Gnzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Rorgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 183
Samstag, den 4. Juli 1931.
194. Jahrgang
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(4 Doſſar — 4.20 Markl. — Im Falle höherei
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erliſch=
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auſträge und Teſſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſäll jeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und
Datm=
ſtädter und Naiſonalbank.
* Der Umſchwung in Bulgarien.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Deufſchland muß die ungeſchütke Noung-Annuikäk zahlen, die von der B.J.3. als langfriſtiges Darlehen
zuräckgegeben wird. — Konzeſſionen der Young=Gläubiger an Frankreich bezüglich des Garanlie=Fonds.
Einſehung eines kechniſchen Ausſchuſſes zur Ingangſekung des Welkfeierjahres.
Noch ein Sakkor der Unſicherheil.
* Berlin, 3. Juli. (Priv.=Tel.)
Das verwirrende Durcheinander an widerſprechenden
Mel=
dungen, das wir innerhalb der letzten 24 Stunden aus Paris,
London und Waſhington an uns vorüberrauſchen laſſen mußten,
hat ſich jetzt ſoweit geklärt, daß man offenbar mit einer ſehr
weitgehenden Verſtändigung zwiſchen den Vereinigten Staaten
und Frankreich rechnen kann. Sie dürfte ungefähr ſo ausfehen,
daß das ſchuldenfreie Jahr am 1. Juli in Kraft tritt, daß zwar
Deutſchland die ungeſchützten Zahlungen weiter leiſten muß, das
Geld aber ſofort von der Reparationsbank als langfriſtige
An=
leihe uns wieder zufließt, deren Rückerſtattung erſt nach früheſtens
10 Jahren erfolgt. Hoover hät — nach Anſicht des Auslandes
— alſo erreicht, daß Deutſchland ein Jahr Ruhe hat, wofür
Frankreich die formelle Anerkennung des Youngplans erneut
durchgeſetzt hat. Selbſtverſtändlich auf Koſten Deutſchlands, das
nun die Sanierung nicht mit erſpartem, ſondern mit zum Teil
geliehenem Geld zu betreiben hat, wenn auch die Fälligkeit
die=
ſes Kapitals ſoweit hinausgeſchoben iſt, daß ſie uns im
Augen=
blick nicht zu drücken braucht.
Der wichtigſte Streitpunkt ſcheint im Augenblick
noch der Garantiefonds zu ſein, deſſen Beſtimmungen im
Youngplan feſtgelegt iſt. Frankreich iſt bei der Verteilung
der ungeſchützten deutſchen Zahlungen außerordentlich bevorzugt.
Es erhält davon 82 Prozent, muß dafür aber als Ausgleich.
zugunſten der übrigen Gläubiger aus dem Erlös jeder
Mobili=
ſierungsanleihe der Neparationsbank 10 Prozent bis zum
Höchſt=
betrag von 500 Millionen einzahlen. Der Geſamtbetrag wird
aber in dem Augenblick fällig; in dem Deutſchland ein
Trans=
fermoratorium erklärt. Die Franzoſen ſtellen nun die Lage ſo
da), daß Frankreich unter Umſtänden doppelt zahlen müſſe,
in=
dem es einmal auf den Anteil an den deutſchen Reparationen
verzichte, bei einem Moratorium aber außerdem noch die 500
Millionen bereitſtellen müſſe. Herr Hoover hat zu verſtehen
ge=
geben, daß ihn dieſe Frage wenig intereſſiere, die nur eine
An=
gelegenheit der Signatarmächte des Youngplans wäre.
Frank=
reich mußte das einſehen und ſcheint nun an die
Gläubiger=
ſtaaten ein vertrauliches Rundſchreiben gerichtet zu haben,
in=
wieweit dieſe bereit ſind, freiwillig auf den Garantiefonds zu
verzichten. In Paris wird damit gerechnet, daß die Antworten
zuſtimmend ausfallen.
Wieweit dieſe Rechnung richtig iſt, ſteht zunächſt dahin,
ſo=
daß hier noch ein großer Unſicherheitsfaktor liegt. Das
fran=
zöſiſche Kabinett will jedenfalls ſeine endgültige Zuſtimmung
zu den Abmachungen mit Amerika davon abhängig machen, wie
dieſe Antworten lauten. Möglicherweiſe möchte auch Herr Laval
noch einige weitere Tage Friſt gewinnen, um ſeinen
Um=
fall den Amerikanern gegenüber zuverſchleiern
und inzwiſchen die Kammer in Ferien zu ſchicken. Soweit
amt=
liche deutſche Kreiſe unterrichtet ſind, handelt es ſich mehr um
einen formalen Aufſchub, ſo daß an dem Zuſtandekommen der
Abmachungen kaum mehr zu zweifeln iſt, immer unter dem
Vorbehalt, daß nicht im letzten Augenblick noch neue
Schwie=
rigkeiten auftauchen.
Die weitere Entwicklung iſt nun offenbar ſo gedacht,
daß in nächſter Zeit eine mehr techniſch gehaltene Konferenz
der Mächte des Yonngplanes einberufen wird, um die
Einzel=
heiten über die Inkraftſetzung des Weltfeierjahres
und den Umbau des Garantiefonds feſtzulegen.
Da=
bei iſt an eine große Reparationskonferenz mit einem Heer von
Miniſtern und Parlamentariern nicht gedacht, ſondern mehr an
eine Beſprechung der Sachverſtändigen, die alle Einzelheiten
inter ſich, vorbehaltlich der Zuſtimmung ihrer Regierungen,
uuszumachen hätten.
Es bleibt noch ein Wort über die Stellung
Deutſch=
ands zu ſagen, dem offizielle Mitteilungen über die neuen
Abmachungen wohl erſt zugehen werden, wenn die Grundfragen
ſeklärt ſind. Deutſchland hat ja bisher nur dem Hooverplan
ugeſtimmt, aber es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es
nuch dem abgeänderten und etwas verſchlechterten Hoover=Plan
ich nicht verſagen wird und kann. Eine Einſchränkung
väre allerdings zu machen: das vertrauliche Rundſchreiben
Frankreichs wegen des Garantiefonds iſt in Berlin nicht
ein=
ſelaufen. Frankreich ſcheint ſich nur an die Gläubiger gewandt
u haben und mit deren Zuſtimmung die Angelegenheit für
ge=
egelt zu halten. So liegen aber die Dinge nicht. Auch der
Barantiefonds iſt ein Teil des für Frankreich „unantaſtbaren”
)oungplans. Eine einſeitige Aenderung des Planes ohne
vor=
erige Zuſtimmung Deutſchlands wäre, alſo kaum möglich.
5ollte ſie trotzdem erfolgen, dann könnten wir für die Zukunft
nſere Folgerungen daraus ziehen. Vorderhand wartet aber die
kegierung ab, welchen Ausgang die Verhandlungen nehmen, und
oird von ſich aus erſt Stellung nehmen, wenn ſie dazu
aufge=
ordert wird. Das wird früheſtens am Anfang der nächſten
Loche der Fall ſein. Der Kanzler hält noch daran feſt, im
laufe der kommenden Woche einige Tage auszuſpannen. Der
keichsaußenminiſter wird am Montag aus Mainz zurückkehren,
oo er an der Enthüllung des Streſemann=Ehrenmals teilnimmt.
3is dahin werden aus Paris wohl Einzelheiten vorliegen, um
rkennen zu können, wie ſich der Hoover=Plan für unſeren Etat
uswirkt. Dann können die einzelnen Reſſorts daran gehen, ein
Frogramm aufzuſtellen, wie die eingeſparten Gelder zum Beſten
es Reiches und der Wirtſchaft verwendet werden ſollen. Dann
3 eht ſchon der Beſuch der engliſchen Staatsmänner vor der Tür,
vorauf Herr Stimſon der Reichsregierung ſeine Aufwartung
nachen wird.
Zwiſchenfall in der Kammer.
Franclin=Bouillen beleidigt Miniſterpräfidenk Laval.
EP. Paris, 3. Juli.
Zu einem ſenſationellen Zwiſchenfall kam es heute in der
Kammer zwiſchen dem Abg. Franelin=Bouillon und dem
Miniſter=
präſidenten Laval. Der Kammerpräſident hatte ſoeben die Sitzung
aufgehoben, als Franclin=Bouillon auf den Miniſterpräſidenten
herantrat und mit ihm eine heftige Auseinanderſetzung begann,
die ſich offenbar um die Abſicht des Präſidenten drehte, die
Kam=
mer in die Ferien zu ſchicken, bevor die Kammerverhandlungen
beendet ſind. Als der Miniſterpräſident dem Ausgang des Saales
zuſtrebte, ſtellte ſich ihm Franclin=Bouillon in den Weg und faßte
im höchſten Zorn mit beiden Händen Laval an den
Rockauf=
ſchlägen, um ihn am Verlaſſen der Kammer zu verhindern. Laval
machte ſich energiſch los und holte zu einem Fauſtſchlag gegen
den Abgeordneten aus. In dieſem Augenblick warf ſich
Unter=
ſtaatsſekretär Gaſton Gérard dazwiſchen, während zwei andere
Miniſter den rabiaten Abgeordneten mit beiden Armen
um=
ſchlangen und aus dem Saal drängten. In parlamentariſchen
Kreiſen hat dieſer Ueberfall Franclin=Bouillons auf den
Mini=
ſterpräſidenten großes Auffehen erregt, denn es waren über 100
Abgeordnete Zuſchauer des Skandals.
Laval teilte überraſchend im Senat mit, der Senat möge ſich
bereithalten, einen wichtigen Geſetzentwurf in einer Nachtſitzung
zu verabſchieden. Beide Parlamente beſchloſſen darauf
Nacht=
ſitzungen.
Lapal kündigk Kompromiß an.
Wie Havas berichtet, haben um 21.30 Uhr die angekündigten
franzöſiſch=amerikaniſchen Beſprechungen begonnen.
Franzöſiſcher=
ſeits nahmen Laval, Briand und Flandin, amerikaniſcherſeits
Mellon und Edge wieder teil. Zehn Minuten nach Beginn
be=
gab ſich Miniſterpräſident Laval in die Kammer, um dort das
Dekret zur Schließung der Parlamentsſeſſion zu verleſen. Als er
das Innenminiſterium verließ, erklärte Laval, daß morgen
nach=
mittag 16 Uhr vermutlich ein Miniſterrat zuſammentreten werde.
Die Verhandlungen mit den Amerikanern, die während ſeiner
Ab=
weſenheit weitergingen, ſchienen einen günſtigen Verlauf zu
nehmen.
Caſtle iſt zuverſichklich.
WTB. Waſhington, 3. Juli.
Unterſtaatsſekretär Caſtle erklärte in der heutigen
Preſſe=
konferenz, er hoffe, noch heute abend die Verſtändigung mit
Frankreich in allen bisher ſtrittigen Punkten mitteilen zu
kön=
nen. Auch in der Frage des Garantiefonds ſcheine Frankreich
nachzugeben. Danach müßten in techniſchen Beſprechungen der
Finanzſachverſtändigen der beteiligten europäiſchen Länder die
Einzelarbeiten ausgearbeitet werden, und Amerika hoffe, daß
dieſe Beſprechungen in verſöhnlichem Geiſte erfolgen und ein
gutes Einvernehmen zwiſchen Deutſchland und Frankreich
her=
beiführen würden. Dieſe Einſtellung ſei ebenſo wichtig wie die
ſachliche Einigung. Amerika werde ſich an dieſen rein
techni=
ſchen Beſprechungen vorausſichtlich nur in ſehr geringem
Um=
fange beteiligen, da es ſich vorwiegend um die Anpaſſung des
Youngplanes an die einjährige in dieſem Monat beginnende
Zahlungspauſe handele.
Paris beftäligk grundfähliche
Verſtändigung.
EP. Paris, 4. Juli.
Kurz vor 1 Uhr mitternachts gab Staatsſekretär Poncet in
der Kammer folgendes Communigug aus:
Schatzamtsſekretär Mellon und Botſchafter Edge haben
geſtern abend im Miniſterpräſidium mit Laval und Briand und
Flandin eine neue Unterredung gehabt. Die Delegierten der
bei=
den Regierungen haben die Prüfung des Hoovervorſchlages und
der franzöſiſchen Gegenvorſchläge fortgeſetzt. Schatzamtsſekretär
Melkon hat die Beſtätigung abgegeben, daß die amerikaniſche
Regierung beſchloſſen hat, die Aufrechterhaltung
der deutſchen Zahlungen des
unauffſchieb=
baren Annuitätenanteils anznnehmen, wie dies
im Youngplan vorgeſehen iſt. Andere
Meinungsver=
ſchiedenheiten ſind beſeitigt worden. Die noch
be=
ſtehenden Meinungsverſchiedenheiten, die von geringer Bedeutung
ſind, werden dem heute nachmittag 4 Uhr ſtattfindenden
Mini=
ſterrat unterbreitet werden. Die Einigung über den techniſchen
und finanziellen Teil der Verhandlungen ſcheint unter Vorbehalt
der Annahme der anderen intereſſierten Mächte in nächſter Zeit
zuſtande zu kommen.
W.E.B. Sofia, Ende Juni 1931.
„An Dummköpfe, Narren und Vaterlandsverräter geben
wir die Staatsgewalt nicht ab; ich beglückwünſche unſere
Wäh=
ler zu dem großen Erfolg, den ſie am Wahlſonntag erringen
werden.” Alſo ſchloß Miniſterpräſident Liaptſcheff ſeine letzte
Wahlrede zwei Tage vor den Wahlen zum Sobranjie, dem 23.
Parlament ſeit dem Beſtehen Bulgariens. Der Wahlkampf ſah
in der Hauptſache zwei Lager: Regierungsblock „Sgowor”, in
letzter Minute, durch zwei nationalliberale Miniſter verſtärkt,
contra Oppoſitionsblock, genannt „Nationalblock”, gebildet aus
den Demokraten Malinoffs, den vereinigten Bauernbündlern
den Radikalen und einer nationalliberalen Gruppe. Obwohl
der Sgowor, der ſeit dem 9. Juni 1923 ununterbrochen die
Füh=
rung hatte, im letzten Sobranjie mit 168 von 273 Sitzen die
große Mehrheit beſaß, war er gezwungen, dieſe gute Stellung
mit allen Mitteln zu verteidigen. Die
Regierungspar=
tei hatte ſich überlebt, man war ihrer
überdrüſ=
ſig geworden; verluſtreiche
Wirtſchaftsexperi=
mente, große Korruptionsaffären, Fehlen jeder
feſten Außenpolitik hatten den Sgowor
gründ=
lich unbeliebt gemacht. Wenn die Wahlprogramme der
Regierungspartei ſomit keine glänzenden Erfolge aufzählen
konnten, waren die Wahlverſprechungen des Nationalblocks
be=
ſtrickend, geradezu phantaſtiſch ... völliger Steuernachlaß, ja
Abſchaffung der Steuern überhaupt, Entſchädigung für das
un=
verkaufte Getreide der Bauern von Staatswegen, — reinſte
Demagogie, die ihren Eindruck nicht verfehlte.
Im Grunde, aber ſtand der Wahlkampf unter dem Zeichen:
Stadt gegen Land. Die bulgariſchen Bauern, 80 Prozent
der Bevölkerung, wollten nicht mehr von einer kleinen ſtädtiſchen
Oberſchicht beherrſcht, und wie es leider zu oft der Fall war,
mißachtet und unterdrückt werden. Verfemt, verfolgt und ohne
die nötigen Führer ſchloſſen ſich die Bauern der bürgerlichen
Partei der Demokraten an; die bäuerlich=bürgerliche Koalition,
erweitert durch zwei kleinere Parteien, wurde gebildet, und am
Abend des Wahltages war es klar, daß die Regierung eine
Niederlage ohnegleichen erlitten hatte.
Der Wahlkampf wurde mit den hier üblichen gewöhnlichen
und außergewöhnlichen Mitteln geführt. Letztere ſpielten, wie
bei allen Balkanwahlen, die wichtigſte Rolle. Die Anhänger der
Oppoſition werden verprügelt, die Agitatoren, die Redner
wer=
den in „Schutzhaft” genommen, den Chauffeuren und Kutſchern
wird verboten, Oppoſitionsleute über Land zu fahren,
Arbeits=
loſe, Zigeuner werden in Polizeiuniform geſteckt, bewaffnet, und
halten die Landſtraßen beſetzt, um die Oppoſitionsredner von
Wahlreiſen abzuhalten. Die Polizei, die dem Innenminiſter
unterſteht, organiſiert die Wahlpropaganda der Regierung; ſie
tut das im eigenſten Intereſſe, weil ſie weiß, daß ein
Regie=
rungswechſel ſicheren Stellenverluſt bedeutet. Auch mit kleinen,
„harmloſen” Mitteln wird gearbeitet; man beſchlagnahmt die
Stimmzettel der Oppoſition, verſetzt Verwaltungs= und
Gerichts=
beamte, die nicht ganz „ſicher” ſind, die Staatsbanken geben
Darlehen 4 konds perdu, Staatsftellen werden zum
Stimmen=
fang verſprochen und im übrigen wird der Bebölkerung alles
verſprochen, was ſie nur irgend will. Sprichwörtlich iſt die
Propagandarede des Regierungskandidaten, der den Bauern,
neben vielen anderen ſchönen Dingen, eine neue Brücke
ver=
ſprach. Als ihm die Bauern zuriefen, daß ja gar kein Fluß
vorhanden ſei, der eine Brücke nötig mache, erhielten ſie zur
Antwort „Und wenn ihr keinen Fluß habt — ſogar einen Fluß
werden wir euch beſorgen, und die Brücke dazu . . ."
Das Lied vom Terror der Balkanwahlen iſt uralt. In
den Tagen vor den Wahlen waren die Zeitungen voll von
Proteſttelegrammen an den König, die Kandidaten der
Oppo=
ſition erbaten Militärſchutz, ſie drohten mit Selbſthilfe. Vieles
mag übertrieben ſein und mindeſtens hat jede Regierung, die
nach altem Brauch die Wahlen zu „machen” beſtrebt iſt, die
Entſchuldigung, daß die Oppoſition, einmal Regierung
gewor=
den, ſich genau der gleichen Mittel bedienen wird. Diesmal
führte der Oppoſitionsblock neue Verteidigungsmethoden ein.
Er organiſierte große Autokolonnen für Ueberlandfahrten,
um=
gab die Redner und Flugblattverteiler mit einer doppelt ſo
ſtarken „Leibgarde”, ſo daß es der Polizei beſſer ſchien, mit
dermaßen ausgerüſteten Wahlkarawanen nicht anzubinden. Am
Wahltage ſelbſt formierten ſich die Oppoſitionswähler in den
Dörfern und marſchierten in Gruppenkolonnen zum Wahllokal
zur Abſtimmung: Einigkeit macht ſtark und wehrt
den Terror ab.
So kam der Wahltag, der 21. Juni, heran. Eineinhalb
Millionen Wähler marſchierten auf, unter ihnen 1500
Kandida=
ten für die 274 Parlamentsſitze; 32 Parteien und Grüppchen
rangen um den Sieg, um ihren Vertretern das Monatsgehalt
von 12 000 Lewa des Deputierten zu verſchaffen. Wer nicht
wählt, zahlt Strafe — in Bulgarien iſt
Wahl=
recht auch Wahlpflicht!
Zum erſten Male in der Geſchichte des bulgariſchen
Par=
lamentarismus iſt eine Regierung mit dem Stimmzettel geſtürzt
worden. Die Regierung hat 50 Prozent der Mandate verloren,
der Oppoſitionsblock hat mit 152 Stimmen einen Sieg errungen,
an die Blockführer noch am Wahltage ſelbſt nicht zu glauben
vermochten. Nun wird Alexander Malinoff,
Demo=
krat und Bulgare aus dem heute rumäniſchen Beßarabien, der
neue Mann Bulgariens ſein, Seite an Seite
mit den Agrarführern, die ihm, dem „
Bour=
geois” im Jahre 1922 in Tirnowo den Bart
aus=
reißen ließen und ihn ins Gefängnis warfen.
Malinoff iſt, neben ſeinem einſtigen demokratiſchen Parteifreund
und eben geſtürzten jetzigen Gegner Liaptſcheff der Politiker
von Format, den das an politiſchen Führern arme Bulgarien
beſitzt. Mit vierzig Jahren, im Jahre 1908, wurde er zum
erſten Male Miniſterpräſident und proklamierte als ſolcher die
Unabhängigkeit Bulgariens, eine hiſtoriſche Tat, die noch heute
das Kapitel iſt, von dem die bulgariſchen Demokraten und
be=
ſonders ihr Führer Malinoff zehren. Als ſich Bulgarien ſechs
Jahre ſpäter, nach dem verlorenen Balkankriege hinſichtlich
ſei=
ner Beteiligung am Weltkrieg entſcheiden mußte, war Malinoff
ein entſchiedener Gegner der Pläne des Zaren Ferdinand, der
ſich den Mittelmächten anſchloß. Malinoff, durch Er=
Seite 2
dumstag, den 4. Juli 1931
Nummer 183
ziehung und politiſche Ueberzeugung innig mit
Rußland und Frankreich vexbunden, glaubte
an den Sieg der Entente. Darum berief im Sommer
1918 Zar Ferdinand, als Bulgariens Sache ſchlecht ſtand, den
Ententefreund Malinoff und erſetzte mit ihm den
deutſchfreund=
lichen Miniſterpräſidenten Radoſlawoff. Malinoff hat, ſo gut
und ſo ſchlecht es möglich war, den Weltkrieg für Bulgarien
liquidiert und gemeinſam mit Liaptſcheff in Saloniki die
Waf=
fenſtillſtandsverhandlungen mit den Ententegenerälen geführt, an
deren Wortbrüchigkeit Bulgarien ſchwer zu tragen hatte. Die
bulgariſchen Diviſionen wurden, entgegen den Abmachungen,
entwaffnet und gefangen genommen, und Bulgarien mußte auf
die Dobrudſcha verzichten, die ihm zugeſagt worden war.
Mali=
noff hat die Folgen aus dieſem Verhalten der großen und
klei=
nen Kriegsgegner Bulgariens gezogen und demiſſioniert, die
Unterzeichnung des Vertrages von Neuilly anderen überlaſſend.
Ob ſich Malinoff, der zwar als geſchickter Politiker, nicht
aber als ſtarker Mann gilt, durchſetzen wird, läßt ſich noch nicht
abſehen. Er tritt ein ſchweres Erbe an, findet eine durch
all=
gemeine Kriſe und verfehlte Wirtſchaftspolitik der vorigen
Re=
gierung zerrüttete Wirtſchaftslage und leere Staatskaſſen vort
er hat nicht nur einen immer noch erheblichen Teil des
Bür=
gertums, den geſchlagenen Sgowor, gegen ſich, er muß auch
ſeinen Mitkämpfern, den Bauern große
Auf=
merkſamkeit ſchenken. Der Bauernbund lag acht Jahre
unter politiſcher „Quarantaine”, wie ſich die Regierungsblätter
häufig ausdrückten, er hat viel Willkür erdulden müſſen und es
wäre nicht erſtaunlich, wenn die Bauernbündler, die innerhalb
der Wahlkoalition die Stimmenmehrheit haben, nun ihre
Rech=
nungen mit dem Sgowor begleichen würden. Damit, daß das
bulgariſche Volk endlich Gelegenheit hatte, ſich einer Regierung
zu entledigen, die in unbegreiflicher Weiſe Raubbau an den
großen Sympathien getrieben hat, die der Sgowor im Jahre
1923 durch ſeinen bürgerlich=militäriſchen Staatsſtreich erringen
konnte, iſt die Bedeutung der Sobranjiewahlen nicht erſchöpft.
Die drittſtärkſte Partei des Sobranjie wird die Arbeiterpartei
ſein, die 31 Mandate erhalten hat und die nichts anderes iſt
als die Partei der Bolſchewiken. Es muß bedenklich
ſtimmen, wenn dieſe Partei, die, einmal aufgelöft, ſich unter
anderem Namen wieder aufgetan hat, von vier Sitzen auf 31
Sitze gelangen konnte. Dieſer Aufſchwung findet durch das
Fehlen einer reinen Arbeiterbevölkerung keine Erklärung: die
Erklärung muß darin geſucht werden, daß auch die Kleinbauern
und vor allem das Bildungsproletariat der Städte, die elend
bezahlten Staatsbeamten, ſich teilweiſe zum Kommunismus
be=
kennen. Daß es in dem Agrarland Bulgarien ſo weit kommen
konnte, iſt die größte Schuld des Sgowor, der das
kommu=
niſtiſche Uebel nur auf dem Polizeiwege bannen zu können
glaubte, auf der anderen Seite aber jede Fürſorge für den
not=
leidenden Bauernſtand vermiſſen ließ und durch eine
phan=
taſtiſche Schul= und Bildungspolitik alljährlich zehntauſende
Mittel= und Hochſchüler ins Leben ſandte, für die das kleine,
verarmte Land auch nicht einen Bruchteil von
Verwendungs=
möglichkeit beſaß. Einſichtige Bulgaren haben ſeit Jahren ihre
Stimmen gegen dieſe Fehler und ihre Gefahren für den Staat
erhoben. Die Parlamentswahlen in Bulgarien haben eindeutig
gezeigt, wie weit dieſe Gefahren gediehen ſind und daß eine
Wirtſchafts= und Agrarpolitik auf weite Sicht
das Gebot der Stunde iſt.
Maunksuen Zur Bralgerforgang.
(NB. Berlin, 3. Juli.
Nachdem infolge des Anſteigens der Roggenpreiſe im Laufe
des vergangenen Winters die Gefahr einer Brotverteuerung
be=
merkbar wurde, hatte der Reichsernährungsminiſter in
Verbin=
dung mit dem preußiſchen Miniſter für Handel und Gewerbe
und unter Mitarbeit der Reichsforſchungsftelle für
landwirt=
ſchaftliches Marktweſen vorſorglich eine beſondere Aktion unter
Einſetzung der Roggenbeſtände der Deutſchen
Getreidehandels=
eſellſchaft eingeleitet. Wie aus dem Miniſterium für Handel
id Gewerbe mitgeteilt wird, wird dieſe Aktion in der Weiſe
durchgeführt, daß für den betreffenden Bezirk den vornehmlich in
Zetracht kommenden Mühlen aus den Beſtänden der Deutſchen
etreidehandelsgeſellſchaft zur Verfügung geſtellt werde.
Grund=
ätzlich iſt dabei angeſtrebt worden, den niedrigſten Winterpreis
des Brotes zu halten oder wieder zu erreichen. Dieſe Aktion iſt
zunächſt dort eingeleitet, wo Induſtrie, insbeſondere ſtarke
Maſ=
ſen anſäſſig ſind und die Gefahr einer Brotverteuerung bei der
großen Anzahl von Arbeitsloſen beſonders fühlbar werden
mußte. Es beſteht kein Zweifel, daß auftretende lokale
Störun=
gen ſchnell und reibungslos beſeitigt werden und eine
aus=
reichende völlige Verſorgung der Bevölkerung mit Brot
gewähr=
leiſtet werden kann.
Schöner Sommerkag.
Von Karl Röttger.
Der wache Geiſt ruht über dunkler Flüſterſeele.
Eintretend in den Sommergarten, hörſt du ein angſtvolles
Flattern, das im Laube der Bäume verhuſcht.
Was war es? Ein Symbol. Der huſchende Vogel deiner
Seele ſich nun verbergend in den Hintergründen des Laubs und
der Schatten.
Hingelehnt, gelegt in einen verlaſſenen Liegeſtuhl auf ovalem
Platz der Mitte des Gartens, neben dem Baum der Mitte der
eine helle Birke iſt, liegt das Haupt hintenüber, und du ſchließeſt
die Augen.
Wer „du‟? Du — mein anderes Ich.
Zuſchauer meines Herzens, meiner Seele, und, ja, meines
Geiſtes und meiner Gedanken, ruhe ich ſo, ſinnend. Danach denkend
einen unausſprechlichen Gedanken: den Sinne dieſes
Sommer=
tages,
Hat er einen Sinn? Eben den hat er.
Leicht wär’ es, ſeine Schönheit zu ſagen: den milden, gar
nicht glühflimmernden, aber ganz klaren, wunderklaren,
wolken=
loſen, hellblauen Himmel ſo am überreifen Nachmittag, vor dem
Abend, da der Wind weht erſchauernd und Menſch und Strauch
anſchauernd; doch ſüß; flutend wie Welle über Stirn, Wange,
Hals, Bruſt und ſchauenden Sinn. Die prächtige Sonne und ihr
Scheinen, nicht brennend, nicht ſchmerzend, nicht ſtechend, aber voll,
reif und warm, ſehr warm, eben: reifen machend.
Das immer neue, immer andere, — in Rhythmus und Klang
und Klangfarbe, im ſcheinbar Geſtaltloſen, doch Geſtalthafte,
das liebliche Raſcheln der Blätter und Zweige und jungen Aeſte
an den Kirſchen, Apfelbäumen, Pfirſichbäumen und dieſer Birke
eben, die, anders wie Birken deutſchen Waldes ſonſt, eine ſchlanke
Krone hat, faſt einer Pappel ſich annähernd. Das Raſcheln hat
ſilbernen Klang und ſilbernen Glanz, der vom Licht kommt, von
dem Ineinandergehen von Blättergrün und Licht.
Es iſt ſchön, daß die Linden mit dem dunkleren Schatten
wei=
ter hinten ſtehen und nur manchmal ein ſchwacher Atemhauch
mich ſtreift, denn zu ſüß betäubend wäre ihrer Düfte Vollgeruch
in dieſer Stunde, da mich nicht zu ertrinken ſehnt, in einem
Rauſch . . . Aber hier nah ein paar Roſen, von der Art, die
Kin=
der und Frauen Monatsroſen nennen, hellrot blühend, mit vollen,
breiten, ganz offene Blüten, entatmen reinen Duft; davon trägt
ein Wind manchmal einen Becher herüber; reichend zu einem
tiefen Atemzug, der nicht berauſcht, der erquickt
Schon blühen die erſten Kapuziner mit ihren braungelben
Blüten, faſt wie Goldlack in der Farbe, der aber ſchon verblühte,
doch nicht ganz ſo ſtumpf, etwas freudiger und glänzender. Blaue
Glockenblumen, großblütig, mit der Farbe wunderhafter Treue,
ſo tiefblau wie kein deutſcher Himmel je iſt. Die erſten Ringel=
Vom Tage.
Wie der Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, iſt gegen den
Bom=
benattentäter in Kiel Haftbefehl auf Grund des § 107 a StGB.
(Sprengung einer nicht verbotenen Verſammlung) erlaſſen
wor=
den. Der Oberſtaatsanwalt wird Anklage nach § 5 des
Spreng=
ſtoffgeſetzes erheben.
Am Donnerstag kam es in Leipzig zwiſchen Kommuniſten und
Nationalſozialiſten zu einem ſchweren Zuſammenſtoß. Dabei
wur=
den von ſeiten der Kommuniſten mehrere Revolverſchüſſe
abge=
geben. Ein Nationalſozialiſt wurde durch einen Bauchſchuß ſchwer
verletzt, er iſt im Krankenhaus ſeinen Verletzungen erlegen. Das
Ueberfallkommando konnte weitere Ausſchreitungen verhindern.
Am 2. Juli iſt von der däniſchen nach der deutſchen Küſte ein
neues Seckabel gelegt worden, das die Hauptſtrecke einer
wich=
tigen, dem zwiſchenſtaatlichen Fernſprech= und Telegraphenverkehr
dienenden Kabelverbindung zwiſchen den Verſtärkerämtern
Ro=
ſtock und Nykjöbing auf Falſter bildet.
Auf dem Hamburger Zentralfriedhof in Ohlsdorf iſt geſtern
der im 75. Lebensjahr einem Herzſchlag erlegene frühere deutſche
Botſchafter in London Dr. Sthamer zur letzten Ruhe beſtattet
worden. Dem Weſen des Verſtorbenen und der hamburgiſchen
Tradition entſprechend, war die Trauerfeier in der Kapelle und
an der Gruft ſchlicht und kurz. Nur der Geiſtliche ſprach; von
allen ſonſt üblichen Ehrungen hatte man Abſtand genommen.
Nach einer Meldung des ſozialiſtiſchen „Robotnik” über die
Arbeitsloſendemonſtration im Schloß Plock ſind zwei Arbeitsloſe
von der polniſchen Polizei erſchoſſen worden, ein dritter ſoll
lebensgefährlich verletzt worden ſein.
Dem „Paris Midi” zufolge hat Senator de Monzie den
Bot=
ſchafterpoſten in Moskau abgelehnt, der ihm von der franzöſiſchen
Regierung angeboten worden war. Das Blatt will wiſſen, daß
nunmehr der bisherige Botſchafter im Haag. Kammerer, zum
Nachfolger Herbettes in Moskau auserſehen ſei, und daß ſeine
Ernennung unmittelbar bevorſtehe.
Mlninien
ine ven ſteioingen Aruensdienfn.
CNB. Berlin, 3. Juli.
Das Reichsarbeitsminiſterium hat jetzt die
Durchführungsbe=
ſtimmungen für die Paragraphen der Notverordnung vom 5. Juni
über die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienſtes
ausgear=
beitet. Sie werden dem zuſtändigen Ausſchuß des
Verwältungs=
rates der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſen=
verſicherung vorgelegt werden. Außerdem findet am Dienstag,
den 7. Juli eine Beſprechung des Präſidenten der Reichsanſtalt,
Dr. Syrup, mit den Verbänden, die als Träger des freiwilligen
Arbeitsdienſtes oder der Arbeit, oder ſonſt als Intereſſenten in
Frage kommen.
Der Entwurf des Arbeitsminiſteriums gliedert ſich, wie der
„Jungdeutſche” berichtet, in fünf Teile. Der erſte Teil befaßt ſich
mit dem Perſonenkreis und dem Verfahren. Das Arbeitsamt
kann für Arbeitsloſe oder Kriſenunterſtützte die Unterſtützung nach
Höhe und Dauer auf höchſtens 2 Mark pro Wochentag
für eine Dauer von höchſtens 20 Wochen feſtſetzen.
Die Unterſtützung kann ſtatt an den Arbeitsdienſtwilligen an den
Träger der Arbeit gezahlt werden. Ob eine Arbeit als
freiwil=
liger Arbeitsdienſt gefördert werden kann, entſcheidet der
Vor=
ſitzende des zuſtändigen Landesarbeitsamtes, in Grenzfällen der
Präſident der Reichsanſtalt. Der zweite Teil des Entwurfes
be=
faßt ſich mit den Vorſchriften der Sozialverſicherung und des
Ar=
beitsſchutzes, die wie bei einer anderen gleichartigen Arbeit
durch=
geführt werden. Im dritten Teil wird die Verpflichtung der
Gemeinden zur Gewährung von Unterkunft und Verpflegung
ge=
regelt. Der vierte Teil beſchäftigt ſich mit der
Erleichte=
rung der Siedlung der Arbeitsdienſtwilligen.
Danach kann den Arbeitsdienſtwilligen, die während einer Dauer
von mindeſtens 12 Wochen beſchäftigt worden ſind, ein Betrag von
1,50 Reichsmark für jeden Wochentag der Beſchäftigung
fortlau=
fend gutgeſchrieben werden. Im fünften Teil wird die
Ueber=
wachung der Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienſtes geregelt,
die durch die Arbeitsämter durch Nachprüfung von Zeit zu Zeit
rfolgen ſoll.
In der vorgeſehenen Beſprechung dürfte es an ſcharfer Kritik
der für die Anſiedlung geltenden Beſtimmungen nicht fehlen, denn
mit einem Betrag von 180 RM. iſt ein Erwerb von Siedlerſtellen
unmöglich.
Bolikiſche Amzüge in Baden verboken.
Karlsruhe, 3. Juli.
Der Miniſter des Innern, Maier, erläßt eine
Bekannt=
machung, wonach für das Land Baden alle Anſammlungen und
Verſammlungen unter freiem Himmel (Propagandafahrten),
Um=
züge, Kundgebungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen vom
6. Juli 31 an bis 30. September 31 verboten werden.
blumen, gelb, hellgelb, ſagen: Siehe, wie ſteht der Juli hoch und
im Zenith und in ſeiner Reife, und neigt ſich ſchon hinüber zum
Auguſt
Aber da leuchtet rot, durchſchienen von Sonne,
glü=
hend wie Brand, heller denn herber Rotwein unterm Laube (das
dem Laube der Ahorne gleicht), in Trauben die Fülle der Beeren
an den Johannisſtämmchen. Jede Kugel in der Sonne wie ein
glü=
hender Weltallkörper innend kreiſend wie Saft und Samenkern
Am Fuße aber der Erdbeeſtauden Müdigkeit, die unteren Blätter
ſchon weinrot, von der hellen Farbe wie ein milder, ſchöner, heller
Rotwein von den Hardtbergen ...
Muſik der Vögel, kleines Okarinalied des Pirols, ſüß
voll=
tönendes Flötenlied der Droſſel, die heiter zwitſchernden Lieder
der unterſchiedlichen Finken — dieſe helle, und doch gar nicht
lär=
mende, kaum laut zu nennende Muſik der Vögel iſt bewegtes
Gegenüber des ruhenden, in ſich ſelbſt verſunkenen Seins der
Seele ..."
Alles in einem. Und eines in allem. Wer ſprach von Zeit?
Und daß nun ſchon Höhe des Juli ſei und das ruhende Sein in
Gefahr ſtehe, von erſter allererſter, wenn auch kaum merklicher,
doch leiſe erſchauernder Herbſtahnung des Auguſt — wie bald?
überraſcht zu werden? — Ach, was iſt Zeit? Was Jahr und Monat
und Tag?
Leicht iſt es wohl, die Schönheit eines ſolchen
Sommer=
tages zu ſagen: es klingt ſo ſchön, wenn du in Liebe die Dinge
nennſt, die vor dir ſtehen, und Streicheln von Wind und Licht
als zartlich fühlſt und bekennſt. Aber den Sinn dieſer Stunde
und dieſes Tages hat du damit nicht geſagt, nicht ergründet.
