Gnzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Oie Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mſt * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten mr mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfg.
in Reſchemart
Neſchemart. Aſe Pre
1 Dollar — 4.20 Mark).
im Falle heheret
Hewalt,
vie Krieg, Aufruhr, Strelk.
erliſcht
ede Verpflichtung auf Erfäl
Unzelgen=
ng der
aufträge und Teiſtung
Schadenerſat
Konhurs oder gerichtlicht
Beſteibung fc.
ſeder
Rabatt weg. Ba
mſtonto Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Nalonalban.
Reichskanzler und Außenminiſter in London
Aufkakk zur Reparakionsreviſion. — Denkſchland will mit den Engländern ein offenes Work reden.
Es gehl um Deukſchlands und Europas Lebensfragen. — Franzöſiſches Störungsfener.
Freundſchaftlicher Empfang
bei Macdonald und Henderſon.
London, 5. Juni.
Bei leicht bewölktem Himmel und kühler Witterung traf
der Hapagdampfer „Hamburg” mit dem Reichskanzler Dr.
Brü=
ning und dem Reichsaußenminiſter Dr. Curtius an Bord heute
vormittag auf der Rede von Cowes ein. In Begleitung der
bei=
den Miniſter befanden ſich Oberregierungsrat Planck und
Lega=
tionsrat Baron Pleſſen. Der deutſche Botſchafter Freiherr
von Neurath begab ſich an Bord der „Hamburg”, wo er die
deut=
ſchen Miniſter begrüßte. Reichskanzler Dr. Brüning,
Reichs=
außenminiſter Dr. Curtius, der deutſche Botſchafter und die
Be=
gleitung fuhren hierauf an Bord des von der britiſchen
Admira=
lität zur Verfügung geſtellten Zerſtörers „Wincheſter”, nach
Southampton. Dort wurde den deutſchen Gäſten ein offizieller
Empfang durch die Stadtbehörden bereitet.
Zahlreiche Berichterſtatter hatten ſich von London nach
Southampton begeben, um die Ankunft der von der engliſchen
Oeffentlichkeit mit großer Spannung erwarteten deutſchen
Mini=
ſter zu beſchreiben. In einer Unterredung mit dem
Sonderbericht=
erſtatter des Reuter=Büros erklärte Reichskanzler Dr. Brüning:
„Mit großem Vergnügen ſind Herr Dr. Curtius und ich nach
England gekommen auf Herrn Macdonalds ſehr freundliche
Ein=
ladung, mit ihm das Wochenende in Chequers zu verbringen, und
ich kann Ihnen verſichern, daß wir herzlich die Gelegenheit
begrü=
ßen, die für uns eine freimütige Erörterung mit Herrn
Mac=
donald und mit Herrn Henderſon bieten wird. Wir ſind nicht mit
Dokumenten und mit einem endgültigen Programm gekommen.
Unſere Abſicht iſt, uns freundſchaftlich über alle Fragen
auszu=
ſprechen, die von gemeinſamem Intereſſe für unſeve beiden
Län=
der ſind. Sie in England wiſſen ebenſo gut wie wir, daß
Europa heuke Problemen von rieſengroßer
Schwierigkeik und vikaler Bedeukung für uns alle
gegenüberſtehl.
Ich brauche kaum zu ſagen, daß das Hauptthema unſerer
Beſpre=
chungen zweifellos die wirtſchaftliche Kriſis ſein wird, unter der
die Welt leidet, und das Problem der Abrüſtung. Ich bin ſicher,
daß die Löſung dieſer Fragen am beſten durch einen offenen
Mei=
nungsaustauſch gefördert werden kann.”
Von Southampton fuhren hierauf die deutſchen Miniſter mit
dem deutſchen Botſchafter und ihrer Begleitung nach London. Zu
dem Empfang der deutſchen Miniſter um 6 Uhr auf der Waterloo=
Station hatten ſich neben einer großen Menſchenmenge der
eng=
liſche Miniſterpräſident Macdonald, der Außenminiſter
Hen=
derſon, der Unterſtaatsſekretär Wanſittart, der bekannte
libe=
rale Führer und Mitglied der Deutſch=Engliſchen Geſellſchaft
Hut=
chinſon, ſowie das geſamte Perſonal der deutſchen Botſchaft
ein=
gefunden. Die engliſchen Miniſter begrüßten die Gäſte aufs
freundlichſte.
Reichskanzler Dr. Brüning
und Reichsaußenminiſter Dr. Curkius
empfingen um 18 Uhr die Vertreter der deutſchen und
öſterreichi=
ſchen, dann der engliſchen und ausländiſchen Preſſe in London.
Der Reichskanzler führte hierbei aus: Der Zweck unſerer Reiſe iſt,
eine offene, menſchliche Unterhaltung zu haben über verſchiedene
Probleme, die augenblicklich uns alle bedrängen, vor allem auch
die wirtſchaftliche Lage der Welt und die gewaltige Kriſe, die
namentlich beſonders ſtark auf Deutſchland laſtet. Wir werden
die Lage Deutſchlands ſo darſtellen, wie wir ſie ſehen, mit allen
Schwierigkeiten, die wir hatten, um den Etat in Ordnung zu
bringen, der jetzt durch eine neue Notverordnung gedeckt werden
ſoll, allerdings unter unerhörten Opfern und Schwierigkeiten. Das
iſt das zweite Mal innerhalb eines Jahres und das
vierte Mal in 14 Monaten, daß wir gezwungen ſind, neue
Steuern und neue Abſtriche zu machen.
Die Verordnung des Herrn Reichspräſidenten wird in einigen
Tagen veröffentlicht werden. Wir müſſen den Zeitpunkt möglichſt
ſchnell herbeiführen, damit wir für die nächſten neun Monate
Mittel verfügbar haben.
Für das Haushaltsjahr 1932 ſeien die Ausſichten noch
weſent=
lich ungünſtiger, da ſich dann erſt die Rückwirkungen der
Wirt=
ſchaftskriſe in vollem Umfange bemerkbar machen würden. Sehr
große Sorge bereiteten die Beanſpruchungen durch die
Sozialver=
ſicherung, die ſich ſchneller als erwartet bemerkbar gemacht hätten.
Es beſtünden auch noch andere Schwierigkeiten. Die Mieten für die
großen Wohnungen würden nicht mehr gezahlt, ſo daß auch dieſe
Einnahmequelle zuſammenſchrumpfen werde. Aber immerhin habe
die Reichsregierung jetzt ein klares Bild der Finanzlage des
Reiches und der Gemeinden.
Der Reichskanzler trat weiter ganz energiſch den Gerüchten
entgegen, die zurzeit hinſichtlich der deutſchen Anleihen im
Um=
lauf ſeien. Es ſei völlig
ſelbſtverſtändlich, daß die Zinſen für die Anleihen und die
ſonſtigen in Zuſammenhang damit übernommenen
Verpflich=
tungen innegehalten
würden. Die Anleihen ſeien reichlich geſichert. Die Lage der
Wirt=
ſchaft in Deutſchland ſei noch immer ſo, daß ſie ihre Verpflichtungen
auf private Anleihen innehalten könne.
Dr. Brüning kam dann auf die Reparationsfrage zu ſprechen
und teilte mit, daß er dieſes Problem auf jeden Fall in Chequers
zur Erörterung4 bringen werde. ExtwerdasdieſesFrage sſo der=
ſtellen, wie ſie ſich der deutſchen Regierung zeige. Die
Reichs=
regierung habe dieſes Problem eingehend unterſucht und ſei ſich
darüber klar geworden, irgendwelche Beſchlüſſe hätte ſie jedoch noch
nicht gefaßt. Er gebe ſich der Hoffnung hin, bei den engliſchen
Mi=
niſtern Klarheit über die deutſche Leiſtungsfähigkeit zu ſchaffen,
welt, ſo hoffe er, werde die großen Bemühungen und die Opfer,
die das deutſche Volk gebracht habe, richtig würdigen.
Deutſchland habe alle Anſtrengungen gemacht, um die
Ver=
pflichtungen, die ſich aus dem Youngplan ergeben hätten, zu
erfüllen.
Nach dem Reichskanzler richtete Dr. Curtius noch einige Worte
an die Preſſe, die er um ihre Unterſtützung bat. Irgendwelche
nicht. Fragen wurden von den Preſſevertretern nicht geſtellt. Bei
dem heutigen Abendeſſen im Foreign Office, an dem ſämtliche
Miniſter, Parteiführer und führende Perſönlichkeiten aus Politik,
Wirtſchaft und Induſtrie teilnahmen, wurden keine politiſchen
Reden gehalten. Gaſtgeber ſowohl wie Gäſte beſchränkten ſich
lediglich auf die üblichen Trinkſprüche auf den engliſchen
König und Reichspräſident v. Hindenburg.
Finanzielle Daumenſchrauben.
Die Taktik der Franzoſen.
In den jüngſten Tagen hat ſich die Lage am Deviſenmarkt
zu=
geſpitzt. Während die Reichsbank in ihrem letzten Bericht noch von
verhältnismäßig geringen Abziehungen des Auslandes berichtet,
iſt darin plötzlich eine Aenderung eingetreten, ſo daß die
Gold=
vorräte der Reichsbank in Paris in Höhe von 70 Millionen in
ganz kurzer Zeit verbraucht ſind und in den nächſten Tagen durch
neue Goldtransporte ergänzt werden müſſen. Das läßt ſich zum
Teil aus dem Zuſammenbruch der Oeſterreichiſchen Kreditanſtalt
und des dadurch geweckten Mißtrauens des Auslandes erklären.
Nach früheren Erfahrungen liegt aber die Vermutung zu nahe,
daß ſich hier — neben der Steuerflucht vor der neuen
Notverord=
nung — wieder die franzöſiſche Politik auswirkt, die uns
un=
mittelbar vor Chequers einen kleinen Wink geben und uns an die
Abhängigkeit unſeres Geldmarktes vom franzöſiſchen Franken
er=
innern will. Genau, wie wir das bei den Pariſer Verhandlungen
erleben mußten. Leider iſt unſere Rüſtung gegen ſolche Ueberfälle
vom finanzpolitiſchen Gebiet her auch heute noch nicht beſonders
ſtark. Wir ſtehen immer noch vor der Tatſache, daß wir mindeſtens
6 Milliarden kurzfriſtige Kredite im Lande haben, die, auch wenn
ſie über Stockholm oder Amſterdam gehen, zum Teil aus
franzöſi=
ſchen Quellen ſtammen. Wir wiſſen alſo, daß die Franzoſen uns
Schwierigkeiten bereiten. Aber wenn wir dieſe Möglichkeit nicht
entſchloſſen in Kauf nehmen, werden wir niemals imſtande ſein.
uns aus der finanizellen Verſtrickung zu befreien, ſelbſt auf die
Gefahr hin, daß dadurch ernſte Schwierigkeiten auf unſerem
Kredit=
markt entſtehen, eine Gefahr, die weder von der Reichsregierung
noch vom Reichsbankpräſidenten irgendwie unterſchätzt wird.
Ein Appell des „Daily Herald” an Amerika.
London, 5. Juni.
Der „Daily Herald” bringt einen Artikel über den Zweck des
Beſuches von Chequers, der anſcheinend darauf abzielt, die
Mit=
arbeit der Vereinigten Staaten in der Reparations= und
Schul=
der Arbeiterpartei, ernſtlich, ihren Gläubigern mitzuteilen, daß ſie
gezwungen ſein würden, alle Zahlungen, und zwar ſowohl der
Re=
parationen, wie auch der Zinſen auf alle ausländiſchen Anleihen
einſtellen zu müſſen, wenn Deutſchland nicht dauernd von der
Zah=
lung eines großen Teiles der Reparationslaſt befreit würde.
Dar=
aus ergebe ſich die Notwendigkeit, daß alle Banken und
Regierun=
gen, ſowie auch die Vereinigten Staaten eine Zuſammenarbeit
verſuchen wollten, um die Lage zu retten. Mellon und Hoover
widerſetzten ſich wegen des Fehlbetrages im amerikaniſchen
Staats=
haushalt und wegen der kommenden Wahlen einer Reviſion. Man
müſſe fragen, ob die Beſorgniſſe über die Einſtellung der
deut=
ſchen Zahlungen und die ſich daraus ergebende neue finanzielle
Kriſe ihren Sinn ändern, oder ob ſie die deutſche Haltung
ledig=
lich als einen Bluff anſprechen würden. In dieſem Augenblick
müſſe kühl überlegt und weiſe entſchieden werden. Die anderen
Gläubigermächte müßten zur Mitarbeit herangezogen werden.
Man müſſe einen Fühler ausſtrecken, ob eine Beteiligung
Ameri=
kas bei einer gemeinſamen Reviſion der Reparations= und
Schul=
denzahlungen möglich ſei. Es ſei viel zu tun, aber die
Haupt=
ſache ſei, daß man einer gefährlichen Lage offen und mutig ins
Angeſicht ſchaue, ehe man die Kontrolle über ſie verliere.
Falſchmeldung!
* Berlin, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
Die Beſprechungen von Chequers haben dazu geführt, daß
ſehr viel Falſches über die deutſchen Abſichten in die Welt
hinausgeht. Dazu kommt, daß namentlich von franzöſiſcher
Seite Tendenzmeldungen lanziert worden ſind. An Berliner
Stelle wird die Behauptung des „Daily Herald”, daß
Deutſch=
land die Abſicht habe die Zahlungen auf Neparationskonto
und auch die Zinszahlungen für die ausländiſchen Anleihen
einzuſtellen, wenn es nicht von einem großen Teil der
Reparations=
laſt befreit würde, mit aller Entſchiedenheit dahin
richtig=
geſtellt, daß man es hier mit einer ausgeſprochenen
Falſch=
meldung zu tun habe. Selbſt wenn Deutſchland die
Reparationszahlungen einſtellen müſſe, woran
vorläufig nicht gedacht werde, würde der private
Schulden=
dienſt davonwollkommenzunber ährt bleiben.
* Die Zuſammenkunft von Chequers.
Der „Beginn einer neuen Aera”?
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 5. Juni.
Die während dieſes Wochenendes bevorſtehende
Zuſammen=
kunft von Chequers iſt diesſeits und jenſeits des Kanals bereits
im voraus von manchen „der Beginn einer neuen,
beſſeren Aera in der europäiſchen Politik”;
ge=
nannt worden. Ob dieſe Bezeichnung für einen Beſuch, von
dem andererſeits wiederum betont wird, daß er nur „rein
geſellſchaftlicher Natur” wäre und daß von ihm „kein konkretes
Ergebnis, höchſtens nur eine Verſtändigung” über gewiſſe
ſoweit ſie im Rahmen der Beſprechungen möglich ſei. Die Außen= Probleme der europäiſchen Politik zu erwarten ſei, berechtigt iſt
oder nicht, das wird ſicherſt erweiſen, wenn die Begegnung
vor=
über und ihr Reſultat bekannt geworden iſt. Feſt ſteht zunächſt
nur eine Tatſache, die nämlich, daß die Zuſammenkunft von
Chequers in einem Augenblick höchſter internationaler
Span=
nung, einer ſeit Kriegsende kaum mehr gekannten wirtſchaftlichen
Kriſe Europas ſtattfindet. Und eine Konferenz von der Art
der Zuſammenkunft von Chequers, bei der zugegebenermaßen
politiſchen Aeußerungen machte der Reichsaußenminiſter dabei Probleme von größter politiſcher und wirtſchaftlicher
Bedeu=
tung erörtert werden ſollen, könnte bei einigem guten Willen,
in der Tat ſehr bedeutſame Ergebniſſe zeitigen und beſſere
Aus=
blicke für die nächſte Zukunft Deutſchlanos und Europas
er=
öffnen. Wird ſie es tun?
Der Umſtand, mit dem die in Chequers beratenden
Staats=
männer in erſter Linie zu rechnen haben werden, iſt die
über=
aus kritiſche Zuſpitzung der wirtſchaftlichen
und ſozialen Lage in Deutſchland. Was zur Zeit
in Deutſchland vor ſich geht, das weiß man in England noch
lange nicht zur Genüge. Man kennt die wichtigſten Tatſachen,
die nackten Zahlen: ein Defizit im Reichsetat von nahezu zwei
Milliarden Mark, ein Heer von über vier Millionen
Erwerbs=
loſer, zu all dem — das Muß der Aufbringung von über 1600
Millionen Mark jährlicher Tributzahlungen. Das weiß man in
England. Doch niemand in England oder nur ſehr wenige
haben eine entfernte Ahnung von jener großen, entſetzlichen
Tragödie des geſamten deutſchen Volkes, die ſich hinter dieſen
wenigen trockenen Zahlen birgt. Daß in Deutſchland heute
un=
gezählte Menſchen bereits ſeit Jahren von Gehältern und
Löh=
nen leben, die man in England als tief unter dem
beſcheiden=
ſten Exiſtenzminimum ſtehend betrachten würde; daß ganze, einſt
vermögende Bevölkerungsſchichten zur Zeit völlig proletariſiert
ſind und ein förmliches Hungerdaſein führen; daß Millionen
und Abermillionen Deutſcher überhaupt nicht mehr wiſſen, was
ſie tun ſollen und, von heller Verzweiflung getrieben, ſich den
extremſten politiſchen Parteien in die Arme werfen; daß die
nächſten Wahlen in Deutſchland ſehr leicht ſo ausfallen könnten,
daß ſie die Unterlage für einen Bürgerkrieg ergeben könnten;
all dieſes und überhaupt das ganze menſchliche Leid und Elend
des heutigen Deutſchland iſt den Engländern, denen es inmitten
der gegenwärtigen Weltkriſe noch einigermaßen leidlich geht, ſo
gut wie völlig unbekannt und wird von ihnen kaum oder nur
in letzter Linie in Betracht gezogen.
Erſte Aufgabe der deutſchen Miniſter, wenn ſie nächſten
Samstag mit ihren Kollegen in Chequers zuſammenkommen,
wird es daher ſein, dieſen mit möglichſter Eindringlichkeit die
gegenwärtige ſchwere Not in Deutſchland zu ſchildern. Sie
werden vor allem erklären, daß für Deutſchland die Pflicht,
die enorme Laſt der jährlichen
Tributzahlun=
gen aufzubringen (zur Zeit etwa 1600 Millionen Mark, ſpäter
aber bis zu 2350 Mill. Mark pro Jahr) ſchon in einer
abſeh=
baren Zukunft zur völligen Unmöglichkeit werden wird. Es
muß dringend etwas Weſentliches zur Erleichterung dieſer kaum
mehr ertragbaren Verpflichtungen erfolgen. Bisher hat
Deutſch=
land alles getan, was in ſeinen Kräften lag, um den Kampf
mit der Schwere der Lage allein durchzuführen. Die ſoeben
ausgearbeitete Notverordnung iſt ein neuer Beweis deſſen, wie
Deutſchland, um das Unmögliche möglich zu machen, ſelbſt die
denfrage zu gewinnen. Die Deutſchen erwögen, glaubt das Blatt größten Opfer auf ſich zu nehmen bereit iſt. Doch dieſes iſt
jetzt wirklich die alleräußerſte Kraftanſtrengung. Vor allem
aber: werden all dieſe Opfer helfen? Iſt eine Erleichterung der
Lage überhaupt möglich bei dem gegenwärtigen Stand der
Tributzahlungen, der Haupturſache der zunehmenden Blutleere
des deutſchen Wirtſchaftskörpers? Die Antwort hierauf iſt ein
klares „Nein” und die in wirtſchaftlichen Dingen erfahrenen
Engländer wiſſen es beſſer, als ſonſt jemand, daß es in der
Tat ſo iſt und werden ſich der Berechtigung der deutſchen
Forderungen ſchwerlich verſchließen können.
Die Möglichkeit eines Moratoriums iſt von
den Schöpfern des Youngplanes ſelbſt vorgeſehen worden,
in=
dem ſie in bezug auf den „ungeſchützten” Teil der Zahlungen
(der etwa zwei Drittel der Geſamtſumme darſtellt) in aller
Ein=
deutigkeit feſtſetzen, daß „der aufſchiebbare Teil der Zahlungen
dazu beſtimmt iſt, einer Lage Rechnung zu tragen, die in einer
Zeit beſonderen wirtſchaftlichen Notſtandes entſtehen könnte . . ."
Eine ſolche „Zeit beſonderen wirtſchaftlichen Notſtandes” iſt nun
in dieſem Augenblick ohne jeden Zweifel gegeben. Doch nicht
nur das — ſie iſt viel ſchlimmer, als man dieſes 1929 je hatte
vorausſehen können. Die beiden Maßnahmen, die der
Young=
plan vorſieht — zuerſt eine Einſtellung des Transfers der
be=
dingten Zahlungen und ſpäter eine faktiſche Einſtellung der
Zahlungen ſelbſt — ſind beide zuſammen nur auf die Dauer
von maximum 2 Jahren vorgeſehen. Danach müſſen die
geſtun=
deten Annuitäten im dritten Jahr nachgezahlt werden.
Deutſch=
land hätte dann eine doppelte Laſt zu tragen, und ein ſolches
Moratorium, ebenſo wie die vorgeſchlagene 2 Milliarden
An=
leihe, wären daher beides nur Palliativmittel, die kaum mehr
ernſtlich in Betracht kommen können. Eine wirkliche Sanierung
würden ſie keineswegs ergeben. Was Deutſchland braucht iſt
eine viel weſentlichere Abhilfe ſeiner Not, eine regelrechte
Re=
viſion des Youngplanes ſelbſt. England iſt auf ſolch
ein Verlangen von deutſcher Seite durchaus vorbereitet. Doch
England allein kann dieſe Erleichterung nicht bewilligen.
Eng=
land kann aber, wenn es ſich einmal von der Berechtigung der
deutſchen Forderungen überzeugt hat, bei einer vorausſichtlich
ſchon in nächſter Zukunft einzuberufenden, neuen
Reparations=
konferenz, ſich zum Anwalt der deutſchen Sache machen. Und
berhaltensdie deutſchen zMiniſter in Cheguers eine Zuſicherung
Seite 20
Samstag, den 6. Juni 1931
Nummer 155
etwa dieſes Sinnes, ſo wäre hiermit ſchon mehr erreicht, als
man im Moment ſchlechterdings erwarten könnte.
Die beiden anderen Fragen, die gleichfalls im
Zuſammen=
hang mit dem England=Beſuch der deutſchen Miniſter erwähnt
werden, ſind der Plan der deutſch=öſterreichiſchen
Zollunion und das Problem der Abrüſtung. Ueber den
Plan der Zollunion iſt in den letzten Wochen in England die
Anſicht aufgekommen, daß über dieſen, da er nun dem Haager
Gerichtshof zum Gutachten vorgelegt ſei, bis auf weiteres nicht
mehr viel zu ſagen wäre. Dieſe Auffaſſung dürfte eine etwas
zu bequeme ſein. Der Zollunionplan, das ſollte England nicht
vergeſſen, war ebenfalls als eine jener Maßnahmen gedacht,
von deren raſcher Verwirklichung Deutſchland ſich eine ſofortige
Erleichterung ſeiner Notlage verſprach. Er iſt daher für
Deutſch=
land, nach wie vor eine durchaus dringliche Angelegenheit. Aber
auch ſonſt iſt der Plan heute ebenſo ein der Löſung harrendes
Problem, wie er es vor drei Wochen geweſen iſt. Handelt es
ſich doch hierbei ganz allgemein um das Recht Deutſchlands
und Oeſterreichs, ſelbſt jene Art von Zuſammenarbeit und
engeren Zuſamenſchluſſes zu beſtimmen, die ihnen erforderlich
und wünſchenswert erſcheint. Dieſer „engere Zuſammenſchluß
beider Länder iſt über kurz oder lang unvermeidlich. Das wird
in England, im Gegenſatz von Frankreich, in vollem Maße
an=
erkannt. Doch der Weg zum Unvermeidlichen, ſagen die
be=
ſonnenen Engländer, kann durch freundſchaftliche Verſtändigung
weſentlich glatter und ungefährlicher gemacht werden. Und
Macdonald und Henderſon werden ſich in ihren Unterhaltungen
mit den deutſchen Reichsminiſtern ſicherlich bemühen, dieſen
fried=
lichen Weg zur Verwirklichung des Zollunionplanes zu weiſen
und das Ihrige zur Ebnung dieſes Weges beizutragen.
Die enge Verknüpfung des Reparationsproblems und der
Abrüſtungsfrage iſt offenſichtlich: eine Erleichterung der
deutſchen Tributzahlungen iſt ohne eines entſprechenden
Arrange=
ments zwiſchen England/Frankreich einerſeits und den
Vereinig=
ten Staaten andrerſeits überhaupt kaum denkbar; letzteres wird
ich aber zu Zugeſtändniſſen in der Frage der Kriegsſchulden
nur dann herbeilaſſen, wenn die europäiſchen Mächte und vor
allem Frankreich entſprechende Zugeſtändniſſe in der
Abrüſtungs=
frage zu machen bereit wären; die meiſten temporären
Erleich=
terungen in den internationalen Schuldverpflichtungen, ſagen die
Amerikaner, würden ihren Zweck (Sanierung der
Weltwirt=
ſchaft) verfehlen, wenn nicht parallel mit ihnen das europäiſche
Wirtſchaftsſyſtem durch draſtiſche Kürzungen in den
Rüſtungs=
ausgaben auf eine geſundere Baſis geſtellt wird. Es iſt eine
oonditio sine gua non jeder wirklichen Reviſion des
Kriegs=
ſchuldenproblems in internationalem Maßſtabe. In der
Er=
füllung dieſer conditio iſt indeſſen Englano aus finanziellen
Gründen ebenſo intereſſiert wie Deutſchland. Der Labour=
Regierung iſt es mit der Abrüſtung ohne Zweifel ernſt. Die
deutſchen Miniſter werden daher in der Abrüſtungsfrage bei
ihren britiſchen Kollegen ſicher auf ein weitgehendes
Verſtänd=
nis ſtoßen und ſich wit ihnen hierüber leicht verſtändigen
können.
Und letzten Endes — das Problem
Sowjetruß=
land, das überall, wo ſich heutzutage verantwortliche Miniſter
europäiſcher Staaten treffen, mit Recht kaum mit Schweigen
übergangen und ſicher auch in Chequers nicht ignoriert werden
wird. England hat Kenntnis von den Gefahren, die
Deutſch=
land vom Oſten drohen. Gleichzeitig aber hat England
Ver=
trauen in die deutſche Vernunft und in die Solidität des
deut=
ſchen Staatsbaus. Doch mit der fortſchreitenden Verſchlimmerung
der Dinge erhalten nicht nur die Nationalſozialiſten, ſondern
auch die Kommuniſten von überall mächtig Zuzug. Gleichzeitig
verdoppelt Moskau ſeine unterirdiſche Wühlarbeit. So ſtarke
Kräfte der Zerſtörung, können mit der Zeit auch den feſteſten
Staatsbau untergraben. England weiß das ſehr wohl, und
erſt vor wenigen Wochen hat Macdonald, von der
bolſchewiſti=
ſchen Gefahr in Europa ſprechend, geſagt: „Deutſchland iſt der
ruſſiſchen Gefahr näher, der Moskauer Propaganda
unmittel=
bar ausgeſetzt, als ſonſt ein Staat Europas; es hat von Moskau
bereits viel mehr, als ſonſt jemand, gelitten, nicht nur in
Wor=
ten, ſondern auch in Taten; und ſollte es zu irgendeiner Art
von Unruhen und aufrühreriſchen Bewegungen kommen, ſo
würde Deutſchland viel früher, als Großbritannien oder irgend
eines ſeiner Teile vom großen Orkan der Revolution erfaßt
werden ." Aber Macdonalds Kenntnis der wahren Lage in
Deutſchland iſt trotzdem noch lange nicht erſchöpfend genug. Und
Brüning (der bekanntlich die engliſche Sprache vollkommen
beherrſcht) wird der deutſchen und der europäiſchen Sache einen
großen Dienſt erweiſen, wenn er ſeinem Kollegen Macdonald
noch einigen weiteren Aufſchluß über Deutſchlands Erfahrungen
mit den kommuniſtiſchen Mächten der Zerſtörung vermitteln
würde.
Ueberhaupt dürfte die perſönliche Fühlungnahme
zwiſchen Macdonald und Dr. Brüning, die ſich ja
noch garnicht kennen, den Kern der Zuſammenkunft von
Che=
quers bilden. Henderſon und Curtius haben ſich wiederholt in
Genf getroffen und geſprochen. Doch Maedonald und Brüning
Vom Tage.
Der Haager Gerichtshof wird vorausſichtlich ſein Gutachten
über die deutſch=öſterreichiſche Zollunion im Laufe des
Monats Auguſt verkünden.
Zum öſterreichiſchen Vertreter für die Behandlung der
Zollunions=
rage vor dem Internationalen Schiedsgericht im Haag iſt
Univerſitäts=
profeſſor Dr. Erich Kaufmann in Bonn beſtellt worden, der bereits
wiederholt mit Erfolg vor dem Haager Schiedsgerichtshof plädiert hat.
Die belgiſche Regterung iſt, wie folgt, gebildet:
Mintſter=
präſidentſchaft und Inneres Renkin; Auswärtiges: Hymans; Juſtiz:
Cocg; Finanzen: Houtart; Induſtrie, Arbeit und ſoziale Fürſorge:
Heyman: Kolonien: Crockgert; öffentliche Arbeiten: van Aenegem;
Poſt und Telegraph: Bovefſe; Krieg: Dens: Unterricht: Petitjean;
Landwirtſchaft: van Dievoet; Verkehr: van Jſacher.
Kapellmeiſter Toscanini iſt auf Befehl Mufſolinis der
Aus=
landspaß zurückgegeben worden, ſo daß feine Teilnahme an den
Feſtſpielen in Bayreuth geſichert iſt, wo er den Parzival neu
enieren und auch die Aufführung des „Tannhäuſer” dirigieren wird.
inſ
— Die Bewachung des Patrizier=Hauſes, in dem Toscanini wohnt,
vurde jetzt von zehn auf einen Polizeikommifſar vermindert, nebſt zwei
Carabinieri in Galauniform, wie ſie auch vor den Staatsgebäuden in
Italien zur Verhinderung von Attentaten Wache ſtehen.
Am Fronleichnamstage ſind in Italien die ſeit Jahrhunderten
beſonders auf dem Lande und in den ſtrenggläubigen Landesteilen, wie
Sizilien, durchgeführten großen katholiſchen Prozeſſionen
über=
ll unterblieben, weil ſie der Papſt im Hinblick auf die
Aus=
ſchreitungen gegen katholiſche Kirchen und Inſtitute verboten hatte.
In Prag wurde heute der 15. Internationale
Land=
wirtſchaftskongreß, der mehr als 1000 Delegierte von
Regie=
rungen und landwirtſchaftlichen Inſtituten aus mehr als 35 Staaten
ver=
einigt, im Sitzungsſaal des Abgeordnetenhauſes eröffnet. Der Präſident
der Internationalen Landwirtſchaftskommiſſion de Vogue leitet die
Kon=
greßarbeiten. Im Präſidium befindet ſich auch der ehemalige deutſche
Miniſter Dr. H. Hermes, der Präſident der Vereinigungen der
deut=
ſchen Bauernvereine. Deutſchland iſt durch 48 Delegierte auf dem Kongreß
vertreten.
Neuere Meldungen über das rumäniſche Wahlergebnis
beſagen, daß das Regierungskartell 287 Sitze erhält, gegenüber 110 der
übrigen Parteien.
Die amtliche Telegraphen=Agentur der Sowjetunion gibt bekannt,
daß in Moskau die geplanten Verhandlungen mit Vertretern von
Deutſchland über den Abſchluß einer Literatur=
Kon=
vention begonnen haben.
Die 800 Millionen Dollar=Anleihe, die zu einem Zinsfuß von 34/,
Prozent aufgenommen wird und deren Ertrag den Fehlbetrag des
dies=
jährigen amerikaniſchen Haushalts becken ſoll, wurde mehr als achtmal
überzeichnet. Die gezeichente Summe erreicht ſechs Milliarden Doll.
ſind in England und Deutſchland die eigentlichen Leiter der
Politik und ohne Zweifel auch die bedeutenderen
Perſönlich=
keiten an ſich. Zudem iſt Macdonald viel weniger von
partei=
politiſchem Ballaſt behindert als ſein Außenminiſter. Macdonalds
Kenntnis der europäiſchen Dinge iſt, obwohl er weniger oft
in Genf geweſen, dennoch eine weſentlich breitere und tiefere
Er beſitzt für die kommenden Dinge in Europa durchaus einen
viſuellen Blick”. Aehnliches läßt ſich vom deutſchen
Reichs=
kanzler ſagen, in deſſen Perſon Deutſchland wieder einen
Staatsmann von großem Format erhalten hat. In der
erſt=
maligen Begegnung und Ausſprache dieſer beiden
hervorragen=
den Männer, denen es vielleicht beſchieden iſt, eine bleibende
Rolle in der Geſchichte unſeres Zeitalters zu ſpielen, liegt die
hiſtoriſche Bedeutung der Zuſammenkunft von Chequers.
