Einzelnummer 10 Pfennige
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Nummer 104
Mittwoch, den 15. April 1931.
194. Jahrgang
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Rabatt weg. Banktonto Deutſche Bani und Darm=
Kädter und Natſonalban”
Dus ende ver Monätcie m Spnmen.
Die Regierung Azuar überkrägk dem bisherigen Führer der republikaniſchen Sozialiſten Alcala Zamora
die Regierungsgewalk. — König Alfons IIII. dankk ab. — Die Republik hat ſich konſtiknierk.
König Alfons Thronverzichk.
Ausrufung der Republik.
Madrid, 14. April.
Soeben wird die Nachricht verbreitet, daß der König von
Spanien, König Alfons XIII., auf die Regierungsgewalt verzichtet
hat. Die Abdankung iſt zwar offiziell noch nicht bekanntgegeben.
Man erwartet aber jeden Augenblick, daß König Alfons Madrid
verlaſſen und ſich nach der portugieſiſchen Grenze begeben wird.
Unabhängig von dem Verhalten des Königs hat ſich die Republik
tatſächlich bereits konſtituiert. Im Namen der bisherigen
Regie=
rung hat Graf Romanones dem Führer der republikaniſchen
So=
zialiſten, Alcala Zamora, die Regierungsgewalt übertragen.
Die Nachricht von der Abdankung des Königs Alfons und der
Ausrufung der Republik wurde in ganz Spanien mit
unbeſchreib=
licher Begeiſterung aufgenommen, ſelbſt in Sevilla, das als die
Hochburg der Monarchiſten galt. In Vigo wurde die Bevölkerung
durch die Sirenen der im Hafen vor Anker liegenden Schiffe
darauf aufmerkſam gemacht, daß ſich ein bedeutendes Ereignis
ab=
geſpielt hat. In Huelva durchzogen Arbeiter und Studenten unter
dem Jubel der Menge und unter Abſingen der Marſeillaiſe die
Straßen. In Barcelona wurden die Meldungen aus Madrid vor
den Toren der Univerſität angeſchlagen. Eine ungeheure
Men=
ſchenmenge begrüßte jubelnd den Wechſel der Staatsform. Auf
den öffentlichen Gebäuden in Santander wurde die
republika=
niſche Flagge aufgezogen. Auch in Madrid wurde auf mehreren
öffentlichen Gebäuden die republikaniſche Flagge gehißt.
* Spanien iſt nicht zum erſten Male in ſeiner weltbewegten
Geſchichte Republik. Das ganze Mittelalter hindurch gingen auf
der Halbinſel die Kämpfe mit den Mauren und die
Auseinander=
ſetzungen mit den Stämmen, die mit der endgültigen Abzweigung
Portugals die Bildung eines einheitlichen Machtkomplexes
ver=
hinderten. Von einem geeinigten Spanien kann man erſt ſeit dem
Ausgang des 15. Jahrhunderts, ſeit der Regierungszeit Jſabellas
von Kaſtilien und Ferdinands von Aragonien, ſprechen. Zu
Be=
ginn des 16. Jahrhunderts kamen dann die Habsburger zur
Re=
gierung, deren Ausſterben dann den ſpaniſchen Erbfolgekrieg
ver=
anlaßte, aus dem Philipp V., aus dem Hauſe Bourbon, ſiegreich
hervorging. Nach dem napoleoniſchen Zwiſchenſpiel, das von 1808
bis 1814 den Bruder Napoleons, Joſeph Bonaparte, zum König
von Spanien machte, kehrte das Haus Bourbon aber ſpäter wieder
zurück, bis im Jahre 1868 die Unzufriedenheit mit der Königin
Iſabella II. eine Revolution unter Führung des Marſchalls Prim
auslöſte. Spanien blieb zunächſt auch dann noch eine Monarchie,
war aber durch zwei Jahre auf der Suche nach einem Kandidaten.
Prinz Leopold von Hohenzollern lehnte ab. Trotzdem entſtand aus
dieſer Kandidatur der deutſch=franzöſiſche Krieg 1870/71. Endlich
gelang es, den Herzog Amadeus von Aoſta zur Annahme der
Krone zu bewegen. Bevor er aber in Madrid eintraf, wurde
Mar=
ſchall Prim erſchoſſen. Da er aber auch der inneren Verhältniſſe
Spaniens nicht Herr werden konnte, dankte er nach dreijähriger
Regierungstätigkeit ab. Gleichzeitig riefen die Cortes die
Repu=
blik aus.
Dieſes Zwiſchenſpiel aber dauerte nicht allzu lange, da alle
Parteien ſich gegenſeitig bekriegten und auch die Führer ſchließlich
einſahen, daß die Rückkehr zur Monarchie als der einzige Ausweg
blieb. Die Republikaner hatten bereits 1874 ſo abgewirtſchaftet,
daß ein neuer Aufſtand der Bourbonen von Erfolg begleitet war
und Alfons XII. 1875 ſeinen Einzug in Madrid halten konnte.
Er hat dann 10 Jahre regiert. Als er ſtarb, hinterließ er nur
zwei Töchter. Erſt ein halbes Jahr nach ſeinem Tode wurde ein
Sohn geboren, der als Alfons XIII. ſeinem Vater folgte, zunächſt
aber wis 1902 unter der Vormundſchaft ſeiner Mutter, Maria
Chriſtine, regiert hat. Er hat den unglücklichen Krieg gegen
Amerika im Jahre 1898 zu führen gehabt, der mit dem Verluſt
der weſtindiſchen Beſitzungen und der Philippinen abſchloß. Er
ſetzte allen Perſuchen Romanones, Spanien in den Weltkrieg zu
hetzen, energiſchſten Widerſtand entgegen und ſprach ſich für ſtrikte
Neutralität aus. Dagegen hat er ſich in den Jahren nach dem
Weltkrieg in das unglückliche Marokko=Abenteuer eingelaſſen, an
dem ſich Spanien faſt verblutete. Primo de Rivera, der ſpätere
Diktator, konnte das Unternehmen nur notdürftig liquidieren.
Aber die Folgen dieſer unerhörten Verluſte an Geld und Menſchen
haben doch weſentlich mit dazu beigetragen, in Spanien den
Bo=
den für die Republik vorzubereiten.
Die jetzt ſtattgefundenen Gemeindewahlen hatten infolge der
im Zuſammenhang mit dem jüngſten Regierungswechſel
ver=
ſchobenen Wahlen zu den Cortes eine Bedeutung erhalten, die
ſie nach der Natur der lokalen Intereſſen an ſich nicht gehabt
hätten, wenn es ſich nicht um die erſte Probe auf die
partei=
mäßige Zuſammenſetzung des ſpaniſchen Volkes nach ſieben
Dik=
taturjahren gehandelt hätte. Daß die republikaniſche Bewegung
ſo außerordentlich viel Boden gewinnen würde, damit hat
offen=
bar auch in Spanien ſelbſt niemand gerechnet. Der König, der
ſeine politiſche Anpaſſungsfähigkeit in der Vergangenheit
mehr=
fach beweiſen konnte, hat aus der neugeſchaffenen Lage die
Konſequenzen gezogen und auf die Ausübung der
Regierungs=
gewalt verzichtet.
Die deutſchen Intereſſen gegenüber dieſen Vorgängen in
Spanien gehen ganz eindeutig dahin, eine Erhaltung der
alt=
bewährten freundſchaftlichen Beziehungen zu wünſchen. Ihr
Träger iſt aber das ſpaniſche Königtum geweſen, deſſen ritter=
König Alfons XIII.
liches und ſtreng neutrales Verhalten im Kriege bei uns
unver=
geſſen bleibt. Aber auch das ſpaniſche Volk in ſeiner
Geſamt=
heit hat ſtets ſeine Sympathie für das deutſche bekundet, und
wir können angeſichts der eigenen ſchmerzlichen Erfahrungen
mit den Wirkungen einer längeren Periode der Unruhe und der
Unſicherheit dem befreundeten Spanien nur wünſchen, daß ihm
eine ſolche erſpart bleibe und ſeine innerpolitiſchen Spannungen
und Differenzen ſich möglichſt raſch und ſelbſtverſtändlich ohne
ſchwere Kämpfe und ohne Störungen der öffentlichen Ordnung
löſen mögen.
2as neue republikaniſche Kabinekt.
Die republikaniſche Regierung Zamora hat ihr Hauptquartier
im Volkshaus, alſo im Geſchäftsgebäude des Gewerkſchaftsbundes,
aufgeſchlagen. Tauſende von Menſchen haben ſich vor dem
Ge=
bäude angeſammelt und jubeln den republikaniſchen Führern zu.
Miniſterpräſident: Alcala Zamora, Finanzen: Garcia Prieto,
Außenminiſter: Leroux, Juſtizminiſter: de los Rios, Oeffentliche
Arbeiten: Albornoz, Kriegsminiſter: Aydala, Marineminiſter:
Quiro, Innenminiſter: Maura, Arbeitsminiſter: Cabellero,
Ver=
kehrsminiſter: Barrios.
Der König verzichtek auf alle Rechke
für ſich und ſeine Dynaſtie.
Die proviſoriſche republikaniſche Regierung hat am
Diens=
tag abend im Madrider Rathaus offiziell die zweite ſpaniſche
Re=
publik ausgerufen. Faſt zur gleichen Zeit empfing König Alfons
die Mitglieder der letzten monarchiſchen Regierung und gab ihnen
bekannt, daß er auf alle ſeine Rechte für ſich und ſeine Dynaſtie
verzichte.
Die erſte Amtshandlung der republikaniſchen Regierung
be=
ſtand in Anordnungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ord=
nung in der Hauptſtadt und im ganzen Lande. Das neue
Kabi=
nett beſchloß ferner, ſämtliche vom König ernannten Botſchafter
und Geſandten ſofort von ihren Poſten abzuberufen. Der
Kata=
lonenführer, Oberſt Macia, erklärte, Katalonien werde ſich von
der ſpaniſchen Republik nicht trennen.
Wie verlautet, wird König Alfons vorausſichtlich Spanien an
Bord eines engliſchen Kriegsſchiffes verlaſſen. Auf dem
Nord=
bahnhof iſt jedoch der Hofzug bereitgeſtellt worden, für den Fall,
daß der König ſich zur Abreiſe nach Paris entſchließt. Nach einer
Verſion hat der König bereits mit dem Thronfolger Madrid
ver=
laſſen, während die übrigen Mitglieder der königlichen Familie
Madrid am Mittwoch verlaſſen werden. Nach einer anderen
Ver=
ſion befindet ſich der König noch im Madrider Schloß. Der
Oberſt=
kommandierende der Zivilgarde, Sanjurio, hat ſich der neuen
Re=
gierung zur Verfügung geſtellt. Die neuen Miniſter, die die erſte
proviſoriſche republikaniſche Regierung übernommen haben, ſind
zum größten Teil bekannte Perſönlichkeiten. So iſt
Miniſterprä=
ſident Zamora der Führer der letzten ſog. Dezember=Erhebung
geweſen. Er war auch unter der Monarchie mehrfach Miniſter
und bekleidete unter anderem auch einmal das Amt des
Kriegs=
miniſters. Bei Miguel Maura, dem neuen Innenminiſter,
han=
delt es ſich um einen Sohn des bekannten alten Politikers. Der
neue Kriegsminiſter Aydala iſt ein in Spanien vielgenannter
Linksrepublikaner. Er iſt von Haus aus Rechtsanwalt,
Abgeord=
neter, und hat ſich ſehr ſtark für die ſozialiſtiſche Bewegung
be=
tätigt. Der Außenminiſter Leroux iſt Chef der Radikalen Partei
In Berliner politiſchen Kreiſen verfolgt man die
Entwick=
lung der Ereigniſſe in Spanien mit dem Intereſſe, das bei den
freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland und Spanien
ſelbſtverſtändlich iſt.
Kulkurzwang.
Rußland lernt leſen. — Planierte Kunſt. — Brettſpiel als
Staatsaufgabe. — Der revolutionierte Kalender. — Poſt und
Poſtbeamte.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, April 1931.
Die große zähe Bauernmaſſe des ruſſiſchen Volkes hat bis
zur Einführung des Fünfjahresplans dem Kommunismus als
politiſches und geiſtiges Problem ziemlich gleichgültig
gegen=
übergeſtanden. Nun hat aber Stalin einen Impfzwang für
den ſozialiſtiſchen Bazillus eingeführt, der ſich nicht
nur auf die praktiſch=wirtſchaftlichen Seiten der
Wechſelbeziehun=
gen zu Stadt und Dorf erſtreckt, ſondern auch den Zweck
ver=
folgt, die Lebensformen entſcheidend abzuändern, die Maſſen
zu „bilden”, natürlich kommuniſtiſch zu bilden. Er hat Hand
in Hand mit dem Induſtriealiſierungs= und
Kollektivierungs=
auch den Kulturzwang eingeführt.
In dem Schlagwort „Religion iſt Opium für das Volk” zeigte
ſich erſtmalig der Verſuch, den kollmuniſtiſchen Gedanken auch
in der breiten Volksmaſſe geiſtig zu fundieren. Es wurden
„Gottloſen=Akademien” gegründet, in denen „der verdummenden
Wirkung der Neligion” „wiſſenſchaftlich” zu Leibe gerückt werden
ſoll. Da man aber die tiefwurzelnde Religioſität beſonders bei
der älteren Generation des ruſſiſchen Bauern erkannt hat, geht
man mit um ſo größeren Eifer daran, durch entſprechende
Auf=
klärung die jüngere zu gewinnen. Sie ſoll lernen, den
Kom=
munismus aus den Büchern erlernen. — Noch in den erſten
Jahren des Lenin=Regimes gab es auf dem ganzen großen
Ge=
biet der Union nahezu 40 Millionen Analphabeten.
Davon beherrſchte ein Teil mit knapper Not das ABC. — Die
allgemeine Scheu vor dem Lernen, vor Leſen und Schreiben, ja
vor jedem geſchriebenen und gedruckten Wort war aber ſo groß,
daß ein praktiſcher Nutzen auch den zur Not des Leſens
Kun=
digen daraus nicht erwuchs. — Es dauerte mehrere Jahre, bis
die Regierung ſich zu einem entſcheidenden Angriff auf das
Analphabetentum entſchloß, und es bedurfte erſt ſolcher
Ent=
hüllungen, wie z. B. der, daß auch von den offiziellen
Delegierten des großen Parteikongreſſes vor
etwa 1½ Jahren 11 v. H. noch gänzliche
Analpha=
beten waren, 68 v. H. nur Anfangs=, 15 v. H. Mittel= und
nur 6 v. H. Hochſchulbildung hatten, um einen Anlauf zu
wirk=
lichen Beſchlüſſen zu nehmen. — Heute aber lernt
Ruß=
land leſen. Die „Erlernung der Wiſſenſchaften” wird in
den breiteſten Volksmaſſen populär gemacht und als
vordring=
liche ſtaatliche Aufgabe bezeichnet. Für die Erwachſenen werden
Abend= und Nachkurſe veranſtaltet, „fliegende” Lehrer ſollen dem
ungeheuren Mangel abhelfen und ſelbſt Prämien für die
Er=
lernung des Leſens und Schreibens werden ausgeſetzt. 1929
ſollen nach den Angaben des Bildungskommiſſariats über zwei
Millionen Menſchen das ABC erlernt haben: 1930 ſollen es
ſogar acht Millionen geweſen ſein. Der Plan für das laufende
Jahr ſieht aber eine Zahl von 15 Millionen vor. Denn auch
das Leſen und Schreiben iſt im Fünfjahresplan geregelt, wird
als Staatsaufgabe ſyſtematiſch aufgefaßt. Die Gewerkſchaften
üben auf ihre Angehörigen einen ſtarken Druck aus, in den
Fabriken werden beſondere Klaſſen für den Elementarunterricht
eröffnet, bärtige Männer und von der Laſt der Jahre gebeugte
Frauen führen einen harten Kampf mit der Fibel — kurz, alle
Bewohner ſollen auf die Schulbank gebracht werden. — Leider
ſind aber die Mittel nur beſchränkt und die praktiſchen
Mög=
lichkeiten oft ſo minimal, daß wirklich entſcheidende Fortſchritte
vorläufig noch kaum ſichtbar ſind. In Moskau allein ſollen in
dieſem Jahr über 250 000 Kinder eingeſchult werden, davon
179 000 im Alter von 8—10 Jahren. Ueber 3000 neue Lehrer
ſind nötig, 500 Schulen müſſen neu gebaut werden, es ſind aber
weder die Mittel dazu vorhanden, noch laſſen ſich die Lehrkräfte
auftreiben. Tauſende von Jungkommuniſten müſſen in
proviſo=
riſchen Kurſen halbausgebildet werden, um in die Lücke
ſprin=
gen zu können. Aehnlich ift es auch in anderen Gebieten
be=
ſtellt. Die „Jsweſtija” ſchreiben, daß in Sibirien von den
er=
forderlichen 996 nur 395, im Wolgagebiet von 2325 nur 311, im
Ural von 1850 nur 1000 Schulen eröffnet werden konnten.
In den Lehrbüchern findet man keine andere als die rein
kommuniſtiſche Auffaſſung von der Welteinrichtung und dem
Weltgeſchehen. Sie ſind zum Teil direkt religionsfeindlich,
min=
deſtens aber bewußt areligiös. Alle Romantik und beſonders
auch die dem Ruſſeumenſchen eigene Myſtik iſt aus ihnen
ver=
bannt. Gott iſt Lenin, — der in der letzten Zeit allerdings immer
mehr durch Stalin verdrängt wird — und ſein Erziehungsmittel
für den idealen kommuniſtiſchen Menſchen iſt die Technik. Alle
Geiſtesheroen der Weltgeſchichte exiſtieren nur inſoſern, als bei
ihnen ein poſitives Verhältnis zum Proletarier feſtgeſtellt
wer=
den kann. Materialismus iſt Trumpf.
Zwar kann dieſe behördlich planierte Kultur vorläufig noch
nolens=volens nur in kleinen Doſen verabreicht werden. Man
argumentiert jedoch in Moskau, daß die heute 25jährigen ſich
nur noch dunkel an die Zarenzeit erinnern können. Nach
wei=
teren zehn Jahren ſchon wird man nur noch aus dem Munde
der Bejahrten wie vom Hörenſagen etwas von „dieſen guten
alten Tagen” erfahren. Inzwiſchen aber wird eine zielbewußte
junge Generation herangebildet ſein. Deshalb wird die
heutige Jugend mit beſonderem Eifer bearbeitet, wozu dem
herrſchenden Klaſſenſtaat noch eine ganze Reihe anderer Mittel
zur Verfügung ſteht. — Der Fünfjahresplan erfaßt nicht nur
Politik, Wirtſchaft und Induſtrie, nein, bei dem Gosplan=
Komitee ſind auch eigene Abteilungen für Kunſt, Wiſſenſchaft,
Literatur, Kino, Theater, Radio uſw. uſw., ja für Spiel und
Sport geſchaffen worden. Wie kein Schriftſteller in
Nußland ohne behördliche Genehmigung etwas
ſchreiben kann (weil er einfach keine Preſſe keinen Verlag,
keinen Herausgeber findet), wie es keine freie Preſſe gibt (weil
alle Preſſe kommuniſtiſch iſt), wie kein Theater ohne Vorzenſur
ein Stück aufführen darf (obwohl aus Mangel an echter
Kom=
muniſtendichtung noch heute Puſchkin, Tſchechow, Gribojedow
uſw. aufgeführt werden), ſo darfkein Maler aus freier
Initiative und eigener Intuition malen, kein
Plaſtiker etwas geſtalten, was nicht der politiſchen Idee diente,
und ſelbſt das Brettſpiel — Dame, Halma, wühle und
beſon=
ders Schach — iſt im Plan „geregelt”. Alles wird als
Staats=
aufgabe ausgeführt, programmäßig und als Dienſt an der kom=
Nummer 104
Seite 2
Mittwoch, den 15. April 1931
muniſtiſchen Idee. Es gibt Gewerkſchaften der Profeſſoren, der
Wiſſenſchaftler, der Plaſtiker, der Maler. Sie ſind
Staats=
beamte, die mit Erreichung des 60. Lebensjahres eine Penſion
beziehen, wenn ſie ihre Kunſt in die vom Staat gewünſchte
Richtung haben drängen laſſen und wenn ſie ihre „
Planauf=
gaben” mindeſtens zehn Jahre lang ausgeführt haben. Jeder
von ihnen hat die Aufgabe, ſo und ſoviel Kunſtwerke zu ſchaffen
binnen einer genau feſtgeſetzten Zeit. Die Individualität wird
hier mit allen Mitteln unterdrückt, ſelbſt Empfindungen und
ſeeliſche Emotionen werden in den Dienſt der politiſchen Idee
geſtellt Zuchtkünſtler ſollen herangebildet und
zu entſprechenden Höchſtleiſtungen gezwungen
werden. Damit werden aber auch alle Geiſtesarbeiter dem
Regime untertänig gemacht, wobei von Intereſſe iſt, daß unter
der Rubrik der Geiſtesarbeiter auch die oben genannten
Schach=
ſpieler rangieren, und zwar unabhängig von ihrem ſonſtigen
Bildungsniveau. „Das Schachſpiel iſt eine Kunſt‟. Dieſes Wort
von Lunatſcharſki iſt von Stalin übernommen worden und ſoll
im Plan populär gemacht werden. „Rußland muß aus ſeiner
geiſtigen Trägheit heraus! Rußland muß Schach ſpielen!” Und
in den Komſomolzen= und Gewerkſchaftshäuſern, ja in jedem
Arbeiterklub gibt es jetzt Schachecken, in denen ſich Vertreter
bei=
derlei Geſchlechts und des verſchiedenſten Alters in dieſer Kunſt
verſuchen. 500 000 Schachſpieler muß die Union im
Jahre 1932 haben, ſo fordert es der Plan. Und
mit geradezu erbittertem Ernſt geht man an die Verwirklichung
dieſer Aufgabe, kein Lächeln erhellt die Züge der Leute, die in
dieſem „kommuniſtiſchen Spiel” den Widerſacher geiſtig zu
ſchla=
gen trachten.
Aber wohl kein Mittel war von ſo nachhaltiger Wirkung
auf dem Wege zur Erziehung des kommuniſtiſchen Menſchen,
wie die Kalenderreform, die Einführung der
Fünftage=
woche und die damit verbundene Auflöſung des
Fami=
lienlebens. Stalin verfolgte damit einen doppelten Zweck.
Einmal ſollen die Arbeitsleiſtungen vermehrt, zum anderen aber
„den Eckpfeilern der Reaktion, der Kirche und der Familie, der
Gnadenſtoß verſetzt werden”. Heute erkennen alle führenden
Kom=
muniſten an, daß der erſte Zweck verfehlt wurde. Durch die
neue Einteilung gehen täglich Millionen von Arbeitsſtunden
verloren, und nicht einmal der Wegfall der Kirchenfeiertage
kann einen Ausgleich bringen, da hierfür die
Revolutionsfeier=
tage obligatoriſch wurden. — Dafür hat die Neuregelung aber
um ſo gründlicher den zweiten Zweck erreicht. Die fünf Tage
der Woche haben jeder ſeine Farbe erhalten, und auf jede
Farbe entfällt alſo ein Fünftel der Arbeiter und Angeſtellten der
Werke, Fabriken, Büros ſw. Nun kann den Sowjets natürlich
nicht zugemutet werden, daß ſie etwa auf „illegal, Religiöſe‟
oder auf „Familienangelegenheiten” übertriebene Rückſicht
neh=
men, nein, im Gegenteil: es wird offen zugegeben, daß dann
ja der Zweck des Ganzen nicht erreicht werden würde. Die
Farbe des Mannes iſt alſo eine andere als die der Frau und
möglichſt eine andere als die der Kinder; d. h., jedes der
Familienmitglieder hat einen anderen Farben= bzw. Ruhetag.
Als Verbündeter erſchienen die Wohnungsverhältniſſe — die
„Bürger” ſollen gezwungen werden, ihr leeres und ödes Heim
zu verlaſſen und ihre Feiertage in zuverläſſiger kommuniſtiſcher
Geſellſchaft zu verbringen. Praktiſch ift damit jedes Ausruhen
im Schoße der Familie — geſchweige denn einer größeren
Gemeinſchaft — unmöglich geworden.
Und die Folgen dieſer „bolſchewiſtiſchen Kultur”? Auch
kommuniſtiſche Zeitungen klagen ſeit langem, daß die
Arbeiter=
klubs am beſten bewieſen, bis zu welchem Grade Zucht und
Sitte nachgelaſſen hätten. Auf der einen Seite ein ſinnloſes
Nachbeten von Schlagworten, auf der anderen aber Säufertum,
Unzucht und Schlimmeres. In Induſtrie, Landwirtſchaft und
Verkehr iſt die Hebung der Diſziplin, die Bekämpfung des
An=
alphabetentums, die Ausbildung bewußter Arbeiter zur
Staats=
aufgabe gemacht worden. Seltſamerweiſe haben die Behörden
aber die Poſt übergangen, die in einer Schlamperei
dahin=
vegetiert, wie ſie wohl nirgends ſonſt zu finden iſt. Faſt
30 Millionen Menſchen ſind noch heute ohne
Poſtbelieferung, die Beamten ſind oft Halbanalphabeten,
Gelegenheitsbeſtellungen mit mehrwöchiger, ja mehrmonatiger
Verſpätung ſind an der Tagesordnung, ebenſo wie
Unterſchlagun=
gen von Briefen in großen Mengen, von ganzen Monatsgängen
der Tagespreſſe uſw. Eine unerwartete Reviſion einer
länd=
lichen Poſtſtation hat nach der „Prawda” ergeben, daß Briefe
gefunden wurden, die nicht nur ein halbes Jahr lang nicht
ab=
geliefert, ſondern ſo lange auch unter dem Schreibtiſch des
Be=
amten gelegen haben, ohne weggeräumt zu werden. In einer
kleineren Stadt (!) wurde die Poſt von dem Beamten eines
ſchönen Tages kurzerhand geſchloſſen, ohne daß er für nötig
befunden hätte, darüber ſeine vorgeſetzte Behörde zu
infor=
mieren. Nur an der Tür prangte, von unbekannter Hand
ange=
bracht, ein Schild „Unbekannt verzogen‟. Die Briefe wurden
aber auch weiter auf dem Bahnhof von dem Fahrtbeamten
ab=
geliefert, — und zwar ingend einem Bürger der Stadt, und ſie
gingen manchmal wochenlang von Hand zu Hand, bis ſie ihren
Empfänger fanden. — In der Sowjetpoſt herrſchen in der Tat
narchiſche Zuſtände.
Spione in Laborakorien.
Wie die Ergebniſſe wiſſenſchaftlicher Forſchungen ausſpioniert
werden. — Gelehrte als Spione. — Gibt es einen Schutz gegen
wiſſenſchaftliche Spionage?
Zu der aufſehenerregenden Entdeckung einer weit
verzweig=
ten Spionage in den Laboratorien von J. G. Farben wird uns
geſchrieben.
Die wiſſenſchaftliche Spionage und die Erkundung der
Er=
gebniſſe wiſſenſchaftlicher Forſchung gehört zu den ſchwierigſten
Unternehmungen dieſer Art, denn hier helfen nicht die
gewöhn=
lichen Mittel der Werkſpionage, wie verborgene
Photographen=
apparate oder Diebſtähle von Erzeugniſſen, die man ja überall
kaufen kann. Die chemiſche Induſtrie, die heute eine der
groß=
artigſten Erwerbszweige iſt, iſt ſeit mehreren Jahrzehnten
be=
ſonders in Deutſchland das Ziel zahlreicher Spione aus aller
Herren Länder, denn die deutſchen Erzeugniſſe der Farbenfabriken
und Heilmittellaboratorien ſind in der ganzen Welt berühmt,
ohne daß ſie nachgemacht werden können. Die Verfahren beruhen
auf wiſſenſchaftliche Geheimrezepte, die im allgemeinen nicht
pa=
tentiert werden. Man vermeidet es, ſie dem Patentamt
anzu=
melden, denn dadurch wird den Induſtrieſpionen und Nachahmern
erſt der Weg gewieſen, auf welche Weiſe ſie unter Umſtänden zu
der Herſtellung der erſehnten Produkte kommen können. Man
kann die Geheimniſſe der chemiſchen Laboratorien nur durch ganz
bedeutende Sachkenntnis erforſchen, denn es gehören dazu
ein=
gehende wiſſenſchaftliche Studien, die insbeſondere die Bedeutung
von ganzen Verſuchsreihen chemiſcher Art erkennen laſſen. Im
engliſchen „Chemical Truſt” iſt vor drei Jahren ein Spion
ver=
haftet worden, der ein bedeutender franzöſiſcher Gelehrter war
und die Arbeiten auf dem Gebiete der Kohlenverflüſſigung
aus=
ſpionieren ſollte. Er war ſelbſt Fachmann, und konnte aus
zahl=
reichen Andeutungen und anſcheinend harmloſen und
unweſent=
lichen Bemerkungen die nötigen Schlüſſe ziehen. Man fand bei ihm
Aufzeichnungen, die eine geradezu erſtaunliche Kenntnis der in
Betracht kommenden Einrichtungen verrieten. In Amerika, in
ſationen zur Erforſchung und Ausſpionierung bedeutſamer
Ge=
heimrezepte und chemiſcher Geheimverfahren, die über zahlreiche
Angeſtellte verfügen. Im Kriege hat man bekanntlich ſogar
amt=
lich verſucht, die deutſchen chemiſchen Geheimverfahren auf dem
Gebiete des Heilmittel= und Farbenweſens nachzuahmen und
aus=
zuſpionieren. Die Induſtrieſpionage in den chemiſchen
Labora=
täriſche Spionage. Hier handelt es ſich ur lebenswichtige Dinge.
Bom Tage.
Der Oberpräſident der Provinz Heſſen=Naſſau hat durch
Ver=
bot das Tragen einheitlicher Parteiuniformen oder
Bundesklei=
dung der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiter=Partei für
den Umfang der Provinz Heſſen=Naſſau unterſagt.
Das Schöffengericht Berlin=Mitte verurteilte am Dienstag
Dr. Goebbels in Sachen des Uniformverbotes wegen
Aufforde=
rung zum Ungehorſam gegen gültige Geſetze zu einer Geldſtrafe
von 200 Mark. In einem anderen Prozeß vor demſelben Gericht
wurde Dr. Goebbels wegen öffentlicher Beleidigung des
Vizepoli=
zeipräſidenten Dr. Weiß zu einer Geldſtrafe in Höhe von 1500
Mark oder zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt.
Von dem Großen Kaſſeler Schöffengericht wurde der
natio=
nalſozialiſtiſche Reichstagsabgeordnete Gottfried Feder wegen
Vergehens gegen das Republikſchutzgeſetz zu einem Monat
Ge=
fängnis verurteilt.
Die Reichsgeſchäftsſtelle der D. V. P. hat anläßlich der
Auf=
löſung von Kundgebungen für das Volksbegehren beim
preußi=
ſchen Miniſterium des Innern Verwahrung dagegen eingelegt,
daß Polizeibehörden der Notverordnung vom 28. März eine
Aus=
legung geben, die mit ihrem Sinn und Geiſt nicht vereinbar iſt.
Die Berliner Stadtverordnetenverſammlung wählte am
Dienstag nachmittag mit 110 Stimmen den ehemaligen Danziger
Senatspräſidenten Dr. Sahm zum Oberbürgermeiſter der
Reichs=
hauptſtadt.
Die Verhandlungen zwiſchen den Vertretern des Oberſten
Volkswirtſchaftsrates der U. d. S. S. R. und den deutſchen
Indu=
ſtriellen wurden geſtern zu Ende geführt. Es wurde in allen
Punkten eine Einigung erzielt, und damit die Grundlage für die
von der Sowjetſeite zu erteilenden Beſtellungen geſchaffen.
Zu Gerüchten über eine bevorſtehende neue Reichsanleihe
wird von zuſtändiger Stelle mitgeteilt, daß keinerlei derartige
Verhandlungen ſtattfänden, weil kein Bedarf vorliege. Ob ſich in
abſehbarer Zeit ein Bedürfnis nach einem mäßigen Bankkredit
geltend machen werde, laſſe ſich zurzeit nicht überſehen.
Das Völkerbundsſekretariat veröffentlichte am Dienstag, die
vom 10. April datierte Note der engliſchen Regierung an den
Ge=
neralſekretär des Völkerbundes. Der Generalſekretär des
Völker=
bundes hat die Note der engliſchen Regierung im Wortlaut den
Mitgliedern des Völkerbundsrates übermittelt.
Die polniſche Induſtriellen=Abordnung wird nunmehr doch
nach Sowjetrußland reiſen, nachdem von ſowjetruſſiſcher Seite
er=
klärt worden iſt, daß der beanſtandete ruſſiſche Zeitungsartikel
nicht von amtlicher Seite ausgegangen iſt.
Entſprechend den Erwartungen wurde Baron Wakatſuki vom
japaniſchen Kaiſer mit der Bildung des neuen Miniſteriums
betraut.
Elekkrizikätskampf in Oberheſſen.
Slillegung der Wölfersheimer Werke.
In der letzten Zeit gingen Nachrichten durch die Preſſe, daß
die Wölfersheimer Kraftwerke ſtillgelegt werden ſollen und Wege
geſucht würden, eine Stillegung der Werke und Gruben mit der
Arbeitslosmachung von etwa 1300 Menſchen zu vermeiden. Die
Dinge liegen praktiſch ſo: Das Schwelkraftwerk der Hefrag, das
von Heſſen und Frankfurt gemeinſam begründet worden war, kam
in Schwierigkeiten dadurch, daß die Bauſumme weit über den
Voranſchlag hinausging und die Teerausbeute trotz großzügiger
Verſuche der Leitung geringer war, als ſeinerzeit angenommen.
In Verbindung mit Schwierigkeiten der Grube Friedrich in
Hun=
gen übernahm die Preußenelektra zunächſt deren Frankfurter
An=
teil an der Hefrag und dann den heſſiſchen Anteil. Die
Preußen=
elektra wurde dadurch Eigentümer des Schwelkraftwerkes, das ſie
durch die Aufſtellung der früheren Oefen aus Hungen erweiterte.
Insgeſamt hat ſie etwa 30 Millionen inveſtiert. Durch den
kata=
ſtrophalen Preisſturz am Teermarkt, durch die norddeutſchen
Erd=
ölvorkommen und die ruſiſche Einfuhr wurde das Werk
unren=
tabel, ſo daß man mit einem jährlichen Millionenverluſt rechnet.
Die Preag, deren Ziel ſchon bei Uebernahme der Werke war,
ihre elektrowirtſchaftlichen Intereſſen auszubreiten, nicht nur
Elektrizität zu produzieren, ſondern auch Verteiler zu ſein, hat
jetzt mit ziemlicher Deutlichkeit ihre Pläne inſofern enthüllt, als
ſie unter allen Umſtänden auch das Ueberlandwerk Oberheſſen in
ihre Hand bekommen will. Da nun der Provinzialausſchuß
Ober=
heſſen alle dieſe Angebote abgelehnt hat in der richtigen
Erkennt=
nis, daß die Provinz ſich bei der Entwicklung auf
elektrizitätswirt=
ſchaftlichem Gebiet unmöglich ausſchalten laſſen kann, glaubt die
Preag das Ziel eher dadurch zu erreichen, daß man Stillegung
des Schwelkraftwerkes Wölfersheim mit der Frage Kraftwerk
Oberheſſen verbindet. Man behauptet, die Stillegung
Wölfers=
heims könnte verhindert werden, wenn die Provinz ihr
Ueber=
landwerk an die Preag übertrüge, ohne daß allerdings eine
Ge=
währ dafür übernommen werden könne, daß tatſächlich das Werk
Wölfersheim erhalten bleibt. Es iſt auch unwahrſcheinlich, daß
die Preag bei Uebernahme des Ueberlandwerkes Oberheſſen ſolche
Gewinne erzielt, daß die Verluſte des Schwelkraftwerkes
ausge=
glichen werden. Trotz aller Verſuche, die unternommen werden,
den durch eine Stillegung Wölfersheims entſtehenden
wirtſchaft=
lichen Nachteil zu vermeiden, darf doch erwartet werden, daß der
Provinzialtag Oberheſſen ſeine Intereſſen wahrt und das
Ueber=
landwerk nicht aus der Hand gibt um einer Ausſicht willen, die
keinerlei feſte Abmachungen gewährleiſtet.
