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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 211
Samstag, den 1. Auguſt 1931.
194. Jahrgang
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zeile 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Dollar — 420 Marf.
m Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
ſonkurs oder gerichtlicher Beitreibung ſällt jedt
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
Por der Freigabe des Zahlungsverkehrs.
Die Danal=Bank wieder ſanierk. — Schalkeröffnung mit der Freigabe des Zahlungsverkehrs.
Reichsbekeiligung bei der Dresdner Bank. — Abbau des Aufgabenkreiſes der Sparkaſſen.
Auch der kleine Sparer ſoll zu ſeinem Geld kommen.
Der Akkionsplan der Reichsregierung.
Grundlegende Syſtemänderung
bei den deutſchen Banken. — Reorganiſakion
der Sparkaſſen und Wirkſchaft.
BB. Berlin, 31. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung, die ihre kommenden Pläne bisher
voll=
kommen geheim hielt, ſcheint jetzt mehr und mehr damit
hervor=
zutreten. Jedenfalls laſſen ſich die im Zuſammenhang mit der
Wiederherſtellung des freien Zahlungsverkehrs getroffenen
Maß=
nahmen nicht anders deuten, als eine Taktik, die darauf
hinaus=
läuft, durch eine grundlegende Syſtemänderung bei
den deutſchen Banken eine Plattform für die
Re=
organiſation der Wirtſchaft zu finden. In erſter Linie
iſt unter dieſem Geſichtspunkt die Verbreiterung der
Disponibilitäten=Baſis der Dresdener Bank
zu verſtehen, die jetzt mit dem alten Stammkapital, den Reſerven
und den 300 Millionen neuen Vorzugsaktien infolge Beteiligung
des Reiches (ſiehe Handelsſeite) über rund 434 Millionen
Disponi=
bilitäten verfügt und damit eines der ſtärkſten deutſchen
Kredit=
inſtitute wird, das für eventuelle neue Auslandskredite der
In=
duſtrie als geeignete Garantiebaſis dienen kann. Da zu gleicher
Zeit auch die Sanierung der Danatbank verwirklicht
werden konnte, die mit der Freigabe des Zahlungsverkehrs wieder
ihre Schalter öffnet, iſt im Hinblick auf die Banken alles geſchehen,
was notwendig iſt, um eine ungeſtörte Abwickelung des freien
Zahlungsverkehrs zu gewährleiſten.
Daneben müſſen auf jeden Fall noch beſtimmte Maßnahmen
für die Sparkaſſen ergriffen werden, damit auch der kleine
Spa=
rer zu ſeinem Gelde kommt, weil ſonſt die Gefahr einer neuen
Panik entſteht. Darüber hinaus will man aber auch hier
reorgani=
ſatoriſch vorgehen, um die in den letzten Jahren aufgekommene
Sitte der Sparkaſſen, bankmäßig zu arbeiten, wieder abzubauen
und die Sparkaſſen wieder zu reinen Sparinſtituten zu machen. Es
ſteht zu erwarten, daß den Sparkaſſen in der nächſten Woche auf
jeden Fall größere Summen zur Verfügung geſtellt werden,
da=
mit ſie allen Anſprüchen genügen können.
Die Sanierung der Danak=Bank.
Berlin, 31. Juli.
Amtlich wird mitgeteilt: Die Darmſtädter und Nationalbank
wird bei Wiederaufnahme des allgemeinen Zahlungsverkehrs ihre
Schalter öffnen und alle Zahlungen unbeſchränkt leiſten. Durch
eine Verſtändigung mit der Induſtrie iſt erreicht worden, daß dieſe
die von der Bank und ihr naheſtehenden Kreiſen aufgenommenen
Aktien, die unentgeltlich zur Verfügung geſtellt werden, im
Neun=
wert von 35 Millionen Reichsmark zum Kurſe von 125 Prozeut
übernimmt. Dadurch werden der Bank neue Mittel im Betrage
von rund 43 Millionen Reichsmark zugeführt. Die
Ausfallbürg=
ſchaft des Reiches für die alten und neuen Gläubigerforderungen
beſteht fort, und wird auf alle Wechſelverbindlichkeiten und
Bürg=
ſchaftsverpflichtungen der Bank ausgedehnt werden. Die
Aufſtel=
lung des Status der Bank hat ergeben, daß die notwendig
ge=
wordenen Abſchreibungen durch die offenen und ſtillen Reſerven
voll abgedeckt ſind. Für ſpäter iſt eine Verbreiterung der
Kapital=
baſis der Bank vorgeſehen. Die Ausführung dieſer Abſicht wird
geſchehen, ſobald die Verhältniſſe in der Wirtſchaft eine klare
Be=
urteilung zulaſſen. Durch die Beſprechungen mit der
Reichsregie=
rung und der Reichsbank iſt die Gewißheit geſchaffen, daß die
Bank allen Anforderungen, die durch die volle Aufnahme des
Zah=
lungsverkehrs an ſie herantreten können, zu entſprechen vermag.
hüre
„gFal
naif=
Erweiterung der Austanomtgſchaft für die Danatbank.
Berlin, 31. Juli.
Auf Grund der Verordnung des Reichspräſidenten vom 13.
Juli 1931 (RGBl. I., S. 359) wird verordnet:
Artikel 1.
(1) Die Reichsregierung übernimmt namens des Reichs über
die Vorſchrift des Art. 1 Abſ. 1 der Verordnung zur Durchführung
der Verordnung des Reichspräſidenten über die Damſtädter und
Nationalbank vom 13. Juli 1931 (RGBl. 1, S. 359) hinaus die
Ausfallbürgſchaft für die Erfüllung der Wechſelverbindlichkeiten
der Darmſtädter und Nationalbank, Kommanditgeſellſchaft auf
Eiktien, auch ſoweit es ſich nicht um eigene Akzepte der Bank
han=
delt. Die Ausfallbürgſchaft erſtreckt ſich ferner auf
Bürgſchafts=
verpflichtungen der Bank einſchließlich der Verbindlichkeiten aus
Wechſelbürgſchaften.
(2) Die Vorſchriften in Art. 1 Abſ. 1 und in Art. 2 der Ver=
Orönung zur Durchführung der Vexordnung des
Reichspräſiden=
ren über die Darmſtädter und Nakionalbank vom 13. Juli 1931
(RGBl. I, S. 359) gelten entſprechend.
Artikel 2.
Dieſe Verordnung tritt am 31. Juli 1931 in Kraft.
Nachkſihung des Reichskabinekks.
w. Berlin, 31. Juli.
Das Reichskabinett iſt gegen Abend wieder zu einer Sitzung
zuſammengetreten, von der man übrigens annimmt, daß ſie
wenig=
ſtens bis Mitternacht dauern wird. Es hat zunächſt die Fragen
zum Abſchluß zu bringen, die mit der Wiedereröffnung des freien
Zahlungsverkehrs zuſammenhängen. Die Schwierigkeiten liegen
in der Unterſcheidung zwiſchen „laufenden” und „Spar=Konten”.
Man will natürlich vermeiden, daß durch unnötige Abhebungen
von Sparguthaben neue Erſchwerungen eintreten. Die
Unter=
ſcheidung iſt aber ſehr ſchwierig, wenn eine Benachteiligung der
Sparkaſſen vermieden werden ſoll. Es iſt aber anzunehmen, daß
das Kabinett eine Löſung findet, die ſowohl bei den Banken als
auch bei den Sparkaſſen Sicherheiten gegen Geldhamſterei von
Sparkonten ſchafft. Im zweiten Teil ſeiner Beratungen wird ſich
das Kabinett zum erſten Male auch mit den wirtſchaftspolitiſchen
Aufgaben befaſſen, die in der nächſten Zeit ergriffen werden. .
Nolverordnung über die Freigabe des
Zahlungs=
verkehrs am Samskag.
Berlin, 31. Juli. (Priv.=Tel.)
Entſprechend der Ankündigung der Reichsregierung wird in
der kommenden Woche die Aufnahme des normalen
Zahlungsver=
kehrs erfolgen. Es wird am Montag der unbeſchränkte
Ueberwei=
ſungsperkehr innerhalb der zum Ueberweiſungsverband gehörigen
Inſtitute, am Dienstag der unbeſchränkte Ueberweiſungsverkehr
unter Ausſchluß der Ueberweiſungen auf Poſtſcheck und
Reichsbank=
girokonto, im übrigen ganz allgemein aufgenommen werden. Vom
Mittwoch ab werden auch die Ueberweiſungen auf Poſtſcheck und
Reichsbankgirokonto und die Barauszahlungen aus Kontokorrent=
und Giroguthaben unbeſchränkt zuläſſig ſein, während Abhebungen
von Sparkonten bei Banken, Sparkaſſen und Genoſſenſchaften
zu=
nächſt noch gewiſſen Beſchränkungen unterworfen werden. Die
Verordnung, die die Einzelheiten regelt, wird im Laufe des
Sams=
tag erlaſſen werden.
Erhöhung des Reichsbankdiskonkes.
* Berlin, 31. Juli. (Priv.=Tel.)
Die ſeit langem drohende Erhöhung des Reichsbankdiskontes
von 10 Prozent auf 15 Prozent und des Lombardſatzes von
15 Prozent auf 20 Prozent iſt nunmehr Wirklichkeit geworden.
(Siehe auch Handelsſeite.)
Die Reichsbank iſt ſich der Schwere dieſer Erhöhung voll
be=
wußt. Sie weiß, daß dadurch die Wirtſchaft ſtark unter Druck
ge=
ſetzt wird, will aber, ſobald man über die nächſten Schwierigkeiten
hinweg iſt und ſich die Verhältniſſe einigermaßen geklärt haben,
zu einem niedrigeren Satz zurückkehren. Das iſt ganz
ſelbſtver=
ſtändlich. Vorläufig hat aber die Reichsbankdiskonterhöhung den
Zweck, die völlige Wiederherſtellung des freien Zahlungsverkehrs
mit in die Wege zu leiten. Man nimmt an, daß durch die
Diskont=
erhöhung die Wirtſchaft gezwungen wird, ihre Warenbeſtände um
jeden Preis abzuſtoßen, um die an ſie nunmehr herantretenden
Anſprüche befriedigen zu können. Dadurch wird mindeſtens eine
Belebung des Konſums hervorgerufen, der vielleicht auch wieder
eine Produktionsbelebung zur Folge haben wird. Es läßt ſich aber
vorläufig noch nicht überſehen, wie ſich die
Reichsbankdiskont=
erhöhung im einzelnen auswirken wird. Das wird ſich im Laufe
der nächſten Wochen feſtſtellen laſſen. Auf jeden Fall gehört aber
die Reichsbankdiskonterhöhung zu den Maßnahmen der nationalen
Selbſthilfe, die leider nicht allzu ſchmerzlos ausfallen, eben weil
wir auf uns ſelbſt angewieſen ſind und unter allen Umſtänden
ver=
ſuchen müſſen, der großen Schwierigkeiten Herr zu werden.
Ruhiger Ablauf der innenpolikiſchen Enkwickang
gewährleiſtel.
BB. Berlin, 31. Juli. (Priv.=Tel.)
Was die innenpolitiſche Lage betrifft, ſo ſteht zunächſt der
Volksentſcheid in Preußen im Vordergrund. Die Pläne zur
Er=
gänzung des Reichskabinetts ſind wieder vollkommen in den
Hin=
tergrund getreten, da der Reichskanzler mit den Sachberatern erſt
einmal das große Wirtſchaftsprogramm im einzelnen aufſtellen
will. Zunächſt wird in der nächſten Woche der freie
Zahlungsver=
kehr wieder hergeſtellt. In dieſem Zuſammenhang erfährt man
aus gut unterrichteter Quelle, daß die Gerüchte, wonach der
Volks=
entſcheid auf Grund des Artikels 48 verboten werden ſoll, jeder
Grundlage entbehren. Man glaubt, daß trotz allem ein ruhiger
Ablauf der innenpolitiſchen Entwicklung gewährleiſtet iſt.
Das Ende der hefſiſchen Geſandtſchaft.
Zu der von uns geſtern veröffentlichten Meldung über „Das
Ende der heſſiſchen Geſandtſchaft in Berlin”, ſtellt die heſſiſche
Regierung in ihrem amtlichen Organ feſt, daß lediglich die
Be=
glaubigung des heſſiſchen Reichsratsbevollmächtigten in Berlin
bei der preußiſchen Regierung zurückgezogen worden iſt, daß
aber die heſſiſche Vertretung beim Reich und im Reichsrat
beſtehen bleibt.
* Kriſe und Sänierung auch in
Südamerika.
Von
E. von Ungern=Sternberg.
Südamerika iſt kein geſchloſſenes Ganzes. Es zerfällt in
Staaten, die ſich durch politiſche und geographiſche Bedingungen,
durch ihre wirtſchaftliche Struktur, zum Teil auch durch
traditio=
nelle, gefühlsmäßige Gegenſätze von einander unterſcheiden
Ge=
meinſam iſt ihnen die ſpaniſche (in Braſilien die portugieſiſche)
Sprache, die katholiſche Religion und die Erinnerung an die
Herrſchaft der Vizekönige aus Madrid und Liſſabon.
Gemein=
ſam iſt ihnen auch die Gegnerſchaft gegen den nordamerikaniſchen
rückſichtslos expanſiven Geſchäftsimperialismus. Je mehr das
Selbſtbewußtſein der Südamerikaner erſtarkte, deſto größer
wurde der Gegenſatz zum „Uſurpator” aus dem Norden, deſto
energiſcher wurden die Proteſte gegen die Monroe=Doktrin, ſo
wie ſie in Waſhington ausgelegt wurde. Das
Staatsdeparte=
ment der Vereinigten Staaten begründete in der Erklärung des
Präſidenten Monroe im Jahre 1823 eine Art von Protektorat
über das geſamte Lateinamerika. Nun hat aber die Erfahrung
die Südamerikaner gelehrt, daß alle ihre gefühlsmäßigen
Pro=
teſte im Leeren verpuffen, weil es ihnen an Kraft und Nachdruck
fehlte, weil jeder der ſüdamerikaniſchen Staaten an einem
Son=
derſtrang zog, und e Gemeinſamkeit der politiſchen und
wirt=
ſchaftlichen Intereſſen nicht hergeſtellt wurde. Erſt in den
letz=
ten Jahren konnte z. B. der ſchwere Konflikt zwiſchen Chile und
Peru in der Tacna=Arica=Frage beigelegt werden, und zwiſchen
Paraguay und Bolivien wurden erneut wegen des Chacoſtreites
die diplomatiſchen Beziehungen abgebrochen. Um einen blutigen
Zuſammenſtoß zu vermeiden, konnten die ſüdamerikaniſchen
Staaten keinen anderen Ausweg finden, als das Schiedsgericht
Waſhingtons anzurufen. Bei den einſichtigen Politikern
Latein=
amerikas beſtand deshalb ſchon lange der Plan, eine
ſüdameri=
kaniſche Staatenkonferenz einzuberufen, um ein Programm der
Zuſammengehörigkeit und Gemeinſamkeit auszuarbeiten. Schon
vor faſt drei Jahren, als der Präſident von Paraguay, Dc.
Guggiari, den früheren Präſidenten von Argentinien, Irigoyen,
in Buenos Aires beſuchte, wurde die Frage eines
ſüdameri=
kaniſchen Zuſammenſchluſſes ernſtlich erwogen.
Im Laufe der letzten zwei Jahre nun wuchs ſich die
Welt=
wirtſchaftskriſe auch in den lateinamerikaniſchen Staaten zur
Kataſtrophe aus. Unruhen und eine Woge von Revolutionen,
die ſich jetzt wieder in Peru und in Chile wiederholt, vor allem
aber eine beängſtigende Erſchütterung der Finanzen und des
Marktes, waren die Folge. Die Landesprodukte finden keinen
Abſatz. In Braſilien z. B. mußten Hunderttauſende von Säcken
mit Kaffee verbrannt werden, um die Preiſe einigermaßen zu
halten. Der Preisſturz auf dem Kupfer= und Salpetermarkt hat
die chileniſchen Finanzen derart in Unordnung gebracht, daß
nordamerikaniſche und engliſche Finanzexperten nach Santiago
abgereiſt ſind, um Mittel und Wege zu finden, wie die im
Auguſt fälligen Zinsraten auf die ausländiſchen Anleihen
be=
zahlt werden ſollen. Auch in Braſilien mußte zwiſchen dem
Finanzſachverſtändigen der Bank von England, Sir Otto
Nie=
meher, und der Regierung in Rio de Janeiro das Abkommen
getroffen werden, den Bericht Sir Ottos über die Finanzlage
nicht zu veröffentlichen, um einen weiteren Zuſammenbruch der
braſilianiſchen Werte zu vermeiden. Der geſamte Kaffeevorrat
iſt für die ausländiſchen Anleihen verpfändet. Bolivien und
Peru haben beſchloſſen, ihre Zahlungen einzuſtellen.
Um nun zunächſt auf dem inneren ſüdamerikaniſchen Markte
eine Linderung der Kriſe herbeizuführen, wurde bei den
führen=
den Staatsmännern der Gedanke lebendig, eine möglichſt
aus=
gedehnte ſüdamerikaniſche Zollunion ins Leben zu rufen.
Der Präſident von Chile, General Ibanez, hat ſich mit dieſem
Vorſchlag an Argentinien gewandt, und ſeitdem hat der Plan,
ein wirtſchaftliches „Imperium Ibericum” auf der Südhälfte
des Kontinentes zu ſchaffen, immer mehr Anhänger gefunden.
Sollte dieſer Plan verwirklicht werden, ſo können ſeine
wirt=
fchaftliche und politiſche Bedeutung nicht genug betont werden.
Jenſeits des Ozeans würde ein Weltreich entſtehen, das Europa
vielfach an Größe überträfe und das ungeahnte
Entwicklungs=
möglichkeiten in ſich ſchließen würde. Es handelt ſich vorläufig
zwar nur um die Initiative bekannter Politiker und um
theo=
retiſche Erwägungen, aber alles drängt zu ihrer Verwirklichung.
Man will noch im Dezember dieſes Jahres eine
ſüdameri=
kaniſche Wirtſchaftskonferenz einberufen, um die Möglichkeiten
und Einzelheiten einer Zollunion zu beſprechen. Es iſt
begreif=
lich, daß der größte Gläubiger Südamerikas, d. h. die
Vereinig=
ten Staaten von Nordamerika, denen faſt die geſamte
Petroleum=
induſtrie, die Minen uſw. gehören und denen alle Südſtaaten
tief verſchuldet ſind, die Führung in Südamerika zu behalten
und die Bekämpfung der Kriſe in ihre Hand zu nehmen.
Des=
halb bietet denn auch Waſhington Südamerika eine Hilfsaktion,
Moratorium für gewiſſe Zahlungen und Kredite an, auch wollen
die Nordamerikaner unter Hervorhebung der panamerikaniſchen
Intereſſen die Leitung der ſüdamerikaniſchen
Wirtſchaftskonfe=
renz übernehmen. Es beſteht die Abſicht, unter Beteiligung
der Federal Reſerve Banken und einiger anderer großer
Finanz=
gruppen eine Art von B.J.Z. für Südamerika zu gründen, die
Anleihen und Rediskontkredite nach den lateinamerikaniſchen
Staaten leitet. Dieſer Plan ſtößt auf Widerſpruch in London.
Man meint in britiſchen Finanzkreiſen, daß die Baſeler B.J.3.,
deren Aktionsradius nicht auf Europa allein beſchränkt iſt, mit
dieſer Aufgabe betraut werden ſollte, denn man iſt ſich darüber
klar, daß eine beſondere in Nordamerika gegründete B.J.3. für
Südamerika neben finanziellen auch politiſche Ziele verfolgen
und die von den ſüdamerikaniſchen Ländern abgelehnte Monroe=
Doktrin noch mehr als bisher feſtigen würde. Aber ehe dieſe
Frage noch entſchieden worden iſt, haben bereits New Yorker
Banken Chile bedeutende Dollarkredite eingeräumt.
Eine Sanierung der kataſtrophalen Wirtſchaftsverhältniſſe
drängt Südamerika nicht weniger als in Europa. Ein Verzug
bringt Gefahren mit ſich. So haben die zur Verzweiflung
ge=
triebenen Minenarbeiter in Peru kürzlich die nordamerikaniſchen
Ingenieure gewaltſam vertrieben, haben einige Nordamerikaner
ermordet und haben ſich nur allzu willig den Kommuniſten
an=
geſchloſſen. Neben den politiſchen und wirtſchaftlichen Konflikten
fla imen auch ſoziale auf. Sollte es in letzter Stunde gelingen,
Südemerikg eine durchgreifende Hilfe zu gewähren und die
Seite 2
Samstag, den 1. Auguſt 1931
fortſchreitende Kriſe einzudämmen, ſo würde dadurch auch
Europa geholfen werden. Die Kaufkraft der ſüdamerikaniſchen
Länder, die jetzt außerordentlich geſchwächt iſt, würde ſich
ſtei=
gern und die europäiſchen Induſtrieprodukte würden wieder
einen lohnenden Abſatz finden. Ebenſowenig wie Europa helfen
aber auch Südamerika lange Verhandlungen am grünen Tiſch.
Dort muß ebenſo wie hier ſchnell und durchgreifend gehandelt
werden, ſoll das Sanierungswerk von Erfolg ſein und ſoll die
Hilfe nicht zu ſpät kommen.
Die Hättonate Seiontänfe.
Die Reparalionslaſten müſſen verſchwinden.
* Im Wirtſchaftsausſchuß des Reichskabinetts unterhält man
ſich ſchon ſeit Tagen über die verſchiedenſten Pläne, die geeignet
ſein könnten, uns ohne Anleihe oder Kredite über alle
Schwierig=
keiten der nächſten Monate, wenn nicht gar Jahre, hinwegzuhelfen.
Zunächſt will die Reichsregierung den Zahlungsverkehr faſt
voll=
ſtändig freigeben. Entſprechende Notverordnungen ſtehen
unmit=
telbar vor ihrer Veröffentlichung. Aber mit der Freigabe des
Zahlungsverkehrs werden wir kaum zurechtkommen. Der
Gene=
ralrat der Reichsbank hat ſich am Freitag mit der allgemeinen
Lage beſchäftigt und eine neue Diskonterhöhung beſchloſſen.
Darüber, was eigentlich als nationale Selbſthilfe
anzuſpre=
chen iſt, hört man, daß neben der Diskonterhöhung an eine
Ver=
ſtärkung des Warenexports zwecks Hereinnahme von Deviſen und
evtl. auch an eine Auflockerung der Lohntarife gedacht wird. Auf
allen dieſen Gebieten wird aber die Reichsregierung ſehr
vor=
ſichtig eperieren müſſen. Die neue Diskonterhöhung trifft die
Wirtſchaft empfindlich, wenn ſie auch die Auflöſung von
Waren=
lägern, alſo praktiſch Preisſenkungen ſowohl im Inlandsverkauf
als auch im Export zur Folge haben wird. Es ſteht aber ſchon
jetzt feſt, daß derartige Verkäufe ihre Grenzen haben. Rohſtoffe
wird man kaum abſtoßen können, ohne daß ſich bedenkliche
außen=
politiſche Folgen einſtellen. Wir denken z. B. an die Abtragung
der enormen Kohlenhalden an der Ruhr. Sie ſtellen einen Wert
von etwa 180 Millionen RM. dar. Würde man dieſe Kohlen zu
niedrigſten Preiſen auf den Weltmarkt werfen, dann würde das
auf die Engländer nicht ohne Rückwirkungen bleiben.
Gegen=
wärtig brauchen wir aber die Unterſtützung Englands, zunächſt auf
dem Gebiete des Stillhaltens, ſpäter aber auch in politiſchen
Fragen. Die Engländer würden ſich durch einen deutſchen
Kohlen=
export um jeden Preis auf das ſchwerſte getroffen fühlen und
auf politiſchem Gebiet entſprechend reagieren. Die Kohlen
wür=
den wohl kaum geeignet ſein, durch Gewaltexporte namhafte
De=
viſenbeträge hereinzuholen.
Anders liegen dagegen die Dinge bei der
Fertigwarenindu=
ſtrie. Sind aber hier die Läger erſchöpft, dann müſſen für den
Export neue Waren angefertigt werden, und hier kommt man
bereits zu den Selbſtkoſten, unter denen die Löhne eine große
Rolle ſpielen. Soweit wir unterrichtet ſind, ſcheint man
inner=
halb des Reichskabinetts amtliche Eingriffe auf dem Gebiete des
Tarifweſens nicht zu beabſichtigen, weil es kaum möglich ſein
ige Lohnkürzungen für ſie etwa erträglich würden. Es wäre alſo
falſch, würde man ſich die nationale Selbſthilfe nun ſo vorſtellen,
daß etwa von einem Tag zum anderen ein großartiges Programm
zur Durchführung gelangt, das uns die Gewißheit gibt, ſehr raſch / getroffen werden.
eine Beſſerung überall herbeizuführen. Es wird eher ſo kommen,
daß wir uns mit den beſcheidenen, uns noch zur Verfügung
ſtehen=
den Geldmitteln zunächſt einmal einrichten und unſere geſamten
Ausgaben darauf abſtellen müſſen. Man wird dann von Fall zu
fen, damit ſich der Export ausweiten und auch der Abſatz im
In=
land heben kann. Das alles bedeutet aber, daß wir uns auf eine
größere Zeitſpanne von Entbehrungen werden vorbereiten müſſen.
Wir hoffen, daß die ausländiſchen Finanzſachverſtändigen, die
teils von den Notenbankpräſidenten ernannt worden ſind, teils
als Berater der Reichsregierung fungieren wollen, ſich ſehr bald Anleihe einlaſſen, dann wird ſich am Rückzahlungstag
heraus=
ein klares Bild von den deutſchen Verhältniſſen machen werden,
ſo daß es dann bei ihnen liegt, im Auslande für den endgültigen
Abbau der Reparationstribüte und für eine freie wirtſchaftliche werken ſchadlos halten, die wir dann niemals wieder zu ſehen be=
Entwicklung Deutſchlands zu ſorgen.
Brünings Vorbereikungen für Genſ.
BB. Berlin, 31. Juli (Priv.=Tel.
Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminiſter Dr.
Curtius werden vorausſichtlich Ende der kommenden Woche nach
Rom reiſen. Der Beſuch der franzöſiſchen Staatsmänner in
Berlin wird in den Tagen zwiſchen dem 12. und 24. Auguſt
er=
wartet. Ein genauer Termin ſteht jedoch noch nicht feſt. Man
nimmt aber an, daß der Beſuch kurz vor der Aufnahme der
Konferenzarbeiten in Genf erfolgt, alſo etwa am 23. oder 24.
Auguſt, wobei man hofft, daß bis dahin der franzöſiſche
Außen=
miniſter Briand, der erkrankt iſt, wieder geneſen ſein wird, ſo
daß auch er an der Berliner Reiſe teilnehmen kann. Ob der handlungen zwiſchen den beiden Notenbanken wieder aufgenom=
Reichskanzler diesmal mit nach Genf reiſt, ſteht noch nach keiner
Nummer 211-
Vom Tage.”
Der Reichspräſident hat den Reichsminiſter a. D. Dr. Geßler
zum Kommiſſar der freiwilligen Krankenpflege ernannt, nachdem
der langjährige Inhaber dieſes Ehrenamtes, Fürſt v. Hatzfeld
we=
gen hohen Alters um Entbindung von ſeinen Dienſten gebeten
hatte.
Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Fürſterzbiſchof Kardinal
Dr. Vertram anläßlich ſeines goldenen Prieſterjubiläums und des
25jährigen Biſchofsjubiläums, zugleich im Namen der
Reichs=
regierung, telegraphiſch die herzlichſten Glückwünſche ausgeſprochen.
Der nationalſozialiſtiſche Reichstagsabgeordnete Karl
Kauf=
mann, Leiter des Gaues Hamburg der N.S.D.A.P. iſt in
Cux=
haven verhaftet worden. Gegen Kaufmann war vom
Schöffen=
gericht Haftbefehl erlaſſen worden, da Kaufmann in ſieben
Ter=
minen ohne ausreichende Entſchuldigung gefehlt hatte.
Die rumäniſche Regierung hat dem neuen deutſchen Geſandten
in Bukareſt, v. Schulenburg, das Agrement erteilt.
Die Liberté” beſtätigt, daß der bisherige franzöſiſche
Botſchaf=
ter in Berlin, de Margerie, durch Unterſtaatsſekretär, Francois.
Poncet erſetzt werden wird, de Margerie habe am Donnerstag
Berlin verlaſſen, um in Frankreich ſeinen Urlaub zu verbringen.
Nach einer Pariſer Meldung hat die Stadt Saarbrücken bei
einer großen Pariſer Privatbank eine Anleihe von 40 Millionen
Franken aufgenommen.
Für franzöſiſche und belgiſche Staatsangehörige, die als
Tou=
riſten zu einem Aufenthalt von höchſtens drei Monaten in die
Schweiz zu kommen wünſchen iſt der Paßzwang aufgehoben
wor=
den. Es genügt fortan die Carte d’Identité.
Der Vorſitzende der Chaſe National Bank, Albert, Wiggin,
hat ſich bereit erklärt, als amerikaniſches Mitglied an den
Arbei=
ten des BJZ.=Komitees zum Studium der deutſchen Finanzlage
teilzunehmen.
Richtung hin feſt. Sollten auch die anderen Miniſterpräſidenten
an der Genfer Tagung teilnehmen, wodurch dieſe Beratungen
eine weſentliche Erweiterung erfahren würden, ſo dürfte Dr.
Brüning ſelbſtverſtändlich auch nach Genf reiſen. In
außen=
politiſcher Hinſicht beſchränkt ſich die weitere Arbeit zunächſt auf
bloße Sondierungen mit dem Ziel, die neue außenpolitiſche
Aktivität, die für den Herbſt erwartet wird, bis in allen
Einzel=
heiten vorzubereiten.
Ein unmögliches Kredikangebol.
Paris, 31. Juli.
Havas veröffentlicht folgende Mitteilung: Gegenwärtig iſt
ein Konſortium der hauptſächlichſten Gemälde= und
Antiquitäten=
händler von Paris in der Bildung begriffen, das Deutſchland eine
Summe von einer Milliarde Franken zu leihen bereit
wäre, wenn dafür alte Meiſterwerke, die ſich in den deutſchen
Muſeen befinden, als Pfand nach Frankreich überführt und dort
bis zur völligen Rückzahlung verbleiben würden. Die Gemälde
würden, falls ein derartiges Abkommen zuſtandekäme, in Paris
ausgeſtellt werden und könnten gegen Entrichtung eines
Ein=
wird, den Arbeitnehmern einen Ausgleich zu geben, ſo daß etwa= trittspreiſes vom Publikum beſichtigt werden. Die Anleihe von
einer Milliarde Franken ſelbſt ſolle zu vorteilhaften Bedingungen
angeboten werden. Die Auswahl der zu überlaſſenden Gemälde
ſolle durch von dem Konſortium zu beſtimmende Sachverſtändige
* Wir finden, daß die Bemühungen der franzöſiſchen
Anti=
quitätenhändler vollſtändig überflüſſig ſind, weil ſie erfolglos
bleiben müſſen, da es in Deutſchland niemand gibt, der bereit ſein
Fall zu verſuchen haben, hier oder dort Erleichterungen zu ſchaf= wird, die deutſchen Kunſtſchätze zur Baſis eines franzöſiſchen
Ge=
ſchäfts zu machen, da es doch nur darauf hinausläuft, uns auch
unſerer Gemälde und ſonſtigen Kunſtwerke über die
Beſtim=
mungen des Verſailler Vertrages hinaus zu berauben.
Frank=
reich hat ſeine ganze Politik darauf abgeſtellt, uns keinerlei
Ellen=
bogenfreiheit zu gewähren. Würden wir uns auf eine derartige
ſtellen, daß wir nicht in der Lage ſind, den Fälligkeitstermin
ein=
zuhalten. Daraufhin werden ſich die Franzoſen an unſeren
Kunſt=
kommen. Es verlohnt ſich daher nicht, ſich mit dieſem Vorſchlag
noch weiter auseinanderzuſetzen, der vollkommen undiskutabel iſt
und den man in Frankreich wohl ſelbſt kaum ernſt genommen
haben dürfte.
Zinanz=Beſprechungen?
EP. Paris, 31. Juli.
Aus London wird gemeldet, daß Sir Robert Kindersley, der
zu Beginn dieſer Woche die Verhandlungen zwiſchen der Bank von
England und der Bank von Frankreich geführt hat, heute
vor=
mittag nach Paris abgereiſt iſt. Es ſcheint demnach, daß die
Ver=
men werden ſollen.
Die Sinanzſachverſtändigen der B.),3.
Zuſammenkrikk des Komikees am 2. Auguſt in Baſel.
Baſel, 31. Juli.
Die B. J.3. veröffentlicht folgende Mitteilung:
Die Londoner Konferenz vom Juli 1931 hat der B.J.3.
offiziell mitgeteilt, daß die Konferenz empfohlen habe, „daß die
Bank aufgefordert werden ſoll, ohne Verzögerung ein Komitee
von Fachleuten zu ernennen, die von den Leitern derjenigen
Zentralnotenbankeninſtituten vorgeſchlagen werden ſollen, die
daran intereſſiert ſind, um die ſofortigen weiteren
Kreditbedürf=
niſſe Deutſchlands zu prüfen und die Möglichkeiten einer
Kon=
vertierung eines Teiles der kurzfriſtigen Kredite in langfriſtige
zu unterſuchen.
Gemäß dieſer Einladung gibt die B. J.3. bekannt, daß das
demzufolge dieſer Reſolution eingeſetzte Komitee heute
zuſam=
mengeſetzt worden iſt und aus folgenden 10 Herren beſteht:
Alberto Beneduce=Rom, Dr. R. G. Bindſchedler=Zürich, P.
