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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
194. Jahrgang
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fäll ſeder
Nabat weg. Banſkonto Deutſche Bank und
Daim=
ſädter und Nationalbanl.
Hramtreic neit auf eine meue Seibür Kanſereng ab.
Pariſer Verſchleppungsmanöver. — Frankreich ſuchk Zeit zu gewinnen. — Die Verhandlungen mit den
Amerikanern überraſchend verkagk. — Engliſche Einladung zu einer Wochenend=Konſerenz
der Signgkarmächke des Young=Planes von Paris abgelehnk.
Erneuke Berkagung
der franzöſiſch=amerikaniſchen Beſprechungen.
Paris, 2. Juli.
Die franzöſiſchen Miniſter haben ſich bis in die ſpäten
Nacht=
ſtunden hinein mit der amerikaniſchen Denkſchrift beſchäftigt, die
in einem am Donnerstag morgen um 10 Uhr ſtattgefundenen
Miniſterrat eingehend, durchberaten wurde. Um 12 Uhr
mit=
tags wurde nach Abſchluß des Miniſterrates eine amtliche
Ver=
lautbarung veröffentlicht, in der es in bezug auf die
franzöſiſch=
amerikaniſchen Verhandlungen nur heißt, daß Miniſterpräſident
Laval den Rat von dem Inhalt des amerikaniſchen aide memoire
in Kenntnis geſetzt habe, worauf die Note einer
eingehen=
den Prüfung unterzogen worden ſei. Nähere Auskünfte
wurden nicht erteilt. Die auf Donnerstag abend 9.30 Uhr
ange=
ſetzten franzöſiſch=amerikaniſchen Verhandlungen wurden auf
un=
beſtimmte Zeit vertagt. Ein Zeitpunkt für ihre Fortſetzung iſt
noch nicht beſtimmt.
Engliſcher Vorſchlag auf Einberufung einer Konferenz
der Signgkarmächke des Boung=Plans.
In Pariſer politiſchen Kreiſen gehen unkontrollierbare
Ge=
rüchte um, wonach England in der Frage der
Bezah=
lung des 500=Millionen=Garantiefonds einen
Vorſchlag gemacht habe, der zu einer Einigung führen
könnte. Man bringt das in Zuſammenhang mit dem geſtrigen
Be=
ſuch des engliſchen Botſchafters Lord Tyrrell bei Außenminiſter
Briand. Aus dieſen angeblichen engliſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen wird weiter geſchloſſen, daß im Falle eines Bruches
der jetzigen franzöſiſch=amerikaniſchen
Ver=
handlungen eine allgemeine Konferenz der
Signatarmächte des Young=Planes einberufen
werden könnte. Man ſpricht bereits davon, daß eine ſolche
Kon=
ferenz innerhalb zwanzig Tagen beginnen könne.
Frankreich lehnt Youngplan=Konferenz in Londen ab.
EP. London, 2. Juli.
Eine von der engliſchen Regierung an Frankreich gerichtete
Einladung, während des kommenden Wochenendes mit Vertretern
der Signatarmächte des Youngplanes an einer Konferenz über
den Hoover=Plan teilzunehmen, iſt von der franzöſiſchen
Regie=
rung abgelehnt worden.
Die Ablehnung wurde damit begründet, daß die Pariſer
Ver=
handlungen mit Schatzſekretär Mellon und die parlamentariſchen
Arbeiten es ſowohl Briand als auch Laval verbieten, Paris zu
verlaſſen. — Die Einladung der engliſchen Regierung war durch
den engliſchen Botſchafter in Paris, Lord Tyrell, Briand
über=
reicht worden. Die amerikaniſche Regierung ſoll von dem Schritt
Englands unterrichtet geweſen ſein.
Die engliſche Einladung hat, wie verſichert wird, nur dann
Gültigkeit, wenn die franzöſiſch=amerikaniſchen Verhandlungen
zu=
ſammenbrechen ſollten. Die Stimmung iſt hier durchaus
peſſimi=
ſtiſch, wie man auch aus dem Kommuniqug über die
amerikaniſch=
franzöſiſchen Verhandlungen den Eindruck hat, daß ſie ſich von
der eigentlichen Hauptſache hinweg in die Erörterung
nebenſäch=
licher Fragen hineinverloren haben und zum Teil Probleme
be=
rühren, die deswegen noch gar nicht ſpruchreif ſind, weil
Deutſch=
land noch gar kein Moratorium erklärt hat.
Frankreich will durch neue Tribukkonferenz
ein Scheikern des Hoover=Planes verſchleiern.
Paris, 2. Juli.
Wie von maßgebender Seite verlautet, iſt die völlig
nichts=
ſagende Dürftigkeit der nach dem Miniſterrat herausgegebenen
amtlichen Verlautbarung darauf zurückzuführen, daß die am
Vor=
mittag gefaßten Kabinettsbeſchlüſſe erſt veröffentlicht werden
ſol=
len, wenn Präſident Hoover von ihrem Inhalt Kentnis
genom=
men hat. Demnach ſcheint man hier immer noch mit der
Mög=
lichkeit eines Kompromiſſes zu rechnen. Vor allen Dingen wird
feſtgeſtellt, daß Hoover noch nicht ſein letztes Wort geſprochen habe.
Die Abendpreſſe macht ganz den Eindruck, daß eine auf „
Opti=
mismus” lautende Parole ausgegeben worden iſt, wobei jedoch
die Oeffentlichkeit gleichzeitig auf den möglichen Abbruch der
zweiſeitigen amerikaniſch=franzöſiſchen Verhandlungen vorbereitet
und für den zweifellos von franzöſiſcher Seite ausgehenden
Ge=
danken einer neuen Tributkonferenz Stimmung gemacht wird.
Wie man hört war dies überhaupt der urſprüngliche Gedanke
Briands, der aber von dem Miniſterpräſidenten Laval zuerſt
ab=
gelehnt, nun aber allem Anſchein nach angeſichts der bedrohlich
zugeſpitzten Lage wieder aufgenommen worden iſt. Sein Zweck iſt
der, Frankreich aus der peinlichen Iſoliertheit zu befreien, die
Schuld Frankreichs an einem Scheitern der Hoover=Aktion zu
ver=
ſchleiern und die franzöſiſchen Ziele in einer neuen
Tributkonfe=
renz ſchließlich doch noch durchzudrücken.
Paris machk in Opkimismus.
Ueber die Gründe der überraſchenden Vertagung der
fran=
zöſiſch=amerikaniſchen Verhandlungen werden keinerlei
Mittei=
lungen gemacht. Man bringt ſie jedoch mit dem am Nachmittag
erfolgten Beſuch des engliſchen Botſchafters, Lord Tyrell, bei
Briand in Zuſammenhang, bei dem die heute in London
veröf=
fentlichte Note der engliſchen Regierung über die etwaige
Ein=
berufung einer Konferenz der an dem Hoover=Angebot
intereſ=
ſierten Mächte beſprochen worden ſein ſoll. Andererſeits verlautet
in parlamentariſchen Kreiſen, daß die franzöſiſche Regierung durch
die Kammer in Anſpruch genommen worden ſei, die heute eine
Nachtſitzung abhalten wolle, in der angeblich eine Interpellation
über die allgemeine Politik der Regierung zu erwarten ſei.
Havas dagegen veröffentlicht in ſpäter Abendſtunde
folgen=
des Communigé: Der franzöſiſche Finanzminiſter Flandin
hat am Donnerstag nachmittag mit dem amerikaniſchen
Schatz=
ſekretär Mellon eine längere Beſprechung gehabt. Ueber das
Er=
gebnis dieſer Beſprechung wird von eingeweihten Kreiſen das
ſtrengſte Stillſchweigen bewahrt. Man hat jedoch den Eindruck,
daß im Laufe dieſer Beſprechungen die Verhandlungen
ſich relativ befriedigend entwickelt hätten, und daß es
möglich ſei, daß das Zuſtandekommen einer Einigung
dadurch erleichtert werde. Die franzöſiſch=amerikaniſchen
Ver=
handlungen ſollen am Freitag vormittag 10 Uhr in einer
Voll=
konferenz wieder aufgenommen werden. Im übrigen iſt in
poli=
tiſchen Kreiſen bekannt geworden, daß die Vertagung der
Konfe=
renz auf den Wunſch des amerikaniſchen Schatzſekretärs Mellon
zurückzuführen ſei.
Ein Mitglied der franzöſiſchen Regierung, das an den
Ver=
handlungen teilnehme, habe in den Wandelgängen der
franzö=
ſiſchen Kammer erklärt, die franzöſiſchen Miniſter würden am
Freitag abend 9.30 Uhr eine Zuſammenkunft mit dem
amerika=
niſchen Pariſer Botſchafter Edger haben.
Auch die Amerikaner ſind apkimiſiſch.
EP. Waſhington, 2. Juli.
Der amerikaniſche Schatzſekretär Mellon hat am Donnerstag
abend von Paris aus den Präſidenten der Vereinigten Staaten,
Hoover, über die Entwickelung der Pariſer Verhandlungen
tele=
phoniſch unterrichtet. Anſchließend daran hatte
Unterſtaatsſekre=
tär Caſtle eine längere Beſprechung mit dem Präſidenten Hoover,
zu der ſchließlich auch der Gonverneur der Federal Reſerve Bank,
Meyers, hinzugezogen wurde. Nach Schluß der Sitzung erklärte
Caſtle Preſſevertretern gegenüber: „Die Pariſer
Verhand=
lungen gehen in einer wundervollen
Atmo=
ſphäre weiter und wir ſind ſehr optimiſtiſch
über den Ausgang dieſer Verhandlungen.”
Der Stand der Verhandlungen.
* Von unterrichteter Seite wird über den ſachlichen Stand der
Verhandlungen folgendes Bild gegeben: Im Mittelpunkt der
Be=
ratungen ſteht die Frage des Garantiefonds. Insgeſamt handelt
es ſich um ſechs Streitpunkte. Die erſten beiden können als
er=
ledigt angeſehen werden, weil Frankreich darauf verzichtet hat,
die ungeſchützten Annuitäten einzubehalten und ſich inzwiſchen
be=
reit erklärt, dieſe Zahlungen über die B. J.3. zurückzuleiten. Eine
Einigung iſt dagegen in folgenden vier Punkten noch nicht erzielt:
1. Lehnt Amerika die Beteiligung der Oſtſtaaten mit 100 Mill.
RM. ab, weil die Entlaſtung Deutſchland voll und ganz zugute
kommen müſſe.
2. Sind die Amerikaner nicht mit dem franzöſiſchen Vorſchlag
einverſtanden, wonach die ungeſchützten Annuitäten, die wieder auf
dem Kreditwege an Deutſchland zurückgeleitet werden ſollen,
di=
rekt an die privaten Intereſſenten gehen ſollen. Die Amerikaner
erklären, daß es ſich hier um eine Aktion unter Regierungen
han=
des, und daß infolgedeſſen die deutſche Regierung im Intereſſe
des deutſchen Haushalts den geſamten Betrag zurückerhalten muß.
Die Franzoſen hatten bekanntlich in ihrer Kammer die
Befürch=
tung zum Ausdruck gebracht, daß die finanzielle Entlaſtung von
Deutſchland unter Umſtänden dazu benutzt werden könnte, um
auf=
zurüſten.
3. Offen iſt noch die Frage des Rückzahlungstermins der
Kre=
dite, die Deutſchland aus der ungeſchützten Annuität gegeben
wer=
den ſollen.
4. Die ſchwierigſte Frage iſt jedoch die des Garantiefonds. Die
Amerikaner haben in den Verhandlungen feſtgeſtellt, daß die
Franzoſen unter dem Eindruck ſtehen, ſie könnten innerhalb des
Hoover=Feierjahres wegen der Garantiefonds in Anſpruch
genom=
men werden. Darauf haben die Amerikaner zum Ausdruck
ge=
bracht, daß dies ausgeſchloſſen iſt, weil gleichzeitig auch Amerika
auf die Zahlung der interallierten Schulden verzichtet. Weiter
hat ſich ergeben, daß die Franzoſen überhaupt in Zukunft von der
Zahlung in den Garantiefonds befreit werden wollen. Sie
den=
ken ſich die Sache ſo, daß ſie ihren Anteil, aus der ungeſchützten
Annuität in Höhe von 500 Millionen Deutſchland als Darlehen
zur Verfügung ſtellen, um dann für den Fall, daß Deutſchland
nach Ablauf des Hoover=Jahres einen Tributaufſchub vornimmt,
zu fordern, daß es nunmehr die ungeſchützte Annuität zahlt und
außerdem die jetzt über die B. J.3. nach Deutſchland
zurückfließen=
den 500 Millionen in den Garantiefonds an Stelle Frankreichs
einzahlt. Dadurch würde Deutſchland in doppeltem Maße
be=
laſtet. Das lehnen aber die Amerikaner ab, weil ſie eben auf dem
Standpunkt ſtehen, daß einmal der Garantiefonds ſie nichts
an=
geht, weil es ſich hier um eine Angelegenheit des Young=Planes
handelt, und weil zum anderen Deutſchland hundertprozentig in
den Genuß der Entlaſtung kommen muß.
* Die Akkion gegen Memel.
Von unſerem Berichterſtatter.
P. Memel, im Juli.
Die Ereigniſſe der letzten vierzehn Tage zeigen deutlich, daß
Litauen trotz aller feierlichen Verſprechungen in Genf und in
Berlin nicht gewillt iſt, ſeine Pläne im Memelgebiet aufzugeben.
Man wünſcht, ſich das 1923 gewaltſam erworbene Land endgültig
zu ſichern und glaubt, dies Ziel nicht anders als durch
Vertrei=
bung aller Deutſchen und Deutſchgeſinnten erreichen zu können.
Die memelländiſche Bevölkerung — ſoweit ſie bäuerlich iſt —
er=
trägt, in harten Kämpfen mit der Natur zähe geworden, auch
große Entbehrungen; auf das Niveau der litauiſchen Bauern,
der ein wenig verachteten „Szamaiten”, möchte ſie ſich jedoch nicht
herabdrücken laſſen, dann zieht ſie doch die Abwanderung nach
Deutſchland oder nach Amerika dem Verbleiben auf heimatlicher
Scholle vor. Die litauiſche Politik hat die ſich aus dieſer
Ein=
ſtellung ergebende Möglichkeit zur Verwirklichung ihrer Abſichten
erkannt und ſucht die Grundlage des Sonderdaſeins der
Memel=
länder, das Autonomieſtatut und die auf dieſer Baſis entſtandenen
Inſtitutionen, zu beſeitigen.
Nach einer durch die Behandlung der letzten
Memelbeſchwerde in Genf bedingten Pauſe
be=
reiten litauiſche Behörden und halbamtliche
Organiſationen eine neue Offenſive vor.
Die halbamtliche Schauliu Sajunga, eine Vereinigung
natio=
nal=litauiſch geſinnter Schützen, gut organiſiert und gut
ausge=
rüſtet, hat die „Befreiung des Memelgebietes von fremden
Ein=
flüſſen” zu ihrem Hauptprogrammpunkt gemacht. Der Einſtellung
ihres Führerkreiſes entſprechend, zu dem energiſche Perſonen, wie
Bruvelaitis und Simonaitis, zwei der Hauptinitiatoren des
litau=
iſchen Einfalles ins Memelgebiet, der Hafendirektor Borchert, der
fanatiſch=litauiſche ehemalige Landespräſident Reisgys, der
Füh=
rer des Tautininkaiverbandes im Memelgebiet Dugnus gehören,
wird die Verwirklichung dieſes Zieles um jeden Preis auch durch
bewaffneten Aufſtand erſtrebt. Eine Gegenwehr der
Memellän=
der iſt nicht zu befürchten, da man ſie bis zur Grenze des
Mög=
lichen entwaffnet hat und ſich die Leitung der Landespolizei, die
allenfalls als Gegner in Betracht käme, wieder in den Händen
eines Sajungamannes, des Polizeidirektors Toleikis, befindet;
ebenſowenig iſt mit einem militäriſchen Eingreifen Deutſchlands
zu rechnen, und für die „Legaliſierung” der Aktion,
d. h. die Abſchaffung des Memelſtatuts, bietet der Artikel 38 des
Statuts bei entſprechender Interpretation — und um die iſt man
in Litauen nie verlegen — genügend Handhaben.
Im vergangenen Sommer ſchien die Gelegenheit zur
Durch=
führung eines derartigen Putſches günſtig, da die Memelländer
durch die Schikane=Politik der letzten Jahre hinreichend zermürbt
waren und Deutſchland, ſowie die Signatarmächte der Konvention
für die Memelfrage kaum noch Intereſſe zeigten. Man „
reor=
ganiſierte” die Vereinigung, indem man eine Reihe nicht völlig
zuverläſſig ſcheinender Elemente aus den Gruppenvorſtänden
aus=
ſchied, verſtärkte die Waffenlager im Memelgebiet und hielt ein
„Manöver” nach dem anderen ab. Daß der Putſch ſchließlich doch
unterblieb, iſt nur auf den Umſtand zurückzuführen, daß Reisgys
und Dugnus mit Hilfe des Gouverneurs im Memelgebiet eine
Diktatur aufrichten konnten; man glaubte das Ziel durch
Verordnungen und Verwaltungsmaßnahmen
ebenſo ſchnell und unauffälliger erreichen zu
können und blies daher den Aufſtand ab. Als nun
Deutſchland — für Litauen und die litauiſchen Kreiſe im
Memel=
gebiet völlig unerwartet — die Memelbeſchwerde aufnahm und
im Völkerbundsrat für ſie Intereſſe zu erwecken vermochte, war
es zur Durchführung des Aufſtandes zu ſpät, denn ohne die
Mit=
wirkung oder zumindeſt die Duldung ſeitens des litauiſchen
Miniſterkabinetts konnte man ihn nicht unternehmen, die
Billi=
gung des Miniſterrates war aber im Hinblick auf die
außenpoli=
tiſche Konſtellation nicht zu haben.
Ein Jahr ſpäter — d. h. gegenwärtig — erlebt
man im Memelgebiet wieder
Aufſtandsvorbe=
reitungen der Schauliu Sajunga. Man iſt in
Deutſch=
land geneigt, ſie nicht ernſt zu nehmen und faßt die Putſchpläne
als ein Manöver Litauens auf, um das Weiterbeſtehen des
Kriegszuſtandes im Memelgebiet zu ſichern, deſſen Aufhebung die
Memelländer mit dem Hinweis darauf, daß im Gebiet völlig
Ruhe herrſche, gefordert haben. Ebenſogut kann jedoch die Aktion
ernſt gemeint ſein, ſofern ſich nämlich die Hoffnung Kownoer
Kreiſe erfüllen ſollte, daß Litauen als Preis für die Abkehr von
Deutſchland zugunſten einer Annäherung an Frankreich freie
Hand in der Memelfrage erhält. Man wird auf jeden Fall den
litauiſch=franzöſiſchen Unterhandlungen beſondere Aufmerkſamkeit
widmen müſſen.
Einſtweilen ſieht es nicht ſo aus, als gedächten die
Signatar=
mächte der Memelkonvention in der Memelfrage nachzugeben. In
den direkten Verhandlungen zwiſchen den Vertretern
Großbritan=
niens, Frankreichs, Italiens und Japans mit Litauen iſt man nur
hinſichtlich der Frage des von Litauen beanſpruchten Rechtes,
auch über das Memelgebiet den Kriegszuſtand
zu verhängen, zu einer Einigung gekommen, die dem
litau=
iſchen Standpunkt gerecht wird, während die übrigen Fragen:
Aufhebung des Kriegszuſtandes, Zuſtändigkeit der
memelländi=
ſchen Gerichte zur Aburteilung litauiſcher Beamter, die im
Memel=
gebiet Straftaten begingen, ſowie Ernennung des
memelländi=
ſchen Oberſtaatsanwaltes und des Präſidenten des
memelländi=
ſchen Senats beim litauiſchen Obertribunal der Haager Court
überwieſen werden müſſen. In der Zwiſchenzeit miſcht ſich das
Obertribunal jedoch weiterhin in die Kompetenzen der autonomen
Organe des Memelgebietes ein.
In der Plenarſitzung vom 26. Juni 1931 hat es den Beſchluß
gefaßt, daß bei Verletzung der Militärdienſtpflicht
durch Memelländer ſtatt der memelländiſchen Gerichte die
Friedensgerichte in Litauiſch=Krottingen und Tauroggen zuſtändig
ſein ſollen. Dieſe Entſcheidung ſtellt einen ſchweren Eingriff in
das gemäß Artikel 22 und 10 Abſatz 1 des Memelſtatuts dem
Landtage zuſtehende Recht, die Verfaſſung und Zuſtändigkeit der
Gerichte des Memelgebietes durch ein Geſetz zu beſtimmen, und
ſomit einen neuen Bruch der Memelkonvention durch
den oberſten litauiſchen Gerichtshof dar. Den Memelländern wird
nichts anderes übrig bleiben, als den Bruch hinzunehmen oder
eine Zuſatzbeſchwerde nach Genf zu richten. Ob die Memelländer
indeſſen auch weiterhin die Unte ſtützung Deutſchlands finden
wer=
den, darüber iſt man hier geteilter Meinung,
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 2
Ein unerhörkes Berlangen.
Deuiſchland ſoll die Panzerkreuzer 2 und B an
Fkankreich ausliefern. — Gemeine Verleumdungen.
EP. Paris, 2. Juli.
Im franzöſiſchen Senat ſtand am Donnerstag das franzöſiſche
Flottenbauprogramm für 1931/32 zur Debatte, das bekanntlich
u. a. das berühmte 23 300=Tonnen=Linienſchiff als Gegengewicht
gegen die 10 000=Tonnen=„Deutſchland” vorſieht. Die Debatte
bewegte ſich denn auch ausſchließlich um die Frage, ob dieſes
Linienſchiff eine genügende Gegenwaffe gegen das deutſche „
Ge=
ſpenſterſchiff” ſei oder nicht, und ob Frankreich allgemein ſtark
genug zur See gerüſtet ſei.
Der Berichterſtatter erklärte im Namen der
Marinekommiſ=
ſion, Frankreich dürfe unter keinen Umſtänden vor der
Abrüſtungs=
konferenz ſeine Schiffsbauten verlangſamen. Die „
Deutſch=
land” ſei eine fürchterliche Angriffswaffe. Die
Redakteure des Verſailler Vertrags hätten es
verabſäumt, die Beſtückung der deutſchen Schiffe
zu begrenzen. Die „Deutſchland” habe 280=Millimeter=
Kanonen und ſei dadurch unbeſtreitbar ein Linienſchiff. Den
280ern müſſe man 305er entgegenſetzen, gegen die Geſchwindigkeit
der „Deutſchland” von 28 eine ſolche von 32 Knoten der
franzö=
ſiſchen Linienſchiffe. Ein 25000=Tonnen=Schiff vom Typ der
„Queen Mary” ſei daher das richtige für Frankreich. Zwei
große Schiffe würden 1400 Millionen Franken koſten und
könn=
ten vier „Deutſchlands”, die zwei Milliarden Franken koſteten,
übertreffen.
Der Berichterſtatter der Finanzkommiſſion betonte die
Not=
wendigkeit, Frankreich müſſe eine „wahrhafte Flotte von
Linien=
ſchiffen” bauen. Der Vorſitzende der Marinekommiſſion fügte
hinzu, wenn Frankreich jetzt nicht reagiere, laufe es Gefahr, in
einigen Jahren die Kontrolle über ſeine Beſitzungen zu verlieren,
General Hirſchauer erklärte, Frankreich müſſe mindeſtens ſeine
Herrſchaft im Mittelmeer erhalten.
Im weiteren Verlaufe der Flottendebatte im Senat verlangte
Marineminiſter Dumont die unveränderte Annahme des von der
Kammer bereits gebilligten Entwurfs. Die Regierung werde
ſo=
bald wie möglich eine weitere Vorlage über den Bau des 23000=
Tonnen=Linienſchiffes, ſowie den Entwurf des
Flottenbaupro=
grammes, für 1932/33 vorlegen. Es ſtehe Frankreich frei, ein
Linienſchiff von 23 000, 25 000 oder ſogar 35 000 Tonnen zu bauen.
Der Miniſter wiederholte dann die ſchon von ihm in der Kammer
vorgetragene und damals von der deutſchen Regierung in einer
offiziöſen Note richtiggeſtellte Behauptung, daß Deutſchland in
einem Anhang zum Staatshaushalt für 1931 ein
Flottenbaupro=
gramm entwickle, das den Erſatz von 8 Panzerſchiffen, 8 Kreuzern,
25 Torpedobooten und 25 Torpedojägern vorſehe. Mit dieſer
Flotte überſchreite Deutſchland die im Verſailler
Dieſe Erklärung des Miniſters veranlaßte den Senator Japy
zu dem Zwiſchenruf: „Von der Tribüne herunter ſchleudert die
Regierung Blitze, aber ſie unternimmt nichts gegen Deutſchland.”
nur durch das Auftauchen der „Deutſchland”, die
die franzöſiſche Petroleumverſorgung und die
überſeeiſchen Verbindungen bedrohe, zum Bau
eines Linienſchiffes gezwungen worden.
Henry de Jouvenel wies darauf hin, daß Frankreich das
Wett=
rüſten wieder aufnehme und dabei die Qualität nur mit der
Quantität zu beantworetn wiſſe. Frankreich müſſe vor
aller Welt erklären, daß es auf den Bau des
Linienſchiffesverzichte, wenn Deutſchland ſeine
Erſatzbauten aufgebe.
Der Berichterſtatter der Marinekommiſſion antwortete
dar=
auf allen Ernſtes: „Wenn Deuſchland kein Wettrüſten will, dann
ſoll es uns die beiden Schiffe des Deutſchlandtypes auf
Sachliefe=
rungskonto ausliefern.”
Das Haus nahm ſchließlich den Entwurf mit 209 gegen 35
Stimmen an. Ferner nahm der Senat als Abſchluß der von
Se=
nator Lémery eingebrachten Interpellation zum
Flottenbaupro=
gramm eine Vertrauenstagesordnung an, in der die Regierung
aufgefordert wird, ein Linienſchiff unverzüglich in Bau zu geben,
das den deutſchen Kreuzer übertreffe.
Vom Tage.
Am Donnerstag vormittag iſt über Eppenbrunn ein
franzöſi=
ſches Militärflugzeug erſchienen, das über dem Ort ſeine Kreiſe
zog und längere Zeit über deutſchem Gebiet verweilte. Nach
Mit=
teilungen, die wir von der Grenze erhielten, flog der Apparat ſehr
niedrig und war an den Abzeichen als Militärmaſchine deutlich
erkennbar.
Der ſtellvertretende Militärattaché von der franzöſiſchen
Bot=
ſchaft in Berlin, de Mierry, der in den Königsberger
Spionage=
fall verwickelt war, iſt nunmehr von der franzöſiſchen Regierung
von ſeinem Poſten abberufen worden. De Mierry hat Berlin
be=
reits verlaſſen und iſt nach Paris gereiſt.
In der Tſchechoſlowakei hat ſich die innerpolitiſche Lage
der=
art zugeſpitzt, daß mit der Möglichkeit einer Regierungskriſe
ge=
rechnet wird.
Dem Sekretariat des Ständigen Internationalen
Gerichts=
hofes ſind bis zum 1. Juli, alſo innerhalb der vorgeſehenen Friſt,
die ſtrittigen Darlegungen der deutſchen, engliſchen, franzöſiſchen,
italieniſchen und tſchechoſlowakiſchen Regierung zum deutſch=
öſter=
reichiſchen Protokoll vom 19. März 1931 über die Zollunion
zugegangen.
Der frühere franzöſiſche Miniſterpräſident Herriot hat unter
der Ueberſchrift „Der verletzte Friede” einen Artikel veröffentlicht,
in dem er ſagt, daß die politiſche Freiheit der Völker durch die
Sonderintereſſen der Finanzwelt geknebelt werde.
Die Kurie hat der italieniſchen Regierung eine neue
Antwort=
note übermitteln laſſen, über deren Inhalt Stillſchweigen bewahrt
wird. Seit dem Beginn des Streites um die Katholiſche Aktion
iſt das die ſiebente Note, die zwiſchen beiden Parteien
ausge=
tauſcht worden iſt.
Die engliſche Regierung erlitt im Oberhaus eine Niederlage.
da ein Antrag, der den Mangel an Regierungsmaßnahmen, durch
Einführung von Schutzöllen für den Schutz der Induſtrie zu
ſor=
gen, feſtſtellt, Annahme fand.
Die Sowjetregierung verhandelt in England wegen Ankaufs
von Schiffen zur Bildung einer ruſſiſchen Handelsflotte. Da es den
Sowjetunterhändlern nicht gelungen iſt, die von ihnen geforderten
großzügigen Kreditbedingungen von den britiſchen Reedern zu
er=
langen, haben ſie ſich jetzt an die britiſche Regierung gewandt um
ſie zu veranlaſſen, die ruſſiſchen Aufkäufe mit Hilfe des britiſchen
Exportkreditſyſtems zu ermöglichen.
Die neugewählte ägyptiſche Kammer hat dem Kabinett Sidky
Paſcha nach der Debatte über die Thronrede einſtimmig das
Ver=
trauen ausgeſprochen.
Die amerikaniſche Bundesregierung ſchließt das Fiskaljahr
1931 mit einem Fehlbetrag von 3792 Millionen Mark (903
Mil=
lionen Dollar), gegenüber einem Ueberſchuß von 781 Millionen
Mark (185 Millionen Dollar) im Vorjahre ab.
* Berlin, 2. Juli. (Priv.=Tel.)
Nachdem das Volksbegehren des Stahlhelms rechtswirkſam
zu=
ſtande gekommen iſt, iſt es jetzt Sache des preußiſchen Landtages,
darüber zu beſchließen, ob er dem Volksentſcheid zuvorkommen und
ſich ſelbſt auflöſen will, oder ob er abwarten will, wie die weitere
Aktion des Stahlhelm verläuft. Das preußiſche Staatsminiſterium
hat ſich bereits gegen die Auflöſung feſtgelegt. Es iſt auch nicht
anzunehmen, daß die Regierungsparteien, die allerdings nur über
Vertrag feſtgeſetzte Höchſtgrenze um 25 Prozent. eine knappe Mehrheit verfügen, auseinanderfallen oder vielleicht
vom Zentrum der rechte Flügel abſchwenkt. Immerhin wird die
Sommertagung des preußiſchen Landtages, die vom 7. bis 10.
Juli vor ſich gehen wird, im Zeichen heftiger innenpolitiſcher
Aus=
einanderſetzungen ſtehen. Die geſamte Oppoſition dürfte bis zum
Dumont ſchloß ſeine Rede mit der Erklärung, Frankreich ſei letzten Mann aufmarſchieren, um wenigſtens der Weimarer
Koa=
lition zu zeigen, auf wie ſchwachen Füßen ſie in Wirklichkeit ſteht.
Die Landtagsdebatte verſpricht diesmal beſonders intereſſant zu
werden, weil die letzten Wochen und Monate in Preußen ſo viel
politiſchen Zündſtoff angeſammelt haben, daß tatſächlich einmal
eine Generalbilanz gezogen werden muß. Sie wird gleichzeitig die
Ausgangsſtellung für den Volksentſcheid abgeben. Der
Volksent=
ſcheid geht durch, wenn mehr als die Hälfte der ſtimmberechtigten
preußiſchen Wähler ſich für die Landtagsauflöſung ausſpricht. Der
Stahlhelm muß alſo mehr als 13 Millionen Wähler auf die Beine
bringen. Da die Abſtimmungen zum Volksentſcheid geheim ſind
und da durch die jüngſten Vorgänge die Oppoſitionsparteien
un=
zweifelhaft einen ſehr ſtarken Zuzug erhalten haben, wird der
Stahlhelm beſtimmt eine imponierende Zahl von
Stimmberech=
tigten auf die Beine bringen können. Es iſt anzunehmen, daß die
Kommuniſten nichts unverſucht laſſen werden, um ihre Anhänger
für die Landtagsauflöſung mobil zu machen. Natürlich läßt ſich
noch nicht annähernd abſchätzen, wie die Abſtimmung, die
voraus=
ſichtlich auf den 2. Auguſt gelegt wird, ausfällt. Sie wird aber
auf jeden Fall ein klares Spiegelbild der in der preußiſchen
Wäh=
lerſchaft herrſchenden Strömungen geben und Rückſchlüſſe auf den
Ausgang der nächſten Landtagswahlen zulaſſen, die über das
Frühjahr nicht mehr hinausgeſchoben werden können.
Nummer 182
Genſer Sonderkomikee
Iur die Aroeltsloiigteit.
