Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 84
Mittwoch, den 25. März 1931.
194. Jahrgang
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(t Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höberer
Gewali, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beſtreibung fäll ſeder
Nabatt weg. Banſkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natſonalbank.
Der Reichstag macht raſche Arbeit.
Die dritte Leſung des Ekaks in der Haupkſache durchgeführk. — Auch die Ofthilfe ſchon in zweiker Leſung
in Angriff genommen. — Heuke vorausſichtlich Verabſchiedung des Ekats und der Oſthilfe.
Neue Schwierigkeiken um Schiele.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Reichstag hat am Dienstag unter der Wirkung einer
allgemeinen Ferienſtimmung ſehr raſche Arbeit geleiſtet. Er hat
die dritte Leſung des Etats in der Hauptſache
durchgeführt, und auch die Oſthilfe in zweiter
Le=
ſung ſchon in Angriff genommen, ſo daß am
Mitt=
woch vorausſichtlich die Verabſchiedung des
Etats und die Verabſchiedung der Oſthilfe erfolgen, kann
und für den Donnerstag nur noch die Zollermächtigungen übrig
bleiben. Am Donnerstag könnte alſo, wenn alles gut geht, ſchon
die Oſterpauſe beginnen.
Wenn alles gut geht. Ganz ſo weit freilich ſind die Dinge
noch nicht gediehen. Herr Dr. Breitſcheid hat den
Reichsaußen=
miniſter etwas gerüffelt, weil die Sozialdemokratie ſich durch
die Geheimhaltung des deutſch=öſterreichiſchen Zollvertrages etwas
gekränkt fühlt. Das iſt aber ein rein formeller und recht
über=
flüſſiger Proteſt, der lediglich Waſſer auf die Mühlen des
Aus=
landes leitet. Irgendwelche politiſche Folgen wird er nicht haben.
Von den vier Streitfragen, die noch unbereinigt blieben,
iſt die Entſcheidung über die Steueranträge der
Sozial=
demokratie jetzt in den Reichsrat verlegt worden, die wohl
erſt in der kommenden Woche endgültig fallen wird.
Ueber die Sparermächtigung der Deutſchen Volkspartei iſt
eine Verſtändigung erzielt worden in der Richtung, daß die
Sparermächtigung auf das Kabinett Brüning beſchränkt bleibt
und nicht an ſachlich gebundene Ausgaben herangehen ſoll, was
auch die Volkspartei niemals verlangt hat.
Das Kompromiß in der Spar=Ermächtigung
hat folgenden Wortlaut: „Sofern im Laufe des Rechnungsjahrs
Mehrausgaben oder Mindereinnahmen gegenüber den Anſätzen
des Reichshaushaltsplanes zu erwarten ſind, wird die
Reichs=
regierung ermächtigt, Ausgaben des ordentlichen Haushalts bis
zur Geſamthöhe der Mehrausgaben oder Mindereinnahmen
abzu=
ſetzen. Die Ermächtigung erſtreckt ſich nicht auf die Etatanſätze,
die auf geſetzlich feſtgelegten Anſprüchen beruhen. Die hiernach
verbleibenden Ausgabemittel treten für die Haushaltsführung
und Rechnungslegung im Sinne der Reichshaushaltsordnung an
die Stelle der im Reichshaushaltsplan vorgeſehenen Anſätze. Sie
ſind dem Reichstag, dem Reichsrat und dem Rechnungshof des
Deutſchen Reiches mitzuteilen. Dem Reichstag und dem
Reichs=
rat iſt ferner halbjährlich eine Ueberſicht über die vorgenommenen
Erſparniſſe vorzulegen. Dieſe Ermächtigung entfällt, wenn die
Reichsregierung zurücktritt oder in der Beſetzung des
Reichskanz=
leramtes ein Wechſel eintritt.”
Die Vertagung des Reichstages wird bis zum 13. Oktober
erfolgen.
Hier ſtreitet man ſich noch um die Doktorfrage, ob, wenn der
Reichstag einmal ſeine Vertagung bis zum 13. Oktober
beſchloſ=
ſen hat, dann noch die Möglichkeit beſteht, auf dem Wege über
den Aelteſtenrat bei beſonderen Anläſſen die frühere Einberufung
des Reichstages durch den Präſidenten zu ermöglichen. Herr
Loebe nimmt dies Recht für ſich in Anſpruch, obwohl es in der
Zerfaſſung keine Grundlage hat. Tatſächlich wird man ſich aber
voyl mit dieſer Formulierung abfinden.
Die Zollermächtigung lehtes Kampfobieki.
Als weſentliches Kampfobjekt bleibt daher die
von der Regierung geforderte Zollermächtigung. Im
Aus=
ſchuß iſt durch einen vom Zentrum und von der Deutſchen
Volks=
bartei eingebrachten Antrag Herrn Schiele ein Teil
ſei=
der Forderungen aus ſeinem Entwurf geſtrichen
wor=
den. Vor allem iſt der Regierung für die
Indu=
ltriezölle nicht mehr freie Hand gegeben. Als
Ver=
räucherſchutz iſt, wie wir ſchon andeuteten, eine
Verkop=
delung mit dem Ernährungsindex eingefügt, in der
Form, daß die Regierung, falls der Ernährungsindex drei Monate
hindurch über den gegenwärtigen Stand von 133 hinausgeht, un=
Derzüglich durch alle Maßnahmen, einſchließlich der Herabſetzung
der Zölle, die Preisgeſtaltung ſo zu beeinfluſſen hat, daß der
Inder wieder ſinkt. Auch beim Brotpreis iſt die Bewegungsfrei=
Zeit des Ernährungsminiſters wieder ſtark eingeſchränkt worden.
mmerhin wurden in den Sitzungen des Ausſchuſſes, die am
Denstag den ganzen Tag andauerten, eine Reihe von
Verbeſſe=
rungen wieder eingefügt, ſo daß ſchließlich die Vorlage mit
2 gegen 8 Stimmen angenommen wurde. Herr
Schiele ſelbſt aber blieb ſtark verſtimmt, ebenſo das
Landvolk und die Volkskonſervativen. In parlamentariſchen
Kreiſen wurde ernſthaft mit der Möglichkeit gerechnet, daß Herr
Schiele aus dieſer Umänderung ſeines Programms die
Konſe=
quenzen zieht und dem Kanzler ſeinen Rücktritt anbietet. Man
hofft aber doch, daß er ſich ſchließlich mit den Aenderungen
ab=
finden wird, da ihm auch in der neuen Form noch Möglichkeiten
genug zu einer aktiven Agrarhilfe bleiben. Darüber wird die
Entſcheidung wohl erſt am Mittwoch oder vielleicht
aber auch erſt am Donnerstag fallen. Es bleibt alſo bis zum
Schluß fraglich, ob wir um eine wenigſtens partielle
Regierungs=
kriſe herumkommen. Indeſſen wird auch Herr Schiele die
Ver=
antwortung kaum dafür übernehmen können, daß jetzt, nachdem
das Werk ſo weit gefördert iſt, durch ſeinen Rücktrit alles
wie=
der in Frage geſtellt wird,
Das große Reinemachen.
Berlin, 24. März.
Der Reichstag begann am Dienstag die dritte Leſung des
Reichshaushaltsplanes für 1931. Dabei teilte
Reichsfinanz=
miniſter Dr. Dietrich mit, daß die Reichsregierung dem
Kompromißantrag in der Frage der Sparermächtigung zuſtimme.
Es wurden dann die einzelnen Haushaltspläne zur
Bera=
tung geſtellt.
Beim Haushalt des Auswärtigen Amtes erklärte
Abgeord=
neter Dr. Breitſcheid (Soz.), daß er eine ſachliche Erörterung des
neuen Wirtſchaftsabkommens mit Oeſterreich zurzeit nicht für
an=
gebracht halte. Gegenüber dem Auslande könne feſtgeſtellt werden,
daß weder der deutſchen noch der öſterreichiſchen Regierung der
Vorwurf zu machen iſt, ſie hätten ſich vertragsmäßig
übernom=
menen Verpflichtungen entzogen oder ihnen zuwidergehandelt.
Hoffentlich werde eine Zuſammenarbeit aller europäiſchen
Staa=
ten in Zukunft erreicht. Bedauerlich ſei, daß der Reichstag nicht
rechtzeitig unterrichtet worden ſei.
Der Etat des Auswärtigen Amtes wurde bewilligt, ebenſo die
Haushalte des Innenminiſteriums, des
Reichsarbeitsminiſte=
riums, des Reichstages, des Reichspräſidenten, der Reichskanzlei,
des Ernährungsminiſteriums des Reichsjuſtizminiſteriums und
des Reichswehrminiſteriums. Die Abſtimmungen über die
Panzer=
ſchifferſatzbauten wurden auf Mittwoch zurückgeſtellt. Der
Haus=
halt des Verkehrsminiſteriums wurde bewilligt, ebenſo der
Ver=
ſorgungsetat und der Haushalt der Reichsſchuld. Mit anderen
Abſtimmungen wurde auf morgen auch die Abſtimmung über
einen Mißtrauensantrag zurückgeſtellt, der von den Kommuniſten
eingebracht worden iſt. Auf morgen zurückgeſtellt wurde weiter
die dritte Beratung des Etats des Reichsfinanzminiſteriums, der
allgemeinen Finanzverwaltung und der Kriegslaſten ſowie das
Haushaltsgeſetz. Dazu iſt von den Sozialdemokraten inzwiſchen
eine Entſchließung eingegangen die verlangt, daß die Bezüge der
Mitglieder des Reichsbankdirektoriums und der leitenden
Reichs=
bahnbeamten den Gehältern der entſprechenden Reichsbeamten
angeglichen werden. Ohne Ausſprache wurde dann das Geſetz
über den Waffenmißbrauch in zweiter Beratung angenommen.
Die dritte Beratung wurde wegen Verhinderung eines Redners
auf morgen zurückgeſtellt. Der Schiffsſicherheitsvertrag von 1929
wurde in zweiter und dritter Beratung ohne Debatte genehmigt.
Weiter befaßte ſich der Reichstag mit dem Schenkervertrag und
mit dem Oſthilfegeſetz, das morgen endgültig verabſchiedet
wer=
den ſoll. Auf der Tagesordnung ſteht außer den heute
zurück=
geſtellten Abſtimmungen auch die zweite Beratung des Geſetzes
über Zolländerungen.
Berichtigung. Infolge eines techniſchen Verſehens iſt in der
geſtrigen Reichstagsüberſchrift der Beſchluß des Reichstages
falſch wiedergegeben. Der Reichstag hat natürlich keine
Ver=
doppelung der Einkommenſteuer, ſondern der
Einkommen=
ſteuerzuſchläge für Einkommen über 20 000 Mk. beſchloſſen,
was wir hiermit richtigſtellen.
„Gegenwarks= und Zukunfksprobleme
der deutſchen Induſkrie.”
Geheimrak duisberg für ein großes
mittel-
europäiſches Wirkſchaftsgebiet.
München, 24. März.
In einer Kundgebung des Bayeriſchen Induſtriellenverbandes
am Dienstag hielt der Vorſitzende des Reichsverbandes der
Deutſchen Induſtrie, Geheimrat Dr. Duisberg, ein Referat
über „Gegenwarts= und Zukunftsprobleme der deutſchen
Indu=
ſtrie‟. Zwei Forderungen ſeien für die künftige Geſtaltung der
Wirtſchaftspolitik zu erheben:
1. Maßnahmen, die die innerdeutſchen Hemmungen beſeitigen
und eine Belebung einleiten;
2. internationale Maßnahmen zur Ueberwindung der
Hem=
mungen der weltwirtſchaftlichen Belebung. Eine Neuregelung der
Reparationen könne nur erfolgreich ſein, wenn unſere inneren
Verhältniſſe ſo konſolidiert ſeien, daß ſie einem längeren
Ver=
handlungszeitraum gewachſen ſeien. Die Notlage der
Landwirt=
ſchaft ſei neben der Steuerlaſt durch ihre Verſchuldung und
Ab=
ſatznot beſtimmt, die nicht durch ein dauerndes Erhöhen der Zölle
zu beſeitigen ſei. Die deutſche Landwirtſchaft müſſe ſich auf
Ver=
edelungsproduktion umſtellen, um wieder zur Rentabilität zu
ge=
langen. Zur Behebung der Abſatznot ſei die Einſchaltung des
Arbeitsloſenheeres und die Steigerung der Kaufkraft der
indu=
ſtriellen Arbeitermaſſen notwendig. Zur Belebung der
induſtriel=
len Produktion ſei eine Senkung der Selbſtkoſten unerläßliche
Vorausſetzung. Zur Beſeitigung unſerer privaten Verſchuldung
und der Abhängigkeit vom Auslandskapital müſſe die
Kapitals=
bildung im Inland gefördert werden. Wir müßten für die
Ueber=
zeugung von der Unſinnigkeit der Kriegsſchuldenregelung im
Aus=
land werben und die Ausfuhr forcieren. Die widerſinnigen
Zoll=
ſchranken in der Welt müßten beſeitigt werden. Statt der Enge
des nationalen Wirtſchaftsraumes ſeien übernationale
Wirt=
ſchaftsräume anzuſtreben. Im Südoſten bahne ſich hier eine
aus=
ſichtsvolle Entwicklung an. Zur endgültigen Regelung des
euro=
päiſchen Problems müſſe ein geſchloſſener Wirtſchaftsblock von
Bordeaux bis Odeſſa als Rückgrat Europas geſchaffen werden.
Die Völker Mitteleuropas hätten zu wählen zwiſchen Errichtung
einer beſſeren Zukunft des Vertrauens zur wirtſchaftlichen
Zuſam=
menarbeit und der gegenwärtigen Zerriſſenheit, in der ſie eine
willkommene Angriffsfläche für fremde Re
en und fremde Mächte
bieten.
* Die Frucht der Zollunion war reif!
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Anm. d. Red.: Die franzöſiſch=tſchechiſche
Er=
regung über den Abſchluß des Vorvertrags zu einer
deutſch=öſterreichiſchen Zollunion iſt umſo
unverſtänd=
licher, als — wie die folgenden Ausführungen
unſeres Berichterſtatters beweiſen — der jetzt
zwiſchen Berlin und Wien geſchloſſene Vorvertrag
die logiſche Folge einer langen Entwicklung und
vor allem der letzten mitteleuropäiſchen
Wirtſchafts=
tagung in Wien iſt.
Dr. 0. Wien, 22. März 1931.
Auf der eben in Wien abgehaltenen ſechſten
mitteleuro=
päiſchen Wirtſchaftstagung haben Deutſche, Tſchechen, Polen,
Ungarn, Rumänien, Bulgaren, ja ſogar ein Grieche geſprochen;
ſie alle haben ſich der deutſchen Sprache bedient.