Hof=
ſtede=de=Groot=Amſterdam, Emile Francqui=Brüſſel, Walter
Lah=
ton=London, Dr. Karl Melchior=Hamburg, Emile Moreau=Paris,
Oskar Rydbeck=Stockholm, Tanaka=Japan. Albert H. Wiggin=New
York.
Datum und Ort der erſten Sitzung dieſes Komitees werden
im Laufe der Sitzung der Gouverneure der Zentralbanken
be=
ſtimmt, die am 2. Auguſt in Baſel ſtattfindet. Das
amerika=
niſche Mitglied des Komitees verläßt New York am 1. Auguſt.
Unkerredung mit Sprague.
Berlin, 31. Juli.
Profeſſor Sprague, der amerikaniſche Finanzſachverſtändige
und Berater der Bank von England, der zurzeit in Berlin weilt,
gewährte einem Mitarbeiter des „Berliner Börſencouriers” eine
Unterredung, in der er ſich zu einigen gegenwärtig ſehr aktuellen
Fragen äußerte.
Zur Frage der Stillhalteaktion erklärte Profeſſor Sprague,
es ſei nicht notwendig, daß jede kleine Bank in dem
Stillhalte=
konſortium vertreten ſei. Es genüge, daß der Löwenanteil
ge=
ſichert ſei und daß 90 Prozent der Verpflichtungen eingehalten
werden.
Eine weitere Zuſammenlegung deutſcher Banken hält
Spra=
que für nicht durchführbar.
Auf die Frage, ob Deutſchland genügend Sicherheiten für
eine langfriſtige Anleihe biete, antwortete Sprague, die deutſche
Induſtrie befinde ſich in zufriedenſtellendem wirtſchaftlichen
Zu=
ſtande. Die deutſche Export= und Importbilanz ſei bei den
jetzi=
gen Verhältniſſen ſehr günſtig. Auf der jetzigen Grundlage könne
eine aktive Bilanz zwiſchen einer und zwei Milliarden erreicht
werden. Das Wichtigſte, deſſen Deutſchland gegenwärtig bedarf,
iſt, ſo erklärte Sprague, Selbſtvertrauen, Vertrauen zu den
eige=
nen Banken, zur Regierung und zur Finanz. Wenn die
Bevöl=
kerung zu ſich ſelbſt kein Vertrauen hat, kann niemand helfen.
Was augenblicklich getan werden muß, iſt die ſofortige
Wieder=
eröfinung des Zahlungsverkehrs der Banken und die Aufhebung
der Reſtriktion. Das Verhalten des deutſchen Volkes würde dann
der Prüfſtein ſein, ob es zu ſich ſelbſt Vertrauen hat. Cs würde
vernünftig ſein, zu erwarten, daß dann die B. J.3. Wege finde,
um einen Teil der kurzfriſtigen Kredite zu finanzieren.
Snowden über Englands Zinanzlage.
Bei den Verhandlungen im Unterhaus kam Neville
Chamber=
lain auf den Ernſt der Haushaltslage Englands zu ſerechen. Er
betonte dabei, daß es notwendig ſei, Einſparungen im Haushalt
vorzunehmen.
Snowden gab zu, daß die Ausſichten für den kommenden
Haushalt ernſt ſeien. Er müſſe jedoch unbedingt die Behauptung
ablehnen, daß England ſich in einem hoffnungsloſen Zuſtande
be=
finde und dem Bankerott entgegengehe. Die Finanzierung des
Haushalts wird ſchwierig ſein, aber er werde jede nur mögliche
Anſtrengung machen, um dies zu erreichen. Sodann teilte
Enow=
den mit, daß er einen großen Plan zur Konverticrung von
Kriegsauleihen vorbereitet habe, daß er ihn aber angeſichts des
erhöhten Bankdiskontſatzes nicht mehr durchführen könne.
Im weiteren Verlaufe ſeiner Unterhausrede wies
Schaſi=
kanzler Snowden darauf hin, daß London der beſte Markt für aus.
ländiſche Kapitalanlagen ſei. Die Regierung werde alles tun,
daß der engliſche Kredit nicht beeinträchtigt werde. In dieſer
Beziehung ſei die Lage Englands beſonders empfindlich. Der
kürzliche Goldabfluß habe bewieſen, daß ſogar aus unbegründeten
Gerüchten ernſte Folgen entſtehen könnten. Dabei wies Snowden
darauf hin, daß England den Weltkrieg in großem Umfang
finan=
ziert und ſeinen Verbündeten Geld geliehen habe. In einem
Anfall von Großmut habe England nach dem Kriege dann 4
Fünftel bis 2 Drittel der Summen erlaſſen, die es geliehen habe,
um ſeinen Verbündeten zu helfen, den Kampf fortzuſetzen. Weiter
bemerkte Snowden zu der Erhöhung der Bankrate, daß ſie nicht
auf die engliſche Finanzlage zurückzuführen ſei, ſondern auf den
rieſigen Goldabfluß in den letzten Wochen.
Von E. F. Birken.
gt. Lange genug haben uns die deutſchen Bühnenleiter
an=
gejammert, wie ſchlecht es ihnen ginge, daß die geſamte
Theater=
kriſe auf die hohen Steuern, die Gagen, die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe zurückzuführen ſei. Wenn man den Einwand
machte, daß es ja ſchließlich auch ſo etwas wie „Kunſt” beim
Theater geben ſollte — dem Hörenſagen nach — ſo wurde
achſel=
zuckend erklärt, daß die innige Verflechtung mit dem
Wirtſchaft=
lichen natürlich auch das Künſtleriſche beeinträchtige. Mit dieſem
wehleidigen Stöhnen ſchien aber auch — bis auf einige wenige
Ausnahmen — alles erledigt. Praktiſche Schritte konnte man
nirgends beobachten. Kein Wunder, daß man ein wenig
gleich=
gültig wurde. Schließlich muß man doch zumindeſt den
Ver=
ſuch machen, ſich ſelbſt zu helfen, bevor man die Hilfe anderer
in Anſpruch nimmt. Nun haben die Theaterdirektoren endlich
ernſt gemacht. Sie haben eine große Sitzung abgehalten, bei
der der — vor allem für Berlin wichtige — Beſchluß gefaßt
wurde, den Prominenten keine höhere Gage zu bewilligen als
3000 RM. monatlich, ſie aber dafür am Gewinn zu beteiligen.
Kein ſchlechter Ausweg. Jetzt werden die Stars zu beweiſen
haben, ob ſie ihr Geld wirklich wert ſind. Und vielleicht werden
dem Prominenten=Rummel endlich einmal wieder vernünftige
Grenzen geſetzt. Daß daneben — als Grundvorausſetzung für
die Durchführbarkeit dieſes Beſchluſſes — eine Einigung mit
den Tonfilm=Produzenten notwendig iſt, haben die
Bühnen=
leiter auch eingeſehen. Sonſt könnte es ihnen leicht paſſieren,
daß die begehrten Stars die Sprechbühne einfach ſchießen laſſen
und völlig zum Film übergehen, der ja mit ſeinen
Rieſen=
honoraren den Verluſt leicht verſchmerzen laſſen kann. Und es
hat den Anſchein, als wenn dieſe Anregung auf Gegenliebe
bei der Filminduſtrie ſtößt, die ja ſchon ſeit langem über die
hohe Belaſtung durch die Gagen klagt. Sie muß ſie aber aus
Konkurrenzgründen weiter zahlen.
Ein Anfang iſt alſo gemacht. Die Auswirkungen des
Be=
ſchluſſes können ſich aber erſt zeigen, wenn man feſtſtellen wird,
ob ſich auch wirklich alle Bühnenleiter ſtrikt an die
Verein=
barungen halten. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß man daneben
auch den Verſuch macht, die mittleren Gagen unter das jetzige
Niveau zu ſetzen. Wenn aber auch die Mindeſthonorare für die
ganz Kleinen in dieſe Abbauaktion mit einbezogen werden ſol=
len, — auch dafür ſind Stimmen laut geworden — ſo muß man
ſich doch etwas verwundert an den Kopf faſſen. Dieſe Gagen
ſind heute ſchon ſo minimal, daß ſich mancher Schauſpieler
über=
legt, ob es nicht faſt ratſamer iſt, ſtatt deſſen weiter ſtempeln
zu gehen. Gewiß, das Angebot iſt ungeheuer, und es dürften
ſich unter den Tauſenden erwerbsloſer Schauſpieler manche
fin=
den, die auch noch für eine geringere Summe zu ſpielen bereit
ſind. Aber zeigt das etwa Verſtändnis für die heutige Situation,
wenn man aus der allgemeinen Not auf eine ſo ſchäbige Weiſe
profitieren will? Dieſe Summen ſpielen im Etat eines Theaters
ſo gut wie gar keine Rolle, und die Erſparnis würde ſich
über=
haupt nicht bemerkbar machen. Man kann nur hoffen, daß
dieſer Plan ſo ſchnell wie möglich wieder unter den Tiſch fällt.
Ueber eines müſſen ſich die Bühnenleiter klar ſein; mit dem
Abbau der größeren und mittleren Gagen iſt längſt nicht alles
getan. Die künſtleriſche Kriſe exiſtiert vermindert fort. Gewiß,
die finanzielle Baſis eines geſchäftlichen Unternehmens darf
nicht außer acht gelaſſen werden. Sie darf aber beim Theater
nie ausſchlaggebend ſein. Wie hat es denn im letzten Winter
in Berlin ausgeſehen? Man verpflichtete ſich einen Prominenten,
von dem man annahm, daß er das Publikum anlocken könnte.
Dann ſuchte man ſich irgendeinen Reißer mit einer möglichſt
großen Rolle für den Star, man holte ein paar Schauſpieler
für die Nebenrollen heran — und damit war die künſtleriſche
Leiſtung erſchöpft. Niemand dachte auch nur im entfernteſten
daran, ein Enſemble zu bilden, das, gut aufeinander
einge=
ſpielt, imſtande wäre, eine in ſich geſchloſſene, abgerundete
Auf=
führung von künſtleriſchem Wert zu bieten. Man engagierte
die Mitwirkenden beſtenfalls für eine Saiſon, meiſt aber nur
für ein Stück.
Welcher große Bühnenleiter hat die ernſthafte Abſicht
be=
wieſen, die junge dramatiſche Produktion zu pflegen? Man hat
ſich von Leuten, die bereits arriviert ſind, „Zeitſtücke” beſtellt,
man hat die üblichen Schlagworte nachgebetet. Den Mut, ſich
auch einmal an ein Experiment heranzuwagen, hat ſo gut wie
niemand aufgebracht. Gewiß, Experimente koſten Geld. Oft
genug mißlingen ſie, und das iſt ſchwer zu tragen in dieſen
Zeiten. Aber woher ſoll denn eine Belebung des Theaters
kommen, wenn nicht von den jungen Schriftſtellern. Es gibt
keine nennenswerte Produktion auf dramatiſchem Gebiete, wird
hier eingewendet. Aber das iſt ja gar nicht wahr! Man muß
ſich nur einmal anſehen, wieviel gute Stücke alljährlich von den
bedeutenden Bühnenverlagen angeboten werden, ſie wandern ins
Schubfach des Dramaturgen, beſtenfalls lieſt er ſie zu ſeinem
Privatvergnügen durch, zu ſeinem Direktor traut er ſich nicht tuit
ſo riskanten Sachen. Oft genug werden ſie ungeleſen nach
Mo=
naten dem Verlag wieder zugeſtellt.
„Das Publikum will aber den Reißer, es will den
Pro=
minenten in einer großen Rolle ſehen, es hat kein Intereſſe für
Experimente, für künſtleriſche Wagniſſe‟. Auch dieſer Einwand
iſt nicht ſtichhaltig. Zu allen Zeiten hat die Bühne das Publikum
herangezogen, ſie allein hat das Intereſſe für Theater und
Drama belebt. Nie war es umgekehrt. Kommt die künſtleriſche
Leiſtung erſt wieder auf ein höheres Geſamtniveau, ſo wiid
auch das Publikum wieder da ſein.
Allerdings unter einer Vorausſetzung: daß es die
Eintrits=
preiſe erſchwingen kann. An dieſem Punkt der wirtſchaftlichen
Seite ſehen die Bühnenleiter nur allzu gerne vorbei. Hier einen
entſcheidenden Schritt zu tun, — das muß die nächſte Aufgabe
ſein. Die Einſparungen am Gagenetat müſſen ſich gerade nach
dieſer Richtung zu allererſt auswirken.
Die Kriſe des Theaters iſt alſo nicht mit ein paar
Hilfs=
mittelchen zu beheben. Eine grundlegende Aenderung des
heutigen Syſtems iſt nötig. Sie allein ſchafft die Grundlage,
auf der ſich eine neue, beſſere Zukunft der deutſchen Bühne
entwickeln kann.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Zur Wiederbeſetzung des durch den
Weg=
gang von Prof. W. Vorkaſtner an der Univerſität Frankfurt
er=
ledigten Lehrſtuhls für gerichtliche Medizin, iſt ein Ruf an den
Leipziger Privatdozenten Dr. Gottfried Raeſtrup ergangen,
WSN. Heidelberg, 31. Juli. Der Dozent am Inſtitut für
Zei=
tungsweſen der Univerſität Heidelberg, der frühere
Chefredak=
teur Alfred Scheel=Mannheim, wird aus Geſundheitsgründen am
1. Oktober 1931 aus ſeiner Stellung ſcheiden.
Bonn: Der durch die Emeritierung von Geheimrat R.
Meiß=
ner erledigte Lehrſtuhl der deutſchen Sprache und Literatur iſt dem
ordentlichen Profeſſor Dr. Hans Naumann in Frankfurt
ange=
boten worden.
Köln: Der durch die Berufung von Prof. N. Hartmann an
der Univerſität Köln erledigte Lehrſtuhl der Philoſophie iſt dem
ordentlichen Profeſſor Dr. Heinz Heimſoeth, in Königsberg in
Preußen, angeboten worden.
Leipzig: Wegen der Uebertragung eines Lehrſtuhls für
orien=
taliſche Philologie an der Univerſität Leipzig ſind Verhandlungen
mit Profeſſor Dr. Bräunlich in Königsberg eingeleitet worden.
Halle, Saale: Als Nachfolger von Profeſſor Th. Ziehen iſt
Prof Dr. Adhenar Selb, in Frankfurt a M. auf den Lehrſtuhl
für Pſychologie an der Univerſität Halle berufen worden.
Königsberg: Der durch den Tod von Prof. H. Matthes an der
Univerſität Königsberg erledigte Lehrſtuhl der pharmazeutiſchen
Chemie iſt dem a.o. Profeſſor Dr. Hermann Emde in Baſel
an=
geboten worden.
Nummer 211
Samstag, den 1. Auguſt 1931
Seite 3
inkernakionale Kredikakkion für Deutſchland. — Ablehnung aller politiſchen Bedingungen.
Skreichung der Kriegsſchulden. — Reviſion der Friedensverkräge.
z
„Auf dem Wege der demokrakie und des
inkernalionalen Rechts”
Wien, 31. Juli.
In der geſtrigen Nachmittagsſitzung des internationalen
Sozialiſtenkongreſſes, die unter dem Vorſitz Vanderveldes und
Cabellos (Spanien) ſtand, überbrachte Wels (Deutſchland) die
herzlichſten Glückwünſche Macdonalds und Henderſons, die auf
Vorſchlag Vanderveldes durch eine Botſchaft beantwortet
wur=
den, worin der Kongreß dem Vertrauen der Internationale auf
den Erfolg ihrer Bemühungen für den Weltfrieden Ausdruck
gibt. Sodann wurden die von Dr. Marion Phillip
vorgeleg=
ten Beſchlüſſe der Frauenkonferenz einſtimmig gebilligt.
Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: „Die Lage in
Deutſchland und Paneuropa und der Kampf der Arbeiterklaſſe
um die Demokratie”, erſtattete Dr. Otto Bauer das Referat.
Er unterbreitete ſodann die von der Kommiſſion
ausgearbei=
tete Reſolution, die in ihrem Hauptteil von den
Regie=
rungen eine großzügige internationale
Kredit=
aktion für Deutſchland forderte, und alle
poli=
tiſchen Bedingungen unbedingt ablehnt. Von
deutſcher Seite müſſe die Hilfsaktion dadurch erleichtert werden,
daß die deutſche Regierung aus eigenem Antrieb den Nationen,
die Deutſchland helfen ſollen, das Minimum an möglichen
Ga=
rantien dafür gibt, daß die Hilfsmittel einer Politik der
Demo=
kratie und des Friedens dienen ſollen. Gleichzeitig müſſe das
Moratoriumsjahr, zur endlichen Neuregelung
der Frage der Kriegsſchulden und der
Repara=
tionen auf der Baſis der Streichung der aus
dem Krieg hervorgegangenen Schulden ausgenutzt
werden. Dieſe Frage ſei nur in Zuſammenhang mit der Frage
der internationalen Abrüſtung lösbar.
Im zweiten Teil der Reſolution wird zum Ausdruck
ge=
bracht, daß der Kongreß das vollſte Vertrauen zur
Mannhaftig=
keit und Freiheitsliebe der deutſchen Arbeiterklaſſe habe.
Gegen=
über der von der engliſchen Unabhängigen Partei vorgelegten
Reſolution müſſe feſtgeſtellt werden, daß der Kongreß keine
größere Leichtfertigkeit begehen könne, als in dieſen kritiſchen
Stunden zu verſuchen, die Bewegungsfreiheit, der deutſchen
Sozialdemokratie zu beſchränken. Deshalb habe die Kommiſſion
es abgelehnt, die Frage der Koalition in dieſem Zuſammenhang
zu behandeln.
Im dritten Teil wird betont, daß die Sozialdemokraten die
Reviſion, des in den Friedensverträgen
ent=
haltenen Unrechts für notwendig und
unerläß=
lich halten, aber nicht mit Mitteln der Gewalt, ſondern auf dem
Wege der Demokratie und des internationalen Rechts. Die
Erreichung dieſes Zieles ſei auf das engſte verknüpft mit der
Eroberung der politiſchen Macht für das
Prole=
tariat. Die Reſolution ſtellt feſt, daß die Sozialdemokratie
nicht den Weg der Diktatur und des Terrors wünſche; ſie wolle
um des Sozialismus willen die Freiheitsrechte nicht preisgeben,
ſondern ſie für den Kampf um den Sozialismus ausnützen.
Wenn aber, ſo ſagt die Reſolution weiter, trotz der größten
Anſtrengungen der Sozialdemokratie die demokratiſchen
Möglich=
keiten von den Feinden der Arbeiterklaſſe zerſtört würden, wenn
man der Arbeiterklaſſe nur einen Kampf mit allen Mitteln übrig
laſſe, werden die Maſſen der Sozialdemokratie nicht abſeits
ſtehen, ſondern auch auf dem neuen Boden kämpfen.
Leon Blums Auffaſſung von der deutſchen Kriſe.
In der heutigen Vollſitzung des Sozialiſtiſchen Kongreſſes
führte Leon Blum, Mitglied der franzöſiſchen Kammer, u. a. aus:
Der heutige Kongreß ſteht im Zeichen der deutſchen Kriſe und
der Gefahren, die ſich entfeſſeln nicht nur für die deutſchen
Ar=
beiter, ſondern für die Arbeiter der ganzen Welt. Wir ſtehen,
ebenſo wie vor acht Jahren, an der Seite der deutſchen
Sozial=
demokratie im Kampf gegen jede Zerſtörung des
Wirtſchafts=
lebens und der Demokratie in Deutſchland. Die Hilfe der
Inter=
nationale, die Unterſtützung der franzöſiſchen Partei, wird hier
nicht fehlen. Wir wiſſen, daß die deutſche Kriſe nur eine beſon=
dere Erſcheinung innerhalb der Weltkriſe iſt. Ein Merkmal der
gegenwärtigen Kriſe iſt, daß die hohen Koſten der konzentrierten
Zuſammenlegungen der Induſtrien ſoviel neue Kapitalien
er=
fordert haben, daß die Profite der Induſtrie zur Aufſtellung
die=
ſer Kapitalien nicht genügten. Die Induſtrie mußte die Hilfe des
Finanzkapitals in Anſpruch nehmen. So entſtand der Zuſtand,
daß das Bankkapital ſeine Hand auf die Induſtrien legte. Dieſer
Zuſtand hat dahin geführt, daß Hilfe aus dem Ausland geſucht
werden muß. Ausländiſche Hilfe für Deutſchland iſt notwendig.
Muſſolini über das Schickſalsjahr 1932.
Paris, 31. Juli.
„Das Jahr 1932 wird über unſer Schickſal entſcheiden, im
Guten oder im Böſen” ſchreibt heute Muſſolini u. a in der
Wochenſchrift „Amnales”: „Wir ſtehen vor einem furchtbaren
Di=
lemma: Entweder Erneuerung oder Vernichtung
unſerer Ziviliſation.‟ Die bisherigen Bemühungen zur
Herſtellung der internationalen Solidarität ſeien vergeblich
ge=
blieben. Alle Projekte und Gegenprojekte haben
ſich gegenſeitig aufgehoben, und es blieb nur
noch das leere Nichts übrig. Das zeigt, wie eitel die
internationalen Konferenzen ſind, denn wir haben vor uns die
höchſt greifbare Tatſache, daß Europa im Begriff iſt,
zu=
ſammenzubrechen. Doch das Heil kann auch nach
Muſſoli=
nis Anſicht nicht ohne eine neue, angeblich ſo „eitle” Konferenz
kommen. „Der Hoover=Plan hat den Weg gezeigt.
Die zweite Maßnahme, die jetzt notwendig iſt, iſt
politiſcher Natur: Man muß der Welt eine Zeit
des Friedens von mindeſtens zehn Jahren ſichern.
Deshalb iſt die für den 2. Februar 1932 einberufene
Abrü=
ſtungskonferenz des Völkerbundes von höchſter
Bedeutung. Nicht nur die Exiſtenz des Genfer
Bundes ſteht auf dem Spiel, ſondern das
Schick=
ſal der ganzen Menſchenraſſen. Dieſe Konferenz darf
kein Mißerfolg ſein, denn wäre ſie es, könnte man ſie nur als den
Prolog für die endgültige Kataſtrophe anſehen.”
Macdonald berichket im Unkerhaus über ſeinen
Berliner Beſuch.
London, 31. Juli.
Das Unterhaus iſt heute nachmittag in die Sommerferien
ge=
gangen, die, falls nicht eine Sonderſitzung des Parlaments
ein=
berufen wird, bis zum 20. Oktober dauern werden.
In der heutigen Schlußſitzung des Unterhauſes wurde
Pre=
mierminiſter Macdonald eingehend über ſeinen Berliner Beſuch
interpelliert. Macdonald erklärte, ſein Aufenthalt in Berlin ſei
hauptſächlich dazu benutzt worden, die in Chequers begonnenen
Beſprechungen fortzuſetzen und die finanzielle Lage Deutſchlands
vom Geſichtspunkt der Londoner Konferenzergebniſſe aus zu
prü=
fen. Auf Grund der Berliner Unterredungen ſei die engliſche
Re=
gierung zu der Ueberzeugung gekommen, daß die von der Londoner
Konferenz beſchloſſenen Maßnahmen Deutſchlands unmittelbare
Finanzſchwierigkeiten beheben und die Bildung eines
zuverläſſi=
gen Urteils über die weiteren Kreditbedürfniſſe Deutſchlands und
deren Form ermöglichen würden. Der von der BJZ. eingeſetzte
Bankierausſchuß zur Prüfung dieſer Fragen habe bereits ſeine
Ar=
beiten begonnen und werde ohne Verzug ſein
Unterſuchungsergeb=
nis bekannt geben.
Wie der Premierminiſter weiter mitteilte, ſeien in Berlin
auch die Deutſchland und England intereſſierenden wichtigen
Fragen, wie Arüſtung und Arbeitszeit im Bergbau, erörtert
wor=
den. — Abſchließend hob Macdonald den herzlichen Empfang
her=
vor, der ihm und dem Außenminiſter Henderſon in Berlin von
der Bevölkerung, der Preſſe und der Regierung zuteil
gewor=
den ſei.
In Beantwortung einer Anfrage über die Haltung der
eng=
liſchen Regierung in der Minderheitenfrage erklärte
Außenmini=
ſter Henderſon, die engliſche Regierung ſtehe dem Vorſchlag der
Schaffung einer ſtändigen Minderheitenkommiſſion des
Völker=
bundes, die eine erleichterte Behandlung der
Minderheiten=
beſchwerden gewährleiſten ſolle, ſympathiſch gegenüber. Er könne
jedoch keine Gewähr dafür übernehmen, daß die engliſche
Delega=
tion zur bevorſtehenden Völkerbundsverſammlung die Initiative
bei der Einbringung eines ſolchen Vorſchlages ergreifen werde.
EP. London, 31. Juli.
Der heute veröffentlichte Bericht der von der Regierung
ein=
geſetzten Sparkommiſſion ſchlägt außerordentlich draſtiſche und
durchgreifende Sparmaßnahmen vor. Die Kommiſſion iſt bei ihren
Arbeiten von der Auffaſſung ausgegangen, daß der Fehlbetrag im
nächſtjährigen Budget die Rieſenſumme von 120 Mill. Pfund
(2,4 Milliarden Mark) erreichen wird. Bei der reſtloſen
Durch=
führung der vorgeſchlagenen Sparmaßnahmen ließen ſich nach
An=
ſicht der Kommiſſion ein Betrag von 96,5 Millionen Pfund
ein=
ſparen, der Reſt müſſe jedoch durch neue Steuern ausgeglichen
werden.
Die Kommiſſion ſchlägt im einzelnen eine Kürzung der
Ar=
beitsloſen=Unterſtützungsſätze um 20 Prozent und eine Erhöhung
der Beiträge zur Erwerbsloſenverſicherung für Arbeiter,
Arbeit=
geber und Staat auf je 110 Cents vor.
Zuſammen mit etwas geringfügigeren Abänderungen bei dem
jetzigen Unterſtützungsſyſtem glaubt der Ausſchuß bei dieſem
Poſten allein 66,5 Millionen Pfund einſparen zu können. Als
zweitwichtigſter Poſten für Einſparungen betrachtet der
Aus=
ſchuß Einſchränkungen im Erziehungsetat in Höhe von 13,6 Mill.
Pfund. Geplant ſind Kürzungen der Lehrergehälter und der
Weg=
fall von Staatszuſchüſſen für höhere Schulen und Univerſitäten.
Weiter werden Kürzungen von Penſionen für Offiziere, die
Be=
ſeitigung von Sonderzuſchüſſen für Regierungsbeamte und =
ar=
beiter und die Senkung der Polizei= und Lehrerpenſionen
vorge=
ſchlagen. Hierbei ſollen rund 4,2 Millionen Pfund eingeſpart
werden. Durch die Herabſetzung des Etats für die Volksgeſundheit
ſollen die Staatsausgaben um eine weitere Million Pfund geſenkt
werden. — Der Ausſchuß befürwortet zur Ueberprüfung der Lage
der Staatsfinanzen von Zeit zu Zeit die Bildung eines ſtändigen
Finanzausſchuſſes des Kabinetts.
Zu dem Bericht der Sparkommiſſion teilte Premierminiſter
Macdonald im Unterhaus mit, die Regierung habe einen aus fünf
Kabinettsmitgliedern beſtehenden Ausſchuß eingeſetzt, der die
ge=
machten Vorſchläge während der Parlamentsferien eingehend
ſtu=
dieren werde. Der Ausſchuß beſteht aus den Miniſtern Macdonald,
Henderſon, Snowden, Dominionminiſter Thomas und
Handels=
miniſter Graham.
Briand erkranki.
In politiſchen Kreiſen lief am Donnerstag abend das
Ge=
rücht um, daß ſich der Geſundheitszuſtand des Außenminiſters
Briand plötzlich in beſorgniserregender Weiſe verſchlechtert habe.
Das,Oeuvre”, deſſen enge Beziehungen zum Quai d’Orſay
be=
kannt ſind, ſtellt demgegenüber feſt, daß der Außenminiſter bei
ſeiner Rückkehr aus London lediglich einen leichten Aſthma=
Anfall erlitten habe. Zu irgendwelcher Beunruhigung liege kein
Anlaß vor.
Immerhin berichtet der „New York Herald” (Pariſer
Aus=
gabe), daß dem Außenminiſter Briand, der ſeit ſeiner Rückkehr
aus London an Schlafloſigkeit und hohem Blutdruck leide, von
ſeinem Arzt ein mindeſtens vierwöchiger Erholungsaufenthalt
auf ſeinem Landſitz Cocherel verordnet worden iſt. Der Arzt
habe Briand ferner das Rauchen verboten. Der Außenminiſter,
der bekanntlich ein leidenſchaftlicher Zigarettenraucher iſt,
ver=
braucht nicht ſelten 50—60 Zigaretten täglich. Es ſei nicht
aus=
geſchloſſen, daß Briand in der nächſten Zeit, wie übrigens ſchon
in den letzten Monaten, keinen aktiven Anteil an der franzöſiſchen
Politik nehmen werde, doch halte man es für wahrſcheinlich, daß
er ſich im September zur Völkerbundstagung nach Genf begeben
werde.
Außenminiſter Briand iſt heute im Kraftwagen nach ſeinem
Landſitz Cocherel gefahren, wo er auf Anordnung ſeiner Aerzte
und eines Spezialarztes ungefähr einen Monat in voller Ruhe
verbringen muß. Es beſtätigt ſich, daß der Außenminiſter infolge
der diplomatiſchen Tätigkeit, die ihm in den letzten Jahren keine
größere Ruhepauſe erlaubte, ziemlich ermüdet iſt. Eine
Erkäl=
tung, die er ſich in London zuzog, verſchlimmerte ſeinen
Zu=
ſtand derart, daß ſeine beiden Hausärzte einen Spezialarzt
hin=
zuzogen, der ſtarkes Aſthma, große Ermüdung und
Schlafloſig=
keit feſtſtellte. Die Unterſuchung hat ergeben, daß der Zuſtand
des Außenminiſters zwar nicht ernſt iſt und zur Beunruhigung
keinen Anlaß gibt, daß vollkommene Ruhe jedoch vonnöten iſt,
wenn der Außenminiſter bald wieder die Geſchäfte in alter
Friſche aufnehmen ſoll.
Während der Abweſenheit des Außenminiſters wird
Miniſter=
präſident Laval die außenpolitiſchen Geſchäfte weiterführen, was
ohne techniſche Schwierigkeiten vonſtatten gehen wird, da der
Miniſterpäſident ja in den ſchwebenden internationalen
Ver=
handlungen der letzten Wochen die franzöſiſche Politik von
Be=
ginn an geleitet hat. Er wird in ſeiner Aufgabe von
Untec=
ſiaatsſekretär Fransois Poncet und Finanzminiſter Flandin
unterſtützt werden.
„Im Weſten nichls Neues.
Der viel umſtrittene — beſtimmt zu Unrecht umſtrittene
Triegsfilm „Im Weſten nichts Neues”, der bei Lämmle
n Amerika nach dem Buch von Erich Maria Remarque unter
ſeſſen Mitwirkung gedreht wurde, iſt nun auch in Darmſtadt zu
ehen. Er läuft unter den behördlich vorgeſchriebenen
Vorbehal=
en im Union=Theater. Dieſe Vorbehalte nehmen der
Vorfüh=
ung formell die Oeffentlichkeit. Nur Mitglieder von Vereinen
ind Organiſationen, ehem. Kriegsteilnehmer uſw., der
Berufs=
nd Bildungsvereinigungen ſind gegen Vorzeigen der
Mitglieds=
arte zugelaſſen. Dieſe Einſchränkung war Vorbedingung für die
Aufhebung des Verbotes, ſie ändert ſo gut wie nichts an der
hölligen Oeffentlichkeit, denn es gibt wohl kaum einen Deutſchen,
der nicht irgendwie einem Verband oder Verein angehört, deſſen
Mitgliedskarte ihm den Eintritt ermöglicht.
Das iſt gut ſo. Denn nunmehr kann ſich jeder überzeugen,
daß der Tonfilm „Im Weſten nichts Neues” beſtimmt nicht das
Zeſchrei verdient, das um ihn ſeit Jahresfriſt gemacht wird.
Vir haben in der Zwiſchenzeit Kriegsfilmeggeſehen, die beſtimmt
licht mehr und nicht weniger Tendenz waren als dieſer völlig
inpolitiſche Remarque=Film. Filme, die ausgezeichnete
Kriegs=
eportage waren, ebenfalls nicht mehr und nicht weniger wie
dieſer Remarque=Film, wenngleich. Im Weſten nichts Neues”
ine etwas umfangreichere und vielleicht auch realiſtiſchere
Repor=
age iſt, als etwa der „Verdun”=Film oder „Vier von der
Infan=
rie”. Allerdings: Wir ſehen den Film hier nicht mehr in der
rſten Faſſung. Es wird uns aber verſichert, daß insgeſamt nur
twa 90 Meter herausgeſchnitten wurden, darunter offenbar die
2zene, in der die Frontſoldaten mit ihrem ehemaligen
Rekruten=
ildner Himmelſtoß Abrechnung halten. Geblieben iſt allerdings
ie Anfangsſzene, in der Himmelſtoß die jungen Gymnaſiaſten
ben in Uniform ſteckt, auf dem Kaſernenhof ſich im Dreck wälzen
1ßt, weil ſein „Hinlegen!” gerade in dem Moment nach dem
Marſch, marſch” kommt, als ſeine „Freunde” in der Pfütze
an=
elangt ſind. Das iſt wirklich nicht tragiſch. Wenn ſonſt in den
erausgeſchnittenen 90 Metern ſo ſtarke politiſche Tendenz geweſen
in ſoll, daß das Verbot gerechtfertigt war, können dieſe
Ab=
hnitte gegenüber dem umfangreichen Geſamtwerk kaum ins
jewicht fallen.
Antikriegstendenz? Gewiß, ein Film, der den Frontkrieg
Abſchnitten ſeiner grauenhafteſten Wirklichkeit zeigt, wird
icht kriegsbegeiſternd wirken. Dennoch aber die Hunderttauſende,
ie das alles miterlebt haben, werden, wenn es heute oder
morgen ſein müßte, es wiederum auf ſich nehmen. Soll aber
etwa eine filmiſche Kriegsreportage etwa gar kriegshetzeno
wirken?