Beginn der Arbeiten.
Genf, 2. Juli
Wie erinnerlich, hat der britiſche Außenminiſter Henderſon
auf der Januartagung des Europaausſchuſſes gefordert, daß ſich
der Europaausſchuß in beſonderem Maße mit der Frage der
Arbeitsloſigkeit, ihrer Urſachen und ihrer Bekämpfung
beſchäfti=
gen möge. Dieſer Wunſch Henderſons brachte die Genfer
Inſti=
tution in eine gewiſſe Verlegenheit, inſofern, als er eine engere
als bisher übliche Zuſammenarbeit zwiſchen dem
Völkerbunds=
ſekretariat und dem Internationalen Arbeitsamt, das ſich in
erſter Linie mit der Frage der Arbeitsloſigkeit beſchäftigt hat,
notwendig machte. Die Hauptvorbereitung für dieſe Tätigkeit
auf dem Gebiete der internationalen Bekämpfung der
Arbeits=
loſigkeit fiel begreiflicherweiſe dem Internationalen Arbeitsamr,
zu, das im Mai Vorſchläge für eine praktiſche Bekämpfung der
Ar=
beitsloſigkeit einreichte und nunmehr auch eine umfangreiche
Studie über dieſes Thema fertiggeſtellt hat. Dieſes Material
bildete den Ausgangspunkt und die Grundlage für die heute
zum erſten Male tagende Sonderkommiſſion über die
Arbeits=
loſigkeit, die zur Hälfte aus Mitgliedern des Verwaltungsrats
des Internationalen Arbeitsamtes beſteht. Die unhomogene
Zu=
ſammenſetzung machte ſich ſchon bei der heutigen erſten Sitzung
der Kommiſſon nicht gerade zum Vorteil der Arbeiten
bemerk=
bar. Die Verhandlungen wurden durch längere Ausführungen
des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes Albert Thomas
eingeleitet, außerdem ſprach der Direktor der
Wirtſchaftsabtei=
lung des Völkerbundsſekretariats. Die Ausführungen der
bei=
den Redner ließen deutlich verſchiedene
Meinungsverfchieden=
heiten zwiſchen dem Völkerbundsſekretariat und dem
Internatio=
nalen Arbeitsamt in Erſcheinung treten.
Da der Vertreter der franzöſiſchen Regierung nicht anweſend
war und der franzöſiſche Arbeitervertreter Jouhaux an den
Ver=
handlungen noch nicht teilnehmen konnte, begann man nach einer;
kurzen allgemeinen Ausſprache, in der deutſcherſeits der
Arbeit=
gebervertreter, Kommerzienrat Vogel, bemerkenswerte
Ausfüh=
rungen machte, mit der Erörterung der Vorſchläge über die
Be=
kämpfung der Arbeitsloſigkeit durch öffentliche Arbeiten. Bei
dieſer Debatte, bei der die verſchiedenartigſten Auffaſſungen
zu=
tage traten, kam unverkennbar eine gewiſſe Enttäuſchung über die
praktiſchen Wirkungsmöglichkeiten dieſes Vorſchlages zum
Vor=
ſchein. Immerhin war bemerkenswert, daß der engliſche
Ver=
treter darauf hinweiſen konnte, daß in England rund 200000
Arbeitsloſe direkt oder indirekt für öffentliche Arbeiten
Beſchäf=
tigung finden könnten. Der deutſche Regierungsvertreter,
Mini=
ſterialdirektor Dr. Weigert, wies darauf hin, daß die
Möglich=
keiten in Deutſchland bedeutend geringer ſeien. Von verſchiedenen
anderen, insbeſondere auch deutſchen Vertretern wurde darauf
hingewieſen, daß die Möglichkeit öffentlicher Arbeiten in engem
Zuſammenhang ſtehe mit der finanz= und kreditpolitiſchen Lage
eines Landes. Auf Antrag des Direktors des Internationalen
Arbeitsamtes wurden drei Unterkommiſſionen ernannt, die die
verſchiedenen Anträge und Anſichten klären ſollen.
Ausſchluß MacGoverns aus dem Unkerhaus.
London, 2. Juli.
Seit einem Jahre haben ſich im Unterhauſe nicht mehr ſo
erregte Auftritte ereignet wie heute im Zuſammenhang mit dem
Ausſchluß des Abgeordneten der Arbeiterpartei MacGovern von
der Sitzung. Dieſer proteſtierte leidenſchaftlich gegen eine
Ant=
wort des Staatsſekretärs für Schottland über die
Gefangen=
ſetzung mehrerer Perſonen, die durch Reden im Park von
Glas=
gow gegen ſtädtiſche Beſtimmungen verſtoßen hatten. Da er ſich
außerdem weigerte, ſich auf ſeinen Platz zu begeben, rief ihn
der Sprecher zur Ordnung. Als MacGovern dieſer
Aufforde=
rung des Sprechers widerſprach, ſtellte Macdonald einen Antrag
auf Ausſchluß des Abgeordneten, der trotz der Proteſte des
lin=
ken Flügels der Arbeiterpartei mit 515 gegen 16 Stimmen
angenommen wurde. Da MacGovern ſich weigerte, den Saal zu
verlaſſen, befahl der Sprecher, ihn aus dem Sitzungsraum zu
führen. Als vier Beamte MacGovern packten, kam es zu einem
Handgemenge. Mehrere Abgeordnete des linken Flügels der
Ar=
beiterpartei hielten die Beamten feſt, jedoch gelang es ſchließlich,
ihn aus dem Saale zu führen. Die Sitzung wurde während.
dieſer Auftritte 20 Minuten unterbrochen.
Da Gewalt angewendet werden mußte, bleibt MacGovern
für den Reſt der Seſſion bis zum Beginn der nächſten Seſſion
von den Sitzungen ausgeſchloſſen. Er verliert dadurch 100 Pfd.
Sterling, da ein ausgeſchloſſener Abgeordneter keine Diäten
be=
zieht.
Padua, Frühſommer 1373.
Die Lektüre der 100. Novelle des Boccaccio hatte
Petrarca derart entzückt, daß er ſie ins Lateiniſche
übertrug, um ſie auch Leſern zugänglich zu machen,
die nicht italieniſch verſtehen, wie er ausdrücklich ſagt.
Dichter gewirkt, ſondern vor allem auch auf den
Eng=
länder Chaucer, der ſie in ſeinen Canterbury=
Geſchichten verwertete. In einem Begleitbrief, der
als Vorrede und Nachwort das Werk umſchließt, läßt
Petrarca den Freund die Gründe und die leitenden
Erwägungen wiſſen, die für die Arbeit maßgebend
waren.
Dein Buch, das du in unſerer heutigen Sprache vor Zeiten,
noch als Jüngling, wie ich vermute, herausgegeben haſt, habe ich
angeſehen. Woher und auf welche Weiſe es zu mir kam, weiß ich
nicht. Ich habe es angeſehen, denn ich müßte lügen, wollte ich
ſagen, ich hätte es geleſen.
Da es eben an ſich ſehr groß und in ungebundener Rede für
das Volk geſchrieben iſt, war mir meine Beſchäftigung zu
aus=
gedehnt und meine Zeit zu beengt dafür. Außerdem werde ich
ſelbſt von allen Seiten, wie du weißt, durch Kriegswirren
beun=
ruhigt, und wenn ich auch im Herzen weit von ihnen entfernt
bin, ſo muß mich doch die Erſchütterung des Staates bewegen.
Was ſoll ich aber ſagen? Ich überflog das Buch, und wie
ein eiliger Wanderer habe ich um mich geblickt, hierhin und
dort=
hin, ohne ſtehen zu bleiben. Dabei bemerkte ich an einigen
Stel=
en, daß das Buch ſelbſt von den Zähnen biſſiger Hunde zerfleiſcht,
der durch deinen Stecken und deine Stimme herrlich verteidigt
orden iſt. Und ich wunderte mich nicht: denn ich kenne die
räfte deines Genius und weiß aus Erfahrung, daß der Menſchen
hlecht unverſchämt und feigherzig iſt, und daß ſie alles, was
ſelbſt nicht mögen oder nicht wiſſen oder auch nicht können, an
ren tadeln, gelehrt und ſcharfſinnig nur für dies Eine, ſonſt
ohne jede Stimme.
Dieſer Brief iſt einem größeren Bande entnommen der
ſten Male in deutſcher Sprache eine Sammlung von Brie=
Petrarcas bringt. (Verlag „Die Runde‟, Berlin W. 15.)
Die rührende Geſchichte der ſtandhaften und getreuen
Griſeldis hat denn auch in Petrarcas lateiniſche
Faſſung ſogleich ihren Siegeszug durch das gebildete
Europa angetreten und hat nicht nur auf franzöſiſche
Ich hatte meine Freude ſelbſt bei dem flüchtigen Durchgehen,
und wenn auch manchmal etwas darin vorkam, was in ſeiner
Schlüpfrigkeit ein wenig gar zu frei ſein mochte, ſo entſchuldigte
dies das Alter, in dem du eben damals geſtanden haſt, als du
dies ſchriebſt, der Stil, das Idiom und die leichte Art der
Ge=
ſchichten ſelbſt, auch die leichte Art derer, von denen man
an=
nehmen konnte, ſie würden dergleichen leſen. Es kommt ja ſehr
darauf an, für wen man ſchreibt, und die Verſchiedenheit der
Sitten läßt die Verſchiedenheit des Stils entſchuldbar erſcheinen.
Unter vielem recht Scherzhaftem und Leichtem habe ich auch
einiges Fromme und Gewichtige gefunden. Ich habe jedoch noch
kein endgültiges Urteil darüber, da ich nirgends ganz dabei
ge=
blieben bin. Wie es aber in der Tat geſchieht, wenn man auf
dieſe Weiſe hindurcheilt, ſo habe ich mit etwas größerer
Genauig=
keit als das Uebrige den Anfang und das Ende des Buches
durch=
geſehen.
In dem einen haſt du den Zuſtand unſerer Vaterſtadt erzählt,
wie er gerade zu jener furchtbaren Peſtzeit war, welche unſer
Zeitalter vor allen anderen traurig und elend in der Welt erlebt
hat, und du haſt es meinem Urteil nach ſehr angemeſſen erzählt
und in großartiger Weiſe beklagt. Als letzte Geſchichte haſt du
aber im Schlußteil eine den vielen vorausgehenden ſehr
unähn=
liche angebracht, und dieſe gefiel mir ſo wohl und hielt mich ſo
feſt, daß ich ſie bei ſo viel Sorgen, die mich faſt meiner ſelbſt
ver=
geſſen ließen, in meine Erinnerung einzuprägen wünſchte, um ſie
meinerſeits, ſo oft ich wollte, im Geiſt mir nicht ohne Genuß
wiederholen zu können und um ſie auch, wie es geſchieht, wenn
Freunde ſich miteinander unterhalten, wiederzuerzählen, falls
ein=
mal etwas Aehnliches im Geſpräch vorkäme. Das habe ich dann
kurz darauf getan. Ich erkannte, daß die Geſchichte den Hörern
gefiel und plötzlich kam mir im Geſpräch der Gedanke, auch unſerer
Sprache Unkundigen könnte dieſe ſo ſüße Geſchichte Freude
be=
reiten. Denn auch mir hat ſie ſtets wohlgefallen, ſo oft ich ſie vor
vielen Jahren hörte, und ich möchte vermuten, ſie müſſe auch dir
derart wohlgefallen haben, daß du ſie für deine volkstümliche
Dichtung nicht für unwürdig hielteſt und gerade für das Ende
dieſes Werkes nicht. Befiehlt doch die rhetoriſche Diſziplin, ſtets
das Wirkſamſte am Ende anzubringen.
Daher habe ich eines Tages unter mancherlei Gedanken, die
nach gewohnter Weiſe den Geiſt hin= und herriſſen, ſozuſagen im
Zorn auf ſie und auf mich, ihnen allen zeitweilig Valet geſagt,
die Feder ergriffen und eben deine Geſchichte niederzuſchreiben
begonnen. Ich hoffte zuverſichtlich, du würdeſt dich freuen, daß
ich ungebeten Dolmetſcher deiner Schriften würde, denn nicht
leicht würde ich dies einem anderen leiſten. Es trieb mich die
Liebe zu dir und zu der Geſchichte, doch ſo, daß ich nicht des
Horaz Mahnung in ſeiner „Dichtkunſt” vergaß:
Nicht etwa Wort für Wort wirſt als treuer Dolmetſch du
ſuchen Wiederzugeben ..."
Deine Geſchichte habe ich mit meinen Worten entwickelt, ja
an manchen Stellen einige wenige Worte an der Erzählung
ſelbſt verändert oder hinzugefügt. Dabei glaubte ich, du
wür=
deſt nicht nur dulden, ſondern beifällig aufnehmen, daß es
ge=
ſchieht. Und wenn ſie auch von vielen gelobt und geſchätzt
worden iſt, ſo habe ich doch geglaubt, ſie als dein Eigentum
dir und keinem anderen widmen zu ſollen. Du ſollſt ſelbſt
darüber richten, ob ich ſie durch das veränderte Gewand
ver=
unſtaltet oder vielleicht verſchönert habe.
Wo ſie nämlich hergekommen, dorthin kehrt ſie zurück.
Be=
kannt iſt der Richter, bekannt das Haus, bekannt der Weg, ſo
daß auch du und jeder, der ſie lieſt, dieſes Eine erkennt, daß
von dir und nicht von mir Rechenſchaft für dein Eigentum
abzulegen iſt. Wenn aber irgendwer mich fragen ſollte, ob dies
alles wahr ſei, das heißt, ob ich eine Geſchichte oder ein
Mär=
chen geſchrieben habe, dem werde ich mit dem Worte des
Sal=
luſtius Criſpus antworten: Die Gewähr dafür ſoll beim
Ge=
währsmann, (das heißt, bei meinem Johannes) ſein.
Nach dieſer Vorrede beginne ich:
(Hier folgt die lateiniſche Umformung der 100. Novelle aus
dem Dekameron, des Boccaccio, die Geſchichte der ſtets getreuen
Griſeldis und des Markgrafen Walther von Saluzzo: „Des
Franciseus Petrarca Mär von Gehorſam und Treue eines
Eheweibes.”)
Dieſe Geſchichte habe ich jetzt in einem anderen Stile wieder
neu weben wollen, jedoch nicht darum, daß ich die Frauen unſerer
Zeit dazu aufſtachele, die Geduld dieſer Ehefrau nachzuahmen,
die mir faſt unnachahmlich ſcheint, ſondern, daß ich die Leſer
dazu anſtachele, zumindeſt die Standhaftigkeit dieſer Frau
nach=
zuahmen. Sie ſollen dann das, was dieſe Frau ihrem
Ehe=
gatten erwieſen hat, unſerem Gotte zu erweiſen wagen, der,
wie der Apoſtel Jacobus ſagt, nicht kann verſucht werden zum
Böſen und ſelbſt niemand zum Böſen verſuchet. Er prüft uns
aber oft und läßt zu, daß wir von vielen ſchweren Geißelungen
heimgeſucht werden, nicht damit er unſer Herz erkenne, das er
ge=
kannt hat, ehe wir erſchaffen waren, ſondern damit unſere
Ge=
brechlichkeit durch uns bekannte und geläufige Kennzeichen uns
ſelbſt bemerkbar werde. Mit hinreichendem Grunde würde man
daher einen Menſchen, wer er auch ſein mag, zu den ſtandhaften
Männern zählen, der ohne Murren um ſeines Gottes Willen
er=
dulden würde, was um ihres ſterblichen Gatten Willen dieſes
arme Bauernweib erduldet hat.
Nummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 3
Rückgang der Bekriebseinnahmen im laufenden Rechuungsjahre um 1400 Millionen Reichsmark infolge
Abwanderung zum Krafkwagen. — Selbſt bei voller Enklaſtung der Reichsbahn von der Reparakionsſtener
die Sorge um die Aufrechkerhallung des Gleichgewichkes keineswegs behoben.
Troß ſchlechter Zinanzlage
Einſtellung von 59 900 neuen Arbeitskräften
in den kommenden fünf Monaken.
Berlin, 2. Juli.
Am 30. Juni und 1. Juli 1931 fand in Berlin die
regel=
mäßige Tagung des Verwaltungsrates der Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft ſtatt. Der Generaldirektor wurde ermächtigt, die
durch die Notverordnung des Reichspräſidenten zur Sicherung
von Wirtſchaft und Finanzen bedingte Kürzung der
Ge=
hälter der Reichsbahnbeamten nach den für die
Reichsbeamten maßgebenden Grundſätzen
durch=
zuführen.
Mit der Reichsregierung iſt vereinbart, daß die dadurch
im laufenden Jahre eingeſparten Mitteln in Höhe von
rund 40 Millionen Reichsmark zuſammen mit 60 Millionen
Reichsmark aus dem Kriſenfonds der Reichsregierung
voll zur Entlaſtung des Arbeitsmarktes Verwendung
fin=
den. Durch zuſätzliche Erneuerungsarbeiten ſollen in den
fünf kommenden Monaten 50 000 Arbeiter Beſchäftigung
finden, wobei auch Privatunternehmer herangezogen
wer=
den. Ueber die Ausdehnung dieſes 100 Millionen
Reichs=
mark umfaſſenden Arbeitsprogramms auf das in der
Notverordnung vorgeſehene 200 Millionen Reichsmark=
Programm ſchweben noch Verhandlungen. Die Finanzlage
der Reichsbahn bleibt alſo trotz der Gehaltseinſparung
nach wie vor ernſt. Gegenüber den im Jahre 1929 mit
5,4 Milliarden Reichsmark Betriebseinnahmen können die
Jahreseinnahmen für das Jahr 1931 nach den bisherigen
Ergebniſſen nur auf 4,0 Milliarden Reichsmark geſchätzt
werden, ein Rückgang um etwa 1400 Millionen
Reichs=
mark, d. h. um 26 v. H. Dabei iſt vorausgeſetzt, daß eine
Beeinträchtigung des gegenwärtigen Verkehrsbeſitzſtandes
der Reichsbahn infolge Abwanderung zum Kraftwagen
verhütet wird. Die Betriebsausgaben ſind auf allen
Ge=
bieten aufs ſtärkſte gedroſſelt, jedoch konnte auf dieſem
Wege der Ausgleich der Mindereinnahmen auch nicht
an=
nähernd herbeigeführt werden. Der Verwaltungsrat mußte
feſtſtellen, daß ſelbſt bei voller Entlaſtung der Reichsbahn
von der Reparationsſteuer die Sorge um die
Aufrecht=
erhaltung des Gleichgewichtes von Einnahmen und
Aus=
gaben keineswegs behoben iſt. Auf jeden Fall muß ſich
die Reichsbahngeſellſchaft in der Auftragserteilung für
Beſchaffungen und bei Anträgen auf Tarifermäßigung die
größte Zurückhaltung auferlegen.
Der Verwaltungsrat nahm Kenntnis von dem Urteil des
Reichsbahngerichts in dem Rechtsſtreit um die Abgrenzung der
Direktionsbezirke im Leipziger Verkehrsgebiet. Er bedauert,
daß es nicht möglich war, zu einer Verſtändigung mit dem
Frei=
ſtaat Sachſen über eine den Bedürfniſſen der Reichsbahn und
der Wirtſchaft entſprechende Organiſationz im Leipziger=
Ver=
kehrsgebiet zu kommen und daß deshalb der beſtehende, vom
finanziellen wie vom Verkehrsſtandpunkt gleich unbefriedigende
Zuſtand mit ſeinen unwirtſchaftlichen Mehrkoſten auch weiterhin
bleiben muß.
Dem Geſuch des Leiters der Reichsbahngeſellſchaft,
Grup=
penverwaltung Bayern, von Frank, um Verſetzung in den
dauernden Ruheſtand, ſtimmte der Verwaltungsrat zu, wobei
der Präſident des Verwaltungsrats dem Ausſcheidenden für die
geleiſtete Arbeit den wärmſten Dank ausſprach. An ſeiner
Stelle wurde Reichsbahndirektor Löhr von der
Gruppenverwal=
tung Bayern zum Leiter der Gruppenverwaltung Bayern und
Mitglied des Vorſtands der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft
ge=
wählt.
Danzigs Maßnahmen
zum Schuhe des politiſchen Briedens.
Danzig, 2. Juli.
Auf Grund des am 30. Juni vom Volkstag angenommenen
Ermächtigungsgeſetzes hat der Danziger Senat vier Verordnungen
erlaſſen, die das Geſetz weiter aushauen. So ſollen Vereine auch
dann aufgelöſt werden, wenn mit Wiſſen des Vereinsvorſtandes
Hochverrat oder andere Delikte erörtert werden; ferner wird der
Begriff der Bewaffnung ſcharf umriſſen, und neue Beſtimmungen
über das Waffentragen werden erlaſſen. Die dritte Verordnung
bringt eine Aenderung des Geſetzes zum Schutze der perſönlichen
Freiheit, während die vierte das Tragen einheitlicher Kleidung
durch Mitglieder ausländiſcher politiſcher Organiſationen ohne
beſondere Genehmigung des Senats verbietet und unter Strafe
ſtellt. Unter das Verbot des Waffentragens fallen auch die
bis=
her von den Mitgliedern der uniformierten Organiſationen
ſtän=
dig getragenen ſchweren Stöcke. Ein allgemeines
Uniformtra=
gungsverbot iſt zwar vom Senat in Erwägung gezogen worden,
er hat jedoch davon abgeſehen, da ſowohl rechts= wie auch
links=
gerichtete Verbände mit dem Erſuchen an ihn herangetreten ſind,
ein ſolches Verbot nicht zu erlaſſen.
Einweihung des Streſemann= Denkmals
am Sonnkag in Mainz.
* Mainz, 2. Juli. (Priv.=Tel.)
Für die Einweihung des Streſemanndenkmals in Mainz iſt
folgendes Programm vorgeſehen: Die Feierlichkeiten beginnen
am Samstag, den 4. Juli, 20.30 Uhr, mit einem Feſtakt im
großen Saal der Stadthalle. Nach der Begrüßungsanſprache des
Vorſitzenden des Arbeitsausſchuſſes Dr. Baum werden
Ober=
bürgermeiſter Dr. Ehrhard für die Stadt Mainz,
Staats=
präſident Dr. Adelung für die heſſiſche Regierung,
Reichs=
tagspräſident Löbe für den Reichstag und wahrſcheinlich noch
Reichsbankpräſident Dr. Luther ſprechen. Die
Reichsregie=
rung wird durch Dr. Curtius vertreten ſein, der auch als
Ver=
treter des Völkerbundsrats anweſend iſt. Als Vertreter des
Völkerbunds iſt der zweite Generalſekretär Herr Avenol
gemel=
det. Umrahmt ſind die Reden von muſikaliſchen und
gefang=
lichen Darbietungen.
Der Enthüllungsfeier am Sonntag, den 5. Juli,
gehen Gottesdienſte im Dom und in der Chriſtuskirche voraus.
Glockengeläute und Böllerſchüſſe verkünden 11.15 Uhr den
Be=
ginn der Weihe und Enthüllung des Ehrenmals.
Der Vorſitzende des Arbeitsausſchuſſes Dr. Baum wird nach
einem Bläſerchor die Enthüllung des Ehrenmals vornehmen,
worauf der Fraktionsvorſitzende der DVP.,
Reichstagsabgeord=
neter Dingeldey, die Gedächtnisrede halten wird, es folgt
der Geſang einer Strophe von Streſemanns Lieblingslied „Am
Brunnen, vor dem Tore‟. Hierauf hält, Außenminiſter Dr.
Curtius die Weiherede, worauf nach Abſingen des
Deutſch=
landliedes der Innenraum des Denkmals geöffnet wird, in dem
Hanna Gorina das Weihelied ſingt. Dr. Curtius wird dann
die Kränze des Reichspräſioenten und der Reichsregierung an
der Hermenbüſte Streſemanns niederlegen, worauf die offizielle
Uebergabe des Denkmals an den Oberbürgermeiſter der Stadt
Mainz erfolgt.
* Der Finanzausſchuß des Heſiſchen Landtags
ſetzte geſtern ſeine Beratungen fort. Zunächſt teilte die Regierung
mit daß bezüglich der ſogenannten Zehrzulage für die
Exekutivbeamten der Polizei eine anderweitige
ein=
heitliche Geſtaltung durch ſämtliche ſüddeutſchen Länder geplant
ſei. Darauf unterhielt ſich der Ausſchuß über den
Raumman=
gel in der Landesheil= und Pflegeanſtalt Philippshoſpital
bei Goddelau. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Schaffung
eines Schweſternbaues unbedingt notwendig iſt, der Bau aber in
dieſem Jahre angeſichts der geſpannten Finanzlage nicht erſtellt
werden könne. — Sieben Eingaben um Baudarlehen für die
Bau=
jahre 1929/30 — ſogenannte Uebergänge — werden einſtimmig
für erledigt erklärt, da den Eingaben aus etatrechtlichen Gründen
nicht entſprochen werden kann. — Die Nachweiſung über die
Ein=
nahmen und Ausgaben des Landes im Rechnungsjahre 1926 wird
gebilligt. Auf einen Landbundantrag hin wird die Regierung ein
genaues Ausſchreiben erlaſſen, um Mißſtände bei der
Stempel=
pflicht von Feder=Wagen abzuſtellen. — Auf den Antrag
des verſtorbenen volksparteilichen Abg. Haury hin gab zum Schluß
ein Regierungsvertreter einen eingehenden Bericht über
die Lage der zuſammengebrochenen Wohnungsgeſellſchaften Woge
(Wohnungsfürſorgegeſellſchaft) und Hegemag. Die Ausſprache
über den vertraulich erklärten Bericht beginnt am Montag vor=
6.
Gewalkſame Rundfunkftörang.
Die Kommuniſten mißbrauchen den Rundfunk
zu Agitakionszwecken.
Köln, 2. Juli.
Am Mittwoch abend gegen 23 Uhr wurde die Sendung des
Weſtdeutſchen Rundfunks von anſcheinend kommuniſtiſcher Seite
gewaltſam geſtört, und über den Sender Langenberg eine kurze
Werberede für die Kommuniſtiſche Partei geſprochen.
Hierzu teilt der Weſtdeutſche Rundfunk mit, daß die Störung
nur den Sender Langenberg betraf, und daß die kurze Werberede
nicht vor einem Mikrophon des Weſtdeutſchen Rundfunks
geſpro=
chen wurde. Um 22.55 Uhr bemerkten die Beamten des Senders
Langenberg Knackgeräuſche in der Sendung und ſtellten ferner
feſt, daß ihre Dienſtgeſpräche mit über den Sender gingen. Es
mußte demnach an einer Stelle eine Leitungsberührung mit der
Uebertragungsleitung ſtattgefunden haben. Um 23 Uhr wurde
die aus Köln kommende Tanzmuſik des Senders Langenberg von
einer kurzen Werberede für die Kommuniſtiſche Partei überlagert.
Schon nach einer halben Minute ſchalteten die Senderbeamten
gei=
ſtesgegenwärtig den Sender Langenberg ab und gaben die Kölner
Tanzmuſik nach etwa fünf Minuten über eine Erſatzleitung wieder
auf den Sender. Es handelt ſich demnach um eine gewaltſame
Einſchaltung in die Uebertragungsleitung von unbefugter Seite.
Die Unterſuchung dieſes Vorfalls liegt in den Händen der
Oberpoſtdirektion Düſſeldorf.
Kommuniſtiſche Ausſchreikungen in Worms.
Worms, 2. Juli.
Nach Schluß einer nationalſozialiſtiſchen Verſammlung
wur=
den die Teilnehmer auf dem Nachhauſeweg am Lutherplatz von
Kommuniſten angegriffen und mit Steinen beworfen. Als die
Polizei einſchritt, und einen Steinwerfer feſtnahm, wurden
meh=
rere Schüſſe abgegeben und verſucht, den Feſtgenommenen zu
be=
freien. Die Polizei gab einige Schreckſchüſſe ab und räumte die
Straße. Die von politiſchen Gegnern der Nationalſozialiſten
zu=
erſt abgegebenen Schüſſe haben ein Opfer gefordert. Als die
Straße geräumt war, fanden die Polizeibeamten den mit ſeinen
Geſinnungsgenoſſen aus der Verſamlung gekommenen Arbeiter
Väth aus der Verkehrsinſel mit einer Schußwunde im Hals
lie=
gen. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus transportiert. Auch
an anderen Stellen der Stadt griffen die Kommuniſten
National=
ſozialiſten an und überſchütteten die Polizeiautos mit einem
Steinhagel. Die Beamten mußten mehrere Siſtierungen
vorneh=
men. Am Hauptzollamt und in einer unweit davon gelegenen
Wirtſchaft wurden eine große Anzahl Doppelfenſter und
Trans=
parente durch Steinwürfe zertrümmert.
Arbeitsloſenausſchreilungen in Plock.
700 Arbeitsloſe zogen heute mittag nach dem Magiſtrat und
ſchlugen unter den Rufen „Arbeit und Brot” ſämtliche Fenſter
des Gebäudes ein. Danach zogen ſie zum Landratsamt.
Unter=
wegs beſchädigten ſie die Geſchäfts= und Banklokale. Vor dem
Landratsamt erwartete ſie bereits eine Abteilung Polizei, die
mit der Waffe der Demonſtration ein Ende machte. Einige
An=
führer der Kundgebung wurden verhaftet.
Zwiſchenfälle an der Kölner Univerſikäk.
Köln, 2. Juli.
Im Zuſammenhang mit einem Verbot der von der
Studen=
tenſchaft an der Kölner Univerſität geplanten Kundgebung gegen
Kriegsſchuldlüge und Friedensvertrag, kam es am Donnerstag
vormittag an der Univerſität zu Zwiſchenfällen. Als eine
Ver=
ſammlung von Studenten das Deutſchlandlied anſtimmte,
weiger=
ten ſich einige wenige Studenten, die Kopfbedeckung abzunehmen,
worauf eine Schlägerei entſtand, bei der ein einer jüdiſchen
Ver=
bindung angehörender Student am Kopfe erheblich verletzt wurde.
Kurze Zeit darauf erſchien das Ueberfallkommando, das auch in
die Univerſität eingelaſſen wurde und die Studenten
auseinan=
der trieb. Als es immer wieder zu neuen Kundgebungen kam,
ging die Polizei mit dem Gummiknüppel vor. Zwei Studenten
wurden zwangsgeſtellt. In den Mittagsſtunden konnte die Ruhe
wiederhergeſtellt werden. Am Univerſitätsgebäude halten ſtarke
Polizeipoſten Wache.
In einer Bekanntmachung des Rektors heißt es, einwandfreie
Feſtſtellungen hätten ergeben, daß die Demonſtranten von einer
ganzen Anzahl Nichtſtudierender, alſo fremder Elemente,
unter=
ſtützt ſeien. Als bei den erſten Auftritten der Rektor dieſe Leute.
zum Verlaſſen der Univerſität aufgefordert habe, ſei es zu
wei=
teren Herausforderungen gekommen, in deren Verlauf eine kleine
Prügelei entſtanden ſei, in die auch der Pedell verwickelt worden
ſei. Dieſe Vorfälle hätten den Rektor veranlaßt, die Polizei zu
bitten, einzuſchreiten. Die Polizeibeamten hätten ſich auf die
Räu=
mung der Univerſität beſchränkt.
*
Der Paker der Monroe=Dokkein.
Zum 100. Todestag Monroes, 4. Jult.
Der Moratoriumsplan Hoover bedeutet wieder einen
wich=
tigen politiſchen Schritt, durch den die Vereinigten Staaten die
Geſchicke Europas, zu beſtimmen ſuchen. Dies widerſpricht
eigentlich einem der Grunopfeiler nordamerikaniſcher
Staats=
kunſt, nämlich der vielgenannten Monroe=Doktrin, deren Schöpfer,
der fünfte Präſident der Vereinigten Staaten, James Monroe,
am 4. Juli vor 100 Jahren geſtorben iſt. Dieſer Grundſatz iſt
zwar oft im Laufe der amerikaniſchen Geſchichte durchbrochen
worden, am ſtärkſten beim Eingreifen in den Weltkrieg, aber in
der Theorie wird er noch immer aufrecht erhalten, und auch jetzt
wieder iſt betont worden, daß ſich die Union nicht in die inneren
Angelegenheiten Europas miſchen wolle. Monroe, der durch ſeine
Jahresbotſchaft vom 2. Dezember 1823 dieſe Ideen zuerſt in der
amerikaniſchen Staatskunſt verankerte, iſt ein bedeutender
Staatsmann geweſen, der in der Geſchichte ſeines Landes
viel=
fach hervortrat. Sein Geſchlecht ſtammte von ſchottiſchen
Kava=
lieren ab, und etwas von ihrem kriegeriſchen Geiſt war auch in
dem jungen Juriſten, der, 1758 geboren, im Revolutionskrieg
ſich als Offizier auszeichnete und es bis zum Oberſten brachte.
