Gnzelnummer 10 Pfenmige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 204
Samstag, den 25. Juli 1931.
194. Jahrgang
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ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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Konkurs oder gerichtlicher Beſireibung fällt ſeder
Rabatt weg. Banſkonio Deuiſche Bank und Darme
ſädter und Natſonalbank.
Die nächſten Entſcheidungen.
Neubeſehung des Wiriſchaftsminiſteriums durch einen Wirkſchafkler von großem Ruf. — Die
Zahlungsmitkel=
knappheik muß unbedingk beſeikigk werden. — Die Regierung plank Ausbau
des Scheckſyſtems nach amerikaniſchem Muſter.
Bargeldlos.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Reichskanzler und der Reichsaußenminiſter werden am
Samstag vormittag wieder in Berlin ſein. Der Reichskanzler
wird dann zunächſt dem Reichspräſidenten einen Vortrag über
ſeine Reiſe halten. Im Anſchluß daran iſt mit einer
wahrſchein=
lich nicht allzu ausgedehnten Kabinettsſitzung zu rechnen, die
wohl deswegen nicht bis in die ſpäten Abendſtunden dauern
wird, weil der amerikaniſche Staatsſekretär
Stimſon am Samstag nachmittag in Berlin eintrifft und
mit ihm wichtige Verhandlungen gepflogen werden müſſen.
Die bevorſtehende Kabinettsſitzung dürfte aber nicht ganz
unbedeutend ſein. Wie es ſcheint, haben in London zwiſchen
dem Kanzler und dem Geheimrat Dr. Schmitz von der J.G.=
Farben ſehr ernſte Verhandlungen über die Verwendung des
Dr. Schmitz innerhalb des Kabinetts ſtattgefunden.
Urſprüng=
lich behauptete man, daß Dr. Schmitz an die Spitze der
Reichs=
bank treten ſoll. Vor allem wurde ſein Name auch mit der
Schaffung der Stellung eines Währungs= und
Wirtſchafts=
kommiſſars genannt. Jetzt ſieht es aber ſo aus, als ob der
Kanzler Herrn Dr. Schmitz in das Reichswirtſchaftsminiſterium
hineinberufen will. Er würde damit eine empfindliche Lücke
innerhalb des Reichskabinetts ſchließen, denn Dr. Schmitz iſt
eine Perſönlichkeit von großem Rufe. Er hat es vor allem zu
Wege gebracht, daß aus der J.G.=Farben=Induſtrie ein finanziell
ungewöhnlich leiſtungsfähiges Unternehmen geſchaffen wurde.
Hinzu kommt, daß er über ungezählte vorzügliche Verbindungen
zu wichtigen Größen des ausländiſchen Wirtſchaftslebens und
der ausländiſchen Bankenwelt verfügt, die für uns gerade im
gegenwärtigen Augenblick von beſonderer Bedeutung ſind. Es
iſt ſehr leicht möglich, daß in dieſer Kabinettsſitzung eine
Ent=
ſcheidung über die Ernennung von Dr. Schmitz zum
Reichswirt=
ſchaftsminiſter fällt. Selbſtverſtändlich wird der Kanzler vorher
das Einverſtändnis des Reichspräſidenten einholen, woran
eigentlich nicht zu zweifeln iſt. Eine andere ſehr weſentliche
Frage, die unbedingt einer Klärung entgegengeführt werden
muß, iſt
die Behebung der Zahlungsmitkelknappheik.
Es hat ſich herausgeſtellt, daß die Bevölkerung das
Ham=
ſtern von Geldmitteln nicht aufgibt und daß immer
wieder vor den Sparkaſſen lange Reihen von Konto=Inhabern
zu beobachten ſind, die von den Möglichkeiten der Abhebung
geringer Summen Gebrauch machen, die ihnen durch die
Ver=
ordnung über die Lockerung der Bankfeiertage eingeräumt
wer=
den. Es iſt aber höchſte Zeit, daß die
Zahlungs=
mittelknappheit ein Ende findet. Man iſt nun
inner=
halb des Kabinetts auf den Gedanken gekommen, den
Scheckver=
kehr zu verſtärken. In den Vereinigten Staaten hat ſich das
Scheckſyſtem bereits ſo weit durchgeſetzt und ausgebildet, daß
man ſogar über allerkleinſte Beträge beim Kaufmann einen
Scheck in Zahlung gibt, der dieſen Scheck als bares Geld
ent=
gegennimmt. Die Urſache für das Vertrauen der amerikaniſchen
Bevölkerung zu dieſem Syſtem liegt aber darin, daß in den
amerikaniſchen Staaten keine ungedeckten Schecks ſich im Umlauf
befinden. Jeder der einen ungedeckten Scheck
aus=
gibt, wird mitſchwe en Freiheitsſtrafenbeſtraft.
Das Kabinett wird nun ſehr wahrſcheinlich Beſchlüſſe
faſſen, die in der Richtung der amerikaniſchen Verhältniſſe liegen,
weil es unmöglich iſt, jeden Scheck vorher auf ſeine Deckung
zu prüfen und beglaubigen zu laſſen. Es ſoll alſo in Zukunft
allen Konteninhabern Gelegenheit gegeben werden, an Stelle
von Bargeld Schecks in den Verkehr zu bringen. Natürlich
wird man damit anfangen, dort, wo größere Beträge zu
be=
zahlen ſind, den bargeldloſen Verkehr einzuführen. Das wäre
z. B. bei der Zahlung von Mieten durchzuführen. Erſt nach
dem Kabinettsbeſchluß wird ſich überſehen laſſen, ob ſich dieſes
Syſtem bei uns durchſetzt. Die wichtigſte
Voraus=
ſetzung iſt aber, daß die Bevölkerung zu den
um=
laufenden Schecks Vertrauen hat und ſie als
Bargeld hinnimmt, was ſie ja auch ſind, da das
Geld auf den Banken liegt und nur wegen der
Zahlungsmittel=
knappheit und der Beſtimmungen der Bankfeiertage nicht frei
zur Verfügung ſteht. Gelingt es in möglichſt kurzer
Zeit, auch für kleinere Beträge den Scheck als
Zahlungsmittel durchzuſetzen, dann werden
dadurch ſo erhebliche Mengen an Geldmitteln
frei, daß man um die weiteren Folgen unſerer
Zahlungsmittelknappheit allmählich
herum=
kommen wird. Wie die Beſchlüſſe des Kabinetts im
ein=
zelnen ausſehen werden, läßt ſich natürlich im Augenblick noch
nicht ſagen.
Die Finanzierung der Ernke geſicherk.
Die unter Leitung des Reichsernährungsminiſters mit der
Reichsbank, den zentralen landwirtſchaftlichen Kreditinſtituten
und den Vertretern der Landwirtſchaft geführten Verhandlungen
haben folgendes Ergebnis gehabt:
Die Reichsbank hat ſich bereit erklärt, den zur Finanzierung
der Erntebewegung nötigen Rediskontkredit für die Mühlen und
die Getreidehändler zur Verfügung zu ſtellen. Darüber hinaus
wird ſie über die Rentenbankkreditanſtalt zuſätzliche
Rediskontie=
rungsmöglichkeiten, insbeſondere auch für die
Warengenoſſen=
ſchaften, gewähren, um ſo die Finanzierung der Getreidebewegung
ſicherzuſtellen.
Dieſes Eingreifen der Reichsbank eröffnet den Weg für eine
geordnete Abwicklung des Getreide= und Mehlverkehrs.
Das Londoner Ergebnis
im Spiegel der Preſſe.
Auch die Berliner Preſſe beionk den Weg
der Helbſthilfe.
Berlin, 24. Juli.
Die Ergebniſſe der Londoner Konferenz, die geſtern nach
viertägiger Dauer zu Ende gegangen iſt, werden von den
Ber=
liner Blättern übereinſtimmend als Zwiſchenlöſung
charakteri=
ſiert. Die Mehrzahl der Zeitungen weiſt darauf hin, daß jetzt
nur noch der Weg der Selbſthilfe übrig bleibe und eine
ein=
ſchneidende innere Maßnahme zur Aufrechterhaltung der
deut=
ſchen Wirtſchaft notwendig werde. Die nationale Selbſthilfe,
ſo betont die „Deutſche Tageszeitung”, ſei jetzt die wichtigſte
Forderung des Tages, die keinen Aufſchub und keine
unange=
brachten Rückſichtnahmen mehr vertrage. Es gilt, dem
Aus=
land zu beweiſen, daß Deutſchland lieber die ſchwerſten
Ent=
behrungen auf ſich nimmt, als ſeine nationale Zukunft
preis=
zugeben. Beſtehen Volk und Regierung dieſe Probe, dann wird
der Sieg Frankreichs in London ſchließlich nur ein Pyrrhus=
Sieg ſein. Als Poſitivum der Londoner Konferenz unterſtreicht
die „D. A. Z.”, daß der Reichskanzler ſich auf keine „politiſche
Erpreſſungen” der Franzoſen eingelaſſen hat. Die „Germania”
gibt die Parole „Durchhalten” aus, wobei ſie unterſtreicht, daß
dieſes Durchhalten an Deutſchland ungeheure Anforderungen
ſtellen werde. Für die weitere Entwicklung trage in erſter Linie
die Reichsbank eine ſchwere Verantwortung. Jede Verſäumung,
jede Halbheit und jeder falſche Schritt würden ſich heute doppelt
verhängnisvoll auswirken.
Der „Vorwärts” nennt das Londoner Ergebnis ein kleines
Programm, von dem man bei einigem Optimismus erwarten
dürfe, daß es Deutſchland zur Ueberwindung ſeiner furchtbaren
Schwierigkeiten helfen werde. Vorausſetzung dafür ſei freilich,
daß aus eigener Kraft die alleräußerſten Anſtrengungen zum
gleichen Ziele gemacht werden.
Die engliſche Prefſe mit dem Ergebnis unzufrieden.
Die Aufnahme, die das Ergebnis der Londoner Sieben=
Mächte=Konferenz in der Morgenpreſſe findet, iſt recht geteilt. —
Die „Times” iſt mit dem Reſultat der Miniſterberatungen wenig
zufrieden. — Der „Daily Telegraph” bezweifelt, daß die von der
Konferenz empfohlenen Maßnahmen ausreichend ſeien. — „Daily
Herald” hebt mit Nachdruck hervor, die Kriſe müſſe gelöſt werden,
wenn Europa nicht zugrunde gehen ſolle. Die Staatsmänner, die
aus Mangel an Vorausſicht und Mut dieſe Frage nicht allem
an=
deren voranſtellen, machten ſich des Verrats an ihren Ländern und
an der Welt ſchuldig.
Die Pariſer Breſſe für Berſkändigung mit Deutſchland
unker den bekannten Vorbehalten.
EP. Paris, 24. Juli.
Die Bilanz, welche die franzöſiſche Preſſe aus den
diplomati=
ſchen Beſprechungen der letzten vierzehn Tage im allgemeinen und
der Londoner Konferenz im beſonderen zieht, iſt nicht auf einen
Poſten zu bringen; es exiſtieren mehrere Soll= und Haben=
Kon=
ten. Was die techniſch praktiſchen Ergebniſſe der Londoner
Kon=
ferenz anbelangt, ſo iſt die franzöſiſche Preſſe einig darüber, daß
ſie recht mager ausgefallen ſind. Hinſichtlich der politiſchen
Re=
ſultate unterſcheiden die Zeitungen zweierlei: die Poſition
Frank=
reichs und die deutſch=franzöſiſchen Beziehungen.
Miniſterpräſi=
dent Laval habe keinen Zoll breit nachgegeben. Dieſes Zeugnis
ſtellen ſelbſt die Coty=Blätter dem Miniſterpräſidenten aus. Den
größten Raum in den Beſprechungen nimmt jedoch das Problem
der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen ein. Und hier erkennen die
Zeitungen faſt ohne Ausnahme an, daß die Atmoſphäre ſich ſeit
den Pariſer deutſch=franzöſiſchen Unterredungen weſentlich
gebeſ=
ſert habe und daß dieſe Beſſerung in London andauerte.
Der Außenpolitiker des „Matin” ſchreibt: Die
deutſch=
franzöſiſchen Beziehungen waren das letzte Motiv des
geſtrigen Tages. Er ſcheint, daß bei ihren etwas verſpäteten und
vielleicht ungenügenden Bemühungen um die Rettung der
mittel=
europäiſchen Wirtſchaft die verſchiedenen Regierungen ihren Weg
im Lichte dieſer neuen Klarheit, die durchzubrechen beginnt, ſuchen.
Daß die deutſch=franzöſiſche Annäherung ſchwierig iſt, bezweifelt
niemand. Man hat ſie ſeit Jahren mit allen Mitteln, die bei dem
gegenwärtigen empfindlichen Zuſtand der öffentlichen Meinungen
und der Parlamente möglich ſind verfolgt. Heute ſetzt auf ſeine
perſönliche Art und Weiſe Laval dieſes Werk fort, und zwar mit
der ihm eigenen Offenheit und etwas rauhen Einfachheit, die ihm
Sympathien erworben hat. Frankreich geht ſo weit, als ſeine
Poſition es ihm geſtattet. Wenn die Antwort Deutſchlands
er=
mutigend ſein ſollte, wenn die Reichsregierung die Agitatoren
der Rechtsparteien zu meiſtern in der Lage iſt, wenn Deutſchland
endlich ſich bewußt wird, daß es, ſtatt zu proteſtieren, den Weg der
Vernunft einſchlagen und ſeinen moraliſchen Kredit
wiederherſtel=
len muß, dann wird die Londoner Konferenz reiche Früchte tragen.
Der Außenpolitiker des Journal” meint, es ſei wahrlich nicht
der Augenblick, von finanziellen und politiſchen Garantien, die
Frankreich unerläßlich brauche zu ſprechen. Deshalb hätten die
geſtrigen deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen, den Rahmen einer
protokollariſchen Höflichkeit nicht überſchritten.
Echo de Paris” ſieht und wünſcht
Verſtändigungsmöglichkei=
ten, die uns vor kurzem nur eine Schimäre geweſen ſeien, und auch
Avenir” erklärt, man könne ſich beglückwünſchen, daß die
Be=
ziehungen zwiſchen den beiden einſt feindlichen Regierungen beſſer
geworden ſeien.
* Vergeſſenes deutſchkum?
150 Jahre deutſche Volksſplikker in Galizien.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
A. Warſchau, im Juli 1931.
In dieſem Jahre feiern die Deutſchen in Galizien das 150.
Jubiläum ihrer Einwanderung. Die großen wirtſchaftlichen
Schwierigkeiten geſtatten es nicht, dieſe Tatſache feſtlich zu
be=
gehen. Es ſollen lediglich in einzelnen größeren Gemeinden,
womöglich in Verbindung mit dem Erntefeſt, Gedenkfeiern
ſtatt=
finden. Ueberdies wird eine Feſtſchrift herausgegeben, worin
die Geſchichte dieſer 150 Jahre einen umfaſſenden Niederſchlag
finden ſoll. Dasſelbe Schickſal in Leid und Freud verbindet
das galiziſche Deutſchtum mit dem großen Mutterlande, aus
deſſen fruchtbringendem Schoße es ſich einſt in ſchwerer Stunde
losgelöſt hat. Es war Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts,
als die große Auswanderung, namentlich aus den ſüdweſtlichen
Teilen Deutſchlands, nach den verſchiedenen Ländern der neuen
und alten Welt, darunter auch nach Kongreßpolen und Galizien,
das damals bereits zu Oeſterreich gehört, einſetzte. Dieſer
Aus=
wanderungsbewegung gehen die bekannten Raubzüge der
Fran=
zoſen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhundert voraus,
die die weſtlichen Gebiete Deutſchlands, beſonders die Pfalz
un=
geheuer verwüſteten. Darum war es kein Wunder, daß die
Vor=
fahren des heutigen Deutſchtums in Galizien zum größten Teil
Pfälzer ſind, die aus der damaligen Rheinpfalz und Heſſen
auf Grund des Anſiedlungspatentes Kaiſer Joſeph II. vom
17. September 1781 in das heutige Galizien gezogen kamen.
Doch das iſt nicht die einzige Koloniſation in Galizien. Eine
ähnlich große deutſche Koloniſationsbewegung iſt in dieſem
Lande ſchon im Mittelalter zu beobachten. Es waren damals
hauptſächlich Mönche, Handwerker und Kaufleute, die nach den
damaligen Polen kamen und hier als Gründer der meiſten
pol=
niſchen Städte mit ihrem Wiſſen und Können, mit Schweiß und
Blut die Fundamente für die weſteuropäiſche
Kultur Polens gelegt hatten. Noch heute findet man
in zahlreichen polniſchen Städten wohl viele deutſche Namen,
aber keine oder nur ganz wenig deutſche Menſchen. Die
pol=
niſchen Städte ſind immer ſchon das Grab des eingewanderten
Deutſchtums geweſen. Nur ein ſtändiger Zuſchuß aus den
be=
nachbarten deutſchen Kolonien vermag das deutſche Element in
einer polniſchen Stadt zu erhalten und die Verluſte zu ergänzen.
In den Jahren 1781 bis 1805 wurden die einwandernden
deutſchen Familien im damaligen Königreich Galizien und
Lodo=
merien teils auf ſtaatlichen und kirchlichen Domänen, teils auf
privatem Großgrundbeſitz angeſiedelt. In dieſem Zeitraum
wurden 184 ländliche Siedlungen mit nahezu
20 000 Seelen (12000 Proteſtanten und 8000 Katholiken)
gegründet. In den meiſten Fällen waren es ganz kleine
Sied=
lungen, die durchſchnittlich 8 bis 20 Familien umfaßten. Im
Sinne des kaiſerlichen Patentes ſollte es keine
Quanti=
täts=, ſondern ausſchließlich eine
Qualitäts=
koloniſation ſein. Von irgendeiner politiſchen
Germa=
niſierungsabſicht, die von der polniſchen Geſchichte und Preſſe
mit beſonders böswilliger Starrheit immer wieder dieſer
deut=
ſchen Kulturarbeit unterſchoben wiro, kann keine Rede ſein. Nach
dem Jahre 1805 bröckelte der Einwanderungszug aus
Deutſch=
land allmählich ab. Dagegen hielt die Einwanderung der
Sudetendeutſchen aus dem Böhmerwald und dem Egerland noch
bis zum Jahre 1825 an. Es entſtanden 21 weitere Siedlungen,
zu denen auch einige ſogenannte jungſchleſiſche Siedlungen von
Einwanderern aus Niederſchleſien hinzukamen. Im weiteren
Verlauf des 19. Jahrhunderts entſtanden dann Schweſterkolonien
der bereits beſtehenden Siedlungen, die auf ihrem
verhältnis=
mäßig engen Raum den Bevölkerungsüberſchuß nicht faſſen
konnten. Die letzte dieſer 26 Schweſterſiedlungen, „
Diamanten=
heim”, wurde noch im Jahre 1901 gegründet.
In den erſten Jahrzehnten haben ſich die deutſchen
Ge=
meinden in wirtſchaftlicher Hinſicht günſtig entwickelt. Zu dieſem
Fortſchritt hat zweifellos die Ueberlegenheit des deutſchen
Bauern über den einheimiſchen in der Bodenbearbeitung und
Viehhaltung außerordentlich viel beigetragen. Der deutſche
Bau=
er übertraf auch an Fleiß und Ausdauer die einheimiſche
Be=
völkerung. Selbſt die aus den Siedlungen in die Stadt
ziehen=
den deutſchen Handwerker und Gewerbetreibenden fanden ein
raſches und gutes Fortkommen. Dagegen ſtanden einer
kulturellen Weiterentwicklung des
angeſiedel=
ten Deutſchtums ſchier unüberwindliche
Schwie=
rigkeiten im Wege. Die kleinen Siedlungen lagen im
ganzen Lande meilenweit voneinander zerſtreut, jede für ſich eine
Inſel mitten im Meer der eingeborenen Bevölkerung. Solange
noch unter dem unmittelbaren Regime Wiens die Staatsſprache
deutſch war und der deutſche Bauer ſich in der Obhut der
deut=
ſchen Obrigkeit wußte, waren die Gefahren einer
Entnationali=
ſierung noch nicht ſehr groß. Als aber im Jahre 1867 auf
Grund des kaiſerlichen Dezemberpatents von 1860, die
öſter=
reichiſch=ungariſchen Länder die Selbſtverwaltung erhielten,
geriet Galizien ſehr bald völlig unter polniſchen Einfluß.
All=
mählich wurde die polniſche Sprache als Unterrichtsſprache in
allen ſtaatlichen Schulen, als Amtsſprache in den Gerichten und
allen Staats= und Kommunalämtern eingeführt. Die deutſchen
Schulen in den galiziſchen Siedlungen, die ausſchließlich
kon=
feſſionelle Anſtalten waren, wurden durch ein Volksſchulgeſetz zu
Privatanſtalten herabgeſetzt und mußten fortan von den
Ge=
meinden mit eigenen Mitteln unterhalten werden. Die
natür=
liche Verbindung mit der deutſchen Zentrale in Wien wurde
ſehr bald unterbunden. Mit dieſem Augenblick begann auch das
deutſche Element in den Städten der Poloniſierung
anheim=
zufallen. Im Jahre 1857 wurden in Galizien rund 140000
Deutſche gezählt. Dagegen konnten im Jahre 1880, alſo kaum
13 Jahre nach Einführung der Selbſtverwaltung, im ganzen nur
77 612 Deutſche feſtgeſtellt werden! Im Jahre 1890 waren es
noch 76 158, im Jahre 1900 73 927 und bei der letzten
öſterrei=
chiſchen Volkszählung im Jahre 1910 wurden nur noch 65 416
bewußte deutſche Menſchen in Galizien gezählt. Zur Schwächung
des Deutſchtums in Galizien hat ferner auch noch die deutſche
Koloniſation in Poſen und Weſtpreußen, die von 1899 bis 1909.
insgeſamt 1350 deutſche Familien aus Galizien abzog, in nicht
unbeträchtlichem Maße beigetragen. Es muß mit Bedauern
feſt=
geſtellt werden, daß durch dieſen Abzug ſehr oft ſtarke und blü=
Seite 2
Samstag, den 25. Juli 1931
Nummer 204
hende deutſche Siedlungen aufs ſchwerſte betroffen wurden. Die
ſtark geſchwächten Gemeinden waren vielfach nicht mehr in der
Lage, ihre Kirchen und Schulen zu erhalten und wurden von
den nachziehenden Polen und Ukrainer ſehr bald überwuchert.
Doch es fanden ſich ſehr bald Männer, die das Deutſchtum
in Galizien aus dem Bedürfnis nach Selbſthilfe und
Selbſt=
abwehr in völkiſcher, kultureller und wirtſchaftlicher Hinſicht
zu=
ſammenfaßten und ohne Unterſchied der Konfeſſion zu einer
einheitlichen Abwehrfront zuſammenſchloſſen. 1903
wurde der geſellige Verein „Germania”, der ſpäter in „
Froh=
ſinn” umgetauft wurde, ins Leben gerufen. 1904 entſtand eine
Lehrervereinigung und 1905 wurde ein deutſches Waiſenhaus
in Biala und das Schülerheim in Lemberg und ſchließlich 1907
der Bund der „Chriſtlichen Deutſchen in Galizien” gegründet.
Dieſer Bund wurde ſehr bald zu einer wirkſamen und ſtarken
Stütze des deutſchen Häufleins in dieſem Lande. Er gab das
„Deutſche Volksblatt” und jedes Jahr einen eigenen deutſchen
Kalender heraus. Es iſt ein Verdienſt, daß im Jahre 1908 mit
der Gründung von Raiffeiſenkaſſen, die ſchon im Jahre
1910 zu einem Verbande zuſammengeſchloſſen wurden, begonnen
wurde. Der Jahresabſchluß von 1913 wies bereits 41 Kaſſen
mit über zwei Millionen Kronen Spareinlagen und Darlehen
auf. Außer einer anderen Reihe kultureller und wirtſchaftlicher
Gründungen entſtanden in vielen kleinen deutſchen Orten
Büche=
reien, Geſang=, Geſelligkeits= ſowie Turn= und andere Vereine.
Im Jahre 1896 wurde von dem jetzigen Leiter der evangeliſchen
Kirche in Galizien, Superintendenten Dr. Theodor Zöckler,
dem Bodelſchwingh des Oſtens, durch die Gründung
eines Kinderheims der Grundſtein für die großen evangeliſchen
charitativen Anſtalten, die heute in Stanislau beſtehen, gelegt.
Am 2. Juli 1911 erfolgte in Czernowitz unter Führung des
ver=
ſtorbenen Univerſitätsprofeſſors Dr. Kaindl der erſte
Zuſammen=
ſchluß aller Karpathendeutſchen einſchließlich der Deutſchen in
Galizien. Dieſer Zuſammenſchluß hatte für die kulturelle und
völkiſche Selbſtbehauptung der Deutſchen in den
Karpathen=
ländern ſehr große Bedeutung.
Dem Aufſchwung des Deutſchtums in Galizien bereitete der
Weltkrieg und nach ihm der polniſch=ukrainiſche Krieg, der noch
weitere neun Monate im Lande tobte, ein jähes Ende. Und
heute, nach mehr als zehnjähriger polniſcher Herrſchaft, ſteht
das verarmte und zuſammengeſchmolzene deutſche Häuflein im
ſchweren und ſchier ausſichtsloſen Kampf um die wirtſchaftliche,
kulturelle und politiſche Selbſterhaltung. Da die polniſche
Volks=
zählung im Jahre 1921 in tendenziöſer und unwahrer Weiſe
die Starke des Deutſchtums in Galizien entſtellte, haben die
Deutſchen vor nicht langer Zeit ſelbſt eine
Zäh=
lung unter ſich durchgeführt, die folgenden Tatbeſtand
ergab: die Zahl der gegenwärtig in Galizien lebenden
Deut=
ſchen iſt mit 59 000 Seelen nicht zu hoch gegriffen. Davon
ent=
fallen ungefähr 31000 auf evangeliſche und 28 000 auf
römiſch=
katholiſche Deutſche. Der Abſtammung nach gibt es 13000
Schleſier, 39 000 Pfälzer und ungefähr 7000 Sudetendeutſche.
Die Deutſchen in Galizien leben in 160 Siedlungen, die teils
rein deutſchen, teils gemiſchten Charakter haben, ſowie in 80
Orten und Städten als größere und kleinere Splitter. Einen
empfindlichen Schlag führte der polniſche Staat gegen das
Deutſchtum durch die Auflöſung des Bundes der
Chriſtlichen Deutſchen, die im Jahre 1923 vollkommen
grundlos erfolgte. Von den während des Krieges zerſtörten
deutſchen Volksſchulen wurden bis jetzt, zum Teil aus eigenen
Kräften, 37 aufgebaut. Im Jahre 1929 wurde für den
Bauern=
nachwuchs ein landwirtſchaftlicher Kurſus errichtet, der jedoch
aus Mangel an Geld ſehr bald wieder aufgelaſſen werden
mußte. Der Verband Deutſcher Landwirtſchaftlicher
Genoſſen=
ſchaften zählt gegenwärtig 47 Spar= und Darlehnskaſſenvereine,
4 ſtädtiſche Kreditinſtitute, 2 Molkerei= und 1 Bau= und
Woh=
nungsgenoſſenſchaft. In kultureller Hinſicht iſt beſonders in den
letzten Jahren ein regeres Leben zu verzeichnen, das vor allen
Dingen auf die Tätigkeit der evangeliſchen Kirche, des Verbandes
Deutſcher Katholiken und der deutſchen Lehrerſchaft
zurückzu=
führen iſt. Die evangeliſche Kirche beſteht aus 24 Pfarrämtern
mit 47 Kirchen und Bethäuſern. Die Deutſchkatholiken ſind zum
größten Teil den polniſch=katholiſchen Pfarrgemeinden
ange=
ſchloſſen. In 17 Siedlungen befinden ſich Kirchen mit
Pfarr=
ſitzen und in 10 Siedlungen lediglich Kapellen. Nur in ſechs
Pfarrgemeinden wird noch deutſch und in vier Gemeinden nur
zum Teil deutſch gepredigt.
Das deutſch=evangeliſche Schulweſen beſteht augenblicklich
aus einer ſtaatlichen und 83 privaten Volksſchulen mit 111
Klaſſen und 3045 Schulkindern, aus zwei Privatgymnaſien und
einer Volksſchule. Die Deutſchkatholiken verfügen nur über 7
private Volksſchulen mit neun Klaſſen, 326 Schulkindern und
11 Lehrkräften. Eine bereits vor drei Jahren erbaute private
Volksſchule hat bis zum heutigen Tage noch keine behördliche
Konzeſſion erhalten. Ueberdies gibt es in den katholiſchen
Ge=
meinden noch 7 ſtaatliche Volksſchulen mit deutſcher
Unterrichts=
ſprache und 16 Volksſchulen mit polniſcher Unterrichtsſprache,
wobei deutſch nur als Unterrichtsfach meiſtens erſt vom dritten
Schuljahr an und höchſtens zwei Stunden wöchentlich geduldet
wird. Außer Kirche und Schule bilden die „deutſchen Häuſer”
deren es im Augenblick 29 gibt, noch Stätten, wo der deutſche
Zum 75. Geburtstag des Dichters am 26. Juli.
Der junge Schnelldichter. Als Anfänger hatte Shaw
eines ſeiner erſten Dramen dem einflußreichen Theaterdirektor
Sir Charles Wyndham angeboten, und dieſer lud ihn daraufhin
ein, bei ihm vorzuſprechen. Shaw erſchien pünktlich, mußte aber
faſt zwei Stunden warten. Als er ſchließlich vorgelaſſen wurde,
zog er eine Menge zerknitterter Papierfetzen aus der Taſche.