Es iſt darüber beileibe kein Beſchluß gefaßt worden, es liegt
ſogar in der Organiſation dieſer Tagung, jedem den Gebrauch
ſeiner Nationalſprache freizuſtellen, und es waren Dolmetſcher
bereitgeſtellt, um die Verſtändigung zu ermöglichen. Sie
brauch=
ten nicht in Funktion zu treten. Die einheitliche
Verhandlungs=
ſprache hat ſich als etwas Selbſtverſtändliches ergeben, geradezu
aus dem ökonomiſchen Prinzip heraus, mit dem geringſten
Auf=
wand an Mitteln das erſtrebte Ziel zu erreichen. Etwas
ähn=
liches gilt von dem Zweck der Tagung, von der Einſtellung aller
dieſer Staaten zu Deutſchland überhaupt. Mit außerordentlicher
Gradlinigkeit haben die Beratungen der Konferenz zur
Feſt=
ſtellung der Diagnoſe für die Krankheit Mitteleuropas geführt.
Es iſt vielleicht gerade angebracht, ſie in den Worten des
ſchärf=
ſten Kritikers auf der Tagung, Baron Robert Battaglia
(Warſchau), wiederzugeben, gerade weil dieſer ſich in ſeiner
Kritik auch gegen die deutſche Wirtſchaftspolitik gewendet hat.
Gerade er hat aber als das erſte Reſultat der bisherigen
Bera=
tungen die Feſtſtellung einer einhelligen Meinung darüber
be=
zeichnet, daß durch die Zuſammenarbeit einer
Gruppe von Staaten, die man Mitteleuropa
nennt, die Wirtſchaftsbedingungen dieſes
Ge=
bietes verbeſſert werden können und daß
insbe=
fondere eine beſſere Verwertung der Ueberſchüſſe der Produktion
erzielt werden kann.
Gerade der Einſtellung dieſes Redners wegen ſoll auch
her=
vorgehoben werden, daß ihm der territoriale Begriff von
Mittel=
europa zu wenig ſcharf gefaßt ſchien. Er hat dabei deutlich
ge=
nug auf den deutſchen Entwurf einer Entſchließung bei der
Pariſer Getreidekonferenz hingewieſen, der zur Gewährung
von Begünſtigungen an die Getreide exportierenden Staaten
Europas lediglich die Donauſtaaten bezeichnet, was dort den
lebhaften Proteſt der polniſchen Delegation hervorgerufen hat.
Man geht nicht fehl, wenn man aus dem damaligen Vorgang
ebenſo wie aus ſeiner Erwähnung auf der Mitteleuropa=Tagung
die Beſorgnis heraushört, daß Polen aus einem
mitteleuropäiſchen Syſtem ausgeſchloſſen
wer=
den könnte, dem der Großabnehmer Deutſchland beſondere
Begünſtigungen gewährt. Nicht minder bezeichnend iſt es
übri=
gens, daß auch auf tſchechiſcher Seite eine ähnliche Einſtellung
zutage trat. Der Profeſſor der Brünner tſchechiſchen Technik,
Zeman, hat auf der Tagung etwas Aehnliches wie den Gedanken
einer erweiterten kleinen Entente vertreten, weil, wie er ſagt,
zu befürchten ſtände, daß Deutſchland in einem mitteleuropäiſchen
Syſtem die Hegemonie einnehmen könnte. Darum meinte er, daß
es wohl leichter möglich und für die Tſchechoflowakei
förder=
licher wäre, zunächſt einen regionalen Block von kleinen Staaten
zu bilden, der ein ebenbürtiger Vertragspartner für
Deutſch=
land wäre. Letzten Endes alſo doch ein Bündnis mit
Deutſch=
land. Dieſes vorläufige kleinere Mitteleuropa ſollte ſich ſeiner
Meinung nach aus der Tſchechoſlowakei, Oeſterreich, Ungarn,
Jugoſlawien, Rumänien, Bulgarien und der Schweiz
zuſammen=
ſetzen. Er beeilte ſich jedoch vorauszuſchicken, daß auch, wenn
ein Mitteleuropa ohne Deutſchland entſtünde, das künftige immer
Annäherungspunkte mit Deutſchland ſuchen und auch finden
werde.
Es ſcheinen gerade dieſe zwei ausgeſucht extremen
Aeuße=
rungen von beſonderer Bedeutung, weil ſie zeigen, daß auch die
politiſch gefärbte, Deutſchland durchaus nicht freundliche
Einſtel=
lung doch zwangsweiſe wegen der wirtſchaftlichen
Verhältniſſe mit Deutſchland rechnen muß; ſogar
ſtärker rechnen muß, als es aus dem unmittelbaren Wortlaut
der Reden hervorſcheint. Es braucht ja nur darauf hingewieſen
zu werden, daß ein anderer Vertreter aus der Tſchechoflowakei,
der Vertreter der Geſchäftsſtelle der deutſchen Land= und
Forſt=
wirtſchaft in der Tſchechoflowakei, Sektionschef Meißner, aus
rein wirtſchaftlichen Erwägungen heraus auf der gleichen Tagung
nachgewieſen hat, daß das Projekt einer Zuſammenfaſſung der
Art, wie ſie ſein tſchechiſcher Kollege vorgeſchlagen hat, aus der
Reihe der einen befriedigenden Erfolg verſprechenden Projekte
ausſcheidet. Es braucht ja auch nur daran erinnert zu werden,
daß nicht erſt heute, ſondern ſchon zur Zeit der erſten
Konferen=
zen der ſüdoſteuropäiſchen Agrarſtaaten ſich Jugoſlawien ebenſo
wie Rumänien — vor der Warſchauer Konferenz — veranlaßt
ſahen, beſonders darauf hinzuweiſen, daß ſie keine Kombination
wünſchten, welche eine Spitze gegen das Deutſche Reich hätte.
Sehr deutlich wurde auch der Vizepräſident des Verbandes der
Landwirtſchaftskammern Rumäniens, Dr. Moldewanu, als er
zum Ausdruck brachte, daß die rumäniſche Landwirtſchaft die
Zuverſicht habe, es würden in letzter Stunde, wenn ſchon nicht
alle Staaten Europas, ſo doch wenigſtens die Staaten
Mittel=
europas, einſehen, daß der bisherige ökonomiſche Wirrwarr
auf=
hören müſſe. Falls die Idee eines Mitteleuropas ſich bilden und
erweitern ſollte, dürfe in dieſem Mitteleuropa nicht das
Verhält=
nis von Stiefmutter und Stiefkindern Platz greifen. Es müßte
alles in beſtem Einvernehmen geregelt werden, ſowohl im
Inter=
eſſe der Induſtrieſtaaten wie der Agrarſtaaten Mitteleuropas.
Falls das den aufrichtigen Bemühungen nicht gelänge, müßte
man trübe genug in die Zukunft der meiſten Staaten
Mittel=
europas ſehen.
Der Gedanke, des wirtſchaftlichen
Mittel=
europas, das hat dieſe Konferenz mit beſonderer
Deutlichkeit gezeigt, iſt alſo durchaus kein
Pro=
dukt deutſcher Schöpfung, ſondern der Ausfluß der
wirtſchaftlichen Not aller in Mitteleuropa, beſonders der
nicht=
deutſchen Staaten um Deutſchland herum. Wenn alſo, wie mehr
Seite 2
Mittwoch, den 25. März 1931=
Nummer 84
als einmal feſtgeſtellt wurde, der Schwerpunkt der europäiſchen
Wirtſchaftsprobleme in Mitteleuropa liegt, ſoliegt eben der
Schlüſſel zur Löſung dieſes Problems in
Deutſchland ſelbſt.
Wie ſtellt ſich nun Deutſchland zu dieſen
Löſungsmöglich=
keiten? Auch das hat dieſe Tagung ergeben, und nicht mit
Un=
recht hat dieſe Stellungnahme der ehemalige öſterreichiſche
Ge=
ſandte in Berlin, Riedl, als eines der Hauptergebniſſe der
Tagung bezeichnet. Was zu ſagen war, iſt in klarer Form
ge=
ſagt worden, in einer Art, die keine Zweifel darüber läßt, daß
es ſich um mehr handelt, als um eine Privatmeinung des
deut=
ſchen Referenten.
Die deutſche Wirtſchaft in ihrer Geſamtheit iſt bereit zu
jeder internationalen Ausgleichsverhandlung, die dem Ziel dient,
höhere und größere Wirtſchaftseinheiten zu ſchaffen,
inner=
europäiſche Spannungen zu mildern, um uns alle dem
euro=
päiſchen Wirtſchaftsfrieden entgegenzuführen. Sie iſt alſo auch
bereit, an einer regionalen Zuſammenfaſſung der mittel= und
ſüdoſteuropäiſchen Wirtſchaftskräfte aktiv mitzuarbeiten. — Wenn
ſie auf dieſem Wege vorankommen wollen: an Deutſchland ſoll
es nicht fehlen.
Die Teilnahme des Bundespräſidenten und der öſter
reichiſchen Bundesregierung durch ihren Kanzler und die
zu=
ſtändigen Reſſortminiſter kann als eine Kundgebung Oeſterreichs
für eine ſolche mitteleuropäiſche Zuſammenfaſſung angeſehen
werden. Es war zu erwarten, daß die zahlreichen Vertreter
reichsdeutſcher Wirtſchaftsverbände, die Reichsminiſter a. D.
Gothein führte, die durch den Beſuch des Reichsminiſters Curtius
in Wien vorgetragenen Fragen der deutſch=öſterreichiſchen
Zoll=
union auf das Energiſchſte fördern würden, ſo daß zwiſchen
deſſen Beſuch, der jetzigen Tagung und dam
Abſchluß des Zoll=Union=Vorvertrages, eine
Linie hergeſtellt werden kann.
Die auswärtigen Regierungen ſind jetzt durchwegs im Beſitz
der Richtlinien, die über den Abſchluß einer Zollunion mit
Oeſter=
reich vereinbart worden ſind. Es iſt anzunehmen, daß ſich jetzt die
ausländiſchen Juriſten daran machen werden, um die Richtlinien
daraufhin zu unterſuchen, ob ſie nicht gegen irgendwelche Verträge
verſtoßen. Es braucht nicht noch einmal betont zu werden, daß
davon keine Rede ſein kann, und daß die juriſtiſche Situation für
Deutſchland und Oeſterreich durchaus einwandfrei iſt. In der
Zwiſchenzeit geht das Störungsfeuer der
ausländi=
ſchen Preſſe munter fort. Wenn auch bei den maßgebenden
Blättern vorläufig noch eine gewiſſe Zurückhaltung zu beachten iſt,
der „Temps” aber führt lebhaft Klage darüber, daß
Deutſch=
land und Oeſterreich ein heuchleriſches Spiel
trie=
ben, indem ſie ihre Zollunion in den Rahmen von Paneuropa
hin=
eingeſetzt hätten. Außerdem hätten beide Regierungen
es nicht für nötig gehalten, das Ausland vorher
zu informieren.
Das iſt in der Tat ein ſtarkes Stück. Wir dürfen wohl daran
erinnern, daß in den letzten zehn Jahren die
auslän=
diſchen Regierungen unter einander zahlreiche
Abmachungen getroffen haben, die auch für
Deutſchland von beſonderem Intereſſe waren,
ohne daß ſie ſich aber jemals veranlaßt geſehen
hätten, uns auch nur einigermaßen ins Bild zu
ſetzen. Wir brauchen nur darauf zu verweiſen, daß die
deutſchen Diplomaten im Ausland über das
Flottenkom=
promiß erſt nach der erfolgten Verſtändigung orientiert worden
ſind. Was nun den anderen Vorwurf der Heuchelei
an=
langt, ſo muß darauf aufmerkſam gemacht werden, daß
Rumä=
nien und Jugoſlawien mit dem Gedanken geſpielt haben,
innerhalb des Paneuropaplanes eine Zollunion zu bilden,
und daß auch die ſkandinaviſchen Staaten ſich auf
einem ähnlichen Wege befinden. Gegen dieſe
Mäch=
tegruppen iſt der Vorwurf der Heuchelei nicht
er=
hobenworden, wohl aber jetzt gegen Deutſchland und
Oeſter=
reich, obwohl beide Staaten das gleiche Ziel auch innerhalb des
Paneuropaplanes anſtreben.
Im übrigen wird von zuſtändiger Stelle in Berlin erneut
betont, daß man mit Abſicht erſt einen Vorvertrag geſchloſſen
habe, um die Nachbarſtaaten rechtzeitig ins Bild
ſetzen zu können. An den Hauptrichtlinien der deutſchen
Po=
litik, ſo betont man in maßgebenden Kreiſen der deutſchen
Re=
gierung weiter, nämlich der Verſtändigung mit
Frank=
reich, habe ſich auch durch das Abkommen mit
Oeſter=
reich nichts geändert. Wenn man hingegen
fran=
zöſiſcherſeits immer nur Schwierigkeiten machen
will, dann müßte man ſich in Berlin überlegen,
ob ein ſolches Verhalten auf der franzöſiſchen
Seite nicht zu einem ernſthaften Hindernis zur
Erreichung dieſes Verſtändigungszieles wird.
Vom Tage.
Der Geſetzentwurf über die Enteignung der deutſchen
Dom=
kirche in Riga wurde im Lettländiſchen Parlament abgelehnt.
Der engliſche Bergbauminiſter Shinwell wird ſich am 28. März
in Berlin aufhalten und mit dem Reichsarbeitsminiſter über
einige Fragen ſprechen, die mit der internationalen Regelung der
Arbeitszeit im Kohlenbergbau zuſammenhängen.
Der belgiſche Miniſterrat hat nach einer Prüfung der
Finanz=
lage Belgiens beſchloſſen, im Parlament die Ermächtigung zur
Aufnahme einer Anleihe von einer Milliarde Franken zu
bean=
tragen, die zur Deckung des Budgetfehlbetrages beſtimmt iſt.
Ferner hat die Regierung die Einführung neuer Steuern in
Aus=
ſicht genommen, die einen Ertrag von 600 Millionen Franken
er=
geben ſollen. Wie verlautet, ſoll u. a. die Umſatzſteuer von 1
Pro=
zent auf 2 Prozent erhöht werden.
Die franzöſiſche Kammer hat die Zuſätze vom 3. Februar 1931
zum deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag über die neuen Zollſätze
für Socken, Strumpfwaren und Kunſtſeideabfälle durch
Handauf=
heben angenommen.
Nach Belgrader Meldungen hat der italieniſche Geſandte
Galli im Außenamt eine Proteſtnote wegen der Gottesdienſte
in den katholiſchen Kirchen Jugoſlawiens für die Slawen in
Italien überreicht.