Mil=
lionen von Menſchen ſchauen im Moment zu dieſen Beiden
hin=
auf und erwarten von ihnen, daß ſie jene Kataſtrophe
abwen=
den werden, in die Deutſchland und mit ihm ganz Europa mit
unfehlbarer Sicherheit ſtürzen muß, falls man die Dinge noch
eine Weile in ſo unverantwortungsvoller und blinder Weiſe
weiter treiben läßt, wie dieſes in den letzten Jahren, zum
bereits ſehr ſpürbaren Schaden der ganzen Welt, leider nur zu
ſehr der Fall geweſen iſt ..."
der neue Parieivornand der Aps.
Berlin, 5. Juni.
Die Wahl des Parteivorſtandes der Sozialdemokratiſchen
Partei durch den Parteitag ergab für Otto Wels die größte
Stim=
menzahl. Criſpien und Hans Vogel erhielten die gleiche
Stim=
menzahl. Der Kandidat der Oppoſition zum Parteivorſitzenden,
der Reichstagsabgeordnete Seydewitz, erhielt nur 54 Stimmen; er
iſt nicht gewählt. Wiedergewählt wurden die bisherigen
Sekre=
täre. Die Wahl der Beiſitzer erfolgte nach dem Vorſchlag des
Parteivorſtandes. Die bisherigen Mitglieder wurden
wieder=
gewählt. Neu hinzugewählt wurden Breitſcheid und Litke=Berlin.
Der Vorſtand der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion tritt zur
Beratung der durch die neus Notverordnung geſchaffenen Lage am
kommenden Mittwoch zuſammen, die ſozialdemokratiſche
Reichs=
tagsfraktion iſt für Freitag einberufen worden.
Dei Aeichsprafldent Har antetzeichnet.
* Berlin, 5. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Reichspräſident hat am Freitag nachmittag vor ſeiner
Abreiſe nach ſeinem Gute Neudeck die ihm vom Reichskabinett
vor=
gelegte Notverordnung unterzeichnet, die am Samstag vormittag
der Oeffentlichkeit übergeben und mit dem Datum des 6. Juni
im „Reichsanzeiger” erſcheinen wird.
Nach den Mitteilungen der amtlichen Stellen kann von einer
Aenderung des materiellen Inhaltes der Notverordnung, wie das
Miniſter Treviranus in Hamburg angemeldet hat, keine Rede
mehr ſein.
Wenn man das finanzielle Gebäude der Notverordnung
herausarbeitet, ſo iſt der Finanzbedarf des Reiches berechnet
auf 1,24 Milliarden, wozu noch mehrere hundert Millionen bei
Ländern und Gemeinden kommen. Die Steuerausfälle ſind dabei
mit 580 Millionen eingeſtellt, die Arbeitsloſenverſicherung mit
einem Bedarf von 400 Millionen und die Kriſenfürſorge mit 240
Millionen. Die Ausgabenkürzungen zerfallen in drei
Gruppen=
teile: Einmal die Gehaltskürzung der Beamten, die in den teuren
Städten von 4—7 Prozent, in den billigeren Orten von 5—8
Pro=
zent geſtaffelt iſt, alſo einen ganz außerordentlich hohen Betrag
erreicht, wozu noch die Halbierung der Kinderzulage für das erſte
Kind tritt. Die Erſparniſſe im Reichshaushalt ſind mit 200
Mil=
lionen eingeſtellt. Bei der Arbeitsloſenverſicherung ſollen 300
Millionen durch innere Reformen gewonnen werden. Dem ſtehen
die Einnahmeerhöhungen gegenüber, die aus der Kriſenſteuer mit
440 Millionen, aus der Verdoppelung der Zuckerſteuer mit 110
Millionen und aus der Erhöhung des Zolles für Mineralöle auf
75 Millionen geſchätzt werden. Außerdem werden die
Zahlungs=
riſten der Umſatzſteuer monatlich angeſetzt, wodurch über 100
Mil=
lionen mehr gewonnen werden ſollen. Die Zerlegung der
Kriſen=
ſteuer in zwei Gruppen, der Steuer für die
Lohn=
ſteuerpflichtigen und die Veranlagungspflichtigen, haben wir
bereits mitgeteilt. Hier ſcheint aber eine Verſchiebung
dadurch eingetreten zu ſein, daß die doppelte Heranziehung der
Lohnſteuerpflichtigen bei der Veranlagungsſteuer nur für
denjeni=
gen Teil ihres Einkommens vorgeſehen iſt. der 16 000 RM.
über=
ſteigt. Der Unterſtützungsfonds für die Tabakinduſtrie in Höhe
von 10 Millionen ſoll wieder in — Wegfall kommen. Aus den
Erträgniſſen der Kriſenſteuer will die Regierung einen beſonderen
Kriſenfonds bilden, der auch zur Arbeitsbeſchaffung
herange=
zogen werden ſoll. Auch iſt vorgeſehen, daß die Reichsbahn einen
Kredit erhält, um der Ruhrinduſtrie ihren Schienenvorrat
abzu=
nehmen und dadurch eine Erneuerung des Bahnunterbaues in
größerem Umfange vornehmen zu können. Dadurch ſoll für 120000
Arbeiter auf ein halbes Jahr Arbeit geſchaffen werden. Die
Reichsregierung hat weiter die Ermächtigung erhalten, bei der
Steinkohleninduſtrie unter Umſtänden die Zahlung der Beiträge
zur Arbeitsloſenverſicherung aus dieſem Fonds zu decken, um
da=
durch eine etwa 6—8prozentige Verbilligung der Kohlen zu
er=
reichen.
An Regierungsſtellen wird erklärt, daß man ſich darüber klar
ſei, durch dieſe Notverordnung werde der Bogen
über ſpannt und es ſei ein verzweifelter Verſuch zur Rettung
des Reichshaushaltes, ein beſonders verzweifelter Verſuch, weil ja
für das nächſte Jahr mit einem weiteren Abſinken der Einnahmen
gerechnet werden müſſe. Bis dahin hofft die Regierung, durch die
Aufrollun g. des Reparationsproblems weiter
zu kommen. In welcher Form das geſchieht, ſoll erſt nach der
Unterredung in Chequers feſtgelegt werden.
Golddebakte in Paris.
EP. Paris, 5. Juni.
Im Verlaufe der heutigen Kammerdebatte über die
aus=
wärtige Finanzpolitik Frankreichs erklärte Finanzminiſter
Flan=
din: die Regierung denke nicht daran, die
fran=
zöſiſchen Intereſſen einem höheren
Inter=
nationalismus zu opfern. Niemand denke an
eine Senkung der franzöſiſchen Zölle. Der
Mi=
niſter ſuchte die Vorwürfe zu entkräften, die gegen die Gold=
und Kreditpolitik Frankreichs erhoben worden ſind, ohne zu
dieſem Thema weſentlich Neues beizubringen. Die Bank von
Frankreich habe nichts getan, um den Goldſtrom nach Frankreich
zu leiten. Sie habe weder die Inlandskredite eingeſchränkt,
noch die Gewährung von Auslands=Krediten übertrieben. —
Bei der Erörterung des Problems der langfriſtigen Kredite
er=
klärte der Miniſter, eine unerläßliche Vorbedingung dafür ſei
das Vertrauen. Nichts ſchrecke die Kapitalien ſtärker ab, als
eine Kriegsdrohung, und dies ſei ein ſchlagender Beweis dafür,
daß das kapitaliſtiſche Regime das Regime des Friedens ſei.
(Lebhafter Beifall rechts, Lärm links.) Man könne nicht
be=
haupten, daß Frankreich Europa nicht zu Hilfe gekommen ſei,
da der Pariſer Platz unlängſt erſt den mitteleuropäiſchen
Län=
dern 4 200 Millionen Franken an Anleihen zur Verfügung
ge=
ſtellt habe.
* Was würde Goekhe dazu ſagen?
Von OScar A. H. Schmitz.
In der Schule haben wir alle von Goethe dem Klaſſiker
gehört, in den letzten Jahrzehnten indeſſen vernimmt man
im=
mer häufiger neben Zitaten aus Goethes Werken Worte aus
ſeinen Geſprächen und Briefen. Mehr und mehr iſt uns
Deut=
ſchen Goethe ein Hort der Lebensweisheit geworden, und ohne
Uebertreibung darf man wohl ſagen, daß er die höchſte
Daſeins=
erfüllung darſtellt, die je einem Deutſchen zu Teil geworden
iſt. Darum liegt die Frage in der Luft, was Goethe wohl zu
dem ſeit ſeinem Tod ſo grundſätzlich verwandelten Leben ſagen
würde.
Tatſächlich hat ſich ſeit dem Jahr 1832, in dem Goethe ſtarb,
die Welt umwälzender verändert, als dies zwiſchen der Antike
und der Goethezeit der Fall geweſen war. Auch die Römer
fuhren mit der Poſt, wenn ſie auch noch keine eigentlichen
Kut=
ſchen hatten, und das beweiſt, daß trotz allen Formveränderungen
des Lebens der ſichtbare Lebensrhythmus in Altertum,
Mittel=
alter und Neuzeit nicht ſehr verſchieden geweſen ſein kann. Die
Zeitvaluta war dieſelbe. In je kürzerer Zeit wir den Raum
durchmeſſen, deſto höher ſteigt die Valuta einer Stunde. So iſt
ſchließlich Zeit Geld geworden, und daraus erklärt ſich die Haſt
unſerer Tage. Dem Gelde ſind die Menſchen immer
nachge=
laufen, aber dadurch, daß ſie mit der Zeit verſchwenderiſch
um=
gingen, entſpannten ſie ſich immer wieder von dieſer Unraſt,
Dieſe Entſpannungsmöglichkeit aber wird immer knapper
be=
meſſen, je höher der Wert der Zeit ſteigt. Die Hauſſe der
Zeitvaluta iſt es, die unſere Zeit ſo weſentlich von allen früheren
Epochen der Geſchichte unterſcheidet; dieſem Unterſchied
gegen=
über erſcheinen die Zeiten vor uns unter einander ähnlich,
als die Zeiten der Poſtkutſche.
Das kann man ſich leicht klar machen, wenn man etwa die
intereſſante, uns aus dem Altertum überlieferte
Reiſebeſchrei=
bung des Horaz lieſt, der zu Beginn unſerer Zeitrechnung im
Gefolge ſeines reichen Freundes und Gönners Mäcenas eine
Reiſe von Rom nach Brunduſium, dem heutigen Brindiſi,
durch die damals kultivierteſten Gegenden Italiens machte.
Ver=
gleicht man das in dieſem Gedicht dargeſtellte Kulturleben mit
dem, welches Goethe in dem wegen ſeines galanten Inhalts
in ſeinen geſammelten Werken fehlenden Reiſegedicht „Das
Tagebuch” ſchildert, ſo zeigt ſich einerſeits dieſelbe Einfachheit
und dasſelbe maleriſche Lebensbehagen wie in dem horaziſchen
Gedicht; andererſeits aber rücken die von beiden durch 1800
Jahre getrennten Dichtern beſchriebenen Zuſtände mit ſchlechten
Landſtraßen und einfachen Herbergen dicht zuſammen und treten
in einen unüberbrückbaren Gegenſatz zu dem Zeitalter der
Auto=
mobil= und Flugzeuge, der Zentralheizung und des fließenden
Waſſers im Schlafzimmer, freilich auch der immer unmöglicher
werdenden kleinen Zufallsabenteuer, denn das heute überall
gebotene ſtandardiſierte Vergnügen iſt ja kein Abenteuer mehr.
Fragt man nun: Was würde Goethe zu alledem ſagen?, und
zwar nicht nur zu den äußeren Veränderungen, mit denen ja
das Innere der Menſchen im Verhältnis gegenſeitiger
Abhän=
gigkeit ſteht, ſo etwa zu der zunehmenden Verdrängung der
Bemütswerte durch die wachſende Rationierung auch des
See=
liſchen, dann muß man ſich zunächſt einmal klar darüber
wer=
den, was man mit dieſer Frage eigentlich meint. Meint man
Goethe, ſo wie er zu irgendeiner Zeit ſeines Lebens wirklich
war, als Verfaſſer des Werther, als Weltmann an einem
lebens=
reudigen Hof, als den immer mehr auf ſein eigenes Innere
bezogenen Weiſen? Auch das Genie iſt über die Einflüſſe ſeiner
ſeit und Umgebung nicht erhaben, iſt ſogar oft ihr beſonders
ſtarker Ausdruck. So erſcheint ſein Leben und Wirken nicht
nur als die Frucht ſeines individuellen Strebens, ſondern als
das Produkt von dieſem und ſeiner Welt. Meint man nun
Boethe als ſolches, ſo braucht man ſich eigentlich nicht erſt zu
ragen, was er wohl ſagen würde, wenn er wieder käme als
der, welcher er einmal war, von ſeiner Zeit bedingt. Zunächſt
würde ſich ſein menſchlich Teil wohl freuen, daß wir von den
alten Reiſebeſchwerden weitgehend befreit ſind, war es doch
vorwiegend die Furcht vor dieſen, die den Alternden, ſein
Be=
hagen Liebenden abhielten, der wichtigen Einladung Napoleons
nach Paris zu folgen. (Man denke ſich nur, wie wertvoll es
wäre, die hiſtoriſche Epoche des Napoleoniſchen Kaiſerreichs in
ihrem Mittelpunkt von Goethe geſpiegelt zu ſehen und zu
wiſſen, was die Pariſer Eindrücke in Goethe ſelbſt ausgelöſt
haben würden.) Daß indeſſen Goethe als der, welcher er in
ſeiner Zeit war, die heutige Seelenlage ſehr negativ beurteilen
würde, iſt ebenfalls gewiß. Das iſt leicht zu beweiſen. Goethe
hat die Anfänge der Technik noch geſehen und lebhaft begrüßt,
weil er in ihr ein vielverſprechendes Werkzeug erkannte, das dem
höheren, geiſtigen, individuellen Menſchen, den er ſelbſt
verkör=
perte und in ſeiner Umwelt oft verkörpert ſah, in Stand ſetzen
würde, eine in ihren Grenzen noch unabſehbare Herrſchaft über
die unbelebte Natur, die Elemente, auszuüben. So hätte die
Technik erſt das heraufgeführt, was unſeren Dichtern und
Den=
kern als die Vollendung des klaſſiſchen Zeitalters erſchienen
wäre: der zu ſeinem innerſten Selbſt geführte Menſch als
Ge=
bieter über die Natur. Wir können mit Sicherheit ſagen, daß
Goethes Enttäuſchung furchtbar wäre, wenn er ſähe, daß zwar
die Entwicklung der Technik alle in ſie geſetzten Hoffnungen
erfüllt, ja übertroffen hat, daß aber der Menſch durch die
zu=
nächſt unfrei geworden iſt vor einer Zwingherrin, die er ſich
über den Kopf hat wachſen laſſen.
Tohl macht ſie ihn zum
Herrn oder beſſer geſagt: zum meiſter der unbelebten
Natur, zugleich aber hat ſie ihn aus dem Schoß der belebten
Natur, wie ein Kind aus Mutterarmen herausgeriſſen. Nun
aber hat vielleicht kein Geiſt dieſe organiſch=ſeeliſche
Naturver=
bundenheit des Menſchen je tiefer erkannt und höher gewertet,
als Goethe. Die Frage: Was würde Goethe zu der heutigen
Naturferne und Entſeelung ſagen, braucht daher gar nicht erſt
geſtellt zu werden. Der, welcher geſagt hat: „Höchſtes Glück der
Erdenkinder iſt doch die Perſönlichkeit” würde mit Entſetzen
feſtſtellen, daß die durch die Technik beherrſchten Kräfte der
menſchlichen Perſönlichkeit fürs erſte nicht zugewachſen ſind, ſie
vielmehr in Gefahr bringen in einer kollektiven Angleichung
Aller an Alle immer mehr verſchlungen zu werden.
Soll daher die Frage: „Was würde Goethe dazu ſagen?”
wirklich eine Frage ſein, deren Antwort ſich nicht ohne weiteres
von ſelber gibt, ſo darf man nicht an den Goethe denken, der
um die vorletzte Jahrhundertwende in Fleiſch und Blut lebte,
ondern man müßte ſich einen jetzt lebenden Goethe vorſtellen,
der vielleicht noch im vorigen Jahrhundert geboren wäre um
heute ſchon ein reifer Mann zu ſein. Oder aber: man könnte
auch einen Goethe vorausſetzen, der wohl im Jahr 1832
geſtor=
ben wäre, der aber vom Jenſeits aus alles das hätte miterleben
können, was ſeit ſeinem irdiſchen Tod auf der Erde geſchehen
iſt. Ohne eine dieſer Vorausſetzungen wäre Goethe, plötzlich ſe
wie er war, in unſere Zeit geſtellt, einfach hilflos. Er ſähe nur
Entſetzliches. Alles ihm wertvolle wäre vernichtet oder es läge
zerade noch in den letzten Zügen. Er könnte nicht verſtehen, wie
das alles ſo gekommen iſt, und ſähe darum auch keine
Möglich=
keit, was daraus vielleicht werden kann. Was wir, jeder an
ſeinem Platz, als Uebergang, bisweilen ſehr hoffnungsvoll,
hin=
zunehmen vermögen, wäre für ihn nichts als Untergang. Nur
die Möglichkeit aber, daß er Sinn in dem heutigen Geſchehen
ſähe, macht es für uns belangreich, was jemand, und wäre es
Goethe, über unſere Zeit ſagt. Daß die Goethezeit
untergegan=
gen iſt, von der Ausläufer noch bis zum Weltkrieg lebendig
waren, wiſſen wir von ſelbſt, auch wenn es uns kein
zurück=
kehrender Goethe ſagt.
Ganz anders aber liegen die Dinge, wenn wir mit unſerer
Frage meinen: Was würde Goethes Geiſt, ausgerüſtet mit dem
Verſtehen unſerer Zeit, ihrer Urſachen und Ziele über ſie fagen?
Das erfahren wir nun ganz gewiß nicht, wenn ganz und gar
ungoetheſche Geiſter Goetheſche Zitate im Munde führen, ſie
wörtlich nehmen, an ihnen unſere Zeit meſſen und auf dieſem
Weg zu einem billigen, vernichtenden Urteil kommen. Trotz
ihrem ewigen Gehalt ſind ſolche Worte in ihrer Form
zeit=
bedingt, und zwar nicht ihr tiefſter Sinn, aber ihre jeweilige
Gültigkeit kann nur aus ihrer Zeit erſchloſſen werden. So iſt
etwa das bekannte Wort im Taſſo „Erlaubt iſt, was ſich ziemt”
gewiß eine durchſchnittlich richtige Lebensregel, aber ganz und
gar unanwendbar auf eine Zeit, in der gerade das Geziemende,
nämlich die Sitten, im Wandel ſind. Zitate aus Klaſſikern
aubringen kann buchſtäblich jeder, und darum iſt dieſe Art der
Zeitkritik ſo ſehr beliebt. Das, was man Fortſchritt nennt,
Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931
Reparationen und Arbeitsloſigkeit.
Deukſchland fehlk es an den nokwendigen Geldmitkeln zur Ingangſehung ſeiner Wirtſchaft.
Die Welk muß — ehe es zu ſpäk wird — zu einer anderen Regelung der inkernakionalen
Schulden und des Reparakionsproblems kommen.
Brauns vor der Inkernakionalen
Arbeitskonferenz
fordert Gleichberechkigung für Dentſchland
und Beſeitigung der polikiſchen Hemmungen.
Genf, 5. Juni.
In der heutigen Vollverſammlung der Internationalen
Arbeitskonferenz ſprach der frühere deutſche Reichsarbeitsminiſter
Dr. Brauns als Vertreter der deutſchen Regierung über die Frage
der Arbeitsloſigkeit. Dr. Brauns ging in ſeinen Ausführungen
vom Chaos aus, das augenblicklich auf dem Gebiete des
internationalen Güteraustauſches beſteht, und
führte dann aus: Die Wurzel der Arbeitsloſigkeit, die Kriſe, iſt
wirtſchaftlicher Natur.
Mit ſozialpolitiſchen Mitteln können wir nur die Folgen der
Arbeitsloſigkeit mildern, aber an der Wurzel faſſen können
wir das Uebel auf dieſe Weiſe nicht.
Trotzdem kommt den ſozialpolitiſchen Maßnahmen zur Linderung
der Kriſe und ihren Folgen eine nicht zu unterſchätzende
Bedeu=
tung zu. Dr. Brauns ging in dieſem Zuſammenhang auf die
Frage nach der Durchführbarkeit und den Wert der
Arbeitsloſenverſicherung ein und bemerkte dazu, die
deutſche Gutachterkommiſſion zur
Arbeitsloſen=
frage ſei zu dem Ergebnis gekommen, daß man trotz
der beſonders ſchwierigen Lage dieſes Zweiges
der Sozialverſicherung doch nicht auf ſie
verzich=
ten dürfe. Es ſei bezeichnend, daß trotz der nie dageweſenen
Zahl von 5 Millionen Arbeitsloſen, die wir in Deutſchland
zäh=
len, auch jetzt noch zwei Drittel aller Unterſtützungsempfänger in
der Arbeitsloſenverſicherung vor Erſchöpfung ihres
Verſicherungs=
anſpruches wieder Arbeit finden und demnach keine der
nachfol=
genden Fürſorgeeinrichtungen in Anſpruch zu nehmen genötigt
ſind. Als ein weiteres ſozialpolitiſches Mittel bezeichnet Dr.
Brauns die Verteilung derArbeit auf eine größere
Zahlvon Arbeitskräften.
Um das Uebel der Arbeitsloſigkeit an der Wurzel zu packen,
ſeien wirtſchaftliche Maßnahmen größeren Stiles
unerläß=
lich. Würden ſolche öffentlichen Arbeiten, wie ſie auch der
Bericht des Internationalen Arbeitsamtes behandelt, auf
Grund eines entſprechenden weitſichtigen Planes in
größe=
rem Umfange in Gang geſetzt, ſo wäre daraus eine
Be=
lebung der geſamten Wirtſchaft zu erwarten. Deutſchland
aber fehle es an den notwendigen Geldmitteln. Einer der
ſchwerſten Konſtruktionsfehler der gegenwärtigen Wirtſchaft
ſei die unrichtige Verteilung der Goldbeſtände. Dieſes
Sy=
ſtem der fortgeſetzten Blutentziehung gegenüber einem Teil
der Länder und der Ueberſättigung der anderen ſei
unbe=
dingt zu beſeitigen. Die Welt müſſe — ehe es zu ſpät iſt —
zu einer anderen Regelung der internationalen Schulden
und der ſogenannten Reparationsfrage kommen. Die
Kredit=
frage müſſe auf internationaler Grundlage eine Löſung
er=
fahren, die geeignet ſei, nationale Hemmungen zu
überwin=
den und die Geldmittel der Welt beſſer zu verteilen.
Zum Schluß ging Dr. Brauns auf
die polikiſchen Hemmungen
ein, die der Regelung all dieſer Fragen entgegenſtehen. Er führte
aus: Wo und wann man nur immer die Wirtſchaftsprobleme
un=
ſerer Tage, insbeſondere die Währungs= und Schulden= und
Kre=
ditfragen anfaßt, immer wieder ſtößt man auf die politiſchen
Hemmniſſe eines nationalen, vielleicht auch eines anderen
Egois=
mus, der der wirtſchaftlichen Vernunft und der Gerechtigkeit und
Billigkeit widerſpricht und eine wahre Verſtändigung der Völker
auf dem Boden der Gleichberechtigung nicht zuſtandekommen läßt.
Hier iſt der Hebel einzuſetzen, wenn die Menſchheit die
Gegen=
wartsnot überwinden will. Mit Vorſchlägen, wie ſie der Bericht
des Internationalen Arbeitsamtes enthält, iſt dieſe Aufgabe nicht
iſt gewiß oft nur blinde Abkehr von ewigen Menſchheitswerten
in der eitlen Verblendung, ein neues Zeitalter wiſſe alles
beſſer; aber das wörtliche Feſthalten an den Formen und
For=
mulierungen iſt kein geringeres Uebel. Der blinde
Fortſchritts=
wahn gleicht der Verſchwendung, die altes Erbgut vertut oder
verkommen läßt. Das ſtarre Feſthalten an dem Alten hingegen
gleicht dem Geiz, der ein großes Vermögen zuſammenhält, ohne
zu wagen das Geld lebendigen Zwecken zuzuführen.
Wir finden nicht weiter, wenn wir etwa modernen
Kunſt=
beſtrebungen, dem Kampf um ein unſeren Zeitformen gemäßeres
Ethos oder etwa der modernen Entdeckung der unbewußten
Seite unſeres Seelenlebens mit dem Hinweis auf das Wahre,
Schöne und Gute beizukommen ſuchen. Gerade ein heute
leben=
der Menſch von Goetheſchem Geiſt würde wiſſen, daß Formen,
welche vor 100 Jahren die Seelen der Menſchen tief
ergreifen=
de Sinnbilder des Wahren, Schönen und Guten waren, dies
heute nicht unbedingt noch ſein müſſen, oft gar nicht mehr ſein
können. Mehr als Sinnbilder können die Formen des Lebens
und der Kunſt niemals ſein, und darum wirken ſie nur ſo lange,
als der durch ſie gemeinte Sinn und im Innern der Menſchen
noch anklingt. So müſſen Wege, die vor 100 Jahren zu neuen
Wahrheitsaſpekten geführt haben, heute oft in das Flachland der
Binſenwahrheit. Von Hegel iſt nichts als der Marxismus übrig
geblieben, während Kants Erkenntniskritik noch heute
Grund=
lage unſeres Denkens iſt. Eine Blickrichtung, die zu Goethes
Zeit die Iphigenie hervorbrachte, hat vor dem Krieg nur noch
Griechen= und Römerdramen von Primanern gezeitigt, und
heute tut ſie auch das nicht mehr. Grundſätze, die im 18.
Jahr=
hundert noch der Niederſchlag eines individuell gelebten Ethos
waren, können heute vielleicht gerade noch dazu dienen,
Feſt=
rednern einen höheren Schwung zu geben, nicht mehr aber,
höheres, individuelles Menſchentum zu fördern. Ich möchte
Slauben, daß Goethe heute ſolchen Gedanken, die nicht mein
Eigentum ſind, ſondern von vielen Denkern unſerer Zeit
ge=
dacht werden, eher beipflichten, als Zitate aus Iphigenie und
Taſſo vorbringen würde.
Mit ſolchen Erwägungen ſtoßen wir nun unmittelbar auf die
Hrennende Frage unſerer Zeit, inwiefern ſich unſere
Weltanſchau=
ung überhaupt noch an Vergangenem orientieren darf, ohne
unfruchtbar zu werden, inwiefern ſie ihren Sinn nur in ihren
eigenen Erſcheinungen finden kann. Die Erfahrung beweiſt,
Daß ein zu dogmatiſches Feſthalten am Alten ebenſo leben=
Zerſtörend ſein kann, wie grundſätzliches Rebellentum. Jener
Zerſtört alle jungen Keime aus Angſt, ihre Blüten und Früchte
Eonnten bisheriger Erfahrung nicht entſprechen, dieſes will
ern=
ten ohne Berückſichtigung der Eigenſchaft des jeweiligen Bodens
und der Saat. Wer meint, alles, was der Menſch braucht ſtünde
in einem verehrten Buch der Vergangenheit, geht ebenſo in die
Irre, wie der, welcher ſich luſtig macht über geheiligte Wahrheit
zu meiſtern. Mit Unterſuchungen und Beratungen, mit vielen
Kongreſſen und Kommiſſionen iſt nicht geholfen. Mit kleinen
Mitteln iſt dieſem großen Uebel nicht beizukommen. Die
Geſamt=
heit der Völker und ihre berufene Organiſation im Völkerbund
muß da eingreifen, wo die Quellen des Unheils liegen.
Mit erhobener Stimme ſchloß der deutſche Vertreter:
Wir bedürfen insbeſondere einer Erleichterung der
Welt=
wirtſchaft durch eine Löſung des Internationalen
Schulden=
problems und der Reparationsfrage. Die kapitalſchwachen
Länder bedürfen langfriſtiger und billiger Kredite, die von
den kapitalkräftigen Ländern mit Hilfe einer
internationa=
len Organiſation ihrer Finanzinſtitute bereitzuſtellen ſind.
Endlich müſſen wir hinwegkommen über die politiſchen
Hemmungen zu einer ehrlichen, vertrauensvollen
Zuſammen=
arbeit der Völker auf dem Boden der Gleichberechtigung.
Wenn der Völkerbund dieſe vordringlichſte Aufgabe unſerer Zeit
nicht ſehen will, wenn er ſtatt deſſen Plänen nachjagen wollte, die
beſtensfalls erſt in einer ſpäteren Zukunft zu verwirklichen ſind,
wenn er neben den anderen politiſchen Sorgen, die noch ſo
berech=
tigt ſein mögen, den unerläßlichen Lebens= und Exiſtenzfragen der
Völker nicht alle ſeine Kräfte widmen wolle, verdiene er den neuen
Palaſt nicht, den man ihm jetzt baut.
Die Aufnahme der Brauns=Rede in Genſ.
Die Rede Dr. Brauns fand zum Schluß anhaltenden Beifall.
Beſondere Beachtung fand der politiſche Teil der Rede, in dem
von deutſcher Seite zum erſten Male auf der
Arbeits=
konferenz mit großer Schärfe und Klarheit die Löſung
des Reparationsproblems als die unerläßliche
Vorausſetzung einer Erleichterung der
Welt=
wirtſchaft bezeichnet und die uneingeſchränkte
Forderungnach einer Neuregelung der
Goldver=
teilung und der Tributfrage geltend gemacht
wurde. Starke Beachtung fand ferner der Hinweis, daß der
Völkerbund ſeine Daſeinsberechtigung verliere, wenn er nicht
recht=
zeitig alle ſeine Kräfte den Kriſenfragen der Völker widmet.
Ge=
rade in dieſer Erklärung ſieht man allgemein eine erſte deutliche
Stellungnahme von deutſcher Seite zum Völkerbundsſyſtem und
den Aufgaben des Völkerbundes.
Unkerſtühende Arbeitsloſenhilfe.
Das Thema des dritten Teilgukachkens
der Brauns=Kommiſſion.
Berlin, 5. Juni.
Das dritte Teilgutachten der Brauns=Kommiſſion wird heute
der Oeffentlichkeit übergeben. In ſeiner Einleitung bringt es
zu=
nächſt einen knappen Ueberblick über die Entwicklung
derverſchiedenen Formender Arbeitsloſenhilfe
Ueber den finanziellen Notſtand, in der die drei Formen der
Ar=
beitsloſenhilfe geraten ſind, berichtet der nächſte Abſchnitt. Die
Kommiſſion hält es nicht für ausgeſchloſſen, daß im Rechnungsjahre
1931 eine Jahresdurchſchnittszahl von 4,5 Mill. Arbeitsloſen
er=
reicht wird. Sie empfiehlt daher eine ſehr umfaſſende
finanzielle Vorſorge. Angeſichts der finanziellen
Be=
drängnis der Arbeitsloſenhilfe mußte die Kommiſſion ihr
Haupt=
augenmerk auf ſchnell wirkende
Abhilſemaßnahmen
richten. Die Vorſchläge dafür gibt der zweite Hauptabſchnitt des
Gutachtens. Die Kommiſſion empfiehlt, an der
verſicherungs=
mäßigen Ausgeſtaltung der Arbeitsloſenhilfe unbedingt
feſtzu=
halten. Aus dem Weſen der Verſicherung ergaben ſich innerhalb
der Kommiſſion grundſätzliche Bedenken gegen die
Bedürftigkeits=
prüfung, ſo auch das einer großen verwaltungsmäßigen
Erſchwe=
rung. In den letzten Monaten iſt viel über die Frage der
und Altväterweisheit. Nur ſteht es mit dieſer ſo, daß es mit
dem Nachbeten ihrer Worte nicht getan iſt. Darum fruchtet die
höchſte Weisheit oft nichts, wenn man ſie lieſt oder aus dem
Munde von Menſchen hört, die als Perſönlichkeiten nicht
un=
mittelbar überzeugen. In dieſem Fall wird Jugend
notge=
drungen rebelliſch. Hat ſie dann aber ſelber das Leben
erfah=
ren und kehrt ſie, gereift, zu der Betrachtung der Vergangenheit
zurück, dann enthalten die vor Jahrhunderten von großen
Gei=
ſtern geſprochenen Worte auf einmal tiefe Beſtätigungen für das
geſtern ſelbſt Erfahrene. Um in menſchlichen Aeußerungen der
Vergangenheit, etwa in Goethe, den Sinn zu erkennen, muß
man erſt eine Weile ſeine eigene Zeit erlebt haben. Damit
iſt nicht geſagt, daß man die Jugend nicht wie bisher über die
Vergangenheit unterrichten ſoll. Man ſoll es ſogar unbedingt
tun, aber nicht um gleich in ihr eine Richtſchnur zu ſehen,
ſon=
dern um die Jugend mit der Geſtalt des Vergangenen
ver=
traut zu machen, damit ſie zeitlebens den Zugang zu ihr ſieht.
Wie vielen Menſchen iſt ein früh gehörtes Bibel= oder
Dichter=
wort in entſcheidenden Augenblicken des ſpäteren Lebens
plötz=
lich aufgegansen und hat dann ſeinen vollen Sinn offenbart,
während es bisher nur als leere Form in das Gedächtnis
ge=
prägt war.