Wolle ihn nicht ergründen! Er würde dir entweichen. Ruhe!
Und denke, in der Ruhe eines namenloſen Schauens den einen
Gedanken; den du, wärſt du nicht ein Menſch! und damit „ſündig”
d. h. ohne den großen Atemzug, aus dem letztlich alles lebt —
den du nie vergeſſen hätteſt, — den einen Wahrheit — Gedanken:
daß keine Wahrheit iſt außer dem ruhenden Sein. Der Baum
weiß es, den der Wind bewegt, und der doch noch im bewegten
Zweig ruhendes Sein hat, die reifenden Weltkügelchen wiſſen es
unterm Laube der Johannisbeerbäumchen
Sie alle haben ruhendes Sein, das nichts weiß von
flattern=
der Angſt der Zeit, oder aus Angſt des Schickſals Ein Vogel
kann flattern in Angſt, und eine Seele, aber ſie tun es aus einem
Irrtum Als du den Garten betrateſt, begaben ſich beide
zur Ruhe in den Schatten, ins Dämmern, die auch zu der
namen=
loſen Schönheit dieſes Gartens, dieſes einſamen Gartens —
ge=
hören, darin du nun — — ruhſt.
Aller Sinn alles Daſeins iſt: das Geheime und das
Geheim=
nis fühlen und es danach als Wahrheit ſagen, mit Worten oder
ohne Worte das iſt gleich. Daß, wo eine Stunde reif und
reich in ſich erfüllt iſt, der Tropfen Ewigkeit uns unermeßlich
weit und groß einhüllt — wie ſonſt der ewige Himmel zu
Haupt Atme ein die kriſtallklare Feuchte dieſes Tropfens
Ewig=
keit — es iſt kein Rauſch, darin die Sinne untergehen, es iſt
zu=
gleich lichteſtes Wiſſen, Erkenntnis, in eins verſchlungen mit dem
Gefühl der einen einigen Einzigkeit ..
Engliſche Kriegsſchiffe im Kieler Hafen.
Zum erſten Male ſeil dem Welkkriege.
Kiel, 3. Juli. (Telunion.)
Engliſche Kriegsſchiffe werden vom 4. bis 11. Juli zum erſten
Male ſeit Beginn des Weltkrieges in einem deutſchen Hafen zu
Beſuch ſein. Die engliſchen Kreuzer „Norfolk” und „Dorſetſhire‟,
treffen am Samstag, 10 Uhr, von Stockholm kommend, im Kieler
Hafen ein. Kapitän Hawes, der Marine=Attaché der engliſchen
Botſchaft in Berlin, und der engliſche Generalkonſul Shepherd,
(Hamburg) werden beim Empfang zugegen ſein. Am Abend des
7. Juli werden der engliſche Admiral Aſtley=Ruſhton und eine
Abordnung ſeiner Offiziere im neuen Ratskeller Gäſte des Kieler
Magiſtrats ſein. Die Stadt Kiel veranſtaltet am gleichen Tage
für die Unteroffiziere und Mannſchaften einen Ausflug in die
Holſteiniſche Schweiz. Am 8. Juli werden einige engliſche
Offi=
ziere auf Einladung des Oberpräſidenten von Schleswig=Holſtein
eine Kraftwagenfahrt nach Segeberg unternehmen. Ein anderer
Teil wird ſich auf Einladung des hamburgiſchen Senats nach
Hamburg begeben. Am Sonntag iſt für die engliſchen Offiziere,
Fähnriche und Kadetten ein Beſuch der Marineſchule in
Flens=
burg=Mürwik geplant. Am 6. Juli werden Abordnungen des
eng=
liſchen Offizierkorps in den Offiziersmeſſen des Linienſchiffes
„Heſſen” und des Kreuzers „Königsberg” zu Gaſt ſein. Abends
findet beim Chef der Marineſtation der Oſtſee in der „Seeburg
ein Tanztee ſtatt. Für den folgenden Tag ſind vom Flottenchef,
Vizeadmiral Oldekop, an den engliſchen Kontreadmiral Aſtley=
Ruſhton und ſeinen Stab ſowie an einige höhere Offiziere der
„Norfolk” Einladungen zu einem Eſſen an Bord der „Schleswig=
Holſtein” ergangen. Dieſe Einladung wird durch den engliſchen
Geſchwaderchef auf der „Dorſetſhire” erwidert. Im Rahmen der
während, des engliſchen Kreuzerbeſuches ſtattfindenden Kieler,
Woche werden am 5. und 6. Juli Wettfahrten zwiſchen deutſchen
und engliſchen Kriegsſchiffsbooten ſtattfinden.
Angeſichts der Tatſache, daß Schiffe der deutſchen Marine in
den letzten Jahren bei Beſuchen engliſcher Häfen in Ueberſee und
in den Dominien eine überaus freundliche Aufnahme gefunden
haben, wird der bevorſtehende Beſuch der engliſchen Kriegsſchiffe
in Kiel vom Reichswehrminiſterium herzlich begrüßt. — Es
ver=
ſteht ſich von ſelbſt, daß die aus Anlaß des Beſuches geplanten
Ver=
anſtaltungen entſprechend der großen wirtſchaftlichen Notlage in
Deutſchland einfach gehalten werden.
Erlaß des preußiſchen Kulkusminiſters
an die Aniverſiläken.
Berlin, 3. Juli.
Der amtliche Preußiſche Preſſedienſt ſchreibt: Die Vorfälle
der letzten Tage an der Berliner Univerſität, die keine
vereinzel=
ten Sonderaktionen darſtellen, ſondern deutlich erkennbar auf ein
planmäßiges Vorgehen der beiden radikalen Flügel der
Studentenſchaft hinweiſen, — auch der verabſcheuungswürdige
Vorfall in Kiel paßt in dieſes Ergebnis einer ſyſt=natiſchen
Ver=
hetzung gewiſſer Teile der Studentenſchaft hinein — haben den
preußiſchen Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung,
Grimme, veranlaßt, die akademiſchen Behörden erneut zu
energi=
ſchem und raſchem diſziplinariſchem Einſchreiten gegen die
ruhe=
ſtörenden Elemente an den Hochſchulen aufzurufen. In dem
Er=
laß macht der Kultusminiſter es nunmehr den akademiſchen
Diſzi=
plinarbehörden zur Pflicht, in allen denjenigen Fällen, in denen
ſich Studenten der Störung der öffentlichen Ordnung und
Sicher=
heit innerhalb der Räume der akademiſchen Anſtalten oder in
ihrer näheren Umgebung ſchuldig machen, das
Diſziplinar=
verfahren ſo ſchleunigſt vorzunehmen, daß es
innerhalb einer Woche ſeit Feſtſtellung des
Täters zum Abſchluß gebracht werden kann. Für
dieſe Zeit hält der Miniſter es für ſelbſtverſtändlich, daß die
Un=
ruheſtifter zur Vermeidung weiterer Störungen von der
Uni=
verſität ferngehalten werden. Im übrigen verſteht es ſich von
ſelbſt, daß Studenten, die etwa von den Polizeiorganen bei einer
geſetzwidrigen Handlung betroffen und feſtgenommen werden, dem
Schnellrichter vorgeführt werden, der ebenfalls in kürzeſter
Friſt die betreffenden Vergehen aburteilen wird. Es wird ferner
in dem Erlaß darauf hingewieſen, daß die Einführung einer
verſchärften Kontrolle an den Univerſitäten
unumgänglich nötig ſei, damit gerade das in den letzten Tagen
wieder beobachtete Eindringen univerſitätsfremder,
ruheſtörenderElemente unterbunden werden kann.
Dieſe Ausſchreitungen ſind ja nicht nur geeignet, den Ruf der
akademiſch gebildeten Jugend in anderen Volkskreiſen zu
unter=
graben, ſie zeigen auch einen Mangel an nationaler Würde, der
dem Anſehen der deutſchen Hochſchulen ſelbſt im In= und Ausland
ſtarken Abbruch tut.
Oſklandfahrt der deutſchen Hochſchulen
nach Breslau und Schlefien.
Um die ſchwerwiegenden Probleme des deutſchen Oſtens den jungen
Akademikern im Reiche nachdrücklich vor Augen zu führen, veranſtalten
die Schleſiſche Friedr.=Wilhelms=Univerſität und die Schleſiſche Techniſche
Hochſchule zu Breslau gemeinſam mit den Provinzialverwaltungen von
Nieder= und Oberſchleſien und der Stadt Breslau ſowie den Induſtrie=
und Handelskammern in Breslau und Oppeln eine Oſtlandfahrt.
In der Woche vom 3.—9. Auguſt d. J3. werden in Breslan und in
den ſchleſiſchen Grenzmarken durch Vorträge und Exkurſionen die
wich=
tigſten Fragen der ſchleſiſchen Grenznot in allen weſentlichen Punkten
der Landeskunde, Kultr, Geſchichte, Wirtſchaft, Induſtrie und Technit
eingehend behandelt werden. Für die Vorträge ſind erſte Sachkenner
auf den jeweiligen Gebieten, ſowohl aus den Kreiſen beider Hochſchulen
wie des praktiſchen Lebens gewonnen worden. Anläßlich der Exkurſion
in das Rieſengebirge wird Hermann Stehr in Schreiberhau über
den ſchleſiſchen Menſchen ſprechen. Weitere Exkurſionen finden ſtatt in
das oberſchleſiſche Induſtriegebiet und in das Naturſchutz= und
Teich=
wirtſchaftsgebiet der niederſchleſiſchen Seen rechts der Oder, die beide
zu=
gleich auch draſtiſche Beiſpiele für die widerſinnige Grenzziehung des
Oſtens ſind.
Auskunft über die näheren Bedingungen der Teilnahme geben die
an jeder Hochſchule dafür beſtellten Vertrauensmänner, ſowie die
Preſſe=
ſtelle der Breslauer Univerſität und der Breslauer Techniſchen
Hoch=
ſchule, von denen auch Programme bezogen werden können.
* Leo Matthias: „Griff in den Orient” 190 S. Text,
Bilder. Bibliographiſches Inſtitut A. G., Leipzig.
Leinen 12 Mk.
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Karton. 9 Mk.,
Ein weitgereiſter Europäer, der alle Kontinente kennt, bummelt kreuz
und quer durch das älteſte Kulturland Vorderaſiens und erzählt uns in
gefälliger Form ſeine Beobachtungen. Es kommt ihm dabei wenig auf
die hohe Politik an, die nur hier und da geſtreift wird, ſoweit es zum
Verſtändnis notwendig erſcheint, ſondern die allgemeinen
Lebensverhält=
niſſe und beſonders die geiſtige Verfaſſung und Lebensſtufe dieſes
Ge=
biets und ſeiner Bewohner intereſſiert ihn. Er nimmt zum
Ausgangs=
punkt ſeiner Betrachtung die Stellung der Frau im Orient, wobei er
die heute oft erörterte Frage der Priorität von Matriarchat und
Pa=
triarchat gründlich unterſucht. Der Einfluß der Religionen auf Sitten
und Staatenbildung wird erörtert. Er weiß nie Gehörtes über die
Sekten der Jeſiden und Druſen zu erzählen und über die vielen
Spiel=
arten des Chriſtentums, deren eine ſchon im 6. Jahrhundert bis China
vordrang und in Inneraſien 80 Millionen Anhänger beſaß. Dazu
er=
zählt er uns viele nette Geſchichtchen aus Perſien, die uns den Charakter
des Volkes viel beſſer veranſchaulichen, als es ein dicker gelehrter Wälzer
je vermag. Beſonders hervorzuheben iſt der faſt die Hälfte des Buches
einnehmende wirkungsvolle Bildteil. Landſchaften und Gebäude, Mönche.
Krieger, Frauen und Kinder, beim faulenzen und beim arbeiten,
Verkehrsmittel und Friedhöfe, alles meiſt abſeits von den üblichen
Reiſe=
vegen aufgenommen, zeigt allein ſchon mehr Intereſſantes, als die
mei=
ſten Reiſenden je zu ſehen bekommen.
Dr. V.
kennt,
einwa
hm
ſes
uf
Nummer 183
Seite 3
Beiuhte Unſtenangen
ve Hanzöſtfchen Miegschaänterg.
Rieſige Zlokkenüberlegenheit Frankreichs.
Berlin, 3. Juli.
Der Verlauf der Flottenausſprache im franzöſiſchen Senat
hat in Berlin ſtark empört. Bei der Ausſprache ſind ſowohl
vom franzöſiſchen Kriegsminiſter als auch vom Berichterſtatter
und anderen Perſönlichkeiten Behauptungen aufgeſtellt worden,
die an amtlicher Stelle in Berlin als
eine groteske Verzerrung der Tatſachen
bezeichnet werden. Der franzöſiſche Kriegsminiſter hat
bekannt=
lich Deutſchland der Verletzung des Verſailler Vertrages
bezich=
tigt, indem er behauptete, die deutſchen Schiffsbauten gingen um
25 v. H. über das hinaus, was im Verſailler Vertrag zugeſtanden
ſei. Der Miniſter hat hiermit die Tatſachen ganz offenkundig auf
den Kopf geſtellt. Daß der franzöſiſche Miniſter den deutſchen
Erſatzplan, der vom Reichstag angenommen worden iſt, nicht
kennt, darf, wie von amtlicher deutſcher Seite erklärt wird, nicht
angenommen werden. Deutſchland erreiche, wie zahlenmäßig ganz
einwandfrei feſtſtehe, noch lange nicht die Zahl von Schiffen, die
khm nach dem Verſailler Vertrag zugeſtanden ſeien. Auch die
Erſatzbauten hielten ſich völlig im Rahmen der Beſtimmungen
des Vertrages. Von einer Ueberſchreitung um 25 Prozent zu
ſprechen, könne nur eine bewußte Entſtellung ſein.
Um die zahlenmäßige außerordentliche Ueberlegenheit der
franzöſiſchen Flotte über die deutſche zu kennzeichnen, genügt es,
auf ein einziges Beiſpiel hinzuweiſen: Die deutſche
Kreuzerton=
nage beträgt nach Fertigſtellung der „Leipzig” insgeſamt 33 650
Tonnen gegenüber einer franzöſiſchen Kreuzertonnage von 145 000
Tonnen. Noch überzeugender ſind die Ziffern für die
Schlacht=
ſchiffe, bei denen die Franzoſen über eine Geſamttonnage von
194 000 Tonnen verfügen gegenüber 40 000 Tonnen der
entſpre=
chenden deutſchen Schiffe, ſelbſt nach Fertigſtellung der geplanten
Panzerſchiffe. Auch die beiderſeitige Geſchützſtärke beweiſe, daß
eine Ueberlegenheit der deutſchen Flotte über die franzöſiſche in
keiner Weiſe in Frage komme. Das gleiche treffe für die Stärke
der Panzerung zu. Frankreich verfüge ferner über 90
Unterſee=
boote, während Deutſchland kein einziges U=Boot beſitze.
Die Flottenbauten des Reiches, ſo wird noch einmal betont,
hielten ſich genau an die Beſtimmungen des Verſailler Vertrages.
Die Beſtimmungen ſeien nicht unter unſerer Mitwirkung
zuſtande=
gekommen, ſondern uns unter hervorragender Mitwirkung von
Frankreich aufgezwungen worden. Aus dem Verhalten
Frank=
reichs auf der Waſhingtoner und Londoner Flottenkonferenz gehe
hervor, daß Frankreich ſich eine ſtärkere Flotte bauen wolle. Wenn
Frankreich die geplanten Bauten durchgeführt habe, werde es der
italieniſchen überlegen ſein.
Der franzöſiſche Senat bewilligt die Kredite
für die Befeſtigungsbauken.
EP. Paris, 3. Juli.
Der Senat bewilligte mit 277 gegen 24 Stimmen die Kredite
für die Befeſtigungsbauten an der Oſtgrenze, Kriegsminiſter
Ma=
ginot, der die Vorlage verteidigte, wies darauf hin, daß bis 1428
Millionen Franken ausgegeben worden ſeien, und daß der jetzt
angeforderte Betrag von 2327 Millionen Franken unbedingt
not=
wendig ſei, wenn die Grenzbefeſtigungen bis zum Jahre 1934
fer=
tiggeſtellt werden ſollten. Der Miniſter verſicherte, daß über den
Befeſtigungsbauten die Verteidigung Frankreichs gegen
Luft=
angriffe nicht vernachläſſigt werde. Das Haus werde durch die
Bewilligung der Kredite den Friedenswillen Frankreichs
bekun=
den. (Lauter Beifall.)
Aus dem engliſchen Unkerhaus.
EP. London, 3. Juli.
Die Unterhausberatungen über die Finanzbill Snowdens, die
neue Beſtimmungen über die Beſteuerung von Grund und Boden
enthält, ſind heute zum Abſchluß gebracht worden. Der
Geſetzent=
wurf wurde mit 274 gegen 222 Stimmen vom Unterhaus
verab=
ſchiedet und dem Oberhaus überwieſen. Der Sprecher des
Unter=
hauſes hat dem Vernehmen nach den Geſetzentwurfe als eine
Geld=
bill definiert, was die Vereitelung der neuen Bodenſteuern durch
Dem Andenken
Tilman Riemenſchneiders.
Das heſſiſche Landesmuſeum bewahrt im 1. Stock der
Pla=
ſtikſammlung in einem ſtillen Raum ein koſtbares Kleinod, eine
kleinere Kreuzigungsgruppe, Chriſtus mit Maria und Johannes.
Die Zartheit und ungemeine Delikatheit, die ſpätere Künſtler
in Buchsbaum und Alabaſter erreichten, ſpricht hier auch in der
Großform zu uns. Schon daß man ſie unter Glas ſtellt,
be=
tont und beſtätigt die Koſtbarkeit. Denn wie dieſe Figuren
verhalten und lautlos, ſehr weich und verinnerlicht, mit dem
Ausdruck des Hingegebenſeins an das Göttliche ihre rein
paſ=
ſiviſche Mimik entfalten, ſo erzeugt auch die Behandlung der
Oberfläche eine beglückende Nuancierung von Hell zu Dunkel,
von Betontem zu Unbetontem. Denn trotzdem auf Bemalung
verzichtet iſt, verliert die Gruppe nichts vom Eindruck des
Maleriſchen. Das Holz ſelbſt als Material ſpricht und
ent=
faltet, mit einem bewunderswerten Fingerſpitzengefühl
behan=
delt, ſein heimliches Leben. Heute vor 400 Jahren ſtarb der
Meiſter dieſes Werks, „der erſam und kunſtreich Tilman
Riemen=
ſchneider Bildhauer burger zu Wurczburg dem got gnedig ſey
Amen”. Schlicht und einfach ſpricht der Grabſtein des großen
Bildhauers, der nicht nur für die würburgiſche, ſondern für die
ganze deutſche Kunſt um die ſchickſalsſchwere und bedeutſame
Wende des 15. zum 16. Jahrhunderts entſcheidend geweſen
war. Sein Geburtsdatum liegt im Dunkel. Er kam 1483 nach
Würzburg und blieb da ſein ganzes Leben. Wo er her kam,
wiſſen wir ſo recht nicht. Man vermutet, daß er aus Oſterode
im Harz kam, und man vermutet vielleicht recht. Es gibt unter
den Denkmälern in Würzburg vor ihm keine eigentlich
ver=
wandten Vorgänger ſeiner Art. Die Art ſeines Erſcheinens und
Auftretens hatte etwas Zwingends. Wer vom Beherrfchenden
ſeiner Perſönlichkeit erfaßt wurde, kam nicht von ihm los,
ohne ein gut Teil feiner Art angenommen zu haben.
Riemen=
ſchneider kam als Geſelle. Er wurde nach zwei Jahren durch
die Heirat mit der Witwe eines Meiſters ſelbſt Meiſter, ſo
wie es damals möglich war, Meiſter zu werden. Er heiratete
dreimal, und dreimal ſtarben ihm die Frauen. Als Sechziger
hatte er den Mut, zum viertenmal zu heiraten. Sein Anſehen
wuchs, er erlangte die allgemeine Achtung ſeiner Mitbürger, er
genoß einen großen Ruf weit über die Mauern der Stadt
hinaus. So wurde er Ratsmitglied, ſchließlich 1520
Bürger=
meifter.
Und nun geſchieht das Merkwürdige: Riemenſchneider wird
zum Rebell. Nicht zum politiſchen Aufrührer im gewöhnlichen
Samstag, den 4. Juli 1931
das Oberhaus unmöglich macht. Die heutige Debatte über die
Finanzbill benutzte der liberale Führer Lloyd George zu
heftigen Angriffen gegen Sir John Simon, der
vor kurzem aus der liberalen Unterhausfraktion austrat. Lloyd
George warf Sir John Simon unter dem Beifall der
Arbeiter=
abgeordneten Verrat an ſeinen Prinzipien vor. Er beſchuldigte
Sir Simon weiter eines Komplotts mit den Konſervativen, das
den Sturz der Arbeiterregierung und die Einführung eines
pro=
tektioniſtiſchen Regimes zum Ziele gehabt habe.
Neues Bergbau=Geſehz in England.
EP. London, 3. Juli.
Zur Verhütung eines neuen Arbeitskonfliktes im engliſchen
Bergbau hat die Regierung beſchloſſen, heute im Unterhaus die
neue Bergbauvorlage einzubringen, die bis zum nächſten Dienstag
im Parlament durchgepeitſcht werden ſoll. Die Einbringung des
Geſetzentwurfes iſt erforderlich geworden, weil es ſich als
unmög=
lich herausgeſtellt hat, eine Einigung zwiſchen den Grubenbeſitzern
und den Vertretern der Gewerkſchaften herbeizuführen.
Die neue Kohlenbill ſieht die Fortdauer des 7½=
Stun=
entages nach dem 8. Juli auf ein Jahr oder bis zur
Ratifizie=
rung der Genfer Konvention über die Arbeitszeit im Bergbau,
ſowie die Aufrechterhaltung der jetzigen Löhne für
Grubenarbeiter vor. Die Einſetzung eines aus Vertretern
der Grubenbeſitzer und der Gewerkſchaften
beſtehen=
den Ausſchuſſes, der alle drei Monate zur Prüfung der
wirt=
ſchaftlichen Lage in der Kohleninduſtrie zuſammentreten ſoll, wird
in dem Geſetzentwurf gleichfalls vorgeſchlagen.
Profeſſor Caſſel gegen Frankreichs Berhalken.
TU. Stockholm, 3. Juli.
Der weltbekannte ſchwediſche Nationalökonom Prof. Caſſel
kritiſiert im heutigen Leitartikel von „Svenska Dagbladet” das
Verhalten Frankreichs zum Hoover=Vorſchlag außerordentlich
ſcharf. Frankreich, ſo ſagt Caſſel, ſei gern dabei, wenn andere
Länder ſich für ein gemeinſames Weltwirtſchaftsintereſſe
auf=
opfern wenn es ſich nur nicht ſelbſt daran zu beteiligen brauche.
Frankreichs Forderungen ſeien immer „heilig”. Weshalb dürfen
auch die Forderungen der Vereinigten Staaten nicht ebenſo heilig
ſein? Caſſel erinnert dann an die umfangreichen Zugeſtändniſſe,
die Amerika in der Schuldenfrage Frankreich gemacht habe, da
letz=
teres angeblich damals nicht habe zahlen können. Inzwiſchen habe
jedoch Frankreich rieſige Goldmengen angehäuft, mit denen es gar
nichts anzufangen wiſſe. Die franzöſiſche Stellungnahme ſei nicht
folgerichtig, da Frankreich einerſeits die Vorteile des Hoover=
Planes genieße, andererſeits aber Deutſchland, nichts zugeſtehen
wolle. Sollte Deutſchland gezwungen werden, die von ihm
ge=
zahlten und über die B. J.3. zurückgeliehenen Summen nach Ende
des Gnadenjahres, zu zahlen, ſo wäre der Hoover=Plan völlig
wertlos.
Bombenexploſion auf einem kömiſchen Gükerbahnhof.
EP. Rom, 3. Juli.
Auf dem römiſchen Güterbahnhof Tiburtino ereignete ſich
während der Reviſion eines aus Frankreich ſtammenden
Güter=
wagens eine heftige Exploſion, durch die zwei Eiſenbahnbeamte
ihren Tod fanden und ein Zollinſpektor ſchwer verletzt wurde.
Der an der Grenze angelegte Zollverſchluß des Wagens war bei
der Ankunft in Rom erbrochen, weshalb man zu einer Reviſion
ſchritt. Beim Ausladen der Kiſten erfolgte plötzlich eine
gewal=
tige Exploſion, die vermutlich von einer in einer der Kiſten
ent=
haltenen Bombe herrührte. Der Güterwagen brach völlig
ausein=
ander und die Trümmer wurden weit umhergeſchleudert, wodurch
ein Signalhaus und mehrere andere Güterwagen ſtark beſchädigt
wurden. Man fand dann die verſtümmelte Leiche eines
Eiſen=
bahners und eines ſterbenden Eiſenbahnarbeiters. Die Exploſion,
die in weitem Umkreis hörbar war, rief große Aufregung hervor.
20 000 „Wunderſkimmen”
UT. Warſchau, 3. Juli
Wie das führende Sozialiſtenblatt „Robotnik” berichtet, hat
eine nachträgliche genaue Prüfung des Wahlergebniſſes und der
Wahlvorgänge bei den letzten Nachwahlen zum Seim und Senat
im Wahlbezirk Plock ergeben, daß zugunſten der Regierungsliſte
18 276 „Wunderſtimmen” mehr feſtgeſtellt, als in Wirklichkeit
ab=
gegeben worden ſeien. Aus dieſem Grunde habe die
Regierungs=
liſte zwei Mandate erhalten, wodurch den Zentrolew das dritte
Mandat verloren gegangen ſei. Somit habe die Regierungsliſte
nicht, wie amtlich mitgeteilt wurde, 51 534, ſondern nur 33 258
Stimmen erhalten. Dieſe „Wunderſtimmen” habe die
Regierungs=
liſte nach Meinung des Blattes während des Ueberführens der
Wahlurne von den Wahlgemeinden zu den Wahlkreisleitern
er=
halten.
Sinn. Wenn dieſer Menſch, der ſeine Figuren ſo überaus zart
und gebrechlich, ſo unaktiv und faſt melancholiſch=weltabgewandt
geſchaffen hat, ſo überaus verinnerlicht, daß man ihm ſo aktive
Teilnahme an dem politiſchen Geſchehen gar nicht zutrauen
kann, wenn dieſer Menſch in den Stürmen des Bauernkrieges
1525 für ſie Partei ergreift und im Rat zu der Gruppe gehört,
die ſich gegen den Biſchof wehrt, dem Fürſten Konrad von
Bibra keinen Einlaß in die Stadt gewährt und ſich weigert,
gegen die Bauern eine Mannſchaft zu ſtellen, dann iſt dies
mehr als ein nur perſönliches Schickſal. Dann ſpiegelt ſich
in ſeiner Lebensgeſchichte das allgemeine Schickſal, dann ſpüren
wir die Erſchütterungen der Zeitperiode, die mit der Spaltung
der Kirche durch den Wittenberger Theſenanſchlag ihren
Ab=
ſchluß fand. Iſt nicht Dürers große Holzſchnittfolge der
Apo=
kalypſe eine gewaltig=großartige Manifeſtation eines
jugend=
lichen Werdens als Erlebnis der unheilſchwangeren Situation,
der Kampfſtimmung, die die ungemein bewegte Epoche erfüllte?
Das war 1498 und ein Werk des jungen Dürer, desſelben, der
den zweiten großen Einbruch in das geiſtige Gefüge dieſer
Jahre entſcheidend erfahren ſollte, die Welle des Humanismus
und der Renaiſſance, die die geſamte Kunſtanſchauung über den
Haufen warf. Um 1498 war Riemenſchneider bereits ein Mann.
Er hatte das Denkmal des Biſchofs Rudolfs von Scherenberg
fertiggeſtellt. Ich denke, niemand, der in Würzburg im Dom
geweſen iſt, wird den Kopf dieſes Rudolf vergeſſen können. Er
hat etwas unerhört Zwingendes, weil er mit geiſtigen Mitteln
geformt iſt. Er iſt gewiß nicht vital, wie keine der Figuren
Riemenſchneiders Vitalität beſitzt. Aber dieſer Rudolf von
Sch. hat doch ein reges Leben in ſich, eine geheime
Ueberlegen=
heit, von Wiſſen und Verſtehen, Leiden und Verzichten genährt,
eine vollendete Geiſtigkeit, die aufblüht, während ſie dem
Ster=
ben verfallen iſt.
Und ſo auch ſein Adam und Eva in Würzburg, ehemals am
Marktportal der Marienkapelle, heute im Muſeum. Ein ſchmaler,
ſchlanker Körper, nicht ohne die Herbigkeit jugendlichen
Auf=
geſchloſſenſeins, ohne feſten Stand, ein wenig ſchwankend faſt,
von zarter Muskulatur, ganz leicht durchgebogen, ſo daß der
Kopf ſich über einem überaus feinen Hals wie auf einem
Blü=
tenſtengel leicht zur Seite neigt — das iſt Adam. Adam, der
Stammpater der Menſchheit, jugendlich und bartlos. Sein
Geſicht iſt klar und ernſt, wie das der Eva mild, aber etwas
dumpf iſt. Sie iſt ein breithüftiger, ſchmalſchultriger
Frauen=
thpus, ſtill, äußerſt behutſam und keuſch. Dieſe beiden Figuren
verkörpern das Ideal der Spätgotik wie nur irgendwelche, Fremd,
wie eine Welt für ſich, in ſich beſchloſſen, letzte Zeugen
mittel=
alterlicher Geſinnung ſtehen ſie dem Renaiſſanceideal des in
ſich ſelbſt ruhenden kraftvoll=natürlichen Körpers gegenüber. Das
einzige Vergleichbar=Gleichwertige aus der Zeit iſt Dürers
Doi Banftun.
Von unſerem „=Korreſpondenten.
Nom, 1. Juli.
Noch iſt der Friede zwiſchen Italien und dem Vatikan nicht
wieder vollkommen hergeſtellt, aber immerhin zeigt ſich ſchon der
Weg, auf dem man zu einem Ausgleich zwiſchen dem
italieni=
ſchen Rom und dem päpſtlichen zu gelangen hofft. Es iſt in
der Hauptſache die Auslegung des Artikels 43 des Konkordats,
um den der Kampf noch geht. Die italieniſche Regierung hat
bereits in ihrer letzten Antwortnote ſich damit einverſtanden
er=
klärt und findet es angebracht, dieſen Artikel 43 entſprechend dem
vorgeſehenen Auslegungsmodus durch den Artikel 44 einer
gegen=
ſeitigen Beſprechung zu unterſtellen. Dabei hat die italieniſche
Regierung zugleich erklärt, daß die gegen einige katholiſche
Or=
ganiſationen zur Anwendung gebrachten Maßnahmen in keiner
Weiſe dieſe gegenſeitigen Beſprechungen präjudizieren ſollen. Jene
Maßnahmen ſeien zur Anwendung gekommen, wo es ſich um
Organiſationen handelte, die ſich durch ihr Verhalten außerhalb
des vatikaniſchen Schirmes und Schutzes ſtellten. Die italieniſche
Regierung ſehe keine Schwierigkeit, dem Wunſche des Heiligen
Stuhles zu entſprechen, um die Verhandlungen zur Löſung des
Konfliktes möglichſt raſch und freundſchaftlich in die Wege zu
leiten.
Da außerdem in dieſer Note vorher ſchon ausgeſprochen
wurde: die Tatſache, daß die Schuldigen beſtraft werden,
ent=
hält implieite ein Bedauern, ſo werden dem Papſt goldene
Brücken zur Verſtändigung gebaut, die angeſichts der Eitelkeit
und fasciſtiſchen Denkungsart der Regierung Muſſolinis
immer=
hin ſchon ein beträchtlicher Schritt auf dem Wege des
Ent=
gegenkommens bedeuten. Man möchte deswegen hoffen, daß trotz
der etwas ſtarren und unnachgiebigen Art des Papſtes es der
ruhigen und weitblickenden Geſinnung des Kardinal=
Staats=
ſekretärs Pacelli gelingen ſollte, bald zu einem vollen Frieden
und dem Königreich Italien zu gelangen. Aber ſelbſt wenn die
jetzigen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt werden,
er=
ſcheint es noch recht fraglich, ob trotz der Bereinigung des
Kon=
kordats von Streitfragen die formale Ausſöhnung zwiſchen
Kirche und Staat in Italien auf die Dauer Beſtand haben kann.
Denn der Kampf um die Gemüter der Jugend wird immer
von neuem entflammen, ſolange in Italien nebeinander zwei
Mächte beſtehen, die die italieniſche Jugend in ihrem Sinne
er=
ziehen wollen.
Dabei muß man beachten, daß ſelbſt für den Fall, daß der
Fascismus einmal die Macht im Staate einbüßen würde, die
Grundurſache des Streites zwiſchen Staat und Vatikan um die
Seelen der Jugend nicht behoben wird. Denn im heutigen
Fascismus ſchlummert gerade inbezug auf die katholiſche
Bewe=
gung immer noch das augenblicklich verpönte Freimaurertum.
Wenn der Fascismus weichen ſollte, wird die Freimaurerei
vermutlich in verſtärktem Maße an die Oeffentlichkeit treten.
Dabei könnte es ſchwere Kämpfe geben, als ſie ſich jetzt gezeigt
haben.
Wann dieſer Zeitpunkt eintreten kann, weiß man natürlich
nicht. Doch ſcheinen die antifasciſtiſchen Beſtrebungen in
Ita=
lien erneut an Umfang gewonnen zu haben. Die 35 Bomben,
die an einem Tage in glücklicherweiſe ungefährlicher Form in
Genua zum Platzen gebracht wurden, beweiſen mindeſtens, daß
ſich die antifasciſtiſchen Wühlereien trotz aller Ueberwachung
be=
merkbar zu machen verſtehen.
Wenn der Beſuch Brünings in Rom zur Tatſache wird, ſo
muß der Kanzler auch die Lage des Vatikans im Staate Italien
reiflich in Ueberlegung ziehen. Denn es iſt ſehr wohl denkbar,
daß dem Beſuche Muſſolinis auch ein Beſuch Brünings beim
Papſte folgen ſoll. Der Zentrumsführer ſteht dabei vor einer
ſchweren Entſcheidung, denn es wäre möglich, daß Muſſolini
einen Beſuch der deutſchen Staatsmänner in Rom nur als eine
ausſchließlich italieniſche Angelegenheit zu betrachten wünſcht.
Sollte jedoch einer Audienz Brünings beim Papſte nichts
entgegenſtehen, und ſollte bis dahin der Konflikt zwiſchen
Muſ=
ſolini und dem Vatikan noch nicht vollſtändig behoben ſein, ſo
wäre es reiflich zu überlegen, ob und wie weit der katholiſche
deutſche Reichskanzler ſeine guten Dienſte zu einer vollſtändigen
und dauernden Verſtändigung zwiſchen Kirche und Staat
an=
bieten könnte.
Unrnhiges Spanien.
TU. Madrid, 3. Juli.
Wegen Fortdauer der aufrühreriſchen Haltung der
Arbeiter=
ſchaft iſt in Logrono der Kriegszuſtand erklärt worden.
Der Generalſtreik in Sevilla dauert unvermindert an.
Im Zuſammenhang mit der Brandſtiftung in Coruna wirft die
ſpaniſche Rechtspreſſe der Regierung Schwäche und Duldung von
Vandalismus vor. Ergänzend wird gemeldet, daß in Coruna
fünf neben dem in Brand geſteckten Kloſter liegende Häuſer
ein=
geäſchert worden ſeien, weil der Pöbel die Feuerwehr am Löſchen
hinderte.
Adam und Evatafel in Madrid. Neben dieſem Adam voll
blühenden Leben wirkt der Adam Riemenſchneiders wie das
geſtaltgewordene Ideal geheimer Askeſe. Aber gerade dieſe
Schwereloſigkeit, dieſes Fließende des Umriſſes, das ſtille
Sen=
ken des Kopfes bei Eva, das beſeligte Aufblicken Adams
ver=
mitteln eine Spannung, die etwas Erregendes hat. Man
er=
kennt, wie wenig ſie von der Dürerſchen Beherrſchung des
Kör=
pers als in ſich geſchloſſene Organismen haben, wie ſehr ſie in
die Architektur hineinverflochten ſind, in der die beiden Figuren
in ihrer ganzen zarten Linienhaftigkeit erſt ihr tiefes und
ein=
maliges Leben entfalten.
Es iſt eine Kunſt, die zu Ende geht. Was hier zu Ende
geht, iſt die gewaltige Einheit mittelalterlichen Denkens,
mittel=
alterlicher Kunſt, von dem Dienſt des menſchlichen Wollens und
Könnens an der überperſönlichen Einbindung in ein größeres
Formgefüge, das wieder nur vertretend war für den geiſtigen
Inhalt, dem es dienen ſollte.
Es iſt ungewiß, ob ſich der Meiſter dieſer Situation bewußt
war. Er hatte den Lauf des Schickſals nicht ändern können.
In der Müdigkeit und Paſſivität ſeiner Menſchen offenbart
ſich der letzte, geiſtig geläuterte, ſehr noble Verſuch einer
reli=
giös gefärbten, diesſeitsüberwindenden Verinnerlichung.
Viel=
leicht iſt es jetzt zu begreifen, was Riemenſchneider in den
Bauernkriegen zu ſeiner Stellung veranlaßte, die doch einem
ſehr mutigen und ſehr verzweifelten Proteſt gegen alles
Kom=
mende gleichkam. Verzweifelt, weil ohnmächtig, gegen das
Ge=
ſetz der Geſchichte und gegen die Beſtimmung ſeiner ſelbſt zu
handeln. Er muß den Bruch plötzlich und ſchmerzhaft begriffen
haben, mit dem die alte Welt, ſeine Welt auseinanderbarſt.
