Darmstädter Tagblatt 1931


01. Juni 1931

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſiattet
Nummer 150
Montag, den 1. Juni 1931.
194. Jahrgang

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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fällil jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Skagerrak=Zeier
im Reichswehrminiſterium.
Enkhüllung einer Tirpih=Büſte.
Berlin, 31. Mai.
In Gegenwart des Reichspräſidenten fand am Sonntag, dem
15. Jahrestage der Schlacht am Skagerrak, im Feſtſaal des frühe=
ren
Reichsmarineamtes eine Gedenkfeier ſtatt. Der Chef des
Stabes der Schlachtflotte und erſter Chef der Reichsmarine, Admi=
ral
v. Trotha gedachte in warmen Worten der unvergleich=
lichen
Leiſtungen der Skagarrak=Kämpfer gegen die engliſche Ueber=
macht
zur See. Mit beſonderen Dankesworten gedachte Admiral
v. Trotha des Schöpfers der deutſchen Flotte, des Großadmirals
v. Tirpitz. Im Anſchluß hieran wurde dem Chef der Marine=
leitung
im Namen einiger Verehrer und Freunde der Marine=
leitung
von Kapitän Wiedemann eine von Profeſſor Mantzel ge=
ſchaffene
Marmorbüſte des Großadmirals v. Tirpitz übergeben, die
im Reichswehrminiſterium Aufſtellung findet, in dem Großadmi=
ral
v. Tirpitz lange Jahre gewirkt hat. Wiedemann wies auf die
Bedeutung Tirpitz' und auf die Unzertrennlichkeit der Namen
Skagerrak und Tirpitz hin. Der Chef der Marineleitung, Admi=
ral
Dr. Raeder, nahm die Büſte in Empfang und gelobte, ſie
im Andenken an den Schöpfer der kaiſerlichen Flotte in treuer
Obhut zu halten. Die Feier, an der auch die Witwe des Groß=
admirals
und ihre Familie, zahlreiche Offiziere und Beamte der
Reichsmarine und der kaiſerlichen Marine, ſowie zahlreiche Ver=
treter
der Marinevereine teilnahmen, ſchloß mit dem Deutſchland=
lied
, das von der Kapelle des Flottenflaggſchiffes Königsberg
begleitet wurde.

Skagerrak=Gedenkſeier der Reichsmarine.
Kiel, 31. Mai.
Die Erinnerung an die fünfzehnjährige Wiederkehr des Ska=
gerrak
=Tages beging die Reichsmarmie mit einer Reihe militäri=
ſcher
Feiern, die am Vorabend mit einem großen Zapfenſtreich ein=
geleitet
wurden. Bei der Flaggenparade am Sonntag morgen
ſetzten die im Hafen liegenden Schiffe der Reichsmarine Topp=
Flaggen, die Flaggen der alten Kriegsmarine im Groß=Topp. Auch
die Dienſtgebäude der Marine prangten im Flaggenſchmück.
Nachdem Abordnungen der einzelnen Marineteile auf dem Ehren=
friedhof
Kränze niedergelegt hatten, fand um 9,30 Uhr auf dem
Kaſernenplatz in der Wik ein Feldgottesdienſt ſtatt. In einer An=
ſprache
wies der Chef der Marineſtation der Oſtſee, Vizeadmiral
Hanſen, auf die Bedeutung des Tages hin. An die Anſprache des
Admirals ſchloß ſich ein Vorbeimarſch der Truppenteile vor dem
Stationschef an.

Skagerral=Feier des Skahlhelms
Breslau, 31. Mai.
Eine Skagerrak=Gedenkfeier, fand im Rahmen des Stahlhelm=
tages
am Sonntag abend im Breslauer Stadion ſtatt. Der
zweite Bundesführer, Oberſtleutnant a. D. Düſterberg, ge=
dachte
zunächſt der in der Skagerrak=Schlacht gefallenen deut=
ſchen
Seeleute. Dann gab er in ſeiner Anſprache ein Bild von
der Entwicklung der deutſchen Flotte und von ihren Erfolgen
im Weltkriege. Das Verſailler Diktat habe dem Deutſchen
Reiche die Wehrmacht genommen. Wenn jedoch ein Staat
das moraliſche Recht habe, von Sicherheit zu
reden, ſo ſei es Deutſchland. Weiter führte der Red=
ner
aus, daß eine Verſtärkung der deutſchen Wehr=
macht
neben dem Schutz der Grenzen, Senkung der
Arbeitsloſenziffer; Wiederbelebung ſterben=
der
deutſcher Städte durch Garniſonen und eine För=
derung
der Volksgeſundheit und Erziehung be=
deute
. Der freiwillig betriebene Sport werde niemals alle
Deutſchen erfaſſen können. Der Stahlhelm, ſo betonte der Red=
ner
, ſei nicht reaktionär, ſondern der in ihm herrſchende Geiſt
ſei der Geiſt einer neuen Zeit, der Geiſt der deutſchen Zukunft
ſelbſt.
In Breslaus Straßenbild machte ſich die Stahlhelmtagung
heute ſtärker geltend als geſtern. In der Stadt nahm der Ver=
kehr
derart zu, daß an einzelnen Stellen ein Vorwärtskommen
mit dem Perſonenkraftwagen faſt unmöglich war.

Der Stahlhelm an Hindenburg.
Die Bundesführer des Stahlhelm haben anläßlich des 12. Reichs=
Frontſoldatentages in Breslau folgendes Telegramm an das
Ehrenmitglied des Stahlhelms, den Generalfeldmarſchall v. Hin=
denburg
, gerichtet: Die zum 12. Reichs=Frontſoldatentag in Bres=
lau
verſammelten Frontſoldaten überſenden ihrem hochverehrten
Ehrenmitglied, Generalfeldmarſchall und Reichspräſident v. Hin=
denburg
in Treue die aufrichtigſten Grüße aus der Oſtmark."
Generalfeldmarſchall v. Hindenburg dankte mit folgendem Ant=
worttelegramm
: Herzlichen Dank für freundliches Meingedenken
und allen Frontſoldaten meine kameradſchaftlichen Grüße.,
Kommuniſtenüberfälle auf Stahlhelmer in Breslau.
Breslau, 31. Mai.

In der Nacht zum Sonntag wurden im Anſchluß an die
agerrak=Feier des Stahlhelms an zahlreichen Stellen der
tadt kleinere Stählhelmgruppen und einzelne Stahlhelmer ſo=
jie
andere Perſonen von Kommuniſten überfallen. Bei einem
berfall auf eine Gruppe von Stahlhelmleuten in der Mehl=
ſſe
wurde der Stahlhelmmann Guſtav Müller aus Grünberg
urch einen Bauch= und Wirbelſäulenſchußtödlich verletzt.
Sher ſind, wie der Polizeibericht meldet, ſechs Perſonen,
e ſich an dem Ueberfall beteiligt haben und von denen nach
bisherigen Feſtſtellungen einige der KPD. angehören;
ſtgenommen. Der Regierungspräſident hat auf die Er=
eifung
der Täter eine Belohnung in Höhe von 1000 RM. aus=
eBt
. In zahlreichen anderen Fällen wurden Stahlhelmfahr=
uge
mit Steinwürfen überſchüttet. Oft wurden auch die Poli=
ſten
beſchimpft. Sie wurden überall mit einem Steinhagel
upfangen und mit Blumentöpfen aus den Fenſtern und mit
aßenkot beworfen.

Die ikalieniſchen Demonſkrakionen
gegen die katholiſche Akkion.
Von unſerem F=Korreſpondenten.
Rom, 30. Mai.
Die Stadt des Vatikans wurde an ihren Zugängen von
der Seite des italieniſchen Roms her mit ſtarken Truppenab=
teilungen
abgeſperrt. Der weite Bogen, der neuerdings nach
Verlegung der Straßenbahnführung in weißer Marmor=
pflaſterung
von einem Flügel der berühmten Säulenhalle vor
der Peterskirche zum andern hinüber den eigentlichen Grenzſaum
des echten vatikaniſchen Gebiets gegen den Tiber und ſeine
Vorſtadt, den Borge, abgrenzt, war dicht beſetzt von Soldaten
des Königreichs. Der Vatikan wurde von der italieniſchen Re=
gierung
gegen Demonſtrationen geſchützt, die eventuell durch Stu=
denten
das Gaſſengeſchrei und das Geheul Nieder mit dem
Papſt bis an die Ohren des Heiligen Vaters hätten bringen
können.
Wie ſolche Abſperrungen gehandhabt, wie ſie auch aufge=
macht
werden, das hat man ja erſt unlängſt bei den Demon=
ſtrationen
gegen die jugoflawiſchen und ſpäter auch gegen die
belgiſchen diplomatiſchen Miſſionen beim König und beim Papſt
in Rom geſehen. Beidemal waren die Studenten für der=
artige
Kundgebungen der erhitzten Volksſeele mobil gemacht
worden, beidemal aber waren auch die Schüler der oberen Gym=
naſialklaſſen
und der Handelsſchulen offiziell zu den Demonſtra=
tionen
abkommandiert worden, weil ſonſt nicht genug empörte
Volksſeele vorhanden geweſen wäre, und beidemale gingen
auch dieſe Demoſtrationen unreifer Jugend unter der vorzüg=
lichen
Regie eines ſehr gewandten Oberfasciſten glatt und doch
mit dem nötigen Lärm von ſtatten.
Es ſoll hier nicht bis ins Einzelne geſchildert werden, wie
die neueſte vatikaniſche Belagerung vor ſich ging. Man wird
über die Hintergründe der vatikaniſchen Belagerung noch von
einem kühleren Ort, als von dem durch Sommerglut und De=
manſtrantenfieber
ſchier unerträglichen römiſchen Pflaſter berich=
ten
müſſen. Hier ſoll nur heute ganz allgemein darauf hinge=
wieſen
werden, daß alle dieſe Aufputſchungen der fasciſtiſchen
Jugend trotz der verſchiedenen Begründungen für die Glut der
jugendlichen Seele im Grunde genommen recht ſehr innerlich=
politiſch
zufammenhängen. Man wird in Kürze ſehen, wie ein
wichtiger Prozeß vor dem Staatsgerichtshof gegen eine Ver=
ſchwörergruppe
geführt werden wird, bei dem man ſich bemühen
wird im Gegenſatz zu manchen andern ähnlichen Prozeſſen,
die Angelegenheit weniger ſchwer darzuſtellen, als diesmal die
Tatſachen den Prozeß darzuſtellen geſtatten würden.
Wenn man die Jugend in Rom gegen den Vatikan losläßt,
um dabei gegen die Azione cattolica zu wettern, wenn man
alſo nach längerem halb verſteckten Kleinkampf jetzt mit grobem
Geſchütz gegen die vatikaniſchen Beſtrebungen im Wettbewerb
in der Jugenderziehung vorgeht, ſo liegt im Grunde immer der
Wille der Regierung vor, das an manchen Stellen doch recht er=
ſchlaffte
Intereſſe für den fasciſtiſchen Machtkampf ſtärker zu
wecken. Man muß durch Straßenlärm und Preſſeangriffe ge=
wiſſe
Unterſtrömungen im Lande übertönen, die trotz aller
Segnungen der fasciſtiſchen Kultur und Erziehung nicht ver=
ebben
wollen. Es iſt beim Falle der Demonſtrationen gegen
den Vatikan nicht ſehr wahrſcheinlich, daß ſie, wie eine Berliner
Preſſeſtimme meint, beſonders durch Aeußerungen des Unter=
ſtaatsſekretärs
Pizzardo notwendig geworden ſeien. Denn
Pizzardo galt eigentlich immer als der im engen Rat der vati=
kaniſchen
Diplomatie ſitzende Fasciſtenfreund. Aber man muß
offenbar einfach in den Kreiſen der fasciſtiſchen Parteileitung
etwas Zugkräftiges haben, um das Volk wieder aufzuputſchen.
Denn der kommende Prozeß wird auf den erſten wirklich
ernſthaften Verſuch zu einer Gegenrevolution hinweiſen, der nicht
mehr von irgendeinem Phantaſten ausging und mit etwas
Bombenwurf oder Revolverſchuß ablief, ſondern ſich diesmal
in der Form der Auflehnung zeigte, wie ſie aus den oft heldi=
ſchen
Handlungen des Riſorgimento der Wiederauferſtehung
Italiens, bekannt iſt. Die Seele der Freiheit regt ſich, während
man die kochende Volksſeele wohl temperiert Abbaſſo il Papa
ſchreien läßt.
Die Vereinslokale der katholiſchen Akkion geſchloſſen.
EP. Rom, 31. Mai.
Die Vereinslokale der katholiſchen Aktion ſind in ganz Italien
von den italieniſchen Regierungsbehörden geſchloſſen worden. Die
Mitgliederliſten und übrigen Vereinsregiſter wurden beſchlag=
nahmt
. Dieſe ſchwerwiegende Maßnahme wird mit der antifas=
ciſtiſchen
Stellungnahme des katholiſchen Volksvereins begründet.
Der Palikan läßt ſich nichk einſchüchkern.
WTB. Stadt des Vatikans, 31. Mai.
Der Oſſervatore Romano veröffentlicht folgende Mittei=
lung
: In Anbetracht der immer bedenklicheren und heftigeren
Formen, in denen ſich die Vorgänge gegen die katholiſche Aktion
in Italien abſpkelen, hat der Heilige Stuhl von heute ab beſchloſ=
ſen
: 1. Die Biſchöfe, von denen die katholiſche Aktion abhängt,
übernehmen ſofort perſönlich den Schutz und die Leitung im Ein=
klang
mit den Anweiſungen des Heiligen Stuhles. 2. Die Leiter
der katholiſchen Aktion, denen der Heilige Vater ſeinen Segen
zukommen läßt, unterſtehen in allem den zuſtändigen Biſchöfen.
Stahlhelmauko mit Kleinbahn zuſammengeſtoßen.
2 Tote, 12 Schwerverletzte.
Breslau, 31. Mai.
Auf der Strecke PuppelauOhlau ſtieß, in der Nähe von
Ohlau ein Laſtkraftwagen mit Stahlhelmern aus dem Landes=
verband
Mitteldeutſchland, Gau Mansfeld, mit einer Kleinbahn
zuſämmen. Der Laſtkraftwagen ſtürzte um. Zwei Stahlhelmer
wurden getötet und 12 ſchwer verletzt,

Jehk auch die Franzoſen!
Ruſſiſch=franzöſiſche Schuldenverhandlungen.
EP. Paris, 31. Mai.
Nach einer vierjährigen Unterbrechung ſind die franzöſiſch=
ruſſiſchen
Verhandlungen über die Regelung der ruſſiſchen Vor=
kriegsſchulden
und über den Abſchluß eines Handelsvertrags zwi=
ſchen
Frankreich und Sowjetrußland wieder aufgenommen worden.
Wie die Ere Nouvelle erfährt, ſind Mitte Mai der Volkskom=
miſſar
für den Außenhandel Lubimow und der Chef der Fi=
nanzabteilung
des Handelskommiſſariats Dwojlatſki nach
Paris gekommen. Sie hatten mit den Vertretern der franzöſi=
ſchen
Regierung zahlreiche Beſprechungen über die Möglichkeiten
und die Methode der Wiederaufnahme der Verhandlungen. Es
ſei zwiſchen den beiden Parteien ein Einverſtändnis in den grund=
legenden
Fragen erzielt worden. Die Ergebniſſe dieſer Vorkon=
ferenz
würden demnächſt offiziell bekanntgegeben werden. Die
beiden Sowjetdelegierten ſeien in der vergangenen Woche nach
Moskau zurückgekehrt, um dort Bericht zu erſtatten. Noch im Lauf
dieſes Sommers würden die ruſſiſch=franzöſiſchen Verhandlungen
fortgeſetzt werden. Zu dieſem Zweck werde eine ſowjetruſſiſche
Kommiſſion unter Führung von Dwojlatſki wieder nach Paris
kommen.
Hohe Preiſe-
die
neue amerikaniſche Proſperikätstheorie.
TU. New York, 30. Mai.
Eine außerordentlich bemetkenswerte Entſchließung wurde
von der hier tagenden Außenhandelskonferenz angenommen. Die
Wiederherſtellung hoher Preiſe wird in dieſer Entſchließung als
weſentliche Vorausſetzung für die Rückkehr der Proſperität in der
Weltwirtſchaft bezeichnet. Die 2000 Teilnehmer der Konferenz,
die bekanntlich unter den Auſpizien des amerikaniſchen Außenhan=
delsrates
tagt, nahm die Entſchließung einſtimmig an. Die Ver=
einigten
Staaten werden aufgefordert, die Führung zu über=
nehmen
. Die Entſchließung wurde von einem Ausſchuß entworfen,
an deſſen Spitze der Präſident der United States Steel Corpora=
tion
, Farrell, ſtand.
Großfeuer vernichker chineſiſche Kaſerne. 21 Toke.
TU. Peking, 31. Mai.
Nach einer Meldung aus Guanſcha iſt die von Truppen der
Roten Armee Chinas beſetzte Kaſerne durch Großfeuer zerſtört
worden. Infolge der ſchnellen Ausdehnung des Feuers iſt das Ge=
bäude
ein Raub der Flammen geworden. 21 chineſiſche Soldaten
der Roten Armee ſind dabei ums Leben gekommen. Die Kommu=
niſten
behaupten, daß das Feuer auf Brandſtiftung der Bürger=
wehr
zurückzuführen ſei.
Tragiſches Ende eines Wallfahrk=Ausfluges.
Bayreuth, 31. Mai.
Ein Laſtkraftwagen mit Mitgliedern des Katholiſchen Müt=
tervereins
Allersberg bei Nürnberg überſchlug ſich bei einem
Wallfahrt=Ausflug nach Gößweinſtein und begrub ſämtliche 25 In=
ſaſſen
unter ſich. Hierbei wurde eine 46jährige Frau aus Allers=
berg
ſofort getötet. Elf Frauen wurden zum größten Teil ſchwer
verletzt.
21 Tote bei Tanzmeiſterſchaft und Hochzeit.
EP. Mexiko. Bei der Austragung einer Tanzmeiſterſchaft
kam es zwiſchen Mitgliedern zweier feindlicher Gruppen zu einer
regelrechten Schlacht. Als die Polizei auf dem Kampfplatz er=
ſchien
, lagen 13 Tänzer in ihrem Blute; fünf andere waren
ſchwer verletzt. Während einer Hochzeit ſchoß plötzlich ein Teil=
nehmer
vier Perſonen nieder und verletzte verſchiedene andere.
Die Polizei wurde mit einem wahren Schnellfeuer empfangen und
vier Pokiziſten fanden den Tod.

Vom Tage.
Finanzminiſter Flandin hatte geſtern nachmittag eine lange
Unterredung mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich Morel
und den Direktoren einer Anzahl privater Bankinſtitute gehabt.
Prof. Riſt iſt in Wien eingetroffen, um ein allgemeines wirt=
ſchaftliches
Gutachten über Oeſterreich zu erſtatten. Prof. Riſt hat
ſeinerzeit zuſammen mit Sir Walther Layton für den Völkerbund
ein Gutachten über Oeſterreich erſtattet.
Wiederum hat in Wien ein Bankier Selbſtmord begangen.
Der Beſitzer einer der älteſten Privatbanken, des Bankhauſes R.
Landauer, das ſchon ſeit 1869 beſteht, hat wegen finanzieller
Schwierigkeiten ſeines Inſtitutes geſtern nacht in ſeinem Büro
auf dem Ring des 12. November Selbſtmord begangen, indem er
zuerſt Gift nahm und ſich dann zwei Herzſchüſſe beibrachte. Seine
Leiche wurde heute nachmittag in den Büroräumen aufgefunden.
Wie die Sozialdemokratiſche Korreſpondenz meldet, hat die
Parteivertretung der deutſch=öſterreichiſchen Sozialdemokratie be=
ſchloſſen
, für die am 18. Oktober ſtattfindende Wahl des Bun=
despräſidenten
, die zum erſten Mal durch das ganze Volk
erfolgt, während ſie bisher von der Nationalverſammlung vorge=
nommen
wurde, Dr. Karl Renner, den gegenwärtigen Präſi=
denten
des Nationalrates, als ihren Kandidaten aufzuſtellen.
Wie der Kriegsminiſter mitteilt, haben 6000 ſpaniſche
Offiziere freiwillig ihren Abſchied erbeten. Darunter
befinden ſich 8 kommandierende Generale, 6 Diviſionsgenerale und
51 Brigadegenerale.

Heute finden in ganz Rumänien Neuwahlen für
Kammer und Senat ſtatt. Es ſind dies die erſten Wahlen
unter der Regierung König Karols des Zweiten. Ueber den Aus=
gang
dieſer Wahlen kann kein Zweifel beſtehen. Die Regierung
Jorga wird zweifellos mit abſoluter Mehrheit aus dem Wahl=
kampf
hervorgehen.

Der Rat der Volkskommiſſare hat die für den Bau eines
tundfunkſenders in Taſchkent notwendigen Mittel be=
ſilligt
. Der neue Rundfunkſender, der eine Stärke von 150 Kilo=
att
haben wird, iſt für kommuniſtiſche Sendungen in verſchiede=
en
orientaliſchen Sprachen, nawentlich für Arghaniſtan,
erſien und Indien, beſtimmt.

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Seite 2

Montag, den 1. Inni 1931

Nummer 150

Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 3. Juni 1931.

