der
Unter=
ſausfraktion der Arbeiterpartei auf der morgigen Voll=Konferenz
der Fraktion durch Henderſon erſetzt werden wird. — Der
Kampf, den die Arbeiter=Oppoſition gegen die neue Regierung
zu führen beabſichtigt, ſoll ſich nicht gegen Perſönlichkeiten
rich=
en, ſondern auf der Baſis grundſätzlicher Gegenſätze
ausge=
ragen werden. Sir Oswald Mosley und ſeine wenigen
An=
hänger im Unterhaus werden die neue Regierung gleichfalls
licht unterſtützen.
Mosley, der am Mittwoch von einem Ferienaufenthalt in
Frankreich zurückkehrte, kritiſierte ſcharf die neue Regierung.
Manifeſt der Arbeikerparkei gegen die Regierung.
Die offizielle Haltung der Arbeiterpartei der neuen Regierung
gegen=
über iſt in einem Manifeſt niedergelegt worden, das am Donnerstag
nachmittag gemeinſam von der Exekutive, dem beratenden Ausſchuß der
Unterhausfraktion der Arbeiterpartei und dem Generalrat des
Gewerk=
ſchaftskongreſſes veröffentlicht wurde.
Das Manifeſt beſtätigt die Erwartung, daß das neue Kabinett die
engliſche Arbeiterſchaft geſchloſſen gegen ſich haben wird. In dem
Mani=
feſt wird erklärt, daß der plötzliche Rücktritt der Arheiter=Regierung
durch Forderungen von Finanz= und politiſchen Kreiſen hervorgerufen
wurde, die kein Arbeiter=Kabinett hätte annehmen können. Für die neue
Regierung lehnt die Arbeiter=Partei jede Verantwortung ab, da ſie eine
Regierung von Perſonen ſei, die nicht die Autorität des Volkes beſitzen,
Das neue Kabinett beabſichtige, einen Angriff auf den Lebensſtandard
der Arbeiter durchzuführen, um einer Situation zu begegnen, die durch
die Politik privater Bankintereſſen, über die das Volk keinerlei
Kon=
trolle beſitze, geſchaffen wurde. Die neue Regierung plane eine völlige
Umkehr von der Sozialpolitik, weil maßgebliche Regierungskreiſe der
Ueberzeugung ſeien, daß England den anderen Ländern ein ſchlechtes
Beiſpiel gebe, wenn es die Reichen beſteuere, um die Aermſten zu
unter=
ſtützen. Das neue Kabinett werde von der bisherigen engliſchen
Sozial=
politik abzugehen verſuchen und die Arbeitsloſenunterſtützung angreifen.
Das Manifeſt bringt dann die konſtruktiven Vorſchläge der Arbeiter=
partei zur Ueberwindung der Finanzkriſe. Dieſe Vorſchläge beſtehen in
erſter Linie in einer Mobiliſierung der engliſchen Guthaben im
Aus=
lande und der Neuaufrollung des Kriegsſchlden= und
Reparationspro=
blems. Es wird weiter betont, daß die Arbeiterpartei in höchſtem Maß
die Intereſſen der geſamten Nation berückſichtige, aber entſchieden den
Verſuch ablehnen müſſe, dieſe Intereſſen auf dem Weg der Verarmung
der Arbeiter zu wahren.
Das Manifeſt ſchließt mit einem Aufruf an das engliſche arbeitende
Volk, die neue Regierung erbittert zu bekämpfen und der Arbeiterpartei
in ihrem Beſtreben, die wahren nationalen Intereſſen zu ſchützen und
einen konſtruktiven Schritt auf dem Wege zur neuen ſozialen Ordnung
zu tun, tatkräftig zu unter" n.
Der Vollzugsausſchuß der Bergarbeitergewerkſchaft von England hat
ſoeben beſchloſſen, den Generalrat des Gewerkſchaftskongreſſes und die
Arbeiterpartei in ihrem Kampfe gegen die neue Regierung nach Kräften
zu unterſtützen.
Amerikaniſcher Kredik für England.
EP. New York, 27. Auguſt.
Verhandlungen über die Gewährung eines großen
Privat=
kredits an England ſind, wie aus hieſigen Finanzkreiſen bekannt
wird, zurzeit hier im Gange. Die Verhandlungen ſollen
telepho=
niſch mit dem in Kanada weilenden Gouverneur der Bank von
England, Montagu Norman, und mit London geführt werden.
Der Kredit dürfte wahrſcheinlich noch vor dem Zuſammentritt des
engliſchen Parlaments am 8. September zuſtande kommen.
In Citykreiſen glaubt man, daß es ſich um eine 80= bis 100=
Millionen=Pfund=Anleihe handelt, die von amerikaniſchen
Privat=
banken an England gegeben werden ſoll. Ferner wird vermutet,
daß der Erlös einer ſolchen Anleihe verſchiedenen Zwecken
dienſt=
bar gemacht werden ſoll. Erſtens ſoll damit der amerikaniſche
Anteil des 50 Millionen Pfund betragenden
Pfundſtabiliſierungs=
kredits in Höhe von 25 Millionen Pfund Sterling abgelöſt
wer=
den. In dieſem Zuſammenhang wird auf die Statuten der Federal
Reſerve Bank hingewieſen, die bekanntlich eine Stützungsaktion
zugunſten ausländiſcher Banken nicht zulaſſen. Weiter ſoll dieſe
Anleihe das Britiſche Schatzamt in die Lage verſetzen, die
ameri=
kaniſchen Beſitzer engliſcher Kriegsanleihen auszukaufen, wenn
dieſe ſich mit einer freiwilligen Konvertierung nicht
einverſtan=
den erklären ſollten. Man glaubt allerdings, die Tatſache, daß
die britiſche Regierung über genügend Mittel zur Ablöſung des
in amerikaniſchen Händen befindlichen Anleiheteils verfügt, werde
genügen, um die amerikaniſchen Eigner zur freiwilligen
Konver=
tierung bei einem billigeren Zinsſatz zu bewegen. Dann wird
noch mit der allerdings entfernteren Möglichkeit gerechnet, daß
ein Teil des Kredites denjenigen Londoner Akzepthäuſern und
anderen Firmen zugute kommen ſoll, deren finanzielle Liquidität
durch die Baſeler Stillhalteabmachungen gelitten hat.
Lord Cecil Führer der engliſchen Völkerbunds=
Delegakion.
Dem diplomatiſchen Korreſpondenten des „Daily Telegraph”
zufolge iſt es fraglich, ob der neue engliſche Außenminiſter Lord
Reading an den Tagungen des Völkerbundsrats und der
Vollver=
ſammlung in der nächſten Woche teilnehmen wird. Angeſichts der
ſchwierigen Aufgabe des Haushaltsausgleichs wird das neue, nur
aus zehn Mitgliedern beſtehende Kabinett kaum die Mitarbeit
eines ſeiner Mitglieder entbehren können. Die Vertretung Lord
Readings in Genf wird wahrſcheinlich ein nicht dem Kabinett
angehöriges Mitglied der neuen Regierung, möglicherweiſe aber
auch Lord Robert Cecil oder der frühere Vizekönig von Indien,
Lord Irwin, übernehmen. — Der Korreſpondent erklärt, daß im
Hinblick auf die Abweſenheit des engliſchen Miniſterpräſidenten
und des Außenminiſters lediglich formale Fragen in Genf zur
Sprache kommen und die Erörterung umſtrittener Probleme, wie
das der deutſch=öſterreichiſchen Zoll=Union, verſchoben werden
dürften.
*
Die engliſche Delegation zur bevorſtehenden Ratstagung und
Vollverſammlung des Völkerbundes in Genf wird nach
Erklärun=
gen von offizieller Seite vorausſichtlich von Lord Cecil geführt
werden, da der neue Außenminiſter Lord Reading im Hinblick
auf die Finanzkriſe von London nicht abkömmlich ſei.
Revolukionäre Bewegung in Porkugal.
Mißglückker Putſch in Liſſabon.
Paris, 27. Auguſt.
Wie Havas aus Liſſabon meldet, ſind geſtern morgen um
7 Uhr Ziviliſten in die Kaſerne des 3. Artillerieregiments
ein=
gedrungen und haben die wachthabenden Offiziere und das
Regiment überwältigt. Die Regierung hat mit den übrigen
Streitkräften der Liſſaboner Garniſon, der Polizei und der
republikaniſchen Garde die Rebellen bekämpft und beſiegt. Die
Rebellen haben ſich ergeben; ihre Führer, unter ihnen der Oberſt
Dias Antunes, ſind verhaftet worden.
Ueber den Verlauf und das ſchnelle Ende der neuen
Revo=
lution in Portugal werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt:
Die 20. revolutionäre Bewegung ſeit dem Jahre 1910 brach am
Mittwoch morgen 7.30 Uhr in der portugieſiſchen Hauptſtadt
aus; ſie dauerte genau zehn Stunden, dann war die Ruhe
wieder hergeſtellt. Es ſeien zehn Tote zu beklagen und etwa 50
Verletzte, die in Krankenhäuſern untergebracht ſeien. Die
Re=
volte ging von zwei Artillerie=Regimentern der Stadt aus, denen
ſich zahlreiche Zivilperſonen anſchloſſen. Die Kunde davon
ver=
breitete ſich in wenigen Minuten durch die Stadt. Inzwiſchen
hatte die Regierung ein Infanteriebataillon, Artillerie,
Flug=
zeuge und Maſchinengewehr=Abteilungen mobiliſiert und ſie
gegen die Aufſtändiſchen geſchickt. Letztere leiſteten erbitterten
Widerſtand. Nach hartnäckigen Straßenkämpfen, die bis gegen
5 Uhr abends andauerten, ergaben ſich die Aufſtändiſchen,
be=
ſonders als die Nachricht von der Gefangennahme eines ihrer
Führer, des Oberſten Antunes, bekannt wurde. Die Regierung
hat ſofort ſämtliche Telephon= und Telegraphenleitungen mit der
Provinz unterbinden laſſen; am Abend war es jedoch bereits
möglich, die dringendſten Verbindungen zu erhalten. Als die
Nacht anbrach, lag die Stadt wieder in tiefſtem Frieden, der nur
etwas durch die harten Schritte der Patrouillen geſtört wurde,
die durch die Straßen zogen. — Die Gerüchte, wonach auch in
Porto eine revolutionäre Bewegung ausgebrochen ſei, konnte
bisher nicht nachgeprüft werden.
*
Nachrichten von der ſpaniſch=portugieſiſchen Grenze zufolge
haben am Donnerstag neue Kämpfe in Liſſabon zwiſchen den
Re=
gierungstruppen und Aufſtändiſchen ſtattgefunden, wobei es
letz=
teren gelang, zwei Kaſernen zu zerſtören. Die Eiſenbahnzüge
be=
kommen keine Einfahrt von Liſſabon und werden in einer etwa
10 Kilometer vorher liegenden Station angehalten. Auch im
Nor=
den Portugals finden Kämpfe ſtatt, insbeſondere in Coimbra,
Oporto und Seduval. Im Gegenſatz zu anderslautenden
Meldun=
gen wird behauptet, daß die Aufſtändiſchen bedeutende Erfolge
erzielt hätten. Der ſpaniſche Außenminiſter teilt mit, daß in
un=
mittelbarer Nähe der ſpaniſchen Botſchaft in Liſſabon heftige
Kämpfe ſtattgefunden haben, weshalb die Botſchaftsmitglieder um
Aſyl bei der engliſchen Botſchaft gebeten haben, wo ſie ſich zurzeit
auch befinden.
Eine ruſſiſche Erklärung
zur Frage des Nichkangriffspaktes.
Moskau, 27. Auguſt.
Zu der polniſchen Note an Rußland verbreitet die
Telegra=
phen=Agentur der Sowjetunion eine Mitteilung, wonach der
pol=
niſche Geſandte Patek am 23. d. M. dem Außenkommiſſariat ein
Dokument übergab, das das im Jahre 1926 vom Sowjetgeſandten
Woikoff der polniſchen Regierung übergebene Sowjetprojekt des
Nichtangriffspaktes wiederhole. Die Verhandlungen ſeien wegen
der Bedingungen, die Polen ſtellte, im Jahre 1927 abgebrochen
und bisher nicht wieder aufgenommen worden. Das jetzt von Patek
überreichte neue Dokument wiederhole die alten Bedingungen und
füge eine neue hinzu. Das Dokument bedeute ſomit nicht einen
Fortſchritt in den polniſch=ſowjetruſſiſchen Verhandlungen, ſondern
einen Rückſchritt.
*
Wie aus Moskau gemeldet wird, nimmt man in amtlichen
ruſſiſchen Kreiſen an, daß ſich die ruſſiſche Abſage an Polen auch
auf die ruſſiſch=franzöſiſchen Verhandlungen auswirken wird. Jetzt,
wo die Verhandlungen mit Polen geſcheitert ſind, bezweifelt man,
daß die ruſſiſch=franzöſiſchen Verhandlungen zu einem Ergebnis
führen werden. Man nimmt an, daß die franzöſiſche Regierung
von ſich aus vorläufig die Verhandlungen unterbrechen werde, um
von der polniſchen Regierung gewiſſe Auskünfte einzuholen. An
amtlicher ruſſiſcher Stelle wird erklärt, daß Polen ſelbſt an dem
Abbruch der Verhandlungen ſchuld ſei, weil ſeine Vorſchläge für
Rußland unannehmbar ſeien und Polen Frankreich und
Rumä=
nien über ſeine Verhandlungen mit Rußland falſch informiert
habe.
es ſo ſein. Der Menſch ſollte ſeine Freunde, vor allem den
Ehe=
partner, ſeine Häuslichkeit und ſeine Erholung um ſo mehr von
ſeinem eigenſten Weſen her wählen, je weniger ſein Beruf ihm
erlaubt, dieſes zum Ausdruck zu bringen. Klingt das nicht
wie die banalſte Selbſtverſtändlichkeit? Wenn wir indeſſen
heutige Menſchen ſich erholen ſehen, werden wir bemerken, daß
gerade von dem „Recht, das mit uns geboren iſt” hier ſehr
ſelten Gebrauch gemacht wird. Gerade, wo der Menſch die
Frei=
heit hätte, endlich einmal Menſch, d. h. ein indiviouelles,
ein=
maliges Weſen zu ſein, richtet er ſich oft freiwillig eben ſo ſehr
nach den andern, wie er es unfreiwillig in ſeinem Beruf tut.
Durch die Einflüſſe nun, die wir in den Erholungsſtunden
aufnehmen, wird unſere eigentliche Menſchlichkeit ernährt.
Dar=
um iſt es ſo wichtig, ob wir da kräftige, gefunde Nahrung,
Zuckerzeug oder gar angefaultes Zeug zu uns nehmen. Die
Hauptſache aber iſt, daß wir das wählen, was gerade wir
brau=
chen, d. h. daß wir uns hier ganz und gar nach uns ſelbſt
richten, nicht nach dem was Mode iſt, was „man” tut und was
man” ſagt. Junge Leute ſtehen ja wohl normaler Weiſe unter
ſolchen Suggeſtionen des „Man”, denn nur ſo können ſie ſich
brientieren, was es im Leben überhaupt gibt, indeſſen ſollte
der Menſch doch nach einigen Jugenderfahrungen im Stand
lein, für ſich individuell das Gemäße auswählen zu können.
Die Perſon eines Menſchen kann noch lange Zeit gut an die
Umwelt angepaßt ſein, tüchtig ihren Dienſt tun, während ſein
Menſchliches immer mehr an Unterernährung oder
Falſch=
ernährung dahinſiecht. Da aber die Perſon ihre Kräfte
letzt=
lich doch aus dem Grund unſeres unbewußten Weſens zieht, ſo
uß ſie eines Tages in rätſelhaften ſeeliſchen oder körperlichen
Krankheitszuſtänden zuſammenbrechen, falls dieſe heimliche
Nraftquelle mehr und mehr verſiegt. In ausgedörrtem, von
keinem Niederſchlag berührten Gelände vertrocknen die Quellen.
Mancher moderne ſcheinbar noch auf der Höhe ſeines Lebens
ſehende Menſch iſt einem indiſchen Holzpalaſt vergleichbar, der
Heute noch ſcheinbar unbeſchädigt daſteht, während weiße
Amei=
ſen das Holz von innen ſo weit ausgefreſſen haben, daß er
demnächſt plötzlich zuſammenſinken wird. In Amerika wird von
ſoichen Zuſammenbrüchen (break=domn) großer Geſchäftsleute
Zeutte als von etwas Häufigem und Selbſtverſtändlichem
geſpro=
ell, ſo wie früher ſich niemand wunderte, wenn Damen
Migrä=
en hatten. Auch unſere europäiſchen Sanatorien wimmeln
Preits von Menſchen, deren Perſönlichkeit noch einigermaßen
Aufrecht ſteht, während ihr ausgehöhltes Innere den ſchwer auf=
9ühaltenden Zuſammenbruch ankündigt. Alle dieſe Menſchen
„eiden wie die Aerzte ſagen, an Ueberarbeitung, aber wie iſt
Deie Ueberarbeitung möglich? Gar zu bereitwillig macht man
Dfür die äußeren Umſtände verantwortlich. Das wahre Uebel
RA im Inneren. Ei Menſch, der Ech nicht durch Pter- oder
Falſchernährung ſeinen normalen Hunger nach ſeeliſcher
Befrie=
digung verdorben hat, findet in ſich ein ſo unabweisbares
Be=
dürfnis nach geſunder Erholung, bei der er dem Innenleben
ſein Recht läßt, daß es gar nicht zu einer chroniſchen
Ueber=
arbeitung von ſolchem Maß kommen kann. Wer unter der Arbeit
regelmäßig das Mittageſſen vergißt, der hat ſeinen Magen
be=
reits vergewaltigt. Ein geſunder Magen knurrt, wenn er nicht
erhält, was er braucht. Die Seele, die wir uns weiblich
vor=
ſtellen, äußert ſich zwar auf feinere Weiſe, als durch Knurren,
aber eben darum wird ihre Klage ſo leicht überhört und zum
Verſtummen gebracht. Dann zeigt ſie ſich ſchließlich beleidigt, wie
eine Frau, und rächt ſich auf ihre Art.
Es gilt für ein Zeichen des Erwachſenſeins, daß man
Ein=
flüſſen der Umgebung mehr Widerſtand leiſtet, als Kinder. Von
Kindern kann man noch nicht verlangen, daß eine zweifelhafte
Umgebung nicht an ihnen abfärbt, weil Kinder noch ganz
unbewußt ſind. Das Unbewußte aber iſt allen Einflüſſen
ſchutzlos preisgegeben. Nun hat aber auch der Erwachſene trotz
dem relativen Schutz durch ſein Bewußtſein, das Ja und Nein
zu der Umwelt ſagen kann, ſein Unbewußtes, und hier iſt er,
ohne daß er es merkt, genau ſo beeinflußbar wie ein Kind. Das
iſt der Grund, warum ein minderwertiger Beruf, den jemand
be=
wußt als eine Notwendigkeit auf ſich nehmen muß, einen Menſchen
nicht minderwertig zu machen braucht. Manche Frau z. B. muß
heute ſelber waſchen, ohne daß ſie deshalb die Pſychologie eines
Waſchweibs zu bekommen braucht. Der Grund iſt der, daß ſie
ſich mit ihrer Arbeit nicht identifiziert, ſondern bewußt über ihr
ſteht. Eine minderwertige Erholung aber macht unfehlbar einen
Menſchen auf die Dauer minderwertig. Dem Beruf ſind wir
vorwiegend mit unſerem Bewußtſein zugekehrt und darum
ver=
mögen wir uns vor etwaigen Schädigungen durch eine
minder=
wertige Umgebung zu ſchützen. Das Entſpannende der Erholung
liegt aber gerade darin, daß wir hier den gewohnten Zwang
von unſerem Unbewußten nehmen, um frei Einflüſſe
aufzu=
nehmen, gegen die wir uns nicht wehren wollen. Wer daher
tags=
über zu freudloſer Arbeit gezwungen iſt, abends und feiertags
aber ſein Unbewußtes der Natur, dem bedeutungsvollen
Ge=
ſpräch oder geiſtigen Dingen öffnet und nicht die Befriedigungen,
die Freundſchaft und Liebe bringen ſollen, mit geſelligem Trubel
und albernem Flirt verwechſelt, der iſt nicht in Gefahr, ſelber
eine freudloſe Arbeitsmaſchine zu werden. Wer indeſſen eine
an ſich hochwertige Arbeit tut, abends aber aus Bequemlichkeit
der Narretei der üblichen Kollektivvergnügungen verfällt, der
nimmt mehr Schaden an ſeiner Seele, als ihm die ſeelenloſeſte
Tagesfron zufügen könnte.
Dieſe Ausführungen wurden in mir angeregt durch die
Beobachtung eines jungen Mädchens, das auf den erſten Blick
den Eindruck eines Menſchen von Kern machte. —Sie plagte ſich
ſehr, war kaufmänniſch tätig, lernte nebenher Sprachen und
mußte, um das zu ermöglichen, täglich um 6 Uhr aufſtehen.
Indeſſen überraſchte ſie oft durch recht loſe Reden, die, wenn
man ſie wörtlich nehmen wollte, eine etwas gemeine,
ausſchließ=
lich auf den perſönlichen Nutzen eingeftellte Geſinnung b=kundet
hätten. Eines Tages beobachtete ich zufällig, worin ihre
ſeeli=
ſche Nahrung beſtand. Mehrere Erholungsſtunden verbrachte
ſie täglich, indem ſie das Grammophon ſentimentale und
zwei=
deutige Schlager ſpielen ließ. Dazu trank ſie einen ſchwarzen
Kaffee nach dem andern, um ſich für dieſes Vergnügen wach zu
erhalten, rauchte die unvermeidlichen Zigaretten, aß dazwiſchen
Zuckerzeug und las allerlei minderwertiges Gedrucktes, wie es
heute in jedem Haus herumliegt. Alles das ſind ja keine
Ver=
brechen, aber als täglicher Einfluß auf das ſchutzloſe Unbewußte
muß das zu einer ſchließlichen Vergiftung des Inſtinktlebens,
zu einer völligen ſeeliſchen Verkümmerung und ſchließlich zu
einer inneren Angleichung an jene Welt führen, aus der dieſe
Darbietungen ſtammen. Wie geſagt, ſolche Menſchen können
äußerlich noch lange Zeit leiſtungsfähig bleiben, aber zu echten,
d. h. individuellen menſchlichen Beziehungen, wie ſie etwa die
Ehe erfordert, werden ſie immer unfähiger, weil aus ihnen immer
weniger ihr wahres Weſen ſpricht, ſondern wahnhaft und
ver=
fälſcht iſt. An den Broſamen dieſer angeblich ſo großartigen
Welt des modernen Vergnügens ernährt ſich heute die Phantaſie
zahlloſer Menſchen, denen jene Welt ſelbſt zu koſtſpielig wäre.
Die Phantaſie aber iſt die ſchöpferiſche Funktion des Menſchen,
und wo ſie zweideutige Wege geht, da ſchafft ſie notgedrungen
eine zweideutige Wirklichkeit.
Die Mediziniſche Fakultät der Univerſität Gießen veranſtaltet
vom 11. Oktober bis einſchließlich 17. Oktober 1931 für praktiſche
Aerzte einen allgemeinen Fortbildungskurs mit kliniſchen
Be=
ſprechungen und praktiſchen Demonſtrationen. Vortragende ſind
die kliniſchen Fachvertreter ſowie der Fachvertreter für
Phyſio=
logie. Ein Ausflug findet nach Bad=Nauheim ſtatt mit
Demon=
ſtrationen im dortigen Balneologiſchen Univerſitätsinſtitut.
An=
fragen nach Proſpekten und Anmeldungen bittet man an
Profeſ=
ſor Dr. Georg Herzog, Gießen, Pathologiſches Inſtitut,
Klinik=
ſtraße 32g, zu richten. Zur Deckung der Unkoſten werden von
jedem Teilnehmer 10 RM. erhoden; weitere Koſten entſtehen für
den Kurs nicht.
Prof. Heinrich Grünfeld geſtorben. Der berühmte Celliſt
Profeſſor Heinrich Grünfeld, iſt nach 14tägigem Krankenlager an
den Folgen eines Herzleidens am Mittwoch abend geſtorben,
Profeſſor Grünfeld war am 21. April 76 Jahre alt geworden
Als Zwanzigjähriger kam er aus ſeiner Heimatſtadt Prag nach
Berlin, wo er in die Symphoniekapelle eintrat. Grünfeld war
einer der Mitbegründer der beliebten Abonnementskonzerte in
der Singakademie.
Seite 4
Freitag, den 28. Anguſt 1931
Nummer 238
Die Anwetterſchäden vor dem Sinanzausſchuß
Bildung einer Gefahrengemeinſchaft im Ried auf Grund der Nokverordnung. — Auch Darmſtadk
ſoll koſkenpflichkig ſein. — Regulierung des Sandbach=Kanals zu erwarken.
fahren könne. Die Regierung werde, um der Landwirtſchaft
zu helfen, tun, was getan werden müſſe, und was ſich gegenüber
Reichshilfe dringend erforderlich.
den anderen Steuerzahlern verantworten laſſe.
* Die Unwetter=, Ueberſchwemmungs= und Ernteſchäden
haben die Parteien des Landtags zu zahlreichen Anträgen auf
Hilfsmaßnahmen veranlaßt. In einer ausgedehnten Sitzung
be=
faßte ſich der Finanzausſchuß am Donnerstag nachmittag mit
die=
ſen Forderungen. Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft Korell
erkannte die Not der Landwirtſchaft an, betonte jedoch, daß die
Schäden durch Unwetter nach Landesteilen, ſowie nach Böden und
Fruchtarten verſchieden groß ſeien. Die örtlichen Kommiſſionen
ſtellten bis 1. September die Schäden feſt. Nach der Begutachtung
durch die Landwirtſchaftsämter lägen die Feſtſtellungen am
7. September dem Miniſterium vor, worauf dann weitere
Maß=
nahmen ergriffen werden könnten. Die düſteren Prophezeiungen
über den Ausfall der Kartoffelernte würden ſich wohl
größtenteils als übertriebene Befürchtungen erweiſen.
Auch bezüglich der Weinernte, wo Schäden zwar anzutreffen
ſeien, gebe es gleichfalls weniger betroffene Gebiete. Er hoffe,
daß durch die Beratungen in Bingen über die
Weinerntefinanzie=
rung ein für die Winzer erſprießlicher Weg gefunden werde.
Miniſteralrat Prof. Dr. Roeßler ergänzte die
Ausfüh=
rungen des Miniſters dahin, daß am 3. September eine
Delega=
tion der heſſiſchen Bauernorganiſationen beim
Reichsernährungsminiſter Dr. Schiele wegen
Reichshilfe vorſtellig werde.
Finanzminiſter Kirnberger verwies auf ſeine von uns
geſtern veröfentlichten vorläufigen
Steuererleichte=
rungen.
In der Ausſprache wurde von den Abgeordneten
ſämt=
licher Parteien auf die ſchwere landwirtſchaftliche Not
hingewie=
ſen und den bisherigen Maßnahmen der Regierung zugeſtimmt.
Der Vertreter der Sozialdemokratie wandte ſich gegen
übertrie=
bene Schadensmeldungen, wie ſie in einem Teil der Preſſe
ver=
öffentlicht wurden. Finanzminiſter Kirnberger wies darauf
hin, daß jeder Geſchädigt e, der nicht unter die allgemeine
Steuerſtundung falle, auf Antrag Erleichterungen er=
Abg. Donath begründete eingehend ſeinen Antrag
auf Regulierung des Sandbaches
von der Straßenkreuzung Darmſtadt — Eſchollbrücken bis zum
Philippshoſpital. Miniſter Korell erklärte, daß, wie ſchon im
Frühjahr, die Hälfte der Wiederherſtellung des gebrochenen
Sand=
bachdammes aus der Weſthilfe aufgebracht worden ſei, auch jetzt
der Gemeinde Eſchollbrücken unmöglich die
Wiederherſtellungs=
koſten zugemutet werden könnten. Es müſſe ein größerer Verband,
eine Gefahrengemeinſchaft für alle im
Einzugs=
gebiet liegenden Gemeinden, von Modauurſprung bis
Schwarzbach=Mündung, je nach Leiſtungsfähigkeit und Intereſſe
gebildet werden. Auch die Stadt Darmſtadt und der
Staat würden ſich daran beteiligen. Angeſichts der
Schwierig=
keiten, die einem ſolchen Projekt gegenüberſtänden, plane er auf
Grund der Notverordnung ein neues Bachgeſetz. Für die
bis jetzt durch den Einſatz der Schutzpolizei und der Techniſchen
Nothilfe bei der Errichtung der Notdämme entſtandenen Koſten
ſeien 10 000 Mark ausder Weſthilfe bereitgeſtellt. Die
Wiederherſtellung der Sandbach=Dämme bei
ent=
ſprechender Profilverbreiterung verurſache 130 000 Mark
Koſten, wovon 40 000 bis 50 000 Mark aus der
Weſthilfe und etwa 30 000 Mark durch das
Lan=
desarbeitsamt Frankfurt a. M. aus Mitteln der
pro=
duktiven Erwerbsloſenfürſorge zur Verfügung geſtellt würden,
während der Reſt auf die Gefahrengemeinſchaft
entfalle.
