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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart:, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 130
Montag, den 11. Mai 1931.
194. Jahrgang
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Gewalt, wies Krieg, Aufrubr. Strell vſw. erliſcht
ſede Verpſlſchtmng auf Erflllung der
Anzeigen=
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Konkr” oder gerſichtiſcher Beſtelbung fällt ſedes
Rabatt weg. Banſtionto Deuiſche Bonk und Darm=
Nädter und Nauonabank.
1)
44
Deutſcianio, der Sottn der iedenn!
Scharfe Worke des Reichskanzlers an die Pariſer Adreſſe. — Zollunion ohne polikiſche Hinkergedanken. — „Die Deutſchen
ſind käglich Soldaken und Opfer des Friedens.” — Was Frankreich verſäumk. — Die Unkerdrückken fordern Gerechkigkeit.
Sinanz= und Sozialreform binnen zwei Wochen in Ausſichk. — Mahnung an die Landwirtſchaft:
„Wir haben die höchſten Gekreidepreiſe der Welf!” — Ablehnung polikiſcher Experimenke.
Bor ſchweren Enkſcheidungen.
Oldenburg, 10. Mai.
Reichskanzler Dr. Brüning ſprach am Sonntag abend in einer
ſtark beſuchten Zentrumswahlverſammlung in Cloppenburg. Es
ſei notwendig, den Weg der Verantwortung zu gehen und
dafür zu ſorgen, daß im Volke Klarheit über die Lage geſchaffen
werde. Viel zu leicht laufe heute das Volk noch denen nach, die
Wunder vom Himmel verſprechen. Der Zweck des
Auszugs der Nationalſozialiſten aus dem Reichstag
ſei nicht erreicht worden. Alle vier Wochen müſſe die Agitation
eine neue Walze auflegen, um das Intereſſe des Publikums von
neuem zu wecken. Wenn man verſuche, das Volk aufzuhetzen, ſo
laſſe das die Regierung völlig kalt. Er fürchte aber, daß die
auf=
gebrachten Maſſen einmal denen nicht mehr folgen werden, die
ſie aufgehetzt haben, ſondern noch radikaleren Parteien. Wenn
man ſozuſagen Experimente in der Politik wie in einem
Labora=
torium machen könne, dann wäre er gewiß derjenige geweſen, der
ſchon früher vorgeſchlagen hätte, die Rechte einmal allein
regie=
ken zü läſſen. Aber da man die Schäden, die
eintre=
ten würden nicht ſo leicht wieder gut machen
könnte; ſo werde man es nicht anders machen
können, als daß die Regierung den ſchweren Weg
ſächlicher Arbeit allein weitergehe und dann die
Parteien vor die Verantwortung und Entſcheidung ſtellt. Dieſen
Weg endlich einmal zu gehen, ſei im Intereſſe der Zukunft des
deutſchen Volkes bitter notwendig geweſen. Dabei gebe es kein
Schielen nach rechts oder links. Die größten
Enttäu=
ſchungen würden dem deutſchen Volke, nicht
er=
ſpart bleiben. Heute finde die Regierung manchmal auch
bei den Gegnern eine milde Kritik. Man ſage, daß, wenn dieſe
Maßnahmen vor vier Jahren ergriffen worden wären, manches
anders geworden wäre. Man bedenke aber nicht, daß die Rechte
zweimal in der Reichsregierung ſaß, und er erinnerte daran, daß
manche heute auszumerzenden Fehler gerade in der damaligen
Zeit entſtanden ſeien.
Dr. Brüning ging dann auf wirtſchaftliche Fragen
ein und betonte, daß
die Führer der Wirkſchaft
wohl Kritik am Staat und an der öffentlichen Hand übten; ſie
hätten aber ebenfalls Grund, ſich an die eigene Bruſt
zu ſchlagen. Nicht nur Politiker und Staatsmänner, auch die
Führer großer Wirtſchaftsorganiſationen, wie des
Reichsland=
bundes, hätten Fehler gemacht.
Die Führer des Reichslandbundes ſollten endlich
den Mut aufbringen, ihren Anhängern einmal die Wahrheit
über das Politiſch=Nötige zu ſagen. Die Regierung ſei gern
bereit, ſich mit der ſachlichen Kritik an ihren agrarpolitiſchen
Maßnahmen auseinanderzuſetzen, müſſe es aber ablehnen, daß
von Führern großer Organiſationen gehäſſige Kritik an ihr
geübt werde, obwohl ſie den Preis für Weizen und
Roggen auf das Zweieinhalb=bis Dreifache des
Weltmarktpreiſes geſteigert habe und damit die
höchſten Getreidepreiſe aller Länder hält.
Zur Preisſenkungsaktion betonte der Kanzler, man
könne nicht erwarten, daß mit einem Schlage die Preiſe um
30 v. H. heruntergingen. Brüning ſtreifte dann die
Arbeits=
loſenverſicherung und beſchäftigte ſich eingehend mit den
Finanzfragen. Die Entſcheidung liege darin, daß
die Zeit des neuen Schuldenmachens aufhöre
und ſchäifſe urmäfrefnien ain Müe.
ſeien. Das wichtigſte ſei, daß nicht die geſchätzten Einnahmen
die Ausgaben decken, ſondern die tatſächlichen Einnahmen. Die
Wirtſchaft müſſe wiſſen, woran ſie ſei, ſonſt gehe neues Kapital
nicht in die Wirtſchaft hinein. Gewiſſe Steuern, wie die
Grundvermögens= und die Gewverbeſteuer, dürften,
da ſie eine Höhe erreicht haben, die die Wirtſchaft unter allen
Umſtänden auf die Dauer erdroſſeln und erſticken müßten, nicht
mehr erhöht werden. Ein wertvoller ſchaffender Teil des
deutſchen Volkes dürfe nicht Monate lang, Jahre lang von
der produktiven Arbeit gegen ſeinen Willen ausgeſchaltet
wer=
den. Man müſſe alles unternehmen, um die Kaufkraft in
Deutſchland nicht zu untergraben und die
Wirt=
ſchaft in die Lage zu verſetzen, wieder Arbeit
zu vergeben und Arbeiter einzuſtellen. Es müſſe
geſpart werden, um die finanziellen Schwierigkeiten zu
über=
winoen.
In welcher Form, das zu geſchehen hat, erklärte Dr.
Brüning, wird die Regierung in 14 Tagen dem deutſchen
Volke verkünden. Wir haben beſtimmte Gründe, weshalb
wir im Augenblick noch nicht mit unſeren Maßnahmen
hervortreten.
Das ſind nicht Gründe derart, daß die Regierung Angſt
da=
vor hätte, dem deutſchen Volk die Wahrheit zu ſagen und daß
ſie an konkrete geſetzgeberiſche Arbeiten nicht herauszugehen
wage.
Zur Außenpolitik übergehend betonte der Kanzler,
wenn man glaube,
Erfolge in der Reparakionspolikik
zu haben, bevor man das eigene Haus in Ordnung gebracht
habe, dann täuſche man ſich ganz gewaltig, wie die erſte
Inan=
griffnahme des Reviſionsproblems im Jahre 1938 gezeigt habe.
Diejenige Regierung wäre verantwortungslos, die den
an ſich von der Regierung als notwendig anerkannten
und bezeichneten Schritt zur Senkung unſerer
Repara=
tionslaſten unternehme, ohne gleichzeitig die Grundlage
zu ſchaffen, um den ſchweren Kampf und die ſchwierigen
Verhandlungen um dieſe Reparationen durchhalten zu
können.
Der irre ſich gewaltig, der glaube, daß man mit
Poſau=
nenblaſen und Trommelwirbel etwas erreichen
könne. Ich bedauere es ganz außerordentlich, betonte der
Kanz=
ler, daß bei einer rein wirtſchaftlichen Frage der
deutſch=öfterreichiſchen Zollunion,
hinter der kein politiſcher Hintergedanke
irgendwelcher Art ſteht, vielleicht durch dieſes
Trommel=
wirbeln eine Nervoſität im Auslande hervorgerufen wurde, die
unſeie ganze=Politik nach dieſer Richtung hin in vollkommen
fal=
ſchem Licht erſcheinen läßt. Es iſt
zu bedauern, wenn verantwortungsbewußte Staatsmänner
bei einer Politik, wie ſie jetzt von der Reichsregierung
betrieben werde, überhaupt das Wort „Krieg” nur einmal
in den Mund nehmen.
Die Politiker, die aus ihrem Sprachſchatz das Wort „Krieg”
voll=
kommen ausſtrichen, ſeien diejenigen, die dem Frieden am meiſten
dienen.
Wis Deuiſche ſind nicht nur Soldaken des Frietens,
ie ind Ofer des Rielers.
Wir ſind die täglich Opfernden für den Frieden, und nur dann
wird es gelingen, die Politik der Beruhigung in der ganzen Welt
durchzuführen, wenn erſt die Anerkennung für dieſe
Tatſache, geſchaffen worden iſt, und
wenn die Politik anderer Länder im vollen
Verantwor=
tungsgefühl für ihre große Miſſion für dieſe Tatſache in
ihrem eigenen Volk das Verſtändnis ſchafft.
Die Opfer, die das deutſche Volk zu bringen hat, ſind ſo
gewal=
tiger Art, daß vielfach im Ausland kein Verſtändnis für die Größe
und die Schwere dieſer Opfer vorhanden iſt. Wir haben es
uns mit dem Verſtändlichmachen für dieſe Opfer
nicht leicht gemacht.
Der Kanzler erklärte, es ſei eine Selbverſtändlichkeit, daß ein
Krieg ohnegleichen in der Weltgeſchichte eine Ausgleichskriſe im
Gefolge habe. Die große Aufgabe ſei es, dafür zu ſorgen, daß
Verkrauen in die Welk einzieht
und daß alles vom Standpunkte der Furchtloſigkeit aus geſtaltet
werde. Dieſe Furchtloſigkeit werde dann einziehen, wenn man den
Völkern, die den Krieg verloren haben, volle Gerechtigkeit
wider=
fahren laſſe, das ſei nicht möglich durch Rüſtungen, ſondern
durch die Verbreitung der Erkenntnis, daß auch den Unter=”
drückten Gerechtigkeit werden muß.
Sicherlich werde dieſen ſeinen Worten Kritik folgen, doch
ſcheue er ſich nicht, ſeine Ueberzeugung auszuſprechen, die ſich
gründe auf einer Politik des Ernſtes und der Sachlichkeit, die am
eheſten geeignet ſei, langſam nach außen etwas Luft zu ſchaffen.
Die Kraft der Schwäche liege bei Unterdrückten darin, Ideale
auf=
zuſtellen und mit größter Inbrunſt dafür zu kämpfen.
Zum Schluß verwies der Reichskanzler auf die
Notverord=
nung gegen die Gottloſenpropaganda und erntete auch
hier ſtürmiſchen Beifall. Ein begeiſtertes dreifaches Hoch auf den
Reichspräſidenten und das Deutſchlandlied ſchloß die große
Kund=
gebung.
„... abgekühll ..."
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 10. Mai.
Die Rede Briands vor der Kammer, die Debatte, die ihr
vorausging, und die Abſtimmung, die ihr folgte, bildeten einen
großen perſönlichen Erfolg für den franzöſiſchen Außenminiſter.
Man erfuhr wieder einmal, daß Briand der ſtärkſte
parlamen=
tariſche „Debatter” in Frankreich und vielleicht auf der Welt iſt.
Die außenpolitiſchen Belehrungen, die man aus der Debatte in
der franzöſiſchen Kammer ziehen kann, ſind leider weniger klar
und eindeutig. Daran iſt vor allem eine ſtets und überall
ge=
fährliche Sache ſchuld: die Vermiſchung der Innen=
und der Außenpolitik.
Es ging um die Perſon Briands. Und gleichzeitig
ging es um die Präſidentſchaft Briands. Für
die=
jenigen, die in ihm den Kandidaten für das Elyſée ſahen, war
es unmöglich, in der großen Abrechnung vor der Kammer nicht
Briand hat in dieſem Sinne geſiegt, aund darms können die Liecb-enthänkt.
haber der Prophezeiungen für jene höchſt unberechenbare und
un=
ſichere Sache, die die Präſidentenwahl in Frankreich darſtellt,
Fol=
gerungen ziehen. Uns intereſſieren in dieſem Augenblick vor
allem die außenpolitiſchen Folgerungen, welche die
Auseinander=
ſetzung in der franzöſiſchen Kammer erlaubt.
Die Verurteilung der Zollunion war einmütig. Das
über=
raſcht wohl niemanden, der die Aeußerungen der öffentlichen
Meinung in Frankreich in der letzten Zeit verfolgte. Dieſe
ab=
lehnende Stellungnahme hat aber etwas Theoretiſches, denn zu
dem Worte „Zollunion” gehören in Frankreich ganz beſtimmte
Begriffskomplexe, die nur hier Gültigkeit oder Bedeutung haben.
Viel ſchwerer wiegen die Anzeichen, die darauf
folgern laſſen, daß das deutſch=franzöſiſche
Verhältnis ſo weit abgekühlt iſt, daß dies
ſo=
gar gewiſſe perſönliche Beziehungen zu fühlen
bekamen.
Den Kern der Erklärung Briands bildete die Berufung auf
die paneuropäiſchen Pläne, die er in Genf vorzulegen gedenkt.
Dieſer Wechſel auf die Zukunft iſt realpolitiſch wichtiger als all
das rhetoriſche Beiwerk, als all die Pfeile, die in der
internatio=
nalen Auseinanderſetzung verſchoſſen wurden.
In der Umgebung des franzöſiſchen Außenminiſters verlautet,
daß die franzöſiſchen Pläne den Anſchluß
vollkom=
men erſetzen, abſorbieren oder überflüflig
machen ſollen. Das iſt ſchwer vorſtellbar. Aber darauf kommt
es wirklich nicht an, nicht einmal für Frankreich. Wenn die Pläne
Briands nur geeignet ſein werden, als Baſis einer objektiven
De=
batte zu dienen, dann kann man ſchon die Ausſichten der
kommen=
den Genfer Tagung weniger peſſimiſtiſch betrachten,
Eine New Yorker Kundgebung für Berkragsreviſion.
New York, 9. Mai.
Bei einer geſtern abend von der American Legion
veran=
ſtalteten ſtark beſuchten Freundſchaftsfeier der Kriegsveteranen
Amerikas und der Mittelmächte hielten u. a. Ingalls, der
Hilfs=
ſekretär des Marineamtes, Edward Spafford, der frühere
Natio=
nalkommandeur der American Legion, Joſeph Ridder, der
Herausgeber der „New Yorker Staatszeitung”, Bürgermeiſter
Walker und Generalkonſul Kiep Anſprachen über die
Not=
wendigkeit der Verſtändigung unter den
ehe=
maligen Kriegsteilnehmern im Intereſſe des
Friedens. Ingalls begrüßte die deutſchen Veteranen als
er=
wünſchte Neubürger nach Art Steubens und Schurz:
Die Verſammlung nahm unter großer Begeiſterung folgende
von Spafford vorgeſchlagene Entſchließung an: „Die
Verſamm=
lung beſchließt, daß entweder der Abſchluß neuer
Verträge oder die Reviſion alter Verträge
dringend empfohlen werden ſoll, damit Liebe und
Freundſchaft den Neid und Haß im Bewußtſein kommender
Generationen Europas erſetzen und gewährleiſten, daß unſere
Kindeskinder niemals wieder in die Schrecken eines neuen
Krie=
ges hineingezogen werden.”
Vom Tage.
Am geſtrigen Geburtstag Streſemanns legten ſeine
Freunde und Parteigenoſſen zahlreiche Erinnerungskränze am
Grabe nieder.
Die über 1000 Jahre alte Stadt Magdeburg gedachte
geſtern des Tages ihrer faſt vollſtändigen Zerſtörung im
Dreißig=
jährigen Krieg.
Aus Anlaß des Sudetendeutſchen Tages fand in
Dresden eine große Kundgebung ſtatt im Zeichen der
Verbunden=
heit mit den abgetrennten Brüdern, denen der ſächſiſche
Miniſter=
präſident ein herzliches Glück auf zurief.
In Innsbruck kam es zwiſchen Tiroler Polizei und
reichs=
deutſchen Nationalſozialiſten zu Zuſammenſtößen, wobei der
Meck=
lenburger Andreas v. Flotow, der einen Polizeibeamten
nieder=
ſchlug, verhaftet wurde. Auch neun Kommuniſten wurden
feſt=
genommen.
Die vier Gewerkſchaften haben den neuen Schiedsſpruch über
den Ruhr=Rahmentarif angenommen.
Der Arbeitszeitkonflikt im mitteldeutſchen
Kohlenbergbau wurde geſtern beigelegt. Ab 18 Mai
arbeiten die Tiefbaugrubenarbeiter durchſchnittlich ½ Stunde, die
Tagebauſchichten 34 Stunden verkürzt.
Durch eine Verwechſelung mit Nationalſozialiſten wurde von
Kommuniſten auf ein Ausflugsauto des Roten
Kreuzes von Taura geſchoſſen, wobei ein Toter und
ein Schwerverletzter zu beklagen waren.
Bei den geſtrigen Wahlen im Hultſchiner
Länd=
chen behielten die Deutſchen ihre 24 Mandate, die Tſchechen
ebenſo ihre 6 Sitze.
„Graf Zeppelin” unternahm geſtern eine Landungsfahrt
nach Nürnberg und iſt wohlbehalten in Friedrichshafen wieder
ge=
landet.
In Madrid kam es geſtern zu ſchweren
Zuſammen=
ſtößen zwiſchen Republikanern und Monarchiſten. Bei dem
Ver=
ſuch, monarchiſtiſche Gebäude in Brand zu ſtecken, griff die
Bürger=
garde ein. Nach unbeſtätigten Meldungen ſoll geſchoſſen worden
ſein.
In Warſchau wurde ein Ehrenmal für die im Weltkriege
ein Vorſpiel für die Nationalverſammlung am 13. Mai zu ſehen, gefallenen und in Polen beigeſetzten 500 000 deutſchen Soldaten
Seite 2
Montag, den 11. Mai 1931
Nummer 130
Darmſiadt, den 11. Mai 1931.
* Die „Eisheiligen” und Friedrich der Große.
Am 11., 12. und 13. Mai ſind die gefürchteten „geſtrengen
Her=
ren”, die faſt alljährlich die Kälteruckfälle bringen. In dieſem
Jahre ſind ſie etwas vorzeitig eingebrochen, wenn es ſich auch
bis=
her erfreulicherweiſe nicht um Fröſte handelt, ſondern um eine
ſtarke Abkühlung. Der herrliche Hochſommer, der die erſten Tage
des Maimonats auszeichnete und die arg zurückgebliebene
Vege=
tation zur ſchnellen Entfaltung brachte, iſt wiederum durch rauhe
Tage abgelöſt worden. Allerdings ſind bisher noch nicht die mit
Recht gefürchteten Nordwinde bei uns eingekehrt, ſondern es
herrſcht augenblicklich noch der zwar kühle, aber feuchte und
ver=
hältnismäßig milde Weſt, der im allgemeinen nicht von
Nacht=
fröſten begleitet iſt. Man hat hin und her geſtritten, ob es ſich
bei der Angſt vor den „Eisheiligen” um einen Aberglauben
han=
delt oder nicht. Es ſcheint allerdings höchſt ſonderbar, daß gerade
zum 11. Mai Fröſte eintreten ſollen. Aber dieſe ſonderbare
Tat=
ſache wird nun einmal durch die Erfahrung beſtätigt, wenn auch
die „geſtrengen Herren” ſich nicht immer an die Tage vom 11. bis
13. Mai halten, ſondern uns bald früher, bald ſpäter mit ihrer
Herrſchaft unangenehm überraſchen. Die Gelehrten haben ſogar
allerlei Maßnahmen vorgeſehen, um die Schäden, die dieſe
Kälte=
rückfälle der Landwirtſchaft „bringen können, möglichſt zu
ver=
hüten. Gänzlich wird allerdings wohl kaum die Gefahr beſeitigt
werden können. Es gibt auch manche Jahre, in denen von den
„geſtrengen Herren” nichts zu ſpüren iſt. Dieſe ſind aber ſelten.