Die Tſchechoflowakei lehnk den Beitrikk
zur Zoſlunion ab.
EP. Prag, 24. März.
Außenminiſter Beneſch beſprach bei einem Preſſeempfang
heute den deutſch=öſterreichiſchen Zollvertrag. Er erklärte, er ſei
von dem Abſchluß nicht überraſcht worden. Er
könne aktenmäßig beweiſen, daß er bereits früher
in=
offiziell unterrichtet worden ſei.
Die Tſchechoſlowakei, müſſe den Vorſchlag Deutſchlands
und Oſterreich auf Beitritt zu den Abmachungen
zurück=
weiſen. Sie habe zwar ſelbſt über regionale Verträge
ver=
handelt, doch könnten ſolche Verträge nur zwiſchen Staaten
gleicher Machtſtellung abgeſchloſſen werden. Der Zollplan
werde nicht nur bei den Staaten der Kleinen Entente,
ſon=
dern international auf große Schwierigkeiten ſtoßen,
Berlin, 24. März. (Priv.=Tel.)
Die Reichsanſtalt für die Arbeitsloſenverſicherung iſt vor ku
zem an die Reichsbank mit der Bitte herangetreten, ihr eine
Vorſchuß einzuräumen, der etwa im Sommer wieder zurückgezah
wird und der dazu dienen ſoll, die finanziellen Schwie
rigkeiten der Arbeitsloſenverſicherungsanſtalt in den kritiſche
Monaten, namentlich gegen Ende des Quartals zu übe
brücken. Die Reichsanſtalt deren Etat mit 1,68 Mil
liarden ausbalanciert iſt, braucht im Monat etn
140 Millionen Mark. In der Praxis hat ſich aber herau
geſtellt, daß in den Monaten ſtarker Arbeitsloſigkeit die Beitrag
zahlungen ſelbſtverſtändlich gering ausfallen, daß aber gleichzeit
auch dort, wo noch Beiträge geleiſtet werden, die Gelder ſel
ſchleppend eingehen. Die Arbeitsloſenverſicherung braucht ab
täglich ſehr erhebliche Beträge. Vom Reich hat ſie nicht
mehr zu erwarten. Sie hat infolgedeſſen Anlehnung an d
Reichsbank geſucht und ſich mit ihr dahin verſtändigt, daß ſie eine
Zwiſchenkredit zur Beſſerung ihrer Kaſſenve
hältniſſe eingeräumt erhält. Die Arbeitsloſenverſicherung
anſtalt will ungefähr 80 bis 90 Millionen von d.
Reichsbank haben. Die Reichsbank hat jedoch die Bedin
gung geſtellt, daß ſämtliche Gelder der
Arbeit=
loſenverſicherungsanſtalt über die Reichsba;
laufen. Da es ſich dabei um einen Betrag von mehr als ein
Milliarde handelt, macht ſelbſtverſtändlich die Reichsbank dab
ein gutes Geſchäft. Sie wird dadurch auch in die Lage verſetzt, da
bei ihr aufgeſtapelte Hartgeld abzuſtoßen und in den Verkehr z
bringen, ſich alſo von dieſem Silberballaſt zu befreien. Die Ver
handlungen über die Gewährung des Zwiſchenkredits ſir
zwar noch nicht abgeſchloſſen. Vermutlich kommt aber de
Geſchäft zuſtande. Sobald die Arbeitsloſigkeit wieder etwas nae
läßt, laufen auch die Beiträge wieder beſſer ein. Dann wird d
Verſicherung in der Lage ſein, laufend ihren Verpflichtungen une
zukommen und auch den Zwiſchenkredit wieder abzudecken.
denn er ſtehe mit dem Vertrage von St. Germain und dem
Genfer Protokoll in Widerſpruch. Unſer Standpunkt, ſo ſagte
Beneſch, iſt ruhig abwartend, wie ſich die Situation weiter
ent=
wickeln wird. Sie iſt heute nicht ſehr ernſt, kann aber in einigen
Jahren ſehr ernſt werden, wenn Deutſchland ſeine Stabilität
und ſeine Wirtſchaftsgeltung wieder gewonnen hat. Darauf
müſſen wir uns in der Tſchechoflowakei vorbereiten,
Die Weltausſprache über die deutſch=öſterreichiſche Zollunion geht
tveiter. In Frankreich hofft man, daß es Briand bei der
bevorſtehen=
den Ausſprache mit Henderſon gelingen werde, England aus ſeiner
Zurückhaltung herauszubringen.
In England gibt man zu verſtehen, daß es unmöglich ſei, im
gegen=
wärtigen Augenblick eine Erklärung zu dem Zollabkommen abzugeben
Gleichwohl vertritt man in politiſchen Kreiſen die Anſicht, daß das
Ab=
kommen eines der wichtigſten politiſchen Ereigniſſe der letzten Jahre
darſtellt.
Eine offiziöſe italieniſche Mitteilung ſtellt ausdrücklich feſt, daß
Italien in Wien keine didlomatiſchen
Vorſtellun=
gen gegen den Plan eines deutſch=öſterreichiſchen
Zollabkommens unternommen hat, ſondern nur um
Auf=
klärung über die genaue Tragweite des Abkommens erſucht habe.
Die geſamte ausländiſche Preſſe bekundet auch am heutigen Diens
tag ein nachhaltiges Intereſſe an der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion.
Nachdem jetzt die genauen Einzelheiten bekannt ſind, wird die große
wirtſchaftliche ,Bedeutung dieſes Abkommens für ganz Europa mehr
oder weniger vorbehaltlos anerkannt, von einem Teil der franzöſiſchen
Preſſe vielleicht abgeſehen, der in unklaren Formlierungen von einer
Verletzung der europäiſchen Ordnung ſpricht. Doch werden hier und
dort auch Stimmen laut, die darin noch eine Art Nückzugsgefecht ſehen
vvollen. Ueber den Inhalt der bisherigen Miniſterunterredungen wird
Stillſchweigen bewahrt, doch weiß man natürlich, daß der polniſche
Außenminiſter Zaleſki weitgehende Gegenmaßnahmen gefordert hat.
Die griechiſche Preſſe bearüßt einſtimmig das deutſch=
öſter=
reichiſche Zollabkommen. Auch die Regierungspreſſe unterſtreicht die
wirtſchaftliche Notwendigkeit des Abkommens.
Eine offizielle Stellungnahme der rumäniſchen Regierung zu
dem deutſch=öſterreichiſchen Zollabkommen wird einſtweilen, wie offiziell
erklärt wird, nicht erfolgen. Der tſchechoſlowakiſche Geſandte hat zwar
eine gemeinſame Aktion der Kleinen Entente angeregt, doch hat die
rumäniſche Regierung darauf hingewieſen, daß auch Frankreich noch
keine Maßnahmen gegenüber dem Abkommen getroffen habe,
In der amerikaniſchen Preſſe wird das Abkommen weiter
als ein Projekt der wirtſchaftlichen Vernunft bezeichnet, die Euroda am
meiſten nötig habe. Man verweiſt auf die dem Problem
zugrunde=
liegenden Schwierigkeiten, die noch mehr kompliziert werden durch die
Tendenzen des Verſailler Vertrages, der den
wirt=
ſchaftlichen Faktoren wenig Rechnung trägt und
zu ſehr die nationaliſtiſchen Anſprüche
berückſich=
tigt. Das Ziel einer weiſen und geſchickten Diplomatie ſollte die
Korrektur jener wirtſchaftspolitiſchen Mißgriffe
ſein.
Die Arbeilsmarkklage im Reich.
Berlin, 24. März.
Jufolge der ungünſtigen Witterung in der erſten Märzhäl
iſt, nach dem Bericht der Reichsanſtalt, in dieſer Periode auf de
Arbeitsmarkt eine gewiſſe Stagnation eingetreten. Es iſt jede
nicht zu verkennen, daß Anzeichen einer — vorläufig n
ſchwachen Belebung der wirtſchaftlichen Tätigkeit auch wei
bemerkbar ſind. Am 15. März waren von den bei den Arbei
ämtern eingetragenen Arbeitſuchendeg rund 1 980 000 als arbei
los anzuſehen. Am 15. März wurden von der Arbeitslof
verſicherung rd. 2 526 000 gegen rd. 2 589 000 Ende Februar Hau
unterſtützungsempfänger betreut. Die Belaſtung der Kriſenft
ſorge iſt erwartungsgemäß weiter geſtiegen, und zwar von ru
908 000 Ende Februar, auf rund 949000 Hauptunterſtützung
empfänger Mitte März. Nach der vorläufigen Zählung
Ende Februar waren von den zu dieſem Zeitpunkt gezähl=
Arbeitsloſen 52,1 Prozent Hauptunterſtützungsempfänger in
Arbeitsloſenverſicherung, 18,3 Prozent in der Kriſenfürſor
während ungefähr ebenſoviel als Wohlfahrtserwerbsloſe von
gemeindlichen Fürſorge laufend unterſtützt wurden.
Die Vereinigung der Deutſchen Arbeitgeberverbände und
Reichsverband der Deutſchen Induſtrie haben ſich mit den ſoz
politiſchen Entſchließungen des Reichstages vom 17. März d.
befaßt. In dieſen Entſchließungen verlangt der Reichstag u
von der Reichsregierung die Vorlage von Geſetzentwürfen
Einführung der 40ſtündigen Arbeitswoche, des geſetzlichen A
bots von Ueberſtunden, des Verbots von Einzelvertragsvere
barungen zwiſchen Arbeitgeber und Angeſtellten über die Du
führung von Arbeitszeit= und Gehaltskürzungen, ferner zur
änderung der in der Juli=Notverordnung des Reichspräſiden
enthaltenen Krankenverſicherungsreform und zur Durchführt
erweiterter Schutzmaßnahmen für Jugendliche und Lehrlinge.
beiden genannten Spitzenverbände haben der Reichsregiert
zum Ausdruck gebracht, daß dieſe Entſchließungen von völlig.
ſchen Vorausſetzungen ausgehen. Während es zur Ueberwindt
der Kriſe in erſter Linie darauf ankommen muß, die Selbſtko
zu vermindern, würde die Durchführung der verlangten ge
geberiſchen Maßnahmen nur neue Belaſtungen, damit Preisſ
gerungen, weitere Abſatzſchrumpfung und vermehrte Arbe
loſigkeit zur Folge haben. Sie würde die Wiederbelebung u
rer Wirtſchaft auch nach der pſychologiſchen Seite hemmen
durch ihre Einwirkung auf das Ausland und deſſen Vertrauen
die innere Konſolidierung in Deutſchland auch nach der kre
politiſchen Seite der deutſchen Wirtſchaft ſchaden.
Was zieht die Vögel in jedem Frühling aus den wärmeren
und ſonnigeren Gebilden des Südens zu uns zurück? Warum
nehmen ſie die lange Reiſe, die ſo manchen von ihnen den Tod
koſtet, auf ſich, um im kälteren Norden den oft ſo rauhen Winden
des Märzes zu trotzen und ſich ein neues Liebes=, Ehe= und
Fa=
milienglück aufzubauen? Dieſe Fragen, die an die tiefſten
Ge=
heimniſſe der Natur rühren, laſſen ſich auch heute noch nicht
ein=
wandfrei beantworten, ſo viel auch die Forſchung ſich mit ihnen
beſchäftigt hat. Immerhin ſind wichtige Erkenntniſſe, die
Fried=
rich von Lucanus in ſeinem vortrefflichen, bei Julius Springer
in Berlin erſchienenen Buch „Zugvögel und Vogelzug”
zuſammen=
geſtellt hat, in neueſter Zeit gewonnen worden. Bei allen
Wan=
derungen der Tierwelt ſpielen ungünſtiges Klima und
Nahrungs=
mangel die Hauptrolle. Dieſe harten Gründe treiben die
Renn=
tiere aus dem hohen Norden nach geſchützteren Gebieten;
veran=
laſſen die Nager zu ihren Wanderzügen und laſſen die Heuſchrecken
in ungeheuren Scharen die Sonne verdunkeln. Dieſe Notwendig
keit wurde den Tieren zum erſten Male in der Geſchichte der
Erde beim Einbruch der Eiszeit auferlegt, als das warme Klima,
das in der Tertjär=Periode bis zum hohen Norden herrſchte und
die Entſtehung unſerer Tierwelt im weſentlichen zur Folge hatte,
ſich in einen von Eis und Schnee ſtarrenden Winter verwandelte.
Die im Norden lebenden Vögel waren dadurch gezwungen,
mil=
dere Gegenden zu ſuchen, die von der Vereiſung verſchont waren,
und ſo flohen ſie nach dem Süden, kehrten aber im Frühjahr in
die alte Heimat zurück, um hier zu brüten, bis ſie dann mit dem
Einſetzen der rauhen Jahreszeit wieder vertrieben wurden. Dies
wiederholte ſich nun Jahrtauſende hindurch alljährlich, und ſo
wurde der Zugtrieb ſchließlich zu einer erblichen Eigenſchaft. Der
erſte und urſprüngliche Wanderflug iſt aber ſtets die Herbſtreiſe
ins Winterquartier geweſen, und es bleibt die Frage, warum die
Vögel nicht im ſonnigen Süden blieben, wo ihnen das ganze
Jahr über ein reicher Tiſch gedeckt iſt.
Die einzige Erklärung, die wir dafür beſitzen, iſt in der
ein=
geborenen Heimatliebe der Vögel zu ſuchen. Es treibt ſie
da Hochzeit zu halten, wo einſt ihre Wiege ſtand, und dieſer
Heimatſinn iſt augenſcheinlich ein allgemeiner Naturtrieb, dem
auch die Fiſche folgen, indem ſie zum Laichen aus fernen Meeren
wieder in den Heimatfluß zurückkehren; nur iſt er bei den Vögeln
beſonders auffallend ſtark entwickelt. Erſt durch die großartig
durchgeführten Maßnahmen der Vogelberingung, durch die man
über die Wanderwege genau unterrichtet wurde, hat man dieſen
Heimattrieb als ein Naturgeſetz erkannt. In zahlloſen Fällen
konnte nachgewieſen werden, daß die Zugvögel ſpäter dort
brüte=
ten, wo ſie als Junge im Neſt beringt worden waren. Sie kehren
nicht nur regelmäßig in die Heimat zurück, ſondern ſie ſuchen
ſo=
gar mit Vorliebe dasſelbe Gebäude auf, auf dem ſie das Licht
der Welt erblickten, und benutzen jahrelang dasſelbe Neſt.