Die Wege, ſich altes Geiſtesgut der Menſchheit wirklich zum
eigenen Beſitz zu machen, wechſeln mit den Zeiten. Darum
wird immer wieder von neuem die Schönheit und Weisheit
der Griechen entdeckt, aber jedes Zeitalter tat es auf ſeine Weiſe.
Die Antike, welche die Renaiſſancekünſtler und unſere deutſchen
Klaſſiker ſahen, war eine ganz verſchiedene. Beide
Auffaſſun=
gen waren lebendig, aber das ſchülerhafte Zeichnen nach
Gips=
köpfen von Göttern iſt unlebendig. So ſagt uns heute die
Legende von dem Olympier Goethe gar nichts mehr, aber
Goethe, als Weltweiſer, iſt in Deutſchland erſt im 20.
Jahr=
hundert entdeckt worden, und darum iſt die Frage: Was würde
Goethe dazu ſagen, wenn in dem ſoeben erörterten Sinn
ge=
ſtellt, ſehr berechtigt.
Es wird nun allgemein darüber geklagt, daß unſere Zeit,
beſonders der Jugend, die Wege zu den Werten der
Vergangen=
heit immer ungangbarer werden. Der Grund iſt der, daß es
allgemein verbindliche Wege im Augenblick nicht gibt. Goethe,
der große Klaſſiker, das war noch bis zur letzten
Jahrhundert=
wende eine allgemein gültige Vorſtellung. Sie bedeutete nicht
mehr viel, aber ſie gab als Etikette jedem Beſcheid, der nach
Goethe fragte. Der neu entdeckte Weiſe in Goethe hat noch
keine ſo allgemein feſtſtehende gültige Geſtalt gewonnen. Wenn
nun heute ein junger Menſch zu Goethe kommen will und
zu=
fällig zu einer Biographie greift, die den zeitbedingten Goethe
zur ewigen Richtſchnur für alle Zeiten machen will, ſtatt den
Sinn ſeines Lebens ſo zu zeigen, daß er auch noch heute
wirk=
ſam iſt, dann ſchlägt ein ſolcher Leſer, falls ihn ein Hauch
Seite 3
Zweikeilung oder Dreikeilung der Arbeiksloſenhilfe
geſtritten worden. Faſt alle Vorſchläge ſtimmen darin überein, daß
ſie eine Verſchmelzung von Kriſenfürſorge und gemeindlicher
Für=
ſorge für Wohlfahrtserwerbsloſe zu einer
Reichsarbeitsloſenfür=
ſorge anſtreben.
Die Kommiſſion iſt aber der Ueberzeugung, daß der
Kriſen=
fürſorge in ihrer elaſtiſchen Mittelſtellung zwiſchen Verſicherung
und gemeindlicher Fürſorge eine große Bedeutung zukommt. Es
iſt freilich feſtzuſtellen, daß die Kriſenfürſorge der Arbeitsloſennot
nicht ſo folgen könne, wie es ihrem Zweck entſpricht. Gemeinden
und Gemeindeverbände ſind in vielen Fällen über ihre finanzielle
Kraft hinaus in Anſpruch genommen worden, ein Zuſtand, der
dringend der Abhilfe bedarf. Dieſe Abhilfe in einem
Syſtem=
wechſel zu ſuchen, hat die Mehrheit der Kommiſſion
wenigſtens zur Zeit nicht empfehlen können, dagegen
be=
fürwortet ſie die Anpaſſung der Kriſenfürſorge an
die geſteigerte Notlage. Allerdings waren zwei
Mitglie=
der der Kommiſſion mit dieſer Auffaſſung nicht einverſtanden.
An den
Vorausſekungen für den Unkerſtükungsanſpruch
hat die Kommiſſion wenig Aenderungen vorgeſchlagen.
Insbeſon=
dere gilt dies für die Anwartſchaftszeit, da ſonſt bei den heute
ver=
ringerten Beſchäftigungsmöglichkeiten Perſonengruppen von der
Unterſtützung ausgeſchloſſen würden, denen ſie aus ſozialpolitiſchen
Erwägungen zukommt. An dem bisherigen Begriff der
Arbeits=
fähigkeit hält die Kommiſſion feſt. Dagegen hat die Kommiſſion.
erhebliche
Aenderungen der geſekzlichen Vorſchriften
über die Warkezeiken
vorgeſchlagen. Die regelmäßigen Wartezeiten ſollen erhöht werden:
1. Bei Arbeitsloſen ohne zuſchlagsberechtigte Angehörige von 14
auf 21 Tage.
2. Bei Arbeitsloſen mit einem bis drei zuſchlagsberechtigten
An=
gehörigen von 7 auf 14 Tage.
3. Bei Arbeitsloſen mit 4 oder mehr zuſchlagsberechtigten
Ange=
hörigen aber nur von 3 auf 7 Tage.
Die Kommiſſion verkennt nicht, daß bei geſenkten Löhnen und
wiederholter Arbeitsloſigkeit eine Verlängerung der Wartezeit
vielfach hart iſt und Hilfsbedürftigkeit auslöſt.
Sie mußte dieſen Weg aber gehen, weil angeſichts der
Not=
wendigkeit, Einſparungen zu erzielen, ſonſt eine
ſtärkere Senkung der Unterſtützungsleiſtungen hätte vorgeſchlagen
werden müſſen, die ſchwerer zu tragen ſind, als eine längere
Wartezeit. Die Kommiſſion iſt der Auffaſſung, daß als
Notmaß=
nahme auch eine
Zeitweilige Senkung der Unkerſtühungsſähe
in Betracht gezogen werden müſſe. Sie hält dieſen Weg nur dann
für gangbar, wenn mindeſtens gleichzeitig auch auf der Seite der
Einnahmen der Verſicherung dieſer Notlage und den großen
Opfern der Arbeitsloſen Rechnung getragen wird. Denn die
be=
trächtlichen Summen, welche zur Sanierung der Arbeitsloſenhilfe
erforderlich ſind, können unmöglich allein an der Unterſtützung der
Arbeitsloſen eingeſpart werden. Die Kommiſſion hält es deshalb
für erforderlich, daß zu den den Arbeitsloſen zugemuteten Opfern
auch Opfer des Teiles der Bevölkerung treten müſſen, die ſich noch
in günſtigeren wirtſchaftlichen und ſozialen Verhältniſſen befinden.
Die Kommiſſion ſchlägt vor, zu erwägen, ob der Reichsanſtalt für
den Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben in der
Arbeitsloſen=
verſicherung eine gewiſſe Autonomie eingeräumt werden ſoll. Den
Ausſchluß der Saiſonarbeiter
aus der Arbeitsloſenverſicherung
konnte die Kommiſſion nicht befürworten. Sie glaubt aber, dem
überaus hohen Riſiko der berufsüblichen Arbeitsloſigkeit durch
fol=
gende Vorſchläge Rechnung tragen zu müſſen:
1. Für Arbeitnehmer mit berufsüblicher Arbeitsloſigkeit iſt die
Anwartſchaftszeit von 26 auf 30 Wochen zu verlängern.
2. Die Höchſtbezugsdauer der Arbeitsloſenunterſtützung iſt für
Ar=
beitnehmer mit berufsüblicher Arbeitsloſigkeit von 26 auf 20
Wochen herabzuſetzen.
3. Die Unterſtützungsſätze für Arbeitnehmer mit berufsüblicher
Arbeitsloſigkeit ſind auf die Sätze der Kriſenunterſtützung
herab=
zuſetzen.
Ferner ſchlägt die Kommiſſion vor, die
Hausgewerbetreiben=
den und Heimarbeiter grundſätzlich aus der Verſicherung
heraus=
zunehmen, jedoch den Verwaltungsrat der Reichsanſtalt zu
er=
mächtigen, unter gewiſſen Vorausſetzungen einzelne Kategorien
in die Verſicherung einzubeziehen. Die Fragen, ob an der gelten=
des ſchöpferiſchen Geiſtes ſeines Zeitalters berührt hat, das
Buch vielleicht ungeduldig zu, in der Meinung, Goethe habe
ihm nichts zu ſagen. In Wahrheit hat ihm nur der Biograph
nichts zu ſagen.
Die Frage alſo, was irgend ein verehrter Menſch der
Ver=
gangenheit, Goethe oder jeder beliebige andere, zu der heutigen
Welt ſagen würde, iſt im gewöhnlichen Sinne müßig. Es iſt
klar, daß jeder, auch der größte Menſch, der plötzlich in der
Geſchichte um ein Jahrhundert vorausverſetzt würde, zunächſt
gar nichts Vernünftiges ſagen könnte, denn ihm fehlte ein Wiſſen,
das der geringſte Handlanger, als Kind ſeiner Zeit, hat. Was
dagegen mehr als je not tut, iſt, die veränderte Gegenwart aus
dem Geiſt großer Vorfahren zu verſtehen.
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Heli a.
„Himatſchal, der Thron der Götter”, iſt ein Filmbericht über
die Himalaya=Expedition 1930 und eines der großen Dokumente
aus der Geſchichte der Forſchungsreiſen. Zugleich iſt dieſer Film
wie ein Kunſtwerk aufgebaut, und man kann einfach und
vorbe=
haltlos ſagen, daß hier ein großes und einzigartiges Filmwerk
vorliegt, neben dem jeder Atelierzauber fadenſcheinig und die
übrigen Regie=Erfindungen langweilig werden.
Die ruhige, knappe Stimme des Profeſſors Dyhrenfurth,
der das Unternehmen leitete, gibt dieſem Tonfilmbericht das
Ge=
präge: wenig Worte, große Leiſtungen, Verzicht auf alle Effekte.
Nur um ſo großartiger und überzeugender iſt bei ſolcher Haltung
der Eindruck, den man von dem Kampf um die Bezwingung der
höchſten Bergruppe der Erde erhält. Neben dieſen Gletſcher= und
Bergrieſen bleibt alles Bekannte zurück, und an dieſen filmiſchen
Höhenrekorden gemeſſen, erſcheinen früher bewunderte Alpenfilme
nicht ganz ohne Artiſtik und Effekthaſcherei gemacht.
Ausgezeich=
net auch die Arbeit des Kameramannes, der Bilder von
einzig=
artiger Schönheit und von grandioſer Wucht eingefangen hat. —
Die Expedition beſtand aus Schweizern, Deutſchen und zwei
Eng=
ländern. Nach der Landung in Bombay durchreiſte ſie Indien
über Delhi, Kalkutta, Darjeeling, dort mietete man 400 Träger,
ſpäter noch zahlreiche Yaks als Laſttiere, und rückte durch das ſonſt
verſchloſſene Nepal gegen den Paß von Kangchendſönga vor. Eine
rieſige Eislawine, durch die ein tibetiſcher Träger den Tod fand,
und Schneeſtürme warfen die Forſcher hier zurück. Darauf wurde
als Ziel der Expedition der Jongſong in Angriff genommen, und
mit dieſem 7500 Meter hohen Gipfel wurde der höchſte Berg
be=
zwungen, der bisher von Menſchen betreten worden iſt. —
Noch=
mals: Der Film verdient Begeiſterung und Bewunderung wie
das gigantiſche Unternehmen, von dem er ſo ausgezeichnet
be=
richtet.
Seite 4
Samstag, den 6. Juni 1931
Nummer 155
den unteren Altersgrenze etwas zu ändern iſt, und ob
eine obere Altersgrenze eingeführt werden ſoll, hat die
Kommiſſion verneint. Einen beſonderen Abſchnitt widmet
das Gukachken der Kriſenfürſorge.
Im Hinblick auf die Verordnung vom 11. Oktober 1930, die die
Sätze der Kriſenfürſorge bereits beträchtlich geſenkt hat, ſpricht
ſich die Kommiſſion nicht für eine weitere Senkungder
Leiſtungen in der Kriſenfürſorge aus, es ſei denn,
daß ſich eine ſolche automatiſch aus einer Senkung der
Unter=
ſtützungshöhe in der Arbeitsloſenverſicherung ergeben ſollte. Die
nach der Verordnung beſtehende Möglichkeit zur Prüfung de
individuellen Bedürftigkeit will die Kommiſſion
ſchär=
fer als bisher ausgenützt wiſſen. Hinſichtlich der Koſten der
Kri=
ſenfürſorge ſchlägt die Kommiſſion, um den Gemeinden zu helfen,
vor, daß das Reich auf den Gemeindeanteil in der
Kriſenfürſorge verzichtet. Eine Beteiligung der
Län=
der an dem Aufwand der Kriſenfürſorge dagegen kann die
Kom=
miſſion nicht empfehlen.
Zum Schluß weiſt die Kommiſſion darauf hin, daß ihre beiden
früheren Teilgutachten mit aller Deutlichkeit gezeigt haben, daß
ſie nicht gewillt ſei, die Maſſenarbeitsloſigkeit
als ein unabwendbares Schickſal anzuſehen, dem
wir ohnmächtig gegenüberſtehen. Die Kommiſſion regt an, vor
allem die Verwirklichung der im zweiten Teilgutachten entwickelten
Gedanken nicht ununterſucht zu laſſen. Das Gelingen eines ſolchen
Verſuches hänge nicht zuletzt auch von unſerer eigenen
Entſchluß=
kraft und vom ernſtlichen Willen aller Beteiligten ab.
Das Gutachten ſtellt eine ſtarke Enttäuſchung dar, weil es
nicht die Hoffnungen erfüllt, die im allgemeinen auf dieſes
Gut=
achten geſetzt worden waren. Es läßt klar erkennen, daß die Kom=
miſſion vielleicht den guten Willen gehabt hat, einſchneidende
Re=
formen herauszuarbeiten, daß ſie im letzten Augenblick aber wie
der zurückgewichen iſt und ſich, um das Geſicht zu wahren, damit
begnügte, einige Reformen anzuregen. Die Kommiſſion hätte
beſſer getan, wenn ſie auf die Veröffentlichung dieſes Gutachtens
verzichtet, dafür aber kurz feſtgeſtellt hätte, daß eine
Ueberwin=
dung der Schwierigkeiten von ſelbſt kommt, ſobald die Wirtſchaft
wieder in der Lage iſt, zu produzieren und abzuſetzen. Ein Appell
an die Reichsregierung auf Entlaſtung und Befreiung der
Wirt=
ſchaft von untragbaren Feſſeln und Einengungen wäre beſſer ge
weſen, als ſich an den erteilten Auftrag zu klammern, und mit
einem ſolchen Gutachten herauszukommen.
Die Sühne für Golaſſowik.
Mildes Urkeil für die polniſchen Terroriſten.
Sohrau, 5. Juni.
Der Prozeß gegen die 26 Aufſtändiſchen, die am Tage vor
den Wahlen zu dem Schleſiſchen Seim von Sohrau nach
Golaſſo=
witz gekommen waren und den ganzen Ort terroriſiert hatten,
wurde in knapp einer Stunde erledigt und endete mit einem
Urteil von unglaublicher Milde gegen nur zwei der Angeklagten.
Die Staatsanwaltſchaft hatte das Offizialverfahren abgelehnt,
weil kein Landfriedensbruch und ſomit kein Grund zu einem
öffentlichen Strafverfahren vorgelegen habe. Dem Termin vor
dem Sohrauer Bezirksgericht lag daher lediglich die
Privat=
klage von fünf durch die Aufſtändiſchen terroriſierten
Golaſſo=
witzer deutſchen Minderheitsangehörigen zugrunde. Die
Privat=
klage zweier von ihnen wurde vom Gericht niedergeſchlagen, und
zwar die der Lehrerin Fuchs, die von den Aufſtändiſchen
ge=
zuvungen worden war, ſie in dem Golaſſowitzer evangeliſchen
Gemeindehaus umherzuführen, wobei ſie eine Durchſuchung d 2
Gebäudes nach deutſchem Wahlmaterial vornahmen, und die
Klage des Lehrers Nerbas, der von den Aufſtändiſchen tätlich
beleidigt worden war. Zur Verhandlung vor dem Einzelrichter
ſtand lediglich die Klage des Landwirtes Mlynek, den die
Auf=
ſtändiſchen zum Niederknien und zum Schwören gezwungen
hat=
ten, für den polniſchen Regierungsblock zu ſtimmen, des
Ge=
meindehausverwalters Watzlawik, in deſſen Wohnung die
Auf=
ſtändiſchen eingedrungen waren, um ihn zu verprügeln, und des
Organiſten Bigalke, der von den Aufſtändiſchen verfolgt uno
mißhandelt wurde. Die Angeklagten leugneten zum größten
Teil, an dem fraglichen Tage in Golaſſowitz geweſen zu ſein
Das Gericht verurteilte die Angeklagten Pacyla und Folsus
wegen Bedrohung ze je 30 Zloty Geldſtrafe oder 30 Tagen
Gefängnis und zur Tragung des auf ſie entfallenden Teils der
Gerichtskoſten, während die übrigen Koſten den Privatklägern
auferlegt wurden. Von beiden Seiten wurde gegen das Urteil
Berufung eingelegt.
Der Geſehgebungsausſchuß des Heſſiſchen Landkags
lehnte am Freitag einen Antrag des Abg. Galm auf
er=
weiterte Zulaſſung der Antragſteller zu den Beratungen des
Finanzausſchuſſes ab. Die Regierungsvorlage betr. Entwurf
eines Ausführungsgeſetzes zum Reichsgeſetz über die
Bereini=
gung der Grundbücher wurde in der Regierungsfaſſung
ange=
nommen. Bei der Behandlung der Eingabe eines Ober=
Ingel=
heimer Arztes betr. Aufhebung der ärztlichen Ehrengerichte
ent=
ſpann ſich eine längere Ausſprache über die Frage der
Aerzte=
honorare und die Frage der Ehrengerichte. Die Beſchlußfaſſung
über die Eingabe wurde vertagt. Die Beratungen des
Geſetz=
gebungsausſchuſſes gehen heute weiter.
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Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931
Seite 5
Darmſtadt, den 6. Juni 1931.
Oberbürgermeiſter Mueller fährk nach Amerika.
Wir entnehmen der „New Yorker Staatszeitung”;
Oberbür=
germeiſter Mueller, Darmſtadt, dem Herr William L. Strauß vor
inigen Wochen die offizielle Einladung des Heſſen=Darmſtädter
Volksfeſtvereins von New York zu einem Gaſtbeſuch in den
Ver=
inigten Staaten übermittelte wird nach einem geſtern dem
Ver=
ein zugegangenen Dank= und Erwiderungsſchreiben die Einladung
per New Yorker Landsleute annehmen und im Auguſt zu
drei=
wöchigem Beſuchsaufenthalt in New York eintreffen.
Das Oberhaupt der heſſiſchen Landeshauptſtadt tritt nach den
brieflichen Mitteilungen, die herzliche Freude über die
Ein=
ladung und über die bevorſtehende Reiſe ausdrücken, am 9. Auguſt
an Bord der St. Louis” in Hamburg die Ausreiſe an und dürfte
dier vorausſichtlich am 19. Auguſt empfangen werden.
der
Vor=
ſtand des Heſſen=Darmſtädter Volksfeſtvereins, mit Präſident
Feik und das Reiſekomitee des Beethoven=Männerchors, unter
dem Vorſitz von Herrn Philipp Lenges übernehmen
gemeinſchaft=
lich die zu Ehren des Gaſtes geplanten Empfänge und
Unter=
haltungen, in deren Mittelpunkt das diesjährige Volksfeſt der
Heſſen=Darmſtädter am 30. Auguſt ſtehen wird.
— Offene Stellen. Bei den Amtsgerichten Altenſtadt.
Gernsheim Nieder=Olm, Pfeddersheim und
Zwingenberg iſt,die Stelle je eines
geſchäftsleiten=
den Juſtizinſpektors (Beſoldungsgruppe A 40) zu
be=
ſetzen. Bewerbungen ſind bis zum 20. Juni an den Juſtizminiſter
einzureichen.
— Ernaunt wurden: Am 29. Mai 1931: der
Gendarmerie=
hauptwachtmeiſter a. Pr. Ferdinand Weller aus Klein=Linden
zum Gendarmeriehauptwachtmeiſter mit Wirkung vom 1. Mai
1931; der Gendarmeriehauptwachtmeiſter a. Pr. Anton Balze
aus Schmallenberg zum Gendarmeriehauptwachtmeiſter mit
Wir=
kung vom 1. Juni 1931.
EPH. Evangeliſch=kirchliche Dienſtnachrichten. Durch die
Kir=
chenregierung wurde der durch Sämtliche Riedeſel Freiherren zu
Eiſenbach, Erbmarſchalle zu Heſſen, erfolgten Präſentation des
farrverwalters Hans Bickel zun Brensbach auf die evangeliſche
Pfarrſtelle zu Altenſchlirf. Dekanat Lauterbach, die Beſtätigung
er=
teilt. Dekan Ludwig Bär zu Lindheim auf ſein Nachſuchen von
der Führung des Dekanats Büdingen mit Wirkung vom 1. Juni
1931 entbunden und Pfarrer Hans Chriſtian Schreiber zu
Mainz auf ſein Nachſuchen aus dem Dienſt der Evangeliſchen
Lan=
deskirche mit Wirkung vom 1. Juni 1931 entlaſſen.
— Jubiläum. Reichsbahnoberſekretär und
Ermittlungsbeam=
ter der Güterabfertigung Karl Spengler, Darmſtadt.
Rhön=
ring 133, feiert am 6. Juni 1931 ſein 25jähriges Dienſtjubiläum.
— Kein Verbandstag des Heſſiſchen Einzelhandels. Die für
den 7. Juni für Alsfeld vorgeſehene Hauptverſammlung des
Lan=
desverbandes des Heſſiſchen Einzelhandels, Sitz Darmſtadt, muß
im Hinblick auf die derzeitigen ſchwierigen Verhältniſſe ausfallen.
An Stelle des geplanten Verbandstages wird lediglich eine
ge=
ſchloſſene Mitgliederverſammlung am gleichen Tage in
Darm=
ſtadt ſtattfinden.
Orpheum, Märchenſpiele. Die bei den Kindern mit
Recht ſo beliebten Märchenaufführungen werden durch das
In=
time Theater Nürnberg wieder aufgenommen, und zwar geht am
Sonntag, 7. Juni, nachmittags 3,30 Uhr, das heitere
Kin=
dermärchen „Die Prinzeſſin auf der Erbſe” in Szene.
Die Regie liegt in Händen von Willi Minauf, der es ſich zur
Aufgabe gemacht hat, den Kleinen einen erleſenen Genuß zu
be=
reiten. Der Vorverkauf hat zu Preiſen von 30 Pf. bis 1,20 Mk.
in den bekannten Stellen ſchon begonnen. Gegen Vorlage der
heutigen Anzeige wird an der O
heumskaſſe ein Nachlaß gewährt,
5 Pf., num. Saal 40 Pf., Sperr=
und zwar koſten dann: Eſtrade
Balkon 50 Pf., 1. Balkon und Seitenparkett 60 Pf.,
ſitz und
2. Parkett 70 Pf. 1. Parkett und Mittelloge 1 Mk. An
letzt=
genannter Stelle iſt nachmittags von 2 bis 5 Uhr die Möglichkeit
Als Prämie erhält jede 10. gelöſte
eines Umtauſches geſchaffen.
Eintrittskarte einen Waſſerball. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus
Samstag, 6. Juni 12.30, Ende gegen 23 Uhr Pr. 0 50—4Mk.
Viktoria und ihr Huſar
17.30—22.15 Uhr Dſtdt. Volksb. Gr. 1—1V
Parſifal Pr. 1.20.12 Mr.
20, Ende nach 22.30 Uhr Pr. 1— 6 Mk.
„Alt=Heidelberg
4 25, T Gr. 2, 8 u.
Valerio Pr. 1—10 Mr.
19.30—22.45 Uhr Dſtdt. Volksb. Gr. L10
Carmen Pr. 1—10 Mk.
19.,30—22.45 Uhr Preiſe 0.60—6 Mk.
Figaros Hochzeit
Keine Vorſtellung.
KF
19.30, Ende gegen 22.30 Uhr
Die drei Musketiere Pr. 1-10
17.30—22.30 Uhr Gaſtſpiel Hans Grah
PG, M6. Darmſt. Volksbühne Gr. 1—1V
Sonntag, 14. Juni
Abſchiedsvorſtellung Dr. Karl Böhm
Die Meiſterſinger von Nürnberg
Kleines Haus: G=ſchloſſen bis 20. Juni (Tanzabend Edith Biele eld)
Gaſtſpiele des Heſſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Sonntag, den 7. Juni 1931: „Im weißen Rößl”
Donnerstag, den 11. Juni 1931: „Wie werde ich reich und glücklich”
."
Sonntag, den 14. Juni 1931: „Alt=Heidelberg
— Heſſiſches Landestheater. Heute Samstag geht die
außer=
ordentlich erfolgreiche Operette „Viktoria und ihr Huſar
um letzten Male als Volksvorſtellung in Szene. — „
Parſi=
ſal”, Bühnenweihfeſtſpiel von Richard Wagner, gelangt morgen
Sonntag, 17.30 Uhr, im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung
Anläßlich der Tagung
von Dr. Karl Böhm zur Darſtellung.
des Reichsverbandes bildender Künſtler findet am Mittwoch, dem
10. Juni, eine Aufführung von Bizets Oper „Carmen” unter
muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm ſtatt. Die Partie des
Don Joſé ſingt Joachim Sattler. — Als letzte Oper der
Spiel=
zeit befindet ſich Verdis „Macht des Schickſals in
Vor=
bereitung.
Sonntag, 7. Juni G18
Montag, 8. Juni
Dienstag 9. Junt 130—3230 Uhr
Mittwoch, 10. Juni F 12
Donnerstag, 11. Juni
Freitag, 12. Juni
Samstag 13. Juni
Intendantenkriſe.
Die Bedeutung des Heſſiſchen Landestheaters als
Kultur=
aktor, die Notwendigkeit ſeiner Erhaltung im Intereſſe unſerer
kulturellen Entwicklung ſind ſelbſt in dieſen Jahren der
mare=
riellen Not wieder und immer wieder auch von den
maßgeben=
den Stellen anerkannt worden. Die auf langer Tradition
be=
ruhende, Theaterfreudigkeit des Darmſtädter Publikums, die
Bereitſchaft der Stadt Darmſtadt ſelbſt, für dieſes Theafer
große finanzielle Opfer zu bringen, alles das ſind
rühm=
lich bekannte Tatſachen.
Eine Selbſtverſtändlichkeit unter dieſen Umſtänden, daß ein
Wechſel in der oberſten Leitung des Inſtitutes jedesmal
leb=
hafteſtes Intereſſe in weiten Kreiſen der Bevölkerung erregt.
Um ſo erſtaunlicher iſt es, daß die
Verwaltungskommiſ=
ion, die ſich aus Vertretern von Staat und Staot
zuſammen=
ſetzt, und welche die Ernennung des Intendanten zu vollziehen
hat, es offenbar nicht für nötig hält, die Oeffentlichkeit von
ſich aus über ihre Pläne zu unterrichten. Daß der
Ober=
bürgermeiſter der Stadt Darmſtadt letzthin die Darmſtädter
Preſſe zu einer Beſprechung über die Intendantenfrage einlud,
ivar zweifellos ſehr dankenswert. Aber dieſe Einladung
er=
folgte ja nicht im Auftrage der Verwaltungskommiſſion.
Etwas verſtändlicher wird dieſe Haltung der
Verwaltungs=
kommiſſion allerdings dann, wenn man hört, daß man ſehr
ernſthaft mit dem Gedanken umgeht, einem Mann die Leitung
des Heſſiſchen Landestheaters anzuvertrauen, der ſchon einmal
nicht nur von dem Theaterpublikum, ſondern von der
ge=
ſamten öffentlichen Meinung abgelehnt wurde.
Die Auseinanderſetzungen über die Theaterleitung des
dama=
ligen Darmſtädter Generalintendanten Hartung
dürften unſeren Leſern zum guten Teil noch in Erinnerung
ſein. Wir haben ſ. Zt. im April 1923 Herrn Hartung
außer=
ordentlich ſcharf angegriffen. „Wir wünſchen uns” ſo ſchloſſen
wir damals unſere Artikelfolge, „auf den Darmſtädter
Inten=
dantenpoſten eine andere Perſönlichkeit, eine Perſönlichkeit, die
weniger getrieben iſt von dem Ehrgeiz, durch Experimente die
Aufmerkſamkeit Berliner Blätter auf die Darmſtädter Bühne
oder beſſer geſagt, ihren Leiter zu lenken, als von dem, Diener
der Kunſt zu ſein in ihrem höchſten und edelſten Sinn.”
Eine Fülle von Zuſchriften bewies uns, daß wir der
überwältigenden Mehrheit des
Theaterpubli=
kums aus der Seele geſprochen hatten. Die geſamte
öffentliche Meinung, die Darmſtädter Preſſe aller
Rich=
tungen ohne eine einzige Ausnahme, wandte ſich im weiteren
Verlauf der Dinge ſcharf gegen den Generalintendanten, und
als er dann ging, weinte ihm niemand eine Träne nach. Es
iſt doch gewiß bezeichnend, daß auch das Geſamtperſonal des
Theaters es damals in einer Vollverſammlung mit
überwäl=
tigender Mehrheit ablehnte, dem Intendanten ein
Vertrauens=
votum zu geben.
Herr Hartung ging von Darmſtadt nach Köln, wo
ſich bereits nach dem Verlauf weniger Monate ſehr ernſthaſte
Differenzen ergaben. Herr Hartung ging von Köln nach
Ber=
lin, wo er die Leitung der Renaiſſance=Bühne übernahm. Es
dauerte nicht lange bis ernſthafte finanzielle Schwierigkeiten
auf=
traten, die ſchließlich zum bitteren Ende führten.
Seitdem leitet Herr Hartung kein Theater
mehr.
Die Heidelberger Feſtſpiele ergaben einen 150 000
Mk. überſchreitenden ungedeckten Fehlbetrag, über deſſen
Deckung es unerfreuliche Auseinanderſetzungen gab.
Jetzt ſteht Herr Hartung in vorderſter Reihe
der Bewerber um den Darmſtädter
Intendan=
tenpoſten!
Es iſt bekannt, daß zwiſchen dem derzeitigen heſſiſchen
Innenminiſter Leuſchner und Herrn Hartung von jeher gute
Im Schloßmuſeum ſind Führungen: Am Sonntag
vormit=
tag um 11 und 11.30 Uhr ſowie an den Wochentagen um 11 und
11.30 Uhr vormittags und 3 und 3.30 Uhr nachmittags. Die
Ma=
donna des Bürgermeiſters Meier von Baſel von Hans Holbein
em Jüngeren kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt
werden.
ein Posten Hüte
in modernen Formen zu diesen
enorm billigen Serien-Preisen:
Serie
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Serie IIl Serie!V
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rnst-Ludwigsplatz
Darmstadt — Markt
Im Union=Theater ſieht man heute und morgen Renate
Müller und Guſtav Fröhlich in „Das Liebeslied” nach einer
No=
velle von Luigi Pirandello. Dazu das gute Beiprogramm.
Ju=
gendliche ſind zugelaſſen.
perſönliche Beziehungen beſtanden haben, und daß dieſe guten
perſönlichen Beziehungen auch damals bei der Wahl des Herrn
Profeſſor Ebert zum Darmſtädter Intendanten eine nichi
uner=
gebliche Rolle geſpielt haben. Aber derartige perſönliche
Beziehungen, die zum Teil wohl auch auf politiſche
Geſin=
nungsgemeinſchaft zurückgehen, ſollten doch,
wahr=
lich nicht entſcheidend ſein für die Beſetzung eines
Intendanten=
prſtens, ſondern allein die fachliche Qualifikation. Wir kennen
die künſtleriſche Perſönlichkeit Hartungs aus ſeiner mehrjährigen
Darmſtädter Tätigkeit zur genüge, um uns über ſie ein Urteil
erlauben zu können. Man ſagt, er habe ſich ſeitdem „geſpan=
5.1‟ Kann ſich eine ſo ausgeprägte Perſönlichkeit noch im
reiferen Alter von Grund aus ändern?
Wir vermögen daran nicht zu glauben, ganz abgeſehen
da=
von, daß die Urteile über ſeine Berliner Tätigkeit
kaum für eine ſolche Wandlung ſprechen. Müſſen wir denn
ein derartiges Experiment machen? Gibt es nicht eine
ganze Reihe von künſtleriſchen hochqualifizierten Perſönlichkeiten
die bereit wären, den Darmſtädter Intendantenpoſten zu
ber=
nehmen, und denen die öffentliche Meinung ganz geidiß nicht
annäherno mit dem Mißtrauen gegenüberſtünde
wie gerade Herrn Hartung?
Das alles iſt natürlich der Verwaltungskommiſſion ſehr wohl
bekannt. Sie kennt die prekäre Lage des Heſſiſchen
Landes=
theaters, ſie kennt die ſtarken Widerſtände gegen Herrn Hartung,
ſie weiß genau, wie ſtark die finanzielle Exiſtenz des
Landes=
theaters von dem Intereſſe des Theaterpublikums abhängig iſt.
