Darmstädter Tagblatt 1931


04. August 1931

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Gnzelnummer 10 Pfepwige

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zelle
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(1 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höherer
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ſtädter
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 214
Dienstag, den 4. Auguſt 1931.
194. Jahrgang

Noch keine greifbaren Ergebniſſe. Auf der Suche nach einem gangbaren Weg.

*
Dir eiſte Boradsfehang.
Die Wiederherſtellung des Verkrauens.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Wirtſchaftsausſchuß des Reichskabinetts iſt auch am
Montag nachmittag wieder zuſammengetreten, um ſich darüber
zu unterhalten, welche weiteren Maßnahmen im Rah=
men
der nationalen Selbſthilfe zu treffen ſind. An
dieſen Sitzungen, die ſeit Freitag voriger Woche andauern, neh=
Tien fortgeſetzt zahlreiche prominente Vertreter des Wirtſchafts=
ebens
, des Sozialverſicherungsweſens und des Arbeiterrechts
owie der Finanzwelt teil, eben weil die mannigfachſten Pro=
aleme
zu erörtern ſind, und weil nach dem Anlauf zur Ueber=
vindung
der Wirtſchaftskriſe, der ſich in den verſchiedenen, bis=
ſer
erlaſſenen Notverordnungen ausdrückt, nunmehr der Ver=
uch
gemacht werden ſoll, einen großen Wirtſchaftsplan vom
Stapel zu laſſen.
Der Reichskanzler Dr. Brüning wird am Dienstag in einer
Kundfunkrede einen Rückblick über die bisher geleiſtete Arbeit
es Reichskabinetts geben. Dieſer Rückblick wird dem deutſchen
Zolke eindringlich zu Gemüte führen, daß die Reichsregierung
Ules in ihren Kräften ſtehende getan hat und weiter tut, um
ie Wirtſchaftsnot, die auch gleichzeitig die Not
edes einzelnen Staatsbürgers iſt, nach Möglich=
eit
zu lindern.

Im gegenwärtigen Augenblick hängt aber das meiſte vom
deutſchen Volke ſelbſt ab, nämlich von den Konteninhabern
bei den Banken und Sparkaſſen. Sie haben während der
Periode der Zahlungsſchwierigkeiten eine geradezu bewun=
dernswerte
Geduld an den Tag gelegt und gezeigt, daß
ſie auch in den ſchwierigſten Situationen den Mut und das
Selbſtvertrauen nicht verloren haben. Jetzt gilt es, nach
dem Wiederherſtellen des freien Zahlungsverkehrs, ganz
beſonders zu zeigen, daß ſie der Reichsregierung und den
Geldinſtituten ein hohes Maß Vertrauen entgegenbringen,
und daß ſie gewillt ſind, nicht nur ihr Geld dort zu laſſen,
wo es augenblicklich iſt, ſondern auch die bei Seite geleg=
ten
Geldbeſtände wieder in den Verkehr zu bringen.
Kommt das Vertrauen der deutſchen Sparer nach allen
Seiten hin wirkſam zum Ausdruck, dann beſteht alle Ver=
anlaſſung
, wieder einigermaßen hoffnungsvoll in die Zu=
kunft
zu ſchauen.
Die Banken und Sparkaſſen werden unter derartigen Um=
änden
mit ihrem Material auskommen können. Vor allem
dird es nicht nötig ſein, noch einmal in das komplizierte Ge=
ige
des Geldverkehrs mit rauher Hand einzugreifen. Die
reichsregierung ihrerſeits überlegt nun,
Jeiche Wege am leichkeſten aus unſeren fchwierigen
Verhältniſſen herausführen.

Lir haben zur Zeit 4 Millionen Arbeitsloſe. Es iſt nicht aus=
ſchloſſen
, daß in Auswirkung der Zahlungsſtockungen und
S Kapitalſchwundes das Heer der Erwerbsloſen ganz erheb=
h
anſchwillt. Bis zur 6=Millionen=Grenze kann man gehen,
ne daß die Finanzen der Reichsverſicherungsanſtalt in Un=
dnung
geraten. Für die Reichsregierung handelt es ſich aber
cht darum, die Leiſtungsfähigkeit der Arbeitsloſenverſicherung
fundieren, ſie will vielmehr erreichen, daß das Heer der Er=
erbsloſen
möglichſt raſch wieder auf ein Minimum zuſammen=
rumpft
. Vorſchläge dafür ſind ſchon in der Vergangenheit
großer Zahl gemacht worden. Da wir uns aber in einer
gewöhnlich ſchwierigen Situation befinden, wird es jetzt ge=
ß
nicht leicht ſein, einen Weg ins Freie zu finden. Es iſt
von geſprochen worden, den Export zu verſtärken. Dadurch
rden aber wieder allerlei Probleme angeſchnitten. Wir den=
nur
an die Selbſtkoſten, die ſich nicht nur aus Steuern
d ſozialen Laſten, ſondern auch aus Löhnen zu=
mmenſetzen
. Löhne kann man aber nur beſchneiden, wenn dem
beiter ein entſprechender Ausgleich gewährt wird, ſei es auf
M Gebiete der Preisgeſtaltung oder dem der Woh=
tngsmiete
. Hier greifen alſo ſchon wieder die verſchie=
niartigſten
Fragen ineinander. Ueber kurz oder lang wird man
bſtverſtändlich auch dafür ſorgen müſſen, daß die Haus=
NSſteuer beſeitigt wird, damit die Mieten auf einen einiger=
ißen
erträglichen Stand herabgedrückt werden können. Man
1ß ſich dann aber gleich wieder überlegen, welche Einnahme=
ellen
den Ländern zu erſchließen ſind, die zu einem erheb=
den
Teil von Hauszinsſteuermitteln leben.
Irgendein Ausweg wird im Laufe der Zeit unzweifelhaft
unden werden. Wir glauben, daß man vor allem ſeine Auf=
rkſamkeit
auch auf den Inlandsmarkt richten wird. Im
itſchen Volke iſt ein großer Bedarf an allen mög=
hen
Gütern vorhanden. Es muß aber dafür geſorgt
rden, daß die verſchiedenen Waren ſo billig produziert wer=
daß
ſie auch von den breiten Schichten unſeres Volkes auf=
ommen
werden können. Wie man aus dieſem Gehege von
nen und Preiſen, von Belaſtungen und Widerſtänden her=
kommen
wird, läßt ſich vorläufig noch nicht überblicken. Mit
chlüſſen des Reichskabinetts iſt vor der Reiſe des Kanzlers
9. Rom nicht zu rechnen. Der Reichskanzler wird aber am
ntag wieder in Berlin ſei, ſo daß dann vielleicht die
chſte Woche eine Periode weitgreifender Ent=
eidungen
werden kann.

der heutigen Beſprechung des Reichskabinetts nahmen
m Reichsbankpräſidenten Dr. Luther und dem in der letz=
wiederholt
als Berater herangezogenen Direktor der
rben, Schmitz, Geheimrat Bücher vom Reichsverband der
Induſtrie, Profeſſor Warmbold, der frühere Reichs=
tiſter
Dr. Hilferding und der ehemalige Staatsſekretär

burg, der jetzt Präſident der Akzeptbank iſt, teil.

Dingelden über die wirkſchaftliche Selbſthilfe.
* Berlin, 3. Aug. (Priv.=Tel.)
Montag eine mehrſtündige Fraktionsſitzung abgehalten. Dieſen
Beratungen ſah man mit einiger Spannung entgegen, obwohl von des greiſen Reichspräſidenten ausgeht, wurde u. a. auch an einem
vornherein feſtſtand, daß die Fraktion keinerlei Beſchlüſſe faſſen
würde. Das iſt denn auch tatſächlich geſchehen. Der Führer der
DVP., Dingeldey, hat ein kurzes Referat über die allgemeine poli= ſicht über unſere kataſtrophale Lage bilden wollte, legte er den
tiſche Lage gehalten. Er hat den preußiſchen Volksentſcheid ge=
ſtreift
, der nachher in der Debatte kaum eine Rolle ſpielte, eben
weil die Reichstagsfraktion für die preußiſchen Angelegenheiten denten, deſſen Charakterbild ſo ſcharf umriſſen daſteht, über=
nicht
zuſtändig iſt. Dingeldey hat aber auch über ſeine Unter=
redung
mit Hitler und, was viel wichtiger iſt, über ſeine
letzte Unterhaltung mit dem Kanzler einige Erklärungen abgege=
ben
. Bei ſeinem jüngſten Beſuch bei Dr. Brüning iſt ihm ſchon Ganz begeiſtert war der nüchterne Amerikaner von der Begeg=
vom
Kanzler in großen Umriſſen ein Plan der wirtſchaft=
lichen
Selbſthilfe gezeichnet worden, ohne daß ſich der
Kanzler auf Einzelheiten feſtgelegt hat. Vielmehr iſt dem volks=
parteilichen
Führer zu verſtehen gegeben worden, daß der Kanz=
ler
ſich mit den Parteiführern erſt dann eingehender wird unter=
Vertretern der Wirtſchaft und die Reſſortarbeiten ihren Abſchluß
gefunden haben. Wann das der Fall ſein wird, läßt ſich nur ver=
muten
. Iſt man am Ende der Woche innerhalb des Kabinetts
ſchon ſehr weit vorgeſchritten, dann könnten eventuell noch gegen
Debatte, die ſich nach dem Referat Dingeldeys entwickelte, wurde
lediglich zu den verſchiedenſten Maßnahmen des Reichskabinetts,
wie ſie in den letzten Wochen in Form von Notverordnungen
herauskamen, Stellung genommen.
Die Ligaidikäl der Gemeinden
und Sparkaſſen.
Forderungen des Reichsſtädkebundes.
Berlin, 3. Auguſt.
Der Reichsſtädtebund hat die zuſtändigen Stellen in Reich
und Ländern erneut auf die Notwendigkeit hingewieſen, die
Gemeinden in ihren Anſtrengungen, die Liquidität der Ge=
meinden
und Sparkaſſen auch in der verſchärften Finanzkriſe
ſicherzuſtellen, durch ſofortige tatkräftige Hilfe zu unterſtützen.
Der Reichsſtädtebund fordert gleichartige Behandlung der Spar=
kaſſen
und der Banken und demzufolge auch eine, den notwen=
digſten
Bedürfniſſen der Sparkaſſen angepaßte Zuweiſung von
Geldmitteln durch die Reichsbank. Den preußiſchen Gemeinden
iſt die pünktliche Ablieferung der von ihnen eingezogenen Staats=
ſteuern
durch einen Erlaß des Miniſters des Innern zur be=
ſonderen
Pflicht gemacht. Das ſetzt aber voraus, daß ihnen
die gemeindlichen Anteile an den Reichsſteuern auch rechtzeitig
zur Verfügung ſtehen. Zum Schluß wird eine Erleichterung der
Laſten gefordert. Wenn eine Entlaſtung der Gemeinden von
Ausgaben, die nach allgemeiner Auffaſſung nicht von ihnen
getragen werden können, weiterhin aufgeſchoben werde, dann
werde ſich eine Kataſtrophe in vielen Städten nicht vermeiden
laſſen. Zu dieſen Ausgaben gehören in erſter Linie die Wohl= daß die Befreiung des Rheinlandes jeder anderen, noch ſo
fahrtserwerbloſenlaſten.
Die Einnahmen und Ausgaben des Reiches im Juni.
weis über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches für Juni
im ordentlichen Haushalt die Einnahmen insgeſamt auf
569,9 im Juni und ſeit Beginn des Rechnungsjahres einſchl.
Juni auf 2102,3 (Jahresſoll 10 447,7). Die Ausgaben betrugen
im Juni 691,1 und ſeit Beginn des Rechnungsjahres 2271,5 gegenüber der inneren und äußeren Not zu fordern. Im ſtil=
(10 615,2). Die Mehrausgabe im Juni betrug mithin 121,2 und
lichen Haushalt beliefen ſich die Einnahmen auf 2,0 im Juni lands Exiſtenz den Rücken ſtärkte. Schweren Herzens vollzog
und ſeit Beginn des Rechnungsjahres auf 21,6 (582,7). Die
Ausgaben betrugen 8,7 im Juni und ſeit Beginn des Rechnungs=
zeichnen
.
Beſtand aus dem Vorjahr von minus 1030,5 und einer Mehr=
ausgabe
aus den Monaten April bis Juni 1931 von 169,2 am
Ende Juni 1931 minus 1199,7.
einem Beſtand aus dem Vorjahre von minus 261,4 und einer
Mehrausgabe von April bis Juni 1931 von 13,0 auf minus
274,4 am Ende Juni.
Der Kaſſenſollbeſtand betrug am 30. Juni:
1. Aus der Begebung von Reichsſchatzwechſeln . . 400
2. Aus der Begebung unverzinslicher Schatzanwei=

ſungen
1124
3. Aufnahme kurzfriſtiger Darlehen ..
278
4. Inanſpruchnahme des Betriebskredites bei der
Reichsbank.

zuſammen 1902
Dieſer Betrag iſt verwendet worden zur vorläufigen Deckung
des Fehlbetrages im ordentlichen Haushalt von 1199,77 zur vor=
läufigen
Deckung des Fehlbetrages im außerordentlichen Haus=
halt
von 274,4 und für ſonſtige rechnungsmäßig noch nicht ver=
buchte
Auszahlungen in Höhe von 379. Der Kaſſenbeſtand bei
der Reichshauptkaſſe betrug demnach am 30. Juni 49.
Der Stand der Reichsſchuld betrug am 30. Juni 10 394,8 (am
31. März 10 396,3).
Der Stand der ſchwebenden Schuld war am 30. Juni 1905,8
(am 30. Mai 1864,6).

Hindenburg in Kriſenzeiken.
Von
Geſandter z. D. Herbert von Hindenburg.
In dieſer Zeit ſchwerſter politiſcher und wirtſchaftlicher An=
ſpannung
richten ſich die Gedanken von Millionen in der ganzen
Welt auf den Mann, deſſen Name den für die Geſundung
Deutſchlands erforderlichen Maßnahmen den Stempel auforückt.
Hindenburg iſt das ſtarke Symbol, das in der öffentlichen
Weltmeinung das Beſtreben Deutſchlands darſtellt, durch Wahr=
Die Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei hat am heit und Gerechtigkeit zu geordneter Freiheit zu gelangen. Wie
hoch die Wirkung eingeſchätzt wird, die von der Perſönlichkeit
Falle ſichtbar, der ſich vor kurzem in Waſhington ereignet hat.
Als der Staatsſekretär Stimſon ſich vor einiger Zeit eine An=
größten
Wert auf ein perſönliches Schreiben Hindenburgs über
dieſes Thema. Die ſchönen feſten Schriftzüge des Reichspräſi=
zeugten
Stimſon eindringlicher als Statiſtiken und diplomatiſche
Berichte, und der größte Eindruck, den er kürzlich aus Berlin
nach Hauſe trug, war der ſeines Geſpräches mit Hindenburg.
nung mit dem alten Herrn. Ebenſo entzückt äußerten ſich Ram=
ſah
Macdonald und Henderſon bei dem Empfang in der Bri=
tiſchen
Botſchaft. Ueberhaupt üben dieſe Audienzen, bei denen
Hindenburg die verſchiedenartigſten Perſönlichkeiten des In= uno
Auslandes empfängt, eine ſtarke pſychologiſche Wirkung aus. Zu=
halten
können, wenn die vorbereitenden Beſprechungen mit den weilen ereignen ſich bei dieſen Anläſſen Situationen von gerade=
zu
epiſchem Ausmaß, ſo, um nur ein Beiſpiel zu erwähnen,
als Hindenburg dem franzöſiſchen Botſchafter zur Erinnerung
an ſeinen Aufenthalt in Berlin einen Degen überreichte, den
Hindenburg 1870 einem franzöſiſchen Offizier abgenommen hatte.
Mitte des Monats die Parteivertreter orientiert werden. In der Kann man geiſt= und taktvoller den Wunſch ausdrücken, daß
auch zwiſchen Frankreich und Deutſchland ein dauernder, der
beiden Völker würdiger Friedenszuſtand entſtehen möge?
Nur eine in ſich ſo geſchloſſene Individualität wie Hinden=
burg
kann ſich ſolche Geſten erlauben. Es iſt gut, ſich immer
wieder die Momente ins Gedächtnis zu rufen, die des nunmehr
83jährigen Ruf im In= und Auslande ſo feſt begründet haben:
Die Normalität und Folgerichtigkeit ſeiner geiſtigen und körper=
lichen
Entwicklung, ſein ſtarkes Pflichtgefühl, das im weſentlichen
ſeiner tiefen Religioſität entſpringt, und endlich die Ruhe, die
von ihm ausgeht und die in jedem, der ſich ihm nahen darf.
oder ihn auch nur ſieht, die Vorſtellung eines zwar wachſamen.
und ernſten, aber gütigen Vaters erweckt. Denn ſeine Ruhe
iſt nie Gefühlloſigkeit, er leidet mit ſeinem Volk und möchte
ſich ſo gern wieder mit ihm freuen können. Wer könnte die
Größe des Leids ermeſſen, das Hindenburg ſeit Deutſchlands
Zuſammenbruch empfunden hat? Kriſe folgte auf Kriſe, und
immer wieder wurde Hindenburg vor ſchwere Entſcheidungen
geſtellt. Denn was gibt es Schwereres für einen Staatschef,
der, wie Hindenburg, ein väterlich fühlendes Herz in der Bruſt
trägt, als dem ſtürmiſchen Verlangen und der begreiflichen Un=
geduld
weiter Volkskreiſe den Damm abwägender Vernunft ent=
gegenzuſetzen
? Um die Tragik nachzufühlen, die auf Hinden=
burg
laſtet, muß man ſich wieder jene Worte vergegenwärtigen,
die er am 13. März 1931 nach der Vollziehung der Young=
Geſetze an das deutſche Volk richtete: Ich habe mein Leben in
der großen Schule der Pflichterfüllung zugebracht, der alten
Armee, und hier gelernt, ſtets ohne Rückſicht auf die eigene
Perſon meine Pflicht gegenüber dem Vaterlande zu tun. Des=
halb
hatte bei meiner Entſcheidung jeder Gedanke an mich ſelbſt
vollſtändig zurückzutreten ...
So konnte nur ein Mann ſchreiben, der ein Deutſcher ſchlecht=
hin
und keiner Partei dienſtbar iſt. Er war davon überzeugt,
brennenden, nationalen Frage vorangehen müſſe. Und ſchon
vor ſeinem 83. Geburtstage konnte er jene erſte, von der ge=
ſamten
Bevölkerung begeiſtert aufgenommene Reiſe in das be=
freite
Gebiet unternehmen, die er dann unter dem erſchütternden
Das Reichsfinanzminiſterium veröffentlicht den Monatsaus= Eindruck der Kataſtrophe im Koblenzer Rheinhafen plötzlich
abzubrechen beſchloß. Erſt im Spätherbſt 1930 wurde die Reiſe
1931. (Beträge in Millionen Reichsmark.) Danach beliefen ſich nach Trier und Aachen wieder aufgenommen und glücklich zu
Ende geführt. Es begann jener Winter der Verzweiflung, den
niemand, der ihn durchlebt hat, je vergeſſen wird, aber Hinden=
burg
verzweifelte nicht und wurde nicht müde, die Einigkeit
len freute er ſich über die anwachſende nationale Bewegung, die
ſeit Beginn des Rechnungsjahres 169,2. Im außerordent= ihm und ſeiner Regierung im waffenloſen Kampf um Deutſch=
er
die Notverordnungen, die vor der ganzen, oft noch ungläubi=
gen
Welt, die Zwangslage Deutſchlands und unſeren ernſten
jahres 34,6 (321,3). Mithin war eine Mehrausgabe von 6,7 im Sanierungswillen dokumentieren ſollten. Der Erfolg iſt inſo=
Juni und ſeit Beginn des Rechnungsjahres von 13,0 zu ver= fern wenigſtens nicht ausgeblieben, als ſich in großen Ländern
die Erkenntnis Bahn ſchuf, daß Deutſchland nicht weiter aus=
Der Abſchluß im ordentlichen Haushalt ergibt bei einem gebeutet werden darf und daß ſeine Geſundung die Ueberwin=
dung
der Weltkriſe erleichtern würde. Zum erſten Mal während
ſeiner Präſidentſchaft hat Hindenburg an das Oberhaupt eines
während des Krieges uns feindlichen Staates eine Dankes=
Der Abſchluß im außerordentlichen Haushalt beläuft ſich bei bezeugung für ſchnelle Hilfe richten können. Das Telegramm
an den Präſidenten Hoover, wie der Dank der Reichsregierung
an den Duce von Italien, der ſich rückhaltlos dem amerikaniſchen
Vorgehen angeſchloſſen hat, haben die Zuſtimmung aller Deut=
ſchen
gefunden, denen Deutſchlands Wiederaufſtieg am Herzen
liegt. Das Telegramm war ebenſo wie der Vollzug der zweiten
Notverordnung aus Neudeck datiert, einem der alten Stamm=
güter
unſerer Familie, welches Freunde des Reichspräſidenten
vor dem Verkauf gerettet und Hindenburg zum Geſchenk ge=
macht
haben.
Denn auch in Neudeck iſt Hindenburg nicht müßig, er läßt
ſich fortgeſetzt über alle politiſchen Geſchehniſſe informieren und
greift, wenn es erforderlich iſt, auch ſelbſt ein. Ebenſo zeigt er
ſich der hartgeprüften preußiſchen Bevölkerung. Begeiſtert begrüßt
wurde er in dem Neudeck benachbarten Städtchen Freyſtadt,
das in dieſem Jahre ſein 600jähriges Beſtehen feierte. In Lyck
nahm er unter nicht enden wollendem Jubel an einem Regi=
mentsappell
des ehemaligen Infanterie=Regiments Nr. 147
Generalfeldmarſchall v. Hindenburg teil. Auf dem Marktplatz
der Stadt fand ein Gedächtnisgottesdienſt für die Gefallenen
ſtatt. Im Anſchluß daran ſprach der Reichspräſident etwa fol=
gende
Worte: Tief bewegt ſtehe ich hier an der Stätte, wo

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Seite 2

vor 16 Jahren die Maſuren=Schlacht geſchlagen wurde. Wenn
ich als alter Mann jetzt hier ſtehe, bitte ich, auch vor allem
der gefallenen Helden zu gedenken. Wir leben in ſchweren
Zeiten und müſſen den Parteihader fallen laſſen, dann wird
es auch wieder vorwärts gehen. Das Vaterland geht uns
über alles, und ich fordere Sie auf, einzuſtimmen in den Ruf:
Unſer teures Vaterland hurrah!"
Das iſt Hindenburg in Kriſenzeiten, im Kriege wie im
Frieden.

Ausdehnung der Friſten
zur Beankragung des Konkursverfahrens.
Berlin, 3. Auguſt.
Nach § 240 Abſ. 2 des HGB. in der Faſſung des Geſetzes
vom 25. März 1930 (RGBl. 1, S. 93) hat der Vorſtand einer
zahlungsunfähigen Aktiengeſellſchaft ſpäteſtens binnen zwei Wo=
chen
nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des
Konkursverfahrens oder die Eröffnung des gerichtlichen Ver=
gleichsverfahrens
zu beantragen. Es hat ſich gezeigt, daß dieſe
Friſt von zwei Wochen oft zu kurz bemeſſen iſt. Eine mäßige
Verlängerung auf drei Wochen erſchien daher angezeigt. Dieſe
Verlängerung iſt durch die Verordnung des Herrn Reichspräſi=
denten
vom 1. Auguſt 1931 (RGBl. 1, S. 419) angeordnet. Die
Verordnung hat folgenden Wortlaut:
Verordnung des Reichspräſidenten zur Aenderung des
§ 240 Abſ. 2 des HGB. vom 1. Auguſt 1931.
Aufgrund des Artikels 48 Abſ. 2 der Reichsverfaſſung wird
verordnet:
8 1.
In § 240 Abſ. 2 Satz 1 des HGB. in der Faſſung des
Artikels 3 des Geſetzes vom 25. März 1930 (RGBl. 1, S. 93)
werden die Worte zwei Wochen erſetzt durch die Worte drei
Wochen.
8 2.
Dieſe Verordnung tritt am 1. Auguſt 1931 in Kraft.

Jehl kein Einlagenwekkbewerb
zwiſchen Sparkaſſen, Genoſſenſchafken und Banken.
Der Zentralverband des Bank= und Bankiergewerbes, der
Sparkaſſen= und Giroverband, der Deutſche Genoſſenſchaftsverband,
der Reichsverband der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften Raiff=
eiſen
und der Deutſche Beamten=Genoſſenſchaftsverband haben,
wie mitgeteilt wird, im Intereſſe einer ruhigen und reibungs=
loſen
Wiederaufnahme des Zahlungs= und Ueberweiſungsver=
kehrs
ihren Mitgliedern nahegelegt, ſich jetzt aller Maßnahmen
zu enthalten, die dem Zwecke des Einlagenwettbewerbes auf
Koſten anderer Kreditinſtitute dienen könnten. Im allgemeinen
Intereſſe ſei es wünſchenswert, daß in dieſer Zeit Geldbewegun=
gen
zwiſchen Kreditinſtituten nur inſoweit ſtattfinden, als es den
Bedürfniſſen des normalen Zahlungsverkehrs entſpricht.
Finanzierung des deutſchen Weizenerporks
durch das Federal Farm Board.
Berlin, 3. Auguſt.
Zu den deutſch=amerikaniſchen Verhandlungen wegen Bewil=
ligung
eines Warenkredits erfährt W. T.B.=Handelsdienſt, daß es
ſich nur bei Baumwolle uned Kupfer um Warenlieferungen han=
delt
, bei Weizen dagegen in erſter Linie um einen Finanzierungs=
kredit
für den deutſchen Export. Bekanntlich beabſichtigt die
Reichsregierung zur Entlaſtung des deutſchen Getreidemarktes
innerhalb der erſten Monate des Erntejahres den Export von
Weizen und Roggen zu fördern. Das Getreide ſoll unter Ertei=
lung
von Exportſcheinen ausgeführt werden. Die Inhaber der
Exportſcheine erhalten das Recht, die gleiche Warenmenge gegen
Zahlung eines niedrigen Zollſatzes, wie verlautet zirka 25 bis 30
RM. je Tonne, zu reimportieren. Bei den gegenwärtig in Deutſch=
land
herrſchenden Kreditverhältniſſen wäre der Export ſtark er=
ſchwert
, wenn der Getreideexporteur ſelbſt für die volle Preis=
differenz
zwiſchen Inlands= und Exportpreiſen in Vorlage treten
müßte, bis er den Reimport vornehmen kann. Die Verhandlun=
gen
mit Amerika zielen darauf ab, daß das Federal Farm Board
auf dieſe Exportſcheine Kredit zu niedrigen Zinsſätzen zur Ver=
fügung
ſtellt, wofür bei dem Reimport auch U. S. A.=Weizen berück=

ſichtigt werden ſoll.

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Vom Tage.

Dem Reichstag ſind nunmehr die Notverordnungen der Gold=
deckung
der Noten der Privatnotenbanken, über die Abwicklung
von Börſengeſchäften, über die Anmeldungen von Zahlungsver=
pflichtungen
gegenüber dem Ausland und über die Beteiligung
des Reiches an Geſellſchaften zugegangen.

Die kommuniſtiſche Reichstagsfraktion verlangt in einem An=
trag
die ſofortige Aufhebung der Notverordnung über die Neu=
regelung
der Auszahlung von Dienſtbezügen vom 18. Juli.
Der Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule Charlottenburg
Dr. Everling, der bekanntlich ein Gutachten im Intereſſe von
Ford gegen die Firma Junkers erſtattet hatte, hat durch ſeinen
Rechtsbeiſtand dem Reichsverkehrsminiſter v. Gusrard mitgeteilt,
daß er ſeinen Privatdienſtvertrag mit dem Reichsverkehrsmini=
ſterium
kündige.
Die Rote Fahne einſchließlich ihrer Kopfblätter Volks=
wacht
und Volksecho ſind auf Grund der Notverordnung zur
Bekämpfung politiſcher Ausſchreitungen verboten worden. Die
genannten Blätter haben unter der Ueberſchrift Großes Volks=
treffen
der Werktätigen Kampfforderungen der Kommuniſti=
ſchen
Partei veröffentlicht, die gleichbedeutend ſind mit der Auf=
forderung
zu Gewalttätigkeiten.
Am Montag vormittag iſt die deutſche Flotte zum diesjäh=
rigen
Artillerieſchießen aus dem Kieler Hafen ausgelaufen. Vor=
ausſichtlich
werden die Schiffe am Freitag abend zurückkehren.
Das Präſidium des Vollzugskomitees der Komintern plant
einen Internationalen Arbeitsloſentag, der am 15. September in
ganz Europa und in Amerika durchgeführt werden ſoll.

Bei der Volksabſtimmung über den Verfaſſungs=Vorſchlag
für die Generalidad von Katalonien ſprachen ſich 70 Prozent der
Bevölkerung für die Pläne des Präſidenten Macia aus. Die
Verfaſſung der Generalidad ſieht einen autonomen Staat im
Rahmen der ſpaniſchen Republik vor. Die Machtbefugniſſe der
von einem Präſidenten und einem Staatsrat zu regierenden
Generalidad gehen ſehr weit, was bereits zu Konflikten mit der
Madrider Zentral=Regierung geführt hat.

Nach tagelangen heftigen Kämpfen, die ſich entlang der
Eiſenbahnlinie PekingHankau abſpielten, iſt es jetzt gelungen,
die unter Führung von General Schihjuſan ſtehenden Manſchu=
Truppen bei Paotingfu zu beſiegen und in die Flucht zu ſchla=
gen
. Die Leitung der militäriſchen Operationen lag, wie ge=
meldet
, in den Händen des Mukdener Generals Tſchanghſueliang.
Die flüchtigen Aufſtändiſchen zogen ſich in die Provinz Schan=
tung
zurück.

Die Kriſe in der Wirtſchaftsparkei.
Auskrilt des Landesausſchufſes Sachſen
aus der Wirkſchaftsparkei.
Leipzig, 3. Auguſt.
Der Landesausſchuß Sachſen der Reichspartei des Deutſchen
Mittelſtandes (Wirtſchaftspartei) beſchloß einſtimmig der
Wahlkreis Leipzig in erneuter Beſtätigung ſeines bereits erfolg=
ten
Austritts mit ſeinen Wahlkreiſen, allen ſeinen Ortsgrup=
pen
, ſämtlichen ſächſiſchen Landtagsabgeordneten und den Reichs=
tagsabgeordneten
Lucke und Biener aus der Partei auszutreten
und bis zur Vereinigung mit anderen deutſchen Wahlkreiſen als
Sächſiſche Wirtſchaftspartei die politiſche Arbeit tatkräftig fort=
zuſetzen
.
Gründung einer neien Parkei: Radikaler
Mitkelſtand.
Koblenz, 3. Auguſt.
Am 2. Auguſt fand eine Tagung der Führer der aus der Wirt=
ſchaftspartei
ausgetretenen Wahlkreiſe in Koblenz ſtatt. Es wurde
beſchloſſen, den Namen Radikaler Mittelſtand zu führen. Ent=
ſprechende
organiſatoriſche Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt. Mit
der zur gleichen Zeit in Dresden tagenden Sächſiſchen Wirtſchafts=
partei
wurden Begrüßungstelegramme ausgetauſcht. Ein gemein=
ſamer
Parteitag ſoll die Form der Vereinigung feſtſetzen.
Die neugegründete Radikale Mittelſtandspartei hat an das
Präſidium des Preußiſchen Landtags folgendes Telegramm gerich=
tet
: Hierdurch teilen wir mit, daß wir nicht mehr Mitglied der
Reichspartei des Deutſchen Mittelſtandes ſind und auch der Frak=
tion
nicht mehr angehören. Wir ſind der neugegründeten Par=
tei
Radikaler Mittelſtand beigetreten und bitten, uns im Land=
tag
als Mitglieder dieſer Partei zu führen. Sitze bitten wir uns
rechts von der Reichspartei des Deutſchen Mittelſtandes ( Wirt=
ſchaftspartei
) zuzuweiſen. gez. Abgeordneten Dr. Rohde, v. Det=
ten
, Mitglieder des Preußiſchen Landtags.

Hanktädshtettang Bariftadt Loer
Margidenhohe.
Schluß.
Gut ſind in der Ausſtellung auch die Vereinigung Mainzer
bildender Künſtler und die Mainzer Gruppe vertreten, gut
allerdings mehr in qualitativer Hinſicht, als in quantitativer zu
verſtehen. Es ſei denn, daß die Mainzer Organiſationen ſehr
erheblich weniger Mitglieder haben wie die Darmſtädter. Wenn
wir die Reihe der Mainzer (die im Dreiſtädtebund, wie wir kon=
ſtatieren
konnten, auch recht gut ausgeſtellt haben) mit dem
Frankfurter Willy Meyer beginnen, iſt das darin begründet,
daß die drei Werke dieſes Künſtlers, beſonders die Ruſſen=
pferde
und die Jaguare ausgezeichnete Bewegungsſtudien dar=
ſtellen
, während kraftvoll künſtleriſcher Ausdruck auch in dem
Damenporträt ſehr eigenartig hervortritt. In der Eigenart und
im intereſſanten Sehen der Dinge kommt ihm Margit Manz=
Alzey nahe. Dieſe beiden Stilleben ſind kraftvolle Arbeiten von
Eigenart, beſonders im Kolorit und in der flotten lockeren Pin=
ſelführung
. Hingegen iſt Hans Kohl=München in ſeiner
Odenwaldlandſchaft mit ihrer breiten flächigen Farbengebung
gar zu ſehr auf Plakatwirkung eingeſtellt und Rolf C. Balſam=
Mainz gibt ſowohl in Pferde, wie in dem intereſſanten Bild
Rumäniſche Zigeuner eine ſachlich gute, ruhige Arbeit.
Von Vala Lamberger=Heppenheim, die ebenfalls zur
Mainzer Vereinigung gehört, konnte an dieſer Stelle ſchon öfter
gut geſprochen werden. Sie iſt hier nur mit einem Kinderbild
vertreten, das uns ſehr gute Charakteriſtik dünkt, ſoweit das
möglich iſt einen unentwickelten Menſchen zu charakteriſieren.
Die Eigenart des Kolorits verbürgt gute Bildwirkung. Sehr
intereſſant iſt die Kollektion von Aquarellen und getönten Zeich=
nungen
, die Alfred Mumbächer=Mainz ausſtellt. Dieſe ſehr
flotten Blätter, offenbar ſtark von franzöſiſcher Schule beein=
flußt
, ſind in der Eigenart, wie ſie techniſch gelöſt und wie ſie
künſtleriſch geſehen ſind, höchſt intereſſant. Zu den ſtärkſten
Kunſtkräften der Mainzer Gruppe zählt noch Seck=Carton,
wenngleich ſeine ſehr flächige, flotte, ganz lockere Art, die im
Kolorit ſehr reizvoll iſt, nicht jedermanns Geſchmack ſein dürfte.
Auch Richard Scholz=München, deſſen großes, flottes Gemälde
Die junge Etſch Intereſſe beanſpruchen darf, zählt zur Main=
zer
Gruppe, in deren Gefolge noch Mainzer Künſtler genannt
ſeien, die keiner Vereinigung angehören. Es ſind dies Henny
Mannheimer, die mit einem flotten Stilleben vertreten
iſt, und Helmut Obſtfelder deſſen Rhein bei Mainz trotz
der Härte des Kolorits von reizvoller Bildwirkung iſt.