Die=
ſer Drang zur Rück= und Heimkehr ſcheidet die Gruppen ſelbſt in
derſelben Art. So bleiben die afrikaniſchen Störche zur Brut in
Marokko und Tunis, aber unſere deutſchen Störche vermiſchen ſich
nie mit ihnen, ſondern kommen zu dem Brutgeſchäft immer nach
Hauſe zurück. Kälte und Nahrungsmangel ſind heute nicht mehr
entſcheidend für den Vogelzug, denn es gibt viele Vögel, die
be=
reits im Hochſommer die große Reiſe antreten, wenn in der
Natur dafür noch nicht der geringſte Anlaß gegeben iſt. Es iſt
vielmehr ein ererbter und angeborener Zugtrieb, der ſie
dazu zwingt. Das zeigt ſich beſonders deutlich bei den gefangenen
Zugvögeln, die in der Zeit, in der ihre Artgenoſſen auf die
Wan=
derung gehen, von einer ungeheuren Unruhe befallen werden und
in ihren Käfigen herumtoben, woran auch jahrelange
Gefangen=
ſchaft nichts ändern kann. Ein weiterer Beweis für die Allgewalt
dieſes Triebes iſt, daß während des Zuges alle anderen
natür=
lichen Triebe gehemmt ſind und die Raubvögel auf den großen
Zugſtraßen, zum Beiſpiel auf der Kuriſchen Nehrung, mitten unter
den Kleinvögeln erſcheinen, ohne ihnen etwas zu tun. Dieſe
ge=
fürchteten Räuber haben dann ihren Raubinſtinkt und ihren
Schrecken verloren. Dieſer Trieb muß nun irgendwie ausgelöſt
werden, und zwar durch einen körperlichen Reiz, wie es beim
Fortpflanzungstrieb der Fall iſt, der durch die Tätigkeit der
Keimdrüſen veranlaßt wird. Wie dieſer Fortpflanzungstrieb bei
den meiſten Tieren an eine beſtimmte Jahreszeit geknüpft iſt, ſo
trifft dies bei den Vögeln auch bei dem Zugtrieb zu. Man hat
nun für dieſe körperliche Erklärung des Zugtriebes zwei Theorien
aufgeſtellt. Nach der einen wird der Trieb durch eine von einem
beſonderen Organ erzeugte Ausſcheidung hervorgerufen; nach der
anderen iſt es kein beſtimmtes Organ, das den Reiz zum
Wan=
dern hervorruft, ſondern eine periodiſch im Vogelkörper ſich
wie=
derholende Veränderung des Geſamtzuſtandes, der auf Vorgängen
des Stoffwechſels beruht. Dieſer Vorgang läßt ſich etwa mit dem
Blattabwurf der Laubgewächſe im Herbſt vergleichen, der
ur=
ſprünglich auch durch äußere Witterungseinflüſſe bedingt war,
aber jetzt eine angeborene Eigenſchaft iſt. So iſt auch der
Vogel=
zug zu einem im Organismus auftretenden Rhythmus geworden,
der von allen äußeren Einflüſſen unabhängig verläuft. Dieſe
letztere Anſchauung dürfte die größere Wahrſcheinlichkeit für ſich
haben, muß aber erſt noch durch eingehende Unterſuchungen
er=
wieſen werden.
Einen tiefen Einblick in den Kunſthandel und den Ku
geſchmack zu Wien in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunde
geſtattet die Geſchichte einer berühmten Kunſthändlerfamilie,
aus Antwerpen ſtammenden Fourchoudts, über die ein A
ſatz der bei F. Bruckmann in München erſcheinenden, jetzt
dem „Cicerone” vereinigten Monatsſchrift „Pantheon” un
richtet. Die Fourchoudts, deren Vater ſchon ſeit 1636 aus A
werpen viele Gemälde und Koſtbarkeiten nach Wien geſch
hatte, erhielten dort 1664 die Handelserlaubnis, traten zu
Würdenträgern des Hofes in nähere Beziehung und erhiel
durch ihre Fürſprache den Titel „Hofjuweliere des Kaiſeis”.
dieſer Stellung wurden ſie vom Hof und Adel ſehr geſucht, n.
ſtens um Schätzungen von Edelſteinen und Koſtbarkeiten
machen, aber auch zur Beurteilung von Kuſtwerken aller
Die drei Brüder Gilliam, Marcus und Melchior waren I
vorragende Fachkenner, deren Aeußerungen über Gemälde 1
Teppiche noch heute für die Beſtimmung der Echtheit von gro
Wichtigkeit ſind. Sie vertrieben nicht nur die flämiſchen Mei
ihrer Heimat, ſondern auch holländiſche, italienſche und deut
Künſtler, deren Werke hauptſächlich in Antwerpen aufgeke
vurden. Die beliebteſten Stücke in Wien waren außer Bild
von Rubens und van Dyck im allgemeinen Jagden, Schlach
Belagerungen und „Rencontres‟. Dieſe Vorliebe für kriegeri
Stoffe erklärt ſich aus der Stimmung, die der damalige Held
kampf gegen die Türken entfeſſelt hatte. So ſchickte z. B.
Vater Fourchoudts am 16. September 1667 ſeinen Söhnent
„Fracht” mit 36 Belagerungen, 77 Gefechten, 20 Jagden, Baue
kirmeſſen und anderen „behaglichen Gemälden”. Außer den
fechten waren damals in Wien Stilleben ſtark geſucht. Beſond
Blumen= und Obſtſtücke, von denen ganze Liſten erhalten
Aus Antwerpen fanden auch reiche Prunkſchränke, koſtb
Gobelins und Arbeiten aus Goldleder ihren Weg nach Wien
Ap. Raſchers Monatshefte (4. Jahrgang der Schweizeriſchen
ſchulblätter für Wiſſenſchaft und Kunſt. Verlag Raſcher u. Co., Zür
Erſchienen ſind die Hefte 1—3. Sie haben ſich das Ziel geſetzt,
Literatur, Kunſt und Muſik, Naturwiſſenſchaften und Medizin, 1
Recht, Wirtſchaft, Technik und fremde Länder zu orientieren. Jedes
enthält außerdem Erzählungen, Skizzen und Gedichte ſchweizeri)
Autoren. Als etwas Neues kommt dazu die Auseinanderſetzung
noch ungelöſten Fragen, die Stellungnahme für und wider unſere
uid die kritiſche Betrachtung unſerer Kultur und Ziviliſation. Die
natshefte erfüllen alſo den doppelten Zweck: der Belehrung und Un
haltung.
Nummer 84
Mittwoch, den 25. März 1931
Seite 3
aneuropäiſche Tagung in Paris.
Die Frage der Teilnahme Sowietrußlands und der Türkei noch ungeklärk. — Danzig will auch nicht
draußen bleiben. — Polikiſche Beeinfluſſungsverſuche Frankreichs hinker den Kuliſſen.
Die Tagesordnung
des Organiſakionsausſchuſſes des enropäiſchen
Skudienkomikees.
Paris, 24. März.
Der vom europäiſchen Studienkomitee eingeſetzte
Organiſa=
nsausſchuß iſt am Dienstag zum erſten Male im Quai d’Orſay
ter dem Vorſitz des Kommiſſionspräſidenten, des franzöſiſchen
ißenminiſters Briand, zuſammengetreten. Der Ausſchuß, der ſich
s Vertretern Deutſchlands — vertreten durch den
Staatsſekre=
r von Simſon —, Englands, Frankreichs, Spaniens, Italiens,
olens, Portugals, der Schweiz, Dänemarks, Finnlands,
Griechen=
nds und Jugoſlawiens zuſammenſetzt, wird ſich zunächſt mit der
rgesordnung für die im Mai ſtattfindende dritte Tagung des
ropäiſchen Studienkomitees beſchäftigen. Dieſe Tagesordnung
nfaßt folgende Punkte:
1. den belgiſchen Vorſchlag über den internationalen Transport
elektriſcher Energien;
2. das bisher geſcheiterte Fremdenrechtsabkommen;
3. das vorläufig geſcheiterte Handelsabkommen vom 24. März
1930;
4. die Arbeiten der Agrarausſchüſſe des Europa=Ausſchuſſes
über die Unterbringung der europäiſchen Getreidernten;
5. eine Ueberſicht über die Arbeiten des Agrarkreditausſchuſſes
des Europäiſchen Ausſchuſſes;
6. Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit;
7. Verfaſſungsfragen — Bildung des Präſidiums und des
Büros, Frage des Vorſitzes ſowie Bildung eines ſtändigen
leitenden Ausſchuſſes, eine Aufgabe, die bereits durch die
Mitteilungen der deutſchen Regierung vom 21. Dezember
1930 und der däniſchen Regierung vom 3. Januar 1931
ein=
geleitet worden iſt;
8. Teilnahme Sowjetrußlands, der Türkei und Irlands an den
Ausſchußarbeiten.
Die Bedeukung des Ausſchuſſes.
Zu dem Arbeitsprogramm kann darauf hingewieſen werden,
ſaß über die Bedeutung des Ausſchuſſes die
Auffaſ=
ungen zunächſt ſtark geteilt ſind. Auf deutſcher und engliſcher
Seite wird die Anſicht vertreten, daß er keine ſelbſtändigen
Funk=
ionen habe, ſondern lediglich die Arbeiten des Europäiſchen
Aus=
chuſſes vorzubereiten hätte, während auf franzöſiſcher Seite
bis=
der verſucht worden ſiſt, dem Organiſationsausſchuß grundſätzliche
politiſche Bedeutung beizulegen. Es beſteht nach wie vor die
Abſicht, einen ſtändigen vorbereitenden Ausſchuß aus wenigen
Mitgliedern zu bilden, der ſodann nach den franzöſiſchen Plänen
die Leitung des Europäiſchen Ausſchuſſes in Händen haben
würde. In der Frage des Vorſitzes beſteht die Abſicht, für
den Fall, daß Briand im Mai zum Präſidenten der Republik
ge=
wählt werden ſollte, den Vorſitz im Europäiſchen Ausſchuß bis
zur Septembertagung dem jeweiligen
franzö=
ſiſchen Außenminiſter zu übertragen. Eine der
Haupt=
fragen bleibt die Teilnahme Sowjetrußlands und
der Türkei an den Arbeiten. Die unklare Einladung,
die im Januar auf Vorſchlag Briands an dieſe beiden Mächte
ge=
richtet wurde, läßt die Frage offen, ob Sowjetrußland und die
Türkei ſtändig zu den wirtſchaftspolitiſchen Arbeiten des
Ausſchuſ=
ſes zugezogen werden oder lediglich an der Prüfung der
Welt=
wirtſchaftslage teilnehmen ſollen. Die Aufnahme
Dan=
zigs in den Europäiſchen Ausſchuß ſteht nicht auf der
Tagesordnung, wird jedoch auf der Pariſer Märztagung auf
Grund des im Januar an den Europäiſchen Ausſchuß gerichteten
deutſchen Schreibens zur Verhandlung gelangen.
* In franzöſiſchen Kreiſen hat man bisher vergeblich
ver=
ſucht, dem Organiſationsausſchuß des europäiſchen
Studienkomi=
tees einen überwiegend politiſchen Anſtrich zu geben. Wohl dürfte
die Anweſenheit des engliſchen Außenminiſters Henderſon, des
polniſchen Außenminiſters Zaleſki und des tſchechiſchen
Außen=
miniſters Beneſch in Paris Veranlaſſung zu privaten
Erörte=
rungen der verſchiedenen internationalen Fragen, ſo vor allem
des Vorvertrages über die deutſch=öſterreichiſche
Wirtſchafts=
angleichung und der Vorbereitung der kommenden
Abrüſtungs=
konferenz geben. Wohl ſteht auch der Antrag des däniſchen Außen=
ſchen Hochſchulen gegen weitere
Herabſehung der Kulkur=Ekals.
Die ſchwere wirtſchaftliche Not Deutſchlands trifft auch die
Wiſſenſchaft und ihre Inſtitute, die wiſſenſchaftlichen
Zeitſchrif=
ken und den wiſſenſchaftlichen Buchhandel. In vielen
öffent=
lichen Haushaltplänen für 1931 ſind die Mittel für
wiſſenſchaft=
liche Anſtalten und Zwecke gegen 1930 wiederum herabgeſetzt
worden. Die Folgen ſolcher Streichungen reichen weiter, als
man es aus den — an ſich ſchon bedenklichen — Prozentſätzen
meiſt 10—25 Prozent Abſtriche) ſchließen möchte. Ein großer
Seil der Studentenſchaft iſt infolge der Vermögensvernichtungen
durch die Inflation ſeit einem Jahrzehnt nicht mehr imſtande,
wiſſenſchaftliche Bücher zu kaufen. Den alten Akademikern, auch
den meiſten Hochſchuldozenten, ſind durch die Gehaltskürzungen
und Steuerheraufſetzungen der jüngſten Zeit nur noch karge
Einkommensreſte für die Beſchaffung wiſſenſchaftlicher Bücher
und Zeitſchriften übrig geblieben. Kaufkräftige Liebhaber
wiſſen=
ſcaftlicher Litergtur außerhalb der akademiſchen Schichten gibt
* heute in Deutſchland faſt gar nicht mehr. So ſind es heute
Die aintlichen und öffentlichen Bibliotheken, die den größten
Seil der wiſſenſchaftlichen Jutereſſenten mit Büchern und Zeit=
Mriften verſorgen, und die gleichzeitig durch ihre regelmäßigen
Anſchaffungen den wiſſenſchaftlichen Verlag bisher noch in Gang
Behalten haben. Es beſteht nun die größte Gefahr, daß die ſchon
dekannt gewordenen und die in vielen kommunalen Etats noch
drohenden Streichungen für eine große Zahl von
wiſſenſchaft=
lichen Zeitſchriften und von fortlaufenden und geplanten
wiſſen=
ſchaftlichen Veröffentlichungen einfach das Todesurteil
bedeu=
ten. Für viele wiſſenſchaftliche Publikationen entſcheiden die
30 oder 100 Beſtellungen, die von öffentlichen Iuſtituten und
Bibliotheken bisher ausgingen und nunmehr nicht mehr lverden
erfolgen können, tatſächlich über Weiterführung oder Untergang.
Das Eingehen von wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften oder anderen
Veröffentlichungen aber mindert den deutſchen Kulturbeſitz, ganz
abgeſehen davon, daß das Eintrocknen des wiſſenſchaftlichen
Verlagsgeſchäfts auch neue Entlaſſungen von Angeſtellten und
Arbeitern des Buchgewerbes mit ſich bringt. Auch für
kul=
kurelle Zwecke gibt es ein Exiſtenzminimum.