Ent=
ſetzt blickte Sir Charles auf die Fetzen und fragte den Dichter,
was er damit wolle. „Das iſt doch das Stück, das ich Ihnen
an=
biete”, erklärte Shaw. „Ich ſchreibe meine Dramen ſtets in den
Wartezimmern der Theaterdirektoren, und da können die
Manu=
ſkripte nicht beſſer ausfallen.”
In Hemdsärmeln. Shaw nahm es als junger Kritiker
mit ſeinem Anzug nicht genau und erregte dadurch bei ſeinen
Landsleuten, die damals in allen Sachen der Herrenmode viel
ſtrenger waren als heute, großen Anſtoß. Selbſt bei Premieren
erſchien er nicht im Frack, wie es vorgeſchrieben war, ſondern in
ſeinem langen ſchwärzlichen Rock und einmal ſogar in einer
Samt=
jacke. Das war dem majeſtätiſchen Theaterdiener aber doch zu
viel; er hielt ihn an der Türe auf und erklärte höflich, doch
be=
ſtimmt, daß er ſo nicht eintreten dürfe. „Ach ſo, Sie meinen wohl
die Samtjacke?” fragte Shaw mit ironiſchem Lächeln. „
Aller=
dings”, lautete die Antwort. „Schön”, meinte Shaw gemütlich,
„dann ziehe ich ſie eben aus!” Sprachs, tat, wie er geſagt, nahm
die Jacke über den Arm und begab ſich in Hemdsärmeln auf
ſei=
nen Platz. In größter Beſtürzung eilte ihm der Diener nach und
bat ihn dringend, die Jacke wieder anzuziehen. Shaw hatte geſiegt.
Nur Gemüſe! Shaw iſt bekanntlich ein leidenſchaftlicher
Vegetarier, und bevor er in England noch als Dichter berühmt
war, ſprachen ſchon ſeine beefſteak=liebenden Landsleute von dieſer
Marotte des geiſtvollen Mannes. Als er einmal zu einem
Feſt=
eſſen eingeladen wurde, antwortete er ebenſo kurz wie grob: „Es
fällt mir nicht ein, die Einladung anzunehmen, mit herumzuſitzen
und Tierleichen zu verzehren.” Von der Erſtaufführung eines
ſeiner Stücke wird berichtet, daß einem Galeriebeſucher ein Paar
Würſtchen, die er zur Stärkung mitgebracht hatte, aus der Hand
fielen und gerade dem darunterſitzenden Shaw auf den Kopf.
Ent=
rüſtet wandte ſich dieſer nach oben und rief mit ſeiner hellen
Stimme: „Sie irren ſich, mein Lieber. Ich bin Vegetarier und
kann keine Würſtchen gebrauchen. Senden Sie das nächſte Mal
einen Kohlkopf!”
Man muß ſichzuhelfenwiſſen. Die fremden
Spra=
chen ſind Shaws ſchwache Seite, und er geſteht ſelbſt freimütig,
Das Reichswehrminiſterium hat im Hinblick auf die
allge=
meine Finanzlage des Reiches beſtimmt, daß alle weiteren
Uebun=
gen des Reichsheeres zu unterbleiben haben.
Der IV. Strafſenat des Reichsgerichts verurteilte den 35 Jahre
alten, verheirateten Regierungsaſſiſtenten Otto Pabſt aus
Birken=
feld wegen fortgeſetzten Verrats von Staatsgeheimniſſen und
fort=
geſetzten Verſuchs militäriſcher Spionage zugunſten Frankreichs
zu ſieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrenrechtsverluſt.
In Sevilla wurden am Donnerstag bei dem Verſuch,
Gefan=
gene zu befreien, vier Perſonen erſchoſſen. Im übrigen iſt die
Lage am Donnerstag ſonſt ruhiger. Die Opfer der Straßenkämpfe
in Sevilla vom Mittwoch und Donnerstag belaufen ſich auf 20
Cote und 155 Verletzte, darunter viele Schwerverletzte.
Zum neuen Präſidenten der Bergarbeiter=Gewerkſchaft von
Großbritannien iſt auf dem Gewerkſchaftskongreß in Blackpool der
Arbeiterabgeordnete Edwards gewählt worden.
Gedanke und die deutſche Sprache gepflegt werden. Außerdem
gibt es noch Sport=, Theater= und Geſangvereine, die zur
För=
derung der deutſchen Geſinnung und Pflege der deutſchen Kultur
viel beitragen.
Dieſer kurze Ueberblick über die 150jährige Geſchichte des
deutſchen Volksſplitters in Galizien kann in dieſer ſchweren
Schickſalsſtunde, die das ganze deutſche Volk durchlebt, mit
kei=
nem lichten Ausblick in die Zukunft abgeſchloſſen werden. Schon
vor dem Kriege war deutſch zu ſein in Galizien keine
Selbſt=
verſtändlichkeit mehr. Und heute, unter polniſcher Herrſchaft, iſt
es erſt recht zu einer ſchweren und ernſten Lebensaufgabe
ge=
worden. Im feſten Glauben an den Aufſtieg des
deutſchen Volkes wird das kleine Häuflein in
Oſtgalizien ſeine Aufgabe mit Mut und Treue
erfüllen.
Von unſexem A=Korreſpondenten.
Paris, 24. Juli.
Die Londoner Konferenz war durch den engliſch=franzöſiſchen
Gegenſatz charakteriſiert. Dieſer Gegenſatz äußerte ſich ſo ſtark,
daß in den engliſch=franzöſiſchen Beziehungen kaum noch die
übli=
chen Formen der Höflichkeit gewahrt wurden. Es war nicht
an=
ders zu erwarten. Die Abſichten Frankreichs waren ſchon vor
der Konferenz bekannt; ein eklatanter Erfolg in London wäre
ein engliſcher Erfolg geweſen, und man war hier im voraus
ent=
ſchloſſen, Macdonald keinen Erfolg zu gönnen. Daß in einem ſolch
kritiſchen Augenblick — es handelte ſich ſchließlich um das
Schick=
ſal der Weltwirtſchaft — ſo kleinliche Geſichtspunkte zur Geltung
kommen konnten, iſt in höchſtem Maße unerfreulich. Dennoch
be=
ſteht keine Urſache, die Situation nach London peſſimiſtiſch zu
be=
trachten.
In franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſen iſt man überzeugt, daß mit
den Londoner Beſchlüſſen die brennendſten Schwierigkeiten aus
dem Wege geräumt ſind. Und man gibt der Hoffnung
Aus=
druck, daß die deutſch=franzöſiſchen
Verhandlun=
gen nunmehr intenſiviert wer den. Das iſt inſofern
auch richtig, da in den Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
Frankreich trotz allem eine Entſpannung eingetreten iſt.
In Paris iſt man mit den Londoner Ergebniſſen nicht
zufrie=
den. Wenn es auch Frankreich gelang, eine
Neu=
anbahnung der europäiſchen Politik unter
eng=
liſcher Führung zu verhindern, ſo konnte es die
Initiative doch nicht an ſich reißen. Schließlich wurde
das Kompromiß doch im Sinne des amerikaniſchen Vorſchlags
gemacht.
Die franzöſiſche Preſſe wird nicht müde, zu betonen, daß für
den deutſch=franzöſiſchen Gegenſatz England verantwortlich iſt.
Man ſpricht offen und laut von engliſchen Intrigen, ſo laut, daß
man dabei die Fehler der eigenen Politik vergißt. Einen
Augen=
blick lang während der Londoner Konferenz empörte ſich ſogar
ein Führer der Sozialiſten, daß Frankreich ohne einen nationalen
Feind nicht leben könne, und jetzt ſtatt Deutſchland England
her=
halten müſſe.
Nach franzöſiſcher Darſtellung kämpft Macdonald nur für die
finanzpolitiſche Führung der City. Dieſe Vormachtſtellung des
engliſchen Finanzmarktes ſoll unberechtigt ſein, man behauptet
hier ſogar, daß der engliſche Finanzmarkt mit den größten
Schwie=
rigkeiten kämpft und unfähig iſt, von ſich aus Deutſchland zu
helfen.
Es iſt möglich, daß die Politik Englands der Beſſergeſtaltung
des deutſch=franzöſiſchen Verhältniſſes nicht immer günſtig war.
Aber ſchließlich war es nicht die Aufgabe der engliſchen, ſondern
der franzöſiſchen Außenpolitik, die deutſch=franzöſiſchen
Beziehun=
gen günſtig zu geſtalten. Doch das ſcheint man in Paris zu
ver=
geſſen.
daß er es nie ſoweit gebracht hat, um ſich in einer anderen Sprache
verſtändlich auszudrücken. Aber bei ſeinen Reiſen im Ausland
wußte er ſich als findiger Mann zu helfen. Als er einmal in
München weilte, verriet er einem Freunde, wie er ſeine Beſucher
empfange: „Wenn ich deutſche Gäſte bekomme, dann laſſe ich ſie
ruhig ſprechen, höre ihnen aufmerkſam zu, und ſobald eine Pauſe
entſteht, ſage ich abwechſelnd „ausgezeichnet” und „doch”. Wenn ſie
dann weggehen ſchüttele ich ihnen kräftig die Hand und ſage
freundlich: „Kommen Sie gut nach Hauſe‟. Noch alle haben
dar=
aufhin erzählt, ich ſpräche vorzüglich deutſch, während ich mich
ſtets bei meiner Umgebung erkundigen muß, was die Leute
eigent=
lich von mir gewollt haben. Daß ich auch italieniſch mich zu
ver=
ſtändigen weiß, habe ich einmal bewieſen, als ich mit Freunden
eine Italienreiſe machte. Ich konnte kein Wort ſprechen; und
meine einzige Kenntnis dieſer Sprache rührte daher, daß ich als
Muſikkritiker viele italieniſche Opern gehört hatte. Wir aßen
un=
ſerer ſieben in einem Gaſthof zu Abend, und am Schluß ſchrieb der
Kellner die Rechnung für die ganze Geſellſchaft. Nun wollte aber
jeder für ſich bezahlen, und das ſollte ich dem Manne klarmachen.
* Berlin, 24. Juli. (Priv.=Tel.)
Der Kampf gegen den Reichsbankpräſidenten Dr. Luther
gewinnt von Tag zu Tag mehr an Ausdehnung. Jetzt
veröffent=
licht der Berliner „Börſen=Courier”, eine der angeſehenſten und
ernſteſten Wirtſchaftszeitungen, einen Artikel, der die Ueberſchrift
„Abſchied von Luther” trägt. In dieſem Artikel wird dem
Reichs=
bankpräſidenten beſcheinigt, daß er eine ſchaffens= und
verant=
wortungsfreudige Perſönlichkeit iſt, und daß er auf einen Poſten
gehört, auf dem ſich ſeine außerordentlichen Fähigkeiten auch
fruchtbar auswirken können. Dann aber geht der Artikel zur
Offenſive über.
„Wir verlangten vor allem”, ſo heißt es in dem Artikel des
„B.=C., „eiſernen Zuſammenſchluß aller Großbanken unter dem
feſten Griff des Reichsbankpräſidenten. Wir verlangten ſchon vor
Wochen die Bildung eines Stillhaltekonſortiums. Dabei war
nicht nur rückhaltloſe Offenheit, ſondern vor allem Beherrſchung
des internationalen Finanzapparates und eine Erfahrung auf
perſonellem Gebiete erforderlich, die dem Führer unſeres
Zen=
tralnoteninſtituts für dieſe Notzeit nicht in ausreichendem Maße
zu Gebote ſtand. Wir haben, ſolange noch die Verhandlungen
in Paris und London ſchwebten, damit zurückgehalten, mit
Frei=
mut die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Heute erachten
wir es für unſere Pflicht, davon zu ſprechen, was iſt, um
Unſag=
bares zu verhüten. Die Londoner Konferenz hat da aufgehört.
womit ſie hätte beginnen können, wenn die Reichsbank das
Selbſt=
verſtändliche nur rechtzeitig getan hätte. Die tragiſch
unzuläng=
liche Vorarbeit der Reichsbank iſt der Grund, daß der deutſche
Reichskanzler aus Paris und London mit leeren Händen zurück
kehrt. Er hat nur ſeine Anregung verwirklicht, durch
internatio=
nale Finanzleute, die nicht der geringſte politiſche Geruch
umwit=
tert, in Berlin ſelbſt feſtſtellen zu laſſen, daß das Londoner
Er=
gebnis nicht genügt, und daß das ſolidariſche Intereſſe aller
Staaten unverzügliche und durchgreifende Maßnahmen
unabweis=
lich macht. Ein andere Gutachten kann von dieſen erfahrenen
Praktikern kaum abgegeben werden. Sie müſſen aber eine
Reichs=
bank vorfinden, die ſich ihrer naturgemäßen Funktionen und
Machtmittel bewußt iſt, vor allem eine Reichsbank, die noch
aktionsfähig iſt.
Auch jetzt wieder hängt alles davon ab, daß der
Zahlungs=
verkehr ſofort in Ordnung gebracht wird, und daß dabei kein
einziger Mißgriff mehr unterläuft. Binnen nur weniger Tage
muß dafür geſorgt werden, daß auf der Kommandobrücke der
Reichsbank ein Mann ſteht, der jeden Hebel kennt und ſich bewußt
iſt, daß ein Schlag tauſend Verbindungen auslöſt. Ueber dem
Gebäude der Wirkſamkeit des Reichsbankpräſidenten Dr. Luther
aber ſtehen die unheimlichen Worte: „Zu ſpät!‟. Der
Zuſam=
menbruch der Danat=Bank, dem ſchon ein Tag darauf die
Bank=
feiertage nachhinken mußten, wäre zu verhindern geweſen, wenn
die Reichsbank, der ſchon fünf Wochen vorher von dem Leiter der
Danat=Bank nicht nur die rapiden Deviſen=, ſondern auch die
Markabzüge ihrer Gläubiger bekannt gegeben worden ſind, nicht
völlig paſſiv geblieben wäre, anſtatt ſchon im nächſten
Augen=
blick alle Großbanken zu einer in dieſem Augenblick noch völlig
ausreichenden Garantie= oder Stützungsaktion zuſammenzufaſſen.
Sogar eine Woche vor Schluß der Danat=Schalter hat die
Reichs=
bank völlig unbegreiflicherweiſe eine Auszahlung von 250
Mil=
lionen durch die Danat=Bank noch ſelbſt veranlaßt.” Zum Schluß
heißt es: „Jetzt aber können Experimente und verſpätete
Maß=
nahmen nicht mehr in Kauf genommen werden. Dr. Luther
hatte zweifellos die Abſicht, ein unpolitiſcher Reichsbankpräſident
zu ſein. Wider Willen iſt er ein politiſcher Reichsbankpräſident
geworden. In ſeiner Not zwang er das Kabinett immer von
neuem zu überſtürzten Verordnungen und zur Uebernahme einer
Verantwortung, die allein oder in erſter Reihe der Reichsbank
zukam.”
Dieſer Artikel wird ſelbſtverſtändlich im geſamten In= und
Ausland die Runde machen. Wir können uns nicht vorſtellen,
daß Herr Dr. Luther, nachdem ihm dieſe Eröffnungen gemacht
worden ſind und nachdem die geſamte deutſche Preſſe immer
ſchärfer an ſeiner Politik Kritik übt, noch lange auf ſeinem Poſten
bleiben wird. Nachdem auch der Reichskanzler in London wenig
freundliche Bemerkungen über die Politik der Reichsbank hat
fallen laſſen, dürfte wohl das Schickſal des Reichsbankpräſidenten
Dr. Luther beſiegelt ſein.
Blitzſchnell gehe ich in meinem Kopf die italieniſchen Opernſzenen
durch, ob da nicht etwas von einer Bezahlung einer Rechnung
vor=
kommt: Nein, nirgends! Da — fällt mir aus Meyerbeers „
Huge=
notten” die Duell=Szene ein und mit theatraliſcher Handbewegung
rufe ich: „Ognuno per se, per tutti i1 eiel!” (Jeder für ſich, der
Himmel für uns alle.) Der Kellner verſteht mich, ſchreibt jedem
von uns ſeine Rechnung und ſeitdem galt ich bei unſerer
Geſell=
ſchaft als italieniſches Sprachgenie.
Der hinkende Bräutigam. Shaw war lange
Jung=
geſelle geweſen, aber nach einer langen Krankheit, in der er von
ſeiner ſpäteren Frau aufopfernd gepflegt wurde, entſchloß er ſich
zur Ehe. Er pflegt ſelbſt zu ſagen, daß er in dieſem Augenblick
„beſonders ſchwach” geweſen ſei. Zu der feierlichen Handlung
er=
ſchien er auf Krücken und in ſeinem gewöhnlichen Anzug, der, wie
ſtets, etwas ſchäbig war. Seine beiden Zeugen hatten ſich dagegen
in ihre beſten Sachen geworfen. „Der Beamte”, ſo erzählt Shaw
ſelbſt, „konnte nicht ahnen, daß ich der Bräutigam war. Er
hielt mich für einen der Bettler, die ja bei keiner Hochzeit zu
fehlen pflegen. Dagegen erſchien ihm mein Freund und
Trau=
zeuge Wallace als der gegebene Herr der Lage. Er war ſchon
da=
bei, dieſen mit meiner Verlobten zu trauen, und machte ein ſehr
erſtauntes Geſicht, als Wallace mich in den Vordergrund ſchob.
Der geſunde Wohnſitz. Eines Tages fragte ſein
ame=
kaniſcher Biograph, Archibald Henderſon, Shaw, wie er darauf
kommen ſei, ſich gerade das kleine Gut in Herfordſhire auszu”
ihlen, das er zu ſeinem Sommerſitz gemacht hat. Shaw ſagte
ein Wort, ſondern führte den Amerikaner zu dem nahegelegenen
leinen Dorf=Friedhof. Hier zeigte er ihm den Grabſtein einer
rau, die im Alter von 83 Jahren geſtorben war; darauf ſtand
eſchrieben: „Ihr Leben war kurz”. „Als ich bei einem Beſuch
eſes Dörfchens dieſen Grabſtein erblickte”, meinte der Dichter
zu, „da ſagte ich mir, wenn hier 83 Jahre für ein kurzes Leben
Uten, muß der Aufenthalt geſünder ſein als irgendwo ſonſt.
Der Tierfreund. Der engliſche Humoriſt Jerome K.
erome erzählt in ſeinen Erinnerungen, er ſei eines Tages mit
haw ſpäzieren gegangen, und da hätten ſie ein paar Jungens
ge=
hen, die einen Hund mißhandelten. Shaw, der ein großer
An=
inger des Tierſchutzes iſt, erhob ſofort ſeinen Spazierſtock und
ahm mit ſeinen langen Beinen die Verfolgung der Bengels auf.
bei der drohenden Gefahr den Hund losließen und die Flucht
griffen. Die Jugend war ſchneller als der Dichter, und ſo kehrte
eſer bald atemlos zurück, und erging ſich in wilden Drohungen
gen die kleinen Uebeltäter, denen er eine gehörige Tracht
rügel zugedacht hatte. „Aber ich denke, Sie ſind ein ſtrenger
egner jeder körperlichen Züchtigung”, fragte Jerome. „Das bin
auch”, brummte Shaw, „aber ich habe noch nie in meinem
*
eben darauf Anſpruch gemacht, konſequent zu ſein.
Nummer 204
Samstag, den 25. Juli 1931
Seite 3
Freiwilliger Arbeitsdienſt.
Freiwilliger Arbeitsdienſt gegen 2 RM. wochenkäglich pro Kopf bis zur Dauer von 20 Wochen
Gegenſtand des Arbeiksdienſtes nur gemeinnükige zuſähliche Arbeiken. — Polikiſche
und ſtaatsfeindliche Gruppen von der Zörderung ausgeſchloſſen.
Die Berordnung
der die Förderung des freiwilligen Aebeitsdienſtes.
Berlin, 24. Juli.
Auf Grund des Geſetzes über Arbeitsvermittlung und
Arbeits=
ſenverſicherung und der Notverordnung des Reichspräſidenten
m 5. Juni wird mit Datum vom 23. Juli eine vom
Reichs=
beitsminiſter Dr. Stegerwald und dem Reichsminiſter der
Fi=
inzen H. Dietrich gezeichnete Verordnung über die Förderung
s freiwilligen Arbeitsdienſtes veröffentlicht. Die Verordnung
mit Zuſtimmung des Reichsrats bzw. nach Anhörung des
Ver=
iltungsrats der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Ar=
itsloſenverſicherung erlaſſen und tritt am 3. Auguſt in Kraft.
er weſentliche Inhalt iſt folgender:
I. Förderung und Perſonenkreis.
Gegenſtand des freiwilligen Arbeitsdienſtes können nur
ge=
einnützige zuſätzliche Arbeiten ſein, die als ſolche von der
Reichs=
ſtalt anerkannt ſind. Eine Förderung iſt nur zuläſſig, wenn
Ge=
ihr dafür beſteht, daß die Zuſammenfaſſung von Arbeitsgruppen
ht für politiſche oder ſtaatsfeindliche Zwecke mißbraucht wird.
apfänger von verſicherungsmäßiger Arbeitsloſenunterſtützung
d von Kriſenunterſtützung, die als Arbeitsdienſtwillige
beſchäf=
t werden, erhalten die Unterſtützung in der bisherigen Höhe
d Dauer weiter. Das Arbeitsamt des Dienſtortes kann die
iterſtützung auch in Pauſchalbeträgen feſtſetzen, jedoch nicht mehr
5 zwei Reichsmark wochentäglich auf den Kopf des
Arbeits=
enſtwilligen bis zur Dauer von zwanzig Wochen, auch wenn
* Unterſtützungsanſpruch des Einzelnen zu einem früheren
Zeit=
nkt erſchöpft iſt. Die Unterſtützung kann auch an Träger der
beit zur ordnungsgemäßen Verwaltung und Verwendung
zu=
nſten des Arbeitsdienſtwilligen gezahlt werden, und zwar ganz
er teilweiſe in Sachleiſtungen. Sobald der
Reichsarbeitsmini=
r der Reichsanſtalt beſondere Reichsmittel zur Verfügung ſtellt,
anen 2 Reichsmark je Kopf und Woche für die Dauer von
höch=
ns 20 Wochen auch ſolchen Arbeitsdienſtwilligen gewährt wer=
, für die die Unterſtützungsvorausſetzungen des Geſetzes über
beitsloſenverſicherung uſw. fehlen. Artikel 6 beſagt: Lehnt es
Arbeitsloſe ab, ſich an einer Arbeit im freiwilligen
Arbeits=
nſt zu beteiligen, oder gibt er eine ſolche Arbeit auf, ſo iſt dies
ht als Tatſache anzuſehen, aus der ſich ergibt, daß der
Arbeits=
e arbeitsunwillig oder durch eigenes Verſchulden arbeitslos iſt.
II. Berfahren.
Ob eine Arbeit als freiwilliger Arbeitsdienſt anzuerkennen iſt
d aus Mitteln der Reichsanſtalt, der Kriſenunterſtützung oder
s beſonderen Reichsmitteln gefördert werden kann, entſcheidet
Vorſitzende des Reichsarbeitsamts im Benehmen mit einem
sſchuß des Verwaltungsausſchuſſes des Landesarbeitsamts.
Zu=
rdig iſt der Vorſitzende des Landesarbeitsamts, in deſſen Be=
E die Arbeiten ausgeführt werden. Bei Beteiligung mehrerer
desarbeitsämter entſcheidet der Präſident der Reichsanſtalt
r die Zuſtändigkeit. Der Vorſitzende kann auf die Beteiligung
Gemeinden an Aufwand verzichten. Der Arbeitsdienſtwillige
ß von der Arbeit abberufen werden, wenn ihm eine
Arbeits=
le vermittelt werden kann.
II. Anwendung von Borſchriften der
Sozial=
verſicherung und des Arbeiterſchußes.
Die Krankenverſicherung bis dahin verſicherter
Arbeitsdienſt=
liger läuft unverändert weiter. Auf Arbeitsdienſtwillige, bei
ten die Unterſtützungsvorausſetzungen fehlen, finden die
Vor=
iften über die Krankenverſicherung Arbeitsloſer entſprechende
wendung. Auch die Vorſchriften über Arbeitszeit,
Sonntags=
ſe, Gefahrenſchutz und Arbeitsbeſchränkung für Frauen und
gendliche finden Anwendung.
II. Berpflichkung der Gemeinden.
Gemeinden, in deren Bezirk eine im Sinne der Verordnung
rkannte Arbeit ausgeführt wird, ſind verpflichtet, Unterkunft
und Verpflegung für die Beſchäftigten gegen angemeſſene.
Ent=
ſchädigung zur Verfügung zu ſtellen. Sie können von dem Träger
der Arbeit im voraus Sicherheit verlangen.
I. Erleichkerung der Siedlung.
Arbeitsdienſtwilligen, die bei volkswirtſchaftlich wertvollen
Arbeiten 12 Wochen beſchäftigt worden ſind, kann ein Betrag von
1,50 RM. je Wochentag fortlaufend gutgeſchrieben werden. Die
Gutſchrift geſchieht nur auf Antrag des Arbeitsdienſtwilligen. Der
Antrag iſt ſpäteſtens einen Monat nach Abſchluß der
Beſchäfti=
gung zu ſtellen. Der gutzuſchreibende Betrag nebſt 6 v. H.
jähr=
lich nachträglich am 1. März fälligen Zinſen wird für den
Arbeits=
dienſtwilligen in das Reichsſchuldbuch eingetragen. Die
Vor=
ſchriften des Reichsſchuldbuchgeſetzes in der Faſſung vom 31. Mai
1910 finden mit folgender Maßgabe ſinngemäß Anwendung: Die
Zinſen werden nicht ausgezahlt, ſondern mit Zinſeszinſen dem
Schuldkapital zugeſchrieben. Der Arbeitsdienſtwillige kann über
den eingetragenen Betrag nur ſo verfügen, daß er ihn in einer
beſonders vorgeſchriebenen Form an eine gemeinnützige
Einrich=
tung abtritt, die ſich mit der Errichtung von Siedlungen oder
Eigenheimen befaßt. Die Reichsſchuldbuchforderung wird von
Amts wegen gelöſcht, wenn nicht binnen 10 Jahren vom Tage der
Eintragung an die Abtretung in der genannten Weiſe erfolgt iſt.
Die Pfändung der Reichsſchuldbuchforderung oder ihre Belaſtung
zugunſten eines Dritten iſt ausgeſchloſſen. Dasſelbe gilt für die
Abtretung.
HI. Ueberwachung, Abrechnung, Berichkerſtakkung.
Das Arbeitsamt des Dienſtortes hat von Zeit zu Zeit
nachzu=
prüfen, ob die Vorausſetzungen des freiwilligen Arbeitsdienſtes
noch vorliegen. Das Landesarbeitsamt hat die gleiche Befugnis.
Ueber die Berichterſtattung und Abrechnung trifft der Präſident
der Reichsanſtalt nähere Anordnungen.
III. In=Kraft=kreken.
Die Verordnung tritt am 3. Auguſt 1931 in Kraft.
Die Chriſtl. Gewerkſchaften zur gegenwärkigen Lage
Berlin, 24. Juli.
Der Hauptvorſtand der Chriſtlichen Gewerkſchaften
Deutſch=
lands beſchloß in ſeiner geſtern in Berlin abgehaltenen Sitzung
eine Erklärung, die u. a. beſagt:
Die Verhandlungen der Staatsmänner haben gezeigt, daß
das deutſche Volk und ſeine Wirtſchaft hauptſächlich auf ſich
ſelbſt angewieſen ſind. Wir können und müſſen deshalb
ſchleu=
nigſt alle Mittel ergreifen, um die deutſche Wirtſchaft und die
ſtaatliche Ordnung zu erhalten. Dazu iſt notwendig, daß
1. die Bemühungen, über das Reparationsfeierjahr hinaus
zu weiteren außenpolitiſchen Entlaſtungen zu kommen, energiſch
weitergeführt werden;
2. die Reichsreform und die Verwaltungsreform nunmehr
unverzüglich mit dem Ziele einer Vereinfachung und
weitgehen=
den Verbilligung in Angriff genommen und durchgeführt werden;
3. die Reichsregierung unnachſichtlich die geflohenen
Kapita=
lien zur Rückkehr zwingt;
4. die meiſt völlig unmotivierten Abhebungen bei den
Geld=
inſtituten aufhören und die abgehobenen Beträge ſchleunigſt
wieder eingezahlt werden;
5. das deutſche Bankweſen und gleichzeitig auch das
Kartell=
weſen einer ſchärferen Aufſicht und Kontrolle unterſtellt werden,
und insbeſondere die Leitung der Deutſchen Reichsbank von
ihren weitgehenden Machtbefugniſſen gegenüber den Banken den
entſchiedenſten Gebrauch macht;
6. alsbald die längſt notwendige Reform des Aktienrechts
vorgenommen wird;
7. die im Art. 165 der Reichsverfaſſung vorgeſehenen
Wirt=
ſchaftskörper gebildet und insbeſondere die beſtehenden
Wirt=
ſchaftskammern paritätiſch zuſammengeſetzt werden;
8, die drückendſten ſozialen Beſtimmungen der
Notverord=
nung baldmöglichſt geändert werden;
9. alle geſetzlichen Handhaben benutzt werden, um die Ruhe
und Ordnung im Innern aufrecht zu erhalten.
Alkienstechts-Reform
auf dem Berordnungsweg?