In der Künſtlergruppe Worms iſt Hans Hecker mit ſeinen
Aquarellen, die eine ganz eigne Technik zeigen, mit der Inter=
eſſanteſte
. Die Möwen ſowohl, wie die Rehe ſind, abgeſehen
vom rein Maleriſchen, ſehr feine Tierſtudien. Joſef Müller=
Heppenheim gibt in dem Aquarell Der letzte Gaſt eine feine,
zarte, zurückhaltende Arbeit, Eduard Schmidt=Alsbach in
ſeinem Waldweg eine recht gute anſpruchsloſe Studie, Emil
Stumpp=Worms in ſeiner Kollektion Steinzeichnungen aus=
gezeichnete
Beweiſe, des offenbar ſehr ſtarken Talents. Dieſe
flotten Zeichnungen ſcheinen ſehr gute Charakterſtudien und
Daniel Wohlgemuth=Gundersheim in ſeinen Aquarellen aus
Rheinheſſen ſehr gute Arbeiten, deren Stärke des Ausdrucks
und des farbigen Geſtaltens leicht die Härte des Kolorits ver=
geſſen
macht.
Blieben noch zu nennen einige Offenbacher Künſtler: Fried=
rich
Götz mit einem dunklen, aber reizvollen Aquarell, einer
gutgeſehenen Landſchaft an der Schwarza, Paul Krommes
mit einer recht flotten Zeichnung Seiltänzer und Hedith
Wecker mit einer Kollektion ſachlich gezeichneter Holzſchnitt=
ſtudien
.
In den Bahnen Küſtners wandelt Hermann Bahner=
Langen. Sein Oelbild Am Altrhein erreicht zwar nicht die
Reife dieſes Altmeiſters der heimatlichen Landſchaft, aber es iſt
gut geſehen und farbig intereſſant. Hans Geyer, Frhr. von
Schönberg ſtellt eine recht flotte Tuſchzeichnung von Ueberlingen
aus, Fritz Gils=Eberſtadt eine Kollektion, z. T. ſtark franzö=
ſiſch
beeinflußt, z. T. ſehr ſachlich gemalter Bilder aus, von
denen der Akt und Sitzendes Mädchen mehr intereſſieren
durch die geſuchte Art nicht der koloriſtiſchen, ſondern der Form=
wirkung
, auch die Landſchaft und das Herrenbildnis ſind ſtark
auf geſuchte Sonderheit eingeſtellt. Die Kollektion als Ganzes
ſtellt aber höchſt intereſſante künſtleriſche Problematik dar.
Margarete Kranz=Butzbach iſt mit zwei liebevoll gezeich=
neten
und gemalten Aquarellen Blumen und Bergwieſe‟,
Ludwig Krauß=Groß=Umſtadt mit guten Federzeichnungen,
Willi Reue=München mit drei Gemälden großzügiger Kolo=
riſtik
, typiſcher Münchener Schule in der flächigen, loſen Pinſel=
führung
, Hermann Rettberg=Sofia mit einem hart kolo=
rierten
, aber farbig höchſt intereſſanten und groß geſehenen Bild
Jantrabrücke (Bulgarien) und Heinrich Will=Gießen mit
einer guten ſachlichen Radierung vertreten.
Die Plaſtik
hat unter der Not der Zeit mehr noch zu leiden wie die Malerei.
Einmal, weil unſere Architekten unter dem Zwang, ſo billig
wie möglich zu bauen, bedauerlicheriveiſe auf jede Bauplaſtik,
auf jeden bildhaueriſchen Schmuck verzichten, zum andern aber,

Nummer 214
der roke Terror.

die Reſte des Rolfronkkämpferbundes in eine kom
muniſtiſche Geheimarmee umgewandelk.

* Berlin, 3. Aug. (Priv.=Tel.)
Die amtlichen Stellen in Preußen haben ſich nun allmählie
doch davon überzeugt, daß die Kommuniſtiſche Partei bereits ein
ſehr gute Bürgerkriegsgarde geſchaffen hat. In der Oeffentlich
keit iſt gerade in den letzten Wochen lebhaft über die Schießübun
gen der Kommuniſten Klage geführt worden, die dieſe ziemlie
offen vorgenommen haben. Erſt vor wenigen Tagen wurde i
Berlin ein Haus näher bezeichnet, in dem die Kommuniſten ſoga
mit Infanteriegewehren exerzierten. Trotz alledem hat man nicht
von einem energiſchen Durchgreifen der Polizei gemerkt. Dafü
ſind aber verſchiedene Polizeibeamte bei den jüngſten Zuſammern
ſtößen ermordet worden. Um das Wochenende hat ſich nun ein
neue Welle kommuniſtiſcher Terrorakte un
Bluttaten über Deutſchland ergoſſen. Gleichzeitig hat ma
aber in Berlin einwandfreies Material dafür erhalten, daß di
Reſte des Rotfrontkämpferbundes in eine kom
muniſtiſche Geheimarmee umgewandelt worde
ſind, ihre Stoßtrupps bei allen politiſchen Demonſtrationen un
Zuſammenſtößen dabei ſind und eine Hauptrolle ſpielen. Die
Stoßtrupps ſind militäriſch gedrillt und ſind auch nach den ange
ſtellten Beobachtungen entſprechend ihren Exerzier=Reglement
vorgegangen. So hat man am 30. Juli und 1. Auguſt in Berli
geſehen, wie die Kommuniſten bei Zuſammenſtößen in Knieſte.
lung gingen und aus dieſer Stellung heraus ein wohlgezielte
Feuer auf die Polizei eröffneten. Die Unterſuchungen des Ber
liner Polizeipräſidiums werden zurzeit noch fortgeſetzt. Man hoff
ſchon binnen kurzem ſich ein genaues Bild mindeſtens von de
kommuniſtiſchen Geheimarmee machen zu können.

Der Polizeipräſident von Berlin hat eine Belohnung in Höh
von 1000 RM. für zweckdienliche Angaben ausgeſchrieben, die daz
dienen, Täter oder Mittäter des Mordverſuchs an dem Polizei
hauptwachtmeiſter Fiebig zu ermitteln, der im Laufe der Kra
walle vom 1. Auguſt in der Frankfurter Allee begangen wurde
Fiebig iſt, wie gemeldet, dabei durch einen Schuß lebensgefährlie
verletzt worden.
Wie ſie hehen!
Die Kommuniſten benutzen den Volksentſcheid um ihr
Ziele in verſchärftem Tempo zu erreichen. In der letzten Zei
iſt eine erhöhte Aktivität zu verſpüren. Vor wenigen Tage
war ein Berliner Blatt in der Lage, einen heimlich verbreitete=
Aufruf des Rotfrontkämpferbundes zu veröffentlichen, der tro
des offiziellen Verbotes noch immer weiter exiſtiert. In dieſer
Aufruf wird zu Gewalttätigkeiten aller Art aufgefordert. E
wird wörtlich geſagt: Holt Euch aus den Geſchäften und Unter
nehmungen das, was Ihr zum Lebensunterhalt braucht. Stiehl
man Euch das Brot, ſo holt es Euch wieder. Die letzte
Wochen haben gezeigt, daß der Werktätige nicht vor dem Gummi
knüppel zurückweicht. Die Euch ſchlagen, ſind ebenfalls ſo unter
drückt und ausgebeutet wie Ihr. Wer auf Berufsgenoſſen ſchieß
und ſchlägt, muß ebenſo behandelt werden.
Die Kommuniſten verſuchen alſo nach wie vor, die No
breiteſter Volksſchichten in ihrem Sinne auszunutzen und di
Maſſen aufzuwiegeln. Nebenher laufen ſelbſtverſtändlich ihr
Verſchwörungen und geheimen Abmachungen. Wir müſſen da
mit rechnen, daß ſehr bald ſich eine neue Welle von Unruher
über das ganze Reich ergießt. Es ſieht faſt ſo aus, als ob man
jetzt ernſtlich daran geht, die Stoßkraft der Reichswehr zu beein=
trächtigen
. In den letzten Tagen ſind zwei große Proviant=
lager
der Reichswehr in Flammen aufgegangen. Der Verdach
liegt nahe, daß es ſich um Brandſtiftungen handelt, die vot
den Kommuniſten vorgenommen worden ſind. Die Unter
ſuchungen ſind noch im Gange. Die erhöhte Aktivität de
Kommuniſten, die nach außen hin als Propaganda für der
Volksentſcheid in Erſcheinung tritt, muß aber doch zu denker
geben.
Zwei Toke bei einer polikiſchen Schlägerei.
Am Sonntag abend wurden in Wittſtock (Doſſe) mehrere Na
tionalſozialiſten, als ſie eine Veranſtaltung ihrer Partei verlie
ßen, auf der Straße von einer Anzahl Kommuniſten angegriffen
Es entwickelte ſich eine Schlägerei, in deren Verlauf von kommu
niſtiſcher Seite mehrere Schüſſe abgefeuert wurden. Dabei wurde=
der
Nationalſozialiſt Rühmling und ein an der Schlägerei nich
beteiligter Tuchmacher Alfred Runzler getötet und fünf Perſoner
verletzt. Bei der Säuberungsaktion wurde als mutmaßlicher Re
volverſchütze der Kommuniſt Alfred Plötz verhaftet.

weil zur Kunſtplaſtik vielfach unerſchwinglich teures Materia
gehört, ſoweit nicht plaſtiſche Kunſtwerke in Gips oder ſonſtigen
Behelfsmaterial, das dem Verderben leicht ausgeſetzt iſt, aus=
geführt
werden.
In erſter Linie iſt das intereſſant, was Well Habicht=
Darmſtadt in ſeinen Klinkerplaſtiken, gemeinſam mit den Oden=
wälder
Ziegelwerken von Dr. Anton u. Co., Groß=
Zimmern, den Architekten an Hand gibt. Wir haben über dieſe
neue Art der Bauplaſtik vor einiger Zeit ausführlich berichtel.
Well Habicht formt aus Einzelklinkern gute Plaſtiken bis zur
monumentalen Wirkung ausgebaut, die dann wie jede andele
Klinker gebrannt und aufgebaut werden. Es handelt ſich alld
hier nicht um Steinmaterial, aus dem die Formen heraus=
gehauen
werden, ſondern die Bildwerke werden im feuchten Lonl
geformt, und zwar jeweils in der üblichen Klinkergröße, unter
Zurechnung der Mörtelfugen. Dann gebrannt, ergeben die ſe
aufgebauten Plaſtiken ein geſchloſſenes Ganzes in Form. und
Linienführung, durch die Mörtelfugen aber, die ſelbſtverſtändlick
dem Ton des Klinkers entſprechend getönt werden, intereſſan
flammig bewegt. Es entſteht ſo ein farbig lebendiger Ausdruck
trotzdem die Ruhe und Geſchloſſenheit eines einheitlichen Kunſt
werkes erhalten blieb. Der Gärtner den Well Habicht hie
ausſtellt, iſt im Freien aufgebaut und zeigt ſo ſeine Beſtimmun!
und Verwendungsmöglichkeit auf natürlichſte Weiſe. Von ſeinel
bekannten, gut komponierten Tierplaſtiken in Majolika hat Wel
Habicht Fuchs und Molch ausgeſtellt, ſeine Sportlerin
das künſtleriſch Wertvollſte der Kollektion, war bereits Gegen
ſtand der Beſprechung.
Hervorragende Kunſt der Plaſtik gibt, wie immer, Heinric
Jobſt=Darmſtadt, das älteſte und treueſte Mitglied der Künſt
lerkolonie. Profeſſor Jobſt ſtellt drei Bildnisbüſten aus, in der
von ihm hervorragend gemeiſterten Formtechnik, in der hervor=
ragenden
Art, wie er techniſch totem Material Leben und Aus=
druck
zu verleihen weiß, alle drei gleich. Doch dünkt uns, iſt ihn
bei Bürgermeiſter Buxbaum die Charakteriſtik am beſten, über=
zeugendſten
gelungen. Dieſe Bildnisbüſte gibt eine ſo feit
geſehene, ſo glänzend feſtgehaltene Charakterſtudie, die in den
Ausdruck des Geſichts das ganze ſtarke Weſen des Mannes
offenbart, den ſie darſtellt, daß das kaum übertroffen werder
kann.
Eine intereſſante Arbeit iſt die Sitzende Frau von Lotte
Roſe=Darmſtadt. Die Künſtlerin iſt eine Schülerin von Well
Habicht. Sie bevorzugt in der Kompoſition, nach dem Vorbilk
ihres Lehrers, die geſchloſſene Form und die weiche Linien=
führung
. Sie verſtand aber in dieſer ſitzenden Frau doch die
Glieder ſoweit zu löſen, daß ein Lebendiges, daß nichts Starres
erſtand. Andreas Schepp=Mainz ſtellt zwei Porträtbüſten
aus, feine lebendige Geſichter in naturaliſtiſcher Auffaſſung, die
ebenfalls gute Illuſtrierungen zu geben ſcheinen.

[ ][  ][ ]

Nummer 214

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Seite 3

Fortſetzung der Bankverhandlungen in Paris

Die Burifer Arrontverhaudtdugen.
Engliſcher Preſtigeverlnſt. Kein moraliſcher Gewinn
für Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 3. Auguſt.
Man hofft hier, daß der franzöſiſch=amerikaniſche Kredit, der
der engliſchen Bank zur Verfügung geſtellt wurde, die Stabili=
tät
des Weltfinanzmarktes erhöhen wird. Es ſteht jedenfalls feſt,
daß er das Preſtige Frankreichs England gegenüber erhöht.
Dennoch iſt man in Paris von der Situation recht wenig ent=
zückt
.
Die engliſche Finanzpolitik ſucht in Paris nach Hilfe, oder
richtiger nach Zuſammenarbeit, und als ihr dies angeboten
wird, entdeckt man in London, daß der franzöſiſche Kredit mit
dem britiſchen Stolz nicht zu vereinigen iſt. Nachdem man dies
ſo laut in die Welt herausgeſchmettert hat, damit es keiner über=
hören
konnte kehrte man zu dem franzöſiſchen Angebot zu=
rück
. Der Mann der Straße, von deſſen Urteil letzten Endes
das Vertrauen in die Grundlagen unſerer kapitaliſtiſchen Wirt=
ſchaft
abhängt, muß ſich dabei ſeinen Teil denken. Und das iſt
das Schlimmſte an der ganzen Geſchichte. Nicht jeder kennt die
Gepflogenheiten der internationalen Finanzpolitik ſo weit, daß
er ſich von dem fatalen Eindruck, den die Haltung der eng=
liſchen
Finanzpolitik bei einer willkürlich einfachen Betrachtung
der Dinge auslöſen muß, befreien könnte. Von der Reiſe Sir
Robert Kindersleys bis zur letzten Einigung haben die Eng=
länder
die Verhandlungen auf eine Art geführt, welche ein merk=
würdiges
Maß von Mangel an Logik und Pſychologie verriet.
Sie haben dadurch nicht nur ſich ſelbſt, ſondern der ganzen
Welt geſchadet.
Von franzöſiſcher Seite behauptet man jetzt, daß die fünfzig
Millionen Pfund, welche England von Frankreich und den Ver=
einigten
Staaten erhält, in erſter Reihe Deutſchland zu gute
kommen, und daß Frankreich auf dieſe Weiſe Deutſchland eine
indirekte Hilfe gewährt, ohne dafür die geforderten politiſchen
Bedingungen zu erhalten. Dieſer Gedanke genügt allerdings,
um die Freude der franzöſiſchen Rechtspreſſe über den Preſtige=
erfolg
gegenüber England zu verderben.
Es iſt ohne Zweifel richtig, daß für Deutſchland die Ent=
ſpannung
in London eine Erleichterung bedeutet. Frankreich
hätte alſo der Eindruck wird hier wieder wach wieder ein=
mal
den moraliſchen Nutzen aus ſeiner Aktion verloren. Aber
es iſt nicht ganz richtig, die Dinge ſo darzuſtellen. Einen mora=
liſchen
Nutzen aus der einfachen und ſelbſtverſtändlichen Tatſache,
daß die franzöſiſche Finanzpolitik ſich nicht von den Weltfinanzen
iſolieren läßt, könnte man ſelbſt bei der geſchickteſten Taktik nicht
ziehen. Und um etwas anderes handelt es ſich bei der franzöſiſch=
engliſchen
Einigung nicht. Die Lage wäre gewiß ganz anders,
wenn Frankreich ſich freiwillig dazu entſchließen könnte, ſeinen
Verſtändigungswillen auf finanziellem und politiſchem Gebiet
gleichzeitig zu beweiſen. Dann würde der moraliſche Nutzen
nicht ausbleiben.
Eine franzöſiſche Skimme
über die indirekke Hilfe für Deutſchland.
Paris, 3. Auguſt.
Zu der Kreditoperation zu Gunſten der Bank von England
ſchreibt das Oeuvre: Frankreich hat England einen Kredit von
3 Milliarden Franks bewilligt. Das iſt ganz natürlich, denn
England, das mit Frankreich befreundet iſt, befindet ſich in
Schwierigkeiten und ſo hilft ihm Frankreich. Weshalb aber ſei
England in Schwierigkeiten? Weil es in Deutſchland kurz=
friſtige
Kredite angelegt habe, und wenn Frankreich ihm nicht
zu Hilfe komme, England gezwungen wäre, Deutſchland dieſe
Kredite wieder zu entziehen. Auf dieſe Weiſe helfe Frankreich
indirekt Deutſchland. Dagegen wolle das Blatt keineswegs Ein=
ſpruch
erheben, es wolle aber hervorheben, mit welcher Leichtig=
keit
in Frankreich der Gedanke einer indirekten Hilfe für Deutſch=
land
aufgenommen worden ſei, während in den Augen des
deutſchen Volkes England das Verdienſt für die Deutſchland
zuteil werdende Hilfe zukomme.

Daily Herald.
Mer den ſienzäiſiſc mnerſlaniſchen Kredft.
London, 3. Auguſt.
Zu dem Abkommen über einen 50=Millionen=Pfund=Kredit
für die Bank von England ſagt der Daily Herald, daß unter kei=
nen
Umſtänden die Abſicht beſtünde, dieſen Kreoit für weitere
Vorſchüſſe an Deutſchland zu benutzen. Ein ſolches Verfahren
würde nämlich bedeuten, daß franzöſiſches und amerikaniſches Geld
auf dem Wege über England ſtatt direkt nach Deutſchland gehen
würde, und dies hieße mit anderen Worten, daß England eine
Art Garantie für Deutſchlands Stabilität geben müſſe, was man
aber nicht von London erwarten könne.
Günſtiger Forkgang der Pariſer Stilhalke-
Verhandlungen.
Paris, 3. Auguſt.
Am Montag haben weitere Einzelbeſprechungen des Bevoll=
mächtigten
der Deutſchen Bank. Direktor Schlieper, mit den Ver=
tretern
der franzöſiſchen Banken ſtattgefunden. Der aus den Ver=
tretern
der Großbanken gebildete Ausſchuß, der ſich mit der fran=
zöſiſchen
Beteiligung an dem für Deutſchland in Ausſicht genomme=
nen
Stillhaltekonſortium und anderen banktechniſchen Fragen be=
faßt
, iſt um 16.30 Uhr zu einer Sitzung zuſammengetreten. Direk=
tor
Schlieper reiſt am Dienstag zur Fortführung der Verhand=
lungen
nach London ab.
Das führende Pariſer Finanz= und Wirtſchaftsblatt, die
Agence Economique et Financieres ſtellt in Uebereinſtimmung
mit der Anſicht hieſiger Finanzkreiſe feſt, daß das am Samstag
abgeſchloſſene franzöſiſch=amerikaniſche Kreditabkommen mit der
Bank von England den erſten und wichtigſten Schritt auf dem
Wege einer langfriſtigen Anleihe darſtelle. Außerdem ſei dieſer
Tag von größter Bedeutung, da man ihn als Markſtein in den
franzöſiſch=amerikaniſchen Finanzbeziehungen bewerten müſſe. Die
Amerikaner hätten alle zwiſchen Paris und London vereinbarten
Bedingungen als Ganzes und ohne jede Erörterung angenommen.
Zuſtimmung der B. J.3. zur Berlängerung
des 100-Millionen=Dollar=Kredits.
Baſel, 3. Auguſt.
In ſeiner heutigen Sitzung hat der Verwaltungsrat der Bank
für internationalen Zahlungsausgleich den Präſidenten ermäch=
tigt
, im Einvernehmen mit den beteiligten Zentralbanken den der
Deutſchen Reichsbank gewährten Kredit für einen Zeitraum von
höchſtens drei Monaten zu erneuern. Der Anteil der B. J. 3.
an dieſem Kredit, deſſen Rückzahlung am 6. Auguſt fällig war,
beträgt 25 Millionen Dollar.
Zuſammenkritk des inkerngkionglen Sachverſtändigen=
komikees
der B.3.3.
Der Verwaltungsrat der B. J. 3. hat in ſeiner heutigen
Sitzung, an der für den Reichsbankpräſidenten Dr. Luther Geh.
Oberfinanzrat Dr. Vocke, ſowie die deutſchen Verwaltungsrats=
mitglieder
Bankier Melchior und Kommerzienrat Reuſch teilnah=
men
, die Vorſchläge auf Einberufung des Internationalen Sach=
verſtändigenkomitees
der B. J. Z. gutgeheißen, deſſen Zuſammen=
ſetzung
bereits bekannt iſt. Der Verwaltungsrat beſchloß, die
Mitglieder dieſes Komitees aufzufordern, die erſte Sitzung am
nächſten Samstag, den 8. Auguſt, in Baſel abzuhalten und dem
Komitee ein Sekretariat zur Verfügung zu ſtellen. Das Komitee
wird ſeinen eigenen Vorſitzenden ernennen und ſeine Arbeits=
methode
ſelbſt beſtimmen.
Die weiteren Arbeiten des Berwalkungsrakes

der 5.).3.

Der Verwaltungsrat der BJ3. hat in ſeiner heutigen Sitzung
u. a. die Berichte über die Lage in Oeſterreich und Ungarn zur
Kenntnis genommen, über deren Inhalt jedoch ſeitens der Bank=
leitung
nichts mitgeteilt worden iſt. Auch wurde der Geſchäfts=

ausweis über den Stand der Bank am 31. Juli 1931 zur Kenntnis
genommen. Dieſer Ausweis weiſt eine Bilanzſumme von 1632
Millionen Schweizer Franken auf, was gegenüber dem letzten
Ausweis eine Verringerung von 148 Millionen Schweizer Franken
bedeutet. Dieſe Verringerung iſt bei den Konten der Schatzämter
auf die ſeit dem 1. Juli in der Durchführung des neuen Planes
eingetretenen Veränderungen zurückzuführen, bei den Konten der
Zentralbanken auf den Umſtand, daß ſich einige von ihnen genötigt
ſahen, Deviſen zu verkaufen, um den auf den verſchiedenen euro=
päiſchen
Plätzen feſtgeſtellten Kapitalabziehungen zu begegnen.
Ein Teil dieſer Abziehungen iſt durch Neueinlagen der Zentral=
banken
, auf deren Märkte Kapitalien zugefloſſen ſind, ausgegli=
chen
worden. 51 Prozent der Mittel wurden am 31. Juli in
Form von Sichtguthaben bzw. ſofort rediskontierbaren Wechſeln
gehalten, während die Sichtverbindlichkeiten nur 33 Prozent be=
trugen
.
Die nächſte Sitzung des Verwaltungsrats wird zu einem vom
Präſidenten noch zu beſtimmenden Zeitpunkt einberufen werden.
Die Zollunion
vor dem Haager Gerichtshof.
Borkſehung der Replik Dr. Kaufmanns.
Haag, 3. Auguſt.
Vor dem Ständigen Internationalen Gerichtshof ſetzte der
oſterreichiſche Vertreter, Prof. Dr. Kaufmann, am Montag vor=
mittag
ſeine Replik in Sachen der deutſch=öſterreichiſchen Zoll=
union
fort. Nachdem er am Samstag nach Zurückweiſung der
franzöſiſchen Auslegung des Begriffs Unabhängigkeit beſonders
des Vergleichs mit dem Statut für Belgien von 1839 und der
Behauptung, im Vertrag von St. Germain ſeien die ſouveränen
Rechte Oeſterreichs ſo feſtgelegt worden, wie ſie 1919 beſtanden
hätten, noch feſtgeſtellt hatte, daß die Bemühungen der franzö=
ſiſchen
Regierung die Texte frei von feſtſtehenden Begriffen und
Wahrheiten auf juriſtiſchem Gebiet auszulegen mißglückt ſeien,
ging er heute auf die von italieniſcher und tſchechoſlowakiſcher
Seite gegen ſeine Ausführungen erhobenen Einwände ein. Er
betonte dabei u. a., daß durch die im Wiener Protokoll vorge=
ſehene
Gleichheit, Gegenſeitigkeit und Schaffung einer Arbitrage=
inſtanz
die Unabhängigkeit Oeſterreichs in keiner Weiſe angetaſtet
werde. Auf eine Frage des engliſchen Mitgliedes des Gerichts=
hofes
, Sir Cecil Hurſt, was er mit dem Ausdruck Aufſichtsrat,
meine, den er in ſeinen Ausführungen gebraucht habe, erklärte
Prof. Kaufmann, daß er mit dieſem Ausdruck, den er den Ausfüh=
rungen
des italieniſchen Vertreters Piloti entnommen habe,
meine, daß man damit rechnen müſſe, daß nicht nur Deutſchland
ein Aufſichtsrecht gegenüber Oeſterreich, ſondern auch Oeſterreich
ein Aufſichtsrecht gegenüber Deutſchland habe.
Neue Termine für die Genfer Tagungen.
Genf, 3. Auguſt.
In den Ende Auguſt beginnenden großen Tagungen des Völ=
kerbunds
und der Europakommiſſion iſt jetzt eine neue Verſchiebung
der Termine eingetreten. Die zum 26. Auguſt einberufene Tagung
des großen Koordinationsausſchuſſes der Europakommiſſion, dem
ſämtliche europäiſchen Mächte angehören und der als politiſche
Inſtanz die Arbeiten der zahlreichen einzelnen Unterausſchüſſe zu=
ſammenfaſſen
und das Arbeitsprogramm der Europakommiſſion,
ausarbeiten ſoll, iſt nunmehr auf den 30. Auguſt feſtgelegt wor=
den
. Der Völkerbundsrat tritt am 1. September und unmittel=
bar
anſchließend ſodann am 3. September die Europakommiſſion
zuſammen. Die Verſchiebungen der Sitzungen ſind, wie mitgeteilt
wird, auf den ausdrücklichen Wunſch der deutſchen und der eng=
lichen
Regierung vom Generalſekretär des Völkerbundes vorge=
nommen
worden und erfolgen offenbar mit Rückſicht auf die im
Auguſt ſtattfindenden Beſuche der deutſchen Regierung in Rom
ſowie möglicher Beſuche in Berlin.
Macdonald Gaſt Skimſons in Schokkland.
London, 3. Auguſt.
Premierminiſter Macdonald, der ſeine Ferien in Schottland
verbringt, wird dort zwei Tage lang der Gaſt des amerikaniſchen
Staatsſekretärs Stimſon ſein. Stimſon hat im Hochland ein
Sommerhaus gemietet, und dorthin wird ſich Macdonald, einer
Einladung des Staatsſekretärs folgend, am nächſten Donnerstag
begeben. Es wird erwartet, daß bei dieſer Zuſammenkunft die
Erörterungen über die internationalen Fragen, die gelegentlich
der Sieben=Mächte=Konferenz begonnen haben, fortgeſetzt werden.

Ein ausgezeichneter Kopf iſt auch die Porträtſtudie, die Pro=
eſſor
Poelzig, den bekannten Baumeiſter, darſtellt von Karl
Pagner=Frankfurt modelliert. Heinrich Martin Werner
tellt den Kopf eines Bildhauers, eine ſehr gekonnte Arbeit
ein in der Bewegung und Formengebung, weiterhin zwei
MNädchenplaſtiken, die in naturaliſtiſcher Auffaſſung gute Be=
vegungsſtudien
darſtellen.
Fanny Wolfskehl iſt mit einer ſehr guten Porträtbüſte
von Willem de Haan vertreten, die das geiſtvolle Geſicht des
Meiſters ſehr lebendig und wahr wiedergibt. Mit Franz
Vodo=Lowitz=Mainz, der einen feinen liegenden Frauen=
örper
in Bronze ausſtellt, und Ludwig Gievers=Darmſtadt,
der mit einer Porträtbüſte in Bronze, einer guten, wenn auch
onbentionellen Arbeit und Hans Antlitz=Offenbach, der eben=
falls
zwei Büſten, ſachliche ruhige Arbeiten, ausſtellt, iſt auch
die Abteilung Plaſtik dann erſchöpft.
Möge die Ausſtellung, die eine der intereſſanteſten der letzten
Jahre darſtellt, in den kurzen Wochen, in denen ſie noch ge=
Offnet iſt, noch die Beachtung finden, die ſie reichlich und ehr=
Max Streeſe.
lich verdient.
Verreiſt oder zu Hauſe geblieben? Sie haben von beidem
mehr, wenn Sie die Auguſtnummer der Neuen Linie ge=
leſen
haben! Urban Roedl erörtert eine Lebensfrage auch
für Sie: Was will der Menſch um Mitternacht in Finſter=
balde
. Für Sinn Beſinnung, Erlebnis gegen Zeit, Tempo. Be=
laus
Knobels Bericht über Eginbert
trieb.