75 Jahre Kirchengeſangverein Sk. Ludwig.
Das 75jährige Beſtehen begeht in dieſen Tagen der katholiſche
Kirchengeſangverein St. Ludwig unter allgemeiner Teilnahme
der katholiſchen Bevölkerung in ſehr würdiger Weiſe. Das Feſt
wurde geſtern vormittag durch einen ſtark beſuchten Feſtgottes=
dienſt
in der St. Ludwigskirche mit einem Pontifikalamt
des Biſchofs Dr. Ludwig Maria Hugo von Mainz eingeleitet,
die Feſtpredigt hielt Studienrat Dr. Gottron. Um 11.30 Uhr
ſchloß ſich ein Feſtakt in dem unter Leitung von Vorſtandsmit=
glied
Ludwig Merkel prächtig in kirchenſtaatlichen Farben und
Schmuck ausgeſtatteten Konkordiaſaale an, der die Beſucher nicht
alle faſſen konnte. Der erſte Vorſitzende Kling begrüßte die Gäſte
in herzlicher Weiſe, worauf Biſchof Dr. Ludwig Maria Hugo eine
warme Anſprache hielt, in der er die kirchlichen, ſegnenden Glück=
wünſche
zum Ausdruck brachte. Weitere Anſprachen hielten Mini=
ſter
Kirnberger für die heſſ. Staatsregierung, Bürgermeiſter
Delp für die Stadt Darmſtadt und Notar Geißner für ſämt=
liche
katholiſchen Vereine und Korporationen. In erhebender
Form beſtritt den geſanglich=muſikaliſchen Teil der Kirchengeſang=
verein
in Verbindung mit dem Orcheſter des Reichsbundes der
ehemaligen Militärmuſiker durch den muſtergültigen Vortrag des
Tedeums von Wöß und des Hälleluja von Händel unter vorbild=
licher
kunſtſinniger Leitung von Rektor Blumöhr. Ein Feſt=
ball
beſchloß den Abend im Konkordiaſaale. Ein großes Kon=
zert
im Saalbau, am Dienstag abend, unter Mitwirkung des
Opernſängers Biſchoff, Mitglied des Heſſiſchen Landestheaters,
und der ehem. Militärmuſiker, ſowie am Mittwoch früh ein feier=
liches
Requiem für die verſtorbenen Mitglieder bilden den Ab=
ß
der Veranſtaltungen.

In den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 26 Mai: der Ober=
aſſiſtent
Georg Straub zu Lengfeld i. O. auf ſein Nachſuchen.
vom 1. Juni 1931 an. Auf Grund des Geſetzes über die Alters=
grenze
der Staatsbeamten vom 2. Juli/19 Dezember 1923 (Reg.=
Bl. S. 509 und 511) in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober
1925 (Reg.=Bl. S 249) tritt am 1. Juli 1931 in den Ruheſtand:
der Juſtizoberwachtmeiſter bei dem Amtsgericht Schotten Philipp
Eſſinger.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandelspreiſe vom 30. Mai 1931
für ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: 1. Gemüſe: Spargeln
1. Sorte 4550. dto. (2. Sorte) 3040, Kohlrabi 1015. Karot=
ten
2530, Spinat 1015. Römiſchkohl 1015 Wirſing 2530,
Erbſen 4050, Zwiebeln 1520, Knoblauch 80, Rhabarber 1215,
Tomaten 80100, Kopfſalat 812. Salatgurken 6080, Blumen=
kohl
80100, Rettich 1015. 2. Kartoffeln: Spätkartoffeln
57 3. Obſt: Erdbeeren 180200, Kirſchen 80100. Tafel=
äpfel
5070, Apfelſinen 1020, Zitronen 410, Bananen 50 bis
60 4 Eßwaren: Süßrahmbutter 170190, Landbutter 140 bis
150, Weichkäſe 3035 Handkäſe 315, Eier, friſche 911. 5. Wild
und Geflügel; Hühner 80120, Tauben 4080. 6. Fleiſch=
und Wurſtwaren; Rindfleiſch, friſch 74100. Kalbfleiſch
100. Schweinefleiſch 90110. Dörrfleiſch 120. Wurſt 50140,
Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 80.

Großes Haus Kleines Haus Montag,
1. Juni Keine Vorſtellung 2021.30 Uhr Außer Miete
Kammertänze
Hierauf zum erſten Male:
Baby in der Bar
Tanzpantomime von Groß
Preiſe 0.502.50 Mk. Dienstag
2. Juni 19.30, Ende vor 23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
Außer Miete
Halbe Preiſe 0 505 Mk 2022 Uhr
Ariadne auf Naxos
Zuſatzmiete 1,12
Preiſe 1 206 Mk. Mittwoch,
3. Juni 19.3022.15 Uhr
Der fliegende Holländer
T, Gr. 1 und 5
Preiſe 0.808 Mk. Keine Vorſtellung Donnerstag,
4, Juni 20. Ende gegen 22.15 Uhr
Pentheſilea
C 24
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Freitag,
5, Juni 19,3022.30 Uhr
Balerio
D 25. T. Gr. 6, 7 u. 8
Preiſe 110 Mr. Keine Vorſtellung Samstag
6. Juni 19.30 Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Außer Miete
Preiſe 0 504 Mk. Keine Vorſtellung Sonntag,
7. Juni 1722 Uhr
Parſifal
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-IV
G 18 Preiſe 1.2012 Mr.
Gutſcheine nicht gültig Keine Vorſtellung

Gaſtſpiele des Hefſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Mittwoch, den 3. Juni 1931: Sturm im Waſſerglas
Sonntag, den 7. Juni 1931: Im weißen Rößl.
Hefſiſches Landestheater. Morgen Dienstag, den 2. Juni, findet
eine Volksvorſtellung des Hauptmann von Köpenick von Carl
Zuckmeher in der Inſzenierung von Carl Ebert (Bühnenbild: Elli Bütt=
ner
) ſtatt. Im Kleinen Haus geht zum jetzten Male Ariadne auf
Naxos von Richard Strauß in Szene. Donnerstag, den 4. Juni,
findet eine letzte Volksvorſtellung von Viktoria und ihr Huſar
zu kleinen Preiſen ſtatt. Das Heſſiſche Landestheater gaſtiert am 3.
und 7. Juni in Bad Nauheim mit Sturm im Waſſerglas und Im
weißen Rößl.

** Groß=Gerau, 31. Mai.
Im Jahre 1911 erfolgte die Gründung des Landesverbandes
der Friſeure für Heſſen und Naſſau in Groß=Gerau. Der 20. Ju=
biläums
=Verbandstag wird in dieſem Jahre in der Gründungs=
ſtadt
abgehalten, die am Bahnhof einen mächtigen Willkommen=
Bogen für die auswärtigen Gäſte aufgeſtellt hatte.
Den Auftakt der Verbandstagung bildeten die in=
terne
Beratung der Fachlehrer=Vereinigung und die Landesver=
bands
=Vorſtandsſitzung. Vormittags wurde eine ſehr reichbeſchickte
Fachausſtellung
eröffnet, in der von Fachleuten beſonders die Arbeiten der Lehr=
linge
anerkannt wurden, die beweiſen, daß heute auf die Ausbil=
dung
der größte Wert gelegt wird. Der Verbandsvorſitzende
Kiefer=Darmſtadt begrüßte alle Teilnehmer am Eröffnungs=
akt
, beſonders den Protektor der Landesverbandstagung, Kreis=
direktor
Dr. Merck, ſowie die Mitglieder des Ehrenausſchuſſes,
u. a. Bürgermeiſter Dr. Lüdecke=Groß=Gerau und den Vorſitzenden
des Gewerbevereins J. Dasbach, die Mitglieder des Feſtausſchuſ=
ſes
, ſowie die Verbandsmitglieder herzlichſt; Redner wies auf die
Bedeutung der Ausſtellung hin.
Bürgermeiſter Dr. Lüdecke=Groß=Gerau betonte in ſeiner
Begrüßungsanſprache, die Ausſtellung ſolle nicht nur Fachwiſſen
vermitteln, ſondern ſie moge auch Beziehungen von Menſch zu
Menſch ſchaffen. Der Protektor, Kreisdirektor Dr. Merck, er=
klärte
nach einer herzlichen Begrüßungsanſprache, in der er den
Wert der Ausſtellung und der Arbeiten beſonders würdigte und
der Hoffnung Ausdruck gab, daß das Gewerbe wieder einer beſſe=
ren
Zukunft entgegengehen möge, die Fachausſtellung für eröff=
net
. Ein Rundgang ſchloß ſich an die feierliche Eröffnung an.
Nachmittags fand im großen Saale des Hotels Zum Adler.
in dem alle Veranſtaltungen abgehalten werden, ein großes
Jubiläums=Preis=Friſieren
ſtatt, für das ſich auch die Bevölkerung Groß=Geraus inter=
eſſierte
und dieſes Intereſſe durch ſtarken Beſuch bekundete. Es
wurde ſehr wertvolle Arbeit geleiſtet, die durch Prämiierung der
beſten Leiſtungen gebührend gewürdigt wurde.
Der Begrüßungsabend
im feſtlich geſchmückten Saale des Hotels Zum Adler konnte
einen außerordentlich ſtarken Beſuch aufweiſen. In friſchem Grün,
in Reichs=, Landes= und Stadtfarben prangte der Saal, in dem
ein ſehr reichhaltig ausgewählt gutes Programm abgewickelt
wurde. Ein großes Transparent über der Bühne rief allen zu:
Seid einig, einig, einig! Den muſikaliſchen Teil beſtritt die
Opel=Kapelle, die ſich mit Schwung und Schneid ihrer Aufgabe
entledigte. Obermeiſter Harff nahm Gelegenheit, alle Teil=
nehmer
an dem Feſtabend, namentlich Kreisdirektor Dr. Merck,
den Bürgermeiſter von Groß=Gerau. Abg. Donat, die Obermeiſter,
Ehrengäſte und Verbandsmitglieder mit ihren Angehörigen will=
kommen
zu heißen. Voller Stolz und Freude über das große In=
tereſſe
und die allgemeine Teilnahme gehe man an die Arbeit.
Er wünſche allen frohe Stunden. Die kleine Erna Harff
trug zur großen Freude der Anweſenden fehlerlos und mit guter
Betonung einen ſinnigen Prolog vor, der in der Mahnung gip=
felte
: Vorwärts immer, rückwarts nimmer!
Kreisdirektor Dr. Merck wünſchte als Leiter der Kreisver=
waltung
und Protektor der Tagung dieſer vollen Erfolg. Sein
Intereſſe gelte jederzeit dem Handwerk. Er wies dann auf die
Eigenart der Bevölkerung Groß=Geraus hin und auf die beſon=
dere
Eigenart des Friſeurgewerbes. Der Friſeur habe ſtets die
Höhe des Standes der Ziviliſation gezeigt. Die Diktatur der
Mode herrſche in dieſem Gewerbe; aber das Friſeurgewerbe ver=
ſtehe
es, ſich jedem Zeitgeiſt anzupaſſen; er verweiſe nur auf die

neue Sachlichkeit, die ſich in der Bubikopffriſur äußere. Möge
das Friſeurgewerbe und das deutſche Gewerbe überhaupt und mit
ihm das deutſche Vaterland einer beſſeren Zukunft entgegengehen.
Die herzlichen Grüße der Stadt Groß=Gerau überbrachte in
launigen Worten Bürgermeiſter Dr. Lüdecke.
Die Ehrung verdienſtvoller Mitglieder
nahm mit einer Anſprache, in der er der Arbeit des Verbandes
gedachte, der Landesverbandsvorſitzende Kiefer vor. Er über=
reichte
die goldene Ehrennadel den Herren Götz=Gießen, Harff=
Biſchofsheim. Gerich=Worms, Jäger=Worms und Bauer=Biebrich,
Die ſilberne Ehrennadel erhielten die Herren Kais=Biebrich,
Möhler=Biebrich, Gg. Schmidt=Wetzlar, Schneider=Darmſtadt
Kanzler=Darmſtadt. Blum und Diehlmann=Worms, Poſauner=
Groß=Gerau, Schmuck=Rüſſelsheim, Wiemer=Groß=Gerau, Draudt=
Mainz=Bretzenheim. Heftrich=Laubenheim bei Mainz. Schweibächer=
Hochheim, Schulz, Schug. Sattler und Wißner=Wiesbaden, Müller=
Friedberg, Himmelſtein und Mordhorſt=Frankfurt a. M., Specht,
Schenk und Stegmauer=Mainz. Die Ehrennadeln teilte der zweite
Verbandsvorſitzende Spang aus.
Eine beſondere Weihe erhielt der Abend durch Ueberreichung
einen ſchönen Fahnenſchleife an die Innung Frankfurt a. M., die
im vorigen Jahre ihr 50jähriges Jubiläum feiern konnte. Der
Vorſitzende der Innung dankte herzlich für die Gabe. Weiter
wurde dem Verbandsvorſtand eine von den Damen Groß=Geraus
prachtvoll geſtickte Tiſchſtandarte überreicht, für die der Vorſitzende
Kiefer warmen Dank ausſprach, und knüpfte daran den Wunſch,
die Einigkeit möge zum Segen des Friſeurgewerbes ſtets im Ver=
bande
beſtehen bleiben. Herzliche Glückwünſche des Damen=
friſeur
= und Perückenmachergehilfenvereins überbrachte deſſen
Vorſitzender Reichert. Im Rahmen des Feſtabends wurde
mit der Mahnung treuer Arbeit für den Verband an 12 Jung=
geſellen
der Geſellenbrief überreicht. Weiter nahm der Vor=
ſitzende
die
Preisverteilung
an die Sieger des Jubiläums=Preisfriſierens vor. Es erhielten
Preiſe: 1. E. Jung=Wiesbaden (Ehrenpreis des Landesverbandes
und der Handwerkskammer Wiesbaden); 2. Herchenröther= Frank=
furt
a. M. (Ehrenpreis der Stadt Groß=Gerau); 3. Geyer= Wies=
baden
. 4. Hch. Schmitt=Auerbach, 5. H. Both=Frankfurt, 6 Frl.
G. Fröhling. 7. Gg. Drumer, 8 R. Mehringer, 9. Ph. Reichert,
10. W. Geringer (ſämtlich aus Darmſtadt), 11. T. Koch=Worms,
12. Frl. Engelmann, und 13. Frl. G. Kaul (beide Groß=Gerau)
Den Abend verſchönten außer der ſehr guten Muſikkapelle die
Damen des Sportvereins Groß=Gerau unter Leitung von Herrn
Hauff, die vier graziöſe und exakte Jahreszeitenreigen mit ver=
ſchiedenen
Figuren tanzten; der Geſangverein Einigkeit Groß=
Gerau, mit vorzüglichen Geſangsleiſtungen, wobei Frau Bene
als Soliſtin mitwirkte, und der Deutſchmeiſter im Einer= Kunſt=
fahren
. K. Walter (Radfahrerverein 1897 Mainz=Biſchofsheim).
mit ſeiner Schweſter, der fabelhafte akrobatiſche Leiſtungen auf
dem Fahrrad und Kunſtfahren auf einem Einer=Hochrad vor=
führte
. Ein Jubiläums=Ball beſchloß, den in allen Teilen
harmoniſch verlaufenen Feſtabend.
Heute nehmen die ernſten Beratungen in Groß=Gerau ihren
Fortgang.
Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Der ſtunme Film Das Geheimnis ſeiner Frau
gehört zu den beſten Leiſtungen von Emil Jannings und iſt
auch ſonſt zweifellos eine gute und eindrucksvolle Arbeit. Schau=
ſpieleriſch
ſteht Jannings durchaus im Mittelpunkt, die weibliche
Hauptrolle iſt etwas zu ſehr nach amerikaniſchem Geſchmack beſetzt
worden, wie auch ſonſt einige kleine Schönheitsfehler den Holly=
wooder
Urſprung verraten, etwa die Kuliſſen=Schneelandſchaft und
ein paarmal eine wenn man ſo ſagen kann Süßlichkeit der
Beleuchtung. Das ſind kleine Mängel eines ſehr beachtlichen und
guten Films, der in der Regie auch viele Vorzüge amerikaniſcher
Art zeigt, Lebendigkeit und raſche mannigfaltige Einfälle, dar=
unter
ein paarmal ſolche von größter Eindruckskraft; die tödliche
Schlittenfahrt mit den grinſenden Masken ſei als ein Beiſpiel ge=
nannt
. Die Handlung ſelbſt iſt großlinig und in den ſeeliſchen
Vorgängen wuchtig und ergreifend. Auch hier bleiben die anderen
Figuren etwas ſchattenhaft, während Jannings die Szene be=
herrſcht
: ein gutmütig=primitiver Kerl. arglos, von tappiger Aus=
gelaſſenheit
und jungenhaft=blinder Verliebtheit in ſeine Frau,
deren Geheimnis, die Liebe zu einem Wiener Maler, er erſt nach
ihrem Tode erfährt. Wie ſich ſeine betrogene Liebe in Haß, ſeine
Vertrauensſeligkeit in bösartige Rachgier an ſeinem Kind ver=
wandelt
, das iſt in der Darſtellung von Jannings überzeugend und
echt geſtaltet und macht den Film zu einem ſtarken Erlebnis.
Der Beifilm Riff und Raff als Revolverhelden iſt zum
Unterſchied von ähnlichen Humoresken wirklich luſtig und
ſpannend.
Orpheum. Nur noch heute Montag und morgen Dienz=
tagkann
der überaus wirkungsvolle Arnold und Bach=Schlager Wee=
kend
im Paradies auf dem Spielplan bleiben. Die Aufführung
durch das Nürnberger Gaſtenſemble fand bei den Beſuchern lauteſte An=
erkennung
. Niemand ſollte verſäumen, ſich dieſe luſtige Aufführung an=
zuſehen
. Es gelten kleine Sommerpreiſe von 80 Pfg. an. Karten im
Vorverkauf: Verkehrsbüro und Hugo de Waal, Rheinſtraße 14. Kaſſa=
ruf
389.

Tageskalender für Montag, den 1. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus; Keine Vorſtellung.
Kleines Haus, Anfang 20 Uhr: Kammertänze. Orpheum.
20.15 Uhr:: Weekend im Paradies. Konzerte: Zur
Oper, Schloßkeller, Zum Tropfſtein, Kinovorſtel=
lungen
: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Heiſtſches Lundesheuier.
Großes Haus. Sonntag, den 31. Mai.
Parſifal.
Ein Bühnenweihfeſtſpiel von Richard Wagner.
Kein Bühnenwerk gibt es, das in ſo ausgeſprochenem Ma
für den Feſttag geſchrieben iſt, wie der Parſifal. Wie kein an=
deres
verlangt es vom Zuhörer Sammlung und innere Bereit
ſchaft. Ein ſolches Ausnahmewerk ſollte nicht beliebig in de
Spielplan gelegt, ſondern an hohen Feiertagen vor ein feſtlie
geftimmtes Publikum geſtellt werden.
Die heutige Aufführung ſtand wieder wie vor 2 Jahren
unter der Leitung Dr. Böhms, deſſen ſtarke, mit dem Weſe
des Werks, wie aller Wagnerſchen Werke, vertraute, geniale Per
ſönlichkeit dem Abend Bedeutung und Erfolg gab. Wo finde
wir einen Nachfolger in ſeinem Amt, der wie er jedem Werk
das er leitet, ob klaſſiſch, ob modern, ein treuer Anwalt, de
Enſemble ein zuverläſſiger Führer, ſeinem Orcheſter ein b
geiſternder Dirigent iſt?
Die Titelrolle ſang zum erſten Mal Joachim Sattle
In äußerer Erſcheinung nicht günſtig, in der Darſtellung no
unperſönlich, gab er eine geſanglich ſorgſam ſtudierte, muſikaliſe
gut beherrſchte Darbietung, die viel verſpricht, wenn ſie aus
reift und in ein größeres Format hineinzuwachſen im Stande iſt
Als Kundry hörten wir Julie Schützendorf, die ihre
ſeitherigen Erfolgen einen neuen wohlverdienten anſchloß. Ein
Leiſtung voll Intelligenz, Dämonie, Temperament und geſang
lichen Eigenſchaften großen Formates.
Der Gurnemanz mußte aushilfsweiſe von Joſef Nik
laus aus Kafſel gegeben werden, der bei engbegrenztem Stimm
material und herkömmlicher Darſtellungsart wenig befrie
digen konnte.
Für den Amfortas ſcheint mir Albert Lohmann au
Grund der weichen Fülle ſeiner Stimme, klarer Phraſierung un=
Ausſprache beſonders geeignet zu ſein, wiewohl die ſeeliſo
Durchdringung ſeiner. Aufgabe noch nicht ganz gelungen i.

Klingſor und Titurel waren bei Heinrich Kuhn und Ernſt
Overlack in guter Hand.
Mehr als bei jedem anderen Werk kommt es beim Parſifal
auf das Ganze an. Und hier muß die Mitwirkung vieler beſter
Kräfte anerkannt werden. Die Chöre, der Leitung Emil
Kaſelitzens unterſtellt, waren verſtärkt durch Mitglieder des
Quartettvereins 1920 Darmſtadt und durch den Knabenchor der
Ballonſchule unter Leitung von Lehrer Born. Als Chor=
führerinnen
zeichneten ſich aus die Damen Käte Walter,
Alice Domek, Maria Kienzl, Anny v. Stoſch,
Regina Harre Grete Bertholdt. Lobend ſei auch
der Knappen und Gralsritter gedacht.
Die Bühnenbilder Artur Pohls ſind alt, aber im Akt 1 und
3 noch brauchbar. Die ſzeniſche Anordnung des Beginnens und
Schluſſes von Akt 2 halte ich nach wie vor für unmöglich.
v. H.