In der Regel treffen die Maikälten früher oder ſpäter ein und
behalten bald kürzere, bald längere Zeit die Herrſchaft. Es gab
Jahre, wo ſie ſich 4—6 Wochen ausdehnten. Berüchtigt iſt in dieſer
Beziehung das Jahr 1906. Damals begannen die Maikälten am
4. Mai und dauerten bis zum 16 Juni. Dabei ſchien die Sonne
vom blauen Himmel hernieder. Aber die Nordwinde, die infolge
der eigenartigen Luftdruckverteilung ganz Europa beherrſchten,
ließen eine Erwärmung nicht zu. Man hat verſucht, dieſe
Kälte=
rückfälle mit Treibeis uſw. zu erklären. Seltſam iſt dann nur die
Tatſache, daß ſehr häufig im April und Mai ſchon Tage mit
Hoch=
ſommertemperatur zu verzeichnen waren, als plötzlich die „
Eis=
heiligen” mit Kälte und Froſt begannen. Der Begründer der
Meteorologie. H. W. Dove hat übrigens über die Regelmäßigkeit
der Kälterückfälle in der Preußiſchen Akademie der Wiſſenſchaften
eine Abhandlung veröffentlicht, in der er auf Grund
umfangreich=
ſten Materials zu dem Ergebnis kommt, daß es ſich tatſächlich
hierbei nicht um gelegentliche Erſcheinungen handelt, ſondern um
ziemlich regelmäßige Beobachtungen. Uebrigens ein Mann, der
allen Vorurteilen und abergläubiſchen Vorſtellung abhold war
nämlich Friedrich der Große, wollte auch davon nichts wiſſen, daß
die „Eisheiligen Kälte bringen. Er erklärte dieſe Anſchauung
für Humbug und befahl, daß in Sansſouci die Bäume Anfang
Mai, wenn das Wetter warm wurde, aus den Gewächshäuſern
herausgenommen und in den Garten geſtellt wurden. Der
Gärt=
ner tat, wie ihm der König befohlen hatte, allerdings hatte er
dabei die größte Sorge, daß die ſchönen Pflanzen leiden würden.
Es war im Mai 1765, als zufällig gerade ein ſehr ſchwerer
Kälte=
rückfall zu verzeichnen war. In der erſten Nacht erfroren
tatſäch=
lich alle jungen Triebe. Der große König beſah ſich den Schaden
ſehr nachdenklich und kam dabei zu dem Entſchluß, daß mit ſo
ge=
ſtrengen Herren nicht zu ſpaßen ſei. In der Zukunft ließ er den
Gärtner gewähren.
Abſchiedskonzert von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm
im Landestheater. Heute abend findet im Großen Haus des
Lan=
destheaters das letzte Sinfoniekonzert der Spielzeit 1930/31 ſtatt,
das zugleich das Abſchiedskonzert von Generalmuſikdirektor Dr.
Karl Böhm iſt. Dr. Böhm leiſtet der an ihn ergangenen
ehren=
vollen Berufung als Nachfolger Egon Pollaks als muſikaliſcher
Leiter des Hamburger Opernhauſes Folge und ſcheidet mit
Ab=
lauf dieſer Spielzeit aus dem Verbande des Heſſiſchen
Landesthea=
ters aus, dem er ſeit dem Jahre 1927 angehört hat.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Schauſpieler Kurt Max
Richter vom Heſſiſchen Landestheater wird in nächſter Zeit die
Rolle des Fritz Bernt in „Vorunterſuchung” im Neuen Theater
am Zoo ſpielen.
— Die Generalverſammlung der Schützengeſellſchaft
Weid=
mannsheil, Darmſtadt, ergab, daß trotz der Arbeitsloſigkeit
un=
ter den Mitgliedern der Verein in guter Führung iſt. Es haben
alle Vorſtandsmitglieder und Mitglieder dazu beigetragen, den
Verein auf ſeiner Höhe zu halten. Das erſte Quartalsſchießen
wurde bereits abgehalten. Die Beteiligung war ſehr groß, und
die Sieger wurden mit ſilbernen Anhängern ausgezeichnet. Als
Preisgekrönte gingen hervor, die Schützen Henkelmann, Hafner
Netz und Dimuſch. Gleichzeitig konnten die Schützen J. Schork
und Karl Wagner für Hebung des Schießſportes vom Gau
Darmſtadt des Landesverbandes Heſſen=Naſſau mit der
Silber=
nen Ehrennadel ausgezeichnet werden. Das zweite
Quartals=
ſchießen wurde ebenfalls gut beſucht und iſt zu erwarten, daß
weitere 4 Schützen ausgezeichnet werden können. Die
Uebungs=
ſtunden ſind regelmäßig Freitag, abends 8,30 Uhr bei Herrn G.
Gunder, Schloßgartenplatz. Intereſſenten ſind jederzeit herzlich
eingeladen und willkommen.
* Jubiläumsfeier des Bayern=Vereins Darmſtadk.
Der Bayern=Verein Darmſtadt. e. V., der 1891 gegründet
wurde, kann in dieſem Jahre auf ein 40jähriges Beſtehen
zurückblicken. Aus dieſem Anlaß wurde geſtern eine
Grün=
dungsfeier, verbunden mit 10jährigem Jubiläum
der Schuhplattler=Abteilung, in der Woogsturnhalle
veranſtaltet, an der außer den Darmſtädter Mitgliedern des
Ver=
eins zahlreiche Brudervereine der benachbarten Städte
teilnah=
men. Es war ein reichhaltiges, abwechſlungsreiches Programm
zu=
ſammengeſtellt, das in der Hauptſache von Mitgliedern beſtritten
wurde. Der Verein pflegt bekanntlich alte bayeriſche Art und
Sitte, und ſo ſtanden auch im Mittelpunkt der Darbietungen die
echt bayeriſchen Tänz: in Originaltracht, die immer wieder
leb=
hafteſten Beifall fanden. — Die Bayern ſind gemütlich, luſtig und
fidel und verſtehen ſich den Zeiten und Verhältniſſen anzupaſſen
Sie können alſo auch, wenn auch die Mittel heute beſchränkt ſind,
ſchöne Feſte feiern, zumal da alle Mitglieder, wenn es gilt,
bereit=
willigſt ſich zur Verfügung ſtellen, um, wie z. B. geſtern, ein
Jubi=
läumsfeſt ſo ſchön wie möglich zu geſtalten.
Den muſikaliſchen Teil des Abends beſtritt die ſehr gute
Kapelle Mendel, die auch nach dem Feſtprogramm eifrig zum Tanz
aufſpielte. Intendanzrat H. Baumeiſter, vom Heſſiſchen
Lan=
destheater, ein echter Münchener und Mitglied des Vereins,
er=
freute die Zuhörer durch mehrere humoriſtiſche Rezitationen à la
Otto Reuter und mit durchſchlagenden und erheiternden „
Ka=
lauern, aller Art in bayeriſchem Dialekt. Jubelnder Beifall wurde
ihm zuteil und ihm ein prachtvolles Ehrengeſchenk aus
Dankbar=
keit überreicht. Mit klarer, pohlgepflegter Sopranſtimme trug
Frl. Aenne Junk, am Klavier von Frl. Jährling begleitet,
anſprechende Frühlings= und Wiener Lieder vor; auch ſie erhielt
als Anerkennung ein hübſches Blumenbukett. Das Publikum
er=
zwang ſich eine Zugabe — ein echtes, prickelndes „Wiener Lied‟
Die bayeriſchen Volkstänze, unter anderen der Kronentanz und
der Glockentanz der Schuhplattlerabteilung, und die
Ehrentänze der anweſenden Brudervereine wurden mit lebhafter
Begeiſterung aufgenommen. Die bayeriſche Jugend des
Bayern=
vereins Worms und Heidelberg, die einen exakten Schuhplattler
und Figurentanz vorführte, mußte ihre Tänze wiederholen. Die
Tänze dieſer jüngſten bayeriſchen Dirndl und Buam bewieſen
ſchon heute eine ſolche Routine, daß dieſe Jugend eine ſehr gute
Schuhplattlergruppe zu werden verſpricht. Ein farbenfrohes Bild
bot der „Allgemeine Plattler” ſämtlicher anweſenden Buam in
Original bayeriſcher Tracht, der in ſeiner muſtergültigen
Exakt=
heit die Herzen der echten Bayern höher ſchlagen ließ. Mit Recht
fanden auch die vorzüglichen Geſangsdarbietungen der
Geſangs=
abteilung, unter Leitung des Chordirektors Hippauf, und
das ausgezeichnete Zitherſpiel der Zitherabteilung wärmſte
Anerkennung der Feſtteilnehmer.
Die Begrüßungsanſprache hielt zu Beginn der
Ver=
anſtaltung Ehrenvorſitzender Ritter, der ſpäter in ſeiner
Feſt=
rede einen kurzen Ueberblick über die Geſchichte des Bayern=
Vereins Darmſtadt gab, deſſen Entwicklung durch den Krieg etwas
gehemmt wurde, der in den Nachkriegsjahren aber wieder
auf=
blühte. Er gedachte ehrend der im Weltkrieg gefallenen
Mitglie=
der, die Anweſenden ehrten ihre gefallenen Brüder durch Erheben
von den Sitzen; leiſe wurde das Lied vom guten Kameraden
ge=
ſpielt. — Er fuhr dann fort, der Bayernverein Darmſtadt habe
ſich die Aufgabe geſtellt, echt bayeriſche Art zu pflegen.
Volks=
bräuche und Dialekt auch außerhalb Bayerns lebendig zu halten.
Mit Stolz ſehe man auf die Entwicklung der Schuhplattler=
Abtei=
lung, die heute ihr 10jähriges Jubiläum feier, ſowie der
Ge=
ſangsabteilung, der Zitherabteilung und der Theatergruppe. Der
Ehrenvorſitzende wies dann auf die ſozialen Einrichtungen des
Vereins hin, insbeſondere auf die Unterſtützung bedürftiger
Mit=
glieder, und dankte allen Mitgliedern und Vorſtandsmitgliedern
für ihre Arbeit im Verein. Sein Dank galt beſonders den
Grün=
dungsmitgliedern, Braun, Scheuermann, Stöcklein, und den
Mit=
gliedern Elting und Hippauf, die alle ſchon über 30 Jahre dem
Verein angehören. Schließlich gedachte er des ſchönen
Bayern=
landes und ſchloß mit den Worten: Gott erhalte Bayern, ich grüße
dich, mein Heimatland.
Die herzlichſten Glückwünſche und als Erinnerung ſchöne
Fah=
nennägel überbrachten die Vertreter der Bayernvereine Mainz,
Bürſtadt, Griesheim a. M., Heidelberg. Groß=Auheim, Frankfurt
a. M., der mit einer großen Abordnung, ein Andenken überreichen
ließ, Hanau, Offenbach und Worms; Glückwünſche ſprachen ferner
aus Vertreter der Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs. des
Württemberger=Vereins Darmſtadt, des Darmſtädter
Männer=
geſangvereins und der Vertreter des Bundespräſidenten.
Schrift=
liche Glückwünſche hatten u. a. der Miniſter des Innern Leuſchner,
Oberbürgermeiſter Mueller, das Bayeriſche Staatsminiſterium
uſw. geſandt. — Nach der Begrüßungsanſprache trug Frl.
Von=
derſchmitt einen von Mitglied Schmitt verfaßten Prolog
vor.
Nach Beendigung des reichhaltigen Feſtprogramms blieb man
noch einige Stunden bei Tanz und echt bayeriſcher Gemütlichkeit
zuſammen, und nur zu ſchnell ſchlug die Stunde der Trennung.
Der Bayernverein Darmſtadt darf mit dem Verlauf ſeiner
vierzig=
jährigen Gründungsfeier vollauf zufrieden ſein.
Küufer, denkk an Eneren Sommerbedarf!
Das ſchlechte Wetter der letzten Wochen hat viele Käufer
bis=
her noch von der Tätigung dringend notwendiger Einkäufe
zurück=
gehalten. Der beginnende Sommer bringt aber allerhand neuen
Bedarf mit ſich. Für Mann, Frau und Kinder fehlt noch dies oder
jenes an Kleidungsſtücken, Schuhen, Wäſche oder ſonſtigen
Haus=
haltungsgegenſtänden.
Jeder ſoll aber Gelegenheit erhalten, in Ruhe ſeine Einkäufe
tätigen zu können. Die Kaufmannſchaft nimmt darauf Rückſicht.
Die Darmſtädter Geſchäfte werden am Sonntag, den 17.
Mai, dem „Darmſtädter Werbeſonntag”, in der Zeit von 1 bis
6 Uhr nachmittags geöffnet ſein.
Pokalturnier Billardklub „Nord” 1925 Darmſtadt—
Billardklub Eberſtadt. Das am Samstag abend ausgetragene
Billardwettſpiel zwiſchen obigen Vereinen nahm einen
intereſſan=
ten Verlauf und endigte überraſchenderweiſe mit einem
vollkom=
menen Sieg der Darmſtädter Mannſchaft. Eberſtadt, das mit
ſei=
nem Spielermaterial in früheren Spielen durchweg beſſere
tech=
niſche Einzelleiſtungen zeigte, iſt wohl von den eifrigen
Darm=
ſtädter Spielern überflügelt worden, denn die Spiele haben
durch=
weg ſchöne techniſche Leiſtungen gebracht, die auf ein geregeltes
und gutes Training zurückzuführen ſind. Hier dürfte es der
Darmſtädter Billardklub ſeinem Klubmeiſter Rößling zu danken
haben, daß dieſe Fortſchritte zu verzeichnen ſind. Darmſtadt
ge=
lang es, ſämtliche Spiele zu gewinnen, ſo daß die 5 Spiele
folgen=
des Reſultat ergaben: Darmſtadt 5 Siege mit zuſammen 563
Bällen. Höchſte Serie 25 Bälle, höchſter erreichter Durchſchnitt 5,7.
Der von beiden Vereinen zur Verfügung geſtellte Preis geht
nun=
mehr für ein halbes Jahr in die Hände des Darmſtädter Vereins
— Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 9. Mai (per Pfund
bzw. Stück in R.Pfg.). Gemüſe: Spargeln, 1. Sorte, 100—110,
2. Sorte 60—70, Kohlrabi 20—25, Karotten 40, gelb Rüben 6—10,
rote Rüben 15—20, Spinat 20—25, Rotkraut 30—40, Weißkraut
12—20. Wirſing 20—30, Erbſen 40—60. Zwiebeln 10—20,
Knob=
lauch 80, Rhabarber 20—25. Tomaten 70—80, Feldſalat (Lattich)
60—100, Kopfſalat 20—25. Salatgurken 70—100, Blumenkohl 60
bis 100, Rettich 20—30, Meerrrettich 60—80. Kartoffeln;
Spätkartoffeln p. Zentner 400—500. Obſt: Tafeläpfel 30—60,
Wirtſchaftsäpfel 20—40. Apfelſinen 5—15, Zitronen 4—10.
Ba=
nanen 50—60. Eßwaren: Süßrahmbutter 160—190,
Land=
butter 130—150. Weichkäſe 25—30, Handkäſe 4—12. Eier (friſche)
9—10. Wild und Geflügel: Hühner 80—130, Enten 140,
Tauben 60—90, Ziegenlämmer 70—80. Fleiſch= und
Wurſt=
waren; Rindfleiſch (friſch) 74—100, Kalbfleiſch 100.
Hammel=
fleiſch 100, Schweinefleiſch 90—110, Dörrfleiſch 120, Wurſt 60—140.
Wurſtfett 60, Schmalz (ausgelaſſen) 80.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus Kleines Haus Montag,11. Mai 20—21.30 Uhr
9. Sinfonie=Konzert
Preiſe 1.20—8 Mr. 16. 18, 20.20 Uhr
Ufa=Bildſpiele
Borunterſuchung
Preiſe 1—2.60 ME Dienstag
12. Mai 19.30, Ende vor 23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
Dſtdt. Volksb. Gruppe 1-1V
F11
Preiſe 1—10 Mf. 16, 18, 20.20 Uhr
Uſa=Bildſpiele
Borunterſuchung
Preiſe 1—2.60 Mk. Mittwoch,
13. Mai 19.30—22 Uhr
Turandot
B23, T. G. 1
Preiſe 1—10 Mk 19.30—22 15 Uhr
Die Wildente
Zuſatzmiete V 12
Preiſe 1 20—6 Mk. Donnerstag,
14. Mai 20—22.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Vorſtellung zu klein. Preiſen
Außer Miete
Preiſe 0.50—4 Mk. 19.30—22.15 Uhr
Zar und Zimmermann
Vorſtellung zu halb. Preiſen
Außer Miete
Preiſe 0.60 bis 3 Mk. Freitag,
15. Mai 19.30—22.30 Uhr
Valerio
I, Gr. 4, 5 u. 6
Preiſe 1—10 Mk. 19.30—22.15 Uhr
Die Wildente
Zuſatzmiete V1,13
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag.
16. Ma 20— 22 Uhr
Sturm im Waſſerglas
Vorſtellung zu halb. Preiſen
T. Gr. 2, 3, 7 u. 8
Preiſe 0.50—5 Mk. 20—22.30 Uhr
Liebesluſt
oder die weißen Schuhe
Preiſe 8.50—2.50 Mr. Sonntag,
17. Mai 19.30— 22 30 Uhr
Valerio
C 23
Preiſe 1—10 Mk. 19.30—22.15 Uhr
Zum letzen Male:
Der Graue
Zuſatzmiete 1V,11
Preiſe 1—5 Mk.
Heſſiſches Landestheater. Lortzings Oper „Zar und
Zim=
mermann” wird Donnerstag, den 14. Mai, außer Miete, zu
halben Preiſen, in Szene gehen. Heute, Montag, Beginn des
Vorverkaufs.
Ueber dieſes Thema ſprach letzten Freitag in der Aula des
Ludwig=Georg=Gymnaſiums Herr Dr. Barthel (Köln) im
Kreiſe der „Freunde des Humaniſtiſchen Gymnaſiums”.
Unter=
ſtützt von einem prächtigen Lichtbildermaterial erweiterte und
vertiefte er das urſprüngliche Thema. Vor der Folie des
ge=
ſamten europäiſchen Barok ließ er den Anteil Deutſchlands
da=
ran aufleuchten, dem hier, wie ſo oft, die Aufgabe zufiel, die
Endphaſe einer europäiſchen Geiſtesſtrömung zu ungeheurer
Größe zu ſteigern.
Rubens und Rembrandt bringen für Deutſchland die
Grundlagen des Barok. Aus vibrierenden, real nicht mehr
faß=
baren Flächen bricht die Form hervor. In der Landſchaft
gibt Rubens, im Bewußtſein aller kosmiſchen Kräfte, die Welt
als Erſcheinung, als vollkommene Einheit. Der Menſch ſelbſt
wird viſionär, als ſeeliſcher Ausdruck dargeſtellt, mit einem
Zug des menſchlich Verſöhnenden (Rembrandt=
Bruyninhg=
porträt), oder, wie „im Heythuyſen=Porträt” des Franz Hals,
in Bitterkeit und Reſignation, was ſich im „Bajazzo” Watteaus,
dem klarſten Repräſentanten des Barockmenſchen, zu tiefer
Klage über den Schmerz des Daſeins geſtaltet. In allem eine
ungeheure Ueberſteigerung des Menſchlichen gegenüber dem
Renaiſſanceideal der harmoniſchen Perſönlichkeit verbunden mit
einer Ausweitung und Vertiefung des räumlichen und ſeeliſchen
Gefühls, eine Wandlung, die nicht romantiſcher Neigung
ent=
ſprang, ſondern einer verſtandesmäßigen. Sie iſt ohne die von
Newton damals erfundene, den Tiefenraum erobernde höhere
Geometrie nicht denkbar. Aus ihr erklären ſich die Schloß=Platz=
und Städteanlagen des Barock, die Bau und Landſchaft durch
eine Achſe unlösbar mit einander verbinden und weit in den
Tiefenraum hineinſtoßen. (Canaletto, Schleißheim, St.
Peter=
platz, Karlsruhe u. ſ.). Sie alle bringen die Umbildung der
Landſchaft durch den Verſtand, die Beziehung aller
Grundriß=
teile auf einen Mittelpunkt, der in höherer Beziehung auf den
ſouveränen Herrſcher hinzielt und ſchließlich auf den ganzen
ge=
ſellſchaftlichen Aufbau, der, losgelöſt aus der mittelalterlichen
Bindung, ſich nun pyramidal in Rangſtufen ordnet.
Der deutſche Barock bringt Reduzierung des großen
Wohn=
komplexes, feingegliederte Differenzierung, Steigerung und
Komplizierung des Baukörpers (Belvedere=Wien), eine
unge=
heure Bereicherung des Einzelgliedes, eine ins Irrationale
hineinverlegte Belebung (Zwinger=Dresden). Im ganzen
ver=
liert ſich die Empfindung für den Block, an deſſen Stelle die
durch Einzelheiten maleriſch belebte Wand tritt. (Hier
eigent=
lich ſchon Beginn des Impreſſionismus.) Am großartigſten
zeigt ſich die ſchöpferiſche Idee in den den Franzoſen fremden,
glanzvollen Treppenhausanlagen. (Würzburg, Bruchſal.) In
ihren komplizierten Raumabfolgen tritt ein ſchwerwiegendes
Problem des Barock zutage, daß nämlich aus Raum Ablauf der
Zeit wird. Die für den heutigen Menſchen kaum noch
verſtänd=
lichen deutſchen Barockräume, die in Bewegung und Ornament
Grenzen und Uebergänge verwiſchen, zaubern in ihren Spi=
gel=
wänden eine illuſioniſtiſche, grenzenloſe Ferne, in ihren
auf=
gebrochenen Decken eine erträumte, nicht mehr reale Welt hervor
Im Kirchenbau tritt eine neue Raumbeherrſchung bei meiſt
ovalem Grundriß und ſtetem Sichdurchdringen der einzeinen
Raumteile ein. Scheinräume öffnen ſich hinter dem Chor (
Wel=
tenburg) und über dem eigentlichen Raum. Der Mittelpunkt
wird aufgegeben wie auch die wirkliche Begrenzung beim ſteten
Vor= und Zurückweichen der Flächen und Formen. (Zwiefalten,
Ottobeuren, Vierzehnheiligen.) Alles Materielle fällt, alles wird
dem Geiſt unterworfen.