5. Rauſchs Novelle Avette‟. Eros von zehn zu neunzehn
und zwiſchen zehn und neunzehn. Zart und ſüß; es beglückt für
Tage! Im Reiſeteil ſpricht Südtirol aus vielen Bildern, mit
ſchönheit und Melancholie. Aber auch für den Großſtädter hat
Valter Gropius Troſt: Wie ſollte, ja wie ſollte der Groß=
ädter
wohnen? Im Modeteil finden Sie bereits Tips für die
erbſtmode: Modelle zur Sommerwende, das abendliche Kleid
us Organdy und intereſſante Handſchube, Kappen, Schuhe,
Schmuck. Erika Neuhäuſer fragt: Sie fliegen noch nicht
elbſt? Leſen Sie und Sie werden getröſtet ſchlafen gehen! Sie
aufen das Auguſtheft. Die neue Linie überall in den Buchhand=
ungen
für 1 Mark. (Verlag Otto Beyer, Leipzig und Berlin.)
Die Minderheitenfrage macht Ihr Archiv für viele Schrift=
teller
unentbehrlich. So urteilt ein bekannter deutſcher Publiziſt
ber das Zentral=Archiv für Politik und Wirtſchaft. Er
dat dabei nicht nur die bedeutſamen Aufſätze, welche die Zeit=
hrift
des Zentral=Archivs unter genauer Quellenangabe zum
achdruck bringt, im Auge, ſondern vor allem den ſtändigen Nach=
weis
der einſchlägigen Literatur, wie er im Wochenſpiegel der
reſſe, einer Beilage der Zeitſchrift, gegeben iſt. Das Zentral=
lrchiv
verfolgt alle wichtigeren Zeitungen und Zeitſchriften und
rdnet ihre Aufſätze in eine 1500 Hauptakte umfaſſende Samm=
ung
ein. Nur ein Teil des täglich anfallenden Materials kann

im Wochenſpiegel der Preſſe nachgewieſen werden. Schon dieſer
Ausſchnitt aus ſeinem beſonderen Intereſſengebiet nötigt dem
Publiziſten das zitierte Urteil ab. Vor welchem Reichtum wert=
vollſter
Publikationen ſtünde er, wenn er erſt die Akten der
Sammlung ſelbſt durchblätterte! Alle Probleme und Bewegun=
gen
der Zeit finden die gleiche Beachtung und Pflege, ob es ſich
um Angelegenheiten des Deutſchen Reiches oder anderer Staaten,
um politiſche, kulturelle, wirtſchaftliche oder ſoziale Fragen han=
delt
. Wer ſich über das Zentral=Archiv und ſeine Arbeit näher
unterrichten laſſen will, verlange koſtenfreie Auskunft vom Ver=
lag
: München 2 NO, Ludwigſtr. 17a.
Zwei große Markſteine in der Entwicklung des Flugweſens. Der
Südamerikaflug der Do 4 und die am 15. Juni erfolgte
Einſtellung des größten Landflugzeuges der Welt, der Junkers G 38
in den planmäßigen Luftverkehr zwiſchen Berlin und London bedeutet
zwei große Markſteine in der Entwicklung des Flugweſens. Damit iſt
die Möglichkeit und Wirtſchaftlichkeit der Verwendung von Großflug=
zeugen
zu Waſſer und zu Lande endgültig klargeſtellt. Was bei raſtloſer
Arbeit in einer Kette von Verſuchen und Erfahrungen herausgearbeitet
worden iſt, das zeigt die ſoeben im Verlag von Vandenhoek u. Ruprecht
in Göttingen erſcheinende Broſchüre Großflugzeuge von Dipl.=
Ing. Günther Bock (leitender Ingenieur bei den Junkers= Flugzeug=
werken
in Deſſau), die beſonders in ihrem Bilderteil eine Menge z. T.
noch unveröffentlichte Abbildungen aus dem Großflugzeugbau des In=
und Auslandes bringt. (Kart. 2,50 Mk.) Es iſt dem deutſchen Groß=
flugzeugbau
in jahrelanger ſyſiematiſcher Arbeit gelungen, einen Typ
herauszubilden, der immer mehr den Eigenſchaften eines Idealtyps nahe
kommt. So entſtanden 1929 das Nur=Flügel=Flugzeug G 38 und das
Flugſchiff Do X. Beide Typen ſind das Endergebnis unerhört fleißiger
Forſchungsarbeit. Sie ſtehen am Anfang eines neuen Zeitabſchnitts für
den kommenden Großflugzeugbau.
Ravenſteins Deutſche Autokarte nennt ſich eine vierfarbige
billige Neuausgabe der bekannten Ravenſteinſchen Autokarten,
die in nur 27 Blättern ganz Deutſchland und Anſchlußländer im
Maßſtabe 1:300 000 darſtellt. Dieſe neuen Karten greifen an
allen vier Rändern nur ſoweit übereinander, daß bequem der
Anſchluß auf dem nächſten Blatt zu finden iſt. Außerordentlich
klar ſind die für den Autotouriſten wichtigſten Straßen in ſtarken
roten Linien mit kräftigen Kilometerangaben zwiſchen größeren
Strecken angegeben. Wer aber abſeits dieſer fahren will, findet
mit ſchwachen roten Linien und entſprechend kleineren Zahlen
die Straßen, welche ſelbſt nach kleinſten Orten hinführen, deutlich
gekennzeichnet. Die Karten ſind durch alle Buchhandlungen und
die Geographiſche Verlagsanſtalt Ludwig Ravenſtein, A.=G.,
Frankfurt a. M., zu beziehen.
Ap. Wer’s weeß, werd wifſe. Gedichte in Heidelberger Mundart.
Von Jakob Voth. (Verlag Paul Braus, Heidelberg. Preis 3 Mk.)
Mundartdichtungen ſind nur auf das Verſtändnis Einheimiſcher einge=
ſtellt
. Wenn die Darmſtädter an Schaffnits Gedichten und Bienche Bim=
bernelles
Sunndags=Nachmiddags=Bedrachdunge ihre Freude haben, ſo
werden die der Mundart nicht Mächtigen Sprache, Ausdrücke und Wen=
dungen
die den Einheimiſchen geläufig ſind, nicht immer verſtehen und
ſich das Verſtändnis erſt aneignen müſſen. So iſt es auch mit den Ge=
dichten
Voths, die in echter Heidelberger Mundart geichrieben Ind und

Welt und Menſchen mit den Augen des gemütlichen Philiſters ſehen
und ſeine Philoſophie im Humor widerſpiegeln. Das Humoriſtiſche und
Satiriſche iſt das Hauptmerkmal der Dialektdichtungen überhaupt und
ſpeziell auch dieſer mehr als 100 Gedichte. Der erſte Teil Aus Neine‟
(Neuenheim) behandelt Lokaltypen und Erlebniſſe aus Neine in humo=
riſtiſcher
Aufmachung; der zweite Am Fenſter allerlei Unterhaltendes
vor Tag und Jahr, und der dritte Aus der Natur un auß’m Menſche=
lewe
Land und Leute aus Heidelberg und dem Neckartal, wie Uffim
Philoſophenweg. Kampf im Neggerdal, Mandelbeere‟, Wahlver=
ſammlung
Dreigroſcheober uſw. Die Gedichte eignen ſich beſonders
für Rezitatoren zum Vortrag.
Ap. ABC=Naturſchutzführer. Band 1 der Handweiſer der
Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Von Dr.
Walther Schoenichen. Mit 17 Abbildungen im Text. ( Ver=
lag
von J. Neumann=Neudamm.) Das Buch, in dem der ge=
ſamte
dem Fragenkreiſe von Naturſchutz und Naturdenkmalpflege
zugehörende Stoff überſichtlich dargeſtellt wird, gibt über die
wichtigſten geſetzlichen Vorſchriften, über die Organiſation, über
Schutzgebiete, geſchützte Tier= und Pflanzenarten, über die in der
Naturdenkmalpflege tätigen Perſönlichkeiten und zahlloſe ſonſtige
Fragen ſchnell und zuverläſſig Auskunft. Auf 259 Seiten ſind in
dieſem Handbuch mit ſchier erſtaunlichem Fleiß und Gründlichkeit
die Geſetze und Verordnungen aller deutſchen Länder über Natur=
ſchutz
und Naturdenkmalpflege zuſammengeſtellt, die wohl die Zahl
Tauſend erreichen oder überſteigen. In dem Kapitel Geſchützte
Pflanzenarten ſind beiſpielsweiſe 90 Pflanzen und in dem Ka=
pitel
, Schutz und Jagdbarkeit der Vögel 120 Vogelarten aufge=
führt
. Der Stoff iſt, um die Ueberſichtlichkeit des Stoffes und die
Benutzung des Buches als Nachſchlagewerk zu erleichtern, alpha=
betiſch
geordnet. Es gewährt zugleich einen Einblick in das, uns
auf dieſem Arbeitsgebiete in den deutſchen Ländern während der
letzten Jahrzehnte geleiſtet worden iſt und welche Fortſchritte er=
zielt
worden ſind. Wir ſchließen uns dem Wunſch des Verfaſſers
an, daß das Buch in ſeiner Weiſe dazu beitragen möge, daß der
jugendfriſche Stamm des deutſchen Naturſchutzes ſich auch künftig
zum Segen unſerer Volksgemeinſchaft kraftvoll entwickle.
Heimliches Volk. Tierbilder von Waldrand und Feldrain von
Dr. Heinrich Schütz. 79 Seiten mit einem farbigen Umſchlag=
bild
und zehn Vollbildern im Text. Frankh’ſche Verlagshandlung,
Stuttgart. Preis broſchiert 1,25 RM. in Ganzleinen gebunden
2. RM. Es iſt ein Buch von den Tieren des deutſchen Wal=
des
. Heinrich Schütz ſpricht nicht von Hunden und Katzen. Sein
Heimliches Volk das ſind Sperber und Spatz Häher und
Sprecht . . . im Wieſengraben leben Molch und Libellenlarve, der
Maulwurf gräbt und das Wieſel huſcht im hohen Gras, Haſe und
Fuchs fliehen um das liebe Leben. Er beobachtet den Hamſter
und das Wildſchwein, den Eisvogel und die Kreuzotter. Eidechſen
und Eulen, Fiſchotter und Igel, Marder und Kreuzſchnabel und
wunderlich lebt der Wald unter den Augen dieſes Mannes auf.
Es raſchelt im Gras es klopft auf den Bäumen, es huſcht durchs
Unterholz, es ſchießt durch das Waſſer .. Wer bekäme nicht Luſt,
ſich demnächſt einmal, jetzt in den Ferien, ſtill an den Waldrand
zu ſetzen und zu warten, bis das Eichhörnchen neugierig um den
nächſten Stamm lugt, bis ein Specht anfängt zu hämmern und
der Srurch zm Wieſengrunde auf die Froſchjagd gebt.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Nummer 214

Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
die traurige Mitteilung, daß am Montag,
den 3 Auguſt 1931 meine herzensgute, liebe Frau,
Tochter, Schwiegertochter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
Mathilde Glock, geb. Biſchoff
im Alter ven 28 Jahren infolge eines ſchweren, mit
großer Geduld ertragenen Leidens ſanft dem Herrn
entſchlafen iſt,
In tiefer Trauer:
Heinrich Glock
Familie Karl Biſchoff
Familie Emil Glock.
Darmſtadt, den 4. Auguſt 1931.
Kahlertſtr. 7.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 5. Auguſt
um 3 Uhr nachmittags auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied plötzlich infolge Herz=
ſchlags
mein geliebter Gatte, unſer treube=
ſorgter
Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bruder, Schwager und Onkel
eetl Dunds Greiheis
im 72. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hannchen Sternfels, geb. Nauheim.
Leeheim i. R., den 3. Auguſt 1931. 11488
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Auguſi, 1. Uhr
vom Trauerhauſe aus ſiatt.

Statt Karten.
Allen denen, die unſerem lieben Entſchlafenen
die Beweiſe der Liebe und Verehrung ent=
gegenbrachten
und unſer großes Leid tragen
halfen, ſei innigſt gedankt.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Anna Belz, geb. Michel
Julius Belz
Herta Belz.
Darmſiadt, den 3. Auguſi 1931.

Todes-Anzeige.
Am 2. Auguſt entſchlief ſanft nach
kurzem Leiden unſere liebe Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter und
Tante
Frau
Kath. Reinhard Bwe.
im Alter von 65 Jahren.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Frankfurt a M., New=York,
den 2. Auguſt 1931.
Die Beerdigung findet am 4. Aug.,
nachmittags 3½ Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.

Dankſagung.
Wir danken allen Freunden,
Bekannten und Verwandten recht
herzlich für die Teilnahme an
dem Heimgange unſeres lieben
Vaters, Schwiegervaters und
Großvaters, Herrn
Phil. Henne
Schneidermeiſter
Malchen, den 3. Auguſt 1931. (*
Andreas Henne u. Familie.

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Nummer 214

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Seite 5

Aus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 4. Auguſt 1931.
Verfaſſungstag 1931. Das Polizeiamt weiſt darauf hin,
daß nach dem Geſetz vom 20. Juni 1929 (Reg.=Bl. S. 145) in
Heſſen der 11. Auguſt ſtaatlich anerkannter Feiertag und Feſttag
im Sinne des Artikels 139 der Reichsverfaſſung und der ſonſtigen
reichs= und landesrechtlichen Vorſchriften iſt.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die Wanderung
am 9. Auguſt führt uns wieder in heimatliches Gebiet. Von
Laudenbach aus der urſprüngliche Plan erfuhr eine Abän=
derung
führt ein Pfad, der mehrfach einen lohnenden Blick
geſtattet über die Randhöhen der Bergſtraße hinweg in die Rhein=
ebene
, hinauf auf die Höhe. Herrlicher Bergwald umhegt hier
wohlbeſtellte Ackerflur und friſche Wieſen, die wie ſchimmernder
Schmuck ſich ſchmiegen, um die vielgeſtaltigen Höhen und Tälchen.
In Mörlenbach wird das Weſchnitztal erreicht und gequert. Hin=
ter
Zotzenbach erfolgt der Aufſtieg auf die Tromm. Ein ver=
ſchwiegenes
Wieſentälchen führt ſanft hinan, dann folgt eine
ſteilere Strecke. Aber die Mühe wird belohnt. Dem erſtaunten
Blick erſchließt ſich die ganze Schönheit der Weſchnitzſenke faſt in
ihrer vollen Ausdehnung. Durch die Dämmerung des Buchen=
waldes
geleitet der Weg zwiſchen Felſen und Farnkraut hindurch
zur. Höhe des Rückens. Ihren Abſchluß findet die Wanderung in
Rimbach, deſſen Ortsgruppe uns begrüßen wird. Das Nähere
vermittelt die Anzeige in der heutigen Nummer. Beſonders ſei
darauf hingewieſen, daß die Einzeichnungsliſte am Klubabend.
Freitag, den 7. Auguſt, endgültig geſchloſſen wird. Die Wan=
dervorſchläge
für 1932 werden bis zum 30. September an
den Vorſitzenden des Wanderausſchuſſes, Herrn Prof. Wentzel,
Olbrichweg 8, erbeten.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſiſchen Landes=
theater
. Das gerettete Kapita! (Das Konto X), Ber=
nauer
und Oeſterreichers amüſante Schwankneuheit, fand wie die
Darmſtädter Tagespreſſe über die Premiere ſoeben berichtete, den
bei Harprecht gewohnten durchſchlagenden Erfolg: Blumen und
viel Beifall! Und ſo viel Lachen! Es ſei daher jeder, der ſich
ein paar Stunden ungetrübter Heiterkeit gönnen will, auf die am
heutigen Dienstag ſtattfindende einzige Wiederholung der humor=
vollen
Neuheit beſonders aufmerkſam gemacht. Wie bereits mit=
geteilt
, ſind weitere Aufführungen aus repertoiretechniſchen Grün=
den
nicht zu ermöglichen, da für den morgigen Mittwoch bereits
die Erſtaufführung des bewährten Schwank=Schlagers Der
Muſtergatte von A. Hopwood feſtgelegt iſt, der ſich nach ſei=
nem
Triumphzug über die ausländiſchen und deutſchen Bühnen
zweifelsohne auch in Darmſtadt als zugkräftiges Repertoireſtück
erweiſen wird.
Orpheum. Liebe unmodern! (Gaſtſpiel Grete
Reiuwald. Kleines Theater Berlin.) Kommenden Samstag, den
ſowie Sonntag, den 9. Auguſt, abends 8.30 Uhr, gibt das Ber=
liner
Kleine Theater zwei Gaſtſpiele mit der köſtlichen Bühnen=
Novität Liebe unmodern! in 3 Akten von Wilhelm Sterk.
In der weiblichen Hauptrolle ſpielt Grete Reinwald, die be=
liebte
und bekannte Bühnen= und Filmſchauſpielerin, ferner die
ausgezeichneten Bühnenkünſtler Willi Kaufmann und Heinz
Klubertanz. Die Berliner Nachtausgabe ſchreibt:
und es wurde ein lauter, ſtundenlang beharrlicher Erfolg, wie ihn
die Premierentiger ſeit Monaten nicht erlebt haben, Budapeſt:
einfach bezaubernd=hinreißend! Belgrad: Die Berliner
Künſtler ſpielten dieſes entzückende Luſtſpiel ganz hervorragend
der Beifall nahm kein Ende. Bukareſt: .. eine Sen=
ſation
für Bukareſt, dieſes Berliner Gaſtſpiel ... ein ausverkauf=
tes
Haus, nicht endenwollende Beifallsſtürme
Karten im
Verkehrsbüro und bei Hugo de Wagl; kleine Preiſe von 60 Pfg.
bis 2.. Weitere Mitteilungen folgen.
Wohnungseinbruch in der Saalbauſtraße. In der Zeit von
Samstag, den 25. Juli, bis Mittwoc, den 27. Juli 1931, wurde
in der Saalbauſtraße im Hauſe Nr. 81 ein Einbruchsdiebſtahl ver=
übt
. Die Täter haben die ganze Wohnung nach Geld abgeſucht,
aber keines gefunden. Da der Wohnungsinhaber verreiſt iſt,
konnte bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt werden, ob eventuell andere
Gegenſtände mitgenommen wurden. Der Einbruch wurde ent=
weder
am Samstag ahend oder am Sonntag nächmittag begangen.
Von den Hausbewohnern wurde beobachtet, daß am Samstag,
dem 25. Juli 1931, abends ſich verdächtige Perſonen in der Nähe
des Hauſes aufhielten. Am Sonntag, dem 26. Juli 1931, beob=
achtete
wieder ein Hausbewohner, daß gegen 12.30 Uhr ein junger
Mann an dem Hauſe ſchellte und ſich dann wieder entfernte. Die
am Sonntag abend beobachtete Perſon war zirka 1,70 Meter groß,
geſetzt, hatte friſches Ausſehen und war 18 bis 20 Jahre alt. Der
junge Mann trug dunklen Anzug.
Geſchäftseinbrüche. In der Nacht vom 30. zum 31. Juli
1931 wurde in dem Stadtbezirk Beſſungen in zwei Bäckereien und
einem Kolonialwarengeſchäft je ein Einbruch verübt. In einem
Falle konnten die Sicherungsvorrichtungen ein Eindringen des
Täters verhüten. Im zweiten Falle fielen ihm zirka 20 Reichs=
mark
Wechſelgeld (10= und 5=Pfennig=Stücke) und ein Dutzend
weiße grobleinene Handtücher mit roten Streifen in die Hände.
In dem Kolonialwarengeſchäft und der dabei befindlichen Woh=
nung
, wohin der Täter durch Einſteigen durch das Kloſettfenſter
gelangt war, hat er alle offenen Behältniſſe durchwühlt und nach=
ſtehende
Sachen geſtohlen: 1 ſilbernes Filigranarmband 1 golde=
nes
Armband, 2 goldene Halsketten. 1 Opernglas mit Perlmutt=
einlage
, 100 Zigaretten (Marke Ova, Overſtolz und Salem),
4 Pfund Kaffeebohnen und 3 Pakete Kaffee Hag. Der Täter
wurde gegen 6 Uhr, als er die Wohnung durch ein Fenſter nach
dem Hofe verließ, geſehen und wird wie folgt beſchrieben: Zirka
1,751,80 Meter groß, etwa 40 Jahre alt, ſchlanke Geſtalt, volles,
rundes Geſicht, ohne Schnurrbart. Bekleidet war er mit blauem
Rock und Hoſe, braun=gelblichem Sweater, blauer Schirmmütze
und ſchwarzen Schuhen In der Nacht vom 31. Juli auf 1. Aug.
1931 wurde in eine Bäckerei auf dem Wilhelminenplatz eingebro=
chen
und ein noch gut erhaltenes Fahrrad, Marke Ideal, geſtoh=
len
. Beſchreibung: Schwarzer Rahmen, gelbe Felgen mit ſchwar=
zen
Streifen, ſchwarze Schutzbleche braune Bereifung, deutſcher
Lenker, ſchwarze Zelluloidgriffe, Torpedofreilauf, elektriſche Be=
leuchtung
mit Dynamo, Marke Boſch. Der Einbrecher hat eine
Anzahl Türen des Anweſens mit Nachſchlüſſel oder Dietrich ge=
öffnet
. Nach Lage der Sache hatte er gehofft, Geld zu erbeuten,
was er aber nicht erreichte.
Einbrüche in Waſſerverkaufshäuschen. In der Nacht vom
2. zum 3. Auguſt 1931 wurde in ein Waſſerhäuschen in der Nähe
des Hauptbahnhofes eingebrochen und Zigaretten, Marke Ova,
Overſtolz, Attika, Ravenklau, Manoli, Kurmark, Königin von
Haba, Salem. Drama und Macedon, und zirka 15 Tafeln Schoko=
lade
, Marke Mauxion und Kwarta, geſtohlen. Die Täter müſſen
nach Ausführung des Diebſtahls ihren Weg nach dem Walde ſüd=
Iich der Feſthalle genommen haben. Vermutlich kommen zwei
Täter in Frage, die geſehen und auch beſchrieben werden konnten.
Es handelt ſich um einen größeren und einen entſchieden kleine=
gen
Mann. Der größere hatte blondes Haar und hat eine helle
Jacke getragen.
Diebſtahl auf einer Bauſtelle. In der Zeit vom 23 bis
29. Juli 1931 wurden einem Bauunternehmer von einer Bauſtelle
an einem Straßenkanal im Hardtring ca. 2 Kubikmeter Rheinſand
geſtohlen. Wer hat den oder die Täter geſehen?
Vorſicht! Diebſtähle durch Hauſierer! Am 1. Auguſt 1931,
in der Mittagszeit, wurde einer Frau in der unteren Bismarck=
ſtraße
ihr Portemonnaie mit einem erheblichen Geldbetrag von
dem Küchenbrettfenſter vor ihrer Vorplatztüre geſtohlen. Die Frau
hatte ihr Portemonnaie mit anderen kleinen Gegenſtänden auf das
Küchenbrettfenſter abgelegt, um ihre Vorplatztüre öffnen zu kön=
nen
. Nachdem ſie in ihre Wohnung eingetreten war und nun
ihre Sachen von dem Fenſterbrett wegnehmen wollte, war ihr be=
reits
innerhalb weniger Sekunden ihr Geld geſtohlen worden. Als
Dieb kommt ein Hauſierer in Betracht.
Diebſtahl von Kartoffeln und Gurken. Am 3. Auguſt 1931,
morgens gegen 4 Uhr, wurden einem Landwirt und Händler aus
Hamm in Rheinheſſen im Walde zwiſchen Eſchollbrücken und
Darmſtadt eine erhebliche Menge Gurken und Kartoffeln geſtoh=
len
. Der Geſchädigte fuhr auf der Provinzialſtraße Eſcholl=
brücken
Darmſtadt. Vor dem Stadteingang machte der Beſtoh=
lene
mit ſeinem Geſpann eine kurze Raſt. Dabei bemerkte er,
daß ſeine Wagenplane durchſchnitten war, und ſtellte weiter feſt,
daß einige Körbe mit Gurken und einige Säcke mit Kartoffeln
fehlten. Er fuhr ſodann mit ſeinem Fuhrwerk einige Kilometer
zurück und konnte an einer Stelle der Straße das Herunterwerfen
der ihm geſtohlenen Waren feſtſtellen. Perſonen, die in bezug
auf die vorſtehenden Diebſtähle, irgendwelche Angaben machen
können, die ſtreng vertraulich behandelt werden, wollen alsbald
bei der Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31/33. Zimmer 3, vorſtellig
werden. Eine entſprechende Belohnung wird zugeſicher=,

Sechste fahressitzung, der Kess. Industeie-
und Kandelskammer Darmstadt
am. 29. Zuſi 1931.

Die derzeitige Wirtſchaftslage hatte der Induſtrie= und Han=
delskammer
Darmſtadt Veranlaſſung gegeben zum Gegenſtand
der Vollverſammlung am 29. Juli d. J. eine Ausſprache über die
Urſachen, die Zuſammenhänge und die weitere Entwicklung der
Wirtſchaftskriſe zu nehmen. Es wurde ein eingehender Bericht
erſtattet, dem u. a. das Ergebnis der Verhandlungen im Bereich
des Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammertags ſowie ſonſtiger
vorbereitender Ausſprachen zugrunde lag. Trotz des Ernſtes der
Lage beſtand bei ſämtlichen Anweſenden die Ueberzeugung, daß
durch tatkräftige und zielbewußte Maßnahmen der zuſtändigen
Stellen die derzeitige Kriſe behoben und darüber hinaus die
Grundlagen zu einer nachhaltigen Beſſerung unſeres Wirtſchafts=
lebens
gewonnen werden können. Insbeſondere kam zum Aus=
druck
, daß keine Veranlaſſung dazu beſteht, durch unveranlaßte
Abhebungen, namentlich von Spargeldern, die durch die Ereig=
niſſe
der letzten Wochen geſpannte Lage auf dem Geldmarkt wei=
ter
zu erſchweren. Von der bevorſtehenden völligen Freigabe des
Zahlungsverkehrs werde zweifellos die Wirkung einer weſentlichen
Beruhigung und Entſpannung zu erwarten ſein. Die Ausſprache
befaßte ſich u. a. auch mit dem leider wieder zu beobachtenden Miß=
ſtand
, daß manche Firmen es für angezeigt erachten, ihre Rech=
nungen
ſtatt in der geſetzlichen Währung der Reichsmark auf an=
derer
Baſis zu normieren. Die Vollverſammlung war der Auf=
faſſung
, daß ein ſolches Verhalten im Intereſſe einer Geſundung
unſeres Zahlungsverkehrs keineswegs gelegen iſt und wegen der
möglichen Konſequenzen zu ernſtlichen Bedenken Veranlaſſung
geben muß. Es muß erwartet werden, daß von dem anfechtbaren
Verfahren, die Rechnungen auf anderer Grundlage als derjenigen
der Reichsmark auszuſtellen, grundſätzlich Abſtand genommen
wird
Die in Ausſicht genommene (und inzwiſchen erfolgte) aber=
malige
Erhöhung des Reichsbankdiskont= und Lombardſatzes kann
nur unter dem Geſichtspunkt einer vorübergehenden Notmaßnahme
für die Zeit der Wiedereinführung des freien Zahlungsverkehrs
gebilligt werden. Ein Abbau dieſer überaus hohen Sätze muß ſo=

Mil dem Sonderzug nach Maria Laach.
* Es mögen gut über 1000 Perſonen geweſen ſein, die am
vergangenen Sonntag mit dem Sonderzug der Reichsbahndirek=
tion
Mainz nach Nieder=Mendig fuhren, um von hier aus dem
herrlich am Ufer des Laacher Sees, dem ſchönſten See der Eifel=
land
haft, gelegenen Kloſter Maria Laach ihre Aufwartung zu
machen. In Nieder=Mendig, das durch ſein gutes Bier faſt welt=
berühmt
iſt, war kurze Mittagsraſt, zu der der hellbraune Stoff
wundervoll ſchmeckte. Hierauf Aufbruch nach Maria Laach, um
noch zeitig zur lithurgiſchen Veſper zurecht zu kommen. Unter=
wegs
lockten die in ca. 140 Meter Tiefe liegenden Felſenkeller der
Nieder=Mendiger Brauereien zu einer kurzen Beſichtigung, in
denen es im Gegenſatz zu der über Tag herrſchenden Hitze eiſig
kalt war. Einigen Beſuchern paſſierte das unangenehme Miß=
geſchick
, daß während ihres Aufenthaltes in der Tiefe der elek=
triſche
Strom verſagte, ſo daß ſie nur mit Hilfe von Fackeln den
Weg wieder nach oben fanden. Dieſer Zwiſchenfall konnte jedoch=
die
freudige Stimmung, der ſich die Fahrtteilnehmer allſeits hin=
gaben
nicht trüben. Leider war bei dem auf der Straße herrſchen=
den
Staub an einen Spaziergang nicht zu denken. Aber der zwi=
ſchen
Nieder=Mendig und Maria Laach eingerichtete Auto= Pendel=
verkehr
erleichterte zu angemeſſenem Preis das Vorwärtskommen
ungemein. In Maria Laach zog die klöſterliche Stille und die
weihevolle Stimmung, die die fromme Andacht der gelehrten
Mönche um ſich verbreitete, auch den Nichtkatholiken in ihren
BannNach der Veſper gab man ſich den Reizen der Landſchaft
hin. die beſonders von der Terraſſe des Kloſterhotels aus einen
nachhaltigen Eindruck hinterließ. Sehenswert war auch ein Beſuch
einer an den Ufern des Sees gelegenen Silberfuchsfarm, deren
Beſitzer nicht wenig ſtolz auf ſeine Zucht iſt. Nicht ohne Bedauern
ſchied man von der freundlichen, gaſtlichen Kloſterſtätte. Nur zu
raſch war die heitere Unterbrechung des grauen Alltags verflogen.
Aber ſchon jetzt ſtellt die Reichsbahn neue, noch reizvollere Fahr=
ten
in Ausſicht, die noch in dieſem Monat nach Eiſenach und in
den erſten Tagen des September in die bayeriſchen Berge gehen
und die ſich ſicherlich gleichfalls ſtarken Zuſpruchs erfreuen werden.

Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Vor dem Bezirksſchöffengericht hatte ſich, am
Montag ein 25jähriger Kaufmann aus Altheim
(Pfalz) wegen verſuchten ſchweren Diebſtahls im
Rückfall zu verantworten. Mit einem Bekannten war er extra
deswegen von Frankfurt nach Rüſſelsheim gefahren. Er behauptet
heute, nicht mitgeholfen zu haben, er ſei nur außen geſtanden, es
könne alſo nur von Beihilfe die Rede ſein. Sein Komplize be=
hauptet
, er habe kräftig mitgeholfen. Das Gericht nimmt Mit=
täterſchaft
an. Es nimmt jedoch weiter an, daß der Angeklagte
der Verführte war, und da er bis jetzt noch nicht erheblich vorbe=
ſtraft
iſt und wohl auch in Not handelte, billigt es ihm noch ein=
mal
mildernde Umſtände zu und verurteilte ihn zu ſechs Mo=
naten
Gefängnis. Ein Monat der Unterſuchungshaft wird
ihm angerechnet. Das Urteil wird beiderſeits anerkannt.
Die Kleine Strafkammer verhandelte gegen einen
Frankfurter Kaufmann wegen Pfandverletzung.
Er hatte in einem Vergleichsverfahren Waren, die verpfändet
waren, weiterverkauft. Heute behauptet er daß er nur im Auf=
trag
des Gläubigerausſchuſſes gehandelt habe, dem er nicht hätte
zuwiderhandeln dürfen. Die erſte Inſtanz ſprach ihn daraufhin
frei. Die Kleine Strafkammer hob jedoch auf Berufung der
Staatsanwaltſchaft hin das erſte Urteil auf und verurteilte den
Kaufmann zu einer Geldſtrafe von 10 Mark. Der Ange=
klagte
habe nicht die Verpflichtung gehabt, einen rechtswidrigen
Auftrag des Gläubigerausſchuſſes zu erfüllen.
Es wird weiter gegen einen Ludwigshafener Gaſt=
wirt
wegen fahrläſſiger Körperverletzung verhan=
delt
. Auf der Straße zwiſchen Neckarſteinach und Neckargemünd
ſtieß er mit einem Motorradler zuſammen, der einige Haut=
abſchürfungen
erlitt, und erhielt vom Amtsgericht Hirſchhorn
eine Geldſtrafe von 50 Mark., Heute werden noch zwei weitere
Entlaſtungszeugen und ein von dem Verteidiger geladener Sach=
verſtändiger
gehört, und auf Grund dieſes Gutachtens, das dem
Angeklagten, das beſte Zeugnis ausſtellt, ſpricht das Gericht
ihn frei.

Ankauf gebrauchter Fahrräder durch Private. Trotz der
wiederholten behördlichen Warnungen, werden gebrauchte Fahr=
räder
, deren Herkunft faſt in allen Fällen zweifelhaft iſt, von leicht=
gläubigen
Perſonen hauptſächlich auf dem Lande, angekauft.
Mehrere Fälle in letzter Zeit geben Veranlaſſung, nochmals zu
warnen. In allen Fällen gibt der Verkäufer an, Eigentümer des
Rades zu ſein. Die Käufer derartiger Fahrräder bringen ſich dem
Strafgeſetz gegenüber in empfindliche Situationen, weil ſie den
Umſtänden nach annehmen müſſen, daß die Räder nicht auf ehr=
lichem
Wege erſtanden ſein können. Die Vorzeigung von Perſo=
nalpapieren
ſeitens der Verkäufer, die überdies meiſt falſch ſind,
ſchließt nicht aus, daß ſich die Abnehmer ſolcher Räder, wegen
Hehlerei ſtrafbar machen können.
Warnung vor einem Betrüger. Der Schreibgehilfe Lud=
wig
Gönner, geboren am 22. März 1909 zu Darmſtadt, hat ſich
im April dieſes Jahres aus ſeiner elterlichen Wohnung entfernt
und begeht fortgeſetzt in verſchiedenen Städten Deutſchlands
Schwindeleien. Er ſpricht bei Zollbeamten unter falſchem Namen
vor und gibt an, er habe mit ſeinem Motorrad eine Panne er=
litten
. Das Motorrad habe er in eine Reparaturwerkſtätte ge=
bracht
und nun nicht genügend Geld bei ſich, um die Reparatur=
koſten
bezahlen zu können. In anderen Fällen ſucht Gönner ihm
bekannte Perſonen auf insbeſondere ehemalige Schulkameraden
wobei er die gleichen ſchwindelhaften Angaben macht. Zuletzt hat
Gönner am 29. Juli 1931 einen ehemaligen Schulkameraden in
Kranichſtein bei Darmſtadt betrogen. Gönner iſt 22 Jahre alt,
ca 1.70 Meter groß, ſchlanke Geſtalt, hat längliches, friſches Ge=
ſicht
(gebräunt), blonde Haare und trägt ſchwarze, Hornbrille.
Beim Auftreten des Gönner wird um ſofortige Nachricht an die
nächſte Polizeidienſtſtelle zwecks Feſtnahme gebeten.

bald wie nur irgend möglich ins Auge gefaßt werden, wenn nicht
weite Kreiſe des Wirtſchaftslebens durch die hohe Zinsbelaſtung
erdrückt werden ſollen. Als beſonders wichtig wurde betont, daß
die Banken den unterbrochenen Scheck= und Ueberweiſungsverkehr
möglichſt bald wieder in geordnete Bahnen lenken müſſen, da ge=
rade
unter dieſen Stockungen das Wirtſchaftsleben beſonders
leidet. In Uebereinſtimmung mit den anderen Heſſiſchen Indu=
ſtrie
= und Handelskammern ſteht die Kammer auf dem Stand=
punkt
, daß die Darmſtädter und Nationalbank, deren Geſchichte
und Entwicklung mit Heſſen und ſeiner Landeshauptſtadt beſon=
ders
eng verknüpft ſind, auf alle Fälle in der einen oder anderen
Form aufrecht erhalten werden möchte.
Aus dem der Vollverſammlung vorgelegten Geſchäftsführungs=
bericht
iſt zu entnehmen, daß im Bereich der Heſſiſchen Induſtrie=
und Handelskammern die wichtigen Fragen der Einheits=
bewertung
des bebauten Grundbeſitzes der Neu=
bildung
der Steuerausſchüſſe ſowie der Erhebung
der Gewerbeſteuern durch die Gemeinden Beratungen
unterzogen worden ſind. Der letztgenannte Punkt hat insbeſon=
dere
zu Vorſtellungen bei dem Herrn Miniſter des Innern Veran=
laſſung
gegeben, wobei gefordert wurde, entweder die den Ge=
meinden
erteilte Ermächtigung, ihre Gewerbeſteuern nach den
Grundlagen des Vorjahres endgültig zu erheben, zurückzuziehen,
oder zum mindeſten die Gemeinden anzuweiſen, daß eine ander=
weitige
Verrechnung der gemeindlichen Gewerbeſteuern aus Billig=
keitsgründen
ſchon dann Platz zu greifen habe, wenn ſich entweder
das Anlage= und Betriebskapital oder der Ertrag um mindeſtens
20 Prozent verringert habe.
Die Entwicklung der letzten Wochen hat zur Folge gehabt, daß
der Aufgabenbereich der Kammer ſtarke Erweiterungen erfahren
hat, namentlich in der Richtung der Ausſtellung von Beſcheini=
gungen
für Zwecke der Lohnzahlung und Befreiung von der Ab=
gabe
für Auslandsreiſen, ſowie hinſichtlich der Beſchaffung von
ausländiſchen Zahlungsmitteln.

Mik dem Sonderzug der Reichsbahndirekkion Mainz
nach dem Thüringer Wald und Eiſenach.
Von Samstag, den 15., bis einſchließlich Sonntag, den 16.
Auguſt, veranſtaltet die Reichsbahndirektion Mainz eine Sonder=
fahrt
in den Thr inger Wald, nach der Wartburgſtadt Eiſenach.
Der Ruf Eiſenachs aus der einer ſchönen Stadt ward geboren aus
ſeiner Geſchichte, deren Geſtalten die winkligen Straßen mit einem
unſagbaren Zauber ſchmücken. Er findet ſeine ſichtbare Beſtäti=
gung
in der lieblichen Bettung der Wohnbauten zwiſchen und
an den Hügeln, die der Wartburgberg zum Hörſelgrund hinab=
ſchickt
. Eiſenach und die Wartburg ſind Zauberworte für Millio=
nen
, in denen Erinnerung an Geſchautes und Erlebtes fortklingt,
Sehnſucht aller Deutſchen, die der Wunſch erfüllt Thüringens
ſchönſte Stadt, unter dem eindrucksvollen, romantiſchen Reize der
heiligen deutſchen Gralsburg in unvergleichlicher landſchaftlicher
Pracht und Herz und Gemüt belebender Wald= und Gebirgsnatur
kennen zu lernen.
Wer könnte ſich dem Reize entziehen, den eine Wanderung
zum Hallgrafenhofe, zum Lutherhauſe oder zum Bachhauſe auszu=
üben
vermag? Da tauchen aus der Zeit des früheren und ſpäten
Mittelalters die Bilder ſagenreicher und kulturvoller Perſönlich=
keiten
auf. Der Zauberer Klingſor geiſtert um die Reſte der
alten Stadtmauer, Heinrich von Ofterdingen ſingt ſein unheil=
volles
Venuslied, Luther wandelt als Kurrendeſchüler durch die
Gaſſen, und aus dem Hauſe Sebaſtian Bachs, dem Meiſter der
Tonkunſt, klingt eine Fuge zu des Höchſten Ehre. Hoch über der
Stadt thront auf dem prächtig bewaldeten Bergrücken die Wart=
burg
, die ſchönſte der frühmittelalterlichen Burgen, der Stolz des
Thüringer Landes, wo Martin Luther die Bibel in die deutſche
Sprache überſetzte und Wagners. Tannhäuſer und der Sänger=
krieg
auf der Wartburg ſich abſpielte. Die Burg ſelbſt iſt auf
mehreren Wegen leicht von Eiſenach zu erreichen. Der eine Weg
beginnt gegenüber dem Fritz=Reuter=Haus und führt am Eliſa=
bethenbrunnen
vorbei, der die Stelle bezeichnet, wo die heilige
Eliſabeth 1225 ein Hoſpital errichtete. Die Legende ſchmückt
mannigfach die wunderſame Geſtalt der thüringiſchen Landgräfin,
deren Leben eng mit der Wartburg und Eiſenach verknüpft iſt,
zumal ſie ſich auf dem Gebiete der chriſtlichen Liebestätigkeit am
Volke hingebungsvoll betätigt hat. Die Führung auf der Burg
beginnt im zweiten Hofe. Gezeigt wird das Landgrafenhaus mit
Feſtſaal. Sängerſaal, Kapelle uſw. mit vielen Bildern von
M. v. Schwind, die Eliſabethenkemnate mit wundervollen Glas=
moſaiken
, die Rüſtkammer und im Ritterhaus die Lutherſtube.
Von dem kleinen, 1310 erbauten Turm genießt man eine herrliche
Ausſicht auf den Meißner und Heldraſtein, den Hörſelberg und
die Rhön. Der 1½tägige Aufenthalt in der Wartburgſtadt
wird zweifellos jedem Beſucher eine ſchöne Erinnerung ſein.

