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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nochrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931.
194. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge md Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konſurs oder gerſchtlicher Beltreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darm=
Kädter und Natſonalbank.
Kabinettsſitzung über Genf.
Mikkelpunkt der Beſprechungen das dentſch=öfterreichiſche Zollangleichungs-Abkommen.
Reichsaußenminiſter Dr. Curkius beim Reichspräſidenken. — Einigkeik im Kabinelt über die Zollunion.
„Der Staak in Gefahr.”
Kein Kompromiß.
Oeſterreich muß geholfen werden.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
* Das Reichskabinett hat am Montag vormittag mit den
Be=
ratungen über die Genfer Tagung begonnen. Die Beratungen
ſind aber noch nicht zum Abſchluß gekommen. Die Unterbrechung
hat einen mehr formalen Charakter, weil nämlich am Mittag
der Reichsaußenminiſter vom Reichspräſidenten zum Vortrag
ge=
beten war, und der Nachmittag durch eine Chefbeſprechung
über die Oſthilfe beſetzt war. Infolgedeſſen wird die
außen=
politiſche Ausſprache erſt am Dienstag vormittag im Kabinett
fortgeſetzt und zu Ende geführt. Die Anweſenheit des
Reichsbank=
präſidenten deutet darauf hin, daß ſich das Referat des
Reichs=
außenminiſters nicht allein auf die Fragen beſchränkte, die in
Genf aktuell ſind, ſondern daß Curtius die ganze weltpolitiſche
Stellung Deutſchlands behandelte, und daß in dieſem
Zuſammen=
hang auch die Kredithilfe und die Möglichkeit einer Reviſion des
Youngplanes angeſchnitten wurde. Am Montag ſtand aber im
Mittelpunkt der Beſprechungen die deutſch=öſterreichiſche Zollunion
ſelbſt. Aus der überraſchend vorſichtigen Art, wie Dr. Curtius
Herrn Briand geantwortet hat, iſt in politiſchen Kreiſen
geſchloſ=
ſen worden, daß auf deutſcher Seite Neigung zu Kompromiſſen für
Genf beſtand und daß vor allem eine engliſche Anregung geprüft
werde, wodurch die Zollunion mit Briands Europaplan
verkop=
pelt werden ſolle. Das wurde praktiſch heißen, daß ſie auch nach
Bereinigung der juriſtiſchen Einwendungen weiterhin der
Zuſtän=
digkeit des Völkerbundes unterſtände, vielleicht ſogar einem
Wirt=
ſchaftsausſchuß überwieſen würde, jedenfalls aber der alleinigen
Weiterbeſtimmung durch Deutſchland und Oeſterreich entzogen
wäre. Wir halten dieſe Schlußformulierung für irrig. Wenn wir
recht unterrichtet ſind, iſt ſchon am Montag im Verlauf der nur
ſehr kurzen Ausſprache von allen Miniſtern zum Ausdruck
ge=
brächt worden, daß wir ſelbſtverſtändlich an dem Gedanken der
Zollunion feſthalten und ſie ohne jede Rückſicht auf andere
Pro=
jekte durchbiegen müſſen. Wir ſind bereit, über den Plan Briands,
der uns vorläufig noch unbekannt iſt, zu diskutieren und ihn nach
Kräften zu fördern, ſoweit er nicht unſeren Intereſſen widerſpricht.
Unabhängig davon aber werden die Verhandlungen zwiſchen
Berlin und Wien fortgeführt und zu Ende geführt werden.
Dar=
über iſt kein Kompromiß möglich, ſchon aus dem Grunde nicht,
weil Briands Plan doch vorderhand nur eine Theorie iſt und die
Zollunion einen erſten Verſuch bedeutet, den öſterreichiſchen
Wirt=
ſchaftsnöten praktiſch beizukommen.
Im Zeichen der Reviſion.
* Der Reichskanzler hat wohl ſelbſt das Gefühl gehabt, daß
die Kunſtpauſe, die in den Beratungen des Kabinetts über das
innerpolitiſche Reformprogramm plötzlich eingetreten iſt, in der
Oeffentlichkeit nicht überall richtig verſtanden wird. Er hat
des=
halb in ſeiner Oldenburger Rede angekündigt, daß das
Kabi=
nett „aus wohlerwogenen Gründen” im Augenblick noch
Zu=
rückhaltung übe, daß aber in etwa 14 Tagen der Schleier
des Geheimniſſes von den neuen Sparmaßnahmen
ge=
lüftet werden würde. Er hat damit zum Ausdruck bringen
wol=
len, daß die Gerüchte, die von größen Meinungsverſchiedenheiten
im Kabinett wiſſen wollen und darauf die Verzögerung
zurück=
führen, nicht zutreffend ſind, daß vielmehr aus rein politiſchen
Gründen die Regierung im Augenblick noch kurztritt.
Welcher Art dieſe Gründe ſind, iſt nicht allzuſchwer zu
er=
kennen. Sie ſind zum kleineren Teil innerpolitiſcher Natur,
in=
ſofern, als den ſozialdemokratiſchen Parteiführern wohl nicht
zu=
gemutet werden ſoll, unmittelbar vor ihrem Parteitag, der ſie
ohnehin mitten in den Kugelregen ſtellt, noch weitere Belaſtungen
zu übernehmen. Indeſſen, das iſt kaum ausſchlaggebend, denn
ſchließlich iſt ja die Sozialdemokratie nicht Regierungspartei und
wenn durch die Abwanderung der Rechten der Kanzler zu einer
gewiſſen Rückſicht auf die Sozialdemokratie gezwungen iſt, ſo kann
dieſe Rückſicht nicht ſo weit gehen, daß darüber wichtige Intereſſen
geopfert werden. Entſcheidend für die Vertagung ſind
offen=
bar außenpolitiſche Erwägungen geweſen: das
Ka=
binett wollte die Genfer Beratungen erſt hinter ſich haben, um
nicht durch die innerpolitiſche Reſſonanz der neuen Eingriffe die
außenpolitiſche Handlungsfreiheit zu verlieren. Nachdem wir
eine Milliarde bereits aus dem Etat
heraus=
geſtrichen haben, laufen wir ja keine Gefahr, daß uns
n Genf ernſthafte Vorwürfe wegen unſerer
verſchwenderiſchen Finanzpolitik gemacht
wer=
den können. Soweit ſie zutreffend ſind, gehören ſie der
Ver=
gangenheit an. Jedenfalls hat das gegenwärtige Kabinett alles
getan, was in ſeinen Kräften ſtand, um den Etat zu ſanieren.
Wenn das bisher nicht gelungen iſt, dann liegt das allein
an der weltwirtſchaftlichen Verſtrickung, in die
wir durch Bezahlung der
Kriegsentſchädi=
gungen hineingezwungen ſind. Darüber beſteht aber
auch im Kabinett Einigkeit, daß allzu viel Zeit mit der neuen
Spardiktatur nicht mehr verloren gehen darf.
Wir werden alſo damit rechnen können, daß die deutſche
Dele=
gation unmittelbar nach Pfingſten aus Genf wieder zurückkehrt,
daß dann die übliche Berichterſtattung erfolgt und ſofort die
Vorbereitungen für den Beſuch in Chequers
be=
ginnen, der irgendwie doch im Zeichen der Reviſion ſtehen
wird. Zu der Einleitung eines neuen Reviſionsbegehrens aber
gehört auch die letzte Anſtrengung durch
rückſichts=
loſe Abſtriche am Etat ein neues Defizit zu verhindern.
Wir können alſo wohl damit rechnen, daß, bevor die Delegation
nach Chequers geht, alſo anfangs Juni, das Sanierungsprogramm
des Reichskabinetts fertiggeſtellt und veröffentlicht wird.
Düſſeldorf, 11. Mai.
In einer Kundgebung der D. V. P. ſprach am Sonntag der
Parteiführer Abg. Dingeldey über wirtſchaftliche und
poli=
tiſche Gegenwartsfragen. Wir ſtehen heute, ſo führte er u. a.
aus. ſtaatspolitiſch in einer Gefahr, die weit
größer iſt als zu den Zeiten Streſemanns. Wir
dürfen uns nicht durch einzelne Anzeichen täuſchen laſſen, daß eine
Beſſerung bald zu erwarten iſt. Die Schlüſſelinduſtrien, der
Berg=
bau und die Großeiſeninduſtrie, befinden ſich noch immer in
fort=
ſchreitendem, ſchnellen Verfall. Von dieſem Zuſammenbruch
werden auch noch immer die mittelſtändiſchen Kreiſe erfaßt. Man
glaubte heute von ſozialiſtiſcher Seite, die Wirtſchaft angreifen
zu müſſen. In Wirklichkeit iſt das, was wir heute in
Deutſchland haben, nicht mehr das Syſtem der
Privatwirtſchaft, ſondern eine illegitime Ehe
zwiſchen Privatwirtſchaft und Sozialismus.
Durch dieſe Methoden der vergangenen Jahre iſt der
Staats=
ſozialismus groß gezogen worden, der ſich jetzt durch ſeinen
Dilet=
tantismus bitter rächt. Der Redner kam dann im einzelnen
dar=
auf zu ſprechen, ob die Bewegung der Nationalſozialiſten
imſtande ſein würde, dieſe Mißſtände zu beſeitigen. Die
unge=
heure Gefahr, die die nationalſozialiſtiſche Bewegung für die
deutſche Jugend und für das ganze Volk darſtelle, liegt darin, daß
aus verſchiedenartigen, aber zum größten Teil guten Motiven
eine Bewegung in die Hände von Perſönlichkeiten gekommen iſt,
deren Wille und geiſtige Kraft nicht ausreichen, die Aufgaben
zu löſen, die ſie ſich geſtellt haben.
Wir ſtehen heute vor der Tatſache, daß der Rückgang der
Steuereinnahmen und die Fehlbeträge im Haushalt weit über
das hinausgehen, was noch vor wenigen Monaten erwartet
wer=
den konnte. Schnelle Reformen ſind notwendig, vor allen
Dingen bei der Arbeitsloſenverſicherung, die heute kaum noch die
Hälfte der Arbeitsloſen zu unterſtützen vermag.
In der Frage der Tribute und der internationalen
Ver=
ſchuldung hat es ſich gezeigt, daß die deutſche Wirtſchaft und das
deutſche Volk die ihm auferlegten Laſten nicht tragen kann. Das
deutſche Volk wird weitere innere Belaſtungen und
Einſchrän=
kungen aus eigenem Willen nur dann auf ſich nehmen und
er=
tragen können, wenn es gewiß iſt, daß endlich die Frage der
Tri=
butlaſten gelöſt wird. Der Weg, den die
Braunskom=
miſſion gewieſen hat, führt zum Verhängnis.
Es werden darin nicht poſitive Vorſchläge gemacht, ſondern es iſt
eine Aufforderung zur weiteren ausländiſchen
Verſchuldung und zur Auslieferung der
Wirt=
ſchaft an die öffentliche Hand. Dieſer Weg bedeutet
weitere Ausbreitung des Staatsſozialismus. Im Intereſſe nicht
nur eines klaren inner=, ſondern auch außenpolitiſchen Kurſes,
müßten die Neuwahlen in Preußen noch in dieſem Herbſt
durchgeführt werden.
Troß Arbeitsmarkienklaſtung mehr
Wohlfahrks=
erwerbsloſe.
Der Deutſche Städtetag teilt mit: In ſcharfem Gegenſatz
zum Rückgang der Arbeitsloſen in Arbeitsloſenverſicherung und
Kriſenfürſorge ſteht das erneute Anſchwellen der
Wohlfahrts=
erwerbsloſen im Laufe des April. In den Städten mit mehr
als 25 000 Einwohnern mußten von den Wohlfahrtsämtern
Ende April rund 750 000 Wohlfahrtserwerbsloſe laufend
unter=
ſtützt werden. Hiervon erhielten rund 65 000 Fürſorgearbeit.
Gegen den Vormonat iſt damit eine weitere Zunahme der
Wohlfahrtserwerbsloſen um rund 40 000, d. h. um 5,4 Prozent
zu verzeichnen, die ſich teils aus der rigoroſen Ausſteuerung
aus der Kriſenfürſorge am 28. März, teils aus der ſich ſtändig
verſchärfenden ſtrukturellen Einengung des Arbeitsmarktes
erklärt.
Zuſammenkrikk des Kriegsverhükungs=
komikees.
Frankreich beſtehk nach wie vor auf Sankkionen.
Der vom Völkerbundsrat eingeſetzte Sonderausſchuß zur
Aus=
arbeitung eines Abkommens über kriegsvorbeugende Maßnahmen
des Völkerbundes iſt Montag vormittag unter dem Vorſitz des
grie=
chiſchen Geſandten in Paris, Politis,
zuſammengetre=
ten. In dem Ausſchuß ſind 13 Regierungen vertreten.
Der zur Verhandlung ſtehende Vertragsentwurf geht auf bereits
1928 eingereichte deutſche Vorſchläge zurück, nach denen
ſich die Regierungen verpflichten ſollen, im
Falle eines internationalen Streitfalles die
vorläufigen Beſchlüſſe des Völkerbundsrates
bis zur endgültigen Regelung des Streitfalles
durchzuführen. Der Entwurf iſt von großer politiſcher
Be=
deutung, da er den Völkerbund ermächtigt, in jeden
internatio=
nalen Konflikt einzugreifen. In den bisherigen Verhandlungen
über den Entwurf ſind grundſätzliche Gegenſätze
aufge=
taucht. Beſonders wird franzöſiſcherſeits die
Sank=
tionstheſe vertreten, nach der der Rat befugt ſein ſoll,
un=
mittelbare Sanktionsmaßnahmen gegen den Staat zu ergreifen,
der im Falle eines internationalen Konfliktes die Beſchlüſſe des
Rates ablehnt oder nicht durchführt. Die franzöſiſche
Theſe ſtößt auf den Widerſtand Englands,
Ita=
liens und Deutſchlands. Die Verhandlungen des
Aus=
ſchuſſes ſind gleich nach der Eröffnung zunächſt abgebrochen
wor=
den, um in den üblichen Verhandlungen hinter den Kuliſſen eine
Einigung und Ueberbrückung der grundſätzlichen Gegenſätze her=
beizuführen.
Um die Kürzung der Arbeitszeil.
— Die von der Reichsregierung eingeſetzte Kommiſſion zur
Prüfung des Arbeitloſenproblems, die nun ſchon ſeit
Monats=
friſt unter dem Vorſitz des früheren Reichsarbeitsminiſters, Dr.
Brauns, ihre Beratungen abhält, hat bekanntlich in einem erſten
Gutachten Vorſchläge zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit durch
Verkürzung der Arbeitszeit vorgelegt. Nach den Vorſchlägen
der Kommiſſion ſoll die vorhandene Arbeit auf möglichſt viele
und möglichſt nur erwerbsbedürftige Perſonen verteilt werden.
Um eine ſolche Verteilung herbeizuführen, befürwortet die
Kom=
miſſion neben einer Reihe von Verwaltungsmaßnahmen eine
Ermächtigung für die Reichsregierung, durch Geſetz für einzelne
Gewerbezweige und Berufe die Arbeitszeit bis auf 40 Stunden
wöchentlich herabzuſetzen. Außerdem ſoll die Befugnis zur
Ueberſchreitung der geſetzlichen Höchſtarbeitszeit, ſoweit ſie
bis=
her auf tariflicher Grundlage zuläſſig war, daneben noch von
einer beſonderen behördlichen Genehmigung abhängig gemacht
werden. Der Zuſchlag für Mehrarbeit ſoll in allen Fällen
min=
deſtens 25 Prozent des Grundlohnes betragen und an die
Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenver=
ſicherung abgeführt werden.
Das Projekt der allgemeinen Einführung der 40=Stunden=
Woche iſt zum erſten Male bereits im Jahre 1928 auf dem
Ge=
werkſchaftskongreß in Hamburg behandelt worden. Damals
wurde auf dieſem Kongreß eine Entſchließung angenommen, die
den Weg zu einer grundſätzlich kürzeren Arbeitszeit als die 48=
Stunden=Woche für die Arbeitszeitpolitik der Gewerkſchaften
freilegte. Die Gewerkſchaften ſtehen heute auf dem Standpunkt,
daß es beſſer iſt, dem ſtarken und aus der gegenwärtigen
Wirtſchaftslage ſich konſequent ergebenden Druck auf die Löhne
nachzugeben, indem auf dem Wege über die Arbeitszeitkürzung
eine Lohnherabſetzung vorgenommen wird, als daß die Löhne
an ſich verringert werden. Sicherlich bezwecken die
Gewerk=
ſchaften hiermit, die notwendig geänderte Einſtellung ihrer
Lohnpolitik, die ſie vornehmen mußten, weil die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe es erfordern, nicht allzu deutlich werden zu laſſen.
Die Vereinigung der deutſchen Arbeitgeberverbände hat nun
demgegenüber eine Denkſchrift herausgebracht, die von der rein
wirtſchaftlichen und praktiſchen Seite an das Gutachten der
Brauns=Kommiſſion zur Prüfung des Arbeitloſenproblems über
die Arbeitszeitfrage herangeht und vor allem die Auswirkungen
der allgemeinen Einführung der 40=Stunden=Woche auf dem
Arbeitsmarkt feſtzuſtellen ſucht. In dieſem Zuſammenhang muß
zunächſt hervorgehoben werden, daß auf Aufforderung der
Ver=
einigung der deutſchen Arbeitgeberverbände und des
Reichsver=
bandes der Deutſchen Induſtrie die Unternehmer in den letzten
Monaten freiwillig durch entſprechende Vereinbarungen
mit ihren Arbeitnehmern die Arbeitszeit zwecks Vermeidung von
Arbeitnehmerentlaſſungen oder Neueinſtellung von
Arbeits=
loſen von ſich aus verkürzt haben, und zwar in allen Fällen,
wo die einzelnen Betriebsverhältniſſe techniſch und
wirtſchaft=
lich die Durchführung einer derartigen Maßnahme ermöglicht
haben. Dies wird nicht nur durch amtliche und außeramtliche
Statiſtiken und Feſtſtellungen bewieſen, ſondern auch der
Brauns=Ausſchuß hat dies in ſeinem Gutachten anerkannt.
So=
gar der Allgemeine Deutſche Gewerkſchaftsbund gibt in ſeinem
Februar=Bericht zu, daß die Durchführung der
Arbeitszeitver=
kürzung in den letzten Monaten in einem Umfange vorwärts
geſchritten ſei, „daß eine entſcheidende Beſſerung der Lage durch
die Arbeitsſtreckung nicht mehr in Frage komme‟.
Entgegen der in dem Gutachten der Brauns=Kommiſſion
erwähnten Zahl von 19,5 Prozent Kurzarbeitern für Februar
1931, die nach der Statiſtik des Allgemeinen Deutſchen
Gewerk=
ſchaftsbundes errechnet iſt, ſtehen nach der Denkſchrift der
Arbeitgeberverbände von den in ſämtlichen Gewerben, außer in
Land= und Forſtwirtſchaft, beſchäftigen Arbeitnehmern rund
2,2 Millinen in Kurarbeit, das entſpricht einem Prozentſatz von
29,4 Prozent der Beſchäftigten. Wenn trotzdem die
Gutachter=
kommiſſion einen geſetzlichen Zwang zur Durchführung der
Arbeitszeitverkürzung in Vorſchlag bringt, ſo iſt dieſer
Vor=
ſchlag angeſichts der in weitem Umfange erfolgten freiwilligen
Durchführung der Arbeitszeitverkürzung weder durch die
tat=
ſächlichen Verhältniſſe begründet, noch trägt er den zwingendſten
wirtſchaftlichen Vorausſetzungen Rechnung, die für eine
Wieder=
belebung der Wirtſchaft und des deutſchen Arbeitsmarktes
ge=
geben ſein müſſen. Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände
wendet ſich daher erneut gegen geſetzliche Zwangsmaßnahmen
auf dem Gebiete der Arbeitszeit, weil ſie nach den bisherigen
Erfahrungen mit derartigen Zwangsmaßnahmen des Staates
befürchtet, daß die Arbeitsloſigkeit vielmehr erhöht wird. Weiter
ſtellt die Denkſchrift feſt, daß die von der Brauns=Kommiſſion
vorgeſchlagenen Maßnahmen in ihrer zahlenmäßigen
Auswir=
kung in keinem Verhältnis zu den zu erwartenden
wirtſchaft=
lichen Schädigungen im Falle ihrer Durchführung ſteht. Nun
enthält das Gutachten des Ausſchuſſes zwar keine genaue
Be=
rechnung der Zahl der Arbeitsloſen, denen mit Hilfe einer
Her=
abſetzung der Arbeitszeit zu einer Arbeitsgelegenheit verholfen
werden könnte, aber es wird ausdrücklich betont, daß auf dieſem
Wege das ungeheure Heer der Arbeitsloſen nicht unbeträchtlich
vermindert werden könne. Hierbei ſtützt die Kommiſſion ſich
auf Zahlenmaterial und Berechnungen, die vom Inſtitut für
Konjunkturforſchung und von der Reichsanſtalt für
Arbeits=
vermittlung und Arbeitsloſenverſicherung vorgelegt ſind, aber
auf Unterlagen beruhen, die teilweiſe durch die tatſächliche
Ent=
wicklung erheblich überholt ſind. Demgegenüber ſtellt ſich, rein
rechneriſch gegeben, das Bild auf Grund der heutigen
Arbeits=
marktlage unter Berückſichtigung auch der Ueberſtundenarbeit
der Arbeitsgeberdenkſchrift zufolge etwa folgendermaßen dar:
Ende Februar 1931 waren in denjenigen Gewerbegruppen, für
die das Gutachten zur Arbeitsloſenfrage gelten ſoll, von
ins=
geſamt 9,6 Millionen Arbeitnehmern vollarbeitslos rund 3,3
Mil=
lionen; in Kurzarbeit unter 40 Stunden wöchentlich ſtanden
1,1 Millionen und in Kurzarbeit über 40 Stunden wöchentlich
rund 750 000. Erwerbsunfähig krank waren bei den
Vollbe=
ſchäftigten und weniger als 8 Stunden verkürzt arbeitenden
insgeſamt rund 220 000. Von der Arbeitszeitverkürzung auf
40 Stunden könnten demnach überhaupt nur betroffen werden
rund 4,2 Millionen Vollbeſchäftigte und rund 700 000 weniger
als 8 Stunden, aber im Wochendurchſchnitt über 40 Stunden
verkürzt Arbeitende. Das Geſamtarbeitsvolumen dieſer beiden
Gruppen beträgt 235,5 Millionen Stunden. Die Ueberſtunden=
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Seite 2
arbeit iſt im Gutachten zur Arbeitsloſenfrage mit 17,2 Prozent
angegeben, ſie dürfte, da dieſe Zahl vom Februar 1930 ſtammt,
inzwiſchen erheblich entſprechend der Konjunkturlage
zurückge=
gangen ſein. Die Beſeitigung der Ueberſtundenarbeit würde
heute ein Arbeitsvolumen in Höhe von lediglich rund 3
Milli=
onen Stunden freimachen. Die allgemeine Verkürzung der
Arbeitszeit auf 40 Stunden einſchließlich der Beſeitigung der
Ueberſtunden würde daher rein rechneriſch bei den oben
genaun=
ten 9,6 Millionen Arbeitnehmern in Induſtrie, Handel,
Ver=
kehr und Schankwirtſchaftsgewerbe Mehrbeſchäftigung für rund
1 Million Arbeiter, nicht 1,5 Millionen, nach den Berechnungen
des Inſtituts für Konjunkturforſchung ergeben, und zwar nur
dann, wenn man alle wirtſchaftlichen, techniſchen und regionalen
Schwierigkeiten, deren Vorhandenſein auch das Gutachten der
Kommiſſion anerkennt, außer Acht ließe. Da es kaum
mög=
lich iſt, die regionalen, techniſchen und branchenmäßigen
Schwie=
rigkeiten und Ausgleichshemmungen ziffernmäßig zu bewerten,
ſo läßt dieſes rein rechneriſche Ergebnis nur ſchwer erkennen,
in welchem Maße die Arbeitszeitverkürzung verwirklicht
wer=
den kann. Die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Ar=
beitsloſenverſicherung hat ſelbſt geſchätzt daß durch
Schwierig=
keiten der örtlichen Verteilung ungefähr 20 Prozent der
theore=
tiſchen Mehrbeſchäftigungsmöglichkeit nicht verwirklicht werden
könne. Wenn man den durch die ſonſtigen Schwierigkeiten in
der techniſchen Umſtellung der Beſchaffung geeigneter
Fach=
arbeiter uſw. entſtehende Ausfall mit 20 bis 30 Prozent
an=
nimmt, ſo iſt dieſe Ziffer eher zu niedrig als zu hoch gegriffen.
Für einige Gewerbezweige hält das Gutachten zur
Arbeits=
loſenfrage ſelbſt die Arbeitszeitverkürzung für wenig Erſolg
verſprechend oder ſchwer durchführbar, z. B. für den Bergbau,
das Baugewerbe, für Handel, Verkehr, Gaſt= und
Schankwirt=
ſchaftsgewerbe. Unter Berückſichtigung dieſer verſchiedenen
Um=
ſtände ergibt ſich, daß durch die Einführung der 40=Stunden=
Woche der Arbeitsmarkt höchſtens eine Entlaſtung von 300= bis
400 000 Köpfe finden würde. Dabei iſt noch zu berückſichtigen,
daß auch dann in der Berechnung Induſtriegruppen mit ſtarken
ſaiſonmäßigen Schwankungen enthalten ſind, wie z. B. manche
Gruppen der Induſtrie der Steine und Erden, der
Textil=
induſtrie, des Bekleidungsgewerbes, des Nahrungs= und
Genuß=
mittelgewerbes, der Spielwareninduſtrie. In manchen anderen
kleineren Gewerbegruppen dürfte die Arbeitszeitverkürzung
ebenfalls auf beſondere Schwierigkeiten ſtoßen oder ganz
un=
durchführbar ſein, wie z. B. in der Hochſeefiſcherei, im
Buch=
druck=, Theater=, Muſik=, Sport= und Schauſtellungsgewerbe,
ge=
werblich betriebenen Unterricht, Geſundheitsweſen und
Hygieni=
ſchen Gewerben.
Bei der Ermittlung dieſes rein rechneriſchen Ergevniſſes
für die zahlenmäßige Auswirkung, die die Durchführung einer
Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden haben müßte,
ſind aber die wirtſchaftlichen Folgen und Bedenken, die der
Arbeitszeitverkürzung und der Erſchwerung der
Ueberſtunden=
arbeit entgegenſtehen, nicht berückſichtigt worden. Sicherlich
müſſen aber dieſe wirtſchaftlichen Auswirkungen für die
Ent=
ſcheidung, ob eine ſolche Maßnahme durchgeführt werden darf,
maßgebend ſein, und es iſt daher verſtändlich, wenn in der
Denkſchrift der Vereinigung Deutſcher Arbeitgeberverbände es
lebhaft bedauert wird, daß die Gutachter=Kommiſſion ſich nicht
mit den wirtſchaftlichen Auswirkungen einer geſetzlichen
Arbeits=
zeitverkürzung befaßt hat, handelt es ſich doch um
lebenswich=
tige innerdeutſche Probleme, mit deren Löſung den
zwingend=
ſten wirtſchaftlichen Notwendigkeiten unſerer derzeitigen
Not=
lage Rechnung getragen werden ſoll, und gerade die
Arbeits=
zeitfrage iſt von überragender Bedeutung für die Entwicklung
der deutſchen Produktion und damit für die Frage unſeres
wirtſchaftlichen und nationalen Wiederaufſtiegs. Von
ſachver=
ſtändiger Seite auch außerhalb des Unternehmertums iſt
wie=
derholt nachgewieſen worden, daß die Durchführung einer
ge=
ſetzlichen Arbeitszeitverkürzung oder die Beſchränkung der
Ueberſtunden durch jedesmalige Einſchaltung des
Gewerbeauf=
ſichtsrats eine Verteuerung der Produktionskoſten mit ſich
bringe. Die bisherigen Erfahrungen, die mit der Verkürzung
der Arbeitszeit gemacht ſind, bewegen ſich auch, wie in der
Denkſchrift der Arbeitgeberverbände ausdrücklich feſtgeſtellt wird,
in dieſer Richtung, obwohl die Maßnahmen auf dem Gebiete
der Arbeitszeitverkürzung im allgemeinen nur erfolgt ſind, um
Arbeitnehmer vor Entlaſſungen zu bewahren. Die Erhöhung
der Produktionskoſten durch die Arbeitszeitverkürzung iſt darin
begründet, daß gewiſſe allgemeine Unkoften, die unabhängig
von der Arbeitsleiſtung lediglich je Kopf des Arbeitnehmers
für den Arbeitgeber entſtehen, ſteigen, z. B. Soziallaſten, Koſten
für Werkzeuge, Wohlfahrtseinrichtungen uſw., abgeſehen von
einer Vermehrung der Kräfte im Lohn= und Verwaltungsbüro
des einzelnen Betriebes. In anderen Betrieben werden
er=
höhte Inveſtierungen nötig ſein, um das vorhandene
Arbeits=
quantum bei verkürzter Arbeitszeit zu bewältigen. Schließlich
darf auch nicht überſehen werden, daß der Verkürzung der
Arbeitszeit der einzelnen Arbeitnehmer eine entſprechende
Ver=
kürzung der betrieblichen Arbeitszeit in allen Fällen, wo ſich
Offenes und geſchloſſenes Singen.
Von Fritz Jöde,
Profeſſor an der Akademie für Kirchen= und Schulmuſik in Berlin.
* Unſere Volksliedpflege geht heute auf zwei verſchiedenen
Ebenen vor ſich, entweder in ungebundenem offenen Singen
oder in gebundener Chorform. Unter offenem Singen verſtehe
ich die erſte, einfachſte natürliche Art, ſo, wie es der Mutter eigen
iſt, wenn ſie mit dem kleinen Kinde ſingt, wie Bauern, Studenten
und Soldaten ſingen wenn ſie unter ſich ſind, und wie die
orga=
niſierte Jugend ganz allgemein ſingt. Eine Art, die das
Volks=
lied in ſeiner einfachſten Geſtalt, höchſtens mit freien, im
Augen=
blick des Singens ſelbſt improviſierten Begleitſtimmen pflegt;
eine Art, die im Grunde ebenſo wenig ſich ihrer ſelbſt bewußt
wird, wie des Inhalts „Liedpflege”, und welcher der Begriff
Volkslied als eines gewußten, beſonderen Inhalts fremd iſt.
Gebundene Chorform nenne ich das Singen im Chor, das
über jene erſte und urſprüngliche Art hinaus das Geſchehen auf
die Ebene der ſchaffenden Arbeit hebt. Es iſt die Art, die wir
alle von unſrem heutigen Chorgeſang her kennen. Sie ſchließt
nicht mehr alle, die ſingen wollen, ohne Ausnahme zuſammen
ſondern ſcheidet aus, trifft Ausleſe, weil ihr Grundzug das
Bauen an ſich ſelbſt iſt, und weil dazu beſtimmte Fähigkeiten
vorausgeſetzt werden müſſen. Es iſt die Form, die für viele
Menſchen ganz unabhängig von fachlicher oder nichtfachlicher
Ein=
ſtellung heute die einzige Form gemeinſamen Singens iſt. Wer
im „Chor” ſingen will, muß nach der Auffaſſung der Zeit eben
in einen „Chor” eintreten. Wer aber eine zu ſchlechte Stimme
hat — und wenn er auch noch ſo gern ſingt — der muß das
Singen eben bleiben laſſen.
Das offene Singen aber wird kaum beachtet, noch weniger
geſchätzt, es ſteht ſehr niedrig im Kurs. Mehr als notwendiges
Uebel, als eben vorhandene Vorſtufe läßt man es ſchließlich
gel=
ten, durchaus davon überzeugt, daß das eigentliche Ziel das
„ſchöne” Singen ſei, womit man meiſtens das Singen in
gebun=
dener Chorform meint. Es kann vorkommen, daß Menſchen
Lieder und ihr Singen nicht ſchätzen, wenn nicht dabei gearbeitet
wurde. Es iſt mir nicht ſelten nach offenen Singſtunden
begeg=
net, daß ich gefragt wurde, ob ich denn die Lieder, die ich im
Chor ſingen ließ, niemals „ausfeilte‟. Mit anderen Worten:
Aus der Perſpektive der gebundenen Chorform, die heute in erſter
Linie, ja ausſchließlich als das „ſchöne” Singen angeſehen wird,
erſcheint die urſprüngliche Form des ungebundenen offenen
Sin=
gens, an dem jeder ohne beſondere Vorbereitung und Uebung
und ohne beſonderes techniſches Können teilnehmen kann, als
eine Unvollkommenheit, zum mindeſten, wie geſagt, als eine im
Grunde doch möglichſt bald zu überwindende Vorſtufe. Und
wenn man in Muſikerkreiſen vom Volksgeſang ſpricht, ſo denkt
man dabei nicht in erſter Linie an ſie, ſondern eigentlich nur
an die vielen Laienchöre Erwachſener=
Vom Tage.
In Varel (Oldenburg) ſprach geſtern abend im Rahmen einer
ſtaats=
parteilichen Kundgebung der Reichsfinanzminiſter über die Nöte unſerer
Zeit. Die Wiederankurbelung der Wirtſchaft hält er für unerläßlich.
Iſt ſie unter dem Druck der Tributlaſten nicht möglich, dann wird auch
die Zahlung der Tributlaſten an das Ausland auf die Dauer nicht
mög=
lich ſein.
Am Montag nachmittag kam es im Karlsruher Stadtparlament nach
der Haushaltsrede des Oberbürgermeiſters Dr. Finter zu einem großen
Stuhlbombardement zwiſchen Nationalſozialiſten und Kommuniſten.
Der polniſche Geſandte in Berlin hat die Anweiſung erhalten, beim
Auswärtigen Amt in Berlin wegen des letzten Ueberfliegens
oſtpreußi=
ſchen Gebietes durch einen polniſchen Militärflieger vorzuſprechen und
das Bedauern der polniſchen Regierung auszudrücken.
Der rumſni Auben iniſter erklä te Journaliſten gegenüber, daß
die rumäniſche Regierung die Fortſetzung der deutſch=rumäniſchen
Ver=
handlungen wünſche. Die Rumäniſche Geſandtſchaft in Berlin habe den
Wunſch der Bukareſter Regierung nach Wiederaufnahme der
Verhand=
lungen der deutſchen Regierung mitgeteilt
Die Denkwürdigkeiten des Fürſten Bülow ſind in England
beſchlag=
nahmt worden. Ihre Verbreitung wurde verboten.
Der italieniſche Außenminiſter Grandi, der ſich geſtern abend nachk
Genf begab, hatte vorher längere Beſprechungen mit Mufſolini, in denen
die Richtlinien für die Haltung Italiens bei den Genfer Verhandlungen
feſtgelegt wurden. Es iſt anzunehmen, daß Grandi auch entſprechende
Weiſungen für die mit Henderſon vorgeſehenen Unterredungen über die
Flottenfrage erhalten hat.
Die ſpaniſche Regierung hat das Erſuchen Trotzkis um
Aufenthalts=
erlaubnis in Spanien abſchlägig beſchieden.
In Waſhingtoner politiſchen Kreiſen wirb das Ergebnis der Tagung
der Internationalen Handelskammer ſehr verſchieden beurteilt Feſt ſteht
jedenfalls, daß die Stellungnahme Hoovers und der amerikaniſchen
Re=
gierung durch die Entſchließungen der Tagung in keiner Weiſe beeinflußt
wird.
techniſche Schwierigkeiten ergeben, folgen muß. Auch die
Ein=
ſchränkung der Ueberſtunden muß die für die Wirtſchaft
lebens=
wichtige Elaſtizität in der Handhabung der Arbeitszeit in den
Betrieben hemmen und nicht nur durch die damit verbundenen
Folgen ebenfalls Koſten ſteigernd wirken, ſondern ſogar in
vielen Fällen die Hereinnahme von Aufträgen und
Beſchäfti=
gungsmöglichkeiten verhindern. — Alles in allem kommt die
Denkſchrift der Vereinigung der Deutſchen Arbeitgeberverbände
zu einer Ablehnung des Vorſchlages der Gutachter=Kommiſſion,
da eine geſetzliche Verkürzung der Arbeitszeit durch ihre
Aus=
wirkung auf die Produktionskoſten und Lieferfriſten zu einer
Gefährdung unſeres Exports und zu einer Verlagerung der
Auftragserteilung führen würde. Dadurch würde alſo das
deutſche Auftragsvolumen um ſo mehr einſchrumpfen, zumal
die Auslandskonkurrenz mit nicht herabgeſetzter Arbeitszeit
im=
mer mehr in Erſcheinung tritt. Im Ergebnis würde alſo eine
weitere Freiſetzung von Arbeitskräften eintreten.
Mordanſchlag auf Profeſſor Günkher=Jend.
Jena, 11. Mai.
Auf den Raſſenforſcher Prof. Dr. Hans Günther, der ſeit
Herbſt vorigen Jahres an der Univerſität Jena einen
Lehr=
ſtuhl für Sozialantropologie bekleidet, iſt in der Nacht auf
Sonntag ein Mordanſchlag verübt worden. Günther kam mit
ſeiner Frau von einer nationalſozialiſtiſchen Kundgebung. In
unmittelbarer Nähe ſeiner Wohnung, die etwas außerhalb der
Stadt liegt, wurden von einem jungen Mann aus allernächſter
Nähe mehrere Schüſſe auf den Profeſſor abgegeben, von denen
einer ihn am linken Oberarm verwundete, während die anderen
fehl gingen. Die zur Tat benutzte Piſtole wurde von dem
entkommenen Verbrecher in der Nähe des Tatortes
weggewor=
fen. Sie enthielt noch drei Patronen.