Aehnliches drückt Watteau, der Nordfranzoſe, in der Malerei
aus, in der Kurvatur der Linien, in der Unterdrückung jeglichen
Mittelpunktes. Doch der allgemeinen franzöſiſchen Richtung
ſteht er fern. Sie enthüllt ſich am beſten in der
Ausproportio=
nierung und Harmonie des von ruhigem Licht umfloſſenen
„Dome des Invalides‟. Der in ihm auflebende, nie ganz
auf=
geſogen geweſene Klaſſizismus, d. h. die Annäherung an die
Antike, wird um 1800 in Deutſchland frei. In ſeinen ſchönſten
Werken, dem „Brandenburger Tor”, dem „Berliner Alten
Muſeum” von Schinkel, zeigt er Harmonie und Beruhigung,
ja in Schinkels bedeutendſtem Werk, dem Schauſpielhaus, den
Keim zur modernen Architektur. Daß dieſe Zeit nicht
aus=
ſchließlich „griechiſch” dachte, ſondern zwieſpältig in der eigenen
Vergangenheit verhaftet blieb, zeigen die romantiſchen
Ent=
würfe Schinkels ebenſo gut wie die Art, in der die nun
klaſſi=
ziſtiſchen Bauten raum= und tiefeverbunden, faſt noch im barocken
Sinne, in die Landſchaft geſtellt werden. Ein Blick auf die
Akropolis lehrt, daß der deutſche Klaſſizismus dem griechiſchen
Ideal weit entfernt iſt. Der griechiſche Bau krönt, plaſtiſch
um=
riſſen, unabhängig von der Umgebung, den Fels. Dem
griechiſchen Ideal wirklich nahe gekommen iſt nur Hölderlin.
Der Vorſitzende der Vereinigung, Herr Geheimrat Walbe,
dankte dem Vortragenden für ſeine ſchönen Ausführungen und
ſchloß mit dem Hinweis, daß ſelbſt in Zeiten der ſtärkſten
An=
näherung an die Griechen der deutſche Geift ſich doch ſelbft treu
geblieben ſei wie in den glänzenden Zeiten des Barock und in
der Epoche des Klaſſizismus.
M. Frölich.
„Junge Bauhausmaler” in Darmftadt.
Zur Ausſtellung in der Bücherſtube Bodenheimer.
Arend Leiteritz und Thiemann heißen die drei
jungen Bauhaus=Schüler, deren Ausſtellung, beſtehend aus
Oel=
gemälden, Aquarellen, Stickereien und Fotomontagen, geſtern in
der Bücherſtube Bodenheimer eröffnet wurde. Die Rede hielt
Dr. Hermann Keil: Klug, ſehr ſachkundig, ſehr beleſen,
be=
merkenswert flüſſig in der Darſtellung; eine betonte Liebe zu
dem in oft befremdender Geſtalt einherkommenden Bemühen der
jungen Bauhausleute war zu erkennen. Keil entwickelte kurz
die Grundſätze des Bauhauſes (Einheit aller künſtleriſchen
Ge=
ſtaltung unter Führung der Baukunſt) und betonte namentlich,
daß der heutige Puritanismus mancher Architekten weder im
Sinne des Bauhausgründers, Walter Gropius, noch des heu=
tigen Bauhauſes ſei. Es ſeien nur die Unſicheren unter
den heutigen Architekten, die die Mitwirkung der bildenden
Kunſt ablehnten; Fachkundige dachten dabei wohl auch an die
eilfertigen, unüberlegten Prägungen, in denen jüngſt Alfred
Döblin die moderne Kunſtfeindſchaft ausgeſprochen und in
denen er eine fahrläſſige Einſeitigkeit bekundet hat. Die
aus=
geſtellten Arbeiten wollte Dr. Keil als Taſtverſuche genommen
wiſſen, in denen aber doch eine echte Werkverbundenheit mit
den führenden Leiſtungen gegeben iſt. Es gehe hier nicht um
vortäuſchende Wiedergabe, ſondern um ideelle Geſtaltung, die
die ſeeliſchen Einſchläge des Weltbildes in den Vordergrund
ſtelle; im Grund ein uraltes Verfahren. Die Geſtaltungsweiſe
ſei hier ſpontan, nicht reflektierend; d. h. die Ausſagen erfolgen
unmittelbar, nicht erſt nach Verarbeitung im Sinne des
bis=
herigen Bewußtſeins. Zum Schluſſe ging der Redner auf die
Frage ein, ob es Sinn habe, hier von „undeutſcher” Kunſt zu
reden. Er hielt einen Standpunkt für möglich, von dem aus
man gerade dieſe gewagten Formungen als „deutſch” anſprechen
müſſe, ſofern man unter „deutſch” das Ideenhafte, Dynamiſch=
Bewegte und Ausdrucksſtrebige verſtehe.
Die Arbeiten ſelbſt weiſen ſich zwar als „Schülerarbeiten”
aus, indem ſie Worte von Kandinſky, Klee, Schlemmer,
Chirico zum Teil buchſtäblich wiederholen. Aber was ſie treibt,
iſt doch echt und innerlich gefaßt. Es ſind unmittelbare
Aus=
druckszeichen für Erlebniſſe. Sie bringen bald unmittelbar den
„Traum” zum Vorſchein, bald jene „Strudelbildungen” im
Be=
wußtſein, die ſich aus dem Zuſammenwirken von Traumkräften
und wachen Bewußtſeinskräften ergeben. In letzteren Fällen
entſtehen jene Ueberſchneidungen von Negativ und Poſitib, von
Oberfläche und dem „Dahinter”, die hier mehrfach zu ſehen ſind.
Fein ſind namentlich einige Aquarelle, Strophen einer
hinter=
ſinnigen, Kleefchen Lyrik, die etwas von der Dichte und
Farben=
fülle der Traumwelt enthalten; dann die zwei Stickereien, in
denen man landſchaftliche Anregungen erkennen kann und die
mir nach Ausdruck und ſelbſtändigem Flächenwert am
gelun=
genſten ſcheinen. Dem Laien wird es vielfach eine Hilfe fein,
wenn er dieſe Dinge muſikaliſch zu leſen verſucht.
Ueber=
haupt muß man feſthalten: dieſe Arbeiten ſind genau ſo
ein=
fach und ſo menſchlich, wie alles, was ſich in Ateliers
durch=
ſchnittlich tut, nur muß man ſie richtig leſen: nämlich etwas
direkter, etwas unmittelbarer zeichenhaft, als wir das bis=
Wilhelm Michel.
her gewohnt waren.
Köln: Univerſitätsprofeſſor Dr. Brinkmann hat den an ihn
ergangenen Ruf als Nachfolger von Geheimrat Goldſchmidt, den
kunſt=
hiſtoriſchen Lehrſtuhl an der Berliner Univerſität einzunehmen,
ange=
nommen.
Berlin: In der juriſtiſchen Fakultät iſt Dr. Adolf K. Schüle als
Privatdozent zugelaſſen worden. Als Thema ſeiner Antrittsvorlefung
hatte Dr. Schüle „Treu und Glauben im deutſchen Verwaltungsrecht
gewählt — Als Nachfolger des im Juli 1930 geſtorbenen
Frauenheil=
kundlers Prof. Ritter von Bofern=Peham iſt der Leiter der
Frauenheil=
kunde an der Berliner Charité und Ordinarius an der Univerſität zu
Berlin Profeſſor Dr. med. Georg=Auguſt=Wagner an die Univerſitt
Wien berufen worden.
Nummer 130
Montag, den 11. Mai 1931
Seite 3
Aoſchiap des 1. Bervanenägen
des Genoſſenſchafts=Zweckverbandes Heſſen=Mittelrhein
Bad=Nauheim. 10. Mai.
Den Abſchluß der Tagung des Genoſſenſchaftszweckverbandes
bildeten im Rahmen der öffentlichen Verſammlung im
Kongreß=
ſaal des Kerckhoff=Inſtituts zwei Referate, die die wirtſchaftliche
Bedeutung der Genoſſenſchaften beleuchteten. Ueber das Thema
die Mittelſchichten im Exiſtenzkampf
ſprach Direktor Dr. Schaeffer=Frankfurt a. M. Wo
Genoſſen=
ſchafter ſtehen, da ſtänden auch die Mittelſchichten, und die
Genoſ=
ſenſchaften kämpfen für die Mittelſchichten, die in ſchwerem
Exi=
ſtenzkampf ſtänden. Ein Zuſammenbruch der Mittelſchichten ſei
von ſchwerem Nachteil für das ganze Volk, denn mit dem
Mittel=
ſtand würde auch die Kultur zuſammenbrechen. Die Frage der
Erhaltung des Mittelſtandes ſei daher vor allem eine
Exiſtenz=
frage des Volkes. Sollen die Mittelſchichten nicht völlig zugrunde
gerichtet werden, dann ſeien drei Forderungen zu ſtellen: Eine
Beſchränkung der von öffentlicher Hand betriebenen
Konkurrenz=
unternehmen, eine weitgehende Steuerentlaſtung und ſchließlich
Selbſthilfe. So paradox es klinge: Nur aus einer Ermäßigung
der Steuern könne eine Belebung der Wirtſchaft und dann wieder
ein ſtärkeres Fließen der Steuern folgen. Miniſter Dietrich habe
mit Nachdruck darauf hingewieſen, daß das beſte Bollwerk gegen
den Bolſchewismus nur die Klein= und mittleren Betriebe, deren
Erhaltung oder Wiedererſchaffung ſei. Organiſierte Selbſthilfe
müſſe vor allem gepflegt werden, denn nur organiſierte Selbſthilfe
mache den Exiſtenzkampf der Mittelſchichten ausſichtsreich, und die
Hauptwaffe im Wirtſchaftskampf ſei das Kapital. Daher müſſe der
Mittelſtand trachten, die Gelder in den Genoſſenſchaften
zuſam=
menzufaſſen, um zweckmäßig und nutzbringend das ſo geſammelte
Kapital im Intereſſe der Mittelſchichten zu verwenden. Es gelte,
das Bewußtſein der Zuſammengehörigkeit zu wecken und
genoſſen=
ſchaftlich=erzieheriſche Arbeit größten Stiles zu leiſten. Mit jedem
Schritte, den die Genoſſenſchaften vorwärts gehen, werde
Deutſch=
land geſtärkt und aufwärts geführt. (Lebhafter Beifall.)
Oberregierungsrat a. D. Dr. Tiburtius, das
geſchäfts=
führende Vorſtandsmitglied der Hauptgenoſſenſchaft des deutſchen
Einzelhandels, ſprach dann über:
Wirtſchaftliche und ſtaatsbürgerliche Bedeutung der
Genoſſen=
ſchaftsarbeit im deutſchen Einzelhandel.
Der Vortragende ſchilderte zunächſt die äußere Entwicklung
der Genoſſenſchaften im deutſchen Einzelhandel, die ſich in ihrem
Zahlenbeſtande auch während des Depreſſionsjahres 1930
auf=
wärts entwickelt hätten. Im Lebensmittelhandel treffe dieſes
gün=
ſtige Bild auch für die Umſätze der Genoſſenſchaften zu während
im Handel mit Eiſenwaren und Hausrat eine leichte
Rückwärts=
bewegung eingetreten ſei. Die Einkaufsgenoſſenſchaften müßten
ſich im Einzelhandel ihren Platz durch Rabatte und niedrige
Un=
koſten ſichern und erweitern. Der Kampf um die Einräumung
von Großhandelsrabatten könne aber nur dann mit innerer
Be=
rechtigung und mit Ausſicht auf Erfolg geführt werden, wenn die
Genoſſenſchaften auch in den Funktionen dem Großhandel nicht
in Steſtäſe Waſetiche ie e
ſehr weſentliche Aufgabe. Die Entwicklung des Einzelhandels von
höherwertigen zu mittleren Qualitäten mache auch die beratende
Mitwirkung der Einkaufsgenoſſenſchaften für Einzelhändler und
Induſtrielle ſehr wertvoll. Wenn freilich ihre Mitarbeit in
ein=
zelnen Fällen ſich auf bloße Empfehlung beſtimmter Liefe=
ranten gegen Entgelt beſchränke, dann verliere ſich der eigentliche
Sinn der Genoſſenſchaft, die auf Leiſtung und Verantwortung der
Genoſſen aufbaue. Nur im Zuſammenhang mit dieſer
traditio=
nellen Arbeitsweiſe könne auch die Höhe der Unkoſten in den
Genoſſenſchaften beurteilt und mit denen des Großhandels
ver=
glichen werden.
Prinzipielle Beſtimmung auf die Grundgedanken des
Genoſſen=
ſchaftsweſens tue not, um ein friedliches Nebeneinander von
Ein=
kaufsgenoſſenſchaften des Einzelhandels, landwirtſchaftlichen
Pro=
dukten=Genoſſenſchaften und Konſumvereinen herbeizuführen.
Hierzu ſei der Einzelhandel bereit, nur dürfe die Inanſpruchnahme
von Staatshilfe und Steuervergünſtigungen nicht aus der
Wirt=
ſchaftsform genoſſenſchaftlicher Selbſthilfe eine neue
Herr=
ſchaftsform politiſcher Privilegien machen. Die
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften ſollten ihre Aufgabe mehr in der
Be=
ratung der Landwirte bei der Standardiſierung und im Sammeln
und Sortieren der Produkte, als im Verkauf am allgemeinen
Markte ſehen; hierzu ſollten ſie Anſchluß an Großhandel und
Edeka=Genoſſenſchaften ſuchen.
Für die ſtaatsbürgerliche Entfaltung der Genoſſenſchaften des
gewerblichen Mittelſtandes ſei die innere Verbindung mit den
großen erzieheriſchen Mächten der Kirche nötig, die für dieſe
Genoſſenſchaften dasſelbe Intereſſe gewinnen ſollte, das ſie ſeit
Jahren für die Konſumvereine und die Genoſſenſchaften der
Land=
wirtſchaft gehabt hätte. Auch die Genoſſenſchaften des
Einzelhan=
dels dienten der Bedarfsdeckung und ſuchten die Geſetze
lau=
terer Berufsſitte zur Geltung zu bringen. Dieſes Ethos in
Ver=
bindung mit dem Einſatz eigenen Riſikos für den Wirtſchaftserfolg
hebe die Genoſſenſchaften aus der formalen Wirtſchaftsdemokratie
heraus. (Langandauernder Beifall.)
Verbandsdirektor Weiler dankte für die ſehr guten
Aus=
führungen. Die ofiziellen Beziehungen von Organiſation zu
Or=
ganiſation betrachte er als einen wichtigen Schlußſtein. Der
Einzel=
handel ſei mit Recht Mitglied der Genoſſenſchaften. Gerade in
Heſſen ſeien die Beziehungen von Organiſation zu Organiſation
zuerſt aufgenommen und gepflegt worden.
Miniſterialrat Hechler als Regierungsvertreter erklärte,
er könne alles mit wenig Ausnahmen unterſchreiben, was
vorge=
tragen wurde. Er unterſchreibe beſonders die Ausführungen des
Anwalts Dr. Stein betr. Kreditnahme. Die Angriffe des
Ver=
bandsdirektors Weiler betreffs der Steuerpolitik in Heſſen müſſe
er zurückweiſen. Er verweiſe hier auf die Ausführungen des
Herrn Finanzminiſters vor zwei Tagen. Die Macht der
Verhält=
niſſe ſei ſchuld an den Steuerverhältniſſen. Es gehe Heſſen nicht
allein ſo, ſondern z. B. auch Preußen, wie der
Verſammlungs=
leiter ausgeführt habe.
Direktor Weiler betonte, daß er dieſe Frage nur aus tiefer
Sorge angeſchnitten habe
Damit war die Reihe wertvoller Referate beendet. Mit
Worten des Dankes ſchloß Verbandsdirektor Dr. Frankenbach die
Hauptverſammlung und damit die Arbeitstagung des
Zweckver=
bandes.
*
Nachmittags fand ein gemeinſames Mittageſſen im
Sprudel=
hotel ſtatt. Verſchiedene geſellſchaftliche Veranſtaltungen die Bad=
Nauheim bot, wie Feſtkonzert der Kurkapelle, Geſellſchaftstanz
im Kurſaal und Autofahrt in die ſchöne Umgebung Bad=
Nau=
heims, beſchloſſen den 1. gemeinſamen Verbandstag der Reviſions=
**
verbände Darmſtadt, Kaſſel und Wiesbaden.
— Hausfrauenbund. Anläßlich der Reichs=Seefiſch=
Werbewoche veranſtaltete der Hausfrauenbund am Freitag,
den 1. Mai, abends 8 Uhr, in dem ſehr anſprechenden dicht
be=
ſetzten Vortragſaal des Heaghauſes, Luiſenſtraße, einen Fiſch=
Werbe=Vortrag, wobei 18 perſchiedene Fiſchgerichte zubereitet
wurden. Die 1. Vorſitzende. Frau Paula Friedrich, begrüßte die
Hausfrauen, unter denen wir erfreulicherweiſe eine große Anzahl
junger Hausfrauen bemerkten. Dann gab ſie Frau Elſe Weihſe
das Wort, die in einem einführenden Vortrag den Anweſenden
die Millionenwerte, die Deutſchland in ſeinen Seefiſchen beſitzt,
zum Bewußtſein brachte. Gerade unſere heutige Wirtſchaftslage
macht es zur Pflicht, die einheimiſchen Produkte mehr zu
bevor=
zugen als es der Fall iſt. Der Nährwert der Seefiſche iſt ein ſehr
beträchtlicher, ſowohl durch ihren Eiweißgehalt, wie durch die in
ihnen enthaltenen Mineralſalze, Phosphor, Kalk uſw. Seefiſch iſt
leicht verdaulich und dadurch zur Krantenkoſt ſehr geeignet. Der
Binnenländer hat im Sommer gegen Fiſchgenuß ein Vorurteil,
das aber unbegründet iſt, befindet ſich der Seefiſch doch gerade
dann im beſten Ernährungszuſtand. Auch erfolgt der Transport
nach dem Inland nach den neueſten Methoden ſo ungeheuer raſch,
daß die Gefahr des Verderbens ausgeſchloſſen iſt. Friſcher Seefiſch
darf nur den typiſchen Seefiſchgeruch haben; mehr als die roten
Kiemen iſt das Merkzeichen der Friſche, wenn nach leichtem Druck
mit dem Daumen das Fleiſch nicht eingedrückt bleibt. Die treff=
liche Vortragsdame der Heag, Frl. Hellwig, ergänzte noch die
Ausführungen der Vorrednerin und vereinigte ſich dann mit ihr
bei den praktiſchen Kochvorführungen. Es wurden dabei etwa
50 Pfund Seefiſch in verſchiedenſter Weiſe bearbeitet; die ſpäter
verteilten Koſtproben fanden reſtloſe Anerkennung. Von den
Firmen L. Fertig, Marktplatz, Gebr. Nöſinger, Alexanderſtr.,
Ludwig Nöſinger. Eliſabethenſtr., Reitinger u. Blechſchmidt.
Eli=
ſabethenſtr, wurden die benötigten ſehr guten Fiſhe zur
Ver=
fügung geſtellt, wofür ihnen lebhafter Dank gehührt, Frau Weihſe
und Fräulein Hellwig mit ihren getreuen Helferinnen haben ſich
ebenfalls ſehr verdient um die gute Sache gemacht und es ſteht zu
hoffen, daß die vereinten Bemühungen aller Beteiligten den
See=
fiſchgenuß in unſerer Stadt tatkräftig gefördert haben.
Tageskalender für Montag, den 11. Mai 1931.
Heſſ. Landestheater. Großes Haus, Anfang 20 Uhr. Ende
21.15 Uhr: 9. Sinfonie=Konzert. — Kleines Haus Anfang 16,
18 und 20,20 Uhr; Ufa=Bildſpiele: „Vorunterſuchung”
Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller. Zum Tropfſtein, Sport=
Café am Meßplatz. — Kinovorſtellungen: Union=,
Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Fürſtenſaal,
Grafen=
ſtraße 20 nachm. 3,30 und abends 7,30 Uhr: Vortrag „
Frauen=
glück — Frauenleid”.
Beeihovens Symphonie Nr. 5 in C=Moll.
Zu ihrer Aufführung im 9. Sinfonie=Konzert des Heſſiſchen
Landestheater=Orcheſters am Montag, den 11. Mai 1931.
Von Dr. Otto Schilling Trygophorus.