Im Heliatheater gelangt ab heute der Richard=Tauber=
Tonfilm Ich glaub nie mehr an eine Frau zur Neuaufführung.
Außer Richard Tauber, der eine Fülle der ſchönſten Lieder ſingt,
wirken noch Werner Fütterer, Maria Solveg und Paul Hörbiger
in Hauptrollen mit. Dazu ein gutes Beiprogramm.
Das Union=Theater zeigt noch bis auf weiteres den Ton=
film
in deutſcher Sprache Im Weſten nichts Neues nach dem
weltbekannten Roman von Erich Maria Remarque. Da während
der Vorſtellung kein Einlaß ſtattfindet, wird gebeten, die Anfangs=
zeiten
zu beachten. Am Mittwoch und Donnerstag, nachmittags
2 Uhr, je eine Vorſtellung für Erwerbsloſe zu 50 Pfg. Karten
gegen Ausweis im Vorverkauf an der Uniontheaterkaſſe.
In den Palaſt=Lichtſpielen wird der große Abenteurer=
Film Der Flüchtling, mit Richard Barthelmees und Mary
Aſtor, nur noch heute vorgeführt.
Darmſtädter Volksbühne. Zu den Sondervorführungen des
Filmwerks Im Weſten nichts Neues im Union=Theater, das
nur noch bis Donnerstag, den 6. Auguſt, gezeigt wird, haben die
Mitglieder der Volksbühne nur Zutritt gegen Vorzeigen eines
von der Volksbühne ausgeſtellten Ausweiſes. Der Ausweis wird
in der Geſchäftsſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtraße 34 (Haus
Alter) gegen Vorlegen der Mitgliedskarte ausgehändigt.
Für die Ferienzeit bietet das Rheinreiſebüro S. Halm in
Mainz verſchiedene ſehr ſchöne und recht billige Dampfer= und
Omnibusfahrten. Jeden Dienstag und Donnerstag verkehrt ab
Mainz ein verbilligtes Schiff bis nach Koblenz und zurück, und
jeden Mittwoch ein Feriendampfer mit jeichhaltigem Programm.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
Das Städtiſche Orcheſter ſpielte geſtern im Garten des
Alice=Hoſpitals zur Unterhaltung der Kranken einige wohlgelun=
gene
Stücke. Die Darbietungen wurden mit großer Freude auf=
genommen
, und es iſt den Zuhörern ein Bedürfnis, dem Herrn
Stadtkapellmeiſter Schlupp ſowie allen Mitwirkenden herzlichſten
Dank auszuſprechen.
Städt. Altersheim. Der hieſige Geſangverein. Eintracht
hat unter der rührigen und tüchtigen Leitung ſeines Dirigenten,
Herrn Späth, den Inſaſſen des Städt. Altersheims am Samstag,
den 25 d. M., ein Geſangskonzert gegeben. Der Verein brachte
etwa 10 Chöre, hauptſächlich Volkslieder, in vorzüglicher Weiſe
zum Vortrag. Die Alten des Heimes waren über dieſes freund=
liche
Entgegenkommen ſichtlich gerührt und haben den Wunſch zum
Ausdruck gebracht, öfters mit dieſen Vorträgen beehrt zu werden.
Den vielen hieſigen Geſangvereinen wäre durch ſolche Vorträge
Gelegenheit gegeben, in manchen Anſtalten ſich dankbare Herzen
zu erobern.
Lokale Veranſtalkungen.
Herrngarten=Café. Heute abend Operettenabend.
Bei günſtiger Witterung täglich Abendkonzerte. (Siehe Anzeige.)

Tageskalender für Dienstag, den 4. Auguſt 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen Kleines
Haus. 20 Uhr: Das gerettete Kapital, Konzerte: Zur
Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſt. am Böllenfalltor, Herrn=
gartenkafſee
Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele. Auf dem Meßplatz, 20 Uhr:
Vorſtellung des Zirkus Buſch.

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Seite 6

Dienstag, den 4. Anguſt 1931

Nummer 214

Aus Heſſen.
* 13. Verbandstag der Heſſ. Schneider=Jnnungen.
Am Samstag u. Sonntag fand in Mainz im Stadtpark=Reſtaurant
der 13. Verbandstag des Landesverbandes der heſſiſchen Schneider=
Innungen ſtatt, der ſich eines ſehr guten Beſuches zu erfreuen
hatte. Der Verbandstag wurde am Samstag vormittag durch
einen Obermeiſtertag eröffnet, der ſich mit den Vorbereitungen
zur Feſtlegung der Tagesordnung des Verbandstages beſchäftigte.
Der Nachmittag war, einer Fachlehrerkonferenz gewidmet, die
außer dem geſchäftlichen Teil einen Bericht über die Tagung der
Reichsvereinigung behandelte und einen Beſchluß über die weitere
Tätigkeit der Vereinigung faßte. Im Anſchluß fand eine Sitzung
der Damenſchneiderei ſtatt, in der über die Lehrlingsordnung der
Damenſchneiderei, Schulen, Prüfungen, Meiſterſchule in München,
Kurſusausbildung der Nähſchulen, Vereinheitlichung der Meiſter=
prüfung
in Heſſen und über die Kalkulation in der Damenſchnei=
derei
beraten wurde. Die Verbandsteilnehmer folgten abends
8 Uhr einer Einladung der Schneider=Zwangsinnung Mainz zu
einem Rheiniſchen Abend im runden Saale des Stadtpark=
Reſtaurants. Der Obermeiſter der Innung, Schneidermeiſter Karl
Hoberg, begrüßte die auswärtigen Gäſte ſowie die hieſigen Kol=
legen
nebſt Familien mit herzlichen Worten im goldenen Mainz.
Er gab ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß die Wahl der Tagung
gerade auf Mainz gefallen ſei. Ein reichhaltiges und hübſches
Programm verſchaffte den Anweſenden einige genußreiche Stun=
den
. Die Tagung würde am Sonntag vormittag mit einer ge=
ſchloſſenen
Hauptverſammlung unter dem Vorſitz des Obermeiſters
Klippert=Darmſtadt fortgeſetzt. Die Beratungen galten außer
dem geſchäftlichen Teil, der Fachſchule, Lehrlingsordnung, Lohn=
und Tariffragen und den Arbeitgebergruppen in den Innungen.
Als nächſter Ort der Verbandstagung wurde Darmſtadt be=
ſtimmt
. Eine Generalverſammlung der Sterbekaſſe des Landes=
verbandes
ſchloß ſich an, der nachmittags 3 Uhr, die öffentliche
Hauptverſammlung folgte. Als Vertreter der Stadtverwaltung
war Prof, Rohr und im Auftrage der Handwerkskammer Ober=
meiſter
Steyer erſchienen. Syndikus Dr. Jung=Elberfeld
ſprach über Aufgaben und Forderungen des deutſchen Schneider=
handwerks
in wirtſchaftlicher Notzeit, und Obermeiſter Karl Ho=
berg
=Mainz über Berufsſchule und Handwerk. Damit war
die anregend verlaufene Verbandstagung beendet.

Dd. Arheilgen, 3. Aug. Schwimmfeſt. Das bundesoffene
Schwimmfeſt des hieſigen Arbeiter=Turn= und Sportvereins hatte
bei dem wunderbaren Sommerwetter, beſonders an den Abenden
zahlreiche Zuſchauer angelockt. Schon am Samstag abend herrſchte
an dem ſonſt ſo ruhigen Bad ein lebhaftes Treiben. Muſik, waſſer=
ſportliche
Darbietungen, zum Teil heiterer, Art, Turnen und
Gruppenſtellen, wechſelten in bunter Reihenfolge und boten den
Augen der Zuſchauer durch die zauberhaften Lichtreflexe im Waſſer
immer neue Ueberraſchungen. Der Hauptſchlager des Abends war
Lohengrins Ankunft, geſungen von Herrn Schaaf von der Dres=
dener
Staatsoper. Am Sonntag wurden dann die Schwimmwett=
kämpfe
und die Waſſerballſpiele ausgetrage; die von den Zu=
ſchauern
mit großem Intereſſe verfolgt wurden. Das bunte und
abwechſelungsreiche Abendprogramm hatte auch wieder eine
Menge Zuſchauer an das Schwimmbad gebracht. Auf der dicht am
Waſſer angelegten Bühne wurde geturnt, getanzt und geſungen.
Die aufgeſtellte Kapelle ſorgte dafür, daß auch zwiſchen den einzel=
nen
Aufführungen keine Langeweile aufkam. Ein wirkungsvolles
Tanzbild, begleitet von dem Geſang des Arbeiter=Geſangvereins
Treue beendete den ſchön verlaufenen Abend.
F. Eberſtadt, 3. Aug. Jugend auf Fahrt. Allen
Rundfunkhörern Eberſtadts wird ein beſonderer Genuß dadurch
zuteil werden, daß ſie am Mittwoch (5. Auguſt), nachmittags
3 Uhr, am Rundfunk etwas von einer auf Fahrt befindlichen
Eberſtädter Jugendgruppe hören werden. Wie wir der Zeitſchrift
Südfunk entnehmen, wird dieſe Gruppe, die ſich am 27. Juli
unter der Führung von Erich Prier zunächſt auf Fahrt in den
Schwarzwald begeben hat, anläßlich ihres Aufenthalts in Stutt=
gart
Gelegenheit nehmen, am Mikrophon des Süddeutſchen
Rundfunks etwas von ihren Fahrterlebniſſen zu erzählen. Dazu
will ſie einige ſchlichte Fahrtenlieder ſingen. Allen Rundfunk=
hörern
iſt dadurch Gelegenheit geboten. Einblick in das Fahrten=
leben
einer Jugendgruppe zu gewinnen.
F Eberſtadt, 3. Aug. Naturpfad=Exkurſion. Unter
der Führung von Lehrer Kallenbach=Darmſtadt fand am
Sonntag die erſte naturkundliche Exkurſion im Ge=
biete
des Eberſtädter Naturpfades ſtatt, zu der ſich um 11 Uhr am
Felſenkeller etwa 50 Perſonen, vornehmlich Mitglieder der Volks=
hochſchule
und des Darmſtädter Lehrervereins für Naturkunde,
eingefunden hatten. Obwohl man für die Exkurſion ſechs volle
Stunden vorgeſehen und auch in Anſpruch genommen hatte, reichte
dieſe Zeit dem Führer gerade dazu aus, um wenigſtens auf die
wichtigſten und intereſſanteſten Pflanzen im Gebiete des Natur=
pfades
die durch Beſchilderung kenntlich gemacht ſind hinzu=
weiſen
. Inſoweit dies aber geſchah, wurden den Teilnehmern auf
dem Gebiete der Pflanzenkunde aufſchlußreiche Erläuterungen
gegeben. Wo geſchichtliche Merkmale auf der Wanderung
in den Weg traten, wußte Lehrer Burhenne in anſchaulicher
Weiſe von ihnen zu erzählen. Wieviele wandern ſonntäglich durch
unſere herrliche Umgebung, ohne zu ahnen, welche köſtlichen
heimatkundlichen Schätze ihnen beſonders im Naturpfadgebiet
entgegenleuchten! Die Teilnehmer an der Exkurſion gaben
dieſer Meinung und ihrer vollen Befriedigung über das hier vom
Verſchönerungs= und Verkehrsverein Eberſtadt Geſchaffene Aus=
druck
, als ſie in vorgerückter Abendſtunde von der Stelle aus von
der ſie am Morgen die Wanderung begonnen hatten, den Heim=
weg
antraten.
* Nieder=Ramſtadt, 3. Aug Turnverein D.T. Bei dem
50jährigen Jubiläumsfeſt des Turnvereins Vilbel errangen ſich
im Zehnkampf Turner Rob. Dunz den 4. und Mart. Becker den
15. Preis, Turnerin M. Walter im Siebenkampf den 13. Preis.
Unſere Zöglingsriege war in Nieder=Beerbach, wo ſie ſich an den
Feſtlichkeiten des dortigen Turnvereins beteiligte.

Die hess. Schreinermeister in Groß-Gerau.
9. Verbandskag des Landesverbandes heſſiſcher Schreinermeiſter und verwandker Berufe.

Au. Groß=Gerau, 3. Auguſt.
Am Samstag und Sonntag fand der 9. Verbandstag des
Landesverbandes heſſiſcher Schreinermeiſter und verwandter Be=
rufe
in Groß=Gerau ſtatt. Die Tagung wurde mit einer Sitzung
des Verbandsausſchuſſes und des Landesvorſtandes am Samstag
nachmittag in der Krone eröffnet. Die Beratungen des Aus=
ſchuſſes
und Vorſtandes dienten der Vorbereitung der Tagesord=
nuns
für die Hauptverhandlungen. Samstag abend veranſtaltete
die Schreinervereinigung Groß=Gerau ihren zahlreichen Gäſten
einen Begrüßungsabend im Saale des Hotels Zum
Adler. Die Veranſtaltung, die ſehr ſtark beſucht war, nahm einen
harmoniſchen Verlauf.
Der Sonntagvormittag war ganz der Arbeit gewidmet. Um
10 Uhr begannen im Adlerſaale die Hauptverhandlungen
des Verbandstages. Aus allen drei heſſiſchen Provinzen waren
die Vertreter der angeſchloſſenen Innungen in ſtattlicher Anzahl
erſchienen. Die Verhandlungen leitete an Stelle des verſtorbenen
Landesverbandsvorſitzenden Engelmann der zweite Vorſitzende,
Schmuhl=Worms der den Verbandstag mit herzlichen Be=
grüßungsworten
eröffnete. Sein beſonderes Willkommen galt den
Vertretern des Kreisamtes Groß=Gerau, Kreisdirektor Dr. Merck
und Regierungsaſſeſſor Keil, dem Vertreter des Hochbauamtes,
Regierungsbaurat Diefenbach, dem Bürgermeiſter der Stadt Gr.=
Gerau dem Direktor der Handwerkskammer, Schüttler=Darmſtadt,
dem Vertreter der Heſſ. Handwerkskammernebenſtelle Darmſtadt,
Dr. Kollbach, dem Vorſitzenden des Bezirksverbandes für Hand=
werk
und Gewerbe, Tapezierermeiſter Daßbach=Groß=Gerau, den
Vertretern der Preſſe, dem Referenten des Tages, Privatdozent
Dr. Wagner=Marburg ſowie den zahlreichen Abgeordneten der
Verbandstagung.
Kreisdirektor Dr. Merck=Groß=Gerau dankte für
die freundliche Begrüßung und wünſchte den Verhandlungen im
Namen der ſtaatlichen Behörden einen guten Erfolg. Als man
beſchloſſen habe, dieſen Verbandstag in Groß=Gerau zu veranſtal=
ten
, ſo führte der Kreisdirektor aus, habe man wohl noch nicht
daran gedacht, welchen ſchweren Zeiten man entgegengehe. Die
ſchwere Kriſe ſei noch nicht überwunden. Sie greife an die Wur=
zeln
unſerer Wirtſchaft und unſeres nationalen Daſeins. Das
deutſche Volk habe ſich mit den Ereigniſſen verhältnismäßig gut
abgefunden.
Wenn wir dieſe Kriſe überwinden wollten, dann müßten wir
vor allem Selbſtvertrauen haben. Dazu ſei man berechtigt, nicht
nur, weil wir uns bisher gut gehalten hätten, ſondern weil wir
auch hoffen dürfen, daß uns das Ausland hält und uns im ärgſten
Falle nicht im Stich laſſen wird. Wenn die breite Maſſe der Be=
völkerung
mit Ruhe und Beſonnenheit die gegenwärtige Zeit er=
trägt
, dann würden wir über den toten Punkt hinwegkommen.
Bürgermeiſter Dr. Lüdecke=Groß=Gerau er=
klärte
, daß man trotz der Not der Zeit dieſe Tagung abhalten
könne, zeuge dafür, daß man den Mut nicht aufgebe. Gerade in
Notzeiten fänden ſich die Menſchen beſſer zuſammen, um im gegen=
ſeitigen
Gedankenaustauſch und in gegenſeitiger Ermutigung neue
Kraft zu gewinnen. Nicht fruchtloſe Kritik helfe uns weiter, ſon=

Cg Reinheim, 3. Aug. Odenwaldklub. Es war ein
glücklicher Gedanke, die diesjährige Familienwanderung nach der
Klubanlage der Ortsgruppe, der Ernſt=Ludwigs=Höhe auszufüh=
ren
und dort ein kleines Sommerfeſt zu veranſtalten. Denn dieſes
herrliche Plätzchen in nächſter Nähe des Waldes mit ſeinem über=
raſchend
ſchönen Blick über die Berge des vorderen Odenwaldes,
tief in das Gerſprenztal hinein und nach Norden hin weit über
die dunklen Wälder des Rodgaues bis zu den Höhen des Speſſarts
im Oſten iſt der ideale Raſtpunkt für den Wanderer in der nähe=
ren
Umgebung Reinheims. Weit über hundert betrug denn auch
die Jahl der alten und jungen Freunde der Wanderſache auch
die benachbarte Ortsgruppe Groß=Bieberau war durch mehrere
Klubfreunde vertreten die der Vorſitzende der Ortsgruppe,
Auotheker Scriba, daſelbſt begrüßen konnte. In vortrefflicher
Weiſe hatten die beiden Führerinnen, Frau Dörr und Frau
Meyer, alles vorbereitet, um insbeſondere den Kindern eine
Freude zu bereiten, deren hübſche Volkstänze und Reigen und
deren Anſtrengungen beim Wettlauf, Sacklaufen und Topfſchlagen
durch reizende Geſchenke belohnt wurden. Ein Muſikquartett
überraſchte durch flotte Märſche und hübſche Volkslieder. Da auch
der Klubwirt Stahl für die nötigen Erfriſchungen in beſter Weiſe
geſorgt hatte und ſelbſt der Eisonkel den ſteilen Weg zur Höhe
herauf nicht geſcheut hatte, konnte alt und jung in echter Har=
monie
und beſter Stimmung einige Stunden echten Wanderfroh=
ſinns
verbringen.
r Babenhauſen, 3. Aug. Bürgermeiſter=Stichwahl.
Die Würfel ſind gefallen. Unſere Stadt hat nach einem Inter=
regnum
von mehr als einem Jahr wieder einen Bürgermeiſter.
Am Sonntag fand die Stichwahl bei ſtärkſter Beteiligung der
Wählerſchaft ſtatt. Von 1890 Stimmberechtigten ſtimmten 1739
ab, darunter waren 38 ungültige Stimmen. Es haben alſo rund
94 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Gewählt
wurde mit rund 200 Stimmen Mehrheit der Kaufmann Herr
Friedrich Klein 4. (parteilos). Er erhielt 965 Stimmen.
Sein Gegenkandidat, Herr Thomas Brenger 2. (Soz.), bekam 766
Stimmen. Somit iſt Fr. Klein 4., Schwiegerſohn des Altbürger=
meiſters
Rühl, für die nächſten ſechs Jahre Oberhaupt unſeres
Städtchens. Noch am Sonntagabend wurde von Freunden und
Anhängern dem Neugewählten der übliche Maibaum vor dem
heimatlichen Wohnhaus errichtet. Ein Fackelzug der Vereine mit
Ständchen, ebenſo das von durſtigen Kehlen erſehnte Freibier
unterblieben diesmal ſchon mit Rückſicht auf die Not der Zeit und
die Notverordnung.

Einweihung desLorscherGeladlenen-chrenmals

Ca. Lorſch, 2. Aug. Das nach Entwürfen von Herrn Mini=
ſterialrat
Hofmann von der Baugbteilung des Finanzminiſteriums
unter der Bauleitung des Staates (Herrn Regierungsbaumeiſters
Ehlers) von dem jungen Unternehmer Johann Peter Neundörfer
dahier erbaute Lorſcher Gefallenen=Ehrenmal wurde heute in
feierlicher Weiſe eingeweiht. Die Materialien wurden von der
Deutſchen Steininduſtrie in Reichenbach hergeſtellt und geliefert.
In überaus kurzer Zeit waren, durch den Denkmalausſchuß, be=
ſtehend
aus Herren aus dem Gemeindevorſtand, dem Vorſtand des
Vereins für Heimatpflege, den Vertretern, der beiden Militär=
vereine
, der Ortsgruppe der Kriegsbeſchädigten und Kriegshinter=
bliebenen
und dem Verein ehemaliger Kriegsgefangenen, die not=
wendigen
Vorbereitungen getroffen worden. Ein ſtattlicher Zug,
mit Fahnen und Vertretungen aller hieſigen Vereine, bewegte ſich
vom Marktplatz zum alten Kloſterhof, wo das Denkmal ſeine Auf=
ſtellung
gefunden. Fleißige Hände haben in den letzten Tagen
die Umgebung in einen würdigen Zuſtand gebracht. Das Denk=
mal
ſelbſt iſt reichlich geſchmückt, mit Blumen, Sträuchern, das
Ganze von wehenden Fahnen bekränzt. Nach einem Choral der
Muſikkapelle Jakob, die ſich in uneigennütziger Weiſe zur Ver=
fügung
geſtellt hatte, folgte ein Schülerchor: Herr gib Frieden
unter der trefflichen Leitung von Herrn Lehrer Schwabenland.
Hierauf ergriff Herr Rektor Dr. Berlet das Wort zur Feſtrede.
In klaren und packenden Worten verſtand es der Redner, die zahl=
reichen
Zuhörer, unter denen auffallend viele Gäſte aus näherer
und weiterer Umgebung herbeigeeilt waren zu feſſeln. In beweg=
ten
Worten ſchilderte er daß man in dieſer Stunde der Toten
gedenken wolle, die bei Ausbruch des Weltkrieges und in deſſen
Verlauf hinausgezogen ſeien, voller Begeiſterung und Pflichter=
füllung
, über die Grenzen gezogen ſeien, um unſer deutſches Vater=
land
vor den anſtürmenden Feinden zu ſchützen, alle beſeelt von
dem Willen zum Sieg. 152 tapfere Helden habe das Schickſal ge=
troffen
, die Heimat nicht wieder zu ſchauen, ſie ſeien auf dem Felde
der Ehre geblieben und in dem Heldenbuch der Gemeinde einge=
tragen
. 152 Namen ſeien in den Stein gemeißelt, damit ſie nicht
vergeſſen werden. Auf allen Schlachtfeldern hätten ſie gekämpft
und dieſe Gebiete mit ihrem Blute getränkt. Unbegreiflich ſchwer
ſei der Verluſt für die Betroffenen. Redner führt dann weiter
aus, wie das Leben im Felde voller Not und Entbehrungen ge=
weſen
ſei, und wie unſere Helden vier lange Jahre tapfer ausge=
halten
hätten, um den Boden des Vaterlandes freizuhalten. Aber
alles habe das Unglück nicht aufhalten können. Der unglückſelige
Friedensſchluß mit ſeinem Diktat von Verſailles habe alle Opfer
mſonſt bringen laſſen und uns vor allem mit der Alleinſchuld=

Lüge am Kriege belaſtet. Heute auch wollten wir hinausrufen in
alle Welt: Nein, Ihr Brüder, ihr habt den Krieg nicht gewollt,
ihr habt den Frieden eurer Heimat erhalten wollen, habt alles
verlaſſen, um das Vaterland zu ſchützen. Ihr habt das Opfer eures
Lebens dargebracht, Brüder, wir denken an euch, wir werden euch
nicht vergeſſen. Hingeriſſen lauſcht die Menge ſeinen Worten und
Weinen und Schluchzen macht ſich überall laut, als die Hülle des
Ehrenmals fällt. Böllerſchüſſe und Glockengeläute ertönen und die
Muſik ſpielt den Marſch: Ich hatt einen Kameraden‟ Ein feier=
licher
Augenblick der in der Erinnerung der Anweſenden lange
wach bleiben wird. Dieſem erhebenden Moment folgt ein Maſſen=
chor
Den gefallenen Helden, unter der vorzüglichen Leitung von
Herrn Lehrer Knapp. Anſchließend ergriff Herr Bürgermeiſter
Huba das Wort. Auch er verſtand es, in markigen Worten die
Herzen zu rühren. In dankbarer Weiſe gedenkt er der Verdienſte
der für uns gefallenen Helden und legt im Auftrage der Gemeinde
den Ehrenkranz nieder. Weiterfahrend, übernimmt er das Denk=
mal
in den Beſitz der Gemeinde. Er verſpricht, es in ſtets treuer
Obhut zu halten, damit es eine Zierde der Gemeinde und eine Ge=
dächtnisſtätte
für die Toten im Weltkriege bleibe. Er ſagt zum
Schluß allen denen, die zur Errichtung des Ehrenmals beigetragen
haben, herzlichen Dank. Er gedenkt dabei beſonders des Herſtellers
der Entwürfe, der Bauleitung, des Erbauers und des Feſtaus=
ſchuſſes
, deren Namen in einer Urkunde, die in dem Denkmal ein=
gemauert
ſei, der Nachwelt überliefert ſeien. Er ſagt auch beſon=
ders
Dank den Vereinen für ihre Mitarbeit in jeder Beziehung
und nicht zuletzt auch der geſamten Bevölkerung, die durch eine
tatkräftige finanzielle Unterſtützung zum Gelingen des Werkes
mitgeholfen habe. Seine Worte klangen aus mit dem Dichter=
wort
: Deutſchland über alles. Die Muſik ſpielt das Deutſchland=
lied
, das von der Menge tiefergriffen mitgeſungen wird. Es fol=
gen
noch verſchiedene Kranzniederlegungen und damit iſt die er=
hebende
Feier zu Ende.
Lorſch iſt mit der Erbauung dieſes Ehrenmals um eine
Sehenswürdigkeit reicher geworden. Auf hiſtoriſcher Stätte hat
es einen Platz gefunden, den man beſſer nicht hätte wählen kön=
nen
. Mit den Ueberreſten der alten Baſilika als Hintergrund hat
ſich das Bauwerk, für das man mit Rückſicht auf ſeine altehrwür=
dige
Umgebung die Form eines Sarkophages gewählt hat, gut und
paſſend eingefügt. Sachverſtändige ſind des Lobes voll, und iſt
erſt einmal die gärtneriſche Anlage etwas beigewachſen, dann
haben wir im alten Kloſterhof eine Anlage, um die uns ſicher
manche Gemeinde und manche Stadt beneidet.

dern poſitive Mitarbeit. Dazu möge auch dieſer Verbandstag bei=
tragen
.
Direktor Schüttler=Darmſtadt überbrachte der
Tagung die Glückwünſche der Heſſ. Handwerkskammer und wid=
mete
dem verſtorbenen Verbandsvorſitzenden Engelmann
ehrende Worte des Gedenkens. Die gegenwärtigen Verhältniſſe
lieferten den Beweis dafür, daß wir auf unſere eigene Kraft an=
gewieſen
ſeien. Sie öffneten uns jedoch auch die Augen und lehr=
ten
uns, daß eine radikale Umkehr notwendig ſei. Das Handwerk
werde nicht zurückſtehen, ſeinen ſtaatserhaltenden Sinn zu bewei=
ſen
und dem Volke ein Zeugnis dafur zu geben, was durch ein
einmütiges Zuſammenſtehen geleiſtet werden könne.
Darauf erſtattete der Geſchäftsführer des Verbandes, Köh=
ler
=Darmſtadt, den Tätigkeitsbericht.
Privatdozent Dr. Wagner=Marburg hielt einen
Vortrag über das Handwerk und die wirtſchaftliche
Zukunft. Der Redner gab einen feſſelnden Bericht von dem
großen Umgeſtaltungsprozeß, den unſere Volkswirtſchaft in den
letzten 100 Jahren durchzumachen hatte. Um die Jahrhundert=
wende
habe man dem Handwerk, den ſicheren Untergang pro=
phezeit
. Die ſtatiſtiſchen Erhebungen vom Jahre 1926 hätten dieſe
unheilvolle Weisſagung widerlegt. Der Stand des Handwerks
war überraſchend groß und ungebrochen. Dreiviertel aller ge=
werblichen
Betriebe waren Handwerksbetriebe, ein Viertel aller
Arbeiter, ungefähr 4 Millionen, waren in Handwerksbetrieben
beſchäftigt. Man ſpreche heute wieder vom ewigen Handwerk, wie
man vom ewigen Bauerntum ſpreche. Das Handwerk werde auf
Grund ſeiner inneren Kraft und Lebensnotwendigkeit ſeinen Platz
bewahren. Den neuen Wirtſchaftsformen paſſe ſich das Handwerk
an. Wo die Zukunft auch hinführe, unſere Wirtſchaft werde wei=
terlaufen
. Ein ſo großes, ſo ruhmreiches und ſo kräftiges Volk
wie das deutſche könne nicht untergehen. Doch das Handwerk müſſe
gerüſtet ſein. Man müſſe es auf eine Linie des Wollens bringen.
Es gebe keinen Stand in Deutſchland, in dem die perſönlichen
Gegenſätze die große Linie der Politik ſo gefährden, wie im Hand=
werk
. Ein jeder Handwerker müſſe an ſich ſelbſt arbeiten. Jeder
Einzelne müſſe ſich einſetzen für das Wohl des Ganzen. Nur dann
ſei die gegenwärtige Not zu überwinden, wenn wir lernen, die
Parteiſchablone beiſeite zu werfen und einmütig zuſammenwirken.
Darauf erſtattete, der Geſchäftsführer Köhler den
Kaſſenbericht, der eine Einnahme von 1815,75 Mark und
eine Ausgabe von 913,64 Mark aufweiſt, ſo daß der Kaſſenbeſtand
902,11 Mark beträgt. Vorſtand und Geſchäftsführer wurden ein=
ſtimmig
entlaſtet. Die Mitgliederbeiträge werden in der gleichen
Höhe wie im Vorjahre erhoben werden.
An Stelle des verſtorbenen Vorſitzenden Engelmann
wurde der bisherige 2. Vorſitzende Schmuhl=Worms einſtim=
mig
zum Landesverbandsvorſitzenden gewählt.
Neu in den Vorſtand wurde Obermeiſter Reuter=Mainz
gewählt.
Unter Anträge und Verſchiedenes beſchäftigte ſich der Ver=
bandstag
mit verſchiedenen, internen Berufsfragen. Der nächſte
Verbandstag ſoll in Oberheſſen ſtattfinden, die Wahl des
Ortes wurde dem Verbandsausſchuß und dem Vorſtand überlaſſen.
Damit war die Tagesordnung erſchöpft.
A.