Am Vorabend
Briand kandidiert.
EP. Paris, 11. Mai.
Außenminiſter Briand empfing heute abend Abordnungen der
Links= und Mittelparteien, die ihn im Auftrag ihrer Gruppen
erſuchten, ſeine Kandidatur für die Präſidentſchaftswahl vom 13.
Mai aufzuſtellen. Außenminiſter Briand hat dazu ſeine
Zuſtim=
mung gegeben.
Die Preſſe iſt allgemein der Anſicht, daß der Kampf nunmehr
ausſchließlich zwiſchen Briand und dem Senatspräſidenten Doumer
ausgetragen werden wird. Aus der Umgebung Briands erfährt
man, daß der Beſchluß des franzöſiſchen Außenminiſters, für die
Präſidentſchaftswahl zu kandidieren, nichts an ſeiner Abſicht
indert, ſich am 15. Mai nach Genf zu begeben.
Wir können aber ruhig zugeben, daß es zum Beiſpiel in der
Schule erſt dann einen Sinn hat, ein kunſtmäßiges Chorſingen
aufzubauen, wenn ein volksmäßiges Singen im Chor als
not=
wendiges Fundament dafür vorhanden iſt, und daß es ein
Grund=
fehler ſein würde, wenn ein Lehrer kleinen Kindern von
vorn=
herein mit „auszufeilenden” Liedern käme in einem Alter, in dem
ſie noch gar nicht die Fähigkeit haben (zu ihrem Glück noch nicht
haben!), ſich neben ſich ſelbſt zu ſtellen, ihr eigenes Tun zu
beob=
achten. Innerlich unwahr wird es, wenn Menſchenkreiſe den
Weg zu gebundener Chorform ſuchen, das heißt eben den Weg
zum bewußten Bauen an ſich ſelbſt im eigenen Tun, die ihrem
geiſtigen Unterbau nach überhaupt nicht in der Lage ſind, ſich
neben ſich ſelbſt zu ſtellen und aus eigener Kraft ihr Tun zu
ſehen. Wie manches Lied einer Liedertafel bietet für den, der
ſehen kann, ein ſolches Bild innerer Zwieſpaltigkeit, die zur
Unwahrhaftigkeit führt.
Und immer wieder müſſen wir bekennen, daß unſere neue
Volksliedpflege allemal nicht auf der Ebene des kunſtmäßigen
Singens anheben ſollte, ſondern zuerſt im offenen volksmäßigen
Singen. Man muß ſich einmal klar machen, was es bedeutet
wenn ſich ein Menſchenkreis, in dem das Volkslied in ſeiner
ihm eigentlichen Zone abgeſtorben iſt, ſeiner Pflege erneut in
der Weiſe zuwendet, daß er es nun vierſtimmig geſetzt einübt.
Wer aber auf gutem, tragenden Boden das Volkslied in die Zone
der Uebung, des Bauens in die geſchloſſene Chorform rückt, muß
wiſſen, was er damit tut, und muß ſich darüber Rechenſchaft
ablegen, daß dieſes ſich hier in einer ganz neuen, ihm zunächſt
völlig fremden Zone befindet, in der es langſam lernen muß,
ſich den neuen Gefetzen zu unterwerfen, um ſich ſelbſt frei
ent=
falten zu können.
Ein blumenreicher Waldrand iſt etwas anderes als ein
Gartenbeet. Beides hat ſeine Schönheit; aber beides ſteht unter
anderen Bedingungen. Und wenn hier und da dasſelbe wächſt, ſo
ſieht es doch eben an beiden Stellen anders aus. Es iſt nicht
das gleiche geblieben. Ebenſo wie ein Wanderlied in freier
Natur etwas anderes iſt, als ein frommes Weglied in der Kirche
Wir werden es uns verbieten, in der Kirche ein friſch=
fromm=
fröhliches Wanderlied zu ſingen. Damit werden wir aber nicht
das eine vor dem anderen als mehrwertig oder minderwertig
anſehen; ſondern wir werden wiſſen, daß jedes an ſeinem Platz
ſeinen Sinn und alſo ſeine Schönheit hat. Was aber in beiden
Bildern feſtſteht, das iſt das, daß allemal der Waldrand vor
dem Gartenbeet da war, und daß man die Kirche in das Leben
in die Natur hineinbaut, und nicht umgekehrt. Wollte man das
zweite vor dem erſten und ohne dieſes, ſo hörte eben das Leben
auf der Erde auf, und Himmel und Hölle wären erreicht.
Das iſt es, was wir beim Volksliedſingen nie vergeſſen
ſollten. Das iſt es auch, was ich immer vor Augen habe, wenn
ich im Lande herum, wo ich bin, Menſchen, wer es auch ſei, zu
offenen Singſtunden einlade, um mit ihnen Lieder zu ſingen und
ſie im Singen froh und ſchön zu finden.
der niechenvertrag umterseichner.
Der Verkrag Preußens mit den evangeliſchen Kirchen
Berlin, 11. Mai.
Wie wir erfahren, iſt der Vertrag des Freiſtaates Preußen
mit den evängeliſchen Landeskirchen am Montag vormittag
11 Uhr unterzeichnet worden. Das preußiſche Staatsminiſterium
hat den Miniſterpräſidenten, den Finanz= uno Kultusminiſter
zur Unterſchrift ermächtigt. Der Vertrag beſteht aus 13
Para=
graphen und einem Schlußprotokoll. Er lehnt ſich, wie
Staats=
miniſter Grimme vor Vertretern, der Preſſe betonte,
verhält=
nismäßig eng an den Vertrag mit der katholiſchen Kirche an.
Das ergibt ſich ſchon aus der Entſchließung des Landtages
vom 9. Juli 1929, die die Sicherſtellung einer paritätiſchen
Behandlung durch einen ſolchen Vertrag verlangte und den
Ausgangspunkt der Verhandlungen bildete.
Unmittelbar nach dem Abſchluß des Konkordats mit der
katho=
lichen Kirche vor etwa 2 Jahren hatte ſich der Preuß. Landtag am
9. Juli 1929 eine Entſchließung angenommen, in der die
Staats=
regierung erſucht wurde, unverzüglich in Verhandlungen mit den
evangeliſchen Kirchen über den Abſchluß eines ähnlichen Vertrages
einzutreten. Das Staatsminiſterium trat dieſer Entſchließung
un=
verzüglich bei, ſo daß bereits am 11. Juli 1929 die erſten
unver=
bindlichen Beſprechungen mit der größten evangeliſchen Kirche
aufgenommen wurden. Schwierigkeiten ergaben ſich daraus, daß
die Staatsregierung es bei den evangeliſchen Kirchen mit 8
ver=
ſchiedenen Partnern zu tun hatte. Nach der Amtsniederlegung
des Kultusminiſters Becker führte Kultusminiſter Grimme, der
ſein Amt am 31. Januar 1930 übernahm. die Verhandlungen fort.
Am 8. Februar 1930 begannen die förmlichen Verhandlungen mit
ſämtlichen evangeliſchen Landeskirchen, in deren Verlauf
zahl=
reiche Schwierigkeiten überbrückt werden mußten. Als
Mitarbei=
ter des Kultusminiſters traten beſonders Miniſterialdirektor
Trendelenburg und der eigens zu dieſen Verhandlungen beſtimmte
Kommiſſar Prof. Häckel aus Bonn hervor, Kurz vor Oſtern dieſes
Jahres konnte den Kirchenbehörden der Vertragsentwurf
zugelei=
tet werden, dem 7 Landeskirchen ohne weiteres zuſtimmten,
wäh=
rend die größte, nämlich die altpreußiſche Kirche, zunächſt die
Zu=
ſtimmung der Generalſynode einholte, die am 22. April mit
Drei=
viertelmehrheit erfolgte.
Führerkagung
der Haupkgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels.
Frankfurt a. M., 11. Mai.
Anläßlich der Geſchäftsführertagung der Hauptgemeinſchaft
des Deutſchen Einzelhandels in Frankfurt a. M. veranſtaltete
die Einzelhandelsgemeinſchaft Heſſen=Naſſau=Süd und der
Ver=
ein des Einzelhandels Frankfurt a. M. am Montag abend im
Velksbildungsheim eine gutbeſuchte Kundgebung des
Einzel=
handels. Das Hauptreferat des Abends hielt Syndikus
Kitzinger=Berlin über „Die Wirtſchaft des
Einzel=
handels und leine Unkoſten”.
Der Referent führte u. a. aus, daß die Handelsſpanne
gegenüber vielen Behauptungen gegenüber der Vorkriegszeit
unverändert geblieben iſt, obivohl die allgemeinen
Un=
koſten außerordentlich gewachſen ſind. Während die
Einzelhan=
delsumſätze 1930 gegenüber 1929 um mindeſtens 10 Prozent
zurückgegangen ſind, haben ſich die Unkoſten nicht ermäßigt und
ſind teilweiſe noch bis zu 5 Prozent erhöht. Für 1931 muß auch
bei günſtigen Ausſichten mit weiterer Senkung der Umſätze
gerechnet werden. Die Forſchungsſtelle für den Handel hat
für ein gutgehendes Zigarrengeſchäft mit einem Jahresumſatz
von 36 000 RM. in dem Ehemann und Ehefrau tätig ſind, einen
Bruttonutzen von 7 730 RM., Unkoſten von 4 492 RM. und
dem=
nach einen Unternehmerlohn von 3 238 RM. für 2 Perſonen
errechnet. Rechnet man dieſe Summe als Gehalt für 2
Ver=
käufer, ſo käme ein Monatseinkommen von 135 RM. heraus,
in dem Unternehmerriſiko, Altersverſorgung und alles übrige
enthalten iſt.
Zu der Ueberſetzung des Handels führte der
Red=
ner aus, daß dieſe Ueberſetzung ſich nach der letzten
Betriebs=
zählung keineswegs beſtätigt habe und außerdem eine
Häufung von Einzelhandelsbetrieben eher preisſenkend als
preiserhöhend wirken muß, da es ja eine Kartell= oder
ſtim=
mungsmäßige Abrede im Einzelhandel mit Ausnahme der
Mar=
kenartikel nicht gibt. Der Plan des preußiſchen Staatsrats,
den Gemeinden 250 Mill. RM. für die Erwerbsloſenfürſorge
zur Verfügung zu ſtellen, wird nach Anſicht Kitzingers
ebenſo=
ſchwer zur Durchführung kommen können, wie der Plan der
Brauns=Kommiſſion, die durch Ausbau der Verkehrswege,
Elek=
trifizierung der Eiſenbahn und dergl. die Wirtſchaft ankurbeln
will. Es wird erforderlicher ſein, den öffentlichen
Lebens=
ſtandard erheblich herabzudrücken, um Gelder zur Ankurbelung
der Wirtſchaft frei zu bekommen. Aber auch Wirtſchaft und
Konſumenten müſſen ihre Anſprüche an die Oeffentlichkeit
her=
abſetzen.
* Wie Juſtus von Liebig den Bleiſcherkrakt erfand.
Zur Wiederkehr ſeines Geburtstages
am 12. Mai.
Am 12. Mai jährt ſich der Geburtstag eines Mannes, der
als einer der fruchtbarſten Köpfe ſeiner Zeit mit ſeinem
her=
vorragenden Können der Welt eine Fülle koſtbarer Geſchenke
be=
reitet hat: Juſtus von Liebig. Er war 1803 in Darmſtadt
geboren und erreichte ſchon als Neunzehnjähriger durch eine
Ar=
beit über die Knallſäure, daß Alexander von Humboldt ihm das
Privatlaboratorium Gay=Luſſaes in Paris eröffnete. Als
Pro=
feſſor in Gießen errichtete er 1824 das erſte chemiſche
Unter=
richts=Laboratorium für experimentelle Unterſuchungen und
er=
rang bald der Chemie eine bedeutende Stellung in Deutſchland.
Von den vielen Großtaten, die ihm nicht nur in der Chemie —
er entdeckte neben vielem anderen das Chloroform —, ſondern
auch in der Phyſiologie und in der Landwirtſchaft ſchon zu
ſei=
nen Lebzeiten unſterblichen Ruhm einbrachten, ſei hier nur eine
angeführt: die Begründung der Agrikultur= und
Nahrungsmittel=
chemie.
Durch ſie hat ſein Name eine Volkstümlichkeit erlangt, deren
ſich nur wenige große Gelehrte in ſolchem Maße erfreuen
durf=
ten. Sie knüpft ſich zu einem weſentlichen Teil an die
Erfin=
dung des ſogenannten „Liebigſchen Fleiſchextraktes”,
der heute als ſehr beliebter Speiſezuſatz kaum in einem Haushalt
fehlt. Liebig hatte bereits 1840 in ſeinem Werk „Die
or=
ganiſche Chemie und ihre Anwendung auf Agrikultur und
Phyſiologie” den Gedanken vom Kreislauf des Lebens umriſſen,
in dem er zeigte, wie die Pflanzen ihren Körper aus
Kohlen=
ſäure, Waſſer und Ammoniak aufbauen, die dann als
Kohle=
hydrat, Fett und Eisweiß in den Tierkörper übergehen. Dieſer
gibt ſie wieder an Luft und Boden zurück. Aber erſt um die
Mitte der fünfziger Jahre ſollten die Eiweißarbeiten Liebigs
unter dem Einfluß eines ſehr akuten Ereigniſſes in ſeiner
näch=
ſten Umgebung zur Erfindung des Fleiſchextraktes führen, der
ſeinen Namen ſpäter in weiteſte Kreiſe trug.
In Juſtus von Liebigs Hauſe erkrankte die Tochter ſeines
Freundes Musprat an einem heftigen Nervenfieber. Der
Haus=
arzt gab die Kranke auf, da ihr Körper, obwohl er die
eigent=
liche Kriſe bereits überwunden hatte, ſo ſtark erſchöpft war, daß
der Magen keine Speiſe mehr aufnehmen und verdauen konnte.
Liebig konnte ſich mit der Tatſache, daß die Kranke deswegen
unrettbar verloren ſei, nicht ſo raſch abfinden, und ſo reifte in
ihm in kürzeſter Zeit der Entſchluß, eine Speiſe zu bereiten,
welche die Verdauungstätigkeit des Magens überflüſſig machte.
Er ließ eiligſt ein Kücken holen und ſtellte daraus ſelbſt mit
größter Sorgfalt eine Fleiſchbrühe her. Er war der Anſicht, daß
es ganz beſtimmte Stoffe ſein müßten, die vom Körper aus den
Nahrungsmitteln aufgenommen werden, und er meinte, daß es
beim Fleiſch in erſter Linie jene Stoffe ſeien, die beim Aus=
Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931
Aenderung des heſſiſchen Finanzausgleichs.
Um dieſe Anträge drehte ſich der Kampf bei den Etats=
Zer Mmnanzausſchat
beratungen in der vergangenen Woche und der Verlauf dieſer
verabſchieder die Regierungsvorlage.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags verabſchiedete
am Montag die Regierungsvorlage zur Aenderung des
Finanz=
ausgleichs. Durch einen Koalitionsantrag wurden die für den
Ausgleichsſtock nach der Vorlage zu bildenden Kreis= und
Pro=
vinzialanteile geſtrichen und dafür der Hundertſatz der zu
bil=
denden Kommunalmaſſen der Einkommen=, Körperſchafts= und
Umſatzſteuer von 5 auf 8 erhöht. Die für den Ausgleichſtock
zu erwartende Summe verringert ſich dadurch von 2,9 auf 2,1
Millionen Reichsmark.
Angenommen wurde ferner ein Antrag Dr. Keller (D.V.P.):
Die Mittel aus dem neugebildeten Ausgleichsſtock ſind den in
Frage kommenden Gemeinden grundſätzlich und ausnahmslos
nur als Darlehen zu geben. Weiter fand Annahme ein
Antrag Dr. Beſt, in dem Satz: „Die Regierung iſt ermächtigt,
mit Zuſtimmung des Finanzausſchuſſes des Landtags für die
Be=
ſchaffung von Mitteln des Ausgleichsſtocks andere Maßnahmen
zu treffen”, das Wort „andere” durch „weitere” zu erſetzen.
Der übrige Teil des Antrags Dr. Beſt iſt durch die geänderte
Annahme der Regierungsvorlage hinfällig. Ein in der vorigen
Sitzung geſtellter Zentrumsantrag war zurückgezogen worden.
Richklinien für die Regierung
zur Bergebung der Miktel aus dem Ausgleichsſtodk.
Nach dem Vorſchlag des Präſidenten Widmann ſollen der
Re=
gierung zur Vergebung der Mittel aus dem Ausgleichsſtock
Richt=
linien an die Hand gegeben werden, die in einer Entſchließung
niedergelegt ſind und folgenden Wortlaut haben:
Der Landtag möge beſchließen, die Regierung zu erſuchen, bei
der Verteilung der Mittel für notleidende Städte und
Gemein=
den nach folgenden Geſichtspunkten zu verfahren:
1. Die antragſtellenden Gemeinden haben mit dem eingereichten
Antrag ihren Gemeindevoranſchlag vorzulegen. Gemeinden, die
den Voranſchlag von ſich aus nicht ausgeglichen verabſchieden,
ſollen Mittel aus dem Ausgleichsſtock nur ausnahmsweiſe
er=
halten.
2. Der Voranſchlag iſt von dem zuſtändigen Miniſterium einer
eingehenden Prüfung zu unterziehen, ob
a) die Beſoldungsordnung dieſer Gemeinden ſich im Rahmen
der Beſoldungsrichtlinien für die ſtaatlichen Beamten und
Angeſtellten bewegt,
b) alle Maßnahmen getroffen ſind, daß ſämtliche Zweige der
Verwaltung nach den Grundſätzen größtmöglichſter
Spar=
ſamkeit durchorganiſiert ſind,
c) die Richtlinien der allgemeinen und gehobenen Fürſorge
ſich im Rahmen der vom Heſſiſchen Miniſterium für Arbeit
und Wirtſchaft vorgelegten Richtlinien bewegen.
3. Das „Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft wird erſucht,
als=
bald ſolche Richtlinien, die als Höchſtunterſtützungsſätze zu
be=
trachten ſind, auszuarbeiten und den Gemeinden und
Bezirks=
fürſorgeverbänden zur Kenntnis zu bringen.
4. Zuwendungen irgendwelcher Art aus Mitteln des Heſſiſchen
Staates, beſonders aber aus dem Ausgleichsſtock, dürfen nur
ſolche Gemeinden erhalten, die obige Richtlinien genaueſtens
beachten, bzw. ſie durchgeführt haben.
Der Ausſchuß befaßte ſich dann noch ausführlich mit dem Fall
Diener=Friedberg. Er beſtätigte mit 6:5 Stimmen den Beſchluß
des Geſetzgebungsausſchuſſes, daß keine rechtliche Verpflichtung des
Staates vorliege, die hierzu geſtellten Eingaben abzulehnen, aber
dem Kinde Dieners aus Billigkeitsgründen 5000 Mark, zu
be=
willigen. Die Frage, woher die Mittel genommen werden ſollen,
wurde im Ausſchuß nicht geklärt.
Warum keine Ermäßigung der Grund= und
Sonder=
gerädeſeier in Heſſin
Von der Deutſchen Volkspartei wird uns geſchrieben:
Die im Dezember vorigen Jahres vorgenommenen
Steuererhöhungen der heſſiſchen Regierung
hatten natürlich ihre parlamentariſchen Konſequenzen, indem
die Parteien, die für Steuerſenkung kämpfen, entſprechende
Anträge einbrachten.
Auseinanderſetzungen war immerhin ſo bemerkenswert, daß
noch einiges dazu geſagt werden muß.
Es lag zunächſt ein Antrag des Landbunds vor, daß
der Einnahmeſatz der Grundſteuer nicht höher eingeſetzt
werde, als im Vorjahre, d. h. alſo, daß der Steuerſatz
wie bisher auf 12 Pf. für 100 Mk. Steuerwert
beſtehen bleibe und nicht die vorgeſehene Verdreifachung
eintrete.
Zur Sondergebäudeſteuer hatte die Deutſche
Volkspartei beantragt, daß mit Rückſicht auf die mißliche
Wirtſchaftslage die Veranlagung der erhöhten
Sonder=
gebäudeſteuer unterbleibe, aber gleichzeitig für den Fall
der Ablehnung dieſes Antrages verlangt, daß der Mehrertrag
aus der erhöhten Steuer auf 500 000 Mk. begrenzt bleibe, mit
der Maßnahme, daß die Friedensmiete, ſoweit ſie im Einzelfall
7 Prozent des Friedenswertes überſteigt, unberückſichtigt bleibt.
Der erſte Antrag des Landbunds wurde im
Finanzaus=
ſchuß abgelehnt, der Antrag der Deutſchen Volkspartei dadurch
als erledigt erklärt, daß die Regierung die Finanzämter
er=
mächtigt hatte, größtmöglichſte Milde bei der Veranlagung und
Erhebung der Steuer walten zu laſſen.
Mit dieſem Ausſchußergebnis hat ſich die Deutſche
Volks=
partei nicht zufrieden gegeben. Sie hat beantragt, daß für
den Fall, daß der Landbundantrag auch im Plenum abgelehnt
werde, ein Beſchluß gefaßt werde, daß die Grundſteuer
von 36 auf 24 Pf. ermäßigt würde. Das hätte alſo
bedeutet, daß ſtatt einer Verdreifachung nur eine Verdoppelung
eingetreten wäre, ein Ergebnis, das die Deutſche Volkspartei
dadurch zu erreichen glaubte, daß die demokrätiſch=
ſtaatspär=
teiliche Fraktion und einige Zentrumsabgeordnete dafür
ſtim=
men würden. Bezüglich der Sondergebäudeſteuer
wurde verlangt, daß, nachdem nun doch die Veranlagung
ſtatt=
gefunden hatte, die Erhebung ausgeſetzt werde. Auch für dieſen
Antrag erhoffte man Unterſtützung aus demokratiſchen und
Zentrumskreiſen.
Aber es kam ganz anders. Der Präſident erklärte nämlich,
daß er die beiden Anträge gar nicht zur
Abſtim=
mung bringen könne, da die vor kurzem
verab=
ſchiedete neue Geſchäftsordnung verlange, daß
alle Anträge, die neue Ausgaben erforderten
oder vorgeſehene Einnahmen verminderten, mit
Deckungsvorſchlägen verſehen werden müßten,
was aber bei dieſen beiden volksparteilichen Anträgen nicht der Fall
ſei. Die Deutſche Volkspartei hat gegen dieſe Auffaſſung proteſtiert.
Sie hat darauf hingewieſen, daß ihre beiden Anträge nur
Zu=
ſatz= bzw. Eventualanträge zu ſolchen Anträgen ſeien,
die bereits früher, vor dem Inkrafttreten der neuen
Ge=
ſchäftsordnung, geſtellt worden ſeien, daß im übrigen ja genug
Deckungsvorſchläge vorliegen, u. a. doch auch der, die Zahl der
Miniſterien von 5 auf 3 herabzuſetzen. Der Proteſt war
ver=
gebens: die Regierungsparteien fürchteten die
be=
antragte namentliche Abſtimmung und ließen
daher die Beratung, der volksparteilichen
An=
träge nicht zu.
So ſtanden zur Beratung und Abſtimmung im Plenum nur
wieder der erſte Landbundantrag und der volksparteiliche Antrag
auf Nichtveranlagung der Sondergebäudeſteuer, und man
war geſpannt, ob ſich nicht wenigſtens hierbei zeigte, daß bei
Zentrum und Demokraten einige Einſicht
einge=
kehrt war. Man hat vor allem geglaubt, daß der heſſiſche
Vorſitzende der Staatspartei, Abg. Schreiber=Vilbel, ſich
für die Anträge einſetzen würde, da ja die Staatspartei vor acht
Tagen eine Entſchließung gefaßt hatte, in der ſie ſich für
Sen=
kung der Steuer ausgeſprochen hatte. Aber leider
begnügte ſich Abg. Schreiber mit einer Stimmenthaltung, und
ſeine Fraktionskollegen ſtimmten gegen die Senkungsanträge,
einſchließlich des Abg. Donat, der ſich ſonſt als Sachwalter der
Intereſſen, des gewerblichen Mittelſtandes, d. h. alſo auch des
Hausbeſitzes, ausgibt. Auch die anweſenden
Zentrumsabgeord=
neten ſtimmten geſchloſſcen gegen die Steuerermäßigung.
Da=
mit war der Vorſtoß von Landbund und Deutſcher Volkspartei
ge=
ſcheitert, und die Steuerzahler können ſich vornehmlich bei
Demo=
kraten und Zentrum bedanken. Der Vollſtändigkeit halber ſei aber
auch erwähnt, daß der Abg. der Volksrechtpartei, Dr. Beſt,
eben=
falls gegen die Senkungsanträge ſtimmte.
Seite 3
Spanien vor neuen Anruhen.
Schwere polikiſche Zuſammenſtöße in Madrid.
EP. Madrid, 11. Mai.
Die geſtern ſchon am frühen Morgen ausgebrochenen
Zuſam=
menſtöße zwiſchen Republikanern und Monarchiſten hatten ihren
Urſprung in einer Verſammlung der neugegründeten
monarchiſti=
ſchen „Vereinigung der Unabhängigen”. Am Sitz dieſer
Vereini=
gung hatten ſich etwa tauſend Monarchiſten verſammelt und beim
Anblick eines Autos mit Republikanern Hochrufe auf den König
und die Monarchie ausgebracht. Sofort war ein Handgemenge im
Gange. Republikanſche Anhänger zündeten ein anderes Anto,
das dem Chefredakteur der Zeitung „A. B. C.” gehörte, an. Dieſer
wurde von der Menge übel zugerichtet und ſchwer verletzt.
Bei einer in den Räumen der Zeitung „A. B. C.” von der
Polizei vorgenommenen Hausſuchung wurden einige
Waf=
fen gefunden. Daraufhin wurde die Schließung der
Zeitung „A. B. C.” angeordnet und der Beſitzer der
Zei=
tung verhaftet. Einige Kioske, die der Zeitung „E!
De=
bate” gehörten, wurden angezündet. Es kam hierbei zu Unruhen,
wobei der Führer einer Kraftdroſchke durch eine verirrte Kugel
ſchwer verletzt wurde. Der ehemalige Innenminiſter im Kabinett
Berenguer, Matos, den die Menge lynchen wollte, wurde ſchwer
verletzt. Im ganzen ſollen ſieben Perſonen ſchwer verletzt worden
ſein, von denen einer im Laufe des Abends geſtorben iſt.
Kommuniſten ſtecken Klöſter in Brand.
Der Montagvormittag war in der ganzen Stadt ruhig
ver=
laufen. Die Regierung hatte durch Militärflugzeuge Aufrufe
an die Arbeiterfchaft abwerfen laſſen, worin dieſe zur Aufnahme
der Arbeit aufgefordert wurden. Daraufhin traten zahlreiche
Autotaxen ihren Dienſt wieder an, zahlreiche Geſchäfte, die
wegen der Unruhen geſchloſſen hatten, begannen wieder ihre
Läden zu öffnen. Zahlreiche ſozialiſtiſche Redner hielten
An=
ſprachen an die ſtreikenden Arbeiter, in denen ſie über die
kom=
muniſtiſche Methoden aufgeklärt und aufgefordert wurden, den
Streik aufzugeben. In dieſer Zeit hatten die Kommuniſten
unterſtützt vom Pöbel ein im Stadtinnern gelegenes
Jeſu=
itenkloſter in Brand geſteckt. Es kam dabei zu
ſchwe=
ren Zuſammenſtößen zwiſchen der Polizei und den Kommuniſten,
bei denen es auf beiden Seiten Verluſte gegeben haben ſoll.
Die Menge hinderte die Feuerwehr mit Gewalt
daran, Löſchverſuche einzuleiten. Auch an drei
anderen Stellen der Stadt ſind Brände
ange=
legt worden. Wie bekannt wiro, ſteht auch das Kloſter
der Karmeliter am Platz von Spanien ſowie
ein Kloſter in einem Vorort in Brand. Zahlreiche
Banden von Kommuniſten durchziehen unter Abſingen von
kommuniſtiſchen Liedern die Stadt und fordern die Bevölkerung
zum Kampf gegen das Bürgertum auf.
Der Kriegszuſtand in Madrid verhängk.
In einem Miniſterrat, der am Montag mittag
zuſammen=
getreten war, hat die Regierung beſchloſſen, den Kriegszuſtand
in Madrid zu verhängen. Gegen 14 Uhr wurde das
Inkraft=
treten dieſer Maßnahme durch öffentlichen Ausruf der
Bevöl=
kerung bekanntgegeben.
Zunehmende Radikaliſierung in Spanien.
Am Montag gab die ſpaniſche Regierung zwei
bedeutungs=
volle Bekanntmachungen heraus. In der erſten wird die
vorüber=
gehende Schließung ſämtlicher Börſen in Spanien angeordnet. Die
zweite Bekanntmachung bezieht ſich auf die Ereigniſſe des
Sonn=
tags. Die Regierung habe ſich, ſo heißt es darin, in den letzten
24 Stunden außerordentlich gemäßigt gezeigt, ſie wolle aber jetzt
den Beſtand der Republik mit allen Mitteln verteidigen.
Zum Schluß erklärt die Regierung, folgende Beſchlüſſe gefaßt
zu haben: 1. Wiederverhaftung des Generals Berenguer, dem
erneut der Prozeß gemacht werden ſoll. 2. Sofortige Auflöſung
der höchſten Militär= und Marinegerichte, die die Freilaſſung
Berenguers verfügt hatten. 3. Verhaftung ſämtlicher
monarchi=
ſcher Führer. 4. Einleitung von Prozeſſen gegen alle
maßgeben=
den Leute, die während der Diktatur Uebergriffe begangen haben.
5. Gerichtsverfahren gegen die letzten monarchiſchen
Innenmini=
ſter wegen ihres Vorgehens gegen das Madrider Atheneum.
Ferner erklärt die Regierung, ſie habe den Kriegszuſtand
ausrufen müſſen zum Schutz der Republik, deren junges Leben
gleichermaßen von rechts und von links bedroht ſei. Von
Maß=
nahmen gegen die Kommuniſten, die die Klöſter angezündet
haben, ſteht nichts in den Regierungsbekanntmachungen. Die
Straßenpropaganda kommuniſtiſcher Elemente und das Erſcheinen
roter Flaggen mit Sowjetabzeichen nimmt zu.
kochen in die Brühe übergehen. Da er nun wußte, daß bei der
Verdauung die Salzſäure eine entſcheidende Rolle ſpielt, ſetzte
er dem Fleiſchſaft einige Tropfen Salzſäure zu und flößte den
ſo gewonnenen Extrakt teelöffelweiſe in beſtimmten
Zwiſchen=
räumen der Kranken ein, als ſie ſchon dem vollkommenen
Ver=
fall nahe war. Der Erfolg war der erhoffte. Die Kranke
ge=
nas allmählich unter der Einwirkung des weiter verabreichten
Extraktes.
Wie es oft der Fall iſt, ſo wurde auch Liebigs Experiment
damals von vielen Kreiſen mit unverhohlenem Widerſpruch
aufgenommen. Nur wenige ahnten, daß es dazu beigetragen
hatte, einen großen Teil der Nahrungsmittelinduſtrie zu
begrün=
den, deren Bedeutung heute längſt über jeden Zweifel erhaben
iſt. Fleiſchextrakt, Suppenwürfel und Nährpräparate aller Art
ſind heute Induſtrieerzeugniſſe geworden, deren Herſtellung
vie=
len Tauſenden von Arbeitern und Angeſtellten Brot gibt. Es
iſt gut, ſich ſolcher Tatſachen in einer Zeit zu erinnern, in der
man geneigt iſt, die außerordentlichen Auswirkungsmöglichkeiten
wiſſenſchaftlicher Laboratoriumsarbeit immer wieder zu
unter=
ſchätzen und daraus Schlüſſe zu ziehen, die nicht nur für den
Fortbeſtand unſrer Forſchung, ſondern auch für die
Weiterent=
wicklung der Menſchheit überhaupt von verhängnisvollem
Ein=
fluß ſein können.
G. E. R. Gedye: Die Revolver=Republik. Ueberſetzt von Hans Garduck,
mit einem Vorwort von Prof. Dr. Grimm, Eſſen. Gilde=Verlag,
G. m. b. H., Köln.
Hier ſchildert ein Engländer den Kampf um Rhein und Ruhr,
ſowie den von franzöſiſcher Seite inſzenierten Separatiſtenaufſtand, den
Höhepunkt dieſes Ringens, das dank der Treue und dem Opferſinn
des geſamten rheiniſchen Volkes zu einem Zuſammenbruch des
franzö=
ſiſchen Machtſtrebens am Rhein wurde. Gedye, der als engliſcher
Offi=
zier mit der Beſatzungsarmee nach Köln gekommen war und dort im
Stabe des Oberſten Ryan und ſeines Nachfolgers die erſten Jahre der
Beſatzung mitgemacht hatte, bis er ſich dem Journalismus zuwandte und
Times=Korreſpondent wurde, hat ſein Erleben in dem Buch „Die
Re=
volver=Republik” niedergelegt, in dem er „die Geſchichte von dem
ſtand=
haften Aushalten eines geſchlagenen Feindes in der dunkelſten Stunde‟
erzählt. Gedye übt in dem Buch eine vernichtende Kritik an dem
ver=
brecheriſchen Separatiſten=Geſindel, das bis 1924 das Rheinland
terrori=
ſierte. In ſeinem echt engliſchen Sinn für fair play ſchreckt er auch
vor ſchweren Anklagen gegen Frankreich nicht zurück und gibt uns Kunde
von dem heroiſchen Kampf des waffenloſen, zu jedem Opfer bereiten
deutſchen Volkes um Freiheit, Ehre und Recht gegen die Tyrannei
frem=
der Bedrücker. Innere Empörung lodert uns an manchen Stellen
dieſes Buches entgegen, ſo draſtiſch, ſo aufreizend, daß auch wir
unwill=
kürlich von ihr gepackt werden. Acht Jahre ſind ſeit dem Ruhreinfall
vergangen. Vergeſſen wir dieſen Ueberfall auf ein friedliches,
waffen=
loſes Volk nie! Und ſollten jemals Einzelheiten dieſes erbitterten
furcht=
baren Ningens in unſerer Erinnerung verblaſſen, ſo ruft ſie uns
Gedyes „Revolver=Republik” eindringlicher als alles, was je darüber
geſchrieben wurde, ins Gedächtnis zurick. Gedyes,Werk, wird als
Zeit=
b—r.
dokument bleibenden Wert beſitzen.
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Montag, den 11. Mai.
9. Sinſoniekonzerk.
Das Abſchiedskonzert von Dr. Karl Böhm ſtellte uns wieder
einmal recht vor Augen, wie bedauerlich es für Darmſtadt iſt,
daß die Leitung ſeines Muſiklebens ſo häufig in andere Hände
gelegt werden muß. Leider wiro dies auch an anderen Orten
mehr und mehr Sitte, in unſerer ſchnellebigen Zeit ſehnen
ſich viele Künſtler nach Veränderung. Dies bringt bei jedem
Wechſel eine weſentliche Beunruhigung in das Muſikleben und
dem Neuankommenden fällt es meiſtens nicht leicht, ſich raſch
die Herzen ſeiner Zuhörer zu erobern; ſobald er ſich aber reiche
Sympathie erworben hat, dann ſcheidet er wieder. Aus dieſem
Grund war der allzu frühe Tod von Michael Balling für
Darm=
ſtadt ein Unglück. Trotz einer gewiſſen Ungleichheit, die einem
ſo ſtark aus dem Augenblick und aus dem Temperament
her=
aus geſtaltenden Künſtler ſtets eigen iſt, war ſeine
Perſönlich=
keit ſo zwingend, daß er alle Hörer mit ſich fortriß. Seine
Bruckner=Konzerte werden unvergeßlich bleiben. Joſef
Roſen=
ſtock war geradezu das Gegenteil Ballings, ein überaus klarer,
abwägender, bewußt geſtaltender und peinlich genauer Dirigent,
deſſen ungeheurer Fleiß ihn in kurzer Zeit mit
außergewöhn=
lichem Erfolg an zahlreiche ſchwierigſte Aufgaben herantreten
ließ. Seit Jahrzehnten war die Präziſion des Spiels unſeres
Landestheater=Orcheſters nicht ſo vorbildlich, wie gerade unter
Roſenſtock. Aber bei aller Sorgfalt der Einſtudierung und bei
allem Temperament der Wiedergabe blieb bei Roſenſtock doch
oft eine gewiſſe Kühle bemerkbar, vielleicht war es ein Stück
der „neuen Sachlichkeit”, die ſich hier dokumentierte.
Und nun kam Dr. Karl Böhm, der warmherzige,
liebens=
wwürdige Künſtler, dem das Muſizieren wirkliche Herzensſache
iſt und deſſen Interpretation ſtets ſo klingt, als ob nicht
Nach=
grübeln über die Geheimniſſe der Partitur, ſondern freudiges
Verkünden ihrer Schönheiten ſeinen Geſtaltungswillen leitet.