Tendenz etwa in der Art, wie die deutſchen Soldaten in
dieſem Film wegkommen? Beſtimmt nicht! Wohl greifen die
franzöſiſchen Infanteriſten nach dem Trommelfeuer mit
beiſpiel=
loſem Elan an. Haben ſie das nicht wirklich getan? Sie beißen
aber bei den deutſchen Grabenverteidigern auf Granit, und nach
einem furchtbaren, techniſch und ſzeniſch grauenhaft realiſtiſch,
aber hervorragend geſchilderten Graben=Nahkampf, mit all ſeinen
grauenhaften Einzelheiten, werden die Franzoſen mit gleichem
Elan zurückgeworfen und unſere braven Feldgrauen beſetzen
wiederum ihre mit ſchweren Blutopfern erkaufte Stellung.
Wel=
cher Frontkämpfer hat das nicht erlebt?
Vielleicht ſind allerdings gerade hier Szenen
herausgeſchnit=
ten. In dem Film, wie er hier läuft, iſt der deutſche
Front=
ſoldat und der deutſche Frontoffizier, ebenſo wie das aufopfernde
Aerzteperſonal, durchaus ſo geſchildert und ſo wahrhaftig, wie
ſie es. Gott ſei Dank, in der übergroßen Mehrheit geweſen ſind.
Schreiende Verwundete ſind hüben wie drüben geweſen, uno
Verzweiflung war in den Augen unſerer wie der Feinde zu
leſen.
Soll vielleicht Tendenz erblickt werden in dem
Gymnaſial=
profeſſor, der ſeine Primaner in feuriger, wenn auch
ſchul=
meiſterlicher Beredtſamkeit ermuntert, ſich freiwillig zu melden?
Kaum, wenngleich es dem Film nicht geſchadet hätte, wenn
auch dieſe Szene gekürzt oder weggeblieben wäre, ebenſo wie
die auf dem Kaſernenhof, wie ſich ja überhaupt darüber ſtreiten
läßt, ob eine ſo realiſtiſch gebaute Kriegsreportage notwendig
oder geſchmackvoll iſt. Das aber iſt eine Frage, die mit dem
Verbot eines Filmes nichts zu tun hat.
Bewundern muß man am „Im Weſten nichts Neues” den
ungeheuren Aufwand an ſzeniſchem Material und an Menſchen,
an Technik und an Werten, die offenbar nur gebaut wurden,
um zerſtört zu werden. Ein Aufwand, den ſich nur Amerika
lei=
ſten kann, der allerdings neben der unbedingt anzuerkennenden
Regie und einer ganzen Reihe einzelner ſchauſpieleriſcher
Lei=
ſtungen, den Film ſo ungemein eindringlich geſtaltet.
Unan=
genehm wirkt, wie in allen Filmen, in denen die Schauſpieler
nicht ſelbſt ſprechen, der Mangel an Uebereinſtimmung zwiſchen
der — ſehr gut herauskommenden — deutſchen Sprache und der
Lippenformung, die mit dieſer nicht übereinſtimmt.
— J. T. Trebitſch=Lincoln: Der größte Abenteurer des 20.
Jahrhun=
derts!? Amalthea=Verlag, Wien.
Die politiſche Poli=
Trebitſch=Lincolns wahre Lebensgeſchichte
zei verſchiedener Großmächte nennt ihn den größten Abenteurer des
20. Jahrhunderts. Warum . 2. Das offenbart uns dieſes Buch. Wir
erleben zunächſt den Aufſtieg des kleinen ungariſchen orthodoxen
Juden=
knaben, der ſich nach ſchweren inneren Kämpfen vom Glauben ſeiner
Väter abkehrt, als proteſtantiſcher Geiſtlicher die jüdiſchen Einwanderer
Kanadas zum Chriſtentum bekehrt, als anglikaniſcher Prieſter in der
Seelſorge Englands tätig iſt, und . . . ſchließlich als liberales
Unter=
hausmitglied in das altehrwürdige Parlament Englands einzieht! Ein
Aufſtieg, der ſeinesgleichen in der Geſchichte ſucht! Dann beginnt die
Tragödie ſeines Lebens. Es kommt der Weltkrieg. Trebitſch=Lincoln
wird Zenſor im britiſchen Kriegsmiiſterium. Er gerät in
Spionage=
verdacht und muß nach Amerika fliehen. Dort veranlaßt ihn die Not,
ſenſationelle englandfeindliche Artikel zu ſchreiben. Natürlich holt
„Albion” zum Vernichtungsſchlage aus; es verlangt ſeine Auslieferung.
Trebitſch=Lincoln wird verhaftet. In atemraubenden Kapiteln hören
wir von der abenteuerlichen Flucht aus dem Gefängnis, von der
Wieder=
verhaftung, von neuen Fluchtvorbereitungen und von der ſchließlichen
Auslieferung an England. Dort wird Trebitſch=Lincoln unter einer
angeblich konſtruierten Betrugsanklage vor Gericht geſtellt und zu drei
Jahren Zuchthaus verurteilt. Dieſer politiſche Juſtizmord wird zur
Kataſtrophe ſeines Lebens; denn er kennt keinen anderen Gedanken
mehr als Rache an England, das ſeine Exiſtenz und Ehre vernichtet hat.
Nach Verbüßung der Strafe geht er nach Berlin. Er ſucht Freunde und
einen Stützpunkt; dann will er nach China und dort ſeine
englandfeind=
lichen Pläne in Angriff nehmen. Er wird Vertrauter Ludendorffs und
ſeiner Leute und organiſiert den Kapp=Putſch und die anderen
mittel=
europäiſchen Verſchwörungen, die geheimen Vorbereitungen zu neuen,
gewaltigeren, ganz Mitteleuropa umfaſſenden Umſtürzen und
Revo=
lutionen nähern ſich ihrem Ende . . . an einem beſtimmten Tage ſoll in
ganz Mitteleuropa die Gegen=Revolution losgehen, alles iſt wohl
ge=
rüſtet. Da erfährt Trebitſch=Lincoln, daß ihn judenfeindliche ungariſche
Offiziere — die ihm nicht trauen — ermorden wollen. Da geht er hin
.
zu den Tſchechen, den Franzoſen und verrät alles. Bald finden
wir Trebitſch=Lincoln in China—Venedig-Zürich-China. Mit
Span=
nung folgen wir ſeiner Schilderung von Möbelhändlern, die
Millionen=
anleihen abſchließen, von Generälen, wie ſie intrigieren, morden und
betrügen, vom armen chineſiſchen Volk, auf deſſen Rücken die
Bürger=
kriege ausgetragen werden und das bis zur Bewußtloſigkeit
ausgeplün=
dert und ausgeſogen wird ..."
Ap. Gedichte von Hermann Aeppli. (Amalthea=Verlag, Wien VI.)
Die Gedichte ſind rhythmiſche Proſa, gekleidet in eine formgewandte
ech=
poetiſche Sprache. Der Reim iſt mit zwei Ausnahmen vermieden, alles
Gekünſtelte iſt dieſen Gedichten fremd, die von natürlichem Empfinden
zeugen und, in Rhythmen ſich bewegend, den nach innen gekehrten
Ge=
danken und dem Seelenleben des Dichters Ausdruck verleihen. Aus den
Liebesgedichten ſpricht ein warmes, edles Herz, aus den
Naturſchilderun=
gen ein liebevolles Sichverſenken in die Geheimniſſe und den Zauber der
Natur, eine reine Freude an allem, was in ihr lebt und webt:
Vogel=
geſang, Blütenduft, Waſſerrauſchen, Mond= und Sternennacht. Blumen
des Feldes und des Gartens. Durch manche Gedichte geht ein Zug von
Melancholie und ſtiller Reſignation, die in der Abkehr vom Getriebe des
Alltags und der Sehnſucht nach innerem Seelenfrieden ihren Ausdruck
finden. Freunden guter Lyrik werden dieſe Gedichte eine Quelle der
Er=
bauung ſein.
Seite 2
Samstag, den 1. Auguft 1931
Nummer 211
geag
Schwere Beſchuldigungen gearnt
Profeſſor Everling.
Reichsverkehrsminiſter v. Guérard
leiket Diſziplinarverfahren ein.
Berlin, 31. Juli.
Auf Anordnung des Reichsverkehrsminiſters Dr. v. Guérard
iſt gegen den auf Privatvertrag im Reichsverkehrsminiſterium
angeſtellten Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule Berlin=
Char=
lottenburg, Everling, einen Bruder des deutſchnationalen
Reichstagsabgeordneten, eine Diſziplinarunterſuchung mit dem
Ziele der Dienſtentlaſſung eingeleitet worden. Gegen Profeſſor
Everling wird die Beſchuldigung erhoben, ſich gegen die
natio=
nalen Intereſſen Deutſchlands und der deutſchen Luftfahrt
ver=
gangen zu haben.
Seit einiger Zeit ſchwebt der bekannte Patentprozeß der
Jun=
kers=Flugzeugwerke gegen die Ford=Flugzeugwerke in Detroit, die
von Junkers beſchuldigt werden, deutſche Patentrechte verletzt zu
haben. Die Poſition der Junkers=Werke war bis vor ganz
kur=
zer Zeit außerordentlich günſtig, und es hatte den Anſchein, als
ob ſie mit ihren berechtigten Forderungen durchdringen würden.
Jetzt iſt feſtgeſtellt worden, daß Profeſſor Everling, der ſelbſt in
früheren Jahren für die deutſchen Junkers=Werke gegen Entgelt
gearbeitet hat, als Gutachter für die Ford=Werke gegen die vom
Reich ſubventionierten Junkers=Werke aufgetreten iſt.
Reichsminiſter Dr. v. Guérard gab hierzu folgende
Erklä=
rung ab:
„Ich habe erſt vor drei Tagen von den ſchweren
Beſchuldigun=
gen gegen Profeſſor Everling gehört und ihn telegraphiſch ſofort
aus dem Urlaub zurückrufen laſſen. Ich habe ſeine
verantwort=
liche Vernehmung auf Montag vormittag feſtgeſetzt. Die
Oeffent=
lichkeit darf überzeugt ſein, daß das Reichsverkehrsminiſterium
auf das ſchärfſte durchgreifen wird. Es bedarf keiner beſonderen
Erwähnung, daß Profeſſor Everling weder die erforderliche
Ge=
nehmigung zu ſeiner Gutachtertätigkeit eingeholt hat, noch daß ihm
eine ſolche Genehmigung erteilt worden wäre.”
Profeſſor Everling gehört dem Deutſchen Luftrat an, der von
den Vorkommniſſen ſofort in Kenntnis geſetzt worden iſt. Auch
der Senat der Techniſchen Hochſchule wird ſich mit dem Fall zu
be=
ſchäftigen haben.
Ausſprache.
zwiſchen Dingelden und Hitler
über die polikiſche Enkwicklung.
* Berlin, 31. Juli (Priv.=Tel.
Zwiſchen dem Führer der Deutſchen Volkspartei, dem Abg.
Dingeldey, und dem Führer der NSDAP., Adolf Hitler, hat
in Nürnberg eine Begegnung ſtattgefunden, bei der ſich beide
Herren unter vier Augen über die politiſche Entwicklung
unter=
halten haben. Es iſt anzunehmen, daß ſich der Führer der
DVP., Dingeldey, mit Hitler über die künftige innenpolitiſche
Entwicklung unterhalten hat und daß es dabei beiden Herren
darauf ankam, ſich über die gegenſeitigen Anſchauungen und
Be=
ſtrebungen ins Bild zu ſetzen. Praktiſche Bedeutung dürfte aber
die Unterhaltung in Nürnberg kaum gehabt haben. Der Führer
der DVP. will am Montag der Fraktion der DVP. über ſeine
Eindrücke, die er aus ſeiner Unterhaltung mit Hitler gewonnen
hat, Bericht erſtatten. Man wird dann wahrſcheinlich Näheres
über die Nürnberger Parteiführerbeſprechung hören.
Die Deutſche Reichsbahn im Juni 1931.
Berlin, 30. Juli.
Die Betriebseinnahmen der Deutſchen Reichsbahn ſtellten ſich
im Monat Juni auf 342,8 (Vormonat 343,1) Mill. RM., wovon
auf den Perſonen= und Gepäckverkehr 110,4 (115,3), auf den
Güter=
verkehr 208,0 (202,2) und auf ſonſtige Einnahmen 24,5 (25,5)
Mill. RM. entfielen. Die Ausgaben der Betriebsrechnung
be=
trugen 285,7 (280,4) Mill. RM., wozu wieder die
Reparations=
ſteuer mit 55 Mill. RM. tritt. Einſchließlich des Dienſtes der
neuen Schuldverſchreibungen und Anleihen ſowie der feſten Laſten
ergeben ſich Geſamtausgaben von 349,9 (344,6) Mill. RM., die
Geſamteinnahmen hielten ſich alſo im Juni auf der Höhe des
Vor=
monats. Der Perſonenverkehr hat im Juni ſtärker als erwartet
nachgelaſſen. Der Güterverkehr brachte zwar eine geringe
Mehr=
einnahme, blieb aber gegenüber dem Vorjahre ebenfalls etwas
zurück. Da die Geſamteinnahmen des Monats Juni 1931 um
rund 56 Millionen RM. niedriger als im Vorjahre waren,
er=
höhen ſich die Geſamteinnahmeausfälle für die Zeit vom 1.
Ja=
nuar 1931 bis 30. Juni 1931 gegenüber 1930 auf 330 Millionen
RM.; gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1929 beträgt
der Ausfall ſogar 634 Millionen RM. Auf der Ausgabenſeite
konnten bei der Betriebsrechnung gegenüber Juni 1930 rund 78
Millionen RM. eingeſpart werden. Trotzdem ſchließt die Rechnung
des Monats Juni mit einer durch die Einnahmen nicht gedeckten
Mehrausgabe von rund 7 Millionen RM. Der Perſonalbeſtand
betrug im Juni 640 511 Köpfe gegen 632 410 im Mai d. J. Dies
iſt auf die Einſtellung von Zeitarbeitern bei der
Bahnunterhal=
tung zurückzuführen.
2
Statt Korten.
Die glückliche Geburt einer geſunden Tochter
zeigen in dankbarer Freude an
Wilhelm Becker und Frau
Herma, geb. Bauch
Darmſtadt, 28, Juli 1931
Viktoriaſir. 56
z. Zt. Alice=Hoſpital (Wöchnerinnenheim)
(*
Unſere Herta iſt angekommen
Ludwig Maſer und Frau
Helene, geb. Grimm
Darmſtadt=Arheilgen, 31. Juli 1931.
Alicehoſpital.
(11403
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Hanni Landzette
Artur Fink
Darmstadt, 1. August 1931
Arheilgerstr. 58
Waldstr. 3
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben Mann, Vater, Großvater,
Schwieger=
vater, Bruder und Onkel
Meritn
Landwirt
nach kurzen, ſchweren Leiden geſtern Mittag
gegen 12 Uhr im Krankenhaus zu Darmſiadt
in die Ewigkeit abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Braunshardt, den 31. Juli 1934. 11366
Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr ſtatt.
Unſere liebe gute, treuſorgende Frau,
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und
Tante
Frau
geb. Jonas
iſt nach langem, mit größter Geduld
er=
tragenem Teiden friedlich entſchlummert.
In tiefer Trauer
im Namen aller Leidtragenden
Meier Mannheimer.
Pfungſtadt, den 31. Juli 1931.
Beerdigung 2. Auguſf, 11 Uhr, vom Trauerhauſe
(11402
Lindenſtraße 13.
Statt beſonderer Anzeige.
Meine liebe Tochter, unſre gute Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Fräulein
Cinabeiy naffenverger
iſt am 28. Juli in Homburg v. d. H., wo ſie Heilung
von längerem Leiden ſuchte, verſchieden.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Franz Kaffenberger.
Dilshofen, Adolfsruh i. Pommern, Nieder=Ramſiadt,
Hanau a. M., Ngenſen, den 1. Auguſt 1931.
Wir haben ſie geſtern in Ober=Ramſtadt zur letzten
(11399
Ruhe gebettet.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief plötzlich infolge eines
Schlag=
anfalles unſer lieber Vater, Bruder und
Schwager
Diheinn keibaid
Milchhändler
in faſi vollendetem 65. Lebensjahre.
Die trauend Hinterbliebenen:
Geſchwiſter Reibold.
Lengfeld i. O., den 31. Juli 1931. 11404
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Auguſt,
nachmittags 3 Uhr ſtatt.
Freie Bäcker=Innung Darmſtadt
Nachruf.
Am 28. Juli ſtarb unerwartet
unſer lieber Kollege
II. Obermeiſter
u. Vorſitzender des Zweigverbandes
„Heſſen
Balthaſar Finger.
Wirverlieren indem Verſtorbenen
einen tatkräftigen Vertreter
unſe=
res Handwerks, der ſtets bereit
war, die Intereſſen unſerer
Innung zu vertreten.
Die Beerdigung fand in der
Stille ſtatt.
(11388
Er ruhe in Frieden!
Der Vorſtand
der freien Bäcker=Innung Darmſtadt.
Fr. Sproß, Obermeiſter.
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Nummer 211
Samstag, den 1. Augnſt 1931
Seite 5
Aus der Landeshauptftadk.
Darmſtadt, den 1 Auguſt 1931.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen (Auswahl), vom 3. Auguſt 1931 an auf
14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Breyſig, Kurt: Die Geſchichte der Seele im Werdegang
der Menſchheit. Breslau 1931. 31/234. Buſſe=Wilſon,
Eliſabeth: Das Leben der heiligen Eliſabeth von Thüringen.
München 1931. 31/317. Buttlar=Brandenfels, H. Frhr.
T: Zeppeline gegen England. Zürich 1931. 31/245. Darwin,
Leonhard: Was iſt Eugenik? Berlin 1931. 31/141.
Deren=
berg, Walter: Warenzeichen und Wettbewerb in den
Vereinig=
ten Staaten von Amerika. Berlin 1931. 31/257. Fries. Jakob
Friedrich: Wiſſen, Glaube und Ahndung. Göttingen 1931. 31/240.
Fuchs, Georg: Wir Zuchthäusler. München 1931. 31/190.
Glaskunſt, neue. Text von Clemens Gahlen. Leipzig 1931.
31/305. Gieſe, Fritz: Bildungsideale im Maſchinenzeitalter.
Halle 1931. 31/140. Groß, Guſtav Adolf: Die
wirtſchafts=
theoretiſchen Grundlagen des „Modernen Kapitalismus”, von
Sombart. Jena 1921 31/142. Hartmann, K. O.: Die
Ent=
wicklung der Baukunſt von der Urzeit bis zur Gegenwart in
Ge=
ſchichte, Technik und Stil. T. 1—3. 2. Aufl. Berlin 1931 31 B 33.
Herkt. Günther: Das Tonfilmtheater. Berlin 1931. 31/231.
Hermens, Ferdinand Aloys: Demokratie und Kapitalismus.
München 1931. 31/274. Herzog, Siegfried: Sanierung.
München 1931. 31/157. Hofmannsthal, Hugo von: Die
Berührung der Sphären. Berlin 1931. 31/262. Jaeger, Ernſt:
Kommentar zur Konkursordnung und den Einführungsgeſetzen.
6/7. Aufl. Bd. 1. Berlin 1931. 31/265 Johnſon. Martin:
Das Löwenbuch. Leipzig 1931. 31/232. Klaſſen. Peter:
Bau=
delaire Welt und Gegenwelt. Weimar 1931. 31/378. Lahne,
Werner: Magdeburgs Zerſtörung in zeitgenöſſiſcher Publiziſtik:
Magdeburg 1931. 31/161. Liſſagaray: Der Pariſer Kommune=
Aufſtand. Berlin 1931. 31/161. Lueddecke, Theodor:
Meiſte=
rung der Maſchinenwelt. Leipzig 1931. 31/205. März, Joſef:
Die Ozeane in der Politik und Staatenbildung. Breslau 1931.
31/287. Morand. Paul: Papiers d’identité. Paris 1931.
31/268 Morgan, K. Philipps: Nicht warten—wirken!
Ameri=
kas Glaube an Deutſchland. München 1931. 31/261.
Rathe=
nau Walter: Briefe an eine Liebende. Dresden 1931. 31/185.
Roſenthal, Heinrich: Bürgerliches Geſetzbuch 13. Aufl.
Ber=
lin 1931. 31/226. Schlunk Franz: Die Venenentzündung.
München 1931. 31/168. Valentini, Rudolf von: Kaiſer und
Kabinettschef. Oldenburg 1931. 31/251.
Vorbeſtellungen werden im Leſeſaal angenommen. Vom 17.
Auguſt an verleihbar.
— In den Ruheſtand tritt am 1. September 1931: der
Amts=
vorſtand der Bad= und Kurverwaltung Bad=Nauheim. Bad= und
Kurdirektor Bruno v. Boehmer zu Bad=Nauheim, auf Grund
des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten
vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung mit Art 2
des Geſetzes über die Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen
und zur Aenderung des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom
8. Oktober 1925.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: am Sonntag
um 11 und 11,30 Uhr vormittags und an Wochentagen um 11 und
11.30 Uhr vormittags und um 3 und 3,30 Uhr nachmittags. Die
Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans Holbein
d. Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung geöffnet von 10—12.30 Uhr und 3—7 Uhr.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſ. Landestheater.
Trotz des ſchlechthin außerordentlichen Erfolges, den der
Schwank=
ſchlager „Politik” (Haſenklein kann nichts dafür!) mit Bruno
Harprecht als „Haſenklein” allabendlich erzielte, kann derſelbe
aus repertoire=techniſchen Gründen doch nur noch am heutigen
Samstag zur Aufführung gebracht werden. Es ſei daher auf die
letzte Wiederholung dieſes humorſprühenden Werkes. in
der Bruno Harprecht nochmals den „Haſenklein” ſpielt, ganz
be=
ſonders hingewieſen. Die Samstag=Mieter können auf Wunſch
ihre Karten der 6. Miet=Vorſtellung zu den Vorſtellungen ab
Sonntag beliebig eintauſchen, jedoch wird empfohlen, den
Um=
tauſch während der Kaſſenſtunden am Vormittag vorzunehmen,
um die Wünſche bezüglich des Platzes beſſer erfüllen zu können.
Der morgige Sonntag bringt mit der Erſtaufführung des
Schwankes „Das gerettete Kapital” (Konto K) von
Bernauer und Oeſterreicher eine weitere, ebenſo ſieghafte wie
amüſante Neuheit des diesjährigen Theaterſommers, die
wie=
derum einen Abend ungetrübter Heiterkeit bietet. „Wir ſind”,
ſchreibt der Berliner Lokal=Anzeiger, „um ein reizendes,
außer=
ordentlich geſchickt gemachtes Stück reicher geworden, das bewieſen
die Lachſalven bei offener Szene und der Beifallsorkan nach jedem
Akt. Ein amüſantes Stück und ein ganz großer Erfolg!”
Waſſerrohrnetzſpülung. Die Spülung des Hochdruckſtrangs II
erfolgt nicht wie in der Bekanntmachung vom 29. 7. 1931
an=
gegeben am Mittwoch, den 5. 8. 1931 ab 19 Uhr, ſondern bereits
ab 7 Uhr vormittags.
p. Angabe des Brotgewichts. Mit dem 15. Auguſt in Kraft
tretende Verordnung ſchreibt die Angabe des Gewichts auf dem
ungeteilten Brote in Gramm (g) oder Kilogramm (kg) in leicht
erkennbarer Weiſe auf der Kruſte vor. Das Gewicht iſt durch
Stempeleindruck in die Oberfläche des Teiges oder durch feſte
An=
bringung einer Papiermarke oder auf einer Banderole anzugeben.
Anbringung der Marke oder Banderole unter Verwendung eines
Klebmittels iſt unzuläſſig. Bei in Umhüllung verpacktem Brote
iſt das Gewicht leicht erkennbar auf der Umhüllung anzugeben.
Bis zum 1. Oktober 1931 genügt es, wenn das Gewicht des in
einer Umhüllung verpackten Brotes auf der Kruſte, wie oben
ge=
ſagt, angegeben iſt.
Kunſtnokizen.
Heute, Samstag, 1. Auguſt, mittags 4 Uhr und abends
8 Uhr, findet im Städt. Saalbau das mit größter Spannung
erwartete Konzert des berühmten Kuban=Koſaken=
Chors ſtatt, von deſſen Erfolgen gerade in der letzten Zeit in
allen muſikliebenden Kreiſen viel geſprochen worden iſt.
Außer=
ordentlich gute Preſſeſtimmen eilen ihm voraus, und man weiß,
welch ſtürmiſcher Beifall und welch jubelnde Begeiſterung immer
um den Chor ſind. Jeder der nach gleichmäßiger profaner
All=
tagsarbeit frohe und erlöſende Unterhaltung ſucht, auch jeder,
dem daran gelegen iſt, ein Konzert zu beſuchen, das auch dem
ver=
wöhnteſten Geſchmack Rechnung trägt, wird durch dieſe prächtigen
Darbietungen des 28 Perſonen ſtarken Chors befriedigt werden.
Er wird dabei ſein, wenn der Funke von dieſen naturhaft
künſt=
leriſch veranlagten trefflichen Sängern und Balalaika=Spielern
überſpringt zum Publikum und ſich auslöſt in freudige,
zuſtim=
mende Begeiſterung in einen lauten, ſpontanen und herzlichen
Beifall. Wer um ein frohes und künſtleriſch=wertvolles Erlebnis
reicher werden möchte, der wird das heutige Konzert dieſer
ruſſi=
ſchen Gäſte beſtimmt beſuchen. Karten, ſoweit noch vorhanden ſind
in den Vorverkaufsſtellen, Verkehrsbüro oder Ratskeller=Gaſtſtätte,
Dder an der Abendkaſſe erhältlich.
Mead Kaatsatze
des Fürsorgeverbandes der Stadt Darmstadt
Geſetzlicher Vorſchrift gemäß haben die
Bezirksfürſorgever=
bände Richtſätze feſtzuſtellen und von Zeit zu Zeit nachzuprüfen,
anhand deren die Unterſtützungsbeträge berechnet werden. Die
Berechnung ſoll nicht ſchematiſch erfolgen; ſie hat ſich nach den
Verhältniſſen im Einzelfall zu orientieren. Müſſen die Richtſätze
bei ſteigendem Lebenshaltungsindex erhöht werden, dann iſt ihre
Senkung unvermeidlich, ſobald die Indexziffern fallen. Die
Stadt Darmſtadt hat ihre Richtſätze zum letzten Male im Juli
1929 neu feſtgeſetzt. Trotz rückläufiger Bewegung der Indexzahlen,
beſonders für die Ernährung und für Textilien glaubte, man
bisher, einer Anpaſſung an die veränderten Preisverhältniſſe
ausweichen zu können. Man wollte die Hilfsbedürftigen ſolange
als nur irgend möglich im Genuſſe der überholten
Unterſtützungs=
ſätze belaſſen. Das iſt leider länger nicht mehr möglich. Viele
auswärtige Verbände blieben ſtets unter den Darmſtädter
Richt=
ſätzen. Zahlreiche andere Verbände haben ihre Richtſätze mit den
abgleitenden Indexziffern mehrfach geſenkt. So beträgt
beiſpiels=
weiſe die monatliche Regelleiſtung für den
Hauptunterſtützungs=
empfänger in der „Allgemeinen Fürſorge” 41.— RM. in
Mann=
heim, 37.50 RM. in Ludwigshafen 39.— RM., in Berlin,
38.50 RM. in Hamburg 40 — RM. in Köln, 39.— RM. in
Leipzig, 40 — RM. in Nürnberg, 37.50 RM. in Breslau 39.
RM. in Duisburg, 40.— RM. in Düſſeldorf, 39.— RM. in
Aachen 38.
— RM. in Karlsruhe, 40.— RM. in Bonn gegen
45.— RM. in Darmſtadt Entſcheidend fällt auch ins Gewicht,
daß die Unterſtützungsleiſtungen der Reichsanſtalt für
Arbeits=
loſe und Kriſenfürſorgeempfänger durch die Notverordnung vom
Juli 1931 ſo geſenkt worden iſt, daß ſie jetzt in der
Kriſen=
fürſorge reſtlos und ganz erheblich, in der
Arbeitsloſenverſiche=
rung für ſämtliche hier in Betracht kommenden Lohnklaſſen mit
wenigen Ausnahmen unter den Sätzen der Darmſtädter
Wohl=
fahrtspflege liegen. Es geht nicht an, ſolche Unterſchiede aufrecht
zu erhalten, weil dann einmal die hieſige Stadtkaſſe gewaltige
Zuſatzleiſtungen aufzubringen hätte, für die Mittel nicht zur
Ver=
fugung ſtehen, und weil zum andernmal eine etwaige Reichshilfe
nur erreichbar iſt, wenn die Richtſätze das im Reichsdurchſchnitt
errechnete Maß nicht überſchreiten. Auch von der Seite des
Lohn=
drucks her können die Darmſtädter Sätze nicht mehr gehalten
werden. Der Abbau der Gehälter und Tariflöhne in
Verbin=
dung mit Arbeitszeitkürzungen bewirken ſchon heute
Ueberſchnei=
dungen. Es gibt Kurzarbeiter, die weniger durch Arbeitsleiſtung
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht hatte am Freitag
wieder einmal einen Landfriedensbruch aus Bensheim
zu verhandeln. Im Februar dieſes Jahres ſtreikten in einer
Bickenbacher Schuhleiſtenfabrik die Arbeiter. Bald erfuhr man,
daß aus Bensheim Streikbrecher herbeigeholt worden waren, und
als dieſe am 27. Februar abends von ihrer Arbeit kamen,
wur=
den ſie am Bahnhof von einer Anzahl Arbeiter empfangen, die
ſie mit nicht gerade liebevollen Namen titulierten. Die Polizei,
die ſchon davon gehört hatte, tat ihr Möglichſtes, um die Menge
zu zerſtreuen, doch kamen natürlich nur noch mehr Neugierige
her=
bei, und es fanden ſich eine Anzahl junger Burſchen, die ſich über
einen der Streikbrecher hermachten und ihn ſeitlich auf einem Acker
verprügelten. 10 junge Leute ſitzen nun hier wegen
Landfrie=
densbruchs und einer wegen gefährlicher Körperverletzung. Der
letzte Angeklagte gibt das auch ohne weiteres zu die anderen
füh=
len ſich alle mehr oder weniger unſchuldig. Der dritte
Ange=
klagte, der, ſchon vielfach vorbeſtraft, bei der Schönberger
Land=
friedensbruchsſache mangels Beweiſes freigeſprochen werden
mußte und jetzt wegen Mordverſuchs in Unterſuchungshaft ſitzt,
behauptet ſogar, es täte ihm leid, daß er nichts getan hätte, denn
er bekäme hier ja doch nichts geglaubt, die Streikbrecher hätten
überhaupt noch viel zu wenig bekommen. Aber ſpäter, als ein
anderer belaſtet wurde, gab er zu, er habe den Mann geſtoßen und
nicht der andere. Außer dem zehnten Angeklagten hält der
Staatsanwalt ſämtliche Angeklagten für überführt und beantragt
gegen vier je ſieben Monate Gefängnis, gegen zwei
je ſechs Monate Gefängnis wegen Landfriedensbruchs mit
Ge=
waltanwendung und gegen drei je drei Monate Gefängnis wegen
einfachen Landfriedensbruchs. Das Gericht ſpricht zwei
An=
geklagte, dabei den Führer des Bensheimer Reichsbanners,
frei. Vier Angeklagte erhalten wegen
Landfriedens=
bruchs in Tateinheit mit Körperverletzung je acht Monate,
zwei je ſechs Monate Gefängnis. Zwei erhalten
wegen einfachen Landfriedensbruchs je drei Monate
Ge=
fängnis, und der elfte Angeklagte erhält gemäß dem
Antrag des Staatsanwalts wegen gefährlicher Körperverletzung
eine Geldſtrafe von 50 Mark, hilfsweiſe zehn Tage Haft.
Das Gericht erkennt ſämtlichen Angeklagten mildernde Umſtände
zu, da der Mann kaum erheblich verletzt wurde und zweifellos
unter den Arbeitern infolge des Lohnkampfes eine gewiſſe
Er=
regung geherrſcht habe.
Lokale Veranſtalkungen.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Die
Mit=
glieder werden auf den am Sonntag ſtattfindenden
Nachmittags=
ppaziergang nach Nieder=Beerbach aufmerkſam gemacht.
Der dortige Turnverein hat an dieſem Sonntag ſeine
Turnhallen=
weihe und hat die Turnerinnen=Abteilung eingeladen, die auch
bereits am Vormittag dort eintrifft. Die Mitglieder werden
ge=
beten ſich recht zahlreich um 12.15 Uhr am Monument einzufinden.
Die für Sonntag angeſetzte Monatswanderung findet am
9. Auguſt ſtatt.
Sportplatz=Reſtaurant und Café
Böllen=
alltor. Heute nachmittag der beliebte Kaffee= und
Kuchen=
tag, abends Tanz. Die beliebte Ib.=Boys=Kapelle ſpielt.
— Herrngarten=Café. Heute abend Operettenabend.
— Heute Samstag, morgen Sonntag finden im Hotel=
Reſtaurant Poſt am Hauptbahnhof in ſämtlichen
Parterre=
räumen die allerſeits beliebten ſchönen Geſellſchaftsabende mit
Tanz ſtatt. Eintritt frei. (Siehe heutige Anzeige.)
— Schuls Felſenkeller. Heute, Samstag, den 1. Aug.,
ſowie Sonntag, den 2. Aug., finden große Stimmungsabende,
ausgeführt vom Stadtorcheſter Darmſtadt, ſtatt. Der oft überfüllte
Garten, durch ſeine windgeſchützte Lage beſtens bekannt, gibt
Zeugnis von der Beliebtheit derſelben Bei ungünſtiger Witterung
finden die Konzerte im Brauereiausſchank. Schloßgaſſe 25, ſtatt.