Die höchſt überflüſſige Paß=Gebühr.
* Berlin, 24. Juli. (Priv.=Tel.)
Das Reichsjuſtizminiſterium wird in den nächſten Tagen dem
Reichskabinett einen endgültigen Geſetzentwurf über die
Aktien=
rechtsreform zuleiten. Es ſieht nun ſo aus, als ob man innerhalb
des Reichsjuſtizminiſteriums die Reform für außerordentlich
dringlich hält und mit dem Gedanken ſpielt, ſie mit Hilfe des
Art. 48 zuſtandezubringen. Wir halten eine derartige
Anwen=
dung dieſes Artikels der Reichsverfaſſung für abwegig, weil es
bisher mit dem alten Aktienrecht ganz gut ging und man ruhig
noch einige Monate warten kann, mindeſtens ſolange, bis wir
über dieſe Zeit der allergrößten Schwierigkeiten hinweg ſind.
* In dieſem Zuſammenhang erſcheint es notwendig, darauf
hinzuweiſen, daß man in den einzelnen Reſſorts
wahrſchein=
lich noch immer glaubt, gewiſſe Arbeitsergebniſſe herausſtreichen
und als beſonders wichtig in den Vordergrund ſchieben zu müſſen,
immer in der Hoffnung, daß dann die Früchte dieſer Arbeit
viel=
leicht von der Anwendung des Art. 48 profitieren könnten. Aus
dem Reichsverkehrsminiſterium hörte man z. B. vor einigen
Tagen, daß man dort den alten Streit zwiſchen der Reichsbahn
und den Kraftwagengeſellſchaften auf dem Notverordnungswege
ſchlichten möchte. Die Reichsregierung hat gegenwärtig ſo ernſte
Aufgaben zu erfüllen, daß man ſie nicht auch mit dieſen Dingen
beläſtigen ſollte. Schon die 100=Mark=Verordnung,
die offenbar auch nur eine Reſſortarbeit war, hat ſich als ein
glatter Fehlſchlag herausgeſtellt, ganz abgeſehen davon,
daß ſie in weiten Kreiſen der Bevölkerung unnötige Erregung
verurſacht hat. Es mußten ſchon jetzt ſo zahlreiche Ausnahmen
geſchaffen werden, daß die Verordnung bereits zur Hälfte
außer Kraft geſetzt iſt. Dabei iſt nun wieder gegen einen
wichtigen Grundſaß der Reichsverfaſſung verſtoßen worden,
wo=
nach alle Deutſchen vor dem Geſetz gleich ſind. Die
Ausführungs=
beſtimmungen zur 100=Mark=Verordnung verlangen aber von einem
Teil der Bevölkerung die Paßgebühr, während der andere Teil
vollkommen frei ausgeht. Wir möchten annehmen, daß der
Kanz=
ler nach ſeiner Rückkehr aus London hier einmal nach dem
Rech=
ten ſieht und vor allem die Paßverordnung raſch wieder
zurück=
zieht, die nur geeignet iſt, in den Staaten, mit denen wir bisher
auf freundſchaftlichem Fuße ſtanden, eine wenig gutnachbarliche
Stimmung aufkommen zu laſſen.
Die deutſche delegakion aus London abgereift.
Die Abreiſe der deutſchen und franzöſiſchen Abordnung
er=
folgte fahrplanmäßig mit dem Zuge „Der Goldene Pfeil”. Nur
Briand war nicht anweſend, da er bereits um 9 Uhr mit einem
früheren Zuge nach Paris gefahren war. Zuſammen mit Dr.
Brüning und Dr. Curtius reiſten auch Dr. Melchior und
Geheim=
rat Schmitz von der J.=G. Farben. Ein Teil der deutſchen Herren
war bereits um 10 Uhr mit einem anderen Zug nach Deutſchland
abgefahren. Zu ihrem Abſchied hatten ſich der deutſche Botſchafter
in London, Baron v. Neurath, Botſchaftsrat Graf Bernſtorff,
Fürſt Bismarck und die übrigen Herren der deutſchen Botſchaft
eingefunden. Die letzten Minuten vor der Abfahrt verbrachte
Brüning in angeregtem Geſpräch mit dem deutſchen Botſchafter
und den anderen Herren der Botſchaft. Der franzöſiſche
Bot=
ſchafter verabſchiedete ſich kurz vor dem Auslaufen des Zuges aus
der Bahnhofshalle von den deutſchen Delegierten. In Vertretung
von Macdonald und Henderſon waren zwei Herren des Foreign
Office zur Verabſchiedung anweſend.
Reichskanzler Dr. Brüning gab vor ſeiner Abreiſe keinerlei
Erklärungen mehr ab. Er hatte am frühen Vormittag in ſeinem
Hotelzimmer noch eine längere Unterredung mit dem
amerika=
niſchen Berater bei der Bank von England, Sprague, gehabt, der
vorausſichtlich dem Bankierausſchuß angehören wird, der eine
Unterſuchung über die Finanzlage Deutſchlands veranſtalten wird.
Abbé Weikerlé †.
Straßburg, 24. Juli.
Der frühere Reichstagsabgeordnete Abbé Wetterlé iſt am
Freitag morgen in Ouchy bei Lauſanne (Schweiz) einem
Schlag=
anfall erlegen. Wetterlé war bis zuletzt bei vollem Bewußtſein.
— Das Anſehen, deſſen Wetterlé ſich in Paris als vermeintlicher
Vertreter des Elſaß erfreute, konnte nicht hindern, daß er in
ſeiner Heimat ſelbſt politiſch völlig erledigt war, als das Ziel
ſeiner jahrzehntelangen Hetzarbeit, die Rückkehr Elſaß=Lothringens
zu Frankreich, Wirklichkeit geworden war. Er wurde zwar im
Wahlkreis Rappoltsweiler, den er ſeit 1898 im Deutſchen
Reichs=
tag vertreten hatte, noch als Abgeordneter in das franzöſiſche
Par=
lament gewählt, aber ſchon im Jahre 1924 konnte er es nicht mehr
wagen, erneut zu kandidieren.
ion — ein neuer René Clair=Film.
Wir haben keinen Grund, die Franzoſen irgendwie zu loben,
in wir daran denken, daß wir im weſentlichen ihnen die
hterliche Lage zu verdanken haben, in der unſer ganzes
etſchaftsleben ſich z. Zt. befindet. Dennoch aber und auch
die Gefahr hin, der franzöſiſchen Filminduſtrie materielle
teile zu verſchaffen, müſſen wir anerkennen, daß der neue
té=Clair=Film „Le million”, der ab heute im U. T. läuft,
filmiſches Meiſterwerk iſt.
Ja, René Clair, der Regiſſeur von „Sous les toits de Paris”
nter den Dächern von Paris”) hat in ſeinem neuen Film
e Million” mehr geſchaffen als ein filmiſches Meiſterwerk.
zeigt und zeichnet uns die Franzoſen, wie wir ſie von früher
aten und wie wir ſie lieben könnten. Nicht die chauviniſtiſchen
ſer, ſondern die liebenswürdigen Menſchen. In dieſem
n ſind alle Menſchen freundlich, liebenswürdig und höflich.
zum Verbrecherkönig. Mit feinem Humor, zart faſt, belebt
e Liebenswürdigkeit der Menſchen, die handelnd in dieſem
n auftreten, auch die Fabel von der Million. Das macht
Film ſo außerordentlich ſympathiſch. Was ihn aber zum
ſterwerk erhebt, ſind neben der ſtraff geführten und
un=
ein routiniert bis zur letzten Phaſe dramatiſch ſpannend
eigerten Handlung, die ausgezeichneten ſchauſpieleriſchen
Lei=
gen, die darum ſo gut ſind, weil ſie untheatraliſch, weil ſie
niswahr=natürlich die Menſchen verkörpern und damit ganz
Ze Kunſt geben, dann die wundervollen Bilder, ſowohl die
riſch ungemein geſchickt aufgenommenen Bildfolgen über
Dächern von Paris, wie auch die Atelierſzenen und
Straßen=
er. Die Franzoſen haben eine ganz eigne Technik. In ihren
dern, die ſo gut dem natürlich liebenswürdigen Spiel
an=
rßt ſind in ihrer weichen Tönung, in ihrer harmoniſch zarten
traſtwirkung, die aber immer wirkſame Szenenbildung
elen.
So einen ſich Spiel und Darſtellung, Technik und Bilder
der feine Humor der Handlung, die trotz des weich
nüan=
ken Ablaufes voll ſtarker Spannung iſt, zu einem
harmoni=
r Ganzen, das wir gerne „Meiſterwerk” nennen.
„Die Million”, das iſt zunächſt eine Angelegenheit, die nicht
Sie befteht nur in Schulden zweier Künſtler, die eng
eundet, zuſammen wohnen, ſich gegenſeitig aushelfen im
elen der Diener= oder Herrenrolle. Die Freundfchaft geht
vem Augenblick in die Brüche, wo die Million in die
Er=
niung tritt. Zunächſt als Lotteriegewinn. Beide Freunde
en je ein Los, auf eines fällt die Million. Nach dieſer,
nach dem Los hebt dann, als der Gewinn bekannt wird.
eilnehmer des Arkkisfluges.
Zwei inkere
Links; Prof. Karolus der bekannte deutſche Fernſehforſcher,
der als wiſſenſchaftlicher Beobachter an der Expedition teilnimmt,
Rechts: Der ruſſiſche Prof. Moltſchanoff, der mit einem neuen
automatiſchen Kurzwellenſender intereſſante meteorologiſche
Unter=
ſuchungen durchführen will.
eine wilde Jagd an. Dieſes Los nämlich ſteckt in einem alten
Jackett. Dieſes alte Jackett dient einem Berufsverbrecher, einem
„Verbrecherkönig” zur Vertarnung. Dieſer Verbrecherkönig aber,
den das alte Jackett rettet, bleibt der Freundin des Gewinners,
die ihm das alte Jackett ſchenkt, in Dankbarkeit verbunden.
Be=
ſagtes Jackett geht dann einen vielfach komplizierten Weg. Hinter
ihm her eine Jagd in Liſt und Tücken. Eine Jagd, an der ſich
der Verbrecherkönig und eine ganze Herde ſeiner Untertanen,
an der ſich weiter der Gewinner und ſein Freund, dann auch
die beiden Freundinnen der Freunde und ſchließlich die ganze
Gläubigerſchar beteiligen, bis nach äußerſt geſchickt geführter
Spannungsſteigerung wiederum aus den Händen der Verbrecher
die Würdigſte, die Braut des Gewinners, das Los zurückerhält
und damit alles zum Guten führt.
Die Jagd iſt es nach der Million, die dem Film die
Hand=
lung gibt, die mit ſo entzückendem Humor, der gleich wie das
„Theaterſpielen” der Hauptperſonen ſo unaufdringlich und
dar=
um um ſo wirkſamer iſt. Die Jagd allein hinter dem Schuldner
und dem Verbrecher, Trepp auf, Trepp ab, über die Dächer,
die entzückenden Szenen dann auf der Bühne, wo der Helden=
tenor, in dem beſagten Jackett mit ſeiner Partnerin das
Liebes=
duett ſingt, während hinter den Kuliſſen die Meute wartet. Das
alles iſt, wie geſagt, in köſtlichen Szenen ſehr fein und ſauber
geſchildert.
Geſprochen wird franzöſiſch. Man hat den Film aber für
die deutſche Ausgabe inſofern genießbar gemacht, daß neben den
deutſchen Zwiſchentexten eine kurze Szene hinzu gedreht wurde.
Zwei Deutſche nämlich, die auf dem Dach ſitzend, zunächſt in
ein ausgelaſſenes Koſtümfeſt der Künſtler ſchauen, verfolgen
durch dieſes gleiche Fenſter den völligen Ablauf der Handlung
und erläutern im Zwiegeſpräch, das ſie gegenſeitig führen, in
deutſcher Sprache den Gang der hübſchen Handlung. — **
Gundolf=Gedächtnisfeier. Die Deutſche Fachſchaft der
Univer=
ſität Heidelberg hält am kommenden Dienstag eine
Gedächtnis=
feier für den geſtorbenen Profeſſor Gundolf ab. wobei der
Literar=
hiſtoriker der Kölner Univerſität, Profeſſor Ernſt Bertram,
ſprechen wird. — Die Univerſitäts=Gedächtnisfeier iſt auf den
Be=
ginn des Winterſemeſters verſchoben.
— Der im Amalthea=Verlag (Zürich, Leipzig, Wien)
erſchienene Roman von Tomiſlav Vitezovic: „Die Anderen”
wurde in Jugoſlawien verboten! Das Buch gibt ein
erſchüttern=
des Bild von dem Vernichtungskampf den Belgrad gegen die
Freiheit der Kroaten und Makedonier führt.
Bt. Ernſt Möve: Otto Flake (Leben, Werk, Geſtalt, Beiſpiel). Otto
Flake, Nationale Erziehung. Verlag Wolfgang Richard
Lindner. Leipzig 1931. 205 Seiten.
Otto Flake wird 50 Jahre alt. Grund genug, rückſchauend auf das
dichteriſche Lebenswerk dieſes deutſchen Mannes zu blicken und ein
bio=
graphiſches Werk über ihn zu ſchreiben. Möve unterzieht ſich dieſer
Aufgabe in einer ganz neuen Weiſe und ſieht den Menſchen Flake in
ſeiner Ganzheit. Sich nicht mit Nebendingen aufhaltend und alles
Ueberflüſſige, auch an äußeren Daten und Vorgängen, fortlaſſend, ſieht
der Verfaſſer in Flake den Erzieher Deutſchlands, den neuen Deutſchen
von morgen. Flakes Lehre, die darin gipfelt, daß es nicht genügt, an
Deutſchlands Zukunft zu glauben, ſondern daß es gilt, dieſe Zukunft
ſelbſt mitzuſchaffen, wird in dem Werk Möves zum erſten Male
zuſam=
menfaſſend geſchildert, und die Aufgaben, die dem deutſchen Menſchen
geſtellt ſind, werden klar umriſſen. Inmitten einer Welt von politiſchen,
wirtſchaftlichen und ſoziologiſchen Gegenſätzen, die aus Oſt und Weſt,
aus Aſien und Amerika herüber ſich auswirkend um die deutſche Seele
kämpfen, gilt es, die geſtellte Aufgabe klar zu erkennen und den neuen
Typus des Deutſchen zu begründen. Aufgewachſen im Elſaß, am
Be=
rührungspunkt zweier großer Kulturen, ſind in Flake imn beſonderem
Maße die Vorbedingungen vorhanden, um uns Neues, Bedeutendes,
Aufbauendes zu ſagen. Ein Beitrag aus Flakes Feder ſelbſt: „Nationale
Erjehung” gibt dem Werk Möres einen überzeugenden Abſchluß.
Nummer 204
Seite 4
Die Verlobung ihrer Tochter Trude
und ihres Sohnes Rudolf geben
be-
kannt
Samstag, den 25. Juli 1931
Ludwig Stritzinger
und Frau Elisabelh
geb. Alt
Darmstadt
Frau Johanna Held
geb. Henrich
Nürnberg
Trude Stritzinger
Dipl.-Ing. Rudolf Held
Darmstadt
Verlobte
Berlin-Grunewald
(11064)
Elfriede Schneider
Hans Eerwas
Verlobte
Darmſtadt
Gießen
Kaupſir. 27
26. Juli 1931
Ihre am 23. Juli 1931
ſiatt=
gefundene Vermählung geben
bekannt
Guſtav Geil und Frau
Aenne, geb. Koch
Darmſiadt
Schillerplatz 7
Für alle erwieſene Lſebe,
Aufmerkſam=
keit und Geſchenke anläßlich unſrer
Ver=
mählung danken herzlichſt
Arthur Katzenmeier
u. Frau Anne, geb. Laukemann
Statt Karten.
Am 21. Juli verſchied nach qualvollem, mit
bewundernswerter Geduld ertragenem Leiden
meine liebe Frau, unſere liebe Mutter,
Groß=
mutter, Schweſier und Tante
Louiſe Pabſt
geb. Hedrich.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ludwig Pabſt
Erna Winterwerb, geb. Pabſi
und Kinder
Melanie Pabſt
Wilhelm Pabſt
Dr. Waliher Pabſt
Eliſabeth Hedrich.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Berlin, Wimpfen a. N.
Die Beiſetzung fand am 24. dieſes Monats auf Wunſch
der Entſchlafenen in aller Stille ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Darmſtadt
Heidelbergerſtr. 107
Weinet nicht an meinem Grabe,
gönnet mir die ewige Ruh,
denkt was ich gelitten habe,
eh’ ich ſchloß die Augen zu.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen unſere innigſt geliebte,
herzensgute Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Frau Margarete Büttel,
geb. Made,
am 20. ds. Mts, nach langem,
ſchweren mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden kurz vor ihrem
57. Geburtstage durch einen ſanften
Tod zu erlöſen.
Im Namend. trauernd. Hinterbliebenen:
Jakob Büttel.
Darmſtadt, Brensbach i. O
Münſter i. W., den 24. Juli 1931.
Die Beiſetzung fand auf Wunſch
der Verſtorben en am
Donners=
tag, den 23. d. Mts., auf dem
alten Friedhof in aller Stille ſtatt.
Es wird gebeten, von
Beileids=
beſuchen abſehen zu wollen.
Es hat Gott gefallen, heute früh meine liebe Frau,
unſeregute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Anna Wagner
geb. Goertz
nach kurzem Leiden im 57. Jahre ihres
arbeits=
reichen, treuerfüllten Lebens heimzurufen.
In ſtiller Trauer
zugleich im Namen aller Hinterbliebenen:
Heinrich Wagner
Krankenhauspfarrer
Darmſtadt am 24. Juli 1931.
Alexanderſtraße 1
Die Beerdigung iſt Montag, den 27. Juli, mittags
4 Uhr, auf dem alten Darmſtädter Friedhof. (11098
Beerdigungs=
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gang unſeres lieben, unvergeßlichen Vaters,
Schwieger=
vaters und Großvaters
Herrn Georg Bundſchuh V.
Mühlenbauer
ſagen wir herzlichen Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Hartmann, für die troſtreichen Worte,
dem Geſangverein Liederkranz für den erhebenden
Grab=
geſang, ſowie dem lutheriſchen Kirchenvorſtand für die
Kranzniederlegung und allen, die ihm das letzte Geleite
gaben.
Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
Georg Bundſchuh VT.
(11113
Henbach, den 23. Juli 1931.
Erklärung.
Unterzeichneter erklärt hiermit, daß er ſeit
dem 17. Juni 1931 keiner politiſchen Partei
mehr angehört.
(11089
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Nummer 204
Seite 5
Aus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, den 25 Juli 1931
Befreiungen von der Ausreiſegebühr.
Der Reichsminiſter der Finanzen hat im Anſchluß an die
Befreiungsvorſchriften des 8 3 der Durchführungsbeſtimmungen
vom 21. Juli 1931 folgende weitere Erleichterungen getroffen:
Die Ausreiſegebühr von 100 RM. wird nicht erhoben:
1. Für den Grenzübertritt nach Danzig zum Zwecke des
Be=
ſuches der Danziger Feſtſpiele (Zoppoter Waldoper). Ein
Be=
freiungsvermerk der Paßbehörde iſt in dieſen Fällen nicht
erfor=
derlich. Es genügt, wenn an der Grenzübergangsſtelle der
Paß=
nachſchaubehörde als Zweck des Grenzübertritts der Beſuch der
Feſtſpiele angegeben wird
2. Für Mitglieder ſolcher Vereine, deren ausgeſprochener
Zweck die Pflege des Wanderſportes in einem deutſchen
Grenz=
gebirge oder in einem Gebirge iſt, das ſich in einem an
Deutſch=
land angrenzenden Lande befindet, für den Grenzübertritt in
das jeweils henachbarte Land
3. Als Vereine, die die Pflege des Wanderſports in dieſem
Sinne zum Zwecke haben, gelten; 1. der Deutſche und Oeſterreich.
Alpenverein, 2. der Deutſche Alpenverein, e. V., Berlin, 3. der
Verein der Naturfreunde, 4. der Schweizeriſche Alpenklub,
5. der Erzgebirgsverein, 6. der Rieſengebirgsverein, 7. der
Beskidenverein, 8. der Karpathenverein.
Ein Befreiungsvermerk der Paßbehörde iſt auch hier nicht
erforderlich. Es genügt beim Grenzübertritt die Vorzeigung der
Mitgliedskarte des betreffenden Vereins. Die Befreiung erſtreckt
ſich auch auf Ehefrau und Kinder.
Gebührenfreie Ausreiſe für Auswanderer.
Nach den Durchführungsbeſtimmungen der
Reichsregie=
rung zur Notverordnung vom 18. Juli 1931, betreffend Gebühr
von 100 RM. für Auslandreifen, wird dieſe nicht erhoben bei
Ueberſchreiten der Grenze zum Zwecke der Auswanderung, wenn
eine Beſcheinigung einer größereren
Auswandererberatungs=
ſtelle vorliegt wonach der Auswanderer dieſer Stelle
gegen=
über die ernſthafte Abſicht zur Auswanderung glaubhaft
ge=
macht hat. Wie uns hierzu mitgeteilt wird, iſt für den hieſigen
Bezirk die Auswandererberatungsſtelle in Frankfurt a. M.,
Rathenauplatz 3, zuſtändig und hat bereits die Ermächtigung zur
Ausfertigung der Beſcheinigung erhalten. Anträge können
ſchriftlich und mündlich geſtellt werden Sprechzeit: 9—2 Uhr,
Samstags 9—1 Uhr, und an Nachmittagen: Mittwochs und
Samstags von 4.30—6.00 Uhr.
Ernannt wurde am 27. Juni der Amtsgerichtsrat bei dem
Amtsgericht in Pfeddersheim Auguſt Jakob Böhm zum
Amts=
gerichtsrat bei dem Amtsgericht in Friedberg.
Im Schloßmuſeum ſind Führungen am Sonntag, um 11
und 11.30 Uhr vormittags, und an allen Wochentagen,
vormit=
tags um 11 und 11.30 Uhr und nachmittags um 3 und 3.30 Uhr.
Die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel, von Hans
Holbein d. Jg., kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt
werden.
— Heſſiſches Rotes Kreuz. Im Kinderheim des Heſſiſchen
Roten Kreuzes in Bingenheim (Oberheſſen) ſind für die vom
22. Auguſt bis 22 September dauernde Mädchenkur noch einige
Plätze frei, ebenſo für die am 26. September beginnende
Knaben=
kur, die teilweiſe in die Herbſtferien fällt. Die Anmeldungen ſind
bei der Geſchäftsſtelle des Alice=Frauenvereins, Dieburgerſtr. 21
(Sprechſtunden vormittags), vorzunehmen, wo auch die
erforder=
lichen Aufnahmepapiere zu erhalten ſind. Die Kurkoſten betragen
3 Mark täglich, alſo 90 Mark für die 30 Tage dauernde Kur. Im
Bedürftigkeitsfalle kann vom Heſſiſchen Roten Kreuz ein Zuſchuß
bis zu 45 Mark gewährt werden. Entſprechende Anträge ſind bei
der Anmeldung mündlich oder ſchriftlich zu ſtellen. Auch geben
die Krankenkaſſen auf Antrag meiſtens einen Zuſchuß zu den
Kuren.
— Die Landesgruppe „Südweſt” des Reichsbundes der
Schle=
ſier und der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberſchleſier,
deren Leitung in den Händen des Schleſiervereins e. V.
Darm=
ſtadt, liegt, tritt am kommenden Sonntag, vorm. 10 Uhr, im
Saale der „Vereinigten Geſellſchaft” zu einer Arbeitstagung
zu=
ſammen. Außer den leitenden Pexſönlichkeiten der
Schleſier=
vereine Aſchaffenburg, Darmſtadt Frankfurt a. M., Hanau,
Mainz, Mannheim Marburg, Offenbach, Saarbrücken und
Wiesbaden werden die beiden Spitzenorganiſationen der
Schleſier=
bewegung im Reiche, nämlich der Reichsbund der Schleſier durch
ſeinen Präſidenten. Herrn Direktor Müller=Saarbrücken und die
Vereinigten. Verbände heimattreuer Oberſchleſier, durch Herrn
Kaluſche=Nürnberg vertreten ſein. Auch vom VDA. werden
Ver=
treter beiwohnen, da deſſen Zuſammenarbeit mit den
grenzland=
deutſchen Landsmannſchaften beſonders hervortritt. Mit Rückſicht
auf den Ernſt der heutigen Zeit iſt von jeder geſellſchaftlichen
Veranſtaltung Abſtand genommen worden. Da die Beratungen
für alle Schleſier von großer Bedeutung ſind, iſt die Tagung
die durch ein gemeinſames einfaches Mittageſſen unterbrochen
wird — für alle Vereinsmitglieder offen.
— Bezirksmeiſterſchaft des Mittelrheiniſchen Schützenbundes.
Nachdem die Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt ihre
Schießſtände dem Heſſiſchen Jagdklub am letzten Freitag
Sams=
tag und Sonntag zwecks Ausſchießens der deutſchen
Schießmeiſter=
ſchaften des Schießvereins deutſcher Jäger zur Verfügung geſtellt
hatte, rüſtet ſich dieſelbe wieder aufs neue, um am kommenden
Sonntag, den 26. Juli, auf ihren Ständen die
Bezirksmeiſter=
ſchaft des Mittelrheiniſchen Schützenbundes austragen zu laſſen.
Es kämpfen an dieſem Tage die Gaumeiſter der Gaue Darmſtadt,
Frankfurt und Mainz um den Bezirksmeiſter des Deutſchen
Schützenbundes im Feuer= und Kleinkaliber=Schießen. Beim
Feuerſchießen ſtehen ſich die Mannſchaften der Schützenvereine
Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden, beim Kleinkaliberſchießen
die Mannſchaften des Schießſportklubs Windmühle Darmſtadt,
der Schützenvereine Frankfurt und Gießen gegenüber. Da die
beſten Schützen eines jeden Vereins antreten, dürfte das Schießen,
auch für Nichtſchützen, von ganz beſonderem Intereſſe ſein. Die
Kämpfe beginnen vormittags 11 Uhr.
Kunſtnokizen.
Ueber Werke, Künſiler oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſfehenden Erwähnung
geſchießt, behält ſich die Redaktion ihr Urtel vor.
— Orpheum. — „Helene kann doch nichts dafür!“
Mit einem Enſemble=Gaſtſpiel beſonderer Klaſſe wartet das
Orpheum heute, Samstag, und morgen, Sonntag, abends
8½ Uhr — nur 2 Tage — auf. Katta Sterna von den
Rein=
hardtbühnen mit eigenem Enſemble Berliner
Bühnen=
künſtler verſpricht mit der Aufführung obigen dreiaktigen
Luſtſpiels, mit einem Tanz=Zwiſchenſpiel und Conference von
Marra und Oeſterreicher, ein paar Stunden fröhlichſter
Unter=
haltung. Nachfolgend einige Preſſeſtimmen zum Gaſtſpiel im
Leipziger Komödienhaus: „Neue Leipziger Zeitung”
17. Juli: „Helene”, von Katta Stern verkörpert, bringt es durch
ihren Charme und weibliche Liſt fertig, ihre und eine zweite
Ehe zu reparieren. Die falſchen Partner hatten ſich geheiratet,
aber Van de Velde ſchrieb ſein Werk über die vollkommene Ehe
nicht umſonſt. Die pikanten Situationen, die nötig ſind werden
von den Gäſten in dezenter Weiſe gemeiſtert. Das Publikum
ging mit und ſparte nicht an Beifall. Katta Sterna beweiſt, daß
ſie eine ebenſo gute Tänzerin wie Schauſpielerin iſt. Auch das
übrige Enſemble verhilft dem Luſtſpiel zum Erfolg! — „
Leip=
ziger Abendpoſt” 16. Juli: . . . Katta Sterna gaſtiert mit
einem eigenen Enſemble in dem Luſtſpiel „Helene kann, doch
nichts dafür”, Katta Sterna tanzt darin einen Straußſchen
Früh=
lingswalzer. Es iſt ein wunderſames, körperloſes Schweben,
un=
beſchwert und reizvoll, duftig und zart, wie das Wölkchen eines
Schleiers, den ſie ſchwingt. So tanzen Elfen, Frühlingskinder.
Ihr Tanz iſt ein kurzer, ſchöner Traum, wert, in dem Rahmen
eines Shakeſpeareſtückes zu ſtehen! — „Chemnitzer Zeitung und
Berliner Volksbühnenblätter”: . . . Ein faſt ausverkauftes Haus
brachte das „Gaſtſviel Berliner, Bühnenkünſtler”, mit Katta
Sterna von den Reinhardt=Bühnen, in dem Luſtſpiel. Helene
kann doch nichts dafür‟. Die Autoren haben einen originellen
Einfall gehabt. Gute Geiſter der Anſtändigkeit walten ſchützend,
nur der Kobold des Kognaks ſtiftet Unheil, und die Hinderniſſe
ſind nur Spuk, und das hoffnungslos Verwirrte entwirrt ſich
in bezaubernd abgekürztem Verfahren. Näheres wollen wir nicht
verraten. Den Autoren iſt viel Luſtiges eingefallen. Das Gaſt=
Enſemble zeigt eine hervorragende Spielpraxis, die mit
viel=
fachem Hervorruf belohnt wurde. Zeitgemäße Eintrittspreiſe
von 60 Pfg. bis 2 RM. Karten: Verkehrsbüro und e Waal.
Samstag, den 25. Juli 1931
12. Rhon Segelllug=Wettbeuert1931
II.