Er wurde dann Abgeordneter und Staatsbeamter, und als die
franzöſiſche Revolution ausbrach, trat er begeiſtert für ſie ein
und wurde daraufhin vom Präſidenten Waſhington 1794 als
Geſandter nach Frankreich geſchickt. 1796 wurde er aber
ab=
berufen, da er die Politik Nordamerikas dem Direktorium
gegen=
über nicht glücklich vertreten hatte, und er verteidigte ſich nach
ſeiner Rückkehr durch eine Schrift von 500 Seiten, in der er ſich
als ſcharfer Beobachter, der franzöſiſchen Verhältniſſe zeigte.
Monroe war dann Gouverneur von Virginia und ſchloß im
Jahre 1803 einen der wichtigſten Verträge der
nordamerikani=
ſchen Geſchichte ab, durch den die Franzoſen New Orleans und
das ganze Gebiet von Louiſiana an die Vereinigten Staaten
verkauften, da Napoleon fürchten mußte, das Land doch im
Kriege mit England zu verlieren.
Monroe war dann als Geſandter in England, wurde
Staatsſekretär und Miniſter und 1816 zum Präſidenten
ge=
wählt. Seine Amtszeit, die von 1817 bis 1825 dauerte, wird
die „Aera des Wohlfühlens” genannt, da in dieſer Zeit
die Parteiſtreitigkeiten vollkommen ruhten, allgemeiner Friede
und Wohlſtand herrſchten. Die beiden großen politiſchen
Er=
eigniſſe, die der Präſident Monroe durchführte, war die
Erwer=
bung Floridas von Spanien, die er früher ſchon einmal ver=
geblich verſucht hatte, und der Erlaß der Monroe=Doktrin, in der
zuerſt die Parole aufgeſtellt wurde: „Amerika den
Ameri=
kanern!” Schon Waſhington hatte in ſeiner
Neutralitäts=
politik den Grundſatz verfochten, daß die Vereinigten Staaten
an den europäiſchen Angelegenheiten kein Intereſſe hätten. Nun
aber ging Monroe einen bedeutſamen Schritt weiter, indem er
erklärte, daß auch Europa ſich nicht in die amerikaniſche Politik
einmiſchen dürfe, und zwar weder in die von Nord= noch von
Südamerika. Der Anlaß zu dieſer Kundgebung waren die Pläne
der Heiligen Alliance, Spanien bei der Wiedereroberung ſeiner
amerikaniſchen Kolonien zu unterſtützen. Auf Gerücht von dieſen
Abſichten hin erklärte Präſident Monroe, daß eine ſolche Politik,
wenn ſie von den vereinigten Kontinentalmächten Europas
ein=
geleitet werde, für den Frieden und die Sicherheit der
Vereinig=
ten Staaten gefährlich ſein würde, es könne keiner europäiſchen
Macht eine Einmiſchung in Streitigkeiten zwiſchen amerikaniſchen
Staaten oder die Erwerbung amerikaniſchen Gebietes geſtattet
werden. Infolge dieſer Erklärung und der feindſeligen Haltung
Englands gegenüber den Plänen der Heiligen Alliance wurden
dieſe aufgegeben. Später hat man die Monroe=Doktrin dazu
be=
nutzen wollen, um der Union eine Art Schutzherrſchaft über
Dr. F. S.
Mittel= und Südamerika zu verſchaffen.
Jahresfeſt der Heſſiſchen Landesuniverſikäk.
Zu der in althergebrachter Weiſe begangenen Feier des
Jahresfeſtes der Heſſiſchen Ludoviciana hatten ſich in Gießen u. a.
als Ehrengäſte Staatspräſident Dr. e. h. Adelung,
Miniſte=
rialrat Dr. e h. Löhlein der Rektor der Techniſchen Hochſchule
Darmſtadt, Prof. Dr. Wöhler, und der Rektor der Univerſität
Marburg, Prof, Dr. Verſé, eingefunden. Die Feier war von
eigens hierfür komponierten Chören von Temesvary, unter
Lei=
tung von Muſikdirektor Dr. Temesvary umrahmt. Rektor
Prof. Dr. Eger eröffnete die 324. Jahresfeier mit einem
Will=
kommensgruß an die Gäſte. Im Anſchluß, daran hielt er die
Feſt=
rede über „Recht und Wirtſchaftsmacht”. Hierauf verlas der
Rektor einen Auszug aus der Jahreschronik der Univerſität. Nach
Ehrung der im vergangenen Jahre verſtorbenen Dozenten wurde
mitgeteilt, daß die Zahl der Studierenden an der Univerſität
zugenommen habe. In das vergangene Jahr fällt auch die
Eröff=
nung des unter Opfern erbauten Studentenheimes
Bemerkens=
wert iſt, daß die Zahl der auf irgendwelche Unterſtützung
ange=
wieſenen Studenten ein Drittel der Studentenſchaft ausmacht.
Der Sportbetrieb an der Univerſität hat eine Erweiterung
er=
fahren, insbeſondere konnten auf dem Gebiet der Segelfliegerei
ſchöne Erfolge erzielt werden. Zum Schluß wurde noch das
Er=
gebnis der Preisaufgaben bekannt gegeben und nachmittags das
umgebaute Sportshaus eingeweiht.
— Aſtawahlen am Polytechnikum Friedberg. Am 1. Juli
fan=
den hier die Aſtawahlen zur ſtudentiſchen Kammer für das
Winter=
ſemeſter 1931/32 ſtatt, die folgendes Ergebnis brachten:
National=
ſozialiſtiſcher Deutſcher Studentenbund 12 Sitze (bisher 8),
Farben=
tragende Korporationen 8 Sitze (neu aufgeſtellt), Finkenſchaft
5 Sitze (6).
Studentenwahlen in Frankfurt. Am Montag und Dienstag
finden an der Frankfurter Univerſität die Wahlen zur
Studenten=
kammer ſtatt. Es ſind vier Liſten aufgeſtellt: Großdeutſcher
Stu=
dentenbund, Nationalſozialiſten Ring nicht ſchlagender
Korpora=
tionen, revolutionäre Nationaliſten.
Köln: Univerſitätsprofeſſor Friedrich von der Leyden
iſt als Nachfolger von Profeſſor Kuno Franke für 1931/32 an die
Harvard=Univerſität in Amerika berufen worden. Er wird dort
den Lehrgang für deutſche Kultur inne haben.
Münſter: Prof. Dr. Günther Müller, Ordinarius für
neuere deutſche Literaturgeſchichte hat den an ihn vor einigen
Monaten ergangenen Ruf an die Univerſität Wien als Nachfolger
von Paul Kluckhohn abgelehnt.
Roſtock: Profeſſor Dr. Hans Erich Feine hat den an ihn
ergangenen Ruf auf den neuerrichteten Lehrſtuhl für deutſches
und bürgerliches Recht in Kiel abgelehnt, hingegen den Ruf nach
Tübingen angenommen.
Seite 4
Freitag, den 3. Juli 1931.
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Rummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 5
Darmſtadi, den 3 Tuli 1931.
Aus der ſienographifchen Bewegung Darmſtadis.
Anläßlich des bevorſtehenden 51. Verbandstages des Heſſiſch=
Naſſauiſchen Kurzſchriftverbandes und der Feier des 70jährigen
Beſtehens des Gabelsberger Stenographenvereins 1861 iſt, eine
Feſtſchrift erſchienen, die in einigen Aufſätzen führender
Steno=
graphen, ſo beſonders des Verbandsvorſitzenden,
Rechnungsdirek=
tors Heinrich Werner, und des ſtellv. Vorſitzenden des
Deut=
ſchen Stenographenbundes Oberſtudiendirektors Prof. Pfaff
einen intereſſanten Ueberblick über die ſtenographiſchen
Verhält=
niſſe in Heſſen und beſonders in Darmſtadt gibt.
Von allgemeinem Intereſſe ſind daraus, ohne auf
Einzelhei=
ten eingehen zu können, folgende Tatſachen: Die Pflege der
Kurz=
ſchrift geht in der heſſiſchen Landeshauptſtadt bis auf das Jahr
1833 zurück, in welchem Jahre Juſtizrat Kolb ſeine Tätigkeit als
„Geſchwindſchreiber” des Heſſiſchen Landtags begann. Sein
Nach=
folger im Landtag wurde in den 50er Jahren Kammerſtenograph
Nathan, der dem Syſtem Gabelsberger durch Unterrichtskurſe
in weiten Kreiſen Eingang zu verſchaffen ſuchte. Mit ein Erfolg
dieſer Tätigkeit iſt die im Jahre 1861 von 17 jungen Männern
zuſtande gebrachte Gründung eines Stenographenvereins. Trotz
mancher Schwierigkeiten war ſeine Mitgliederzahl ſtändig im
Wachſen begriffen. 1906 zählte der Verein bereits über 250
Mit=
glieder, 1921 750 und iſt gegenwärtig mit 1200 Mitgliedern einer
der ſtärkſten Stenographenvereine, in ganz Deutſchland, 24
Mit=
glieder ſtarben im Weltkriege den Heldentod fürs Vaterland.
Neben praktiſcher Organiſation des Unterrichtsweſens der
Gewin=
nung der Schulen, der im Jahre 1924 erfolgten Einrichtung einer
eigenen Maſchinenſchreibſchule, anſpornender Wettſchreiberfolge
uſw. iſt der Aufſtieg des Vereins vornehmlich ein Verdienſt der
rührigen Vereinsleiter, in erſter Linie der letzten Vorſitzenden
Oberſtudiendirektor Pfaff (1994—1908) Stadtamtmann
Kochenbur=
ger (bis 1920) Rechnungsdirektor Werner (bis 1927) und des
gegenwärtigen Vorſitzenden, Verwaltungsoberinſpektors P Meyer.
(Der Verein zählt gegenwärtig 19 Ehrenmitglieder, darunter
Ingenieur Otto Horſtmann, der bereits 69 Jahre, ein ganzes
Menſchenalter, dem Verein angehört.)
Dazu kam, daß ſich in Darmſtadt und darüber hinaus in ganz
Heſſen die Kurzſchrift von Jahr zu Jahr eines ſteigenden
Inter=
eſſes der Behörden erfreuen durfte. Wie man vorher das Syſtem
Gabelsberger, das in Heſſen am weiteſten verbreitet war,
geför=
dert hatte, führte man unmittelbar nach dem Herauskommen der
Reichskurzſchrift dieſe in Heſſen amtlich ein und verfügte u. a.,
daß ſämtliche heſſiſche Staatsbeamte unter 35 Jahren die
Einheits=
kurzſchrift beherrſchen müſſen. Auch wurde beſtimmt, daß die
Ein=
heitskurzſchrift in den Höheren Schulen und Handelsſchulen
Heſ=
ſens gelehrt wird. Außerdem wurde unter Vorſitz von
Regie=
rungsrat Schaible ein ſtenographiſches Prüfungsamt zur Ablegung
der Prüfung für ſtaatliche Stenographielehrer errichtet. Daneben
wurden Stenographiekurſe in der Volkshochſchule und an der
Han=
delskammer Prüfungen für Geſchäftsſtenographen eingerichtet.
Auch die Stadt Darmſtadt erließ für ihren Verwaltungshereich
beſondere Beſtimmungen über die ſtenographiſchen Kenntniſſe und
Fertigkeiten ihrer Beamten.
Nicht unerwähnt ſoll bleiben, daß Darmſtadt jahrelang Sitz
des Deutſchen Stenographenbundes Gabelsberger” war und ſeit
1930 Sitz des Heſſiſch=Naſſauiſchen Verbandes iſt. Der Vollſtändig=
Zeit halber ſei noch erwähnt, daß in Darmſtadt gegenwärtig fünf
Stenographenvereine beſtehen.
— Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſiſchen
Landes=
theater. Am heutigen Freitag findet das unwiderruflich letzte
Gaſtſpiel von Hildegard Warſitz vom Deutſchen
Schau=
ſpielhaus Hamburg, der entzückenden Darſtellerin der „
Kirchen=
maus” in Fodors erfolgreichem Luſtſpiel „Armwie eine Kir=
Genmaus” ſtatt. Es ſei auf dieſes letzte Gaſtſpiel der
hervor=
ragenden Künſtlerin deshalb nochmals ganz beſonders
hingewie=
ſen, zumal der Abend damit auch die letzte Wiederholung des
lie=
benswürdigen Luſtſpiel=Schlagers bringt, in der nochmals
Direk=
tor Bruno Harprecht die männliche Hauptrolle ſpielt. — Als
zwei=
tes Stück bringt die Sommerſpielzeit die Geſangspoſſe „O,
ſpa=
niſche Fliege!” den ehemals exfolgreichſten Schwank der
bei=
den bekannten Autoren Arnold und Bach, in einer völlig neuen
muſikaliſchen Bearbeitung von Bruno Haprecht, Muſik von
Harprecht und Krohn. Dieſe vollſtändige Neubearbeitung des
übermütigen Werkes hat bereits in Hamburg wochenlang Stürme
der Heiterkeit entfeſſelt, und es nahm wie die Hamburger Preſſe
berichtete, nicht Wunder, daß ſich die Aufführung zu einem
Bom=
benerfolg” geſtaltete und die diverſen Geſangs= und Tanzſchlager
immer wieder da capo verlangt wurden. Nach dem ſpaniſchen
Terzett „O, ſpaniſche Fliege!” raſte ein Orkan des Beifalls durch
den Zuſchauerraum, und man konnte, ohne ein Prophet zu ſein,
vorausſagen, daß der Sturm auf die Kaſſe in den nächſten Wochen
kein geringerer ſein wird. — Die hieſige Erſtaufführung findet am
morgigen Samstag unter der Leitung von Bruno Harprecht, der
— Der
auch die männliche Hauptrolle des „Klinke” ſpielt, ſtatt.
Vorverkauf findet ab Samstag nicht mehr in der Miet=
Ab=
teilung, ſondern an der Kaſſe des Kleinen Hauſes (wochentags
9.30—13.30 und Sonntags 11—13 Uhr) ſtatt.
— Kunſtausſtellung Darmſtadt 1931 Mathildenhöhe. Es
wur=
den verkauft: „Knabe am Tiſch”, Oelbild von Alexander Poſch;
„Alte Buchen”, Oelbild von Marcel, Richter; „Blumenſtrauß
Oelbild von Georg Breitwieſer; „Frühlingslandſchaft”, Oelbild
von K. Friedrich Lippmann=Frankfurt. Ueber den Verkauf zweier
weiterer Oelbilder und einer Plaſtik ſchweben Verhandlungen.
HI.
Die Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10—12.30 Uhr und von 3—7 Uhr geöffnet.
Sonderfahrten im modernen Großkraftwagen. Die Heſſiſche
Eiſenbahn=A=G. hat bisher im Verein mit der Reiſeabteilung
der Firma W. Köhler, G. m. b. H., Sonderfahrten für
letzt=
genanntes Unternehmen ausgeführt. Ab 1. Juli d. J. wurde die
der Firma Köhler, G. m. b. H. angeſchloſſene Reiſeabteilung in
direkte Verwaltung der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G. übernommen.
Die aus der heutigen Anzeige erſichtlichen Sonderfahrten
wer=
den im modernen Großkraftwagen mit Reiſeführer ausgeführt. Zu
empfehlen iſt die am kommenden Sonntag, den 5. Juli,
ausge=
ſchriebene Fahrt mit Schiff und Autobus zur Heidelberger
Schloß=
beleuchtung. Beſonderes Intereſſe werden unſere Leſer der
Ferien=
fahrt nach Berlin zur Bauausſtellung ſchenken. Koſtenloſe
Aus=
kunft und Spezialproſpekte im Heag=Haus und im Sporthaus
Adelmann.
Schloßbeleuchtung und Volksfeſt in Aſchaffenburg. Die große
Aſchaffenburger Schloßbeleuchtung mit Höhenfeuerwerk und
Volks=
feſt, nach Münchener Oktoberfeſt, findet am Sonntag, den 5. Juli,
ſtatt. Nachmittags 3 Uhr ſtartet Kunſtflieger Ernſt Udet auf dem
neben dem Feſtgelände gegenüber vom Schloß gelegenen
Flug=
platz zu ſeinen bekannten Schauflügen. Die Schloßbeleuchtung, die
in dieſem Jahre zum 10. Male durchgeführt wird, lockt alljährlich
Zehntauſende, von Beſuchern an. Ein großer Vergnügungspark
mit allen Oktoberfeſt=Attraktionen befindet ſich auf dem
Feſtge=
lände. Für die Rückfahrt iſt durch Sonderzüge nach allen
Rich=
tungen um 23,30 Uhr am Sonntag abend Möglichkeit geboten.
Vermögensſteuer. Die Finanzämter ſind angewieſen, von
Erhebung eines Zuſchlages abzuſehen, wenn die Steuererklärung
bis zum 20. Juli eingereicht wird.
Zünfke Jahresſitzung der Heſſiſchen Induſkrie= und Handelskammer Darmſtadk.
am 30. J
Der der Vollverſammlung vorgelegte Geſchäftsführungsbericht
befaßte ſich zunächſt mit einer Vertreterbeſprechung der Heſſiſchen
Induſtrie= und Handelskammern, in der die Frage der
Heraus=
gabe der Rhein=Mainiſchen Denkſchrift
weiterbehan=
delt worden war. Die heſſiſchen Kammern haben ſich in
Ge=
meinſchaft mit den Heſſen=Naſſauiſchen Induſtrie= und
Handels=
kammern entſchloſſen, nochmals bei dem Herrn
Reichsfinanzmini=
ſter vorſtellig zu werden, um die Genehmigung zur Mitwirkung
der Finanzämter bei den für die Denkſchrift erforderlichen
finanz=
ſtatiſtiſchen Erhebungen zu erhalten.
Weiterhin befaßte ſich die
Vertreterbeſprechung mit den
Durchführungsbeſtimmun=
gen zum Reichsbewertungsgeſetz, insbeſondere mit der
Bewertung des bebauten Grundbeſitzes. Die von
dem Landesfinanzamt gemachten Vorſchläge wurden dem Grund
nach für zweckmäßig erachtet, wenngleich die Höhe der Vervielfacher
für die Rohmiete, anhand, deren die Einheitswerte ermittelt
werden ſollen, dei benachbarten Landesfinanzamtsbezirken
ange=
paßt werden müſſen.
Die von den Heſſiſchen und Heſſen=Naſſauiſchen Induſtrie= und
Handelskammern, gemeinſchaftlich errichtete
Zulaſſungs=
ſtelle für Wirtſchaftstreuhänder mit dem Sitz in
Frankfurt a. M. hat ihre konſtituierende Verſammlung
abgehal=
ken. Eine Beſchlußfaſſung über die Satzungen dieſer Stelle kann
allerdings erſt erfolgen, wenn die Grundlinien von der Hauptſtelle
in Berlin aufgeſtellt ſind.
Mit der Stadtverwaltung Darmſtadt wurden Verhandlungen
über die Neufeſtſetzung der Wagengebühren, für
die Benützung der ſtädtiſchen Gleisanſchlüſſe
ge=
pflogen. Infolge des ſtarken, durch die allgemeine
Wirtſchafts=
lage bedingten Verkehrsrückganges auf den Anſchlußgleiſen haben
nach der bisherigen Verrechnungsweiſe die Gebühren eine Höhe
erreicht, die die weitere Benutzung der Anſchlußgleiſe geradezu
hätte in Frage ſtellen müſſen. Erfreulicherweiſe hat der Herr
Oberbürgermeiſter in Anbetracht der außerordentlichen
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe eine Senkung der Gebühren zugeſagt. — Die
Beſtrebungen der Akademiſchen Auslandsſtelle an
der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt, durch
geſell=
ſchaftliche Betreuung der ausländiſchen Studenten eine engere
Verbundenheit des Auslandes mit dem Deutſchtum, insbeſondere
uni 1931.
mit der kulturellen und wirtſchaftlichen Bedeutung unſerer Heimat
herzuſtellen, wurden dankbar begrüßt. Es wäre erwünſcht, wenn
die größeren Firmen des Kammerbezirks auch ihrerſeits dieſe
Be=
ſtrebungen durch Ermöglichung von Betriebsbeſichtigungen u. dgl.
tatkräftig unterſtützen würden.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen ſtanden ausführliche
Re=
ferate über die Tagung des Hauptausſchuſſes ſowie des
Fahrplanausſchuſſes beim Deutſchen Induſtrie= und
Handelstag. Der außerordentliche Ernſt der gegenwärtigen
Wirt=
ſchaftslage bildete den Unterton dieſer Verhandlungen. Der
Schritt des Präſidenten der Vereinigten Staaten von
Nordame=
rika wurde begrüßt und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben,
daß die europäiſchen Gläubigerländer nicht hinter Amerika
zurück=
ſtehen möchten. Gleichzeitig wurde betont daß die deutſche
Poli=
tik vor beſonders große Aufgaben geſtellt iſt, um zweckmäßige
Löſungen für die Zukunft zu erreichen. Die bevorſtehende
ent=
ſcheidungsvolle Zeit verlange von allen in Wirtſchaft und Politik
Stehenden ein Höchſtmaß von Verantwortung und Beſonnenheit.
Wenn auch mannigfache berechtigte Kritik an der Notverordnung
geübt worden ſei, zumal ſie grundſätzliche Notwendigkeiten der
Finanz= und Sozialpolitik außer Acht gelaſſen habe, ſo beſtehe
doch Einverſtändnis dahin, daß es weniger auf rückſchauende
Kri=
tik als gerade im Zuſammenhang mit der politiſchen Entwickelung
auf alsbaldige Weiterführung entſchloſſener Arbeit ſtaats=, finanz=
und ſozialpolitiſcher Arr zur Rettung des Staates und der
Wirt=
ſchaft ankomme. Des weiteren faßte der Hauptausſchuß endgültig
Beſchluß über die nach der Vereinbarung zwiſchen dem Reich und
den Ländern neu zu treffenden Einrichtungen für Prüfung
und Zulaſſung von Wirtſchaftsprüfern. Die in
die=
ſer Vereinbarung vorgeſehene Hauptſtelle beim Deutſchen
Indu=
ſtrie= und Handelstag wird demnächſt errichtet werden. Hiernach
werden auch die einzelnen Zulaſſungsſtellen bald ins Leben treten.
der Fahrplanausſchuß befaßte ſich mit einer Reihe
wichtiger Fahrplanfragen, u. a. auch mit einem Antrag des
Heſ=
ſiſchen Induſtrie= und Handelskammertages auf Einführung von
ED=Zügen mit 3. Klaſſe. Dieſe wichtige Anregung wird
zunächſt in einer eingehenden Denkſchrift weiter zu behandeln
ſein, um alsdann der Reichsbahn und der Oeffentlichkeit
unter=
breitet zu werden.
Am Dienstag, dem 30. Juni 1931, ſprach als erſter Referent
der Schulungswoche der Deutſchen Burſchenſchaft auf Schloß
Lich=
tenberg Herr Dr. Iſpert über das Thema: „Die weſtliche
Volks=
grenze und die germaniſchen Vorlande‟. Der Vortrag beleuchtete
die Jahrhunderte alte, zielſtrebige franzöſiſche Oſtpolitik, die es
erreicht hat, die franzöſiſche Oſtgrenze im Verlaufe von 1000
Jah=
ren weit in urſprünglich deutſches Gebiet hinein zu verlagern,
wenn auch das letzte Ziel, die Rheingrenze, nur an der elſäſſiſchen
Front ereicht wurde. Der Vortragende wies an Hand
eingehen=
der Betrachtung darauf hin, daß die Stellung Deutſchlands im
Weſten durch die Loslöſung von Holland, Belgien, Luxemburg
und der Schweiz eine nicht wieder gut zu machende Einbuße
er=
litten hat.
Ueber die Möglichkeit einer planmäßigen und großzügigen
ſtudentiſchen Grenzlandarbeit machte der Vortragende eingehende
Vorſchläge, die eine ſehr lebhafte Ausſprache auslöſten.
Am Mittwoch, den 1. Juli, ſprach zunächſt Herr Dr. Kolbe=
Berlin über „Wirtſchaft und Politik”
An Hand von
Unterſchieden zwiſchen Volks= und Staatspolitik ſtellte er den Satz
auf, daß Volkspolitik vor Staatspolitik gehe. Die Wirtſchaft gilt
als Beſorgung der Mittel für Ziele. Sie gliedert ſich daher in
drei Gruppen: den Menſchen der beforgt, die Produktionsmittel
und die Ziele. An Hand einer tiefgehenden Betrachtung der
heutigen Wirtſchaftskriſe wies der Vortragende darauf hin, in
welch weitem Maße große Wirtſchaftsverbände der Forderung
nach Zielbeſtrebungen der Wirtſchaft durch Volks= und
Staats=
politik gerecht würden und damit ein aktiver Wegbereiter der
deutſchen Volks= und Staatspolitik ſeien.
In einem zweiten Vortrage ſprach dann Herr Dr. Kolbe
über Die politiſche Lage in Europa”. An der Spitze
der Anhänger der ſtatiſchen Politik, die den durch den Verſailler
Vertrag entſtandenen Zuſtand aufrechterhalten wollen, ſtehe
Frankreich gegenüber allen jenen Staaten, die eine Neuordnung
Europas nach gerechteren Grundſätzen erſtreben, deren Führung
das Deutſche Reich zu übernehmen habe. Der Schnittpunkt der
beiden großen politiſchen Linien, geleitet von Frankreich und der
Kleinen Entente, d. h. der franzöſiſchen Hegemonialpolitik und
der anderen, von Italien geführt, das zur Rückendeckung ſeiner
Mittelmeerpolitik in den Mitteleuropäiſchen Raum hineingreife,
indem es Ungarn und Bulgarien zu ſeinen Verbündeten mache,
liegt im neutralen Oeſterreich. Da das deutſche Ziel einer
Neu=
ordnung Europas ebenfalls über den Weg nach Oeſterreich führt,
ſo hat Deutſchlands Politik ſich in der letzten Zeit entſchieden auf
dieſe Schlüſſelſtellung Oeſterreichs beſonnen. Die Aktivität der
Reichspolitik, die zwar dem ſchärfſten Widerſpruch Frankreichs
be=
gegnete, gab dem Reich ſeine Handlungsfreiheit, was im Hinblick
auf die Tributfrage und die Abrüſtungskonferenz von Bedeutung iſt.
In einem dritten Vortrage ſprach Dr. Kolbe über „Die
deutſch=öſterreichiſche Zollunion‟. Dieſe iſt der erſte
Schritt für den Wiederaufbau Europas mit Mitteln der
Wirt=
ſchaftspolitik. Der Vortragende ſchilderte die geſchichtliche
Ent=
wickelung, ihr Schickſal, das ſie auf der letzten
Völkerbundsrats=
tagung in Genf erfahren hätte. Die Ueberweiſung an den
Haa=
ger Gerichtshof wäre inſofern trotz einer klaren Rechtsgrundlage
für das Reich und Oeſterreich inſofern gefährlich, als erſt
abge=
wartet werden müßte, inwieweit die letzten Neuernennungen von
Mitgliedern des Haager Gerichtshofes auf deſſen bisherige
richter=
liche Objektivität von ungünſtigem Einfluß ſein könnten. Der
Vortragende ſchilderte die Verhandlungen in Genf und brachte die
jüngſten politiſchen Ereigniſſe in Zuſammenhang im Kampfe gegen
die Zollunion. Er beleuchtete den Verſuch Frankreichs, den
dro=
henden Zuſammenbruch der öſterreichiſchen Kreditanſtalt zu einem
Verzicht Oeſterreichs und des Reiches auf die Zollunion zu
miß=
brauchen. Seine jüngſten Erpreſſungsverſuche hätten auch der
Weltöffentlichkeit ſein wahres Geſicht gezeigt. Das Eingreifen
Englands zugunſten der öſterreichiſchen Regierung hätte die Lage
weſentlich entſpannt. Frankreich iſt bis auf weiteres der Verſuch
mißlungen, Wien auf dem Kapitalswege zu erobern und von dort
aus den mitteleuropäiſchen Kapitalsmarkt zu kontrollieren. Wie
gefährlich dies ſein würde, beweiſt die Tatſache, daß die
Kündi=
gung zahlreicher kurzfriſtiger Darlehen im Reiche unmittelbar mit
der Kapitalsbindung durch die Kreditanſtaltsaktion
zuſammen=
hängt.
Der Kampf um die deutſch=öſterreichiſche Zollunion geht
wei=
ter. Man darf hoffen, daß die jüngſten politiſchen Ereigniſſe
dem Reiche und Oeſterreich die Kraft geben, ihn erfolgreich zu
Ende zu führen, denn die deutſch=öſterreichiſche Zollunion iſt der
erſte Schritt zum Aufbau Mitteleuropas und damit zur
endgülti=
gen Befriedung des Abendlandes.
Der kaufmänniſche Siellenmarkk
J
ſposg
ii Zeichen der Aolertordnung.
Nach den Beobachtungen der Kaufmänniſchen
Stellenvermitt=
lung des Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes hat die
im Mai feſtgeſtellte leichte Beſſerung der Stellenmarktslage nur
noch in der erſten Junihälfte angehalten. Die zweite Junihälfte
ſtand im Zeichen einer durch die Notverordnung bedingten ſtarken
Nervoſität. Bereits feſt erteilte Beſetzungsaufträge wurden
zurück=
gezögen oder — vereinzelt — zurückgeſtellt. Die
reparationspoli=
tiſche Entwicklung gegen Monatsende hatte auf die
Stellenmarkts=
lage im Juni keinen Einfluß mehr. Dementſprechend bleibt das
Vermittlungsgeſchäft hinter den leicht gebeſſerten Zahlen des
Mo=
nats Mai wieder etwas zurück. Der Zugang ſtellungſuchender
Be=
werber iſt nach wie vor ſtark, überſteigt aber nicht die
Neuanmel=
dungen der leicht gebeſſerten Andrangsziffer der beiden
Vor=
monate. Die einſetzende Ferienzeit hat nur in ſehr geringem
Um=
fange zur Vermittlung von Urlaubsvertretungen geführt.
Be=
ſonders zurückhaltend mit Einſtellungen ſind die Saiſonbetriebe
der Kur= und Badeorte. Das entſcheidende Gepräge, erhält die
kaufmänniſche Stellenmarkt im Juni durch die ſtark gedrückte
Ge=
ſchäftslage bei der auf die Kaufkraft breiter Maſſen angewieſenen
Konſuminduſtrie. Nur im Textilgewerbe iſt die Beſchäftigung
un=
einheitlich. Die Geſamtlage wird durch die folgenden, für die
Kaufmänniſche Stellenvermittlung des DHV. errechneten
Meß=
zahlen gekennzeichnet: Es entfallen auf eine offene Stelle im Juni
45,3 Bewerber gegenüber 45,5 im Mai und 22,3 im Juni des
Vor=
jahres.
* Vogelmatd und Tierquälerei.
Man ſchreibt uns: Den Ausführungen des Berichts aus dem
Rodgau unter obiger Spitzmarke (Tgbl. Nr. 177) muß jeder
Tier=
freund zuſtimmen. Leider liegen die Verhältniſſe auch in
ande=
ren Gegenden ähnlich. Nur über die Mittel zur. Abhilfe möchte
ich mich hier noch etwas äußern. Noch ſchärfere geſetzliche
Beſtim=
mungen und deren tatkräftige Durchführung könnten im
allgemei=
nen wohl Abhilfe bringen, aber leider ſind wir noch nicht ſo weit
und müſſen deshalb zunächſt verſuchen, durch Aufklärung zu beſſern.
Wer aber wäre hier beſſer in der Lage als die Schulen! Leider
geſchieht aber in dieſer Hinſicht viel zu wenig. (Einzelne
Aus=
nahmen beſtätigen die Regel.) Man frage doch einmal wahllos
verſchiedene Schüler verſchiedener Schulgattungen, wie oft und in
welcher Weiſe in ihren Klaſſen über Tierſchutz geſprochen wird,
und man wird überzeugt ſein, daß hier noch viel zu tun übrig
bleibt. Im Volke ſelbſt ſind über die Lebensgewohnheiten und
vermeintliche Schädlichkeit unſerer Vögel und unſerer Tierwelt
überhaupt die unglaublichſten irrigen Anſichten verbreitet.