Es war die Unmöglichkeit bei ihm, die Souveränität des in
ſich geſchloſſenen, in ſich geweiteten Individuums, wie es das
Renaiſſanceideal aufſtellte, zu begreifen, die diesſeitig orientierte
Lebenshaltung der höfiſch=adligen Geiſtlichkeit zu bejahen und
die wachſende Herrſchaft eines vorwiegend
empiriſchwiſſen=
ſchaftlichen Weltbildes zu faſſen. Wie hätte dies auch paſſen
ſollen zu ſeinen ſtrengen und ernſten Bildwerken, in denen
Einfalt und ſchlichte Frömmigkeit ihnen letzte Vertiefung und
Würde gab. Man mag von ſeinen Werken nehmen, welche
man will, die Apoſtel im Berliner Muſeum, den
Rothen=
burger Blutaltar, das Denkmal des Ritters von Schaumburg
in Würzburg oder ſein herrliches reifes Werk, der
Himmel=
fahrtsaltar in dem kleinen Herrgottekirchlein in Creglingen im
Taubertal, immer bleibt er ſeinen inneren Geſetzen treu, gibt
eine tranſzendentale Welt, dargeſtellt durch ein ruhiges,
ge=
ſammeltes Daſein. Die neuen menſchlichen Inhalte der
Renaiſſance kündigen ſich an. Aber das Weſen des Spätgotikers
vermag ſie nicht zu feſſeln. Er bleibt in ſich klar und rein bis
Dr. G=ſtav Barthel.
zum Ende.
Seite 4
Samstag, den 4. Juli 1931
34. Bundeskag
des Reichsbundes der Zivildienſtberechtigken.
Mainz, 2. Juli.
Der zweite Tag des Bundestages der Zivildienſtberechtigten
in Mainz begann mit erganzenden Referaten zum Jahresbericht.
Bundesdirektor Kam. Krüger verbreitete ſich in längeren
Ausfüh=
rungen über grundſätzliche Fragen der Zivilverſorgung. Der erſte
Teil ſeines Vortrages war den durch die Notverordnung
aufge=
worfenen Fragen der Zivilverſorgung (Erhöhung des
Stellenvor=
behalts, Einbeziehung der Sozialbehörden in die
Anſtellungs=
grundſätze) gewidmet. Er wies einwandfrei nach, daß die
Be=
hauptungen einzelner Stellen, es wäre auch ohne die
Notverord=
nung und die Erhöhung des Stellenvorbehalts möglich geweſen,
die Zivilverſorgung durchzuführen, völlig unrichtig ſei. Wenn von
19 000 im Jahre 1929 mit Beamten beſetzten Stellen 9000 mit
Verſorgungsanwärtern und 10 000 mit Anwärtern ohne
Verſor=
gungsſchein beſetzt worden ſeien, dann könne man wohl nicht ſagen,
daß durch eine Erhöhung des Stellenvorbehalts der Lebensraum
für andere Anwärter über Gebühr eingeſchränkt werde. Ebenſo
falſch ſei es, zu behaupten, daß durch Erhöhung des
Stellenvor=
behalts die Aufſtiegsmöglichkeit für die Beamten über Gebühr
eingeſchränkt würde. Mit eindeutigen Worten wandte er ſich
ſo=
dann gegen die Beſtrebungen und Anträge, die wieder zur
Her=
ausnahme der Sozialbehörden aus den Anſtellungsgrundſätzen
ge=
führt haben. Weitere Darlegungen waren den Maßnahmen
ge=
widmet, durch welche beſonders in Preußen in umfangreicher
Weiſe Angeſtellten= in Beamtenſtellen umgewandelt werden,
wo=
bei jedesmal die Zivilverſorgung ſchwer geſchädigt wird. Zu
die=
ſem Teil ſeiner Ausführungen erklärte Bundesdirektor Krüger,
daß mit dem bisherigen Verfahren auf dieſem Gebiete Schluß
ge=
macht werden müſſe. Lebhaftes Intereſſe bekundete die
Verſamm=
lund dann den Ausführungen über die anders geartete Form der
Verſorgung bzw. Anſtellung von Schutzpolizeibeamten in Stellen
des zivilen Staats= und Gemeindedienſtes. Unter dem Beifall der
Verſammlung pragte er die Forderung: Gleiches Recht für Alle
und keine Bevorzugung. Dem Reichswehrminiſterium ſprach
Bun=
desdirektor Krüger den Dank dafür aus, daß es dem Miniſterium
gelungen ſei, die Heeresfachſchulen für Verwaltung und
Wirt=
ſchaft, Gewerbe und Technik und Landwirtſchaft in ſo vorzüglicher
Weiſe auszubauen. Der Verſammlung konnte er dann noch
mit=
teilen, daß das Reichsfinanzminiſterium den Bund endlich
aufge=
fordert habe, den Tarifabſchluß zu vollziehen. Ein weiterer Teil
ſeiner Ausführungen war dem Penſionskürzungsgeſetz, das eine
beſondere Beſchneidung der Kapitulantenrente bringen ſoll,
ge=
widmet. Er wies nach, in welch unerhörter Weiſe durch dieſen
Ge=
ſetzentwurf die Renten der Kapitulanten beſchnitten werden ſollen
und im Zuſammenhang damit an einigen Beiſpielen, wie
ſkan=
dalös die neue Notverordnung die materielle Exiſtenzgrundlage
der kriegsbeſchädigten Beamten eingreife. Ein 80 Prozent
beſchä=
digter Verwaltungsſekretär, verheiratet, mit fünf Kindern,
ver=
liert neben der Gehaltskürzung von insgeſamt 46,75 RM. im
Mo=
nat von ſeiner Beſchädigtenrente 99 RM., insgeſamt alſo 145,75
RM. In ſeinen Schlußausführungen beſchäftigte ſich
Bundesdirek=
tor Krüger mit den Beleidigungen, Verunglimpfungen und
Ver=
zerrungen, die immer wieder gegenüher dem Stande der
ehemali=
gen Unteroffizier beliebt werden. Die Verſammlung pflichtete
ihm ſtürmiſch bei.
Sodann ſprach der 2. Bundesvorſitzende, Saſſe, über die Verſ.=
Anw. im einfachen mittleren Dienſt.
Nach der Ausſprache behandelte der 3. Vorſitzende des Bundes,
Fiſcher, die Wirtſchafts= und Finanzlage der Organiſation. Der
dritte Tag der Veranſtaltung war der Beratung vieler Antrage
in den dazu beſonders gebildeten Ausſchüſſen gewidmet. Ihren
Abſchluß fand die Tagung durch die Beratungen des Plenums am
Mittwoch. Die Beſchlüſſe der Ausſchüſſe wurden beſtätigt. Als
Tagungsort des nächſten Bundestages wurde Schwerin i. M.
be=
ſtimmt. Der B.D. Kam. Krüger ſchloß dann mit einer ernſten
Mahnung an alle Delegierten, in dieſer ſchweren Zeit einig
und treu und in altbewärter Soldatendiſziplin die kommenden
ſchweren Arbeiten und Kämpfe zu bewältigen, den 34. Bundestag.
Nummer 183
Severings neuer Schießerlaß.
Berlin, 3. Juli.
Der preußiſche Innenminiſter Severing hat heute an ſämtliche
preußiſchen Polizeiverwaltungen einen Erlaß gerichtet, der
zu=
nächſt die beſtehenden Beſtimmungen über die Handhabung der
Waffengewalt durch die Polizeibeamten in Erinnerung bringt.
Weiter ſagt der Erlaß, daß jeder Führer einer zuſammengefaßten
Polizeimannſchaft oder jeder einzelne Beamte zur Brechung
tät=
lichen Widerſtandes gegen ſeine Perſon und ſein Leben bzw. gegen
die Staatsautorität das Recht zum Gebrauch der Schußwaffe habe.
Wenn die bisherigen Erlaſſe von der Abgabe von Schreckſchüſſen
ſprächen, ſolle dies nicht dazu führen, daß die ſcharfe Anwendung
der Schußwaffe unterbleibe. Er, der Miniſter, werde keinem
Beamten, der auf Grund dieſes neuen Erlaſſes
von der Schußwaffe Gebrauch mache, ſeinen Schutz
verſagen. In politiſchen Kreiſen wird dieſer Erlaß dahin
in=
terpretiert, daß er nicht nur den Polizeibeamten Beruhigung über
den Schutz ihres Lebens verſchaffen ſolle, ſondern anch eine
ernſte Mahnung gegen die Anwendung roher
Gewalt impolitiſchen Kampfe darſtelle, wie ſie erſt
kürzlich wieder in Berlin zur Erſchießung eines Polizeibeamten
geführt hat.
Im Laufe des geſtrigen Tages und der Nacht wurden wegen
Tragens des verbotenen Spartakiadeabzeichens in Berlin 346
Zwangsſtellungen vorgenommen. 284 wurden noch im Laufe der
frühen Nacht nach Feſtſtellung ihrer Perſonalien entlaſſen. Die
reſtlichen 62 Feſtgenommenen werden im Laufe des Vormittags
dem Schnellrichter zugeführt, da ſie ſich gegen § 8 der letzten
Not=
verordnung des Reichspräſidenten vergangen haben.
Wir haben seit 1. Juli ein Mädel.
Dr. med. Ooge u. Frau
Arheilgen.
Ihre Vermählung zeigen an
Adam Rühl
Schneidermeister
Wilhelmine Rühl, geb. Flach
Darmstadt
Kasinostr. 25
Die Trauung findet Samstag, den 4. Juli 1931, nachm.
4 Uhr, in der Johanneskirche statt.
Heute verschied sanft nach schwerem Leiden meine
ge-
liebte Frau, unsere treue Mutter und Großmutter
LLaffte Dscertient
geb. Valentiner
im 48. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Wilhelm Murschel
Anna Mursche
geb. Kräll
Otto Dyckerhoff
Liesel Eißfeldt,
geb. Dyckerhoff
Lore Dyckerhoff
Ruth Boehringer
geb. Dyckerhoff
Wilhelm Dyckerhoff
Hertha Dyckerhoff
Harald Dyckerhoff
Rolf Dyckerhoff
Forſtmeilter Dr. Eißfeld
Dr. Ernſt Boehringer
und 2 Enkelkinder.
Darmstadt
Kahlertstr. 18
beehren sich ihre
Ver=
mählung anzuzeigen
Kirchl. Trauung: Sonnkag, den 5. Julf,
nachm. 2½ Uhr, in derdohanneskrche
Wiesbaden-Biebrich, den 1. Juli 1951.
10151
Wiesbadener Allee 11.
Die Beisetzung findet in aller Stille statt.
Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir absehen zu
wollen.
wird immer größer, wenn Sie ein schtechtsitzendes und lästiges
Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das
Leiden und kann zur Todesursache werden (Es entsteht
Bruch-
einklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur Folge
haben kaun). Fragen Sie Ihren Arzt. Hat dieser eine Bandage
verordnet, dann muß es in Ihrem Interesse liegen sich meine
äußerst bequeme unverwüstliche Spezial-Bandage anfertigen
zulassen. Durch Tag- und Nachttragen meiner Bandagen haben
sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt
Werkmstr. A B. schreibt u a.! „Mein schwerer Leistenbruch
ist geheilt. lch bin wieder in meinem 66. Lebensjahre ein ganzer
und glücklicher Mensch!‟ Landwirt Fr. St. schreibt u. a.: „lch
sehe mich genötigt, Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dank
auszusprechen wurde ich ganz befreit von meinem Leiden."
Bandagen von RM. 15.— an. Für Bruch- und Vorfall-
Lei-
tende kostenlos zu sprechen in: Darmstadt, 7 Juli,
von 8—1 Uhr, im Hotel „Zur Post” am Hauptbahnhof.
Groß-Gerau, 7. Jufi, von 2½—6 Uhr, im Hotel
„Goldene Krone‟‟. Bensheim, 8. Juli, von 9—1 Uhr,
im Bahnhofhote!
(IV 116
außerden MPOMMMM undbertroffener Auskährung
nach Maß in garantiert
K. Rutfing, Spezialbandagist, Köln, Richard Wagnerstraße 16.
Todes=Anzeige.
Unſere liebe, treubeſorgte Mutter und Großmutter
Frau Margarethe Vogel Bwe.
iſt heute, nach langem, ſchwerem Leiden im Alter von
67 Jahren für immer von uns gegangen.
In tiefem Schmerz
zugleich im Namen aller Hinterbliebenen:
Lucie Münch, geb. Vogel
Peter Münch, Stiftsſtr. 39.
Darmſtadt, den 2. Juli 1931
Die Beerdigung findet am Montag früh um 10 Uhr
vom Portale des Waldfriedhofes aus ſtatt.
Einſegnung kurz vorher.
Student d. Mediz.
ſucht Reiſegeſellſch.
n. d. Riviera. Ang.
u. A. 68 Geſchſt.
Mt
9r. Wagner
Annaſtr. 3. (*ms
Einkochapparate
von Mk. 5.50 an
NEUROHR
Ecke Wenckstraße 227a
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Ableben unſeres lieben
Entſchlafenen
Proſehor Dr. Bullds Deivolf
Oberſtndienrat i. R.
ſagen wir innigen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Emilie Leidolf, geb. Otto.
Darmſtadt, den 4. Juli 1934.
(1 147
Todes=Anzeige.
Tieferſchüttert geben wir allen Verwandten und
Bekannten davon Kenntnis, daß unſer
herzens=
guter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder und Enkel,
der
Oberprimaner
Rchdei kaumann
heute Nachmittag nach kurzer, ſchwerer Krankheit
im Alter von 20 Jahren plötzlich verſchieden iſt.
In tiefer Trauer:
Familie Michael Laumann
Philipp Krämer.
Weiterſtadt, den 2. Juli 1931.
Die Beerdigung findet Samstag, den 4. Juli,
nach=
mittags 4 Uhr vom Sterbehaus aus ſtatt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie für
die überaus zahlreichen Blumenſpenden beim Heimgange
unſeres lieben Eniſchlafenen
Friedrich
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir dem Kath. Kirchenchor „Cäcilia” von St. Fidelis,
der Direkilon des Städt. Gaswerkes, der
Unterſtätzungs=
kaſſe daſelbſt und nicht zuletzt den Stammgäſien der
Wirtſchaft Arnold für ihre Kranzniederlegungen, ferner
all denen, die ihm das letzie Geleite gaben.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Friedrich Wingert.
Darmſtadt, den 3. Juli 1931.
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Samstag, den 4. Juli 1931
Seite 5
Aus der Landeshauptftadk.
Darmſtadt, den 4 Zuli 1931.
Akademiker in der Heſſiſchen Landesbibliothek.
Die Akademiſche Auslandsſtelle veranſtaltete am vergangenen
Mittwoch eine Führung durch die Heſſiſche Landesbibliothek, an
der neben einigen Herren des Volkswirtſchaftlichen Seminars
etwa 15 ausländiſche Studenten teilnahmen. Die Führung hatte
in dankenswerter Weiſe Herr Oberbibliothekar Prof. D.
Pfann=
müller, einer der wiſſenſchaftlich bekannteſten deutſchen
Biblio=
thekare, übernommen. Der einleitende Vortrag, den Herr Prof.
D. Pfannmüller ſeiner Führung vorausſchickte, gab den
Studen=
ten einen Ueberblick über Größe und Reichtum der Heſſiſchen
Lan=
desbibliothek und brachte im weſentlichen folgende Ausführungen:
Abgeſehen von den beiden größten Bibliotheken Deutſchlands,
der Preußiſchen Staatsbibliothek in Berlin und der Bayeriſchen
Staatsbibliothek in München, iſt die Heſſiſche Landesbibliothek
eine der größten Deutſchlands und ſteht unter den
Landesbibliothe=
ken an dritter Stelle. Hervorgegangen iſt ſie, wie alle übrigen
deutſchen Landesbibliotheken, aus der Hofbibliothek der
Land=
grafen und Großherzöge. Alle heſſiſchen Landgrafen waren große
Bücherfreunde und haben durch Anſchaffungen aus ihrer
Privat=
ſchatulle weſentlich zur Vergrößerung der Hofbibliothek
beigetra=
gen. Beſondere Verdienſte hat ſich der Landgraf Ludwig I. und
ſpätere Großherzog Ludewig I. erworben, indem er die bisherige
Hofbibliothek im Jahre 1817 der Oeffentlichkeit zugänglich machte.
Unter ſeiner Regierung erfuhr die Bibliothek den größten und
wertvollſten Zuwachs durch das Vermächtnis des Kölner
Samm=
lers Baron Hüpſch, deſſen Privatbibliothek mehr als 4000
Druck=
werke und über 800 Handſchriften umfaßte und der Heſſiſchen
Hof=
bibliothek zufiel. Seit 1817 war die Heſſiſche Hofbibliothek die
nun den Namen Heſſiſche Landesbibliothek erhielt,
Staatseigen=
tum und jedermann zur Unterhaltung und Belehrung zugänglich.
Dank der Vorliebe der heſſiſchen Fürſten und der Fürſorge des
heſſiſchen Staates iſt die Heſſiſche Landesbibliothek zu einem
Bil=
dungsinſtitut erſten Ranges geworden und umfaßt heute 750 000
Bände. Vertreten ſind alle Geiſteswiſſenſchaften wie auch
Natur=
wiſſenſchaften. An erſter Stelle ſteht die Geſchichtswiſſenſchaft mit
Geographie, allgemeiner und Kulturgeſchichte einzelner Staaten
und ganzer Völker. Daneben nehmen Sprachen und Literatur den
breiteſten Raum ein. Dann folgen Rechts= und Staatswiſſenſchaft
und Medizin als beſonders hervorzuhebende Gebiete. Herr
Pro=
feſſor D. Pfannmüller ſprach dann noch kurz über die Aufſtellung
und Anordnung der Bücher. Nach Wiſſenſchaften geordnet in ein
Buchſtabenſyſtem eingereiht, gewährleiſtet dieſe Anordnung eine
gute Ueberſicht. Am Schluſſe ſeines Vortrages überreichte Herr
Prof. D. Pfannmüller jedem Studenten eine kleine Broſchüre „Die
Heſſiſche Landesbibliothek und ihre Bedeutung für Wiſſenſchaft
und Bildung” und erwarb ſich damit den aufrichtigen Dank ſeiner
Zuhörer, die mit großem Intereſſe ſeinen Ausführungen gefolgt
waren.
Die anſchließende Beſichtigung der weit ausgedehnten Räume
gab ein anſchauliches Bild von dem ungeheuren Wert und Reichtum
der Bücherei. Im Gegenſatz zu den alten Räumen, in denen die
Bücher noch in feuergefährlichen Holzgeſtellen untergebracht ſind
und die infolge der dort herrſchenden Dunkelheit wenig anheimeln,
ſind die neuen Räume durch neue techniſche Einrichtungen hell
und überſichtlich angeordnet. Den größten Eindruck auf die
aus=
ländiſchen Studenten machte die Einrichtung des Zeitſchriften=
Leſeſaales, in dem etwa 300 Zeitſchriften aus allen
Wiſſens=
gebieten aufliegen, und der in ſeiner harmoniſchen Schönheit unter
die beſt ausgeführteſten Leſeſäle Deutſchlands zu rechnen iſt. Den
Abſchluß der Führung bildete eine Beſichtigung alter Handſchriften
und Erſtdrucke, von denen die Landesbibliothek eine große Anzahl
aufzuweiſen hat. Unter anderem wurden alte Handſchriften aus
dem frühen Mittelalter wie z. B. der ſogenannte Gero=Codex
aus der Mitte des 10. Jahrhunderts, der Hidda=Codex und eine
Meſſe=Handſchrift von Thomas von Kempten gezeigt. Unter
den Erſtdrucken befanden ſich wertvolle Werke: Pſalterium von
Fuſt und Schöffer 1457, ein lateiniſches Wörterbuch von
Guten=
berg, die Verbrennung von Johann Huß und eine Darſtellung
des Totentanzes. Auch alte ausländiſche Werke waren zur großen
Freude der ausländiſchen Studenten vertreten; der perſiſche
Dich=
ter Hafis, chineſiſche Handſchriften, ein Koran und mehr.
Reiche Beachtung fanden auch die alten Ledereinbände, die in
ihren ſchönen Ausführungen einen Eindruck von der Technik des
Lederſchnittes und Lederdruckes gaben.
Mit aufrichtigen Worten des Dankes verabſchiedeten ſich die
Studenten mit dem Bewußtſein, eine hervorragende deutſche
Bil=
dungsſtätte kennen gelernt zu haben. Möchten die weiteren
Ver=
anſtaltungen der Akademiſchen Auslandsſtelle den Eindruck, den
die ausländiſchen Studenten bisher von deutſcher Kultur
gewon=
nen haben, noch vertiefen, zum Nutzen und Gedeihen unſeres
Vaterlandes.
Ue.
— Die Beſtätigung erteilt wurde durch die Kirchenregierung
der durch den Dekanatstag Friedberg für den Reſt der laufenden
Wahlperiode vollzogenen Wahl des Pfarrers Philipp Möbus
zu Oſtheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats
Fried=
berg.
Im Schloßmuſeum ſind Führungen: am Sonntag, den 5.
Juli, um 11 und 11.30 Uhr vormittags und 2.30 Uhr nachmittags.
an allen Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr vormittags und 3
und 3.30 Uhr nachmittags. Die Madonna des Bürgermeiſters
Meyer von Baſel von Hans Holbein d. Jg. kann ſtets geſondert
von den Führungen beſichtigt werden.
— Tagung der deutſchen Hochſchulaſſiſtenten in Darmſtadt. Am
Mittwoch, den 8. Juli, tagt in Darmſtadt die Arbeitsgemeinſchaft
der ſüddeutſchen Landesverbände des deutſchen Akademiſchen
Aſſi=
ſtenten=Verbandes. Zweck der Tagung iſt die Herbeiführung einer
Ausſprache über die durch die Sparmaßnahmen der Regierungen
an den Hochſchulen bei der Aſſiſtenz eingetretenen Schwierigkeiren.
Neben den Referaten der einzelnen Landesverbände iſt ein
Vor=
trag des Rechtswiſſenſchaftlers Dr. Wilhelm Glungler=
Mün=
chen über das Thema: „Die rechtliche Lage der akademiſchen
Aſſi=
ſtenten an den heſſiſchen Hochſchulen” vorgeſehen; an den ſich eine
Ausſprache anſchließt Regierungsvertreter, Landtagsabgeordnete
und Vertreter der Hochſchulen werden nach den bisherigen
An=
meldungen in großer Zahl die Vorträge beſuchen.
EPH. Glockenſpiel aus Anlaß des Evangeliſchen Volkstages.
Eine beſondere Freude wird es für viele Darmſtädter ſein zu
hören, daß aus Anlaß des Evangeliſchen Volkstages von 12.00
bis 12.30 Uhr mittags das Glockenſpiel im Schloß von Herrn
Lehrer Landzettel geſpielt werden wird. Es iſt dies erſt das
zweite Mal, daß dieſe eigenartige Muſik in Darmſtadt zu hören
ſein wird. Es werden folgende Choräle geſpielt werden: 1
Er=
halt uns, Herr: 2. Nun freut euch liebe Chriſtengemein; 3. Die
beſte Zeit 4. Herzlich tut mich erfreuen; 5. Ein feſte Burg. Am
Herrgottsberg erwartet die Kleinſten eine beſondere
Ueberra=
ſchung. Die Mütter ſollen ſie getroſt mit in den Wald nehmen.
Sie werden dort unter der Obhut einiger Schweſtern ein paar
fröhliche Stunden haben. Ein Eſelfuhrwerk ſteht zu ihrer
Ver=
fügung. Auch werden ſie eine Brezel erhalten. — Der Volkstag
ſoll nicht erſt mit der Waldfeier beginnen, ſondern bereits morgens
mit den Feſtgottesdienſten in den feſtlich geſchmückten Kirchen.
Auch ſollen die Feſtabzeichen den ganzen Tag über getragen
werden.
Umleitung der Kraftpoſt Darmſtadt—Oppenheim. Wegen
Sperre der Straße Griesheim—Wolfskehlen wird die Kraftpoſt
Darmſtadt — Oppenheim vom 6. Juli ab über Groß=Gerau —
Wolfskehlen umgeleitet. Während der Dauer der Umleitung
fährt ſie in Darmſtadt 30 Minuten früher ab und kehrt 30
Minu=
ten ſpäter als fahrplanmäßig zurück.
*Hauptausſchußſitzung des Verkehrsvereins.
Die Bahnproiekte nach Jugenheim und Ober=Ramſtadk.
Im Rathausſaal fand geſtern abend eine Hauptausſchußſitzung
des Verkehrsausſchuſſes ſtatt, die vom Vorſitzenden, Herrn Ferd.
Schmidt, geleitet wurde. Nach Eröffnung und Begrüßung der
Anweſenden und Erledigung geſchäftlicher Formalitäten,
er=
ſtattete der Vorſitzende Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes.
Das Weſentlichſte der letzten Ereigniſſe iſt die Verlegung des
Verkehrsbüros nach dem Luiſenplatz. Die Verlegung hat
ſicher den Beifall des Publikums gefunden, wie ſich aus der
er=
heblich geſteigerten Inanſpruchnahme ergibt. Der bisher
vorlie=
gende Teilbericht des Geſchäftsjahres iſt erfreulich gut. Die neue
Verkehrsordnung iſt immer noch nicht herausgekommen,
doch iſt mit der baldigen Veröffentlichung zu rechnen. — Auch das
neue Reiſebüro (Fahrkartenabgabe) wird ſtark in Anſpruch
ge=
nommen. Im Juni betrug, der Umſatz über 24 000 RM. Im weiteren
berichtet der Vorſitzende über Propagandatätigkeit, über den
inter=
nen Betrieb der Büros (deren Inanſpruchnahme dem reiſenden
Pu=
blikum nach wie vor empfohlen ſei), über neu herausgegebene Werbe=
Faltblätter, über in dieſem Jahr noch bevorſtehende große Sport=
und Tagungsveranſtaltungen. (Am Samstag und Sonntag
wer=
den u. a. Rhönrad=Vorführungen getonfilmt!),
über Verhandlungen mit der Oberpoſtdirektion bzgl.
Verkehrs=
verbeſſerungen, beſonders mit Kraftwagen (hier in erſter Linie
mit Rheinheſſen), die ſehr erfolgreich waren, über Verhandlungen
mit der Reichsbahndirektion bzgl, der Legung der Ferienzüge uſw.
U. a. wurde erreicht, daß für 15 Perſonen mit gemeinſamem
Reiſe=
ziel nach Konſtanz. Freiburg, Hamburg. Bremen uſw. 25 Prozent
Ermäßigung gegeben wird. — Der Hauptausſchuß wird. Ende
September wieder zuſammentreten.
Bahnbau Seeheim-Jugenheim und Ober=Ramſtadt.
Ueber dieſes allgemein intereſſierende Projekt berichtet
ſo=
dann Herr Direktor Bohnenberger. In der letzten
Ver=
ſammlung konnte der Redner mit Berechtigung ſagen, daß der
Bahnbau nunmehr bald beginnen könne, da aller Vorausſicht nach
alle Hinderniſſe beſeitigt ſind. Leider hat ſich dieſe Hoffnung
nicht erfüllt. Man ſteht heute wieder am Anfang.
Die Schwierigkeiten lagen in erſter Linie bei den Gemeinden,
wegen der Gelände=Erwerbungen uſw. Jugenheim hatte zunächſt
alles wegen der Verbreiterung der Straßen uſw. beſchloſſen, hat
aber dieſen Beſchluß zurückgezogen, wegen des
Verhält=
niſſes zur Gemeinde Seeheim, die ſich durchaus noch nicht
ent=
ſchließen konnte, das nötige Gelände zu erwerben und zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Nach Einrichtung der Omnibuslinie hat nun
auch Jugenheim die Luſt verloren. Daran iſt die Inangriffnahme
des Bahnbaues nunmehr geſcheitert. Der Aufſichtsrat der Heag
hat trotzdem das Projekt nicht fallen laſſen. Mittlerweiſe iſt aber
eine weitere Schwierigkeit entſtanden dadurch, daß die Poſt
be=
abſichtigt, eine Autobuslinie zu errichten, unter Ablöſung des
Un=
ternehmens des Herrn Mandel. Dieſe Verhandlungen ſind von
uns geſtört worden, und es wurde uns loyaler Weiſe mitgeteilt,
daß die Poſt vorläufig auf ihr Projekt verzichten wird.
Trotz=
dem aber tragen die Chauffeure ſchon die Abzeichen der Poſt an
Mütze und Kragen. Demnach iſt das Projekt doch nicht abgetan.
Unter den heutigen Verhältniſſen iſt an ein Bauen nicht zu denken.
Man kann nicht um Seeheim herum die Bahn führen und durch
Seeheim kommen wir nicht. Malchen und Jugenheim haben das
Gelände zur Verfügung geſtellt. Es liegt nun noch das Projekt
Ober=Ramſtadt vor. Dieſes ſchon konzeſſionierte Projekt
ſollte urſprünglich eine Million Mark koſten. Nach den
noch aufgetauchten Anſprüchen wegen der Trace ſind die Koſten
aber auf 1,2 Millionen geſtiegen, eine Summe die keine
Rentabilität mehr verſpricht. Die Heag wird die Verhandlungen
weiterführen, die Summe wieder auf 1 Million
herunterzuſchrau=
ben, und die Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Für
das Projekt Seeheim-Jugenheim iſt der Baubetrag vorhanden.
Vielleicht iſt es möglich die Bahn Ober=Ramſtadt in
Abſchnit=
ten zu bauen. Verſprechungen können aber nicht mehr
gemacht werden, bevor nicht die Gemeinden endgültig ihre
Stel=
lungnahme bekundet haben.
Auf Anfrage teilt Herr Direktor Bohnenberger noch mit, daß
das Syſtem des ſogenannten „Trollibus” einer ſchienenloſen
Elektriſchen, für die kein beſonderer Unterbau nötig ſei, noch nicht
genügend erprobt ſei, immerhin ſoll es ſich bisher bewährt haben.
Roemheldſtiftung.
Am 5. Juli feiert der in deutſchen und ausländiſchen
Aerzte=
kreiſen rühmlichſt bekannte Geheime Hofrat Dr. Roemheld,
Leiter des Sanatoriums Schloß Hornegg in Gundelsheim a. N.,
ſeinen 60. Geburtstag.
Geheimrat Roemheld iſt in Seeheim an der Bergſtraße
ge=
boren. Als junger Arzt von 28 Jahren übernahm er die Leitung
des Sanatoriums. Die Dankbarkeit ſeiner Patienten rief ſchon
vor 10 Jahren, anläßlich ſeines 50. Geburtstages, die
Roem=
held=Stiftung ins Leben. Es iſt dies eine Stiftung von
freiwilligen Beiträgen dankbarer Gäſte zur freien Verfügung des
Chefarztes von Hornegg, welcher damit minderbemittelten
Kran=
ken zur Durchführung oder Verlängerung einer Kur auf Hornegg
verhilft. Durch die Inflation iſt auch hier die Reſerve
verſchwun=
den, aber ſeit der Goldmarkzeit 1924 bis jetzt hat die
Opferwillig=
keit der Gäſte über 50 000 RM. zuſammengebracht, die den
minder=
bemittelten Gäſten reſtlos wieder zugute gekommen ſind. Ein
langjähriger Heilbronner Kurgaſt und Freund von Schloß
Hornegg hat die jetzige Gelegenheit benützt und eine Sammlung
unter den früheren und heutigen Gäſten von Schloß Hornegg
ver=
anſtaltet, welche die unter den gegenwärtigen ſchlechten
Wirt=
ſchaftsverhältniſſen ungewöhnlich hohe Summe von 11 000 RM.
ergab und die für die Roemheld=Stiftung beſtimmt iſt.
Die Uebergabe erfolgt am Geburtstag.
I. LEHMANN . BANKGESCHAFT
INHABER: CARL LEHMANN • GEGRUNDET 1875
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AUSFÜHRUNG ALLER BANKMASSIGEN GESCHAFTE
IV 9048
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes am
11. Juli 1931, vormittags 8.30 Uhr: 1. Berufung des
Kreispfand=
meiſters Adam Brunner zu Darmſtadt gegen das Urteil des
Kreisausſchuſſes Darmſtadt vom 19. Mai 1931 wegen ſtrafweiſer
Dienſtentlaſſung. 2. Antrag der Gemeinde Bürſtadt auf
Enteig=
nung von Grundſtücken der Maria Haag zu Bürſtadt zu
Straßen=
bauzwecken. Letztere Sache wird in Bürſtadt verhandelt,
voraus=
ſichtlich um 10.30 Uhr
— Die Omnibusfahrten des Rheinreiſebüros Siegfried Halm
in Mainz finden ſtets mehr Anklang, und jeder Teilnehmer kehrt
vollbefriedigt zurück. Man verſäume nicht, ſich ausführlichen
Pro=
ſpekt in dem Papierwarengeſchäft J. Ph. Leuthner zu holen, um
die reichhaltigen Programme kennen zu lernen.
Herr Oberregierungsrat Volz von der Provinzialdirektion.
beſtätigt im Weſentlichen die Schwierigkeiten, die durch die
Widerborſtigkeit” der Gemeinde Seeheim entſtanden ſind. Die
Verhandlungen ſind mit größter Energie geführt worden. — Von
Herrn Fiſchel wird verlangt, daß die Fahrpreiſe
herab=
geſetzt werden, damit die Omnibuslinien noch benutzt werden.
Herr Oberpoſtrat Wittich berichtet über die Abſichten der
Poſt bezüglich der Omnibuslinien überhaupt und der in Frage
ſtehenden Strecken im Beſonderen. Die Poſt mußte mit dem
der=
zeitigen Unternehmer vorſorglich in Verbindung treten. Von
der Uebertragung der Konzeſſion bzw. von dem Vorbehalt, daß
dieſe aufhört, wenn die Poſt ihr Kraftfahrnetz ausdehnt auf dieſe
Strecke, war der Poſt nichts bekannt, ſie mußte durch ſchnelle
Ver=
handlungen die Schwierigkeiten aus der Welt zu ſchaffen ſuchen.
Dazu kamen noch die Stellungnahme des Kraftverkehrsvereins
Bergſtraße und die überhohen Forderungen des
Konzeſſions=
inhabers. Uebrigens iſt auch die Reichs bahn intereſſiert an dem
Unternehmen Malchen Seeheim, Jugenheim, Bensheim, an dem
ſie ſich beteiligen wird. Auch die Stadt Heppenheim hat
ge=
wünſcht, in dieſes Verkehrsnetz einbezogen zu werden. Ob das
möglich ſein wird, ſteht noch nicht feſt. Wenn die Heag den
Bahnbau verwirklicht, wird der
Poſtkraftwagen=
verkehr natürlich eingeſtellt werden.
Herr Oberrechnungsrat Schneider iſt der Anſicht, daß die
Heag doch zum mindeſten den Bahnbau nach Ober=
Ram=
ſtadt in Angriff nehmen ſollte, zu welchem Projekt die
Heag den ihr zur Verfügung ſtehenden Betrag für das
Jugen=
heimer Projekt in Anſpruch nehmen kann. Die Reſtſumme werde
ſich leicht aufbringen laſſen. Merkwürdig iſt, daß immer wieder
neue Schwierigkeiten auftauchen, wenn irgend eines der
Vorort=
projekte ausgeführt werden ſoll. Es ſcheine, daß die
Schwierig=
keiten doch bei der Heag liegen, weil dieſe Projekte nicht die
Ren=
tabilität verſprechen wie etwa das Stromgeſchäft. Man ſollte ſich
das nicht länger gefallen laſſen. Der Redner ſchlägt eine
Entſchließung
vor, die nach längerer Debatte in folgendem Wortlaut
einſtim=
mig angenommen wird:
„Der Hauptausſchuß des Verkehrsvereins nimmt mit großem
Bedauern davon Kenntnis, daß die Vorarbeiten des Bahnbaues
Darmſtadt—Ober=Ramſtadt und Darmſtadt—Seeheim-Jugenheim
keinen Fortſchritt nehmen, und erwartet von allen beteiligten
Stellen auf das Beſtimmteſte, daß ſie alle Kraft
aufbie=
ten, die noch beſtehenden Schwierigkeiten zu beſeitigen und
einem dringenden Wunſch der Bevölkerung baldigſt
zur Wirklichkeit zu verhelfen!“
Eine längere Ausſprache erfolgte noch
zur Theaterfrage.
Man war ſich ſchließlich darüber einig, daß jetzt, nachdem an der
Wahl des neuen Intendanten Guſtav Hartung nichts mehr zu
än=
dern iſt, es falſch ſei, das Theater nunmehr zu boykottieren. Das
müßte zu einer Vernichtung des Theaters führen, was verhindert
werden muß. Herr Oberrechnungsrat Schneider vertritt ſeine
Anſicht, daß auch ohne Boykott und trotz der Erklärungen, die
er=
laſſen wurden, die Abbeſtellungen der Mieten erfolgen werden.
Dann wird das Theater ernſtlich gefährdet, aber einzig durch die
Schuld derer, die Guſtav Hartung gewählt haben. Redner
rät dringend ab, ſich in die Theaterfrage überhaupt einzumiſchen.
— Herr Profeſſor Dr. Köſer begründet ſehr eingehend die
Er=
klärung des Bühnenvolksbundes, die ſich weſentlich von
der des Vereins der Theaterfreunde unterſcheide. — Auch Herr
Dr. Moeßner hält es für richtiger, ſich jetzt nicht mehr in die
Intendantenfrage einzumiſchen. Aehnlich ſpricht ſich noch Herr Dr.
Geißner aus. Nach weiterer Debatten wird beſchloſſen, auf
eine Entſchließung zu verzichten.
Der Vorſitzende verlieſt noch Antworten auf Eingaben an die
Polizei= und Bahnbehörden. Damit iſt die Tagesordnung
er=
ſchöpft.
Zur Werbewoche
des Bereis it is Zeufſchlin imn Ausfand.