Am Nachmittag des erſten Wettbewerbstages ſetzte bei
kräfti=
gem Weſtwind von 8—10 Meterſekunden Stärke ein lebhafter
Flugbetrieb ein. Die Ergebniſſe dieſes erſten Tages ſind ſomit
auch recht erfreulich geworden. Insgeſamt konnten am 22. Juli
39 Flüge durchgeführt werden, denen am erſten Wettbewerbtage
des vergangenen Jahres nur 18 gegenüberſtehen. Von den
ge=
meldeten 59 Flugzeugen, die allerdings erſt zum Teil im Lager
eingetroffen ſind, haben ſich geſtern 25 Maſchinen am
Wett=
bewerb beteiligt. Von den durchgeführten Flügen entfallen 20
auf den Uebungs= und 19 auf den Leiſtungswettbewerb.
In den beiden Wettbewerbsklaſſen ſind
teilweiſe ſehr beachtliche Leiſtungen zu
verzeichnen, darunter, größere Dauer= und
einige Streckenflüge, die von den Piloten
des Leiſtungswettbewerbes ausgeführt
worden ſind.
Im Uebungswettbewerb konnte ein
Pilot der Karlsruher Akademiſchen
Flie=
gergruppe, v. Freydorf, mit einem ſehr
ſauber geflogenen Segelflug von 21
Minu=
ten die Bedingungen der G=Prüfung
er=
füllen. Bereits kurze Zeit ſpäter gelang
dem jungen Führer ein Dauerflug von
2½ Stunden, womit er die größte
Flug=
dauer des Tages erzielen konnte. Am
ſpäten Nachmittag konnte auch noch
Teich=
mann von der Berliner Gruppe mit einem
Segelflug von 17 Minuten ſeine O=
Prü=
fung ablegen. Unter den Flügen des
Uebungswettbewerbes ſind neben den
be=
reits erwähnten beſonders hervorzuheben
ein Flug von Hakenjos auf einem
Flug=
zeug der Akademiſchen Fliegergruppe
Stuttgart mit 34 Minuten Dauer. Auch
Weber auf „Kaſſel” und Künzer auf
„Stadt Stuttgart” führten
Halbſtunden=
flüge durch. Künzer abſolvierte außerdem
noch einen Flug von annähernd 2
Stun=
den Dauer. Schlichting vom Badiſch=
Pfälziſchen Luftfahrt=Verein in
Mann=
heim führte ebenfalls einen ſehr ſchönen
Segelflug von einer Stunde aus. Die für
den vergangenen Tag ausgeſchriebenen
Sonderpreiſe für den Uebungswettbewerb
für die größte Flugdauer wurden
demge=
mäß den Flugzeugen „Karlsruhe” unter
v. Freydorf, „Stadt Stuttgart” mit Künzer
am Steuer und der „Ludwigshafen” unter
Führung von Schlichting zugeſprochen.
Im Leiſtungswettbewerb ſind am erſten
Wettbewerbstag bereits mehrere
Strecken=
flüge zu verzeichnen, die den Beweis
da=
für erbrachten, daß der in der
Ausſchrei=
bung vorgeſehene Streckenzielflug=Preis
für einen Flug nach dem 35 Kilometer
entfernten Oechſenberg mit Rückkehr zur
Startſtelle den Piloten des
Leiſtungs=
wettbewerbes beſonders reizvoll erſcheint.
Dieſer Preis ſtellt eine Erweiterung der
ſeit 1927 ausgeſchriebenen
Streckenziel=
flüge dar, für die von Jahr zu Jahr eine
größere Entfernung verlangt wird. 1927
konnte. Nehring den Milſeburg=Preis
(Hin= und Rückflug ca. 12 Kilometer) ge=
Klm., im Jahre 1929 gewann Kronfeld
den Himmeldunkberg=Preis mit 17 Klm.
Flugſtrecke. Der vergangene Wettbewerb
brachte die bisher größte Fernzielflugleiſtung mit der Überfliegung
des Kreuzberges durch Kronfeld und Groenhoff, wobei eine
Flug=
ſtrecke von 25 Klm. zurückzulegen war. Der Wettbewerb 1931
ver=
langt nunmehr insgeſamt 70 Kilometer. Bei hervorragend
gün=
ſtigem Flugwetter ſegelten Groenhoff. Bachem und Hirth längere
Zeit über der Waſſerkuppe, dabei teilweiſe ſchon große Höhe
ge=
winnend. Der Vorüberzug einer beſonders ſtark entwickelten
Cu=
muluswolke war für dieſe Piloten die Veranlaſſung, einen
Wol=
kenflug zu riskieren, um dadurch evtl. noch größere Höhe zu
er=
erreichen. Die Wolke brachte tatſächlich den erwünſchten
Höhen=
gewinn, ſo daß Groenhoff eine Höhe von 750 Metern, Hirth und
Bachem je etwas über 600 Meter erreichen konnten. Mit dieſer
Höhe gingen die Piloten dann über Land, um einen Angriff auf
den Oechſenbergpreis zu unternehmen. Allen Flugzeugen gelang
es, das nördlich der Waſſerkuppe gelegene Ziel zu erreichen und
nach deſſen Ueberfliegung den Rückflug zur Waſſerkuppe
anzu=
treten. Leider waren die Windverhältniſſe nun aber etwas
un=
günſtiger geworden, ſo daß keinem der Flieger der Rückflug bis
zur Waſſerkuppe möglich war. Bachem mußte zwiſchen Bad
Salzungen und Vacha — etwa 45 Kilometer von der Waſſerkuppe
entfernt — landen. Hirth und Groenhoff kamen allerdings etwas
näher an die Waſſerkuppe heran, mußten aber ebenfalls in 18
bzw. 10 Kilometer vom Ziel infolge Windflaute die Landung
vornehmen. Immerhin haben dieſe Flüge recht erſtaunliche
Höhen=
leiſtungen erbracht, womit auch dieſen drei Piloten des
Leiſtungs=
wettbewerbes der für den geſtrigen Tag ausgeſchriebene
Höhen=
preis zugeſprochen werden konnte. — Starck von der Akademiſchen
Fliegergruppe Darmſtadt führte einen Stundenflug aus und
er=
reichte hierbei 350 Meter Höhe über der Startſtelle. Auch Mayer=
Aachen iſt geſtern mit einem Segelflugzeug im Lager eingetroffen
und unternahm in den Abendſtunden noch einen kurzen
Probe=
flug. Hemmer konnte am Nachmittag während eines Stunden=
winnen, 1928 gelang ihm ebenfalls die Oben: Ein Segelflugzeug wird geſtartet. Oben links: Prof. Georgii, der Direktor
Erreichung des Heidelſteins mit rund 15 der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft und Leiter des Segelflug=Wettbewerbs. Unten: Eine
ſchwere Maſchine wird auf den Berg gebracht.
fluges ebenfalls 300 Meter Höhe erreichen. Insgeſamt brachte
der erſte Wettbewerbstag 12 Flüge von etwa einer Stunde Dauer,
4 Flüge von teils knapp, teils mehr als 2 Stunden, außerdem
2 C=Prüfungen, 6 Flüge von über 300 Meter Höhe; 3 Flüge mit
über 500 Meter und 3 größere Streckenflüge. Dieſe Leiſtungen
unſerer Jungflieger bedeuten für den Anfang des Wettbewerbes
immerhin einen ſehr beachtlichen Erfolg.
Für den zweiten Wettbewerbstag, der bei ſtrahlendem
Son=
nenſchein einen kräftigen Südwind mit 8—10 Meterſekunden
bringt, hat die Sportleitung des Wettbewerbes abermals
Sonder=
preiſe ausgeſchrieben. Für den Uebungs=Wettbewerb wird
wiederum die größte Dauer auf einem Fluge, mindeſtens aber
15 Minuten, gefordert, während für die Piloten des
Leiſtungs=
wettbewerbes die Sonderausſchreibung eine Umrundung der der
Waſſerkuppe in 2 Kilometer Entfernung vorgelagerten Großen
Eube verlangt, wobei die Landung in einer vorgeſchriebenen Zone
erfolgen muß. Die Beteiligung um dieſe Preiſe iſt äußerſt rege.
Da die Flugzeuge zum größten Teil noch in der Luft ſind, läßt ſich
bei Abſchluß des Berichtes über die Ausſichten der einzelnen
Be=
werber noch nichts Näheres ſagen.
A4. K.
— Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſ. Landestheater.
Der am heutigen Samstag, unter der Leitung von Dr. Max
Wauer zur Erſtaufführung kommende Schwank
Poli=
tik” („Haſenklein kann nichts dafür”) von Mahner—Mons, iſt
eine der witzigſten und deshalb auch erfolgreichſten Neuheiten auf
dem Schwank=Gebiet. Schon die treffſichere Karikierung
parla=
mentariſcher Angelegenheiten in der liebenswürdigen Form der
Groteske, geben dem Stück eine Aktualität, die ſich als überaus
zugkräftig erwies Die große Komiker=Rolle des „Haſenklein”
ſpielt in der heutigen Premiere Bruno Harprecht, der damit
der Neuheit zweifelsohne zu einem beſonderen Heiterkeitserfolg
verhelfen wird. — Gleichzeitig wird auf die heutige
einma=
lige Wiederholung der Nacht=Vorſtellung des Schwank=
Schlagers „Intimitäten”, der ſich eines rauſchenden
Bei=
falls erfreuen konnte, nochmals beſonders hingewieſen Die
Nacht=Vorſtellung, die in der ausgezeichneten Premierenbeſetzung
ſtattfindet, beginnt um 23 Uhr.
Preiswerte Speiſen und Getränke bei anerkannt guter Küche im (11082b
StädüiſchenHatkeleraud d e Saabau Gaſſäte
Stammeſſen zu Mk. 1.10, 1.30 u. 1.60; im Abonnement 10% Ermäßigung
Das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Dirigenten
kon=
zertierte am Freitag nachmittag während der Beſuchsſtunde
wie=
der in den einzelnen Gartenteilen des Stadtkrankenhauſes. Der
reiche Beifall zeigte, welche Freude das Orcheſter durch ſeine
vor=
züglichen Vorträge den Inſaſſen bereitete, um ſo mehr, als es
durch Heiteres und Ernſtes den Wünſchen nach jeder Richtung hin
Rechnung getragen hatte.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen mu betrachten
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krilk.
— Im Herrngartenkaffee findet heute abend, ab
8 Uhr, Künſtler=Konzert ſtatt. Sonntag, ab 11 Uhr: Frühkonzert,
ſowie Nachmittag= und Abend=Konzerte.
— Im Hotel=Reſt Poſt. am Hauptbahnhof, finden heute,
Samstag, und morgen, Sonntag, in ſämtlichen Partexreräumen
die allerſeits beliebten, ſchönen Geſellſchaftsabende mit Tanz ſtatt.
Eintritt frei. (Siehe heutige Anzeige.)
— Orange riehaus, Beſſunger Herrngarten
Vielſei=
tigen Wünſchen entſprechend heute abend 8 Uhr im
Orangerie=
haus, großes Konzert mit Tanzeinlagen, unter Leitung von Herrn
Kapellmeiſter W. Schlupp. (Siehe Anzeige.)
— Schuls Felſenkeller. Heute, Samstag, ſowie
mor=
gen, Sonntag, abends finden in Schuls Felſenkeller „Große
Kon=
zerte ſtatt; ausgeführt werden dieſelben vom Stadt=Orcheſter
Darmſtadt.
Zirkus J. Buſch kommt mit ſeiner Waſſer=Senſakion.
— In nächſter Zeit trifft einer der mächtigſten Großcircuſſe
auf ſeiner Europarundreiſe auch in Darmſtadt zu einem kürzeren
Gaſtſpiel ein. Nicht weniger als 150 Wagen mit einer Unmenge
von Tieren, darunter 80 Raubtiere, 100 Pferde, zahlloſe exotiſche
Tiere aller Art werden auf zwei mächtigen Sonderzügen
beför=
dert 600 Angeſtellte begleiten die fahrende Rieſenſtadt, deren
großes Spielzelt bequem 7000 Perſonen faſſen kann. Ungeheure
Maſchinenanlagen ſtellen ein Lichtmeer her das aus 20 000
Glüh=
birnen beſteht, und ſpeiſen Scheinwerfer, die 2 Millionen Kerzen
ſtark ſind. Indiſche, arabiſche und mittelafrikaniſche Völkertruppen
bieten neben den in aller Welt berühmten Pferde= und
Raub=
tierdreſſuren des Circus Buſch willkommene Abwechſlung.
Uner=
hört tollkühn vorgeführte Raubtiergruppen zeigen ihre
nerven=
aufpeitſchenden Dreſſüren, wundervolle Pferde führen ihre
gra=
ziöſen Reigenſpiele vor, Reiter und Artiſten ſchlagen mit ihren
unerreichten Darbietungen das Publikum in ihren Bann — und
gipfelt das Programm in ſeinem Höhepunkt, der den Namen
Buſch in aller Welt berühmt machte: die
Waſſerpanto=
mime.
Eigens konſtruierte Maſchinen und Pumpenanlagen verwandeln
die Rieſenmanege in einen ſchäumenden See, der vor den Augen
des Publikums entſteht. In mächtiger Kaskade ergießen ſich
500 000 Liter Waſſer, eine halbe Million alſo, aus Zaubergrotten
aus den eigens mitgeführten Tankwagen in die Manege.
Wäh=
rend die zwei Millionen Kerzen der mächtigen Scheinwerfer die
brauſenden und ziſchenden Waſſermaſſen in magiſches Zauberlicht
hüllen, entſtehen immer weitere rieſige Fontänen, die bis in
die Kuppel des Rieſenzeltes reichen. Ein mächtiger Waſſerſtrahl
ſchießt in die Höhe, und weitere Waſſermaſſen ergießen ſich
bogen=
förmig rund um den Zauberſee und drohen, den ganzen Zirkus
zu überfluten. Mit unerhörten Lichteffekten werden die
Waſſer=
maſſen in den bunteſten und prächtigſten Farben koloriert, und
wenn das Auge ſchon zu ermüden droht, kommt das Ohr und auch
das Zwerchfell zu ſeiner Geltung, denn nun ſpielt ſich die tollſte
und luſtigſte Komödie mitten in den ſchäumenden Waſſerwogen
ab. Bildhübſche Girls, urdrollige Clowns, berühmte
Sänge=
rinnen mit ihren Partnern wetteifern inmitten der
Waſſer=
mengen, das Publikum im Banne des Zauberſees zu halten.
Amtstage im Städtiſchen Wohlfahrtsamt. Wegen
Vorbe=
reitung der Zahlungen für kommenden Mittwoch und wegen
Um=
organiſation innerhalb des Wohlfahrtsamtes fällt der Sprechtag
am kommenden Dienstag aus. Dafür ſind Sprechtage am
kom=
menden Donnerstag und kommenden Freitag in den einzelnen
Bezirken. Das Nähere wird noch bekanntgegeben.
Kreisausſchuß. Am Montag, den 27. d. M.,
nachmit=
tags 3½ Uhr, findet eine öffentliche Sitzung des Kreisausſchuſſes
des Kreiſes Darmſtadt mit folgender Tagesordnung: Klage des
Baul Beyer zu Darmſtadt wegen Entziehung des
Führer=
ſcheines, ſtatt.
— Sportabzeichenprüfung. Am kommenden Samstag finden
auf dem „Rot=Weiß”=Platz an der Rheinallee Prüfungen in den
leichtathletiſchen Uebungen für das Deutſche Turn= und
Sport=
abzeichen ſtatt. Bewerber um das Abzeichen wollen ſich
nachmit=
tags 4 Uhr auf dem genannten Sportplatz unter Vorlage des
Urkundenheftes melden.
Seite 6
Samstag, den 25. Juli 1931
Nummer 204
Zehlſtellen in den Rüben
können die Folge ſtärkeren Auftretens des Rübennematoden ſein;
ſeine Lebensweiſe und Bekämpfung ſchildert das Flugblatt Nr. 11
der Biologiſchen Reichsanſtalt. Die Haferriſpen werden jetzt von
der zweiten Generation der Fritfliege befallen, die im Flugblatt
Nr. 9 behandelt iſt. Der Apfelblattſauger beginnt bald mit der
Eiablage, näheres über ſeine Lebensweiſe und Bekämpfung
ent=
hält das Flugblatt Nr. 9. Bei den Bienen achte man auf
Faul=
brut (Flugblatt Nr. 47) und Noſemaſeuche (Flugblatt Nr. 85).
Rotbraune Verfärbung der Rebblättr kann durch den „Roten
Brenner” entſtanden ſein, der im Flugblatt Nr. 87 geſchildert
wird. Die wichtigſten Bekämpfungsarbeiten im Weinberg werden
in zeitlicher Reihenfolge im Flugblatt Nr. 88, dazu erforderliche
Spritz= und Stäubegeräte im Flugblatt Nr. 99 kurz beſprochen.
Das Merkblatt Nr. 4 nennt die amtlichen Stellen des Deutſchen
Pflanzenſchutzdienſtes, die Auskunft über Pflanzenkrankheiten und
=ſchädlinge erteilen und Geſundheits= und Urſprungszeugniſſe für
die Ausfuhr von Pflanzen ausſtellen. Im Merkblatt Nr. 5 iſt der
Koloradokäfer farbig dargeſtellt und ſeine Lebensweiſe beſchrieben.
Wirkſame Mittel zur Schädlingsbekämpfung
kann man ſich ſelbſt herſtellen. Genaue Vorſchriften für die
Zu=
bereitung von Spritzbrühen gegen Krankheiten und Schädlinge
im Obſt= und Gartenbau findet man in den Flugblättern Nr. 46
und 74. In vielen Fällen wird man die von der chemiſchen
In=
duſtrie hergeſtellten Fertigpräparate vorziehen. Die vom
Deut=
ſchen Pflanzenſchutzdienſt erprobten Präparate ſind in den
Merk=
blättern Nr. 4. Mittel für die Saatgutbeizung, und Nr. 8/9:
Mittel gegen Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Unkräuter
zu=
ſammengeſtellt.
Preis der Flug= und Merkblätter je Nr. 5 Pfg. portofrei.
Be=
zug durch die Heſſ. Hauptſtelle für Pflanzenſchutz in Gießen,
Poſt=
ſcheckkonto Frankfurt a. M., Nr. 37 259.
Aus Heffen.
— Im Union=Theater läuft ab heute René Clairs neueſtes
Meiſterwerk „Die Million. René Clair war auch der Schöpfer
des unvergeßlichen Films „Unter den Dächern von Paris. Die
Handlung iſt — wie in „Unter den Dächern von Paris”, — ſo
leicht faßlich, daß die fremde Sprache nirgends ſtört, zumal durch
deutſche Erklärungen für das Verſtändnis des Geſchehens geſorgt
wird. Im tönenden Beiprogramm ſieht man den neueſten Silly=
Micky=Film „Winter”, ſowie den Kulturtonfilm „Der moderne
Tiergarten". Jugendliche haben Zutritt.
— Das Helia=Theater zeigt ab heute einen Tonfilm aus dem
märchenhaften Orient „Kismet” nach dem gleichnamigen
Schau=
ſpiel von Edward Knoblock. Regie: Wilhelm Dieterle. Guſtav
Fröhlich, Dita Parlo, Wladimir Sokoloff, Carla Bartheel, Anton
Pointner und Karl Ettlinger ſind die Hauptdarſteller. Dazu ein
tönendes Beiprogramm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen wird heute zum letzten Male
der ſenſationelle Abenteurerfilm „Das Sträflingsſchiff” und im
zweiten Teil „Die Masken des Erwin Reiner” vorgeführt. Ab
Sonntag läuft ein großes Senſations=Doppelprogramm, und zwar
„Die Todesklippe” mit Fred Thomſon und. Die Piraten vom
gel=
ben Fluß” mit Mary Brian und Richard Dix.
* Auto=Zuſammenſtoß. Geſtern nachmittag, um 3 Uhr, ſtießen
zwei Autos auf der Rheinſtraße, Ecke Hindenburgſtraße,
zuſam=
men. An beiden Wagen konnte man erheblichen Schaden
feſt=
ſtellen. Bei dem einen war die Vorderachſe verbogen, bei dem
andern war der rechte Kotflügel und das Trittbrett zerſtört. Die
Polizei war ſofort zur Stelle und ſtellte den Schaden feſt.
Tageskalender für Samstag, den 25. Juli 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, 20 Uhr: „Politik”; 23 Uhr: Nachtvorſtellung „
Intimi=
täten . — Orpheum, 20.30 Uhr: „Helene kann doch nichts
dafür. — Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller. Datterich,
Sportplatz=Reſt. am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee. Wiener
Kronenbräukeller, Theater=Reſtaurant, Hotel=Reſt. Poſt. Schuls
Felſenkeller. — Kinovorſtellungen: Union=, Helia= u.
Palaſt=Lichtſpiele.
J. Griesheim, 24. Juli. Gemeinderatsbericht. Mit
Rückſicht auf die ſich immer mehr ausbreitenden Feldfrevel wurde
die Anſtellung von zwei Hilfsfeldſchützen beſchloſſen. Für die
Be=
ſetzung dieſer beiden Poſten lagen 41 Bewerbungen vor. Mittels
ſchriftlicher Abſtimmung wurden Peter Feuerbach 8. mit 10
Stim=
men und Valentin Funk 2. mit 9 Stimmen als Hilfsfeldſchützen
beſtellt. — Als Steuerausſchußmitglied wurde Gemeinderat
Kon=
rad Funk 6. beſtimmt. Zu Stellvertretern wurden vorgeſchlagen:
Für die Landwirte Philipp Wicht 6, für die Kleinlandwirte
Phi=
lipp Höhl 20, für die Beſitzer von Glashauskulturen Georg
Löff=
ler, für die Gewerbetreibenden Philipp Hofmann 9. und Wilhelm
Nothnagel 6. — Die Arbeiten zur Befeſtigung des Flurgrabens
wurden dem Peter Ritter 5., hier, zum Angebotspreis von 2133,50
RM. übertragen. — Das Heſſ. Hochbauamt in Darmſtadt hat die
anderweitige Feſtſetzung der Baufluchtlinie von dem Gelände des
Philipp Schober 1 Pfützenſtr. 17, hier, vorgeſchlagen. Dem
Vor=
ſchlag wurde zugeſtimmt. — Der Magdalene Merker, hier, wurde
aus Anlaß der Errichtung eines Nebengebäudes von 4 Meter
Breite Befreiung von den Beſtimmungen der 88 18 und 24 Abſ. 3
der Ortsbauſatzung für die Gemeinde Griesheim erteilt. — Die
Angelegenheit wegen Beſprengung der Schulhöfe wurde bis zum
nächſten Frühjahr zurückgeſtellt. Die erforderlichen Mittel ſollen
im Voranſchlag für 1932 zur Vorſehung kommen. — Die nach
hier=
her verzogene Frau Paul Kempf Witwe hat um Erteilung der
Erlaubnis zur Ueberführung ihres in Bad=Köſen verſtorbenen
Ehemannes auf den hieſigen Friedhof nachgeſucht. Die
Genehmi=
gung wurde gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr von 15 Mk.
erteilt. — Frau Georg Wollenweber Witwe in Saarbrücken hat
der Gemeinde ihr Anweſen Rathenauſtraße 100, hier, zum Verkauf
angeboten. Die Gemeinde hat das Verkaufsangebot abgelehnt. —
Der Gemeinderat iſt mit einer Teilung der Wohnung des Georg
Brand im Gemeindehaus, Hofmannſtraße 79, hier, und mit
Ueber=
weiſung der durch dieſe Teilung frei werdenden Wohnräume an
Georg Höhl 1. hier, einverſtanden. — Die Grunderwerbsſteuer
der Valentin Gernand 1. Witwe, hier, für das von der Gemeinde
erworbene Wohnhaus Gehabornerſtraße 26, im Betrage von 89,20
Mark wurde aus Billigkeitsgründen niedergeſchlagen.
— Wixhauſen, 24. Juli. Vielen Wünſchen Rechnung tragend,
wartet der Muſikverein Wixhauſen am kommenden Sonntag, den
26. Juli, vormittags von 11—12 Uhr, im neuen Schulhofe mit
einem Platzkonzert auf. Das Programm iſt volkstümlich gehalten
und umfaßt Werke von Fetras, Conradi und anderen beliebten
Komponiſten, und ſind ſechs Programmnummern vorgeſehen.
Sollte dieſes Platzkonzert einen regen Beſuch aufweiſen, ſo ſoll
jeden Monat ein ſolches folgen.
E. Wixhauſen, 24. Juli. Erntezeit. In der hieſigen
Ge=
markung iſt man eben eifrig mit dem Mähen des Getreides
be=
ſchäftigt. Das Korn iſt bereits zum größten Teil abgemäht. Mit
den neuzeitlichen Erntemaſchinen geht das Mähen und Ernten
beſonders raſch vonſtatten. Das Getreide hat durch das regneriſche
Wetter der letzten Zeit notgelitten. Aus dieſem Grunde wäre es
ſehr wünſchenswert, wenn das erſehnte warme Wetter einige Zeit
anhielt. In der Dreſchhalle an der Gräfenhäuſer Straße iſt ſeit
Freitag eine Dreſchmaſchine in Betrieb. — Dieſes Jahr ſind die
Birn= und Apfelbäume ſehr gut behangen. Pflaumen= und
Zwet=
ſchen gibt es dieſes Jahr ſehr wenig.
Ak. Nieder=Ramſtadt 24. Juli. Turnverein.
Kommen=
den Sonntag beteiligen ſich am Gauſportfeſt, in Darmſtadt aus
den Reihen des Turnvereins 3 Turnerinnen und 8 Turner. Zu
Ehren der Sieger, die aus den bisherigen Wettkämpfen
hervor=
gegangen ſind, findet am Sonntag abend im Vereinslokal (
Gaſt=
wirt Knapp) eine beſondere Siegerfeier ſtatt, zu der alle
Mit=
glieder mit ihren Angehörigen eingeladen ſind. — Obſt= und
Gartenbauverein. Die Hauptverſammlung des Obſt= und
Gartenbauverbandes für den Kreis Darmſtadt findet am Sonn=
Sönne und Naumann’s weiße Kernſeife
ſind die wahren Freunde Ihrer Wäſche. Naumann’s Kernſeife iſt
beſonders rein, mild und fetthaltig. Sie erleichtert durch ihren reichen
Seifenſchaum die Arbeit beim Waſchen und Putzen.
Naumann’s weiße Kernſeife
reinigt Ihre Wäſche ebenſo ſchonend wie die Sonne ſie bleicht, ganz
im Gegenſatz zu ſcharfen Waſch= und Bleichmitteln!
tag, den 9. Auguſt I. J., nachmittags 3.30 Uhr beginnend, in Ober=
Ramſtadt ſtatt, und zwar im Gaſthaus „Zum weißen Roß‟. Dieſer
voraus geht eine Beſichtigung des Schwimmbades mit
Blumen=
anlagen und wird abgeſchloſſen mit einem ſehr intereſſanten
Licht=
bildervortrag des Herrn Lehrer Röſch zu Ober=Ramſtadt über
Obſtbaumſchadlinge. Die Mitglieder des Vereins ſind zu dieſer
Verſammlung ſämtlich eingeladen. — Kirchweihe. Die
dies=
jährige Kirchweihe findet am Sonntag, den 2. Auguſt I. J. ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 23. Juli. 60 Jahre Geſangverein
Sängerluſt. Die umfangreichen Vorbereitungen des Geſangvereins
Sängerluſt” zu ſeinem 60. Jubelfeſt haben nun im großen und ganzen
ihren Abſchluß gefunden. Bekanntlich ſieht der Verein, den heutigen
Zeitverhältniſſen Rechnung tragend, von einer Feſtlichkeit größeren
Stils ab. Als Auftakt zur Jubelfeier findet deshalb am Samstagabend
(25. Juli) im Saale „Zum Schützenhof” ein Feſtkommers ſtatt, bei
welchem mehrere hieſige Turn= Sport= und Geſangvereine mitwirken
werden. Im Verlaufe dieſes Kommerſes ſollen langjährige verdiente
Mktglieder geehrt werden. Der Sonntagmorgen (26. Juli)
vereinigt die Vereinsmitglieder zum gemeinſamen Kirchgang; im
An=
ſchluß daran wird der verſtorbenen Mitglieder durch Kranzniederlegungen
gedacht werden. Mittags finder dann der Jubiläums=
Lieder=
tag im „Schützenhof” ſtatt. Eine ganze Anzahl hieſiger und
auswär=
tiger Geſangvereine mit mehreren hundert Sängern hat ſeine
Mitwir=
kung hierbei zugeſagt. Abends findet dann im gleichen Lokal ein
Feſt=
ball ſtatt
G. Ober=Ramſtadt, 24. Juli. Aus dem Gemeinderat.
In einer am 20. d. M. ſtattgefundenen außerordentlichen
Ge=
meinderatsſitzung wurden die vom Gemeinderat, zu benennenden
Steuerausſchußmitglieder beſtimmt, und zwar als
Ausſchußmit=
glied: Gemeinderat Dachdeckermeiſter Peter Müller 10., als
Stell=
vertreter: Beigeordneter Kaufmann Jakob Braband, Gemeinderat
Mechanikermeiſter Peter Finger 8. und Gemeinderat Landwirt
Heinrich Muhl. Die nächſte, auf den 22. Juli anberaumt geweſene
Gemeinderatsſitzung mußte wegen Beſchlußunfähigkeit der
Ver=
ſammlung ausfallen. Sie wurde neu einberufen auf Donnerstag,
den 23. Juli, mit der gleichen Tagesordnung. Bei Eröffnung der
Sitzung ſind 9 Gemeinderatsmitglieder anweſend, entſchuldigt fehlt
G.=R. Muhl, verſpätet erſcheint G.=R. Finger. Punkt 1: Das
Kreisamt hat das Feſtſtellungsverfahren der
Gemeindewahlkom=
miſſion, wonach an Stelle des G.=R. Knorr Zimmermann Peter
Frankenberger 4. in den Gemeinderat einzutreten hat, nichts zu
beanſtanden gefunden. Frankenberger wird ſomit in heutiger
Sitzung vom Bürgermeiſter in den Gemeinderat eingeführt und
durch Handſchlag verpflichtet. Zum 2. Punkt lag ein Geſuch der
Johann Chriſtian Dittmann Ehefrau vor, die um die Erlaubnis
nachſucht, im Kino eine Schankwirtſchaft bzw. einen
Erfriſchungs=
raum betreiben zu dürfen. Der Gemeinderat findet hiergegen
nichts zu erinnern und bejaht die Bedürfnisfrage. Punkt 3: Wegen
Beſtellung von Ehrenfeldſchützen haben Bauernverein und Bauern”
bund einen Vorſchlag, die Namen von 20 Landwirten enthaltend,
eingereicht. Dieſer wird abgelehnt. Dagegen werden als
Ehren=
feldſchützen beſtimmt die Herren: Konrad Fiſcher 8., Georg
Acker=
mann 10., Peter Müller 10., Wilhelm Rühl, Johannes
Rei=
mund, Auguſt Matthes 2., Georg Lautz 1. und Peter Wilhelm.
