Darmstädter Tagblatt 1931


28. April 1931

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Einzelnummer 10 Pfennige

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8
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Wöchentliche illuſkrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 117
Dienstag, den 28. April 1931.
194. Jahrgang

2 mm breiie Zelle im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
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breit) 2 Reichemark Anzelgen von auswärte 40 Reſchepfg.
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zelle 200 Reiſchemark. Alle Preſſe in Reichsmart
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teſſung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beſtreibung fäſſl ſeder
Nabatt weg. Banklonio Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Naiſonalbank.

Der Kampf um den Butterzoll.
Beginn der Reſſorkbeſprechungen. Siegerwald widerſekzk ſich der Zollpolikik Schieles. Drohung gegen
Drohung. Handelspolikiſche Bedenken des Außen=und Wirkſchaftsminiſteriums gegen neue Zollerhöhungen
*
Schiele und Skegerwald.
Dr. Wirth intereſſiert werden wird, denn es war ausdrücklich

Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Zwiſchen den Reſſorts, die an der Erhöhung des Butterzolles
tritereſſiert ſind, haben am Montag vormittag die vorgeſehenen Be=
ſsrechungen
begonnen, durch die die nächſte Kabinettsſitzung vor=
bereitet
werden ſoll. Beteiligt ſind daran außer dem Reichsernäh=
tingsminiſterium
auch das Wirtſchafts= und das Arbeitsminiſte=
jäum
ſowie das Auswärtige Amt. Das Reichskabinett wird erſt
emm Dienstag nachmittag um 5 Uhr ſeine Beratungen wieder auf=
trehmen
. Bis dahin hofft der Kanzler eine Verſtändigung über
die Agrarmaßnahmen zwiſchen den einzelnen Reſſorts aushandeln
zu können. Vorläufig iſt er aber freilich davon noch ziemlich weit
enitfernt. Im Gegenteil: auch Herr Stegerwald ſcheint jetzt ſcharf
zu ſchießen und durchblicken zu laſſen, daß er feſt entſchloſſen ſei,
zurückzutreten, falls das Kabinett den Forderungen ſeines Kolle=
gen
vom Ernährungsminiſterium zuſtimmte. Es ſteht jetzt alſo
2 rohung gegen Drohung. Trotzdem liegen die Dinge
mohl nicht ſo kritiſch, wie es danach eigentlich ausſehen müßte, weil
di eſe Rücktrittsabſichten immer noch den Weg einer Verſtändigung
o fen laſſen. Herr Stegerwald findet teilweiſe auch die Unter=
ſtüitzung
des Außenminiſteriums und des Wirtſchaftsminiſteriums,
die wegen der handelspolitiſchen Folgen gegen weitere Zoll=
eihöhungen
ſind. Auch Herr Schiele denkt offenbar nicht daran,
ugen des Butterzolls einen Handelskrieg zu beginnen. Er be=
=ft ſich darauf, daß ja das Kontingent, das wir den Finnländern
zu geſtanden haben, auch den übrigen Staaten zuſteht, die mit uns
inn Verhältnis der Meiſtbegünſtigung leben. Er kann ſich aber
aurch mit einem gewiſſen Recht darauf berufen, daß die Meiſt=
6agünſtigung, wie ſie in den letzten Jahren bei den Handelsver=
trrgsverhandlungen
gehandhabt wurde, innerlich unehrlich iſt. Die
Holländer und die Dänen haben nicht daran gedacht, uns für die
5 rabſetzung des Butterzolls irgendwelche Zugeſtändniſſe zu
nachen, weil ſie ſich ja durch unſere Abmachung mit den Finnlän=
dmn
hinlänglich geſchützt glaubten. Sie müſſen alſo auch jetzt
owiſch gegen ſich gelten laſſen, wenn ein Vorteil, für den ſie nichts
desahlt haben, ihnen wieder abgenommen wird.
Kompromiß um den Butkerzoll!
In Kreiſen, die dem Reichsernährungsminiſter naheſtehen,
umd erklärt, daß er ebenſo wie alle landwirtſchaftlichen Organiſa=
ianen
es für untragbar halte, daß der Butterzoll vollkommen ab=
elehnt
wird. Bei dem hohen Anteil, den die Milchwirtſchaft an
ei em bäuerlichen Betriebe hat, müſſe ſelbſtverſtändlich unter allen
Imſtänden verhindert werden, daß Milch= und Butterpreis unter
ie Friedensparität ſinken. Zu ſolchen Befürchtungen liege durch=
uss
Grund vor, wenn das Kabinett nicht entſprechende Maßnah=
nm
treffe. In politiſchen Kreiſen iſt man der Auffaſſung, daß das
Cnoblem des Butterzolls nach der Haltung, die die anderen Reſ=
otts
und namentlich der Reichsarbeitsminiſter eingenommen
aoben, eine Frage auch politiſcher Bedeutung geworden iſt, daß
her ein Ueberblick ſich früheſtens erſt dann gewinnen läßt, wenn
ie Verhandlungen der Reſſorts ergeben haben, ob ein Kompromiß
örig iſt oder nicht. Die letzte Entſcheidung wird dann beim Ka=
ſin
ett und beim Kanzler liegen.
Die Gewerkſchaften beim Reichsarbeitsminiſter.
Berlin, 27. April.
Heute trugen die drei Spitzenverbände der Arbeitergewerk=
El haften dem Reichsarbeitsminiſter ihre Sorgen um die Arbeiter=
etſicherung
vor. Sie führten aus, daß die Arbeiter ſtark beun=
uhigt
ſeien wegen der ſtändigen Angriffe auf die Sozialverſiche=
un
g, wo doch allgemein bekannt ſein müſſe, daß die Renten meiſt
icht zum Lebensnotwendigſten reichen und die Sozialrentner im
ſin blick auf die allgemeine Verarmung auch von ihren Verwand=
in
nicht mehr die Zuwendungen von ehedem erhielten. Die or=
an
iſierten Arbeiter ſeien ſich des Ernſtes der politiſchen und wirt=
hafftlichen
Lage bewußt; ſie könnten aber nicht ruhig zuſehen, daß
te Sorgen im Verhältnis zur Lage anderer Bevölkerungsſchich=
n
, als weniger wichtig angeſehen und behandelt würden. Auch
Arbeitsminiſter möge den ungerechtfertigen Angriffen verſtärkt
ntigegentreten.
Der Reichsarbeitsminiſter ging auf die vorgetragenen Sorgen
nd. Wünſche in ausführlicher Rede ein. Er ließ ſich durch eine
verſpitzte Kritik nicht auf eine unſoziale Linie abdrängen. Die
lagemeine Wirtſchafts= und Finanznot dränge allerdings dahin,
, um Schlimmeres zu verhüten, Erſparniſſe überall dort vorge=
ormen
werden müßten, wo ſie vertretbar ſeien. Die Knappſchafts=
tächerung
werde durch geeignete Maßnahmen Hilfe zunächſt für
mJahr finden. Ueber die Invalidenverſicherung lägen beſtimmte
läme noch nicht vor. Was die Arbeitsloſenverſicherung betreffe,
lönne er dem Gutachten der Kommiſſion nicht vorgreifen. Er
de den Arbeitern die Verſicherung, daß er in der Sozialverſiche=
ine
, in dem Tarif= und Schlichtungsweſen das zu halten ſuche,
gs bei der heutigen finanziellen und wirtſchaftlichen Not über=
uwt
gehalten werden könne.
Um das Volksbegehren.
* Berlin, 27. April. (Priv.=Tel.)
Im preußiſchen Landtag ſind Verſuche im Gange, eine ge=
eiunſame
Aktion derjenigen Parteien zuſtande zu bringen, die
* Volksbegehren des Stahlhelms unterſtützt haben, um da=
ſich
den Druck auf das Zentrum und die Demokraten zu ver=
ſuigen
. Inzwiſchen hat der preußiſche Miniſterpräſident Braun
Königsberg eine etwas merkwürdige Rede gehalten, worin
ſſir den Volksentſcheid noch ſchärfere Maßnahmen ankündigt,
wie Notverordnung angeblich nicht ausreichend ſei. Wir

abgemacht, daß die Notverordnung nicht auf das Volksbegehren ſieben kleinen evangeliſchen Landeskirchen in Preußen hatten
Anwendung finden ſollte, und wenn die preußiſche Regierung ſeien. Nun muß freilich der Vertrag noch dem preußiſchen
tatſächlich beabſichtigen ſollte, im zweiten Wahlgang den Terror Landtag zur Ratifikation vorgelegt werden. Es iſt nicht abſolut
noch zu verſtärken, dann muß von reichswegen gegen eine der=
artige
Beſchränkung der verfaſſungsrechtlichen Freiheiten recht= ſicher, wie dieſer ſich verhalten wird. Aber es iſt doch anzu=
zeitig
eingegriffen werden. Vorläufig freilich glauben wir im=
Herr Braun hat zwar verſichert, daß die Sozialdemokratie nicht rige Vertragswerk, das Jahre hindurch die Oeffentlichkeit be=
daran
denke, ſich in Preußen von der Regierung zurückzuziehen, ſchäftigt hat, vollendet.
Er hat aber doch hinzugefügt, daß die Sozialdemokratie den
wenn er ihr geeignet erſcheine. Das iſt reichlich diplomatiſch als / der Stimmberechtigten. Sie war auch nach ihrer Zu=
formuliert
, kann zum mindeſten dahin ausgedeutet werden, daß ſammenſetzung keineswegs bedeutungslos. Zu ihr gehörten
auch die ſozialdemokratiſchen Miniſter inzwiſchen die Unmöglich= Mitglieder aller vier kirchlichen Gruppen, von der Rechten bis zur
Frühjahr erkannt haben und mit einer Vorverlegung auf den
Herbſt unter Umſtänden einverſtanden ſein werden. Indeſſen, die
Entſcheidung darüber wird erſt fallen, wenn das Volksbegehren glaubten, die noch an den Farben Schwarz=Weiß=Rot hängen.
im Verfaſſungswege dem preußiſchen Landtag zugegangen iſt.
Drewit bleibt Führer der Wirtſchaftsparkei.
* Berlin, 27. April. (Priv.=Tel.)
Der Vorſitzende der Wirtſchaftspartei, Drewitz, hat den anderen Kirchen das bereits vorher getan hatten. Dazu iſt die
Kampf, der auf dem Parteitag gegen ihn geführt wurde, über=
dings
nur mit 731 von 1000 Stimmen. 258 Stimmzettel, alſo wurde, weil ſie den preußiſchen evangeliſchen
über deren Bedeutung er ſich im klaren ſein muß, zumal da er
und Prof. Horneffer, der vom Vorſtand eigenmächtig aus= mit dem Staat geführt hätte, für den in heutigen Zeiten die
geſchloſſen worden war, wieder in die Partei aufgenommen Verantwortung zu übernehmen ſehr ſchwer geweſen wäre.
wurde. Die Oppoſition, die immerhin einige Wahlkreisverbände
umfaßt, hat ſich vorerſt mit dem Mißtrauensvotum des weißen
Stimmzettels begnügt. Für die Wirtſchaftsparei wäre es aber
vermutlich richtiger geweſen, wenn Herr Drewitz die Konſequenzen
gezogen und einem anderen Platz gemacht hätte. Denn es zeigt
dadurch wird die Schlagkraft der Wirtſchaftspartei gewiß nicht gegenüberſteht, daß er ſeine totale Umſtellung für die allervor=
verſtärkt
. Im Gegenteil, es iſt beinahe unvermeidlich, daß bei dringlichſte Aufgabe des Tages hält, wer bemüht iſt, auch die
ſolchen Gegenſätzen der Auflöſungsprozeß innerhalb der Orga=
niſation
ſich fortſetzt.

über die Danziger Hafenfrage.
Ein Erfolg Danzigs gegenüber Pelen.
Genf, 27. April.
Das Rechtsgutachten der Völkerbundsſach=
verſtändigen
über die Gdinger Frage wurde am
Montag vom Generalſekretariat des Völkerbundes veröffentlicht.
lage der bevorſtehenden Entſcheidung des Dan=
ziger
Völkerbundskommiſſars in der Gdinge=
ner
Frage gilt, beſteht aus einem Mehrheits= und einem Min=
derheitsbericht
. Der Mehrheitsbericht iſt von dem engliſchen
Kronjuriſten Sir William Fiſher und dem belgiſchen Juriſten
Hoſtie abgefaßt und gelangt zu der Feſtſtellung, daß Danzig
nach der Entſcheidung von 1921 einen rechtlich
voll begründeten Anſpruch auf die uneinge=
ſchränkte
Ausnutzung des Danziger Hafens durch
Polen beſitzt, und daß hier eine bindende Ver= altpreußiſchen Kirche nur für den Präſidenten des Evangeliſchen
pflichtung Polens vorliegt, die ſofortige Gül=
tigkeit
beſitzt und von weiteren vertraglichen
Vereinbarungen nicht abhängig iſt. Das Minder=
heitsgutachten
, das der frühere norwegiſche Außenminiſter Ra=
ſtaedt
erſtattete, gelangt gleichfalls zu der Feſtſtellung, daß eine
bindende Verpflichtung Polens vorliegt, jedoch wird dabei die
Auffaſſung vertreten, daß die Durchführung dieſer rechtsgültigen
Verpflichtung Polens von weiteren vertraglichen Vereinbarungen
abhängig ſei.
Das Gutachten gibt ſomit Danzig vollſtändig recht,
wenn es von Polen die volle Ausnutzung des
Danziger Hafens verlangt.
Dem Gutachten des vom Völkerbund eingeſetzten Juriſten=
komitees
in der Danziger Hafenfrage kommt nach Auffaſſung
maßgebender Stellen des Völkerbundsſekretariats für die weitere
Behandlung des Streits, der von Danzig vor dem Völkerbund
anhängig gemacht worden iſt, große Bedeutung zu. Die Mehrheit
des Komitees hat klipp und klar feſtgeſtellt, daß die Auffaſſung gericht die wirkliche Sicherheit denn auch Schiedsgerichtsſprüche
Danzigs richtig iſt, und daß Polen verpflichtet iſt, von
dem Danziger Hafen vollen Gebrauch zu machen. Der Völker=
bundskommiſſar
in Danzig, Graf Gravina, hat
das Gutachten inzwiſchen Polen und der Freien
Stadt Danzig zugeſtellt. Er wird jetzt zunächſt ver=
ſuchen
, auf der Grundlage dieſes Gutachtens eine Verſtändigung
zwiſchen den Parteien herbeizuführen. Falls dies nicht möglich
iſt, könnte er an ſich eine Entſcheidung treffen. Es iſt aber wahr=
ſcheinlicher
, daß er ein zweites Gutachten beim Generalſekretär
des Völkerbundes beantragen wird, und zwar über die techni=
ſchen
Fragen, insbeſondere über die Frage, was vom techniſchen
Standpunkt darunter zu verſtehen iſt, daß Polen verpflichtet iſt,
vollen Gebrauch (Fäll use) vom Danziger Hafen zu machen.
In maßgebenden Völkerbundskreiſen hält man es nicht für aus=
geſchloſſen
, daß eine Einigung zuſtande kommt, und zwar auf der
Baſis, daß Polen in Zukunft nur mehr einen gewiſſen Teil ſeines
Warenverkehrs in Gdingen umſchlägt.

Der preußiſche Kirchenverkrag.

(Erſte Hälfte.)
Von
D. Dr. M. Schian.
Am 22. April 1931 hat die Generalſynode der altpreußiſchen
evangeliſchen Kirche mit 166 gegen 47 Stimmen den ihr vor=
nehmen
an, daß für dieſe Aeußerung der Reichsinnenminiſter gelegten Vertrag mit dem preußiſchen Staat angenommen. Die
ſchon vorher dem Staat mitgeteilt, daß ſie zur Annahme bereit
nehmen, daß die Regierung in irgendeiner Form eine Mehrheit
mer noch, daß es zu einem Volksentſcheid gar nicht kommen wird, dafür zuſtandebringt. Und damit wäre dann das ganze ſchwie=
Die Minderheit, die in der Generalſynode gegen den Ver=
Zeitpunkt für die nächſten Landtagswahlen dann feſtſetzen werde, trag ſprach und ſtimmte, war nicht unbedeutend; ſie betrug mehr
keit einer Hinausſchiebung der Wahlen bis zum kommenden Linken. Die Sorge um die Freiheit der Kirche ſprach dabei
ſtark mit. Am lebhafteſten wohl bei ſolchen, die (wie ein Redner
ausführte) für das Recht derer in der Kirche eintreten zu müſſen
Auf der Linken ſprach aber auch die Sorge um die Freiheit der
theologiſchen Wiſſenſchaft mit. Man kann auch nicht ſagen, daß
die Stimmung der Mehrheit, die den Vertrag annahm, beſonders
freudig war. Die politiſche Klaufel hat keiner leichten Herzens
angenommen. Aber es ſtand auch nicht etwa ſo, daß dieſe größte
preußiſche Kirche Ja ſagte, weil die kleinen, teilweis ſehr kleinen
Bedeutung gerade dieſer Kirche viel zu groß. Nein, die Stim=
ſtanden
. Er iſt wieder zum Vorſitzenden gewählt worden, aller= mung war eher die, daß die Annahme des Vertrages begrüßt
ein Viertel, waren unbeſchrieben. Das iſt eine Demonſtration, Kirchen im öffentlichen Rechtsleben eine wür=
dige
ſelbſtändige Stellung ſichert, und weil die Ab=
auf
dem Parteitag ſchon einige Zugeſtändniſſe machen mußte lehnung zu einem höchſt unbefriedigenden Zuſtand des Kampfes
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Widerſpruch
in manchen Kreiſen des evangeliſchen Volksteils lebhaft ſein
wird. Wahrſcheinlich wird dabei, ob ausgeſprochen oder nicht,
vielleicht muß man ſagen: ob bewußt oder nicht, die Politik mit=
ſich
doch, daß das Mißtrauen gegen ihn noch weiter beſteht und ſprechen. Wer dieſem Staat mit ſo erbitterter Feindſchaft
evangeliſche Kirche als ſolche in die politiſche Front, die gegen
den marxiſtiſchen Staat kämpft, einzubeziehen, der wird ärger=
lich
ſein, daß die evangeliſchen Kirchen überhaupt einen Modus
vivendi mit dieſem Staat gefunden haben, der auch dem
Staat einige Rechte gegenüber der Kirche gibt. Und da die
eben geſchilderte Stimmung jetzt ſehr weit verbreitet iſt und mit
aller Schärfe vertreten wird, ſo wird die evangeliſche Kirtche
wegen des Abſchluſſes auf allerhand Widerſpruch rechnen müſſen.
Aber ſie darf ein gutes Gewiſſen haben. Politik iſt nicht ihre
Sache. Sie hat die große Pflicht, innerhalb der Staatsordnung
ihre Stellung zu wahren. Dazu hilft ihr der Vertrag. Darum
hat ſie ihn angenommen.
Der Punkt, um den ſich der Streit insbeſondere drehte, war
die ſogenannte politiſche Klauſel. In dieſer Zeitung
Das jetzt vorliegende Rechtsgutachten, das lediglich als Grund= iſt ſchon früher von ihr die Rede geweſen. Eine nähere Aus=
führung
war damals, wegen des vertraulichen Charakters der
Verhandlungen, nicht möglich. Jetzt kann Genaueres geſagt
werden. Der preußiſche Staat verlangt das Recht, bei der Er=
nennung
der oberſten Amtsträger der evangeliſchen Kirchen ge=
hört
zu werden. Er will und ſoll ſie nicht ernennen, auch nicht
vorſchlagen. Aber wenn er politiſche Bedenken geltend macht,
ſoll der Betreffende, von der Kirche in Ausſicht Genommene,
nicht ernannt werden. Nur für die oberſten Beamten der Kirche
ſoll dieſe Anhörung des Staats Platz greifen. In der großen
Oberkirchenrats und die Generalſuperintendenten als die Vor=
ſitzenden
der leitenden provinziellen Verwaltungsbehörden. Ent=
ſprechend
für die oberſten Spitzen der kleineren Kirchen.
Um dieſe Klauſel iſt im letzten Winter lebhaft geſtritten
worden. Niemand in der Kirche begrüßt ſie; da iſt keiner, dem
es nicht ſauer wurde, ihr zuzuſtimmen. Denn die Sorge erhebt
ſich, ob nicht die Kirche durch dieſe Bindung in eine Art partei=
politiſcher
Abhängigkeit vom Staat geraten werde. Zwar hat
die katholiſche Kirche für ihre Biſchöfe ganz dieſelbe Beſtim=
mung
zugeſtanden; und daß ſie ſich vom Staat abhängig machen
wird, iſt nicht anzunehmen. Aber die katholiſche Kirche hat Mög=
lichkeiten
, einem etwaigen Mißbrauch der Klauſel im Sinn der
Parteipolitik zu begegnen, die der evangeliſchen Kirche nicht zur
Verfügung ſtehen. So hat denn die evangeliſche Kirche Rechts=
ſchutz
gegen einſeitigen Gebrauch der Klauſel gefordert. Viele
wünſchten, daß bei Streitigkeiten ein Schiedsgericht obli=
gatoriſch
einzutreten hätte. Nicht alle freilich ſahen im Schieds=
können
einſeitig ſein . . . Und wenn ein Schiedsgericht gegen
die Kirche entſchieden hätte, müßte dieſe ſich beſcheiden. Der
Staat ſeinerſeits war für ein obligatoriſches Schiedsgericht ein=
fach
nicht zu haben; er ſah darin wohl eine Verletzung ſeiner
ſouveränen Würde. Er kam aber in anderer Weiſe entgegen.
Er ſagte zu, daß er lediglich ſtaatspolitiſche, keine partei=
politiſchen
Bedenken äußern werde. Er verpflichtete ſich, auf
Wunſch, Tatſachen anzugeben, auf die er ſeine Bedenken ſtützt.
Und wenn dieſe Tatſachen beſtritten werden, ſoll eine gemiſchte
Kommiſſion die erforderlichen Feſtſtellungen treffen. Nun hat
die Kirche es in der Hand, falls der Staat wirklich einmal in die
Parteipolitik abirren ſollte, der Oeffentlichkeit von der
Situation Kenntnis zu geben. Das ſchien vielen
eine viel wirkſamere Sicherung, als es ein Schiedsgericht ſein
könnte. Immerhin: eine gewiſſe Bindung wird eingegangen,
und eine völlige Sicherheit gegen parteipolitiſchen Mißbrauch iſt
micht gegebes, hätte freilich anch durch ein Schiedsgericht nicht

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Seite 4

Dienstag, den 28. April 1931

Nummer 117

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Dienstag, den 28. April 1931

Seite 5

Nummer 117

Aus der Landeshauprnindt.
Darmſiadt, den 27. April 1931.
Generalmuſikdirekkor Dr. Böhm geht nach Hamburg.
Wie wir ſoeben erfahren, wurde Generalmuſikdirektor Dr.
Böhm unter glänzenden Bedingungen an das Opernhaus Ham=
burg
als Nachfolger von Dr. Pollack berufen. Generalmuſikdirek=
tor
Dr. Böhm ſcheidet demgemäß mit Ende der Saiſon aus dem
Verband unſerer Oper, die er drei Jahre lang erfolgreich gelei=
tet
hat.
Goldene Hochzeit. Die außergewöhnlichen Ehrungen die
dem Obermuſikmeiſter a. D. Franz Stützel dahier und ſeiner
Gemahlin anläßlich ihrer Goldenen Hochzeitsfeier in ſo reichem
Maße zuteil wurden, bewieſen die große Achtung und Wert=
ſchätzung
, deren ſich das Jubelpaar in weiten Kreiſen erfreut. Der
Ehrentag brachte zahlreiche briefliche und telegraphiſche Glück=
wunſche
, während die vielen Blumenſpenden und Geſchenkkörbe
mit lebensſtärkendem Inhalt kaum Platz fanden. Der Groß=
herzog
hatte ſein Bild überreichen laſſen, und der Oberbür=
germeiſter
hatte ſeine Glückwünſche in einem herzlichen Schrei=
ben
zum Ausdruck gebracht. Nach der ſchon vormittags erfolgten
Einſegnung in der Kirche nahm das Jubelpaar die perſönlichen
Glückwünſche entgegen. Während etwa 40 Mitglieder des Reichs=
bundes
ehemaliger Militärmuſiker, deſſen Ehrenmitglied Herr
Stützel iſt, unter Leitung ſeines Dirigenten Gg. Greilich konzer=
tierten
, überreichte der Vorſitzende unter herzlichen Glückwünſchen
ein hübſches Geſchenk; daran ſchloſſen ſich ebenſo freundliche Worte
mit einer Spende durch Herrn Krüger für die Unteroffiziere der
ehemaligen Leibdragoner, des Evang. Frauenvereins u. a. Auch
Graf v. Hardenberg und Frhr. v. Löw, aus der Militärzeit
mit dem Jubelpaar befreundet überbrachten perſönlich ihre Glück=
wünſche
. Der an Ehrungen überaus reiche Tag ſchloß mit einem
Unterhaltungsabend im Vereinslokal der ehemaligen Unteroffi=
ziere
des Leibdragoner=Regts. Nr. 24. Von Reichspraſident v. Hin=
denburg
iſt eine kunſtvolle Ehrenurkunde eingetroffen.
Stadtratsſitzung findet am Mittwoch, dem 29. April 1931,
um 17 Uhr, am Rathaus ſtatt. Auf der Tagesordnung der öffent=
lichen
Sitzung ſteht lediglich der Voranſchlag für 1931.
Dauerwellen. Die Friſeurinnung ſchreibt uns: Auf die von der
Fach= u. Modekommiſſion der Friſeurinnung im Anzeigeteil erſchei=
nende
Aufklärung weiſen wir beſonders hin. Dieſe Aufklärung
ſoll ein Warnruf an die Damenwelt ſei, bei Inanſpruchnahme
eines Friſeurs zur Ausführung von Dauerwellen nicht billigen
Reklameangeboten Folge zu leiſten, ſondern im eigenen Intereſſenur
ſolche Geſchäfte aufzuſuchen, die volle Gewähr für eine gute Arbeit
bieten. Nicht fachmänniſch ausgeführte Dauerwelle kann zur ern=
ſten
Gefährdung für das Haar und ihre Trägerin werden. Da=
her
iſt größte Vorſicht am Platze.
Heſſiſches Landestheaker.

Surmſtaots Bafferfpormogiicftenen.
Erfüllt Darmſtadt, Heſſens Landeshaupkſtadk, die Borausſekungen,
die an den Auskragungsork der Deukſchen Polizei=Schwimmeiſterſchafken geſtellt werden?