Darum iſt gerade die wiſſenſchaftliche Spionage in Laboratorien
viel gefährlicher, als die gewöhnliche Induſtrieſpionage, die ſich
auf irgendwelche Patente von größerer oder geringerer Bedeutung
bezieht. Nur ganz ungewöhnlich geſchickten Gelehrten iſt es
mög=
lich, hin und wieder auf Grund eigener Forſchungen in das
Ge=
heimnis der chemiſchen Rezepte und Formeln einzudringen, die
für die Herſtellung von wichtigen Produkten der chemiſchen
In=
duſtrie Bedeutung haben. In den meiſten Fällen bedienen ſich
dagegen die Spionageorganiſationen — wie in dem jüngſten Falle
bei der J. G. Farben — der Angeſtellten, um von ihnen durch
Beſtechung die Rezepte zu erhalten. Dieſe Spionagezentralen
ver=
fügen meiſt über beträchtliche Geldmittel, ſo daß es ihnen möglich
iſt, alte und erfahrene Angeſtellte zu verführen. Bei beſonders
geheimzuhaltenden Verfahren ſichern ſich aber die Werke gegen
dieſe Induſtrieſpionage dadurch, daß die einzelnen Arbeitsgänge
getrennt voneinander vorgenommen werden. So beſteht manches
Produkt aus zahlreichen Teilen, zu deren Zubereitung 15 bis 20
verſchiedene Arbeitsgänge notwendig ſind. Um die Geheimhaltung
des Verfahrens zu ſichern, wird jeder Arbeitsgang für ſich
be=
ſonderen Arbeitern zugewieſen, die von den anderen
Arbeits=
gängen keine Ahnung haben. Selbſt wenn einzelne Arbeiter in
benachbarten Zimmern ſitzen, wiſſen ſie nicht, daß ſie alle an ein=
und demſelben Präparat tätig ſind. Die Zuſammenſetzung erfolgt
wiederum an einem ganz anderen Ort und wird durch Chemiker
bewerkſtelligt, die das größte Vertrauen genießen und durch
lang=
jährige Arbeit mit den Werken aufs innigſte verbunden ſind. So
iſt es faſt unmöglich gemacht, daß der Werdegang derartig
wich=
tiger Präparate entweder durch Spione erforſcht oder durch
be=
ſtochene Angeſtellte verraten wird. Die Mitteilung über die
Zu=
ſammenſetzung des Präparates, die ſich häufig auf den Packungen
befindet, genügt in den meiſten Fällen nicht zur Nachahmung,
denn es ſpielen dabei ſo zahlreiche unbekannte Faktoren mit, daß
ein Verrat auf dieſe Weiſe nicht erfolgen kann. Wäre dies
mög=
lich, dann würden im Kriege die hervorragenden deutſchen
Pro=
dukte der chemiſchen Induſtrie von tüchtigen fremden Chemikern
nachgeahmt worden ſein. Es iſt kein Zufall, daß gerade die
gro=
ßen chemiſchen Werke in Deutſchland das hauptſächlichſte Ziel
fremder Induſtrieſpione ſind, denn die Erzeugniſſe unſerer
che=
miſchen Induſtrie, insbeſondere der ſogenannten „Abfall=In=
Frankreich und auch in England gibt es umfangreiche Organi= duſtrie”, ſtellen einen bedeutenden volkswirtſchaftlichen Faktor
dar und gehören zu den wichtigſten deutſchen Ausfuhrartikeln,
deren Wert hunderte von Millionen jährlich beträgt. Es liegt
darum im größten Intereſſe fremder Länder, dieſe gewaltigen
Unkoſten für den Ankauf der deutſchen Chemieprodukte zu
ver=
meiden und den Einfuhretat möglichſt wenig zu belaſten. Die
Summen, die für die Spienage in deutſchen Laboratorien
aufge=
torien war im Kriege mindeſtens ebenſo gefährlich wie die mili= wendet werden, ſind darum, auch wenn ſie noch ſo beträchtlich ſind,
im Verhältnis zun. Verdienſt gering.
Die Zollunion nur ein Borwand.
Scharſe Ausfälle der franzöſiſchen Rechken
gegen Briand.
EP. Paris, 14. April.
Eine mit großem Reklameaufwand angekündigte
Proteſt=
verſammlung der Republikaniſchen Föderation (Gruppe Marin)
gegen das deutſch=öſterreichiſche Zollangleichungsabkommen hatte
geſtern abend in den rieſigen Saal Wagram kaum 2009
Per=
ſonen angelockt. Das hervorſtechendſte Merkmal dieſer
Verſamm=
lung war, daß dieſe Proteſtaktion mindeſtens ebenſo ſehr aber
in weit ſchärferer Form gegen Außenminiſter Briand und ſeine
Politik gerichtet war, als gegen das Abkommen an und für ſich.
Was die verſchiedenen Redner, darunter Louis Marin, die
Ab=
geordneten Dumas (Gruppe Marin), Buſſart (Gruppe Maginot)
und andere mehr gegen das Abkommen vorbrachten, war nichts
Neues. Sie verdammten es in Grund und Boden, weil es
angeblich den Frieden in der Welt gefährde. — Marin erklärte,
ein Block von 150 Millionen Menſchen, der Frankreich Polen,
die Tſchechoſlowakei, Rumänien und Jugoſlawien umfaſſe, müſſe
geſchaffen werden, dann werde der Wille Frankreichs
durch=
dringen. Frankreich, die „erſte Finanzmacht der Welt” hätte
die Macht und müſſe ſie gegen Deutſchland, und wenn es nötig
ſie auch gegen dieſe „gewiſſen Alliierten” gebrauchen. Damit
be=
fand ſich der Redner, wie übrigens alle Nedner des Abends,
auf dem Gebiet, auf dem ſie ſich am meiſten austobten,
näm=
lich Briands Politik in Grund und Boden zu
ver=
dammen, ſeinen Rücktritt zu fordern, ihn des
Hoch=
verrats, des Verbrechens, der Unfähigkeit, kurz aller nur
mög=
lichen ſchlechten Eigenſchaften anzuklagen und die Verſammlung
ſpendete den Rednern bei den ſchärfſten Ausfällen gegen den
franzöſiſchen Außenminiſter den ſtärkſten Beifall.
In dieſer Atmoſphäre des Haſſes konnte es ſogar ein
An=
hänger der „Action Francaiſe” wagen, die Worte auszurufen:
„Ermordet Briand!”, ohne daß auch nur ein Proteſt laut
vernehmbar geworden wäre. Die Verſammlung verlief ohne
jeden Zwiſchenfall, da nur Parteianhänger Zutritt hatten.
Kompenſakoriſche Maßnahmen gegen die Zollunion.
Paris, 14. April.
Der franzöſiſche Handelsminiſter Rollin ging heute nach
ſeiner Bankettrede, über die wir bereits berichtet haben, auch
beim Empfang der Liller Handelskammer auf die
Wirtſchafts=
lage ein und behauptete, daß Frankreich durch den Abſchluß von
Handelsabkommen ſeine Handlungsfreiheit veräußert habe. Dieſe
Verpflichtungen habe Frankreich reſpektiert, aber gewiſſe Länder
errichteten jetzt unter dem Einfluß der Kriſe unüberwindliche
Zollſchranken gegen Frankreich. Er werde dagegen
kompen=
ſatoriſche Maßnahmen ergreifen, um das hierdurch zerſtörte
Gleichgewicht wieder herzuſtellen. Der deutſch=öſterreichiſche
Wirtſchaftsangleich berge, wie er meinte, vielleicht gefährliche
politiſche Abſichten in ſich.
Jlalien ſtimmk dem engliſchen Schritk zu.
Die Haltung Italiens zum deutſch=öſterreichiſchen Zollprojekt
iſt nun ſoweit entſchieden, als die fasciſtiſche Regierung
be=
ſchloſſen hat, die Prüfung der allgemeinen und internationalen
Tragweite und die Rückwirkung des Paktes dem
Völkerbunds=
rat in ſeiner Maiſeſſion zu übertragen. Italien iſt ſomit mit
England ſolidariſch. Inzwiſchen ſetzen die zuſtändigen
Regie=
rungsorgane die Prüfung des Paktes, vor allem hinſichtlich ſeiner
wirtſchaftlichen Rückwirkungen auf Italien fort.
Polniſche Verkragsfälſchung zum Nachkeil Danzigs.
Beim Völkerbund beſtätigt man die Danziger Meldungen
von der Fälſchung des Pariſer Vertages vom 9. November 1920
zwiſchen Danzig und Polen. Man erklärt, daß die Urſchrift
des Vertrages in den Artikeln 36 und 40 die Worte „Hautes
Parties Contractantes” enthalte, wodurch Danzig
völker=
rechtlich als unabhängiger Staat anerkannt wird,
daß aber Polen in der vom franzöſiſchen
Außen=
miniſterium beglaubigten Abſchrift, die beim
Völkerbund hinterlegt wurde, dieſe
entſchei=
denden Stellen in „Pologne et la Ville libre de
Dantzig” umgeändert hat. Obwohl Danzig ſchon im
Auguſt 1930 eine Richtigſtellung dieſer Fälſchung eines wichtigen
Vertrages verlangt habe, ſei bisher von Polen noch keine
Be=
richtigung erfolgt. Beim Völkerbund befürchtet man
einen internationalen Skandal, wenn dieſe
Berich=
tigung nicht bald erfolgt, und hat beſonders deshalb Sorge,
die Angelegenheit könnte das Vertrauen in die beim Völkerbund
eingetragenen und veröffentlichten Vertragstexte erſchüttern,
Ap. Der Ruf des Nordens. Abenteuer und Heldentum der
Nord=
polfahrer. Von H. H. Houben. (Verlag von Koehler und
Amelung, Leipzig. Preis 2,85 Mk.)
Die eigenartige, grauſame Schönheit der arktiſchen Natur hat
ihre dämoniſche Anziehungskraft ſeit Jahrhunderten auf die
Menſchheit ausgeübt, und der trotzige Widerſtand der Naturkraft
hat den Ehrgeiz tollkühner Abenteurer und wiſſensdurſtiger
For=
ſcher faſt bis zur Leidenſchaft erhitzt. Viele Menſchenopfer
wur=
den dem Moloch Nordpol gebracht. Wieviel Widerſtandskraft und
Geiſtesgegenwart, Mut und Entbehrungsfähigkeit ſtaken ſchon in
den mittelalterlichen Draufgängern, die über den Nordpol den
Weg zu den Goldländern China und Indien ſuchten. Heute, im
Zeitalter der Wiſſenſchaft, hat man nach dem großen Vorbild
Frithjof Nanſens das bloße Abenteuer zu einer Kulturtat
er=
hoben, an deren Ergebniſſen die Wiſſenſchaft der ganzen Welt teil
hat. Einen großen Teil menſchlichen Heldentums hat die Polarregion
zum Schauplatz, und von dieſem Heldentum erzählt das genannte
Buch. In 53 Kapiteln werden die Erlebniſſe und Schickſale der
Nordpolfahrer von der erſten Fahrt des Normannen Erich Rouda
im 10. Jahrhundert bis zur Nobile=Expedition geſchildert. Wir
werden bekannt gemacht mit den Schickſalen Parrys, Franklins,
Roß Nordenſkölds. Andrees, über deſſen verunglückte Ballonfahrt
erſt die letzte Zeit Aufklärung gebracht hat. Nanſens, Pearys und
Cooks, der zwei wagemutigen Männer, die in die unmittelbare
Region des Nordpols gelangten, zweier unter Tauſenden, die im
Laufe der Jahrhunderte den Kampf mit dem Nordpol aufnahmen,
in dieſem Kampfe blieben oder im glücklichen Falle den
Heim=
weg in die ſüdliche Welt zurückfanden, und Amundſens, der
be=
kanntlich eines der Opfer der Nobile=Expedition wurde. Das Buch
iſt die erſte zuſammenhängende und erſchöpfende Darſtellung der
Geſchichte der Nordpolfahrten durch einen Meiſterſchilderer auf
dem Gebiete der Erforſchung, die einen überaus feſſelnden und
ſpannenden Leſeſtoff bietet und zugleich wiſſenſchaftlichen Wert
beſitzt.
Jean Walroß. Roman Von Heinrich Steffens. In
Leinen gebunden 5,80 RM. Hanſeatiſche Verlagsanſtalt,
Ham=
burg 36 und Berlin—Leipzig.
Wer kennt ihn nicht, den gewaltigen Nichtstuer, deſſen „Arbeit”,
im Reden beſteht, der ſich dabei ſo unermüdlich einbildet zu
arbei=
ten, daß ſelbſt andere es glauben? Dieſe köſtliche Figur, die auch
nicht ganz ohne Tragik iſt, hat Heinrich Steffens vor uns in
gan=
zer Größe hingeſtellt. Wenn Jean Walroß uns begegnet, können
wir Tränen lachen und doch nachdenklich werden über die tiefere
Bedeutung des Walroßmenſchen, der es um ſeiner „Arbeit” willen
zum erſten ruſſiſchen Arbeitsminiſter bringt, an einer Auſter
er=
ſtickt, wieder vom Tode auferſteht und in Deutſchland
herum=
geiſtert. Was ſich alles um Jean Walroß abſpielt, von dem
Farbenkonzern an, in den er ſich verwandelt, über den Genuß der
Knoblaucheier bis zur Erlöſung von ſeiner zweiten Frau —, das
läßt ſich nicht ſchildern. Die Moral der unvergleichlichen
ironi=
ſchen Geſchichte, die uns alle angeht, iſt: Auch das größte Walroß
kann die Vernunft und die Hingabe, mit der ſich Deutſchland
neu=
geſtaltet, nicht verhindern. Die Welt wird neu, auch wenn
Wal=
roß unſterblich iſt.
Nummer 104
Mittwoch, den 15. April 1931
Beginn der Etatberatung im Landtag.
Die erſte Rednergarnikur haf das Work. — Koalikionskriſe um das Pädagogiſche Inſtikuk.
Heſſen kein Verſuchsobiekt der Reichsreform.
Skark zum Endlauf.
* Der Heſſiſche Landtag iſt geſtern, zu ſeiner vorausſichtlich
letzten Tagung vor den Wahlen zuſammengetreten. Es gilt, den
Etat zu verabſchieden, wofür etwa vier Wochen in Ausſicht
ge=
nommen ſind, und anſchließend die Verwaltungsgeſetze und einige
kleinere Vorlagen zu erledigen. Im Herbſt wird dann das
Heſſen=
volk über ſein Parlament und die Parteien zu Gerichte ſitzen.
„Viele ſind gewogen und als zu leicht befunden.‟ Darum werden
letzte Anſtrengungen unternommen, im Endgalopp noch
Sym=
pathien zu gewinnen. Das iſt nicht einfach, denn noch ſind
Hin=
derniſſe zu nehmen, die nicht leicht ſind, insbeſondere nicht für die
größte Regierungspartei, die Sozialdemokratie. Das iſt neben
dem Theater vor allem das Pädagogiſche Inſtitut in
Darmſtadt, deſſen Aufhebung und Verpflanzung nach Mainz böſes
Blut macht. Es iſt nicht von ungefähr, daß bisher keine Stimme
auſtand und darlegte, aus welchen einleuchtenden Gründen das
Inſtitut nach Mainz, wo bereits ein gleiches Inſtitut beſteht,
kom=
men muß. Herr Kultusminiſter Adelung hat dies
unternom=
men, „auf dem Verwaltungswege”, nachdem ein Beſchluß der
ſo=
zialdemokratiſchen und Zentrumsmitglieder im Finanzausſchuß
feine Abſicht als Akt der Verwaltung etikettiert hatte. Anträge,
vor weiteren Schritten, die Angelegenheit im Plenum zu
behan=
deln, wurden ſofort eingebracht. Dennoch wurde im inneren
Ver=
waltungsverkehr die Neuaufnahme von Schülern nur für Mainz
diktiert. Im Regierungsorgan, das ſonſt jede Empfehlung des
Kultusminiſteriums auf Kurſe oder Gedenktage bringt, fand ſich
dieſer Erlaß nicht. Eine erbetene Mitteilung, ob ſich etwa das
Kabinett bereits mit der Angelegenheit befaßt hatte — u. W.
können Fragen von politiſcher Bedeutung von jedem Miniſter vor
das Geſamtkabinett gebracht werden — wurde nicht gegeben,
ob=
wohl es von Wichtigkeit iſt, klar zu wiſſen, ob außer dem Kultus=
und dem Finanzminiſter auch die Miniſter Leuſchner und
Ko=
rell dem Plan des Kultusminiſters zugeſtimmt haben, wie
dies jetzt vermutet werden muß. Bereits am Dienstag kam im
Landtag die Sprache auf dieſe ſonderbare Maßnahme des
Kultus=
miniſters die durch Erſparnisabſichten nicht begründet werden
kann. Wahrſcheinlich werden innerhalb der
ſozialdemo=
kratiſchen Fraktion noch vorhandene
Wider=
ſtände durch die Walze des Fraktionszwanges niedergezwungen,
doch bei den Demokraten ſind die Spannungen ſoſtark,
daß mit Abſplitterungen gerechnet werden darf.
Auf volksparteilichen Antrag beſchloß der Aelteſtenrat nach
leb=
hafter Debatte, ſofort nach dem Abſchluß der Etat=Generaldebatte,
alſo in den nächſten Tagen, dieſe Frage im Plenum
vorwegzunehmen.
Der Fraktionsführer des Zentrums ging auch ſeinerſeits ſehr
ausführlich auf dieſe Frage ein und erkläret u. a., daß das
Zen=
trum mit der Verlegung des Pädagogiums nach Mainz keinerlei
konfeſſionelle Ziele verfolge. Durch die Angriffe von evangeliſcher
Seite aber ſei es nunmehr feſtgelegt. Dieſe Beweisführung ſcheint
uns allerdings nicht ſchlüſſig. Wir begrüßen es ſehr, wenn auch
das Zentrum der Auffaſſung iſt, daß ein Aufrühren des
kon=
feſſionellen Streites, in dieſem Augenblick, in
dem es ſich um Leben und Sterben der deutſchen
Nationhandelt, unbedingt zu vermeiden iſt. Dann
ſollte man aber auch alsbald die Konſequenzen ziehen und die
Durchführung einer Maßnahme zu verhindern helfen, die — mit
Recht oder mit Unrecht mag hier unerörtert bleiben — von der
geſamten evangeliſchen Bevölkerung des Heſſenlandes als ein
kon=
feſſioneller Vorſtoß empfunden wird. Man wird im übrigen der
Stadt Mainz auch auf andere Weiſe helfen können, ohne
der=
artig verhängnisvolle Begleiterſcheinungen.
Die Ausbeute des heutigen Tages, zu der am wenigſten der
Redner der größten Partei beiſteuerte, der aber dafür öfters
ſtar=
ken Heiterkeitserfolg erzielte durch Zwiſchenrufe der Rechten und
Linken, iſt nachſtehend wiedergegeben. Der Finanzminiſter wird
erſt ſpäter antworten.
Die 45. Hihung.
Präſident Delp eröffnet das ſchwach beſetzte Haus um 10.15
Uhr und teilt mit, daß Abg. Dr. Wolf ausder
Volksrecht=
partei ausgetreten iſt und zunächſt fraktionslos
bleibt. (Herr Dr. Wolf betätigt ſich ſchon einige Zeit aktiv im
rheinheſſiſchen Stahlhelm und ſcheint Anſchluß bei ſeinem „linken”
Nachbarn, dem deutſchnationalen Abg. Böhm. zu ſuchen.)
Der Aelteſtenrat hat die Redezeit wie im vergangenen Jahre
rationiert.
Es folgt die Beratung des Staatsvoranſchlags mit den dazu
vorliegenden Anträgen.
Abg. Kaul (50z.)
fordert ſtaatsbewußtes Arbeiten des Parlaments angeſichts des
ungeheuren Ernſtes unſerer Lage. Die von der Räumung der
beſetzten Gebiete erhoffte Beſſerung iſt ausgeblieben. Wie in den
reparationsbelaſteten Ländern, ſo herrſcht in den hochkapitaliſti=
ſchen Siegerſtaaten und in Sowjetrußland die gleiche ſchwere
Wirtſchaftskriſe. Auch in Heſſen ſind
Sparmaßnah=
men notwendig. Nur dürfen ſie nicht politiſch und
kulturell untragbar ſein. Die Sparpſychoſe des
Land=
bundes würde das Ende der Eigenſtaatlichkeit Heſſens bedeuten.
Die Vorſchläge des Länderausſchuſſes in dem
auch der heſſiſche Staatspräſident ſaß, ſind nicht
geeignet, die Reichsreform zu einem
befriedi=
genden Ende zu führen. Angeſichts der troſtloſen
Finanz=
lage der Gemeinden durch die Wohlfahrtsfürſorge iſt die
Aende=
rung des Finanzausgleichs und eine Beteiligung des Reiches an
den Laſten notwendig. Auf die Wahlreform wollen wir uns
noch nicht feſtlegen. Daß die Diäten in Heſſen nicht geſenkt
wur=
den, iſt die Schuld des Landbundes. (Zwiſchenruf: Es ſind doch
nur 10 RM. Heiterkeit.) Der Landtag wurde verlängert, um die
Verwaltungsgeſetze zu reformieren, was nach der Etatberatung
kommen wird. Das Gutachten des Reichsſparkommiſſars war für
unſere Sparmaßnahmen nicht maßgebend. Wir müſſen dem
Kultusminiſterium den Vorwurf machen, daß am
Volksſchulweſen viel geſpart, durch die Bevorzugung der
techni=
ſchen Bildung vor der humaniſtiſchen Bildung jedoch dem
Be=
rechtigungsunweſen und der Vergrößerung des
geiſtigen Proletariats Vorſchub geleiſtet wurde.
Ein Abbau an den höheren Schulen muß daher einſetzen. Wir
fordern von der Regierung, daß ſie eine Verkürzung der
kommu=
nalen Pflichtleiſtungen in der Wohlfahrtsfürſorge nicht zuläßt.
In einer eingeſchobenen Sitzung des Aelteſtenrats wird
auf Antrag der Deutſchen Volkspartei beſchloſſen, nach der
Ge=
neraldebatte das Kapitel 53 (
Kultusminiſte=
rium) und Kap. 68 Ziffer 3 (Pädagogiſche
Inſti=
tute) vorweg zu behandeln.
Da die Vizepräſidenten nicht anweſend ſind, übernimmt
Alters=
präſident a. D. Ulrich den Vorſitz.
Abg. Hoffmann (Zenkrum)
erklärt, es kann auch für Heſſen der Fall eintreten, daß wir
in=
folge rückgängiger Einnahmen weitere
Spar=
maßnahmen durchführen müſſen. Heſſen und ſein
be=
freites Gebiet iſt 1929/30 gegenüber Preußen mit einem Betrag
von 19 Mill. Reichsaufträgen benachteiligt
wor=
den. Neben der wirtſchaftlichen Not nagt eine andere Seuche am
Mark des Volkes: der Kulturbolſchewismus. Wir
len=
ken die Aufmerkſamkeit des Innenminiſters auf die
volksver=
hetzende Agitation des Tannenbergbundes in Heſſen und fordern
energiſches Einſchreiten. Das Treiben der „Gottloſenverbände
darf in Heſſen nicht geduldet werden. Wir bedauern die ſchweren
Mißgriffe von nationalſozialiſtiſcher Seite gegen Kirche und
na=
tionale Männer. Das Zentrum und ſein Reichskanzler Brüning
arbeiten für die auf dem chriſtlichen Sittengeſetz und der
Menſchen=
liebe beruhende Volksgemeinſchaft. Wie in der
Außen=
politik zuſammen mit Dr. Curtius möge der Reichskanzler, den
richtigen Weg auch zur Reichsreform finden. Eine
De=
gradierung Heſſens zu einer Reichsprovinz
machen wir nicht mit.
Ich betone, daß die Frage des Pädagogiſchen Inſtituts
weder eine katholiſche noch eine Zentrumsangelegenheit iſt.
Es handelt ſich bei der Zuſammenlegung der beiden
Inſti=
tute nach Mainz einmal um eine Sparmaßnahme und dann
darum, einer Stadt entgegenzukommen, die ſeit
Jahrhunder=
ten ſtiefmütterlich behandelt worden iſt und die gerade durch
die Beſatzung außerordentlich leiden mußte. Wir weiſen es
energiſch zurück, uns hier religiöſe oder parteipolitiſche
Mo=
tive zu unterſchieben.
Den Gipfel der religiöſen Verhetzung ſtellt der Artikel des Evang.
Bundes im „Reichsboten” dar. Das Inſtitut für
Völkerpäda=
gogik in Mainz lehnt jede Zuſammenarbeit mit den pazifiſtiſchen
Kreiſen um Förſter ab. Wir wollen nicht, daß die Front der
bei=
den Kirchen gegen die dritte Front durch Fanatiker durchbrochen
wird, aber durch die Hetze treten wir für den Plan jetzt ein. Wir
wurden grundlos angegriffen und müſſen uns dagegen zur Wehr
ſetzen.
Abg. Dr. Leuchtgens (ebd.):
Das einzig Erfreuliche der Etatberatung iſt die Beſeitigung
des Defizits, die zum Teil durch Reichsmaßnahmen (zirka 7 Mill.)
erfolgte, zum Teil durch Sparmaßnahmen der heſſiſchen
Regie=
rung, die unſere Kritik in weitem Umfange hervorrufen. Statt
die Realſteuern zu ermäßigen wurden dieſe außerordentlich
er=
höht. Dazu ſind im Etat zu hohe Steuereingänge
ein=
geſetzt und ſtille Reſerven nicht mehr
vorhan=
den. Regierung und Regierungsparteien haben die Zeichen der
Zeit nicht verſtanden und kein weitſichtiges Sparprogramm
vor=
gelegt. Anſätze ſind im Keime ſtecken geblieben, und die „
Be=
amten” haben ſich durchgeſetzt. Inhaberbewilligungen ſind eine
Selbſttäuſchung. Wir fordern Entſtaatlichung des Theaters,
Aenderung des Finanzausgleichs, Abſtriche an den Fortbildungs=
Heſſiſches Landestheafer.
* Großes Haus, Dienstag, 14. April.
„Turandol”.
Oper von G. Puccini.
Heute ſang Joachim Sattler den unbekannten Prinzen.
Eine Rolle, die ein anderer bei der Erſtaufführung geſungen,
nachzuſingen, iſt immer eine mißliche, undankbare Aufgabe. Und
nun waren es gar zwei, beide mit bedeutenden Eigenſchaften;
der erſte auch noch ein Stimmgewaltiger, dem die hohe Lage
der Partie eben recht war, damit glänzen zu können. Die hohe
Lage aber iſt Sattlers ſchwache Seite, die ſich zu erobern der
junge Künſtler allen Fleiß und Willen hat, indes noch nicht ſein
eigen nennt. Wird ſeine Leiſtung, wie es richtig iſt, ohne
Ver=
gleich mit anderen aus ſich ſelbſt beurteilt, ſo muß geſagt
wer=
den, daß ſie in den Crenzen, die ihm ſtimmlich, geſanglich und
darſtelleriſch heute noch geſteckt ſind, großer Anerkennung wert
ſcheint. Kalaf iſt ja, wie alle Figuren dieſer Oper, vom
Text=
dichter und Komponiſten ſehr äußerlich ausgeſtattet, verlangt
da=
her ſtarke äußerliche Mittel, jenen Schwung und jene
Durch=
ſchlagskraft, womit italieniſche Sänger ihre Siege erreichen.
Hierzu fehlen Sattler die Fähigkeiten, vor allem auch
Geſtaltungs=
kraft und Temperament. Doch ſtand der vielſeitig verwendbare
Künſtler mit Ernſt und Hingabe auch in dieſer Rolle, für die er
ein gutes Aeußere mitbringt und die er mit muſikaliſchem
Emp=
finden und natürlicher Darſtellung ausfüllte.
Den Küchenmeiſter Pong ſang ein Herr P. Reinecke als
Gaſt lobenswert. Anſtelle zweier fungierte heute
erfreulicher=
weiſe nur ein Zeremonienknabe, den Milly Reiß mit
be=
merkenswertem Können zu ſchöner Wirkung brachte.
Die Epiſodenrolle einer Kammerfrau ſingt Alice Domek
v. II.
immer ſehr nett.
Kleines Haus. — Dienstag, den 14. April 1931.
Gaſtſpiel von Kurk Göh.
Das Gaſtſpiel von Kurt Götz brachte drei Begebenheiten:
eine erbauliche, eine ärgerliche und eine kitſchige.
Die wirkungsvollſte der drei Begebenheiten war die
erbau=
liche; ſie hieß: „Die tote Tante”, und hatte geradezu einen
moraliſchen Sinn, der allerdings auf unmoraliſchem Wege
ge=
lehrt wird. Gelehrt von der Tante, die wegen eines Fehltritts
die Heimat verlaſſen mußte, und nach ihrem Tode ihr Vermögen
der braven Nichte hinterläßt, unter der Bedingung, daß ſie den
gleichen Fehltritt begeht. Wodurch in der biederen Oberlehrer=
Familie ein erheblicher Durcheinander entſteht. Ein
Durchein=
ander, der ſich bald in der Heiterkeit einer Groteske auflöſt.
Die geiſtig verhältnismäßig erheblichſte der drei
Begeben=
heiten war die ärgerliche: „Der Mörder”. Unter der
drohen=
den Gefahr eines Jagdunfalls geſteht die Frau dem Gatten, daß
ſie ihn — faſt betrogen hätte, und liebt ihn von neuem.
Der letzte der drei Vorgänge, der „kitſchige”, war der
ſchwächſte. „Das Märchen” von dem Lord, der fünf
Minu=
ten vor dem geplanten Selbſtmord ſich zur Ehe mit der
mond=
beſchienenen Zigeunerin entſchließt, litt unter ſeiner Länge und
der ungeeigneten Beſetzung der Mädchenrolle.
Im übrigen trug Kurt Götz, der ſouveräne Spieler, den
Abend zum Erfolg. Er glänzte als Darſteller in zweifachen
Farben. Als Ehemann im „Mörder” war er ein Bonvivant von
überlegener Sicherheit und liebenswürdigſter Eleganz. Als
„Oberlehrer” der „Toten Tante” leuchtete er als wirkungsvollſter
und luſtigſter Komiker. Sein Spiel iſt ſtets von einer
ſcharman=
ten, gewinnenden Leichtigkeit und Selbſtverſtändlichkeit getragen.
Partnerin war ihm in allen Fällen ſeine Gattin Valeria
von Martens: ausgezeichnet als blöde, unſchuldige
Inno=
zentia, ſcharmant als verlegene Gattin, wenig überzeugend als
junge Zigeunerin.
Wirkungsvolle, draſtiſche Komik gab Bertha Monnard;
tüchtig in Chargen war Max Kaufmann.
Das Haus, wenn auch nicht ausverkauft, ſo doch gut beſetzt,
ſpendete vergnügten Beifall.
* Uraufführungen in Wien.
Wiener Komödie.
„Juwelenraub in der Kärntnerſtraße‟.
Von Ladislaus Fodor.
Es gibt Stücke, die nur von der ſchauſpieleriſchen Leiſtung
ihres Hauptdarſtellers leben, die von vornherein für eine
promi=
nente Schauſpielerperſönlichkeit, durch die ſie wirken ſollen,
zurecht=
gemacht wird. Eine Wirkung gleichſam in zweiter Potenz. In
ſolchem Falle profitieren beide, der Schauſpieler und das Stück:
der Schauſpieler, weil er ſich wohlfühlt in einer Rolle, die ihm
paßt wie ein nach Maß verfertigter Anzug, das Stück, weil der
Glanz ſeines Helden auch ihm ſelbſt zugute kommt und über manche
Schwächen hinwegſehen läßt.
In Fodors „Juwelenraub in der Kärntnerſtraße” war
Harald Paulſen eins und alles. Er war als
gentleman=
hafter Juwelenräuber einfach unwiderſtehlich. Wenn keinem
an=
deren, ſo glaubte man ihm dieſen verwegenen Einbruch bei
hell=
lichtem Tage, bei dem er noch die Unverfrorenheit hatte, ſich von
der Polizei helfen zu laſſen. Es gab ſtets neue Ueberraſchungen
für das Publikum. Einmal meinte man, die Polizei habe den
Seite 3
und Hochſchulen, Reform der Beamten=Anſtellung und=Beſoldung.
Daß neue Kürzungen der Beamtenbeſoldung wahrſcheinlich ſind,
hat ſoeben erſt der württembergiſche Staatspräſident und
Zen=
trumsmann Bolz ausgeſprochen. Die ſtarke Verſchuldung
Deutſch=
lands an das Ausland hat unſere Wirtſchaftskriſe beſonders
ver=
ſchärft. Jetzt muß Dr. Brüning die aus der leichtſinnigen
Pump=
wirtſchaft langer Jahre entſtandenen Schäden durch
Notverord=
nungen beſeitigen, um ſo den unſerer Lage angepaßten
Lebensſtandard zu erreichen. Gegenüber einem
Agrar=
index von 107,5 (dabei 88,3 für Viehprodukte) ſteht ein
Lebens=
haltungsindex von 142,3 Prozent, bei ſtark erhöhten Steuern. Nur
durch Wiederherſtellung der Rentabilität der
Landwirtſchaft und Stärkung des
Binnen=
marktes, kann die Arbeitsloſigkeit beſeitigt
werden.
Abg. Dr. Keller (9. Volksp.):
Entſprechend der Wirtſchaftskonjunktur der letzten Jahre:
„gut, ſchlecht noch ſchlechter”, iſt auch die Beurteilung der
Staats=
finanzen erfolgt. Allmählich haben ſich die Auffaſſungen der
Regierungsparteien den langjährigen Kritiken und Vorſchlägen
der D.V.P. angenähert. Eine Einheitsfront beſteht ſogar
theo=
retiſch in der Beurteilung der Lage, aber vor der
Durchfüh=
rung der Sparnotwendigkeiten bremſten die
Regierungsparteien ab. Wir erheben den Vorwurf, daß
das Umlernen bei der Regierung und den
Regie=
rungsparteien erſt kam, als das Kind in den
Brunnen gefallen war, und daß zweitens das
Umlernen nicht gründlich genug ſich auswirkte.
Wenn wir im Reich mit Parteien, die im kleinen Heſſen unſere
Gegner ſind, zuſammen die Reichsfinanzen und Reichsverhältniſſe
in Ordnung bringen, ſo deshalb, weil dort eine
Wirt=
ſchafts= und Kulturpolitik getrieben wird, die
auf die große Not des Volkes entſchieden
Rück=
ſicht nimmt, was aber in Preußen und Heſſen von
der Weimarer Koalition während der letzten
10 Jahre nicht getan wurde. Wir tragen den Vorwurf,
daß wir uns in die heſſiſche Regierung drängten, ebenſo leicht,
wie den Vorwurf, daß wir hemmungslos gegen die Regierung
agitierten. Die hemmungsloſeſten und oft
kind=
lichen Angriffe gegen die Volkspartei kommen
jedoch eben nicht von der linken Seite, ſondern
von Leuten, mit denen wir jahrelang Schulter
an Schulter gekämpft haben. Wenn auch zurzeit das
Pendel der Volksgunſt nach der Seite der Leidenſchaft ausſchlägt
und ſehr wenig nach der Seite des geſunden Menſchenverſtandes,
ſo hoffen wir, daß dieſe Krankheit raſch ablaufen wird, und wir
erwarten von der Regierung, daß ſie nicht durch Taten oder
Unterlaſſungen, wie ſie in Preußen zurzeit ſich häufen, ſo für die
Extremen arbeitet, wie es kein Hitlerianer beſſer könnte. Dazu
gehört, wie wir es in Heſſen oft erlebten, auch
das Einſetzen oder Nichteinſetzen von Polizei, je nach
der Farbe der Demonſtranten, dazu gehören gewiſſe
Vor=
gänge in Rheinheſſen, die oft gerügte
Bevor=
zugung derjenigen Beamten, die ihr Lämpchen
rechtzeitig mit dem richtigen Parteiöl gefüllt haben und es
richtig vor der Oeffentlichkeit leuchten ließen, dazu gehört
aber auch die Nichtberückſichtigung
ausſchlag=
gebender Imponderabilien in großen
Tei=
len der Bevölkerung. Es war keine glückliche
Stunde, in der der Herr Staatspräſident jene
Entſchließung traf, die das Pädagogiſche
Inſtitut in Darmſtadt kalt abwürgte.
Verwun=
dern möchte ich mich darüber, daß der Sprecher jener
Partei, die heute morgen im Aelteſtenrat gegen die
Vor=
verlegung dieſer Materie am ſchärfſten aufgetreten iſt, eine
halbe Stunde zugunſten dieſes Projekts geſprochen hat,
verwundern auch darüber, daß man es der Partei, die man am
glühendſten haßt, ſo leicht macht, daraus Agitationsſtoff
abzulei=
ten. Ich weiſe jetzt ſchon auf das ſachlich Bedenkliche dieſer
Maßnahme des Staatspräſidenten hin.
Wir anerkennen die lebhaften Bemühungen des Herrn
Finanz=
miniſters und anerkennen den Augenblickserfolg des
ausbalan=
cierten Etats, wenigſtens auf dem Papier ausgeglichen, was
hof=
fentlich auch im Rechnungsergebnis wiederkehren mag. Wir haben
ſchon im Dezember unſere.
ſcharfe Kritik zum Ausdruck gebracht, gegen die
Maß=
nahmen, wie das Defizit beſeitigt wurde, die
in Widerſpruch zu der Politik der
Reichs=
regierung ſtehen und den Staatsbürger neu
belaſten.
Wir wenden uns gegen das Ausſpielen der einzelnen
Wirt=
ſchaftsſtände, denn
nur die innere Verbundenheit aller Stände kann einen
Wiederaufſtieg Deutſchlands ermöglichen.
Nur dann iſt auch erfolgreiches außenpolitiſches
Wirken möglich, ſowohl was die Abrüſtung angeht wie auch
die Reviſion der untragbaren, uns aufgezwungenen
Tributlei=
ſtung, die auf die Dauer Europa dem Bolſchewismus in die Arme
treiben muß. Deshalb erheben wir unſere Stimme gegen die
nationale Verhetzung, wie ſie von den Extremen
gepre=
digt wird, für die Vernunft und
Volksverbunden=
heit die uns ein Weiterleben im deutſchen Volk
künftig überhaupt erſt ermöglicht. — Das Haus
ver=
tagt ſich dann auf Mittwoch, 10 Uhr.
Waghalſigen nun wirklich in der Falle, da erwies ſich nachträglich
das Ganze als ein Scheinmanöver; er hatte ſich von ſeinen
eige=
nen Komplizen verhaften laſſen, damit er eine in Mitverdacht
ſtehende ſchöne Frau mit ſich in ſeine Wohnung entführen könne.
Er erweiſt ſich zuletzt auch dieſer Dame gegenüber als der gleiche
Kavalier, der er als Räuber iſt (wie nett von ihm, daß er zum
Beiſpiel den Juwelier während des Ausraubens teilnehmend
fragt, ob er auch entſprechend verſichert ſei!)
Es gab immer wieder rauſchenden Applaus, auch bei offener
Szene. Nicht nur die bekannt gute Sprechtechnik Paulſens wurde
akklamiert, ſondern einfach jede ſeiner Bewegungen und Geſten
löſte Bewunderung und Beifall aus. Es ſollte nicht Wunder
neh=
men, wenn dieſes Stück von dem liebenswürdigen Räuber bald
vertonfilmt würde. Im Grunde wirkte ja das Ganze auch nicht
wie Theater, ſondern wie ein in die plaſtiſche Wirklichkeit
über=
tragener Film.
Raimund=Theater.
„Das Recht der erſten Nacht”.
Von Karl Ander.