Hatte Roſenſtock ſeiner ganzen Einſtellung nach die
zeitgenöſ=
ſiſche Muſik neuſten Stils mehr in den Vordergrund treten
laſſen, ſo dirigierte Böhm mit beſonderer Freude Werke
klaſ=
ſiſchen und romantiſchen Stils, und dafür war ihm das
konſer=
vative Darmſtädter Konzertpublikum aufrichtig dankbar. So
war ſein Abſchiedskonzert auch ein Klaſſikerabend, Haydn,
Mozart und Beethoven gelangten zur Aufführung. Von Haydn
hörten wir die von Roſenſtock währeno ſeines hieſigen Wirkens
zweimal zur Aufführung gebrachte Sinfonie Nr. 101 in D=Dur,
eine der Londoner Sinfonien, die 1794 entſtand. Es iſt ein
liebenswürdiges Werk, etwas gleichmäßig in den 4 Sätzen,
keinesfalls gehört es zu den bedeutendſten Eingebungen Haydns
in ſeiner letzten Periode. Seine Beliebtheit verdankte es ſchon
bald nach dem Entſtehen dem langſamen Satz, bei dem die
gleichmäßig pendelnde Begleitfigur der Sinfonie zu dem
Bei=
namen „die Uhr” verholfen hat. Am intereſſanteſten iſt das
Finale, deſſen geiſtvolle Durchführungsarbeit Haydn ſo recht als
Vorläufer Beethovens zeigt. Das Werk wurde auch heute
wieder ausgezeichnet wiedergegeben und in den raſchen Sätzen
geradezu virtuos geſpielt. Es folgte Mozarts „Kleine
Nacht=
muſik”, die entzückende Serenade für Streichorcheſter, in der
Mozart von ſeinem Salzburger Serenadenſtil, der noch ganz
ſuitenhaft war, abweicht, und die Form der Sinfonie wählt,
dem Inhalt nach aber die Sätze weſentlich von der Sinfonie
unterſcheidet. Das Werkchen gehört zu den unbekümmertſten,
ſonnigſten Einfällen Mozarts und wird ſeinen Wert behalten,
und bei den Hörern beliebt bleiben, ſolange noch Sinn für
Urſprünglichkeit und Natürlichkeit in der Kunſt beſteht.
Das Hauptwerk des Abends war Beethovens 5. Sinfonie,
deren Bedeutung im Schaffen Beethovens durch Dr. Otto
Schil=
ling=Trygophorus in unſerm Blatt eingehend gewürdigt wurde.
Böhms Geſtaltung war bedeutſam und überzeugend, für mich, ſo
oft ich die Sinfonie auch ſchon gehört habe, in vielen Dingen ganz
neu. Wie viele Dirigenten nahm er die Einleitungstakte mit dem
lapidaren Kopfmotiv langſamer und ſchloß ſich damit an
Beetho=
vens Wunſch an. Denn von deſſen erſtem Biographen Schindler
hören wir, daß Beethoven ſie in langſamerem Tempo,
gewiſſer=
maßen als Motto gewünſcht hat. Dann aber nahm Böhm im
1. Satz als Piano=Stellen lyriſcher als man es gewöhnt iſt, denn
die meiſten Dirigenten faſſen dieſe Partien erregter auf. Durch
ſeine Auffaſſung ſchuf er aber innerhalb des Satzes größere
Gegen=
ſätze, als man ſie ſonſt gewohnt iſt. Auch das Andante con moto
mit ſeinen herrlichen Variationen und den heroiſchen
Marſch=
zwiſchenſätzen wurde ſehr breit dargeſtellt und das an Stelle des
Scherzo ſtehende Allegro etwas ruhiger und weniger dämoniſch
als man es oft hört. Dieſe Zurückhaltung wurde aber dann
ver=
ſtändlich, ja in Böhms Wiedergabe ſogar als ſelbſtverſtändlich
emp=
funden durch den ſcharfen Gegenſatz, in dem nachher der letzte Satz
erſtand. In enormer Straffheit, und ſehr beſchwingtem Tempo
brach ſein wuchtiges Hauptthema elementar durch und das Ringen
ſeiner Durchführung hinterließ einen wahrhaft gewaltigen
Ein=
druck. So wurde der ſieghafte Schluß zu einer wahren
Jubel=
hymne, in ſeiner Wirkung ähnlich dem Schlußchor des Fidelio und
dem letzten Satz der 9. Sinfonie. Mit dieſer Aufführung machte
uns Dr. Böhm den Abſchied beſonders ſchwer. Seinem
groß=
artigen Geſtalten folgte, das Landestheaterorcheſter mit wirklich
begeiſterter und begeiſternder Hingabe. Die Energie der
Ton=
gebung bei den Streichinſtrumenten, die Klarheit in den
Bläſer=
ſtimmen war ausgezeichnet. Nach jedem Werk, ganz beſonders
aber nach der Beethoven=Sinfonie, wurde Generalmuſikdirektor
Dr. Böhm überaus lebhaft, herzlich und dankbar gefeiert,
Kon=
zertmeiſter Otto Drumm überreichte ihm namens des Orcheſters
F.M
einen großen Lorbeerkranz.
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und Frau Else
geb. Weiand
Darmstadt, den 10. Mai 1931.
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Dienstag, den 12. Mai 1931
Statt Karten.
Klaus Friedrich und Hanns Jürgen
sind am 9. Mai zur Welt gekommen.
In großer Freude
Waria Pabst, geb. Schuhmacher
Apotheker Ernst Ludwig Pabst.
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Riedeselstraße.
Nummer 131
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben
Mann, unſern herzensguten Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
Albert Lehrer
plötzlich und unerwartet, nach längerem ſchweren
Leiden zu ſich in die Ewigkeit zu nehmen.
In tiefer Trauer:
Marie Leyrer, Witwe
Albert Leyrer
Familie Heinrich Döring
Familie Ernſt Hartſtang
Familie Leyrer,
Heute verſchied nach kurzem aber ſchwerem Leiden
meine gute Schwiegermutter, unſere herzensgute
Großmutter und Urgroßmutter
Frau
Magdalene Hedderich Wwe.
geb. Dickel
im Alter von 86 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Magdalene Hedderich
Familie Fritz Hedderich
Karl Hedderich
Familie Jakob Balzer
und 4 Urenkel.
Darmſtadt, den 10. Mai 1931.
Die Einäſcherung findet Dienstag, den 12. Mai,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt,
Heute nacht entſchlief mein über alles
ge=
liebter Mann, unſer treuer Vater, Bruder
und Schwager
Ehrnnan Scheiz
präſident der Induſtrie=u. Handelskammer Mainz
Mitglied des Landtags.
In tiefer Trauer:
Tilly Scholz, geb. Schulßz
Dr. Karl Scholz
Hanna Scholz
Fannp von Eck, geb. Scholz
Rudolf Scholz
Alice Scholz, geb. Hupfeld.
Mainz, den 9. Mai 1934.
Die Einäſcherung ſindet dem Wunſche des Verſtorbenen
gemäß in aller Stille ſtatt. (7441
Darmſiadt, Herrenberg=Württemberg
den 10. Mai 1931.
(7484
Plötzlich und unerwartet verſchied am 10. Mai meine
innigſigeliebte Frau, unſere liebe Tochter, Schweſier,
Schwägerin und Tante
Pauiine Benz
geb. Reinheimer
nachdem ſie einem geſunden Söhnchen das Leben ge=
T7494
geben hatte.
In tiefer Trauer:
Arheilgen,
Heinrich Benz
Jahnſtraße 8
Darmſtädterſtraße 28. Familien Reinheimer u. Benz.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. ds. Mts., nachmittags
3½ Uhr. von der Leichenhalle des Arheilger Friedhofes aus ſtatt.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. ds. Mts.
um 3:, Uhr nachm. auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die erwieſene Teilnahme und die
Kranz=
ſpenden beim Heimgang unſeres lieben
EEnt=
ſchlafenen herzlichſten Dank.
Luiſe Spamer Wwe., geb. Volk
L. Spamer und Frau
Reg.=Baumeiſter a. D.
Fritz Spamer
stud. ing.
(7485
Darmſiadi, den 11. Mai 1931.
Nachruf.
Unſer langjähriger Mitarbeiter und Geſchäftsführer
Herr Philipp Hallſtein
iſt nach langem ſchwerem Leiden in Schömberg (Schwarzwald)
am 9. Mai d8. Js. verſchieden.
Herr Hallſtein hat ſich durch intenſives Eindringen in die
Sozialgeſetzgebung, ſein menſchlich entgegenkommendes Weſen,
ſeiner Pflichttreue und Arbeitsfreudigkeit das Vertrauen der
Kaſſenorgane erworben. Sein ſchweres Leiden, das er glaubte
überwinden zu können, hat ihn aus ſeiner aufreibenden
Tätig=
keit herausgeriſſen.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Darmſtadt, den 11. Mai 1931.
(7493
Vorſtand und Verwaltung
der Allg. Ortskrankenkaſſe Darmſtadt=Stadt.
Wanderluſt. Dame,
Ende 20er, ſucht
Anſchluß an
Gleich=
geſinnte. Zuſchrift.
unter N. 226 an die
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Alleinſtehender
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54 Jahre, möchte
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4=Pfd.=Werbepäckch.
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lami=, Vlieſen= und
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Heimgange unſerer
lieben Entſchlafenen
Frau Betty Dietz
geb. Röß
ſagen wir herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Friedrich Dietz.
Darmſtadt, den 11. Mai 1931.
Karlsſtr. 106.
Für alle uns erwieſene Liebe
aufrichtigen Dank.
Kanzleirat i. N. Karl Bahl
Familie Pfarrer Sperb, Weiz.
Darmſitadt, 11. Mai 1931.
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Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931
Ans der Lundesgadprftadt.
Darmſtadt, den 12. Mai 1931.
Inkendank Ebert nach Berlin berufen.
Wie aus Berlin gemeldet wird, hat die Städtiſche
Oyer A.G. am Montag nachmittag in ihrer Aufſichtsratsſitzung
unter dem Vorſitz des Oberbürgermeiſters Dr. Sahm den
Inten=
danten Ebert=Darmſtadt zum Intendanten der
Berliner Städtiſchen Oper gewählt.
Hierzu wird uns aus Berlin gemeldet: Die Entſcheidung
kommt etwas überraſchend. Die Verhandlungen gingen ſchon ſeit
Monaten hin und her. Eine ganze Anzahl von Bewerbern wurde
genannt, von denen ſchließlich 5 noch in der engeren Wahl blieben.
unter ihnen Ebert, außerdem der bisherige interimiſtiſche Leiter
der Oper, Dr. Singer, der Intendant des Mitteldeutſchen
Rund=
funk, Prof. Neubert=Leipzig, der Leiter der Berliner
Opernabtei=
lung des Rundfunks, Cornelis Bronsgeeſt, und der Intendant des
Aachener Stadttheaters, Strohm.
Ebert iſt ſchon vor einigen Tagen zu längeren Beſprechungen
mit dem Aufſichtsrat in Berlin geweſen. Man hatte aber
eigent=
lich angenommen, daß auch noch einige andere Bewerber zu einer
perſönlichen Rückſprache gebeten werden würden. Die
Sozial=
demokraten, die ſich beſonders ſtark für Ebert einſetzten, haben
aber mit ihrem großen Stimmeneinfluß eine ſofortige
Entſchei=
dung herbeigeführt und Ebert durchgedrückt. Seine Wahl ſoll,
wie uns vom ſtädtiſchen Nachrichtenamt verſichert wird, mit großer
Mehrheit erfolgt ſein, ſo daß die Sozialdemokraten noch
unter=
ſtützung aus der Mitte erhalten haben müſſen, obwohl von
ande=
rer Seite gegen ihn geltend gemacht wurde, daß Ebert kaum über
hinreichende Opernerfahrungen verfüge, um nach ſeiner
verhält=
nismäßig nur kurzen Darmſtädter Praxis der Schwierigkeiten in
Berlin Herr zu werden. Tatſächlich erwartet ihn keine leichte
Auf=
gabe. Der Vertrag mit Ebert wird in den nächſten Tagen
abge=
ſchloſſen werden. Man nimmt an, daß Ebert nach ſeiner Wahl
twieder nach Berlin kommen und die entſprechenden Abmachungen
treffen wird. Er wird ſein neues Amt aber wahrſcheinlich erſt
zu Beginn der kommenden Spielzeit übernehmen.
Seite 5
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Dienstag12. Mai
19.30. Ende vor 23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenick
Oſtdt. Volksb. Gruppe 1-1V
F11 Preiſe 1—10 Mf. 16, 18, 20.20 Uhr
Uſa=Bildſpiele
Borunterſuchung
Preiſe 1—2.60 Mk. Mittwoch,
13. Mai 19.30—22 Uhr
Turandot
B23, T. G. 1
Preiſe 1—10 Mk 19.30—22 15 Uhr
Die Wildente
Zuſatzmiete V 12
Preiſe 1 20—6 Mk. Donnerstag,
14. Mai 20—22.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Vorſtellung zu klein. Preiſer
Außer Miete
Preiſe 0.50—4 Mk. 19.30—22 15 Uhr
Zar und Zimmermann
Vorſtellung zu halb. Preiſen
Außer Miete
Preiſe 0.60 bis 3 Mk. Freitag,
15. Mai 19.,30—24.30 Uhr
Valerio
T, Gr. 4, 5 u. 6
Preiſe 1—10 Mk. 19.30—22.15 Uhr
Die Wildente
Zuſatzmiete V1.13
Preiſe 1.20—6 Mr. Samstag,
16. Mai —22 UIhr
Sturi im Waſſerglas
Vorſtellung zu halb. Preiſen
T. Gr. 2, 3, 7 u. 8
Preite 0. 50—5 Mk. 20 —22.30 Uhr
Liebesluſt
oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.50—2.50 Mr. Sonntag,
17. Mai 19,30 — 22 30 Uhr
Valerio
C23
Preiſe 1—10 Mk. 19.30—22.15 Uhr
Zum letzen Male:
Der Graue
Zuſatzmiete 1V,11
Preiſe 1—5 Mk.
Heſſiſches Landestheater. Der Hauptmann von
Köpenick” wird heute, Dienstag, im Großen Haus mit Günter
Haenel in der Titelrolle, in Szene gehen. — Die Wildente
von Ibſen wird morgen. Mittwoch, im Kleinen Haus, in der
er=
folgreichen Neuinſzenierung zum erſten Male wiederholt. —
Vorſtellung zu kleinen Preiſen. Die 30. Aufführung
des muſikaliſchen Luſtſpiels, Meine Schweſterund ich”
fin=
det Donnerstag, den 14 Mai, im Großen Haus, mit der
bekann=
ten Beſetzung, außer Miete, als Vorſtellung zu kleinen Preiſen
ſtatt.
R
19
3 30. Veranſtaltung.
— Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Die Einſchreibungen für
das Sommerſemeſter 1931 werden am Mittwoch, dem 13. Mai,
geſchloſſen.
() Anläßlich des 200. Geburtstages George Waſhingtons
ſpürde es das Amerikaniſche Generalkonſulat in Frankfurt ſehr
begrüßen, zu erfahren, ob in Muſeen oder Privatbeſitz Andenken,
Gemälde, Skulpturen uſw. irgendwelcher Art ſich befinden,
die ſich auf Georg Waſhington, Steuben oder den amerikaniſchen
Freiheitskrieg beziehen.
— Die Comedian Harmoniſts ſingen! Am 14. Mai, abends
8.15 Uhr, geben die famoſen 6 Comedian Harmoniſts im
Orpheum ein einmaliges Gaſtſpiel. Wer dieſe
ausge=
zeichneten Künſtler einmal gehört hat, muß ſie wieder hören! Wer
ſie nicht hört, hat Unwiederbringliches verſäumt! Was ſchreibt die
deutſche Preſſe? . . . Schleſiſcher Herold”; im Mittelpunkt
ſtan=
den die 6 Comedian Harmoniſts! Soll man ſie mit den Revellers
vergleichen. Sie ſind nicht nur mindeſtens ſo gut wie die
Revel=
lers, ſie ſind viel beſſer!! Es liegt ein Rhythmus in ihrem
Ge=
ſange, eine ſo herrliche Eigenart, daß das Publikum vor
Begei=
ſterung raſte und ein Beifallsgewitter über den großen Saal ſich
entlud! . . . „Leipziger Neueſte Nachrichten”: Und dann die
Co=
median Harmoniſts! Was dieſes einzigartige Enſemble (Biberti,
Collie, Cycowſki, Frommermann und Lechnikoff) unter dem
unge=
wöhnlich begabten Bootz am Flügel geſanglich leiſtet, darüber iſt
an dieſer Stelle ſchon ſo viel Lobendes geſagt worden, daß man
kaum Neues hinzufügen kann; ſie ſind ein Herzenstroſt, ein
Lab=
ſal, eine Seelenquickung, kurz. das beſte Heilmittel gegen den
Zeit=
ekel. Da ſie im Stück keine Einlagen ſingen dürfen, beſchenkten ſie
uns zum Schluß mit einigen ihrer Schlager. Biberti und
From=
mermann erfreuten außerdem im Stück ſelbſt durch eine witzige
Tanzparodie, und Bootz, der „Flügelmann”, holte ſich mit ſeiner
Tauber=Parodie einen Sonderapplaus. Der Beifall des
enthuſias=
mierten Publikums unterbrach oft minutenlang das Spiel auf der
Bühne; die Zugaben der Harmoniſts am Schluß habe ich nicht
ge=
zählt. — Karten ſind im Verkehrsbüro und bei H. deWaal
erhältlich. Kleine Preiſe von 1 Mk. an.
Zur 90. Geburtstagsfeier ihrer beiden
Ehrenmit=
glieder, der Herren Profeſſoren Heinrich Reinh Kröh
und Hermann Müller, hatte ſich die „Alt=Darmſtadt=
Ge=
meinde” am Geburtstagsabend in ſtattlicher Anzahl im
Eintracht=
ſaal zuſammengefunden. Zum Eingang gab der Protokoller, Herr
Hugo Stieſi der Aeltere, einen Bericht über die
Beſichti=
gungsfahrt nach Dreieichenhain und den damit verbundenen
Beſuch der Burgfeſtſpiele: „Die Geiſeln der Burg Hayn”.
zu der ſich eine zahlreiche Teilnehmerſchar zuſammengefunden
hatte. Dann ſprach der Redner des Abends, Herr Philipp
Weber, über das Leben und Schaffen der beiden Altmeiſter der
Kunſt. Der Redner gab in großen Umriſſen ein Lebensbild von
den Künſtlern und führte unter anderem etwa folgendes aus:
Es dürfte wohl kaum ein zweiter Fall aufzuweiſen ſein, der ein
ſo merkwürdiges Zuſammentreffen eines gemeinſamen
Geburts=
tages darſtellt. Sicher ſind viele landläufig in einer Stadt auf
den gleichen Tag geboren, daß aber zwei ſo gleichgeartete
Künſt=
ler in einer Stadt auf einen Tag der Licht der Welt erblickten,
dürfte wohl zu äußerſten Seltenheiten gehören, vielleicht auch
nur bei uns in Darmſtadt einzig daſtehen.
Das Geheimnis der Lebenskunſt ſcheint beiden Meiſtern eigen
zu ſein, denn noch in guter Rüſtigkeit dürfen beide ſich dieſes
Ehrentages erfreuen. Sie grüßen aus der Vergangenheit zu uns
herüber, ragen weit über das ſogenannte bibliſche Alter hinaus,
und von ihrem Leben darf am heutigen Tag geſagt werden: „Und
wenn ſie gleich alt werden, ſo ſollen ſie dennoch blühen, fruchtbar
und friſch ſein”, Beider Künſtlerherzen ſchlagen noch warm für
ihre Ideale, und jeder führt noch in ſeiner Art den Pinſel und
den Stift. Der Rangordnung nach wird es einem ſchwer, welchem
man den Vorzug geben ſoll, da ſie in ihrem Schaffen gleichwertige
Meiſter ſind. Da nun Meiſter Kröh der ältere iſt, er iſt angeblich
laut Kirchenbuch 33 Stunden früher geboren als ſein
Zwillings=
bruder Hermann Müller, wurde ſein Lebensbild zuerſt vorgeführt.
Da dies ſchon an anderer Stelle in dieſem Blatte gebracht wurde,
ſo ſoll nur noch weniges Perſönliches in dieſer Stelle geſagt
wer=
den: Heinrich Reinhard Kröh erblickte im Hauſe Ballonplatz 3
das Licht der Welt; und mit viel Liebe plaudert er in ſeinen
Jugenderinnerungen von dieſer Gegend, ſo beſonders auch von
dem Hauſe Alexanderſtraße 5, wo er ſeine Knabenjahre verleben
durfte, von dem Hinterhaus mit ſeinen Bewohnern, der ſteilen
Treppe, die er oft mit ſeinem Freunde Ludwig Hauſer, dem ſpäteren
Medizinalrat, hinunterrutſchte, von dem wunderlichen Feldwebel,
dem alten Gipsgießer, der ſich Bildhauer nannte, und von dem
Schuſter, der an der alten Stadtmauer ſeine Werkſtätte hatte und
zum Ergötzen der Knaben ſeine Lieder ſang. Als Schüler von
unſerem berühmten Landsmanne Auguſt Lucas fing er ſeinen
Studienweg an, der ihn dann nach München führte, wo er 1859
mit Karl Raupp, der ſchon etwas älter war und von dem er
viele Anregung empfing, im größeren Kreis von gleichſtrebenden
Freunden wie Loefftz Karl Ludwig Wilk, Paul
Weber u. a., die alle ſpäter bedeutende Künſtler wurden, ſeine
Studien machte. Der Redner ging des weiteren auf die Kunſt
des Meiſters, der Landſchafter durch und durch iſt und den wir zu
unſeren beſten Heimatkünſtlern zählen dürfen, ein und betonte, daß
es für uns heute ſo iſt, daß man die Werke ſeines Schaffens
lieb=
gewinnen muß, weil ſie reich ſind an Gemütswerten, erfüllt von
echter Poeſie, weil tiefes Heimatgefühl aus ihnen ſpricht und edler
Farbenſinn ſie verklärt.
Des weiteren ging der Redner auf das Leben des Altmeiſters
Hermann Müller, geboren im Hauſe Schulſtraße 17, ein,
der das gleiche Talent beſaß und urſprünglich wie ſeine Freunde
Eugen Bracht und Philipp Röth auch Maler werden
wollte, aber auf Wunſch ſeines Vaters davon Abſtand nahm und
Architekt wurde. Auch Hermann Müller war ein Schüler von
Auguſt Lucas dem er in ſeinem Skizzenbuch ein bleibendes
Denkmal geſetzt hat, mit Paul Wallot, dem ſpäteren Erbauer des
Reichstagsgebäudes, beſuchte er nach Schulabgang die von
Baltha=
ſar Harres geleitete Bauabteilung der Höheren Gewerbeſchule,
dann die Kunſtakademie in Berlin; ſpäter in Gießen gewann
Hugo v. Ritgen, der Wiederherſteller der Wartburg, ſtarken
Einfluß auf den begabten Schüler. Von hier aus machte Hermann
Müller dann ſeinen Weg über Darmſtadt, wo er Bauakzeſſiſt war,
nach Offenbach als Lehrer an die Kunſtgewerbeſchule und dann als
Lehrer und ſpäter als Profeſſor und langjähriger Direktor an der
Heſſiſchen Landesbaugewerkſchule in unſerer Stadt. Ein
ſchaffens=
reiches Leben hat auch dieſer Meiſter bis auf dieſen Tag hinter
ſich. Als Architekt hatte er einen Ruf, und Alfred Meſſel,
Bruno Harprechts Sommerſpielzeit im Kleinen Haus.
Das Darmſtädter Publikum wird die Nachricht mit Freuden
begrüßen ſeinen alten Liebling mit eigenem Enſemble während
der Sommermonate im Kleinen Haus ſpielen zu ſehen. Die
heitere Muſe wird wieder voll und ganz zu ihrem Recht
kom=
men, die Auswahl der Schlagerſtücke wie „Haſenklein macht
alles” „Zum goldenen Anker” Arm wie eine Kirchenmaus”,
(mit der entzückenden Hildegard Warſitz als Gaſt), „Konto X.”
„Niobe” und die neue muſikaliſche Bearbeitung Harprechts von
Spaniſche Fliege” (mit ihm als Klinke 50 Mal im letzten
Winter in Hamburg aufgeführt) verbürgen eine anregende
Spielzeit. Auf das Perſonal wird ſpäter hingewieſen werden.
Feſt verpflichtet ſind bis jetzt der fabelhafte Charakterkomiker
Bräuer, die pikante Salondame Soki, die Herren Gußmann,
Franz Victor, alle von den Hamburger Kammerſpielen. Vom
Schauſpielhaus Hamburg kommt die ſchöne Hilde Weißner als
erſte Salondame und neben unſerer Frieda Eichelsheim
wer=
den die Darmſtädter den jungen Robert Harprecht auf den
Brettern ſehen, welcher momentan am Altonaer Stadttheater
unter Jeßners Regie in dem Drama „der Tag I” ſich einen
Senſationserfolg holen konnte. Dazu ein Flor junger, feſcher
Frauen und Harprechtſche Geſamtregie, das alles verbürgt für
eine lebendige Spielzeit, die leider nur 6 Wochen währt und
für die von der Leitung ein Abonnement für alle Wochentage
ausgegeben wird.
Naf
Prassel-Kafee risch geröstet SChulstr. 10
Verbilligte Ausflugsſonderfahrten im Großkraftwagen. Der
letzte Sonntag hat durch das ſchöne Wetter eine große Zahl
Natur=
freunde an die Bergſtraße und in den Odenwald gelockt. Das
Reiſebüro Wilhelm Köhler, G m. b. H., Darmſtadt, Luiſenplatz 1,
Telephon 2418, hat es vortrefflich verſtanden, durch billige
Fahr=
ten eine große Anzahl Intereſſenten zu gewinnen und hat an
dem genannten Tage 10 Großkraftwagen nach dem Altrhein, der
Bergſtraße und dem Odenwald laufen laſſen, die voll beſetzt
waren. Genannte Firma hat auch für den Himmelfahrtstag zwei
ſehr intereſſante Fahrten zu billigen Preiſen zuſammengeſtellt, wie
aus der heutigen Anzeige erſichtlich iſt. Es empfiehlt ſich heute
ſchon, einen guten Sitzplatz zu ſichern und Fahrkarten im
Reiſe=
büro zu beſorgen, da der Vorverkauf bereits ſtark eingeſetzt hat.
(Alles nähere aus dem heutigen Inſerat erſichtlich.)
der Erbauer unſeres Landesmuſeums, ſagt von ihm, „daß er mit
großem Geſchick und feinem Takt bei ſeinen Arbeiten als Architekt
das Neue dem Alten anzupaſſen verſtanden habe. Aber ſeine
erſte Liebe, die Malerei, hat er doch nicht preisgegeben, er konnte
gar nicht anders, denn dieſe Kunſt gehört, mit zu ſeiner Art.
Neben vielen farbenfrohen Bildern aus Italien und Frankreich,
beſonders vielen Aquarellen, hat er eine überaus große Anzahl
Bilder aus unſerer Heimat und Umgebung mit dem Pinſel
feſt=
gehalten. Daneben iſt Hermann Müller der Freund vieler
ge=
worden durch ſeine ungezählten Skizzen, Bilderbogen,
Kunſtblät=
ter und dergleichen mehr. Es war faſt keine Veranſtaltung in
Darmſtadt, zu der er nicht Programme, Feſtkarten und ſonſtige
Skizzen zeichnete, und ſich bei allen Gelegenheiten in den Dien?
der Allgemeinheit ſtellte. Vom erſte Judithfeſte (1864) an war
er Jahr um Jahr Schöpfer der charakteriſtiſchen Programme und
Feſtkarten. 1865 zeichnete er den bekannten Handelsmann G.
Hirſch bekannt unde= dem Namen Schlawitzer” der alljährlich
zur Darmſtädter Meſſe kam. Der Stadtſchullehrer Geyer bat
Müller, die Zeichnung auf Stein drucken zu laſſen, um ſie für
einen wohltätigen Zweck zu verkaufen, was auch geſchah. Dies war
Hermann Müllers erſter Bilderbogen. Dann kam das
Kriegs=
jahr 1870/71, das ihm reiche Anregung zur Betätigung bot. Seine
Bilderbogen, die unter dem Titel „Zündnadeln” erſchienen, fanden
ſolchen Anklang, daß die Wagnerſche Druckerei und mit ihr alle
Darmſtädter Lithographen Tag und Nacht zu tun hatten, um die
Nachfrage zu befriedigen. Allenthalben fanden die Bogen
An=
klang, und ſogar die „Times” vom 25. Auguſt 1870 bezeichnete
rühmend die Bogen als „ſpeziell good. 28 Bogen kamen
heraus. Vieles andere folgte, und inſonderheit ſein „
Skizzen=
bich”, in dem er auf 19 Bogen den unverwüſtlichen Darmſtädter
Typ mit feinem Humor feſtgehalten hat, machte ihn zum Liebling
aller „Alt=Darmſtädter‟. Dieſe flott hingeworfenen Zeichnungen
bilden ein Stück Kultur= und Heimatgeſchichte von Alt=Darmſtadts
Bauten und Perſönlichkeiten, die nicht mehr ſind, und vieles wäre
heute unwiederbringlich verloren, wenn die Hand des Künſtlers
es auf dieſe Art nicht feſtgehalten hätte.
Gar manches Intime und Perſönliche wußte der Redner von
dem noch immer lebensfrohen Meiſter, mit dem er manches
Plau=
derſtündchen verleben darf, zu erzählen. Beide Meiſter
verkör=
pert ein gutes Stück „Alt=Darmſtadt” jeder von ihnen iſt eine
Eigenart und dabei eine ganze Perſönlichkeit, dabei gehen ſie
ſchlicht und einfach ihren Weg und gehören durch ihr freundliches
Weſen zu den beliebteſten Bürgern unſerer Stadt. Hermann
Müller wurde an ſeinem 80. Geburtstage von „Alt=Darmſtadt”
zum Ehrenmitglied ernannt, und an dem 90. hat es ſich der
Ver=
ein nicht nehmen laſſen, auch Meiſter Kröh dazu zu ernennen,
was durch die Ueberreichung einer von Herrn Maler Karl
Jor=
dan gezeichneten künſtleriſchen Urkunde beſtätigt wurde.
Eine Ausſtellung von auserleſenen Bildern beider Meiſter im
Eintrachtſaal, wo die Feſtfeier ſtattfand, gab Zeugnis von ihrem
Schaffen. Von Heinr. Reinh. Kröh: Partien von
Neunkir=
chen. Zwingenberg. Neuſtadt i. Odw., dem „
Rimdim=
dim”, deſſen Entdecker Meiſter Kröh iſt und der ihm auch den
Namen gab. Von Rodau, Kirch=Beerfürth. Wertheim und vielen
anderen Orten, die dem Beſchauer die Heimat lieb machten.
Ebenſo von Hermann Müllers Meiſterhand waren viele Schätze
wie Straßenſzenen aus Rom, Reapel, Pompeji uſw. ausgeſtellt.
Dann eine große Anzahl heimatlicher Bilder, wie z. B. Bilder aus
dem Park, vom Judenteich, Aquarelle vom alten Darmſtadt wie
Das alte Teichhaus, Die Stadtmauer, Der Hinkelsturm,
Ober=
waldhaus und vieles andere.
In Lichtbildern führte der Vortragende eine große Anzahl
feiner Bilder und Skizzen von beiden Meiſtern vor, die von dem
reichen Schaffen und der Vielſeitigkeit der Künſtler Kunde gaben.
Die Bilder waren eine wirkſame Illuſtration zu dem Vortrag,
und als die beiden Meiſter ſelbſt im Bilde auf der Leinwand
er=
ſchienen, wollte der Jubel nicht enden.
Es war eine feine Feierſtunde, die der Verein „Alt=
Darm=
ſtadt” ſeinen Ehrenmitgliedern widmete. Mit einem poetiſchen
Gruß von Louis Geiſt und vom „Philipp” an die
Geburts=
tagskinder klang die Feier aus.
Der 2. Vorſitzende. Herr Wilhelm Kaminſky, dankte
dem Redner des Abends für ſeine Darbietungen, die mit
dank=
barem Beifall aufgenommen wurden.
Nächſte Veranſtaltung am 21. Mai: Vortrag von Herrn
Re=
gierungsrat Reuter über: „Die Unruhen in Heſſen im Jahre
1848‟.
Wie wir aus Bäckerkreiſen erfahren, hat das Bäckerhandwerk
eine Erhöhung des Brotpreiſes um 1 Pfennig pro Pfund
be=
ſchloſſen. Das Bäckerhandwerk hatte ſich verſchiedentlich mit der
heſſiſchen Regierung in Verbindung geſetzt, und dieſe hat auch in
Berlin Schritte unternommen, um eine Senkung des Mehlpreiſes
herheizuführen. Das Bäckergewerbe iſt der Auffaſſung, daß der
Brotpreis ſchon ſeit einiger Zeit hätte erhöht werden müſſen, wie
dies ſchon in Rheinheſſen vor 2 Wochen und in Frankfurt und
Umgebung letzte Woche geſchah. Die Innung habe ihre
Innungs=
verſammlung deshalb einmal verlegt, um die Wirkung der
Regie=
rungsſchritte abzuwarten. Nachdem jedoch die ſehr hohen
Mehl=
preiſe ſich nicht ſenken und die von der Reichsregierung nach
Zei=
tungsnachrichten vorgeſehene Senkung ſich vorausſichtlich auf
Ber=
lin beſchränke, konnte der Aufſchlag nicht mehr vermieden
wer=
den. Er ſei jedoch mit Rückſicht auf die Wirtſchaftsnot weiter
Kreiſe nur in Höhe etwa der Hälfte des Betrages erfolgt, der
ge=
rechtfertigt wäre.
— Stadtorcheſter im Herz=Jeſu=Hoſpital Darmſtadt. Wie im
ſchönen Maimonat, wo ſich ſo manches frohe Menſchenherz in
Gottes freier Natur erfreut, wurde den armen Kranken, die dieſen
Genuß entbehren müſſen, als Erſatz im Herz=Jeſu=Hoſpital wieder
eine genußreiche Stunde bereitet durch künſtleriſche muſikaliſche
Darbietungen des hieſigen Stadtorcheſters unter trefflicher Leitung
und gefühlvoller Stabführung des Herrn Stadtkapellmeiſters
Schlupp. Der Leiter des gutgeſchulten Orcheſters verſtand es,
durch die wohltuende Abwechſelung der Muſikſtücke bei den
Kran=
ken frohe Stimmung hervorzurufen. Nicht weniger trug der
warme, ſonnige Maitag zur Mittagszeit bei, dieſe Stunde zu
ver=
ſchönern, wobei das Zwiegeſpräch der Singvögel ihre Melodien
harmoniſch zur beſonderen Geltung brachte. Wie üblich, ſo wurde
auch dieſe künſtleriſche muſikaliſche Darbietung der harmoniſchen
Klänge durch die Lautſprecher des Radios, welche Eigentum des
Herz=Jeſu=Hoſpitals ſind, zu den beiden Häuſern den Kranken
umgeleitet, ſo daß den Pfleglingen dieſer muſikaliſche Genuß voll
und ganz gegeben werden konnte. Gerne werden die Kranken
die=
ſer gebotenen Feierſtunde des Städtiſchen Orcheſters eingedenk ſein
und wünſchen alle ſtill ein Wiederſehen.
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
Erwerbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte,
Kriegerhinterblie=
bene, Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am 15. Mai 1931,
vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
Seite 6
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. In außerordentlicher Sitzung verhandelte das
Bezirks=
ſchöffengericht am Samstag gegen einen 41jährigen
Eiſenbahnbetriebsaſſiſtenten wegen
Sittlich=
keitsverbrechens und gegen ſeine Frau wegen
Bei=
hilfe. Der Angeklagte wird beſchuldigt, in den Jahren 1925 bis
1930 ſeine Stieftochter fortgeſetzt vergewaltigt zu haben. Seine
Frau ſoll ihn dabei unterſtützt haben. Der Angeklagte führt in
ſeinem Verhör des langen und breiten aus, daß das Mädchen, ein
uneheliches Kind ſeiner Frau und ſein Mündel, ein ganz
ver=
worfenes und verlogenes Geſchöpf ſei. An allem ſei kein Wort
wahr, ſie habe alles rein erfunden, um ſich an ihm, der ſie ſehr
ſtreng erzogen habe, zu rächen und um ungehindert mit einem
jungen Mann, der ihm nicht genehm geweſen ſei, zu gehen. Die
Frau beſtätigt die Ausſagen des Mannes. Das Mädchen, das
dann vernommen wird, macht gleichmäßig und ruhig ſeine
Aus=
lagen. Zahlreiche Zeugen bekunden, daß der Angeklagte ſeine
Tochter außerordentlich ſtreng gehalten habe, daß er von einer
geradezu auffallenden Liebe und Eiferſucht zu dem Mädchen
be=
ſeelt geweſen ſei. Andere Zeugen ſtellen dem Mädchen ein
durch=
aus gutes Zeugnis aus. Nach ſechsſtündiger Verhandlung
bean=
tragt der Staatsanwalt 1½ Jahre Zuchthaus für den Angeklagten.