Auf die bekannte große Anfrage des Abg. Glaſer wegen der
Rheinpumpwerke erklärte Miniſter Korell, es ſei
unzu=
treffend, daß die Spülung der Entwäſſerungsgräben durch
Rhein=
waſſer den Abzug des Regenwaſſers verhindert hätte. Dieſe
Spülungen erfolgten, um die Algen aus den Abzugsgräben zu
beſeitigen. Deshalb ſei während der Notzeit an keiner
Graben=
ſtelle Waſſer übergefloſſen und keinerlei Stau entſtanden. Der
langſame Abfluß des Regenwaſſers beruhe in den ſchweren Rie
böden. Im übrigen ſei „die Regierung keine Pumpbehörde, der
die Anweiſung zu den Pumpmaßnahmen treffe der Entwäſ
rungsverband.”
Zum Schluß fand eine Entſchließung einſtimmige 9
nahme, in der es heißt: der Ausſchuß habe ſich eingehend mit d.
Notlage der Heſſiſchen Landwirtſchaft und den Hilfsmaßnahm
der Regierung befaßt, er erwarte, daß die Regierung weiterh
alles tue, um die Notlage der Landwirtſchaft zu lindern und 1
Verhältniſſe im Entwäſſerungsgebiet zu verbeſſern, insbeſonde
auch dadurch, daß die Regierung die Reichsregi
rung von der heſſiſchen Not überzeuge ur
Reichshilfe erbitte. Im übrigen werde ſich der Au
ſchuß nach Feſtſtellung der Schäden erneut mit der Materie befaſſ
Die Angelegenheit der Wohnungsfürſorgeſellſchaft wurde
=
ö=
rückgeſtellt.
Beſprechungen mit Berkrekern des Handwerks
im Reichswirkſchaftsminiſkerigm.
Berlin, 27. Auguſt.
Wie wir erfahren, hat heute im Reichswirtſchaftsminiſterit
eine längere Beſprechung zwiſchen Staatsſekretär Trendelenbr
und den maßgebenden Vertretern des deutſchen Handwerks ſta
gefunden. Dieſe Beſprechung iſt die Fortſetzung der Erörteru
von Fragen, die in der vorigen Woche mit dem Empfang der V.
treter des Handwerks beim Reichskanzler eingeleitet worden ſi.
Von zuſtändiger Stelle wird über die heutige Unterhaltung n
mitgeteilt, daß alle Fragen durchgeſprochen wurden, die d
Handwerk gegenwärtig beſonders am Herzen liegen.
Neuorienkierung der ungariſchen Außenpolikik.
Budapeſt, 27. Auguſt.
Der zurückgetretene ungariſche Miniſterpräſident Graf Be
len iſt geſtern abend in Graz eingetroffen und gedenkt ein
Tage auf dem ſteiriſchen Gut eines Freundes zu verbringen.
Budapeſter politiſchen Kreiſen vermutet man jedoch, wie 4
„Neue Wiener Extrablatt” hört, daß Graf Bethlen keineswe
zu Erholungszwecken nach Graz gekommen ſei, ſondern eine po
tiſche Miſſion habe, nämlich eine Ausſprache mit Italien. 1
Neuorientierung Ungarns habe es notwendig gemacht, Muſſol
die Gründe darzulegen, die zu dieſem Umſchwung führten, u
da Graf Bethlen hauptſächlich der neuen Außenpolitik zum Op
gefallen ſei, habe man ihn als den Initiator der italieniſch
Orientierung für den geeignetſten Mann gehalten, Muſſoli
bzw. deſſen Abgeſandten, zu informieren.
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Feine Friſch= und Dauerwurſt aller Art, feine
Schinken (roh und gekocht), la Aufſchnitte,
la GEG Doſenwürſichen.
Aus unſerer Großbäckerei:
ff. Roggenbrot, Miſchbrot, Weißbrot, Schrotbrot.
ff. Brötchen, Gebäch, Kuchen, Zwieback.
5% Rückvergütung
auf alle Waren und auf die
volle Einkaufsſumme.
Die Mitgliedſchaft kann von jedermann koſtenlos in
unſeren Verteilungsſtellen erworben werden. Auskunft
durch das Verkaufsperſonal.
(12434
Nichtmitglieder machen ſich und ihre Anſtifter durch Einkauf in unſeren Verteilungsſtellen nag
8 132 des Genoſſenſchaftsgeſeges ſrafbar. — Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf i0
unſeren Verkeilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Bill. z. verk.: Grß.
maſſ. Kellergeſtell f.
Flaſchen o. Obſtlag.
Einmachal. (Weck)
Stück 20 3.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Ein Billard von F.
Fürſtweger Sohn in
Mainz, ſowie 2
ge=
polſt. Seſſelgeſtelle
billig zu verkaufen.
Annaſtr. 10, Htb. *
Lederwalze
Rafflenbeul, f. Hd.
u. Kraftbetr., Mk.
100.—.
Lederhand=
lung Sichel, Große
Ochſengaſſe 4.
Faſt neu. Gashe=
(Alkoda) 4flam.
Backofen und Gri
preisw. zu verk.
Mauerſtr. 32 pt.
Nummer 238
Seite 5
9
Ans der Landeshaaptftast.
Darmſtadt, den 28 Auguſt 1931.
Geſtern vormittag fand im Rathaus eine zweiſtündige
nicht=
öffentliche Stadtratsſitzung ſtatt, in der über die Sanierung der
Darmſtädter Volksbank verhandelt wurde. Ueber die Sitzung
purde folgende Mitteilung ausgegeben:
Der Stadtrat iſt in ſeiner Sitzung vom 27. d. M. dem bereits
mitgeteilten Beſchluß des Finanz=Ausſchuſſes beigetreten und hat
die vom 1. Ausſchuß des Heſſiſchen Landtages verlangte
Rückbürg=
ſchaft unter den dort geſtellten Bedingungen übernommen.
Durch dieſen Beſchluß wird ein mit der Darmſtädter
Bevölke=
rung verwachſenes Inſtitut der hieſigen Wirtſchaft erhalten. Bei
dieſer Gelegenheit wurde von allen Seiten des Stadtrats ſchärfſte
Mißbilligung ausgeſprochen über die angeblich von der Leitung
der Volksbank am Dienstag an die Preſſe gegebenen
Mittei=
lungen, in denen es ſo dargeſtellt war, als hätten die ſtädtiſchen
Behörden durch ihr Verhalten den Schalterſchluß und damit eine
Schädigung der Bank hervorgerufen. Gerade die Verantwortung,
die die Stadtverwaltung ihrer Bürgerſchaft gegenüber zu
über=
nehmen hat, machte es ihr unmöglich, bereits am 24. d. M. die
verlangte Rückbürgſchaft zu übernehmen. Es waren hierzu
viel=
mehr noch weitere Verhandlungen und Abmachungen
erforder=
lich, die bei dem Ernſt der Verantwortung bei allen Beteiligten
zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben.
Infolge der nunmehr ausgeſprochenen Garantie des Staates
und der Stadt darf die Bürgerſchaft das Vertrauen haben, daß
die Darmſtädter Volksbank, deren Schalter allerdings bis zur
Bereitſtellung der nötigen Zahlungsmittel noch einige Zeit
ge=
ſchloſſen bleiben müſſen, dem Wirtſchaftsleben erhalten bleibt.
Zu der Verlautbarung des Stadtrates über die angeblich von
der Leitung der Volksbank an die Preſſe gegebene Mitteilung
ſtellen wir vor der Oeffentlichkeit ausdrücklich feſt, daß es ſich um
keine angeblichen, von der Leitung der Volksbank gegebenen
Mit=
teilungen, ſondern um tatſächliche Mitteilungen von autoriſierter
Stelle der Volksbank gehandelt hat. Im übrigen haben wir in
dem Kommentar, den wir der offiziellen Bankmitteilung in
un=
ſerer Dienstagsausgabe anſchloſſen, den Sachverhalt ſofort richtig
geſtellt.
Der Darmſkädter Grönlandforſcher Krüger
Bei der Techn. Hochſchule in Darmſtadt iſt von der
kanadi=
ſchen Regierung die Nachricht eingetroffen, daß die
Grönland=
xpedition Dr. Krüger als verſchollen anzuſehen iſt. Dr. Krüger,
Aſſiſtent an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, ging im Jahre
1929 auf eine wiſſenſchaftliche Grönlandexpedition zuſammen mit
Prof. Dreſcher=Klausthal, Dr. Nieland (Heidelberg) und dem
Dänen Bjerre. Dreſcher und Nieland kehrten im Herbſt 1929
verabredungsgemäß zurück, während Krüger und der Däne im
Norden blieben. Die letzte perſönliche Nachricht von Krüger
ſtammt aus dem März 1930 nach einem Beſuch bei der kanadiſchen
Polizeiſtation Beach, die Krüger als Ausgangsſtation benutzt
hatte und wohin er alsbald zurückkehren wollte. Jetzt hat die
anadiſche Regierung der Techniſchen Hochſchule telegraphiert, daß
der Regierungsdampfer, der alljährlich einmal die Polizeiſtation
Beach beſucht, am 15. Auguſt von dört mitgeteilt habe, daß
Krü=
ger immer noch nicht bei dieſer Ausgangsſtation eingetroffen iſt.
Man muß daher mit dem Tode Krügers und ſeines Genoſſen
rechnen, zumal ein Teil ſeiner wiſſenſchaftlichen Ausrüſtung von
Eskimos gefunden wurde.
Dolmetſcher und Ueberſetzer. Das Geſamtminiſterium hat
m 24. Auguſt 1931, mit Wirkung vom gleichen Tage, die
Dienſt=
verrichtungen eines Dolmetſchers und beeidigten Ueberſetzers für
ſe geſamte Heſſiſche Staatsverwaltung übertragen: 1. für die
talieniſche Sprache dem Lektor Dr. Viktor Heyfelder in
trmſtadt, Schloßgartenſtraße 73: 2. für die franzöſiſche Sprache
em Studienrat Friedrich Glaſer in Darmſtadt,
Heinrichs=
raße 141; 3. für die ſchwediſche Sprache dem Fräulein
Irm=
grad Günther in Gießen, Wartweg 5. Der bisher als
Dol=
netſcher und Ueberſetzer für dieſe Sprachen beſtellt geweſene
Pro=
ſſor Dr. Leidolf in Darmſtadt iſt verſtorben.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 19. Auguſt 1931 die
jechniſche Lehrerin an der Fortbildungsſchule zu Mainz=
Bretzen=
ſeim Maria Franck, auf ihr Nachſuchen, vom 1. September
31 ab
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die
Kirchenregie=
ung wurde dem Pfarrer Adolf Allwohn zu Nauheim (Kreis
roß=Gerau) die evangeliſche Pfarrſtelle zu Wahlen, Dekanat
Als=
eld, übertragen.
* Profeſſor Dr. E. Berl iſt eingeladen worden, in London
or dem Imperial College of Science, ferner vor den Sektionen
er Amerikaniſchen Chemiſchen Geſellſchaft in Cincinnati,
Layton und Chicago, und gelegentlich der 3.
Internatio=
ialen Kohlenkonferenz in Pittsburgh Vorträge zu halten.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die große
Wan=
rung dieſes Jahres am 5. und 6. September hat zum Ziel ein
bebiet, das ſeither von unſerer Ortsgruppe noch nicht beſucht
burde. Altheſſiſches Gebiet, das heſſiſche Hinterland, tut ſich uns
uf. Geſchichtliche Erinnerungen, durch die Ereigniſſe des
Welt=
kieges weit zurückgedrängt, werden wach und bringen unſerem
erzen eine Landſchaft näher, deren Ernſt und ruhige Würde ſich
eltſam widerſpiegeln im Weſen ihrer Bewohner. — Die
Haupt=
drte, die unſere Wanderung berührt, ſind die Lahnſtädte
Mar=
uirg, Biedenkopf und Laaſphe. Am 1. Wandertag, Samstag, den
September, gilt unſer erſter Beſuch der Stadt der heiligen
liſabeth. Marburg. Ein anderthalbſtündiger Rundgang
vermit=
lt wenigſtens, einen Geſamteindruck von der idylliſchen Stadt.
ſann geht die Fahrt weiter nach Buchenau, dem Ausgangspunkt
er Wanderung. Ein Marſch von etwa drei und einer halben
kunde durch abwechſlungsreiche Gegend führt zum Ziel des erſten
ages, nach der herrlich gelegenen Kreisſtadt Biedenkopf. Hier
fin=
en wir uns am Abend mit gleichgeſinnten Wanderfreunden, den
Nitgliedern des Oberheſſiſchen Gebirgsvereins, zu fröhlichem
Ge=
inkenaustauſch zuſammen. Am 2. Wandertag führt ein ganz
lmählich anſteigender Weg in zwei Stunden nach der höchſten
hebung des heſſiſchen Hinterlandes, der 670 Meter hohen
Sack=
ſeife, wo eine kurze Frühſtücksraſt gehalten wird. Ein Turm
vietet Gelegenheit zu einem prachtigen Rundblick. Die weitere
Vanderung geht über Didoll, einer ſchönen Jugendherberge mit
bunderbarem Ausblick, in das Sauerland und endigt nach vier
Aunden in Laaſphe, dem Endziel. Von hier wird die Heimfahrt
ngetreten. Die Wanderung des zweiten Tages erhält ihren
be=
enderen Reiz durch die reiche Abwechſlung der prachtvollen
Wal=
ungen und wird jedem Teilnehmer in guter Erinnerung bleiben.
Ne Vorbereitungen ſind auf das ſorgfältigſte getroffen. Da die
ahnfahrt als Geſellſchaftsfahrt durchgeführt wird, muß die
Teil=
lehmerliſte bereits am Mittwoch, den 2. September. ge=
Aoſſen werden. Die Klubgenoſſen — auch Gäſte ſind
willkom=
en — erſehen alles Nähere aus der Anzeige am Samstag, den
2 Auguſt — Im Anſchluß an dieſen Vorbericht weiſen wir noch
mal hin auf den Lichtbildervortrag des Klubgenoſſen San. Dr. Maurer am Freitag, den 4. September, im Klublokal,
2* intereſſante Bilder aus dem beſſiſchen Hinterland vorführt.
SDnntag, den 6. September, beſchließt die Ortsgruppe Frankfurt
. ihre 6. Wanderung in Darmſtadt und trifft um 5 Uhr
nach=
iakags in der „Krone” ein. Die Klubgenoſſen, die an der
Wan=
ung nicht teilnehmen, werden gebeten, zum Empfang der
tankfurter Wanderfreunde ſich recht zahlreich in unſerem Klub=
Mr einzufinden. — In der Sitzung vom 21. Auauſt beſchloß der
Sunderausſchuß, aus beſonderen Gründen die Novemberwande=
19 auf den 15. Noyember zu verlegen.
Das Union=Theater zeigt nur noch wenige Tage den neuen
außerordentlich intereſſanten Fritz=Lang=Tonfilm „M‟.
Im Helia=Theater ſieht man nur noch bis Sonntag Mady
Aricttans und Hans Stüwe in dem Tonfilm „Die Frau, von der
7 richt der nach einem Sche iel von Louis=Verneuil
ge=
dreht liſt.
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Marigebefach in Darmftadt:
Die Handballer des Linienſchiffs „Heſſen”
ſpielen gegen Sporlverein Darmſtadt 1898.
Anläßlich des Handballſpiels der 98er gegen die 1.
Handball=
mannſchaft des Linienſchiffes „Heſſen” — worüber wir im
Sport=
teil bereits berichteten — intereſſiert es ſicherlich, einige
Einzel=
heiten aus dem Werdegang des Schiffes zu erfahren. Die „Heſſen”
iſt am 15. April 1902 auf der Germaniawerft in Kiel auf Stapel
gelegt. Im Jahre 1905 wurden die erſten Fahrten
unternom=
men. Die Waſſerverdrängung des Schiffes beträgt 13 200 Tonnen,
die Länge 120 Meter, die Breite 22 Meter und der Tiefgang
8 Meter. Nach Erledigung der Probefahrten wurde die „Heſſen”
1906 dem 2. Geſchwader der Hochſeeflotte zugeteilt. Bis 1917 hat
das Schiff ausſchließlich Verwendung im Flottendienſt gefunden.
Auch im Krieg gehörte die Heſſen noch zum 2. Geſchwader, deſſen
Chef zu Kriegsbeginn Admiral Scheer war. Im Verband dieſes
Geſchwaders hat die Heſſen von 1914—1916 an faſt allen
Vor=
ſtößen der deutſchen Hochſeeflotte und insbeſondere auch an der
Skagerrak=Schlacht teilgenommen. Im Jahre 1917 ſchied das Schiff
als veraltet aus dem Geſchwaderverband aus. Nach dem Krieg
wurde es, als eines der wenigen uns durch den Verſailler
Ver=
trag zugeſtandenen Linienſchiffe, neu in Dienſt geſtellt und de it
wieder dem Flottenverband einverleibt. Die letzte große Reiſe
unternahm die „Heſſen” 1930; ſie nahm dabei an der ſich über
drei Monate erſtreckenden Mittelmeerreiſe der deutſchen Flotte
teil. Die „Heſſen” wird wohl noch ſo lange im Flottendienſt
ver=
wendet werden, bis durch die auf das Panzerſchiff „Deutſchland”
folgenden Neubauten Erſatz geſchaffen iſt.
Die Mannſchaft der „Heſſen” trifft ſchon heute
abend 11.03 Uhr in Darmſtadt ein, ſie bleibt vorausſichtlich
bis Montag abend hier. Die Sportvereinsleitung hat folgendes
Programm vorgeſehen: Samstag, den 29. Auguſt, vormittags
9.30 Uhr: Treffpunkt Hauptpoſt, Rheinſtraße, Stadtbeſichtigung
vormittags 11 Uhr: Vorſtellung der Marinehandballmannſchaft
bei dem Herrn Staatspräſidenten: 14.30 Uhr,
Parade=
platz: Autofahrt veranſtaltet durch den Starkenburger
Automo=
bilklub nach Bensheim, Bergſtraße, Lindenfels uſw: 18 Uhr
Sportplatz am Böllenfalltor: Verbandsſpiel der Handball=Liga 98
—Arheilgen; 20 Uhr: Familienabend im Bürgerhof,
Eliſabethen=
ſtraße, veranſtaltet vom Marineverein Darmſtadt und Umgebung.
— Sonntag, 10 Uhr: Treffpunkt Paradeplatz: Beſichtigung
des Schloßmuſeums (Hiſtoriſche Sammlung der Darmſtädter
Re=
gimenter und Kunſtſchätze); 14.30 Uhr, Stadion am Böllenfalltor:
Fußballverbandsſpiel 98 — Urberach; anſchließend 16.15 Uhr:
Handballſpiel der Mannſchaft des Linienſchiffes „Heſſen
S.=V. 98; 20.15 Uhr: Unterhaltungsabend im oberen Saal
des Reſtaurants „Zur Goldenen Krone” Schuſtergaſſe,
veran=
ſtaltet von der A.=H.=Vg. des Sportvereins 98. Namhafte
Künſt=
ler des Heſſ. Landestheaters haben ihre Mitwirkung zugeſagt. —
Montag, den 31. Auguſt, nachmittags 2.30 Uhr: Treffpunkt
Paradeplatz: Allgemeiner Spaziergang nach dem Jagdſchloß
Kranichſtein.
Die Trinkerfürſorge der Inneren Miſſion in Heſſen.
EPH. Der Alkoholismus iſt eine Quelle unſäglichen Elends.
Darum arbeitet die Innere Miſſion an ſeiner Bekämpfung, nicht
im Kampf gegen den Alkoholismus als Maſſennot, ſondern in
der Hilfeleiſtung an den einzelnen Opfern der Trunkſucht. Durch
nachgehende Fürſorge und Betreuung ſucht ſie dem Alkohol
Ver=
fallene wieder frei zu machen. Sie verrichtet dieſen Dienſt in
be=
ſonderen Beratungsſtellen für Alkoholkranke. Sie
berät Trinker und deren Angehörige unentgeltlich, führt die
Kranken einer Heilbehandlung in Heilſtätten entgegen und ſucht
ſie vor einem Rückfall zu bewahren, indem ſie ſie an
Enthaltſam=
keitsvereine überweiſt. Den Schutz der Familien läßt ſie ſich
durch rechtliche und fürſorgerliche Maßnahmen angelegen ſein. In
mehreren heſſiſchen Städten und Kreiſen ſind Beratungsſtellen für
Alkoholkranke eingerichtet, die von den Kirchengemeinden und
dem Heſſiſchen Landesverein für Innere Miſſion getragen werden.
Bis jetzt befinden ſich ſolche in den Städten Darmſtadt, Mainz
und Offenbach und in den Kreiſen Dieburg, Erbach, Groß=Gerau,
Heppenheim, Offenbach, Friedberg und Schotten. Sie werden teils
von hauptamtlichen Berufskräften, teils von ehrenamtlichen
Mit=
arbeitern geleitet. Daß die Innere Miſſion in engſter
Fühlung=
nahme mit der Heſſiſchen evangeliſchen Landesarbeitsgemeinſchaft
zur Bekämpfung der Alkoholnot zuſammenarbeitet, iſt
verſtänd=
lich. So iſt hier eine Organiſation geſchaffen, die Wirkſames zu
leiſten imſtande iſt.
Polizeibericht.
Sachbeſchädigung. In der Nacht vom 17. auf 18. Auguſt
wurde das an einem Hauſe in der Roßdörfer Straße angebrachte
Schild mit der Aufſchrift „Oeffentlicher Fernſprecher” gewaltſam
abgeriſſen und mitgenommen. Sachdienliche Angaben über den
noch unbekannten Täter werden von der Kriminalpolizei,
Hügel=
ſtraße 31—33, Zimmer 12, entgegengenommen.
Diebſtahl oder Verwechſlung von Fahrrädern. Am 24. Aug.,
zwiſchen 11.15 und 11.30 Uhr wurde aus dem Hofe eines Hauſes
in der Arheilger Straße ein Damenfahrrad, Marke „Alemannia”,
Fabr.=Nr. 76 607 weggenommen und an deſſen Stelle ein
Damen=
fahrrad Marke „Falter”, Fabr.=Nr. 35 075, zurückgelaſſen. Das
zu=
rückgelaſſene Fahrrad iſt ſichergeſtellt. Der Eigentümer dieſes
Rades wird gebeten, ſich umgehend auf Zimmer 34 des
Polizei=
amts, Hügelſtraße 31—33, zwecks Klärung der Sache einzufinden.
Fahrraddieb. Der Hilfsarbeiter Karl Wagler, geboren am
18. September 1907 zu Offenbach a. M. und auch dort wohnhaft,
wurde am 26. Auguſt, nach Begehung eines Fahrraddiebſtahls in
der Dieburger Straße verfolgt und dann in der Rheinſtraße
feſt=
genommen. Vorher hatte Wagler ein Fahrrad, das vor einem
Geſchäft in der Ludwigsſtraße aufgeſtellt war, ebenfalls geſtohlen.
Dieſes Rad iſt auf Zimmer 34 des Polizeiamts, Hügelſtraße 31
bis 33, ſichergeſtellt. Eine Diebſtahlsanzeige iſt von dem
Eigen=
tümer bis jetzt noch nicht erſtattet worden. Wagler kam in
Un=
terſuchungshaft.
Ladendiebin. Die mehrfach wegen Diebſtahls vorbeſtrafte
Witwe Joſephine Groggia, geboren am 28. Januar 1868 in
Mann=
heim und wohnhaft in Karlsruhe, wurde am 22. Auguſt bei
Be=
gehung eines Ladendiebſtahls in einem hieſigen Kaufhaus
feſtge=
nommen und dem zuſtändigen Richter vorgeführt, der Haftbefeyl
gegen ſie erließ.
Wechſelfälſchung. Ein 40 Jahre alter Schneidermeiſter aus
Darmſtadt wurde feſtgenommen, weil er in letzter Zeit mehrſach
Wechſel ausſtellte, dieſe mit ihm bekannten Namen als Akzeptant
verſah und in Verkehr brachte. Beim Vorzeigen ließen die
Be=
treffenden die Wechſel zu Proteſt gehen, weil ſie die Wechſel nicht
akzeptiert hatten. Es befinden ſich jedenfalls auch noch gefälſchte
Wechſel im Verkehr.
Feſtnahmen ſteckbrieflich verfolgter oder unter Haftbefehl
ſtehender Perſonen. Der Knecht Wilhelm Freienſehner, geboren
am 22. Januar 1913 zu Hainbach, Kreis Alsfeld, der unter dem
falſchen Namen Stumpf reiſte und vom Amtsanwalt in Alsfeld
ſteckbrieflich verfolgt wurde, wurde in Darmſtadt feſtgenommen.
Ein 19 Jahre alter Hilfsarbeiter aus Darmſtadt der ſich ohne
feſte Wohnung umhertrieb und gegen den Haftbefehl des
Amts=
gerichts 1 Darmſtadt beſtand, wurde gleichfalls feſtgenommen.
Die außergewöhnliche Entwicklung der Elektrifizierung
un=
ſerer Haushalte zur Entlaſtung der Hausfrau hat wohl bei jeder
mit der Zeit gehenden Frau die Ueberzeugung gefeſtigt, daß ihr
langgehegter Wunſch, elektriſch zu kochen, Wirklichkeit geworden
iſt. Die allgemeine ſchwere Wirtſchaftslage fordert auch von der
Hausfrau ein ſparſames Wirtſchaften. Dieſes Gebot der Zeit zu
erfüllen hilft ihr das elektriſche Kochen, das mit ſeinen großen
Vorteilen geradezu ideal zu nennen iſt und ſomit das Kochen zur
Freude der Hausfrau macht. Die Wirtſchaftlichkeit der elektriſchen
Küche iſt durch Tauſende von bereits in Betrieb befindlichen
An=
lagen bewieſen. Ein heute nachmittag um 4 Uhr im
Heaghaus, Luiſenſtraße 12 ſtattfindender Vortrag
wird jeder intereſſierten Hausfrau Gelegenheit geben, ſich ſelbſt
davon zu überzeugen, daß die elektriſche Küche die
ideale Küche iſt. Ferner ſei darauf aufmerkſam gemacht, daß
während des Vortrages ſämtliche elektriſchen Haushaltgeräte in
Betrieb vorgeführt werden und anſchließend jede gewünſchte
Aus=
kunft gerne und unverbindlich erteilt wird.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute den ſenſationellen.
Stummfilm „Die Flucht in die Fremdenlegion”, Regie: Louis
Ralph. In den Hauntrollen: Hans Stüwe. Eva von Berne, Alex=
Granach, Elſe Reval u. a. Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
Zum Konzerk des Wiener Lehrer=a cappella-Chors.
Die zahlloſen Beſucher des großen Sängerfeſtes in Wien
wer=
den ſich noch erinnern, daß ſelbſt im Rähmen dieſer in der
Rieſen=
halle in Wien gebotenen geſanglichen Veranſtaltungen das
Auf=
treten des Lehrer=a-cappella=Chors eine Senſation war. So etwas
hatte man noch nicht gehört, man hatte auch eine derart
diſzipli=
nierte Sängerſchar noch nicht geſehen. Vorbildlich war ihr
Auf=
treten, künſtleriſch ſenſationell ihr Geſang. Es iſt darum
begreif=
lich, daß die Gaſtſpielreiſe, die elfte Auslandskonzertreiſe dieſes
eigenartigen Männerchors, einem Triumphzug gleicht. Der
Be=
ſuch in Darmſtadt, der ein Konzert in der Feſthalle bringen wird,
iſt nur den freundſchaftlichen Beziehungen zu danken, die den Chor
mit der Liedertafel verbinden, Beziehungen, die in Wien geknüpft
wurden und durch regen Verkehr aufrecht erhalten blieben. Das
Konzert findet am 2. September ſtatt. Es darf ohne
Uebertrei=
bung geſagt werden, jeder, der dieſes Konzert beſucht, wird tief
unter dem Eindruck ſtehen, etwas Derartiges erlebt zu haben. In
der Tat, den Wiener Lehrer=a=cappella=Chor zu hören, iſt ein
Erlebnis.