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Zar und Zimmermann
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Kein Kartenverkauf. Samstag,
2. Mai 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr
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Man ſchreibt uns:
Mit einem kurzen Ja iſt die Frage nicht beantwortet. Wenn
es nämlich Zweifler geben ſollte, die kritiſch fragen: Ja, wo hat
denn Darmſtadt ſein großes Waſſer?, iſt denn Darmſtadt eine See=
ſtadt
? Mir iſt Darmſtadt nicht als mondänes Kur= und Strandbad
2 la Swinemünde bekannt?, dann muß von hier aus poſitiv geant=
wortet
werden.
Die Hainer, das ſind bekanntlich die Ureinwohner der Stadt,
werden da ſachverſtändig und ſchnell rufen: Darmſtadt liegt am
Großen Wog, und das genügt! Aber wer kennt dieſe inter=
nationale
große Woge, von der kleinen Woge, die trocken gelegt
iſt und in deren Nähe, ſich ein ſtilvolles Altſtadtviertel, das
Inſelchen befindet, ganz zu ſchweigen. Durch den Großen Woog
fließt der Darmbach, ein luſtiges Gerinnſel, das aus den herrlich=
ſten
Buchenwaldungen kommt, das Woogswaſſer friſch erhält, das
der Stadt zwar nicht den Namen (Darimunte war der erſte frän=
kiſche
Siedler) aber gerade dieſen 200 Meter langen und 200
Meter breiten Teich gegeben hat. Ohl, und Darmſtadt iſt nicht nur
wie Leipzig ein Kleinparis, ſondern auch ein Swinemünde, wenn
ſo ſommertags an die 2000 Hainer luft= ſonnen= und waſſer=
durſtig
auf der mit dem weißeſten Rheinſtrandkies bedeckten
Woogsinſel baden. Selbſt reizende Kahnpartien ſind auf dieſem
grünen Woogswaſſer und beſonders lauſchig in und an den Shilf=
beſtänden
möglich, aus denen die Rohrdommel ihr ſchluchzendes
Lied ſingt. In dem Waſſer des Großen Woog ſpiegelt ſich die
Künſtlerkolonie und das Barockſchlößchen der Roſenhöhe (ſo ge=
nannt
wegen ihres Roſenhages) bezaubernd ſchön, wenn Hochzeits=
turm
und Schloß im Abendrot aufleuchten. Darüber aber ſenkt
ſich der große Vogel der Lufthanſa in den nahegelegenen Flug=
hafen

Während im Großen Woog die Wettkampfanlagen mit
Hundertmeterbahn, Startblöcken, Zehnmeterturm, mit Hallen und
Duſchen, mit Brücke und Stegen modern ausgebaut ſind, dienen
die anderen Darmſtädter Seen und Ozeane der reinen beſchau=
lichen
Erholung und gutbürgerlichen Geſelligkeit, die jede Prü=
derie
abſchwört und ſelbſt die Dreieckhöschen zuläßt. Am
Müllersteich deſſen klares Waſſer den Grund ſehen läßt,
haben ſich die Arbeiterſportler neben ihrer Aſchenbahn eine ſchwim=
meriſche
Wettkampfmöglichkeit geſchaffen. Aber man hört dort
auch die hohen Pappeln und Kaſtanien rauſchen und bei der nöti=
gen
Ausdauer in Sommernächten die polniſche Nachtigall ſchlagen.
Wer ſich eine Steinwurflänge weiter wagt, kommt ans Arheil=
ger
Mühlchen dorthin, wo man nach dem Bad im klaren,
wieſenumrandeten Waſſer eine kernhafte Gaſtſtätte findet. Ver=
träumt
liegt inmitten des rieſigen Wildparks die Darmſtädter
Alſter, der Oberwaldhausteich, der ſommerlich mit
Schwänen und koſenden Liebespaaren bevölkert iſt. Wenn man
dann noch 500 Meter weiter in den Park nach dem Jagdſchloß
Kranichſtein und um den märchenhaften Schloßteich wandert,
wird man von einem Wald= und Waſſerzauber ſeltener Art über=
raſcht
werden und ſich die Zeit der Schäferſpiele vorſtellen können.
Springen wir aber über einige Schneiſen, verjagen die Hirſche und
klettern, was eigentlich polizeilich verboten iſt, über das Gatter,
dann ſtehen wir plötzlich vor einem tiefen klaren See, der in einer
ausgebaggerten Braunkohlengrube entſtanden iſt, um den im Früh=
ling
die Nebelſchleier Erlkönigs liegen (das Goetheſche Gedicht
Erlkönig iſt wie das lyriſche Claudiusſche Der Mond iſt aufge=
gangen
, in und bei Darmſtadt entſtanden), dann werden wir an
den Mummelſee erinnert und Urweltgedanken ſteigen auf
Warum auch nicht, wenn wir wiſſen, daß aus dieſem Braunkohlen=
lager
die älteſten Zeugen der Vorwelt, u. a. das Urpferdchen
das, im Landesmuſeum in Darmſtadt ausgeſtellt, dieſes durchorga=
niſierte
Muſeum weltberühmt gemacht hat.
Und noch etwas macht neuerdings Darmſtadt zu einem Eldo=
rado
der Schwimmer Ruderer, Waſſerwanderer und Paddler. Ein
junges Auto= und Reiſeunternehmen fährt Mann und Boot nach
Bedarf täglich, aber mindeſtens am Wochenende in 20 Minuten
mit ſeinen großen Omnibuſſen an den Alt= und Neurhein.
Das Erlebnis, in und an einer unberührten Natur die Rhein=
inſel
Kühkopf gegenüber der alten Reichsſtadt Oppenheim,
um die der Altrhein fließt, iſt wegen ihrer reichen Flora und
Fauna als Naturſchutzgehiet erklärt zu beſchreiben, würde eine
Idylle ergeben. Wenn ſo die Fiſchreiher und Milane über den
Dſchungeln ſtehen und die Kraniche vorbeikrächzen, Paddelboote
vorbeitanzen, Motorboote rennen, auf den Waldwieſen an der
Schwedenſäule, wo Guſtav Adolf über den Rhein ging, die Auto=
mobile
parken, Pfadfinder ihre Zelte aufſchlagen, wo man den
Kölner, den Frankfurter, den Mannheimer Dialekt hört und Be=

Heſſiſches Landestheater. Carl Zuckmayers erfolgreiches
meues Bühnenwerk Der Hauptmann von Köpenick wird
Heute Dienstag im Großen Haus in der Inſzenierung von Carl
Ebert mit Günter Haenel in der Titelrolle wiederholt. Die näch=
Nen Aufführungen des Werkes finden Donnerstag, den 30. April,
and Freitag, den 1. Mai, ſtatt. Für die letztgenannte Vorſtellung
and Karten nicht mehr abzugeben, da die Aufführung vom Ge=
werkſchaftskartell
übernommen iſt. Morgen Mittwoch wird im
Großen Haus Goethes Schauſpiel Torquato Taſſo in Szene
gehen. In der Titelrolle gaſtiert Peter Widmann vom Eſſener
Schauſpielhaus.

Verſetzt wurden: Am 24. April: die Forſtamtsſekretäre Wil=
helm
Brons wegen Aufhebung des Forſtamts Mönchbruch in
gleicher Dienſteigenſchaft an das Forſtamt Groß=Gerau, Leonhard
Degen zu Lorſch wegen Aufhebung des Forſtamts Jägersburg in
gleicher Dienſteigenſchaft an das Forſtamt Lorſch, Heinrich Pflü=
ger
zu Bingenheim wegen Aufhebung des Forſtamts Bingenheim
in gleicher Dienſteigenſchaft an dos Forſtamt Nidda, Philipp
Stork zu Bad=Nauheim an das Forſtamt Friedberg; die Kanz=
leiaſſiſtenten
Heinrich Peter Forſtamt Eichelsdorf, an das
Forſtamt Eudorf, Ludwig Schneucker wegen Aufhebung des
Forſtamts Wahlen in gleicher Dienſteigenſchaft an das Forſtamt
Ulrichſtein; der Kanzliſt Leopold Ewald zu Groß=Steinheim
wegen Aufhebung des Forſtamts Groß=Steinheim in gleicher
Dienſteigenſchaft an das Forſtamt Offenbach, ſämtlich vom 1. Mai
1931 an.

kannte treffen kann, d. h. in den weiten Gefilden nicht trifft, dann
iſt’s urſpürnglich ſchön, weils noch geheimnisvoll und nicht mon=
dän
iſt.
Am Rhein ſind wir an der wichtigſten wirtſchaftlichen und po=
litiſchen
Waſſerader Deutſchlands. Dort pulſt unſer Leben, dort
leben oder ſterben wir. Am Rhein wird Europa geboren, oder
es kommt nie. Verſchließen wir unſer Auge vor den Schiffen, die
die Trikolore führen, dann können wir immer noch ſingen: Nur
am Rhein, da möcht ich leben! Und Darmſtadt iſt faſt eine
Rheinſtadt, wenn man bedenkt, daß es mit der Eiſenbahn nur
einen Katzenſprung nach der heſſiſchen Großſtadt, dem Goldenen
Mainz, und nach dem Weltbad Wiesbaden iſt, daß eigentlich ein
Rhein=Main=Kanal über und nach Darmſtadt ſchon längſt fällig iſt.
Darmſtadt bildet, wie Stuttgart für den Schwarzwald, ein
Aus= und Einfallstor für die Bergſtraße und den Odenwald. Auch
der Polizeiſchwimmer darf wiſſen, daß an der Bergſtraße der
deutſchen Riviera der Mandelbaum blüht, der Pfirſich in kali=
forniſchem
Aroma reift, die Edelkaſtanie mit der italieniſchen in
Größe und Geſchmack konkurrieren kann. In den Bergſträßer Kur=
ſtädtchen
entſtehen gleicherweiſe für die Hygiene des Kurgaſtes und
der einheimiſchen Bevölkerung moderne und modernſte Schwimm=
bäder
, bald in die Rheinebene, bald in ein lauſchiges Tälchen ge=
bettet
. Und von Darmſtadt ziehen die Schwimmer hinaus, um zu
werben und um den Odenwäldern wer kennt nicht die
Schwimmbäder im Odenwald bei den hiſtoriſchen Städtchen
Michelſtadt, Lichtenberg und Lindenfels, den Perlen des Oden=
waldes
, um den Landratten das Schwimmen beizubringen.
Auch in Darmſtadts Mauern hat die zeitgemäß eingeſtellte
Stadtverwaltung, mit einem ſportfreundlichen Bürgermeiſter an
der Spitze, hat der heſſiſche Staat, von ſeinem ſozial und äſthetiſch
bewußt gerichteten Staatspräſidenten und Miniſtern geführt, durch
die Techniſche Hochſchule mit ihrem unermüdlichen Sportwart Söl=
linger
durch kunſtvolle Schwimmanlagen das Bedürfnis nach
Waſſerſport befriedigt. Von den vorbildlichen Freiluft= Sport=
anlagen
des Hochſchulſtadions gehört als erſtes das Schwimmbad
erwähnt, in dem im vorigen Jahre mit allen Schikanen die inter=
nationalen
ſtudentiſchen Meiſterſchaften abrollten.
Ich ging eines Tages voll geſpannter Erwartung in das
Wellenbad des Lunaparks zu Berlin, das als die mondänſte Attrak=
tion
unſerer deutſchen Metropole geprieſen wurde, und mußte,
lokalpatriotiſch freudig bewegt, feſtſtellen, daß das Darm=
ſtädter
ſtädtiſche Hallenbad nicht nur jeden Vergleich
auch ohne künſtlich bewegte Wellen aushält, ſondern mit ſeinen
beiden großen Baſſins (17 und 27 Meter lang), ſeinen
Heil= und Dampfbädern, ſeinen Duſchen und Brauſen, ſeiner Ar=
chitektur
und Ausſtattung jegliche Konkurrenz ſchlägt.
In dieſem von Natur und künſtleriſcher Menſchenhand für
ſchwimmeriſche Zwecke verſtändnisvoll geſchaffenen Rahmen ich
zähle wiederholend auf: Großer Woog. Müllersteich, Arheilger
Mühlenteich, Oberwaldhausteich, Kranichſteinerſchloßteich. Meſſe=
ler
Grubenteich, Walthersteich, in und in nächſter Nähe Darm=
ſtadts
Altrhein und Neurhein, Schwimmbäder in Lichtenberg,
Lindenfels Jugenheim. Seeheim Auerbach a. d. Bergſtraße, Neu=
Iſenburg bei Frankfurt vor den Toren Darmſtadts, konnte ſich ein
führender Schwimmſport entwickeln. Es ſeien hier nur die Darm=
ſtädter
Schwimmvereine Jung=Deutſchland, Rot=Weiß und der
Freie Waſſerſportverein aufgeführt, die ſchon manches Jahr bis in
die Endkämpfe um die Deutſchen Schwimmeiſterſchaften kamen, die,
wie Jung=Deutſchland mit Berges, ſogar einen Langſtreckenmeiſter
im Kraulſchwimmen ſtellten. Hier in Darmſtadt konnte es die
Heſſiſche Polizei und die Landespolizeiſchule beſonders, die eine
ſchwimmeriſche Ausbildung ihrer Beamten mehr in der Breite be=
treiben
wollten, erreichen, daß die Polizeibeamten das Schwim=
men
nahezu 100prozentig erlernten und ſo eine Baſis ſchufen, auf
der ſich die Meiſterſchaftskämpfer halten können und werden.
Die jeweiligen fachlichen bzw. ſportlichen Bedingungen, die
von dem Kollegium: Staat. Stadt und Bürgerſchaft bereitwilligſt
geſchaffen werden, die Architektur, die berühmten Kunſtſchätze der
Stadt, die neuzeitlichen Kinos und Kaffees, die Parks und Gär=
ten
, die ganze Reſonanz, die jeweils die Konferenzen. Tagungen
und Veranſtaltungen in der rhein=mainfränkiſchen Bevölkerung
finden, haben Darmſtadt zu einer Stadt der Kongreſſe gemacht.
Darum darf ohne Uebertreibung beiaht werden: Darmſtadt erfüllt
die Vorausſetzungen, die an den Austragungsort der Deutſchen
Polizeiſchwimmeiſterſchaften geſtellt werden, und Polizeiminiſter,
Polizeidirektion, Landes=Polizeiſchule und Polizeiſportvereine
freuen ſich beſtimmt. die Vertreter des deutſchen Polizeiſchwimm=
ſports
begrüßen zu können.

Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen. Erledigt
ſind: Eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der
Volksſchule in Ehringshauſen, Kreis Alsfeld: Dienſtwoh=
nung
wird in abſehbarer Zeit frei; eine Lehrerſtelle für einen
evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in Aſſenheim, Kreis
Friedberg: die Dienſtwohnung iſt frei.
Hohes Alter. Heute begeht Herr Georg Bauer, Dreher=
meiſter
. Alexanderſtraße 3, ſeinen 89. Geburtstag in voller körper=
licher
und geiſtiger Friſche.
Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
Alpenvereins. Die Mitglieder der Sektion werden auf den Vor=
trag
des Herrn Dr. E. Gretſchmann: Dolomitenwelt, Bilder und
Gedanken zu einer Bergfahrt in Südtirol, der heute abend 8.15
Uhr im Feſtſaale des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums ſtattfindet, auf=
merkſam
gemacht. Die Mitglieder der Sektion Starkenburg und
eingeführte Gäſte ſind willkommen.

VI

Sparsamkeit! Sparsamkeit!
Heißt die Losung unserer Leit,
Doch entscheidend ist die Alt.
Wie und wo und was man Spart.
Heut auch kann die Frau fürwahr
Sparen, mit Gewinn Sogar,
Wenn sie. ..

wozu alles rät
Immer bäckt und kocht und brät
mit Sanella ,der nahrhatten,
ausgiebigen, feinschmeckenden
und billigen Margarine.

DIE FEINE
PREISWERT
WIE KEINE

[ ][  ][ ]

Seite 6

Dienstag, den 28. April 1931

Nummer 117

Jahresberichk 1930-31 des Deutſchen Lehrervereins für Nakurkunde,
Bezirksverein Darmſtadt u. Umgeb., und der amklichen heimakkundlichen Arbeitsgemeinſchaft, Darmſtadt.
Von W. Reuling, Darmſtadt.

Wiederum kann unſer Darmſtädter Bezirksverein, der größte

fen; unſere mindeſtens allmonatlich, meiſt noch häufiger ſtattfin=
denden
Veranſtaltungen, wozu ſtets 150 Einladungen an unſere
Freunde hinausgehen, werden gerne und zahlreich beſucht, und
zwar nicht nur aus Darmſtadt ſelbſt, ſondern auch aus einem gro=
ßen
Teil der Provinz Starkenburg, wobei Eiſenbahnfahrten und
Fußwege von 12 Stunden von unſeren regelmäßigen Teilneh=
mern
im Intereſſe unſerer idellen Sache nicht geſcheut werden. Ein
beachtliches Zeichen unſerer Zeit mit dem modern gewordenen Ab=
bau
und dem Zurückdrängen der Jugend iſt es jedoch, daß unſere
Veranſtaltungen überwiegend von Lehrern und Lehrerinnen reife=
ren
Alters, wie auch von manchen Natur= und Heimatfreunden aus
Nichtlehrer=Kreiſen beſucht werden.
Unſere ganze Arbeit ſteht im Dienſte des Unterrichts und der
Heimat. Wenn wir dabei induſtrielle Betriebe beſichtigen und da=
mit
unſer Wiſſen um techniſche Dinge ergänzen und unſere Fähig=
keit
zum anſchaulichen und lebenswahren Unterricht ſteigern, ſo
kommt noch ein zweiter, für uns Volkslehrer nicht zu gering
zu bewertender Geſichtspunkt hinzu. Wir lernen die Väter
und Brüder unſerer Kinder in ihrem Wirkungskreiſe kennen und
ihre Arbeit, deren Vorausſetzungen und Begleitumſtände beſſer
verſtehen.
Das vergangene Jahr 1930/31 verſchaffte uns Einblick in ver=
ſchiedenen
Darmſtädter Betriebe, deren Beſuch dank der ſehr ent=
gegenkommenden
und ſorafältigen Führung als ein wertvoller
Gewinn zu buchen war. Wir beſuchten die Herdfabrik Ge=
brüder
Röder, Darmſtadt, die graphiſche Kunſtanſtalt
Frahnert, Darmſtadt, und die Druckerei des Darm=
ſtädter
Tagblatts.
Auch war es uns vergönnt, einen Künſtler und bahnbrechenden
Erfinder ſamt ſeinem Werke kennen zu lernen, nämlich den Muſi=
ker
und Muſikſchriftſteller Jörg Mager, das geiſtige Haupt der
Darmſtädter Studiengeſellſchaft für elektro=akuſtiſche Muſik. Seine
elektriſche Ordel iſt ein in die Zukunft weiſendes Inſtrument, das
ſowohl dem Muſiktechniker, als auch dem Komponiſten ungeahnte
Möglichkeiten bietet. Es darf uns mit Freude und Stolz erfüllen,
daß Mager einer der Unſeren war, ehe er, unter Mißachtung per=
ſönlicher
Vorteile mit unendlichen Schwierigkeiten kämpfend, ein
ganzes Leben in den Dienſt ſeiner Idee ſtellte.
Was die Forſchung in der Vergangenheit geleiſtet hat, lehr=
ten
uns 2 Vorträge: Prof. Dr. Praetorius berichtete uns
Ausder Geſchichte der Floriſtik von 1630 1830
unter Vorlage vieler eigener wertvoller Werke. Im Anſchluß
führte Prof. Dr. Spilger in die Geſchichte, der Heſſiſchen
Floriſtik ein.
Großen Anklang fanden auch wieder die vielen naturkund=
lichen
Wandergänge. Prof. Ploch leitete wiederum verſchiedene
vogelkundliche Exkurſionen, und behandelte bei einer
ſpäteren Streife durch Feld, Brachland und Wald phyſika=
liſche
und chemiſche Probleme im Leben der
Pflanzen.
Ein geologiſch=botaniſcher Ausflug in das Gebiet öſtlich von
Heppenheim unter Führung der Herren Dr. Weitzel und Kal=

lenbach machte uns mit dem geologiſchen Aufbau des Oden=
waldes
und mit ſeiner Flora bekannt.
Im Frühjahr nahmen wir an dem Kongreß der Deutſchen
Geſellſchaft für Pilzkunde vom 23.25. April 1930 teil,
vor allem an den Exkurſionen in das Sand= und Kiefernwald=
gebiet
ſüdlich von Eberſtadt und in die Auenwälder am Rhein
unter der ſachkundigen Führung unſeres Vorſitzenden F. Kallen=
bach
.
Im Herbſt konnten wir ebenfalls unter deſſen bewährter Lei=
tung
unſere Kenntnis der Pilzflora im Laub= und Kiefernwald
auf verſchiedenen Exkurſionen bereichern. Zahlreiche biologiſche
Beobachtungen löſten Fragen aus, wie z. B. die Beziehungen zwi=
ſchen
Pilzen und Bäumen, zwiſchen Pilzen und Tieren. Nutzen
und Schaden der Pilze, ihre Lebensweiſe, ihre Giftwirkungen uſw.
Ein winterlicher Wandergang im Januar ebenfalls unter Füh=
rung
unſeres Vorſitzenden zeigte uns, daß die Natur auch in der
kalten Jahreszeit uns immer wieder neue Rätſel und neue Be=
obachtungs
=Möglichkeiten bietet.
Zwei Exkurſionen nach Eberſtadt und nach Erfelden, wiederum
unter der Führung von F. Kallenbach machten uns zum
Schluß des Schuljahres mit der Frühlingsflora und Fauna dieſer
Gebiete bekannt. Gerade die letzte Eberſtädter Exkurſion, die bei=
nahe
5 Stunden dauerte, zeigte uns, wie vielſeitig und wie vieler=
lei
anregende Beobachtungen man auf einem ganz engen Gebiete
immer wieder machen kann. Das in dieſen 5 Stunden durchwan=
derte
Gebiet hätte man in einem gemütlichen Spaziergang in
knappen 3. Stunden erledigen können.
Seit 2 Jahren erfahren die mikroſkopiſchen Uebun=
gen
unter Herrn, Kallenbachs Leitung ganz beſondere
Pflege. Sie finden in regelmäßigen Abſtänden ſtatt und greifen
nur ſolche Stoffe heraus, die für den Unterricht von praktiſcher
Bedeutung ſind, wobei auf die ſchulmäßige Verknüpfung und Er=
weiterung
des Stoffes an Hand von Naturbeobachtungen und ent=
ſprechenden
Verſuchen der größte Wert gelegt wird. Es ſei nur
eine kleine Zahl von Beiſpielen herausgegriffen: der Bau des
Blattes und des Stengels mit der Waſſeraufnahme und =Leitung
und der Verdunſtung; die Bakterien im Leben der Natur, ihre
Sichtbarmachung auch bei ſchwacher mikroſkopiſcher Vergrößerung
mit entſprechend einfachen Verſuchen; Bau und Leben der Zelle
uſw. Was dieſe Arbeit ganz beſonders wertvoll macht, iſt neben
der Freude an eigenen Beobachtungen und Entdeckungen die
Uebung im Zeichnen des Geſchauten und in der Herſtellung von
Dauerpräparaten. Um unſere wertvollen Ideen der Naturbeobach=
tung
und Heimatliebe in immer weitere Kreiſe hinauszutragen,
hat unſer Vorſitzender in ſelbſtloſer Weiſe auch eine ganze Reihe
von Vorträgen und Exkurſionen in anderen Orten der Provinz
Starkenburg veranſtaltet, z. B. in Bickenbach, Groß=Gerau, Viern=
heim
. Wixhauſen uſw.
Dem unermüdlichen Leiter des Bezirksvereins und ſeinen
tüchtigen Mitarbeitern iſt die Lehrerſchaft ganz beſonderen Dank
ſchuldig, und ſie möge ihn durch weitere rege Teilnahme an unſe=
ren
Veranſtaltungen in die Tat umſetzen. Insbeſondere danken
wir auch dem Heſſiſchen Miniſterium für Kultus und
Bildungsweſen für die ſtändige Unterſtützung unſerer Be=
ſtrebungen
.

Ausſtellung Verwerkung des Lufkbildes.
Im Inſtitut für wiſſenſchaftliche und angewandte Photogra=
phie
der Techniſchen Hochſchule findet vom 28. April bis etwa
9. Mai eine kleine Ausſtellung ſtatt, die die Verwertung und Aus=
wertung
des Luftbildes zeigt. Die große wirtſchaftliche Bedeu=
tung
des Luftbildes iſt noch verhältnismäßig recht wenig bekannt.
Es wird ja überhaupt die Bedeutung des Lichtbildweſens vielfach
noch ſehr unterſchätzt. Heute gibt es kaum irgendeinen Beruf und
keine Induſtrie, welche ſich die großen Fortſchritte der Photo=
graphie
nicht irgendwie zunutze machen.
Der größte Teil des Materials wurde von der Bildſtelle des
Preußiſchen Miniſteriums für Handel und Gewerbe (Leiter Dr.=
Ing. Ewald) zur Verfügung geſtellt.
Der kleinen Ausſtellung über Verwertung des Luftbildes
ſollen weitere kleine Sonderausſtellungen folgen (z. B. Aus der
Frühgeſchichte der Photographie‟ Das Lichtbildweſen im
Dienſte der Heimatkunde‟ Bedeutung des Lichtbildweſens für
den Unterricht uſw.).
Die Ausſtellung iſt von 1012 Uhr werktäglich geöffnet. Der
Eintritt iſt frei. Nach vorheriger Vereinbarung kann die Aus=
ſtellung
auch nachmittags beſichtigt werden.