Kein Stück, das ſich, wie man nach dem Titel vermuten könnte,
Obſzönitäten erlaubt, aber auch kein Werk, das künſtleriſch
be=
friedigt. Die beiden Schlußakte halten nicht ganz, was der gut
konzipierte Eingangsakt verſpricht. Es wirkt manches geſtellt, ſtatt
gewachſen, und der Dialog hat oft ſtarke Längen. Auch der Vers
paßt nicht zu der dialektgefärbten Ausſprache und dem
realiſti=
ſchen Grundcharakter des Stückes, das in einem Alpendorf kurz
nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges ſpielt und in einem
jungen Bauern den inneren Konflikt aufzeigt, der ſich durch ſeine
Liebe einerſeits zu Hof und Scholle, andererſeits zu ſeinem eben
angetrauten Weibe ergibt. Denn er hat die Wahl: entweder er
wird mit ſeinen alten Eltern von ſeinem Anweſen verjagt oder
er überläßt ſein Weib, einem alten Recht gemäß, in der erſten
Nacht dem Grundherrn. Das Weib nimmt das Schwanken des
Mannes für Feigheit und mangelnde Liebe, geht in kühnem
Ent=
ſchluſſe aufs Schloß des Junkers und erdolcht den Zerſtörer ihres
Glücks. — Die Exl=Leute taten wieder ihr Möglichſtes. Auguſt
Burger als junger Bauer. Anna Exl als deſſen Weib und
Eduard Köck als alter Vater ſchufen lebenswahre Geſtalten,
vermochten allerdings nicht immer über manche ſentimentale Stelle
hinwegzutäuſchen. Der Autor konnte wiederholt für reichen
Bei=
fall danken.
— Walter Harlan plötzlich verſtorben. Der bekannte
Bühnen=
ſchriftſteller Dr. Walter Harlan wurde am 14. April plötzlich bei
einer außerordentlichen Generalverſammlung des Verbandes
deutſcher Bühnenſchriftſteller und Bühnenkomponiſten vom Tode
überraſcht. Harlan hat ein Alter von 63 Jahren erreicht.
— Die Leibniz=Ausgabe. Die Deurſche Buchkunſt=Stiftung in
Leip=
zig, die anläßlich des Tag des Buches alljährlich die fünfzig ſchönſten
Bücher auswählt, hat den letzten Band der Leibniz=Ausgabe der Preuß.
Akademie der Wiſſenſchaften, die im Verlage von Otto Reichl in
Darmſtadt erſcheint, unter die fünfzig ſchönſten Bücher des Jahres
1930 eingereiht.
Seite 4
Nummer 104
Mittwoch, den 15. Aprfl 1931
Der Ruf nach einem Erlaß von Richklinien
zur Handhabung der Nolverordnung.
* Berlin, 14. April. (Priv.=Tel.)
Das Verhalten der preußiſchen Polizei den Parteien
gegen=
über, die himter dem Volksbegehren ſtehen, wird von Tag zu Tag
kleinlicher und ſchikanöſer. Es hagelt nur ſo von
Verſammlungs=
verboten und Verboten von Flugblättern und Druckſchriften.
Da=
bei werden oft die merkwürdigſten Begründungen angeführt, ſo
daß ſich auch bereits auf der Linken die vernünftigen Leute an
den Kopf zu greifen beginnen. Herr Severing läßt allerdings
immer wieder betonen, daß er keineswegs die Abſicht habe, dem
Volksbegehren Hinderniſſe in den Weg zu legen. Er ſtehe auch
auf dem Standpunkt, bei der Beurteilung von Flugblättern
möglichſte Weitherzigkeit an den Tag zu legen. Bis jetzt ſcheint
ſich aber ſeine Anſchauung in der preußiſchen Polizeiverwaltung
noch nicht herumgeſprochen zu haben. Es ſieht eher ſo aus, als ob
bei den unteren Behörden eine ſtarke Unſicherheit herrſcht, weil
niemand recht weiß, was ihm paſſiert, wenn er das eine oder
andere Flugblatt durchgehen läßt, das vielleicht bei einigen
Freunden der Partei des Innenminiſters Anſtoß erregen könnte.
Infolgedeſſen arbeitet der Zenſurſtift um ſo heftiger. Herr
Seve=
ring aber übt eine merkwürdige Zurückhaltung. Er greift nicht
ein und läßt ſeinen Polizeiverwaltungen im Lande nicht zu Gemüte
führen, daß ſie der ſtärkſten Regierungspartei Preußens nur
Bärendienſte erweiſen, wenn ſie fortfahren, dem Volksbegehren
alle nur erdenklichen Schwierigkeiten zu bereiten.
Inzwiſchen hat ſich im Kampf gegen das Volksbegehren ein
recht ſkandalöſer Vorfall zugetragen. Der Landrat von Schwelm,
Hansmann, hat ſich in geradezu empörender Weiſe über den Geiſt
der Frotſoldaten geäußert und erklärt, daß „die deutſchen
Sol=
daten nur dann zum Angriff vorgeangen ſeien, wenn ſie beſoffen
wie die Schweine geweſen wären”. Zeugen, die dieſe Aeußerung
gehört haben, ſind bereit, ſie durch Eid zu beſtätigen. Offiziös
wird uns mitgeteilt, daß der Regierungspräſident von Arnsberg,
der Vorgeſetzte des Landrats in Schwelm, ſofort eingehende
Unterſuchungen angeſtellt hat, die ergeben hätten, daß an den
Behauptungen des Landrats kein wahres Wort ſei. Der Landrat
ſeinerſeits hat eine preſſegeſetzliche Richtigſtellung verbreiten
laſ=
ſen, derzufolge er lediglich ausgeführt haben will, im letzten
Kriege hätte die Ueberlegenheit des Materials die Nerven der
Soldaten ſo ſtark belaſtet, daß man häufig genötigt geweſen ſei,
die Mannſchaften durch Alkoholgenuß aufzupeitſchen.
Dem=
gegenüber darf aber wohl angenommen werden, daß der
Stahl=
helm ſeine Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen hat.
Intereſſant iſt übrigens, daß die Methoden der preußiſchen
Sozialdemokratie, mit denen ſie den Kampf gegen das Stahlhelm=
Volksbegehren führt, auch allmählich dem Zentrum auf die
Ner=
ven fallen. Die „Germania” ſieht ſich gezwungen, wenn auch
in ſehr vorſichtiger Form, davon abzurücken und nachdrücklichſt
darauf zu verweiſen, daß die Verordnung lediglich den
Miß=
brauch polizeilicher Rechte verhüten will. Sie zitiert dabei die
Ausführungsbeſtimmungen der preußiſchen Regierung, worin
die zuſtändigen Behörden ausdrücklich angewieſen werden, „jede
kleinliche dem Sinn und Zweck der Verordnung widerſprechende
Behandlung” zu verhindern Abſchließend kommt die „Germania”
zu dem Ergebnis, daß da etwas nicht in Ordnung iſt. Es wird
aber immer deutlicher, daß der Berliner Polizeipräſident ohne
jede Fühlungnahme mit dem preußiſchen Innenminiſterium
handelt, vielleicht ſogar die preußiſche Regierung gegen ihren
Willen feſtlegen will. Inzwiſchen hat der Stahlhelm eine
Be=
ſchwerde an den ſtellvertretenden Reichskanzler gerichtet. Wenn
dabei allerdings die üblichen Inſtanzen gewahrt werden, wenn
die Beſchwerde vom Herrn Groener an das
Reichsinnenmini=
ſterium geht und von da zur Berichterſtattung an das preußiſche
Innenminiſterium, dann wird die Einzeichnungsfriſt für das
Volksbegehren verſtrichen ſein, ehe Abhilfe geſchaffen worden iſt.
Dabei hätte Herr Dr. Wirth, der jetzt gerade auf Urlaub in Rom
weilt, Möglichkeiten genug, einzugreifen. Der Paragraph 15
der Notverordnung gibt dem Reichsinnenminiſter das Recht.
Richtlinien für die Handhabung der Notverordnung zu erlaſſen.
Davon ſollte zunächſt kein Gebrauch gemacht werden, weil damit
gerechnet wurde, daß die Landesbehörden von ſelbſt den
rich=
tigen Weg finden würden. Da das aber offenſichtlich nicht der
Fall iſt, wären jetzt alle Vorausſetzungen dafür gegeben, um
durch einen Erlaß ſolcher Richtlinien dafür zu ſorgen, daß
Sinn und Zweck der Notverordnung gewahrt werden.
Wiederzuſammenkrikk
der Brauns=Kommiſſion.
Unkerſuchung der Frage der Arbeitsbeſchaffung
und der Arbeitsdienſtpflichk.
* Berlin, 14. April. (Priv.=Tel.)
Die Brauns=Kommiſſion iſt am Dienstag vormittag in
Ber=
lin zu einer dreitägigen Sitzung zuſammengetreten, um ihre
Stel=
lung zu den Problemen der Arbeitsbeſchaffung
und der Arbeitsdienſtpflicht feſtzulegen. Es iſt damit
zu rechnen, daß dann noch einige Tage der Redigierung und dem
Druck des zweiten Teilgutachtens der Brauns=Kommiſſion
gewid=
met werden müſſen, ſo daß Ende der nächſten Woche die
Oeffent=
lichkeit erfahren wird, welche Beſchlüſſe in der Kommiſſion
ge=
faßt worden ſind. Der Ausſchuß hat ſich ſehr eingehend mit der
Arbeitsbeſchaffung und der Arbeitsdienſtpflicht beſchäftigt. Er hat
das Material ſtudiert, das über beide Probleme in den letzten
Wochen und Monaten geſammelt worden iſt. Vor allem ſind für
ihn die Erfahrungen der Reichsbahn und der Reichspoſt von
be=
ſonderer Bedeutung, die beide bei ihrem
Arbeitsbeſchaffungspro=
gramm gemacht haben. Ebenſo hat ſich die Kommiſſion ſehr
ein=
gehend mit den Auswirkungen vergangener
Arbeitsbeſchaffungs=
programme der Reichsregierung befaßt. Sobald das zweite
Teil=
gutachten fertig iſt, tritt die Kommiſſion an die Erledigung ihrer
erſten Aufgabe heran. Sie wird zu unterſuchen haben, welche
Maßnahmen auf dem Gebiete der Arbeitsloſenfürſorge zu
ergrei=
fen ſind, um die Arbeitsloſenverſicherung und auch die Gemeinden
zu entlaſten und die aufzuwendenden Gelder produktiven Zwecken
zuzuführen. Die Wohlfahrts= und Kriſenfürſorge wird in dieſen
Beratungen eine Hauptrolle ſpielen. Wahrſcheinlich wird die
Kommiſſion noch einmal kurz auf den Subventionsgedanken
zurück=
kommen, der ſchon im erſten Teilgutachten eine Rolle geſpielt hat.
Der Arbeitsminiſter befindet ſich anfangs der nächſten Woche
wie=
der in Berlin. Ihm wird ſofort das Beratungsergebnis der
Brauns=Kommiſſion vorgelegt werden, ſo daß er dann, ſobald der
Reichskanzler und der Reichsfinanzminiſter wieder in Berlin ſind,
mit beiden Fühlung über die zur Linderung der Arbeitsloſigkeit
zu ergreifenden Maßnahmen aufnehmen kann.
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Mittwoch, den 15. April 1931
Seite 5
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Darmſtadt, den 15. April 1931.
Kirchengemeindetag zu Bad=Rauheim.
EPH. Die in den letzten Monaten in der Provinz
Starken=
burg gehaltenen drei Kirchengemeindetage haben bei den großen
Teilnehmerſcharen einen ſo lebendigen Widerhall gefunden, daß
der Wunſch ausgeſprochen wurde, es möchten ſolche Tagungen in
allen Bezir
vertreter zu freiem Austauſch ihrer Gedanken und Erfahrungen
Gelegenheit erhalten. In eine neue Beleuchtung rückt dieſe
Not=
wendigkeit der gegenſeitigen Fühlungnahme der
Kirchengemein=
den durch die bolſchewiſtiſche Propaganda der Gottloſen=Verbände,
die zielbewußt auf die Beſeitigung der chriſtlichen
Kirchengemein=
den hinarbeiten. Demgegenüber gilt es, die Eigenart des
evan=
geliſchen Gemeindelebens und deſſen Bedeutung zu allſeitigem
Verſtändnis zu bringen.
In den Dienſt dieſer Aufgabe ſoll auch der auf Sonntag, den
26. April, zu Bad=Nauheim ſtattfindende
Kirchengemeinde=
tag geſtellt werden. Es werden zwei Vorträge dargeboten von
Oberkirchenrat Dr. Horre über Kirchengemeinde und
bürger=
liche Gemeinde” und von dem Direktor des Landesvereins für
In=
nere Miſſion, Pfarrer Röhricht, über „Gegenwartsgefahren
und =aufgaben der evangeliſchen Kirchengemeinden”
Die Tagung wird durch einen Feſtgottesdienſt eingeleitet, der
um 10 Uhr ſtattfindet: Pfarrer Mahr=Gießen wird Feſtprediger
ſein. Von 11 bis 2 Uhr wird Gelegenheit gegeben, um die im
er=
ſten Frühlingsſchmuck prangende Badeſtadt mit ihren Anlagen zu
beſichtigen und das Mittagsmahl einzunehmen. Die
Verhandlun=
gen finden in dem evangeliſchen Gemeindehaus ſtatt und beginnen
um 2 Uhr. Der Eintritt iſt frei, und es ſind alle eingeladen, die
ihre Kirche lieb haben und ihr dienen möchten.
— Verſetzungen in den Ruheſtand. Am 27. März 1931
wur=
den der Landgeſtütsoberaufſeher Peter Weber, zu Darmſtadt,
mit Wirkung vom 1. Juli 1931 an, auf ſein Nachſuchen in den
Ruheſtand verſetzt: die Landgeſtütsoberaufſeher Wilhelm
Schön=
berger Wilhelm Kohlitz, Wilhelm Müller Johannes
Trautmann. Georg Adam Schönberger, Johann
Schie=
ferſtein und Karl Köhler — ſämtlich zu Darmſtadt, mit
Wir=
kung vom 1. Juli 1931 an, auf Grund der Beſtimmung in
Ar=
tikel 35 des Geſetzes, die Ruhegehalte der Staatsbeamten
betref=
fend, vom 18. Dezember 1923, in den einſtweiligen Ruheſtand
verſetzt.
— Aus dem Staatsdienſt entlaſſen wurde: Am 8 April; der
Oberarzt Medizinalrat Dr. Ernſt Illert bei der Landes=Heil=
und Pflegeanſtalt „Philippshoſpital” bei Goddelau auf ſein
Nach=
ſuchen, mit Wirkung vom 1. Mai 1931 an. — Auf Grund des § 1
des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli
bzw. 19. Dezember 1923 tritt der Werkſtättenleiter Bernhard
Balſer bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt „
Philippshoſpi=
tal” bei Goddelau am 1. Mai 1931 in den Ruheſtand.
— Jubiläum im Hauſe Philipp Heß G. m. b. H. Am heutigen
Tage feiert Herr Otto Benner, Liebfrauenſtraße 111, im Hauſe
Heß ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Der Jubilar iſt ſeit dieſer
Zeit in der Verkaufsabteilung tätig.
— Heſſiſches Gemeindebeamtengeſetz. Die Rechtsverhältniſſe
der Gemeindebeamten in Heſſen wurden durch Geſetz vom 22. März
1929 grundlegend neu geregelt und zeitgemäß fortgebildet. Dem
großen Kreiſe der an dieſem Geſetz und ſeiner Auslegung
Inter=
eſſierten wird jetzt durch eine ausführlich erläuterte Handausgabe,
bearbeitet von dem Referenten für Gemeindebeamtenrecht im
Heſ=
ſiſchen Miniſterium des Innern, Miniſterialrat K. Weber, und
ſeinem Mitarbeiter, Regierungsaſſeſſor Dr. H. Fauſt. ein
ſyſtema=
tiſches Handbuch und Nachſchlagewerk geboten, das auf die
viel=
fältigen Fragen aus dem Gemeindebeamtenrecht Auskunft gibt.
Die Anſchaffung dieſer erſten vollſtändigen, erläuterten
Handaus=
gabe mit Ausführungsbeſtimmungen und Nebengeſetzen kann jedem
Intereſſenten nicht dringend genug empfohlen werden. (Verlag
J. Diemer in Mainz.)
Ledigenzuſchlag. Das Reichsfinanzminiſterium weiſt darauf
hin, daß die Arbeitgeber auf Grund der „Notverordnung vom
4. Dezember 1930 verpflichtet ſind, den Zuſchläg zur Lohnſteuer
der ledigen Arbeitnehmer, der urſprünglich am 31. März 1931
außer Kraft treten ſollte, bis zum 31. Marz 1932 — alſo für das
ganze Rechnungsjahr 1931 — weiter zu erheben. Der Zuſchlag
beträgt bei Tantiemen, Gratifikationen und anderen einmaligen
Einnahmen 1 v. H., die geſamte Lohnſteuer ab 1. April 1931 alſo
11 v. H. (nicht mehr wie ſeither 1 v. H von 60 v. H.) der
ein=
maligen Einnahmen. Bei den laufenden Bezügen iſt der
Ledigen=
zuſchlag wie bisher zu berechnen.
— Bühnenvolksbund. Miete K, Zuſatzmiete 11 und k2. Zur
Zuſatzmiete 11 erhält jetzt auch die Zuſatzmiete 12 am Samstag,
dem 18 d. M., „Eliſabeth von England‟. Diejenigen Mieter, die
dieſe Vorſtellung bereits beſucht haben, können in der
Geſchäfts=
ſtelle bei Chriſtian Arnold am Weißen Turm gegen Rückreichung
ihrer Karten bis Donnerstag, den 16. d. M. einen Gutſchein
er=
halten.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Ausſtellung Ruth
Meier=Dresden. Die Ausſtellung der Dresdenerin Ruth
Meier, die eine Kollektion intereſſanter Aquarelle, Holzſchnitte
und graphiſcher Arbeiten zeigt, iſt heute zum erſten Male
ge=
öffnet. Beſichtigungszeiten täglich von 10—1 Uhr und von 3—7
Uhr unentgeltlich. (Siehe heutige Anzeige.)
— Bilderſpiele im Kleinen Haus. Heute Mittwoch findet die
erſte Aufführung der Ufa=Tonfilm=Operette „Die Drei von der
Tankſtelle” mit Lilian Harvey, Willy Fritſch. Oscar Karlweiß
und Heinz Rühmann in den Hauptrollen ſtatt. Im Beiprogramm
wird unter anderem der Kulturfilm „Die letzten Pelikane in
Eu=
ropa” gezeigt werden.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Mittwoch,15. April NeeR Nife
Gaſtſpiel Hermine Körner
G 15. De erſte Frau Selbt
Darmſt. Volksb. Gr 1u. 11
Preiſe 1—10 Mr. 15. 17 30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2.60 Mk. Donnerstag,
16. April 20—32 Uhr
Gaſtſpiel Hermine Körner
G 15. Die erſte Zrau Selby
Darmſt. Volksb. Gr. IIIu, 19
Pr iſe 1—10 Mr. 15, 17.30, 20.15 Uhr
U a=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2,60 Mk. Freitag,
17. April 19.30 Ende gegen 22.30 Uhr
Zum erſten Male:
Der Hauptmann von Köpenich
Preiſe 1—10 Mr.
E 22 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2 60 Mk. Samstag,
18. April 19.30—22.30 Uhr
Gaſtſpiel Hermine Körner
Eliſabeth von England
K/4, Bühnenvolksbund
Zuſatzmiete X1 und XII
Preiſe 1—10 Mk. 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Zankſtelle
Preiſe 1—2.60 Mk. Sonntag,
19. April 18—22 Uhr
Lohengrin
D22 Preiſe 1—10 M
Gutſcheine beſchränkt gültig 15, 17.30, 20,15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Dr i von der Tankſtelle
Preiſe 1—2.60 Mk. Montag,
20, April 20—22 Uhr.
Die erſte Fran Selby
Preiſe 1—10 Mr. 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2.60 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Gaſtſpiele Hermine
Kör=
ter. Heute Mittwoch und morgen Donnerstag wird im Großen
Haus die Geſellſchaftskomödie „Die erſte Frau Selby. von
Ervine mit Hermine Körner als Gaſt in der Titelrolle zur
Dar=
ellung kommen. Die Rolle des James Selby ſpielt Carl Ebert
n den übrigen Hauptrollen: Nürnberger, Schmitz, Macke,
lutſchera. — Samstag, den 18. April, wird Ferdinand Bruckners
Schauſpiel „Eliſabeth von England” mit Hermine
Kör=
er in der Titelrolle in Szene gehen. Es wird ausdrücklich darauf
hingewieſen, daß dieſe Vorſtellung nicht nur der Zuſatzmiete Xl,
ſondern auch der Zuſatzmiete XII, alſo der ganzen
Miete K des Bühnenvolksbundes, zugeteilt iſt. — Am
Frei=
ag, dem 24. April, gaſtiert Kammerſänger Leo Slezak als
Othello.
Stöckel= oder Wanderſchuh?
Von Schulrat Heinrich Haſſinger, Darmſtadt.
Ich habe einmal einen Berg geliebt. Es war ein majeſtätiſcher
Berg. Um ſeinen Gipfel ballten ſich die Wolken und auf ſeinen
Schul=
tern lag ewiger Schnee. Er war für mich der Inbegriff der Wildheit
und der bergſteigeriſchen Schwierigkeiten. Ich habe ihn von allen vier
Himmelsrichtungen aus bezwungen, aber jeder Sieg über ihn ſteigerte
zugleich meine Ehrfurcht vor ſeiner Größe.
Aber dann geſchah eines Tages dies: In der großen Stadt der
Ebene war ein großes Feſt. Tauſende von Menſchen bevölkerten die
Straßen und feierten. Sie waren zum größten Teil auf tagelanger
Fahrt hierher gekommen. Und als nun das Feſt aus war, wollten ſie
ihr großes Erlebnis haben. Sie rückten meinem Berg zuleibe, zu
Hun=
derten, zu Tauſenden. Wie eine ſchwarze Schlange wand ſich ihr Strom
hinauf zum Gipfel. Ich liebe die Sonne und die trockenen, harten Wege.
Aber in dieſen Tagen ſehnte ich mit aller Kraft Regen und Schnee und
Sturm herbei. Denn was da vor ſich ging, war eine Entweihung.
Wann hatte mein Berg je Regenſchirme geſehen, wann ſeidene Strümpfe
und Vatermörder und — ja, wann vor allem Lackſchuhe und
Stöckel=
abſätze? Ich hätte mich nicht gewundert, wenn er in all ſeiner Wildheit
gegrollt und rumort, wenn er mit Sturm und Hagel und Schnee nur
ſo getobt hätte. Aber er ſchwieg und ließ das Völklein gewähren. Doch
nein, eines tat er in ſeinem grimmen Humor, eines, was mich mit ihm
wenigſtens wieder ein wenig verſöhnte; er tat prachtvolle Arbeit für
Schuhmacher und Schirmflicker. Auf ſeinen Wegen, zwiſchen ſeinen
Fel=
ſen und Steinen lagen dutzendweiſe die abgeriſſenen Gummi= und
kunſt=
voll gedrehten Holzabſätze der Lack= und Stöckelſchuhe, lagen die
trau=
rigen Ueberreſte ſeidener und baumwollener Schirme.
Wißt ihr, ihr ſchönen Damen und ihr modiſchen Herren, ihr habt
in mir damals eine uralte Freude in wehe Trauer gekehrt. Ich
ver=
hehle euch nicht, daß ich auf euch geſchimpft und gewütet habe. Nicht
weil ihr wandern wolltet, oh Gott bewahre, ich freue mich über jeden.
der noch ſo viel Vernunft hat, daß er ſich ſeine freien Tage draußen in
der Weite und Schönheit der Natur verſchönt, nein darüber nicht, aber
darüber, daß ihr ſo jede Ehrfurcht miſſen ließet. Ihr ſollt mir nicht
den Wald und die Wieſen und die Berge mit eurem Salon verwechſeln
oder gar mit eurem Tanzboden. Kommt ſo zahlreich ihr wollt, aber
kommt daher wie Menſchen, die die echte Herzensliebe zum Wandern
treibt, und die kommen nicht mit Lackſchuhen und Stöckelabſätzen. Ich
komme ja auch nicht mit meinen Nagelſchuhen in euren Salon. Was
würdet ihr dazu ſagen?
Bücherstube Alfred Bodenheimer
A USSTELLUNG
RUTH MEIER /DRESDEN
Aguarelle, Holzschnitte, Graphik — Geöffnet bis Ende April
3920
— Orpheum. „.. und ſie betrügt dich doch!” (
Gaſt=
ſpiel Lori Leux, Curt v. Moellendorf, Ferry Sikla und anderen
Prominenten Berliner Bühnen.) Der Direktion des Orpheums
iſt es gelungen, die obengenannten Berliner Künſtler für ein
kur=
zes Gaſtſpiel mit dem überaus humorvollen Luſtſpiel .. . . und
ſie betrügt dich doch!” ab morgen Donnerstag, 16. April,
zu gewinnen. Neben Lori Leux, der bekannten Berliner
Bühnen=
künſtlerin, die man ob ihrer ausgezeichneten geſanglichen
Vor=
tragskunſt als Nachfolgerin der Maſſary bezeichnet, und Curt
von Moellendorf, dem ehemaligen Bonvivant des Burgtheaters in
Wien, wirken mit: Ferry Sikla, der bekannte und beliebte
Ber=
liner Bühnen= und Filmkomiker, Lucie Manen, die durch ihre
vollendet geſangliche Darſtellung der „Viktoria” in Berlin und
anderen Städten Triumphe feierte (auch von der „Frankfurter
Oper wurde ſie eingeladen, dieſe Partie dort zu ſingen), ferner
Guſtav Wilfan und die bekannte Film=Grotesk=Komikerin Mara
Leslie ſowie Max Roſen u. a. Für die Damenwelt dürfte es von
beſonderem Intereſſe ſein, daß die Sängerinnen Lori Leux
und Lucie Manen die neueſten Frühjahrs= und
Sommer=
modelle der erſten Berliner Häuſer Hermann Gerſon und
Klara Schulz tragen. Somit ſtehen den Orpheumsbeſuchern
ab morgen Donnerstag einige genußreiche Abende bevor. Die
Preiſe ſind nicht erhöht (1—3 Mark). Karten im Verkehrsbüro,
Rheinſtraße 14, und bei Hugo de Waal. (Siehe Anzeige.)
— Alice=Eleonorenſchule. Anmeldungen werden auch
wäh=
rend der Ferien täglich zwiſchen 9—1 Uhr im Schulhaus,
Fried=
richſtraße 4, entgegengenommen. (Siehe Anzeige.) Der
Unter=
richt beginnt für die fachgewerblichen Kurſe Montag, den 20.
April, 9 Uhr, für das Vorſeminar und techniſche Seminar und
Kinderpflegerinnen=Vorklaſſe Dienstag, den 21. April, 11 Uhr,
Friedrichſtraße 4. Kinderpflegerinnen=Seminar und
Kinder=
pflegerinnenklaſſe Montag, den 20. April. 9 Uhr. Martinsſtr. 28.
— Volkshochſchule. Der neue Arbeitsplan für den „Sommer
1931 iſt erſchienen und im Verkehrsbüro, Buchhandlung Saeng
und in der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule zu haben. Die neuen
Lehrgänge beginnen am Montag, dem 27. April. Die
Anmeldun=
gen ſind nach Möglichkeit vor Beginn der Lehrgänge an die
Ge=
ſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17, zu richten.
— Die Kunſthandlung Langheinz, Karlſtr. 25, veranſtaltet in
dieſer Woche in einem ihrer Schaufenſter eine Ausſtellung
zahl=
reicher Reproduktionen nach den bekannten Gemälden Ferdinand
Hodlers. Die Ausſtellung gibt ein Bild von dem eindrucksvollen,
ſchaffensreichen Wirken des am 19. Mai 1918 verſtorbenen
Künſtlers.
Dieburger=
Taunusburg-Casino straße
das intime, vornehme Abendlokal, (5300a
— Heſſiſche Krankenpflege=Vereinigung E. V., Sitz Darmſtadt.
Jahreshauptverſammlung. Aus dem Jahresbericht iſt
hervorzuheben, daß die aktive Mitgliederzahl ſtetig im Wachſen
begriffen iſt. Der Vorſtand beſteht jetzt aus den Herren Herling,
1. Vorſitzender, Scherer, 2. Vorſitzender, Vatter, Schriftführer,
Ehr=
hardt, Rechner, und den Beiſitzern Herrn Pöth und Frau Seubert.
Das Geſchäftszimmer iſt nach wie vor Kranichſteinerſtr. 37. Die
Krankenpflege=Vereinigung ſtellt in Krankheitsfällen vollſtändig
ausgebildetes Pflegeperſonal gegen mäßige Gebühren für Tag=
und Nachtwachen zur Verfügung. — Abends fand aus Anlaß des
10jährigen Beſtehens der Vereinigung im Vereinslokal ein bunter
Abend ſtatt, in deſſen Verlauf die Gründer durch Ueberreichung
von Diplomen geehrt wurden".
— Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 60 erſchienen. Dieſe
verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraft=
ſ ahrzeugen jeder Artin den 18 Kreiſen
desVolks=
ſtaates Heſſen (Kennzeichen V8, VR. V0) für die Zeit
vom 16.—31. März 1931. Die Autoliſten enthalten die Angaben
in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf,
Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers, Type, Motornummer
Hub=
raum in ccm (und PS), Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen
ſind durch X kenntlich gemacht. Die Meldungen ſind geordnet
nach den drei Provinzen (VS, VR, VO) und Kreiſen, und innerhalb
dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen
wer=
den beſonders geführt. — Die Autoliſten ſind eine wichtige
Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahr=
zeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929, und
unent=
behrlich weil ſie laufend neueſtes
Adreſſenmate=
rial liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich zwei
Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines Monats ausgegebene Liſte
enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des
voraufgegange=
nen Monats, und die ſpäteſtens am 25 eines Monats
ausgege=
bene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des gleichen Monats.
Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige! Anfragen richte
man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.
— Staatslotterie. Nur noch wenige Tage trennen uns von
dem Beginn der erſten Klaſſe der neuen Lotterie, die am
Mon=
tag, den 20., und Dienstag, den 21., ſtattfindet. Es iſt daher für
alle Spieler, alte und neue, die beſte Gelegenheit, ſich daran zu
beteiligen, zumal bekanntlich nur die rechtzeitige Bezahlung des
Loſes vor der Ziehung den Gewinnanſpruch garantiert. Die
hieſigen ſtaatlichen Einnehmer kommen ihren Kunden gewiß
weit=
gehendſt entgegen, aber da diesmal ein Sonntag vor dem Beginn
der Ziehung liegt, ſo müßte die allerletzte Möglichkeit zur
Los=
erneuerung doch bis einſchließlich Samstag, den 18. d. M.
erfol=
gen. Wir bitten aber im Intereſſe der Einnehmer, die
Erneue=
rung nicht bis zum letzten Tage hinauszuziehen, damit dieſelben
mit der großen notwendigen Abrechnungsarbeit rechtzeitig fertig
werden können.
* Aus den Darmſtädler Lichtſpielkheakern.
Der neue Chaplin: „Lichter der Großſtadt”.
Nach „Goldrauſch” und „Zirkus”, nun der neueſte Chaplin
„Lichter der Großſtadt”, Ware „Goldrauſch” und „Zirkus” nicht
vorangegangen, würden „Lichter der Großſtadt” zweifellos, das
ungeheure Aufſehen rechtfertigen, das der Film überall erregt,
und auch die ungeheuren Summen, die ſeine Herſtellung gekoſtet
haben ſoll. Denn es iſt zweifellos ein guter Film, und iſt auch
ein ſehr guter Charlie Chaplin.
Der große Humoriſt nämlich — in Wirklichkeit iſt er ja
klein — iſt gerade in dieſem Falle er ſelbſt: Humoriſt, Komiker,
Clown. Philoſoph, ſentimentaler Liebhaber, und in all dieſen
Rollen Artiſt und vor allem Schauſpieler. Ueber den
Chap=
lin in „Lichter der Großſtadt” lacht die Maſſe, ſchreit die Jugend,
beſonders die halbwüchſige, aber es iſt nur eine einzige Szene die
ernſten Theaterbeſuchern Tränen erpreßt. Es fehlt dieſem Film
irgendwie das Letzte, Tiefwühlende, Packende. Zu ernſt und zu
groß, als Ganzes genommen, um nur humoriſtiſch zu wirken, zu
wenig dramatiſch aber, um die Wirkung auszulöſen, der Chaplin
in ſeinen großen Filmen den Welterfolg verdankt.
Chaplin, der Vagabund, lernt am ſelben Tage eine
bild=
hübſche Blumenverkäuferin kennen, die blind iſt und einen
Millio=
när, der ſtändig betrunken iſt. Aus dieſer Doppelbekanntſchaft
eines Abends und eines Tages ergibt ſich der Inhalt der ganzen
Filmfabel. Natürlich verliebt ſich Chaplin in das hübſche blinde
Mädchen, und ſelbſtverſtändlich iſt ſeine Liebe von ſo großer
Opfer=
freudigkeit, daß er alles tut, um dem geliebten Mädchen zu helfen.
Hierzu iſt ihm der Millionär, der im Suff Selbſtmordabſichten
hatte, und den Chaplin rettet, Mittel zum Zweck. Immer wenn
der Millionär betrunken iſt, ſchließt er mit Chaplin Freundſchaft
und beſchenkt ihn fürſtlich, und immer wenn er nüchtern iſt, läßt
er den „Freund” durch ſeinen Diener hinauswerfen. Was er aber
an Dollars von dem reichen Freund aufbringen kann, opfert er
dem geliebten Mädchen, auch das Honorar für einen berühmten
Arzt, der dem Mädchen das Augenlicht wiedergibt. Dieſe letzte
Szene des Filmes iſt die einzige von tiefer Tragik erfüllte: In
der Phantaſie des blinden Mädchens iſt ihr Retter, den ſie ja noch
nie ſah, irgendein reicher Gentleman, und als der Vagabund vor
ihr ſteht und ſich zu erkennen gibt, erleben beide ihre
niederſchmet=
ternde Enttäuſchung. — Dieſe Handlung hat Chaplin mit
zahlrei=
chen luſtigen Szenen geſchmückt. Er fällt einmal über das andere
ins Waſſer, er ißt Papierſchlangen als Spaghetti, ſpielt
meiſter=
haft mit artiſtiſcher Beweglichkeit den Betrunkenen, iſt urkomiſch
als Ringkämpfer und in den Szenen, da er Einbrecher bekämpft,
kurz er iſt Charlie Chaplin, zeigt ſich von ſeinem beſten Können.
Wenn dieſer Film, wie geſagt, nicht die große Linie der
vorher=
gehenden hält, ſo iſt er doch als einer der beſten ſtummen Filme
7*
der letzten Produktionen unbedingt ſehenswert.
Im Union=Theater läuft bis auf weiteres der neue
große Charlie Chaplin=Film „Lichter der Großſtadt” Um dem
großen Andrang zu begegnen, ſind 4 Vorſtellungen eingelegt und
dürfte es ſich empfehlen, nach Möglichkeit die
Nachmittagsvorſtel=
lungen zu berückſichtigen. Beginn: 2.45, 4.30, 6.15 und 8.20.
Im Helia=Theater wird nur noch heute und morgen
„Ariane” mit Eliſabeth Bergner und Rudolf Forſter gezeigt.
Be=
ginn: 3.45, 6.00 und 8.10.
In den Palaſt=Lichtſpielen läuft bis auf weiteres im
großen Doppelprogramm der Flieger=Senſationsfilm „Die Jagd
nach der Erbſchaft” mit George Duryea und Virginia Bradford
in den Hauptrollen. Im 2. Teil ſieht man Dina Gralla in dem
luſtigen Abendteuerfilm „Kehre zurück! Alles vergeben!”. Beginn:
3.45, 6.00 und 8.10 Uhr.
— Nähſchule und Kindergarten der Barmherzigen Schweſtern,
Nieder=Ramſtädterſtraße 30, empfehlen ſich wiederum für den
kom=
menden Beginn. Gründliche Erlernung des Hand= und
Maſchinen=
nähens, Weiß=, Bunt= und Kunſtſticken, Kunſtſtricken,
Kleider=
machen, Zuſchneiden, überhaupt gute Ausbildung in allen Arten
von Handarbeiten. Ebenſo weiſen wir auf unſeren
neuhergerich=
teten Kindergarten hin. Wie fein ſieht er nun aus in ſeinem
neuen Kleid mit den ſchönen Märchenfrieſen. Zur großen Freude
der Kinder ſind neue Tiſche und Stühlchen angekommen, an denen
ſich die einzelnen Kindergruppen familiär zur frohen Arbeit
zu=
ſammenfinden. Man iſt erfreut über all das, was man an
Ein=
richtungen einer zeitgemäßen Kinderfürſorge zu ſehen bekommt.
Ueberall trägt er den Charakter frohen und wohlgeordneten
Kin=
derlebens. Dazu der große herrliche Garten und Hof, wo ſich das
kleine muntere Völkchen nach Herzensluſt tummeln kann, um im
Freien ſpielen und arbeiten zu können. Nebenbei machen wir
auch Spaziergänge in den nahen Wald, wo die Kleinen allerlei
Entdeckungen machen, an denen ſie ſich ergötzen. Anmeldungen
nimmt jederzeit entgegen die Oberin.
Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd, Bremen. (
Aende=
rungen ohne vorherige Anzeige vorbehalten.) Nach New York ab
Bremen=Bremerhaven: D. Berlin 16. 4., D. Bremen 17. 4., D.
Stutt=
gart 23. 4., D. Europa 24. 4., Dr. General von Steuben 30. 4., D.
Bremen 4. 5., D. Dresden 7. 5., D. Europa 10. 5., D. Karlsruhe 13. 5.,
D. Berlin 14. 5., D. Bremen 21. 5.. D. Stuttgart 21. 5., D. Columbus
24. 5., D. Europa 27. 5., D. General von Steuben 28. 5. Nach New
York via Halifax ab Bremen=Bremerhaven: D. Stuttgart 23. 4.,
D. Karlsruhe 13. 5. Nach Kanada: D. Augsburg ab Bremen 22. 4.,
ab Hamburg 24. 4. Nach Boſton Philadelphia,
Balti=
more, Norfolk (Frachtdampfer) ab Bremen=Hamburg: D.