Ap. Wie die Seele ſtarb. 19141918. Das Kriegserlebnis eines
Unkriegeriſchen Von Walther Scheller (Verlag von Reuter u.
Reichard, Berlin W. 35). Das Buch iſt kein Kriegsbuch im üblichen
Sinne und kein Kriegsbericht. Mit ihm macht der Verfaſſer, der meh=
rere
religionsphiloſophiſche Schriften herausgegeben hat, den Verſuch,
auf zwei Fragen eine Antwort zu finden, nämlich, wie er rein ethiſch
en Weltkrieg auf Grund ſeiner Kriegs= und Gefangenſchaftserfahrungen
zu beurteilen habe und welche Folgerungen auf Grund des Kriegserleb=
niſſes
in ſittlich=veligiöſer Hinſicht zu ziehen ſind. Das Buch iſt ganz auf
Peſſimismus eingeſtellt, ſowohl in bezug auf die in dem Kriege ge=
machten
Erfahrungen als auch die Beurteilung der Folgen des Krieges.
Der Verfaſſer verabſcheut den Krieg, der in ſeinem Weſen immer un=
heilig
und zuletzt Macht= und Vernichtungswille ſei, aus Prinzip. Er
iſt Gegner der allgemeinen Wehrpflicht, da es grundſätzlich falſch ſei,
Menſchen zum Kriegsdienſt zu zwingen, die dazu ungeeignet ſind und
dazu in ſchwerſte innere Konflikte mit ihrem ſittlichen und religiöſen
Gewiſſen geraten, was bei ihm in allem, was er als Frontſoldat, Gar=
niſonsprediger
, Aufklärungsoffizier und Gefangener erfahren und tun
mußte, der Fall gweſen ſei. Die ſchädigende Wirkung des Krieges ſei
gerade auf die geiſtig gerichteten Naturen furchtbar geweſen. Aus vie=
len
Beiſpielen wird dies veranſchaulicht, das Buch verbreitet ſich über das
troſtloſe Daſein im Schützengraben, die Mängel an kameradſchaftlichem
Sinn, den Verluſt ſittlicher Werte und die ſeeliſche Depreſſion und den
ſeeliſchen Zuſammenbruch der Kriegsteilnehmer infolge der langen Dauer
des Krieges, Erſcheinungen, die auf die Nachkriegszeit mit ihrem ungei=
ſtigen
Genießertum als Begleiterſcheinung ſeelenloſer Betätigung nach=

gewirkt haben. Die Nachkriegszeit iſt ganz von dem Geiſte des Materia=
lismus
beherrſcht, den es zu überwinden gilt. Der Nachkriegsmenſch
muß ein anderer werden als der Vorkriegsmenſch. Die Kriegserfahrung
lehrt, daß die Vaterlandsliebe einer Neuorientierung, einer Vertiefung
bedarf; ſie kann zuletzt nur Sinn und Wert haben, wenn ſie ideale Ziele
hat, die ihr Kraft und Dauer geben. Dies durch die Kriegserfahrung
unvermeidlich ſich einſtellende Bewußtſein einer völligen Umkehr, einer
völligen Neuordnung des Menſchen führt über die idealiſtiſche Sittlich=
keit
hinaus zur Religion. Von der chriſtlichen Religion und der Kirche
kann Hilfe kommen, aber nur die Kirche, die ſich frei macht von ihrem
artfremden Zweck und Machtgelüſten und die reine Lehre ihres Grun=
ders
vertritt, nur ein religiöſer und ſittlicher Radikalismus eine reli=
giöſe
und ſittliche Revolution können helfen. Wird Deutſchland, ſo
fragt der Verfaſſer zum Schluß, fähig ſein, den verlorenen Krieg in
einen Sieg, in einen inneren Gewinn zu verwandeln? Unſere Gegner
ſind nahe daran, ſich ihres äußeren Sieges unwürdig zu erweiſen; die
Zweckpolitik, der Wille zur Macht iſt nur zu ſchlecht verdeckt durch edle
Vorte der Völkerverbrüderung. Heute ſtecken unſere einſtigen Feinde
noch viel tiefer im Kreislauf des Egoismus als wir. Wenn es nach
Plato das ſchlimmſte Uebel iſt, Unrecht zu tun und dafür nicht beſtraft
zu werden, ſo ſind unſere einſtigen Gegner in keiner beneidenswerten
Lage. Das Buch fchließt mit dem Bibelwort: Was hülfe es dem Men=
ſchen
, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an
ſeiner Seele‟. Das Urteil des Verfaſſers des Buches iſt ſcharf, zum
Teil vernichtend. Ob es immer gerecht iſt, iſt eine andere Frage.
G. K. Cheſterton; Das neue Jeruſalem. Reiſeeindrücke. Aus dem Eng=
liſchen
übertragen von Cur Theſing. 296 Seiten. In Leinen
gebd. 7,50 RM. Carl Schünemann, Verlag, Bremen.
Wer ſeinen Weg verloren hat, ſagt Cheſterton, tut gut, rückwärts zu
wandern, bis er auf einen Wegweiſer ſtößt, der ihn wieder auf die
rechte Straße führt. Der moderne Menſch befindet ſich in eben dieſer
Lage; auch er tut gut, ſeinen Weg zurück zu verfolgen, um feſtzuſtellen,
wohin er eigentlich will. Ein ſolches Zurückgehen in die geſchichtliche
Vergangenheit erlebt G. K. Cheſterton auf einer Reiſe zu den alten
Kulturſtätten, und in Jeruſalem, der Geburtsſtätte des Chriſtentums,
glaubt er einen Wegweiſer von einzigartiger und bedeutungsvoller Ge=
ſtalt
gefunden zu haben. Mit einem Male ſieht er vor ſeinem geiſtigen
Auge die wahre Landkarte der modernen Irrfahrten, und glaubt er
das Ziel zu erkennen, das verborgen und oft mißachtet oder geleugnet, die
Entwicklung der abendländiſchen Menſchheit bewegt. Von dieſem Er=
lebnis
handelt Das neue Jeruſalem‟. Das Buch nimmt zugleich, wie
es bei einem Menſchen von dem Temperament und der Vielſeitigkeit
Cheſtertons nicht anders zu erwarten iſt, Anlaß, über alle tieferen und
bedeutungsvolleren Probleme der Gegenwart zu philoſophieren.

[ ][  ][ ]

Numner 150

Montag, den 1. Juni 1931

ier

Pfungſtadt im Zeichen des Reitſports.

Ländliches Reit= und Fahrkurnier des Junglandbundes Heſſen=Skarkenburg.
Eigener M. St.=Bericht.

* Pfungſtadt hatte Samstag und geſtern Feſtgewand angelegt. mit Lotte (Beſ.). 9. Preis: Phil. Leichter=Neu=Iſenburg mit Roſa
Girlanden, Fahnen und Fähnchen ſchmückten die Straßen und die (Ernſt Leichter). 10. Preis: R. Kunz=Pfungſtadt mit Nero (O.
Häuſer, und der Himmel lachte in goldenem Sonnenſchein. Das Kunz). 11 Preis: Jean Tiſcher=Neu=Iſenburg m. Ella (Phil.
von der Kreisgruppe Darmſtadt des Junglandbundes Heſſen= Tiſcher), 12. Preis: Ludw. Brenner=Richen mit Nora (Gg. Bren=
Starkenburg veranſtaltete große ländliche Reit= und Fahr= ner 6.). 13. Preis: P. Nothnagel=Pfungſtadt mit Olga (Fr. Lecker).
turnier hatte ſtärkſtes Intereſſe gefunden, und die Beteiligung 14. Preis: Gg. Frey 4.=Wixhauſen mit Lina (Gg. Fiſcher 2.).
aus der engeren und weiteren Umgegend war dementſprechend
überaus zahlreich. Insgeſamt waren 274 Nennungen zu den ver=
ſchiedenen
Konkurrenzen erfolgt, die von über 150 Reitern und
Fahrern beſtritten wurden. Die Zahl der Zuſchauer zählte nach
Tauſenden; ein Beweis, wie ſehr das Intereſſe am Reitſport in
den ländlichen Bezirken ſtändig wächſt. Und die in allen Konkur=
renzen
erzielten ausgezeichneten Reſultate bewieſen, daß ſowohl Preis: Ludw. Weber 4=Gr=Umſtadt mit Goldmädel (Hch. Ludw.
die reiterliche Ausbildung zielbewußt und vielſeitig iſt dem vor= Weber), 4. Preis; Phil. Pet. Dörr=Leeheim mit Groſa GBeſ)
handenen Pferdematerial angepaßt, daß aber auch auf Heranzüch= 5. Preis; Valt. Kullmann, 5=Griesheim mit Gretel (hch. Kul=
tung
guten Pferdematerials auf dem Lande größter Wert gelegt mann), 6. Preis; Gg. Weber 2.=Brandau mit Deutſchmeiſter
wird. Vom ſchweren belgiſchen Ackerpferd bis zum edlen, fein= (Hch. Eidenmüller=Lengfeld).
gliederigen Halb= und Vollblut war alles vertreten, und die Aus=
bildung
von Reiter und Pferd durchweg vorzüglich
Die Konkurrenzen umfaßten Wettkämpfe der Reitabteilungen
für Anfänger und Fortgeſchrittene, Eignungsprüfungen für Ge=
brauchsgeſpanne
, Jagdſpringen (hierzu waren nicht weniger als Funk). 2. Preis: Pr. Peter Miſchlich=Nauheim mit Elſa (W.
51 bzw. 39 und 10 Nennungen eingegangen), Schaufahren für
ten. Vielſeitigkeitsprüfungen und Geländeritte. Die Vorprü=
fungen
begannen bereits am Samstag nachmittag und wurden am
liche Anforderungen an Reiter und Pferd ſtellten. Hieran nah=
niedergegangene
Gewitterregen kam den Reitern ſehr zu ſtatten. (Beſ.). 12. Preis: Pet. Frey=Wixhauſen mit Lotte (Gg. Dietz),
Er hatte willkommene Abkühlung gebracht. Die Geländeritte ver=
liefen
ohne jeden Unfall.
Am Sonntag nachmittag wurde auf dem in der Nähe des
Bahnhofes hergerichteten Turnierplatz das Hauptprogramm be=
ſtritten
. Um 1 Uhr ſtellten ſich ſämtliche Reiter am Gambrinus
zum Feſtzug auf, der ſich unter Vorantritt einer Muſikkapelle.
an der Spitze die Standarte mit Begleiter, durch die Straßen der
Stadt bewegte, die von Zuſchauern umſäumt waren und bald Ad. Darmſtädter=Pfungſtadt mit Mar und Berta (Gg Darm=
nach
2 Uhr auf dem Turnierplatz unter dem Jubel der vielen
hundert Beſucher einzogen und Paradeaufſtellung nahmen. Dar=
nach
begannen alsbald die Hauptwettkämpfe, die bis gegen 8 Uhr
dauerten und mit einem feſſelnden Reiterſpiel, dem Kampf
um den Hut, in dem das Geſchick der Reiter. Gehorſam und die
Wendigkeit der Pferde nochmals einer ſcharfen Prüfung unter=
zogen
wurden. Dank der außerordentlich geſchickten Turnierlei=
tung
wurden die Wettkämpfe ohne jede Neibung durchgeführt. Es
ereigneten ſich auch in den Konkurrenzen keinerlei Unfälle; einige
leichte Stürze blieben ohne unangnehme Folgen. Die Herren Dr.
C. Dencker und Felix Weber haben ſich um die Durchführung
des Turniers beſonders verdient gemacht.
Abends fanden ſich die Teilnehmer und Gäſte im Rheiniſchen
Hof zuſammen, wo bei Tanz und ſonſtigem fröhlich=löblichen Tun
der Sieg und die Sieger gefeiert wurden. Vor der Preisvertei=
lung
ſprach der Junglandhund=Vorſitzende. Herr Gg. Knöbel=
Arheilgen, nach herzlicher Begrüßung allen, die an der Durchfüh=
nannten
Herren der Leitung, den Dank der Teilnehmer aus und
hielt eine begeiſternde Rede auf den ſchönen Reitſport, der be=
ſonders
im Junglandbund in den letzten Jahren einen ſo hervor=
ragenden
Aufſchwung genommen hat.
Herr Dr. Dencker nahm ſodann die Preisverteilung
vor. Er verkündete folgende

Siegerliſte.

1. Wettkampf der Reitabteilungen (Aufänger), Reitprüfung.
11 Nennungen, 4 Geldpreiſe den beſten Abteilungen, den drei
beſten Reitern jeder Abteilung Preisſchleifen.
1. Preis: Reitergruppe Neu=Iſenburg, Reitlehrer: K.
Schmidt=Neu=Iſenburg. Einzelpreiſe: 1. Preis Fr. Schmidt; 2.
Preis Lotti Schaub; 3. Preis Fr. Götzelmann.
2. Preis; Reitergruppe, Alsbach; Bickenbach=Hähnlein,
Reitlehrer: Fr. Bindel=Bickenbach. Einzelpreiſe: 1. Preis: Schä=
fer
; 2. Preis: Koppert; 3. Preis: Ch Werner.
3. Preis: Reitergruppe Brandau, Reitlehrer: K. Eiden=
müller
=Lengfeld. Einzelpreiſe: 1. Preis: Böhm; 2. Preis: Gg.
Weber; 3. Preis. Gg. Weber.
4. Preis; Reit= und Fahrverein vord. Odenwald, Reit=
lehrer
; K. Müller=Lengfeld. Einzelpreiſe: 1. Preis: Gg. Klee=
berger
; 2. Preis: H. Heil; 3. Preis: W. Joſt.
5. Preis: Reitergruppe Pfungſtadt, Reitlehrer: P. Feld=
mann
=Pfungſtadt. Einzelpreiſe: 1. Preis: L. Riehl: 2. Preis:
Gg. Koch; 3. Preis: Fr. Lecker.
6 Preis; Reitergruppe Wixhauſen, Reitlehrer: Phil Zän=
gerle
=Wixhauſen. Einzelpreiſe: 1. Preis: Gg. Frey; 2. Preis:
Ernſt Frey; 3. Preis: Hch. Thomas.
2. Eignungsprüfung für Gebrauchsgeſpanne (Einſpänner).
6 Nennungen, 3 Ehrenpreiſe (für heſſ. Arbeitsſchlag.).
1. Preis: Ludw. Roth 4=Eſchollbrücken mit Lotte (Fahrer:
Ludw. Roth), 2. Preis; Phil. Frey 5.=Wixhauſen mit Lotte (Ernſt
Frey), 3. Preis: Gg. Weber 2.=Brandau mit Erika (Gg. Weber).
3. Wettkampf der Reitabteilungen (Vorgeſchrittene).
5 Nennungen, 3 Geldpreiſe den beſten Abteilungen, den 3 beſten
Beitern jeder Abteilung Preisſchleifen.
Preis: Reit= und Fahrverein vord Odenwald Reitlehrer:
Ph. Maul=Gr. Umſtadt. Einzelpreiſe: 1. Preis: H. Michel= Habitz=
heim
. 2. Preis: Fr. Haas, 3. Preis: H. L. Weber.
1. Preis: Reitergruppe Arheilgen, Reitlehrer: Ga Schmidt=
Arheilgen. Einzelpreiſe: 1. Preis: W. Gärtner. 2. Preis: W.
Benz 3. Preis: L. Erzgräber.
2. Preis: Reitergruppe Wixhauſen, Reitlehrer Ph. Zän=
gerle
=Wirhauſen. Einzelpreiſe: 1. Preis: Gg. Frey. 2. Preis=
Gg. Jourdan. 3. Preis: Ad. Schmitt.
3. Preis: Reitergruppe Griesheim Reitlehrer H. Höhl 15.
Griesheim. Einzelpreiſe: 1. Preis: Ph. Höhl. 2. Preis: Jak. Borck.
3. Preis: Ph. Wicht.
4 Preis; Reitergruppe Büttelborn, Reitlehrer W. Wulf=
Büttelborn. Einzelpreiſe: 1. Preis: Johannes Nau. 2. Preis:
Ph. Sensfelder, 3. Preis: Wilh. Friedmann.
4. Jagdſpringen (Anfänger).
51 Nennungen, 14 Ehrenpreiſe.
1. Preis: Jak. Gehringer=Mettenheim mit Paſcha (Reiter
Beſ.), 2. Preis= Peter Böhm=Brandau mit Mantel (Beſ.) 3.
Preis: Ludw. Heyl=Gr.=Umſtadt auf Prinz (Hch. Heyl), 4. Preis:
Heinrich Fiſcher=Eberſtadt mit Alraune (Beſ.) 5. Preis: Totes
Rennen Fr. Weber=Brandau mit. Fanny. 5. Preis: Ad. Schmitt=
Neu=Iſenburg mit Max (Fritz Schmitt) 6. Preis: Heinrich
Knöbel=Arheilgen mit Lotte (Beſ). 7. Preis: W. Koch=
Pfungſtadt mit Lotte (Gg. Koch). 8. Preis: Gg. Ohl=Gr.=Umſtadt

Ludw.

Seite 3
gſtadt mit Nero (O. Kunz). 65,94 Punkte). 10. Preis: Willi
dr.=Umſtadt mit Hans ((Beſ) (7,66 Punkte.) 11 Preis:
amer=Pfungſtadt mit Hans (Beſ.) (7,68 Punkte) 12. Preis:
. Brenner=Richen mit Nora (Gg. Brenner 6.). (7,77 Punkte.)

14. Reiterſpiel. Der Kampf um den Hut.
Sieger: Gg. Weber=Brandau mit Olga.

5. Schaufahren für Einſpänner (Heſſ. Wagenſchlag).
9 Nennungen, 5 Ehrenpreiſe.
1. Preis: Phil. Keller=Griesheim mit Lina (Fahrer: Beſ.).
Preis: Phil. Becht=Hähnlein mit Roſa (Frey=Wixhauſen). 3.
6. Jagdſpringen (Vorgeſchrittene).
39 Nennungen, 12 Ehrenpreiſe.
Miſchlich), 3. Preis: W. Wulf=Büttelborn mit Fanny (W. Wulf
Einſpänner, Eignungsprüfung für Gebrauchsgeſpanne, Trabrei= jun.), 4. Preis; L. Becker=Arheilgen mit Lotte (Beſ.). 5. Preis; und durchfurcht oder weiter unten in der Ebene mit Schlamm
Hch. Schäfer 3.=Wolfskehlen mit Bella (Hch. Schäfer jun). 6. überdeckt. Die Frucht liegt zum Teil wie gewalzt auf dem Boden.
Preis: Gg. Röder=Wixhauſen mit Lieſel (Gg. Frey 2.), 7. Preis: Mit Mühe nur können Autos und Motorradfahrer vorwärts. Alle
Sonntag vormittag fortgeſetzt. Im weſentlichen aber war der K. Müller=Weiterſtadt mit Berta (Beſ.) 8 Preis: L. Knöbel= verfügbaren Arbeitskräfte arbeiten bereits mit Schaufel und Hacke
Sonntagvormittag den Geländeritten vorbehalten, die ſehr erheb= Arheilgen mit Seppel (Beſ.) 9 Preis: W. Wulf=Büttelborn mit an der Freilegung der Waſſerroſte und der Fahrbahnen. Ein Glück
Amana (W. Wulf) jun). 10. Preis: Gg. Heil=Habitzheim mit Lo=
men
auch ſieben Darmſtädter Reiter teil. Der am frühen Morgen lar (Fr. Heil). 11. Preis: L. Erzgräber=Arheilgen mit Berta
7. Eignungsprüfung für Gebrauchsgeſpanne (Zweiſpänner) für
heſſ. Arbeitsſchlag.
6 Nennungen, 4 Ehrenpreiſe.
1. Preis: Ludw. Roth 4.=Eſchollbrücken mit Lotte und Olga
und Ad. Schmidt=Wixhauſen mit Max (Gg. Frey 1.) 3. Preis:
ſtädter), 4. Preis: L. Riehl=Pfungſtadt mit Fanny und Lotte (L.
Riehl), 5. Preis: Friedr. Rothermel=Eich mit Lieſel und Roſa
(Fr. Rothermel jun ). 6. Preis: Friedr, Götz=Eſchollbrücken mit Feſtſpiel der Mainzer Spielſchar, ſtattfinden.
Alma und Frieda (Friedr. Götz).
8. Geländeritt für ſtädt. Reiter.
12 Nennungen, 4 Ehrenpreiſe.
Außer Konkurrenz, 2. Preis: H. Schott=Darmſtadt mit Phantom
(Zanders), 3. Preis Schäfer=Darmſtadt mit Kronprinz. 4. Preis:
San.=Rat Dr. Nebethau mit Cilly.
9. Trabreiten (Heſſ. Arbeitsſchlag) zirka 900 Meter.
15 Nennungen, 5 Ehrenpreiſe.
1. Abteilung: 1. Preis: Gg. Nau 4=Büttelborn mit Max
rung des Turniers beteiligt waren, inſonderheit den beiden ge= (Beſ.) 3. Preis; Ad. Darmſtädter=Büttelborn mit Max (H.
Darmſtädter), 4. Preis: G. Erzgräber=Arheilgen mit Berta (L.
Erzgräber).
2. Abteilung: 1. Preis: Ludw. Kraft 2=Wolfskehlen mit
Roſa (L. Kraft jun.). 2. Preis: Ph. Leichter=Neu=Iſenburg mit
Roſa (Ernſt Leichter).
10. Schaufahren in Kutſchwagen (Oldenb. zweiſpännig).
5 Nennungen, 4 Ehrenpreiſe.
Lotte (Fahrer; Ph. Becht 4.), 2. Preis: W. Wulf=Büttelborn mit
heim mit Liſa und Zeppelin (Beſ.). 4. Preis: nachgemeldet, 5.
Preis: W. Benz=Arheilgen mit Hanne und Hannibal (W. Benz).
11. Jagdſpringen (ſtädt. Reiter).
10 Nennungen, 4 Ehrenpreiſe.
1. Preis: H. Schott=Darmſtadt mit Phantom (Reiter: Zan=
ders
). 2. Preis H. Roſenthal=Darmſtadt mit Betty R Roſen= der eine ſakramentaliſche Prozeſſion ſtatt.
thal). 3. Preis: H. Schott=Darmſtadt mit Kronprinz (R. Schäfer).
4. Preis: San.=Rat Dr. Nebeltau=Darmſtadt mit Cilly (Beſ.).
12. Trabreiten (heſſ. Wagenſchlag), zirka 1600 Meter.
20 Nennungen, 6 Ehrenpreiſe.
mit Hans (Reiter: Hans Feldmann). 2. Preis: Wilh. Wulſ= 2 (Dieburg ab 5.15 Uhr Semd ab 6.00 Uhr), 4 (Dieburg ab 7.13 Uhr),
Büttelborn mit Fanny (W. Wulf jun.). 3. Preis: Phil. Wicht 3= 109 (Dieburg ab 15.10 Uhr) und 11a (Semd ab 16.53 Uhr).
Griesheim mit Hans (Beſ.). 4. Preis: L. Becker=Arheilgen mit
Lotte (Beſ.), 5. Preis: Konr. Funk 2.=Griesheim mit Berta (Gg.
Funk).
(Gg. Stolze), 5. Preis: L. Meyerhöfer=Arheilgen mit Lotte (Beſ.), ſangberein veranſtaltet an dieſem Tage zu Ehren ſeines Gaſtes einen
13. Vielſeitigkeitsprüfung, Große Klaſſe, 1. Sonderklaſſe.
8 Nennungen, 4 Ehrenpreiſe.
heilgen mit Hannibal (W. Benz). (1009 Punkte) 3. Preis: Lud= Teilen genau feſtgelegt iſt und einen anregenden Verlauf nehmen wird.
wig Weber 4=Gr=Umſtadt mit Geßler (K. Müller=Lengfeld). Die Veranſtaltung wird dazu beitragen, daß die Beziehungen zwiſchen
(12,86 Punkte.)
Klaſſe 2, Vorgeſchrittene.
Punkte.) 2. Preis: Gg. Röder=Wixhauſen mit Lieſel (Gg. Frey 2.). auch alle auswärts wohnenden Altheimer und devem Angehörigen. Er
(882 Punkte.) 3. Preis; L Erzgräber=Arheilgen mit Berta hofft insbeſondere auf eine zahlreiche Beteiligung der in Darmſtadt
(Beſ.), (903 Punkte.) 4 Preis; Konr. Funk 2=Griesheim mit wohnenden Altheimer, die ja auch an der Veranſtaltung in Darmſtadt
Wixbauſen mit Berta (Gg. Frey 1.). (10,77 Punkte.) 7. Preis: und neu zu feſtigen.
Totes Rennen Pet. Miſchlich=Nauheim mit Elſa (Wilh Miſchlich).
Heil), (11.1 Punkte.) 9 Preis: Ad. Schmitt=Wixhauſen mit Max nah und fern waren, die Kameraden aus, der Jugendzeit in Ober=
mit
Lotte (Gg. Dietz). (12,88 Punkte.)
Klaſſe 3 (Anfänger).
mit Lotte (Ernſt Frey) (4.77 Punkte.) 3. Preis: P. Nothnagel= wie bei der Konfirmation ſeinerzeit geſungen wurde, auf der Orgel.
Weber 2.=Brandau mit Deutſchmeiſter (Gg. Weber). (5,0 Punkte.) kleinen Spaziergang bei tropiſcher Hitze für den nötigen Durſt geſorgt
5. Preis: Ludw. Heil=Gr=Umſtadt mit Prinz (Heinr. Heil), hatte, traf man ſich wieder zum gemeinſamen Eſſen in der Brauerei
Alraune (Hch. Fiſcher), (5.46 Punkte.) 6. Preis: Heinrich Knöbel= trennte man ſich mit dem Wunſche, in zehn Jahren wieder zur gemein=
Arheilgen mit Lotte (Beſ.), (5.46 Punkte.) 8 Preis: Ga Weber= ſamen Feier, hoffentlich bei beſſerer Wirtſchaftslage, in gleicher Zahl
Brandau mit Olga (Beſ.), (5,73 Punkte.) 9. Preis: R. Kunz= und beſter Geſundheit zuſammenkommen zu können.