An. Groß=Zimmern, 3. Aug. Meiſterſchaftsfeier und
Stiftungsfeſt. Bei allen ſporttreibenden Vereinen, die
innerhalb ihres Verbandes eine Aufrückungsmöglichkeit haben, iſt
es Sitte geworden, den Aufſtieg in eine höhere Klaſſe feſtlich zu
begehen. So veranſtaltete auch der Fußball=Sportverein 1919
Groß=Zimmern anläßlich ſeines Aufſtieges in die Ligaklaſſe eine
wohlgelungene, ſchlichte Meiſterſchaftsfeier, verbunden mit dem
13jährigen Stiftungsfeſt des Vereins. Groß=Zimmern ſtand am
Sonntag ganz im Zeichen des Fußballſportes. Der feſtgebende
Verein hatte eine Reihe auswärtiger Vereine der Liga= und
Oberliga=Klaſſe zu Spielen verpflichtet, die alle am Samstag und
Sonntag auf dem ſchönen Groß=Zimmerner Sportplatz ausgetra=
gen
wurden. Den Zeitverhältniſſen entſprechend, die wahrlich
nicht dazu angetan ſind, vompöſe Feſte zu feiern, war die Feier in
einem entſprechend kleinen Rahmen gehalten, war aber für den
Fußballſport ein vorzügliches Werbemittel. Als Auftakt der Ver=
anſtaltung
wurde am Samstag nachmittag ein Freundſchaftskampf
zwiſchen Alte Herren Viktoria Urberach und Alte Herren Groß=
Zimmern ausgetragen, das die Gäſte mit 6:0 für ſich entſchieden,
Programmäßig fand dann am Sonntag morgen das Spiel der
1. Mannſch. SpVgg. Klein=Zimmern Liga=Reſ. FSpV. 1919
Groß=Zimmern ſtatt, das ebenfalls die Gäſte durch größere Schuß=
freudigkeit
und beſſere Kombination verdient gewannen. Nach
der Mittagpauſe bewegte ſich ein anſehnlicher Werbeumzug aller
ſpielteilnehmenden Mannſchaften und Jugendmannſchaften unter
Vorantritt der Kapelle Reitzel durch die Ortsſtraßen nach der ſchön
gelegenen Feſtwieſe. Hier hatten ſich bald über tauſend Sport=
freunde
eingefunden; ſchneidige Feſtmärſche und das herrliche Feſt=
wetter
ſorgten für die notwendige Feſtſtimmung. Und alle Zu=
ſchauer
kamen auf ihre Koſten. Denn ſämtliche Spiele, die von
der Liga und Oberliga vorgeführt wurden, ſtanden auf beachtens=
werter
Höhe und waren für den Kenner ein Genuß. Beſonders
verdient das ſchöne Spiel von Haſſia Dieburg und komb. Urberach
erwähnt zu werden, das Haſſia in glänzender Form überlegen mit
5:1 gewann. Damit war der ſportliche Teil erledigt. Die eigent=
liche
Feier wickelte ſich dann am Sonntag abend in dem geräumi=
gen
Schwanenſaal ab. Nach einer ſchön intonierten Feſtouvertüre
der Kapelle Reitzel begrüßte der Vorſitzende des Fußball= Sport=
vereins
, Schmitt, die erſchienenen Gäſte, insbeſondere den Herrn
Bürgermeiſter von Groß=Zimmern, den Herrn, Kreisvertreter
Dröll=Darmſtadt, und den Verbandsſpielwart Wolf=Groß=Gerau,
Der Sprechen gab ſeiner Freude Ausdruck, daß es dem Verein erſt=
malig
dieſes Jahr nach 13jährigem Beſtehen geglückt iſt, eine
Meiſterſchaft zu erringen. Anſchließend übermittelte der Kreis=
vertreter
die herzlichſten Glückwünſche des Süddeutſchen Fußball=
bundes
, zollte der Meiſtermannſchaft Groß=Zimmern Dank und
Anerkennung und überreichte zwei verdienten Spielern, Schmit
und Müller, die Verbandsnadel. Er hofft und wünſcht, daß die
Zahl 13 für den Fußball=Sportverein Groß=Zimmern keine 1n
glückszahl iſt, und daß der Verein auch an die kommenden Spiele
in der Liga mit gleichem Eifer, gleichem Ernſt und echt ſportlichem
Geiſt herangeht. Ganz beſonders empfahl er, ein wachſames
Auge auf die Jugend zu richten, ſie zum Sport zu halten, um ſie
vor den vielen Verſuchungen unſeres heutigen verflachten Lebens
zu bewahren. Seine eindrucksvollen Worte klangen aus in einem
Hoch auf die Meiſtermannſchaft des Vereins. Auch der Herr Bür=
germeiſter
Reitzel fand tief zu Herzen gehende Worte und mahnte zur
Einigkeit. Einigkeit gibt Mut, Mut iſt halber Sieg Er wünſchte
dem Verein ein weiteres Wachſen, Blühen und Gedeihen und
weitere Siege bei den bevorſtehenden Spielen; er hofft, daß bald
für uns alle beſſere Zeiten kommen und ſchloß mit einem drei=
fachen
Hoch auf den Jubelverein.
Bf. Brensbach i. Odw., 3. Aug. Einbruch. In der hieſigen Gaſt=
wirtſchaft
Zum Adler wurde heute nacht eingebrochen. Während der
Beſitzer mit Familie in etwas abſeits gelegenen Räumlichkeiten ſchlief,
ſtiegen der oder die Diebe von der Hauptſtraße durch ein Fenſter, das
an dem oberen Klappflügel nicht ganz verſchloſſen war, in das Wirts=
lokal
ein. Die Geldkaſſe, die durch Alarmklingel geſichert iſt, war un=
berührt
; in der Hauptſache wurden für rund 20 Mk. Zigarren und
Zigaretten entwendet, die mutmaßlich in eine jetzt fehlende Tiſchdecke ein=
gepackt
worden ſind. Die Nachforſchungen nach den Tätern ſind noch
im Gange. In einer anderen hieſigen Wirtſchaft war in der Nacht
zum Sonntag eine Schlägerei, bei der ein junger Mann durch den
Wurf eines Bierglaſes derart im Geſicht verletzt wurde, daß ärztlicher
ſeits die Wunde mit Klammern verheftet werden mußte. Anzeige iſt,
hier ebenfalls erfolgt Beim geſtrigen Schwimmfeſt in Reichels
heim erzielte der hieſige Turnverein ein gutes Reſultat, indem er beim
Staffelſchwimmen einen 2. Preis und in den Einzelwettkämpfen 3 erſte
und zwei 2. Preiſe für ſich errang.
Ds. Fränkiſch=Crumbach, 3. Aug. Unfell. Am Sonntag wollte
ein Landwirt aus Wahlen eine Kuh, die er von einem hieſigen Landwir=
gekauft
hatte, nach Hauſe führen. Auf dem Wege nach Reichelshem,
oberhalb unſeres Ortes, kam ihm plötzlich ein Motorradfahrer entgegen.
Die Kuh ſcheute machte einen Seitenſprung in den Chauſſeegraben ungd
brach plötzlich zuſammen. Sofort ſammelten ſich mehrere Ortseinwohner,
die hilfsbereit alle Mittel anzuwenden verſuchten, um dem Tier auf
die Beine zu helfen. Jedoch alle Mühe war vergebens; man mußte die
Kuh mit dem Viehtransportwagen nach Wahlen fahren. Diebſtahl.
Am letzten Sonntag wurde einem hieſigen Ortseinwohner im Schwimm=
bad
zu Reichelsheim ein Fahrrad geſtohlen. Gewitter. Montag=
morgen
ging über unſere Gemarkung ganz unerwartet ein ſchweres Ge=
witter
nieder. Gs iſt dies um ſo mehr zu bedauern, als daduch Ais
Erntesxbeiten erbeblich beeinträchtigt find.

[ ][  ][ ]

Nummer 214

Dienstag, den 4. Angnſtewa1.

Seite *

Turnhallen-Weihe in Rieder=Beerbach.
F. Daß das Wort: Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit
kein leerer Schall iſt, hat ſich von neuem in einer Tat bewahr=
heitet
, die der im Jahre 1894 gegründete Turnverein Nieder= Beer=
bach
durch die Erſtellung einer geräumigen Turn=
halle
vollbracht hat. Sie fand ihren Platz auf einem für Turn=
zwecke
geradezu idealen Gelände, das auch noch reichlichen Raum
zum Turnen im Freien bietet. Die Turnhalle, aus dem Material
einer im Vorjahre vom Reichsfiskus angekauften Lazarettbaracke
errichtet und neben dem eigentlichen Turnraum eine Bühne mit
Nebenräumen und einer kleinen Verwalterwohnung umfaſſend,
war am Samstag abend zum erſten Male mit Menſchen angefüllt,
wohl 600 an der Zahl, die die ſtolze Halle und den Mut des
Vereins bewunderten. Ein recht umfangreiches turneriſches Pro=
gramm
, umrahmt von einer ausgezeichneten Muſik der Beerbacher
Kapelle Harmonie und Geſängen ſowohl des Männer= als auch
des gemiſchten Chors des Beerbacher Geſangvereins Frohſinn
füllte nach einem impoſanten Fackelzug, der ſich um 9 Uhr durch
die Ortsſtraßen bewegte, die Stunden der eigentlichen Turnhallen=
weihe
bis nach Mitternacht aus. In ſeiner Begrüßungsanſprache
hob der Vorſitzende des Turnvereins Nieder=Beerbach, Lehrer
Jourdan, hervor, daß man ſich freue, nun ein eigenes Heim zu
beſitzen, womit ein langerſehnter Wunſch der Vereinsmitglieder
in Erfüllung gegangen ſei. Möglich ſei dies nur dadurch geweſen,
daß Mitglieder und Außenſtehende bei der Errichtung der Halle
tatkräftig Hand angelegt hätten, ohne eine Bezahlung dafür zu
fordern. Ihnen allen heute Dank zu ſagen, ſei ihm ein tiefemp=
fundenes
Bedürfnis. Die Weiherede hielt Herr Roth=
Darmſtadt, der Vertreter des Main=Rhein=Gaues der Deutſchen
Turnerſchaft. In beſchwingten Worten wußte der Redner den
Willen zu loben, der hier in die Tat umgeſetzt wurde. Unter Hin=
weis
auf die Bedeutung eigener Turnſtätten wünſchte er, daß die
turneriſche Arbeit, die ſich von nun an in der neuen Halle ent=
falten
werde, dem rührigen Beerbacher Turnverein Glück und
Segen und einen neuen Auftrieb bringen möge. An das dreifache
Gut Heil!, das Redner zum Schluſſe ſeiner Rede auf den Turn=
verein
Nieder=Beerbach ausbrachte, ſchloß ſich ſpontan der gemein=
ſame
Geſang der dritten Strophe des Deutſchlandliedes. Der Vor=
ſitzende
des Turnvereins 1876 Eberſtadt, Bildhauer Dieter, wies
in ſeiner Anſprache auf die Schickſalsverbundenheit der Turnver=
eine
, beſonders in unſerer gegenwärtigen Notzeit, hin und entbot
zur Schlußſteinfeier dem lieben Nachbarverein herzliche Grüße und
Wünſche und ſeiner künftigen Arbeit Erfolg. Am Sonntag nach=
mittag
trafen zur Fortſetzung der Einweihungsfeier einige benach=
harte
Turnvereine ein, die zuſammen mit den örtlichen Vereinen
einen impoſanten Feſtzug bildeten, der ſich durch die Ortsſtraßen
nach der Turnhalle bewegte.Hier entwickelte ſich bald ein volks=
feſtähnliches
Treiben, bei dem turneriſche und ſportliche Darbie=
tungen
im Vordergrund ſtanden. Am Abend fand im neuen Heim
ein gut beſuchter und ſchön verlaufener Ball ſtatt.
Br. Seckmauern, 3. Aug. Bei der Beigeordnetenwahl
im 2. Auguſt 1931 wurden von 566 Wahlberechtigten 442 Stim=
nen
abgegeben. Es erhielten Franz Wolfſtädter (Zentrum) 221
Stimmen Georg Trumpfheller (S.P.D.) 127 Stimmen und Aug.
Valter 2. (K. P.D.) 79 Stimmen. Ungültig waren 15 Stimmen.
Der ſeitherige Beigeordnete Franz Wolfſtädter wurde dadurch
vieder auf 9 Jahre gewählt. Durch die Michaelis=Meſſe, die
illjährlich am 30. Auguſt in Miltenberg am Main ſtattfindet,
purde die Kirchweihe vom 30. Auguſt auf 23. Auguſt vorverlegt.
Die Gaſtwirte hatten ein Geſuch um Vorverlegung eingereicht mit
ſer Begründung, daß die Kirchweihe ſtark von Leuten der angren=
enden
bayeriſchen Orte beſucht werde, und beim Zuſammenfallen
er Michaelis=Meſſe in Miltenberg mit der Kirchweihe ein nicht
nerheblicher Schaden entſtehen wurde.
Du. Jugenheim, 4. Aug. Geſtern vormittag 11 Uhr ereignete
chauf der Straße Jugenheim-Bickenbach (Waldſtraße) ein ſchwe=
er
Autounfall. Der Wagen von Frau von Burri, von dieſer
elbſt geſteuert, wollte gerade in die Hauptſtraße Bickenbach Eber=
aadt
einbiegen, als in großem Tempo ein anderer Wagen heran=
rauſte
. Ein Fahrgaſt wurde bei dem Anprall ſtark verletzt,
ährend Frau von Burri ſelbſt mit dem Schrecken davon kam.
Die ſchwerverletzte Frau Kaltwaſſer=Seeheim wurde von einem
ſes Weges kommenden holländiſchen Auto nach Jugenheim zur
Verbandsſtelle Lehrian der Freiw. Sanitätskolonne verbracht.
Dr. Klingelhöffer=Jugenheim, welcher ſofort zur Stelle war, ver=
jähte
die ſchweren Kopfverletzungen.
W. Heppenheim a. d. B., 3. Aug. Schwimmbaderöffnung.
Fallen auch Eröffnung und Einweihung infolge der noch nicht vollkom=
men
beendigten Bauarbeiten zeitlich auseinander, ſo darf doch der geſtrige
Tag, an dem die ſehnſüchtig erwartete Uebergabe des Bades an die
Schwimmintereſſenten erfolgte, als ein Ereignis von ganz beſonderer
Note angeſehen werden. Mit Zufriedenheit blickten Vertreter der Stadt=
gemeinde
auf dieſes neue Werk ſtädtiſcher Schöpfung, und mit Spannung
berfolgten ſie die Entwicklung des erſten Badetags. Auf dem Turm der
Halle die deutſche Reichsflagge den Eingang mit Girlanden und grünen
Bäumchen geziert, ſteht das Schwimmbad in ſeinem feſtlichen Schmucke
da. Heppenheim und Umgebung war von einem richtigen Schwimmtau=
nel
erfaßt. Nur noch das Wort Bad hört man aus dem Munde von
ung und alt. In früher Morgenſtunde ſchon zogen die Badeluſtigen in
Scharen in die neue Halle ein, um die längſt erwartete Abkühlung in
dem naſſen Element zu ſuchen. Zahlreiche Zuſchauer, beſonders Ver=
reterinnen
des weiblichen Geſchlechts, denen es bis heute noch verfagt
t, gemeinſam mit dem anderen Geſchlecht zu baden ein Mangel, der
vohl nicht ohne Folgen bleiben wird ſäumten die Ufer des Bades.
Schon beim Eintritt feſſelt einen die mit Freude und Uebermut erfüllte
einderſchar, die wohl ihren größten Spaß an der Waſſerrutſchbahn hat.
Eeklamebälle ſorgen für die nötige Abwechſlung und Unterhaltung.
rwas erſtaunt iſt man über den verhältnismäßig hohen Prozentſatz der
Lichtſchwimmer, die ſich in dem 15 Meter auf 20 Meter großen Abteir
tr Nichtſchwimmer herumtollten. Hier erwartet die einzelnen Vereine
nd den Bademeiſter große Arbeit, den Schwimmunkundigen die Kunſt
*s Schwimmens beizubringen. Wie man hört, kann der geſtrige Tag
1s ein finanzieller Erfolg wohl angeſprochen werden. Gegen 2000 Men=
cen
beſuchten das Bad und brachte eine Einnahme von zirka 700 RM.
Zum Bademeiſter wurde Herr Rettig, zum Kaſſierer Herr Neher er=
annt
; die Bewirtſchaftung des Bades erhielt Herr Seibert vom Hal=
en
Mond‟. Die Badezeiten ſind, ſolange das Bad noch nicht fernig=
eſtellt
iſt, folgendermaßen feſtgeſetzt: Ab Dienstag, den 4. Auguſt, von
ormittags 6 Uhr bis nachmittags 4.30 Uhr für männliche Beſucher und
on 5 bis 9 Uhr abends für weibliche Beſucher. Die Preiſe ſtellen ſich:
ir eine einmalige Benutzung des Bades mit Brauſen und Maſſen=
tbinen
pro erwachſene Perſon 30 Pfg. Erwerbsloſe und Kinder zahlen
9 Pfg. Für einmalige Benutzung des Bades mit Wechſelkabine 40
Dg.; Erwerbsloſe und Kinder 10 Pfg. weniger. Einzelkabine 80 Pfg.
ſe anderen Preiſe entſprechend. Dauerkarten und Tageskarten gibt es
ider nicht.
Gernsheim a. Rh., 3. Aug. Waſſerſtand des Rheins am
9. M.: 1,96 Meter; am 3. d. M.: 1,77 Meter.
Hirſchhorn a. N., 3. Aug. Waſſerſtand des Neckars am
2. M.: 1,73 Meter; am 3. d. M.: 1,72 Meter.
Bm. Hofheim (Ried), 3. Aug. Kinderſchulfeſt. Der ver=
Ingene Sonntag war hier ein Feſttag für die Kleinſten der
langeliſchen Gemeinde. Zum Beſten der Kinderſchule fand auf
im Gelände und in der Halle der Schützengeſellſchaft ein Kinder=
Alfeſt ſtatt, das bei ſehr gutem Beſuch und gutem Wetter recht
Immungsvoll verlief. Die Ortsvereine unterſtützten gerne das
11e Werk, ſo daß ein abwechſelungsreiches Programm zuſtande
Im. Zum Feſtzug gebildet, marſchierten die Kleinen mit ihrer
chweſter Kätchen und mit den erſten Klaſſen der Volksſchule
ſter Vorantritt des Poſaunenchors nach den verſchiedenen Ver=
Nslokalen, wo ſich die Vereine geſchloſſen angliederten. In der
Sſthalle gabs in bunter Reihenfolge Muſik, Anſprache des Herrn
larrer Volp, Prolog, Darbietungen der Kleinſten, gemeinſames
*d, Liedervorträge des Sängerquartetts, Liederkranz, Volks=
und Männergeſangverein, Darbietungen des Turn= und Rad=
9kervereins ſowie des evangeliſchen Mädchenvereins. Mit=
eder
des Kirchengeſangvereins waren redlich bemüht, die ge=
ſideten
Eßwaren uſw. abzuſetzen, wovon auch gut Gebrauch ge=
acht
wurde.
An Wallerſtädten, 3. Aug. Gründung eines Obſt=
*d Gartenbauvereins. Vor einigen Tagen fand bei
kſtwirt A. Gerhardt eine Verſammlung der hieſigen Obſt= und
müſeanbauer ſtatt, in der einſtimmig die Gründung eines Obſt=
O Gartenbauvereins beſchloſſen wurde. Der Verein wird ſich
T Gemüſe= und Obſt=Großmarkt (Stoga=Großmarkt) in Nau=
m
anſchließen. Bisher haben ſich bereits über 25 Mitglieder
die Mitgliederliſte eintragen laſſen.

Waſſerkuppe. 1. Auguſt.
Der vergangene Wettbewerbstag brachte wieder eine größere
Anzahl von Streckenflügen, wobei aber leider infolge der un=
günſtigen
Windverhältniſſe die geforderte Leiſtung von 30 Kilo=
meter
Strecke nicht erfüllt werden konnte. Die Flugzeuge er=
reichten
alle etwa 28 Kilometer. Im Uebungswettbewerb wur=
den
eine Anzahl von Stundenflügen durchgeführt, und zwar:
Künzer auf Stadt Stuttgart 1 Stunde 35 inuten
Pfeiffer auf Schleſien
Teichmann auf Offermann
Hakenjos auf Profeſſor
Die Flüge wurden zum größten Teil durch eine vorüber=
ziehende
Cumuluswolke ermöglicht, da der an und für ſich ſchwach
wehende Wind kaum ſolche Zeiten hätte erreichen laſſen. Auch die
am geſtrigen Tage aufgeſtellten Höhen=Leiſtungen ſind recht be=
achtlich
. Mayer auf Aachen erreichte auf ſeinem Ueberlandflug
1000 Meter Höhe über Start. Kronfeld, Groenhoff, Starck. Hirth
und Teichmann konnten ebenfalls einen Höhengewinn von über
600 Meter verzeichnen. Im übrigen ſtand der geſtrige Nachmittag
ſehr unter dem Einfluß des herrſchenden Schönwetters mit ſeinem
ſchwachen Wind, ſo daß der ganze Startplatz mit Maſchinen be=
lagert
war, aber an fliegen nicht gedacht werden konnte. Gegen
Abend flogen dann die Piloten ihre Flugzeuge vor die Hallen im
Lager, um den Rücktransport zu ſparen. Wenn auch, wie bereits
geſagt, der Flugbetrieb verhältnismäßig ſchwach war, ſo muß doch
erwähnt werden, daß es immerhin eine recht ſchöne Leiſtung
war und für den Geiſt der 12. Rhön charakteriſtiſch iſt, wenn
wiederum eine ganze Anzahl der am Wettbewerb teilnehmenden
Maſchinen auf Strecke gegangen iſt. Bis zum geſtrigen Abend hat
das Flugbuch 360 Fluge zu verzeichnen, wovon 239 auf den
Uebungs= und 121 auf den Leiſtungswettbewerb entfallen.
Auch am heutigen Tage meint es die Sonne wirklich gut mit
den Fliegern. Es herrſcht wieder mal ſelten ſchönes Wetter, ſo
daß ſich die Beſucher am kommenden Sonntag die Waſſerkuppe
dann, wenn ſie am ſchönſten iſt, anſehen können, vorausgeſetzt, daß
die dauernde Unbeſtändigkeit des Wetters nicht wieder zu einem
Umſchlag führt. Auf alle Fälle herrſcht Hochbetrieb. Eine Front
iſt im Anzug und alle Maſchinen ſind bereit, mit ihr auf Strecke
zu gehen. Hoffentlich ! In den Morgenſtunden konnten nur
wenige Flüge ausgeführt werden, weil der aus Südoſten wehende
ſchwache Wind für baldige Landung Sorge trug. Lediglich Pfeif=
fer
auf der Schleſien gelang es. einen aufſteigenden Luftſchlauch
zu erwiſchen, der ihn in kürzeſter Zeit auf 200 Meter trug. In
dieſem Bereich konnte er ſich einige Zeit halten, dann mußte auch
dieſer Flug leider abgebrochen werden. Dann war mal wieder
Ruhepauſe. Aber auch nicht lange. Die ſtarke Erwärmung der
beiden letzten Tage ſorgt ſehr ſchnell für die Bildung von Cumu=
luswolken
, die bald in größerer Höhe entſtanden. So ordnete die
Sportleitung an, daß Schleppſtarts durchgeführt werden, um die
Möglichkeiten des Segelfluges im thermiſchen Aufwind zu er=
forſchen
. Dipl.=Ing. Peter Riedel hatte die Aufgabe, mit ſeinem
Flamingo die vorhandenen und für den Schleppſtart zugelaſſenen
Flugzeuge hochzuſchleppen, dieſe ausklinken zu laſſen, zu landen,
wieder zu ſtarten uſw. Es war ein wunderſchöner Anblick, als
allmählich auf dieſe Weiſe 11 Maſchinen in die Luft geſetzt worden
waren und nun in 500 Meter Höhe über der Waſſerkuppe ſegelten.
Waſſerkuppe. 2. Auguſt.
Der 1. Auguſt brachte bei mäßigem Südoſt eine größere An=
zahl
von Segelflügen im Lauf des Nachmittags, wobei die Flug=
zeuge
infolge der ungünſtigen Windrichtung durch den Flamingo
des Forſchungs=Inſtitutes unter Führung von Dipl.=Ing. Peter
Riedel hochgeſchleppt wurden. Insgeſamt ſtarteten 9 Maſchinen
um den Ausſchreibungspreis für die großte Flugdauer bei einer
Windgeſchwindigkeit, die im Mittel nicht mehr als 4 Sekunden=
meter
betragen darf. Es kommt hierbei darauf an, die am Boden
erwärmte aufſteigende Luft für den Segelflug nutzbar zu machen.
Die Erwartungen wurden durch die ausgeführten Flüge bei wei=
tem
übertroffen. Trotz mehr und mehr abflauenden Windes ge=
lang
es Groenhoff, Hirth und Kronfeld, ſich über eine
Stunde in der Luft zu halten. Groenhoff war um 15.25 Uhr
geſtartet, hatte nach 9 Minuten in einer Höhe von 500 Meter über
der Startſtelle ſein Flugzeug ausgeklinkt und begann dann den
Segelflug. Die thermiſchen Verhältniſſe waren überaus günſtig,
ſo daß Groenhoff in kurzer Zeit 1000 Meter Höhe gewinnen
und in 1500 Meter über der Waſſerkuppe ſeinen Flug durchführen
konnte, der eine Dauer von 1 Stunde 42 Minuten erreichte. Auch
Hirth konnte einen Höhengewinn von 600 Meter verzeichnen.
Seine Landung erfolgte nach einer Flugdauer von 1 Stunde
37 Minuten. Kronfeld erreichte ebenfalls 1100 Meter Höhe über
Start und landete nach einer Flugzeit von 1 Stunde 10 Minuten.
Leider war es Groenhoff und Hirth trotz ihrer hervorragenden
Flugleiſtungen nicht gelungen, die Bedingungen der Ausſchrei=
bung
reſtlos zu erfüllen, da dieſe eine Landung innerhalb eines
Umkreiſes von 1000 Meter Radius um den trigonometriſchen
Punkt auf der Waſſerkuppe verlangt. Groenhoff erreichte 1090
Meter, Hirth 1125 Meter Entfernung, womit die geforderte Min=
deſtentfernung
von beiden Piloten nur unbeträchtlich überſchritten
worden iſt. Kronfeld konnte die Bedingungen mit einer Lan=
dung
auf dem Zuckerfeld in 880 Meter Entfernung erfüllen. Er
gewann damit den Preis für die größte Flugdauer bei der ge=
forderten
Höchſt=Windgeſchwindigkeit im Betrage von 500 Mark.
Die Verteilung der reſtlichen 500 Mark wird dem Preisgericht
überlaſſen. Im Uebungswettbewerb konnte die verlangte Min=
deſtdauer
von 30 Minuten nicht erreicht werden, nur der Schle=
ſien
in Not unter Führung von Pfeiffer gelang ein Flug von
10 Minuten Dauer, wobei ebenfalls aufſteigende warme Luft zum
Segeln ausgenutzt wurde. Die übrigen der geſtarteten Maſchinen
konnten ſich nur etwa 20 Minuten in der Luft halten. Der Start
von Pfeiffer war mit Gummiſeil erfolgt. Pfeiffer, der noch ein
recht junger Pilot iſt, hat mit dieſem Fluge eine wirklich erſtaun=
liche
Leiſtung vollbracht, und bewieſen, daß ſein Flugzeug, das von
der Akademiſchen Fliegerſchaft Marcho=Sileſia in Breslau in

2jähriger Arbeit ſelbſt hergeſtellt worden iſt, mit eine der beſten
Maſchinen des diesjährigen Wettbewerbes darſtellt. Die ſehn=
lichſt
erwartete Front kam geſtern leider nicht, man rechnet aber
immer noch mit ihrem baldigen Durchzug.
Der letzte Sonntag
im diesjährigen Rhön=Wettbewerb! Wunderſchönes Sommer=
wetter
! Strahlender Sonnenſchein, mäßiger Oſtwind. Mit dem
Flugbetrieb wird es nicht viel werden, aber die Waſſerkuppe wird
einen recht erheblichen Zuzug erleben. So dachten wir heute
morgen Dieſe Erwartungen wurden aber auf eine Art und Weiſe
übertroffen, wie man es ſich einfach nicht vorſtellen konnte. Be=
reits
in aller Frühe entwickelte ſich ein Verkehr, wie ihn die
Waſſerkuppe noch nicht geſehen hat. Motorräder, Fahrräder,
Autos, Omnibus auf Omnibus, unzählige Menſchen, die zu Fuß,
mit dem Zug uſw. kommen, und dazu dieſes herrliche Wetter.
Man bedauerte ſchon die armen Menſchen, die doch alle herauf
gekommen waren, um etwas zu ſehen, und denen wohl nichts ge=
boten
werden konnte. Die Windrichtung war zu ungünſtig. Lang=
ſam
wurde es 10 Uhr. Der Zuſtrom dauerte an. Die Waſſer=
kuppe
, ſonſt in ruhiger, ſtiller Abgeſchloſſenheit, gleicht einem rie=
ſigen
Heerlager. Hunderte von Autos ſtehen in langen Reihen.
Wohin man blickt, endloſe Menſchenmengen. Die Beſucherzahl des
heutigen Tages wird auf 20000 bis 30000 geſchätzt. Wohl ſelten
hat die Waſſerkuppe einen ſolchen Betrieb erlebt. Aber die Zu=
ſchauer
ſollten ein ungeahntes Schauſpiel erleben. Die Piloten
zögerten vor dem Start, um bei dem herrſchenden Oſtwind, der
für die Hänge der Waſſerkuppe keinen Aufwind bringt, keine Tal=
landung
und damit langwierigen Transport zu riskieren. Die
Sportleitung verlangte für die Uebungsflieger eine Flugdauer
von einer halben Stunde, für die Piloten des Leiſtungswett=
bewerbes
30 Kilometer Strecke. Um 10 Uhr ſtartete Pfeiffer von
den Marcho=Sileſen als erſter auf ſeiner bewährten Schleſien in
Not um den Tagespreis. Er verließ nach dem Start ſofort das
eigentliche Waſſerkuppengebiet, überquerte das ſüdlich vorgelagerte
Gelände und erreichte die Große Eube. Bereits am vergangenen
Tage hatte Pfeiffer durch ſeinen Flug überraſcht, wobei er eben=
falls
bei Oſtwind annähernd 200 Meter Höhe über Start er=
reichte
. Auch heute dauerte es nicht lange, bis das Flugzeug
ein günſtiges Aufwindgebiet erreicht hatte und die Zuſchauer
einen Segelflug von ſeltener Schönheit erleben konnten. Das
Flugzeug ſtieg ununterbrochen weiter und hatte in ganz kurzer
Zeit weit über 1000 Meter Höhe über der Startſtelle erreicht.
Für die übrigen am Start verſammelten Flugzeuge war dies das
Zeichen zum Start. Alle Flugzeuge verließen die Waſſerkuppe und
führten dann den Segelflug über der Eube durch. Faſt allen Flug=
zeugen
gelang es, das günſtige Aufwindgebiet zu entdecken und
in deſſen Bereich große Höhe zu gewinnen. Leider liegen die
Barographen der durchgeführten Fluge noch nicht vor, ſo daß die
genaue Flughöhe noch nicht angegeben werden kann. Aber der
heute wieder erheblich beſchäftigte Meßtrupp konnte bereits bei
mehreren Flugzeugen annähernd 2000 Meter über Start feſt=
ſtellen
. Insgeſamt waren wieder 22 Flugzeuge zu
gleicher Zeit in der Luft. Es iſt dies das erſte Mal in
der Geſchichte der Segelfliegerei auf der Waſſerkuppe daß bei
Oſtwetterlage ſolche unglaublichen Leiſtungen vollbracht werden
konnten.
In rieſiger Höhe ſegelten die Flugzeuge an dem faſt wolken=
loſen
Himmel. Es war ein Anblick, deſſen einzigartige Schönheit
nur der ganz empfinden kann, der ihn wirklich erlebt hat. Worte
vermögen das nicht wiederzugeben, was man bei dieſem erheben=
den
Schauſpiel empfand. Man iſt auf der Waſſerkuppe wohl an
Ueberraſchungen gewöhnt, aber ſolch prächtige Flugleiſtungen
hätte man doch nicht zu erwarten gewagt. Das ganze Lager iſt
in heller Begeiſterung. Freude und Stolz auf allen Geſichtern.
Unſere Jungflieger tragen wirklich redlich ihr Teil dazu bei,
unſer geſamtes Flugweſen voran zu bringen. Erſtaunlich iſt es
hierbei nur, daß man vielfach noch der Meinung begegnet, daß
der Segelflug ein Sport ſei, den ſich der gewöhnliche Sterbliche
nicht leiſten könne. Gerade das Gegenteil iſt der Fall. Wohl
keine andere Sportart verlangt ſoviel Idealismus wie der motor=
loſe
Flug. Man macht ſich kaum einen Begriff davon, unter
welchen Opfern zum Teil die Flugzeuge hergeſtellt werden, wie es
unſere flugbegeiſterte Jugend fertig bringt, unter den größten
Schwierigkeiten zum Wettbewerb zu kommen. Beſonders kraß
zeigt dies der diesjährige Rhön=Wettbewerb. Manche Gruppe ſitzt
hier mit den mühſam hergeſtellten Maſchinen, ohne einen Pfennig
Geld, nicht imſtande, auch nur das Eſſen zu beſtreiten. Dazu die
Anſtrengungen des Fliegens, Start, Transport uſw. Es gehört
ſchon eine ungeheure Begeiſterung dazu, unter ſolchen Umſtänden
ein geſetztes Ziel zu erreichen. Unſere Segelflieger auf der Waſſer=
kuppe
bilden eine große Gemeinde, für die der Begriff der Kame=
radſchaft
eben mehr als nur ein Begriff iſt. Alles hilft mit, um
den in Not geratenen Gruppen den weiteren Aufenthalt zu er=
möglichen
. Nur ſo iſt es möglich, daß Deutſchland wieder einmal
einen Aufſtieg erlebt.. Wer einmal auf der Waſſerkuppe geweſen
iſt und hier erlebt hat, mit welchem Eifer und welcher Begeiſte=
rung
unſer junger fliegeriſcher Nachwuchs ſein Ziel verfolgt, wer
dieſe echte Kameradſchaft kennen gelernt hat, dem wird der
Glaube an ein neues großes Deutſchland zur unumſtößlichen
Gewißheit.
Doch nun zurück zu unſeren heutigen Flugergebniſſen. Es
war natürlich vorauszuſehen, daß die Piloten des Leiſtungswett=
bewerbes
, die heute geſtartet waren, ihre erreichte große Höhe
ausnutzen würden, um Fernflüge auszuführen. Von Starck. Röhm
und Hemmer ſind bereits die Landemeldungen eingetroffen. An=
ſcheinend
iſt es allen dreien gelungen, die Bedingungen des Tages=
preiſes
, 30 Kilometer Fernflug, zu erfüllen. Die Flugzeuge ſind
in der Nähe von Schlüchtern gelandet. Die öſtliche Richtung des
Windes war gut geeignet für Fernflüge nach Weſten, die bisher
noch nie ausgeführt worden ſind. Bei Abfaſſung dieſes Berichts
liegen die Landemeldungen von Groenhoff und Hirth noch nicht
vor. Beide Flugzeuge ſind in großer Höhe in Richtung Frankfurt
außer Sicht gekommen. Ueber dieſe Flüge wird noch berichtet
werden.
A. K.

Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Vor dem Schnellrichter. Vor dem Schnellrichter hatten ſich am
Samstag der Arbeiter Hch. Broſius, der Heizer Chriſt. Eifinger
und der Bauarbeiter Friedrich Schröder, alle aus Mainz= Bretzen=
heim
, der Arbeiter Alfons Hauch und der Schloſſer Anton Pütz von
hier, alle der K.P.D. angehörig, wegen Verteilung und Ankleben von
Flugblättern aufreizenden Inhalts, unerlaubtem Waffenbeſitz und Sach=
beſchädigung
durch Inſchriften auf der Straße zu verantworten. Wäh=
rend
der H. 2 Monate 5 Tage Gefängnis erhielt, wurden die übrigen
Angeklagten zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde
auf Einziehung und Vernichtung der Flugblätter erkannt. Wegen Flucht=
verdachts
wurde gegen die drei Erſtgenannten Haftbefehl erlaſſen.
* Verkehrsunfall. Ein hieſiger Händler fuhr mit ſeinem Perſonen=
kraftwagen
auf der Kaiſerſtraße gegen ein mit Möbeln beladenes Fuhr=
werk
. Das Möbel wurde von dem Wagen heruntergeſchleudert, daß es
zum Teil unbrauchbar geworden iſt. Der Händler mußte feſtgenommen
werden, weil er angetrunken war. Der Perſonenkraftwagen mußte durch
die Polizei abgeſchleppt werden.
* Laubenheim 3. Aug. Beigeordnetenwahl. Zur Beige=
ordnetenwahl
am Sonntag waren 1630 Perſonen ſtimmberechtigt. Hier=
von
ſchritten 1361 zur Wahlurne, mithin 83 Prozent der Wahlberechtig=
ten
. Durch die Stichwahl, in welcher ſich die bürgerlichen Parteien zu=
ſammenſchloſſen
, erhielt der Eiſenbahnbedienſtete i. R Schweibächer
702 Stimmen, während ſein Gegenkandidat Stenner (S.P.D.) 602
Stimmen auf ſich vereinigte. 37 Stimmen waren ungültig. Schwei=
bächer
iſt ſomit mit einer Mehrheit von 80 Stimmen gewählt.
Ax. Gau=Algesheim, 1. Aug. Gefährliches Spiel. Das 9 Söhnchen eines hieſigen Bahnbeamten hantierte an einer Kar=
bidlampe
. Dieſe explodierte hierbei, und der Junge wurde durch die
Sprengſtücke im Geſicht ſchwer verletzt. Die Sehkraft des einen Auges

dürfte verloren ſein. Erfaßt. Nachts ſtiegen einige junge Bur=
ſchen
in das umfriedigte Obſtbaumgrundſtück eines hieſigen Einwohners,
um die Pfirſichanlage zu plündern. Der Beſitzer, der von dem Vor=
haben
Kenntnis erlangt hatte, erwiſchte die Diebe bei der Tat und
konnte einem von ihnen eine gehörige Tracht Prügel verabreichen. Die
gerichtliche Strafe wird für alle noch folgen.
Ad. Heßloch, 1. Aug. Furchtbar verbrannt hat ſich das
5jährige Töchterchen eines Landwirts, das in Abweſenheit der Eltern
mit Zündhölzern ſpielte, wodurch ſeine Kleider in Brand gerieten. Ein
zufällig in den Hof kommender Arbeiter riß dem nach Hilfe ſchreienden
Kinde die brennenden Kleider vom Leibe. Dennoch trug es ſchwere
Brandwunden davon, ſo daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird.
Briefkaſten.
Ioder Anfrage iſt die letzte Bezugsauſttung beizufügen. Hnonyme Anfragen werten
nicht beantwortet. Dſie Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeft.
R. C. 99. 1. Bis zu 5000 Mark beſteht Steuerfreiheit. Die
Steuerfreigrenze von 20 000 bzw. 30 000 Mark gilt noch nicht für
die Veranlagung der Vermögensſteuer für 1930. Dieſe Steuerfrei=
grenze
kommt vielmehr erſt für die Veranlagung 1931 zur An=
wendung
. Zum ſteuerpflichtigen Vermögen zählt nicht der Haus=
rat
, zu dem Mobiliar, Ausſtattung und Wäſche zu rechnen ſind.
Bücher zählen zum Betriebsvermögen, ſowie ſie zur Ausübung
ines Gewerbes dienen. 2. Die Einkommenſteuer wird nicht durch
Veranlagung feſtgeſetzt, wenn die Einnahmen des Steuerpflich=
tigen
weniger als 1300 Mark im Jahre betragen. Ueberſteigt das
geſamte Einkommen eines Steuerpflichtigen nach Abzug des
ſteuerfreien Einkommenteiles, aber vor Abſetzungen der Ermäßi=
gungen
nach dem Familienſtande, nicht den Betrag von 8000 Mark
und beſteht es entweder aus Einkünften, die wie Arbeitslohn und
Kapitalerträge dem Steuerabzug unterlegen haben, oder aus ſol=
chen
Einkünften und aus ſonſtigem Einkommen bis zu 500 Mark,
ſo findet eine Veraelagung nicht ſtatt. Von feſtverzinslichen An=
lagewerten
wird, ſoweit ſie nach dem 2. Januar 1931 fällig wurden,
ein Abzug vom Kapitalertrag nicht mehr gemacht.

BIOX-ULTRA ist dle schäu-
mende
Sauerstoff-Zahnpaste,
deren biologische Wirkuns
uissenschaftlich anerkannt ISi.

AARMI AoTt
Aadel le

der Dame verhindert Zahnstelnansatz,
Lockerwerden der Zähne, spritzt nicht u.
ist hochkonzentriert, daher so sparsam.
BiOX-ULTRA fördert gesunde Speichel-
sokretion
und erhält Zähng und Mund gesund.

[ ][  ][ ]

Eeite 8

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Nummer 214

Eine 1000jährige Burg unker dem Hammer. Gebok: 2000 Mark!

Die 1000jährige Burg Lenzen bei Wittenberge
ſollte vor dem Amtsgericht Lenzen verſteigert werden. Als einziges Gebot gab die Genoſſenſchafts=
bank
in Lenzen, der die Burg hypothekar verſchuldet iſt, 2000 Mark ab. Die Taxe betrug 400000
Mark, ſo daß der Zuſchlag ausgeſetzt wurde.

Das größke Krankenhaus der Welk ferkiggeſtellk.

Die Mediziniſche Stadt in New York,
ein rieſiger Komplex von Krankenhäuſern, mediziniſchen Forſchungsinſtituten und Laboratori
iſt jetzt fertiggeſtellt worden. Das Gebäude, das dieſes Stadtviertel der Kranken einnimmt, u
faßte früher drei große Häuſerblocks.

Die eine Ptaftie des Mntlelaners.

Die Schauſpielerin Helene Thimig als Glaube in der Aufführung des Legendenſpiels Jeder=
mann
bei den Salzburger Feſtſpielen. Unten links: Max Reinhardt, der Schöpfer und Regiſſeur
der Salzburger Feſtſpiele. Wie alljährlich, fanden auch diesmal im Rahmen der Salzburger
Feſtſpiele Aufführungen des alten Legendenſpiels Jedermann in der Faſſung von Hugo von
Hofmannsthal vor dem Salzburger Dom ſtatt.

Neich and Aubtand.
Ein Tag der Verkehrsunfälle und Einbrüche.
Frankfurt a. M. Während in den letz=
ten
Tagen die Einbrüche in Frankfurt etwas ab=
genommen
haben, wurden am Sonntag bzw. in
der Nacht von Sonntag zum Montag wieder
zahlreiche Einbrüche verübt. Sonntag nachmit=
tag
wurde in eine Wohnung in der Hauffſtraße
eingebrochen. In der Sonnemannſtraße wurde
ein Butter= und Eiergeſchäft heimgeſucht, und
ſchließlich wurde in ein Bootshaus in Fechen=
heim
ein Einbruch verübt. In der Kronprinzen=
ſtraße
ſchlugen unbekannte Täter die Schaufen=
ſterſcheibe
eines Waffengeſchäfts ein und entwen=
deten
Waffen. Bei einem Wohnungseinbruch
in der Offenbacher Landſtraße erbeuteten die
Täter trotz der Zahlungsmittelbeſchränkung!
600 Mark in bar. Neben mehreren klei=
neren
Unfällen des Sonntags, kam es auch zu
zwei ſchweren Unfällen, wobei es erhebliche Ver=
letzungen
gab. In der Mainzer Landſtraße
wollte ein neunjähriger Schüler am Sportplatz
die Straße überqueren. Er wurde von einem
Zuge der Linie 14 erfaßt und umgeriſſen. Der
Junge kam ſchwer verletzt ins Krankenhaus.
Kürz vor Mitternacht gab es am Sonntag auf
der Darmſtädter Landſtraße einen Zuſammenſtoß
zwiſchen Perſonenauto und Motorrad. Der eine
der Fahrer ſoll betrunken geweſen ſein, und das
Motorrad ſoll in der leider üblichen Weiſe
eine unverhältnismäßig ſtarke Geſchwindigkeit
gehabt haben. Beide Fahrer wurden erheblich
verletzt.
Schweres Paddelboot=Unglück auf dem Main.
EinStudentausDresdenertrunken.
Flörsheim. Beim Paſſieren der Main=
ſchleuſe
Raunheim kippte am Sonntag auf der
rechten Seite des Mains ein mit zwei Freun=
den
beſetztes Paddelboot um. Während der eine
der Paddler ſich durch Schwimmen retten konnte,
ging der andere, der 30jährige Student Alfred
Möckel aus Dresden, in den Fluten unter und
ertrank. Die Leiche des Ertrunkenen, der 300
Reichsmark Bargeld bei ſich trug, konnte bisher
nicht geborgen werden. Das Faltboot wurde
gefunden.
Eine Kugel in die Bruſt geſchoſſen.
Ba. Wiesbaden. Der 27 Jahre alte
Kaufmann Max Rükoff, Kaiſer=Friedrich=Ring
Nr. 90 wohnhaft, ſchoß ſich in ſelbſtmörderiſcher
Abſicht eine Kugel in die Herzgegend. Die Tat
wurde alsbald entdeckt und der Verletzte gegen
16.30 Uhr ins Städt. Krankenhaus gebracht. An
ſeinem Aufkommen wird gezweifelt. Zerrüttete
Familienverhältniſſe ſollen die Urſache des Vor=
falls
ſein.
Wieder ein Eiſenbahnanſchlag bei Braunſchweig.
Magdeburg. In der Nacht vom Sams=
tag
zum Sonntag iſt auf der Strecke Braun=
ſchweig
Magdeburg, in der Nähe des Bahnhofs
Weddel wieder ein Bahnfrevel begangen wor=
den
. Ein Werkzeugkaſten der Bahnmeiſterei
Schandelah, der auf die Schienen gelegt war,
wurde von der Lokomotive eines Perſonenzuges
erfaßt und bis zum. Bahnhof Weddel mitge=
ſchleift
.Hie erſt ging die Kiſte in Trümmer. An
dem Zug wurde ein Schaden nicht angerichtet.
Aus Anlaß dieſes Attentats bemerkt die Reichs=
bahndirektion
Magdeburg, daß die für Aufklä=
rung
der früheren Anſchläge in der Braun=
ſchweiger
Gegend ausgeſetzte Belohnung von
10 000 RM. auch heute noch Gültigkeit hat.
15 Perſonen bei einem Schleuſenbruch ertrunken.
Toronto. Ein eigenartiger Unglücksfall,
bei dem 15 Perſonen ums Leben kamen, hat ſich
geſtern hier auf dem Lachine=Kanal ereignet.
Der Dampfer Schnellen=Prinz, fuhr bei der
Einfahrt in die Schleuſe mit voller Wucht
gegen die Schleuſentore, die zerſtört wurden.
Rieſige Waſſermaſſen ergoſſen ſich aus der ge=
öffneten
Schleuſe in den Kanal und riſſen 40
Arbeitsloſe, die ſich am Ufer das Kanals befan=
den
, mit ſich fort. 25 von ihnen gelang es mit
großer Mühe, ſich zu retten, während die übri=
gen
15 in den Fluten umkamen. Der geſamte
Verkehr auf dem Kanal iſt infolge der Beſchä=
digung
der Schleuſe auf die Dauer von drei Ta=
gen
eingeſtellt worden. Der angerichtete Scha=
den
wird auf nahezu 300 000 Dollar geſchätzt.

Der Tod auf der Landſtraße.
Gelnhauſen. Unweit Rothenbergen kam
ein mit dem Motorrad nach der Waſſerkuppe
fahrendes Frankfurter Ehepaar, als es einigen
Radfahrern ausweichen wollte, einem zu über=
holenden
Pferdegeſpann zu nahe und ſtürzte.
Dabei erlitt der Fahrer eine ſchwere Schädelver=
letzung
ſowie Knochenbrüche. Er ſtarb nach
einigen Stunden. Seine Begleiterin kam mit
dem Schrecken davon. Ein weiterer Unfall er=
eignete
ſich am Sonntag abend auf der gleichen,
um dieſe Zeit ſehr belebten Straße, die den ge=
ſamten
Wochenendverkehr nach Frankfurt aufzu=
nehmen
hat. Ein Motorradfahrer kam hinter
einem Auto her. Beim Ueberholen wurde er in
einer Kurve von einem entgegenkommenden
Kraftwagen erfaßt, wobei ihm ein Bein abgeriſ=
ſen
wurde. Der Verunglückte kam in bedenklichem
Zuſtand ins Hanauer Krankenhaus.
Schwere Verkehrsunfälle.
Dortmund. Am Sonntag vormittag
ſtießen an einer Straßenkreuzung in Dortmund
zwei Perſonenkraftwagen mit voller Wucht auf=
einander
, ſo daß beide Fahrzeuge ſchwer beſchä=
digt
und alle zehn Inſaſſen teils ſchwer verletzt
wurden. Nach Angabe des Arztes ſoll bei einem
der Verletzten Lebensgefahr beſtehen.
Trier. In der Nacht zum Sonntag ſtieß
der Lieferwagen der Trierer Eiſenhandlung Ge=
brüder
Seiwert auf der Heimfahrt bei Schweich
a. d. M.. in einer Kurve gegen einen Baum.
Die drei Inſaſſen, zwei Söhne des Firmeninha=
bers
und ein Beifahrer, wurden in großem
Bogen herausgeſchleudert. Der eine Sohn war
ſofort tot, der andere wurde lebensgefährlich ver=
letzt
. Der Beifahrer erlitt nur leichte Hautab=
ſchü
=fungen.
14 Verletzte bei einem Laſtkraftwagenunglück.
Lennep. In der Nacht zum Montag, gegen
0.30 Uhr, prallte ein Laſtkraftwagen mit zwanzig
Perſonen Beſatzung aus Iſerlohn in der Nähe
von Stoßberg gegen einen Chauſſeebaum. Dabei
wurden fünf Perſonen ſchwer und neun leichter
verletzt. Sämtliche Verletzten mußten ins Len=
neper
Krankenhaus überführt werden. Der
Wagen wurde vollſtändig zertrümmert.

Zu dem Raubüberfall auf die Kraftgüterpoſt
DresdenAltenberg.
Dresden. Der Polizei iſt es gelungen, das
Auto, das zu dem Raubüberfall auf den Poſt=
kraftwagen
auf der Staatsſtraße Dresden
Dippoldiswalde benutzt worden iſt, in einer
Garage in Dresden=Cotta ausfindig zu machen.
Es war bereits ſeit Wochen von der Polizei ab=
gemeldet
. Die Unterſuchung hat ergeben, daß
ein Dresdener Kraftwagenführer mit dem Wa=
gen
eine Schwarzfahrt gemacht hat. Der Kraft=
wagenführer
wurde ermittelt und feſtgenommen.
Er leugnete zwar, an dem Raubüberfall betei=
ligt
geweſen zu ſein, bei einer Gegenüberſtel=
lung
des Verhafteten mit dem Tankſtelleninhaber
und zwei Einwohnern von Wurgwitz bezeich=
neten
ihn jedoch alle drei als einen der In=
ſaſſen
des in Frage kommenden Kraftwagens.
Außer 21000 Mark ſind auch Wertbriefe und
Wertſtücke geraubt worden, deren Inhalt noch
nicht feſtſteht.
Zum Dauerflug AmerikaJapan aufgeſtiegen.
New York. Wie aus Seattle im Staate
Waſhington gemeldet wird, ſind die Flieger Rob=
bins
und Johns in dem Eindecker Fort Worth,
zu einem neuen Dauerflug nach Tokio aufge=
ſtiegen
. Sie beabſichtigen, unterwegs von einem
Hilfsflugzeug Gaſolin aufzunehmen. Die Flie=
ger
, die den 25 000=Dollarpreis einer japaniſchen
Zeitung gewinnen wollen, wurden zuletzt in
Fairbanks in Alaska geſichtet.
New York. Die Flieger Robbins und
Johns, die ſich auf dem Fluge nach Japan be=
finden
, haben die Strecke von Seattle nach Fair=
banks
in ſchnellem Fluge zurückgelegt. Ihr Flug=
zeug
Fort Worth ſetzt jetzt den Flug nach Una=
klik
, an der Nortonbucht in Alaska, fort, wo
die nächſte Betriebsſtoffnachfüllung in der Luft
erfolgen wird.
Ernſthafte Befürchtungen um Ediſons Zuſtand.
NewYork. Der greiſe, 84 jährige Erfinder
Ediſon hat in der vorvergangenen Nacht einen
ſchweren körperlichen Zuſammenbruch erlitten.
Er liegt zurzeit noch in tiefſter Ohnmacht. Man
hat durch Flugzeuge zwei bekannte Aerzte nach
ſeinem Heim in Weſtorange (New Jerſey) ge=
holt
und befürchtet in Anbetracht des hohen Al=
ters
jeden Augenblick das Schlimmſte.

Bombenanſchläge im 2=Zug
München-Belgrad.
Bisher 3 Tote, 16 Schwerverletzt
Berlin. Nach einer Meldung der B
liner Abendblätter aus Belgrad ſind in 1
Nacht zum Montag im D=Zug MünchenAgre
Belgrad in drei Eiſenbahnwagen Bomb
explodiert, durch die zwei Perſonen getötet u
16 ſchwer verletzt wurden. Von den Schwerv
letzten iſt die Frau des Belgrader Univerſitä
profeſſors Brunari im Belgrader Krankenha
geſtorben. Außerdem kam noch von der Fami
Brunari ein elfjähriges Kind ums Leben. T
Perſönlichkeit des dritten Toten, eines Her
mittleren Alters, konnte bisher noch nicht fe
geſtellt werden. Da in der letzten Zeit ve
ſchiedene Exploſionen ſich in ſolchen Eiſenbah
Waggons ereignet haben, die aus dem Ausla=
kamen
, hat die Eiſenbahn=Direktion verfügt, d
von nun an keine direkten Wagen aus dem Au
land über die jugoſlawiſche Grenze gelaſſen we
den ſollen, um die Einſchmuggelung von Bon
ben aus dem Ausland zu verhindern.
Zu dem Bombenanſchlag im Schnellzug Agra
Belgrad wird von Augenzeugen ergänzend b.
richtet, daß durch die Exploſionen drei Wage
in Brand geraten ſeien. Die Attentäter hätte
vermutlich die Abſicht gehabt, die mit Zeitzü
der verſehenen Höllenmaſchinen im Belgrad
Bahnhof explodieren zu laſſen. Unter den Ve
letzten befinden ſich der Vater des getötet
Kindes, Profeſſor Brunarti, deſſen Frau u
drei Kinder. An den Löſcharbeiten beteiligt
ſich die Feuerwehren von Semlin und Belgre
Die Polizei beſetzte ſofort die Landungsſte
und hielt alle Perſonen zur Ausweisleiſtung, a
Verhaftungen wurden jedoch nicht vorgenomme

Ein Schnellzug überfährt ein Auto.
Acht Tote, ein Schwerverletzter.
Tortone. Ein Kraftwagen mit acht Fah

gäſten wurde auf einem Bahnübergang v.
einem Schnellzug erfaßt und zertrümmert. D
Mitfahrenden, ſämtlich Frauen, wurden getöte
nur der Chauffeur kam mit dem Leben davor
er wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus 9
bracht.

Ein amerikaniſches College
bei Dresden.

Schloß Siebeneichen bei Dresden,
ine Studienanſtalt, für amerikaniſe
eingerichtet wurde. Die Studiere
en von hervorragenden deutſchen, er
amerikaniſchen Wiſſenſchaftlern B.
n Philoſophie, Naturwiſſenſchaft u
nſchaft. Die Kurſe ſind auf 2 Jak
Unte

[ ][  ][ ]

Nummer 214

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Seite 9

Unter Wolkenkeulen ſinkt die Sonne nieder. Wie grüne
Galle iſt ihr Licht.
Es iſt als ob eine Unruhe das Meer erfaßt, als ob die ge=
ſpenſterhaft
wachſenden Schatten der Steilküſte das Meer er=
ſchrecken
.
Der blaue Horizont, der See läuft ſchwarz an wie ein
blankes Meſſer.
Wolkenherden ſteigen hoch und höher und wie giftige
Muſcheln und Pilze ſteigt ein Unwetter aus dem Meer herauf.
Die Schatten der Küſte greifen weiter und tiefer in das
Meer. Die Wolkenmaſſen färben ſich mit Schwefel und Phosphor
und ſchleudern drohende Fäuſte hoch in den erblaſſenden
Himmel.
Warnungszeichen zappeln an der Küſte hoch.
Die ſcherenden Fiſcher flüchten mit den ſturmverkündenden
Möven dem Feſtlande zu und ziehen ihre Boote weit den
Strand hinauf, ehe die Brandung die Küſte verbarrikadiert.
Steif und ſchwer dehnt ſich das Meer, das der Sturm weckt
und wie an den Haaren zu einem heimlichen Komplott heran=
zieht
.
In Wirbeln bohrt ſich der Sturm in das Meer.
Zuſammengekauerte Hunde liegen die Felsquader am Ufer,
bereit, gegen die Flanken der Erde zu ſpringen.
Heimtückiſch widerſtrebend gehen die Wogen auf und ab, hoch
und nieder, lockern die Steine auf ſandigem Grund, bis mit
einem plötzlichen Anlauf das Meer, vom Sturm beſeſſen, auf=
ſpringt
und die gliedernden Wogen in ihrer Breite und Tiefe zu
ſich empor und wirbelnd gegeneinander wirft.
Die Wogen entreißen der ſinkenden Sonne rote Fetzen und
mit tauſend roten Fahnen brechen die Wogen am Horizont auf
und türmen Wellen zu Bergen hoch, daß die dahinſchießenden
Brecher im Sturmgeheul zu Giſcht zerkochen.
Oben, von der Steilküſte erkennſt du im Aufruhr des Meeres
die voranſtürmenden Führer und Aufklärer, Unaufhaltſam jagen
ſie den blindlings nachrollenden Maſſen voran. Die letzten
Sonnenſtrahlen fliegen wie funkenſprühende Brandfackeln gegen
die Steilküſte und in dieſem Augenblick iſt das unüberſichtliche
Betoſe von Giſcht und Schaum ein in Feuer und Waſſerſtaub
zerplatzender Planet.
Aus dem brüllenden Toben laſſen ſich Meilen vor der Küſte
ilte und junge Wogen klar unterſcheiden.
Die tiefaufwühlend den brüllenden Anführern dicht folgen,
das ſind die Jungen.
Die alten bleiben weiter zurück, ſchütteln verzweifelt ihre
veißen Häupter und werfen ſich den Aufrührern immer wieder
n den Weg. Sie werden zur Seite geſchleudert und über ſie
veg ſtürmen die Führer vorwärts. Ueberall reißen die Jungen
ich los, ſpringen hoch und entwinden ſich ſchäumend den zittern=
den
Alten. Brüllend jagen die Jungen ihren Führern nach.
Der Aufruhr tobt eine wahnſinnige Flucht auf die
Steilküſte los.
Alle Urkräfte der Erde entfeſſeln Sturm und Meer.
Die Wellenmaſſen ſind zu Peitſchen des hellen Wahnſinns
eworden und zerbrechen an der durchwurzelten Steilwand.
Verwegenheit lockt euch in ſinnloſen Kampf! brüllen be=
chwörend
die Alten. Euer Sturm iſt feige Flucht vor euch
elbſt! Ihr flieht, von der Freiheit getrieben, in eine Flucht
hne Ende!
Wir ſind die Fäuſte und Zähne der Zeit! lachen die
Jungen zurück.
Fäuſte und Zähne zerbricht der Sturm! flehen die Alten.
Wir erzwingen, was wir ſingen! ſtürzen die Jungen raſeno
ort und zerbrechen mit krachendem Getöſe an den verſteckten
Felſen, daß der Schaum der Wellen hoch gegen die Steilwand
ſpritzt.
Die Quader und Felsblöcke bewegen ſich ſchwer, als war=
teten
ſie auf den Peitſchenknall.

Wellenberge um Wellenberge rollen unſichtbar vor Giſcht
und Schaum höher die Steilwand hinauf und fallen zurück.
Die Sonne ſteht halbiert am Horizont und entzündet mit
letztem Licht die donnernde Brandung zu einer kochenden Feuers=
brunſt
.
Leuchtfeuer ſpeien ihre Lichtzeichen gegen die aufzuckenden
Wetterwolken, die noch den offenen Blitz verſtecken, bis die unge=
heuren
Gewichte der Atmoſphäre in kabeldicken Feueradern auf=
flammen
. Wie ausgeriſſene, ungeheure Bäume mit Wurzeln
und Aeſten ſchleudert der Himmel ſeine Feuerkeulen von einem
Horizont zum anderen, daß die Erde im zerberſtenden Donner
aufbrüllt und bebt.
Orkane reißen Meilen um Meilen alle Windſtärken der Erde
zuſammen. In gurgelnden Wirbeln raſen die Wogen und
ſchneiden wie Senſen über die Steilwand hinweg.
Das von Orkanen bewegte Waſſer reißt die Felſenquader
vom Grunde hoch und ſchleudert ſie zerſplitternd gegen die Steil=
wand
.
Strahlend hält die Stirn der Steilwand den Widerſchein der
Sonne dem ſchonungsloſen Element entgegen.
Wie der Krater eines Vulkans, der von Lava überſchüttet in
ſich zuſammenbricht und immer wieder neue Rieſenkegel hoch=
türmt
, donnern Giſchtſtrudel die Steilwand brandend hinauf
und hinab. Millionen ſchwere Zentner Wogen hämmern Schlag
auf Schlag gegen die Steilküſte, um deren Stirn ſich die harzigen
Kiefern um ihre Wurzeln drehen.

Erneuerung der Marburger Eliſabethkirche
zum 700. Todeskag der heiligen Landgräfin.

Die Eliſabethkirche in Marburg.
Oben links: Mittelalterliche Holzplaſtik der heiligen Landgräfin.
Anläßlich des 700. Todestages der Heiligen Eliſabeth, Landgräfin
von Thüringen, die am 19. November 1231 ſtarb, wurde die
Eliſabethkirche in Marburg, eine der ſchönſten gotiſchen Kirchen
Deutſchlands, einer gründlichen Erneuerung unterzogen.

Meilenweit brüllt der Sturm.
Mit ſchwarzen Fahnen verhängen ſich die Sterne.
Leuchtfeuer rufen ohne Unterlaß ihre Wegezeichen hinaus
auf die ſturmumwirbelten Handelsſtraßen, darauf der Menſch, die
zitternden Planken unter ſeinen Füßen, mit ſturmgefeſſelten
Atmoſphären Dampf und Kohle dem Meeresaufruhr kalt=
blütig
trotzt.
Der Aufruhr des Meeres zerfloß über Nacht mit ſeiner
weißen Wut wie flüchtiger Schnee.
Wie eingeſchlafen liegt das Meer und atmet wie dein Puls
im Handgelenk.
Ein Fremder kann die Unordnung ringsum am Strande
und an der Steilwand kaum erkennen. Alles iſt durcheinander
geworfen. Kein Stein liegt an der alten Stelle und doch liegt
alles ſo, als könnte ſich die Landſchaft nie verändern.
Fiſche ſind in das Netzwerk der Wurzeln an der Steilwand
geſchleudert. Raben ſind ſchon vor mir wach.
Zwiſchen angetriebenem Tang und Hölzern liegen Bern=
ſteinſtücke
. Das Meer verlor im Aufruhr ſeinen koſtbarſten Beſitz.
In die Steilwand haben die Wogen Runen eingeſchnitten.
Die Steilwand trotzt mit ihrer Stirn dem Meer, und was
die Wellen mit ihren Klauen nehmen und fortreißen, müſſen ſie
immer wieder hin zur Küſte tragen. Das Meer muß neu auf=
bauen
, wo es niederreißt.
Der geflüchtete Sturm hat ſeine Stärken in Wellenzeichen wie
eine Skala in den Sand geweht. Sie alle, Meer und Sturm und
Wurm und Muſchel zeigen ihre Fieberkurve und zeichnen in
Wellen und Ringen ihr Tagebuch. Kein Tag geht ohne Zeichen
an Baum und Muſchel und an deinem eigenen Angeſicht
vorüber.
Es ſummt und ſingt das Meer, als wäre nur Friede und
Großmut in ihm. Jedoch der feingemahlene Sand zu deinen
Füßen ſagt dir, wie fein es jeden Widerſtand zermahlt, wie
ſkrupellos und unerſchütterlich ſein Machtbewußtſein keinen Stein
in Ruhe läßt, bis er zu Staub zerfallen iſt. Unverſöhnlich ſucht
das Meer die Liebe und Sehnſucht des Menſchen zu ſeinem
Verderben. Es lockt mit ſeiner Ferne und fordert mit grau=
ſamer
Tücke die Menſchenkraft mit all ihrem Wiſſen und Erfin=
den
zur Vernichtung heraus.
Mit welchem Wahn überliſtet das Meer ſeine Geſchöpfe?
Mit ſeiner Himmelsbläue und ſeinem ſmaragdfunkelndem
Feuer zum Morgen= und Abendrot verlockt und verführt es
Greis und Kind, Mann und Weib und trägt ſie alle auf
wiegenden Armen in eine auswegloſe Fremde.
Die lachende Lebensinbrunſt des kühnen Schwimmers macht
das Meer mit einem Atemzug zum Todesſchrei und Leichenzug.
Heimtückiſch ſchmeichelt und flüſtert die See, glättet immerzu
ihre verſteckte Grauſamkeit.
Singt ein Seeman ſein Lied, verbirgt er dahinter Schrecken
und Angſt. Sein Geſang iſt ein Gebet, ein ſingender Fluch dem
Ungeheuer, das lächelnd darauf lauert, ſeine Lieder wie die
Liebesbriefe ſeiner Segel zu zerfetzen und ihn und ſein Steuer
zu zerſchmettern.
Die Wellen kennen kein Erbarmen.
Ihr Spiel iſt Grauſamkeit. Ihr tändelndes Spiel und leiſes
Lachen ſind der Anfang und das Ende einer Schurkerei. In
ihren Armen lauert der Tod.
Wie lange Streifen abgerollter Seidenballen, darunter ſich
Meter für Meter alle Todesſchrecken verbergen, dehnt ſich ihr
Wellenkleid.
Sie macht dich verliebt mit ihrer ſanften Hingegebenheit in
ruhiger Stunde und hält alle Grauſamkeit in ihrer Tiefe bereit,
um dich an den Haaren in ihren Wellen aufzuhängen.
Du lernſt ihr Geheimnis kennen, wenn du mit ihr ben
Kampf auf Tod und Leben wagſt.
Jederzeit iſt ſie bereit, dich auf den Armen zu tragen und
dich zu erſchlagen und elend zu ertränken.
Nur mit unerſchöpflicher Kraft und unendlicher Mühe, mit
der Koſtbarſtes zu erringen und zu erhalten iſt, nur mit der
letzten Vorſicht und mit rückſichtsloſer Gewalt, mit der Chirurgen
Kammern des Seins dem Tode öffnen und wieder verſchließen,
um einmaliges Leben mit kühner Hand zu erhalten, wird das
urgewaltige Meduſenweib dem Menſchen eine freigebige Er=
nährerin
.

Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik

40)

Copyright by Ernſt Keils Nachf., (Aug. Scherl), G.m.b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)

Als Kampendonk ihn verlaſſen, nahm Fortuyn die durch den
Zeſuch des Geheimrats unterbrochene Arbeit wieder auf. Viel=
eicht
durch Rudis Huſarenſtückchen angeſport, hatten auch andere
lſſiſtenten beſonderes Glück bei ihren Arbeiten entwickelt. Eine
Ceihe günſtiger Umſtände geſtattete ihm heute ſchon Kombinatio=
en
, die erſt ſpäter zu erwartende Reſultate in greifbare Nähe
ückten. So war er ſchon ſeit geſtern beſchäftigt, teilweiſe mit
illys Hilfe, die Gewinnung der letzten Verſuchsreihen auszu=
ſerten
.

Als Tilly ihn nach Beendigung der Bürozeit noch über Stö=
en
von Material beſchäftigt ſah, erbot ſie ſich bereitwillig, ihm
ehilflich zu ſein. Entdeckerfreude, wiſſenſchaftlicher Ehrgeiz hat=
in
ſie jetzt mehr als je ergriffen.
Dann müßten Sie, mein liebes Fräulein Tilly, ſchon mit
ir nach Hauſe kommen. Ich habe einen großen Teil des Ma=
rials
dort, und eine endgültige Zuſammenſtellung kann ich
ider hier nicht machen. Haben Sie Luſt dazu? fragte er mit
ichtem Lächeln. Meine Wirtſchafterin würde für eine kleine
tärkung ſorgen.
Gewiß gern, Herr Fortuyn! Ich muß ſagen, ich brenne
rrauf, das Schlußergebnis zu ſehen. Wenn wir das Oktadien
ſchnell bekämen wie das Hexadien und Heptadien, dann . . ."
a, Fräulen Tilly, wenn wenn ! Sie wiſſen eben=
gut
wie ich, daß das leider nicht der Fall ſein wird. Das
9te Kohlenſtoffatom anzureihen, wird ſelbſt mit Wendtſchen
ewaltmitteln nicht ſo ſchnell zu machen ſein. Hier heißt’s,
eng wiſſenſchaftlich Schritt für Schritt probieren und wieder
Obieren. Ich habe mir ſchon vorgenommen, den Herrn morgen
Labor über die jetzt beginnenden Arbeiten einen kleinen Vor=
19 zu halten und ſie vor allen Extravaganzen ausdrücklich zu

irnen.
Fortuyn hatte inzwiſchen alles Nötige zuſammengepackt. Er
9 auf die Uhr. Ah, wie unangenehm! Da haben wir uns
plaudert. Das Archiv wird ſchon geſchloſſen ſein . . . Viel=
ht
doch . . . Er griff zum Tlephon, verlangte Dr. Hempel.
Es meldet ſich niemand, ſagte die Zentrale. Scheint
fier mehr da zu ſein.
Aergerlich! ſagte Fortuyn. Dann müſſen wir wohl das
ze Zeug hier mit in meine Wohnung nehmen. Es empfiehlt
ja aus gewiſſen Gründen nicht, es hierzulaſſen. Er deutete
den Rollſchrank. Früher war der alte Burſche für ſolche
Ule gut. Jetzt iſt er ausgeſchaltet. Die Alarmvorrichtungen
hen zwar noch an ihm aber man muß auf der Gegenſeite
h1 doch irgendwie Wind davon bekommen haben. Bis jetzt
en ſie ſich noch nicht gerührt . . . Jedenfalls, trotz aller
rmborrichtungen, wäre es gewagt, gerade dieſes Material
zulaſſen.
Und ſo ſaßen ſie, während die Stunden verrannen, in
tuyns Wohnung. Der Imbiß, den die Wirtſchafterin neben
geſetzt, blieb unangerührt. Endlich hatten ſie die einzelnen
ktionen gruppenweiſe zuſammengeſtellt. Die Auswertung der
ammenſtellungen war die weitere Arbeit. Da legte Fortuyn
Feder hin, ſagte: Jetzt aber mal Pauſe!