Elms=
horn ab Hamburg 18. 4., ab Bremen 22 4.: D. Köln ab Bremen 29. 4.,
ab Hamburg 2. 5. (Nicht nach Boſton.) D. Hanau ab Bremen 9. 5.,
ab Hamburg 13. 5. Nach Nord=Amerika=Weſtküſte ab
Bre=
men=Hamburg: MS. Seattle ab Hamburg 22. 4., ab Bremen 25. 4.7
D. Schwaben ab Hamburg 2. 5., ab Bremen 5. 5. Nach Havana=
Galveſton ab Bremen=Bremerhaven: D. Lützow ab Bremen 29. 4.,
D. Karlsruhe ab Bremerhaven 13. 5. Nach Cuba—NewOrleans
ab Bremen=Hamburg: D. Ingram ab Bremen 16. 4., ab Hamburg
18. 4.: D. Roland ab Bremen 14. 5., ab Hamburg 16. 5. Nach Cuba
— Mexiko—Texas ab Bremen=Hamburg: MS. Rio Panuco ab
Bremen 19. 4., ab Hamburg 22. 4: MS. Palatia ab Hamburg 4. 5.;
MS. Patricia ab Hamburg 16. 5.; MS. Rio Bravo ab Bremen 24. 5.,
ab Hamburg 27. 5. Nach Weſtküſte Zentral=Amerika und
Mexiko ab Bremen=Hamburg: D. Abana ab Hamburg 28. 4., ab
Bremen 29. 4.: D. Kreta ab Hamburg 26. 5., ab Bremen 27. 5. Nach
Weſtindien: D. Arta ab Hamburg 25 4., ab Premen 27. 4. Nach
Nordbraſilien: D. Anatolia ab Bremen 16. 4., ab Hamburg
18. 4.; D. Vegeſack ab Bremen 16. 4., ab Hamburg 18. 4. Nach
Mit=
telbraſilien (Paſſagier= und Frachtdampfer): D. Münſter ab
Ham=
burg 16. 4., ab Bremen 18. 4.; D. Sierra Ventana ab Bremerhaven
27. 4.: D. Weſer ab Bremerhaben 4. 5.; D. Irmgard ab Hamburg
30, 4., ab Bremen 2 5.; D. Gelria ab Bremerhaven 11. 5.; D. Sierra
Morena ab Bremerhaven 18. 5. Nach Südbraſilien ab Bremen=
Hamburg: D. * * ab Hamburg 7. 5., ab Bremen 9. 5.; D. Arnfried
ab Hamburg 3. 6., ab Bremen 5. 6. Nach dem La Plata (Paſſagier=
und Frachtdampfer): D. Sierra Ventana ab Bremerhaven 27. 4.; D.
Weſer ab Bremerhaven 4, 5.; D. Waterland ab Bremen 2. 5., ab
Hamburg 6. 5.; D. Gelria ab Bremerhaven 11. 5. D. Gotha ab
Bre=
men 9. 5. Nach Süd=Amerika (Weſtküſte) via
Panama=
kanal: MS. Odenwald ab Hamburg 16. 4., ab Bremen 18. 4.: D.
Rapot ab Hamburg 23. 4., ab Bremen 25. 4.: D. Itauri ab Hamburg
30. 4., ab Bremen 2. 5.; D. Albert Vogler ab Hamburg 7. 5., ab
Bre=
men 9. 5.: D. Wido ab Hamburg 14. 5., ab Bremen 16 5.; via
Magellan=Straße: D. Goslar ab Bremen 14. 4., ab Hamburg
18. 4.; MS. Ruhr ab Bremen 98. 4., ab Hamburg 2. 5.
Frucht=
fahrt Canar. Inſeln: D. Orotava ab Bremen 25. 4., D. Arucas
ab Bremen 9. 5., D. Orotava ab Bremen 23. 5., D. Arucas ab Bremen
6. 6., D. Orotava ab Bremen 20. 6., D. Arucas ab Bremen 4. 7.,
D. Orotava ab Bremen 18. 7. Nach Oſtaſien: D. Lippe ab
Bre=
men 14. 4., ab Hamburg 18. 4.: MS. Ramſes ab Bremen 18. 4., ab
Hamburg 22. 4.; D. Havenſtein ab Bremen 21. 4., ab Hamburg 25 4.;
MS. Habel ab Bremen 25. 4., ab Hamburg 29. 4.; D. Schleſien ab
Bremen 28, 4., ab Hamburg 2. 5.; MS. Leverkuſen ab Bremen 2. 5.,
ab Hamburg 6. 5. Nach Auſtralien: D. Oder ab Hamburg 30. 4.,
ab Bremen 2. 5.; D. Staßfurt ab Hamburg 16. 5., ab Bremen 18. 5.;
D. Aller ab Hamburg 27. 5., ab Bremen 30. 5. Nach der Levante
ab Bremen: ca 8 Abfahrten im Monat. Nach Finnland ab
Bre=
men: 8tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. Nach Reval ab Bremen:
Abfahrten alle 8—10 Tage. Nach Veningrad ab Bremen: je nach
Bedarf. Nach England ab Bremen-London: 3—4 Abfahrten in
der Woche. — Bremen—Hull: 2 Abfahrten in der Woche. —
Bremen — Middlesborough — Newcaſtle: 10tägig. —
Bremen —Hamburg— Frankreich: Abfahrten Montags von
Bremen, Freitags von Hamburg. — Afrika=Linien:
Oeſt=
liche Rundfahrt um Afrika: D. Uſaramo ab Hamburg 18. 4. Weſtliche
Rundfahrt um Afrika: D. Adolph Woermann ab Hamburg 2. 5.
Ge=
ſellſchaftsreiſen: Mittelmeerfahrt: D. Sierra Cordoba ab
Genua 8. 5. 1. Nordkapfahrt: D Lützow ab Bremerhaven 4. 7.
Polar=
fahrt: D. Sierra Cordoba ab Bremerhaven 10. 7. 2. Nordkapfahrt:
D. Lützow ab Bremerhaven 21. 7. 3. Nordkapfahrt: D. Sierra Cordoba
ab Bremerhaven 6. 8. — Mitgeteilt von Anton Fiſcher Vertreter
des Norddeutſchen Lloyd ſeit 1873, Darmſtadt, Frankfurter Straße
12—14, Telephon 186.
Seite 6
Mittwoch, den 15. April 1931
Nummer 104
eiswandel iii Boenoalo.
Von J. Silling=Wieſner.
Im Reich des erſten Frühlings.
RDV. Nirgends wie in deutſchen Waldgebieten treiben Sage
und Märchen in hundertfach wechſelnder Geſtalt ihr Spiel. Im
rauhen Geſchröff der ſchleſiſchen Gebirgswelt hauſt der
ungebär=
dige Geiſt Rübezahl. In geheimnisvollen Höhlentiefen des
Har=
zes wimmelt es von Gnomenvolk. Verblaſſende Räuberromantik
weht noch heut um die eichendunklen Jagdgründe des Speſſart
— und wem tauchte nicht beim Klang des Wortes „Odenwald”
eine ganze Kette farbenglühender Bilder auf: der „Nibelunge
Not”
Dieſes anmutig grüne Reich des Odenwaldes, der den
blühen=
den Garten Deutſchlands, die Bergſtraße, ſäumt, hat die deutſche
Heldenſage vom lichten Siegfried und dem finſteren Hagen
ge=
boren. Schwarze Keile von Tannenwald ſtoßen ſcharf hinein in
den von Sonne überſpielten hellen Buchenwald — die Natur
hat hier der menſchlichen Phantaſie den Stoff von Siegfrieds
tragiſchem Tod geliefert. An einer einzigen, vom lauten
Ver=
kehrsſtrom kaum berührten Stelle findet man in der Idylle des
Waldes das zyklopiſche Granitmeer des Felsberges. — Wo liegt
der Felsberg des Odenwaldes? Aus dem alten Römerſtädtchen
Bensheim an der Bergſtraße zieht ein ſchmales, üppig
um=
grüntes Tälchen bergwärts, das Schönbergtal, eins der lieblichſten
im Wald. Dorf reiht ſich an Dorf. Garten an Garten. Der helle
Talbach, die Lauter, plätſchert im blumenbunten Grund; rechts
und links winken Buchenwälder mit lichtgrünen Fahnen, Schloß
Schönberg reckt hohe Staffelgiebel und einen mittelalterlichen
Rundturm ſtattlich empor; es iſt eine kleine, eng umfriedete
ent=
zückende Sommerwelt. Beim Dorfe Reichenbach das auch die
Kraftpoſt von Bensheim aus in einer guten halben Stunde
er=
reicht, ſchwenkt der Weg von der Talſtraße querfeldein und hebt
ſich langſam dem waldigen Rücken des Felsberges entgegen, der
die Schönberger Talſchaft vom Balkhäuſer= und Stettbachertal,
der Umgebung Jugenheims trennt. Schon am Feldſaum
grüßt uns der „klingende Berg” mit Hämmern und Pochen
material des Berges. Dies iſt ſozuſagen der moderne Auftakt
zum Wunder dieſer gemütlichen, buchengrünen Waldhöhe zum
„Felſenmeer” unterhalb des Gipfels.
Wer in den Alpen wanderte, kennt die Moränen, breite
Ge=
röllſtröme, die von den Bergen niederbrechen. Hier ſchuf die
Na=
tur ganz anderes, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Ein
ungeheurer zuſammenhängender Panzer von ſog Hornblende=
Granit deckte vor Jahrtauſenden die Süd= und Oſtflanken des
Berges und wurde allmählich, ganz allmählich durch die
Zer=
ſtörungskräfte von Waſſer, Luft und Pflanze zermürbt, durch
Fortſchwemmen ſandiger Maſſen freigelegt, zur heutigen oft
gro=
tesken Form geſchliffen. So bäumen ſich uns chaotiſch getürmte,
einzeln ragende oder phantaſtiſch zuſammenhockende Granitblöcke
entgegen — „ein Spielplatz der Giganten” — wie die
Volksphantaſie dichtet. „Trümmerſtätte einer urzeitlichen
Fabel=
ſtadt” — auf alle Fälle aber der heißumſtrittene Tummelplatz
vieler gelehrter Federn, vom Griffel des römiſchen Chroniſten bis
zur Schreibmaſchine im modernen Gelehrtenzimmer. Wobei man
die Beobachtung macht, daß es der antike Forſcher erheblich
leich=
ter hatte als der moderne: denn jener hatte nur die geologiſche
Merkwürdigkeit des Felsberges ſtaunender Mitwelt zu
demon=
ſtrieren, während allen ſpäteren die Aufgabe wurde, die hier in
Waldeinſamkeit ruhenden Denkmale antiker Steintechnik neu zu
entdecken und zu durchforſchen. Suchenden und geübten Augen
ſtellten ſich nämlich dieſe anſcheinend ſeit Urzeiten unberührten
Granitmeere als große Gruppen von „Werkplätzen” dar, wo zur
Zeit der Römerherrſchaft in Germanien eine bedeutende
Granit=
induſtrie ihre Arbeitsſtätten hatte — und die reichen Schätze an
koſtbarem Geſtein für ihre Zwecke ausbeutete.
Vieles Vollendete iſt zweifellos fortgeſchafft, vieles von
un=
wiſſenden Händen in ſpäterer Zeit zerſtört worden; immerhin
mehr unter Denkmalsſchutz ſtehen und durch Nummernbezeichnung
leicht auffindbar ſind. Es iſt nicht nur für den Fachmann von
Intereſſe, ſich an den beſonders gut bearbeiteten Blöcken über
die kunſtvolle Steintechnik der Römer zu unterrichten. Im
Brun=
nenhäuschen am Felſenmeer ruht der „Clou dieſes natürlichen
Muſeums die prachtvolle „Rieſenſäule”, ein Monſtrum von 9.39
Meter Länge und 4,12 Meter Umfang, um die ſich bereits ein
Kranz von Sagen ſchlingt. In früher Zeit heidniſches Grenzmal.
ſpäter in einer (jetzt nicht ſichtbaren, da am Boden aufliegenden)
Niſche den heiligen Bonifaz ſchützend und ſo eine altchriſtliche
Kultſtätte des Berges bezeichnend, iſt ſie heute Schauſtück für
Das Felſenmeer im Odenwald,
Felsbergwanderer, ebenſo wie der koloſſale „Altarſtein” das
„Kriegsſchiff”, der „Rieſenſarg” und andere
unvollen=
dete Arbeiten antiker Steinmetzen, die ſicher nicht ahnten, daß ihr
mühſeliges Werk einſtmals Kurioſum werden wurde.
Alt und doch kinderjung, an dieſen Felsveteranen gemeſſen,
rauſchen über den toten Steingefilden die Buchen des Odenwaldes
in lebensvoller Schönheit und Kraft. Froh des eigenen, friſchen
Wanderdaſeins, ſteigt man völlig zu Berg und gönnt den vom
antiken Gebuckel dieſes abſonderlichen Heſſenwinkels etwas
ſtra=
pazierten Kraxelbeinen ausgiebige Raſt auf dem ſonnenheiteren
Gipfel (515 Meter), der in alle vier Winde ſchaut. Bis man
ſchließlich auf ſanften Pfaden in die reizenden Gründe des
Balk=
häuſertales abſteigt und bald, von Jugenheims duftenden Gärten
empfangen wird.
* Die Ziele des Deutſchen Wirkſchaftsvereins.
In Mannheim wurde zum Schutz der deutſchen Arbeit der
Deutſche Wirtſchaftsverein, mit dem Sitz in Mannheim,
gegründet. Es iſt eine feſtſtehende Tatſache, daß Uebereinfuhr
aus=
ländiſcher Erzeugniſſe nicht den günſtigſten Einfluß auf unſere
Zahlungsbilanz hat, und daß durch Ausgaben für fremde Waren
unſerer eigenen Wirtſchaft natürlich ganz erhebliche Nachteile
ent=
ſtehen. Namentlich wurde ſchon wiederholt die Forderung „Kauft
deutſche Waren” von der Landwirtſchaft erhoben. Nach ſtatiſtiſchen
Berechnungen könnten z. B. 4 Milliarden für entbehrliche
einge=
führte landwirtſchaftliche Produkte glatt unſerer notleidenden
Landwirtſchaft zugute kommen, ein Betrag, der, im Inland
ange=
legt, die Kaufkraft ſtark heben und ſomit auch unſerer Induſtrie
Vorteile bringen könnte. Entbehrlich iſt nachweislich auch ein
er=
heblicher Teil eingeführter Erzeugniſſe der Induſtrie, die man im
Inlande bei ſtärkerem Bedarf in erhöhtem Maße herſtellen kann,
ſo daß zahlreiche Arbeiter Verdienſt hätten. Das Zahlenbild
könnte ſich ſomit durch weiſe Erkenntnis der Notwendigkeit,
In=
landserzeugniſſe weit mehr wie bisher zu bevorzugen, ganz
erheb=
lich zu unſeren Gunſten verſchieben. Die Millionenziffer der
Arbeitsloſen könnte herabgedrückt werden, Milliarden der
Aus=
landsanleihen könnten zurückgezahlt und ſomit die Zinſenlaſt
ver=
mindert werden (eswerden heute für über 20 Milliarden
Auslands=
anleihen ca. 2 Milliarden Zinſen jährlich bezahlt). Nach exakten
Berechnungen könnten durch Verminderung fremder Einfuhr,
z. B. engliſcher Stoffe, tſchechiſcher Schuhe, franzöſiſcher Weine und
Parfümerien, ausländiſchen Weizens, Käſe, Eier, Butter, Obſt,
Südfrüchte ausländiſcher Maſchinen, Automobile und
Chemika=
lien, jährlich 4—5 Milliarden dem Inlandsmarkt zugute kommen.
— Der deutſche Wirtſchaftsverein hat es in dankenswerter Weiſe
übernommen, aufklärend zu wirken, die Selbſthilfe durch intenſive
Propagierung des deutſchen Warenkaufs zu organiſieren. Durch
behördliche Maßnahmen kann die Ueberflutung unſeres Marktes
mit ausländiſchen Erzeugniſſen nicht abgewehrt werden. Daher
ſind die Ziele, die ſich der deutſche Wirtſchaftsverein unter dem
Vorſitz des Rechtsanwaltes Dr. Odenheinz geſteckt hat und in
hervorragender Weiſe dem Schutze der deutſchen Arbeit dienen, im
eigenſten Intereſſe unſerer Wirtſchaft nur zu begrüßen.
— Kriegsopferkundgebung. Der Gauvorſtand von Heſſen=
Freiſtaat mit dem Sitz in Darmſtadt des faſt eine halbe Million
umfaſſenden Reichsbundes der Kriegsbeſchädigten,
Kriegsteilneh=
mer und Kriegerhinterbliebenen ruft zu einer großen
Proteſtkundgebung am Sonntag, dem 19. April 1931,
vor=
mittags 10 Uhr, in das Schumann=Theater zu
Frank=
furt a. M. auf. Das Thema lautet: „Kriegsopfer, Rentenabbau
droht”.
— Warnung — Kriegsgräberfürſorge! Seit einiger Zeit
häufen ſich die Falle, daß Bücher und ähnliche Werke mit der
Be=
hauptung angeboten werden, ein Teil des Reingewinns würde für
die Kriegsgräberfürſorge verwandt. Einige Vertreter gehen
ſo=
gar ſoweit, daß ſie bei Nichtabſatz des Buches ohne jede
Berechti=
gung eine Spende für den Volksbund erbitten und in deſſen
Namen quittieren. Der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge
gibt daher bekannt, daß er grundſätzlich jede Beteiligung an
Er=
werbsunternehmungen ablehnt und daher mit keiner Firma eine
Abmachung getroffen hat, Bücher oder ſonſt irgendeinen Artikel
zugunſten der Kriegsgräberfürſorge zu vertreiben. Der Volksbund
warnt nachdrücklich, anderslautenden Angaben Glauben zu
ſchen=
ken und bittet, vorkommendenfalls ſofort die Kriminalpolizei zu
verſtändigen und womöglich auch die Bundesgeſchäftsſtelle, Berlin
W. 15, Brandenburgiſcheſtraße 27 zur weiteren Verfolgung der
Angelegenheit zu unterrichten. Nicht berührt werden durch
Vor=
ſtehendes die vom Volksbund veranſtalteten Sammlungen, bei
denen auch gelegentlich Papierblumen und Poſtkarten verkauft
werden. Derartige Sammler müſſen im Beſitze der
vorgeſchriebe=
nen Ausweiſe ſein.
— Moderne Zärtlichkeit. Ohne wirklichen Grund, auch ohne
vorausgegangenen Streit goß, im Scherz” eine hieſige Frau ihrem
Ehemann einen Topf heißen Waſſers über. Der Mann erlitt ſo
ſchwere Brandwunden, daß er in das Städtiſche Krankenhaus
ver=
bracht werden mußte.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg—Amerika=Linie.
(Auſtral=/Cosmos=Linien.) Nach New York, ab Hamburg bzw.
„Deutſchland” 15. 4., 16. 4., D. „New York. 22. 4.,
Cuxhaven:
23. 4., D. „Cleveland” 25. 4., 26. 4., D. „Albert Ballin 29. 4.,
30. 4.. D. „Reliance” 1. 5., 2. 5., MS. „St. Louis” 2. 5., D.
„Hamburg” 6. 5., 7. 5. D. Deutſchland 8. 6., 9. 6. Nach Ka;
nada (in Gemeinſchaft mit der County Line) MS. „Milwaukee
(Hapag) ab Cuxhaven 12. 4., D „Aussburg” (Lloyd) ab
Ham=
burg 24. 4., D. „Cleveland” ab Cuxhaven 26. 4. Nach Boſton,
Philadelphia, Baltimore, Norfolk (
Gemeinſchafts=
dienſt Hapag/Lloyd): D. „Elmshorn” (Hapag) ab Hamburg 18. 4.,
Hamburg 22. 4., D. „Schwaben. (Lloyd) ab Hamburg 2. 5., MS.
„Portland. (Hapag) ab Hamburg 13. 5., MS „Los Angeles”
(Lloyd) ab Hamburg 23. 5. Nach Cuba; MS. Phoenicia” ab
Hamburg 4. 5., ein Dampfer ab Hamburg 6. 6. Naw Mexiko
(in Gemeinſchaft mit der Ocean=Linie): MS. „Rio Panuco
(Ocean) ab Hamburg 22. 4., MS „Patricia (Hapag) ab
Ham=
burg 4. 5.. MS. „Palatia” (Hapag) ab Hamburg 16. 5.. MS.
„Rio Bravo” (Ocean) ab Hamburg 27. 5. Nach Weſtindien
(in Gemeinſchaft mit der Roland=Linie Bremen, und der Reederei
H. C. Horn, Flensburg): MS. „Magdalena” (Hapag) ab
Ham=
burg 18. 4., D. „Arta (Lloyd) ab Hamburg 25. 4., D. „Teutonia”
(Hapag) ab Hamburg 2. 5.. MS. „Ingrid Horn” (Horn) ab
Hamburg 9. 5. Nach den Weſtindiſchen Inſeln (in
Ge=
meinſchaft mit der Reederei H. C. Horn, Hamburg): D.
Eupa=
toria (Hapag) ab Hamburg 21. 4., MS. „Waldtraut Horn”
(Horn) ab Hamburg 5. 5. Nach der Weſtkuſte Zentral=
Amerikas (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd); MS. „
Mag=
dalena” (Havag) ab Hamburg 18. 4., MS. „Seattle” ab Hamburg
22. 4., D. „Agira (Lloyd) ab Hamburg 28. 4., D. „Schwaben
(Lloyd) ab Hamburg 2. 5. Nach der Oſtküſte
Südame=
rikas ab Hamburg: D. „Württemberg” 17. 4., D. „Liguria”
22. 4., D. „General Artigas 1. 5., D. „Seſoſtris” 2. 5., D. „
Hohen=
ſtein” 9. 5., D. „General Mitre” 16. 5. Nach der Weſtküſte
Südamerikas (in Gemeinſchaft mit der Roland=Linie,
Bre=
men); ab Hamburg: MS. „Odenwald (Hapag) 16. 4.. D. „
Gos=
lar” (Roland) 18. 4., D. „Rapot” (Roland) 23. 4., D. „Itauri”
(Kosmos) 30. 4.. Nach Oſtaſien (Gemeinſchaftsdienſt Hapag!
Lloyd); ab Hamburg: D. „Derfflinger” (Lloyd) 15 .4., D. „Lippe‟
(Lloyd) 18 4.. MS. „Ramſes” (Hapag) 22. 4., D. Havenſtein”
25. 4., MS. „Havel” (Lloyd) 29. 4.. ein Dampfer (Lloyd) 2. 5.,
MS. „Leverkuſen” (Hapag) 6. 5. D. „Preußen” (Hapag) 9. 5.
Nach Niederländiſch=Indien (Gemeinſchaftsdienſt der
Deutſch=Auſtraliſche Dampfſchiffs=Geſellſchaft, Aktiengeſellſchaft
Hamburg, und der N. V. Nederlandſche Stoompaart Maatſchappij
„Oceaan”): MS. „Alcinous” (Oceaan) ab Hamburg 22. 4., D.
Gera” (Hapag) ab Rotterdam 28. 4. D. „Kurmark” (Hapag) ab
Hamburg 6. 5., ein Dampfer (Oceaan) ab Hamburg 23. 5. Nach
Auſtralien (Gemeinſchaftsdienſt der Deutſch=Auſtraliſchen
Dampfſchiff=Geſellſchaft, Hamburg. des Norddeutſchen Lloyd,
Bre=
men, und der Reederei Alfred Holt u. Co., Liverpool): D. „Oder”
(Lloyd) ab Hamburg 30 4.. D. „Staßfurt” (Hapag) ab Hamburg
16. 5., ein Dampfer (Lloyd) ab Hamburg 27. 5. Nach
Süd=
afrika (Deutſch=Auſtraliſche Dampfſchiffs=Geſellſchaft.
Aktien=
geſellſchaft, Hamburg); D. „Altona” am Hamburg 23. 5.. D.
„Lüneburg” ab Hamburg 20. 6. Hamburg— Rhein=Linie:
). „Frankfurt” ab Hamburg 11. 4., D. Köln” ab Hamburg 16. 4.,
D. „Straßburg” ab Hamburg 21. 4., D „Karlsruhe” ab
Ham=
burg 25. 4. Hamburg—London=Linie: Wöchentlich drei
Abfahrten. — Mitgeteilt durch die hieſige Vertretung:
Bankge=
ſchäft Friedrich Zaun. Luiſenplatz 1. Tel. 1308/09.
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. Wie
bereits mitgeteilt, findet heute wieder das erſte geſellige
Zuſam=
menſein in dieſem Jahre am Nachmittag um 4 Uhr auf dem
Hei=
ligen Kreuz ſtatt. Eine Parteifreundin wird uns durch
humo=
riſche und andere Vorträge erfreuen. Um zahlreiche Beteiligung
wird gebeten. — Jugendgruppe. Heute Fortſetzung der
Vortragsfolge Oberſtleutnant Schenck im „Gutenberg” pünktlich
8.30 Uhr. Anſchließend daran Abſchiedsabend für cand, pbil
Fal=
ter. Muſik, Unterhaltung, Tanz.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Ein rabiater Ehemann, der ſeine Frau, mit der
er in Eheſcheidung lebte, etwas gar zu unſanft auf der Straße ge=
mal 5 Tage Gefängnis. — Ein junger Maurer, der
beſchul=
digt wird, unberechtigter Weiſe eine Zeugengebühr von 8 Mark
beantragt und empfangen zu haben, wird freigeſprochen.
— Ein Pianohändler wird wegen Vergehens gegen
das Geſetz über unlauteren Wettbewerb — er hatte
in der Zeitung unter Chiffre ein Klavier annonciert, ohne ſeine
gebrauchte Schreibmaſchine auf Raten gekauft hatte verpfändete
ſie, als ſie noch nicht ganz bezahlt war, an ſeinen Hauswirt für
rückſtändige Miete. Er behauptet heute, der Hauswirt habe ſie
trotz ſeines energiſchen Einwandes kurzerhand an ſich genommen.
Doch erſcheint das äußerſt unglaubwürdig, und er erhält wegen
Unterſchlagung eine Geldſtrafe von 25 Mark,
hilfs=
weiſe 5 Tage Gefängnis, die er annimmt.
Intereſſant für jeden Radiohörer war die Verhandlung wegen
Vergehens gegen die Fernmeldeanlagen gegen
einen eifrigen Radioliebhaber. Dem Mann wurde
eines Tages das Geld etwas knapp und er verſäumte ſeine
Ge=
bühren bei der Poſt zu bezahlen. Auch auf eine Mahnung
reagierte er nicht. Erſt als die Poſt ihn benachrichtigte, daß ihm
nunmehr die Genehmigung entzogen ſei, bezahlte er die Gebühren.
Er hörte dann auch wieder weiter und war äußerſt erſtaunt, als
man ihm plötzlich den Apparat beſchlagnahmte, und er wegen
vor=
ſätzlichen Schwarzhörens verklagt wurde. Er behauptet, er habe
geglaubt, daß er, nun die Gebühren bezahlt waren, auch wieder
aufgehoben.
Eine vielfach vorbeſtrafte Frau, die, wie
gerichts=
ſekannt, nicht haftfähig, wohl aber betrugsfähig iſt, wird in
Ab=
weſenheit wegen Unterſchlagung — ſie hatte unbezahlte
Wäſcheſtücke verpfändet — zu zwei Wochen Gefängnis
ver=
urteilt.
Ein Kraftwagenführer der Heag hatte es auf
raffi=
nierte Weiſe verſtanden, etwa zwei Jahre lang ſeine täglichen
ſolut kein verſchwenderiſches Leben, ſo daß niemand, ſelbſt die
El=
tern nicht, Verdacht ſchöpfte. Er vernichtete die bereits mit
Kon=
trollnummern verſehenen richtigen Fahrtberichte am Abend und
ſtellte ganz neue auf. Er wird wegen fortgeſetzter
Un=
terſchlagung und Urkundenfälſchung zu insgeſamt
einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Ein 15jähriges Mädchen hatte einſt in der Sprechſtunde eines
Arztes aus der Handtaſche einer Patientin 20 Mark geſtohlen.
Glücklich berichtete ſie am Nachmittag ihrem Liebhaber, ſie habe ſie
auf der Straße gefunden, und die beiden machten ſich einen
ver=
gnügten Nachmittag. Sie kaufte für ſich einen Badeanzug und
an=
dere anſcheinend äußerſt nötige Sächelchen, und für den Freund,
der doch auch nicht zu kurz kommen ſollte, einen Selbſtbinder. Sie
kauften ſich dann noch Eis, aber als ſie auf dem Heimweg waren,
kam ſchon die Polizei, und in der Todesangſt warf der junge
Mann den Reſt von 10 Mark auf die Straße. Das Mädchen wurde
vor dem Jugendgericht verurteilt und der junge Mann erhält
heute wegen Begünſtigung eine Geldſtrafe von 15
Mark. Das war das Ende dieſer Liebe.
Vor der Großen Strafkammer wird in der
Beru=
fungsinſtanz gegen drei Ober=Ramſtädter wegen
Landfriedensbruchs verhandelt. Anläßlich der erſten
Ver=
ſammlung der Nationalſozialiſten in Ober=Ramſtadt kam es zu
Mißhandlungen eines Nationalſozialiſten, und es wurde am 5.
De=
zember vorigen Jahres gegen vier Ober=Ramſtädter, einen
Ge=
meinderat, zwei jüngere Leute und einen Kaufmann wegen
Land=
friedensbruchs verhandelt. Der Gemeinderat wurde damals
man=
gels Beweiſes freigeſprochen, der Kaufmann erhielt wegen
Ver=
gehens gegen das Republikſchutzgeſetz eine Geldſtrafe von 150 Mk.
und die beiden jungen Leute erhielten wegen Landfriedensbruchs
mit gewalttätigem Vorgehen je ſechs Monate Gefängnis. Bei dem
Kaufmann wurde das Urteil rechtskräftig, die beiden jungen Leute
legten Berufung ein, die Staatsanwaltſchaft legte gegen die drei
erſten Angeklagten vorſorglich Berufung ein. Die
Beweisauf=
nahme, die, wie in erſter Inſtanz, bis in die ſpäten Abendſtunden
dauert, erbringt keine weſentlich neuen Umſtände. Der
Staats=
anwalt hält, wie in erſter Inſtanz, Landfriedensbruch für
ge=
geben. Er hält auch den erſten Angeklagten für ſchuldig und
bean=
tragt für ihn wegen Landfriedensbruchs die Mindeſtſtrafe von
drei Monaten Gefängnis, für die beiden anderen ebenfalls wegen
Landfriedensbruchs mit Gewaltanwendung je ſechs Monate.
Betracht. Gegen den zweiten ſei das Verfahren einzuſtellen, denn
man könne ihn lediglich wegen Körperverletzung verurteilen, und
da ſei Strafantrag nicht rechtzeitig geſtellt. Der vierte ſei
man=
gels Beweiſes freizuſprechen.
Um 8 Uhr verkündet der Vorſitzende,
Landgerichts=
direktor Meyer, das Urteil. Auf die Berufung der
Staats=
anwaltſchaft wird der erſte Angeklagte wegen
Land=
friedensbruch zu drei Monaten Gefängnis
verur=
teilt. Der zweite Angeklagte wegen
Landfriedens=
bruchs mit Gewaltanwendung in Tateinheit mit
gefährlicher Körperverletzung zu ſieben
Mo=
naten. Die Berufung des dritten Angeklagten
wurde zurückgewieſen. Das Gericht iſt überzeugt, daß
trotz der gegenteiligen Behauptungen der Angeklagten und des
Verteidigers eine Parole beſtanden habe unter den Gegnern der
Nationalſozialiſten. Der erſte Angeklagte ſei ohne Zweifel einer
der Haupthetzer geweſen. Auch den Ausführungen des zweiten
An=
geklagten, die einen heimlich harmloſen und kindiſchen Anſtrich
hätten, könne man im Hinblick auf die belaſtenden
Zeugenaus=
ſagen keinen Glauben ſchenken. Der Hauptfehler ſei die
man=
gelnde Führung geweſen, deren Opfer wohl auch die beiden jungen
Angeklagten wurden, weshalb man ihnen mildernde Umſtände
zuerkannte.
Lokale Veranſtallungen.
— Chriſtlicher Verein Junger, Männer E. V
Darmſtadt, Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſ.). In unſerer heu
tigen (Mittwoch abend) Bibelſtunde ſpricht Herr Studienra
Knöpp.
Briefkaſten.
Dortmund=Heidelberg. 1. Das ſcheint uns bedenklich zu ſein
2. Wenn die Frau nicht hilfsbedürftig iſt, iſt nicht einzuſehen, wie fü
ſie eine Unterſtützung hier gewährt werden ſollte Vielleicht wird d
Angelegenheit am beſten dem Bezirksfürſorgeverband der Stadt 2
ſchriftlich untevbreitet und ſo eine endgültige Klärung herbe
geführt.
S. B. 100. Wenn Sie die Wohnung räumen müßten, müßte, d
ja das Haus unter Zwangswirtſchaft ſteht, ein Grund nach dem Geſet
vorliegen, der eine Klage auf Aufhebung des Mietverhältniſſes begrif
den und rechtfertigen könnte. Denkbar wäre wohl an ſich der Fall d
Verzugs in der Mietzinszahlung, der eine Aufhebungsklage begründe
könnte oder wenn für den Vermieter aus beſonderen Gründen ein ſt
dringendes Intereſſe an der Erlangung des Mietraumes beſtehen würd
daß auch bei Berückſichtigung der Verhältniſſe de
Mieters die Vorenthaltung (des Mietraumes) ein
ſchwere Unbilligkeit für den Vermieter darſtelle
würde
M. R. 1. 126 Prozent. 2. Die Sondergebäudeſteuer wird nach der
gemeinen Werte erhoben, wie er für die Gemeindegrundſteuer für da
Rechnungsjahr 1914 feſtgeſetzt war. Beträgt nun die Friedens miet
(Mietzins am 1. Juli 1914) weniger als 5 Prozent des Friedens wer
tes, ſo iſt auf Antrag des Steuerpflichtigen der Frie
dens wert auf das Zwanzigfache der Friedens miete feſtzuſetzen. Die
ſen Antrag können Sie jetzt ſchon für das Rechnungsjahr 1931 bei
Finanzamt ſtellen.
Tageskalender für Mittwoch, den 15. April 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus 20—22 Uhr, Ge
Hermine Körner, G 15: „Die erſte Frau Selby . D
Volksb., Gr. T u. II. — Kleines Haus, 15. 17.30. 20.1
Ufa=Tonfilm=Operette „Die Drei von der Tankſtelle
Konzerte: Zur Oper, Rheingauer Weinſtube Sportpl
Böllenfalltor. Theater=Reſtaurant, Schloßkeller. Datterid
Tropfſtein, Alter Ratskeller
— Kinovorſtellun
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — G. D. A.=H
Riegerplatz, 20.30 Uhr: Lichtbildervortrag über „Vol
Staat.”
O
Auf dem schnellsten Wegen
4 Groß-Vertellungsstellen
aus in alle Teile des F
Das ist das Geheimnis der imme
REEMTSMA
ClGARETEN
ElNHEITS
PACKUNG
Kfaan4
Mk1.59
Seite 8
Mittwoch, den 15. April 1931
Nummer 104
Aus Heiſen.
Dd. Arheilgen, 14. April. Konfirmandenabend. Die
evan=
geliſchen Jugenovereine veranſtalteten im Gemeindehaus einen
Konfir=
mandenabend, der außerordentlich gut beſucht war. Nach einem
Ein=
gangsmarſch, geſpielt von dem Orcheſter des Jünglingsvereins, und zwei
Liedern der geſamten Jugendvereine wurde ein Theaterſtück: „Die
Toch=
ter des Demetrius”, aufgeführt. Dieſes Spiel, das die Leiden und
Marter der erſten Chriſten im römiſchen Weltreich zur Darſtellung
bringt, machte einen tiefen Eindruck auf die Anweſenden. Reicher
Bei=
fall lohnte am Schluſſe die Spieler für ihre hervorragende Leiſtung.
Dd. Arheilgen, 13. April. Theaterabend. Der
Männer=
geſangverein „Eintracht” brachte am Sonntag abend im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zum weißen Schwanen” das Volksſtück „Am Brunnen vor dem
Tore” zur Aufführung. Die Handlung hatte eine Heiratsgeſchichte zum
Vorwurf, die endlich trotz vieler Hinderniſſe zum guten Ende führte.
Eingeflochten waren die Volkslieder „Am Brunnen vor dem Tore” und
„Von all den Mädchen ſo blink und ſo blank”, die durch die Spieler gut
zum Vortrag gelangten. Die Aufführung als Ganzes kann als gut
gelungen bezeichnet werden, wenn auch die Einzelleiſtungen noch Mängel
aufwieſen. Wie beliebt die Theaterabende des Vereins ſind, bewies der
bis auf den letzten Platz gefüllte Saal. — Zum 80. Geburtstag
brachte die Feuerwehrkapelle am Samstag abend dem langjährigen
Feuerwehrmann und Vereinsdiener der Freiwilligen Feuerwehr. Peter
Gimbel, ein Ständchen dar und der Vorſtand überreichte ihm für ſeine
treuen Dienſte ein kleines Geſchenk.
4a. Eberſtadt, 14. April. Feuerwehrübung. Die hieſige
Freiwillige Feuerwehr trat am Sonntag vormittag zu ihrer erſten
dies=
jährigen Uebung zuſammen. Die gut verlaufene Uebung wurde im
Schulhof abgehalten.
42. Eberſtadt, 14. April. Aufnahme in die Schule. Die
Aufnahme der diesjährigen ABC.=Schützen in die Volksſchule erfolgt am
kommenden Montag, den 2. April, im Eleonorenſchulhaus —
Stra=
ßenſperre. Die Alte Darmſtädter Straße von der Wilhelmſtraße
bis zur Schillerſtraße (in der Villenkolonie) iſt bis auf weiteres wegen
Inſtandſetzungsarbeiten für den Fuhrwerks= und Autoverkehr geſperrt.
— Die Gemeinde hat die Lieferung von Saatkartoffeln für den
Waldfeldanbau zu vergeben. Angebote für weißfleiſchige Kartoffeln
haben bis 20. April bei der Bürgermeiſterei zu erfolgen.