Das Gericht vereidigte zunächſt die Tochter, auf deren Ausſagen
ja die ganze Anklage aufgebaut iſt. Das Gericht verurteilte dann
den Angeklagten gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu
1½ Jahren Zuchthaus. Vier Monate der
Unterſuchungs=
haft werden angerechnet. Die Frau erhält wegen Beihilfe zwei
Monate Gefängnis mit fünf Jahren Bewährungsfriſt. Bei der
Verkündung des Urteils bricht die Frau ohnmächtig zuſammen.
Schon die Eidesleiſtung der Tochter hatte ſie fürchterlich erregt.
Der Angeklagte, der bis zuletzt ſeine Unſchuld beteuerte, will
Berufung verfolgen.
Gefängnis für leichtfertige Autler.
Aw. Wegen fahrläſſiger Tötung und
fahrläſ=
ſiger Körperverletzung hatte ſich am Montag die 21
jäh=
rige Tochter eines Hannoveraner Theaterdirektors
vor dem Bezirksſchöffengericht zu verantworten. Die
Familie fuhr im Januar dieſes Jahres von Hannover nach
Hei=
delberg. Voran Vater und Tochter in dem kleinen Fordwagen
der Tochter, hinterher der Chauffeur mit dem großen Wagen des
Vaters. Sie fuhren eben hinter Darmſtadt in Höhe der
kerami=
ſchen Fabrik, als ein Milchlieferwagen vor ihnen herfuhr, den
die Tochter gerne überholen wollte. Beim Ueberholen kam
gleich=
zeitig ein Perſonenwagen von Eberſtadt. Hinterrad des
Ford=
wagens und Vorderrad des anderen Wagens ſtießen zuſammen,
ſo daß der Perſonenwagen einen Radbruch erlitt, auf der durch
Schneefall glatten Straße ins Schleudern kam, gegen den zweiten
Wagen des Theaterdirektors ruſchte und mit voller Wucht gegen
einen Baum flog. Dabei wurde ein eben des Weges kommender
Bäckerburſche mit ſeinem Fahrrad erfaßt und in hohem Bogen in
den Straßengraben geſchleudert, wo er tot liegen blieb. Es wird
nun dem jungen Mädchen zur Laſt gelegt, daß es fahrläſſigerweiſe
überholte trotzdem ein Auto entgegenkam, und der Chauffeur
wird beſchuldigt, zu dicht hinter dem zweiten Auto hergefahren zu
ſein. Das Mädchen behauptet, das vordere Auto habe ſie nicht
vorbeigelaſſen ſie ſei einige Zeit nebenher gefahren, und deshalb
habe der Unfall nur paſſieren können. Die teils verletzten
In=
ſaſſen des entgegenkommenden Autos behaupten, ſie ſei ganz
plötz=
lich von hinten hervorgeſchoſſen. Es kommen dann die
ausführ=
lichen Gutachten der zwei Sachverſtändigen. Der vom Gericht
ge=
ladene Sachverſtändige hält die Schuld des Mädchens für
erwie=
ſen, denn ſie habe das Ueberholen zweifellos nicht nach ihren
An=
gaben vorgenommen. Den Chauffeur hält er für ſchuldlos, da er
ſich in genügender Entfernung gehalten hatte. Der zweite, von
der Angeklagten geladene Sachverſtändige berechnet durch genaueſte
Meſſungen, daß die Straße längſt breit genug war, daß das
Mäd=
chen gefahrlos überholen konnte, und daß die Schuld eher bei dem
entgegenkommenden Fahrzeug gelegen habe, das augenſcheinlich
im letzten Moment zu weit nach links gefahren ſei. Der
Staats=
anwalt kann dem letzten Gutachten jedoch keinesfalls zuſtimmen,
ſondern beantragt vier Monate Gefängnis, da bei der
allzu großen Leichtfertigkeit des Mädchens eine Geldſtrafe hier
nicht am Platze ſei, das Gericht erkennt demgemäß. Der
Chauf=
feur wird freigeſprochen.
Es kommt dann eine zweite Verhandlung wegen
fahrläſ=
ſiger Körperverletzung gegen einen 21jährigen
Chauffeur aus Sprendlingen. Der junge Mann fuhr
eine Anzahl Arbeiter in einem Omnibus über Land, als plötzlich
die Steuerung verſagte und das Fahrzeug gegen die Bäume fuhr,
wodurch das halbe Chaſſis eingedrückt und acht Perſonen teils
ſchwer, teils leicht verletzt wurden. Es ſtellte ſich heraus, daß ſich
durch einen Schraubenbruch ein Bolzen gelöſt hatte, und es wurde
weiter feſtgeſtellt, daß der Bruch ſchon ein alter war und bei
rich=
tigem Nachſehen entdeckt hätte werden müſſen. Der Chauffeur
gibt auch zu. den Motor vor der Fahrt nicht weiter geprüft zu
haben, ſo daß das Gericht ihn wegen fahrläſſiger Körperverletzung
zu zwei Monaten Gefängnis mit vier Jahren
Bewäh=
rungsfriſt verurteilt.
Zum Schluß kommt eine Anklage gegen einen 22jährigen
Frankfurter Studenten wegen unerlaubten
Zwei=
kampfesmit tödlichen Waffen. Auf einer
Beſtimmungs=
menſur im Neuen Schießhaus war ſein Gegner von ſeinem
Schlä=
ger derart durchſtochen worden — der Stich ging von oben rechts
durch die rechte Lunge, Herzbeutel, Lungen= und Körperſchlagader,
linke Lunge hinten wieder raus —, daß er auf der Stelle tot
war. Da allgemeine Unklarheit über den ganzen Vorfall herrſcht,
keiner will ihn richtig beobachtet haben, nimmt das Gericht
zu=
gunſten des jungen Mannes an, daß der Stich ſich bereits in der
Kampfnauſe ereignete, ſo daß lediglich der 8 205 St. G B.
Anwen=
dung finden kann und verurteilt, ihn zu fünf Monaten
Feſtung. Nach Verbüßung von zwei Monaten erhält der junge
Mann vierjährige Bewährungsfriſt.
Johann Strauß mit ſeiner Künſtlerſchar auf der Anreiſe
nach hier. Bekanntlich findet am Donnerstag das mit großem
In=
tereſſe erwartete einmalige Konzert dieſes bekannten Wiener=
Walzer=Dirigenten ſtatt, das, wie überall, ſo auch hier ein
außer=
gewöhnliches Ereignis zu werden verſpricht. Karten bei
Chri=
ſtian Arnold am Weißen Turm und am Tage der Veranſtaltung
ab 11 Uhr vormittags an der Feſthalle. Rundfunkhörer erhalten
Ermäßigung. Beſonders ſei darauf hingewieſen, daß das Konzert
ohne Reſtauration als Stuhlkonzert ſtattfindet.
— Ausſtellung. In „Blumen und Kunſt” Wilhelminenſtr. 33,
iſt zurzeit eine Reihe von Bildniſſen der Darmſtädter
Porträt=
malerin Elſa Pfiſter=Kaufmann ausgeſtellt. Die Werke, ſämtlich
aus Darmſtädter Privatbeſitz, zeigen durchweg das reife Können
und die hohe maleriſche Tradition der Künſtlerin, gepaart mit
einer ſeltenen Ziel= und Inſtinktſicherheit für Aufbau, Form,
Farbe und Ausſchnitt. Die Ausſtellung wird vorausſichtlich etwa
10 Tage geöffnet ſein.
Stadtkrankenhaus Darmſtadt. Die Beſuchszeiten für
Himmelfahrttag und Pfingſten: Himmelfahrttag, 14. Mai 1931,
Pfingſtſonntag und Pfingſtmontag, 24. und 25. Mai 1931. von
11 bis 12 Uhr vormittags. Am Freitag, den 15. Mai, und
Diens=
tag, den 26. Mai d. J., fallen die Beſuchsſtunden am Nachmittag
aus.
Oeffentliche Impftermine werden vom nächſten Mittwoe
ab in der Rundeturmſchule, in der Ohlyſchule ſowie in der Morne
wegſchule abgehalten. Die näheren Termine hierfür ſind aus de
heutigen Bekanntmachung zu erſehen.
26. Bezitkstag des Kurzſchrift=Beziuks Darmſtadt
in Langen
F. Der Kurzſchrift=Bezirk Darmſtadt, in dem die vier Kurzſchrift=
Gaue (Gau Darmſtadt. Dreieichgau, Niedgau und Odenwaldgau) mit
rund 2000 Mitgliedern zuſammengeſchloſſen ſind, hielt am letzten
Sams=
tag und Sonntag in Langen ſeinen 26. Bezirkstag ab. Die Tagung
wurde in der üblichen Weiſe durch eine Vereinsvertreter=
Verſammlung, die am Samstag nachmittag im Gaſthaus „Zum
Adler” ſtattfand, eröffnet. Der Bezirksvorſitzende, Peter Heißt=
Eber=
ſtadt, der die Verſammlung leitete, begrüßte hier als Vertreter der
Stadtverwaltung Langen, Herrn Bürgermeiſter Zimmer, der in
ſei=
ner Antwort hierauf hervorhob, daß die Stadt Langen von jeher die
ſtenograbhiſche Wirkſamkeit der Kurzſchriftvereine als kulturelle Arbeit
anerkannt und gefördert habe und dies auch in Zukunft tun werde.
Er dankte für den Beſchluß, der dazu geführt habe, die 26.
Bezirks=
tagung in Langen abzuhalten und wünſchte ihr einen guten Verlauf.
Die Verſammlung, zu der alle Bezirksbereine Vertreter entſandt
hat=
ten, nahm den Jahresbericht des Bezirksvorſitzenden, den Kaſſenbericht
des Rechners und den Reviſionsbericht der Kaſſenprüfer entgegen.
Her=
vorzuheben iſt die Stellungnahme der Vereinsvertreter zur Frage der
Handelskammerprüfungen. Sie forderten vom Vorſtande, daß er die
ihm zweckmäßig erſcheinenden Schritte zur Beibehaltung der
amtlichen Vorprüfung unverzüglich unternehmen ſolle. Für
den aus dem Prüfungsausſchuß für die Handelskammerprüfung
aus=
ſcheidenden Rechnungsdirektor Werner wurde der Vorſitzende des
Gabelsberger Stenographenvereins von 1861 Darmſtadt. Verwaltungs=
Oberinſpektor Peter Meyer, einſtimmig gewählt. Der
Bezirksvor=
ſitzende wies darauf hin, daß der 51. Verbandstag des Heſſiſchenaſſ.
Kurzſchrift=Verbandes am 4. und 5. Juli 1931 in Darmſtadt
ſtat=
finden werde. Die Mitteilung, daß der heſſiſche Staatspräſident Dr.
Adelung das Protektorat dieſes mit dem Jubiläum
des 70jährigen Beſtehens des Gabelsberger
Steno=
graphenvereins von 1861, in Darmſtadt
verbun=
denen Verbandstags übernommen habe, löſte bei den
Vereins=
vertretern Gefühle lebhafteſter Dankbarkeit und Freude aus, kommt
doch in dieſer Tatſache die Anerkennung und Wertſchätzung der
Ver=
bands= und Vereinsarbeit auf ſtenographiſchem Gebiet in unſerer
enge=
ren Heimat durch höchſte ſtaatliche Stellen zum Ausdruck.
Am Samstag abend veranſtaltete die Stenographen=Vereinigung
Langen (1897) im Gaſthaus „Zum Adler” zu Ehren der Feſtgäſte einen
würdig verlaufenen Feſtkommers, bei dem nach einem
einleiten=
den Muſikſtück und einem von Fräulein Ria Gerhardt ſchwungvoll
vorgetragenen Prolog, der Vorſitzende der genannten Vereinigung,
Schäfer, und der Bezirksvorſitzende Heißt Begrüßungsanſprachen
wechſelten. Der Geſangverein „Männer=Quartett” Langen machte ſich
durch ſeine beifällig aufgenommenen, in vorzüglichſter Weiſe zum
Vor=
trag gebrachten Chöre, von ſeinem Vorſitzenden Werner dirigiert, um
das gute Gelingen des Abends ſehr verdient. Erwähnt zu werden
ver=
dient auch die anerkennenswerte Leiſtung des Violinkünſtlers Georg
Herth=Langen, ein Mitglied des Stenographenvereins Langen, der
ebenfalls den Beifall des Publikums ernten durfte. Reizend ſahen die
ſchmucken 12 Turnerinnen, die der Turnverein „Vorwärts” Langen
(D.T.) geſtellt hatte, aus, die mit rbythmiſchen Uebungen und Reigen
das Auge entzückten und dankbaren Jubel beim Publikum auslöſten.
Die ſodann noch von Fräulein Doris Struck, eines Mitglieds des
Heſſ. Landestheaters und Tochter der Stadt Langen, aufgeführten Tänze
boten einen beſonderen künſtleriſchen Genuß. Jeder Affekt der Muſik,
die ihre Partnerin, Fräulein Emmy Radelt, auf dem Flügel ſpielte,
verſchaffte ſich in Bewegungen ihres geſchmeidigen und gelenkigen
Kör=
pers Luft. Sie geſtaltete den Rhythmus in vollendeter Weiſe zur
be=
wußten Kunſtform. Die Impulſe, welche jedem Körper Lebenskraft
und Lebensluſt vermitteln, wirkten durch ihre Tänze auf die Seele des
Publikums und verſprühten den Ueberſchuß ihres Gefühls in einem
wunderſamen graziöſen Spiel ihrer Glieder. Nicht endenwollender
Bei=
fall folgte jedem einzelnen Tanz, und die Künſtlerin mußte, um das
Publikum zu befriedigen, ſich zu mehreren Zugabe=Tänzen entſchließen.
So berlief der Abend nicht nur in ſchönſter unterhaltender, ſondern
auch in recht künſtleriſch geſtalteter Weiſe, eingerahmt durch
Muſikvor=
träge einer leiſtungsfähigen Kapelle der Stadt.
Am Sonntag vormittag gelangte unter der Leitung des
Wettſchreib=
obmanns, Stadtinſpektor Ludwig Krapp=Darmſtadt, das
Bezirks=
wettſchreiben in der Realſchule und der Wallſchule zur
Durch=
führung, zu dem mit den Frühzügen etwa 400 Wettſchreiber in Langen
eingetroffen waren. Ihm ſchloß ſich um 11.30 Uhr im Saalneuban
„Zum Lindenfels” ein Feſtakt an, in dem Kammerſtenograph Michael
Winkler=Darmſtadt einen Vortrag über: „Kurzſchrift und
Jugend” hielt. Nach einem gemeinſamen Mittageſſen verſammelten
ſich die Jünger der Kurzſchrift in dem zuletzt genannten Saale zu einer
Schlußfeier, bei der eifrig dem Tanze gehuldigt wurde. Um 6.30
Uhr wurde das Ergebnis des Wettſchreibens verkündet und die
Ver=
teilung der Ehrenpreiſe, die in der Hauptſache von Geſchäftsfirmen der
Stadt Langen geſtiftet waren, vorgenommen. Von den im ganzen 399
Wettſchreibern erzielten: 45 erſte und Ehrenpreiſe, 338 erſte Preiſe und
31 dritte Preiſe. Eine preiswürdige Höchſtleiſtung wurde in der
Ab=
teilung 240 Silben von Hans Fiſcher=Darmſtadt (61 Darmſtadt)
ge=
liefert, dem dafür der Ehrenpreis der Stadt Langen zuerkannt wurde.
* Die „Eisheiligen” ſtreiken!
In dieſem Jahr erfreulicherweiſe keine Maifröſte zu befürchten.
Keine Kälterückfälle im Mai? — Die jetzige kühle Witterung
vor=
übergehend. — Die übliche Luftdruckverteilung der „geſtrengen
Herren” bleibt wahrſcheinlich aus.
Die „Eisheiligen” ſchienen ſich ſchon in den letzten Tagen mit
Regen, Gewittern und kühler Luft anzukündigen, denn am Ende
der vorigen Woche wurde das ſchöne und warme Sommerwetter,
das ſeit Anfang Mai geherrſcht hatte, von rauher Herbſtluſt
ab=
gelöſt. Da die berüchtigten Tage der „geſtrengen Herren” vom
11. bis 13. Mai nahe ſind, ſo fürchtete man nicht mit Unrecht, daß
ſich auch in dieſem Jahre dieſe Maikühle, unangenehm bemerkbar
machen werde. Aber erfreulicherweiſe hat es den Anſchein als
ob in dieſem Jahre die Eisheiligen” ſtreiken wollen. Die Angſt
der Landwirte vor den Maifröſten iſt vorausſichtlich diesmal
un=
berechtigt, wenn die weitere Entwicklung der Wetterlage das hält,
was ſie augenblicklich verſpricht. Auch die kühlen Tage am Ende
der erſten Maiwoche haben ja noch keine Kälte gebracht. Das
Thermometer war gnädig und hat auch in den kälteſten Gegenden
immer noch 7 Grad Wärme angezeigt. In den warmen
Land=
ſtrichen wurden dagegen ſchon — beſonders in Schleſien — 25 Grad
Wärme gemeſſen. Wenn nicht alle Anzeichen trugen, werden auch
dieſe Teile unſeres Vaterlandes, die augenblicklich noch über kühles
und regneriſches Wetter zu klagen haben, in kurzer Zeit eine
er=
freuliche Umgeſtaltung der Wetterlage zu verzeichnen haben, denn
die Luftdruckverteilung iſt dem Beginn von Maifröſten nicht
günſtig. Im Gegenteil! Sie iſt ſo, wie man ſie ſich im Frühling
wünſcht. Gefürchtet iſt um die Zeit der „Geſtrengen Herren” die
Depreſſion im Süden, der ein Hochdruckgebiet im Norden
unan=
genehm gegenüberſteht. Dieſe Konſtellation bildet ſich
ſeltſamer=
weiſe ſehr häufig gerade im Mai aus, ohne daß man die Urſache
kennt. Sie iſt die Urſache der Maikälten, die mal früher, mal
ſpäter auftreten. Die Zeit der „Geſtrengen” Herren” oder „
Eis=
heiligen”” muß es nicht gerade ſein. Mamertus Pankratius und
Servatius, die „Eismänner”, haben zwar ihre Tage am 11., 12.
und 13. Mai, aber die Maikälte kommt oft früher, manchmal ſogar
erſt im Juni. In dieſem Jahr aber wird vorausſichtlich das heiß
erſehnte „Azorenhoch”, das die Witterung Mitteleuropas günſtig
zu beeinfluſſen geeignet iſt, die Herrſchaft an ſich reißen, und
an=
ſtatt der rauhen und eiſigen Nordwinde die das Mark in den
Knochen erſchaudern laſſen und im Mai die Sehnſucht nach einem
warmen Ofen und einem ſteifen Grog wach werden laſſen, werden
ſüdliche warme Winde wehen und uns mit mildem Hauch
um=
ſchmeicheln. Zwar beſteht die Möglichkeit, daß kleine Störungen
dieſes erfreulichen Zuſtandes in Erſcheinung treten werden, aber
ſie dürften kaum die Geſamtlage ungünſtig beeinfluſſen können.
Nun wollen wir im Intereſſe der Landwirtſchaft und der
durch=
gefrorenen Menſchen hoffen, daß nicht ein böſer Geiſt dieſe ſchönen
Ausſichten wieder zunichte macht und über Nacht eine neue
Wet=
terkonſtellation herbeiführt, durch die die rauhen Eismänner doch
noch zu ihrem Rechte kommen können. Die beſten Ausſichten ſind
aber vorhanden, daß die „Eisheiligen” ſtreiken.
— Städt. Akademie für Tonkunſt. Die Probe des Akademie=
Chors am Mittwoch, den 13. d. M., fällt aus. Die nächſte Probe
findet am Mittwoch, den 20. Mai, wie immer ſtatt.
Die große Wiederſehensfeier des Inf.=Leibrgts. Großh Nr. 117
ſowie ſeiner Erſatz= und Kriegsformationen (1. und 2. Erſ.=Batl.
117. R.=J.=R. 222, Landwehr 93, 94, Inf=Rgt. 186, 358 390 625,
Musketen=Batl 1 und 2. Armierung 108, 116 und 134) findet,
wie bereits bekannt, in den Tagen vom 30. Mai bis 1. Juni zum
erſten Male in der alten Garniſonſtadt Mainz, die am längſten
und ſchwerſten unter Beſatzung gelitten hat, ſtatt. Es ſind folgende
Veranſtaltungen vorgeſehen: Am 30. Mai: Gedächtnisfeier an der
Regimentsehrentafel auf dem Friedhof, Begrüßungsabend in der
Stadthalle mit Fahnenweihe des Mainzer Vereins. Am 31. Mai:
Kirchgang, Regimentsappell auf dem Kaſernenhof der
Alice=
kaſerne, anſchließend Feſtzug durch die Stadt. Nach Auflöſung
kompagnieweiſes Mittageſſen in den Standquartieren. Ab 3 Uhr
kameradſchaftliches Zuſammenſein bei großem Militärkonzert. Ab
8 Uhr „Rheiniſcher Abend” mit Tanz in der Stadthalle. Am
1. Juni, nachmittags: Dampferfahrt auf dem Rhein mit
Unter=
brechung in Bingen. Rückkehr gegen 8 Uhr. Es ergeht nochmals
an alle auswärtigen Kameraden der dringende Ruf: „Macht euch
für dieſe Tage frei und kommt zu unſerer Wiederſehensfeier nach
Mainz!” Sofortige Anmeldung an den Kameraden A. Reith,
Mainz, Obere Zahlbacher Straße 68. Ein jeder werbe an ſeiner
Stelle.
Fahrpreisermäßigung für Kriegsbeſchädigke.
Die Kriegerkameradſchaft „Haſſia”. Verband der
Kriegsbeſchä=
digten und Kriegerhinterbliebenen. Darmſtadt. Ahaſtr. 5. bittet
uns, nachſtehendes bekannt zu geben:
Die Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft gewährt auf Antrag des
Verbandes der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen im
Deutſchen Reichskriegerbund „Kyffhäuſer” vom 1. Mai 1931 ab
den Kriegsbeſchädigten eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung
bei allen Reiſen, die ausgeführt werden
„zum Aufſuchen der Beratungsſtellen, die von der amtlichen
Kriegsbeſchädigtenfürſorge oder von den im Reichsausſchuß
der Kriegsbeſchädigten= und Kriegerhinterbliebenenfürſorge
vertretenen Kriegsbeſchädigtenverbänden eingerichtet ſind, in
Angelegenheiten der Arbeits= und Berufsfürſorge der
Kriegs=
beſchädigten”.
Als Ausweis zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung wird für
jede einzelne Fahrt eine Beſcheinigung der amtlichen
Fürſorge=
ſtelle für Kriegsbeſchädigte nach vorgeſchriebenem Muſter darüber
verlangt, daß die Entſendung mit der Dienſtbeſchädigung
zuſam=
menhängt und als notwendig anerkannt worden iſt. Außerdem
muß bei der Rückfahrt die Beratungsſtelle beſcheinigen, daß die
Beratung der Kriegsbeſchädigten, ſtattgefunden hat. Mit der
Aus=
dehnung der Fahrpreisermäßigung auf die Beratungsſtellen der
Kriegsbeſchädigtenverbände iſt die Vergünſtigung für die bisher
im Tarif vorgeſehenen Beratungsſtellen der Gewerkſchaften
weg=
gefallen.
In dem oben erwähnten, beim Reichsarbeitsminiſterium
be=
ſtehenden Reichsausſchuß der Kriegsbeſchädigten= und
Krieger=
hinterbliebenenfürſorge ſind außer dem bereits genannten
Kyff=
häuſerverband noch folgende Verbände vertreten: der Reichsbund.
der Reichsverband, der Zentralverband, der Internationale Bund,
der Bund erblindeter Krieger und der Deutſche Offizierbund.
— Gauwanderung des Main=Rhein=Gaues der Deutſchen
Tur=
nerſchaft. Alljährlich im Mai findet in der geſamten Deutſchen
Turnerſchaft eine Fürhjahrs=Gauwanderung — Goetzwanderung —
ſtatt. Tauſende von D.T.=Angehörigen ſtrömten am Sonntag vor
Himmelfahrt hinaus in die erwachende Natur. So hat auch der
Main=Rhein=Gau am Sonntag ſeine gemeinſame Wanderung
durchgeführt. Rüſſelsheim a. M. war das Ziel der
Turnerwan=
derer „Aus den verſchiedenen Richtungen trafen die Turnerinnen
und Turner um 11.30 Uhr auf dem Platze des T.V. Rüſſelsheim
ein. Lachende Sonne und der grüne Raſen brachten ſo recht die
Stimmung für die beginnende Feierſtunde. Gauwanderwart
Mül=
ler begrüßte die nahezu 400 zählende Schar, und die anſchließende
Anſprache von Gauvertreter Roth gab den Teilnehmern einen
Einblick in die Bedeutung dieſes Wandertages. Er gedachte des
langjährigen Vorſitzenden der D. T., Goetz, nach dem dieſe
Gau=
wanderung benannt iſt, aber auch des verſtorbenen Vaters der
Jugend, Turnbruders Bender, der nur zu früh aus unſeren
Reihen ſcheiden mußte. Auch der deutſchen Mutter huldigte er
— aus Anlaß des Muttertages — die Jugend an Kindespflicht
und Kindesliebe gemahnt. Das Lied „Ein Ruf iſt erklungen”
leitete von dieſer Feierſtunde zu den allgemeinen Frejübungen
über, die den Abſchluß der Wanderung bilden mußten, denn ein
großes Ereignis ſtand ja noch bevor: Opel=Beſichtigung. Die gute
Vorbereitung durch den dortigen T.V. machte es den älteren
Mit=
gliedern möglich, dieſes große Werk zu beſichtigen, und wenn auch
die Arbeit ruhte, ſo bekam man doch einen Begriff von der Größe
dieſes Weltunternehmens. In reichlich ausgedehnter Zeit war es
möglich unter Führung von Angeſtellten der Fabrik die
verſchie=
denen Räume der Autofabrikation zu ſehen. So manchem
Tur=
ner oder auch Turnerin konnte man die Sehnſucht nach ſolch einem
ſchönen Ding” an den Augen ableſen. Die Jugend dagegen
folgte einer Einladung des Heimatvereins und beſichtigte die
Feſtung. Den Geſamtabſchluß der Wanderung bildeten einige
vergnügte Stunden im Heime des T.V. Rüſſelsheim. Dank allen
Führern durch die Opel A.G., Dank aber auch der Leitung, und
nicht zuletzt den Turnbrüdern aus Rüſſelsheim für die gute
Vor=
bereitung.
— Vortrag im Kampfbund für Deutſche Kultur. Auf vielfach
geäußerten Wunſch hat ſich Herr Dr. Werner Kulz bereit
erklärt, ſeinen Vortrag „Kulturumſturz?” für diejenigen,
die am Donnerstag, den 7. Mai, am Beſuch der Veranſtaltung im
Saalbau verhindert waren, in einem kleineren Vortragsraum zu
wiederholen. Ob die gewünſchte Wiederholung des Vortrages
ſtattfindet, richtet ſich nach der Anzahl der Zuhörer=Anmeldungen.
Einzeichnungsliſten hierzu liegen in den Buchhandlungen
Carius, Schulſtraße 10, und Waitz, Eliſabethenſtraße 16, auf.
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VI. 4632
[ ← ][ ][ → ]Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931
Aukomobilkolonnen in Darmſtadk.
* Geſtern nachmittag hatte, vor dem Hotel Traube eine Benz=
Mercedes=Automobilkolonne für kurze Zeit Aufſtellung
genom=
men. Es waren eine ganze Reihe eleganter Perſonenkraftwagen,
die am Sonntag an der Schönheitskonkurrenz in Wiesbaden
teil=
genommen und mehrere erſte und zweite Preiſe erzielt hatten. Die
ſchnittigen Limouſinen und Cabriolets waren durchweg
außer=
ordentlich bequem, geräumig und vollkommen ausgeſtattet. Die
8138 PS Wagen zeigten, wie alle Wagen, in der
Lackie=
rung eine ſehr vornehme und aparte
Farbenzuſammen=
ſtellung. In der Kolonne befanden ſich Innenlenker bis zu
30/150/200 PS ſowie Luxus=Limouſinen. Das 15/75 PS
Sport=
cabriolet mit Schnellganggetriebe erweckte das ganz beſondere
In=
tereſſe des Publikums, ebenſo wie die eleganten vierſitzigen
Cabriolets der Type 3/38 und 10/50. Ein offener 18/80 P8 „
Nür=
burg” erhielt außer dem erſten Preis ſeiner Klaſſe eine
Sonder=
auszeichnung, das „Goldene Band” der Stadt Wiesbaden.
Wir hören von gut unterrichteter Seite, daß die Adam Opel
A. G. in dieſem Jahre als Auftakt für das beginnende Laſtwagen=
Saiſon=Geſchäft eine großzügig angelegte Karawanen=Kampagne
organiſiert hat. In 27 verſchiedenen deutſchen Großſtädten
wer=
den „Fliegende Laſtwagen=Ausſtellungen”, ſog. „Karawanen”,
zu=
ſammengeſtellt. Eine der direkt von Rüſſelsheim ſtartenden
Ka=
rawanen wird am 12. Mai auf dem Luiſenplatz eintreffen und
dort Aufſtellung nehmen. (Vgl. auch Anzeige.)
Seite 7
— Feier der Angeſtelltenjugend. Wir wollen Ihnen keine
hochwertigen künſtleriſchen Leiſtungen bringen, ſondern der heutige
Abend ſoll dazu dienen, den Eltern und den Gäſten ein Stück aus
unſerer Jugendarbeit zu zeigen. So ſagte der Jugendſekretär des
Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten (GDA) bei der
Veranſtal=
tung am Samstag abend. Der Jugendbund im GDA. Ortsgruppe
Darmſtadt, hatte recht, daß er für ſeine Feier, dieſe Vortragsfolge
wählte. Reicher, herzlicher Beifall zeigte, wie ſich die Eltern und
Gäſte an dieſem Leben und Treiben freuten. Die Muſikanten
ſpiel=
ten flotte Märſche und Wanderlieder. Ein Sprechchor hieß die
Anweſenden willkommen. Ein Junge brachte ein Violinſolo
klang=
ſchön und rein zum Vortrag. Rezitationen aus dem Leben des
kaufm. Lehrlings bildeten die Brücke zwiſchen Jugendlichen und
Gäſten. Dann kamen alte Volksweiſen zum Vortrag. Welch
rei=
chen Schatz wir beſitzen, kam hier wieder einmal ſo recht zur
Gel=
tung. Friſch und frei klangen die Stimmen der jugendlichen
Sän=
gerinnen und Sänger, während die Muſikanten die ſchönen Weiſen
begleiteten. Der Vorſitzende der Ortsgruppe Darmſtadt des GDA.,
Herr Jayme, rief den Anweſenden ein herzlichs Willkommen zu.
Ein heiteres Spiel aus dem Leben des kaufm. Lehrlings nannte
ſich eine kleine Aufführung. Fritz, der Lehrling, ſoll nicht denken
und nicht wagen irgend etwas zu tun, was er nicht befohlen
be=
kam. Was dabei herauskam, zeigte dieſes kleine Spiel, denn Fritz
ſchrieb bei einem Diktat alles auf, was geſagt wurde. Dann
ka=
den heitere Bilder auf der Leinwand, die zeigten, daß ein Brief
recht humorvoll wirken kann, wenn gedankenlos gearbeitet wird.
Dieſe kurze Vorführung gab Veranlaſſung, auf die
Scheinfirmen=
arbeit hinzuweiſen. Die Firmen hatten ihre Warenmuſter und
Büroeinrichtung mit einem Teil der Korreſpondenz, Buchhaltung
(Durchſchreibeſyſtem) ausgeſtellt. Die Anweſenden konnten hier
einen Einblick in dieſe Arbeit nehmen. Der Lehrling wird am
Abend in ſeinem Scheinfirmenkurſus Abteilungsleiter und noch
mehr. Er unterſteht einer ſcharfen Kontrolle ſeiner Mitarbekter
und der anderen Scheinfirmen im deutſchen Reiche, ſowie vielen
ausländiſchen Plätzen. Ein weitverzweigtes Netz gibt hier die
Möglichkeit, den Lehrling mit allen Arbeiten, die im kaufm.
Be=
trieb vorkommen, bekannt zu machen. Einige Anweſende, die dieſe
Arbeit jetzt aus der Nähe kennen lernten, äußerten ſich ganz
be=
geiſtert, da dieſe Art Schulung dem Lehrlinge Gelegenheit geben
würde, ſeine Kenntniſſe praktiſch anzuwenden. Dabei iſt zu
be=
achten, daß die Teilnahme an dieſen Kurſen vollſtändig koſtenlos
iſt. Gaujugendſekretär Gg. Droſt aus Frankfurt a. M. ſagte in
ſeiner Anſprache, daß der Einheitsverband der deutſchen
Angeſtell=
ten, der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (GDA.) ſeine Arbeit
leiſten wolle unter der Loſung: Für Stand und Volk.
Auf nationaler Grundlage ſtehend, jedoch frei von allen
par=
teipolitiſchen Einflüſſen, will der GDA. die Jugend zu tüchtigen
Menſchen heranziehen, die ſpäter im Leben ihren Mann ſtellen.
Die Scheinfirmenarbeit zeige, daß nicht in ſtarrer Weiſe am Alten
feſtgehalten werde, ſondern immer wieder verſucht wird, die
Aus=
bildung ſo vorzunehmen, daß der Lehrling allen Anforderungen
gerecht werden kann. Andere Kurſe dienen ebenfalls zur
Ver=
tiefung des Gelernten. Darüber hinaus pflegt der Jugendbund
Fröhlichkeit und echte Kameradſchaft. Jungenſchaften und weibl.
Gruppen nehmen auf die beſonderen Intereſſen der Geſchlechter
Rückſicht. Die Jungengymnaſtik, die vorgeführt wurde, habe dies
ja gezeigt. Wanderungen ſollen dazu dienen, die Jugend mit ihrer
ſchönen Heimat bekannt zu machen, damit ſie das Land in dem
ſie leben auch lieben lernen. Freiwillig ſich einordnen heißt
wirklich frei ſein. Wir wollen mit dazu beitragen, Deutſchland
wieder empor zu führen. Nicht durch Worte, ſondern durch die Tat
wollen wir beweiſen, daß es uns ernſt iſt mit unſerer Arbeit.
Zum Schluß richtete er an die jugendlichen Gäſte die Bitte,
ſich zu den Heimabenden, die jeden Dienstag ab 20.30 Uhr im
GDA.=Heim, Riegerplatz 3, abgehalten werden, einzufinden.
Mitt=
wochs und Freitags ſind dann die Geſchäftsabende der
Schein=
firmen Rin u. Raus und Köper und Kretonne an gleicher Stelle.
Jeder kaufm. und techn. Lehrling iſt herzlich willkommen.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber die Dirigenten= und
pianiſtiſche Tätigkeit des Herrn Vogt werden uns nachſtehende
Kritiken zur Verfügung geſtellt: Remſcheider Generalanzeiger:
A. Vogt als Pianiſt. Die Muſiker unter Oberborbeck vollbrachten
mit der Wiedergabe von Hindemiths Klavierkonzert eine ganz
außerordentliche Leiſtung. Vor allem A. Vogt, der den irrſinnig
ſchwierigen, meiſt in einem zweiſtimmigen Fugato ſich ergehenden
Klavierpart meiſterte. Meiſterte in des Wortes wahrhafter
Be=
deutung. — Kapellmeiſter Aug. Vogt begleitete am Flügel, und
die von ihm in überaus klarer Gliederung und Feſtigkeit
vorge=
tragene Chromatiſche Fantaſie und Fuge in D=Moll von Joh. Seb.
Bach war eine Meiſterleiſtung pianiſtiſchen Könnens und
muſi=
kaliſcher Geiſtigkeit — Vogt als Dirigent. Berg.
Abend=
blatt. (Die drei Musketiere.) In wertvoller Mitarbeit A. Vogt
am Dirigentenpult, deſſen Umſicht und Können der Zuſammenhalt
des muſikaliſchen Gefüges zwiſchen Bühne und Orcheſter glänzend
gelang. — Mittag: Kapellmeiſter Vogt brachte mit Schwung und
ſcharfem Empfinden die reißeriſchen Akzente dieſer Muſik in
wir=
kungsvollen Kontraſt zu ihren feineren, anmutigeren Elementen.
— Wuppertaler Generalanzeiger: (Meine Schweſter und ich.)
A. Vogt leitete mit Schwung und Umſicht das Orcheſter.
Stim=
mungsvoll war das Zwiſchenſpiel vom Vorſpiel zum erſten Akt
herausgebracht. — Remſcheider Generalanzeiger: (Meine
Schwe=
ſter und ich.) Das Publikum hörte es gern, ſchon weil A. Vogt
mit ſeinem Orcheſter das alles ſo nett macht. Rhythmiſch ſo pikant
akzentuiert. — Bergiſche Neueſte Nachrichten. Aug. Vogt ſpornte
das Orcheſter an und ließ die Weiſen und Jazzſchlager im richtigen
Tempo uns ins Blut hämmern.