Die Werbewoche des Vereins für das Deutſchtum im
Aus=
land, die Mittel aufbringen will, damit unſere Außenpoſten nicht
zuſammenbrechen, wird eingeleitet durch zwei Platzkonzerte:
Samstag, den 4. Juli, ſpielt, von 5 bis 6 Uhr, auf dem
Parade=
platz das Stadtorcheſter, unter Leitung von Kapellmeiſter
W. Schlupp. Sonntag, den 5. Juli, konzertiert von 11.30 bis
12.30 Uhr, im Earten des Alten Palais, das Orcheſter der
Orts=
gruppe Darmſtadt des Reichsverbandes ehemaliger
Militär=
muſiker, unter Leitung ſeines Dirigenten G. Greilich.
Beide Orcheſter haben ſich in dankenswerter Weiſe in den Dienſt
einer Sache geſtellt, die für die Geltung des Deutſchtums in der
Welt von weittragender Bedeutung iſt. Es geht um die
Zu=
kunft der deutſchen Schule im Ausland, es geht um die Erhaltung
dieſes ſtärkſten Bollwerkes unſeres Volkstums in der Welt. Laßt
die jugendlichen Sammlerinnen und Sammler nicht vergeblich
um eine Gabe bitten!
— Sommerſzielzeit Bruno Harprecht im Heſſiſchen
Landes=
theater. „O, ſpaniſche Fliege!” benennt ſich die übermütige,
urkomiſche Geſangspoſſe, die Bruno Harprecht nach dem rühmlichſt
bekannten und in aller Welt erfolgreichen Schwank „Die ſpaniſche
Fliege” von Arnold und Bach muſikaliſch bearbeitet hat, und die
am heutigen Samstag erſtmals über die Bühne des Kleinen
Hau=
ſes gehen wird. Die witzige Handlung des Stückes hat Harprecht
mit einer Anzahl ſchlagkräftiger Geſangs= und Tanznummern
aus=
geſtattet — Muſik von Harprecht und Krohn — und in dieſer
Faſ=
ſung erlebte „Die ſpaniſche Fliege” in Hamburg bereits
unzäh=
lige, von ſtürmiſchen Heiterkeitserfolgen gekrönte Aufführungen.
Die Darmſtädter Erſtaufführung findet unter der Leitung von
Direktor Harprecht, der auch den „Moſtrichfabrikanten Klinke‟
ſpielt, am heutigen Samstag, 20 Uhr, ſtatt. Muſikaliſche Leitung:
Joſeph Freund. — Neben den bereits bekannten Herren Gußmann
und Hilke hat eine große Anzahl neuer Mitglieder Gelegenheit,
heute erſtmals vor das hieſige Publikum zu treten, ſo die Damen
Vogt=Wichmann, Gundlach, Hartnack=Gundlach, Lornſen, ſowie die
Herren Clauder, Kreuzinger, Schmieden, Schneider. — Die
Mie=
ter der Dienstag=Miete werden, darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß mit Rückſicht auf eine auswärtige Gaſtſpielverpflichtung
des Enſembles am nächſten Dienstag, den 7. Juli, keine
Vor=
ſtellung ſtattfinden kann. Infolgedeſſen mußte ausnahmsweiſe die
2. Vorſtellung der Dienstag=Miete auf den morgigen Sonntag,
5. Juli, verlegt werden. — Der Kartenvorverkauf findet ab heute
täglich an der Kaſſe des Kleinen Hauſes ſtatt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen noch einige Tage im
Stumm=
film=Doppelprogramm den Abenteuerfilm „Tarzan, der Tiger”
mit Frank Merill als Tarzan und Natalie Kingſton. Im zweiten
Teil läuft der Film aus der Fremdenlegion „Die Hölle der
Hei=
matloſen” mit Norman Kerry, Imogen Robertſon, Juna
Mar=
lowe, Lewis Stone u. a.
DAS GROSSE RUNDE
SCHNEEWEISSE
SElFENSTÜCkK
Wux Nockos
Seite 6
Die Sganwendfeier der Muſikankengilde Darmftadis.
Da Herr Petrus der Muſikantengilde am Mittwoch, den 24.
Juni, nicht wohlgeſinnt war, indem er nämlich da gerade ein
ſchweres Gewitter ſchickte, als das Johannisfeuer angezündet
wer=
den ſollte, mußte die Feier auf Mittwoch, den 1. Juli, verlegt
werden.
Da zog dann die Muſikantengilde am Abend, dieſes Tages
hinaus, nicht in einer großen Maſſe, ſondern nur im kleinen Kreis.
Aber dieſer kleine Kreis war innerlich eng verbunden, verbunden
durch das Lied und die gleiche jugendliche Freude.
Draußen im Roßdörfer Wald, in einem ganz romantiſchen
Steinbruch, hatten fleißige Hände ſchon vorher einen großen
Holz=
ſtoß aufgeſtapelt. Die Nacht hatte ihren ſchützenden Schleier
ſorg=
ſam um die Natur gehüllt. Ein ſternenklarer Himmel wölbte ſich
über ſie. Es war ſchön da draußen, wirklich ſchön. — Schnell war
das Feuer angezündet. Leiſe begann es zu kniſtern, dann immer
ſtärker. Die kleinen Flämmchen wuchſen und dehnten ſich bis ſie
ſich ſchließlich vereinigten und in einer gewaltigen, heißen Flamme
wie eine große Sehnſucht den ſchwarzblauen Nachthimmel
erſtreb=
ten. Sie ſtanden alle ſtill und ernſt da die jungen Menſchen
er=
füllt von einem heiligen, göttlichen Gefühl, das ſich in den
glän=
zenden jugendlichen Augen widerſpiegelte. Und in dieſe Stille
hinein begann der Chorführer ernſte, feierliche Worte zu ſprechen,
Worte vom Leben, wie wir es leben und wie wir es leben ſollen.
Es waren ſinnvolle Worte, und ich glaube, ſie haben auf alle die
jungen Seelen einen gewaltigen Eindruck gemacht. — Immer noch
ſchauten ſie alle ſtill und ernſt in die leuchtende Flamme. Die
Worte des Führers waren längſt verſtummt. Da löſte ſich ganz
von ſelbſt aus dem Kreiſe der Kanon: Flamme empor, leuchte uns,
führ” uns zum Heil in dir „Wie eine Offenbarung bebten die
reinen Töne durch die Nacht. Die Holzſtämme waren
zuſammen=
gefallen. Nnr uoch kleine Flämmchen ziſchten hie und da neugierig
wurde begeiſtert über das Feuer geſprungen. Zwei Burſchen nah= an der Regelung aller Kulturfragen des Volkes. Wir
verpflich=
für alle ein großes Veranügen. Endlich ſah man wieder einmal zum Einſtehen für das Lebensrecht der Kirche. Wir fordern in
Menſchen, die eine wirklich geſunde Freude haben, die ſich im
Wirtshaustrubel nicht wohlfühlen können, nein, ihnen iſt die Na= Verſtändnis der kirchlichen Arbeit für geſonderte Behandlung
be=
der Sonnwendfeier der Muſikantengilde um Mitternacht nach Arbeit als Lebensgemeinſchaft bewähren.
Hauſe ging. Sie war ein heiliges Erlebnis für alle geweſen, die
dabei waren.
I.
Aufhebung der Abteilung Iſtanbul der deutſchen Botſchaft
in der Türkei. Mit dem 1. Juli wird die Abteilung Iſtanbul der
deutſchen Botſchaft in der Türkei aufgehoben. Alle Eingaben und
Anfragen an die Botſchaft ſind nunmehr nur noch zu richten; an digen Teilmaßnahmen werden wirkungslos, wenn nicht aus der
die Deutſche Botſchaft in Ankara, in den Sommermonaten in
The=
rapia bei Iſtanbul. Zum gleichen Zeitpunkt wird in Iſtanbul ein bens Opferbereitſchaft und Verzichtwille gegenüber dem Ehe=
Generalkonſulat errichtet. Sein Bezirk erſtreckt ſich auf die euro= werden.
päiſche und die nordweſtliche aſiatiſche Türkei. Anfragen in
kon=
ſulariſchen Angelegenheiten des Bezirks ſind fortan an das
Gene=
ralkonſulat zu richten. Die Anſchrift lautet: Deutſches
General=
konſulat, Iſtanbul, Ayas Paſcha. Das Generalkonſulat in Smyrna
wird mit dem 1. Juli in ein Konſulat umgewandelt.
Grenzlandfahrten des V. D. A. In der Erkenntnis, daß die
Verbundenheit aller Deutſchen wächſt und geſtärkt wird, wenn Aachen gegründet, kam die Landsmannſchaft im Jahre 1902 an
ſich die deutſchen Stämme innerhalb und außerhalb des Reiches die Techniſche Hochſchule in Darmſtadt. 29 Jahre weht ſeitdem,
kennen lernen, ſich menſchlich näher treten, in ihrer Eigenart ſich mit Ausnahme der Kriegsjahre, das rot=weiß=goldene Banner
verſtehen und hochachten, veranſtaltet der V. D. A. in dieſem Jahre
gründlich vorbereitete Grenzlandfahrten. Uns ruft er
auf zu einer Fahrt nach dem Oſten. Für die meiſten von uns
iſt tatſächlich die Elbe der öſtliche Grenzfluß. Wer von uns kennt Grundſätzen und dem landsmannſchaftlichen Gedanken treu geblie=
Oſtrreußen, wer kennt Schleſien? Der ſchleſiſche Dichter Hans ben, beſeelt von dem Geiſte ihrer Gründer, zäh feſthaltend an den
Chriſtoph Kaergel, der bei der Abſtimmungsgedenkfeier in Ueberlieferungen. Bis 1919 dem A. L.C. a. d. Marksburg angehö=
Darmſtadt durch ſeine leiddurchglühten, begeiſterten Worte
ge=
waltigen Eindruck hinterlaſſen hat, iſt der Führer der erſten. Landsmannſchaft (früher Coburger L.C.) dieſem großen Verhande
Schleſienfahrt, die vom 15. Auguſt bis zum 1. September an. Im Weltkriege, an dem die Aktivas geſchloſſen und die Alten
dauert. Ein Sonderzug bringt die Teilnehmer von Frank= Herren teilnahmen, verlor „Normannia” eine große Anzahl ihrer
furt über Eiſenach, Leipzig, Dresden nach Görlitz. Hier fin= Land gezogen. Der alte Stammhat ſeine Kraft bewährt, und in
det ein Begrüßungsabend ſtatt. Dann werden die Städte Bunz= ſtolzer Freude ſehen die ergrauten Führer neue Scharen um ſich
lau, Liegnitz, Neiſſe und Glatz beſucht. Ein Tag gilt der Heu= verſammelt.
ſcheuer. Dann fährt der Sonderzug nach Hirſchberg und
Löwenberg. Von Hirſchberg aus werden die Teilnehmer dann
nach den verſchiedenen Rieſengebirgsorten Krumhübel, Hain, Agne= res zum erſten Male geſammelt worden waren, vereinigten ſich
tendorf und Schreiberhau geführt, wo ſie ſieben Tage Kuraufent= am Dienstag in dem Garten der „Vereinigten Geſellſchaft zu einem
halt auf dem Rieſengebirge genießen können. Die ganze Fahrt geſelligen Zuſammenſein. Schulkameraden, die ſich oft Jahrzehnte
koſtet einſchließlich Uebernachtung in den beſten Hotels, Frühſtück, lang nicht geſehen hatten, feierten ein frohes Wiederſehen; dank=
Mittag= und Abenbrot nur 145 RM. Das dürfte die billigſte bar wurde der alten Schule und ihrer Lehrer gedacht, und im
Schleſienfahrt ſein, die jemals vom Weſten nach Schleſien ge= Sunden. Es wurde beſchloſſen, im Winter wieder einmal
zu=
gangen iſt. Anmeldungen werden bis zum 15. Juli entgegen= ſammenzukommen.
genommen in der Geſchäftsſtelle des Landesverbandes Heſſen des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland, Kirchſtraße 22. Bei
der Anmeldung iſt ein Drittel des Geſamtpreiſes einzuzahlen. Die Sowiet=Rußland” iſt das Thema, worüber Frau Dr. med.
Fahrtteilnehmer brauchen ſich um nichts zu kümmern. Jeder er= Elſe Kienle, die durch ihre Verhaftung wegen Verſtoß gegen
Sonderzug. Das Gepäck wird vom und zum Bahnhof gerollt, ohne pheum ſprechen wird. Da der Vortrag ſtarkes Intereſſe findet,
daß Unkoſten entſtehen. In den einzelnen Orten werden Be= empfiehlt es ſich, Karten im Vorverkauf (Verkehrsbüro und Hugo
grüßungsabende veranſtaltet.
Berenys Zigeuner ſpielen heute! Zu dem einmaligen numerierte Plätze 1.— Mk. und 1,50 Mk. (Siehe Anzeige.)
ſenſationellen Gaſtſpiel des Original=Ungariſchen
Zigeuner=
nachfolgend einige Preſſeurteile europäiſcher Städte: Zürich; ten wir von der Heſſiſchen Eiſenbahn A.=G die Nachricht, daß durch
um zu wiſſen, was Muſik iſt und woher ſie kommt!. . . Wien; men gelöſt und die Ausführung von Sonderfahrten, mit ihren
urſprünglicher Pußtawildheit.... Berlin: ... da pulſt büro Köhler, G. m. b. H., für ſich weiterbeſteht.
heißes Blut . . . man vergißt die Welt ... der Jubel kennt keine
Grenzen mehr. Kopenhagen: .. . ein Geiger übertrifft den
andern . . . Liſzts 2. Rapſodie noch nie in dieſer Vollendung das Mädchen mit den Kulleraugen, in dem neuen Luſtſpiel=
Schla=
gehört. . . Stockholm: ... blutvoll reproduzierende Tem= ger „Kinder des Glücks”, Regie: Alexander Esway. In den
mann den Beſuch dieſer Senſation der Konzertſäle! (Siehe An= Jugendliche haben Zutritt.
zeige.)
Verſende kein Geld in gewöhnlichen oder eingeſchriebenen
Briefen! Immer wieder läßt ſich das Publikum dazu verleiten, berg=Films „Die Bräutigams=Witwe‟. Martha Eggerth, der
neu=
bares Geld oder Wertſachen in gewöhnlichen oder eingeſchriebe= entdeckte Eichberg=Star, Fritz Kampers und Georg Alexander
ſpie=
nen Briefen zu verſenden. Es bietet hierdurch ungetreuen Ele= len die Hauptrollen. Im tönenden Beiprogramm ein neuer
Micky=
menten innerhalb und außerhalb der Poſtbeamtenſchaft Anreiz Film: Micky als Sträfling.
und Gelegenheit, ſich auf eine verhältnismäßig bequeme und
leichte Weiſe Geld zu verſchaffen. Den Schaden trägt in der Regel
der Abſender; denn wird der Geldinhalt der Briefe entwendet, ſo
erhält er bei gewöhnlichen Briefen überhaupt keinen und bei
ein=
geſchriebenen Briefen nur dann Erſatz wenn der ganze Brief, hüllt jetzt jede Packung von „Schwarzkopf=Extra”, dem
Haar=
alſo der Brief mitſamt dem Geldinhalt, in Verluſt geraten iſt, glanz=Schaumpon. Die Schaumbrille hält bei der Haarwäſche
Wird der Einſchreibbrief dagegen nur ſeines Wertinhalts beraubt,
ſo zahlt die Deutſche Reichspoſt nach den Beſtimmungen des Poſt= Schaum und Waſſer den Augen fern — eine neue Annchmlichkeit
geſetzes keinen Erſatz. Darum verſende kein Geld in gewöhnlichen
oder eingeſchriebenen Briefen! Die einzig richtige Art. Geld zu die Haarwäſche mit der Schaumbrille zum Vergnügen!"
verſchicken, iſt die Poſtanweiſung, Zahlkarte oder Geldbrief,
— Wer kennt die Tote? Am Dienstag, den 30. Juni, wurde
aus dem Rhein bei Ludwigshöhe, Kreis Oppenheim, eine
unbe=
kannte weibliche Leiche geländet, die ſchon einige Tage im Waſſer / wie verwnter esſcheinenden Ronzen ſind ausſchließſch als Hinweſſe auf Anzeigen m betac
gelegen hat. Sie wird wie folgt beſchrieben: Etwa 24 Jahre alt,
1,68 Meter groß, unterſetzt, rundes Geſicht, dunkelblondes Haar
(Bubikopf), blonde Augenbrauen, kleine Naſe, im Oberkiefer
Kaut=
ſchukplatte, rechter Eckzahl Goldplombe; ſie trägt ſchwarzes Kleid tum Darmſtadt. Am kommenden Sonntag, dem 5. Juli,
mit blau und ſchwarz geſtreiftem Futter, rot und weiß geſtreiften abends, feiert der Jugendbund wie alljährlich im feſtlich geſchmück=
Sweater, weiße Beinkleider mit Spitzenbeſatz, dunkelbraune
Strümpfe mit Strumpfhaltern, ſchwarze Lackhalbſchuhe mit Kork= ein Sommerfeſt. Wir machen beſonders die Jugend unſerer Stadt
einlagen. Die Polizei bittet Sachdienliches über die Perſon der auf dieſen Abend mit reichhaltigem Programm aufmerkſam und
Straße 21, mitzuteilen.
—Wo ſind Frauenkleider gefunden worden? Die Kranken= Jugend den Vorrang laſſen möge. Der Eintritt iſt frei!
pflegerin Eliſabeth Schönberger aus Darmſtadt wird
ſeit dem 15 Maivorigen Jahres vermißt. Sie trug
wollenen, dunkelgrauen Mantel, kleinen, ſchwarzen Hut und
hell=
graue Halbſchuhe, deren ſie ſich vermutlich entledigt und dann den
Tod im Rhein geſucht und gefunden hat. Mit großer Wahrſchein= 9—18.30 Uhr. Anſchließend Fahnenſchrankeinweihung des
Ober=
lichkeit wurde ſie zuletzt am 16. Mai 1930 auf dem Wege zur
Schwedenſäule am Altrhein geſehen. Wo ſind ſolche
Bekleidungsſtücke gefunden worden? Mitteilungen an die nächſte
Polizeiſtation oder an das Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt, der ideale Sommer=Aufenthalt ſchattiger Garten, günſtige
ſtraße ein Radfahrer, ein hieſiger Bäckermeiſter, mit einem Per= ſigen Kapelle Ib. Boys.
ſonenauto zuſammen. Der Bäckermeiſter trug erhebliche Kopf=
und auch Beinverletzungen davon und mußte von der Städt.
Ret=
tungswache nach dem Krankenhaus verbracht werden.
Samstag, den 4. Juli 1931
Nummer 183.
Aufgabe und Ziele der evangel. Arbeiterbewegung.
Auf dem 27. Vertretertag der evangeliſchen Arbeitervereine
in Eſſen wurde durch den Generalſekretär des Geſamtverbandes
Lic. Grunz=Berlin, folgender programmatiſcher Aufſchluß
über die Beſtrebungen der evangeliſchen Arbeiterbewegung
ge=
währt. Die Erklärung lautet: Wir wollen eine
Geſinnungs=
gemeinſchaft werktätiger evangeliſcher Volksgenoſſen ſein.
Als geſinnungsbildende Arbeiterſtandesbewegung, die als
ſolche zugleich Volksbewegung iſt, ſehen wir den alleinigen
Lebensgrund unſerer Bewegung im Evangelium von der
Offenbarung in Chriſtus, den Sinn unſerer Arbeit in der
Er=
ſchließung der Kraft des Evangeliums für die Arbeiterſchaft in
ihrer beſonderen ſeeliſchen, ſtändiſchen und wirtſchaftlichen Lage.
Unſere Aufgabe iſt demgemäß: „Neuaufbau des
Innen=
lebens des Arbeiters aus lebendigem Glauben und Willen zum
Wirken; Klärung ſeines ſtändiſchen Wollens unter religiös=
ſitt=
lichen Maßſtäben; Bemühung, ſolchem Arbeitertum und ſolchem
Wollen Raum zu ſchaffen im geſamten Volksleben.
Ausgangspunkt und Beweggrund unſerer Arbeit iſt die Not
der von Sorge, Leid und Geringwertung Getroffenen. Das Ziel
iſt die Zunahme des Reiches Gottes, das die bleibende
Endhoff=
nung des Chriſten iſt und doch zugleich den irdiſchen Zwecken
letz=
ten und tiefſten Sinn geben ſoll. Aus der Kraft dieſes Reiches
der Gottesgemeinſchaft muß ſich die Menſchengemeinſchaft
entfal=
ten als Glaubens= und Anbetungs= (1), Liebes= und Lebens= (2),
Arbeits= und Kampfgemeinſchaft (3).
1.
Wir bekennen uns zur Kirche, in deren Gemeinden die
Glaubens= Anbetungs= und Tatgemeinſchaft der evangeliſchen
aus den Trümmern des einſt ſo ſtattlichen Holzſtoßes hervor. Nun Chriſten Geſtalt gewinnt. Wir verlangen für die Kirche Anteil
men ein Mädchen in die Mitte, und ſo ging es drüber. Das war ten unſere Glieder zur treuen Mitarbeit im Gemeindeleben und
der Kirche Raum für Arbeiterdenken und Arbeiterwollen, ſowie
tur und ihr Lied das Heiligſte. Ich war tiefergriffen, als ich von ſonders gelagerter Schichten. So muß ſich die Kirche in ihrer
2.
Als Urzelle der menſchlichen Liebes= und Lebensgemeinſchaft
bejahen wir die Gottesordnung der Familie. Groß ſind die
mancherlei äußeren und inneren Schwierigkeiten für den Aufbau
reinen Familienlebens. Aber alle gut gemeinten und notwen=
Ueberwindung der Diesſeitswünſche durch die Kraft des
Glau=
gatten, den Kindern und den Eltern tägliche Lebenswirklichkeit
— 60 Jahre Landsmannſchaft „Normannia‟. Vom 3. bis 5.
Juli feiert die Landsmannſchaft i. d. D. L. Normannia ihr 60
jäh=
riges Stiftungsfeſt. Als erſte farbentragende und ſchlagende
Ver=
bindung am 2. Februar 1871 an der Techniſchen Hochſchule, in
über Darmſtadt, und feſtgefügt nach innen und außen tritt die
Landsmannſchaft Normannia in ihr 120. Semeſter. Seit 1872
Landsmannſchaft, iſt ſie auch in Zeiten der Stürme und Not ihren
rend, ſchloß ſich Normannia nach deſſen Aufgehen in die Deutſche
Bundesbrüder, So ſind nun 60 Jahre ſeit der Gründung ins
— Alte Schmitzianer, deren Anſchriften im Anfang dieſes
Jah=
regen Austauſch froher Schulerinnerungen verfloſſen raſch die
— „Frauenſchickſal und § 218‟ — „Eigene Eindrücke in
den 8 218 bekannt gewordene Stuttgarter Frauenärztin,
mor=
hält ein Teilnehmerheft, jeder hat ſeinen beſtimmten Platz im gen, Sonntag, 5. Juli, abends 8.30 Uhr, im
Or=
de Waal) zu entnehmen. Preiſe; nichtnumerierte Plätze 80 Pfg.,
— Sonderfahrten in modernen Großkraftwagen. Zu der Aus=
Sinfonie=Orcheſters heute abend 8.30 Uhr, im Orpheum führung von Sonderfahrten in modernen Großkraftwagen erhal=
Dieſe Zigeuner ſind verliebt — in ihre Muſik — ſind beſeſſen — die hier gemachten Ausführungen leicht Mißverſtändniſſe entſtehen
können. Die Heſſiſche Eiſenbahn A.=G. hat lediglich den Vertrag
von ihrer Muſik.. . . Köln a. Rh.: ... muß man gehört haben, mit der Firma Köhler, G. m. b. H., in friedlichem
Uebereinkom=
die Fiedeln ſtreichen in prachtvoll ungezähmter, natürlicher, modernen Großkraftwagen ſelbſt übernommen, während das Reiſe=
— Im Union=Theater ſieht man bis auf weiteres Dina Gralla,
peramente. . . Berény, der Toscanini der Zigeuner!... — Die Hauptrollen: Eckehardt Arendt, Kurt Veſpermann. Vicky
Werk=
äußerſt mäßigen Eintrittspreiſe (von 80 Pfg. an) geſtatten jeder= meiſter Harry Hardt u. a. Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
— Im Helia=Theater iſt heute Erſtaufführung des neuen Eich=
Was iſt eine „Schaumbrille”? Hierzu teilt uns die Firma
Schwarzkopf mit: „Die neue Schwarzkopf=Schaumbrille um=
und Erleichterung, die jede Frau ſchätzen wird. Für Kinder wird:
Lokale Veranſtalkungen.
in keinem Falle irgendwſe als Beſprechung oder Krlſd.
— Jugendbund für Entſchiedenes
Chriſten=
ten Hofgarten der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, bei Lampionlicht
Toten oder über ihr Vermißtſein der nächſten Polizeiſtation oder laden dazu herzlichſt ein. Die vorgeſehenen Darbietungen
ver=
dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt. Wilhelm=Gläſſing= ſprechen uns etwas Ganzes. Da die Beteiligung an dieſem Abend
ziemlich ſtark ſein wird, möchten wir mit Rückſicht auf die
be=
ſchränkten Raumperhältniſſe die Bitte ausſprechen, daß man der
— Oberheſſen=Verein. Große Roſen= und
Blumen=
ſchau im Hanauer Hof, Heinheimerſtr. 8., veranſtaltet von Ernſt
Bauer, Gärtner, am 4. Juli, von 15 Uhr ab, und am 5. Juli. von
heſſen=Vereins Darmſtadt, Anfang 19 Uhr; anſchließend Tanz bis
24 Uhr. (Vergleiche Anzeige.)
— Sportplatz=Reſt. u. Café am Böllenfalltor,
—Verkehrsunfall. Geſtern nachmittag ſtieß in der Heinheimer= Straßenbahnverbindung. Ab 4. Juli täglich Konzert der erſtklaſ=
— Schuls Felſenkeller. Für Samstag iſt ein Schlager=
Abend vorgeſehen. Sonntag iſt das Konzert volkstümlich gehalten
und bringt für Jeden etwas.
Deutſchland iſt unſer Vaterland, unſer Lebens= und
Arbeits=
land. In der Nation iſt die lebenswirkſame Verbindung von
Schickſalsgemeinſchaft und Abſtammungsgemeinſchaft gegeben.
Wir verkennen dabei nicht, daß die wachſende Verdichtung der
Völkererziehungen ſteigende Gefährdung bringt darum feſten
Selbſtbehauptungswillen fordert; aber auch geſteigerte
ökume=
niſche Bemühung zur Pflicht macht.
Wir ſtehen zum Staat, als dem notwendigen Träger der
ordnenden Gewalt im Zuſammenleben der Menſchen. Wir fühlen
uns in freier Ueberparteilichkeit dafür verantwortlich, daß in
ſtärkſtem Maße chriſtliches, ſoziales und nationales Wollen in
der Politik zur Geltung kommt.
3.
Die Volksgemeinſchaft baut ſich in geſchichtlicher Wandlung
aus Ständen auf. Wir wiſſen, daß Verſchiedenartigkeiten der
Lebensumſtände gegeben ſind, wir vertreten aber auch das Recht
auf Standesaufſtieg und Standesſtreben und Ringen um die
wirkliche Eingliederung der Arbeiterſchaft ins Volksganze.
Da=
mit bekennen wir uns zur Standesarbeit, die ſowohl den Stand
wie die Gemeinſchaft will; die durch Standesentfaltung, auch wo
ſie Machtentfaltung wird, als Ziel die Gemeinſchaft im neuen
gerechten Aufbau erſtrebt; die ſich bewußt iſt, daß nicht die Zahl
allein, ſondern die wirtſchaftliche und kulturelle Wertleiſtung
entſcheidet.
Am beſonderen Ort der Arbeitsgemeinſchaft des Volkes, in
der Wirtſchaft, beſteht ſowohl Intereſſengegenſatz der
aus=
getragen werden muß, wie Intereſſenverbundenheit, in der die
Gemeinſchaft den einzelnen Wirtſchaftsgruppen deutlich wird. Wo
hemmungsloſes Gewinnſtreben das Gemeinſchaftsziel, für alle zu
ſorgen, überwuchert, verurteilen wir dieſe Fehlentwicklung. Wir
ſind uns bewußt, daß es noch keine Zeit entfalteter Wirtſchaft
ge=
geben hat ohne Privateigentum, aber wir bekennen uns zu der
Auffaſſung, daß Eigentum verpflichtet und die Eigentumsformen
Wandlungen unterliegen. Kein Stand der in der Wirtſchaft
ſeine Lebensaufgabe hat, kann eine äußerlich und innerlich
be=
friedete Stellung haben, ohne Anteil an Beſitz und Führung.
Wir bejahen das Lebensrecht der gewerkſchaftlichen
genoſſen=
ſchaftlichen und ſozialpolitiſchen Arbeit und treten für ihren
Aus=
bau ein, beſonders da, wo ſie aus dem Geiſt des Chriſtentums
geſchieht; von uns aus Aufgaben zu übernehmen, die nicht im
Weſen unſerer Arbeit liegen, lehnen wir ab.
E.A.V.=Bewegung, als freies Glied evangeliſcher
Gemein=
ſchaftsbildung, iſt entſchloſſen, zu kämpfen als Kampfgemeinſchaft
gegen allen chriſtusfeindlichen Geiſt in Staat und Wirtſchaft,
Geſellſchaft und Volkskultur, für Glauben an Chriſtus und
Ge=
horſam gegen Gott.
Hefſiſcher Jagdklub, Darmſtadk.
Zu den diesjährigen Meiſterſchaftsſchießen des Verbandes der
Schießvereine Deutſcher Jäger (Sitz Neudamm), die dem Heſſiſchen
Jagdklub als Gruppe des genannten Verbandes zur Durchführung
in Darmſtadt übertragen wurden, ſind die Vorbereitungen in
vollem Gange.
Dieſes größte jagdliche Schießen Deutſchlands
— und man kann getroſt ſagen des ganzen Kontinents —
findet vom 12. bis 19. Juli auf dem Neuen Schießhaus bei
Darm=
ſtadt ſtatt. Ausführliche Programme ſind bei der Geſchäftsſtelle
des Heſſ. Jagdklubs, Darmſtadt, Heinrichſtr. 21. erhältlich.
Die idylliſch im Walde, direkt bei der Straße von Darmſtadt
nach Griesheim zu gelegenen Schießſtände ſind mit den
modern=
ſten Einrichtungen verſehen. Nebeneinander liegen die Anlagen
für die Schießen auf Wildſcheiben und Wurftauben. Der ganz
neu hergerichtete Wurftaubenſtand beſitzt 15 Maſchinen, die
elek=
triſch abgezogen werden, und zwar von einem Turm hinter den
Schützen aus.
Die Stände ſind vor jeder Witterung geſchützt. Ein großes
Reſtaurationsgebäude befindet ſich auf dem Platze, die elektriſche
Bahn verbindet die Stadt mit dem zirka 3 Kilometer entfernten
Schießhaus.
Die Eingänge an Ehrengaben ſind für den Anfang recht
be=
friedigend, ſo daß, wenn es ſo weitergeht, die einzelnen
Konkur=
renzen mit wertvollen Preiſen ausgeſtattet werden können.
Es empfiehlt ſich, die Anmeldungen für die einzelnen
Schie=
ßen möglichſt bald an die Geſchäftsſtelle des Heſſ. Jagdklubs,
Darm=
ſtad, gelangen zu laſſen.
Die Rehböcke ſind in der Zeit, während der die
Meiſterſchafts=
ſchießen abgehalten werden, ſo heimlich, daß man ſie doch nicht
in Anblick bekommt, und es iſt für viele Reviere beſſer, die Böcke
bis gegen Ende der Brunft leben zu laſſen.
Darum auf, deutſche Jägerei, deutſche Schützen, zum friedlichen
Wettkampf mit Büchſe und Flinte nach Darmſtadt!
— Aquarien= und Terrarienausſtellung des Vereins für
Aqua=
rien= und Terrarienkunde „Hottonia”, Darmſtadt, vom 23. Auguſt
bis 2. September 1931. Wie man uns ſchreibt, beabſichtigt der
Verein für Aquarien= und Terrarienkunde „Hottonia‟, Darmſtadt,
auf ſeiner am Judenteich, in allernächſter Nähe hinter dem
Bota=
niſchen Garten gelegenen großen Freilandanlage eine
Aus=
ſtellung von Aquarien und Terrarien zu veranſtalten.
Als Termin für die Ausſtellung iſt nunmehr endgültig die Zeit
vom 23. Auguſt bis 2. September d. J. in Ausſicht genommen. Die
Beſchickung der Ausſtellung wird grundſätzlich durch die große
Zahl der Vereinsmitglieder ſelbſt erfolgen und zwar werden
neben der einheimiſchen Flora und Fauna unſerer
Ge=
wäſſer auch die in immer größerer Zahl eingeführten
farben=
prächtigen erotiſchen Fiſche, Amphibien und
Rep=
tilien ſowie überſeeiſche Waſſerpflanzen, möglichſt
reichhaltig vertreten ſein. Auch Seewaſſerbecken ſollen
ge=
zeigt werden, ſo daß die Ausſtellung einen überaus intereſſanten
Ueberblick über den heutigen Stand der Aquarien= und
Terrarien=
liebhaberei gewähren wird.
Briefkaſten.
Jedes
Anfrage iſ die letzte Bezugsquittung beizufügrn. Anonne Arfregen warden
nicht beanwortet. Die Beanwortung erfolgt ohne Nachtevertindtichtezs.
Röschen. In den Fällen 1 und 2b beſteht kein Zwang zum
Vertragsſchluſſe (ſog. Kontrahierungszwang). Iſt jedoch (2a) die
Ware mit einem beſtimmten Preiſe im Schaufenſter ausgelegt, ſo
dürfte dies in der Regel nach der Verkehrsanſchauung
als Vertragsantrag gelten (ſo auch das ſchweizeriſche
Obligatio=
nenrecht in Art. 7 Abſ. 3). Doch gilt dies dann nicht, wenn
er=
kennbare Umſtände (z. B. Veranſtaltung einer „Schaufenſterwoche‟
in einer Stadt) darauf hindeuten, daß die Ware, insbeſondere zu
dekorativen Zwecken, innerhalb beſtimmter Zeit im Schaufenſter
bleiben ſoll.
A. W. 69. Wenn Sie den angedeuteten vertragswidrigen
Ge=
brauch des Aborts im Falle eines Leugnens ſeitens der Mieterin
be=
weiſen können, wird das Gericht wohl ein Räumungsurteil zu
erlaſſen in der Lage ſein. Im anderen Falle könnten Sie nur, da
ja wohl monatliche Mietzinszahlung vereinbart iſt, auf Ende
Juli kündigen. Einen Beſuch einer dritten Perſon an ſich werden
Sie nicht hindern können.
Gg. Sch. i. T. Ohne Einſendung der Abonnementquittung
kann Beantwortung nicht erfolgen.
G. Sch. Wir unterſtellen bei den geſtellten Fragen, daß Sie im
Beſitze der Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr vom 15.. Juli 1930
ſind. Das Merkmal eines Hauptverkehrswegs gegenüber einem
Seiten=
weg iſt die Verkehrsdichte. An der Kreuzung von Karl= und
Heinrichſtraße hat z. B. das von Oſten oder Weſten aus letzterer Straße
kommende Fahrzeug das Vorfahrtsrecht des aus der engen und dazu
mit Geleiſe verſehenen Karlſtraße kommenden zu beobachten und ſich
des=
halb langſam heranzutaſten.
Infolge Sperrung der Erbacher Straße kommt als
Hauptverkehrs=
weg im Sinne des 8 24 einzig und allein die Landgraf=
Georgſtraße in Betracht.
Frage 3 iſt nur zu beantworten möglich, wenn ein örtlich begrenzter
Fall zur Beurteilung vorliegt. 8 24 iſt nur anwendbar bei vollkommen
überſichtlicher Kreuzung; im übrigen iſt immer 8 18 zu beobachten. Zu
Frage 4 kommt immer zu abſchließender Beantwortung auch PS und
Wagengewicht weſentlich in Betracht; die Frage iſt zu allgemein
gehalten, um auf den Höchſtgrad der Geſchwindigkeit zu ſchließen. Wenn
Bremſen heuken, ſo läßt dies auf unſachgemäße Bedienung derſelben
ſchließen.
Nummer 183
Samstag, den 4. Juli 1931
Seite 7
Abſchluß der Segelflugexpedition der RRG.
nach dem Jungfrauſoch.
Vor wenigen Tagen hat die Segelflugexpedition nach der
Jungfrau in der Schweiz ihren Abſchluß gefunden. Die
Teilneh=
mer ſind nach Darmſtadt zurückgekehrt. Die ſehr ungünſtigen
Witte=
rungsverhältniſſe im Gebiet der Jungfrau hatten leider nur die
Durchführung von 5 Flügen ermöglicht. Nichts deſto trotz kann
man wohl ſagen, daß dieſe 5 Flüge in dem bisher dem Segelflug
gänzlich unerſchloſſenen Alpengelände für die weitere Erforſchung
der Segelflugmöglichkeiten von größter Bedeutung ſind. Sie
ſtel=
len nach den Verſuchsflügen Kronfelds auf der Rax=Alp bei Wien
im Jahre 1929 die erſten eigentlichen Hochgebirgsſegelflüge dar.
Man muß bedenken, daß allein die Transportſchwierigkeiten ſchon
ſo große ſind, daß ſie für die Durchführung von Flugverſuchen ein
nahezu unüberwindliches Hindernis bedeuten. Wenn es trotzdem
gelungen iſt, eine Reihe von Segelflügen auszuführen, ſo iſt dies
nicht zuletzt der aufopfernden Tätigkeit der Expeditionsteilnehmer
und ihrer Helfer, der Angeſtellten der Jungfraubahn, Bergführer
und Mitglieder Schweizer Luftfahrt=Vereinigungen zu verdanken.