42. Eberſtadt, 14. April. Vom Standesamt. Nach den
ſtan=
desamtlichen Aufzeichnungen waren hier im Monat März 10 Geburten
(drei Knaben und ſieben Mädchen), ſechs Sterbefälle und ſechs
Ehe=
ſchließungen zu verzeichnen. — Vorträge im Odenwaldklub.
Die hieſigen Ortsgruppe des Odenwaldklubs hält am Mittwoch abend
(15. d. M.) im DHV.=Heim in der Oberſtraße zwei Lichtbildervorträge
ab. Sie behandeln „Sinn und Wollen des Odenwaldklubs” und „Ein
Blick in das Leben der Hanſeſtadt Hamburg”.
Cp. Pfungſtadt, 14. April. Beratungsſtelle der
Städti=
ſchen Betriebe Darmſtadt. Die Direktion der Städtiſchen
Betriebe Darmſtadt hat im Hauſe Eberſtädter Straße 34 eine
Bera=
tungsſtelle errichtet, die jeden Dinstag= und Freitag=Nachmittag geöffnet
iſt. Dieſe Einrichtung wurde im Einvernehmen mit dem ortsanſäſſigen
Inſtallateurgewerbe errichtet. — Am heutigen Dienstag konnte
Schloſ=
ſermeiſter Johann Meſſer in der Pfarrgaſſe ſeinen 80. Geburtstag
begehen.
G. Ober=Ramſtadt, 14. April. Gemeinderatsſitzung. Am
Donnerstag, den 16. April, abends 8 Uhr, findet eine Sitzung des
Ge=
meinderates ſtatt.
T. Groß=Zimmern, 14. April. Unfall. Am Sonntag wurde ein
hieſiger Radfahrer von einem Motorradfahrer angefahren, wobei erſterer
ſo unglücklich vom Rad fiel, daß er ſich eine ſchwere Verletzung am
Bein zuzog, während dem Motorradfahrer nichts paſſierte. Wen die
Schuld an dieſem Unfall trifft, iſt nicht bekannt. — Der evangeliſche
Geſangverein Groß=Zimmern hielt im „Kaiſerſaal”, hier, einen
Theaterabend ab, der ſehr gut beſucht war. Das hierbei zur
Aufführung gelangte Luſtſpiel „Der Glasſchrank” hat wie bei der
erſt=
maligen Aufführung hier wiederum allſeitigen Beifall gefunden, ebenſo
auch die vom Verein hübſch vorgetragenen Chöre. Mit dieſem Abend
waren einem zahlreich anweſenden Publikum wieder einige genußreiche
und frohe Stunden bereitet worden.
N. Dieburg, 13. April. Erſtkommunion. Bei der am
Sonn=
tag in der hieſigen katholiſchen Kirche abgehaltenen Erſtkommunion
nahmen insgeſamt 110 Kinder teil, hiervon 52 Knaben und 58 Mädchen.
Cp. Dieburg, 14. April. Vertrauensmänner für das
Gruppen=Waſſerwerk. Für das „Gruppen=Waſſerwerk Kreis
Dieburg” ſind in verſchiedenen Orten des Kreiſes beſondere
Vertrauens=
männer beſtellt worden, die unter anderem in dringenden Fällen
(Waſſerrohrbruch, Brand ufw.) ſchnelſtens einzugreifen und
Anord=
nungen zu geben haben. Vertrauensmänner ſind: Heinrich Gg.
Sauer=
wein in Altheim. Nachtſchutzmann Fach in Dieburg, Franz His
in Groß=Zimmern, Polizeidiener Matthäus Horneff in
Gun=
dernhauſen, Philipp Hägny in Hergershauſen, Jak. Peter
Heckwolf in Münſter, Chriſtian Simon 2. in Nieder=Roden,
Wilhelm Haus in Ober=Roden und Adam Bernhard in
Ur=
berach.
Le. Groß=Umſtadt, 14. April. Nach der Bilanz der hieſigen
Bezirksſparkaſſe betragen die Spareinlagen 4 414 760 Mark.
Davon wurden ausgeliehen auf Hypotheken 2 436 713 Mark. Die
Dar=
lehen an Gemeinden betragen 643 075 Mark und Darlehen gegen
Schuldſcheine an Private 84 785 Mark. An Wechſel ſind 54 768 Mark
und an Kurspapieren 318 000 Mark vorhanden. Termingelder bei der
Girozentrale 100 000 Mark. Im Kontokorrentverkehr beträgt das
Ver=
mögen 436 627 Mark und die Schulden 320 995 Mark. An
Aufwertungs=
geldern ſind 183 484 Mark vorgeſehen. Die Rücklage hat die Summe
von 131 980 Mark erreicht. Der Rechnungsreſt betrug am 31. Dezember
1930 45 867 Mark.
er. Brensbach, 13. April. Geſtern mittag hielt die Bezugs= und
Ab=
ſatzgenoſſenſchaft Brensbach im Gaſthaus. Zum Ochſen ihre diesjährige
Hauptverſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr Gg. Lehr, eröffnete mit
freundlicher Begrüßung die Verſammlung und gab Jahres= und
Re=
viſionsbericht bekannt, wozu dringend auf Bezahlung der rückſtändigen
Außenſtände hingewieſen wird. Herr Rendant Wolf gibt den
Rechen=
ſchaftsbericht und die Jahresbilanz bekannt, aus der ein Reingewinn
von 96,63 Mark zu verzeichnen iſt. Der Warenumſatz beläuft ſich auf
369 000 Mark. Nach Genehmigung der Rechnung wird dem Rechner,
Vorſtand und Aufſichtsrat Entlaſtung erteilt. Zur Vorſtandswahl wird
für das ausſcheidende Mitglied Böck Herr Adam Matbes=Affhöllerbach
ver Aklamation als Vorſtandsmitglied und der ſeitherige Vorſitzende
Lehr auf drei Jahre neugewählt. Zum Schluß werden Beſtellungen
von Saatkartoffeln entgegengenommen. — Der Kohlenſparverein
Brens=
bach hielt letzten Sonntag in der Wirtſchaft von Peter Meiſinger unter
Leitung des 2. Vorſitzenden König ſeine Generalverſammlung ab. Nach
Bekanntgabe des Jahresberichts erörterte der Rechner Niklaus Heiland
die Jahresrechnung, welchem nach Prüfung der Rechnung Entlaſtung
er=
teilt wird. Der Reingewinn wird zur Reſerve zurückgeſtellt, welche ſich
auf 527 Mark beläuft. Auf allſeitigen Wunſch wird beſchloſſen, die zur
Lieferung kommenden Braunkohlenbriketts von der Grube Meſſel zu
beziehen.
er. Werſau, 13. April. Beſichtigungen der Freiwilligen
Feuer=
wehren Fränkiſch=Crumbach und Werſau fanden letzten Sonntag durch
Herrn Feuerwehrinſpektor Rödler=Dieburg ſtatt. Beide Wehren
ern=
teten im Exerzieren, Gerätekunde und Brandangriff reichhaltiges Lob,
worauf die Wehren ſtolz ſein können.
41. Höchſt i. Odw., 14. April. Der Bühnenverein Höchſt im
Odw, hatte mit der Aufführung der Schaufpiel=Oper Preeioſa” einen
über alle Erwartungen hinausgehenden Erfolg. Die Regie und
muſi=
kaliſche Leitung lag in Händen des Herrn Lehrers Kahn. Der Erfolg
und die volle Anerkennung des Publikums waren ihm wohl der ſchönſte
Dank für die ſicherlich großen Mühen und Anſtrengungen bei der
Ein=
ſtudierung des Stückes. Sehr eindrucksvoll wirften die von ihm
geleite=
ten Maſſenſzenen. Beſondere Erwähnung verdienen die geſanglichen
und ſchauſpieleriſch guten Zigeunerſzenen im Wald, die ihren
Höhe=
punkt in dem ſtimmungsvollen Chor. Die Sonn erwacht” fanden. Die
Verteilung der Rollen war gut. Die Darſteller entledigten ſich ihrer
Aufgaben aufs beſte. Das 14 Mann ſtarke Orcheſter der Kapelle
Nold=
glingmann verdient ebenfalls volles Lob. Verantwortlich für
Bühnen=
bild und Innendekorativn war Herr Philipp Mohr und für
Beleuch=
tung Herr Georg Reichart, die nicht unweſentlich zum Gelingen des
Abends beitrugen.
C4. Michelſtadt, 14. April. Aus dem
Gemeindeparla=
ment. Als erſter Punkt ſtand zur Debatte ein Antrag auf Aufhebung
der projektierten Querſtraße durch den Park der Haushaltungsſchule.
Der Antrag wurde einſtimmig angenommen. Der Voranſchlag für das
ſtädtiſche Waſſerwerk für Rechnungsjahr 1981, der in Einnahme und
Ausgabe mit 28 54032 RM. abſchließt, wurde ebenfalls ohne größere
Debatte nach Verleſung der einzeinen Poſten durch den Bürgermeiſter
von dem Gemeinderat einſtimmig genehmigt. Der Voranſchlag für das
ſtädtiſche Elektrizitätswerk für das Rechnungsjahr 1931, der in
Ein=
nahme und Ausgabe mit 57 601,18 RM. abſchließt, wurde ebenfalls nach
lurzer Ausſprache einſtimmig angenommen. — Bei der Beratung des
Voranſchlages für das ſtädtiſche Krankenhaus ſtellte Beigeordneter
Nond den Antrag, die Vergütung des Beigeordneten Künzel als
Dezer=
nent des Krankenhauſes in Höhe von 400 RM. zu ſtreichen, der
Vertre=
ter der Kommuniſten, Gemeinderat Weber, unterſtützte ebenfalls dieſen
Antrag, von ſozialdemokratiſcher Seite und von dem Bürgermeiſter
wurde jedoch dagegen geſprochen. Gemeinderat Heinz machte darauf den
Vermittlungsvorſchlag, man ſolle den Bürgermeiſter beauftragen, mit
Künzel über dieſen Punkt zu verhandeln. Der Voranſchlag, der in
Einnahme und Ausgabe mit 19 811,14 RM. abſchließt, wurde darauf
unter dieſem Vorbehalt einſtimmig genehmigt. — Bei der Beratung des
Voranſchlages für das Stadion für das Rechnungsjahr 1931 gab der
Bürgermeiſter ein Schreiben der Gräflich Erbach=Fürſtenauiſchen
Rent=
kammer bekannt, worin dieſe den geforderten Pachtnachlaß abgelehnt
hat. Die Ausgaben für Pacht belaufen ſich pro Jahr auf 1181 RM.,
die Geſamt=Einnahmen und Ausgaben betragen bei dieſem Voranſchlag
21500 RM. Gemeinderat Weber ſtellte hierzu den Antrag, den
ein=
geſetzten Betrag für Stiftung von Preiſen für Veranſtaltungen im
Stadion zu ſtreichen, was aber gegen ſeine Stimme abgelehnt wurde.
Der Voranſchlag wurde hierauf einſtimmig genehmigt. — Der nächſte
Punkt hetraf: Vergebung der Bauarbeiten am Preußiſchen Hof. Der
größte Teil dieſer Arbeiten war in einer früheren Bauausſchußſitzung
vergeben worden, aber, weil in einer Verſammlung des hieſigen
Ge=
werbevereins an der Vergebungsart der ſtädtiſchen Arbeiten und
Liefe=
rungen kritiſiert worden war, ſollte die Vergebung heute nochmals
vor=
genommen werden. Gemeinderat Kopp brachte hierzu eine Liſte, wie
nach ſeinem Dafürhalten die Arbeiten vergeben werden ſollten, die
bür=
gerliche Fraktion machte jedoch hiergegen ihren Einſpruch geltend, da
dies ſofort wieder eine Kritik herausfordern würde. Tatſächlich ſind
auch auf dieſer Liſte alle die Gewerbetreibenden, die an der fraglichen
Sitzung des Gewerbevereins teilgenommen haben, ohne vielleicht ſich an
der Kritik zu beteiligen, verſchwunden. Warum?. Nach langem Hin
und Her machte Gemeinderat Strauß, da eine andere Einigung nicht zu
erzielen war, den Vorſchlag, die ganzen Arbeiten in Submiſſion zu
vergeben. Dieſer Antrag fand Annahme mit dem Zuſatz, daß dies
er=
folgen ſoll, ſoweit die Arbeiten auf dieſe Weiſe vergeben werden
könn=
ten, bei den anderen, bei denen dies nicht möglich ſei, wie z. B.
Mau=
rer=, Dachdeckerarbeiten uſw., ſoll die Vergebung erfolgen, wenn bei den
anderen Arbeiten nach der Submiſſion der Zuſchlag erteilt werden
würde. — Zu Punkt Verſchiedenes lag ein Antrag der
Wohlfahrtskom=
miſſion vor, auf Grund eingegangener Beſchwerden die Lieferungen für
die Suppenküche ebenfalls in Submiſſion zu vergeben, doch war der
Gemeinderat in ſeiner Mehrheit der Anſicht, die ſeitherige Regelung
beizubehalten, wonach mit den Lieferungen in beſtimmter Reihenfolge
abgewechſelt werden ſoll. Ein Ausſtandsverzeichnis des ſtädtiſchen
Krankenhauſes für das Rechnungsjahr 1929 wurde noch einſtimmig
ge=
nehmigt. Weiter gab der Bürgermeiſter bekannt, daß dunch den
ver=
mehrten Beſuch der beiden Primen der hieſigen Oberrealſchule eine
weitere halbe Lehrkraft zu Laſten der Stadt ginge, welche Ausgabe aber
durch den höheren Schulgeldeingang wieder ausgeglichen werde. Der
Gemeinderat gab hierzu ſeine Genehmigung. Noch einige kleinere Sachen
wurden erledigt und dann die öffentliche Sitzung geſchloſſen.
Bg. Unter=Moſſau, 13. April. Konfirmation. Dieſes Jahr
wurden hier nur 9 Kinder konfirmiert. Es ſind dies 2 Knaben und 4
Mädchen von Unter=Moſſau und 2 Knaben und 1 Mädchen von Ober=
Moſſau. — Hohes Alter. In dieſer Woche feiert unſer Mitbürger
Valentin König, der älteſte männliche Einwohner unſeres Dorfes,
ge=
ſund und rüſtig ſeinen 83. Geburtstag.
T. Schöllenbach, 14. April. Abſchiedsfeier. Die hieſige
Ge=
meinde veranſtaltete zu Ehren ihres ſeitherigen Lehrers
Merſch=
roth, der 21 Jahre hier an der Volksſchule als Volkserzieher
ſegens=
reich wirkte, und mit Wirkung vom neuen Schuljahre ab an die
Volks=
ſchule von Biebesheim verſetzt wurde, eine Abſchiedsfeier, wobei man
ihm als Dank eine Ehrenurkunde für ſeine verdienſtvolle Tätigkeit in
Schule, Kirche und Gemeinde überreichte.
A. Fürth i. Odw., 14. April. Geſtörte Hochzeit. Eine nicht
alltägliche Hochzeit fand, wie jetzt bekannt wird, kürzlich hier ſtatt. Als
das Brautpaar von der ſtandesamtlichen Trauung heimkehrte, wurde
es von der Gendarmerie in Empfang genommen und der Bräutigam
verhaftet, da er mit anderen Komplizen mehrere Einbrüche auf dem
Gewiſſen hatte. Während der Trauung hatte die Gendarmerie bereits
zwei Mittäter feſtgenommen, die verſchiedene Taten eingeſtanden, unter
anderem auch den Einbruch in das Verkehrshäuschen am Gumpener
Kreuz, wo, ſich die Straßen Fürth-Reichelsheim—Lindenfels kreuzen.
In der Wohnung des Verhafteten wurden Vorräte an Flaſchenbier,
Wein und Kognak entdeckt, die teilweiſe aus Diebſtählen herrührten.
Man hatte gut für die Hochzeitsfeier vorgeſorgt. Leider verdarb die
Gendarmerie dem Hochzeitspaar die Hochzeitsfreude und die Braut hatte
das Nachſehen, als ihr der Bräutigam entführt wurde.
4. Ellenbach, 14. April. Neuer Gemeinderechner. Da
der ſeitherige Gemeinderechner Meiſter, der das Amt viele Jahre in
vorbildlicher Weiſe verwaltet, aus Alters= und Gefundheitsrückſichten
ſein Amt niederlegte, war es zur Neubewerbung ausgeſchrieben
wor=
den. Die Bewerber erklärten ſich bereit, die Stelle zu bedeutend
niedri=
gerer Vergütung übernehmen zu wollen. Bei der Abſtimmung fand
Herr Philipp Trautmann die Mehrheit der Stimmen. Er wurde
nun als Gemeinderechner beſtätigt und verpflichtet. Dem ſcheidenden
Nechner wurde ſeitens der Gemeinde und Heſſiſchen Kreisamtes
Heppen=
heim für ſeine Tätigkeit beſondere Anerkennung ausgeſprochen. —
Feſt=
vorbereitung. Ende Mai feiert der hieſige Geſangverein ſein
B5jähriges Jubiläum. Die Feſtvorbereitungen ſind in vollem Gange.
Viele Vereine aus der Nachbarſchaft haben bereits ihr Erſcheinen
zu=
geſagt.
— Gernsheim, 14. April. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 13. April 1.40 Meter am 14. April 1,43 Meter.
Dm. Wolfskehlen, 13. April. Gemeinderatsſitzung vom
11. April. Der Gemeinderat beſchloß in ſeiner am Samstag
abgehal=
tenen Sitzung, daß die ausgeſteuerten Arbeiter in der Gemeinde
beſchäf=
tigt werden ſollen. Dieſelben bekommen pro Tagelohn 4,50 RM. Die
Gemeinde übernimmt aber ſämtliche Verſicherungsbeiträge. Der nächſte
Punkt der Tagesordnung wurde in geheimer Sitzung beſprochen. —
Eine gefährliche Räucherkammer. Viel Glück hatte ein
hieſiger Einwohner mit ſeiner in Betrieb geſetzten Räucherkammer.
An=
ſcheinend war dieſelbe nicht luftdicht, das Sägemehl ging in Flammen
auf, die ſchon auf den Dachſtuhl übergriffen. Sofortiges Ablöſchen war
von Erfolg, ſo daß das Feuer im Keime erſtickt wurde.
4. Offenbach, 14. Abril. 30 Jahre im Dienſte der
Offen=
bacher Volksſchule. Morgen, am 15. April iſt ein
Menſchen=
alter verfloſſen, ſeitdem die Rektoren Friedrich Brückner und Franz
Jakob, der Lehrer Joh. Georg Foſt und die Lehrerin Mathilde
Kuhl ihren Dienſt an der hieſigen Volksſchule aufnahmen. Während
die Lehrer vor ihrer Verſetzung nach Offenbach ſchon einige Jahre
aus=
wärts tätig waren, fand Fräulein Kuhl hier ihre erſte Verwendung
und diente der früheren Mädchenmittelſchule bis zu deren Abbau und
Auflöſung in der Nachkriegszeit. Rektor Jakob iſt ſämtliche 30 Jahre
an der Mädchenſchule in der Bleichſtraße verwendet, und Nektor
Brück=
ner, der feinſinnige Chormeiſter, kehrte nach faſt 25jähriger Lehrtätigkeit
an der Friedrichsſchule als Rektor wieder an die Knabenſchule im
Fran=
zöſiſchen Gäßchen zurück, von wo er nach dem Stadtteil Bürgel ging.
Lehrer Joſt, anfänglich ebenfalls der Mädchenmittelſchule in der
Bleich=
ſtraße zugeteilt, ſiedelte 1905 nach der neueröffneten Mathildenſchule
über und am Tage des Bjährigen Beſtehens dieſer Schule konnte er
gleichzeitig auf 25 Jahre Dienſt an ihr zurückblicken. Seit Jahren
ge=
hört er dem Stadtrat an, und über ſeine dienſtlichen Verpflichtungen
hinaus arbeitet er zum Wohle von Schule und Lehrerſtand mit, wenn
er in der Fachpreſſe bis in die letzte Zeit hinein zu wichtigen Schul=
und Lehrerfragen ab und zu prüfend das Wort nimmt. Offenbach
zählte von Oſtern 1901 ab 108 Lehrer und Lehrerinnen. Von den vier
Lehrern und zwei Lehrerinnen, die am 15. April 1901 neu in den
Lehr=
körper der Offenbacher Volksſchule eintraten, ſind im Laufe der Jahre
zwei durch Ruheſtandsverſetzung und Weggang ausgeſchieden.
Aus Mainz.
* Vollverſammlung
des Landesnierbandes Heſſher Handeskenfen.
Im großen Saal des Mainzer Stadthauſes fand die
Vollver=
ſammlung des Landesverbandes heſſiſcher Standesbeamten,
Mit=
glied des Reichsbundes der Standesbeamten Deutſchlands, unter
ſtarker Beteiligung ſtatt. An Stelle des durch Krankheit
verhin=
derten Vorſitzenden, Amtmann Happel=Darmſtadt, leitete der
Vorſitzende des Reichsbundes, Stadtrat Schiffke=Herne (
Weſt=
falen), die Tagung. Als Vertreter des Oberbürgermeiſters und
der Stadtverwaltung Mainz war der Dezernent des
Standesamts=
weſens, Beigeordneter Laaff und außerdem die Vertreter der
Aufſichtsbehörden erſchienen. Nach Begrüßungsworten des
Vor=
ſitzenden und des Vertreters der Stadt Mainz hielt Bundesdirek=
:
tor Krutina=Berlin einen Vortrag über:
„Wichtige Gegenwartsaufgaben der Standesbeamten”.
Mit Rückſicht auf die heutigen politiſchen Gegenſätze müſſe
eine ſtrengere Handhabung der Beſtimmungen im
Standesamts=
weſen eintreten. Eine ebenſo große Notwendigkeit ſei bei der
heutigen freieren Auffaſſung die Ueberwachungspflicht bezüglich
des Perſonenſtandes. In ſeinen weiteren Ausführungen wies der
Vortragende darauf hin, daß der Standesbeamte hauptſächlich
darauf hinwirken müſſe, daß keine anſtößigen unſittlichen oder
ſinnloſen Vornamen eingetragen würden. Beſonders ſoll der
Stan=
desbeamte dafür beſorgt ſein, daß ſtets deutſche Vornamen zum
Eintrag gelangten. Allerdings habe er nicht das Recht,
Eintra=
gung ausländiſcher Vornamen abzulehnen. — In den letzten
Jahren ſeien bei den deutſchen Standesämtern Vornamen
einge=
tragen worden, die ein förmliches politiſches Programm ergeben,
wie Hitlericke, Stahlhelm Moskau, Lenin. Sedan Hurra uſw.
Es hieße die politiſche Weltanſchauung mißbrauchen, wenn ein
Standesbeamter derartige Eintragungen nicht abweiſe.
Landgerichtspräſident Dr. Bergmann=Wiesbaden
refe=
rierte hierauf über:
„Vorausſetzungen in der Eheſchließung in den Ländern der Erde.”
In der nachfolgenden Diskuſſion wurden eine Reihe wichtiger
Fragen zur Sprache gebracht, beſonders über eine einheitliche
Aus=
führung des Perſonenſtandsgeſetzes, zeitgemäße Aenderungen der
geſetzlichen Beſtimmungen über den Perſonenſtand und die
Ehe=
ſchließung. Neuordnung der Aufgaben der Standesämter und der
Dienſtaufſicht über letztere, ſowie Verbeſſerung der Anſtellungs=
und Beſoldungsverhältniſſe. — Zum Schluſſe der Tagung wurde
auf Antrag der Offenbacher Standesbeamten einſtimmig
beſchloſ=
ſen, beim Staatsminiſterium zu beantragen, daß auch den
ſtell=
vertretenden Standesbeamten unter 25 Jahren die Befugnis
er=
teilt werde, den Hauptſtandesbeamten in allen Handlungen
voll=
ſtändig zu vertreten.
* Vereinigung ehemaliger Realſchüler in Mainz Bekanntlich
findet im Juni d. J. die Jahrhundertfeier der Mainzer
Real=
anſtalten ſtatt. Die „Vereinigung ehemaliger Realſchüler” hat ſich
zur Aufgabe gemacht, die früheren Schüler der Realſchule bzw.
Ober=Realſchule zu ſammeln und die Feier entſprechend
vorzube=
reiten, gemeinſchaftlich mit dem „Verein ehemaliger Angehöriger
des Realgymnaſiums”, der, ſoweit es ſich um Schüler des
letzt=
genannten Inſtituts handelt, den gleichen Zweck verfolgt. Die
Vorbereitungen, das Jubiläum in würdiger Form zu begehen,
ſind bereits in vollem Gange — Am Samstag, den 18. d. M.,
20.30 Uhr, findet nun im Bilhildis=Saal des Reſtaurants „Stadt
Mainz” wieder eine größere geſellige Zuſammenkunft der „
Ver=
einigung ehemaliger Realſchüler” ſtatt, in Form eines Herren=
Bierabends.
Gut abgegangener Bootsunfall auf dem Rhein. Am
Mon=
tag nachmittag kenterte ein aus dem Main herauskommendes, mit
vier jungen Leuten beſetztes Ruderboot eines hieſigen
Ruderver=
eins infolge des durch den ſteifen Nordwind verurſachten
Wellen=
ganges auf dem Rhein. Das Kippen des Bootes wurde von zwei
Beamten der Rheinpolizei beobachtet, welche mit dem Bootsbauer
Kraus ſofort das von dieſem für die Station Wiesbaden=
Schier=
ſtein der Deutſchen Lebensrettungs=Geſellſchaft neu erbaute Motor=”
rettungsboot klar machten. Es gelang, die mit den Wellen
kämp=
fenden zu retten, ſo daß das neue Rettungsboot ſeine erſte
Ret=
tungstat noch vor der endgültigen Abgabe mit gutem Erfolg
aus=
geführt hat. An dem Rettungswerk war auch das Koſtheimer
Verkehrsboot erfolgreich beteiligt. Das gekenterte Ruderboot
konnte ebenfalls geborgen werden.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 14. April. Rhein;
Hün=
ningen 195 Kehl 3,30, Maxau 5.11, Mannheim 4,21. Mainz 1,65,
Bingen 2,57 Caub 2.90. Köln 2,90 Meter. — Main:
Schwein=
furt 1,42, Würzburg 1,45. Lohr 1,74, Steinheim 2,49, Hanau 3,07,
Koſtheim 1,29, do. Waſſertiefe 3,.26 Meter.
Mainzer Tageskalender für Mittwoch, den 15. April:
Stadt=
theater, 20 Uhr, Abonnement B: „Das Parfüm meiner Frau”.
Luſtſpiel in 3 Akten von Leo Lenz. — Frankfurter Hof:
Gaſtſpiel der Tegernſeer Ganghofer=Thoma=Bühne:
1. „Die
Hoſenknöpf” Schwank in 1 Akt von M. Neal und M. Ferner.
2. „1. Klaſſe”, Schwank in 1 Akt von L. Thoma. — Ufa=Palaſt:
Tonfilm: „Lichter der Großſtadt”. — Staatstheater
Wies=
baden Großes Haus: 6. Sinfoniekonzert, Anfang 20 Uhr.
Lei=
tung: Erich Böhlke Soliſtin: Nany Larſén=Todſen. — Kleines
Haus: „Die Fee. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22.15 Uhr
Kurhaus Wiesbaden 11 Uhr: Frühkonzert am
Koch=
brunnen; 21 Uhr: Geſellſchaftsabend.
Rheinheſſen.
Ah. Bingen a. Rh., 13. April. Hl. Kommunion. Am Weißen
Sonntag ſchritten in der Stadt Bingen 110 Kinder, und zwar 52
Kna=
ben und 58 Mädchen, zum erſten Male zum Tiſche des Herrn. Im
Stadtteil Büdesheim empfingen 35 Knaben und 30 Mädchen zum
erſten Male die Hl. Kommunion. — Ausbruch aus dem
Ge=
fängnis. Der ſchon mehrfach vorbeſtrafte Fürſorgezögling Romano
Szymkowiak, der am 3. Auguſt 1912, in Bochum geboren iſt und ſich
zur Zeit im Amtsgerichtsgefängnis zu Bingen wegen eines
Fahrrad=
diebſtahls befand, iſt nachts ausgebrochen. Er wickelte Bett= und
Lein=
tücher zuſammen und ließ ſich dann am Gefängnisgebäude in den Hof
hinab. Aus dem Keller entwendete er dann eine Leiter und ſtieg über
die Mauer.
— Gimbsheim (Rheinheſſen), 13. April. Gelegentlich der geſtern bier
ſtattgehabten Leiſtungsprüfung (Feldſuche) des Griffonklubs e. V.. Sitz
Worms, bei welcher ſowohl, in der Jugend= wie in der Altersklaſſe
Hunde aus, dem Griffonſtamm „v. d. Kreuzeiche” (Züchter Rexroth=
Er=
bach) die Spitze hielten, wurde in der anſchließenden
Generalverſamm=
lung Herr Forſtrat Koch=Michelſtadt zum 1. Vorſitzenden des
ge=
nannten Vereins gewählt. Damit iſt erſtmalig ein Forſtmann an die
Spitze dieſes Klubs getreten. Seine Vorgänger waren Korthals=
Bie=
besheim, der Schöpfer der Raſſe, Baron v. Gingin=Unterau. Profeſſor
Zimmer=Darmſtadt und Sanitätsrat Dr. Spamer=Höchſt a. M.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. April, um
½4 Uhr, vom Eberſtädter Friedhof aus ſtatt.
Nach einem arbeitsreichem Leben verſchied heute
nacht 2 Uhr meine liebe Frau, unſere treubeſorgte
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Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags
½3 Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
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Schlaganfalles mein herzensguter Mann,
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Die trauernden Hinterbliebenen:
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Karte genügt.
Hugo Koburger,
Obergaſſe 6.
Darmſiadt, den 13. April 1931.
Erbacherſtr. 48
Die Beerdigung findet Donnerstag,
16 April, nachmittags 3½ Uhr, auf
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dem
alten Friedhof an der Niederramſtädterſtr ſtatt.
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Oyne dich hat die Welt keinen Sinn. Waltz
O, Dorothee, wein ich dich ſeh‟. Slow Fox
Du warſt mir ein Roman. Slow Fox
aus: Die große Attraktion”
Du ſollſt nicht traurig ſein. Tango
In einer Laube. Tango
(5929
Eine kleine Reiſe im Frühling mit dir. Waltz
Nur wer de Frau’n nie fragt.
aus: „Die große Attraktion” Was wär ich
ohne euch, ihr wunderſchönen Frau’n?
Leben ohne lieben kannſt du nicht.
aus: „Nie wieder Liebe‟
Wenn ich mir was wünſchen dürfte.
aus: „Der Mann, der ſeinen Mörder ſuchte
Was nü tdem Soldaten Schinken u. Braten
In einer Laube
Wenn ich enmal ſoll ſcheiden
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Sporkverein Darmſtadk 1898 — Sporkfreunde Siegen.
Noch iſt der Großkampf des vergangenen Sonntags in beſter
Er=
innerung aller derjenigen, die dieſes ſpannende Treffen miterlebt haben,
und ſchon ſteht Darmſtadts Handballgemeinde wieder vor einem großen
ſportlichen Erlebnis. Der kommende Sonntag bringt die Vorrunde um
die Deutſche Meiſterſchaft, an der aus dem Geſamtgebiet der Deutſchen
Sportbehörde 14 Vereine beteiligt ſind, darunter 2 ſüddeutſche Vereine,
nämlich die Spielvereinigung Fürth und Sportverein Darmſtadt 1898.
Während die Fürther in Barmen gegen Tura Barmen ſich zum Kampfe
ſtellen müſſen, haben die 98er in ihrem Spiel gegen Sportfreunde
Siegen, den 3. weſtdeutſchen Vertreter, den Vorteil des eigenen Platzes.
Bei der Stärke beider Mannſchaften wird es in dem auf dem Platze
am Böllenfalltor ſtattfindenden Treffen zu einem äußerſt hartnäckigen
Ringen kommen, gilt es doch für beide Beteiligten eine Niederlage, die
das ſofortige Ausſcheiden aus den Spielen um die Deutſche M=iſterſchaft
nach ſich zieht, zu vermeiden. Die Gäſte der Darmſtädter genießen einen
vorzüiglichen Ruf. Wohl haben ſie in früheren Treffen gegen
Darm=
ſtadt noch keine Erfolge erzielen können. So konnten die 98er vor
Jah=
ren einmal ein Freundſchaftsſpiel in Siegen mit 6:5 für ſich entſcheiden,
während der hieſige Polizeiſportverein im Jahre 1929 — übrigens
eben=
falls in der Vorrunde um die Deutſche Meiſterſchaft — auf dem hieſigen
Schupoſportplatz ſogar einen hohen 9:3=Sieg erkämpfen konnte. Doch
dieſe Erfolge liegen vor dem Aufſchwung des weſtdeutſchen
Handball=
ſportes und vor der Blüte der Sportfreunde Siegen. Aus vielen
ein=
zelnen Reſultaten läßt ſich herleiten, daß gerade das Jahr 1930 das
Er=
ſtarken des weſtdeutſchen Handballſportes gebracht hat und daß jetzt die
vollkommene Ausgleichung der weſtdeutſchen und ſüddeutſchen Spielſtärke
vollzogen iſt. Ganz beſonderen Anteil an dieſem Aufſchwung des
weſt=
deutſchen Handballſportes haben gerade Sportfreude Siegen, die
ſich im vergangenen Jahre bis zum Endſpiel um die Deutſche
Meiſterſchaft durchgekämpft haben.
Nach den Siegen in den Vor= und Zwiſchenrunden gegen den damaligen
2. ſüddeutſchen Vertreter, Spielvereinigung Fürth, und gegen die
mit=
teldeutſchen Spitzenvereine erlebten die Anhänger der Sportfreunde
Siegen in dem Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft gegen den bisher
beſten Nepräſentanten deutſcher Spielſtärke, gegen Polizeiſportverein
Berlin, die Genugtuung, daß ihre Mannſchaft dem Gegner vollkommen
ebenbürtig war. Die 11:10=Niederlage, die Siegen erlitt, läßt klar
er=
kennen, daß damals der Titel genau ſo gut dem ſchließlich Unterlegenen
hätte zufallen können. Sportfreunde Siegen hat ſich auch in dieſem
Jahre ſeine Spielſtärke erhalten können, ſo daß ſie neben VfB. Aachen
und Tura Barmen berufen ſind, den weſtdeutſchen Verband, der durch
die hohe Zahl ſeiner den Handballſport pflegenden Vereine berechtigt
iſt, 3 Vertreter zu ſtellen, in den deutſchen Endſpielen zu repräſentieren.
Die 98er ſtehen vor einer äußerſt ſchweren Aufgabe.
Der Vorteil des eigenen Platzes wird wohl dadurch aufgewogen ſein,
daß Fuchs, der Mittelſtürmer der Einheimiſchen, aller Vorausſicht nach
infolge der am Sonntag erlittenen Verletzung nicht zur Verfügung ſteht.
Die Darmſtädter Handballgemeinde hofft trotzdem, daß die 98er
zuver=
ſrehtlich den Kampf aufnehmen, um durch ein erfolgreiches Abſchneiden
ſich den weiteren Verbleib in den deutſchen Endſpielen zu ſichern.
Wir weiſen darauf hin, daß für das Spiel ein Vorverkauf
eingerich=
tet iſt, und zwar bei Zigarrenhaus Becher (Grafenſtraße),
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nicht abgegeben werden. Die Karten im Vorverkauf ſind ſtark
ermäßigt; die Preiſe ſelbſt ſind aus dem morgen erſcheinenden Inſerat
zu erſehen.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 — TV. König 1:2 (1:5).
Am vergangenen Sonntag ſtanden ſich obige Mannſchaften zu einem
Freundſchaftsſpiel gegenüber. Gleich bei Anpfiff des Schiedsrichters
ent=
wickelte ſich ein ſchönes und raſches Spiel, das in dieſer Art bis zu Ende
durchgehalten wurde. Nach etwa 10 Minuten Spielzeit erzielte die Tgde.
Darmſtadt das erſte Tor. Bald darauf erfolgte der Ausgleich, dem auch
bald, das ſiegbringende Tor der Königer folgte. Der Schiedsrichter,
Turner Muhrmann=Langen, war dem Spiel ein gerechter Leiter.
TSV. Braunshardt — „Kickers” Offenbach 5:1 (2:0).
Aufſtiegsſpiel zur Liga.
Nach dem vorſonntäglichen guten Spiel gegen „Siegfried”
Wies=
baden hegte man in Braunshardt die leiſe Hoffnung, daß ſich endlich
einmal ein Sieg einſtellen würde. In dieſer Hoffnung ſah man ſich
nicht getäuſcht. Die Platzmannſchaft ſcheint ihre Schwächeperiode
über=
wunden zu haben, denn ein einwandfreies, verdientes 5:1=Reſultat gegen
Offenbach herauszuholen, war immerhin eine ſchöne Leiſtung. Im
Feld=
ſpiel waren beide Mannſchaften ziemlich gleichwertig, aber der Sturm
der Gaſtgeber war der durchſchlagskräftigere. Dies brachte den Erfolg.
4 weitere Tore wurden von dem peinlich, genau amtierenden
Schieds=
richter Müller=Wiesbaden aus nicht klar erſichtlichen Gründen nicht
ge=
geben. — Braunshardt 2. — SV. 1898 Darmſtadt Ligareſ. 3:14.
Braunshardt Jgd. — Polizei 2. Jgd. 1:3.
Kommenden Sonntag tritt Braunshardt gegen den bis jetzt
ungeſchlagenen Tabellenführer VfL. Sachſenhauſen an. Bei
reſt=
loſem Einſatz liegt für Braunshardt ein Sieg im Bereich des Möglichen.
Der Polizei=SV. Worms teilt mit, daß entgegen der falſchen
Korre=
ſpondenzmeldung er der Sieger im Handball=Blitzturnier vom Sonntag
war. Polizei führte mit 6 Punkten und 11:6 Toren vor DV.
Herrns=
heim mit 4 Punkten und 5:3 Toxen, Tgde. Worms mit 1 Punkt und
7:10 Toren und Alemannia Worms mit 1 Punkt und 3:7 Toren.