Die Haupkveranſtallungen der diesjährigen
V. 9.A.-Tagung.
Alljährlich zu Pfingſten treffen ſich Vertretungen des geſamten
Deutſchtums aus aller Welt bei den Jahrestagungen des Vereins
für das Deutſchtum im Ausland. Die diesjährige Aachener Ta=
gung
, die vom 22. bis 26 Mai ſtattfindet, ſteht im Zeichen der
Einladung ins befreite Rheinland, das zum erſten Male den Ein=
druck
einer ſolchen geſamtdeutſchen Volkstagung haben wird. Aus
der reichen Fülle der Veranſtaltungen ſei herausgehoben, eine
Rheinlandkundgebung im Kaiſerſal des alten Rathauſes,
bei der u. a. der Oberpräſident der Rheinprovinz Dr. Fuchs, der
Oberbürgermeiſter der Stadt Aachen Dr. Rombach und der von
der Salzburger Morgenfeier durch ſeine ergreifende Rede bekannte
Kapitularkanoniker Steinwender, Salzburg, ſprechen wer=
den
. Gleichzeitig findet eine Rheinlandſtunde für die
Jugendabordnungen ſtatt. Einen Höhepunkt der Feier bildet die
Abendfeier im Waldſtadion, die im Rahmen eines Feſtſpiels,
zu Reigen Maſſenchören, Zapfenſtreich und Fackelzug die geſamte
Jugend mit den erwachſenen Tagungsteilnehmern zuſammenführen
wird. Dem Andenken der für Volk und Heimat im Kampfe Ge=
fallenen
gilt eine Gedenkfeier, bei der der bekannte ſudeten=
deutſche
Dichter Ernſt Leibl die Weiherede halten wird. An=
knüpfend
an die Ueberlieferung

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Ein Schreiner aus Geinsheim und ſeine
Frau hatten ſich am Montag vor dem Bezirksſchöffen=
gericht
wegen Unterſchlagung und wegen Ver=
gehens
gegen die Pfandordnung zu verantworten. Der
Mann, der ſich von dem Vermögen ſeiner Frau eine vollſtändige
Schreinerwerkſtatt eingerichtet hatte, kam in Zahlungsſchwierig=
keiten
, ſo daß die Werkſtatt zwangsverſteigert wurde. Kurz nach
der Verſteigerung holten er und ſeine Frau ſich alle möglichen
Werkzeuge, dabei auch eine Fräsmaſchine, aus der Werkſtatt die
einzementiert war. Er behauptet nun heute, er habe das Recht
dazu gehabt, denn der neue Beſitzer habe nur die Werkſtatt geſtei=
gert
und nicht die Geräte. Der neue Beſitzer aber behauptet, er
habe die Werkſtatt mit allem, was drin war, geſteigert. Dieſe
Ausſage wird von anderen Zeugen bekräftigt, ſo daß das Gericht
zu einer Verurteilung in dieſem Punkte gelangt. Außerdem hat
er von einer Hobelbank, die gepfändet war, das Siegel entfernt
und ſie weiterverkauft. Das Gericht verurteilt den Mann
wegen gemeinſchaftlicher Unterſchlagung und
wegen Vergehens gegen die Pfandordnung zu ins=
geſamt
drei Monaten Gefängnis, die Frau, wegen
gemeinſchaftlicher Unterſchlagung zu ſechs
Wochen Gefängnis. Die Frau erhält eine Bewährungsfriſt
von vier Jahren zugeſprochen, der Mann ebenfalls nach Strafver=
büßung
von einem Monat.
Der Verband der Amtsgehilfen und Haus=
meiſter
im heſſiſchen Staatsdienſt bittet uns, zu be=
richtigen
, daß der am 21. April vom Amtsgericht wegen fortgeſetz=
ten
Diebſtahls zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte Amts=
gehilfe
der Techniſchen Hochſchule nur Stellenanwärter, alſo kein
Staatsbeamter iſt.

MM W
Die Wäscherel Hering Dein Diener sei!

in BeſderA‟ vſtelltentäglng inter Lei=
tung
von G. Kaſtenbein (9.HV.) ſpricht Herr Hain, Buenos
Aires, über Deutſche Pionierarbeit in Ueberſee und W.
Schmidt Hamburg (Leiter der Ausl=Abt. des G. d. A.) über
Der deutſche Angeſtellte im Ausland‟. Die Arbeiterta=
gung
ſteht unter Leitung des Geſchäftsführers des Geſamtver=
bandes
, der chriſtlichen Gewerkſchaften für das Rheinland J.
Kayſer. Vorträge werden halten je ein Arbeitervertreter der
chriſtlichen und der freien Gewerkſchaften des weſtdeutſchen und
oſtdeutſchen Grenzgebietes. Bei der Bauerntagung unter
Leitung von Regierungspräſident a. D. Graf Baudiſſin wer=
den
ſprechen der Vorſitzende der Rheiniſchen Landwirtſchaftskam=
mer
, Freih. v. Lüninck Kapitularkanoniker Steinwender, Salz=
burg
, über Bauernſchickſal und deutſche Volksnot, Prof. Ton=
neſen
Altona Die Aufgabe des Bauerntums für die deutſche
Zukunft‟. Die Ausſprache findet ſtatt unter Leitung von Landrat
Steltzer, Rendsburg. Von den übrigen Veranſtaltungen ſind zu
erwähnen die Arbeitsſitzungen des Hauptvorſtandes und Haupt=
ausſchuſſes
, die Hauptverſammlung, eine Frauentagung, ein Emp=
fang
der Preſſevertreter, Studententagungen. Jugendtagungen,
zahlreiche Einzelvorträge, Sportſpiele, ein Singwettſtreit, ein ge=
meinſames
Feſteſſen und verſchiedene Sonderbeſprechungen, Kon=
zerte
uſw. Die Tagung klingt wiederum aus in einen durch Rund=
funkberichterſtattung
übertragenen Feſtzug, in welchem das
ganze deutſche Volk diesſeits und jenſeits der Grenzen mit ſeinen
Symbolen und Trachten vertreten ſein wird. Die Tagung dürfte
nicht nur aus Rheinland und Weſtfalen, ſondern auch aus ganz
Deutſchland zahlreiche Beſucher anziehen.

Natur= und Heimatfreunde ſind herzlich willkommen in
dem heutigen Lichtbilder=Vortrag um 3 Uhr in der Techniſchen
Hochſchule (Hörſaal 326) von Univerſitätsprofeſſor Dr. Guen=
ther
, Freiburg, über: Die Heimatnatur, ihre Wirkung auf das
deutſche Gemüt und die deutſche Kultur. Eintritt frei!

Briefkaſten.
Jeder Anftage i die lchzte Bezugtquitts behnfügen.
nicht brantwortet. Die Deantwortung efblgt ehne Reschtenertindichtes.

zuſchlag zu rechtfertigen. Das Geſetz ſpricht von einem vertrags=
mäßigen
Gebrauch der Mietſache, der inſolange anzunehmen iſt,
als die ordnungsmäßige Be= und Abnützung der Wohnräume nebſt
Zubehör nicht in eine ſchuldhafte Beſchädigung der Mietſache über=
geht
. Wir möchten alſo die Frage nach allen Richtungen ver=
neinen
.
T. S. 31. Die geſtellte Frage iſt unſeres Erachtens unbedingt
zu verneinen, da Weiterungen für Sie entſtehen könnten.
Sin ſollten die Erfindung anmelden, dabei aber Ihr Unvermögen.
derzeit die Gebühren zu entrichten, erklären. Es empfiehlt ſich
hiernach in jeder Beziehung, daß Sie ſich an das Reichspatentamt
in Berlin SWl 61, Gitſchinerſtraße 97103, wenden.

Prassel-Kaffee

Ne
frisch geröstet

Sohnlstr. 10 5

S. F. in W. Auskünfte geſchäftlicher Art können wir grundſätzlich
nicht geben. Laſſen Sie ſich das empfohlene Gerät probeweiſe einbauen.
P., hier. Wir empfehlen, ſich an die Muſeumsverwaltung hier zu
wenden.
K. R. 303. 1. Sie können natürlich ſich freiwillig weiterver=
ſichern
, da ſche Verſicherung in Ihrem Intereſſe gelegen ſein dürfte.
2. Darüber wird Ihnen das ſtädtiſche Verſicherungsamt hier genaue
Auskunft geben können.

Der Hindenburg pokal für Molorflugfvork.
Dieſe wertvolle Anerkennung für die beſte fliegeriſche Leiſtung
kam in dieſem Jahr nach Mannheim, nachdem ſich ſchon im vorigen
Jahr der jetzige Preisträger, Fabrikant H. Schlerf. mit Berech=
tigung
um dieſe Anerkennung beworben hatte. Im erſten Augen=
blick
fällt die hochwertige Arbeit die H. Schlerf in Mannheim
für den geſamten deutſchen Flugſport geleiſtet hat, nicht ſo ins
Auge, wie z. B. der Flug Hirths, des vorjährigen Preisträgers,
nach Island. Staatsminiſter Dominikus, der 1. Vorſitzende im

Der Flieger Schlerf=Mannheim.
Deutſchen Luftfahrerverband (D.L.V.) gibt in einer Preſſeaus=
laſſung
die richtige Würdigung der Arbeit H. Schlerfs und warum
gerade er den Hindenburgpokal bekommen hat. Von den andern
diesjährigen Bewerbern haben Frau Margarete Fußbahn= Stutt=
gart
, Frl. Margarete v. Etzdorf=Berlin und Wolf Hirth. mit
Ueberlandflügen ins Ausland brilliert und geworben.
H. Schlerf=Mannheim betreibt ſchon ſeit 1928 die Ausbildung von
Flugzeugführern ehrenamtlich und hatte im letzten Jahr in Jakob
Möltgen=Köln einen eifrigen Epigonen gefunden, der mit ſeiner
diesjährigen Leiſtung an die Schlerfs faſt heranreichte. Schlerf
hatte erkannt, daß die Ausbildung von Motorflugzeug= Sport=
fliegern
die nach Verſailles und dem Abkommen von 1926 von der
öffentlichen Hand nicht unterſtützt werden darf, nur dann geför=
dert
und verbilligt werden kann, wenn der Fluglehrer ſeine Ar=
beit
ehrenamtlich macht. Er begann ſeine Arbeit ſofort indem er
auf eigene Bürgſchaft eine Grasmücke kaufte und ſelbſt als
Lehrer, an Jahren (40) alt an Flugbegeiſterung jung, begann.
Einige 1000 ehrenamtliche Flüge, 40 ausgebildete Piloten im letz=
ten
Jahr, von denen 32 allein auf ſeine eigene Schulung zu ſetzen
ſind, 78 motorflugſporttreibende Sportpiloten im Badiſch= Pfälzi=
ſchen
Luftfahrtverein ſind das bisherige Ergebnis ſeines Wirkens.
Wenn von den im D.L.V. in ganz Deutſchland 1930 ausgebildeten
und umgeſchulten 170 Piloten auf Mannheim 40 kommen, dann
ſtand Schlerf unerreicht da. Dieſe Anerkennung der ſtillen, opfer=
freudigen
Arbeit eines einzelnen Mannes hat für den Verein den
großen Vorteil, daß die mit dem Pokal verbundenen 10 000 RM.
in die Vereinskaſſe fließen.
Warum hat denn auch Darmſtadt ein Intereſſe an der Ent=
wicklung
des Flugſports des Bad.=Pfälz. Vereins und an der Ver=
leihung
des Hindenburgpokals an H.: Schlerf. Mannheim? Mit
Polizeihauptmann Bünau ſtellte Darmſtadt auch für Baden den
Sachverſtändigen für Abnahme von Flugzeugführerprüfungen, der
ſomit auch ein wenig ſeine Prüfungsarbeit, für die er ſo manchen
freien Sonntag opferte und nach Mannheim fuhr, durch die Ver=
leihung
des Hindenburgpokals an eine von ihm betreute Flug=
ſchule
, anerkannt bekam. Durch dieſe Anerkennung neu beſtärkt
und angetrieben beſteht die Abſicht dieſer beiden Piloten darin,
auch in Darmſtadt einen ähnlichen Vereinsflugſchulbetrieb aufzu=
ziehen
, auf deren Gründung in der übernächſten Woche heute ſchon
aufmerkſam gemacht wird. Der Träger des Hindenburgpokals,
H. Schlepf=Mannheim, wird bei der Gründungsverſammlung in
Darmſtadt ſprechen.
Landesbibliothek. Neue Erwerbungen (Auswahl) vom
27 April 1931 an auf acht Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Balabanoff, Angelica: Weſen und Werdegang des italieniſchen
Fascismus Wien 1931: Blücher=Lange: Auskunftsbuch für die
chemiſche Induſtrie 14. Aufl., Berlin 1931; Boland, E. M.: Her=
mann
Löns, der Menſch und der Dichter, in ſeiner volklichen Ge=
bundenheit
, Hannover 1930: Döblin, Alfred: Wiſſen und Ver=
ändern
Berlin 1931; Ebiſch, Walther u. Schücking, Levin L.;
A Shakeſpeare Bibliography, Oxford 1931: Frobenius, Leo: In=
diſche
Reiſe, Berlin 1931; Gaehde Chriſtian: Shakeſpeare und
ſeine Zeit, Leipzig 1931; Hankiß, J., u. G. Juhaſz: Panorama de
la littérature hongroiſe contemporaine, Paris 1930; Hechler,
Paul: Das Gaſtſtättenweſen in Heſſen, Mainz 1930; Heuſchele,

deich Dſchepi n Seuſchland Wtffe. V. Mif Aaunge.
ſitas=Archip, Br. 50, Literaturhiſtoriſche Abt. Bd. 10); Kemechey,
L. von: Il. Duce‟. Das Leben und das Werk Benito Muſſolinis,
Berlin 1930; Knickerbocker, H. R.: Der rote Handel droht Berlin
1931; Kränzlin, G. u. A. Marcus; Baumwolle, Berlin= Charlot=
tenburg
1931 (Wohltmann=Bücher, Bd. 9); Laforgue, René:
LEchee de Baudelaire. Paris 1931; Le Blond, Deniſe: Emile
Zole, Paris 1931; Michaud, Régis: Panorama de la littéra=
ture
américaine contemporaine Paris 1930; Peuckert. Will=Erich;
Volkskunde des Proletariats: 1. Aufgang der proletariſchen Kul=
tur
, Frankfurt a. M. 1931 (Schriften des Volkskundl Seminars d.
Pädagog. Akademie Breslau, Bd. 1); Pictet, Adolphe: Une
Courſe a Chamounix, Geneve 1930; Poulaille, Henry; Nouvel
age littéraire, Paris 1930; Pukanſky Bela v.: Geſchichte des
deutſchen Schrittums in Ungarn: 1. Von der älteſten Zeit bis
um die Mitte des 18. Jahrhunderts Münſter i. W. 1931: Ro3,
Firmin: Geſchichte der Vereinigten Staaten. Paris 1930; Werfel,
Franz: Gedichte, Berlin 1927: Wilcken, Ulrich: Alexander der
Große, Leipzig 1931. Vorbeſtellungen werden im Leſeſaal ent=
gegengenommen
. Vom 4. Mai 1931 an verleihbar. Wegen Neu=
einrichtung
der Leſeſäle ſind dieſelben vom 4. bis 23. Mai ge=
ſchloſſen
.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Rund um Heppen
heim, ſo ſtehts verzeichnet im Wanderplan für den 3. Mai Tief
hinein führt uns die Wanderung in eines der ſchönſten Wald=
gebiete
an der Bergſtraße, hinein in den aufgrünenden Wald, in
der Friſche der erſten Maientage. Abſeits von breiter Straße
leitet die kundige, bewährte Führung auf ſchmaler, verſchwiegener
Schneiſe, bisweilen pfadlos durch den Forſt, läßt aber auch Aus=
blicke
genießen auf Flur und Au. Grünender Wald, duftende Wie=
ſen
, klingendes Tal; kein echter Wanderer bleibt unberührt von
dieſem Dreiklang! Darum ſäumt nicht liebe Wanderfreunde, und
folgt unſerem Ruf. (Näheres ſiehe Anzeige in dieſer Nummer)
Ein Verkehrsunfall ereignete ſich geſtern nachmittag gegen
14 Uhr Ecke Riedeſel= und Heidelberger Straße dadurch, daß ein
auswärtiges Lieferauto mit einem hieſigen Perſonenkraftwagen
zuſammenſtieß. Es entſtand lediglich Sachſchaden. Da ſich eine
große Menſchenmenge an der Unfallſtelle eingefunden hatte, die
ſehr lebhaft über die Schuld des einen oder anderen Fahrers dis=
kutierte
, wurde das Ueberfallkommando alarmiert, das die Ord=
nung
aufrecht erhielt.

[ ][  ][ ]

Nummer 117

Dienstag, den 28. April 1931

Seite 7

Für den Seefiſch.

Zur Reichs=Seefiſchwerbewoche vom 26. April bis 2. Mai 1931.
Breite Schichten der Bevölkerung werden demnächſt wieder be=
ſonders
auf die Seefiſchnahrung aufmerkſam gemacht. Dies iſt
notwendig, damit die Vorzüge und Vorteile, die der Seefiſch als
Volksnahrungsmitel bietet, noch mehr bekannt und geſchätzt werden.
Aerzte und Ernährungsfachleute ſind ſich durchaus darüber
einig, daß der Seefiſch Kabeljau, Schellfiſch, Rotbarſch See=
lachs
uſw. ein vollwertiges und, worauf es beſonders ankommt,
preiswertes Eiweiß liefert. Hinzu kommen noch die übrigen wert=
vollen
Stoffe, die im Seefiſchfleiſch enthalten ſind, und zwar Phos=
phor
, Kalk. Eiſen. Jod und Vitamine.
Seefiſchfleiſch iſt ein preiswertes Nahrungsmittel, aus dem
ſich jedes Gericht herſtellen läßt, wie man aus Warmblüterfleiſch
gewohnt iſt.
Nämentlich auch in der wärmeren Jahreszeit, wenn der Kör=
per
von ſchwerer Verdauungsarbeit entlaſtet ſein will, iſt ein Seefiſch=
gericht
die willkommene, leicht verdauliche Mahlzeit, und wird
auch dann gut vertragen und vor allen Dingen von dem Körper
gut ausgenutzt, wenn ſchwere Nahrungsmittel im Sommer Unbe=
hagen
und ſogar Beſchwerden hervorrufen. Im Sommer ſind die
Seefiſche beſonders nahrhaft und ſchmackhaft, da ſie ſich zu dieſer
Zeit im beſten Ernährungszuſtande befinden. Durch entſprechende
Vorkehrungen iſt auch im Sommer dafür geſorgt, daß die See=
fiſche
in tadelloſem Zuſtande von der Küſte bis zum Verbraucher
nach den entlegenſten Teilen Deutſchlands gelangen.
Auch vom allgemeinen wirtſchaftlichen Standpunkte aus be=
trachtet
, bietet ein erhöhter Seefiſchverbrauch weſentliche Vorteile.
Seefiſcherei iſt Urproduktion; ſie kann das Brot des Meeres,
die Seefiſche, in unbegrenzten Mengen liefern und dadurch in
ganz beſonderem Maße zur Befriedigung des deutſchen Ernäh=
rungsbedarfes
beitragen.
Wenn alſo demnächſt an zahlreichen Plätzen. Werbeplakate
ſichtbar ſind und auf den Seefiſchverbrauch hinweiſen, wenn in
den Schulen Vortrage über die Millionenwerte des Meeres ge=
halten
werden und die Schulkinder mit Merkblättern und Abbil=
dungen
der wichtigſten Nutzfiſche des Meeres nach Hauſe kommen,
wenn die Hausfrauenorganiſationen über die Seefiſchzubereitung
aufklären und auch ſonſt über den Wert und Nutzen der Seefiſche
Aufklärung erfolgt, ſo weiß man, was damit bezweckt wird.
Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie
(Auſtral=/Kosmos=Linien). Ohne Verbindlichkeit Aenderungen
vorbehalten. Nach NewYork: O. Albert Ballin ab Hamburg
29. 4., ab Cuxhaven 30. 4. M.S. St. Louis ab Hamburg 2. 5
. Hamburg ab Hamburg 6. 5., ab Cuxhaven 7. 5. D. Deutſchland
ab Hamburg 13. 5., ab Cuxhaven 14 5. M.S. Milwaukee ab
Hamburg 15. 5., ab Cuxhaven 16. 5. D. New York ab Hamburg
0. 5., ab Cuxhaven 21. 5. D. Albert Ballin ab Hamburg 27. 5.,
nb Cuxhaven 28. 5. M.S. St. Louis ab Hamburg 30. 5., ab Cux=
Haven 31. 5. Nach Kanada (in Gemeinſchaft mit der County
Dine) ab Cuxhaven: M.S. Milwaukee (Hapag) 16. 5. D. Cleve=
land
(Hapag) 7. 6. Nach Boſton Philadelphia, Bal=
Eimore, Norfolk (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Ham=
Burg: D. Köln (Lloyd) 2. 5. D. Hanau (Hapag) 13. 5. Nach der
Weſtküſte Nordamerikas (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/
Ployd) ab Hamburg: D. Schwaben (Lloyd) 2. 5. M.S. Portland
AHapag) 13. 5. M.S. Los Angeles (Lloyd) 23. 5. D. Tacoma ( Ha=
ag
) 3 6. Nach Cuba ab Hamburg: M.S. Phoenicia 4. 5. Ein
Dampfer 6. 6. Nach Mexiko (in Gemeinſchaft mit der Ocean=
Linie) ab Hamburg: M.S. Patricia (Hapag) 4. 5. M.S. Palatia
Hapag) 16. 5. M.S. Rio Bravo (Ocean) 27 5. Nach Weſt=
ndien
, (in Gemeinſchaft mit der Roland=Linie, Bremen, und
Her Reederei H. C. Horn, Flensburg) ab Hamburg: D. Teutonia
Hapag) 2. 5. M.S. Ingrid Horn (Horn) 9. 5. M.S. Orinoco
SHapag) 16. 5. Ein Dampfer (Hapag) 23. 5. Nach den Weſt=
ndiſchen
Inſeln (in Gemeinſchaft mit der Reederei H. C.
Sorn, Hamburg) ab Hamburg: M.S. Waldtraut Horn (Horn)
. 5. D. Georgia (Hapag) 19. 5. Nach der Weſtküſte Zen=
ral
=Amerikas (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Ham=
hurg
: D. Agira (Lloyd) 28. 4. D. Schwaben (Lloyd) 2. 5. M.S.
Wortland (Hapag) 13. 5. M.S. Orinoco (Hapag) 16 5. Nachder
Oſtküſte Südamerikas ab Hamburg: D. Seſoſtris 30 4.
D. General Artigas 1. 5. D. Hohenſtein 9. 5. D. General Mitre
96. 5. D. Niederwald 23. 5. Nach der Weſtküſte Südame=
ikas
(in Gemeinſchaft mit der Roland=Linie. Bremen) ab Ham=
hurg
: M.S. Ruhr (Kosmos) 2 5. D. Albert Vögler (Hapag) 7. 5.
9O. Wido (Roland) 14. 5. D. Poſeidon (Hapag) 16. 5. Nach Oſt=
a
ſien (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: M.S.
beavel (Lloyd) 29. 4. Ein Dampfer (Lloyd) 2. 5. M.S. Lever=
fuiſen
(Hapag) 6. 5. D. Preußen (Hapag) 9. 5. D. Saarbrücken
Ie2loyd) 13 5. D. Anhalt (Lloyd) 16. 5. D. Saarland (Hapag)
2. 5. Nach Niederländiſch=Indien (Gemeinſchaftsdienſt
der Deutſch=Auſtraliſchen Dampfſchiffs=Geſellſchaft, Aktiengeſell=
ſchaft
, Hamburg, und der N. V. Nederlandſche Stoompaart Maat=
ſohappii
Oceaan): D. Gera (Hapag) ab Rotterdam 28. 4. D.
Kurmark (Hapag) ab Hamburg 6. 5. Ein Dampfer (Oceaan) ab
Kamburg 23. 5. D. Menes (Hapag) ab Hamburg 26 5. Nach
Auſtralien (Gemeinſchaftsdienſt der Deutſch=Auſtraliſchen
Dampfſchiffs=Geſellſchaft, Hamburg, des Norddeutſchen Lloyd, Bre=
men
, und der Reederei Alfred Holt u. Co., Liverpool) ab Ham=
burg
: D. Oder (Lloyd) 30. 4. D. Staßfurt (Hapag) 16. 5. Ein
Tmmpfer (Lloyd) 27. 5. Nach Südafrika (Deutſch=Auſtraliſche
Trmpfſchiffs, Geſellſchaft Aktiengeſellſchaft, Hamburg) ab Ham=
burg
: D. Altona 23. 5. D. Lüneburg 20. 6. Hamburg=Rhein=
Linie ab Hamburg: D. Karlsruhe 25 4. D. Mannheim 30 4.
Kamburg=London=Linie: Wöchentlich drei Abfahrten.
Witgeteilt durch die hieſige Vertretung der Hamburg=Amerika=
A nie, Darmſtadt, Luiſenplatz 1. Telephon 1308/9.

In der Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterrei=
chiſchen
Alpenvereins hielt Herr Studienreferendar Borngäſ=
ſer
einen Lichtbildervortrag über ſeine Wanderungen in den
Tauern. Der 2. Vorſitzende, Herr Titze, begrüßte die Mitglieder
der Sektion Starkenburg ſowie der befreundeten Sektion Darm=
ſtadt
und die Gäſte herzlichſt. Der Vortragende hat die Wande=
rung
mit noch zwei Bekannten ausgefuhrt. Die Tour begann von
Zell am See bei unbeſtimmtem Wetter durch das Fuſcher Tal nach
Ferleiten. Da hier das Wetter beſſer war, wurde zur Walcher
Hochalm geſtiegen, die an den Abhängen der Hohen Tenn liegt.
und von da auf den Walcherhörndlkopf. Der Abſtieg wird durch
eine ſteile Rinne durch hohes, naſſes Gras genommen. Am näch=
ſten
Morgen geht es bei blauem Himmel zur Mainzer Hütte und
am folgenden Tage zum Wiesbachhorn (3570 Meter), in den Wän=
den
des Vorderen Bratſchenkopfes in die Höhe, über einen ziem=
lich
vereiſten Grat zur Wielingerſcharte. Die Spalten des Glet=
ſchers
ſind verſchneit und nicht leicht zu finden. Der Aufſtieg iſt
lohnend. Der Glockner iſt frei! Im Weſten erblickt man den Groß=
Venediger, im Vordergrund den Moſerboden. Von dem Gipfel
geht es zur Wielingerſcharte zurück und zum Gipfel des Hinteren
Bratſchenkopfes. Da es hier anfängt, zu ſchneien, geht es ſchnell
zur Klocknerin. Die Wanderer ſtanden hier im Schneeſturm, natür=
lich
ohne jede Ausſicht. Wegen des ſchlechten Wetters ging es nun
um den großen Bärenkopf herum zur Keilſcharte, die zum Bockkar=
kees
hinabführt, und zur Bockkarſcharte, wieder zum Ende des
Gletſchers und im Regen in den Abbrüchen der Hohen Dock auf
den Hohen Gang zur Mainzer Hütte zurück. Am anderen Mor=
gen
geht es bei ſchönſtem Wetter über das Bockkarkees, Bockkar=
ſcharte
zur Oberwalderhütte (3000 Meter) auf dem Großen Burg=
ſtall
. Von der herrlichen Umgebung der Hütte wurden pracht=
volle
Bilder gezeigt. Der weitere Weg geht über den oberen
Paſterzenboden hinauf zur Schneewinkelſcharte und auf den Ro=
mariswandkopf
. Der Aufſtieg iſt ſteil. Neuſchnee liegt und die
Sonne brennt gehörig. Aber ein herrlicher Blick zum Groß= Vene=
diger
und die umliegenden Gletſcher entſchädigt für die Anſtren=
gung
. Der Abſtieg geht über das Fruſchnitz= und Teiſchnitzkees,
von wo man einen wunderbaren Blick auf die Glocknerwand und
den Glockner hat, zur Stüdlhütte. Am nächſten Tage gehen die
Touriſten über den Luiſengrat, Stüdlgrat zum Glocknergipfel. Es
herrſcht ein furchtbarer Wind und nur nach Süden iſt gute Aus=
ſicht
. Auf dem Gipfel kamen um die ſelbe Zeit zwei Bergſteiger
durch die Pallavicini=Rinne. Der Abſtieg erfolgte durch die Glock=
nerſcharte
zum Kleinglockner, über die Adlersruhe und Ködnitzkees
zur Stüdlhütte zurück. Am folgenden Tage geht es wieder zur
Adlersruhe, dann über den Hofmannsweg und Paſterze zur Hof=
mannshütte
. Am anderen Morgen wird zur Oberwalderhütte auf=
geſtiegen
. Der nächſte Tag brachte wieder ſchlechtes Wetter. Da
eine Rettungsexpedition aufbrach, um einen jungen Mann aus
einer Getſcherſpalte zu holen, in die er 30 Meter tief gefallen war,
wurde dieſe begleitet und noch der Hohe Riffl beſtiegen, von dem
man eine herrliche Ausſicht genoß. Zur Hofmannshütte zurück=
gekehrt
. ging die Wanderung nun zur Franz=Joſephshöhe und
zum Glocknerhaus und von hier die Glocknerſtraße entlang nach
Heiligenblut. Im dichten Nebel wurde nun über die Pfandlſcharte
nach Ferleiten gewandert, von wo das Auto unſere Bergſteiger
nach Bruck brachte. Von hier aus wurde die Heimfahrt über Zell
am See angetreten. Der 1. Vorſitzende, Herr Miniſterialrat
Guntrum dankte dem Redner für ſeinen intereſſanten. mit Hu=
mor
gewürzten Vortrag, der von wunderſchönen Lichtbildern be=
gleitet
war, herzlichſt und gab ſeiner Freude Ausdruck, daß eines
der jüngſten Mitglieder ſolch ſchwere Tour ohne Führer ausge=
führt
und dieſen Vortrag gehalten hat. Er ſprach die Hoffnung
aus, daß es Herrn Borngäſſer vergönnt ſei, uns noch viel von ſei=
nen
Touren zu erzählen.