* Dieſes Werk läßt die Geſtaltungskunſt ſeines Schöpfers zu
be=
ſonders einprägſamer Wirkung kommen. Hat Beethoven in der
Eroica ſeine Idee eines Helden zur Darſtellung gebracht, ſo
ent=
nimmt er hier den ſeelendramatiſchen Gegenſtand unmittelbar
ſei=
nem eigenen Innern. Waren dort Charakter und Willenskraft
einer gedachten Perſönlichkeit Motiv und Vorbild, ſo gibt hier
Beethovens Geiſt unmittelbar den Anſtoß zur künſtleriſchen
Schöp=
fung, ohne über jenen Umweg Verwirklichung zu ſuchen. Seinem
Kampf mit dem Schickſal und dem endlichen Sieg des Geiſtes, der,
von dem Willen zum Guten beſeelt, Hindernis und Leiden
über=
wältigt, gibt Beethoven Geſtalt. Das iſt der einheitliche poetiſche
Plan der Fünften Symphonie. Das iſt überhaupt Kern und
Grund=
lage des perſönlichen Heldentums, das Beethoven auszeichnet.
Sein Held erſcheint, ſchon in der Eroica, als Perſonifizierung des
rein Menſchlichen. Daraus erhellt ſeine Weltanſchauung, klären
ſich Weſen und Charakter der Gottheit, die er erlebt, anbetet,
verehrt.
Das Hauptthema des Anfangs der Fünften Symphonie
ver=
körpert die Macht des Schickſals. Mit Nachdruck läßt es das
gei=
ſtige Programm des erſten Satzes wie der ganzen Symphonie in
gedrängter Konzentration ſich abheben. Nach dem heftigen Pochen
des Eingangs treten bereits im 6. Takt zarte und herzliche Klänge
ein. Sofort wird damit zum Ausdruck gebracht, daß neben der
Unerbittlichkeit des Schickſals ſtets auch mildere Einflüſſe auf das
Leben der Menſchen einwirken. Ein zweites Thema, zart und
innig, charakteriſiert durch Violine, Flöten und Klarinetten,
ver=
ſinnbildlicht offenbar das Gute, Schöne, Heitere, das dieſes Leben
allem Schweren zum Trotz immer wieder bringt, das Gott uns
ſchickt und auf das wir dankbar zu achten haben. Der Ausgleich
im Schickſal des Menſchenlebens gelangt mit dieſer
Gegenüberſtel=
lung zu tiefſinniger Deutung. Der Gegenſatz verſchiedener Mächte
kehrt immer wieder. Entzückende Figuren und reizende Melodien
wechſeln mit dem Ausdruck hinreißender heldiſcher Tatkraft und
kontraſtieren mit ihm, Freude und Schmerz, Schickſal und Güte
treten charakteriſtiſch einander gegenüber. Dieſe Größen werden
gewiſſermaßen perſonifiziert vermöge der ſeeliſchen
Ausdrucks=
kunſt einzelner Inſtrumentengruppen. Sie erfüllen ſich in den
wundervollen Harmonien, die ungeſucht und natürlich dem
Füll=
horn des Meiſters entſtrömen. Erhebend ſind die Lebensbejahung
und die ſichere Energie, die in der fortreißenden Pracht der
Ton=
ſprache klingen. Das Heldiſche verkörpert ſich im Sinne
umfaſſen=
den Menſchentums Es offenbart ſich in dem Reichtum und der
Schönheit dieſer Muſik. Ihr Gehalt baut ſich pſychologiſch
folge=
richtig auf. Nach dem Kampf mit dem übermenſchlichen Schickſal
ſucht der Geiſt Ruhe und Feſtigkeit. Befriedung ſenkt ſich über
ihn. Verdüſterungen und Beklemmungen greifen zwar hemmend
ein. Doch die warme Leuchtkraft der Klänge iſt ſtärker, und der
zuverſichtlich Ausklang des zweiten Satzes beſiegelt deſſen
Grund=
ſtimmung, die in der Gewißheit des Sieges ruht. Nunmehr
voll=
zieht ſich die Umſetzung der durch Befriedung gewonnenen
Abklä=
rung und inneren Ruhe in neu erwachende Tätigkeit und
An=
griffskraft. Zunächſt freilich machen Zweifel und Ungewißheit
ſich wieder geltend. Das Schickſal drängt ſich ſogar in erhöhtem
Maße dem menſchlichen Kämpfer auf. Die Periode mutet an wie
ein Tanz, den düſtere Geiſter im Rhythmus des Schickſalsmotivs
aufführen. Sie gewinnen eine Weile Macht über den in laſtende
Ungewißheit verſtrickten Geiſt. Da plötzlich vollziehen die Bäſſe
eine unerwartete Wendung nach ppp as. Ein Umſchwung tritt ein.
Entſchloſſener Wille bannt irdiſchen Zwang. Die Seele verſenkt
ſich in die Tiefen der Gottheit. Die zarte Weiſe der Violinen
verrät den Aufblick der Seele zu Gott. Die Melodie iſt nunmehr
ſo geartet, daß ohne Zunahme der Dynamik eine ſpannende
Stei=
gerung entſteht, die ein außergewöhnliches Ziel erwarten läßt.
Man empfindet eine dauernd ſich erhöhende Stärke. Es iſt die
Kraft des Guten, die, durch das Göttliche gefördert, nunmehr die
Oberhand gewinnt. Erſt zuletzt führt ein Creſzendo die Steigerung
zu ihrem Höhepunkt. Der entſchiedene Uebergang der Harmonie
in den Dominantſeptimen=Akkord von g läßt eine Diſſonanz
ent=
ſtehen, die das Hauptmoment der Spannung bildet. Der Kontraſt
zwiſchen dem Schickſal und dem willensſtarken Geiſt, der es zu
überwinden ſtrebt, kommt in ihr zum Ausdruck. Doch jetzt ſind
Geiſt und Wille ſtärker. Und das Göttliche, zu dem der Geiſt
emporblickt, leitet beide zum ſicheren Sieg. Es iſt die
Erlö=
ſung, die die Gottheit dem menſchlichen Kämpfer ſpendet. Sie
leuchtet auf mit dem Eintritt des C=Dur=Akkordes, der nunmehr
beim Uebergang vom dritten zum vierten Satz eine Flut des
Lich=
tes heraufbeſchwört. Der Glanz des Orcheſters wird nunmehr noch
beſonders betont durch den Hinzutritt von drei Poſaunen, die
Beethoven in ſeinen Symphonien hier zum erſten Male einführt,
und von Pikkoloflöte und Kontrafagott. Charakteriſtiſch iſt
wie=
der die Bildung ſcharfer Kontraſte, die ſtolze Kraft des erſten
Themas ſteht der entzückenden Melodie des dritten gegenüber.
Dieſe, aus Achteltriolen und Vierteln gebildet, erhält durch die
Violinen ihren klanglichen Reiz. Freude und Friede erfüllen die
Seele. Das Thema beſtimmt auch den Hauptgedanken der „
Durch=
führung” Vielgeſtaltige Modulationen beleben den Ausdruck.
Doch, noch einmal taucht das Schickſalsmotiv auf. Die Seele kann
Erlöſung und Freude noch nicht bis zu Ende faſſen. So ſehr
über=
wältigt iſt ſie. Da iſt es wie ein leiſer Zweifel, ob alles Erlebte
auch Wirklichkeit ſei. Aber nach wenigen Takten ſchon beginnt eine
begütigende Melodie hoher Töne der Oboe, dann der Flöte. So
wird die Wiederkehr des Schickſalsgedankens als eine durch den
lichtvollen Sieg verklärte Erinnerung an die erziehende Kraft des
Schickſals empfunden. Es folgt die Wiederholung und mit ihr
der alles Feindliche endgültig bezwingende Wiedereintritt des
ſtolzen erſten Themas. In heller Freude klingt die Coda, und in
einer jeden Erdenreſt wegfegenden Stretta beſiegelt
unwiderſteh=
liche Lebensbejahung das Werk.
So erkennen wir in der Fünften Symphonie das Sinnbild
der feſtgegründeten Charakterzüge in Beethovens Leben und Werk.
Bedingungsloſe Selbſtbehauptung im Vertrauen auf Sinn und
Wert des Guten gegen alle widrigen Mächte dieſer Welt, als
Overelen= und Schlager Abend.
Die Firma E. Merck hat ein Orcheſter der Angeſtellten und
Arbeiter, mit dem ſie ſicher konkurrenzlos in der ganzen Welt
daſteht; es iſt ein erſtaunlich großes Orcheſter: 8 erſte Geiger,
8 zweite Geiger, 4 Bratſchen, 4 Celli, 3 Bäſſe, doppelte
Holz=
bläſer, 2 Trompeten, 3 Poſaunen und Schlagzeug; und alles
„liefert” die Firma; das Orcheſter iſt aber nicht nur erſtaunlich
groß, ſondern auch erſtaunlich leiſtungsfähig; da ſitzt der
akade=
miſch Gebildete neben dem Arbeiter und ſie muſizieren freudig
zuſammen und ſind zuſammen ehrgeizig und fleißig; ſie nehmen
ihr Spiel durchaus nicht leicht; ſie wollen gute Muſik machen;
ſie haben ſchon Haydn= und Mozart=Symphonien geſpielt und
treiben Kammermuſik; ſie haben unter den Geigern ſoliſtiſche
Kräfte, wie Dr. Zima und Kuſter; ebenſo angenehm fällt auf
ein junger Flötift, und es wird ſo ſauber auch von den anderen
muſiziert und mit ſo viel Elan, daß man mit wirklichem
Be=
hagen zuhört. Geſtern gab das Orcheſter nun als
Wohltätig=
keitsvorführung einen luſtigen Abend und zeigte unter der
ſchnei=
digen, temperamentvollen Leitung ſeines Dirigenten und
Schöpfers Hammer ausgezeichnete Leiſtungen; die Ouvertüre
zur ſchönen Galathe, die Ballet=Suite aus „Coppelia” ein
Pot=
pourri aus „Victoria und ihr Huſar” und zum Schluß der
„Eſpaßa”=Walzer; das alles wurde ſo gut gebracht, daß
die Hörer ſchließlich mitſangen und auch am liebſten
mit=
getanzt hätten. Wir konſtatieren gerne den großen Erfolg, der
geſtern dem Orcheſter und ſeinem Dirigenten beſchieden war.
Zwiſchen den einzelnen Nummern gab es Geſang und Tanz.
Herr Gruß, beſtens bekannt vom Mozart=Verein, ſang mit
wei=
chem, gutgepflegtem Tenor zwei Lehar=Schlager mit Zugabe,
die Damen Hartmann, Hof, Moßbach, Reitz, Rühl und Weber,
ſechs reizende Tanzgirls aus der „Frankfurter Straße 250‟
tanzten ſo graziös, daß man faſt wünſchen möchte, ſie möchten
ihre Tanztätigkeit auch während der Arbeitszeit ab und zu
beibehalten, und dann holten ſich Frl. Weber und Herr
Gut=
käſe in einem von der Dame mit größtem tänzeriſchem Geſchick
getanzten, humorvollen Tanzcouplet aus „Viktoria und ihr
Huſar” ſtürmiſchen Erfolg. Und, wie geſagt, alles: Dirigent,
Orcheſter, Soliſten, Tänzerinnen, Sängerinnen, gehört zur
„Frankfurter Straße 250‟ — Reſpekt!
O.
Gefährliche Verbrecher am Werke.
In der Nacht zum Sonntag, gegen 4 Uhr, wurde bei einem
Metzgermeiſter in Wixhauſen ein Wohnungseinbruch verübt. Zwei
Täter ſtiegen durch ein Fenſter in das Schlachthaus und drangen
von dort in den Laden ein, wo ſie das in der Kaſſe vorhandene
Wechſelgeld entwendeten. Sodann begaben ſie ſich, mit einem
Fleiſchſpalter, zwei Schlachtmeſſern und einem Metzgerſtahl
be=
waffnet, in das Wohnzimmer öffneten gewaltſam einen
Schreib=
ſekretär, in dem ſie wahrſcheinlich Geld vermuteten, ſie hatten aber
kein Glück. Sie drangen in das angrenzende Zimmer ein. Hier
ſchlief der Sohn des Metzgermeiſters, der durch das Geräuſch
er=
wachte. Die Täter leuchteten dem Schlaftrunkenen mit einer
Taſchenlampe ins Geſicht, bedrohten ihn mit vorgehaltener Piſtole
und wollten wiſſen, wo ſein Vater ſchlafe. Der Sohn machte den
Tätern eine falſche Mitteilung. Dieſe begaben ſich nach dem
Wohn=
zimmer zurück und beratſchlagten dort. Dieſen Moment benutzte
der Metzgersſohn, ſprang von ſeinem Bett auf nach der Türe, die
von den Einbrechern zugeſchlagen wurde. Sie ſchoſſen durch die
Türe nach ihm, ohne ihn zu treffen. Durch die Ladentüre, die
die Täter ſchon vorher geöffnet hatten, gingen ſie flüchtig und
feuerten noch einige Schüſſe auf den ſie verfolgenden
Metzgers=
ſohn ab, die aber glücklicherweiſe fehlgingen. In einem
mitge=
brachten, vor Wixhauſen in einer offenen Dreſchhalle abgeſtellten
Auto entkamen die Täter in Richtung Mörfelden, wo ſie
gegen 345 Uhr geſehen wurden. Möglicherweiſe ſind ſie nach
Frankfurt oder Mainz weitergefahren.
Beſchreibung der Täter: Beide etwa 25—28 Jahre
alt ungefähr 1,70 Meter groß. Der eine trug blaue, ſogenannte
Schiffermütze dunkelbraunen Gummimantel ohne Gürtel, lange
Hoſe und ſoll bartlos ſein. — Der andere trug dunkelgraue
Sport=
mütze, hellgrauen, ziemlich verblaßten, alten Gummimantel ohne
Gürtel, lange Hoſe. Auch dieſer iſt bartlos, hat eingefallene
Backen und auffallend große, aufgeworfene Lippen.
Beſchrei=
bung des Autos: Kleiner dunkelgrüner, ſchon älterer
Wagen mit langem Kühler, ohne Verdeck, vermutlich
Rechtsſteue=
rung, ſehr gute, ſchmale Bereifung. Spurweite 1,20 Meter.
Wagenaufbau nach hinten ſtärker abgerundet als bei anderen
Autos.
Perſonen, die nähere Angaben machen können, die zur
Ermitt=
lung der Täter oder des Autos führen, werden gebeten.
Mittei=
lung an das Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt gelangen zu
laſſen.
Wohlfahrtsunterſtützung. Die Auszahlung der Unterſtützung
uin die Unterſtützungsempfänger der allgemeinen Fürſorge findet
diesmal bereits am Mittwoch, den 13. d. Mts., bei der
Stadt=
kaſſe in der üblichen Weiſe ſtatt.
Preis und Krönung das Erlebnis der Erlöſung dem, der „immer
ſtrebend ſich bemüht‟! Dieſer religiöſe Gedanke, der durch die von
Liebe beſchwingte Tat anderen Menſchen gegenüber zu ergänzen
iſt, verkörpert höchſtes Ethos. Er iſt eigentlich das Kernſtück des
reinen chriſtlichen Gedankens, der in den Verſen Goethes tiefſte
Konzentration erfährt und in den Klängen Beethovens wärmſtes
Leben ausſtrahlt.
Heſſiſches Landeskheaker.
In Abwechſelung mit Günther Haenel ſpielte geſtern
abend, Franz Pfaudler im Großen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters die Titelrolle in Zuckmayers „Hauptmann
von Köpenick”. Faßte Günther Haenel die Geſtalt von der
paſſiven Seite als gehetzte und vom Schickſal getriebene Kreatur
auf, ſo gab Franz Pfaudler ihr eine ſtärkere innere Aktivität.
Sein „Schuſter Voigt” war eine bewußtere, energiſchere Natur.
Von dieſem Standpunkt aus nützte F. Pfaudler die in der
dankbaren Rolle liegenden darſtelleriſchen Möglichkeiten geſchickt
aus und fand bei den Zuſchauern lebhafte Anerkennung.
Ent=
ſprechend unſerer Anregung hat die Aufführung durch den
Weg=
fall von drei Bildern eine zweckmäßige Kürzung erfahren, die
der Wirkung zu gut kommt.
Ap. Frau Aja. Von Adolf Matthias. Mit 16
Ein=
ſchaltbildern und 30 Textbildern. (Verlag von Geora
Weſter=
mann, Braunſchweig. Herabgeſetzter Preis 2.— RM.) Als Band
18 der von dem genannten Verlag herausgegebenen.
Lebens=
bücher der Jugend”, die auch den Erwachſenen für Geiſt, Herz und
Gemüt etwas zu geben haben, erſchien eine neue Biographie von
Goethes Mutter nach ihren Briefen, die einen weiteren
ſchätzens=
werten Beitrag zur Goetheliteratur bildet. Der erſte Teil des
233 Seiten umfaſſenden Buches gibt eine kurze Biographie Goethes
nach Schilderungen aus Dichtung und Wahrheit und Schriften
Bettinas bis zur Abreiſe Goethes nach Weimar. Der Hauptwert
des Buches beruht in dem zweiten Teil, der eine ſorgſame
Aus=
wahl der Briefe der Frau Aja enthält. Sie ſetzen nach der
Ab=
reiſe Goethes ein und umfaſſen die Jahre 1777—1808 und ſind mit
wenigen Ausnahmen an Goethe, Chriſtiane und deren Sohn
Auguſt gerichtet. Das ganze geiſtige Leben der Frau Aja und
alle ihre zahlreichen freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen ihrem
ſtillen Heim und der weiten Welt da draußen liegt hier klar vor
Augen. Die ſonnige Natur der Frau Rat, die alles Traurige und
Unangenehme von ſich fern zu halten wußte, ihr Gottvertrauen,
ihre Herzensgüte, ihr Humor, ihre Freude am Leben, ihre
ſorg=
liche Art, zu genießen, ihre ſchöne Lebenskunſt, auch Glückskeime
am Kleinen und Kleinſten zu finden und endlich ihr Mutterglück
ſpiegeln ſich in dieſen Briefen wider. Sie lebt mit allen ihren
Gedanken in Weimar bei ihrem großen Sohn und teilt alle großen
und kleinen Sorgen mit ihm. Beſſer als aus Biographien lernen
wir Weſen und Charakter dieſer einzigen Frau aus ihren Briefen
kennen. Deshalb, ſo ſagt der Herausgeber in ſeinem Vorwort.
hat das deutſche Volk und vor allem die deutſche Jugend ein Recht
darauf, zu ihrer Erquickung und Bildung recht viele dieſer Briefe
immer wieder und wieder zu leſen, damit von dem herrlichen
Cha=
rakter der Frau Aja und von der Kraft ihrer Anſchauung, wie
ihrer reichen Empfindung und ihrer künſtleriſchen Darſtellungsgabe
etwas übergehe auf unſere Jugend, für die das Schänſte und Beſte
in der Literatur gerade gut genug iſt,
Seite 4
* Reilertag in Brandan und Pfungftadt
der Reitergruppe des Junglandbundes Heſſen=Starkenburg.
Am Freitag, den 8. Mai 1931, fanden in Brandau und
Pfung=
ſtadt Fahrerprüfungen ſtatt, die der Cheflehrer des Reit= und
Fahrverbandes Heſſen, Herr Rittmeiſter Freiher Roeder von
Diersburg=Londorf, unterſtützt durch Herrn Rittmeiſter a. D.
Gallo=Darmſtadt, abnahmen.
In Brandau hatten ſich 8 Prüflinge gemeldet, die ſämtlich
mit dem Achenbachfahrer=Abzeichen ausgezeichnet wurden und
damit ihre Prüfung beſtanden. Es waren die jungen Fahrer:
Georg Weber, Fritz Weber, Georg Weber 2. Jakob Balß. Peter
Falter, ſämtlich von Brandau, Peter Böhm=Lützelbach. Erich
Schilling und Ludwig Roßmann von Ernſthofen.
Die Prüflinge waren durch den rührigen Reitlehrer Heinrich
Eidenmüller=Lengfeld in ausgezeichneter Weiſe vorbereitet
wor=
den. In der nachfolgenden Kritik, die Herr Rittmeiſter von
Roe=
der abhielt, wurde dies ganz beſonders erwähnt. Auch eine
An=
zahl Altbauern waren zu der Prüfung erſchienen und folgten
mit Intereſſe dem Vorfahren. In der Wirtſchaft Balß fand dann
die Verteilung der Abzeichen ſtatt und berichtete hierbei Herr
Rittmeiſter Roeder von Diersburg über den geplanten Fernritt
Moukag, den 11. Mai 1931
der rheinheſſiſchen Reiter nach Oberheſſen, der in vorzüglicher
Weiſe vorbereitet iſt und zu dem ſich 29 Teilnehmer, darunter
5 Reiterinnen gemeldet haben.
Darmſtadt über Pferdezucht und Pferdepflege, ſowie Beſtrebungen
der Reit= und Fahrvereine ſtatt, der zahlreich beſucht war und
auch allgemeinen Beifall fand.