Aus der Geſchichte des Chors dürfte nachſtehendes
inter=
eſſieren:
Der Wiener Lehrer=a=cappella=Chor wurde im Jahre 1912
von Regierungsrat Profeſſor Hans Wagner=Schönkirch
nach dem Muſter des ſchwediſchen Univerſitäts=Geſangvereins
„Orphei Drängar” in Upſala und der Sängervereinigungen der
Mähriſchen und Prager Lehrer gegründet. Der Chor, nach einer
vierjährigen Unterbrechung durch den Krieg im Jahre 1920
voll=
kommen neu organiſiert, iſt eine rein künſtleriſche Vereinigung
von ungefähr 60 Sängern. Dieſe Zahl iſt abſichtlich darauf
be=
ſchränkt; denn der Chor hat ſich die Aufgabe geſtellt, durch
mög=
lichſte Vollkommenheit ſeiner Vorträge den Gipfel der Kunſt in
der Wiedergabe mehrſtimmiger a-cappella=Männerchöre im ſubtilen
Kammerſtile zu erreichen, und ſteht auf dem Grundſatze, daß
es in techniſcher Hinſicht keine unüberwindlichen Schwierigkeiten
gibt. Dieſen hohen künſtleriſchen Zielen entſprechend, iſt auch die
innere Organiſation des Chores eingerichtet: Repertoireſtudien
nur aus Partituren und geſonderte Proben der einzelnen
Stimm=
gattungen ſowie der Neueingetretenen, bis dieſe ein jeweils
vor=
geſchriebenes Mindeſt=Repertoire an Chören vollſtändig
beherr=
ſchen. Der Klangwirkung des Chors wird durch das ſorgfältig
bemeſſene Stimmenverhältnis und durch eine eigenartige
Aufſtel=
lung Rechnung getragen. Die Aufnahme in den Chor erfolgt
da=
her nur nach genauer Maßgabe dieſes Stimmenverhältniſſes und
iſt zunächſt eine proviſoriſche, wenn der Aufnahmswerber durch
eine ſtrenge Prüfung hervorragendes muſikaliſches Können und
erleſene Stimmittel, wobei auch die individuelle Klangfarbe
maß=
gebend iſt, nachgewieſen hat. Die tatſächliche Aufnahme iſt an
eine mehrmonatige Probezeit, bzw. Bewährungsfriſt gebunden.
Entſpricht endlich eine Stimme den notwendigen hohen
Anforde=
rungen nicht mehr, wird der Betreffende in den Verband der
Alten Herren” überſetzt. Der Chor hat in ſeinem Gründer,
Ton=
künſtler Reg.=Rat Prof. Hans Wagner=Schönkirch, einen
künſtleri=
ſchen Führer und Meiſter, der ſowohl im Inland wie auch im
Ausland als Dirigent,, Komponiſt und Muſikpädagoge einen
glän=
zenden Ruf genießt. Die Vereinigung ſingt alles auch die
längſten und ſchwierigſten Werke, ſtets vollkommen frei aus
dem Gedächtnis, nicht vielleicht bloß, um ſich dadurch von
aus Noten ſingenden Chören zu unterſcheiden oder um dadurch zu
brillieren, ſondern nur aus der innerſten Ueberzeugung, daß
nie=
mand im Chor auch nur für einen Augenblick ſein Augenmerk
vom Dirigenten wenden kann und darf, ſollen jene 60 Stimmen
als ein vollkommenes Ganzes, als ein Inſtrument wirken, und
daß das Auswendigſingen allein die vollkommene techniſche
Be=
herrſchung des Stoffes verbürgt. Der Chor hat außer ſeinen
zahl=
reichen Inlandsreiſen, die ihn durch ganz Oeſterreich führten,
auch bereits zehn Auslandsreiſen durchgeführt.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Wenn wir am Heiligen Abend die Lichter unſeres
Weih=
nachtsbäumchens entzünden, wenn wir mit frommem Herzen alte
Lieder ſingen und die Kinder mit Jauchzen und Jubeln den Glanz
und die Herrlichkeit begrüßen, denkt wohl kaum einer an das
Leiden des Waldes um unſertwillen. Unzählige Bäume werden
von roher Hand verwüſtet wahllos werden die Spitzen heraus
gebrochen, die Zweige abgeſchnitten. Und dieſe rohen Hände
wie=
derum denken nicht an Chriſtfreude und Lichterherrlichkeit, ſie
denken nur an das Geld, das ihnen für dieſes Grün zufließt. Um
Weihnachten 1929 mußten die Förſter von Babenhauſen und
Die=
burg derartige Räubereien in ihren Wäldern entdecken, und nach
langem Suchen, nach Anfragen bei allen möglichen
Chriſtbaum=
händlern in Frankfurt, Offenbach uſw. gelang es, eine Familie
in Babenhauſen ausfindig zu machen, die ſich daraus ihren
Ver=
dienſt geholt hatte. Vater und zwei Söhne wurden angeklagt.
Der Vater erſchien nicht vor dem Amtsgericht in Groß=Umſtadt,
ſo daß nur gegen die beiden Söhne verhandelt wurde. Der
ältere erhielt drei Monate und der andere einen Monat
Ge=
fängnis. Das paßte dem älteren jedoch nicht, er verfolgte
Be=
rufung und ſitzt nun am Donnerstag vor der Kleinen
Straf=
kammer.. Er ſei bloß in einem Fall dabei geweſen — hier
konnte er nämlich nicht gut leugnen, da er durch den Zufall
über=
führt wurde. Die anderen Male, bei denen nur ſeine Leute, die
er zur Mithilfe gedungen hatte, als Zeugen auftreten können,
leugnet er ſtandhaft nach wie vor. Alles, aber auch alles iſt
Schwindel. Die Leute ſind von einem Holzhändler, der die Sachen
gemacht habe, angeſtiftet, gegen ihn zu zeugen. Nach ſeinen
ver=
ſchiedentlichen Vorſtrafen gefragt, behauptet er, er ſei immer
unſchuldig für andere Leute beſtraft worden. Man ſieht, ein
un=
ſchuldigerer Menſch ſtand noch nie vor Gericht. Das Gericht iſt
jedoch anderer Anſicht. Es iſt der Ueberzeugung, daß der
Ange=
klagte hier fortgeſetzt in roheſter Weiſe als Anſtifter oder als
Mittäter Waldfrevel verübte und verurteilt ihn zu vier
Mo=
naten Gefängnis. Die Berufung gegen den Bruder, der
nicht erſchienen war, wurde von der Staatsanwaltſchaft
zurückge=
nommen.
— Main=Rhein=Turngau, D. T. Bei der Schmuck=Gedächtnis=
Wanderung am 6. September nach dem Gefallenen=Ehrenmal auf
dem Frankenſtein ſingen die Singmannſchaften der Darmſtädter
Turnerſchaft den neuen Chor von Kapellmeiſter Fr. Fiſcher. Die
gemeinſame Chorprobe hierzu findet am Donnerstag, den 3. Sept.,
abends 8.30 Uhr, im Hauſe der Turngemeinde Darmſtadt 1846,
Woogsplatz, ſtatt. Vollzähliges und pünktliches Erſcheinen zur
Chorprobe iſt Turnerpflicht.
— Die heſſiſchen Dragoner bei Brandeville. Der 29 Auguſt
1914 iſt für die heſſiſchen Dragoner einer der denkwürdigſten
Tage des Weltkrieges. An dieſem Tage haben ſie die Feuertaufe
erhalten. Die beiden Regimenter — Garde=Dragoner 23 und
Leib=Dragoner 24 — waren im Verband der 3. Kavallerie=
Divi=
ſion auf den Magsübergang bei Dun angeſetzt. Nach einem Marſch
von 55 Kilometern am 28. Auguſt bei heißem Wetter bezogen ſie
Biwak bei Brandeville. Beim Satteln am 29 Auguſt früh
er=
hielten ſie plötzlich vom nördlich gelegenen Wald feindliches
In=
fanteriefeuer. Sofort wurde Befehl erteilt zur Bildung von
Schützenlinien und gegen die inzwiſchen gemeldeten drei
Kompag=
nien feindlicher Infanterie ſprungweiſe vorgegangen. Für die
Schützen war dies wegen des freien Geländes ſehr ſchwierig. Im
Brennpunkt ſtand der rechte Flügel der Garde=Dragoner. Mit
bewundernswertem Draufgängertum gelang es, im heißen Kampf
nach kurzem Handgemenge die feindliche Stellung zu nehmen und
700 Gefangene zu machen. Jetzt erſt ſtellte ſich heraus daß der
Feind aus drei Bataillonen Infanterie und Teilen eines
Fuß=
artillerie=Regiments der Beſatzung von Montmedy beſtand. Außer
den Gefangenen hatte der Feind ſchwerſte Verluſte auch an Toten
und Verwundeten. Aber auch die heſſiſchen Dragoner hatten?
ſchwere Verluſte an Toten und Verwundeten zu verzeichnen. Die
Verwundeten wurden von einer Sanitätskompagnie in ein
Feld=
lazarett gebracht und die Toten am Nachmittag bei Beteikigung
der Regimenter feierlich beigeſetzt bei Brandeville (Ehrenfriedhof).
Nach der Beiſetzung erfolgte lautlos der Weitermarſch. Zu Ehren
der Gefallenen brennt am 29 d. M. abends 8,30 Uhr die
Opfer=
ſchale des Dragoner=Denkmals in der Landgraf=Philipp=Anlage
bei der Abhaltung einer Gedenkfeier unter Mitwirkung einer
Muſikkapelle.
— Schmückung unſerer Kriegsgräber im Ausland. Nachdem
der Ankauf von Deviſen in beſchränktem Maße zugelaſſen worden
iſt, kann der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge nunmehr
Sonderaufträge der Angehörigen, wie Errichtung von
Grab=
zeichen, Kranzniederlegungen, Bepflanzungen und Beſchaffung
von Lichtbildaufnahmen wieder ausführen. Auch wird es, ſoweit
es ſich jetzt überſehen läßt, möglich ſein, die Schmückung der
Kriegsgräber an den Totengedenktagenzim=Novem
lichen Umfange vorzunehmen.
Seite 6
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Die Dielurgen Waldahrtskapelle.
Von Hans Otto Becker.
Am Sonntag, den 30. Auguſt, wird in Gegenwart des Biſchofs
von Mainz die uralte Dieburger Wallfahrtskapelle, nach ihrer
Wiederherſtellung wieder geweiht, und am Tage Mariä Geburt,
am 8. September, wird die große Schar der Wallfahrer zum
erſten=
mal die Kirche in ihrer neu erſtandenen Schönheit bewundern
kön=
nen. Aber auch jeder, der für Geſchichte, Baukunſt, Kulturgeſchichte
Intereſſe hat, wird von der ehrwürdigen Stätte mancherlei
An=
regung erfahren.
Im vergangenen Jahre fanden im Anſchluß an die
Wieder=
herſtellungsarbeiten umfangreiche Grabungen ſtatt, aus denen der
Denkmalpfleger. Profeſſor Dr. Behn in Mainz, wertvolle Schlüſſe
ziehen konnte. Die ſchon lange — ſeit Steiner. Geſchichte des
Bach=
gaues” — beſtehende Meinung, daß die Wallfahrtskirche an Stelle
eines römiſchen Tempels erbaut ſei, hat keine Beſtätigung
gefun=
den. Wohl aber wurde von Profeſſor Behn feſtgeſtellt, daß der
älteſte Teil der Kirche aus Karolingiſcher Zeit ſtammt. Als
Be=
ſtandteil der älteſten Kirche wurde aus den aufgedeckten
Funda=
menten der Chor und ein iſoliert ſtehender Glockenturm
feſtge=
ſtellt. Auf die Karolingiſche Zeit folgten mindeſtens zwei
roma=
niſche und zwei gotiſche Bauperioden. Die erſte romaniſche Kirche
lag mit ihrem Fußboden eineinhalb Meter tiefer als die heutige;
die Eſtriche der verſchiedenen Bauzeiten wurden im vorigen Jahre
feſtgeſtellt, romaniſche Fenſter des Lichtgadens wurden damals
auf=
gedeckt. Zu den älteſten Teilen der Kirche wurden römiſche
Mauer=
ſteine, aus den Trümmern der von den Alemannen zerſtörten
römiſchen Stadt — Vicus Vetus Ulpius — ſtammend, benutzt.
Auch der Torſo einer Minerva, kenntlich an dem bekannten
Gor=
gonenhaupt auf der Aigis, wurde in den Fundamentmauern
ge=
funden; es war in früh=chriſtlicher Zeit Brauch, die Bildniſſe
römiſcher Gottheiten, in die unterſten Grundmauern chriſtlicher
Kirchen zu ſtecken, um ſie unſchädlich zu machen.
Früher war die Wallfahrtskirche die Pfarrkirche der Stadt.
Sie iſt im Baſilikaſtil erbaut und war ehemals dreiſchiffig: 1337
wurde der gotiſche Chor angebaut 1697 wurde die in nächſter
Nähe ſtehende runde Kapelle zur Hälfte abgebrochen und mit der
Kirche verbunden, 1720 der gegenüberliegende Flügel angebaut.
Baugeſchichtlich bietet daher die Kapelle manches Intereſſante; die
Kenntnis der verſchiedenen Grundriſſe iſt aber zum Verſtändnis
notwendig. Auf dem Hochaltar, einem Prachtwerk des Barock der
1749 von dem kurmainziſchen Hofſtukkateur Baurat Johann Peter
Jäger erbaut worden iſt, befindet ſich das weitberühmte Bild von
der ſchmerzhaften Muttergottes. Das Bild, deſſen Material Leder
iſt, gilt als eine künſtleriſch überaus wertvolle Pieta aus dem
15. Jahrhundert. Schon ſeit 1498 wird es hier als Gnadenbild
verehrt, und alljährlich kommen am Tage Mariä Geburt von
weither viele Tauſende frommer Pilger zur Wallfahrt nach
Dieburg.
An dieſes Gnadenbild der Wallfahrtskapelle knüpfen ſich
fromme Sagen aus der Schreckenszeit des 30jährigen Krieges, als
der Schwede ins Land kam. Als der Feind Dieburg belagerte und
beſchoß und die Not aufs höchſte ſtieg, da erſchien über dem
ver=
ſchleierten Sonnenball die heilige Jungfrau als Retterin; ihr
blauer Mantel wallte zur Erde nieder und fing die ſchwediſchen
Kugeln auf, die ohnmächtig vor ihrem Ziel niederfielen (Profeſſor
Maſi. Dieburg, in ſeinem Gedicht „Der wunderbare Mantel”),
Eine zweite Legende vom Muttergottesbild hat die Dichterin Luiſe
von Plönnies zu einer Ballade benutzt. Dieſe Sage erzählt von
einer Edeldame aus Dieburg, die von den Schweden als Geiſel
fortgeführt wurde und ſich vor Verlaſſen der Heimat in den Schutz
der Gottesmutter empfahl. So begleitete das Bild der Madonna
die Dame auf der Fahrt nach Schweden und ſtand jeden Abend
über ihrem Lager. Als die Dame in der Fremde geſtorben war,
bat ihre Kammerfrau das Bild, wieder zurückzukehren; das Bild
verwandelte ſich in eine weiße Taube, und dieſe flog zurück nach
Dieburg, wo man dann das Gnadenbild, auf ſeinem ſeither
ver=
waiſten Platze wiederfand.
Die alte Kultusſtätte iſt nun im Laufe eines Jahres in
raſt=
loſer Arbeit und unter Aufwendung erheblicher Mittel wieder
hergerichtet, ſo daß ſie jetzt ein Prachtſtück kirchlicher Kunſt und für
Dieburg auch eine hervorragende Sehenswürdigkeit bedeutet. Die
Seitenwände der drei Schiffe haben einen Anſtrich erhalten, der
harmoniſch zur Deckenmalerei überleitet. Die alte Deckenmalerei,
die aus der Wende des 17. auf das 18. Jahrhundert ſtammt, iſt
kunſtvoll wiederhergeſtellt und ausgebeſſert; ſie hatte einen
unbe=
kannten italieniſchen oder Tiroler Meiſter zu ihrem Schöpfer.
Von beſonderem kunſt= und kulturgeſchichtlichem Wert ſind die
Wandgemälde zu beiden Seiten im Oſtchor, deren
Wiederherſtel=
lung jedoch noch nicht erfolgt iſt. Die Deutung eines der Bilder
iſt umſtritten. Wir ſehen einen Biſchof gefeſſelt und von
Flam=
men umgeben vor dem Richterſtuhl des Heilandes; der verſtorbene
Dekan Ebersmann hielt das Bild für eine Darſtellung des
Welt=
gerichts, während eine andere Auffaſſung dahin geht, hierin die
Wiedergabe eines prophetiſchen Geſichts des Zacharias (im
drit=
ten Kapitel ſeines Buches) zu ſehen; die falſche Beſchuldigung
eines Biſchofs durch den Teufel als Ankläger wäre alſo das
Mo=
tiv. Hoffentlich gelingt die Wiederherſtellung dieſer wertvollen
Gemälde.
Neue Fenſter, ſind überall eingeſetzt, am gotiſchen Oſtchor
Butzenſcheiben; zur Verwirklichung des Wunſches, gemalte Fenſter
im gotiſchen Oſtchor zu verwenden, kam es leider nicht aus Mangel
an Mitteln. Auf den Oſtchor öffnet ſich vom Hochaltar aus ein
prächtiger Blick, da jetzt der Chor von der Orgelbühne befreit iſt.
Im Oſtchor ſteht jetzt der ſeither in der Stadtkirche aufgeſtellte
Ulneraltar, der einſt für die alte Pfarrkirche geſtiftet war. Zu
er=
wähnen iſt hier noch ein Sakramentshäuschen. Die neue Orgel
wurde im Nordſchiff, dem Joſephsbau, aufgeſtellt, die ihm jetzt
einen ſchönen Abſchluß gibt; das Orgelgehäuſe und die
Empor=
brüſtung mit ſchönen Holzſchnitzereien iſt ſehenswert. Von der
Or=
gelbühne aus fällt der Blick auf den St. Joſephsaltar, der jetzt in
der runden Kapelle aufgeſtellt iſt. Seitlich vom Hochaltar ſtehen
der Antonius=Altar und Laurenzius=Altar. Der Hochaltar ſelbſt
mit den Seitenaltären und Heiligenfiguren, die wertvolle Werke
der Holzbildhauerkunſt bedeuten, iſt geſchmackvoll erneuert. Auch
unter den Statuen und Bildern, die gleichfalls erneuert worden
ſind, finden ſich wertvolle Kunſtwerke, und eine bedeutende Arbeit
iſt der Kruzifixus, der über der Eingangstür zur alten Sakriſtei
hing.
Außen fällt auf daß der Eingang zum Rundbau auf der
Weſt=
ſeite vermauert worden iſt. Daß die Kirche neu verputzt iſt, bedarf
kaum der Erwähnung.
Das große Werk iſt getan. Beſonderer Dank für die große
geleiſtete Arbeit gebührt Herrn Profeſſor Meisner und
Kirchen=
maler Veldte und dem Hochbauamt Dieburg, Reg.=Baumeiſter
Mink=
ler und Bauinſpektor Bensheimer. Eine hochherzige Stiftung in
Höhe von 12 000 Mark für die Orgel machte ein geborener
Die=
burger, Herr Lorenz Dörr in St. Louis der ſchon vor drei Jahren
die neuen Glocken für die Gnadenkapelle geſtiftet hat. Wenn nun
die altehrwürdige Kirche wieder erſtanden iſt, ſo wird bei der
Freude über das Erreichte doch ein Gefühl der Wehmut nicht
feh=
len, daß dem Mann, der als ſeine Lebensaufgabe die
Wiederher=
ſtellung der Kapelle ſich geſtellt hat. Dekan Ebersmann, nicht
be=
ſchieden war, die Vollendung des Werkes zu erleben: ſeit
No=
vember vorigen Jahres ruht er in ſeiner Gruft am Außenaltar
der Gnadenkapelle.
Die Hauptſtaatskaſſe zahlt die erſte Hälfte der
September=
bezüge der Beamten am Montag, den 31. Auguſt, vormittags von
8 bis 10 Uhr, und diejenigen der Ruhegehaltsempfänger am
gleichen Tage, vormittags von 10 bis 12 Uhr, und die Witwen=
und Waiſengelder am Dienstag, den 1. September, in den
üb=
lichen Kaſſeſtunden aus.
Gelegentlich der Aufhebung der Auslandsreiſegebühr von
100.— RM., die vom 26. Auguſt ab nicht mehr gezahlt zu werden
braucht, weiſt der Norddeutſche Lloyd, Bremen, im beſonderen
dar=
auf hin, daß damit auch für Beſuchs= und Studienreiſen nach
Nord=
amerika alle durch dieſe Notverordnung auferlegten
Beſchrän=
kungen gefallen ſind. Gerade dieſe Fahrten geſtalten ſich durch die
kürzlich beſchloſſene Herabſetzung der Raten verſchiedener Klaſſen
beſonders günſtig. Für Reiſen von nordamerikaniſchen Häfen
nach Bremen ſind die neuen Preiſe bekanntlich ſchon am
17. Auguſt in Kraft getreten. Die verbilligten Fahrpreiſe für
Reiſen nach nordamerikaniſchen Häfen von Bremen aus werden
am 1. Oktober 1931 wirkſam
Aus dem Jugendzelt. Es wird uns geſchrieben: Das
all=
abendlich vollbeſetzte Zelt gibt Zeugnis von dem allgemeinen
Intereſſe der Darmſtädter Bevölkerung an der Zeltarbeit. Herr
Zeltevangeliſt Verploet ſprach geſtern über das Thema: Der
Mann, den niemand kennt”. Vor Jahren gab ein Amerikaner
ein Buch mit dem oben genannten Titel heraus. Er meinte
da=
mit Jeſus Chriſtus. Wenn den Menſchen auch von Jugend auf
dieſer Name bekannt iſt, ſo iſt er doch tatſächlich ſehr vielen der
große Unbekannte geblieben. Ihn wahrhaft erkennen, heißt:
Einen völlig neuen Lebenskurs einſchlagen. Chriſtus iſt Sperre
gegen Gott und zugleich auch ein offenes Tor zu Gott hin. Bei
der Entſcheidung für Gott, um die er bei jedem Menſchen wirbt,
reſpektiert er doch die Souveränität des einzelnen und
vergewal=
tigt niemand. Jeder Menſch hört und ſpürt einmal in ſeinem
Leben, früher oder ſpäter, das Klopfen Jeſu. Glücklich der, der
Chriſtus ſein Herz öffnet und ihm Einlaß gewährt. Damit kommt
ewiges Licht in das arme Menſchenleben hinein. So wird der
große Unbekannte ein Bekannter. Das Thema des heutigen
Abend=
vortrags lautet: „Der Aufbruch zur Befreiung”.
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Im Anſchluß an die
Ausſtellung Hans=Günther Lehmann, die Arbeiten von
einer Studienreiſe nach Holländiſch=Indien brachte zeigt die
Bücherſtube ab Sonntag, den 30. Auguſt, balineſiſche Malerei
(geöffnet von 11 bis 1 Uhr). Die Ausſtellung Hans=Günther
Lehmann wird heute zum letzten Male gezeigt. „Die balineſiſche
Malerei” bleibt bis Freitag, den 4. September, geöffnet.
— Orpheum, Bernd Henrichs= Königsfeld der
beliebte rheiniſche Komiker, findet in ſeiner Militär=Burleske:
„Emil von der Infanterie” ſtürmiſchen Heiterkeitserfolg.
— Ebenſo findet der ganz ausgezeichnete Varieté=Teil, mit dem
hervorragenden Raimonda=Ballett, dem jugendlichen
Kunſtpfeifer Eddie Marlo und den Siſters Delar ſtarken
Beifall. Der Spielplan währt nur noch einige Tage, ein Beſuch
kann wärmſtens empfohlen werden. Sozialrentner, Arbeitsloſe
uſw. haben heute, Freitag, eine beſondere Preisvergünſtigung
gegen Vorlage des Ausweiſes an der Abendkaſſe. (Siehe Anzeige.)
Petrusgemeinde. „Ein Spiel vom heiligen Franz”, wie
das Wort zu ihm kam! Otto Bruder hat uns dies Spiel geſchenkt,
und wer die Spiele Chriſtophorus” und „Beowulf” des gleichen
Verfaſſers von der Spielſchar der Petrusgemeinde dargeſtellt ſah,
der weiß auch, wie ſehr ſie ſich in Otto Bruders Geiſt
hinein=
gelebt, wie ſie ihn in ſeinem letzten Ringen und Wollen
verſtan=
den hat. Gerade die Schlichtheit und Innigkeit der Darſtellung iſt
immer zugleich Ausdruck des Dankes der Jugend dem Dichter
ge=
genüber, deſſen Name für ſie zum Sinnbild geworden. Auch dies
Spiel in all ſeiner Schlichtheit ſoll die Gemeinde und die Jugend
der evang. Jugendbünde wieder zu einer ernſten Feierſtunde in
das Gemeindehaus Eichwieſenſtraße 8 laden, bei der es der
Ju=
gend um mehr geht, als um ein flüchtiges
Senſationsſchaffen=
wollen. Am Sonntag, den 30. Auguſt, abends findet eine
Auf=
führung für die Jugend ſtatt, Montag, den 31. Auguſt abends,
für die Gemeindeglieder. Karten ſind durch die Mitglieder der
Jugendvereinigung, Herrn Kirchendiener Kropp, Papierhandlung
Bender und Buchhandlung Waitz, ſowie, wenn noch vorhanden, an
der Abendkaſſe, erhältlich.
Bühnenvolksbund. Unſere Mitglieder erhalten zu dem
Konzert des Wiener Lehrer=a=cappella=Chors am 2. September in
der Feſthalle, ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle, bei Chr.
Arnold, am Weißen Turm.
Briefkaſſen.
Jeder Aſrege iſt die jatzte Bezugsgulttung beizufülgen. Anonyme Anfragen werden
nſcht beantwortet. Dle Beantwortung erfolgt ohne Rechtoverbindlſchkelt.
Nach Eberſtadt. 1. Wir haben erſt jüngſt auf Anfrage
mit=
geteilt, daß uns die Anſchrift nicht bekannt iſt, ſie iſt aber leicht
durch das Organ „Die Menſchheit” zu erfahren, deren Verlag die
Poſtzeitungsliſte ergeben muß. — 2. Wir haben die
Ant=
wort unter R. 102 in der Nr. 237. erteilt.
* Ein neues Segelfluggelände am Roßberg
bei Darmſtadt.
So wichtig die Waſſerkuppe für den nationalen Segelflugſport
iſt, bedeutet ſie doch infolge ihres Anmarſches, den die meiſten
Ver=
eine, auch die Darmſtädter, zu ihr haben, eine unliebſame
Ver=
teuerung der Segelflugſchulung. Darum war es für die
Darm=
ſtädter „Sturmpogelgruppe” eine angenehme Ueberraſchung, als
ſich das Uebungsgelände am Roßberg für alle Anforderungen,
ſelbſt bis zur Ausbildung zum C=Segelflugſchein eignete. Der
Roßberg iſt ein Baſaltkegel, alſo vulkaniſchen Urſprungs, der ſich
etwas plötzlich 7 Kilometer in ſüd=ſüdöſtlicher Richtung von
Darm=
ſtadt dicht an den nördlichen Ausläufern des Odenwaldes bis zu
300 Meter aus der Mainebene erhebt. Die Hartſteininduſtrie,
die in liebenswürdiger Weiſe die ſich 70 Meter, relativ zur
Um=
gebung gemeſſen, erhebende Kuppe zur Verfügung ſtellte, hat die
Baſaltſchale bis auf eine Wand nach der Wetterſeite abgebaut.