Schwere Welterſchäden an der Bergſtraße.
Ci. Zwingenberg, 31. Mai.
Heute morgen wurden die Einwohner unſanft aus ihrer
Sonntagsruhe emporgeſchreckt. Gegen 5 Uhr entluden ſich ſchwere
Gewitter, gefolgt von wolkenbruchartigen Regenfällen, über un=
ſere
Fluren. In wenigen Minuten ſtauten ſich große Waſſer=
maſſen
auf den Straßen, und als von den ſteilen Hängen mächtige
Schlammfluten, Holz= und Geröllmaſſen hinzukamen, trat eine
Situation ein, die wie vor drei Jahren das Schlimmſte befürchten
ließ. Mit Aufbietung aller Kräfte arbeiteten unſere Einwohner,
zum Teil nur notdürftig bekleidet, an den Roſten der Kanaliſa=
tion
und an den Hauptabzugsſtellen, um Keller= und Innenräume
der Anweſen vor den mächtig anſchwellenden Waſſermaſſen zu
ſchützen. Trotz aller Anſtrengung kamen aber die Fluten ſo raſch
und mächtig, daß große Teile der unteren Hausteile überſchwemmt
wurden. Beſonders die Untergaſſe wurde wieder ſchwer mitge=

Mnſäudgläte dede eatſchearfe Daue
1. Preis Konr. Funk 2.Griesheim mit Berta (Reiter: Gg. in der Gemarkung zeigen ſich wieder große Verwüſtungen. Die
ſteilen Hohlwege ſind mannstief ausgeriſſen. Kartoffeläcker, Erd=
beeranlagen
, Obſtanlagen und Weinberge ſind entweder zerriſſen
nur, daß die Waſſermaſſen ohne Hagel niedergegangen ſind. Die
Gendaxmerie hat den Autos die Durchfahrt nach Auerbach unter=
ſagt
. Der Schaden iſt beträchtlich.
4a Zwingenberg, 29. Mai. Fünf Jahre Verbandsheim
Orbishöhe. Das Heim des Verbandes der evang, weiblichen Jugenv
Heſſens auf der Orbishöhe kann auf ein fünfjähriges Beſtehen zurück=
blicken
. Das Jubiläum ſoll am Sonntag, den 21. Juni, in einfacher
(Fahrer: 2 Roth), 2. Preis: Ph. Frey 5=Wirhauſen mit Lotte Weiſe gefeiert werden. Es werden dabei Mädchengruppen aus ganz
Heſſen erwartet. Vormittags findet in Zwingenberg ſelbſt ein Kurrende=
ſingen
ſtatt. Der Feſtgottesdienſt ſoll tunlichſt im Freien abgehalten
werden. Als Prediger hierfür iſt Paſtor Nietmüller aus Berlin in
Ausſicht genommen. Nachmittags ſollen Spiele aller Art, darunter ein
Cp. Jugenheim, 30. Mai. Kraftwagenverkehr bis Haupt=
bahnhof
Darmſtadt. Mit Wirkung vom 1. Juni ab wird der
Kraftfahrlinienverkehr JugenheimSeeheim-Darmſtadt teilweiſe bis
zum Hauptbehnhof Darmſtadt und umgekehrt dunchgeführt. Die Om=
1. Preis: H. Schott=Darmſtadt mit Ceres (Reiter: Dr. Dencker). nibuſſe verkehren dabei vom Poſtamt Jugenheim aus direkt bis zum
Hauptbahnhof Darmſtadt. Im Durchſchnitt verkehren täglich zwiſchen
Jugenheim und Hauptbahnhof Darmſtadt, ſieben bzw. acht Fahrten.
Außerdem ſind einige Sonntagsfahrten vorgeſehen. Die Kraftfahrlinie
gibt ferner bekannt, daß ſie Fahrkarten für die Reichsbahn ab Haupt=
bahnhof
Darmſtadt bei rechtzeitiger Beſtellung unentgeltlich beſorgt.
Bd. Bickenbach, 30. Mai. Ueberfall. Von einer Rotte betrun=
kener
Kommuniſten aus Lampertheim, welche von einer Gerichtsverhand=
(Reiter: Johs Nau), 2. Preis: L. Knöbel=Arheilgen mit Roland lung in Darmſtadt ver Nad nach Hauſe fuhren, wurde dieſer Tage gegen
6 Uhr abends Herr Förſter Eiſinger aus Seeheim auf der Bergſtraße
am Waſſerwerk am Südeingang des Ortes tätlich angegriffen, weil er
auf den Kommuniſtengruß Heil Moskau nicht ebenſo erwiderte. Die
ca. 10 Mann fielen wie die Wilden über den einzelnen Mann her und
verſuchten ihm das Gewehr, welches leider nicht geſpannt war, zu ent=
reißen
, was ihnen aber doch nicht gelang. Glücklicherweiſe war ein Ver=
nünftiger
unter dieſen Leuten, welcher ſie auf das Schmähliche ihrer
Handlungsweiſe aufmerkſam machte, ſo daß ſie von ihrem Opfer abließen.
In der Nähe des Rondells wurden aber dann doch noch drei Wanderer
1. Preis: Ph. Becht und K. Schäfer=Hähnlein mit Roſa und von den Rowdies verprügelt. Herr Förſter Eiſinger hat keinen Straf=
antrag
geſtellt mit Rückſicht auf die evtl., zahlreichen Familienangehörigen
Amana und Fanny (W. Wulf jun) 3. Preis: Ph. Höhl 2=Gries= der Rowdies, die ja bei einer Beſtrafung ihres Ernährers am meiſten
betroffen wären.
Aa. Eberſtadt, 30. Mai. Biſchofsbeſuch. Im Anſchluß an
die in Darmſtadt ſtattfindenden Firmungen ſtattet der Biſchof von Mainz
am kommenden Dienstag nachmittag der hieſigen kath. Kirchengemeinde
einen Beſuch ab. Mit dem Beſuch iſt eine Viſitation der Pfarrei ver=
bunden
. Anläßlich des Fronleichnamsfeſtes am Donnerstag findet wie=
T Dieburg, 30. Mai. Mit Gefahr des eigenen Lebens rettete Fräu=
lein
Dorothea Keller, ſtud. eand, phil., eine Mutter von vier Kin=
dern
aus den Fluten der Gerſprenz vom Tode des Ertrinkens.
Cp. Dieburg, 30. Mai, Kraftpoſt. Auf der Kraftpoſtlinie Die=
burg
.Semd.Groß=Ulmſtadt fallen mit Wirkung vom 1. Juni ab ſechs
1 Abteilung: 1. Preis: Phil. Feldmann 9=Griesheim Fahrten aus. Es ſind dies die Fahrten 1 (Groß=Umſtadt ab 4.26 Uhr),
* Altheim (Kreis Dieburg), 30. Mai. Liedertag. Die Geſangs=
abteilung
des Polizeiamts Darmſtadt, die bekanntlich im November
2 Abteilung: 1. Preis: Adam Schmidt=Neu=Iſenburg vor. 38. unſeren Männergeſangverein nach Darmſtadt eingeladen und
mit Mar (Fritz Schmidt) 2. Preis: Jak. Bals 3.=Brandau mit dort gemeinſam mit dem Männergeſangverein Darmſtadt in ausgezeich=
Prinz (Jak. Bals), 3. Preis: Heinr Schneider=Pfungſtadt mit neter Weiſe empfangen und unterhalten hatte, wird nun am kommenden
Berta (Wilh. Koch), 4. Preis; Karl Roßmann=Eberſtadt mit Berta Sonntag, den 7. Juni, in Altheim erwartet. Der hieſige Männerge=
Liedertag. Die Geſangsabteilung wird von der Polizeikavelle, deren
Mitwirkung bei der Zuſammenkunft in Darmſtadt in beſter Erinnerung
iſt begleitet. Unſer Männergeſangverein wird ſeine Gäſte am Bahn=
hof
empfangen und dann durch die Straßen des Orts nach dem ſchattig
1. Preis: Ludw. Weber 4.=Gr.=Umſtadt mit Goldmädel (Rei= gelegenen und für dieſe Veranſtaltung beſonders geeigneten Schulhofe
ter: H. L Weber). (950 Punkte), 2. Preis: Gg. Benz 14.=Ak= geleiten. Dort wird ſich ein Programm abwickeln, das in allen ſeinen
beiden Vereinen ſich enger und freundſchaftlicher geſtalten, zumal ihre
Beſtrebungen das gleiche Ziel haben: die Pflege und Förderung des
1. Preis: L. Becker=Arheilgen mit Lotte (L Becker), (7,54 deutſchen Liedes. Der Männergeſangverein erwartet zu dieſer Feier
Berta (Gg. Funk). (9.40 Punkte.) 5. Preis; Phil. Höhl 2.=Gries= regen Anteil genommen hatten. Der Liedertag wird dazu beitragen,
heim mit Liſa (Ph. Höhl). (9,46 Punkte.) 6. Preis: Ph Frey 5.= alte oder faſt vergeſſene Beziehungen zur Heimatgemeinde aufzufriſchen
Cd. Ober=Moſſau, 30. Mai. Die 50= und 51=Jährigen des Kirch=
(111 Punkte) 7. Preis: Gg. Heil=Habitzheim mit Lolar (Fritz ſpiels Ober=Moſſau trafen ſich zur gemeinſamen Geburtstagsfeier. Aus
(Ad. Schmitt). (12,20 Punkte.) 10. Preis: Peter Frey=Wixhauſen Moſſau zuſammengekommen. Beſonders feierlich war es, daß gerade der
Pfarrer, der einſt die Konfirmation vornahm. Herr Pfarrer i. R.
Stork aus Bickenbach, mit ſeiner Gattin anweſend war und bei dem
Kirchgang wiederum zu ſeinen ebemaligen Schützlingen ſprach. Herr
1. Preis: R. Kleberger=Gr.=Umſtadt mit Erle (Reiter: Gg. Pfarrer Clotz gedachte in ſeiner Predigt auch der Geburtstagskinder
Kleberger). (4.40 Punkte) 2. Preis; Phil. Frey 5.=Wixhauſen und Herr Lehrer Nebeling begleitete das Bundeslied, das auch diesmal
Pfungſtadt mit Olga (Fr. Lecker) (4,91 Punkte.) 4. Preis: Gg. Nachdem man den ernſten Teil würdig begangen und ſich durch einen
(5 Punkte.) 6. Preis: Totes Rennen, Heinr. Fiſcher=Eberſtadt mit Schmucker. Nach mehreren in fröhlicher Stimmung verbrachten Stunden

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generalsVertretung: 1e0 Hirsehber g & Co, Prankfurt am Main, Teleken Bbte

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Seite 4

Montag, den 1. Juni 1931

Nummer 150

Wiederſehensfeier der 117er.
Mainz, 31. Mai.
Zum ſiebentenmal ſeit der Auflöſung des Infanterie= Leib=
regiments
Großherzogin Nr. 117 kamen die ehemaligen 117er in
dieſem Jahre zuſammen. Die Zuſammenkunft und die Wieder=
ſehensfeier
geſtaltete ſich deshalb in dieſem Jahre beſonders freu=
dig
und nahm einen ſo großen Rahmen an, weil zum erſtenmal ſeit
dem Weltkriege eine Gedenkfeier der 117er wieder in ihrer alten
Garniſonſtadt Mainz ſtattfinden konnte. Im ganzen waren etwa
6000 alte Regimentsangehörige für dieſe Feier der Mainzer Orts=
gruppe
gemeldet worden. Die Feier begann am Samstag mit
einer Gedächntisveranſtaltung auf dem Ehrenfriedhof. Oberſt
a. D. Koettſchau fand für die gefallenen Offiziere und Mann=
ſchaften
ehrende Worte. Er betonte beſonders, daß das Regiment
in den erbitterten Kämpfen an der Weſtfront zahlenmäßig wohl
die meiſten Verluſte aller Regimenter, die ununterbrochen an der
Weſtfront waren, gehabt hätte. Am Samstag abend wurde im
Rahmen einer Begrüßungsfeier in der Stadthalle die neue Fahne
der Ortsgruppe Mainz des Regiments 117 geweiht. Dem Weihe=
akt
wohnten der ehemalige Großherzog von Heſſen, die Groß=
herzogin
als Inhaberin und Kommandeurin des Regiments ſo=
wie
viele alte Generäle und Offiziere der Reichswehr, die früher
dem Regiment 117 angehört hatten, bei. Sonntag vormittag nahm
der ehemalige Kommandeur der 117er, General von Schlut=
terbach
, auf dem Hofe der Alice=Kaſerne den Generalappell ab.
Anſchließend fand ein Feſtzug durch die Stadt Mainz ſtatt, an dem
ſich etwa 8000 ehemalige Angehörige des Regiments beteiligten.
Auf dem Gutenbergplatz wurde von General von Schlutterbach die
Parade der ehemaligen 117er, die mit ihren Fahnen kompagnie=
weiſe
vorbeizogen, abgenommen. Die Feier beſchloß am Abend
eine geſellige Veranſtaltung in der Stadthalle.

W. Heppenheim a. b. B., 30. Mai. Sonderzug nach Frei=
burg
i. Brsg. Der Stadtverwaltung gelang es nach vielem Bemühen,
daß der von der Reichsbahndirektion am 6. und 7. Juni eingelegte
Sonderzug zu einer Wochenendfahrt nach der Metropole des Schwarz=
waldes
nun auch hier hält. Der Fahrpreis beträgt pro Perſon nur die
Hälfte des gewöhnlichen Fahrpreiſes, z. B. von hier nach Freiburg und
zurück ungefähr 10 Mark. Die Abfahrt erfolgt am Samstag, den 6.
Juni, um 9.16 Uhr, die Ankunft bei der Rückfahrt um 22,11 Uhr.
Engerlingplage. Zu einer wahren Plage für die Erdbeerpflan=
zen
ſind in dieſem Jahre die Engerlinge geworden. Inmitten der ſehr
ſchön anſetzenden und infolge der günſtigen Witterung eine frühe und
gute Ernte verſprechenden Erdbeerbeete findet man plötzlich zahlreiche
Pflanzen, die langſam verwelten und abſterben. Als Urſache ergibt ſich
beim Nachgraben, daß die Wurzeln durch Engerlinge total abgefreſſen
ſind. Rebkrankheiten. Zur Verhinderung und Bekämpfung
der Peronoſpora ſtellt auch dieſes Jahr die Gemeinde wieder Weinberg=
ſpritzbrühe
und Noſpraſen zur Verfügung. Die Abgabe erfolgt im
Faſelhof werktags von 68 Uhr vormittags und 111 Uhr mittags.
W. Heppenheim a. d. B., 30. Mai. Autozuſammenſtoß. Eine
des Fahrens wenig kundige Dame verſuchte vergebens, mit ihrem
Cabriolet auf offener Straße zu wenden. Unzählige Verſuche ſcheiter=
ten
. Das Experiment erforderte anſcheinend die größte Nervenanſtren=
gung
, die Dame verlor vollkommen die Beherrſchung über ihren Wagen,
und bei einem letzten Verſuch, von einer Seitenſtraße rückwärts in die
Hauptſtraße zu gelangen, vergaß ſie umzuſchalten und ohne ſich über=
zeugt
zu haben, ob die Verkehrsſtraße frei iſt, fuhr ſie mit Vollgas in
die Kurve. Der Geiſtesgegenwart eines herannahenden Fahrers, der in
letzter Sekunde das Steuer ſeines Wagens herumriß, iſt es zu verdanken,
daß ein ſchwerer Unfall vermieden wurde. Der Zuſammenſtoß be=
ſchädigte
nur die Seitenteile beider Wagen, während die Inſaſſen mit
dem Schrecken davon kamen. Gewitter. Die Tropenhitze der letzten
Tage erforderte Abkühlung. Unerwartet ging in früher Morgenſtunde
ein Gewitter, das zunächſt ſehr gefahrvoll ausſah, jedoch, ſoweit bekannt,
aber harmlos verlief, hier nieder Die Wolken entluden ſich in
ſolchen Mengen, daß nach kurzer Zeit ſich das Regenwaſſer in den Stra=
ßen
und Feldern ſtaute Geflügelzuchtverein. Die vom Vor=
ſitzenden
, Herrn Th. Wolff, geleitete Mitgliederverſammlung war von
15 Züchtern beſucht. Nach Erledigung der einzelnen Punkte der Tages=
ordnung
und Berichterſtattung über die Beſchlüſſe der letzten Vorſtands=
ſitzung
ergriff Herr Weber das Wort zu ſeinem Referat: Wie bauen
wir eine Raſſe= und Nutzucht zweckmäßig auf und wie halten wir trotz
wirtſchaftlicher Not unſern Zuchtſtand auf der Höhe. Reicher Beifall
dankte dem Referenten für ſeine illuſtrativen und lehrreichen Ausfüh=
rungen
. Es wurde der Beſchluß gefaßt, mit der Lokalausſtellung 1931
eine Verloſung zugunſten der Käfigbeſchaffung zu veranſtalten.
Ca. Lorſch, 30. Mai. Gemeinderatsſitzung. Bürgermeiſter
Huba gibt folgendes bekannt: Kanaliſation in der Gemeinde Groß=
Sachſen: Bereits in einer früheren Sitzung wurde mitgeteilt, daß ge=
nannte
Gemeinde beabſichtige, die Abwaſſer eines Teiles des Ortes in
den Landgraben abzuleiten. Die Gemeinde Lorſch hat ſeinerzeit gegen
dieſe Abſicht Berufung eingelegt. Dieſe wie auch die weiter verfolgte
Beſchwerde wurden aber abgewieſen. Die Entſcheidung wurde zur Ver=
leſung
gebracht. Der Gemeinderat bringt aber zum Ausdruck, daß er
mit dieſem Beſcheid nicht zufrieden iſt und beauftragt die Verwaltung,
weitere Schritte zu unternehmen, und zwar gemeinſam mit den übrigen

30=Jahr=Feier des Pogelsberger Höhenelubs

WSN. Schotten, 30. Mai.
Von ſchönem Wetter begünſtigt, begann heute in Schotten,
der Gründungsſtadt des Vogelsberger Höhen=Clubs, die 50 o. G.V.
des V.H.C. mit der zugleich die 50. Jubelfeier, verknüpft war,
Heute nachmittag wurde zunächſt eine Jubiläumsausſtellung er=
öffnet
, in der viel heimatkundliches Material aus dem Vogels=
berg
zur Schau geſtellt wurde. Hierauf begann unter der Leitung
des Vorſitzenden Dr. Bruchhäuſer=Ulrichſtein die Hauptverſamm=
lung
, die ſtark beſucht war. Der Vorſitzende, der zu Beginn ſei=
nes
Jahresberichts dem Kreis Schotten für die Jubelſpende von
2000 Mark dankte, die der Kreis dem V.H.C. gemacht hat, teilte
mit daß die Mitgliederzahl des Vereins leider infolge der un=
günſtigen
Zeitverhältniſſe um einige Hundert zurückgegangen ſei
und zurzeit etwa 5000 Mitglieder umfaſſe. Er hob hervor, daß
Sternwanderungen und gemeinſame Wanderungen immer mehr
in den Vordergrund des Wanderbetriebes treten. Ueber das Wir=
ken
der Zweigvereine konnte Erfreuliches berichtet werden hin=
ſichtlich
einer regen Vereinsarbeit. Rektor Dern=Offenbach be=
richtete
über die Jugendbewegung im V.H.C., insbeſondere über
das Vater=Bender=Heim auf der Herchenhainer Höhe, das im Be=
richtsjahre
über 4000 Uebernachtungen gehabt habe. Die Frank=
furter
Schulen waren im letzten Jahre allein 25mal in dem Heim
zu Gaſt. Apotheker Scriha=Schotten berichtete über die Arbeit des
Wegebezeichnungsausſchuſſes Oberreallehrer Buß=Schotten machte
intereſſante Mitteilungen über die Arbeit der Bergwacht im
Vogelsberg.
Bei der Rechnungsablage für 1930 ergab ſich eine Einnahme
von 11 654 Mark und eine Ausgabe von 10 452 Mark, ſo daß ein
Ueberſchuß we 1202 Mark verbleibt. Der Voranſchlag für 1931
wurde auf 9280 Mark feſtgeſtellt. Im Rahmen des Voranſchlags
wurde beſchloſſen, ein kleines Werbeheft für den Vogelsberg vom
Geſamtvorſtand des V.H.C. herauszugeben. Weiter entſpann ſich
eine rege Ausſprache über die Straßenverhältniſſe im oberen
Vogelsherg zugunſten des Autoverkehrs. Bei den Wahlen wurde
der bisherige Geſamtvorſtand einſtimmig wiedergewählt und Dr.
Dern=Offenbach als Obmann der V.H.C.=Jugend gewählt. Die
nächſte Hauptverſammlung ſoll auf dem Hoherodskopf ſtattfinden.
Der Herbſtausflug ſoll in dieſem Jahre nach Darmſtadt führen zur
50=Jahrfeier des dortigen Zweigvereins. Am Abend findet als
Abſchluß des Jubiläumstages noch ein großer Begrüßungs=
abend
ſtatt.