Sogar Kettenraucher schützen sich durch
vor Katarrh und
nach Tabak rie-
SuHorAA chendem Atem!

Die Binger Weinwoche, in der auch in dieſem Jahre wie=
der
während fünf Tagen auserleſene Weine äußerſtrangiger
Creſzenzen zur Verſteigerung kamen, hat namhafte Abſchlüſſe ge=
bracht
. Es wird intereſſieren, daß ſich das bekannte hieſige Wein=
haus
Philipp Barth verſchiedene Ausleſen ſichern konnte,
wie Ockenheimer Berg, Binger=Eiſel Binger Untere Eiſel Ries=
ling
, Binger Rochusweg=Riesling. Binger St. Rochuskapelle und
Binger=Budesheimer Scharlachberg=Riesling, alles naturreine
Marken aus dem weingeſegneten Jahrgang 1929.
Helia. Ab heute gelangt die Tonfilm=Humoreske Kopf=
über
ins Glück, mit Jenny Jugo und Fritz Schulz. zur Vorfüh=
rung
. Regie führte Hans Steinhoff. Die ſchmiſſigen Schlager kom=
ponierte
Walter Kollo. Des weiteren wirkt ein Enſemble bekann=
teſter
Darſteller wie Alexa Engſtröm, Szöka Szakall, Truus van
Alten, Auſtin Egen, Albert Paulig u. a. mit. Dazu ein gutes
Beiprogramm.
Im Uniontheater läuft noch heute und morgen Der Lie=
besexpreß‟
. Dina Gralla, Georg Alexander und der bekannte Ber=
liner
Rundfunktenor Joſeph Schmidt ſind die Träger der Haupt=
rollen
. Jugendliche haben Zutritt.
In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man heute letztmalig
Harold Lloyd, den König des Lachens, in ſeinem neueſten Film:
Harold, der Drachentöter. Wer einmal herzlich lachen will, ver=
ſäume
dieſen luſtigen und abenteuerreichen Film nicht.
Im Kleinen Haus läuft heute Dienstag und morgen
Mittwoch je dreimal der Colin=Roß=Film der Ufa Achtung
Auſtralien, Achtung Aſien.

Jahreshaupkverſammlung des Provinzialverbandes
der Skarkenburger Reif- und Fahrvereine.
Ct. Eine Einladung hatte die Vertreter der Mitgliedervereine
ſowie die Herren Reitlehrer der Reitabteilungen Starkenburgs
am Sonntag, den 26. April, zur Jahreshauptverſammlung nach
Darmſtadt in das Reſtaurant Kaiſerſaal zuſammenberufen. Der
1. Vorſitzende, Herr Heil=Habitzheim, ging nach herzlichen Be=
grüßungsworten
und ehrendem Gedenken des durch Unglücksfall
der ländlichen Reitervereinsbewegung entriſſenen Mitarbeiters
Herrn Dr. Kleinkurt zur Tagesordnung über. Zu Punkt 1 er=
ſtattete
Herr Rittmeiſter Loeſch Bericht über das Geſchäftsjahr
1930. Zu Punkt 2, Kaſſenbericht, wurden durch die Verſammlung
die Mitglieder A. Nahm=Heubach und Gg. Appel=Darmſtadt zur
Rechnungsprüfung beſtimmt. Die Jahresrechnung ergab keinerlei
Beanſtandungen und wurde nach Verleſen der Ein= und Ausgaben
durch den Rechner letzterem Dank und Entlaſtung erteilt. Punkt 3
Erſatzwahl des Vorſtandes: Auf Vorſchlag des Herrn Dammel
wurde für den verſtorbenen Dr. Kleinkurt der Geſchäftsführer des
Landbundes Heſſen, Herr Weber, und für den aus dem Kreiſe
Groß=Gerau aus Geſundheitsgründen ausſcheidenden Herrn Dr.
Jung Herr Wulf=Büttelborn durch die Verſammlung einſtimmig
gewählt. Punkt 4 der Tagesordnung beſchäftigte ſich mit dem
Feſtlegen des Beitrages für 1931 Beantragt werden vom Ge=
ſchäftsführer
50 Pfg. für jedes dem Verbande angehöriges Mit=
glied
. Ein weiterer Vorſchlag wird aus der Verſammlung her=
aus
auf 1 RM. geſtellt. Bei einer erforderlichen Abſtimmung er=
gibt
ſich der Mehrheitsbeſchluß des an die Verbandskaſſe abzufüh=
renden
Beitrages von 50 Pfg. Punkt 5 behandelt Verſchiedenes.
Der Geſchäftsführer des Landbundes, Herr Weber, gibt im Auf=
trage
des Herrn Rittmeiſters K. Freiherr Roeder von Diersburg
eine Aufforderung zur Beteiligung am Ritt der rheinheſſiſchen
Reitabteilungen nach Oberheſſen, ſowie einen Hinweis auf die
neue Polizeiverordnung über den Fuhrwerks=, Radfahr=, Reit=
und Fußgängerverkehr bekannt. Weiter erfolgt noch eine herz=
liche
Einladung zum Reit= und Fahrturnier Pfungſtadt, am
30. Mai. Es wird beſchloſſen, fortan Reiter= und Fahrerprüfungen
nicht auf Turnieren, ſondern außerhalb der Zeit, geſammelt an
einzelnen Orten vorzunehmen Reiterkamerad Herr Dammel=
Biſchofsheim bietet den nach Oberheſſen ziehenden Abteilungen in
Büttelborn wiederum Freiquartiere an. Auf Vorſchlag des Herrn
Rittmeiſters H. v. Neufville ſoll in dieſem Jahr wiederum ein
Sternritt der Reitabteilungen ſtattfinden, die Verſammlung
ſtimmt dem Vorſchlag zu. Als zentraler Treffpunkt iſt ein Ort an
der Bergſtraße oder im Auslaufe des Odenwaldes zu wählen; mit
der weiteren Ausarbeitung des Sternrittes wird Rittmeiſter
Loeſch betraut. Für Verdienſte auf dem Gebiete der ländlichen
Reitervereinstätigkeit wird durch den 1. Vorſitzenden im Auftrage
des Landesverbandes für Zucht und Prüfung deutſchen Warm=
bluts
die 25jährige goldene Jubiläumsplakette den Herren Oeko=
nomierat
Haug, Reitlehrer Ph. Maul, Groß=Umſtadt, und Ver=
einsvorſitzenden
A. Bär, Langen=Brombach, mit anerkennenden
Worten verliehen. Mit dem Dank an die Erſchienenen und den
beſten Wünſchen für das Wohl der heſſiſchen Pferdezucht und
Pferdehaltung wurde die in allem harmoniſch=kameradſchaftlich
verlaufene Verſammlung gegen 16.30 Uhr geſchloſſen.

Hauptverſammlung der Darmſtädter Turnerſchaft E. V.
Im Hauſe der Turngemeinde Darmſtadt fand die Hauptverſamm=
lung
der der D.T, angeſchloſſenen Darmſtädter Vereine ſtatt. Die
Turnerſingmannſchaft der T. G.D. begrüßte die Verſammlungsteil=
nehmer
mit 3 ſehr ſchön vorgetragenen Chören. Der 1. Vorſitzende,
Turner Kalbhenn, eröffnete die Verſammlung und gedachte der
im letzten Jahre verſtorbenen Mitglieder; zu Ehren erhob man ſich
von den Plätzen. Die Niederſchrift der vorjährigen Hauptver=
ſammlung
fand die Zuſtimmung der Mitglieder. Eine beſondere
Freude konnte der Vorſitzende bekannt geben. Der langjährige
Schriftführer, Turner Emig=Tgeſ, er hat dieſes Amt nahezu 18
Jahre verwaltet, wurde durch Beſchluß der Verſammlung zum
Ehrenmitglied ernannt. Warme Worte des Dankes fand Turner
Kalbhenn für den ausſcheidenden Turnbruder, und verband damit
den Wunſch, daß er ſeine Kraft auch noch weiterhin in den Dienſt
der Turnſache ſtellen möge. Dem Jahresbericht und ebenſo dem
Tätigkeitsbericht des Oberturnwarts ſchenkte man Beachtung, und
man konnte ſehen, daß auf turneriſchem Gebiete Beachtenswertes
geleiſtet wurde. Kaſſenwart Keßler gab den Kaſſenbericht bekannt
und wurde ihm Entlaſtung erteilt. Die beiden Anträge, die der
Verſammlung vorlagen, fanden ihre ordnungsgemäße Erledigung.
Damit war die Tagesordnung erſchöpft und eine Anregung wurde
noch dankbar begrüßt, die für die nächſte Zeit eine Mitgliederver=
ſammlung
vorſieht bei der Vorträge belehrender Art gehalten
werden ſollen. Mit dem Wunſche auf ein weiteres einmütiges
Zuſammenarbeiten ſchloß der 1. Vorſitzende die Verſammlung.
Verein der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters. Kom=
menden
Mittwoch, 29. April, 8.15 Uhr, ſpricht Alfred Ein=
ſtein
=Berlin der bekannte Muſikberichterſtatter des Bek.
liner Tageblatts im Muſikvereinsſaale über das Thema Die
Situation der Oper‟. Da Einſtein wohl als der derzeit be=
deutendſte
Muſikreferent Deutſchlands bezeichnet werden darf und
die Situation der Oper noch in gärendem Wachstum umſtritten
iſt, iſt dem Vortrage regſtes Intereſſe geſichert. Eingeführte Gäſte
ſind herzlich willkommen.

Tageskalender für Dienstag, den 28. April 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.3023 Uhr. A 23:
Der Hauptmann von Köpenick. Kleines Haus: Keine Vor=
ſtellung
. Konzerte: Zur Oper Schloßkeller, Zum Tropf=
ſtein
. Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Lichtſpiele.

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[ ][  ][ ]

Nummer 117

Dg. Arheilgen, 26. April. Familienabend. Der Arbeiter=
Geſangverein Treue veranſtaltete einen Familienabend, der trotz der
Ungunſt der Verhältniſſe einen überaus guten Beſuch zu verzeichnen
hatte. Nach einem einleitenden Muſikſtück begrüßte der Vorſitzende des
Vereins die Anweſenden und wünſchte der Veranſtaltung einen guten
Verlauf. Der gemiſchte Chor ſang unter Leitung ſeines Dirigenten,
Herrn Rektors Strack, mit gutem Gelingen mehrere ſchöne Chöre und
Volkslieder, die reichen Beifall fanden. Auch die verſchiedenen Couplets
und ſonſtigen heiteren Darbietungen einzelner Sängerinnen und Sänger
wurden beifallsfreudig aufgenommen und trugen weſentlich zur Hebung
der Stimmung bei. Der ſich anſchließende Tanz hielt die Anweſenden
bis in die frühen Morgenſtunden in froher Laune zuſammen. Be=
ratungsſtunde
. Am Dienstag, den B. April, nachmittags 3 Uhr,
findet im Rathausſaale eine Beratungsſtunde der Mütter= und Säug=
lingsfürſorge
ſtatt. Vereinsausflug. Der Geſangverein
Liederzweig unternimmt am kommenden Sonntag, den 3. Mai, einen
Ausflug nach Nieder=Ramſtadt, wozu auch Freunde und Gönner des
Vereins eingeladen ſind. Kinderſpeifung. Der wie in ande=
ren
Orten auch hier gegründete Ortsausſchuß für die Winterhilfe 1930,
an dem alle Verbände der freien Wohlfahrtspflege beteiligt ſind, hat vor
einiger Zeit hier eine Hausſammlung durchgeführt, die einen ganz ſchö=
ven
Betrag ergeben hatte. Nun hat der Ortsausſchuß beſchloſſen, mit
den bei dieſer Sammlung eingegangenen Mitteln eine Kinderſpeiſung
durchzuführen. Dieſe Kinderſpeiſung iſt zunächſt auf ſechs Wochen be=
grenzt
und ſoll am 30. April beginnen. Es wird an zwei Tagen in der
Woche, und zwar Mittwochs und Freitags, gutes warmes Eſſen gereicht,
wobei vorwiegend die Kinder ausgeſteuerter Erwerbsloſer berückſichtigt
werden ſollen. Die zur Durchführung der Speiſung notwendigen Arbei=
ten
werden von Damen der freien Wohlfahrtsverbände, die ſich bereit=
willigſt
zur Verfügung geſtellt haben, unentgeltlich geleiſtet, was hoch an=
zuerkennen
iſt. Sollte ſich die Einrichtung in erhofftem Maße bewähren,
dann ſoll ſie im kommenden Herbſt weitergeführt und, ſoweit es die für
dieſen Zweck zur Verfügung ſtehenden Mittel möglich machen, noch er=
weitert
werden. Die Speiſung der Kinder erfolgt in der Schule. In
Anbetracht der großen Not, die gegenwärtig in vielen Familien herrſcht,
iſt dieſer Beſchluß des Ortsausſchuſſes ſehr zu begrüßen.
Dg. Arheilgen, 27 April. Gemeinderatsſitzung. Am Mitt=
woch
, den 29. April, abends 7.30 Uhr, findet im Rathausſaale eine öffent=
liche
Gemeinderatsſitzung ſtatt. Das Finanzamt Darmſtadt=Land
läßt an die Bürgermeiſtereien des Bezirks ein Rundſchreiben ergehen, in
welchem dieſelben aufgefordert werden, orstüblich bekannt zu machen, daß
Sprechtäge in Steuerſachen Dienstags und Freitags ſtattfinden. Es
wird den Steuerpflichtigen, die am Finanzamt vorſprechen wollen, im
eigenſten Intereſſe empfohlen, dieſe Sprechtage einzuhalten, da an ande=
ren
Tagen niemand mit Abfertigung rechnen kann. Ausgenommen ſind
die Fälle, in denen die Steuerpflichtigen vorgeladen ſind.
Dd. Arheilgen, 26. April. Theaterabend. Die Aufführung
des Schwankes Das Hollandmädchen durch den Geſangverein Lieder=
zweig
am Sonntag abend im Schwanen ſtand, was die ſchauſpieleri=
ſchen
Leiſtungen anbelangt, auf recht beachtlicher Höhe und beſtätigte
wieder den guten Ruf des Vereins in dieſer Beziehung. Neben dem alten
Kämpen Wilhelm Erzgräber, der auch das Stück eingeübt hatte und
ſchon über 20 Jahre beim Liederzweig Theater ſpielt, wirkten in der
Hauptſache jüngere Mitglieder mit, die zum Teil Ausgezeichnetes leiſte=
ten
. Einige hervorzuheben würde bedeuten andere zurückzuſetzen. Das
Stück wirkte mit ſeinen komiſchen Verwechſlungen, die dann zu zwei
Verlobungen führten, und durch die witzigen Reden in Berliner Mund=
art
des Schuhmachers Knoche, dargeſtellt von Chriſtian Weber, derartig
aufreizend auf die Lachmuskeln der zahlreich erſchienenen Zuhörer, daß
öfters das Spiel unterbrochen wurde. Jedenfalls gingen die Zuſchauer
mit dem frohen Gefühl nach Hauſe, einen mit friſchem Humor gewürzten
Abend verlebt zu haben, der ſie für einige Zeit den Sorgen des Alltags
enthob.
P. Eberſtadt, 27. April. Deutſche Turnerſchaft und
Jugend. Am letzten Samstag abend hatte der Turnverein 1876 e. V.
zu einem Vortragsabend in das Kurhotel Schweizerhaus eingeladen.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Vorſitzenden, Bildhauer
Heinrich Dieter, ſprach zunächſt Poſtmeiſter Maykemper über
Naturbetrachtungen, anknüpfend an die bei dem Turner gerade jetzt
wieder neu erwachende Verbundenheit mit der Natur. In feſſelnder
Weiſe wußte der Redner, teils aus Schriften unſeres unvergeßlichen
Heidedichters Hermann Löns, teils aus eigenen Beobachtungen heraus,
die vielfältigen Wunder der Natur zu ſchildern, dabei auf den Kampf
hinweiſend, den alle Lebeweſen in der Natur in gleicher Weiſe wie wir
Menſchen um ihre Exiſtenz zu führen haben. Als zweiter Redner
ſprach der Kreisjugendwart Wollenberg=Frankfurt a. M. über
das Thema: Deutſche Turnerſchaft und Jugend Redner führte aus,
daß die Behandlung des Themas nicht denkbar ſei, ohne gleichzeitig das
Geſicht der Zeit zu betrachten. Für den beobachteten Rückgang an Jung=
turnern
im Alter von 1421 Jahren in der Deutſchen Turnerſchaft ſind
nach ſeiner Anſicht äußere und innere Gründe die Urſache. Als äußere
Gründe nannte der Redner den im Krieg und in der Nachkriegszeit ent=
ſtandenen
Geburtenausfall, das Fehlen von Führern in dieſer Zeit und
die Entwicklung der Sportbünde, denen die Jugend heute in der Haupt=
ſache
zuſtröme. Innere Gründe für den Rückgang erblickte der Redner
darin, daß man der Jugend kein klar umriſſenes Programm habe vor=
ſetzen
können. Die Jugend wolle klare Begriffe. Sie verzichte auf die
Auseinanderſetzung mit Fragen, an denen ſie nach dem Kriege einmal
intereſſiert geweſen ſei. Sie verlange nach einer ſtarken, wenn auch
nicht ſichtbaren Führung. Aufgabe der Deutſchen Turnerſchaft müſſe
und werde es ſein, der Jugend den Weg zum Anſchluß frei zu machen.
Der Verdruß, an dem die Jugend durch die Arbeitsloſigkeit leide, müſſe
gemildert oder beſeitigt werden. Ihr müſſe gezeigt und gewährt wer=
den
, woran ſie Freude habe. Gipfelleiſtungen ſeien hier nicht der rich=
tige
Weg. Wenn auch die Deutſche Turnerſchaft ein Intereſſe daran
habe, größer zu werden, ſo wolle ſie aber doch in erſter Linie erreichen,
daß die Jugend in ihren Reihen zur wahren Volksgemeinſchaft erzogen
werde. Das Mittel ſeien die Leibesübungen. Aus ihnen erwachſe der
Gedanke und der Glaube an die Verbundenheit mit dem Volke draußen.
Darin liege auch die volkspolitiſche Aufgabe der Deutſchen Turnerſchaft.
Sie ſcheue keine Mühe und keine Arbeit, in dieſem Sinne, getren ihrer
überlieferten Tradition, fortzufahren und zu wirken. Der Vereinsvor=
ſitzende
dankte beiden Rednern für ihre Ausführungen, die mit lebhaf=
tem
Beifall aufgenommen wurden. Die Vereinskapelle hatte ſich in den
Dienſt des Abends geſtellt.
Aa. Eberſtadt, 26. Aprik. 90jährige Jubiläumsfeier
und Geſangswettſtreit. Der Geſangverein Frohſinn 1842
der älteſte Eberſtädter Ortsverein, kann im kommenden Jahre auf ein
90jähriges Beſtehen zurückblicken, das in gebührender Weiſe gefeiert
werden ſoll. Aus dieſem Grunde fand am Samstag abend im Saale
des Vereinslokals Bergſträßer Hof eine gut beſuchte außerordentliche
Mitgliederverſammlung ſtatt, die ſich mit der Frage der Ausgeſtaltung
der Jubiläumsfeier befaßte. Vorſitzender Ludwig Brückner hieß im
Anſchluß an ein vom aktiven Chor vorgetragenes Lied alle Anweſenden
herzlich willkommen. Dann erläuterte er an Hand des vom Schrift=
führer
Martin Schaaf verleſenen Protokolls über die Vorarbeiten des
Vorſtandes die bis jetzt vorgeſehenen Pläne. Die Jubelfeier ſoll Ende
Juni oder Anfang Juli abgehalten werden. Vor allem aber wurde
einſtimmig beſchloſſen, mit dem Jubiläum die Abhaltung eines Geſangs=
wettſtreites
zu verbinden. Es wird dies der erſte Geſangswettſtreit ſein,
der in Eberſtadt überhaupt ſeit Menſchengedenken zur Abhaltung ge=
langt
. Man rechnet beſtimmt damit, daß ſich der Geſangswettſtreit eines
guten Zuſpruchs erfreuen wird. Nähere Einzelheiten des Programms
konnten ſelbſtverſtändlich noch nicht feſtgelegt werden. Nur wurde be=
ſchloſſen
, die Vereinsgeſchichte in Geſtalt eines Feſtbuches herauszugeben.
Mit einem weiteren Chor wurde die gut verlaufene Verſammlung in
der Hoffnung geſchloſſen, daß die abzuhaltende Jubelfeier bei beſſeren
Zeiten beſtens verlaufen möge.
Aa. Eberſtadt, 27. April. Das Lied von der Glocke. Der
Volkschor Eberſtadt führte am Sonntagnachmittag im Saalbau Zum
Schwanen die bekannte Chorkantate Das Lied von der Glocke, von
Andreas Romberg auf und erzielte damit einen großen künſtleriſchen
Erfolg. Im erſten Teil des Programms kamen einfache und doch wir
kungsvolle Volkslieder aus dem 15 Jahrhundert zu Gehör. Den muſi=
kaliſchen
Teil hatte der Muſikverein Edelweiß übernommen, Für die
Leitung des Ganzen zeichnete Kapellmeiſter Dominikus Kiſſel= Gerns=
heim
, der Dirigent des Chors, verantwortlich.
F. Eberſtadt, 27. April. Für Bauluſtige. Bauluſtige, die im
Jahre 1931 bauen wollen und 25 Prozent der Baukoſten als Eigenkapital
beſitzen, wollen ſich bis ſpäteſtens 30. April 1931 unter Vorlage der Bau=
und Lagepläne und des Nachweiſes der Finanzierung des Bauvorhabens
auf dem Gemeindebauamt melden.