Mechaniſche prozentuale Etatskürzungen für wiſſenſchaftliche
An=
ſtalten und Büchereien treffen gerade die Autoren und Verleger
lener Spezialſchriften am härteſten, die den wiſſenſchaftlichen
Fortſchritt tragen. Hier droht eine Verarmung unſeres
gei=
ſtigen Lebens, die einen dauernden Verluſt an deutſcher
Lei=
bungsfähigkeit und deutſcher Weltgeltung mit ſich bringen muß.
miniſters Munch zur Debatte, demzufolge der Europa=Ausſchuß
einen politiſchen Sonderausſchuß für die Erörterung derjenigen
Fragen bilden ſoll, die in der gegenwärtigen Lage Europas im
Vordergrund ſtehen und die eine Gefährdung des europäiſchen
Friedens bedeuten. Aber die Tagung wird wohl trotzdem nicht
die Bedeutung erhalten, die man ihr von Paris aus geben wollte.
Die meiſten Europaſtaaten laſſen ſich durch ihren Pariſer
Bot=
ſchafter oder Geſandten oder durch Sonderdelegierte vertreten.
Der deutſche Reichsaußenminiſter Dr. Curtius und der
italie=
niſche Außenminiſter Grandi ſind jedenfalls nicht in
Pa=
ris. Dr. Curtius hat ſich dabei auf den Standpunkt geſtellt,
daß die techniſchen Fragen dieſer Ausſprache die
An=
weſenheit der Außenminiſter nicht notwendig
mache und im übrigen Genf der gegebene Ort für perſönliche
Aus=
ſprachen ſei. Henderſon, Briand, Beneſch und Zaleſki allein ſind
aber nicht in der Lage, einen europäiſchen Rat zu bilden,
deſſen Bildung auf dieſer Tagung vorgeſehen war. Von dieſem
Plan eines europäiſchen Rates, in dem die Großmächte ſtändig
und die übrigen Mächte in einer beſtimmten Reihenfolge
ver=
treten ſein ſollten, iſt man wieder abgekommen, und zwar mit
Rückſicht auf die ſchwierige ruſſiſche Frage. Man konnte
ſich darüber nicht einigen, ob Rußland dem europäiſchen Rat
ſtändig angehören ſoll oder nicht. Ueberhaupt machen ſich
Beſtre=
bungen bemerkbar, die darauf abzielen, die Mitwirkung Rußlands
an den europäiſchen Beratungen nach Möglichkeit einzuſchränken.
Man will auf der Pariſer Tagung ſogar die Frage aufwerfen,
ob Rußland auf der Maitagung des europäiſchen Studienkomitees
von den Agrarkreditverhandlungen ausgeſchloſſen ſein ſoll und
nur an den übrigen wirtſchaftlichen Beratungen teilnehmen kann.
Man darf daher damit rechnen, daß ſich der intereſſanteſte Teil
der Pariſer Beſprechungen vermutlich hinter den Kuliſſen
ab=
ſpielen wird.
Rk
Briands Eröffnungsanſprache.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand, der die Tagung
er=
öffnete, hielt bei dieſer Gelegenheit eine Anſprache, in der er u. a.
ausführte: Unter dem Druck der Ereigniſſe dränge ſich die
euro=
päiſche Union als eine Notwendigkeit auf. Um dieſer
Notwendig=
keit zu entſprechen, werde der erſte zuſtandekommende
Europa=
organismus ſeine Tätigkeit beginnen, noch bevor die Regeln für
dieſe ſeine Tätigkeit definiert worden ſeien. Der
Organiſations=
ausſchuß müſſe ſich vor zwei Gefahren hüten, nämlich der
künſt=
lichen Schaffung eines Organismus mit allzu ehrgeizigen Zielen,
die ſeinem vorläufigen Charakter nicht entſprechen würden und
auf der anderen Seite vor der allzu engen Grenzziehung für das
Statut eben dieſes Organismus, deſſen Lebensdauer man noch
nicht überſehen könne. Dem Organiſationsausſchuß, der den
regel=
recht beſtehenden Organen des Völkerbundes unterworfen ſei, ſtehe
von Anfang an die ganze Erfahrung des Völkerbundes zur
Ver=
fügung.
Der Ausſchuß wählte dann auf den Vorſchlag des engliſchen
Außenminiſters Henderſon den franzöſiſchen Außenminiſter Briand
zum Präſidenten. Zum Berichterſtatter des Ausſchuſſes wurde
auf Vorſchlag Briands und des Grafen Manzoni der
ſchweize=
riſche Bundesrat Motta ernannt.
Die Arbeiten des Komitees begannen mit einer Prüfung der
von der belgiſchen Regierung vorgelegten Fragen. Die Frage der
internationalen Elektrizitätsübertragung wurde dem
Elektrizi=
tätsunterausſchuß der Kommiſſion für Verkehrswege und Tranſit
überwieſen. — Zu dem Problem der
Ausländerbehand=
lung ließ die belgiſche Regierung erklären, daß ſie beabſichtige,
dem europäiſchen Studienkomitee auf der Maitagung
Vor=
ſchläge zu unterbreiten. — Nach einigen Bemerkungen des
engli=
ſchen Außenminiſters Henderſon beſchloß der Ausſchuß weiter,
folgende Fragen auf die Tagesordnung der Maitagung
der Europakommiſſion zu ſetzen:
1. Die Prüfung der von den beiden Pariſer
Getreide=
konferenzen geleiſteten Arbeit.
2. Die Lüfung des landwirtſchaftlichen
Kredit=
pro lems.
3. Die Srüfung der erſten Ergebniſſe der von der Wirtſchafts=
und Finanzkommiſſion des Völkerbundes in Zuſammenarbeit
mit dem Internationalen Arbeitsamt durchgeführten
Arbei=
ten über das Arbeitsloſen=Problem.
Nach längeren Beratungen wurde Danzig zugelaſſen.
Die Frage der Zuziehung Rußlands wurde noch nicht entſchieden,
dies ſoll erſt morgen geſchehen.
Private Stifter, die in die Breſche ſpringen könnten, hat das
verarmte Deutſchland nicht. Eben jetzt häufen ſich Austritte
aus den kulturellen und gemeinnützigen Vereinen und werden
wiſſenſchaftliche Zeitſchriften und laufende Veröffentlichungen
von den privaten Veziehern in großer Zahl abbeſtellt. Wollen
wir unſer kulturelles Erbe wahren, ſo muß jeder einzelne
geiſtige Meuſch dieſer Panik entgegentreten. Hier können die
Parlamente der Länder und Gemeinden ein gutes und
retten=
des Beiſpiel geben, indem ſie jeder weiteren Verkürzung ihres
Kulturetats einen geſchloſſenen Widerſtand entgegenſtellen. Die
Unterzeichneten rufen in dieſem Sinne alle Inſtanzen des
öffent=
lichen Lebens auf, ſich bei ihren finanziellen Entſcheidungen
der hohen Verantwortung bewußt zu ſein, die ſie für die geiſtige
Fortentwicklung Deutſchlands tragen.
Baum, Rektor der Univerſität Leipzig, Achelis, Beſſau,
Boesler, Brandenburg, Debye, Drieſch, Ebermayer, Engländer,
Everth, Falke, Freyer, Frings Glauning, Goetz, Heiſenberg,
A. Hoffmann, Hueck, Jacobi, Jaeger, Keßler, Koebe, Korff,
Krueger, Lange, Leipoldt, Le Blane, Litt, Meerwarth, Moll,
Morawitz, Payr, Raſſow, Rendtorff, Richard Schmidt, Sellheim,
Simons, Volz, Wiedenfeld, Witkowſki.
Der Kundgebung ſchließen ſich an: der Vorſitzende des
Ver=
bandes der Deutſchen Hochſchulen (Tillmann=Bonn), die
Rek=
toren der Univerſitäten, Techniſchen Hochſchulen, Handels=
Hochſchulen, Landwirtſchaftlichen Hochſchulen, Tierärztlichen
Hochſchulen, Bergakademien und Forſtakademien:
Rötſcher (Rektor der T. H. Aachen), Deißmann (Rektor der 1.
Berlin), Krenker (Rektor der T. H. Berlin), Leitner (Rektor der
H. H. Berlin), Aereboe (Rektor der L. H. Berlin), Schöttler (
Rek=
tor der Tierärztl. H. Berlin), Siebeck (Rektor der U. Bonn)
Koernicke (Rektor der L. H. Bonn=Poppelsdorf), Schmitz (Rektor
der T. H. Braunſchtveig), Lohmeher (Rektor der 1. Breslau),
Waetzmann (Rektor der T. H. Breslau), König (Rektor der B.
A. Clausthal), Wöhler (Rektor der T. H. Darmſtadt), Ludwig
(Nektor der T. H. Dresden), Albert (Rektor der F. A.
Ebers=
walde), Klotz (Rektor der 1. Erlangen), Fiſcher=Waſels (Rektor
der U. Frankfurt a. M.), Brunck (Rektor der B. A. Freiberg),
Dragendorff (Rektor der 11. Freiburg i. Br.), Eger (Rektor der
u. Gießen), Behm (Rektor der U. Göttingen), Braun (Rektor
der 11. Greifswald), Aubin (Rektor der 1. Halle a. S.) Brauer
(Rektor der 1. Hamburg), Danckwortt (Rektor der Tierärztl.
H. Hannover), Oelkers (Rektor der Fo. A. Hann.=Münden),
Meiſter (Rektor der 1. Heidelberg), Wacker (Rektor der L. H.
Hohenheim bei Stuttgart), Heuſſi (Rektor der U. Jena), Plank
(Rektor der T. H. Karlsruhe), Höber (Rektor der U. Kiel), Kroll
(Rektor der 11. Köln), Mitſcherlich (Rektor der U. Königsberg),
Rogowfki (Rektor der H. H. Königsberg), Großmann (Rektor
der H. H. Leipzig), Verſé (Rektor der U. Marburg), Rehm (Rek=
„Millionenverſchwendungen.
(
Die zunn hitnatet ſihkeien ...
Unwahre Angaben über den Reichshaushalt.
Berlin, 24. März.
Amtlich wird mitgeteilt:
Die Nationalſozialiſtiſche Deutſche Arbeiterpartei verbreitet
überall und in großen Mengen ein Flugblatt mit der
Ueber=
ſchrift: „Millionenverſchwendungen, die zum Himmel ſchreien,
ent=
hält der Etat des Deutſchen Reiches”.
In dem Flugblatt ſind neben Zahlen aus dem Reichsetat
auch ſolche aus dem Preußiſchen Etat aufgeführt, die mit dem
Reichsetat nicht das geringſte zu tun haben. Die Zahlen, die der
Reichsetat enthalten ſoll, ſind entweder aus der Luft gegriffen
oder übertrieben. Zur Richtigſtellung ſeien nur einige Angaben
herausgegriffen:
Die Geſamtausgaben für den Reichstag betrugen 1929 rund
8,4 Millionen RM. Zieht man davon die in dem Flugblatt
un=
gefähr richtig angegebenen Koſten für die Diäten und
Freifahr=
karten der Mitglieder des Reichstags ab, ſo verbleiben für die
übri=
gen Bedürfniſſe des Reichstags nur 2,5 Millionen RM. und nicht
10 Millionen, wie im Flugblatt angegeben.
Die Ausgaben für die Young=Konferenzen in Paris und im
Haag erforderten 1929 nicht 2,7 Millionen, ſondern 0,7
Millio=
nen RM.
Ausgabemittel für ein Ehrenmal für Streſemann, die
angeb=
lich mit 500 000 RM. eingeſtellt worden ſein ſollten, ſind vom Reich
überhaupt nicht aufgewendet worden und nie im Etat eingeſtellt
geweſen.
Die Koſten anläßlich des Beſuchs des Königs Aman Ullah
haben rund 370 000 RM. und nicht 2,7 Millionen RM., die Koſten
anläßlich des Beſuchs des Königs Fuad rund 179 000 RM. und
nicht 1,3 Millionen RM. betragen.
Die Geſamtausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden
haben nach der Reichsfinanzſtatiſtik 1913 — 7178 Millionen und
1927 — 18 771 Millionen RM. betragen. Für 1929 liegt das
Er=
gebnis der Finanzſtatiſtik noch nicht vor. Nach der angeſtellten
Schätzung wird die Geſamtausgabe rund 20,5 Milliarden RM.
betragen. Der Unterſchied zwiſchen 1913 und 1929 beträgt alſo
nicht, wie nach dem Flugblatt angenommen werden muß, 17,2,
ſondern 13,3 Milliarden RM.
Zu den Angaben über preußiſche und ſonſtige
Landesaus=
gaben, ebenſo wie über die Angaben, die die Perſonalausgaben
bei der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft, bei der Reichsbank, den
Gemeindeverwaltungen, Krankenkaſſen uſw. betreffen, kann im
einzelnen nicht Stellung genommen werden.
Auch die Angaben über die Miniſterpenſionen ſind zum
gro=
ßen Teil übertrieben. So ruht beiſpielsweiſe die Penſion des
Reichskanzlers a. D. Dr. Luther völlig, da er als
Reichsbankpräſi=
dent Einkommen aus öffentlichen Mitteln erhält. Ebenſo ruht
die Penſion des Miniſters a. D. Radbruch zu einem erheblichen
Teil infolge ſeines Einkommens als ordentlicher Profeſſor. Weder
ſeine Penſion noch die des Reichskanzlers a. D. Bauer oder des
Reichsminiſters a. D. Schmidt kommt an die im Flugblatt
ge=
nannte Penſion von 20 000 RM.heran.
Der Mainzer Biſchof gegen den „Skahlhelm”.
* Mainz, 24. März. (Priv.=Tel.)
Das Biſchöfliche Ordinariat gibt unter dem 17. März
fol=
gende Bekanntmachung heraus: „Wir ſtehen den Wehrverbänden
ablehnend gegenüber, da ſie in unſer ſchon genug zerriſſenes
Volk einen neuen Gegenſatz hineintragen. Wir wünſchen nicht,
daß dieſer Gegenſatz auch im Gotteshaus in Erſcheinung trete.
Deshalb können wir nicht geſtatten, daß Stahlhelmer in Uniform
dem Gottesdienſt beiwohnen, wie wir dies aus demſelben
Grunde auch anderen Wehrverbänden nicht erlauben können. Nur
wenn auswärtige Stahlhelmer in Uniform an einer Tagung
teilnehmen und keine andere Kleidung bei ſich tragen, können
ſie auch in Uniform am Gottesdienſt teilnehmen, dürfen aber
nicht in geſchloſſenen Reihen mit Abzeichen und Fahnen in die
Kirche einziehen. gez. Mayer.”
Die Ankwork des Stahlhelms.