Wenn trotz dieſer klaren Sachlage die Vertreter des Staates
in der Verwaltungskommiſſion mit ſolcher Starrheit an der
Kandidatur Hartung feſthalten, ſo dürfen ſie ſich nicht wundern,
wenn in der Oeffentlichkeit der fatale Eindruck entſteht, daß
hier wiederum eines jener höchſt unerfreulichen
Partei=
geſchäfte gemacht werden ſoll, die wir gerade in jüngſter
Zeit mehrfach erlebt, und die mit Recht eine allgemeine tiefe
Erbitterung hervorgerufen haben.
Man hat während der letzten 12 Jahre bei der Beſetzung
des Intendantenpoſtens kaum jemals Rückſicht auf die öffentliche
Meinung genommen. Schließlich iſt ja auch die
Verwaltungs=
kommiſſion frei in ihren Entſchließungen, für die ſie allein
die Verantwortung trägt. Aber wir haben es in dieſen letzten
Jahren eben doch mehrfach erlebt, daß man dann ſpäter, wenn
wir uns kritiſch gegen die Theaterleitung ſtellen mußten, uns
den Vorwurf machte, daß unſere Kritik die Exiſtenz des
Theaters gefährde. Aber nicht die ſachliche Kritik
der öffentlichen Meinung iſt es, welche die Exiſtenz
des Heſſiſchen Landestheaters gefährdet, gefährdet wird
ſie, und zwar ernſtlich gefährdet, wenn die
ver=
antwortlichen Inſtanzen es nicht verſtehen, die
leitenden Poſten mit den geeigneten
Perſönlich=
keiten zu beſetzen.
Es iſt keine angenehme Aufgabe, gegen eine für den
In=
tendanten=Poſten in Frage kommende Perſönlichkeit von
vorn=
herein ſo ſcharf Stellung zu nehmen, wie wir das heute tun
müſſen. Wir haben unſere ernſten Bedenken bisher nicht der
Oeffentlichkeit unterbreitet und haben, wie zahlreiche Zuſchriften
beweiſen, uns dadurch der ſcharfen Kritik eines großen Teils
unſerer Leſer ausgeſetzt. Wir hatten die Hoffnung, daß unſere
achlichen Einwendungen gelegentlich perſönlicher Beſprechungen
vielleicht doch nicht kurzerhand beiſeite geſchoben werden würden,
und daß wir auf dieſem Wege eine öffentliche
Auseinander=
ſetzung vermeiden könnten. Nachdem ſich dieſe Hoffnung aber
als trügeriſch erwies, müſſen wir unſere ſchweren Bedenken
auch öffentlich geltend machen im Intereſſe der Erhaltung
un=
ſeres Heſſiſchen Landestheaters.
M.
Die Ufa=Bildſpiele im Kleinen Haus geſchloſſen?
Der „Lichtbildbühne” (Illuſtrierte Tageszeitung des
Films) wird aus Frankfurt gemeldet:
Das ſeit 400 Jahren beſtehende Kleine Haus des Heſſiſchen
Landestheaters in Darmſtadt ſollte vor einiger Zeit zum
Ton=
filmtheater umgeſtaltet werden. Die neugegründete Heſſiſche
Licht=
ſpiel A. G. in Darmſtadt, die das Theater für ihre Zwecke pachtete,
hob jedoch den Vertrag auf, anſcheinend, weil die Beſtimmungen
über die ſicherheitspolizeilichen Vorſchriften in dem alten Bau
nicht durchgeführt werden konnten.
Nun ſetzte ſich die Intendantur mit der Ufa in Verbindung
mit dem Erfolge, daß die Ufa=Bildſpiele im Heſſiſchen
Landes=
theater eröffnet wurden. Es liefen bereits Tonfilme wie „Drei
von der Tankſtelle” „Vorunterſuchung” uſw. Direktor Zix, der
Geſchäftsführer der Palaſt=Lichtſpiel=A. G., Filiale Darmſtadt,
er=
hob nunmehr gemeinſam mit dem Landesverband Heſſen und
Heſſen=Naſſau gegen die erteilte Spielgenehmigung Einſpruch, da
in dem Kleinen Haus die feuer=, bau= und ſicherheitspolizeilichen
Vorſchriften nicht eingehalten werden könnten und früher bereits
die ſtädtiſchen Behörden aus dieſen Gründen ſelbſt für Theater=
Aufführungen ein Veto eingelegt hätten.
Beſonders fand man es erſtaunlich, daß das Miniſterium über
den Einſpruch der Darmſtädter Polizeibehörde hinweg einen
weit=
gehenden Dispens erteilt hatte. Nach genauer Prüfung der
Sach=
lage und einem Referat des Direktors Zix fühlte ſich das
Heſ=
ſiſche Miniſterium auch veranlaßt, den Dispens zurückzuziehen.
Damit iſt der Tonfilmbetrieb in dem über 1000 Perſonen
faſſen=
den Theater, das pro Jahr während 20 Wochen Filme ſpielen
wollte, ſtillgelegt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele, Grafenſtraße, bringen ab heute
wiederum ein ſenſationelles Stummfilm=Doppelprogramm, und
zwar den Abenteuerfilm „Roſe=Marie‟ (Die Roſe der Prärie),
mit Joan Crawford. James Murray und Houſe Peters in den
Hauptrollen (Regie: Lucien Hubbard), ſowie das
Senſations=
drama „Mr. Wu” mit Lon Chaney, dem Meiſter der Maske, in
Sein Gegenſpieler iſt Renee Adoree, die Regie
der Titelrolle.
führt William Nigh.
Seite 6
Samstag, den 6. Juni 1931
Nummer 155
*Die heſſiſchen Handwerker=Pertreter tagen.
39. Sihung der Heſſiſchen Handwerkskammer.
M. St. Darmſtadt, 6. Juni.
Unter dem Vorſitz des Herrn J. Nohl trat geſtern vormittag
die heſſiſche Handwerkskammer im Saale der Vereinigten
Geſell=
ſchaft zu ihrer 39. Vollverſammlung zuſammen. Nach Feſtſtellung
der Anweſenheitsliſte und Erledigung der ſonſtigen formal=
ge=
ſchäftlichen Angelegenheiten eröffnete. Herr Nohl die
Verſamm=
lung mit herzlicher Begrüßung der Anweſenden im Namen des
Vorſtandes. Inſonderheit richtete er ſeinen Gruß an den Herrn
Staatskommiſſar, Miniſterialrat Hechler, den Vertreter der
Bauabteilung, Herrn Baurat Schnell. Direktor Paech u. a. m.
Er verbreitete ſich dann kurz über die allgemeine Wirtſchaftslage,
deren ſchwere Not beſonders ſtark auf das Handwerk drückt, und die
ſchon viele Exiſtenzen vernichtet hat. Die Handwerkskammer habe
ihrerſeits getan, was in ihren Kräften ſtand, das Allerärgſte
ab=
zuwenden. Der Tätigkeitsbericht, der gedruckt vorliegt (wir haben
bereits einen Auszug daraus veröffentlicht), gibt darüber
Auf=
ſchluß. Die weiteren Ausführungen des Vorſitzenden gelten der
Ehrung der im letzten Jahre Verſtorbenen, inſonderheit des Herrn
Geheimrat Falk und Stadtrat Haury, zu deren Gedenken man
ſich von den Plätzen erhob.
Herr Miniſterialrat Hechler dankte in ſeinem und im
Namen der übrigen behördlichen Vertreter für die herzliche
Be=
grüßung, erörterte kurz die möglichen Maßnahmen der Regierung
zur Hebung der Not des Handwerks (Weſthilfe?) und wünſchte
den Beratungen beſten Erfolg.
Man trat dann in die Tagesordnung ein. Der
geſchäftsfüh=
rende Direktor, Herr Schüttler, verlas eine Reihe von
An=
trägen, die zur Beratung geſtellt werden und führte zum
Ver=
waltungsbericht aus:
Der Bericht zeigt, daß das abgelaufene Geſchäftsjahr für die
Handwerkswirtſchaft ein ausgeſprochenes Notjahr war. Die
Wirt=
ſchaftskriſe hat ſich in ihrer ganzen Schwere, zunehmendem
Auf=
tragsmangel, Kapitalknappheit und ſtets wachſenden Belaſtungen
auf die Kreiſe des Handwerks ausgewirkt und in ihnen Mißtrauen
und Verbitterung hervorgerufen, ſcheint doch nach Lage der Dinge
alles ehrliche Vorwärtsſtreben, jeder Verſuch wirtſchaftlicher
Be=
tätigung ausſichtslos oder ſogar verhängnisvoll. Das Heer der
Erwerbsloſen, das ſich in ungeahnten Ziffern bewegt, gibt ein
Bild über den Tiefſtand der Wirtſchaft.
Die einzelnen Handwerkszweige hatten unter der Einengung
der Kaufkraft aller Kreiſe empfindlich zu leiden und kamen zum
Teil faſt zum Erliegen. Insbeſondere lag die Bautätigkeit völlig
darnieder, was die Auftragsloſigkeit ſo vieler anderer
Berufs=
gruppen nach ſich zog. Je mehr Auftragsmangel ſich bemerkbar
machte, umſo unſinnigere Formen nahmen die
Preisunterbietun=
gen an. In dem Verwaltungsbericht wird gezeigt, wie es der
Ge=
ſchäftsführung der Kammer gelang, auf den verſchiedenſten
Ge=
bieten helfend und fördernd zu wirken. So wurde im ehemals
beſetzten Gebiet an der Löſung verſchiedener beim Abzug der
Be=
ſatzung aufgetauchter Fragen mitgewirkt. Die Aufteilung des
Weſt=
fonds erforderte umfangreiche Verhandlungen. Im Hinblick auf
die Stockung in der Kapitalverſorgung wurde die Kreditwirtſchaft
in gleichem Maße wie im vergangenen Jahre weitergeführt.
Wei=
ter hat ſich die Kammer mit der Abhaltung von
Weiterbildungs=
kurſen, Fragen des Verdingungs= und Steuerweſens, der
Preis=
ſenkungsaktion eingehend beſchäftigt. Die Organiſationsbewegung
konnte im abgelaufenen Geſchäftsjahre als verhältnismäßig günſtig
bezeichnet werden. Zur Bearbeitung lagen außerdem wie immer
Fragen des Lehrlings=, Geſellen= und Meiſterprüfungsweſens vor.
Auch die Berichte der
Handwerkskammerneben=
ſtellen laſſen erkennen, daß viel erſprießliche Arbeit im
abge=
laufenen Geſchäftsjahre geleiſtet wurde. Sie geben gleichzeitig
Aufſchluß darüber, wie eng die Nebenſtellen mit dem Handwerk
ihres Bezirks verbunden ſind und welch dringendem Bedürfnis
ihre Einrichtung entſprach.
In der Ausſprache führt Herr Becker=Offenbach aus, daß
der ausführliche Bericht ſehr dankenswert aufzunehmen ſei, er
rügt aber die Ausführungen über die ſogenannte
Preisſenkungs=
aktion, an der ſcharfe Kritik geübt wird, beſonders vom
Stand=
punkt des Bäckerhandwerks. Den Entſchluß der Handwerkskammer.
den Innungen die Preisſenkung zu empfehlen, ſei außerordentlich
bedauernswert. Ebenſo ſcharf kritiſiert Redner die Steuerpolitik
des Landtages, beſonders der Grund= und Realſteuern. Er bringt
eine ſehr umfangreiche Entſchließung ein, gegen deren
An=
nahme ſich Direktor Schüttler wendet, beſonders weil ein
gro=
ßer Teil der Wünſche bereits in dem Tätigkeitsbericht
Berückſich=
tigung gefunden haben, namentlich in bezug auf die Beteiligung
der Innungen an der Preisbildung uſw. Er ſchlägt vor, die
Reſo=
lution der Handwerkskammer eventuell mit der vorgeſchlagenen
zu verbinden. Landtagsabgeordneter Kunkel (DVP.) wendet
ſich gegen die Reſolution, ſoweit ſie unberechtigte Angriffe gegen
die Vertreter des Handwerks im Landtag richtet. Die
Abgeord=
neten beſonders der verſtorbene Abg. Haury, haben alles getan,
was ſie tun konnten.
Miniſterialrat Hechler wendet ſich ebenfalls gegen die
Re=
ſolution, die ganz auf Politik abgeſtellt iſt, die hier nicht hergehört.
Die Preisſenkungsaktion der Reichsregierung war notwendig, ſie
hat ſich beſonders in Heſſen nicht gegen das Handwerk gerichtet,
ſondern nur gegen Auswüchſe, deren Beſeitigung notwendig war,
Auch Abg. Donath wendet ſich ſcharf gegen die Reſolution von
Becker und verteidigt die Haltung der Regierungsparteien im
Landtag. Herr Neſſel= Seligenſtadt befürwortet u. a.
Ein=
treten der Handwerkskammer für Aufnahme von
Verdingungs=
vorſchriften (gegen freihändige Auftragserteilung) in die
Land=
gemeindeordnung. Er wünſcht weiter, daß die Mindeſtlehrzeit nicht
zugleich Höchſtlehrzeit ſei.
Herr Baurat Schnell führt aus, daß eine Verſchmelzung
der Reichsverdingungsordnung mit der Landgemeindeordnung
nicht möglich iſt, weil man ſo ſtarre Vorſchriften den Gemeinden
nicht machen kann. Das Ziel wird auch erreicht werden, wenn die
Gemeinden nach Möglichkeit dem Vorgehen der ſtaatlichen
Behör=
den ſich anſchließen.
Direktor Schüttler weiſt darauf hin,
daß z. 3. Vorſchläge über Aenderung der Landgemeindeordnung
in der Handwerkskammer ausgearbeitet werden. Man wird die
Anregungen Neſſels möglichſt berückſichtigen.
Herr Becker=Offenbach wendet ſich gegen die Feſtſtellung,
daß ſeine Reſolution auf politiſches Gebiet führe. Es ſei allerdings
ſchwer, heute eine Grenze zu ziehen zwiſchen Politik und Wirtſchaft.
Es iſt vom.Wirtſchaftsminiſterium vorgeſchlagen worden, aus
Erſparnisgründen die Handwerkskammernebenſtelle
Darmſtadt aufzuheben, deren Arbeit von der Hauptſtelle
in Darmſtadt mit zu erledigen.
In der Ausſprache hierüber treten mehrere Redner für
Bei=
behaltung der Nebenſtelle ein, da durch dieſe die Erledigung
dring=
licher Angelegenheiten ſchneller gewährleiſtet wird und gerade die
Darmſtädter Nebenſtelle eine der umfangreichſten und
meiſtbeſchäf=
tigſten iſt. Eine Erſparnis dürfte ſich auch durch die Aufhebung
kaum erzielen laſſen.
Vom Vorſitzenden wird dann vorgeſchlagen, die Verträge mit
den 7 Syndici zu ändern.
— In der Debatte wird der Vorſchlag
teilweiſe begrüßt, teilweiſe auch bekämpft. Doch iſt die übergroße
Mehrheit ſchließlich für den Vorſchlag des Vorſtandes, der gegen
6 Stimmen angenommen wird.
Die Tätigkeitsberichte der Gewerbeförderungs= und
Betriebs=
beratungsſtelle, ſowie des Reviſionsbeauftragten wurden zur
Aus=
ſprache geſtellt und ohne Debatte genehmigt.
Aus letzterem (Herr Neſſel) iſt zur
Lehrlingskon=
trolle zu erwähnen:
Die außerordentlich ſchlechte Wirtſchaftslage, die vom
Hand=
werk beſonders große Opfer fordert, wirkt ſich im Lehrlingsweſen
beim genauen Zuſehen recht beängſtigend aus. Daß in vielen
Fällen aus wirtſchaftlicher Not die eingegangenen
Vergütungsver=
pflichtungen, die im Lehrvertrag feſtgelegt ſind, nicht eingehalten
werden können, iſt das geringere Uebel. Viel ſchwerer wiegt die
Tatſache, daß aus Mangel an Arbeit in einer ganzen Reihe von
Berufen die Ausbildung außerordentlich not leidet. Daß
wochen=
langes Ausſetzen der Arbeit für die Ausbildung nicht förderlich
ſein kann, dürfte wohl keinem Zweifel unterliegen. Sind dem
Beauftragten doch Fälle bekannt, wo in den letzten 3 Jahren die
Arbeitstätigkeit ſich jährlich nur auf 10—12 Wochen erſtreckt. Dieſe
Tatſache führt aber weiter dazu, daß keine Lehrverträge mehr
ab=
geſchloſſen werden, oder beſſer geſagt, gar nicht abgeſchloſſen
wer=
den können. Geſchieht es dennoch, ſo iſt der Lehrvertrag nur Form
ohne Inhalt. Man kann in ſolchen Fällen dem Handwerker nicht
einmal einen Vorwurf daraus machen, wenn er keinen
rechtsver=
bindlichen Vertrag abſchließt. Wer will das Riſiko eines ſolchen
Vertrags z. B. in bezug auf ordnungsmäßige Ausbildung uſw.
Abernehmen, wenn man andererſeits keine Garantie für eine nur
Unigermaßen ausreichende Beſchäftigung während der feſtgeſetzten
Lehrzeit übernehmen kann. Dazu kommt daß die Rechtſprechung
in vielen Fällen Verſtändnis für die troſtloſe Lage des Handwerks
vermiſſen läßt. Auch der Widerſtand der Eltern dieſer „Lehrlinge‟
gegen Abſchluß eines Vertrags, der ihnen ihre mutmaßlichen Rechte
aus der Verſicherungsgeſetzgebung beſchneidet, iſt nicht zu
unter=
ſchätzen. Damit ſchlittern wir allmählich aber ſicher bei den
Ju=
gendlichen aus dem Lehr= bzw. Erziehungsverhältnis in ein
ar=
beitsrechtliches mit allen ſeinen Konſequenzen wie
tarifvertrag=
liche Regelung der Beſchäftigung, der Entlohnung uſw. Hier
be=
darf es der ganz beſonderen Aufmerkſamkeit der Kammer, um die
geſetzlich verbrieften Rechte des Handwerks zu wahren.
Der Bericht der Gewerbeförderungs= und
Betriebsberatungs=
ſtelle zeigt eine umfangreiche Tätigkeit in techniſch=wirtſchaftlichen
Fragen des Handwerks. Die hauptſächlichſten Arbeitsgebiete der
Stelle waren techniſche und wirtſchaftliche Unterſuchungen für das
Töpfergewerbe, moderne Oberflächenbehandlung, künſtliche
Holz=
trocknung, autogene Metallbearbeitung, Spankorbfabrikation
Pa=
tent= und Muſterſchutzweſen. Eine rege Tätigkeit wurde auf dem
Gebiete der Betriebsorganiſation, Reklame, Berufsausbildung,
Vertragsweſen, kaufmänniſche Buchführung, entfaltet. Zahlreiche
Erfindungen von allgemeiner Bedeutung konnten verwertet
werden.
Bericht über die Altersfürſorge. Auch hier lag eine
gedruckte Ueberſicht über den Stand vom 31. 3. 31 vor. Sie wurde
von Herrn Direktor Schüttler nach dem heutigen Stande ergänzt.
Danach lagen am 5. Juni 1931 etwa 775—780 Anträge vor. Es
kommen z. Zt. monatlich 4610 Mark zur Auszahlung. Hierzu
wurde von mehreren Rednern bedauert, daß ſo wenig Mittel zur
Verfügung ſtehen. Man ſollte lieber auf anderen Gebieten ſparen.
Zu Punkt 6 und 7 gab Direktor Schüttler eine Ueberſicht
über die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 1930. Es
berich=
ten Kammermitglied Küfer und Becker=Gießen über das
Er=
gebnis der Rechnungsprüfung, worauf dem Rechner Entlaſtung
erteilt wurde und die Neuwahl des Ausſchuſſes ſtattfand, der
wie=
dergewählt wurde.
Herr Ehrenmeiſter Schmuck=Worms berichtete über die
Pläne der Ausgeſtaltung des gewerblichen
Unter=
richtsweſens. Es wird angeſtrebt, jedem ausgelernten jungen
Handwerker die Möglichkeit der Weiterbildung an den
Gewerbe=
ſchulen, ſowohl im Tagesvollunterricht, als in Abendkurſen zu
geben. Die hierzu benötigten Mittel ſind im Voranſchlag
behan=
delt. — Von ſeiten der Geſellen wird hierzu beantragt die
Ar=
beitnehmer mit zur Beratung dieſer Fragen mehr als bisher
her=
anzuziehen bzw. die Ausſchüſſe paritätiſch zu bilden.
Der Vorſitzende erläuterte den gedruckt vorliegenden
Vor=
anſchlag. Die Höhe der Umlage bleibt die gleiche wie im
Vor=
jahre unter der Vorausſetzung, daß die Vollverſammlung für die
Altersfürſorge den gleichen Betrag wie in den beiden Vorjahren
genehmigt. Auf der Ausgabenſeite des Voranſchlags 1931 wirken
ſich beſonders die Erſparnismaßnahmen der Kammer aus. Der
Voranſchlag wird nach längerer Ausſprache einſtimmig
angenom=
men. Er balanciert mit 464 500 Mark. Die neugewählten
Ge=
ſellenprüfungsausſchüſſe wurden beſtätigt.
Zu Punkt 11 der Tagesordnung wird die Herabſetzung
der Meiſterprüfungsgebühren von 40 auf 35 Mark
vor=
geſchlagen. Dementſprechend werden auch die Gebühren für die
Prüfungsmeiſter geändert.
Zu Punkt 12 erſtattete Direktor Paech Bericht über die
Tätigkeit und Lage der heſſiſchen
Handwerkerzentralge=
noſſenſchaft. Er führt aus, daß naturgemäß die Not der Zeit
auch an der Zentralgenoſſenſchaft nicht ſpurlos vorübergegangen
iſt. Beſonders iſt begreiflicherweiſe der Umſatz in bezug auf
Ma=
ſchinen uſw. faſt um die Hälfte zurückgegangen. Demgegenüber
ließen ſich aber die Unkoſten nicht entſprechend herabſetzen, ſo daß
ein Ertrag nicht zu erzielen war. Beſonders drückend iſt die Lage
für das Schuhmacherhandwerk, das mehr wie ein anderes unter
der Entwicklung der Induſtrie zu leiden hat. Die Kreditabteilung
iſt naturgemäß rentabel geblieben. Auf Grund dieſer Tatſachen
wurden alle Warenabteilungen aufgehoben, der
Be=
trieb ſo klein wie möglich abgebaut. — Der Bericht wird
gut=
geheißen.
Zum letzten Punkt der Tagesordnung wird die oben erwähnte
Entſchließung
verleſen, die nunmehr einſtimmig angenommen wird und
folgen=
den Wortlaut hat:
Entſchließung.
1. Die heute zuſammenberufene Vollverſammlung der Heſſ.
Handwerkskammer weiſt Regierungen und Oeffentlichkeit
nach=
drücklichſt auf die tiefe Not in den breiten Schichten des
Hand=
werks hin. Tauſende von Handwerksbetrieben liegen ſeit langen
Monaten brach. Die Reſte des Betriebsvermögens und des
Be=
triebskredites ſind oder werden durch erbarmungsloſe
Steuerein=
ziehung und die Lebensnotdurft verzehrt. Das Handwerk verliert
mit der Zerſtörung ſeiner ohnehin meiſt ſchwachen
Vermögensſub=
ſtanz jede Ausſicht auf die Zukunft. Es kann darum eine Kriſe
von dem heutigen Umfange nicht länger tragen und fordert endlich
befreiende Taten, die an die Wurzel des Uebels greifen und
un=
beirrt von Einzelintereſſen und Wahlbedenken, im Augenblick der
höchſten Not das Steuer wenden. Das Handwerk bedarf dabei
vordringlich einer pfleglichen Erhaltung ſeiner gewerblichen
Ver=
mögensſubſtanz als Grundlage für den Wiederaufbau.
2. Die Handwerkskammer ſtellt in dieſem Zuſammenhang feſt,
daß die ſ. Zt. von der Reichsregierung angekündigte
Realſteuer=
ſenkung durch die Beſchlüſſe des Heſſ. Landtags jn das direkte
Ge=
genteil verkehrt wurde und daß dieſe Beſchlüſſe eine erhebliche
direkte und indirekte Schädigung des geſamten heſſiſchen
Hand=
werks bedeuten. Sie bedauert dieſe Haltung der Mehrheit des
Landtags und hofft auf ein beſſeres Verſtändnis für die Zukunft.
3. Gleichzeitig proteſtiert die Kammer unter Billigung und
Hinweis auf die veröffentlichte Steuerentſchließung des
Kammer=
vorſtands gegen die in der bevorſtehenden Notverordnung
geplan=
ten neuerlichen Belaſtungen, die eine weitere Einengung des für
das Handwerk allein im Frage kommenden heimiſchen Marktes
und damit eine weitere Exiſtenzgefährdung bedeuten. Nicht neue
Laſten können die Wirtſchaft als den Träger alles ſtaatlichen und
ſozialen Lebens fördern, ſondern nur Entlaſtungen und
Befrei=
ungen im weiteſten Ausmaß, womit allein die Vorausſetzungen
für den wirtſchaftlichen Wiederaufſtieg und die Erhaltung
geord=
neter Zuſtände geſchaffen werden können. Dies gilt nicht nur für
die zahlreichen ſtarren Bindungen in wirtſchaftlicher und
ſozial=
politiſcher Hinſicht und für die jedes tragbare Maß überſteigenden
ſteuerlichen Belaſtungen, ſondern es gilt auch für die ungeheuren
Reparationsverpflichtungen, die dem deutſchen Volke
aufer=
legt ſind.
Eine Reihe von Anträgen findet Annahme, bzw. wird
dem Vorſtand als Material überwieſen, darunter ein ſolcher bei
Schwarzarbeit durch Arbeitsloſe auch die Auftraggeber geſetzlich
zu beſtrafen, ein weiterer die Herſteller von Zahnprotheſen (
Tech=
niker) als Handwerk anzuerkennen; ein Antrag, der ſich gegen
die kurſusmögliche Ausbildung von Friſeuſen und
Damenſchnei=
derinnen wendet, ein ſolcher, die Lehrzeit im Friſeurgewerbe auf
3½ Jahre heraufzuſetzen, ein gleicher des Plattenlegergewerbes,
des Maler= und Weißbinderhandwerks auf 4 Jahre. Die
Gehilfen=
ſchaft ſtimmte gegen dieſe Anträge. Ebenſo gegen einen betr.
Richt=
linien für die Lehrlingsausbildung im Bäckergewerbe. Schließlich
wird noch ein Antrag angenommen, die Südweſtdeutſche
Verſiche=
rungsanſtalt als Krankenkaſſe anzuerkennen und für dieſe gleiche
Arzthonorarſätze einzuführen.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
— Von „Amneſtie” finden nur noch wenige Aufführungen
ſtatt. Finkelnburg, der ehemalige Präſident des
Strafvollzugs=
amts, hat aus ſeinen jahrelangen Erfahrungen heraus ein
Schau=
ſpiel geſtaltet, das einen tiefen Eindruck hinterläßt. Seine
Re=
formgedanken hat er einem jungen Pfarramtskandidaten in den
Mund gelegt, der aber mit ſeinen Anſichten nicht durchzudringen
vermag. In der ausgezeichneten Wiedergabe des Intimen
Theaters Nürnberg findet das Werk allabendlich im
Or=
pheum lauteſte Anerkennung. Auch die Preſſe würdigt die
Darſtel=
lung mit Worten des Lobes. Von den Darſtellern ſeien nur
Willi Minauf, Karl Morvilius, H. v. Cleve. Herbert
Waſhington genannt. Daneben die Damen Reimann
Sturmfels Betke und Braxis. Finkelnburg ſaat
„
E=
handelt ſich um ein Menſchheitsprohlem‟. Die
Auf=
führung ſei wiederholt empfohlen. Der Vorverkauf zu kleinen
Preiſen von 80 Pf. an hat im Verkehrsbüro und bei Hugo
de Waal begonnen. Für telephoniſche Beſtellungen Kaſſaruf 389.
Die Heſſiſche Miſſionskonferenz
hielt in Auerbach an der Bergſtraße ihre diesjährige Jahres=
Ver=
ſammlung ab.
Der Mittwochabend vereinigte die Miſſionsfreunde und
Ge=
meindeglieder von Auerbach zu einem
Miſſionsfamilien=
abend, bei dem nach Begrüßung des Vörſitzenden, Prof. Werner=
Friedberg. Miſſionsinſpektor Pfarrer Witſchi=Baſel einen Vortrag
hielt „Gandhi und wir”. Er führte aus: Gandhi ſei wohl der
größte Mann der Gegenwart. Offenen Auges erkennt er Jeſus
Chri=
ſtus und ſeine Bedeutung. Ein Kenner der Nöte ſeines Volkes, ſei er
doch ein Feind aller weſtlichen Miſſion, des Chriſtentums, und
zwar=
aus nationalen Gründen.
Am Donnerstag fand die Hauptverſammlung ſtatt von
Studienrat Knöpp=Darmſtadt mit einer Andacht (Joh. K. 15, V.
eröffnet. Begrüßungsworte ſprachen außer dem Vorſitzenden die Ve
treter des Landeskirchenamts Oberkirchenräte Zentgraf und 2
Müller, Dekan Zaubitz=Bensheim und Rektor Meyer=Auerbach.
Den Jahresbericht erſtattete Pfarrer Fiſcher=Niederweiſel, die Ne
nungsablage Pfarrer Schäfer=Ober=Rosbach. Ein tiefgründiger 2
trag von Pfarrer Witſchi=Baſel, behandelte „Die Auseinanderſetzung
der Miſſion mit dem modernen Heidentum (Säkularismus)‟. Der
Vor=
tragende beſtimmte Säkularismus dahin, daß es das Beſtreben ſei, alle
Lebensgebiete Gott und ſeinem Wort zu entziehen. Dies Beſtreben ſei
auch in die Miſſionsgebiete eingedrungen, gefördert durch die Techni
rung und Induſtrialiſierung des dortigen Lebens, durch die europäiſche
Bildung, den Nationalismus im Sinn raſſiſcher und völkiſcher Erhebur
der Farbigen, ſowie durch den Bolſchewismus in Indien und Ching
Das ſei zu ſpüren auf dem ganzen Miſſionsgebiet, beſonders in Schu
und Kirchen. Die Miſſion müſſe dagegen ankämpfen. In dieſem Kam
müßten die Heimatgemeinden helfen. Die Entſcheidung liege aber
der Perſönlichkeit der Miſſionare, die ſich ganz als Apoſteln fühlen müß
ten unter Verzicht auf alles, nötigenfalls auch auf das Leben.
Am Nachmittag gab Miſſionar Müller=Wiesbaden einen überau
klaren Ueberblick über die „Politik und Miſſion im heut
gen=Ching‟. Er zeigte die politiſche Entwickelung Chinas in de
letzten 20 Jahren und wie dabei zwei der Miſſion feindliche Kräfte an
Werke ſeien: der Nationalismus und der Kommunismus. Die Miſſ
könne der Berührung mit der Politik nicht entgehen, aber innerlie
müſſe ſie ſich davon frei machen. Sie müſſe arbeiten, nicht im
Ver=
trauen auf Regierungen und Perſönlichkeiten, ſondern nur auf 1
Herrn der Miſſion, frei von aller Furcht vor der Feindſchaft polinſcher
Mächte.
Sodann behandelte Oberkirchenrat Zentgraf=Mainz das Them
„Die Arbeit der Heimatgemeinden im Verhältnis zur Arbeit der Mi
ſionsgeſellſchaften‟. Er ſtellte zunächſt die Unterſchiede zwiſchen 1
Heimatgemeinden und Miſſionsgeſellſchaften feſt, die ſich aus ihrer
Ent=
ſtehung und verſchiedenen Weſensart ergeben, und betonte, daß es kein
Gegenſatz zwiſchen beiden gebe, aber eine gewiſſe Spannung aus
Verſchiedenartigkeit der Aufgaben heraus, die ſich in Kraft der beiden un
ſetze, und zeigte das Verhältnis der einzelnen heſſiſchen Gemeinden zu
den einzelnen Miſſionsgeſellſchaften. Rege Ausſprachen ſchloſſen ſich an.
Umbau der Skraßenbrücke über den Rhein bei Mainz.
Das Heſſiſche Waſſerbauamt Mainz teilt uns mit, daß die
vorbereitenden Arbeiten für den geplanten Umbau der Straßer
brücke über den Rhein bei Mainz nahezu beendet ſind und gegen.
wärtig noch eine Nachprüfung der auf Grund einer beſchränkte
Ausſchreibung eingegangenen umfangreichen Entwürfe einig
Brückenbaufirmen erfolgt, um eine Entſcheidung treffen zu
könn=
in welcher Form der Umbau, der unter Aufrechterhaltung des g
ſamten Verkehrs durchgeführt werden muß, erfolgen kann. B
den Arbeiten handelt es ſich um eine dem heutigen und
voraus=
ſichtlich noch anwachſenden Verkehr angepaßten Verſtärkung de
nahezu 50 Jahre alten Eiſenkonſtruktion und Unterbauten und
um die für eine Verbreiterung der Fahrbahn um 5 Meter
not=
wendigen Neukonſtruktionen. Sofern ſich bei den für die V
gebung der mannigfaltigen Arbeiten erforderlichen
Verhandlun=
gen keine Schwierigkeiten ergeben, iſt zu erwarten, daß die Un
bauarbeiten noch im Laufe dieſes Sommers in Angriff genommen
werden können.