Dieſe Wand zieht in einem Winkel von Oſten nach Weſten, biegt
nach 100 Meter nach Nordweſten um, hat eine Rückenlänge von je
100 Meter (die beiden Schenkel) und bildet mit den von
Akazien=
gebüſch bewachſenen Halden die zum Fliegen geeignete Luvſeite
des Geländes. Leider hat die Aufwindfläche nur eine abſolute
Breite von 50 Meter in ſüdlicher und 50 Meter in weſtlicher
Rich=
tung. Aber dieſe 50 Meter genügten, um mit einem, wenn auch
faſt auf der Stelle getreten, „Hols der Teufel”=Leichtwindſegler
am 19. Auguſt durch Polizeihauptmann Jans von der
Darm=
ſtädter Schutzpolizei, einen örtlichen Rekord von 15.22 Minuten
herauszuſegeln. Am Sonntag, den 16. Auguſt, hatte
Polizeihaupt=
mann Bünau, der amtliche Sachverſtändige für Abnahme von
Flugzeugführerprüfungen, an derſelben Stelle ſeine C=
Segelflug=
zeugführerprüfung, die 5 Minuten Segeln über Startſtelle
ver=
langt, mit 7.06 Minuten abgelegt. Die Tatſache, daß ſich das
Ge=
lände auch für die Ablegung von C=Segelflugzeugführerprüfungen
eignet, iſt aber nicht ſo weſentlich als ſeine Vorzüge, die es für
die Anfängerſchüler hat. So laſſen ſich auf dem weichen
Wieſen=
grund am Fuße des Südweſtabhanges die erſten Rutſcher für die
Anfänger machen. Bis zur Höhe ſind noch zwei Stufen, von denen
aus die 4=Prüfung (30 Sekunden geradeaus) und die B=Prüfung
(5 Flüge von je 60 Sekunden, dabei S=Kurve) geſtartet werden
kann. Unter der Leitung des bewährten Segelfluglehrers cand.
dipl. ing. Gaulé legten denn im Laufe einer Woche 7
Mitglie=
der, die Herren Pol.=Oberltnt. Görres, Oberwachtmeiſter
Mar=
burg, Bankangeſtellter Leuſchner, Wachtmeiſter Weichſel,
Unterprimaner Hütſch, und die Schreiner Hafner und
Rei=
chert, ihre B=Prüfung, und weitere 7 Herren: Hauptwachtmeiſter
Zimmer, Oberwachtmeiſter Schmidt, Anwärter Eckel.
De=
gen, Hild, Dietrich und ſtud. ing. Hauck ihre 4=Prüfung
ab. Mit einem treuen Laſtwagen geht es im Spätherbſt
Sonn=
tags hinaus, um die C zu holen. 10 Kilometer in ſüdweſtlicher
Richtung aber beginnt die Bergſtraße, an der die fertigen Piloten
auf Strecke gehen können. So iſt vor den Toren der
Segelflieger=
ſtadt Darmſtadt neues Gelände mit neuem Auftrieb erſchloſſen,
zu dem ſich der „Sturmvogel=Flugverband der Werktätigen”
gra=
tulieren kann.
Tageskalender für Freitag, den 28. Auguſt 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum 20.30 Uhr: „Emil
von der Infanterie — Raimonda Ballett”. — Konzerte:
Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant a. Böllenfalltor
Herrngartenkaffee. Datterich. — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele: — Heag=Haus,
nachm. 16 Uhr: Freude am Kochen durch Elektrizität!
Golkesdienſt der Iſrgelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 28. Aug. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr — Min.
Samstag, 29 Aug. Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min,
Schrifterklärung. Sabbarausgang 8 Uhr 5 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr — Min. Abends 7 Uhr — Min.
Gebekzeilen in der Synagoge der Iſrgelikiſchen
Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 29. Aug= Vorabend 6 Uhr 45 Min. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 8 Uhr 10 Min.
Bochentags: Morgend 6 Uhr — Min. Nachmittags 7 Uhr — Min.
Nummer 238
Aus Heſſen.
8.Jugendtag des Jung=Odenwaldklubs am 30. Auguf
Der Jugendtag des Jung=Odenwaldklubs wird in dieſe
Jahre am Sonntag, den 30. Auguſt, in Auerbach an der Ber
ſtraße abgehalten. Der Zeit entſprechend, wird auf jedes Geprän
verzichtet. Die Jugendgruppen treffen nach Beendigung des Ge
tesdienſtes teilweiſe nach vorhergehenden Wanderungen bei de
„Neun Ausſichten”, nördlich des Fürſtenlagers, zuſammen, um no
Wandererart den Wald zum Aufenthalt des Feſtes zu wählen.
Auf die Freiübungen der Jungmannſchaften widmet. He
Miniſterialrat Guntrum die Morgenfeier. Dem deutſchen Wald
Anſchließend erledigt die Jahreshauptverſammlung die üblich
Geſchäftsarbeiten. Nach der Mittagspauſe kommen alte und ne=
Volkstänze auf einem im Walde gelegenen Sportplatz bei Schö
berg zur Darbietung. Reigen, Spiel und Geſang werden de
Nachmittag beſchließen.
Griesheim, 27. Auguſt. Feuer. Wieder einmal wur
die hieſige Einwohnerſchaft durch das Ertönen der Feuerſiren
erſchreckt. In einem Holzſchuppen des Heinrich Avemarie, in d
Gehaborner Straße, war, anſcheinend durch Unachtſamkeit, Feu
ausgebrochen, das aber dank des ſchnellen Eingreifens der Hau
bewohner und der Nachbarſchaft bis zum Eintreffen der Feue
wehr bereits gelöſcht war. Dem Feuer fielen einige in de
Schuppen untergebrachte Haſen. Tauben, ſowie Stroh uſw. zu
Opfer, ebenſo mußten einige Haſen, die ſchwere Brandwunde
erlitten hatten, abgeſchlachtet werden.
F Eberſtadt, 27. Aug. Geſellen=Prüfung. Die nächſ
Geſellenprüfung findet im Monat September 1931 ſtatt. Zugele
ſen hierzu werden alle Lehrlinge, deren Lehrzeit bis zum
Abla=
des Monats September 1931 beendet iſt. Anmeldungen zur
Pr=
fung ſind an den Vorſitzenden des Geſellenprüfungsausſchuſſe
Karl Kolb. Seeheimerſtraße 14, unter gleichzeitiger Einzahluf
der Prüfungsgebühr von 7 RM. zu richten. Lehrvertrag, Leben
lauf und Schlußzeugnis der Fortbildungsſchule ſind der Anme
dung beizufügen. — Geflügelzuchtverein. Am Sonnta
den 30. Auguſt, findet nachmittags um 2 Uhr im Saale „Zu
Schwanen” eine Vertreterverſammlung des Bezirks 1 Darmſta
im Starkenburger Geflügelzüchter=Verband ſtatt. In dieſer Ve
ſammlung wird Vermeſſungsrat Treuſch=Darmſtadt einen Vo
trag über das Thema; VomBruteibiszurJunghenn
halten. Mit dem Vortrage iſt eine Beſprechung und Beurteilut
von Jungtieren — ſolche können zu dieſem Zweck mitgebracht we
den — verbunden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. Aug. Spar= und Darlehn
kaſſee. G. m. u. H. In der am Samstag, den 29. d. M., abend
im Gaſthaus „Zur Poſt” (Scheerer) ſtattfindenden außerorden
lichen Mitgliederverſammlung findet die Neubeſtellung ein
Rechners ſtatt, da der bisherige Rechner. Herr Wende, wegen g
ſchwächter Geſundheit ſein Amt niedergelegt hat.
Ak. Nieder=Ramſtadt. 27. Aug. Solbadekur. Wie alljäh
lich, ſo fand auch in dieſem Jahre wieder auf Veranlaſſung de
Kreiswohlfahrtsamtes in hieſiger Gemeinde eine Solbadekur f!
kränkliche hieſige Kinder ſtatt. Eine größere Zahl Kinder konn
fünf Wochen lang die Vorteile einer derartigen Heilkur genieße
ohne daß damit ein großer Koſtenaufwand verbunden geweſe
wäre. Die Nieder=Ramſtädter Anſtalten ſtellten wieder, wie
den Vorjahren ihre Badeeinrichtungen zur Verfügung. Unt
Aufſicht einer Kindergärtnerin trieben alsdann die Kinder no
Freiluftgymnaſtik, die bei ſchlechtem Wetter in der Turnhalle d
Turnvereins fortgeſetzt wurde. Die Leitung der Kur hatte d
Kreisfürſorgerin, Schweſter Waitz aus Darmſtadt, die ſich vie
Mühe gab um das Zuſtandekommen der Kur und deren wirkſan
Durchführung. Geſtern fand nun eine Abſchlußfeier in der Tur
halle ſtatt bei der die an der Kur beteiligten Kinder die A.
weſenden durch Vorträge, Reigen und anderes mehr erfreute
gewiſſermaßen als Dank für die ihnen zuteil gewordenen geſun
heitlichen Vorteile. Der hieſige Frauenverein ſtand der ſchöne
Sache wieder hilfreich zur Seite.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. Aug. Gemeinderatsberich
Die durch die Hochwaſſerkataſtrophe verurſachten Schäden machte
die Einberufung einer außerordentlichen Gemeinderatsſitzung no
wendig. Ob. und inwieweit von ſeiten des Staates eine Hilf
leiſtung erfolgt, ſteht noch nicht feſt. Jedenfalls hat ſich der He
Finanzminiſter ſeine Entſcheidung darüber vorbehalten bis
dem Zeitpunkt, an dem ſich der Geſamtſchaden überblicken läßt.
dieſem Zwecke iſt es notwendig, daß zunächſt einmal die entſtand
nen Schäden durch eine Kommiſſion ermittelt werden. Der vo
Gemeinderat gebildeten Kommiſſion gehören an die Gemeind
ratsmitglieder Bertſch, Göbel, Schaller, Krautwurſt, ſowie Lan
wirt Hrch. Peter Wilh. Müller und Maurer Adam Bernhart
Die Kommiſſion hat die Aufgabe, die entſtandenen Schäden e
den Gebäuden Gärten und Fluren feſtzuſtellen, ohne Rückſicht da
auf, ob von irgendeiner Seite eine Schadenregulierung erfole
Die erſte Hilfe der Hochwaſſergeſchädigten beſteht zunächſt
einer von ſeiten des Heſſiſchen Finanzminiſters angeordnete
ſteuerlichen Begünſtigung durch Stundung und eventuell ſpät
eintretende Erläſſe. Die Frage wie man die entſtandenen B
ſchädigungen des Bachufers wieder beheben will und kann, blie
zunächſt noch ungelöſt, da ſie einmal abhängig iſt von den zur Ve
fügung ſtebenden Geldmitteln und den in techniſcher Hinſicht
treffenden Verbeſſerungen. — Von ſeiten des Wirtſchaftsminiſt
riums werden Erhebungen darüber verlangt, in welchem Ausme
Ernteſchäden infolge der regneriſchen Witterung entſtehen. Z1
Feſtſtellung dieſer Tatſachen wurde ebenfalls eine Kommiſſio
beſtehend aus dem Vertrauensmann der Landwirtſchaftskamme
Gemeinderat Müller, ſowie Beigeordneten Regalia, Gemeindere
Bayer und Landwirt Adam Schuhmacher, gebildet. — Von de
beiden zur Zucht gehaltenen Faſelbullen wird der eine überzäl
lig, obſchon er noch nicht zuchtuntauglich iſt und ſich zur Zuch
haltung noch vorzüglich eignet. Es wird daher deſſen Verkauf b.
ſchloſſen. Ebenſo der Ankauf eines jüngeren Faſelebers. — D
infolge Wegzugs des in den Ruheſtand verſetzten Rektors an de
hieſigen Volksſchule, Thöt, freigewordene Dienſtwohnung im Ge
meindeſchulhaus wird nunmehr von dem jetzigen Rektor Körne
bezogen. Die Inſtandſetzung nach den Vorſchlägen der Baukon
miſſion wird beſchloſſen. — Die Beſchäftigung der Wohlfahrts
erwerbsloſen bildete alsdann noch den Gegenſtand längerer Ver
handlungen. Grundſätzlich ſollen alle Wohlfahrtsunterſtützungs
empfänger für die ihnen gewährte Geldunterſtützung eine en!
ſprechende Arbeit leiſten, wobei die verheirateten auch über dieſe
Betrag hinaus beſchäftigt werden können. Ledige erhalten nu
dann eine Unterſtützung, wenn es die Verhältniſſe bedingen un
Bedürftigkeit im einzelnen Falle vorliegt. — Den Schluß de
Sitzung bildeten noch Steuerſtundungs= und Erlaßgeſuche, wobe
den Stundungsanträgen ſtattgegeben, die Erlaßanträge abe
grundſätzlich abgelehnt wurden. — Ebenſo verfiel ein Unter
ſtützungsantrag der Ablehnung, weil Bedürftigkeit nicht als vor
liegend erachtet wurde.
G. Ober=Ramſtadt, 27. Aug. Der verhältnismäßig gute Be.
hang der Brombeerhecken lockt in dieſem Jahre ſehr viele Erwack
ſene und Kinder in unſere Waldungen, um die ſüßen Beeren 3
pflücken und ſich dadurch eine kleine Verdienſtmöglichkeit zu vei
ſchaffen, oder die Beeren als geſunden, wohlſchmeckenden Brot
aufſtrich ſelbſt zu verwerten. Auch den eßbaren Pilzen geht ma
in letzter Zeit beſonders nach, ein Beweis dafür, daß die Geld
knappheit dazu zwingt, auch den genießbaren Naturprodukten, di‟
uns der Wald bietet, wieder erhöhte Aufmerkſamkeit zu widmer
4n. Groß=Zimmern, 27. Aug. Kirchweihfeſt. Groß=Zin
mern feiert am kommenden Sonntag ſein diesjähriges Kirchwei!
feſt. In früheren Jahren bedeutete die Kirchweihe eine gute Ein
nahme der Gewerbetreibenden, insbeſondere des Gaſtwirtsgewe.
bes. Trotz aller Not der Zeit und des trübſeligen Wetters werde
die hieſigen Wirte alles aufbieten, um den Beſuchern des Kird
weihfeſtes von nah und fern auch dieſes Jahr einige frohe Stunde
zu bereiten. Zur Entlaſtung des Wirtsgewerbes hat der Ge
meinderat in entgegenkommenderweiſe, in einer ſeiner letzte
Sitzungen beſchloſſen, bei dem diesjährigen Kirchweihfeſt von de
Wirten nur 25 Prozent der Vergnügungsſteuer zu erheben.
4. Weiler, 27. Aug. Bürgermeiſterwahl. Am letzte
Sonntag fand hier die Stichwahl der Kandidaten des Bürgermeiſte
amtes ſtatt und hatte folgendes Ergebnnis: Auf Herrn Pflaſterermeiſt
Gölz entfielen 175 Stimmen, während ſein Gegner, Herr K. Klei
es auf 142 Stimmen brachte. Mithin wird nun in den kommenden ſecl
Jahren Herr Gölz den Bürgermeiſterpoſten bekleiden; kein leichte
Amt in dieſen Kriſenjahren!
P Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 27. Aug. Fremdenbeſud
In unſerem Oertchen halten ſich noch eine ganze Anzahl Kurgäſt.
auf. Unſere waldreiche Gegend und die abwechſelungsreiche
Ausflüge in die benachbarten Burgruinen bilden einen wahre
Anziehungspunkt. — Man iſt auch in jeder Hinſicht bemüht, de
Aufenthalt für die Kurgäſte ſo angenehm wie möglich zu geſtalte!
Immerhin iſt dieſer Fremdenbeſuch eine gute Einnahmeguelle fü
unſere hieſigen Geſchäftsleute. — In Kürze ſoll ein Verſchönerung:
verein gegründet werden, was an und für ſich ſehr zu begrüßen 4
Freitag, den 28. Anguſt 1931
Kartallelnotkonleren.
Am 25. Auguſt fand im Reichsminiſterium für Ernährung
und Landwirtſchaft unter dem Vorſitz des Reichsminiſters Dr. h. c.
Schiele eine Beſprechung über die Lage auf dem
Kartof=
felmarkt und die zu ergreifenden Maßnahmen ſtatt, an der
zahlreiche Vertreter der Landwirtſchaft, des Handels und der
kartoffelverarbeitenden Induſtrien teilnahmen. Einleitend führte
der Reichsernährungsminiſter etwa folgendes aus:
Nach den bisher vorliegenden Nachrichten und
Ernteſchätzun=
gen müſſe damit gerechnet werden, daß die Kartoffelernte in
die=
ſem Jahr mindeſtens ebenſo groß ausfallen werde wie im
vergan=
genen. Die Tatſache, daß es im vorigen Jahr gelungen ſei, dieſe
gewaltigen Mengen zu bewältigen, ſollte auch in dieſem Jahr
feden Landwirt veranlaſſen, bei der Verwertung der
Kartoffel=
ernte ruhig zu disponieren und die nötige Beſonnenheit zu
be=
wahren. Für Speiſezwecke würden etwa 12—13
Millio=
nen Tonnen benötigt werden. Eine Ausweitung des
Kartof=
felverbrauchs an dieſer Stelle werde kaum möglich ſein; es ſei
je=
doch beabſichtigt, durch baldige Einführung von Handelsklaſſen für
Kartoffeln eine geordnete Beſchickung des Speiſekartoffelmarktes
zu erleichtern. Dem Saatgutbedarf müſſe man nach ſeiner
Auffaſſung mit etwa 6—6½ Mill. Tonnen und den Abgang
durch Fäulnis uſw. im Hinblick auf das feuchte Wetter in den
letz=
ten Wochen auf etwa 3 Millionen Tonnen beziffern. Hauptauf=
r gen
der
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gten Kinder die
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überblicken läßt
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t werden.
an
gabe der ſtaatlichen Maßnahmen ſei es, das Kartoffel
verarbei=
tende Gewerbe möglichſt aufnahmefähig zu machen. Um eine
Ent=
laſtung des Branntweinmonopols von ſeinen übergroßen
Beſtän=
den herbeizuführen, ſei es erforderlich, den
Spiritusab=
nahmezwang entſprechend zu erhöhen. Dadurch werde
ein angemeſſenes Brennrecht und die Unterbringung von 2
Mil=
lionen Tonnen Kartoffeln in den Brennereien ermöglicht. Dem
Kartofffeltrocknungsgewerbe beabſichtige er durch eine
möglichſt umfangreiche Verwertung der Flocken in Verbindung
mit den Gerſtebezugsſcheinen erweiterten Abſatz zu ſichern. Nicht
zuletzt müßte auch das Kartoffelſtärkegewerbe, das
et=
wa 7—800 000 Tonnen Kartoffeln aufnehme, ſtärker herangezogen
werden. Es ſtünden neue Wege zur Erörterung, um vermehrten
Abſatz für Kartoffelſtärke zu ſchaffen. Der Landwirtſchaft müßten
auch dadurch Mittel zur Bergung der Ernte zugeführt werden, daß
der Beginn der Kampagnen der verarbeitenden Gewerbe
beſchleu=
nigt werde. Zu dieſem Zwecke und um die Leiſtungsfähigkeit der
Kartoffel verarbeitenden Induſtrien zu erhöhen, werde er ſich für
eine ausreichende Finanzierung einſetzen.
Nach alledem blieben für die Verfütterung noch etwa
20 Mill. Tonnen übrig. Die Verfütterung dieſer Mengen ſei
be=
reits im vorigen Jahr ohne größere Schwierigkeiten gelungen. In
dieſem Jahr müſſe aber mit einem größeren Bedarf an
Futter=
kartoffeln gerechnet werden, da der Schweinebeſtand um 3 Mill.
Stück größer ſei und dieſer Mehrbeſtand zwangsläufig zu einem
Kartoffelverbrauch von etwa 2 Mill. Tonnen führen werde. Vor
allen Dingen komme es aber auch darauf an, daß die
Landwirt=
ſchaft von der Einſäuerung in noch größerem Umfange, als im
Vorjahr Gebrauch mache. Zur Herſtellung von
Einſäuerungsgru=
ben ſtänden im Etat des Reichsminiſteriums für Ernährung und
Landwirtſchaft Mittel für Beihilfen zur Verfügung.
Nachdem die Vertreter der einzelnen Kartoffel verarbeitenden
Gewerbe ausführlich die Lage und die Ausſichten ihrer Induſtrien
dargelegt hatten, ſtellte der Miniſter abſchließend die Zuſtimmung
der Gewerbe zu ſeinen Vorſchlägen feſt und kündigte an, möglichſt
noch im Laufe dieſer Woche die Einzelheiten in internen
Verhand=
lungen mit den einzelnen Gewerben bzw. mit den zuſtändigen
Reſſorts endgültig klären zu wollen.
Dp. Zwingenberg, 27. Aug. Ein hieſiger Obſtzüchter hat
geſtern drei Pfirſiche geerntet, welche zuſammen faſt ein Pfund
wiegen. — Der lang anhaltende Regen, welcher anderen Pflanzen
teilweiſe empfindlich ſchadete, hat das Wachſen des Grummets
der=
art begünſtigt, daß eine ſehr gute Ernte erwartet werden kann.
Bb. Bensheim, 27 Aug. Der Bensheimer
Tennis=
klub gewann am letzten Sonntag in Weinheim das Städteſpiel
gegen den Tennisklub Weinheim mit 16:5 Punkten. Der Erfolg
der Bensheimer Stadtmannſchaft iſt damit auf vier in dieſer
Spiel=
art gewonnene Spiele angeſtiegen. — Zu den erfolgreichſten
Ten=
nisſpielern bei den Ausſcheidungskämpfen in der D.T.=
Meiſter=
ſchaft gehört Frau Uhlenberg, die im Dameneinzel zu Frankfurt
am Main in den dortigen Stadionanlagen gegen Fräulein Gretel
Reis vom Turnverein Aſchaffenburg einen überragenden Sieg
gewann, womit ſie Kreismeiſterin im Dameneinzel wurde und
zu=
gleich in die zu Chemnitz ſtattfindenden Schlußkämpfe um die D.T.=
Meiſterſchaft eintritt. Frau Uhlenberg als vorjährige D.T.=
Meiſterin wird auch in dieſem Jahre jedenfalls wieder ehrenvoll
abſchneiden.
W Heppenheim a. d. Bergſtr., 27. Aug. Schützenehrung.
Reichspräſident von Hindenburg ſtiftete anläßlich des diesjährigen
Verfaſſungstages eine Plakette und 5 Ehrendiplome die der
Schützenverein zum Ausſchuß brachte. Bedingung war:
Höchſtring=
zahl bei 5 Schuß liegend, 5 Schuß kniend und , Schuß ſtehend
frei=
händig ohne Nachloſung. Die Plakette erhielt der Freiſchütz Franz
Giegerig mit 164 Ringen. Die Schützen Wilhelm Köhler (143 R.)
Karl Köhler (131 R.), Eduard Bräuer (129 R.) Karl Laſar (127
R.) und Jakob Rettig (126 R.) erhielten je ein Ehrendiplom. Das
Einzelſchießen (Gauſchießen) auf Verbands=Ehrennadeln auf dem
Schießſtand im Eſſigkamm fand unter gleichen Bedingungen ſtatt.
Die goldenen Ehrennadeln mit der Mindeſtzahl von 145 Ringen
erhielten drei Schützen mit 146 bis 156 Ringen. Die ſilbernen
Ehrennadeln mit der Mindeſtzahl von 125 Ringen erhielten 14
Schützen und drei Jungſchützen mit 127 bis 143 Ringen.
e. Bad=Wimpfen, 24 Aug. Die Apoſtelfiſcher zu Bad
Wimpfen im Tal. In Bad Wimpfen im Tal hat ſich bis auf den
heutigen Tag eine Zunft erhalten, deren Gründung bis ins 13.
Jahr=
hundert zurückgeht. Es iſt die Vereinigung der ſogenannten
Apoſtel=
fiſcher, einer Berufsgruppe, die auch heute noch im Leben der Stadt
eine gewiſſe Rolle ſpielt, und die es verſtanden hat, die alten
Tradi=
tionen treu zu bewahren. Es iſt daher kein Wunder, daß der von Pfr.
Noßkopf im Kurhaus gehaltene Vortrag über dieſes Thema lebhaftem
In=
tereſſe begegnete. Viele waren gekommen, auch aus Wimpfen im Tal,
um aus der Vergangenheit dieſer Zunft, die alle politiſchen Wechſel
überdauerte und deren Rechte auch der Nachfolger des früheren
Lehns=
herrn, des Stiftes, der nunmehrige, nämlich der Heſſiſche Staat,
aner=
kennen mußte, Näheres zu erfahren. Auf Grund der noch vorhandenen
Urkunden konnte der Redner etwaige Unklarheiten völlig aufklären.
Man hörte, daß die Fiſchereigerechtigkeit im Neckar hinter Wimpfen im
Tal urſprünglich im Beſitz der Grafen von Herbolzheim geweſen iſt und
im Jahre 1281 durch Kauf an das Ritterſtift St. Peter überging. Dieſes
verlieh’ ſie neben anderen Nutzungen 1287 an die zu dieſem Zweck
ge=
gründete Fiſchergeſellſchaft, wogegen dieſelbe ſich zu gewiſſen Leiſtungen
— wie Verſorgung des Stiftes mit Fiſchen, Lieferung von Wachs,
un=
entgeltliche Perſonenbeförderung bei Hochwaſſer u. a. — verpflichteten.
Eine eingehende Fiſchereiordnung vom Jahre 1458, der noch weitere
folgten, regelte den ganzen Fiſchereibetrieh, ſowie das Dienſtverhältnis
der Fiſcher und etwaige Streitfälle. Alle für ſie wichtigen Urkunden
bewahrt die Zunft der Apoſtelfiſcher in einer überkommenen Zunftlade
auf, die als koſtbares Vermächtnis hoch in Ehren gehalten wird. Auch
das traditionelle Fiſcheſſen findet noch alljährlich ſtatt. Die
Bezeich=
nung „Apoſtelfiſcher” dürfte wohl erſt in neuerer Zeit aufgekommen
ſein, denn erſt im Jahre 1753 wird zum erſten Male eine Zahl von
12 Mitgliedern urkundlich genannt, während ſie früher nicht genau
be=
ſtimmt war. Nach dem Tode eines Zunftgenoſſen wurde durch die
Auf=
nahme eines neuen Mitgliedes die Vollzähligkeit des Kreiſes jeweils
gewahrt.
Cp. Biebesheim. 27. Aug. Der Gurkenmarkt geht dem
Ende entgegen. Zuletzt waren trotz des ungünſtigen Wetters noch
über hundert Zentner Gurken auf dem Markt. Der Preis ſtellte
ſich auf 4,50 bis 4,70 RM. für den Zentner.
Cp. Stockſtadt, 27. Aug. Der Gemeinderat befaßte ſich in
mehrſtündiger Beratung mit dem Gemeindevoranſchlag für das
Rechnungsjahr 1931. Der Voranſchlag ſchließt mit einem
Fehlbe=
trag von ungefähr 13000 RM. ab. Bier= und Bürgerſteuer
wur=
den abgelehnt. Für die Schulkinderſpeiſungen im Winter wurde
ein Betrag von 1000 RM. eingeſetzt. Die Ermäßigung der
Son=
dergebäudeſteuer nach den miniſteriellen Richtlinien wurde
geneh=
migt. Einige Anträge der Kommuniſten wurden abgelehnt.
Cp. Crumſtadt, 27. Aug. Obſtdiebſtahl. An der
Land=
ſtraße zwiſchen hier und Eſchollbrücken wurden größere Mengen
Obſt geſtohlen. Als Täter kommen drei Perſonen aus einem
Nachbarort in Frage.
Cp. Klein=Gerau, 26. Aug. Zur Feſtſtellungder
Waſ=
ſerſchäden fand in Gegenwart vieler Intereſſenten ein
Rund=
gang durch die Gemarkung ſtatt. Für das Landwirtſchaftsamt
Groß=Gerau war Oberlandwirtſchaftsrat Dr. Lung erſchienen.
Cp. Worfelden, 27. Aug. Brand. Zur Nachtzeit brach im
Wohnhaus Beſt in der Waldſtraße ein Brand aus, der vor allem
das erſte Stockwerk vernichtete. Auch die Nebengebäude wurden in
ihren oberen Teilen von den Flammen ergriffen. Die Worfelder
Feuerwehr leiſtete tatkräftig Hilfe. Kreisfeuerwehrinſpektor
Schildgen aus Groß=Gerau weilte ebenfalls an der Brandſtätte.
Das Feuer war in gut zwei Stunden gelöſcht. Die
Entſtehungs=
urſache iſt vorerſt unbekannt.
Ak. Neu=Iſenburg, 26. Aug. Abſchiedsabend.