Von der Preſſeſtelle des Stahlhelms, Gau Nahe, wird
fol=
gende Erklärung veröffentlicht:
„Es iſt bedauerlich, daß die katholiſche Geiſtlichkeit der
Deka=
nate Kreuznach und Bingen die am erſten Gautag des
Stahl=
helm Pfalz in klarem Wortlaut gehaltenen Reden dahingehend
mißverſtehen konnte, daß der Stahlhelm ſeine religiöſe
Neutrali=
tät hinſichtlich der katholiſchen Kirche aufgegeben habe. Jeder
Teilnehmer wird bekunden können, daß immer wieder betont
tor der U. München) Oſſanna (Rektor der T. H. München),
Krauſe (Rektor der U. Münſter i. W.), Lehmann (Rektor der
H. H. Nürnberg), Brunſtäd (Rektor der U. Roſtock), Rothmund
(Rektor der T. H. Stuttgart), Littmann (Rektor der U. Tübingen),
Kreß (Rektor der U. Würzburg).
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Köln: Prof. Dr. Brinkmann, Dozent an der hieſigen
Univer=
ſität, wurde auf den Lehrſtuhl für Kunſtgeſchichte an der Univerſität
Berlin berufen.
Leipzig: Der planmäßige ao. Profeſſor der Wirtſchaftsgeographie,
Dr. phil. Ernſt Friedrich, beging am 19. März ſein 25jähriges
Profeſſorjubiläum an der Univerſität Leipzig.
Hamburg: Der Profeſſor für Botanik, Dr. Henrich Klebahn,
iſt zum korreſpondierenden Mitglied der Botaniſchen Geſellſchaft von
Amerika ernannt worden.
* Ein Darmſtädker Maler in Bali.
Das „Algemeen Indiſch Dagblad” vom 19. Dezember 1930
berichtet über eine Ausſtellung von H. G. Lehmann in
Ban=
doeng (Java) etwa folgendes: Hans Günther Lehmann,
Illu=
ſtrator einer deutſchen Zeitung, verwendete ein Urlaubsjahr zu
einer Studienreiſe in den indiſchen Archipel. — Speziell Bali.
Die meiſten der ausgeſtellten Arbeiten ſind auch von dieſer Inſel
und da wieder in erſter Linie aus Kloengkoeng, wo der Maler am
beſten das intimere Volksleben kennen lernen konnte.
So finden wir neben Tempelanſichten und einer beſonders
ſchönen Landſchaft (mit dem Tor des alten Fürſtenpalaſtes) eine
ganze Reihe von Porträts und Studien.
Deutlich kommt in der Art des Malers das deutſche Element
zum Ausdruck in der Behandlung von Licht und Schatten.
Beſonders fallen einige flotte Zeichnungen auf, darunter ein
ausgezeichnetes Blatt von Balis Südküſte. Eines der ſchönſten
Bilder „Sitzender Sundaneſe” wurde bereits vor Eröffnung der
Ausſtellung verkauft.
Wir können den Beſuch der Ausſtellung nur empfehlen.
Anfang März folgt eine zweite erweiterte Ausſtellung in
Batavia.
* Der weitverbreitete Roman „Borgia” des verſtorbenen Dichtery
Klabund erſchien dieſer Tage im 49.—94. Tauſend für 2,85 RM. beim
Phaidonverlag in Wien. Mit 31 Kupfertiefdrucken ausgeſtattet, iſt es
eine ſehr wohlfeile Ausgabe.
Seite 4
wurde, daß ſowohl der katholiſche als auch der evangeliſche
Glaube uneutbehrliche Faktoren unſeres Volkslebens ſeien, und
daß es lediglich auf den gemeinſamen Glauben an Chriſtus
ankomme. Allerdings wurde das Zentrum, das mit der
katho=
liſchen Kirche nicht identifiziert werden darf, wegen ſeiner
un=
erfreulichen Zuſammenarbeit mit der religionsfeindlichen
Sozial=
demokratie angegriffen. Da allgemein bekannt ſein dürfte, daß
nur ein Drittel der katholiſchen Wahlberechtigten ihre Stimme
für das Zentrum abgeben, während die übrigen zwei Drittel
der katholiſchen Bevölkerung die anderen Parteien oder gar nicht
wählen, iſt ohne weiteres erſichtlich, daß die Stahlhelmführer
ihre Neutralität gegenüber der katholiſchen Kirche nicht verlaſſen
wollten, ſondern lediglich die Abſicht hatten, die Zentrumswähler
auf ihre Hilfe aufmerkſam zu machen, die ſie der für das
Frei=
denkertum eintretenden Sozialdemokratie bei der Regierungs
bildung angedeihen laſſen. Es wurde wiederhelt erklärt, daß
der nationale Gedanke und damit eng verbunden der chriſtliche
Glaube, gleichgültig welcher Art, der Grundſtein eines deutſchen
Wiederaufbaues ſein könne. Der bayeriſche Stahlhelmführer
Ritter von Lenz, dem die Vorwürfe vornehmlich gemacht werden,
hat in Kaiſerslautern am 15. März ausdrücklich erklärt, daß er
ſelbſt ein guter Katholik ſei, daß er gerade deshalb aber gegen
das Zentrum ſpreche, um in das deutſche Volk nicht noch einmal
den unglücklichen Zwieſpalt zwiſchen den beiden Religionen zu
tragen. Er verwahre ſich entſchieden dagegen, daß ſeine Reden
Mittmoch, den 25. März 1931
als gegen die katholiſche Kirche gerichtet angeſehen würden.
Während die „Mittelrheiniſche Volkszeitung” in Bingen nur die
ihr geeignet erſcheinenden Stellen aus dieſer Rede von Lenz
bringt, verſchweigt ſie die oben angegebenen Worte, die die
Neu=
tralität gegenüber der katholiſchen Kirche klar erkennen laſſen.
Der Stahlhelm, Gau Nahe.”
Die Biſchöfe der oberrheiniſchen Kirchenprovinz
gegen den Nakionalſozialismus.
* Mainz. 24. März. (Priv.=Tel.)
Die Biſchöfe der oberrheiniſchen Kirchenprovinz, der
Erz=
biſchof von Freiburg, die Biſchöfe von Mainz und Rottenburg,
beſchäftigen ſich in einem vom 19. März gezeichneten Erlaß u. a.
auch mit der Stellungnahme zum Nationalſozialismus. Es wird
als ausgeſchloſſen bezeichnet, daß ſich die katholiſche Kirche in
ihrer Lehre und ihrem Wirken von dem Moral= und
Sittlich=
keitsgefühl einer Raſſe, etwa der germaniſchen, leiten oder
ein=
engen oder verführen läßt. Eine deutſche Nationalkirche wird
abgelehnt. Deshalb müßten die Biſchöfe vor dem
Nationalſozi=
alismus warnen, weil und ſolange er Anſchauungen verfolgt
und verbreitet, die mit der katholiſchen Lehre unvereinbar ſind.
Es kann deshalb dem Katholiken nicht erlaubt ſein, dieſe
An=
ſchauungen als wahr anzunehmen und ſie mit Wort und Tat
bekennen. Dieſelbe Stellung nehmen die drei genannten Biſchöfe
gegen die religiöſen und ſittlichen Irrlehren des Liberalismus,
des Sozialismus und nicht zuletzt des Kommunismus ein.
Nummer 84
Die finanzielle Zukunft der Angeſtellkenverſicherun
gefährdet.
Der Vorſtand der Landesverſicherungsanſt=
Heſſen ſchreibt uns:
Die Ihnen aus Angeſtelltenkreiſen zugegangene und in Nummer
Ihres geſchäßten Blattes gebrachte Zuſchrift „Die finanzielle Zury
der Angeſtelltenverſicherung gefährdet” veranlaßt uns zu einer Erw
rung. Wir möchten davon abſehen, jetzt ſchon auf die Einzelheiten
die Invalidenverſicherung betreffenden Teiles des Artikels einzuge.
Wir müſſen jedoch feſtſtellen, daß es unzutreffend iſt, wenn geſagt u
die Invalidenverſicherung habe ſich erboten, aus ihren noch vorl
denen Rücklagen der Reichsknappſchaft einen Betrag von 12—15
lionen RM. unter der Vorausſetzung zu geben, daß die Invaliden
ſicherung Steigerungsbeträge bei Wanderverſicherten an die Ange
tenverſicherung fernerhin nicht mehr zu leiſten hat.
Gerade das Gegenteil iſt der Fall. Der Reichsverband. Deut
Landesverſicherungsanſtalten (Ständiger Ausſchuß) hat in ſeiner Sitz
am 20. März 1931 einhellig unter Zuſtimmung der Arbeitgeber=
Verſicherten=Vertreter, insbeſondere auch der Beteiligten, bei einer
traulichen Beſprechung im Reichsarbeitsminiſterium, feſtgeſtellt, daß
Angebot oder Vorſchlag auf geldliche Mithilfe der Invalidenverſicher
bei der Sanierung der Penſionskaſſe der Reichsknappſchaft von kei
Vertreter der Träger der Invalidenverſicherung weder bei jener Bef
chung noch ſonſt gemacht iſt, alſo auch nicht ein Vorſchlag, „unter ge
ſen Umſtänden einzutreten, nämlich dann, wenn die Invalidenver
rung durch die Angeſtelltenverſicherung ſchadlos gehalten würde‟.
Anſprüche der Invalidenverſicherung auf Schadloshaltung ſind gr
ſätzlicher Natur und ſtehen mit der Notlage der Knappſchafts=Penſi
kaſſe nicht im Zuſammenhang. Eine finanzielle Hilfe der Invali
verſicherung zugunſten der Knappſchafts=Penſionskaſſe kommt bei i
eigenen Notlage nicht in Frage.
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Nummer 84
Mittwoch, den 25. März 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 25. März 1931.
ädilenreſt von 23 Mär 1of DS AMke 12eit für galle.
zuge aller Art geſperrt.
— Konzert Kühling. Wir möchten noch einmal ganz
beſon=
ers auf den heutigen Liederabend von Helene Kühling, am
Flü=
el Dr. Bodo Wolf, aufmerkſam machen. Das künſtleriſch
hoch=
zertige Programm verſpricht großen Genuß (Robert Franz, Hugo
Polf. Bodo Wolf, Richard Trunk.
Brahms=Zyklus, zweiter Abend. Montag, den 30 März,
indet unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm
1s Volkskonzert der zweite Brahms=Abend zu ermäßigten Preiſen
att. Neben der zweiten Sinfonie in D=Dur, kommt die ſelten
ehörte Rhapſodie für Altſolo, Männerchor und Orcheſter und
as Violinkonzert zum Vortrag. Soliſten ſind Martha
Kuhn=
iebel und Otto Drumm. Außerdem wirkt in der Rhapſodie
er Männerchor des Landestheaters mit.
— Karfreitagskonzert des Muſikvereins. Wie alljährlich,
be=
ſeht der Muſikverein die Feier des kommenden Karfreitags durch
Aufführung einer der gewaltigen Paſſionsmuſiken Joh. Seb. Bachs.
Für dieſes Jahr iſt die „Matthäuspaſſion” gewählt worden, wohl
jas größte kirchliche Muſikwerk in deutſcher Sprache überhaupt.
Die Leitung hat Generalmuſikdirektor Dr. Böhm. Vortreffliche
Soliſten und ſorgfältige Einſtudierung der Chöre verſprechen eine
hochwertige Geſamtleiſtung. Dem Charakter des Werkes
ent=
prechend findet die Aufführung und die öffentliche Hauptprobe am
Gründonnerstag in der Stadtkirche ſtatt. Der Kartenverkauf
be=
ginnt am Donnerstag, den 26. März, in Bergſtraeßers
Buchhand=
lung, Wilhelminenſtraße 29. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Volksbühne. Die Mitglieder der Konzertgemeinde
be=
ſuchen als ſechſtes Konzert das Montag, den 30. März, im Großen
Haus, unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl. Böhm
ſtattfindende zweite Volkskonzert.
— Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft. Am 31. Vortragsabend,
Freitag, den 27. März, ſpricht im Saale des Hotels zur Traube
Polizeidirektor Dittmar aus Offenbach a. M. über „Die
Verhin=
derung ſtrafbarer Handlungen durch Polizeigewalt”. Beginn:
8 Uhr.
Lebensretter. Karl Firnkes, aus Offenbach a. M.,
jetzt in Darmſtadt wohnhaft, Inhaber des Geſchäfts Eier=Ruppert,
Grafenſtraße hat mit Mut und Entſchloſſenheit den Otto
Herr=
man aus Offenbach a. M. vom Tode des Ertrinkens aus dem
Main gerettet. In beſonderer Anerkennung dieſer Tat gewährte
ihm das Geſamtminiſterium eine Geldbelohnung und Urkunde.
Waldbrand. Geſtern nachmittag, gegen 3 Uhr, iſt in dem
Walddiſtrikt vor den Munitions=Magazinen am Eſchollbrücker
Weg eine 5 Hektar große Grasfläche anſcheinend durch
Spazier=
gänger in Brand geraten. Das Feuer konnte nach einſtündiger
Tätigkeit durch die Städtiſche Berufsfeuerwehr und eine Abtei
lung der Schutzpolizei auf ſeinen Herd beſchränkt werden.
Wei=
terer Schaden an den benachbarten Waldbeſtänden konnte ſo
ver=
hindert werden.
Heſſiſches Landesthealer.
25. März e e
Wozzeik
B18
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung Donnerstag,
26. März 19 30—22.15 Uhr
Die Zauberflöte
„r Gr. 4, 5, 6.
2
Preiſe 0.50 bis 5 2 19,30. Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male:
Der Graue Zuſatz=M. 1II9
Preiſe 1 20—6 Mk. Freitag
März 30, Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Volksvorſtellung z. halb. Preiſen
T, Gr. 1, 2 u. 3 0.50—5 Mk 20—22 Uhr.
„Iwwerrumpelt” 2. „Guter
Rat”, 3. „Der erſte Hochzeitstag‟
Dargeſt. d. d. Heſſ. Spielgemeinſch.
Preife 0.50 bis 3 Mk. Samstag
28 Mär, 14 30—17 Uhr
Meine Schweſter und ich
Geſchloſſene Vorſtellung
20— 22 Uhr
Torquato Taſio
Pr iſe 1—10 19.30—22 45 Uhr
Figaros Hochzeit
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-IV
W7 Preiſe 1—5 Mk.