Fußball.
SC. 1928 Ober=Ramſtadt — SV. Lengfelb 2:0 (2:0).
Vor etwa 500 Zuſchauern fand obiges Treffen unter der
aufmerk=
ſamen Leitung von Zörns=Bretzenheim ſtatt. Die Gäſte ſtellten eine
gut eingeſpielte Mannſchaft, in der Torwart, die beiden Verteidiger,
Mittelläufer und Halblinker ganz Hervorragendes leiſteten, aber auch
die übrigen Spieler konnten befriedigen. Beim Gaſtgeber gefiel der
gute Torwart, die ausgezeichnete Verteidigung und die flinke
Läufer=
reihe, in der alle drei gutes in Abwehr und Aufbau boten. Im Sturm
konnten nur Mittelſtürmer und Linksaußen befriedigen. Die Tore
wurden vom Mittel= und linken Läufer erzielt. In der erſten Halbzeit
hatte der Gaſtgeber durchweg etwas mehr vom Spiel, was durch die
2:0=Führung zum Ausdruck kommt. Schon bald nach der Pauſe
ver=
loxen die Ober=Ramſtädter ihren guten linken Verteidiger, auch der linke
Läufer wurde erheblich verletzt, konnte jedoch bis zum Spielende
weiter=
ſpielen. Die Gäſte kamen gegen die zehn Ober=Ramſtädter etwas auf,
konnten aber das verdiente Ehrentor nicht erringen. — 2. Mannſchaft
— Klein=Zimmern 7:4.
In Wien finden vom 26. Mai bis 4. Juni die Europameiſterſchaften
im Fechten ſtatt, an denen ſich Italien, Frankreich, Ungarn, Oeſterreich,
Holland und Dänemark beteiligen werden.
An dem internationalen Straßenrennen am 19. April Haag—Brüſſel
werden ſich insgeſamt zehn deutſche Amateurfahrer beteiligen.
Zu der 10 000=KilometerFahrt des A. v. D., die vom 21. Mai bis
7. Juni ſtattfindet, wurden bis jetzt 67 Meldungen abgegeben.
die Lechnnt des Bergfahrens.
Ueber die Anſicht, daß zum Bergfahren zwei ſtarke Beine
ge=
hören, iſt man hinaus. Auch der jüngſte Radfahrer weiß, daß mit
der Kraft der Beine allein nichts anzufangen iſt, wenn man nicht
richtig ſitzt, wenn man die Arme nicht in Anſpruch nimmt und die
Beine beim Abwärtsſtoßen der Pedale über Gebühr ſtreckt. Um
die Körperkräfte ausnutzen zu können, muß man etwas anwenden,
das die Reunfahrer Technik nennen und wie ein Geheimnis hüten.
Nicht alle von den Rennfahrern im Kampfe angewendeten Mittel
ſind Tricks, mit denen ſie den Gegner täuſchen oder übervorteilen
wollen; die meiſten ſind aus kluger Berechnung und ebenſo kluger
Auswertung aller Vorteile entſtandene Gepflogenheiten, die in
Rennfahrerkreiſen bekannt ſind, den Radfahrern aber ſelten zu
Ohren kommen.
Eine der Wiſſenſchaften des Rennfahrens iſt die Technik des
Bergfahrens, und da ja jeder Radfahrer in die Lage kommt, einen
Berg bezwingen zu müſſen, ſei hier das Geheimnis verraten, wie
die Rennfahrer Berge nehmen. Sie fahren langſam an und
ver=
ſuchen es, den Berg in einem gleichmäßigen Tritt zu bezwingen.
Die Rennfahrer nennen dieſes Fahren den „Wiegetritt” und das
Einhalten eines beſtimmten Tempos in dieſer Stampfarbeit das
„Einmahlen”. Wie die Rennfahrer, ſo muß es auch der Radfahrer
machen, wenn ihm ein Berg in die Quere kommt. Langſam muß
er beginnen und in gleichmäßiger Fahrt bergan ſtreben. Im erſten
Teil des Berges wird es genügen, die Lenkſtange feſter zu halten
und mit Hilfe der am Lenker ziehenden Arme die Beine kraftvoll
und gleichmäßig in die Pedale zu ſtoßen, aber ein ſteiler Berg
erfordert mehr als dieſe Automatenarbeit mit Armen und Beinen.
Um einen ſteilen Berg im Sattel nehmen zu können, nutzen
die Rennfahrer ihr Körpergewicht zum Antrieb des Fahrrades
aus. Sie heben ſich etwas aus dem Sattel und ſtellen ſich mit
vol=
lem Körpergewicht auf das abwärts gehende Pedal. Die Maſchine
ſchießt dadurch nicht nur vorwarts, ſondern bewegt ſich im gleichen
Tempo weiter, aber die körperliche Anſtrengung wird geringer.
Dieſes „Reiten” wie die Rennfahrer ſagen, will geübt ſein, denn
das Ausdemſattelheben beeinträchtigt die Steuerung, und man
muß bei dem Druck mit dem Körpergewicht darauf achten, daß man
nicht die Steuerung „verreißt” und durch einen großen Bogen
alles wieder verſchenkt, was man durch die Ausnutzung des
Kör=
pergewichtes gewonnen hat.
Es wird nicht jedermanns Sache ſein, ſteile Berge im Sattel
zu nehmen, aber die Technik des Bergfahrens läßt ſich auch bei
ſanfteren Bergen anwenden. Wer hinter den kleinen Trick kommt,
wird Spaß daran haben, und ſich vielleicht wundern, daß er nicht
von ſelbſt auf dieſe einfache Sache gekommen iſt.
Anlaß zu dieſem Verrat eines kleinen
Rennfahrergeheimniſ=
ſes hat uns der Anblick vieler ſchiebender Radfahrer bei
Steigun=
gen gegeben, die als Berg kaum anzuſprechen waren. Dieſe Scheu
vor dem Bergfahren hat leider oft einen anderen Grund als den
des körperlichen Unvermögens. Viele Radfahrer nehmen das
Fahrrad, wie es ihnen in die Hand gegeben wird und glauben
daran, daß alles richtig für ſie eingeſtellt iſt. Ein ſachkundiger
Fahrradhändler wird ſeine Kunden ſachgemäß und individuell
be=
dienen, aber es gibt leider viele Fahrradverkäufer, denen es
gleich iſt, ob der Kunde Freude am Radfahren hat oder nicht. Die
Ueberſetzung ſpielt beim Radfahren eine große Rolle, und in
An=
betracht deſſen, daß die Straßenrennfahrer kleine Ueberſetzungen
(60—72 Zoll) benutzen, darf kein Radfahrer eine höhere
Ueber=
ſetzung fahren. Beim Bergauffahren fällt ein Zahn mehr oder
weniger auf dem Kettenkranz am Hinterrad ſtark ins Gewicht,
und jeder Radfahrer ſollte daher zuerſt prüfen, ob die verkaufte
Ueberſetzung nicht zu hoch iſt.
Die Induſtrie iſt dem Radfahrer in ſeiner Bedrängnis durch
die Schaffung von Naben mit mehrfacher Ueberſetzung
beigeſprun=
gen. Dieſe Naben ermöglichen es dem Fahrer, in der Ebene und
bei Gefäll mit einer hohen Ueberſetzung zu fahren und auf
Stei=
gungen eine kleinere Ueberſetzung einzuſchalten. Mit dem kleinen
Gang läßt ſich ein Berg leichter bezwingen als mit dem großen,
und wenn man mit der kleinen Ueberſetzung dann noch die
Tech=
nik des Bergfahrens anwendet wird es kaum einen Berg in
Deutſchland geben, den der Radfahrer im Sattel nicht zu nehmen
vermag.
Anpaddeln des Kanu=Clubs Darmſtadt.
Ein ſtrahlenblauer Himmel ſpiegelte ſich am vergangenen Sonntag
in den Waſſern des Altrheins — zahlreiche Teilnehmer hatten ſich
ein=
gefunden und eine frohe Kanutenſtimmung herrſchte —, mehr konnte
man für dieſen feſtlichen Anlaß wirklich nicht verlangen! Rege Hände
reihten vorher auf dem feſten Land Faltboot neben Faltboot in bunter,
ſchnurgerader Reihe, während die Motorboote wohlgefällig ihre friſchen
Farben in den leiſe gluckſenden Wellen betrachteten. — Es war ein
far=
benprächtiges Bild, als um 10.15 Uhr der 1. Vorſitzende Laue die
Teilnehmer unter Führung des Sportwarts um ſich verſammelte: links
vom Flaggenmaſt vor dem Bootshaus die Kanutenmänner, gegenüber
die Kanutenfrauen, in Reih’ und Glied, im ſchmucken Dreß, die Paddel
zur Rechten, mit freudigem Herzen den kernigen Worten des
Vor=
ſitzenden lauſchend, die mit dem Hiſſen der wohlbekannten Flagge in
ein fröhliches, dreifaches Hub=Heil ausklangen. In Doppelreihe und
langſamer Fahrt, mit erhobenen Paddeln, voran die Einer, darauf die
Zweier, zogen dann die Boote eine kurze Strecke ſtromabwärts, mit
kräftigem Ahoi ſeitens der Uferanſäſſigen begrüßt. Damit war die
offizielle Auffahrt beendet, und die Boote ſtrebten einzeln, zu zweien
und zu dreien dem Treffpunkt, Guntersblum, zu, um den herrlichen
Tag auszukoſten. Die Sonne meinte es wirklich gut und ſandte ihre
Strahlen herab, als freue ſich ſich, der weißen Haut einen kleinen
Vor=
geſchmack von Sonnenbrand zu geben. Crſt aber kam die Arbeit — ein
gemütliches Picknick auf den Wieſen —, dann das Vergnügen — ein
kleines Handballſpielchen auf „getränktem” Boden mit köſtlichen
Momen=
ten —, unterdeſſen die Kanutenfrauen dem „Medizinball” huldigten.
Nur allzu ſchnell verflog die Zeit, und die Sonne ſtand ſchon tief, als
ſchweren Herzens zur Heimfahrt gerüſtet wurde. Es war ein Tag, wie
er ſchöner nicht hätte ſein IInnen und wie ihn jeder zukünftige Kargte
ſich immer wünſcht: ein Sonnentag unter Sonnenmenſchen, die wir ſo
nötig brauchen.
SV. 1898 — Tennisklub Bad Homburg 10:5.
Mit obigem Reſultat gelang es Sportverein, den in der Tabelle
der Bezirksmeiſter führenden SV. Bar Kochba Frankfurt einzuholen
und ein Entſcheidungsſpiel mit ihm zu erzwingen. Bad Homburg ſtellte
eine gute Mannſchaft, der man eigentlich nach ihren hohen Niederlagen
gegen die beiden anderen Gruppenmeiſter nicht ſoviel Widerſtand
zu=
getraut hätte. Ihr beſter Spieler war der ſüddeutſche Exmeiſter
Salin=
ger, der beſonders durch ſeine variierte Spielweiſe und ſein gleich gutes
Angriffs= und Abwehrſpiel gefiel. In der Darmſtädter Mannſchaft
ent=
täuſchten einzelne Leute etwas, daß ſie Niederlagen gegen Leute
ein=
ſtecken mußten, die vorher immer von ihnen geſchlagen wurden. Die
erfolgreichſten Spieler bei den 98ern waren Bögel und Keller, indem ſie
außer Siegen in ihren beiden Einzelſpielen auch ihre Doppel gewannen.
Davispokal=Kaudidaken.
Mitte des Monats beginnen in Europa die Interzonenſpiele um
den Davispokal, während die Bewerber der neugeſchaffenen
Südamerika=
zone in Argentinien und Chile bereits ihre Schlußrundengegner
ermit=
telt haben. Bei den bevorſtehenden Ausſcheidungsſpielen intereſſieren
natürlich die Kandidaten, die ſich für die Vertretung ihrer Landesfarben
einzuſetzen haben. Die europäiſchen Tennisverbände haben ihre Spieler
mit wenigen Ausnahmen bereits namhaft gemacht. Für
Deutſch=
land wurden Dr. Deſſart, Kuhlmann, Nourney, Dr. Landmann und
Dr. Buß in die engere Wahl gezogen, jedoch wird die genaue
Aufſtel=
lung von verſchiedenen Uebungsfpielen abhängig gemacht. Ferner
be=
ſteht die Möglichkeit, daß dieſer oder jener Nachwuchsſpieler noch
Berück=
ſichtigung findet. Südafrika ſchickt für die vom 1. bis 3. Mai in
Düſſeldorf ſtattfindende Begegnung mit Deutſchland bekanntlich Kirby,
Naymond, Condon und Farquharſon ins Gefecht. Bei der vom 22. bis
25. April in Plymouth ſtattfindenden Ausſcheidung England —
Monaco wirken für England Auſtin, Olliff, Kingsley, Sharpe und
Collins mit, auf der anderen Seite ſpielen, wie ſtets in den letzten
Jah=
ren, Landau und Galleppe Griechenland und Oeſterreich
treffen ſich vom 16. bis 18. April in Athen. Während die öſterreichiſche
Auswahl in Artens und Mateika bereits feſtſteht, hat Griechenland
bis=
her nur Zerlendi und Garantziotis namhaft gemacht. Die
Tſchecho=
ſlowakei ſchickt vom 1. bis 3. Mai in Prag Menzel, Rohrer, Hecht
und Novotny gegen die Spanier Maier, Sindreu und Flacquer in
den Kampf Bei Ungarn—Italien vom 1. bis 3 Mai in
Buda=
peſt werden auf italieniſcher Seite de Morpurgo, de Stefani, Gaslini
und del Bono, für Ungarn v. Kehrling und Takacz zu ſtreiten haben.
In dem reſtlichen Treffen der erſten Runde zwiſchen der Schweiz
und Irland vom 1. bis 3. Mai in Montreux vertreten Aeſchlimann
und Fiſher die ſchweizeriſchen, Rogers, Mc. Guire und A. Smith die
iriſchen Intereſſen. Auch Nordamerika hat nach einigen
Schwie=
rigkeiten jetzt ſeine Mannſchaft mit Lott, Doeg und Wood für die
Ein=
zelſpiele und Alliſonſpan Ryn für das Doppel zuſammen.
Kraftſpork.
Polizei=S.=V. Darmſtadt.
Mitglied Juſtus Krauß unſerer Kraftſportabteilung
nahm als einziger deutſcher Vertreter in der Zeit vom 7. bis
12. April an einem internationalen Ringerwettſtreit in Schweden,
und zwar in Norrköping und Linköpping, teil. Nachdem der Pol.=
Wachtmeiſter Krauß vom Schwediſchen Ringerverband beim
Ver=
ein angefordert war, hat ihm der D.A.S.V. 1891 ſofort
Start=
erlaunbis für nach Schweden erteilt. Die erſten Kämpfe fanden
im großen Zirkusgebäude in Norrköpping ſtatt. 5000 Zuſchauer
wohnten dem Kampfabend, der von Schweden, Finnlano und
Deutſchland beſchickt war, bei. Gegen den Europameiſter
Jobann=
ſen=Schweden hat Krauß nur eine knappe Punktniederlage
erlit=
ten, währenddeſſen er die 2. und 3. ſchwediſchen Meiſter Rieß und
Jonſſon in 2 bzw. 4 Minuten durch Schulterniederlage beſiegte.
In Norrköping erhielt Krauß den 2., in Linköping den 4. Preis
gegen 9 bzw. 8 Vertreter ſeiner Leichtmittelgewichtskliſſe. Nur
der Finniſche Meiſter Kokkinnen brachte es fertig, Krauß nach
18 Minuten zu beſiegen, obwohl ſchon in der erſten Minute das
Kampfgericht überſehen hatte, daß Krauß Kokkinnen durch
Arm=
fallzug legte. Auch in Linköpping war der Große Saal einer
Gaſtſtätte mit 3000 bis 4000 Zuſchauern beſetzt. Wir gratulieren
unſerem Mitglied Krauß zu ſeinen ſchönen Erfolgen im Auslind
und hoffen, daß er das Gelernte in ſeiner Mannſchaft gut
ver=
werten kann. Hätte der Verband an Stelle Krämers Krauß nach
Prag entſandt, hätte Deutſchland ſicher beſſer in der betreffenden
Klaſſe abgeſchnitten.
Da Hanau am vergangenen Sonntag in Mittelbollenbach eine
Niederlage erhalten hat, iſt die 1. Polizeimannſchaft Kreismeiſter
des 2. Kreiſes im D.A. S.V. 1891. Der Rückkampf gegen Hanau
ſteht noch aus. Freundſchaftskämpfe ſind mit Kleinoſtheim,
Pir=
maſens, St. Ingbert und Hauſach (Saar) angebahnt.
Rundfunk=Brogramme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 15. April.
10.20: Schulfunk: Wörter auf der Wanderſchaft.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters. Mitw.: Eugen
Grimm (Bariton), R. Waldmann (Violine), O. Seyfert (Klavier).
18.15: Zeitfragen (Thema u. Redner werden noch bekanntgegeben).
18.45: Vortrag von Dr. Kümmerlen.
19.45: Aus. H. Natoneks „Kleinem Chaplin=Drehbuch”.
20.15: Kurhaus Bad Homburg: Lieder=Abend. Eva Liebenberg.
21.00: Kompoſitionsſtunde. Erik Meyer=Helmund. Ausf.:
Philhar=
moniſche Orcheſter. Soliſt: Käte Mann (Sopran), Max von
Wiſtinghauſen (Bariton).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Mittwoch, 15. April.
9.00: Wir ſingen, ſpielen und tanzen: Dem Mai entgegen.
10.10: Schulfunk: Dr. Berger: Im oſtafrikaniſchen Buſch.
14.45: Kindertheater: Die Gänſemagd am Brunnen.
15.45: Maria v. Liers: Wie beſchafft ſich die Landfrau geeigneten
Nachwuchs für ihren Hühnerbeſtand.
16.00: Pädagogiſcher Funk: Die verheiratete Lehrerin.
16.30: Nachmittagskonzert aus Hamburg.
17.30: Dr. Kamnitzer u. a.: Worte und Muſik um Shakeſpeare.
18.00: Prof. Amſel: Einheitskurzſchrift.
18.30: Dr. Lewin: Die Eroberung der Welt.
19.00: Warum Beamte in den Verkehrsverwaltungen.
19.30: Prof. Dr. Rubner: Anbau der Birke als Waldbaum.
20.00: Reg.=Rat Hirſch: Das Reichsehrenmal bei Berka.
20.30: Konzert aus Budapeſt: Werke von Weiner, Liſzt, Szabados,
Bartok.
22.10: Dr. J. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.10: Dr. J. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Herbert Fröhlich.
Wekterbericht.
Der Kaltlufteinbruch an der Rückſeite der ſeitherigen Störung wirkt
ſich auf die Wetterlage von ganz Deutſchland aus, und zwar derart,
daß Temperaturrückgang von 3—5 Grad ſtattgefunden hat und
außer=
dem unbeſtändiges Wetter mit einzelnen Niederſchlägen im nördlichen
und öſtlichen Teil des Reiches vorherrſcht. Von Weſten her breitet ſich
das Hochdruckgebiet weiter nach dem Feſtland aus, das ſeinen
wetter=
wirkſamen Einfluß auch über Deutſchland die nächſten Tage ausdehnen
wird. Nach anfänglich noch etwas wechſelhaftem und kühlem Wetter
wird der Witterungscharakter wieder beſtändiger, und Temperaturanſtieg
ſetzt tagsüber ein.
Ausſichten für Mittwoch, den 15. April: Zeitweiſe noch bewölkt, ſonſt
vielfach aufheiternd und trocken, tagsüber etwas wärmer.
Ausſichten für Donnerstag, den 16. April: Vorwiegend heiteres
Wet=
ter und trocken, weitere Erwärmung.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Radolf Maupe: für Feuilleion, Reich un=
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andseas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herberi Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantte der Rückſendung nicht übernemmen.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten
Die Hilfe gegen Sicht und
Rheumatismus.
Sie wiſſen kein ſicheres Mittel gegen dieſe Plagegeiſter?
Ein=
reibungen, Packungen, Bäder, Salben uſw. lindern meiſtens nur
für einige Zeit die Schmerzen, aber ſie packen nicht immer das
Uebel an der Wurzel.
Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie
ſollen es ſelbſt verſuchen, ohne daß es Sie etwas koſtet; aber ehe
ich Ihnen mehr ſage, leſen Sie die folgenden Briefe:
„Pflichtgemäß erſtatte ich Ihnen meinen allerbeſten Dank für
die wahrhaft wundervolle Heilung meines langjährigen
Gicht=
leidens durch Ihre geſchätzten Gichtoſint=Tabletten.
Koſtſpielige Bäder, ſowie Einreibungen aller Art waren
er=
folglos durch ein Inſerat wurde ich auf Ihre Tabletten
aufmerk=
ſam. Nach Gebrauch der erſten Kur fühlte ich mich ſchon geheilt.
Ich kann jetzt wieder als 53jährige Frau laufen wie eine von
18 Jahren, ſtehe morgens ſchmerzlos auf und gehe abends ohne
Schmerzen zur Ruhe, zur Freude unſerer ganzen Familie. Ich
bin jetzt wieder Dank Gott und Ihrer werten Tabletten
ſeelens=
munter, wie neu geboren, und kann daher mit beſtem Gewiſſen
jedem Gichtleidenden Ihre werten Gichtoſint=Tablekten auf das
Beſte empfehlen, da dieſelben bei mir wirklich Wunder geleiſtet
haben, und ſpreche nochmals meinen allerbeſten Dank aus.
J. W. in B.”
„Ich bekam einen ſchweren Gelenkrheumatismus, alle
ange=
wandten Mittel verſagten bei mir. Da ließ ich mir das
empfoh=
lene Gichtoſint von Ihnen ſenden, und dies tat Wunder bei mir.
Meine ſtrenge Ausdauer wurde durch völlige Heilung belohnt, ob=
gleich ich ſchon faſt verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mittel
ſchon oft empfohlen und werde es weiter tun. Ich hoffe, daß dies
M. B. in B.”
der beſte Dank gegen Sie iſt.
Solche Briefe beſitze ich Tauſende, und nun hören Sie weiter:
Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus
wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieſes iſt
verunreinigt durch zurückgebliebene harnſaure Salze, und dieſe
müſſen heraus, ſonſt nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts.
Zur Beſeitigung der Harnſäure dient das Gichtoſint. Sie
können das glauben oder nicht, aber Sie ſollen keinen Pfennig
da=
für ausgeben. ehe Sie ſich überzeugt haben.
Teilen Sie uns Ihre Adreſſe auf einer Poſtkarte ſofort mit
und adreſſieren Sie dieſe an: Generaldevot der Viktoria=Apotheke,
Berlin 4 219, Friedrichſtraße 19; es geht Ihnen dann vollſtändig
koſtenfrei eine Probe Gichtoſint mit weiteren Aufklärungen und
genauer Gebrauchsanweiſung zu.
Weikerer Rückgang der Schiffbaukäkigkeit.
Nach Lloyds Schiffahrtsregiſter hatte die im Bau befindliche
Welttonnage Ende März dieſes Jahres eine Höhe von nur 2,00
Mill. To. gegen 2,33 Mill. To. Ende Dezember 1930 und 3,27 Mill.
Tonnen Ende März 1930. 34,7 Prozent dieſer Tonnage werden
in Großbritannien und Irland gebaut, Im Vorjahre betrug der
engliſche Anteil am Weltſchiffbau 43,5 Prozent und im Jahre 1913
ſogar 57,2 Prozent. In Großbritannien und Irland befanden ſich
Ende März d. J. nur 694 000 To. im Bau gegen 909 000 To. Ende
Dezember 1930 und 1 615 000 To. Ende März 1930. Der engliſche
Schiffsbaubeſtand zeigt ſomit Ende März d. J. gegenüber dem
Vorquartal eine Abnahme um 215 000 To., gegenüber dem
Vor=
jahre ſogar eine ſolche um 921 000 To. Dies iſt der größte
Rück=
gang in der Schiffsbautätigkeit, der bisher überhaupt jemals in
England zu verzeichnen war, abgeſehen vom Jahre 1922, in dem
als Folge der Beendigung der umfangreichen Schiffsbauten nach
dem Kriege ein abnormaler Rückgang der im Bau befindlichen
britiſchen Tonnage erfolgte. In den nichtengliſchen Ländern waren
Ende März dieſes Jahres 1 306 000 To. im Bau gegen 1 417 000
Tonnen Ende Dezember 1930 und 1 651000 To Ende März 1931.
Von den 694 000 To., die in England im Bau ſind, entfallen rund
300 000 To. auf Tankſchiffe. „Noch ſtärker iſt der Anteil der
Tank=
ſchiffe in Deutſchland, wo Ende März d. J im ganzen nur 136 000
Tonnen (Ende Dezember 1930 rund 218 000 To.) im Bau waren,
davon 105 000 To. Tankſchiffstonnage. Einen ſtärkeren Rückgang
in der Schiffsbautätigkeit gegenüber dem Vorquartal zeigt neben
Deutſchland noch Holland mit 121 000 To. gegen 160 000 To. In den
U. S.A. war die Schiffsbautätigkeit mit 231 000 (232 000) To.
an=
nähernd unverändert. Eine Steigerung war in Dänemark mit
115 000 (108 000) To. zu beobachten, vor allem aber in Frankreich.
Die Zunahme der Schiffsbautätigkeit in Frankreich dürfte durch
die Staatsſubvention hinreichend geklärt ſein. Die im Bau
be=
findliche Tankerflotte betrug 762 000 To. (907 000 To. Ende
De=
zember 1930 und 887 000 To. Ende März 1930), was mehr als
38 Prozent der geſamten im Bau befindlichen Dampfer= und
Motor=Tonnage ausmacht. Für Motorſchiffe lauten die
entſpre=
chenden Zahlen 43 bzw. 15. An Schiffen von 15 000 To. und
darüber waren 12 Dampfer von 15 000 bis 30000 To. und 7
Dampfer von mehr als 30 000 To. im Bau, während in der
Grö=
ßenklaſſe über 30 000 To. gar keine Motorſchiffe im Bau ſind. Für
den Rückgang des Baues von großen Motorſchiffen waren
offen=
bar die höheren Baukoſten für Motorſchiffe im Vergleich zu den
Dampfern beſtimmend.
Wirtſchafliche Rundſchan.
Höherer Kunſtſeidenabſatz. In der letzten Zeit hat die
Umſatz=
tätigkeit am deutſchen Kunſtſeidenmarkte zugenommen. Die J. G.
Farbeninduſtrie hat ſich, wie verlautet, auf Grund einer ſtändig
zuneh=
menden Nachfrage in den letzten Tagen gezwungen geſehen, die Preiſe
für Agfa=Travis teilweiſe heraufzuſetzen. Das Geſchäft im erſten
Vier=
teljahr war ſowohl bei der J. G. Farbeninduſtrie als auch bei den
Ver=
einigten Glanzſtoffabriken größer als in der entſprechenden Zeit des
Vorjahres. Bei Vereinigte Glanzſtoff beträgt die Zunahme gegenüber
der gleichen Zeit des Vorjahres rund 19—15 Prozent. Wenn auch der
Hauptteil der Belebung auf ſaiſonmäßige Gründe zurückzuführen iſt, ſo
zeigt doch die genannte Ziffer, daß auch davon abgeſehen eine leichte
Beſſerung erkennbar iſt. Die Glanzſtoff=Preiſe ſind bisher unverändert
geblieben. Auf dem Acetat=Kunſtſeidenmarkte war in letzter Zeit eine
Belebung feſtzuſtellen. Auf dieſem Markte haben ſich die Preiſe nicht
verändert.
Aufgabe der Konzeſſion der Friedrich Krupp A.=G., Eſſen, in
Ruß=
land. Die Nachricht, daß die Friedrich Krupp A.=G., Eſſen, ſich bei der
ruſſiſchen Regierung um die Auflöſung der zur Durchführung der
Kon=
zeſſion am Manytſch im Salſki=Bezirk im Nordkaukaſus gegründeten
Geſellſchaft bemüht, wird beſtätigt. Die Friedrich Krupp A.=G. hat die
Konzeſſion ſeinerzeit erworben, um dort den Getreidebau zu pflegen
und dadurch Abſatzmöglichkeiten für ihre landwirtſchaftlichen Maſchinen
zu ſchaffen. Der Boden erwies ſich jedoch als nicht geeignet für den
Getreideanbau, und man ging, um die Konzeſſion auszunutzen, zur
Schafzucht über. Krupp will ſich nunmehr an der Geſellſchaft, die
zu=
nächſt eine rein deutſche Gründung war und ſpäter in gemiſchter
(deutſch=ruſſiſcher) Form betrieben wurde desintereſſieren. Die Friedrich
Krupp A.=G. verhandelt zurzeit über die Rückzahlung der von ihr der
Geſellſchaft gewährten Anleihen in Höhe von einigen Millionen
Reichs=
mark.
Ludwigshafener Walzmühle A.=G., Ludwigshafen. Die nunmehr
zum 13. Mai einberufene Generalverſammlung ſoll neben den Regularien
auch über die Sanierungsvorſchläge beſchließen und im Zuſammenhang
mit den Sanierungsbeſchlüſſen Aenderungen des Geſellſchaftsvertrages
vornehmen.
40 Prozent Quote bei der Konſervenfabrik Baſſermann, Schwetzingen.
Die Konſervenfabrik M. Baſſermann u. Co. A.=G. in Schwetzingen
un=
terbreitet nunmehr ihren Gläubigern den Vergleichsvorſchlag, deſſen
An=
nahme nach den bis jetzt vorliegenden Zuſtimmungen als geſichert gelten
kann. Forderungen bis 100 RM. ſollen bis 1 Oktober 1931 voll bezahlt
werden. Die übrigen Gläubiger erhalten 40 Prozent, und zwar 30
Pro=
zent am 1. 4. 1932 und 10 Prozent am 1. 7. 1932. Es ſind vorher
Aus=
ſchüttungen vorzunehmen, wenn jeweils 5 Prozent der am Verfahren
teiſ=
nehmenden Forderungen bereit liegen. Sollte am 1. 7. eine weitere
Ausſchüttung möglich ſein, ſo ſollen noch einmal 10 Prozent an die
Gläubiger abgeführt werden. Die Entſcheidung liegt bei einem vom
Gläubigerausſchuß beſtellten Sachverſtändigen. Bis zur Erfüllung des
Vergleichs bleibt die vom Gericht beſtellte Vergleichsperſon Treuhänder
der Gläubiger. Kommt die Schuldnerin mit der letzten Quote am 1. 7.
1932 länger als einen Monat in Verzug, ſo ſoll die Verſilberung, d. h.
die Liquidation des noch vorhandenen Vermögens, vorgenommen werden.
Der Geſamterlös der Liquidation iſt dann gleichmäßig zu verteilen.
Nach dem Status vom 7. 3. 1931 nehmen an dem Verfahren rund 225 000
RM. teil.
Der Abſchluß der Arbed. Der Abſchluß für 1930 der Vereinigten
Hüttenwerke Burbach=Eich=Düdelingen (Arbed), Luxemburg, ergibt, wie
mitgeteilt, einen Rohgewinn von 154,7 (im Vorjahre 234,6) Mill. Fr.,
woraus 82 (110) für Abſchreibungen und 12 (17,5) für ſoziale Zwecke
abzuziehen ſind. Es bleibt ein verreilbarer Reingewinn von 60,7 (107,1)
Mill. Fr., wovon die Aktionäre 50 (87,5) erhalten ſollen, ſo daß auf
jeden der 250 000 Geſchäftsanteile 200 Fr. (350 Fr.) Dividende entfallen.
Der geſetzlichen Rücklage werden 3 037 925 Fr. zugeteilt, während für
Gewinnanteile und Belobungen 7 720 588 Fr. (14338235 Fr.)
vor=
geſehen ſind. Eine demnächſt ſtattfindende außerordentliche
Generalver=
ſammlung wird über eine Herabſetzung der ſatzungsmäßigen
Gewinn=
anteile der Verwaltungsratsmitglieder von 12 auf 8 Prozent zu
be=
ſchließen haben. Anlagen erſcheinen in der Bilanz mit 1487,1 (1379,8)
Mill. Fr., Beſtände mit 154,2 (162) Mill. Fr., Kaſſenbeſtand und
Außen=
ſtände mit 836 (543) Mill. Fr., was auf langſamere Zahlungseingänge
im Zuſammenhang mit der Wirtſchaftskriſe ſchließen läßt.
Der engliſche Außenhandel. Der engliſche Außenhandel im März
1931 zeigt gegenüber dem Vormonat eine leichte Steigerung. Gegenüber
März 1930 dagegen iſt das Außenhandelsvolumen erheblich
zurückgegan=
gen. Die geſamte Ausfuhr im März 1931 betrug 33 989 491 Pfund
Sterling und iſt im Vergleich mit März 1930 um 22 178206 Pfund
niedriger. Die Einfuhr bezifferte ſich auf 70 674—876 Pfund; ſie iſt
gegenüber März 1930 um 22 784 565 Pfund zurückgegangen. Von dem
Rückgang hauptſächlich betroffen waren Textil=, Eiſen= und Stahlwaren
ſowie Fahrzeuge.
Viebmärkte.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht. Amtliche Notierung vom 13./14.
April 1931. Auftrieb: 23 Ochſen, 6 Bullen, 470 Kühe oder Färſen, 182
Kälber, 950 Schweine. Marktverlauf: Großvieh ſchleppend, Ueberſtand;
Schweine ſchleppend, Ueberſtand, gut ausgeſuchte Ware über Notiz.
Preiſe pro 50 Kilo Lebendgewicht in Reichsmark: Ochſen a) 45—49,
b) 35—38, Bullen c) 32—36, Kühe a) 33—37, b) 2—30, c) 2—25,
d) 16—20, Färſen a) 44—50, Kälber c) 58—64, d) 42—56, Schweine
2)4—48, d) 47—49.-
Weizenmehl wird zu unveränderten Preiſen nur für den notwendigſten
Bedarf gekauft, für Roggenmehl hat ſich die beſſere Kaufluſt erhalten,
und die Preiſe waren erneut um 25 Pfg. erhöht. Der Hafermarkt zeigt
wieder feſte Veranlagung, da das Inlandsangebot unverändert gering
iſt. Der Lieferungsmarkt ſetzte bis 3 Mark höher ein. Gerſte ruhig,
aber infolge knappen Angebots gut behauptet.
Frankfurker und Berliner Efſektenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. April.
Die heutige Börſe ſtand im Zeichen weitgehender Zurückhaltung,
beſonders für die in letzter Zeit geſtiegenen führenden Papiere. Im
Hinblick auf den bevorſtehenden Medio lagen Auslandsorders nicht vor,
ebenſo hat das Intereſſe der inländiſchen Kundſchaft ſtark nachgelaſſen,
was man beſonders am Anleihemarkt feſtſtellen kann, der ſeine
Elaſtizi=
tät faſt eingebüßt hat. Da Anregungen ſo gut wie keine vorgelegen
haben, neigte die Kuliſſe erneut zu Realiſationen. Verſtimmend wirkte
hierbei die Kaſſenlage des Reiches. In den letzten Tagen tauchten
ver=
ſchiedentlich Gerüchte von einer neuen Anleihe auf, die jedoch energiſch
beſtritten wurden. Richtig iſt jedoch daß das Reich für Nückzahlung der
begebenen Schatzanweiſungen im Mai verſtärkte Mittel braucht. Auch
von dem weiter ungünſtigen Bericht der Maſchineninduſtrie konnte keine
Anregung ausgehen. Das Geſchäft war außerordentlich klein.
Gegen=
über der geſtrigen Abendbörſe ergaben ſich überwiegend Kursabſchläge
von 1—2 Prozent. Stärker rückgängig waren am Kalimarkt
Salzdet=
furth, die 5 Prozent einbüßten. Am Chemiemarkt eröffneten J. G.
Farben und Deutſche Erdöl je 1¾ Prozent niedriger. Mehr angeboten
waren vor allem Elektrowerte, die durchweg bis zu 2½ Prozent
nach=
gaben. Am Anleihemarkr gaben Altbeſitz 0,35 Prozent nach, während
Schutzgebiete ½s Prozent gewannen. Ausländer ohne Intereſſe. Der
Pfandbriefmarkt verkehrte in ſehr ruhiger Haltung, doch blieben die
Kurſe im ganzen unverändert. Reichsſchuldbuchforderungen lagen etwa
1 Prozent ſchwächer.
Im Verlaufe ſtockte das Geſchäft faſt vollkommen. Die Mehrzahl
der Kurſe blieben auf dem Anfangsniveau gehalten. A.E.G lagen
weitere 1 Prozent niedriger. Dagegen konnten J. G. Farben bis zum
Schluß der Börſe 1 Prozent anziehen. Am Geldmarkt hielt die
Nach=
frage nach Tagesgeld im Hinblick auf den Medio an, der Satz blieb
unverändert 4 Prozent. Am Deviſenmarkt hielt die Peſetenſchwäche
in=
folge der kritiſchen Lage in Spanien an. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,2005, gegen Pfunde 2,40¾. Von Uſancen lagen Paris und
Holland feſter. Man nannte London — New York 4,8578, Paris 124,19,
Mailand 92,79, Madrid 47,75 Schweiz 25,22½, Holland 12,10.
Die Abendbörſe verkehrte in ſehr ruhiger Haltung. Der
Ab=
ſchluß der Ruſſenverhandlungen und die etwas freundlicheren
Anfangs=
kurſe der New Yorker Börſe hinterließen keinen Eindruck. Bei ſehr
ge=
ringem Umſatz lagen die Mehrzahl der Kurſe gegen den Berliner Schluß
nur knapp gehalten, da einige Verkaufsorders nur zu ermäßigten Kurſen
Aufnahme fanden Feſter, aber ohne beſonderes Geſchäft, lagen
Kali=
werte, die bis 4 Prozent gewannen. Salzdetfurth gaben jedoch ſpäter
wieder 2 Prozent nach. Im Verlaufe neigten die Kurſe zunächſt weiter
nach unten, doch trat gegen Schluß der Börſe wieder eine geringfügige
Er=
holung ein. Chade auf die Vorgänge in Spanien erneut 4 Mark
ſchwä=
cher. Anleihen ruhig. Altbeſitz 59,2.