Neben der erwähnten Ausſchreibung für den Umbau der
eigentlichen Brücke war auch ein Wettbewerb zur Erlangung vo
Vorſchlägen für die Umgeſtaltung der Brückenköpfe und Ramp
ausgeſchrieben worden. Zu dem Einreichungstermin am 11. M
dieſes Jahres waren 125 Entwürfe mit etwa 1000 Einzelzeichn
gen eingegangen, die nunmehr geſichtet und überſichtlich im 1. Stoe
des ehemaligen Großh. Palais am Deutſchhausplatz aufgehängt
ſind. Das Preisgericht wird vorausſichtlich Ende dieſes Monats
zuſammentreten, um über die Preisverteilung und den Ankauf
von Entwürfen zu entſcheiden.
Im Anſchluß hieran werden die geſamten Entwürfe der
Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
— Turngemeinde Beſſungen. Am Sonntag will Turnbruder
Stiepel die Wanderluſtigen beiderlei Geſchlechts nach Wiesbaden
führen und ihnen die Schönheiten dort zeigen. Er hat beabſich
tigt, am Sonntag früh um 7.23 Uhr mit Sonntagsfahrkarte Wie
baden (Preis 2,40 Mark) nach Biebrich=Oſt zu fahren, in Biebrich
den Schloßpark zu beſichtigen und in der Reſtauration „Zur Inſel”
Frühſtücksraſt zu halten. Von dort geht es der Biebricher Alle
entlang nach Wiesbaden zur Beſichtigung der Koch= und
Faul=
brunnen, der Parkanlagen uſw. Mittagsraſt iſt in der Reſtar
tion. Zum Roſengärtchen”. Nachmittags wird noch dem Nerober,
ein Beſuch abgeſtattet.
Verein heſſ. ehem. Leibdragoner Nr. 24, Darmſtadt. An das
zehnjährige Stiftungsfeſt des Verbandes der Regimentsvereine
am Samstag, den 6. Juni, abends 8 Uhr, im Saalbau wird
er=
innert.
Lokale Beranſtalkungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe euf Anzeigen zu beinchten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
— Schuls Felſenkeller. Im ſchattigen, ſtaubfreien
Garten Stimmungsmuſik.
Das Sportplatz=Café am Böllenfalltor mit ſeinen
ſchönen Gärten und Teraſſen hat heute Kaffee= und Kuchentag und
Samstag und Sonntag Konzerte.
— Im Herrngarten=Café finden täglich die beliebten
Morge
Gartenkonzerte, ausgeführt vom Stadtorcheſter, ſtatt —
Sonntag findet im Herrngarten=Café ab 11 Uhr Frühkonzert unter
perſönlicher Leitung von Kapellmeiſter Schlupp ſtatt.
Nachmit=
tags= und Abendkonzert.
Im Hotel=Prinz=Heinrich=Garten am alten
Bahnhof findet morgen Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt.
Der Beſuch iſt zu empfehlen.
Vereinskalender.
Vereinigte Kriegervereine Darmſtadt. Der
Verband heſſiſcher Regimentsvereine hat für Samstag, den
Juni abends 8 Uhr, zum 10jährigen Stiftungsfeſt im
Städti=
ſchen Saalbau eingeladen. Die Vereine wollen die
Fahnendepu=
tationen entſenden. Die Kameraden der Vereine wollen ſich
zahl=
reich beteiligen. Fahnendeputationen am Weſteingang zum
Saal=
bauſaal.
Vereinigung ehem 116er Darmſtadt.
Mon=
tag, 8 Juni, abends 8,30 Uhr. Mitgliederverſammlung bei
Kame=
rad Breidert, Central=Hotel, Obergaſſe.
— Der D H. V., Ortsgruppe Darmſtadt, lädt für heute
Samstag zum Familien=Abendſpaziergang nach dem
Waldreſtaurant Hauk (Griesheim) ein. Treffen 8.30 Uhr an der
Kunſthalle am Rheintor
Tageskalender für Samstag, den C. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 1930 Uhr,
Ende gegen 23 Uhr: „Viktoria und ihr Huſar” außer Miete.
Orpheum. 20.15 Uhr:
Kleines Haus: Keine Vorſtellung.
Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller, Datte=
„Amneſtie‟.
rich, Zum Tropfſtein, Herrngarten=Café, Martini=Bar. Hotel
zur Poſt. Schuls Felſenkeller, Alter Ratskeller, Hotel Schmitz.
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Verband Heſſ. Regimentsvereine,
Lichtſpiele
20 Uhr: 10jähriges Stiftungsfeſt.
—
degen Hühneraugen
Hornhaut, verdickte Hornſchwielen an Händen und Füßen hat ſich „Leolin”
al=
ſauberſtes und bequemſtes Mittel zur gründlichen Beſeitigung aller harten Haut
wucherungen beſtens bewährt. Padung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer
Gebrauchsanweiſung 60 Pf. In allen Chlorodont=Verkaufsſtellen zu haben
Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931
Aus dem Gerichksſaal.
Seite 7
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte, am
Freitag zunächſt gegen einen 28jährigen
Elektromon=
eur, der zur Begleichung einer Schuld von 200 Mark falſche
Wechſel ausgeſtellt hatte, und verurteilte ihn wegen zwei
Ur=
kundenfälſchungen, einma
in Tateinheit mit
Betrug, zu insgeſamt vier
Monaten Gefängnis
unter Anrechnung von einem Monat Unterſuchungshaft. Der
An=
geklagte nimmt das Urteil an.
Dann wird gegen einen Schloſſer verhandelt, der in
Crumbach eine kleine Autoreparaturwerkſtätte und zugleich
Lankſtelle hat. Eines Abends kam ein Motorradfahrer, um bei
ihm neuen Betriebsſtoff aufzunehmen Es war ein junger Mann
bei ihm in der Werkſtatt, der ſchon öfters ausgeholfen hatte und
infolgedeſſen Beſcheid wußte. Der ſtellte die Miſchung her und
ging mit dem Eimer voll und dem Trichter zum Einfüllen zu dem
der Tür der Werkſtatt ſtehenden Motorrad, als plötzlich eine
Stichflamme hochging und das Benzingemiſch in dem Eimer ent
zündete. Der junge Mann ließ den Eimer fallen, ſo daß ſich der
Brand verbreitete und die in der Werkſtatt befindlichen Leute ſick
über dieſen Brand ſpringend ins Freie retten mußten. Sie
er=
litten dabei recht erhebliche Brandwunden. Anfangs wurde der
ſotorradfahrer wegen fahrläſſiger Körperverletzung verklagt, da
ſich herausſtellte, daß ſich das Benzin an ſeiner noch brennenden
Azetylenlampe entzündet hatte, und er es unterlaſſen hatte, die
Leute darauf aufmerkſam zu machen. Doch gegen ihn mußte das
Verfahren eingeſtellt werden, da keine Anzeige vorlag. Dann
wurde der Schloſſer und Beſitzer der Reparaturwerkſtätte
ange=
klagt. Ihm wird heute zur Laſt gelegt, daß er als Beſitzer der
Verkſtatt die berufliche Verpflichtung gehabt habe, beſſer auf die
Vorgänge und auf den unwiſſenden jungen Mann aufzupaſſen.
Doch es ſtellte ſich heraus, daß der junge Mann ſelber Chauffeur
iſt, die Führungsprüfung gemacht hat, alſo nach Anſicht des
Ge=
richts womöglich beſſer Beſcheid wußte als der Angeklagte ſelber
Das Gericht verneint infolgedeſſen eine Fahrläſſigkeit und
ſpricht den Angeklagten frei.
Es betritt dann in Begleitung eines Gefangenenaufſehers
ein Gent mit Siegerlächeln den Gerichtsſaal. Bald erfährt man
daß der junge Mann, ein „Kölſcher Junge”, wie er ſich ſelber
titu=
lierte, Sohn einer wohlhabenden und angeſehenen Kölner Familie
iſt, anſcheinend auf Abwege geraten ſich mittellos in der Welt
herumtrieb und ſich ſeinen Lebensunterhalt durch kleine
Hochſtape=
leien errang. Kaum hier angekommen, machte er in einem Café
die Bekanntſchaft eines Landsmannes, dem er innerhalb zweier
Tage 20 Mark aus der Taſche zu ziehen wußte. Er ſtellte ſich ihm
vor mit dem poeſievollen und vielſagenden Namen Martin Maier,
und erzählte, er befinde ſich nur in augenblicklicher
Geldverlegen=
heit. Er erwarte in den nächſten Tagen eine erhebliche
Geld=
ſumme. Auch ſeine Eltern führte er ins Treffen. Und er bat ihn
um das Geld, um ſein Zimmer bezahlen zu können. Das tat er
jedoch dann nicht, ſondern nachdem er die beiden Kellner dort
und auch brieflich den Kölner Landsmann, diesmal jedoch
ver=
gebens, abermals um fünf Mark angepumpt hatte, verſchwand er
nach Heidelberg und Karlsruhe, wo er ſeine Tätigkeit
gewinn=
bringend fortſetzte. Mit ſchönen und gewählten Worten, wier
„Derſelbe (ein Reiſender nämlich) war in Heidelberg abhanden
gekommen” oder: „Dort gedachte ich Geld zu erhalten” und
ähn=
liches mehr, weiß der Angeklagte ſich in das rechte Licht zu ſetzen.
Das Gericht hat jedoch für ſeine Ausführungen, die ſämtlich in
Unſchuldsbeteuerungen gipfeln, wenig Sinn und verurteilt ihn
wegen zwei Betrugsfällen und einer
Urkunden=
fälſchung in Tateinheit mit Betrug zu insgeſam=
Mit
zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis.
ränen beſtrafter Unſchuld im Auge nimmt der junge Mann das
Urteil an.
Danach ſitzt ein Monteur aus Saarlouis auf der
An=
klagebank. Alois hatte in Frankfurt am 21. März d. J ein
Mäd=
chen kennen gelernt, mit dem er zu einem Ball nach Rüſſelsheim
fuhr. Um 2 Uhr trennte man ſich, und er ging mit einem ihm
er weiß nur daß er Fred hieß — des
remden jungen Mann.
Weges, als man plötzlich an einem Schuhhaus eine Tür
offen=
ſtehen ſah. Da wäre was zu machen, dachten Fred und Alois,
welch letzterer zufällig eine Aktentaſche mit Werkzeug bei ſich hatte.
Auch die zweite Türe ſtand auf, und als die dritte Türe
verſchloſ=
ſen war, verſuchte man ſie mit einem der Werkzeuge, einem
Kiſten=
öffner, wie Alois es verächtlich nennt, aufzumachen. Doch man
war leider an den Falſchen geraten, es ſetzte ſich alsbald eine
Alarmglocke in Bewegung, der Chef des Schuhhauſes erwachte aus
tiefem Schlaf, und auf ſein erregtes Telephonieren war alsbald
das Ueberfallkommando zur Stelle, das Alois noch dingfeſt machen
konnte. Fred gelang es, zu türmen. So ſchildert Alois die Sache.
Das Gericht jedoch hegt keinen Zweifel, daß Fred und Alois gute
Bekannte waren, die ſich extra zu dem Einbruch zuſammen nach
Rüſſelsheim begehen hatten, und daß Alois, der bereits zweimal
ereblich vorbeſtraft iſt, ganz fraglos berufsmäßig der
Verbrecher=
zunft angehöre, und es verurteilt ihn wegen verſuchten
ſchweren Diebſtahls im Rückfall zu einem Jahr
und drei Monaten Zuchthaus. Alois will Berufung
ver=
folgen.
Vor zwei Monaten wurde hier gegen ein Mainzer Fräulein
wegen Betrugs verhandelt. Trotzdem das Gericht beinahe von der
Schuld dieſes Fräuleins überzeugt war, mußte es mangels
Bewei=
ſes freigeſprochen werden. Es war damals von ihrer Seite aus
viel die Rede von einem Kaufmann. bei dem ſie angeblich ein
Haus gekauft hatte und dem ſie ihrerſeits Betrug uſw. nachſagte.
Dieſer Kaufmann ſteht nun heute, von ihrem Bruder wegen
Ab=
gabe einer falſchen eidesſtattlichen Verſicherung
angezeigt, vor dem Gericht. Tatſächlich war das Fräulein im
Jahre 1921 — Inflation — als Kauferin ſeines Hauſes mit dem
Kaufmann in Verbindung getreten. Sie hatte damals einen
guten Eindruck auf den Mann gemacht, zumal ſie angab, ihr
Bru=
der, ein Doktor der Jurisprudenz, ſei Syndikus bei Stinnes, ſo
daß der Kauf mit einer Anzahlung von 50 000 Mark zuſtande kam.
Sie gab damals an. ihr Bruder, eben der Syndikus, ſei der eigent
liche Käufer, er könne nur aus gewiſſen Gründen ſich nicht als
Käufer nennen. Die gewiſſen Gründe ſtellten ſich hinterher als
Offenbarungseid heraus, den er kurz zuvor geleiſtet hatte. Auf
jeden Fall erhielt der Mann keinerlei Geld mehr, die Leute gingen
aber auch nicht wieder aus dem Hauſe heraus, ſo daß er das Haus
erſt viel ſpäter mit großem Verluſt verkaufen konnte. Es folgte
dann im Laufe der Jahre ein Rattenſchwanz von Prozeſſen hin
und her. Im Jahre 1929 nun gab der Kaufmann eine lange
eidesſtattliche Verſicherung ab. zur Erwirkung eines Arreſtes,
denn er wollte die beiden noch einmal wegen Schadenerſatz
ver=
klagen. In dieſer Verſicherung ſoll er fälſchlich angegeben haben,
er habe mit den beiden, Bruder und Schweſter, verhandelt und
Verträge abgeſchloſſen, und weiter ſoll er zu ſeinen Ungunſten
aus=
gefallene und den Arreſt unwirkſam machende Urteile darin
ver=
ſchwiegen haben. Der Kaufmann weiſt nach daß er mit beiden
verhandelte, und das Gericht kommt zu der Anſicht, daß, obwohl
der Vertrag tatſächlich nur mit der Schweſter gemacht war, der
An=
geklagte der Meinung ſein konnte, er habe mit den beiden
Ver=
träge gemacht. Auch in dem Verſchweigen der Urteile ſieht es
keine wiſſentlich falſchen Angaben, da die Dinge derart
kompli=
ziert waren, daß nur ein Juriſt ſie richtig beurteilen konnte. Der
Angeklagte wird demgemäß freigeſprochen.
Empfehlenswerke Fahrt mit Auko und Mokorrad
zur Schloßbeleuchkung in Heidelberg.
(Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Klub, Sitz Darmſtadt.
A. D. A. C.)
Darmſtadt—Eberſtadt, im Orte links ab Mühltal bis zum
„Kühlen Grund”, rechts ab nach Nieder=Beerbach-Ober=Beerbach;
vor Beedenkirchen links ab nach Brandau, rechts halten:
Gadern=
heim-Kolmbach, ſcharf rechts ab, ſteil bergab nach Glattbach—
Schlierbach
— Ellenbach — Fürth, rechts nach Rimbach
Zotzenbach, links mäßig bergauf, Stallenkandel: Kurven. Vorſicht!
Prächtige Ausſicht ins Tal. Kreidacher Höhe, geradeaus
Siedels=
brunn—Ober=Abtſteinach—Unter=Abtſteinach — Heiligkreuzſteinach
—Schönau (bekannt für gute, friſche Forellen), Neckarſteinach oder
Hirſchhorn: 76 Kilometer. Hirſchhorn, dann im Ort links, an
freiem Platz in das Finkenbachtal—Falkengeſäß—Airlenbach. neue
Straße mit ſchöner Fernſicht, Olfen—Affolterbach, im Ort rechts
Wegſcheide, nach der Kreuzung die „Jägersburg”, von hier
ange=
nehmer, markierter Waldſpaziergang zur Walpurgis=Kapelle,
ſchöner Rundblick über den heſſiſchen Odenwald. Weſchnitz—
Leber=
bach-Krumbach, an einzelnen Häuſern rechts bergan, dann auf
zum Gumpener=Kreuz
links nach Lindenfels—Gadernheim—
Brandau—Ober=Ramſtadt—Darmſtadt: 96,8 Kilometer.
Geſamt=
ſtrecke 172.8 Kilometer.
oder
Neckarſteinach — über Eiſenbahnbrücke nach Neckargemünd.
Daſelbſt am Sonntag
Juni ab 18 Uhr am Landungsſteg des
Kaffee=Kurgarten für Wageninhaber Fahrtgelegenheit mit Boot
(Wimpel rot=weiß).
Zur Schloßbeleuchtung. Fahrkarten zu
er=
mäßigtem Preis nur bis Samstag abend im Reiſebüro W. Köhler,
Darmſtadt. Luiſenplatz Nr.
erhältlich.
Landung nach der
Schloßbeleuchtung in Heidelberg am Parkplatz der Stadthalle.
)Darmstadt
KGet
Gbes
Ramslact
Emsthoſen
Beeden
2 Brndckanu
Godernheim
Kartne
*
Glalbach
Indand
Misrn Hn ee
Eltendachd
Pt
Fürth 8
wegsrheide
Rimdäeh 8
Zohenbachk
Anlangande
Heilighreuz steinach
AKolderbach
Allatn
Ofen)
Pralkengesäus
Rrtre
Schönau
Aernetee 21
An Kreuzungen, in Kurven, Ecken und auf Brücken nicht überholen!
Sonderzug
des Darmstädter Tagblatt zum
Handball-Endspiel
V
I
K
am Sonntag, den I4. Juni, in
Hagen
Fahrpreis Hin- u. Rückfahrt Mk. 13.-
(statt Mk. 28. —). Der Zug fährt morgens
62 Uhr ab Darmstadt und ist ca. /12 Uhr
in Fagen. Rückfahrt abends I9 Uhr. Ankunft
in Darmstadt ca. 24 Uhr.
Anmeldungen möglichst heute
am Schalter der Geschäftsstelle, Rheinstr. 25
— Der Geſangverein „Lyra” unternahm am Sonntag, dem 31.
Mai 1931, ſeinen diesjährigen Frühjahrsausflug nach
Aſchaffen=
burg a. M. Nach einem Rundgang durch die Stadt beſichtigten
wir unter vorzüglicher Führung ſämtliche Betriebe der
Aſchaffen=
burger Aktienbierbrauerei.Hier konnten wir den Eindruck
gewin=
nen, daß die Brauerei ihren Anforderungen erſtklaſſig gewachſen
iſt und daß in bezug auf Reinlichkeit und Hygiene beſtens geſorgt
Nach einem der Direktion und dem Perſonal dargebrachten
in überaus reichlichem Maße mit Eſſen
Ständchen wurden wir
und Trinken bewirtet. Den Reſt des Tages verbrachten wir nach
Abſingen verſchiedener Chöre in den Mauern Aſchaffenburgs.
Brieſkaſten.
H. S., hier. Die neue Waſſergeldregelung ſchreibt die
Friedens=
miete als Verteilungsgrundlage vor.
A. M. Aktive oder i. R.=Miniſter, wenn ſie gleichzeitig
Landtags=
abgeordnete ſind, beziehen die Aufwandsentſchädigung als Abgeordneter
nicht.
Aus Heſſen.
Dd. Arbeilgen, 5. Juni. Fünfzig Jahre Freiwillige
Feuerwehr. Im Jahre 1881 wurde auf Veranlaſſung des
damali=
gen Feuerwehrinſpektors, Herrn Juſtus=Darmſtadt, die Freiwillige
Feuerwehr gegründet. Auf einen Aufruf zur Gründung meldeten ſich=
69 Einwohner. Deren Tatkraft und der Opferfreudigkeit der daran
in=
tereſſierten Kreiſe gelang es in ganz kurzer Zeit, die Wehr auszuſtatten
und die von der Gemeinde übernommenen Löſchgeräte in Ordnung zu
bringen. Von den damaligen Gründern gehören heute noch die Herren
Wilhelm Benz 4., Heinrich Repp 1., Philipp Rühl und Georg
Wagen=
knecht der Wehr an. Schon im zweiten Jahre ihres Beſtehens hatte die
Wehr bei zwei Bränden Gelegenheit, ihre Daſeinsberechtigung zu
be=
weifen. Im Jahre 1883 übernahm einer der noch heute lebenden
Grün=
der, Herr Wilhelm Benz 4., das Kommando der Wehr, das er von da
ab 40 Jahre lang inne hatte, zum Segen der jungen Wehr. Zwei Jahre
ſpäter wurde als neuer Fortſchritt eine eigene Kapelle geſchaffen, die
ſich ſehr gut entpickelt hat, und auch jetzt wieder unter der Leitung
ihres Kapellmeiſters, Herrn Knuth, das fünfzigjährige Jubelfeſt durch
ihre Mitwirkung verſchönern hilft. Faſt in jedem Jahre ihres
Be=
ſrehens hatte die Feuerwehr ihre Notwendigkeit zu beweiſen, indem ſie
bei Bränden in Arheilgen und der Umgebung durch raſches Eingreifen
das Feuer auf ſeinen Herd beſchränkte. Einige größere Brände waren
im Jahre 1886 in der Nudelfabrik Goldſtein. 1891 auf dem Hofgut
Kra=
nichſtein, 1901 wieder dort, 1903 auf der Schleifmühle und auf der
Au=
mühle u. a. Ein recht gefährliches Jahr muß 1901 geweſen ſein, in dem
nicht weniger wie vier Brände ausbrachen. Insgeſamt wurde die Wehr
während ihres Beſtehens in 39 Fällen zu Hilfe gerufen, und war immer
bereit dazu, getreu ihrem Wahlſpruch „Einer für alle, alle für einen”.
Im Jahre 1890 wurde zur Ergänzung der Ausrüſtung von der
Ge=
meinde eine Saug= und Druckpumpe, 1892 die erſte und 1899 die zweite
mechaniſche Schiebeleiter angeſchafft. Zur beſſeren Unterbringung ,der
Geräte wurde von der Gemeinde das Spritzenhaus an der Bach
errich=
tet, das im Jahre 1904 eingeweiht wurde. Während des Krieges mußte
die Wehr durch Hilfsmannſchaften verſtärkt werden. Sieben Kameraden
waren am Ende desſelben zu beklagen, die ihr Leben für das Vaterland
gelaſſen hatten. Erſt bei der Generalverſammlung im Jahre 1919
konnte der erſte Kommandant die vollſtändige Tätigkeit wieder eröffnen
und die Hilfsmannſchaften mit Dank entlaſſen. Markſteine in der
Ge=
ſchichte der Feuerwehr waren das 15jährige Stiftungsfeſt im Jahre
1896, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag, und das 25jährige
Jubel=
feſt, zu dem von den Ehrenmitgliedern eine Standarte geſtiftet wurde,
an denen die ganze Bevölkerung großen Anteil nahm. Auch das jetzt
am 13., 14. und 15. Juni ſtattfindende 50jährige Stiftungsfeſt verſpricht
ein richtiges Gemeindefeſt zu werden, als ein Zeichen des guten
Einver=
nehmens zwiſchen Einwohnerſchaft und Feuerwehr.
J. Griesheim, 5. Juni. Die hieſige kathol. Gemeinde erfreute
ſich am Dienstag inſofern eines hoben Beſuches, als der Biſchof von
Mainz, der ſich auf einer Firmungsreiſe befand, zum erſten Male in
der katholiſchen Pfarrei weilte. Bei dem Empfang wurde der Biſcho
von einer Jungfrau zunächſt mit Gedicht und Blumen begrüßt, worauf
Herr Pfarrer Duttenhöfer eine eindrucksvolle Begrüßungsanſprache hielt,
Bei der in der Kapelle abgehaltenen Feier fand der Biſchof herzliche
Worte der Ermahnung in bezug auf das Feſthalten am Glauben, und
dankte für die großen Opfer, die ſowohl der Seelſorger als auch die
Ge=
meinde für die Gründung, Exiſtenz und Fortſchritt der Gemeinde
ge=
bracht haben. Anſchließend fand eine Prüfung der Schulkinder ſtatt
worauf der Biſchof die Weiterreiſe nach Darmſtadt antrat. — Nach den
gemachten Feſtſtellungen iſt in den hieſigen Spargelanlagen die
Spar=
gelfliege und der Spargelkäfer in vermehrtem Auftreten
begriffen, weshalb die hieſige Bürgermeiſterei die ſofortige Aufnahme
von Bekämpfungsmaßnahmen angeordnet hat. Für die Bekämpfung
kommt zunächſt eine Beſtäubung mit Foreſtit in Betracht.
F Eberſtadt, 5. Juni. Neuvermeſſung. Das in den
Jah=
ren 1836/38 aufgeſtellte Liegenſchaftskataſter der Gemarkung Eberſtadt
entſpricht, ſoweit der Ortsbering in Betracht kommt, nicht mehr den
Anforderungen der heutigen Zeit. Die Eigentumsgrenzpunkte in dieſem
Gebiet ſind entweder gar nicht oder nur mangelhaft abgemarkt, ſo daß
das vorhandene Kartenmaterial für die Sicherung des Grundeigentümers
zum größten Teile vermeſſungstechniſch unbrauchbar geworden iſt. Der
Gemeinderat hat deshalb die Erneuerung der
Ka=
taſtervermeſſung des Ortsberings beſchloſſen. Mit
der Ausführung der Arbeit iſt die Neuvermeſſungsabteilung des
Ver=
meſſungsamtes Darmſtadt=Land beauftragt worden. Mit der Vermeſſung
der Straßen, Bäche und Wege ſoll demnächſt begonnen werden.
Miet=Unterſtützung. Alle Perfonen, die bisher
Mietunter=
ſtützung auf Grund des Sondergebändeſteuergeſetzes bezogen haben oder
zur Antragſtellung berechtigt ſind, haben für das Rechnungsjahr 1931
neue Anträge zu ſtellen. Anträge werden auf Zimmer 6 der
Bürger=
meiſterei entgegen genommen, und zwar: für die Namen mit den
An=
fangsbuchſtaben A—H am Montag und Dienstag, für die Namen von
—R am Mittwoch und Donnerstag und für die Namen von S—Z
am Freitag und Samstag nächſter Woche, jeweils von 8—12 und von
—6 Uhr, am Samstag nur von 8—12 Uhr. Staatsſteuerbeſcheide für
1931 und Gemeindeſteuerbeſcheide 1930 ſind vorzulegen. Gutſcheine aus
dem Jahre 1930 ſind bis längſtens 10. d. M. einzulöſen, andernfalls ſie
als verfallen erklärt werden. — Aus dem Ortsausſchuß für
Laibesübungen. Der Ausſchuß genehmigte in ſeiner letzten
Sitzung der Turngeſellſchaft e. V. die Benützung des Gemeinde=
Schwimmbades zum Zwecke der Erteilung von Vereins=
Schwimmunter=
richt, und zwar jeweils Montags von 18—19 Uhr für Jugendliche und
von 19 Uhr ab für Erwachſene. Alle Mitglieder der Turngeſellſchaft
werden auf dieſe willkommene Gelegenheit, das Schwimmen zu erlernen
oder ſich darin weiter auszubilden, hingewieſen und erſucht, ſich
zahl=
reich daran zu beteiligen. Gleichzeitig erwartet der Vorſtand, daß recht
viele Mitglieder (beſonders auch paſſive) die Staffelläufer am Sonntag
Aerztlicher Sonntagsdienſt.
nach Darmſtadt begleiten.
Am Sonntag, den 7. Juni, verſieht Dr. med. Gaßner den
Sonn=
tagsdienſt. An ihn wende man ſich, wenn der Hausarzt nicht
erreich=
bar iſt.
G. Ober=Ramſtadt, 5. Juni. Statiſtik. Beim hieſigen
Standes=
amt wurden im Monat Mai regiſtriert: 5 Geburten (1 Knabe, 4
Mäd=
chen), 6 Eheſchließungen und 2 Sterbefälle. — Die am 1. Juni d. J.
ſtattgefundene Schweinezwiſchenzählung hatte folgendes Ergebnis (die
in Klammern ſtehenden Zahlen bedeuten das Zählungsergebnis vom
1. März): Zuchteber 2 (3). Zuchtſauen 41 (57), Ferkel, unter 8 Wochen
alt 260 (185), Schweine zwiſchen 8 Wochen und einem halben Jahr 564
(470), von einem halben bis einem Jahre 153 (152), ein Jahr alte und
ältere 10 (3). Geſamtzahl: 1031 (860). Außerdem wurden 14 (252) nicht
beſchaupflichtige Hausſchlachtungen ermittelt.
f. Roßdorf, 5. Juni Schweinezwiſchenzählung. Die am
1. Juni vorgenommene Zählung hatte folgendes Ergebnis: 1 Zuchteber
) 13 Zuchtſauen (15), 198 Ferkel (175), 704 über 8 Wochen alte
Schweine (542). Die in Klammern angegebenen Zahlen ſtellen das
Ergebnis vom Juni v. J. dar. Insgeſamt betrug das Zählergebnis
916 Schweine gegen 733 im Vorjahr. An nicht beſchaupflichtigen
Haus=
ſchlachtungen wurden in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai d. J. 71
vor=
genommen, im Vorjahr in gleicher Zeit 11.
Hirſchhorn a. N., 5. Juni. Waſſerſtand des Neckars
am 4. d. M.: 1,96 Meter, am 5. d. M.: 1,98 Meter.
— Gernsheim a. Rh., 5. Juni. Waſſerſtand des Rheins
am 4. d. M.: 2,67, am 5. d. M.: 2,73 Meter.
Die Mauf onwartek ihn-
Dr kommt duch au Inon!
Zu allen Hausfrauen kommt in diesen Tagen ein höflicher junger
Mann — zu einem kurzen Besuch. Er will Sie nicht lange aufhalten: nur
ein paar nützliche Winke will er Ihnen geben und ein kleines, Ihnen
wohlbekanntes Geschenk: eine Probedose Vim — das gute, sparsame
Putzmittel, das all Ihren Hausrat so leicht, schnell und schonend reinigt.
Auf jeder Vim-Dose ein wertvoller Gutschein.
Sammeln Sie ihn, sammein Sie auch die
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SÜNLLCHT GESELLSCHAFT A.G.
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Nummer 155
Nachrichken des Skandesamks Darmſtadk.
Geſtorbene Am 29. Mai: Georg Heinrich Brunner, Metzgermeiſter,
57 J., Schuſtergaſſe 19. Am 30. Mai: Anna Kauck, geb. Weide, 25 J.,
Ehefrau des Büroangeſtellten, Ernſt=Ludwigſtraße 5; Eva Anna Coy,
geb. Coy, 48 J., Witwe des Schreiners, Habitzheim, hier, Landgraf=
Georgſtraße 100; Anna Margarethe Hechler, Privatin, ledig,
Roßdör=
fer Straße 33. Am 31. Mai: Helma Poth, 9 Mon., Höchſt i. Odw.,
Landgraf=Georgſtraße 100. Am 30. Mai: Ludwig Karl Emil Fiſcher,
Kaufmann, 71 J., Hochſtraße 53. Am 31. Mai: Anna Kellermeier, geb.
Zöller, 24 J., Griesheim (Kreis Darmſtadt), hier Grafenſtraße 9. Am
30. Mai: Felix Max Georg Pahl, Sattlermeiſter, 57 J., Heidelberger
Straße 49; Roſa Dorothea Bauer, Kontoriſtin, 27 J., ledig,
Grafen=
ſtraße 21. Am 31. Mai: Eliſabeth Scholl. Dienſtmädchen, ledig, 2".
Fränkiſch=Crumbach, hier Grafenſtraße 9. Am 1. Juni: Wilhelm
Heck=
mann, Fabrikarbeiter, 33 J., Arheilger Straße 94. Am 2. Juni: Karl
Georg Jacob Weimer, Rentamtmann i. R. Am 1. Juni: Barbara
Schröder, ohne Beruf, Liebigſtraße 13; Gertrud Volkmann, 14 Std.,
Landwehrſtraße 13. Am 2. Juni: Eugen Malter, Oberpoſtſekretär,
45 J., Steinbach (Kreis Erbach), hier, Erbacher Straße 25. Am 3. Juni;
Adam Dietz, Gärtner, 77 J., Gutenbergſtraße 6: Erna Volkmann drei
Tage, Landwehrſtraße 13; Georg Grünzfelder, Gaſtwirt 83 J.,
Emils=
ſtraße 1: Eliſabeth Regina Roth, 82 J., Witwe des Landwirts in
Neun=
irchen (Kreis Dieburg), hier, Grafenſtraße 9,
Samstag (6. Juni).
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Chriſtenlehre des Südbezirks im
Gemeindehaus. Pfarre Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends 8.15
Uhr: Chriſtenlehre. Pfarraſſiſtent Becker.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
1. Sonntag nach Trinitatis (7. Juni),
Kollekte in allen Kirchen für die Epileptiſchen=Anſtalt in Nieder=Ramſtadt
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Kleberger. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Studienrat
Knöpp. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre,
Stadtkapelle Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde fällt aus.
Vor=
mittags 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauprgottesdienſt. Dekan Zimmermann. Vorm. 11.15
Uhr
„ashindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. Nachm. 5 Uhr:
Abend=
enſt. Pfarrer Wagner
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 9. Juni, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, den 10., und
Samstag, den 13. Juni, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendvereini=
gung der Stadtgemeinde. — Samstag, den 13. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadrgemeinde, Poſaunenchor.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, den 10. Juni, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Befſunger Forſthaus. Sonntag, den 7. Juni,
vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 7. Juni, vorm. 11.30
Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk der Reformationsgemeinde.