Unge=
wöhnliche Körperform oder Färbung genügt, um ein Tier im
Volksglauben als ſchädlich, wenn nicht gar giftig erſcheinen zu
laſſen. Die getöteten oder verſtümmelten Kröten, Blindſchleichen,
Feuerſalamander uſw., die man ſo häufig auffindet, ſprechen hier
eine traurige Sprache. Hier hätten die Schulen eine dankbare
Aufgabe zu erfüllen. Es müßte den Schulern ſo oft und ſo
gründ=
lich wie möglich eingeſchärft werden, daß es nur wenige
ausſchließ=
lich ſchädliche Tiere gibt, und daß die meiſten Tiere, ſelbſt wenn
manche in der einen oder anderen Weiſe auch einmal Schaden
ver=
urſachen, doch im Endergebnis nützlich ſind und ihre Aufgabe im
Haushalte der Natur zu erfüllen haben. Solche planmäßig
fort=
geſetzten Belehrungen müßten ſchließlich die im Volke verbreiteten
Vorurteile und falſchen Anſchauungen ſtark zurückdrängen. Nun
noch etwas über das Schießen von Vögeln: Die Behauptung, man
ſchieße nur nach Spatzen, iſt tatſächlich nur eine faule Ausrede.
Auch mancher edlere Vogel fällt der Jagdluſt der Menſchen,
be=
ſonders der jugendlichen, zum Opfer. Ich habe leider ſogar den
Fall beobachtet, daß ein größererSchüler (Gymnaſiaſt) ſich damit
brü=
ſtete, ſo gewöhnliche Vögel wie Spatzen ſchieße er überhaupt nicht.
Wenn ich um die Weihnachtszeit die Zeitungsanzeige leſe:
„Diana=Luftgewehr, das ſchönſte Weihnachtsgeſchenk”, dann denke,
ich mit Betrübnis daran, wie viele arme unſchuldige Vögel allein
mit dieſer ſo harmlos erſcheinenden Waffe dahingemordet
wer=
den. Ich hoffe, daß mein Appell an die Schulen und
Schul=
behörden, wenn es ſich auch nur um die gründlichere Durchführung
bereits beſtehender Erlaſſe handeln ſollte, nicht ungehört verhallen
möge.
A.
Mahnung. Bis zum 11. Juli 1931 ſind nach der heutigen
Bekanntmachung bei Meidung der Beitreibung und
Koſtenberech=
nung an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen: Die
endgül=
tigen Gemeinde= Kreis= und Provinzialſteuern 1930, das 1. Ziel
der Gemeinde= Kreis= und Provinzialſteuer für 1931, das 1. Ziel
der Straßenreinigungs=, Müllabfuhr= und
Kanalbenutzungsgebüh=
ren für 1931.
UTHEA
AMULNSEIEE
Schonend dringt ihr seidenweicher
Schaum in die Hauporen eir, und
macht sie frei für eine gesunde
und kräftige Hautatmug. Und was
das bedeitet, merken wir
Erwach-
senen an uns selbst: Wöhlbefinden
und Gesundheit hängen von ihr ab.
en ersten zehn Jahren nur
die milde, reine, nach ärztlicher
Vor-
schrift fir die zarte, empfindliche Haut
der Kleinen besonders hergestellte
R n dre tent
Ao
d.h., reiben Sie sich vor dem Sonnenbade kräftig mit
.
KI
TAPAAUALIA
MTVEAOL
Hautfmktions-
u. Massage-Ol)
ein. Beide enthalten das hautpflegende Euzerit. Beide vermindern die Gefahr
schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei be- —
decktem Himmel. Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend.
Nivea-Ol schitzt Sie bei unfreundliche, Witterumg vorm „Frösteln” und 2
damit vor Erkältungen. Nie mit nassem Körper sonnenbadenl Und stets 8
vorher einreiben! — Nivca-Creme: RMo.20 bis 1.20, Nivca-Ol: 1.10 u. 1.80
Seite 6
Freitag, den 3. Juli 1931.
Nummer 182
Das Gebrechen als Locbogel!
Vom Blindenbeſchäftigungsverein Darmſtadt wird uns
ge=
ſchrieben: Fälle der Ausnutzung eines Gebrechens zu ſchnödem
Geldgewinn mehren ſich in erſchreckendem Maße, und namentlich
ſcheint unſer Heſſenland als ein Land betrachtet zu werden, da
Milch und Honig fließt.
Ein Chemnitzer Unternehmen nennt ſich „Blinden= und
Er=
werbsloſen=Beſchränkten=Beſchäftigungsſtätte”, verſendet ſolche
Maſſen von Bildern, daß die Briefträger unter der Laſt bald
zu=
ſammenbrechen, und erbittet von dem Empfänger eines Bildes
Mark. Die Bilder ſind äußerſt primitiv auf Pappe aufgezogen,
Drucke mit bronziertem Rand und keine 20 Pf wert. Da die
Sen=
dung unverlangt iſt, iſt natürlich kein Empfänger zur Zahlung
oder Rückſendung verpflichtet. Man laſſe ſich auch nicht beirren
durch die nach einigen Tagen erfolgende Mahnung. Die
Chem=
nitzer Firma denkt: „Beharrlichkeit führt zum Ziel und ſchickt eine
zweite Mahnung. In dieſer ſteht ſogar, daß mit der Herſtellung
der Bilder „14 kranke Perſonen” beſchäftigt werden. Proſte
Mahl=
zeit: Kranke Perſonen!
An den Aberglauben appellierte ein Berliner Blindenverein
durch Verſendung eines Amulettes oder Talismans an
Auto=
mobiliſten, eine Blechmarke, mit dem Bilde des heiligen
Chriſto=
phorus, angeblicher Schutzpatron der Autofahrer. Auch hier
wer=
den 2 Mk. erbeten, zu deren Ueberſendung niemand verpflichtet
werden kann.
Die Blinden haben ſich ſchon mehrfach dagegen verwahrt, daß
Bilder verkauft werden, die von ihnen gefertigt ſein ſollen, und
haben auf die Unmöglichkeit dieſer Beſchäftigung für Blinde
hin=
gewieſen. In einem anderen Falle handelt es ſich auch zunächſt
nicht um Blinde, obwohl anzunehmen iſt, daß ſie auch gelegentlich
als Lockvögel dienen müſſen. Hier iſt ein „Taubſtummen=Verein”
in Griesheim der Vertreiber von Bildern. Man muß ſich doch
fragen, wie ſoll in Griesheim ein Taubſtummen=Verein zuſtande
kommen? Liegt hier nicht der Verdacht nahe, daß die Angabe der
Herſtellung durch Blinde nicht mehr zieht und nun die
Taubſtum=
men herhalten müſſen. Hierbei iſt zu erwähnen, daß
Taubſtumm=
heit doch wohl keine ſolche Invalidität im Gefolge hat, wie
Blind=
heit, und ein Taubſtummer wohl für ſehr viele Berufe in Frage
kommt.
Das Intereſſe der Blinden erfordert es immer wieder darauf
hinzuweiſen, daß ſie nur beſchränkt tätig ſein können. Die
ein=
zigen für Blinde korporativ ausführbaren Berufe ſind die Bürſten=
und Beſenbinderei und die Korbmacherei, und auch hier achte man
darauf, daß das Angebot von gemeinnützigen Vereinen und
An=
ſtalten kommt, wie z. B. dem Blindenbeſchäftigungsverein in
Darmſtadt und der Blindenbeſchäftigungsanſtalt in Mainz. Jeder
Käufer von Blindenerzeugniſſen unterrichte ſich daher vorher über
die Herkunft derſelben und laſſe ſich von den Verkäufern die
Aus=
weiſe zeigen und ſehe ſich dieſe auf das genaueſte an. Bei dem
herrſchenden Ueberangebot von Blindenware in Heſſen, vermeide
man jeden Kauf bei außerheſſiſchen Unternehmungen, und bedenke,
daß hierdurch unter Umſtänden die Beſchäftigung der heſſiſchen
Blinden leidet und manche der Fürſorge anheimfallen. Auch bei
Sammlungen für Blinde laſſe man ſich den Ausweis und die
mini=
ſterielle Genehmigung vorlegen.
Berenys Original=ungariſche Zigeuner ſpielen! Zum
morgigen Gaſtſpiel (abends 8.30 Uhr) im Orpheum,
nachfol=
gend einige Erläuterungen; „Bereny, der Gründer und Führer
des größten Zigeunerorcheſters der Welt, erzählt, wie er als
blut=
junger Geiger einmal zu Franz Liſzt nach Weimar gekommen ſei,
und wie Liſzt ihm geſagt habe, es wäre ſein Wunſch, ſeine Stücke
einmal von Zigeunern ſpielen zu hören. Aber es war nie möglich,
ein Zigeunerorcheſter von mehr als zehn oder zwölf Mann
zuſam=
menzubringen. Selbſt Vereinigungen von zehn Mann länger als
vier Wochen zuſammenzuhalten, war ſchon ein beſonderes
Kunſt=
ſtück. Die Zigeuner haben in Wien, Kopenhagen, Stockholm Paris
und Köln geſpielt, und unſere Klaſſiker nicht minder wie ihre
heimiſchen Paradeſtücke zu ungeheuren Erfolgen geführt. Bereny
hat ſie zwei Monate einſtudiert, faſt ohne Noten, mit denen ja
drei Viertel der Leute nicht viel anfangen können. Die zwölf
Akademiker aber, ſagt ihr Führer, ſind noch leidenſchaftlicher und
wirken faſt noch urwüchſiger als die anderen, die Naturmuſikanten.
Bereny hat ſich ſeine Leute aus allen möglichen kleinen und großen
Dörfern Ungarns zuſammengeholt, einer zum Beiſpiel war
Schä=
fer, Bereny hörte ihn mit ſeiner Schalmei der Herde aufſpielen
und nahm ihn gleich in ſeine Herde. Nach dem großen Erfolg der
Zigeuner=Sinfoniker in Skandinavien, Deutſchland, Frankreich
und Wien darf man dem hieſigen Auftreten mit ſtärkſter
Span=
nung entgegenſehen. Karten bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14,
und Verkehrsbüro. Preiſe nur von 80 Pfg. an.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. In der am 15. und
16. Juni ſtattgefundenen Ziehung der 3. Klaſſe, 37. (263.)
Lot=
terie, fielen die beiden Hauptgewinne von je 100 000 RM. auf
Nr. 227 109 in den beiden Abteilungen I und II. In der 4. Klaſſe
Ziehung am 13. und 14. Juli
werden neben großen
Tref=
fern wieder 2 Hauptgewinne von je 100 000 RM. ausgeſpielt. Die
Erneuerung der Loſe zur 4. Klaſſe muß planmäßig ſpäteſtens
bis zum 6 Juli, 18 Uhr, bei Verluſt des Anrechts in der
zuſtändigen Lotterie=Einnahme geſchehen. Die genaue Beachtung
dieſer Friſt wird namentlich in der jetzigen Reiſezeit dringend
empfohlen.
— Dampferexpeditionen des Norbdeutſchen Lloyö Bremen (
Aende=
rungen ohne vorherige Anzeige vorbehalten.) Nach New York ab
Bremen=Bremerhaven: „Bremen” am 9. 7., „Berlin”, am 9. 7.,
„Europa” am 15. 7., „Karlsruhe” am 16. 7., „Stuttgart” am 23. 7.,
„Bremen” am 26. 7., „General von Steuben” am 30, 7., „Europa” am
31. 7., „Columbus
am 4. 8., „Dresden” am 6. 8., „Yorck” am 12.
Nach New York via Halifax ab Bremen=Bremerhaven
„Karlsruhe” am 16, 7.
Nach Kanada: „Bochum” ab Bremen
am 8. 7., ab Hamburg am 10. 7., „Augsburg” ab Bremen am 22. 7.,
ab Hamburg am 24. 7. — Nach Boſton—Philadelphia-
Bal=
timore-Norfolk (Frachtd.) ab Bremen=Hamburg: „Hannover” ab
Hamburg am 1. 7. ab Bremen am 4. 7. (nicht nach Boſton); „Eifel” ab
Hamburg am 11. 7., ab Bremen am 15. 7. —
Rach Nordamerika
Weſtküſte ab Bremen=Hamburg: „Eſte” ab Hamburg am 1. 7., ab
Bremen am 4. 7., M.S. „Dakland” ab Hamburg am 11. 7., ab Bremen
am 14. 7. — Nach Havanna=Galveſton ab Bremen=
Bremer=
haven: „Werra” ab Bremen am 11. 7., „Yorck” ab Bremerhaven am
12. 8.
Nach Kubg—New, Orleans ab Bremen=Hamburg:
„Alrich” ab Hamburg am 9. 7., ab Bremen am 11. 7., „Ingram” ab
Hamburg am 6. 8., ab Bremen am 8. 8. — Nach Kuba-Mexiko—
Texas ab Bremen=Hamburg: „Syra” ab Hamburg am 2. 7., „Werra”
ab Bremen am 11. 7., ab Hamburg am 14 7. — Nach Weſtküſte
Zentralamerikas und Mexiko ab Bremen=Hamburg. Nach
Weſtindien: Friderun” ab Hamburg am 18. 7., ab Bremen am
20. 7. — Nach Nordbraſilien: „Anatolia” ab Bremen am 16. 7.,
ab Hamburg am 18. 7. — Nach Mittelbraſilien (Paſſagier= und
Frachtd.): „Attika” ab Bremen am 1. 7., ab Hamburg am 4. 7., „Gelria”
ab Bremerhaven am 13. 7.
„Drechterland” ab Bremen am 15. 7., ab
Hamburg am 18. 7., „Weſer” ab Bremerhaven am 22. 7. — Nach dem
La Plata (Paſſagier= und Frachtdampfer): „Waterland” ab Bremen
am 4. 7., ab Hamburg am 8. 7., Gelria” ab Bremerhaven am 13. 7.;
„Haimon” ab Bremen am 11. 7., „Weſer” ab Bremerhaven am 22. 7.—
Nach Südbraſilien: „Pernambuco” ab Hamburg am 9. 7., ab
Bremen am 10. 7. — Nach Südamerika (Weſtküſte) via
Pa=
namakanal: „Amaſis” ab Hamburg am 2. 7., ab Bremen am 4. 7
„Ansgir” ab Hamburg am 9. 7., ab Bremen am 11. 7., „Adolf v. Bayer”
ab Hamburg am 23. 7., ab Bremen am 25. 7.; via
Magellan=
ſtraße: „Erlangen” ab Bremen am 7. 7., ab Hamburg am 11. 7.,
„Karnack” ab Bremen am 21. 7. ab Hamburg am 25. 7. —
Frucht=
fahrt Kanar, Inſeln: „Orotava” ab Bremen am 18. 7., „Rio
Bravo” ab Bremen am 29. 7., „Orotava” ab Bremen am 15. 8. — Nach
Oſtaſien: „Mecklenburg” ab Bremen am 30. 6., ab Hamburg am 4. 7.,
„Fulda” ab Bremen am 4. 7., ab Hamburg am 8. 7., „Franken” ab
Bremen am 7. 7., ab Hamburg am 11. 7., „Vogtland” ab Bremen am
11. 7., ab Hamburg am 15. 7., „Friesland” ab Bremen am 14. 7., ab
Hamburg am 18. 7., „Trave” ab Bremen am 18, 7., ab Hamburg am
22. 7., „Alſter” ab Bremen am 21. 7., ab Hamburg am 25. 7. — Nach
Auſtralien: „Neckar” ab Hamburg am 2. 7., ab Bremen am 4. 7.,
„Bitterfeld” ab Hamburg am 18. 7., ab Bremen am 20, 7., „Moſel” ab
Hamburg am 1. 8., ab Bremen am 3. 8. — Nach der Levante ab
Bremen: zirka 8 Abfahrten im Monat. — Nach Finnland ab
Bre=
men: 8tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. — Nach Reval ab
Bre=
men: Abfahrten alle 8—10 Tage. — Nach Leningrad ab Bremen:
je nach Bedarf. — Nach England ab Bremen-London: 4—5
Ab=
fahrten in der Woche. — Bremen—Hull: 2 Abfahrten in der Woche.
Bremen-Middlesborough-Newcaſtle: 10tägig.
Bre=
men—Hamburg—Frankreich; Abfahrten: Dienstags von
Bre=
men, Freitags von Hamburg. — Afrika=Linien: Oeſtliche
Rund=
fahrt um Afrika: „Uſaramo” ab Hamburg am 22 7.; weſtliche Rundfahrt
um Afrika. —. Geſellſchaftsreiſen. 1 Nordkapfahrt: „Lützow”
ab Bremerhaven am 4. 7. Polarfahrt: „Sierra Cordoba” ab
Bremer=
haven am 10. 7. 2. Nordkapfahrt: „Lützow” ab Bremerhaven am 21. 7.
3. Nordkapfahrt: „Sierra Cordoha” ab Bremerhaben am 6. 8.
Die Michelſtädter Ausſchreitungen vor Gericht
Bürgermeiſter Aeff wegen Landfriedensbruch und Aufforderung zu
zu ſechs Monaken Gefängnis verurkeill.
Aw. Um 9 Uhr begann am Donnerstag vor der Großen
Strafkammer die weitere Vernehmung der Zeugen im
Michelſtädter Landfriedensbruchprozeß. Es kamen unter anderem
die jungen Nationalſozialiſten, die in dem Zuge mitmarſchiert
waren, zur Vernehmung. Der Führer mußte zugeben, daß er mit
einer gewiſſen Abſicht ſingend bis vor das Haus des
Bürger=
meiſters gezogen war. Er ſagt weiter: Am Brunnen ſtand
Bür=
germeiſter Neff und rief „auf die Mordbuben”. „Ich kannte ihn
ja damals noch nicht. Ich wunderte mich noch, daß ein
Bürger=
meiſter ſo etwas rufen konnte. Als er gefragt wurde, wer mit
den Vaterlandsverrätern im Lied gemeint ſei, das könnten doch
nur die Sozialdemokraten ſein, meint er: es gäbe ja auch
Landes=
verräter, die nicht unbedingt Sozialdemokraten ſein müßten. Ein
anderer der jungen Nationalſozialiſten weiß überhaupt nicht, was
für ein Lied geſungen wurde, er habe in ſolchen Sachen ein
ſchlechtes Gedächtnis. Der letzte von ihnen bekundet, erſt habe
Bürgermeiſter Neff zu ſpritzen begonnen, dann hätten erſt die
Tätlichkeiten eingeſetzt.
Nach einer einſtündigen Mittagspauſe begann um 4 Uhr der
Staatsanwalt Dr. Klein ſein Plädoyer. Er iſt der
An=
ſicht, daß ſämtliche Angeklagte überführt ſeien, und beantragt für
vier der Angeklagten wegen Landfriedensbruchs mit
Gewalt=
tätigkeiten je ſechs Monate Gefängnis, für Bürgermeiſter Neff
wegen Landfriedensbruchs und Aufforderung zu
Gewalttätigkei=
ten vier Monate Gefängnis und für die beiden übrigen
Angeklag=
ten je drei Monate Gefängnis wegen Teilnahme am
Landfrie=
densbruch.
Profeſſor Sinsheimer geht in ſeinem Plädoyer
aus=
führlich auf das Lied der Nationalſozialiſten ein, das als alleinige
Urſache zu den Vorgängen anzuſehen ſei, denn es enthalte eine
Aufforderung zum Mord von Mitbürgern. Man könne ſich nur
freuen über politiſche Leidenſchaft und Begeiſterung, aber nicht
über eine derartige rohe und brutale Leidenſchaft, wie ſie in
die=
ſem Lied ihren Ausdruck fände. Er geht dann ausführlich auf
die Belaſtungszeugen ein und verſucht insbeſondere die Ausſagen
des jungen Kaufmanns aus Greifswald, der am Dienstag
ver=
nommen wurde, abzuſchwächen. Die Schutzbehauptung des
Bür=
germeiſters ſei nicht widerlegt durch dieſe Ausſage, die zu einer
Verurteilung nie und nimmer ausreiche.
Der Nebenkläger, Rechtsanwalt Dr. Klein,
ſagt in ſeinem Plädoyer, daß die Nationalſozialiſten insbeſondere
ein Intereſſe an der Beſtrafung desjenigen hätten, den ſie als den
Rädelsführer bezeichneten, nämlich an der Beſtrafung des
Bür=
germeiſters. Er beſtreitet jeden urſächlichen Zuſammenhang
zwi=
ſchen dem Singen und den ſpäteren Vorgängen, alle Konſequenzen,
die Dr. Sinsheimer daran knüpfe, ſeien verfehlt.
Rechtsanwalt Sturmfels iſt der Anſicht, daß keiner
der Angeklagten überführt ſei und beantragt für ſämtliche
Frei=
ſpruch.
Nach dreieinhalbſtündiger Beratung verkündet
Landgerichts=
direktor Mayer
das Arkeil:
Vier Angeklagte (Michelſtädter Einwohner) werden
wegen Landfriedensbruch in Tateinheit mit
ge=
fährlicher Körperverletzung zu je ſechs Monaten
Gefängnis verurteilt. Bürgermeiſter Neff erhält
wegen Landfriedensbruch in Tateinheit mit
Aufforderung zu Gewalttätigkeiten ebenfalls
echs Monate Gefängnis. Ein Angeklagter wird
freigeſprochen und der letzte Angeklagte erhält
wegen einfachen Landfriedensbruches vier
Mo=
nate Gefängnis.
Der Vorſitzende führte in der Begründung des Urteils aus,
daß das Gericht nicht ſcharf genug geißeln könne,
daß junge Leute in Uniform durch die friedlichen
Orte des Odenwaldes ziehen und derart
auf=
hetzende Lieder ſingen. Das Gericht iſt weiter der
An=
ſicht, daß die Nationalſozialiſten, abſichtlich dieſes Lied ſingend,
durch ganz Michelſtadt zogen, obwohl ſie wußten, daß „dicke Luft
ſei. Es beſtehe hier ſehr wohl ein urſächlicher Zuſammenhang und
die Nationalſozialiſten ſeien ſomit in erſter Linie an der
Explo=
ſion der empörten Einwohner ſchuld. Später aber treffe den
Hauptvorwurf den Bürgermeiſter Neff, der nicht
beruhigend genug gewirkt habe. Denn daß er zur
Beruhigung geſpritzt habe, wie er behauptet,
glaubt das Gericht nicht. Menſchlich ſei die
Handlungs=
weiſe des Bürgermeiſters ja durchaus verſtändlich. Das Gericht
hält auch für erwieſen, daß Neff tatſächlich „auf die
Mordbuben” rief und inſofern als Rädelsführer
gelten müſſe. Außer einem ſeien die ſämtlichen
Ange=
klagten überführt. Der letzte Angeklagte erhalte, weil er
ſich erlaubt habe, dem Gericht einen derartigen Bären aufzubinden,
einen Monat über die Mindeſtſtrafe. Der zweite Angeklagte, der
laut ärztlichem Gutachten ſchwer epileptiſch iſt, dem aber trotzdem
nicht § 51 zugebilligt werden kann, erhält eine Bewährungsfriſt
von zwei Jahren. Im übrigen ſei Landfriedensbruch heute etwas
ſo Alltägliches, daß das Gericht für die anderen Angeklagten
von einer Bewährungsfriſt abſehen müſſe, weil
eine Beſtrafung ſonſt überhaupt keinen Zweck
mehr habe.
Wer haf den Poſträuber von Ernſthofen geſehen?
Zu dem geſtern gemeldeten Raub in der Poſtagentur
Ernſt=
hofen hören wir, daß die Mappe, in der auf der Poſtagentur
die Poſtwertzeichen aufbewahrt worden waren, nunmehr
in der Modau hinter dem Wehr der Schloßmühle zwiſchen
Nieder=Modau und Ober=Ramſtadt aufgefunden wurde.
Dar=
aus iſt zu entnehmen, daß der Räuber nach der Tat ſich von
Ernſthofen in Richtung Ober=Ramſtadt
ent=
fernte, und an dem Wehr die Poſtwertzeichen aus der Mappe
zu ſich ſteckte. Die Perſon des Täters iſt noch nicht bekannt. Es
wird vermutet, daß er ſich vor der Tat zum Auskundſchaften der
näheren Verhältniſſe in der Umgebung Ernſthofens
hauſie=
rend herumtrieb und vielleicht in Wirtſchaften der
Nach=
bardörfer übernachtete. Wo ſind auf Grund der mitgeteilten
Per=
ſonenbeſchreibung diesbezügliche, Wahrnehmungen gemacht
wor=
den? Die Polizei bittet, Sachdienliches, insbeſondere auch über
einen eventuellen Abſatz der geſtohlenen Poſtwertzeichen
ſchnell=
ſtens der nächſten Polizeiſtation oder dem
Landeskriminalpolizei=
amt Darmſtadt, Wilhelm=Gläſſing=Straße 21, mitzuteilen.
Umſatzſteuerfreier Straßenhandel. Die Finanzämter
Darm=
ſtadt=Stadt und Darmſtadt=Land teilen uns mit: Nach der
Ver=
ordnung des Herrn Reichspräſidenten vom 1. Dezember 1930 ſind
Pflichtige mit einem Geſamt=Jahresumſatz bis zu 5000 RM. vom
Juli d. J. ab von der Umſatzſteuer befreit. Straßenhändler,
die hiernach vom 1. Juli d. J. ab keine Umſatzſteuer (
Straßen=
ſteuer) mehr zu entrichten haben, werden erſucht, ihr
Umſatzſteuer=
heft ſofort bei der Straßenſteuerſtelle des Finanzamts abzuliefern,
damit Abrechnung erfolgen kann.
Turngemeinde Beſſungen 1865. e. V., Wanderabteilung.
Für kommenden Sonntag hat der Wanderausſchuß die diesjährige
Wanderung angeſetzt. Zwei alte, bewährte Odenwaldkenner
haben ſich zur Aufgabe gemacht, die Teilnehmer einmal nach
einer ganz anderen Richtung, und zwar nach der Tromm und
Waldmichelbach, zu führen. Ganz gegen Gewohnheit iſt für dieſe
Wanderung die Zuſammenkunft am Hauptbahnhof geplant. Um
6.45 Uhr vormittags wird abgefahren und in Weinheim
umge=
ſtiegen. Deshalb iſt es erforderlich, daß die Wanderluſtigen
pünktlich am Treffpunkt eintreffen, und zwar ſo zeitig, daß man
die Fahrkarten (Sonntagsfahrkarten) nach Waldmichelbach löſen
kann. — Der Wanderausſchuß glaubt, daß gerade dieſe
Wande=
rung eine beſondere Anziehungskraft ausüben wird, da dieſe
Gegend von der Wanderabteilung ſehr wenig beſucht wurde.
Die Marſchzeit beträgt ungefähr 4½ Stunden und führt durch
eine herrlich= Gegend. Ferner kann es nichts ſchaden, wenn man
ſich auf Ruckſackverpflegung einrichtet. — Die Liederbücher ſind
ſelbſtverſtändlich mitzunehmen.
— Wanderklub Falke 1916, Darmſtadt. Nachdem im Vorjahre
der Speſſart von Aſchaffenburg über Weibersbrunn nach
Heigen=
brücken durchwandert worden war, führt in dieſem Jahre die
7. Plan=Wanderung in den ſüdlich anſchließenden Teil des
Ge=
birges, und zwar von Klingenberg bis Meſpelbrunn. Dieſes
Ge=
biet iſt von großer landſchaftlicher Schönheit und beſitzt eine Reihe
maleriſcher und intereſſanter Bauwerke. Beſonders
erwähnens=
wert ſind die Schlucht bei Klingenberg, das Elſavatal, die Ruine
Wildenſtein und das Märchenſchloß Meſpelbrunn. Bei günſtiger
Witterung wird außerdem Gelegenheit geboten ſein, einer
Be=
leuchtung des Aſchaffenburger Schloſſes beizuwohnen. Abfahrt mit
Sonntagskarte Aſchaffenburg, ab Darmſtadt=Hauptbahnhof 6.14
Uhr, Darmſtadt=Nord 6.20 Uhr. Alles Nähere ſiehe Anzeige.
— Das Union=Theater wartet heute mit neuem Programm
auf, und zwar ſieht man Dina Gralla, das Mädchen mit den
Kul=
leraugen in dem neuen Luſtſpiel=Schlager „Kinder des Glücks”
Regie: Alexander Esway. In den Hauptrollen: Eckehardt Arendt,
Kurt Veſpermann, Vicky Werkmeiſter, Harry Hardt u. a. Dazu
ein reichhaltiges Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute ein neues
Stumm=
film=Doppelprogramm, und zwar den ſpannenden Abenteuerfilm
Tarzan der Tiger” mit Frank Merill als Tarzan und Natalie
Kingſton. Der Film zeigt neue Abenteuer Tarzans im Dſchungel
und Urwald nach den vielgeleſenen Büchern von Edger Rice
Bourrough. Im 2. Teil läuft der Film aus der Fremdenlegion
„Die Hölle der Heimatloſen” mit Norman Kerry, Imogen
Ro=
bertſon, Juna Marlowe, Lewis Stone u. a.
— Im Helia=Theater wird heute der Film aus der
Varieté=
welt „Artiſten” zum letztenmal vorgeführt.
Ein Verkehrsunfall ereignete ſich geſtern abend gegen 18.20
Uhr Ecke Schul= und Kirchſtraße. Ein Radfahrer ſtieß gegen einen
Heag=Omnibus und wurde in bewußtloſem Zuſtande von der
Städt. Rettungswache ins Stadtkrankenhaus gebracht.
Anſchei=
nend hat er ſich innere Verletzungen zugezogen.
Schuß gegen Rundfunkſtörungen.
WSN. Mit Recht erheben Rundfunkteilnehmer immer wieder
die Forderung, in den Hauptempfangszeiten gegen unvermeidbare
Störungen durch Elektromotoren, Heilapparate und dergleichen
geſchützt zu werden. Demgegenüber muß bei der immer größer
werdenden Ausdehnung des Rundfunkempfängernetzes aber auch
einmal ein Schutz vor Rückſichtsloſigkeiten unbelehrbarer
Empfän=
ger verlangt werden. Es iſt die übermäßig ſtarke Einſtellung der
Lautſprecher bei geöffneten Fenſtern und Balkontüren bis tief in
die Nacht hinein. Was auf dem Gebiete gerade jetzt in den
Som=
mertagen geſündigt wird, überſteigt oft jedes Maß und Ziel. In
Häuſern mit dünnen Wänden und Böden durchſchlägt das
Ton=
gewirr des Lautſprechers an ſich ſchon leicht ganze Stockwerke. Bei
offenem Fenſter werden die Uebertragungen zur Qual der
Nach=
barſchaft, unter der ſich auch ehrliche Rundfunkhörer befinden. Oft
geht es z. B. Sonntags in aller Herrgottsfrühe mit
Vormittags=
konzerten an. Brüllend ſteigen Militärmärſche in die Lüfte,
ſchal=
len klangüberſtärkte ſonſtige Muſikſtücke von den Wänden wider.
Ueber Wetterberichte, Marktberichte, Vorträge und neueſte
Tages=
meldungen geht es zu neuem Gedudel in unveränderter
Klang=
ſtärke. Bei ſolchen Rundfunkhörern ſinkt das wertvolle Radio
zu einer ſeelenloſen und mechaniſchen Sache herab, die zu Eſſen,
Schwatzen, Strümpfeſtopfen und Kartenſpiel eine angenehme
Be=
gleiterſcheinung bietet. Daß geiſtig arbeitende Nebenmenſchen,
die ein Mittagsſchläfchen nötig haben oder frühzeitig am Abend
Schlaf ſuchen, Kranke durch die aus weitgeöffneten Fenſtern
drin=
genden Fanfarenſtöße und Stentorſtimmen zur Verzweiflung
ge=
bracht werden können, wird nicht beachtet. Alſo auch auf dieſem
Gebiete weniger Rundfunkſtörungen durch Einſtellung der
Laut=
ſprecher auf Zimmerſtärke und möglichſte Schließung der Fenſter.
— Evangeliſcher Wohlfahrtsdienſt Darmſtadt. Am
kommen=
den Montag, den 6. Juli, abends 20 Uhr, findet im ev.
Gemeinde=
haus, Kiesſtraße 17. Saal 2, unſere diesjährige Ausſchußſitzung
ſtatt. Sämtliche ev. Gemeindepfarrer und Vorſitzende der ev.
Männer= und Frauenvereine ſind hierzu bereits eingeladen. Doch
ſind auch andere Gemeindeglieder von Darmſtadt=Beſſungen, die
ſich für die Arbeit unſeres Wohlfahrtsdienſtes intereſſieren, als
Gäſte willkommen. Neben dem Tätigkeitsbericht für 1930 kommen
auch andere aktuelle Fragen zur Beſprechung. Jeder Evangeliſche
iſt herzlich eingeladen.