Berlin, 14. April.
Nachdem es bereits an der geſtrigen Frankfurter Abendbörſe zu
neuen Realiſationen gekommen war, eröffnete die heutige Börſe mit
durchſchnittlichen Rückgängen von 1 bis 3 Prozent in ſchwächerer
Hal=
tung. Verſtimmend wirkten in erſter Linie die ſich erhaltenden
Ge=
rüichte von einer bevorſtehenden Inlandsanleihe, an denen auch der gute
Abſatz von Schatzanweiſungen der Reichsbank und die Aeußerung eines
Mittagsblattes, daß ein eventueller Fehlbetrag Ende Mai wohl durch
einen Ueberbrückungskredit gedeckt werden könne, nichts zu ändern
ver=
mochten. Am Montanmarkt löſte die Propaganda des franzöſiſchen
Han=
delsminiſters für die franzöſiſche Kohle und gegen die Einfuhr
auslän=
diſcher Kohle etwas Abgabeneigung aus. Die Vorgänge in Spanien
wirkten ſich beſonders in einem Verluſt von 6½ Mark bei Chadeaktien
aus. Andererſeits blieb die Befeſtigung in New York, der bevorſtehende
Abſchluß der deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen und die
Ver=
öffentlichungen über den Normanplan zur internationalen
Kredit=
beſchaffung ohne Einfluß. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe zunächſt
weiter ab, dann wurde es, ausgehend von Schultheiß, die neuerlich um
2 Prozent anziehen konnten, zeitweiſe allgemein lebhafter und feſter.
Später gingen die ca. 1prozentigen Erholungen jedoch wieder verloren,
und viele Kurſe gaben bis faſt 2 Prozent unter Anfang nach.
Chade=
aktien büßten erneut 4 Mark ein. Anleihen anfangs gut behauptet,
ſpäter leicht abbröckelnd.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 14. April. Die Situation am
Pro=
duktenmarkte hat keine grundlegende Aenderung erfahren. Aus der
erſten Hand liegt nur verhältnismäßig geringes Offertenmaterial vor
nur bei Weizen tritt das Angebot vereinzelt etwas mehr in Erſcheinung,
da die Käufer mit Anſchaffungen zurückhalten. Die Preiſe für prompte
Ware waren ziemlich unverändert, und auch der Lieferungsmarkt folgte
dieſer Tendenz. Roggen lag dagegen bei knappem Angebot und beſſerer
Nachfrage der Mühlen feſter bei 1 Mark höheren Preiſen. Am
Liefe=
xungsmarkte war allerdings nur Mairoggen nennenswert geb iiert.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 14. April ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 96.25 RM. — Die
Notie=
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte
Liefe=
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 38.50—40.50 RM., Gold 2.82, Platin
3.75—5.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. April:
Getreide. Weizen: Mai 84, Juli 63½, Sept. 61.50. Dez. 64.50;
Mais: Mai 62.25, Juli 63.25. Sept. 61.25, Dez. 54.25: Hafer:
Mai 31, Juli und Sept. 31½, Dez. 32.75: Roggen: Mai 37.25,
Juli 39.25.
Schweine: leichte 7.65—7.80, ſchwere 6.70—7.00;
Schweine=
zufuhren: Chicago 18 000, im Weſten 81000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 15. April:
Schmalz: Prima Weſtern 9.50: Talg. extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 94½; Mais loko New York
75.50; Mehl, ſpring wheat clears 3.90—4.35; Fracht; nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8½ Cents.
Kakao. Tendenz: feſt: Umſätze: 45: Lokonotiz: 5.50; Mai
5.45, Juli 5.63. Sept. 5.79, Okt. 5.87. Dez. 5.99, Januar 1932:
6.05, März 6.15.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Aus Hamburg wird gemeldet: In der Lohnbewegung der
deutſchen Zigarreninduſtrie wurde durch den Schlichter Dr.
Sten=
zel ein Schiedsſpruch gefällt. Nach dieſem von den beiden
Par=
teien im voraus angenommenen Schiedsſpruch tritt ab 15. April
ein Lohnabbau von 4 bzw. 6 Prozent ein. Von dem
vierprozen=
tigen Lohnabbau werden etwa ein Fünftel, von dem Gprozentigen
Lohnabbau vier Fünftel der Arbeiter betroffen.
In der A.R.=Sitzung der Oelfabrik Groß=Gerau, Bremen,
wurde der Abſchluß für 1930 vorgelegt. Es hat ſich (960 000 RM.
A. K.) ein Verluſt von 46 000 RM. ergeben, der abzüglich des
Ge=
winnvortrags aus dem Vorjahr von 14 000 RM. mit 31 000 RM.
neu vorgetragen werden ſoll. G.V. 1 Mai.
Die G.V. der Sachtleben A.=G. für Bergbau und Chemiſche
Induſtrie, Köln, die in Frankfurt a. M. ſtattfand, genehmigte den
Abſchluß für 1930 mit unverändert 12 Prozent Dividende auf 12,5
Mill. RM. A. K. und wählte den geſamten A. R., der turnusmäßig
auszuſcheiden hatte, wieder.
Die G.V. der Maſchinenfabrik Gritzner A.=G., Durlach.
ge=
nehmigte den Abſchluß 1930 mit einem Verluſt von 9995 RM.,
um den ſich der Gewinnvortrag auf 13 430 RM. ermäßigt. Die
Fuſion mit der Nähmaſchinenfabrik Kayſer in Kaiſerslautern
wurde einſtimmig genehmigt und die Firma in „Gritzner=Kayſer
A.=G., Durlach” geändert.
Die 7. G.V. der vereinigten Boehler=Stahlwerke A.=G.,
Zü=
rich, die unter dem Vorſitz des Präſidenten, Generaldirektor Egon
Friedländer, ſtattfand und an der 9 Aktionäre mit 144 477
Stim=
men vertreten waren, genehmigte den Bericht des
Verwaltungs=
rates und den Rechnungsabſchluß für das Jahr 1930. Die Bilanz
weiſt einen Gewinn von 2 130 249 ſFr. aus, von welchem nach
Ueberweiſung von 125 000 ſFr. an den Reſervefonds eine
Divi=
dende von 10 Prozent, wie im Vorjahre, verteilt wird.
Im Kohlenrevier des Departements Hérault haben ſich nach
ziemlich langwierigen Verhandlungen Arbeitgeber und
Arbeit=
nehmer geeinigt. Die Wiederaufnahme der Arbeit iſt beſchloſſen
worden.
Die ruſſiſche Einfuhr an Maſchinen und ſonſtigem Material aus den
Vereinigten Staaten iſt nach einer Ankündigung des „Amtorg” in New
York mit dem am 31. März zu Ende gegangenen Halbjahr gegenüber
der gleichen Zeit des Vorjahres um 44,8 Prozent zurückgegangen.
Wert=
mäßig ſind die ruſſiſchen Käufe in Amerika um 60 Millionen Dollar auf
33 385 000 Dollar zurückgegangen.
Berliner Kursbericht
vom 14. April 1931
Deviſenmarlt
vom 14. April 1931
M
Danatbank. . . . . ."
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag:
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Heutſche Erdöl
129.875
149.50
115.875
115.75
74.—
93.50
75.25
116.25
80.—
1107.875
100.—
50.25
121.—
137.125
79.625
Eleftr. Lieferung 139.
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Bhil. Holzmann
Kali Aſchersleben 1171.50
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell 55.125
155.25
85.50
132.—
76.50
70.—
103.—
74.—
76.75
80.75
46.—
69.125
80.75
Polyphonwerie
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ko
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirich Kupſer
Hohenlole.Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
172.-
59.—
64.—
122.50
119.—
60.—
174.50
69.25
25.50
49.50
120.—
47.—
170.—
45.25
55.50
Helſingfors
Wien
Prag.
Budap
Sofia
Holland
Eslo
Kopenhagen.
Stodholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn.Mk.
100 Schilling
100 Tſch.Kr
100 Pengö
1100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen.
1100 Kronen
12.Stg.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Beige
100 Lire
100 Franc?
Rid
1o.557/10.577
59.00
2.426
73.135
3.041
168.42
112.23/ 112 451
112.24
112.3‟
20.387
1.455
4. 1965/ 4.2045
58.34
21.965
16 412
grief
19.12
12.446
73.275
3.04
168.76
112.44
112.54
20.427
1.459
58.46
22.00!
16.452
Schweiz
Spanien . 100 Peſetas
Danzig
Japan
Mio de Janerro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtam bu
Kairo
Kanade
druguay
Jsland
Tallinn (Eſtl.
Riga
7% Dtſch. Reichsanl/100.25
6%
5½%Inter., „
6% Baden ......"
8½ Bayern ....."
6%
8% Heſſen v. 28
8%
v. 29
6% Preuß. Staat.
8% Sachſen ... . . . 1100.5
6B
..
72 Thüringen. . .
—
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. 41ſ.
Ab=
löſungsanl. . . . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
—
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. ..
—
8% Nachen v. 29
8% Baden=Baden
6% Berlin ...
8% Darmſtadt v. 26
8%
v. 28
7½ Dresden.....
8% Frankfurt a. M.
790
v. 26
6%
v. 26
8% Mainz .......
8½ Mannheim v. 26
6%
v. 27
8% München ...."
8% Nürnberg.. ..
8% Wiesbaden ..
—
8% Oeſſ. Landesbl.
„ Golboblig.
4½% Heſſ. 2ds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4¾% „Kom.-Obl.
8% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
7½
*2 „Drdrin
84.75
77.75
80.5
100-.
82.25
92.5
95.25
96‟,
80.5
81.25
59.2
Arff
2.6
93
93
91
91.25
86.75
99
89.5
79
94.5
79
26.5
100.5
95.5
96.5
910.
86
100.5
97
e7
9 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8% Kaſſeler
Land=
kredit Goldpfbr..
7% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
6%
8% Naſſ. Lamdesbk.
6%
4½½ „Liqu. Obl
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
*AuslSer. 11 582/,
„ . Ser. II/ 76
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
Frankfurter Kursbericht vom 14. April 1931.
97.25
100
86.5
100.25
95
86.75
93:1,
8% Berl. Hyp. Br./100
*
4½½-Liqu.=Pfbr./ 91.5
8% Frkf. Hyp.=Bk.
72 „ „
4½% „ Lig. Pfbr.
8% „ Pfbr.=Bk
790
4½%
„ Liqn.
18% Mein. Hhp.=Bk
17% Lia.Pfbr.,/ 93.2
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr./ 4.15
8% Preuß.
Boden=
crsd.=Ban!
4½½ -Lig. Pfbr../ 96
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
4½% — Lig. Pfbr
8% Rhein. Hyp. B!
*
4½%-Lig. Pſbr../ 93.4
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. ..
8% Südd. Bod.-
Cred.=Bank .... /100.75
4hx•Mpfrl 938
11
97
101.75
97.5
92.n7
1015/,
941/,
102.5
99
1o4.75
1or
92
101.5
97
101
95.75
8% Württ. Hyp.=B.
6% Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
Salzmannu. Co
7½ Ver. Stahlwerke
8% Boigt EHäffner
—
F. G. Farben Bonds
—
5% Bosn. L. E.B.,
5%
L.Inveſt.
5% Bulg. Tab. v.02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
42
4% Türk. Adm n.
49
1. Bagdad
20
Zollanl.
4½ Ungarn 1913
4½%
1914
4%
Goldr.
142
1910
Autien
Rlg. Kunſtziide Unie
A. E. G. .........
AndregeNoris Zahn
Aſchaffba. Brauere
Zellſtoff
Bemberg. J. P...
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtad:
7. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
Chade .........."
Contin.. Gummiw.
„ Linoleum 98
DaimerBm 3.7
Me
98
90
R
8921,
88
—
88.4
96
Af 7
28.1
38.5
15.2
7
18:1,
1871.
16.25
9a
116.5
131
85.75
106.25
87
187.5
39.5
Dt. Atl. Telegr
„ Erdöl
Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
„ Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger. 1110
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr. /154.5
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaumel 95
Frankf. Gas . Lia.
Hof......"
Gelſen1. Bergwerk
Geſ. f.elettr. Untern.
Goldſchmidt Th. . .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ...
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn..
Karſtadt, R... . .."
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke
Knorr C. H...
Lahme. Co.
Laurahütte
Qech. Luasbers .. .
Vee
80.4
137
98.5
80.5
130
209
41.75
104
49
119
39
—
131.5
55.9
41.75
aeo
116.5
136
7
119
78.5
1022/,
197.5
113.25
32
118.5
64.5
100
134.5
40.75
Löwenbr. Münch. .
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.= Röhren
Mansfeld Berg. .
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe
Sberbedar;
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen ..
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren.
Stahlwerfe ...
Riebeck Montan..
Roeder Gebr. ..
Rütgerswerie
Sachtleben A. G...
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemen & &k Halsfe.
Südd. Immobilien
Bucker=A. G.
Svenslo Tändſtics
TellueBergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard.
Tucher=Brauerei
Unterfranlen
Beithwerke .
Ver. f. Chem. Ind.
„ Stahlwerke ...
Strohſtoffabr. .
„Altramerir ...!
U8
40
13.75
71./.
124
80.5
7.25
40
631=
80
125
86.25
58.25
149
262
183
192.5
53
—
145.1
185.5
25
130
38
95.25
18
61.5
60
129
137
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
Wahß 4 Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Verein ...
„ Waldhof....."
Miemel ..
M5
37.5
42
Allg. Dt. Creditanſt. S6
Badiſche Bank. . . . /145
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwverein 114
Bayer. Kyp. u. W. /132.5
Berl. Handelsgeſ.
Ehpothefbt. / 215
Comm. u. Privatb. /121.5
Darmſt. u. Nat.=Bk. 148.5
Dt. Bank und Disc./115.5
Dt. Eff. u. Wechſell 94.5
Dresdner Ban1. . . 115.5
96
Frankf. Bant
„ Hyp.=Ban 161.5
Pfdbr.=Bl. . . . . /161.5
Mein. Hyp. Ban 1168.5
Oſt. Creditanſta!
Pfälz. Hyp.=Ban /135.5
Reichsbank=Ant. . 172
Rhein. Hyp.=Bank. /140
Südd. Bod.-Cr. Bf. 142.5
Wiener Bankverein! 9.5
Württh Notenbant/129
A.-G. ſ. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Bzg
Hapag ......"
Nordd. Llohd. . . ..
Südd. Eiſenb.=Geſ.
72
A
74.25
16
89
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .. . 1199
„ „ Verein. Verſ./ 218.5
FrankongRück=u. M
Mannh. Verſich ./ 27
—
Otavi Minen
Schentung Handelsl V.5
Nummer 104
Mittwoch, den 15. April 1931
Seite 13
Masolt
9
14.50 12.50
9.50 Sport-Anzüge
f. 9—14Jahre 19.50 16.50 14.50 e Kieler Anzüge
12.50
9.50
7.50 95C Loden-Mäntel, impr.
mit Kapuze 12.50 10.50 9.50
50
1- Trencheoat-Mäntel
.... . . . . . . 12.50 950 —5C
—
KO
Knaben-Hosen
3.50
2.75 1.95
1.50
u0
O
Also gehen
wir zu
5911
Dedolen
Darmstadt
am Markt.
Liegeſtühle
von 3.80
Korb-
Weinschenk
Schuſtergaſſe 10
5730b
40=
1Pfd. Bohnerbeize
Farben-Kraui, Eschollbr. Str. 5 (3990
Lungenverschleimung
Matratzen- und
hartnäckigen Huſten, Luftröhrenkatarrh,
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Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
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Zehnmarkſcheine. 2 Trauringe. 1
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monnaie mit Inhalt. 1 vergoldeter
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Deckchen. 3 Pläne vom Streſemanndenkmal.
3 Bund Schlüſſeln. — Zugeflogen: 1 rote
Elſtertaube.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet waren.
Intereſſen=
ten tönnen die Fundgegenſtände während
den Büroſtunden auf dem Fundbüro des
heſſ. Polizeiamts, Bimmer 11, beſichtigen.
Jagdverpachtung.
Am Donnerstag, den 23. April
1931, vormittags 11 Uhr, werden die
nachſtehenden ſtädtiſchen und ſtaatlichen
Jagdbezirke öffentlich meiſtbietend auf
12 Jahre verpachtet.
(5932
1. Jagdbezirk 1 und 2 der Stadt
Darmſtadt,
beſtehend aus dem Oberfeld in der
Ge=
markung Darmſtadt mit etwa 160 ha
Feld und Wieſen, dem Darmſtädter
Oberwald (Förſterbezirk Heiligenkreuz),
beſtehend aus 568 ha Wald und etwa
68 ha Feld und Wieſen.
2. Die Jagdbezirke 4, 5. und 6
des Volksſtaates Heſſen.
Der Jagdbezirk 4 umfaßt die ſtaatlichen
Feldparzellen im Oberfeld mit etwa 56 ha
Feld und Wieſen. Der Jagdbezirk 5
umfaßt den großen Woog, die
Woogs=
wieſen, den Judenteich und unter den
drei Brunnen mit 24,2 ha. Der
Jagd=
bezirk 6 umfaßt die Hegwieſe, die
Ermel=
fleckwieſe und begrenzt den Oſtrand des
ſtädtiſchen Jagdbezirks 1 und 2.
Alle Jagdbezirke bilden zweckmäßig
eine jagdliche Einheit und gehören am
beſten in eine Hand.
Nähere Auskunft erteilt die
unter=
zeichnete Stelle (Fernſprecher 2897) und
Herr Förſter Klipſtein, Forſthaus
Hirſch=
köpfe (Fernſprecher 3859).
Die Verpachtung findet auf dem
Amtszimmer des Forſtamtes Darmſtadt,
Holzhofallee 10, ſtatt.
Darmſtadt, am 15. April 1931.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
Verſteigerungsanzeige.
Am Donnerstag, den 16. April
1931, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
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Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Keunzeichen: VS, VR, VO)
für dle Zeit vom 16.—31. März 1931.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS, Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungev vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 25. eines Monats ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15, des gleichen Monats.
Bezugsprel s:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtlicher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Krelse
und Städte, gleichob für einen oder mehrere Monate, zu
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Nummer 104
Mittwoch, den 15. April 1931
Seite 15
Reich und Ausland.
Reichstreffen des Bismarckbundes.
Der Bismarckbund der Deutſchnationalen
Volkspartei veranſtaltet ſein diesjähriges
Reichs=
treffen vom 24. bis 26. Mai (Pfingſten) in
Bonn. Die Hauptveranſtaltungen finden am
Pfingſtmontag ſtatt. Für Dienstag nach
Pfing=
ſten iſt im Zuſammenhang mit einer Rheinfahrt
eine kurze Feier mit Kranzniederlegung am
Grabe des Freiherrn von Stein in Frücht
vor=
geſehen.
Das Kaſſeler Räuberauto war geſtohlen.
Kaſſel. Wie die Kriminalpolizei ſoeben
mitteilt, war das von den Bankräubern benutzte
Auto am Freitag abend in Kaſſel auf dem
Kai=
ſer=Platz geſtohlen worden. Das Kennzeichen
T T 28 470 iſt durch Uebermalen umgeändert
worden in I T 23 471. Der Regierungspräſident
hat eine Belohnung von 500 RM. für die
Er=
mittlung der Täter ausgeſetzt.
Vorſicht auf der Eiſenbahn!
Oberlahnſtein. In der Nähe des
Bahnhofes Nievern ſtürzte der 45jährige
Kauf=
mann Wilhelm Kurth aus Oberlahnſtein aus
dem fahrenden Zug. Der Bedauernswerte geriet
unter die Räder des Zuges, wobei ihm beide
Beine und ein Arm abgefahren wurden. Auf
dem Transport zum Krankenhaus ſtarb Kurth.
Ehrenbreitſtein. Auf dem hieſigen
Bahnhof ereignete ſich ein ſchwerer Unglücksfall.
Ein 15jähriges Mädchen wollte ſein 7jähriges,
taubſtummes Schweſterchen mit dem Zug nach
Neuwied bringen. Als die Kinder auf dem
Bahnſteig eintrafen, hatte ſich der Zug bereits
in Bewegung geſetzt. Während es noch gelang,
das 7jährige Mädchen in ein Abteil
hineinzu=
ſchieben, kam das ältere beim Aufſpringen auf
den fahrenden Zug zu Fall und geriet unter die
Räder, wobei ihm der rechte Arm abgefahren
wurde.
Schloß Velen (Weſtfalen) niedergebrannt.
Münſter i. W. Am Dienstag früh brach
aus bisher unaufgeklärter Urſache auf dem dem
Grafen Landsberg=Velen gehörenden SchloßVelen
ein Brand aus, der ſich mit raſender
Geſchwin=
digkeit ausbreitete. Bei Eintreffen der
Feuer=
wehren aus Velen, Ramsdorf, Borken und
Nocholt bildete der Dachſtuhl bereits ein
Flam=
menmeer. Die Bekämpfung des Brandes wurde
durch die Schwierigkeiten bei der
Waſſerbeſchaf=
fung ſehr erſchwert. Innerhalb weniger
Stun=
den war das Schloß bis auf die
Umfaſſungs=
mauern niedergebrannt. Die an den Ecken des
Schloſſes befindlichen vier Türme ſind
zuſam=
mengebrochen und in den Schloßgraben geſtürzt.
Auch das aus 37 Glocken beſtehende, wertvolle
Glockenſpiel konnte nicht gerettet werden. Am
ſtärkſten mitgenommen ſind die Mitte und der
rechte Flügel des Gebäudes, deren Inneres
einen rauchenden Trümmerhaufen bildet. Um
die Mittagsſtunde war der Brand noch nicht
gelöſcht. Die wertvollen Kunſtſchätze konnten
zum größten Teil gerettet werden, ebenſo das
von Archivar Dr. Glasmeier geleitete
Weſt=
fäliſche Adelsarchiv. Dr. Glasmeier hatte den
Brand zuerſt bemerkt und dafür geſorgt, daß,
nachdem die Bewohner in Sicherheit gebracht
worden waren, zunächſt an die Rettung der
vielen Kunſtgegenſtände gedacht wurde.
Dr. Eckener über die Luftſchiff=Verbindung
Holland—Niederländiſch=Indien.
Friedrichshafen. Dr. Eckener erklärte
einem Vertreter der „T.=U.” in einer
Unter=
haltung über den Plan einer Luftſchiff=
Verbin=
dung zwiſchen Holland und Niederländiſch=
Indien, daß er vorausſichtlich im kommenden
Winter nach Batavia reiſen werde. Erſt nach der
Studienreiſe werde er in der Lage ſein, mit den
intereſſierten Schiffahrtsgeſellſchaften Nederland
und Rotterdamſcher Lloyd weitere
Verhand=
lungen zu führen. Die Errichtung eines
Luft=
ſchiffhafens in Batavia auf der Inſel Java ſtehe
aber heute ſchon feſt.
„Graf Zeppelin”
beſucht die Pyramiden von Gizeh.
„Graf Zeppelin”
hoch über den uralten ägyptiſchen
Kultur=
denkmälern, den Pyramiden bei Gizeh.
Auf ſeiner großen Frühjahrs=Aegyptenreiſe
er=
regte „Graf Zeppelin” überall das Staunen und
die Bewunderung der Bevölkerung.
Der Kurtendtegep.
Der zweite Verhandlungstag unker Ausſchluß der Oeffenklichkeit.
Weitere Vernehmung des Maſſenmörders.
Düſſeldorf, 14. April.
Das Gericht ſchloß zu Beginn des zweiten
Verhandlungstages auf den Antrag des
Ober=
ſtaatsanwalts und des Verteidigers die
Oeffent=
lichkeit bis auf 18 vom Reichsverband der
deut=
ſchen Preſſe beſonders namhaft gemachte
Jour=
naliſten und vier ausländiſche Preſſevertreter
auf ſeinen Kleidern ſtets beſeitigt und ſeine
Werkzeuge gereinigt habe. Seine Frau habe ſich
immer mit der Erklärung zufrieden gegeben, daß
er Naſenbluten gehabt habe. Zum Falle der
Maria Hahn ſagt Kürten aus, daß er ihre Leiche
ſorgfältig begraben habe, um ſie wieder beſuchen
zu können. Er ſei in der Folgezeit noch etwa
Blick in den Verhandlungsſaal in der Turnhalle der Polizeiunterkunft Düſſeldorf.
Oben links: Dr. Wehner, der Verteidiger Kürtens.
aus. Kürten kommt dann auf die ſexuellen
Hin=
tergründe ſeiner Taten zu ſprechen. Er führt
ſeine Veranlagungen auf Vererbung und die
be=
klagenswerten Verhältniſſe zu Hauſe zurück.
Die weitere Vernehmung Kürtens bringt die
grauſigſten Einzelheiten, die es begreiflich
machen, wenn der als Zuhörer anweſende
dä=
niſche Oberreichsanwalt äußerte, er habe nach
der Durchleſung der Anklageſchrift nicht ſchlafen
können. Kürten ſchilderte u. a. ſeine ſadiſtiſchen
Sexualtriebe. Er gibt zu, bereits mit acht
Jah=
ren in zwei Fällen kleine Jungen in den Rhein
geſtoßen und dafür geſorgt zu haben, daß ſie
wirklich ertranken. Kürten betont ausdrücklich,
daß er ſich allmählich immer ſtärker ſexuellen
und ſadiſtiſchen Vorſtellungen hingegeben habe,
die zu den zahlxeichen Morden, Brandſtiftungen
und den übrigen Untaten geführt hätten.
Bei der weiteren Schilderung der Verbrechen,
gibt Kürten die genaueſten Einzelheiten der
zahlreichen Fälle an. Er weiß beiſpielsweiſe
ganz genau, welche Polizeibeamte zugegen
waren, als er den Tatort wieder aufſuchte und
in welcher Weiſe ſich damals jeder Beamte
be=
tätigte. Er erklärt, daß er kleine Blutſpritzer
dreißigmal am Grabe geweſen und habe es
gele=
gentlich ausgebeſſert.
Darauf trat eine kurze Mittagspauſe ein.
In der Nachmittagsſitzung machte Kürten
weitere eingehende Angaben über ſeine Morde
und Mordverſuche. Bei der Schilderung des
Mordes an der Hausangeſtellten Ida Reuter
durch Hammerſchläge auf den Schädel hob
Kür=
ten hervor, daß er beſondere Befriedigung fand,
als in den Zeitungen wegen des Wechſels des
Mordwerkzeuges die Anſicht zum Ausdruck
ge=
bracht wurde, daß es ſich um mehrere Täter
han=
deln müſſe. Bei der Erörterung des Mordes an
der kleinen Gertrud Albermann beſtritt Kürten,
an dem Kind ein Sittlichkeitsverbrechen verübt
zu haben.
Damit iſt die Vernehmung des Angeklagten
abgeſchloſſen. Anſchließend wurde eine Zeugin
vernommen, die im September 1929 in
Düſſel=
dorf von einem Mann überfallen worden war,
die jedoch in Kürten den Täter nicht
wieder=
erkennen kan, da es damals dunkel geweſen ſei.
Die Verhandlung wurde darauf auf
Mitt=
woch vormittag 9 Uhr vertagt.
Abſturz eines Verkehrsflugzeuges.
Görlitz. Das Verkehrsflugzeug D 1928,
das ſich auf dem Fluge von Berlin nach Görlitz
befand, iſt geſtern nachmittag gegen 15.30 Uhr
zwiſchen Nietſchen und Hähniſchen, Kreis
Roten=
burg (Oberlauſitz), abgeſtürzt. Die Deutſche
Lufthanſa teilt mit: Das N. 20=Flugzeug (
Baye=
riſche Flugzeugwerke) D. 1928 iſt am Dienstag
nachmittag gegen 15.50 Uhr bei Hähniſchen, in
der Nähe von Muskau in Schleſien, auf einem
Sonderflug verunglückt. Der Flugkapitän
Schir=
mer und der Funkermaſchiniſt Biſchoff wurden
getötet. Von den acht weiteren Inſaſſen ſind
ſieben leicht verletzt und einer unverletzt. Eine
Sachverſtändigenkommiſſion zur Unterſuchung
des Unfalls iſt nach dem Unfallort unterwegs.
Die Inſaſſen des verunglückten Flugzeuges ſind
ſämtlich Reichswehroffiziere, die zu einer eiligen
Uebung von Berlin nach Görlitz wollten. Der
Apparat war von der Reichswehr für den Flug
gemietet worden. Von den ſieben
Reichswehr=
offizieren iſt einer unverletzt. Der ebenfalls in
der Kabine ſitzende Funker Stöwer hat
haupt=
ſächlich ſchwere Geſichtsverletzungen
davongetra=
gen. Der Pilot Schirmer und der Bordmonteur
Biſchoff ſind anſcheinend von dem Motor des
Flugzeuges, der ſich bei dem Aufprall gelöſt
hatte, erdrückt worden.
Verhaftung einer Räuberbande.
Berlin. Dem Berliner Raubdezernat iſt
es gelungen, die Räuberbande ausfindig zu
machen, die anfangs dieſes Monats auf dem
Ge=
lände der Ceciliengärten in Schöneberg im
Ver=
waltungsbüro einen Einbruch verübt hatte, bei
dem den Tätern ungefähr 20 000 RM.
Miets=
gelder in die Hände gefallen waren, nachdem ſie
den im Büro anweſenden Verwalter, den
Gärt=
ner und deſſen Frau durch Vorhaltung von
Revolvern eingeſchüchtert hatten. Bei der Tat
hatten ſie ein geſtohlenes Auto benutzt.
Selbſtmord des Vortragskünſtlers Senff=Georgi.
Berlin. Der auch im Reich bekannte
Ber=
liner Vortragskünſtler Senff=Georgi wurde am
Dienstag mittag mit Gas vergiftet aufgefunden.
Hausbewohner, die den Künſtler ſeit Tagen nicht
mehr geſehen hatten, benachrichtigten die
Poli=
zei. Senff=Georgi hat Selbſtmord verübt, und
zwar muß der Tod ſchon vor zehn Tagen
ein=
getreten ſein.
Ein Altonaer Kaſſier mit 45 000 Mark
durchgebrannt.
Altona. Die Altonaer Kriminalpolizei
ſucht den im Jahre 1896 in Roſenberg, Kreis
Heiligenbeil, geborenen Altonaer Kaſſier Alfred
Karl Ludwig Cilwik. Er iſt dringend verdächtig,
ihm anvertraute Gelder im Betrage von 45 600
Mark unterſchlagen zu haben.
Neuſchnee im Rieſengebirge.
Hirſchberg. Seit Montag ſind im
Hoch=
gebirge wieder 15 bis 20 Zentimeter Neuſchnee
gefallen. Auch im Tal geht Regen und Schnee
nieder. Die Schneedecke im Hochgebirge hat in
den letzten Tagen wieder zugenommen. Aufdem
Kamm beträgt ſie immer noch mindeſtens 1,20
Meter, ſtellenweiſe aber 2 bis 3 Meter.
Zwei Wiener „Weltreiſende zu Fuß”
in der Tſchechoſlowakei verhaftet.
Prag. In Klattau wurden der 28jährige
Andreas Spellitz und die 29jährige Johanna
Heinz, beide aus Wien, verhaftet. Sie hatten
Anſichtskarten mit dem Text „Zur Erinnerung
an die Wiener Weltreiſenden von 1926 bis 1933
— zu Fuß um die Welt” verkauft. Es ſtellte
ſich jedoch heraus, daß die beiden nicht zu Fuß,
ſondern mit der Eiſenbahn, und nicht um die
Welt, ſondern nur im Böhmerwald reiſten. Sie
werden wegen Betrugs angeklagt und dann aus
der Tſchechoſlowakei ausgewieſen werden.
Kapellmeiſter Borchardt der fahrläſſigen Tötung
ſchuldig.
Saarbrücken. Am Montag abend hat
die Obduktion der Leiche der 23jährigen Margot
Candelier ſtattgefunden. Es wurde dabei
feſt=
geſtellt, daß der Tod nicht durch Vergiftung,
ſon=
dern durch Erſticken eingetreten iſt. Der
Kapell=
meiſter Borchardt und das Mitglied ſeiner
Ka=
pelle Hoffmann haben dem bewußtloſen Mädchen,
das angeblich in ihrer Abweſenheit aus
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht mehrere Veronaltabletten
eingenommen hatte, einen Schlauch durch den
Mund eingeführt, um durch Auspumpen des
Magens die Giftwirkung der Veronaltabletten
zu beſeitigen. Dabei muß das Mädchen erſtickt
ſein. Das Obduktionsergebnis hat den
Unter=
ſuchungsrichter veranlaßt, auch gegen Hoffmann
Haftbefehl zu erlaſſen. Hoffmann iſt bereits
feſtgenommen.
Kampf dem Krebs!
Am 20. und 21. April gibt der Deutſche Bund
für Krebsbekämpfung durch ſeinen Präſidenten
Dr. Wetterer=Mannheim unter deſſen Kampfruf
„Kampf dem Krebs” einen Zyklus in Geſtalt
von zwei großen Abendvorträgen, begleitet von
zahlreichen Lichtbildern, und einen dritten
ein=
geſchobenen Vormittagsvortrag, letzterer über die
Verhütung der Magen= und
Darm=
krebſe”, die zurzeit die furchtbare Ziffer von
50 Prozent aller Krebſe ausmachen.
Der Deutſche Bund für Kresbekämpfung hat
bereits in allen Schichten der Bevölkerung
großen Anklang gefunden. Er ſteht unter dem
Ehrenprotektorat Madame Curies, die zu den
Vorträgen eingeladen iſt. Die Abendvorträge
mit Originallichtbildern werden enthalten:
Er=
folge und Enttäuſchungen des Redners
in der modernen Radiumbehandlung, die Regaud
und Wetterer ausgebaut haben, mit beſonderer
Berückſichtigung der lokalen
Verhütungs=
möglichkeiten bei allen Formen des
Krebſes (insbeſondere auch Bruſt=
Gebärmut=
ter=, Magen= und Darmkrebſe!). Der
Darſtel=
lung der einzelnen Krebsformen geht voraus
das intereſſante Kapitel: Einwirkung
der Radiumſtrahlungauf die
Krebs=
zelle‟. Die prinzipielle Verhütung der
Krebs=
krankheit durch die Magneſiumſalze findet
ein=
gehende Würdigung, an die ſich die Mahnung,
die Prinzipien Delbet=Wetterer zu beachten,
ſchließt. Was ſollen wir tun? Eine
große Reihe von für die moderne
Krebsbekämp=
fung wichtigen Fragen, wie z. B. „Chirurgie
oder Radiumtherapie, Röntgen= oder
Radium=
therapie”, findet an den beiden Abenden ihre
Beantwortung. „Die Reinheit der
Radiumthe=
rapie” iſt ebenfalls für die Beſprechung
vorge=
ſehen. Die zwei Abendvorträge gehören eng
zuſammen. Der Termin des einzuſchiebenden
Ernährungsvortrages bez. Verhütung der
Ma=
gen= und Darmkrebſe, wird am erſten Abend
be=
kannt gegeben. Es wird ganz beſonders gebeten,
daß die reifere Jugend Intereſſe für das der
Allgemeinheit wichtige Problem der
Krebs=
bekämpfung zeige. Alle Menſchen müſſen die
be=
ſonderen Grundſätze des „Kampf dem Krebs”.
kennenlernen. Die Krebskontrolle ſtellt nach
Redners Programm die Löſung der großen Frage
dar. Der Erlös iſt für arme Krebskranke
be=
ſtimmt.
Großfeuer in einem Pariſer Stadtbahnhof.
Paris. In dem großen Zollgebäude des
Pariſer Stadtbahnhofes Batignolles brach
geſtern vormittag Großfeuer aus, das raſch eine
gewaltige Ausdehnung annahm. Binnen einer
halben Stunde ſtand das ganze 3100
Quadrat=
meter umfaſſende Gebäude in Flammen. 200
Fäſſer Rum und 5 Waggons Benzin fielen den
Flammen zum Opfer. Die Exploſionen der
Rum=
fäſſer waren weithin hörbar. Das Feuer griff
dann auf ein weiteres mit Benzin, Oel uſw.
ge=
fülltes Gebäude über und bedrohte zahlreiche
Privathäuſer, die geräumt werden mußten. In
den ſpäten Nachmittagsſtunden konnte der Brand
noch nicht auf ſeinen Herd, beſchränkt werden.
Mehrere Feuerwehrleute erlitten Verletzungen.
Rieſenbrand im rumäniſchen Petroleumgebiet.
Bukareſt. In Campina explodierten geſtern
anſcheinend infolge zu ſtarken Druckes die
Petro=
leumleitungen in den Raffinerien der
Geſell=
ſchaft Steaua Romana. Die Exploſion
verur=
ſachte eine Feuersbrunſt, die einen rieſengroßen
Umfang annahm und ſich ſchließlich auf einen
Quadratkilometer erſtreckte. Die telefoniſchen
und telegraphiſchen Verbindungen nach Campina
ſind zerſtört, der Bahnhof Campina iſt von dem
Flammenmeer ernſtlich bedroht.
Brand in einer Chikagoer Kanaliſationsanlage.
Mehrere Tote.
Chikago. In einer im Bau befindlichen
unterirdiſchen Kanaliſationsanlage brach aus
unbekannter Urſache Feuer aus. Mehrere
Ar=
beiter wurden durch den Rauch erſtickt, 33, die
das Bewußtſein verloren hatten, konnten zeitig
genug geborgen werden und wurden ins
Kran=
kenhaus gebracht. Wie verlautet, ſollen ſich noch
weitere Arbeiter in der Kanaliſation befinden.
Ueberſchwemmungen in Kowno.
Kowno. Durch große Eisſtauungen, bei
dem Montag nachmittag eingetretenen Eisgang
auf der Memel, entſtanden in Kowno
Ueber=
ſchwemmungen, durch die verſchiedene Teile der
Stadt unter Waſſer geſetzt wurden, ſo daß der
Verkehr an dieſen Stellen durch Kähne aufrecht
erhalten werden mußte. Bisher mußten über
400 Wohnungen geräumt werden. Da das
Waſ=
ſer ſtändig ſteigt, drohen die Ueberſchwemmungen
einen verheerenden Umfang anzunehmen, um ſo
mehr, als auch der Eisgang des in Kowno in
die Memel mündenden Villjafluſſes von Stunde
zu Stunde eintreten kann. Eingeſetzte
Spren=
gungsarbeiten mußten als ausſichtslos eingeſtellt
werden.