Die Feier des 50jährigen Jubiläums des Vogelsberger Höhen=
Clubs nahm am Sonntag ihren Fortgang und erreichte zugleich
damit ihren Höhepunkt. Nach einer Gedächtnisfeier am frühen
Vormittag an den Gräbern verdienter V.H.C.=Mitglieder fand
eine akademiſche Feier ſtatt, bei der vom Vorſitzenden Dr. Bruch=
häuſer
=Ulrichſtein eine große Anzahl Ehrengäſte darunter als
Vertreter der heſſiſchen Regierung Schulrat Haſſinger und als
Vertreter der Vogelsbergbehörden Kreisdirektor Dr. Jann= Schot=
ten
, begrüßen konnte. Zugleich konnte er von einer Reihe von
Stiftungen zum Beſten des V.H.C. Mitteilung machen. Hierauf
gab Dr. Bruchhäuſer in ſeiner Feſtrede ein intereſſantes Bild über
das halbjahrhundertjährige Wirken des V.H.C. und ſtellte deſſen
Ziele auf Vertiefung der Heimatliebe und der Heimatfreude klar
heraus. Hierauf überbrachte Schulrat Haſſinger namens des
Staatspräſidenten Dr. Adelung und der Regierung die herzlichen
Glückwünſche, wobei er der bisherigen Tätigkeit des V.H.C. große
Anerkennung zollte. Kreisdirektor Dr. Jann ſprach herzliche
Worte namens des Kreiſes Schotten, Bürgermeiſter Mengel
namens der Stadt Schotten, Pfarrer Löſcher=Wöllnitz (Sachſen)
als Vertreter des Reichsverbandes deutſcher Wandervereine.
Weiter wurden Anſprachen gehalten von den Vertretern des
Odenwaldklubs, des Geſamt=Taunusklubs, des Rhönklubs, des
Speſſartbundes, des Verkehrsbundes Oberheſſen, des Homburger
Taunusklubs, der Bergwacht in München und der Bergwacht
Rhein=Maingau in Frankfurt, des Skigaues Vogelsberg, des
Oberheſſiſchen Gebirgsvereins Marburg und des Vogelsberger
Höhenclubs Mainz. Sodann gab der Vorſitzende folgende Ernen=
nungen
zu Ehrenmitgliedern bekannt: Lehrer i. R. Karl Link=
Schotten. Rektor Ludwig Dorn=Offenbach, Karl Finger= Lauter=
bach
, Rechnungsrat Jochim=Gießen, Schulrat Haſſinger=Darmſtadt.
Weiter wurde dem Ehrenmitglied Engel=Schotten die Ehrenmit=
gliedſchaft
unter Ueberreichung der Ehrennadel erneuert. Lehrer
Link=Schotten machte weiterhin Mitteilung davon, daß auch der
Vorſitzende Dr. Bruchhäuſer=Ulrichſtein zum Ehrenmitglied des Ge=
ſamtvereins
ernannt worden ſei. Schließlich wurde noch einer gro=
ßen
Reihe von Mitgliedern die Ehrennadel für Verdienſte über=
reicht
. Am frühen Nachmittag fand ein intereſſanter Feſtzug durch
die Stadt ſtatt, dem ſich ein frohgeſtimmtes Volksfeſttreiben an=
ſchloß
. Der Montag iſt für Wanderungen in den Vogelsberg be=
ſtimmt
.

beteiligten Gemeinden und anderen Intereſſenten. Vor nicht allzu
langer Zeit hat die Gemeinde die Erhebung einer Filialſteuer beſchloſ=
ſen
, das Kreisamt hat dieſe Maßnahme beſtätigt und befürwortet, aber
das Miniſterium des Innern hat die Steuer abgelehnt, weil dieſe unzu=
läſſig
ſei, da die Gemeinde eine Erhöhung der Realſteuern abgelehnt
habe. Herr Gemeinderat Degen erhebt Proteſt hiergegen und fordert
eine Abſtimmung dahin, daß ſich der Gemeinderat ſeinem Proteſt an=
ſchließe
. Die Abſtimmung ergibt mit 13: 2 bei 1 Enthaltung eine über=
wältigende
Mehrheit für ſein Begehren. Die kommunale Sonder=
gebäudeſteuer
: Durch eine neuerliche Verordnung iſt eine Ermäßigung
dieſer Steuer in dem Falle geboten, wenn ein Beſitzer zur Erhaltung
des Anweſens eine Hypothek aufnehmen muß. Der Finanzausſchuß hat
bereits in einer vorhergehenden Sitzung ſich für die Annahme dieſer Er=
mäßigung
bzw. Erlaßmöglichkeit ausgeſprochen. Der Gemeinderat ſchließt
ſich dieſem Beſchluſſe ebenfalls an. Die Beſteuerung der Wanderlager,
hier: Erhebung eines gemeindlichen Zuſchlaggs zu den tariflichen Sätzen.
Auch hier hat der Finanzausſchuß bereits eine Vorentſcheidung dahin=
gehend
getroffen, die Erhebung dieſer Steuer durchzuführen. Der Ge=
meinderat
ſchließt ſich dieſem Beſchluſſe an, und zwar ſoll ein 100 pro=
zentiger
Zuſchlag zu den tariflichen Sätzen erfolgen.
Bm. Hofheim (Ried), 30. Mai. Aus dem Gemeinderat.
Für die am 1. Juni ſtattfindende Schweinezwiſchenzählung wurde die
Gemeinde in fünf Zählbezirke eingeteilt und die Gemeinderäte Hch.
Schader, Simon Bitters, Hch. Bauer ſowie die Feldſchützen Löſch und
Hofmeiſter als Zähler beſtimmt. Der Ankauf von Klee auf dem Halm
für den Faſelſtall wurde der Faſelkommiſſion überlaſſen. Ein von
Bürgermeiſter Ferbert vorgelegter Vertragsentwuf zur Feſtſetzung von
Verträgen für die Sportplätze und Fohlenweide wurde genehrnigt. Die
Plätze ſind den Inhabern mit vierteljährlicher Kündigung auf unbe=
ſtimmte
Zeit zu folgenden Pachtſätzen überlaſſen: Turnverein /40 Mk.
Arbeiter=Sportverein 40 Mk., Fußballverein 30 Mk., Verein für Wach=
und Schutzhunde 15 Mk., Vereinigte Landwirte (Fohlenweide) 25 Mk.
Die Plätze dürfen nur zu dem Zweck des betreffenden Vereins verwendet
werden. Da die Notſtandsarbeiten wegen Geldmangels eingeſtellt wer=
den
mußten, zahlt die Gemeinde an die Ausgeſteuerten nach hierfür ge=
gebenen
Richtſätzen für Verheiratete ohne Kinder pro Monat 45 Mk., für
jedes Kind 7.50 Mk., für Ledige 30 Mk. Betreffs Erlaß der kommu=
nalen
Sondergebäudeſteuer gab der Bürgermeiſter ein Schreiben des
Miniſteriums und des Kreisamtes bekannt und können die Richtlinien
hierzu auf der Bürgermeiſterei eingeſehen und berechtigte Anträge ge=
ſtellt
werden.

m. Vom ſüdlichen Odenwald, 30. Mai. Rindenernte. Die
Arbeiten im Eichenſchälwald ſind ſoweit beendet, und die trockenen Nin=
den
werden an die Bahnhöfe gefahren. In größerer Menge, als man
wohl annahm, wurden Rinden geſchält, hauptſächlich auch ſeitens der
Gemeinden. Und heuer tritt ein Ausnahmefall gegen eine Reihe der
letztverfloſſenen Jahre ein inſofern, als das Rindenſchälen, d. h. die
dabei gewonnenen Erzeugniſſe, immerhin noch annehmbare Einnahmen
liefern. Die Ninden werden pro Zentner mit 4,50 Mk. bis 4,75 Mk. be=
zahlt
. Dieſe Preiſe ſind nicht glänzend, aber doch etwas beſſer als die
vor einigen Jahren gelegentlich der Rindenverſteigerung in Hirſchhorn
bezahlten: 3,70 bis 4,30 Mark pro Zentner. Die erwähnte Rinden=
verſteigerung
und die dabei angebotenen Mengen zeigen am beſten das
Schickſal des Schälwaldbetriebs: im Jahre 1900 waren angeboten 45000
bis 50 000 Zentner, einige Jahre darauf 30 000 Zentner, im Jahre 1927
noch 7000 Ztr., und dann wurde die Verſteigerung eingeſtellt infolge
mangelnder Nachfrage. Ob die Bezieher nicht verabredungsgemäß es
an entſprechenden Preisangeboten fehlen ließen, kann nur vermutet wer=
den
. Schon jahrzehntelang wird über die Unrentabilität des Schälwald=
betriebs
geklagt. Es hat nicht an Urſachen gefehlt, dieſem Uebel durch
beſondere Methoden zu begegnen, z. B. durch Auslaugung auch des
Holzes zwecks Gewinnung des Gerbextrakts, wodurch das Schälen ge=
ſpart
wurde. Die angeſtellten Verſuche aber wurden nicht weiter in die
Praxis umgeſetzt, wohl deshalb, weil zur Beſchaffung der nötigen An=
lagen
zu große Kapitalien nötig waren.
m. Aus dem Lande. 30. Mai. Landwirtſchaftliches. Die
Landwirtſchaftskammer war in der Lage, wieder eine Anzahl landwirt=
ſchaftliche
Dienſtboten für langjährige treue Dienſte auszuzeichnen; es
erhielten: die Ehrenurkunde für 10jährige ununterbrochene Dienſtzeit
2. männliche und 5 weibliche: die Bronze=Medaille für Bjährige ununter=
brochene
Dienſtzeit 5 männliche; die Bronze=Broſche fün 25jährige un=
unterbrochene
Dienſtzeit 1 weibliche; zu den Medaillen und Broſchen
wurde auch je eine Ehrenurkunde gegeben. Der Stand der Vegetation
bringt es mit ſich, daß die im Winter übliche Vortragstätigkeit ſeitens
der Landwirtſchaftskammer und der Landwirtſchaftsämter nun über=
gegangen
iſt, die Betätigung durch Gemarkungsrundgänge fortzuſetzen.
Was in den Wintermonaten die Theorie brachte, wird jetzt in der
Praxis beſehen und erkannt werden. Gemarkungsrundgänge halten ab
das Landwirtſchaftsamt Heppenheim (Bergſtr.) an 2 Orten, das Land=
wirtſchaftsamt
Reichelsheim i. O. an 8 Orten, das Landwirtſchaftsamt
Groß=Umſtadt an 12 Orten, das Landwirtſchaftsamt Lich an 4 Orten,
das Landwirtſchaftsamt Mainz an 6 Orten.

Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Aus ſeinem arbeitsreichen Leben voll treuer
Pflichterfüllung ſchied am 30 Mai mein lieber
Gatte, unſer guter Vater, Schwiegervater
und Großvater
Ludwig Fiſcher
In tiefer Trauer:
Kathinka Fiſcher, geb. Kiſſner
E. H. Fiſcher und Frau Emmy,
geb. Achenbach
Erich Fiſcher und Frau Elſi,
geb. Vierheller
und zwei Enkelkinder.
Darmſiadt, Frankfurt/Main=Süd, 1. Juni 4931

Hochſtraße 53
Die Einäſcherung auf dem Waldfriedhof findet ſtatt am
Mittwoch, den 3. Juni 1931, vormittags 11 Uhr. (8522
Von Beileidsbeſuchen bitten wir höfl. abſehen zu wollen.

Nachruf.
Geſtern Abend 10 Uhr verſchied der Seniorchef
unſerer Firma
Herr Ludwig Fiſcher
plötzlich und unerwartet herausgeriſſen aus ſeinem
arbeitsreichen Wirkungskreis.
Er war uns ein vorbildlicher Chef und gleichzeitig
ein Freund und Berater von großer Herzensgüte,
deſſen Wohlwollen uns unvergeßlich bleiben und
deſſen Andenken für alle Zeiten in uns fortleben
wird.
(8523
Die Angefkellten und Arbeiter
der Firma Lud. Fiſcher & Sohn G. m. b. H.

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[ ][  ][ ]

Die Handball=Senſation:
Rh
SP. 98 Darmſtadt-Polizei Berlin 8:2 (6:4) abgebrochen.
Der achkfache deutſche Handballmeiſter muß das Können des Sporkvereins 98 Darmſtadk anerkennen. Deutſchlands beſter
Torhüker, Cuchra, achtmal geſchlagen. 10 Minuken vor Schluß Spielabbruch wegen ſchweren Unwekkers.
Neues Entſcheidungsſpiel in 14 Tagen in Hagen oder Barmen.
Eid Bänzender Erfolg der Lillen gegen die Berliner Grünen. Feick und Fiedler die Torſchüßen.
Nur 10 nan in der 2.Kabzel und dich beſuahe genſche Neſſel.

Nupimer 150

Montag, den 1. Juni 1931

Seite 5

Glück und Pech!
Als geſtern nachmittag der Draht aus Magdeburg die Kunde
brachte, wechſelten Gefühle der Freude mit einigem Bedauern.
Daß die ſüddeutſchen Handballer eine ſo glänzende Leiſtung voll=
bringen
würden, hatte wohl kaum jemand zu hoffen gewagt. und
nach den Verſprechen, die einige unvorſichtige Spandauer Kollegen
der Berliner Polizei ſeinerzeit über die bevorſtehenden Ereigniſſe
im Endſpiel gemacht hatten, tippte kaum jemand auf einen Sieg.
Um ſo größer war die Ueberraſchung, daß ſich unſer ſüddeutſcher
Meiſter gegen den achtfachen deutſchen Meiſter ſo glänzend gehal=
ten
hat. Bedauern mußte man das Pech, daß kurz vor Schluß ein
Gewitter die Ermittelung des Deutſchen Handballmeiſters unmög=
lich
machte und ein nochmaliger Kampf um die höchſte Ehre der
Handballer notwendig wurde. Jetzt ſteht unzweifelhaft feſt alle
Spielberichte ſagen dies , daß mit den beiden Konkurrenten
die beſte deutſche Handball=Klaſſe
im den Segeskanf funff
und das Magdeburger Publikum, das für Berlin tippte, das Kön=
nen
der Provinz mit Beifall lohnte. Das Spiel beweiſt jeden=
jalls
, daß Berlin zu ſchlagen iſt. Daß beim zweiten Gang die
Meiſterſchaft nach dem Süden kommen möge, iſt gerade nach dem
geſtrigen Spielverlauf ein berechtigter Wunſch.
Nachſtehend unſer Sonderbericht über das Magdeburger
Treffen:
Die DSB. hatte keinen ſchlechten Griff getan, als ſie ſich zur
Austragung des Endſpieles für Magdeburg entſchied.
Guf 6000 Zuſchauer
waren auf den Crikett=Viktoriaplatz gekommen. Dieſe waren
mit Ausnahme der 150 Darmſtädter Schlachtenbummler, die zum
größten Teil die 500 Km. lange Reiſe nach Magdeburg auf Laſt=
wagen
zurückgelegt hatten nahezu reſtlos
auf einen Sieg der Berliner Poliziſten eingeſtellt.
Dafür hatte die Magdeburger Preſſe geſorgt, die in allen ihren
Vorſchauen auf einen glatten Sieg der Berliner getippt. Trotz
dieſer Einſtellung verhielt ſich das Publikum zu Anbeginn ſtreng
neutral. Die ausgezeichneten Leiſtungen der Darmſtädter brachten
es aber dann zuwege, daß die Sympathien der Zuſchauer ſich im=
mer
mehr den Lilienträgern zuwandten. Die Darmſtädter Mann=
ſchaft
und die Darmſtädter Schlachtenbummler, die immer wieder
ihre Mannſchaft mit Ovationen anfeuerten, hatten alle Urſache,
mit den Magdeburger Sportintereſſenten zufrieden zu ſein. Die
Darmſtädter erſpielten ſich, das war deutlich zu ſpüren, die Be=
geiſterung
der Anweſenden. Aus dieſer Tatſache und aus dem
dramatiſchen Spielverlauf geht hervor, daß die Süddeutſchen in
beſonders guter Form und den Berliner Poliziſten ein gleichwer=
tiger
, in manchen Spielphaſen überlegener Gegner waren.
Der Spielverlauf.
Dem Schiedsrichter Marienhagen=Magdeburg ſtellten
ſich beide Mannſchaften in folgender ſtärkſter Auftellung:

Berliner Polizei: Cuchra Krone Gerloff Adebar Urban Köbke Hinze
Bartel Wolff Witte Reghel Freund
Feick Fuchs Werner Fiedler Pabſt Delp Dittmar Förſter Rothenburger Sportverein98: Henß

Berlin hat Platzwahl, Darmſtadt Anſpiel. Schon ſitzen die
Süddeutſchen vor dem Berliner Tor. Fiedler wirft aus vollem
Lauf ſcharf über die Latte. Doch dann haben die Berliner das
Wort. Man ſieht, daß die Leute des Deutſchen Meiſters frei von
ieder Nerpoſität ſind. Sie ſpielen ihr gewohntes Syſtem, das für
das Auge wenig ſchön, aber erfolgreich und kraftſparend iſt. Lange
bird der Ball gehalten, bis ein blitzſchneller Start mit Stellungs=
wechſel
eines Nebenſpielers erfolgt, der dann auch ſchon den Ball
ſügeſpielt erhält und mit Wucht und voller Körperkraft zum Tor=
wurrf
ſich durchzuſetzen ſucht. Damit hatte Berlin zu Beginn eine
leEchte Ueberlegenheit für ſich.
Schon in der dritten Minute kommt Bartel frei zum Tor und
ſas Spiel ſteht
0:1
ſir Berlin. Noch gellt der Ruf der Berliner Schlachtenbummler
ber den Platz. Schau, ſchau, PSV., als Wolff, des Meiſters

alterprobter Mittelſtürmer, einen Fehler der Darmſtädter Deckung
ausnutzt, und Henß zum zweiten Male ſchlägt.
0:2
Unentmutigt kämpfen die 98er. Offenſichtlich kommen ſie jetzt in
Schwung, ohne allerdings in den nächſten Minuten dem Spiel eine
Wendung geben zu können. Immer ſchneller und härter wird der
Kampf, der bald die Zuſchauer vollkommen in Bann zieht.
Cuchra ſteht im Mittelpunkt der Ereigniſſe.
Eine Bombe von Feick ſauſt knapp am Pfoſten vorbei. Cuchra
freut ſich, denn er weiß, den Ball hätte er nicht gehalten. Einen
Prachtſchuß von Fiedler holt Cuchra im letzten Moment bravourös
aus der Ecke. Ebenſo einen ungemein wuchtigen Schuß von Fuchs.
Sollte Cuchra wirklich nicht zu ſchlagen ſein?
Die Berliner Halbſtürmer ſchaffen unheimlich. Hauptſächlich
Witte, der in der 10. Minute im Alleingang die Darmſtädter
Deckung überliſtet und zum Stand von
0:3 für Berlin
einwirft.
Sollte es eine Kataſtrophe für die Darmſtädter werden?
Die 98er geben nichts verloren. Im Gegenteil, beſſer klappt
es in der Abwehr und im Zuſpiel des Sturmes. Man fühlt, es
kann nicht ſchief gehen. Die Berliner Abwehr ſpielt immer härter
und robuſter. Adebar und Gerloff kämpfen mit kaum glaublichem
Einſatz ihres Körpers. Es gibt Strafwurf auf Strafwurf für
Darmſtadt, und in der 11. Minute fällt dann der erſte Treffer für
Darmſtadt. Ehe die Berliner Deckung ſich zur Abwehr des Straf=
wurfes
zuſammengeballt hat, ſchießt Feick wuchtig ein.
1:3
Die Darmſtädter Schlachtenbummler toben und erhalten ſchon
wieder das Wort, als 2 Minuten ſpäter ein Strafwurf von Feick
das Spiel auf
2:3
ſtellt.
Schon eine halbe Minute ſpäter fällt der Ausgleich, wie=
der
durch Strafwurf von Feick, da Cuchras Robinſonade nichts
nütztv
Die Berliner merken, um was es geht. Noch verbiſſener
wird der Kampf. Pabſt hat ſeine liebe Not mit Bartel, wird oft
reichlich maſſiv und dafür verwarnt. Die 98er haben noch einmal
Glück, als Hinze freiſtehend weit daneben wirft. Dann iſt es um=
gekehrt
bei Berlin, als ſowohl Freund als auch Fuchs an die Latte
werfen.
Als nun Delp vollends in Schwung kommt und immer wie=
der
ſeinen Sturm nach vorne wirft. Rothenburger und Förſter
ganze Arbeit ſchaffen, gewinnen die Blauen an Boden, ſo daß der
Reſt der erſten Spielzeit ganz im Zeichen der Darmſtädter ſteht.
Es müſſen weitere Tore fallen. Freund gibt eine 50 Meter= Vor=
lage
, die Fiedler in vollem Lauf aufnimmt, und Cuchra iſt gegen
ſeinen Wurf machtlos.
4:3
für Darmſtadt. Obgleich Berlin im Anſchluß an einen Strafwurf
wieder Gleichſtand erzielt, reichen die letzten 4 Minuten
der erſten Halbzeit aus, um Darmſtadt mit zwei Toren in Füh=
rung
zu ſehen.
In der 26. Minute wird Werner im letzten Moment vor
dem Tor unfair geworfen, Feick verwandelt den Strafwurf.
5:4.
Die Blauen ſind kaum mehr zu halten; unter der Anfeuerung
des Publikums gehen ſie immer wieder zum Angriff vor. Mit
höchſt zuläſſiger Härte wehrt die Berliner Verteidigung. In der
29. Minute verwandelt Feick einen Strafwurf zum
Halbzeitſtand von 6:4 für Darmſtadt
ein imponierendes Reſultat.
Man hat in der Pauſe nur wenig Gelegenheit, rückſchauende
Betrachtungen anzuſtellen. Wir ſind reſtlos zufrieden mit den
Leiſtungen der 98er und ſtellen mit Genugtuung feſt, daß das
Publikum uns jetzt allgemein den Sieg wünſcht und zutraut.
Die erſten Regentropfen fallen,
als der ſehr korrekte und ſichere Schiedsrichter Marienhagen
zum Wiederbeginn anpfeift. Berlins Anwurf wird gut verwertet,
aber die Latte verhindert ein. Henß, der vorher ſchon gute
Leiſtungen gezeigt hat, hält hintereinander drei ſchwere Bälle.
Die 98er machen ſich wieder frei und in der 33. Minute ſteht nach
glänzender Kombination durch Feick das Reſultat auf.
7:4.
In der 6. Minute nach Wiederanpfiff tritt eine
böſe Wendung für die Darmſtädter
ein. Pabſt hat wiederholt Bartel zu hart von rückwärts ange=