Pfar=
rer Wagner. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
meinſamer Abend). — Montag, den 8. Juni, abends 8 Uhr: Jugend=
—
vereinigung der Stadtgemeinde. Jugendbund der Lukasgemeinde.
Dienstag, den 9. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde (ältere Abteilung). Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (jüngere Abteilung. — Mittwoch, den 10. Juni, nachm. 4 Uhr:
Jungſchar der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr: Jugendbund der
Mar=
kusgemeinde. Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abteilung). — Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr: Ortsverband der
Männer=
vereinigungen: Hauptverſammlung (Jahresbericht, Rechnungsablage,
Voranſchlag 1931, Vorſtandswahl). — Freitag, den 12. Juni, abends
8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Köhler
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderhaus
1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und nachm. (außer
Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. (Kollekte für die Epileptiſchen=Anſtilt in Nieder=
Ramſtadt.) Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt; anſchließend: Chriſtenlehre
für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer Köhler. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei, Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer
Köhler
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Kandidat Vögler.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Montag, den
Juni, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Helferinnenverſammlung des
Frauenvereins. — Dienstag, den 9. Juni, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung. — Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr
im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus: Mäd=
Samstag, den 6. Juni 1931
chenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, der
12. Juni, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere
Abteilung)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, den 8. Juni, abends 8 Uhr:
Kirchenchor.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. Vorm. 11.15 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für die Epileptiſchen=
Anſtalt in Nieder=Ramſtadt.) Vorm 8.30 Uhr: Chriſtenlehre (
Oſt=
bezirk). Pfarrer Weiß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Weiß. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt (Oſtbezirk). Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 7. Juni, vorm. 11.15 Uhr:
Sitzung des Kirchenvorſtandes und der Gemeindevertretung im
Ge=
meindehaus. Abends 8.15 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, den
3. Juni, abends 8 Uhr: Poſaunenchor, Neue Trainkaſerne. Abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Dienstag, den 9. Juni, abends 8.15
Uhr: Monatsverſammlung der Männervereinigung mit
Lichtbildervor=
trag von Oberreallehrer Frank zum bevorſtehenden Ausflug über: „
Ge=
cichtliches über die Burgen Otzberg und Breuberg”. — Mittwoch, den
10. Juni: Jugendbibelſtunde — Donnerstag, den 11. Juni, abends
8 Uhr: Poſaunenchor, Neue Trainkaſerne. Abends 8.15 Uhr:
Frauen=
abend mit Vortrag von Studienrat Knöpp über: „Die Bibel im
per=
ſönlichen und häuslichen Leben”. — Freitag, den 12. Juni, abends
8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. Jugendzimmer:
Sitzung (Führerkreis). — Samstag, den 13. Juni, abends 7.30 Uhr:
Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für die Epileptiſchen=Anſtalt in Nieder=
Ramſtadt.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Müller. Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt „Pfarrec Müller. Vorm. 11.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 7. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, den 8. Juni, abends 8 Uhr: Jugend=
Samstag, den 13. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
bund
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heil. Abendmahl.
Pfarrer Hickel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt in der
Kinder=
ſchule. — Evang. Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lutheriſcher Gottesdienſt (ſelbſtändige evang.=luth. Kirche). 1.
Sonn=
tag nach Trinitatis (7. Juni) im Feierabend (Stiftsſtraße 51): Vorm.
10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer Müller=Erbach.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibel=
tunde. Herr Bringmann. — Montag, abends 8.30 Uhr: Männer=
Bibelbeſprechſtunde. Herr Bringmann. — Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde —
Mitt=
woch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8.30
Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Freitag, abends 8.30 Uhr:
Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Straße 80. Herr
Bring=
mann. — Samstag, abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, den 7. Juni:
Teilnahme am Jahresfeſt in Eberſtadt. Straßenbahn 2.25 Uhr ab
Luiſenplatz. Radfahrer 2.15 Uhr Ecke Landskron= und Ludwigshöh
ſtraße. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis: Vorleſung von Frl.
Stäbler. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.30 Uhr=
Freundeskreis für junge Männer: Körperſchule Leitung: Herr Dr.
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Kiſſel
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim,
Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag, abends 8.15—10 Uhr:
Zuſammen=
kunft. (Näharbeiten können mitgebracht werden.) — Jeden 1. und 3.
Mittwoch im Monat abends 8.30—10 Uhr: Nähen und Zuſchneiden.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
anteriekaſerne, Hof links) Sonntag, abends 8 Uhr:
Mitgliederzuſam=
menkunft. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkſtunde. — Mittwoch,
Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung. —
abends 8.30 Uhr: Heimabend. — Freitag: Auf dem Sportplatz. —
Mitt=
woch nachm.: Jungſcharſtunde ab 4 Uhr.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe. Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
Samstag, den 6. Juni, nachm. 4 Uhr: Spielen im Heim „Nachm. 4.30
Uhr: Pflichtverſammlung für alle Kreiſe; anſchließend Bibelſtunde.
Mittwoch, den 10. Juni, nachm. 4 Uhr: Tierbrunnen (Spielen). —
Don=
nerstag, den 11. Juni, abends 8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Samstag, den 13. Juni, nachm. 3 Uhr: Botaniſcher Garten:
Gelände=
ſpiele
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 8. Juni, abends 8.30 Uhr,
im Feierabend (Stiftsſtraße 51): Bibelſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt, Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 7. Juni, vorm 9.30 Uhr:
Kin=
der=Sonntagshandlung. Vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit
Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm 10 Uhr:
Predigt. Abends 8 Uhr: Predigt. — Dienstag, abends 8.15 Uhr:
Ge=
neralverſammlung des Gem. Chores. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Jugendverein. — Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde,
P. Schanz.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Samstag, den 6. Juni: Abſchluß
der Opferwoche. Abends 8.30 Uhr: L.=Verſ. 9.30 Uhr: Predigt. 10.30
Uhr: Sabbatſchule. Nachmittags: Gemeinſamer Spaziergang. —
Sonn=
tag: Morgenwanderung, Waldandacht. — Mittwoch 2.15 Uhr:
Bibel=
ſtunde, 14.30 Uhr: Religions= und Erſatzunterricht —
Donnerstag:
Tabeaabend. — Freitag, 20.15 Uhr: Gebetsſtunde. — Samstag, 8.30 Uhr:
Gottesdienſt (Müller=Frankfurt.)
Methodiſten=Gemeinde (Evangel, Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38.
Sonntag, den 7. Juni, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. E. Bültge. — Mittwoch, den 10. Juni, abends 8 Uhr: Bibel=
und Gebetſtunde Prediger E. Bültge.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
7. Juni, vorm. 9.30 Uhr: Andachr (Prediger Kruſt). Vorm. 11.15 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde Abends 8 Uhr:
Evangeliumsverkündigung. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiffenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3: Gottesdienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch
m Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 7. Juni: Gott die einzige
Urſache und der einzige Schöpfer. Predigt: Johannes 1, 3
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 1
Sonntag, den 7. Juni, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 11 1
Sonntagsſchule. Nachm. 4 Uhr: Predigt. Abends 8.15 Uhr:
Jugend=
tunde. — Mittwoch, den 10. Juni, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. —
Freitag, den 12. Juni, abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe Darmſtadt,
Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtudium mit Diskuſſion. Sonntags, vormittags 10 Uhr:
Kinderver=
ſammlung.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (ehem.
Kaſino). Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und Mittwoch, den
10. Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54.
Sonn=
tag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Samstag, den 6. Juni:
Chriſten=
lehre der Mädchen. — Sonntag, den 7. Juni, vorm. 9.30 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt, Jahresfeſt der Gemeinſchaft Prediger: Miſſionar Schoppe.
Nachm. 3 Uhr: Hauptfeier in der Kirche. Abends 8.30 Uhr:
Jugend=
jottesdienſt der Evang. Jugendgemeinde in der Frankenſtein=Kapelle. —
Montag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 2; 8 Uhr: Ringabende der Ju
voch
Mitt=
gengruppe. — Dienstag, 5.30 Uhr: Bubenjungſchar 3.
2 Uhr: Nähſtube; 5.30 Uhr: Bubenjungſchar 1 und 2; 8.30 Uhr: Ki
chenchor. — Donnerstag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 3; 8 Uhr: Mä
henringe. — Freitag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 1; 8 Uhr:
Jungſchar=
führerkreis. — Samstag, 8.15 Uhr: Chriſtenlehre der Buben.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 7. Juni, vorm. 8.45 Uhr:
Chriſtenlehre. Vorm. 9.30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen.
Montag: Mädchengruppe — Mittwoch: Jungengruppe.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 7. Juni
vorm. 9 Uhr: Hauptgottesdienſt, Vorm. 10 Uhr: Chriſtenlehre.
Dienstag: Jugendvereinigung. — Mittwoch: Kirchenchor. —
Donners=
tag: Frauenverein. — Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt Sonntag, den 7. Juni, vorm.
9.30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. — Monta
Jugendverein. — Dienstag, 8.30 Uhr: Bibelſtunde — Mittwoch: K
chenchor. — Donnerstag: Poſaunenchor. Helferbeſprechung im Pfarr
haus. — Freitag: Mädchenverein — Samstag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 7. Juni, vorm. 9.30 Uhr
Gottesdienſt. Pfarrverwalter Junker, Neu=Iſenburg. —
Dienstag:
Poſaunenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eberſtal
Pfungſtädter Straße 7 I (Reſtauration „Zur Harmonie‟): Jeden
Don=
nerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Reinheim i.
Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit
Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Bickenbach
Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auerbach,
Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium
mit Diskuſſion
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Straße
Sonntag, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, 11. Juni, abends 8.30
Uhr; Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35. Sonntag,
vorm. 9.30 Uhr und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
tag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße 3.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 10. Juni, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburger Straße 22. Sonntag,
nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, 10 Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 22.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüſſelsheim, Mainzer Straße 82.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
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vtl. auch Wohn=
und Schlafzimmer
zuſammen.
( [ ← ][ ][ → ]
Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931
Seifte 9
Der Atlantikflug des „DoX” geglückt.
„90 I” wohlbehalten an der braſilianiſchen Küſte gelandek. — Mik 13 Perſonen an Bord.
Darunker ein portugieſiſcher Admiral.
Der Ozeanflug des „D0I"
Keine Noklandung des Flugbookes auf dem Meere.
EP. New York, 5. Juni.
Das Flugboot „Do X” iſt um 12 Uhr Lokalzeit, d. h. etwa
4 Uhr MEZ., auf der Infel Fernando de Noronha an der
braſi=
lianiſchen Küſte wohlbehalten eingetroffen. Die Fahrt über den
Südatlantik wurde in der programmäßig feſtgelegten Zeit
ausge=
führt. An Bord des Flugbootes befanden ſich 13 Perſonen,
darun=
ter auch der portugieſiſche Admiral Coutinho.
Die Nachricht von einer Notlandung des
flugbootes auf dem
Meere, die von einem Dampfer, der dem „Do
begegnete, durch
Funkſpruch weiterverbreitet wurde, iſt darauf zurückzuführen, daß
das Niedrigerfliegen des Flugbootes für einen ferneren
Beobach=
ter wie eine Notlandung ausſah.
„D0 I” anf dem Fluge nach Braſilien.
Das deutſche Rieſenflugſchiff „Do X” iſt am Donnerstag von
den Kapverdiſchen Inſeln zu einem Fluge nach Braſilien geſtartet.
Ueber den Flug der „Do
wurde eine Reutermeldung
verbrei=
tet, die von einem angeblichen Abſturz des Flugzeuges wiſſen
wollte. Dieſe Meldung iſt einwandfrei als Falſchmeldung
erwie=
ſen. Nach weiteren Meldungen über Liſſabon beſtätigt es ſich, daß
„Do K” keinen Unfall erlitten hat, ſondern ſich auf dem
Weiter=
flug nach Braſilien befindet. In Fernando Noronha wurde ein
Funkſpruch des „Do K” aufgefangen, der beſagt, daß die jetzige
Fahrtgeſchwindigkeit des Flugſchiffes über 240
Stundenkilo=
meter beträgt. Das Flugboot flog in einer Höhe von 10
Meternüberdem Megresſpiegel. Im Laufe der Nacht
verſuchte es, auf 25 Meter zu ſteigen. Man nimmt an, daß das
Flugboot heute vormittag um 11 Uhr in Boronha (Braſilien)
lan=
den wird. An Bord iſt alles wohl.
„90 1” in Braſilien eingekroffen.
Um 2,10 Uhr Greenwicher Zeit iſt der „Do X” in Fernando
de Noronha, an der äußerſten Spitze von Braſilien, glatt gelandet.
Zu der Ankunft des Rieſenflugbootes „Do X” in Fernando
Noronha wird ergänzend gemeldet, daß die Landung in der Bucht
glatt vonſtatten ging. Trotz der ſpäten Nachtſtunde hatte ſich eine
große Menſchenmenge eingefunden. Die Beſatzung begab ſich bald
nach der Ankunft zur Ruhe. Der Kommandant, Kapitän
Chri=
ſtjanſen, erklärte, daß das Wetter die ganze Zeit ausgezeichnet
war. Es ſeien keinerlei techniſche Störungen eingetreten, ſo daß
die beabſichtigte Flugzeit programmäßig eingehalten werden
konnte. Vor dem Fluge auf das braſilianiſche Feſtland werde die
„Do X‟
genau unterſucht werden, die Brennſtoffvorräte müßten
aufgefüllt werden. Bei der Ankunft ſeien noch für zwei weitere
Stunden Brennſtoff an Bord geweſen. In Natal werde „Do 4
etwa eine Woche bleiben, um dann nach Rio de Janeiro
weiter=
zufliegen.
Die Flugleiſtung des „90!"
Nach einer Meldung der „Aſſociated Preß” aus Fernando de
X” die 1429 Seemeilen lange
Noronha hat das Flugſchiff „Do
ſtrecke von den Kap Verdiſchen Inſeln nach der Inſel Fernando
de Noronha in 12 Stunden und 26 Minuten zurückgelegt. Die
Mannſchaft wie die Fluggäſte des Flugſchiffes äußerten ſich
begei=
ſtert über den Flug. Die Motoren arbeiteten ausgezeichnet bei
einem Brennſtoffverbrauch von ſtündlich 1700 Litern. Der
portu=
gieſiſche Admiral Gago Coutinho betonte, daß der Flug glatt
der=
laufen ſei. „Do X” wird nach Einnahme neuen Brennſtoffes nach
dem 300 Seemeilen entfernten Pernambuco auf dem
ſüdamerika=
niſchen Feſtlande weiterfliegen.
„90 4” zum Weikerfluge aufgeſtiegen.
TU New York. „Do X” iſt um 15,45 Uhr MEZ. von
Fer=
nando de Noronha zum Weiterflug nach Natal
aufge=
ſtiegen.
„90 I” in Nakal eingekroffen.
New York. „Do X” iſt um 18.15 Uhr MEZ. in Natal
ein=
getroffen,
Die Bevölkerung verfolgte dicht gedrängt von den Uferſtaaten
aus das Niedergehen des Luftrieſen. Die Führer der „Do 9
” und
die Paſſagiere wurden kurz nach der Waſſerung von den Spitzen
der Stadtbehörden empfangen. Faſt ſamtliche Häuſer waren mit
Flaggen in den deutſchen und braſilianiſchen Farben geſchmückt.
Va
Einzelheiten zu dem Ozeanflug des „90A.
Der Kommandant der „Do X” hat an die Berliner Vertretung
der Dornier=Werke aus Fernando de Noronha ein Telegramm
ge=
ſandt. Er teilt mit, daß die Flugzeit 13 Stunden 15 Minuten
be=
tragen habe. An Bord ſei alles wohl. Die Motoren ſeien
glän=
zend gelaufen, auch alle ſonſtigen techniſchen Anlagen des Flug
ſchiffes ſeien in beſter Ordnung. Der Abflug habe keinerlei
Schwie=
rigkeiten gemacht. Die Navigation ſei ſehr gut geweſen.
Die
Durchſchnittsreiſegeſchwindigkeit habe 176 Kilometer betragen
Das Flugſchiff habe beim Abflug wegen der ſehr ſtarken Dünung
an den Kap Verdiſchen Inſeln nur 51 Tonnen gegenüber einem
amtlich zugelaſſenen Abfluggewicht von 55 Tonnen gewogen.
E=
ſei beabſichtigt am Freitag die kurze Strecke nach Natal
weiterzu=
fliegen. An Bord hätten ſich der portugieſiſche Admiral Coutinho,
der italieniſche Major Brenta und die Beſatzung der „Do 4”
be=
funden. An Stelle des ausgeſchiedenen amerikaniſchen Piloten
Schildhauer ſei Flugkapitän von Clausbruch vom Kontor=Syndikat
mitgeflogen.
* Die Zukunft des „9o 1‟.
Dr. Claudius Dornier, der Leiter der Dornier=Metallbauten
und Konſtrukteur der „Do X” ſprach ſich in einem Interview, das
er einem Korreſpondenten der „Deutſchen Allgemeinen Zeitung”
gewährte, über die bisherigen Leiſtungen und über die Zukunft
der Dornier=Flugboote aus. Dr. Dornier ging davon aus, da
die naturgemäß an ſich ſehr langwierige Erprobung der „Do X
durch eine Kette von unvorhergeſehenen Zwiſchenfällen verzögert
wurde, doch wäre im Augenblick die „Do X” wiederum recht
un=
günſtigen Verhältniſſen ausgeſetzt. Auf Anraten des italieniſchen
Luftfahrtminiſters Balbo, der das Flugboot auf ſeiner Rückfahrt
von Südamerika auf den Azoren beſuchte, entſchloß ſich die
Flug=
leitung, nach Boloma in Portugieſiſch=Afrika zu fliegen, wo man,
wie es Balbo vorausgeſagt hatte, ruhigeres Waſſer und beſſere
Startverhältniſſe vorfand. Erſt in dieſen Tagen, ſo erklärte
Dor=
nier iſt ein Telegramm des Kapitäns Chriſtianſen eingetroffe
worin er mitteilt, daß die „Do X
ſtartklar ſei und daß die
Be=
ſatzung einmütig die Auffaſſung vertritt, der Weiterflug über den
Südatlantik nach Natal könne auf Grund der tropiſchen
Erpro=
bungsflüge unter normalen Riſikobedingungen bei günſtigen
Wit=
terungsverhältniſſen ohne weiteres erfolgen. Weiter ſagt Dr.
Dornier, daß er von Anfang an betont habe, daß die beſte
wirt=
ſchaftliche Einſatzmöglichkeit für die „Do K” auf Strecken zwiſchen
1000 und 1500 Kilometer liegt, da ſich hierbei das beſte
Zu=
ladungsverhältnis ergibt.
Der Flug nach Amerika ſoll auch ein
reiner Ueberführungsflug ſein, und urſprünglich war daran
ge=
dacht, die „Do X” als Fortſetzung einer erhofften Luftſchifflinie
über den Südatlantik entlang den amerikaniſchen Küſten
einzu=
ſetzen. In dieſen Plänen trat nun eine Verzögerung ein, weil
Luftſchiff und Flugſchiff die Entwicklung des Dieſelmotors
abwar=
ten müſſen, bevor neue große Projekte in Angriff genommen
wer=
den können
Ueber die Zukunft der Do K‟, betonte Dr. Dornier, gibt es
gar nicht zu zweifeln, daß es ſo gut wie ſicher iſt, daß in
abſeh=
barer Zeit Flugſchiffe noch weit größeren Ausmaßes als die
„Do X” gebaut und auch in den Verkehr genommen werden. Denn
dieſe allein werden auf große Entfernungen eine Rentabilität
aufweiſen. Schon heute, bei dem neuen Bau der „Do K”=
Flug=
ſchiffe verringern ſich die Koſten bereits auf ein Drittel gegenüber
den Aufwendungen für die erſte Konſtruktion. Schon bei den
erſten Dornier=Flugſchiffen, die für Italien geliefert werden und
von denen das eine bereits mehrere erfolgreiche Probeflüge
hin=
ter ſich hat, konnten eine Reihe wichtiger Verbeſſerungen
vorge=
nommen werden. Dieſe beiden Flugſchiffe haben dieſelben
Fiat=
motoren erhalten, mit denen das Südamerika=Geſchwader Balbos
ausgerüſtet war. Die italieniſche Abnahmekommiſſion, die zurzeit
am Bodenſee weilt, um am Einfliegen teilzunehmen, hat ſich
bis=
her ſehr lobend über die erſten Reſultate geäußert. Auch D.
Dornier iſt überzeugt davon, daß gerade die Italiener mit ihren
beiden „Do K”=Flugſchiffen große Erfolge erzielen werden. Die
Frage der Weiterentwicklung der Luftfahrt zu noch größeren
Flug=
ſchiffen iſt für Claudius Dornier techniſch überhaupt, keine Frage
mehr. Es handelt ſich nur darum, ob wir oder das Ausland dieſe
Flugſchiffe bauen werden. Derjenige, der es verſteht und das
Geld dazu hat, ſich die Flugboote anzuſchaffen, und ſie richtig
aus=
nutzt, wird eben den Sieg und die Führung in der Luftfahrt
davontragen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. W.
Samstag, 6. Juni.
10.20: Schulfunk: Beſuch auf einem Rheinſchiff. Hörbild.
15.20: Jugendſtunde: 1. Eine Tigerjagd mit Indianern. — 2.
Volksmärchen der Kabylen.
16.30: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orcheſters.
18.1
W. Arntz u. Dr. R. Fritz: Vorunterſuchung.
18.35: Eine halbe Stunde Betriebsrat. Hörfolge.
eit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
S.
paniſch.
19.45: Mannheim: Opernchöre.
20.15:
Cannſtatt: Unterhaltungskonzert.
21.00: 90 Minuten".
Bunter Abend.
22.30: Zeit. Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 6. Juni.
15.00: Kinderbaſtelſtunde: Franz baut für Roſi und ſich ein Book.
Frauenſtunde: Kochgeſchirre im Haushalt.
15.45
Oberſchulrat. Hilke
16.0
Formen ſtaatsbürgerlicher Erziehung.
16.30
Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30
Prof. Dr. v. d. Velden: Viertelſtunde für die Geſundheit.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Prof. Dr. Steinbüchel: Nietzſches Stellung in der geiſtigen
Situation der Gegenwart.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: H. G. Engel — K. G. Keilhauer: Eine Konſultation beim
Störſchutzarzt.
19.30: Stadthalle Magdeburg: Zweite öffentliche Feſtverſammlung
des Evangeliſchen Bundes.
anz= u. Unterhaltungsmuſik. Kapelle Barnabas von Géczy.
32.
Vetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Danach: A. d. Café Berlin: Tanzmuſik. Kapelle Georg Nettelmann.
RAPIOCrößte Auswahl
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Fachmännische Ludwigsplatz Nr. 3
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Tel. 2140. (210a
Wekkerbericht.
Ausſichten für Samstag, den 6. Junf: Zunächſt vielfach heiter, ſpäter
auch vorübergehend gewitterdrohende Bewölkung aufkommend, warm
noch trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 7. Juni: Außer lokaler Gewitterneigung
wenig Aenderung der Wetterlage.
Die glückliche Geburt eines Sohnes
zeigen an
Dr. Ing. Otto Krischer u. Frau
Magdalene, geb. Weingärtner.
Darmstadt, den 5. Juni 1931.
(*
Ihre Verlobung geben bekannt
Margit Zetzſche
Karl Würtz
Darmſtadt, im Juni 1931.
Ernſt=Ludwigſtr. 19
Lagerhausſtr. 46
Dipl.-Ing. OTTO WIRTHMEIN
RENE WIRTHWEIN-RANSZ
Vermählte
(*
Darmstadt
Knapsack/Cöln
Kirchliche Trauung: Samstag, den 6. Juni, 1 Uhr, Paul
Gerhardthaus (Waldkolonie).
)
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Heinrich Heymann u. Frau
Hermine, geb. Müller
6. Juni 1931
Darmstadt
Riedeselstr. 66.
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 7. Juni, nachmittags 3 Uhr
18790
in der Petruskirche.
Neues Damenrad
Gar geg. mod.
Die Eheleute Georg Rühl und Frau //Flurgard. o. Waſch=
Margarethe, geb. Frank, feietn am //kom. zu tauſch geſ.
Ang. u. T. 240 Gſch.*
Dienstag, den 9. Juni ihre
Silberne Hochzeit.
Prima
Speiſekarkoffeln
Auguſt Göbel.
Ober=Ramſtadt.
Fernſprech. 98. (*sg
Statt Karten.
Ihre Vermählung geben bekannt
Alfred Benthaus
und Frau Luise, geb. Stein
Darmstadt, im Juni 1931.
Barkhausstr. 57
Kirchl. Trauugg: Sonntag, den 7. Juni 1931, nachmittags
3 Uhr, in der Martinskirche.
Ihre Vermählung geben bekannt
Ludwig Stern und Frau
Cäcilie, geb. Trabant
Hochstr. 4
Jahnstr. 25
Kirchliche Trauung: Sonntag, den 7. Juni 1931,
nach-
mittags 3 Uhr, in der Stadtkapelle.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag entſchlief ſanft nach
länge=
rem, ſchwerem Teiden unſere gute Mutter
und Schwiegermutter, Großmutter,
Urgroß=
mutter, Schweſter und Tante
Frau Apotheker Chriſtoph, Bwe.
Juſtine, geb. Ziſſeler
im Alter von 80 Jahren
Die trauernden Hinterbliebenen.
Michelſtadt, den 5. Juni 1931.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. Jun/ 1931,
abends ½7 Uhr ſiatt.
Ka2
BilIIger Samstag!
fd. 0.28
Süße Kirſchen . . . . . .."
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Samstag, den 6. Juni 1931
Nummer 155
Der Favorik gewann Englands Derby.
Das Derbyfeld unterwegs.
Das 148, engliſche Derby wurde am Geburtstag des engliſchen Königs, der unter den
Hundert=
tauſenden von Zuſchauern war, gelaufen. Ueberlegener Sieger war der Favorit „Cameronian”
unter dem Champion=Jockey Fox. Nimmt man die Rennpreiſe, den Toto= und Lotterieumſatz
zuſammen, ſo wechſelten nicht weniger als 400 Millionen Mark in drei Minuten den Beſitzer.
Neuer Rieſen=Oelbrand in Rumänien.
Blick auf das Petroleumgebiet von Moineſti in Rumänien,
wo durch Blitzſchlag ein ungeheuerer Brand entſtand. Aus allen Teilen des Landes mußte
Mili=
tär und Polizei zur Hilfe herbeigezogen werden. Die Bewohner haben mit ihren Habſeligkeiten
die Flucht ergriffen. Eine außerordentlich hohe Zahl von Todesopfern wird befürchtet.
Zur Jahreskagung des Bundes Deutſcher Archikekken.
Prominente Köpfe auf der B.D.A.=Tagung:
Links; Profeſſor Kreis=Dresden. — Mitte: Profeſſor Peter Behrens=Düſſeldorf,
Rechts: Geheimrat Gurlitt=Dresden.
In Berlin begann die Jahrestagung des B.D.A., der maßgebenden Organiſation der
freiſchaffen=
den Architekten. Eine lange Reihe führender Architekten aus ganz Deutſchland hat ſich zu der
Tagung eingefunden.
Der Harkophag der Heiligen: Eliſabeth wird zur 200-Jahrfeier reſtauriert.
Die Heilige=Eliſabeth=Plaſtik
Der Grabſtein im Marburger Dom.
an einer der Seiten des Sarkophags.
Der koſtbare Sarkophag der Heiligen Eliſabeth wird anläßlich des 700. Todestages der Heiligen
reſtauriert, nachdem während der Inflationszeit eine ganze Reihe ſeiner Edelſteine geraubt
wor=
den waren, die erſt jetzt wieder im Ausland gefunden wurden.
(Photo: Kunſtgeſchichtliches Seminar der Univerſität Marburg.)
Reich und Ausland.
25. Verbandstag des Arnſtädter Verbandes.
Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung
beging der Arnſtädter Verband Mathematiſcher
und Naturwiſſenſchaftlicher Verbindungen an
deutſchen Hochſchulen ſeinen 25. Verbandstag in
Arnſtadt in Thüringen. Den Auftakt zu den
Ver=
anſtaltungen bildete ein Fackelzug zum Ehrenmal
des Verbandes und eine Gedenkfeier für die im
Weltkriege gefallenen Verbandsbrüder. Im
Mit=
telpunkt der Jubiläumstagung ſtanden
verſchie=
dene wiſſenſchaftliche Feſtvorträge namhafter
Ge=
lehrter, die dem Verbande angehören. Durch ein
Ehrenſilentium wurde auf dem Feſtkommers des
Verbands=Alten=Herrn Prof. Dr. Wegener
ge=
dacht, der in der Eiswüſte des Polargebietes
einen grauſigen Tod gefunden hat. Der Herr
Reichspräſident von Hindenburg ſandte zu der
Tagung ein Telegramm, in dem er die beſten
Wünſche für eine erfolgreiche Tagung ausſprach.
Wiesbadens Finanznot.
Ba. Wiesbaden. Der Bericht des
Staats=
reviſors Takolſki ging am Dienstag abend dem
Magiſtrat zu. In dieſem Bericht ſollen Abſtriche
am Wohlfahrtsamt und der Schulverwaltung,
Verdreifachung der Bürgerſteuer uſw.
vorgeſchla=
gen ſein, wodurch eine Haushaltsverbeſſerung
von 3,2 Millionen erzielt werden ſoll. Außerdem
iſt die Aufnahme einer Defizitanleihe von 2,3
Millionen vorgeſehen.
Zwei Bergleute von niederbrechendem Geſtein
erſchlagen.
Duisburg=Hamborn. Auf der dritten
Sole der Schachtanlage Lohberg der Vereinigten
Stahlwerke Bergbaugruppe Hamborn ereignete
ſich am Donnerstag vormittag kurz vor
Beendi=
gung der Nachtſchicht ein ſchweres
Einſturzun=
glück. Durch niedergehende Geſteinsmaſſen
wur=
den drei Bergleute verſchüttet. Erſt nach
länge=
ren Bergungsarbeiten konnte ein Hauer mit
ſchweren Verletzungen geborgen werden. Die
beiden anderen Bergleute fand man erſt nach
dem Wegräumen größerer Geſteinsmaſſen als
Leichen vor.
Aus dem Zuge geſtürzt, von einem anderen Zuge
überfahren und getötet.
Halle. Bei der Einfahrt eines aus
Weißen=
fels kommenden Perſonenzuges ſtürzte ein
vier=
jähriger Knabe aus dem Abteil. Die im
glei=
chen Wagen ſitzende Großmutter verſuchte das
Kind zurückzuhalten, was ihr nicht gelang, ſie
ſtürzte gleichfalls aus dem Wagen und wurde
ebenſo wie das Kind von einem
vorüberfahren=
den anderen Zug erfaßt.” Während die
Groß=
mutter auf der Stelle getötet wurde, erlitt das
Kind lebensgefährliche Verletzungen. .
Wieder ein Raubüberfall auf einen Berliner
Kraftdroſchkenführer.
Berlin. In der Umgebung, der Ortſchaft
Buch an der Stettiner Bahn wurde in der
ver=
gangenen Nacht ein Raubüberfall auf einen
Ber=
liner Kraftdroſchkenführer namens Klemm
ver=
übt. Im Krankenhaus Pankow, wo er mit
ſchweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzun=”
gen darniederliegt, konnte er nun eine
Schilde=
rung des Ueberfalls geben. Er iſt im
nordöſt=
lichen Stadtteil Weißenſee gegen 2 Uhr nachts
von drei Männern angerufen worden. Sie
ga=
ben kein genaues Ziel an, ſondern beauftragten
ihn, immer geradeaus zu fahren, bis die Chauſſee
Buch—Carow erreicht ſei.Hier ließen ſie halten
und wollten das bisher geſchloſſene Verdeck
ge=
öffnet haben. Er ſtieg ab und knickte die
Halte=
ſtangen des Verdecks ein. In dieſem Augenblick
fielen die Männer über ihn her und ſchlugen auf
ihn ein, bis er die Beſinnung verlor. Sie
plün=
derten ihn dann aus und ließen ihn hilflos auf
der Chauſſee liegen. Dort wurde er von einem
Radfahrer gefunden. Im Wagen entdeckte man
eine Ballonmütze, die einer der Räuber verloren
haben muß und neben dem Bewußtloſen einen
Hammer. Dem Ueberfallenen ſind etwa 23 Mark
geraubt worden.
Zeppelinfahrten nach der Schweiz.
Friedrichshafen. Das Luftſchiff „Graf
Zeppelin”, das bereits gegen 5 Uhr morgens zu
einer etwa dreiſtündigen Fahrt in die Schweiz.,
mit 33 Paſſagieren aufgeſtiegen war, iſt im Laufe
des Vormittags zu einer zweiten Fahrt in die
Schweiz geſtartet, un der 20 Paſſagiere
teil=
nehmen. Die Landung erfolgte gegen Abend.
Leiche einer ehemaligen ägyptiſchen Prinzeſſin
beraubt.