Statiſtik der New Yorker Verbrechen.
New York. Einen unliebſamen Rekord
hält die Stadt New York. Nach einer
Mittei=
lung des Polizeichefs ereigneten ſich im Jahre
1930 in der Stadt New York nicht weniger als
421 Morde, was gegenüber dem Vorjahre eine
Steigerung um 18 Prozent bedeutet. Zum Glück
iſt dieſe Zunahme der Bluttaten in erſter Linie
darauf zurückzuführen, daß die Banditen mehr
und mehr die Gewohnheit annehmen, ſich
gegen=
ſeitig umzubringen. Auf dieſe Weiſe fanden im
vergangenen Jahre 79 Banditen ihren Tod. Die
Geſamtzahl der in New York begangenen
Ver=
brechen verminderte ſich im Jahre 1930 um vier
Prozent, auf 6627 Fälle. — Insgeſamt wurden
500 000 Perſonen verhaftet, davon aber allein
360 000 wegen Uebertretungen der
Verkehrsord=
nung und wegen ſonſtiger geringfügiger
Ver=
gehen. Merkwürdigerweiſe wurden nur acht
Taſchendiebe feſtgenommen, dagegen
anderer=
ſeits 3000 Einbrecher.
Das Geheimnis.
Eine Telefon=plauderei.
... . . . . „Danke für Deinen Anruf! Wir kommen
natür=
ſich gern zu Deinem Feſf; Rudi freut ſich ſchon diebiſch!
Abrigens, haſt Du vom Filmball gehört?“
Ja, muß entzückend geweſen ſein! Alle Filmgrößen waren
da. Lotte hat ſogar mit Harry Liedke getanzt. Er ſoll ein ganz
reizender Menſch ſein — ſoll von Lottes wundervollem Teint
entzückt geweſen ſein.”
„Weißt Du auch — Aſſeſſor Günther’s Verlobung iſt wegen
Lotte auseinander gegangen. Er will Lotte unbedingt heiraten!"
„Das wollen noch mehr! — Ich beneide Lotte, dieſe
Zauberin der Schönheit!“
„Das haſt Du nicht mehr nötig — ich kenne ihr
Zauber=
mittel! Ich wende es natürlich auch an — alle ſagen ſeither,
ſch habe einen Teint wie von Milch und Honig. Du wirſt
ſtaunen, wie dieſes Zaubermittel Creme Mouſon wirtt! Lotte
hat mir auch die wirkſamſte Anwendungsmethode verraten:
Morgens und abends lauwarmes Waſchen mit Creme
Mouſon=Gelfe — nach dem Abtrocknen TTreme Mouſon !/, mm
dick auftragen und einige Minuten einwirken laſſen. Zart
ob=
reiben — erneut Creme Mouſon hauck dürtn auftragen und
leicht einmaſſieren.”
11013
Seite 16
Mittwoch, den 15. April 1931
Nummer 104
Die Tilman Riemenſchneider=Gedächknis-Ausſkellung in Würzburg eröffnel.
der erſte große Flüſſigkeikskriebſtoff-Rakekenwagen in Berlin.
Eingang zur Gedächtnishalle. Vorn die weltberühmten Statuen Adam und Eva.
Anläßlich des 400. Todestages des fränkiſchen Holzbildhauers Tilman Riemenſchneider (1460—1531)
veranſtaltet die Stadt Würzburg eine große Gedächtnis=Ausſtellung, die die herrlichſten Werke
dieſes großen ſpätgotiſchen Meiſters vereinigt. Riemenſchneider war 1520—24 Bürgermeiſter von
Würzburg und ſtarb daſelbſt am 7. Juli 1531.
Dr. Paul Heylandt mit ſeinem Raketenwagen.
In Berlin=Britz wurden, die erſten Verſuche mit einem durch flüſſigen Brennſtoff betriebenen
Raketenmotor gemacht, den der Ingenieur Dr. Paul Heylandt konſtruiert hat. Der Motor beſitzt
eine Rückſtoßkraft von 200 Kilogramm und ein Eigengewicht von 7,5 Kilogramm und iſt damit der
größte Flüſſigkeits=Raketenmotor, der überhaupt bisher gebaut wurde. Einmontiert iſt ein
Auto=
chaſſis, wird der Motor im Mai auf dem Berliner Flughafen vorgeführt werden.
Aus dem Leben eines großen Menſchen.
Von Harry v. Hafferberg.
Am 16. April vorigen Jahres meldete der 1
Telegraph die erſchütternde Nachricht vom
Hinſcheiden des berühmten norwegiſchen
Nord=
polforſchers und Politikers Dr. Frithjof
Nanſen.
* Im Jahre 1633 erſchien ein Buch des norwegiſchen
See=
fahrers Hans Nanſen über Phyſik, Aſtronomie, Geographie, bis zur Hälfte heraufziehend. Der Wellengang war ſehr ſtark
Chronologie, über Seefahrtsweſen, Kunſt und Handwerk. Dieſes
Buch, aus der Feder des Urgroßvaters Frithjof Nanſens,
er=
reichte vier Auflagen und erfreute ſich lange Zeit des größten
Anſehens. Vieles konnte man dort leſen über Dinge, die
dazu=
ein Rätſel war. Sehr genaue und aufſchlußreiche Kenntniſſe zog Nanſen ſeine Kleider aus — und ſprang ins eiſige Waſſer ..
entwickelte der Verfaſſer aber in der Geographie, denn er war
auch einer der erſten, der eine lange und beſchwerliche Reiſe
Abenteuer, und Frithjof Nanſen, der Urgroßenkel des
berühm=
ten Seefahrers, erbte von ihm vor allen Dingen die Liebe zum
Meer, dazu eine eiſerne Energie und Ausdauer.
Von früheſter Jugend an intereſſierte ſich Frithjof Nanſen
für Forſchungsreiſen. Er nahm Teil an einigen Fahrten über
das Eismeer und rüſtete dann eine ſelbſtändige Expedition nach
Grönland aus. Heimgekehrt, bereitete ſich Nanſen zu einer
Fahrt nach dem Nordpol vor. Die nötigen Mittel wurden bald
zuſammengebracht und das berühmte Schiff „Fram” erbaut.
Der Boden des Schiffes war rund wie ein Ei, damit der ſchwere
Druck des Eiſes das Schiff nach oben heben konnte. Am 24. Juni
ging „Fram” vom Stapel. Die Expedition war auf mehrere
„Jahre mit allem Nötigen verſehen und man konnte auf guten
Erfolg hoffen. Aber Nanſen war ſich der großen Gefahr, in die
er ſich begab, vollauf bewußt: „Hinter mir liegt alles, was ich
er in ſein Tagebuch.
men, aber das ſchwere Ringen mit den Eisblöcken überzeugte
Nanſen bald, daß wenig Hoffnung war, den Pol mit dem
Schiffe zu erreichen. Von der Strömung und dem ſtarken
Winde wurde „Fram” immer mehr nach Süden getrieben.
End=
pol auf Schneeſchuhen zu erreichen. Hjalmar Johanſen, Student
aus Kopenhagen, der auf der „Fram” als Heizer arbeitete, bot
Nanſen ſeine Begleitung an. Auf dem Rückwege hoffte Nanſen
bei Spitzbergen einen Fiſcherdampfer zu treffen, der ihn und
Johanſen wieder in die Heimat mitnehmen würde.
Am 14. März 1895 verließen die beiden kühnen Forſcher das
Schiff und machten ſich auf die gefährliche Reiſe über das Eis.
Am 7. April wurde der äußerſte nördliche Punkt erreicht, der bis
dahin jemals von Menſchen betreten worden war. Das Gehen
war unglaublich ſchwer, da ſich das Eis viele Meter hoch auf
der Oberfläche häufte.
Allmählich ſetzte das ſommerliche Tauen des Schnees ein,
der Weg wurde immer ſchlechter. Die Hunde hatten ſchwere
Arbeit zu leiſten, zudem verringerte ſich ihre Anzahl mit jedem
Tage, da die Forſcher keinen Proviant mehr hatten und ſich von
ihnen nähren mußten. Am 26. Auguſt 1895 erreichten die
Polar=
forſcher drei mittelgroße Inſeln, an die ſie in einem
ſelbſt=
gebauten Segeltuch=Boot anlegten. Genau konnte Nanſen den
Ort nicht angeben, aber zweifellos war es eine von den Inſeln
des Franz=Joſef=Archipels. Hier entſchloſſen ſie ſich den Winter
zu verbringen.
Schnell wurde eine Hütte aus Felſenbrocken gebaut und die
Spalten in den Wänden mit Moos und Sand ausgefüllt. Das
Dach beſtand aus Walroßfellen, die ein einzelner Balken ſtützte.
Da die Hütte im Winter mit Schnee bedeckt war, herrſchte in
ihrem Innern eine verhältnismäßige Wärme. Außerdem bauten
ſich die Forſcher einen primitiven Herd, auf dem ſie das Eſſen
zubereiteten. Aber ausſchließlich Bären= und Walroß=Fleiſch
der Hütte mußte von dem Fett dieſer Tiere beſtritten werden.
Weihnachten wurde ſehr „feſtlich” verlebt. Nanſen nahm eine
Generalreinigung ſeiner Perſon vor: zuerſt wuſch er ſich das
Hemd und wechſelte die Beinkleider, — dann rieb er ſich den
Körper mit heißem Waſſer ab, wozu er „eine volle Taſſe‟
brauchte. Nach all dem fühlte er ſich ſehr glücklich.
Aber alles hat ein Ende und auch der lange Polarwinter
verging. Am 19. Mai machten ſich die beiden Reiſenden auf den
Nückweg, Spitzbergen als Ziel nehmend. Bald kamen ſie ans
offene Meer und mußten den Weg in Segeltuchbooten
fort=
ſetzen. Jede Minute drohte ihnen eine Kataſtrophe, entweder
durch die Wellen oder durch die Walroſſe, von denen ſie
uner=
müdlich verfolgt wurden. Hin und wieder ſchwammen auf der
Oberfläche einzelne große Eisblöcke, an die die Reiſenden
an=
legten, um auszuruhen.
Dabei ereignete ſich faſt ein großes Unglück. Wieder legte
Nanſen an einen Eisblock an, die zuſammengebundenen Boote
und plötzlich, ehe es noch die beiden Männer verhindern konnten
— wurden die beiden Boote fortgetrieben, in ihnen aber
befan=
den ſich alle Vorräte der Expedition . . . Ohne Boote, dem
einzigen Fortbewegungsmittel, waren die Forſcher dem ſicheren
mal den abergläubiſchen norwegiſchen Seeleuten und Fiſchern Tode preisgegeben! Zum Ueberlegen war nicht viel Zeit, alſo
Es war ein furchtbares Schwimmen! Mehrmals verlor er die
Hoffnung, die ſchnell enteilenden Boote zu überholen und ſeine
über das Weiße Meer wagte. Auch ſonſt war ſein Leben voller Kräfte verließen ihn. Dann legte er ſich auf den Rücken, um
erneut mit dem eiſigen Element zu kämpfen. Seine Glieder
waren faſt erſtarrt, als er die Boote endlich einzuholen
ver=
mochte . . . Das Leben der Forſcher aber war gerettet!
Während dieſer Zeit ging Johanſen in ſchrecklicher
Auf=
regung auf der Eisſcholle hin und her. Was hat er nicht alles
in dieſen kurzen Augenblicken erlebt! Er konnte Nanſen nicht
helfen, auch wenn er ihm ins Waſſer gefolgt wäre. In ſeinem
Buche ſagt Johanſen, daß dieſe Minuten die ſchrecklichſten
ſei=
nes Lebens waren.
Nach einigen Wochen erreichten Nanſen und Johanſen eine
unbekannte Inſel, wo ſie ſich für längere Zeit niederlaſſen
wollten. Eines Tages war Nanſen gerade dabei das Eſſen zu
kochen, vielleicht eine Walroßfloſſe oder einen Bärenſchinken,
während ſich Johanſen ſchlafen gelegt hatte, als plötzlich ein
ſchwaches Hundebellen vernehmbar wurde. Anfänglich glaubte
im Leben ſchätze und liebe. Was bringt die Zukunft?” — ſchrieb Nanſen, daß er ſich täuſche, aber das Bellen kam immer näher
und näher und nun hörte er auch ganz deutlich eine menſchliche
„Fram” mußte ſeinen Weg längs den Ufern Sibiriens neh= Stimme. Schnell ſchlüpfte Nanſen in die Schneeſchuhe und lief
den Hunden entgegen. Nach einer Weile ſah er in der Ferne
einen Menſchen im Schlitten ſitzen, der von mehreren Hunden
gezogen wurde. Der Unbekannte näherte ſich ſchnell und bald
begrüßten ſich beide. In dem Ankömmling erkannte Nanſen
lich entſchloß ſich Nanſen das Schiff zu verlaſſen, um den Nord= ſofort den engliſchen Polarforſcher Jackſon, doch dieſer konnte
lange nicht begreifen, wer vor ihm ſtand. Von der einen Seite
war es ein gutgekleideter Touriſt; friſch raſiert und im
gutſitzen=
den „Sportanzug‟. Zur anderen Seite aber ein in Lumpen
gehüllter, mit Haaren überwachſener „Vagabund‟. Endlich
glaubte ihn Jackſon zu erkennen und rief: „Sind Sie vielleicht
Nanſen?” — „Ja, ich bin Nanſen!” folgte die Antwort. Der
engliſche „Sportsmann” wurde der Retter der mutigen Forſcher,
denn wer weiß, welches Schickſal ſie ſonſt ereilt hätte. Mit dem
Dampfer Jackſon’s kehrten Nanſen und Johanſen im Auguſt
1896 nach Norwegen zurück, wo faſt gleichzeitig mit ihnen auch
das Schiff „Fram” ankam.
Nach dem glänzenden Erfolge dieſer Nordlandreiſe, hat
Nanſen innerhalb von 15 Jahren keinen Anteil an weiteren,
irgendwie bedeutenden Expeditionen genommen und beſchäftigte
ſich ausſchließlich mit wiſſenſchaftlichen Arbeiten. Er hielt
Vor=
träge an der Univerſität von Kopenhagen und gab eine Reihe
von Werken heraus, die ihm Weltruhm verſchafften. Während
und nach dem Kriege trat Nanſen auf die politiſche Arena. Dann
kamen die Jahre 1921/22 und Nanſen führte einen energiſchen
Kampf gegen den Hunger in Sowjetrußland. Seine hiſtoriſche
Rede vor dem Oberſten Rat, in der er an das Gewiſſen der
Völker appellierte, zeigt uns Nanſen als großen Freund der
Menſchen, der — obgleich kein Sozialiſt — ſeine ganze
über=
ragende Perſon dafür einlegte, um für jeden Preis der großen
Volksnot im Sowjetſtaate Einhalt zu gebieten. Er ſagte
aus=
zugsweiſe folgendes:
„20 bis 30 Millionen Menſchen ſind in Sowjetrußland vom
Hungertode bedroht. Wenn ihnen innerhalb von zwei Monaten
nicht geholfen wird, iſt ihr Schickſal beſiegelt. Durch private
kam auf den Tiſch und auch die Beleuchtung und die Beheizung Sammlungen tun wir alles, was in unſeren Kräften liegt,
Aber — es iſt viel zu wenig, denn nur eine durchgreifende Hilfe
kann das Schlimmſte abwenden.
Gänzlich verfehlt iſt es anzunehmen, daß eine ausländiſche
Rettungsaktion für die Hungernden die Sowjetmacht feſtigen
würde. Ich bin anderer Anſicht. Wir wollen dem ruſſiſchen
Volke beweiſen, daß in der Welt noch Menſchen ſind, die mit
ihnen fühlen und danach handeln. Wenn aber eine
Menſchen=
pflicht die Sowjetregierung auch wirklich ſtärken ſollte, befindet
ſich denn in dieſem Saal jemand, der ſagen könnte, es wäre in
dieſem Falle beſſer, daß 30 Millionen unſchuldige Menſchen
ſterben. Ich glaube es nicht. Zudem iſt die Ernte in Kanada
dieſes Jahr ſo ausgezeichnet, daß das Land imſtande iſt,
drei=
mal mehr Brot auszuführen, als zum Kampfe gegen die
Hungers=
not in Sowjetrußland nötig wäre. In den Vereinigten Staaten
verdirbt die Gerſte und keine Käufer melden ſich . . . In
Argentinien iſt ſo viel Mais, daß man damit — — Lokomotiven
heizt ..."
Man muß den Mut finden die Wahrheit auszuſprechen:
5 Millionen Pfund Sterling ſind erforderlich, um 30 Millionen
Menſchenleben zu retten, und das iſt nur die Hälfte der Summe,
die zum Bau eines neuen Kriegsſchiffes nötig iſt . . . Wenig
Zeit bleibt zum Ueberlegen, meine Herren, denn der ruſſiſche
Winter naht, der mächtigſte Verbündete des Hungers. Die
ruſ=
ſiſche Bevölkerung wird ſich dann auf der Suche nach Brot in
Bewegung ſetzen, über ein leeres, abgebranntes Land. Darum
wende ich mich hier an die Regierungen, an die Völker, an die
ganze Welt und rufe um Hilfe. Eilt, ſo lange es nicht zu
ſpät iſt.”
Das ſind Nanſens Worte — das iſt Nanſen! Niemand
ſonſt fand den Mut, ſolch kühne Worte auszuſprechen. Und dieſe
Worte hatten Erfolg: die Welt beſann ſich eines Beſſeren und —
Amerika an der Spitze — leiteten ſie mehrere großzügige
Hilfs=
maßnahmen für die Hungernden ein. Von 30 Millionen
Men=
ſchen konnten 90 Prozent gerettet werden, und „nur” annähernd
drei Millionen raffte der Tod hinweg .."
Der Schreiber dieſer Zeilen hatte in der letzten Zeit
mehr=
mals Gelegenheit, die vornehme Hand des großen
Menſchen=
freundes zu drücken, der durch ſeine Rüſtigkeit auffiel und
nie=
mand hätte in ihm einen Greis vermutet, der das ſiebente
Jahr=
zehnt bereits überſchritten hatte. Seine Augen waren
jugend=
lich und ſeine Sprache ausdrucksvoll und feſſelnd. Wer von
ſeinen zahlreichen Zuhörern könnte die Rede vergeſſen, die
Nanſen nach dem Tode Amundſens hielt. Der große Saal
ver=
ſchwand, es dunkelten die elektriſchen Lampen und vor den Augen
des Auditoriums erſchienen weiße Schneeflächen, unermeßliche
Eisregionen und eine hohe Geſtalt, die immer vorwärts ſchritt,
unermüdlich vorwärts ...
Der Wald im Dienſte der Eiſenbahn.
Die Wege des Verkehrs auf Stahlſchienen ſind wie ein großes Netz
über alle Kulturländer gebreitet. Die Kunſt der Ingenieure und die
Arbeit eines Heeres von werktätigen Menſchen haben Bahnen
geſchaf=
fen, die durch tiefe Einſchnitte, auf hohen Dämmen, über weitgeſpannte
Brücken, durch lange Tunnels, in Kurven und Kehren den Reiſenden in
ſchneller Fahrt zu ſeinem Ziele führen. Die hohe Geſchwindigkeit
unſerer heutigen Eiſenbahnen ſtellt ungeheure Anforderungen
an den Oberbau, d. h. an Schienen, Schwellen und ihre
Lage=
rung in der Einbettung.
Bis zu den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verwendete man
nur Holzſchwellen, und zwar in der Hauptſache Eichenſchwellen. Heute
ſind neben der Eiche die Kiefer und Buche die Hauptlieferanten, deren
weicheres Holz durch die großen Fortſchritte der
Konſervierungsmetho=
den, und zwar durch ein Tränkverfahren mit reinem Teeröl, eine hohe
Haltbarkeit erhält. Mit der Holzſchwelle iſt aber mit der
Entwicklung der Eiſeninduſtrie die Eiſenſchwelle
in Wettbewerb getreten. Beide Arten haben ihre
Vor= und Nachteile. Die natürliche, elaſtiſche Struktur der
Holz=
ſchwelle gewährleiſtet ein angenehm weiches Fahren und ſchützt die
Schienen vor Ueberanſtrengungen, die zu Schienenbrüchen und ihren
ſchweren Folgeerſcheinungen führen können. Hohes Gewicht und die
bedingte tiefe Einbettung auf breiter Lagerfläche bieten nicht nur die
Vorteile einer großen Betriebsſicherheit, ſondern auch gleichzeitig eine
Erſparnis an Bettungsſtoffen, Stopfarbeiten und damit auch
Unterhal=
tungskoſten. Die hohe Widerſtandsfähigkeit der Holzſchwelle gegen
chemiſche Einflüſſe jeder Art läßt ſie in Induſtriegebieten und in
feuch=
ten Tunnels bevorzugte Verwendung finden. Als Gebrauchsdauer der
imprägnierten Holzſchwelle können 20 bis 40 Jahre, je nach Art des
verwendeten Holzes angenommen werden. Aber ihre Dienſtzeit iſt
dann noch nicht abgelaufen. Als Zaunpfoſten, Bahnſteigkanten zu
Rampen, Schneezäunen und dergleichen ſind die ausrangierten
Holz=
ſchwellen ein begehrter Artikel, und letzten Endes finden ſie noch als
gutes Brennholz ihre Abnehmer. Dieſen Vorzügen gegenüber wird der
Eiſenſchwelle eine vielleicht etwas längere Lebensdauer im Betrieb und
eine beſſere Haltbarkeit der geſtapelten Reſervebeſtände, verbunden mit
geringerer Baumbeanſpruchung, nicht abgebrochen werden können.
Da=
für iſt die Holzſchwelle wieder in der Anſchaffung billiger.
Der deutſche Wald iſt in der Lage der Deutſchen Reichsbahn ihren
geſamten Bedarf an Holzſchwellen zu liefern. Ein kleines
Rechenexem=
gel wird die Bedeutung der Holzſchwelle für die deutſche Volks= und
Forſtwirtſchaft am beſten veranſchaulichen. Auf den Hauptſtrecken liegen
die Schwellen 66 bis 68 Zentimeter von Mitte zu Mitte verlegt. Das
bedeutet auf zweigleiſige Strecken rund 2930 Schwellen je Kilometer,
oder auf der Strecke Berlin—Leipzig rund 480 000 Stück. Bei 10 Meter
durchſchnittlich nutzbarer Stammlänge, ganz roh angenommen, wären
das 120 000 Bäume.
Im Jahre 1927 wurden beiſpielsweiſe von der Reichsbahn 91 Mill.
Reichsmark für Schwellen verausgabt, davon 45 Millionen für Holz=,
der Reſt für Eiſenſchwellen. Die Reichsbahn beabſichtigt, in den
kom=
menden Jahren, wie ſchon 1930, ihren Bedarf nur im Inlande zu decken.
Dieſes Beiſpiel der Bevorzugung deutſchen Holzes vor dem
ausländi=
ſchen ſollte Schule machen zum Beſten der deutſchen Forſtwirtſchaft und
damit der geſamten deutſchen Volkswirtſchaft.
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Nummer 104
Mittwoch, den 15. April 1931
Seite 17.
Uenatannsastsstien,
Ein Roman von Walter Bloem.
(Nachdruck verboten.)
Cophright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliauce Straße 92.
„Eben, eben, Herr Kapitän. Es wird nichts übrig bleiben:
Den Oberſteward ſtak der Schalk. „Ja, wer denn noch? Ich
wir müſſen auf alle die vier Herren, die ſich irgendwie auffällig glaube, Frau Winterfeldt und — Herr Stephany.”
gemacht haben, vorm Landen die Hafenpolizei anſetzen. Die mag
ſie dann auf Herz und Nieren prüfen.” „Auf die Gefahr hin, daß
wir uns vierfach blamieren?”
„Jedenfalls kann uns dann wenigſtens niemand nachſagen,
wir hätten die Hände in den Schoß gelegt.” „Hm. Doktor Müller,
Schiewelbein, Twardowſki — einverſtanden. Der Baron — das
will mir noch nicht recht in den Kopf.”
„Grade, Herr Kapitän! Grade der! Sie haben die Szene jetzt
eben beim Frühſtück nicht miterlebt. Zu merkwürdig hat der
Mann ſich benommen, zu merkwürdig.
Der Kapitän entſann ſich, daß er ſelber gewiſſe Augenblicke
erlebt hatte . . ." „Jedenfalls wollen wir die Augen offenhalten.
Vielleicht hilft uns der Zufall — da unſer Verſtand zum
Sher=
lock Holmes offenbar nicht ausreicht.”
— Leider gabs einſtweilen wenig Gelegenheit zu
Beobachtun=
gen. Der nächtliche Ueberfall durch den Zyklon hatte die
Mehr=
zahl der Fahrgäſte ſo ſtark erſchüttert, daß ſie nicht einmal mehr
ſeinen Nachwehen gewachſen waren.
Am Kapitänstiſch ſaß zum Mittageſſen einſtweilen nur Miſter
Hutchinſon. Als zweiter Gaſt erſchien die zähe, ſportharte Edith
Vaughan. „Hallo, General! Waren Sie ſeekrank?”
„Das glauben Sie ſelber nicht”, lachte Hutchinſon. „Ich hatte
ein Abenteuer.”
„Das nahm ich an”, ſagte Edith trocken. „Ich wünſche zu
wiſſen, was für einen Geſchmack Sie haben. Iſt ſie ſehr hübſch,
werde ich mich ärgern. Da ſie wahrſcheinlich weniger gut ausſieht
als ich, werde ich Sie verachten.”
„Es war keine Frau — es war ein Mann.” „Oh, das iſt
inter=
eſſant. Das werden Sie mir erzählen.” Warum eigentlich nicht?
Frauen haben oft merkwürdig ſcharfe Inſtinkte. Und die
Schlag=
zeile wird höchſtens noch packender, wenn ſie lautet:
Amerikani=
ſcher Großinduſtrieller entlarvt An Bord Deutſchen
Paſſagier=
dampfers. Mit Hilfe Boſtoner Junger Dame Millionenräuber!
Nach fünf Minuten hatte das Geheimnis eine neue
Mitwiſſe=
rin. Sie war Feuer und Flamme. „Ich hab’ ihn, General. Dieſer
ſemmelblonde Deutſche Doktor Müller. Das iſt er ſicher. Schade,
ich habe ihn vernachläſſigt. Ich würde ihn, hätte ich das früher
gewußt, längſt zur Strecke gebracht haben. Nun werde ich mich
etwas näher mit ihm beſchäftigen.”
„Wenn er überhaupt zum Vorſchein kommt. Heute nacht ſoll er
ſchwer ſeekrank in ſeiner Koje verſtaut worden ſein.” „Dann werde
ich einſtweilen mit ihnen verlieb nehmen. Sind Sie fertig? Alſo
kommen Sie zum Schach.”
Eben waren die beiden verſchwunden, da fegte, ſtrahlend und
roſig, Miß Emerentia O’Donnell herbei. „Oh. Miſter Klamfoth
— ich bin die einzige heut am Kapitänstiſch?" „Nein. Miß
O’Donnell. Die Dritte.” „Wer war ſchon vor mir da?‟
„Sie Schwindler! Den habe ich ſoeben in ſeiner Kabine
be=
ſucht, den armen Burſchen. Ach, iſt der in einem Zuſtand!” „Sie
haben —?! Das iſt aber verboten.” „Altmodiſch, lieber Herr.
Daran kehre ich mich nicht. Gehen Sie — Sie langweilen mich.”
Als vierter Gaſt ſchlich der Generalmuſikdirektor herein.
Hohl=
wangig, ſchwer mitgenommen. „Meiſter, Meiſter!” lachte
Eme=
rentia ihn an. „Wenn Miſſis Leviſohn Sie ſo ſähe!” „Der gehts
noch ſchlechter.” „Haben Sie ſie beſucht?” „Wo denken Sie hin?
Sie liegt ja zu Bette.”
Gott, ſind dieſe Deutſchen etepetete . . . „Ich glaube, die kann
ſich auch im Bett ſehen laſſen. Freilich, wenn ſie ſeekrank iſt
Man ſoll ſeinen Verehrern ihre Illuſionen laſſen. Alſo müſſen
Sie ſich heute mal mit mir begnügen, Miſter Richter.”
„Eine ſehr erfreuliche Notwendigkeit, Miß ODonnell.” „Jetzt
muß ich Ihnen wohl erſt dicke Komplimente machen — wegen
ge=
ſtern abend, wie?" „Wenn Sie ahnten, wie die unſereinem zum
Hals hinaushängen.” „Aber wenn ſie ausbleiben, iſt’s auch wieder
nicht recht.” „Das käme ganz darauf an, was die Partnerin an
ihrer Stelle zu bieten hat.” „Mich ſelber, Miſter Richter. Das
iſt ja nicht gerade viel —” Ihre Augen ſagten: bitte, greifen
Sie zu.
Jgnaz Richter griff zu. Der dritte Tiſchgaſt, der ſich
ein=
fand, bekam kaum ein flüchtiges Nicken. Toni Frömmel war an
dieſem Tiſch nicht gerade verwöhnt worden. Sie beſcheinigte die
Nichtbeachtung mit einem gleichgültigen Achſelzucken und winkte
dem Oberſteward, um ſich eine „suggestion” geben zu laſſen.
Herr Klamfoth erſchien und waltete ſeines Amtes mit dem
ſtereotypen appetitanregenden Schmunzeln. Er koſtete all die
Ge=
nüſſe vor, die er anzubieten hatte. Fräulein Toni traf ihre
Aus=
wahl ſtets unter dem Geſichtspunkt der Vermeidung einer
Bla=
mage. Sie nahm nur die Sachen, die ſie zu eſſen verſtand.
Mitten im Anpreiſen verſtummte Herr Klamfoth — unter
einem jähen Ruck, der ihm von den Augen her gegen, das Herz
prallte. Fräulein Frömmel trug an ihrem unvergleichlichen Hals
— einen blitzenden Solitär.
Natürlich nicht den, welcher der Miſſis Leviſohn abhanden
ge=
kommen war. Das Stück, das einen ſo beneidenswerten Platz
be=
kommen hatte, war kaum den tauſendſten Teil des verſchwundenen
wert. Aber ſicherlich noch doppelt und dreimal ſo viel als alles,
was Klamfoth bisher auf dem gleichen Hintergrunde feſtgeſtellt
hatte. Donnerwetter . . . Herr Schwielbein hat ſich angeſtrengt.
Kunſtſtück, wenn man — ſolche Bezugsquellen hat . .
„Iſt Ihnen etwas, Herr Oberſteward?" „O — nein — ich
be=
wundere nur — dieſen herrlichen Schmuck . . ." Toni Frömmels
bisher etwas fahle Bäckchen färbten ſich mit dunklem Rot. „So —
hm — gefällt er Ihnen?” ſtammelte ſie. „Ja, man bekommt jetzt
wieder ſehr hübſche Sachen in Berlin ..." „— wenn man eine
Schönheit iſt wie Sie, gnädiges Fräulein".
Die Sammetaugen dankten mit einem Blick, in dem etwas
wie eine heimliche, angſtvolle, halb unbewußte Bitte lag. Ob ſie
etwas ahnte, ihn neulich nachts erkannt hatte, ehe ſie den Laden,
das Fenſter, ſchloß — hinter dem Jiu=Jitſu=Mann —?!
Unmög=
lich — es war ja viel zu dunkel geweſen — da oben auf dem
Bootsdeck
Eine jähe, fröhliche Gewißheit ſchwoll in Valentin Klamfoths
Herzen. Die Schale des Herrn Schiewelbein ſenkte ſich in
dun=
kelſte Tiefen unleugbarer, unentrinnbarer Schuld. „Wie wär’s,
gnädiges Fräulein, wenn wir heut als Hauptgang mal ein
kräf=
tiges Filetbeefſteak nähmen?"
Ellen Winterfeldt hat das Eſſen auf ihr Zimmer beſtellt. Sie
hat das Bedürfnis, ſich zurechtzufinden. Jedenfalls mag ſie ihn
vorläufig nicht wiederſehen — den Mann, der ihr heut nacht ſo
gefährlich nahegekommen iſt.
Gefährlich —2 Ja, iſt denn das, was in dieſer wild
erhabe=
nen Stunde dicht vor ihr ſtand — iſt das eine Gefahr?! Iſt ſie nicht
frei? Iſt ſie irgendwem als ſich ſelber über ihr Tun und Laſſen
Rechenſchaft ſchuldig? Hat jemals eine Zeit, und ſei es die engſte,
ſittegebundenſte — einer großen Künſtlerin verdacht, wenn ſie die
Schranken des Alltags überflog? Vollends dieſe — dieſe Zeit, da
alle die jahrhundertelang unerſchütterlichen Grundlagen der
über=
lieferten Sittlichkeit eingeſtürzt ſind?!
Sie nimmt den Rahmen mit des Gatten — des einſtigen
Gat=
ten Bild zur Hand. Bildeſt du dir ein, du Ferner, Stolzer,
Tö=
richter, Grauſamer — bildeſt du dir im Ernſt ein, ich fühlte mich
verpflichtet, mein ganzes künftiges Leben hindurch die Nonne zu
ſpielen?!
Er ſchaut ſie an mit ſeinen herriſchen, lachenden Augen — wie
damals, als dieſes Bild entſtand. Spricht er noch immer zu ihr?
Antwortet ihm aus dem Herzen der Fernen, der ſchuldig
Geſchie=
denen noch irgendein Gefühl?!
Ja, es antwortet. Es klagt. Es ſchluchzt. Warum warſt du
nicht groß genug, mir die Freiheit zu laſſen, ohne die das Leben
für mich ein Kerker war — die Freiheit, meiner Beſtimmung zu
folgen? Ich hätte ſie nie mißbraucht.
Warum lachſt du mich denn immer noch ſo ſtrahlend an —
und zugleich ſo befehlend, beſitzergreifend, beſchlagnehmend? Ich
bin nicht mehr die deine, du ſelber haſt mich hinausgeſtoßen in
die Freiheit, die ich ſo feſſellos ja gar nicht verlangt hatte — vor
der mir oft grauſt, auch heute noch, gerade heut.
Warum konnt’ ich ihn denn nicht beglücken, dieſen
Schickſals=
genoſſen, dieſen Verbannten, wie ich ſelber verbannt bin, dieſen
Lechzenden, wie ich ſelber lechze, dieſen Verdammten, der in die
gleiche Hölle der Verlaſſenheit hinausgeſtoßen wurde, in der ich
ſchmachte, ich, die umjubelte Ellen Winterfeldt?!
Der Mann, dem dieſe Frage nachflattert, ſitzt zu gleicher
Stunde ganz vorn am Bugſpriet und ſtarrt in die
nebelverhan=
gene Ferne, der das Schiff unhemmbar entgegenſtürmt. Er ſchämt
ſich vor ſich ſelber wie nie zuvor. Er iſt mit ſich ſelber zufrieden wie
nie zuvor. Bin ich ein Mann? Ich fühlte, etwas in ihr wehrte
ſich gegen mich. Dieſen Widerſtand hätt’ ich brechen können. Dann
hätt’ ich mich verachten müſſen. Das hab’ ich nun nicht nötig.
Aber ſchade iſt es doch. Es wäre ſchön geweſen — nicht zum
Aus=
denken ſchön.
(Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ]Nummer 104
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Einladung
zur ordentl Generalverſammlung
auf Donnerstag, den 23. April 1931,
abds. 8½ Uhr, im Kaiſerſoal b Chriſt,
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſtandes über das
abgelaufene Geſchäftsjahr.
2. Genehmigung dr Bilanz, ſowie der
Cewinn= und Verluſtrechnung.
3. Entlaſtung des Vorſtandes,
4. Neuwahl des Vorſtandes.
5. Neubautätigkeit.
6. Verſchiedenes
Für den Vorſtand:
Dr. Neuſchäffer.
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Kl. Maurer- u.
Zemenkarbeik.
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Mittwoch, den 15. April 1931
Ein Ereignis
in der
Weltgeschichte des Films
(Ci4y Lights)
Eine romantische Pantomime, verfaßt und inszeniert
von
Charlie Ehaplin
dem großen Freudenspender der Menschheit.
Seit Monaten
wartete die ganze Welt auf das Erscheinen seiner
größten und besten Schöpfung.
„Lichter der Großstadt‟
ist nun seit einigen Wochen das Filmwerk des
bei-
spiellosen Erfolges. — New Vork, London,
Paris, Berlin, stehen im Banne dieses großen
Schau-
spielers, in dessen Spiel die Grenzen zwischen
prachtvoller Groteske und menschlicher Tragödie
kaum erkennbar sind.
Trotz erbeblicher Mebrkosten
keine erhöhten Preise!
Des zu erwartenden großen Hndrangs wegen bitten wir
nach Möglichkeit schon die Nachmittags-Vorstellungen
zu berücksichtigen
Sämtliche Vergünstigungen, Ehren- und Freikarten sind
bis auf weiteres ungültig.
(V.5936
Täglich 4 Vorstellungen. Beginn: 2.45, 4 39, 6.15 und 8.20 Uhr
Hente und folgende Tage
1m g r. 0 Fem 10 0 p pe lm r. o g ry m m
Ein Flieger-Sensationsfilm:
„D3e Jagd Nach der Ernschaft
Regie: Spencer Bennet.
In den Hauptroll.: George Vuryea u. Virginia Bradford
Der Film ist voller atemraubender Spannungsmomente
und dramatischer Höhepunkte. — Aufregender Kampf
im Flugzeng hoch in den Wolken.
Im II. Teil:
Dina Gralla in
Kehre zurück! Alles vergeben!
Regie: Erich Schönfelder.
Die übermätigen Abentener einer jungen Durchgängerin
Beginn: 3.45, 6.00 und 8 20 Uhr.
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Heute
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Ausführende: Frau Suſanne Horn=Stoll, Sopran,
Herr A. Niebergall, Orgel, der
aktive Chor des Liederztreig, Darmſtadt,
Leitung: Chormeiſter Wilhelm Etzold, Darmſtadt.
(Lieder, Männeichöre und Orgelſiücte von: Bruck, er,
Reger, Mendelſohn=Bartholdy, Schubert, Grell, Kuab
und Rheinberger.
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