Aufatmend ſtrich er ſich das Haar aus der Stirn, atmete
lang aus. Er ſchob die Papiere beiſeite, ſtellte das Tablett auf
den Schreibtiſch. So, Fräulein Tilly, nun zugelangt! Er ſah
nach der Uhr. Es war kurz vor acht. Wollen Sie wirklich
das Endergebnis abwarten? Zwei Stunden wird es ſicher noch
dauern.
Na, das wäre! Tilly biß herzhaft in ein belegtes Brot.
Natürlich muß ich das noch wiſſen! Könnte doch ſonſt nicht
ſchlafen!
Aber dieſe dummen Störungen durch das Telephon will
ich doch vorſichtshalber unterbinden, meinte Fortuyn. Will
mal gleich meiner Wirtſchafterin Beſcheid ſagen, daß ich nicht
zu Hauſe bin. Er ging hinaus.
Währenddeſſen machte Tilly, an ihrem Brötchen knabbernd,
ein paar Schritte durch das Zimmer. Auf einem kleinen Tiſch
neben dem Diwan ſah ſie eine Photographie, um die ein paar
friſche Blumen gelegt waren. Neugierig nahm ſie das Bild in
die Hand.
Wer war das? Das Geſicht kam ihr ſo bekannt vor
Ah, gewiß, natürlich, das war doch Frau Direktor Terlinden!
Fortuyn verkehrte ja viel im Hauſe Terlinden. Doch wie kam
das Bild hierher? Der Platz, an dem es ſtand . . . friſche Blu=
men
darumgelegt? Ihr Herz zuckte zuſammen. Das alſo war’s!
Mit zitternder Hand, wie bei etwas Unrechtem ertappt, ſtellte
ſie das Bild wieder an ſeinen Platz.
Im Moment hatte ſie alles begriffen . Fortuyn häufiger
Gaſt in der Villa Terlinden der Gatte ein lebender Leichnam.
Die junge, ſchöne Frau lebensluſtig, nach Liebe, Glück dürſtend.
Fortuyn in ſtändigem Zuſammenſein mit ihr . . . Wie konnte
es anders ſein, als daß die beiden ſich fanden?
Mit müden, ſchweren Schritten ging ſie zu ihrem Platz,
fuhr ſich, wie aus ſchwerem Traum erwacht, über die Stirn.
Mechaniſch ergriff ſie die Feder. Murmelte immer wieder vor
ſich hin: Tapfer ſein, Tilly! Tapfer ſein! Nicht klein werden!
Mit zuſammengebiſſenen Zähnen beugte ſie ſich über eine
Tabelle, fing krampfhaft an zu rechnen. Die erſte Kolonne
ſtimmte. Jetzt die zweite . . . die dritte . . . Sie hatte richtig
gerechnet. Arbeiten! Arbeit die beſte Medizin, ſich vor dum=
men
Gedanken zu ſchützen!
Als Fortuyn wieder eintrat, zeigte ſie ihm, wie immer, ein
gleichmütiges, ruhiges Geſicht.
Fortuyn ſah auf das Tablett. Aber, Fräulein Tilly, Sie
haben ja kaum gegeſſen! Wollen ſchon wieder anfangen zu ar=
beiten
? Das gibt’s nicht! Sie müſſen mir Geſellſchaft leiſten!
Unmöglich, Herr Fortuyn. Ich ann bei beſtem Willen
nichts mehr eſſen. Tilly ſah ihn mit einem tapferen Lächeln an.
Wollte mal eben probieren, ob die Aufrechnungen richtig waren.
Es ſtimmt. Jetzt ſeh’ ich ſchon faſt das Endergebnis voraus.
Sie legte einen neuen Bogen vor ſich hin und begann mit
der Auswertung der bisher errechneten Ergebniſſe. Als die Uhr
die zehnte Stunde ſchlug, warf ſie triumphierend die Feder hin=
Wie ich’s erwartet! Wir haben die Polymeriſierung zu
Oktadien!

Und das Wichtigſte! fiel ihr Fortuyn in Wort. Wir
haben die richtige Kopulationsfrequenz!
Gott ſei Dank wir haben ſie! fügte Tilly hinzu. Wenn
ich noch an unſre endloſen Verſuche denke, wo uns aus den
Molekülen vorn ein Kohlenſtoffatom abgeſchleudert wurde, wäh=
rend
wir uns mühten, hinten eins anſchwingen zu laſſen! Die
Höhe haben wir erreicht. Das Ziel liegt zwar nicht greifbar
vor uns, aber der Weg iſt offen.
.. wenn auch noch weit vollendete Fortuyn. Und es
ſoll nicht eher ein Wort von meinen Lippen kommen, bis wir
nicht tatſächlich den letzten Schritt getan haben.
Fortuyn füllte zwei Gläſer mit Wein und ſtieß mit Tilly
an. Meinem beſten Mitarbeiter!
Einen Augenblick zitterte das Glas in Tillys Hand. Dann
hob ſie es ſchnell an ihre Lippen, ſtürzte es in einem Zuge
hinunter.
Nun Schluß für heut! Fortuyn ſah mit bedenklichem
Geſicht nach der Uhr. Iſt doch ſehr ſpät geworden. Da darf
ich Sie nicht allein gehen laſſen. Ich werde Sie nach Ihrem
Hauſe begleiten.
Als er ſich auf dem Rückweg wieder ſeiner Wohnung näherte,
ſah er einen Mann vor ſich hergehen, der ihm bekannt ſchien.
Als er näher kam, erkannte er Wittebold.
Wohin ſo ſpät, Herr Wittebold?
Der drehte ſich bei dem Anruf haſtig um. Guten Abend,
Herr Doktor Fortuyn! Kommen Sie erſt jetz nach Hauſe? Ich
ſah doch vorhin Licht bei Ihnen.
Ich war auch den ganzen Abend auf meinem Zimmer=
Habe nur Fräulein Gerland nach Hauſe gebracht, die mit mir
gearbeitet hat. Aber warum intereſſiert Sie .. .?
Fortuyn glaubte ſo einen gewiſſen Ton in Wittebolds Wor=
ten
gehört zu haben, der ihn aufmerken ließ. Wittebold mur=
melte
etwas vor ſich hin. Sagte dann: Ja! Ich bekam un=
willkürlich
einen kleinen Schreck, als ich Sie eben ſo plötzlich
neben mir ſah, und . .. wußte doch, daß da oben Licht war.
Nun aber, Herr Wittebold! Sie glaubten doch nicht etwa,
da oben wären fremde, ungebetene Gäſte?
Wieder brummelte Wittebold etwas in ſeinen Bart. Was
weiß ich, was ich dachte? War mir den ganzen Abend ſo un=
behaglich
zumute. Er ſah nach dem trüben Nachthimmel.
Vielleicht gibt’s ander Wetter. Na, kurz und gut: Ich fühlte
mich nicht recht wohl zu Hauſe. Dachte: Gehſt ein bißchen raus
an die Luft!
Hat aber auch nicht viel geholfen! ſagte Fortuyn lachenv.
Sehen ja Geſpenſter! Er deutete nach ſeiner Wohnung.
Geſpenſter? knurre Wittebold. Geſpenſter ſind’s gerade
nicht. Sah in den letzten Tagen ein paarmal Geſichter hier, in
der Gegend, die mir wenig gefallen wollten und abſolut keine
Geſpenſter waren.
Sie waren durch die Nebenſtraße an Fortuyns Haus ge=
kommen
und konnten ſo das hellerleuchtete Arbeitszimmer, das
nach hinten lag, gut ſehen. Das ſonderbare Weſen Wittebolds
fiel Fortuyn nachgerade auf die Nerven. Er dachte im ſtillen:
Das wäre nun gerade das Tollſte, was paſſieren könnte, wenn
ausgerechnet heute einer mir einen nächtlichen Beſuch machen
würde!
Unruhig geworden, verabſchiedete er ſich von Wittebold und
ſtieg zu ſeiner Wohnung hinauf. Als er in ſein Zimmer trat
und alles ſo daliegen fand, wie er es verlaſſen, atmete er wieder
leichter. Er legte die Schriftſtücke zuſammen, trug ſie in ſein
Schlafzimmer. Beſſer iſt beſſer! dachte er dabei. Hier ſoll mir
(Fortſetzung folgt.)
keiner rankommen!

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Seite 10

Dienstag, den 4. Auguſt 1931

Nummer 214

Spott, Sptel und Jucnen

Leitfaden

der neuen Nakionalmannſchaft!
Die elf beſten Spieler und ihre Erſakleute.
Das Ergebnis einer Volksabſtimmung. 4401 Teilnehmer!
Die ſaure Gurkenzeit im Fußball, jene 6wöchige Sperre für die
aktiven Fußballer, durchgeführt in einer Zeit, wo man faſt den Pelz=
kragen
umlegen möchte, brachte den ganz Unentwegten durch das Aus=
ſchreiben
einer bekannten ſüddeutſchen Fußballzeitung dadurch eine fuß=
balleriſche
Geiſtesanregung, daß die beſten deutſchen Fußballer zu einer
Elf zuſammengeſucht wurden. Das Ergebnis iſt ebenſo intereſſant wie
wichtig, zumal tatſächlich (auch ohne das ausſchlaggebende Mitwirken des
bekannten Fußball=Theoretikers Nerz) eine Mannſchaft durch Volks=
gunſt
zuſammengeſtellt wurde, die jedem Fußballer imponieren wird.
Mit großer Stimmenmehrheit (!!) wurden nachfolgende Spieler als
interngtionale Vertreter Deutſchlands gewählt:
Kreß
(Rot=Weiß Frankfurt)
Schütz
Stubb
(beide Eintracht Frankfurt)
Knöpfle
Leinberger
Heidkamp
(FSV. Frankfurt) (Spogg Fürth) (Bayern München)
Bergmaier Sobek Kuzorra Rich. Hoffmann Knud
(Bayern Mnch.) (Hertha Berl.) (Schalke 04) (Spkl. Dresd.) (1. FC. Nürnb.)
Für die einzelnen Poſitionen wurden folgende Stimmen abgegeben:
Tor: Kreß 4314 Stimmen; Jakob 57; Blunck 25; Riemke 3; Stuhl=
ſauth
2.
Erſchütternd ſind hier geradezu die zwei Stimmen für den
Schrecken von Turin; Heiner Stuhlfauth mußte mehr denn je ein
Spieler erfahren, wie ſchnell man in der Verſenkung verſchwinden kann.
Ueberwältigend dagegen und in gewiſſem Sinne auch verſtändlich iſt die
große Stimmzahl für Kreß, unſeren derzeitig unbeſtritten beſten Natio=
naltormann
.
Rechter Verteidiger: Schütz 3626 Stimmen; Weber 474; Burckhard
93; Emmerich 84; Beier 52; Hagen 49; Brunke 11; Kutterer 6; Kug=
ler
5; Appis 1.
Hier finden wir einen alten Strategen, den grimmen Hagen der
Sppgg. Fürth. Auch des alten Kutterer gedachte man mit 6 Stimmen.
Linker Verteidiger: Stubb 3648 Stimmen; Weber 651; Burkhardt
27; Hagen 22; Emmerich 20; Brunke 11; Baier 9; Wendl 6; Schröder 4;
Halbvorſen 2; Lagerquiſt 1.
Wir finden erneut Weber, Kurheſſen Kaſſel, auf dem 2. Platze.
Er iſt tatſächlich auch mit den beiden Frankfurtern der beſte Verteidiger,
der zurzeit verfügbar iſt. Sehr verwunderlich iſt, daß man Kraus I.
(vielleicht der beſte Verteidiger Deutſchlands im letzten Jahrzehnt) nicht
ein einziges Mal auch nur erwähnt hat.
Rechter Läufer: Knöpfle 2857 Stimmen; Hergert 690; Heidkamp
385; Hagen 254: Mantel 167; Bretzing 10; Münzenberg 8; Pledl 6;
Nagelſchmitz 6: Oehm 3; Stößel 1.
Für die Läuferreihe hat man trotz zahlreicher junger Kräfte mit
überwiegender Mehrheit auf den unverwüſtlichen Ex=Fürther zurück=
gegriffen
.
Mittelläufer: Leinberger 4189 Stimmen; Pledl 103; Kalb 27;
Kauer 25; Hergert 24; Münzenberg 22; Köhler 9; Oehm 2.
Hier findet der erſtaunte Nürnberg=Fürther=Hochburgenthuſicſt den
Nürnberger Mittelläufer Kalb mit einer ſogenannten Anſtands=
ſtimmzahl
auf dem dritten Platz; an Leinbergers Mittelläufer= Vorherr=
ſchaft
iſt nichts zu deuteln.
Linker Läufer: Heidkamp 2457 Stimmen; Knöpfle 1104; Mantel
658; Hagen 81: Eiberle 29; Kauer 21; Münzenberg 15; Nagelſchmitz 9;
Wendl 6: Stößel 1.
Neben Heidkamp haben auch Knöpfle und Mantel, Eintracht Fran=
furt
a. M., eine anſehnliche Stimmenzahl auf ſich vereinigt. Münzen=
berg
, den Unglücksraben von Paris hat man nicht vergeſſen; man
ließ alſo doch Können vor Pech bei der Entſcheidung walten.
Rechtsaußen: Bergmaier 4079 Stimmen; Albrecht 262; Sobek 13;
Welker 9; Nuch 8; Reinemann 7; Lachner 6; Thalmaher 5; Stigl=
bauer
3; Schaller 1.
Daß man Bergmaier dem verdienſtvollen Düſſeldorfer
Albrecht mit einer derartig überſchwenglichen Stimmenmehrheit vor=
zieht
, iſt ſehr überraſchend.
Halbrechts: Sobek 3063 Stimmen; Czepan 576; Lachner 471; Hor=
nauer
108; Helmchen 63; Kuzorra 23; Harringer 12;, Winkler 9;
Franz 4; Hochgeſang 4.
Man hat alſo dem populärſten Berliner Fußballer, Hanne Sobek,
bei der Beſetzung des rechten Verbindungspoſtens den Vorzug gegeben,
obwohl Czepan, Lachner und Hornauer auch recht erſtklaſſige
Halbſtürmer ſind. Als einziger Spieler der Heſſengruppe iſt Wink=
ler
, Wormatia Worms, mit 9 Stimmen bedacht.
Mittelſtürmer: Kuzorra 3414 Stimmen; Ludwig 636; Schmitt 173;
Panzer 57; Sober 33; Hohmann 21; Pöttinger 19; Rich. Hoffmann 18;
Ehmer 2.
Die heikle Frage des Mittelſtürmerpoſtens wäre nach dieſem Ergeb=
nis
recht einfach gelöſt. Ueberraſchend kommt immerhin die große Mehr=
heit
gegenüber dem Holſteiner Sturmführer Ludwig.
Halblinks: Rich. Hoffmann 3420 Stimmen; Frank 418; Czepan 213;
Kuzorra 94; Helmchen 57; Schmidt 44; Lachner 31; Sackenheim 26;
Oeldenberger 4.
Man ſoll ſich eigentlich wundern, daß dem deutſchen Schützenkönig
Rich. Hoffmann ſozuſagen der Poſten ſtreitig gemacht wurde.
Frank und Czepan ſind für dieſen Platz allerdings auch Namen
von gutem Klang.
Linksaußen: Knud 4281 Stimmen; Ludwig Hoffmann 92; Müller 13;
Bergmaier 9; Kießling 3; Sackenheim 3.
Auffällig iſt die ſchwache Beſetzung für dieſen Poſten in bezug auf
die Anzahl der unfreiwilligen Kandidaten, und im Gegenſatz hierzu
ſteht die gewaltige Stimmenmehrheit des Nürnberger Linksaußen Knud.
Der Bahern=Linksaußen Wiggerl Hoffmann iſt ſtark ins
Hintertreffen geraten; auch für den Dresdener Müller hatte die
Volksgunſt wenig zu vergeben.
Sollte unſer Reichstrainer Nerz nun wieder einmal vor einer
ganz großen Aufgabe ſtehen, ſo nehme er ſich frohen Mutes den Leit=
faden
der neuen Nationalmannſchaft zur Hand, und er wird ſicherlich
ohne vorherigen großen Tamm=Tamm die richtigen Leute finden.
Als zweite Garnitur kämen in Frage: Jakob, Regens=
burg
; Weber, Kaſſel; Hagen, Fürth; Hergert, Pirmaſens;
Pledl, 1860 München; Mantel, Eintracht Frankfurt a. M.;
Albrecht, Düſſeldorf; Czepan, Schalke 04; Ludwig, Holſtein=
Kiel; Franke, Sppogg. Fürth; Ludwig Hoffmann, Bayern
München. Wie wäre es mit einem Probegalopp? H. Hebling.
Alle=Herren=Wekkkämpfe in Weiſenau.
Bei gutem Wetter trug der Sportklub Olympia Weiſenau
ſeine diesjährigen Alten=Herren=Wettkämpfe aus, die in faſt allen
Uebungen ſtark beſetzt waren. Erfreulich war es feſtzuſtellen, daß
auch dieſes Jahr Frankfurt mit Mäulen, Reis, Vogel, Lind ( Ein=
tracht
), ſowie mit Volkhardt und Reisdorf vom J. G. Sportverein
ſtark vertreten war. Außerdem ſind zu nennen: Jans von T.= u.
Sp. Gmde. Höchſt, Trautwein=Bingen, Poling=PolSp. Wiesbaden,
Knab=Ol. Weiſenau, Arnold=Groß=Auheim uſw.
In der Klaſſe B gewann Pfeil den 50= und 100=Meter=Lauf
vor Reis bzw. Volkhardt=Frankfurt in 6,4 bzw. 12,5. Außerdem
wurde Pfeil mit 5,78 Metern Zweiter im Weitſprung und mit
1.40 Zweiter im Hochſprung. Schröck wurde im 800=Meter=Lauf
Zweiter hinter Vogel=Frankfurt a. M. Krichel gewann in dieſer
Klaſſe das Kugelſtoßen mit 11 31 Metern und ſiegte auch im
Schleuderballwerfen. Im 100=Meter=Lauf wurde er hinter Pfeil
und Volkhardt Dritter.
In Klaſſe C wurde Wöbke hinter Mäulen Zweiter im 50=
Meter=Lauf und belegte hinter Kaltwaſſer vom SpV. Merck den
dritten Platz. 100 Meter ſahen Wöbke ebenfalls hinter Mäulen
auf dem zweiten Platz. Weitſprung gewann mit 5,05 Meter
Wöbke, ebenſo den Dreikampf in dieſer Klaſſe, während es im
Kugelſtoßen und Schleuderball mit 8,81 bzw. 35,85 für den zweiten
Platz nur reichte.
Den Abſchluß der Kämpfe bildete die Schwedenſtaffel, die
Sportverein 1898 mit Pfeil, Schröck, richel und Wöbke vor der
Eintracht Frankfurt mit=Vogel, Reis, Mäulen und Lind gewann=

Zußball im Kreis Skarkenburg.
Recht lebhafter Spielbeginn.
SV. 98 DarmſtadtHaſſia Bingen 3:3 (2:1); Polizeiſportver=
ein
DarmſtadtOlympia Lampertheim 7:1 (3:0); Germania 03
Pfungſtadt1. FC. Langen 3:3 (3:1); Sportvgg. 04 Arheilgen
Rot=Weiß, VfR. Darmſtadt 4:1 (3:1); FV. SprendlingenSC.
Wiesbaden=Dotzheim 3:3 (0:3); Viktoria UrberachVfL. Michel=
ſtadt
(in Nieder=Roden) 7:1 (5:1); SV. 1911 Nieder=Roden Ger=
mania
Ober=Roden 0:1 (0:1); Sportgmde. SprendlingenSV.
Eibingen 4:0 (2:0); SV. WeiterſtadtGermania Pfungſtadt Reſ.
6:3 (3:3); Germania Bieber Reſ.SC. 06 Dietzenbach 1:1 (0:0);
Fußballverein Hauſen=Fkft.SV. Offenthal 7:2.
Schon die hier wiedergegebenen Ergebniſſe laſſen auf einen
recht lebhaften Spielbetrieb am Sonntag ſchließen. Im allgemei=
nen
iſt über die Ergebniſſe kaum viel zu ſagen, höchſtens die er=
neut
gute Form der Polizei iſt zu erwähnen, und weiter die Tat=
ſache
, daß Pfungſtadt gegen den Langener Bezirksligiſten noch
zwei Minuten vor Schluß mit 3:1 in Führung lag, ſich dann aber
überrumpeln ließ. Alle anderen Ergebniſſe bedürfen keines Kom=
mentars
.
Sportverein 1910 Weiterſtadt Germania Pfungſtadt 6:3 (3:3).
Zum Beginn der Spiele hatte ſich der Sportverein 1910 Wei=
terſtadt
die Reſerven von Germania Pfungſtadt zum Freund=
ſchaftsſpiel
verpflichtet. Obwohl Weiterſtadt einige Spieler er=
ſetzen
mußte konnte es doch als ſicherer Sieger hervorgehen. Schon
gleich nach Anpfiff konnten die Einheimiſchen in Führung gehen.
Kurze Zeit hierauf folgte das 2. und das 3. Tor. Die Gäſte kamen
nun etwas beſſer auf und konnten in kurzen Abſtänden den Aus=
gleich
erzielen. Mit dem Wechſel hatten die Einheimiſchen den
Wind als Bundesgenoſſen. In kurzen Abſtänden konnten noch
weitere drei Tore erzielt werden. Weiterſtadt iſt mit dieſem Spiel
um eine Erfahrung reicher. Hoffen wir, daß ſich die Spieler zu
den kommenden Verbandsſpielen reſtlos zur Verfügung ſtellen.
Bei etwas gutem Willen und Vereinsgefühl kann der Verein dem
Verbandsſpiel ruhig entgegenſehen.
Die 1. Handballelf weilte zum Sportfeſt in Dornheim und
konnte mit einem 3:1=Sieg nach Hauſe kehren. Auch hier fällt der
Sieg doppelt ins Gewicht, da auch dieſe Mannſchaft mit Erſatz
ſpielen mußte.
Die 2. Mannſchaft im Fußball weilte in Roßdorf und unter=
lag
nach ſchönem Spiel 4:0. Von den Einheimiſchen hätte man
allerdings eine beſſere Spielweiſe erwarten dürfen.
Sport=Club 1928 Ober=RamſtadtGermania Eberſtadt 5:0 (4:0).
Am Samstag empfing der Sport=Club Ober=Ramſtadt die
Liga=Reſ. von Germania Eberſtadt zu einem Freundſchaftsſpiele;
vereinbart war ein Spiel mit der Ligamannſchaft, von der nur
einige in der Reſerve mitwirkten. Das Spiel war reichlich hart
und konnte nur in der erſten Spielhälfte befriedigen. Eberſtadt
hatte ſeine beſten Kräfte im Torwart, Verteidigung und Mittel=
läufer
. Bei Ober=Ramſtadt gefielen der Torwart, die Vertei=
digung
, Mittelläufer und rechter Läufer. Im Sturm waren die
beiden Halbſtürmer die treibenden Kräfte, aber auch die anderen
konnten gefallen. Schiedsrichter Feick=Darmſtadt leitete ein=
wandfrei
.

Kreisliga Südheſſen.

Beginn der Verbandsſpiele am 30. Auguſt.
Bei der geſtrigen Tagung der Vertreter Südheſſens in Worms
wurde unter anderem feſtgelegt, daß mit den Kämpfen der kom=
menden
Verbandsſpielſaiſon erſt am 30. Auguſt begonnen wird.
Die Untergruppe Ried ſoll als A=Klaſſe eingeteilt werden. Die
Eintrittspreiſe werden in Anbetracht der wirtſchaftlichen Notlage
geſenkt. Der letzte Sonntag brachte neben der ortsinternen
leichtathletiſchen Veranſtaltung des Bibliſer Fußballvereins als
Auftakt zur neuen Saiſon etliche recht intereſſante Spiele. Die Re=
ſultate
lauten: Conc GernsheimAlem. Worms Pokalmannſchaft
4:1; Alem. Worms Pokalmannſch.Vikt Neuhauſen 4:4; FV. Bib=
lis
Phönix Ludwigshafen Reſ. 2:3: Polizei Darmſtadt Olym=
via
Lampertheim 7:1; Olympia LorſchFV. Weinheim 4:0;
FC. 07 BensheimT.= u. Spv. Herrnsheim 3:1; Olympia Lam=
pertheim
PrivatmVfL. Lampertheim Privatm. 2:5.
Die ſommerliche Hitze laſtete drückend auf den Spielern; es
konnte nicht ausbleiben, daß verſchiedentlich recht ſonderbare Re=
ſultate
erzielt wurden. Manche Mannſchaften bewieſen, daß ſie
die Sommerpauſe recht gut zum Training ausgenützt haben; ſo
vor allem Gernsheim, Bensheim Biblis und Lorſch. Andere Elf=
ſchaften
dagegen konnten ſich mit dem Wiederbeginn noch nicht
richtig abfinden. So war es möglich, daß beiſpielsweiſe Olympia
Lampertheim in Darmſtadt vom Polizeiſportverein eine ganz ge=
hörige
Abreibung hinnehmen mußte. Ebenſowenig wie teilweiſe
die Spieler, hat ſich auch das Fußballpublikum noch nicht recht mit
dem Beginn der neuen Saiſon abgefunden: Der Beſuch der Spiel=
felder
hat allgemein erſt mit 50 Prozent eingeſetzt. Natürlich
werden die Verbandsſpiele mit ihrer Punktverteilung auf die
Fußballanhänger wieder einen ganz anderen Einfluß haben als
dieſe derzeitigen Freundſchaftsſpiele bei glühender Hitze. Der
Stein iſt wieder für etliche Monate ins Rollen gebracht worden!

Schießſpork.

Meiſterſchaft von Deutſchland im Kleinkaliber=Schießen!
Die diesjährige Meiſterſchaft von Deutſchland im K. K. S.
wird am Sonntag, den 6. September 1931, ab 10 Uhr vormittags,
ausgetragen. Für Heſſen und Naſſau übernimmt der Landesver=
band
Heſſ.=Naſſ. Schießſportkartell, vertreten durch Herrn Pol.=
Ober=Aſſ. Schröder, Darmſtadt, Polizeiamt, das Schießen. Die
Stände des Gaues Darmſtadt am Karlshof ſtehen zur Ver=
fügung
. Teilnahmeberechtigt iſt jeder unbeſcholtene deutſche Schütze.
Die Meldungen ſind ſpäteſtens bis 15. Auguſt d. J. durch die Lan=
desverbände
an das Kartell einzureichen. Es werden geſchoſſen:
A. Einzelmeiſterſchaften: 1. Meiſterſchaft von Deutſchland mit
offenem Viſier, 30 Schuß, auf 50 Meter, in den drei Anſchlags=
arten
. 2. Meiſterſchaft von Deutſchland mit beliebigem Viſier,
wie vor.
B Mannſchaftsſchießen: 1. Meiſterſchaft von Deutſchland im
Mannſchaftsſchießen mit offenem Viſier, auf Ringſcheibe, zu vier
Schützen, in den drei Anſchlagsarten: Entfernung 50 Meter.
2. Meiſterſchaft von Deutſchland im Mannſchaftsſchießen mit be=
liebigem
Viſier, auf Ringſcheibe, wie vor.
Tennis.
Internationale Deutſche Tennismeiſterſchaften. Favoriten=
ſiege
am Montag.
Am zweiten Tage der internationalen Deutſchen Tennismei=
ſterſchaften
in Hamburg gab es leider einige neue Abſagen, ſo u. a.
von Froitzheim, del Caſtillo (Argentinien), ſowie von den Ber=
linern
Henkell und Tüſcher. Bei herrlichem, faſt zu heißem Som=
merwetter
und vor gutem Beſuch brachten die Spiele auf den
Plätzen der Hamburger Tennisgilde, die nur langſam gefördert
wurden, durchweg Favoritenſiege. Erwähnenswert ſind die fol=
genden
Ergebniſſe: Herren=Einzel: ArtensTuebben 6:1, 2:6, 6:3,
6:4; PietznerVodicka 4:6, 5:7. 7:5, 6:4 6:4; de Buzelet Rem=
mert
7:5, 6:2, 7:5; H. SatoHeidenreich 6:4, 6:3, 6:2: Davis
(England)Blaum 6:1, 3:6, 6:3, 6:4: SharpeHartz 8:6, 6:4,
6:3. Herren=Doppel; Wuarin/FiſherHganes/Smith (Norwegen)
6:3, 3:6 6:1, 6:0. Gemiſchtes Doppel: Frl. Payot/FiſherHaff/
Denker 6:2, 6:0, Frau Redlich/Haberl verlieren gegen Frl. Krah=
winkel/Dr
. Deſſart 1:6, 5:7.
Japans erfolgreichſte Leichtathletin, Frl. Hitomi, Inhaberin
der Weltrekorde über 200 Meter mit 24,7 Sek. und im Weitſprung
mit 598 Meter, iſt am Samstag an einer Bruſtfell=Entzündung
geſtorben.
Beim Training zum Schneiderpokal=Wettbewerb iſt der italie=
niſche
Flieger, Hptm. Monti, über dem Gardaſee abgeſtürzt und
konnte bisher noch nicht geborgen werden.
Mit Rückſicht auf die Wirtſchaftslage hat jetzt auch der
Schwimmverband Schwaben ſeine für September in Stuttgart ge=
planten
kreisoffenen Schwimmwettkämpfe abgeſagt.
Mit 107½: 60½ Punkten blieben in Hamm Weſtfalens Leicht=
athleten
gegen Oſthollands Vertretung erfolgreich.

Waſſerball.

Jung=Deutſchland Duisburg.
Donnerstag abend, 19.15 Uhr.
Jung=Deutſchland empfängt am kommenden Donnerstag die
Mannſchaft von Duisburg=Ruhrort 09 zu einem Freundſchafts
ſpiel. Da dieſe Mannſchaft durch die bekannten repräſentativer
Spieler Schneider und Klingenburg von Duisburg 98 verſtärk
iſt, ſo kann man ſie als Duisburger Städtemannſchaft betrach
ten. Die Tatſache, daß Duisburg mit Köln und Barmen im weſt
deutſchen Waſſerballſ rt führend iſt, verſpricht daher am Don
nerstag einen intereſſanten Kampf aus deſſen Ergebnis mar
einen Schluß auf das gegenſeitige Verhältnis von ſüd= und weſt.
deutſchem Waſſerballkönnen ſchließen kann.
Bayern 07 Nürnberg Jung=Deutſchland 1:1 (1:0).
Wir konnten geſtern bereits kurz mitteilen, daß dieſes Spiel
der Vorſchlußrunde um die ſüddeutſche Waſſerballmeiſterſchaft im
Pulverſee bei Nürnberg mit obigem Reſultat endete. Zum Spiel=
verlauf
iſt zu ſagen, daß beide Mannſchaften in ſtärkſter Aufſtel=
lung
erſchienen. Nürnberg hatte im Gegenſatz zum Vorſpiel in
Ulm, das von den Darmſtädtern mit 5:2 gewonnen wurde, ſeinen
bekannten Internationalen Schürger wieder zur Verfügung und
ſeine Mannſchaft durch den hervorragenden Jugendſchwimmer
Lemp weſentlich verſtärkt. Die Darmſtädter ſtanden daher von
vornherein vor einer ſehr ſchweren Aufgabe, zumal die Bayern=
mannſchaft
im eigenen Bade immer ſehr gute Leiſtungen voll=
bringt
.
Schon bald nach Beginn des Spieles, das unter der ſicheren
Leitung von Herrn Eidenſchink=1. F.C. Nürnberg ſtand, erkennt
man, daß ein harter Kampf bevorſteht. Mager ſchießt knapp vor=
bei
, und im Gegenangriff hat die Darmſtädter Hintermannſchaſt
ſchwere Arbeit zu leiſten, um der gefährlichen Situation vor
dem Tor Herr zu werden. Dabei zeigte der Torwart Junker ſehr
gute Paraden, bringt aber durch ſchlechtes Abſpiel Nerpoſität in
die Reihen. Bei einem Gedränge vor dem Darmſtädter Tor kann
bald darauf niemand mehr verhüten, daß Erbach durch unhalt=
baren
Schuß Nürnberg in Führung bringt. Darmſtadt kämpft
unentwegt weiter, kann aber bis zur Pauſe die ſtarke Hintermann=
ſchaft
Nürnbergs mit dem ausgezeichneten bekannten internatio=
nalen
Torwart Blank nicht ſchlagen.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wogt der Kampf aus=
geglichen
hin und her, bis es bald Mayer gelingt, durch feine
Leiſtung den Ausgleich zu erzielen. Kurze Zeit darauf wird das
Spiel auf zwei Minuten unterbrochen, da ſich ein Nürnberger
Spieler einen Muskelriß zuzog. Als daraufhin Nürnberg nur
mit 6 Mann weiterſpielen kann, nimmt Darmſtadt, um einen ein=
wandfreien
Verlauf des Spieles zu ermöglichen, Wolf aus dem
Waſſer, was von dem zahlreichen Publikum mit ſtarkem Beifall
aufgenommen wird. Ohne einer Partei noch einen Erfolg zu brin=
gen
, geht der Kampf zu Ende.
Man hat die Darmſtädter Mannſchaft in dieſem Jahr ſchon
in beſſerer Form geſehen, als am Sonntag in Nürnberg. Wie
das Reſultat zeigt, waren auf beiden Seiten die Hintermannſchaf=
ten
beſſer als die Stürmerreihen. Nürnberg ſtellte eine ſehr gute
Mannſchaft, deren 4:2=Sieg über den W. A.C. Wien durchaus ver=
ſtändlich
erſcheint.
Jung=Deutſchland iſt nach dieſem Spiel berechtigt, mit Mün=
chen
99 um den ſüddeutſchen Meiſtertitel zu kämpfen. Da das
Spiel, das die Darmſtädter in Ulm gegen die Münchener 7:5 ver=
loren
, als Vorſpiel gewertet wird, kommt jetzt noch das Rückſpiel
in Darmſtadt zum Austrag. In Anbetracht der Tatſache, daß
wegen Terminnot bei Punktgleichheit aus dieſen beiden Spielen
das Torverhältnis gewertet wird, könnte Darmſtadt durch einen
Sieg über München mit mindeſtens drei Toren Unterſchied ſüd=
deutſcher
Meiſter werden.
Handball=Werbekag.
TV. Frieſenheim (Deutſcher Meiſter 1929 u. 1930) in Bickenbach.
Nachdem die Ruhepauſe auf den Spielfeldern beendet, wartet
der TV. 1897 Bickenbach am kommenden Sonntag mit einem erſt=
klaſſigen
Programm auf. Sämtliche 5 Mannſchaften ſollen ihr
Können unter Beweis ſtellen. Zu bemerken iſt noch, daß eine
A H.=Mannſchaft gegründet wurde, die am Sonntag zum erſten
Male zum Spiel antritt.
Mit beſonderem Intereſſe ſieht man dem Spiel Frieſenheim
Bickenbach entgegen. Bekanntlich war Frieſenheim 1929 und 1930
Deutſcher Handballmeiſter, und nur durch Verletzung einiger Spie=
ler
konnte die Mannſchaft 1931 ihren Titel nicht erfolgreich ver=
teidigen
.
Den Spielplan und die näheren Einzelheiten geben wir noch
bekannt.
Am vergangenen Sonntag weilten drei Mannſchaften bei den
Schiedsrichterprüfungen in Eberſtadt und erzielten folgende Er=
gebniſſe
: Bickenbach 1.Turngem Darmſtadt 1. 9:4; Bicken=
bach
2.TV. Nieder=Ramſtadt 1. 5:3; Bickenbach Jugend Eber=
ſtadt
Jugend 3:3.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 4. Anguſt.
15.15: Hausfrauen=Nachmittag.
17.00: Wiesbaden: Nachmittagskonzert des Städt. Kurorcheſters.
18.00: Tanzmuſik auf Schallplatten.
18.40: Dr. Göttling: Deutſche in Paris.
19.05: Prof. Dr. Hildenbrandt: Die deutſche Romantik in der
Malerei.
19.35: München: Unterhaltungskonzert.
20.50: Köpfe und Charaktere deutſcher parlamentariſcher Beredſam=
keit
.
21.15: Klavier=Muſik. Ausf.: Sofie Selzmann.
23.00: Schlangenbad: Tanzmuſik des Kurorcheſters.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 4. Auguſt.
15.00: O. Zienau: Mit Einio, dem Wanderlappen, zum Eismeer,
16.00: Leipzia: Nachmittagskonzert.
17.00: Dr. Würzburger: Literariſche Porträts politiſcher Köpfe.
17.30: Die Frau auf dem Throne: Dr. Mario Krammer: Maric
Thereſia.
18.00: Dr. Edith Hegemann=Springer: Gläubigernot Schuldner=
ſchutz
,
18.30: Dr. Schwering, M.d. L.: Die großen politiſchen Parteien in.
der Karikatur.
19.00: Franzöſiſch für Anfänger.
19.30: Prof. Dr. Müller: Wie kam es zur Finanz= und Wirtſchafts=
kriſe
?,
20.00: Orcheſterkonzert. Berliner Tonkünſtler=Orcheſter.
20.50: Tages= und Sportnachrichten.
21.00: Tageszeiten der Liebe. Luſtſpiel von Niccodemi.
22.00: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
anſchl. Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Danach: Kleines Konzert. Mitw.: Norag=Orcheſter, R. Scarpa
(Violine).