griffen, ſo daß er als Folge der früheren Verwarnungen Platz=
verweis
erhält. Fiedler geht in die Läuferreihe zurück. Eine
Schwächung und vorübergehende Depreſſion der Mannſchaft laſſen
ſich nicht vermeiden. Berlin ſtürmt jetzt taktiſch richtig mit ſechs
Leuten und hat damit mehr vom Spiel.
Witte und Barthel verringern den Darmſtädter Vorſprung
auf
7:6.
Dann reißen ſich die 98er zuſammen. Freund hat zweimal mit
ſeinen Schüſſen ſtarkes Pech, ſo daß Cuchra gerade noch mit Mühe
retten kann. Wieder verhielt ein Strafwurf Feicks Darmſtadt zu
einem Treffer, und in der 45. Minute ſteht die Partie
8:6.
Der Regen iſt ſtärker und ſtärker geworden; darunter leiden
die Leiſtungen auf beiden Seiten beträchtlich. In der 46. Minute
hat Wolff mit ſchönem Alleingang einen weiteren, Treffer für
Berlin erzielt. Bei dieſem Stande von
8:7
für Darmſtadt bricht das Gewitter los, das den Spielabbruch un=
vermeidlich
macht.
Immerhin war der Spielausgang vollkommen ungewiß.
Nach unſerer Meinung hätte das Spiel ſogar für die 98er ſchief
ausgehen können, denn die numeriſche Unterlegenheit hätte ſich
gerade im Endſpurt auswirken können. So war daher keine Par=
tei
benachteiligt, als zehn Minuten vor Schluß der Kampf abge=
brochen
wurde.
Für die Darmſtädter Zuſchauer war es eine Genugtuung, zu
ſehen, wie SV. 98 ſich ſo glänzend gegen den achtfachen Deutſchen
Meiſter gehalten hat. Und es war imponierend, wie das Publi=
kum
der Spielweiſe der Süddeutſchen uneingeſchränkten Beifall
zuerkannte. Dem Berliner Meiſter wurde gezeigt, daß wir aus
der Provinz auch auf neutralem Boden einen gleichwertigen Geg=
ner
abgeben können.
In der 98er Elf gab heute jeder ſein Beſtes, und den einen
beſonders hervorzuheben, wäre eine ungerechte Benachteiligung
der anderen.
Vorausſichtlich wird das notwendig gewordene Wiederholungs=
ſpiel
in 14 Tagen in Hagen i. W. oder Barmen zum Austrag
kommen. Der Termin iſt jedoch noch nicht endgültig feſtgelegt.
Im Wiederholungsſpiel wird Pabſt wieder mit von der Partie
ſein. Da er nicht tätlich oder roh geſpielt hatte, hat der bei dem
Spiel anweſende Spielausſchuß der DS.B. ihm als Strafe eine
ſtrenge Rüge erteilt.
Die Mannſchaft trifft am Montag vormittag gegen 9 Uhr in
Darmſtadt ein.
Die Ligareſerven waren Gaſt des TV. Groß=umſtadts
und konnten nach ſchönem Endſpurt 6:5 (4:5) als Sieger zurück=
kehren
.
Aehnlich wie in der Fußballmeiſterſchaft der D.F.B. gegen
den Süden eine ſtarke Antipathie bewies, ſo ſcheint auch die
D.S.B. der Mainlinie abhold. Es wäre ſicherlich auch finan=
ziell
für den Verband ein Erfolg geweſen, das zweite Endſpiel
nach dem Südweſten zu legen. Auch hier ſind ja Zehntauſende
von Zuſchauern zu großen Spielen ſtets gekommen, würden auch
zum Endſpiel der Handball=Meiſterſchaft kommen. Nachdem Ber=
lin
einmal ſpielfrei war und geſtern nur zwei Stunden D=Zug
zu fahren brauchte, iſt dieſes Verlangen nicht unberechtigt. Ob
Barmen oder Hagen der Schauplatz des Endkampfes und der 14.
Juni das Datum des Ringens ſein wird, wird erſt im Laufe der
Woche herauskommen.
Die zweite Handball=Ueberraſchung
iſt die Niederlage der Darmſtädter Polizei gegen ihre Kameraden
aus Frankfurt im Vorrundenſpiel um die Polizei=Meiſterſchaft.
Nach den letzten Ergebniſſen unſerer zweiten heimiſchen Klaſſe=
Mannſchaft hätte niemand mit einer ſolchen Niederlage gerechnet.
Dabei iſt der Sieg der Gäſte aber völlig verdient geweſen. Wir
hoffen, daß die geſtrige Form der Polizei nur eine vorübergehende
Schwäche war, die alsbald durch neue Erfolge ausgeglichen wer=
den
möge.
Pollzei Darmſtadt - Polizei Frankfurk 4:7 (2:4).
Im geſtrigen erſten Spiel um die Deutſche Polizei=
meiſterſchaft
mußte ſich die Darmſtädter Polizeielf ſchon eine
Niederlage gefallen laſſen. Der Fehler lag wohl mehr an der
Hintermannſchaft, die ſich nicht recht zuſammenfand. In der
Verteidigung ſpielte Link als Erſatz für Walter. Der Sturm war

[ ][  ][ ]

Seite 6

Montag, den 1. Juni 1931

Nummer 150

ſehr gut, konnte ſich aber bei der harten Frankfurter Verteidigung
nicht durchſetzen. Die Gäſte gewannen verdient. Ihre Ueber=
legenheit
trat deutlich zutage. Das ſchnelle und flache Kombi=
nationsſpiel
der Frankfurter fand ſtarken Beifall beim Publikum.
Ganz ausgezeichnet war der Torhüter. Meiſterhaft verteidigte er
ſein Heiligtum und machte eine Menge Angriffe der Darmſtädter
zunichte. Der Sturm der Gäſte war Klaſſe für ſich. Seine Kom=
binationen
und ſeine Balltechnik waren hervorragend.
Die zweite Mannſchaft konnte gegen Turngeſellſchaft 1875 mit
4:2 Toren verdient gewinnen. Das Spiel der Damen fiel aus,
da Olympia Worms nicht erſchien.
Handball=Ergebniſſe.
Endſpiele zur D.S.B.=Meiſterſchaft in Magdeburg:
Männer: Pol.SV. Berlin SV. 98 Darmſtadt 7:8 (4:6) abg.
Frauen: SC. Charlottenburg Viktoria Hamburg 3:1 (1:0).
Vorſchlußrunde zur D. T.=Meiſterſchaft:
Männer: In Mannheim: V. Turnerſchaft Oggersheim TV.
Krefeld=Oppum 3:4 (2:2). In Berlin: Turngem. in Berlin
TV. 1860 Fürth 9:7 (5:5).
Frauen: In Frankfurt: Stadt=SV. Frankfurt Hamburger
Tbd. 6:2 (2:0). In Aue (Sa.): TV. Jahn Aue TV. Vor=
wräts
Breslau 2:4 (1:3).
Geſellſchaftsſpiele:
FSV. Frankf. TSG. 1885 Fechenheim 3:3. VfR. Schwan=
heim
Turngem. Nied 3:2. Haſſia Bingen Eintracht Frank=
furt
7:8. Turnerbund Ulm SSV. Ulm 7:1.
Aufſtiegsſpiele:
TSG. Höchſt 01 TSV. Braunshardt 8:6. Kickers Offen=
bach
TG. Dietzenbach 4:1. SC. Arheilgen VfL. Sachſen=
hauſen
5:3.
SCC. zum vierten Male deutſcher Damenmeiſter.
Sportclub Charlottenburg Viktoria Hamburg 3:1 (1:0).
Der Kampf der Damen zwiſchen dem Hamburger Titelver=
teidiger
und dem dreimaligen Altmeiſter aus Berlin war im
Großen und Ganzen ausgeglichen. Nur im Zuſammenſpiel und
in der Ballbehandlung hatte der SCC. ein klares Plus. Im
Felde waren ſich die beiden Mannſchaften ziemlich gleichwertig
und Hamburg hatte ungefähr die gleichen Torchancen wie die
Berlinerinnen. Dieſe gingen aber in der Mitte der erſten
Halbzeit durch Frl. Kluſenwerth 1:0 in Führung und be=
hielten
dieſe bis zur Pauſe bei. Nach dem Wechſel kam Ham=
burg
durch Frl. Nelling zum Ausgleich und die Frage nach
dem Sieger blieb längere Zeit offen. Frl. Völker brachte
aber dann die Berlinerinnen wieder in Führung, und kurz vor
Schluß fiel durch die gleiche Spielerin der ſiegbringende Treffer.
Schiedsrichter Illgner=Leipzig amtierte einwandfrei.
Rok-Weiß Darmſtadt S.B. Wiesbaden 5:6.
Rot=Weiß war geſtern Gaſt des SV. Wiesbaden und mußte
ſich eine unverdiente 5:6 Niederlage gefallen laſſen. Sie iſt vor
allem auf das ſchlechte Zuſammenſpiel des Sturmes und das
Fehlen von Treſſer und Merz zurückzuführen. Außerdem konnte
der Schiedsrichter keiner Partei gefallen und wußte ſich erſt am
Schluß, nachdem er einen Spieler Wiesbadens vom Platz ge=
ſtellt
hatte, Autorität zu verſchaffen.
Wiesbaden ſelbſt hatte eine körperlich ſtarke Elf zur Stelle,
in welcher beſonders der Rechtsaußen, Gauge, hervorragte. Er
brachte es fertig, alle Strafwürfe (ſechs) zu verwandeln und
ſomit den Sieg zu erringen.
Rot=Weiß krankte an ſeinem alten Fehler. Und es ſollte ihn
endlich ablegen, wenn nicht ähnliche Lehren, wie gegen Wies=
baden
, öfter gezogen werden ſollen.
SVgg. 04 Arheilgen V. f. B. Sachſenhauſen 5:3 (2:1).
Nach einem aufregenden temperamentvollen Kampf konnte
Arheilgen ſein letztes Aufſtiegsſpiel am Arheilger Mühlchen für
ſich entſcheiden.
Das Spiel wurde hart durchgeführt, überſchritt aber nur
einmal die Grenzen des Erlaubten, als ein Sachſenhäuſer Spie=
ler
einem ſeiner Gegner den Ball mit Abſicht ins Geſicht ſchleu=
derte
. Der Schiedsrichter Morgenſtern=Wiesbaden, der übrigens
ſehr gut und großzügig leitete, ahnte dies Vergehen mit Platz=
verweis
. Die Gäſte brachten eine körperlich ſtabile Mann=
ſchaft
, bei denen der Halbrechte und der Halblinke die beſten
Leute waren. Arheilgen mußte auf den verletzten Ruf ver=
zichten
, allen Spielern gebührt für ihr aufopferndes Spiel ein
Geſamtlob.
Schon bald nach Beginn liegt Arheilgen mit zwei Toren im
Vorſprung, dem bis zur Pauſe die Gäſte nur ein Tor entgegen=
ſetzen
können. Nach dem Wechſel legt Arheilgen ein weiteres
Tor vor. Sachſenhauſen geht jetzt mächtig aus ſich heraus, und
überraſchend ſchnell ſchaffen die Gäſte den Ausgleich, ein Tor
reſultierte aus einem wunderbar geworfenen Strafwurf. End=
lich
zieht Arheilgen ſeine Stürmerreihe etwas auseinander, zwei
ſchön vorgetragene Angriffe von links, und ſchon ſitzt der Ball
in den Kaſten. Dem 5. Treffer ſetzen die Gäſte nichts mehr
entgegen.
Damit hat Arheilgen ſeine Aufſtiegſpiele beendet und ſich
mit ſeiner jungen Mannſchaft gut geſchlagen. Alles weitere
muß man abwarten. Jugend Rot=Weiß Darmſtadt 8:4.
Hanoban in der 9.a.
Wolfskehlen Arheilgen 2:8 (0:8), Zweite 1:3, Schüler
Griesheim 1:2. Beſſungen Bickenbach 5:4 (3:2), Zweite 0:9,
Seeheim Griesheim 4:9 (2:3). Lorſch Wies=Oppenheim
0:4 (0:3), Zweite 0:2. Crumſtadt Olympia Biebesheim 5:5
(3:3), Jugend Erfelden 8:4. Arheilgen 2. Urberach 4:3
(2:1). Auerbach Bürſtadt komb. 7:4 (4:1), Zweite 6:0.
Schwanheim Biebesheim 4:4 (3:1). Groß Rohrheim
Nodan 1:0.
Wenn man von Bickenbach abſieht, ſo hat die Kreisklaſſe
zwei hohe Siege erfochten. Ganz beſonders intereſſiert das
Wolfskehler Ergebnis. Arheilgen kämpfte zuerſt mit dem Winde,
der die Torſchüſſe ſtark unterſtützte. So fielen 8 Tore. Wolfs=
kehlen
kam wohl verſchiedentlich durch, hatte aber Schußpech.
Es wurde auch nicht beſſer, als nach der Pauſe der Wind mit=
half
. Von manchen guten Chancen wurden nur zwei verwertet.
Sehr ſchwach war der Schiedsrichter Müller von der Tg. Darm=
ſtadt
. Die Vernunft beider Parteien trug daher viel dazu
bei, daß man ſich ohne Reiberei trennte. Seeheim bot faſt
gleichwertige Leiſtungen gegen Griesheim. Doch hatte die Platz=
elf
kurz nach der Pauſe einen ſchwachen Moment, wobei Gries=
heim
4 Tore erzielte und ſo zu dem hohen Ergebnis kam. Gute
Stürmerleiſtungen beiderſeits brachten die Tore oft in Gefahr.
Nur die ſichere Abwehr der Hüter verhinderte noch mehr Tref=
fer
. Lorſch ſchoß reichlich viel daneben, wogegen die Gäſte
ſicherer waren und unverdient hoch gewannen. Crumſtadts Be=
gegung
mit Biebesheim (D. S. B.) brachte ziemlich Zuſchauer,
nuch aus dem Gäſtelager, welches unliebſam mit ſeiner Regel=
kenntnis
prahlte. Der etwas kurze Platz verlegte das Spiel
meiſtens in die Strafräume. Die Hüter hatten viel Arbeit.
Biebesheim war durch ſeinen großen Mittelläufer etwas im
Vorteil. Faſt mit dem Schlußpfiff fiel der Ausgleich durch
die Gäſte zum 5:5 und es entſpricht das Ergebnis dem Spiel=
berlauf
.

Vorſchlußrunde der 2.T.=Handballer.
Tv. Krefeld=Oppum und Tgde. Berlin ſind die Endſpielgegner.
Die Deutſcher Turnerſchaft führte am Sonntag die Vorſchluß=
runde
zu ihrer deutſchen Handballmeiſterſchaft durch. Bei den
Turnern qualifizierten ſich der weſtdeutſche Meiſter Tv. Krefeld=
Oppum und der norddeutſche Meiſter Tgde, in Berlin" für das
Finale. Krefeld=Oppum ſiegte in Mannheim über den ſüdweſt=
deutſchen
Meiſter Vereinigte Turnerſchaft Oggersheim mit 4:3
(2:2) Toren, während die Berliner den ſüddeutſchen Meiſter
Tv. Fürth 1860 mit 9:7 (5:5) aus dem Rennen warfen.
Bei den Turnerinnen ſetzte ſich der vorjährige deutſche
Meiſter Vorwärts Breslau durch einen Sieg mit 4:2 (3:1) über
Jahn Aue wieder bis zum Endſpiel durch. Sein dortiger Gegner
iſt der Stadtſportverein Frankfurt, der den Hamburger Turner=
bund
zu Hauſe mit 6:2 (2:0) beſiegte. Damit ſteht ſeit 1926 erſt=
mals
wieder eine Frankfurter Damenmannſchaft im Endkampf
um die deutſche Handballmeiſterſchaft.
Tgm. Beſſungen Tv. Bickenbach 5:4 (4:2).
Zwei alte Bekannte ſtanden ſich auf der Rennbahn im
Freundſchaftsſpiel gegenüber. Was ſelbſt die ſtärkſten Optimiſten
nicht gehoft hatten, iſt eingetroffen; Beſſungen ſchlug die Gäſte
knapp aber verdient. Einige Minuten wogt der Kampf auf
und ab, bis es ſchließlich in der 6. Minute Holletſchek auf gute
Vorlage von Kaltenbach gelingt, das Führungstor zu erzielen.
Kurz darauf erzielt Hennemann im Alleingang den Ausgleich.
Alsbald ſtellt Holletſchek die alte Tordifferenz wieder her. Die
beſtgemeinten Angriffe der Gäſte ſcheitern an der aufmerkſamen
Deckung der einheimiſchen Hintermannſchaft. In der 22. Mi=
nute
verbeſſert Delp in prächtigem Alleingang das Reſultat auf
3:1. Nun bringen die Gäſte eine Note in das Spiel, die keines=
falls
am Platze war. Zahlreiche Verwarnungen und Straf=
würfe
nahmen dem Spiel viel von ſeinem Reiz. Kurz vor der
Pauſe kann Geher einen Strafwurf verwandeln und Bicken=
bach
einmal erfolgreich ſein. In der 2. Spielhälfte ſah man
nur wenig ſchöne Momente. Die Gäſte ſpielten nun mit dem
Einſatz ihrer ganzen Körperkraft, und der Schiedsrichter, Turner
Sünner=Nauheim, hätte unbedingt ſtrenger durchgreifen müſſen.
So kam Bickenbach zum Ausgleich. Doch Adam erzielte mit
unheimlichem Schuß 8 Minuten vor Schluß den ſiegbringenden
Treffer.
In der Kritik ſchneiden die Platzbeſitzer beſſer ab. Trotz
des eingeſtellten Erſatzes zeigten ſie ein Spiel, das in allen
Teilen befriedigen konnte. Den einen hervorheben hieße den
andern zurückſetzen. Von den Gäſten hatte man mehr er=
wartet
. Vor allen Dingen muß man auch eine Niederlage mit
Ruhe entgegen nehmen können.
Die 2. Maunſchaften trennten ſich wie vorauszuſehen war,
9:0 für Bickenbach.
Freie Tgde. Darmſtadt Mainz 16:3 (8:1).