Gutſcheine nicht gültig Sonntag,
März
19—28.15 Uhr
Carmen
Dſtdt. Volksb. Gruppe l-1V
G 13
Preiſe 1—10 Mk. 19.30 Ende gegen 22 Uhr
Der Grane
Zuſatzntiete V 10
Preiſe 1.20—6 Mk. ntag
März 20, Ende gegen 22 Uhr
2. Volkskonzert:
Brahms=Zyklus
Preiſe 0 80—2.00 Mk. Keine Vorſtellung
Heſſiſches Landestheater. Die Oper „Wozzeck” von Alban
erg, deren amerikaniſche Erſtaufführung ſoeben in Philadelphia
einem Publikum aus allen amerikaniſchen Kunſtzentren mit
ſenſationellem Erfolge ſtattfinden konnte, wird heute, Mittwoch,
im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm
mit Albert Lohmann in der Titelrolle und Mitrovic, Sattler,
Kuhn, Vogt, Schocke, Herrmann, Bertholdt in den übrigen
Haupt=
kollen wiederholt. — Erſtaufführung „Der Graue‟
Griedrich For=ters Schülertragödie „Der Graue” wird
morgen, Donnerstag, im Kleinen Haus in der Inſzenierung von
Karl Künkler (Bühnenbild: Elli Büttner), zum erſten Male zur
Aufführung kommen. In den Hauptrollen: Leitner, Hoffart,
Keim, Gallinger, Kutſchera, Weſtermann, Gothe, Schindler.
„Die Zauberflöte” von Mozart gelangt morgen,
Donners=
kag, im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Erwin Palm
mit Sattler, v. Stoſch. Walter, Harre, Stralendoxf, Herrmann,
Mitrovic, Liebel, Jacobs, Lohmann, Vogt, Kienzl, Saggau,
Bert=
holdt, Spira, Overlack in den Hauptrollen zur Aufführung. Für
dieſe Vorſtellung gelten halbe Preiſe. — Volksvorſtellung
„Liktoria und ihr Huſar”. Paul Abrahams Schlagerope=
(ine Erholungsreiſe iſt billiger als feine.
Von Dr. med. Joſef Löbel.
„Reiſer
„Ach, dazu haben wir in dieſem Jahre
kein Geld!‟ Dieſe Antwort hört man jetzt überall. „Wie?
müßte man zurückfragen. — „Sie haben kein Geld
übrig für das koſtbarſte Ihrer Güter, für Ihre
Geſund=
heit?” „Vermeiden Sie lieber andere Geldausgaben und
gönnen Sie ſich 8 oder 14 Tage Ausſpannung. Wir
wollen Ihnen beweiſen, daß eine Erholungsreiſe billiger
iſt als keine. Ein erfahrener Arzt nimmt hierzu das
Wort. Dann wird Ihnen in einem zweiten Aufſatz eine
kluge Hausfrau zeigen, wie Sie richtig und billig reiſen
können, und ein Reiſefachmann wird in einem dritten
Aufſatz praktiſche Fingerzeige geben.‟ Die Redaktion.
RDV. Welcher Großſtädter hat einen ſo geordneten Körper.
haushalt, daß er nicht ſtets mit Vorſchüſſen hängen würde, daß
er nicht immer mit Schulden an das Ruhebedürfnis ſeines
Or=
ganismus im Rückſtande wäre? Darum bleibt nichts anderes
übrig, als ſich wenigſtens von Zeit zu Zeit zu rangieren,
wenig=
ſtens von Zeit zu Zeit durch Erholung ſeine Ruhebilanz in
Ord=
nung zu bringen. Sich erholen, ſich zurückholen aus Ermüdung
einerſeits, aus Ueberreizung andererſeits, ſich körperlich und
gei=
ſtig umſtimmen, damit Leib und Seele in eine beſſere Stimmung
gebracht werden — dazu iſt das beſte Mittel die Reiſe. Denn die
Veränderung der Luft, ihrer Temperatur, ihres
Feuchtigkeitsgra=
des, ihrer Windverhältniſſe, ihrer Strahlungen und ihrer
Elek=
trizität ſind von größter Bedeutung für Appetit und Schlaf und
damit für das Wohlbefinden des Körpers; der Wechſel des Ortes
mit ſeinen Eindrücken auf alle unſere Sinne iſt aber von ebenſo
großem Einfluß auf den geiſtigen Appetit und auf das ſeeliſche
Ruhebedürfnis, und hat mithin denſelben wohltätigen Effekt auf
unſer Nervenſyſtem. Darum bedeutet jede Vergnügungsreiſe
Entſpannung und Auffriſchung zugleich, und dies in
konzentrier=
teſter Form.
Vergnügen jedoch iſt teuer. Soll man in wirtſchaftlich ſo
be=
drängten Zeiten, wie es die jetzigen ſind, nicht ſparſam ſein, nicht
ſorgſam jede Geldausgabe für Ueberflüſſiges meiden? Gewiß.
Aber die Erholungsreiſe iſt nichts Ueberflüſſiges, und ſcheint das
Reiſen teuer, ſo iſt das Nichtreiſen noch teurer; für jenes zahlt
man nur mit Geld, für dieſes mit unerſetzlichen Werten an
Ge=
ſundheit und Arbeitskraft.
Die Summe, welche der Organismus an Kraft und
Leiſtungs=
fähigkeit unwiederbringlich verliert, wenn man ihm keine
Er=
holung läßt, iſt groß; die Summe, welche man für eine Reiſe
aus=
gibt, braucht durchaus nicht groß zu ſein. Ja es iſt, vom geſund=
— Entlaſſungsfeier der Knabenabteilung der Dieſterwegſchule
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Oſtern,
Konfir=
mation, Schülerentlaſſung! Alljährlich im Frühjahr ein
Abſchied=
nehmen von der Schule und ein Hinaustreten ins Leben! — Bei
völlig ausverkauftem Haus ſtellte die Knabenabteilung der
Die=
ſterwegſchule eine Entlaſſungsfeier heraus, die ſich ſehen laſſen
konnte. In wochenlangen ernſten Vorbereitungen und
hingeben=
der Liebe zur Sache kam ein genußreicher Abend zuſtande,
Schülerchor und =Orcheſter ſowie Geſangsvorträge umrahmten die
Anſprache des Herrn Link, des Rektors der Anſtalt. Er führte
etwa folgendes aus: Feiern dieſer Art ſollen ein Band zwiſchen
Schule und Elternhaus herſtellen, insbeſondere eine
Entlaſſungs=
feier. Sie iſt die Schwelle, über die die jungen Menſchen
hinaus=
treten ins Leben, dem ſie ſich anvertrauen wie der Reiſende dem
Schiff, das ihn hinausträgt ins Meer. Aber wie dieſes ſeine
Opfer fordert, ſo auch der Ozean des Lebens. Mit Frohſinn,
Kraft und Wagemut banne die Tücken des Lebens. Leben heißt
kämpfen, opfern reifen, emporſteigen. Suche die Quellen der
Labung und Stärkung in der Wahrheit, Schönheit und Reinheit.
Tue deine Pflicht, ſei treu, charaktervoll und ausdauernd, geduldig
und fleißig ſo lernſt du deine Zukunft meiſtern. Erfülle den
Be=
ruf ganz, verdiene nicht nur, ſondern diene den deinen. Mit
einem „Glück auf” ſchloß Herr Rektor Link ſeine Anſprache, die
mit viel Beifall aufgenommen wurde. Hierauf
Prämienvertei=
lung. Nach kurzer Pauſe verabſchiedeten ſich die Schüler und
Schülertnnen in einem kurzen Spiel in acht Bildern: „Der falſche
Prinz”, frei nach Hauff, von Lehrern und Eltern. Sie boten
erſtaunliche Leiſtungen und gaben ſich mit größter Liebe der
Sache hin Prächtig waren die Koſtümierung und Inſzenierung
ſo=
wie die Tänze am Schlußbild. Für die große Mühe der
Ein=
ſtudierung dankte am Schluſſe der Aufführung Herr Rektor Link
Fräulein Leeder. Aus dem Beifall der Zuhörer ging hervor,
daß alle Anweſenden mit dem Verlauf der Feier zufrieden waren.
— Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 59 erſchienen. Dieſe
verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraft=
fahrzeugen jeder Artin den 18 Kreiſen
desVolks=
ſtaates Heſſen (Kennzeichen VS VR, 10) für die Zeit
vom 1.—15. März 1931. Die Autoliſten enthalten die Angaben
in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf.
Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers. Type, Motornummer,
Hub=
raum in ccm (und PS), Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen
ſind durch X kenntlich gemacht: Die Meldungen ſind geordnet
nach den drei Provinzen (V, VR, V0) und Kreiſen, und innerhalb
dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen
wer=
den beſonders geführt. — Die Autoliſten ſind eine wichtige
Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahr=
zeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929, und
unent=
behrlich, weil ſie laufend neueſtes
Adreſſenmate=
rial liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich zwei
Liſten. Die ſpäteſtens am 10, eines Monats ausgegebene Liſte
enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des
voraufgegange=
nen Monats und die ſpäteſtens am 25 eines Monats
ausgege=
bene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des gleichen Monats.
Wegen des Bezugspreiſes val. Anzeige! Anfragen richte
man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.
— Orpheum. Heute: Sonder=Vergünſtigung für Abonnenten
des Tagblatts. 50 Prozent Preisvergünſtigung
erhal=
ten Abonnenten und Leſer des Tagblatts für die heutige
Aufführung „Das Land des Lächelns”, gegen Vorlage des
Ausſchnittes heutiger Anzeige in der Vorverkaufsſtelle Ernſt=
Ludwigsſtraße 14, vormittags von 11 bis 1 Uhr und
nachmittags von 3 bis 6 Uhr, ſowie an der Abendkaſſe des
Orpheums von 7 bis 8 Uhr. (Siehe Anzeige.)
Skiklub Darmſtadt—Odenwald. Unter Bezugnahme auf
unſere Anzeige vom 13. März weiſen wir nochmals auf den
Mel=
deſchluß der Kurſe am Donnerstag, den 26. d. M., hin. (
Sport=
haus Adelmann.) Die Schneeverhältniſſe (1 Meter) beim
Wal=
demar=Peterſen=Haus ſind ſehr gut.
heitlichen Standpunkt aus betrachtet, ſogar zweckmäßiger, für die
Erholungsfahrt weniger aufzuwenden, ſich körperlich und geiſtig
eine gewiſſe Beſchränkung aufzuerlegen in den Genüſſen, welche
die Reiſe bietet. Zunächſt hat eine zeitlich nicht ſo lange ausge=
unterwegs nicht jeden Abend Theater und Vergnügungsſtätten
beſucht, ſo ſpart man nicht bloß Geld, man ſpart vielmehr, was
für die Erholung noch mehr in Betracht kommt, auch Nervenkraft,
und wenn irgendwo, ſo gilt in der Fremde der Grundſatz, daß
weniger mehr ſein könne,
Das bezieht ſich auch auf das Eſſen Der Ausnahmezuſtand,
der durch die Reiſe eintritt, beſeitigt ſonderbarerweiſe bei den
meiſten Menſchen die Hemmungen, welche der natürliche Inſtinkt
einer zu reichlichen Nahrungszufuhr entgegenſetzen ſollte. Auf
jeder Eiſenbahnfahrt kann man die Beobachtung machen, daß
bummelnde Vergnügungsreiſende Mengen an Nahrungsmitteln
zu ſich nehmen, die ausreichen würden, einen Schwerarbeiter mehr
als genügend zu ſättigen. Und wie in der Quantität, ſo
ſündi=
gen Erholungſuchende auch in der Qualität ihres Menus: darauf
eingeſtellt, ſich unterwegs möglichſt intenſiv, ihrem Vergnügen
hinzugeben, tun ſie ſich an Speiſen und Getränken gütlich, die ſie
ſich in der Heimat niemals oder nur ſelten leiſten würden. Gerade
das Ungewohnte reicht ihnen dann oft zum Verderben und macht
aus der Vergnügungsreiſe einen Leidensweg. Auch hier gehen.
die Anforderungen der Sparſamkeit Hand in Hand mit denen der
Hygiene, und je ſparſamer, einfacher und mäßiger man ſich auf
der Reiſe nährt, um ſo wohltätiger iſt das nicht nur für den
Geldbeutel, ſondern auch für den Magen.
Wenn man ſich eine Erholungsreiſe billig einrichtet, ſo wird
man ſich nach alledem nicht weniger, ſondern mehr erholen, und
es wäre höchſt kurzſichtig gehandelt, wollte man gerade in
Zei=
ten erſchwerten wirtſchaftlichen Kampfes, da man alle ſeine
Kräfte braucht, auf Koſten ſeiner körperlichen und geiſtigen
Stär=
kung an der nötigen Auffriſchungsreiſe ſparen. Es würde ſich
im Verlaufe der Zeit unweigerlich herausſtellen, daß die
Rech=
nung falſch war, und daß eine Erholungsfahrt in der Tat
billi=
ger geweſen wäre als keine.
Aus dem Gerichksſagl.
Aw. Schon wieder hatte ſich die Große Strafkammer
am Dienstag mit Ausſchreitungen aus politiſchen Motiven zu
be=
ſchäftigen. Am 12. Februar vorigen Jahres hatten die
Offen=
bacher Nationalſozialiſten eine Parteiverſammlung im
Schützen=
hof in Offenbach anberaumt, zu der der Frankfurter S.A. als
Saalſchutz beordert war. Als der S.A. an die heſſiſche Grenze
kam wurde er von der Schupo empfangen, die die Leute erſt nach
Waffen durchſuchte und dann in Trupps von fünf Mann
ab=
marſchieren ließen. Einer dieſer Trupps wurde aus einer
Men=
ſchenmenge, die kurz zuvor an einer kommuniſtiſchen
Verſamm=
lung teilgenommen hatte, überfallen, und zwei von ihnen ganz
erheblich mißhandelt, ſo daß der eine 14 Tage, der andere einen
Monat arbeitsunfähig war. Es wurden nun vier
Offen=
bacher, ein 46jähriger Heizer, ein 48jähriger Hilfsarbeiter, ein
21jähriger Hilfsarbeiter und ein 22jähriger Schleifer, wegen
gemeinſchaftlicher gefährlicher
Körperverlet=
zung angeklagt und am 10. Oktober vorigen Jahres vom
Offenbacher Bezirksſchöffengericht zu 3. 5. 4 und 4 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt. Sämtliche vier Angeklagte legten Berufung
mit dem Ziel auf Freiſpruch ein. Die Staatsanwaltſchaft legte
vorſorglich Berufung ein. Alle vier beteuern heute ihre
Un=
ſchuld. Alle ſeien ſie nur zufällig an den Ort der Händlung
ge=
kommen und hätten keinen Finger gerührt. Der erſte und der
letzte bekamen ſogar hinterrücks Stichverletzungen, ſo daß der
letzte ſogar ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der
Vor=
ſitzende, Landgerichtsdirektor Meyer, legte den Angeklagten
wie=
derholt nahe, ihre Berufung wenigſtens auf das Strafmaß zu
beſchränken, da die große Gefahr einer Verurteilung wegen
Land=
friedensbruchs für ſie beſtehe.