Wekkerbericht.
Die flache Störung über Frankreich und Weſtdeutſchland har
ſtärkere Bewölkung verurſacht und auch in unſerem Bezirk zu ver=
einzelten
Niederſchlägen geführt. Mittlerweile rückt das Tiel
weiter ſüdlich ab, ſo daß wir mehr in den Bereich des Hochdruck=
gebietes
gelangen, welches über der Nocdſee und Südſkandinavien
lagert. Seine an der Südſeite ausfließenden Luftmaſſen werden
der ſchönes Wetter bringen. Die
uns in de

Ausſichten für Dienstag, den 4. Auguſt: Uebergang zu meiſt hei=
terem
Wetter, warm und trocken,
Ausſichten für Mittwoch, den 5. Auguſt: Heiter, warm und trocken.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: JI. V.: Dr. C. H. Queiſch
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Baueri

für Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite

für den Inſeratenteil und geſchäftiche Mittellungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: C. C. Wit tich ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 214

ausf

Dienstag, den 4. Auguſt

der Ansideig der keichssunt.
36,1 Prozenk deckung.
weitere Gold= und Deviſenzunahme um 79,3 Mill.
Mark. Ab heute geregelter Scheckverkehr.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Juli 1931 hat ſich in der
Ultimowoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und in
Schecks, Lombards und Effekten um 486,3 Mill. auf 3971,5 Mill. RM.
erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln und
ſchecks um 490,0 Mill. auf 3272,6 Mill. RM., die Lombardbeſtände um
30,6 Mill. auf 347,0 Mill. RM. und die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln
um 46,1 Mill. auf 249,0 Mill. RM. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 268,5
Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlauf an
Reichsbanknoten um 259 1 Mill. auf 4453,7 Mill. RM., derjenige an Ren=
tenbankſcheinen
um 3,4 Mill. auf 419,2 Mill. RM. erhöht. Dementſpre=
chend
haben ſich die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf
8,4 Mill. RM. vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 833,8 Mill.
MM. eine Zunahme um 248,8 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
97,3 Mill. RM. auf 1609,6 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die
Goldbeſtände um 10,5 Mill. RM. auf 1363,3 Mill. RM., und die Be=
ſtände
an deckungsfähigen Deviſen um 86,8 Mill. auf 246,3 Mill. RM.
zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen be=
trägt
36,1 Prozent, wie in der Vorwoche.
Es ſind genau drei Wochen, daß durch die Schließung der
Schalter der Danatbank im deutſchen Bank= und Börſenweſen
einſchneidende Umwälzungen begannen. Es wüirde zu weit führen,
hronologiſch die ganze Entwicklung noch e mal durchzuſprechen,
geſagt ſei nur, daß es dank der energiſchen Maßnahmen der
Reichsregierung gelang, ein Chaos abzuwenden. Wurden die
diverſen Notverordnungen von den intereſſierten Stellen auch
nanchmal als nicht ausreichend bezeichnet, ſo muß berückſichtigt
verden, daß ſie häufig in der Stunde der Not geboren wurden.
Der Erfolg jedoch, de man ab heute bei den Banken mit dem
geregelten Scheckverkeht beginnt und ab Mittwoch den normalen
Zahlungsverkehr wieder aufnehmen will, iſt für die deutſche Wirt=
chaft
nicht zu unterſchätzen. Sehr viel iſt hiermit ſchon erreicht,
iber alles wird davon abhängen, ob es gelingt, die breite Maſſe
ur Selbſtdiſziplin zu bringen. Man muß ſich darüber klar ſein,
die Währung alſo das Geld, nicht nur dann ſeinen Wert be=
ält
wenn es genügend durch Gold oder Deviſen bei der Reichs=
ank
gedeckt iſt, ſondern es iſt auch notwendig, daß dieſes ſeinem
zweck entſprechend in der Wirtſchaft arbeitet.
Der Ultimoausweis der Reichsbank zeigt übrigens eine wei=
ere
Gold= und Deviſenzunahme um 79,3 Mill RM. Da das
Vechſelkonto eine Steigerung um 409 Mill. RM. und das Lom=
ardkonto
eine ſolche um 30,6 Mill. RM. erfahren hat, an ſonſti=
en
Zahlungsmitteln 268,5 Mill. RM. in den Verkehr neu abge=
loſſen
ſind, blieb die Deckungsquote unverändert 36,1 Prozent.
u berückſichtigen iſt allerdings bei dieſem Ausweis, daß wir noch
ollkommen unter der Wirkung der ſcharfen Deviſenreſtriktion
er Reichsbank ſtanden. Mit der Frage der Wiedereröffnung der
zörſe beſchäftigt man ſich an den zuſtändigen Stellen natürlich
ehr lebhaft, doch wird es ſich erſt zeigen müſſen, wie der freie
ſahlungsverkehr in der Praxis funktioniert. Bedauerlich iſt vor
llem, daß für den Privatmann im Moment ſo gut wie keine
lombardmöglichkeiten beſtehen, ſo daß es durchaus vorkommen
ann, daß man trotz vorhandenen Beſitzes nicht zahlen kann. Eine
ſewiſſe Erleichterung ergibt ſich allerdings aus der geſtern ver=
ffentlichten
vffiziellen Stellungnahme, nach der keine Bedenken
ſagegen beſtehen, daß eine Bankfirma einem Kunden ein Wert=
hapier
verkauft oder von ihm kauft, und daß ſie ſich wegen eines
ölchen Börſengeſchäftes auch an eine andere Bankfirma wendet,
alls ſie ſelbſt den Auftrag nicht ausführen kann. Da für dieſe
Heſchäfte eine Kontrollierbarkeit fehlt, müßte die Verbreitung von
hierbei erzielten Kurſen zu ſchwerſten volkswirtſchaftlichen Nach=
keilen
führen und iſt daher auch verboten.
Geordneker Zahlungsverkehr.
Verbeſſerte Liquidität. Zuverſichtliche Beurteilung der Lage.
Ueber die Entwicklung des Zahlungsverkehrs liegen folgende
Teldungen vor:
Lübeck: Die Banken berichten, daß die Einzahlungen die Aus=
ihlungen
überſtiegen haben. Einzelne Banken haben eine Ver=
2ſſerung ihrer Liquidität zu verzeichnen.
Hannover: Die Lage wird ſehr zuverſichtlich beurteilt. Bei
en Banken ſind heute ſehr erhebliche Beträge eingezahlt worden,
ährend die Abhebungen allgemein ſtark nachlaſſen. Bei der
eichsbank überwogen die Einzahlungen die Auszahlungen um
ne halbe Million. Die Saiſonausverkäufe bringen viel Geld
is der Hand des Publikums in Bewegung. Es heißt, daß der
andel die eingenommenen Summen in erſter Linie zur Abdeckung
iner Schulden verwenden wird. Die Wechſeldiskontierungen=
hen
beträchtlich zurück.
Potsdam: Die Banken haben für die teilweiſe Wiederauf=
ihme
des Zahlungsverkehrs gut vorgeſorgt und befürchten kei=
rlei
Schwierigkeiten.
Roſtock: Der Zahlungsverkehr iſt reibungslos verlaufen. Die
inzählungen ſind im ganzen größer als die Auszahlungen.

Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 3. Anguff.

Geld Brief Geld Brief Helſingfors 10.59 10.61 Spanien 38 96 38.14 Wien 59.16 59.28 Danzig 51.42 81.58 Prag 12.48 12.50 Japan 2.080 2.084 Budapeſt 73.43 73.57 Rio de Janeiro 0.296 0.298 Sofia 3.052 3.058 Jugoſlawien 7.458 7.472 Holland 169.78 170.12 Portugal 18.60 18.64 Oslo 112.58 112.80 Athen 5.45 5.46 Kopenhagen 112.56 112.78 Iſtambul Stockholm 112.59 112.81 Kairo 20,97 21.01 London 20.45½ 20.49½ Kanada 4.191 4.199 Buenos Aires 1.238 1.242 Uruguay 1.938 1.942 New York 4.209 4.217 Island 92.21 92.39 Belgien 58.74 58.86 Tallinn 12.04 112.26 Italien 22.06 22.10 Riga 81.82 81.98 Paris 16.50 16.54 Bukareſt 2.506 2.512 Schweiz 81.99 82.15 Kaunas 42.01 42.09

Produkkenberichte.

Wirtſchafkliche Rundſchau.

Die neuen Zinsſätze der Preußiſchen Staatsbank. Die neuen Zins=
ſätze
der Preußiſchen Staatsbank (Seehandlung) für den Verkehr mit
Banken und Bankiers lauten: Für täglich fällige Einlagen werden 11,5
Proz. (bisher 8,5 Proz.) vergütet; ſoweit tägliche Gelder über Ultimo
Auguſt bei der Staatsbank ſtehen bleiben, werden 13 Proz. (bisher 9,5
Proz.) gezahlt. Für Guthaben auf ein bis drei Monate feſt iſt der Satz
auf 14 Proz. (bisher 10 Proz.) erhöht worden.
Eine Lombardorganiſation in Frankfurt a. M. Wie wir erfahren,
hat ſich aus Frankfurter Bankkreiſen ein Konſortium gebildet, das be=
reit
iſt, Lombardvorſchüſſe auf Effektenunterlage an die kleinen Bank=
firmen
des Platzes zu geben, um dieſen, ſoweit ein Rückgriff auf die
Reichsbank nicht möglich iſt, die Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs
zu erleichtern. Man glaubt, daß dies für den Augenblick ausreichend iſt.
Es beſtehr aber einmütig der Wunſch und die Auffaſſung, daß auch für
Frankfurt ein Anſchluß an die Akzept= und Garantiebank offengehalten
werden muß. Erforderlichenfalls wird ein eigenes Inſtitut nach dem
Muſter der Berliner Lombardkaſſe hier ſpäter ins Leben gerufen werden.
Junkers Flugzeugwerk A.G., Deſſau. Die zum Junkers=Konzern
gehörende Geſellſchaft weiſt 1930 einen buchmäßigen Verluſt von 1,46
Mill. RM. (0,46) aus. Der Gewinnvortrag, der im Jahre 1927/28 noch
2 32 Mill. RM. betragen hatte, verminderte ſich dadurch auf 0,41 Mill.
RM. Der Verluſt wird in erſter Linie auf die erheblichen Aufwendun=
gen
für techniſche Neuerungen zurückgeführt. Die Rückſtellungen haben
ſich von 1,34 Mill. RM. im Vorjahre auf 0,46 Mill. RM. vermindert, ſo
daß alſo tatſächlich ein weſentlich höherer Verluſt als der ausgewieſene
zu verzeichnen iſt. Der Ausbau der ausländiſchen Abſatzorgane wurde
mit erheblichen Mitteln weiter gefördert. Wenn auch der Umſatz im ab=
gelaufenen
Jahr um ungefähr 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu=
rückblieb
, ſo könne damit gerechnet werden, daß die Zahlen der früheren
Jahre im laufenden Jahre wieder annähernd erreicht werden. Der Fa=
brikationsüberſchuß
iſt auf 4,56 (6,09) Mill. RM., die Unkoſten ſind von
5,92 auf 4,81 Mill. RM. herabgedrückt worden. Die Abſchreibungen wur=
den
auf 0,36 (0,26) Mill. RM. erhöht, die Rückſtellungen auf 0,13 (0,07)
Mill. RM. Die Bilanzſumme iſt auf 14,72 (17.37) Mill. RM. zurück=
gegangen
. Das Kapital beträgt unverändert 10,5, die Reſerve 0,14
Millionen Reichsmark.
Der Streik bei der Dillinger Hütte. Auf eine Ausſprache zwiſchen
den Gewerkſchaften und dem Arbeitgeberverband hin fanden am Sonntag
verſchiedene Verſammlungen und Konferenzen der Arbeiterſchaft der
Dillinger Hütte ſtatt. In allen dieſen Verſammlungen kam die Auffaſ=
ſung
weiter Kreiſe der organiſierten Arbeiterſchaft zum Ausdruck, daß
das Ergebnis der Ausſprache zwiſchen Arbeitgeberverband und Gewerk=
ſchaften
die Wiederaufnahme der Arbeit erheiſche. Da auch die Gewerk=
ſchaften
bereit ſind, ihre Mitglieder zur Wiederaufnahme der Arbeit auf=
zufordern
, kann man mit dem Abbruch des Streiks auf der Dillinger
Hütte in den erſten Tagen der neuen Woche rechnen.

Mannheimer Produktenbericht vom 3 Auguſt. 100 Kilo netto wag=
gonfrei
Mannheim ohne Sack: Weizen, inländiſcher, ſofort 23,2524; do,
per Auguſt 22,7523; Roggen, inländiſcher, ſofort 18,7519, do. per
Auguſt 17,75; Hafer, inländiſcher 18,7519,50; Sohaſchrot 12,5012,75;
Biertreber mit Sack, 10 50; Wieſenheu, loſes, 4,805,20; Luzernkleeheu
55,60; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,303,50, desgl. Hafer=Gerſte
2,803,00; Stroh, geb., Roggen=Weizen 2,702,90, desgl. Hafer=Gerſte
2,402,60; Weizenmehl Spezial Null mit Sack Auguſt 41,50, do. Sepr.
ktober 35,25; Roggenmehl mit Sack 2831; Weizenkleie, feine, mit Sack
10,00. Trockenſchnitzel 6,75. Tendenz: matt. Das Intereſſe konzentrierte
ſich auf neuen Inlandsweizen, der für ſpätere Lieferung billiger ange=
boten
iſt, während nahe Ware gefragt iſt. Auslandsweizen geſchäftslos.
Frankfurter Produktenbericht vom 3. Auguſt. Die Schwäche der Ber=
liner
Getreidebörſe in den letzten Tagen übertrug ſich zu Beginn des
neuen Berichtsabſchnittes auch auf den hieſigen Produktenverkehr. Wenn
auch die Landwirtſchaft infolge der günſtigen Witterung mit verſtärkter
Feldarbeit beſchäftigt iſt, ſo war das Angebot aus Mittel= und Nord=
deutſchland
doch recht umfangreich, was bei der gegenwärtigen Zahlungs=
verkehrsbeſchränkung
und der ſchwachen Mühlennachfrage nicht ohne fühl=
baren
Einfluß auf die Preiſe blieb. Bei äußerſt geringer Umſatztätigkeit
ergaben ſich Preisnachläſſe für Weizen und Roggen um 23 bzw. 20 Mk.,
für neue Wintergerſte um 5 Mk. und für Hafer alter Ernte um 2,5 Mk.
pro Tonne. Das Mehlgeſchäft war trotz ermäßigter Forderungen ſehr
ſchleppend. Auch am Futtermittelmarkt herrſchte recht matte Stimmung
vor. Weizen 227,50230, Roggen 182,5018, Wintergerſte 170 Hafer
inl. alter Ernte 187,50192,50, Weizenmehl ſüdd. Spezial Null 40,25
bis 41,50, do. niederrhein. 40,2541,25; Roggenmehl 60proz. Ausmah=
lung
27,5029, Weizenkleie 9,75, Roggenkleie 10, Erbſen 3236, Lin=
ſen
2568, Heu 3,504, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt 3,00,
do. gebündelt 2,75, Treber 10,2511.
Berliner Produktenbericht vom 3. Auguſt. An der Produktenbörſe
kam das Geſchäft zu Beginn der neuen Woche wieder nur ſchleppend in
Gang und die Grundſtimmung war erneut als ſchwächer zu bezeichnen.
Obwohl die Landwirtſchaft angeſichts des beſtändigen Wetters mit allen
Kräften die Feldarbeiten beſchleunigt und infolgedeſſen weniger Material
an den Markt bringen kann, war das Angebot, gemeſſen an der vorſich=
tigen
Mühlennachfrage, ziemlich reichlich. Bei den gegenwärtigen Zah=
lungsverhältniſſen
werden nur kurzfriſtige Partien aus dem Markte ge=
nommen
und die Gebote lauteten für Weizen 34 Mark, für Roggen
etwa 2 Mark niedriger als am Wochenſchluß. Weizen= und Roggenmehle
werden zu gedrückten Preiſen nur vorſichtig gekauft. Für Hafer alter
Ernte bekundet der Konſum nur wenig Jutereſſe, und bei ausreichendem
Angebot ſind die Preiſe kaum behauptet; vereinzelt entwickelt ſich ſchon
Geſchäft in Neuhafer. Der Abſatz von Winter= und Sommergerſte läßt
keine Beſſerung erkennen.

Mekallnokierungen.

Piehmärkte.

Mannheimer Viehmarkt vom 3. Auguſt. Auftrieb Zufuhren: 202
Ochſen, 246 Bullen, 253 Kühe 412 Färſen 711 Kälber, 19 Schafe, 3225
Schweine 4 Ziegen. Es wurden bezahlt für 50 Kilo Lebendgewicht in
RM.: Ochſen a) 4446, b) 3437, c) 3640; Bullen a) 3335, b) 29
bis 31, c) 229; Kühe a) 3034, b) 2228, c) 1822, d) 1416;
Färſen a) 4548, b) 4042, c) 3547: Kälber b) 5257, c) 4550,
d) 3842: Schafe b) 3033; Schweine a) 5556, b) 5556, c) und
d) 56, e) 5455, f) 4850, g) 4648. Ziegen koſten pro Stück 1020
RM. Marktverlauf: Mit Großvieh ruhig, Ueberſtand; mit Schweinen
lebhaft, ausverkauft; mit Kälbern ruhig, langſam geräumt.
Frankfurter Viehmarkt vom 3. Auguſt. Der Auftrieb des Haupt=
marktes
beſtand aus 1188 Rindern, darunter 286 Ochſen, 116 Bullen,
427 Kühen und 350 Färſen; ferner 451 Kälbern, 46 Schafen und 4816
Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes waren
126 Rinder, 151 Kälber und 16 Schafe weniger angetrieben, dagegen ſtan=
den
112 Schweine mehr zum Verkauf. Marktverlauf: Rinder
mäßig rege, ausverkauft; Schweine lebhaft, ausverkauft; Kälber und
Schafe mittelmäßig, geräumt. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendge=
wicht
in RM.: Ochſen a) 1. 4347, 2. 3842, b) 1. 3237; Bullen
a) 3639, b) 3135; Kühe a) 3436 b) 333, c) 2229; Färſen
a) 4347, b) 3842, c) 3337; Kälber a) b) 5055, c) 4449,
d) 3643. Schafe infolge des geringen Auftriebes nicht notiert. Schweine
a) 5658, b) 5658, c) 5558, d) 5458, e) 5256. Im Vergleich
mit den Preiſen des letzten Hauptmarktes der vergangenen Woche lagen
Ochſen, Bullen, Kühe und Färſen je 1 RM. höher. Verglichen mit den
Preiſen des Nebenmarktes vom Donnerstag, den 30. Juli, zogen Kälber
um 24 RM., Schweine um 58 RM. an.

Die Berliner Metallnotierungen vom 3. Auguſt ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 76.50 RM. Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium (98= bis
99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel, 98= bis
99proz. 350352 RM., Antimon Regulus 5153 RM., Feinſilber
(1 Kilogr. fein) 38.7540.75 RM.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Ende Juni 1931 beliefen ſich die Spareinlagen bei den deutſchen
Sparkaſſen auf 11073,65 Mill. RM. gegen 1124,94 Mill. RM. Ende
Mai 1931. Der Berichtsmonat weiſt mithin eine Abnahme von 150,29=
Mill. RM. gegenüber einer Zunahme von 59,66 Mill. RM. im Mat auf.
Im einzelnen betrugen die Einzahlungen 529,82 (Mai 542,23) Mill. RM.,
die Auszahlungen 682 (495,57) Mill. RM. Die Scheck=, Giro=, Konto=
korrent
= und Depoſiteneinlagen ſtellten ſich Ende Juni auf 1355,78 Mill,
RM. gegen 1401,01 Mill. RM. Ende Mai.
Nach dem Scheitern der Vergleichsverhandlungen hat ſich die vor
einigen Monaten in Zahlungsſchwierigkeiten geratene Weinhandlung
Hinckel u. Winckler, Frankfurt a. M., genötigt gefehen, Konkurs anzu=
melden
. Für den 21. Auguſt wurde eine Gläubigerverſammlung ein=
berufen
.
Die Abteilung Pumpenbau der Maffei=Schwartzkopff=Werke G.m.b.H.
iſt an die Maſchinenbau A. G., vormals Erhardt u. Sehmer, Saarbrücken,
übergegangen. Erhardt u. Sehmer errichten in Berlin ein Projekt= und
Verkehrsbureau.
An allen Montagen im Monat Auguſt wird auf allen Gruben des
Saargebiets, mit Ausnahme der Gruben Duhamel (Fraulautern) und
Griesborn, nicht gearbeitet. Auch auf der Lothringer Grube Kleinroſſeln
iſt eine Feierſchicht eingelegt.
Wie bekannt, haben ſich die Verhandlungen wegen des Tauern= Kraft=
profektes
der A.E.G. beſonders in Kärnten Bedenken ergeben, welche
bisher die Verhandlungen ſtark gehemmt haben. Aus einer Meldung des
Kärntener Landespreſſedienſtes geht hervor, daß Kärnten nunmehr ſich
mit Salzburg auf das A.E.G.=Projekt in den wichtigſten Grundſätzen
geeinigt habe und gemeinſam die Zuerkennung des beabſichtigten Baues
anſtrebe.
Der Bericht des Ausſchuſſes für die Reorganiſation der engliſchen
Kohlenbergwerksinduſtrie wird laut Daily Telegraph vorſchlagen, daß
ungefähr 1000 einzelner Bergwerksunternehmungen zu 6 großen Grup=
pen
verſchmolzen werden und daß Hunderte von unrentablen Gruben
geſchloſſen werden, was die Entlaſſung von ungefähr 100 000 Bergleuten
zur Folge haben würde. Die Ernennung des Ausſchuſſes in England
war im vorigen Jahre entſprechend der Kohlenbergwerksakte erfolgt.

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[ ][  ]

Seite 12

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im Hess. Landestheater.

Dienstag, 4. Auguſt
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Anfang 20 Uhr Ende 22.15 Uhr
Einzige Wiederholung der
Schwank=Neuheit:
Das gerettete Kapital
(Das Konto X) 11190a
Schwank in 3 Akten
v. R. Bernauer u. R. Oeſterreicher.

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zur Ferienzeit m. D. Rheinlust
Mittwoch, den 5. August,
Abfahrt 9 Uhr
mit Musik, Stimmung und Tanz nach
St. Goar und St. Goarshausen mit mehr-
stündigem
Aufenthalt zum Besuche von
Loreley und Burg,Rheinfels, unter-
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Fahrt nur Rm. 2.20, Hin- u. Rückfahrt.
Freitag, den 7. August,
Abfahrt 9 Uhr
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u. nach Miederheimbach mit Märchen-
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10 Jahren frei, bis 14 Jahren zum
halben Fahrpreis.

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jeden Dienstag ins Nahetal,
jeden Donnerstag nach
Rädegheim am Rhein.

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J. Ph. Leuthner, Papierwarengeschäft,
Darmstadt, Ernst-Lndwigsplatz 2,
Telefon 787, und dem Rhein-Reise-
Büro, Siegfr. Halm, Malnz, Rhein-
ufer
, Telefon 3008.
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Am Samstag, den 15. Auguſt d. J.,
verkehrt ein Ausflug=Sonderzug mit 50
v. H. Fahrpreisermäßigung und ausrei=
chenden
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gangswagen
3. Klaſſe von Darmſtadt
Hbf. nach Eiſenach. Darmſtadt Hbf
ab 15.15 Uhr, Eiſenach an 20.00 Uhr.
Die Rückfahrt erfolgt am Sonntag, den
16. Auguſt d. J., Eiſenach ab 17.30 Uhr,
Darmſtadt Hbf. an 21.53 Uhr. Der um
50 vom Hundert ermäßigte Fahrpreis
beträgt ab Darmſtadt für Hin= u. Rück=
fahrt
9.60 RM. Näheres iſt aus den
Aushängen auf den Bahnhöfen zu er=
ſehen
oder durch die Fahrkartenaus=
gaben
und Reiſebüros zu erfragen.
Siehe auch Abhandlung im allgemeinen
Teil dieſer Nummer.
(11474
Mainz, den 28. Juli 1931.
Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft.
Reichsbahndirektion Mainz.

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Ab heute in Neuauführm
Kammersänger
Richard Tauber
der gefeierte Tennor in
leh glauk nie mehr
an eine Prau!
Die Geschichte einer Liebe von
der Waterkant
Regie: Max Reichmann.
In weiteren Hanptrollen:
Werner Fütterer, Maria
Solvey, Panl Horbiger u. a.
Eine Fülle der schönsten Lieder,
gesungen von Richard
Tauber, machen den
Film zu einem Ereignis.
Dazu das gute Beivrogramm
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.

Hente und folgende Tage Heute zun letzten Mal Das tönende Dokument des
Weltkrieges in dentscher Sprache:
Im Weſtennichts Neues bringen wir den großen
Abenteurer-Film
Ber nach dem weltbekannten Buch von
Erich Maria Remaraue.
Vorstellungen: Wochentags 4, 6.15 u. 8.30 Uhr
V. 11480
Sonntags 2, 4,05, 6.10 u. 8.20,,
Wir bitten die Anfangszeiten zu beachten, da
nährend der Vorstellung kein Einlaß stattändet. Richard Barthelmees spielt
Karten im Vorverkauf täglich ununterbrochen ab
11 Uhr an der Kasse des Uniontheater, Rheinstr. 6
Am Mittwoch und Donnerstag nachm. 2 Uhr je
eine Vorstellung für Erwerbslose ä 50 g. Karten
gegen Ausweis im Vorverkauf an der Union-Kasse.
Jugendliche haben keinen Zutritt,
Ehren- und Freikarten ungältig. Flüchtlins
Regie: Frank LIoyd
mit Richard Barthelmees und
Mary Astor.
einen spanischen Edelmann,
der ein abenteuerliches Räuber-
leben
führt, um seinem unter-
jochten
Volke zu helfen.
Dazu das tönende Beiprogramm !
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.

Ortsgruppe
Darmſtadt

9. Wanderung
Sonntag,
9. Auguſt 1931
Laudenbach=
Tromm Rim=
bach
.
Abfahrt: Hauptbahn=
hof
: 6.12 Uhr
Sonntagskarte
Weinheim).
Alles Nähere beiRob.
Bergmann. Wilhel=
minenſtr
. 19. Schluß
der Einzeichnung zum
Mittageſſen am Frei=
tag
, den 7. Aug., auf
dem Klubabend.
(11483)

Gl. Kegelbahn
f. wochentags abd.
geſucht. Angeb. u.
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Dienstag, den 4. August,
3 Uhr nachmittags
Grosse Fremden-
und Familien-Vorstellung
mit dem vollständ. Abendprogramm
u. d.ungekürzten Wasserpantomime
Kinder u. Erwachsene zahlen zu dieser Vorstellung halhe Preise
8 Uhr abend=
(I.Br. 11100
DasProgramm derditraktionen
Miittwoch, den 5. August, ggroße
nachmittags 3 Uhr,
und abends 8 Uhrdlorstellungen

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Einträge in das Handelsregiſter Ab=
teilung
A: Am 29. Juli 1931 hinſichtlich
der Firma: Oskar & Ernſt Matzelt, Hof=
lieferanten
, Darmſtadt: Die offene Han=
delsgeſellſchaft
iſt aufgelöſt. Geſchäft
ſamt Firma iſt auf den bisherigen Ge=
ſellſchafter
Kaufmann Oskar Matzelt in
Darmſtadt als Einzelkaufmann über=
gegangen
. Neueintrag am 28. Juli
1931: Firma: Suſanna Griesheimer,
Buch= und Kunſthandlung, Darmſtadt
Inhaberin: Suſanna geborene Schul=
merich
, Ehefrau des Küſters Wilhelm
Griesheimer in Darmſtadt. Wilhelm
Griesheimer, Küſter in Darmſtadt, iſt
zum Prokuriſten beſtellt.
Abteilung B: Am 28. Juli 1931 hin=
ſichtlich
der Firma: Leonhard Tietz,
Aktiengeſellſchaft. Hauptniederlaſſung
Koln, Zweigniederlaſſung Darmſtadt:
Max Grünbaum, Kaufmann in Köln,
iſt als Vorſtandsmitglied ausgeſchieden.
Chriſtian Renſing, Kaufmann in Köln,
und Ernſt Pintus, Kaufmann in Chem=
nitz
, ſind zu ſtellvertretenden Vorſtands=
mitgliedern
beſtellt. Die Prokura des
Chriſtian Renſing, Kaufmann in Köln,
iſt erloſchen. Am 30. Juli 1931 hin=
ſichtlich
der Firma: Helios Kreditkauf=
haus
mit beſchränkter Haftung, Darm=
ſtadt
: Die Geſellſchaft iſt durch Beſchluß
der Geſellſchafterverſammlung vom 22
Juli 1931 aufgelöſt. Kaufmann Dr
Karl Horn in Frankfurt am Main iſt
(11472
zum Liquidator beſtellt.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1931.
Amtsgericht I.

Pferde=Verſteigerung.

Donnerstag, den 6. Auguſt 1931,
vormittags 11 Uhr,
ſollen auf dem Hofe des Marſtallgebäudes,
Mathildenplatz 17, dahier, ſechs aus=
gemuſterte
Landgeſtütsbeſchäler, 2 Belgier
und 2 Oldenburger, öffentlich verſteigert
(TV.11495
werden.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1931.
Heſſiſche Landgeſtüts=Direktion.
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eifriges Beſtreben ſein, Sie in jeder Weiſe durch meine
Erfahrungen in dieſer Branche voll und ganz zufrieden zu
ſtellen. Ich bitte um geneigten Zuſpruch und empfehle
mich Ihnen.
Hochachtungsvoll
Oskar Koch, Lauteſchlägerſtr. 18.
Lieferung erfolgt promptens frei Haus. Gewähre 5‟/, Rüchverglltung.

Zwangsver
Termin: Dienstag, den 18. Auguſt 1931, nachmittags 4 Uhr,
im Sitzungsſaal, Zimmer 219 des Neuen Gerichts=
gebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 2, Bd. 10, Bl. 733:
Flur 2 Nr. 736, Grabgarten Heinheimerſtraße, 92 qm.
Schätzung: 1000. RM.
Flur 2 Nr. 737, Hofreite Nr. 75 daſelbſt, 167 am.
Schätzung: 17 500. RM.
Flur 2 Nr. 737 o, Grasgarten (Vorgarten) daſelbſt,
30 qm. Schätzung: 500. RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſellſchaft
in Freiburg im Breisgau.
(9611a
Darmſtadt, den 22. April 1931.
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.

Ligerung.
Zwangs

Termin: Dienstag, den 18. Auguſt 1931, nachmitt. 944 Uhr,
im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen Gerichts=
gebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt Bezirk 1, Bd. 9, Bl. 440:
Flur 1 Nr. 1178, Hofreite Nr. 34 Kiesſtraße, 192 an.
Schätzung: 16 000. RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſellſchaft
(9608a
in Freiburg i. Br.
Darmſtadt, den 20. April 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.

Zwangsverſteigerung.
Termin: Dienstag, den 18. Auguſt 1931, nachmitt. ½4 Uhr,
im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen Gerichts=
gebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 1, Bd. 22, Bl. 1094:
Flur 1 Nr. 4, Hofreite Nr. 21 Kirchſtraße, 317 am.
Schätzung: 60 000. RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſellſchaft
(9609a
in Freiburg i. Br., Belfortſtraße 28.
Darmſtadt, den 29. März 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.

Zwangsverſteigerung.
Termin: Dienstag, den 18. Auguſt 1931, nachmitt. 4½4 Uhr,
im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen Gerichts=
gebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 3, Bd. 1. Bl. 37:
Flur 3 Nr. 680, Hofreite Nr. 107 Blumenthalſtraße,
152 qm. Schätzung: 14 000. RM.
Flur 3 Nr. 681 Grabgarten daſelbſt, 142 qm. Schaf
zung: 1000. RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſelſchaft
(9610a
in Freiburg i. Br.
Darmſtadt, den 22. April 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.

Zwangsverſteigerung.
Termin: Dienstag, den 29. September 1931, nachmittaß=
½4 Uhr, im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen
Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 3 Bd. 13, Bl. 640:
Flur 3 Nr. 1069, Hofreite Nr. 29 Wendelſtadtſtraße,
(20 qm. Schätzung: 37 500. RM.
Flur 3 Nr. 10692 o, Grasgarten (Vorgarten) daſelbſt,
63 qn. Schätzung: 500. RM.
Eigentümer: 1. Hofmaler Heinrich Julius Nover, 2. Anna
n Regierungsrat Ludwig

Frankenthal (Pfalz), 4. Emilie Juliane Nover, als
(11476a
Geſamtgut der Erbengemeinſchaft.
Die Zwangsverſteigerung erfolgt,
zwecks Aufhebung der Gemeinſchaft.
Darmſtadt, den 18. Mat 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.

Zwangsverſteigerung.
Termin: Donnerstag, den 1. Oktober 1931, nachmittags
½4 Uhr, im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen
Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 3, Bd. 7, Bl. 333:
Flur 3 Nr. 673, Hofreite Nr. 90, Frankfurterſtraße,
409 qm. Schätzung: 36 000. RM.
Flur 3 Nr. 673¾z, Grasgarten, Frankfurterſtraße,
101 qm. Schätzung: 1000. RM.
Flur 3 Nr. 673/,o, Grasgarten (Vorgarten) daſelbſt,
110 qm. Schätzung: 1000. RM.
Eigentümer: Eheleute Bernhard Lengfelder und Katha=
rina
geb. Kaus in Darmſtadt, Frankfurterſtraße 90,
(114774
zu je einhalb.
Darmſtadt, den 4. Juni 1931.