Dann fuhr die Prüfungskommiſſion weiter nach Pfungſtadt,
wo ſich 20 Fahrer um das Achenbachfahrabzeichen bewarben und
zwei weitere Fahrer die Prüfung für das deutſche Fahrabzeichen
in Bronze ablegen wollten. Mehrere hundert Zuſchauer hatten
ſich in den Straßen eingefunden. Auch dieſe Prüfung endete mit
dem günſtigen Reſultat, daß ſämtliche Prüflinge dieſelbe
be=
ſtanden und damit auch die Auszeichnung erhielten. Die Vorbe= ordnungsmäßigen Fahrens hingegeben hatten.
reitung der Prüflinge war hier durch den rührigen Reit= und
Fahrlehrer Herrn Landwirt Martin Rothenhäuſer=Weiterſtadt
erfolgt. Nachſtehende Bewerber erhielten das
Achenbachfahrab=
zeichen: Ludwig Fay, Oswald Kunz. Ludwig Riehl, Georg Koch,
Georg Größmann, Fritz Lecker. Wilhelm Koch. Georg Darmſtädter,
Wilhelm Koch 2., Heinrich Kramer, Georg Seeger, ſämtlich in
Pfungſtadt, Georg Diefenbach, Friedrich Götz, Ludwig Roth,
Phi=
lipp Spalt, Friedrich Kiſtinger in Eſchollbrücken. Friedrich
Roth=
ermel=Eich, Adam Roth=Hahn.
Nummer 130
Das deutſche Fahrerabzeichen erhielten: Landwirt Martin
Rothenhäuſer=Weiterſtadt und Landwirt Wilh. Rieß=Weiterſtadt.
Anſchließend an dieſe Prüfung fand dann ein gemütlicher
Am Abend fand noch ein Vortrag des Herrn Dr. Denker= Reiterabend in der Wirtſchaft des Herrn Koch „Zum Gambrinus”
in Pfungſtadt ſtatt, der alle Teilnehmer, Alt= und Jungbauern,
bei fröhlicher Tafelrunde vereinigte. Als Ehrengäſte konnten wir
weiterhin den Landesverbandsvorſitzenden der Reit= und
Fahr=
vereinigungen, Herrn Landſtallmeiſter Schörke und Herrn
Ritt=
meiſter a. D. Neufville=Darmſtadt in unſerer Mitte begrüßen.
Nach kurzen Begrüßungsworten des Ortsvorſitzenden Kramer
ſprach Herr Rittmeiſter Roeder von Diersburg allen Teilnehmern
ſeinen Dank aus und übte noch einige Kritik. Er gab auch hier
ſeiner Freude Ausdruck über das Geſehene und lobte insbeſondere
den Eifer, mit dem ſich die Prüflinge bei der Erlernung des
Geſchäftsführer Weber=Darmſtadt dankte insbeſondere den
Herren von der Prüfungskommiſſion für ihre ſtets rege
Unter=
ſtützung, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die heutige gut
ver=
laufene Prüfung ein ſchöner Auftakt zu dem am 30. und 31. Mai
1931 in Pfungſtadt ſtattfindenden Reit= und Fahrturnier ſein
möge.
Mit dem Abſingen des Liedes: „Wohlauf Kameraden aufs
Pferd, aufs Pferd” ſchloß der offizielle Teil der Veranſtaltung.
F. W.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 130
Montag, den 11. Mai 1981
Seite 5
Stüdtlalblagsdllntsasäaaekegleabalati
Entſcheidungen in Süddeutſchland.
Erſte Kämpfe um die „Deutſche‟.
Der 10. Mai war ein intereſſanter Fußball=Sonntag. In
Süddeutſchland ſollten die noch fehlenden Vertreter für die DFB.=
Meiſterſchaft ermittelt werden, und im Reich fielen die erſten
Vorrunden=Entſcheidungen für die „Deutſche”. Süddeutſcher
Zweiter iſt die Frankfurter Eintracht durch ihren 2:1 (1:1)=
Sieg über Wormatia Worms geworden. Die Eintracht war
ſtär=
ker überlegen, als es das Ergebnis beſagt, aber der Sturm ſchoß
nicht genug. Der ſüddeutſche Dritte konnte auf dem
Spiel=
feld nicht ermittelt werden, da ſich die beiden Kandidaten, die
Troſtrundenſieger München 60 und Phönix Ludwigshafen, im
Mannheimer Stadion trotz zweimaliger Spielverlängerung mit
einem Unentſchieden von 3:3 trennten. Inzwiſchen hat das Los
die Ludwigshafener Mannſchaft zum ſüddeutſchen Dritten
be=
ſtimmt.
Die beiden Endſpiele Bayern, gegen Böckingen (4:3) und
Pirmaſens gegen Waldhof (2:2) hatten auf den Tabellenſtand
keinen weſentlichen Einfluß mehr. Wie die nachſtehende
Tabelle der Meiſterrunde
zeigt, iſt der eigentliche Kampf um die ſüddeutſche Meiſterſchaft
auch noch nicht entſchieden. Fürth und Eintracht ſtehen
punkt=
gleich an der Tabellenſpitze, aber Fürth hat noch ein Spiel
aus=
ſtehen. Holen die „Kleeblättler” aus dieſem Treffen, das ſicher
erſt nach Erledigung der Deutſchen Meiſterſchaft zum Austrag
kommt. auch nur einen Punkt heraus, dann haben
Spiele Tore ſie allerdings
Punkte Sp.Vg. Fürth 13 35:16 20:6 Eintracht Frankfurt 14 32:20 20:8 Bayern München 14 44:25 199 SV. Waldhof 14 33:31 13:15 Karlsruher FV. 13 25 :28 12:14 FK. Pirmaſens 14 30:42 10:18 Wormatia Worms 14 32:41 9:19 Union Böckingen 14 35.:53 7:21
Der Auftakt zur DFB.=Meiſterſchaft.
Sechs von den acht planmäßigen Vorrundenſpielen, um die
DFB.=Meiſterſchaft kamen an dieſem Sonntag zum Austrag. Die
beiden noch ausſtehenden Spiele (Fortung Düſſeldorf — Eintracht
Frankfurt und Phönix Ludwigshafen — Meiderich) ſollen am
Himmelfahrtstage durchgeführt werden. Die Spiele des 10. Mai
brachten keine Ueberraſchungen, alle Favoriten konnten ſich
er=
folgreich für die erſte Zwiſchenrunde durchſetzen, die bereits am
nächſten Sonntag zur Abwicklung kommt. Sieger der
Vorrunden=
ſpiele blieben: Hertha=BSC. mit 5:2 über V. f. B.
Biele=
feld, SpVg. Fürth mit 3:0 über SpVg. Leipzig,
Hambur=
ger SV. mit 2:0 über Beuthen 09, Tennis=Boruſſia mit
6:1 über V. f. B. Liegnitz, Holſtein Kiel mit 3:2 über Pruſſia
Samland Königsberg und Dresdener SC. mit 8:1 über
V. f. B. Königsberg. Die Sieger hatten durchweg
verhältnis=
mäßig leichte Spiele, nur Holſtein Kiel mußte ſich mächtig ſtrecken,
um den Endſpiel=Neuling Pruſſia Samland, der bei der Pauſe
des Kieler Spieles noch 2:0 führte, knapp mit 3:2 abzufertigen.
Die ſechs Sieger werden nun am 17. Mai zuſammen mit den
Ge=
winnern der Himmelfahrtsſpiele zur erſten DFB.=Zwiſchenrunde
antreten.
Der H. S.V. ſetzt ſich durch.
Das Hindenburg=Stadion in Beuthen hatte am Sonntag einen
großen Tag. 20 000 Sportbegeiſterte kamen, aus allen Teilen
Oberſchleſiens zuſammen, um den ſüdoſtdeutſchen Fußballmeiſter
Beuthen 09 im Vorrundenſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft
gegen den berühmten Hamburger S.=V. zu ſehen. Es kam zu
einem ſehr temperamentvollen Spiel, das von den techniſch
rei=
feren und taktiſch geſchulteren Norddeutſchen verdient mit 2:0
ge=
wonnen wurde. Drei Minuten nach dem Wechſel kam HS.V.
end=
lich zum Führungstor, Wollers verwandelte eine Flanke des
Rechtsaußen. In der 23. Minute gab es im Anſchluß an die zehnte
Ecke für Hamburg ein Gedränge, aus dem heraus Horn das Leder
über die Torlinie drückte.
Glatte Sache für Dresdener S.=C.
In Königsberg kam der mitteldeutſche Meiſter Dresdener
S.=C. vor 8000 Zuſchauern zu dem erwarteten eindeutigen Sieg
über den Zweiten des Baltenverbandes, V. f. B. Königsberg. Das
8:1 (2:0) entſpricht auch in dieſer Höhe durchaus den Leiſtungen
und dem Spielverlauf. Die Elf des D.S.C. war in jeder
Be=
ziehung um eine Klaſſe beſſer, als die zwar eifrige, aber doch
ziemlich primitiv ſpielende Mannſchaft der Oſtpreußen. Nur in
der erſten Halbzeit vermochte die Abwehr der Einheimiſchen, dem
gefürchteten Sturm der Gäſte einigermaßen Widerſtand zu leiſten.
Herthas guter Start.
Auf der Kampfbahn „Rote Erde” in Dortmund hatte der
vor=
jährige Deutſche Fußballmeiſter Hertha/B.S C. Berlin vor 12000
Zuſchauern in ſeinem Vorrundenſpiel gegen den weſtdeutſchen
Zweiten V. f. B. Bielefeld einen ausgezeichneten Start. Nach
die=
ſem Spiel zu urteilen, das von den Berlinern ganz glatt mit 5:2
(Halbzeit 1:1) gewonnen wurde, wird Hertha auch in dieſem Jahr
bei der Deutſchen Meiſterſchaft wieder eine Rolle ſpielen. In
der erſten Halbzeit ſpielten die Berliner noch ziemlich blaſiert,
Bielefeld hatte anfangs ſogar mehr vom Spiel und konnte nach
20 Minuten auf einen Fehler der Berliner Verteidigung hin durch
den Halblinken Schmidt ſogar die Führung übernehmen. Zehn
Minuten ſpäter glich Berlin durch den Linksaußen Hahn auf
Vor=
lage von Nuch aus. Nach der Pauſe verſagte die Läuferreihe der
Weſtfalen. Hertha konnte jetzt das Spiel an ſich reißen und völlig
überlegen kämpfen. Kirſey ſchoß von der 8. bis 17. Minute drei
Treffer und brachte damit den Meiſter 4:1 in die Front. Ein
kurzer Zwiſchenſpurt der Weſtdeutſchen brachte ihnen durch den
Rechtsaußen noch einen Gegentreffer ein, dann dominierte aber
Hertha wieder. Sechs Ecken für Berlin fielen hintereinander.
Lehmann ſtellte ſchließlich in der 30. Minute das Endreſultat her.
Holſtein muß ſich ſtrecken.
Bei dem Vorrundenſpiel in Kiel ſtellte ſich dem Baltenmeiſter
Pruſſia Samland Königsberg ein Neuling vor, aber dieſer
Debu=
tant machte dem vorjährigen Finaliſten Holſtein Kiel ſehr zu
ſchaffen. Vor der Pauſe lag Holſtein zwar meiſt im Angriff, aber
Pruſſia ſchoß die Tore. Stillger und Miſchke brachten die
Oſt=
preußen bis zum Wechſel 2:0 in Führung. Der Kieler Sturm
hatte mehr Chancen als ſein Gegner, aber er war vor dem Tor
zu nervös. Als nach dem Wechſel das Zuſammenſpiel der Holſtein=
Elf beſſer wurde, fielen innerhalb von wenigen Minuten durch
Ohm und Voß (zwei) drei Treffer, die für den norddeutſchen
Zweiten den Sieg ſicherten. Gegen Schluß war der Kampf
ziem=
lich ausgeglichen.
Tennis Boruſſia kann nicht überzeugen.
In Berlin, auf dem Platz am Geſundbrunnen, konnte Tennis
Boruſſia vor 12 000 Zuſchauern den ſüdoſtdeutſchen Zweiten, V.
f. B. Liegnitz, mit 6:1 (Halbzeit 5:0) Treffern überfahren, aber
die Leiſtungen der Berliner „Veilchen” überzeugten keineswegs.
Man kann Tennis Boruſſia in ihrer gegenwärtigen, völlig
über=
ſpielten Form keine beſonderen Chancen für die weiteren Kämpfe
um die Deutſche Meiſterſchaft geben. Der V.f. B. Liegnitz war
leicht zu ſchlagen, denn die Mannſchaft ſpielte einen ſehr
primi=
tiven Fußball. Lobenswert war lediglich der ſchöne Kampfgeiſt
der Schleſier, mit dem ſie dann auch nach der Pauſe den
Ber=
linern ſehr zuſetzten.
Eintracht iſt ſüddeutſcher Zweiter.
Unabhängig vom Spiel der Bayern gegen Böckingen hat ſich
die Eintracht Frankfurt durch ihren Sieg über Wormatia Worms
endgültig die zweite ſüddeutſche Vertreterſtelle für die Kämpfe um
die DFB.=Meiſterſchaft geſichert. Das Spiel gegen den
Heſſen=
meiſter am Riederwald hatte, trotzdem hier der Kampf um den
zweiten Platz entſchieden wurde, nicht die erwartete Zugkraft, es
kamen nur 5000 Zuſchauer. Auch die ſportliche Seite des Spiels
brachte eine leichte Entäuſchung. Die Eintracht, immer noch mit
Erſatz für den Internationalen Schütz und für Dietrich im Sturm
ſpielend, war ihren Gäſten techniſch überlegen, ſie beherrſchte
auch faſt während der ganzen Dauer des Kampfes mit ihrem
guten Kombinationsſpiel das Feld. Wenn trotzdem der Sieg nicht
deutlicher ausfiel, dann iſt das einesteils einem gewiſſen
Schuß=
pech der Frankfurter Stürmer, zum weſentlicheren Teile aber
wohl der hervorragenden Arbeit von Gisbert im Wormſer Tor zu
verdanken. Ein beſonderes Niveau hatte der Kampf im übrigen
nicht.
Phönix Ludwigshafen—SV. München 1860 3:3 (1:3) nach Verlg.
12 000 Zuſchauer wohnten im Mannheimer Stadion dem
Kampfe zwiſchen den beiden Troſtrundenſiegern der Gruppen
Nord=
weſt und Südoſt bei, der die Entſcheidung über den dritten
ſüd=
deutſchen Platz in den DFB.=Endſpielen bringen ſollte. Es kam
aber nicht zu dieſer Entſcheidung, denn der Kampf, der München
bei der Pauſe mit 3:1 im Vorteil ſah, ſtand nach regulärer
Spiel=
zeit 3.:3, und auch die zweimalige Verlängerung änderte nichts an
dieſem Stande. München diktierte den Kampf in der erſten Hälfte.
zumal in dieſer Zeit die Ludwigshafener Läuferreihe ſehr ſchwach
war. Huber brachte die „Löwen” in Führung, die Schell
zu=
nächſt ausglich. Zwei Treffer von Thalmeyer und Huber
ergaben aber bis zum Wechſel eine 3:1=Führung der Münchener.
Nach der Pauſe wurde Phönix weſentlich beſſer und konnte das
Spiel dank der immer beſſer werdenden Leiſtung der Läuferreihe
durch zwei Treffer von Berk bis Spielſchluß ausgleichen. Die
zweimal 15 Minuten Verlängerung vermochten an dem Ausgang
nichts mehr zu ändern. Schiedsrichter Keller=
Karls=
ruhe war gut.
Fußball=Ergebniſſe.
Vorrunde zur Deutſchen Meiſterſchaft.
Entſcheidungsſpiel um den 3. Platz: In Mannheim:
SB. 1860 München — Phönix Ludwigshafen 3:3 (3:1) n. Verl.
Troſtrunde Südoſt: FV. Raſtatt—Stuttgarter Kickers 2:5.
Aufſtiegsſpiele.
Gruppe Main: FSV. Heuſenſtamm — SpVgg. Griesheim 0:0.
V. f. B. Groß=Auheim — Viktoria Kahl 3:2. Gruppe Heſſen:
F.Vg. Kaſtel — Olympia Lorſch 0:1. Gruppe Nordbayern: FC.
Schweinfurth — FSV. Nürnberg 2:0. Gruppe Südbayern:
FC. Straubing — Münchener SpVgg. 4:0. Union Augsburg —
SSV. Ulm 1:2. Gruppe Württemberg: SV. Feuerbach — FV.
Mühlacker 2:2. Gruppe Baden: FC. Singen 04 — FC.
Rhein=
felden 4:5. Gruppe Rhein: FV. Sandhauſen — Germania
Lud=
wigshafen 1:0. Gruppe Saar: SV. 05 Saarbrücken — Phöni=
Kaiſerslautern 3:2. V. f. B. Zweibrücken — Weſtmark Trier 1:3.
Geſellſchaftsſpiele.
Rot=Weiß Frankfurt — 1. FC. Pforzheim 4:3. SpVgg. 60/94
Hanau — Germanig Bieber 4:4. FSV. Frankfurt — V. f. B.
Stuttgart 2:1. TSG. 01 Höchſt — Germania Fulda 2:2. 1. FC.
Langen — V. f. R. Offenbach 2:3. V. f. R. Mannheim — Kickers
Offenbach 4:3. Saar 05 Saarbrücken — Alemannia Worms 0:5.
Freiburger FC. — Kickers Offenbach 3:4. Sportfreunde
Saar=
brücken — SpVgg. Mundenheim 0:5. Sportfreunde Saarbrücken
— Boruſſia Neunkirchen 4:3. SV. Ludweiler — SpVg.
Munden=
heim 1:2. Bajuwaren München — DSV. München 1:2. Ulmer
FV. 94 — FV. Zuffenhauſen 5:3. SpVg. Schramberg — SpVg.
Sandhofen 4:3. Bayern Hof — Polizei SV. Berlin 3:1. SV. 98
Darmſtadt — Kurheſſen Marburg 3:3.
Süddeutſche auf Reiſen.
Red Boys Differdingen — FV. Saarbrücken 3: 1. Sport
Kaſſel — Kickers Würzburg 3:4. SC. Erfurt — FV. 04
Würz=
burg 1:3. V. f. B. Koburg — 1. FC. Bayreuth 1:0.
Berliner Fußball.
Preußen=Viktoria — Birmingham 1:2. Wacker 04 — Union
Oberſchöneweide 4:2. V. f. B. Pankow — Halley=Concordia 7:0.
Norden=Nordweſt — Kickers 3:3. Südſtern — Meteor 5:4. Union
Potsdam — Spandauer SV. 1:6.
SV. 98 Darmſtadt — Kurheſſen Marburg 3:3 (2:3).
Die 98er konnten im Rückſpiel auf eigenem Platze den im
Vorſpiel erzielten Sieg nicht wiederholen. Den Marburger Gäſten,
deren ſportliches Auftreten äußerſt ſympathiſch wirkte, gelang
vielmehr ein Unentſchieden, das ſie reſtlos verdient haben. Die
Kurheſſen ſpielten nicht allein vorbildlich fair und mit höchſter
Aufopferung, ſondern waren auch weit ſchneller als die
Einheimi=
ſchen, deren gekünſteltes Spiel immer wieder durch das raſche
Da=
zwiſchenfahren des Gegners geſtört wurde. Wenn auch die Gäſte
in techniſcher Hinſicht nicht viel bieten konnten, ſo hatte man durch
die einfache Art des Zuſammenſpiels, die immer wieder auf die
Einſetzung der Flügelſtürmer hinauslief, den Eindruck, daß die
Elf ihr Spiel zu ſpielen verſteht. In der Darmſtädter
Mann=
ſchaft klappte es keineswegs reſtlos. Der Torwächter zeigte zuerſt
nur wenig und gab durch allzu große Nervoſität dem Gegner
manche Chance; ſpäter genügte ſeine Leiſtung. Verteidiger und
Läufer verſtanden in der Abwehr gut zu arbeiten, während die
Unterſtützung des Angriffs manche Wünſche offen ließ. Im Sturm
fummelte man allzuviel, arbeitete zu ſtark in die Breite und
ver=
gaß reſtlos, die gegneriſche Deckung durch Steilvorlagen zu
über=
winden. So wechſelten gute Leiſtungen mit ſchwachen Momenten,
wobei gegen Ende der Spielzeit die ſommerliche Wärme viel dazu
beitrug, die Leiſtungen ſchwächer werden zu laſſen.
Der Spielverlauf ſah bald die Gäſte überraſchend mit 2:0 in
Führung, wobei grobe Abwehrfehler des Platzvereins zu
verzeich=
nen waren. Dann wird Darmſtadt überlegen. Von den vielen
Torchancen wurden zwei zum Ausgleich verwertet. Mit dem
An=
ſtoß auf den Ausgleichstreffer kamen die Gäſte jedoch erneut nach
guter Kombination zur Führung. In der reſtlos ausgeglichenen
zweiten Halbzeit glückte durch ſchönen Flachſchuß des Rechtsaußen
den Darmſtädtern der Ausgleich.
SV. 98 A.H. — Rot=Weiß Darmſtadt A.H. 5:1 (3:0).