Vorſicht beim Springen ins Waſſer. Beim Abſpringen im
Woog ſchlug ein etwa 10jähriger Schüler anſcheinend auf eine
Treppe oder eine Stange auf und zog ſich eine klaffende
Kopf=
wunde zu. Er wurde von der Städt. Rettungswache ins
Stadt=
krankenhaus gebracht.
Lokale Beranſtalkungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betradhten.
in keſnem Falle irgendwle als Beſprachung oder Krſt”
— Deutſch=Epangeliſcher Frauenbund,
Orts=
gruppe Darmſtadt. Freitag, den 3. Juli, nachmittags 4.30 Uhr,
findet im Freundinnenheim, Sar, ſtraße, die Jahresverſammlung
der hieſigen Ortsgruppe ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen
Jahresbericht, Rechnungsablage, Wahlen und Bericht über die
Generalverſammlung in München Um zahlreiches Erſcheinen der
Mitglieder wird gebeten. Freunde der Ortsgruppe ſind herzlich
willkommen.
Das Wald=Reſtaurant Neues
Schießhau=
veranſtaltet dieſe Woche täglich ſeine beliebten Kaffee= und
Kuchentage. (Siehe Anzeige.)
Liedertafel 1842. Samstag, den 4. Juli, 9 Uhr,
ge=
mütlicher. Abend bei Café Henn. Neue Darmſtädter Straße 148.
(Siehe heutige Anzeige.)
E. A. R. Da die Räumung der Mietwohnung ohne gerichtliches
Urteil nicht durchführbar ſein wird, werden Sie Aufhebungsklage, die
natürlich beſchleunigt werden kann, beim Amtsgericht
anſtrengen müſſen.
Tageskalender für Freitag, den 3. Juli 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus: 20—22.45 Uhr: Arm wie eine Kirchenmaus”.
Kon=
zerte: Zur Oper, Schloßkeller, Herrngartenkaffee, Sportplatz=
Reſt. am Böllenfalltor.
Kinovorſtellungen: Union=,
Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Fürſtenſaal., von 15 bis
19 Uhr: Vorführung des „Elektro=Küchenmeiſters”,
Hornhaut, verdickte Hornſchwielen an Händen und Füßen hat ſich „Leolin” als
ſauberſtes und bequemſtes Mittel zur gründlichen Beſeitigung aller harten
Haut=
wucherungen beſtens bewährt. Packung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer
Gebrauchsnnweiſung 60 Pf. In allen Chlorodont=Verkaufsſtellen zu haben.
Gokkesdienſt der Iſrgelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 3. Juli. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, 4 Juli: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Schrifterklärung. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Kottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr — Min. Abends 7 Uhr 30 Min.
Gebekzeiken in der Synagoge der Iſtgelikiſchen
Samstag, 4. Juli. Vorabend 7 Uhr 45 Min.
Morgens
8 Uhr. Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr — Min, Nachmittags 8 Uhr —Mim.
Nummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 7
Aus Heſſen.
Die landwirkſchaftlichen Genoſſenſchaften
im Monal Juni 1931.
Nach der Statiſtik des Reichsverbands der deutſchen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften — Raiffeiſen waren am 1. Juli 1931
vorhanden:
121 Zentralgenoſſenſchaften
20 036 Spar= und Darlehnskaſſen,
4 365 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften,
4856 Molkereigenoſſenſchaften,
499 Viehverwertungsgenoſſenſchaften,
515 Eierverwertungsgenoſſenſchaften,
315 Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaften,
379 Winzergenoſſenſchaften.
5 906 Elektrizitätsgenoſſenſchaften.
881 Dreſchgenoſſenſchaften.
164 Maſchinengenoſſenſchaften,
819 Viehzuchtgenoſſenſchaften.
277 Weidegenoſſenſchaften,
1581 Sonſtige Genoſſenſchaften,
zuſ.: 40 741 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften.
Die Genoſſenſchaftsbewegung im Monat Juni ſchließt im
Gegenſatz zu dem Verlauf der Vormonate mit einer effektiven
Be=
ſtandsverminderung von insgeſamt 18 Genoſſenſchaften. Dieſe
Er=
ſcheinung iſt einerſeits durch den Fortgang der
Rationaliſierungs=
maßnahmen, andererſeits aber durch die Tatſache bedingt, daß 10
oſtpreußiſche Eierverwertungsgenoſſenſchaften durch Verſchmelzung
mit der Eierverwertungsgenoſſenſchaft Weſtpreußen, Marienburg,
aufgelöſt worden ſind, wodurch auch die ſeit Monaten anſteigende
Geſamtzahl der Eierverwertungsgenoſſenſchaften für Juni mit 6
effektiven Abgängen rückläufig wird. Sonſt zeigen alle übrigen
Spezialabſatzgenoſſenſchaften wieder effektive Zugänge (
Molkerei=
genoſſenſchaften plus 23, Viehverwertungsgenoſſenſchaften plus 2,
Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaften, plus 1,
Winzer=
genoſſenſchaften plus 4). Bei den Spar= und Darlehnskaſſen ſtehen
in Auswirkung der bereits erwähnten Rationaliſierung 27
Abgän=
gen 2 Neugründungen und bei den Bezugs= und
Abſatzgenoſſen=
ſchaften 17 Abgängen 5 Neugründungen gegenüber. In den
übri=
gen Gruppen ſind nur geringfügige Veränderungen feſtzuſtellen,
wobei die Sonſtigen Genoſſenſchaften 4 Neugründungen aufweiſen,
die ſämtlich Waſſerleitungsgenoſſenſchaften ſind. Insgeſamt hat
der Monat Juni 61 Zugänge und 79 Auflöſungen gebracht.
* Eberſtadt, 2. Juli. Am Freitag, 3. d. M., nachmittags 4 Uhr,
findet die Jagdverpachtung, der fiskaliſchen Jagd der Nieder=
Ramſtädter Gemarkung und der Eberſtädter Gemeindejagd im Gaſthaus
„Kühler Grund” bei Eberſtadt ſtatt. (S. Anzeige in der Nr. vom 27. 6.)
J. Griesheim, 2. Juli. Das 17. Bundesfeſt des Heſſiſchen und
Naſſauiſchen Radfahrerbundes, verbunden mit Bundesjubiläum
und Bannerweihe, iſt dieſes Jahr dem Radfahrer=Verein „Conus” aus
Anlaß ſeines Bjährigen Vereinsjubiläums übertragen worden. Das Feſt
findet am 18., 19. und 20. Juli d. Js. ſtatt. Es iſt dies das erſtemal,
daß ein ſo großes Radfahrerfeſt, wie das Bundesfeſt, in Griesheim
ab=
gehalten wird. Dem Bund, der ſich über ganz Heſſen und Heſſen=Naſſau
erſtreckt ſind 53 Radfahrervereine angeſchloſſen, die ſämtlich an dem
Bundesfeſt teilnehmen. Es iſt alſo auch bei dieſem Feſt mit einem
Maſ=
ſenbeſuch von auswärts zu rechnen, und werden die von weither
kom=
menden Vereine bereits am Samstag, 18. Juli, eintreffen, für die zirka
800 Quartiere benötigt werden. Der Radfahrerverein „Conus” richtet
deshalb an die hieſige Einwohnerſchaft die Bitte, durch Geſtellung von
Freiquartieren die Sympathie auch an dieſem Feſte zu bezeugen. Mit
jeder gewährten Unterkunft iſt der Verein zufrieden. In den nächſten
Tagen wird der Wohnungsausſchuß mit ſeiner Arbeit beginnen und bei
der Einwohnerſchaft wegen Geſtellung von Freiquartieren vorſprechen.
—Der Geſangverein „Frohſinn” beteiligt ſich am Sonntag
bei dem in Wixhauſen ſtattfindenden Geſangswettſtreit. Die Hauptprobe
findet am Freitag abend um halb 10 Uhr im Vereinslokal ſtatt.
Dg. Arheilgen, 30. Juni. Schwimmbad. Durch die große Hitze
der letzten Tage konnte ſich unſer Gemeinde=Schwimmbad am Arheilger
Mühlchen eines regen Zuſpruchs erfreuen. So wurden am letzten
Sonn=
tag nicht weniger als 1600 Badende gezählt. Dieſer Rekordbeſuch war
ſchon lange nicht zu verzeichnen und beweiſt wieder einmal, welch großer
Beliebtheit ſich unſer idylliſches Naturbad erfreut.
Dd. Arheilgen, 2. Juli. Junglandbundtag. Die zweite
größere Veranſtaltung, die in dieſem Jahre in unſeren Mauern
ſtatt=
findet, und die ebenfalls eine größere Anzahl auswärtiger Beſucher nach
Arheilgen bringt, ſteht vor der Tür. Die Jungbauern ſind bereits eifrig
damit beſchäftigt, den Feſtplatz herzurichten, Ehrenpforten in den
Stra=
ßen zu erbauen, damit ein würdiger Rahmen geſchaffen wird für den
Feſtzug, der ſich am Sonntag nachmittag durch die Ortsſtraßen bewegt.
Er wird eine Hauptſehenswürdigkeit des Feſtes werden. Neben der
Reit=
abteilung der hieſigen Ortsgruppen, die in Huſarenuniform im Feſtzug
mitreitet, werden von der Ortsgruppe noch zwei Feſtwagen, vierſpännig
gefahren, und eine große Anzahl Kutſchwagen mit den Ehrengäſten im
Feſtzuge mitgehen. Außerordentlich intereſſant und lehrreich iſt auch
die Gruppe „Saat und Ernte, einſt und jetzt” die in anſchaulicher Weiſe
beginnend mit den alten Geräten — die Entwicklung und
Vervoll=
kommnung der Landbearbeitungsmaſchinen zeigen wird. Aber auch die
Junglandbund=Ortsgruppen der näheren Umgebung haben es ſich nicht
nehmen laſſen, Feſtwagen zu dem Zuge zu melden, ſo daß mindeſtens
noch mit 10 auswärtigen Wagen zu rechnen iſt. Beſondere
Anziehungs=
punkte des Nachmittagsprogramms werden neben den Geſangsvorträgen
des Geſangvereins „Liederzweig” und den turneriſchen Darbietungen
des Turnvereins 1876 wieder die Vorführungen der Reitabteilung
bil=
den, die u. a eine Quadrille in hiſtoriſcher Uniform reitet. Zu den
ſport=
lichen Wettkämpfen, die bereits Sonntag früh um 8 Uhr ſtattfinden,
haben ſich ungefähr 80 Jungbauern gemeldet, die im Dreikampf, in
einigen volksſportlichen Uebungen und in Mannſchaftswettkämpfen um
die Meiſterſchaft des Junglandbundes Heſſen=Starkenburg ringen. Nicht
zu vergeſſen iſt, daß neben allen bürgerlichen Vereinen von Arheilgen
wieder die Feuerwehrkapelle in einer Stärke von 24 Mann mitwirkt und
durch ihr flottes und munteres Spiel zur Unterhaltung beitragen wird.
Aukkion oſtfrieſiſchen Milchviehs in Frankfurk.
Die vom Frankfurter Landwirtſchaftlichen Verein im
Inter=
eſſe der Tierzucht und inſonderheit der Aufzucht, ſowie
Steige=
rung der Milchproduktion, mit oſtfrieſiſchen Landwirten
einge=
leiteten Maßnahmen, zwecks Zufuhr von oſtfrieſiſchen
hochträch=
tigen Kühen und Rindern ſind ſoweit gediehen, daß am 6. Juli
wiederum ein Transport dieſes, bei der Landwirtſchaft beſonders
bevorzugten Viehs aus Oſtfriesland auf dem Gelände des
land=
wirtſchaftlichen Vereins zur Verſteigerung gebracht werden kann.
Dieſe Zuchtviehauktionen ſollen, wenn möglich, in Zukunft
all=
monatlich ſtattfinden und den Landwirten Gelegenheit bieten,
ihre Viehbeſtände mit geſundem Tier=Material zu ergänzen.
E. Wixhauſen, 2. Juli. Der hieſige Geſangverein „
Lieder=
kranz” feiert am 4., 5. und 6. Juli ſein 60jähriges Vereinsjubiläum,
das mit einem nationalen Geſangswettſtreit verbunden iſt.
Hierbei beteiligen ſich 17 Vereine; dieſe ſind eingeteilt in eine 3.
Stadt=
klaſſe, eine 2. Landklaſſe, eine 3. Landklaſſe und eine nichtpreisgekrönte
Klaſſe. Der Wettſtreit kommt in zwei Lokalen zum Austrag. Es ſingen
im Saal des Gaſthauſes „Zur Krone” die 3. Stadtklaſſe und die 2.
Land=
klaſſe. Im Saale des Gaſthauſes. Zur Traube” ſingen die 3. Landklaſſe
und die nichtpreisgekrönte Klaſſe. Das Feſtprogramm ſelbſt iſt ein ſehr
reichhaltiges. Auf dem ſchön gelegenen Feſtplatz an der Gärtnersmühle
ſind unter anderem Konzert, Geſang, turneriſche wie ſportliche
Darbietun=
gen. Nach dem Umzug, der am Sonntag mittag ſtattfindet, dürfte ſich
auf dem Feſtplatz ein reges Treiben und Leben entwickeln. Der Geſang
wird auch hierbei zu ſeinem Rechte kommen. — Bei dem Gang durch die
Gemarkung ſieht man in tief gelegenen Lagen größere Lücken in
Kartof=
felfeldern, welche durch zu vielen Regen entſtanden ſind. — Die Heuernte
iſt beendet. Der Ertrag iſt zufriedenſtellend. Die Preiſe ſind im
Ver=
gleich zum Vorjahre niedriger.
O. Erzhauſen, 2. Juli. Am Montag veranſtaltete die hieſige
Lehrer=
ſchaft für ihre Schiler einen Jugendtag. Früh am Morgen, gegen
8 Uhr, ging es mit Sang und Spiel in der Richtung nach dem
Wolfs=
garten in den Wald. Dort angekommen, wurde unter ſchattigen
Bu=
chen gelagert und das Frühſtück verzehrt. Dann hielt Herr Lehrer Kaut
einen Vortrag, der von den Schülern begeiſtert aufgenommen wurde.
Darauf begannen Unterhaltung und Spiel, wozu vorher alle
Vorkehrun=
gen ſchon getroffen waren. Den beſten Spielern wurden Preiſe
zuge=
teilt. In beſter Stimmung ging es in den Nachmittagsſtunden wieder
nach Hauſe.
G. Ober=Ramſtadt, 2. Juli. Die Beurkundungen des hieſigen
Stan=
desamtes erſtreckten ſich im Monat Juni 1931 auf 8 Geburten (3
Knaben, 5 Mädchen), 3 Eheſchließungen und 1 Sterbefall. Im erſten
Kalenderhalbjahr 1931 waren ſomit hier zu verzeichnen: 44 Geburten,
und zwar 17 Knaben und 27 Mädchen, 25 Eheſchließungen und 16
Sterbefälle. — An Stelle des aus dem Gemeinderat ausgetretenen P.
Knorr tritt nach Feſtſtellung der Gemeindewahlkommiſſion der
Zimmer=
mann Peter Frankenberger 4. in den Gemeinderat ein. Die
diesbezüglichen Akten liegen bis einſchl. 4. Juli bei der Bürgermeiſterei
zur Einſicht der Stimmberechtigten offen. Einwendungen gegen die
Feſt=
ſtellung ſind innerhalb der Offenlegungsfriſt daſelbſt vorzubringen.
Evangel. Gemeindeblatt. Die erſte Nummer des Evangel.
Gemeindeblattes für Ober=Namſtadt wird in etwa 8—10 Tagen
erſchei=
nen. Möge das Blatt, das vornehmlich über die örtlichen
evangeliſch=
kirchlichen Belange berichten wird, bei der Bevölkerung eine recht gute
Aufnahme finden. — Bauweſen. Vier in dieſem Frühjahr von
Privaten erſtellte Wohnhäuſer ſind im Rohbau fertiggeſtellt, ebenſo ein
Flachbau der Gemeinde mit zwei Dreizimmerwohnungen, während drei
weitere gleichartige Häuſer zur Zeit im Bau begriffen ſind. Infolge ſehr
geringer Staatszuſchüſſe und im Hinblick auf die allgemeinen
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe bleibt ſomit die Neubautätigkeit in dieſem Jahre
gegen die Vorjahre weſentlich zurück, und eine ganze Anzahl
Bauhand=
werker konnte noch keine Beſchäftigung finden.
* Groß=Umſtadt, 1. Juli. Das am 26. Juni verſammelte
Orts=
kartell Groß=Umſtadt und Umgebung hat zu der
Notverord=
nung in folgender Entſchließung Stellung genommen: „Das Ortskartell
Groß=Umſtadt empfindet die neue Notverordnung vom 5. Juni 1931 als
einen Fauſtſchlag ins Geſicht der Beamtenſchaft; denn ſchon wieder iſt
es die Beamtenſchaft, die die Regierung ungerechterweiſe beſonders
be=
laſtet und ſie ſo in eine Ausnahmeſtellung gegenüber der übrigen
Bevöl=
krung drängt. Dadurch, daß der Landbeamtenſchaft noch beſondere
Laſten aufgebürdet werden, zeigt die Regierung, daß ſie keine Ahnung
hat von den Lebensbedingungen der Landbeamtenſchaft. Wenn wir ſtets
betont haben, daß die Beamtenſchaft zum Staate in einem beſonderen
Treueverhältnis ſtünde, ſo müßte eine gerechtdenkende Negierung dieſen
Gedanken erwidern; ſtatt deſſen wird die Beamtenſchaft beſonders
ge=
knechtek, weil ſie ihr am leichteſten erreichbar iſt, wie von hoher Stelle in
dankenswerter Offenheit erklärt worden iſt. Dieſe Begründung iſt
ge=
radezu unſittlich. Die Notverordnung erſcheint aber auch unſozial, weil
ſie die geringen Einkommen nicht gebührend ſchont und durch die
Kür=
zung der Kinderzulage die wirtſchaftlich Schwächſten am ſtärkſten
be=
laſtet. Die große Erbitterung der Beamtenſchaft, der man überall und
jederzeit begegnet, ſchafft auch ein gefährliches ſtaatspolitiſches Moment
das in der Zeit allgemeiner Gärung ſich noch beſonders verhängnisvoll
auswirken kann. Mit einem ungerechten, unſittlichen, unſozialen und
ſtaatsgefährdendem Geſetz kann man weder wirtſchaftliche Hebung noch
Staatsrettung herbeiführen. Darum fordert die Bea tenſchaft
Aende=
rung der Notverordnung in der Art, daß die ungerechte Mehrbelaſtung
der Beamten wegfällt, ebenſo die Mehrbelaſtung der Landbeamten
gegenüber den Stadtbeamten, und daß vor allem der Kinderzuſchlag
bleibt.”
—Gernsheim a. Rh., 2. Juli. Wafſerſtand des Rheins
am 1. d. M.: 1,88 Meter; am 2. d. M.: 1,75 Meter, jeweils morgens
5.30 Uhr.
Man iſt nur ſo alk, wie man gusfiehl.
deshalb benutze man das weltberühmte „Exlepäng”. Gibt ergrautem
Haare die Jugendfarbe auf natürlichem Wege wieder. Wirkt nach und
nach. Vollſtändig unſchädlich. Seit 33 Jahren Weltruf. Von tauſenden
Aerzten, Profeſſoren uſw. gebraucht und empofhlen. Preis 6,30 RM.
Für ſchwarze Haare „Extra ſtark” 10,80 RM. Erhältlich in
Parfü=
merien, Friſeurgeſchäften Drogerien uſw., wo nicht, direkt zu haben
Parfümeriefabrik „Exlepäng”, Berlin SS. 131. Muskauer, Straße 9.
(UV.3954)
Borſicht nit Benziu ds Reiſtiaungsnitell
(Mitgeteilt von der Deutſchen Geſellſchaft für Schadenverhütung,
e V., München.)
In letzter Zeit gibt eine Teppichfirma „10 Gebote für
ſach=
gemäße Teppichbehandlung” in Broſchürenform heraus und
emp=
fiehlt, zur Reinigung erhebliche Mengen von Benzin zu
verwen=
den. Es muß immer wieder davor gewarnt werden, derart
leicht=
ſinnig Leben und Geſundheit der Hausbewohner zu gefährden.
Die Gefahr liegt darin, daß die ſich entwickelnden Benzingaſe mit
der atmoſphäriſchen Luft gemiſcht außerordentlich exploſibel ſind.
Dieſe Benzindämpfe ſind ſchwerer als die atmoſphäriſche Luft,
be=
wegen ſich am Boden entlang entſprechend den hier herrſchenden
Strömungen und kommen auch an weit von der Benutzungsſtelle
des Benzins entfernten Feuerſtellen, brennenden Lichtern,
entzün=
deten Streichhölzern oder gar ſchon an Funken von elektriſchen
Kontakten zur Entzündung und Exploſion. Schon 2,5 Teile
Ben=
zin auf 100 Teile Luft, alſo ganz geringe Mengen, laſſen das
ge=
fährliche Exploſionsgemiſch entſtehen. Selbſt das Oeffnen der
Fenſter bei ſolchen Arbeiten genügt nicht als
Vorbeugungsmaß=
nahme, weil die ſchweren Benzindämpfe auf dem Boden ruhen
und nicht abziehen können.
Geradezu gemeingefährlich iſt das Fortgießen benutzter
Ben=
zinmengen in die Waſſerleitungen, Toiletten u. dgl. Denn
ba=
durch können exploſionsgefährliche Gasmengen in die Kanaliſation
gelangen, die ſich ſchlimmer auswirken können, als wenn ganze
Straßenzüge mit Dynamit unterlegt ſind.
g. Gernsheim, 1. Juli. Die Vorbereitungen für das diesjährige
Kreis= und Gau=Stromſchwimmen der Deutſchen
Turner=
ſchaft ſind im Gange. Wie alljährlich, ſo werden auch in dieſem Jahre
zur ordnungsgemäßen Durchführung des Rettungsdienſtes die Beſitzer
von Kähnen und Waſſerfahrzeugen ihre Bereitwilligkeit zeigen. — Am
Sonntag veranſtaltet der Arbeiter=Kraft= und Sportverein Gernsheim
ſein diesjähriges Werbefeſt. Fuß= und Handballſpiele werden durch
erſtklaſſige Mannſchaften dargeboten Um 1 Uhr mittags bewegt ſich
durch die Straßen der Stadt ein Feſtzug. Den Abſchluß bildet abends
ein Feſtball. — In der Sitzung des Gemeinderats vom 2. 6.
wurde nunmehr der Voranſchlag für das Rechnungsjahr 1931 endgültig
verabſchiedet. Zur Ausgleichung des Voranſchlags war der
Gemeinde=
rat genötigt, zu ganz einſchneidenden Maßnahmen zu greifen. So wurde
die Bierſteuer ab 1. Juli 1931 auf das Doppelte der in 8 2 des zweiten
Abſchnittes der Verordnung des Reichspräſidenten zur Behebung
finan=
zieller, wirtſchaftlicher und ſozialer Notſtände vom 26. Juli 1930
genann=
ten Sätze erhöht. Die Bürgerſteuer für Ri. 1931 gelangt in dreifacher
Höhe des Landesſatzes zur Erhebung. Die Sprunggelder werden ab
April Ifd. Js, wie folgt erhöht: ür ein Stück Großvieh 13 RM., ſeither
4 RM., für eine Ziege auf 1 RM., ſeither 30 Pfg., für ein Schwein auf
10 RM., ſeither 3 RM. Die Allmendauflagen müſſen ganz gewaltig
erhöht werden. Dieſelben betragen jetzt für ein Sauweid= uſw. Stück
12,60 (ſeither 3,20) RM., für eine große Bruchsteilung, Kohlhofseckſtück
und Triftſtück 27,45 (ſeither 5,50) RM., für eine kleine Bruchsteilung
14,70 (ſeither 4,00) RM., für ein Fängenſtück 9,65 (ſeither 3,00) RM.,
für eine Neubruchsrute 1160 (ſeither 3.00) RM., für ein Urgangslos
11,30 RM. (ſeither —). Die gewaltige Inanſpruchnahme der indirekten
Einnahmequellen kommt daher, daß die Notverordnung des
Reichspräſi=
denten vom 1. Dezember 1930 eine Erhöhung der Realſteuerſätze nicht
mehr zuläßt. Da an und für ſich die Nealſteuerſätze in hieſiger Gemeinde
ohne Zweifel nicht überſpannt waren, ſie erreichen noch nicht den
Landes=
durchſchnittsſatz, nimmt es nicht weiter Wunder, wenn auf indirektem
Weg, wie oben angedeutet, die gewaltigen Erhöhungen eintreten mußten.
Bb. Bensheim, 2. Juli. Am Samstag, dem 4. und Sonntag, dem
5. Juli, begeht der hieſige Geſangverein Linderkranz, die
Feier ſeines 85jährigen Beſtehens, und verbindet damit die Weihe
ſei=
ner neuen Fahne. Es ſind große Vorbereitungen für das Feſt getroffen,
das ſich dadurch zu einer großartigen Veranſtaltung geſtalten wird.
— Pünktlicher Ladenſchluß. Seitens des hieſigen
Polizei=
amtes ſind in letzter Zeit zahlreiche Ladeninhaber zur Beſtrafung
an=
gezeigt worden, weil ſie nicht pünktlich um 7 Uhr abends ihren Laden
geſchloſſen haben. Die Polizei wird auch in Zukunft auf den pünktlichen
Ladenſchluß ein wachſames Auge haben,
W. Heppenheim a. d. B., 2. Juli. Gut abgegangen.
Vor=
geſtern nachmittag wollten zwei Frauen auf einen bereits fahrenden
Zug Richtung Weinheim aufſpringen. Einer derſelben, die ohne Gepäck
war, gelang dies, während die zweite, verhindert durch ein Paket, den
Griff an der Wagentür verfehlte und ſo, ohne Halt, wieder rückwärts
vom Zuge herunterfiel. Glücklicherweiſe kam die Fallende nicht unter
den Zug zu liegen und trug nur verſchiedene Hautabſchürfungen davon.
—Satzungsänderung. Mit dem 1. Juli wurden die
Ortsſatzun=
gen über den Bezug von elektriſchem Strom in unſerer Sadt geändert.
Für den Jahresverbrauch gilt der Staffeltarif von 0—200 Klwſt. 50 Pf.
pro Klwſt.; von 201—500 Klwſt. 48 Pf.: von 501—1000 Klwſt. 45 Pf.,
und von 1001—2000 Klwſt. 42 Pf. pro Kilowattſtunde. Ueber 2000 Klwſt.
hinaus kann für Gewerbetreibende eine beſondere Vereinbarung nach
Grund= und Arbeitsgebühr erfolgen. Die Grundgebühr beträgt bis
1 Kilowatt Maximum monatlich 28 Mk. pro Klw.; über 1 Klw. 26 Mk.;
über 2 Klw. 24, über 3 Klw 23, über 4 Klw. 22, über 5 Klw. 21, über
6 Klw. 20, über 10 Klw. 18 und über 15 Klw. Maximum monatlich
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Beſtimmungen im Bereich des kirchlichen Vermögensrechtes innerhalb der
heſſiſchen Landeskirche. Nach einem kurzen Überblick über die heutige
rechtliche Stellung von Staat und Kirche (nach Reichsverfaſſung 1919 und
Kirchenverfaſſung 1922) werden, aus der Praxis heraus, die
vermögens=
rechtlichen Organe und deren Funktionen (Voranſchlag, Rechnung
der Kirchengemeinde, Anleihen und Kapitalien, Schenkungen,
Veräuße=
rungen und Erwerb von Grundbeſitz etc.) behandelt. Beſondere Abſchnitte
ſind dem kirchlichen Bauweſen (Baupflicht und Verfahren) und
Kirchenſteuerweſen gewidmet. Die Schrift iſt die notwendige
Ergän=
zung zu dem Kirchenrecht von Köhler (1884) und von Eger=Friedrich
(1911/14) und wichtig für die Aufſtellung des Voranſchlages und
die geſamte Vermögensverwaltung der evangeliſchen
Kirchen=
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Seite 10
Freitag, den 3. Juli 1931.
Nummer 182
Zur Horolanbfahte des „Graf seppriin.
„Graf Zeppelin” über einer isländiſchen Bucht.
Vorführung des erſken propellerloſen Flugzeugs in Hamburg
Der Konſtrukteur Ludger Volpert an ſeinem propellerloſen Flugzeug.
In Hamburg wurde von dem Erfinder Ludger Volpert ein propellerloſes Flugzeug vorgeführt.
Anſtatt des Propellers beſitzt das Flugzeug unter beiden Tragdecken Saugdüſen, die eine zum
Tragen des Flugzeugs geeignete Luftſtrömung erzeugen. Dieſer ſogenannte Düſenvortrieb ſoll
gegenüber dem Propellerantrieb eine große Erſparnis bedeuten.
Zum 400. Todeskag des Malers Burgkmait.
Eines der ſchönſten Gemälde Burgkmairs: „Madonna mit Kind und Heiligen”,
Aus dem Beſitz der Staatlichen Gemälde=Galerie Augsburg.
Graf Zeppclin” auf der Heimfahrl.
Reich und Ausland.
Die Löſcharbeit mit Benzin!
Frankfurt a. M. Am Donnerstag
vor=
mittag, kurz nach 7 Uhr, entſtand in einer
Sam=
melgarage in Frankfurt a. M. ein Brand, dem
fünf Autos zum Opfer fielen. Beim Anlaſſen
eines Motors bemerkte der Monteur eine
Stich=
flamme am Vergaſer. In der Aufregung griff
er anſtatt zu einer Waſſerkanne zu einer
Benzin=
kanne und goß das Benzin in die Flamme.
Da=
durch griff das Feuer um ſich, und es entſtand
ein ungeheurer Brand. Die Feuerwehr, die
mit zwei Löſchzügen angerückt war, konnte nur
unter ſchwierigen Umſtänden vordringen, da die
ganze Garage ſehr ſtark mit Rauch angefüllt war.
Brandkataſtrophe auf dem Weſterwald.
Marienberg. Im Kreisort Dehlingen
brach in dem mit Stroh gedeckten Wohnhaus
eines Arbeiters Feuer aus. Infolge des trockenen
Wetters hatte der Brand bald auf eine
gegen=
überliegende Scheune übergegriffen. Da wegen
der Feldarbeiten faſt ſämtliche Bewohner
außer=
halb des Ortes waren, mußte das brennende
Haus ſeinem Schickſal überlaſſen bleiben. Die
wenigen Anweſenden konnten nicht verhindern,
daß auch noch ein zweites, angrenzendes
Wohn=
haus Feuer fing. Zu ſpät konnte wirkſame
Löſch=
hilfe geleiſtet werden. Trotz aller Bemühungen
gelang es nicht, zwei alte Fachwerkhäuſer, ein
Wohnhaus und eine Scheune vor der völligen
Vernichtung zu bewahren.
Prozeß gegen den Mörder Künne.
Weſermünde. Am Mittwoch begann vor
dem Schwurgericht Verden, das in Weſermünde
tagt, der Prozeß gegen den Maurer Hermann
Künne aus Weſermünde wegen Mordes an der
ſiebenjährigen Ingeborg Bopp aus Bremerhaven.
Es ſind 107 Zeugen geladen. Den Vorſitz führt
Landgerichtsdirektor Dr. Gohlke=Kaſten. Die
Anklage vertritt erſter Staatsanwalt v.
Kaj=
daczy. Der Andrang von Preſſe und Publikum
iſt groß; doch wurde die Oeffentlichkeit
ausge=
ſchloſſen. Lediglich die Preſſevertreter ſind
zu=
gelaſſen. Der Angeklagte beſtreitet, die Tat
be=
gangen zu haben. Da 107 Zeugen geladen ſind,
wird der Prozeß einige Tage dauern.
Zwei Bergleute tödlich verunglückt.
Gelſenkirchen. Auf der Zeche „
Berg=
mannsglück” im Stadtreil Buer gerieten beim
Schichtwechſel zwei Bergknappen an einer
Rut=
ſchenſtrebe unter herabſtürzende Geſteinsmaſſen.
Trotzdem ſofort Bergungsarbeiten eingeleitet
wurden, konnten die beiden Bergleute nur als
Leichen geborgen werden. Es handelt ſich um
die Hauer Andreas Berger und Emil Renner.