Das eigentliche Ziel der Unternehmung war die Erforſchung der
Segelflugmöglichkeiten im hochalpinen Gelände. Hierzu ſollten
zunächſt Segelflüge am Hang und kleinere Streckenflüge
ausge=
führt und außerdem Vermeſſungen von Pilotballonen zur
Beſtim=
mung der Windſtrömung vorgenommen werden. Es iſt gelungen,
eine große Reihe von Beobachtungen anzuſtellen, deren
Ausar=
beitung zurzeit noch durchgeführt wird.
Mit großem Geſchick hat ſich Groenhoff den fliegeriſchen
Auf=
gaben der Expedition gewidmet. Wenn auch die
Witterungsver=
hältniſſe für die Durchführung von Segelflügen nicht gerade
gün=
ſtig waren, ſo iſt es Groenhoff trotzdem gelungen, 5 größere
Strek=
kenflüge im Bereich der Hochalpen zu abſolvieren. Ueber den erſten
Flug Groenhoffs vom Jungfraujoch ſind ſeinerzeit genauere
Be=
richte gegeben worden. Wie erinnerlich, verlor Groenhoff beim
Start die eine Hälfte ſeines Höhenruders infolge zu frühen
Los=
laſſens der Haltemannſchaft. Nur ſeinem großen fliegeriſchen
Geſchick war es zuzuſchreiben, daß dieſer Flug noch glücklich beendet
werden konnte. Groenhoff flog damals von der Jungfrau nach
Interlaken, wo er nach 30 Km. Flugſtreckee glatt landete. Der
Transport vom Landeplatz bis hinauf zur Station Lauterbrunnen
erfolgte mittels Automobils. Von hier aus wurde das Flugzeug
mit der Wenger Alp=Bahn bis zur Kleinen Scheidegg überführt.
Hier mußte nochmals umgeladen werden auf die eigentliche
Jung=
fraubahn, die in langer Fahrt durch zahlreiche Tunnels bis zur
Station Jungfraujoch (Höhe 3457 Meter) führt. Die
Windver=
hältniſſe ermöglichten, kaum die Durchführung von eigentlichen
Segelflügen. Nach kurzen Segelverſuchen vor dem Hang, wobei
nur an wenigen Stellen Aufwind feſtgeſtellt werden konnte, mußte
der Pilot das Gebirgsmaſſiv verlaſſen und unter teilweiſer
Aus=
nutzung geringer Aufwinde einen Gleitflug durchführen.
Hier=
durch war wiederum bedingt, daß die Landung immer an einer
weſentlich tiefer gelegenen Stelle erfolgen mußte. Damit war
nun wieder ein größerer Zeitverluſt verbunden für die
Demon=
tage und den anſchließenden Rücktransport nach dem Jungfraujoch.
Außer von Groenhoff wurden auch von dem Züricher
Segelflug=
verein einige Segelflugverſuche unternommen. Dem Piloten
Far=
ner, einem Schweizer Militärflieger, gelang es dabei, kurze Zeit
zu ſegeln. Wie bereits berichtet, beendete Farner ſeine Flüge durch
einen Ueberlandflug nach Stans am Vierwaldſtätter See mit
einer Flugſtrecke von rund 50 Km. Wie Groenhoffs Flüge war
auch dieſer Flug ein reiner Gleitflug mit teilweiſer Ausnutzung
von Hang= und Wolkenaufwinden.
Groenhoffs erſter Flug erfolgte bei kräftigem Nordweſt von
zirka 10 M.=Sek. Wenn auch Windſtärke und =richtung einen
Se=
gelflug ermöglicht hätten, ſo mußte Groenhoff doch dieſen Flug
in=
folge ſeines beſchädigten Steuers abbrechen. Einige Tage ſpäter
ſtartete Groenhoff bei ſchwachem Nordwind. Er ſegelte kurze Zeit
am Mönch und Eiger. Da aber die Aufwinde zu ſchwach waren
und der Wind außerdem gänzlich nachließ, mußte auch dieſer Flug
im Tal beendet werden. Ein Meiſterſtück fliegeriſchen Könnens
war Groenhoffs Fernflug nach Bern. Der Start erfolgte nämlich
infolge der Föhn=Wetterlage notgedrungen mit Rückenwind.
Groenhoff ſuchte ſich zum Start eine Stelle aus, an der durch
Lee=
wirbel leichte Gegenſtrömung erzeugt wurde, und ſtartete von
dort aus. Gleich nach dem Freikommen des Segelflugzeuges geriet
er in den Föhn=Abwind und verlor dabei ſtark an Höhe. Die
Ab=
windgeſchwindigkeit betrug dabei bis zu 6 M.=Sek. Durch
vor=
übergehende Ausnutzung von Berg= und Wolkenaufwinden konnte
er aber die verlorene Höhe wieder gewinnen, ſo daß er über
ſei=
nem Ziel, dem Flugplatz Bern, noch in über 400 Meter Höhe
an=
kommen konnte. Mit einer Flugſtrecke von über 60 Km. führte
Groenhoff damit den erſten Zielflug vom Jungfraujoch aus.
Die=
ſer Flug ſtellt außerdem einen neuen Schweizer Segelflug=
Strecken=
rekord dar. Nach kurzem Aufenthalt in Bern wurde Groenhoff
von einer Motormaſchine nach ſeinem Startplatz im Schlepp
zu=
rückgebracht, um die für den Rücktransport erforderliche Zeit auf
ein Minimum zu reduzieren und Erfahrungen im
Schleppſegel=
flug am Hochgebirge zu ſammeln.
Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß die gegenwärtige
Jahreszeit für die Durchführung derartiger Segelflugverſuche
ziemlich ungeeignet iſt. Allein die Schneeverhältniſſe, die die
Startſchwierigkeiten bedingten, ſind äußerſt ungünſtig. Der Schnee
wird durch die Sonneneinſtrahlung im Laufe des Tages zum
Schmelzen gebracht und läßt die Kufe des Flugzeuges tief
ein=
ſinken. Nur am frühen Morgen erlaubt der hart gefrorene Schnee
ein einwandfreies Loskommen des Flugzeuges. Durch das
Tau=
wetter brechen außerdem zahlreiche Gletſcherſpalten durch, wodurch
die Startmannſchaft gefährdet wird. So iſt beiſpielsweiſe bei
einem Start auf dem Jungfraujoch ein Helfer der
Startmann=
ſchaft in eine Gletſcherſpalte geſtürzt, konnte ſich aber am
Start=
ſeil noch feſthalten. Der häufig wehende Föhn bringt ſofort ſtarke
Bewölkung mit ſich und verhindert dadurch, daß die Berggipfel
in Wolken gehüllt ſind, jeden Start. Der Nordweſtwind auf den
die Expeditionsteilnehmer ſehnſüchtig warteten, trat leider nur
an wenigen Tagen für ganz kurze Zeit ein. Es konnte feſtgeſtellt
werden, daß die Windſtärke in tiefer gelegenen Schichten
weſent=
lich größer und damit für die Durchführung von Segelflügen
ge=
eigneter war. Bei weſtlichen Winden wird das Jungfraumaſſiv
wechſelſeitig umſtrömt, ſo daß die Windrichtung am Joch
inner=
halb kurzer Zeit vollkommen wechſelte. In folchen Fällen kann
ein Start durch plötzliches Einſetzen von Rückwind mißlingen.
Einen ſehr weſentlichen Faktor, der für die Durchführung von
Segelflügen im Hochgebirge außerordentlich ungünſtig iſt, bildet die
geringe Luftdichte in größeren Höhen. Dieſe bedingt eine
Ver=
ſchlechterung der Sinkgeſchwindigkeit und ſetzt außerdem die
Trag=
fähigkeit der Luft ganz erheblich herab. Weiterhin iſt damit eine
Zunahme der Eigengeſchwindigkeit des Flugzeuges verbunden,
was natürlich wieder eine Erhöhung der Startgeſchwindigkeit zur
Folge hat. Es ſind alſo längere und ſtärkere Startſeile
erforder=
lich, als ſie ſonſt zum Start von Segelflugzeugen Verwendung
fin=
den. Die im Hochgebirge meiſt nur geringe Ausdehnung des
Start=
platzes hat aber zur Folge, daß das Startſeil, das für einen guten
Start erforderlich iſt, nicht reſtlos ausgezogen werden kann.
Wei=
terhin bedingt natürlich die geringe Dichte der Luft, die ſtarke
Sonnenbeſtrahlung und der niedrige Luftdruck, außerdem aber
auch die erheblichen Beſchwerden eines Transportes über die
Steilhänge für die Teilnehmer einer ſolchen Expedition und die
Piloten eine ganz bedeutende Herabſetzung des körperlichen
Wohl=
befindens.
Die bei der Segelflugexpedition nach dem Jungfraujoch
geſam=
melten Erfahrungen führen zu dem Schluß, daß weitere
Segel=
flugforſchungen zuerſt beſſer in den Vorbergen der Alven
unter=
nommen werden, indem man anſtrebt, von hier aus Vorſtöße in
das Innere des Alpengebietes, zu machen. Der Wert der
Ex=
pedition liegt darin, daß der richtige Weg zur Erforſchung des
Alpengeländes beſchritten worden iſt und Erfahrungen geſammelt
werden konnten, die weiteren Segelflugunternehmungen im
Hoch=
gebirge in hervorragendem Maße zugute kommen werden, bis es
gelingen wird, die Segelflugmöglichkeiten im Hochgebirge wiſſen=
Rdl. K.
ſchaftlich reſtlos zu erſchließen.
Skraßenberichl.
für die Woche vom 5. bis 11. Juli 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
Mainz—Alzey (Pariſerſtraße zwiſchen Nieder=Olm und
Wörr=
ſtadt) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13.0—14 6 vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch, Wahlheimer Hof, Hahnheim. Undenheim.
Bensheim—Worms (zwiſchen Bürſtadt und Worms) Km.
36,717—39,100, vom 8. 6. bis 6. 7. geſperrt. Umleitung: Bobſtadt,
Hofheim.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Neuſtadt i Odw.—Hainſtadt i. Odw. Km. 38,8—41,0 vom 22.
6. bis 8. 7. geſperrt. Umleitung: Lützelbach, Seckmauern, Wörth
am Main.
Darmſtadt—Griesheim—Wolfskehlen (zwiſchen Griesheim und
Wolfskehlen) Km. 7,416—10,723 vom 6. 7. bis 10. 8. geſperrt.
Umleitung: Groß=Gerau oder Stockſtadt, Crumſtadt, Eſchollbrücken.
Lindenfels i. O.—Marbach (zwiſchen Weſchnitz und
Weg=
ſcheide) vom 1. bis 15. 7. geſperrt. Umleitung: Hammelbach,
Wahlen.
Ober=Hilbersheim—Wörrſtadt vom Abzweig der Straße nach
Jugenheim bis zur Straßenkreuzung Partenheim-Wolfsheim
vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim,
Partenheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der
Nidder bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Berſtadt—Friedberg (zwiſchen Dorheim und Friedberg) vom
4. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Schwalheim oder
Fauerbach bei Friedberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i. Odw —Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz
unterhalb Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt
Wie=
belsbach vom 8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörferſtraße zwiſchen Botaniſchem
Garten und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt.
Kelſterbach—Schwanheim—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt
Kelſterbach) vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Goldſtein, Niederrad, Schwanheim oder rechtsmainiſch über
Flörs=
heim, Höchſt.
Nauheim—Trebur, Km. 18.084—20,741, vom 12. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Hof=Schönau
Tannenmühle—Groß=Steinheim, Km. 11,278—15,605. vom 3.
6. bis 8. 7. geſperrt. Umleitung: Hainſtadt.
Bürgel—Rumpenheim a. M., Km. 3,143—4,25 vom 24. 6. bis
31. 7. geſperrt. Umleitung: Offenbach-Mühlheim a. M.
Mainz—Ginsheim—Mainz—Guſtavsburg, Km. 27,0—27,2 v.
29. 6. bis 7 7. geſperrt. Umleitung: MainzBiſchofsheim.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden)
vom 29. 12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Rendel-Niederdorfelden bis zur Abzweigung nach Büdesheim
vom 18. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben,
Heldenbergen oder Vilbel, Gronau, Niederdorfelden.
Lindheim—Düdesheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Stockheim, Büches oder Hainchen, Himbach,
Eckarts=
hauſen, Calbach, Büches
Heuchelheim—Allendorf vom 13. bis 22. 7. geſperrt.
Um=
leitung: Gießen oder Dorlar.
p. Vorkriegspfandbriefe. Nach einer Verordnung des
Reichs=
juſtizminiſteriums ſind alte Pfandbriefe bis zum 31.
Dezem=
ber 1934 einzureichen.
aber auch zur
AuP LeSiCHIS-BFAUHUNg Bräunung des
ganzen Körpers
bei Sonnen 8
bädern verwende man die reizmildernde und kühlende Creme Leodor —
fetfrei in roter Packung; fetthaltig in blauer Packung, — Tube 60 Pf. und 1 Mk. —
Wirkſam unterſtützt durch Leodor=Edelſeife Stück 50 Pf. Zu haben in allen
Chlorodont=Verkaufsſtellen.
Tageskalender für Samstag, den 4. Juli 1931.
Heſſ Landestheater Großes Haus: Geſchloſſen.
Kleines Haus, 20 Uhr: „O, ſpaniſche Fliege‟,
Orpheum,
20.30 Uhr: Berenys Zigeuner.
Konzerte: Zur Oper,
Schloßkeller. Datterich, Sportplatz=Reſt. am Böllenfalltor,
Herrngartenkaffee, Schuls Felſenkeller —
Kinovorſtel=
lungen; Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Lieder=
tafel 1842, abends 21 Uhr, im Café Henn Neue
Darm=
ſtädter Straße 148: Gemütlicher Abend. — Gabelsberger
Stenographenverein 186 1, 20.30 Uhr, im großen Saal
des Städt. Saalbaues: Feſtabend aus Anlaß des 70jährigen
Beſtehens.
Aus Heſſen.
Skarkenburg.
Dg. Arheilgen, 3. Juli. Vom Standesamt. Im hieſigen
Standesamtsregiſter wurden im Monat Juni folgende Eintragungen
vollzogen: 6 Geburten, 2 Eheſchließungen und 4 Todesfälle. Im erſten
Halbjahr 1931 wurden zuſammen 58 Geburten (59), 38 Eheſchließungen
(B3) und 23 Sterbefälle (26) beurkundet. Die eingeklammerten Zahlen
beziehen ſich auf das erſte Halbjahr 1930. — Bierſteuer. Der
Nachtrag zur Ortsſatzung über die Erhebung der Bierſteuer in der
Ge=
meinde Arheilgen (Beſchluß des Gemeinderats vom 15. Mai 1931) hat
die kreisamtliche Genehmigung erhalten. Der Nachtrag lautet
folgen=
dermaßen: „8 1 der Ortsſatzung erhält folgenden Wortlaut: Der örtliche
Verbrauch von Bier, das entweder in dem Gemarkungsbezirk hergeſtellt
eder in denſelben eingeführt wird, unterliegt einer Steuer nach
folgen=
den Sätzen: für Einfachbier 2,50 RM., für Schankbier 3,75 RM., für
Vollbier 5,00 RM. und für Starkbier 7,50 RM. je Hektoliter.‟ Da
die=
ſer Nachtrag mit dem 1. Juli in Kraft getreten iſt, haben die hieſigen
Wirte ihre Verkaufspreiſe mit gleichem Tage entſprechend erhöht, was
ungefähr 2 Pfg. pro Glas ausmacht. — Hohes Alter. Am
heu=
tigen Tage konnte Frau Dorothea Frickel, geb. Hundsdorf, ihren 80.
Ge=
burtstag begehen. — Arbeiter=Wohlfahrt. Die hieſige
Ortsgruppe der Arbeiter=Wohlfahrt führt einen achttägigen
Ferienaufent=
halt für Kinder auf dem „Rimdimdim” (Heim der Darmſtädter
Natur=
freunde) durch. An dieſer Freizeit, die am Sonntag, den 12. Juli,
be=
ginnt, beteiligen ſich 40 hieſige Kinder. Tägliche Abwechſlungen und
Spaziergänge werden den Kindern einen angenehmen Ferienaufenthalt
gewährleiſten. Da des weiteren noch neun ältere Perſonen daran
teil=
nehmen, iſt auch genügende Beaufſichtigung der Kinder vorhanden. Die
Koſten für den Ferienaufenthalt trägt die Arbeiter=Wohlfahrt. —
Schwimmfeſt. Der hieſige Arbeiter=Turn= und Sportverein
ver=
anſtaltet am 1. und 2. Auguſt an unſerem ſchönen Schwimmbad am
Arheilger Mühlchen” ein Schwimmfeſt, zu dem zahlreiche Vereine ihre
Mitwirkung zugeſagt haben. Es wird zu intereſſanten waſſerſportlichen
Wettkämpfen kommen. Auch wird hierbei das Tanzſpiel „An der ſchönen
blauen Donau” nach dem herrlichen Walzer von Johann Strauß
auf=
geführt. Getanzt von 80 Turnerinnen und begleitet von dem gemiſchten
Chor des Arbeiter=Geſangvereins „Treue” und der Kapelle Anthes wird
dieſes Tanzſpiel den Höhepunkt des Schwimmfeſtes bilden. —
Som=
merfeſt. Das Sommerfeſt der Sportvereinigung 04 findet am
Sonn=
tag, den 12. Juli, auf dem Arheilger Mühlchen ſtatt. Der Nachmittag
iſt als Werbeveranſtaltung gedacht, wobei alle Abteilungen des Vereins
nitwirken.
Dd. Arheilgen, 3. Juli. Untererhebſtelle. Von den 31
Be=
werbern um die vakant gewordene Untererhebſtelle in Arheilgen wurde
nun Herr Birkenſtock, der derzeitige Kirchenrechner, ausgewählt. Die
Kaſſenräume werden damit wohl auch von der Darmſtädter Straße in
die Dieburger Straße verlegt.
F Eberſtadt, 3. Juli. Einführung der erhöhten
Bierſteuer. Nachdem der Gemeinderat die Einführung der
erhöhten Bierſteuer für den Gemarkungsbezirk der Gemeinde
Eberſtadt in ſeiner letzten Sitzung zum wiederholten Male
abge=
lehnt hatte, iſt dieſe nunmehr durch Verfügung des Kreisamtes
vom 29. Juni 1931 mit folgenden Sätzen eingeführt worden:
Ein=
fachbier: 2,50 RM. Schankbier: 3,75 RM., Vollbier; 5 RM.,
Starkbier: 7,50 RM. für einen Hektoliter. Als Ortsſatzung für
die Gemeinde=Bierſteuer gilt die von dem Herrn Miniſter des
Innern herausgegebene Muſterſatzung, deren Wortlaut bis
ein=
ſchließlich 7. Juli auf der Bürgermeiſterei eingeſehen werden kann.
Die Ortsſatzung iſt am 1. Juli 1931 in Kraft getreten und tritt
mit Ablauf des Rechnungsjahres 1931 wieder außer Kraft.
Neuer Baufluchtlinienplan. Die Baufluchtlinien für
den ſüdlichen Teil der Kirchſtraße ſind neu feſtgeſtellt worden. Der
Plan kann bei dem Gemeindebauamt eingeſehen werden. —
Ge=
ſangverein „Frohſinn” 1842. Der Verein begibt ſich am
kommenden Sonntag nach Wixhauſen zum
Geſangswett=
ſtreit, den der dortige Geſangverein „Liederkranz” in
Verbin=
dung mit ſeiner 60. Jubelfeier veranſtaltet. An dieſem Wettſtreit
nimmt der Verein „Frohſinn” in der zweiten Landklaſſe teil.
Eine letzte Probe, zu der jedermann Zutritt hat, iſt auf Samstag
abend im Lokal „Zum Bergſträßer Hof” angeſetzt.
F Eberſtadt, 3. Juli. Holzabfuhr. Die Bürgermeiſterei
weiſt darauf hin, daß das jetzt noch im Walde lagernde Nutz= und
Brennholz bis längſtens 15. Juli abgefahren werden muß und
Säumige Strafanzeige zu gewärtigen haben. — Aerztlicher
Sonntagsdienſt. Den ärztlichen Sonntagsdienſt verſieht am
Sonntag, den 5. Juli, Dr. med. Gaßner. An ihn wende man
ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
* Nieder=Ramſtadt, 2. Juli. Auf dem Turnplatz des Ev.
Vereins=
hauſes am Lohberg findet am kommenden Sonntag, 5. Juli nachmittags.
ein großes Kinderfeſt der hieſigen Sonntagsſchule ſtatt. Frohes
Kinderſpiel geſangliche und muſikaliſche Darbietungen werden den
Nach=
mittag ausfüllen. Herr Pfarrer Weigel wird ſich auch mit einem kurzen
Wort beteiligen. Alle Eltern mit ihren Kindern aus Nieder=Ramſtadt
und Waſchenbach ſind zu dieſem feſtlichen Nachmittag herzlich eingeladen.
Die Beteiligung iſt frei!
Ak. Nieder=Ramſtadt, 3. Juli. Statiſtiſches. Im erſten
Kalenderhalbjahr 1931 wurden in den hieſigen Standesregiſtern
beurkundet (die in Klammer angegebenen Zahlen bedeuten
die=
jenigen des gleichen Zeitraumes im Vorjahre); a) Geburten: 17
(21); b) Eheſchließungen: 11 (16); 8) Sterbefälle: 22, darunter
5 aus den Nieder=Ramſtädter Anſtalten (14, darunter 4 aus den
Nieder=Ramſtädter Anſtalten). Auffallend groß iſt die Zahl der
Sterbefälle, die in dem Berichtszeitabſchnitt einen Umfang
ange=
nommen hat, wie er ſchon lange Jahre hindurch nicht mehr zu
ver=
zeichnen geweſen iſt. — Beigeordnetenwahl. Die
Amts=
zeit des derzeitigen Beigeordneten Regalia läuft im Herbſt
dieſes Jahres ab. Es hat daher demnächſt Neuwahl ſtattzufinden.
Der Termin für die Neuwahl ſteht noch nicht feſt wird aber in
der nächſten Gemeinderatsſitzung vorausſichtlich beſtimmt werden.
— Gemeindeſteuer. Vielfach hört man Klagen darüber,
daß auch in dieſem Jahre die Gemeindeſteuerzettel für das
Rech=
nungsjahr 1931 noch nicht zugeſtellt ſind und daß ſomit die
Ge=
fahr beſteht, daß wiederum zwei Ziele auf einmal fällig werden.
Zur Aufklärung ſei mitgeteilt, daß die Verzögerung nicht an der
Gemeindeverwaltung liegt, ſondern daran, daß die
Steueraus=
ſchlagſätze bis heute noch nicht durch das Miniſterium genehmigt
ſind. Die Vorarbeiten ſind jedoch ſo gefördert, daß mit
Eintref=
fen der miniſteriellen Genehmigung die Steuerbeſcheide innerhalb
weniger Tage den Pflichtigen zugeſtellt werden können.
(f) Roßdorf. 3. Juli. Mietunterſtützungen. Die
Anträge auf Gewährung von Mietunterſtützungen werden in der
Zeit von Montag, 6. Juli, bis Mittwoch, 8. Juli, während der
Dienſtſtunden auf dem Rathaus entgegengenommen. Zur
An=
tragſtellung berechtigt ſind; Klein= und Sozialrentner, Ortsarme,
Erwerbsloſe, Kriſen= und Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger und
ſonſtige bedürftige Perſonen. Bei der Antragſtellung ſind
vorzu=
legen: Der Steuerbeſcheid des betr. Hauſes über die Landesſteuer
für 1931 und ein ſchriftlicher Nachweis des Hausbeſitzers über die
hypothkariſche Belaſtung des Hauſes am 31 7. bzw. 31. 12. 1918.
Antragſtellung iſt in jedem Falle erforderlich, alſo auch für
die=
jenigen, die bereits im letzten Jahre Mietunterſtützung bezogen
haben.
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STRASSE 19/24.5
Seite 8
Samstag, den 4. Juli 1931
Nummer 183
r. Babenhaufen, 2. Juli. Zur Bürgermeiſterwahl. Am
Sonntag in 3 Wochen, am 26. Juli, findet hier die Bürgermeiſterwahl
ſtatt. Nachdem zu Beginn des vorigen Jahres der um die Entwicklung
unſeres Städtchens hochverdiente langjährige Herr Bürgermeiſter Rühl
ſein Amt niedergelegt hatte, führte einige Monate Herr Beigeordneter
Hauff die Geſchäfte der Stadt. Eine heimtückiſche Krankheit raffte ihn
vor einigen Wochen im blühenden Mannesalter dahin. Da der im
Früh=
jahr vorigen Jahres mit Stimmenmehrheit zum Bürgermeiſter gewählte
Schreibgehilfe Herr Karl Bender vom Kreisamt nicht beſtätigt wurde,
muß nun eine Neuwahl ſtattfinden. Die Namen verſchiedener
Kandi=
daten, die ſich um das Amt bewerben, werden genannt. Offiziell hat
bis jetzt nur die Sozialdemokratiſche Partei zur Bürgermeiſterwahl
Stellung genommen. In einer kürzlich ſtattgefundenen Verſammlung
der hieſigen Ortsgruppe der S.P.D. wurde unter allgemeiner
Zuſtim=
mung der langjährige Parteivorſitzende und derzeitige Bürgermeiſter=
Stellvertreter Herr Thomas Brenger als Kandidat aufgeſtellt. Bei
die=
fer Gelegenheit richtete Herr Gemeinderat Melk die eindringliche
Mah=
nung an die Verſammlung, mit aller Energie für die Kandidatur
Bren=
ger einzutreten und ihr zum Siege zu verhelfen.
— Brensbach, 3. Juli. Zu dem am 4., 5. und 6. Juli in
Brensbach ſtattfindenden Gauturnfeſt des
Odenwald=
gaues ſind die Vorarbeiten fertiggeſtellt. Der Feſtplatz beſindet
ſich an der Horns Mühle in einer ſchönen ſtaubfreien Lage. Zum
erſtenmal werden dieſes Jahr für muſtergültiges Auftreten im
Feſtzug an die fünf beſten Vereine Preiſe verteilt. Die
Wett=
kämpfe beginnen um 7.15 Uhr. Nachmittags 4 Uhr findet ein
Handballſpiel ſtatt. Auch für das leibliche Wohl iſt beſtens
ge=
ſorgt. Deshalb, „Auf nach Brensbach zum Gauturnfeſt”.
Ba. Unter=Moſſau, 3. Juli. Einweihung des
Ihrig=
turms. Dieſelbe beginnt am Sonntag, den 5. Juli, nachmittags
1 Uhr. Der Geſangverein „Liederkranz” Ober=Moſſau (Dirigent
Joh. Spatz) umrahmt die Feier. Die Leitung und Begrüßung hat
der Gauleiter, Lehrer Wolf=Zell. Die Weiherede hält der erſte
Vorſitzende des Odenwaldklubs, Oberbürgermeiſter Mueller=
Darmſtadt. Dann wird Bürgermeiſter Weyrauch=Ober=Moſſau den
neuen Turm mit ſeiner herrlichen Ausſicht übernehmen. Viele
Wanderer werden erwartet. Ein ſchöner Anmarſchweg führt vom
Bahnhof Michelſtadt, dem gelben Dreieck nach, direkt zum
Lärm=
feuer.
Bullau i. Odw., 3. Juli. Zwei hieſige Burſchen, die
anſchei=
nend zuviel dem Alkohol zugeſprochen hatten, gerieten
miteinan=
der in Wortwechſel. Im Verlaufe dieſer Streitigkeiten verſetzte
Brohm ſeinem Gegner Köbler zwei Meſſerſtiche. Die
Unter=
ſuchung iſt im Gange.
De. Groß=Hauſen, 3. Juli. Selbſtmordverſuch. Vorgeſtern
nachmittag verſuchte ein aus Fehlheim ſtammendes Mädel ſeinem Leben
ein Ende zu machen, indem es ſich in der Weſchnitz bei Groß=Hauſen
er=
tränken wollte. Groß=Häuſer Leute konnten jedoch die Lebensmüde noch
retten, und man gab das Mädel in Groß=Hauſen in Fürſorge. Der
Grund zu dem Verſuch ſoll Liebeskummer ſein. — Straßenbau
in Groß=Hauſen. Am Samstag wird das Abfahren der alten
Pflaſterſteine und das Anfahren von Sand zum Neubau unſerer
Orts=
ſtraßen öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert. Der Voranſchlag
zum Straßenbau beträgt 30 000 RM. Die Gemeinde Groß=Hauſen will
dieſen Betrag innerhalb 5 Jahren voll gedeckt haben, ohne die
Gemeinde=
ſ
ſ=
ſteuern zu erhöhen.
Bb. Bensheim, 2. Juli. Am Samstag und Sonntag fanden
hier=
ſelbſt zwei ſtudentiſche Sommerfeſte ſtatt. Zu dem erſteren,
dem V. C. Sommerfeſt, hatten die Alten Herren des Verbandes
Alter Turnerſchaften durch ſeinen diesjährigen Standort V. A. T.
Darm=
ſtadt, Einladungen an die verehrlichen V. A.T. V.A.T. und die
verehr=
lichen Turnerſchaften im V.C., ſowie an beſondere Ehrengäſte ergehen
laſſen. Nach einer nachmittäglichen Kaffeetafel im Garten des Hotels
„Deutſches Haus” und ſich anſchließendem zwangloſen Abendeſſen
be=
gann um 8.30 Uhr der Kommers mit Damen in den Sälen des
genann=
ten Hotels. Das Präſidium führte dabei Herr Jebe Merovingiae=
Darmſtadt, der die Erſ ienenen, die Ehrengäſte und insbeſondere Herrn
Kreisdirektor Reinhart, Herrn Bürgermeiſter Dr. Angermeier und den
geladenen Vertreter der Preſſe begrüßte. Die Anſpache hielt ſodann
Herr Landgerichtsdirektor Meyer=Darmſtadt (Arminige Gießen), der
in poetiſch=ſchwungvoller Rede zur Einheit mahnte und dabei der bei
den Germanen ſtets herrſchenden Zwietracht, die er bis auf die Zeit
eines Arminius zurückführte, der dieſe Zwietracht geißelte und zur
Einigkeit und zur Erhebung Germaniens gegen die römiſchen
Bedrük=
ker aufforderte. Die Rede ſchloß mit einem exakt geriebenen
Salaman=
der und dem Geſang des Deutſchlandliedes. Um halb 11 Uhr begann
der von der Jugend mit Ungeduld erwartete Tanz, der ſich bis in die
Morgenſtunden hinzog. — Dieſem V. C.=Sommerfeſt folgte am Sonntag
das V. C.=Sommerfeſt Bergſtraße, das ebenfalls alljährlich von den
katholiſchen farbentragenden Sudentenverbindungen im V.C. an der
Bergſtraße veranſtaltet wird, und das in dieſem Jahre wieder nach
Bensheim verlegt worden war. Auch hierbei hatte ſich eine zahlreiche
hmerſchaft mit ihren Damen eingefunden. Der ſchöne vollbeſetzte
Garten des Hotels „Deutſches Haus” bot durch die vielfarbigen Mützen
der A.H. A.H. und aktiven Studenten, ſowie durch den Damenflor ein
reizendes Bild. Im fahnengeſchmückten Saal begann abends wiederum
ein ſolenner Kommers mit Damen, bei dem Herr Staatsrat v. Eiff
die Feſtanſprache hielt. Tanz und lebhafte Unterhaltung gelangten
auch hier zu ihrem Recht, und wurde es bereits hell, als die letzten Gäſte
ſich der Frühzüge zur Heimfahrt bedienten.
— Hirſchhorn, 3. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
2. Juli: 1,78 Meter; am 3. Juli: 1,76 Meter. (Morgens 5,30 Uhr.)
— Gernsheim, 3. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
2. Juli: 1,75 Meter; am 3. Juli: 1,65 Meter.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Feſtbuch zur Einweihung des Strefemann=Ehrenmals in Mainz.
Aus Anlaß der Einweihung des Streſemann=Ehrenmals iſt vom
Ar=
beitsausſchuß ein illuſtriertes Feſtbuch herausgegeben worden, das auf
70 Seiten Text eine Reihe bemerkenswerter Beiträge enthält, die dem
Andenken Streſemanns gewidmet ſind, und ſich weiter mit der
Bau=
geſchichte und der Architektonik des Denkmals beſchäftigen. Eine ſehr
leſenswerte Biographie von Streſemann hat Freiherr Rochus v.
Rhein=
baben beigeſteuert. Den Hauptinhalt des Buches machen die ſehr
zahl=
reichen Aeußerungen über Streſemann von berühmten Zeitgenoſſen,
Mitarbeitern und Freunden aus, ſo u. a. von Reichspräſident
Hinden=
burg, Dr. Curtius, Hermann Dietrich, von Hoeſch, Staatspräſident
Ade=
lung, Staatspräſident Braun, Reichsbankpräſident Luther, Thomas
Mann, Dr. Scholz, Briand, Chamberlain, Lord d’Abernon, Henderſon,
Kellogg, Herriot, Loucheur, Macdonald, Lloyd George, Schober, Seipel
Schurmann, Snowden.
* Tagung des Deutſchen Weinbau=Verbandes. Der Vorſtand des
Deutſchen Weinbauverbandes tagte unter dem Vorſitz ſeines Präſidenten
Müller=Karlsruhe in Mainz im Kaſino „Hof zum Gutenberg‟. Den
größten Naum der Beratungen nahm die Frage ein, wie den
überſchul=
deten Weinbaubetrieben Hilfe gebracht werden könne. Der Verband
hatte aus dieſem Grunde umfangreiche Erhebungen über die Höhe der
Verſchuldung der Weinbaubetriebe angeſtellt, und dabei ermittelt, daß
in manchen Weinbaugebieten eine Verſchuldung vorliegt, die bei dem
hohen Prozentſatz der Betriebe das Mehrfache des Ertragswertes des
Weinbergvermögens ausmacht. — Die Beratungen führten zu dem
Be=
ſchluß, zu verſuchen, eine Art Umſchldungs= und Zinsverbilligungs=
Aktion durchzuführen, und zwar mit Perſonalkrediten. Aus dieſen
Er=
wägungen heraus wurde beſchloſſen, ſofort einen Vertreter des
Deut=
ſchen Weinbauverbandes nach Berlin zu ſenden, um in dieſem Sinne
Rückſprache mit dem Neichsernährungsminiſter Schiele zu nehmen und
entſprechende Anträge zu ſtellen. — Der Vorſtand beſchloß in ſeinen
weiteren Beratungen, bei den zuſtändigen Stellen darauf einzuwirken,
daß einmal klipp und klar in den Ausführungsbeſtimmungen zum neuen
Weingeſetz hervorgehe, daß die alkoholfreien Traubenmoſte in ihrer
Be=
handlung dem Weingeſetz unterliegen und, ſofern ſie als ſolche in den
Verkehr gebracht werden, ſie nicht nach § 3 des neuen Weingeſetzes
ver=
beſſert ſein dürfen, weil die Beſtimmungen des § 3 ſich nur auf
Wein=
bereitung beziehen könnten.
* Die Strafe als gerechte Sühne anerkannt. Der 21jährige
Dach=
decker Friedrich Cazaré von hier, der am 13. Januar d. J. ſeiner
früheren Geliebten mit einem Raſiermeſſer den Hals durchſchnitt, daß
die Verletzte vier Stunden ſpäter unter den gräßlichſten Qualen
ver=
ſtarb, und er dieſerhalb vom Schwurgericht der Provinz Rheinheſſen
kürzlich wegen Totſchlags zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde,
hat geſtern in einem Schreiben an die Staatsanwaltſchaft die Strafe —
als gerechte Sühne für ſeine Tat — anerkannt. Hiermit iſt das Urteil
rechtskräftig geworden, da ſeitens der Staatsanwaltſchaft eine Reviſion
gegen das Urteil nicht verfolgt wird. Da dem Verurteilten bei guter
Führung als bisher unbeſtrafter Menſch ein Viertel der Strafe bedingt
erlaſſen nud die Unterſuchungshaft in Anrechnung gebracht wird, hak
er ungefähr noch fünfeinhalb Jahre Zuchthaus zu verbüßen.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 2. Juli. Rhein: Hüningen 2,26;
Kehr 3,60; Maxau 5,38; Mannheim 4,52; Mainz 1,73; Bingen 2,64;
Caub 3,02; Köln 2,83 Meter. — Main: Schweinfurt 0,78; Würzburg
0,84; Lohr 1,15; Steinheim 2,35; Hanau 3,02; Koſtheim 1,40, desgl.
Waſſertiefe 3,34 Meter. — Waſſerwärme des Rheins: 18 C.
Oberheſſen.
— Gießen, 3. Juli. Großfeuer in
Großrechten=
bach. In dem Dorfe Großrechtenbach brach heute vormittag in
dem Grundſtück des Fleiſchbeſchauers Müller Feuer aus, das in
kurzer Zeit den Holzſchuppen und die Waſchküche in Aſche legte,
dann aber auf die große Scheune und einen Schuppen des
angren=
zenden Grundſtücks des Landwirts Heinrich Uhl übergriff und
auch dieſe beiden Gebäude völlig zerſtörte. Die Flammen dehnten
ſich dann auf den Dachſtuhl eines Neubaues auf dem Uhlſchen
Grundſtück aus und ſetzten dort ihr Zerſtörungswerk fort. Die
Feuerwehren konnten bei der Bekämpfung des Brandes leider
nicht in voller Wirkſamkeit vorgehen, da das Dorf ohne
Waſſer=
leitung iſt und das Waſſer mit Eimern von den Brunnen
heran=
geſchafft werden muß. Zur Bekämpfung des Brandes ſind
meh=
rere Feuerwehren an Ort und Stelle.
Nachrichken des Standesamks Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 26. Juni: Emma Wilhehlmine Luiſe Flanhardt,
ohne Veruf, ledig, 58 J., 2raiſa (Kreis Darmſtadt), hier, Grafenſtr. 9.