F. Eberſtadt, 27. April. Volkschor=Konzert. Der Volks=
hor
veranſtaltete am geſtrigen Sonntag im Sacle Zum Schwanen
ein Konzert, dem man ſeit Wochen mit einer gewiſſen Spannung um
deswillen entgegenſah, weil der Verein die Andeas Rombergſche Kom=
poſition
von dem Schillerſchen Gedicht: Das Lied von der Glocke auf
dem Programm ſtehen hatte. Die Ausführung dieſes großen Chor=
werkes
mit Orcheſterbegleitung, womit der Dirigent, Kapellmeiſter Domi=
nikus
Kiſſel=Gernsheim mit dem Volkschor Eberſtadt, unterſtützt von
dem unter gleicher Leitung ſtehenden Volkschor in Gernsheim, einen
Schritt ins Große wagte, gelang! Ja, man darf ſogar ſagen, die Er=
vartungen
des voll beſetzten Hauſes wurden weit übertroffen. Die
Wirkung des Werkes, deſſen Bewältigung etwa 1½ Std. in Anſpruck
nahm, war gewaltig. In atemloſer Stille lauſchte das Publikum mit
geſpannteſter Aufmerkſamkeit den Geſängen, die etwas Eigenartiges,
Seltſames ausſtrahlten. Denn Deutſchlands Dichterfürſt, verlebendigt
duch Rombergs Kompoſition, ſtand in majeſtätiſchem Glanze vor uns.
den Anforderungen, die das Werk an Intonation, Harmonie und Takt
tellt, wurden Sänger und das von dem Muſikverein Edelweiß ge=
ſtellte
Orcheſter wenn man von kleinen Unausgeglichenheiten an ganz
ſcharfen Klippen abſieht in einwandfreier Weiſe gerecht. Man er=
kannte
ſorgfältige Einſtudierung und einen ſtarken Willen zur großen
Tat! Das Verdienſt des Dirigenten bleibt es, daß er ſich nicht ſcheute,
ſeine Hand zu der Aufführung des ſchwierigen Werkes zu bieten. Nun
darf man ihn auch zu dem Erfolg beglückwünſchen. Genannt zu werden
verdienen die Soliſten: Käthe Meiſter=Gernsheim (Sopran), Georg
Mink=Eberſtadt (Tenor) und Karl Enk=Eberſtadt (Baß), die an
dem Gelingen natürlich entſprechenden Anteil haben. Am Schluſſe gab
es lebhaften Beifall, der allen Mitwirkenden, Soliſten, Sängerinnen
und Sänger ſowie dem Orcheſter in gleicher Weiſe galt. Vor der Auf=
führung
des Werkes trugen die beiden Chöre einige Volkslieder aus dem
15. Jahrhundert vor ſo: All mein Gedanken von Grete Dietze, Hüt
du dich von Karl Lüttge und Mein Herz hat ſich geſellet von Karl
Witzke. Eingerahmt war dieſer erſte Teil von zwei Konzertſtücken, näm=
lich
dem C. E. Bachſchen Frühlingserwachen und dem Mozartſchen
Eine kleine Nachtmuſik, die das Orcheſter in vollendeter Weiſe wieder=
zugeben
verſtand. Lieder und Konzertſtücke wurden vom Publikum
dankbar aufgenommen und freudig applaudiert.
Cp. Pfungſtadt, 27. April. Die Militärverſorgungsge=
bühren
für den Monat Mai werden am Mittwoch, den 29. April, vor=
mittags
, am Poſtſchalter zur Auszahlung gelangen. Auch in der hie=
ſigen
Gemarkung ſind jetzt die erſten Spargel geſtochen worden.
f. Roßdorf, 27 April. Bekämpfung der Schnaken. Nach
der Polizeiverordnung über die Bekämpfung der Schnakenplage vom
6. Februar 1913 ſind die Grundſtückseigentümer oder, falls die Grund=
ſtüicke
vermietet oder verpachtet ſind, die Mieter oder Pächter verpflichtet,
auf Aufforderung der Ortspolizeibehörde in den von ihr bezeichneten
Orts= und Gemarkungsſtellen in den Monaten April bis September ein=
ſchließlich
mindeſtens einmal monatlich die auf den Grundſtücken befind=
lichen
Jauchen= und Abortgruben mit einem zur Vernichtung der Schna=
kenbrut
geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum oder dgl.) zu übergießen.
Bei Unterlaſſung erfolgt Beſtrafung und polizeiliche Durchführung der
Maßregeln auf Koſten der Säumigen. Die Bürgermeiſterei hat durch
rtsüibliche Bekanntmachung zur genaueſten Durchführung der obenge=
nannten
Bekämpfungsmaßregeln aufgefordert.
f. Roßdorf, 27. April. Sprechtage. Das Finanzamt Darm=
ſtadt
=Land ließ in einer ortsüblichen Bekanntmachung darauf hinweiſen,
daß Sprechtage nur Dienstags und Freitags ſtattfinden. Bier=
ſteuer
. Die Ortsſatzung über die Erhebung einer Bierſteuer in der
Bemeinde Roßdorf iſt miniſteriell genehmigt und tritt am 1. Mai d. J.
in Kraft. Die genehmigte Ortsſatzung liegt vom 28. April bis 4. Maf
d. J. während der Dienſtſtunden auf der Bürgermeiſterei zur Einſicht
offen. Mütterberatungsſtunde. Die nächſte Mütterbera=
tungsſtunde
findet am Donnerstag, 30., April, nachm, 34 Uhr, durch
die Kreisfürſorgerin in der Kleinkinderſchule ſtatt; Herr Dr.., med. Bau=
mann
wird ebenfalls beiwohnen.
Dieburg, 27. April. Trinkerfürſorgeſtelle des evang.
Wohlfahrtsdienſtes im Kreiſe Dieburg. Die nächſten Be=
ratungsſtunden
finden ſtatt: Donnerstag, 30. April, von 1.303.30 Uhr
in Reinheim (Volksſchule); Donnerstag, 7. Mai, von 1.303.30 Uhr in
Groß=Umſtadt (Kollekturgebäude in der Schloßgaſſe).
* Habitzheim, 27. April. Donnerstag, den 30, April, findet hier im
Gaſthaus Kopp Witwe eine öffentliche Verſammlung der N. S. D.A.P.
ſtatt. Es ſpricht der Abg. Müllenbach über das Thema: Kath. Kirche,
Zentrum und Nationalſozialismus.
er. Brensbach, 27. April. Vorgeſtern in den Nachmittagsſtunden hat
ein fremder Handwerker im Gaſthaus Zur Poſt die Wirtſchaftskaſſe
beraubt. Der Dieb benutzte einen Augenblick, wo die Wirtin in der
Küche hantierte, und eilte der Straße nach Böllſtein zu. Die aufgenom=
mene
Verfolgung von Hausangehörigen und Gendarmerie blieben erfolg=
los
. Der Kaſſenbeſtand war nicht allzu hoch.
er. Lützelbach, 27. April. Haſſia=Tagung. Mit echt kamerad=
ſchaftlichen
Worten eröffnete der 1. Bezirksvorſitzende Röder= Reichels=
heim
die Verſammlung, ſtellte feſt, daß alle 33 Vereine vertreten ſind
und entbot den Delegierten freundliche Grüße und vielen Dank für ihr
Erſcheinen. Im Auftrage des Kriegervereins Lützelbach begrüßte Kame=
rad
Noth ſowie im Namen der Gemeinde Bürgermeiſter Meher die Ver=
ſammlung
. Jahresbericht und Rechnungsabſchluß werden entgegenge=
nommen
und nach Prüfung der Rechnung durch die Kameraden Fuchs
und Zimmer dem Rechner Gerſtenſchläger=Groß=Bieberau Entlaſtung er=
teilt
. Der Kaſſenbeſtand ſchließt mit 104,25 Mark ab. Das Haſſic= Ehren=
kreuz
wird den Kameraden Keil=Nieder=Kainsbach, Adelberger=Reinheim
und Hoffmann=Reichelsheim für 25jährige Verdienſte im Kriegervereins=
weſen
verliehen. Kamerad Adelberger dankte im Namen der Ausgezeich=
neten
für die hohe Ehre, die ihnen zuteil wurde, Kamerad Röder be=
richtet
eingehend über Verſicherungsweſen und Jugendbewegung in der
Haſſia. Zum Bezirksjugendführer wird Kamerad Becker=Gundernhauſen
und zum Bezirksſchießleiter Kamerad Fuchs=Groß=Bieberau einſtimmig
gewählt. Ueber Fürſorgeweſen gab Bezirksobmann Hoffmann= Reichels=
heim
Aufſchluß über die neueſten Notverordnungen und Sparerlaſſe des
Reichsarbeitsminiſters. Als Abgeordneter zum Landesverbandstage in
Michelſtadt wird der 2. Bezirksvorſitzende Barth=Brensbach beſtimmt,
und der Herbſtbezirkstag findet in Zeilhard ſtatt. Die gut gelungenen
Verhandlungen finden den feierlichen Abſchluß mit dem Singen des
Deutſchlandliedes, wozu die anweſende Kapelle Kohlbacher=Werſau auf=
ſpielte
.
Dk. Wiebelsbach i. Odw., 27. April. Bienenzucht. Der Imker=
verein
Groß=Umſtadt hielt hier geſtern nachmittag eine ſehr gut be=
ſuchte
Monatsverſammlung ab. Voran ging eine Beſichtigung der Bie=
nenſtände
von Herrn Eiſenbahnaſſiſtent Brill am Bahnhof und der Her=
ren
Göttmann, Hild, Ohl und Schneider in Wiebelsbach. Frau Brill
führte in ihrer Küche den verſammelten Imkern einen Dampfwachs=
ſchmelzer
vor. Anſchließend begrüßte in der Gaſtwirtſchaft von Herrn
Gg. Becker der Vorſitzende des Vereins, Herr Prof. Dr. Bernius=Groß=
Umſtadt, die Erſchienenen, darunter Herrn Direktor Strack und Frau
von der Landwirtſchaftsſchule in Michelſtadt, und machte dann aus=
führliche
Mitteilungen über die Ausſchußſitzung des Starkenburger Bie=
nenzlichtervereins
e. V. vom 11. April in Darmſtadt. Neu eingetreten
ſind in den Verein Frau Pfarrer Klingelhöfer=Hering ſowie die Herren
Appel' und Hartmann=Raibach und Büchler=Heubach. Die Ausführungen
des Vorſitzenden über Honigpreiſe gaben wichtige Einblicke in den Honig=
handel
. Der Bericht des Herrn Lehrer Böhm=Groß=Umſtadt über die
letzte Verſammlung fand allgemeinen Beifall. Der geplante Familien=
ausflug
iſt am 7. Juni. Herr Brill machte Ausführungen über ſeinen
Verſuch, den diesjährigen Ausfall der Pollenweide durch eine auf dem
Flugbrett und in der Bienentränke den Bienen dargebotene Honigreiz=
fütterung
zu erſetzen. Daß ihm das zu Anfang Februar begonnene Ex=
periment
geglückt iſt, zeigen die trotz des herrſchenden jämmerlichen Bie=
nenwetters
gepfropft vollen Bruträume ſeiner Alberti=Breitwaben und
Normalmaß=Hinterlader=Beuten. Für die Gratisverloſung waren als
Preiſe wiederum brauchbare Imkergerätſchaften vorgeſehen.
ar. Beerfelden, 27. April. Odenwaldklub. Am Sonntag fand
hier in der Wirtſchaft von Schmucker eine Gauausſchußſitzung der dem
Mümlinggau angeſchloſſenen Ortsgruppen des Odenwaldklubs unter dem
Vorſitz von Lehrer Wolf=Zell ſtatt. Zu dieſer Sitzung hatten von 11
Ortsgruppen 9 ihre Vertreter entſandt, 2 Ortsgruppen fehlten. Vor
Eintritt in die Tagesordnung begrüßte ein Vertreter der Ortsgruppe
Beerfelden die erſchienenen Klubgenoſſen und wünſchte der Tagung
beſten Verlauf. Zunächſt wurde auf Vorſchlag des Vorſitzenden beſchloſ=
ſen
, den beiden um den Gau verdienten Mitgliedern des Hauptausſchuſ=
ſes
, den Herren Dr. Köſer und Dr. Götz=Darmſtadt, welche ſchon ſeit
längerer Zeit Ehrenmitglieder des Gaues ſind, die entſprechenden
Diplome zu überreichen. Nach eingehender Beſprechung einiger interner
Klub= bzw. Gaufragen teilte der Vorſitzende mit, daß die Hauptverſamm=
lung
, die in dieſem Jahre in Miltenberg ſtattfindet, auf Wunſch der
Ortsgruppe Miltenberg vom 21. auf den 28. Juni verlegt worden ſei.
Der Vertreter der Ortsgruppe Erbach gab ſeinem Befremden über ein

ſolches Verfahren Ausdruck, da doch die einzelnen Ortsgruppen ihren
Jahreswanderplan in der Regel mit beſonderer Berückſichtigung der
Hauptverſammlung aufſtellen und auch die Feſtlegung von örtlichen Ver=
anſtaltungen
ſich vielfach nach der Hauptverſammlung des Odenwald=
tlubs
richtet. Dieſes treffe in dieſem Jahre ganz beſonders für die Oxts=
gruppe
Erbach zu, da am Tage der nunmehr feſtgelegten Hauptverſamm=
lung
ein größeres Feſt in Erbach ſtattfindet, wodurch die Ortsgruppe
verhindert iſt, geſchloſſen an der Hauptverſammlung teilzunehmen. Eine
ſehr angeregte Ausſprache rief dann die Frage der Einweihung des
Ihrigturmes auf dem Lärmfeuer bei Moſſau hervor. Die Fertig=
ſtellung
dieſes Ausſichtsturmes ſoll derartig beſchleunigt werden, daß
derſelbe noch kurz vor der Hauptverſammlung eingeweiht und dem Ver=
kehr
übergeben werden kann. Da nun auch im Jahresplan des Gaues
eine Sonnenwendfeier in Michelſtadt vorgeſehen war, ſo kam zum Aus=
druck
, daß der Beſuch der drei dicht aufeinanderfolgenden Veranſtaltungen
unter den heutigen Verhältniſſen für die einzelnen Ortsgruppen nicht
tragbar ſei. Es wurde deshalb beſchloſſen, die Sonnenwendfeier in
dieſem Jahre ausfallen zu laſſen und die Einweihung des Ihrigturmes
in möglichſt einfacher Weiſe vorzunehmen. Die entftehenden Koſten für
die Einweihungsfeier will der Gau übernehmen, obwohl grundſätzlich
der Hauptausſchuß bzw. der Geſamtklub dieſe Koſten zu tragen hätte,
doch verlangt der Gau vom Hauptausſchuß einen Zuſchuß von 50 Mark.
Es wurde dann noch das Programm der Einweihungsfeier im äußeren
Nahmen feſtgelegt, die weitere Ausgeſtaltung wurde einem engeren Aus=
ſchuß
, beſtehend aus den Herren Wolf=Zell. Deltau=König und Schmucker=
Moſſan, übertragen. Scharf gerügt wurde noch im Verlaufe der wei=
teren
Ausſprache das Verhalten einer Ortsgruppe, die ſich nicht an den
Ausſchußſitzungen beteiligt, aber trotzdem an den Beſchlüſſen dann un=
ſachliche
Kritik übt, die aber auch ihre ſonſtigen Verpflichtungen dem
Gau gegenüber nicht erfüllt. Nach Erledigung der Tagesordnung ſchloß
der Vorſitzende die offizielle Ausſprache; bei einem Glaſe guten Schmucker=
bräu
unterhielt man ſich noch in angeregter Weiſe über verſchieden
Wanderfragen uſw., bis die vorgerückte Zeit zum Aufbruch mahnte.
Cf. Birkenau, 27. April. Fund. Im Gemeindewald Mörlenbach
wurde bei Wegearbeiten eine Reihe alter Münzen gefunden. Arbeiter
wollten einen Felsblock zur Sprengung vorbereiten und entfernten die
in einer Spalte des Felſen ſitzende Erde. Hierbei ſtießen ſie auf ein
Steingefäß, das insgeſamt 197 alte Münzen, zum größten Teil aus dem
17. Jahrhundert ſtammend, enthielt. Durch den aufſichtführenden Forſt=
wart
wurden dieſelben ſofort ſichergeſtellt. Die Fundſtelle iſt in einem
ganz abgelegenen Teil des Gemeindewaldes Mörlenbach.
W. Heppenheim a. d. B., 27. April. Tödlicher Unfall. Vor=
geſtern
abend ereignete ſich in der oberen Vorſtadt ein tragiſcher Unfall,
Ein von Kirſchhauſen kommender hieſiger Einwohner verlor durch
Platzen des Vorderreifens die Herrſchaft über ſein Motorrad und fuhr
mit voller Wucht gegen ein Haus. Der Anprall war derart ſtark, daß
durch, die entſtandenen Kopf= und Genickverletzungen, der Tod auf der
Stelle eintrat. Der Verunglückte, der 36 Jahre alt iſt, hinterläßt Frau
und drei Kinder, denen man allgemeine Teilnahme entgegenbringt.
Diebſtahl. Die vor Tagen an der gleichen Stelle ausgeſprochene Ver
mutung eines Uhrendiebſtahls findet ſich nun beſtätigt. Auf ein Aus=
ſchreiben
der Polizei ſtellte ſich heraus, daß die Uhr, die zu einem
Spottpreis einem hieſigen Uhrmacher angeboten wurde, einem Frank=
furter
Herrn vor zwei Jahren in Auerbach geſtohlen worden war.
Jugendſtreiche. In unſerer Stadt wurde in letzter Zeit häufig
beobachtet, daß Schuljungen mit Flobertgewehren der Vogelwelt nach=
ſtellen
. Man ſieht es im allgemeinen auf Sperlinge ab, jedoch bleiben
auch andere Vögel nicht verſchont. Als Zielſcheibe dienen auch Häuſer,
ſelbſt innerhalb einer Wohnung waren Schußbeſchädigungen aus be=
ſtimmter
Außenrichtung vorzufinden. Die Polizei iſt eifrig damit be=
ſchäftigt
, dem Unfug Einhalt zu bieten, zumal den Umſtänden nach noch
andere Schußwaffen in Frage kommen. Katholiſcher Männer=
verein
. Bei zahlreicher Beteiligung fand im katholiſchen Vereinshaus
die diesjährige Generalverſammlung des kath. Männervereins ſtatt. Vor
der üblichen Tagesordnung ſprach Finanzbeamter Appel in einem aus=
führlichen
Vortrag, dem man allgemeines Intereſſe entgegenbrachte,
über Bürgerſteuer Gerichtsurteil. Drei hieſige Steinhauer
hatten ſich wegen einer Schlägerei in Nieder=Liebersbach zu verantwor=
ten
. Das Bezirksſchöffengericht terurteilte dieſelben wegen Hausfriedens=
bruchs
und Körperverletzung zu 6 Monaten und 10 Tagen bzw. 4 Wochen
und fünf Tagen Gefängnis bzw. 25 RM. Geldſtrafe.
Gernsheim, 27. April. Waſſerſtand des Rheins am
26. April 0,85 Meter, am 27. April 0,80 Meter.
a. Offenbach, 27. April. Der Kampf gegen die erhöhten
Steuern. Der neue Schutzverein für Haus= und Grundbeſitz hat,
nachdem die größeren Steuerzettel erſchienen ſind, zuerſt zum Kampf
gegen die vom Landtag erhöhte Grund= und Sonderſteuer aufgerufen.
Der große Saal Zum Engel war überfüllt. Der Geſchäftsführer, W.
Schaefer, meinte in ſeinem mehr als einſtündigen Vortrage, das Bit=
terſte
ſei, daß zwei Regierungsparteien, die Staatspartei und das Zen=
trum
, die das Privateigentum ſchützen wollten, dieſe Steuerpolitik mit=
machten
. Die Grundlage der Steuern ſei nicht mehr der Wehrbeitraß,
ſondern der Friedensmieteertrag, und ein Haus, das 50 000 Mark Frie=
denswert
und 3000 Mark Friedensmietertrag habe, müſſe nun von dieſen
3000 Mark 1924.10 Mark als Steuer abliefern. Der Steueranteil an
der geſetzlichen Miete ſei von 48 v. H. auf 64 v. H. geſtiegen. In Frank=
furt
zahle ein Haus von 100 000 Mark Wert 1000 Mark weniger Steuern
als in Heſſen. In der Beſprechung wies Stadtratsmitglied. Becker
(D. V. P.) darauf hin, daß Abg. Dr. Niepoth, der Landesvorſitzende der
Volkspartei, bei der Beratung im Landtag ſofort auf die verheerende
Wirkung der neuen Geſetze hingewieſen habe. Der frühere Stadtrat
Otto Mayer (Zentrum) bedauerte die Haltung des Zentrums, in der
Steuerpolitik. Eine Entſchließung, die ſich ſcharf gegen die Höhe der
Steuern wendet, fand einmütige Zuſtimmung. Im alten Hausbeſitzer=
verein
, der nachträglich für den gleichen Tag zu einer Verſammlung des
Hausbeſitzes und des Handwerks eingeladen hatte, ſprachen der neue
Vorſitzende des Landesverbandes, Bürgermeiſter Buxbaum=Darmſtadt,
der Vorſitzende des Schutzverbandes Mainzer Hausbeſitzer, Schöpp, und
der Geſchäftsführer des Landesverbandes, Ziegler=Darmſtadt, neben dem
Geſchäftsführer des hieſigen Vereins. Die Verſammlung nahm eben=
falls
einen glänzenden Verlauf.
P. Rüfſelsheim, 27. April. Landwirtſchaftliche Be=
nützung
des Stadiongeländes. Das vor einigen Jahren
von der Stadt Rüſſelsheim unterhalb der Opelbrücke in Eigentum er=
worbene
Gelände für ein Stadion iſt wegen Aufſchiebung des Projektes
wieder landwirtſchaftlichen Zwecken dienſtbar gemacht worden. Ob ſpäter
das projektierte Stadion dort errichtet wird, ſteht noch nicht feſt, weil das
Gelände im Hochwaſſergebiet liegt, auf welchem Maſſivbauten nicht zu
läſſig ſind. Neuerdings neigt man an maßgebender Stelle der Errſch=
tung
des Stadions im Anſchluß an den Waldrand öſtlich der Darm=
ſtädter
Straße.
Oberheſſen.
r. Bab Nauheim, 27. April Heſſiſcher Evangeliſchek
Gemeindetag. Zum erſten Mal ſeit 12 Jahren hielt der Heſſige
Landesverein vom Deutſchen Evangeliſchen Gemeindetag in Oberheſſe
wieder einen evangeliſchen Kirchengemeindetag ab, der geſtern hier za9l
reiche Vertreter aus dem Lande zuſammenführte. Im Feſtgottesdienſ
in der Dankeskirche predigte Pfarrer Mahr (Gießen). Anſchließend de
ſichtigten die Gäſte Stadt und Bad. Die Verhandlungen des Nachmie
tags wurden vom Vorſitzenden, Oberſtudienrat Prof. D. Matthes ( Darm=
ſtadt
), mit Umſicht geleitet. Er begrüßte die Vertreter der heſſiſehen
Kirchenregierung und des Landeskirchenamtes, den Superintendenle‟
von Oberheſſen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), Bürgermeiſter 2
Ahl und weitere Gäſte. In längeren Ausführungen zeigte der Pok=
ſitzende
Zweck und Aufgabe des Gemeindetages auf, der lebendige e
meinden ſchaffen wolle, in denen jedes Gemeindeglied ſich mit veran
wortlich fühle für das, was in der Gemeinde getan oder unterlaſle
werde. Den erſten Vortrag hielt Oberkirchenrat Dr. Horre (Daku
ſtadt). Nachdem er die Grüße der heſſiſchen Kirchenbehörde mit dei
Verſicherung überbracht, daß ſie die Beſtrebungen des Evangeliſchen De
meindetages mit lebhaftem Intereſſe verfolge, ſprach er in ſehr grüne=
lichen
Ausführungen über Kirchengemeinde und bürgerliche Gemeinge
Er wies nach, daß drotz allem Unterſchiedlichen auch gemeinſame Berng
rungspunkte zwiſchen kirchlicher und politiſcher Gemeinde beſtänden. 2e
Kirchengemeinde ſei in ganz hervorragendem Maße dazu berufen, d‟
Volksgemeinſchaft zu erziehen, ferner zur Pflege des Heimatſinnee
Direktor Pfarrer Röhricht (Darmſtadt) behandelte überzeugend. Di
Thema Gegenwartsgefahren und =aufgaben der evangeliſchen Rikche
Er ſtellte die ſtaatliche Wohlfahrtspflege der privaten Liebestätigle.
gegenüber. Die Kirche könne niemals auf ihre eigene Liebesarbeit be‟
zichten. Es ſei anzuerkennen, daß in Heſſen die kirchliche Arbeit de
inneren Miſſion bei vielen Wohlfahrtsämtern bis hinauf zu den M."

[ ][  ][ ]

Nummer 117

Dienstag, den 28. April 1931

Achtung

Radio-Hörer

Heute mittag um ½3 Uhr entſchlief unerwartet
mein innigſtgeliebter Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel

Todes=Anzeige.
Am Sonntag früh 3½ Uhr ent=
ſchlief
ſanft im 7. Lebensjahr
unſre liebe

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schütztla dle Strümpfe vor
schmutzigen Spritzern!

Sixtus Schmidt

im Alter von 54 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

infolge einer Blinddarmope=
ration
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Im Namen
der trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Reeg.
Darmſtadt, Kahlertſtr. 26. (6626
Die Beerdigung findet Mittwoch
nachmittag 3 Uhr ſtatt auf dem
Friedhof a.d Niederramſtädterſtr.

Dleser Absatz schützt
wirklich sicher. Die paten-
tierte
Form seiner Boden-
fläche
hält im kritischen
Augenbllck das unter dem
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fest. Er sitzt unauffällig
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O gallbrunn.

Darmſtadt, den 27. April 1931.
Die Beerdigung findet Donnerstag mittag ½4
Uhr auf dem Waldfriedhof ſtatt.
(6645

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben Bruder Schwager, Onkel und Vetter

Für die zahlreiche, aufrichtige
Teilnahme, ſowie für die reichen
Blumenſpenden bei dem Heimgange
unſerer lieben Mutter ſagen wir
Allen, beſonders Herrn Pfarrer
Weigel für die troſtreichen, unver=
geßlichen
Worte am Grabe, auf
dieſem Wege herzlichen Dank.
Die trauernden
Hinter bliebenen:
Familie Neff.
Familie Wolf.
Familie Bender,
Waſchenbach, im Aprik 1931.

Reniner
nach kurzem, ſchweren Leiden zu ſich in die Ewig=
keit
abzurufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Steinius.
Darmſtadt, den 25. April 1931.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April 1931.
nachmittags 2½ Uhr, auf dem alten Friedhof an der
Niederramſtädter Straße, ſtatt.

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Dilster Toungspleen aus Newvork, ehemals Likörfabrikant, aber durch
die Trockenlegung aus seinem Berufe gerissen, tat 1915,18 durch Herstellung
von Granaten zu verschledenen Dollarmilltarden und später zu der Erkennt-
nis
gekommen, daß man den unter dem Toungplane seufzenden Deut-
schen
helfen müsse. Er denkt sich das so: Sie zahlen an uns die Kriegs-
Lribute und können infolgedessen nicht so arbeiten, wie sie es gewohnt sind.
Also leihe ich ihnen das Geld, das sie an uns gezahlt haben, zu 10¾,
und gute Sicherhelten, damit sle arbelten und verdienen und uns die Tri-
bute
weiterzahlen können. Die Freude daran haben ste, die 10¾, habe ich
als kleine Belohnung für meine edle Tat. Besonders will ich ihnen helfen
durch gute Ratschläge, denn sie sind sehr rückständig, indeed. Mister
Toungspleen triftt auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin ein und des
erste, was er bemerkenswert fndet, ist ein Schlld:
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[ ][  ][ ]

Seite 10

Nummer 117

Dienstag, den 28. April 1931

Die Fahnen der 75 Nationen werden in Stratford=on=Avon gehißt.
Alljährlich begeht das engliſche Städtchen Stratford=on=Avon den Geburtstag ſeines größten
Sohnes, William Shakeſpeare (15641616), mit einer großartigen Feier. Die Flaggen von 75.
verſchiedenen Nationen der Erde wehten dieſes Jahr am Shakeſpeare=Tage zu Ehren des Dichters
der Dichter.
Erſtes Originalbild von der Aukobus=Kakaſtrophe bei Lille (Frankreich).

Die Unglücksſtätte.
Bei Lille in Frankreich raſte, wie gemeldet, ein Vorortzug mit voller Gewalt in einen mit Arbeitern
und Arbeiterinnen vollbeſetzten Autobus. 14 Perſonen wurden getötet, etwa 30 Menſchen verletzt.

Profeſſor William Stern,
der berühmte Hamburger Pſychologe, begeht am
29. April ſeinen 60. Geburtstag. Stern, der aus
Berlin ſtammt, iſt aus der Schule von Etting=
haus
und Stumpf und hat zahlreiche Werke über
Pſychologie des Kindes verfaßt, die in päda=
gogiſchen
und juriſtiſchen Kreiſen großes Anſehen
genießen.

Schweres Autounglück.
Heidelberg. Auf der bekannten Renn=
ſtraße
nach Raſtatt ereignete ſich ein ſchweres
Autounglück. Ein von Dr. Sütterlin aus Wies=
loch
geſteuerter neuer Wagen rannte und
zwar vermutlich wegen zu ſcharfen Bremſens
im Walſcher Wald gegen einen Baum und
überſchlug ſich mehrmals. Dr. Sütterlin wurde
erheblich verletzt. Weit ſchwerer aber wurde
der mitfahrende Dr. Heinrich Fuchs=Heidelberg
verletzt, einer der Direktoren der bekannten Hei=
delberger
Waggonfabrik Fuchs A.=G. Er liegt
mit lebensgefährlichen Verletzungen und
Knochenbrüchen in einer Heidelberger Klinik.
Seine Frau hat nur Abſchürfungen und Ver=
letzungen
durch Glasſplitter erlitten.
Verhaftung eines internationalen Hochſtaplers.
Wiesbaden. Ein internationaler Hoch=
ſtapler
, der hier als ſchwediſcher Fabrikdirektor
Torbier auftrat, konnte durch die hieſige Kri=
minalpolizei
feſtgenommen werden. Auch hier
hat er große Scheckbetrügereien verſucht, was
ihm aber infolge der Aufmerkſamkeit der Bank=
angeſtellten
nicht gelang. In ſeinem Beſitz hatte
er bei ſeiner Feſtnahme drei falſche Ausweiſe,
mehrere Bündel Schweizer Franken, bei denen
aber nur der oberſte Schein echt, die anderen
wertlos waren, und mehrere hundert Bank=
notenbündelſtreifen
mit dem Aufdruck einer
Schweizer Bank, die gar nicht exiſtiert. Torbier,
der angibt, in Wirklichkeit Peter v. Markarow
zu heißen und ein ehemaliger ruſſiſcher Ritt=
meiſter
zu ſein, iſt, wie inzwiſchen feſtgeſtellt
worden iſt, ſchon in Wien, Trieſt und im Haag
wegen Betrugs und Paßfälſchung beſtraft.
Eine Schule wegen Maſernepidemie geſchloſſen.
Marburg. In dem Kreisort Sterzhauſen
mußte die Schule wegen des außerordentlich
ſtarken Auftretens der Maſern geſchloſſen wer=
den
.
Ein neuer Segelflugrekord.
Kaſſel. Dem Kaſſeler Segelflieger Poli=
zeioberleutnant
Hentſchel gelang am Sonntag
auf dem Dörnberg ein Segelflug von 11 Stun=
den
1 Minute. Oberleutnant Hentſchel hat da=
mit
nicht nur den von ihm ſelbſt vor einiger
Zeit aufgeſtellten Dörnberg=Rekord um 5 Std.
6 Min. überboten, ſondern auch den Rekord der
Waſſerkuppe, der bisher 9 Std. 21 Min. betrug.
Der Flieger ſtartete mit dem Segelflugzeug
Max Kegel am Sonntag morgen, 8.13 Uhr,
am Südhang des Dörnberges. Der Flug wurde
durch Böen, Hagel= und Wetterſchauer außer=
ordentlich
erſchwert. Um 19.14 Uhr erfolgte die
Landung, da die angebrochene Dunkelheit eine
Fortſetzung des Fluges nicht mehr geſtattete.
Der Flieger hat teilweiſe eine Höhe von 900 bis
1000 Metern erreicht.
England ehrk einen Münchner
Gelehrken.