Das am Sonntag vormittag auf dem Stadion ausgetragene
Alte=Herren=Rundenſpiel zwiſchen Sportverein 98 und Rot=Weiß
konnte erſtere Mannſchaft wiederum ſiegreich beenden mit einem
Torverhältnis von 5:1. Es hat ſich auch bei dieſem Spiel
ge=
zeigt, daß die Sportvereins=Mannſchaft durch ihr ernſtes
Trai=
ning in günſtiger Verfaſſung iſt und ſicher ihre Tore vorlegte,
denen Rot=Weiß lediglich einen Elfmeter entgegenſetzen konnte,
der durch Handſpiel des linken Verteidigers verſchuldet wurde.
Die Mannſchaft des Sportvereins trat mit Reuter: Heß, Fiſcher
H.; Fiſcher W., Pfeil, Waßner; Maul, Jakobi. Müllmerſtadt,
Steckenreuther und Frick an und brachte mit dieſer Mannſchaft
zuſammen 402 Jahre auf den Plan.
Weitere Reſulkate:
Klarer 3:0=Sieg von Fürth.
Dieſes Spiel zog bei ſchönſtem Frühlingswetter 15 000
Sport=
begeiſterte in das Leipziger Vf.B.=Stadion. Die Maſſen hatten
ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es wurde ihnen ein
packen=
der, wenn auch nicht immer ſehr hochwertiger Kampf geboten. Es
war ein von beiden Seiten flott geführtes Tempoſpiel, bei dem
die Kampfſituationen ſtändig wechſelten. Die Fürther
Kleeblätt=
ler waren zwar nicht in Hochform, aber ihre techniſche
Ueber=
legenheit und ihre größere Routine reichten zu einem klaren Sieg
über die ſpielkulturell noch etwas umfertige, wenn auch äußerſt
eifrige Leipziger Elf. Franz 2 und Frank beſorgten den Fürthern
die drei Tore.
In Leipzig: SpVg. Leipzig — SpVg. Fürth . . . . 0:3 (0:1)
In Dortmund: V.f.B. Bielefeld — Hertha BSC. Berlin 2:5 (1:1)
In Königsberg: V. f. B. Königsberg — Dresdener SC. 1:8 (0:2)
In Beuthen: Beuthen 09 — Hamburger SV. . . . . 0:2 (0:0)
In Berlin: Tennis=Boruſſia Berlin — V. f. B. Liegnitz 6:1 (5:0)
In Kiel: Holſtein Kiel — Boruſſia Samland . 3:2 (0:2)
Süddeutſchland.
Runde der Meiſter: Eintracht Frankfurt — Wormatia
Worms 2:1 (1: 1). Union Böckingen — Bayern München
3:4 (2:1). FK. Pirmaſens — SV. Waldhof 2:2 (2:5.
A.H. Polizei Darmſtadt — Viktoria Griesheim 1:0.
A.H. SpVgg. Arheilgen — Union Wixhauſen 1:4.
SV. 1898 (Jugend).
1. Jugend — 1. Jugend Eberſtadt (dort) 2:0. Ein ſchönes
Spiel zweier faſt gleichwertiger Mannſchaften begeiſterte die
zahl=
reichen objektiven Zuſchauer. Darmſtadt hatte die beſſeren
Ner=
ven und trug darum den Sieg davon. Schiedsrichter
ausgezeich=
net. — 2. Jad. — 1. Jad, Ober=Ramſtadt (dort) 4:0. 3. Jad.
Gegner verhindert 4. Jgd. — 1. Jgd. Jugenheim (dort) 5:1.
1. Schüler — 1. Schüler Groß=Gerau (hier) 8:0. 2. Schüler. —
2. Schüler Polizei (dork) 2:4.
Seite 6
Montag, den 11. Mai 1931
Nummer 130
* Zußball im Kreis Skarkenburg.
Ergebniſſe vom Sonntag, 10. Mai.
Um den Bezirkspokal.
SpG. Sprendlingen — FSV. Groß=Zimmern 3:4.
Geſellſchaftsſpiele.
1. FC. Langen — VfR. 1900 Offenbach 2:3 (1:0). SV.
Münſter — Viktoria Urberach 4:2. Sportogg. 04 Arheilgen —
Union Wixhauſen 7:2. Germania Eberſtadt — Union
Darm=
ſtadt 0:2 (0:1). SpV. Kriftel — FV. Sprendlingen 1:4. SV.
09 Hofheim a. T. — FC. 03 Egelsbach 3:1. SpV. Mörfelden —
SC. Opel Rüſſelsheim 2:3. 1. FC. Langen Reſerve — TuSV.
Meſſel 6:1. Frankonia Karlsruhe — Haſſia Dieburg 1:1 am
Samstag und 2:1 für Dieburg am Sonntag.
Das Spielprogramm des Sonntags iſt unter der Hand doch
noch recht reichhaltig geworden. Die Ergebniſſe zeigen, daß
unſere Kreisliga ſich überall ſehen laſſen kann. So ſprechen
der Sprendlinger und Münſters Sieg für ſich ſelbſt, denn die
Gegner ſind nicht ſchlecht, und auch Egelsbachs und Mörfeldens
Niederlage ſind verſtändlich, wenn man weiß, welch gute Rolle
die Gegner in ihren Kreiſen ſpielten. — Arheilgen ſcheint an
den Wixhäuſer Nachbarn nur Revanche für ſeine „Alten Herren”
genommen zu haben, denn vorher hatten Arheilgens Alte gegen
die Wixhäuſer mit 1:4 den Kürzeren gezogen. Die Liga zahlte
dann doppelt heim. — Sehr zu beachten ſind die beiden
Die=
burger Ergebniſſe in Karlsruhe. Der Gegner iſt einer der
älteſten ſüddeutſchen Vereine überhaupt und zählt zur badiſchen
Spitzen=Kreisliga.
Im Bezirkspokal konnte ſich Groß=Zimmern überraſchend
in Sprendlingen durchſetzen. Die Sieger beſtreiten nunmehr
mit Mörfelden das Endſpiel.
Der am Samstag und Sonntag in Stuttgart ſtattgefundene
Verbanostag des SFV. hat für den Kreis eine wichtige
Maß=
nahme gebracht. Durch Erhöhung der Gruppenzahl auf 10
Vereine hat der SV. 98 Darmſtadt, der ſonſt abſteigen müßte,
noch einmal die Möglichkeit erhalten, ſich in einem
Entſchei=
dungsſpiel mit einem der Kreismeiſter für die 1. Klaſſe zu
qualifizieren. Hoffen wir, daß dies dem alten Fußballpionier
aus gelingt. Der VfL. Neu=Iſenburg dagegen wurde der
Gruppe Main überwieſen und ſcheidet aus dem Kreis (deſſen
Grenzen ſicher auch noch revidiert werden) aus.
Germania Eberſtadt — Anson Darmſtadt 0:2 10:1).
Auf dem etwas kleinen, aber ſchön im Wald gelegenen
Sportplatz der Eberſtädter, trafen ſich die beiden alten Rivalen
im wirklichen Freundſchaftsſpiel. Während Union den Mittel=
und Linken=Läuferpoſten neu beſetzt und den Sturm umgeſtellt
hatte, trat Eberſtadt mit etwas umgeſtelltem Sturm an. — Bei
durchweg offenem Spiel fällt das 1. Tor gegen Ende der
1. Halbzeit, als Domy im Anſchluß an eine Ecke aus dem
Hinterhalt einſchießt. Erfolge für Eberſtadt läßt der gut
diſponierte Arnold im Uniontor nicht zu. Nach dem Wechſel
hat Eberſtadt vorübergehend etwas Feldüberlegenheit. Kaiſer
(früher Polizei) gibt ſeinem Sturm gute Vorlagen, doch der
verzettelt ſich im Einzelſpiel. Wiederum nach einer Ecke, die
diesmal der Mittelläufer einſchießt, iſt Union erfolgreich,
wäh=
rend Eberſtadt ſogar die Chance eines Handelfers vergibt Bei
beiden Mannſchaften war das Schlußtrio gut. In der
Läufer=
reihe hatte Eberſtadt ein kleines Plus, der Sturm hielt ſich die
Waage. Als Schiedsrichter amtierte Bock=Arheilgen anſprechend.
Alympia Frankfurk — Polizei Darmſtadt 1:5 (1:1).
Geſtern begab ſich die Polizeimannſchaft nach Frankfurt, wo
ſie nach mehrjähriger Pauſe die Fußballbeziehungen mit der
dor=
tigen Olympia wieder aufnahm. Trotz des Süddeutſchen
Meiſter=
ſchaftsſpiels Eintracht gegen Wormatia Worms war ein
zahl=
reiches Publikum anweſend, das ſein Kommen nicht zu bereuen
brauchte. Wohl ſind die Olympianer, nach ihrer vorjährigen
Lei=
ſtung geurteilt, etwas zurückgegangen, boten jedoch immerhin
eine anſprechende Leiſtung. Die Poliziſten boten jedoch die beſſere
Leiſtung, obwohl man in ihren Reihen neue Geſichter erblicken
konnte.
Durch einen Ueberraſchungsſchuß von Pfeiffer, der heute die
treibende Kraft im Sturm darſtellte, gingen die Poliziſten in
Führung. Jedoch noch vor der Pauſe konnten die Frankfurter den
Ausgleich erzielen. — In der zweiten Hälfte gingen die Poliziſten
Wind und Sonne im Rücken, noch aus ſich heraus, während der
Platzverein etwas abfiel. In kurzen Abſtänden konnten Pfeiffer
— er ſchoß allein vier Tore — und Seibb das Reſultat auf 5:1
ſtellen. Beide Mannſchaften, die ſtets im Rahmen des Erlaubten
kämpften, ſtanden einem objektiven Publikum gegenüber, das mit
Beifall nicht kargte.
SVg. 04 Arheilgen — Wixhauſen 7:2 (4:1).
Vor einer recht anſehnlichen Zuſchauermenge lieferten ſich
beide Mannſchaften einen ſtets ſpannenden Kampf, der
Arheil=
gen zumeiſt im Vorteil ſah. Vor Halbzeit zeigte Arheilgen
ein flüſſiges, erfolgreiches Spiel; die geſamte Mannſchaft zeigte
in dieſer Zeit ſeit langem nicht geſehene Leiſtungen, die ſich
unbedingt in Toren ausdrücken müßten. Rückerich und Bauer
gaben hier Proben ihrer Schußkraft. Becker als Mittelläufer
überragte, um dann ſpäter nachzulaſſen. Die beiden
Außen=
läufer ſtanden ihm jedoch in nichts nach. Körber im Tor wird
immer beſſer, er hatte in ſeinen beiden Verteidigern Benz und
Barnewald die nötige Stütze. Die beiden jugendlichen Spieler
Treuſch und Fehnert zeigten ein Können, das ihnen den
Ver=
bleib in der Mannſchaft ſichern dürfte. Den Torreigen
er=
öffnete Rückerich, in die weitere Ausbeute teilten ſich Nückerich
und Bauer, beide erzielten Prachttore. Hundsdorf als
Rechts=
außen fehlt noch etwas Ballgefühl. Wixhauſen beſitzt eine
junge, eifrige Mannſchaft, in allen Teilen gut beſetzt; nur fehlt
ihnen noch die Routine, um gegen gute Gegner erfolgreich
be=
ſtehen zu können. Bis zu den Kreisſpielen dürften ſie die nötige
Routine noch erreichen. — Schiedsrichter Stennig von Bürgel
leitete das von beiden Teilen ſehr anſtändig durchgeführte Spiel
im allgemeinen gut. Die Alten Herren trennten ſich 4:1 für W.
Viktoria Griesheim — Rot=Weiß Darmſtadt 0:0.
Anläßlich der Jubiläumswoche der Viktoria waren die
Fuß=
baller der Rot=Weißen am Sonntag nach Griesheim verpflichtet.
Der Jubilar ſtellte zu dieſem Treffen ſeine ſtärkſte Vertretung,
während Rot=Weiß ohne ſeinen verletzten Sturmführer antreten
mußte. Als das Hauptſpiel des Tages hatte das Treffen die
Auf=
gabe, werbend zu wirken, und man kann ſagen, daß dies ohne
Zweifel erreicht wurde. Wohl wurde herzhaft gekämpft, aber
ohne auch nur einmal aus der Rolle zu fallen. Auf beiden
Seiten leiſteten die Hintexmannſchaften mit ihren ſicheren
Schluß=
männern im Tor faubere Arbeit und ließen die Sturmreihen
kaum zur Entfaltung und nicht zum Erfolg kommen. Das Spiel
verlief faſt durchweg ausgeglichen und iſt der unentſchiedene
Aus=
gang dem Verlauf nach gerecht. — Als Schiedsrichter fungierte
Hillgärtner (Groß=Gerau).
Rot=Weiß 2. — Auerbach. — A. trat nicht an.
Am Himmelfahrtstage finden die folgenden
Vor=
rundenſpiele um die DFB.=Meiſterſchaft ſtatt: Fortuna
Düſſel=
dorf gegen Eintracht Frankfurt in Düſſeldorf, Phönix
Ludwigs=
hafen gegen Meidericher Spiel=Verein in Mannheim.
Die erſte Zwiſchenrunde um die DFB.=
Meiſter=
ſchaft am 17. Mai bringt die folgenden Spiele: Hertha BSC.
gegen Sp. Vg. Fürth in Berlin, Eintracht Frankfurt oder
Fortung Düſſeldorf gegen Tennisborufſia in Frankfurt:
Dresde=
ner SC. gegen Holſtein Kiel in Dresden; Phönix
Ludwigs=
hafen oder Meiderich gegen Hamburger SV. in Hamburg.
Jutte deiint an B.o.b.
Das neue Spielſyſtem.
Der ordentliche Verbandstag des Süddeutſchen Fußball=
und Leichtathletik=Verbandes wurde am Samstag morgen
9 Uhr im Stadtgartenſaal zu Stuttgart durch den
Verbands=
vorſitzenden Kartini eröffnet. Begrüßungsworte ſprachen für die
Stadt Stuttgart Stadtdezernent Dr. Walter und für den Bezirl
Württemberg/Baden, ſowie die Ortsvereine Stuttgarts der
Be=
zirksvorſitzende Gſchwind. Vertreten waren von 2451
Verbands=
vereinen 660 (25 Prozent) und von 10 260 Stimmen 4150 (40
Prozent). Bei der Erſtattung der Jahresberichte durch Kartini
und Dr. Raßbach (Finanzen) gab es diesmal nur geringfügige
Einwände und Erörterungen, die bei weitem nicht das Maß
deſſen erreichten, das früher bei den Verbandstagen an dieſem
Punkt der Tagesordnung kritiſch geſagt wurde.
Bemerkens=
wert war weniger die Kritik an den Leiſtungen des
Verbands=
vorſtandes, als die Tatſache, daß einige Vereinsvertreter die
Gelegenheit benutzten, ihren Unmut an dem Deutſchen Fußball=
Bund Luft zu machen und den Verband um energiſche Abhilfe
zu bitten. Die Kritik der Vereine am D. F. B.
er=
ſtreckte ſich in der Hauptſache auf die folgenden Punkte: 1. daß
der Bund bei ſeinen Meiſterſchafts=Schlußſpielen an einzelne
Vereine die Zumutung ſtellt, drei Meiſterſchaftsſpiele innerhalb
einer Woche auszutragen, 2. daß der D.F.B. eine unhaltbare
Politik bei der Frage der Eintrittspreiſe zu ſeinen
Veranſtal=
tungen betreibt; 3. daß der Bund ſelbſt an hohen Feiertagen
Länderſpiele austrägt und damit nicht nur den Spielern die
Feiertage nimmt, ſondern auch die mit Verbandsſpielen gernde
genug überladenen Vereine der repräſentativen Spieler vor die
Unmöglichkeit ſtellt, an den Feiertagen Privatſpiele auszutragen;
3. daß der D.F.B. mit ſeinen Kurſen und mit der Art ihrer
Durchführung ſelbſt gegen ſeine eigenen Amateur=Anſchauungen
verſtößt; 5. daß der D.F.B. den Vereinen und Verbänden zwar
eine ſechswöchige Ruhepauſe zudiktiert hat, daß er ſich aber
ſelbſt an dieſe Ruhepauſe nicht ſtört, ſondern in dieſer Zeit
mit der Ländermannſchaft die Nordland=Wettſpielreiſe
unter=
nimmt; 6. daß die Spiele gegen die ausländiſchen
Berufs=
ſpielermannſchaften immer noch kontingeniert werden; 7. daß ſich
der Bund in die Preisabmachungen der Vereine mit den
aus=
ländiſchen Clubs einmiſcht. — Der Verbands=Vorſtand erklärte,
daß er ſich beim Bund für Abhilfe dieſer gerügten Mißſtände
einſetzen werde.
Da ſich die Tagesordnung glatt abwickelte, konnte ſchon am
Nachmittag um 2 Uhr in die Beratung der weſentlichſten Frage,
nämlich der Spielſyſtemfrage eingetreten werden. Es
wurden drei Vorſchläge zur Debatte geſtellt: 1. der Vorſchlag
der Kreisliga, A=, B= und C=Vereine; 2. der Vorſchlag des Ver=
bandsvorſtandes; 3. der Vorſchlag der Bezirksliga. Die drei
Gruppen hatten bereits am Freitag abend eingehende
Vor=
beſprechungen abgehalten. Der Vorſchlag der Kreisliga, der
eine Erweiterung der Bezirksliga in den einzelnen Gruppen
von acht auf 12 Vereine vorſah, wurde in namentlicher
Ab=
ſtimmung mit 2190 zu 1753 Stimmen abgelehnt. Es kam dann
der Vorſchlag des Verbands=Vorſtandes, in den
dier Bezirken je zwei Gruppen mit je zehn Bezirksligavereinen
ſpielen zu laſſen, zur Erörterung.
Neuer Pokalwettbewerb. — Nächſter Verbandstag erſt 1933.
Auch in ihrem weiteren Verlauf nahm die Tagung des
Süd=
deutſchen Fußball= und Leichtathletik=Verbandes in Stuttgart
einen glatten Verlauf; ſchon um 2,30 Uhr in der Nacht zum
Sonn=
tag konnte der Verbandstag abgeſchloſſen werden. Nach der
An=
nahme des Spielſyſtems wandte man ſich am Samstag abend
zu=
nächſt dem neuen Pokalwettbewerb zu, für den die
fol=
gende Austragungsart feſtgelegt wurde: Die Dritten bis Zehnten
der Bezirksliga aus beiden Gruppen eines Bezirks, zuſammen
alſo 16 Vereine, beſtreiten in einer Runde die Spiele um die
Be=
zirkspokalmeiſterſchaft. Die vier Bezirkspokalſieger ermitteln den
Verbandspokalſieger, und dieſer dann hat das Recht, mit den
Ab=
teilungs=Zweiten der Endſpiele Ausſcheidungsſpiele um die dritte
ſüddeutſche Vertreterſtelle für die Deutſche Meiſterſchaft
auszutra=
gen. Unabhängig hiervon werden auch für die Kreisliga
Pokal=
wettbewerbe eingeführt.
Beim Punkt „Anträge” der Tagesordnung wurden die Pläne
des VV. zur Neuorganiſation der Verbandsbehörden gutgeheißen,
die Gaubehörden und Gautage fallen in Zukunft fort. Dafür
er=
folgt eine kleine Vermehrung der Kreiſe, die die bisherigen
Funk=
tionen der Gaue mit übernehmen. Auch eine Vereinfachung der
Rechtſprechung fand Annahme. Der Verbandsbeitrag wird in
Zu=
kunft von ſämtlichen Mitgliedern, nicht nur von den Aktiven
eines Vereins entrichtet; dagegen werden die Beiträge zur
Unfall=
kaſſe nur von den Aktiven erhoben, die namentlich gemeldet
wer=
den müſſen.
Um im Haushaltsplan weitere Abſtriche machen zu können,
fand der Antrag Annahme, den nächſten Verbandstag erſt 1933
abzuhalten. Falls beſondere Umſtände es erforderlich machen,
kann natürlich für 1932 ein außerordentlicher Verbandstag
einbe=
rufen werden. Auch die Bezirkstage 1932 fallen fort. Die
da=
durch erzielten Erſparungen ſtellen ſich auf 17 000 Mark. Der
Haushaltsplan mußte unter dieſen Umſtänden natürlich für zwei
Jahre angenommen werden, und auch alle Wahlen für die
Ver=
bandsbehörden wurden auf zwei Jahre vorgenommen.
Die Entlaſtung des Vorſtandes erfolgte einſtimmig. Sehr glatt
vollzogen ſich die Wahlen. Unter ſtürmiſchem Beifall wurden
en bloc ſowohl der Geſamtvorſtand, mit Kartini an der Spitze,
wie auch alle Ausſchüſſe wiedergewählt. Ein ſchönes
Vertrauens=
votum für die Leitung des großen Süddeutſchen Fußball= und
Leichtathletik=Vaxbandes.
Freie Tgde. Daraftadt — V. J. R. Wiesbaden 3:0.