10. Bergkurnfeſt Main=Rodgau A. 9.J.
auf dem Frankenſtein.
Das 10. Bergturnfeſt des Main=Rod=Gaues im A.D.T., das
geſtern auf dem in der Nähe der Burg Frankenſtein gelegenen
Turngelände ſtattfand, nahm einen guten und glatten Verlauf.
Zu den Wettkämpfen hatten ſich trotz der Ungunſt der Witterung
220 Turner aus dem Gaugebiet eingefunden. Sie wurden mit
Muſik auf den Berg geleitet, wo ſie bei Ankunft durch den Gau=
Ehrenvorſitzenden Stiedenroth namens des Gaues und im
Namen der Turngeſellſchaft Eberſtadt, die das Feſt vorbereitet
hatte, von deren Vorſitzenden Weizenmüller in herzlichen
Anſprachen begrüßt wurden. Mehrere hundert Zuſchauer wohn=
ten
den Wettkämpfen bei. Geturnt wurde im Vierkampf in acht
Klaſſen. Die Leitung lag in den Händen des Gauturnwarts
Feutner =Mörfelden. Um 2 Uhr mittags wurden die Ergeb=
niſſe
der Kämpfe auf dem Burghofe des Frankenſteins verkündigt
und die Sieger in der herkömmlichen Weiſe mit dem Eichenkranz
geſchmückt. Darauf zogen die Turner nach Eberſtadt, wo ſich im
Bergſträßer Hof eine gemütliche Nachfeier mit Tanz anſchloß.
Der anläßlich des 10. Bergturnfeſtes geſtiftete Wander=
preis
um den Frankenſtein=Schild wurde dem Turnverein
1880 e. V. Mörfelden zuerkannt. Er gewann ihn mit 559 P.
vor Rüſſelsheim (546 P.). Nachſtehend die erſten Sieger;
Turner:
Altersſtufe (über 35 Jahre): Karl Reuter=Mörfelden (77 P.),
Adam Aſtheimer=Rüſſelsheim (67 P.), Auguſt Thomas= Fauer=
bach
(63 P.), Ludwig Wenchel=Meſſel (61 P.), Adam Vollhardt=
Dornheim (60 P.).
Sonderſtufe (3032 J.): Heinrich Gerbig=Mörfelden (67 P.),
P. Scharſchmidt=Eberſtadt (64 P.), Heinrich Ruppenthal=Hauſen
(64 P.), Adolf Steeg=Hauſen (63 P.), Johann Müller= Dorn=
heim
(54 P.), Georg Diehl=Mörfelden (54 P.).
Oberſtufe: Jakob Steuerwald=Rüſſelsheim (71 P.), Adam
Steuerwald=Rüſſelsheim (69 P.), Ludwig Rohn=Kelſterbach (69
P.), Ludwig Hardt=Kelſterbach (68 P.), Fritz Schreiber= Mör=
felden
(68 P.), Willi Dietz=Wixhauſen (67 P.), Heinrich Klein=
Kelſterbach (67 P.), Fritz Laun=Kelſterbach (67 P.), K. Schroth=
Langen (64 Punkte).
Unterſtufe: Otto Schardt=Hauſen (67 P.), Georg Kleinböhl=
Dornheim (66 P.). Hans Schmidt=Raunheim (63 P.), Georg
Blöſer=Königſtädten (62 P.), Fritz Heyd=Braunshardt (59 P.).
Turnerinnen:
Oberſtufe: Käthe Göbel=Kelſterbach (64 P.), Bertha Reiber=
Rüſſelsheim (58 P.), Marie Kaufmann=Eberſtadt (55 P.), Elſe
Meyer=Dreieichenhain (49 P.), Lina Meyer=Dreieichenhain (46).
Unterſtufe: Marie Chriſtian=Kelſterbach (66 P.), Rickchen
Jung=Rüſſelsheim (63 P.), Lisbeth Krumb=Kelſterbach (62 P.),
Käthi Mauer=Raunheim (61 P.), Marie Laun=Kelſterbach (60
P.). Elſe Heckel=Kelſterbach (60 P.).

Die Abkühlung durch den am Morgen niedergegangenen
Regen, tat den Sportlern wohl. Leider ſetzte ſchon nach einer
Viertelſtunde Spieldauer leichter Regenſchauer ein. Beide Mann=
ſchaften
befleißigten ſich einer fairen Spielweiſe. Das Spiel ſtand
ganz auf ſeiten Darmſtadts. Hervorzuheben wäre noch, daß der
Gaſt bis Schluß offen ſpielte und noch in der letzten Minute das
Reſultat verbeſſerte. Auch bei den zweiten Mannſchaften gewann
Darmſtadt überzeugend mit 8:3 (5:0).
Leichkathletik.
Sportverein 1898 Sieger im Stadion=Paarlaufen.

Jugend:
Oberſtufe: Heinrich Buß=Fauerbach (67 P.), Hans Schäfer=
Mörfelden (65 P.), Karl Reiß=Wixhauſen (65 P.), Karl Hum=
mel
=Rüſſelsheim (64 P.), Heinrich Fiſcher=Fauerbach (63 P.),
Fritz Kern=Eberſtadt (63 P.), Otto Auerhammer=Mörfelden (62).
Unterſtufe: Karl Laun=Kelſterbach (74 P.), Peter Knodt=
Mörfelden (69 P.), Georg Sommer=Fauerbach (67 P.), Willi
Hugiſch=Kelſterbach (65 P.), Heinrich Knieß=Dreieichenhain (64
P.), Georg Heinrich Schaffner=Dornheim (64 P.).
Tennis.
Tgde. 46 T. C. Kreuznach 2:7.

Samstag abend führten jugendliche und aktive Leichtathleten
des Sportvereins vor etwa 100 Zuſchauern eine Stunde Leicht=
aihletik
vor. Ein gleichzeitig ſtattfindendes Fußballſpiel be=
dingte
eine Umſtellung des vorgeſehenen Programms, ſo daß
ſofert zu Beginn der Veranſtaltung das Halbſtunde=Paarlaufen
geſtartet wurde. Drei Paare ſiellten ſich dem Starter: die Frank=
furter
Hetzel=Kaufmann (FSV.), Barwick=Eſcher (ehem. Beth=
mann
=Schüler) und Gellweiler=Lindner (98). Der Verlauf dieſes
9kenzens über eige halbe Stunde war ſtets überſichtlich und
recht intereſſant, und brachte vor allem klar zum Ausdru:k, daß
gerade ein ſolceer Paarlauf auf Schnelligkeit und Ausdauer
geht, daß er aiſe insbeſondere von Mittel= und Langſtrecklern
nicht, wie bisher, ſo ſehr ſtiefmütterlich behandelt werden ſollte.
Unſere Darmſtädter Vertreter Gellweiler und Lindner
zeigten dabei erfreulich viel Kampfgeiſt, dem zuerſt die Beth=
mann
=Schüler zum Opfer fielen, während Kaufmann=Hetzel
länger zäheren Widerſtand leiſteten. Doch ſchließlich mußten
auch ſie ſich geſchlagen bekennen, nachdem ſie noch, ebenſo wie
die Sportvereinler, das andere Frankfurter Paar ebenfalls ein=
mal
überrundet hatten. In dieſer Halben Stunde haben Gell=
weiler
=Lindner vom SV. 98 Darmſtadt insgeſamt 10070 Meter
durchlaufen, Kaufmann=Hetzel vom FSV. Frankfurt 9832 Meter
und Barwick=Eſcher 9456 Meter. Am Start zu dem 1500
Meter Jugend B (1915/16) waren anſchließend an den
Hauptlauf nur Jung=Leichtathleten des Sportvereins 98, die den
Lauf erſt in den beiden letzten Runden ernſter nahmen, ſo
daß die Zeiten erklärlich ſind. Die Reihenfolge des Einlaufes
war: Jsrael (5,44 Min.), Front (5,50), Lehn (5,51), Abt (5,53),
Knöß (5,59), Vögler (6,09). Recht anſprechend waren zum Ab=
ſchluß
die 300 Meter der 4=Jugend (1913/14), wurden
ſie doch von Anfang an auf Tempo gelaufen, wodurch ſtändige
Aenderungen in der Führung entſtanden. Hier lag in den erſten
Nunden noch A. Geſſer (Rot=Weiß) gut im Rennen, mit Geb=
hardt
und Barwick (Frankfurt), dann kamen aber Dörſam 2.,
Rieger und Doerr immer mehr auf und nach ſchönem Endkampf
in der letzten Runde ſiegte ſchließlich Dörſam 2. (SV. 98) in
10,20/o Min. vor Barwick=Frankfurt (10,21 Min.), Rieger
(10,21:/,o Min.), Doerr (10,30), Gebhardt (10,31), Born (10,50)
alle SV. 98 und A. Geſſer=Rot=Weiß Darmſtadt (10,51 Min.).
Süddeutſche Meiſterſchaften der Kegler in Frankfurk.
Dolle=Frankfurt Süddeutſcher Einzelmeiſter auf der J=Bahn.
Am Sonntag früh wurden im Frankfurter Kegler=Sporthaus
an der Wingertſtraße durch den Gauvorſitzenden Phil. Hart=
mann
=Frankfurt und den Gauſportwart Renom=Mainz die
Meiſterſchaftskämpfe, die vom 31. Mai bis 6. Juni dauern, er=
öffnet
. Die Einzelmeiſterſchaft auf der J=Bahn iſt bereits ent=
ſchieden
. Hier wurde Paul Dolle=Frankfurt a. M. nach ſehr
ſcharfem Kampfe Meiſter vor Wörner=Saarbrücken mit einer
Differenz von nur 10 Punkten. Dritter wurde Wirges= Kelſter=
bach
vor Andres=Mainz. Auf Aſphalt führt Maus=Bad
Homburg, vor Moos=Rheingau. Auf Scheere gelang es
Schwarz=Ffm.=Griesheim die Spitze zu erobern vor
Neumann=Bad Homburg. Bei der Senioren= Meiſter=
ſchaft
auf Aſphalt iſt bis zur Stunde Schenkelber=
ger
=Saarbrücken der beſte. Die Verbands= Gau=
meiſterſchaft
auf Aſphalt weiſt als Spitzenführer Rie=
derwald
=Ffm. auf vor Kelſterbach, während auf Scheere=
Ffm.=Griesheim Bad Homburg überflügelte. Dem Club
G‟=Saarbrücken war es möglich, mit einem kleinen Vorſprung
ſich vor Union Bad Homburg zu ſetzen. Der Städtekampf
um den Preis vom Rhein eine Stiftung der Stadt Wies=
baden
, ſieht Ffm.=Schwanheim in Front vor Ffm.=Höchſt.
Beſter bei den allgemeinen Clubkämpfen auf
Aſphalt iſt bis jetzt F. G.=Frankfurt. Sehr ſchwer ſind die
Bedingungen für die Sportabzeichen=Bewerber. Von
den bis jetzt geſtarteten 10 erfüllte nur einer, nämlich Fritz
Wagener jun., Frankfurt a. M., die Bedingungen.

Beim Nurmi=Sportfeſt in München gewann Paovo Nurmi
die 5000 Meter in 15,15 Min. leicht, gegen ſeinen Landsmann
Jſoholo und dem Stuttgarter Helber: 1.

Am Sonntag nachmittag fanden hinter dem Woog die Meden=
piele
um die Bezirksmeiſterſchaft des Deutſchen Tennis=Bundes in
der 3. Runde ſtatt. Hierfür hatten ſich in den Vorſpielen Tennis=
klub
Kreuznach und die Tennisabteilung der Turngemeinde von
1846 qualifiziert. Wie vorauszuſehen, konnten die Darmſtädter
Spieler gegen die ſehr ſtarke Mannſchaft Kreuznachs nicht auf=
kommen
, ſondern verloren im Geſamtergebnis mit 2:7 Punkten
und ſcheiden damit aus der ferneren Konkurrenz aus. Die beiden
Darmſtädter Siege wurden im Einzelſpiel errungen. Den ſpan=
nendſten
Kampf lieferten ſich Schildt 1 (D.) und Mack (K.). Nach=
dem
Schildt den 1. Satz 6:3 für ſich buchen konnte, ſchien der
2. Satz ſehr gefährdet, denn das Spiel ſtand ſchon 5:1 für M., als
Schildt ſeine Form fand und mit 6 hintereinander gewonnenen
Spielen den 2. Satz mit 7:5 landete. Werner Kabel fertigte in
überlegener Weiſe Threß=Kreuznach mit 6:4, 6:2 ab. Die Unter=
legenen
hielten ſich tapfer und machten ihren Gegnern den Sieg
keineswegs leicht. Ueberraſchend wirkte, daß Kabel/Schwarz (D.),
nachdem ſie die 1. Runde mit 6:0 gegen Hillesheim/Threß (K.)
überlegen gewonnen hatten, den 2. und 3. Satz mit 6:2 und 6:4
verloren. Die Ergebniſſe: Schildt 1 (D.) Mack (K.) 6:3, 7:5,
Becker (K.) Opp (D.) 7:5, 6:2, Kabel (D.) Threß (K.) 6:4,
6:2, Dr. Wolff (K.) Schwarz (D.) 6:3, 6:3, Hillesheim (K.)
Bert (D.) 6:4, 4:6, 6:3, Schneider (K.) Ruppert (D.) 6:0, 6:3.
Doppel: Hillesheim/Threß (K.) Kabel/Schwarz (D.) 0:6, 6:2,
6:4, Schneider/Becker (K.) Ruppert/Opp (D.) 6:4, 6:4, Mackl
Dr. Wolff (K.) Schildt 1/Bert (D.) 6:1, 6:1.
T.E. C. Darmſtadt T. C. Heimgarten Frankfurt 8:1.
Mit einem glatten 8:1 Sieg erreichten die Darmſtädter die
Vorſchlußrunde. Ihr nächſter Gegner um den Eintritt in die
Schlußrunde um die Bezirksmeiſterſchaft wird vorausſichtlich der
Tennis= und Hockeyklub Wiesbaden, der Verein des deutſchen
Altmeiſters Froitzheim, ſein; jedoch muß Wiesbaden erſt noch
gegen SC. 1880 Frankfurt und Rotweiß Kaſſel gewinnen.
Beim geſtrigen Spiel erſetzten die Darmſtädter Claß, Klein=
logel
und Steffan. Von den 9 Wettkämpfen ging lediglich das
Spitzeneinzel verloren, in dem Scheidt=Frankfurt den indisponier=
ten
Endreß 6:3, 6:4 ſchlug. Alle übrigen Spiele fielen an Darm=
ſtadt
. Die Ergebniſſe: Herreneinzel: Endriß Scheidt
3:6, 4:6: Werner Vogel 1. 6:4, 6:1: Sennewald Weber 6:1,
6:1; Dr. Ivers Vogel 2. 6:3, 6:2; Müller Zurr 6:3, 6:2;
Krämer Gehe 6:0, 6:1; Herrendoppel: Werner= Senne=
wald
Scheidt=Vogel 1. 9:7, 6:2: Endriß=Müller Weber=
Vogel 2. 6:1, 6:2: Dr. Jvers=Bowden Zurr=Gehe 6:3, 6:2.
Das Wettſpiel gegen TC. Hanau mußte wegen Abſage der
Hanauer in letzter Minute ausfallen.
Cilly Außem hat dem deutſchen Tennis einen glänzen=
den
Erfolg beſchert, die Rheinländerin gewann in Paris das
Endſpiel im Damen=Einzel der franzöſiſchen Tennismeiſterſchaf=
ten
gegen die Engländerin Betty Nuthall mit 8:6, 6:1.
Kraftſpork.
Polizei Darmſtadt IKleinoſtheim 8: 10.
Polizei Darmſtadt II Nieder=Ramſtadt 6: 15.
Am Samstag und Sonntag haben die beiden Polizeimann=
ſchaften
gegen vorſtehende Vereine Freundſchaftskämpfe abſol=
viert
, die beide für die Polizei verloren gingen, da in die erſte
wie in die zweite Mannſchaft Erſatz eingeſtellt werden mußte.
Kleinoſtheim und Nieder=Ramſtadt ſtellten gut durchtrainierte
Mannſchaften ins Feld, die beide in ſtärkſter Aufſtellung gegen
die Polizei antraten. Allerdings iſt es in der derzeitigen Hitze
eine Qual für die Ringer, Kämpfe auszutragen, die, wenn ſie
20 Minuten über die Matte gehen, nicht mehr als intereſſant an=
geſprochen
werden können. Die Kämpfe:
I. Schnauber (P.)Groh (Kl.=O.) 2:0, Schanz, Gg. Eizen=
höfer
5:0. Schanz, Aug.Rachor, W. 5:2, ErbesRachor, H. 5:5,
MayerEiſert 5:8, LießfeldtRachor, F. 5:10, Siebert Mer=
get
8:10.
II. Perrini (P.)Kreutzer (Nd.=R.) 3:0. Grünig Roden=
häuſer
6:0. Veith-Lautenſchläger 6:3. ErbesBuk 6:6, Lang
Lautenſchläger 6:9, Feldmann-Kaffenberger 6312, Trodt=
Schettler 615.

[ ][  ][ ]

Nummer 150

Montag, den 1. Juni 1931

Seite 7

Hertha=BSC. und München 60 im Fußball=Finale.

München 60 ſchlägk Holſkein 2:0.
Verdienter Sieg der techniſch beſſeren Süddeutſchen.
Das Vorſchlußſpiel um die Deutſche Fußballmeiſterſchaft im
Duisburger Stadion nahm bei trockenem, aber nicht zu warmem
Wetter einen ganz anderen Verlauf, als man erwartet hatte. Vor
nur 12 000 Zuſchauern war in den neunzig Kampfminuten Mün=
cen
60 ſtändig die beſſere Mannſchaft, Holſtein Kiel kam für den
Sieg nie in Frage. Die Norddeutſchen enttäuſchten ſehr, die
Mannſchaft fand ſich nie recht zuſammen. Alle Anſätze zu Kom=
hinationsſpiel
wurden von der ausgezeichneten Läuferreihe des furt FSV. Mainz 05 (Sa.) 4:0. Hanau 94 Hanau 93 (Sa.)
Gegners ſehr ſchnell zerſtört. Dagegen entfalteten die Bayern ihr
ganzes, recht gutes Können.
Vom Spielverlauf.
Während München 1860 vom Beginn an ein ruhiges und gutes
Zuſammenſpiel zeigte, kam Holſtein aus ſeiner Nervoſität nicht
beraus. Die 12 000 Zuſchauer warteten vergebens darauf, daß die
Norddeutſchen kommen würden. Beide Mannſchaften kamen
zwar zu je zwei Ecken, aber München hatte doch im Feldſpiel ein
ſehr ſtarkes Uebergewicht. Eine größere Anzahl von Torchancen
blieb aber ungenützt, teils weil die Stürmer Schußpech hatten,
dann aber auch, weil ſie nicht genügend Durchſchlagskraft be=
ſaſſen
. Außerdem zeigte ſich auch noch Kramer im Holſtein=Tor als
der beſte Mann ſeiner Elf. Zwei Minuten nach dem Wechſel
vehrte ein Kieler Verteidiger im Strafraum einen ſchönen Tor=
ſchuß
mit der Hand ab, der fällige Elfmeter wurde vo Pledl mit
plaziertem Schuß verwandelt. Kiel war nun offenſichtlich de=
primiert
und ließ noch weiter nach. Das Spiel der Norddeutſchen
purde zu einer großen Enttäuſchung. München war klar überlegen
und kam auch in der 28. Minute durch einen 20=Meter=Schuß von 42. STC. Görlitz D8C. Prag 1,56. Niederlauſitz Ober=
Oldenberger zu einem zweiten Treffer. Die Bayern erzielten
dann bis zum Spielſchluß noch drei Ecken, kamen aber zu keinem
Treffer mehr, da Holſtein ſtark verteidigte.
Kritik der Mannſchaften.
Der Unterſchied im Können der beiden Mannſchaften
par ſo groß, daß München 60 mit 4:0 ſtatt 2:0 hätte gewinnen
können und müſſen. Der beſte Mannſchaftsteil der Bayern war
wieder die Läuferreihe, die nicht nur ein wirkungsvolles Zer=
ſtörungs
=, ſondern auch ein nützliches Aufbauſpiel zeigte: Pledl
und Eiberle waren hier die beſten Kräfte. Im Abwehrtrio wirkte
Niemke als Tormann ſehr ruhig, Wendl als Verteidiger fiel
durch ſeine reinen Abſchläge auf. Im Sturm. der zügig zuſammen=
arbeitete
, war Lachner der beſte Mann. Neben ihm wurde der
Linksaußen Thalmeyer beſonders gefährlich.
Bei den Nordeutſchen verſagten die Läuferreihe und der Mit=
telſtürmer
Ludwig vollkommen. Der bei weitem beſte Mann=
ſchaftsteil
waren die beiden Verteidiger und der Tormann Kra=
mer
. Dieſen drei Leuten iſt es in erſter Linie zu verdanken, daß
Holſtein nicht eine ſehr ſchwere Niederlage erlitt.
Wende=Duisburg leitete den im allgemeinen recht fairen
Kampf zufriedenſtellend.
Knapper Herkha-Sieg.
Hamburger S.V. mit 3:2 (2:0, 2:2) nach Verlängerung geſchlagen.
Das Spiel der Vorſchlußrunde um die Deutſche Fußballmeiſter=
ſchaft
zwiſchen Hertha B.S.C. und dem Hamburger S.V., das im
Leipziger Wacker=Stadion vor 35 000 Zuſchauern ausgetragen
wurde, nahm einen wenig verheißenden Anfang. Unter ſtrömen=
dem
Regen betraten beide Mannſchaften den Platz, und dieſer
Regen hielt die ganze erſte Halbzeit an. Spieleriſch wurden die
Zuſchauer, unter denen ſich viele Tauſende Berliner Schlachten=
bummler
befanden, aufs angenehmſte enttäuſcht, dies vor allem
durch die überraſchend gute Leiſtung der Hamburger.
Aus dem Spiel.
Es deuerte eine geraume Zeit, bis ſich die Spieler beider
Mannſchaften mit dem durch den Gewitterregen ſchlüpfrig gewor=
denen
Naſen abfinden konnten. Hertha B.S.C. liegt anfänglich
ſtark im Angriff und kam auch bald zu einer Ecke. Wenige Mi=
nuten
ſpäter iſt es Hamburg, das in Front liegt und ebenfalls
eine Ecke zu verzeichnen hat. Der ganze Kampf iſt vollkommen of=
fen
. Auf beiden Seiten beherrſchen die ſchlagſicheren Verteidigun=
gen
die Situation. In der 10. Minute machte jedoch Blunk im
Hamburger Tor einen Fehler, er karambolierte mit ſeinem Ver=
teidiger
Baier, Lehmann war zur Stelle und ſandte unhalt=
bar
zum 1. Treffer ein. Trotz dieſes Erfolges ließ Hamburg den
Mut nicht ſinken und griff unentwegt an, ohne aber Gelhaar
ſchlagen zu können. In der 23. Minute erhielt nach mehrmaligem
Ballwechſel im norddeutſchen Strafraum Sobek das Leder, Plunke
griff zu ſpät ein, und Sobeks Schuß ſaß in den Maſchen. Bei die=
ſem
2:0=Ergebnis blieb es bis zur Pauſe. Nach Wiederbeginn wurde
der Kampf härter und verbiſſener. Schiedsrichter Fuchs=Leipzig
mußte mit Verwarnungen einſchreiten. Berlin lieferte wiederum
in techniſcher Hinſicht die beſſere Partie, ohne daß es aber zu einem
Erfolg langte. In der 30. Minute unterlief Wilhelm im Berliner
Strafraum ein Hände, Sommer jedoch konnte dieſe große Chance
nicht auswerten und verſchoß den Elfmeter. Berlins Sieg ſchien
ſicher, als unvermutet Hamburg zu einer ganz großen Form auf=
lief
. Immer wieder wurde ſein Angriff nach vorn geworfen, ſelbſt
Baier rückte auf und ſtürmte mit. So brachte auch die 40. Minute
den erſten Gegentreffer. Als dann kurz darauf Sobek bei der
Abwehr vorm Strafraum ein Hände fabrizierte, fiel auch der
Ausgleich. Der von Malmann getretene Strafſtoß kam zu Wollers,
deſſen Schuß Gelhaar paſſeren laſſen mußte. Eine Verlängerung
war notwendig.
Auf beiden Seiten wurde mit den letzten Kräften um den Sieg
gekämpft, blitzſchnell wechſelten die Situationen, faſt abwechſelnd
mußten Blunk und Gelhaar eingreifen. Endlich fiel die Ent=
ſcheidung
. Ein Strafſtoß für Berlin wurde von Müller getreten,
Kirſey war ſchnell am Ball und erzwang den ſiegbringenden drit=
ten
Treffer. Im Triumph trugen die Berlier Schlachtenbummler
die ſiegreiche Mannſchaft vom Platze.
Kritiſch iſt zu dieſem Kampf nur wenig zu bemerken. Hertha
B.S.C. hat dieſen knappen Sieg dank ſeiner größeren Reife ver=
dient
. Ausgezeichnet war wiederum Sobek in Form, wie überhaupt
jeder in der Berliner Mannſchaft ſeine Pflicht tat. Hamburgs
Niederlage verſchuldete neben dem unſicheren Torhüter Blunke die
ſchwache Form von Wollers und von Glödel. Ueberhaupt legte
der Hamburger Sturm eine beängſtigende Schußunſicherheit an den
Tag. Fuchs=Leipzig hatte das Spiel ſtets ſicher in Händen.