(Siehe Inſerat.)
Vereinskalender.
Verein der Pioniere und Verkehrstruppen
Darm=
ſtadt und Umgegend. Sonntag, den 2. Auguſt d. J., nachmittags
4 Uhr, im „Bürgerhof” Monatsverſammlung.
verdienen, als ſie als Unterſtützungsempfänger mit ihren
Fami=
lien empfangen würden. Für Frauen liegt der Schnittpunkt von
Löhnen und Unterſtützungen natürlich erheblich niedriger als bei
Männern. Das alles erfordert raſche Entſchlüſſe. Alle heſſiſchen
Städte ſind mit der Anpaſſung ihrer Richtſätze an die
veränder=
ten Verhältniſſe beſchäftigt. In ſolcher Zwangslage konnte auch
die Stadt Darmſtadt die bisherige Sonderbehandlung ihrer
Hilfs=
bedürftigen nicht mehr länger aufrecht erhalten. Sie mußte für
die gehobene Furſorge ab 1. Auguſt, für die allgemeine Furſorge
ab 14. Auguſt (die verſchiedenen Termine erklären ſich aus
tech=
niſchen Gründen) ihre Richtſätze herabſetzen. Sie iſt hierin nicht
weitergegangen, als es äußerſt notwendig erſchien. Die neuen
Sätze ſind immer noch höher, zum Teil erheblich höher, als die
Richtſätze der eingangs erwähnten Städte, in denen die
Lebens=
haltung der breiten Maſſen beſtimmt nicht billiger iſt, als in
Darmſtadt. Kleinrentnern müſſen in Zukunft auf Grund der
Notverordnung Aufwertungsbezüge, die nur gegenüber den
Sätzen der allgemeinen Fürſorge anrechnungsfrei ſind, in
Darm=
ſtadt aber auch gegenüber dem Mehr der gehobenen Fürſorge
ge=
ſchont wurden, auf die Mehrleiſtung angerechnet werden. Sie
verlieren dadurch leider eine Vorzugsbehandlung, die ihnen nur
in Darmſtadt, und zwar ohne Rechtspflicht eingeräumt worden
war. Keine andere heſſiſche Stadt verfuhr ſo entgegenkommend.
Die Senkung der Unterſtützungsleiſtungen der Reichsanſtalt,
Kurzarbeit und dergleichen bringen der hieſigen Furſorge neue
gewaltige Laſten, anſtatt der Hilfe, die wir von Reichs wegen
er=
warteten. Nicht nur aus allen angeführten Gründen, ſondern
auch mit Rückſicht darauf, daß die neu hinzukommenden
Hilfs=
bedürftigen Anſpruch auf Verſorgung haben, wie die jetzt ſchon
Unterſtützten, muß die Senkung der Richtſätze als unvermeidlich
hingenommen werden. Das Wohlfahrts= und Jugendamt wird
etwa in Einzelfällen mit der Umſtellung verbundene. Härten
auszugleichen verſuchen, ſoweit die Mittel reichen. Es kann ſich
hierbei allerdings nur um ſeltene und ganz beſonders begründete
Ausnahmefälle (langandauernde Krankheit, beſondere
Pflege=
bedürftigkeit u. dergl.) handeln. Die Bevölkerung darf davon
überzeugt ſein, daß ſich die Neuregelung nicht umgehen ließ, wenn
die Hilfe für alle, die ihrer bedürfen, auch fernerhin
ſicher=
geſtellt werden ſollte. Eine ſolche Sicherſtellung iſt aber oberſte
Pflicht der Stadt; ihr müſſen alle anderen Rückſichten
unter=
geordnet werden.
* Skeuer= und Wirkſchaftskalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Auguſt 1931.
1. Aug.: Entrichtung des Schulgeldes für die Darmſtädter Höheren
Schulen und die gewerblichen Fortbildungsſchulen für den
Mo=
nat Juli 1931 an die Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis 10. Aug. 31.)
5. Aug.: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe, daß die Summe
der im Juli 1931 abgeführten Steuerabzugsbeträge mit der
Summe der im Juli 1931 einbehaltenen Steuerbeträge
überein=
ſtimmt. Keine Schonfriſt.
5. Aug.: Ablauf der Schonfriſt für folgende, am 25. Juli 1931 fällig
geweſenen Steuern und Gebühren:
2. Ziel der Filialſteuer in Darmſtadt;
Ziel der Straßenreinigungs=, Müllabfuhr= und
Kanalbe=
nutzungsgebühr in Darmſtadt;
3) 2. Ziel der Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen in
Darmſtadt.
Bei den drei vorgenannten Terminen handelt es ſich jeweils
um das zweite Ziel für das Rechnungsjahre 1931/32.
5. Aug.: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 16. bis 31.
Juli 1931 erfolgten Lohnzahlungen. Falls die bis zum 15. Juli
1931 einbehaltenen Berräge 20 RM. nicht erreicht haben, im
Ueberweiſungsverfahren Abführung der Lohnſteuer für die in
der Zeit vom 1. bi. 31. Juli 1931 erfolgten Lohnzahlungen.
(Keine Schonfriſt.) Ferner Abführung der Ledigenſteuer und
der Kriſenſteuer.
10. Aug.: Entrichtung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im
Abrech=
nungsverfahren entrichtet wird.
10. Aug.: Ablauf der Schonfriſt für die Entrichtung des Schulgeldes für
die Darmſtädter Höheren Schulen und die gewerblichen
Fort=
bildungsſchulen für Juli 1931.
15. Aug.: Zweites Ziel der Kirchen= und Kultusſteuer für 1931/32 laut
Beſcheid.
15. Aug.: Zweites Ziel der Hundeſteuer für 1931.
15. Aug.: Vorauszahlung auf die Vermögensſteuer (nicht für
Land=
wirte); zweite Rate für 1931.
15. Aug.: Aufbringungsumlage, 2 Teilbetrag für 1931. Die Zahlung iſt
noch nicht beſtimmt. Näheres im nächſten Steuerkalender.
H. W. Wohmann.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage den
Abenteurerfilm „Der Flüchtling”
mit Richard Barthelmees und
Mary Aſtor in den Hauptrollen. Regie: Frank Lloyd. Dazu das
Beiprogramm.
Das Helia=Theater bringt heute und folgende Tage,
viel=
fachen Wünſchen entſprechend, in Neuaufführung. Eine Freundin
ſo goldig wie du” mit Anny Ondra, Felix Breſſart, Siegfried
Arno, Adele Sandrock, Andr. Pilot u. v. a. Dazu ein gutes
Bei=
programm.
— Zirkus J. Buſch. Heute finden zwei Vorſtellungen ſtatt, in
denen das grandioſe Weltſtadtprogramm (auch nachmittags)
un=
gekürzt gezeigt wird. Nach Schluß der Abendvorſtellung verkehren
Kraftpoſten nach verſchiedenen Richtungen, insbeſondere nach dem
Odenwald. Es wird beſonders auf die heutige Anzeige verwieſen.
Ein Verkehrsunfall ereignete ſich Ecke Nieder=Ramſtädter=
und Heinrichſtraße. Ein Motorradfahrer ſtieß mit einem Auto
zuſammen. Das Motorrad wurde ſtark beſchädigt. Perſonen
wur=
den glücklicherweiſe nicht lebensgefährlich verletzt. Der
Motor=
radfahrer trug lediglich Hautabſchürfungen davon.
Ein Unfall ereignete ſich Ecke Große= und Kleine
Ochſen=
gaſſe. Dort wurde die dreieinhalbjährige Gertrud H. gegen 14
Uhr von einem Lieferwagen erfaßt und überfahren. Das Kind
wurde in ziemlich ſchwerverletztem Zuſtande ins Krankenhaus
ge=
bracht.
Tageskalender für Samstag, den 1. Auguſt 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen — Kleines
Haus, 20 Uhr: Politik” — Konzerte: Zur Oper,
Schloß=
keller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
Herrngarten=
kaffee, Wiener Kronenbräukeller Hotel=Reſtaurant Poſt Schuls
Felſenkeller. — Städt Saalbau, 16 und 20 Uhr: Konzerte
des Kuban=Koſaken=Chors.
„Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Auf dem Meßplatz,
15 und 20 Uhr: Vorſtellungen des Zirkus Buſch.
S 86
9
z O n der difen Quallfär
Ladwiostraße 13
DARMSTAPT.
Ladwisstraße
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Samstag, den 1. Auguſt 1931
Nummer 211
Aus Heſſen.
F. Eberſtadt, 31. Juli. Verſammlungen. Am
Sams=
tag (1. Auguſt) hält der Fußballverein Germania” im
Eaſthaus „Zur Roſe” (Hill) eine wichtige Mitglieder=
Verſamm=
lung ab. Beginn: 8,30 Uhr. — Die 30=Jährigen
verſam=
meln ſich um die gleiche Zeit im Gaſthaus „Zum Bismarck”
(Volk) zu einer Beſprechung wegen der Veranſtaltung einer
ge=
meinſamen Geburtstagsfeier. — Der Turnverein 1876 e. V.
marſchiert um 8 Uhr abends nach Nieder=Beerbach, woſelbſt er ſich
an der Einweihung der neuen Turnhalle des Turnvereins
Nieder=Beerbach beteiligt. — Naturpfad=Exkurſion. Es
ſei nochmals an die heimatkundliche Exkurſion im Gebiete des
Naturpfads erinnert, die am Sonntag, den 2. Auguſt, unter der
Führung von Lehrer Kallenbach=Darmſtadt ſtattfindet.
Treffpunkt: 11 Uhr am Felſenkeller. — Turnverein 1876 e. V.
Am Sonntag, den 2. Auguſt, findet hierorts eine
Schieds=
richter=Prüfung für den Main=Rhein=Gau ſtatt, der ſich 24
Anwärter unterziehen werden. Die Prüfung zerfällt in einen
ſchriftlichen, mündlichen und einen praktiſchen Teil. Zur
Durch=
führung der praktiſchen Prüfungen hat der Gau=Spielausſchuß
nicht weniger als 22 Handballmannſchaften für den Sonntag nach
Eberſtadt beordert, ſo daß es für alle Freunde des Raſenſports
am Sonntag vormittag ſowohl wie am Sonntag nachmittag auf
den beiden Spielfeldern im Griesheimer Wald viel Intereſſantes
zu ſehen geben wird — Odenwaldklub. Die hieſige
Orts=
gruppe des Odenwaldklubs wandert am Sonntag, den 2. Auguſt,
nach Weinheim, Mannheimer Hütte, Schriesheim. Abfahrt: 8 11
Uhr ab Bahnhof Eberſtadt mit Sonntagsfahrkarte Eberſtadt=
Weinheim (2,20 RM.). Marſchzeit 5,5 Stunden —
Aerzt=
licher Sonntagsdienſt. Den ärztlichen Sonntagsdienſt
verſieht am Sonntag (2. Auguſt) Dr. med. Gaßner. An ihn
wende man ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
Ver=
faſſungsfeier. Die Gemeinde veranſtaltet am 11. Auguſt
eine Verfaſſungsfeier. Nach einem Feſtzug, der ſich um
9,30 Uhr auf dem Schloßplatz aufſtellen und durch die Ortsſtraßen
bewegen wird, ſoll im Schulhofe ein großes Konzert, verbunden
mit Feſtrede, ſtattfinden. Der Bürgermeiſter hat bereits
ſämt=
liche örtlichen Vereine uſw. zur Beteiligung an der Feier
auf=
gerufen.
Cp Pfungſtadt, 31. Juli Der diesjährige Faſel=
und Zuchtviehmarkt findet am Samstag, den 22. Auguſt,
ſtatt. Er wird in Verbindung mit der Gemeinde vom
Landwirt=
ſchaftskammer=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg in der
üb=
lichen Weiſe, mit einer Prämiierung und Verloſung verbunden,
abgehalten. Auf dem Markt werden die aufgetriebenen
Rindvieh=
faſel, Eber und Ziegenböcke, ſoweit ſie zuchtfähig ſind, und dem
Zuchtziel entſprechen, durch die Kreiskör=Kommiſſion
unentgelt=
lich gekört. Für die Prämiierung ſtehen namhafte Preiſe zur
Verfügung. Gemeindefaſeltiere und Zuchtvereinsböcke werden
allerdings auf dem Markt nicht prämiiert. Auch werden große
Sammlungen von Rinderzuchtvereinen nicht prämiiert. Die
An=
meldung der Tiere hat bis zum 20. Auguſt bei der hieſigen
Bür=
germeiſterei zu erfolgen.
Cp. Pfungſtadt, 31 Juli. Mutige Lebensrettung.
Wie erſt jetzt nach der Rückkehr der hieſigen Arbeiterſportler von
der Olympiade in Wien bekannt wird, gelang es dem hieſigen
Ar=
beiterturner Karl Crößmann, während ſeines Aufenthaltes in
Wien einen Sportkameraden aus Walldorf, der ſich beim Baden
in der Donau zu weit vorgewagt hatte und zu ertrinken drohte,
unter eigener Lebensgefahr ſicher ans Ufer zu bringen.
T. Waſchenbach. 31. Juli. Pflaumendiebe. Dem
hie=
ſigen Altbürgermeiſter Schneider wurden beim hellen Tage
Pflau=
men aus ſeinem Garten geſtohlen. Man hat als Täter zwei
kräf=
tige junge Burſchen in Verdacht, die ſchon ähnliche Diebereien auf
dem Kerbholz haben ſollen.
Aa. Braunshardt, 31. Juli. Sportplatzweihe. Der
Turn= und Sportverein nimmt am kommenden Sonntag die
Ein=
weihung ſeines neuen Sportplatzes an der Neuwieſe vor. Außer
dem ſportlichen Teil mit Spielen aller Art iſt ein Konzert zur
allgemeinen Unterhaltung vorgeſehen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 31. Juli. Beigeordnetenwahl.
In der am geſtrigen Abend im Gaſthaus „Zum Löwen”
ſtattgefun=
denen, von etwa 26 Mitgliedern beſuchten Verſammlung des
Bürgervereins wurde als Kandidat für die am 16. Auguſt I. J.
ſtattfindende Beigeordnetenwahl der derzeitige Beigeordnete Karl
Regalia einſtimmig aufgeſtellt. Damit liegt bereits jetzt der
zweite Wahlvorſchlag vor und es hat deshalb die Wahl
ſtattzu=
finden. Man hört zwar, daß auch noch von anderer Seite
Kandi=
daten kämen, beiſpielsweiſe von der Kommuniſtiſchen und der
Nationalſozialiſtiſchen Partei. Inwieweit dieſe Gerüchte ernſt zu
nehmen ſind, muß der Zeit überlaſſen werden. Bis zum 6. Auguſt
I. J., dem Termin der Einreichung der Wahlvorſchläge, kann es
noch allerlei Ueberraſchungen geben.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 31. Juli. Verfaſſungsfeier. Bei
der Beſprechung des Bürgermeiſters mit den einzelnen
Vereins=
vorſitzenden wurde feſtgelegt, die diesjährige Verfaſſungsfeier
wie=
der im Rahmen der vorausgegangenen zu begehen. Sie findet
ſomit am 11. Auguſt I. J., abends 8 Uhr beginnend, im Saale des
Gaſthauſes „Zum Darmſtädter Hof” (Knapp) ſtatt. Mitwirken
werden wiederum die drei Geſangs= und die beiden Turnvereine.
Die Feſtrede hält Herr Lehrer Körner.
* Nieder=Ramſtadt, 1. Aug. Turnverein D. T. Am Sonntag,
den 2. Auguſt, findet in Nieder=Beerbach die Einweihung einer neuen
Turnhalle ſtatt. An dieſer Weihe beteiligt ſich unſere Zöglingsriege mit
turneriſchen Schauübungen. Abmarſch um 12.30 Uhr. Um zahlreiche
Beteiligung wird gebeten, da der Nachmittag einige genußreiche
Stun=
den verſpricht. Am gleichen Tage findet in Bad Vilbel ein Geräte= und
Volksturnwettkampf ſtatt, an dem ſich 1 Turnerin und 3 Turner
betei=
ligen.
* Niedernhauſen, 1. Aug. Einen ſchönen Beweis wahrer Eintracht
erbrachte in dieſen Tagen unſer Ort, da zu der am 2. Auguſt
ſtattfinden=
den Bürgermeiſterwahl kein Kandidat gegen den ſeitherigen
Bürgermeiſter Friedrich Daab aufgeſtellt wurde und deshalb die Wahl
nicht ſtattzufinden braucht, was in dieſer Notzeit beſonders im Intereſſe
des örtlichen Friedens zu begrüßen iſt. In körperlicher Friſche und
ohne auszuſetzen, hat in dieſen erſten ſechs Jahren unſer Bürgermeiſter
unparteiſch und muſtergültig ſeines Amtes gewaltet und ſich dadurch
das Zutrauen und die Achtung der Bürger zu erringen vermocht. Stets
war er bemüht, Frieden und Eintracht im Dorf zu erhalten. Die
Bür=
gerſchaft konnte ſeine Tätigkeit nicht beſſer anerkennen, als daß ſie ihn
für weitere neun Jahre das ehrenvolle Amt anvertraute. Möge nun
unſer wiedergewählter Bürgermeiſter auch weiter ſein Amt zum Wohle
der Gemeinde verwalten, daß ſich ihre Glieder in Frieden und Eintracht
verſtehen, um ſo auch mitzuwirken am Wiederaufbau unſeres deutſchen
Vaterlandes.
T. Klein=Zimmern, 30. Juli. Mit dem diesjährigen Ablauf der
Amtszeit des jetzigen Beigeordneten Danz wird die hieſige
Wählerſchaft demnächſt bald vor eine Wahlentſcheidung geſtellt;
natür=
lich bleibt es vorbehalten, ob nicht auch, wie es bei der letzten
Bürger=
meiſterwahl der Fall war, ein zweiter Wahlvorſchlag mit einem
Gegen=
kandidaten nicht aufgeſtellt wird, ſo daß es Herrn Danz vergönnt iſt,
noch weiterhin im Amte verbleiben zu können.
r. Babenhauſen, 29. Juli. Konzert des Berliner
Mozart=
chors. Was niemand in dieſer Zeit großer wirtſchaftlicher Not und
der Erntearbeit vermutet hätte, iſt hier zur Wahrheit geworden: Ein
vollbeſetztes Haus und ein beifallfreudiges Publikum. Leben herrſchte
auf der Bühne, echte Muſizier= und Singfreude. Der Chor von etwa
100 Kindern ſtellt einen Klangkörper dar von ganz ausgezeichneter
Qua=
lität. Dieſe kleinen Sänger können etwas; ſie bewegen ſich beim
Vor=
trag und Tonſpinnen mit einer bewundernswerten muſikaliſchen
Sicher=
heit. Dazu eine prächtige Miſchung von Knaben= und Mädchenſtimmen
mit beſtrickender Klangfarbe und großem Stimmenumfang. Was dieſe
Kinder unter der künſtleriſchen Leitung ihres Meiſterdirigenten
Stef=
fen an Liedern, Kanons, Volkstänzen und Sprachchören boten, verdient
uneingeſchränktes Lob und höchſte Anerkennung. Kein Wunder war’s.
daß das dankbare Publikum nach jeder Nummer begeiſterten Beifall
ſpendete, und daß der Dirigent, veranlaßt durch den großen Erfolg, ſich
zur Abhaltung eines zweiten Konzerts für den Mittwochabend entſchloß.
T. Brandau, 30. Juli. In Anweſenheit eines Vertreters des
Kreiſes Dieburg fand hier kürzlich eine Gemeinderatsſitzung
ſtatt. Zur Vorlage kam hierbei nochmals die Einführung der
Bier= und Bürgerſteuer, welche wiederum vom Gemeinderat
ab=
gelehnt wurde. Auch die Einführung von Waſſergeld fand
er=
neut Ablehnung. — Die auf den 26. Juli feſtgelegte
Beigeord=
netenwahl konnte wegen Nichtaufſtellung eines zweiten
Wahlvor=
ſchlages unterbleiben, ſodaß der bisherige Beigeordnete ſomit als.
einſtimmig wiedergewählt gilt.
Lützel=Wiebelsbach, 30. Juli. Seit einigen Tagen wird der hier
gebürtige und in Erbach als Schreinergeſelle beſchäftigte 19jährige J.
Hehner vermißt. Derſelbe hat ſich zu Ende voriger Woche von
dort fortbegeben, um wie man annahm, nach Hauſe zu fahren, iſt aber
ſeitdem ſpurlos verſchwunden. Irgend welche Verdachtsgründe, die auf
das rätſelhafte Verſchwinden Bezug haben könnten, liegen nicht von.
12. Rhön=Segelllug: Wettbewerb1931
TK.
Waſſerkuppe. 30. Juli.
Der Rhön=Segelflug=Wettbewerb 1931 iſt zur Hälfte beendet.
Die Ereigniſſe dieſer acht Tage ſind allein rein zahlenmäßig als
hervorragend zu bezeichnen. Man kann nicht umhin feſtzuſtellen,
daß unſere Jungflieger in dem vergangenen Jahr ſeit dem letzten
Wettbewerb eine ganze Menge gelernt haben.
Wenn auch das Wetter der letzten Tage nicht gerade günſtig war,
ſo konnte doch an ſämtlichen Wettbewerbstagen geflogen werden,
ſo daß eine Geſamtzahl von 292 Flügen — 193 im Uebungs= und
99 im Leiſtungswettbewerb — erreicht werden konnten. Hiermit
iſt die Anzahl der Wettbewersbflüge des vergangenen Jahres
um 50 Prozent überboten worden.
Auf der Waſſerkuppe ſelbſt hat ſich während des vergangenen
Jahres wenig geändert. Die verſchiedenen Hallen haben zum
Teil eine gründliche Ueberholung erfahren, ſo daß es in dieſem
Jahre möglich iſt, gänzlich auf das Aufſtellen von Zelten zu
ver=
zichten und ſämtliche Flugzeuge in den vorhandenen Baracken
untergebracht werden können, wo ſie vor Sturm und Regen
ge=
ſchützt ſind. Die Lagerbeſatzung iſt auf rund 400 Perſonen
an=
geſtiegen.
Von den gemeldeten 59 Flugzeugen ſind 43 Maſchinen zum
Wettbewerb erſchienen und haben am Flugbetrieb teilgenommen.
Leider iſt eine ganze Anzahl von Brüchen zu verzeichnen, wodurch
zahlreiche Maſchinen teils gänzlich ausſcheiden mußten, teilweiſe
reparaturbedürftig wurden, wodurch den Piloten wiederum
koſt=
bare Zeit verloren ging.
Die Leiſtungen dieſer erſten acht Tage ſind wirklich ſehr
be=
achtlich. Als beſonders erwähnenswert muß hervorgehoben
wer=
den, daß ſich bei unſeren Jungfliegern eine ausgeprägte Vorliebe
für den Streckenſegelflug bemerkbar macht, der ja auch die —nſte
Seite des motorloſen Fluges darſtellt, wenn er auch die größte
fliegeriſche Geſchicklichkeit verlangt. In der Liſte der Strecken=
Segelflieger ſind aber nicht nur die Piloten des
Leiſtungswett=
bewerbes feſtzuſtellen, ſondern man kann mit Ueberraſchung
dar=
aus erſehen, daß auch die Piloten des Uebungswettbewerbes, die
zum Teil erſt vor wenigen Wochen ihre G=Prüfung abgelegt
haben, mit ausgezeichneten Leiſtungen aufzuwarten haben.
Im Wettbewerb um die größte Flugdauer im
Uebungswett=
bewerb ſind bis zur Hälfte des Wettbewerbs folgende
Wer=
tungen feſtzuſtellen:
W. G. A. Würzburg 11 Stunden
½
Karlsruhe
3. Francofurtia
„
4. Stuttgart
5. Aachen
5
30 Minuten
45
15
—
30
In der Wertung für den Preis für die größte Höhenſumme
im Betrage von 1500 RM. iſt bis jetzt nachfolgende
Zuſammen=
ſtellung maßgebend:
1. Teichmann auf Offermann
1021 m
2. v. Freydorf auf Karlsruhe 704 m
. Küner auf Stuttgart
541 m
4. Hakenjos auf Profeſſor
504 m
Der für den Uebungswettbewerb ausgeſchriebene
Strecken=
flugübungspreis von 1500 RM. für die längſte Strecke im
unun=
terbrochenen Fluge, mindeſtens aber 20 Kilometer, iſt am
ver=
gangenen Dienstag ausgeflogen worden. Unſere Uebungs=
Segel=
flieger haben dabei folgende ſchönen Leiſtungen zu verzeichnen:
1. Teichmann auf Offermann 34,6 Em
Hakenjos auf Profeſſor
29,8 Em
3. Künzer auf Stuttgart
24,8 Hm.
Von den im Uebungswettbewerb bisher ausgeführten
Dauer=
flügen iſt beſonders zu erwähnen der Flug von Schmidt auf dem
„Würzburger, General=Anzeiger”
(W. G. A.) der Würzburger
Arbeitsgemeinſchaft für Segelflug mit 8 Stunden 59 Minuten.
Mit dieſer Flugdauer wurde annähernd der Rhön=Dauer=Rekord
von 9 Stunden 35 Minuten erreicht. Lediglich die ſpäter
eintre=
tenden ſchlechten Windverhältniſſe bedingten einen vorzeitigen
Abbruch dieſes Rekordverſuches. Sehr zu bedauern iſt die
Tat=
ſache, daß die Akademiſche Fliegergruppe Darmſtadt, die während
der vergangenen Rhön=Wettbewerbe immer ausgezeichnet
abge=
ſchnitten hat, durch vorzeitigen Ausfall einiger Maſchinen nicht
ſo in Konkurrenz treten kann, wie es im Intereſſe einer guten
Leiſtungsſteigerung erforderlich geweſen wäre. Es muß hier
be=
tont werden, daß die vorſtehenden Reſultate noch keine
endgül=
tigen ſind, ſondern daß bei günſtigen Witterungsverhältniſſen
ewtl. noch mit einer erheblichen Umgruppierung gerechnet werden
kann.
Im Leiſtungswettbewerb ſind bisher Groenhoff auf „Fafnir”
mit 220 Kilometer und Mayer auf „Aachen” als die erſten
An=
wärter auf den Streckenflugpreis von 2000 RM. zu verzeichnen,
der für eine Mindeſtflugſtrecke von 50 Kilometern ausgeſchrieben
iſt und denjenigen Flugzeugen zuerkannt wird, welche 1930 oder
1931 zum erſten Male am Leiſtungswettbewerb teilnehmen. Der
Flug von Hirth mit 175 Kilom, kommt in dieſer Klaſſe deshalb
nicht zur Wertung, weil Hirth bereits zum 4. Male am
Lei=
ſtungswettbewerb teilnimmt.
Der Streckenſegelflugpreis von 3000 RM. für die größte
Flugſtrecke, mindeſtens aber 100 Kilometer, wird bis jetzt unter
die Flugzeuge „Fafnir” unter Groenhoffs Führung und Hirth
mit „Muſterle” für die Streckenſegelflüge von 220 bzw. 175 Kilom.
geteilt.
Der Streckenzielflugpreis iſt wohl bis jetzt ſchon achtmal
be=
flogen worden, doch iſt es noch nicht gelungen, die Bedingungen
Anflug des 35 Kilometer entfernten Ochſenberges und Rückkehr
zur Startſtelle auf der Waſſerkuppe — völlig zu erfüllen. Bei
den erſten 3 Flügen am 22. Juli mußten Groenhoff, Hirth und
Bachem nach der Umrundung des Zieles in einer Entfernung
von 12—20 Kilom. von der Startſtelle auf dem Rückflug landen.
Am Dienstag gelang es Hirth und Gorenhoff beinahe, zur
Start=
ſtelle zurückzukehren. 2500 Meter bzw. 3000 Meter von der
Waſ=
ſerkuppe entfernt, zwang der ungünſtig wehende Wind zum
Auf=
geben. Kronfeld hatte auf ſeinem Fluge am 28. Juli Pech,
in=
dem er in der Nähe der Milſeburg ſo ſtark an Höhe verlor, daß
die Landung unvermeidlich blieb. Doch verſuchte er bereits am
folgenden Tage nochmals den Flug, und wurde abermals auf dem
Rückflug bei der Milſeburg zur Landung gezwungen. Die
Be=
dingungen dieſes Preiſes ſind alſo überaus ſchwierig. Da
je=
doch auch weiterhin noch um dieſen Preis geſtartet wird, dürfte
es im Laufe der zweiten Hälfte des Rhön=Wettbewerbes möglich
ſein, die geforderte Leiſtung zu vollbringen.
Für den Höhenforſchungspreis von 1500 RM. kommt bisher
als einziger Groenhoff in Frage, der bisher allein die
Be=
dingung — 2000 Meter Höhe über der Startſtelle — erreicht hat,
Groenhoffs Höhe auf dem Gewitterflug nach Magdeburg betrug
2050 Meter über Start. Hirth erreichte auf dem Flug nach Halle
a. S. 1720 Meter.
Groenhoff iſt außerdem auch Anwärter auf den Preis des
heſſiſchen Staatspräſidenten für die höchſte anerkannte Höhe über
Start und weiterhin ſteht ihm der Bad=Homburg=Nehring=
Gedächtnis=Preis” für die größte im Segelflug erreichte
Flug=
ſtrecke zu. Neben dieſen wertvollen Ehrenpreiſen iſt Groenhoff
bis heute auch Gewinner des „Prinz=Heinrich=Rhön=Wander=
Preiſes der Lüfte”, der für die größte während eines
Wett=
bewerbs erreichte Höhe zuerkannt wird. 1929 konnte Kronfeld
mit 2589 Metern, 1930 Bedau mit 1640 Metern über Start
die=
ſen ſchönen Preis gewinnen.
Da die Witterungsausſichten für die nächſte Zeit als recht
gut zu bezeichnen ſind, iſt mit weiterem Flugbetrieb auf der
Waſ=
ſerkuppe zu rechnen. Die Segelflieger auf der Waſſerkuppe
wün=
ſchen ſich alle wieder einmal den Durchzug einer ſchönen
Gewit=
terfront, um nochmals auf recke gehen und evtl. die bereits
aufgeſtellten Leiſtungen überbieten zu können. Möge ſich alſo
das Wetter in dieſem Sinne geſtalten.
A. K.
Ay. König i. Odw. (Stahlbad), 30. Juli. Die Getreideernte
hat hier ihren Anfang genommen. Wenn ſie ſchon unter dem
Ein=
fluß der ſchlechten Witterung verſpätet begonnen hat, ſo verzögern
die Witterungsverhältniſſe ihren Fortgang. Der Ertrag des hier
no. ) relativ viel angebauten Korns iſt ein ſehr geringer, zumal
nicht allein, die Körnerergebniſſe weit unter dem Durchſchnitt
normaler Jahre zurückbleiben, ſondern auch das Stroh quantitativ
gering bewertet werden muß. Die übrigen Körnerfrüchte,
insbe=
ſondere Weizen und Hafer, verſprechen hingegen einen beſſeren
Ertrag. Die Obſtausſichten dürfen faſt ausnahmslos als gut
be=
zeichnet werden, ſo daß ſie, ſofern die Früchte bis zum Herbſt gut
durchkommen, für manchen Beſitzer — und wer rechnet in der
heutigen Zeit nicht damit? — eine willkommene und lohnende
Einnahmequelle bilden dürften. — Vorgeſtern entſtand an dem
Anweſen des Ad. Grasmück in der elektriſchen Zuleitung ein
Kurzſchluß, der leicht hätte zu ſchlimmen Folgen führen können,
wenn nicht, durch aufſteigenden Rauch aufmerkſam gemacht, die in
der Nähe beſchäftigten Arbeiter den Ausbruch eines Brandes in
letzter Minute durch Unterbrechung des elektriſchen Stromes und
Entfernung des gluterhitzten Drahtes verhütet hätten.
Am. Haingrund, 30. Juli. Wie ſich die jetzige Notzeit
aus=
wirkt, ſpürt man ſo recht in unſerem kleinen Odenwalddorf. Die
Ge=
meinde iſt ſeit ſechs Wochen nicht in der Lage, die Wohlfahrts=
Erwerbs=
loſenunterſtützung auszubezahlen. Dabei iſt zu bedenken, daß einer
Fcmilie mit zwei Kindern nur 8 RM. pro Woche zuſtehen. Wo ſoll
dies hinführen, da Bäcker und Krämer alles bar bezahlt haben wollen.
Wo bleibt die vielgeprieſene Staats= oder Reichshilfe für
leiſtungs=
ſchwache Gemeinden?. Wird der hintere Odenwald in dieſer Beziehung
übergangen? Gehört er nicht mehr zu Heſſen?. Hilfe iſt notwendig,
und zwar foſort, ehe es zu ſpät iſt.
mBeerfelden, 30. Juli. Von der Volksſchule. Jetzt nach
den Heidelbeerferien erfährt der Lehrkörper der Volksſchule allerlei
Ver=
änderungen: Rektor Lang tritt in den Ruheſtand; eine Stelle wird
zu=
nächſt verwaltet, und zwar durch Schulverwalterin Frau Decker, die
ſeit=
her in Ober=Sensbach tätig war. Geſtern erfolgte weiter der Umzug
der Schulverwalterin Frl. Klüh, die in gleicher Eigenſchaft nach
Mom=
menheim verſetzt wurde; wer an ihre Stelle tritt, iſt noch nicht bekannt.