Geheimrat Karl von Goebel,
der hervorragende Münchner Botaniker, Präſi=
dent
der bayeriſchen Akademie der Wiſſenſchaf=
ten
, erhielt die Goldene Linné=Medaille der Lon=
doner
Linné=Geſellſchaft, die damit zum erſten
Male ſeit dem Kriege wieder einem Deutſchen
verliehen worden iſt.

Ein ungetreuer Kaſſier.
Düſſeldorf. Der Kaſſier der Zentral=
Krankengeld=Zuſchußkaſſe der Katholiſchen Ar=
beitervereine
Deutſchlands, deren Geſchäftsſtelle
ſich in Düſſeldorf befindet, hat ſich, wie der D.
St.=A. berichtet, erheblicher Unterſchleifen
ſchuldig gemacht. Die Kaſſe ſoll um zirka 45 000
bis 50 000 Mark geſchädigt ſein. Die Verun=
treuungen
reichen bis in das Jahr 1924 zurück.
Der Kaſſier waltete bereit ſeit 25 Jahren ſeines
Amtes und genoß unbeſchränktes Vertrauen.
Mit dem Freiballon gegen die Hochſpannung.
Wittenberge. Der Freiballon Braun=
ſchweig
III war am Sonntag vormittag unter
Führung Kommerzienrats Pilz und mit drei
weiteren Inſaſſen aufgeſtiegen. Da eine Lan=
dung
auf den Elbwieſen wegen der Ueber=
ſchwemmungen
nicht möglich war, mußten die
Balloninſaſſen über der Elbe Ballaſt abgeben,
um dem Ballon neuen Auftrieb zu geben. In
der Nähe der Lüneburger Bahn verfing ſich der
Anker in einer Eiche, und der niedergehende
Ballon trieb auf eine 15 000=Volt= Hochſpan=
nungsleitung
zu. Der Ballonkorb blieb in den
Drähten hängen, und infolge des Kurzſchluſſes
gab es eine große Stichflamme. Zum Glück für
die Inſaſſen riſſen die Drähte, ſo daß ein
größeres Unglück vermieden wurde.
Schwere Bluttat bei Angerburg.
Königsberg. Schwere Bluttaten wur=
den
am Montag vormittag in Groß=Strengeln
bei Angerburg verübt. Dort hatte der Beſitzer
Wicht im Jahre 1925 das Grundſtück des Be=
ſitzers
Schulzig gekauft. Aus dem Verkauf ent=
ſtanden
verſchiedene Prozeſſe, die Schulzig ver=
lor
. Am Montag vormittag fuhr der Bruder
des früheren Beſitzers Schulzig, der 29jährige
Artur Schulzig, mit ſeinem Fahrrad nach Groß=
Strengeln. In der Wohnung des Beſitzers Wicht
kam es zu einem heftigen Wortwechſel, in deſſen
Verlauf Artur Schulzig einen Revolver zog und
auf Wicht und ſeine Frau feuerte. Wicht brach,
von vier Schüſſen ſchwer getroffen, zuſammen,
während Frau Wicht ſo ſchwere Verletzungen
erlitt, daß ſie ſofort ſtarb. Der Mörder begab
ſich auf das Feld, wo er bei ſeiner Ankunft den
Bruder des Beſitzers Wicht hatte eggen ſehen.
Auch dieſen tötete Schulzig auf der Stelle durch
mehrere Revolverſchüſſe. Sodann ergriff er ſein
Fahrrad und flüchtete. Durch die Schüſſe waren
jedoch die Pferde des Beſitzers Wicht ſcheu ge=
worden
und gingen durch. Sie raſten hinter
dem Mörder her, überholten ihn und riſſen ihn
mit ſeinem Fahrrad zu Boden. Schulzig wurde
eine ganze Strecke weit von den Pferden mit=
geſchleift
, erlitt aber nur eine ungefährliche
Verletzung am Hinterkopf. Er fuhr ſodann mit
ſeinem Fahrrad nach Angerburg, wo er ſich auf
der Polizeiſtelle verbinden laſſen wollte. Dort
wurde er verhaftet.

Großer Gemälde=Diebſtahl in London.
Berlin. In den Geſchäftsräumen einer
Londoner Kunſtfirma wurde ein Einbruch ver=
übt
, bei dem die Diebe mit Gemälden und
Kunſtgegenſtänden, deren Geſamtwert mit über
540 000 Mark angegeben wird, entkamen. Die
Diebe entwendeten ferner eine größere Anzahl
ſeltener Perſer=Teppiche. Bisher fehlt von den
Dieben jede Spur.
Bei der Verhaftung erſchoſſen.
Deutſch=Eylau. Durch einen unglück=
lichen
Zufall kam geſtern nacht hier der Tier=
zuchtinſpektor
Karl Freiberger aus Stalle bei
Liebſtadt ums Leben. Freiberger wurde zuſam=
men
mit zwei Begleitern von einem Polizei=
beamten
aufgefordert, ihn zur Feſtſtellung der
Perſonalien zur Polizei zu begleiten, widerſetzte
ſich aber der Aufforderung und wurde gegen
den Beamten tätlich. Um den Angreifer abzu=
wehren
, zog der Beamte die Piſtole, erhielt
aber von einem der Begleiter des Freiberger
einen Schlag auf den Arm, was die Auslöſung
eines Schuſſes zur Folge hatte. Freiberger
wurde dabei in die Stirn getroffen und ver=
ſchied
auf der Wache an der erlitten Verletzung.
Die Ueberſchwemmungen im Dünagebiet.
Riga. Die Ueberſchwemmung im Düna=
gebiet
hat geradezu kataſtrophale Formen ange=
nommen
. Oberhalb Dünaburgs hat der Waſſer=
ſtand
der Düna mit 9,8 Meter über normal
ſein höchſtes Niveau ſeit einem halben Jahr=
hundert
erreicht. Im Städtchen Kraslawa reicht
das Waſſer bei vielen Häuſern bis an die
Dächer. Das Eglektrizitätswerk iſt ſtillgelegt
worden.
Schweres Autobus=Unglück in Ungarn.
Budapeſt. Ein ſchweres Autobusunglück,
wobei 40 Perſonen verletzt wurden, ereignete
ſich in der Nähe von Miskolcz. Ein mit Aus=
flüglern
vollbeſetzter Autobus kippte auf der
ſteilen Landſtraße, die in das Bükkgebiet führt,
um und ſtürzte vier Meter tief in einen Bach,
wo der Autobus mit den Rädern nach oben lie=
gen
blieb. Alle 40 Inſaſſen des Autobus, Mit=
glieder
eines Touriſtenvereins der Privat=
beamten
von Miskolcz, wurden verletzt. 15 von
ihnen mußten mit ſchweren Schädelbrüchen und
Gehirnerſchütterungen ſowie inneren Verlet=
zungen
ins Krankenhaus gebracht werden. Der
Zuſtand von drei Schwerverletzten iſt lebensge=
fährlich
. Das Unglück wurde durch Ueberlaſtung
des Autobus hervorgerufen.
Jack Diamond angeſchoſſen.
New York. Jack Diamond, der berüchtigte
Bandenführer, welcher erſt am 22. April gegen
Bürgſchaft von 25 000 Dollar aus dem Gefäng=
nis
von Loncale entlaſſen worden iſt, wurde
geſtern früh in einer Landſchenke bei Cairo
durch Revolverſchüſſe ſchwer verletzt. Man hat ihn
nach dem Krankenhaus von Albany gebracht.

Reich und Ausland.
Der Pſychologe William Skern
60 Jahre alt.

Huclen dert 49 Maltohen sorehell an Syatefprute Tugr.

Das Geheimnis der Wollhandkrabbe.
Ein harmloſes Ungeheuer.
Die Wollhandkrabbe erſchien kürzlich in den
Spalten einiger Zeitungen als Ungeheuer, das
drauf und dran iſt, den Fiſchbeſtand aller deut=
ſchen
Flüſſe zu beſeitigen, die Oſt= und Nordſee=
bäder
zu überſchwemmen und womöglich noch
eines Tages im Trinkwaſſer zu erſcheinen.
Dr. Heinroth, der Leiter des Berliner
Aquariums, hatte die Freundlichkeit, uns über
die tatſächlichen Eigenſchaften dieſes merkwür=
digen
Tieres aufzuklären. Die Wollhandkrabbe.
iſt in China zu Hauſe, wo man ſie ſogar ißt,
Vor 15 Jahren erſchienen die erſten Exemplare
an der Elbmündung. Wie das Tier dort hin=
kam
, ob es von Matroſen mitgebracht wurde
oder auf welche Art es ſonſt um den halben
Globus gelangte, läßt ſich nicht ſagen. Langſam
wanderte die Wollhandkrabbe ſtromaufwärts,
und kürzlich fand man drei dieſer Tiere in den
Havelſeen, wo noch eine beträchtliche Anzahl
von ihnen leben dürfte.
Trotzdem iſt kein Grund zur Beunruhigung
vorhanden. Die Wollhandkrabbe iſt ein etwa
fauſtgroßes Tier, das an den Scheren einen wol=
ligen
Belag zeigt, deſſen Zweck noch nicht be=
kannt
iſt. Es lebt im Salz= wie im Süßwaſſer
und kann auch einige Zeit an der Luft ver=
bringen
ſolange, bis ſeine Kiemen trocken
ſind. Die Bedingungen, unter denen ſich die
Wollhandkrabbe, ſtark oder ſchwach vermehrt,
ſind in Europa noch nicht ſtudiert worden. Je=
denfalls
ſcheint das Vorkommen der Krabbe auf
Elbe und Havel beſchränkt zu ſein; an der Oſt=
ſee
hat man noch kein Stück gefunden.
Eine kleine Unannehmlichkeit bedeutet die
Wollhandkrabbe nur für den Fiſcher. Sie frißt
zwar, da ſie ſich nur langſam fortbewegen kann,
lediglich matte oder in Bodenhöhlen vergrabene
Fiſche; gelegentlich aber kann es vorkommen,
daß ſie aus Verſehen in eine Fiſcherreuſe ge=
rät
. Dann verſucht ſie natürlich, ſich wieder zu
befreien und beißt eine Maſche durch. Vielleicht
vergreift ſie ſich auch einmal an einem Fiſch=
köder
. Damit dürften aber die Gefahren, die
von ihr zu befürchten ſind, vollſtändig aufgezählt.
ſein. Für das Badeleben bildet ſie kein Hin=
dernis
; ſie iſt froh, wenn man ſie in Ruhe läßt.
Ein Einſiedlerkrebs, der getreten wird, beißt
ſelbſtverſtändlich den Unvorſichtigen in die
Wade; und wenn die Wollhandkrabbe das
gleiche tut, ſo wird ihr das niemand übelneh=
men
. Wobei zu bemerken iſt, daß der Einſiedler=
krebs
bedeutend größer und ſtärker iſt als die
Wollhandkrabbe.
E. I.

Ozeanflieger Ahrenberg zur Hilfeleiſtung
nach Grönland.
Stockholm. Wie Svenska Dagbladet‟
erfährt, wird vorausſichtlich der ſchwediſche
Ozeanflieger Hauptmann Ahrenberg in den
nächſten Tagen nach Grönland ſtarten, um dem
Meteorologen der engliſchen Expedition H. G.
Watkins Hilfe zu bringen. Watkins war 200
Kilometer weit von der Grönländiſchen Küſte
entfernt zur Ueberwinterung zurückgelaſſen
worden. Man befindet ſich in großer Sorge um
das Leben dieſes Gelehrten, weil alle Verſuche,
ihm Proviant zu bringen, bisher mißglückten.
Die Watkins=Expedition hat die Aufgabe, die
Möglichkeiten einer direkten Flugverbindung
zwiſchen England und Mittelkanada feſtzuſtellen,
die am kürzeſten über Grönland führen würde.
Man rechnet mit der Möglichkeit, daß Ahren=
berg
auch mit der Wegener=Expedition auf
Grönland in Verbindung kommt.
Elli Beinhorn in Catania (Sizilien).
Catania. Die Fliegerin Elli Beinhorn,
die geſtern früh in ihrem Klemm=Argus= Flug=
zeug
in Tunis geſtartet war, erreichte nach zwei=
ſtündigem
Flug die Küſte von Sizilien und lan=
dete
in Catania. Elli Beinhorn beabſichtigte,
am Montag früh nach Rom weiterzufliegen.
Ein Flugzeug rollt in eine Zuſchauermenge.
Athen. In Drama durchbrachen die Zu=
ſchauer
bei einer Flugvorführung die Abſper=
rungen
auf dem Flugplatz. Im gleichen Augen=
blick
ſetzte ſich ein Flugzeug in Bewegung und
rollte in die Menge. Zwei Perſonen wurden
getötet und viele verletzt.
Sommerzeit in U. S. A. und Kanada.
New York. Die Sommerzeit iſt in den
meiſten Staaten der Union, insbeſondere in
allen Oſtſtaaten, ſowie in Kanada, geſtern nacht
in Kraft getreten.

Japan-Amerika=Flug
über den Pazific.

Yoſhihara,

der bekannte japaniſche Flieger, ſtartet in dieſen
Tagen von Japan zu einem Flug über den
Pazific nach Amerika. Es iſt das erſtemal, daß
dieſer Flug unternommen wird.

[ ][  ][ ]

Nummer 117

Dienstag, den 28. April 1931

Seite 11

Ein Afrikareiſender vor 130 Jahren.

Jedem gebildeten Deutſchen ſind die Namen der Forſcher be=
kannt
, die, beſonders in den 70er und 80er Jahren des vorigen
Jahrhunderts, dazu beitrugen, den weißen Fleck, den die Karte
Innerafrikas bis dahin darſtellte, auszufüllen, und die Verdienſte
der großen Entdecker Baker, Cameron, Spatu, Burton, Sarpa
Pinto, Livingſtone, Stanley und vor allem auch unſerer Lands=
leute
Rolfs, Barth, Schweinfurt, Junker, Nachtigall, Wißmann
ſind allgemein anerkannt. Daß aber vor nunmehr gerade 150
Jahren bereits ein Deutſcher ganz Afrika von Süd nach Nord
(durchwandert hat und dabei eine Menge bis dahin völlig Neues
izu berichten wußte, iſt wohl nur wenigen bis jetzt zur Kenntnis
gekommen.
Und dabei hatte dieſer Deutſche nicht wie die meiſten jener
Entdecker eine wohlvorbereitete, gut ausgerüſtete und bewaffnete
EExpedition zu ſeiner Verfügung, ſondern ohne jeden Gefährten,
ohne wiſſenſchaftliche und techniſche Ausrüſtung, ohne Waffen, ja
Ffaſt ohne Kleidung marſchierte er in 13 Jahren, wie ein Hand=
wverksburſche
auf der Walze, vom äußerſten Süden Afrikas, von
=Kapſtadt, bis zum äußerſten Norden, nach Marokko. Und Hand=
wverker
, nicht Wiſſenſchaftler war er ja auch, der Tiſchlergeſelle
Chriſtian Friedrich Damberger aus dem Preußiſchen,
Der dieſe gewaltige Leiſtung vollbrachte, die wahrlich verdient,
Dem deutſchen Volke bekannt zu ſein. Ein ſchlichter Mann aus
Dem Volke, und ungemein ſchlicht und beſcheiden iſt auch die
Sprache, in der er uns ſeine Abenteuer erzählt in ſeinen im
Qluguſt 1800 niedergeſchriebenen Erinnerungen.*)
Am 2. Juni 1781 ließ ſich Damberger als Soldat für die Hol=
Tändiſch=Oſtindiſche Kompagnie anwerben und landete am 23. Sep=
Eember in dem damals noch holländiſchen Kapſtadt. Er konnte,
weil ſkorbutkrank, nicht nach Indien weitertransportiert werden,
londern kam in Kapſtadt ins Lazarett. Die dortigen Zuſtände
rwaren keineswegs roſig, ſo z. B. hatte von den drei dort amtie=
renden
Aerzten kein einziger wirklich Medizin ſtudiert, und nur
einer verſtand wenigſtens ein bißchen von dieſem Fach. Nach ſei=
ner
Geneſung wurde Damberger als Schreiber und eine Art von
Sausmeiſter bei einem höheren Beamten beſchäftigt, ſah ſich aber
ald genötigt, vor den Nachſtellungen der Gattin dieſes Beamten
and, nachdem er dieſe zurückgewieſen, vor ihrer Rache zu entfliehen.
Manches Intereſſante erfahren wir von den Zuſtänden der hollän=
ſeiſchen
Kapkolonie, ſo z. B., daß ihre Unterhaltung die Holländiſch=
Oſtindiſche Geſellſchaft bei weitem mehr koſtete, als ſie einbrachte,
and daß die Holländer das Kap lediglich als unbedingt nötige
Bwiſchenſtation für ihre Schiffahrt nach Oſtindien beſetzt hielten.
Am 24. Dezember 1783 deſertiert Damberger und faßt den
mbenteuerlichen Entſchluß, zu Fuß von Kapſtadt nach ſeiner preu=
ziſchen
Heimat zurückzukehren, und was heutzutage kaum glaub=
ſich
erſcheint, das ungeheure Wagnis gelingt. Aber unter wel=
chen
Schwierigkeiten! Anfangs hat er einen Karabiner, aber bald
wird dieſer ihm von Eingeborenen abgenommen, dann beſitzt er
roch eine Axt, bis er auch dieſe laſſen muß. An Stelle ſeiner Klei=
der
treten bald Felle, nur ſeine Weſte behält er noch länger, und
m dieſer hat er einige Gulden als Geſchenk für die Gaſtfreund=
ſhaft
der Häuptlinge eingenäht, ſchließlich iſt der letzte wegge=
geben
und die Weſte natürlich auch dahingegangen. Es gelingt
ihm aber, bis zuletzt ſein Tagebuch, d. h. die als ſolches dienenden
Blätter, zu behalten und ſo ſeine wertvollen Notizen für die Nach=
welt
zu retten. Oefters iſt er dem Hungertode nahe, häufig muß
ar aus Furcht vor wilden Tieren auf Bäumen ſchlafen, Begeg=
uungen
mit Löwen, Elefanten, Leoparden und wilden Hunden be=
grohen
ſein Leben, mehrfach wird er von Eingeborenen aufs
woheſte mißhandelt und mit dem Tode bedroht.
Die meiſten Stämme nahmen den einſamen Wanderer aber
wut auf, und die Anſchauungen, die man in Europa vielfach von
gen Wilden Afrikas hegt, paſſen durchaus nicht zu den vielen
5ügen von Menſchlichkeit und Gutmütigkeit, die Damberger zu er=
züihlen
weiß. Beſonders die Frauen ſind ihm gewogen, und öfters
nettet ihn ihre Hilfe vor Mißhandlungen oder Tod, oder iſt ihm
beei der Flucht behilflich. Allerdings gibt es auch hier Intriguen
egen ihn an den Höfen der Könige, und das Gefährlichſte: Viele
Häuptlinge wollen ihn, deſſen Geſchicklichkeit ſie erkannt haben,
nicht wieder fortlaſſen. Manche werden ihm aufrichtige Freunde
unid laſſen ihn endlich nur gegen das Verſprechen des Wiederkom=
m
ens ziehen, andere behandeln ihn einfach als Sklaven, ſo daß er
ſwließlich bei günſtiger Gelegenheit entfliehen muß. Einmal muß
e ſich einem Raubzug anſchließen, der einen Sklaventransport
überfallen ſoll, wird aber dabei ſelbſt gefangen und muß Sklaven=
d
enſte als Viehhirt tun, bis ihm wieder die Flucht gelingt.
Ueber alle durchwanderten Länder hat Damberger genau
Tgebuch geführt und vermag daher eingehend die Staatsver=
hältniſſe
, die Art der Völker ſowie ihre Sitten und Gebräuche zu
ſteildern, die er ja in intimſtem Zuſammenleben mit ihnen genau
kannen lernte. Mehrfach nimmt er Gelegenheit, ethnographiſche
o er geographiſche Irrtümer früherer Reiſender, wie Le Voillants
in Südafrika oder Mungo Parks in Weſtafrika, zu berichtigen.
Seine Schilderungen der Hottentotten und Kaffern ſtimmen mit
dim überein, was wir heute von dieſen Völkern wiſſen, dagegen
überraſcht uns bei ſeiner Beſchreibung der Stämme in der heuti=
gan
portugieſiſchen Kolonie Angola und im Kongogebiet vielfach
de s Vorhandenſein einer Kulturſtufe, die von den heutigen Bewoh=
marn
dieſer Gegenden kaum erreicht wird.
So hebt er hervor, daß im Königreich Angola alle Knaben
du rch die Prieſter leſen und ſchreiben lernen. Auch wurden dort
keirne Götzenbilder verehrt oder Fetiſchismus getrieben, ſondern
mrin betete Sonne und Mond als Gottheiten an. In der Armee
dieſes Königreichs waren außer den einheimiſchen Waffen 250 Ge=
wehre
im Gebrauch, die im Jahre 1763 den Portugieſen in einem
Gefecht abgenommen worden waren. Mehrfach erwähnt Damber=
ger
ausdrücklich, daß der oder jener Stamm im Verdacht der
Menſchenfreſſerei ſtehe, daß er dies aber nicht glaube, da er nie=
nals
ein Anzeichen hierfür wahrgenommen habe. Komiſch wirkt
Neu herausgegeben vom Uhlenhorſt=Verlag, Kurt Brenner,
Hamburg, unter dem Titel Landreiſe in das Innere von
Afrika von Chr. Fr. Damberger.