Tagung des Starkenburger Provinzialtages. Am Mittwoch,
20. Mai, nachmittags 2 Uhr, tritt im Rathaus zu Darmſtadt der
Provinzialtag der Provinz Starkenburg zu einer öffentlichen
Sitzung zuſammen. Neben der Feſtſetzung der endgültigen
Steuer=
ſätze für 1930 werden der Voranſchlag der Provinz für 1931 und
die Steuerſätze für 1931 behandelt werden.
Gewerbeausſtellung in Reichenbach.
„O. Unter Anweſenheit von Vertretern der Behörde, der
Ge=
meinden, der Vereine und Körperſchaften, ſowie ſämtlicher
Hand=
werksmeiſter von Reichenbach und Umgebung wurde am
Sams=
tag nachmittag um 3 Uhr die hieſige Gewerbeausſtellung eröffnet.
Der Vorſitzende des Gewerbevereins Reichenbach, Schloſſermeiſter
Peter Weyhrauch, begrüßte die Anweſenden. Er ſchilderte,
wie der Gedanke, eine Ausſtellung zu veranſtalten, aufgetaucht
und dann nach reiflichen Erwägungen in die Tat umgeſetzt
wor=
den ſei. Den einheimiſchen Induſtrien ſprach er ſeine
Anerken=
nung dafür aus, daß ſie auch ihrerſeits für das Zuſtandekommen
der Ausſtellung beigetragen hätten. Ferner gab er der Hoffnung
Ausdruck, daß all die aufgewandte Arbeit und Mühe nicht
ver=
geblich geweſen ſein möge und eröffnete die Gewerbeausſtellung
mit dem alten Handwerkerſpruch: „Gott ſegne das ehrbare
Handwerk!”
Als Vertreter des Kreisamts Bensheim ſprach Herr
Regie=
rungsrat Dr. Fuchs. Er dankte für die Einladung,
entſchul=
digte Herrn Kreisdirektor Reinhardt, der verhindert geweſen ſei,
und ſpricht die beſten Wünſche der Kreisverwaltung aus. Er
be=
wundert die Tatkraft des Gewerbevereins, und ermuntert die
Handwerker, den Mut nicht ſinken zu laſſen. Seine Ausführungen
ſchloß er mit dem Wunſche und der Hoffnung, daß das Handwerk
wieder erſtarken möge. Herr Bürgermeiſter Mink=
Rei=
chenbach überbrachte die Glückwünſche der Gemeinde und des
Verkehrsvereins. Es ſei die erſte Veranſtaltung dieſer Art, die
in Reichenbach ſtattfinde. Der Zuſammenhalt und die Einigkeit
der Gewerbetreibenden, die durch dieſe Ausſtellung bekundet
wür=
den, ſei freudig zu begrüßen, und er hoffe, daß die Veranſtaltung
von Nutzen ſein möge für das Handwerk und die Gemeinde. Als
nächſter ſprach Herr Beigeordneter Krenkel=
Bens=
heim. Es ſei ſelbſtverſtändlich bei den guten Beziehungen
zwi=
ſen Reichenbach und Bensheim, daß ein Vertreter Bensheims
an=
weſend ſei. Er überbrachte die herzlichſten Wünſche der Stadt
Bensheim und des Verkehrsausſchuſſes der Bergſtraße. Herr
Bür=
germeiſter Dr. Angermeier ſei leider verhindert geweſen zu
kom=
men. Herr Krenkel ſchilderte den ſchweren Stand, den das
Hand=
werk heute habe, ermutigte zum Zuſammenhalt und wünſchte
beſten Erfolg. Herr Rektor Eiſenhardt, der Leiter der
Gewerbeſchule Bensheim, führte etwa folgendes aus: Wenn das
Handwerk heute ſich aufrafft, eine Ausſtellung zu veranſtalten, ſo
ſei dies kein frohes Feſt, ſondern eine aus der Not der Zeit
ge=
borene Maßnahme, die der Kundſchaft ſagen ſoll: Geht nicht
aus=
warts! Auch hier bei uns iſt gut zu kaufen. Er würde es
be=
grüßen, wenn in jedem Dorf eine ſtändige Ausſtellung der
Er=
zeugniſſe des einheimiſchen Gewerbes bewerkſtelligt werden könnte.
Ferner ſei ſein Wunſch eine Gewerbehalle in Bensheim, in der
kleine leichtverkäufliche Einzelſtücke der Handwerkskunſt aller
Berufe der Umgebung zur Ausſtellung und zum Verkauf gebracht
werden könnten. Der Erfolg würde an einer Verkehrsader, wie
ſie die Bergſtraße darſtelle, nicht ausbleiben. Es drehe ſich heute
darum, Kundſchaft zu werben, damit das Handwerk ſeinen
golde=
nen Boden wieder finde. Er freue ſich darüber, daß die
Ausſtel=
lung ſo geſchmackvoll aufgebaut und ſo ſchön geworden ſei. Er
gratuliert dem Gewerbeverein hierzu und hofft, daß auch der
pekunjäre Erfolg nicht ausbleiben möge. Die Glückwänſche der
Handwerkskammer überbrachte Herr Scherer=
Auer=
bach. Er wünſchte dem Handwerk in dem mit Waſſerkraft und
Bodenſchätzen ſo reich geſegneten Lautertal Wachſen, Blühen und
Gedeihen. Als Vertreter des Gewerbevereins ſowie des
Ver=
kehrsvereins Bensheim ſprach Herr Gewerbelehrer Stoll.
Die enge Verbundenheit zwiſchen Reichenbach und Bensheim habe
ſich immer gezeigt. Und wenn die Stadt Bensheim hier offiziell
vertreten ſei, ſo dürften ganz beſonders die Vereine Bensheims
nicht fehlen. In der Förderung der Intereſſen des Brudervereins
müſſe man die Förderung der Intereſſen des eigenen Vereins ſehen.
Beſonders der Verkehrsverein Bensheim fühle ſich als Schuldner
Reichenbachs. Er habe es nicht vergeſſen, daß die Reichenbacher
beim letzten Winzerfeſt unter Aufwand von Mühe und Koſten mit
der „Rieſenſäule” beim Feſtzug den Vogel abgeſchoſſen hätten.
Herr Stoll hofft, daß die guten Beziehungen der beiden Orte auch
weiterhin beſtehen bleiben möchten und wünſcht der Ausſtellung
gutes Gedeihen. Als nächſter Redner ſprach Herr Lehrer
Scherer=Auerbach. Er überbrachte die beſten Wünſche des
Gewerbevereins Auerbach und gibt die Zuſage, daß die
Auer=
bacher durch den Beſuch der Ausſtellung im Laufe der Woche ihre
Sympathien dem Bruderverein gegenüber zum Ausdruck bringen
werden. Auf die Erfahrungen hin, die in Auerbach gemacht
wurden, ſtellt Herr Scherer feſt, daß eine Ausſtellung
frucht=
bringend ſei. Sie ſtärke den Verein durch Neueintritte, ſie
for=
dere den Ehrgeiz und die Leiſtungsfähigkeit der einzelnen
Hand=
werker und erwecke in der Kundſchaft das lobende Urteil: „Das
hätte ich von dem nicht erwartet!“
Herr Dipl.=Ing. Schleſe=Jugenheim überbrachte
als letzter der Redner die Grüße, des dortigen Gewerbevereins.
Er verſprach den Beſuch der Jugenheimer und berichtete, daß auch
in der dortigen Lokalpreſſe den Kurgäſten, die eine Wanderung
ins Lautertal unternehmen, der Beſuch der Ausſtellung empfohlen
wurde. In ſeinem Schlußwort dankte der Vorſitzende und
Aus=
ſtellungsleiter Peter Weyhrauch allen Vertretern. Er gab
der Freude Ausdruck, daß die Veranſtaltung den Beifall aller
gefunden habe und gelobt im Namen der Handwerker, daß ſie,
beſſeren Zeiten entgegenſehend, auch weiterhin in Fleiß und
Tat=
kraft durchhalten wollten. Zum Schluß wurden alle Anweſenden
zu einem Rundgang durch die Ausſtellung eingeladen. Es würde
hier zu weit führen, all das aufzuzählen, was ſich dem Auge
dar=
bietet. Nicht weniger als 40 Ausſteller aus allen Berufszweigen
haben ſich bemüht, ihr Beſtes zu zeigen. Es kann nur immer
wie=
der geſagt werden: Kommt und ſeht! Jeder Bewohner des
Lauter=
tals und ſeiner Umgebung muß einmal in der Gewerbeausſtellung
in Reichenbach geweſen ſein!
— Kriegerverein Darmſtadt. Monatsverſammlung.
Nach kurzem Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes folgte
Ge=
dächtnis für die neuerlich verſtorbenen Kameraden Prof. Rupp,
Schuhmachermeiſter Roth und Ober=Poſtſchaffner Friehl durch
Er=
heben von den Sitzen. Dann folgte eine Ausſprache über den bis
jetzt vorgenommenen und noch in Ausſicht ſtehenden Abbau der
Renten der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen. Die
Anweſenden nahmen mit großer Entrüſtung von bevorſtehenden
Maßnahmen Kenntnis, bezeichneten die von dem Kyffhäuſerbund,
der Kriegerkameradſchaft Haſſia, ſowie die in gleichem Sinne von
dem letzten Bezirkstag und den vereinigten Kriegervereinen
Darmſtadts ausgeſprochenen Proteſte als berechtigt und wiederholte
einſtimmig nochmals die deshalb ausgeſprochenen Proteſte dahin,
die K. K. Haſſia möchte durch den Kyffhäuſerbund mit allen zu
Gebote ſtehenden Mitteln darauf drängen, daß die
verantwort=
lichen Stellen nicht nur von weiteren Abbaumaßnahmen Abſtand
nehmen, ſondern entſprechend der Entſchließung des Reichstags
vom 2. Februar 1931 Schritte ergreifen, damit die durch die
Notverordnung vom 26 Juli 1930 und die durch das
Reichs=
arbeitsminiſterium verfügten Sparmaßnahmen eingetretenen
Härten in der Reichsverſorgung auf dem ſchnellſten Wege beſeitigt,
oder zu mindeſtens auf das Weſentlichſte gemildert werden.
An=
ſchließend folgte der mit großem Intereſſe und allſeitigem Beifall
aufgenommene Vortrag des Kam. Anton über „Die Burg
Fran=
kenſtein, ihre Entſtehung und Verfall”. An Hand eines
Grund=
riſſes, für jede Bauepoche in anderer Farbe kenntlich gemacht,
wurde jedes einzelne Bauwerk und ſein ehemaliger Zweck
erläu=
tert und anſchließend der Verfall der Burg auf Grund
geſchicht=
licher Aufzeichnungen geſchildert. Die muſterhaften
Muſikvor=
träge einer Abteilung ehemaliger Militärmuſiker unter Leitung
des Kam. Obermuſikmeiſter Rühlemann trugen ſehr beifällig zur
Unterhaltung des Abends bei.
— Das Union=Theater zeigt ab heute Douglas, Fairbank und
Mary Pickford in „Der Widerſpenſtigen Zähmung”. Regie: Sam
Taylor. Wie viele haben Shakeſpeare geleſen? Wer möchte nicht
ſein klaſſiſch=witziges Werk im Film kennen lernen? Das
berühm=
teſte Künſtlerehepaar der Welt, Douglas Fairbanks und Mary
Pickford treten in dieſem Werk zum erſten Male zuſammen auf
Dazu ein gutes Beiprogramm.
— Im Helia=Theater ſieht man ab heute Anny Ondra, den
beliebten Luſtſpielſtar, und Vlaſta Burian, den glänzenden
Komi=
ker, in der neuen Tonfilm=Humoreske „Er und ſeine Schweſter”
nach der gleichnamigen Poſſe von Bernhard Buchbinder Roda=
Roda, der auch eine Hauptrolle ſpielt, hat dieſe Poſſe für den
Film bearbeitet. Die Regie führt Carl Lamac. Der Film bringt
eine Fülle der urkomiſchſten Senſationen. Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft heute zum letzten Male
der humorvolle Tonfilm „Moritz macht ſein Glück”, mit dem
be=
liebten Komiker Siegfried Arno. Jugendliche haben Zutrikt.
Nun noch heute gelangt der Ufa=Tonfilm „
Vorunter=
ſuchung”, mit Albert Baſſermann und Guſtav Fröhlich in den
Hauptrollen, im Kleinen Haus des Landestheaters zur
Auffüh=
rung Im Beiprogramm läuft die aktuelle Ufa=Tonwochenſchau,
ein luſtiger Zeichen=Trickfilm und der ſehenswerte Kultur=
Ton=
film „Tone, die nie verklingen” der in Form einer Bild= und
Ton=Reportage die Entſtehung der Schallplatte veranſchaulicht.
Die Vorſtellungen beginnen um 16 Uhr, 18 Uhr und 20.20 Uhr.
— Klavierabend. Auf den heute Dienstag, den 12. Mai,
abends 8 Uhr, im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues
ſtatt=
findenden Klavierabend von Elly Neh wird hiermit nochmals
be=
ſonders hingewieſen. Karten bei A. Bergſträßers Buchhandlung,
Wilhelminenſtraße 29 (Tel. 121), Klavier=Arnold, Ecke Erbacher
Straße (Tel. 2457) und an der Abendkaſſe.
— Grabſchänder auf dem Alten Friedhof. Nieder=Ramſtädter
Straße, am Werk. Man ſchreibt uns: Am Samstag habe ich das
Grab meiner Mutter mit friſcher Erde neu hergerichtet, etwas
geſät, Geranien gepflanzt und ringsum gekieſt. Als ich mit meinen
Angehörigen am geſtrigen Muttertag das Grab beſuchte, waren
ſämtliche Geranien geſtohlen.
— Hausfrauenbund. Heute Mitgliederverſammlung um 4 Uhr
im Gartenſagl des Saalbaues. Intereſſanter Vortrag mit
Licht=
bildern von Frau Elli Hoffmann=Wiesbaden: Geſundheitliche und
kulturelle Einflüſſe bei der Entwicklung der Frauenkleidung.
Ap. Der einſame Schwan. Es war ein ſtolzes Schwanenpaar,
das ſeine Kreiſe durch das Waſſer des Steinbrücker Teiches zog
und eine verträgliche und glückliche Ehe führte, der auch der
Kin=
derſegen nicht fehlte. Denn als es Frühling geworden baute Frau
Schwänin ſich ein Neſt im Schilf und erſchien nach drei Wochen
mit drei allerliebſten Schwänchen, die, von den Eltern treulich
ge=
führt, durch das Waſſer dahinzogen, ein Bild traulichen und
glück=
lichen Familienlebens. Aber das Glück dieſes Familienidylles
ſollte nicht lange dauern. Eines Tages fand man den Vater
Schwan tot im Waſſer liegen; er war erſchlagen worden. Wie
der Mord geſchah, iſt nicht aufgeklärt worden. Frau Schwänin
hatte nicht Zeit, ſich der Trauer um den toten Gatten hinzugeben,
ſie hatte Mutterpflichten gegen ihre drei Kleinen zu erfüllen,
denen ſie ſich in ganzer Liebe unterzog. So wuchſen die Kleinen
unter der treuen Obhut der Mutter heran. Aber Kinder ſind
undankbar. Der Drang nach Freiheit und die Neugier, wie es
draußen in der Welt ausſehe, veranlaßten ſie, die Mutter zu
ver=
laſſen. Eines Tages ſchwangen ſie ſich auf und flogen davon auf
Nimmerwiederſehen. Nun ſitzt Frau Schwänin einſam auf der
Inſel und trauert ihrem toten Gatten und den treuloſen Kindern
nach. Vielleicht führt man der Witwe einen neuen Gatten zu, der
ſie die Trauer um den erſten und ihr Leid vergeſſen macht.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei. Es ergeht der letzte Appell
an die Bevölkerung zur Teilnahme an der heute abend 8 Uhr,
in der Woogsturnhalle ſtattfindenden Kundgebung, in der die
Reichstagsabgeordneten Generaloberſt v. Seeckt und
Dingel=
dey ſprechen. Es findet heute bis abends 6 Uhr, noch ein Karten=
Vorverkauf in der Geſchäftsſtelle der D.V.P. Zimmerſtr. 1.
ſtatt (Fernſprecher 3540 und 1304). Kaſſen= und Saalöffnung iſt
um 7 Uhr: von 7 Uhr an konzertiert eine Kapelle ehemaliger
Militärmuſiker unter Leitung von Obermuſikmeiſter Mickley.
Vereinskalender.
— Ver. Freundinnen jg. Mädchen. Die Mädchengruppe
macht an dieſem Donnerstag (Himmelfahrt) Nachmittag einen
Ausflug an die Bergſtraße, wozu ortsfremde junge Mädchen die
hier noch keinen Anſchluß haben, herzlich eingeladen ſind. Abfahrt
nachmittags 3.25 Uhr Luiſenplatz nach Eberſtadt (Friedhof). —
Jeden Donnerstag abend 8.15—10 Uhr ſonſt Zuſammenkommen
der Mädchen im Freundinnenheim, Sandſtr. 24. Nächſten
Don=
nerstag Singe=Abend.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Am
Himmel=
fahrstag findet ein Spaziergang durch den Park nach Meſſel ſtatt.
Nach einer kleinen Wanderung durch den Park werden wir bei
Gaſtwirt Laumann Einkehr halten. Die Sänger werden mit
eini=
gen Liedern den Nachmittag verſchönern. Und den Tanzluſtigen
iſt ebenfalls Gelegenheit geboten, das Tanzbein zu ſchwingen.
Nä=
heres Turnhaus.
Tageskalender für Dienstag, den 12. Mai 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.30 Uhr, Ende vor
23 Uhr: „Der Hauptmann von Köpenick‟., Darmſt. Volksbühne,
Gruppe I—TV. F 11. — Kleines Haus, 16. 18. 20.20 Uhr: Ufa=
Bildſpiele: „Vorunterſuchung”. — Konzerte: Zur Oper,
Schloßkeller, Sport=Café=Reſt. am Meßplatz, Hotel=Reſt. Poſt,
Zum Tropfſtein. — Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele. — Städt. Saalbau, Großer Saal,
abends 20 Uhr: Volkstümlicher Beethoven=Abend: Elly Ney. —
— Fürſtenſaal, Grafenſtr. 20, nachm. 15½ und abends
19½ Uhr: „Frauenglück — Frauenleid”.
M Mlubadere!!
Beide enthalten das hautpflegende
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Hautfmktions-
ſu Niasss 61
PA NAA O
Seite 8
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Aus Heſſen.
Neue Krafkpoſtfahrpläne.
T Mit dem Bginn des Sommerdienſtes bei der Eiſenbahn am 15.
Mai treten auch für die Kraftpoſten im Oberpoſtdirektionsbezirk
Darm=
ſtadt neue Fahrpläne in Kraft. Wenn auch der durch die ungünſtige
allgemeine Wirtſchaftslage verurſachte Verkehrsrückgang zur
Zurückhal=
tung bei der Geſtaltung des Fahrplans gezwungen hat, ſo hat doch die
Oberpoſtdirektion dem ſtärkeren Sommer= und Ausflugsverkehr bei
einer Reihe von Linien Rechnung getragen und beſonderen Wert auf
günſtige Anſchlußmöglichkeiten der Kraftpoſten an die Eiſenbahnzüge
und umgekehrt gelegt.
Bei der Kraftpoſt Darmſtadt-Brandau werden vom 15. Mai
ab die Fahrten wieder bis Neunkirchen durchgeführt. Die Weiterführung
der Fahrten bis Lindenfels iſt für die Monate Juli und Auguſt
vor=
geſehen. Bei günſtigem Wetter ſollen die Fahrten aber auch am
Him=
melfahrstage, zu Pfingſten und Sonntags im Juni bis
Linden=
fels ausgedehnt werden. Um dem ſtärkeren Ausflugsverkehr
Rech=
nung zu tragen, iſt Sonntags eine weitere Frühfahrt nach Neunkirchen
und eine Spätfahrt nach Darmſtadt eingelegt.
Bei der Kraftpoſt Bensheim— Lindenfels ſind für den
Sommer beſonders gute Verbindungen hergeſtellt worden. Sonntags
wird die Zahl der Fahrten noch vermehrt. Bemerkt ſei auch, daß bei
dieſer Linie eine durchgehende Abfertigung von Perſonen und
Reiſe=
gepäck zwiſchen Lindenfels, und einer großen Zahl von Bahnhöfen der
Deutſchen Reichsbahn und umgekehrt beſteht.
Verbeſſert iſt auch der Fahrplan der Linie Michelſtadt—
Er=
bach-Fürth—Heppenheim (Bergſtraße). Noch immer findet
dieſe einzige unmittelbare Querverbindung zwiſchen Bergſtraße und dem
hinteren Odenwald nicht die Beachtung, die ſie verdient. Hingewieſen
ſei auch darauf, daß der Ort Hammelbach ſeit vorigem Jahre in die
Kraftpoſt einbezogen iſt und eine Früh= und Spätverbindung nach
bei=
den Seiten hat.
In Oberheſſen iſt die Zahl der Kraftpoſten durch das
Hinzu=
treten neuer Linien im Butzbacher und Ortenberg-Büdinger Gebiet
vermehrt worden.
Einzelheiten ſind aus dem Fahrplan der Kraftpoſten zu erſehen, der
bei allen Poſtanſtalten und auf den Eiſenbahnſtationen aushängt.
Außerdem geben die betriebleitenden Poſtämter fernmündlich, mündlich
und ſchriftlich bereitwilligſt Auskunft. In den Fahrplänen ſind die
Fernſprechanſchlüſſe der betriebleitenden Aemter angegeben, worauf wir
beſonders hinweiſen möchten.
Landw. Haushalkungsſchule zu Michelftadt i. Odw.
Die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt eröffnet am 2. Juli 1931
einen weiteren fünfmonatigen Haushaltungskurſus an
ihrer Haushaltungsſchule zu Michelſtadt i. Odw. Die in herrlicher
Waldgegend des heſſiſchen Odenwaldes gelegene Haushaltungsſchule iſt
beſonders neuzeitlich eingerichtet und mit ausreichenden
Lehrkräf=
ten beſetzt. Der praktiſche und theoretiſche Haushaltungsunterricht
er=
ſtreckt ſich auf die Anleitung im ſelbſtändigen Kochen unter
Berückſich=
tigung der Bedürfniſſe des ländlichen und bürgerlichen Tiſches,
Zube=
reitung und Aufbewahrung der Speiſen, Molkereibetrieb, Kleintierzucht,
Gartenwirtſchaft, Wafchen und Bügeln, Reinhalten des Hauſes,
Buch=
führung, gründlichen Handarbeitsunterricht, in welche das Stricken das
Wäſche=Schnittzeichnen, Wäſchezuſchneiden, Hand= und Maſchinennähen,
ſowie das Ausbeſſern erlernt wird. Ferner wird Unterricht in
allge=
mein bildenden Fächern, wie Aufſatz, Rechnen, Singen,
Geſundheits=
lehre, Säuglings= und Krankenpflege erteilt. Die Teilnahme an dem
Unterricht iſt nicht nur Töchtern von Landwirten, ſondern auch denen
des Mittelſtandes ſehr zu empfehlen. Gründliche Ausbildung erfolgt
weiter im Obſt= und Gemüſebau, ſowie im Einmachen von Obſt und
Gemüſe.
Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 2. Juli zu
Michel=
ſtadt beginnenden Kurſus ſind alsbald an die
Landwirtſchafts=
kammer für Heſſen Darmſtadt, Rheinſtraße 62, zu richten.
welche auf Verlangen ausführliche Proſpekte und Anmeldebogen
ver=
ſendet.
Dd. Arheilgen, 11. Mai. 60jähriges Jubiläum. Anläßlich
ſeines 60jährigen Beſtehens hatte der hieſige evangeliſche
Jungmädchen=
verein zu einer Feſtfeier im Gemeindehaus eingeladen, die ſehr gut
be=
ſucht war. Nach einer kurzen Begrüßung der Erſchienenen durch die
Vorſitzende des Jungmädchenvereins, Frau Pfarrer Grein, und einem
einleitenden Chor des Kirchengeſangvereins, ergriff Frau Pfarrer Irle,
Vorſitzende des Verbandes der evangeliſchen weiblichen Jugend in
Heſ=
ſen, das Wort zu der Feſtanſprache über „Die Wege und Ziele unſerer
Jugendarbeit‟. Ergänzt wurden die Ausführungen der Rednerin durch
Lichtbilder aus dem Verbandsleben. Das Landesjugendpfarramt, der
frühere langjährige Leiter des Vereins, Pfarrer von der Au, die
Ge=
meindeverwaltung und die hieſigen kirchlichen Vereine ließen herzliche
Glüchwünſche zu dem Jubelfeſt übermitteln. Ein Chor des
Kirchenge=
ſangvereins beſchloß die Feierſtunde, die einen würdigen Auftakt zu der
in acht Tagen ſtattfindenden Hauptfeier bildete. — Tanzabend. Der
Turnverein hat mit der Wiederholung des Gymnaſtik= und Tanzabends
wiederum einen Erfolg zu verzeichnen, folgten doch ungefähr 250
Zu=
ſchauer aufmerkſam den Darbietungen der Turnerinnen. Die Leiſtungen
waren gegenüber der erſten Aufführung vollendeter und ſicherer
ge=
worden. Befonderen Beifall fanden die Tänze „Schwarzwaldmädchen”
und „Zwei Herzen im Dreivierteltakt”, und die von den Tänzerinnen
Fräulein Rückerich und Fräulein Münch gezeigten äußerſt ſchwierigen
Einzelfreiübungen. — Marſchabend Am Sonntag abend fand im
Gemeindehaus ein vom Poſaunenchor veranſtalteter Marſchabend
ſtatt. Ein voller Saal belohnte den Verein für die aufgewandte Mühe
und Arbeit. Die Leiſtungen ſtänden auf ganz beachtlicher Höhe. Man
muß hierbei allerdings berückſichtigen, daß die Mitglieder des Chors
alle in anderen Berufen tätig ſind und oft nur einen Abend in der
Woche Zeit haben zum Ueben. Das Programm enthielt nur Märſche,
darunter zwei Fanfarenmärſche, die flott und ſchneidig zu Gehör
ge=
bracht wurden. Die Zuhörer kargten nicht mit Beifall, ſo daß ſich der
Chor zu einigen Zugaben herbeilaſſen mußte. Nicht zum geringſten
iſt der Erfolg des Abends dem Leiter des Poſaunenchors, Herrn
Breit=
rück as Darmſtadt, zu berdanken, der ſeine ganze Erfahrung als
ehe=
maliger Militärmuſiker und ſein ganzes Können in den Dienſt der
Sache geſtellt hatte.
J. Griesheim. 11. Mai. Oeffentliche Bauſparkaſſe. Bei
dem großen Kapitalmangel, der ſeit dem Kriege in Deutſchland herrſcht,
haben in wenigen Jahren die Neueinrichtungen der
Bauſpargeſellſchaf=
ten eine erhebliche Bedeutung gewonnen. Ihr Zweck beſteht darin, die
Anſammlung von Kapital zum Bau oder Kauf von Eigenheimen und
zur Ablöſung hochverzinslicher Hypotheken zu erleichtern und zu
be=
ſchleunigen. Neben zahlreichen privaten Geſellſchaften dieſer Art gibt
es ſeit einiger Zeit auch die öffentlichen Bauſparkaſſen, welche von den
Verbänden der öffentlichen Sparkaſſen gegründet ſind, und zwar für
Heſſen als eine Abteilung der Landeskommunalbank=Girozentrale in
Darmſtadt. Sie zeichnen ſich durch klare Beſtimmungen, billige
Ver=
waltung und abſolute Sicherheit aus. Ueber ihre Ziele und
Einrich=
tungen ſpricht auf Veranlaſſung der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau Herr
Otto Hägert am Dienstag, den 12. Mai d. J., abends 8.30 Uhr, in
Griesheim in der Gaſtwirtſchaft „Zum grünen Baum‟. Der Eintritt
iſt frei. Nach dem Vortrag findet eine Ausſprache ſtatt.
F. Eberſtadt, 11. Mai. Neuer glänzender Erfolg
Eber=
ſſtädter Stenographen. Der hieſige Stenographenverein „
Ga=
belsberger”, der erſt bei der am 15. März 1931 vor der Handelskammer
in Darmſtadt ſtattgefundenen Geſchäfts=Stenographenprüfung ſowohl
be=
züglich der Zahl ſeiner beſtandenen Prüflinge (90 Prozent), als auch
des Ausfalls der Noten den erſten Platz belegen konnte, errang bei dem
Bezirkswettſchreiben, das anläßlich des 26. Bezirkstags des
Kurzſchriftbezirks Darmſtadt am Sonntag, den 10. Mai 1931 in Langen.
ſtattfand, wiederum einen beachtlichen Erfolg. Mit 25 Preisträgern,
darunter 21 mit erſten (und davon 3 mit Ehrenpreiſen) und 4 mit
zwei=
ten Preiſen, kehrte er von der ſchön verlaufenen Tagung zurück.
Aa. Eberſtadt, 10. Mai. Muttertag. Anläßlich des Muttertags
veranſtaltete die hieſige Ortsgruppe des Reichsbundes der Kinderreichen
am Samstagabend im Schwanenſaal einen Unterhaltungsabend, in
deſ=
ſen Mittelpunkt die Aufführung des Volksſtückes „Mutterliebe” von P.
Neudeck ſtand. Der Beſuch war gut. Am Sonntag fand wie überall
eine Sammlung ſtatt. — Nicht unerwähnt ſoll ſein, daß die hieſige
Volksküche, um auch der Mutter und Hausfrau eine Erholung zu
gönnen, Gelegenheit zu einem reichlichen und ſchmackhaften Mittageſſen
zum Entgelt von 35 Pfg. gab.
Gemüſebaukurſe
in den Lehrbekrieben der Landwirtſchaftskammer.
In nächſter Zeit finden folgende Kurſe zur Einführung und
Unter=
weiſung im Gemüſebau, einſchließlich des Treibgemüſebaues unter Glas,
ſtatt; teilweiſe verbunden mit Vorführung von Maſchinen und Geräten.
Dreitägige Kurſe in Groß=Umſtadt vom 2.—22. Mai, ferner
vom 23.—25. Juni; in Gonſenheim vom 20.—22, Mai, ferner vom
17.—19. Juni. Eintagskurſe in Groß=Umſtadt am 9. Juni
und am 14. Juli; in Gonſenheim am 3. Juni und am 8. Juli.
Teilnehmern an den Kurſen, die in Heſſen anſäſſig ſind, werden die
Reiſekoſten 3. Klaſſe vergütet, ſoweit die Teilnehmer im Beſitze einer
ſchriftlichen Zulaſſungserklärung zu den Kurſen ſind, ausgeſtellt von
dem Betriebsleiter in Groß=Umſtadt. Anmeldungen ſind an das Muſter=
und Verſuchsgut der Landwirtſchaftskammer in Groß=Umſtadt zu richten
und müſſen ſpäteſtens acht Tage vor Beginn eines jeden Kurſus dort
eingetroffen ſein. Teilnehmer, welche auf Fahrtvergütung Wert legen,
müſſen, ſoweit ſie nicht ausübende ſelbſtändige Landwirte, Gärtner uſw.
oder Töchter und Söhne derſelben ſind, ihrer Anmeldung eine
Beſchei=
nigung der Bürgermeiſterei oder des Vertrauensmannes der
Landwirt=
ſchaftskammer oder des Landwirtſchaftsamtes beifügen, aus welcher
her=
vorgeht, daß der Antragſteller ſich beruflich mit Gemüſebau befaßt oder
demnächſt befaſſen wird.
Deukſches Gemüſe und ausländiſche Gemüſeeinfuhr.
Vom Deutſchen Wirtſchaftsverein wird uns geſchrieben:
In Deutſchland, beſonders in Mittel=, Weſt= und Südweſtdeutſchland
wird Gemüſe in großem Umfange angebaut. Trotzdem erzielen die
Ge=
müſebauern für ihre Erzeugniſſe geringe Preiſe. So iſt beiſpielsweiſe
Anfang des Jahres in Mitteldeutſchland Spinat für 1—1,50 RM. pro
Zentner nicht abzuſetzen geweſen. Guter Weiß= und Rotkohl iſt mit
60 Pfg. bis 1 RM. gehandelt worden. Aehnlich verhält es ſich mit den
anderen Gemüſen. Trotzdem werden aber täglich ungeheure Mengen
ausländiſchen Gemüſes eingeführt. Die Beträge, die Deutſchland dafür
gezahlt hat, gehen weit in die Millionen; ſo ſind für ausländiſchen
Blumenkohl im vorigen Jahre 23 Millionen, für ausländiſche Früchte
insgeſamt — Südfrüchte eingeſchloſſen — nahezu 480 Millionen RM.
ausgegeben worden. Der Grund hierfür liegt einmal darin, daß es ſich
der Deutſche noch nicht angewöhnen kann, nach Möglichkeit die
Erzeug=
niſſe des eigenen Landes zu bevorzugen. Darin liegt gleichzeitig mit
ein Grund zu der beſtehenden Arbeitsloſigkeit und Wirtſchaftskriſe. Er
liegt zum Teil aber auch darin, daß ſich Teile der Landwirtſchaft, auch
gerade die Gemüſebauern, ebenſo wenig umzuſtellen verſuchen, wie die
Verbraucher. Hilfe kann nur dadurch einſetzen, daß in Zukunft der
deutſche Verbraucher in erſter Linie auch auf dem Gemüſemarkt auf
deutſches Gemüſe zurückgreift und je nach der Jahreszeit das in
Deutſch=
land vorhandene und billige Gemüſe verlangt. Wenn ſich weiter der
Produzent darauf umſtellt, Qualitätsware zu züchten, und auch der
Ver=
packung etwas mehr Aufmerkſamkeit zu ſchenken.
Bon der Arbeiterkolonie Nen=Ulrichſtein.
Ein Nachwort zur 100jährigen Wiederkehr des Geburtstags
von Bodelſchwinghs.
An der nördlichen Grenze des Kreiſes Alsfeld, 40 Minuten
entfernt von dem ſchön gelegenen oberheſſiſchen Städtchen
Hom=
berg a. d. O., liegt die Arbeiterkolonie Neu=
Ulrich=
ſtein auf einem Hochplateau, von dem das Auge über Wieſen,
Wälder und fruchtbares Ackerland weit hinausſchweift bis zu den
fernen Gebirgszügen. Die Kolonie iſt im Jahre 1885 von dem
Ver=
ein für Heſſen und Heſſen=Naſſau zur Beſchäftigung Arbeitsloſer
nach dem Muſter der von Paſtor von Bodelſchwingh in Bielefeld
gegründeten Arbeiterkolonie ins Leben gerufen worden. Sie
bie=
tet arbeits= und heimatloſen Männern Heimat und Arbeit und
will durch ihre Einrichtungen willensſchwachen Naturen einen
ſitt=
lichen Halt bieten und ſie zu einem geordneten Leben zurückführen.
Tauſende, die ſich im Wettbewerb mit anderen
Arbeitſuchen=
den auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtgefunden
haben und ſo dem Wanderleben verfallen ſind, haben in ihr
wie=
der arbeiten und die Wohltat eines geregelten Lebens kennen
ge=
lernt und ſind dadurch vor dem Untergang bewahrt worden.
Die zur Kolonie gehörigen Wohn= und Wirtſchaftsgebäude
ſind ringsum in einem großen Oekonomiehof gelegen, ſie ſind
durchweg dem ländlichen Charakter der Gegend angepaßt, ihre
roten Ziegeldächer heben ſich farbenfroh von dem umliegenden
Acker= und Wieſenland ab. Denſelben wohltuenden Eindruck
emp=
fangt der Beſucher, wenn er das Innere der Wohn= und
Arbeits=
räume, der Stallungen und Wirtſchaftsräume oder den Nutzgarten
betritt. Ueberall herrſcht peinliche Ordnung und Sauberkeit. Auf
dem Hof begegnen uns Geſpanne oder beladene Wagen. Vieh, das
zur Tränke oder auf die Weide getrieben wird, und eine Anzahl
Koloniſten bei ihren Arbeiten oder auf dem Wege zur Arbeitsſtatte.
Die Kolonie Neu=Ulrichſtein bot vor dem Kriege mehr als
100 Koloniſten gleichzeitig Unterkunft. Die veränderten
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe ließen eine Beſchränkung der
Koloniſten=
zahl auf 50—60 Mann notwendig erſcheinen. In den beiden
gro=
ßen Schlafſälen ſind in den letzten Jahren 50 Einzelkabinen
ein=
gebaut worden, ſo daß jeder Koloniſt ſeine eigene geräumige und
luftige Schlafzelle hat, eine Einrichtung, die namentlich von den
älteren Leuten wohltätig empfunden wird.
Die Koloniſten ſetzen ſich aus Menſchen aller Art zuſammen;
alt und jung aus allen Teilen des Reiches. Angehöriger aller
mög=
lichen Berufsarten, Handwerker, Kaufleute, Arbeiter aller Berufe
treffen hier zuſammen. Gar manche von ihnen ſind wiederholt
Gäſte der Kolonie geweſen, andere haben hier eine dauernde
Hei=
mat gefunden. Der reguläre Aufenthalt in der Kolonie ſoll nicht
weniger als 3 Monate dauern. Iſt es heute nötig, zu ſagen, daß
viele der zugewanderten Gäſte nicht durch perſönliches Verſchulden.
ſondern durch unglückliche Verhältniſſe heimatlos geworden ſind?