Weiterhin beſchloß der Gemeinderat, öffentlich bekanntmachen zu
laſſen, daß das Betreten der Felder in der Zeit von 10 Uhr abends
bis 5 Uhr morgens verboten iſt. Hieran ſchließt ſich eine
nicht=
öffentliche Sitzung an.
G Ober=Ramſtadt, 24. Juli. Hauptverſammlung. Wie
ſchon kurz gemeldet, findet die diesjährige Hauptverſammlung des
Obſt= und Gartenbauverbandes, für den Kreis Darmſtadt am
Sonntag, den 9. Auguſt, in Ober=Ramſtadt ſtatt. Um 3 Uhr
nach=
mittags werden ſich zunächſt die Vorſtands= und
Ausſchußmitglie=
der im neuen Rathaus, zu einer kurzen vorbereitenden Sitzung
einfinden. Im Anſchluß daran iſt um 3.30 Uhr eine Beſichtigung
unſeres ſchönen Schwimmbades mit ſeinen gerade Gartenfreunde
intereſſierenden Blumen= und Staudenanlagen vorgeſehen, worauf
dann um 4 Uhr im Gaſthaus. Zum weißen Roß” die
Hauptver=
ſammlung beginnt. Nach Erledigung des rein geſchäftlichen Teils
der Tagesordnung wird Herr Lehrer Röſch=Ober=Ramſtadt einen
Lichtbildervortrag über Obſtbaumſchädlinge halten, der ſchon
des=
halb beſondere Beachtung verdient, weil er nur eigene, ganz neue
Aufnahmen bringt, die das Leben und Wirken der Schädlinge ſehr
anſchaulich darſtellen, ſomit für alle Obſtbaumbeſitzer
hochinter=
ſſant und im Intereſſe der Bekämpfung dieſer Schädlinge
un=
ſeres heimiſchen Obſtbaues ausnahmsweiſe wichtig ſind.
T. Spachbrücken, 24. Juli. Kartoffelſtehlen auf dem Felde
iſt jetzt nichts Seltenes. Dieſe Eigenſchaft ſcheint auch hier feſten Fuß
faſſen zu wollen. Seit einigen Nächten wurden verſchiedene
Kartoffel=
äcker um einen Teil ihres Ertrages geplündert. Dieſe Diebe konnten
jedoch jetzt von der Feldpolizei bei ihrer Tat erwiſcht werden.
Nachrichlen des Standesamts Darmſtadk.
Geſtorbene: Am 17. Juli: Julie Landmann ohne
Be=
ruf, 77 Jahre. Herdweg 6. Am 18. Juli: Götz, Eliſabeth, 23 J.,
ledig, Große Kaplaneigaſſe 1. Am 19. Juli: Eiſenhauer
Wilhelmine, geb. Kieffer, 51 J.. Witwe des Reiſenden, Große
Ochſengaſſe 12: Thöt, Friedrich,, Miniſterial=Oberſekretär, 43
Jahre, Mornewegſtr 12. Am 20. Juli: Büttel, Margarete,
geb. Made, 56 J.. Ehefrau des Metzgermeiſters, Taunusſtraße 52;
Uhrig, Margarete Eliſabeth, geb. Holzſchuh, 61 J.. Ehefrau
des Taglöhners, Erbach i. Odw., hier, Erbacherſtr. 25; Gunkler,
Wilhelm, Hausmeiſter, 39 J., Riedlingerſtraße 3. Am 21. Juli:
Bangel, Eliſabeth, geb. Kuhlmann, 53 J.. Witwe des
Regie=
rungsrats, Büchnerſtraße 14; Weigold, Karl Heinz, 6 J.,
Rimbach, hier, Grafenſtraße 9. Am 22. Juli: Frieſe, Paul,
Tapezier, 75 J., Pankratiusſtraße 69; Fröhlich. Hans Arthur
Oskar, Handlungsgehilfe, ledig, 23 J., Karlsſtr. 65; Weitzel
Karl, Kaufmann, 63 J., Friedrichſtr. 20. — Am 13. Juli: Rühl,
Johann Georg Ludwig, Fuhrmann. 48 J. Kranichſteiner Str. 79.
— Am 14. Juli; Langsdorf, Maria, Fürſorgerin, ledig, 33 J.,
Hügelſtr 11. — Am 23. Juli: Beckmann, Apollonia, geb. Orth,
81 J., Witwe des Kaufmanns, Sandſtraße 34. — Am 24. Juli:
Wagner, Anna. geb. Goertz, 56 J.. Ehefrau des Pfarrers,
Alexan=
derſtraße 1.
Kirchſiche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (25. Juli).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
8. Sonntag nach Trinitatis (26. Juli)
Kollekte in allen Kirchen für die Förderung evang.
Erziehungs=
arbeit in Heſſen.
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Lukasge=
meinde. Pfarrer Kleberger. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Vogel.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte Vorm. 9.30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger. — Nachm. 5 Uhr:
Abend=
gottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Montag, 27. Juli, abends
8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 28. Juli,
abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(jüngere Abteilung) — Mittwoch, 29. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendbund der Markusgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag, 30.
Juli, abends 8 Uhr: Gemeinſamer Jugendabend für Lukas=,
Markus= und Schloßgemeinde. — Freitag, 31. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 28. Juli, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51) Mittwoch, 29. Juli, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, 26.
Juli, vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Gull.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. Juli: Pfarrer
Marx; vom 1. Auguſt ab: Pfarrer Vogel.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17.
Vorder=
haus. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nach=
mittags (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche, (Kollekte für evang. Erziehungsarbeit.) Vorm.
8 Uhr Frühgottesdienſt, anſchließend Chriſtenlehre" für beide
Abteilungen der Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér. — Vorm. 11
Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer
Dr. Bergér.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag,
28. Juli, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
— Donnerstag, 30. Juli, abends 8 Uhr, im Martinsſtift:
Mäd=
chenvereinigung (Oſt) im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
(Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 31. Juli abds.
8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vor=
mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für evang.
Erziehungszwecke.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre (Weſtbezirk).
Pfarrer Irle. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. Juli, abends 8,15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 27. Juli, abends 8.15 Uhr:
Mäd=
chenvereinigung: Jüngerenkreis. — Buben: Kleiner Kreis. J. Z.
— Poſaunenchorprobe — Dienstag, abends 8.15 Uhr: Tanzkreis,
Mornewegſchule. — Donnerstag, 30. Juli, abends 8.15 Uhr;
Mädchenvereinigung: „Aelterenkreis. — Buben: Turnſtunde,
Mornewegſchule. — Freitag: Kirchenchor fällt aus. — Samstag,
1. Auguſt, abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für die evang. Erziehungsarbeit.)
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 27. Juli abends 8 Uhr
Jugend=
bund. — Donnerstag, 30. Juli, abds. 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. — Der Kindergottesdienſt fällt aus. — Ev.
Sonntags=
verein. Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 30.
Juli: Die Betſtunde fällt aus.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr
Bring=
mann. — Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſonsarbeitsſtunde. — Abds.
8.30 Uhr: Männerbibelſtunde. Herr Bringmann. — Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8.30 Uhr:
Blau=
kreuz=Bibelſtunde. Prediger Neuber. — Mittwoch, abends 8.30
Uhr: Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Herr Bringmann. — Freitag fällt die Bibelſtunde in
Beſſungen aus. — Samstag, abends 6 Uhr: Eiſenbahner=
Verei=
nigung. — Abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2.30
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4.45 Uhr
Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Abends 8.30 Uhr
Spielkreis und Gebetsſtunde für junge Mädchen. — Abends 8.30
Uhr: Spielkreis für junge Männer. — Montag, abends 8.30
Uhr: Geſchäftsſtunde — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Mitglieder=
verſammlung. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. — Abds.
8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. Allerlei Sang und
Klang. Herr Anders. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebets=
ſtunde für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im
Freundinnen=
heim, Sandſtraße 24. Vom 15. Juli bis 20. Auguſt: Ferien.
Chriſtlicher Verein, junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag: Fahrt an den Rhein,
— Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkbibelſtunde. — Mittwoch,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung. —
Donners=
tag: Heimabend. — Freitag: Sportabend. — Jungſchar:
Mitt=
woch und Samstag, nachm. 4.30—6.30 Uhr.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 26. Juli, 10.30 Uhr:
Menſchenweihehandlung. (In einem Privathaus, Näheres
Hügel=
ſtraße 29, 1. Stock.)
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 27. Juli, abends
8.30 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelbeſprechſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm.
10 Uhr: Predigt: „Das dritte Gebot”: 11 Uhr: Sonntagsſchule;
abends 8 Uhr: Predigt. — Montag, abends 8.15 Uhr:
Jugend=
verein. — Dienstag, abends 8.15 Uhr: Singſtunde des Gemiſchten
Chors. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gemeindebetſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche),
Wendelſtadt=
raße 38. Sonntag. 26. Juli, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule:
abends 8 Uhr: Predigt; Prediger: E. Bültge. — Mittwoch, den
29. Juli, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger E.
Bültge. — Freitag, 31. Juli, abends 8 Uhr: Frauen=
Miſſions=
verein.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten)
Mauer=
ſtraße 17. Sonntag, den 26. Juli, vorm. 10 Uhr: Einführung von
Prediger Hähnel. (Prediger Walther.) Um 11 Uhr
Sonntags=
ſchule; nachm. um 4 Uhr Feſtpredigt. (Prediger Hähnel.) —
Mitt=
woch, den 29. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, 31.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag,
den 26. Juli, vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt); 11.15
Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde;
Dienstag,
abends 8,15 Uhr: Evangeliumverkündigung.
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3:
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am
26. Juli: Wahrheit; Predigt: Johannes 3 : 21.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54.
Sonntag, den 26. Juli, vorm. 9.30 Uhr, nachmittags 4 Uhr,
und Mittwoch, den 29. Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, Städtiſcher Saalbau, großes Muſikzimmer: Jeden Mittwoch,
abends 8 Uhr: Vortrag. Sonntag, vormittags 10 Uhr:
Kinder=
verſammlung im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 20).
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkapelle Kranichſtein. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Kandidat Eichner.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 26. Juli.
vor=
mittags 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 10.30 Uhr:
Chriſten=
lehre. — Dienstag: Jugendvereinigung. — Freitag:
Jung=
mädchenverein.
Evang, Gemeinde Roßdorf, Sonntag, vorm, 9.30 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt vorm. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt; abends 8.30
Uhr: Bibelſtunde (2. Gebot).
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte=Darmſtädterſtr. 14.
Sonntag, den 26. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 30.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer=Straße 3.
Sonntag, den 26. Juli, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 29.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonntag, den 26. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 50.
Juli. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Eber=
ſtadt, Reſtauration „Zur Harmonie”, Pfungſtädter Straße. Jeden
Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 25.
Sonntag, den 26. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Mittwoch, den 29.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger=Straße 22.
Sonntag, den 26. Juli, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 29.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 22.
Sonntag, den 26. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30.
Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
heim i. Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
bach, Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
bach, Darmſtädter Straße 69: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr;
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüſſelsheim, Mainzerſtraße 84.
Sonntag, den 26. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30.
Juli. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Nummer 204
Samstag, den 25. Juli 1931
Seite 7
Aieive dennen m erbau . Boid.
Sonntag, den 26. Juli 1931.
b. Nach dem total verregneten Turniertag am 19. Juli, der
trotzdem noch eine Zuſchauermenge von 2000 Perſonen brachte,
hält nun der Odenwälder Reiterverein, Sitz Erbach, am
kommen=
den Sonntag ſeine traditionellen Eulbacher Markt=Rennen ab.
Die Vorbereitungen ſind erledigt. Nennungen ſind in großer jahl
eingegangen. Damit wird bewieſen, daß in Pferdebeſitzerkreiſen
ein großes Intereſſe für die Erbacher Rennen vorhanden iſt. Das
Programm bringt drei Vollblutrennen, zwei Halbblutrennen,
darunter ein Herrenreiten, ein landwirtſchaftliches Rennen und
ein Amazonen=Flachrennen, das ſicherlich ſeine Anziehungskraft
nicht verfehlen wird.
Das einleitende landwirtſchaftliche Flachrennen über 1200
Meter könnte der Stall Helm mit Irma oder Erika gewinnen.
Irma war im letzten Jahre erfolgreich. Auf den Plätzen ſollten
Lux und Deutſchmeiſter enden.
Das darauffolgende Heſſenpreis=Flachrennen der Klaſſe B
(1800 Meter) bringt ein ſtattliches Feld auf die Beine. Trumber
gewann im Saargebiet ein ähnliches Rennen, Senora lief letzthin
ebenfalls einige gute Rennen. Beide Pferde ſtehen hier vor den
beſten Ausſichten. Senora erhält zur Unterſtützung noch Good
Boy mit ins Rennen. Adelbert iſt Spezialiſt auf dieſer Strecke,
und Minos hielt ſich in ſeinem letzten Rennen ausgezeichnet. Der
Reſt kommt weniger in Frage. Gewinnen ſollte Trumb r gegen
Adalbert und Minos.
Im Graf=Eberhardt=Erinnerungs=Jagdrennen, einem
Herren=
reiten über 3000 Meter, ſind die Ställe Becker=Kandel, Nelke=
Stettin und Ferara=Maikammer doppelt vertreten. Morgenröte,
Kathe, Marſchall, Herta. Die Da und Mondſchein ſollten alſo den
Sieg unter ſich ausmachen. Die beſten Empfehlungen von ihnen
beſitzt zweifellos Marſchall, der letzthin leicht gegen Vollbläter
gewann.
Die Hauptnummer des Tages bildet der Preis der Stadt
Er=
bach, ein Jagdrennen über 3200 Meter. Wieder ein Zweikampf
zwiſchen Enthuſiaſt und Trumber. Die beſſere Form hat der
Haß=
locher Enthuſiaſt. Teddy=Baer gewann in Mieſau ein ähnliches
Rennen. Pax und Hausvogt ſind im Kommen. Wir halten zu
Enthuſiaſt vor Trumber und Teddy=Baer
5. Odenwald=Flachrennen für Halbblüter. Morgenröte,
Mar=
ſchall und Herta kommen auch hier wieder zuſammen. Nach der
Aachener Form müßte Morgenröte gewinnen. Die Erwählten
des Stalles Becker=Kandel verweiſen wir auf die Plätze. Oblt.
Nelke hat die Wahl zwiſchen Waldfee und Mondſchein, von denen
der letztere der Beſſere iſt. Dompfaff und Nuntius haben on
längſt einen Sieg verdient. Ueberraſchen könnte Dornenroſe.
Das dritte Vollblut=Rennen des Tages, das Eulbacher Markt=
Hürdenrennen, wird auch eine gute Beſetzung erhalten. Herr
land ſiegreich und Nuntius hielt ſich in Zweibrücken ganz leidlich.
Minos, Pax und Hausvogt wären die Nächſten. In Käthe ſteckt
die Ueberraſchung.
Den Abſchluß bildet das Amazonen=Rennen, das einige ute
Reiterinnen in den Ablauf bringt. Hier kommt es
ſelbſtverſtänd=
lich auf den Start darauf an. Erlkönig, der im Vorjahre Dritter
zu Heimlich und Biene war, müßte diesmal Bergfink als ſeinen
Gegner anſehen. Ausreißer ſollte den Reſt halten.
b. Unſere Tips: 1. Preis vom Mümlingtal: Stall Helm,
Lux, Deutſchmeiſter; 2. Heſſenpreis=Flachrennen: Trumber,
Adel=
bert, Minos; 3. Graf Eberhardt=Erinnerungs=Jagdrennen: Stall
Becker, Stall Ferara, Stall Nelke; 4. Preis der Stadt Erbach:
Enthuſiaſt, Trumber, Teddy Bear; 5. Odenwald=Flachrennen
Mor=
genröte, Stall Becker. Mondſchein; 6. Eulbacher=Markt=
Hürden=
rennen: Stall Buchmüller. Minos, Pax; 7. Amazonen=
Flachren=
nen: Erlkönig, Bergfink, Ausreißer.
Wie im Vorjahre wird am Sonntag auf dem Sportplatz im
Erholungspark ein Handballſpiel zwiſchen Polizeiſportverein
Heidelberg und Turnverein 1860 Erbach ausgetragen.
r Babenhauſen, 24. Juli. Zur Bürgermeiſterwahl,
die dieſen Sonntag dahier ſtattfindet, iſt unſer Städtchen, wie bei
früheren Wahlen, in zwei Bezirke eingeteilt. Der untere und der
obere Rathausſaal ſind die beiden Wahllokale. Vorſteher der
Wahlkommiſſion iſt Gemeinderat Krapp. Die Spannung, wer von
den drei aufgeſtellten Kandidaten die meiſten Stimmen erhält,
wächſt natürlich von Tag zu Tag. Mit einer Stichwahl, die
Sonn=
tags darauf ſein ſoll dürfte wohl zu rechnen ſein. — Der
Ber=
liner Mozart=Chor, eine Vereinigung von 94 jugendlichen
Sängern (72 Knaben und 22 Mädchen), der zurzeit eine Ferien=
Konzertreiſe durch unſer Heſſenland unternimmt weilt
kommen=
den Dienstag und Mittwoch in unſerer Stadt und wird auch hier
ein Konzert veranſtalten.
Ds. Fränkiſch=Crumbach, 24. Juli. Jugendturnfeſt. Endlich
lacht nach langem Regenwetter wieder die Sonne, und mit ihr lacht
unſere Turnerjugend, und beſonders die Turnerjugend des dritten
Be=
zirks des Odenwaldgaues, die ſich am kommenden Sonntag hier
ver=
einigt, um ihre jugendfriſchen Kräfte in gegenſeitigem Kampfe zu
er=
proben. Schon am Samstag abend dürfen wir verſchiedene Feſtgäſte in
unſerem Orte willkommen heißen. Im Fackelzug werden ſich dann alle
Feſtteilnehmer nach dem Feſtplatz begeben, wo daſelbſt das Feſt
ein=
geleitet wird mit dem Kommers. Nachdem dann am Sonntag morgen
um 7.30 Uhr die Kampfrichterſitzung, weiter um 8.30 Uhr die Feierſtunde
beendet ſind, beginnen um 9 Uhr die Wettkämpfe, die bis zum Mittag
dauern, wo alsdann nach dem Mittageſſen der Feſtzug um 1.30 Uhr
auf=
geſtellt und durch die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz geführt wird. Nach
den Maſſenfreiübungen und Spielen am Nachmittag erfolgt um 5 Uhr
die Siegerverkündigung. Da alle Vorbereitungsarbeiten beendet ſind, iſt
zu hoffen, daß das Feſt ſeinen gewünſchten harmoniſchen Verlauf nimmt.
— Ernte. Die Ernte iſt bei uns in vollem Gange. Es wäre zu
wünſchen, daß das ſchöne Wetter nach eine Zeitlang anhält, damit alle
Erntearbeiten erledigt werden können.
Dr. Beedenkirchen, 24. Juli. Jugendtreffen. Unſere
Mädchen hatten ihren großen Tag. In Beedenkirchen ſollten ſich
die Mädchenbünde des Bezirks Bergſtraße treffen. Mit viel Fleiß
und viel Liebe hatten unſere Mädchen die Vorbereitungen
getrof=
fen. Der Tag brach an mit — Regen, und Regen beherrſchte bis
zum Schluß der Feier das Feld. Herr Pfarrer Stork=Birkennu
hatte freundlicherweiſe die Leitung übernommen, und wußte in
der Predigt des Morgengottesdienſtes in feiner Weiſe die
heu=
tigen Verhältniſſe mit den Pflichten und Zielen der Mädchen=,
Frauen= und Burſchenvereine in Einklang zu bringen. Der
Kir=
chenchor von Beedenkirchen diente mit zwei wirkungsvoll
vorge=
tragenen Chören: „Preis und Anbetung ſei unſerm Gott” und „Es
muß uns doch gelingen” Trotz des Regenwetters hatten ſich zu
Beginn der Nachmittagsfeier die Mädchenbünde aus Birkenau,
Brandau, Reichenbach, Viernheim und Zwingenberg im alten
Pfarrhauſe eingefunden. Außerdem konnte Herr Pfarrer Stork
die ſchon lange Jahre in der Mädchenarbeit ſtehende
Verbands=
mutter, Fr. Ecker=Zwingenberg, und Fr. Riebel=Weinheim.
begrüßen. Seine tiefgründigen Ausführungen über den Leitſpruch
der Mädchenvereine: Der Herr iſt unſer Richter, der Herr iſt unſer
Meiſter, der Herr iſt unſer König, er hilft uns, hinterließen
all=
ſeits einen nachhaltigen Eindruck. Vorzüglicher Kaffee und
eben=
ſolcher Kuchen ſorgten bald für frohe Stimmung. Die einheimiſche
Mädchen= und Burſchenſchar erfreute durch ihre Lieder, ein
Be=
kenntnisgedicht wurde recht ſinnvoll vorgetragen, und Fr. Niebel
erzählte gar anſchaulich von dem Reichsverbandstreffen in
Han=
nover. Fr. Ecker ſtellte in den Mittelpunkt einer freien Ausſprache
die drei Fragen: 1. Was erwarte ich vom Verein? 2. Was
er=
wartet die Leiterin von den Mitgliedern? 3. Was erwartet die
Gemeinde von dem Verein? Zum Schluß gab Fr. Ecker bekannt,
daß ſie in Bälde aus dem Verband ausſcheide, was allgemein tief
bedauert wurde. Man trennte ſich bei ſtrömendem Regen, und
doch wird dieſer Tag allen Teilnehmern in angenehmer
Erinne=
rung bleiben.
Wundſein durch übermäßige
Gegen Wandlaulen Schweißabſonderung an Füßen
und anderen Körperteilen (Wolf),
Sonnen= und Gletſcherbrand. Sofort ſchmerzſtillend und heilend Leodor=Fett=
Creme (blaue Packung) auch als Kosmetikum für Hände u. Geſicht. Tube 60 Pf.
u. 1 Mk. in allen Chlorodont=Verkaufsſtellen zu haben.
T. Affolterbach, 24. Juli. Sein 25jähriges
Jubiläums=
feſt feierte am Sonntag der Männergeſangverein „Blüte” Affolterbach.
Eine überaus große Anzahl von Vereinen aus der näheren Umgebung
waren der Einladung des feſtgebenden Vereins gefolgt und haben ſich
an dieſem ſehr ſchön und harmoniſch verlaufenen Feſte beteiligt. Im
Mittelpunkt des ganzen ſtand die Einweihung einer Ehrentafel zum
An=
denken an die im Weltkrieg gefallenen Sangesmitglieder. Der
vor=
genannte Verein hat unter der vorzüglichen Leitung ſeines bewährten
Dirigenten Herrn Krämer in der Pflege des Geſanges einen ſehr guten
Ruf erworben."
Cb. Gras=Ellenbach, 24. Juli. Am Dienstag abend fuhr ein
Dienſtknecht eines hieſigen Landwirtes mit einem mit Pferden
beſpannten Wagen von Wahlen nach Gras=Ellenbach. Am
Orts=
eingang wurde das eine Pferd wild und ſchmiß gewaltig über die
Stränge. Die Pferde gerieten hierdurch mit dem anhängenden
Wagen, worauf der Dienſtknecht ſtand, derart in eine
Geſchwin=
digkeit, ſo daß es dem alten Kutſcher nicht mehr möglich war, das
Fuhrwerk ins Halten zu bringen. So fuhr das Geſpann mit dieſer
Schnelligkeit über einen ſchmalen Weg der Hofreite des
Land=
wirtes zu. Der Zufahrtsweg führt über eine Brücke der Gaßbach,
über die jedoch das Fuhrwerk glücklich hinwegfuhr. Jedoch gleich
nach der Brücke fuhr der Wagennagel aus der Deichſel und der
Wagen und die Pferde rannten getrennt weiter. Der Wagen
fuhr über den Wegrain hinunter und der Vorderwagen prallte
wider eine kleine Mauer. Der Fuhrmann wurde durch dieſes
plötzliche Halten auf den Wagenboden geſchleudert. Dieſe Fahrt
war wohl mit Lebensgefahr verbunden, iſt jedoch ohne jeden
Scha=
den vorübergegangen. Die Pferde ſind unterdeſſen auch zum
Hal=
ten gekommen und konnten durch die herbeigeeilten Nachbarsleute
ſowie den Beſitzer in den Stall gebracht werden.
— Hirſchhorn, 24. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
23. Juli 2.40 Meter, am 24. Juli 2.10 Meter.
— Kleinhauſen, 23. Juli. Kommenden Samstag, den 25., und
Sonntag, den 26. Juli, hält die Heſſiſch=pfälziſche
Radfahrerver=
einigung ein Kleinhauſen ein großzügig geplantes Werbefeſt mit
Austragung um die Bundesmeiſterſchaften ab. Die
Vorbereitun=
gen ſind in vollem Gange.
A. Groß=Rohrheim, 22. Juli. Landwirtſchaftliche
Aus=
ſtellung. Auf Veranlaſſung der hieſigen Ortsgruppe des
Jungland=
bundes ſoll im Herbſt, vorausſichtlich Ende September, eine
landwirt=
ſchaftliche Ausſtellung ſtattfinden, bei der von ſämtlichen Einwohnern
Erzeugniſſe aller Art= wie: Tafel= und Wirtſchaftsobſt, Obſtkonſerven
und Weine, ferner Getreide, Kartoffeln, Rüben, Gemüſe uſw. zugelaſſen
ſind. Mit der Prämiierung ſind Ehren= und Geldpreiſe verbunden. Die
Ausſtellung ſoll für die einheimiſchen Erzeugniſſe der Landwirtſchaft
ſverben. Das Protektorat hat Herr Miniſter Korell übernommen. Zum
Ehrenausſchuß, deſſen Vorſitz Herrn Kreisdirektor Reinhardt angetragen
wurde, gehören Vertreter des Kreisamts Bensheim, der
Landwartſchafts=
kammer und deren Ausſchuß, der landwirtſchaftlichen
Zentralgenoſſen=
ſchaft, des zuſtändigen Landwirtſchaftsamtes Worms, des Kali= und
Stick=
ſtoffſyndikats, ferner Herr Bürgermeiſter Olf, Herr Dr. vet Reinhardt
(Gernsheim) Herr Dr med. Kleinbeck von hier, Herr Berufsſchullehrer
Sahm (Biblis), ſämtliche Lehrkräfte der hieſigen Volksſchule. Herr
Pfarrer Körbel, die Herren Gemeinderäte und die Vorſtandsmitglieder
der Ortsgruppe des Heſſ. Landbundes. Da die hieſigen Landwirte auf
ihrem Gebiete Vorzügliches leiſten, was ja auch der im Mai veranſtaltete
Zuchtviehmarkt erneut bewieſen hat, ſo iſt zu erwarten, daß auch die
ge=
plante Veranſtaltung wieder davon Zeugnis ablegen wird.. Sie iſt in
erſter Linie den eifrigen Beſtrebungen der hieſigen Ortsgruppe des
Junglandbundes unter Leitung ihres Vorſitzenden Wilhelm Menger zu
ordanken, der die Organiſation auch weiterhin betreibt."
Skraßenbericht
für die Woche vom 26. Juli bis 1. Auguſt 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
40. Mainz—Alzey (Pcriſer Straße zwiſchen Nieder=Olm und
Wörr=
ſtadt) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13,0—14,6, vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch, Wahlheimer=Hof, Hahnheim, Undenheim.
49. Gießen—Fulda (zwiſchen Brauerſchwend und Neumaar) vom 25. 7.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hergersdorf, Wallenrod.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Darmſtadt—Griesheim-Wolfskehlen (zwiſchen Griesheim und
Wolfs=
kehlen), Km. 7,416—10,723 vom 6. 7 bis 10. 8. geſperrt.
Umlei=
tung: Groß=Gerau oder Stockſtadt, Crumſtadt, Eſchollbrücken.