Um es vorweg zu ſagen, die Darmſtädter Elf enttäuſchte
in bezug auf Ballbehandlung und Spielaufbau nach der
an=
genehmen Seite. Wiesbaden hielt nicht das, was man ſich
verſprochen hatte. Gleich vom Anſtoß entwickelt ſich ein flottes,
abwechſelungsreiches Spiel. Nach ¼ſtündiger Spieldauer ſchälte
ſich eine leichte Ueberlegenheit Darmſtadts heraus, das durch
den Halblinken in Führung geht. Wiesbaden geht jetzt mehr
aus ſich heraus, und hatte auch mehrmals Gelegenheit
auszu=
gleichen, doch der Schlußmann Darmſtadts macht die ſchon
greifbaren Erfolge zu nichte. Gegen Ende der Halbzeit iſt
Wies=
baden ſtark in die Devenſive gedrängt, kann jedoch verhindern,
daß Darmſtadt bis zur Pauſe auf 3:0 ſtellt. Nach dem Wechſel
verteiltes Feldſpiel. Beide Hintermannſchaften laufen zu großer
Form auf und verhindern ſo jeden Erfolg. Mit dem
Schluß=
pfiff hat ein Spiel ein Ende gefunden, das die erſchienenen
Zuſchauer befriedigt.
Darmſtadt 2. — Erzhauſen 2. 3:2. Das
Samstagabend=
ſpiel in Griesheim konnten die Hieſigen nach überlegenem Spiel
für ſich entſcheiden, und zwar Griesheim 1. — Darmſtadt 1
1:3. Griesheim 2. — Darmſtadt 3. 1:2. — Die Jugend gewann
hier gegen Münſter überzeugend 4:0.
Leichkathlekik.
Die 98er Leichtathleten beim G.D.A.=Sportfeſt in Frankfurt.
Mit viel Eifer, Mühe und Liebe hatten Eiſenberg und Vogel
das Debut der G.D.A.=Sportvereinigung als Frankfurter
Leicht=
athletikerveranſtalter vorbereitet, und nachdem dieſe beiden Tage
der Wettkämpfe auf Bahn und Raſen vorüber ſind, darf man dem
jüngſten Veranſtalter Frankfurts beſcheinigen, daß er zweifelsohne
bei Publikum, Aktiven und Jugend volle Zufriedenheit erzielte.
Die Regenfälle der letzten Tage hatten eine Verlegung der
Kämpfe auf die Sandhöfer Wieſen bedingt, was zwar kein
Nach=
teil war; aber immerhin ſei nicht unerwähnt, daß die
altehrwür=
dige Bahn des T.=V. 1860 in früheren Jahren in weit beſſerem
Zuſtand war. Ihre heutige Verfaſſung beeinträchtigte bis zu
einem gewiſſen Grad die Laufleiſtungen. Von beſonderem
Inter=
eſſe iſt die Tatſache, daß die Darmſtädter Leichtathleten des Spv.
1898 bei dieſem G.D.A.=Sportfeſt recht erfolgreich abſchnitten.
Schon am Samstag konnten die Jung=Leichtathleten der
Lilien=
träger in einem ausgezeichneten 1000=Meter=Rennen, deſſen
End=
zeiten ſich ſehen laſſen können, gute Plätze belegen: Gebhardt,
Löwel, Doerr, Dörſam 2, Rieger, Israel, Born und Finſter kamen
in dieſer Reihenfolge nach den beiden Erſten in kurzen Abſtänden
ein. Von beſonderem Wert ſind auch der zweite und dritte Platz
in der Schwedenſtaffel in guten Zeiten. — Am Sonntag waren
recht viel Zuſchauer erſchienen. Sie ſahen — teils unter den
Klängen der ſpielfreudigen G.D.A.=Kapelle — ſchöne Kämpfe.
Da=
bei kamen in der Olympiſchen Staffel Krauth (800 Meter),
Eiſenhauer (200 Meter), Gunſt (200 Meter) und Schupp (400
Me=
ter) hinter Eintracht und J.G. Sportverein auf den 3. Platz
Ueber 800 Meter wurde Neumann Sechſter. Ein eindrucksvoller
Erfolg für unſere Darmſtädter Langſtreckler wurde der mit 21
Läufern beſetzte 3000=Meter=Lauf: drei Darmſtädter auf den erſten
Plätzen, dabei in ſehr guten Zeiten! Habich wurde Erſter in 9,12
Minuten, vor ſeinem Klubkameraden Lindner (9,18 Min.) und
Gellweiler (9,25 Min.), ein Sieg des Sportvereins 1898, der bei
dem Publikum viel Beifall fand. Dieſen drei Läufern gelang es
nach verhältnismäßig kurzer Pauſe, der erſten Mannſchaft der
Eintracht über 3X1000 Meter den Sieg noch recht ſauer zu machen.
Sie belegten ſchließlich mit geringem Abſtand, hinter Eintracht,
vor den anderen 5 Mannſchaften den 2. Platz in 8,25 Minuten.
Die Leichtathleten marſchieren alſo wieder. Und mit dieſem
An=
fang dürfen unſere Darmſtädter Vertreter recht zufrieden ſein
Die ſechſte Etappe der Deutſchland=Rundfahrt von
Erfurt nach Dresden wurde im Endſpurt von dem Franzoſen
Barth lemy vor Degrgeve=Belgien und Bula=Schweiz getonnen.
Im Geſamtklaſſement führt weiter Metze=Deutſchland vor ſeinem
Landsmann Thierbach. Im Länderklaſſement hat die deutſche
Mannſchaft ihren Vorſprung noch erweitern können.
Dr. Prenn, der deutſche Tennis=Rangliſtenerſte, wirkt am
Himmel=
fahrtstage in Berlin bei einem Spiel Rotweiß Verlin gegen die
ſpaniſche Davisvokalmannſchaft zum erſtenmale in der neuen Saiſon bei
einer größeren Veranſtaltung mit.
Die finniſche Amateur=Boxſtaffel ſchlug nach Niederlagen in Stettin
und München die Nürnberger Stadtmannſchaft mit 19:6 Punkten.
Kreiskag der füddeutſchen Schwimmer.
Der nach einer gewiſſen Periode der inneren Unruhe mit
Spannung erwartete Kreistag der ſüddeutſchen Schwimmer in
Karlsruhe brachte auf der ganzen Linie die notwendige
Klä=
rung der Verhältniſſe. Die von allen Gauen ſtark beſuchte
Ver=
ſammlung konnte endlich die ſeit langem ſchwebende
Verwal=
tungsreform zum Abſchluß bringen. Die einſchneidenden
Aenderungen waren eine ſtarke Einſchränkung der „bisherigen
Kreisvorſtandſchaft in der Weiſe, daß die Gauvorſitzenden einen
Teil dieſer Poſten mit verwalten müſſen. Die Kopfſteuer
wurde von 50 auf 20 Pfg. geſenkt und dadurch ermöglicht, den
neuen Etat von bisher 6000 auf 3000 Mark zu vermindern. Ob
allerdings mit den geringen Mitteln die gleiche Arbeit geleiſtet
werden kann, muß die Zeit lehren. Kerngedanke der Reform war,
das Schwergewicht der Arbeiten in die Gaue zu verlegen und
dem Kreiſe in Verwaltungsdingen mehr eine repräſentative Rolle
zuzuweiſen, während man gleichzeitig den Sportetat dafür
er=
höhen konnte. Nach Verabſchiedung der neuen Satzungen
erfolg=
ten die Neuwahlen mit folgendem Ergebnis: 1.
Vorſitzen=
der: Medizinalrat Dr. Friedrich=Darmſtadt;
Kreisſchwimmwart: Bertſch=Frankfurt; „Rechner: Leis=München;
Schriftführer: Lang=Nürnberg; Waſſerball=Referent: Dr.
Nuß=
baum=München; Frauenvertreterin: Frau Eibl=München. — Nach
den Wahlen wurde der neue Haushaltsplan, ſelbſtverſtändlich
in=
folge der willkommenen Kopfſteuerſenkung, in kürzeſter Zeit
erle=
digt. Die Süddeutſchen Meiſterſchaften werden am 12. Juli in
Ulm, das Kreisjugendfeſt am 26. Juli in Gaggenau durchgeführt,
Den nächſten Kreistag wird Nordbayern aufziehen.
Georgii=Schwimmen der D. T. in Stuttgart.
Erfolg der Tgde. 1846.
Im Waſſerball=Endſpiel der Veranſtaltung ſiegte der
Kreis=
meiſter des 9. Kreiſes, die Tgde. 1846 Darmſtadt, gegen
den Meiſter des 11. Kreiſes, den Tbd. Cannſtadt, mit 5:2 Toren.
Ein ſchöner Erfolg der Tgde. 1846, die das Spiel mit einer
ver=
jüngten Mannſchaft beſtritt. Der Erfolg läßt die Hoffnung
auf=
kommen, daß ihr auch bei den nun kommenden Rundenſpielen
wei=
tere Siege beſchieden ſein mögen.
Kegler-Bereinigung Darmftadi u. Umgebung.
Innerhalb der Ligaklaſſe wurden am 2. und 3. ſowie 9. und
10. Mai die Kämpfe um den Meiſter in dieſer Klaſſe
aus=
getragen. Jede Mannſchaft umfaßte 5 Kegler, die je 100 Kugeln
abzuwerfen hatten. Dem Titelverteidiger war dieſes Jahr nicht
vergönnt, ſeinen Platz zu behaupten. Die Ergebniſſe waren
im allgemeinen ſchwächer wie im vergangenen Jahre. Sieger
wurde diesmal der Klub „D. K. 1911—BV.”, der bei
ſchwa=
cher Leiſtung im Vorkampf, im Rückkampf eine ſehr gute Form
aufwies.
Die Ergebniſſe im Allgemeinen ſind: 1. „D. K. 1911—
BV. 2531 und 2633 zuſ. 5164 Holz: 2. „B. L. 08‟ 2565 und
2452 zuſ. 5017 Holz: 3. „Haſſia 1919” 2441 und 2537 zuſ. 4978
Holz; 4. „Gut Holz” Eberſtadt 2403 und 2500 zuſ. 4903 Holz.
Ein Klub ſtartete nicht. — Der Ligameiſter hat demnächſt auf
die Gauklubmeiſterſchaft in Frankfurt a. M. zu ſtarten.
Radfahren.
Amateur=Radrennen in Michelſtadt i. O.
Bei prächtigem Sommerwetter ging am Sonntag die
Pre=
miere der Stadionbahn in Michelſtadt i. O. vor ſich. Wie zu
er=
warten war, dominierten in ſämtlichen Konkurrenzen die
Frank=
furter Amateure, die in ſtattlicher Zahl vertreten waren. Klein=
Quartett Frankfurt holte ſich vor Göttmann=VC. Frankfurt das
Hauptfahren, dafür entſchädigte ſich dieſer im
Ausſcheidungsren=
nen, das er vor Franke=Quartett gewann. Außerdem holte ſich
Göttmann mit ſeinem Partner Müſch zuſammen das anſchließende
30=Kilometer=Mannſchaftsfahren. Die Ergebniſſe;
Haupt=
fahren: Endlauf der Erſten: 1. Klein=Frankfurt, 2. Göttmann=
Frankfurt 34 Lg. Endlauf der Zweiten: 1. Sauer=RV. Soſſenheim,
2. Müſch=Frankfurt 1 Lg. Ausſcheidungsrennen: 1. Göttmann=
Frankfurt, 2. Franke=Frankfurt ½ Lg., 3. Spahn=Offenbach
Hand=
breite. 30=Kilometer=Mannſchaftsfahren: 1. Göttmann—Müſch=
Frankfurt 24 P., 2. Klein—Frank=Frankfurt 20 P., 3. Spahn—
Friedrich 10 P., 4. Gleiſer—Sauer 5 P., 5. Black—Augurſki=Mginz
3 Punkte.
Nummer 130
Montag, den 11. Mai 1931
Seite 7
*
Handonn Mder V.2.
Beſſungen — Lampertheim 6:7 (3:4), „Vorwärts” Langen —
Tgde. 1846 Darmſtadt 5:6 (!), Eberſtadt — Sprendlingen 2:6
(1:5), Lorſch — Tv. 1910 Worms 3:2 (1:1), Tgſ. Ober=Ramſtadt
— Polizei Darmſtadt Reſ. 6:7 (5:3), Nieder=Ramſtadt — Altheim
4:3 (3:3). Untere Mannſchaften: Beſſungen — Hahn 1. 2:13,
Crumſtadt — Hahn 13:0, Lorſch — Worms 3:2, Langen — Tgde.
1846 5:1. Erzhauſen Jgd. — Wallerſtädten 3:2, Eberſtadt —
Sprendlingen 5:2, Jugend — Weiterſtadt 3:4 und Schüler 1:0.
Eberſtadts Spiel erſcheint in ganz anderem Lichte, wenn man
berückſichtigt, daß der Sprendlinger Leonhardt von Anfang an
vier Tore vorlegte. Dann bewachte man ihn beſſer, ſo daß die
Gäſte in ihrem Angriff ſtark behindert waren. Nach der Pauſe
erzielten beide Parteien noch je ein Tor. Lorſch ſtrengte ſich ſehr
an und auch die Gäſte nahmen das Spiel ſo, wie es ſein ſoll.
Da=
her konnte der Lorſcher Vereinsſchiri das Treffen glatt leiten,
welches recht anſtändig und ſpannend durchgeführt wurde. Ober=
Ramſtadt überrumpelte die Poliziſten mit zwei Toren, die dann
eine unnötige Schärfe in das Spiel legten und nach der Pauſe
einen Spieler geſchwärzt bekamen. Wenn die Gäſte trotzdem
ſieg=
ten, ſo war es die Ober=Ramſtädter Läuferreihe, die gegen Schluß
ſehr abgeſpielt den Gegner, nicht mehr halten konnte. Nieder=
Ramſtadt mußte reichlich Erſatz einſtellen, ſo daß der Sieg gegen
Altheim zahlenmäßig nicht hoch ausfiel. Namentlich verſpürte
man das Fehlen des Hüters. Wiemer=Bickenbach leitete ſehr gut,
konnte aber der zweiten Aufgabe, Beurteilung des Hüters für
evtl. Einſtellung in die Gauelf, nicht gerecht werden. Von Langen
jehlt der Vericht. Das Ergebnis meldeten die 184Ger.
TG. Beſſungen — TV. Lampertheim 6:7 (3:5).
Ein ſelten ſchönes Spiel fand geſtern unter Avemaries
vor=
züglicher Leitung auf der Rennbahn ſtatt. Lampertheim, eine
äußerſt ruhige und ſympathiſche Mannſchaft, ſpielte einen
über=
raſchend guten Handball; in techniſcher Beziehung ſind ſie den
Beſſungern unbedingt überlegen. Trotzdem iſt das Reſultat dem
Spielverlauf nicht ganz gerecht geworden. Beſſungen war
eif=
riger, hatte großes Pech im Schießen — in der erſten Halbzeit
waren es allein 5 Lattenſchüſſe — und dennoch hätte es zum
Aus=
gleich gereicht, doch Avemarie gab ein zu Recht geſchoſſenes Tor
nicht. Wir wünſchen uns noch mehr ſolch anſtändige Gegner, nur
ſo können dem Spiel und der D.T. neue Freunde gewonnen
wer=
den. — 2. Mannſchaft gegen Hahn 1. 2:13 (2:6).
Vorwärts Langen — Tgde. 46 Darmſtadt 5:6 (4:3).
Geſtern konnten die 46er mit obigem Reſultate die
beſtbe=
kannte Vorwärts=Mannſchaft ſchlagen. Bei dieſem Spiel konnte
man feſtſtellen, daß tatſächlich, eine Formverbeſſerung bei den
46ern eingetreten iſt. Man ſah ein ſchönes, flüſſiges Spiel, und
jeder gab ſein Beſtes, um den Sieg der Vorwärts=Mannſchaft
zu entreißen. Wir wollen hoffen, daß dieſe Formverbeſſerung
keine vorübergehende Erſcheinung iſt, ſondern ſich noch verſchärft.
— 2. Mſch. 1:5 (0:0) für Vorwärts.
Reichsbahn Frankfurt — Reichsbahn Darmſtadt 2:6 (1:2).
Vor zahlreichem Publikum ſpielten obige Mannſchafteu das
letzte Spiel um die Bezirksmeiſterſchaft. Der Anwurf von
Frank=
furt wird abgewehrt, und in flottem Tempo geht es vor des
Geg=
ners Tor, wobei nach ſchöner Kombination Weſp, Hartmann.
Recke, durch letzteren der Führungstreffer erzielt wurde. Schon
6 Minuten ſpäter ſendet Schmidt placiert ein. Frankfurt
ver=
ſtärkt die Hintermannſchaft auf 8 Mann, ſo daß der Darmſtadter
Sturm an dieſem Bollwerk vergeblich anſtürmt. In der 24.
Mi=
nute gelingt der Platzelf ein Tor. Nach Wiederanpfiff drücken
die Grün=Weißen unaufhaltſam, aber erſt in der 46. Minute
ge=
lingt es Hartmann, durchzubrechen und auf 3:1 zu erhöhen. Das
Spiel wird hart. Erbittert kämpft die Plätzelf und ſtellt in der
55. Minute auf 3:2. Jetzt beſinnen ſich die Gäſte, durchbrechen
die Verteidigungsmauer und in je 1 Minute Abſtand ſchießen
Ar=
nold, Wolf und Schmidt 1 Tor. Beim Stande von 2:6 mußten ſich
die Frankfurter auf eigenem Platz geſchlagen bekennen. Außer
den Torſchützen haben auch die übrigen Spieler an dem Siege
regen Anteil. Darmſtadt iſt mit dieſem Spiel ungeſchlagener
Be=
zirksmeiſter. Punktzahl 20:0. Torverhältnis 61:24.
Zwiſchenrunde der D.T. In Berlin: Männer: TG. Berlin —
Vorwärts Breslau 8:1. Frauen: TG. Berlin — Vorwärts
Breslau 1:3.
Aufſtiegsſpiele: Bezirk=Main=Heſſen: TG. Dietzenbach — TSV.
Braunshardt 7:4. TSG. Höchſt 01 — SpVg. Arheilgen 5:2.
Geſellſchaftsſpiele. Jubiläum der Offenbacher Kickers: TGS.
Offenbach — Polizei Darmſtadt 3:12. V. f. R. Schwanheim
— TSG. Fechenheim 8:3. Kickers Offenbach — Polizei
Butz=
bach 5:4. TGſ. Offenbach — V. f. R. Schwanheim 7:6. Polizei
Darmſtadt — TSG. Fechenheim 10:2.
Polizei Darmſtadt — Turngeſ. Offenbach 12:3 (7:3).
Polizei Darmſtadt — Zechenheim 10:2 (6:1).
Wie erwartet, lieferte die Polizeiliga geſtern in Offenbach
zwei ſehr ſchöne Spiele. Das erſte gegen Turngeſ. Offenbach
ge=
wann ſie mit 12:3. Das Spiel war äußerſt abwechſlungsreich und
bot wunderſchöne Momente. Das hohe Reſultat drückt nicht die
Ueberlegenheit der Poliziſten aus, ſondern iſt mehr der Erfolg
der ausgezeichneten Kombinationstechnik und des guten
Zuſam=
menſpiels. Die neue Mannſchaftsaufſtellung bewährt ſich
glän=
zend und iſt für die neue Verbandsſpielſaiſon die große Hoffnung.
Das Spiel ſieht die Poliziſten gleich im Angriff, wo Sommer
auch zweimal einſenden kann. Koch erhöht auf 3:0, Huber auf
4:0 und Daſcher auf 5:0. In der 15. Minute erzielt der Halblinke
der Offenbacher durch Strafſtoß den erſten Gegentreffer. 5:1. Noch
zweimal gelingt es dem Sturm der Turngeſ., die
Polizeivertei=
digung zu durchbrechen und erfolgreich einzuſenden. Doch dieſe
ſcheinbare Ueberlegenheit wird bald unterdrückt. Sommer
ver=
wandelt noch einen Strafwurf und Daſcher ſtellt kurz vor
Halb=
zeit das Ergebnis auf 7:3. Die zweite Halbzeit gehört faſt ganz
der Polizei. Die ganz ausgezeichneten Kombinationen erregen
oft lebhaften Beifall im Publikum, beſonders auch die
wunder=
baren und täuſchenden Schüſſe von Sommer. Er iſt es auch, der
nacheinander viermal das Leder unhaltbar ins Netz jagt. Auch
Daſcher kann noch einmal erfolgreich einſenden. Das Spiel endet
mit 12:3 für Darmſtadt.
Im zweiten Spiel gegen Tgm. Fechenheim gewann die
Po=
lizei 10:2. Das Spiel litt ſchon mehr unter der Müdigkeit der
Spieler. Die zügigen Kombinationen und das raſche Spiel fehlte.
Trotzdem war das Treffen noch ſehr intereſſant und bot den
Zu=
ſchauern einen Klaſſe=Handball. Die wuchtigen Schüſſe des
Stur=
mes und das exakte Zuſpiel fanden wieder regen Beifall des
Pu=
blikums. In der 4. Minute beginnt Sommer den Torreigen.