es, daß dagegen bei einem Stamme er ſelbſt für einen Menſchen=
freſſer
gehalten wurde.
Intereſſant iſt, daß er ſich immer als Araber ausgibt, da er
faſt überall gut aufgenommen wird, wenn er nur kein Chriſt iſt
(wie beiſpielsweiſe in Weſtafrika, d. h. alſo nicht etwa in Län=
dern
, die unter dem Einfluß des Mohammedanismus ſtanden).
Chriſt iſt für die in Betracht kommenden Stämme gleich Portu=
gieſe
, und die Portugieſen hatten ſich redlich bemüht, ihr mit Fol=
ter
und Scheiterhaufen gepredigtes Chriſtentum bei den Eingebo=
renen
verhaßt zu machen. Auch übervorteilten ſie dieſe aufs ſcham=
loſeſte
im Handel und trieben einen lebhaften Sklavenhandel. Ja,
nach Anſicht Dambergers waren ſie es übrigens Engländer,
Franzoſen und Holländer in gleichem Maße , die durch die Nach=
frage
nach Sklaven für Amerika überhaupt den Sklavenhandel
im Großen und die Sklavenjagden erſt hervorgerufen hatten, wo=
mit
natürlich nicht geſagt werden ſoll, daß auch ohne Zutun der
Europäer nicht etwa Hausſklaverei und auch Sklavenverkauf bei
den Eingeborenen ſchon exiſtiert hätten. Wie die Verhältniſſe da=
mals
lagen, beweiſt auch der Umſtand, daß Damberger es ängſtlich
vermeidet, der Küſte nahezukommen, da er fürchtet, von Eingebore=
nen
den Portugieſen als Sklave (als Weißer!) verkauft zu werden
oder von Europäern aus Negerhand befreit, aber dafür gezwun=
gen
zu werden, jahrelang als Arbeiter in den Kolonien, als
Matroſe oder Soldat zu dienen, bei den Portugieſen außerdem auch
die Konfeſſion zu wechſeln.
Ueber die Tierwelt weiß er auch vieles zu berichten. Daß er
dabei die Hyänen Wölfe, die Leoparden Tiger nennt, darf nicht
Wunder nehmen, wenn man weiß, daß die Holländer (Buren) ja
auch die afrikaniſche Tierwelt meiſt mit einem ihnen aus der Hei=
mat
geläufigen Namen bezeichnen, der manchmal gar nicht beſon=
ders
paßt, z. B. Hartbeeſt, d. h. Hirſchtier, für eine Antilopen=
art
. Elefanten trifft Damberger noch weit nördlich des Niger in
der Berberei an, wo man heutzutage vergeblich nach ſolchen ſuchen
würde. Einmal ſieht er eine drei Ellen lange und einen Fuß
dicke Schlange, vor der er eiligſt flieht. Er ſelbſt ſagt, daß dieſe
Schlangengattung, deren Dicke in keinem Verhältnis mit der
Länge ſteht, den Naturforſchern gänzlich unbekannt ſei; wahrſchein=
lich
hat er ſich überhaupt in der Art des Tieres getäuſcht, als er,
aus dem Schlaf im einſamen Walde aufgeſchreckt, es dicht bei ſich
erblickte und ſich ſo ſchnell als möglich aus dem Staube machte.
Im Lande der Hauſſa fand auch ſchon Damberger die hohe
Kulturſtufe, die auch heute noch dieſes Volk vor allen anderen in
Afrika auszeichnet. Intereſſant iſt es, daß damals die Hauſſas
noch nicht wie heute Mohammedaner waren; der Iſlam hat alſo
in den letzten 150 Jahren bedeutende Fortſchritte in der Ausbrei=
tung
nach Süden gemacht. Es befanden ſich aber damals in Dien=
ſten
des Königs von Hauſſa eine große Anzahl Mauren, alſo aus
Marokko ſtammende Mohammedaner. Uebrigens macht Damber=
ger
einen ſcharfen Unterſchied zwiſchen Mauren und Arabern,
unter welch letzteren er alſo wohl nur die unmittelbar über Nord=
oſtafrika
gekommenen verſteht, obwohl die Mauren doch auch nur
eine, ſich allerdings dialektiſch weſentlich von den Oſtarabern
unterſcheidende Art von Arabern ſind. Möglich iſt allerdings auch,
daß er in den Jauſſaſtaaten die Mauren mit den Fulbe, den ſpä=
teren
mohammedaniſchen Herren jener Länder, verwechſelt, die
er merkwürdigerweiſe nie erwähnt und auf die das von ihm über
die Mauren Geſagte ganz gut paſſen würde. Auch Juden fand
Damberger in Hauſſa und in anderen Ländern ſüdlich der Sa=
hara
, in denen ſie in unſerer Zeit nicht mehr vorhanden waren.
Im Gefolge des Königs von Hauſſa machte unſer Held einen
Feldzug gegen Wangara mit. Die Armee beſtand aus 1820000
Mann Eingeborener zu Fuß und 6000 Mann Mauren zu Pferd,
die Mehrzahl mit Gewehren bewaffnet. Nach dem raſch erfochte=
nen
Siege der Hauſſa, der auf beiden Seiten einen Verluſt von
etwa 1000 Mann koſtete, wurde am 20. Auguſt 1788 ein Friedens=
und Freundſchaftsvertrag geſchloſſen, der namentlich in ſeinem letz=
ten
Punkt ganz modern anmutet: 1. Der König von Wangara
gibt dem König von Hauſſa alle Jahre 20 Sklaven, 2. der König
von Wangara ſteht dem Könige von Hauſſa bei, wenn er von an=
deren
Nationen bekriegt wird, wofür er die Beute erhält, welche
ſeine Leute bei dieſem Kriege machen, 3. das Vieh, welches die
Untertanen des Königs von Wangara aus dem Königreich Hauſſa
weggeführt haben, wird zurückgegeben, 4. beide Könige geſtatten
den freien Handel beider Nationen untereinander.
In den Staaten ſüdlich der Sahara gab ſich Damberger für
einen reiſenden Büchſenmacher aus und arbeitete öfters auch län=
gere
Zeit bei einzelnen Häuptlingen als ſolcher mit Erfolg, ob=
wohl
er von Haus aus ja Schreiner war. Da nämlich nicht jedes
Land einen Handwerker dieſer Art beſaß, reiſten damals in Nord=
afrika
die Büchſenmacher von Stamm zu Stamm und wurden, un=
beſchadet
des Verhältniſſes der Stämme zueinander, überall gut
aufgenommen, da man ſie eben nötig hatte.
Schließlich wurde Damberger, nachdem er glücklich auch die
Sahara paſſiert hatte, verräteriſcherweiſe von mauriſchen Reiſe=
gefährten
, deren Karawanen er ſich angeſchloſſen hatte, gefangen
genommen und am 20. Februar 1790 als Sklave verkauft. Er
wechſelt nun ein paarmal ſeinen Herrn und gelangt am 11. Okto=
ber
1791 nach Azafia in Marokko. Damberger ſchildert Marokko
als unter der Tyrannei ſeines Sultans und beſonders der Statt=
halter
leidend. Unter der erſten Klaſſe der Landeseinwohner,
die aus Kaufleuten, Prieſtern, Offizieren und dergleichen beſteht,
meint er dann weiter, trifft man zwar edeldenkende, rechtſchaf=
fene
Männer an, allein der größte Teil beſteht dennoch aus nieder=
trächtigen
Seelen. Azafia (wohl Safi oder Aſafi) iſt eine Hafen=
ſtadt
am Atlantiſchen Ozean, in der jährlich 8090 europäiſche
Schiffe anliefen, alſo für damalige Zeit ein recht beträchtlicher
Verkehr herrſchte. Damberger bleibt 6½ Jahre hier als Sklave,
und es iſt bezeichnend, daß er, obwohl er früher hätte losgekauft
werden können, lieber bei ſeinem guten mauriſchen Herrn bleibt,
der ihn mehr als Freund wie als Sklave behandelt, als daß er
ſich loskaufen läßt und die Kaufſumme als Matroſe oder Soldat:
unter härteren Bedingungen abdient.
Am 11. November 1796 endlich tritt er auf einem holländi=
ſchen
Schiff die Heimreiſe an, nachdem ihn ein Agent der franzö=

ſiſchen Republik losgekauft hat. In Amſterdam, das damals von
den Franzoſen beſetzt war, entgeht er mit knapper Not dem Schick=
ſal
, als Deſerteur behandelt und wieder unter die Kolonialtruppen
geſteckt zu werden, und nur das Eingreifen eines preußiſchen Ka=
pitäns
, der ihn als Untertan ſeines Königs reklamierte, rettete
ihn. Am 14. Mai 1797 endlich konnte Damberger auf dem Schiff
dieſes preußiſchen Kapitäns Amſterdam verlaſſen und in ſeine
Heimat zurückkehren, nach wahrlich außergewöhnlichen Schickſalen
und einer Reiſe, wie ſie trotz Marko Polo und Humbold, trotz
Stanley und Sven Hedin weder vor noch nach ihm ein Europäer
in ähnlicher Weiſe gemacht hat.
Sch.

* Die Könige des Hüdpols.
(Die Vernichtungsarbeit der Walfiſchkönige‟. 50 000 Wal=
fiſche
, die Beute eines Jahres. Die letzten großen Meeresrieſen
ſterben aus.
In Norwegen leben drei Männer, die ſich ſtolz die Könige
des Südpols oder auch die Walfiſchkönige nennen laſſen, die
aber in Wirklichkeit den Titel von Zerſtörern unerſetzlichen Natur=
gutes
verdienen. Sie ſind die Beſitzer der größten Walfiſchjagd=
flotten
, Großinduſtrielle der Naturzerſtörung, und der kleine
Badeort Sandefjord iſt die Zentrale, der Walfanggroßinduſtrie,
deren Tätigkeitsfeld allerdings jetzt nicht der Nordpol, ſondern
der Südpol iſt. Es lohnt ſich aber, große Flotten von Norwegen
viele tauſend Kilometer weit nach der Antarktis zu entſenden,
denn es iſt ein Millionengeſchäft, das hier mit der Maſſentötung
von Walen gemacht wird. Der Präſident der Walfangreeder=
vereinigung
, Konſul Rasmuſſen, erklärte jüngſt einem Zeitungs=
berichterſtatter
mit Stolz, daß im letzten Jahre mehr als 40000
Wale getötet worden ſeien. In Wirklichkeit waren es ungefähr
50 000, wie andere zuverläſſige Zahlen berichten. Aus dieſen An=
gaben
erkennt man, daß ein geradezu unfaßbarer Raubbau an
unwiederbringlichem Naturgut ausgeübt wird. 50 000 Rieſentiere
als Jagdſtrecke eines einzigen Jahres! Das iſt eine geradezu un=
glaubliche
Angelegenheit, denn es iſt ſelbſtverſtändlich, daß unter
dieſen Umſtänden der letzte Rieſenbewohner der Ozeane ausſterben
muß. Die Walfiſchkönige haben zwar, wie die Preſſe mitteilte,
den Beſchluß gefaßt, im nächſten Jahre den Fang der Walfiſche ein=
zuſtellen
. Dazu ſind ſie etwa nicht durch Rückſichten auf die Erhal=
tung
der letzten Wale beſtimmt worden, ſondern durch rein wirt=
ſchaftliche
Gründe. Infolge der gewaltigen Fangergebniſſe der
letzten Jahre konnten die Tranvorräte nämlich nicht an den Mann
gebracht werden. Die Gewinnſucht der Walfiſchjäger war zu groß
und ihre Vernichtungsarbeit zu erfolgreich, als daß ihre Beute
vollkommen hätte abgeſetzt werden können. Auch auf dieſem Ge=
biete
reguliert die Nachfrage das Geſchäft und die Rückſichten auf
die Verpflichtung des Menſchen gegen die Schätze der Natur. Da
für ungefähr 2 Jahre Tranvorräte vorhanden ſind, ſo hätten
neue Waljagden keinen Sinn. Die Herren Walfiſchkönige ſind
ſich darüber klar, daß ihr Maſſenmorden zum Ausſterben der
Walfiſche beitragen muß, denn Konſul Rasmuſſen bemerkte melan=
choliſch
zu den Journaliſten, daß vorausſichtlich durch dieſe ein=
jährige
Ruhepauſe der Walfiſch vorläufig vor dem Ausſterben be=
wahrt
werden wird. Die modernen Walfiſchfangmethoden mit
beſonders dazu hergeſtellten Harpunen haben dieſe ungeheure
Schlächterei in den Gewäſſern des Südpols und die Vernichtungs=
arbeit
der Walfiſchjäger ſtark begünſtigt. In früheren Jahrzehn=
ten
konnten die Wale in derartigen Maſſen nicht getötet wer=
den
. Die Walfiſchjagd war ein Kleinbetrieb im Gegenſatz zu der
Großinduſtrie, die ſie heute darſtellt. Eine Flotte von 30 bis 40
Fangſchiffen iſt nicht nur in der Antarktis, ſondern auch in anderen
Gewäſſern unterwegs, um dieſe erſehnten Spender von Tran und
Fiſchbein zu erlegen. Es iſt gewiß nicht zu unterſchätzen, daß un=
gefähr
50 000 Menſchen in den verſchiedenen Ländern von der Wal=
fiſchjagd
leben und zum Teil ſogar vielfache Millionäre werden.
Haben doch manche Walfiſchjäger Einkünfte von mehreren hun=
derttauſend
Mark im Jahr, von den Walfiſchkönigen, den Groß=
unternehmern
, ganz zu ſchweigen, deren jährliche Einkünfte in die
vielen Millionen gehen. Aber im Intereſſe des Naturſchutzes
muß gefordert werden, daß die Wale vor dem Ausſterben durch
internationale Abmachungen bewahrt werden. Augenblicklich iſt
es ſo, daß dieſe Uebereſte vorgeſchichtlicher Rieſentiere nur dazu
da ſind, um drei oder vier Walfiſchkönigen in Norwegen alljähr=
lich
Einkünfte von Hunderten von Millionen zu bringen. Frü=
her
wurden die Walfiſche hauptſächlich in den nordiſchen Meeren
gefangen. Schon im 9. Jahrhundert waren die Norweger als
Walfiſchjäger bekannt. Später gingen die Holländer und Eng=
länder
auf Walfiſchjagd aus, und die Jagdgebiete waren bei
Grönland und im Eismeer. Damals war im 17. Jahrhunderi
eine Jahresbeute von 500 Walen beträchtlich. Durch die rück=
ſichtsloſe
Verfolgung ſind die Walfiſche aber in den nordiſchen
Gewäſſern völlig ausgeſtorben. Ein Walfiſch enthält aber ſehr
beträchtliche Werte. Ein mittleres Tier von ungefähr 60 000 bis
70 000 Kilogramm Gewicht liefert mehr als 20 000 Kilogramm
Tran und ungefähr 1500 Kilogramm Fiſchbein. Man hat ſich
darum entſchloſſen, das Jagdgebiet in die Gewäſſer der Antarktis
zu verlegen, wo die Walfiſche heute noch in gewaltigen Mengen
auftreten. Bei dem Raubbau, der mit dieſem koſtbaren Natur=
gut
getrieben wird, iſt aber zu befürchten, daß ſie auch über kurz
oder lang völlig ausgeſtorben ſein werden. Sind doch hier Koche=
reien
tätig, von denen einzelne eine Größe von 20 000 Tonnen
und mehr haben. Ohne daß man das blühende Gewerbe der Wal=
fiſchjägerei
zu vernichten braucht, kann man doch beſtimmte Maß=
nahmen
treffen, durch die ein Schutz der Tiere vor dem Ausſter=
ben
gewährleiſtet iſt.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleton, Reich um
Aucland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmenn;
ſür den Handel: Dr. C. H. Que iſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer 7ſc
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliſche Mitellungen: Wiliv Kubls
Druck und Verlag: C.C. Wlttich ſämtlich in Darmſtiadt.
Für unverlangte Manuſtrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 16 Geiten.

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Herausgeber:
Kartunkelstein & Surel
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21. Jahrgang
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[ ][  ][ ]

Ein- und Ausfuhr von Lederſchuhwerk.
Im März 1931 wurden an Lederſchuhwerk aller Gewichtsklaſſen
34 616 Paar eingeführt, gegenüber 182 270 Paar im Februar 1931 (in
den Paarzahlen ſind die als Rückwaren ein= bzw. ausgeführten Schuh=
waren
nicht enthalten). Dies bedeutet einen Rückgang der Einfuhr um
31,0 Prozent. Die aus dem Rahmen der ſonſt in der letzten Zeit ein=
geführten
monatlichen Mengen von Lederſchuhwerk herausfallende hohe
Einfuhrmenge im Februar 1931 iſt darauf zurückzuführen, daß der tat=
ſächlichen
, bedeutend geringeren Einfuhr im Februar noch Einfuhrmen=
gen
aus früheren Monaten hinzugezählt worden ſind. Dieſe wurden
erſt nach der nach Jahresſchluß erfolgenden Abrechnung laufender Zoll=
konten
ſtatiſtiſch erfaßt und der Februareinfuhr hinzugezählt. Gegenüber
März 1930 mit einer Einfuhrmenge von 96 289 Paar Lederſchuhen zeigt
ſich im März 1931 ein Rückgang um 64,0 Prozent. Im erſten Viertel=
jahr
1931 wurden 241 783 Paar Lederſchuhe eingeführt, gegenüber 195 308
Paar in demſelben Zeitabſchnitt des Vorjahres (Steigerung: 23,5 Pro=
zent
). Die Ausfuhr von Lederſchuhen im Mrz 1931 ſtellte ſich auf 449 273
Faar, gegenüber 310 548 Paar im Februar 1931. Die Ausfuhrſteigerung
beträgt demnach 44,0 Prozent. Gegenüber März 1930 mit 468 971 Paar
zeigt ſich im März 1931 ein Ausfuhrrückgang von 4,0 Prozent. Im erſten
Vierteljahr 1931 betrug die Ausfuhr von Lederſchuhwerk 1000 364 Paar
und iſt damit faſt ebenſo hoch wie die Ausfuhr in dem gleichen Zeit=
abſchnitt
des Vorjahres mit 1041 272 Paar.
Der Wert der Einfuhr von Lederſchuhen im März 1931 betrug 460 000
RM., der Wert der Ausfuhr 3 743000 RM. Sonach ergibt ſich im März
1931 ein Aktiv=Saldo von 3 283 000 RM. Die Einfuhr von Lederſchuhen
im erſten Vierteljahr 1931 hatte einen Wert von 2032000 RM., die
Ausfuhr von 8646000 RM. Der ſich hierbei ergebende Aktiv=Saldo
von 6 614000 RM. ſteht einem Aktiv=Saldo von 8 643000 RM. in dem=
ſelben
Zeitabſchnitt des Vorjahres gegenüber.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Stichtage für die Ultimo=Liquidation für Juli bis Dezember 1931.
Die Prämienerklärung iſt Dienstag, 28. Juli 1931, Donnerstag,
27. Auguſt 1931, Montag, 28. September 1931, Dienstag, 27. Oktober
1931, Donnerstag, 26. November 1931, Montag, 28. Dezember 1931.
Die Zahltage ſind jeweils am letzten Tage desſelben Monats.
Hauptverſammlung der Oberheſſiſchen Viehverſicherungs=Anſtalt,
Gießen. Die Oberheſſiſche Viehverſicherungs=Anſtalt, Sitz Gießen, hielt
am Sonntag hier ihre diesjährige Hauptverſammlung ab, die ſehr gut
beſucht war. Aus dem erſtatteten Jahresbericht iſt zu entnehmen, daß
ſich die Verſicherungsanſtalt trotz der ſchweren Zeit gut fortentwickelt und
einen von 2814 auf 3260 geſtiegenen Mitgliederbeſtand aufzuweiſen habe.
Das Verſicherungskapital ſei von 3 411685 am 1. 1. 1930 auf 5 182 195
RM. am 1. 1. 1931 angeſtiegen. Die Prämieneinnahme betrug am
1. 1. 1930 163 429 RM. und am 1. 1. 1931 181 706 RM. An Entſchä=
digungen
wurden für 1930 ausbezahlt 145 228 RM., im Vorjahre 124 973
RM. Die Einnahmen und Ausgaben betragen 45 017 RM. mit einem
Gewinn von 12 176 RM., um den erhöht das Vermögen am 1. 1. 1931
auf 29 131,75 RM. angewachſen iſt. Dem Rechner wurde einſtimmig
Entlaſtung erteilt und die ſatzungsgemäß ausſcheidenden fünf Ausſchuß=
mitglieder
einſtimmig wiedergewählt.
Frankfurter Hof A. G., Frankfurt a. M. Durch die Verſchärfung
der Wirtſchaftskriſe im Jahre 1930 wurde auch das Gaſtſtättengewerbe
beſonders ſchwer betroffen, ſo daß die Geſellſchaft einen beträchtlichen
Umſatzrückgang zu verzeichnen hatte. Die getroffenen Sparmaßnahmen
konnten mit der Minderung der Einnahmen nur teilweiſe Schritt hal=
ten
, da ſich weſentliche Belaſtungen, wie Steuern, Zinſen und Verſiche=
rungen
gar nicht oder nur in beſchränktem Umfange einſchränken ließen.
Der Geſchäftsgang in der Abteilung Weingroßhandlung der Frankfurter
Hof A.G wird als relativ befriedigend bezeichnet. Auch das Zigarren=
Engros=Geſchäft habe ſich weiter gut entwickelt. Die Abteilung Deli=
kateſſen
=Verſand könne eine bemerkenswerte Umſatzſteigerung verzeich=
nen
. Im Geſchäftsbericht wird darauf hingewieſen, daß mit allen Mit=
teln
auf eine intenſive Fremden=Propaganda für die Stadt Frankfurt
am Main hingearbeitet werden müſſe. Beſonders das Goethejahr 1932
werde ſeltene Gelegenheit bieten, den Namen Frankfurts in der Welt
erneut bekannt zu machen. Aus dem im Geſchäftsjahr 1930 erzielten
Bruttogewinn von 1 796 386 RM. (i. V. 2257 883 RM.) verbleibt nach
168 893 RM. (413 833) Abſchreibungen und Abzug von 1,1 Mill. RM.
Generalunkoſten (1,24), 28 022 RM. Steuern (253 219) und übriger
Aufwendungen ein Reingewinn einſchl. Vortrages von 60 025 RM.
(81 680), aus dem die Vorzugsaktien wieder 6 Prozent Dividende ver=
teilt
werden ſollen. In der Bilanz erſcheinen u. a. (in Mill. RM.):
Anlagen 3,33 (3,44), Debitoren 0,87 (0,71), Vorräte 0,77 (0,94), dagegen
Hypotheken 0,88 (0,93), Kreditoren 0,129 (0,187). Aktienkapital und Re=
ſervefonds
werden gegenüber dem Vorjahre unverändert angegeben.
Die Generalverſammlung findet am 28. Mai in Frankfurt a. M. ſtatt.
Schriftgießerei D. Stempel A.=G., Frankfurt a. M. Die G.V., in
der 17 Aktionäre mit 2,682 Mill. RM. St.=A. und 6 Vorzugs=Aktionäre
mit 23 500 RM. V.=A. vertreten waren, genehmigte ohne Erörterung
den bekannten Abſchluß. Wiedergewählt in den Aufſichtsrat wurde Eugen
Mahlau=Cronberg, neugewählt Dir. Bacharach (Dresdner Bank, Frank=
furt
) und Dir. Adomzent=Berlin. Der im Geſchäftsbericht ſchon er=
wähnte
Rückgang des Umſatzes im zweiten Halbjahr 1930 iſt zum Still=
ſtand
gekommen. Dies zeigten die im erſten Quartal des laufenden Jah=
res
erzielten Umſätze. Die im vergangenen Jahr ſchon erfolgten Er=
ſparnismaßnahmen
zur Angleichung der Generalunkoſten an dieſen ver=
minderten
Umſatz hätten wie die erſte Quartals=Rohbilanz zeigt
die beabſichtigte Wirkung erzielt. Wenn die Wirtſchaftskriſe ſich nicht
noch weiter verſchärft, ſei daher ein einigermaßen befriedigendes Ergeb=
nis
für das laufende Geſchäftsjahr zu erwarten.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 27. April ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 93.50 RM. Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung
und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98 99proz, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 5153 RM., Fein=
ſilber
(1 Kilogramm fein) 39.2541.25 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 27. April ſtellten ſich für
Kupfer: April 79 (80.50), Mai 79.75 (80), Juni 80 (80.50),
Juli 81.50 (83), Auguſt 82 (82.50) Sept. 82.75 (83) Okt. 8:
(83.50), Nov., Dez., Jan. 83.25 (83.50), Febr. u. März 83.25
(83.75). Tendenz: ſchwach. Für Blei: April 22.50 (23.50),
Mai 22.50 (23.75). Juni und Juli 23 (24), Auguſt und Sept. 23.25
(24). Okt.. Nov., Dez., Jan. 23.50 (24), Febr. u. März 23.75
(24.25). Tendenz: ſchwächer. Für Zink: April 20 (22), Mai
20.50 (22), Juni und Juli 21 (21.75), Auguſt 21.25 (22) Sept
21.50 (22) Okt. 21.75 (22.50) Nov 22 (22.75), Dez. 22 (23),
Jan. 23 (23.25), Febr. 23 (23.75), März 23.75 (24). Tendenz
abgeſchwächt. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klam
mern Brief.

Brodukkenberichte.

Frankfurter Produktenbericht vom 27. April. An der heutigen Fran
furter Getreidebörſe notierten: Weizen 305306, Roggen 217220, Haf
212,50215. Weizenmehl ſüdd. 43,5044,50, do. niederrh. 43,50=
Noggenmehl 3032, Weizenkleie 12,75, Roggenkleie 13,7514, Erbſen *
bis 34, Linſen 2765, Heu ſüdd. 6,25, Weizen= und Roggenſtroh 3,/
gebündelt 3,50, Treber 10,2510,75. Tendenz ſtetig, Mühlenabfälle ſel
feſt.
Berliner Produktenbericht vom 27. April. Zu Beginn des neu
Berichtsabſchnittes kam das Geſchäft im Produktenverkehr nur ſchle
vend in Gang, zumal Entſcheidungen bezüglich der geplanten Veränd
rungen auf agrarpolitiſchem Gebiet noch nicht bekannt geworden ſin
In Erwartung einer Ermäßigung des Weizeneinfuhrzolles trat d
Inlandsangebot von Weizen etwas ſtärker in Erſcheinung, und bei Z
rückhaltung der Mühlen mußten die Preiſe um etwa 2 Mark nachgebe
Der Lieferungsmarkt ſetzte 12 Mark niedriger ein. Roggen f
prompte Verladung iſt kaum reichlicher angeboten. Samstagspreiſe war
allerdings auch hier nicht zu erzielen. Die Lieferungspreiſe waren
Anſchluß an die Bewegung am Weizenmarkte um 1.50 Mark ab
ſchwächt. Weizenmehl hat, trotz 25 Pfennig billigerer Offerten, ſchlept
den Abſatz, auch Roggenmehl wird nur zu dem notwendigſten Bed
gekauft, die Forderungen ſind allerdings behauptet. Am Hafermar
bekunden Käufer und Verkäufer erhebliche Zurückhaltung. Das mäß
Angebot war aber, infolge der Abſchwächung des Lieferungsmarktes, n.
bei P iskonzefſionen unterzubringen. Gerſte ruhig, aber ſtetig.

Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. April.
Die Börſe eröffnete auch zu Beginn der neuen Woche in ſchwächerer
Haltung. Beſonders verſtimmend wirkte die erneut rückgängige New
Yorker Börſe, im Zuſammenhang mit der dortigen Maklerinſolvenz.
Daneben ging von der unklaren innerpolitiſchen Lage eine ſtarke Zu=
rückhaltung
aus, ſo daß ſich die Umſatztätigkeit wiederum nur in den
engſten Grenzen bewegte. Im Zuſammenhang mit dem heutigen Liqui=
dationstage
kam auf den meiſten Marktgebieten noch einige Prämien=
ware
heraus, denen andererſeits keine Käufe des Publikums gegenüber=
ſtanden
, im Gegenteil, man vollte verſchiedentlich ſogar Abgaben aus
amerikaniſchen Kreiſen beobachtet haben, die jedoch nur geringes Aus=
maß
annahmen. Auch neigte die Spekulation eher zu Glattſtellungen,
zumal man die innen= und außenpolitiſche Lage fernerhin recht unſicher
beurteilte. Schon kleinſtes Angebot genügte, um die Kurſe bis zu zwei
Prozent herabzudrücken. Am Anleihemarkt bröckelten die Kurſe über=
wiegend
bis zu ½ Prozent ab. Pfandbriefe ruhig. Von Liquidations=
pfandbriefen
Frankfurter Hyp.=Bank etwas geſucht und leicht befeſtigt.
Reichsſchuldbuchforderungen etwa ½ Prozent ſchwächer.
Im Verlaufe herrſchte große Geſchäftsſtille, und die Kurſe lagen
meiſt unerholt. Nur J. G. Farben konnten um Bruchteile eines Pro=
zentes
anziehen, während andererſeits Schiffahrtsaktien (minus 2½
Prozent) ſtärker rückgängig waren, die man auf amerikaniſche Abgaben
zurückführte. Merklich ſchwächer kamen noch Kaliwerte (minus 5 Pro=
zent
), ferner DD.=Bank und Dresdener Bank mit je minus 2 Prozent
zur Notiz. Nachdem ſich vorübergehend leichte Erholungen durchſetzen
konnten, gingen die Kurſe im ſpäteren Verlaufe wieder zurück. Die
heute notierten Liquidationskurſe per Ultimo April lagen gegen den
letzten Ultimo uneinheitlich; die durchſchnittlichen Abweichungen betrugen
bis zu 5 Prozent nach beiden Seiten. Stärkere Rückgänge hatten da=
gegen
Chade mit minus 28 und Spenska mit minus 40 Mark. Auch
Tietz, Bergmann, Siemens und Rhein. Braunkohlen lagen mit Ver=
luſten
von 917 Prozent recht matt. Dagegen zeigten Aku, Bemberg,
Holzmann und Miag Beſſerungen bis zu 15 Prozent. Der Schluß der
Börſe war auf weitere Abgaben, auch vom Auslande, ſehr ſchwach; die
Rückgänge betrugen erneut bis zu 1½ Prozent. Am Geldmarkt wurde
der Satz für Tagesgeld im Hinblick auf den bevorſtehenden Zahltag auf
4 Prozent erhöht. Am Deviſenmarkt zog das Pfund gegen den Dollar
(4,8623) erneut an. Sonſt nannte man Mark gegen Dollar 4,1985, gegen
London 20,41½.
Die Abendbörſe war bei kleinerem Geſchäft weiter ſchwach.
Neben den ſchwächeren Auslandsbörſen verſtimmten Meldungen über
eine bevorſtehende größere Emiſſion der Reichspoſt, wodurch man eine
im Augenblick unerwünſchte Belaſtung des Kapitalmarktes erwartet. Et=
was
Material kam noch heraus. Farben eröffneten ¼ Prozent über
dem Schlußkurſe, gaben jedoch im Verlaufe wieder ¾ Prozent nach.
Auch die übrigen Märkte meiſt ſchwächer. In Voigt u. Haeffner=Aktien
ſoll morgen eine Notiz verſucht werden, nachdem der Kurs längere Zeit
geſtrichen Brief notierte Von ſonſtigen Kurſen ſind zu nennen:
Deutſche 105½, Danat 135½ Dresdner 105½, Gelſenkirchen 78, Man=
nesmann
75, Rheinſtahl 78½, Siemens 171, Gesfürel 125, A. E. G. 106,
Nordlloyd 61½, Hapag 61, Aku 85½.
Berlin, 27. April.
Die neue Woche eröffnete in ziemlich ſchwacher Haltung. Man hatte
für den heutigem Liquidationstag zwar nicht mit größeren Orders ge=
rechnet
, doch löſte das Herauskommen von Prämienware Ueberraſchung
und Verſtimmung aus. Die Spekulation verhielt ſich auf Grund einiger
wenig günſtiger Momente recht zurückhaltend, und ſo gingen die Kurſe,
trotz der kleinen Umſätze, vielfach bis zu 3 Prozent, vereinzelt bis zu
5½ Prozent zurück. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe bei ſchleppendem
Geſchäft weiter ab. Thüringer Gas gingen vorübergehend um 3½ Pro=
zent
zurück, da kleine Verkäufe nur zu weſentlich ermäßigtem Kurſe auf=
genommen
wurden. Gegen ein Uhr einſetzende, geringfügige Deckungen
vermochten kleine Erholungen gegenüber den Tagestiefſtkurſen zu be=
wirken
. Von Anleihen waren Altbeſitz 0,40 RM. ſchwächer.
Biebmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 27 April. Auftrieb bzw. Zufuhren
140 Ochſen, 162 Bullen, 277 Kühe, 363 Färſen, 838 Kälber, 28 Schafe,
2978 Schweine, 12 Ziegen. Preiſe für 50 Kilogramm Lebendgewicht in
RM.: Ochſen a) 4649, b) 3840, c) 3942; Bullen a) 3640, b) 34
bis 36, c) 3034; Kühe a) 3538, b) 3032, c) 2225, d) 1418; Fär=
ſen
a) 4750, b) 4345, c) 3840; Kälber b) 6468 c) 6064, d) 55
bis 58, e) 4450; Schafe a) 3336; Schweine b) 4446, c) 4547,

d) 4547, e) 4446, 5) 4244, g) 3640; Ziegen Stück 1224. Markt=
verlauf
: Großvieh ruhig, Ueberſtand; Kälber ruhig, langſam geräumt;
Schweine ruhig, langſam geräumt.
Frankfurter Viehmarkt vom 27. April. Der Auftrieb des heutigen
Hauptmarktes beſtand aus 1398 Rindern (gegen 1372 in der Vorwoche),
darunter befanden ſich 269 Ochſen. 149 Bullen, 492 Kühe und 410 Fär=
ſen
, ferner aus 608 (555) Kälbern, 32 (28) Schafen und 6138 (4915)
Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochſen
al) 4549, a2) 4044, b1) 3639; Bullen a) 3942, b) 3338; Kühe
a) 3538, b) 3034, c) 2529, d) nicht notiert; Färſen a) 4549, b)
4044, c) 3639; Kälber b) 6265. c) 5661, d) 4655. Schafe wurden
wegen des geringen Auftriebes nicht notiert. Schweine b) 4245, c) 43
bis 46, d) 4346, e) 4043, a) f) und Sauen nicht notiert. Markt=
verlauf
: Rinder ruhig, geringer Ueberſtand; Schweine bei ab=
flauendem
Geſchäft geräumt. Kälber und Schafe mittelmäßig, ausver=
kauft
. Verglichen mit den Preiſen des letzten Hauptmarktes gaben Bul=
len
12 Mark, Kühe 2 Mark und Schweine 23 Mark nach, während
Ochſen und Färſen unverändert blieben. Die Preiſe für Kälber blieben
gegen den letzten Nebenmarkt unverändert. Fleiſchgroßmarkt:
Preis für 1 Zentner friſches Fleiſch in Mark: Ochſen= und Rindfleiſch 1)
7078, 2) 6070; Bullenfleiſch 6874; Kuhfleiſch 2) 5055, 3) 4045:
Kalbfleiſch 1) 90100, 2) 7085: Hammel= und Schaffleiſch nicht notiert.
Schweinefleiſch 1) 5863. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes langſam.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. April:
Chicago. Weizen: Mai 82½, Juli 60½, Sept. 60¾, Dez.
64.50; Mais: Mai 56, Juli 57½, Sept. 57.75, Dez. 51.50; Hafer:
Mai 265, Juli 27.25, Sept. 28.25, Dez. 30¾.
Roggen: Mai 34½, Juli 36½, Sept. 38.50, Dez. 42.
Schweine: leichte 7.457.60, ſchwere 6.506.90; Schweine=
zufuhren
: Chicago 32 000 im Weſten 89 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 27. April:
Schmalz: Prima Weſtern 9.15; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen, Rotwinter 93.50; Mais, loko New York
63; Mehl, ſpring wheat clears 4.054,50; Fracht: nach Eng=
land
1,62,3 Schilling, nach dem Kontinent 88.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 86; Lokonotiz: 5½; Mai
5.12, Juli 5.27, Sept. 5.42, Okt. 5.50, Dez. 5.62, Januar 1932:
5.68, März 5.81.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
In der auf den 24 6. einzuberufenden Generalverſammlung der
Baſalt=A.=G., Linz a. Rh., ſollen die regelmäßigen Abſchreibungen auf
1,208. (1,204) Mill. RM. feſtgeſetzt werden, außerdem Extra= Abſchrei=
bungen
im Betrage von 2 Mill. RM. aus einem Buchgewinn aus Ein=
ziehung
der Treuhand=Aktien. Der Vortrag beträgt 27 968 (26 639) RM.
Eine Dividende kommt wieder nicht zur Verteilung.
Die als fabrikneu zugelaſſenen Perfonenkraftwagen im erſten Vier=
teljahr
ergaben mit 10 707 Wagen nur 62 Prozent der Zulaſſungen vom
erſten Vierteljahr 1930 mit 17 29 Wagen. Von den deutſchen Firmen
wurden davon 76,5 Prozent der Geſamtzulaſſungen geliefert gegen 71
Prozent im Vorjahre. Im März 1931 wurden 5706 (8116) Pe= ſonen=
wagen
neu zugelaſſen, im Februar 2433 (4898) und im Januar 2678
(4275)
Die Deutſche Eiſenbahn=Betriebs=Geſellſchaft A.=G., die erſt kürzlich
mit der Kraftverkehrs=A.=G. Bayern ein Abkommen wegen der Ueber=
nahme
des pfälziſchen Autobusnetzes der D.BG. getroffen hat, hat mit
Wirkung vom 1. Mai 1931 an den Betrieb der ſchmalſpurigen Nebenbahn
Mosbach-Mudau (Baden) an die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft ab=
getreten
.
Das am 31. Dezember 1930 zu Ende gegangene Geſchäftsjahr der
Maſchinenfabrik Moenus A.=G Frankfurt a. M., ſchließt mit einem
Gewinn von 10 096 RM. ab. Der auf den 1. Juni dieſes Jahres ein=
zuberufenden
Generabverſammlung foll vorgeſchlagen werden, dieſen Ge=
winn
zuzüglich des letztjährigen Vortrages von 38 839 RM. mit zuſam=
men
48 936 RM. auf neue Rechnung vorzutragen.
Geſandter Wildner iſt als Führer der öſterreichiſchen Handelsdele=
gation
mit den übrigen Mitgliedern geſtern vormittag nach Belgrad ab=
gereiſt
. Die Verhandlungen dienen zur Einleitung der Beſprechungen
über den Abſchluß eines neuen Handelsvertrages und dürften ungefähr
eine Woche in Anſpruch nehmen.

Berliner Kursbericht
vom 27. April 1931

Oeviſenmarkt
vom 27. April 1931

Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . ."
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
I. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Zergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

121.
135.
05.
105.
61.50
84.
62.
107.50
78.25
100.
93.
47.50
119.50
135.75
74.

Meit eee Ve
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau! 69.50
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann 1102.25
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppel

148.25
79.50
126.75
65.
151.
67.
71.
76.
44.75
59.50
77.75
51.

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alka
Agsb.=Nrnb. Maſchk
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hir ſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drak
Wanderer=Werke

M
5.
237.
115.
118.50
55.50
153.75
66.
24.50
48.25
117.
43.50
158.
44.25
59.25

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Eslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenns=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schillin
00 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
18.Stg.
1 Pax.Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs

Geid
0.556
59.02
12.42
112.26
112.21
20.392
1.318
4.1945
58.355

Brieff
10.57
59.14
12.444
73.105/73.245
3.040/ 3.046
169.59/ 168.9:
112 41
112.441
112.59/ 112.6
20.432
1.322
4. 2025
58.475

21.965 22.005
16 395/ 16.435

Schweiz
Sponien
Danzig

Japan
Rio de Janeirv
Jugoſlawien
Portugal

Athen
Iſtambu

Kairo

Kanada
Uruguah
NSland
Tallinn (Eſtl.

Riga

Währung
100 Franken
100 Peſetas
10 Gulden
1 Yen
1 Milreis
100 Dinar
100 Escudos
100 Drachm
türk. 8
Tägypt. *
lcanad. Doll
1 Goldpeſo
100 ist. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats

Gelde
80.80
31.54
2.073
0.310
7.378
18.83
5.457
20.91
92.03
60.75

Brief
E0.26
42.14 42.22
11.70
2.07
(.313
362
18.87
5.441
*0.r5
4.192 4.2c0
2.e97/ 2.703
22.21
111.68/ 17.91
E0.91

Frankfurter Kursbericht vom 27. April 1931.

70 Dtſch. Reichsanli.
6%
½%Intern.,
6% Vaden ......"
8% Bahern .....
......
6%
8½ Heſſen v. 28
8%
v. 29
6 Preuß. Staat
8 Sachſen ....."
..
7% Thüringen.
Dtſche. Anl. Auslo=
ſunsſch
. +1/, Ab=
löſungsanl
..
Dtſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe


8% Aachen v. 29
8% Baden=Baden.
1% Berlin ......"
3% Darmſtadt v. 2e
128
v. 28
7% Dresden.....
8% Frankfurt a.M
v. 26
60
s. 26
8% Mainz......"
8½ Mannheim v. 2/
6%
v. 27
8% München
8½ Nürnberg. .
8% Wiesbaden".

101
84.75
791,
100.2
81.75
92
96
961g
997
79.5
86

8½ Heſſ. Landesbk.
8% Golboblig./ 96.25
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid.
4¾% Kum.-Ob
8% Preuß. Lds..=Anſt. G. Pf.
82 Goldobligl

FTi.
6.2

2.75
92.5
92
78.25

85.2
g9
90.5
79.25
89.5
94

96.25

95.25
85.5
100.5
B

8 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8% Kaſſeler Land=
kredit
Goldpfbr..
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr..
89 Naſſ. Lambesbl.)
4½% Liqu.Obl

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)..

% Berl. Hyp.Bk.
4½%5 Ligu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk
4½% Lig. Pfbr
Pfbr.=Bk.
4½
Liau
7 Mein. Hhp.=Bl. /101.75
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=B!
4½% Lia. Pfbr
8% Preuß. Boden
cred.=Bank
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant".
100.5 14½% Lig. Pfbr.
18% Rhein. Hyp. Bk.
4½% Lig. Pſbr.
90.75 18% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Fredit.
Südd. Bo
(red.=Bank
4½x Aig. Bfbr.

RJ
100
95
86
101
95
86.75
91.5

Hi
75
11
100
EA
91.5
101.5
97.5
92.1
101.25
97.5
93.25
92.9
100.5
93.8

101.5
931/,
101
91.1
101
97.25
T2.5
101
101.25
95.5

8% Württ. Hyp.=B./
6% Daimler=Benz
80 Dt. Linol. Werke
8% Klöckner=Werte
Mainkrw. v. 26
D Mitteld. Stahl
½ Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerke
32 Voigt EHäffner
J. G. Farben Bond=
5% Bosn. L. E.B.
L.Inveſt.
% Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
40 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
49
4%0 Türk. Admin.
% 1. Bagoad
Zollanl.
20 Ungarn 1913
1914
2%
Goldr.
1910
Aktien
M1g. Kunſtziide Unit
A. E. G. .........
Andrege Noris Zahr
Aſchaffba. Brauerei
Zellſtof
Bemberg. J. P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen..
Cement Heidelbere
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade
.
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler-Bem...

100.25
74
98
90.75
88.2
C6.5
86.5
96

101
A
20
281
38.25

15.15
6.8

16.5
18.25

86.25
106.5
128.5
801/,
98.5
68
54
79.5
180
37

92

Dt. Atl. Telegr ..!
Erdöl
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas:. Lia.
Hof...."
elſenk. Berawerk
Geſ. f.eleitr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchiner
Grün & Bilfinger
Hatenmühle Fri/
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. . . . . 118.5
Hochtief Eſſen.
Holzmann. Phil
Flie Bergb. Stamm
Genüfſe/108
Junghans.
Kali Chemte .. . . . 1112.:
Aſchersleben .
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . . . ./ 58.2
Klein, Schanzlin . . /100
Klöcknerwerke
Knorr C. H. .. . . . . 162
Lahmen Eo.
Laurahütte
Lech, Augobarg

101
134.5
36.75
76.25
98
122
203
34
100.5
147.25
88
11
35

39.5
178.25
10-

82
100.5
38.25

Löwenbr. Munch.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr Darmſt
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtad
Deutz
Oberurſel
Tberbedar;
Bhönix Bergbau".
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen ..
Elektr. Stamm
Metallwaren.
Stahlwerke .
Riebeck Montan..
Roeder Gebr.
Rütgerswerie
Zachtleben 9. 0
Salzdetfurtk Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemen & & Halsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svensko Tändſtics
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Gei.
Tietz Leonhard".
Tucher=Brauere:.
Unterfran ſer
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultremarn ..."

77
39.25
13
71.5
124.5

71.5
69.5

40

80
Aa
87
87
66
54.3
138
236
180
186.5
46
140.25
26
173
25
128
40
71
103

18
60.25
56.5
131
133

Vogtlund. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
Wahß a Freytag
Wegelin, Rußfabrifl
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein...
Waldhof...."
Memel.

37.5
3s

Allg. Dt. Creditanſt. 921
Badiſche Bank. . . . /140.5
Bk. ſ. Brauinduſtr.
BarmerBanlverein 101.26
Bayer. Lyp. u. W./130
Berl. Handelsgeſ.
Eypothelbk. 213
Comm. u. Privatb. 117.5
Darmſt. u. Nat.=Bf. 135
Dt. Banf und Disc. 105

88
160,25

Dt. Eff. u. Wechſel/ 94.5
Dresdner Bank. . . 105
Frankf. Bank
Hyp.=Bant 150
Pfdbr.=Bt.
Mein. Hyp. Bank .1151
Oſt. Creditanſtalt 26.5
Pfälz. Hyp.=Ban: (134
Reichsbank=Ant. 166.5
Rhein. Hyp.=Bank. 137
Südd. Bod.=Cr. Bf. 138
Wiener Bankverein
Württk Notenban /129
A.-G. ſ.Vertehrsw./ 67
Allg. Lokalb. Kraftw 126

7% Dt. Reichsb. Vzol 935/,
Hapag .."
Nordd. Lloyd..
Südd. Eiſenb.=Ge

31
G
8C,25

Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ...
Verein. Verf. 220
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich 36

[ ][  ][ ]

Nummer 117

Dienstag, den 28. April 1931

Seite 15

Stauia woind anttitt

Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.

(Nachdruck verboten.)

Verheiratet! ſtieß er endlich mühſam heraus.
Sie neigte bejahend den Kopf, und er hörte ihren ſchnellen,
erregten Atem, und nun verſtand er, was ſie ſagte:
Schon ſeit acht Jahren bin ich es heimlich.
Unmöglich Flavia!
Es iſt ſo. Niemand weiß davon, denn Domenico Sarti,
mnein Vetter, der uns traute, iſt tot. Du weißt, er wurde im
Kriege, als er ſterbenden Soldaten beiſtand, tödlich verwundet.
Domenico Sarti? wiederholte Oreſte faſſungslos.
Er nahm das Geheimnis mit ins Grab, ſprach ſie leiſe
weiter. Er hat getan, was ich von ihm erbat, weil er mir nie
einen Wunſch, war er noch ſo töricht, verſagen konnte. Er liebte
wnich ſo ſehr, der gute Domenico, dieſer Heilige. In einer klei=
wien
Kirche auf dem Viminal in Rom fand die heimliche Trau=
ung
ſtatt.
Ah, Flavia, du träumſt! Wie kann das wahr ſein! rief
Drefte.
Es iſt doch wahr, ſagte Flavia. Ich gebe zu, daß es
Cibereilt, unvernünftig leichtſinnig von uns war, aber wir waren
o jung, er und ich. Ich war damals noch nicht ſiebzehn Jahre
alt, er zweiundzwanzig, aber eigentlich war er jünger als ich,
rioch wie ein Knabe. Und ich liebte ihn ſo ſehr, den ſchönen,
wlonden Jungen. Wie ein junger Gott war er. Sein wollte ich
werden, ehe er mich verlaſſen mußte. Ich wollte ihn nicht ver=
ſieren
. Ich wollte, daß unlösliche Bande ihn an mich feſſelten,
he er ſchied. Darum verlangte ich die heimliche Trauung. Ich
war es, die ſie wünſchte und durchſetzte! Oreſte, ich liebte ihn
wo ſehr!
Du liebſt ihn noch!
Ganz leiſe und heiſer ſtieß es Oreſte hervor, und doch klang
as wie ein Aufſchrei.
Der Mond war am Himtmel höher heraufgezogen, ſein ſil=
ernes
Licht ſickerte durch das Gezweig der dichten Baumkronen,
urnd ein Strahl traf Flavias Geſicht, das ſehr bleich war. Mit
weit geöffneten Augen ſah ſie an Oreſte vorbei, als blicke ſie in
weite Ferne, und langſam ſchüttelte ſie den Kopf.
Ich weiß nicht, ob ich ihn noch liebe, murmelte ſie tonlos.
Er ſah plötzlich, daß ſie ſchwankte, und ſchnell legte er den
Arm um ſie. Ganz brüderlich fürſorglich geſchah es, denn im
Tugenblick war er nicht mehr der Liebhaber.
Komm bat er, etwas weiter hin an der Palkmauer ſteht
eine Bank. Dort erzähle mir in Ruhe, wie alles kam, oder ſo
tiel, wie du mir anvertrauen willſt.
Sie folgte ihm wortlos zu der breiten Holzbank unter blühen=
den
Granatbüſchen, ſie ſetzten ſich. Oreſte zog ihren Mantel dich=
ter
um ſie, damit ſie nicht frieren ſollte, denn kühl wehte es über
die Mauer. Ganz ſtill war es um ſie, auch die Nachtigallen
ſchwiegen jetzt. Und hier erzählte Flavia:
Wie du weißt, Oreſte, war ich in dem Winter, ehe der
grieg ausbrach, Gaſt bei meiner Tante Flavia Corſano, Papas
hängſter Schweſter. Sie war ganz anders als Tante Roſanna,
=bensluſtig und gutherzig. Sie ließ mir ſehr viel Freiheit. Sie
wollte, daß ich mein Leben genoß, ſolange ich bei ihr war, führte
maich auf Välle und Geſellſchaften. Sie ſah Künſtler und Gelehrte
aller Nationalitäten in ihrem Hauſe, und ſo lernte ich bei ihr
crich die Familie eines deutſchen Bildhauers kennen, Vater, Mut=

ter und Sohn. Mit der Mutter befreundete ſich Tante Flavia
ganz beſonders, ſie kam ſehr oft zu ihr, brachte den Sohn mit.
Und ihn ihn liebte ich bald.
Sein Name? fragte Oreſte.
Droſten. Gewiß haſt du ihn ſchon nennen hören, denn die
Werke des Bildhauers Droſten, ſeines Vaters, wurden ſehr an=
erkannt
in Rom, und man ſprach viel von ihm.
Oreſte ſchüttelte den Kopf. Er war mit Künſtlerkreiſen kaum
je in Berührung gekommen. Flavia erzählte weiter:
Der junge Droſten ſtudierte in Deutſchland Medizin. Er
mußte im Frühjahr 1914 dorthin zurück, ſeine Studien fortzu=
ſetzen
und zu beenden. Damals ſchon plante Papa eine Heirat
für mich, und ich fürchtete, daß er mich gegen meinen Willen ver=
heiraten
wollte. War ich nun ſchon heimlich verheiratet, dann
konnte nichts mich zwingen, mich Papas Willen zu fügen. Ver=
ſtehſt
du? Alſo geſchah es, wie ich es wollte, obgleich der junge
Droſten zuerſt Bedenken hatte. Ich verſtand es, dieſe Bedenken
zu zerſtreuen. Er liebte mich. Wie konnte er widerſtehen? Ihm
iſt deshalb kein Vorwurf zu machen, nicht wahr? Sobald er ſein
Examen beſtanden haben würde, wollte er zu Papa gehen, ihm
geſtehen, was geſchehen war, und um ſeine nachträgliche Ein=
willigung
bitten. Aber dann kam der Krieg. Wie hätten wir
ſo etwas vorausſehen können? Er ſchrieb mir von München,
wo ſeine Eltern damals waren, dann vom Rhein. Er war in
einem rheiniſchen Regiment. Dann einmal von der Front in
Frankreich. Dann ſtarb, kurz ehe Italien in den Krieg gegen
Deutſchland eintrat, ganz plötzlich Tante Flavia, und ich mußte
zurück nach Turin. Das ſchrieb ich ihm, nannte ihm meine
Adreſſe, wo Briefe von ihm mich erreichen konnten. Aber ich
weiß nicht, ob er dieſen Brief je erhalten hat, denn ich habe ſeit=
dem
nichts mehr von ihm gehört."
Als Flavia verſtummte, ſprang Oreſte auf. Die Erregung
machte es ihm unmöglich, länger ſitzenzubleiben.
Ein Deutſcher , murmelte er, ein Deutſcher! Wie kann
es ſein, daß du daß du nein, Flavia! Uebrigens iſt dieſe
Ehe vor dem Geſetz nicht gültig, ſelbſt wenn dieſer Deutſche noch
am Leben ſein ſollte, was ich bezweifle, nachdem du ſieben
Jahre keine Nachricht von ihm bekamſt. Auf jeden Fall iſt die
Ehe ungültig.
Vor Gott und meinem Gewiſſen iſt ſie gültig, was ich vor
dem Altar gelobt, bindet mich feſter an ihn, als wenn wir uns
ſtandesamtlich hätten trauen laſſen, ſagte Flavia ſehr beſtimmt.
Nach den Geſetzen unſerer heiligen Kirche iſt eine durch Prieſter=
hand
geſchloſſene Ehe nur durch den Tod lösbar.
Oreſte Bronchi war längſt nicht mehr ſehr kirchengläubig,
aber er wußte, daß trotz der neuen Geſetze in Italien im allge=
meinen
die kirchliche Trauung als die allein bindende angeſehen
wurde. Flavia war religiös, für ſie war bindend, was ſie am
Altar gelobt. Nur der Tod konnte ſie von dem Manne löſen,
dem ſie ſich heimlich hatte antrauen laſſen. Aber er war ſchon
überzeugt, daß dieſer Droſten nicht mehr unter den Lebenden
weilte. Gewiß war er gefallen, längſt begraben, längſt war
Flavia frei.
Nachdem er einigemal raſchen Schrittes vor der Bank auf
und nieder gegangen war, um der Erregung, die ihn ergriffen,
Herr zu werden, ſagte er beſtimmt:

Zum kalſee gehört
Weles eohesle
denn das gibt dem Haſſer,
was ihm ſehlt: Die krak,
alles Aroma aufzunehmen.
Probieren!
Aber Weßeaz muß
es ſein!-Hatürlich!

Wenn er noch lebte, Flavia, hätte er es gewiß möglich ge=
macht
, dir Nachricht zu geben. Wieviel Jahre ſind ſeit Kriegs=
ende
vergangen. Bedenke das! Es iſt ganz ausgeſchloſſen, daß
er noch lebt! Er iſt tot, und du du biſt frei, Flavia!
Aber ſie ſchüttelte den Kopf:
Nach einem ſolchen Kriege iſt es doch möglich, daß er noch
lebt. Und ſolange ich nicht die Gewißheit habe, daß er nicht mehr
unter den Lebenden weilt, kann ich mich auch nicht als frei be=
trachten
."
Haſt du denn nicht Erkundigung nach ihm eingezogen?
Wie wäre mir das möglich geweſen, ohne mich zu verraten?
Ich ſchrieb nach Bonn, wo er zuletzt ſtudierte, an ſeine dortige
Adreſſe, ohne jedoch meine anzugeben, aus Furcht, daß die Ant=
wort
Papa in die Hände geraten könnte. Ich ſchrieb an ſeine
Mutter, mich nach ihrem und nach der Ihren Befinden erkun=
digend
. Ich wußte, daß Richard Droſtens Eltern eine kleine
Villa bei Reichenhall beſaßen. Dahin ſchrieb ich. Dieſer Brief
kam als unbeſtellbar zurück, weil Adreſſatin verſtorben war.
Seine Mutter iſt alſo tot. Ich weiß nicht, ob ſein Vater
noch lebt. Bei wem ſollte ich mich nach ihm erkundigen?
Das muß aber nun geſchehen, entſchied Oreſte. Wir
müſſen Gewißheit darüber erlangen, ob er lebt oder tot iſt. Ich
ſelbſt werde
Wenn du das tun wollteſt, Oreſte !
Das werde ich! Sobald ich dich unter dem Schutz meiner
Mutter in Caſtello Raſano weiß, werde ich nach Deutſchland
reiſen. Du kannſt dich darauf verlaſſen, daß ich nicht ruhen
werde, bis ich dir die Gewißheit bringe, daß er tot iſt.
Oder lebt, ergänzte ſie leiſe.
Nein, nein! ſagte er hart, das kann nicht ſein, das darf
nicht ſeim! Und wenn doch wenn doch, dann dürfte er Rechte
auf dich nicht mehr geltend machen. Denn du liebſt ihn nicht
mehr, Flavia, du liebſt ihn nicht mehr! Sage, daß du ihn nicht
mehr liebſt!
(Fortſetzung folgt.)

Drſtt
t Silber, 6 Meſſer
Gyabeln, Löffel, nur
MK. 75. (*
Brurtz, Rheinſtr. 22.

Tehhiche.
Areislagen verkauft
bil-I. (
au f Leilzahlung
Arrgebote unt, M. 55
a. die Geſchäftsſt. (*

bechſteinflügel
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