Die Erfinder des erſten Gasmolors
erhallen ein denkmal.
In Köln=Deutz wurde für die Erfinder des erſten
Gasmotors, Nikolaus Auguſt Otto und Eugen
Langen, ein Denkmal errichtet. Das Denkmal
trägt am Sockel die Namen der Erfinder und
ſtellt ein Modell des 1867 erbauten Motors dar.
Hamburg.” Am Donnerstag, um 18.10
Uhr, erſchien das Luftſchiff „Graf Zeppelin”,
von ſeiner Jütlandreiſe kommend, über Hamburg
und fuhr nach einer Schleife in ſüdlicher
Rich=
tung weiter.
Flugzeugunglück auf dem Bodenſee.
Friedrichshafen. Ein von der
Deut=
ſchen Verſuchsanſtalt für Luftfahrt in Berlin
ge=
chartertes Junkersflugzeug D 963 — ein älteres
Modell —, das auf dem Bodenſee meteorologiſche
und hydromechaniſche Meſſungen vornahm, iſt am
Mittwoch abend, infolge plötzlich auftretenden
Gewitterſturmes, bei Manzell, unmittelbar vor
dem ſchützenden Hafen gekentert und völlig
zer=
ſtört worden. Die aus drei Perſonen beſtehende
Beſatzung wurde von einem Motorboot der
Dor=
nier Metallbauten gerettet. Die Verſuche
ſtan=
den unmittelbar vor dem Abſchluß und ſollten
wichtige Ergebniſſe zeitigen. Das Flugzeug, das
ein mit Schwimmern ausgerüſtetes Landflugzeug
war, hatte wertvolle Inſtrumente an Bord, die
nun wahrſcheinlich verloren ſind. Der Apparat
liegt jetzt kieloben, 10 Meter vom Ufer entfernt
auf Grund.
Zwei Militärflugzeuge verbrannt.
Paris. Bei Bourg gerieten vorgeſtern zwei
Militärflugzeuge, die nebeneinander einen
Uebungsflug ausführten, in Brand. Der Pilot
des einen Flugzeugs verbrannte mit ſeinem
Apparat, der Pilot des anderen konnte ſich durch
Fallſchirmabſprung retten. Der Apparat ſtürzte
brennend ab und wurde vernichtet.
Inſekten=Großangriff auf das Clevelander
Boxſtadion.
New York. In den Abendſtunden des
Mittwoch wurde das Clevelander Stadion, in
dem der Weltmeiſterſchaftsboxkampf zwiſchen
Schmeling und Stribling ſtattfindet, von
Rieſen=
ſchwärmen großgeflügelter Inſekten, die im
Volksmunde „Kanadiſche Soldaten” genannt
werden und in den Sommermonaten häufig an
den Ufern des Erieſees anzutreffen ſind,
über=
fallen und vollkommen zugedeckt. In wenigen
Minuten war der Boxring fingerbreit hoch mit
toten Inſekten bedeckt. Arbeiter, die in dieſem
Augenblick mit der Prüfung der
Beleuchtungs=
anlage beſchäftigt waren, konnten ſich nur mit
Mühe in Sicherheit bringen. Die Veranſtalter
des Boxkampfes haben daraufhin bereits ſtarke
Ventilatoren beſtellt, um unangenehmen
Ueber=
raſchungen am Kampfabend vorzubeugen.
In8 Tagen, 15 Stunden um die Welt.
New York. Die beiden Weltflieger Poſt
und Catty ſind geſtern um 1.45 Uhr M.E.3. auf
dem Rooſevelt Field glatt gelandet und haben
damit ihren Weltrundflug beendet. Die
Welt=
flieger haben für ihren Flug von 16 000 Meilen
Länge 8 Tage, 15 Stunden und 51 Minuten
ge=
braucht, von denen ſie in der Luft 4 Tage,
5 Stunden und 8 Minuten verbracht haben.
Poſt und Catty werden gefeiert.
New York. Die Stadt New York
be=
reitete den Fliegern Poſt und Catty einen
Emp=
fang, wie er ſeither nur Lindbergh nach ſeiner
Ozeanüberquerung zuteil wurde. Im
Triumph=
zuge wurden die beiden Flieger vom Ritz=Hotel
in New York durch die buntgeſchmückten Straßen
der Stadt und unter nicht endenwollenden
Hoch=
rufen einer unzähligen Menſchenmenge nach dem
Hafen geleitet. Dort begaben ſie ſich an Bord
des ſtädtiſchen Schleppdampfers „Macom” und
machten eine Rundfahrt durch den Hafen. Die
im Hafen liegenden Schiffe ließen zur
Be=
grüßung ihre Sirenen ertönen, während
zahl=
reiche Flugzeuge über dem Schleppdampfer
kreuzten. Auf ihrer Fahrt nach dem Rathaus,
wo den Fliegern ein großer offizieller Empfang
bereitet wurde, waren ſie ebenfalls der
Gegen=
ſtand beiſpielloſer Ovationen und Ehrungen.
Ihr Automobil war mit Blumen überſchüttet.
Wie der Millionär Hall, der den
Weltrekord=
flug von Poſt und Catty finanzierte, erklärte,
werden die Flieger demnächſt verſuchen, den
Pazifik von Oſten nach Weſten zu überqueren,
um den von dem Auſtralier Kingsford Smith
gehaltenen Rekord zu unterbieten.
Schweres Militärautounglück in Ungarn.
32 Verletzte.
Budapeſt. In der Nacht zum Donnerstag
überſchlug ſich in Altofen, aus noch unbekannter
Urſache, ein Laſtauto, das mit Soldaten von
einem Sportfeſt heimkehrte. Die Soldaten
ſtürz=
ten in einen 8 Meter tiefen Graben. Der
fol=
gende Kraftwagen ſtieß mit aller Wucht auf das
vor ihm liegende Fahrzeug auf. Von den 71
Sol=
daten der beiden Wagen wurden 32 verletzt,
da=
von mehrere lebensgefährlich.
Die Hinrichkung Kürkens vollzogen.
Köln. Nachdem das Gnadengeſuch des
Düſ=
ſeldorfer Maſſenmörders Peter Kürten vom
Preußiſchen Staatsminiſterium abgelehnt
wor=
den war, wurde aus Gründen der Menſchlichkeit
die unverzügliche Hinrichtung des neunmal zum
Tode Verurteilten angeordnet. Da in dem
Ge=
fängnis in Düſſeldorf=Deerendorf, in dem
Kür=
ten bisher inhaftiert geweſen war, kein Hof
vor=
handen iſt, der nicht von außen eingeſehen
wer=
den kann, wurde der zum Tode Verurteilte am
Mittwoch, um 14 Uhr, nach dem Kölner
Gefäng=
nis in Klingelpütz überführt, wo geſtern früh um
6.15 Uhr die Hinrichtung ſtattfand. Kürten
wußte bei der Ueberführung noch nicht, daß ſein
Gnadengeſuch verworfen war. Um 17 Uhr teilte
Oberſtaatsanwalt Dr. Eich ihm den Beſchluß des
Preußiſchen Staatsminiſteriums mit und
eröff=
nete ihm, daß die Strafe am folgenden Morgen
vollſtreckt werden würde. Kürten nahm die
Mit=
teilung äußerlich gefaßt entgegen. Auf die Frage
des Oberſtaatsanwalts nach etwaigen
Wün=
ſchen, bat Kürten, daß ſein Beichvater in
Düſſel=
dorf, der Franziskanerpater Albrecht, zu ihm
kommen möge. Dieſer Wunſch wurde ſofort
er=
füllt. Pater Albrecht ſowie Pfarrer Faßbender
und Kaplan Weimann verbrachten die Nacht mit
Kürten, der an die Angehörigen aller ſeiner
Opfer Briefe ſchrieb, in denen er die tiefſte=Reue
über ſeine Taten zum Ausdruck brachte und um
Vergebung bat. Gegen Morgen beichtete er und
kommunizierte. Um 6 Uhr betrat Kürten, die
Hände auf dem Rücken mit einer Schnur leicht
gefeſſelt, den Hof, auf dem die Guillotine, die
noch aus der franzöſiſchen Revolutionszeit
ſtammt, aufgeſtellt war und von dem
Scharfrich=
ter Gödecke, Magdeburg, bedient wurde. Die
nochmalige Frage nach einem Wunſch verneinte
Kürten mit leiſer Stimme. — Auf der Straße.
hatten ſich einige wenige Neugierige
eingefun=
den, ſo daß das gewöhnliche Straßenbild kaum
eine Veränderung zeigte. Zur Abſperrung hatte
ein einziger Poliziſt genügt. — Die Hinrichtung
fand in Gegenwart des Präſidenten des
Straf=
vollzugsamtes Lembke, des Oberſtaatsanwaltes
Dr. Eich, des Miniſterialrates Dr. Weddingen,
Berlin, der Mitglieder der Beſchlußſtrafkammer
Düſſeldorf und des Strafſenats des
Oberlandes=
gerichts ſowie von zwölf unbeſcholtenen Bürgern
der Stadt Köln ſtatt.
Der Schwerverbrecher Lewandowſki bereits
wieder verhaftet.
Bremen. Der Mittwoch vormittag aus
dem Zuchthaus Oslebshauſen ausgebrochene
Schwerverbrecher Lewandowſki wurde
nachmit=
tags bereits von der Kriminalpolizei im Bremoh
Vorort Blockland erkannt und wieder verhafteé
Richard Wagner im Film.
Richard Wagner, Coſima und Franz Liſzt.
(Aus dem Werbefilm des Bad. Landestheaters.)
Das Badiſche Landestheater in Karlsruhe hat
von Schauſpielern ſeines Enſembles einen
Werbefilm herſtellen laſſen, der die überaus
intereſſante Geſchichte und Tradition des
Thea=
ters zum Gegenſtand hat. Man hofft, mit dieſem
Film das Publikum ſtärker als bisher für das
Theater gewinnen zu können.
Nummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 17
Bon ftolzer Höhl ins weite Land.
Wir haben die hohe Freude, daß die Berge unſerer Heimat
zumeiſt daſtehen im Schmuck wogender Wälder. Die Bekrönung
unſerer Höhen mit dem lebensfrohen Grün hochſtämmiger Buchen
und Eichen gehört zu den größten Vorzügen unſeres Odenwaldes,
der im Zeichen der Notverordnungen ſeine zahlreichen Anhänger
erheblich vermehren dürfte. Einige Eigenbrötler, wie der
weit=
hin ſichtbare Otzberg, der mit einer der ſchönſten Burgen
Deutſchlands geſchmückte Breuberg, der einſt uneinnehmbare
Dilsberg u. a., vermögen die Regel nicht umzuwerfen. Kahle
Zacken und Kuppen beglücken allerdings den Bergſteiger ohne
weiteres durch eine freigebig geſpendete Fernſicht. Wir aber, die wir
etwa von der Bergſtraße durch die Stille unſerer gepflegten
Wäl=
der emporſteigen, durch vielſtimmiges Lied beſcheidener Sänger
erfreut, dankbar für kühlenden Schatten und würzige Luft, werden
auf mühſam erklommenen Gipfel erſt recht unſere Kleine inne
neben den himmelanſtrebenden Rieſen, die die Höhe beherrſchen
und uns den Ausblick verſchließen. Da klammert man ſich gern
an alt Gemäuer und iſt froh dafür, daß Zeit und Feinde noch
Türme ſtehen ließen, von denen man den Blick in die Weite
wer=
fen kann. Ich will aber heute nicht ſprechen von all den Burgen
und Schlöſſern, an denen unſere Gegend ſo überreich iſt, nicht vom
Frankenſtein, vom Auerbacher Schloß, von der Windeck, von der
Strahlenburg, nicht von den Felſenneſtern und Ruinen, die zum
Neckar hinabſchauen, auch nicht von der Starkenburg, die in
ſchwerer Notzeit die Regierung im Bunde mit beherzten
Spen=
dern aufbaute, auch nicht von der mächtigen Wachenburg, die die
Vereinigung der Corps der Techniſchen Hochſchule zu Häupten
Weinheims erſtehen ließ, ſondern ich will die Wanderer
hinfüh=
ren zu den Ausſichtstürmen, die das gemeinnützige Wirken des
Odenwaldklubs emporreckte. Anlaß, dieſer Freudenſpender zu
gedenken, die den Radius des blickbeherrſchten Kreiſes weithin
verlängern, iſt die Weihe des neuerbauten Ihrig=Turmes
auf dem Lärmfeuer, die am Sonntag, den 5. Juli, ſtattfindet.
Um zum Lärmfeuer zu gelangen, ſuchen wir eine der reizvollen
Wanderlinien aus, die mit der von Michelſtadt über Ober=Moſſau
nach Reichelsheim führenden Landſtraße die Richtung gemein
haben, ſich aber ihrem Staub und Lärm auf Wald= und
Wieſen=
pfad
jehen. Moſſau, in Ober= und Unter=Moſſau verfallend,
das ſe
gehöfte in beträchtlichen Abſtänden an eine lange
traße anle
obwohl geräumiger Wieſengrund auch eine
Aus=
dehnu
die Breite geſtattet hätte, gleicht einer 10 Kilometer
langen
jange und hat Anlaß gegeben zu der volkstümlichen
Redensa
lang wie Moſſe‟. Von dieſem Ort, der durch
ine
öhnliche Länge Aufſehen erregt und
außergewöhn=
lichen
h ein vorzügliches Bier zu ſtillen vermag,
er=
reicht man das Lärmfeuer in einer halben Stunde. An der
tätte,
in alten Zeiten zu kriegeriſcher Tat rief, errichtete der
Odenwaldkl=
ſeinen erſten Ausſichtsturm im Jahre 1885.
Fünſ=
zehn Jahre hat der Holzbau treu gedient, dann wurde er durch
einen Turm erſetzt, der den Namen Ihrig=Turm erhielt und
das Andenken an einen der Gründer und Hauptförderer des
Wanderung zum Kaßenbuckel und durch die
Wolfs=
ſchlucht nach Zwingenberg am Reckgr.
Sonntagskarte Eberbach. Fahrt mit der Odenwaldbahn bis
Gaimühle. Zeichen A weiß, auf ſchöner Waldſtraße nach 1½
Stunden Wald=Katzenbach, Zeichen o blau rechts ab nach 2
Stunden den Katzenbuckel, höchſte Erhebung des Odenwaldes
(628 Meter, 18 Meter hoher Ausſichtsturm, 1820 erbaut.) Nach
Wald=Katzenbach zurück, Zeichen E weiß, in ſüdlicher Richtung
über Oberdielbach bis zur Kreuzung mit Zeichen rot, dieſes
A6AimüntE
weiter nach 334 Stunden Weiler Poſt (500 Meter), durch Feld
zum Wald, an der „Bildeiche” vorüber, ſteil ab auf Fußpfad
durch die Wolfsſchlucht nach 434 Stunden Schloß Zwingenberg
(200 Meter. Eigentum des ehem. Großherzogs von Baden), in
mäßigem Gefäll nach 5 Stunden Zwingenberg am Neckar.
Rück=
fahrt über Eberbach, einfache Karte bis Eberbach löſen.
Zwin=
genberg ab 17.26 Uhr, Eberbach an 17.39 Uhr, Eberbach ab 18.42
Uhr, Darmſtadt (Hbf.) an 21.42; oder Zwingenberg ab: 19.29 S,
Eberbach an 19.42 Uhr, Eberbach ab 20.04 Uhr, Darmſtadt (Hbf.)
an: 22.30 Uhr.
Odenwaldklubs feſthalten ſollte. Auch dieſer Turm wurde ein
Opfer von Wind und Wetter. Weil man aber von dieſer Stätte
ſo recht weit Umſchau halten und die ganze Eigenart des
Oden=
waldes in ſich aufnehmen kann, entſchloß man ſich, zumal die
Klagen der Wanderfreunde aus dem Mümlingtal über den
Ver=
luſt nicht verſtummten, in ſchwerer Notzeit dazu, mit einem
drit=
ten Turm den immer wiederholten Wünſchen gerecht zu werden.
Die vorhandenen Mittel reichten nicht aus, einen Steinturm zu
erſtellen, aber die Fortſchritte der Technik verbürgen dem neuen
Holzturm längeres Leben. Der Reiz des neu erſchloſſenen
Rund=
blicks liegt darin, daß er uns in das Doppelantlitz des Odenwalds
blicken läßt. Im Nordoſten grüßen uns die flach gewölbten, durch
tiefe Täler geſchiedenen Bergkuppen. Im Südoſten treten uns
die langgeſtreckten, plateauartigen Höhenzüge entgegen, auf denen
der Buntſandſtein über dem Urgebirge lagert. In ſeiner ganzen
Schönheit tritt der Bergrücken in Erſcheinung, der im Oſten das
Mümlingtal begleitet. Wir verfolgen ſeinen Lauf vom
Breu=
berg, gen Süden ſteigt er mehr und mehr, bis er in den 555
Metern des Krähbergs eine ſtolze Höhe erreicht. Wie ein
Wachtpoſten, ſtolz und feſt, ſteht im fernen Süden der höchſte
aller Odenwaldberge, der Katzenbuckel. Der Wald iſt der
Herrſcher der ganzen Gegend. Aus dieſem wunderſamen grünen
Urgrund drängen ſich zu unſerem Auge drei Burgen: der
Rei=
chenberg in der Mitte, die Starkenburg zur Linken, der
Breuberg zur Rechten. Bei klarem Wetter grüßt der Blick
noch über den Odenwald hinaus: Donnersberg, Taunus und
Speſſart werden ſichtbar.
Der mächtige Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe
gliedert ſich ausgezeichnet in die Landſchaft ein. Wucht iſt zur
Wucht geſellt, ein ſtarker Steinbau nimmt hier den Kampf mit
der Wut der Winde auf. Wir ahnen nicht, wie die Stürme dieſen
trotzigen Kerl in der Winterszeit zauſen. Die Rechnungen für
Wiederherſtellungsarbeiten beweiſen die Ueberlegenheit der
Ele=
mente. Der Kaiſerturm iſt der Stolz der Ortsgruppe Darmſtadt,
deren Mitglieder in beſſeren Zeiten opferwillig 30000 Mark für
dieſen Bau aufbrachten. Der Steinrieſe, der heute die Wanderer
34 Meter über den Bergkamm emporhebt und eine Rundſicht von
ſeltener Schöne und Weite erſchließt, iſt Nachfolger eines
ſchwäche=
ren Vorgängers, des im Jahre 1888 errichteten Holzturmes, der
zum Andenken an Wilhelm I. „Kaiſerturm” genannt wurde.
Wenn es hier oben wettert und ſtürmt, kann ſich ein Balkengefüge
nicht halten. So hat denn auch ein wilder Sturm den Holzturm
im Jahre 1904 zu Boden geriſſen. Der neue Kaiſerturm in Stein
und Kraft, der beim 25. Stiftungsfeſt des Odenwaldklubs geweiht:
wurde, iſt bis zum heütigen Tage das Ziel ungezählter
Wande=
rungen geblieben. Die Zahl der alten Darmſtädter, die an einem
Tag von Darmſtadt zu ihrem Kaiſerturm und zurück zu Fuß
gin=
gen, iſt allerdings kleiner geworden. Von Nord und Süd, von Oſt
und Weſt führen die farbigen Linien der vorbildlichen
Weg=
bezeichnung des Odenwaldklubs auf ihn zu. Immer wieder
ſtel=
len ihm Beſucher die Kurgäſte aus dem nahegelegenen
Neun=
kirchen und Lützelbach, auch die Gäſte des kühlen und
lich=
ten Schloſſes Lichtenberg machen gern den durch Wald
füh=
renden Ausflug nach dieſem Blickſpender, von ihm halten die
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ſaſſen des windgeſchützten, geneſungſpendenden Eleonoren=,
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Seite 12
heims gerne Ausſchau, die Sommerfriſchler aus dem hotelreichen
Lindenfels ſcheuen den ſteilen Aufſtieg nicht. Auch aus dem
Gerſprenztal bieten ſich durch die von Scheffel beſungenen Reiche
des Rodenſteiners ebenſo Möglichkeiten genußreichen Anmarſches
wie von der Bergſtraße, wo Auerbach und Bensheim die
geeignetſten Ausgangspunkte ſind. Weithin iſt der Bergreiter
ſichtbar. Seiner wartet eine freundliche Turmwächterin
Oden=
wälder Stammes, die ein kleines Eintrittsgeld erhebt, auch mit
einem kellerkühlen Trank die Durſtigen erfreut. Von des Turmes
Höhe weidet ſich der Blick an dem Gewoge der grünen
Odenwald=
berge, wie ein Rieſenteppich breitet ſich die Rheinebene aus, das
Auge ſtreicht über Wald und Feld, über das Dachrot friedlicher
Dörfer nach dem Flachland am Main, Taunus und Speſſart in
dämmernder Ferne umranden das Bild der Anmut und Friſche.
Während der Kaiſerturm dem Odenwaldwanderer immer
wie=
der ins Blickfeld tritt, immer wieder hervorlugt und ſich ein wenig
aufdrängt, führt der Ohlyturm auf dem Felsberg
ge=
wiſſermaſſen ein Daſein im Verborgenen, und es iſt möglich, daß
einer vor dem neuen, ſauberen Felsberg=Gaſthaus ſitzt, von der
Wirtin Töchterlein freundlich bedient, ohne ſeinen Nachbarn, den
Steinturm, zu bemerken. Die ihn dicht umgebenden ſtattlichen
Bäume wollen an Länge mit ihm wetteifern, aber noch iſt er der
Sieger. Die Darmſtädter Ortsgruppe hat zu ſeinem Bau 20000
Mark aufgebracht und ihn nach dem um den Odenwaldklub
hoch=
verdienten Darmſtädter Oberbürgermeiſter Albrecht Ohly
benannt. Zu dieſem Ausſichtsturm ſteigen vor allem die auf, die
ſich an dem Wunder des Felſenmeeres erfreuen.
E. K.
Freitag, den 3. Juli 1931.
Nummer 182
Das Skuhaital
und die Skarkenburger Hükke.
Die Reiſezeit hat begonnen. Wenn es in dieſem Jahr auch
nicht vielen vergönnt iſt, ihren Weg nach dem Süden zu
neh=
men, um im Hochgebirge der Alpenländer ihren Körper und
Geiſt in kräftiger, reiner Luft zu ſtärken, ſo ſei doch denen, die
ihre Reiſe nach der bergumkränzten Tiroler Landeshauptſtadt
Innsbruck führt, der Beſuch des Stubaitales und der
Starken=
burger Hütte dringend empfohlen.
Unmittelbar ſüdlich von Innsbruck, der einzigartigen
Lan=
deshauptſtadt von Tirol, mündet das ſchönſte Tal Tirols, das
Stubaital in das Inntal, mit dieſem durch eine elektriſche Bahn
verbunden, deren Endſtation das bei Bergſteigern ſeit altersher
bekannte und durch ſeine Eispickelfabrikation berühmte
Fulp=
mes iſt. Der beſondere Reiz dieſer Bahn beſteht darin, daß
ſie in einer durchſchnittlichen Höhe von 1000 Meter an den
Weſthängen des wildromantiſchen Stubaitales entlang führt und
ſomit als Ausſichtsbahn allererſten Ranges angeſprochen
wer=
den kann. Während der einſtündigen Fahrt wechſelt das
Land=
ſchaftsbild ſo häufig, daß man die Fülle der Eindrücke kaum
feſtzuhalten vermag. Schluchten, die von kühnen Viadukten
überſpannt ſind, wechſeln ab mit ſaftig grünen Wieſen und im
Schmuck ihrer feinen Nadeln prangenden Lärchenwäldern; der
Blick ſchweift ſchönheitstrunken in tiefe, von Wildbächen
durch=
toſte Täler und empor zu den in der Sonne leuchtenden
Fir=
nen und Gletſchern. Sofort, nachdem der elektriſche Zug den
Innsbrucker Stubaibahnhof verlaſſen hat, erklimmt er in
mäch=
tigen Serpentinen die Höhe, vorbei an den maleriſch gelegenen
Orten Natters (765 Meter) und Mutters (819 Meter) mit
einzigartigem Ausblick auf die von zackigen Graten gekrönten
Berge des Inntales. Auf der Höhe angelangt, eröffnet ſich
überraſchend der Blick auf die Gletſcher= und Bergwelt der
Stubaier Alpen, allen vorgelagert die Serles oder
Wald=
raſtſpitze (2719 Meter), das Wahrzeichen des Stubaitales.
Nachdem die Bahn Telfes (1003 Meter), den höchſtgelegenen
Ort an der Bahnſtrecke in ſonnigſter Lage erreicht hat, ſteigt ſie
in großen Schleifen etwas ab nach der Endſtation Fulpmes
(935 Meter), das von hohen Bergen umrahmt iſt. Von Telfs
und Fulpmes führen die Anſtiege zu den Kalkkögeln, den
ſo=
genannten Innsbrucker Dolomiten, einer wilden, zerriſſenen
Felsgruppe mit idealen Felsklettereien, die jedoch auch für den
weniger geübten Touriſten leicht erreichbar iſt. Eine Autolinie
verbindet Fulpmes mit dem letzten größeren Ort des Tales,
Neuſtift (993 Meter), Ausgangspunkt großartiger Hütten= und
Gletſchertouren. Folgende Schutzhäuſer ſind von hier aus in
Märſchen von 3—5 Stunden erreichbar: Innsbrucker=,
Nürn=
berger= Leipziger=, Dresdener=, Regensburger=, Franz Senn=
und Starkenburgerhütte.
Die Starkenburgerhütte (2229 Meter) iſt von Fulpmes in
4½=ſtündiger bequemer Wanderung auf einem gut angelegten,
ausſichtsreichen, rot bezeichneten Weg über Alpe Froneben (
Gaſt=
haus) zur Hasler Grube zu erreichen. Von Neuſtift gelangt
man auf kürzerem, jedoch etwas ſteilerem rot bezeichneten
Ser=
pentinenweg in etwa 3 Stunden zur Hütte. Auch von
Kema=
ten (bei Innbruck) aus kann man in 6=ſtündiger Wanderung
über die vom Akademiſchen Alpenklub Innsbruck erbaute „Adolf=
Pichler=Hütte” und das Seejöchl zur bewirtſchafteten
Starken=
burger Hütte gelangen. In überwältigender Weiſe zeigen ſich
hier die gewaltigen Eisrieſen der Stubaier Gletſcherwelt (
Wil=
der Freiger, Zuckerhütl, Wilder Pfaff, Schaufelſpitze uſw.) Links
von dem trotzig emporragenden Habicht grüßen die mächtigen
Geſtalten der Zillertaler Gruppe herüber, während zur Rechten
das Auge über die kühnen dolomitartigen Felsgeſtalten der
Kalkkögel bis hinüber zum blinkenden Alpeiner Ferner ſchweift.
Wes Sinn jedoch höher ſtrebt, der gehe auf dem bequemen,
ſicheren Zickzackſteig in 1 Stunde zum Gipfel des Hohen
Burg=
ſtall (2613 Meter) hinan, wo ſich das vom Hüttenplatz aus
ge=
ſchaute Bild noch großartiger und gewaltiger erſchließt, wo ſich
auch das Panorama nach Norden öffnet, der Blick über die
kühnen Dolomitgeſtalten der Kalkkögel hinweg in das liebliche
Inntal mit ſeinen ſaftigen Matten, ſeinen ſtattlichen Dörfern
und Städten ſchweift, um dann jenſeits des Tales auf den
majeſtätiſchen Felsmauern des Karwendels haften zu bleiben.
Auf einem neu angelegten Höhenweg, von wo man dauernd
wunderbaren Ausblick hat, kann man zur Franz Sennhütte
ge=
langen, von wo wieder weitere Uebergänge und
Bergbeſteigun=
gen möglich ſind.
Vorzüglich iſt man auf der Starkenburger Hütte
aufge=
hoben, ſowohl was Unterkunft als auch Verpflegung anlangt.
Die Hütte iſt vom 1. Juni bis 30. September geöffnet und
be=
wirtſchaftet, bereitet bei 15 Betten und 30 Matratzenlagern
Unter=
kunft für 45 Perſonen. Die Starkenburger Hütte, die ſich ſeit
ihrem Beſtehen einer von Jahr zu Jahr zunehmenden
Beſucher=
zahl erfreut, und deshalb, ſchon zweimal erweitert werden
mußte, wird bei ihrer trefflichen, gemütlichen Ausſtattung und
ihrer anerkannt vorzüglichen Bewirtſchaftung ſicherlich auch in
dieſem Jahre wieder das Ziel zahlreicher Bergſteiger ſein.
In das Stubaital kann man auch mit bequemen Wagen
einer Autobuslinie gelangen, die an den der Bahn
gegenüber=
liegenden Höhen, ausgehend von der Brennerſtraße, Innsbruck
und Neuſtift verbindet. Die Glanzpunkte dieſer Strecke ſind die
bezaubernd ſchön gelegenen Schonberg (1014 Meter) und
Mieders (953 Meter) mit unbegrenzter Ausſicht auf die
Berge des Inntales, in die Schluchten des Wipptales und auf
die Gletſcher der Stubaier Alpen.
Der große Vorzug des Stubaitales beſteht darin, daß es ſo
leicht erreichbar iſt; an keiner Stelle reichen die Gletſcher der
Zentralalpenkette ſo nahe an das Inntal heran, wie hier. Für
die in den Orten des Stubaitales wohnenden Fremden ergibt
ſich hieraus die nicht zu unterſchätzende Annehmlichkeit,
Inns=
bruck ſchnell und leicht erreichen zu können, das Unterhaltungen
aller Art bietet, an Schlechtwettertagen eine willkommene
Ab=
wechſlung. Aber auch in den Orten des Stubais ſelbſt iſt für
Kurzweil durch Trachtenfeſte, Muſik=, Geſangs= und
Schuh=
plattlerveranſtaltungen geſorgt, die von der heimiſchen
Bevölke=
rung ausgehen und wegen ihrer Urwüchſigkeit einen eigenen
Reiz bieten. Eine weitere Eigentümlichkeit des Stubaitales
liegt darin, daß jeder der 7 Hauptorte des Tales von der Natur
gleich begünſtigt iſt, was man in den meiſten Alpentälern erſt
von den im Talende liegenden Ortſchaften behaupten kann. Die
Lage der Orte an den beiderſeitigen Berghängen erklärt dieſe
Tatſache zur Genüge.
In allen Jahreszeiten iſt der Beſuch des Stubaitales gleich
empfehlenswert. Im Frühling bilden die glitzernden
Schnee=
decken, die noch auf den Bergen liegen, und die tiefverſchneiten
Gletſcherſtröme ganz wunderbarer Art mit dem vom jungen Grün
überhauchten Wäldern und blumigen Wieſen einen herrlichen
Gegenſatz. Im Sommer ſind die an den Berghängen gelegenen
Ortſchaften ideale, ſtaubfreie mit allem modernen Komfort
aus=
geſtattete Sommerfriſchen und Höhenkurorte. Dies iſt die
gün=
ſtigſte Zeit für Hochtouren in Fels und Eis, die ſich im Stubaier
Gebiet in allen Schwierigkeitsgraden ausführen laſſen. Die
milden und ruhigen Tage des Herbſtes, wenn die Wälder ihr
buntes Farbenkleid angelegt haben und kein Wölkchen am
blauen Himmel ſteht, eignen ſich ſo recht zu längerem
Aufent=
halt für Ruhebedürftige und Nervenüberreizte. Im Winter iſt
das Stubaital ein erſtklaſſiſches Skigebiet mit idealen
Skiabfahr=
ten, Sprungſchanzen, Rodelbahnen, Eisplätzen uſw. Im
Glet=
ſchergebiet laſſen ſich die großartigſten Skihochtouren ausführen.
Das Büro des Verkehrsverbandes Stubaital (Fulpmes in
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Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 13
Sport, Spiel und Jucnen
*
Zunvan imn Meis Hutlenvurg.
Wie der „neue” Kreis Skarkenburg ausſehen ſoll.
Bekanntlich hat der Stuttgarter Verbandstag des
Süddeut=
ſchen Fußballverbandes eine Verwaltungsreform beſchloſſen,
welche eine Einſparung von Behördenmitgliedern zur Folge haben
und in einer Aufhebung der Gaue, dafür aber Vermehrung der
Kreiſe gipfeln ſollte. Die Vorarbeiten für dieſe Neueinteilung ſind
nunmehr abgeſchloſſen und der Bezirk Main=Heſſen veröffentlicht
jetzt ſeine Vorſchläge hierfür. An Stelle der bisher 16 Gaue des
Bezirks treten nunmehr insgeſamt 10 Kreiſe: die Einſparung an
Behörden iſt alſo doch recht erheblich. Die Gruppe Main ſoll in
Zukunft ſechs (ſtatt fünf) Kreiſe umfaſſen, wobei vier zu zwei
„Doppelkreiſen” vereinigt ſind; die Gruppe Heſſen erhält an Stelle
von bisher drei jetzt vier Kreiſe.