Fußball=Ergebniſſe.

Vorſchlußrunde zur Deutſchen Meiſtekſchaft.
In Leipzig: Hertha BSC. Berlin Hamburg. SV. 3:2 (2:0, 2:2).
In Duisburg: Holſtein Kiel München, 60 0:2 (0:0).
Repräſentativſpiele.
In Düſſeldorf: Weſtdeutſchland Süddeutſchland 4:9 (2:3).
In Arnheim: Oſtholland Weſtdeutſchland 0:3 (6:2).
7n Agram: Agram München 5:0.
Süddeutſchland.
Aufſtiegsſpiele:
Gruppe Nordbayern: FC. Schweinfurt Sp.Vg. Weiden 3:1.
Gruppe Südbayern: SSV. Ulm Union Augsburg 3:1. MSV.
München FC. Straubing 1:3. Gruppe Rhein: Germania Lud=
wigshafen
FC. Sandhauſen 3:0. Gruppe Saar: VfB. Zwei=

brücken Phönix Kaiſerslautern 0:3. FV. 05 Saarbrücken=
SC. 02 Kreuznach 3:0. Gruppe Baden: FC. Singen FC. Mühl=
bourg
3:1. FC. Rheinfelden FV. Offenburg 7:3. Gruppe
Württemberg: FC. Talfingen =SV. Feuerbach 6:4. Sportfrde.
Eßlingen FVg. Mühlacker 7:1. Gruppe Main: Sp.Vg. Gries=
n
heim Germania 94 Frankfurt 1:1. FSV. Heuſenſtamm
VfB. Groß=Auheim 6:0. Gruppe Heſſen: F.Vgg. 06 Kaſtel
Viktoria Walldorf 0:0.
Geſellſchaftsſpiele:
Bayern München Rac.=Club Paris (Sa.) 5:2. Viktoria
Aſchaffenburg 1. FC. Nürnberg (Sa.) 1:1. Rot=Weiß Frank=
1:0. Alemannia Worms Olympia Lorſch (Sa.) 1:2. FSV.
Frankfurt 1. FC. Nürnberg 6:3. VfB. Stuttgart Kickers
Stuttgart 13. TSV. Münſter 1. FC. Pforzheim 1:8. Frei=
burger
FC. Sportfreunde Freiburg 1:7. Kickers Offenbach
Saar Saarbrücken 2:1. Phönix Karlsruhe Alemannia Worms
1:2. SV. 98 Darmſtadt Boruſſia Neunkirchen 3:4. Jahn
Regensburg Sp.Vg. Fürth 3:2. Karlsruher FV. Birken=
feld
2:2. SV. Kaſſel Union Niederrad 1:5. VfB. Koblenz
Rot=Weiß Frankfurt 2:9. Oſt=Lothringen VfL. Neckarau 4:7.
Diedenhofen=Metz=Hayingen Neckarau 3:4.
Fußball im Reich.
Berlin: Norden=Nordweſt Meteor 1:0. Union Ober=
ſchöneweide
Weißenſee 10:0. Berliner SV. 92 Polizeiſport=
verein
43. VfL. Stettin Viktoria 89 2:5. Weſtdeutſchland:
SSpg. Barmen Kickers Würzburg 43. VfB. Bielefeld
Kickers Würzburg 2:1. Alemannia Aachen Waldhof Mann=
heim
4:2. Südoſtdeutſchland: SV. Hoyerswerda DFC. Prag
lauſitz 5:0. Niederſchleſien Bergland 8:2. Norddeutſchland:
FC. St. Pauli Phönix Lübeck 3:1. VfL. Schwerin Minerva
93 1:1. Werder Bremen Altona 93 3:1. Wilhelmsburg 09
Eimsbüttel 2:2. VfR. Harburg Viktoria Hamburg 2,8. SC.
Lüneburg Hannover 96 2:6. Mitteldeutſchland: SV. Leipzig
Club Frangais Paris 2:3. Chemnitz Club Franeais Paris
8:1. BC. Chemnitz Dresdener SC. 4:8. 1. SV. Jena Sport=
freunde
Leipzig 2:1. SC. Apolda Sportfreunde Leipzig 1:1.
VfL. Saalfeld ASV. Nürnberg 0:7.
SV. Darmſtadt 1898 Boruſſia Neunkirchen 3:4 (3:2).
Die vollſtändig neu, aber noch nicht endgültig formierte Liga=
mannſchaft
der 98er lieferte dem anerkannt guten Gegner aus dem
Saargebiet, der in der letzten Zeit große Erfolge erzielte, im gro=
ßen
und ganzen ein gutes Spiel, das ſie nach den herausgearbeite=
ten
Chancen ſogar glatt hätte gewinnen müſſen. Daß es hierzu
nicht kam, iſt auf eine große Doſis Pech, auf die noch immer
mangelhafte Schußfertigkeit der Stürmerreihe und auf die große
Unſicherheit des Schlußmannes der 98er zurückzuführen. Gute Ver=
anlagung
zeigte der erſtmals in der Ligamannſchaft mitwirkende
junge Mittelläufer. Die gut eingeſpielte Gäſtemannſchaft wurde
ihrem Rufe in jeder Hinſicht gerecht. Beſonders hervorzuheben iſt
der linke Flügel, der auch die meiſten Tore einleitete und erzielte.
Bereits in der 10. Spielminute ging Neunkirchen mit einem
durchaus vermeidbaren Tore in Führung. Den Ausgleich erziel=
ten
die 98er erſt nach längerer Zeitdauer durch Kopfball des
Mittelſtürmers. Der gleiche Spieler brachte die Platzherren wie=
derum
durch prachtvollen Kopfball in Führung. Der Ausgleich
ließ jedoch nicht lange auf ſich warten. Ein ſcharfer Schuß des
Gäſte=Halblinken fand nach ſchwerem Deckungsfehler der 98er den
Weg ins Netz. Aber erneut gingen dieſe durch überlegten Schuß
des Halbrechten in Führung, die ſie bis tief in die zweite Halbzeit
beibehalten konnten. Klare Chancen, die eine Vergrößerung des
Torvorſprungs hätten herbeiführen können, wurden in dieſer Zeit=
ſpanne
ausgelaſſen. Glücklicher waren die Gäſte, die durch einen
vermeidbaren und haltbaren Schuß des Halbrechten ausgleichen
und kurz vor Schluß durch gleichfalls haltbaren Torſchuß zu einem
glücklichen Siege kamen, Schiedsrichter Stephan=Lampertheim
leitete ſehr gut.
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Jgd. 1. Jgd. Phönix Mannheim, hier. 2:0; 2. Jgd.
1 Jgd. Dieburg, hier 3:0; 3. Jad. 1. Jgd. Wirhauſen, hier, 5:3:
4. Jad. 2. Jgd. Arheilgen, hier, 4:0; 1. Schüler 2. Schüler
Polizei, hier (Gegner nicht angetreten); 2. Schüler 1. Schüler
Roßdorf, hier, 4:0.
Alte Herren SV. 98 Pfungſtadt 8:3.
Polizei ſiegt im Pokalkurnier in Wirhauſen.
Pol. Darmſtadt Starkenburgia Heppenheim 1:0 (n. V.)
Pol. Darmſtadt Rotweiß Darmſtadt 1:0 (1:0).
Rotweiß Darmſtadt FV. Egelsbach 2:1 (0:1).
Im Rahmen der Feier ſeines 25jährigen Beſtehens hielt der
Fußballklub Union Wixhauſen geſtern ein Pokalturnier ab, das
einen ſehr ſpannenden und ſchönen Verlauf nahm. Im erſten
Spiel des Tages trafen ſich Rotweiß Darmſtadt und FC. Egels=
bach
. Rotweiß, ohne Nömer Finger, Heiſer und Vogelmann,
hielt ſich wider Erwarten ſehr tapfer und qualifizierte ſich
durch einen 2:1 Sieg für das Hauptſpiel am Nachmittag.
Sehr flott war das Spiel der beiden Zweiten=Kreis=Klaſſen
von Starkenburg und Südheſſen. Während Heppenheim komplett
antrat, vermißte man bei den Grünen Pfeiffer und Bönſel, wo=
durch
der Sturm an mangelndem Verſtänonis krankte. Dafür
zeigte die Mannſchaft großen Eifer und Siegeswillen. Nach
fairem Spiel war die Zeit torlos verlaufen. Erſt in der Ver=
längerung
fiel der Siegestreffer für die Polizei. Am Nach=
mittag
ſtanden ſich dann die beiden Darmſtädter Vereine, Poli=
zei
und Rotweiß, gegenüber. Unverkennbar hatten die Ord=
nungshüter
ein techniſches Plus, aber die kleineren Rotweißen
machten dem Gegner einen Sieg recht ſchwer. Sie lieferten einen
hartnäckigen Kampf, der allerdings recht fair ausgetragen wurde.
Die Polizei kam zu ihrem einzigen Tor durch einen Hand=
Elfmeter bereits in der erſten Halbzeit. An dritter Stelle
placierte ſich Egelsbach, während der Südheſſen=Zweite mit dem
vierten Platz Vorlieb nehmen mußte.
Reichsbahn Darmſtadt SV. Bad=Nauheim Reſ. 4:2 (0:0).
Nach dem Samstagabendſpiel gegen die Liga=Reſerven des welche für die Geſtaltung des Witterungscharakters maßgebend iſt.
Sp.V. 98, das Reichsbahn 1:0 für ſich entſchied, hatten die Reichs= ſ.
bahnſportler am Sonntag die verſtärkten Liga=Reſerven der SVg. Die Wetterlage hängt von den weiteren Störungsgebilden ab, die
Bad=Nauheim als Gaſt. Die Zuſchauer ſahen einen fairen und ſich in der Tiefdruckrinne von Weſten her heranbewegen, ſo daß
ruhigen Fußballkampf, aus dem Reichsbahn mit obigem Reſultat
als verdienter Sieger hervorging. Schiedsrichter Ihrig=Griesheim 3
t.
leitete einwandfrei. Reichsbahn 2. Eberſtadt 2. 1:2.
SVgg. 04 Arheilgen Bad=Nauheim 8:0 (4:0).
Das war wohl eines der ärmſten Spiele, die in der letzten
Zeit am Arheilger Mühlchen abſolviert wurden. Die Gäſte zeig=
ten
rein nichts, nicht einmal 4=Klaſſen=Reife. Wenn eines her= Ausſichten für Dienstag, den 2. Juni; Wenig Aenderung der
vorgehoben werden ſoll, ſo der Eifer und die Fairneß. Die Ar=
heilger
ſpielten wie ſie wollten, ſchoſſen acht Tore und hätten bei
etwas aufmerkſamerem Spiel noch mehr Tore erzielen können.
Bei den Gäſten ragte der Tormann hervor, der gutes Können
zeigte und eine höhere Niederlage verhütete. Das Spiel wurde ſür den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſ: Andrcas Bauer; für
faſt während der ganzen Spielzeit in der Hälfte der Gäſte ausge=
tragen
und geſtaltete ſich ſomit recht einſeitig. Das Publikum
hatte wirklich keine Freude daran. Schiedsrichter Frey= Wolfs=
kehlen
konnte nicht gefallen. Ligaerſatz 1. Groß=Umſtadt 5:0:
1. Jugend Ober=Ramſtadt, dort, 1:6; 2. Jugend. SV. 98
Darmſtadt, dort, 0:4; 1. Schüler Union Wirhauſen, 0:3.

Ein großer Renntag in Hoppegarken.
Hindenburg=Rennen und Preis der Diana.
Die Hoppegartener Rennbahn wartete am Sonntag bei präch=
tigem
Sommerwetter mit einem ausgezeichneten Programm auf.
Viele Zuſchauer waren anweſend, um Zeuge der großen Ereigniſſe
zu ſein. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand das Hiedenburg=
Reunen im Werte von 21 500 Mark, zu dem nicht weniger als
14 Pferde an den 1600=Meter=Start gingen. Die wertvolle Prü=
fung
geſialtete ſich zu einem Duell zwiſchen v. Oppenheims altem
Markgraf, Direktor Spes Napoleon und Schumanns Herodias,
der überraſchend gut lief und ſich als Dritter gut placieren konnte.
E. Grabſch gelang es, Markgraf zum Siege zu ſteuern, Zweiter
wurde Napoleon vor Herodias und dem favoriſierten Palfrey.
In dem 22 110 Mark ausgeſtatteten klaſſiſchen Rennen für drei=
jährige
Stuten, dem Preis der Diana, blieb Graditz Sichel unter
Böhlke erwartete Siegerin vor Weinbergs Seelſorge und Myd=
linghovens
Null ouvert.
Note=Rennen. Für Dreijährige, 2800 Mark, 1600 Meter:
1. Oppenheims Genio (Printen).
Edderitz=Rennen. 2800 Mark, 1400 Meter: 1. Weils Calcum
(Sajdik).
Hindenburg=Rennen. Ehrenpr. und 21 500 Mark, 1600 Meter:
1. S. A. v. Oppenheims Markgraf (Grabſch), 2. Napoleon, 3. He=
rodias
, 4. Palfrey. Toto: 32. Platz: 14, 31. 65, 17. 1½, 21½
Längen. Ferner: Nareiß, Erika, Tantris, Wilfried, Tarquinius
Superbus, Präfect, Putz, Altenburg, Liberator, Laertes.
Preis der Diana. Für dreijährige Stuten, 22 110 Mark. 2000
Meter: 1. Graditz Sichel (Böhlke), 2. Seelſorge, 3. Null ouvert.
Toto: 11. Platz: 11. 12, 17. 22½ Längen. Ferner: Priska,
Oſterfreude, Yvorne, Idylle.
Silbernes Pferd. Ehrenpreis und 5200 Mark, 2600 Meter:
1. Schumanns Geranium (Grabſch).
Melanie=Rennen. 2800 Mark, 1800 Meter: 1. Weismanns
Lebenskünſtler (Kreuz).
Himmelblau=Rennen. Für Dreijährige, 2800 Mark, 1200
Meter: 1. v. Weinbergs Perillo (O. Schmidt).
Neue Rekorde
ein Beruengen Känlgsiad Fionliſch.
Carraciola und Stuck in Front.
Das auf der klaſſiſchen 5,6 Kilometer langen Rennſtrecke bei
Prag ausgetragene Bergrennen Königsſaal-Jilowitſch, das den
zweiten Lauf der Europa=Bergmeiſterſchaft der
Wagen und Motorräder bildet, geſtaltete ſich zu einem großarti=
gen
motorſportlichen Ereignis. Von prächtigem Wetter begün=
ſtigt
, wies das Rennen 5060 000 Zuſchauer auf. Stuck, der neue
Star von Mercedes=Benz, bewältigte die Strecke in 2:42,84, wäh=
rend
h. Morgen 2:43,86 benötigte. Beide haben alſo den bisheri=
gen
Streckenrekord überboten. Den Vogel ſchoß jedoch in der
Sportwagenklaſſe Meiſter Rudolf Carraciola ab, der auf ſeinem
Mercedes=Benz noch um Bruchteile von Sekunden ſchneller war
und mit 2:42,73 (Stundenmittel 123,886 Klm.) einen neuen abſo=
luten
Streckenrekord ſchuf.
Im Rennen der Motorräder unterbot der Schweizer Oilter
auf Motoſaccoche in der Halbliterklaſſe mit 2:54:57 den bisherigen
Rekord um drei Sekunden. Die deutſche Motorradinduſtrie hatte
durch Runtſch=Wien auf N.SU. und Lang=Cannſtatt auf Standard.
Kategorienſiege zu verzeichnen.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Montag, 1. Junf.
16 30: Konzert: 1. Das Kärntner Volkslied. 2. Alte Tanzmuſik.
18.00: Wirtſchaftsmeldungen.
18.1d: Dr. G. Böſe: Das Tarifweſen.
1940: Programm.
18.4: W. Baum: Ein Werk in Deutſchland.
19.10: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Engliſch.
19.45: Dr. L. 6. Schütz, K. R. Hörges: Und trotzdem! Humor
in ſchweren Zeiten.
20 30: Konzert: Anton Rubinſtein; Mitw.: Alice Landolt (Klavier),
Ausf.: Das Rundfunk=Orcheſter.
22.0). Zeitbericht, bearbeitet von Actualis: Kampf um die deutſch=
öſterreichiſche
Zollunion in Genf.
22.40: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
43,00: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Montag, 1. Junf.
11.00: Hauptverſammlung der Kaiſer=Wilhelm=Geſellſchaft, Berlin:
1. Prof Dr. Kaufmann: Zur Problematik des Volkswillens.
2. Prof. Dr. Plaut: Die theoretiſche Begründung der Waſſermann!
ſchen Reaktion.
14 50: Kinderſtunde. Wir machen eine Kinderzeitung.
15.40: C. Lange: Der Tennisſport im Wandel der Zeiten.
16.00: Hauptlehrer A. Köpke: A. d. Arbeit der Landſchule.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
1730: Das Melodram: Sprecher: K. Graef, am Flügel Prof.
J. Dahlke.
18.00: Prof. Dr. Loewe: Der jüdiſche Volkshumor.
18.30: Privatdozent Dr. Maſur: Bildung und Geſellſchaft in
Deutſchland im 19. Jahrhundert.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: R. Strumpf: Erinnerung an die Skagerrak=Schlacht von
einem Mitkämpfer.
19.25: Dr. Kannenberg: Rentablere Heuwerbung.
19.45: Wetter für die Landwirtſchaft.
Anſchl. Ob.=Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
20.00: Die Brautſchau. Unwahrſcheinliche Begebenheit von N. Gogol.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Kammermuſik.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Otto Kermbach.

Wekkerberichl.

Ueber Zentraleuropa erſtreckt ſich eine Rinne tiefen Druckes,
Stärkerer Wolkenſchleier hat ſich gebildet und einzelne Nieder=
ſchläge
treten auf. Dabei hat langſame Abkühlung ſtattgefunden.
vorerſt der Witterungscharakter Schwankungen unterworfen iſt,
Bewölkung wechſelt mit Aufheiterung und gelegentlich treten leich=
tere
Niederſchläge, die noch von Gewitter begleitet ſein wer=
den
, auf.
Ausſichten für Montag, den 1. Juni: Meiſt wolkiges Wetter mit
einzelnen gewitterartigen Niederſchlägen. Temperaturen
ſchwankend, jedoch im ganzen etwas kühler.
Wetterlage.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Verantwortich für Poliſt und Wirſchaft: Rudolf Maupe: für Feulſleion Reich um
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streele; für Sport: Karl Böhmann
Dle Gegenwart Tagesſpſegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für, den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteſiungen: Wlllv Kuble.
Druck und Verſag: C.C. Wittich ſämſtiſch in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſtivie wird Garanie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

[ ][  ]

Seite 8

Monkag, den 1. Juni 1931

Nummer 150

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Heute und folgende Tage.
Ein Lied von Lenz und Liebe
aus dem alten Wien.
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Regie: Richard Oswald
Kammersänger Karl Jöken
als Franz Schubert
In weiteren Hauptrollen:
Gretel Theimer, Lucie Englisch,
Siegfried Arno, Oscar Sima,
Willi Stettner, Gustl Stark-
Estettenbauer u. V. a.
Der Film ist eine romantische
Episode aus dem Leben des
großen Musikus von Wien.
Dazu
das zute Belprogramm,
Jugendliche haben Zutritt.

H

Unwiderruflich letzter Tag
Ein ganz besonderes Ereignis.

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Regie G. W. Papst. Frei nach Bert Brecht
Musik von Kurt Weill.
In den Hauptrollen: Rudolf Forster
Garola Neher, Reinh. Schünzel, Fritz Rasp
Dazu
das tönende Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

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Heute letzter Tag
Wiederum ein erstklassiges
stummes Doppelprogramm
Emil Jannings
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Nach einer Novelle
von Victor Scherzinger und
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Regie: Lewis Milestone
In weiteren Hauptrollen:
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Jack Lnden. (V.8471
Regie: Frank Sträyer.
Eine tolle und sensationelle
Angelegenheit.
Beeinn: 3.30, 5.45 nnd 8.15 Uhr.

Verein Kunstfreund

Am 18. Juni 1931, abends 8½ Uhr,
findet eine ſehr wichtige, außerordentliche
Hauptversammlung
des Vereins Kunſtfreund,, im Odenwald=
Klubſaal d. Brauerei Krone, Schuſtergaſſe 18, ſtatt.
Tages=Ordnung: 1. Rechenſchaftsbericht
2. Beratung über den Fortbeſtand des Vereins
3. Verloſung
4, Verſchiedenes

Keine Vorstellung Montag
1. Juni 1931 Außer Miete Kammertänze. Baby in der Bar
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