Opern=
ſänger Otto Köhler, ein geborener Iſenburger und zurzeit
Mitglied des Frankfurter Opernhauſes, verabſchiedete ſich im Saal
der Turngemeinde von ſeinen hieſigen Freunden. Er ward
unter=
ſtützt von ein paar hervorragenden Soliſtinnen und Soliſten. und
Herr Beigeordneter Bauer übermittelte ihm die Abſchiedsgrüße
ſeiner Vaterſtadt. — Mitgliederehrung. Die Freiwillige
Feuerwehr ehrte am Samstag zwei langjährige aktive
Mitglie=
der, den Ehrenkommandanten Heinrich Emrich und den Führer
der Ordnungsmannſchaft Balthaſar Römer, durch einen Fackelzug
mit anſchließendem gemütlichem Beiſammenſein. Hierbei erhielt
rſterer für 50jährige treue Dienſte eine ſilberne Plakette und
einen Delikateßkorb, letzterer für 25jährige treue Dienſte als
Aus=
zeichnung des Staates das Feuerwehrabzeichen. —
Ein=
brüche. Bei einem nächtlichen Beſuch in der Lederfabrik
Kauf=
mann fielen einem Dieb verſchiedene Fertigwaren in die Hände,
einem anderen in gleicher Nacht in der Nähe des Frankfurter
Stadtwaldes 15 Hühner. — Falſchgeld. Es ſind hier falſche
Fünfzigpfennigſtücke aufgetaucht, die ſehr ſchlecht nachgeahmt und
infolge mangelhafter Riffelung ſofort als Falſchgeld erkennbar
ſind. — Kirchliches. Wie verlautet, hat ſich auf die zur
Be=
ſetzung ausgeſchriebene erſte Pfarrſtelle dahier nur der Inhaber
der hieſigen zweiten Stelle, Herr Pfarrer Schilling, gemeldet.
Keine Schonfriſt. Wie die Bürgermeiſterei bekannt gibt,
ſoll die ſeither für die Entrichtung von Gemeindeſteuern gewährte
zehntägige Schonfriſt künftig in Wegfall kommen. Wir hoffen,
daß dieſer Beſchluß baldigſt wieder aufgehoben wird.
Seite 7
Zuſammenkunff der Frauenvsreine im Kreis Dieburg
Am Sonntag, den 6. September, findet in Groß=Zimmern eine
Kreisverbandstagung der evangeliſchen Frauenvereine des Kreiſes
Dieburg und deſſen Umgebung ſtatt. Nachmittags um 2 Uhr
iſt Feſtgottesdienſt, in dem der Kirchengeſangverein mitwirkt. Um
4 Uhr findet in der Kirche eine Nachverſammlung ſtatt, in der
Herr Pfarrer Dörr=Büttelborn über „Die Fau im
Weltanſchau=
ungskampf der Gegenwart” einen Vortrag halten wird. Auch Herr
Dekan Reichert hat eine Anſprache zugeſagt.
Damit den auswärtigen Beſuchern außer der Fahrt keine
wei=
teren Koſten entſtehen, findet anſchließend an den Gottesdienſt
Bewirtung der Gäſte im Schweſternhaus ſtatt, die durch die
Gaſt=
freundſchaft der Groß=Zimmerer Frauen koſtenlos ſein wird. Es
ſei herzlich zu der Veranſtaltung eingeladen.
— Hirſchhorn a. N., 27. Aug. Waſſerſtand des Neckars
am 26. d. M.: 2,00 Meter; am 27. d. M.: 2,81 Meter.
— Gernsheim a. Rh., 27. Ang. Waſſerſtand des Rheins
am 26. d. M.: 2,52 Meter, am 27. d. M.: 2,85 Meter.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 37. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterfe.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
26. Auguſt 1931
15. Ziehungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 5000 m. 93216
6 Gewinne zu 3000 M. 29934 65822 316169
50 Gewinne zu 2000 M. 27728 36851 63191 70874 89917 9BB57
101479 104668 111075 137031 198886 202159 211583 217566 222830
238974 268189 276334 299464 304680 316356 317916 337108 347495
365571
100 Gewinne zu 1000 M. 16836 17029 23722 32677 40816 72820
77962 84288 105372 115848 124769 132398 135381 143070 147086
147666 183743 190755 208287 211316 212117 222564 227634 233180
239021 241662 243889 256346 259868 269314 271650 273681 283325
284584 289981 290294 282547 310736 313728 316962 330182 337031
338786 340621 346017 363797 372116 373968 380232 395023
202 Gewinne zu 500 M. 334 873 4464 4715 8353 10088 11233 12729
18168 19087 22241 46669 53132 56334 56704 67495 57621 60076
71923 74971 76147 78853 81072 82042 90714 82168 92230 93862
94393 99712 102831 105850 107344 111494 118188 117517 124542
124880 126636 133099 134005 139117 140493 144140 145100 155741
156138 157499 161260 163505 168255 173614 174087 174268 177030
177571 182590 195836 203892 207285 207531 211061 211829 214421
214500 218867 233027 233481 236862 236387 2551 10 269919 286992
291120 293987 295190 297268 297452 297805 303772 311256 314632
317780 330606 330842 335497 335874 344329 344689 345525 346828
362212 367876 373681 380702 382472 384795 386285 389623 390263
394414
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 26000 M. 39863
4 Gewinne zu 5000 M. 215937 262976
22 Gewinne zu 3000 M. 33306 47669 94234 108850 112888 137318
176954 248873 292677 367217 370543
54 Gewinne zu 2000 M. 3348 22662 38451 41687 45678 52888 73899
82489 110305 129256 131976 155447 159404 21 1303 230223 240846
262116 258954 272973 273999 301882 308379 326943 335193 337552
361540 373936
94 Gewinne zu 1000 M. 51 108 10881 14620 34883 36898 44305
60496 74490 78113 89191 93669 137569 138517 138922 139986
145181 148841 149348 153839 154393 160398 170488 176489 198472
202801 222902 231253 242987 253220 254901 260248 281701 304763
317025 321203 331628 343663 345872 347891 357845 359487 362732
373599 379384 381207 399215
162 Gewinne zu 500 M. 860 1904 20708 23483 23673 27991 31017
34141 46865 59916 60472 62516 63517 65262 67709 74494 75490
78554 81370 81455 86329 96546 97814 100756 101108 105568 111366
113005 119621 121497 128118 130094 130312 131753 137683 145131
146949 147844 161731 156327 163124 164817 168177 189961 170406
176490 189518 196982 197119 216840 228019 229441 247604 250337
253699 258466 260092 266558 268570 276056 286900 287745 304587
307092 310216 310880 321541 325307 327221 330738 333602 335582
336681 341213 345045 358296 368545 375533 382442 387033 395789
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne
zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 75000,
4 zu je 50000, 16 zu je 25000, 106 zu je 10000, 242 zu je 5000,
472 zu je 3000, 1392 zu je 2000, 2788 zu je 1000, 4492 zu
je 500, 13706 zu je 400 Mark.
Wetterbericht.
Das Hochdruckgebiet hat ſich weiter gekräftigt und verlagert
ſich immer mehr nach dem Kontinent. In ſeinem Bereich iſt für
die nächſten Tage ſchönes Wetter zu erwarten. Die
zuſammen=
ſinkenden Luftmaſſen löſen die Bewölkung auf, ſo daß, abgeſehen
von vereinzelten Frühnebel= oder Dunſtbildungen, heiterer
im=
mel vorherrſcht. Die Temperaturen ſteigen tagsüber infolge der
ungehinderten Sonnenſtrahlung kräftig an, während nachts
wie=
der Abkühlung eintritt.
Ausſichten für Freitag, den 28. Auguſt 1931: Meiſt heiter,
tags=
über wärmer und trocken.
Ausſichten für Samstag, den 29. Auguſt 1931: Noch Fortdauer
der Schönwetterlage.
Todes=Anzeige,
Schmerzerfüllt teile ich hierdurch mit daß mein
herzens=
guter, treubeſorgter Mann, unſer Bruder, Schwager
und Onkel
Johann Traub
Poſtinſpektor f. R.
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Alter von 66 Jahren
ſanft verſchieden iſt.
Antonie Traub, geb. Zimmer
und Angehörige.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1931,
(12408
Die Beerdigung fand auf Wunſch des Entſchlafenen
in der Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.
Seite 8
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 238
Die Zeit vorlangt miadrige Prelse
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Vermählte
geb. Lorz
im 80. Lebensjahre am 26. Auguſt entriſſen worden.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Auguſt Irle, Oberzollinſpektor u. Familie
Mathilde Spindler, geb. Irle. Heidelberg
Philipp Irle u. Familie, Käfertal
Karl Irie
Franz Irle
Emil Irle u. Familie, Breslau
Willi Irle u. Familie, Kocheſter (u. S. A.)
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1931.
Grafenſtr. 6.
Beerdigung findet ſtatt am Samstag, den 29. Auguſt
1931, nachmittags 2 Uhr, auf dem alten Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Statt beſonderer Anzeige.
Am Dienstag, den 25. Auguſt, entſchlief ſanft
meine liebe Frau, unſere herzensgute Mutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Anna Zuliane Werner
geb. Steinhäuſer
und wurde auf ihren Wunſch in aller Stille
eingeäſchert.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fr. Werner, Stabszahlmeiſter a. W.
Darmſtadt, Rückertſtr. 26, den 28. Auguſt 1931.
Butzbach und Wiebelsbach.
12424
Von Beileidsbeſuchen wird gebeten Abſtand zunehmen
Wihelmshaven-Rüstringen, Rosenstr. 2.
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet iſt uns unſere liebe,
treuſorgende Mutter, Schweſter, Schwiegermutter,
Großmuter, Urgroßmutter und Tante
Frau Julie Srie Wwe.
Herzlichen Oank
für die anläßlich unſerer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten.
Karl Eckſtein und Frau
Hanna, geb. Fiſcher.
Darmſtadt, Frankenſteinſtraße 54.
12437
Statt Karten.
Für die liebevolle Teilnahme
beim Heimgange unſerer lieben
Mutter danken herzlichſt (12394
Im Auftrage aller Hinterbliebenen:
Karl Roſenberger.
Heute entſchliet ſanft nach längerem Leiden im 86. Lebensjahre
meine liebe, gute Adoptivmutter, unſere liebe Tante
Frau Oberſt Eugen von
Lina, geb. Nahl.
Sie ſtarb im feſten Vertrauen auf ihren Erlöſer.
In tiefer Trauer:
Gertrud Nahl.
Darmſiadt, den 27. Auguſt 1931.
(12441
Wihelminenſtr. 30 II.
Die Beiſetzung ſindet ſtatt am Samstag nachmittag 4 Uhr auf dem Friedhof
Nieder=Namſtädterſtraße.
Man bitet höflichſt von Beileidsbeſuchen abzuſehen.
Todes-Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach
langem ſchwerem Leiden meine
liebe Frau, unſere gute Mutter,
Großmutter und Schwiegermutter
Frau Karoline Schäfer
geb. Grunder
im 59. Lebensjahre.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 27, Auguſt 1931. (
Taunusſtr. 45
Die Beerdigung findet Samstag,
den 29. Auguſt nachm. 3.30 Uhr.
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Habe meine Tätigkeit
wieder aufgenommen!
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Mein guter Vater, unſer treuſorgender
Groß=
vater und Schwiegervater
Herr Philipp Streb
Haushofmeiſter i. R.
entſchlief heute Abend s Uhr nach nur 2tägigem
Krankenlager ſill und gottergeben, im foſt
vollendeten 91. Lebensjahr.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Jakob Streb
Hügelſtr. 65 II.
Darmſtadt, den 26. Auguſf 1931.
Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag nachmittag 3 Uhr
auf dem alten Friedhof; das Seelenamt für den
Ver=
ſtorbenen in der St. Ludwigstirche.
Nummer 238
Freitag, den 28. Augnſt 1931
Seite 9
Af4
Schlachtleld vr Kastings
Von George Popoff.
eben
nen 4
Haſtings, im Auguſt.
Auf der „Promenade Pier” von Haſtings herrſcht große
Auf=
ung. Die Menge drängt vorwärts. Die Polizei drängt
zu=
c. Alles vergeht vor Neugier und reckt die Hälſe. Was iſt
2. Iſt ein neuer Eroberer gelandet? Nicht ganz ſo ſchlimm.
iſt nur der Herr Oberbürgermeiſter, der einherkommt. „The
Iht Worſhipful the Mayor of Haſtings” iſt in eine
ſcharlach=
e, reich mit Pelz verbrämte Robe gekleidet und hat eine
ſenhafte Allongeperücke auf. Ihm ſchreiten voran: der Büttel,
Stadtſchreiber und zwei Amtsdiener, alle vier ebenfalls in
telalterlichen Trachten und weißgepuderten Perücken. Der
ttel trägt, ernſt und würdevoll, die Amtskeule voran. Und
begeben ſich zu einer höchſt wichtigen Zeremonie — zur
feier=
den Eröffnung des neuen Queens=Hotels, das ſoeben ganz
H kontinentalem Muſter umgebaut worden iſt und Haſtings
pgültig zu einem mondänen, internationalen Badeort machen
I.
Ja, das iſt es: Haſtings iſt es ſatt, ewig nur im
Zuſammen=
ng mit der ollen Schlacht genannt zu werden. Nicht bei,
ſon=
en in Haſtings ſoll es in Zukunft munter hergehen! Haſtings,
der Südküſte Englands, in der Grafſchaft Suſſex gelegen, iſt
t einem köſtlichen Strande geſegnet. Hier iſt es im Sommer
e im Winter milde und warm. Ganze 40 Millionen Mark
t die Stadtverwaltung zur Verſchönerung des Strandes
aus=
geben. Im Queens=Hotel ſorgt kein Geringerer, als der
iſtaurateur des Houſe of Lords für das leibliche Wohl der
emden von Diſtinktion. Und wer nur 32 Schillings
auszu=
ven bereit iſt, kann hier ein ganzes Wochenende (mit voller
nſion) verbringen und ſich aufs köſtlichſte amüſieren ...
Haſtings war ſchon lange vor der Normanneneroberung ein
er Hafen. Es gehörte, im Bunde mit Dover, Sandwich,
the und Romney, zu den fünf „Cinque Ports”, die ſeit
ur=
iklichen Zeiten Schiffe zu ſtellen und die Küſte zu beſchützen
ten. Der älteſte Teil der Stadt, der alte Fiſcherhafen, öſtlich
n eleganten Haſtings, iſt einer der maleriſchſten Flecken an
ganzen Südküſte Englands: landeinwärts erhebt ſich
ſchwin=
nd hoch das Cliff; auf deſſen höchſtem Punkt ſieht man die
ine des alten, von William dem Eroberer erbauten
Haſtings=
ſtells; dicht daneben führt es in düſtere, labyrinthiſch
ver=
rrene Höhlengänge, die einſt Piraten und Schmugglern als
zlupfwinkel dienten; die ganze Landſchaft iſt rauh, wild,
zer=
en und wetterumwittert. Und wenn man hoch oben ſteht und
fs weite ſchäumende Meer hinunterſchaut, dann bläſt einem
Wind ſauſend und zauſend um die Ohren.
Unten im Dorf iſt es ſtiller. Beſonders abends zur Zeit
Ebbe. Die großen Fiſcherboote ruhen ſchief und friedlich
dem Sande. Matroſen ſchreiten breitbeinig und ſpuckend
ech die Reihen der Fiſchbuden. Im Inneren des Städtchens
Gewimmel von ſchmalen, krummen, altertümlichen Gaſſen.
je davon heißt „Allerheiligen Gaſſe”. Alles noch Nachbleibſel
Eliſabethianiſchen Epoche. Die Häuſer, winzig, mit
Quer=
ken und Butzenſcheiben, jedes wenigſtens 400 Jahre alt, ſind
hre Kabinettſtücke. Doch in all ihnen leben ganz
einfach=
tte, Fiſcher und Krämer, die garnicht ahnen, von welch einer
wahrſcheinlich antiken Welt ſie umgeben ſind. Die Kirche, in
ſie gehen, ein uralter, primitiver Bau aus ungehobeltem,
i der Zeit ſchwarz gewordenem Holze, heißt „St. Marien,
iger Stern des Meeres”. Am Abend läuten die Glocken zur
eſſe. Die klangreinen, leiſen Töne verfließen mit dem
Rau=
en des Meeres zu einer wunderbaren Melodie. Der Himmel
rt ſich auf. Und manchmal, wenn man Glück hat, ſieht man
nam Horizont deutlich einen ſilbern ſchimmernden Streifen
die Küſte des holden Landes Picardie ...
Doch alle Reize des Badeortes Haſtings in Ehren — mit
chweigen umgehen läßt ſich das Schlachtfeld doch nicht. Das
1
e-
r.31
„M0
F.1568,85
ht auch das Managment des Queens=Hotels ein und in höchſt
ddernen und bequemen Autobuſſen befördert es die Fremden
ch der hiſtoriſchen Stätte. Die Fahrt dauert recht lange, faſt
ie volle Stunde. Es geht durchs reizende Land Suſſex und
in hat genügſam Zeit, um ein wenig die wichtigſten Daten
Schlacht bei Haſtings zu rekapitulieren.
Wie war es doch damals? Ja, richtig: William, der
Nor=
nnenherzog, landete Ende September 1066 in Pevenſey, an der
idküſte Englands; der Angelnkönig Harold, der ſich gerade im
rden, in Yorkſhire befand, vernahm die üble Kunde nur ſpät;
er eilte ſofort mit ſeinen Mannen herbei; in der Nähe von Haftings
trafen ſich die beiden Heere; und am 14. Oktober 1066 fand die
ſchreckliche, die blutige Schlacht ſtatt, bei der ſo viele brave
Männer ihr junges, blühendes Leben laſſen mußten. Auch
König Harold fiel. William, der Siegreiche, begann ſeinen
Er=
oberungszug. Und die Schlacht von Haſtings hatte den ganzen
Lauf der Geſchichte Englands in neue Bahnen gelenkt.
Unter anderem gilt es als allgemein anerkannte Tatſache,
daß ſeit der Schlacht von Haſtings die „Franzöſierung” Englands
begann und daß es der feineren franzöſiſchen Kultur der
Nor=
mannen zu verdanken iſt, daß England unter ihrem Einfluß
all=
mählich zu einem ziviliſierten Staate wurde. Doch ganz
en=
ſpricht dieſes nicht den Tatſachen: kulturell ſtanden die
Eng=
länder zur Zeit der Eroberung auf ungefähr der gleichen Stufe,
wie ihre Bezwinger; das Franzoſentum der Normannen war
nicht von weitem her; franzöſiſch an ihnen waren nur ihre
Sprache und ihre Maitreſſen; die Normannen oder beſſer die
Nordmannen waren ſkandinaviſche Germanen; ſie ſelbſt hatten
ſich erſt vor etwas über 100 Jahren vor der Eroberung in der
Normandie angeſiedelt; 1066 iſt ſomit das germaniſche England
von „germaniſchen Franzoſen” erobert worden. Und überhaupt
läßt ſich auf die ganze normanniſche Eroberung getroſt jener
Satz anwenden, der ſo gut auf die meiſten landläufigen
Dar=
ſtellungen der Weltgeſchichte paßt: „es war alles ganz anders..”
Nahe der Stelle, wo im Oktober 1066 die Schlacht von
Haſtings geſchlagen wurde, ſteht ein winziges, uraltes Städtchen,
das den ſchlichten und ſprechenden Namen „Battle” trägt.
Ein=
fach „Schlacht! Am Rande des Städtchens, auf einer Anhöhe,
be=
findet ſich die maleriſche Battle Abbey. Sie ſtammt aus dem
14. Jahrhundert. In ihr iſt heute ein Mädchenpenſionat
unter=
gebracht. Von der urſprünglichen alten Abtei, die William der
Eroberer, in Erfüllung eines Gelübdes, erbauen ließ, ſind nur
einige fragmentariſche, von Efeu und Moos überwucherte
Rui=
nen vorhanden. Das Ganze iſt von einem märchenhaft ſchönen,
echt engliſch weitem Park umgeben. An einer Stelle desſelben
gelangt man an eine „Terraſſe”, an den Rand eines Abhangs, von
wo aus man weit ins grüne Land hinein ſehen kann, auf die
Hügel von Senlac und Telham und auf das liebliche Tal
da=
zwiſchen, wo Anno 1066 die berühmte Schlacht geſchlagen worden
iſt. Das Schlachtfeld bei Haſtings iſt zum Glück kein
vielbe=
ſuchter Ausflugsort. Es liegt zu ſehr vom Wege ab. Faſt immer
iſt es im Parke ſtill und traulich. Höchſtens, daß man nahe der
alten Ruine ab und zu eine romantiſch veranlagte junge Dame
aus dem Mädchenpenſionat oder ein ſchnäbelndes Liebespaar
ſitzen ſieht.
Die alte Ruine iſt nämlich eine paſſende Stelle für
ſchnä=
belnde Liebespaare. Juſt hier, am Hochaltar der alten Abtei,
ereignete ſich die ſchöne Geſchichte mit Edith Schwanenhals:
vergebens ſuchten nach der Schlacht barmherzige Mönche den
Leichnam des Königs Harold; ſie konnten ihn aus der Menge
der Toten nicht herausfinden; doch ſchließlich wurde des Königs
Herzallerliebſte, Edith Schwanenhals („la Belle au cou de
Cygne, wie die Normannen ſie nannten) herbeigerufen; und was
den Mönchen nicht gelang, das gelang Edith Schwanenhals im
Handumdrehen; denn ſie erkannte den Leichnam des Königs
ſo=
fort an einem beſonderen, nur ihr bekannten körperlichen
Merkmal.
Heinrich Heine hat dieſe rührende Epiſode (die beſonders
im Mädchenpenſionat von Battle Abbey bekannt und beliebt
ſein dürfte) in ſchönen deutſchen Verſen geſchildert:
Gefunden hat Edith Schwanenhals
Des toten Königs Leiche.
Sie ſprach kein Wort, ſie weinte nicht,
Sie küßte das Antlitz, das bleiche.
Sie küßte die Stirne, ſie küßte den Mund,
Sie hielt ihn feſt umſchloſſen;
Sie küßte auf des Königs Bruſt
Die Wunde blutumfloſſen.
Auf ſeiner Schulter erblickt ſie auch
und ſie bedeckt ſie mit Küſſen —
Drei kleine Narben, Denkmäler der Luſt,
Die ſie einſt hinein gebiſſen ...
Die Autobuſſe bringen uns zurück nach Haſtings. Unſer
Hotel hat eine ſchöne, gedeckte Glasveranda. Von dieſer aus
kann man bequem aufs Meer, auf die Promenade und aufs
Treiben der bunten Menſchenmenge hinüberſchauen. Die
Strand=
promenade von Haſtings iſt, ebenſo wie diejenige der meiſten
engliſchen Badeorte, hoch angelegt und gegen die Elemente mit
Granit und Eiſenbarren befeſtigt. Während der Ebbe, wenn
das Meer weit zurücktritt, vermag man auch unten, auf dem
Sande zu promenieren. Doch während der Flut kommt das
Waſſer dicht bis ans granitene Ufer heran und promenieren
kann man dann nur oben, auf dem aſphaltierten Bürgerſteig.
Doch manchmal, oder beſſer geſagt öfters, iſt ſelbſt Letzteres
nur mit Schwierigkeiten möglich. Die Wellen ſchlagen dann mit
ſolcher Wucht gegen das Ufer, daß ganze Waſſerſtröme ſich über
die Promenierenden ergießen und jeder, der nicht rechtzeitig acht
gibt, im Nu triefend naß wird. Dieſes Spiel mit dem Waſſer
iſt indeſſen eine der Hauptbeſchäftigungen der Bünger von
Haſtings. Die Leute ſtehen zu jeder Tageszeit an der Brüſtung
und ſchauen ſtundenlang den anrollenden Wellen zu. Und
ſo=
bald eine ganz große Welle angebrauft kommt, dann laufen
ſie lachend und kreiſchend von dannen und freuen ſich wie Kinder
über die ſchäumende Maſſe, die klatſchend über die Brüſtung
ſchlägt und ſelbſt die Davongelaufenen mit einem Sprühregen
feiner Spritzer überſchüttet.
Die philoſophiſcher veranlagten Badegäſte ſitzen unterdeſſen
in der Sicherheit der Glasveranda, ſchauen beluſtigt dem
kind=
lichen Treiben der Leute auf der Promenade zu und ſtellen
tief=
gründige Betrachtungen darüber an, wie unrecht Nietzſche im
Grunde doch hatte, als er behauptete, daß nur im Manne ein
Kind ſteckt, das ſpielen will. Das Spiel mit den Wellenſpritzern
treiben in Haſtings keineswegs die Männer allein. Die Frauen
tun es genau ebenſo, von den kleinen Mädels bis zu den
wür=
digen Matronen. „Ein Kind, das ſpielen will”, ſteckt eben in
jedem Menſchen. Und dem Himmel ſei Dank, daß es ſo iſt: die
Welt wäre ſonſt nicht zum Aushalten, öde und langweilig
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 28. Auguſt.
15.15: P. G. Münch: Ernſtes und Heiteres aus meiner
Eltern=
ſprechſtunde.
16.00: Baden=Baden: Großer Preis von Baden=Baden. Hörbericht.
17.00: Nachmittags=Konzert des Funkorcheſters. Mitw.: H. Lingor
(Tenor). Am Flügel: O. Senfert.
18.40: Dr. Getzeny: Das Katholiſche Sozialprogramm der
Gegen=
wart.
19.05: Der Frankfurter Goethe=Preis. Anſprache von Dr. Paquet.
19.30: Zeit, Programm, Wetter für die Landwirtſchaft,
Wirtſchafts=
meldungen.
19.45: Unterhaltungskonzert des Philharmoniſchen Orcheſters. Mitw.:
Käte Mann (Sopran).
21.00: Salzburg: Orcheſter=Serenaden. Ausf.: Wiener
Philharmo=
niker.
21 45: Engliſche Lieder. Geſungen von Anne Wood, London. Am
Flügel: O. Seyfert.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Karlsruhe: Tanzmuſik der Kapelle Haas=Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 28. Auguſt.
10.10: Schulfunk: Erlebniſſe in Patagonien.
11.30: Goethe=Feier in Ilmenau. Feſtrede: Prof. Dr. H. Wahl.
Mitw.: Der Thomanerchor.
15.00: Jungmädchenſtunde: Wofür haſt Du Zeit?
15.45: A. W. Holtz: Auf der Affenjagd in Abeſſinien.
16.00: Volkstümliches Orcheſterkonzert auf Schallplatten.
17.00: Dr. Günther: Aus der Filmarbeit in der Schule.
17.30: Dr. Pappenheim: Merkwürdige Fiſche.
18.00: Dr. Treuherz: Die franzöſiſche Wirtſchaft in der Kriſe.
18.30: Dr. Leffſon: Goethes letzter Geburtstag (28. Aug. 1831I.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Tierärzte.
19.30: G. Schmidt, M. d. R.: Soziale Umſchichtung des
Land=
volks. Landverdrängung oder Landflucht.
anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Rummelplatz: Hörſzenen von F. J. Engel. Muſik von K.
Sczuka.
20.50: Tages= und Sportnachrichten.
21.00: Salzburger Feſtſpiele: W. A. Mozart. Wiener
Philharmo=
niker.
22.00: Engliſche Lieder geſungen von Anne Wood, London. Am
Flügel: Otto Seyfert.
22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl: Abendunterhaltung. Notſtandsorcheſter Berlin=Mitte.
Hauptſchriftleitung: Rudelf Mauve
Verantwortich für pollik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feulleten, Reich um
Aueland und Heſſche Nachrſchten: Mar Streeſei für Sport: Karl=BIhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer;für
„Die Gegenwart,„ Tageswpiegek in Bid und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittelungen: Wlllv Kuhle
Druck und Verlag: L.C. Wittich — ſämſtich in Darmſtadt
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Seite 10
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 2.
Profeſſor Rernſt konſtruierk ein neues Muſikinfkrumenk.
Die Vorführung des neuen Inſtruments. — Von links nach rechts: v. Siemens, Geheimrat Nernſt
und der Klavierfabrikant Bechſtein.
Der große Phyſiker Profeſſor Nernſt hat ein neues elektriſches Klavier konſtruiert, das gleichzeitig
als Radio= und Schallplattenapparat dienen kann. Der Ton des Inſtruments kann mannigfach
variiert werden und ſoll von beſonderer Klangſchönheit ſein.
Deutſcher Dampfer ſchmuggelt Waffen nach Kankon.
Folgen: Boykokkierung des deutſchen Handels.
Der Dampfer „R. C. Rickmers” der Hamburger Reederei Rickmers,
der Waffen für die Kanton=Regierung nach China ſchmuggelte, wurde in Schanghai durch
Nanking=Regierung angehalten und zur Auslieferung des Transportes gezwungen.
Dara=
wurde der deutſchen Vertretung in Nanking von Kanton mitgeteilt, daß die Weiterleitung
Transportes erwartet werde. Als dieſe Forderung natürlich abgelehnt wurde, gab Kanton ſe
Entſchluß kund, den geſamten Handel mit Deutſchland einzuſtellen.
Reich und Austand.
Ein gefährlicher Handtaſchenräuber
unſchädlich gemacht.