Landsberg (Warthe). Größtes Aufſehen
erregt ein Verbrechen, das im Mauſoleum des
Freiherrn von Carnap in Jahnsfelde verübt
worden iſt. Als man die Gruft öffnete, um dort
neue Blumen aufzuſtellen, bemerkte man, daß
die beiden Deckel des Sarges, in dem die
Baro=
nin von Carnap beigeſetzt wurde, aufgebrochen
und die Glasſcheibe zerſtört war. Die
Ver=
brecher hatten der Toten den koſtbaren Schmuck,
unter dem ſich auch ein mit Edelſteinen beſetzter
Orden befand, geraubt. Die Baronin, eine
Fran=
zöſin, war in erſter Ehe mit dem Bruder des
Königs Fuad von Aegypten verheiratet und
vermählte ſich nach deſſen Tode in Neapel mit
Baron von Carnap. Im Auguſt vor drei
Jah=
ren ſtarb ſie und wurde nach dem Willen ihres
Gatten in Jahnsfelde beigeſetzt. Nach dem
Be=
fund müſſen die Täter unbedingt ortskundig
geweſen ſein, da ſie gerade nur den einen Sarg
öffneten und die anderen unberührt ließen.
Schlußakt der Lichtenberger Familientragödie.
Berlin. Der furchtbare Kindermord in
Lichtenberg, dem der zehnjährige Manfred Poßke
zum Opfer fiel, hat geſtern ſeinen tragiſchen
Ab=
ſchluß gefunden. Bei Konradshöhe wurde die
Leiche einer Frau geländet, die einwandfrei als
Frau Poßke wiedererkannt wurde. Das aus der
Wohnung verſchwundene Sparkaſſenbuch hat
Frau Poßke vor ihrem Tode einer Nachbarin in
Verwahrung gegeben. Einer Schweſter der Frau
Poßke war durch die Poſt ein Abſchiedsbrief
zu=
gegangen, nach welchem die Tat als ein
Ver=
zweiflungsakt anzuſehen iſt.
Wieder ein Brückeneinſturz in Frankreich.
Paris. In Chalons ſur Saone hat ſich am
Donnerstag wieder ein Brückeneinſturz ereignet,
wobei drei Perſonn ſchwere Verletzungen
er=
litten. Es handelt ſich um eine Laufbrücke in
fünf Meter Höhe, auf der ein Ingenieur und
zwei Arbeiter beſchäftigt waren. Aus bisher
un=
geklärter Urſache gab der Steg plötzlich nach und
riß die Männer mit ſich in die Tiefe.
Mnt dei Aooor Hac vein
Nordpol.
Der „Naukilus” in See gegangen.
Provincetown, 5. Juni.
Das U=Boot „Nautilus” iſt nach London in
See gegangen, nachdem es ſeine Probefahrten zur
beſten Zufriedenheit beendet hatte. Von London
wird es über Bergen und Tromſö nach
Spitz=
bergen gehn und von dort aus ſeine Nordpolfahrt
antreten. Sir Hubert Wilkins und eine Anzahl
Wiſſenſchaftler, die ihm zum Nordpol begleiten
wollen, befinden ſich an Bord. Drei weitere
Fahrtteilnehmer werden das U=Boot in London
beſteigen. Ein Küſtenwachſchiff begleitet den
„Nautilus” bis zu den Grand Banks. An Bord
des U=Bootes befinden ſich bereits Lebensmittel
für 18 Monate und Brennſtoff für eine Fahrt
von 6000—8000 Kilometer.
Schwerer Zuſammenſtoß zwiſchen Triebwagen
und Kraftwagen.
Schleswig. Am Bahnübergang bei Sankt
Jürgen ereignete ſich vorgeſtern ein ſchwerer
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen einem Triebwagen der
Kreisbahn und einem Kraftwagen. Der
Kraft=
wagen wurde von dem Triebwagen erfaßt und
50 Meter mitgeſchleift. Die Karoſſerie des
Kraft=
wagens wurde abgeriſſen und ſtürzte einen zehn
Meter hohen Bahndamm hinunter. Dabei
er=
litten eine Frau Hering aus Berlin, ihre
acht=
jährige Tochter ſowie ihre Schweſter, Fräulein
Dr. Behrendſen, ſchwere Verletzungen. Zwei
an=
dere Kinder und der Chauffeur wurden leicht
verletzt. Das Unglück iſt dadurch entſtanden,
daß der Chauffeur die Signale des Triebwagens
überhört hatte. Frau Hering iſt inzwiſchen ihren
Verletzungen erlegen.
Piccard in Brüſſel feierlich empfangen.
Brüſſel. Profeſſor Piccard und Dr. Kipfer
ſind am Donnerstag abend in Brüſſel
eingetrof=
fen. Schon unterwegs hatte Frau Piccard mit
drei Kindern im Zuge Platz genommen. Auf
dem Nordbahnhof wurde Piccard durch den
Kronprinzen Leopold, durch die Miniſter
Petit=
jean und Lippens ſowie die Spitzen der Zivil=
und Militärbehörden empfangen. Eine große
Menſchenmenge, darunter viele Studenten, hatte
ſich zum Empfang eingefunden. Piccard und
Kipfer wurden von Studenten auf die Schultern
gehoben und bis in ihr Auto getragen. In der
Univerſität fand ein feierlicher Empfang der
beiden kühnen Forſcher ſtatt.
76 Häuſer in Pſkow niedergebrannt.
Moskau. Wie aus Pſkow gemeldet wird,
ſind bei einem Großfeuer 76 Häuſer
niederge=
brannt. Die Entſtehung des Brandes wird auf
einen ſchadhaften Schornſtein in einem Hauſe
zurückgeführt, von wo aus das Feuer ſich infolge
des ſtarken Windes auf den ganzen umliegenden
Bezirk ausdehnte.
Zu dem furchlbaren
Brückeneinſturz=
unglück bei Bordeaux.
RUnglückzstelle
Lagekarte der neuen Brücke über die Isle,
die bei der Belaſtungsprobe zuſammenbrach.
10 Laſtautos, die auf der Brücke ſtanden,
wur=
den in die Tiefe geriſſen. 15 Perſonen wurden
getötet, 16 verletzt,
Seite 12
Samstag, den 6. Juni 1931
Nummer 155
Spoet, Sptel und Jucnen
Der Deutſche Hochſchulmeiſter in Fahrk.
T. H. Darmſtadt — Univ. Erlangen 10:4 (4:3).
Zu dem geſtern abend durchgeführten Zwiſchenrundenſpiel um die
Deutſche Hochſchulmeiſterſchaft zwiſchen obigen Mannſchaften hatten ſich
zirka 800 Zuſchauer eingefunden, die einen ſehr fairen und in der erſten
Halbzeit ſpannenden Kampf ſahen. Erlangen erſchien in ſtärkſter
Auf=
ſtellung. Die ſchnelle Mannſchaft der Gäſte nahm ſofort durch ihr
vor=
zügliches Zuſammenſpiel das Heft in die Hand, der Sturm konnte aber
gegen die ſtabile Hintermannſchaft der Hochſchule keine Tore erzielen.
Vielmehr gingen die Darmſtädter durch Freund und Ploch in Führung,
während die Gäſte durch Thien und Koch den Ausgleich erzielten. Im
Hochſchulſturm klappt es nicht, die Mannſchaft ſtellte um, die
Läufer=
reihe kam nicht in Schwung. Erlangen geht durch Wißgickel 2:3 in
Führung.
Die Darmſtädter haben Schußpech. Werner ſtellt erneut um. und
Darmſtadt legt jetzt ein Spiel hin, das im Sturm reſtlos befriedigen
konnte. Feick verbeſſert auf 3:3. Werner auf 4:3. Nach der Pauſe
er=
gibt eine ſchöne Kombination Werner=Leonhardt 5:3, Freund erzielt den
6. Treffer, Feick durch wuchtigen Doppelhänder den 7. Den Gäſten
ge=
lingt in dieſer Periode nur ein Gegentor, während Darmſtadt durch
Feick, Freund und wieder Feick die Torausbeute auf 10 erhöht.
Die Hochſchul=Elf krankte zunächſt an mangelndem Verſtändnis.
Meher im Tor und die 98er Spieler — Rothenburger, Freund, Feick,
Werner, Ploch — gewannen das Spiel. Feil und=Becker genügten
tech=
niſch nicht reſtlos, Leonhard zeigte noch nicht die vorjährige Form.
Viel=
leicht waren dieſe Schwächen darauf zurückzuführen, daß die Hochſchul=
Elf in dieſem Jahre erſt wenig zuſammenſpielte. — Bei Erlangen ſtachen
hervor: Koch, Thien, Kniewaſſer im Sturm. Wohlrath und Roll bei den
Läufern, Marktaler in der Verteidigung. Auch Feuerſtein im Tor hielt
einige nette Sachen. Die Mannſchaft zeigte vorbildlichen Eifer bis zum
Schluß, hatte aber auch reichlich Schußpech. — Oberleutnant Bayer=
Polizei Darmſtadt pfiff zur beiderſeitigen Zufriedenheit.
Der Auftakt um die Hochſchul=Handballmeiſterſchaft iſt für die Tech=
=
ö=
niſche Hochſchule recht günſtig verlaufen.
Heute abend 18.30 Uhr
ſpielen auf der Rennbahn — Heidelberger Straße
Turnerſchaft Darmſtadt — Polizei Darmſtadk
in einem Freundſchaftstreffen.
* Handball in der 2.T.
Werbeſpiele anläßlich des 50jährigen Jubiläums in Auerbach:
Auerbach — Jahn Weinheim 1b; Bensheim — Reichsbahn
Darm=
ſtadt: Bickenbach — Jahn Weinheim. — Werbeſpiele in Hahn:
Crumſtadt — Eberſtadt: Pfungſtadt — Griesheim; Hahn —
Pfung=
dt 2.
Weitere Spiele im Main=Rhein=Gau:
Arheilgen — Eintracht Frankfurt; Groß=Gerau — Vorwärts Langen;
Wolfskehlen — Wallerſtädten; Weiterſtadt — Büttelborn; Erzhauſen —
Buchſchlag 2.: Münſter — Germania Babenhauſen; Worfelden — Trebur.
Zweifellos haben es die Turnvereine in Auerbach und Hahn
ver=
ſtanden, durch glückliche Auswahl der Gegner, die Werbeſpiele recht
an=
ziehend zu geſtalten, ſo daß der Erfolg nicht ausbleiben dürfte. Im
übrigen ſteht Arheilgens Begegnung mit Eintracht Frankfurt im
Brennpunkt des Intereſſes. Groß=Gerau hat ſich an Vorwärts Langen
herangewagt. Weiterſtadt wird daheim gegen Büttelborn ſchwer zu
kämpfen haben. Trebur iſt bei uns eine noch unbekannte Elf, ebenſo
Münſter und Babenhauſen.
Tv. Roßdorf—Tgde Stockſtadt 10.:8 (5 : 3).
Durch den anhaltenden Regen mußte das Spiel fünf Minuten vor
Schluß abgebrochen werden. Es beginnt ſehr verheißungsvoll für die
Gäſte, indem ſie eine 2:0= und 3:1=Führung über die mit drei Mann
Erſatz ſpielenden Einheimiſchen erzielen konnten. Als bei dieſem Stand
Roßdorfs rechter Verteidiger des Feldes verwieſen wurde, glaubte
nie=
mand mehr an einen Sieg. Aber es kam anders. Bis zur Pauſe hatte
Roßdorf nicht allein ausgeglichen, ſondern ging ſogar 5: 3 in Führung.
Nach dem Wechſel brachte die dauernde Ueberlegenheit Noßdorfs noch
weitere fünf, in gleichmäßigen Abſtänden erzielte Tore ein, denen die
Gäſte keines mehr entgegenſetzen konnten. Der Sieg der Einheimiſchen
war verdient auf Grund beſſerer Geſamtleiſtung. — Der Schiedsrichter
hatte bei dem erſten Freundſchaftsſpiel ein leichtes Amt.
Waſſerball.
Tv. Arheilgen — Reichsbahn Darmſtadt.
Heute, Samstag, abends 6 Uhr, hat ſich im Arheilger
Gemeinde=
ſchwimmbad der Tv. Arheilgen die Reichsbahn Darmſtadt zu einem
Freundſchaftsſpiel verpflichtet. Arheilgen mußte beim letzten Spiel im
Hallenbad eine 5:4 Niederlage hinnehmen und wird es ein intereſſantes
Spiel geben. Am nächſten Mittwoch, abends 7.30 Uhr, ſpielt die
Mann=
ſchaft des Akademiſchen Sportklubs Darmſtadt am Arheilger Mühlchen.
Rot=Weiß — 1. Frankfurter S.C. 1:3 (1:1).
Rot=Weiß konnte geſtern abend die Gäſte nicht niederkämpfen. Bei
verteiltem Spiel fand ſich zunächſt Frankfurt beſſer; Trinkaus konnte
jedoch einen abgewehrten Ball aufnehmen und zum Führungstor für
Rot=Weiß einſchießen. Im Gegenſtoß ſind die Gäſte durch Ceſar
erfolg=
reich. Nach der Pauſe ſpielt Frankfurt taktiſch ſehr geſchickt. Auf
Frei=
wurf von Schaal holt Budecke die Führung für Frankfurt. Dahmer muß
wegen Widerſpruchs gegen Schiedsrichteranordnung das Waſſer
verlaſ=
ſen und Rot=Weiß ſpielt faſt die ganze zweite Hälfte mit nur 6 Mann.
Frankfurt erzielt durch Schaal das 3. Tor; alle übrigen Vorſtöße
ver=
eitelt die aufmerkſame Rot=Weiß=Abwehr. Die Einheimiſchen fühlten
ſich durch Schiedsrichter Leherzapf (Jungdeutſchland Darmſtadt)
benach=
teiligt.
Am Freitag wurde in Epſom das engliſche Stuten=Derby, mit
12000 Pfd. ausgeſtattet und über 2400 Meter führend, ausgeritten. Es
erſchienen 15 Pferde am Start, von denen die franzöſiſche Favoritin
Brulette aus dem Stalle Birkin vor Four Courſe und Links Tor
erfolgreich blieb. Die Quoten lauteten beim Start: 11:10, 6:1, 10:1.
* Zußball im Kreis Skarkeuburg.
Abflauender Spielbetrieb.
Nur noch kurze Zeit trennt uns von der ſechswöchentlichen Zwangs=
Sommerpauſe der Fußballer; aber man merkt auch jetzt ſchon, daß es
dem Ende zugeht denn die Spielabſchlüſſe werden immer weniger. Für
den kommenden Sonntag ſind im Kreisgebiet folgende Spiele bekannt
geworden:
Sportvgg. 03 Fechenheim — Viktoria Urberach; Union Wixhauſen
Sportvca. 04 Arheilgen: FC. 07 Bensheim — Germania 03
Pfungſtadt: BSC. Aſchaffenburg=Schweinheim — Haſſia Diebura;
Sportvag. Seligenſtadt — SV. Münſter; FV. Hofheim (Rieb) —
Germania Eberſtadt: SV. Weiterſtadt — Viktoria Griesheim.
Eigentliche Großkämpfe ſind nicht darunter. Das Wixhäuſer
Tref=
fen findet im Rahmen des dortigen Jubiläums ſtatt. Pfungſtadt war
urſprünglich nach Hanau zum dortigen Pokalſieger, Spielvgg. 60/94,
verpflichtet, der aber wegen Behinderung abſagen mußte. In Bensheim
werden die Germanen aber ebenfalls einen ſtarken Gegner finden, denn
die Bergſträßer haben in den letzten Wochen bemerkenswert gute
Ergeb=
niſſe erzielt. Zwei ſolche werden nachträglich auch noch vom 4=Meiſter,
Germania Eberſtadt, bekannt. Die Eberſtädter ſchlugen an Pfingſten
den FV. Sprendlingen mit 4:2 und am letzten Sonntag Olympia
Lam=
vertheim mit 3:0. Man gewöhnt ſich alſo langſam an die kommende
Kreisliga.
In dieſem Zuſammenhang dürfte etwas über die kommende
Neu=
orientierung im Kreis Starkenburg intereſſieren. Wie
man hört, ſind allzu große Veränderungen nicht geplant. Da man den
Bezirksligiſten VfL. Neu=Iſenburg zur Gruppe Main genommen hat,
geht auch der SV. 1911 Neu=Ifenburg automatiſch mit zum Gau
Frank=
furt über. Die Nordgrenze des Kreiſes iſt alſo Sprendlingen. Weiter
ſollen Mörfelden und Walldorf wegen ihrer günſtigen Bahnverbindung
zu einem der Groß=Frankfurter Kreiſe geſchlagen werden. Dafür dürfte
Oberroden wieder zum Kreis Starkenburg kommen und ſo die Bahnlinie
Sprendlingen — Dieburg wieder komplettieren. Weitere
Veränderun=
gen ſind kaum zu erwarten. Aufſtiegsberechtigt würden danach alle drei
Gruppenmeiſter der A=Klaſſe ſein.
Hier ſteht nun noch der Meiſter der Gruppe Odenwald aus, doch
kann dieſer ſchon morgen ermittelt werden. Gibt nämlich Roßdorf in
ſeinem letzten Spiel in Michelſtadt nur einen Punkt ab, ſo iſt Groß=
Zimmern Meiſter. Gewinnt aber Roßdorf, ſo wird ein
Entſcheidungs=
ſpiel auf neutralem Platz notwendig. Tritt das ein, dann findet das
Spiel bereits acht Tage ſpäter in Darmſtadt ſtatt. Jedenfalls darf
man auf den Ausgang des Michelſtädter Treffens geſpannt ſein. — Mit
dem Spiel SV. Groß=Gerau — Olympia Hahn iſt ein weiteres
Nach=
tragstreffen der 4=Klaſſe angeſetzt worden.
In Sachen Spielabbruch Union Darmſtadt — Eintracht Darmſtadt
iſt nun auch das Urteil gefällt worden. Die Beſſunger haben drei
Wocken (bis zum 16. Juni) Platzſperre erhalten, außerdem ſind einige
ihrer Spieler mit teils recht langen Disqualifikationen belegt worden,
ein Eintrachtler kam auf die ſchwarze Liſte.
Fr. Tade. Darmſtadt — Wixhauſen.
Am Sonntag (15 Uhr) empfängt die Fr. Tgde, die Fr. T.
Wir=
hauſen. Es iſt nicht das erſtemal, daß ſich beide Teams gegenüberſtehen,
und die vergangenen Spiele haben gezeigt, daß bald dieſe, bald jene
Mannſchaft als Sieger den Platz verließ. Darmſtadt hat in der
Privat=
ſpielſaiſon gut abgeſchnitten. Von 21 ausgetragenen Spielen gingen 14
gewonnen, 4 unentſchieden und 3 verloren. Es ſollte Darmſtadt
ge=
lingen, einen weiteren Sieg zu landen. Vorher ſtehen ſich die zweiten
Garnituren gegenüber.
„Olympia” Lorſch — Sp. Vgg. 04 Arheilgen 1:1 (0:0.
In einem recht intereſſanten Treffen, das Donnerstag abend in
Lorſch ſtattfand, konnte Arheilgen ein ſchmeichelhaftes Remis erzielen.
Das Spiel war reich an ſpannenden Momenten und ſehr ſchnell. Die
Häſte lagen vor der Pauſe wiederholt im Vorteil und hatten zwei
tot=
ſichere Sachen frei vor dem Tore, die berſchoſſen wurden. Nach der Pauſe
ſpielte Lorſch viel energiſcher, produktiver und konnte in der 53. Min.
den Führungstreffer erzielen. Arheilgen mußte ſich ſtark wehren, kam
gegen Schluß wieder auf, ſo fiel auch 7 Min. vor Schluß das
Ausgleichs=
tor. Bei Lorſch war Lorbacher die Seele der Mannſchaft, hinter ihm
ſtand eine ſchlagſichere Verteidigung, der Tormann mit Sturm war
ſchwach. Die Arheilger kämpften eifrig, alle gaben ihr Beſtes, nur der
Sturm zeigte ſich etwas ſchwach. Der Schiedsrichter war ſehr ſchwach.
Am 9. Auguſt beginnen die Berbandsſpiele.
Der Bezirk Main=Heſſen weiſt darauf hin, daß die neue
Saiſon der Verbandsſpiele bereits am 9. Auguſt beginnt. Da die
Vermehrung der Bezirksliga=Vereine eine längere Spielzeit
be=
dingt, ſo iſt anzunehmen, daß auch die übrigen ſüddeutſchen
Be=
zirke ſchon am 9. Auguſt mit den Punktekämpfen beginnen.
Schießſpork.
Auf den Schießſtänden hinter dem Karlshof hielt die
Schützengeſell=
ſchaft Wildſchütz ihr diesjähriges
Vereinsmeiſterſchafts=
ſchießen ab. Die Vereinsmeiſterſchaft errang K. Kunz. 2. H.
Hochmuht, 3. A. Schnatz, 4. L. Schaffnit, 5. Gg. Danieder, 6. Jean
Reibold, 7. Georg Hartmann. —
Im Tagespreisſchießen rangieren:
Kunz, 2. Hochmuht, 3. Schnatz, 4. Schaffnit, 5. P. Adam, 6. Danieder,
7. Hartmann. 8. Reibold jun., 9. Reibold ſen.
Im Davispokalkampf England—Südafrika ſtellten die Engländer
mit einer 3:0=Führung bereits ihren Endſieg ſicher. Japan ſchlug
Aegypten 4: 1. Die Tſchechen ſiegten gegen Italien 5:0.
Europameiſter im Säbelfechten wurde der Ungar Piller vor ſeinen
Landsleuten Kabos und Petſchauer. Den vierten Platz belegte, der
deutſche Altmeiſter Erwin Caſmir vor Gerevich=Ungarn und den
Ita=
lienern Anſelmi, Gaudini und Marzi.
Den Großen Preis von Horſt, Ehrenpreis und 11000 Mk., holte
Orion, 3. Volumnius, 4 Elſaß.
ſich Dillmanns Miſſouri (Haynes); 2.
Toto: 31, Platz: 16, 34, 31. 4—3 Lg. Ferner: Narciß, Avitus, Sterneck.
Beim Berliner Not=Weiß=Turnier ſchlug der junge Berliner F.
Hen=
kell den Franzoſen Brugnon 6:2 6:3,
Sieben deutſche Boote ſind für die Henley=Regatta gemeldet
wor=
den, darunter auch je ein Vierer und Achter von Amicitia Mannheim.
Darmſtädter Groß=Skaffellauf.
Die Rahmen-Veranſtalkungen im Hochſchul=Skadion.
Zu dem am morgigen Sonntagvormittag um 11 Uhr auf der
Rhein=
ſtraße ſtattfindenden Groß=Staffellauf wird uns vom Ausſchuß
für Leibesübungen noch mitgeteilt: Unmittelbar an den Staffellauf
ſchließt ein Werbelauf, an dem ſich alle Teilnehmer des
Staffel=
laufes beteiligen. Die Sammlung der Läufer hierzu und der Ablauf
findet pünktlich um 12 Uhr 15 Min. vom Schloßhof aus ſtatt. Der
Werbelauf endet auf dem Marktplatz, woſelbſt dann die Preisverteilung
vom Staffellauf ſich anſchließt. Am Nachmittag, ab 2 Uhr 30 Min,
findet auf dem Hochſchulſtadion eine Werbeveranſtaltung des
Akademiſchen Sportklubs ſtatt. Bei ſportlichen Wettkämpfen, einem
Fuß= und Handballſpiel nebſt einem Waſſerballturnier finden die
Veran=
ſtaltungen des Staffeltages ihren Abſchluß. Der Eintrittspreis im
Hoch=
ſchulſtadion iſt niedrig gehalten. Ausdrücklich werden die beteiligten
Ver=
eine noch darauf hingewieſen, daß die Ausgabe der Startnummern ur
Staffelſtäbe zum Staffellauf am Sonntag früh 10 Uhr im Schloßhof
erfolgt. Um eine raſche und einwandfreie Durchführung des
Staffel=
aufes zu gewährleiſten, wird das Publikum gebeten, während des
Ver=
laufes desſelben die Fahrbahn freizuhalten.
Das Werbeſportfeſt auf dem Hochſchulſtadion
beginnt bereits am heutigen Samstag um 18 Uhr mit einem
Waſſer=
ballturnier. Es ſpielen: SC. Jungdeutſchland — Tgde. 1845
Darmſtadt und Rotweiß — Akad. Sportelub
Darm=
ſtadt. Die beiden Unterlegenen aus dieſen Spielen eröffnen dann am
Sonntag um 14,30 Uhr das Werbeſportfeſt im Kampfe um den
drit=
ten Platz. Darauf folgt ein Handballſpiel Rotweiß — Akad.
Sportclub Darmſtadt. Anſchließend ſpielen die beiden
Vor=
tagsſieger um die Entſcheidung im Waſſerballturnier. Den Beſchluß der
Veranſtaltung bildet das Fußballſpiel, SpV. Oberramſtadt —
Akad. Sportelub Darmſtadt. Der Beſuch des
Werbeſport=
feſtes iſt in Anbetracht der Vielſeitigkeit des Programms und der Güte
der Mannſchaften zu empfehlen.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 beteiligt ſich an der morgigen
Stadtſtaffel mit acht Mannſchaften, und zwar ſtarten je 1 Mannſchaft
in der Haupt=, Schüler= und Damenklaſſe, 2 Mannſchaften in der für
Fußball= und Handballmannſchaften offenen Klaſſe und 3 Mannſchaften
in der Jugendklaſſe. Sämtliche Aktiven und Jugendlichen
treffen ſich um 310 Uhr im Realgymnaſium (
Kapell=
platz), in welchem genügend Umkleideräume zur Verfügung ſtehen. Nach
der Staffel findet ein gemeinſamer Werbelauf ſtatt. Es iſt Pflicht für
jedes ſporttreibende Mitglied, an dieſem Werbelauf teilzunehmen.
Tade. Beffungen 1865.
Am Sonntag beteiligt ſich die Turngemeinde ebenfalls an dem
Groß=Staffellauf in der Rheinſtraße. Der Vorſtand hofft, daß eine
große Anzahl ſportbegeiſterte Mitglieder ſich einfinden.
Rotweiß Darmſtadt.
Die erſte Mannſchaft iſt für dieſen Sonntag ſpielfrei. Die zweite
Mannſchaft empfängt nachmittags die Ligareſerve der Viktoria Gries
heim. — Die Alten Herren haben nachmittags 2.30 Uhr Unions A.H.
zu Gaſt. — Am Sonntag vormittag beteiligen ſich, wie ſchon alle Jahre,
die Rotweißen an dem Stadt=Staffellauf. Es iſt Pflicht jedes
Mit=
glieds, an dieſer Veranſtaltung teilzunehmen. Treffpunkt 9.30 Uhr au
dem Platze. Sportkleidung: weißes Trikot oder Hemd, rote Hoſe.
Er=
ſatzſportkleidung wird auf dem Platze ausgegeben.
Geſchäftliches.
Unverhofft kommt oft!
daran hat gewiß keine von all den Hausfrauen gedacht —
gerade hat ein Putzmittel in der Küche gefehlt; gerade war es recht
eilig, mit der Arbeit fertig zu werden. Da klingelte es draußen: Ein
höflicher junger Mann in bunter Uniform hatte ein Geſchenk abzugeben
der Vim=Bote! Die wertvolle Gratisgabe Vim kam im richtigen
Augenblick.
Raſch und gründlich läßt ſich mit Vim ſäubern, ſcheuern und putzen.
Im Nu wurden Fenſter, Türen, Beſtecke und Herdplatte wieder blitzblank
wie neu. Dabei blieb der Hausfrau noch Zeit, die intereſſante Vim=
Broſchüre zu leſen:: Beim nächſten Hausputz wird ſie mit Vim mun
leich=
ter und raſchen putzen als bisher.
Aus Bädern und Kurorken.
Sommer in Hornberg.
Wer zur Sommerszeit ſein Bündel ſchnürt, tut gut daran, ſeine
Schritte in den Schwarzwald zu lenken, wenn er von Großſtadtluft und
Aktenſtaub geneſen will. Hornberg im Gutachtal, das freundliche
Schwarzwaldſtädtchen, iſt ſo recht der Ort dafür, geruhſame Ferien zu
verbringen.
Wer wandern will, wer die ſchöne Gotteswelt des Schwarzwalde
Wald und Tal, auf Berg und Hang, an Quelle und Brünnlein er
leben will, dem bietet Hornberg alles. Maleriſche Höfe und ſchön
Felder mit fleißigen Menſchen kennzeichnen das Gutachtal. Karlſtein,
Fohrenbühl, Huberfelſen und Althornberg ſind lohnende Ausflugspunkte.
Und wer in heißen Sommertagen labende Kühle ſucht, findet in
Houn=
berg ein prächtiges Schwimmbad, das mit allen erforderlichen
Neben=
anlagen, wie Sonnen= und Luftbad, Sportgelegenheiten verſchiedenſter
Art ſelbſt verwöhnteſten Beſuchern Achtung bringt. Hier läßt es ſich
gut ſein, und nicht umſonſt kommen Hornbergs Beſucher immer wieder
hierher, die Stadt mit allen ihren Reizen läßt ſie nicht mehr los.
Um die nähere und weitere Umgebung Hornbergs kennen zu lernen,
werden täglich Autorundfahrten durch den Schwarzwald unternommen.
Für wenig Geld hat man auf dieſe Art Gelegenheit, die markanteſten
Punkte des Schwarzwaldes kennen zu lernen. Und nach ausgedehnten
Fahrten über die Höhenrücken des Schwarzwaldes kehrt man immer
wieder gern zurück in den Schoß der freundlichen Ferienheimat, der
Schwarzwaldſtadt Hornberg.
Hauptſchriftleitung: Rudolt Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleion, Reich um
Ausiand und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Karl Böhmann;
Que ſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
für den Hand
ert
Neite=
gesſpiegel in Vild und Wort”
„Die Gegen
H*.
für den Inſeraienteil und geſchäftlſche Mitteilunger
Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämilich in Darmſtladt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie Ber Rückſendung nicht übernommen.
Haus mrr der waru.
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in dem früher Laden war, der ſich jeder=
Die heutige Nummer hat 16 Geiten
[ ← ][ ][ → ]Nummer 153
Samstag, den 6. Junf
Privaldiskonk 5 v. H.
Auch am Freitag beſtand eine außerordentlich ſtarke
Deviſennach=
frage. Die Reichsbank mußte etwa 12 Millionen Dollar geben. Der
Döllar kam mit 4,21,30 zur amtlichen Notiz. Infolgedeſſen trat auch am
Privatdiskontmarkt wieder ein verſtärktes Angebot zutage, ſo daß der
Satz erneut um 1’s auf 5 v.H. erhöht werden mußte. Damit iſt der
Gleichſtand mit dem offiziellen Bankkurſe erreicht.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
— Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt
Neue Verfahren: Beerfelden: Kaufmann Friedrich Jacob
Eck=
ſtein. Af. 13, 6., GlV. und Prft. 22,6. Gießen: Johann Otto Schneider,
Af. 10. 6., GlV. und Prft. 19. 6.
Beendete Konkurſe:
Darmſtadt: Peter Berbert 3. von Erzhauſen. Lorſch: Maurermeiſter
Friedrich Vettel in Heppenheim. Oppenheim: Philipp Gröhl,
Uelvers=
heim. — Neue Vergleichsverfahren: Mainz: Fa. Chriſtian
Mendel A. G. VerglT. 24. 6. Offenbach: Fa. Wolf, Inh. Louiſe Wolf.
VerglT. 18. 6. Worms: Fa. Clara Tryfus, Inh. Jacob Mortge,
Mode=
haus. VerglT. D. 6. — Beendete Vergleichsverfahren:
Gießen: Jſaak Stern. Inhaber der Firma Joſeph Stern Söhne.
Landesgenoſſenſchaftsbank, e.G.m.b.H., in Darmſtadt. Der
Jahres=
umſatz in 1930 belief ſich auf rd. 1057 000 000 RM. und überſteigt ſomit
trotz des allgemeinen wirtſchaftlichen Rückganges die Ziffer des
Vor=
jahrs um mehr als 100 Mill. RM. Der Rückgang in der Bilanzſumme
einſchließlich der Wechſelverbindlichkeiten von etwa 3 200 000 RM.,
er=
klärt ſich durch die im Laufe des Jahres 1930 in erfreulichem Umfang
geleiſteten Rückzahlungen in laufender Rechnung und die Ablöſung von
Wechſelverbindlichkeiten. Die Liquidität hat ſich im Jahre 1930 weiter
gehoben und ſtellte ſich am Schluſſe des Berichtsjahres auf 31,6 Prozent
Es gelangt nach den Beſchlüſſen der G.V. eine Dividende von 4 Proz.
zur Ausſchüttung (i. Vorf. 0 Proz.).