Bensheim-Lindenfels (zwiſchen Gadernheim und Kolmbach), Km. B,7
bis 31,8, vom 15. 7. bis 5. 8. nur Werktags geſperrt. Umleitung:
Heppenheim, Fürth i. Odw.
Ober=Hilbersheim—Wörrſtadt vom Abzweig der Straße nach Jugenheim
bis zur Straßenkreuzung Partenheim—Wolfsheim vom 26. 5. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim, Partenheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oftheim.
Ortenberg—Gedern (zwiſchen Lißberg und Hirzenhain) vom 27. 7. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Glashütten, Oberleis,
Schwickerts=
hauſen, Lißberg oder Uſenborn. Ortenberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt t. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Nauheim—Trebur Km. 18,084—20,741, vom 12. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Hof Schönau
Klein=Linden-Lüllellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29. 12.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Rendel—Niederdorfelden bis zur Abzweigung nach Büdesheim vom 18. 6.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben, Heldenbergen
oder Vilbel, Gronau, Niederdorfelden.
Lindheim-Düdelsheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Stockheim. Büches oder Hainchen, Himbach, Eckartshauſen,
Calbach, Büches.
Butzbach-—Hochweiſel vom Abzweig nach Hauſen vom 16. 7. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Nieder=Weiſel, Oſtheim.
Echzell—Straße Berſtadt—Wölfersheim vom 22. 7. bis 10. 8. gefperrt.
Umleitung: Berſtadt oder Melbach.
A. Groß=Rohrheim 2. Juli. Von den Genoſſenſchaften.
Nach dem Jahresbericht der Landwirtſchaftlichen Bezugs= und
Abſatz=
genoſſenſchaft betrug die Mitgliederzahl im abgelaufenen Geſchäftsjahr
1930/31 bereits 145. Der Umſatz war ſehr gut in Anbetracht der
miß=
lichen Verhältniſſe bei den Landwirten. Der Reingewinn betrug 1058.—
RM. Das haftungspflichtige Geſchäftskapital mit 100 RM. je Mitglieb
beträgt 14 500 RM. — Sport. Die Schülermannſchaft des FC.
Alemannia errang ſich in ihrem letzten Verbandsſpiel in Lorſch gegen
die gleiche Mannſchaft des dortigen SpV. „Olympia” mit einem 1:0=
Sieg die Tabellenführung und Gaumeiſterſchaft, eigentlich etwas
uner=
wartet, da Lorſch auf hieſigem Sportplatz mit 4:1 das Vorſpiel
gewon=
nen hatte. Der FC. Alemannia benutzt die derzeitige Spielſperre, um
auf ſeinem Sportplatz verſchiedene Umbauarbeiten vorzunehmen, die
von den Mitgliedern freiwillig ausgeführt werden.
— Gernsheim, 24. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
23. Juli 3.10 Meter, am 24. Juli 3,09 Meter.
Dg. Egelsbach, 24. Juli. Der Bezirksverband Offenbach=Weſt
vom „Heſſiſchen Handwerk und Gewerbe, hält am Sonntag, den
26. Juli, nachmittags 4 Uhr, im Gaſthaus „Zur Sonne” dahier
eine Bezirksverſammlung ab. Zur Tagesordnung ſteht
u. a. auch ein Vortrag des Herrn Dir. Schüttler von der
Hand=
werkskammer Darmſtadt. — Ein Zillefilm. „Mutter
Krau=
ſens Fahrt ins Glück” läuft am Sonntag abend im
Eigen=
heim=Saalbau auf Veranlaſſung des Touriſtenvereins „Die
Na=
turfreunde‟. Der Reinertrag der Veranſtaltung wird für den
Ausbau des Waldheims der „Naturfreunde”, in der Steinkaute
verwendet. — Mehrere Turner und Turnerinnen der
Turnge=
meinde nehmen am nächſten Sonntag am Main=Rhein=Gau=
Sportfeſt in Darmſtadt als Wettkämpfer teil. — Durch die
Ar=
beiter=Wohlfahrt wurden für die Dauer der Schulferien 11 hieſige
Kinder nach Nürnberg geſchickt und 10 Kinder aus Nürnberg und
Friedberg ſind zum Ferienaufenthalt hier aufgenommen worden.
Rheinheſſen.
WSN. Worms, 24. Juli. Benzinexploſion inder
Waſch=
küche — zwei Todesopfer. Donnerstag nachmittag gegen 4 Uhr
explodierte in der Waſchküche des Hauſes Ulmenallee 11 der kupferne
Be=
hälter einer elektriſchen Waſchmaſchine. Die Beſitzerin mit einer
Haus=
angeſtellten hatten den Waſchbehälter mit Benzin gefüllt, um
Kleidungs=
ſtücke zu reinigen. Auf bisher unaufgeklärte Weiſe erfolgte während
der Reinigung eine Exploſion des Behälters, durch die beide Frauen
lebensgefährliche Brandwunden erlitten. Fenſter und Türen der
Waſch=
lüche wurden beſchädigt. Die Hausangeſtellte iſt in den ſpäten
Abend=
ſtunden, die Beſitzerin geſtern früh im Städtiſchen Krankenhaus
ge=
ſtorben.
Ah. Worms a. Rh., 24 Juli. Flucht aus dem Leben. Ein
verheirateter 38jähriger Techniker aus Düſſeldorf, der hier wohnhaft iſt,
hat ſich mit Leuchtgas vergiftet. Ueber die Gründe zu dieſer Tat iſt
nichts bekannt.
Ah. Bingen a. Rh., 24. Juli. Schwerer Sturz vom
Ge=
bälk. In Ober=Flörsheim (Rheinheſſen) ſtürzte ein Knecht ſo
unglück=
lich vom Scheunengerüſt, daß er mit einem Wirbelſäulenbruch auf der
Tenne liegen blieb. Sein Zuſtand iſt beſorgniserregend.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 25. Juli 1931
Nummer 204
Reich und Ausland.
Familientragödie in Frankfurt.
Frankfurt a. M. Am Donnerstag, gegen
19 Uhr, hörten Bewohner eines Hauſes in der
Vilbelerſtraße aus der Wohnung eines
Bank=
beamten Stöhnen und Röcheln. Als auf
wieder=
holtes Klopfen nicht geöffnet wurde, drang man
gewaltſam in die Wohnung ein. Hier fand man
den 39jährigen Bankbeamten mit ſeinen beiden
Söhnen im Alter von 9 und 10 Jahren mit
qualvollen Schmerzen vor. Der Vater hatte den
beiden Kindern Gift zum Trinken gegeben und
dann ſelbſt Gift getrunken. Die Drei wurden
ſofort in das Heiliggeiſthoſpital gebracht.
Wäh=
rend das Befinden des Vaters und des einen
Sohnes ſehr bedenklich iſt, befindet ſich der
an=
dere Sohn auf dem Wege der Beſſerung. Die
Ehefrau war während der Tat nicht in der
Woh=
nung. Der Grund zu der Verzweiflungstat
dürfte in mißlichen Familienverhältniſſen zu
ſuchen ſein. Der Mann hatte zwei
Abſchieds=
briefe, an ſeine Frau gerichtet. In dem einen
hatte er ſie inſtändig gebeten, doch wieder
zu=
rückzukehren, während er in dem zweiten
mit=
teilt, daß er ſich und ſeinen beiden Söhnen das
Leben nehmen werde. — Die Mordkommiſſion
weilt am Tatort, um die nötigen Ermittlungen
aufzunehmen.
Ein Elfjähriger als Einbrecher.
Berlin. Der elfjährige Schüler, Alfred
Kaſch wurde geſtern, um Mitternacht, bei einem
Einbruch in eine Lebensmittelexpedition in
Schöneberg von dem Wächter feſtgenommen,
nachdem ihn deſſen Hund geſtellt und an der
Hand erheblich verletzt hatte. Die polizeilichen
Ermittlungen haben bisher ergeben, daß der
elf=
jährige Junge ſeit Februar nicht mehr in der
Schule war. An dem Einbruchsverſuch waren
noch zwei weitere Jungen bereiligt, die auf der
Straße Schmiere geſtanden hatten.
Das Todesurteil gegen den Ackergehilfen Müller
beſtätigt.
Leipzig. Der Ferienſtrafſenat des
Reichs=
gerichts hat am Freitag das Urteil des
Schwur=
gerichts Koblenz vom 21. April beſtätigt, durch
das der Ackergehilfe Alfred Müller aus
Ilges=
heim wegen Mordes, begangen an dem
Gemein=
dediener Gravius, zum Tode und zum dauernden
Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt
worden iſt. Die Reviſion des Müller wurde
ver=
worfen. Das Urteil iſt damit rechtskräftig
ge=
worden.
Die Reviſion im Mordprozeß Ulbrich verworfen.
Leipzig. Der Berliner Prozeß in der
Mordſache gegen den Kutſcher Richard Stolpe,
ſeine Geliebte Luiſe Neumann und den Schloſſer
Erich Benziger hat jetzt ſeinen Abſchluß
gefun=
den, nachdem der Ferienſtrafſenat des
Reichs=
gerichts geſtern die Reviſion des wegen
gemein=
ſamen Mordes gegen Stolpe auf Todesſtrafe
und gegen die Neumann auf acht Jahre
Ge=
fängnis lautenden Urteils des Schwurgerichts 3
Berlin vom 4. Februar d. J. verworfen hit.
Benziger, der zu 6. Jahren=Zuchthaus verurteilt
worden iſt, hat auf das Rechtsmittel der
Revi=
ſion verzichtet. Wie erinnerlich haben die drei
jungendlichen Angeklagten nach mehrmaliger
Verabredung am 28. Oktober vorigen Jahres den
56 Jahre alten Uhrmacher Ulbrich in der
Dront=
heimer Straße in Berlin gemeinſam ermordet
und beſtohlen.
Schwerer Unfall am Staubeckenbau Ottmarchau.
Ottmarchau. Bei den Arbeiten am
Staubeckenbau in Ottmarchau ereignete ſich
geſtern nachmittag ein ſchwerer Unglücksfall, der
zwei Menſchenleben forderte. Eine Lokomotive
befand ſich mit zwei Wagen nach der
Umflut=
mulde, als plötzlich der vordere Wagen
entgleiſte, wodurch auch die Lokomotive
umge=
worfen wurde. Der 27 Jahre alte verheiratete
Lokomotivführer Stehr aus Gleiwitz und der
le=
dige, 31 Jahre alte Heizer Kinne aus
Ott=
marchau wurden beim Umſtürzen der
Lokomo=
tive durch die ausſtrömenden Dämpfe verbrüht
und waren auf der Stelle tot. Von der
Geſchäfts=
leitung der Arbeitsgemeinſchaft Dammbau wird
mitgeteilt, daß ſich die Gleiſe und das
Arbeits=
material in ordnungsmäßigem Zuſtand
befun=
den haben.
Reichswehrſoldaken
als Feuerwehrlenke.
Reichswehrſoldaten beim Ablöſchen des
Groß=
feuers im Proviankamt Stettin.
Bei dem Großfeuer im Reichswehrproviantamt
Stettin mußten Soldaten zur Unterſtützung der
Feuerwehr herangezogen werden. Trotzdem
ge=
lang es erſt nach mühevoller Arbeit, das Feuer
zu löſchen, durch das ein Schuppen mit 2000
Zentnern Heu vernichtet wurde.
Das erſte Originalbild von dem Chineſenmafſaker in Korea.
In mehreren Orten der Halbinſel Korea ereigneten ſich ſchwere Maſſaker der koreaniſchen
Bevöl=
kerung gegen die chineſiſchen Siedlungen. Allein in Keijo wurden 29 Perſonen getötet, 130 Chineſen
ſchwer verletzt und 100 Häuſer zerſtört. Dieſe Ausſchreitungen haben zu ſchweren Störungen der
Beziehungen zwiſchen China und Japan geführt, da die Chineſen Japan vorwerfen, es habe in
dem von ihm beherrſchten Korea nichts für den Schutz der Chineſen getan.
Das zerſtörte Chineſenviertel in Keijo (Korea).
veinf Seipein dur Mln ernronion
Aufgeſnegen.
Eine Fahrk im Inketeſſe der Wiſſenſchaft. — Man hofft neues Land zu enkdecken.
Erſte Zwiſchenlandung in Berlin.
Glatker Skark.
Friedrichshafen, 24. Juli.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” iſt zu ſeiner
Arktisfahrt um 9.47 Uhr geſtartet.
Schon in den frühen Morgenſtunden ſtellten
ſichHunderte von Menſchen vor dem
Werft=
gelände auf. Um 8.30 Uhr kamen die erſten
Paſſagiere und Beſatzungsmannſchaften mit
ihren Angehörigen, Dr. Eckener in Begleitung
ſeiner Gattin und Tochter in die Halle. Um
8.45 Uhr wurden die Luftſchiffmotoren und der
Elektromotor in Gang geſetzt. Im Büro von
Kapitän Lehmann hatte Dr. Eckener noch eine
kurze Unterredung mit den Luftſchifführern und
mit dem Führer der Arktis=Expedition
Samoi=
lowitſch. An Bord des Schiffes ſind 30
Be=
ſatzungsleute, darunter Dr. Eckener mit den
Luftſchifführern Lehmann, Flemming, von
Schil=
ler und Pruß, ſowie 16 Paſſagiere.
Der Aufſtieg des „Graf Zeppelin” ging
trotz ziemlich ſtarken Weſtwindes
glatt vonſtatten. Die rieſige Menſchenmenge
brach in begeiſterte Hochrufe aus. Prof.
Samoi=
lowitſch erklärte vor der Abfahrt, er hälte es
nicht für ausgeſchloſſen, daß auf dieſer
Expedi=
tion neues Land entdeckt werde.
Dr. Eckener über die Arkktisfahrt.
Vor dem Start erklärte Dr. Eckener u. a.:
Es war, wie bekannt ſein wird, eine
Lieblings=
idee des Grafen Zeppelin, ſein Luftſchiff einmal
im Dienſte wiſſenſchaftlicher Forſchung verwendet
zu ſehen, und beſonders das unzugängliche
Ge=
biet der Arktis ſchien ihm der Erforſchung durch
das Luftſchiff vorbehalten zu ſein. Wir wollen
verſuchen, den Gedanken des Grafen Zeppelin
zur Durchführung zu bringen. Ich bedauere
lebhaft, daß die Fahrt in einer ſo überaus
ernſten Zeit ſtattfindet, wo das deutſche Volk
um ſein Geſchick, ich möchte ſagen, um ſein
nack=
tes Daſein bangt. Aber vor drei Wochen, als
der Ernſt unſerer Lage uns ſchlagartig bekannt
wurde, waren die Vorbereitungen ſchon ſoweit
gedieben, daß ſie nicht mehr abgebrochen
wer=
den konnten. Es waren ſchon Gelehrte aus
Amerika und aus dem ſonſtigen Ausland
unter=
wegs. Deshalb müſſen wir das begonnene Werk
zu Ende führen. Aber ich möchte mit ſtärkſtem
Nachdruck betonen, daß es ſich um eine ernſte
Expedition handelt, um eine Fahrt im Intereſſe
der Wiſſenſchaft, auf der jetzt Deutſchlands
Zukunftshoffnungen beruhen. Ueberdies: die
Koſten der Fahrt trägt wie bei der
Nord=
amerika= und Südamerikafahrt nicht das Reich
und das deutſche Volk, ſondern zu 75 Prozent
das Ausland und zu 25 Prozent die
Philate=
liſten in aller Welt. So treten wir unſere Fahrt
mit Ruhe und unbeſchwertem Gewiſſen an. In
ſechs Tagen hoffen wir, Ihnen von einer
erfolg=
reichen Fahrt weiter berichten zu können.
Nach Dr. Eckener äußerten ſich. Ingenieur
Bäuerle und Kapitän Schiller über die
Aenderungen am Luftſchiff und über die
Aus=
rüſtung der Expedition. Bäuerle erklärte, daß
keine Aenderungen an der maſchinellen
Ausrü=
ſtung vorzunehmen nötig geweſen ſeien. Man
mußte bloß zu dem Kühlwaſſer ein
Gefrierſchutz=
mittel hinzufügen. So könnte ruhig bis zu 20
Grad Kälte ertragen werden; ſollte die Kälte
noch ſtärker werden, ſo ſeien weitere
Gefrier=
ſchutzmittel genügend an Bord. Außerdem ſei
auch dafür geſorgt, daß die Maſchinen mit kaltem
Oel erwärmt werden können.
Kapitän Schiller kam nochmals auf die
bekannte Tatſache zurück, daß an der Gondel
gewiſſe Umbauten für den Arktisflug
vorgenom=
men werden mußten. Er erklärte, daß ſo
reich=
lich Betriebsſtoffe an Bord ſeien, daß das
Luft=
ſchiff fünf, ſechs, ja ſieben Tage in der Luft ſein
könne, ohne daß irgendwelche Beunruhigungen
notwendig ſeien. Da es ſich um eine
wiſſen=
ſchaftliche Expedition handelt, habe man auf
jeden Komfort verzichten können. Kapitän
Schil=
ler betonte ausdrücklich, daß eine eigentliche
Polarfahrt nicht in Frage komme. Das Gebiet,
das man wiſſenſchaftlich zu erforſchen gedenke,
ſei noch ungefähr 600 Kilometer vom Pol
ent=
fernt.
Zum Schluß äußerte ſich der wiſſenſchaftliche
Leiter der Expedition Profeſſor
Samoilo=
witſch über Ziel und Zweck der Reiſe. Er
er=
klärte u. a., daß die Expedition hoffe, noch feſtes
Land zu entdecken. Hauptſächlich jedoch wolle
man Beobachtungen machen, wie das europäiſche
Klima durch die Arktis beeinflußt werde.
„Graf Zeppelin” überflog um 12.25 Uhr
Nürnberg und ſetzte den Flug in nördlicher
Rich=
tung fort.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” erſchien auf
ſeiner erſten Etappenfahrt nach Berlin kurz nach
14.30 Uhr über Leipzig, flog mehrere Schleifen
über der Stadt und verſchwand um 14.45 Uhr
über dem Hauptbahnhofgelände, mit Kurs auf
den Flughafen Leipzig=Mockau.
„Graf Zeppelin” in Staaken.
Berlin. Auf der Arktisfahrt iſt das
Luft=
ſchiff „Graf Zeppelin” um 18 Uhr in Berlin=
Staaken gelandet. Nachdem das Luftſchiff
be=
reits um 15.30 Uhr über den weſtlichen Vororten
der Reichshauptſtadt erſchienen war, ſtellte es
ſich heraus, daß die Landung wegen ſtarker
Sonnenböen hinausgeſchoben werden mußke.
Nach einigen Schleifen über der
Reichshaupt=
ſtadt, wo das Luftſchiff auf den Straßen und
Plätzen lebhaft begrüßt wurde, und nach einem
Abſtecher in die Mark, erſchien das Luftſchiff
um 17.40 Uhr über dem Flugplatz Staaken. Nach
dem nur 5 Minuten dauernden
Landungsmanö=
ver wurde das Luftſchiff nach ſeinem Aufſetzen
am Ankermaſt feſtgemacht. Bei der Landung des
Luftſchiffs „Graf Zeppelin” hat ſich auch geſtern
wieder der Gondelwagen für die hintere
Moto=
rengondel ſehr gut bewährt. Kurz nachdem das
Luftſchiff feſtgemacht hatte, ſtieg Dr. Eckener aus
und überraſchte die Ehrengäſte, die ihn begrüßen
wollten, indem er plötzlich aus der Menge heraus
auftauchte. Nun begrüßten ihn u. a. die
Ver=
treter der Miniſterien und wünſchten ihm Glück
für den Flug in die Arktis. Nur mit Mühe
konnten ſich die Ehrengäſte den Durchgang zur
Gondel bahnen, da ſie von dem zugelaſſenen
Publikum und Photographen, denen ſich Dr.
Eckener zu entziehen verſuchte, umringt wurden.
Die Staakener Gasanſtalt hat eine
Beſtel=
lung auf 12000 Kubikmeter Waſſerſtoffgas
er=
halten. Man nimmt jedoch an, daß das
Luft=
ſchiff nur 75 Prozent der beſtellten Menge, alſo
etwa 9000 Kubikmeter, einnehmen wird.
Außer=
dem will Kapitän Lehmann das Luftſchiff in
Berlin „bis zur Halskrauſe” mit Benzin und
Oel vollpumpen. Neue Fahrgäſte wird „Graf
Zeppelin” nicht mehr aufnehmen. Es ſind
ledig=
lich acht Kiſten Proviant, beſtehend aus
Konſer=
ven und Zwieback und zwei Säcke Brot
bereit=
geſtellt, die im Laufe der Nacht verladen werden.
Heute früh um 4.30 Uhr ſoll der Aufſtieg zur
Weiterfahrt vor ſich gehen.
Das Urkeil im Scheuen=Prozeß.
Zwei Jahre Gefängnis für Straube.
Lüneburg. Am Freitag nachmittag wurde
durch Landgerichtsrat Dr. Echte das Urteil im
Scheuen=Prozeß verkündet. Der Angeklagte
Straube wird zu zwei Jahren Gefängnis
ver=
urteilt. Dreizehn Zöglinge von der Straube=
Gruppe erhalten eine Gefängnisſtrafe von vier
Wochen bis zu acht Monaten. Einer von ihnen
erhält eine Geldſtrafe von 30 RM., während
zwei andere freigeſprochen wurden. Die 18
Zög=
linge der Revoltegrupe werden zu
Gefängnis=
ſtrafen von 5 Wochen bis zu 2 Monaten
verur=
teilt. Sämtlichen Angeklagten wird die
Unter=
ſuchungshaft angerechnet, ſo daß die
Revolte=
gruppe größtenteils ihre Strafe verbüßt hat,
— In der Urteilsbegründung erklärte der
Vor=
ſitzende u. a., die Verhandlung habe ein Syſtem
in der Fürſorgeerziehung enthüllt, von dem alle
weit abrücken müßten, die ein Herz für die
Ju=
gend hätten. Der Hauptſchuldige ſei Straube.
Statt der vorgeſehenen Freiheit in Scheuen,
habe Zügelloſigkeit geherrſcht. Theoretiſch ſei
Straube ein Gegner der Prügelſtrafe, praktiſch
aber ein Prügelpädagoge. Straube ſei
ungeeig=
net geweſen, desgleichen die Erzieher. Auch ein
Teil der Zöglinge habe ſich für die
Unter=
bringung in Scheuen nicht geeignet. Für die
Revolte ſei Notwehr nicht in Frage gekommen.
Bei Straube habe man ſtrafmildernd
berückſich=
tigt, daß er noch unbeſcholten war und anfangs
gute Erfolge in Scheuen hatte. Alle diejenigen,
die ſich an der ſchweren Mißhandlung
beteilig=
ten, hätten wegen gemeinſchaftlicher
Körperver=
letzung beſtraft werden müſſen. Den übrigen
Angeklagten ſei ſtrafmildernd angerechnet
wor=
den, daß ſie noch Jugendliche ſeien. Die meiſten
von ihnen ſeien außerdem Pſychopathen und
moraliſch defekt. — Ein Antrag des
Staatsan=
walts, Haftbefehl gegen Straube zu erlaſſen,
wurde abgelehnt.
Rieſiger Waldbrand bei Marſeille.
Paris. Bei Vitrolles, in der Nähe von
Marſeille, ſtehn ſeit Donnerstag abend 500
Hek=
tar Nadelwald in Flammen. Die Garniſonen
von Marſeille und Aix, ſowie die Feuerwehren
kämpfen mit Unterſtützung der Bewohner gegen
das Flammenmeer, das ſich wie eine Schlange
vorwärts wälzt. Der ſtarke Wind facht die
Flammen immer mehr an und macht alle
Be=
mühungen, ſie zu bekämpfen, zwecklos. Ein
Be=
wohner von Vitrolles, der an den Löſcharbeiten
teilnahm, konnte ſich nicht mehr rechtzeitig in
Sicherheit bringen und verbrannte bei
leben=
digem Leibe. Ueber Marſeille liegt ein dichte=
Rauchnebel.
Abſturz eines deutſchen Arztes im Mont=Blanc=
Gebiet.
Mailand. Aus dem Mont=Blanc=Gebiet
wird der tragiſche Abſturz des deutſchen Arztes
Dr. Fried Fiſcher gemeldet. Er hatte mit
an=
deren deutſchen Alpiniſten von der Joraſſes=
Hütte aus die Walker=Spitze beſtiegen, und die
Touriſten waren durch Steinſchlag lange auf der
Spitze aufgehalten worden. Auf dem Rückweg
ſeilten ſie ſich vorzeitig ab, um raſcher die Hütte
erreichen zu können. Dabei löſte ſich unter den
Füßen von Dr. Fiſcher ein Felsblock, ſo daß der
Arzt auf den Gletſcher abſtürzte. Italieniſche
Führer konnten die Leiche des Verunglückten
nach Courmayeur bringen.
Ein italieniſches Militärflugzeug abgeſtürzt.
Rom. Bei Turin iſt ein
Erkundungsflug=
zeug des Flughafens von Venaria Reale infolge
eines Motordefekts abgeſtürzt. Die beiden
Mili=
tärflieger fanden den Tod.
Start zum Ozeanflug mißglückt.
New York. Ein mißlungener Start zu
einem Ozeanflug iſt geſtern von den beiden
ame=
rikaniſchen Fliegern Boardman und Polando
unternommen worden. Die Flieger ſtiegen
geſtern früh zu einem Flug New York-
Kon=
ſtantinopel auf, mußten aber infolge
Ueber=
laſtung ihres Flugzeuges wenige Minuten nach
dem Aufſtieg wieder niedergehen. Sie
beabſich=
tigen, heute einen neuen Start zu verſuchen,
Die ikalieniſche Staaksmedaille
für einen deutſchen Flieger.
Der deutſche Teilnehmer am Italien=Rundflus
Siebel (rechts)
gewann den Wettbewerb der Abwurfskontrolle
in San Marino. Die italieniſche Regierung
ſeichnete ihn für dieſen Sieg mit ihrer
Staats=
medaille erſter Klaſſe aus.
2.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 204
Samstag, den 25. Juli 1931
Seite 9
Geenztore Helen zu..
Nach dem Ausreiſeverbok Deukſchlands. — Zerſtörke Urlaubsträume und Sommerfriſchen=Kriſe.
Aus dem deutſchböhmiſchen Elbetal wird uns geſchrieben:
Elbtal=Sommerfriſche: blauer, lachender Himmel über dem
glitzernden Strom, auf dem weiße Dampfer heitere Menſchen
in Urlaubsfrieden tragen, Waldrauſchen um die ſchmucken
Häus=
chen an den Ufern, und Friede, tiefer, ſeliger Friede. In
Scharen ruhen ſie alljährlich aus in dieſem prächtigen Rahmen,
tauſende müde, abgehetzte Großſtädter, und um die Julimitte
ſollten es weitere Tauſende ſein, denen Ausſpannen, Erholung
und beſinnliche Raſt winkten in dieſem herzerquickenden Milieu
aus Wald, Wieſe und Fluß. Aber ſie kamen nicht, die
erwar=
teten neuen Tauſenden. Wohl hatten die Schulen ihre Tore für
jugendſelige zwei Monate geſchloſſen, ſtanden die Koffer bereit,
waren die Fahrſcheine gelöſt, wohl hatte man ſich rechtzeitig um
Unterkunft umgeſehen und die Brieftaſche entfprechend
aufge=
füllt . . . aber da zerriß jäh eine harte Wirklichkeit vielen den
ſchönen Traum von Erholung, Friede, Ruhe, Rauſchen der
Ströme und Geflüſter im Wald, und mit einem Mal ſtockte
der Anſturm auf die Bahnen, fuhren die Züge halbleer aus
den Bahnhofshallen, warteten die Vorausgeeilten in den Bädern
und Sommerfriſchen vergeblich auf Angehörige, Freunde und
Bekannte:
Die Danatbank hatte ihre Schalter geſchloſſen.
Es war, als hätte eine unſichtbare Hand wuchtig auch das
Tor an der Grenze ins Nachbarland zugeworfen, hüben und
drüben ratloſe Menſchen laſſend. In dieſen Tagen, in denen
jede Stunde Ueberraſchungen brachte, ſtockte der gewohnte
Puls=
ſchlag des Verkehrs diesſeits und jenſeits der Grenzen, war
die Pracht der Wälder, die Schönheit der Ströme, die gewaltige
Wirkung der Berge mit einem Male wie ausgelöſcht,
weg=
gewiſcht. Die Ungewißheit über das Schickſal der deutſchen
Währung, genährt noch durch die Nervoſität der Herbergsväter
und — ſehr bedauerlicher Weiſe — ihre da und dort in
Er=
ſcheinung getretene plötzliche Kühle gegenüber den
reichsdeut=
ſchen Gäſten hat faſt über Nacht dem Ferienidyll zahlreicher
Men=
ſchen, deren Heimat das Deutſche Reich iſt, ein jähes Ende
be=
reitet: Hals über Kopf wurden die kaum ausgepackten Koffer
wieder angefüllt, und es begann nach nicht immer reibungslos
verlaufener Regelung der finanziellen Seite der
Urlaubsange=
legenheit die Zurückflutung der Maſſen über die Grenzen, über
die ſo plötzlich das graue Geſpenſt der Sorge geſchlichen war.