Frankfurt a. M. Seit Wochen trieb ſich
namentlich auf dem hieſigen Hauptfriedhofe ein
Mann umher, der Handtaſchen ſtahl, welche von
Frauen während der Grabpflege für einen
Au=
genblick abgelegt worden waren. An manchen
Tagen gingen gleich mehrere Anzeigen bei der
Kriminalpolizei ein. Seit einigen Tagen wurde
von einem Promenadenaufſeher der Verdacht auf
einen etwa 28jährigen Mann gelenkt. Ein
Fried=
hofsaufſeher ging dem Verdächtigen am
Mitt=
woch nachmittag nach und ſtellte ihn auf der
Nibelungenallee. Er fand bei dem Angehaltenen
eine Damenhandtaſche und forderte ihn auf, mit
auf das Revier zu gehen. Dieſer Aufforderung
ſetzte der Burſche den heftigſten Widerſtand
ent=
gegen. Trotz einer erheblichen Fleiſchwunde, die
ſpäter eine ärztliche Behandlung notwendig
machte, verbrachte der Aufſeher den Verdächtigen
zum Revier. Es handelt ſich um den Schreiner
Alfred Willhauk. W. iſt wegen Diebſtahls
be=
reits mehrere Male vorbeſtraft. Die bei ihm
vorgefundene Handtaſche wurde inzwiſchen von
einer Frau anerkannt, der ſie Mittwoch
nach=
mittag auf dem Hauptfriedhofe geſtohlen wurde.
Drei mißglückte Sprengſtoffanſchläge
auf Frankfurter Plakatmaler.
Frankfurt a. M. Ein in der
Schäfer=
gaſſe wohnender Plakatmaler und Drucker
er=
hielt am Samstag durch einen gewiſſen Wolter
durch telephoniſchen Anruf den Auftrag, zur
An=
kündigung einer neuen Erfindung ein Plakat zu
malen. Einen Tag ſpäter würde ihm ein Muſter
in einer Holzkiſte zugehen, die durch einen am
Deckel befindlichen Knopf zu öffnen ſei. Der
Apparat traf auch ein, und bei der
vorſchrifts=
mäßigen Oeffnung zerſprang die Kiſte. In ein
Hartholzkiſtchen wer eine ziemlich große Menge
Schwarzpulver eingefüllt, das durch den
Druck=
knopf, der mit einem Gasanzünder in
Verbin=
dung ſtand, zur Exploſion gebracht wurde. Die
Pulvermenge hätte genügt, um ſtarke
Spreng=
ſchäden und Brandwunden hervorzurufen.
Glück=
licherweiſe ſchlug der Anſchlag fehl, nur eine
Perſon erlitt leichte Verletzungen. Auch zwei
andere Plakatmaler erhielten ebenfalls ſolche
Kiſten, die jedoch beim Oeffnen kein Unheil
an=
richteten. Da die betreffenden Plakatmaler keiner
politiſchen Partei angehören, neigt die
Krimi=
nalpolizei zu der Auffaſſung, daß es ſich um
einen Dummenjungenſtreich ſchlimmſter Art
han=
delt. Hingegen vermuten die betroffenen Maler
ein gerade nicht alltägliches Konkurrenzmanöver.
Generalſuperinkendenk D. Wolff †.
Präſes D. Richard Wolff (Aachen),
der weſtdeutſche evangeliſche Kirchenführer, iſt im
61. Lebensjahr verſtorben. Generalſuperintendent
Wolff war bei der Umgeſtaltung der
Kirchen=
verfaſſung nach dem Weltkrieg, führend tätig.
Er war ſtellvertretender Vorſitzender des
evan=
geliſchen Kirchenſenats und ſtellvertretender
Präſident des Kirchentages.
B5. Geburkskag des Heide=Dichkers
Hermann Löns (F).
Hermann Löns,
der berühmte Dichter der Lüneburger Heide,
wurde vor 65 Jahren, am 29. Auguſt 1866,
ge=
boren. Durch ſeine Skizzen „Mein grünes Buch”,
„Mein braunes Buch”, „Aus Wald und Heide‟
und vor allem durch den Roman „Der Werwolf”
wurde Löns ſchnell als einer der beſten
Natur=
ſchilderer in ganz Deutſchland bekannt. Am
27. September 1914 fiel der Dichter als
Kriegs=
freiwilliger vor Reims.
Myſteriöſer Brandſtiftungsanſchlag
auf die Streckerſche Villa.
Berlin. Zu einem myſteriöſen
Brandſtif=
tungsanſchlag auf die Villa des bekannten
Ber=
liner Schriftſtellers und Kritikers Karl Strecker
in Klein=Machnow bei Berlin erfahren wir:
Strecker iſt zur Zeit mit ſeiner Familie verreiſt.
Im Hauſe befindet ſich nur die Portierfamilie.
Der Portier wachte am Donnerstag früh durch
einen intenſiven Brandgeruch auf. Er ging in
die Wohnung hinauf und ſtellte feſt, daß die
meiſten Einrichtungsgegenſtände im
Schlafzim=
mer brannten. Er alarmierte ſofort die
Feuer=
wehr, die den Brand ſchnell ablöſchte. Es iſt
glücklicherweiſe nur dieſes eine Zimmer zum Teil
ausgebrannt. Bei der Unterſuchung ſtellte ſich
heraus, daß es ſich um einen raffinierten
Brand=
ſtiftungsanſchlag handelt. In den meiſten
Räu=
men waren auf den Teppichen und Tiſchdecken
kleine Häufchen Schwarzpulver geſtreut. Vom
Schlafzimmer aus ging dann eine Zündſchnur
durch ſämtliche Zimmer, die dieſe
Pulverhäuf=
chen berührte. Im Schlafzimmer war dann der
Brand angelegt worden. Die Zündſchnur iſt
je=
doch auf der Schlafzimmerſchwelle verloſchen. Es
iſt aber nicht ausgeſchloſſen, daß ſich der Brand
auf die Nebenräume ausgedehnt hätte, wenn der
Portier ihn nicht rechtzeitig entdeckt hätte. Man
ſteht vor einem Rätſel; da aus der Villa nach den
bisherigen Feſtſtellungen nichts geſtohlen iſt.
Auch an einen Racheakt glaubt man nicht, da
Strecker nach ſeinen eigenen Feſtſtellungen keine
Feinde hatte. Strecker iſt telephoniſch nach
Ber=
lin zurückgerufen worden. Die Kriminalpolizei
hat eine umfaſſende Unterſuchung eingeleitet.
Dorfbrand.
Rom. Eine ſchreckliche Feuersbrunſt hat das
zum Großteil aus Baracken beſtehende Dorf
Santo Stephano d’Aſtromonte in Calabrien
ein=
geäſchert. Das Feuer brach durch
Selbſtentzün=
dung in einer Scheune aus und konnte infolge
des herrſchenden Waſſermangels nur ſchwer
be=
kämpft werden, ſo daß 200 Baracken ein Raub
der Flammen wurden. Der Schaden beläuft ſich
auf mehrere Millionen. Die Behörden laſſen zur
Unterbringung der Obdachloſen Zeltlager
er=
richten und Lebensmittel verteilen.
Bubonenpeſt in Barcelona.
Madrid. Im Stadtviertel Hoſpitalet bei
Barcelona wurden fünf Fälle von Bubonenpeſt
feſtgeſtellt, drei davon mit tödlichem Ausgang.
Der Innenminiſter teilt mit, daß dieſes Viertel
polizeilich und durch Sanitätsmannſchaften
ab=
geſperrt worden iſt, um jedes Uebergreifen der
Seuche zu verhindern.
Generaldirekkor Carl Koetigen
60 Jahre all.
Dr. Carl Koettgen,
ſeit 1920 Vorſitzender des Direktoriums der
Siemens=Schuckert=Werke, begeht am 29. Auguſt
ſeinen 60. Geburtstag. Seiner Tätigkeit iſt der
Aufbau des Rieſenkonzerns mit zu verdanken.
Koettgen iſt Vorſitzender des Vereins deutſcher
Ingenieure ſowie ſtellvertretender Vorſitzender
des Reichskuratoriums für Wirtſchaftlichkeit und
des Deutſchen Normenausſchuſſes. Sein Werk
„Das wirtſchaftliche Amerika” fand in
Fach=
kreiſen hohe Anerkennung.
Schweizer Fahrt des „Graf Zeppelin”
Friedrichshafen. Das Luftſchiff „Graf
Zeppelin” iſt geſtern morgen wenige Minuten
nach 8 Uhr mit 34 Fahrgäſten an Bord zu einer
achtſtündigen Schweizer Fahrt nach Lauſanne auß
geſtiegen.
* Tragödie eines Dresdener Liebespaares
in Böhmen.
kb. Bodenbach a. d. Elbe. Ein in ſeinen
Begleitumſtänden noch nicht völlig geklärtes
Drama trug ſich vorgeſtern in den Tyſſaer
Wän=
den bei Bodenbach zu. Der 26jährige Mechaniker
Erwin Weber aus Dresden und ſeine Freundin
Erna Zenn, die einen Ausflug nach Böhmen
unternommen hatten, wurden von
Späzier=
gängern im ſogenannten Schafſtall in den
Tyſſaer Wänden in ihrem Blute liegend
auf=
gefunden. Die Zenn, welcher die Kehle
durch=
geſchnitten war, war bereits tot, Weber, der
ebenfalls Schnittwunden am Halſe hatte, gab
noch Lebenszeichen von ſich. Er wurde ins
Tetſchmer Krankenhaus gebracht, woſelbſt er bei
ſeiner Einvernahme angab, die Tat im
Einver=
ſtändnis mit ſeiner Geliebten begangen zu
haben. Ueber die Beweggründe der blutigen
Tat Webers werden erſt die eingeleiteten
Nach=
forſchungen Klarheit bringen.
Die Lage im chineſiſchen
Ueberſchwemmungs=
gebiet.
London. Britiſchen Meldungen aus
Schang=
hai zufolge ſind die Fluten des Yangtſe im
Fal=
len begriffen. Flußdampfer und Fiſcherboote ſind
damit beſchäftigt, die Leichen der Ertrunkenen
zu bergen. Die chineſiſchen Handelskammern
haben die Regierung um Entſendung von
Trup=
pen gebeten, um Plünderungen vorzubeugen.
Mehrere Schiffe werden bereits vermißt und
man befürchtet, daß ſie von Flußpiraten
ge=
kapert worden ſind.
Schmuggel.
Rom. In Neapel iſt eine umfangreiche
Schmuggelaffäre entdeckt worden, die ſich ſowohl
auf den Schmuggel von Sprit, Salz als auch
Sacharin aus dem Auslande erſtreckte.
Insge=
ſamt wurden die Schmuggler mit ſieben
Mil=
ionen Lire Buße beſtraft. Das Salz wurde aus
Sizilien in Säcken von Johannisbrot verſteckt
eingeſchmuggelt und das Sacharin aus der
Schweiz, weshalb die Polizei auch in Bologna
und Como Verhaftungen vornahm.
„9u.* iM Mei Yott.
New York. Das deutſche Flugſchiff „D
iſt um 17,31 Uhr M.E.3. im Hafen von
York niedergegangen.
„Do. X”, der in raſchem Fluge die S
Norfolk—New York bewältigt hatte, erſchien
nach 17 Uhr vor New York. Das Flugſchiff
nit donnernden Motoren durch den Hafe
gang Sandyhook und nahm dann Kurs au
Freiheitsſtatue, deren Haupt, von Sonnen
len beleuchtet, aus dem grauen
Wolkenhi=
hervorragte. Wenige Minuten ſpäter erſchi
über der Südſpitze Manhattans. Es flog
niedrig, und alle im Hafen liegenden Schift
grüßten es mit ohrenbetäubendem Siren
heul. Umtoſt von brauſenden Hochrufen ein
Battery=Park angeſammelten Rieſenmenge
es den Hudſon aufwärts weiter nach dem o.
Stadtteil. Ueber Bronx angekommen, beſ
das Luftſchiff mehrere große Schleifen und
wiederum den Hudſon abwärts nach Ba
vo es auf bewegtem Waſſer nahe der Frei
ſtatue niederging.
Welche Straße immer der Rieſenvogel
flog, überall war die Millionenbevölkerun=
Stadt zur Stelle, ſeine Fahrt mit Staune
verfolgen und das Schiff mit begeiſterten 9
zu begrüßen. Als es bei Battery nieder
nahmen Barkaſſen die Paſſagiere und Beſa
auf.
Die Inſaſſen des Flugſchiffes wurden
Battery=Park ausgebootet, wo, nachdem
raſch die Zollformalitäten erledigt hatte, die
zielle Begrüßung durch das ſtädtiſche Empfe
komitee ſtattfand. Den Fliegern wurden
daillen übergeben. Im Namen des Deu=
Reiches hieß ſie der deutſche Konſul
Schwartz auf das herzlichſte willkommen. A
Ridder entbot die Willkommengrüße der
ſchen Vereine New Yorks. Nach
Beendigun=
kurzen, aber ſehr eindrucksvollen Feierli
kehrte die Beſatzung an Bord zurück, um
„Do. X” zu ſeinem endgültigen Ankerplatz it
Bowery Bay am Long Island Sund zu brit
wo er zunächſt verbleiben wird.
Sträflingsrevolte,
New/York. Im Staatsgefängnis von ?
quette (Michigan) iſt eine Sträflingsre.
ausgebrochen, bei deren Niederſchlagung
Wärter und ſechs Gefangene getötet wurden
Der lekzke Reiter von Mats 14 70
auf dem Tokenbekt.
ſerr von Creytz=Altenburg auf der Bal
letzte Ueberlebende des Todesrittes
5=la=Tour am 16. Auguſt 1870, der Frei
Creytz=Altenburg, iſt im 84. Lebensj
Eulbach.
Schan
ie 2
de, ge
ſchem Fluge
hältigt hatte,
ork. Das F
en durch den
ahm dann K
haupt, von S
grauen Wo
linuten ſpäter
mhattans. Es
fen liegender
etäubend
nden Hochrufen”
jelten Rieſenm
weiter nach de
Wenn wir Eulbach nennen, müſſen wir an Graf Franz und
einen Forſtmeiſter Louis denken.
Im Frühjahr 1802 klopfte Graf Franz in aller Frühe an
ſas kleine Jägerhaus:
„Heraus aus dem Haus.”
„Kum gleich, Erlaucht.”
In ſeiner Kammer fluchte Louis wie ein Rohrſpatz:
„Iſt der auch ſchon widder in aller Hergottsfrüh da raus.”
„Wie gehts alter Freund, habt wohl geſtern wieder im
inker gezecht?"
„Habt wohl wieder einmal den Würzbergern den Teufel auf
en Buckel gehängt?”
Ein kräftiger Händedruck, ein fröhliches Lachen begleitete die
Cänner zur Arbeit. Mit langen Stiefeln, Jägerjoppe und
ederhut gings dem Park zu, wo ein See ausgehoben und die
ewonnene Erde zu einem Hügel aufgeſchüttet und eine künſtliche
uine errichtet wurde.
Würzberger Bauern fuhren Steine von dem abgebrochenen
tömerkaſtell herüber. Hier wurden die Steine zu einem
belisken zuſammengefügt.
Aus dem Jägerhaus wurde ein Jagdſchloß für den
Som=
teraufenthalt der gräflichen Familie.
Vorbereitungen für den Eulbacher Markt wurden getroffen,
Faldſchenken u. a. m. wurden erbaut. In der ganzen Gegend
atten alle Hände voll zu tun.
Bei dem Eröffnungszug des erſten Eulbacher Marktes
ſchrit=
n Heidelberger Studenten an erſter Stelle. Während der
fröh=
chen Feſttage übernahmen ſie die Marktpolizei. Die Herren
ommilitonen ſind ihren alljährlichen Beſuchen treu geblieben.
Vom ganzen Odenwald und weit darüber hinaus kamen die
andwerker, Schuſter und Schneider, Sattler und Spengler u.
m. und boten ihre Ware feil. Wobei der Wahre Jakob mit
inen tauſenderlei Sachen eine Hauptrolle ſpielte. Bierhallen,
Tetzgerſtände, Zuckerbuden ſorgten für das leibliche Wohl.
anzboden, fahrendeMuſikanten, Karuſſell ſchafften Kurzweil.
Vor Jahren kam das Volksfeſt unter dem Namen „
Wieſen=
larkt” nach Erbach.
Heute liegt Eulbach in idylliſcher Ruhe. Gegenüber dem
jagdſchloß betreten wir den herrſchaftlichen Park und wandern
nter einem Laubdach einem Obelisken zu. Zwiſchen
Raſen=
lätzen und uralten Bäumen, begegnen wir einem einzigartig
ebetteten See. Umrahmt von Schilf und Schlingpflanzen
hwimmen verträumt, ſelten ſchöne Seeroſen auf tiefblauem
Brund. Auf einer Inſel mitten im See erhebt ſich unter
fin=
teren Bäumen eine kleine Kapelle. Ein Fährmann mit grünem
Bewande bringt uns zur Kapelle hinüber. Die Ruine, ſowie die
tiederhängenden Aeſte ſpiegeln ſich im ſiill ruhenden See. Wie
m Märchenland quakt der Froſchkönig.
Von der Inſel führt ein ſchmaler Steg nach der Burgruine,
on wo wir eine herrliche Fernſicht über die Höhen nach dem
Nain= und Mümlingtal haben.
Weiter begegnen wir in dem weitausgedehnten engliſchen
Fark einem Jägerdenkmal des Grafen Eberhard XV.
Nach Karl Morneweg zählte zu Beginn des 30jährigen
Krie=
es Eulbach 16 Wohnhäuſer mit 81 Einwohnern. Am Ende des
rieges war es ausgeſtorben und wurde als herrenloſes Gut
ingezogen.
Wer mit Muße den Beſitz geſehen, wird den Eindruck nie
ergeſſen.
* Amorbach und Amorsbrunn.
Amorsbrunn. An der Höhenſtraße Michelſtadt—Eulbach
=Boxbrunn liegt Amorsbrunn, 20 Minuten von Amorbach
ent=
irnt. Gegenüber vom Gotthardtsberg am Waldrand erhebt ſich
ne kleine Kapelle. Hier müſſen wie die Urzelle der ganzen
ntwicklung von Amorbach ſuchen. Die Zellen der Einſiedler
ſie das geweihte Kirchlein aus jener Zeit ſind verſchwunden.
Wanderung nach Klingenberg am Main.
Fahrt mit der Odenwaldbahn nach König. Zeichen — gelb,
durch den Ort, auf der nach Kimbach führenden Straße, am
Erlen= und Geſundbrunnen vorbei, links ab, durch Wald und
Feld, im Hochwald auf nach 2 Stunden Hainhaus (447 Meter,
ehem. Römerkaſtell, Kapelle, Forſthaus mit Wirtſchaft,
Stein=
ſeſſel aus dem 18. Jahrhundert, nicht römiſch!, alter
Baum=
beſtand). Auf der von Eulbach kommenden Straße in öſtlicher
Richtung nach 2½ Stunden Bremhof (400 Meter, Gaſthaus).
Hier die Stuaße verlaſſend, auf der „Laudenbacher Steige” nach
KLiNGEN-
BERé
weuneunr?
„Köpis
nninl S Ru0y
1O."
eixett
Hhinnaus
Pnsnwos
KimBpct
viELBRUNN
Rübennu
4 Stunden Laudenbach am Main (Schloß des Freiherrn von
Fechenbach mit hübſchem Park). Ohne Zeichen auf der Straße
nach 434 Stunden Trennfurt, über die Mainbrücke nach 5
Stun=
den Klingenberg. (Berühmt durch ſeine Rotweine und das
Ton=
bergwerk, Burgruine, Mainſtauſtufe.) Rückfahrt entweder über
Aſchaffenburg (Bahnhof liegt auf der anderen Mainſeite), oder
zu Fuß nach Laudenbach zurück. Von hier mit Poſtauto (
Ab=
fahrt Sonntags 18,39 Uhr) über Bremhof, Hainhaus, Vielbrunn,
Kimbach nach König; dort Ankunft 19,45 Uhr, mit der Bahn
ab 19,59, Darmſtadt=Oſt an 21,24. Bei der Wahl dieſes
Rück=
weges empfiehlt es ſich, bis König Sonntagskarte zu löſen.
„Zu Bacharach am Rhein,
Zu Klingenberg am Main,
Zu Würzburg an dem Stein,
Da wächſt der beſte Wein.”
Die Heilquelle fließt heute noch wie damals in das ſtille Tal.
Tauſende und aber Tauſende ſind nach der Quelle gewallfahrt,
um Heilung für Augen und Kinderſegen zu erflehen. Hier
wohn=
ten zur Zeit des alten Kirchleins vornehme Klausner und
Klausnerinnen, wovon ein Eremit, Heinrich von Roſenberg
(1273), zu nennen iſt.
Die jetzige einfache, ſpätgotiſche Kapelle wurde von Hans
von Amorbach im Jahre 1521 zum Schutze über die
ſchnellflie=
ßende Quelle erbaut. Im Innenraum befindet ſich ein Altar,
deſſen Bildwerke den Stammbaum Mutter Gottes darſtellen.
Eine Holzfigur, Amor mit dem Waſſerſtab und ein Modell der
Abteikirche in Amorbach 1655. Der an die Außenſeite gemalte
Chriſtophorus iſt aus jüngerer Zeit. An der Nordſeite führen
Stufen zu einem Waſſerbehälter hinab, in den der Heilquell
fließt. In den Umfaſſungsquadern des Behälters ſind fünf
kleine Vertiefungen eingemeißelt. Hierin legen die Wallfahrer
ihre Finger und benetzen die kranken Augen mit dem Heilwaſſer.
Nach dem Kindermund ſollen von dort die kleinen
Brüder=
chen kommen.
Die Kaiſerin Eliſabeth und Maria Thereſia haben der
Amorbacher Kirche eine beſondere Stiftung für Amorsbrunn
gemacht.
Mögen auch wir modernen Menſchen anders empfinden,
ganz unberührt wird niemand die geweihte Stätte verlaſſen.
Amorbach. Amorbach darf an erſter Stelle im
ſüdöſt=
lichen Odenwald genannt werden. Der Treffpunkt aller Natur=
und Kunſtfreunde. Sei es per Bahn — Miltenberg—Walldürn
— per Auto oder als Wanderer, von überall überraſcht einen
das bergumrahmte maleriſch gelegene Städtchen. Kommen wir
durch den herrlichen Hochwald von Kailbach über Ernſttal, oder
von Mudau, Wildenburg, das Mudtal entlang, überall begegnen
wir ſauberen Dörfern, alten Mühlen, Sägewerken u. a. m. Kuro
vor Amorbach nimmt uns eine prächtige Allee auf und führt uns
in das Innere der Stadt. Hier wiſſen wir nicht, wo wir den
Kopf hinwenden ſollen, vor all der Schönheit, die ſich dem Auge
offenbart. Nach einer kleinen Erfriſchung im Gaſthaus zur Poſt,
Badiſchen Hof, Engel oder einem anderen gemütlichen Lokal iſt
unſer Hauptziel die Benediktinerabteikirche. Der ſtattliche Bau
mit ſeinem barocken Hauptportal und ſeinen Turmgeſchoſſen,
ſo=
wie den mächtigen romaniſchen Ecktürmen hat in den engen
Gaſſen etwas überwältigendes. Betritt man den Innenraum, ſo
ſteht einem faſt der Atem ſtill vor all der Pracht und
Herrlich=
keit. Nach unſerem heutigen Empfinden etwas überladen ſind
alle Altäre, Kanzeln und ſonſtigen Ausſchmückungen. Bilder
und Skulpturen zeigen die lieblichſten Rokokoornamente. Leicht
bewegte Amoretten tragen Blumengirlanden und umſchweben
ihre Heiligen. Alles Jubel und Verherrlichung. Dazwiſchen
finden wir an den Wänden Meiſterwerke der Denkmalkunſt von
Biſchöfen und anderen Würdenträgern und Meiſterwerke der
Schmiedekunſt. Wohl das Schönſte, was man in dieſer Art
finden kann, ſind die Abſchlußgitter von Hochaltar und
Lang=
ſchiff. Ueber dem Ganzen wölbt ſich ein farbenprächtiger
Him=
mel als Deckengemälde. Marmor und reiche Vergoldung tragen
mit zu dem überwältigenden Eindruck bei. Will man Klarheit
in ſeinen Eindrücken und Empfindungen haben, ſo bleibe man
etwas lange in den Räumen. Kommt man Sonntags hin, ſo
ſollte man nicht verſäumen, das wunderbare Orgelſpiel ſich
an=
zuhören. Die alten Fachwerkbauten, das alte ſowie das neue
Rathaus, die Marienſäule, das Fürſtlich Leiningen’ſche Schloß,
ſowie die Kloſtergebäude, erhöhen den bleibenden Eindruck.
Amorbach iſt erſtmalig im Jahre 734 mit Bonifazius
ge=
nannt. Um 1011 iſt von der Einweihung der Kirche die Rede.
Die beiden romaniſchen Ecktürme ſind hiervon übrig geblieben.
Die letzte Bauzeit der jetzt noch vorhandenen Kirche fällt in die
Jahre 1742—1752.
Mit dem Uebergang des Kloſters in Fürſtlich Leiningen’ſchen
Beſitz wurde die Abteikirche den Proteſtanten und die Stadtkirche
den Katholiken zugeſprochen.
Heſſelbach.
Heſſelbach iſt 1359 Heſſelbuch, 1443 und 1446 Heſſelbach
ge=
nannt. Die Seelſorge fiel der Abtei Amorbach zu.
Im 17. Jahrh. wurde auf einer lichten Anhöhe mitten im
Friedhof eine katholiſche Kirche, eigentlich Kapelle, erbaut. Der
Hochaltar iſt ein Geſchenk der Benediktineräbte von Amorbach.
Sein Formenreichtum iſt dem Barock und Rokoko entnommen.
Die Seitenaltäre ſind aus neuerer Zeit und ein Schnitzwerk, eine
Madonna, iſt aus dem 18. Jahrhundert. Der alte Friedhof iſt
ſeiner Beſtimmung enthoben. Auf dem Wieſenplan vor der
Kirche ſtand bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eines der
be=
ſuchteſten Quellenheiligtümer des Odenwaldes, die St.
Ottilien=
kapelle mit dem Ottilienborn. Von der Kapelle fteht kaum noch
ein Stein auf dem andern. Die heilige Quelle fließt heute noch
in unveränderter Stärke dem Tale zu. Die dort befindlichen
Ueberreſte von einem Kaſtell und Wachturm laſſen auf
Römer=
anſiedlung ſchließen.
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Seite 12
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 238
SderSaterad Saaſlete
5. 9. 98 Darmſtadt — Sp. Bgg. Arheilgen.
Wegen des Sonntagſpieles gegen die 1. Handballmannſchaft
der Heſſen” tragen die 98er ihr Verbandsſpiel gegen die Sppg.
Arheilgen ſchon am Samstag aus. Die Arheilger haben durch
ihre ſeitherigen Reſultate gezeigt, daß ſie in dieſem Jahre über
eine tüchtige Elf verfügen, deren Zugehörigkeit zur Bezirksliga
durchaus berdient iſt. Durch den knappen 4:3=Sieg des hieſigen
Polizeiſportvereins gewarnt, ſtellen die 98er ihre komplette
Liga=
mannſchaft. Das Spiel beginnt um 6 Uhr und findet auf dem
Platz am Böllenfalltor ſtatt
Rol-Weiß Darmſtadt — Polizei Darmſtadt.
am Sonntag vormittag 11 Uhr.
Am kommenden Sonntag. 11 Uhr vormittags, findet auf dem
R.=W.=Platz in der Rheinallee das Lokaltreffen Rot=Weiß
Polizei ſtatt. Das Spiel, das urſprünglich auf dem Platze der
Polizei ſtattfinden ſollte, iſt von dieſen wegen
Terminſchwierigkei=
ten nach dem R.=W.=Platz verlegt werden. Polizei wird zu dieſem
Spiel in der ſtärkſten Aufſtellung erſcheinen, und es wird bei der
Verſchiedenheit der Spielſyſteme beider Mannſchaften ein ſ
nnen=
der, abwechſlungsreicher Kampf zu ſehen ſein. Die in letzter Zeit
erzielten Ergebniſſe beider Vereine ſiud: Polizei — Polizei
Worms 14:4 Polizei — Arheilgen 4:3. Rot=Weiß —
Wor=
matia 6:3, Rot=Weiß — Arheilgen 7:2. Nach dieſen Reſultaten
darf man das Treffen mit Spannung erwarten. Da das Spiel
morgens ſtattfindet, iſt jedem Handballanhänger Gelegenheit
ge=
gegeben, das Privatſpiel Spp 98 — Linienſchiff „Heſſen” noch
beſuchen zu können. Rot=Weiß wird jedenfalls alles aufbieten,
um gegen die Polizei ehrenvoll abzuſchneiden.