— Sängerehrung. Der hieſige Geſangverein „Sängerkranz”
ehrte dieſer Tage einen ſeiner Sänger, der in körperlicher und geiſtiger
Friſche ſeinen 70. Geburtstag beging, und der ſeit 1885 aktives Mitglied
des genannten Vereins iſt. Es iſt Herr Oberpoſtſchaffner i. R. Adam
Lang, der durch ſein ſtets munteres und frohes Weſen, durch ſeine Liebe
zum Geſang und ſeinen vorbildlichen Eifer als Sänger ſich die Liebe
und Zuneigung ſeiner Sangesbrüder dauernd erworben hat. Im
Auf=
trage des Vereins überreichten der Präſident, Herr Bürgermeiſter Löb
und der Dirigent, Herr Rektor i. R. Göbel, dem Jubilar unter
herz=
lichen Glückwünſchen einen hübſchen Blumenſtrauß. Mit dem Hoffen
der Sänger, ihren Sangesbruder noch recht lange, unter ſich zu ſehen,
verbinden ſich die Wünſche vieler von hier, die Herrn Lang noch lange
Jahre in ſeiner derzeitigen Friſche ſehen möchten.
* Hüttenthal (Kreis Erbach), 30. Juli. Das „
Kreis=
jugendtreffen” des „Kreiſes Erbach” des evangeliſchen
„Heſſenbundes” wird am 30. Auguſt an dem ſchönen
Lindelbrun=
nen. an dem Siegfried erſchlagen worden ſein ſoll, und an dem
Blockhaus, das der Evangeliſchen Jugendvereinigung Güttersbach
gehört, begangen werden. Am vorausgehenden Samstagabend
werden ſchon eine Anzahl „Heſſenbündler” hier eintreffen und ein
Zeltlager aufſchlagen. Am Sonntagmorgen folgt nach
Kurrende=
ſingen ein Feſtgottesdienſt am Lindelbrunnen. Am Nachmittag
wird am Blockhaus von 2 Uhr an allerhand von der Jugend
ge=
boten werden; auch ein aufklärendes Wort an die Erwachſenen
über evangeliſche Jugendarbeit und ein ernſtes Wort an die
Jugend ſelbſt wird nicht fehlen.
Co. Fürth, 30. Juli. Aus der
Gemeindeverwal=
ung. Unter dem Punkt 1, Mitteilungen, gab der Beigeordnete
e eingereichten Angebote zwecks Herrichtung des Stallgebäudes
Forſthaus Almen ſowie einer Wohnküche in dem gemeindlichen
auſe (Beamtenwohnhaus) in der Kröckelbacherſtraße dem
Ge=
einderat bekannt, worauf derſelbe beſchließt, daß die Arbeiten
m Wenigſtnehmenden übertragen werden ſollen. Die
gemeind=
chen Feld= und Wieſengrundſtücke, bei denen die Pachtzeit
abge=
ufen iſt bzw. in dieſem Jahre noch abläuft, ſollen alsbald neu
rpachtet werden. Auch wurde dem Gemeinderat die Kündigung
kurzfriſtigen Darlehen ſeitens der Landeskommunalbank —
irozentrale in Darmſtadt, bekannt gegeben. Da jedoch dieſe
Dar=
hen an Bauende weitergegeben wurden, müſſen dieſelben wegen
ückzahlung angegangen werden. Punkt 2. Feſtſetzung der
end=
ltigen Steuerausſchlagsſätze für 1930, ſowie Feſtſetzung der
usſchlagsſätze 1931. Der Gemeinderat beſchließt, daß die
vorläu=
gen Steuerausſchlagsſätze für 1930 auch als endgültige
Aus=
lagsſätze für 1930 gelten ſollen. Für das Jahr 1931 werden die
gleichen Steuerausſchlagsſätze wie für 1930 beſchloſſen, unter
Be=
rückſichtigung der geſetzlich vorgeſchriebenen Senkung. Punkt 3,
Einführung der Bürgerſteuer ſowie Erhöhung der Bierſteuer. Die
Einführung der Bürgerſteuer ſowie die Erhebung eines Zuſchlags
zu der bereits eingeführten Bierſteuer in Höhe von 50 Prozent
der Normalſätze lehnt der Gemeinderat einſtimmig ab. Unter dem
Punkt 4 wurde der von der Bürgermeiſterei vorgelegte
Voran=
ſchlagsentwurf für Ri. 1931, der einen Umlagebedarf von 40 000
RM. aufweiſt, genehmigt. Punkt 5: Staatliche Baudarlehen. Die
ſtaatlichen Baudarlehen, die der Gemeinde Fürth in dieſem Jahre
zur Verfügung geſtellt werden, hat der Gemeinderat nach
ſchrift=
licher Abſtimmung an Bauende weitergegeben. Unter dem Punkt
Wohnungsſachen wurde die Vermietung der Wohnung im
Bür=
germeiſtereigebäude (ſeither Zeiß) ſowie eine Wohnung in dem
Gemeindehaus. Hauptſtraße (Halber Mond) geregelt. Alsdann
kam der Punkt: Verſchiedene Anträge. Unter dieſem Punkt wurde
der Antrag der Erwerbsloſenkommiſſion, auch den ledigen
Er=
werbsloſen eine Wohlfahrtsunterſtützung zu gewähren, dahin
ent=
ſchieden, daß die Anträge von der Fürſorgekommiſſion auf
Be=
dürftigkeit geprüft und entſchieden werden ſollen. Auch wurde
dem Gemeinderat ein Schreiben der Kommuniſtiſchen Partei
Deutſchlands, Ortsgruppe Fürth, zur Vorlage gebracht, wonach die
Heag wegen Herabſetzung des Strompreiſes angegangen werden
ſoll. Der Gemeinderat iſt der Auffaſſung, daß dieſer Antrag voll
und ganz berechtigt iſt und beauftragt die Bürgermeiſterei, bei der
Heag darauf hinzuwirken.
Cf. Birkenau, 28. Juli. Ernte. Der vergangene Woche
ein=
getretene Witterungswechſel mit einigen recht heißen Tagen hatte
es mit ſich gebracht, daß allenthalben mit der Ernte im vorderen
Odenwald begonnen werden konnte. Durch den anhaltenden Regen
der letzten Wochen hat die Frucht bei der Reife, in ihrer Güte
etwas gelitten, doch darf immerhin mit einer ganz guten
Durch=
ſchnittsernte gerechnet werden. Hoffentlich hält das geſtern
wie=
derum einſetzende Regenwetter nicht an. Die Obſternte verſpricht
recht gut zu werden und iſt ſtellenweiſe der Behang, beſonders
der Aepfelbäume ſehr gut. — Entlaſſungen. Das Porphyr,
werk Weinheim=Schriesheim A.=G. Werk Weinheim, hat wiederun
einer Reihe von Arbeitern gekündigt, worunter auch wieder einige
Birkenauer ſind. Der Abſatz iſt in den Porphyrbetrieben ſehr
zu=
rückgegangen und die Halden überladen, ſo daß eine weitere
Auf=
arbeitung auf Vorrat nicht mehr möglich iſt, wodurch die
Ent=
laſſungen bedingt waren. Die Zahl der vom Arbeitsamt
Wein=
heim Unterſtützten beläuft ſich zurzeit auf rund 90, die der
Wohl=
fahrtsunterſtützten auf rund 80 Perſonen.
Cf. Birkenau, 30. Juli. Schwindler. An einem der letzten
Sonntage hatte ſich bei einem hieſigen Gaſtwirt ein junger Mann
einlogiert, der angab, Bernbeck zu heißen und der Sohn eines
Pfarrers B. zu ſein. Nachdem er einige Tage die Penſion
ge=
noſſen hatte, verſchwand er, ohne ſeine nicht unerhebliche Schuld
zu bezahlen. Am letzten Sonntag wurde der Schwindler in Lin=
Zechpreller und Schwindler bald gefaßt wird. — Feldfrevuel.
Der zunehmende Feldfrevel hat die Gemeinde veranlaßt, die
be=
reits vorhandenen und verpflichteten vier Ehrenfeldſchützen
wie=
der zum Feldſchutzdienſt heranzuziehen. Es iſt aber auch Sache der
Grundſtücksbeſitzer, ſelbſt zu ihrem Teil am Feloſchutzdienſt
mit=
zuwirken.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 29. Juli. Landwirtſchaft
liches. In den Tälern hat die Kornernte begonnen, auch au
den Hängen ſind Anfänge zu verzeichnen, die Höhen warten nos
auf etwas günſtigere Witterung, dann werden auch da die Aehrer
fallen. Da und dort ſcheint es, als ob dem Weizenbau meh
Aufmerkſamkeit geſchenkt würde, nur darf das Beizen des Saat
gutes nicht verſäumt werden, ſonſt macht man üble Erfahrungen
die Saat wird brandig. An dieſem Wechſel im Fruchtbau
wohl hauptſächlich ſchuld der Kornpreis der letzten Jahre. Be
züglich des Standes der Getreidefelder kann feſtgeſtellt, werder
daß derſelbe befriedigend iſt. — Auch die Kartoffelfelder laſſe
bis jetzt eine gute Ernte erhoffen, allerdings zeigen ſich Lücker
hervorgerufen durch die ungünſtige Witterung während der erſte
Entwicklung; die übrigen Hackfrüchte befriedigen ebenfalls w
dies nicht der Fall iſt, da mangelt es wohl am nötigen Dun
oder an der Pflege. — Die Heidelbeerernte iſt immer noch nick
abgeſchloſſen. Seitens der Aufkäufer iſt die Nachfrage flauer, un
damit hängt zuſammen das Sinken des Preiſes; anfangs zahlt
man pro Pfund 20 Pfg., in den letzten Tagen noch 15—12 Pf.
Die geringere Nachfrage hängt jedenfalls damit zuſammen, da
die bei ſtarkem Regen gewachſenen Beeren für den Transvol
nicht ſehr widerſtandsfähig ſind, und daß ſie an ihrem Beſtin
mungsort ſchon mehr in breiigem Zuſtand ankommen und nick
mehr ſo gut verkätflich ſind.
Nummer 211.
Samstag, den 1. Anguſt 1931
Seite 7
Skraßenberichk
für die Woche vom 2. bis 8. Auguſt 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
40. Mainz—Alzey (Pcriſer Straße zwiſchen Nieder=Olm und
Wörr=
ſtadt) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13,0—14,6, vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch, Wahlheimer=Hof, Hahnheim, Undenheim.
49. Gießen—Fulda (zwiſchen Brauerſchwend und Neumaar) vom 25. 7.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hergersdorf, Wallenrod.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Darmſtadt—Griesheim-Wolfskehlen (zwiſchen Griesheim und
Wolfs=
kehlen) Km. 7,416—10,7B3 vom 6, 7. bis 10. 8. geſperrt.
Umlei=
tung: Groß=Gerau oder Stockſtadt, Crumſtadt, Eſchollbrücken.
Bensheim-Lindenfels (zwiſchen Gadernheim und Kolmbach), Km. 2,7
bis 31,8, vom 15. 7. bis 5. 8. nur Werktags geſperrt. Umleitung:
Heppenheim, Fürth i. Odw.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Ortenberg—Gedern (zwiſchen Lißberg und Hirzenhain) vom 27. 7. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Glashütten, Oberleis,
Schwickerts=
hauſen, Lißberg oder Uſenborn. Ortenberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt t. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Nauheim—Trebur Km. 18,084—20,741, vom 12. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Hof Schönau.
Rendel—Niederdorfelden bis zur Abzweigung nach Büdesheim vom 18. 6.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben, Heldenbergen
oder Vilbel, Gronau, Niederdorfelden.
Lindheim-Düdelsheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Stockheim. Büches oder Hainchen, Himbach, Eckartshauſen,
Calbach, Büches.
Echzell—Straße Berſtadt—Wölfersheim vom 22. 7. bis 10. 8. geſperrt.
Umleitung: Berſtadt oder Melbach.
Ortsdurchfahrt Ober=Seemen vom 3. bis 31. 8. geſperrt. Umleitung:
Gedern, Hartmannshain.
A. Aus dem Schlierbachtal, 30. Juli.
Landwirtſchaft=
liches. Inſolge des Regenwetters der letzten Wochen hat ſich
der Erntebeginn hinausgeſchoben, und erſt jetzt beginnt man in
unſerem Tal mit dem Schnitt des Getreides. Der Ertrag iſt
durch=
ſchnittlich nur mittelmäßig, beſonders bei Winterfrucht. Es gibt
weniger an Stroh und Körnern als in den Vorjahren. Die ſchlechte
Ueberwinterung macht ſich noch geltend. Dagegen iſt der Stand
der Hackfrüchte faſt allenthalben ſehr befriedigend.
Frühkartof=
feln werden bereits geerntet; der Zentner koſtet 5 Mark.
Wäh=
end früher die Landwirte nur ſoviel Kartoffeln pflanzten, als ſie
elbſt benötigten, haben viele ihren Betrieb, ſo umgeſtellt, daß ſie
olche beſonders auch frühere Sorten, verkaufen können, wofür in
den Kurorten, die ja immer mehr zunehmen, Abſatz vorhanden
ſt. Für die Händler weniger angenehm, die dadurch in ihrem
Verdienſt geſchmälert werden. In den meiſten Schulen unſeres
Tales, ſo hier, in Ellenbach, Erlenbach, Seidenbuch und Kolmbach,
deginnen Ende dieſer Woche die Ernteferien. Die
Ausſichten für die Obſternte ſind bei den einzelnen Ortſchaften
und Landwirten dieſes Jahr je nach der Lage ganz unterſchiedlich.
Die Apfelernte verſpricht mittleren Ertrag, bei Birnen und
be=
onders bei Nüſſen ſogar gut, teilweiſe ſehr gutes Ergebnis. Ob
ber der Abſatz dafür auch vorhanden ſein wird, das iſt die bange
Sorge der Landwirte bei dieſer geldarmen Zeit — Schlechte
Honigernte. Von den Imkern der ganzen Gegend wird
dar=
iber geklagt, daß die Honigernte im allgemeinen ſehr mager
aus=
gefallen iſt. Da mit Ablauf des Monats Juli für unſere Imker
das Wirtſchaftsjahr ſchließt, ſind keine Hoffnungen für ein beſſe=
Ergebnis vorhanden, zumal bei der andauernd ſchlechten
Wit=
erung. Wo noch Vorräte aus Vorjahren vorhanden ſind, können
ie nun noch verkauft werden, zumal ja Honig bei guter
Aufbe=
wahrung nicht an Güte verliert.
Bb. Bensheim, 30. Juli. Ferienwanderung. Von
Reichen=
bach kommend, durch klingendes Spiel der Kapelle der Sozialiſtiſchen
Arbeiterjugend und durch zahlreiche Ortseingeſeſſene empfangen, zogen
geſtern abend gegen halb 7 Uhr 76 Kinder erwerbsloſer Eltern
Darm=
ſtadts durch die Schönberger= Haupt= und Rodenſteinſtraße nach dem
Volkshaus. Dieſe Kinder ſtehen am Schluſſe einer 14tägigen
Ferien=
wanderung, von der ſie am Sonntag nach Darmſtadt zurückkehren
wer=
den Die frohe Kinderſchar wurde hier durch Führer der
Sozialdemo=
kratiſchen Partei, darunter durch den Herrn Miniſter des Innern
Leuſchner, in Empfang genommen. Im Volkshauſe begrüßte ſie Herr
Klaus in Darmſtädter Heinerſprache, worauf Herr Miniſter Leuſchner
eine Anſprache an die Kinder und die anweſenden Großen hielt, verr
Avemarie, der Organiſator und Leiter der Wanderung, verlas eine
Reihe eingegangener Begrüßungsſchreiben, alle des Inhalts, daß man
den Kindern dieſe Wanderung von Herzen gönnt. Die Kinder werden
überall privatim aufgenommen und beſtens verpflegt; alle zwei bis drei
Tage findet ärztliche Unterſuchung ſtatt. Heute abend finden die
Wan=
derer in Auerbach Aufnahme. Tagsüber werden kleinere Ausflüge
rusgeführt und allerlei Unterhaltungen geboten. Zur Zeit haben auch
0 Ferien=Austauſchkinder von Rüſtringen in Oldenburg hier 14tägigen
Ferienaufenthalt in Privatfamilien gefunden.
W. Heppenheim a. d. B., 31. Juli. Bekämpfung der
Rin=
ertüberkuloſe. Mit Wirkung vom morgigen Tage wird die
lte Verordnung vom Juli 1912, wonach die Tötung von Rindvieh aus
Inlaß der Tuberkuloſe und die Anwendung der übrigen
Schutzmaß=
egeln erfolgen mußte, aufgehoben. — Beſichtigung des
Reb=
tuttergartens. Der Ausſchuß des Heſſiſchen Weinbauverbandes
at beſchloſſen, im Anſchluß an den im kommenden Monat in Bingen
attfindenden Weinbaukongreß und der damit verbundenen
Beſichti=
ungsfahrten auch den hieſigen Rebmuttergarten zu beſuchen und
ein=
ehend zu beſichtigen — Geflügelzuchtverein. Die
ſtattgefun=
ene Mitgliederverſammlung des Gefügelzuchtvereins, welche durch den
weiten Vorſitzenden, Herrn Diſtel, geleitet wurde, wies einen recht
uten Beſuch auf, was in Anbetracht der Reichhaltigkeit und Wichtigkeit
er Tagesordnung wohl erwartet werden durfte. Der Rechner gab in
urzen Worten die Rechnungsablage für das zweite Vierteljahr bekannt.
onach ſämtliche Beiträge bei der Sparkaſſe zum ausſchließlichen Zweck
er Käfigbeſchaffung angelegt wurden. Einige Züchter erklärten ſich
ereit, die durch die Neuorganiſation des Vereins entſtandenen
Aufwen=
ungen zu übernehmen. Anſchließend wurde auf die im Spätjahr
ſtatt=
ndende Junggeflügelſchau hingewieſen, bei der in 75
Ausſtellungskäfi=
en beſonders ſchöne Exemplare der verſchiedenſten Raſſen bei freiem
iintritt zur Ausſtellung gelangen. Mit der Ausſtellung wird
gleich=
eitig eine Verloſung verbunden. Der Schriftführer gab bekannt, daß
er Antrag des Starkenburger Geflügelzuchtverbands auf Neueinteilung
er Bezirke in der Bezirksverſammlung des Bezirks II Bergſtraße
ab=
elehnt wurde. Es wird alſo an dem Beſtand des bisherigen Bezirks
tit Einbeziehung des Lautertales nichts geändert Schreinermeiſter
frank führte ein neues billiges und praktiſches Geflügel=Futtergerät
dr. Herr Wulkow referierte über Geflügelkrankheiten und
Behand=
ung des Geflügels. Für den Verein konnten drei neue Mitglieder
ge=
vonnen werden. Mit dem Hinweis auf weitere rege Mitarbeit ſchloß
er Vorſitzende den lehrreichen und intereſſanten Abend — Dienſt=
Ubiläum. Morgen ſind es 40 Jahre, daß der Bureaubeamte Herr
ittersberger in dem Kaſſen= und Rechnungsbureau der Landes=
Zeil= und Pflegeanſtalt hier tätig iſt.
Reiseskizze
der „Kornbacher Spielschag
Es iſt etwas Eigenes um einen ſo ſtimmungsvollen Abend wie
ihn die „Hornbacher Spielſchar” auf dem „Zeughausſpeicher” in
Altdorf (Schweiz) erleben durfte. Anſtrengende Tage liegen
hin=
ter uns, Regen praſſelt auf das Dach des altehrwürdigen Baues;
aber drinnen iſt es mollig und warm. Unſer Schweizer Führer,
Walter Baud aus Meiringen, ein angehender Lehrer, ſummte ein
altes Sennenlied für ſich hin. So bekannt klang es mir in die
Ohren, noch von damals her, als es vor ſieben Jahren Hans
Gaſſer, in den Anblick ſeiner geliebten Berge verſunken, ſang:
Lueget, vo Berge und Tal
Lueget, da obe am See,
flieht ſcho der Sunne Strahl! Heimat zu wendet ſich’s Veh!
Lueget, uff Felder und Matte Looſit, wie d’ Glocke, die ſchöne,
wachſe die dunkele Schatte;
fründli im Moos is ertöne;
d Sunn uff de Berge erſtoht! Chüerglüt üſeri Luſt.
O, wie ſy Gletſcher ſo rot,
tuet es ſo wohl i der Bruſt.
O, wie ſy Gletſcher ſo rot!
Still a de Berge wirds Nacht.
Aber der Herrgott, dä wacht!
G’ſehnder ſcho Sternli dört ſchyne?
Sternli, wie biſt du ſo fryne.
Gſehnder am Nebel dort ſtohts:
Sternli, Gott grüß di! Wie gohts?
Die weiche Melodie ſchlug ein, im Nu war die ganze
Spiel=
ſchar um den Sänger verſammelt, wieder und wieder klangen die
traulichen, naturbegeiſterten Worte und Melodien zu uns
her=
über, als ob ſie der Senne ſelber mit verhaltener Stimme
hinaus=
trüge zu ſeinen Bergen, den Gipfeln und Wolken. — Und Lied
um Lied klang durch den Raum, altes ſchweizeriſches und altes
deutſches Volksgut wurde ausgegraben, — — einer löſchte, aus
innerem Drange, ohne Geheiß das Licht, ein anderer holte leiſen
Schrittes die Inſtrumente, und nun ſang und klang es in leiſen
Akkorden, Lied um Lied entquoll ergriffenen Menſchenſeelen. Hoch
über der Stadt, unterm altehrwürdigen Dach des Zeughauſes
ſangen und klangen junge Menſchenherzen in einem ſchönen,
großen Akkord. Und es war, als ob auch das alte Gebälk in tiefer
Ergriffenheit und innigem Verſtehen ſich zu ihnen
hernieder=
beugte.
— —, das Be=
Die Klänge verſtummen, lautloſe Stille
wußtſein zieht durch den Raum: Eine Feierſtunde iſt uns
geſchenkt!
Und leiſe beginnt man zu raunen von all den ſchönen
Erleb=
niſſen, die uns mit jedem einzelnen Raſtort verbinden: den
ver=
lockenden Kahnfahrten auf dem Thuner See, dem erſten Spiel im
Getöſe des Kurſtadtverkehrs auf dem Marktplatz in Interlaken,
dem feinen Abend, in Lauterbrunnen, wo wir ſo viele gütige
Menſchen kennen lernten, von der Raſt auf der Kleinen Scheidegg,
gegenüber von Eiger Mönch und Jungfrau dem dritten
Spiel=
abend auf dem Bahnhofsplatz in Grindelwald, der unfreiwilligen
Raſt in der Sennhütte mit ihrem eigenartig glitſchigen
Tanz=
boden, dem 76jährigen Alten, der nicht weniger als 68 Sommer
auf der Alm verbracht hatte, von der zweimal mit Franken und
Rappen gefüllten roten Mütze unſeres eifrig „brütenden” Hanſel,
der anſtrengenden Wanderung durch das Haslital zur Grimſel,
dem unvorhergeſehenen Zuſammentreffen mit Landsleuten auf
der Paßhöhe, — Rhonegletſcher, Hoſpental, St. Gotthard, Abſtieg
zum Teſſin —
blitzlichtartig ziehen die Bilder an uns vorüber,
um an einem Punkte ſich auszuweiten zur Darſtellung eines
Ein=
zelerlebniſſes, das allen Teilnehmern weiter gegeben werden ſoll.
Einer erzählt: Als Letzter verließ ich auf dem Gotthard
Raſt=
ort und See und Fliegerdenkmal. Die Schar iſt in kleinen
Grüpp=
chen ſchon abgezogen, da erblicke ich vor dem Gotthardhotel einen
mächtigen Bernhardinerhund. Jugenderinnerungen von einem
Kloſter auf der Paßhöhe und ſeinen Bernhardinern, die ermattete
Wanderer aus dem ewigen Schnee retteten, ſteigen auf, — der
Griff zur. „Leica” wird zur Selbſtverſtändlichkeit, den
vorausge=
eilten Kindern ſoll dieſes typiſche Bild vermittelt werden. Ein
Fabrikdirektor aus Sachſen wird mitgeknipſt. Er hört mit leb=
Heppenheim (Bergſtraße), 31. Juli. Wir weiſen nochmals
an dieſer Stelle auf die am Sonntag, den 2., und Montag den
3. Auguſt, anläßlich der Kirchweih im Parkhotel „Halber Mond”
ſtattfindenden Feſtlichkeiten hin. Herr Obermuſikmeiſter Matth.
Weber hat ein ſchönes Tanzprogramm in alten und ganz
moder=
nen Tänzen aufgeſtellt. Auch wird der „Halbe Mond” inbezug
auf Preiſe alles der heutigen Zeit anpaſſen. (Siehe auch Inſerate.)
— Hirſchhorn a. N., 31. Juli. Waſſerſtand des Neckars
am 30. d. M.: 1,84 Meter; am 31. d. M.: 1,77 Meter.
Gernsheim a. Rh., 31. Juli. Zum Mitglied des
Steuer=
ausſchuſſes wurde vom Gemeinerat beſtimmt Holzhändler Theodor
Bauer und zu Stellvertretern wurden ernannt Kaufmann Philipp
Medicus und Malzfabrikant Martin Lokowitz. Die Gemeinde
wird im Steuerausſchuß durch den Bürgermeiſter und im
Stell=
vertretungsfalle durch den Beigeordneten vertreten. — Für die
Dauer der Beurlaubung des Gemeinderechners verſieht Herr
Kaſ=
ſengehilfe Joſef Fiſcher mit Zuſtimmung des Kreisamts Groß=
Gerau und des Gemeinderats vertretungsweiſe die Geſchäfte der
Gemeindekaſſe. — Der Felddruſch von ſeiten der
Dreſchgeſellſchaf=
ten 1 und 2 hat begonnen. — In der letzten Generalverſammlung
des Gewerbevereins wurden von dem 1. Vorſitzenden,
Schneider=
meiſter Egry, der Jahres= und von dem Weißbindermeiſter Kiſſel
der Kaſſenbericht erſtattet. Die ausſcheidenden
Vorſtandsmitglie=
der Glaſermeiſter Brand, Zimmermeiſter Anton Dann und
Weiß=
bindermeiſter Philipp Schneider 4. wurden wiedergewählt. Aus
der Verſammlung heraus wurde unter Punkt Verſchiedenes
leb=
haft über die Schwarzarbeiten geklagt. — Die von der
Proteſt=
kommiſſion der Inflationsbürger im Saalbau „Darmſtädter Hof”
einberufene Verſammlung war gut beſucht. Die Durchführung der
Aufwertungsangelegenheit wurde beſchloſſen. Verſammlungs=
— Kommenden Sonntag
leiter war Herr Inſpektor Allendörfer.
findet im Saalbau „Darmſtädter Hof” nachmittags um 4.30 Uhr
eine wichtige Generalverſammlung ſtatt. Auf der Tagesordnung
ſtehen Statutenänderung und Wahl des Vorſtands= und
Aufſichts=
rates.
S. Lampertheim, 30. Juli. 74 Feldſchützen. Infolge der
ſich ſtändig mehrenden Felddiebſtähle, insbeſondere nachts, ſah ſich
die Bürgermeiſterei genötigt, die Zahl des Feldſchutzperſonals
ganz bedeutend zu erhöhen. Zur Unterſtützung desſelben war
be=
reits ſchon eine Zahl Arbeitsloſe eingeſtellt worden, aber dieſe
reichten noch nicht aus, und ſo wurde dasſelbe auf die Zahl 74
er=
weitert. Hauptſächlich heimgeſucht wird durch die Feldräuber das
Gebiet um den Ort. Entwendet werden in der Hauptſache
Kar=
toffeln, Gemüſe und Bohnen. So wurden kürzlich einem
Eigen=
tümer in einer Nacht 60 Stöcke Kartoffeln und einige Tage ſpäter
zirka 100 Stöcke auf einem Acker ausgemacht. Sobald das Obſt
haftem Intereſſe von unſerer Schweizerfahrt und drückt mir zum
Abſchied eine große Münze in die Hand als Gruß an die
wander=
frohe Schar.
Dann raſch den anderen nach, gewaltig öffnet ſich Keſſel um
Keſſel und Schlucht um Schlucht, unten rauſcht der wilde Teſſin,
wahrlich, ſo grandios ſind uns die Berge bisher noch nie
entgegen=
getreten! Gut iſt’s, dieſe Welt allein und ungeſtört aufnehmen
zu können. Bei kräftigem Ausſchreiten iſt das letzte Grüppchen
bald erreicht, und in nicht ungefährlichen Kletterpartien werden
die 99 Serpentinen der Teſſinſtraße überſchritten. Wir ziehen
fröhlich und leichtfüßig unſere Straße, doch wird unſere
Fröhlich=
keit unterbrochen: Ein Wanderer ſteht plötzlich vor uns mühſam
auf ſein Fahrrad geſtützt, die Hand zittert, das Aus
iſt gerötet
vor Erſchöpfung. „Wie weit noch bis zum Gotthard?” kommt es
mühſam von trockenen Lippen. „Eine gute Stunde noch! Doch der
Aufſtieg iſt beſchwerlich!”
— „Ich bin ſo erſchöpft —
Wir begreifen die Lage dieſes Aermſten. Einige Stücke
Block=
ſchokolade reichen wir ihm, und in Ermangelung eines anderen
Getränks bringt der Walter einen Schluck Waſſer. Neuer
Lebens=
mut flackert in dem müden Wanderer auf. Er kommt heute ſchon
von Locarno, war in Italien bis Neapel, das Moſelland iſt ſeine
Heimat, und erſt in Zürich gibts wieder Geld, die Kaſſe jedoch
längſt leer. Da braucht’s keiner Ermunterung zum Helfen. „Wir
haben ja noch Käſe”, ein mächtiges Stück reicht die Gretel ihm
hin. „Ich habe ja auch noch Brot!‟ Einen Leib und noch einen
halben nimmt er verwundert entgegen, er traut ſeinen Augen
nicht, und als erſt das Geldſtück aus meiner Taſche kommt, und
er ſpürt’s in ſeiner Hand, und hört die Erklärung „Das habe ich
gerade eben auf dem Gotthard bekommen, ſicherlich für Sie!” da
weiß er nicht mehr, ob es Wahrheit oder Traum iſt — ſo plötzlich
kam der Wechſel von der Verzweiflung zu neuem Lebensmut, daß
er kaum ein Wort des Dankes formen kann, nur ſeine Hand, ſeine
leicht winkende Hand gibt tiefſter innerer Bewegung Ausdruck.—
Uns bedeutete dieſe ſelbſtverſtändliche Hilfe nichts, ihm
alles. So ſchlingt ſich die Kette der Menſchheit, Liebe und Güte
ſchweißt die Glieder zuſammen. Wieviele dieſer edelſten Regungen
des Herzens ſind uns im herrlichen Schweizerlande
entgegenge=
kommen und wie wenig konnten wir weitergeben. Die
einzig=
ſchöne Natur, die gewaltigen Berge, die lieblichen Seen, die
wil=
den Gebirgswaſſer, ewige Schneefelder, blauer Himmel, brodelnde,
brauende Wolkenmaſſen, ſie ſind uns viel, unendlich viel. Jedoch
mehr, viel mehr iſt uns der Menſch, wie er uns hier ſo oft
be=
gegnet, mit offenem Herzen, zur guten Tat bereit der Menſch
voll Güte und Liebe. Urwüchſig, iſt dieſes Volk der
Schwei=
zer, mit ſeinen Bergen verwachſen, ihm ſind ſie Mutter Erde!
Man muß Zeuge geweſen ſein, wie der Sohn dieſes Landes
ver=
träumt hinaufſchaut zu den ewigen Firnen, wie Tränen ihm über
die Wangen rollen und das Lied des einſamen Sennen ihm auf
die Lippen ſpringt: Wahrlich, ſolche Liebe zur Heimat
habe ich nur hier kennen gelernt! Und wie er dieſe
ſeine Welt verſteht, zu deuten weiß, dafür gab uns der 76jährige
Senne auf der Großen Scheidegg Zeugnis. Es war ½12 Uhr,
wohl ½ Stunde ſchon klatſchte der Regen auf die Sennhütte der
Sturm tobte durch die vielen großen Spalten! Der nahe Eiger
hatte ſich mit Wolkenſchleiern dicht verhängt, kaum 5 Meter weit
vermochte das Auge den Nebel zu durchdringen, da kam aus
be=
ſorgtem Herzen die Frage zu dem Alten: „Wie wird’s mit dem
Wetter?” Und er humpelte zur Tür, bläht die Nüſtern und
er=
klärte nach einigem Ueberlegen: „Nach ein und einer halben
Stunde wird’s beſſer!” Ob er wohl recht behielte? Walter, der
junge Führer, erklärte, es werde den ganzen Tag über regnen!
Aber ſiehe da, als es ein Uhr war, klärte es ſich überraſchend
ſchnell auf, und wir konnten bei wunderbarem Wetter die Große
Scheidegg überſchreiten und Meiringen erreichen.
So ging Erlebnis und Deutung durch den dämmerigen Raum
und verband einen Kreis junger Menſchen in Eines. Ein Volk
ſtand vor aller Augen, in der innerſten Seele ſeinen Bergen,
ſei=
nen Firnen, ſeinem Himmel verbunden, das urwüchſige
Volk der Schweizer!
W. Becker, Hornbach, Poſt Birkenau, Heſſen.
zu reifen anfängt, werden ſich die Diebſtähle noch mehren. Die
Not in unſerer Gemeinde iſt infolge der vielen Arbeitsloſen ſehr
groß aber doch ſollte man ſich nicht an fremdem Eigentum
ver=
greifen. — Empfang der Kajakſieger bei der
Arbei=
terolympiade. Die beiden Kajakſieger Adam Boll und
Er=
win Detroy vom hieſigen Arbeiter=Waſſerſportverein kehrten
geſtern abend von der Olympiade in Wien zurück. In einem
gro=
ßen Zuge waren ſämtliche freien Sportvereine nach der Bahn
ge=
zogen und nahmen ſie in Empfang. Im Klublokal wurde
anſchlie=
ßend der errungene Sieg gefeiert. — Waldbrand. An der
Bahnſtrecke von hier nach Mannheim=Waldhof, in der Nähe des
Ausflugreſtaurants Blumenau, brach ein Waldbrand aus, durch
den zirka vier Hektar Kiefernbeſtand zerſtört wurden. Die an der
Brandſtelle bald eintreffenden Wehren ſetzten dem
Zerſtörungs=
werk des Feuers durch Ausheben von Gräben ein Ende. —
Tier=
ſchau. Der Kaninchen=. Geflügel= und Vogelzuchtverein 1904
veranſtaltet kommenden Sonntag in „Hübers Garten” eine
Jung=
tierſchau. Mit dieſer iſt ein Verkauf von Alttieren verbunden, ſo
daß jedem Züchter Gelegenheit außerdem geboten iſt,
einwand=
freies Zuchtmaterial zu erſchwinglichen Preiſen zu erſtehen.