Die Vereinszahl hat ſich in der Kreisliga auf zirka 114
(68 und 46) erhöht,
da kein Verein abzuſteigen braucht und ſämtliche A=Meiſter
auf=
rücken; ſie wird aber im Laufe des nächſten Spieljahres durch
ver=
ſtärkten Abſtieg bzw. durch den Aufſtieg auf je 12 Vereine im
Kreis, alſo insgeſamt auf 120 Kreisligavereine gebracht.
Für den Kreis Starkenburg hat die Neueinteilung
grund=
legende Aenderungen eigentlich nicht gebracht. Der Kreis hat
Neu=Iſenburg an den neuen Kreis Frankfurt abgeben müſſen,
er=
hält dafür aber die von früher bekannten Oberrodener Germanen
wieder. Mit der Abtretung von Walldorf und Mörfelden wurde
es nichts. Walldorf rückt kampflos zur Heſſen=Bezirksliga auf,
und da der Bezirksligiſt in der Gruppe. Heſſen bleibt, konnte
logiſcherweiſe der Kreisligaverein Mörfelden nicht zur anderen
Gruppe geworfen werden. So ſehen wir unter Berückſichtigung
des Aufſtiegs im kommenden Spieljahr alſo folgende Vereine in
der Kreisliga ſpielen:
1. Polizei=Sportverein Darmſtadt, 2. Union Darmſtadt, 3.
Ger=
mania 1903 Pfungſtadt, 4. Germania Eberſtadt (
Abteilungs=
meiſter), 5. Viktoria Griesheim b. D., 6. Sport=Vereinigung 1904
Arheilgen, 7. Sportklub Haſſia Dieburg, 8. Sportverein Münſter
bei Dieburg, 9. Germania 1908 Oberroden, 10. Fußballverein
Sprendlingen, 11. Sportverein Mörfelden, 12. F. C. 1903
Egels=
bach 13. Union Wixhauſen (4=Meiſter, Gau Dreieich), 14. FSV.
Groß=Zimmern (Abteilungsmeiſter).
— In den nächſten
Spiel=
jahren ſteigen ie drei Vereine ab und nur zwei auf.
Ueber die Veränderungen im Bezirk im allgemeinen hier noch
kurz einige Angaben. Oſtmainkreis und Mittelmainkreis bleiben
faſt unverändert, dagegen werden die Kreiſe Nordmain, Südmain
und Weſtmain ziemlich umgekrempelt. Der Südmainkreis —
üb=
verliert ſeine
rigens eine Art „Wetterwinkel” im Bezirk
Selbſtändigkeit und verſchwindet verwaltungstechniſch als Kreis
Offenbach im neuen Doppelkreis Frankfurt=Offenbach, erhält aber
ſeine ſpieleriſchen Rechte gewahrt. Neu hinzu kommen zu dieſem
Kreis Seligenſtadt=Zellhauſen vom Oſtmainkreis und
Kleinſtein=
heim vom Mittelmainkreis; dafür gibt der neue Kreis die zwei
Oberräder Vereine an den neuen Kreis Frankfurt ab. Der Kreis
Frankfurt wieder wird gebildet aus den Stadt=Frankfurter
Ver=
einen, zu denen noch Sportfreunde und Merkur Frankfurt
hinzu=
kommen, während die Vereine von der Linie Eckenheim=
Ginn=
heim=Heddernheim=Rödelheim „nordwärts mit den
Taunus=
vereinen zuſammen, den neuen Kreis Taunus bilden, der wieder
mit dem durch Vereinsabgaben geſchwächten Weſtmainkreis
zu=
ſammen den Doppelkreis Weſtmain=Taunus bildet.
In der Gruppe Heſſen hat ſich wenig geändert. Ueber
unſeren Kreis Starkenburg wurde vorſtehend bereits das
notwendigſte geſagt. Der Kreis Südheſſen bleibt abſolut
unverändert beſtehen, und nur der alte Rhein=Main=Kreis
wurde in zwei Kreiſe unterteilt. Ein neuer Kreis Mainz
umfaßt die Mainzer Vereine mit Bingen und dem neu
hinzuge=
kommenen Kreuznach; ein weiterer Kreis Wiesbaden
er=
ſtreckt ſich von Geiſenheim über Wiesbaden=Koſtheim bis
ein=
ſchließlich Flörsheim=Rüſſelsheim. Mehr iſt über dieſe
Neuorien=
tierungen nicht zu ſagen.
Die unteren Klaſſen ſollen zu einer Sammelklaſſe (alſo A=
und B=Klaſſe vereint) zuſammengefaßt werden und ſpielen im
Kreis in Gruppen. Im Kreis Starkenburg würde alſo praktiſch
der alte Zuſtand beibehalten werden.
Am 5., 12. und 19. Juli finden dann die neuen Kreistage ſtatt,
an welchen die Vereine Stellung zur neuen Lage nehmen und
auch ihre neuen Verwaltungsbehörden wählen ſollen. Die Tagung
des Kreiſes Starkenburg ſteigt am 12. Juli in Darmſtadt.
Bleibt Schmeling Welkmeiſter?
09
die Ausſichken des deutſchen gegen Stribbling.
Nur noch wenige Tage trennen uns von dem bevorſtehenden
Weltmeiſterſchaftskampf in Cleveland, in dem Max
Schme=
ling als einziger Deutſcher zum zweiten Male um
Weltmeiſter=
ehren kämpft. Der voraufgegangene Kampf nahm bekanntlich
einen irregulären Ausgang, man darf alſo diesmal nur wünſchen,
daß nach einwandfreiem Verlauf, der beſſere Boxer gewinnen
möge. Max Schmelinghat ſeinen Titel als Weltmeiſter aller
Kategorien gegen Young Stribbling zu verteidigen. Sein
Gegner, ein ſmarter Amerikaner, iſt in Europa nicht unbekannt;
bereits zweimal kreuzte er auf dem alten Erdteil mit dem
italie=
niſchen Rieſen Primo Carnera die Handſchuhe und einmal machte
er mit Hans Schönrath kurzen Prozeß. Die Ausſichten des
Welt=
meiſters gegen. Stribb”, wie man ihn vielfach nennt, ſind
durch=
aus nicht ſchlecht. Die in Amerika veröffentlichten Maße zeigen
deutlich die körperlichen Vorteile Schmelings, der nur im Umfang
der Oberarme und der Länge der Unterarme unterlegen iſt, jedoch
dürften die kleinen Zentimeterunterſchiede für den Ausgang des
folgendes Ausſehen:
Schmeling Die Maßtabelle he
Stribbling Alter: 26 Jahre 27 Jahre Größe: 1,85 m 1,83 m Gewicht 188 engl. Pfd. 188 engl. Pfd. Reichweite: 190,5 cm 188 cm Bruſtumfang 106,5 „ (eingeatmet): 115 „ 107,5;, Dalsweite 4 „ 42 Oberarmumfang: 44,8, Unterarm: 31,5 „ 34 „ Handgelenk: 19 „ 18 „ Hüftumfang: 84 „ 84 „ Oberſchenkel: 58,5 „ 56 „ Unterſchenkel: 38 „ 36,5 „, Fußgelenk: 24 „ 23 „
Schmeling hat zweifellos einen ſeiner ſchwerſten Gegner vor
ſich, der ihm vor allem in der Ringpraxis und Erfahrung voraus
iſt, zumal er nicht wie der Deutſche lange pauſiert hat, ſondern
die Zeit durch Kämpfe genützt hat. Nahezu 300 Kämpfe hat er
in ſeinem Rekord, und mit jedem dürfte Stribbling gelernt haben.
Schmeling baut wie immer auf ſeine Rechte und wird wie ſchon
früher die erfolgreiche Taktik der Defenſive einſchlagen. Sein
Kampfſtil iſt jetzt abgeſchliffen, Schwinger ſchlägt er nur noch in
den ſeltenſten Fällen und bevorzugt dafür kurze Haken, die, genau
geſchlagen, eine vernichtende Wirkung haben. Ueberſteht er die
erſten Runden gut, ſo iſt für ihn ſchon viel gewonnen, die größere
Ausdauer iſt zweifellos auf ſeiner Seite, und das iſt ein Faktor,
der ihm für einen Kampf über die volle Rundenzahl (15) ſehr
zu=
ſtatten kommt. Die letzten Trainingsmeldungen lauteten überaus
günſtig, und auch anerkannte amerikaniſche Fachleute und Boxer
ſprechen Schmeling die beſſeren Ausſichten zu. Trotzdem ſtehen
die Wetten noch immer 7:5 für Stribbling. Der Kampf wird
es beweiſen, ob Schmeling ſeinen Titel zu Recht trägt, und im
Siegesfalle hätte ſich der Deutſche glänzend rehabilitiert.
Berichtigung. In der geſtern veröffentlichten Siegerliſte im
Gewichtheben der Altersklaſſe iſt nicht Günther=Roßdorf 1.
Sie=
ger, ſondern Rühl=Darmſtadt 1895.
Adolf Schön (Wiesbaden) gewann auf der Breslauer Radrennbahn
das „Goldene Rad von Breslau” vor dem Belgier Thollembeck, den
Franzoſen Gay und Conſtant, Dederichs=Köln und Maronnier=Frankreich.
47. Odenwald=Gaukurnfeſt in Brensbach
Am Samstag und Sonntag ſteigt in Brensbach i. O. das 47.
Gauturnfeſt des Odenwald=Gaues. Brensbach wurde mit der
Aus=
richtung des Gauturnfeſtes für Männer und Frauen betraut, weil
der Turnverein Brensbach gleichzeitig auf ſein 25
jäh=
riges Beſtehen zurückblicken kann. Die Anmeldungen
zum Gauturnfeſt ſind bei Turnerinnen und Turnern ſehr zahlreich
eingelaufen, und der Kampf dürfte, da ſich in zahlreichen Gruppen
der Mehrkämpfe alte Rivalen neben jungen Kräften
gegenüber=
ſtehen, ſehr ſpannend und abwechſlungsreich verlaufen. Für das
Gauturnfeſt iſt folgende Einteilung vorgeſehen:
Am Feſtſamstag tagt zunächſt der Gau=Ausſchuß in der
„Poſt”. Abends 20 Uhr ſtellt ſich der Feſtzug auf der Straße nach
Reichelsheim auf und begibt ſich nach einem Umzug durch die
fahnengeſchmückten Straßen nach dem Feſtplatz, wo die Jubelfeier
des Turnvereins Brensbach und die Uebergabe des Feſtes an den
Gau erfolgt. Die Jubelfeier wird durch turneriſche und
muſika=
liſche Darbietungen verſchönt.
Am Feſtſonntag folgt um 5 Uhr das Wecken. Um 6 Uhr
treffen ſich die Kampfrichter und Riegenführer zur Beſprechung.
Nach der allgemeinen Morgenfeier um 7 Uhr beginnen
an=
ſchließend die Wettkämpfe für Turner, um 8 Uhr die
Wett=
bewerbe für Frauen. Der Feſtzug marſchiert, unterbrochen durch
das Gedenken an die Gefallenen, 13.30 Uhr nach dem Feſtplatz, wo
um 14.30 Uhr die Begrüßungsanſprachen und die
Fahnen=
weihe des Jubelvereins ſtattfinden. Die
Maſſenfrei=
übungen der geſamten Teilnehmer ſind auf 15 Uhr angeſetzt,
woran ſich ein Schauturnen und um 16 Uhr, das
Hand=
ball=Werbeſpiel zweier Auswahlmannſchaften anſchließt.
Vor dem Handballſpiel erfolgt noch die Siegerehrung.
Das Programm iſt reichhaltig und verſpricht für alle
An=
weſende freudiges Erleben. Daher auf zum 47. Gauturnfeſt des
Odenwald=Gaues!
Darmſtädter Turnerſchaft.
Die Schwimmer in Gernsheim. — Die Spieler in Pfungſtadt.
Am kommenden Sonntag findet in Gernsheim eine
Doppel=
veranſtaltung, das 7. Gau= und zugleich 5. Kreis=Stromſchwimmen,
ſtatt. Die Darmſtädter Turnerſchaft iſt hier mit einer ſehr
ſtatr=
lichen Zahl Schwimmerinnen und Schwimmern, insgeſamt 59
Teil=
nehmern, vertreten. Die einzelnen Vereine haben ihre Beſten
ge=
meldet, und zwar die Tgde. 1846 29 Teilnehmer, die Tgeſ. 1875
17 Teilnehmer, die Tgde. Beſſungen 1865 9 und die Reichsbahn
3 Teilnehmer. Im Vorjahre konnten die Darmſtädter einige
erſte Siege (Gaumeiſtertitel) mit nach Hauſe nehmen. und
wenn man die Namen der Gemeldeten in dieſem Jahre genau
betrachtet, ſo muß man zu der Ueberzeugung kommen, daß auch
dieſe Erfolge bei dem 7. Gauſtromſchwimmen möglich ſind. Der
Titel über die längſte Strecke, 7500 Meter, den Weiß, Tgeſ. 73.
zu verteidigen hat, wird wohl heiß umſtritten werden, denn in
Langjahr, Tgeſ, 75, iſt hier ein ernſter Anwärter für den erſten
Platz aufgetaucht, vielleicht ſogar für die Kreismeiſterſchaft. In
der Turnerinnenklaſſe Oberſtufe wird wohl die vorjährige
Sie=
gerin Gerhardt, Tgde. 46, vor ihrer Klubkameradin Kaſten
das Rennen entſcheiden. Die Jugend der Darmſtädter
Turner=
ſchaft iſt auch ſehr ſtark an den Wettkämpfen beteiligt, hier
dürf=
ten Schuſter, Treuſch (beide Tgeſ.) und Gerhardt (Tgde. 46) die
erſten Plätze belegen. Die Altersklaſſe der Turnerſchwimmer ſieht
gute Kräfte der Darmſtädter am Start. Man kann auch hier, wie
in den anderen Klaſſen der Turner und Turnerinnen, mit Siegen
rechnen.
In Pfungſtadt ſtehen am gleichen Sonntag die Fauſtball=
Mannſchaften der Tgde. Beſſungen, der Tgde. 1846 und der
Reichs=
bahn im Kampf um den Gaumeiſtertitel auf dem Spielfeld. Als
ſicherſter Anwärter dürfte hier die Tgde. Beſſungen in Frage
kommen, aber auch die anderen Darmſtädter Vereine haben ber
den Vorſpielen gute Erfolge gehabt.
Handball in der 2.T.
Da andere Uebungsgebiete, die nur im Sommer betrieben
werden können, zurzeit noch vorherrſchen, iſt es auf den
Handball=
feldern noch ſehr ruhig. Tv. Eberſtadt ſpielt am Samstag abeno
gegen die Darmſtädter Tam. 1846. Ebenfalls treffen ſich die
un=
teren Mannſchaften von Bensheim und Bickenbach. Als einzige
Begegnung von größerer Bedeutung am Sonntag iſt das Treffen
in Egelsbach gegen Eſchersheim. Von ſtärkſtem lokalem Intereſſe
iſt das Spiel Nieder=Ramſtadt gegen Ober=Ramſtadt. Da ſich beide
Vereinsleitungen über die Zugkraft ſolcher Spiele im klaren ſind,
iſt man befleißigt, die Note, die leider öfters in ſolchen Spielen
vorherrſcht, diesmal unbedingt auszuſchalten, da beabſichtigt iſt,
noch mehr ſolcher Spiele auszutragen. Crumſtadt erwartet
See=
heim. Ob mit oder ohne Spalt, diesmal werden die
Platzver=
hältniſſe beſtimmt entſcheiden, da Seeheim ganz andere Ausmaße
gewöhnt iſt. Ob Auerbach in Hahn etwas ausrichtet, bleibt
frag=
lich. Zum Schluß noch Groß=Geraus Zweite und Schüler gegen
Griesheim; Beſſungens Reſerve gegn Roßdorf und Erzhaugen
gegen Sprendlingens Zweite und Jugend.
Leichkathletik.
Klubkampf Rot=Weiß Darmſtadt — SV. Mörfelden.
Am kommenden Sonntag vormittags 9.30 Uhr, findet auf
dem Rot=Weiß=Platz in der Rheinallee ein Klubzehnkampf
zwi=
ſchen obigen Vereinen ſtatt. Es finden folgende Konkurrenzen
ſtatt: 100=Meter=, 800=Meter= 3000=Meter=Lauf 4X100 und
Schwedenſtaffel, Hoch= und Weitſprung. Diskus= Speerwerfen und
Kugelſtoßen. Da beide Vereine ihre ſtärkſten Mannſchaften
ſtel=
len, dürfte es in allen Konkurrenzen zu ſpannenden Kämpfen
kommen. Eintrittspreis enorm niedrig.
Wimbledon am Donnerskag.
Großer deutſcher Erfolg:
Cilly Auſſem und Hilde Krahwinkel in der Schlußrunde.
Der Donnerstag hat dem deutſchen Tennis bei den
Weltmeiſter=
ſchaftskämpfen in Wimbledon einen Erfolg gebracht, wie man ihn zu
Beginn der Spiele in der Vorwoche nicht zu erhoffen wagte: Zwei
deutſche Damen, Eilly Auſſem aus Köln und Hilde Krahwinkel aus
Eſſen, haben ſich für das Endſpiel im Damen=Einzel qualifiziert. Das
iſt ein wirklich ſchöner Erfolg, eine Leiſtung, die für das deutſche Tennis
werben wird.
Die Teilnehmer für die Schlußrunden in den Einzelſpielen ſtehen
jetzt alſo feſt. Es iſt der ſeltene Fall eingetreten, daß nur zwei Länder
an den Finals der Einzelſpiele beteiligt ſind: Deutſchland mit Cilly
Auſſem und Hilde Krahwinkel bei den Damen. Amerika mit Frank
Shields und Sidney Wood bei den Herren.
Das Intereſſe für die Spiele am Donnerstag war wieder
außer=
ordentlich. Ueber 20000 Menſchen waren um den Centre=Court
ver=
ſammelt, als die Deutſche Cilly Auſſem gegen die Franzöfin Mme.
Ma=
thieu zur Vorſchlußrunde antrat. Dabei war das Wetter recht trüb und
zeitweiſe gab es auch Regenſchauern. Die Rheinländerin war wieder in
beſter Verfaſſung; ſie gab zwar einen Satz an ihre Gegnerin ab,
domi=
nierte aber dafür mit ihrem einfallsreichen und ſchnellen Spiel in den
beiden anderen Sätzen um ſo ſtärker, und gewann ſchließlich 6:0 2:6 6:3.
Einen grandioſen Kampf gab es in der zweiten Vorſchlußrunde zwiſchen
Hilde Krahwinkel und der amerikaniſchen Nangliſten=Zweiten Helen
Ja=
kobs. Beſonders erbittert war der Kampf im erſten Satz, der mit 10:8
an die Deutſche ging. Als dieſe dann im zweiten Satz erſchöpft ſchien
und ſchnell mit 0:6 geſchlagen war, rechnete man mit einem Sieg der
Amerikanerin. Aber die Eſſenerin lieferte im dritten Satz wieder einen
großen Kampf und gewann ſchließlich unter lautem Beifall mit 10:88
0:6 6:4,
Im Gemiſchten Doppel haben ſich Betty Nuthall/Spence durch einen
leichten 6:2 6:2=Sieg über Feltham/Aoki für die Vorſchlußrunde
quali=
fiziert, wo ſie auf das engliſche Paar Ridleyz/Collins treffen, die Pitman=
Gregory 6:4 6:8 7:5 ſchlugen.
Bei der Tour de France gewann am Donnerstag der Italiener
Bat=
teſſini vor dem Franzoſen Le Calvez die dritte Etappe von Dinan nach
Breſt. Bereits auf den nächſten Plätzen folgten die Deutſchen Stöpel,
Metze und Altenburger. In der Spitzengruppe befanden ſich ferner noch
die Deutſchen Buſſe, Thierbach, Siegel und Sieronski.
Der Radländerkampf der Flieger Deutſchland—Frankreich in Köln
wurde von den Deutſchen mit 131:88 Punkten überlegen gewonnen.
Die Reichsoagn Meifterſchäften.
Das Programm für Darmſtadi.
Wir haben in unſeren Spezialvorſchauen bereits auf die
Be=
deutung und die ausſichtsreichſten Bewerber der Reichsbahn=
Bun=
desmeiſterſchaften, die am Samstag und Sonntag in Darmſtadt
zur Durchführung gelangen, hingewieſen. Wir geben nachſtehend
die Folge der Veranſtaltungen wieder
Samstag, 4. Juli: Hochſchulſtadion: ab 9 Uhr Beginn der
Vorkämpfe in der Leichtathletik; ab 15 Uhr Fortſetzung der
Vor=
kämpfe. Turnhalle am Woogsplatz: ab 9 Uhr Vorkämpfe der
Schwerathleten, Fortſetzung nachm. 14 Uhr. Turnhalle
Woogs=
platz: 20 Uhr Werbeabend mit den Schlußrunden der
Schwer=
athleten im Ringen.
Sonntag,
5. Juli: Hochſchulſtadion: 8 Uhr Bezirks=
Schwimmkämpfe: 9 Uhr Leichtathletik=Ausſcheidungskämpfe.
Turn=
halle Woogsplatz: 10 Uhr Entſcheidungskampf im Boxen; 11 Uhr
Mannſchaftsringkampf Polizei, SV. Darmſtadt gegen die neuen
Reichsbahn=Bundesmeiſter.
15 Uhr: Hochſchulſtadion: Einzug der geſamten Teilnehmer,
anſchließend die Entſcheidungen in der Leichtathletik,
Maſſenrhön=
radvorführung; 18 Uhr: Endſpiel um die Handballmeiſterſchaft
der Reichsbahn=Turn= und Sportvereine. Die Siegerehrung folgt
dann im großen Saal der „Krone‟.
Geſchäfkliches.
Doppelter Autoumſatz bei Wanderer. —
Wan=
derer überall ſiegreich. Der Abſatz der neuen Wanderer=
Modelle 6/30 PS und 10/50 PS iſt über alles Erwarten geſtiegen.
Vertrauen auf Wanderer=Qualität begründet die ſtarke Vorliebe
der Käufer für dieſen ſchönen, wirtſchatlichen und leiſtungsfähigen
deutſchen Wagen. So iſt es erklärlich, daß der Umſatz an
Wan=
derer=Wagen gegenüber dem Vorjahre um über 80 Prozent ſteigen
konnte, trotzdem der Geſamtumſatz der deutſchen
Automobil=
induſtrie infolge der wirtſchaftlichen Lage um faſt 35 Prozent
zurückging.
Die Ziehung der Eiſenacher Geldlotterie zum
Beſten des Thüringer Muſeums zu Eiſenach findet am 16. und
17. Juli ſtatt. Die Lotterie bietet eine ausſichtsreiche Gelegenheit,
für eine kleine Ausgabe einen großen oder geringeren
Geld=
gewinn zu erzieln, der fur eine Ferienreiſe hochwillkommen ſein
dürfte. Loſe koſten nur 1 Mark und ſind in den Verkaufsſtellen
zu haben, die in der Anzeige angegeben ſind. Die Hauptgewinne
ſind 10 000 und 2000 Mark. Alle Gewinne werden bar, ohne
jeden Abzug ausgezahlt.
Ueber müde und ſchmerzende Füße und ihr
Ein=
fluß auf das Allgemeinbefinden ſpricht am Montag, den 6 Juli,
in der Aula vom Realgymnaſium Darmſtadt, Kirchſtraße 2
pünktlich abends 8 Uhr, eine geprüfte Schweſter der
Supinator=
ſchule Frankfurt a. M. Bei der augenblicklichen Bedeutung dieſes
Themas iſt dieſer Vortrag jedem ſehr zu empfehlen. Näheres in
der heutigen Anzeige.
Die Gummiwerke Fromms Act in Berlin=Kövenick und in Berlin=
Friedrichshagen beſchäftigen ſich vorwiegend mit der Fabrikation der in
der ganzen Welt als vorzüglich bekannten und begehrten Spezialmarken
Fromms Act. Die Baulichkeiten dieſer Firma ſind die modernſten
Pro=
duktionsſtätten für nahtloſe Gummiwaren auf dem Kontinent.
Die
Gummiwerke Fromms Act bedecken, eine Bodenfläche von zirka 25 000
Quadratmeter. Allein das Terrain der Seitenlänge eines dieſer Werke
beträgt 250 Meter. Alle brauchbaren Fortſchritte der Technik, der
Wiſſen=
ſchaft und der Hygiene wurden in den Dienſt des Unternehmens geſtellt,
um mit den vorhandenen vollkommen neuen Maſchinen und
muſter=
gültigen Einrichtungen bzw. Betriebsanlagen immer in der erſten Reihe
zu ſtehen.
Gute Wäſche billig waſchen!
Iſt es nicht der Wunſch jeder Hausfrau, all” ihre guten Sachen
ſchonend und zugleich billig zu waſchen? Lux Seifenflocken der Sunlicht
Geſellſchaft erfüllen dieſen Wunſch! Sie ſind reine, milde Seife und
eignen ſich gerade für alle gute Wäſche, wie Strümpfe Handſchuhe, feine
Herren= und Damenwäſche, Gardinen, Pullover, Schals und zarte
Baby=
ſachen.
Aus Bädern und Kurorten.
Der beliebte Ratgeber für
Erholungs=
ſuchende und Ferienreiſende im Arbeitsgebiet der
Arbeitsgemeinſchaft zur Hebung und Förderung des
Fremdenver=
kehrs in Speſſart Untermaintal und main. Odenwald iſt in
neuer Auflage ſoeben erſchienen. Alle Kurorte, Bäder,
Sommer=
friſchen in den verſchiedenen Höhenlagen mit ihren
Sehenswür=
digkeiten, landſchaftlichen und örtlichen Eigenheiten, ſind hierin
erſchöpfend behandelt.
die Wahl eines Erholungsaufenthaltes
wird durch die überſichtliche Darſtellung der bevorzugten
Wald=
gebiete des Speſſarts, der lieblichen Täler und Städte im
Main=
tal und Odenwald weſentlich erleichtert. Ausführliches
Werbe=
material, ſowie alle Anfragen über Aufenthalt und Wanderung
erledigt gern die Geſchäftsſtelle der vorgenannten
Arbeitsgemein=
ſchaft.
Rundfunk=Brogrgmme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 3. Juli.
7.30: Bad Neuenahr: Frühkonzert.
16.30: Konzert.
17.50: Wirtſchaftsmeldungen.
18.15: Stunde des Buches: Franz Kafkas Nachlaß.
18.30: Die Poſtausweiskarte und andere Ausweiſe für die Reiſezeit,
18.45: Mannheim: Aerztevortrag: Ueber Lebensmittelvergiftungen,
19.10: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Oberreg.=Rat Kümmerlen: Neuerungen auf dem Gebiet der
Sozialfürſorge ſeit 1928: Die dritte Notverordnung.
19.45: Ein Rundgang durch Schloß Salem (das ehemalige
Ziſterzien=
ſer=Kloſter); Ausführende: Markgraf B. v. Baden, Pfarrer Dr.
Ginter, E. Brugger.
20.30: Neue Muſik der Nationen; Ausf.: Philharm. Orch. Stuttgart;
Soliſtin: Lydia Hoffmann=Behrendt (Klavier).
21.30: Jim, Jack. John und Mary oder Liebe und Gemeinheit
ſiegen nach Punkten, von W. Meiſl.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Köln: Tanzmuſik der Kapelle Harry Head.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 3. Juli.
15.00: Prof. Dr. Gerda Simons: Die ſoziale Verantwortung d. Frau.
16.00: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.00: Stud. Dir. Waterſtradt: Rundfunk und moderner
Sprachun=
terricht in der Kleinſtad:
17.30: Stud.=Rat Thiel: Die Natur als Vorbild der Technik.
18.00: Georg Peters: Die volkswirtſchaftliche Bedeutung der
Teich=
wirtſchaft.
18.30: W. Wauer: Das Erlebmis am Kunſtwerk: „Moſes” von
Michel Angelo.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: Prof. Lederer: Proletariat und Bürgertum.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Abendkonzert des Orcheſters des Weſtbeutſchen Rundfunks, P
Eggert (Klavier) — Intermezo: Uraufführung: „Beate‟ Hörſpiel
von P. Dick; Muſik von H. Ebert.
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſcht.: Eden=Hotel: Tanzmuſik der Kapelle Oscar Jooſt.
Wekterberichl.
Ausſichten für Freitag, den 3. Juli: Uebergang zu mehr wolkigem
Wetter mit Gewitterneigung oder einzelnen Niederſchlägen,
warm.
Ausſichten für Samstag, den 4. Juli: Nach Gewitterſtörungen mit
leichter Abkühlung teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter.
Hauptſchriftleitung. Rudolt Maupe
Veranwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſſiche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart
Tageeſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert
Neite=
ſär, den Inſeraienteil und geſchäftiche Mittelungen: Willy Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtad”
Für unverlangte Mannſkrivte wird Garantie der Rückiendung nich: übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 182
Baute
Freitag, den 3. Juli
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni 1931 hat ſich
in der Ultimowoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in
Wech=
ſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 520.9 Mill. auf
3110.3 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an
Handelswechſeln und Schecks um 228.9 Mill. auf 2578.7 Mill. RM.
und die Lombardbeſtände um 218,5 Mill. auf 355.2 Mill. RM.
zugenommen. Die Reichsſchatzwechſel, bei denen am Ende der
Vorwoche keine Beſtände vorhanden waren, werden mit 73,6 Mill.
RM. ausgewieſen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
616.3 Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der
Umlauf an Reichsbanknoten um 568.7 Mill. auf 4294.7 Mill. RM.,
derjenige an Rentenbankſcheinen um 47.6 Mill. auf 426.3 Mill.
RM. erhöht. Unter Berückſichtigung, daß in der Berichtswoche
Rentenbankſcheine in Höhe von 0.2 Mill. RM. getilgt worden
ſind, haben ſich die Beſtände der Reichsbank an
Rentenbank=
ſcheinen auf 1.4 Mill. RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen
mit 397.9 Mill. RM. eine Abnahme um 35.1 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 216.9 Mill. auf 1720.7 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben
die Goldbeſtände um 9.9 Mill. auf 1421.1 Mill. RM. und die
Be=
ſtände an deckungsfähigen Deviſen um 207.0 Mill. auf 299.,6 Mill.
RM. zugenommen. Die Steigerung des Beſtandes an
deckungs=
fähigen Deviſen hängt mit der Inanſpruchnahme eines Teiles des
ausländiſchen Rediskontkredits zuſammen. Als Deckung dieſes
Kredits wurde aus dem Wechſelbeſtande ein Poſten in Höhe von
318,6 Mill. RM. abgezweigt und unter den ſonſtigen Aktiven
ver=
bucht. Die eingegangenen Verbindlichkeiten in ausländiſcher
Wäh=
rung erſcheinen in gleicher Höhe unter den ſonſtigen Aktiven.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
beträgt 40.1 Prozent, gegen 40.4 Prozent in der Vorwoche.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Staatshilfe für den Erzbergbau an Lahn, Dill und Sieg. Nach
den bei Beſprechungen in Berlin in den letzten Tagen gegebenen
Zuſiche=
rungen iſt die Auffaſſung berechtigt, daß die ſtaatlichen Hilfsmaßnahmen
für den Erzbergbau im Lahn=Dill=Gebiet und im Siegerland unter den
gleichen Vorausſetzungen, wie ſie für das zweite Viertel dieſes Jahres
genehmigt waren, für weitere ſechs Monate gewährt werden. Die
Zu=
ſicherungen fußen auf der Feſtſtellung, daß die an die Hilfsmaßnahmen
geknüpften Erwartungen ſich in vollem Umfange erfüllt haben, indem
der Schrumpfungsprozeß im Erzbergbau an Sieg, Lahn und Dill
auf=
gehalten und die weitere Verminderung der Grubenbelegſchaft vermieden
werden konnte. Die endgültige Entſcheidung ſteht noch aus.
Mayer u. Schmidt, Schleifmaſchinen= und Schmirgelwerke
A.=G., Offenbach a. M. Die GlV. genehmigte den Abſchluß 1930.
der nach 152027 RM. Abſchreibungen einſchließlich 8363 RM.