Zellſtoff Waldhof A. G., Mannheim. In der ſtattgefundenen
Auf=
ſichtsratsſitzung wurde über die Bilanz per 31. Dezember 1930 Beſchluß
gefaßt. Einſchließlich des Gewinnvortrages von 501 373 RM, weiſt die
Bilanz einen Ueberſchuß von 17 392 262 RM. aus. Unkoſten, Gehälter
Verſicherungsbeiträge uſw. erforderten 7 795 072, laufende Steuern und
Umlagen 3 711 619 RM. Die Abſchreibungen betragen 3 231 259 RM
ſo daß ein Reingewinn von 2654 312 RM. verbleibt. Der A.R. hat ſich
den bereits bekanntgebenen Gründen des Vorſtandes angeſchloſſen, eine
Dividende von 6 Prozent auf die Stammaktien in Vorſchlag zu bringen.
Da Stamm= und Vorzugsaktien eine Dividende von 2 268 500 RM.
er=
fordern, verbleiben 385 812 RM. zum Vortrag auf neue Rechnung.
Allianz und Stuttgarter Verein Verſicherungs A. G. Die 41. G.V.
der Geſellſchaft ſtimmte dem Geſchäftsabſchluß für das abgelaufene Jahr
zu; ebenſo wurde die vorgeſchlagene Verteilung des Reingewinns
gut=
geheißen. Aus dem Reingewinn von 5638 454 RM. werden 12 Prozent
Dividende verteilt, 1,2 Mill. RM. auf das nicht eingezahlte Aktienkapital
eingezahlt, wodurch ſich die Einzahlungsquote für Allianz Stuttgarter
Verein=Aktien auf 31 Prozent erhöht. Den Reſerven für
außergewöhn=
liche Schadensfälle und den Wohlfahrtseinrichtungen werden je 500 000
RM. überwieſen. Der verbleibende Gewinnreſt von 520 209 RM. wird
auf neue Rechnung vorgetragen.
50 Proz. Geſchäftsrückgang bei der nordfranzöſiſchen Textilinduſtrie.
Wie Havas aus Lille berichtet, iſt die Tätigkeit der Textilinduſtrie im
Streikgebiet vollkommen lahmgelegt. Die Textilproduktion verzeichnet
für Monat Mai einen Rückgang von 50 Prozent, d. h., ſie betrug
3 330 180 Kilo gegenüber 6 445 332 Kilo im Mai vergangenen Jahres.
Es iſt zu erwarten, daß die Ziffer noch weit geringer werden wird.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 5. Juni.
Die unſichere innenpolitiſche Lage, die peſſimiſtiſchen Auslaſſungen
bes Auslandes hinſichtlich der Reparationsfrage, ſowie die wieder
weni=
ger hoffnungsvolle Beurteilung der Zuſammenkunft in Chequers wegen
der Schuldenfrage machten an der Börſe einen nachhaltigen Eindrud
ebenſo verſtimmten die Rückgänge im Monat April bei der Reichsbahn.
Daneben hält der Druck wegen der bevorſtehenden Notverordnungen
an. Auf Grund all dieſer ungünſtigen Nachrichten neigte daher die
Ten=
denz nach der geſtrigen Erholung wieder zur Schwäche. Die weiteren
Kursbeſſerungen der New Yorker und der kontinentalen Börſen blieber
ohne Einfluß. Die Rückgänge hielten ſich anfangs in kleinem Rahmen
doch traten nach den erſten Notierungen auf ſtärkere Berliner Abgaben
nochmalige Verluſte bis zu 1,5 Prozent ein. Das herauskommende
Material fand bei Beginn noch durch die Banken Aufnahme, ſpäter
war von einer Marktfürſorge nichts mehr zu verſpüren. Im Verlaufe
neigte die Tendenz eher weiter zur Schwäche, wobei man auf die
ſchwä=
chere Eröffnung der Auslandsbörſen verwies. Die Rückgänge betrugen 6% Bay.
Staats=
allerdings nur Bruchteile eines Prozentes, da nennenswertes Angebot
nicht herauskam. Kaliaktien gaben erneut 1 Prozent nach. Die Börſe 8% Heſſen 2
ſchloß, nachdem im ſpäteren Verlaufe das Anfangsnivean z. T. erreicht 89, Heſſen
Volks=
war, auf die abermalige Erhöhung des Privatdiskontes zu 1—2 Proz.
ſchwächeren Kurſen. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zuſammen= 6½ Preuß, Staats
hange mit der heutigen Auszahlung der J.G. Farben=Dividende etwas
geſucht. Der Satz wurde auf 4 Prozent erhöht. Am Deviſenmarkt lag
das Pfund international etwas leichter. Die Reichsmark zeigte auch sos Sachſen
Fre=
heute noch keine Erholung.
Die unſichere innenpolitiſche Lage und die geringen Ausſichten auf
einen Erfolg in Chequers in der Schuldenfrage wirkten ſich an der
Abendbörſe in erneut rückläufigen Kurſen aus, zumal auch der
un=
regelmäßige Beginn der New Yorker Börſe keine Anregung bot. Des / Dtſche. Anl.
Auslo=
weiteren hielt die Verſtimmung wegen der neuen Erhöhung des
Privat=
diskontſatzes auf 5 Proz, und die ſchwache Haltung der RM. an. Bei
kleinem Umſatz gaben die Kurſe zunächſt um bis zu 1 Prozent gegen
den Berliner Schluß nach; J.G. Farben und Siemens je 1,25 Prozent
Ychwächer. Im Verlauf blieb die Stimmung gedrückt und die Kurſe
gaben vereinzelt weiter leicht nach.
Berlin, 5. Juni.
Die Fortſetzung der Erholungen in New York hatte zur Folge, da
man im Berliner Vormittags= und Vorbörſenverkehr noch ziemlich
freundlich geſtimmt war und mit zumindeſt gut behaupteten
Eröffnungs=
kurſen rechnete. Später zeigte ſich jedoch eine ſtärkere Unſicherheit, da
die anhaltenden Deviſenanforderungen — der Dollar ſtieg im
Freiver=
kehr auf 4.2130 — verſtimmend wirkten. So zeigten die
Anfangsnotie=
rungen bereits überwiegend kleine Rückgänge. Die Umſatztätigkeit war / ze
nicht ſehr groß, da die Spekulation, die augenblicklich Hauptträgerin des
Geſchäftes iſt, zur Zurückhaltung neigte. Die Ausſichten für Sackett
wurden im In= und Auslande nicht ungünſtig beurteilt, und es ſcheint
ſo, als ob ſich auch in den Gläubigerſtaaten langſam die Anſicht
durch=
jetzt, daß die Aenderung des Reparationszahlungsplanes notwendig ſei.
Trotzdem wurde dieſe Entwicklung in Börſenkreiſen nicht für beſonders
anregend erachtet, da man mit langen und ſchweren Verhandlungen
rechnen zu müſſen glaubt; vor allem ließen die anhaltenden
Kreditkün=
digungen keine rechte Unternehmungsluſt aufkommen. Im Verlaufe
bröckelten die Kurſe bei luſtloſem Geſchäft weiter ab. Die europäiſchen
Auslandsbörſen meldeten gleichfalls ſchwächere Kurſe, ſo daß die
Ten=
denz auch von hier keine Stütze erhielt. An einigen Märkten griffen
allerdings die Banken etwas ein. Norddeutſche Wolle waren in
Erwar=
tung ſcharfer Bereinigungsbeſchlüſſe auf der bevorſtehenden Abſchluß=
Vitzung weiter angeboten und bis auf 29 Prozent gedrückt. Im übrigen
gingen die Verluſte nur ſelten über 1 Prozent gegen Anfang hinaus,
Anleihen uneinheitlich. Von Ausländern waren Bosnier ſchwächer
Mexikaner feſt. Pfandbriefe und Reichsſchuldbuchforderungen bis 0,5
Prozent nachgebend. Deviſen ſtark gefragt, Schweiz international
leich=
ter, Madrid etwas gebeſſert. Die Geldſätze blieben unverändert.
Mekallnokierungen.
* Obſt= und Gemüſegroßmarkt Weinheim a. b. B. Es koſteten pro
Pfund ſüße Kirſchen 20—25 Pfg., Erdbeeren 40—42 Pfg. (im Zentner).
Tendenz: Obſt ſchwach; Nachfrage rege.
Berliner Produktenbericht vom 5. Juni. Die Unſicherheit, welche
durch die Erörterungen über eventuelle Zolländerungen wieder in den
Produktenmarkt getragen worden iſt, macht ſich in täglichen, teilweiſe
erheblichen Preisſchwankungen deutlich bemerkbar. Heute war die
Stim=
mung zunächſt feſter; bei knappem Inlandsangebot lauteten die
erſthän=
digen Forderungen für Brotgetreide etwa 2 Mark höher; am
Lieferungs=
markte ſetzte Weizen 2,50, Roggen 2,25 Mark feſter ein. Später nannte
man die Eröffnungsnotierungen aber wieder Brief, und auch im Effek=
Eengeſchäft waren die erhöhten Forderungen nicht immer durchzuholen,
zumal der Ausweis der Berliner Beſtände keine nennenswerte. An
Eegung bot. Weizen= und Roggenmehle liegen bei ſtetigen Preiſen
ruhig. Am Hafermarkt war die Stimmung für prompte Ware im
Zu=
ammenhang mit dem Anziehen der Lieferungspreiſe ziemlich ſtetig.
Berſte hat in alter und neuer Ernte fchleppendes Geſchäft,
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 5. Jund
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 79,75 RM.
Die Notierungen der
Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Be=
zahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel. 98
bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon=Regulus 48—51 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kg. fein) 36,50—38,50 RM.
Biebmärkke.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 5. Juni. Auftrieb — Zufuhren:
145 Kälber, 10 Schafe, 46 Schweine, 590 Ferkel und Läufer. Preiſe
für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber: b) 62—66,
c) 56—62
d) 50—55; Schafe: b) 32—34; Schweine nicht notiert, Läufer 20—22,
Ferkel bis vier Wochen 8—12, desgl. über vier Wochen 13—18 RM. das
Stück Marktverlauf: Mit Kälbern mittel, geräumt; mit Ferkeln und
und Läufern ruhig.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 59½, September 60, Dezember 63,75
Mais: Juli 57½, September 53,25, Dezember 47; Hafer: Jult
26½, September 27½, Dezember 29½; Roggen: Juli 37,75,
Sep=
tember 39½, Dezember 43,50.
Schmalz: Juli 8,00, September 8,10, Oktober 8,125.
Speck 8,75.
Schweine: Leichte 6,30—6,50, ſchwere 5,90—6,30;
Schweine=
zufuhren in Chicago 18 000 im Weſten 70 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 5. Juni:
Schmalz: Prima Weſtern 8,65; Talg, extra loſe 328
Getreide. Weizen: Rotwinter 88; Mais: loco New York
71½; Mehl: ſpring wheat clears 3,90—4,25; Getreidefracht nach
England 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 8—8½ C.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Das Geſchäftsjahr 1930 der Emag, Elektrizitäts Aktiengeſellſchaft
Frankfurt a. M., ſchließt nach erfolgten Abſchreibungen (i. V. 121 566
RM.) mit einem Ueberſchuß von zirka 57 000 RM. ab, welcher zur
Ver=
teilung einer Dividende von 5 (9) Proz. ausreicht.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Metall=
technik” ſtellte ſich am 3. Juni auf 64,1 gegen 66,4 am 27. Mai (
Durch=
ſchnitt 1909—13: 100), fiel alſo um 3,5 Proz Für die einzelnen Metalle
wurden folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 61,2 (63,3), Blei
66,4 (71,9), Zink 41,1 (43,1), Zinn 54,0 (55,9), Aluminium 118,1 (118,1),
Nickel 107,7 (107,7), Antimon 74,0 (77,7).
In den Diamantſchleifereien Hanaus und der Umgegend beſteht zur
Zeit, nach Aufhebung der Produktionsſperre, in einzelnen Betrieben
noch Arbeitsgelegenheit; doch wird nach Anſicht des Arbeitsamtes, die
Lage vorausſichtlich keine Beſſerung erfahren.
Der Verband der Fabrikanten von Bluſen und Kleidern uſw. hat
beſchloſſen, zur Einbeziehung der zahlreichen Außenſeiter einen
erneu=
ten Verhandlungsverſuch zu unternehmen. Beim Scheitern dieſes
Ver=
ſuches iſt ſeitens des Verbandes beabſichtigt, die ohnehin nur ſehr
locke=
ren Verbandsbindungen ganz aufzuheben
Der Güterverkehr auf den deutſchen Binnenwaſſerſtraßen erreichte
nach den vorläufigen Ergebniſſen im Jahre 1930 insgeſamt 105,1 Mill
Tonnen. Er blieb damit gegen 1929 um 5,6 Millionen Tonnen zurück.
Der Inlandsverkehr zeigte einen Rückgang von 2,4, der Auslandsverkel
von 3,5 Millionen To., während die Durchfuhr ſich um 0,3 Mill. To,
erhöht hat.
Nach dem Geſchäftsbericht der Deutſchen Gartenbau=Kredit A. G. in
Verlin für das Jahr 1930 iſt es dem deutſchen Gemüſeban gelungen, die
ausländiſche Einfuhr mengenmäßig um 10 Prozent, wertmäßig um
Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückzudrängen. Leider iſt die
Ein=
fuhr ausländiſcher Gartenerzeugniſſe aber immer noch erſchreckend groß
und ſtellt die Exiſtenz des deutſchen Gartenbaues weiter in Frage.
Die Deutſche Reichsbahn veröffentlicht ihren Lagebericht für April
1931, aus dem hervorgeht, daß der Verkehrsriſckgang gegenüber dem
gleichen Monat des Vorjahres 14 v.H. beträgt. Die Geſamteinnahm
e*
ausfälle ſeit Beginn des Geſchäftsjahres erhö
in ſich auf 227,1 Millionen.
Der Termin der Wiener Herbſtmeſſe
31, welche wie immer im
unmittelbaren Anſchluß an die Leipziger Meſſer abgehalten wird, iſt auf
die Zeit vom 6. bis 13. September feſtgeſetzt worden.
n den erſten drei Monaten des laufenden Jahres betrug die
jugo=
ſlawiſche Einfuhr nach Bulgarien 118 To. und 3,65 Mill. Lewa, die
bul=
gariſche Einfuhr nach Jugoſlawien 184 To. und 2,7 Mill. Lewa.
Berliner Kursbericht
vom 5. Juni 1931
Oeviſenmarkt
vom 5. Juni 1931
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Donatbank. . . . .
deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
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Ganſa Dampfſch.
1. Lloyd
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A. E. G.
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Bergmann Elekt=
Berl. Maſch.=Bau
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Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö‟
Me
116.50
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10.75
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J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
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Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bow.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
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119.50er
62.12:
93.=
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45.75
69.50
121.-
49.—
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58.25
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Rütgerswer
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Verein. Glanzſtof
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Verein. Stahlwerkel 44.25
Weſteregeln Alkali 125
Agsb.=Nrnb. Maſch.
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Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind. 34.50
Hirſch Kupf
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Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
1 18—
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6.125
Wanderer=Werke 46.—
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100 Kronen
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Frankfurter Kursbericht vom 5. Juni 1931.
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Mannh. v. 26
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80.5
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Dt. Komm. Sam
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Dt. Komm. Samm.
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7% Deutſche Linol
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8 % Klöckner=Werke
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Der Thron der Götter,
Weitere Darsteller: Fritz Alberti, Kitty
Berger, Frigga Braut und
Karl Walter Maver.
Eine Tonflm-Reportage von dem
Kampf mit den Bergen Über 7000 m Höhe.
Hurray und House Peters
in dem Abenteurerflm
Rose-Marie
Ein Spiel von zwei Menschen unter
Italiens strahlendem Himmel.
Wunder-
volle Aufnahmen von Rom und dessen
Umgebung umrahmen die Handlung.
Im Beiprogramm:
Ein Lustspiel: Dickerchen im Kabareit
Ein Kulturälm: Binnenschiffahrt
und die neueste Wochenschau.
Filmische Höhenrekorde, die nicht so
bald geschlagen werden dürften. Wir
sehen im Film Fels- und Eislawinen
in die Tiefe rasen — die Fühnen
Alpinisten lassen sich nicht beirren,
immer wieder greifen sie an, in
aben-
teuerlicher Eiskletterei, von
Schnee-
stürmen umtobt, bis der höchste
Berg-
gipfel bezwungen ist, der je von
Menschenfuß betreten wurde.
(Die Rose der Prärie)
Nach dem Bühnenstück von Otto A.
Barbach und Oscar Hammerstein.
Regie: Lucien Hubbard.
Der Film verknüpft eine äußerst
spannende Handlung mit einer
ro-
mantischen Liebesgeschichte und zeigt
in packenden Szenen den Kampf zweier
Menschen um ihr Glück.
Im II. Teil
Lon Chaney u. Renee Adoree
in dem Sensations-Drama
9
56
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Regie: William Nigh
Lon Chaney, der Heister der Maske,
spielt den Mandarinen Wu, dessen
raffinierte Grausamkeit dem modernen
Abendländer unbegreiflich erscheint.
Großes Gartenfeſt
am Sonntag, den 7. Juni, im
Stadteafé Menne
in Groß=Gerau. — Von 4 Uhr ab
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In den oberen Räumen (8788
TanzE
Am Sonntag, den 7.Juni, findet in Asbach
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Tanzmusik
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 155
Samstag, den 6. Juni 1931
Seite 15
43)
Stasia weind anstatt.
Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
„Ah, aber nun iſt er ja nicht mehr in ihrem Dienſt”, klagte
Aritonietta. Sie war dabei beſchäftigt, Eier, Mehl und Milch und nun erklang es nahe vor dem Hauſe: „0 sole — sole mio
einer großen Schüſſel umzurühren, davon ſie dann abends, wenn / negli ochi a te!"
ſe Gäſte kamen, die verſchiedenen Frittaten bereiten wollte.
Glaubt mir, Herr, ganz verwandelt iſt der Junge ſeitdem, ſo ſehr Favella erklärte lächelnd:
ehnt er ſich nach der Villa und nach den Pferden, die er mehr
ſiebt, als es chriſtlich iſt. Und eingebildet iſt er auch, der Nichts= das ihn die Marcheſina gelehrt hat.”
utz; meint, die Marcheſina würde ihn und ſeine Dienſte vermiſ=
„O sole — sole mi0 —
en, als wenn er allein ihr immer nach Wunſch gedient hätte.
Fei
ßeſchickt und flink und ein Schlaukopf iſt er ja, mein Ginuccio”,
Negli ochi a te — negli ochi a te!"
etzte ſie ſtolz hinzu.
Dann aber klagte ſie, daß er nun in den Vignien arbeiten, um die Melodie noch weiter zu pfeifen. Müde ſah er aus, ſchmutzig;
näſſe, was er nicht mehr gewohnt ſei. Doch wäre es ſchwer, jetzt wirr hing ihm das Haar um das braune Geſichtchen. Faſt hätte
ür ſo einen Jungen eine Stelle zu finden, wo er es gut habe. In Richard in dem ſchmächtigen, verwahrloſten Bengel, der wie ein
Falcena habe er zwar als Lohn nur wenige Lire im Monat be= Bettelbub ausſah, den ſtolzen, ſauberen, gutgekleideten Reitknecht
ommen, aber gutes Eſſen und die Kleidung. Wie ein feiner der Marcheſina Flavia, der ihm in der Campagna begegnet war,
derr habe er immer in den hübſchen Sachen ausgeſehen, die mit= nicht wiedererkannt. Aber aus dem braunen, ſchmalen, ſchmutzigen
unehmen ihm aber der Herr Marcheſe nicht erlaubt habe.
Richard ſagte, er könne Gino in Rom vielleicht eine gute und kannte ihn ſofort wieder.
icht anſtrengende Stelle verſchaffen, doch würde es nicht bei
ſierden ſein.
Richard dachte dabei, daß Lanzi einen ſolchen anſtelligen Anzug von ſeinem Bruder, der ihm zu groß ſei. Gino aber
ver=
leinen Burſchen wohl würde brauchen können, da ſein alter ſchwand, erſchien bald darauf wieder in einem ſauberen Hemd,
be
diener Beppo oft an geſchwollenen Beinen litt.
„Nicht bei Pferden?” rief Frau Antonietta. „Mir wäre das geſtrichen; denn immer ſauber und nett auszuſehen, das hatte ihn
ſeber, weil der Junge ſein Herz an ſolche unvernünftige Geſchöpfe Marcheſina Flavia gelehrt. Der Herr Tedesco ſollte nicht glauben,
ängt, als wären ſie Chriſten. Bis an ſein Lebensende wird er daß er das ſo ſchnell verlernt habe.
Euch dankbar ſein müſſen, Herr, wenn Ihr ihm eine ſolche
Stel=
ung verſchafft.”
Richard bat ſie. Gino noch nichts davon zu ſagen, er wolle hörten, ob Gino ihn dahin begleiten könne. Frau Favella nickte,
ch erſt erkundigen, wie es mit der Stellung ſei. Und wenn Gino, blinzelte verſtändnisinnig Richard zu und gebot ihrem Söhnchen,
eimkäme, wollte er ſelbſt mit ihm reden, ob er auch wirklich Luſt den Herrn zu begleiten und ihm von den letzten Feigen, welche
azu habe.
Plötzlich horchte Richard auf. Von draußen her erklang eine
elle Knabenſtimme, die ſang ein Lied, deſſen Melodie ihm nur
u bekannt war. Noch unterſchied er die Worte des Liedes nicht, ſie hinzu, dem Jungen zärtlich über den Krauskopf ſtreichend.
eu mmer mehr näherte ſich der Geſang, und nun erinnerte er ſich,
swar das Lied, das Flavia zur Gitarre geſungen hatte, ſein Lieb= er vor ihm ſeinen ganzen Kummer aus, weil er Villa Valcena
aue ungslied war es damals geweſen. Immer wieder hatte ſie es ihm und Bluebird habe verlaſſen müſſen, auch keine Ausſicht ſei, daß
teu ngen müſſen. Unklar erinnerte er ſich der Worte, die ſie in er jemals wieder dahin zurückkehren würde.
g) eapolitaniſchem Dialekt ſang, aber deutlich genug des Sinnes:
(Nachdruck verboten.)
de
jch.
6.50
die ror
. P0
nispl.
Velch herrlich Ding es ſei, wenn nach wildem Sturm ein heller
ſonnentag anbricht und klarer Himmel überm Feſte ſtrahlt. Doch
teit herrlicher noch ſei der Glanz in den Augen des Geliebten,
us ſei die Sonne, deren Strahlen allein ihr Herz erwärmen
innten. Im Ueberſchwang ihrer Zärtlichkeit hatte Flavia dann
re Hände auf ſeine Schultern gelegt, ihm in die Augen geblickt
und leiſe geſagt: „Sole mio! Sole wio! Das Licht deiner Augen
meine Sonne!"
Die Erinnerung daran erregte ihn ſo ſehr, daß er aufſprang
„Was iſt das? Wer ſingt da?” rief Richard aus, und Frau
„Gino iſt’s, der nun heimkommt. Immer ſingt er dies Lied,
Durch die offene Tür kam Gino herein, den Mund ſpitzend,
Geſichtchen blitzten ihn freudig die ſchwarzen Augen an. Gino er=
Frau Favella erklärte, bei der Arbeit im Weinberg müſſe
Gino ſchlechte Sachen anziehen; den er anhabe, ſei ein abgelegter
kurzen blauen Hoſen und ſauberen, wenn auch groben Schuhen.
Das Geſicht hatte er ſich gewaſchen und die Haare aus der Stirn
Richard ſagte dann, nachdem Gino gegeſſen hatte, er wollte
gern die Weingärten ſehen, die zur Trattoria degli Cocciatori
ge=
zu pflücken, die friſch vom Baume am ſüßeſten wären.
„Gearbeitet haſt du für heute genug, mein Herzblatt”, ſetzte
Vergnügt trabte Ging neben Richard her, und bald kramte
„Wenn du aber wieder in den Dienſt der Marcheſina Flavia
treten könnteſt, würdeſt du das gern tun, wenn es auch nicht in
der Villa Valcena wäre, nicht wahr?
„Morgen ſchon, wenn ſie es wollte”, verſicherte der Junge
eif=
rig. „Und würde ſie es befehlen, ginge ich mit ihr ſogar — ja
ſogar an den Nordpol, Herr, bei Gott!”
„So ſehr ergeben biſt du ihr?‟
„Eh, ja, Herr, für meine Marcheſina ließe ich mich lebendig
in Stücke reißen.”
lehen, mon.
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7 a. d. Geſch. ( Haufm. Kraft
tit 6-
00 Mark
Intereſſeneinlage bei gut Verd.
eſucht. Eiloffert. u.
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Der ſchmächtige, dreizehnjährige Bub ſchlug ſich dabei an die
Bruſt, und ſeine lebhaften Augen flammten auf. Man ſah ihm
an, daß es ihm mit ſeiner Verſicherung Ernſt war.
„Dann wird dich Marcheſina gewiß vermiſſen”, ſagte Richard,
„denn einen ſo ergebenen kleinen Diener findet ſie ſicherlich ſo
bald nicht wieder.”
„Nein, gewiß nicht, und niemand hat ſie jetzt”, murmelte der
Bub.
Sie waren bei der erſten Vigna angelangt, gingen zwiſchen
den Reihen, der Reben hin, von denen die Trauben zumeiſt ſchon
geerntet waren.
Von einem Feigenbaum, der an einer Strohhütte lehnte,
pflückte Gino einige goldiggelbe Früchte, die er Richard reichte.
Merkwürdig eiskalt war der ſüße Inhalt, obgleich der Baum in
der Sonne ſtand.
„Solche friſch gepflückten Früchte brachte ich morgens immer
der Marcheſina, ſobald ſie reif waren”, ſagte Gino traurig.
„Das tut nun niemand” bedauerte Richard. Auch ſie hat
wohl keinen Vertrauten unter der übrigen Dienerſchaft, der ihr
eine Botſchaft bringt oder beſorgt, wenn das nötig iſt.
„Und Gott weiß, wie nötig das vielleicht iſt”, ſeufzte Gino.
„Aber wenn ſie nun doch den dicken Tocelli heiraten wird, wie
es der Herr Marcheſe will, dann werde ich nie wieder ihr Diener
ſein. Nein, dann mag ich nicht!” erklärte Gino ſtolz. „Außerdem
würde es der Herr Tocelli nicht dulden”, fügte er nachdenklich
hin=
zu, „weil er gewiß ſchon weiß, daß ich der Marcheſina geholfen
habe, vor ihm davonzulaufen.”
„Sicherlich würdeſt du ihr wieder helfen, es zu tun.”
„Bei Gott, das würde ich
„Denn ihre wahren Freunde dürfen es nicht zulaſſen, daß ſe
gezwungen wird, den Kriegsgewinnler zu heiraten.”
„Ah, Signore”, rief Gino pathetiſch aus, „wo ſind ihre
Freunde? Ganz verlaſſen iſt ſie, ganz verlaſſen!“
Richard nahm den Jungen bei den Schultern und blickte ihm
in die Augen:
„Gino, vor dir ſteht einer, der Freund der Marcheſina, der
be=
reit iſt, ſein Leben für ſie zu laſſen und der feſt entſchloſſen iſt,
ſie zu befreien!“
„Herr!“
„Und willſt du mir dabei helfen?”
„Wohl will ich das mit tauſend Freuden!“
„Aber keinem Menſchen darfſt du ein Sterbenswörtchen davon
ſagen, Gino, auch deiner Mutter nicht. In der Trattoria gehen
viele Leute aus und ein, leicht entſchlüpft ihr ein Wort, das,
wei=
tergegeben, alles verraten kann.”
„Weiß ſchon” nickte mit ſachverſtändiger Miene, der kleine
Ehrenmann, „Weiber können den Mund nicht halten. Ich ſchwöre,
keiner Seele etwas zu verraten! und auf mein Wort, Herr, könnt
1
Ihr Euch verlaſſen.
Richard nahm ihn um die Schultern, und während ſie
lang=
ſam weiter durch die Rebenreihen gingen, ſprach er ernſthaft mit
dem Jungen, ihm klarmachend, wie notwendig es zunächſt ſei, der
Marcheſina eine Botſchaft zukommen zu laſſen, die ihr verkünde,
daß der Freund, dem ſie vertraue, in der Nähe ſei und alles zu
ihrer Befreiung vorbereite.
Während er ſprach, bedeckte ſich die glatte Knabenſtirn mit
nachdenklichen Falten.
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terhoſen, Nachtjacken pp. (Din Fanok
10
2. 1000 Stück Seiflappen (
Waſchlap=
pen) (Din Fanok 11 W. 31,
3. 300 Meter Wollſtoff für Kleider,
4. 600 Meter Baumwollzeug zu
Schür=
zen,
5. 800 Meter Baumwollzeug zu
Klei=
dern,
200 Meter Bettbarchent (Köper=
6.
inlet) (Din Fanok 10 S. 10),
7. 100 Meter Kleiderfutter, grau, für
Schweſternkleider,
8. 30 Meter Taſchenfutter für
Schwe=
ſternkleider grau,
9. 300 Meter Weſtenfutter, dunkelgrau,
10. 60 Meter Glanzfutter, ſchwarz,
200 Meter Hoſentaſchenfutter, gelb,
300 Meter Rockfutter, dunkelgrau,
13. 200 Meter Cretonne f.
ſchürzen (Din Fanok 10 S.wleerl=
Baumwolldrell für Wär=
14. 375 Mete
terjacken, blau=weiß geſtreift (Din
Fanok 10 S. 35),
15. 1000 Meter Cretonne für
Frauen=
hemden (Din Fanok 10 S. 1)
16. 800 Meter Matratzendrell, rot,
17. 1000 Meter Baumwollköper,
hydron=
blau gefärbt und gewaſchen, für
Schutzkleidung und Schürzen (Din
Fanok 10 S. 33)
18. 350 Meter Siamoſen für
Schweſtern=
kleidung,
60 Meter Wattierleinen,
Stück fertige Männerhemden
20. 500
(Militärflanell),
21. 250 Meter Buxkin für Anzüge,
00 Meter Sommerzeug f Anzüge
23. 40 Meter Sommerzeug für
Ober=
perſonal,
24. 100 Kilo Bettfedern, weiß
25. 300 Kilo Roßhaare, ſchwart
6. 100 Stück Bett=Teppiche (Din Fa
nok 11 W. 6
27. 1500 Stück Taſchentücher, farbig ur
weiß
28. 10 Stück geſtrickte Wämſe
). 100 Meter Hanfſegeltuch, grau,
30. 100 Meter Baumwollſegeltuch, weiß,
1. 500 Stück Unterhoſen für Männer
32. 120 Kilo Wolle, grau und braun
(Eßlinger)
33. 45 Stück Strickjacken für Frauen
34. 60 Meter Zwiſchenfutter f. Weſten,
ſchwarz.
Die in dem Angebot
anzuerkennen=
den Lieferungsbedingungen liegen
da=
hier am 10., 11. und 12. Juni 1931
offen. Angebote ſind verſchloſſen und
verſehen mit der Aufſchrift: „Angebot
zu der am 4. Juni 1931
ausgeſchriebe=
nen Lieferung
bis zum
Eröffnungs=
termin, den 24. Juni 1931, vormittags
10 Uhr, einzureichen.
Die vorzulegenden Muſter müſſen
ge=
trennt von den Angeboten vervackt mit
der Aufſchrift: „Muſter zum Angebot”
verſehen ſein.
Die Lieferung iſt ganz frei entweder
Anſtalt oder Station Goddelau=Erfelden
anzubieten. Angebotsformulare können
von der Anſtalt bezogen werden. J
den Angeboten iſt der
Nach=
weis der Herkunft der
Wa=
ren zu erbringen.
Ware, der die Bezeichnung Din
Fa=
nok 10 oder 11 beigefügt iſt, iſt nur
in der hierfür beſtimmten
Bemuſte=
rung, wie ſie der Fachnormenausſchuß
für Krankenhäuſer vorſchreibt,
vorzu=
legen.
(8776
Goddelau, 4. Juni 1931.
Direktion
der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt /Bäumer:”
„Philippshoſpital” bei Goddelau.
ſpr
741
Betänutmawang.
Ueber das Vermögen der offenen
Handelsgeſellſchaft Möbelfabrik Karl
Klenck Nachfolger Lambeck & Co.,
Darmſtadt, iſt am 2. Juni 1931
nach=
mittags 171 Uhr, das
Vergleichsver=
fahren zur Abwendung des Konkurſes
eröffnet worden. Der Rechtsanwalt Dr.
ſ. Strauß in Darmſtadt, Saalbauſtr. 9,
iſt zur Vertrauensperſon ernannt.
Termin zur Verhandlung über den
Vergleichsvorſchlag iſt auf:
Montag, den 29. Juni 1931,
nachmittags 3½ Uhr,
vor dem Amtsgericht Darmſtadt
Zimmer 219, anberaumt. Der Antrag
auf Eröffnung des Verfahrens nebſt
ſeinen Anlagen und das Ergebnis der
weiteren Ermittlungen ſind auf der
Geſchäftsſtelle zur Einſicht der
Beteilig=
ten niedergelegt.
(8778
Darmſtadt, den 2. Juni 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Heugrasberſteigerung.
Am Montag, den 8. ds., 9 Uhr
vormittags, findet Verſteigerung von
30 Morgen Heuernte
auf der Roſenhöhe in 10 Teilen ſtatt.
Treffpunkt: 9 Uhr Löwentor am
Seitersweg (Oſtbahnhof).
(8779
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Am 26. Juni d. J., vormittags
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