Am 27. Juni: Anna Porpotua Seidenſpinner, Hausangeſtellte, 25 J.,
ledig, Karlsſtraße 79. Am 28. Juni: Julius Leidolf, Oberſtudienrat
i. R., Profeſſor, Dr., 69 J., Roßdörfer Straße 72. Am 27 Juni:
Fried=
rich Hartmuth, Kaufmann, 35 J., Mauerſtraße 3; Friedrich Wilhelm
Wingert, Schloſſer, 24 J., ledig, Feldbergſtraße 82. Am B8. Juni:
Katharina Zimmermann, geb. Wedel, 47 J., Witwe des Maurers
Bie=
besheim, hier, Grafenſtraße 9: Georg Wilhelm Balthaſar Gehbauer,
Werkmeiſter i. R., 69 J., Heidelberger Straße 47; Margarete Göckel,
geb. Lemp, Ehefrau des Milchhändlers 57 J., Pankratiusſtraße 43;
Margarethe Dorothea Lehmann, geb. Kiſſinger, 54 J., Ehefrau des
Polizeiinſpektors, Mühlſtraße 43. Am 29. Juni: Minna Maria
Stern=
feld, geb. Klappach, 66 J., Witwe des Geh. Regierungsrats, Profeſſor,
Dr., Heinrichsſtraße 23; Georg Hechler, Landwirt, 50 J., Klein=Gerau,
hier, Grafenſtraße 9. Am 30. Juni: Luiſe Schaffner geb. Jungmann,
55 J., Ehefrau des Maurers, Mörfelden, hier, Erbacher Straße 25;
Minna Hartmann, geb. Baum, 29 J., Ehefrau des
Hilfsbetriebsaſſi=
ſtenten, Erbacherſtraße 46; Roſalie Emma Martha Noll, geb. Erdmann,
45 J., Ehefrau des Kaufmanns Eliſabethenſtr. 67. Am 1. Juli: Peter
Schmidt, Schneider, 28 J. ledig, Crumbach (Kreis Heppenheim), hier
ner, 54 J., Ehefrau des Fabrikdirektors in Baumholder, hier Erbacher
Straße 25; Henriette Margarete Vogel geb. Gras, 67 J., Witwe
des Maſchiniſten, Liebfrauenſtr. 72: Marga Kurts, 50 J., ledig,
Wey=
prechtſtraße 6: Mathilde Roſalie Zörgiebel geb. Rapp, 23 J.,
Ehefrau des Hilfsarbeiters, Landwehrſtr. 62.
Kirchliche Nachrichten.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (4. Juli).
Bereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte. Nachmittags
4 Uhr: Andach in der Kapelle des Schloſſes Kranichſtein. Pfarrer
Lau=
tenſchläger.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
5. Sonntag nach Trinitatis (5. Juli).
Evangeliſcher Volkstag.
Kollekte in allen Kirchen für die evangeliſche Wohlfahrtspflege
in der Einzelgemeinde.
Stadtkirche. Vorm. 7 Uhr: Choralmuſik vom Turm. Vorm. 9 Uhr=
Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde. Pfarrer Kleberger, Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 11.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan
Zimmer=
mann. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. Der Abendgottesdienſt fällt
aus.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 7 Juli, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, den 8. und
Samstag, den 11. Juli, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereini=
gung der Stadtgemeinde. — Samstag, den 11. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Sonntag, den 5 Juli, nachm. 3.30 Uhr: Waldfeier der evangeliſchen
Gemeinden am Herrgottsberg in Gegenwart des Herrn Prälaten D.
Dr. Diehl.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 5. Juli, vorm. 11.30
Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk der Reformationsgemeinde.
Pfar=
rer Wagner. Nachm. 2.30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer
Heß. — Montag, den 6. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukas=
gemeinde. Männervereinigung der Lukasgemeinde: Die
Monatsver=
ſammlungen im Juli und Auguſt fallen aus. — Dienstag, den 7. Juli,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung).
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung).
Mittwoch, den 8. Juli nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde. Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag, den
9. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas=, Markus= und
Schloß=
gemeinde. — Freitag, den 10. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Kaplaneigemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, den 8. Juli, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler,
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, den 5.
Juli, vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Bochmann.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Vorder=
haus, 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nach=
mittags (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. (Kollekte für die evang. Wohlfahrtspflege.) Vorm.
8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend Chriſtenlehre für beide
Abtei=
lungen der Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarr=
aſſiſtent Becker. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt.
Pfarr=
aſſiſtent Becker.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Kandidat Vögler.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, den
7. Juli, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. —
Mitt=
woch, den 8. Juli, nachm. 2 Uhr: im Gemeindehaus: Handarbeits= und
Strickſchule. — Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr im
Martins=
ſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus
Mädchenvereini=
gung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freita; den 10 Juli,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, den 6. Juli, abends 8 Uhr=
Mütterabend.
Paul=Gerhardt=Haus Gemeindehaus der Waldkolonie),
Vormit=
tags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Marx Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Marx. Nachm.
2.45 Uhr: Abmarſch vom Südausgang des Oxangeriegartens nach dem
Herrgottsberg zum Evang. Volkstag.
Veranſtaltungen Sönntag, den 5. Juli, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, den 6. Juli, abends 8 Uhr:
Poſaunen=
chor (Neue Trainkaſerne). Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. —
Mittwoch, den 8. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde für die Jugend.
— Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr: Poſaunenchor (Neue
Train=
kaſerne). Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung: Aelterenabend.
Freitag, den 10. Juli, abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Samstag, den
11. Juli, abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für evang. Wohlfahrtspflege in
Einzel=
gemeinden.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre (Oſtbezirk). Pfarrer
Rückert. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Irle. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Montag, den 6. Juli abends 8 Uhr:
Jugendbund. — Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereini=
gung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem
Abend=
mahl. Pfarrer Hickel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt in der
Kinderſchule. — Evang. Sonntagsverein: Zuſammenkunft um 3.15 Uhr
am Böllenfalltor. — Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. Die Nachmittagsbibelſtunde fällt wegen des Evangeliſchen
Volks=
tages aus. Nachm. 3.30 Uhr: Kinderfeſt im hinteren Hof. Abends
8 Uhr: Sommerfeſt des Jugendbundes. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Fraunenbibelſtunde,
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gemiſchter Chor — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Pred.
Neuber. — Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſunger Straße 80. Pred. Neuber. — Samstag, abends 8.30 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24) Sonntag: Beteiligung an
der Feier des Evangeliſchen Volkstages. Abends 8 Uhr: Sommerfeft
mit Bewirtung. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. —
Mitt=
woch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für
junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim,
Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag, abends 8.15 bis 10 Uhr:
Zuſam=
menkunft. (Näharbeiten können mitgebracht werden.) — Jeden 1. und
3. Mittwoch im Monat, abends 8.30 bis 10 Uhr: Nähen und Zuſchneiden.
— Donnerstag, den 2. Juli: Pflichtabend. — Donnerstag, den 9 Juli:
Spaziergang. Treffen 8.30 Uhr Tierbrunnen. — Sonntag, den 12. Juli:
Teilnahme an der Bahnhofsmiſſionsſammlung. — Nähabende: 1. und
15. Juli — Vom 15. Juli bis 20. Auguſt: Ferien.
fanteriekaſerne, Hof links). Sonntag: Teilnahme am Evangeliſchen
Volkstag. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkbibelſtunde. —
Mitt=
woch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung. —
Donners=
tag: Heimabend. — Freitag: Auf dem Sportplatz. Jungſchar:
Mitt=
woch und Samstag, nachm 4.30 Uhr.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
Samstag, den 4. Juli, nachm. 4.30—5.30 Uhr: Singen und Spielen im
Heim; anſchließend Andacht. — Mittwoch, den 8. Juli, nachm. 4 Uhr:
Spielen (am Tierbrunnen) — Donnerstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr:
Heimabend für Aeltere. — Samstag/Sonntag, 11./12. Juli: Wanderung.
Einzelheiten werden noch bekannt gegeben.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreife, Stiftſtraße 9 p.
Donners=
tag, den 2. Juli, abends 8 Uhr: 2. Kreis. — Freitag, den 3. Juli,
abends 5.30 Uhr bis 6.30 Uhr: „Heller Schein” (Schülerinnen). —
Sams=
tag, den 4. Juli, nachm 3—4 Uhr: „Kleine Lichter” — Montag, den
6. Juli, abends 8 Uhr: Miſſionskreis. — Dienstag, den 7. Juli, abends
8 Uhr: Arbeitsbeſprechung (ältere Gruppe). — Mittwoch, den 8. Juli,
nachm 5—6 Uhr: „Heller Schein” (Schülerinnen). — Donnerstag, den
9. Juli, abends 8 Uhr: 2. Kreis.
Die Chriſtengemeinſchaft. Während der Sommermonate findet die
Menſchenweihehandlung vorübergehend in einem Privathaus ſtatt.
Näheres Hügelſtraße 29 I. Erſtmalig: Sonntag, den 5. Juli, vorm.
7.45 Uhr: Menſchenweihehandlung.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 6. Juli, abends 8.30 Uhr,
im Feierabend (Stiftsſtraße 51): Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Vortrag:
Wie gebrauche ich meine Bibel recht?” — Montag, abends 8.15 Uhr:
Beteiligung an der Zelt=Gebetsverſammlung, Mollerſtraße 40. —
Diens=
tag, nachm 4 Uhr: Frauenmiſſionsverein. Aben s 8.15 Uhr:
Sing=
ſtunde. — Mittwoch: Die Jugendvereinsſtunde fällt aus. — Donnerstag,
abends 830 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4 Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4.30 Uhr: Verkündigung des Wortes Got=
tes. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag,
den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. (Prediger Kruſt.) Vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde. Abends
8.15 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Montag, abends 8.15 Uhr:
Allianzgebetsſtunde. — Dienstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evangel. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38.
Sonntag, den 5. Juli, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. Prediger E. Bültge. — Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr:
Bibel= und Gebetsſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 5. Juli, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. 4 Uhr: Predigt. Abends 8.15 Uhr:
Jugend=
ſtunde. — Mittwoch, 8. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. —
Frei=
tag, den 10. Juli, abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Chriſtlich=wifſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbäuſchule, Neckarſtraße 3: Gottesdienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch im
Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 5 Juli: Gott; Predigt: Jeſ. 46, 9.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I. Hindenburgſtraße (ehemal.
Kaſino). Sonntag, den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr und nachm. 4 Uhr, und
Mittwoch, den 8. Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54.
Sonn=
tag, den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr und nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den
8. Juli, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, Städtiſcher Saalbau, großes Muſikzimmer: Jeden Mittwoch,
abends 8 Uhr Vortrag. Sonntag, vormittags 10 Uhr:
Kinder=
verſammlung im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 20).
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkapelle Kranichſtein. Sonntag, den 5. Juli, vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Heldmann, Griesheim=Arheilgen.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Samstag, 8.15 Uhr:
Chriſten=
lehre für Mädchen. — Sonntag, vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt.
An=
ſchließend: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Gemeinſamer Abend
der Jugendgemeinde. — Montag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar II;
8 Uhr: Bubenringe. — Dienstag, 5.30 Uhr: Bubenjungſchar III; 8 Uhr:
Jungſchar=Führerkreis. — Mittwoch, 2 Uhr: Nähſtube des
Frauenver=
eins; 5.30 Uhr: Bubenjungſchar I und H; 8.30 Uhr: Kirchenchor. —
Donnerstag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar III; 8 Uhr: Mädchenringe.
— Freitag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar I. — Samstag 8 Uhr:
Klamp=
fenſtunde im Gemeindehaus, oberer Stock; 8.15 Uhr: Chriſtenlehre der
Buben.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, nachm 1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 5 Juli, vorm. 9.30 Uhr:
Gottesdienſt. Vorm. 11.25 Uhr: Ausflug des Frauenvereins nach
Er=
bach. — Dienstag: Mädchengruppe. — Mittwoch; Jungengruppe.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 5. Juli,
vormit=
tags 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vorm 10.30 Uhr: Chriſtenlehre.
Nachm. 3 Uhr: Kinderfeſt der Sonntagsſchule auf dem Turnplatz der
Gemeinſchaftsjugend. — Dienstag: Jugendvereinigung. — Mittwoch:
Kirchenchor. — Donnerstag: Frauenverein.
Evang. Gemeinde Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 5. Juli, vorm.
9.30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10 30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag,
6 Uhr: Bubenjungſchar. 8.30 Uhr: Jugendverein. — Dienstag: 6—7
Uhr: Bücherausgabe. 8.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, 5 Uhr:
Mädchenjungſchar. 8.30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 6 Uhr:
Bubenjungſchar. 8.30 Uhr: Poſaunenchor. Im Pfarrhaus:
Helfer=
beſprechung. — Freitag: Mädchenverein. — Samstag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 5. Juli, vorm. 9 30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag:
Frauenverein. — Dienstag, 6—8 Uhr abends, im Gemeindehauſe (
Klein=
kinderſchule): Sprechſtunde in Kirchenſteuerangelegenheiten. Abends
9 Uhr: Poſaunenchor und Jugendbund Wartburg. — Freitag:
Jung=
mädchenverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
heim i. Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
bach, Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
bach, Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Straße 14.
Sonntag, den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Mittwoch, den 8. Juli,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße 3.
Sonntag, den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 9. Juli,
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtr. 35 Sonntag,
den 5. Juli vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 9. Juli, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger Straße 22.
Sonn=
tag, den 5. Juli, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 8. Juli, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
tag, den 5. Juli, vorm. 9.30 Uhr, und Mittwoch, den 8. Juli, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 22.
Sonn=
tag, den 5. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 9. Juli, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim. Mainzer Straße 84.
Sonn=
tag, den 5. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 9. Juli, abends
8 Uhr: Gottesdienſt.
Nummer 183
Samstag, den 4. Juli 1931
Seite 9
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eingetragen: Firma Heinrich Kopp,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, in
Reinheim. Gegenſtand des
Unterneh=
mens iſt die Uebernahme und der
Fort=
betrieb, der bisher unter der Firma
Heinrich Kopp in Reinheim betriebenen
elektrotechniſchen Fabrik. Das
Stamm=
kapital betragt 20 000.— RM.
Ge=
ſchäftsführer ſind: 1. Heinrich Kopp jun.
in Reinheim, 2. Sidney Kupfer in
Frankfurt a. M., 3. Richard Kupfer in
Frankfurt a. M., 4. Theodor Simoneit
in Frankfurt a. M. Der
Geſellſchafts=
vertrag iſt vom 27. April 1931. Die
Geſellſchaft muß einen oder mehrere
Ge=
ſchaftsführer haben. Sind mehrere
Ge=
ſchäftsführer beſtellt, ſo wird die
Geſell=
ſchaft durch mindeſtens zwei
Geſchäfts=
führer oder durch einen Geſchäftsführer
und einen Prokuriſten vertreten. Als
Einlage auf das Stammkapital bringen
ein: a) Der Geſellſchafter Heinrich Kopr
junior die unter der Firma Heinrich
Kopp in Reinheim betriebene
Spezial=
fabrik elektrotechniſcher Artikel nach
dem Stande vom 25. April 1931 im
Werte von 4000.— RM.: b) die Geſell=,
ſchafter Heinrich Wilhelm Kopp ſen.,
Eheleute, Grundſtücke in der
Gemar=
kung Reinheim, Grundbuch Reinheim, wd. z. Verk, einer
Blatt 832, im anzurechnenden Werte
4000.— RM.
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Reinheim, den 17. Juni 1931.
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Seite 10
Samstag, den 4. Juli 1931
Nummer 183
Abbrach des Leipziger Schillerhauſes?
Das Schillerhaus in Leipzig=Gohlis,
in dem der Dichter 1785 wohnte und am „Don Carlos” arbeitete, ſowie das „Lied an die Freude‟
ſchrieb, iſt jetzt ſo baufällig, daß die Gefahr beſteht, daß es abgeriſſen werden muß.
Das Steingeröll im Gebirgsdorf Kaprun bei Zell am See,
das durch einen Wildbach meterhoch über den ganzen Ort geſchüttet wurde.
Gewaltige Brandkataſtrophen.
Großfeuer in einem Eiſenacher Induſtriewerk.
Großfeuer in der Niederrader
Eiſenach. Am Donnerstag, kurz vor
Mit=
ternacht, brach in der am Hauptbahnhof gele=
Barackenſiedlung.
Reich und Ausland.
Rückkehr der deutſchen Blokke
von der Auslandsreiſe.
Kiel. Die deutſche Flotte iſt geſtern
nach=
mittag nach Beendigung der Sommer=
Ausbil=
dungsreiſe, die ſie in eine große Anzahl
norwe=
giſcher Häfen geführt hat, wieder in den Kieler
Hafen zurückgekehrt. Während die in Kiel
ſtatio=
nierten Einheiten ihre gewohnten Liegeplätze
aufſuchten, traten die Linienſchiffe „Schleſien”
„Hannover” und der Kreuzer „Köln” ſofort die
Weiterreiſe durch den Nord=Oſtſee=Kanal nach
Wilhelmshaven an. Auch die 1. Torpedoboots=
Halbflottille fuhr anſchließend nach ihrem
Hei=
mathafen Schwinemünde weiter.
Eine blutige Schlägerei mit Zigeunern.
Kaſſel. An einem Fußballſpiel, das von
jungen Leuten aus Volksmarſen ausgetragen
wurde, beteiligten ſich auch einige in dem Ort
weilende Zigeuner. Im Verlauf des Spieles
erhielt einer der Zigeuner verſehentlich einen
Fußtritt, und im ſelben Augenblick war eine
ſchwere Schlägerei im Gange. Drei Zigeuner
ſchlugen rückſichtslos auf den vermeintlichen
Miſſetäter ein, worauf mehrere junge Leute den
Bedrängten zu Hilfe eilten. Die Zigeuner
be=
nutzten Meſſer, Revolver, Zaunlatten uſw. zum
Kampf, und es gab viele blutige Köpfe.
Größe=
res Unglück wurde glücklicherweiſe vermieden,
da die Freiwillige Feuerwehr gegen die
Kämp=
fenden vorging. Eine Durchſuchung der
Zigeu=
nerwagen brachte eine größere Menge Gewehre,
Dolche uſw. zum Vorſchein. Die Waffenbeſitzer
wurden feſtgenommen.
Raubüberfall auf einen Kaſſenboten.
Köln. In der Nähe von Brüggen wurde
vorgeſtern nachmittag ein dreiſter Raubüberfall
auf einen Kaſſenboten verübt. Ein Boote der
Grube Hubertus, der Lohngelder zur Grube in
Zieſelsmaar bringen ſollte, wurde kurz vor der
Grube von zwei Männern überfallen und der
Gelder in Höhe von 2500 RM. beraubt. Ein
Begleiter des Boten wurde von den Räubern
mit einem Revolver in Schach gehalten.! Nach
den bisherigen Ermittlungen handelt es ſich bei
den Tätern, die ſchon mehrere Stunden vor dem
Ueberfall in der Nähe der Grube geſehen
wor=
den waren, um in Köln anſäſſige Perſonen.
Räuber plündern eine Stadtſparkaſſe.
Halle. In der Nacht zum Freitag iſt die
Spar= und Darlehnskaſſe in Landsberg (Bezirk
Halle) ausgeraubt worden. Erbeutet wurden
3600 RM. aus der Kaſſe und außerdem 100 RM.,
die dem Rendanten und Kämmerer der
Stadt=
kaſſe, Franze, gehörten. Zunächſt drangen die
vier Räuber in das Schlafzimmer des Ehepaares
Franze ein und zwangen Franze mit
vorge=
haltenem Revolver, die Schlüſſel zu dem
Geld=
ſchrank der Spar= und Darlehnskaſſe und zu der
Stadthauptkaſſe herzugeben. Zwei der Burſchen
gingen in die Räume der Sparkaſſe, während
die beiden anderen den Rendanten und ſeinen
20jährigen Sohn mit der Waffe in Schach
hiel=
ten. Nachdem ihre Kumpane in den
Kaſſen=
räumen ihre Arbeit verrichtet hatten,
verſchloſ=
ſen ſie ſämtliche Türen, ſo daß es dem
Rendan=
ten nicht möglich war, Lärm zu ſchlagen. In
einem bereitſtehenden Kraftwagen entkamen die
Räuber unerkannt in Richtung Leipzig.
Ein Amokläufer richtet ein Blutbad an.
Prag. Durch einen Amokläufer wurde die
Stadt Proßnitz in große Aufregung verſetzt. In
der Kanzlei einer Fabrik für landwirtſchaftliche
Maſchinen verlangte der ſeit längerer Zeit als
Anſtreicher dort beſchäftigte taubſtumme
Ar=
beiter Zaparka den Fabrikdirektor Reichmann
zu ſprechen und feuerte, als er vorgelaſſen
wurde, auf dieſen fünf Schüſſe ab, die den
Fabrikdirektor töteten. Der Attentäter floh und
rief, von mehreren Beamten verfolgt, auch unter
den Feldarbeitern eine Panik hervor, da er
blindlings um ſich ſchoß. In die Enge
getrie=
ben, jagte er ſich ſelbſt eine Kugel in den Kopf.
Bei Nachforſchungen in der Wohnung des
Taub=
ſtummen fand das Ereignis eine tragiſche
Fort=
ſetzung. In dem Augenblick, als ein
Polizei=
beamter die Tür der Wohnung öffnete,
explo=
dierte automatiſch eine Höllenmaſchine. Durch
die umherfliegenden Splitter wurde der Beamte
ſchwer verletzt. Man hat Grund zu der
An=
nahme, daß der Taubſtumme mit der
Höllen=
maſchine einen Anſchlag auf ſeine eigene Frau
plante, mit der er in Streitigkeiten lebte.
16 Familien obdachlos.
Frankfurt a. M. Geſtern mittag brach
im Stadtteil Niederrad, Hahnſtraße, in einer
der von der Stadt errichteten Notwohnungen
für Minderbemittelte im Obergeſchoß Feuer
aus. Die zweiſtöckige Baracke, die ganz aus Holz
gebaut iſt, bot dem Feuer reiche Nahrung.
Mihrere Löſchzüge der Frankfurter
Berufsfeuer=
wehr ſowie die Freiwillige Feuerwehr
Nieder=
rad erſchienen alsbald an der Brandſtelle. —
Perſonen ſind bei dem Brande nicht zu Schaden
gekommen. Die Urſache des Brandes ſteht noch
nicht feſt; es wird vermutet, daß das Feuer durch
das Umfallen einer Gaskerze, mit der die
Haus=
bewohner Ungeziefer vertilgen wollten,
entſtan=
den iſt. Der durch den Brand entſtandene
Scha=
den iſt für die Barackenbewohner um ſo
emp=
findlicher, als ſie nicht verſichert waren; dieſe
Baracken werden nämlich von keiner
Feuerver=
ſicherung aufgenommen.
Wie wir zu dem Großfeuer in der
Nieder=
rader Notſiedlung, in der Hahnſtraße weiter
hören, ſind 16 Familien mit insgeſamt 80
Per=
ſonen durch den Brand obdachlos geworden und
haben ihr ſämtliches Hab und Gut verloren. Es
handelt ſich faſt durchweg um
Wohlfahrtsunter=
ſtützungsempfänger. Zwei kleine Kinder konnten
gerade noch im letzten Augenblick von einem
Manne und einem zehnjährigen Mädchen dem
Tod entriſſen werden. Mehrere Perſonen
erlit=
ten durch die Aufregung und die Hitze
Ohn=
machtsanfälle; ein Familienvater von vier
Kin=
dern erlitt einen Nervenzuſammenbruch und
mußte ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen. Die
Arbeit der Feuerwehr war dadurch ſehr
er=
ſchwert, daß der nächſte Hydrant ſich erſt 300
Meter vom Brandplatz entfernt befindet. In der
Siedlung befinden ſich nur Handſchaumlöſcher,
die aber wegen der Größe des Brandes und der
Schnelligkeit, mit der er ſich ausbreitete, nicht
ausreichten.
Die Skephanikirche in Bremen
in Flammen.
Bremen. Am Freitag, gegen 15 Uhr,
wurde bei der Feuerwehr „Großfeuer=Alarm”
gemeldet. Der Turm der alten Stephanikirche
an der Faulenſtraße ſtand in Flammen.
Sämt=
liche verfügbaren Wehren ſind zurzeit mit der
Bekämpfung des Brandes beſchäftigt. Dem
Turm, der wegen Ausbeſſerungsarbeiten bis zur
Spitze mit Baugerüſten umkleidet iſt, entquellen
rieſige Rauchwolken, die ſich weit über die Stadt
hinziehen.
Zu dem Kirchenbrand erfahren wir noch:
Gegen 15 Uhr praſſelten noch immer
unaufhör=
lich brennende Dachpappenſtücke herab. Aus dem
Dach brachen immer neue helle Flammen
her=
vor. Die Arbeiten der Wehren wurden dadurch
beſonders erſchwert, daß man von außen nur ſehr
ſchwer an die Brandſtelle kommen konnte,
wäh=
rend eine Bekämpfung von innen noch größere
Schwierigkeiten machte. Es war rechtzeitig
ge=
lungen, alle Wertgegenſtände aus der Kirche
herauszutragen. Dem aufopferungsvollen
Ar=
beiten der Wehren iſt es gelungen, den
Haupt=
turm vor den Flammen zu bewahren. Gegen
16 Uhr war die Hauptgefahr beſeitigt, ſo daß
einige Wehren wieder abrücken konnten. Nach
Augenzeugenberichten ſoll der Brand auf einem
Baugerüſt, auf dem zwei Arbeiter mit
Repara=
turarbeiten beſchäftigt waren, ausgebrochen ſein.
Den beiden Arbeitern iſt es gelungen, ſich
recht=
zeitig in Sicherheit zu bringen, ſo daß
Men=
ſchenleben nicht zu beklagen ſind.
Der Brand in der Stephanikirche gelöſcht.
Das Großfeuer in der Bremer St.
Stephani=
kirche iſt gelöſcht worden. Gleichwohl ſchwelen
noch einige Brandneſter im Dachſtuhl. Ueber
die Urſache verlautet von ſeiten der Feuerwehr,
daß einer der beiden Dachdecker unter der
Turm=
ſpitze ein Feuer unterhielt, um eine
aſphalt=
ähnliche Maſſe zur Verwendung für die zur
Turmreparatur notwendige Bronzeplatte heiß
zu machen. Dieſes Feuer ſoll das Gerüſt in
Brand geſetzt haben. Der Dachſtuhl iſt
vollſtän=
dig vernichtet, dagegen konnte das Innere der
Kirche erhalten werden.
genen Farbenfabrik Arzberger u. Schöpff Feuer
aus, das ſich raſch auf die Lagerräume des
großen Induſtriewerkes ausbreitete. Sämtliche
Feuerwehren Eiſenachs gingen an die
Bekämp=
fung des Großſeuers. Es gelang ihnen, einen
Teil der Fabrik ſowie das bedrohte
Gerichts=
gebäude des Eiſenacher Verkehrsvereins zu
retten.
Ein polniſches Dorf in Flammen.
Hohendorf (Kreis Greifswald). Geſtern
morgen entſtand in dem Stallgebäude der Schule
ein Brand, der ſich ſchnell auf die umliegenden,
mit Stroh gedeckten Gebäude ausbreitete. In
kurzer Zeit ſtand das halbe Dorf, das etwa 450
Einwohner zählt, in Flammen. Trotz der
An=
ſtrengungen der aus der ganzen Umgebung
her=
beigeeilten Feuerwehren waren gegen Mittag
16 Wohnhäuſer mit ſämtlichen Nebengebäuden
ein Raub der Flammen geworden. Etwa 35
Familien ſind obdachlos geworden. Der Umfang
des verheerenden Eroßfeuers iſt noch nicht
abzu=
ſehen, da der Brand zurzeit noch andauert.
Brand auf einem ruſſiſchen Güterbahnhof.
Vier Tote, 35 Verletzte.
Moskau über Kowno. Auf dem
Güter=
bahnhof in Eriwan (Kaukaſus) brach ein Brand
aus, durch den etwa 20 Güterwagen vernichtet
wurden. Da die Gefahr beſtand, daß das Feuer
auf zwei auf einem Nebengleis ſtehende
Petro=
leumzüge übergreifen könnte, wurden
Truppen=
teile der Roten Armee zur Unterſtützung der
Feuerwehren herangezogen. Nach Beendigung
der Löſcharbeiten wurde feſtgeſtellt, daß vier
Perſonen in den Flammen den Tod gefunden
haben. 35 Perſonen trugen zum Teil ſchwere
Verletzungen davon. Der Leiter des
Güterbahn=
hofs wurde verhaftet.
Feuersbrunſt im Oelhafen von Port Arthur
(Texas).
London. Britiſchen Meldungen zufolge
gerieten am Donnerstag in dem Oelhafen von
Port Arthur (Texas) die beiden amerikaniſchen
Tankdampfer „Currier” (4711 Tonnen) und
„Golf of Mexiko” (7807 Tonnen) in Brand. Das
Feuer nahm raſch ungeheure Formen an und
dehnte ſich auf einen Teil der Hafenanlagen
aus, die zurzeit noch in Flammen ſtehen. Durch
das Ausfließen des Oeles auf das Waſſer fingen
fünf große Motorſchiffe Feuer, die völlig
aus=
brannten. Der angerichtete Schaden iſt
vorläu=
fig noch nicht zu überſehen.
Die Aero=Arkkis=Erpedikion
des „Graf Zeppelin”.
Friedrichshafen. Der Luftſchiffbau
Zeppelin teilt mit, daß die von ihm und der
Geſellſchaft Aero=Arktis geplante
Polarexpedi=
tion nunmehr endgültig auf die Zeit nach dem
20. Juli d. J. feſtgeſetzt iſt. Die Geſamtleitung
der Expedition wird Dr. Eckener der
Präſi=
dent der Aero=Arktis, haben, die wiſſenſchaftliche
Leitung Profeſſor Samoilowitſch, der
be=
kannte ruſſiſche Geograph und Führer des „
Kraſ=
ſin bei der Rettung Nobiles. Durch die
Hava=
rie des amerikaniſchen Unterſeebootes „
Nauti=
lus”, mit dem Sir Hubert Wilkins ſeine
Nord=
polfahrt angetreten hatte, läßt ſich das
urſprüng=
lich geplante Zuſammentreffen mit dem
Zeppe=
lini in dieſem Jahre nicht mehr ermöglichen.
Der amerikaniſche Zeitungsverleger Hearſt, der
durch große finanzielle Opfer das
Zuſtandekom=
men der Expedition ermöglicht und ſich dafür
das Nachrichtenmonopol für ſeine Blätter
ge=
ſichert hatte, iſt von ſeinem Vertrag
zurück=
getreten.
„Graf Zeppelin” wieder in Friedrichshafen.
Friedrichshafen. Das Luftſchiff „Graf
Zeppelin” traf geſtern früh, gegen 5 Uhr, von
ſeiner Nordlandfahrt hier ein und landete nach
dem Eintreffen der Haltemannſchaft um 6.15
Uhr glatt auf dem Werftgelände.
Forſchungsergebniſſe der deutſchen Expedition
in den Ruinen von Hermopolis.
London. Die unter Leitung von Dr.
Noldecke ſtehende deutſche Expedition hat, einer
Meldung der „Times” aus Kairo zufolge, den
Bericht über ihre Forſchungstätigkeit in den
Ruinen von Hermopolis während des
diesjäh=
rigen Arbeitsabſchnittes veröffentlicht. Sie hat
den Plan der alten Stadt fertiggeſtellt, der die
Altertümer von der Zeit der Pharaonen bis
zur frühen Chriſtenzeit zeigt. Auf der
Ausgra=
bungsſtätte ſtehen jetzt zwei große Tempel und
mehrere Kapellen nahe bei einem Wäldchen von
Palmen, die wahrſcheinlich die Ueberreſte eines
alten Parkes ſind.
Schwere Ueberſchwemmungen in China.
Ueber 100 Tote.
Schanghai. Infolge der in den letzten
Tagen niedergegangenen Wolkenbrüche ſind
meh=
rere Flüſſe über die Ufer getreten und haben in
verſchiedenen Teilen des Landes Verwüſtungen
angerichtet. Im ſüdweſtlichen Teile der
Man=
dſchurei ſind über 100 Perſonen ertrunken und
1000 obdachlos.
Heuke reiſt man in acht Tagen um die Erde!
Zeichonerblägung.
Route uon:
mimt Magalhag 1519/22
...... Jules Verne 4873,
„Graf Zeppelin 1922.
Jannnr Pok „ latt/ 1231.
Weltkarte mit den Reiſerouten der älteſten und der neueſten Weltumfahrer.
Vor 400 Jahren brauchte das Segelſchiff des Portugieſen Magalhaes mehr als 3 Jahre zur
Welt=
umſegelung. 1873 berechnete Jules Verne in ſeinem phantaſtiſchen Roman, die ſchnellſtmögliche
Weltrundreiſe auf 80 bzw. 79 Tage, 1929 umflog der „Graf Zeppelin” die Erde in 19 Tagen, jetzt
haben die amerikaniſchen Flieger faſt die gleiche Strecke in 8½ Tagen bewältigt.
Seite 11
Nummer 183
Samstag, den 4. Juli 1931
Fünfzig Jahre Lehrer=Seminar.
m. Nagold (Württemberg). Das hieſige
Lehrer=Seminar beging letzten Samstag,
Sonn=
tag und Montag in feſtlicher Weiſe ſein 50
jäh=
riges Beſtehen. Der Begrüßungsabend am
Samstag leitete ein durch muſikaliſche und
thea=
traliſche Darbietungen und Anſprachen. Der
of=
fizielle Feſtakt am Sonntag vormittag begann
mit „Die Allmacht” von Schubert, es ſchloß ſich
dann die Feſtrede des Seminarvorſtandes an,
dann folgten in ſchier endloſer Reihe die
Glück=
wünſche der Behörden, der Stadt Nagold, der
Schweſterinſtitute, der Vertreter der im Jahre
1881 in das Seminar und die
Präparanden=
anſtalt eingetretenen Klaſſen uſw. Zu dieſer
Feier hatte ſich auch der Kultusminiſter, Herr
Dr. Bazille eingefunden. Die erſte Sinfonie von
Beethoven ſchloß den Feſtakt ab. Mittags 3 Uhr
erfolgte eine Führung durch das Seminar,
wo=
bei man die reichhaltige Zeichenausſtellung der
Seminarübungsſchule und des Seminars
bewun=
dern konnte. Nachmittags führte das durch
Mit=
glieder des Philharmoniſchen Orcheſters in
Stuttgart verſtärkte Seminarorcheſter, der
ge=
miſchte Chor des Seminars und 3 Soliſtimmen
aus Stuttgart „Orpheus” von Gluck auf. Der
Montag brachte turneriſche und ſportliche
Dar=
bietungen der Seminariſten auf dem
Seminar=
turnplatz. An den Abenden fanden ſich
jahr=
gangsweiſe die einſtigen Beſucher des Seminars
zuſammen, beſonders die Anfangskurſe.
Ein Farmer tötet ſeine fünfköpfige Familie
und begeht Selbſtmord mit Dynamit.
London. Eine entſetzliche Tragödie
ereig=
nete ſich am Donnerstag auf einer Farm in der
Nähe von Brisbane. Der Beſitzer der Farm
wurde am Morgen von einem Angeſtellten mit
zerſchmettertem Schädel aufgefunden. Er hatte
anſcheinend dadurch Selbſtmord begangen, daß
er einige Dynamitpatronen an ſeinem Kopf
be=
feſtigte und ſie entzündet hatte. Bei weiterem
Nachſuchen fand man in der Aſche des
nieder=
gebrannten Farmhauſes noch die Ueberreſte der
Frau und der vier kleinen Kinder des Farmers,
die er anſcheinend zuerſt der Reihe nach ermordet
und ſpäter in die Flammen des Farmerhauſes
geworfen hatte. Man nimmt an, daß der
Far=
mer die Tat in einem Zuſtand geiſtiger
Umnach=
tung begangen hat.
Hitzewelle über Kanada.
Toronto. Eine Hitzewelle im kanadiſchen
Staat Ontario hat bisher 30 Todesopfer
gefor=
dert. Allein am Donnerstag ſind 14 Perſonen
beim Baden ums Leben gekommen.
Schußfeſtes Glas.
Dorer MetdrLeeagtfake
2 Millionen Schweißdrüſen des menſchlichen Körpers.—Das „Schweißzenkrum”.
Eine Glastafel, die von 9=Millimeter=Geſchoſſen
nicht zertrümmert werden konnte.
Im Polizeitechniſchen Inſtitut in Berlin wurde
eine neue Glasart erprobt, an der wie an einer
Panzerplatte Geſchoſſe bis zu 9 Millimeter
Durchmeſſer abprallten.