Wenige Tage ſpäter zeigten ſich die Befürchtungen um die
deutſche Mark als übertrieben, erwies ſich das Mißtrauen als
ungerechtfertigt, bedauerten Viele ihren überſtürzten Abbruch des
Ferienaufenthaltes, beklagten zahlreiche Herbergswirte in den
Sommerfriſchen die Brüskierung alter, treuer Gäſte in der erſten
Kopfloſigkeit, erſchienen in allen Geſchäftsauslagen und in den
Fenſtern der Logierhäuſer Aushänge mit Aufſchriften, die
be=
ſagten, daß die Reichsmark zum bisherigen vollen Kurswert in
Zahlung genommen würde . . . aber darüber waren Tage
ver=
gangen, zwiſchen denen Furcht und Panik gelegen waren, hatten
die Erlebniſſe dieſer Stunden einer Mißſtimmung Raum
ge=
geben, die noch lange wirkſam bleiben dürfte in den Kreiſen
der unmittelbar und mittelbar Betroffenen. Indeſſen ſchien die
eintretende Beruhigung über die Mark noch Möglichkeiten für
Erholungsſuchende, für Bäder und Sommerfriſchen zu verheißen.
Da ſchlug das Tor an der Grenze, das ſich vorübergehend
auf=
getan hatte, damit die zurückflutenden Maſſen paſſieren konnten,
zum zweiten Male zu .. und in der nächſten Zeit wird das
„Seſam, Seſam, öffne dich!” ein kniſternder Hundermarkſchein
unterſtützen müſſen, wenn der Zauberſpruch wirken ſoll.
Deutſchland hatte die Ausreiſe geſperrt.
Für die deutſchböhmiſchen Kurorte und Sommerfriſchen
be=
deutet die Sperre, für deren Milderung nur geringe Ausſichten
vorhanden ſind, unweigerlich eine Kataſtrophe. Nicht
anzuzwei=
feln iſt, daß die Notverordnung Millionenbeträge dem Reiche
erhalten wird, denn allein in die Tſchechoſlowakei reiſen jährlich
gegen 150 000 Reichsdeutſche, und nicht weniger impoſant iſt die
Ziffer der reichsdeutſchen Beſucher Oeſterreichs, der Schweiz,
Belgiens und Hollands. Indeſſen bleibt die Frage offen, ob
das Reiſeverbot nicht zu gleichen oder ähnlichen Maßnahmen
der betroffenen Länder führen wird, ob die Ausreiſe von
Tſchecho=
ſlowaken, Oeſterreichern, Schweizern und Holländern nach
Deutſchland nicht Erſchwerungen unterworfen werden wird.
Deutſchlano iſt heute zum beliebten Ferien= und Urlaubsziel
Hunderttauſender geworden, die unzweifelhaft dem deutſchen
Wirtſchaftskörper große Summen zufließen laſſen. Es dürfte
angezeigt erſcheinen, wenn man in Deutſchland ſtatiſtiſch dieſe
Summen erfaſſen und ſie gegen jene Beträge ſtellen würde, die
man auf Grund der Ausreiſebeſchränkung dem Lande zu erhalten
beſtrebt iſt.
Vor der Hand freilich ſind die Kurorte und Sommerfriſchen
jenſeits der reichsdeutſchen Grenzen gezwungen, mit dem
Aus=
reiſeverbot zu rechnen und zu verſuchen, einen Ausweg aus der
drohenden Kriſe zu finden. Bis zu 80 v. H. waren einzelne
dieſer Orte auf den Beſuch reichsdeutſcher Gäſte angewieſen; die
plötzliche Stockung im Zufluß dieſer Beſucher und die vorzeitige
Abreiſe der bisherigen Gäſte bedeutet für ſie den
Zuſammen=
bruch, wenn es nicht gelingt, irgendwie einen Ausgleich zu
fin=
den, der es möglich macht, daß Gäſte aus Deutſchland trotz der
Hundertmarkgebühr die Reiſe ins Ausland unternehmen. In
den großen Badeorten iſt ein Ausweg in dieſer Hinſicht wohl
möglich, und heute ſchon zeigt ſich, daß die Kurverwaltungen
der ungünſtigen Entwicklung der Dinge nicht tatenlos zuſehen:
ſo will Marienbad — und es iſt gar kein Zweifel, daß ihm
Karlsbad, Teplitz und Franzensbad folgen werden — den
reichs=
deutſchen Beſuchern eine Kompenſation für die Einreiſegebühr
von hundert Mark inſofern bieten, als es den neu
eintreffen=
den Kurgäſten erhebliche Begünſtigungen ſowohl hinſichtlich der
Kurtaxen als auch der Benutzung der Bäder und Heilmittel
gewährt, und zwar in einem ſolchen Ausmaß, daß damit die
Mehrausgabe der Grenzübertrittsgebühr gedeckt erſcheint. Dieſen
Ausweg haben aber nur die großen Kurorte und die
Luxus=
bäder, während die Sommerfriſchen beiſpielsweiſe im nördlichen
Böhmen, im Elbtal und im Rieſengebirge, dieſen Ausgleich zu
ſchaffen kaum in der Lage ſein werden. Denn mit den hundert
Mark, um die es hier geht, müſſen viele von den Beſuchern
dieſer Sommerfriſchen auf zwei und drei Wochen die Koſten
ihre Aufenthaltes beſtreiten, weil es ſich in den meiſten Fällen
um Leute aus dem Mittelſtande handelt, aus minderbemittelten
Kreiſen, die Monat um Monat ſich ein paar Mark zurückgelegt
haben, um überhaupt nur in die Lage zu kommen, einen halben
Monat auszuſpannen. Wenn ſie ihre Ferien außerhalb der
Grenzen des Reiches verbringen wollten, ſo taten ſie dies nicht
immer nur um des Landſchaftsbildes wegen: die billigeren
Preiſe waren für ſie in den meiſten Fällen der Anreiz zur Wahl
einer auf ausländiſchem Gebiete gelegenen Sommerfriſche. Dieſe
Menſchen trifft das Ausreiſeverbot ebenſo ſchwer wie die
deutſch=
böhmiſchen Fremdenverkehrsinduſtrie, der wohl die
Luxusreiſen=
den (für die hundert Reichsmark keine Rolle ſpielen) erhalten
bleiben, die aber nicht verzichten kann auf die breite Maſſe der
mittleren Schichten und daher den kommenden Tagen in ernſter
Sorge entgegenſieht.
Grenztore fielen zu. Iſt der Sommer vorbei, bis ſie ſich
wieder öffnen werden, dieſer ereignisreiche Sommer 1931, der
Deutſchlands Sorgen zu europäiſchen Nöten wachſen ließ?!
Geo Bayer.
Spoct, Spiel und Jucnen
Main=Rheingau=Sporkfeft in Darmſtadk.
Heute der erſte Tag.
Das Turner=Gauſportfeſt nimmt heute nachmittag um 5 Uhr
auf dem Kampfplatzgelände der Turngeſellſchaft an der
Kranich=
ſteiner Straße ſeinen Anfang. In der Mittelſtufe treten 35
Be=
werber an, die einen Vierkampf, beſtehend aus 100=Meter=Lauf,
Weitſprung, Speerwurf und Kugelſtoßen, austragen werden. Für
die Turner=Unterſtufe, die ebenfalls zum heutigen Kampftage
an=
tritt, iſt ein Dreikampf angeſetzt, der aus 100=Meter=Lauf,
Hoch=
ſprung und Kugelſtoßen 10 Kilogramm beſteht. Das
Meldeergeb=
nis verzeichnet in dieſer Stufe 81 Bewerber. Mit 56 Teilnehmern
iſt die Jugendklaſſe II im Dreikampf (100=Meter=Lauf, Weitſprung
und Kugelſtoßen 5 Kilogramm) als gut beſetzt zu bezeichnen. Rund
170 Wettkämpfer füllen ſomit heute die Kampfbahn an der
Kra=
nichſteiner Straße. Man rechnet in den heutigen Mehrkämpfen
dieſer Aufſtiegsklaſſen mit ſpannenden Kampfmomenten, zumal
unter den Bewerbern um den Siegeskranz der Nachwuchs der
Kon=
kurrenz für die Oberſtufe ſich herausſchälen dürfte. Dieſerhalb
kann ein Beſuch des Vortages der Hauptkämpfe nur empfohlen
werden.
Handball beim Turner=Sporkfeft.
Bensheim-Darmſtadt (Tgſ. 1875).
Einen beſonderen Anziehungspunkt bei dem 2. Wettkampftage
des Main=Rheingau=Sportfeſtes am morgigen Tage auf dem
Sportplatzgelände der Turngeſellſchaft 1875 an der Kranichſteiner
Straße dürfte ohne Zweifel das Handballſpiel zwiſchen Bensheim
und Darmſtadt (Tgſ.) bilden. Bensheim, deſſen Mannſchaft es
gelungen iſt, in der letzten Gauſpielreihe den Gau=Meiſtertitel an
ſich zu reißen und damit den Aufſtieg zur Kreisklaſſe zu erreichen,
hat es verſtanden, ſich durch ſeine faire Spielweiſe viel
Sympa=
thien zu erwerben. Kreuzer und Fleckenſtein ſind Hauptſtutzen des
Sturms, der auch in den Uebrigen eine glänzende Beſetzung
aufweiſt. Verbindung und Verteidigung gleich gut und der Hüter
des Heiligtums von hervorragendem Format. Es mutet faſt als
Wagnis an, daß die Darmſtädter 1875er ſich einen ſolch ſtarken
Gegner verpflichten konnten. Aber auch die Einheimiſchen haben
ein verfeinertes Können unter ihrem Lehrmeiſter ſich angeeignet,
ſo daß man auf ein faires Spiel rechnen darf. Räumt man
aller=
dings der Bensheimer Mannſchaft vornherein ein Plus ei ſo
dürfte dies nur gerecht erſcheinen, und ſchließlich geht es auch nicht
um Punkte, ſondern man will für das Handballſpiel werben und
ſolches Spiel hat bisher noch immer eine gewiſſe Zugkraft beſeſſen.
Die Mannſchaften ſtellen ſich dem Schiedsrichter in folgender
Auf=
ſtellung:
Bensheim:
Becherich
Pfeifer 1.
Vierheller
Darmſtadt:
GeyerKöhler Knoß
Schaab 1. Mai Kreuzer Fleckenſtein Schaab 2. Pfeifer 2. Fuchs Fiſchlein Roßbach Ruppert Euler Schulz Spahn Kißner Grün
Deißroth 2.
Zum Schiedsrichter hat die Gauleitung Avemarie=Griesheim,
welcher Gewähr bieten dürfte, ein nicht hartes Spiel aufkommen
zu laſſen, beſtellt.
Handball in der 9.T.
Anläßlich des Gauſportfeſtes: Turngeſellſchaft Darmſtadt—
Bensheim, Worfelden—Pfungſtadt, Büttelborn—König. Groß=
Gerau—Crumſtadt Hahn—Arheilgen Erſ., Buchſchlag-Niederrad
Erſ. und Groß=Rohrheim—Groß=Hauſen.
Zweifellos bedeutet die Verpflichtung des Tv. Bensheim einen
ſchönen Abſchluß des Gauſportfeſtes. Danach iſt die Tgſ. 1875
glücklicher geweſen als Pfungſtadt. Der Sieg Bensheims, das
als Gaumeiſter 1930/31 nun der Kreisklaſſe angehört, dürfte nicht
in Frage ſtehen. Es liegt daher beim Platzverein, wenn das
Spiel Anklang findet. Pfungſtadt beſucht ſeinen alten Bekannten
Worfelden. Die Beziehungen reichen in die Anfangszeit des
Handballſpiels zurück wie ja auch die Gründungstage beider
Ab=
teilungen in das Jahr 1921 fallen. Büttelborn erwartet
Oden=
wälder Gäſte aus König. Man geht nicht zu weit wenn man
Büttelborn als ſicheren Sieger anſpricht. Vielleicht fällt das
Er=
gebnis ſogar hoch aus. Crumſtadt fährt nach Groß=Gerau und
wird ſeinen Anhängern ſchon gefallen, wenn bloß ein
Unentſchie=
den herausſpringt.
Waſſerball.
Hochwertige Kämpfe im Waſſerball ſtehen bevor. In
kiebens=
würdiger Weiſe haben ſich die Göppinger damit einverſtanden
er=
klärt, auch das Rückſpiel um die Meiſterſchaft der Gruppe Weſt
hier in Darmſtadt zu beſtreiten. Es finden daher am nächſten
Sonntag, den 26. Juli, zwei Spiele ſtatt, und zwar
um 12 Uhr mittags das Vorſpiel und nachmittags um
½5 Uhr das Rückſpiel zwiſchen Jung=Deutſchland und
SV. Göppingen um die Meiſterſchaft der Gruppe Weſt. Die
Frage nach dem Ausgang der Spiele iſt um ſo offener, als die
Stärke beider Mannſchaften in ihrer großen Schnelligkeit liegt.
Die Göppinger Schwimmer ſind ja im ganzen Reiche bekannt.
Hinzu kommt, daß die Göppinger Mannſchaft durch den Leipziger
Poſeidonen Zöge eine weſentliche Verſtärkung erfahren hat. Aber
auch die Darmſtädter Mannſchaft konnte infolge ihrer
ſchwimme=
riſchen Ueberlegenheit ſchon manche Mannſchaft von Ruf
bezwin=
gen. Auch hat ſich in der letzten Zeit ihre Spielſtärke gehoben.
Wer daher gewinnen wird, erſcheint bei der Gleichwertigkeit
bei=
der Mannſchaften mehr als fraglich. Möge der Verband zu beiden
Spielen einen Schiedsrichter beſtellen, der beiden Parteien gerecht
wird — In dem Spiel des langjährigen Oeſterreichiſchen Meiſters
W.A.C. Wien gegen Jung=Deutſchland Darmſtadt
ſteht dem ſportliebenden Darmſtädter Publikum ein beſonderer
Genuß am Dienstag, dem 28. Juli, bevor. Die
öſterrei=
chiſche Meiſtermannſchaft befindet ſich zurzeit auf einer Tournee
durch Deutſchland, und es iſt dem Vorſtand von Jung=Deutſchland
unter großen Opfern gelungen, die Wiener nach hier zu einem
Spiele zu verpflichten. Die Darmſtädter Mannſchaft ſteht hier
vor einer ſchweren Aufgabe haben doch die Wiener am letzten
Samstag die Dresdener Städtemannſchaft mit nicht weniger als
8:0 geſchlagen.
Im Vorverkauf gibt es ermäßigte Karten zu 40 Pf. je Spiel.
Vorzugspreis für 3 Spiele 1 RM. bei L. B. Müller, Schulſtraße,
und Zeitungskiosk gegenüber dem Verkehrshäuschen.
Bei der drittletzten Etappe der Tour de France kamen wieder 29
Fahrer in der Spitzengruppe am Etappenziel Charleville an. In der
Kopfgruppe befand ſich auch die geſamte deutſche Mannſchaft. In der
Einzel=Geſamtwertung liegt von den Deutſchen Metze auf dem 9. und
Ahierbach ef den M. Plctz.
Zumts.
Tennis= u. Eisklub Darmftadt — 9. C. 1880 Frankfurk
Zu dem am kommenden Sonntag, vormittags 10 Uhr,
begin=
nenden Medenſpiel hat der Z.E.C. Darmſtadt folgende
Mann=
ſchaft aufgeſtellt: Claß, Kleinlogel, Werner, Endriß, Sennewald
und Müller (oder Steffan). Der S.C. 1880 wird dagegen
voraus=
ſichtlich mit folgenden Spielern antreten: Henke, Baun,
Schlichter=
mann, Rahmann, Binswanger und Hildebrandt.
Der beſte Spieler der Frankfurter iſt der an Spielſtärke alle
ſeine Klubkameraden weit überragende Henke, der in der
Spiel=
ſtärke ungefähr mit den Spitzenſpielern des T.E.C.D. Claß und
Kleinlogel gleichzuſetzen iſt. Zwiſchen ihm und Claß ſollte es zu
einem erbitterten und ſpannenden Kampf kommen, deſſen
Aus=
gang unbedingt offen iſt. Auch alle weiteren Einzelſpiele, ſowie
beſonders noch die 3 Herrendoppel, die von Darmſtädter Seite
Kleinlogel=Werner, Claß=Müller und Endriß=Sennewald
beſtrei=
ten werden beſtimmt an Spannung nichts zu wünſchen übrig
laſſen. Die Spannung des Zuſammentreffens der beiden Vereine
wird dadurch noch erhöht, daß der Sieger ſich dann bereits für
das Endſpiel gegen S.C. Forſthausſtraße qualifiziert hat. Da
dieſer Verein ſchwächer iſt, ſo fällt hier bereits die
Entſchei=
dung, wer die Herausforderungsrunde gegen den T. C. 1914
Frank=
furt erreicht und im Palmengarten gegen den Titelverteidiger
um den Meiſtertitel kämpft. „Auf jeden Fall dürfte ſich am
Sonn=
tag, dem 26. Juli, ein Beſuch der Platzanlage am Böllenfalltor
lohnen, um ſo mehr, als die große Tribune des T.E.C.D. gute
Sichtmöglichkeit bietet und auch einem großen Andrang gewachſen
iſt. Das Wettſpiel beginnt um 10.30 Uhr vormittags und zwar
werden früh die Einzel und nachmittags ab 2.30 Uhr die Doppel
ausgetragen.
Am die Deutſche Hochſchul-Meiſterſchaft im Fauftball
Am Samstag und Sonntag, dem 25. und 26. Juli, finden in
Halle die Endkämpfe um die Deutſche Hochſchulmeiſterſchaft im
Fauſtball ſtatt. Der Vertreter der Darmſtädter Studentenſchaft
iſt die Mannſchaft des Akademiſchen Sportclubs, der
in dieſem Jahre zuerſt Darmſtädter und dann in Freiburg
Süd=
weſtdeutſcher Hochſchulmeiſter wurde. Als ſolcher ſpielt ſie in
den Endkämpfen in Halle gegen die Vertreter der anderen
Hoch=
ſchulkreiſe. Es ſind dies die Mannſchaften von Köln, Berlin,
Halle, Danzig, Hamburg und München. Nach dem Syſtem „Jeder
gegen Jeden” wird dann der Deutſche Hochſchulmeiſter beſtimmt.
Hoffen wir, daß es Darmſtadt gelingt, dieſen Titel nach Hauſe zu
bringen.
Schießſpork.
Schießſport=Klub Windmühle Darmſtadt.
Nachdem die Gaumeiſterſchaftskämpfe für Kleinkaliber des
Deutſchen Schützenbundes reſtlos durchgeführt wurden, kommen
nun die Kämpfe um die Bezirksmeiſterſchaft zum Austrag. Die
Beteiligung an den Gaukämpfen war äußerſt zahlreich, nahmen
doch über 250 Mannſchaften daran teil und konnten hierbei 86
Gaumeiſter ermittelt werden. Kommenden Sonntag vormittag
findet auf den Ständen der Privilegierten Schützengeſellſchaft
Darmſtadt das Ausſchießen der Bezirksmeiſterſchaft des Bezirks
Mittelrhein ſtatt. Es werden ſich hierbei die drei Gaumeiſter
(Gau Frankfurt: Schützenverein Gießen, Gau Mainz:
Schützenver=
ein Wiesbaden, Gau Darmſtadt: Schießſport=Klub Windmühle)
ſpannende Kämpfe liefern.
Leichkakhletik.
Polizeiſportverein Darmſtadt gegen die Stadtmannſchaft von Dieburg.
Heute Samstag findet auf dem Polizeiſportplatz um 14.30 Uhr der
Nevanche=Leichtathletikkampf gegen die Stadtmannſchaft von Dieburg
ſtatt. Es werden alle Gebiete der Leichtathletik gezeigt, insbeſondere die
Kurz=, Mittel= und Langſtrecken, ſowie Hoch=, Weit= und Stabhochſprung,
Kugel= und Steinſtoßen und Diskus= und Speerwerfen. Zu den
ein=
zelnen Uebungen ſtehen ſehr gute Kräfte zur Verfügung, ſo daß ein
beſonders guter Sport zu erwarten iſt. Eintrit frei.
Im zweiten Lauf zur Deutſchen Fliegermeiſterſchaft ſiegte in Düren
der vorjährige Meiſter Peter Steffes vor Hürtgen und Perelaer.
Die Würzburger Ruder=Regatta findet erſt am 2. Auguſt und nicht.
wie zunächſt gemeldet, ſchon am 26. Juli ſtatt.
Aus Bädern und Kurorken.
Bad Salzhauſen. Der wirtſchaftlich veränderten Lage
Rech=
nung tragend, hat ſich die Badedirektion entſchloſſen, die Bäder=
und ſonſtigen Kurmittelpreiſe ab 15. Juli weſentlich
herabzu=
ſetzen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 25. Juli.
7.30: Bad Münſter am Stein: Frühkonzert des Kurorcheſters.
15.20: Stunde der Jugend: Der Haſenhirte; Märchenſpiel.
16.30: Pforzheim: Nachmittagskonzert des Symphonie=Orch.
18.05: Stadtrat Kahn: Erwerbsloſenküche.
18.30: Oberina, Becker, W. Diefenbach und Fr. Bödigheimer.
19.00: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.05: Spaniſch.
19.30: Schwänke und Schnurren: Satiren und Gleichniſſe, erzählt von
Roda Roda.
20.00: Salzburg: Salzburger Feſtſpiele; Italieniſches Operngaſtſpiel;
Soliften und Chor der Mailänder Scala: „Der Barbier von
Sevilla”; Komiſche Oper von Ceſare Sterbini; Muſik von
Gioac=
chino Roſſini.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten.
22.50: Wien: Tanzmuſik der Kapelle Charly Gaudriot.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, den 25. Juli.
15.00: Jugendſtunde: W. Mayer: Bau von Flugzeugmobellen,
und Segelfliegern.
15.45: Frauenſtunde: O. Lili du Bois=Reymond: Aus der ſozialen
Arbeitsgemeinſchaft Berlin.
16.00: Hamburg: Nachmittagskonzert.
1700: Prof. Dr. Manes: Verſicherungsverbrechen u. ihre
Bekäm=
pfung.
17.30: Prof. Dr. Citron: Wieſo empfielt mir mein Zahnarzt einen
Kurort?
18.00: Konteradmiral a. D. Mahrholz: Seemärchen, Meeresſpuk
und Aberglauben auf See.
18.30: Dr. H. Traub: Querſchnitt durch deutſche Zeitſchriften.
19.00: Dr. E. Stern=Rubarth: Warum Amerika anders iſt.
19.30: Stille Stunde: Tiere in des Menſchen Hand.
Anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Luſtiger Abend.
22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten. — Anſchl.: Tanz=Muſik.
Wekterbericht.
Immer weiter rückt der hohe Druck oſtwärts ab, und der bei
uns einſetzende Barometerfall deutet auf das Herannahen der
neuen Antlantikſtörung hin. Ihre ſüdlichen Ausläufer werden
uns ozeaniſche Warmluft zuführen, ſo daß dadurch die Möglichkeit
zu Gewitterſtörungen und ſpäter auch zu vereinzelten
Niederſchlä=
gen gegeben iſt.
Ausſichten für Samstag, den 25. Juli: Schwüles Wetter, heiter,
jedoch ſpäter Bewölkung und aufkommende Gewitterneigung.
Ausſichten für Sonntag, den 26. Juli: Gewitterſtörungen oder
ver=
einzelte Niederſchläge.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: J. V.: Dr. C. 6. Queiſch;
für den Handel: Dr. C. 8. Que iſch; für den Schlußdlenſf: Andreas Bauer;
für „Die Gegenwart” Tagesſplegel in Blld und Wort: Dr. Herberi Nette
fär den Inſeratentell und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuble;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämſtiſch in Darmſtiadt
Für unverlangte Manuſtripte wlrd Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die beutige Nummer hat 12 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 204
Samstag, den 25. Jult
Sorgen um die Danat=Bank.
Lebhaftes Inkereſſe pfälziſcher und ſüddeutſcher Induſtrieller an der Erhalkung der Bank.
Fortführung und Weiterentwicklung in all ihren Maßnahmen
ausgehen, beweiſt ſchon ihr Bemühen, die Danatkunden nach Mög=
Bür drr Unſchewang
lichkeit den Kunden der übrigen Banken gleichzuſtellen. Auch für
über die Danal=Bank.
Die beſondere Notverordnung, durch die bereits 24 Stunden
vor der Erklärung des allgemeinen Bankfeiertages die
Geſchäfts=
führung der Darmſtädter und Nationalbank geregelt und zwei
Reichstreuhändern unterſtellt wurde, läuft am 31. Juli ab. Es
iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß ſchon vor dieſem Termin die
Treuhänder über die Ergebniſſe der von ihnen angeſtellten
Prü=
fung berichten und Vorſchläge für die Verlängerung und
Aende=
rung der Notverordnung machen werden.
Allgemein, ſo ſchreibt die Voſſ. Ztg., befeſtigt ſich der Eindruck,
daß die beteiligten Kreiſe eine Fortführung des Inſtituts für
ab=
ſolut möglich und wünſchenswert halten, und daß der Status,
ſo=
bald er in den Grundzügen feſtliegt, dieſe Zuverſicht rechtfertigen
wird. Namentlich die Kunden der Bank ſcheinen ſich lebhaft für
die Erhaltung der Danat einzuſetzen. So hat jetzt der Verband
pfälziſcher Induſtrieller die zuſtändigen Stellen im Reich und
Bayern offiziell erſucht, daß alles Mögliche geſchehen ſoll, um die
Danatbank zu erhalten. Der Verband will damit zu den
Vor=
gängen, die unmittelbar, zu den akuten Schwierigkeiten geführt
haben, keine Stellung nehmen. Er läßt ſich vielmehr in erſter
Linie von dem Geſichtspunkt leiten, daß gerade im Hinblick auf die
wirtſchaftlichen Verhältniſſe in der Pfalz der Fortbeſtand der
Danat eine zwingende Notwendigkeit darſtelle. In ſüddeutſchen
Kreiſen werden, wie wir zu wiſſen glauben, ſogar Vorſchläge
leb=
habt diskutiert, die darauf hinauslaufen, nötigenfalls die Baſis
des Inſtituts zu kräftigen, und zwar unter Mitwirkung aller, die
an der Exiſtenz der Danat intereſſiert ſind.
Auch innerhalb der Bankwelt ſcheint ſich der Gedanke, daß
ein derartiges Inſtitut nicht ohne ſchwerſten Schaden für das
ge=
ſamte Kreditweſen liquidiert werden kann, durchgeſetzt zu haben.
Daß Treuhänder und Geſchäftsleitung von der Möglichkeit einer
Die Auszahlungen bei den Beamkenbanken.
Die „Frkft. Ztg.” meldet, daß die Beamtenbanken dadurch
Luft bekommen haben, daß ein Gegenguthaben des
Spitzeninſti=
tuts, der Reichszentralkaſſe deutſcher Beamtenbanken in
Karls=
ruhe, bei der Preußenkaſſe freigegeben wurde. Aus ihm ſollen
die reſtierenden Gehaltsüberweiſungen ausgezahlt werden. Die
Reichszentralkaſſe iſt infolgedeſſen nicht mehr darauf angewieſen,
zur Ermöglichung dieſer Zahlungen, wie ſie gewünſcht hatte, von
der Preußenkaſſe auch in dieſem Monat Kredite in gleicher Höhe
wie in den früheren Monaten zu erhalten. Wie wir dazu weiter
erfahren, handelt es ſich um einen freiwerdenden Betrag von
2 Millionen Mark, über den die Beamtenbanken verfügen können.
Die Gehaltszahlungen bei der Beamtenbank können am 1. Auguſt
in voller Höhe der überwieſenen Gehaltsſummen bezahlt werden.
Da nach der Notverordnung über die Beamtengehälter am 1.
Auguſt zunächſt nur 50 Prozent zur Auszahlung kommen, können
ſekbſtverſtändlich ſämtliche Banken; denen die Gehälter überwieſen
werden, nur dieſe 50 Prozent zur Auszahlung bringen.
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſen=
vorſtandes vom 24. Juli (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in
Deutſchland, für prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich
für Originalhüttenaluminium. 98= bis 99 proz, in Blöcken,
Walz=
oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl. in Walz= oder
Draht=
barren 99proz. 174 RM. Reinnickel 98= bis 99proz. 350—352 RM.
Antimon Regulus 51—53 RM., Feinſilber (1 Kilogr. fein) 38,50
bis 40.50 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 53½, Sept. 525 Dez. 57½; Mais:
Juli 58, Sept. 50¾, Dez. 44.50; Hafer: Juli 24.50. Sept. 25.75,
Dez. 28.25: Roggen: Juli 34.50, Sept. 36, Dez. 39.50.
Schmalz: Juli 7.65, Sept. 7.67½, Okt. 7.68. Dez. 6.95.
Speck, loko 7.50.
Schweine: leichte 7.55—8.00, ſchwere 5.40—6.40;
Schweine=
zufuhren: Chicago 11 000, im Weſten 56 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. Juli:
Schmalz: Prima Weſtern 8.40; Talg, extra, loſe 3½.
Getreide. Mais, loko New York 72; Mehl, ſpring wheat
clears 4.00—4.25; Fracht; nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: kaum ſtetig: Umſätze: 83; Lokonotiz: 5.25:
Sept. 5.15, Okt. 5.22, Dez. 5.38, Jan. 5.47, März 5.69, Mai 5.77.
den An= und Verkauf von Deviſen iſt die Danat ebenſo wie die
übrigen Großbanken von der Reichsbank zugelaſſen worden. Der
ſonſtige Schalterverkehr unterſcheidet ſich nicht von dem der
an=
deren Inſtitute. Dieſe Tatſachen zeigen das Beſtreben, den
Kun=
denkreis für beſſere Zeiten zu erhalten. Die weſentlichſte Lücke
bildet, der „Voſſ.” zufolge, der Ueberweiſungsverkehr von Bank
zu Bank, an den die Danat bisher noch nicht angeſchloſſen iſt.