Bm. Hofheim (Ried), 28. Juli. Kinderſchulfeſt. Zum
Beſten der Kleinkinderſchule veranſtaltet die evangeliſche Gemeinde
am kommenden Sonntag, 2. Auguſt, in der Halle der hieſigen
Schützengeſellſchaft ein Kinderſchulfeſt, zu welchem erfreulicherweiſe
die Ortsvereine ihre Mitwirkung zugeſagt haben. Muſikaliſche
und geſangliche Darbietungen, Vorführungen der Kinder und des
Mädchenvereins uſw. bilden ein abwechſelungsreiches
Feſtpro=
gramm. Für Kinderbeluſtigung, wie auch für das leibliche Wohl
der Feſtteilnehmer iſt beſtens geſorgt. Hinſichtlich des edlen Zwecks
dürfte gutes Wetter und rege Teilnahme ſehr zu wünſchen ſein.
Hagelſchäden. Dieſer Tage wurden in hieſiger Gemarkung
die entſtandenen Hagelſchäden durch die Verſicherungsagenten
feſt=
geſtellt. Während der Prozentſatz des einen Agenten die
Land=
wirte recht befriedigen konnte (er wertete bis zu 30 Prozent), fiel
er bei dem anderen Vertreter weit niedriger aus, ſo daß die
Ge=
ſchädigten hierüber ſehr unzufrieden ſind.
Vereinserfolg.
Bei den in Kleinhauſen ausgetragenen Bundesmeiſterſchaften des
Heſſ.=Pfälzer Radfahrerbundes errang die Jugendmannſchaft des
hieſigen Radfahrervereins „Viktoria Blitz” im 6er Jugendreigen
auf Saalmaſchinen den erſten Preis und ſomit die
Bundesmeiſter=
ſchaft. Die erſte Mannſchaft kam im 6er Kunſtreigen mit dem
lang=
jährigen Meiſter 03 Bürſtadt punktgleich, jedoch wurde dieſe
Be=
wertung nicht als einwandfrei anerkannt. Es bleibt nun
abzu=
warten, ob der hieſigen Mannſchaft gemäß ihrer Leiſtung der
Meiſtertitel zugeſprochen wird. Im Korſofahren erhielt der
Ver=
ein für die Jahres=Geſamtleiſtung den vierten Preis in Klaſſe C.
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Samstag, den 1. Auguſt 1931
Geſtorbene. Am 24. Juli: Spaar, Anna Katharina, geb.
Eberhardt, 55 J., Ehefrau des Amtsgehilfen, Wenckſtr. 2. Am 25.:
Seip, Georg, Maſchiniſt, 74 J., Mühlſtraße 48. Stieſi, Sigrid
Ilſe Henriette, 7 J.. Kaupſtraße 43. Am 26.: Wagner, Georg
Wilhelm, Kaufmann. 60 J., Schulſtraße 10. Am 25.: Günther,
Lina, geb. Heß, 37 J., Ehefrau des Fabrikarbeiters, Eberſtadt a. d.
Bergſtr., hier, Lagerhausſtraße 24. Am 26.: Kaffenberger,
Emma, geb. Bernhard, 44 J., Ehefrau des Schneiders,
Riedeſel=
ſtraße 39. Am 27.: Belz, Franz Julius, Kaufmann, 52 J.,
In=
ſelſtraße 26. Jaide. Margarethe geb. Schneider, 72 J., Witwe
des Kanzleirats i. R., Hoffmannſtraße 4. Am 29.: Schafer,
Heinrich Karl Wilhelm, Pfarrer und Dekan, wohnhaft in
Oppen=
heim, zu Darmſtadt, Liebigſtraße 28, 60 Jahre. Adolph, Lina,
Diakoniſſe, Eliſabethenſtift, 44 J. Ackermann, Eliſabetha, geb.
Maul, Ehefrau des Lackierers, Stadtkrankenhaus, wohnhaft hier
Weinbergſtraße 2a, 64 Jahre. Am 30. Juli: Schmidt, Philipp,
Landwirt, 70 J., Braunshardt, hier Grafenſtr. 9.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (1. Auguſt).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
9. Sonntag nach Trinitatis (2. Auguſt).
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Markusge=
meinde. Pfarrer Vogel. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Köhler.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan
Zim=
mermann.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan
Zimmer=
mann. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Beringer.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 2. Auguſt, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer
Abend). — Montag, 3. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasgemeinde. — Dienstag, 4. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Re=
formationsgemeinde (jüngere Abtlg.). — Mittwoch, 5. Auguſt,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. —
Abends 8 Uhr
Jugendbund der Markusgemeinde.
Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.).
Donnerstag, 6. Auguſt,
abends 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas=, Markus= und
Schloß=
gemeinde. — Freitag, 7. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 4. Auguſt, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Donnersrag,
6. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Samstag, 8. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 5. Auguſt, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, 2.
Auguſt, vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Hoch.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Vogel.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Vorder=
haus. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nach=
mittags (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend
Chriſtenlehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt.
Pfarrer Dr. Bergér. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung
von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergot=
tesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Beringer.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag,
4. Auguſt, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
— Donnerstag, 6. Auguſt, abends 8 Uhr, im Martinsſtift:
Mäd=
chenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
(Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 7. Anguſt.
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere
Ab=
teilung)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andach
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor
mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrverwalter Junker aus
Neu=Iſenburg.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 6. Auguſt, abends
8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Gottes=
dienſt. Miſſionar Rottmann. Kollekte für die Heidenmiſſion.
Chriſtenlehre für den Oſtbezirk und Kindergottesdienſt fallen aus.
Veranſtaltungen: Sonntag, 2. Auguſt, abends 3.15
Uhr: Jugendvereinigung.
Montag, 3. Auguſt, abend 8.15 Uhr:
Buben: Kleiner Kreis; Mädchen: Jüngerenkreis. —
— Probe des
Poſaunenchors. — Mittwoch, 5. Auguſt, abends 8.15 Uhr:
Jugend=
bibelſtunde. — Donnerstag, 6. Auguſt, abends 8.15 Uhr: Mädchen:
Aelterenkreis. —
Probe des Poſaunenchors. — Freitag;
Kirchen=
chor fällt aus. — Samstag, 7. Auguſt, abends 7.15 Uhr:
Singe=
kreis
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag. 2. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung.
Montag, 3. Auguſt, abends 8 Uhr:
Ju=
gendbund. — Donnerstag, 6. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heil.
Abendmahl. Pfarrer Waldeck
— Der Kindergottesdienſt fällt
aus. — Ev. Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, 6. Auguſt: Keine Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Nachm. 3.30 Uhr: Miſſionsſtunde. Miſſionar Rottmann
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde.
— Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde.
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde. Prediger Menne. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde
Herr Bringmann. — Freitag fällt die Bibelſtunde in Beſſungen
aus. — Samstag, abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr 24). Sonntag, nachm. 2.3
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4.45 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen.
Abends 8.30 Uhr:
Spielkreis für junge Männer und Weißkreuzſtunde für junge
Mädchen. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. —
Mitt=
woch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. — Abends 8.30 Uhr:
Freundes=
kreis für junge Männer: Spielabend. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im
Freundinnen=
heim, Sandſtraße 24. Vom 15. Juli bis 20. Auguſt: Ferien
Chriſtlicher Verein, junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, abends 8 Uhr: „Was
iſt Saarow?
und Sang und Klang.
Dienstag, abends 8.30
Uhr: Jungvolkbibelſtunde.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde der Hauptabteilung. — Donnerstag: Heimabend. —
Frei=
tag: Sport und Spiel auf unſerem Platz an der Maulbeeralle. —
Jungſchar (Buben bis 14 Jahren): Mittwoch und Samstag, nachm=
4.30—6.30 Uhr im Heim.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 2. Auguſt: Keine
Menſchenweihehandlung.
Nachmittags 2.30 Uhr findet im Saal
der Städt. Akademie für Tonkunſt eine Trauung ſtatt.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 3. Auguſt, abends
8.30 Uhr, im Feierabend. Stiftſtraße 51: Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Predigt. — Montag, abends 8.15
Uhr: Allianzgebetſtunde in der Wendelſtadtſtr. 38. — Dienstag,
abends 8.15 Uhr: Singſtunde in der Mollerſtraße 40. —
Diens=
tag, nachm. 4 Uhr: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag, abds.
8.30 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche)
Wendelſtadt=
ſtraße 38. Sonntag, 2. Auguſt, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule;
abends 8 Uhr: Predigt, Prediger E Bültge. — Mittwoch, 5. Aug.,
abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde, Prediger E. Bültge.
Montag, 3. Auguſt, abends 8.30 Uhr: Zeltgebetsverſammlung.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten).
Mauer=
ſtraße 17. Sonntag, den 2. Auguſt, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Nummer 211
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4 Uhr: Predigt und
Abend=
mahlsfeier. Abends 8.15 Uhr: Jugendſtunde
Mittwoch, den
5. Auguſt, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Freitag, 7. Auguſt,
abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung. (Prediger Hahnel.)
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag.
den 2. Auguſt, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. (Prediger Kruſt.)
11,15 Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm. 3,30 Uhr: Jugendbundſtunde
Abends 8.15 Uhr: Evangeliſationsverkündigung. — Dienstag.
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung
(Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 2. Aug.:
Liebe;
Predigt: 1. Joh. 4:12
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtr. (ehem
Kaſino). Sonntag, den 2. Auguſt, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr
und Mittwoch, den 5. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54
Sonntag, den 2. Auguſt, vormittags 9,30 Uhr, nachmittags 4 Uhr
und Mittwoch, den 5. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe Darm
ſtadt: Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, im Furſtenſaal
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 U
Hauptgottesdienſt. Kollekte für die Innere Miſſion.
Vorm.
10.30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag: Frauenverein. — Freitag
Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 2. Auguſt
6.
Uhr: Chriſtenlehre; 9.30 Uhr: Gottesdienſt;
10.30 Uhr
Kin=
dergottesdienſt der Gr.; 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kl.
Mittwoch: Relig. Abend für Jungen= und Mädchengruppe.
Donnerstag; Frauenabend
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 2. Auguſt
vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre
nachm. 2 Uhr: Gottesdienſt in Waſchenbach
Dienstag: Jugen
vereinigung. — Donnerstag: Frauenverein.
Freitag: Jung
mädchenverein
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 2. Auguſ
9.30 Uhr: Gottesdienſt.
Montag. 6 Uhr: Bubenjungſchar.
8.30 Uhr: Jugendverein. — Dienstag,
—7 Uhr: Bücherausga
8.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, 5 Uhr: Mädchenjungſcha=
8.30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag. 6 Uhr: Bubenjungſcha
8.30 Uhr: Poſaunenchor.
Freitag: Mädchenverein. Sprechſtund
in Kirchenſteuerſachen fällt dieſe Woche aus.) — Samstag: Jugend
verein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen. Alte=Darmſtädterſtr.
Sonntag, den 2. Auguſt, vormittags 9,30 Uhr, und Donnerstag
den 6. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer=Straße
Sonntag, den 2. Auguſt, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, der
5. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt. Weingartenſtraße 35
Sonntag, den 2. Auguſt, vormittags 9,30 Uhr, und Donnerstag
den 6. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger=Straße 22
Sonntag, den 2. Auguſt, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, der
5. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 2‟
Sonntag, den 2. Auguſt, vormittags 9,30 Uhr, und Mittwodl
den 5. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 2:
Sonntag, den 2. Auguſt, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, de
6. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüſſelsheim, Mainzerſtraße 8=
Sonntag, den 2. Auguſt, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, de
6. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung. Ortsgruppe Ebei
ſtadt, Reſtauration „Zur Harmonie”, Pfungſtädter Straße. Jede
Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Rein
heim i. Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Bicken
bach, Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auer
bach, Darmſtädter Straße 69: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
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Zwei wichtige Schriften:
Kirchliche Vermögensverwaltung
im Bereich der evangeliſchen
Landeskirche in Heſſen.
Von Dr. jur. Otto Horre
Oberkirchenrat beim Landeskirchenamt zu Darmſtadt.
1931. 56 Seiten in 8‟. Broſchiert 2.40 RM.
Inhalt: 8 1. Kirche und Staat. § 2. Die zur kirchlich=
vermögens=
rechtlichen Verwaltung berufenen Organe. § 3. Die kirchliche
Vermögensverwaltung im engeren Sinne. §4. Das kirchliche
Bauweſen. 8 5. Das Kirchenſteuerweſen.
Die Schrift iſt die notwendige Ergänzung zu dem Kirchenrecht von Köhler
(1884) und von Eger=Friedrich (1911/14) und wichtig für die
Auf=
ſtellung des Voranſchlages und die geſamte
Vermögensver=
waltung der evangeliſchen Kirchengemeinden in Heſſen.
*
Von demſelben Verfaſſer iſt erſchienen:
Einzelne Gebiete des
Verwaltungs=und Kirchenrechts
im Volksſtaat Heſſen.
1930. 56 Seiten in 80. Broſchiert 3.60 RM.
Inhalt: I. Die Organiſation der Landgemeinden und Städte,
der Kreiſe und Provinzen. II. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit.
III. Das Fürſorgeweſen. (Allgemeine Wohlfahrtspflege;
Für=
ſorgeverordnung. Die Jugendwohlfahrtspflege). IV. Das
Kir=
chenweſen. (Allgemeines. Diejevangeliſche Landeskirche. Die
katholiſche Kirche in Heſſen. Gemeinſame Beſtimmungen für die
evangeliſche und katholiſche Kirche in Heſſen).
Zuſammenſtellung der heute gültigen Beſtimmungen auf wichtigen
Ge=
bieten des Verwaltungs= und Kirchenrechts in Heſſen; Einführung in die
Geſetze und Überſicht über das jetzt geltende Recht.
Zu haben in jeder Buchhandlung und in der Geſchäftsſtelle des
Darmſtädter Tagblatt.
L. C. Wittich Verlag /Darmſtadt
Zur Sicherung und Beauemlichkeit im Gebrauch von
Gas-, Koch- und Heizapparaten
verwendet jede kluge Hausfrau nur den stationären
zünder,„Phänd
oder den
das Handzinder
der Deutschen daszünder-Gesellschaft m. b. H., Siegeni. W.
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Näheres:
Nummer 211
Samstag, den 1. Anguſt 1931
Seite 9
„Kolumbus”-Taken in mehrfacher Auflage. — Konkinenke enkdeckk. — Ein neues „Rieſengebirge‟
in der Arkkis. — Inſeln und Konkinenke, die nichk vorhanden ſind. — Eismeſſungen.
Echo=Lol=Meſſungen. — Mekeorologiſche Beobachkungen.
(6
ſeien ferner die ſüdliche und weſtliche Grenze des Nordpols feſt=
„Muf despenn
geſtellt worden, die bisher noch nicht genau bekannt waren.
Weiter ſei eine neue Gebirgskette entdeckt worden, über deren
Vorhandenſein man bisher noch nichts gewußt habe. Profeſſor
wieder in Briedrichshafen.
Samoilowitſch habe weiter auf die Bedeutung der Zuſammen=
Friedrichshafen, 31. Juli. Das Luftſchiff „Graf
Zeppelin” iſt heute früh um 4 Uhr von ſeiner Arktisfahrt
zurück=
kehrend, über Friedrichshafen eingetroffen. Auf dem
Werftge=
lände fand ſich eine große Menſchenmenge ein und jubelte dem
Luftſchiff bei der Landung zu. 4.52 Uhr erfolgte die Landung
glatt und ohne Zwiſchenfall.
Nach der Landung wurde das
Luftſchiff „Graf Zeppelin” vor
Rf
die Halle gebracht. Um 5.20 Uhr
erfolgte dann die Einfahrt unter
den Klängen des
Deutſchland=
liedes und wehender Flagge.
Als Dr. Eckener an der
Gondel=
tür erſchien, wurde er von dem
zahlreich erſchienenen Publikum
mit ſtürmiſchen Hochrufen
emp=
fangen. Auch Kapitän Lehmann
Neh
wurde von den Zuſchauern mit
Hochrufen begrüßt.
Vor dem Verwaltungsgebäude
erklärte Dr. Eckener ganz kurz,
daß er vollkommen befriedigt
von der guten und
ergebnis=
reichen Fahrt ſei. Die
Flug=
ſtrecke betrage insgeſamt 13000
Kilometer. Eine Aenderung der
Reiſeroute ſei nicht erfolgt.
Profeſſor Samoilowitſch
er=
klärte: Er dürfe einen
Fahrt=
bericht vorläufig nicht geben, da
ihm eine achttägige
Schweige=
pflicht auferlegt ſei. Dieſer Tage
würden die Ergebniſſe
zuſam=
mengeſtellt und die
wiſſenſchaft=
liche Auswertung erfolgen.
arbeit der deutſchen und ruſſiſchen Wiſſenſchaft hingewieſen und
die großen Verdienſte Dr. Eckeners auf dieſem Gebiet geprieſen.
*
Die erſte große Polarexpedition des Graf Zeppelin” hat
geradezu phantaſtiſche Ergebniſſe gehabt, und es hat ſich gezeigt,
daß auch hier der prophetiſche Blick des alten Grafen Zeppelin
untrüglich war, denn er war es, der zuerſt auf die Bedeutung der
Profeſſor Samoilowitſchs
Forſchungsberichl.
Der Vorſitzende der
Geſell=
ſchaft zur Erforſchung des
Polar=
gebietes in der Sowjetunion,
Kamenew, erhielt von Profeſſor Samoilowitſch einen Funkſpruch
über die Ergebniſſe der Arktisfahrt des „Graf Zeppelin”. In
dieſem Telegramm heißt es, daß die Fahrt des Luftſchiffes gute
Ergebniſſe gezeitigt und der Erforſchung der Arktis wertvolle
Dienſte geleiſtet habe. Außer den beſonderen Beobachtungen der
Weltwetterverhältniſſe im Polargebiet des Prof. Motſchanow
Das Luftſchiff neigt ſich zur Landung auf den Flugplatz Berlin=Tempelhof nieder.
Starrluftſchiffe für die Erforſchung der Polargebiete hingewieſen
hat. Mit der ihm eigenen Energie hat er alle Vorbereitungen
dafür getroffen die durch den Krieg hinfällig wurden. Dr. Eckener
hat auch auf dieſem Gebiete ſein Erbe angetreten. Er hat die
Expedition fachmänniſch vorbereitet, daß auch die geringſte
An=
gelegenheit vorbedacht war, ehe ſich das Luftſchiff zum Fluge in
die Arktis in die Lüfte erhob, um ein Mißlingen auszuſchalten.
Auf ſein Luftſchiff konnte er ſich verlaſſen, denn es hat ſich in den
Stürmen des Ozeans bewährt und jetzt nun auch den Beweis
er=
bracht, daß es für die ſchwierige Aufgabe der Erforſchung der
Polarländer das geeignetſte Werkzeug iſt. Erſtaunlich, wie
völ=
lig programmäßig der Flug bis in die kleinſten
Einzelhei=
ten verlief. Sogar die „Landung” und die Uebergabe der Poſt
an den „Malygin” konnten durchgeführt werden. Nur die
Ueber=
nahme von Perſonen mußte unterbleiben, da das Treibeis das
Luftſchiff zu gefährden ſchien. Die Expedition iſt nicht in der
beabſichtigten vollen Ausführung bis zu den Neu=Sibiriſchen
In=
ſeln ausgedehnt worden. Ein Grund iſt vorderhand nicht zu
er=
kennen. Aber auch ſo wurde die Expedition ein voller Erfolg,
r alle wiſſenſchaftlichen Erwartungen und Hoffnungen weit
überſteigt.
Noch nie iſt bei einer Polarreiſe ſo viel wiſſenſchaftliches
Neuland entdeckt worden, wie jetzt, und noch dazu in ſo kurzer
Zeit. Für die wiſſenſchaftliche Arbeit im Polargebiet hatte der
Graf Zeppelin” nicht viel mehr als drei Tage zur Verfügung.
Man nennt die Polarexpedition in Berliner Forſchungskreiſen
den „Rekord=Kolumbus”, Tatlächlich wurde die große
Entdecker=
tat des Kolumbus in mehrfacher Auflage wiederholt, wenn auch
nicht ein Kulturland gefunden wurde. Aber damit rechnete
nie=
mand, und es bedeutet eine große Förderung der Erforſchung
unſeres Planeten, daß über die geographiſchen Verhältniſſe am
Nordpol endlich einmal Klarheit geſchaffen worden iſt. Das große
Viereck Nowaja Semlja — Franz=Joſephs=Land — Nordland
Taimyrhalbinſel wurde eingehend unterſucht und kartographiſch
aufgenommen. Dabei erlebten die Gelehrten die größten
Ueber=
raſchungen, denn es ſtellte ſich heraus, daß die bisherigen
Land=
karten völlig falſch waren. Im Südweſten von Franz=
Joſephs=
land verzeichnete bisher die Landkarte das Harmsworth=Land.
s iſt ebenſowenig vorhanden wie das Albert=Edward=Land.
Das Nordland” ſcheint die Größe eines Kontinents zu haben.
Auf Nowaja Semlia und Franz=Joſephs=Land wurden ganz neue
Verhältniſſe der Grenzen und des Eiſes erkannt. Die weſentlichſte
Entdeckung erfolgte auf der Taimyr=Halbinſel, denn hier, in dieſem
bisher ziemlich unerforſchten Gebiete, fanden die Gelehrten ein
neues „Rieſen=Gebirge”, das ungefähr 30 Kilometer breit und
bis zu 1500 Meter hoch iſt. Vorläufig laſſen ſich die ganzen
Er=
gebniſſe in ihrer vollen Tragweite noch nicht erkennen, da man
auf geringe drahtloſe Meldungen angewieſen iſt, und nur die
Größe des wiſſenſchaftlichen Neulandes durch Vergleiche mit den
bisherigen geographiſchen Ergebniſſen der Polarfahrer ermeſſen
kann. Es iſt ein erſter Ueberblick, der hier geboten werden kann,
denn das volle Endergebnis werden wir nur von Profeſſor
Samoi=
lowitſch und ſeinen Kollegen erfahren, auf die die Forſcher mit
größter Spannung warten. Dann wird es möglich ſein die Karte
des Polargebietes neu zu zeichnen und die Grundlage für weitere
Erkundungsarbeiten zu ſchaffen. Die meteorologiſchen Meſſungen
werden der Wetterkunde zugute kommen.
In praktiſcher Beziehung hat die Polarexpedition
des
Graf Zeppelin” auch bedeutende Erfolge erzielt. Bisher war
die Schiffahrt hier durch die magnetiſchen Anomalien ſtark
be=
hindert. Es wurden hier zahlreiche erdmagnetiſche Meſſungen
vorgenommen, die der Sicherheit der Kompaßnavigation dienten.
Für den vorausſichtlich kommenden Luftverkehr über den Nordpol
ſind dieſe Arbeiten von Bedeutung. Durch die wiſſenſchaftliche
genaue Erkundung der Eisverhältniſſe iſt auch die Möglichkeit
eines Schiffsverkehrs hier ſtark gefördert worden. Der Pol hat
ſeine Schrecken verloren, oder man hat jedenfalls einen genauen
Einblick in die Gefahren erhalten und kann die Möglichkeiten
ihrer Umgehung ſchaffen. Der „Zeppelin” iſt alſo in des Wortes
wahrſter Bedeutung der Pfadfinder und Wegebauer einer
künf=
tigen Polarforſchung und eines Verkehrs über dieſem Gebiet
ge=
worden. Es iſt zu erwarten, daß dieſe Luftſchiffexpeditionen ſich
in abſehbarer Zeit wiederholen werden, da die erſte, ſo
ungewöhn=
lich erfolgreich verlief und die Geeignetheit unſerer
Starrluft=
ſchiffe für derartige Zwecke erwieſen hat. Das Luftſchiff als
Inſtrument der Wiſſenſchaft! Der Sieg des Graf Zeppelin” wird
vorausſichtlich auch in wirtſchaftlicher Beziehung fruchtbar
wer=
den, denn ſo große Leiſtungen, die bisher mit Recht als
gefähr=
lich galten, ſind geeignet, das Urteil der Welt über die
Bedeu=
tung der deutſchen Luftſchiffe aufs günſtigſte zu beeinfluſſen. Die
Kataſtrophen des engliſchen Luftſchiffes und des Polarluftſchus
Nobiles hatten Bedenken erregt und Befürchtungen laut werden
laſſen, ob Luftſchiffe geeignete Verkehrsmittel ſind. Es zeigte ſich,
daß die große techniſche Vollendung der deutſchen Luftſchiffe jeden
Vergleich mit anderen ausſchließt.
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Seite 10
Samstag, den 1. Auguſt 1931.
Nummer 211
Der ägyptiſche Miniſterpräſident Ismail Sidky
Aegyptiſche Polizeiwache
Paſcha mit dem Direktor der Deutſchen Orientbank vor der geſchloſſenen Deutſchen Orientbank
(rechts mit Hut).
in Kairo.
Die ſtarken Geldabziehungen bei den deutſchen Finanzinſtituten haben ſich auch bei den
auslands=
deutſchen Banken ausgewirkt. So mußte die Deutſche Orientbank in Aegypten ihre Schalter
ſchließen und von der ägyptiſchen Regierung Polizeiſchutz für ihre Schalter anfordern.
Ausfahrt des „Nautilus” aus dem Hafen von Plymouth.
Unter der Führung von Sir Hubert Wilkins hat das U=Boot „Nautilus” jetzt aus dem Hafen von
Plymouth ſeine Nordpolreiſe angetreten. Urſprünglich war ein Zuſammentreffen des „Nautilus”.
mit dem „Graf Zeppelin” in der Arktis geplant, doch mußte der „Nautilus” wegen ſchwerer
Havarien ſeine Ausreiſe verſchieben.
Reich und Austand.
Zwangsetat für Wiesbaden.
Wiesbaden. Der Regierungspräſident
hat von dem ihm zuſtehenden Oberaufſichtsrecht
Gebrauch gemacht und den Zwangsetat für die
Stadt feſtgeſetzt, nachdem die ſtädtiſchen
Körper=
ſchaften keine ausführbaren Beſchlüſſe vorgelegt
hatten. Die Feſtſetzung des Haushaltsplanes war
aber nach Anſicht der Regierung nicht länger
auf=
ſchiebbar, ſollte die Stadtverwaltung im
vorge=
ſchriebenen Gang erhalten und ein
Kaſſenzuſam=
menbruch vermieden werden. Infolge der
Ver=
hängung des Zwangsetats werden u. a. die
Be=
träge der Bürgerſteuer verdreifacht, die
Kanal=
benutzungsſteuer wieder erhoben, das Schulgeld
für die Mittelſchulen von 108 auf 120 RM.
er=
hökt und die Sätze für die
Unterſtützungsempfän=
ger herabgeſetzt. Außerdem hat die Regierung
die Aufwandsentſchädigung für die
Stadtverord=
neten und die unbeſoldeten Magiſtratsmitglieder
im Etat geſtrichen. Zur Deckung eines noch
ver=
bliebenden Fehlbetrages von 3 956 759 RM. im
Etat, der in Einnahmen und Ausgaben mit
49 746 475 RM. feſtgeſtellt worden iſt, ſchlägt der
Regierungspräſident dem Magiſtrat vor, den
Er=
trag der bereits genehmigten Anleihe bei der
Zentral=Boden=Kredit A. G. und den Erlös aus
der Verwertung von Wertpapieren zu
ver=
wenden.
Einſturz einer 40 Meter langen Mauer.
Klingenberg a. M. Mit donnerähnlichem
Getöſe ſtürzte hier die alte etwa 6 Meter hohe
Mörtelmauer hinter dem Gotteshauſe in einer
Länge von 40 Metern ein. Die dort beſchäftigten
Arbeiter merkten, daß Gefahr drohte und liefen
fort, um Stützungsmaterial herbeizuholen.
Wäh=
rend dieſer Zeit erfolgte der Einſturz, und nur
dieſem Umſtand iſt es zu danken, daß die
Kata=
ſtrophe keine Menſchenleben koſtete, denn ganz
gewaltige Erdmaſſen ſind abgerutſcht, deren
Ent=
fernung viel Arbeit erfordert. Das ganze iſt
ein wüſter Trümmerhaufen.
Schweres Autounglück bei Augsburg.
Augsburg. Ein aus Dillingen kommender
mit ſechs Perſonen beſetzter Schnelllieferwagen,
der einer Münchener Firma gehört, ſtürzte beim
Ueberholen eines anderen Lieferwagens mit
voller Wucht in den Straßengraben und wurde
vollſtändig zertrümmert. Von den Inſaſſen wurde
ein neunjähriges Mädchen aus Dillingen ſofort
getötet, ein fünf Jahre altes Mädchen aus
Dil=
lingen und ein 20 Jahre alter Maler aus Halle
wurden lebensgefährlich verletzt. Die übrigen
Inſaſſen kamen mit leichteren Verletzungen
davon.
Der Kronprinz von Liechkenſtein
Heirakek eine amerikaniſche Millionärin
Hoher Beſuch in der Ferienauslandſchule Hohenlychen (Mark).
Prinz Johann von Liechtenſtein,
er Thronfolger des Zwergfürſtentums
Liechten=
ein, mit ſeiner Gattin, der amerikaniſchen
Mil=
onenerbin Aleance Mc Farland aus Texas,
it der er ſich am 29. Juli in London vermählte.
Die internationalen Ferienkinder laſſen den Beſuch hochleben. — Vorn in der Mitte Kultusminiſter
Grimme (mit Brille), der ſpaniſche Botſchafter de Caſtro und Berlins Oberbürgermeiſter Dr. Sahm.
In dem Pannwitz=Ferienheim in Hohenlychen (Mark) verbringen engliſche und franzöſiſche
Schü=
ler ihre Ferien gemeinſam mit deutſchen Kindern. Die jungen Engländer, Franzoſen und Deutſchen
vertragen ſich ganz ausgezeichnet und machen raſche Fortſchritte im gegenſeitigen Erlernen der
fremden Sprachen.
Zugunfall bei Alkenhundem.
40 Leichtverletzte.
Hageni. W. Durch einen leichten Zugunfall
in der Nähe von Kirchhundem bei Altenhundem
wurde geſtern nachmittag in dem Zuge Eſſen—
Frankfurt, der hauptſächlich mit Ferienreiſenden
beſetzt war, eine große Anzahl Perſonen verletzt.
Der Unfall entſtand dadurch, daß beim Halten
des Zuges vor dem Blockſignal Kirchhundem die
Schiebelokomotive auf den Zug drückte, während
die Zuglokomotive hielt. Bei dem Anprall
wur=
den die Koffer in den Gepäcknetzen
herabgeſchleu=
dert und etwa 40 Perſonen leichter verletzt. In
der Hauptſache handelt es ſich um
Armquetſchun=
gen oder leichtere Verletzungen durch Glasſplitter.
Brand im Lager einer Filmgeſellſchaft.
Die Hausbewohner in großer Not.
Rom. Im Lager einer italieniſchen
Film=
geſellſchaft in Rom brach aus noch unbekannter
Urſache ein Brand aus, der in wenigen Minuten
das ganze fünfſtöckige Gebäude, in dem ſich auch
eine Krankenklinik befindet, in Flammen und
Rauch hüllte. Unter den Bewohnern und
Kran=
ken entſtand eine Panik. Die Feuerwehr hatte
große Schwierigkeiten, die ſchwer bedrohten
Hausbewohner in Sicherheit zu bringen. Mehrere
Perſonen mußten ins Sprungtuch geworfen
wer=
den. Sechs Perſonen erlitten ſchwere
Brand=
wunden. Der angerichtete Sachſchaden beträgt
über eine halbe Million Lire.
Eine zu ſpät gekommene Erbſchaft.
Offenburg. Dieſer Tage waren zwei
aus=
ländiſche Rechtsanwälte in Offenburg erſchienen,
um einem Fräulein Geiger die Mitteilung zu
machen, daß ihr eine Erbſchaft von 30 Millionen
Dollar aus Amerika zugefallen ſei. Sie mußten
aber feſtſtellen, daß die in Betracht kommende
Dame bereits vor zwei Jahren in hohem
Lebens=
alter geſtorben iſt, ohne beſonderes Vermögen zu
beſitzen.
Der Bau der Rheinuferſtraße vorläufig
eingeſtellt.
Braubach. Die Arbeiten an der
Rhein=
uferſtraße des Abſchnittes Filſen—Oſterſpai—
Braubach ſind von heute ab eingeſtellt worden.
Der Grund liegt in der ſchweren Beſchaffung der
Zahlungsmittel. Die Arbeiten ſollen in zirka
14 Tagen wieder aufgenommen werden.
Autobusunglück im Saargebiet.
Saarbrücken. Geſtern früh iſt in
Ober=
ſalbach bei Heusweiler ein Omnibus, der
Berg=
leute zur Grube brachte, verunglückt. In einer
abſchüſſigen Kurve verſagte das Steuer des
ſchweren Wagens. Der Lenker verſuchte in eine
etwas anſteigende Straße einzubiegen. Dabei
kam der Omnibus zu weit nach links und ſtreifte
eine hohe Gartenmauer. Die linke Seite der
Ka=
roſſerie wurde aufgeriſſen. Die auf dieſer Seite
ſitzenden Bergarbeiter wurden herausgeſchleudert
und gerieten zum Teil zwiſchen Wagen und
Mauer. Von den 42 Inſaſſen erlitten drei
ſchwere Knochenbrüche und 16 leichtere
Schnitt=
wunden und Prellungen.