Der alte Spruch: „Späte Winter — frühe
Sommer” iſt auch in dieſem Jahre wieder
be=
ſtätigt worden. Noch im April war die Natur
in Eis und Schnee erſtarrt, und wenige Wochen
ſpäter ſetzte bereits faſt ohne jeden Uebergang
Hochſommer ein, denn wir hatten im Mai ſchon
die Temperatur der Hundstage. Die Vegetation
hat darum auch in dieſem Sommer eine
abſon=
derliche Geſtalt angenommen, denn die Natur
entfaltete ſich nicht nach und nach, ſondern zu
gleicher Zeit begann ein Blühen und Sprießen,
das ſich ſonſt erſt im Laufe von Wochen
nachein=
ander entwickelt. Der Menſch lernt in dieſem
Jahre rechtzeitig, den Körper an die hohen
Tem=
peraturen zu gewöhnen, und er beginnt ſchon
regelrecht zu einer Zeit zu verdampfen, in der
ſonſt der Sommermantel noch ein notwendiges
Bekleidungsſtück iſt. Die herrlichen Pfingſttage,
die zur Wanderung geradezu verlockten und
Mil=
lionen von Menſchen zu Ausflügen in die freie
Natur anregten, ſtanden in dieſem Jahre unter
dem Zeichen der Verſe aus „Schillers Glocke‟:
Von der Stirne heiß
rinnen muß der Schweiß ....
und tatſächlich ſind viele Millionen von Litern
ziemlich reinen Waſſers der Ausflügler und
Sportsleute in die trockene und heiße Luft der
herrlichſten Pfingſttage, die ſeit langem erlebt
worden ſind, verdampft. Der Sommer iſt
näm=
lich diejenige Zeit, in der der menſchliche
Kör=
per ſich in erhöhtem Maße in Waſſer und Dampf
auflöſt. Der menſchliche Organismus iſt nämlich
einer der techniſch vollendetſten
Heizungsappa=
rate, der durch eine ſinnreiche Vorrichtung ſtets
in geſunden Tagen auf einer beſtimmten
Tem=
peratur gehalten wird. Die Technik hat
der=
artige Heizanlagen auch geſchaffen, braucht dazu
aber die komplizierteſten Regulatoren. Der
menſchliche Körper beſitzt zu dieſem Zwecke rund
2 Millionen Schweißdrüſen, knäuelförmig
ge=
wundene Kanälchen, die die Oberhaut
ſchrauben=
förmig durchbohren und in ſenkrechten
Schläu=
chen die Unterhaut durchſtoßen. Dieſe 2
Millio=
nen Drüſen ſorgen dafür, daß der menſchliche
Ofen nicht überheizt wird. Die Schweißdrüſen
ſind an allen Stellen nicht gleichmäßig zahlreich
vorhanden. Am häufigſten finden wir ſie an
den Handtellern und an der Stirn. Hier gibt
es 106 Drüſen auf einer Fläche von 25
Quadrat=
millimetern. Da hat Schiller recht, wenn er
ſagt: „Von der Stirne heiß, rinnen muß der
Schweiß”, denn, das hat ſicherlich ſchon jeder
be=
obachtet, zuerſt und am meiſten ſchwitzt der
Menſch an der Stirne. An den übrigen Teilen
des Körpers befinden ſich auf derſelben Fläche
nur 38 Schweißdrüſen, alſo faſt der dritte Teil
wie an der Stirne und an der Handfläche. Auch
die Fußſohle iſt ſehr reichlich mit Schweißdrüſen
bedacht. Die ganze Heizungsanlage des
menſch=
lichen Körpers wird von dem ſogenannten
„Schweißzentrum”, einer Stelle des
Zentral=
nervenſyſtems, aus geregelt. Die Abſonderung
der Flüſſigkeit, die die Körpertemperatur ſtets
auf der gleichen Höhe hält und dafür ſorgt, daß
ſie nicht 37 Grad überſchreitet, erfolgt durch
Erregung der Schweißnerven, die von dem
Zentralnervenſyſtem abhängen. Der Menſch
merkt von dieſen inneren Vorgängen nichts.
Er weiß nicht, daß die feinſten Apparate
un=
ausgeſetzt auf der Wache ſtehen, um für ſein
Wohlbefinden zu ſorgen, wenn er durch große
Anſtrengungen oder durch große Hitze veranlaßt
wird, das Feuer aus dem Keſſel des überheizten
Organismus zu entfernen. Man weiß, daß
Ar=
beit und Heizung Hitze erzeugt. Bei
Wanderun=
gen, die noch dazu in glühender Sonne vor ſich
gehen, wird der Körper über Gebühr geheizt,
und die Temperatur würde ſehr ſchnell auf
Fieberhöhe ſteigen, wenn nicht auf Befehl einer
Stelle des Zentralnervenſyſtems mit Hilfe der
Leitung der Nerven die 2 Millionen Drüſen
ſo=
fort anfangen würden, ihre geſundheitsfördernde
Tätigkeit zu entfalten. Verdunſtung erzeugt
Kühlung. Es werden alſo die Waſſermaſſen im
menſchlichen Körper benutzt, um die Temperatur
auf den Normalzuſtand herabzudrücken. Dabei
läßt es ſich nicht umgehen, daß der Menſch ſich
teilweiſe in Dampf auflöſt. Er verliert genau
ſo viel Waſſer, wie erforderlich iſt, um die
Kör=
pertemperatur auf dem geſunden Standpunkt zu
erhalten. Die Sanitätsvorrichtung im
Organis=
mus weiß ohne Meſſung Beſcheid. Brennt die
Sonne heißer auf den Körper hernieder, oder
geht der Menſch ſchneller oder trägt er ſchwere
Laſten, dann werden die Schweißausbrüche
grö=
ßer, weil die Heizung ſtärker wird. So hat man
eine Begründung dafür, daß der Menſch bei
großer Arbeit und großer Hitze ſtark ſchwitzt.
Die Erfahrung macht ſelbſtverſtändlich an ſich
jeder Menſch hundertfach, aber nur wenige wiſ=
ſen, welche wunderbaren und unnachahmlichen,
in ihrer Feinheit der Arbeit von Menſchen
un=
erreichten mikroſkopiſch kleinen Apparate dazu
erforderlich ſind, um den Körper friſch und
ge=
ſund zu erhalten. Die Tätigkeit dieſer kleinen
Vorrichtungen iſt dabei ſo erfolgreich, daß oft
viele Liter von Waſſer bei einem Menſchen an
einem Tage verdunſten.
j.
Kleine Borſchläge gegen große Hike.
Großſtadkiugend ſchafft ſich Erfriſchung bei der großen Hiße.
Ein kühler Guß auf den heißen Kopf. Der Springbrunnen muß als Freibad dienen.
Die Hitzewelle, die diesmal ſchon lange vor den großen Ferien über ganz Deutſchland
herein=
gebrochen iſt, läßt die Großſtadtjugend Kühlung ſuchen, wo ſie ſie findet. Jede Pumpe, jeder
Springbrunnen muß als Erſatz für das richtige Bad am See= oder Flußufer dienen.
Unſer Zeichner, dem die mehr als ſommerliche Temperatur ſehr zugeſetzt hat, erlaubt ſich, der
ge=
neigten Leſerſchaft einige praktiſche Vorſchläge zu machen. Wie wäre es, den „Graf Zeppelin” zum
Sprengwagen der Lüfte umzubauen? Und ſicherlich wäre jedem ſeine eigene transportable Duſche
nebſt Windpropeller höchſt angenehm. Der Chef aber, deſſen Firma im Laufe dieſer „ſchönen”
Zeiten noch nicht aufs Glatteis geraten iſt, ſetze ſich ſelbſt aufs Eis, und ein Eisbeutel kann dem
erhitzten Gemüt auch nichts ſchaden. Am praktiſchſten wäre ſicherlich die Aufſichtsratsſitzung im
Schwimmbad, nachdem doch die Pläne der meiſten Geſellſchaften ins Waſſer gefallen ſind.
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Seite 12
Samstag, den 4. Juli 1931
Nummer 183
Spott, Soiel und Fucnen
1. Gau= und 5. Kreis=Stromzſchwimmen
der 2. T. bei Gernsheim.
— Als eine der beſten Leiſtungsprüfungen im Schwimmen iſt
das morgen, Sonntag, den 5. Juli, im Rhein, bei Gernsheim,
ſtattfindende 7. Gauſtromſchwimmen des Main—Rhein=Gaues der
D. T., in deſſen Verbindung diesmal auch das 5.
Kreisſtrom=
ſchwimmen des 9. Kreiſes (Mittelrhein) durchgeführt wird,
an=
zuſehen. Es iſt eine bekannte Tatſache, daß die Heranziehung
der Maſſen zu volkstümlicher Arbeit in der D. T. eine
Haupt=
aufgabe bildet, und daß dabei das Durchqueren von Flüſſen,
Seen uſw. und das Langſtreckenſchwimmen als natürlichſte
Be=
tätigung beſondere Beachtung findet. Aus dieſem Grunde nimmt
das Stromſchwimmen unter den übrigen
Schwimmveranſtal=
tungen auch immer eine beſondere Stellung ein. Die Vereine
ſind ſich bewußt, daß ſie dazu nur ihre leiſtungsfähigen
Turne=
rinnen und Turner entſenden können. Die Stufen= bezw.
Klaſ=
ſeneinteilung in den verſchiedenen Strecken ermöglicht dabei recht
vielen die Teilnahme. Die Zahl
von rund 170 Teilnehmern
ſpricht deshalb auch für ſich.
Bei der großen Beteiligung iſt zu erwarten, daß die
ver=
ſchiedenen Strecken in recht guter Zeit bewältigt werden.
Be=
ſonderes Intereſſe wird die lange Strecke beanſpruchen. Der
ſechsmalige Sieger Weiß (Tgſ. Darmſtadt) hat diesmal in
Lang=
jahr (Tgſ.) und Braun (Reichsbahn), ſowie Repp und Spengler
(Arheilgen) ſehr ernſthafte Gegner erhalten, die ihn zur Hergabe
ſeines ganzen Könnens zwingen werden. Die 3000 und 5000
Meter für Turner ſind als offen zu bezeichnen, da ſich hier das
Kräfteverhältnis gegenüber dem Vorjahre verſchoben hat. In der
Jugendklaſſe wird, es einen harten Kampf geben zwiſchen den
jugendlichen Vertretern der Tgd. 1846 und der Tgſ. 1875. Da
die Teilnahme aus dem Mittelrheinkreis nicht bedeutend iſt.
läßt ſich über die Sieger des Kreisſchwimmens nichts
voraus=
ſagen. Auch bei den Turnerinnen ſoll vermieden werden, den
Sieger im Voraus zu beſtimmen.
Die Mittelrheinſtaffel für Turner — ſonſt ein wichtiger
Kampf beim Kreisſchwimmfeſt — ſieht die Mannſchaften von der
Tgſ. Offenbach, Tv. Gernsheim, Tgſ. Darmſtadt, Tv. Groß=Gerau
und Tv. Offenbach am Start. Die Staffel wechſelt mit Laufen,
Schwimmen, Laufen, Schwimmen und dürfte einen ſpannenden,
abwechſlungsreichen Kampf bringen
Die Stromſchwimmen nehmen ihren Anfang mit der
gemein=
ſamen Abfahrt an die Ablaßplätze mittags um 1 Uhr. Die
Teilnehmer ſelbſt ſind auf den Strecken begleitet durch
Rettungs=
kähne, Paddel, uſw. Boote
Für die Zuſchauer ſelbſt iſt faſt die ganze Rheinſtrecke gut zu
überſehen. Gernsheims Turner und Einwohnerſchaft bringen
dieſem Schwimmen ſtets großes Intereſſe entgegen. Muſikaliſche
Darbietungen werden zur Unterhaltung während des
Schwim=
mens beitragen.
Handballbundesmeiſterſchaft der Reichsbahner.
Im Rahmen der Bundesmeiſterſchaften des Bundes der
Deut=
ſchen Reichsbahn=Turn= und Sportvereine findet am kommenden
Sonntag im Anſchluß an die leichtathletiſchen Wettkämpfe im
Hochſchulſtadion das Endſpiel um die
Bundeshandball=
meiſterſchaft ſtatt. In den Reichsbahn=Turn= und
Sport=
vereinen hat ebenfalls das Handballſpiel einen großen Aufſchwung
genommen. In dieſem Jahre beteiligten ſich über 200 Vereine an
den Spielen um die Bundesmeiſterſchaft. In Kreis= und
Bezirks=
ſpielen wurden die Beſten ermittelt. Am 21. Juni beſtritten noch
vier Vereine die Vorſchlußrunde: Hagen gegen Darmſtadt und
Magdeburg gegen Dresden. Wider Erwarten erlitten die
Darm=
ſtädter an dieſem Tage eine Niederlage und ſchieden ebenſo wie
Dresden für das Endſpiel aus. Hagen und Magdeburg beſtreiten
nun am Sonntag das Endſpiel. Der Sieger erhält außerdem
den prächtigen Goldpokal, den die Mitteleuropäiſche Schlaf= und
Speiſewagen=A. G. (Mitropa) als dauernden Wanderpreis geſtiftet
hat. Für das Endſpiel hat Herr Dr. Grünewald (
Darm=
ſtadt 98) das Schiedsrichteramt übernommen. Da Handball in
Darmſtadt eine große Zahl Anhänger beſitzt, dürfte auch die
nach=
ſtehende Mannſchaftsaufſtellung beider Vereine von allgemeinem
Intereſſe erſcheinen:
Krysmanſki
Hagen:
Röſeböck
Figge
Mues
Aufderhaar
Piepenbring
Witſchinſki Altroge Römer.
Picht Stratmann
Seidig Fuhrmeiſter Hildebrandt Vehſe Fettback
Pitzler
Gebhardt
Dietz
Carriére
Hanke
Sprieß
Magdeburg:
Tv. Nieder=Ramſtadt — Tgeſ. Ober=Ramſtadt.
Zum erſten Male ſtehen ſich am kommenden Sonntag. 16 Uhr,
obige Nachbarvereine in einem Freundſchaftsſpiel gegenüber. Die
Tgeſ. Ober=Ramſtadt iſt als eine ſehr ſpielſtarke und flinke
Mann=
ſchaft bekannt. Daß die Elf gerade eben gut in Form iſt,
be=
wieſen die in letzter Zeit gegen hervorragende Gegner erzielten
Erfolge zur Genüge. Nieder==Ramſtadt dagegen wird ſich
mäch=
tig anſtrengen müſſen, wenn es ein günſtiges Reſultat erzielen
will, zumal es für ſeinen Mittelſtürmer Erſatz einſtellen muß.
Ab 3 Uhr treffen ſich die 2. Mannſchaften, und um 2 Uhr die
Schüler gegen Tv. Eberſtadt.
Tv. Gundernhauſen — Tv. Habitzheim 11:1 (7:1).
Tv. Gundernhauſen weilte am Sonntag in Habitzheim und
konnte einen hohen Sieg erringen. Die junge Mannſchaft hat
hier=
mit ihre zurzeit gute Form erneut unter Beweis geſtellt. Am
kommenden Sonntag herrſcht Gauſpielverbot infolge des
Gau=
turnfeſtes in Brensbach.
Zußball.
Sportverein 1898, Jugend.
. Jgd. — 1. Jgd. Münſter, hier, 9.45 Uhr.
3. Jgd. — 1. Jgd. Union, dort, 9.45 Uhr.
Zum Abſchluß dieſer Spielzeit iſt die 1. Jugend vor eine
ſchwere Aufgabe geſtellt. Sie beteiligt ſich an einem Turnier in
Frankfurt. Die Gegner, Eintracht, Fußballſportverein und
1. F.=C. Nürnberg, zählen zu den ſtärkſten Mannſchaften
Süd=
deutſchlands. Es heißt darum für unſere „Heiner” tapfer
kämp=
fen, um ihre Farben würdig zu vertreten.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Arb.=F.=V. Pfungſtadt.
Am Sonntag nachmittag 4.00 Uhr ſteigt am Müllersteich das
mit großer Spannung erwartete Freundſchaftstreffen obiger
Gegner. Dieſes Spiel ſoll ein Gradmeſſer ſein für die Anfang
Auguſt beginnenden Serienſpiele. Pfungſtadt hat in letzter Zeit
Spielerzuwachs erhalten. Die Darmſtädter Elf hat daher allen
Grund, ihr ſpieleriſches Können zu zeigen. Wir glauben daß
die hieſigen die Leiſtungen bei den letzten Spielen wiederholen,
und ſo den Sieg erringen. Ein ſpannendes Treffen iſt alſo ſicher.
Die 2. Mannſchaft fährt zum Rückſpiel nach Rimhorn i. O.
Die 3. Mannſchaft empfängt Spachbrücken 1. Das Spiel findet
vor dem Treffen der 1. Mannſchaft ſtatt. — Reſultate vom
ver=
gangenen Samstag: Wixhauſen, 1. — Darmſtadt, 1. 2:3;
Wix=
hauſen, 2. — Darmſtadt, 2. 2:3.
Schießſpork.
Heſſiſcher Schützenbund, Sitz Darmſtadt.
esjährige Bundesfeſt des Heſſ. Schützenbundes, Sitz
det am 4. 5. und 6. Juli in Ober=Roden ſtatt. Der
ſiana Ober=Roden hat ſich zum Ziele geſetzt, den
je geſellſchaftlich in jeder Weiſe gerecht zu
Pflicht eines jeden Schützen,
n Gruppen. Klaſſen
Wettſtreites gipfelt
rten der
53 Uhr, vom
Schmeling zum zweiken Male
Box=Welkmeiſter.
Noung Stribbling in der lekken Runde l.0.
Der in Cleveland groß aufgezogene Boxkampf um die
Welt=
meiſterſchaft aller Klaſſen zwiſchen dem Deutſchen Max
Schme=
ling und dem Amerikaner Young Stribbling hatte nicht die
Rieſenzuſchauerzahl wie in früheren Jahren angelockt. Die
ſchwie=
rigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe bei den ziemlich gepfefferten
Eintrittspreiſen hatten viele abgehalten. Dennoch waren mehr
als 50 000 Zuſchauer erſchienen. Die New Yorker
Eiſenbahngeſell=
ſchaften hatten verbilligte Sonderzüge eingelegt. Unter den
Zu=
ſchauern ſah man auch den früheren Weltmeiſter Tunney.
Nach einigen Rahmenkämpfen ſtartete dann der mit
Span=
nung erwartete Kampf zwiſchen Schmeling und Stribbling von
Kurt Prenzel auf den Rundfunk in Deutſchland übertragen.
Lei=
der war der Empfang durch Gewitterſtörungen vielfach geſtört.
Der Sieger.
Ringrichter Blake ſtellt die beiden Kämpfer dem Publikum
vor, Stribbling ſcheint etwas nervös, Schmeling findet ſtärkeren
Beifall. Die erſte Runde verläuft ungefähr gleich, Schmeling
kommt links verſchiedentlich gut durch, doch Stribbling deckt ſehr
gut und ſchützt ſich durch clinchen. Seine beſten Schläge ſind wilde
Schwinger, die Schmeling wiederholt auf den Rücken treffen. Bis
zur ſechſten Runde iſt der Kampf unentſchieden. Stribbling zeigt
eine ungeheuere Härte im Nehmen und profitiert von ſeinen
frü=
heren 300 Kämpfen, von denen er 127 durch k.o. gewann. Noch
nie hat er eine k.o.=Niederlage erlitten. Von der ſiebenten Runde
ab ſammelt Schmeling Punkte, da er viel angriffsfreudiger iſt,
ſein Gegner, deſſen linkes Auge angeſchlagen iſt, durch Feſthalten
über die Runden zu kommen ſucht. Von der zehnten Runde an
zeigt Stribbling, der langſamer, und links vielfach recht lahm
boxt, Spuren des Kampfes. In den weiteren Runden verſucht
Stribbling, durch Halten, was den lebhaften Unwillen des
Publi=
kums auslöſt, ſeinen Gegner zu einer Blöße zu verleiten, doch
Schmeling iſt bei aller Angriffsluſt vorſichtigt, kontert ſehr gut
und treibt ſeinen Gegner vor ſich her. In der entſcheidenden
Runde drängt Schmeling auf die Entſcheidung, Stribbling iſt ganz
in der Verteidigung, doch Schmeling trifft ihn plötzlich in der
Magenpartie, Stribbling muß bis Neun zu Boden, erhebt ſich
wie=
der, muß jedoch erneut auf die Bretter. Der Schiedsrichter bricht
nach dieſer Niederlage den Kampf ab und Schmeling iſt zum
zwei=
ten Male Weltmeiſter. Das Publikum raſt vor Begeiſterung,
Max Schmeling ruft über das Meer den Millionen Hörern zu:
„Auf Wiederſehen in der Heimat!”
2. T.-Gruppenmeiſterſchafken in Darmſtadt.
Auf den Tennisplätzen der Turngemeinde Darmſtadt finden
am Sonntag die vom 9. Turnkreis (Mittelrhein)
ausgeſchrie=
benen Kämpfe um die Gruppenmeiſterſchaften im gemiſchten
Doppel der 2. Turnierklaſſe ſtatt. Von den in vier Gruppen
ſpie=
lenden Teilnehmern zählt das zurzeit gut eingeſpielte Paar
Trinkaus—Schwarz zur Tgd. 46 Darmſtadt, und es kann
er=
wartet werden, daß ſie den Sieg in ihrer Gruppe an ſich bringen.
Sämtliche Gruppenvorſpiele ſind dann beendet. Es darf als ein
ſchöner Erfolg der Tennisabteilung der Tgde. 46 bezeichnet
wer=
den daß aus ihren Reihen im Damen=Einzel 3 Siegerinnen
(Dill, Kliffmüller, Graetz) im Herren=Einzel 5 Sieger (Kabel,
Schwarz, Binſack, Opp. Schildt 2.), im Herren=Doppel Binſack—
Opp, und vorausſichtlich im Gemiſchten Doppel Trinkaus—
Schwarz ſich die Bexechtigung zur Teilnahme an dem am 8. und
9. Auguſt 1931 in Frankfurt a. M. ſtattfindenden
Kreismeiſter=
ſchaftsturnier erworben haben.
Pferdeſporl.
Todesſturz beim Rennen zu Grunewald.
Mit erſchreckender Deutlichkeit wird man wieder von dem Geſetz der
Serie überzeugt. Nach dem Todesſturz von Jockei Dertel und dem
fol=
genſchweren Unfall von Grabſch kam es am Freitag im Paulsborner
Jagdrennen wiederum zu einem Unfall, der Jockei Lüder das
Le=
ben koſtete. F. Lüder ſteuerte im Jagdrennen Leonatos und kam in
ausſichtsreicher Poſition bei dem letzten Sprung zu Fall; das Pferd
überſchlug ſich und fiel auf den Jockei, der mit eingedrücktem Bruſtkorb
und gebrochenem Rückgrat tot vom Platze getragen werden mußte.
Sorgenkind=Jagdrennen. 2300 Mk., 3000 Meter: 1. v. Wedemahers
Liliput (A. Bahr) — Jugend=Hürdenrennen. Dreijährige. 3000 Mk.,
2400 Meter: 1. Frhrn. von Oppenheims Clematis (H. Müſchen). *—
Preis von Grunewald. Zweijährige. 3000 Mk., 1200 Meter: 1. W.
Schmitz” Orleſe (E. Haynes). — Paulsborner Jagdrennen. Dreijährige.
3000 Mk., 3000 Meter: 1. Geſt. Ebbeslohs Ferox (Kuſſerow). — Großer
Prüfungspreis. Jagdrennen. 6800 Mk., 4000 Meter: 1. Heinz Stahls
Surha (H. Wolff), 2. Madonna dArezzo, 3. Fleiß. Toto: 80; Pl. 15,
14, 11. ½½ Lg.—Kopf. Ferner liefen: Felſen, Kili, Tornado, Gulbrand.
— WetterſcheideJagdrennen, Herrenreiten. 3000 Mk., 3800 Meter:
1. v. Wedemahers Lohland (Lt. von Holteh). — Preis von Moorlake.
3000 Mk., 2000 Meter: 1. Major J. Bühers Gaſſenjunge. (W. Printen).
Bei den engliſchen Leichtathletikmeiſterſchaften abſolvierte Dr.
Pelzer ſeinen Vorlauf über 800 Meter in der Zeit von 1:56,6
vor ſeinen engliſchen Konkurrenten
Eilly Außem Tennis=Welkmeiſterin.
6:2, 7:5-Sieg über Hilde Krahwinkel.
Wood im Herren=Einzel kampflos Sieger.
Bei den Tennis=Weltmeiſterſchaften auf den Grasplätzen von
Wimbledon fielen am Freitag bereits die Entſcheidungen in den
Einzelſpielen. Das Wetter war wieder ſehr=ſchön und eine rieſige
Menſchenmenge konzentrierte ſich auf die Ereigniſſe im Centre=
Court. Sie erlebte zunächſt allerdings inſofern eine Enttäuſchung.
als es im Herren=Einzel nicht zum Endkampf kam. Frank Shields
der allgemein als Favorit galt, hatte ſich am Mittwoch im Kampf
gegen den Franzoſen Jean Borortra eine Fußverletzung
zuge=
zogen, die noch nicht wieder ausgeheilt war, ſo daß Shields den
Sieg ſeinem Landsmann Sidney Wood (kampflos) überlaſſen
mußte.
Mit um ſo größerer Aufmerkſamkeit begegneten dann die
Menſchenmaſſen dem Finale im Damen=Einzel zwiſchen den
bei=
den Dentſchen, Cilly Außem (Köln) und Hilde Krahwinkel (Eſſen)
Wie erwartet wurde, ſiegte Cilly Außem mit 7:5, 6:2 und damit
war zum erſtenmale ſeit vielen Jahren wieder eine
Weltmeiſter=
ſchaft im Tennis nach Deutſchland gefallen. Hilde Krahwinkel,
deren Sieg über die Amerikanerin Helen Jakobs in England
gro=
ßes Aufſehen erregt hat, ſpielte gegen ihre alte Rivalin zunächſt
etwas unſicher, während „Cilly” gleich flott losging und leicht
das erſte Spiel gewann. Auch die beiden nächſten Spiele fielen
leicht an die Kölnerin, die augenſcheinlich die beſſeren Nerven
hatte. Erſt dann machte auch Frl. Krahwinkel ein Spiel gut.
Die Eſſenerin ging nun ans Netz vor, wo ſie aber gegen die
ſchnelle Kölnerin wenig ausrichten konnte. Cilly gewann das
nächſte Spiel. Frl. Krahwinkel ſpielte nun etwas unbefangener
und holte ſich noch ein Spiel, um dann aber ſchnell der
überragen=
den Taktik und den ſcharf geſchnittenen Bällen ihrer Gegnerin
mit 6:2 im erſten Satz zu erliegen. Zum zweiten Satz trat die
Eſſenerin, die ſichtlich noch vom ſchweren Spiel gegen Helen
Ja=
kobs mitgenommen war, recht blaß an, ſie riß ſich aber zuſammen,
lieferte ein überraſchend gutes Spiel und lag bald mit ihren gut
geſetzten Schmetterbällen 3:0 in Führung. „Cilly” ſpielte
aller=
dings reichlich ſorglos, ſie verlegte ſich nun aber auf
Sicherheits=
ſpiel und holte auf. Mit ihren langen Bällen ſtellte ſie die
Eſſe=
nerin auf eine harte Geduldsprobe. Frl. Krahwinkel holte ſich
noch ein viertes Spiel. Als dann aber Cilly Außem wieder ans
Netz vorging, ſtand es bald 5:4 für Außem. Noch einmal holte
Hilde Krahwinkel auf, dann war aber Cilly nicht mehr zu
hal=
ten, mit ſcharfen, langen Bällen ſetzte ſie ihre Gegnerin völlig
außer Gefecht und gewann den Satz ſchnell 7:5. Beide Damen
wurden immer wieder vom Beifall der Menge ermuntert und
zum Schluß gab es für Siegerin und Beſiegte einen ſehr ſtarken
und langanhaltenden Beifall.
Cilly Außem erklärte nach dem Spiel, daß ſie für ihre Begriffe
in Wimbledon zu leicht zum Siege gekommen ſei, bei den
fran=
zöſiſchen Meiſterſchaften habe ſie es ſchwerer gehabt. Sie würde
ſich freuen, recht bald wieder einmal mit der vorjährigen
Welt=
meiſterin, Helen Wills zuſammenzutreffen. Hilde Krahwinkel
war vor dem Spiel derart nervös, daß ſie kaum etwas zu ſich
neh=
men konnte. Nach dem Spiel gratulierte ſie der Meiſterin
herz=
lich und erklärte dabei, daß Cilly Außem auf jeden Fall die beſſere
Spielerin ſei
In den Doppelſpielen kamen zum Teil bereits die
Vorſchluß=
runden zum Austrag. Im Herren=Doppel qualifizierten ſich nach
den Franzoſen Cochet=Brugnon nun auch die Amerikaner
Lott=
van Ryn. die die Engländer Perry=Hughes 6:4, 11:9 8:6 ſchlugen,
für das Finale. Im Gemiſchten Doppel ſchlugen in der
Vorſchluß=
runde Ridley=Collins (England) das Paar Betty Nuthall=Spencc
überraſchend 4:6, 6:4, 6:4 und auf der anderen Seite fertigten die
Amerikaner Harper=Lott die Engländer Heeley=Perry faſt
kampf=
los ab, da Perry nach dem 6:1 gewonnenen erſten Satz eine
Fuß=
verletzung erlitt und auf Wunſch von Auſtin aufgab. Für die
Vorſchlußrunde im Damen=Doppel ſtehen die Paare Sigart=
Me=
taxa, Nuthall=Witthingstal und Goodfree=Round feſt. Das vierte
Paar fehlt noch.
Der Berliner RC. wurde im Zwiſchenkauf zum Großen
Henley=Achter von dem Londoner Rowing=Club, nach, hartem
Kampf mit einer Drittellänge geſchlagen.
Die vierte Etappe der Tour de France von Breſt nach
Van=
nes wurde von dem Einzelfahrer Godenard, vor Naert und Bulla
gewonnen. Wenige Minuten ſpäter kam eine 31köpfige
Spitzen=
gruppe am Ziel ein, unter der ſich auch ſämtliche deutſchen Fahrer
befanden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 4. Juli.
7.30: Bad Neuenahr: Frühkonzert des Kurorcheſters.
10.20: Schulfunk: „Magnet Pol”, Hörſpiel.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Freiburg: Feier zum 77. Geburtstag von Heinrich Zöllner,
Ausf.: Prof. Zöllner, H. Fröhlich (Violine),
17.00: Kurſaal Cannſtatt: Konzert des Philharm. Orch. Stuttgart.
18.15: Prof. Sittig: Der Himmel im Juli und Auguſt. Die
ge=
heimnisvolle Strahlung aus dem Kosmos.
18.40: Zeit, Programm.
18.45: Dr. Wehn: Schmutz= und Schundliteratur.
19.10: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Spaniſch.
19.45: Karlsruhe: Kirchenkonzert; Ausf.: Kammerſängerin Mali
Fanz (Sopran), Konzertmeiſter Ochſenkiel (Violine), H. Knierer
(Orgel), der Kirchenchor der Chriſtuskirche.
20.30: Thema wird noch bekanntgegeben.
22.00: Unvollendete Symphonie in h=moll von Franz Schuberk;
Geſpielt vom. Rundfunkorcheſter.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
23.00: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend 4. Juli.
15.00: Jugendſtunde: Bau von Flugzeugmodellen. Gleit= und
Se=
gelfliegern.
16.00: Hamburg: Nachmittagskonzert.
15.45: Dr. Haſek: Bitte mal was anderes: Ferienküche.
17.00: Dr. Conrad: Praktiſche Fragen des Rundfunhſtörproblems.
17.30: Geh. Med. Rat Prof. Dr. Hahn: Gedanken zur Großſtadt=
Hygiene.
18.00: M. Hausmann: Lampioon küßt Mädchen u. kleine Birken.
18.30: F. Schauwecker: Der Nationalismus als geiſtigſeeliſche
Be=
wegung.
18,55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Dr. Schürer: Wie ſollen wir Städte ſehen?
19.30: Stille Stunde: „Wie ich die Zeit vertan”,
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00; Rückblick auf Platten.
20.30: Stadthalle Mainz: Feſtakt anläßl. d. Einweihung d.
Stre=
ſemann=Ehrenmals.
22.00: Sinfonie h=moll (Unvollendete) von Fr. Schubert;
Frank=
furter, Rundfunk=Orcheſter.
22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſch.: Dachgarten des Kaffee Berlin: Tanz=Muſik (Kapelle G.
Nettelmann).
Wekterbericht.
Während im nördlichen Deutſchland die Südſeite der
Nord=
meerſtörung wolkiges Wetter und vereinzelt etwas Regen
ver=
urſacht hat, iſt unſer Gebiet bis jetzt noch unberührt geblieben.
Da aber die Zufuhr ozeaniſcher Warmluft noch keineswegs
be=
endet iſt, ſo beſteht auch bei uns, begünſtigt durch weitere
Er=
hitzung, die Möglichkeit zu Störungsbildungen.
Ausſichten für Samstag, den 4. Juli: Schwüles, zeitweiſe
wolki=
ges Wetter mit einzelnen Gewitterſtörungen oder
Nieder=
ſchlägen.
Ausſichten für Sonntag, den 5. Juli: Etwas kühler, bewölkt mit
Aufheiterung.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reſch um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bzhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſf: Andreas Bauer ; füe
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraienteil und geſchäftliſche Mitteilungen: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſiadi.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 183
Samstag, den 4. Jnli 1931
Seite 13
Dgddtat
Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik
17)
Copyright by Ernſt Keils Nachf. (Aug. Scherl), G.m.b.H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Nach ſeiner dreitägigen Abweſenheit hatte Profeſſor Bauer
einen Empfang ſeiner Gattin überſtanden, der eines
erfokg=
reichen Nordpolfahrers würdig geweſen wäre. Dann machte ſich
Frau Berta über den Koffer her, um nach einem etwaigen
Mit=
bringſel zu fahnden. Nur unter großen Schwierigkeiten gelang
ihr die Oeffnung. Doch während der Kofferdeckel nach der
einen Seite fiel, ſank ſie mit einem leichten Aufſchrei nach der
anderen Seite auf einen Stuhl.
„Friedrich! Das ſoll für mich ſein? Aber nein! Wie
konnteſt du dir ſolch unnütze Dinge aufſchwatzen laſſen!“
Der Profeſſor ſah, über die Kaffetaſſe hinweg, feine beſſere
Hälfte verſtändnislos an. „Was iſt denn, Bertchen?”
Inzwiſchen hatte die ſich mit den ſeidenen Combinations zu
ſchaffen gemacht, als ihre geſchärften Hausfrauenaugen plötzlich
bemerkten, daß die Sachen ja gebraucht waren. „Friedrich!
Was ſoll das bedeuten?”
Der Profeſſor kam zu dem Koffer, warf einen Blick auf
den Inhalt, fuhr ſich verſtört durch die Haare. „Was hab”
ich den da wieder angerichtet? Das Manuſkript Fortunys . . .
um Gottes willen, wenn es in unrechte Hände geraten wäre —!”
Frau Berta wandte ſich befänftigend an ihren Gatten. „
Be=
ruhige dich, Friedrich! Die Dame, der dieſer Koffer gehört,
meldet ſich ſicherlich, ſobald ſie den Tauſch bemerkt.”
„Ja — aber wer weiß, wie lange das dauert?” jammerte
der Profeſſor. „Sie blieb ja im Zuge ſitzen. Iſt weitergefahren.
Vielleicht ſchon über die Grenze.”
„Das wäre ja gerade das Gute!” fiel die Frau Profeſſor
ein. „Bei der Zollreviſion wird ſie’s ſchon merken. Auf jeden
Fall werde ich ſofort zum Bahnhof telephonieren, ob etwa ſchon
eine Reklamation da iſt.”
Die Reklamation war da. Und eine halbe Stunde ſpäter
hatte Friedrich Bauer ſeinen Koffer wieder und ſtreichelte
liebe=
voll Tillys Protokoll, während Frau Berta vergeblich nach
ihrem Mitbringſel ſuchte.
Hotel Imperial. Derſelbe Name; doch diesmal in Paris.
Juliette ſtand am Fenſter und trommelte ungeduldig auf die
Scheiben. James Headſtone hatte ihr ſeinen Beſuch angemeldet.
Er war, wie er ihr offiziell angezeigt hatte, ſeit einiger Zeit
Dolly Farleys Verlobter und befand ſich mit ihr auf einer
Europareiſe.
In langer, inniger Umarmung bewillkommte er Juliette.
Immer wieder ſtreichelte er ihr freudeglühendes Geſicht, trank
ihre Jugendfriſche in ſich hinein, wie ein Verdurſtender, der aus
einer Wüſte kommt. Und Juliette gab ſich ganz der Freude
des Wiederſehens hin, voll innerlichen Triumphs: mochte er
auch ſein „Aktienpaket” heiraten — ſein Herz blieb bei ihr!
„So‟, — er gab ihr noch einen herzhaften Kuß — „nun
zu den Geſchäften! Wo haſt du . . . ?
„Hier, James! Der Film iſt ſchon entwickelt. Alles gut
und ſcharf darauf.”
Headſtone ließ das breite Zelluloidband durch die Finger
gleiten, überflog Worte und Zahlen, die Fräulein Dr. Ottilie
Gerland vor achtundvierzig Stunden auf Fortuyns Wunſch über
ihre Reaktion niedergeſchrieben hatte.
„Vorzüglich, Juliette! Haſt Boffins Plan ausgezeichnet
durchgeführt. Mußt mir gelegentlich mal erzählen, wie er die
Sache eingefädelt hat. Kann doch nicht ſo leicht geweſen ſein.
Ich werde übrigens dafür ſorgen, daß ihr beide von der „United‟
eine Sonderbelohnung bekommt.”
„Fein, James!” Juliette klatſchte in die Hände. „Ich ſah
in der Rue Albert einen entzückenden Pelz. Darf ich ihn mir
zurückſtellen laſſen?”
„Nicht nötig, liebes Kind! Soviel hat James für Juliette
doch wohl noch übrig, daß er ihr ſolch beſcheidenen Wunſch
ſofort erfüllt!“
Juliette warf ſich ihm um den Hals, küßte ihn, bis er
alles — auch Dolly Farley — vergaß . .
Während ſie dann plaudernd die Rue Albert
entlang=
gingen, ſagte Juliette unvermittelt: „Alſo Miß Farley hab’ ich
es zu verdanken, daß wir uns in Paris wiederſehen?”
„Allerdings, mein Kind. Das verknöcherte Europa mit
ſeinen Schlöſſern, Kirchen, Muſeen reizt mich nicht im
gering=
ſten.” Und, mit ritterlicher Verbeugung: „Du, Juliette, biſt für
mich der einzige Anziehungspunkt hier . . . Dolly aber empfand
es als eine bedeutende Lücke in ihrer Bildung, nicht mit ihren
Freundinnen über Europa ſprechen zu können. Was wollte ich
alſo machen? Solange ich ſie nicht habe und —
—— ihr Aktienpaket”, ſagte Juliette lachend, „ſo lange
mußt du wohl oder übel parieren. Geſchieht dir ganz recht!”