Das Hofgut Neu=Ulrichſtein umfaßt zirka 370 Morgen Acker=
und Wieſenland; es wird ein anſehnlicher Rindvieh=, Schweine=
und Kleintierbeſtand und die erforderliche Anzahl Acker= und
Zug=
pferde gehalten. Der landwirtſchaftliche Betrieb der in ganz
Oberheſſen als ein Muſterbetrieb bekannt iſt, bringt die Mittel
für Verpflegung und Unterhaltung und eine den jeweiligen
Ar=
beitsleiſtungen angepaßte beſcheidene Entlohnung der Koloniſten
auf. Die dem Verein zufließenden Beiträge aus öffentlichen
Kaſſen ſind nicht erheblich.
Jeder Koloniſt wird ſeinen Kräften und Fähigkeiten
entſpre=
chend in den Geſamtbetrieb eingegliedert. Die Koloniegäſte
wer=
den zumeiſt in der Landwirtſchaft, jedoch auch in ihren Berufen
als Schuſter, Schneider, Schreiner, Bäcker und Gärtner beſchäftigt.
Auch in den Wintermonaten, in denen eine Beſchäftigung im
Freien unmöglich iſt, fehlt es nicht an Arbeit in der Wirtſchaft,
Haus und im Keller.
Ein Radio und eine neuzeitlich eingerichtete gute Bücherei
kommen dem Unterhaltungs= und Bildungsbedürfnis der
Kolo=
niſten in ihren der Ruhe und Erholung gewidmeten Stunden e
t=
gegen.
Die ungeheure Arbeitsloſigkeit im Reiche hat auch den
Ar=
beiterkolonien, deren es in ganz Deutſchland 52 mit rund 6800
Plätzen gibt, eine ſtets wachſende Zahl von Gäſten zugeführt. Auch
unſere Kolonie iſt voll belegt. Der geſunde Gedanke
Bodel=
ſchwinghs, daß auch der Aermſte verſuchen ſoll, durch eigene
Ar=
beit ſeinen Lebensunterhalt zu verdienen oder wenigſtens ein
tüchtig Teil hierzu beizutragen, bewährt auch heute ſeine
Rich=
tigkeit.
4a. Eberſtadt, 10. Mai. Geſchäftsjubiläum. Das
Weiß=
binder=, Maler= und Lackierergeſchäft von Georg Meidinger (
Mühl=
talſtr. 18) konnte dieſer Tage auf ein 50jähriges Beſtehen
zu=
rückblicken. Da der letzte Inhaber, Georg Meidinger 2., das Geſchäft
im Jahre 1906 von ſeinem damals verſtorbenen Vater übernahm, konnte
er gleichzeitig ſein 25jähriges Jubiläum begehen. — Todesfall Im
80. Lebensjahre iſt Frau Marie Harniſchfeger geb. Müller
nach längerem Leiden geſtorben.
j. Viernheim, 10 Mai. Ein Unhold, der ſich auf der
elektri=
ſchen Straßenbahn Viernheim-Weinheim gegen Frauen und Kinder
ſchamlos benommen hatte, wurde nach der Ankunft in Weinheim von
der dortigen Gendarmerie verhaftet und in das Unterſuchungsgefängnis
nach Mannheim eingeliefert. Der Verhaftete iſt ein älterer,
verheira=
teter Reiſender aus Norddeutſchland, zurzeit wohnhaft in Mannheim.
* Denkmalsenkhüllung und Wiederſehensfeier
des 1. Naſſ. Inſ.-Regls. Nr. 87 in Mainz.
Faſt alle anderen Garniſonsſtädte Deutſchlands haben ſchon ihre
Gedächtnismale für die in ihren Mauern früher garniſonierenden
Re=
gimenter. Nur Mainz war ſeither im Rückſtand. Eine beinahe 12
jäh=
rige Beſatzungszeit mit all ihren Bedrückungen ſeeliſcher und
materiel=
ler Art ließ die Angehörigen der damaligen Mainzer Regimenter nicht
dazu kommen, den gefallenen Kameraden und dem Gedächtnis des
Re=
gimentes Denkmäler zu weihen. Mit dem Abzug der Beſatzung wurde
dies anders; jetzt konnte man endlich daran denken, auch äußerlich zu
manifeſtieren, was man ſchon immer im Innern ſeines Herzens fühlte.
Als erſtes der Mainzer Regimenter hat fetzt das ehemalige 1. Naſſauiſche
Infanterie=Regiment Nr. 87 ſein Denkmal erhalten, das am Sonntag
in feierlicher Weiſe in Anweſenheit von Tauſenden ehemaliger
Regi=
mentskameraden eingeweiht wurde. An dominierender Stelle der Stadt,
auf der Höhe des Windmühlenberges, von wo man einen ſchönen Blick
über die Stadt, über Rhein und Main hat, erhebt ſich dieſes ſchlichte
Denkmal. Mit der Denkmalseinweihung war eine
Wiederfehens=
feier verbunden, die in der überfüllten Stadthalle am Samstag abend
einen erhebenden Verlauf nahm. Die Tradition des alten 87er=
Regi=
ments lebt fort in der 14. Kompagnie des Reichswehr=Infanterie=
Regi=
ments Nr. 15, von dem die Kapelle ſeines Marburger Bataillons zur
Feier aufſpielte. Ergreifend war der Einzug der alten
Regiments=
fahnen, die zu der Wiederſehensfeier von Kaſſel nach Mainz gebracht
wurden. Nach einer Anſprache des Oberſten a. D. Dietz, der ſchöne
Worte für die Kameradſchaft fand und zum Schluß ein Hoch auf
Deutſchland ausbrachte, nahm Mafor a. D. Klaesgen die
Fahnen=
weihe der Ortsgruppe Groß=Wiesbaden der ehemaligen 87er vor.
Wef=
tere zündende Anſprachen hielten im Verlauf des eindrucksvollen Abends
General Exz. von Oven, der Kommandeur der 21. Diviſion, der das
87er=Regiment angehörte, und Oberbürgermeiſter Dr. Ehrhardt, der
die ehemaligen 87er in ihrer alten Garniſon willkommen hieß und
darauf hinwies, daß ſich Mainz ſeiner alten ruhmgekrönten Regimenter
während der ſchweren Jahre der Beſatzung würdig gezeigt habe. Am
Sonntag fand die Enthüllung und die Einweihung des Denkmals ſtatt.
Das hochragende Denkmal (acht Meter hoch und zwei Meter breit) iſt
in Form einer rechteckigen Säule ausgeführt und beherrſcht die Höhe
des Windmühlenbergs. Es trägt in der Höhe das Reliefbild des
Naſ=
ſaner Löwen, darunter iſt die Bezeichnung des Regiments und weiter
eine Aufzählung der in ſeinem 110jährigen Beſtehen in den Jahren
1809—1815, 1870—71 und 1914—1918 durchgefochtenen Schlachten.
Schließ=
lich iſt noch vermerkt, daß 127 Offiziere und 2122 Unteroffiziere und
Mannſchaften ihre Treue zum Vaterland mit dem Tode beſiegelten.
Im Mittelpunkt der feierlichen Denkmalseinweihung ſtand die
Feſtau=
ſprache des Generals von Open. Seine Worte waren getragen von
echter vaterländiſcher Begeiſterung, durch die immer wieder der Schmerz
über den Zuſammenbruch durchklang, und durch die ſich wie ein roter
Faden das Bekenntnis zur Wiederwehrhaftmachung unſeres Volkes
durchklang als dem einzigen Weg, um wieder aufzuſteigen und
gleich=
berechtigt im Kranze der Nationen zu rangieren. Oberbürgermeiſter
Dr. Ehrhardt übernahm das Denkmal mit eine markigen Anſprache
in Schutz und Obhut der Stadt. Es folgten die Kranzniederlegungen
durch die verſchiedenen Regiments= und Offiziersvereinigungen. Nach
der Einweihung zogen Tauſende ehemaliger 87er, kompagnieweiſe
ge=
ordnet, durch die Straßen der Stadt, wo General von Oven die
Pa=
rade abnahm. Der Parade folgte am Nachmittag ein ſchneidiges
Mili=
tärkonzert der Marburger Reichswehrkapelle in der Stadthalle. Am
Montag fanden die Feierlichkeiten mit einer Dampferfahrt nach
Rüdes=
heim und Beſuch des Nationaldenkmals ihren Abſchluß. Es waren
er=
hebende Stunden, die man bei den alten 87er erlebte. Die
Anhänglich=
keit und Liebe zum bunten Rock iſt geblieben, der alte Soldatengeiſt
lebt noch im deutſchen Volk. Der Geiſt der Wehrhaftigkeit iſt wieder
erwacht und die Zeit ſcheint nicht mehr allzu fern, wo für Deutſchland
die Stunde der Aufrüſtung und damit der Gleichberechtigung mit den
anderen Nationen ſchlägt. Demnächſt iſt hier wieder eine große
Wie=
derſehensfeier, und zwar treffen ſich hier in den Tagen vom 30. Mai
bis 1. Juni die ehemaligen 117er. Zu dieſer Feier wird auch die ehe=
C.S.
malige Großherzogin als Chefin des Regiments erwartet.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Mai. Motorradunfall. Geſtern
Sonntag vormittag, in den frühen Morgenſtunden, wurde in der Nähe
des Gaſthauſes „Zum Chauſſeehaus” ein herrenloſes, ſtark demoliertes
Motorrad aufgefunden. Zweifellos iſt der Führer des Rades beim
Nehmen der Kurve an einen Straßenbaum angerannt und dabei zu
Fall gekommen. Die polizeilichen Ermittelungen haben ergeben, daß
das Motorrad aus einer Darmſtädter Garage geſtohlen war. Gewiſſe
Anzeichen deuten darauf hin, daß ein ſchon bekannter Täter in Frage
kommt, der in der Samstag Nacht mit einer Dame auf dem Soziusſitz
offenbar eine Spritztvur unternahm und das Motorrad bereits ſchon
einmal zu einem ſolchen Zwecke unerlaubt benutzt haben ſoll. —
Star=
ker Fremdenverkehr. Das geſtrige ſchöne Wetter brachte
wie=
der viele Ausflügler auf die Beine. Schon von den frühen
Morgen=
ſtunden an waren die jetzt vollkommen gvün gewordenen Waldungen
von Ausflüglern durchlaufen, die ſich in den Nachmittagsſtunden
be=
trächtlich vermehrten.
Ak. Nieber=Ramſtadt, 10. Mai. Fluchtlinienänderung im
Bauquartier „Lohberg‟. Die Baulandumlegung in genanntem
Bauquartier erforderte auch eine Aenderung der Straßenfluchtlinien
hinſichtlich der projektierten Straße von der Karlſtraße ausgehend, vom
Hauſe Luckhaupt bis zur Münſtergaſſe, einmündend oberhalb des
An=
weſens Adam Bayer. Die Pläne über die Aenderung dieſer
Straßen=
fluchtlinien liegen zurzeit auf dem Bureau der Bürgermeiſterei zur
Ein=
ſichtnahme offen. Die beteiligten Grundſtückseigentümer können
ge=
gebenenfalls innerhalb der feſtgeſetzten Offenlegungsfriſt von 2 Wochen
Einwendungen erheben. — Blutlausbekämpfung. Mit dem
beginnenden Frühjahr treten auch die Obſtbaumſchädlinge wieder auf.
Ganz beſondere Beachtung iſt dem gefährlichen Schädling „Blutlaus”
zu ſchenken. Bei den erſten Anzeichen ſoll man ſofort mit energiſchen
Bekämpfungsmaßnahmen einſchreiten, da ſich bekanntlich die Blutlaus
überall ſchnell ausbreitet und eine ſtändige Gefahr für die benachbarten
Baumgründſtücke bietet. Pinſeln mit Karbolineum hilft meiſtens.
Stark befallene Bäume müſſen mit einer kräftigen
Korbolineumſprit=
zung behandelt werden. Schon jetzt wird auch vonſeiten des Kreisamts
darauf hingewieſen, zu der nach der beſtehenden Polizeiverordnung alle
Baumbeſitzer verpflichtet ſind, widrigenfalls die Säumigen
Strafmaß=
nahmen zu gewärtigen haben.
— Hirſchhorn, 11. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
10. Mai 3,32 Meter, am 11. Mai 2,74 Meter.
— Gernsheim, 11. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
10. Mai 3,55 Meter, am 11. Mai 2.,70 Meter.
g. Gernsheim, 11. Mai. Das mit Zement und
Fenſtergewän=
den, der Firma Georg Katzenbächer dahier gehörend, beladen
ge=
weſene Fuhrwerk des Landwirts Joſef Friedrich Gutjahr dahier
geriet heute vormittag aus bis jetzt noch unbekannter Weiſe, als
es die fliegende Fähre anfahren wollte, in die Fluten des Rheins.
Pferd und Wagen verſchwanden ſofort in dem zurzeit
hochgehen=
den Strom. Dem Fuhrmann gelang es nur mit knapper Not,
dem Tod zu entrinnen. Nach ſtundenlanger Arbeit wurde das
verunglückte Wagengefährt aus dem Waſſer geſchafft. Die
Bau=
materialien waren jedoch mittlerweile von der Strömung
weg=
geſchwemmt worden. Wie man hört, iſt der durch den Verluſt des
einzigen Pferdes betroffene Landwirt nicht verſichert
Bab Nauheim. 11. Mai. Naubüberfall in Bad Nauheim.
In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde die Leiterin einer
ifraelitiſchen Wohlfahrtseinrichtung in Bad Nauheim gegen 4 Uhr von
inem jungen Burſchen, der durch das Fenſter eingeſtiegen war,
über=
fallen und mit einem Meſſer bedroht. Sie mußte, im Bett liegend,
zu=
ſehen, wie der Räuber ſämtliche Behältniſſe durchwühlte und etwa 250
RM. in Hartgeld und Scheinen raubte. Auch ein Zehnmarkſtück in
Gold nahm er mit und verſchwand wieder durch das Fenſter. Der Täter
wird als ein junger, ſchlanker Burſche beſchrieben.
WSN. Schotten 11. Mai. Goldenes Jubekfeſt der VHC.
Das goldene Jubelfeſt des Vogelsberger Höhen=Clubs findet am 30.
und 31. Mai in der Kreisſtadt Schotten ſtatt. Die Gründung erfolgte
dort am 22. Juni 1881.
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Die Herſtellung einer Schmutzwaſſer=
Verteilungsſchleuſe und einer
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überführung über den Darmbach ſoll
vergeben werden.
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Arbeitsbeſchreibungen u. Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 6, während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis Donnerstag, den
21. Mai 1. J., vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 11. Mai 1931.
Städt. Tiefbauamt.
Berichtigung.
Die Verſteigerung der Grundſtücke
Flur 29, Nr. 69, 70, 71, 73 findet nicht,
wie irrtümlich bekannt gemacht, am
7. Juli 1931, ſondern bereits am 18. Juni
1931, nachmittags 1,4 Uhr,
Zim=
mer 219, des Neuen Gerichtsgebäudes
in Darmſtadt ſtatt. (7055
Heſſ. Amtsgericht I.
Einträge in das Handelsregiſter,
Abteilung 4: Am 30 April 1931
hinſicht=
lich der Firma: Louis Oppenheimer,
Darmſtadt: Die Firma iſt erloſchen. —
Abteilung B: Am 4. Mai 1931
hinſicht=
lich der Firma: „Siege”
Siedlungs=
geſellſchaft für das
Verkehrsper=
ſonal, gemeinnützige Geſelſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt: Durch
Geſellſchafterverſammlungs=
beſchluß vom 1. Mai 1931 iſt der Sitz
der Geſellſchaft nach Mainz verlegt. —
Durch gleichen Beſchluß iſt, der
Geſell=
ſchaftsvertrag geändert. — Am 5. Mai
1931 hinſichtlich der Firma: Heſſiſche
gemeinnützige Aktiengeſelſchaft für
kleine Wohnungen, Darmſtadt:
Ge=
richtsaſſeſſor Guſtav Adolf Körbel iſt
aus dem Vorſtand ausgeſchieden. (6434
Darmſtadt, den 9. Mai 1931.
Amtsgericht I.
Am Mittwoch, den 13. Mai
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Flur 6 Nr. 179, Hofreite Nr. 46
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ſtraße, 206 qm, Schätzung 16 000.— RM., und
Flur 6 Nr. 180, Hofreite Nr. 48 daſelbſt, 197
am, Schätzung: 17000.— RM.,
Eigentümer: Konditor Wilhelm Haury in Darmſtadt.
Darmſtadt, den 6. Januar 1931.
(4615a
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.
Termin:
Zwangsverſkeigerung!
21. Mai 1931, nachm. ½4 Uhr, im
Sitzungs=
ſaale Zimmer 219 des neuen Gerichtsgebäudes
in Darmſtadt
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 5, Blatt 767,
Flur 6, Nr. 550, Grasgarten, Moosbergſtraße
60 am, Schätzung 500 RM., und Flur 6. Nr.
553. Hofreite Nr. 76, daſelbſt, 115 gm, Schätzung
13 000 RM.
Eigentümer: Eheleute Amtsgehilfe Georg Peter Metzler und
Klare, geb. Völker, in Friedberg je zur Hälfte.
(4614a
Darmſtadt, den 6. Januar 1931.
Heſſiſches Antsgericht.
Zwangsverſteigerung.
Donnerstag, den 18. Juni 1931, nachmittags
Termin:
½4 Uhr im Sitzungsſaale, Zimmer 219 des
Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 6, Band 19,
Blatt 935
Flur 29, Nr. 73 Hofreitegrund (Einfahrt)
auf der Ziegelhütte, 44 gm. Schätzung 100 RM.
Blatt 974
Flur 29, Nr. 69 Grasgarten auf der
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hütte. 145 qm. Schätzung: 300.— RM.
Flur 29, Nr. 70. Teich, daſelbſt, 160 gm.
Schätzung: 400.— RM.
Flur 29, Nr. 71. Hofreite Nr. 67
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ſteinerſtraße, 1726 qm. Schätzung: 11 300 RM.
Eigentümer: Eheleute Steinmetz Wilhelm Arnold und
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Darmſtadt, den 5. Mai 1931.
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Seite 10
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Neue Probefahrken
des Propellerwagens.
Stundengeſchwindigkeit bis 205 Kilometer.
Hannover. Der Kruckenbergſche
Propel=
lerwagen, mit dem die ſchnellen Fahrten im
Oktober vorigen Jahres auf der Verſuchsſtrecke
bei Burgwedel durchgeführt wurden, hat am
Samstag und Sonntag erſtmalig
Reichsbahn=
betriebsſtrecken von größerer Länge befahren und
ſich auch hierbei außerordentlich bewährt. Nach
einer erſten Fahrt vom
Reichsbahnausbeſſe=
rungswerk Leinhauſen nach Hannover wurde der
Wagen am Samstag nachmittag nach Plockhorſt
gebracht. Von da aus erfolgten am
Sonntag=
vormittag und nachmittags wiederum Fahrten,
die ſich auf einer ziemlich geraden Strecke bis
kurz vor Lehrte ausdehnten. Mitglieder der
Reichsbahndirektion Hannover, darunter
Vize=
präſident Fritſche, begaben ſich frühmorgens nach
Lehrte und verteilten ſich dann auf die Strecke,
deren Uebergänge ſämtlich geſchloſſen waren, um
die Fahrt des Propellerwagens von
verſchie=
denen Stellen aus zu beobachten. Zeitlich waren
die Fahrten ſo gelegt, daß keine anderen Züge
auf der in Frage kommenden Strecke gleichzeitig
verkehrten. Von Plockhorſt kommend, durchflog
der Wagen gegen 9 Uhr die Stationen
Deden=
hauſen, Dollbergen und Immenſen=Arpke, bremſte
und kam auf der Höhe der Peiner
Maſchinen=
fabrik, nachdem er noch eine Kurve durchfahren
hatte, zum Stehen. Infolge ſeines
Beſchleuni=
gungsvermögens erreichte er ſchon nach
Zurück=
legung von einem Kilometer in rund einer
Mi=
nute 110 Kilometer Stundengeſchwindigkeit und
nach zwei Minuten Fahrt 150 Kilometer
Stun=
dengeſchwindigkeit, die ſich auf der erſten Fahrt
in ſechs Minuten bis etwa 170 und bei der
zwei=
ten Fahrt bis 205 Kilometer ſteigerte.
Ange=
ſichts dieſer doppelten Schnellzugsgeſchwindigkeit,
die auf Reichsbahnſchienen noch nie erzielt
wor=
den war, hatte die Reichsbahndirektion alle
er=
denklichen Vorſichtsmaßnahmen getroffen. Es
zeigte ſich aber, daß der Wagen mit
vollkom=
mener Sicherheit fuhr. In dem Propellerwagen
befand ſich der Ingenieur Franz Kruckenberg
mit ſeinen Mitarbeitern. Die Reichsbahn ſtellt
lediglich den Bahnkörper zur Verfügung, ohne
an dem Unternehmen ſelbſt irgendwie beteiligt
zu ſein.
Waffentag des Waffenrings der ehemaligen
deutſchen Feldartilleriſten.
Kaſſel. Samstag und Sonntag fand hier
der zweite Waffentag des Waffenrings der
ehe=
maligen deutſchen Feldartillerie ſtatt. Am
Sams=
tag erfolgten die üblichen Begrüßungsfeiern
in drei Sälen der Stadt. Am Sonntag morgen
verſammelten ſich die einzelnen Gruppen auf
dem Friedrichsplatz, von wo um 11 Uhr der
Ab=
marſch nach der nahen Heſſenkampfbahn erfolgte.
Hier fand ein Appell und eine Gedächtnisfeier
für die Gefallenen des Weltkrieges ſtatt, worauf
die neue Fahne des Vereins ehmaliger 11.
Feld=
artilleriſten enthüllt wurde. Die Gedächtnis=
und Weiherede hielt General v. Gallwitz. Nach
ihm ergriff General Freiherr von Watter, der
erſte Vorſitzende des Waffenringes, das Wort.
An dem ſich anſchließenden Vorbeimarſch nahmen
etwa 4000 Mann teil. Der Zug marſchierte
dann geſchloſſen durch die Stadt nach der
Stadt=
halle zum gemeinſamen Mittageſſen. Am
Nach=
mittag fanden auf der großen Karlswieſe in
der Karlsaue Reit= und Geſchützvorführungen der
Traditionsbatterie, geleitet von dem
Batterie=
chef Hauptmann Forſt, ſtatt, an denen eine nach
Tauſenden zählende Menſchenmenge lebhaften
Anteil nahm. Der Abend vereinigte die
einhei=
miſchen ehmaligen Artilleriſten wieder mit den
in größeren oder kleineren Abteilungen aus
allen Teilen Deutſchlands erſchienenen
Kamera=
den zu einem großen Feſtakt. Der Montag war
für Ausflüge vorgeſehen.
Der Phyſiker Michelſon †.
Prof. Albert Michelſon,
der weltberühmte Phyſiker, deſſen Arbeiten
über die Geſchwindigkeit des Lichtes den
Aus=
gangspunkt der Einſteinſchen Relativitätstheorie
bilden, iſt einem ſchweren Gehirnleiden erlegen.
Michelſon iſt in der ehemals deutſchen Provinz
Poſen geboren, hat auf deutſchen Univerſitäten
ſtudiert und promoviert und war dann lange
Jahre hindurch Profeſſor, für Phyſik an der
Univerſität Chicago.
Ein Denkmal für die Gefallenen der Luftſchifferkruppe.
Die feierliche Enthüllung des Luftſchifferdenkmals in Berlin.
Berlin. Am Sonntag fand in Berlin die
feierliche Enthüllung des Ehrenmals für die
ge=
fallenen Kameraden der ehemaligen
Luftſchiffer=
truppe des deutſchen Heeres ſtatt, zu der ſich
Feſtteilnehmer aus allen Gauen Deutſchlands
verſammelt hatten. Etwa 100
Fahnenabord=
nungen hatten am Denkmal Aufſtellung genom=
men. Als Vertreter des Generalfeldmarſchalls
von Hindenburg war General der Infanterie
Haſſe erſchienen. Das Denkmal iſt den gefallenen
73 Offizieren und 706 Unteroffizieren ſowie den
Mannſchaften der Luftſchiffertruppe in treuem
Gedenken ihrer Pflichterfüllung für das
Vater=
land gewidmet.
Feragedie i Gromandels.
Hilfserpedikion krifft Löwe, Georgi, Sorge geſund an. — Wegener ſchon am
1. November von Zenkralſtakion abgereiſt und in der Eiswüſte verſchollen.
Profeſſor Wegener ein Opfer des weißen Todes.
(Worldcopyright 1931 by „Akademia” Berlin. — Copyright 1931 für U. S. A. by „New York Times”
Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
Aka. Station „Eismitte‟, 8. Mai.
Propellerſchlitten und Hundeſchlitten
erreich=
ten geſtern „Eismitte”, fanden Georgi, Loewe,
Sorge wohlbehalten. Wegener und Grönländer
Rasmus reiſten am 1. November ab „Eismitte‟
nach Weſten, ſind ſeitdem verſchollen.
Ausführ=
liche Nachrichten folgen von Weſtſtation.”
Weiken.
Aus der obenſtehenden Meldung der
Hilfs=
expedition, die in außerordentlich kurzer Zeit
vom Standquartier der Deutſchen
Grönlandexpe=
dition bei Kamarujuk (Weſtgrönland) die 400
Kilometer entfernte Zentralſtation erreicht hat,
geht hervor, daß der Expeditionsführer
Profeſ=
ſor Dr. Alfred Wegener im Oktober die
Zen=
tralſtation, in der ſich Dr. Georgi und Dr. Sorge
aufhielten, erreicht hat, und daß er
programm=
mäßig ſeinen Kameraden den noch fehlenden
Winterproviant und einige wiſſenſchaftliche
In=
ſtrumente, die er mit ſich führte, bringen konnte.
Allem Anſchein nach hat Wegener dann in
ſei=
ter Sorge um reibungsloſe Durchführung des
wiſſenſchaftlichen Programms der Expedition
verſucht, mit dem Grönländer Rasmus die
Weſtſtation wieder zu erreichen. Da er dort
nicht angekommen iſt, und auch jetzt von der
Hilfsexpedition nicht aufgefunden wurde. muß
damit gerechnet werden, daß er dem
Weißen Tod zum Opfer gefallen iſt.
Schon auf der Hinreiſe zur Zentralſtation
Anfang Oktober wurde Wegener bekanntlich
von einem ſchweren Schneeſturm überfallen, der
den größeren Teil ſeiner grönländiſchen
Beglei=
ter zur Umkehr veranlaßte. Wegener iſt dann
mit Dr. Loewe und fünf Grönländern
weiter=
gezogen und hat 151 Kilometer vom
Standquar=
tier entfernt weitere vier Grönländer nach
Hauſe geſchickt, um zu verſuchen, mit Dr. Loewe
und dem Grönländer Rasmus allein die
Zen=
tralſtation zu erreichen. Die Reiſebedingungen
auf dem Inlandeis ſind natürlich im November
ſchon ſehr hart. Die Lager der Expedition
lie=
gen bereits nördlich des Polarkreiſes; damals
herrſchte dort Polarnacht. Ehe man
überſehen kann, ob ſich im Grönlandeis eine
Forſchertragödie abgeſpielt hat und aus welchen
Gründen Wegener den Rückweg noch im tiefen
Polarwinter verſucht hat, müſſen die weiteren
ausführlichen Nachrichten der Expedition
abge=
wartet werden.
Jedenfalls zeigt ſich ſchon jetzt, daß alle
Hilfs=
maßnahmen, die von der Hauptgruppe der
Expe=
dition bereits im November getroffen worden
ſind, und alle Maßnahmen der Notgemeinſchaft
der deutſchen Wiſſenſchaft, die ja ſeit Monaten
alles verſucht hat, um der Expedition die
erfor=
derlichen Hilfsmittel zur Verfügung zu ſtellen,
durchaus richtig geweſen ſind. Man hat die in
der Zentralſtation überwinterten Forſcher
pro=
grammäßig abgelöſt.
Falls Wegener ſich auf ſeiner Rückreiſe von
der Zentralſtation verirrt hat, hätte man
ihm im Herbſt ſchon keine Hilfe mehr bringen
können.
„National Tidende” und „Berlinſke Tidende‟
bringen kurze Unterredungen mit dem
Polar=
chef in der Grönlandverwaltung, Olſen, der ſich
über das Schickſal Profeſſor Wegeners ſehr
peſ=
ſimiſtiſch äußert, wenn er auch noch ein Fünkchen
Hoffnung hat, zumal Courtauld ganz allein habe
aushalten können. Die Artikel der Blätter
gleichen doch Nekrologen für Wegener.
Polar=
forſcher Peter Freuchen ſchließt einen Aufſatz in
„Politiken” mit den Worten: „Niemand wird
mir widerſprechen, daß nie ein braverer Mann
als Wegener in die arktiſchen Gegenden reiſte.
Das Wort „edel” lautet nicht übertrieben, wenn
man es auf Wegener anwendet, dieſen großen
Menſchen und hervorragenden Gelehrten. Nicht
nur ſeine Familie, ganz Deutſchland, die ganze
Welt, hat vieles verloren, da Wegener ſtarb.
Die Sympathie der ganzen Welt wird ſich um
ſeine Bahre ſcharen.”
Grubenunglück in Hamborn.
Hamborn. Im unierirdiſchen Betrie5
der Zeche „Neumühl” ereignete ſich in der Naht
zum Sonntag durch Anbohren eines
ſteckenge=
blielenen Sprengſchuſſes eine Exploſion, durch
die trei Bergleute ſchwer verletzt wurden; drei
Bergleute erlitten leichtere Verletzungen.
Die Urteilsbegründung im Kürten=Prozeß
dem Gnadenbeauftragten zugeleitet.
Düſſeldorf. Wie wir erfahren, iſt die
ſchriftliche Urteilsbegründung im Mordprozeß
Peter Kürren dem Gnadenbeauftragten zur
Stellungnahme zugegangen. Die Stellungnahme
des Gnadenbeauftragten wird dem preußiſchen
Juſtizminiſte=ium zugeleitet werden, das dann
dem preußiſchen Srcatsminiſterium ſeine Anſicht
über die Frage dariegen wird, ob das
Todes=
urteit gegen Peter Kürten vollſtreckt, oder ob er
begnadigt werden ſoll.
Eiſenbahnunglück.
Saarbrücken. Auf Bahnhof Völklingen
iſt geſtern Nacht die Maſchine des Schnellzugs
138 („Engländer=Zug”) Frankfurt—Saarbrücken
— Völklingen—Diedenhofen-Boulogne=ſur=Mer,
bzw. Paris, entgleiſt und umgeſtürzt. Der
Loko=
motivführer wurde herausgeſchleudert, kam aber
mit verhältnismäßig leichten Verletzungen
da=
von. Der Heizer aus Montigny bei Metz, Vater
von drei Kindern, geriet zwiſchen Maſchine und
Tender und wurde getötet. Einige Reiſende
er=
litten geringfügige Verletzungen. Ein Hilfszzug
traf mit mehreren Aerzten alsbald nach dem
Unfall in Völklingen ein. Die Urſache des
Un=
falles iſt noch nicht geklärt.
„90. X 2” ferkig.
Neuer Bauaufkrag für die Dornierwerke
Altenrhein, 11. Mai.
Das durch ein italieniſches
Luftfahrtkonſor=
tium bei den Dornierwerken in Auftrag
gege=
bene Rieſenflugboot „Do. X 2” iſt ſeit etwa zehn
Tagen fertiggeſtellt und liegt auf der Werft
Altenrhein. Vergangene Woche wurde es zum
erſten Male auf dem Bodenſee zu Waſſer
ge=
bracht, und Samstag nachmittag machte es ſeine
erſten Rollverſuche auf dem Waſſer zwecks
Ein=
regulierung der Motore und Prüfung der
In=
ſtrumente. Das Flugboot „Do. X 2” iſt, im
Ge=
genſatz zu „Do. X 1‟, mit zwölf italieniſchen
Fiatmotoren, Typ A 22, von je 600 PS
ausge=
rüſtet. Die übrige Konſtruktion iſt genau die
gleiche wie bei „Do. X 1‟ Nach Eintreten
beſ=
ſerer Witterung werden die erſten Flugverſuche
unternommen. Führer des Flugbootes iſt wieder
Chefpilot Wagner der Dornierwerke. An dieſen
Flugverſuchen nimmt die für „Do. X 2‟
be=
ſtimmte italieniſche Beſatzung unter dem
Kom=
mandanten Agneſi teil. Die italieniſche
Abnah=
mekommiſſion iſt ebenfalls bereits in Altenrhein
eingetroffen. Das italieniſche Konſortium hat
den Dornierwerken in Altenrhein den Bau eines
weiteren „Do. X” in Auftrag gegeben. Der
Rumpf desſelben und die Tragflächen ſind
be=
reits fertiggeſtellt.
Autobandit Reiners wegen Mordes und Raubes
vor dem Schwurgericht.
Düſſeldorf. Vor dem hieſigen
Schwur=
gericht begann geſtern der Prozeß gegen den
Autobanditen Walter Reiners wegen Mordes
an dem Kriminalbeamten Philipp und wegen
qualifizierten Raubes an dem Kaſſenboten der
Regierungshauptkaſſe in Düſſeldorf. Am
Sams=
tag, den 11. Oktober 1930, brachten Reiners und
der Chauffeur Koll zu einer Garage in der
Ackerſtraße in Düſſeldorf einen Lancia=Wagen
zur Reparatur, den ſie am Montag, den 13. Ok=
WI
tober, wieder abholen wollten. Da den
Ange=
ſtellten der Garage verſchiedene verdächtige
Mo=
mente aufgefallen waren, wie das ſeltene
Vor=
kommen eines Lancia=Wagens im Rheinland,
ſowie eigenartige Einrichtungen bei den
Erken=
nungszeichen, wurde die Polizei benachrichtigt.
Zwei zur Garage geſchickte Polizeibeamte ſtellten
feſt, daß es ſich um einen in Berlin geſtohlenen
Wagen handelte. Als Reiners und Koll in der
Garage erſchienen und von dem
Polizeiaſſiſten=
ten Philipp zur Rede geſtellt wurden, feuerte
Koll einen Schuß ab, der Philipp in den
Schen=
kel traf. Der Beamte fiel zu Boden, das
Ge=
ſicht zur Erde gedreht, und Reiners jagte ihm
noch zwei Schüſſe in den Hinterkopf, durch die
er getötet wurde. Zwiſchen den anderen
Be=
amten und den beiden Autobanditen entſpann
ſich eine Schießerei, in deren Verlauf Koll
er=
ſchoſſen wurde. Reiners konnte entkommen. Er
wurde einen Monat ſpäter in Köln verhaftet.
Im Laufe der Vorunterſuchung geſtand Reiners,
daß er mit dem erſchoſſenen Koll und den
Er=
werbsloſen Arnemann und Flink die
Raubüber=
fälle auf einen Kaſſenboten bei der Reichsbank
in Köln und auf die Kreisſparkaſſe in Porz
be=
gangen habe. Dieſe Fälle wurden bereits vom
Kölner Schöffengericht abgeurteilt. Weiter
räumte Reiner ein, auch den Ueberfall auf den
Hilfskaſſenboten Gautier der
Regierungshaupt=
kaſſe in Düſſeldorf am 8. Mai 1930 verübt zu
haben. Reiners hat ſich alſo wegen Mordes und
qualifizierten Raubes zu veranworten. Wegen
des letzteren Verbrechens ſind ferner noch
Arne=
mann und Flink angeklagt.
Furchtbare Autobus=Kataſtrophe.
Paris. Ein furchtbares Autobusunglück
ereignete ſich in der Nähe von St. Etienne. Ein
Autobus, der die Verbindung zwiſchen dieſer
Stadt und dem Ort Maclas verfah, nahm eine
Kurve zu ſchnell und ſtürzte in den
Straßengra=
ben. Der Autobus, der voll beſetzt war, fing
Feuer und es entſtand eine unbeſchreibliche
Pa=
nik. Schließlich zog man vier völlig verkohlte
Leichen unter dem Wagen hervor. Zwanzig zum
Teil ſchwerverletzte Perſonen mußten ins
Kran=
enhaus gebracht werden. Infolge der
eintre=
tenden Dunkelheit mußten die Rettungsarbeiten
unterbrochen werden. Man ſchätzt die endgültige
Zahl der Toten auf zehn.
Der deutſche Fliegerbeſuch in London.
London. Am kommenden Freitag werden
etwa ſechs engliſche Fliegeroffiziere der
Hilfs=
luftformation nach Berlin fliegen und deutſchen
Fliegerkreiſen einen privaten Beſuch abſtatten.
An dem Flug wird vorausſichtlich auch der
Ab=
geordnete Kapitän Gueſt teilnehmen. — Das
Geſchwader deutſcher Privatflugzeuge, das
wäh=
rend des Wochenendes London einen Beſuch
ab=
geſtattet hatte, iſt am Sonntag vormittag
zwi=
ſchen 10 und 12 Uhr wieder von London
abge=
flogen. Der frühere Staatsminiſter Dominicus,
der in ſeiner Eigenſchaft als Präſident des
deut=
ſchen Luftfahrtverbandes mit den deutſchen
Sportflugzeugen nach London gekommen war,
bringt in einer Unterredung mit Vertretern der
engliſchen Preſſe ſeine Dankbarkeit für die
herz=
liche Aufnahme durch die engliſchen
Fliegerkol=
legen zum Ausdruck. Der deutſche Beſuch bedeute
einen Wendepunkt in der Geſchichte des
Flug=
weſens. Er leite ein Zeitalter ein, in dem
in=
ternationale Wochenendbeſuche durch Flugzeuge
abgeſtattet würden. Sein Interview erwähnt
auch die Beſchränkungen, die durch das
Abkom=
men von Paris im Jahre 1926 der deutſchen
Privatfliegerei auferlegt worden ſind. England
ſei zum Teil ſoweit voran, weil die engliſche
Regierung für jeden ausgebildeten Flieger eine
Beihilfe zahle, während dies Deutſchland
ver=
boten ſei.
Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931
Seite 11.
Dungigs eimengtangf vor vennsokteroune
Von Rolf Wingendorf, Danzig.
In einer Entſcheidung vom 15. Auguſt 1921, die ſich mit
Eifenbahnfragen beſchäftigte, hat der damalige Hohe Kommiſſar
des Völkerbundes, General Haking, in einem Satz die
Pflich=
ten Polens gegenüber dem Danziger Hafen klar umriſſen. Es
heißt dort:
„Die polniſche Regierung wird ſich verpflichten, den Hafen
von Danzig voll auszunutzen (will engage to make full use),
welche anderen Häfen ſie in Zukunft auch an der Oſtſee=Küſte
eröffnen mag."
Zu dieſer Schlußfolgerung mußte der Vertreter des
Völker=
bundes kommen, da nach dem Verſailler Vertrag und dem
vor=
hergegangenen Notenwechſel kein Zweifel beſtehen kann, daß
dem Recht Polens, das vom Deutſchen Reiche abgetrennte
Danzig als ſeinen Zugang zur See zu benutzen, auch die Pficht
der Benutzung des Hafens gegenüber ſteht.
Die Mantelnote zur Antwort der Alliierten und Aſſoziierten
Mächte vom 16. Juni 1919 ſagt ganz eindeutig:
„Polen ſoll gewiſſe wirtſchaftliche Rechte in Danzig
be=
kommen; die Stadt ſelber iſt von Deutſchland abgetrennt
wor=
den, weil es kein anderes mögliches Mittel gab, jenen „freien
und ſicheren Zugang zum Meere” zu verſchaffen, welchen
Deutſchland zu überlaſſen verſprochen hatte.”
Polen hat ſich in keiner Weiſe an dieſe Entſcheidung des
Hohen Kommiſſars, deren rechtiche Gültigkeit jetzt auch durch
das Juriſtenkomitee des Völkerbundes beſtätigt worden iſt,
ge=
halten. Es hat, um ſeine politiſchen Ziele in Danzig durch
wirtſchaftlichen Druck zu erreichen, in Gdingen einen
Konkurrenz=
hafen gegen Danzig geſchaffen, der ſich immer mehr zu einem
gefährlichen Abwürgemittel für Danzig auswächſt. Den
Hin=
weis Danzigs auf die Vertragswidrigkeit dieſes Vorgehens hat
Polen mit der hochtrabenden Erklärung zurückzuweiſen verſucht,
daß niemand, „weder Danzig noch ein dritter Staat, das
Ar=
beitsprogramm der Republik Polen an der See einſchränken
oder in Verzug bringen könne”, und daß Polen die Klage
Danzigs als eine Einmiſchung in ſeine innere Angelegenheit
anſehe.
Der Völkerbund wird nun in ſeiner Maitagung über die
Berechtigung der Danziger Klagen zu entſcheiden haben.
Die polniſche Behauptung, daß Polen für den ſtändig
wachſenden polniſchen Export zwei Häfen brauche, iſt ſehr leicht
zu widerlegen, denn jeder, der über einigermaßen ausreichende
volkswirtſchaftliche Kenntniſſe verfügt und die geopolitiſchen
Verhältniſſe Polens einer Prüfung unterzieht, muß erkennen,
daß die augenblickliche Ausfuhr Polens, die im Jahre 1930
rund 11 Millionen Tonnen erreichte, keine natürliche
Entwick=
lung iſt, ſondern bedingt iſt durch den deutſch=polniſchen
Zoll=
krieg, durch den ein großer Teil der Grenzen Polens für den
Wirtſchaftsverkehr lahmgelegt iſt. Kommt einmal der
deutſch=
polniſche Handelsvertrag, ſo wird die jetzt mit großen Opfern
an Staatsmitteln finanzierte ſeewärtige Ausfuhr Polens
auto=
matiſch zurückgehen, zumal auch eine Subventionspolitik auf
die Dauer in dem jetzigen Umfange für keinen Staat und für
Polen erſt recht nicht tragbar iſt. Tatſächlich koſtet z. B. die
polniſche Kohlenausfuhr dem polniſchen Staat gewaltige
Sum=
men an Tarifvergünſtigungen denn der Schienenweg von
Oberſchleſien bis zur Oſtſee iſt ſo lang, daß nur mit Hilfe
weit=
gehender Tarifvergünſtigungen die polniſche Kohle auf dem
Weltmarkt, d. h. wenigſtens in den Oſtſeeländern, mit der
eng=
liſchen Kohle den Kokurrenzkampf verſuchen kann. Tatſächlich
wird aber der Danziger Hafen bereits heute für den polniſchen
Güterumſchlag nicht im entfernteſten ausgenutzt. Die
Umſchlags=
fähigkeit des Danziger Hafens beträgt heute 14½ Millionen
Tonnen; ſo daß ſelbſt dann, wenn der geſamte polniſche
ſee=
wärtige Warenverkehr über Danzig gehen würde, eine volle
Ausnutzung des Danziger Hafens noch nicht erreicht wäre, ſo
daß alſo der Danziger Hafen jedem plötzlich auftretenden Stoß
gewachſen wäre.
mäßigen Anteils Danzigs und Gdingens am polniſchen
Waren=
verkehr in den letzten 6 Jahren wiederſpiegelt. Es iſt leicht,
zu errechnen, wann die Kurven ſich überſchneiden.
Faſt noch kraſſer als beim Warenumſchlag kommt die
Kon=
kurrenz Gdingens gegenüber Danzig in der Statiſtik der
Ein=
fuhr zum Ausdruck. Faſt in dem gleichen Maße wie die
Wareneinfuhr in Gdingen geſtiegen iſt, iſt ſie in Danzig
ge=
fallen. Dabei muß man in Betracht ziehen, daß für den
Han=
del die Wareneinfuhr von unverhältnismäßig größerer
Bedeu=
tung iſt als die Ausfuhr, die in der Hauptſache Maſſengüter
betrifft.
mit ſtaatlichen Mitteln unterſtützt werden, ſind ſie in der Lage,
Danziger Betriebe zu unterbieten. Wenn es bisher nicht
ge=
lungen iſt, eine größere Anzahl von Betrieben nach Gdingen
zu ziehen, ſo liegt das zum Teil daran, daß die
Kaufmann=
ſchaft den alterfahrenen Danziger Betrieben ein größeres
Ver=
trauen entgegenbringt, zum Teil aber auch daran, daß Polen
nicht über die entſprechenden Fachleute zur Leitung und zum
Aufbau ſolcher Betriebe verfügt. Trotzdem ſind die Folgen der
polniſchen Politik der Etatiſierung für Danzig ſchon ſehr
ſchmerzlich fühlbar geworden. Die Reiseinfuhr über Danzig
hat vollſtändig aufgehört.
Seewärlige
0
Wareneinfuhr über Danzig
im 1Werteliahr 1928/29/30/31
in 100000 %6.
1928 — 29 930 1931
Seewärtige
Wareneinfuhr über Gdingen
im WWerteliahr 1928/2930/31
in 25000 To.
Die BeiseinfuhrüberDanzig u. Gdingen- in 1000 Io . 6
1926
1927 1928 1929 1930
Der Danziger Baconexport, der ſo vielverſprechend im
Früh=
jahr 1930 begann, iſt nach dem Bau des Kühlhauſes in Gdingen
rapide zurückgegangen. Gerade in dieſem Falle hatte ſich die
private Initiative in Danzig ſo aktiv gezeigt, von der Polen
immer behauptet, daß ſie nicht vorhanden wäre, und gerade
hier zeigt ſich am kraſſeſten die gewaltſame Abwürgung der
Danziger Wirtſchaft durch Polen.
Der Bacon-Expont
über Danzig u. Gdingen
in 1000 fo.
A
Gd
1Gs6
ae
in WeDo Tren
naig lum
K. Isch
Jingen- lag 908 W
Ganz beſonders ſchmerzlich macht ſich für Danzig die
pol=
niſche Subventionspolitik bei der Schrotteinfuhr bemerkbar, da
der Danziger Hafen gerade im Jahre 1928 die modernen
Lade=
einrichtungen für Erz und Schrott zur höchſten
Vollkommen=
heit gebracht hatte. Polen fing damals damit an, den
ober=
ſchleſiſchen Firmen in Gdingen beſondere Vergünſtigungen zu
gewähren, wenn ſie ihre Einfuhr über Gdingen leiteten. Die
Folgen zeigen ſich ganz kraß in nachſtehender Kurve.
seewärtige
Schrotteinfuhr-
in 100000 Jo.
19241930 —
Wie aber die Tendenz der Entwicklung geht, das zeigt
nachſtehende Aufſtellung, die die Entwicklung des prozent=
In neueſter Zeit hat Polen nun auch damit angefangen,
Induſtriebetriebe nach Gdingen zu ziehen, wobei keine Mittel
geſcheut wurden, es wurden Steuervergünſtigungen, ja ſogar
teilweiſe vollſtändiger Steuererlaß für ſolche Betriebe gewährt.
Es entſtanden raſch hintereinander die Reismühle, das
Kühl=
haus und jetzt die Oelmühle. Dieſe Betriebe ſind ausgeſprochene
Konkurrenzbetriebe gegenüber Danzig; denn dadurch, daß ſie
Jar.: Febfs-März APr.FMa1-3uni Ju17 Augt Sept. Okt. No0.
1930
1930
Das Polen es durch gewaltſame Maßnahmen verſtanden
hat, den Auswandererverkehr ganz nach Gdingen zu ziehen, iſt
wohl allgemein bekannt. Weniger bekannt dürfte es ſein, daß
ſich die polniſche Regierung damit eine finanzielle Laſt
aufge=
bürdet hat, die ſie jetzt vergeblich wieder abzuſchütteln
ver=
ſucht, indem ſie ſich bemüht, für die polniſche ſtaatliche
Schiff=
fahrtsgeſellſchaft privates Kapital heranzuziehen.
Der Völkerbund wird ſich mit allen dieſen Fragen auf
ſeiner Maitagung zu beſchäftigen haben. Er wird an der
Feſt=
ſtellung nicht vorbeigehen können, daß Gdingen eine künſtlich
gezüchtete Blüte iſt, die jetzt dem ſeit Jahrhunderten feſt
ver=
wurzelten. Danzig Licht und Luft wegzunehmen droht, ohne
aber ſelbſt aus eigener Kraft lebensfähig zu ſein. Er wird
aber auch nicht an der Tatſache vorbeigehen können, daß die
Konkurrenz gegen den Danziger Hafen ein Bruch des Verſailler
Vertrages durch Polen iſt.
In der Antwortnote der Alliierten und Aſſoziierten Mächte
auf die deutſchen Gegenvorſchläge zu den Friedensbedingungen
im Jahre 1919 heißt es wörtlich:
„Als Danzig eine Hanſeſtadt war, befand es ſich, wie
viele andere Hanſeſtädte, außerhalb der politiſchen Grenzen
Deutſchlands und war mit Polen vereinigt, bei welchem
Staate es ſich jahrhundertelang weitgehender örtlicher
Un=
abhängigkeit und einer großen Handelsblüte erfreut hat. Es
wird ſich nun von neuem in einer Lage befinden, die der
während, ſo vieler Jahrhunderte von ihm eingenommenen
ähnlich iſt.”
Angeſichts der jetzigen Verhältniſſe iſt es nicht
verwunder=
lich, wenn in Danzig der Ruf „zurück zum Reich!” immer
lauter wird und ein immer lauteres Echo im Deutſchen Reich
findet; denn nicht Danzig und Deutſchland ſind es geweſen,
die zuerſt einen Vorſtoß gegen den Verſailler Vertrag
unter=
nommen haben, ſondern Polen bricht den Verſailler Vertrag,
indem es ſich den Verpflichtungen entzieht, die aus den Rechten,
die ihm zugeſtanden wurden, ſich herleiten.
Handerlast
Himmeltahrt
wer möchte da zu Hause bleiben. Aber ohne den richtigen Wanderanzug
keine Freude! Das altbekannte Haus Kleiderheß werhilft Ihnen recht billig dazu!
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Seite 12
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Sdt SalorTa Sdttete
Am die deutſche Handball=Meiſterſchaft.
Sporlverein Darmſtadk 1898 — Polizei Spandau.
Nach den beiden Großkämpfen gegen Spielvereinigung Fürth
und Sportfreunde Siegen ſteht Darmſtadt erneut vor einem
großen handballſportlichen Ereignis. Da die beiden ſüddeutſchen
Vertreter durch die Spiele in Gotha und Weißenfels die
Zwiſchen=
runde ſiegreich überſtanden haben, genießen ſie in der
Vorſchluß=
runde vollauf mit Recht den Vorteil, ihre Spiele im Gebiet des
eigenen Landesverbandes austragen zu können. Während die
Spielvereinigung Fürth in Bamberg anzutreten hat, haben die
98er es inſofern etwas beſſer, als ſie in Darmſtadt, und zwar auf
dem Platze der Techniſchen Hochſchule, alſo vor dem eigenen
An=
hang zu ſpielen haben.”
Es beruht wohl nicht auf Zufall, daß von den 14
Mannſchaf=
ten, die vor Monatsfriſt zur deutſchen Meiſterſchaft geſtartet ſind,
die vier nach Abſolvierung der Vor= und Zwiſchenrunde „
Ueber=
lebenden” gerade die Vertreter des Süddeutſchen und des
Bran=
denburgiſchen Verbandes ſind. Beide Verbände dürfen mit Recht
für ſich in Anſpruch nehmen. hinſichtlich der Spielſtärke ihrer
Spitzenmannſchaften den anderen Landesverbänden etwas
über=
legen zu ſein. Wohl hat gerade in der vorletzten Saiſon die
Spielſtärke in Weſt= und Mitteldeutſchland ſich ſtark gefeſtigt; um
ſo erfreulicher iſt es, daß gerade die beiden ſüddeutſchen Vertreter
ſich in den diesjährigen Endſpielen gegen die weſt= und
mittel=
deutſchen Repräſentanten glatt durchſetzen konnten. In der
Vor=
ſchlußrunde ſtehen nun die Süddeutſchen vor der ſchwerſten
Auf=
gabe, gilt es doch, gegen die beiden ſtärkſten Mannſchaften der
Reichshauptſtadt anzutreten. Dem Brandenburgiſchen Verband
kam ſchon immer im Handballſport eine gewiſſe Vormachtſtellung
zu. Dieſe wäre zugunſten des Süden gebrochen, wenn die
ſüd=
deutſchen Vertreter ſich in der Vorſchlußrunde durchſetzen könnten.
Dieſer Fall mag wenig wahrſcheinlich erſcheinen, immerhin —
möglich iſt es. Unter allen Umſtänden werden unſere zwei
ſüd=
deutſchen Beſten zu kämpfen verſtehen und verſuchen, die große
Chance, ſich die Teilnahmeberechtigung zum Endſpiel zu
verſchaf=
fen, auszunutzen.
Der Gegner der 98er iſt des Brandenburgiſchen Verbandes
zweiter Vertreter der 1. Spandauer Polizei=Handballklub. Die
Spandauer Poliziſten, die ſchon im vorletzten Jahr an den
deut=
ſchen Endſpielen teilgenommen haben, ſind — darüber kann ein
Zweifel nicht beſtehen — ein äußerſt ſtarker Gegner. Dafür
ſprechen ihre bisherigen großen Erfolge in den diesjährigen
End=
ſpielen. In der Vorrunde wurde der Norddeutſche Meiſter, St.
Georg=Hamburg, in Spandau glatt mit 5:2 bezwungen — ein
Re=
ſultat, das an ſich nicht überraſchte. Senſationell wirkte dagegen
der Sieg der Spandauer in der Zwiſchenrunde, der gegen
Han=
nover 78 in Hannover mit 10:8 erzwungen wurde gegen die
Mannſchaft, die es in der Vorrunde verſtanden hatte, gegen den
weſtdeutſchen Meiſter V. f. B. Aachen in Aachen ſiegreich zu
be=
ſtehen. Damit haben die Spandauer Poliziſten ſchlagend bewieſen,
daß ſie auch auf fremdem Platze, vor fremdem Publikum zu
kämp=
fen und zu ſiegen verſtehen. Dieſer Mannſchaft kann man es wohl
zutrauen, daß ſie unter der Leitung ihres Spielführers Schönwieſe,
des internationalen Mittelläufers der deutſchen
Nationalmann=
ſchaft, in Darmſtadt ein ganz großes Spiel hinlegen wird.
Die Sportvereinself weiß um was es geht. Während die
Darmſtädter in den früheren Jahren bei den deutſchen Endſpielen
ſtets unglücklich kämpften, haben ſie in dieſem Jahre ſich verdient
und glatt in Vor= und Zwiſchenrunde durchſetzen können. In der
Vorſchlußrunde erwartet ſie eine ſchwere Aufgabe. Aber die
Auf=
gabe iſt nicht unlöbar. Und deshalb wird man erwarten dürfen,
daß die geſamte Kraft aufgeboten wird, um durch einen Sieg in
der Vorſchlußrunde endlich einmal die Hoffnung des Darmſtädter
Handballanhanges, die Sportvereinself im Endſpiel zu wiſſen,
wahrzumachen.
Sportabteilung Merck, Darmſtadt.
Heute Dienstag, abends 6.30 Uhr, tritt die erſte Handballelf der
ſpielſtarken 1. Handballmſch, der Reichsbahn Darmſtadt auf dem
Sportplatz am Dornheimer Weg gegenüber. Die zweite Merckſche
Hand=
ballmannſchaft, die am vergangenen Sonntag, SV. Boruſſia Dornheim
mit 9:7 bezwingen konnte, ſpielt gegen die gleiche Mannſchaft der
Reichs=
bahn am Mittwoch, abends 6.30 Uhr, auf dem Sportplatz am
Dorn=
heimer Weg.
Fußball.
Sp. Gemeinde Sprendlingen—F. Sp. V. Groß=Zimmern 3:4 (1:2).
Zum Vorſchlußſpiel um den Bezirkspokal ſtellten die Gaſtgeber
eine überaus ſtabile Mannſchaft ins Feld, die auch in bezug auf
Stellungsſpiel und Schnelligkeit eine ganz annehmbare Leiſtung
bot. Verteidigung und Torwächter waren der beſte
Mannſchafts=
teil. Auch der Mittelläufer und der Innenſturm wußten ſehr gut
zu gefallen. — Die Gäſte dagegen erreichten diesmal bei weitem
nicht das hohe Können wie in den letzten Spielen. Die
Mann=
ſchaft ſpielte verhalten und ſchien ſich auch ſonſt für das ſchwere
Meiſterſchaftsſpiel am kommenden Sonntag gegen Roßdorf ſchonen
zu wollen; immerhin reichte es zu einem knappen, aber
verdien=
ten Sieg. Die Verteidigung, die beiden Halbſtürmer und der
Linksaußen waren hier die Beſten. Herr Schickedanz=Neu=
Iſen=
burg als Schiedsrichter vorzüglich. — Sp.V. Münſter Jugend—
Groß=Zimmern Jugend 4:1.
* Rreisliga Südheſſen.
Lorſch imponiert!
Da haben die Kaſteler nun die Beſcherung — verlieren auf
eigenem Platze gegen Lorſch, nachdem ſie bei Eröffnung der Serie
durch einen Sieg in Walldorf ganz beträchtliches Aufſehen
erreg=
ten. Zu allem Ueberfluß ſiegten die Walldörfer in einem 70=
Mi=
nutenſpiel vor 14 Tagen in Lorſch, ſo daß man ſich nun ſchon bald
nicht mehr ein= noch auskennt. Die große Ueberraſchung
06 Kaſtel—Olympia Lorſch 0:1 (0:0)
brachte unſeren Meiſter wieder ſtark in den Vordergrund. Das
Spiel war, den Verhältniſſen entſprechend, hart und nervös; die
erſte Halbzeit ſtand größtenteils im Zeichen knapper
Ueberlegen=
heit der Einheimiſchen, wie überhaupt die Kaſteler durchſchnittlich
etwas mehr vom Ziel hatten, jedoch vor lauter Aufregung keine
der zahlreichen Chancen verwerten konnten. Nach Halbzeit
ver=
gab Kaſtel die günſtigſte Torgelegenheit durch Fehlſchuß eines
Elf=
meters, während Lorſch einen der zahlreichen Vorſtöße durch
Tor=
ſchuß des Mittelſtürmers abſchloß. Das gab dem Spiel die
Ent=
ſcheidung. Das Eckballverhältnis ſtand 9:1 für Kaſtel; die
Lor=
ſcher Hintermannſchaft mit ihrem Strategen Lorbacher als
Mittel=
läufer hat den Löwenanteil an dieſem bedeutungsvollen Sieg. Ein
kurzer Ueberblick:
Spiele gew. un. verl. Tore Punkte
Olympia Lorſch
06 Kaſtel
Viktoria Walldorf
1 0
1:0
0 1
4:4
0 0 1 3:4
Durch die Neueinteilung des Verbands=Spielſyſtems ſind die
Aufſtiegſpiele von großer Wichtigkeit; dagegen iſt der zweite
Ta=
bellenplatz hinfällig geworden, d. h. er hat nicht die Bedeutung,
für die man ſo heiß geſtritten hat."
Recht zahlreich waren die freundſchaftlichen
Begeg=
nungen, die wieder recht überraſchende Reſultate brachten.
Chat=
tia Wolfskehlen, ſpielſtarker Vertreter der A=Klaſſe des Kreiſes
Starkenburg, konnte in Biblis durch einen 4:3=Sieg imponieren.
Gernsheim verlor auf eigenem Platze gegen die Reſervemannſchaft
von 08 Mannheim 2:3. V.f.L. Lampertheim ſiegte in Worms
gegen die Pokalelf von Alem. 5:2; ebenſo fertigte Neuhauſen den
Kreisliga=Anwärter Abenheim in einem fairen Freundſchaftsſpiel
mit einem 5:2=Sieg ab. Pfiffligheim ſpielte am Samstag abend
gegen den F.C. Bensheim 3:0; verlor dagegen am Sonntag gegen
die Reſervemannſchaft von V.f.R. Mannheim 3:5. Olympia
Worms ſiegte über A. S.V. Ludwigshafen 2:1: ebenſo endete die
Begegnung Spv. Horchheim gegen Spv. Pfeddersheim 2:1 —
beide Spiele waren ſchnell und reich an prickelnden Momenten.
Bei der Platzeinweihung des Spv. Fehlheim konnte „Vorwärts”
Bobſtadt nach zähem Kampf den koſtbaren Pokal erringen, und
zwar in einem Entſcheidungsſpiel gegen Alemannia Worms komb.
mit einem 2:1=Sieg. In den Vorſpielen trafen ſich F.V. Biblis
Reſ.—Vorwärts Bobſtadt 0:2 und Edelweiß Zwingenberg—
Ale=
mannia Worms komb. 1:7. Das Feſt war ſehr gut beſucht und
verlief mit ſeinem reichhaltigen Programm recht angenehm.
Der ſübdeutſche Verband hat gegen das Vorgehen des D. F.B., als
ſüddeutſchen Dritten durch Los Phönix Ludwigshafen zu beſtimmen,
Proteſt eingelegt und verlangt ein weiteres Entſcheidungsſpiel gegen
SV. München 1860 am Himmelfahrtstag.
Hocken= Turnier in Darmſtadl.
Um den Einwohnern Darmſtadts nach langer Pauſe wieder einmal
Gelegenheit zu geben, das noch viel zu wenig eingeführte ſchöne und
in=
tereſſante Hockeyſpiel zu ſehen, veranſtaltet die Hockehabteilung der
Techniſchen Hochſchule kommenden Samstag und Sonntag,
den 16. und 17. Mai, auf dem Hochſchulſtadion ein
Hockeytur=
zier. Hierzu werden verſchiedene bekannte Mannſchaften der
Um=
gebung verpflichtet, darunter auch die Damenmannſchaften des Tv. 1860
Frankfurt und des „Weiß=Blau” Aſchaffenburg. Dies Spiel der Damen
wird den Darmſtädter ſporttreibenden Damen vielleicht ein Anreiz ſein,
dieſem Sport mehr Beachtnug zu ſchenken, der ein vorzügliches
Körper=
training bietet.
Es ſind folgende Spiele vorgeſehen: Samstag, 16 Uhr: Tv. 1817
Mainz—T. H. Darmſtadt; 18 Uhr: Tv. 1860 Frankfurt—H.C.
Heidel=
berg (Jugend). — Sonntag, 9 Uhr: Tv. 1817 Mainz—Eintracht
Frank=
furt; 10.15 Uhr: Tv. 60 Frankfurt—Weiß=Blau Aſchaffenburg (Damen).
11.30 Uhr: T.H. Darmſtadt—Tv. 60 Frankfurt.
Da alle Mannſchaften aus ſehr guten Spielern zuſammengeſetzt ſind
und die beiden Jugendmannſchaften von Frankfurt und Heidelberg die
beſten Süddeutſchlands ſind, kann mit ſehr intereſſanten Spielen
gerech=
net werden.
Bei den Davispokalkämpfen gewann Aegypten gegen Finnland 4:1,
Japan führt gegen Jugoſlawien 3:0, ebenſo England gegen Belgien
3:0.
Einen neuen Weltrekord über 4X440 Yards ſtellte mit 3:12,8 Min.
in Fresno (Kalifornien) die Staffel der Stanford=Univerſität auf.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 12. Mai.
15.20: Dr. L. Corell: Kleine Fleiſchſpeiſen und Schnellküche.
Garten=
arbeit im Mai.
16.30: Marſchmuſik; Ausgeführt v. Muſikverein „Fret weg”.
17.00: Wiener Meiſterſchrammeln: Ausf.: B. Auer, Sänger O.
Zagler.
18.15: Junjua Kitayoma: Die moderne Kulturkriſe in Japan.
18 46: M. Grieſebach: Koloniſierende Gründungen der Evangeliſch=
Lutheriſchen Kirche in Ueberſee.
19.15: H. Hagen: Geiſtige Grundlagen unſerer Wirtſchaft.
19.15: Eine Führung durch die betriebstechniſchen Ausſtellungen
in Stuttgart.
19.45: Eine halbe Stunde Jack Hilton (Schallplatten).
20.15: Freiburg: Die Italienerin in Algier; Kom. Oper v. G. Roſini
22.15: Der Schrei aus der Tiefe. Erzählung von Börries v.
Münch=
hauſen.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 12. Mai.
10.10: Schulfunk: Schütz=Scheidt=Schein: Die Zeit des Generalbaß.
15.10: P. Kache: Praktiſche Winke für den Gartenfreund.
15.45: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
16.00: Frauenſtunde: Künſtler. Handarbeiten. Balkon und Veranda.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Mersmann: Einführung in die neue Muſik.
18.00: Magiſtratsbaurat Dr. ing. Weiſe: Wie entſteht ein Bauwerk?
18.30: Prof. Dr. Wegener: Eine Wanderung durch Deutſchlands
Gaue.
19.00: Franzöſiſch für Anfänger.
19.30: H. Hirſchſtein: Silberfrage und Weltwirtſchaftskriſe.
20.00: Bremen: A. d. Saal der „Großen Glocke‟: Das
Tonkünſtler=
feſt in Bremen. Ausf: Philharm. Orcheſter.
21.30: Hans Grimm lieſt aus ſeinen Afrika=Novellen.
22.15: Dr. Joſef Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.30: Unterhaltungskonzert des kleinen Norag=Orcheſters.
Wekkerbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 12. Mai: Vielfach dunſtig und bewölkt mit
Aufheiterung, Temperaturen zwiſchen Tag und Nacht ſich mehr
aus=
gleichend und wärmer, vorübergehend leichte Niederſchläge oder
auf=
kommende Gewitterneigung.
Ausſichten für Mittwoch, den 13. Mai: Mehr wechſelnd wolkiges Wetter
und einzelne Gewitterſtörungen mit leichter Abkühlung.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve‟
Verantwortlich für Poltikk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleion, Reich um
Aueland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willv Kuble.
Druck und Verlag: C. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten
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Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai
des Heſſiſchen Sparkaſſen= und Giroverhandes.
Der Heſſiſche Sparkaſſen= und Giroverband, dem
von den 35 heſſiſchen öffentlichen Sparkaſſen 34 als Mitglieder
ange=
hören, erſtattet einen ausführlichen gedruckten Bericht über das Jahr
1930. Von beſonderem Intereſſe ſind die Ueberſichten über die
Ent=
wicklung der Spareinlagen. Trotz der Ungunſt der Zeiten hat
das Jahr 1930 den heſſiſchen Sparkaſſen einſchließlich der
gutgeſchrie=
benen Zinſen einen Zuwachs von 34,8 Millionen RM. gebracht. Die
Spareinlagen erreichten damit Ende 1930 die Summe von 238,6
Mil=
lionen RM. — 57,63 Prozent des Ende 1913 vorhandenen
Vorkriegs=
ſtandes von 414 Millionen Mark. Die letztere Summe wurde im
Ver=
lauf von vielen Jahrzehnten, der für Ende 1930 nachgewieſene Beſtand
dagegen in der verhältnismäßig kurzen Zeitſpanne von 7 Jahren
an=
geſpart. So ſehr dieſe günſtige Entwicklung den Sparſinn der
Bevöl=
kerung lobt, ſo darf andererſeits doch auch nicht verkannt werden, daß
wohl kaum in dieſem Maße geſpart worden wäre, wenn nach der
Ver=
nichtung des Sparkapitals durch die Inflation, die Not der Zeit zu
neuem intenſiven Sparen nicht geradezu gezwungen hätte. Denn Not
hat immer nicht nur beten, ſondern auch ſparen gelehrt. Neben den
reinen Spareinlagen von 238,6 Millionen RM. verwalteten die
heſſi=
ſchen Sparkaſſen Ende 1930 noch 14,4 Millionen RM. Depoſiten und
18.1 Millionen RM. Girogelder, insgeſamt die ſtattliche Summe von
271 Millionen RM. Die Einzahlungen einſchließlich der
Zinsgutſchrif=
ten beliefen ſich auf 132,6 Millionen RM., die Rückzahlungen auf 97.3
Millionen RM. Aus dem Unterſchied ergibt ſich der Zuwachs von 34,8
Millionen RM. Die Zahl der ausgegebenen Sparbücher betrug Ende
1930 bei ſämtlichen heſſiſchen Sparkaſſen 305 000, der Zugang in 1930
rund 33 000 Bücher. Im Laufe des Jahres 1931, ſpäteſtens aber in 1932
dürfte die Vorkriegsanzahl von 328 000 Sparbüchern erreicht werden.
Schon fetzt hat jeder vierte Heſſe ein Sparbuch bei einer öffentlichen
Sparkaſſe. Der Durchſchnittsbetrag des Guthabens auf einem
Spar=
konto, errechnete ſich Ende 1930 auf 782 RM (Reichsdurchſchnitt 592
RM.), der Sparbetrag auf den Kopf der Bevölkerung Heſſens auf 182
RM. (Reichsdurchſchnitt 168 RM.). Wie in der Vorkriegszeit pflegen
die Sparkaſſen in erſter Linie den Realkredit ihres
Arbeitsgebie=
tes. Von den Spareinlagen waren Ende 1930 bei den heſſiſchen
Spar=
kaſſen nicht weniger als 53 Prozent in Darlehen gegen Hypothek
ange=
legt. Auf Darlehen an Gemeinden entfielen nur 24 Prozent. Zur
Förderung des Wohnungsbaues haben die Sparkaſſen in
den rückliegenden Jahren erheblich beigetragen. Bis Ende 1930 wurden
für dieſen Zweck 52,6 Millionen RM. in 9251 Poſten bereitgeſtellt; das
Bauhandwerk erfuhr dadurch eine weſentliche Unterſtützung.
Bei den vorſtehend genannten Zahlen ſind die aufzuwertenden
Spareinlagen außer Betracht gelaſſen. Da aber die Durchführung der
Aufwertung ſich ihrem Ende nähert, wird ſpäteſtens im Laufe des
Jah=
res 1932, vielleicht ſchon für den Schluß des Jahres 1931 eine
Zuſam=
menfaſſung des ſeit 1924 datierenden Neugeſchäftes mit den
Aufwer=
tungsbilanzen möglich ſein.
Grün u. Bilfinger A.=G., Mannheim. Die Generalverſammlung
der Grün u. Bilfinger A.=G., bei der 7 Aktionäre ein Akrienkapital von
3 101 6000 RM. vertraten, genehmigte den Abſchluß für 1930 und
be=
ſchloß, den Reingewinn von 1375 700 RM. folgendermaßen zu
verwen=
den: Der Verſicherungsrücklage werden 199 000 RM., der
Angeſtellten=
fürſorge für Altersunterſtützung 200 000 RM. zugewieſen, 4 Prozent
Gewinnanteil 176 000 RM., Gewinnbeteiligung an Aufſichtsrat ſowie
rgitung an die Angeſtellten 200 000 RM., 11 Nrozent Mehrgewinn
485 000 RM., Vortrag auf neue Rechnung 205 199 RM.
Oſtertag=Werke, Vereinigte Geldſchrankfabriken A G., Aalen. Die
Generalverſammlung genehmigte den in geänderter Form vorgelegten
Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1929/30, der mit einem Verluſt von
273 661 RM. ſchließt. Der im Treſorbau und Kaſſenſchrankgeſchäft
er=
zielte Umſatz ſei nicht unbefriedigend geweſen. Die Geſellſchaft wäre
in der Lage geweſen, eine Bilanz ohne Verluſt vorzulegen, wenn man
nicht an einer Tochtergeſellſchaft, über welche vor zwei Jahren die
Fabrikation von Stahltüren eller Art unter damals günſtigen
Ausſich=
ten aufgenommen wurde, im Geſchäftsjahr 1929/30 recht erhebliche
Ver=
luſte erlitten hätte.
Elektrizitäts=A.=G., vorm. Schuckert u. Co., Nürnberg. Im 40.
Ge=
ſchäftsjahr hat ſich die mit Beginn des Jahres 1930 fühlbar gewordene
Einwirkung der ſchweren Wirtſchaftskriſe auf die Beteiligungen der
Ge=
ſellſchaft fortgeſetzt. Die Bilanz weiſt aus: Vorzugsaktien befreundeter
Geſellſchaften (alles in Mill. RM.) 4,55, Grundſtücke und Gebäude 0,95,
Bauſtoffe 0.18, dauernde Beteiligungen 60,75, Beteiligungen und
Wert=
papiere 16.39, Schuldner 18,8; andererſeits Aktienkapital 60,0, geſetzliche
Rücklage 6.0, Schuldverſchreibungen 3,25. rückſtändige Gewinnanteile
auf Aktien 0,07, rückſtändige Gewinnanteile auf Genußrechte 0.015,
rück=
ſtändige Obligationszinſen 0.08, dringliche Laſten 0.057. Gläubiger (
dar=
unter zinsfreies Konto für den Erwerb von Vorzugsaktien befreundeter
Geſellſchaften 1.05) 3,956. Interimskonto 9,54. Konto für
Wertberich=
tigungen 5,27. Reingewinn (wie bereits gemeldet) 6 391 862.
Die Berliner Metallnotierungen vom 11. Mai ſtellten ſich für
100 Kilogramm, für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 90.75 RM. — Die
Notie=
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte
Lie=
ferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz., 350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 39—41 RM.
Mannheimer Produktenbericht vom 11. Mai. Weizen, inl. 30,50 bis
31,50, ausl. 37,25—39, Roggen. inl. 21,75—22,50, Hafer, inl. 21,75 bis
22,50, Futtergerſte 22—22,75, Sohaſchrot, Mannh. Fabr. prompt 13,25,
Biertreber, mit Sack 11—11,50, Trockenſchnitzel 8,25, Wieſenheu, loſes
5,40—5,90, Rotkleehen 5.40—6,00, Luzernkleeheu 5,80—6,20 Preßſtroh
(Roggen=Weizen ) 3.40—3,60, Preßſtroh (Hafer=Gerſte) 3,00—3,20, geb.
Stroh (Roggen=Weizen) 3,00—3,40, geb. Stroh (Hafer=Gerſte) 2,60—3,00,
Weizenmehl Spezial 0, prompt mit Sack 44,50, Roggenmehl, mit Sack
30,50—31.50, Weizenkleie (feine) mit Sack 14,00. Tendenz: Die
For=
derungen für In= und Auslandsweizen lauten höher.
Frankfurter Produktenbericht vom 11. Mai Weizen 305, Roggen
217,50, Hafer inl. 215—220, Weizenmehl ſüdd. 42,50—44,50, dito niederrh.
42,25—44, Roggenmehl (60 Proz. Ausmahlung) 30—32, Weizenkleie
13.75—13,50, Roggenkleie 14, Erbſen 30—36, Linſen 25—60, Heu 6,25,
Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr. 4, dito gebündelt 3,90, Treber 10,75
bis 11,25. Tendenz: abwartend.