Amy Johnſon in Omſk eingetroffen.
Omſk. Die Fliegerin Amy Johnſon iſt hier
eingetroffen.
Juſtizangeſtellter vertreibt Falſchgeld.
Berlin. Das Schöffengericht Berlin=Mitte
verurteilte am Freitag den Juſtizangeſtellten
Karl Wilk wegen Münzverbrechens,
Aktenbeſei=
tigung, Amtsunterſchlagung und fortgeſetzten
Be=
truges zu einem Jahr Gefängnis. Wilk hatte,
als er für einige Tage als Aushilfskraft zum
Fälſchungsdezernat der Staatsanwaltſchaft I
ver=
ſetzt worden war, 29 falſche Fünf= und elf falſche
Zweimarkſtücke aus Ermittlungsakten an ſich
ge=
nommen. Als er ſich dafür in Potsdam einen
Anzug kaufen wollte, wurde das Falſchgeld
er=
kannt und Wilk feſtgenommen.
Mordverſuch und Selbſtmord.
Berlin. Der 30jährige polniſche
Staats=
angehörige Fliederbaum gab geſtern früh auf
eine 18jährige Kontoriſtin in einer Penſion zwei
Schüſſe ab und tötete ſich darauf durch einen
Schuß in die Schläfe. Die verletzte Kontoriſtin
wurde ins Krankenhaus übergeführt.
König Boris als Lebensretter,
Sofia. Die Blätter berichten über eine
mutige Tat des Königs Boris. Während eines
heftigen Gewitters war eine Barke mit mehreren
Perſonen in der Nähe von Euxinograd auf dem
Schwarzen Meer in großer Gefahr
unterzu=
gehen, als ihr plötzlich ein Motorboot zu Hilze
kam. Dem Führer des Motorbootes gelang es
mit großer Mühe, die geſamte Beſatzung der
Barke an Bord zu nehmen und zu retten. Es
ſtellte ſich heraus, daß der Lebensretter König
Boris perſönlich war. Er hatte von ſeiner Villa
in Euxinograd aus die Gefahr bemerkt und eilte
mit einem Motorboot den Bedrängten zu Hilfe.
Der engliſche Richter Ralph Garlick,
der Vorſitzende des Gerichtes in Alipore (
In=
dien), wurde während einer
Gerichtsverhand=
lung von einem Inder niedergeſchoſſen und
ſchwer verletzt. Der Tärer wurde durch die
an=
enden Poliziſten überwältigt.
800 Jahre Kloſter Eberbach.
Hattenheim. Die ehemalige Ciſterzienſer=
Abtei Eberbach feiert in dieſem Jahr das
Jubi=
läum ihres 800jährigen Beſtehens. 3,5
Kilo=
meter nördlich von Hattenheim liegt das Kloſter
in einem idylliſchen vom Kiſſelbach durchfloſſenen
Tal. Die Gründung des Kloſters Eberbach, das
lange Zeit der geiſtige und kulturelle
Mittel=
punkt des Rheingaues war, geſchah, verglichen
mit den uralten Niederlaſſungen am Rheinufer,
verhältnismäßig ſpät. Die erſte Beſiedlung des
Tales erfolgte um 1116, als Erzbiſchof Adalbert
von Mainz hier Chorherren des
Auguſtineror=
dens anſiedelte, die aber, da ihre Kloſterzucht zu
wünſchen übrig ließ, bald nach Gottesthal
ver=
ſetzt wurden. Adalbert überließ dann den Ort
den Benediktinern von Johannisberg, kaufte ihn
dann aber im Jahre 1131 für 50 Pfund Silber
zurück und wandte ſich an den berühmten Abt
Bernhard von Clairvaux mit der Bitte, die
Stätte neu zu beſiedeln. Unter Führung des
Abtes Rothardt ließ ſich eine Anzahl Mönche im
Jahre 1131 hier nieder und gründeten damit das
erſte Ciſterzienſerkloſter auf deutſchem Boden.
Die Tatkraft der Mönche und die vortreffliche
Lage des Kloſters führten zu einem ſchnellen
Aufblühen. Beſonderes Augenmerk richteten die
Mönche auf den Weinbau. Der „Steinberger” iſt
heute noch einer der edelſten deutſchen Weine.
Bunt und romantiſch iſt die Kloſtergeſchichte.
Geiſtiger und kultureller Aufſchwung wechſelten
miteinander ab, bis das Kloſter am 25. Februar
1803 durch den Reichsdeputationshauptausſchuß
ſäkulariſiert wurde. Seiner urſprünglichen
Be=
ſtimmung enthoben, diente das Gebäude als
Strafgefängnis, Lazarett und
landwirtſchaft=
lichen Zwecken, bis es der Staat als Domäne
übernahm. Heute iſt Eberbach ein beliebtes
Aus=
flugsziel. Der Fremde läßt ſich von der alten
Architektur, den Gewölben und Kreuzgängen,
von der Ornamentik, den Steinkreuzen und
ſon=
ſtigen Requiſiten die 800jährige Geſchichte des
Kloſters erzählen.
Große Ueberſchwemmungen in Indien.
Kalkutta. Große Ueberſchwemmungen
wer=
den aus verſchiedenen Teilen von Aſſam
ge=
meldet, wo der Brahmaputra über die Ufer
ge=
treten iſt. Die Stadt Diborgarh und eine Reihe
Dörfer ſtehen vollſtändig unter Waſſer.
Menſchen=
leben ſollen nicht zu beklagen ſein; dagegen ſind
zahlreiche Viehherden den Fluten zum Opfer
ge=
fallen. Der angerichtete Sachſchaden iſt ſehr
be=
trächtlich und eine große Anzahl von Perſonen
iſt obdachlos geworden und hat ſich in höher
gelegene Gebiete geflüchtet.
Engliſcher Richker in einem indiſchen
Gerichtsſaal niedergeſchofſen.
Die Wirkung der deutſchen Geldkriſe im Orienk.
Erſtes Originalbild vom Skart des U-Bookes „Naukilus” zur Nordpolfahrt.
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Samstag, den 1. Anguſt 1931
Seite 11
der Sport des Sonntags.
Die Wiederkehr des Fußballſportes.
Nachdem bereits am vergangenen Sonntag einige Fußballſpiele
aus=
getragen wurden, beginnen am Wochenende auf der ganzen Linie wieder
die Spiele. Aber auch die übrigen Sportarten geben ſich noch nicht
ge=
ſchlagen und warten noch mit großen Ereigniſſen auf. Allein fünf
Deut=
ſche Meiſterſchaften verzeichnet das Programm, und zwar der
Leicht=
athleten, Damen und Herren getrennt, der Schwimmer, im Tennis und
im Kraftſport. Groß iſt auch das Programm im Radſport.
Fußball.
In der Gruppe Main wird der 11. Ligaplatz zwiſchen der Sp.Vg.
Fechenheim und dem FC. Germania 94 Frankfurt in Offenbach vergeben.
Nach dieſem Spiele ſtehen dann die Bezirksligiſten in allen acht
ſüddeut=
ſchen Gruppen feſt. Die Ausſichten fur den Kampf ſind offen. Groß
iſt das Programm der Privatſpiele in Süddeutſchland. Bereits am
Samstag ſpielen: FSV. Frankfurt—SV. Wiesbaden, Viktoria
Aſchaf=
fenburg—VfR. Fürth, SV. Klein=Steinheim—FC. 93 Hanau, Bayern
München—WAC. Wien. Saar Saarbrücken—Rapid Wien, Phönig
Karlsruhe—Phönix Ludwigshafen, FC. Mannheim 08—FV. 04 Raſtatt,
Pfalz Ludwigshafen—Amicitia Viernheim, Union Augsburg—Teutonia
München. Ulmer FV. 94—DSV. München, SSV. Ulm—SpFr.
Eß=
lingen, SC. Schwenningen—SC. Freiburg. — Der Sonntag bringt
dann folgende Treffen: SV. Wiesbaden—Kickers Offenbach, Alemannia
Worms—VfL. Neu=Iſenburg, 1. FK. Kaiſerslautern—Union Niederrad,
Union Heidelberg—VfL. Neckarau, Union Böckingen—VfR. Mannheim,
VfR. Kaiſerslautern-Ludwigshafen 03, FV. Saarbrücken—VfB.
Dil=
lingen, VfB. Stuttgart—Rotweiß Frankfurt, Eintracht Frankfurt—
Kik=
kers Stuttgart, Wacker München-Karlsrher FV., 1. FC. Nürnberg—
Dresdener Sportklub, FK. Pirmaſens—Rapid Wien, SV. Feuerbach-
Teutonia München, 1. FC. Pforzheim—Phönix Ludwigshafen, FV.
Zuf=
fenhcuſen—Phönix Karlsruhe, SC. Freiburg—Old Boys Baſel. — Auf
Reiſen ſind die 1860er aus München. Sie ſpielen am Samstag gegen
Fortuna Leipzig und am Sonntag gegen eine Kombination Altona 93
Union. Die SpVg. Fürth ſpielt am Sonntag gegen Gutsmuts Dresden;
am Vortage weilen die Fürther bei Tennis=Boruſſia Berlin zu Gaſt. Von
den Ereigniſſen im Reich verdient das Jubiläumsturnier des Berliner
Polizeiſportvereins mit Juventus Turin und Admira Wien als Gäſten,
erner mit Hertha=BSC. Berlin und Tennis=Boruſſia beſondere
Erwäh=
nung. Aus dem Auslande ſei ein Länderſpiel Jugoſlavien—
Tſche=
chei in Belgrad genannt.
Leichtathletik.
Gewohnheitsgemäß ſteigen am erſten Auguſtſonntag die deutſchen
Meiſterſchaften, die in dieſem Jahre erſtmals mit Recht ihre
Bezeichnung verdienen, weil Turnerſchaft und Sportverband gemeinſam
als Veranſtalter zeichnen. Das Meiſterſchaftsprogramm wurde aus
die=
ſem Anlaß geringfügigen Aenderungen unterworfen. Wie in den
ver=
gangenen Jahren werden die Titelkämpfe auch diesmal getrennt
durch=
geführt — für Männer und Frauen —, um die Abwicklung an zwei
Ta=
gen zu ermöglichen. Für die Meiſterſchaften der Männer im
Deutſchen Stadion in Berlin liegen 468 Einzel= und 34 Staffelmeldun
gen vor, von denen auf die Turnerſchaft 118 Einzel= und 8
Staffelmel=
dungen entfallen, während 350 Einzel= und 26 Staffelmeldungen aus dem
Lager der Sportler eingegangen ſind. Wie in jedem Jahre wird man
auch diesmal große Kämpfe erwarten dürfen, da alle „Kanonen” der
bei=
den Lager am Start erſcheinen. Für die Frauenmeiſterſchaften
in Magdeburg liegen 130 Einzelmeldungen (143 DSB., 47 DT.) und 15
Staffelmeldungen (12 DSB., 3 DT.) vor. Auch hier trifft ſich die
deut=
ſche Elite, und man wird an dieſem Tage wahrſcheinlich auch wieder mit
einigen Höchſtleiſtungen rechnen dürfen. Mit den Meiſterſchaften iſt
aber das Leichtatheltikprogramm des Sonntags keinesfalls erſchöpft. Es
ſibt in Frankenthal noch ein für Süddeutſchland offenes Sportfeſt und
im Auslande zwei Länderkämpfe von Bedeutung: Frankreich gegen
Eng=
land in Paris und Ungarn gegen Italien in Budapeſt.
Tennis.
Deutſchlands wichtigſtes Ereignis im „weißen Sport” ſind die
inter=
nationalen deutſchen Meiſterſchaften, die traditionsgemäß in Hamburg
ausgetragen werden. Die Meiſterſchaften haben in dieſem Jahre eine
ausgezeichnete Beſetzung gefunden. England, Deutſchböhmen,
Argenti=
nien, Oeſterreich und Frankreich ſenden größere Vertretungen mit
vie=
len bekannten Spielerinnen und Spielern. Spanien, Schweden, Polen,
Dänemark und Ungarn ſind weiter in den Meldeliſten verzeichnet. Zu
dieſer auserleſenen Geſellſchaft kommen die beſten deutſchen Spielerinnen,
u. a. auch Cilly Auſſem, und ſelbſtverſtändlich auch die deutſche
Spitzen=
klaſſe der Herren.
Schwimmen.
Der Deutſche Schwimmverband trägt ſeine Deutſchen Meiſterſchaften
n der deutſchen Oſtmark aus und hat ſich Königsberg zum Schauplatz
einer Titelkämpfe erkoren. Trotz der exponierten Lage der oſtpreußiſchen
Metropole haben die Meiſterſchaften 100 Einzelmeldungen und 33
Mannſchaftsmeldungen gefunden. Außer Küppers=Vierſen und der
Nürnberger Springerin Jordan erſcheint die geſamte deutſche Elite.
Radſport.
Recht umfangreich iſt das Programm der Radrennbahnen. In
Süd=
deutſchland zieht die Bahn Reichelsdorfer Keller, in Nürnberg einen
Renntag auf, und im Reich werden Rennen in Berlin (Olympiabahn),
Forſt, Halle, Krefeld und Leipzig gefahren. Köln ſteht im Zeichen der
„Rheiniſchen Radſportwoche” mit vielen radſportlichen Veranſtaltungen.
Der heulige Freiluft=Kampfabend des 5. 5. 1898
der im Rahmen einer Doppelveranſtaltung im Stadion am
Böllen=
falltor vor ſich geht, verſpricht, nach Ausleſe der Paarungen zu
irteilen, durchweg intereſſante Kämpfe. Die Boxabteilung der
1860 Frankfurt=Bockenheim,
Turngemeinde.
velche hierbei mit ihrer 1. Kampfſtaffel derjenigen Sportvereins
gegenüberſteht, genießt wegen ihrer ausgefeilten, gefälligen
Box=
echnik vorzüglichen Ruf weit über das Gebiet des Mainbezirks
RRFAB. (Deutſcher Reichsverband für Amateur=Boxen) hinaus.
Kein Anhänger des immer mehr Boden gewinnenden Boxſports
ollte verſäumen, ſich dieſen erſten Freiluft=Kampfabend
Darm=
tadts anzuſehen. Die Eintrittspreiſe ſind niedrig gehalten. Und
das trotz reſpektabler Unkoſten für den Veranſtalter und des
vorausgehenden, um 6.45 Uhr begindenden
Handballſpiels Turngemeinde Beſſungen 1. gegen Sportverein 1b.
Dabei tritt Beſſungen mit folgender Elf an: H. Aßmuth. Erkers,
körner Gg. Aßmuth, Geyer, Jäger, Adam, Dölp, Holletſchek,
kaltenbach und Bauer. Sportverein ſtellt dagegen: Speer, Zopf,
Rieger, Rupp, Hepting, Karg, Wahl, Rathgeber, Fr. Weber, Her=
Bei ſchlechter Witterung (z. B. Regen)
el und Nungeſſer.
werden die Boxkämpfe auf ſpätere Termine verlegt. Das Hand
dallſpiel findet auf alle Fälle ſtatt.
Der Kampf Trumpfheller gegen Limbach wurde von
Bocken=
eim abgeſagt, weil ſich Limbach beim letzten Training eine
Hand=
derletzung zugezogen hat.
Die Darmſtädter Turnerſchaft e. V. in Kirn a. d. Nahe.
Die Schwimm=Abteilungen der Darmſtädter Turnvereine
eilen am Samstag und Sonntag in Kirn a. d. Nahe und
neh=
fen an den Wettkämpfen des Kreisſchwimmfeſtes teil. Zwei
Ver=
ine, die Tgde. 1846 und die Tgſ. 1875, haben zu dieſer
Kreis=
eranſtaltung ihre Meldungen abgegeben, und es iſt wohl auch
lit Beſtimmtheit anzunehmen, daß es den Teilnehmerinnen und
eilnehmern gelingt, manchen erſten Sieg mit nach Darmſtadt zu
ringen. Die Schwimmerinnen der Tgde. 1846 werden wohl
wie=
er ihre alte Stärke im Mittelrheinkreis beweiſen, und die
Waſſer=
allmannſchaft der 46er iſt zurzeit auch gut in Form, ſo daß man
uch in dieſem Wettkampf auf einen guten Erfolg rechnen kann.
te Schwimmer ſind ebenfalls zu verſchiedenen Rennen gemeldet
nd hier hat man große Hoffnung auf die jungen Kräfte der
3(5er, ob es ihnen gelingt, gegen kampferprobte Turner aus
em Kreisgebiet aufzukommen, wird die Siegerliſte der
Veran=
altung aufweiſen. Wir wünſchen den Daxmſtädtern einen vollen
rfolg.
Hundenn.
Sporkverein 1898.
Mit dem 1. Auguſt hat die Sommerruhe ihr Ende
genom=
men, das neue Spieljahr hat begonnen. Da heißt es nun, wie
all=
jährlich, von vorne anfangen. Ueberall ſieht man mit geſpannten
Erwartungen und großen Hoffnungen den kommenden
Verbands=
ſpielen entgegen. Beſonders gilt dies für die Handball=Ligaſpiele
des Mainbezirks, der auf ſeinem Bezirkstag in Mainz den
eigen=
nützigen Frankfurter Antrag auf Dreiteilung des Gebietes
gut=
hieß. Dieſes Dreigruppenſyſtem iſt in allerjüngſter Zeit wieder
ins Wanken geraten dadurch, daß die Wormſer Vereine, die
da=
mals in der Hoffnung auf größere eigene Vorteile für den
An=
trag ſtimmten, ſich nun weigern, in der Darmſtädter Gruppe
mit=
zuſpielen, weil ſie eine fünfmalige Fahrt nach Darmſtadt und
Umgebung beſtreiten müſſen. Ob es nun wieder wie vorher zu
einer Zweiteilung des Bezirks kommt? Wie dem auch werden
mag, die drei Darmſtädter Vereine ſehen dem Kommenden mit
roßer Ruhe entgegen. Hoffentlich hat ſich der Krämergeiſt der
Frankfurter Antragſteller ſelbſt ein Schnippchen geſchlagen.
Als offizieller Beginn der Verbandsſpielrunde iſt der 9. Aug.
vorgeſehen, die Ligaerſatz= und 3. Mannſchaften beginnen ihre
Ver=
bandsſpiele erſt am 16. Auguſt.
Die Ligamannſchaft des Süddeutſchen Meiſters, der nach den
langen und ſchweren Kämpfen der letzten Spielzeit die Ruhe
wohl=
getan haben wird, ſteht gleich am erſten Spieltag einer ſchweren
Aufgabe gegenüber; ſie hat — es mag vielleicht etwas grotesk
erſcheinen — 8 Tage vor Beginn der neuen Verbandsſpielzeit ſich
rſt noch den Titel des Süddeutſchen Handballmeiſters der alten
Runde zu erkämpfen. Das Vorſpiel gegen Spielvgg. Fürth, das
bereits im April dieſes Jahres ſtattfand, wurde mit 7:3 überlegen
gewonnen. Die Darmſtädter brauchen alſo nur noch ein
Unent=
ſchieden in Fürth erzielen, um abermals das Ziel erreicht zu
jaben. Die Spielvgg. Fürth benutzt die Anweſenheit ihres großen
Gegners und alten Konkurrenten, um das 10jährige Beſtehen
ihrer Handballabteilung feierlich zu begehen. Es ſteht deshalb
auch ſchon aus dieſem Grunde beſtimmt zu hoffen, daß das
Zuſam=
mentreffen in Fürth zu einem wahren Propagandaſpiel werden
wird. Die Darmſtädter Mannſchaft, die in ihrer alten
Aufſtel=
lung ſpielt und nur Werner, der vorerſt aus beruflichen
Grün=
den ausſetzt, durch Pohl erſetzt hat, fährt bereits heute um 13.30
Uhr ab; das Spielreſultat wird morgen während des
Fußball=
ſpiels gegen Haſſia Bingen auf dem Stadion bekannt gegeben
werden.
Die aus der ſpielſtarken vorjährigen 1. Jugendmannſchaft neu
aufgefriſchte Ligaerſatzmannſchaft tritt heute abend 6.45 Uhr in
ihrem erſten Spiele gegen die Handballmannſchaft der
Turn=
gemeinde Beſſungen an; das Spiel findet vor der Freiluft=
Box=
veranſtaltung ſtatt.
Spielvereinigung Arheilgen—Rot=Weiß Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag, dem 2. Auguſt 1931, vormittags
0 Uhr, iſt Rot=Weiß Gaſt bei Arheilgen 05, die bekanntlich die
Pokal=Meiſterſchäft errangen und ſomit wieder zur Ligaklaſſe
auf=
gerückt ſind. Rot=Weiß wird ſich gewaltig anſtrengen müſſen, um
einen Sieg nach Hauſe zu bringen, zumal Arheilgen durch
Ein=
ſtellung junger talentierter Kräfte ſehr an Durchſchlagskraft
ge=
wonnen hat. Jedenfalls iſt mit einem ſpannenden Spiel zu
rech=
nen und Rot=Weiß zur Hergabe ſeines ganzen Könnens
gezwun=
gen, da Arheilgen auf eigenem Gelände ſchon immer ein
beacht=
licher Gegner war.
Sportplatzweihe des T.= u. SpV. Braunshardt.
Am kommenden Sonntag, den 2. Auguſt 1931, wird der neu
hergeſtellte Sportplatz „Neuwieſe mit Spiel und Konzert
ein=
geweiht.
Nachdem die 1. Mannſchaft die A=Meiſterſchaft des Kreiſes
Statkenburg errungen hat und ſich in den Aufſtiegsſpielen der
Gruppe Darmſtadt—Worms ebenfalls als Meiſter behaupten
konnte, war es ihr vergönnt, in die höchſte Klaſſe aufzurücken.
Schon im vorigen Jahre konnte die Mannſchaft als A=Meiſter
hervorgehen und ſich in den Aufſtiegsſpielen an zweiter Stelle
hinter Eintracht Frankfurt a. M. placieren. Der Verein war
deshalb beſtrebt, ſeinen Sportplatz, der bisher hinſichtlich der
Größe nicht den Regeln entſprach, neu herzuſtellen, was ihm auch
tatſächlich gelungen iſt. Der Platz iſt jetzt ſoweit fertiggeſtellt,
und ſoll am Sonntag, den 2. Auguſt, feierlich eingeweiht werden,
Die Veranſtaltung beginnt nachmittags 2 Uhr mit
Handball=
ſpielen der zweiten Mannſchaft und Jugendmannſchaft.
Anſchlie=
ßend daran findet das Haupttreffen zwiſchen der Ligamannſchaft
des Veranſtalters und der Ligamannſchaft des Gruppenmeiſters
Mainz 05 ſtatt. Hier wird man geſpannt ſein, wie ſich der
Liganeuling aus der Affäre zieht. — Vor allem verſprechen die
Veranſtaltungen am Sonntag nachmittag recht guten Sport zu
bieten. Ein Beſuch iſt daher ſehr zu empfehlen, zumal die
Ein=
trittspreiſe äußerſt niedrig gehalten ſind.
und Handball=Pokal=Turnier
Sporkabkeilung Merck.
Am Samstag, den 1. Auguſt, beginnend um 5 Uhr
nachmit=
tags, trägt die Sportabteilung Merck auf ihrem Sportplatz an
der Maulbeerallee ihre diesjährigen Vereinswettkämwfe aus. Es
ſind vorgeſehen für die Aktiven und 4=Jugend 5 Kämpfe, für die
V=Jugend 3 Kämpfe. Desgleichen tragen die Inaktiven der
Sport=
abteilung, vorwiegend die Alten Herren der Fauſtball=Gruppe,
einen Sonder=Dreikampf aus.
Am Sonntag, den 2. Auguſt, finden ebenfalls an der
Maul=
beerallee, die Handballſpiele um den von der Firma E. Merck
geſtifteten Pokal ſtatt, der von der Sportvereinigung 04
Arheil=
gen zu verteidigen iſt. An Stelle der „Eintracht Darmſtadt” ſpielt
die in gutem Ruf ſtehende neue Mannſchaft des Sportvereins
Trebur. Die Polizei, die im vorigen Jahre mit viel Erſatz
an=
getreten iſt, wird dem Pokalverteidiger viel zu ſchaffen machen.
Auch Merck hat, trotz der Inanſpruchnahme durch ausgedehnte
Bauarbeiten auf dem Platze, eifriges Training gepflegt, ſo daß
wir glauben, am Sonntag eine Reihe guter und ſportlich
intereſ=
ſanter Spiele vor uns zu haben.
Die Spiele beginnen um 10 Uhr vormittags und werden um
3 Uhr nachmittags fortgeſetzt.
Sporlverein Darmſtadk 1898 — Haſſia Bingen.
Die neue Spielſaiſon eröffnet der Sportverein Darmſtadt
898 am kommenden Sonntag, nachmittags 4 Uhr, mit dem
Rück=
ſpiel gegen Haſſia Bingen. Das Spiel bildet gleichzeitig den
Auftakt fur die am 9. Auguſt beginnenden Verbandsſpiele und ſoll
die letzte Klärung über die endgültige Aufſtellung der
Ligamann=
ſchaft der 98er für die Verbandsſpiele bringen.
Haſſia Bingen iſt aus ihrer früheren
Bezirksligazugehörig=
keit hier noch gut bekannt. Ihre Mannſchaft hat ſchon im erſten
Jahre ihres Wirkens in der Kreisliga eine ſehr gute Rolle
ge=
ſpielt und gilt als ernſteſter Meiſterſchaftsanwärter in den
kom=
menden Verbandsſpielen. Bingen hat das Vorſpiel, das die 98er
in Verbindung mit einer Rheinfahrt im Juni d. J. in Bingen
austrugen, mit viel Glück glatt gewonnen. Abgeſehen davon,
daß die Sportvereinsmannſchaft die Vorſpielniederlage
wettzu=
nachen hat, ſoll ſie zeigen, daß ſie für die bevorſtehenden
Ver=
bandsſpiele gerüſtet iſt. — Ein Beſuch des Spieles iſt um ſo mehr
zu empfehlen, als ſämtliche Eintrittspreiſe der Notzeit
entſpre=
chend gering ſind. Während des Spieles wird der Ausgang des
in Fürth ſtattfindenden Spieles der Handball=Ligamannſchaft
der 98er gegen Spielvereinigung Fürth um die ſüddeutſche
Hand=
ballmeiſterſchaft bekanntgegeben
Vor dem Fußball=Ligaſpiel trägt eine kombinierte
Mann=
ſchaft der 98er ein Freundſchaftsſpiel gegen FC.
Dreieichen=
hain aus.
Polizeiſporkverein — Olympia Lamperkheim.
Am Sonntag, dem 2. Auguſt, hat die Polizei Olympia
Lam=
pertheim zum fälligen Rückſpiel verpflichtet. Es ſoll ein Prüfſtein
für die kommenden Verbandsſpiele werden. Die Polizei iſt
wie=
der im eifrigen Training; ſie ſtützt ſich in dieſem Jahre wieder
auf die bombenfeſte Verteidigung Hüppe, bzw. Otto. Matthes,
Lenz. Auch die Läufereihe iſt mit Scheuermann, Wolf und
Kaſper 1. ſehr gut beſetzt. Hauptſächlich an Wolf, der ſchon in der
vergangenen Saiſon den Poſten des Mittelläufers einnahm, wird
viel gelegen ſein, wenn die Polizei ihre alte Schlagkraft wieder
beſitzt. Vor der Sperre hat das Spiel der Läuferreihe und die
präziſe Zuſammenarbeit der Angriffsreihe imponiert. Im Sturm
ſind Namen wie Pfeiffer, Seipp, Müller, Bonſel, Göbel durch ihre
jechniſchen Qualitäten weit über die Grenzen des Kreiſes bekannt.
Außerdem ſtehen der Polizei noch die Spieler Stephan (Läufer).
Göbel 2. (Läufer), Kaſper 2. (Stürmer) zur Verfügung.
Jeden=
falls darf man geſpannt ſein auf das Erſcheinen der
Polizei=
mannſchaft die von jeher den flachen Kombinationsfußball
ge=
pflegt hat, und es ſollte keiner verſäumen, ſich das Spiel gegen
Olympia Lampertheim anzuſehen, zumal beide Mannſchaften ein
hochſtehendes Spiel gewährleiſten. Spielbeginn 15 Uhr auf dem
Polizeiſportplatz.
Sport=Club 1928 Ober=Ramſtadt.
Am Samstag, den 1. Auguſt, abends 6 Uhr, empfängt der
SC. Ober=Ramſtadt die Ligamannſchaft von Germania Eberſtadt
zu einem Freundſchaftsſpiele. Das Spiel iſt ein Gedächtnisſpiel,
das zu Ehren des verſtorbenen und unvergeßlichen
Vorſtands=
mitgliedes Wilhelm Wenzel ſtattfindet. Die Gäſte ſind als äußerſt
ſpielſtark bekannt und haben im letzten Jahre die Meiſterſchaft
der A=Klaſſe errungen. Im neuen Spieljahr gehört Eberſtadt
zur Kreisliga, in der die Gäſte beſtimmt einen ſehr ſpielſtarken
Gegner abgeben werden. Es iſt mit einem ſchönen und fairen
Spiele zu rechnen und kann ein Beſuch einem jeden Fußballfreund
beſtens empfohlen werden.
Germania Eberſtadt—FSpV. Groß=Zimmern (Ligamannſchaften).
Die Ligamannſchaft von Germania Eberſtadt begibt ſich am
Sonntag nach Groß=Zimmern zum Propagandaſpiel. Ueber die
Spielſtarke der beiden Mannſchaften herrſcht große Ungewißheit,
ſo daß man auf das Zuſammentreffen der beiden Liganeulinge
ſehr geſpannt iſt.
Germania Eberſtadt (Reſ.)—SpK. Ober=Ramſtadt 1.
Die Reſerven von Germania Eberſtadt begeben ſich heute abend
nach Ober=Ramſtadt, um das noch ausſtehende Rückſpiel in
Ver=
tretung der Ligamannſchaft auszutragen. Man darf geſpannt ſein,
wie ſich die Elf bei dem A=Klaſſevertreter aus der Affäre zieht.
Heute Samstag, den 1. Auguſt findet auf dem Sportplatz
des Sportvereins 1898 Darmſtadt ab 16 Uhr eine Abnahme der.
leichtathletiſchen Uebungen ſtatt, die für die Gewinung des
Deut=
ſchen Turn= und Sportabzeichens und des Reichs=Jugend=
Abzei=
chens vorgeſchrieben ſind. Die Prüfungshefte ſind vorzulegen.
Erſte Ekappe der Inkernakionalen Alpenfahrk.
Die von den Automobilklubs von Deutſchland, der Schweiz,
Italien, Oeſterreich und Frankreich gemeinſam veranſtaltete
In=
ternationale Alpenfahrt hat am Freitag begonnen. In München
waren von den 71 gemeldeten Bewerbern 62 am Start erſchienen.
Entgegen allen Erwartungen waren alſo nur wenige Ausfälle zu
beklagen. Die erſte Etappe führte von München über Kochel,
Mittenwald, Garmiſch, Flexen= und Arlberg=Paß, St. Anton, nach
dem 362,5 Km. entfernten Innsbruck. Obwohl die Strecke noch
keine beſonderen Schwierigkeiten bot, gab es ſchon am erſten Tage
einen Ausfall und im übrigen Strafpunkte an drei weitere
Fah=
rer. Der Engländer Sullivan hielt mit ſeinem Midget die
ver=
angte Druchſchnittsgeſchwindigkeit nicht ein und ſchied damit aus
langte Durchſchnittsgeſchwindigkeit nicht ein und ſchied damit aus
mäßiger Ankunft der Franzoſe Faur=Durif (Hotzhkiß) und der
Englander C. Porter (Riley). Die Schweizerin Frau K. Martin
mußte ſogar 26 Strafpunkte in Kauf nehmen.
Die zweite Etappe führt von Innsbruck nach St. Moritz
über 335,2 Km. Auf dem 2756 Meter hoch gelegenen Stilfſer=
Joch wird die erſte Bergprüfung abgehalten.
Frankfurt a. M.
Samstag, 1. Auguſt.
7.30: Bad Neuenahr: Frühkonzert des Kurorcheſters.
12.00: Wagner=Konzert (Schallplatten).
15.20: Stunde der Jugend. Das Inſelparadies. — Auf einem
Frachtdampfer nach Neu=Kaledonien und ein Schiffszuſammenſtoß,
16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters; Mitw.: Ch.
Ober=
linger (Bariton), O. Seyfert (Flügel).
18.10: Tägliche Begegnungen.
Soziale Zwiegeſpräche. (Leitung
Dr. de Man u. Dr. Laven).
18.45: H. Mellon: Franzöſiſcher Witz und deutſcher Humor.
19.15: Spaniſcher Sprachunterricht.
19.45: Mannheim: Volkslieder; Ausf.: Geſangsabteilung der
Polizei=
beamten Mannheims.
20.15: 40 Grad im Schatten; Hörbilder v. C. Struve u. W. Reichert,
21.45: Aeltere Tänze, geſpielt v. d. Kapelle Haas=Mahagonny.
22.40: Tanzmuſik der Kapelle Haas=Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 1. Auguſt.
15.00: Jugendbaſtelſtunde: W. Mayer: Bau von Flugzeugmodellen,
Gleit= und Segelfliegern.
15.30: Wetter= und Börſenberichte.
15.45: Dr. Elſe Möbus: Vergiftungen im Haushalt.
16.0
Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.0
Erna Arnhold: Blumen und Menſchen in Hawai.
17.30: Dr. Arndt: Viertelſtunde für die Geſundheit.
18.00
Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Dr. Hoffmann=Harniſch: Veraltete Wahrheiten.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Deutſche Städtebilder: Dr. Arno Schirokauer: Leipzig.