„Na warte, du! Das wirſt du büßen!” Headſtone drohte
ihr ſcherzend mit dem Finger. „Uebrigens” — er wurde ernſt
— „müſſen wir natürlich bei unſeren Zuſammenkünften größte
Vorſicht walten laſſen. Dolly iſt mißtrauiſch!”
Beglückt über den Beſitz des Pelzmantels, trennte ſich
Juliette von Headſtone. Als ſie am Louvre vorbeikam, hörte
fie plötzlich ihren Namen rufen und ſah einen eleganten jungen
Herrn auf ſich zukommen. Der rief ihr ſchon von weitem
entgegen: „Ah, glänzend! Wundervoll, Sie hier zu treffen,
teuerſte Juliette!"
Jetzt hatte auch ſie ihn erkannt. „Tag, Waldemar! Was
machen Sie denn in Paris?”
„Dasſelbe möcht’ ich auch Sie fragen, Juliette. Sie haben
doch Zeit? Wir könnten ein Stückchen ſpäzierengehen und
da=
bei nette Erinnerungen an unſre Seereiſe auffriſchen.”
„Gemacht! An Zeit fehlt’s mir nicht!”
„Und” — er deutete auf ihren koſtbaren Mantel — „an
Dollars, Franken oder Mark wohl auch nicht!”
„Es wäre viel netter, mein lieber Waldemar”, ſagte Juliette
mit gutgeſpielter Eitelkeit, „wenn Sie mir erklären würden, der
Mantel kleide mich vorzüglich.”
Aber, Juliette, warum ſagen, was ſelbſtverſtändlich und
fonnenklar iſt? Doch eine Frage, ohne indiskret ſein zu wollen:
Wie lange bleiben Sie in Paris?”
Iuliette zuckte die Achſeln. „Und Sie?”
Er äffte ihr das Achſelzucken nach. „Weiß das ebenſowenig.
Aber könnten wir uns nicht gekegentlich mal länger wiederſehn?”
Juliettes Stimme ward um einen Ton kühler. „Wird ſich
wohl kaum ermöglichen laſſen, mein Beſter. Sie vergeſſen
an=
ſcheinend, daß wir nach unſerer gemeinſamen Ueberfahrt von
New York nach Bremen bei der Landung übereinkamen: Aus
den Augen, aus dem Sinn!” Nehmen Sie an, die Verhältniſſe
hätten ſich geändert ..
Herrn Waldemar lag es auf der Zunge, zu ſagen: „das
Verhältnis” Aber mit einem Blick auf Juliettes Geſicht
verkniff er ſich das Wort.
„Verzeihung, Teuerſte! „Ich wollte keineswegs in Ihre
Ge=
heimniſſe eindringen. Was mich betrifft, will ich ſo offen ſein,
wie wir es beide auf dem Dampfer damals zueinander waren.
Sie wiſſen ja, daß ich nach meiner Tour über den großen Teich
in New York mein Brot als Eintänzer verdiente. Ich teilte das
Los ſo mancher meines Berufs: Herzensfreund einer
Dollar=
prinzeſſin zu werden. Als die Dame ſich dann mit einem reichen
Vankee verloben wollte, wurde mir eine Rückkehr nach Europa
nahegelegt. Mit Rückſicht darauf, daß ich meine ſichere Brotſtelle
verlor, erhielt ich natürlich eine entſprechende Entſchädigung. In
Berlin kam ich auf den törichten Gedanken, mich an einem
Ge=
ſchäft zu beteiligen — ich, der ich nun mal notoriſch vom Pech
verfolgt werde! Mit einem Bekannten zuſammen eröffnete ich
einen Autoverleih für Herrenfahrer. Das Geſchäft ging zunächſt
ganz gut. Aber als ich eines Morgens in die Garage kam,
waren alle Autos, bis auf eins, mit dem blauen Vogel geziert!
Alte Gläubiger meines Kompagnons hatten dieſen pikanten
Schmuck anbringen laſſen. Da kam ein Brief aus Paris von
einer Dame — Diskretion Ehrenſache! — die ſich meiner
liebe=
voll zu erinnern geruhte. Kurz entſchloſſen ſetzte ich mich
in den letzten unverzierten Wagen und fuhr hierher.”
„Aber, Waldemar! Eine Eiſenbahnfahrt wäre doch
bedeu=
tend einfacher und billiger geweſen!“
„Tja”, meinte Waldemar mit ſüßſauerem Lächeln, „ich bin
in Berlin mit Leuten bekannt geworden, die das bewußte kleine
Pülverchen” — er fuhr mit dem Daumen zur Naſe — „ſehr
ſchätzen. Zufällig wußte ich eine Adreſſe in Paris, wo es leicht
zu haben iſt. Da dacht’ ich: va banque!”
„Hm — wenn ich recht verſtehe, wollen Sie den letzten Ihrer
Mohikaner mit Koks befrachten und irgenowo über die grüne
Grenze gehn?”
„Ich bewundere immer wieder Ihren vorzüglichen
Scharf=
ſinn, Juliette. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.”
„Koks iſt teuer ..
„Nun, ich hoffe doch, daß mir die Auslagen dieſer Reiſe
und meine fonſtigen Bemühungen hier honoriert werden.”
Wie werde ich ihn nur los? grübelte Juliette mit leichtem
Naſerümpfen. An einer Straßenecke ſagte ſie mit guter
Schau=
ſpielerkunſt: „Verzeihung, Waldemar, da geht ein bekannter
Herr! Pardon, wenn ich etwas zurückbleibe!” Und während ſich
ihr Begleiter neugierig nach der angedeuteten Richtung umfah,
verſchwand Juliette in einer Ladentür — und ward nicht mehr
geſehen, wie Waldemar eine Zeitlang ſpäter betrübt feſtſtellte.
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Abſchlufte im zendel=konzern.
Die drei Mannheimer Geſellſchaften, die dem Fendel=Konzern
angehören, legen einen einheitlichen Bericht über die Entwickelung
im Jahre 1930 vor: Die Zufuhren von Kohle nach hier waren
kleiner, der Getreideverkehr für die rheiniſchen Mühlen ſtand
un=
ter dem Zeichen wirtſchaftspolitiſcher Maßnahmen des
Reichs=
ernährungsminiſters. Das Getreidelagergeſchäft hat im Vergleich
zum Vorjahre eine Belebung erfahren. Der Stückgutverkehr war
verhältnismäßig klein, und im Schleppgeſchäft fehlte es an
Schleppgut, ſo daß die Schlepplöhne immer weiter unter die
Nor=
maltarife fielen. Für das Jahr 1931 muß feſtgeſtellt werden,
daß das Frachtniveau, das ſchon in der zweiten Hälfte 1930
außer=
ordentlich weit zuruckgegangen war, noch weiter geſunken iſt, ſo
daß man nur von einem allgemeinen Zuſammenbruch des
Frach=
tenmarktes ſprechen könne. — Die Rheinſchiffahrts=A.=G.
vorm. Fendel weiſt einſchließlich Vortrag einen Reingewinn
von 247 709 (314 412) RM. aus, woraus die Verteilung einer von
6 auf 5 Prozent ermäßigten Dividende auf das 4 Mill. RM.
be=
tragende A.=K. vorgeſchlagen wird. Den Reſerven und dem
Unter=
ſtützungsfonds werden je 20 000 RM. zugewieſen. Zum Vortrag
verbleiben 7719 RM.
Badiſche A.=G. für Rheinſchiffahrt und
See=
transport: Nach Abzug der mit 215 013 RM. vorgenommenen
Abſchreibungen und 20 000 RM. Zuweiſungen an den
Reſerve=
fonds aus dem Bruttogewinn von 509 140 RM. wird auch hier
die Verteilung einer auf 5 (6) Prozent ermäßigten Dividende
vorgeſchlagen. 9126 RM. werden auf neue Rechnung vorgetragen.
Mannheimer Lagerhausgeſellſchaft A.=G.: Aus
der Bilanz dieſer Geſellſchaft geht hervor, daß durch Freiwerden
einer Rückſtellung den Reſerven 100 000 RM. und dem
Unter=
ſtützungsfonds 20 000 RM. zugeführt werden. Zur Verfügung der
G.=V. ſtehen nach 275 997 RM. Abſchreibungen 221 487 RM. (i. V.
6654 RM.). Nachdem im Vorjahr die Dividende ausgefallen war,
kann in dieſem Jahre eine ſolche von 5 Prozent verteilt werden.
Als Zuweiſung zur Reſerve werden 15 000 RM. verwendet.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Auf 7proz. Goldpfandbriefe und 7proz. Goldobligationen macht die
Direktion der Naſſauiſchen Landesbank im Anzeigenteil aufmerkſam.
Der Stand der Reben in Preußen Anfang Juli 1981. Die Neben
haben ſich weiterhin kräftig entwickelt. Die Blüte ſetzte bereits im erſten
Drittel des Juni ein und war ſchnell beendet. Das warme, trockene
Wetter begünſtigte die Bekämpfung der Rebenkrankheiten. Wenn 1 gleich
ſehr gut, 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gering, 5 gleich ſehr gering
bedeutet, ſo ergibt ſich für den Freiſtaar Preußen die
Begutachtungs=
note 1,8 gegenüber 1,9 im Juni 1931 und 2,2 zu Anfang Juli 1030. Seit
den letzten vier Jahren iſt ein ähnlich guter Rebſtand zur gleichen
Jah=
reszeit nicht ermittelt worden.
Verringerung des Roggen=, Zunahme des Weizenanbaues. Nach den
ſoeben vom Statiſtiſchen Reichsamt zuſammengeſtellten vorläufigen
Ergebniſſen der diesjährigen Anbauflächenerhebung für Getreide ſind im
Deutſchen Reich insgeſamt 4,36 Mill. Hektar mit Roggen, 2,16 Mill.
Hektar mit Weizen, 112000 Hektar mit Spelz und Emmer, 230 000
Hek=
tar mit Wintergerſte, 1,39 Mill. Hektar mit Sommergerſte und 3,35 Mill.
Hektar mit Hafer beſtellt. Gegenüber dem Vorjahre hat ſich der
Roggen=
anbau um 351000 Hektar gleich 7,5 Proz. verringert, während der
An=
bau von Weizen um 378 000 Hektar gleich 21,2 Praz. zugenommen hat.
Auch bei Gerſte iſt eine Vergrößerung der Anbauflächen eingetreten, und
zwar bei Wintergerſte um rund 33 000 Hektar gleich 16,7 Proz., und bei
Sommergerſte um 67 000 Hektar gleich 5,1 Proz. Dagegen iſt der
An=
bau von Hafer um 85000 Hektar gleich 0,5 Proz. und der von Spelz und
Emmer um 6000 Hektar gleich 5/4 Proz. zurückgegangen. — Die
An=
baufläche für Frühkartoffeln beträgt im ganzen 244 000 Hektar. Im
Veregleich mit dem Vorjahr hat ſich der Anbau um 7000 Hektar gleich
3,1 Proz. vergrößert.
Btldung des Viscoſe=Kunſtſeidenſyndikats und des Kupferſeiden=
Syndikats. Die Verhandlungen zwiſchen den wichtigſten deutſchen,
hol=
ländiſchen, italieniſchen und ſchweizeriſchen Herſtellern von Viscoſe=
Kunſt=
ſeide zwecks Bildung eines Verkaufsſyndikats konnten zu einem
erfolg=
reichen Ende geführt werden. Der Vertrag zwiſchen Glanzſtoff,
Cour=
taulds, J.G. Farben, Küttner, Spinnſtoff Zehlendorf, Herminghaus
Aku, Breda, Snia Viscoſa, Chatillon Cieſa und Steckborn iſt
unterzeich=
net worden. Die Dauer des Syndikats, das ſich auf die deutſchen Märkte
erſtreckt, wurde auf zehn Jahre feſtgeſetzt. Der Verkauf erfolgt ab 1. 8.
ausſchließlich durch die Kunſtſeide=Verkaufsbureaus G.m.b.H Berlin.
Gleichzeitig erfolgte die Unterzeichnung des Vertrags über die Bildung
des Kupferkunſtſeidevertrages zwiſchen Bemberg, J. G. Farben und
Küt=
tener, die als eine Weltregelung des Kupferkundſtſeidemarktes betrachtet
werden kann.
Bayeriſche Spiegelglasfabriken Bechmann=Kupfer A. G., Fürth i. B.
Bei der geſtrigen GV. teilte der Aufſichtsratsvorſitzende mit, daß man
mit dem abgelaufenen Geſchäftsjahr verhältnismäßig zufrieden ſein
könne. Der Beſchäftigungsgrad ſei nicht ungünſtig geweſen. Eine
Beſ=
ſerung der allgemeinen Wirtſchaftslage würde auch dem Unternehmen
zugute kommen und es wieder in die Lage ſetzen, nutzbringend zu
arbei=
ten. Bei der Beſprechung der Bilanz wurde von der Verwaltung
er=
wähnt, daß das Konto Gläubiger, das infolge der durchgeführten
Bau=
ten eine Erhöhung auf 1477 074 RM. erfuhr, bereits heute einen
Rück=
gang um 250 000 RM. aufzuweiſen habe. Die Regularien wurden
ge=
nehmigt. Eine Dividende kommt nicht zur Verteilung (i. V. 5 Proz.).
Nur auf die Vorzugsaktien werden 6 Proz. ausgeſchüittet; 40 776 RM.
werden auf neue Rechnung vorgetragen.
Produkkenberichke.
Vorerſt keine Speiſekartoffel=Notierungen. Bis auf weiteres müſſen
die Speiſekartoffel=Notierungen des Großhandels ausgeſetzt werden, da
das Geſchäft in alten Kartoffeln wegen Mangels an Ware zu Ende iſt
und Frühkartoffeln wegen ihrer unſicheren Preisbildung noch nicht
notierungsfähig ſind.
Berliner Produktenbericht vom 3. Juli. Nach ſtetigem
Vormittags=
verkehr zeigte die Produktenbörſe bei Eröffnung wieder eher ſchwächere
Stimmung. Bereits geſtern nachmittag war Neuweizen auf ermäßigtem
Preisniveau verſchiedentlich gehandelt worden, und auch heute lauteten
die Gebote 1 Mark niedriger. Das Inlandsangebot hat ſich allerdings
dieſen Preiſen noch nicht angepaßt. Für Neuroggen waren die 1 Mark
höheren Vormittagspreiſe auch nicht mehr zu erzielen, ſo daß die
Um=
ſatztätigkeit ſich in engen Grenzen hielt. Weizen alter Ernte bleibt von
den Mühlen vernachläſſigt und liegt matt. Für Altroggen lauten die
Gebote auch eher niedriger. Am Lieferungsmarkte kam eine Notiz für
Juli=Weizen, im Zuſammenhang mit der Andienung Danziger
Mate=
rials, wieder nicht zuſtande; der Briefpreis lag 4 Mk. niedriger. Die
ſpäteren Sichten und Roggen waren kaum behauptet. Weizen= und
Roggenmehl haben ruhiges Geſchäft; geſtrige Preiſe ſind im
allgemei=
nen ſchwer zu erzielen. Am Hafermarkt überſteigt das Angebot weiter
die Nachfrage, und die Preiſe liegen ebenſo wie im handelsrechtlichen
Lieferungsgeſchäft wieder niedriger. Neue Wintergerſte bleibt ſtark
an=
geboten und iſt ſchwer abzuſetzen.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 3. Juli ſtellten ſich für
je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 85.50 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bzählung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium, 98= bis 99, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM.. Reinnickel. 98= bis
99proz. 350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM., Feinſilber
(1 Kilogramm fein) 40.50—42.50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 3. Juli ſtellten ſich für
Kupfer. Juli 71.25 (72), Auguſt 71.75 (72.75), Sept. 72.25
(73.25), Okt. 73 (74), Nov. 73.50 (74), Dez. 73.75 (74), Jan. 73.75
(74.50), Febr. und März 74 (74.50), April 74.25 (74.75). Mai
74.50 (74.75), Juni 74.75 (75). Tendenz: ſchwach. — Für Blei
Juli 26 (27), Auguſt, Sept., Okt. 26.25 (27). Nov. 26.50 (26.75),
Dez. 26 (27). Jan. 26.25 (27.25), Febr. 26 (27), März 26.25 (27),
April 26.25 (27.25), Mai und Juni 26.75 (27.50). Tendenz: ſtetig.
— Für Zink: Juli 26.50 (27.25), Auguſt 26.75 (27.25), Sept.
27.25 (27.75), Okt. 27.75 (28.25), Nov. 28 (28.25). Dez. 28.25
(28.75), Jan. 28.50 (28.75), Febr. 28.75 (29.75). März 29 (29.50),
April 29.25 (29.75), Mai 29.25 (30). Juni 29.50 (29.75). Tendenz:
ſtetig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. Juli.
Die immer noch ungeklärte politiſche Situation rief an der heutigen
Börſe wiederum große Nervoſität hervor, die noch durch alle möglichen
Gerüchte verſtärkt wurde. Im großen und ganzen herrſchte jedoch eine
ziemlich opimiſtiſche Auffaſſung vor. Eine New Yorker Meldung,
wo=
nach der Rediskontkredit der Reichsbank über den 16. Juli hinaus
ver=
längert werden ſoll, wirkte anregend, ebenſo auch der erfolgreiche
Ab=
ſchluß der Kunſtſeideverhandlungen. Die Kursgeſtaltung ließ bereits im
Vorbörſenverkehr keine Einheitlichkeit erkennen, und auch zu Beginn der
offiziellen Börſe war die Tendenz als recht unregelmäßig anzuſprechen.
Während verſchiedene Papiere Beſſerungen bis zu 1,5 Proz., Elektr.
Lieferungen bis zu 3,75 Proz. aufwieſen, ergaben ſich bei einer Anzahl
anderer Werte Verluſte um bis zu 2 Proz. Nach Feſtſetzung der erſten
Kurſe konnte ſich auf Käufe allgemein eine etwas freundlicher
Stim=
mung durchſetzen, ſo daß das Kurnsniveau überwiegend eine Steigerung
erfuhr. Deutſche Anleihen zogen um Bruchteile eines Prozentes an.
Von fremden Werten ſetzten Mexikaner ihre Aufwärtsbewegung weiter
fort. Pfandbriefe waren eher gefucht und kamen auch meiſt 0,25 Proz.
höher zur Notiz. Im Verlauf neigte die Tendenz wieder zur Schwäche,
und die vorher erzielten Kursgewinne gingen meiſt wieder verloren.
Da=
rüber hinaus büßten J.G. Farben 2,5 Proz. und Siemens 3 Proz, ein.
Auch Danatbank und Schiffahrtspapiere lagen recht matt. Man
moti=
vierte dieſe Abſchwächung mit vagen Gerüchten über eine neue
Notver=
ordnung, denen man jedoch im Hinblick auf die noch angeſpannte
inner=
politiſche Lage keinen Glauben ſchenkte. Da aber die Börſe zur Zeit ſehr
empfindlich iſt, ſchritt die Kuliſſe zu Glattſtellungen. Erſt kurz vor
Schluß konnte ſich dann für einige Werte wieder eine leichte Erholung
durchſetzen, da man für heute abend mit einer Entſcheidung in den
Pa=
riſer Verhandlungen rechnet. Am Geldmarkt war immer noch keine
Entſpannung zu verzeichnen.
Die Abendbörſe eröffnete zurückhaltend und ungewiß im
Hin=
blick auf die Pariſer Verhandlungen. Immerhin liegen die Kurſe etwas
freundlicher, da man eine baldige Einigung erwartet. Farben konnten
1,25 Proz anziehen. Auch Elektrowerte lagen feſter. Von Kaliwerten
konnten Salzdetfurth 3 Proz. gewinnen. Die übrigen Werte waren
ebenfalls eine Kleinigkeit höher. Im Verlaufe blieb die Börſe gut
be=
hauptet. Farbeninduſtrie ſchloſſen 0,5 Prozent über dem Anfangsniveau
mit 136,5 Proz. Von ſonſtigen Kurſen ſind zu nennen: Deutſche 100,5,
Danat 105, Dresdener 101, Gelſenkirchen 71,25, Mannesmann 68,
Stahl=
verein 45,5, Siemens 138,5, AEG. 94,25, Hapag 50,25, Nordd. Lloyd
50,75, Aku 84.
Berlin, 3. Juli.
Nach der feſteren Frankfurter Abendbörſe hörte man heute
vormit=
tag zunächſt weiter feſte Kurſe; doch wurde es dann wieder etwas
ſchwä=
cher. An der Vorbörſe ſchwankten die Kurſe hin und her, und die erſten
Notierungen lagen unter den feſteren Abendkurſen, doch wieſen ſie gegen
die geſtrigen Mittagsſchlußkurſe meiſt nur Veränderungen von 0,5—1,5
Prozent nach beiden Seiten auf. Hatte man geſtern abend bereits mit
einer Einigung in Paris gerechnet, ſo wurde man heute durch die
Mit=
teilung enttäuſcht, daß die Verhandlungen, die abends ſtattfinden
ſoll=
ten, auf heute morgen, und nun wieder auf vorausſichtlich heute abend
vertagt wurden. Die Spekulation wurde natürlich hierdurch nervös
und ſchritt zu Beginn der Börſe eher zu kleinen Verkäufen, während
von außen Orders ſo gut wie nicht vorlagen. Durch den Bericht des
Stahlwerksverbandes für Juni, der nicht ungünſtig lautete, wurde der
Montanmarkt etwas angeregt; die Kurſe lagen hier meiſt 1,5 Prozent
feſter. Im Verlaufe wurde es nach uneinheitlicher Kursgeſtaltung
wie=
der feſter, da auch das Ausland höhere Kurſe meldete, doch gingen die
Gewinne ſpäter wieder infolge der Unſicherheit hinſichtlich der Pariſer
Verhandlungen verloren.
Kredikeinſchränkungen.
Auch am Freitag haben ſich die Deviſenforderungen an der
Berliner Börſe fortgeſetzt, und die Reichsbank hat ſchätzungsweiſe
50 Millionen opfern müſſen. Damit dürfte der Bereitſchaftskredit
wohl reſtlos erſchöpft ſein, und die Reichsbank hat beſchloſſen, um
ihre Reſerven zu ſchonen, die Kreditreſtriktionen in verſchärfter
Weiſe durchzuführen. Sie will allerdings nicht ſchematiſch,
ſon=
dern individuell vorgehen, um Härten möglichſt zu vermeiden.
Im übrigen ſcheinen die ausländiſchen Noteninſtitute bereit zu
ſein, den Bereitſchaftskredit über den 16. Juli hinaus zu
ver=
längern.
Geſpannke Lage am Bukareſter Zinanzmarkk.
Auf dem Bukareſter Finanzmarkt herrſcht zur Zeit eine geſpannte
Lage. Im Zuſammenhange mit dem Moratorium der Banca Generala
fanden bei einzelnen Bukareſter Bankinſtituten umfangreiche
Geldab=
hebungen ſtatt, wodurch die betreffenden Kreditinſtitute in eine
ſchwie=
rige Lage kamen. Die Blätter betonen jedoch, daß die Lage aller
Buka=
reſter Banken zufriedenſtellend ſei und daß kein Grund zur
Beunruhi=
gung beſtehe. Der Innenminiſter hat die Behörden angewieſen, gegen
die Verbreiter von beunruhigenden Gerüchten über die Lage ein,
Banken mit der ganzen Strenge des Geſetzes vorzugehen
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 3. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 55½, Sept. 57½, Dez. 61½: Mais:
Juli 59, Sept. 55.50, Dez. 49.25: Hafer: Juli 27.50, Sept. 28½,
Dez. 31.50; Roggen: Juli 36.50, Sept. 39, Dez. 43.25,
Schmalz: Juli 8, Sept. 8.07½, Okt. 8.10½, Dez. 7.37½.
Speck: 8.37½.
Schweine: leichte 7.15—7.40, ſchwere 5.60—6.60;
Schweine=
zufuhren: Chicago 17 000, im Weſten 54 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 3. Juli:
Schmalz: Prima Weſtern 8.75: Talg, extra, loſe 338.
Getreide. Mais, loko New York 73; Mehl, ſpring wheat
clears 3.95—4.45: Fracht; nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſätze: 183; Lokonotiz; 6; Juli
5.74, Sept. 5.95, Okt. 6.07, Dez. 6.25, Jan. 6.30, März 6.43,
Mai 6.55.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Metall=
technik” ſtellte ſich am 1. Juli 1931 auf 70,3 gegen 68,6 am 24. 6. (
Durch=
ſchnitt 1909—1913: 100), ſtieg alſo um 2,5 Prozent. Für die einzelnen
Metalle wurden folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 64,6
(62,5), Blei 81,3 (79,7), Zink 54,4 (53,4), Zinn 620 (58,8), Antimon
nium 118,1 (118,1), Nickel 107,7 (107,7), Antimon 77,7 (76,2).
Die GV. der Triton=Werke=Bamberger, Leroi A.G., Hamburg—
Frankfurt a. M. genehmigte den Abſchluß für 1930. Neu in den
Auf=
ſichtsrat wurde Direktor G. A. Flohr=Mannheim gewählt.
Ende Mai 1931 beliefen ſich die Spareinlagen bei den deutſchen
Sparkaſſen auf 11224,94 Mill. RM. gegen 11 165,28 Mill. RM. Ende
April d. Js. Der Berichtsmonat weiſt mithin eine Zunahme von 59,66
Mill RM. gegen 121,74 Mill. RM. im April auf.
Das ſeit etwa 50 Jahren beſtehende Kaufhaus Friedrich Methlow in
Heidelberg nebſt drei Filialen befindet ſich laut „Konfektionär” in
Zah=
lungsſchwierigkeiten und ſtrebt einen gerichtlichen Vergleich an. Nach
dem Status liegt eine Unterbilanz nicht vor. Die Aktiven mit 805 116 ;
RM. überſteigen die Paſſiven mit 201 385 RM.
Die Dillinger Hüttenwerke=Geſellſchaft, die kürzlich ihr Kapital um
50 Mill. auf 102,31 Mill. Franken erhöhte, wird für 1930/31 ohne
Divi=
dende bleiben, nachdem noch im Vorjahre 8 Prozent gezahlt wurden.
Im Namen des engliſchen Premierminiſters legte der Attorneh=
General dem Unterhaus einen Geſetzentwurf über den Kohlenbergban
vor durch den die Arbeitszeit in den Gruben während der Dauer der
nächſten 12 Monate auf 7½ Stunden täglich bei Beibehaltung der
be=
ſtehenden Lohnſätze herabgeſetzt werden ſoll. Der Entwurf, der eine
proviſoriſche Maßnahme darſtellt, wurde in der erſten Lefung
ange=
nommen.
Der rumäniſche Handelsminiſter Manoileseu erklärte, daß der
Han=
delsvertrag mit Deutſchland vorausſichtlich am 1. Oktober in Kraft
tre=
ten werde. Er drückte die Hoffnung aus, daß dieſer Vertrag die
Wirt=
ſchaftslage Rumäniens günſtig beeinfluſſen werde.
Das jugoflawiſche Getreidehandelsmonopol iſt geſtern in Kraft
ge=
treten. Die Zollbehörden an der Grenze erhielten die Weiſung, den
Export und Import von Weizen, Roggen= und Weizenmehl durch private
Firmen nicht mehr zuzulaſſen, da die Ein= und Ausfuhr das ausſchließ
liche Recht des Staates ſei.
Die Goldreſerve der Vereinigten Staaten beträgt zur Zeit 4659
Mil=
lionen Dollar, das ſind drei Fünftel des Goldbeſtandes der Welt und
mehr als der Goldbeſtand von Großbritannien, Frankreich und
Deutſch=
land zuſammen.
Berliner Kursbericht
vom 3. Juli 1931
Deviſenmarkt
vom 3. Juli 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban:
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
1105.-
105.50
100.—
100.—
48.—
n8.75
50.25
93.875
47.25
94.875
69.—
36.75
99.50
117.75
69.—
Mei ee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern. 410.50
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
108.
134.875
71.75
63.—
53.—
78.—
125.—
54.—
57.75
67.—
34.—
7.775
63.375
40.—
Maee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
U
4:
199.50
85.50
100.—
46.125
131.—
59.
19.—
40.25
127.—
35.—
129.75
30.75
51.—
Helſingfor=
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Zuenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schillingl
00 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
1100 Kronen
1 E=Stg.
Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Franes
Gelb
10.593
59.195
12.473
73.39
3.047
169.3,
112.6
112.70
112.86
20.475
1.338
4.209
58.65
22.04
16.475
Riitt
10.61:
59.31.
12.49:
73.53
3.053
169.74
112 91
112.921
113.08
20.515
1.342
4.217
58.7
22.08
6.515
Schweiz
Spanien
Danzig
N
Japan
Rio de Janetroll Milre
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Uruguay
Jsland
Tallinn (Eſtl.)
.
Riga
Mie
e1.695
40 06 140.14
32.02
2.083
0.323
7.448
18.68
5.467
21.00 21.c4
4.202
2.432
92.53
12.26
C1.28
Frankfurter Kursbericht vom 3. Juli 1931.
7% Dtſch. Reichsan
6‟
5½%Intern.,
6%Baden ...
8½ Bahern ...
88 Heſſen
8%6
v.
6% Preuß. Staat
8% Sachſen.
.
7% Thüringen. . ..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4:/.
Ab=
löſungsanl. . . . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ..
8% Aachen v. 29
80 Baden=Baden.
6% Berlin ......
80 Darmſtadt v. 26
82
v. 28
7% Dresden....
8% Frankfurt a. M.
v. 26
68
n. 2
8% Mainz
8% Mannheim v. 26
69
v. 27
82 München
8½ Nürnberg..
8% Wiesbaden
5% Heu. Landesbl
K.
Golboblie
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½% „Kom.=Obl
3½% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
22 Goldoblig
95.5
78.75
71.25
738
98.25
I.8
86
89
91.25
MIL6
72.5
2.3
84
84.25
86
67.5
98.25
92.25
92.25
99
45.5
Rr6
Landeskomm.
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
7% Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr..
82 Naſſ. Landesbk.
4½½ „ Liqu. Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer. I
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)..
9 Berl. Hyp.Bk
4½%„Ligu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bt.
4½% „ Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
„ Liqu.
2 Mein.Hhb.=V.
4½% n Lia. Pfbr.
18% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8½% Preuß.
Boden=
cred.=Bant
4½% „ Lig. Pfbr.
O Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank
14½-%e „Bia.Pfbr.
182 Rhein. Hyp. B
79
4½% Lig. Pfbr.,
8% Rhein.=Weſtf.
Bo.=Credit.
Südd. Bod.,
Eren.=Vank
Lig. Pfbr
11
98.5
96
88.25
96
92
87.95
96
92
892/,
96
94
88.25
98
89.75
96.25
93
96.75
87
96.75
93
88.75
97
98.5
93.75
3% Württ. Hyp.=B./ 98
6% Daimler=Ben;
8% Dt. Linol. Werke
386 Klöckner=Werke
o Mainkrw. v. 20
7% Mitteld. Stahl
8½ Salzmann u. Co
7½ Ver. Stahlwerke
18% Voigték Häffne.
J. 6. Farben Bonds
15% Bosn. L. E.B.
L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
14½% Oſt. Schätze
4½ Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
14½%
4½
4% Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
Zollanl.
42
4½½ Ungarn 1913
1914
7
Goldr.
1910
Aktien
Ala. Kunſtziide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Zahr
Aſchaffba. Brauerei
Zellſto
Bemberg, . P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen.
Temen: Heidelbert
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem.Werke Alber.
Chade
Contin. „Gummiw
Linolen
Dgimeer=Ben=
Rr4
89.25
36
19.5
7.1
14.15
5.7
168s
59.25
95
58
56
85. 75
153
33.9
100
60
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Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
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„Eiſenhandel. . .
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Licht u. Kraft
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EßlingenMaſchiner
Ettlingen Spinner;
Faber & Schleicher
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Felt. & Guillegume
Frankf. Gas i. Lia.
Hof..
Gelſeni. Bergwer!
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Grün & Bilfinger.
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Hammerſen (Osn.
Hanauer pofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger Kemef.
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Hirſch Kupfer.
Hochtie; Eſſen
Holzmann, Phil
Ilſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben .
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R.. . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke
Knorr C. H.
Lahmeher & Co
Laurahütte
Lech. Augsburg
63.9
126‟
66.2
16.5
205
26
63
70.5
134.75
112.25
40
30
158
128
R6
78.25
301/
125
Miee Miee
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darm
Naintr.=W. Höch
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm.=Röhre
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!
Oberbedar!
Phönix Vergbau.
Rein iger. Gebbert
Rh. Braunkohlen".
„ Elektr. Stamm
Metallwaren
Stahlwerke .
Riebeck Montan.
Roeder Gebr.
Rütgerswerie
Sachtleben A. 6
Salzdetfurth Kaln
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr
Schriftg. Stempel
Schucker: Elektr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe
Südd. Immobilien
Zucker=A. G
Svenska Tändſtids
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard.
Tucher=Brauere:
Nnterfranker
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke
Strohſtoffahr
Ultramarin
115
68.5
59
51.5
37
46.5
99.5
0
19
84i=
20
46
110
"
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner
Wayß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Verein ...
Waldhof......
Memel..
26.25
24
68.5
Allg. Dt. Creditanſt. 85.75
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein! 98.25
Bayer. Hyp. u. W./117
Berl. Handelsgeſ.
„ Cypotlefbf.. 210
Comm. t. Privatb/100,75
Darm ſt. u. Nat.=B1. 106
Dt. Ban und Dic./100
Dt. Eff. u. Wechſell 93
Dresdner Ban: 1100
Frankſ. Ban!
Hyp.=Ban: 128.5
Pfdbr.=Bl.
Mein. Hyp. Tan1 ./133
Oft. Creditanſtalt
Pfälz. Kyp.=Bay 1116
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Banl. /122.5
Südd. Bob.=Cr. Bf. 128.5
Wiener Banlverein)
Württb. Notenbank 117.5
A. -G. „Verkehrsn
Allg. Lofalb. Kraftw! 97
7% Dt. Reichsb. Vzg/ 85
Hapag".
49
Nordd. Llohzd,
50.5
Südd. Eiſenb.=Ge
Allianz. u. Stutg.
Verſicherung . . . 198
„ „ Verein. Berſ. 200
FrankonaRück=u. M)
MannF. Verſick
Otavi Minen
Schanturg Henbelsl 64
der
Somstag, den 4. Juli
Rummer 183
[ ← ][ ][ → ]Nummer 183
Samstag, den 4. Juli 1931
Seite 15
Samstag, den 4. Juli, 8.30 Uhr abends: Feſtakt im Großen
Saal der Stadthalle Mainz. Anſprachen:
Staatspräſi=
dent Dr. Adelung, Reichstagspräſident Löbe,
Oberſtudien=
rat Dr. Becker=Kaſſel, Oberbürgermeiſter Dr. Ehrhard,
Dr. Baum. Künſtleriſche Darbietungen: Frl. Gorina,
Diez Weismann, Fritz Soot, Mainzer Orcheſterverein,
Mainzer Männergeſangverein, Gymnaſtik= und Tanzkreis
Müller=Gebhardi, Sing= und Jugendſpielſchar Mainz. —
Eintrittskarten zu 2.—, 1.50 und 1.— RM. an der Kaſſe
der Stadthalle und bei D. Frenz, Annoncen=Exp.. Mainz.
Sonntag, den 5. Juli, 11.15 Uhr: Enthüllung des Ehrenmals
in Anweſenheit, des Reichsaußenminiſters Dr. Curtius.
Gedächtnisrede Reichstagsabg. Dingeldey. Weiherede
Dr. Curtius. — Eintrittskarten zu 50 Rpfg. an der Kaſſe
der Stadthalle und D. Frenz. Annoncen=Exp., Mainz.
Sonntag, 5. Juli, vormittags 7 30 Uhr
Waſſerſport Erfelden
Sonntag, 5. Juli, vormittags 8.00 Uhr
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Schuld-
verschreibungen ist eine dreifache, sie ist gegeben
1. bei den Pfandbriefen durch erststellige innerhalb der mündelsicheren
Beleihungsgrenze eingetragene Goldhypotheken und bei den
Kommu-
nalobligationen durch Sch uldscheine vonGemeinden und öffentlichen
Körperschaften des Regierungsbezirks Wiesbaden,
2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklagen der Nassauischen
Landeebank,
3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des
Re-
gierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner
Steuerkraft, einschliesslich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und
Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden für die
Ver-
zinsung und Einlösung der Pfan 1briefe und Kommunalobligationen
haftet.
Die Schuldverschreibungen der Nassauischen Landesbank sind an der
Berliner und Frankfurter Börse jederzeit veräusserlich und bei der
Reichs-
bank lombardfähig. Ausserdem sind sie zur Anlegung von Mündelgeld in
ganz Deutschland zugelassen.
Ausgaben in Stücken zu 100, 200, 500, 1000 und 2000 Goldmark.
Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken,
Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der
Landesbank selbst bezogen werden.
Wiesbaden, Juli 1931.
Direktion der Nassauischen Landesbank.
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Tarzan der Tiger
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Kingston. — Regie: Henry Macrae
Neue Abentener Tarzans im Dschungel
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mit Martha Eggerth, dem neuent- W Büchern von Edgar Rice Bourrongh.
Im II. Teil
Dieser neueste Tonfilm ist eines der Ein Film ans der Fremdenlesion: V komischen Verwechslungen u. Iustigen
Heimatlosen
Imogene Robertson, June Marlowe,
Lewis Stone u. a.
Das Tonfilm-Lustspiel
worauf Sie warten!
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Dina Gralla
in dem neuen Lustspiel-Schlager:
Regie: Alexander Esway.
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Die reisende Dinn Gralla spielt
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