Ueber die Einzelheiten der Weiterführung finden ſtändige
Beſprechungen mit allen zuſtändigen Stellen ſtatt. An ihnen iſt
das Reich als Garant naturgemäß ſtark beteiligt. Darüber hinaus
ſpricht man davon, daß für die Zukunft an eine Zuſammenarbeit
zwiſchen der Danat und einem reichseigenen Bankinſtitut gedacht
werde. Endgültige Entſcheidungen werden, immer nach der
„Voſſ.”, erſt getroffen werden, wenn ſich die allgemeinen Geld=
und Kreditverhältniſſe in Deutſchland geklärt haben.
Aehnlich äußert ſich die B. Z. am Mittag, die u. a. ſchreibt:
Wie wir von maßgebender Seite erfahren, beſteht bei allen
be=
teiligten Inſtanzen die ernſte Abſicht, die Darmſtädter und
Natio=
nalbank wieder flott zu machen, um auf dieſe Weiſe eine
Liqui=
dation des Inſtituts zu vermeiden. Wenn auch bisher keine
ent=
ſcheidenden Beſchlüſſe vorliegen, nicht zuletzt deshalb, weil der
Abſchluß der Verhandlungen in London abgewartet werden muß,
ſo werden doch ſchon alle Vorbereitungen getroffen, um die
Danat=
bank möglichſt raſch wieder in das Gefuge des deutſchen
Bank=
gewerbes einzuſchalten.
Die Prüfung durch die Reichstreuhänder ſoll gezeigt haben,
daß zahlreiche Geſchäftsmöglichkeiten vorhanden ſind, die ebenſo
wie die Geſtaltung des Status eine Erhaltung des Inſtituts
wün=
ſchenswert machen. Auch das Reich hat infolge der übernommenen
Garantie daran ein weitgehendes Intereſſe.
Schon jetzt iſt die Danatbank bemüht, eine Weiterführung des
Geſchäfts vorzubereiten. Durch größtes Entgegenkommen ſucht man
die Kundſchaft zu erhalten. Es wurde beſonders die Auszahlung
der Lohn= und Gehaltsgelder reibungslos geſtaltet.
Die Gründe für die Londoner Diskonkerhöhung.
Zu der Erhöhung des Diskontſatzes der Bank von England von 2½
auf 3½ v. H. ſchreibt die „Financial News”, daß dieſer Schritt den
mei=
ſten Leuten am Donnerstag morgen wegen des unbefriedigenden
Ergeb=
niſſes der Miniſterkonferenz nicht überraſchend gekommen ſei. Das
Blatt iſt der Anſicht, daß das Londoner Börſengeld in der nächſten Zeit
infolge Fälligwerdens deutſcher Verpflichtungen, die von engliſchen
Ban=
ken eingelöſt werden müßten, knapp ſein wird. Die Erhöhung des
Dis=
kontſatzes werde allgemein gebilligt, obwohl vielfach die Anſicht geäußert
würde, daß auch hierdurch der gegenwärtige Goldabfluß nicht geſtoppt
werden könnte.
Die Leipziger Herbſtmeſſe. Die diesjährige Leipziger Herbſtmeſſe
findet, wie das Leipziger Meſſeamt auf verſchiedene Anfragen mitteilt,
planmäßig vom 33. Auguſt bis 3. September ſtatt. Mit einer guten
Beteiligung in allen ausſtellenden Branchen iſt zu rechnen
Schwierigkeiten des Bankhaufes Ruedereu u. Lang, München. Die
1883 gegründete Münchener Bankfirma Ruederer u. Lang, die in
Mün=
chen eine Hauptſtelle und zwei Depoſitenkaſſen unterhält, hat am
Don=
nerstag ihre Schalter geſchloſſen, da es nach Mitteilung der Bankleitüng
infolge der heutigen Verhältniſſe unmöglich ſei, die für die Abhebung
notwendigen Barmittel flüſſig zu machen. Die bei dem Bankhaus
ein=
gezahlten Gelder ſind, wie die Firma erklärt, nach beſtem Wiſſen in
Grundwerten, ſoliden Effekten und Pfandbriefen angelegt worden. Das
Bankhaus hat ſich der Aufſicht und Kontrolle der Süddeutſchen
Treu=
hand A.=G. unterſtellt, um eine zweckentſprechende Realiſierung der
vor=
handenen Werte und damit eine reibungsloſe Abwicklung zu ermöglichen.
Es iſt zu erwarten, daß im Laufe der nächſten Tage die Süddeutſche
Treuhand A.=G. die zur Aufſtellung eines Status erforderlichen
Unter=
lagen erſtellt. Die Börſenengagements ſind nach Angabe der Firma
völlig gedeckt. Zu einer Beunruhigung beſtehe keinerlei Anlaß.
Ermittlungen in Sachen Nordwolle. Die Juſtizpreſſeſtelle teilt mit:
Der Unterſuchungsrichter beſchäftigt ſich zurzeit mit der Durchprüfung
des Ultramare=Materials nebſt Unterlagen. Die bisherigen Ergebniſſe
begründen den dringenden Tatverdacht, daß durch Transaktionen über
die Ultramare Fälſchungen der Bilanzen der Nordwolle vorgenommen
worden ſind. (Konkursverbrechen 239, 244 K.O.) Bezüglich der Bilanz
von 1923 beſteht die begründete Annahme, daß Verpflichtungen in Höhe
von insgeſamt 25 Millionen Reichsmark nicht aufgeführt geweſen ſind,
für das Jahr 1930 bewegen ſich dieſe Ermittlungen in der gleichen
Rich=
tung. Sie ſind bereits beträchtlich fortgeſchritten. Eine vollſtändige
Aufklärung dieſer Vorgänge dürfte nach Angabe des
Unterſuchungsrich=
ters in Kürze zu erwarten ſein. Außerdem erſtreckt ſich das
Ermitt=
lungsverfahren in der Richtung des Betruges begangen gegenüber den
Banken, und auf Verſtöße gegen 8 312 des H.G.B. Die Angeſchuldigten
ſind zum Teil mehrmals gehört worden. Eine Haftbeſchwerde iſt
bis=
lang von den Angeſchuldigten Carl und Heinz Lahuſen nicht eingelegt
worden.
Die Frage einer neuen Heraufſekzung
des Diskonkſahes.
Die von anderer Seite gebrachten Nachrichten, wonach in den
nächſten Tagen eine Heraufſetzung des Reichsbankdiskontſatzes von
10 auf 25 Prozent erfolgen wird, entſprechen nicht den Tatſachen.
Man ſteht an maßgebender Stelle auf dem Standpunkt, daß eine
Diskontmaßnahme, ſolange der Zahlungsverkehr in der
gebun=
denen Form aufrechterhalten bleibt, praktiſch ohne Wirkung iſt.
Die Frage einer weiteren Heraufſetzung des Diskontſatzes die
wohl zur Erörterung ſteht, kann zu einer praktiſchen Entſcheidung
erſt dann gebracht werden, wenn der Zahlungsverkehr
weiteſt=
gehend gelockert und der normale Verkehr der Banken
wiederher=
geſtellt wird. Ein großer Teil der am Zahlungsverkehr
beteilig=
ten Inſtitute iſt für eine ſchnelle Rückkehr zum normalen
Zah=
lungsverkehr und hält die durch die geſtrige Notverordnung
ge=
troffene Neuregelung, die für die Zeit vom 24. bis zum 28. Juli
gilt, für unbefriedigend. Eine Diskonterhöhung von 25 Prozent
kommt jedoch keinesfalls in Frage, ſondern die Erwägungen
be=
treffen eine ſolche auf 15 Prozent. Selbſtverſtändlich ſpielen auch
die näheren Ergebniſſe der Londoner Beſprechungen, an denen
be=
kanntlich ein Vertreter der Reichsbank teilgenommen hat, für die
Beſchlüſſe der Reichsbank in dieſer Hinſicht eine maßgebende Rolle=
Frankfurk über die Möglichkeit der Börſeneröffnung
Maßgebende Börſenkreiſe in Frankfurt a. M. ſtehen bezüglich
des Wiederbeginns des Börſenverkehrs auf dem Standpunkte daß
die vorliegenden Schwierigkeiten zu umfangreich ſind, um ſchon
in der nächſten Zeit mit der Börſenöffnung rechnen zu können.
Man nimmt an, daß noch einige Wochen Börſenruhe notwendig
iſt. Zunächſt muß der Zahlungsverkehr wieder vollkommen in
Gang gekommen ſein, da ſonſt ein normaler Börſenhandel
unmög=
lich iſt. Gleichzeitig fehlt augenblicklich noch eine vollkommene
Be=
wertungsgrundlage, vor allem für den Rentenmarkt angeſichts
der geänderten Zinsverhältniſſe, die als Notzins zu betrachten
ſind und infolgedeſſen keine gerechten Kurſe zulaſſen. Da die
Ban=
ken kaum für die zu erwartende Flut von Verkäufen als Käufer
durch Interventionen auftreteen können, iſt erſt eine Sondierung
der Käuferſchicht vorzunehmen, für die auf Grund ihrer Depots
Kredite zur Verfügung zu ſtellen ſind. Ein Terminhandel wird
zunächſt unterbleiben. Die jetzigen Schwierigkeiten für die
Ul=
timoabwicklung Juli werden möglicherweiſe dadurch ausgeräumt,
daß die Juli=Liquidation vielleicht auf Ende Auguſt verſchoben
wird. Unter dieſen Umſtänden zeigt ſich der Wunſch, daß die
Effektenbörſen noch einige Wochen geſchloſſen bleiben.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Wegen der Erhöhung der deutſchen Zölle auf Stickſtofferzeugniſſe
hat die chileniſche Regierung das ſeit 1862 beſtehende chileniſch=deutſche
Handelsabkommen gekündigt.
An zuſtändiger Stelle wird auf Anfrage beſtätigt, daß
Da=
natſchecks von der Reichspoſt nicht angenommen würden, da die
Reichsbank ſie nicht einlöſe. Die Reichsbahn dagegen nimmt
Da=
natſchecks ohne weiteres an.
Die finanzielle Erſchütterung Deutſchlands hat auch die
Beamten=
bank in Bremen e. G. m b. H. in Mitleidenſchaft gezogen. Sie ſieht ſich
genötigt, zunächſt ihre Schalter zu ſchließen. Den gegenwärtigen
Zu=
ſtand der Zahlungsſtockung zu überwinden, iſt ſie bemüht.
Die zum 1. November 1931 zur Heimzahlung fälligen Stücke der
6 Prozent Kohlenwertanleihe der Stadt Mannheim von 1923 ſind von
der Stadt freihändig erworben worden, ſo daß eine Verloſung in dieſem
Jahre nicht ſtattfindet.
Der Seniorinhaber des altbekannten Frankfurter Bankhauſes J. J.
Weiller Söhne, Frankfurt a. M., hat ſich vergiftet. Der Grund zu der
Tat dürfte in den Zahlungsſchwierigkeiten zu ſuchen ſein, in die das ſeit
mehr als 130 Jahren in Frankfurt anſäſſige Bankhaus geraten iſt.
Der ſpaniſche Miniſterrat hat als erſte Maßnahme zur Bekämpfung
der Arbeitsloſigkeit einen Kredit von 10 Millionen Peſeten für
drin=
gende ſtädtebauliche Arbeiten bewilligt.
Die Bank von England erhielt geſtern 1050 000 Pfund Sterling
Münzgold aus Auſtralien, verkaufte 5 260 950 Pfund Sterling
Barren=
gold, in der Hauptſache nach Frankreich, exportierte 127 000 Pfund
Ster=
ling Münzgold und gab 300 000 Pfund Sterling Münzgold frei.
250 000 Pfund Sterling Münzgold wurden zurückgeſtellt.
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koſtenl. Ausk. a. F. H Thyſſen, Frankfurt/M. 5
Bahnhofsplatz 2. Bei Anfr. Rückp. erb.*
Nummer 204
Samstag, den 25. Juli 1931
Seite 11
Ein Roman aus der Induſtrie
OP
von Hans Dominik
37)
Copyright by Ernſt Keils Nachf.
„Ja, die Sache iſt ſo: Unter Doktor Fortuyn wohnt der
penſionierte Rentmeiſter Schulte. Die Wohnung iſt ſehr groß,
und der Schulte vermietet immer zwei Zimmer ab. In acht
Tagen, am Erſten, werden die Zimmer frei. Neue Mieter hat
er noch nicht, denn die Wohnung iſt teuer. Ich hab' mir die
Sache nun ſo gedacht: Zwei von Ihren Leuten, Herr Boffin,
mieten die Zimmer und bringen in ihren Koffern ſolchen
Lach=
gastank da hinein. Eines Nachts, wenn Fortuyn ins Bett
gegangen iſt und ſein Licht ausgemacht hat, leiten die ihm durch
die Decke — ſie müſſen irgendwo ein Loch bohren — ne
ordent=
liche Ladung Lachgas ins Schlafzimmer. Und wenn er dann
richtig beduſelt iſt, gehen die beiden nach oben — die olle
Haushälterin ſchläft hinzu raus, merkt nichts —, knacken die
Tür auf und nehmen mit, was haſte, was kannſte. Sie können
dem die ganze Bude ausräumen. Sie haben ja den großen
Koffer mit, in dem ſie die Glasflaſchen hatten. Die können
natürlich ruhig ſtehenbleiben. Ein tüchtiger Autofahrer ſteht
mit ſeinem Wagen irgendwo in der Nähe. Alles in das Auto
rin! Los!”
Boffin kniff das linke Auge zu. Sein Geſicht verzog ſich
zu einer ſchiefen Grimaſſe. „Hm, hm”, kam es langſam durch
die Naſe. „Bißchen ſehr anrüchtig, Herr Meyer!”
„Na — nu ſchlägt’s dreizehn! Und ich glaubte, Sie
wür=
den vor Vergnügen an die Decke ſpringen über mein Plänchen!
Und da machen Sie in Geſicht, als hätt’ ich Ihnen ſonſt was
getan?"
Boffin drehte ſich halb zu Bosfeld um, ſah den von der
Seite an.
Boffin! Gänzlich ausgeſchloſſen! In die Aſche mögen andere
ihre Finger ſtecken! Da macht man ſich dreckig und — kann ſich
Veklig verbrennen! Alſo: ich will Ihnen natürlich auf keinen
Fall abraten. Das müſſen Sie mit ſich allein ausmachen, ob
Sie das Plänchen des Herrn Meyer ausführen wollen oder
Empfehle mich den Herrſchaften gehorſamſt! Küſſ” die Hand,
Gnädigſte! Auf Wiederſehn heut abend."
ein Journal ergriffen, blätterte darin, als ginge ſie das alles
gar nichts an. Boffin trippelte unſchlüſſig hin und her. Die
Collins! ſchoß es ihm plötzlich durch den Kopf. War doch ein
raffiniert kluges Frauenzimmer; hatte ihm ſchon manchen guten
f.. (Aug. Scherl), G.m.b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Rat gegeben . . . „in Augenblick, meine Herrſchaften! Will nur
mal ſchnell was nachſehn. Komme gleich wieder!“
Meyer kam ſich, allein mit der eleganten Dame, auf den
Pfropfen geſetzt vor. Er fühlte innerlich den Drang, ein Geſpräch
anzufangen, konnte aber beim beſten Willen keinen
Anknüpfungs=
punkt finden. Da kam ſie ihm ſelbſt zu Hilfe. Fragte: „Was
iſt das eigentlich für ein Mann, dieſer Herr Doktor Fortuyn?
Sie kennen ihn doch?"
Meyers Augenbrauen wölbten ſich. „Hohes Tier, mein
Fräulein! Hat ne große Nummer in Rieba! Will künſtlichen
Gummi machen. Iſt zwar vorläufig noch Eſſig. Aber wenn
er’s mal raus hat” — hier kamen Meyer die Worte einer
Zei=
tungsnotiz in Erinnerung — „wird das eine epochemachende
Erfindung ſein, die unſere Wirtſchaft von Grund auf
revolu=
toiniert.”
Juliette hob das Zeitungsblatt höher, um ihr Lachen zu
verbergen. Zu komiſch, das wichtigtuende Geſicht dieſes
Bur=
ſchen! „Wie alt iſt er denn? Iſt er verheiratet?” fragte ſie
weiter.
„Nee — noch nicht, mein Fräulein. Wähleriſcher Herr!
Könnte zehn für eine haben.”
„Uebrigens, Herr Meyer: Sie kennen wohl alle die Herren
aus den Laboratorien in Rieba?”
„Aber ſelbſtverſtändlich kenn’ ich die!”
Das Zeitungsblatt rückte noch etwas höher hinauf. Kaum,
daß Juliettes Haarſchopf darüber hinwegſah. So von
neben=
her fragte ſie: „Iſt da nicht auch irgendwo ein Doktor Hartlaub?”
Meyer ſann einen Augbenlick nach. „Nein, mein Fräulein,
Der hob abwehrend die Hände. „Nichts für mich, Herr den Namen hab’ ich noch nie gehört. Wo ſoll er denn ſein?”
„Das weiß ich nicht. Ich dachte, vielleicht wäre er da. Ich
kann mich auch geirrt haben.”
Boffin kam zurück. Schlenkerte beruhigt die Kneiferſchnur
um die Finger. Die Collins hatte wieder mal guten Rat
ge=
geben. „Alſo, Herr Meher, Ihre Idee iſt nicht ſchlecht. Hab‟
nicht. Im übrigen: ich weiß von nichts — mein Name iſt Haſe! mich aber ſo’n bißchen informiert. Die Sache mit dem Lachgas
iſt nicht ſo ungefährlich, wie Sie ſich das denken. Ich muß
mir die Geſchichte erſt mal reiflich überlegen. Wenn ich’s mache,
Boffin ſah unſchlüſſig von Meyer zu Juliette. Die hatte ſchreib’ ich Ihnen: „Die Sache wird gemacht.‟ Die vier Worte
nur. Gehen Sie jetzt rüber zu Fäulein Collins und machen
Sie ihre Liquidation mit ihr ab!"
„Denken Sie wirklich daran, die Sache zu machen?” fragte
Juliette.
Boffin wand ſich wie ein Schraubenzieher. Sein Geſicht
ſchnitt eine Serie von Grimaſſen, um die ihn ein höchſtbezahlter
Clown beneidet hätte. „Verflixte Geſchichte, das! Wenn ich
denke, daß man die dickſten Roſinen ergattern könnte! Mit
einem Schlag denen da drüben alles auf den Tiſch legen, was,
ſie brauchen —! Hab’ ſchnell mal „Lachgas” nachgeſehen. An
ſich ganz nett — aber wenn’s der Teufel will — und der
Dok=
tor ſchläft in ſeinem Bett in den Jüngſten Tag rein . . . Na!
ich glaube, Headſtone machte ſonſt was mit uns!"
„Die Sache eilt ja nicht. Fragen Sie doch mal drüben an!”
Boffin lachte mitleidig. „Sie naives Menſchenkind! Den
Brief müßten Sie leſen, den ich dann kriegte! Denen iſt nichts
unſympathiſcher als das Wörtchen „Verantwortung‟. Die
über=
laſſen ſie uns. Geht’s ſchief, müſſen wir’s eben ausbaden.
Ich muß die Geſchichte erſt noch ein paarmal beſchlafen. Wird
übrigens auch gar nicht einfach ſein, die paſſenden Leute füg
das Unternehmen zu finden. Ich ſelbſt muß natürlich, um
nicht ſpäter reingezogen zu werden, im Hintergrund bleiben.
Muß die ganze Sache einem anderen in die Hand geben .."
Schwierigkeiten über Schwierigkeiten! Aber laſſen wir das!
Jetzt zu unſerer Sache!‟ Er ſetzte ſich neben Juliette. „Mein
Feldzugsplan gegen Rieba war ein ganz anderer. Sollte ich
dem Meherſchen Plänchen keinen Geſchmack abgewinnen, dann
führe ich meine Idee aus. Dazu brauch’ ich aber unbedingt auch
Sie, liebe Juliette. Alſo, hören Sie mal zu!"
Schon bei ſeinen nächſten Worten verzog ſich deren Geſicht.
Je weiter er ſprach, deſto größer wurde der Widerwille in ihren
Mienen. Schließlich ſtand ſie auf, warf Boffin einen entrüſteten
Blick zu. „Nein, das tue ich nicht!”
Boffin hob beſchwörend die Hände, ging ihr nach, führte ſie
zu ihrem Platz zurück. „Laſſen Sie mich doch erſt ausreden.
Urtei=
len Sie nicht zu ſchnell! Sie werden ſehen: die Sache hat auch
ihre großen Reize!” Wieder begann er in leiſem Flüſterton auf
ſie einzureden, ſchloß mit den Worten: „Nun, hab’ ich nicht recht?”
Juliette ſchüttelte mit ſaurer Miene den Kopf, zeigte Boffin
ihre wohlgepflegten Hände. „Haben Sie kein Mitleid damit,
Herr Bofin?”
Statt zu antworten, ergriff er ihre Hände, bedeckte ſie mit
Küſſen. „Mitleid mit dieſen entzückenden Händchen? Warum
Mitleid? In Gold ſollen Sie die ſpäter waſchen, dieſe
Engels=
hände!”
Juliette machte ſich lächelnd frei, gab Boffin einen Klaps auf
die Backe. „Sie ſind, ein Tyrann, Boffin! Ein ſcheußlicher
Tyrann! Aber es fällt mir gar nicht ein, ja zu ſagen. Ich werde
es machen wie Sie — verlange Bedenkzeit. Nach drei Tagen ſag”
ich Ihnen dann: Wird gemacht! Oder: Wird nicht gemacht! —
Am liebſten wär” es mir jedenfalls, wenn Sie das Stück 4. la
Meyer vorzögen. Für heute Schluß! Auf Wiederſehen, Herr
Boffin!”
(Fortſetzung folgt.)
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(Impressionisten)
vom Sonntag, den 19. 7. 31 — Sonntag, den 26. 7. 31
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Die widerlichen Fliegen sind die Träger
lebensgefährlicher Krankheiten. Es ist
nachgewiesen, daß Fliegen Scharlach, Kin- /
derdiarrhoe, Tpphus und andere
anstek-
kende Krankheiten übertragen. Töten
Sie die Fliegen, che die Fliegen Sie töten,
— Zerstäuben Sie Flit.
Flit vernichtet Fliegen, Mücken,
Schna-
ken, Flöhe, Ameisen, Motten,
Bettwan-
zen, Schaben und deren Eier. Flit-
Zer-
stäubung ist für Insekten tödlich, für
Menschen jedoch unschädlich. Bequem
anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln
Sie Flit nicht mit anderen
Insektenvertil-
gungsmitteln.
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in dem märchenhaften Tonfilm:
Kismet
nach dem gleichnamigen Schauspiel
von Edward Knoblock.
Regie: Wilh. Dieterle.
Der Zauber des Orients ersteht bier
in Bild und Ton. Das alte Bagdad
mit dem bunten Leben seiner Bazare,
den prachtvollen Moscheen und den
Palästen der Kalifen geben den
Hintergrund für die Erzählung aus
„Tausend und einer Nacht‟
Dazu
das gute Beiprogramm.
Hente Samstag die große
Premiere!
Hente leitzter Tag:
Das Ereignis der Saison!
Ste Ban.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Im ausgezeichneten Doppelprogramm!
Der sensationelle Abenteurerfilm:
Das
Sträflingsschiff
Regie: John L. Robertson.
Der Höhepunkt ist eine Kampfszene
auf dem Mast des Schiffes.
Im II. Teil:
John Gilbert und Alma Rubens
R
Die Masken des
Erwin Reiner
nach dem Roman v. Jacob Wassermann
Regie: Victor Siöström.
Beginn 3.45 Uhr
Letzte Vorstellung 8.15 Uhr
Nummer 204
Sommer-Spielzeit
Bruno Harprecht
im Hess. Landestheater.
Samstag, 25. Juli
Samstag=Miete, 5. Vorſtellung
Anfang 20 Uhr Ende 22.30 Uhr
Erſtaufführung: (9908a
„Politik”
(Haſenklein kann nichts dafür)
Schwank in 3 Akten, einem
Vor=
u. Nachſpiel v. H. Mahner=Mons,
Haſenklein . . .Bruno Harprecht
Samstag 25. Juli, 23 Uhr
Infolge außerordentlichen Erfolges:
Einmalige Wiederholung der
Nacht=Vorſtellnng:
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Samstag und Sonntag
Große Konzerte
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Im Ausschank „Hell” Spezial
Das neue, unvergleichliche Meisterwerk des Schöpfers
von „Unter den Dächern von Paris‟
Ein Lustspiel von göttlicher,
spielerischer Leichtigkeit und
Grazie, mitreißendem Humor
und überlegener Satire, — eine
tolle, wirbelnde Jagd binter
dem Glück, hinter dem großen
Los, hinter dem Haupttreffer.
Im tönenden Beiprogramm:
ein köstlicher Silly-Micky-Film „Winter‟
und ein Kulturtonfilm
„Der moderne Tiergarten‟
Tugendliche haben Autritt!
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr. (F.11086
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Heute Abend
Künstler-Konzert
Eintritt
frei.
Sonntag ab 11 Uhr
Früh-Konzert
CiALO ISÖSOrt
Der Cireus unter Wasser
Ber
Mann aus dem Volke ist heute verwöhnt und mißtrauisch. Er hat
mehr-
tach Gelegenheit gehabt, gute artistische Programme zu sehen,
zweit-
klassige reisende Unternehmungen aber haben ihm durch ihre
bombas-
tische Reklame für minderwertige Schaustellungen gutes Geld abgenommen.
Darum steht er heute den Ankündigungen eines Wandereireusses skeptisch
und zweifelnd gegenüber. Aber jeden Freund guter Cirenskunst — und
wer ist das nicht? — muß es interessieren, daß jetzt Busch nach
Darm-
stadt kommt. Busch, der von der Fachwelt seit langen Jahren als der
Beste
und eleganteste reisende Cireus Europas bezeichnet wird, hat es von
je-
her verschmäht, in seiner Reklame auch nur ein Geringes mehr zu
ver-
kündigen, als er bietet. Im Gegenteil ist sein Progamm so reichhaltig, so
bunt und so neuartig zusammengesetzt, daß keine Aufzählung alle die
Veberaschungen, alle die Attraktionen und Sensationen erschöpfen kann,
die den Besucher seines modernen, 7000 Besucher fassenden Vier-Masten-
Zeltes erwarten. Er bietet — um es ganz kurz zu skizzieren — ein
Programm ohnegleichen, das in zwei grandiose Teile zerfällt. Der erste
Teil umfaßt ein überaus reichhaltiges und sensationelles
Gircus
Programm, das aus 20 teuren und gesuchten Spitzennummern
inter-
nationaler Artistik besteht. Unter anderem bringt er arabische Springer,
eine russische Kunstreitertruppe und die größte und gewagteste
Luft-
nummer der Jetztzeit, er bringt Raubtierdressuren — Löwen, Tiger,
Bären — in ganz neuartiger Znsammensetzung, klassisch vollendete
Dre-
suren seiner Edeipferde und das Modernste: Elefanten, die Czardas und
Foxtrott tanzen. Er bringt ein entzückendes Ballett, den berühmtesten
skandinavischen Schnlreiter, gelehrige Zebras, Zebus, Bäffel, Elen-
Anti-
lopen, und er bringt Italiens größte Clowns. Er bringt noch viel
mehr — Sie können das in anderen Ankündigungen lesen, — jedoch
noch reichhaltiger als der erste ist
der
zweite Teil, in Wahrheit für das moderne Cirensgewerbe der „
Saison-
schlager von 1931!” Kein reisender Cirens hat je auch nur Aehnliches
geboten. Mit Hilfe eines umfangreichen und ganz eigenartigen Materials,
unter Mitarbeit des gesamten artistischen Personals, unter Ausnätzung
jahrzehntelanger eircensischer Erfahrungen und mit den letzten Raffnements
nenzeitlicher Bühnenkunst zaubert Busch einen Märchensee in die Manege,
leuchtende, in allen Farben schillernde Fontänen, die Wunder der Südsee
und die Renaissance-Romantik der Casanova, Cesare Borgia, der
Cagli-
ostro und ihre schönen Gegenspielerinnen, die hier von Wiener
Oper-
sängerinnen und internationalen Tanzschönheiten verkörpert werden. —
Wenn Sie dazu rechnen, daß Buschs größe Tier- u. Völkerschau die ganze
Welt
umfaßt, daß er eine Unmenge Tiere mit sich führt, darunter 100 Rassepferde,
80 Raubtiere, Löwen, Tiger, Leoparden, Pumas, Braunbären aus dem Rocky
Mountains, Kragenbären aus dem Himalaya, Eisbären, Elefanten, Kamele,
Dromedare, Hyänen, Zebus, Büffel, Antilopen, Axishirsche, Riesenkänguruhs,
die verschiedensten Affenrassen, Riesenschildkröten usw. usw., daß seine
Völkerschau außer Chinesen, Rifkabylen, Neger und Indier Ihnen ein
ganzes nokdafrikanisches Dorf präsentieren, mit Schlangentänzerinnen,
Fakiren, Feuerspeiern, mit Männern und Frauen und Kindern in ihren
heimatlichen Bräuchen und Gewohnheiten — dann wird ein Jeder
ein-
sehen: Der Circus Busch ist das Ereignis des Jahres in Darmstadt.
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