T.u. Sp. V. Braunshardk — Alemannig Worms.
Die Ligamannſchaft von Braunshardt hat am kommenden
Sonntag in Worms gegen Alemannia” anzutreten. Die
Worm=
ſer Elf wird auf eigenem Platz einen ſchwer zu ſchlagenden
Geg=
ner abgeben, denn bekanntlich verfügt die Mannſchaft über ein
ausgezeichnetes Schlußtrio, an dem vielleicht der Braunshardter
Angriff ſcheitern kann. Trotzdem ſind aber die Ausſichten auf
einen Braunshardter Erfolg nicht ganz ausgeſchloſſen, zumal die
Blau=Weißen wieder in etwas verſtärkter Aufſtellung auf den
Plan treten können. — Jugend in Darmſtadt — 2. Jugend S.=V.
1898 Privatrückſpiel.
Handball im 2. T.-Odenwaldgan.
Am Sonntag, 30. Auguſt, ſpielen: Meiſterklaſſe: König 1.
Kirch=Brombach 1. um 3.30 Uhr: Michelſtadt 1. — Nieder=Klingen
1. um 3.30 Uhr; Groß=Umſtadt 2. — Erbach 2. um 3.30 Uhr;
Groß=Bieberau 1. — Momart 1. um 3.30 Uhr. A=Klaſſe Nord:
Reinheim 1. — Hergershauſen 1. 3.30 Uhr: Altheim 1. —
Gun=
dernhauſen 1. 330 Uhr; Richen 1 — Langſtadt 1. 3.30 Uhr.
A=Klaſſe Süd: Lengfeld 1. — Steinbuch 1. 3.30 Uhr: M.=
Grum=
bach 1. — Zell 1 um 3.30 Uhr; Steinbach 1. — König 2. um
3.30 Uhr. B=Klaſſe. Gruppe 1: K.=Brombach 2. — Erbach 3. um
2 Uhr; Beerfelden 1. — Michelſtadt 2. um 3 Uhr: Gruppe 2:
Klein=Zimmern 1. — Groß=Zimmern 2. um 3.30 Uhr;
Spach=
brücken 1. — Groß=Bieberau 2. um 3.30 Uhr; Gruppe 3: Semd 1.
— Heubach 1. um 3.30 Uhr; Groß=Umſtadt 3. — Schaafheim 1.
um 2.00 Uhr — C=Klaſſe, Gruppe 1: Steinbach 2. — Zell 2. um
200 Uhr; König 3. — Steinbuch 2. um 2.00 Uhr; Gruppe 2:
Lengfeld 2. — Nieder=Klingen 2. um 2 Uhr; Gruppe 3:
Alt=
heim 2. — Schaafheim 2. um 2 Uhr, — Jugend: Reinheim —
Groß=Zimmern um 2 Uhr. — Freundſchaftsſpiel: Böllſtein
Kirch=Brombach 3.
Fußball.
Union Darmſtadt — S.V. Münſter.
Am kommenden Sonntag, nachm. 3.30 Uhr, empfangen die
Schwarz=Gelben auf der Rennbahn an der Heidelberger Straße
den SV. Münſter. In der ſechswöchigen Pauſe hat die Union
ihren Platz (das ſogenannte Sandeck iſt verſchwunden) in
mühe=
voller Arbeit neu hergerichtet. Union tritt zum erſtenmal auf
eigenem Platz in neuer Beſetzung an. Zweifellos wird ſie alles
daran ſetzen, dieſes erſte Spiel auf eigener Scholle zu gewinnen.
Mit größtem Eifer und Siegeswillen ſollte die junge
Unionmann=
ſchaft an ihre ſonntägliche Aufgabe herangehen und vor dem
Beſſunger Sportpublikum ihre Feuertaufe beſtehen — 1. Jgd.
— 2. Jgd. S.V. 98 10 Uhr Rennbahn; 2. Jgd. — Edelweiß
Zwin=
genberg. nachm. 2,30 Uhr Rennbahn.
S. V. Weiterſtadt — Poſt Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag hat S.V. Weiterſtadt den
Poſtſport=
verein Darmſtadt zu Gaſt. Weiterſtadt muß in dieſem Spiel
Dahn und Jung erſetzen. Den Einheimiſchen dürfte jedoch Sieg
und Punkte ſicher ſein, aber man ſoll das Spiel gegen die Gäſte
nicht zu leicht nehmen, ſonſt kann vielleicht eine Ueberraſchung
eintreten Spielbeginn 3,30 Uhr. Um 2,30 Uhr Trainingsſpiel
der 2. Mannſchaft. Die 1. Handballelf greift zum erſten
Male in die Verbandsſpiele ein und muß um 3,30 Uhr in
Königſtädten antreten. Hoffen wir auf ein ehrenvolles
Abſchneiden der Elf. Abfahrt per Rad um 1 Uhr.
Reichsbahn Darmſtadt — Sp.=V. Hahn.
Die Reichsbahn hat am Sonntag Sp.=V.
iſt dies das erſte Verbandsſpiel auf eigenem
jahn als Gaſt. Es
latze. In den vor=
jährigen Spielen gelang es Hahn, auf eigenem Gelände der
Reichs=
bahn eine 1:3=Niederlage beizubringen. Die Reichsbahn hat zu
dem Spiel eine kleine Umſtellung vorgenommen und ſpielt in
ihrer zurzeit ſtärkſten Aufſtellung mit Bert; Faßhauer, Daniel;
Bernhard. Griesheimer, Bock; Spamer, Frieß 2., Bär 1.,
Weiß=
mantel, Frieß 1. Spielbeginn: 15.30 Uhr. Vorher ſpielt
Reichs=
bahn 2. gegen Germania Eberſtadt 2.
Fußball im Kreis Skarkenburg.
Was der kommende Sonntag bringt.
Der letzte Auguſt=Sonntag bringt wieder Spielbetrieb auf der
ganzen Linie in allen Klaſſen. Nach dem überraſchend guten
Ab=
ſchneiden von Mörfelden und Groß=Zimmern, denen man vorher
kaum Chancen gegeben hatte (Groß=Zimmern gewann übrigens
nicht nur mit 4:3, ſondern ſogar mit 4:1 in Griesheim!), iſt es
natürlich klar, daß man nunmehr den weiteren Spielen mit
größ=
tem Intereſſe entgegenſieht. Die Starkenburger
Kreis=
liga ſieht am Sonntag nur 12 Mannſchaften im Kampf; Union
Wixhauſen und die Polizei pauſieren. Vorgeſehen ſind folgende
ſechs Spiele:
Haſſia Dieburg — Germania 03 Pfungſtadt (2 Uhr);
F. S. V. Groß=Zimmern — Spvg. 94 Arheilgen;
Union Darmſtadt — S.=V. Münſter;
F.=V. Sprendlingen — F.=C. 03 Egelsbach;
Viktoria Griesheim — Germania Eberſtadt.
Der Hauptkampf des Tages ſteigt in Dieburg. Im Vorj re
mußte Dieburg drei Punkte an die Pfungſtädter abgeben; dieſes
Jahr ſcheint Dieburg ſeine Beſtform noch nicht erreicht zu haben,
während Pfungſtadt kaum ſchwächer geworden iſt. Gelingt dem
Pfungſtädter Sturm (als ſchwächſtem Mannſchaftsteil) nur
eini=
germaßen der Erfolg, ſo iſt die glänzende Hintermannſchaft der
Gäſte gut für Halten des Ergebniſſes. Trotzdem kann man keinen
ſicheren Tipp wagen. Das Spiel iſt abſolut offen, zumal Dieburg
den Vorteil des eigenen Platzes hat. Wegen einer örtlichen
Ver=
anſtaltung beginnt das Spiel bereits um 2 Uhr. Anſchließend tritt
im benachbarten Groß=Zimmern die Sppg. Arheilgen an. Man
darf auf Groß=Zimmerns erſtes Abſchneiden auf heimiſchem Platz
geſpannt ſein. Trotz des Sieges in Griesheim könnte Arheilgen in
Front kommen. In Darmſtadt, an der Heidelberger Straße,
er=
warten die Beſſunger im erſten Heimſpiel die Leute aus Münſter.
Normalerweiſe ſollte Münſter knapp gewinnen, aber gerade dieſes
Spiel könnte eine Ueberraſchung bringen. Sprendlingen dürfte
daheim mit Egelsbach ſicher fertig werden. Die beiden letzten
Spiele in Mörfelden und Griesheim ſind abſolut offen im
Aus=
gang.
Der Spielbetrieb in der A=Klaſſe.
Gruppe Bergſtraße—Ried. Vom 23. Auguſt ſind folgende
Er=
gebniſſe zu melden: SV. Geinsheim — Chattia Wolfskehlen 2:0
(nicht ganz erwartet!) SV. Weiterſtadt — Eintracht Darmſtadt
7:3 (auch Weiterſtadt ſcheint wieder recht ſtark zu ſein); Germania
Leeheim — Reichsbahn Darmſtadt 3:3 (0:2); Rot=Weiß, V. f. R.,
Darmſtadt — Boruſſia Dornheim 4:0 (1:0); Poſtſportverein
Darmſtadt — SV. Groß=Gerau 1:5. Die drei letzten Ergebniſſe
entſprechen etwa den Erwartungen. Am 30. Auguſt ſpielen
SV. Groß=Gerau — Chattia, Wolfskehlen, SV. Weiterſtadt —
Poſt Darmſtadt: Eintracht Darmſtadt — Germania Leeheim;
SV. Geinsheim — Boruſſia Dornheim; Reichsbahn Darmſtadt
Olympia Hahn.
Gruye Odenwald. Hier ſind einige Veränderungen
eingetre=
ten. V.f.R. Erbach nimmt aus irgendwelchen Gründen nicht an den
Verbandsſpielen teil, und Klein=Umſtadt ſpielt freiwillig in der
Runde der 2. Mannſchaften, da ſich der junge Verein ſeinen
Geg=
nern doch nicht gewachſen fühlt. So mußte auch die ganze
Ter=
minliſte wieder umgeworfen werden. Vom 23. Auguſt wird
ge=
meldet: „Sppg. Groß=Umſtadt — SC. Ober=Ramſtadt 0:1: SV.
Lengfeld — Viktoria Schaafheim 4:1 (2:1); SV. Höchſt — SV.
Roßdorf 4:3 (1:2); Viktoria Kleeſtadt trat in Michelſtadt gegen
den V. f. L. nicht an. — Am 30. Auguſt ſpielen: Viktoria
Schaafheim — V.f L. Michelſtadt: Spv. Roßdorf — V f. R
Beer=
felden; Viktoria Kleeſtadt — SC. Ober=Ramſtadt; SV. Höchſt—
Sppg. Groß=Umſtadt.
Gruppe Dreieich. Vom 23. Auguſt wurden hier gemeldet:
SC. Dietzenhach — FV. Erzhauſen 4:1 (3:0); Sppg. Klein=
Zim=
mern — FV. Eppertshauſen 1:6 (1:4); FC. Langen, Reſ. — FC.
02 Dreieichenhain 3:4. Den Ergebniſſen nach ſcheint Erzhauſen
ſich recht gut entwickelt zu haben; auch Kleinzimmerns Reſultat
gegen die ſtarken Eppertshäuſer iſt nicht ſchlecht. — Am 30 Aug.
ſpielen; FV. Eyvertshauſen — Spam. Sprendlingen: FC. 02
Dreieichenhain — Spv. Offenthal; T.=u SV. Meſſel — FC.
Langen, Reſ.; Sppg. Klein=Zimmern — SC. Dietzenbach.
Der Fußballkampf zwiſchen Prag und Madrid, deſſen Tor
der ſpaniſche Nationalheros Zamorra hütete, endete vor 20 000
Zuſchauern mit 1:1.
Hertha/B.SC. wird in Kürze mit einem neuen Mittelſtürmer
an=
treten, denn der Berliner FC. Preußen hat den zu Hertha
übergetre=
tenen Schulz, der ein beſonderes Talent iſt, nunmehr freigegeben,
ſeinen urſprünglichen Einſpruch alſo zurückgezogen.
Dr. Peltzer, der bereits durch eine Sehnenzerrung außer
Ge=
fecht geſetzt war, iſt auch noch an Malaria erkrankt.
Die deutſche Staffelmeiſterſchaft über 3X1000 Meter wurde
vom 30. Auguſt auf den 20. September verlegt. Bitterfeld bleibt
weiterhin Austragungsort.
Dr. Barany ſchlug im Kampf um die Europameiſterſchaft
über 400 Meter Crawl den favoriſierenden Franzoſen Taris in
5:04 Min, mit Handbreite. Deiters wurde hinter Coſtoli (Itl.),
Gebrauer (Tſchechofl.) und Guillini nur Sechſter.
Bei den Europameiſterſchaften der Schwimmer in Paris
wurde Frl. Jordan im Kunſtſpringen Siegerin vor der
Oeſter=
reicherin Epply und der Münchnerin Schlütter.
In Lido Beach auf Long Island ſtellte die junge, erſt 16 Jahre
alte amerikaniſche Schwimmerin Suzanne Robertſon im 700=
Yards=Crawlſchwimmen mit 10:10.2 einen neuen Landesrekord auf.
Rückkrit des 2.5.5. Vorſikenden.
Die finanziellen Verluſte der Sportbehörde.
Der langjährige Vorſitzende der Deutſchen Sportbehörde
Leichtathletik. Rechtsanwalt E. P. Lang, iſt von ſeinem Amte
rückgetreten, da das ihm gehörende Münchener Bankhaus R
derer u. Lang ſeine Zahlungen einſtellen mußte. Der Haupta
ſchuß der DSB. hat bis zur Neuwahl des Vorſitzenden den DS.
Sportwart Dr. v. Halt mit der Führung der Geſchäfte und
Vertretung der DSB. in der Arbeitsgemeinſchaft DT.=DF
DSB. beauftragt.
Infolge der Zahlungseinſtellung des Bankhauſes Ruede
u. Lang erleidet auch die DSB. einen empfindlichen Verluſt.
allerdings nicht annähernd ſo hoch iſt, wie die umlaufenden M
dungen zunächſt wiſſen wollten. Die DSB., die über die erf
Jahre nach dem Kriege und über die Inflationszeit nur dadu
hinwegkam, daß ihr das Bankhaus Ruderer und Lang einen
gedeckten Kredit von 50 000 Mark einräumte, hat ſelbſtverſtändl
als es ihr beſſer ging. mit Ruederer u. Lang weitergearbei,
und vor allem die Erträgniſſe ihres Verlages, die als ſt.
Reſerven betrachtet wurden, dort angelegt. Dieſe Reſerven
ſie belaufen ſich mit Zinſen und Zinſeszinſen auf rund 60
Mark — ſind durch den Zuſammenbruch in Mitleidenſchaft
zogen worden, es dürfte von ihnen nur die Hälfte gerettet w
den. Der Geſchäftsführer der DSB. Generalſekretär Haßl
der in der Gläubigerverſammlung außer der DSB.=
Forder=
noch Privatforderungen in Höhe von 160 000 Mark vertt
wurde in den Gläubigerausſchuß gewählt. Die Verbandsbeitre
werden für die Verwaltungskoſten verwendet und ein Oly
pia=Fonds beſteht leider noch nicht, ſo daß ein
ſolg=
entgegen anderen Meldungen, auch nicht verloren gegangen
kann.
Main Rhein=Gau der Deuſchen Turnerſchaft.
Kinderturntreffen in Goddelau — Kreiswertungsſingen
Ausbildungsarbeit.
Der kommende Sonntag ſteht im Zeichen des dritten Kind
treffens und damit haben die für 1931 ausgeſchriebenen G —
Wettkämpfe ihr Ende erreicht. Die Vorbereitungen und Du
führung des Treffens hat der Tv. Goddelau übernommen. A
derum ſoll kindlicher Frohſinn über dem Tag leuchten, der
allen ſeinen Formen den Außenſtehenden das zeigen ſoll, wo
die Turnerſchaft ihre Jugend und hier beſonders die im ſch
pflichtigen Alter ſtehende beſchäftigt. Hatten die vorangegan
nen Kindertreffen im Süd=, Mittel= und Oſtbezirk (Auerbach
Nieder=Ramſtadt) befriedigende Zahlen an jugendlichen W.
kämpfern gebracht, ſo kann man von dem bevorſtehenden Tref
berichten, daß man im Weſtbezirk mit der Zahl von annähe
500 Teilnehmern aus 15 Vereinen nicht rechnete, alſo die T
nahme weſentlich unterſchätzte. Ein Beweis, daß gerade in
D. T.=Vereinen der Riedorte das Kinderturnen einerſeits in H
den guter Abteilungsführer liegt, andererſeits auch mehr zur
kenntnis des Wertes des Kinderturnens gelangt iſt wie an
deren Orten. Das Arbeitsprogramm für Sonntag ſieht v
Ab 7.30 Uhr Kampfrichterbeſprechung, 8,30 Uhr Morgenfeier
Beginn des Wetturnens. Ab 12.30 Uhr verſammelt ſich die
gend in der Turnhalle des Tv. Goddelau zum gemeinſamen E
gen und von 13—14 Uhr wird die Jugend der Aufführung ei
Märchenſpiels beiwohnen. Der Nachmittag wird dann ausgef
mit Spielen und Laufſtaffeln, Scherz und Humor beim Turn
Eine Schlußfeier und Siegerverkündung wird das Kindertrei
beenden. Wir hoffen nur, daß heller Sonnenſchein und bla
Himmel über dem Jugendtag und in den Kinderherzen
friſch=fröhlichen Treffen liegen möge. — Beſondere Aufmerkſ
keit lenkt das 5. Kreiswertungsſingen in Darmſtadt=Beſſun
auf ſich — Die Altersturner treffen ſich am Sonntag vormit
um 9 Uhr im Turnhauſe der Turngemeinde 1846 Darmſtadt ur
Leitung von Gau=Oberturnwart Hofferbert zu einer Uebur
ſtunde mit anſchließender Beſprechung über Erfahrungen b
diesjährigen Gauturnfeſt.
Waſſerball.
Deutſchland ſchlägt Frankreich im Waſſerball 4:1 (1:1).
Deutſchkands National=Sieben beſtritt am Donnerstag
Paris in der Aufſtellung E. Rademacher, Cordes, Gunſt. Bän=
Schumburg, Amann und Schulze das Waſſerballſpiel ge
Frankreich. Die deutſche Mannſchaft zeigte dabei ein recht g1
und vor allem ſchnelles Spiel, das mit einem verdienten
(1:1=) Sieg endete. Vom Anpfiff an war der deutſche Ang
überaus aktib und gab dem franzöſiſchen Torhüter Ragot verſe
dentlich Gelegenheit, ſein gutes Können zu beweiſen. Trotz di
klaren Ueberlegenheit glückte es den Franzoſen durch Cuvel
der eine präziſe Vorlage von Padou verwandelte, in Führung
gehen. Nachdem dann Schumburg in ausſichtsreicher Poſition 1
beigeſchoſſen hatte, gelangte Amann, hart bedrängt von den f1
zöſiſchen Verteidigern, zum Ausgleichstreffer. Die zweite He
zeit brachte zunächſt einige franzöſiſche Angriffe, die aber
Rademacher ſicher abgewehrt wurden. Dazwiſchen mußte der e
gezeichnet amtierende belgiſche Unparteiiſche den außerordent
hart ſpielenden Cuvelier mehrmals verwarnen. Dann aber wi
die deutſche Kombination zuſehends beſſer, Schulze ſchoß
zweiten Treffer, ein famoſes Zuſammenſpiel von Bänecke—Scht
—Gunſt brachte wenig ſpäter den dritten Erfolg. Kurz vor
Schlußpfiff konnte ſchließlich Schumburg an dem überraſchten 2
hüter vorbei noch einen vierten und letzten Treffer anbringen.
Schwimmwettkämpfe im Woog.
Nach langer Pauſe findet am Sonntag im Woog wieder
mal ein D.S.V.=Schwimmfeſt ſtatt: Gau=Damenfeſt und
Bezi=
feſt. Neun Vereine aus Aſchaffenburg, Offenbach. Frankfurt 1
Darmſtadt haben über 75 Meldungen abgegeben. Das Progral
umfaßt 28 Konkurrenzen, darunter auch Damenſpringen.
Austragung der Wettkämpfe hat der S.=C. Jung=Deutſchland üb
nommen. Es wird vor allem zu einem Lokalderby zwiſchen R
Weiß und Jung=Deutſchland kommen, denn die Schwimmer
R.=W. haben in letzter Zeit beachtliche Leiſtungen erzielt,
allem die Jugend. Es werden alſo gerade in den Jugendkonk
renzen ſcharfe Wettkämpfe entbrennen, die zeigen werden, wele
der Vereine den beſſeren Nachwuchs heranzieht! Beginn der W
kämpfe 15 Uhr!
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Die Vorbereitung zur Börſeneröffnung.
Die Frage des Kompenſakionsrechks. — Feſtiſehung der Eignidakionskurſe
für die laufenden Termin=Engagemenks.
nen eine
eits auch
elangt iſt
So
Uhr Morgt
verſammelt ſ.
um gemeinſe
der Auführn
wird dam
Die Prognoſe der Arbeitsloſigkeik.
Auf Grund der geſtern vormittag bei den Banken genannten
rſe muß man die Tendenz für Effekten als weiter freundlich
jeichnen, wobei beſonders Bankaktien, anſcheinend auf Grund
n Deckungen, ſtärkeres Intereſſe auf ſich lenkten. Die Anſichten
tr. der Tendenzgeſtaltung bei Wiedereröffnung der Börſe ſind
gegen weiter ſehr verſchieden. Da heute die Liquidationskurſe
r die laufenden Termin=Engagements feſtgeſetzt werden ſollten,
bei bekanntlich nicht an eine Zwangs=Liquidation gedacht iſt,
d die laufenden Engagements auf Wunſch bis zum 15
Septem=
r prolongiert werden müſſen, mußte man geſtern ſchon ſeine
„tſcheidung treffen, wie die Abwickelung des Geſchäftes durch die
inken vorgenommen werden ſoll. Die Kreiſe, die abnehmen
inen, werden dies wohl ohne weiteres tun. Sparen ſie doch
ßer den Prolongationsſpeſen die vom Börſenvorſtand noch
feſt=
etzenden Report=Zinſen, die zwar je nach der Marktlage des
zelnen Papiers verſchieden, aber doch im allgemeinen ziemlich
h ſein werden. Außerdem haben die Abnehmer der
Termin=
ekten doch die Möglichkeit, ſofort nach Wiedereröffnung der
rſe über ihr Engagements zu disponieren, während der, der
longiert, erſt am 18. September Verfügungsrecht über die
icke bekommt, eventuell Verzugszinſen zahlen muß und
viel=
ht noch exekutiert wird, wenn er vorher verkauft und die
icke nicht liefern kann. Von verſchiedener Seite wurde auch
ern noch mit Bedauern feſtgeſtellt, daß bei den letzten
Richt=
ien des Börſenvorſtandes die Frage des Kompenſationsrechtes
ich die Großbanken nicht geklärt worden iſt. Zweifellos würde
alle Preiſe eine gerechtere Verteilung des Riſikos durch
Ab=
ffung der Kompenſationen erzielt werden. Starke Beobachtung
d geſtern außerdem auch die Prognoſe der Arbeitsloſigkeit,
der Leiter des Inſtituts für Konjunkturforſchung, Profeſſor
Wagemann im neueſten Wochenbericht des Inſtitutes ſtellt.
weiſt darauf hin, daß eine Beſſerung der Arbeitsloſigkeit im
hſten Winter allein vom gutomatiſchen Gang der Konjunktur
zt zu erwarten ſei. Eine Schätzung über den tatſächlichen
Um=
g der Arbeitsloſigkeit im Winter könne das Inſtitut jedoch nicht
nehmen, da die Wirtſchaftslage nicht mehr wie in früheren
hren nach dem Rhythmus der Jahreszeiten, ſondern von den
ſchiedenſten Ereigniſſen beeinflußt wird. Es kommt hinzu, daß
Lage wirtſchaftspolitiſche Maßnahmen notwendig macht, die
en weiteren für die zahlenmäßige Prognoſe nicht erfaßbaren
ktor darſtellt. Aus dieſen Gründen unterlaſſe es das Inſtitut,
enwärtig eine Vorausſage für den Arbeitsmarkt aufzuſtellen.
In London richtete ſich das Hauptintereſſe zu Beginn des
rkehrs auf Oelanteile, da die Fuſion der amerikaniſchen
Petro=
mgeſellſchaften anregte. Später konnten ſich die anfänglichen
winne jedoch nicht behaupten. Das Geſchäft bewegte ſich in ruhi=
Bahnen, da man weitere Regierungsmaßnahmen erwartete.
itiſche Staatspapiere gaben trotz der feſten Haltung des
Pfun=
im Kurſe nach. — In Paris eröffnete die Börſe ſehr unregel=
Wirkſchafkliche Rundſchau.
Joſef Ohlenſchläger A.G., Weiſenau bei Mainz. Auf der
Tages=
mung der auf den 26. September einberufenen G.V. ſteht neben der
mehmigung des Abſchluſſes für das Geſchäftsjahr 1930: Mitteilung
mäß 8 240 HGB. Die 1922 gegründete Geſellſchaft iſt mit 20 000
N. AK, ausgeſtatte und befaßt ſich mit der Herſtellung von
Wein=
tillaten, Weinbrand und Spirituoſen aller Art, dem Handel mit die=
Produkten ſowie mit Weinen.
Getreidekredit A.=G., Mannheim. Die ſtarken Umwälzungen
ſüddeutſchen Getreidegeſchäft, die allgemein geſchäftlichen
Ver=
tniſſe und die Verſchlechterung der Lage am Kapitalmarkt
den A.=R und Vorſtand der Geſellſchaft veranlaßt, den
Aktio=
ren die freiwillige Liquidation des Unternehmens
vorzuſchla=
i, nachdem ſich die Fuſionsverhandlungen, über die bereits
her berichtet wurde, durch die Einwirkungen der Geldkriſe
zer=
agen hatten. In der geſtrigen G.=V wurde der Vorſchlag auf
uidation einſtimmig genehmigt. Die Herren Stefan Blum
) Dr. Friedrich David wurden zu Liquidatoren beſtellt. Der
rſitzende berichtete, daß nicht nur die geſchäftlichen
Verpflich=
gen der Bank voll und vertragsmäßig erfüllt werden, ſondern
auch noch für die Aktionäre mit einer guten Ausſchüttung
echnet werden könne. Hierzu teilte der Vorſtand dem WTB. mit, daß die Geſchäfte zu gegebener Zeit in einer
ten, auf die derzeitigen Verhältniſſe zugeſchnittenen Form
itergeführt werden.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 27. Auguſt ſtellten ſich für
Ipfer: Auguſt 62 (62,75), September 62,25 (62,50), Oktober
(63,50) November 64 (64,25) Dezember 64,75 (65) Januar
25 (65,75), Februar 66 (66,75), März 66,25 (67), April 67
„50), Mai 67,25 (67,75), Juni 67,25 (68). Juli 67,75 (68).
ndenz: befeſtigt. Für Blei: Auguſt 22 (24), September 22
750), Oktober 23 (23,50), November, Dezember 23 (24,25),
Ja=
ar 23,50 (24,50), Februar, März, April, Mai, Juni. Juli 23,75
50), Tendenz ruhig. Für Zink; Auguſt 22,50 (23,50)
Sep=
nber 22,75 (23,25), Oktober 23 (24). November 24 (24,50).
De=
ber 24,50 (24,75), Januar 24,75 (25,25) Februar 25 (25,75),
r3 25,50 (26), April 25,75 (26,50), Mai 26 (26,75), Juni 26,25
25). Juli 26,50 (27,25). Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen
ſeuten Geld, die in Klammern Brief.
mäßig hei wiederum nur ſehr geringem Geſchäft. — Am
Geld=
markt ſtellten ſich Tagesgeld und Privatdiskont auf 9,5 bis 10
Prozent und Warenwechſel auf zirka 11 Prozent.
Bekannkmachung des Frankfurker Börſenvorſtandes.