19.30: Stille Stunde. Herzſchlag der Welt.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Wochenende. Bunte Bilder in Wort und Muſik von Willi
Hagen u. A. Müller=Förſter. Mitw.: Gertrud Meinz, Elſe
Zill=
mer. Erna Mühlau, E. Boltz, H. Marten, A. Riſch. Norag=
Herren=Quartett, Scarpa=Orcheſter.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten
Danach: Tanzmuſik. Kapelle Sam Baskini. Refrain: W. Beiler.
Wefterbericht.
Ausſichten für Samstag, den 1. Auguſt: Bewölkt, zeitweiſe auch
aufheiternd, warm, ſtrichweiſe Gewitterſtörungen oder
Nieder=
ſchlage.
Ausſichten für Sonntag, den 2. Auguſt: Wenig Aenderung der
Wetterlage.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: J. V.: Dr. C. H. Quetſch;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;
für „Die Gegenwa
Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantte der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nammer 211
Samstag, den 1. Auguſt
Neue Diskonterhöhung der Reichsbank.
Reichsbankdiskonk von 10 auf 15 Prozenk, Lombardzinsfuß von 15 auf 20 Prozenk erhöhl. —
Deviſen=
zwangswirkſchaft. — Einſehung eines Oeviſenkommiſſars. — Der Großaklionär der Dresdner Bank.
Die Reichsbank hat den Diskontſatz von 10 Prozent auf
15 Prozent und den Lombardzinsfuß von 15 Prozent auf
20 Prozent erhöht.
Die Begründung der Diskonkerhöhung.
Die Reichsbank teilt zu der Erhöhung des Diskont= und des
Lombardſatzes mit:
„Das Reichsbankdirektorium hat beſchloſſen, mit Wirkung vom
1. Auguſt ab von 10 Prozent auf 15 Prozent den
Reichsbank=
diskontſatz und von 15 Prozent auf 20 Prozent den Lombardſatz
zu erhöben. Die Rückſicht auf die nachteiligen Auswirkungen ſolch
hoher Zinsſätze für die ohnehin ſchwierige Lage der deutſchen
Wirt=
ſchaft, insbeſondere für die Landwirtſchaft, hat die Reichsbank
veranlaßt, ſolange als möglich an dem zur Zeit geltenden Satz
feſtzuhalten. Wenn die Reichsbank ſich gleichwohl heute im
Hin=
blick auf die aus Anlaß der bevorſtehenden Wiederaufnahme des
Zahlungsverkehrs zu erwartenden Anſprüche zur Vornahme der
Erhöhung und zwar gleich in den erwähnten ſtarken Ausmaßen
entſchloſſen hat, ſo tut ſie dies im Vertrauen darauf, daß der
Rückgang zum normalen Zahlungs= und Ueberweiſungsverkehr
dadurch erleichtert und ſie um ſo ſchneller in den Stand geſetzt
wird, zu erträglichen Zinsſätzen zurückzukehren.
Mit Rückſicht auf die Eilbedürftigkeit der eBſchlußfaſſung
konnten nur die in Berlin anweſenden und erreichbaren
Mit=
glieder des Zentralausſchuſſes zur Beratung hinzugezogen werden.”
*
* Ueber die Beratungen des Zentralausſchuſſes der
Reichs=
bank, als deſſen Ergebnis die neue Diskonterhöhung zu
verzeich=
nen iſt, erfahren wir: Die Vertreter der Landwirtſchaft und
teil=
weiſe auch der Banken hatten Bedenken, eine derartige
Herauf=
ſetzung des Diskontſatzes vorzunehmen. Das
Reichsbankdirekto=
rium vertrat jedoch die Aufaſſung, daß man das „Experiment”
wagen müſſe, zumal mit Wirkung vom Mittwoch ab der volle
Zah=
lungsverkehr wieder in Gang gebracht wird. Von dieſer
Ingang=
ſetzung werden die Sparkaſſen (ſiehe auch Politik) zunächſt nur
in begrenztem Maße betroffen. Bei dieſen wird alſo trotz der
von den Gewerkſchaftsvertretern im Zentralausſchuß erhobenen
Bedenken zunächſt nur eine geſetzmäßige Auszahlungsmöglichkeit
beſtehen.
Was nun den Reichsbankſtatus ſelbſt anbelangt, ſo ſind ſeit
dem letzten Ausweis (23. Juli) rund 80 Millionen
Reichs=
mark Deviſenmaterial hereingekommen. Im
Zu=
ſammenhang mit der Diskonterhöhung und der bevorſtehenden
Zahlungsbereitſchaft der Banken bereitet die Reichsregierung
wei=
tere Maßnahmen vor. Hierzu gehören: Ein Mark=Ausfuhrverbot,
eine Verbot, ausländiſche Wertpapiere zu handeln, ſowie eine
ſcharfe Deviſenzwangswirtſchaft, für die vorausſichtlich ein
Reichs=
kommiſſar beſtellt werden wird. Bezüglich dieſer letzten
Maß=
nahme dürfte eine entſprechende Notverordnung noch im Laufe der
Nacht ausgegeben werden.
Bekeiligung des Reiches bei der
Dresdner Bank.
Das Reich übernimmk 300 Millionen Mark
neue Vorzugsakkien der Dresdner Bank.
Die Dresdner Bank ſieht ſich in der nicht unbegründeten
Be=
fürchtung, daß auf Grund der in einem weiteren Kreiſe
um=
gehenden Gerüchte bei wieder vollem Zahlungsverkehr eine ſtärkere
Inanſpruchnahme erfolgt. Aus Vorſichtsmaßnahmen wird das
Inſtitut weitgehendſt im Deutſchen Reiche einen neuen
Großaktionär erhalten. Das bisherige Stammkapital von
100 Millionen RM. wird durch die Ausgabe von 300 Millionen
RM. einfach ſtimmberechtigte V.=A. erhöht, die mit Dividenden=
und Liquidations=Vorrecht ausgeſtattet werden. Dieſe 300 Mill.
RM. neuen Aktien werden vom Deutſchen Reich feſt übernommen
und ſofort einbezahlt. Dieſe Transaktion ſpielt ſich als normale
Kapitalerhöhung ab. Eine Garantieübernahme des Reiches, wie
im Falle der Danatbank, kommt hier nicht in Betracht. Es wird
vorgeſehen, daß zu einer ſpäteren Zeit die Beteiligung des
Deut=
ſchen Reiches wieder abgelöſt werden kann, ſo daß die Dresdner
Bank nicht immer oder endgültig ein reines Staatsinſtitut
bleiben wird.
Der Status der Dresdner Bank ſei vollkommen in Ordnung.
Mit der Reichsbeteiligung iſt ein ſehr ſtarkes Inſtitut geſchaffen.
Jedenfalls ſcheint mit dieſer Transaktion keinerlei Befürchtungen
für unſere Großbanken mehr berechtigt zu ſein, zumal iuch die
Danatbank auf vollkommen neuer Kapitalbaſis
ſteht und den kräftigen Rückhalt an ihren neuen
Großaktionären hat, zu denen die ſämtlichen deutſchen
Großkonzerne, vor allem die J. G. Farben, der Stahlverein,
Sie=
mens, AEG. und Krupp gehören.
Nolverordnung über die Geſchäfkserweikerung.
der Sächſiſchen Skaaksbank.
Dresden, 31. Juli.
Nach Anhörung des Zwiſchenausſchuſſes des Sächſiſchen
Land=
tags hat die Regierung heute zur Durchführung des
Zuſammen=
ſchluſſes Adca=Sächſiſche Staatsbank eine Notverordnung erlaſſen,
in der beſtimmt wird:
8 1.
Die Sächſiſche Staatsbank wird ermächtigt, die ihr
obliegen=
den Aufgaben gemeinſam mit einer oder mehreren anderen
ſäch=
ſiſchen Banken privaten oder öffentlich=rechtlichen Carakters zu
er=
füllen und zu dieſem Zwecke mit ihrem Vermögen in eine
be=
ſtehende oder neu zu gründende Geſellſchaft einzutreten, und zwar
auch als perſönlich und unbeſchränkt haftender Geſellſchafter. Der
Geſellſchaftsvertrag oder die Satzung bedarf der Zuſtimmung des
Geſamtminiſteriums.
Tritt die Staatsbank einem Unternehmen als unbeſchränkt
haftender Geſellſchafter bei, ſo unterliegt das gemeinſame
Unter=
nehmen der ſtaatlichen Aufſicht, deren Umfang und Ausübung
gemäß 8 2 geregelt wird.
8 2.
Das Geſamtminiſterium trifft die zur Durchführung der
Vor=
ſchriften des § 1 erforderlichen Beſtimmungen. Dabei kann,
ſo=
weit erforderlich, von einzelnen Vorſchriften des
Staatsbank=
geſetzes abgewichen werden.
8 3.
Die Notverordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.
Berliner Leviſen=Feſtſehung vom 31. Juli 1931.
Geld Brief Geld Brief Helſingfors 10.585 10.605 Spanien 38.06 38.14 Wien 59.14 59.26 Danzig 81.07 81.23 Prag 12.48 12.50 Japan 2.0 2.084 Budapeſt 73.43 73.57 Rio de Jan. 0.299 0.301 Sofia 3.052 3.058 Jugoſlawien 7.458 7.472 Holland 169.68 170.92 Portugal 18.60 18.64 OsloKopenhagen 112.55
112.53 112.77
112.75 Athen
Iſtambul 5.44 5.46 Stockholm 112.59 112.81 Kairo Ai 21.02 London 20.455 20.495 Kanada 4.191 Buenos Aires 1.245 1.249 Uruguay 18 1338 New York 4.209 4.217 Island 9‟ N.38 Belgien 58.76 58.88 Tallinn 112.,04 112.2 Italien 22 07 22.11 Riga 81.17 81.33 Paris 16.50 16.54 Bukareſt 2.506 2.512 Schweiz 82.02 82.18 Kaunas 42.01 42.09
Mekallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 31. Juli
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg. Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 76,50 RM.
— Die Notierungen des
Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager
in Deutſchland für prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten
ſich für Original=Hüttenaluminium 98 bis 99 Prozent, in Blöcken,
Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgleichen in Walz= oder
Drahtbarren. 99 Prozent auf 174 RM., Reinnickel, 98 bis 99
Prozent, auf 350—352 RM., Antimon=Regulus auf 51—52 RM.,
Feinſilber (1 Kg. fein) auf 38,75—40,74 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. Juli;
Getreide. Weizen: Juli 48½, September 50½, Dezember 54½;
Mais: Juli 72,50, September 50,25, Dezember 43,25; Hafer: Juli
23½, September 23,50, Dezember 25%; Roggen: Juli 33,
Sep=
tember 35, Dezember 38,50.
Schmalz: Juli, September 7.47½, Oktober 7.40, Dez. 6,62½.
Speck loco 7,50.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 31. Juli:
Getreide. Weizen: Rotwinter 60,50, Hartwinter 59,50; Mais:
loco New York 70,25; Mehl: ſpring wheat clears 3,90—4,15;
Ge=
treidefracht nach England 1,6—2,3 sh, n. d. Kontinent 8—8½ C.
Kakao: Tendenz kaum ſtetig, Umſätze 71, Loconotiz 5; Juli
5,96, September 5,05, Oktober 5,13, Dezember 5,30, Januar 1932
5,39, März 5,56, Mai 5,70.
Aprozenkiger Vermahlungszwang
jür Mrandsibergen.
Die Erleichterungen für die Ernkebewegung.
Der Vermahlungszwang für Inlandsweizen iſt für das Erntejahr
1931/32 auf 97 Prozent feſtgeſetzt worden. Da den Mühlen die
Ver=
ſorgung mit Auslandsweizen nicht möglich iſt, ſo lange Export und
Re=
import noch nicht funktioniert, tritt der erhöhte Vermahlungszwang erſt
am 15. Auguſt in Kraft, und für die Zeit vom 1. bis 15. Auguſt gilt em
Vermahlungsſatz von 60 Prozent.
Die ſonſtigen Pläne der Reichsregierung für eine weitere
Erleich=
terung der Erntebewegung bzw. =verwertung ſind, wie wir erfahren,
auch der Verwirklichung nahe. Das Exportventil für Weizen und
Rog=
gen wird ſobald wie irgend möglich geöffnet werden. Das für den
Vermahlungsſatz gegebene Datum des 15. Auguſt bietet hinſichtlich des
ſpäteſten Zeitpunktes einen gewiſſen Anhalt. Augenblicklich iſt nur noch
die Höhe der Zollzahlung bei dem Reimport fraglich. Um einerſeits die
Finanzierung der Exportſcheine zu erleichtern, andererſeits aber einen
Druck auf den Inlandsmarkt zu vermeiden, ſoll innerhalb der erſten
Monate des Erntejahres nur die Verwertung einer gewiſſen Quote der
in dieſer Zeit erteilten Exportſcheine zugelaſſen werden. Das
Lager=
ſcheingeſetz, das die Getreidelombardierung exleichtern ſoll, wird — wie
verlautet — nicht durch Verordnung in Kraft geſetzt werden; es iſt
viel=
mehr mit einer Zwiſchenlöſung zu rechnen. Getreide=Standards werden
dagegen auf Grund der im Handelsklaſſengeſetz gegebenen Ermächtigung
baldigſt feſtgelegt werden.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Reichsindexziffern für die Lebenshaltungskoſten im Juli. Die
Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Wohnung,
Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”) beläuft ſich
nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den
Durch=
ſchnitt des Monats Juli auf 137,4 gegenüber 137,8 im Vormonat; der
Rückgang beträgt ſomit 0,3 v.H. An dem Rückgang ſind beſonders die
Bedarfsgruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt, und zwar ſind
zurückgegangen die Indexziffern für Ernährung um 0,4 v.H. auf 130,4,
für Bekleidung um 0,7 v.H. auf 138,9, für „ſonſtigen Bedarf” um 0.1
v.H. auf 184,3. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung iſt in
folge teilweiſen Abbaues der Sommerrabatte für Hausbrandkohle um
0,4 v. H. auf 146,0 geſtiegen. Die Indexziffer für Wohnung iſt mit 131,6
unverändert geblieben. — In der Indexziffer für Ernährung wirkten
ſich ſtarke Preisrückgänge für Gemüſe aus, die durch die Erhöhung der
Ausgaben für Kartoffeln infolge Einbeziehung von Kartoffeln neuer
Ernte ſowie durch Preiserhöhungen für Zucker und Eier (ſaiſonmäßig)
nur zum Teil ausgeglichen wurden.
Die heutige Goldbewegung bei der Bank von England. Die Bank
von England verkaufte 424 773 Pfund Sterling Barrengold nach
Hol=
land und Belgien und exportierte 10 000 Pfund Sterling Münzgold.
Außerdem kaufte ſie 1766 Pfund Sterling Barrengold und erhielt 2000
Pfund Münzgold. Eine Million 100 000 Pfund Sterling Münzgold
wur=
den freigegeben. Im freien Markte waren geſtern eine Million Pfund
Sterling Barrengold angeboten, die von der Bank von England für
84/11½ Unze fein erworben wurden.
Die Banque de UAfrique ſchließt ihre Schalter. Die Banque
Francaiſe de Afrique (50 Millionen Aktienkapital), die erſt im Jahre
1930 ſaniert werden mußte, aber ſchon Anfang dieſes Jahres von neuem
in Schwierigkeiten geraten war, hat ih=e Schalter geſchloſſen. Lt. Agence
Eeonomique et Financiere ſollen, die Paſſiven 95 Millionen Franken
betragen. Da die Bank ausgedehnte afrikaniſche Intereſſen beſitzt
die Forderungen der franzöſiſchen Kolonien gegenüber dem Inſtitut
wer=
den auf 35 Millionen Franken geſchätzt — ſind gegenwärtig unter
Mit=
wirkung des Kolonialminiſteriums Verhandlungen über die Bildung
eines Geſchäftsführungs=Syndikats im Gange, um Störungen des
Ge=
ſchäftsverkehrs mit den Kolonien zu vermeiden.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Vor einigen Tagen ſtellte die Bäcker=Einkaufs e.G.m.b.H. Bremen
ihre Zahlungen ein. Wie jetzt bekannt wird, ſind die
Zahlungsſchwierig=
keiten herbeigeführt worden durch Fehlſpekulationen des inzwiſchen
ent=
laſſenen Geſchäftsführers der Genoſſenſchaft, der ohne Wiſſen des
Vor=
ſtandes und Aufſichtsrats Spekulationen vornahm, die zu Verluſten in
Höhe von 400 000—450 000 Mark führten. Das Eigenkapital der
Genoſ=
ſenſchaft beträgt 415 000 Mark.
Der frühere Rendant Schwarz der Kaunitzer Spar= und
Darlehns=
kaſſe wurde verhaftet und nach Bielefeld ins Unterſuchungsgefängnis
ge=
bracht. Schwarz ſoll die Kaunitzer Kaſſe durch Unterſchlagungen und
ſchwere Urkundenfälſchungen um mehr als 200 000 RM. geſchädigt hasen.
Die Stagnation auf dem Automobilmarkt, die zum Teil auf die in
der letzten Zeit eingetretenen Erſchwerniſſe im Zahlungs= Bank= und
Ueberweiſungsverkehr zurückzuführen iſt, hat die Adlerwerke dazu
veran=
laßt, ab 6. Auguſt die 32=Stundenwoche einzuführen.
Wie das ſpaniſche Außenminiſterium mitteilt, iſt geſtern ein
türkiſch=
ſpaniſcher Handelsvertrag, auf drei Monate abgeſchloſſen worden. Der
Vertrag ſieht die Meiſtbegünſtigung für Import und Tranſit ſowie die
Behandlung der Handlungsreiſenden in beiden Ländern vor, während
für die Beſteuerung der Handelsſchiffe die jeweiligen Inlandsgeſetze
gel=
ten ſollen.
Zwei Börſenſitze an der New Yorker Börſe wechſelten geſtern zum
Preiſe von 25 000 bzw. 210 000 Dollar ihre Beſitzer. Der zuletzt bezahlte
Preis betrug 235 000 Dollar.
Der Präſident der amerikaniſchen Federation of Labour, Green,
er=
klärte, daß die Arbeitsloſigkeit in den Vereinigten Staaten ſtändig
zu=
nehme und man in ſechs Monaten ſieben Millionen Arbeitsloſe zählen
würde, wenn ſich die Wirtſchaftslage der Vereinigten Staaten bis dahen
nicht gebeſſert hätte. Die Anzahl der Beſchäftigungsloſen im Juli werde
auf 6 20 000 geſchätzt, was eine Zunahme von 175 000 gegenüber dem
Stande vom 22. Juni bedeute.
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Nummer 211
Samstag, den 1. Augnſt 1931
Seite 13
DTaagssllafi
Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik
4.
Copyright by Ernſt Keils Nachf., (Aug. Scherl), G.m.b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Wie Johanna befürchtet, kam Clemens in ſehr ſchlechter
Ver=
faſſung im Sanatorium an. Ehe ſie am Abend weiterfuhr, hatte
ſie mit Dr. Vocke eine lange Ausſprache unter vier Augen.
Der Arzt ſagte ihr offen, daß von einer Geneſung des
Pa=
tienten keine Rede ſein könne. Gewiß würde er ihn mit den
Mit=
teln, die ihm zur Verfügung ſtünden, eine kurze Spanne länger
am Leben erhalten können. Doch auch ſo ſei unbedingt mit einem
baldigen Ende zu rechnen. Er ſagte weiter: „An ſich, gnädige
Frau, würde es ſich empfehlen, den Kranken wieder nach Hauſe
zu ſchaffen. Doch Sie werden mir wohl beipflichten, wenn ich
davon abrate. Ihr Gatte würde daraus entnehmen, daß keine
Rettung mehr möglich iſt. Die Folgen —? Ich glaube, wir
könn=
ten das beide nicht verantworten.
Johanna nahm einen langen Abſchied von Clemens. Ihr
ahnte, daß ſie ihn nicht lebend wiederſehen würde. Viele
Gedan=
ken bewegten ſie. Clemens war an ſich ein durchaus ehrenwerter.
anſtändiger Charakter. Dabei in ſeinen geſunden Tagen
liebens=
würdig, heiter. Gewiß, ſie hatte ihn nicht aus reiner Liebe
ge=
heiratet . . . Aber wäre er geſund geblieben, hätten ſie Kinder
bekommen — wahrſcheinlich würde ihre Ehe mit ihm ganz
här=
moniſch verlaufen ſein. Jener Unglückstag hatte ihre Ehe an der
Wurzel zerſtört . . ..
Sie beugte ſich noch einmal zum Abſchied über ihn, küßte ihn
auf die heiße Stirn. Er drückte ihre Hand, ſah ſie mit dankbaren,
hoffnungsfrohen Augen an.
„Wirſt du bald wiederkommen?” fragte er. „Vergiß nicht,
oft zu ſchreiben, Johanna! Ich werde dir auch immer ſchreiben,
wie’s mir geht. Es muß ja . . . muß ja jetzt beſſer werden! Der
Wärter erzählte mir vorhin von einem Fall, der noch viel
ſchlim=
mer war als meiner; und der iſt auch geſund geworden!“
Die Tür des Sanatoriums war hinter Johanna ins Schloß
gefallen. Mit ſtarken Schritten ging ſie den Hang hinunter, der
zu der kleinen Bahnſtation führte.
Frei jetzt! Innerlich war ſie ja ſchon längſt von ihm
geſchie=
den. Nur Mitleid hatte ſie noch an ſeiner Seite feſtgehalten. Frei
jetzt! Ha, wie wohl das tut, als freier Menſch ein neues Leben
beginnen zu können! Clemens konnte ſie nicht mehr helfen, nichts
mehr nützen. Wenn ein übles Geſchick ſie dieſe Tragödie erleben
ließ, ſo ſtand doch keinem das Recht zu, ihr jetzt noch die Freiheit
des Handelns zu verwehren.
Sie hatte mehr ertragen, als alle, außer Fortuyn, wußten,
ahnten. Hatte nach dem Maß ihrer Kräfte alles getan, um dem
Manne, an den ſie gefeſſelt, das Leben tragen zu helfen. Jetzt
hatte der Spruch des Arztes den Abſchluß gebracht. Was hinter
ihr lag, durfte, mußte begraben ſein. Ein neuer Abſchnitt ihres
Lebens lag vor ihr. Eines Lebens, das ſie mit eigener Hand
for=
men wollte. —
Ihr erſtes Reiſeziel war Ludwigshafen, wo das Stammhaus
ihrer Familie ſtand. In einem Brief an Fortuyn teilte ſie dem
offen mit, was Dr. Vocke ihr geſagt. Fortuyn ſaß lange
nachdenk=
lich, die Zeilen Johannas in der Hand. Eine ſonderbare Art, wie
das Schickſal hier ſeine Fäden gewoben! Jener Unglücksfall
ſein Rettungswerk . . . was war daraus alles entſtanden!
So ſaß er noch, als ſpäter Dr. Wolff zu ihm kam.
„Die Sache iſt klar”, ſagte der. „Iſt ſo, wie ich’s gedacht habe,
Herr Doktor Fortuyn. Ich war perſönlich bei Profeſſor Bauer
und kam ſofort ins Bild, als er mir die Geſchichte von ſeinem
ver=
tauſchten Koffer berichtete.”
In kurzen Worten erzählte Wolff das Manöver der Spionin.
die ſich auf ſo raffinierte Art in den Beſitz des Fortuynſchen
Ma=
terials geſetzt hatte. „Muß ein geriſſenes Frauenzimmer ſein, die
ſchöne junge Dame! Bauer ſprach — ſeine Gattin war gerade
nicht im Zimmer — in Tönen höchſter Bewunderung von ſeiner
entzückenden Reiſegenoſſin. Leider genügte ſeine Ausſage nicht,
um die Polizei auf dieſe Perſon aufmerkſam machen zu können.”
Juliette ſaß gerade bei Boffin, unterbrach ſich plötzlich, fragte:
„Welches Ohr klingt, Herr Boffin?”
„Das rechte”, ſagte der lachend.
„Richtig, Herr Boffin! Alſo, das iſt ja nett — da ſpricht einer
ſehr gut über mich! Ich bin übrigens doch froh, daß Sie die Sache
ohne mich machen wollen.”
Boffin wiegte den buſchigen Kopf. „Aufgeſchoben iſt nicht
aufgehoben, meine teuerſte Juliette! Man ſchläft nicht immer im
beſten Hotel oder Schlafwagen erſter Klaſſe. Aber
ie lange kann
es denn dauern, bis Ihr Freund aktionsbereit iſt?”
„Oh — ſpäteſtens in drei Tagen. Vor einer Stunde bekam
ich ſein Telegramm. Mein erſter Gedanke war: Das iſt der Mann,
den mein lieber Mr. Boffin ſucht!“
„Hauptſache, daß er ein ſicherer Autofahr
riſt...
„Er nimmt’s mit jedem Rennfahrer auf!
„Gut” nickte Boffin. „Mit der Sache ſelbſt wird er ja kaum
was zu tun haben.”
„Das freut mich ſehr. Denn, offen geſagt, in direkte Aktion
möchte ich ihn nicht bringen
„So teuer iſt er Ihnen?” fragte Boffin, mit dem Finger
drohend. „Fürchten Sie denn nicht, daß Er’ es erfahren könnte?"
Juliette lächelte ſchnippiſch. „Was dem einen recht iſt, iſt dem
andern billig. Ich glaube kaum, das James — wollte ſagen: Mr.
Headſtone — erwartet, daß ich ein Kloſterleben führe.
„Wann fahren Sie?‟
Juliette ſah nach der Uhr. „In zwei Stunden geht mein Zug.
Geben Sie mir, bitte, tauſend Mark Vorſchuß! Ich brauche das
Geld dringend.
Boffin legte ihr den Betrag anſtandslos auf den Tiſch. „
Ab=
gemacht! Sie werden mir alſo an dem Morgen, an dem Sie von
Köln abfahren, telegraphieren. Ich laſſe alles vorbereiten, und
die Sache wird dann noch in derſelben Nacht ſteigen!
Johanna hatte ſich auf ihrer Reiſe auch zwei Tage in
Wies=
baden aufgehalten, wo ſie noch viele Verwandte hatte. Ihr
näch=
ſtes Ziel war Köln. Als ihr Zug in Niederlahnſtein hielt, ſtand
ſie am Fenſter und beſah ſich den lebhaften Umſteigeverkehr.
Eine junge Dame fiel ihr auf, die ſich, von einem
Gepäck=
träger begleitet, ihrem Wagen in großer Haſt näherte. Die
dis=
krete Eleganz ihrer Erſcheinung, das hübſche, durch die Eile
ge=
rötete Geſicht fingen Johannas Blicke. Kaum war die Reiſende
eingeſtiegen, ruckte der Zug an. Als ſich Johanna zu ihrem
Ab=
teil umwandte, ging die fremde Dame gerade an ihr vorbei.
Jo=
hanna ſah ihr nach, bis ſie in einem andern Abteil des Wagens
verſchwand. Ein entzückendes Geſchöpf! dachte ſie bei ſich. Wer ſie
wohl ſein mag?
Als der Zug in Köln einlief und Johanna durch die Sperre
ſchritt, ſah ſie die junge Dame von vorhin, die wohl ſchneller
aus=
geſtiegen war, in den Armen eines jungen Mannes. Verliebte
Leutchen! dachte ſie im Stillen und betrachtete amüſiert die
bei=
den, die ſich immer wieder umarmten und küßten.
Johanna fuhr in einer Taxe zu ihrer Freundin Margarete
Ochſenius, bei der ſie abſteigen wollte. Als ſie in die Wohnung
kam, fand ſie alles in ziemlicher Aufregung. Eins der Kinder des
Ehepaares Ochſenius war plötzlich an Scharlach erkrankt; die
an=
deren mußten ſtreng von ihm getrennt gehalten werden und waren
in die Fremdenzimmer einquartiert worden. Unter dieſen
Um=
ſtänden mußte Johanna ein Hotel aufſuchen und beſchloß, ſchon
am nächſten Tage nach Berlin weiterzufahren. Sie beſtellte ſich
gleich von der Wohnung ihrer Freundin aus ein Zimmer in einem
Hotel am Domplatz und ging am Abend dorthin.
Bevor ſie ihr Zimmer aufſuchte, ließ ſie ſich im Reſtaurant
noch eine Taſſe Tee geben. Während ſie ein Journal
durchblät=
terte, hörte ſie von dem rechten Nebentiſch, der durch eine
Garde=
robenwand von dem ihren getrennt war, den Namen „Fortuyn”
fallen. Neugierig bog ſie ſich zur Seite, blickte durch eine Lücke,
um feſtzuſtellen, wer die wohl ſein mochten, die hier über Fortuyn
ſprachen. Zu ihrem Erſtaunen ſah ſie das verliebte Pärchen von
heut mittag dort ſitzen.
Geſpannt horchte ſie auf das Geſpräch der beiden. Nur
ein=
mal noch hörte ſie Fortuyns Namen, häufig dagegen einen Namen
„Boffin . Aus den Bruchſtücken des Geſprächs, die ſie verſtand,
entnahm ſie, das die beiden am nächſten Morgen nach Berlin
fahren würden.
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(11374
Chor — Balalaika-Orchester — Tänze
Nachm. 4 Uhr Eintritt 70 ₰, abends 8 Uhr Eintritt 1.—, einschl. Steuer
Bei günst. Witterung im Gaiten Karten im Vorverk. im Verkehrsbüro
Städtischer Saalbau
Sommer-Spielzeit
Bruno Harprecht
im Hess. Landestheater.
Samstag, 1. Auguſt
Anfang 20 Uhr Ende 22 30 Uhr
Letzte Wiederholung des
ſtürmiſchen Heiterkeits=Erfolges:
„Politik” uuggg
(Haſenklein kann nichts dafür)
Schwank in 3 Akten einem
Vor=
u. Nachſpiel v. H. Mahner=Mons
Haſenklein . . . Bruno Harprecht
Sonntag, 2. Auguſt
Außer Miete
Anfang 20 Uhr Ende 22.15 Uhr
Erſtaufführung:
Das gerettete Kapital
(Konto X)
Schwank in 3 Akten
v. R. Bernauer u. R: Oeſterreicher.
Schweinskotelette
Mittagtiſch 80 2 Salzkart, Kopfſalat
Speisehaus
Fauldrath
Hölgesſtr. 5
der
1.
Apfelpfannküchle
Aug. ! „Hausfrauenart”
Turn=u
am Samstag, den 1. u. Sonntag, den 2. Auguſt
im Gemeindeſchwimmbad Arheilger Mühlchen
Samstag, abends 9 Uhr: Waſſerſportliche und
turneriſche Vorführungen. Lohengrins Ankunſt
(Tenor Jak. Schaaf, Staatsoper Dresden).
Sonntag, vormittags 9 Uhr, Waſſerballſpiele.
Sonntag, nachmittags 2 Uhr, Schwimmwettkämpfe.
Sonntag, abends 9 Uhr, Buntes Programm.
Auf=
führung des Tanzſpiels: „An der ſchönen blauen
Donau: (200 Mitwirkende).
(11368
Eintrittspreiſe: Dauerkarte 50 3, Sonntagskarte
40 ₰, Samstag und Sonntag Abend jeweils 30 8.
Wan7
Tel. 2463
79
am Hauptbahnhof
O/ Heule Samslag, morgen Sonnlag
von 8—1 Uhr
U
Gesellscaafts-Abend mit Tanz
Die überall bekannt (11377
gute und preiswerte Küche
Dischinger Pilsener im Ausschank
Eintritt und Tanz frei!
95 Pfg. 1D0oſe Fufb. Lackfarbe
10846a/Farben-Krauth, Eschollbr. Str. 3
11191a
Union-Café Konditorel!
Mittwochs, Samstags
und Sonntags.
nachts geöffnet!
findet heute
Im Herrngartenrcafé Abend ein
statt. (230 a
Operetten-Abend Eintritt frei!
Sonntag, ab 11 Uhr Großes Früh-Konzert
HedrErörfnung!
Samstag, den 1. Angust 1931, eröffne ich
Alexanderstraße 6
gegenüber dem Schloßkeller, ein
Zigarren-Spezialgeschäft
Um geneigten Auspruch bittet
Wilhelm Vogele
langjähriger Meister erster Zigarrenfabriken
Ni
HRtes ! SostK
Der große Erfolg in Darmstadt
Jeden Abend 8 Uhr das graadiose Weltstadtprogramm
Sonnabend, 1. August große Vorstellungen, nachmittags 5 Uhr une
abends 8 Uhr. Nachmittags das ungekürzte
Sonntag, 2. August.
Abendprogramm mit der vollständigenWasser-
Mittwoch, 5. Aug., je Wid pantomime. Kinder zahlen nachm. halbe Preise.
Nach Schluß der Abend-Vorstellung verkehren Kraftposten nach Brandau-
Neunkirchen und über Groß-Gerau- Wolfskehlen nach Geinsheim.
Von Sonnabend bis Montag sind Sonderfahrten zu beiden Vorstellungen
nach folgenden Richtungen eingelegt:
1. Groß-Umstadt — Habitzheim -— Lengfeld—Spachbrücken — Reinheim-
Darmstadt.
2. Brensbach-Groß-Bieberau-Reinheim-Darmstadt.
5. Babenhausen-Dieburg-Darmstadt.
Weitere Linien werden nach Bedarf eingelegt.
V.
joh
Täglleu ab 9 Uhr . Krode Tier-und Völkerschau
Konzert der großen Kosakenkapelle, Raubtierfütterung, Marstallbesichtigung
Proben der Artisten und Dresseure, stündliche Vorführungen in der großen
Nordafrikaschau.
Erwerbslose, Kleinrentnen Invalilden ete. erhalten gegen Ausweis, der
an der Kasse und beim Einlaß vorgezeigt werden muß, halbe Preise.
Vor-
verkauf für Erwerbslose nur an der Ctreuskasse und nur für den Tag des
Besuchs. Vorverkauf: Reisebilro des Verkehrsvereins, Lnisenplatz
Telephon 221 und der Cirkuskasse ab 9 Uhr, Telephon 4020. (I.Br.11100