Daſcher erhöht gleich darauf auf 2:0. Ein ſchöner Durchbruch der
Tgm. führt zum 1. Gegentreffer. 2:1. Sommer verwandelt noch
einmal eine ſchöne Vorlage mit prächtigem Schuß 3:1. Bis zur
Halbzeit kann Koch noch zweimal und Daſcher noch einmal
ein=
ſenden. 6:1. Nach Wiederbeginn, macht ſich die Müdigkeit der
Poliziſten noch mehr bemerkbar. Trotzdem fallen noch vier Tore,
von Huber (zwei), Stahl und Daſcher geworfen. Zum Schluß
gelingt es den Fechenheimern, noch einmal unverhofft ein zweites
Tor zu ſchießen.
Die Jugend konnte gegen Ober=Ramſtadt mit 8:1 Toren
ge=
winnen. Das Spiel der Damen war ebenfalls, wie erwartet, ſehr
intereſſant und konnte mit 5:0 Toren gewonnen werden,
Eintracht Darmſtadt — TV. Ginnsheim 5:3.
Unter vorzüglicher Leitung des Herrn Schmidt (Sp.V. 98)
lieferten beide Teams ein von Anfang bis Ende ſpannendes Spiel.
Lange wogte der Kampf auf und ab, bis endlich in der 17.
Mi=
nute Eintracht durch Naas 2. in Führung gehen konnte. Sein
Strafwurf bringt den Gäſten den Ausgleich. Abermals konnte
Eintracht durch Fuhrer die Führung übernehmen. Kurz vor der
Pauſe gleichen die Gäſte abermals aus und erzielen den
Füh=
rungstreffer. In der zweiten Hälfte iſt Eintracht meiſt
tonan=
gebend, was die Gäſte zwingt, eine härtere Note in das Spiel
zu bringen, was denſelben, nachdem Eintracht durch Mühlbach
zweimal erfolgreich war, zwei Platzverweiſe einbrachte. Der
ener=
giſchen Spielleitung war es zu verdanken, daß das Spiel nun
wieder anſtändig durchgeführt wurde.
„Rot=Weiß” 2. — „Merck” Darmſtadt 1. 1:6 (0:3).
Die Mercksleute konnten für die in dem Vorſpiel erlittene
Niederlage Revanche nehmen, die aber mit 6:1 zu hoch
ausgefal=
len iſt und nicht ganz dem Spielverlauf entſpricht.
„Rot=Weiß” Jugend — Spgg. Arheilgen 1:7.
Außenſeiker=Sieg im Henckel=Rennen.
Trotz des wenig freundlichen Wetters ſtarteten zu der
klaſſi=
ſchen Dreijährigen=Prüfung, dem Henckel=Rennen, 12 Pferde, alſo
das ſeit dem Gründerjahr 1817 ſtärkſte Feld dieſes Rennens. Es
fehlte lediglich der Weinberger Groll, der leicht huſtete. Die
Ge=
duld der Zuſchauer wurde auf eine harte Probe geſtellt, denn es
koſtete große Mühe, einige aufgeregte Pferde an den 1600=Meter=
Start zu bekommen. Schließlich gelang jedoch ein guter Ablauf.
Yvorne, Pepita, Lamdo und Hegemeiſter übernahmen die
Füh=
rung, das übrige Feld lag ziemlich zurück. Im Dalwitzer Bogen
ging Yvorne allein in Front, dicht gefolgt von der inzwiſchen
auf=
gekommenen Sichel und Reichswehr. Etwa 300 Meter vor dem
Ziel überholte dann Sichel, von Böhlke ſehr gut unterſtützt,
Yvorne, um die Führung bis zum Ziel zu behalten. Der Sieg
der Dreijährigen aus dem Hauptgeſtüt Graditz wurde von den
zahlreichen Zuſchauern lebhaft gefeiert. Reichswehr und die
meiſtgewettete Adrienne belegten die nächſten Plätze. Das
Ren=
nen war mit 25 530 Mark ausgeſtattet. Die nächſtgrößte Prüfung,
das Chamant=Rennen, entwickelte ſich zu einem ſpannenden Duell
zwiſchen Graf Jſolani, Ladro und Narciß, aus dem Iſolani als
knapper Sieger mit Halslänge Vorſprung hervorging.
Bauernfänger=Rennen. Dreijährige. 2800 Mark, 1400 Meter:
1. S. A. v. Oppenheims Marengo (Grabſch), 2. Wolkenflug, 3.
Heldra. Toto: 35, Platz: 22, 30, 17. 4—1 Lg.
Argwohn=Rennen. 3900 Mark, 1800 Meter: 1. S. A. v.
Oppen=
heims Rosmarin (Grabſch), 2. Mantegna, 3. Linz. Toto: 33, Platz:
15, 40. 18.
Altgold=Rennen. Dreijährige. 2800 Mark. 1600 Meter
1. Browns Vichy (Pretzner), 2. Suus, 3. Maſaniello. Toto: 72.
Platz: 20, 14, 18. ½½ Lg.
Henckel=Rennen. Dreijährige. 25 530 Mark, 1600 Meter:
1. Graditz Sichel (Böhlke), 2. Reichswehr, 3. Adrienne. Toto: 234,
Platz: 36, 18, 13. ½—1½ Lg. Ferner: Miſſouri, Hegemeiſter,
Nero, Agathon, Granville, Lamdo, Yvorne, Pepita.
Chamant=Rennen. 7800 Mark, 2000 Meter: 1. Oppenheimers
Graf Jſolani (Printen).
Goldfiſch=Rennen. Verkaufsrennen. 2800 Mark, 1400 Meter:
1. Hönwalts Aſſuan (M. Schmidt).
Tauſendkünſtler=Rennen. 2900 Mark, 2000 Meter: 1.
Jan=
ſens Tarnſchild (Haynes).
Um den Preis der Stadt Mannheim.
Waldpark=Rennen. 1600 Mark, 1450 Meter: 1. Caſtelyns
Mentha (Komoly), 2. Isländer, 3. Gratulor. Toto: 15. Platz:
16, 15, 19. 2½—2½ Lg. Ferner: Trumber, Senner, Senora,
Lakai.
Roſengarten=Rennen. 2000 Mark, 1600 Meter: 1. Mays
Stronn (Komoly), 2. Pedrillo, 3. Nonne. Toto: 28. Platz: 21,
25. 2½—3 Lg. Ferner: Dido, Good Boy.
Preis der Stadt Mannheim. Jagdrennen, Ehrenpreis und
4300 Mark, 4000 Meter: 1. Buhofers Viva Gloria (Naumann),
2. Sans pareil, 3. Montagne Ruſſe. Toto: 43. Platz: 22, 17. ½—K.
Ferner: Bandola, Lagina, Epheu II.
Frühjahrs=Preis. Ehrenpreis und 2300 Mark, 2400 Meter:
1. Buhofers Wiſa Fürwahr (Bollinger), 2. Remrod, 3. Polaſchin.
Toto: 16. Platz: 12. 21, 12. 2—½ Lg. Ferner: Patgulli, Tite
Live, Royale, Patras, Beltana.
Odenwald=Jagdrennen. 2000 Mark, 3400 Meter: 1. *
Kau=
perts Gerold (Krabbes), 1. *Gerteis Roswitha (Siegling), 3.
Original. Toto: 66 und 7. Platz: 25, 14. *—H. Ferner:
Sturm=
nixe, Heilige Johanna, Lagina, Redopp, Patriotin, Patras.
Rennen zu Hamburg—Großborſtel.
Frühjahrs=Preis, 3000 RM., 2000 Meter: 1. Haniels Lateran
(Blume). — Vahrenfeld=Rennen, 3000 RM., 1400 Meter: 1. Roths
Parzenländer (Viſek). — Stellinger=Rennen. 3000 RM., 1200
Me=
ter: 1. Trauns Aſta (Gimpel), 1. Haniels Tolentio, 3. Teutonia.
— Borſteler Pokal, Ehrenpr. und 4000 RM., 1600 Meter: 1. Weils
Tantris (Blume), 2. Präfect. Toto: 12. 2 Lg. — Amſinck=
Memo=
rial, 3500 RM., 1400 Meter: 1. Friedigers Iffezheim (Murphy),
2. Fatime, 3. Virulin. Toto 51; Platz: 18, 55, 27. 1—34 Lg.
Fer=
ner Conkurrent, Haribaldi, Favorit, Caſtor, Goldwächter, Tiranos,
Tramonto, Firlefanz. — Hörnkamp=Rennen, 3000 RM., 1600
Me=
ter: 1. Matthießens Adebar (Blume). — Wohltätigkeits=
Verlo=
ſungsrennen, 3500 RM., 1000 Meter: 1. Kirſchts Asmene (Viſek).
— Mai=Ausgleich, 3000 RM., 1600 Meter: 1. Saubers
Schäfer=
burg (Röhl).
Wiesbadener Aukomobil=Turnier.
Das 11. Wiesbadener Automobil=Turnier nahm am
Sams=
tag mit einer „Deutſchen Sternfahrt” einer „Kreuz= und
Quer=
fahrt” und einer Plakettenfahrt ſeinen Beginn. Die „
Deut=
ſche Sternfahrt” war offen für Fahrer, welche die größte
Luft=
linienentfernung mit dazwiſchen liegenden Landes=
Scheitel=
punkten zwiſchen Startort und Wiesbaden zurücklegten. Die
„Kreuz= und Querfahrt kam für Fahrer in Frage, welche die
größte Geſamtſtrecke in Luftlinienentfernungen, berechnet nach
Einzelſtrecken zwiſchen dem beſcheinigten Startort, den
beſchei=
nigten Scheitelpunkten und Wiesbaden zurücklegten. Bei der
Plakettenfahrt ſchließlich fanden die Teilnehmer Berückſichtigung,
welche die Zielfahrt von ihrem Startort nach Wiesbaden ohne
Zeitbeſchränkung bewältigten. Es mußten dabei jedoch
min=
deſtens 75 Kilometer Luftlinie durchfahren werden. — Von den
insgeſamt 90 Teilnehmern trafen 69 in der vorgeſchriebenen
Zeit in Wiesbaden ein. Die Fahrten dieſer Teilnehmer
ver=
liefen ohne jeden Zwiſchenfall. Die Ergebniſſe;
Deutſche Sternfahrt: 1. Andreae (Bayeriſcher A. C.),
Brennabor 3400 Kubikzentimeter, 3612 Kilometer: 2. Nize=
Kauf=
mann, Berlin, Stoewer 2450 Kubikzentimeter, 1887 Kilometer;
3. Graf Lurani, Mailand, Alfa Romeo 1500 Kubikzentimeter,
502 Kilometer.
Kreuz=und Querfahrt: 1. von Lindenau, Mercedes=
Benz 2560 Kubikzentimeter, 1218 Kilomter; 2. Frau
Wimmel=
mann, Mercedes=Benz 1990 Kubikzentimeter, 1205 Kilometer;
3. Frau Gaſtell, Darmſtadt, DKW. 584
Kubikzenti=
meter, 1200 Kilometer; 4. Altſtaedter, Frankfurt, Buick 4385
Kubikzentimeter, 1103 Kilometer.
Nuvolari auf Alfa=Romeo Targa=Florio=Sieger.
Zum 22. Male wurde am Sonntag Italiens klaſſiſches
Auto=
rennen, die Targa Florio, als rein nationale Angelegenheit
ent=
ſchieden. Nach jahrelanger Unterbrechung fand der Wettbewerb
auf der großen Madonie=Rundſtrecke auf Sizilien ſtatt und führte
in vier Runden über 485 Km. Nuvolari auf Alfa=Romeo
be=
endete in 9.00:26 Std. als Sieger das Rennen vor ſeinem
Stall=
gefährten Borzacchini und dem Vorjahrsſieger Varzi auf Bugatti=
Das Wiesbadener Tennis=Turnier.
Frau Mathieu und von Cramm ſiegen im Einzel.
Bei blendendem Wetter wurden am Sonntag die Kämpfe mit
den Entſcheidungsſpielen fortgeſetzt. Vor den dicht gefüllten
Tri=
bünen wickelte ſich zunächſt das Finale im Damen=Einzel, zu dem
ſich Mme. Mathieu und Frl. Peitz qualifiziert hatten. Die
fran=
zöſiſche Meiſterin begann ziemlich nervös, verſchlug dazu zahlreiche
Bälle, ſo daß der erſte Satz mit 6:2 an die Rheinländerin fiel.
Dann aber kam Frau Mathieu zuſehends in Fahrt, ſie war vor
allem ihrer Gegnerin mit ſcharfen Rückhandſchlägen überlegen und
gewann ſo ſchließlich den Kampf in einem ganz großen Stil gegen
die ſich hartnäckig wehrende, doch taktiſch unterlegene
Düſſeldorfe=
rin mit 2:6, 6:1, 6:2.
Der Nachmittag brachte dann den Schlußkampf im Herren=
Einzel zwiſchen dem talentierten Berliner von Cramm und dem
Monegaſſen Galeppe. Zuerſt hatte es den Anſchein, als ob der
Sieg dem Berliner nicht ſonderlich ſchwer gemacht würde. Er
holte ſich ziemlich leicht den erſten Satz mit 6:3. Doch im zweiten
Satz kam Galeppe in eine ganz ausgezeichnete Form, ſein taktiſch
überlegenes Spiel ſicherte ihm die beiden nächſten Sätze, die er
knapp, aber ſicher mit 4:6, 4:6 gewann. Nach der Pauſe kam
wie=
der von Cramm zur Geltung. Seine ungeſtümen Angriffe, ſein
beſſeres Stellungsſpiel, vor allem ein vorzügliches Netzſpiel,
brach=
ten ihn dem etwas ſchwerfällig und im Laufen behinderten
Geg=
ner gegenüber bald in Vorteil. Trotz tapferſten Widerſtands von
Galeppe gehörte der Sieg und damit die Meiſterſchaft von
Wies=
baden nach einem Fünfſatzſpiel dem jungen Berliner, v. Cramm
gewann mit 6:3, 4:6, 4:6, 6:2, 6:2.
Die Entſcheidungen im Doppel.
In den Doppel=Konkurrenzen gab es bei weitem nicht die
in=
tereſſanten Kämpfe wie in den Einzelſpielen. Lediglich das
Fi=
nale im Herren=Doppel zwiſchen von Cramm/Dr. Kleinſchroth und
Froitzheim/Worm machte eine Ausnahme. Mit 9:7, 6:3, 10:8
blieben die beiden Berliner ſchließlich Sieger, wobei im dritten
Satz vor allem das ausgezeichnete Netzſpiel von Dr. Kleinſchroth
den Ausſchlag gab. Der Endkampf im Damen=Doppel endete
er=
wartungsgemäß mit dem Siege von Frau Mathieu/Recznicek, die
ihre Schlußgegnerinnen Frl. Peitz/Weihe mit 6:8, 6:2, 6:4
aus=
ſchalten konnten. Sehr leicht wurden im Gemiſchten Doppel der
Schlußerfolg dem Paare Frau Mathieu/Galeppe gemacht, das in
der Vorſchlußrunde Frl. Peitz/Fuchs mit 6:3, 6:2 abfertigte und
dann im Finale gegen die ermüdete Kombination Frau Recznicek=
Worm mit 6:2, 6:2 erfolgreich blieb.
Turngemeinde 1846 — Turngeſ. Aſchaffenburg 12:0.
Darmſtadt ſiegte geſtern auf der ganzen Linie. Aſchaffenburg
konnte nur einen Sieg im gemiſchten Doppel des gleichzeitigen
Klubkampfes verzeichnen, während es ſich ſonſt der Ueberlegenheit
Darmſtadts beugen mußte. Vielleicht wäre das Reſultat für die
Gäſte etwas günſtiger ausgefallen, wenn nicht einzelne erſte
Spieler Aſchaffenburgs gefehlt hätten. Der geſtellte Erſatz konnte
gegen die gut in Form befindliche Darmſtädter Mannſchaft nicht
aufkommen. Gegen voriges Jahr ſtark verbeſſert zeigte ſich Frl.
Hermanns=D., die Frl. Reiß=A., wenn auch in hartem Kampf,
ſchlagen konnte, während ſie voriges Jahr noch von der gleichen
Gegnerin beſiegt wurde. Sonſt boten ſich infolge des ſtarken
Uebergewichts Darmſtadts keine beſonders ſpannenden Momente.
Die Reſultate: Mannſchaftskampf D.—A. 12:0, Klubkampf D.—A.
14:1.
Am Sonntag wurden in Wien die Oeſterreichiſchen Tennis=
Meiſterſchaften entſchieden. Im Herren=Einzel holte ſich
Weltmei=
ſter Cochet durch einen 4:6, 6:1, 6:1, 6:4=Sieg über den Tſchechen
Menzel den Meiſtertitel. — Im Gemiſchten Doppel ſchlugen Frl.
Außem/Mayer mit 6:1, 6:2 Frl. Roſt/v. Kehrling.
Im Davispokalkampf ſiegte Aegypten gegen Finnland 4:1;
England führt gegen Belgien bereits mit 3 Punkten.
Freiherr O. v. Richthofen †.
Eine der markanteſten Erſcheinungen im deutſchen Rennſport,
Freiherr O. v. Richthofen, iſt in der Nacht zum Samstag im Alter
von 57 Jahren an den Folgen eines ſchweren Nierenleidens
ge=
ſtorben. Ein Kenner der Materie, der in unſerem Rennbetrieb
ſeinesgleichen ſuchte, verſtand er es mit ſeltenem Geſchick, das ihm
anvertraute Material zu managen und manch ſchöne Erfolge zu
erzielen. Frhr. v. Richthofen, der bei den 4. Ulanen aktiv war,
betätigte ſich früher auch ſelbſt als Rennreiter.
Die Oeſterreichiſche Touriſt=Trophy ſah den
Wiener NSU.=Fahrer Runtſch mit einem Stundenmittel von
93,320 Kilometer die 320 Kilometer lange Strecke in Front. Die
Engländer Bullus und Baker verletzten ſich bei einem Sturz.
Frankfurt a. M.
Montag, 11. Mai.
15.20: „Wie möchte ich meine Erholungsſtunde geſtalten? Geſpräch
zwiſchen einer Mutter und einem berufstätigen jungen Mädchen.
16.30: Konzert.
18.10: Ein Gang durch die Ausſtellung Bühnenbildner.”
18.30: Prof. E. Noelting, M. d. L.: Otto Braun.
19.00: Engliſch.
19.25: Hörſpiele: 1. W. Weyrauch: Die Form des Hörſpiels. —
2. Die Furt; Hörſpiel v. W. Weyrauch. — 3. W. 9. Ting:
Ueber das chineſiſche Drama. — 4. Ho Lang Tang oder Das
zwan=
zigſtrophige Lied; Hörſpiel von Eliſabeth Hauptmann.
21.55: Reiſebuch aus den Oeſterreichiſchen Alpen; Ein Lieder=Zyklus
von E. Krenek; Ausf.: Hilde Crevenna (Sopran), R. Merten
(Klavier).
23.00: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Montag, 11. Mai.
10.10: Schulfunk: Szenen aus Kleiſts: „Der zerbrochene Krug”.
11.30: 1. Uebertragung des Tonkünſtlerfeſtes in Bremen.
Kammer=
muſikmatinee.
14.50: Wir machen eine Kinderzeitung.
15.40: Der Ton als Kulturelement der Menſchheit. Das Porzellan.
1600: Min.=Rat Prof. Hylla: Praktiſche Verſuche zu einer
Um=
geſtaltung der oberen Jahrgänge der Volksſchulen.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Aus Fritzchens Liederbuch. Hedwig Kepich=Overbeck, am
Flügel: E. Schauß.
18.00: P. Spatz: Das Leben in der Sahara.
18.30: Dr. F. Klein: Wechſelbeziehung zwiſchen Innen= und
Außen=
politik.
19.00: Engliſch.
19.25: Dr. h. c. Schurig: Wie muß die Pflegearbeit der Saaten
richtig und billig durchgeführt werden?
anſchl. Ob.=Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
20.30: A. d. Belgrader Oper: 8. Europäiſches Konzert.
Danach: Tanzmuſik. Alfred Beres und ſein Orcheſter.
Wefterbericht.
Ausſichten für Montag, den 11. Mai: Anfangs teils wolkig, teils
aufheiternd, ſpäter bedeckt, wärmer, mit Neigung zu
Nieder=
ſchlägen.
Ausſichten für Dienstag, den 12. Mai: Wechſelnd wolkig und
ein=
zelne Gewitterſtörungen.
Hauptſchriflleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlſch für Polltſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich um
* Aucandy und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienit: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tageöſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble=
Druck und Verlag: C. C. Wiitiſch — ſchmtlich in Darmſſadt
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Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
[ ← ][ ]Seite 8
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Der Andere, der hat kein Plaiſier,
Das ſiehſt Du auf dem Bilde hier.
Der Eine iſt ein kluger Mann,
Er hat Hauptmanns Kragen an.
Denn beim Binden der Krawatten
Werfen dieſe keine Schatten,
(Erheitern vielmehr das Gemüt,
Weil der Binder leicht ſich zieht!
Will es Dir drum nicht gelingen
Die Krawatt hindurch zu bringen,
Nur nicht ärgern, das wär' dumm,
Denn die Plag iſt nun herum,
Tu nur ſchnell zu Hauptmann laufen
Und Dir „HauptmannKragen” kaufen,
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