Vortrag einen vorzutragenden Reingewinn von 14 939 RM.
er=
gibt. Das A.=K. von 3 Mill. RM. bleibt alſo wieder ohne
Divi=
dende. An Stelle von Dr. Hans Seeger, der ſein Amt als A.=R.=
Mitglied niederlegte, wurden Frau Helene Seeger und R.=A. Dr.
Ernſt Boeſebeck in Frankfurt a. M. in den A.=R. gewählt.
Weinverſteigerung in Steeg. Die erſte Vereinigung Steeger
Weingutsbeſitzer hielt in Steeg eine gut beſuchte
Weinverſteige=
rung ab. Im allgmeinen entwickelte ſich der Verkauf nur
ſchlep=
pend. Zum Ausgbot ſtanden zwei Halbſtücke 1929er und 39 Halb=
und 4 Viertelſtucke 1930er Rieslingweine aus Bacharacher und
Steeger Weinberggemarkungen. Für die 1929er Weine wurden
je Halbſtück 310—410 Mark bezahlt. 14 Halbſtücke und ein
Viertel=
ſtück 1930er Weine gingen zurück. Der Erlös der Verſteigerung
ſtellt ſich auf rund 10 000 Mark.
Pfalzwerke A. G., Ludwigshafen. Der Geſchäftsbericht für 1930 teilt
mit, daß der Stromverbrauch, verglichen mit dem Vorjahr, einen
Rück=
gang erfahren hat, der auch im laufenden Geſchäftsjahr anhält. An dem
Rückgang ſind in der Hauptſache die Induſtrie und unmittelbar durch
dieſe die größeren Städte beteiligt. Dagegen hat der Stromabſatz an
die Haushaltungen eine Zunahme erfahren. Am 31. 12. 1930 waren 25
Städte und 605 Gemeinden mit insgeſamt 876 440 Einwohnern an die
Werke angeſchloſſen. Auf die Kapitalerhöhung vom September 1929 von
1 Million RM. wurden weitere 30 Prozent einbezahlt; es ſtehen noch
45 Prozent aus. Von dem ausgewieſenen Bruttoerträgnis von 9,61
Mill. RM. beanſpruchten General= und Betriebsunkoſten 7,56 (alles in
Mill. RM.), Abſchreibungen zur Erneuerungsrücklage 1,33, ſo daß ein
Neingewinn von 716 781 (763 474) RM. verbleibt. Davon ſollen zunächſt
5 Prozent der geſetzlichen Rücklage zugeführt werden, aus dem
verblei=
benden Reſt eine von 8 auf 7 Prozent ermäßigte Dividende verteilt
wer=
den. Zum Vortrag verbleiben 15 942 RM. — In der Bilanz erſcheint
das A.K. von 9 auf 10 Mill. RM. erhöht. Die Erneuerungsrücklage
iſt angewachſen auf 17,33. Die Anleihen verminderten ſich von 7,13 auf
7,10; Bankkredite und Darlehen betragen 6,38. Zur Abdeckung
kurzfri=
ſtiger Verpflichtungen und zur Deckung des Geldbedarfs der
Geſellſchaf=
ten, an denen die Pfalzwerke A. G. beteiligt iſt, ſoll der auf den 11. Juli
einberufenen G.V. vorgeſchlagen werden, das A.K. um 5 Mill. RM. zu
erhöhen.
Meigllniskierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 2. Juli ſtellten ſich für
je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 85.75 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung
und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium. 98 99proz, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM.. Antimon Regulus 51—53 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogr. fein) 40.50—42.50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 2. Juli ſtellten ſich für
Kupfer: Juli 73 (74), Auguſt 74 (74.75), Sept. 75 (75.50),
Okt. und Nov. 75.50 (76.50), Dez. 75.75 (75.75), Jan. 76 (76.25),
Febr. 76.25 (76.75), März 76.50 (77), April 76.75 (77.25), Mai 77
(77.25), Juni 77 (77). Tendenz: feſt. — Für Ble:: Juli bis
Nov. 26 (27), Dez. u. Jan. 26.75 (27.25), Febr. 26.75 (27.50). März
26.50 (27.50), April 26.25 (27.25), Mai und Juli 26.25 (27.50)
Tendenz: feſt.
Für Zink: Juli 25.75 (26.75), Auguſt 26 (27
Sept. 26.25 (28), Okt. 27 (27.25), Nov. 27.25 (28). Dez. 27.75
c28.25), Jan. 28 (20), Febr. 28.50 (29.50), März 28.75 (29.75),
April 29 (30), Mai 29.25 (29.25), Juni 29.50 ((29.75). Tendenz.
befeſtigt. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Mannheimer Produktenbericht vom 2. Juli. Es wurden bezahlt für
100 Kilo netto: Weizen, inländiſcher 29,50—30; desgl. zollbegünſtigter
31,25—32,50; Roggen, ausländiſcher 24,00; Hafer, inländiſcher 19,25—
21,25; Futtergerſte 20—20,75; Sohaſchrot 12,50—12,75; Biertreber 9,50
bis 10,50; Trockenſchnitzel 6,50: Wieſenheu, loſes 4,80—5,20;
Luzerne=
kleeheu 5—5,60; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,30—3,50; desgl.
Hafer=Gerſte 2,80—3; Stroh, geb. Roggen=Weizen 2,70—2,90, desgl.
Hafer=Gerſte 2,40—2,60; Weizenmehl, Spezial Null, mit Sack, Juli—
Auguſt 39,50—40,25, desgl. Sept.—Oktober 37—37,50; Roggenmehl, mit
Sack, 60proz. 33—34; Weizenkleie, fein 10—10,25. Tendenz: ruhig.
Berliner Produktenbericht vom 2. Juli. Bei ſchleppendem
Ge=
ſchäft zeigte die Produktenbörſe heute wieder ein recht ſchwaches
Ausſehen. Angeſichts der weiter vorzüglichen
Witterungsverhält=
ſiſſe, die eine frühe Ernte erwarten laſſen, und infolge des
ſchlep=
penden Mehlabſatzes waren die Käufer mit Anſchaffungen ſehr
vorſichtig; andererſeits tritt das Angebot von Altweizen und
Brotgetreide neuer Ernte ſtärker in Erſcheinung und die
Ver=
käufer ſind auch zu Preiskonzeſſionen bereit. Das Preisniveau
gehalten. Am Lieferungsmarkte kam eine Notiz für Juliweizen
zunächſt nicht zuſtande, da infolge von Befürchtungen bezüglich
erneuter Andienungen Danziger Weizens Käufer fehlten. Die
ſpäteren Sichten und Roggen ſetzten 2—3 Mark niedriger ein.
Weizenmehl liegt bei ſchleppendem Geſchäft matt, von
Roggen=
mehl werden auch nur die verbilligten Sorten umgeſetzt. Für
Hafer lauten die Gebote 3—4 Mark niedriger, ohne daß ſich auf
dieſem Preisniveau Geſchäft entwickeln kann. Von neuer
Winter=
gerſte liegen nunmehr vrſchiedentlich ſehr gute Muſter vor; das
Geſchäf= bleibt bei weiter nachgebenden Preiſen ſchleppend.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Juli.
Die abermalige Verſchleppung der Pariſer Verhandlungen
drückte auch der heutigen Börſe den Stempel zur Schwächeneigung
auf obwohl man aligemein mit einer baldigen Löſung nach
ir=
gendeiner Seite rechnet. Die Spekulation bekundete daher ſtarkſte
Zurückhaltung, da man die weitere Entwickelung abwartet. Einen
etwas ungünſtigen Eindruck machten die verſchiedenen
Wirtſchafts=
berichte der Großbanken und der Handelskammerbericht für den
Monat Juni, nach denen noch keine Beſſerung der Wirtſchafts=
und Finanzlage zu verzeichnen ſei. Die Befürchtung einer
ver=
chärften Kreditreſtriktion der Reichsbank im Zuſammenhang mit
den erheblichen Abflüſſen von Gold und Deviſen blieben
natur=
gemäß ebenfalls nicht ohne Eindruck. Da Orders von
Publikums=
ſeite ſo gut wie nicht eingetroffen waren, wurde das geringe
Ge=
ſchäft in der Kuliſſe abgewickelt. Einige Stütze boten die
freund=
licheren Meldungen von den geſtrigen Auslandsbörſen, beſonders
vom New Yorker Platz. Gegen die geſtrige Abendbörſe ergaben
ſich überwiegend kleine Kursrückgänge. Am Anleihemarkt ergaben
ſich keine weſentlichen Kursveränderungen, ebenſo am Markte der
feſtverzinslichen Werte. Reichsſchuldbuchforderungen zogen etwa
0,75 Prozent an.
Da das im Verlaufe herauskommende Material glatte
Auf=
nahme fand, zeigte ſich regere Nachfrage der Kuliſſe, die eine
Be=
feſtigung zur Folge hatte. Bei lebhafter Umſatztätigkeit konnten
ſich die Kurſe gegen den Anfang überwiegend bis zu 2 beſſern.
Mon motivierte dieſe Aufwärtsbewegung auch mit einer gewiſſen
Erleichterung am Deviſenmarkt. Später erfuhr das Geſchäft eine
beträchtliche Einengung und die vorher erzielten Gewinne gingen
meiſt wiederum verloren. Gegen Schluß trat erneut eine
Er=
holung ein, die Stimmung blieb nach wie vor unſicher. Am
Geld=
markt blieb Tagesgeld mit 8 Prozent weiter ſtark geſucht. Am
Deviſenmarkt notierten Maxk gegen Dollar 4,2140, gegen London
20.49½, London—New York 4,8640, Paris 124,23. Mailand 92,92,
Madrid mit 51,25 ſchwächer, Schweiz 25,11½, Holland 12,09½.
Die Abendbörſe war gegenüber den Schlußkurſen durchweg
1 Prozent freundlicher in Erwartung, daß die Pariſer Verhandlungen
doch noch zu einem Ergebnis führen. Naturgemäß war das Geſchäft ſehr
klein, da die Spekulation immerhin zurückhielt. Die Zuſpitzung während
den Nachmittagsbeſprechungen waren noch nicht bekannt. J.G. Farben
ſchwankten zwiſchen 137,75—137. Von ſonſtigen Kurſen ſind zu nennen:
Deutſche 101, Danat 107, Dresdener 101, Commerzbank 101,25, Gelſen
kirchen 72, Mannesmann 62, Rheinſtahl 79,5 Stahlverein 47, Hapag 49,5
Nordd. Lloyd 51,75, AEG. 96,25, Siemens 160, Schuckert 123,5,
Lah=
meher 110, Scheideanſtalt 126, Aku 83,5.
Berlin, 2. Juli.
Während geſtern abend und heute vormittag eine etwas
freundlichere Stimmung herrſchte, wurde die Tendenz kurz vor
Eröffnung der Börſe wieder unſicher und eher etwas ſchwächer.
Die erſten Notierungen lagen dann nicht ganz einheitlich bei
Ver=
änderungen bis zu 2 Prozent nach beiden Seiten gegenüber dem
geſtrigen Schluß. Eine Verſtimmung ging von der nochmaligen
Verſchiebung der Pariſer Beſprechungen aus, doch fand das
ame=
rikaniſche Memorandum großes Intereſſe und ließ die Hoffnung
auf eine Einigung in Paris wieder etwas wachſen. Immerhin
lag aus der Wirtſchaft wieder eine Anzahl wenig günſtiger
Nach=
richten vor; das Anſteigen der Konkursziffern, das anhaltend
un=
befriedigende Röhrengeſchäft, der ergebnisloſe Abbruch der New
Yorker Kupferkonferenz und der Rückgang der Metallpreiſe waren
ſolche Momente. Bei ſehr ruhigem Geſchäft wurde die
heraus=
kommende Ware glatt aufgenommen. Die Schwierigkeiten der
Banque de Genéve wirkten ſich kaum aus. Stärker gedrückt waren
auch heute wieder Schubert u. Salzer, die nach anfänglicher
Minus=Minus=Notiz 6,5 Prozent ſchwächer einſetzten. Außerdem
waren Mitteldeutſche Stahlwerke Salzdetfurth und Deutſcher
Eiſenhandel bis zu 3 Prozent rückgängig. Andererſeits konnten
Rütgerswerke, Deſſauer Gas und Allgemeine Lokalbahn bis zu
2,5 Prozent anziehen. Chade gewannen ſogar 5 Mark.
Im Verlaufe war die Tendenz bei kleinen Schwankungen
freundlicher. Die Hauptpapiere zogen ſpäter bis zu 4 Prozent
über Anfang an, nur Schubert u. Salzer gingen erneut um 2,5
Prozent zurück. Auf feſtere Auslandsmeldungen ſchritt die
Speku=
lation zu Deckungen, zumal man die amerikaniſch=franzöſiſchen
Verhandlungen zuverſichtlicher beurteilt. Anleihen freundlicher.
unerſtaniche kaveingchricten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 56½, Sept. 57.75. Dez. 62½: Mais:
Juli 59.25. Sept. 56½, Dez. 50½; Hafer: Juli 27.75. Sept.
28½, Dez. 31.75; Roggen: Juli 36½, Sept. 39. Dez. 433
Schweine: leichte 7.20—7.40, ſchwere 5.60—6.60:
Schweine=
zufuhren: Chicago 14 000, im Weſten 50 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 2. Juli:
Schmalz: Prima Weſtern 8.80: Talg, extra, loſe 338.
Getreide. Mais, loko New York 7.25; Mehl, ſpring wheat
clears 3.95—4.45; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: ſtetig: Umſätze: 174; Lokonotiz: 5½;
Juli 5.64, Sept. 5.86, Okt. 5.94, Dez. 6.10, Jan. 6.19, März 6.34,
Mai 6.45.
Darmſtädter Viehmarkt vom 2. Juli. Aufgetrieben waren:
7 Ochſen, 106 Kälber, 2 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für
Käl=
ber: a) 51—55, b) 46—50, c) 40—45 Pfg. pro Pfund. —
Markt=
verlauf: geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 2. Juli. Auftrieb-Zufuhren:
Kälber 39. Schafe 34, Schweine 49, Ferkel und Läufer 728. Die
Preiſe für 50 Kg. Lebendgewicht in RM.: Kälber: b) 50—56,
c) 46—50, d) 40—44. Preiſe pro ein Stück in RM.: Ferkel bis
vier Wochen 6—10, Ferkel über vier Wochen 11—14, Läufer 16
bis 19.
Marktverlauf: Mit Kälbern ruhig, mit Ferkel und
Laufer mittel.
Frankfurter Viehmarkt vom 2. Juli. Aufgetrieben waren: Seit dem
letzten Markt 95 Rinder, ferner 828 Külber, 90 Schafe und 813 Schweine.
Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 51—56, c) 45—
50, d) 36—44; Schafe a) 1. 42—46, b) 36—41; Schweine b) 41—44, c)
und d) 42—45, e) 40—44. Marktverlauf: Bei allen Viehgattungen
ruhig, ausverkauft. — Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. 70—76,
desgl. 2. 60—70; Bullenfleiſch 66—70; Kuhfleiſch 2. 50—60, desgl. 3. 35
bis 40; Kalbfleiſch 1. und 2. 70—90; Schweinefleiſch 1. 58—64. Ge
ſchäftsgang ruhig. Zugeführt waren: 565 Viertel Ninder, 113 Kälber,
3 Schafe und 522 halbe Schweine.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Geſamtumlauf an Schuldverſchreibungen (einſchließlich
Sachwertanleihen) erhöhte ſich nach der Statiſtik der
Bodenkredit=
inſtitute bis zum 31. Mai 1931 bei einem Reinzugang von nur
35 (im Vormonat 119) Millionen RM. auf 12 587 (12 547) Mill.
RM. Der Hauptanteil des Zuganges entfällt wieder auf den
7prozentigen Typ. Auch der Auslandsabſatz war wieder minimal.
Die miteinander verbundenen Firmen, Deutſche Nähmaſchinen=
Vertriebs=A.=G. in Düſſeldorf und in Hannover, berufen jetzt
Generalverſammlungen ein, die über die Herabſetzung der
Grund=
kapitalien im Verhältnis von 8:5 auf je 500 000 RM. beſchließen
ollen. Ferner wird beantragt, das Kapital der Düſſeldorfer
Ge=
ſellſchaft wieder um 500 000 RM. auf 1 Mill. RM. zu erhöhen,
um die Hannoverſche Firma auf dem Fuſionswege zu übernehmen.
In der G.=V. der Weſtdeutſchen Bleifarbenwerke Dr. Kalkow
A.=G. wurde beſchloſſen, den im Geſchäftsjahr 1930 erzielten
Ge=
winn von 25 930 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. Dem
A.=R. wurde Direktor Fritz Cahn=Frankfurt a. M. (Tellus A.=G.)
zugewählt.
Die L. Caſſella u. Co. G. m. b. H., Frankfurt a. M., kündigt
die noch nicht ausgeloſten, auf insgeſamt 635 900 RM.
aufgewer=
teten Teilſchuldverſchreibungen der Anleihe von 1904 zur
Rück=
zahlung am 31. Dezember 1931. Die Einlöſung erfolgt zu den
Auf=
wertungsbeträgen von 250 bzw. 150 RM. pro Stück.
Die Bank von Frankreich hat in der Berichtswoche vom 19.
bis 26. Juni — was äußergewöhnlich iſt — eine Verminderung
ihres Goldbeſtandes um 100 Millionen Franken auf 66,4
Milliar=
den zu verzeichnen. — Die Börſe war geſtern feſt. In
Finanz=
kreiſen iſt man über die Ausſichten der franzöſiſch=amerikaniſchen
Verhandlungen optimiſtiſch geſtimmt.
Der Pariſer Großunternehmer Felix Audouin, der mehrere
Baugeſellſchaften kontrollierte, iſt, wie „Journal” berichtet, nach
Hinterlaſſung eines Paſſivums von 150 Millionen und falſcher
Wechſel über 25 Millionen Franken geflüchtet. Der Bankrott
dieſes Unternehmens dürfte ſich ſehr ſtark auswirken.
Berliner Kursbericht
vom 2. Juli 1931
Oeviſenmarkt
vom 2. Juli 1931
Verl Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
tordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Vergmann Eleitr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Meie
107.—
100.—
100.—
49.875
80.—
O. ad
96.—
46.—
0.25
88.3o
38.125
100.25
126.50
68.375
Clektr. Lieferung 108.50
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Thil. Holzmann
Kali Aſcherkleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr. .
Maſch.=Bau=Untn.
Nordb. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
136.75
72.75
112.—
62.50
54.-
78.—
124.—
Kö
35—
8.50
—
54.-
40.50
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetſurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb..Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
r
Hirſch Kupfe
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Wanderer=Werke
119.25
A.R75
204.50
877.2
103.-
45.75
131. —
59.—
19.25
39.50
35.50
29.—
31.-
50.50
Helſingfor=
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stcckholm
Londen
Bucnos=Aires
New Yorf
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengk
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
E=Stg.
Pap. Peſo
Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs
Geld
10.593
9.18
2.47:
3.42
3.c47
169.33
12.69
12.70
112.86
20.474
1.332
1.2
58.66
22.04
6.47!
Brief.
10.613
9.3
12.493
3.5
3.053
169.6.
2 91
*2)
3.08
20.51
4.
58.78
22.08
16.515
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Mio deJaneiro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Urugnay
Jsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
72 100 eſtl. Kr. 112.04 2e 1100 Lats 81.09 C1.25
Frankfurter Kursbericht vom 2. Juli 1931.
720 Dtſch. Reichsan
5½%Intern.,
Baden .......
Bayhern ......"
...."
2 Heſſen v. 2
v. 29
69 Preuß. Staat
8% Sachſen ....."
....
7% Thüringen. ...
Otſche. Anl.
Nuslo=
ungsſch. 4:/.Ab=
1öfungsanl.
Dtſche. Anl.
jungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge
bietsanleihe ...."
8% Aachen v. 29
80 Baden=Baden.
Berlin .......
3% Darmſtadt v. 2
2
v. 28
6 Drechen.. M
Frankfurt a
v. 26
d.
Mainz...."
2 Mannheim v. 26
6‟
v. 271
Nünchen ...."
8% Nürnberg. . . . .
8% Wiesbaden
5% Heſſ. Landesbk.
75
Golboblig
4½% Heſſ Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4¾% „Kom.=Obl.
8% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
79
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95.5
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97.25
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100
96
96
80 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
7% Kaſſeler Land.
redRt Goldpfbr..
88 Naſſ. Landesbl.
39
4½% „Liqu. Lbl
Dt. Komm.
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mel=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer.
Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubefitz)..
Berl. Gyp.Bk.
4½%nLiqu.=Pfbt.
8% Frrf. Hyp.=Bt.
2%0 Lig. Pfbr.
Pfbr.=B1.
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Lig. Pfbr.
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4½% „Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
Lig. Pfbr.
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3% Lig.Pfbr.,
Rhein.=Weſtf..=Credit. . . .
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank ...."
4½% „ Lia. Bfbr.
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Buderus Eiſen..."
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Chem. Werke Albert
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rdöI ....."
Gold=n.
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52
Otavz Winen
Knte
0
[ ← ][ ][ → ]Nummer 182
Freitag, den 3. Juli 1931.
Seite 15
OPt
Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Domintk
16)
(Nachdruck verboten.)
Copyright by Ernſt Keils Nachf.. (Aug. Scherl), G.m.b.H., Berlin.
Es dauerte geraume Zeit, ehe in dem neuen, verkleinerten
Laboratorium Fortuyns alles ins Lot kam. Abgeſehen von
Tilly, die emſig an ihrem neuen Platz arbeitete, ſtanden die
anderen in Gruppen herum und beſprachen die Neuordnung der
Dinge.
„Hat übrigens ſchon jemand Doktor Moran geſehen?” fragte
einer.
„Ich!” rief Rudolf Wendt. „Als ich vorhin an
Kampen=
donks Zimmer vorbeiging, ſah ich ihn und bald darauf auch
Fortuyn dort herauskommen
„Nun, wie ſieht er aus.”
„Aeußerlich jedenfalls tipptopp. Neueſte Mode. Eleganter,
ſchlanker Herr ... muß ſagen: ſieht
Hier fuhr Tilly ihm in die Parade: „Sieht beſſer aus als
Doktor Fortuyn, das wollten Sie wohl ſagen, nicht wahr?
Haben Sie ihm denn auch angeſehen, ob er was kann?”
„Ob er was kann?” ſagte Rudi und machte ein wenig
geiſt=
reiches Geſichts. „Darauf habe ich ihn mir nicht angeſehen.”
Alle lachten. „Na ja, Rudi” ſagte Tilly und ſetzte ſich
wie=
der an ihre Arbeit, „Sie können ſo bleiben!“
„Tillychen, Sie werden wieder mal anzüglich! rief Rudi
lachend. „Na, einerlei! Bügelfalte hin, Bügelfalte her — daß
es darauf nicht ankommt, teuerſte Tilly, das weiß ich. Und ich
hoffe mit Ihnen, daß wir das Rennen machen!“
„Wir? — Doktor Fortuyn!” klang es von Tillys Platz.
„Jawohl: Doktor Fortuyn!” äffte Rudi ihr nach. „Wenn
ich beim Skat in der Brenne ſitze, wechſle ich den Stuhl. Gutes
Mittel, Tillychen! Kann es Ihnen ſehr empfehlen. Oder
ſpie=
len Sie keinen Skat?
Von Tillys Platz klang es herüber wie „Affe!”, doch Rudi
fuhr unbeirrt fort: „Nun haben wir ſogar das ganze Lokal
gewechſelt. Da müßte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn
wir nicht das Rennen machten . . . Pardon, Tillychen: nicht wir,
ſondern Doktor Fortuyn!“ —
Das Wort kam Tilly wieder ins Ohr, als ſie kurz vor
Dienſtſchluß ein Verſuchsergebnis beobachtete. Da war ſie, die
langeſuchte, die hundertfach vergeblich erſtrebte Reaktion! Als
könne ſie es nicht glauben, wiederholte ſie das Experiment noch
einmal, ohne darauf zu achten, daß die Kollegen das Labor
ver=
ließen; wie angeſchmiedet hockte ſie an ihrem Tiſch. Endlich!
Da kam die Reaktion wieder — genau ſo exakt. Tilly ſah nach
der Uhr und erſchrak: zwei Stunden hatte ſie hier allein
ge=
ſeſſen! Ob Fortuyn noch da war? Wie würde er ſich freuen!
Sie griff nach ihren Aufzeichnungen und der Reagenzröhre,
eilte nach Fortuyns Zimmer.
„Herein!” Fortuyn ſaß mit dem Rücken zur Tür, ſchaute
ſinnend durchs Fenſter.
„Herr Doktor!”
„Oh, Sie ſind’s, Fräulein Tilly? Welch ſpäter Beſuch!
Waren Sie ſo fleißig?”
„Jawohl, Herr Fortuyn. Ich ...
Die Worte kamen ſo ſtockend, daß Fortuyn ſie verwundert
anfah. „Was iſt denn nur, Fräulein —?
„Ich — ich kann’s kaum ſagen — vor Freude: die Reaktion
C 16b iſt gelungen! Ich hab’ ſie!”
„Das wäre!” Fortuyn war aufgeſprungen, legte ihr beide
Hände auf die Schultern, ſah ihr in die Augen. „Ich ſagte
Ihnen ja, daß ich dieſer Verſuchsreihe beſondere Bedeutung
beilegte. Aber ich hab” Ihnen verſchwiegen, daß von dem
Ge=
lingen ein gut Teil unſeres erfolgreichen Weiterarbeitens
ab=
hängt. Ich möchte Sie gleich ins Labor begleiten, um Zeuge
Ihres Triumphs zu ſein.”
Dort prüfte Fortuyn ſorgfältig Tillys gelungene Reaktion.
„Gratuliere, Fräulein Gerland! Und allerherzlichſten Dank für
Ihre erfolgreiche Mitarbeit! Doch nun Schluß!‟ Er zog die
Uhr. „Sie haben ja Ihre Tiſchzeit längſt verſäumt.‟ Er
machte eine korrekte Verbeugung vor ſeiner Aſſiſtentin. „Darf
ich mir die Ehre geben, Sie zu einem kleinen Siegesmahl
ein=
zuladen?”
Tillys. Herz ſchlug hoch hinauf. Mit ihm zuſammen
ſoupieren . . . Gipfel der Seligkeit! —
Nach dem Mahl ſaßen ſie noch lange zuſammen. Fortuyn
bat Tilly, doch ſofort am nächſten Tag eine genaue Darſtellung
dieſer neuen Reaktion ſchriftlich niederzulegen, denn übermorgen
werde er mit Profeſſor Bauer aus Aachen zuſammenkommen.
„Auch der wartet ſchon längſt ſehnſüchtig auf dieſen Erfolg—
und ich kann ihm Ihr Expoſé dann gleich mitgeben.”
„Hm!” Tilly ſchüttelte den Kopf und ſchaute nachdenklich in
ihr Weinglas. „Bäuer iſt leider mit echt profeſſoraler
Zerſtreut=
heit geſegnet. Sie legen doch unbedingt Wert darauf, daß die
genauen Zahlen vorläufig geheimbleiben? Am beſten vielleicht,
Herr Fortuyn, ließe es ſich ſo machen . .. Und ſie flüſterte
ihm etwas ins Ohr.
„Blendende Idee, Tilly! Ja — ſo machen wir’s!”
Es war ein glücklicher Abend für Tilly, und noch lange
haftete die Erinnerung daran in ihrem Herzen. — —
Profeſſor Bauer ſaß im D=Zug Berlin-Paris. Entwarf
in Gedanken eine neue Publikation über Fortuyns
Elektro=
ſyntheſe unter Benutzung der wichtigen Fortſchritte, die Fräulein
Dr. Gerland in einer glücklichen Stunde gelungen waren. Für
kurze Zeit wurde er durch das Erſcheinen einer jungen Dame
geſtört, die in Köln zuſtieg. Selbſt die alten Augen des
Pro=
feſſors konnten nicht umhin, mit Wohlgefallen den Eindruck
dieſer jugendfriſchen Erſcheinung in ſich aufzunehmen. Doch
als die Kupeegenoſſin eine Zeitung entfaltete, kehrten ſeine
Gedanken wieder zu dem alten Problem zurück. Aber auf der
Weiterfahrt zwang ihn ein natürliches Muß, ſeine gelehrten
Ideengänge noch einmal zu unterbrechen und das Abteil zu
verlaſſen.
Kaum war er hinaus, als die junge Dame aufſtand und
ihren Koffer anhob, der neben dem des Mitreiſenden im Netz
lag und ihm ſonderbarerweiſe ſo ähnlich war wie ein Ei dem
anderen. Auch den des Profeſſors hob ſie an. Beide Koffer
waren ungefähr gleich ſchwer. Mit ein paar ſchnellen Griffen
vertauſchte ſie ſie auf ihren Plätzen und ſaß längſt wieder in
ihre Zeitung vertieft, als Bauer zurückkam.
Der Zug rollte in den Bahnhof von Aachen ein. Der
Profeſſor ergriff den Koffer über ſeinem Platz und verließ
mit kurzem Gruß das Abteil.
Kaum war er außer Sicht, ſo ſtieg auch die Dame aus.
„Hotel Imperial!” rief ſie dem Gepäckträger zu.
Im Hotelzimmer dann öffnete ſie, nicht ohne Mühe, den
fremden Koffer. Wenige Minuten ſpäter hatte ſie Tillys
Protokoll auf der photographiſchen Platte, und das Original
lag wieder an ſeiner alten Stelle.
Die Dame läutete Alarm nach dem Geſchäftsführer,
über=
ſchüttete ihn mit einem Schwall von Worten. „Mein Koffer
iſt vertauſcht! Ein Herr war mit mir im Abteil — vielleicht
mit einem ähnlichen Koffer . . . Hat wohl meinen ſtatt ſeinen
mitgenommen . . . Nachforſchungen anſtellen —
Zeitungsauf=
ruf — ich muß meine Sachen unbedingt wiederhaben!“
Der Geſchäftsführer verſprach, alles in Bewegung zu ſetzen.
Er hoffe jedoch, daß jener Mitreiſende die Verwechſlung
in=
zwiſchen auch bemerkt habe und ſich wahrſcheinlich früher oder
ſpäter an die Bahnhofsverwaltung wenden werde. Dergleichen
käme ja öfters vor. „Ich werde den Koffer hier vorläufig in
Verwahrung nehmen und gleich jemand zum Bahnhof
ſchicken.” —
(Fortſetzung folgt.)
Endlich allein:
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Boxen
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5. Juli 1931, in den
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Mn ane Thehierftennve.
Die Entſcheidung in der Intendantenfrage hat
den theaterfreundlichen Kreiſen unſerer Stadt
die erhoffte Beruhigung nicht gebracht. Das
iſt bedauerlich, kann aber dadurch nicht gebeſſert
werden, daß nun durch im Publikum umgehende
Gerüchte, allerlei düſtere Prophezeiungen und
mehr oder weniger begründete Behauptungen
der Streit verlängert und die Gegenſätze
ver=
ſchärft werden. Was vor der Wahl noch
ver=
ſtändlich war und dem Einzelnen als berechtigte
Wahrung ſeines Standpunktes zugeſtanden
werden durtte, iſt heute ſinnlos und nur noch
verderblich. Der neue Intendant iſt gewählt.
Das iſt eine Tatjache und ſie ſchließt ein, daß
ſeine Perſon von unſerem Theater nicht mehr
zu trennen iſt. Wer alſo ſoviel Sinn für
Ge=
rechtigkeit nicht aufbringt, dem neuen Leiter
die Bahn zur Leiſtung freizugeben und mit
ſeinem Urteil bis zu dieſer Leiſiung
zurückzu=
halten, der ſoll wenigſiens wiſſen, daß er mit
der Fortführung des Streits und der Vertiefung
der Gegenſätze nicht ſo ſehr den Intendanten,
als das Theater trifft. Wem es wirklich um die
Kunſt geht, der muß ſich nun auch die
emp=
fohlene Zurückhaltung auferlegen. Die Stunde,
da es um die Perſon des neuen Intendanten
zu ſtreiten galt, iſt vorbei; heute gilt es, um
das Theater einig zu ſein. Dazu rufen wir
unſere Mitglieder und alle wahren
Theater=
freunde herzlich und dringend auf. (10097
Porſiand und Ausſchuß des
Vereins der Freunde des Heſſ. Landestheaters.
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Mahnung.
Bei Meidung der Beitreibung und
Koſtenberechnung ſind bis zum 11. Juli
1931 an die unterzeichnete Kaſſe zu zahlen,
die endgültigen Gemeinde=, Kreis= und
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Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuer
für 1931, das 1. Ziel der
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