Zur Börſeneröffnung am 3. September erläßt der Frankfurter
Bör=
ſenvorſtand der Wertpapierbörſe folgende Bekanntmachung: „Die
Frank=
furter Wertpapierbörſe wird am 3. September 1931 für den Verkehr in
Wertpapieren, in= und ausländiſchen Wechſeln und in= und ausländiſchen
Zahlungsmitteln wieder eröffnet. Die Börſenzeit beginnt um 12.30 Uhr
und endet um 14 Uhr. Die Abendbörſe beginn: um 17.15 Uhr und endet
um 18 Uhr. Die Börſenräume werden um 11.30 Uhr geöffnet, bei der
Abendbörſe um 16.45 Uhr. Ein Terminhandel und ein Handel mit
fort=
laufenden Notierungen findet nicht ſtatt. Die Feſtſtellung des Kaſſa=
Einheitskurſes beginnt um 12.30 Uhr bei der Abendbörſe um 17.15 Uhr.
Das Ausrufen von Kurſen, die von den amtlich feſtgeſtellten Kurſen
ab=
weichen, iſt verboten. Desgleichen iſt die Verbreitung von Mitteilungen
über ſolche Kurſe gemäß der Verordnung vom 15. Juli 1931 verboten.
Gegen Zuwiderhandlungen wird eingeſchritten werden. Verwieſen wird
ferner auf die Bekanntmachung vom 9. Oktober 1929, wonach gegen die
Urheber oder Verbreiter falſcher Gerüchte eingeſchritten werden wird.
Die vom Börſenvorſtand ernannten Notierungskommiſſce ſind
angewie=
ſen, in Fällen, in denen der feſtzuſtellende Kurs von dem letztnotierten
Kurs derart abweicht, daß der Kursunterſchied unter Berückſichtigung
des geſamten Kursmiveaus und der allgemeinen Marktlage keine
Be=
gründung findet, die Notiz zu ſtreichen. In Fällen, in denen ſich
An=
gebot und Nachfrage nicht decken und ein Ausgleich durch Heranziehung
weiterer Intereſſenten nicht erreichbar iſt, ſoll repartiert werden; wird
die Repartierungsquote zu klein, ſo wird auch hier die Notiz geſtrichen
werden. An den Samstagen des Monats September 1931 bleibt die
Börſe geſchloſſen.
Berliner deviſen=Feſtſehung vom 27. Auguſſ.
Die Beleihung von Pfandbriefen und
Kommungl=
obligakionen.
Die Deutſche Landesbanken=Zentrale A.G. hat den ihr
angeſchloſ=
ſenen öffentlich=rechtlichen Emiſſionsinſtituten zugeſichert, Pfandbriefe
und Kommunalobligationen zu beleihen, ſoweit die Beleihung für
Effek=
tenbeſitzer erfolgt, die dringenden Geldbedarf haben, dieſen Geldbedarf
nicht durch Inanſpruchnahme einer anderen Stelle decken können, und
zur Vermeidung von Kursverluſten eine Veräußerung ihrer Effekten
vermeiden oder aufſchieben möchten. Die Beleihung erfolgt zunächſt bis
zur Dauer von 45 Tagen zum jeweiligen Lombardſatz der Reichsbank,
zuzüglich eines Unkoſtenzuſchlages. Nähere Auskunft erteilen die
betref=
fenden Emiſſionsinſtitute, bei denen auch die Kreditanträge einzureichen
ſind.
Ein ſinngemäß gleiches Verfahren iſt für die privaten
Hypotheken=
banken vorgeſehen; bei ihnen wird die Aufgabe der Landesbanken=
Zen=
trale die in dieſen Tagen zu gründende Lombardbank A.G. übernehmen.
Diehmärkke.
* Darmſtädter Viehmarkt vom 27. Auguſt. Aufgetrieben waren:
10 Ochſen, 126 Kälber, 4 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich bei Kälbern
a) 45—50, b) 41—4, c) 36—40 Pfg. pro Pfund. Marktverlauf:
ſchleppend.
Mannheimer Viehmarkt vom 27. Auguſt. Auftrieb — Zufuhren:
80 Kälber, 2 Schafe, 409 Schweine 1000 Ferkel und Läufer. Preiſe für
50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 51—55, c) 46—50, d) 38—42;
Schafe b) 30—34; Schweine b) 52—54, e).52—54, d) 52—55, e) 51—53.
Es koſteten pro Stück: Läufer 19—22; Ferkel bis vier Wochen 9—12,
Ferkel über vier Wochen 13—17 RM. Marktverlauf: Mit Kälbern
ruhig, langſam geräumt; mit Schweinen ruhig, erheblicher Ueberſtand;
Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 27. Auguſt. Auftrieb: 7 Rinder, dizu
vom letzten Markt 91, zuſammen 98; 6 Ochſen, 1 Färſe, 863 Kälber, 257
Schafe, 920 Schweine, davon 324 ausgeführt. Bezahlt wurden pro
Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 55—57, c) 49—54, d) 42—48; Schafe
a) 1. 49—53, b) 32—38; Schweine b) und c) 54—56, d) 52—56, e) 46
bis 53. Mavktverlauf: Bei allen Viehgattungen ruhig; bei Kälbern
Spitzentiere über Notiz. — Fleiſchgroßhandelsmarkt. Zugeführt: 797
Viertel Rinder, 110 Kälber, 13 Schafe und 464 Schweine. Bezahlt
wurde: Ochſenfleiſch 1. 70—75, 2. 60—70; Bullenfleiſch 60—65;
Kuh=
fleiſch 2. 50—55, 3. 35—45; Kalbfleiſch 2. 70—80; Schweinefleiſch 1.
65—70. Tendenz: ruhig.
Die Arbeitsloſigkeit in den Vereinigken Skaaken.
Das Arbeitsloſenproblem nimmt in den Vereinigten
Staa=
ten immer größere Ausmaße an. Nach Schätzungen der
Ameri=
can Federation of Labour beziffert ſich die Zahl der
Erwerbs=
loſen in Amerika gegenwärtig bereits auf ſieben Millionen.
Wenn man die Familienangehörigen dieſer Arbeitsloſen
hinzu=
rechnet, ſo werden im kommenden Winter über 28 Millionen
Menſchen der größten Not ausgeſetzt ſein. falls nicht
unverzüg=
lich ſtaatliche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden. Angeſichts der
ernſten Lage mehren ſich die Stimmen derer, die die ſofortige
Ein=
berufung einer Sonderſitzung des Kongreſſes zur Löſung des
Er=
werbsloſenproblems fordern. Bisher iſt es aber nicht gelungen,
den Präſidenten Hoover zu dieſem Schritt zu bewegen, noch
ſei=
nen Widerſtand gegen die Einführung der ſtaatlichen
Erwerbs=
loſen=Unterſtützung zu brechen.
Produkkenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 27. Auguſt. Weizen, inländiſcher,
Auguſt, 24,25—25,25; Roggen, inländiſcher, Auguſt, 21,25—24,50; Hafer,
inländiſcher, alt 19,50—20, desgl. neu 16—17,50; Gerſte, Braugerſte, 17
bis 19, inländiſche Sommergerſte, Auszugsware über Notiz; Sohaſchrot
12,25—12,50; Biertreber mit Sack 10,25—10,75; Trockenſchnitzel 6,00:
Wieſenheu (loſes) 3,80—4,40; Rotkleehu 4—4,40; Luzernekleeheu 4,30
bis 4,80; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,60—3,80, desgl. Hafer=
Gerſte 3—3,20: Stroh, geb. Roggen=Weizen 3,40—3,60, desgl. Hafer=
Gerſte 2,60—2,80; Weizenmehl Spezial Null mit Sack, altes, Aug., 40,25,
desgl. neues (97 Proz.) Nov. 36,25; Auslandsweizen für Hälfte Sept.—
November 38,75; Roggenmehl (60 Proz.) 29,25—31; Weizenkleie 10;
Erdnußkuchen 12,25—12,50. Tendenz; feſt. Das Angebot in
inländi=
ſchem Brotgetreide iſt weiter recht knapp. Die Börſe verkehrte in feſter
Haltung. Südd. Weizen=Auszugsmehl 4 RM. mehr, ſüddeutſches
Brot=
mehr 10 RM. weniger wie Spezial Null.
* 121. Südweſtdeutſche Zentral=Häuteauktion. Auf der im Kaſino
Hof zum Gutenberg” ſtattgefundenen Auktion ſtanden 6714 Groß= und
Kleinviehhäute, 13 394 Kalb= und Freſſerfelle und 343 Hammelfelle zur
Verſteigerung. Bei gutem Beſuch wurde unter rückgängigen Preiſen
flott verkauft. Die Angebote für leichte Kuhhäute waren dagegen ſehr
zurückhaltend.
Berliner Produktenbericht vom 27. Auguſt. Das Angebot in
Brot=
getreide hat faſt vollkommen aufgehört, und kleine Poſten von Weizen
und Roggen werden zu 3—4 RM. höheren Preiſen ſchlank
aufgenom=
men. Stärkere Nachfrage beſteht vor allem bei Weizen zur Deckung
gegen früher getätigte Exportabſchlüſſe zur Auguſtverladung.
Infolge=
deſſen iſt auch Küſtenware beſonders feſt veranlagt. In Roggen
bekun=
den die Mühlen und der Handel gute Nachfrage, auch bei den um 3—4
Mark höheren Preiſen. Die Geringfügigkeit des Angebots wird in der
Heuptſache damit motiviert, daß die Landwirtſchaft durch die
mehr=
wöchige Verzögerung jetzt dringend mit der Einbringung der noch auf
dem Felde befindlichen Weizen= und Haferernte beſchäftigt iſt. Der
Lie=
ferungsmarkt folgte in ſeiner Preisbewegung dem Effektivgeſchäft.
Wei=
zenmehl iſt 25—50 Pfg. höher offeriert, doch beſteht nur geringe
Kauf=
luſt, während Roggenmehl zu 25 Pfg. höheren Preiſen laufendes
Kon=
ſumgeſchäft hat. Hafer bei gleichfalls ziemlich kleinem Angebot feſter
gehalten; Gerſte ruhig.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Nach Berechnungen des Statiſtiſchen Reichsamts ſind im Juli 1931
an Kapitalverkehrsſteuern insgeſamt 3,71 (im Juni 2,71) Mill. RM.
eingenommen worden. Es erbrachten hiervon die Geſellſchaftsſteuer 1,67
(1,20), die Wertpapierſteuer 0,30 (0,31) und die Börſenumſatzſteuer 1,75
(1,20) Mill. RM.
Das ſeit 1908 beſtehende Kaufhaus Tempelhof in Berlin hat die
Zahlungen eingeſtellt. Die Verbindlichkeiten ſollen einſchließlich der
ge=
ſicherten Forderungen rd. 2,5 Mill. RM. betragen.
Wie wir von maßgebender Bankſeite erfahren, iſt die Aufſichtsrats=
und Bilanzſitzung der Wicking Portland=Zement= und Waſſerkalkwerke
AG. die auf geſtern, den 27. Auguſt, einberufen war, auf Samstag, den
2. d. M. verſchoben worden, und zwar findet ſie in Münſter in
Weſt=
falen und nicht in Berlin, wie zunächſt angenommen, ſtatt.
Nachdem die Vorverhandlungen in der Metallinduſtrie für
Ober=
heſſen-Lahngau geſcheitert ſind, hatte der Schlichtungsausſchuß für
Heſſen die Parteien für Mittwoch zu einer Verhandlung geladen. Da
dieſe Verhandlungen ergebnislos verliefen, fällte der Schlichter einen
Schiedsſpruch, nach dem der ſeitherige Lohn von 74 Pfg. in der Spitze
um 3 Pfg. geſenkt wird. Die Erklärungsfriſt iſt auf Mon=ag, 30. Aug.,
angeſetzt.
Infolge der ungünſtigen Lage auf dem Baumarkt hat ſich die
Holz=
firma Fiſcher, Wernshauſen, veranlaßt geſehen, auch ihr drittes Werk
in Niederſchmalkalden ſtillzulegen, nachdem die Stillegung bei den
Wer=
ken in Wernshauſen und Oſtheim bereits erfolgt iſt.
Die Zigarrenfabrik Gebrüder Mayer A. G., Mannheim, ſchließt 1930
nach 42053 (41 05) RM. Abſchreibungen mit einem Gewinn von 3604
Reichsmark.
Die vom Kolonialwaren= und Feinkoſt=Einzelhandel veranſtaltete
Reichs=Edeka=Woche, verbunden mit einem Schaufenſter=Wettbewerb,
fin=
det in dieſem Jahre vom 10.—17, Oktober ſtatt.
Ueber die Bauart der neuen Rheinbrücke Waldshut-Kohlenz iſt
nunmehr definitiv entſchieden. Zur Ausführung kommt der badiſche
Entwurf einer eiſernen Brücke. Den Zuſchlag erhalten für den
Unter=
bau (Pfeiler und Widerlager) die Baufirma Gottlieb Lüſcher, Aarau,
für den eiſernen Ueberbau die Eiſenbau Wyhlen A. G in Wyhlen, für
den Aſphaltbelag der Fahrbahn und der Gehwege die Firma Münchener
Aſphaltwerk Kopp u. Co., Mannheim.
Die Benk von England empfing geſtern 94 000 Pfund Sterling
Münzgold und exportierte 28 000 Pfund Sterling Münzgold.
Nach Abſchluß der Bergwerkskonferenz erklärte der ſpaniſche
Mini=
ſter für öffentliche Arbeiten, daß am 1. September in den ſpaniſchen
Kohlenbergwerken der ſiebenſtündige Arbeitstag eingeführt werde. In
den übrigen Bergwerken bleibt es einſtweilen bei der achtſtündigen
Arbeitszeit.
Die Fuſionsverhandlungen zwiſchen der Standavd Oil of New
Jer=
ſey und der Standard Oil Co. of California ſind nunmehr erfolgreich
abgeſchloffen worden. Einzelheiten des Fuſionsplans werden in den
nächſten Tagen erwartet. Die neue Geſellſchaft, die über Geſamtaktiven
von 10,5 Milliarden Mark verfügen wird, würde 10 v.H. der
amerika=
niſchen Rohölproduktion und 18 v. H. des Gaſolingeſchäfts kontrollieren.
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Seite 14
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 23
Es ging um die Aecker... Rauf Berglar Schröer.
3)
„Ihr wollt damit ſagen, daß die Aecker hier der höchſte
Be=
ſitz ſind! . . . Neben dem Vieh, mein ich! . . . Und daß man
Jedem Jedes zutrauen muß, wenns eben um ſolchenen Beſitz
geht!”, legt der Pfarrer die Worte des Begleiters aus:
„Stimmts jetzt?"
„Grad ſo mein ichs!” lächelt der Mathias etwas dünn:
„S' könnt gar ſein, daß wer einen Totſchlag drum begeht!“
„S” iſt eine furchtbare Welt!” ſagt der geiſtliche Herr, und
mit einem Mal verfällt er in das ihm Geläufigere:
„Sind ja allens nur Dinge, die der Roſt verzehrt!”
„Nanaa, des grad nit! . . . Die Aecker nit!”, wehrt der
Mathias ab.
„Aber Ihr könnt ſie doch nicht mitnehmen!?, meint der
Andre.
„Naa, des nit! Aber zum Leben braucht mans!”
„Man muß doch mit dem Verlieren rechnen! . . . Im ganzen
Leben! . . . Wie man ja einmal das Leben ſelbſt verliert!“
„Ja freilich! . . . S‟ Leben! . . . Aber die Aecker nit!” ſagt
der Mathias da ſehr ruhig und ſehr ſicher: „Nit die Aecker!”
„Denkt doch nur mal an einen verlorenen Krieg!” gibt der
Pfarrer geduldig werbend zu bedenken: „Nun . . . und dann?!“
Wir haben ja ein” verlornen Krieg!”, ſagt der Kobrer, ſo,
als ſtaune er über die Fremdheit des Andren: „Aber die Aecker
ſein nit verloren gangen! . . . Sind freilich jetzt bei den
italie=
niſchen Mauſefallern! . . . Aber — ſie ſind doch noch da, die
Aecker, Herr Pfarr!”
Da gibt der die Hoffnung auf, den Mathias Kobrer vom
irdiſchen Unwert aller Dinge zu überzeugen! — Wer ſo, wie der
neben ihm, mit unbeirrbar feſten Füßen auf der Erde ſteht, wer
ſo aus der Scholle kommt, daß ſie ſein Leben iſt und daß er mit
ihr zur Einheit verwächſt, der kann vielleicht gar nicht anders
denken und ſprechen!
Das ſagt ſich der Pfarrer in ſeinen Gedanken; und er ſagt
ſich dabei auch, daß er in dieſer einen Stunde ſicherlich mehr
ge=
lernt hat, als in zehn Seminarjahren! — Wiewohl das alles
ihn etwas traurig macht, ſo iſt doch eine kleine Freude in ihm:
Denn nun erſt lernt er ja dieſe erdhaften Menſchen ein wenig
verſtehn, und erfährt davon, daß ſie wohl an das Jenſeitige,
das ſie Himmel nennen, zuverſichtlich glauben, daß ſie aber hier
praktiſch nicht allzuviel damit anfangen können! Denn hier
haben ſie ihr Diesſeits, das zu Ende gelebt werden muß! Und
das heißt Aecker, Vieh, Weide! . . . Beſitz zum Leben! . . Für
ſich und Kind und Kindeskind! — Von alldem geht ihm ein
Licht auf.
Drum kehrt er auf dieſen Umwegen auch zu dem zurück,
wovon ſie zuvor ſprachen, und er taſtet ſich vor:
„Eine Fälſchung alſo meint Ihr, war der Nachtrag?”
„Fälſchung iſt leicht ſchon ebbes zuviel!” ſagt der Mathias.
„Ja, wie denn ſoll ichs verſtehn?”, fragt der Andre.
„Der Vater ſelig hat ein lange Brautſchaft ghabt!“
„Aber das iſt doch nicht der Grund zur Zwietracht?”
„Naa, des nit! . . . Aber gar viel krank geweſen iſt der
Vater!“
„Ich verſteh Euch wirklich nit!” wendet der Pfarrer ein.
Da holt der junge Kobrer etwas weiter aus:
„Weil er gar viel krank iſt, hat der Bruder mitm Ganzen
gerechnet! Und ſo iſts auch im Teſtament geſtanden! . . . Und
Novelle von
(Nachdruck verboten.)
als der Vater ſelig noch zu Lebzeit der Mutter heuern will, geht
dem Wieprer=Bruder das Ganze aus und nur ein Halberts
bleibt ihm! . . . Und da, kurz vor der Heiert, — und kurz
be=
vor die Groß ſelbſt ſtirbt, — iſt der Nachtrag gemacht worden!
.. . Verſtehns der Herr Pfarrer jetzt?”
Der Pfarrer Weidner beginnt, wiewohl er mit ſolchen
Din=
gen bisher nie etwas zu ſchaffen hatte, die Zuſammenhänge zu
ahnen; der Vorſicht wegen aber fragt er zunächſt noch einmal:
„Ein Nachtrag alſo, der das Teſtament umſtößt?”
„Allweil iſts recht ſo!” ſagt der Mathias nicht ohne
Be=
friedigung und erklärt weiter: „Der Nachtrag beſagt, wann Eins
von beiden Erben ſo heuert, daß nix zugbracht wird, dann ſoll
der ander zum Schutz des Beſitzes den beſſern Teil erhalten! . . ."
Und der iſt im Kataſter kenntlich in der Lag! ... Und den
Nachtrag hat ſich der Wieprer von der ſterbenden Mutter
er=
ſchlichen! . . . So ſagt der Vater ſelig!”
„Da iſt der Nachtrag alſo rechtsgültig unterſchrieben?”
„Ja freilich! . . . Wann man dem Wieprer nit nachweiſt,
daß die Unterſchrift erſchlichen iſt!” grollt es verhalten.
„Und drum iſt der erſte Streit entſtanden?”
„Aber ja; — es ging doch um die Aecker!”
„Nachweiſen ließ ſich bislang nichts?”
„Nix!‟. . .. Nit ein Tüpfelchen überm J!‟
„Und ſo ſeid Ihr nun im Nachteil?!”
Auf dieſe Frage gibt der Mathias Kobrer keine direkte
Ant=
wort; ſondern es ſteht nur eine maßloſe Bitterkeit in ſeinem
Bauerngeſicht; und wiewohl Sonne und Regen und Wind die
Haut zu einem tiefbraunen Leder gerbten, das keinem andren
Farbton Raum gibt, ſo ſieht man jetzt doch, wie er darunter
er=
bleicht. Seine Augen ſind faſt blind vor Haß. Seine derben
Arbeitsfäuſte verkrampfen ſich, als müßten ſie auf einen tödlichen
Feind niederſauſen. Und aus der Kehle kommt ein Röcheln:
„Und hab ein Frau, die im Wochen liegt! . . . Und ein
Kindl, das ein arms Krepierl iſt! . . . Und ſorgen muß ich doch
um die Beid!”
Das Röcheln iſt wie ein wunder Schrei. — Er geht dem
andren ans Herz und er verſucht, den Mathias Kobrer zu
beruhigen:
„Der Gerechte muß viel leiden, heißt’s in der Bibel!”
Aber kaum hat er das geſagt, da ertappt er ſich ſelbſt darauf,
wie wenig tröſtlich ja vielleicht: wie ſinnlos das in dieſem Falle
iſt. Um das ſo zu verſtehn, muß man halt ein Pfarrer ſein,
oder ein weltweiſer Philoſoph, aber kein Bauer in ſolcher Not!
Und ſo hat er auch einiges Verſtehen dafür, daß Zorn
und Bitterkeit in dem jungen Bauern weiter toben:
„Wann der Gerecht ſich plackt wie ein Vieh und allweil
kommt er nit voran! . . . Und der Ungerecht wird dick und fett
dabei: He, was dann?! . . . Bin ich eh nit genug geſchunden!?"
Der andre nickt ſchweigend; erſt als der Kobrer erneut
auf=
bricht, glaubte er ihm wehren zu ſollen.
„Die Bibel? . . . Wann die’s Unrecht zulaßt, dann nutzt mir
die ganz Bibel nix!” begehrt der Mathias auf.
„Sie laßt’s ja nit zu, Kobrer! . . So dürfts nit mit mir
ſprechen! . . . Das heilig Buch will doch nur tröſten!” verweiſt
der Weidener den Jungen. Aber der lacht nur einmal gallbitter
los; und der Pfarrer ſieht das wohl ein, daß er ſo nicht weiter
kommt.
Aſo verſucht er es auf andrem Wege:
„Wanns nun zu einem neuen Prozeß käm, Kobrer?
einer Feſtſtellungsklag, wie mans ja ſo nennt?"
Ihr.
Aber er kann ſeinen Gedanken gar nicht zu Ende führe,
wild und jäh reißt es den andren da herum:
„Daß der Wieprer einn Meineid tut! Und ’s bleibt
allens, wies iſt! Und die Koſten hätt’ ich auch noch!"
Ganz ſanft und ernſt iſt die Stimme des Weidener,
könne ſie ſo den wilden Zorn des Mathias ebenfalls mild
„Einen Meineid wird er ſchon nit tun! . . . Kobrer.
darf auch nit gar alles Schlechte von einem annehmen!“
Aber dieſe ſanfte Gutgläubigkeit iſt, als wollte man
einer Erdkrume einen tobenden Gebirgsbach dämmen; die
zerwäſcht die Krume, und die Waſſer branden weiter, wie zu
„Zehn Meineide tut der, wanns um die Aecker geht!”, ſe
der Kobrer und entfeſſelt ſich nun völlig:
„Der Lumpt, der alt! . . . Grad hingehn könnt ich:
erſchlagen! . . . Hinmorden könnt ich den ſcheinheilgen Filz
Die Stimme überſchlägt, die Worte überſtürzen ſich. Sorg
ſind ſie hinaus geſchleudert! . . . Und der ganze Körper
ſich bebend und ſtößt die Fäuſte vor, als müſſe er den Un
baren anſpringen! . . . Und die Augen lodern, daß dem Weid
ſchier bange wird und er die Hände wie zur Abwehr hebt,
ſie dann ruhiger dem Mathias auf die Schultern ſinken
laſſen, wo ſie ſich halten und rütteln:
„Um Herrgottswillen!.. . Kobrer, 8 iſt ja ein Todſünd
Schand, wie Ihr ſo daherwütet! ’S könnte ja das g
Unheil draus werden! . . . So beſinnt Euch doch! . . .
Ko=
zu Euch, Mathias!”
„Wanns doch um die Aecker geht. Herr Pfarr!” — Wie
letzter Notſchrei klingt das über die Felder hin.
Und als bräche darin der Sturm der Leidenſchaft zuſam
ſo ſteht der Junge jetzt müde vor dem Weidener:
„Gott verzeih mir die Sünd!” ſagt er leiſe.
Der Pfarrer legt vertrauend und ſo, als müſſe er den an
halten, ſeinen Arm um deſſen Schulter:
Wir können das heut nit zu End bringen, Kobrer!
Müſſen halt nochmals alles bereden, daß ich einen genauen
blick krieg!.. . Aber dann will ich gern zum Wieprer hin
mit ihm ſprechen!“
Und er gibt dem Mathias die Hand:
„Nur kein unbeſonnene Dummheit nit, Kobrer!”
„Nanaa!”, ſagt der müde und abgeſtumpft.
„Denkt an Frau und Kind, Mathias!”
„Tus eh alleweil!”, ſagt der Junge, und leiſer:
„Schon wegen der Aecker denk ich dran!“
„Alſo, wann Ihrs nit anders wollt: Wegen der Aecke
gibt der Pfarrer zurück und lächelt nun ein wenig über di
dickköpfigen Starrſinn, dem er doch nicht beikommen kann.
Nach ein paar Schritten wendet er ſich nochmals:
„Daß ichs nit vergeß: Auf den Abend ſchau ich dann
nach dem Kindl und der Mutter, wanns ſo recht iſt?!“
„8 iſt ſchon recht!”, ſagt der Kobrer.
„Alſo: Pfüet di Good!”, ruft der Weidener.
„Pfüet Enk Good, Herr Pfarr!”
So gehen ſie entgegengeſetzten Zielen zu: Der
Weidene=
ſeiner Pfarrei, die gleich im Schatten der Kirche liegt; und
Kobrer zu ſeinem Häuſel, wo die Verena in ihren geblün
Kiſſen liegt und leiſe ihr Bübel in den Schlaf wiegt.
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Seite 16
Freitag, den 28. Auguſt 1931
Nummer 23
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Mady Christians
in ihrem 1. und einzigen diesjähr.
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Die Frau von der
man spricht
Begie: Viktor Janson.
In weiteren Hauptrollen: Hans
Stüwe, Szöke Srakall, Ernst
ALT
Dernburg u. v. a.
nach dem Manuskript von
Ein Liebesroman nach einem Schau-
Thea v. Harbon
spiel von Louis Verneuil.
Madr Christians, die seit Jahren die Rund 60 namhafte Darsteller wirken
in diesem grandiosen Film mit.
besondere Gunst des internationalen
Pablikums besitzt, zeigt sich hier, da / Ein Werk aus einem
ein-
sie in Kürze nach Amerika geht, in zigen Guß, mit der Wucht
einer Lawine.
ihrem vorlänfig letzten dentschen Film
Beginn: 3.45, 600 nnd 8.20 Uhr. Besinn 330, 5.50 und 8.20 Uhr.
Das sensationelle und spannende
Filmwerk:
Die Flucht in die
Fremdenlegion
Regie: Lonis Ralph.
In den Hauptrollen: Hans Stüwe,
Era von Berne, Alex. Granach,
Else Reral u. a. (V.12406
Ein aufsehenerregender Film aus der
Einsamkeit des atrikanischen
Wüsten-
sandes, der arabischen Hölle und den
Kasernen der Trostlosigkeit. Kämpfe MAALOn
mit Arabern — Meuterei in der
Legion — Sand, Sand, glähende MKoffer
Sonne und kein Wasser. (V.12406 WStoßstangen
Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm. WElaktr. Slgnale
Beginn: 3.45, 600 nnd 820 Uhr.
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verehrliche Einwohnerſchaft!
Aus Anlaß des am 30. Auguſt 1931
in Darmſtadt ſtattfindenden
Kreis=
wertungsſingen der Turnerſänger des
Kreiſes IX (Mittelrheinkreis) der deutſchen
Turnerſchaft werden Rathaus und
Stadt=
haus beflaggt.
Ich richte an die Einwohnerſchaft
der Stadt die herzliche Bitte, dieſem
Beiſpiele zu folgen.
(st. 12432
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1931.
Der Oberbürgermeiſter.
Jedermann zur Orientierung eingeladen!
Sonntag, den 30. Auguſt, nachmittags 4 Uf
in der „Stadtkapelle‟
Altkatholiſcher Gottesdienſt
mit Predigtvortrag:
„Was iſt und will die altkatholiſche Kirche?
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