Mannheimer Viehmarkt vom 11. Mai. Auftrieb — Rufuhren:
Ochſen 151, Bullen 138, Kühe 249. Färſen 348, Kälber 663, Schafe 2,
Schweine 2960, Ziegen 8. zuſ. 4519. Preiſe für 50 Kg. Lebendgewicht
in RM.: Ochſen a) 44—47, b) 36—40, c) 37—41. Bullen a) 36—40, b)
33—35, c) 30—33, Kühe a) 34—37, b) 30—32, c) 22—24, d) 14—18,
Fär=
ſena) 45—48 b) 40—41, c 36—38, Kälber b) 66—70, c) 60—64, d) 54—58,
e) 46—52. Schafe b) 32—34, Schweine b 44—46, c) 46—47, d) 46—48,
e) 44—46, f) 42—44. Marktverlauf: Großvieh ſchleppend, Ueberſtand;
Kälber mittel, geräumt; Schweine mittel, geräumt. — Der auf
Don=
nerstag, den 14. d. M. fällige Kleinviehmarkt wird auf Freitag, den
15. Mai, verlegt.
Frankfurter Viehmarkt vom 11. Mai. Auftrieb: 1187 Rinder (vom
letzten Markt 37), 273 Ochſen, 98 Bullen, 444 Kühe, 335 Färſen, 669
Kälber (vom letzten Markt 88), 90 Schafe (vom letzten Markt 4), 6050
Schweine (vom letzten Markt 858) Marktverlauf: Rinder ruhig,
ausver=
kauft: Schweine mittelmäßig; Kälber lebhaft; Schafe ruhig, geräumt.
Preiſe: Ochſen al) 46—49, a2) 41—45. b1) 37—40, Bullen a) 40—44,
b) 36—39, Kühe a) 36—40, b) 30—35, c) 25—29, Färſen a) 46—49,
b) 41—45, c) 37—40, Kälber b) 64—69, c) 60—63, d) 53—59, Schafe nicht
notiert, Schweine a) 41—44, b) 42—45, c) 43—46 d) 43—46 e) 40—43.
eleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1 70—78, dito 2
(0—70, Bullenfleiſch 69—72. Kuhfleiſch 2 50—6‟, dito 3 35—50,
Kalb=
fleiſch 90—100, Schweinefleiſch 52—62. Geſchäftsgang langſam.
Auf=
trieb: 608 Rinder, 344 Kälber, 4 Hämmel, 2 und 4 halbe Schweine.
Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb ſchwächer als in der Vorwoche,8
Bei ruhigem Geſchäft wurde ausverkauft. Die Preiſe zogen edwas an.
Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Etwa 50 Prozent
wurden wieder in die umliegenden Verſorgungsgebiete ausgeführt. Auf
dem Schweinemarkt war die Beſchickung etwa die gleiche wie in der
Vor=
woche. Bei mittelmäßigem Geſchäft und anziehenden Preiſen wurde
der Markt geräumt. Kälber wurden bei lebhaftem, Schafe bei ruhigem
Geſchäft ausverkauft.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 11. Mai.
Die Börſe eröffnete zum Wochenbeginn in ſchwacher Haltung. Die
Rede Brünings, in der er u. a. neue Sparmaßnahmen auch
unpopu=
lären Charakters, ankündigte, und die erneut ſchwache Börſe in
Wall=
ſtreet haben ſtärker verſtimmt. Man beachtete wieder alle in der letzten
Zeit hervorgetretenen ungünſtigen Momente. Die falſchen Gerüchte
über eine große New Vorker Bankfirma blieben ebenſo wie die plötzlich
verſchärfte Situation in Spanien nicht ganz ohne Einfluß. Bei ſehr
ſtillem Geſchäft ergaben ſich gegen die Schlußkurſe vom Samstag z. T.
recht ſtarke Rückgänge, zumal auch die Spekulation im Zuſammenhang
mit den Verkaufsorders, die vorgelegen haben, zu Blancoabgaben ſchritt.
Die weitere Erleichterung am Geldmarkt machte kaum irgendwelchen
Einfluß. Stärker rückläufig waren vor allem J. G. Farben, A. E.G.,
Siemens, Salzdetfurth, Kunſtſeideaktien und Cement Heidelberg, bei
denen Verluſte bis zu 3 Prozent eintraten. An den übrigen
Markt=
gebieten betrugen die Abſchwächungen von 1—1½ Prozent. Auch
Bank=
aktien lagen durchweg bis ½ Prozent niedriger. Durch
Widerſtands=
fähigkeit fielen nur Süddeutſche Zucker und Verein für chem. Induſtrie
auf. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe ſtagnierte das Geſchäft faſt
voll=
kommen, doch blieben die Kurſe auf dem ermäßigten Niveau behauptet.
Am Anlagemarkt waren deutſche Renten vernachläſſigt, während
Aus=
länder überwiegend etwas nachgaben. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig
und kaum verändert, Reichsſchuldbuchforderungen nachgebend.
Der Verlauf war ohne jeden Umſatz, da weder Verkäufe noch Käufe
vorgenommen wurden. J. G. Farben wurden etwa ½ Prozent höher
geſprochen. Andererſeits kamen Gelſenkirchen, Licht u. Kraft, Gesfürel
und Zellſtoffwerte bis zu 2½ Prozent niedriger zur Notiz. Auch deutſche
Anleihen lagen bis ¼ Prozent rückgängig. Auch bis zum Schluß der
Börſe ergab ſich keine Erholung. Karſtadtaktien lagen infolge eines
Baiſſeangriffes mit ca. 3 Prozent ſtark abgeſchwächt. Die
Umſatztätig=
keit blieb weiterhin gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld ſtark
ange=
boten, doch wurde der Satz auf unverändert 3½ Prozent belaſſen Am
Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfunde
20,/42½. London — New York 4,86¾, Paris 124,38½, Mailand 92,91,
Madrid 48,25 auf die Unruhen ſchwächer, Schweiz feſter 25.,23¾,
Hol=
land 12,10½.
An der Abendbörſe war die Kursgeſtaltung bei ziemlich
klei=
nem Geſchäft etwas freundlicher. Die Spekulation nahm im Hinblick
auf die höheren Kursmeldungen aus New York einige Deckungskäufe
vor, wodurch die Kurſe der Hauptwerte ½ bis ¼ Prozent anzogen.
Sonſt waren Anregungen nicht vorhanden Im Verlaufe blieb die
Stimmung freundlich. Farben ſchloſſen 142,25 Von Kurſen ſind zu
nennen: Deutſche 103, Danat 131,5, Gelſenkirchen 74, Harpener 61,5,
Mannesmann 71, Salzdetfurth 213, Weſteregeln 141, Nordlloyd 56,
A. E. G. 99, Siemens 160,5, Felten 78,5, Gesfürel 110 Holzmann 80,
Mainkraft 63, Metallgeſellſchaft 62, Südzucker 117. Aku 76,5,
Bem=
berg 92.
Berlin, 11. Mai.
Die neue Woche begann mit einer fchwächeren Börſe. Es lagen
keine neuen Anregungen vor, und ſo wirkten ſich ſchwächere
Auslands=
meldungen, beſonders aus New York, ſtärker aus. Trotz des Dementis
hatten die Gerüchte von einer angeblichen Uebernahme der Firma Lee,
Higginſon u. Co, durch Morgan bei der Spekulation Nervoſität
aus=
gelöſt, ſo daß es zu Glattſtellungen kam, zumal auch die Kundſchaft kleine
Verkaufsaufträge gegeben hatte. Die Sonntagsreden von Dr. Brüning,
Severing und Dingeldey fanden Beachtung, ſie enthielten im großen und
ganzen eher verſtimmende Aeußerungen über die politiſche und
wirt=
ſchaftliche Lage. Am Montanmarkt hatte das Anwachſen der
Halden=
beſtände auf 12 Millionen Tonnen Abſchwächungen zur Folge. Die
an=
haltende Metallbaiſſe und der Geſchäftsbericht der Hanſa Dampf ſowie
ſonſtige Nachrichten über einzelne Geſellſchaften konnten auch nicht
ge=
rade zuverſichtlich ſtimmen oder zur Unternehmungsluſt beitragen. Bei
der Mehrzahl der ſtärker gedrückten Werte hörte maa
Dividenden=
befürchtungen. Die Verluſte betrugen 1 bis 3 Prozent, nur Wiking
Zement beſſerten ſich um 2½ Prozent. Im Verlaufe ſenkten ſich die
Kurſe bei luſtloſem Geſchäft weiter um 1 bis 1½ Prozent. Nur
ver=
einzelt traten gegen 13 Uhr geringfügige Erholungen ein. Anleihen
leicht abbröckelnd.
Berliner Kursbericht
vom 11. Mai 1931
Wie wir hören, ſind die Verhandlungen, die ſeit mehreren Monaten
zwiſchen der Hamburg=Südamerikaniſchen Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft
einerſeits und der Hapag und dem Norddeutſchen Lloyd andererſeits
wegen eines Zuſammengehens in der Südamerikafahrt gepflogen
wur=
den, nunmehr zum Abſchluß gekommen. Zwiſchen den genannten
Geſell=
ſchaften iſt ein 10jähriger Vertrag geſchloſſen worden, der eine
gemein=
ſame Fahrt unter poolmäßiger Verteilung der Ergebniſſe vorſieht. Von
der Verwaltung des Norddeutſchen Lloyd, Bremen, wird zu dem
Zuſam=
mengehen der deutſchen Schiffahrtslinien in der Südamerikafahrt
er=
klärt, daß dieſe Einigung unbeſchadet des vertraglichen Verhältniſſes
zum Königl. Holländiſchen Lloyd zuſtandegekommen iſt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 84½, Juli 63½, Sept. 62.50, Dez. 66;
Mais: Mai 60.25, Juli 61.25, Sept. 59.75, Dez. 51.75; Hafer:
Mai und Juli 28½, Sept. 28.50, Dez. 30.75; Roggen: Mai 37,
Juli 38½, Sept. 39, Dez. 42.50.
Schweine: leichte 7.15—7.30, ſchwere 6.25—6.65;
Schweine=
zufuhren: Chicago 38 000, im Weſten 92000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 11. Mai:
Schmalz: Prima Weſtern 8.80; Talg, extra, loſe 93.25.
Getreide. Mais, loko New York 74½; Mehl, ſpring wheat
clears 4.15—4,65; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze 54; Lokonotiz: 5½; Mai
4.76, Juli 4.88, Sept. 5.05, Okt. 5.13, Dez. 5.25, Jan. 5.33, März
5.44.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Börſenvorſtand hat in ſeiner geſtrigen Sitzung beſchloſſen, die
Börſenverſammlungen an den Samstagen während der Sommermonate
nicht ausfallen zu laſſen.
Im Sitzungsſaal der Preußiſchen Staatsbank (Seehandlung) fand
geſtern mittag die Gründung der Berliner Kraft= und Licht A.=G. ſtatt.
Als Gründer wurden eingetragen die Stadt Berlin, die Preußiſche
Staarsbank, die Reichskreditgeſellſchaft A.=G., die Preußiſche
Elektrizi=
täts A.=G. und die Elektro=Geſ.
Wir hören von zuſtändiger Stelle, daß die von einzelnen Seiten
regiſtrierten Gerüchte über eine angebliche Uebernahme des Bankhauſes
Lee Higginſon u. Co, durch das Bankhaus J. P. Morgan u. Co. oder
durch eine andere Bank jeder Grundlage entbehren.
Die deutſche Nohzinkproduktion einſchließlich Zinhſtaub ſtellte ſich,
wie der Geſamtausſchuß zur Wahrung der Intereſſen der deutſchen
Metallwirtſchaft, Berlin, mitteilt, im Monat April 1931 auf 3578
Ton=
nen gegen 4431 Tonnen im Monat März 1931.
Die Filzfabrik A.=G., Fulda, ſchließt das Geſchäftsjahr 1930 mit
einem kleinen Gewinn von 15 500 RM., wovon 456 RM. Verluſtvortrag
abzuſetzen ſind. Der Bruttogewinn ſtellt ſich auf 454 600 RM. (im
Vorjahre 405 400 RM.). Generalverſammlung am 29 Mai.
Die Vorlage des Abſchluſſes der Heinrich Lanz A.=G., Mannheim,
für das abgelaufene Jahr verzögert ſich durch Verhandlungen der
ver=
ſchiedenen Großaktionäre über eine Umgruppierung im Aktienbeſitze der
Heinrich Lanz A.=G. Da die Geſellſchaft ſich in reinem Familienbeſitz
befindet, iſt mit einem baldigen Abſchluß kaum zu rechnen.
Der Aufſichtsrat der Karlsruher Lebensverſicherungsbank A.=G.,
Karlsruhe, ſchlägt vor, aus dem Jahresüberſchuß von 5 555 031 RM.
der Gewinnreſerve der Verſicherten 5 131 081 RM. zuzuweiſen und an
die Aktionäre eine Dividende von wieder 12 Prozent auszuſchütten.
Die Verſichertendividenden ſind für 1931 gegenüber dem Vorjahre erhöht
worden.
Die Gemeinnützige Mieter= und Handwerker=Baugenoſſenſchaft in
Offenburg verteilt für 1930 aus 4400 RM. Reingewinn wieder 4
Pro=
zent Dividende. Die Gebäude ſind mit 1.45 Mill. RM. ausgewieſen,
die Abſchreibungen hieran erforderten 42000 RM.
Die eingegangenen Anmeldungen auf die 6prozentige Anleihe der
Continentalen Elektrizitäts Union A.=G., Baſel, von 25 Millionen
Schweizer Franken, für welche die Preußiſche Elektrizitäts A.=G. Kapital
und Zinſen gerantiert hat, haben den aufgelegten Betrag überſchritten;
es wird daher keine volle Zuteilung auf die Zeichnungen erfolgen.
Oeviſenmarlt.
vom 11. Mai 1931
Berl. Handels=Geſ. 117.—
Danatbank . . . . . . . 131.—
Deutſche Bank u.
103.—
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank 102.50
Hapag
55.125
Hanſa Dampfſch. 71.75
56.—
Nordd. Llohyd
99.75
A. E. G.
Bahr. Motorenw. 60.—
J. P. Bemberg 93.375
Bergmann Elektr. 73.—
Berl. Maſch.=Bau 41.75
Conti=Gummi 112.125
Deutſche Cont. Gas /126.50
Deutſche Erdöl 67.125
Eleitr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f. elektr. Untern
Harpener Bergbau
Soeſch Eiſen
Bhil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.)
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Un in.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppel
Ke
142.—
73.50
109.—
62.50
56.625
78.50
138.—
58.50
63.—
71.25
38.625
47.125
72. 125
43.25
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Clanzſtoff
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hir ich Kupſer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werte
Me
49.125
213.—
04.375
106.—
42.25
141.25
60.—
22.—
41.—
111.—
39.50
134.—
41.—
58.—
Buenos-Aires 11 Pax.Peſv
New York 1 Dollar
1100 Beiga
Belgien
100 Lire
Italien
100 Franc 8
Paris
Athen 100 Drachm. 5.44 5.45 112.44 12.66 Iſtambul 1 türf. 2 20.403/ 20.44: Kairo 1 ägypt. * 20.92 20.26 1.325/ 1.329/ Kanada 1canad. Doll. 4.192 4.2c0 4.195 4.203 uruguah Goldpeſo 2.857 2. 663 58.33 58.45
Jsland 00 is1. Kr. 92.04 92.22 21.96 22.00 Tallinn /(Eſtl.) 00 eſtl. Kr. 111.E6 111.88 18 401 16.441
Riga 00 Lats e0.77 E0.93
Frankfurter Kursbericht vom 11. Mai 1931.
77 Dtſch. Neichsan!
6%
5½%Intern.,
6%Baden ..
8% Bahern.
8½ Heſſen v.
8
v. 29
6% Preuß. Staat
8% Sachſen ......
72 Thüringen. .
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. */.
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
8% Nachen o. 29
8% Baden=Baden.
6%Verlin ......"
8½ Darmſtadt v. 26
v. 28
8
7% Dresden....
8% Frankfurt a.M.
v. 20
o. 26
8% Mainz ......
8% Mannheim v. 2e
6‟
v. 27
8% München.
8% Nümberg..
8% Wiesbaden
8% Heſſ. Landesbl.
8% Golboblig.
4½% Heſſ. 2ds.-
Hyp.=Bk.=Liauid.
4¾% „Kum.=Lhl.
8% Preuſi. Ld8.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
22 „Soboblia
100.75
84.75
75
78
100.3
81.75
91.1
95.5
95.75
99.75
78.5
84.1
55.75
5.05
2.4
92
92
90
89.5
84.75
99
89
77.25
88.5
93.25
76.5
95.75
Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8% Kaſieler
Land=
kredit Goldvfbr..
2 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
825 Naſſ. Lamdesbl.,
2io
4½% „Liqu. Obl
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer.
„ „ Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
80 Berl. 6hp.Bk
½2 „ Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bk..
4½% — Lig. Pfbr
Pfbr.=Bk.
8%
4½
„ Ligu.
8% Mein.Hyp.=Bl.
Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hhp.=Bk
4:
„ Lia. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
ereb.=Bank
4½% Lig. Pfbr.
8½ Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
4½% „ Lig. Pfbr
126 Rhein.Hyp. Bk.
4½% Lig. Pſbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.....
8½, Südb. Vod.
Cred.=Banl ....
K7 Oiea- Bfbr.
97.25
100
95
86
101.25
94.75
86.75
90-g
Aue
73
11
100
97
89.8
101.25
97.5
91
101.5
97.5
A
101
97
92
100.5
93
101.5
92
101.3
90
100
97.25
90.9
100.5
82 Württ. Hyp.=B
G‟ Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
8% Klöckner=Werle
70 Mainkrw. v. 26
70 Mittelb. Stahl.
82 Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerkel
8% Voigt &Häffner
F. G. Farben Bonds
5% Bosn. L.E. B.
5%
L.Inveſt.
5% Bulg. Tab.v.02
4½% Oſt. Schäte
4% Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän!
4½%
4%
4%0 Türi. Admin.
4% „ 1. Bagbad
4½ „ Zollanl.
4½2 Ungam 1913
19141
4½2
Goldr.
4%
1910
42
Nktien
Rig.Kunſtziide Uni
A. E. G. ... . ....
AndregeNorts Zahn
Aſchaffba. Brauere
Zellſtofſ
Bemberg. J. P.. ..
Vergm. El.=Werle
BrownBoverickCie.
Budems Eiſen...."
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſell
Chem. Werke Albert
Chade
Contin. Giummiw.
Linoleum
1100.4
98
89.5
96
8771,
85.5
84*1,
94
100.2
20
20
281
37.2
2211,
6.35
2.8
3.9
18.4
15.8
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl ......
Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher
J. G, Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas t. Lia.
Hof......
Gelſenk. Bergwerl
Geſ. f.eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Fikft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. . . .
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil.
Flie Bergb. Stamm,
Genüfſe
Junghans
Kali Chemie
„ Aſchersleben .
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R... . ..
Klein, Schanzlin ..!"
Klöcknerwerle.
I.
Knorr C. H.
Lahms er Fo.
Laurghütte
A a
92.5
127.75
79
80
111
114.75
204
30
89
96
142
119
36
73
43
Rré
175
L3wenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr.-W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . ..
Mannesm.= Röhren
Mansfeld Bere. ..
Metallgeſ. Frankf..
Miag, Mühlenbau,
MontecatiniMailb.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Tberbedarf
Bhönix Bergbau".
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen ..
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren ..
Stahlwerke ...
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr. .
Rütgerswerle
Sachtleben 9. C
Ealzdetfurt! Kali.It
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemen && Halsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G. ).
Soensia Tändſtic.?
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauerei
Ve
39.5
12
63
124
67
38
51.75
111.5
Vogtländ. Maſchin, 29
Voigt & Haeffner ./114.75
Wahß & Freytag. 27.75
Wegelin Rußfabrikl 38
Weſteregeln Kali. . 1140
Zeliſtoff=Verein ...! 3.
„ Waldhof... . . . 84
Memel.. . . . . . 69
Allg. Dt, Creditanſt./ 90.5
Badiſche Bant. . . . /143
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanlverein 200
Baher. Khp. u. W./123.5
Berl. Handelsgeſ.. 116
„ Shpothefbl. 212
Comm. u. Privatb./106
Darmſt. u. Nat.=Bk. 131
Dt. Bank und Disc. /102.5
Dt. Eff. u. Wechtell 94.75
Dresdner Bank. . . 102.75
Frankf. Bank
88.5
„ Hyp.=Bank
140.5
Pſdbr.=Bk. . . /150.5
Mein. Hyp. Bank .. 146
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp.=Bank /131
Reichsbank=Ant. . . 146
Rhein. Hyp.=Banf. 133
Südd. Bob.-Cr. Bk. 138.5
Wiener Bankverein
Württk. Notenbant /129
A.=G. ſ. Veriehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw!
7% Dt. Reichsb. Bzo
Hapag .....
Nordb. Llohd. .
Südd. Eiſenb.=Gei.
Seite 14
Dienstag, den 12. Mai 1931
Nummer 131
Jugendlicke haben Zutritt,
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
AL.BERT BASSERMANN — GUSTAV FROHLICH
jegie: ROBERT SIODNAK
Beginn der Vorstellungen: 16.00, 18.00, 20.20 Uh
Profge Mk. 1.00 bis 2.63
Ab heute
Kauft, verkauſt
taufcht
Heinrich Walker
Ankerwickelei
Waldſtraße 50
9. (6635a
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Radio-Hörer
Donglas Fairbanks u. Mary Pickford
in dem köstlichen Lustspielschlager
Welche v. d. vielen
Anodenbatterien.
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Warum ?
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Röhren zu
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bedingungen.
BNeue Akkus
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Alleinverkauf für
Wo. prov. Starkenburg
nur inDarmſtadt:
Wilhelm Schnell,
ör Bachgaſſe 23, Lad.
(Inſel). Am
Nieber=
gallbrunn.
Der Widerspenstigen
Zähmung
Nach Shakespeare.
Regie: Sam Taylor.
Donglas Fairbanks wieder in einer
glänzenden Rolle die er ganz seiner bekannten
bravourösen Eigenart gemäß, als der siegreich
lächelnde Held zu gestalten weiß und Mary
Pickford als seine Partnerin, erschließen
das romantische Milien der Handlung mit
aller Kunst ihrer Darstellung.
Dazu das gute Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Heute letzter Tag
Siegfried Arno
der beliebte Komiker
in dem humorvollen Tonfilm:
Moritz
macht
sein
Glück
(Meier & Co)
Regie: Jaap Speyer
Musik von Willy Rosen
In weiteren Hauptrollen: Irene
Ambrus, Anny Ann, Jgo Sym.
Willy Prager, Leo Peukert u. a.
Sie erleben bier
1ie originelle Karriere eines Peter
Heute Erstaufführung
Anny Ondra und Vlasta Burian
in dem neuen heiteren Tonfilm
Schlemihl, der aber durchaus nicht
auf den Kopf gefallen war.
Im Beiprogramm
Eine reizende Groteske
n guter Kulturfilm und
die Wochenschau.
und den
übester
mit Roda-Roda, Berthe Ostyn, Hans Götz,
André Pilot u. a.
Nach der gleichnamigen Posse von Bernh.
Buchbinder, für den Film bearbeit. v. Roda-Roda.
Regie: Carl Lamac.
Eine TonFilm-Humoreske von unerhörtem
Temperament u. einer Fülle urkomischer Szenen.
Jedes Bild ein Lachschlager.
Anny Onura, das Mädchen mit den schönen
Beinen, und Vlasta Burian, bekannt als
„falscher Feldmarschall”, zusammen mit Roda-
Roda ergeben ein Dreigestirn, über das man
Tränen lacht.
TV.7441
Dazu ein
reichhaltiges Beiprogramm.
Iugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Blüten=Fahrten
14. Mai (Himmelfahrt) Abfahrt 7 Uhr
Luiſenplatz Heidelberg (1½ Std.) Schwetzingen
(2 Sto.) =Speyer (1 Std.) Frankenthal=
Worms (½ Std. Darmſtadt.
Fahrtpreis nur Mk 7.50.
14. Mai (Himmelfahrt) Halbtagestour
A fahrt 14 Uhr Eberſtadt=Mühltal=
Beer=
bach=Felſenmeer (¾ Std.) =Kuralb (1 Std.)
Balihauſen=Jugenheim (1 Std.)=
Darm=
ſtadt.
Fahrtpreis nur Mk 2 50.
Pfingſt=Sonntag und Pfingſtmontag:
Rothenburg o. d T.
Pfingſt=Montag: Rheinfahrt
Auskunft und Karten im Reiſebüro W. Köhler,
G. m. b. H., Tel. 2418, Darmſtadt,
Luiſen=
platz 1.
(7492
Sonder-Omnihus-Fahrt
An den Rhein
nach Rüdesheim
Donnerstag, 14. Mai 1931
(Ghristi Himmelfahrt)
Abfahrt Darmstadt, Theaterpl. 9 Uhr.
über Kastel, den Rhein entlang
durch die Weinberge n.
Rüdes-
heim Hier Aufenthalt,
Besich-
tigung. Nationaldenkmal,
„Knusperhäuschen” — „
Felsen-
keller” bei Wein und Tanz,
ge-
mätliches Zusammensein bis zur
Rückfahrt.
Fahrpreis: Rm. 5.— die Person /Hin-
und Rückfahrt) Kinder d. Hälfte.
Karten im Vorverkauf im Verkehrs-
Büro, Schloß.
Die nächste Fahrt am Donnerstag,
21. Mai, mit Kellerei-Besichtigung in.
Rädesheim; sodann jeden Donnerstag
planmäßig.
Gardinen werd.
ge=
ſpannt u. gebügelt.*
NeueNiederſtr. 8, pt.
Tapezierarbeiten
gut u. billig. Ang.
unt. O. 149 Gſchſt.
(6250a
Jak
Maagak
Seeheim, Bergstraße
Heu te Gesellschaftsabend
Telephon 4 Frische Seeheimer Spargel
Donnerstag, 14. Hai, Orpheum
singen die fabelhaften
Comedian
TARkTOtHSTS
G mit einem ganz auserlesenen, unfangreichen
(7479
und neuen Programm.
KI. Preise von RN. 1.00 an.
Karten: Verk.-Büro u. H. de Waal, Tel. 389.
Samstag, den 16. Mai 1961, abends 8 Uhr, im
Hotel „Goldene Krone‟
Jugenheim a. d. Bergstr.
Gastspiel der weltberühmten
4Wentrauds Suncopators 8
7436
Verbunden mit TANZ
Die Presse schreibt: Wer die Weintraubs nicht gehört,
hat eines der besten Orchester der Welt nicht gehört”.
Eintritt 2.—. Autobusverbindung bis 1 Uhr nach Darmstadt
Heppenheim a. d. B.
Parkhotel „Halber Hond‟
Christl Himmelfahrt, Donnerstag, den 14. Mai
Von 4 Uhr sb HONzert Eintritt 4 050
Von 8 Uhr ab Tanzabend Erstkl. Kapelle
Es ladet freundlichst ein K. M. Seibert.
N. B. Bei jeder Witterung.
7443
Heute
Grosser Saal Städt. Saalbau
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 131
Dienstag, den 12. Mai 1931
Seite 15
Samea waind anttstt.
Roman von Alexandra von Boſſe.
(Nachdruck verboten.)
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Eines Morgens, nachdem er den Abend zuvor von Rom
zurückgekehrt war, wo er endlich erreicht, daß der kirchlichen
Trauung demnächſt nichts mehr im Wege ſtehen würde, während
für die zivile Trauung ihm noch ein Papier fehlte, das ſchwer
zu beſchaffen, war, befand er ſich in gehobener Stimmung. Sie
hatten ſoeben das Morgenfrühſtück beendet, das ſeine Mutter
ſtets in ihrem Zimmer einnahm. Flavia und er hatten wie
ein Ehepaar einander am Frühſtückstiſch gegenüber geſeſſen, ſie
hatte ihm den Kaffee zurechtgemacht, Brötchen geſtrichen, für ihn
geſorgt, als ſei er ſchon ihr Mann. Dann war ſie
hinaus=
gegangen, etwas zu holen, und während ihrer Abweſenheit kam
der alte Diener Giacomo herein, brachte die Poſt, Zeitungen
und einige Briefe. Unter dieſem war einer mit deutſcher
Marke und dem Poſtſtempel München. Da Oreſte mit niemand
in München in Briefverkehr ſtand, fragte er ſich, von wem dieſer
Brief ſein könnte, der an ihn adreſſiert war, und ſogleich
be=
ſchlich ihn unerklärliches Unbehagen. Als er ihn haſtig öffnete,
belehrte ihn die Unterſchrift, daß das Schreiben von dem
ita=
lieniſchen Major kam, der ihm bei ſeinen Nachforſchungen nach
Richard Droſten behilflich geweſen war. Und mit ſich
ſteigern=
dem faſſungsloſen Entſetzen las er:
„Sie werden ſich wundern, von mir ein Schreiben zu
er=
halten, doch habe ich Ihnen eine Mitteilung zu machen, die,
wie ich glaube, für Sie von Intereſſe iſt. Es iſt mir nicht
be=
kannt, was Sie veranlaßte, ſeinerzeit über den Verbleib eines
deutſchen Offiziers, mit Namen Droſten, Erkundigungen
einzu=
ziehen, wobei ich Ihnen behilflich zu ſein die Ehre hatte. Ueber
die Gründe Ihrer damaligen Nachforſchungen ſagten Sie mir
nichts, was ja auch nicht notwendig war, aber es ſchien mir,
als ſei es für Sie wichtig geweſen, feſtzuſtellen, daß jener
Offizier unzweifelhaft gefallen war, und offenbar wurden Sie
durch die amtliche Beſtätigung ſeines Todes ſehr befriedigt.
Zu=
fällig erfahre ich nun, daß der Mann noch lebt. Bei einer der
üblen Reviſionen, die immer ſehr peinlich ſind, traf ich einen
der Herren, mit denen wir damals zu tun hatten. Er
er=
kannte mich, erinnerte ſich des Anlaſſes unſerer früheren
Be=
gegnung, die ja noch nicht weit zurückliegt, und er teilte mir
mit, daß der Leutnant Richard Droſten noch am Leben ſei. Die
Erkundigungen, die ich danach einzog, beſtätigten ſeine
Mit=
teilungen. Der Mann lebt! Es iſt nach dieſem langen Kriege
in Deutſchland nicht Ungewöhnliches, daß ein ſchon ſeit Jahren
Totgeglaubter noch lebend wieder zurückkehrt, weil die Deutſchen
dauernd in Feindesland kämpften und die Gefangenen oft in
weltferne Gegenden verſchleppt wurden. Der Betreffende war
ſchwerverwundet in ruſſiſche Gefangenſchaft geraten; nach
Si=
birien verſchleppt, wurde er dort bis jetzt zurückgehalten, ohne
von ſich Nachricht geben zu können. In der Eile eines
über=
ſtürzten Rückzuges hatten ſeine Kameraden den Bewußtloſen
für tot angeſehen, ihm ſeine Papiere und Wertſachen
abgenom=
men und ſeinen Tod in die Heimat gemeldet, weshalb daran
nicht gezweifelt wurde.
Vielleicht irre ich mich, wenn ich annehme, daß dieſe
Nach=
richt für Sie von beſonderer Bedeutung iſt, und hoffe, daß es
Ihnen gleichgültig ſein kann, ob der beſagte deutſche Offizier
tot iſt oder noch lebt, und nur die Gewißheit darüber von
Wichtigkeit.”
Oreſte Bronchi war, nachdem er den Brief geleſen, einige
Minuten lang wie gelähmt, nicht fähig, einen klaren Gedanken
zu faſſen.
„Noch am Leben — noch am Leben —” murmelte er dann
ganz verſtört, und ſeine Hand zerknüllte krampfhaft den Brief.
„Nein, nein! Es iſt nicht wahr! Es darf nicht ſein!” ſtieß
er zwiſchen zuſammengebiſſenen Zähnen hervor. „Er darf nicht
leben!“
In dieſem Augenblick kam Flavia wieder herein. Sie hatten
vorher von ihrer bevorſtehenden Vermählung geſprochen und
wie ſie die vollzogene Tatſache dann ihrem Vater ſchonend
bei=
bringen wollten. Als ſie an den Tiſch trat, ſagte ſie:
„Weißt du, Oreſte, ich meine, es wird am beſten ſein, wenn
wir Papa gleich nach der Trauung einen gemeinſamen Brief
ſchreiben, darin wir ihm — aber was iſt dir, Oreſte?”
unter=
brach ſie ſich erſchrocken. „Mein Gott, iſt etwas paſſiert?”
Sie ſah, daß er ſehr bleich war und ſein Geſicht wie von
Schmerz verzerrt, wollte um den Tiſch herum auf ihn zueilen.
Aber er wehrte ihre Sorge ab, zwang ein Lächeln auf ſeine
Lippen. Den verhängnisvollen Brief hatte er, als ſie
herein=
kam, raſch in die Hoſentaſche geſtopft.
„Nichts, nichts, Liebſte”, ſagte er mühſam, „das heißt, es
iſt doch etwas paſſiert, nämlich eine Nachricht gekommen, die
es notwendig macht, unſere Hochzeit noch zu verſchieben.”
„Aber was denn? „Neue Hinderniſſe?”
„Nein — aber — ich werde ſofort verreiſen müſſen. Du
begreifſt, wie fürchterlich die Notwendigkeit gerade jetzt für
mich iſt.”
„Verreiſen — jetzt?”
„Ja, hoffentlich nur für kurze Zeit.”
„Wohin?”
„Nach Deutſchland.”
„Eine politiſche Angelegenheit”, erklärte er ſchnell, damit
nicht der Gedanke in ihr rege wurde, dieſe Reiſe könnte mit
Richard Droſten in Zuſammenhang ſtehen. Aber ſie war weit
davon entfernt, derartiges zu vermuten. Richard Droſten war
tot, ſie hatte die Abſchrift ſeiner Todeserklärung geſehen, warum
hätte Oreſte ſeinetwegen nach Deutſchland reiſen müſſen? Aber
ſie wunderte ſich über die plötzliche Notwendigkeit dieſer Reiſe.
„Ich wußte nicht, daß du mit Politik zu ſchaffen haſt”, ſagte
ſie, und er zuckte die Achſeln:
„Man muß ſich zuweilen gegen ſeinen Willen damit
beſchäf=
tigen. Langweilige Sache — ſehr — aber ich — es iſt ganz
unvermeidlich, daß ich reiſe.”
„Und nicht aufzuſchieben?”
„Nein, heute noch muß ich fort. Verzeih, ich kann dir
Näheres darüber nicht ſagen, ſolche Sachen — nicht wahr, ſind
immer geheim. Du verſtehſt — Ach Liebſte, Geliebteſte, du
ahnſt ja nicht — doch, du mußt ahnen, wie fürchterlich es mir
iſt, gerade jetzt mich von dir zu trennen!“
„Ja, ja, ich verſtehe —
„Bitte, ſtelle keine Fragen, die ich nicht beantworten
könnte — nicht darf.”
Seine Augen flackerten, und ſie ſah, daß ſeine Hände
zitter=
ten, und natürlich konnte ſie daran erkennen, wie ungelegen ihm
dieſe Reiſe kam, die doch unvermeidlich zu ſein ſchien. Ueber
den Tiſch weg reichte ſie ihm die Hand, die er an die Lippen
zog, welche trocken und heiß waren.
„Du ſagſt mir ſchon, was du mir ſagen kannft, mehr will
ich gar nicht wiſſen”, ſagte ſie lächelno.
Aber während der ganzen Zeit, daß er mit Flavia ſprach,
dachte Oreſte fortwährend: „Er darf nicht leben! Er darf nicht
leben!” Und als Flavia ihn nun verließ, blickte er ihr nach,
während ſeine Hände ſich zu Fäuſten ballten: Nie ſollte ſie
er=
fahren, daß Richard Droſten noch lebte! Wenn er wirklich noch
lebte, dann — dann mußte er ſterben!
Erwägungen und Pläne durchkreuzten ſein erregtes Gehirn.
Wenn Flavia jetzt erfuhr, daß dieſer Menſch noch lebte, würde
ſie glauben, daß er — Oreſte — ſie betrogen hatte, als er ihr
die Dokumente über ſeinen Tod vorlegte. Es mußte verhindert
werden, daß ſie nur die leiſeſte Ahnung davon bekam. Der
Menſch würde nun wohl verſuchen, ihr Nachricht von ſich
zu=
kommen zu laſſen, aber glücklicherweiſe würde ihm das, da ja
niemand wußte, daß Flavia in Raſano war, unmöglich ſein.
Dadurch wurde Zeit gewonnen, Möglichkeit gegeben, ihn zum
Schweigen zu veranlaſſen oder zu zwingen. Am beſten würde
es ſein, ihn ganz unſchädlich zu machen. Und Oreſte überlegte:
Vor dem Kriege hatte dieſer Droſten ſich zuletzt in der Pfalz
aufgehalten, wahrſcheinlich war er jetzt wieder dahin
zurück=
gekehrt. Die Pfalz war von den Franzoſen beſetzt, ſie hatten
dort unbeſchränkte Macht. War er tatſächlich dort, würde es
nicht ſchwer ſein, ihn mit Hilfe einiger gefälliger Franzoſen
auf heimliche Weiſe zu beſeitigen.
(Fortſetzung folgt.)
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