Die Zeugen erbringen einwandfreie Schuldbeweiſe der
An=
geklagten, insbeſondere eine junge Frau belaſtet die beiden
letz=
ten Angeklagten außerordentlich, die in gemeinſter Weiſe
zuſam=
men mit anderen auf einen bewußtlos am Boden Liegenden
ge=
ſchlagen und getreten hätten, ſo daß ſie in ihrer hellen
Empö=
rung auf den dritten Angeklagten eingeſchlagen habe. Dieſe
bei=
den Angeklagten bringen noch drei ganz neue Entlaſtungszeugeg
und verſuchen die junge Zeugin als unglaubwürdig hinzuſtellen.
Der Staatsanwalt iſt der Anſicht, daß die Angeklagtes
wegen Landfriedensbruch verurteilt werden müßten. Er beanz
tragt 8 und 10 Monate, 1 Jahr und 10 Monate Gefängnis, denn
man müſſe durch energiſche Beſtrafung dieſer ewigen politiſchen
Schlägereien endlich einmal dafür ſorgen, daß wieder Ruhe und
Frieden im deutſchen Vaterlande einkehre.
Das Gericht weiſt die Berufung der Angeklagten zurück. Es
hebt das erſtinſtänzliche Urteil auf die Berufung der
Staatsan=
waltſchaft auf und verurteilt die Angeklagten wegen
Land=
friedensbruch zu 6 und 6 Monaten 1 Jahr und
9 Monaten Gefängnis. Der volle Tatbeſtand des
Land=
friedensbruchs ſei gegeben, führt der Vorſitzende in der
Urteils=
begründung aus und die Schuld ſämtlicher Angeklagten
einwand=
frei erwieſen. Von geradezu abgrundtiefer Gemeinheit ſei das
Verhalten der beiden letzten Angeklagten geweſen, das nicht ſtreng
genug beſtraft werden könne. Insbeſondere der dritte Angeklagte,
deſſen Lächeln bei dem Plädoyer des Staatsanwalts er rügt. Der
junge Mann müſſe erzogen werden und habe deshalb ein Jahr
Gefängnis bekommen. Einzig mildernd ſei ihre Jugend, die den
dritten Angeklagten diesmal noch vor dem Zuchthaus bewahrt
habe.
Die Verhandlung gegen die Bensheimer
Kommuniſten, die auf Montag angeſetzt war, mußte wegen
plötzlicher Erkrankung des Vorſitzenden bis auf weiteres vertagt
werden.
Vortrag über die Städtiſchen Handelsſchulen. Wir weiſen
unſere Leſer nochmals auf den heute Abend ſtattfindenden
Vor=
trag des Herrn Direktors Dr. Zeiger über: Ziele und Aufgaben
der Städtiſchen Handelsſchulen hin. (Siehe Anzeige.)
Tor ROrlOATA
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Darmstadt
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Mittoch, den 25. März 1931
Nummer 84
Mik Ruckſack oder Skadtkoffer?
Von Schulrat Heinrich Haſſinger, Darmſtadt.
Welch eine Frage. Natürlich jedes zu ſeiner Zeit. Jeder
vernünf=
tige Menſch wird ſeinen Koffer nehmen, wenn er verreiſt; wenn er aber
wandert, dann .
Alſo, du meinſt, dann müßte er ſelbſtverſtändlich ſeinen Ruckſack auf
den Nücken hängen?
Weun er vernünftig iſt, ja.,
Dann gibt’s aber immer noch reichlich viel Unvernünftige. So,
meinſt du, mir iſt das noch nicht aufgefallen. Ja, weil du nicht
hinaus=
kommſt. Aber geh’ nur mal Sonntags draußen umher, dort, wohin
„man” ſo ſeine Ausflüge macht. Du wirſt erſtaunt ſein, wie viele „
Da=
men” du da mit ihrem Stadtkoffer durch den Wald ſtreifen oder auf der
Straße daherkommen ſiehſt. Ich ſpreche nicht von ein paar alten Damen,
die nur gerade das Notwendigſte gehen wollen, nein, ich ſpreche von den
jungen Dingern, die ſicherlich gar keinen Ruckſack haben, weil das
Ruck=
ſacktragen noch nicht Mode war wie der Stadtkoffer. Als Mode ja! Aber
wie kann man denn . . . nein, da könnten ja die Leute denken . . . Weißt
du, neulich habe ich eine Schulklaſſe auf der Wanderung getroffen, da
waren doch ſage und ſchreibe ein gutes Dutzend von dieſen
vierzehnjäh=
rigen Mädels, die mit ihrem Stadtkoffer durch die Landſchaft ſtolverten.
Gut, vielleicht haben ſie keinen Ruckſack, brauchen aber etwas, wohinein
fie ihre Brote verſtauen, denkſt du. Aber warum haben denn die Buben
durchweg ihren Ruckſack? Da muß doch ein Unterſchied im Denken
be=
ſtehen. Und das, glaube ich, iſt unſer Recht, uns gegen den Stadtkoffer
zu wehren, wenn er jetzt auch in den Jugendherbergen einziehen ſoll.
Man ſieht es ſchon hier und da. Denn mit dieſem Stadtkoffer kommt
ein gewiſſer Geiſt, ſo ein Geiſt, der nach Puder und Schminke riecht und
dem nichts mondän, genug ſein kann. Unſere Jugendherbergen ſollen
modern ſein, wir denken nicht daran, ſie veralten, und verſtauben zu
laſſen, und die Jugend, die dort einkehrt, ſoll natürlich um heutiges
Le=
ben und heutige Kämpfe und heutige Lebensgeſtaltung wiſſen, aber ſie
ſoll um Himmelswillen nicht mondän ſein. Mondän ſein, das heißt,
nach der Meinung einiger Leute fragen, die nur Aeußerlichkeit ſind, und
ſich — ob’s paßt oder nicht — nach dieſer Meinung richten. Und dahin
gehört auch der Stadtkoffer. Die mit ihm wandern, die haben immer ſo
ein bißchen mondänes Gift im Köpfchen. Und deshalb, wenn’s ans
Wan=
dern geht, her mit dem Ruckſack und in den Schrank mit dem
Stadt=
koffer. Den könnt ihr wieder hervorholen, wenn ihr zu der Großmutter
nach Berlin fahrt.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. Nachdem die
Schluß=
klaſſe der 36. (262.) Lotterie am 14. ds Mts. beendet wurde und
nach Erſcheinen der amtlichen Gewinnliſte die Auszahlung auch der
größeren Gewinne erfolgen kann, von denen ein ſehr erheblicher
Teil nach Darmſtadt gefallen iſt, geziemt es ſich über den Verlauf
der verfloſſenen Lotterie ein Urteil zu fällen. Wir dürfen zunächſt
feſtſtellen, daß alle Befürchtungen, die ſeit Oktober vorigen Jahres
an der Wiederherſtellung des alten Friedenspreiſes gehegt
wur=
den, erfreulicherweiſe nicht eingetroffen ſind, ſondern die Loſe auch
diesmal wieder faſt reſtlos ausverkauft wurden. Es mag dieſes
als Beweis dienen, wie ſehr das ſpielende Publikum ſich bewußt
iſt, daß durch die verdreifachte Chance der Mittelgewinne das
Spiel lohnender geworden iſt und ſich dadurch nicht verteuert,
ſon=
dern eher verbilligt. Freilich liegt es im Charakter der Lotterie,
daß nicht jeder gewinnen kann, da die Gewinne aus dem
Geſamt=
fonds aller Loſe gedeckt werden. Es werden aber immerhin 43,5
Prozent aller Loſe gezogen, und es iſt allen Spielern klar, daß nur
sdauer zum Ziele führen kann. Wenn man von den
Einſatz=
gewinnen abſieht, ſo ſind diesmal — neben größeren Gewinnen —
eine mindeſtens dreifache Anzahl mittlerer
Ge=
winne nach Darmſtadt gefallen. Das hat außerordentlich
be=
lebend gewirkt, ſo daß die Nachfrage noch Loſen für die am 20. und
21. April ds. Is beginnende 1. Klaſſe der 37 (263.) Lotterie eine
ſehr rege iſt. Wir empfehlen daher allen Spielluſtigen, ſich die
Loſe rechtzeitig zu ſichern.
— Letzte Paſſionsandacht in der Johanneskirche. Bei einer
Paſſionsfeier heute abend um 8 Uhr ſingt die Kurrende der
Jugendbünde der Johannesgemeinde Sätze von M. Vulpius (1560
bis 1615), H. L. Haßler (1564—1612) und Joh. Seb. Bach (1685
bis 1750). Außerdem kommt eine Pilatusßzene zum Vortrag, die
früher zur Oſterzeit im Kirchſpiel Sörg in Mittelkärnten
auf=
geführt wurde. Handelnde Perſonen ſind: Pilatus, Juden und
eine Schar Chriſten. Die Weiſe iſt alt und wurde von zwei
Bäuerinnen aus jener Gegend vorgeſungen und im Jahre 1912
von Walter Henſel auſgezeichnet. Der dreiſtimmige Satz der
Chriſtengemeinde iſt ebenfalls von Walter Henſel. Der Eintritt
zu dieſem Gottesdienſt iſt frei.
— Verein Freundinnen junger Mädchen. Wir bitten die
Hausfrauen, ihre Hausangeſtellte auf den Donnerstagabend
auf=
merkſam zu machen, an dem ſich die evangeliſchen Hausangeſtellten
aus allen Bünden, im Gemeindehaus, Kiesſtraße, zu einer
Berufsvereinigung zuſammenſchließen.
— Ueber 4½ Millionen Sozialbeiträge weniger. Durch die
im September vorigen Jahres erlaſſene Notverordnung wurde
be=
kanntlich den Krankenkaſſen eine Senkung der Mitgliedsbeiträge
auferlegt und auch gewiſſe Vorausſetzungen für eine ſolche
Sen=
kung geſchaffen. Als eine der erſten unter den großen Kaſſen
ſetzte damals die Krankenkaſſe des Deutſchnationalen
Handlungs=
gehilfen=Verbandes ihre Beiträge herab. Die vorbildliche
Schnel=
ligkeit hatte nicht zuletzt ihre Urſache darin, daß der
Deutſchnatio=
nale Handlungsgehilfen=Verband ſich ſchon ſeit Jahren für eine
Neuordnung des Krankenkaſſenweſens einſetzte, die in der
Notver=
ordnung grundſätzliche Anerkennung findet. Jetzt überraſcht die
Krankenkaſſe die Oeffentlichkeit durch eine weitere
Beitragsſen=
kung zum 1. März 1931. Mit dieſer Senkung überſchreitet ſie
be=
reits das mit der damaligen Notverordnung angeſtrebte Ziel.
Durch die beiden Beitragsſenkungen hat die Kaſſe einen
Ein=
nahmeausfall von jährlich über 4½ Millionen RM., d. h. alſo,
daß die gleiche Summe von den rund 265 000 Mitgliedern dieſer
Kaſſe geſpart wird. Das iſt eine vorbildliche Regelung, die nicht
nur Nachahmung verdient, ſondern auch der Leiſtungsfähigkeit
der Kaſſe ein gutes Zeugnis ausſtellt.
— Orpheum. — „Das Land des Lächelns.‟ Der andauernde
Erfolg der nach einmütiger Feſtſtellung der geſamten Kritik ganz
hervorragenden Operetten=Aufführung des Berliner Rotter=
Bühnen=Gaſtſpiels hat die Direktion des Orpheums veranlaßt,
das Gaſtſpiel einſtweilen noch fortzuſetzen. Die erfolgreiche Lehar=
Operette kann alſo die nächſten Abende noch beſucht und genoſſen
werden.
Immer wieder wird von den Hausfrauen=Organiſationen
betont, daß die Einführung der Elektrizität in den Haushalt aus
hygieniſchen, kulturellen und volkswirgſchaftlichen Gründen auf
jede Weiſe zu fördern iſt, da die Elektrizität das wirkſamſte Mittel
darſtellt, den deutſchen Hausfrauen ihren ſchweren Beruf zu
er=
leichtern und ihnen Zeit und Kräfte freizumachen für Betätigung
neben der eigentlichen Hausarbeit. Für alle Hausfrauen die an
der Rationaliſierung ihres Haushaltes intereſſiert ſind, dürfte es
von großem Intereſſe ſein, daß im Heaghaus (Luiſenſtraße 12/16)
jede Woche Vorträge ſtattfinden, in denen an Hand von praktiſchen
Kochvorführungen gezeigt wird, daß tatſächlich keine andere
Energieart beſſer geeignet iſt, die Küchenarbeit der Hausfrau zu
erleichtern, als die Elektrizität. Der nächſte dieſer Vorträge
fin=
det am kommenden Freitag, den 27. März nachmittags 4 Uhr, bei
freiem Eintritt ſtatt. Der Beſuch dieſes Vortrages iſt allen
Haus=
frauen nur zu empfehlen.
Fahrraddiebſtähle. Es liegt Veranlaſſung vor,
Fahrradbe=
ſitzer ernſtlich zu warnen, ihre Fahrräder unangeſchloſſen oder ſo
unvorſichtig aufzuſtellen, daß ſie von Fahrraddieben ohne jegliche
Schwierigkeit geſtohlen werden können. Täglich werden in
Darm=
ſtadt Fahrräder geſtohlen, und immer wieder wird durch die
Kriminalpolizei feſtgeſtellt, daß die betreffenden Räder
unange=
ſchloſſen längere Zeit geſtanden haben, oder an einem Ort
abge=
ſtellt worden waren, an dem der Dieb in aller Ruhe den Verſchluß
des Rades löſen konnte. Auf dieſe Weiſe wurden innerhalb acht
Tagen in Darmſtadt zehn zum Teil ſehr wertvolle Fahrräder
ge=
ſtohlen. Die Ermittlung der Fahrraddiebe iſt in vielen
Fäl=
len ſehr erſchwert, weil dieſe erfahrungsgemäß ſich ſofort mit dem
Rad aus Darmſtadt entfernen und es 50 bis 80 Kilometer vom
Tatort entfernt verkaufen.
*Die Autokaskoverſicherung.
Das Reichsgericht hebt Kammergerichtsurkeil auf und entſcheidek zugunſten der Aukobeſither.
Die Frage, ob eine Verſicherungsgeſellſchaft von der
Verpflich=
tung zum Erſatz des entſtandenen Schadens (Autokaskoverſicherung)
auch dann frei wird, wenn der Verſicherungsnehmer den
Verſiche=
rungsfall zwar nicht vorſätzlich bzw. durch grobe Fahrläſſigkeit,
ſondern nur fahrläſſig herbeigeführt hat, war in letzter Zeit
häufig der Gegenſtand der Rechtſprechung. Ein
Kammergerichts=
urteil, das den letzteren, den Automobiliſten feindlichen
Stand=
punkt, vertreten hatte, hat viel Verwirrung angerichtet. Um ſo
erfreulicher iſt es daß nunmehr das Reichsgericht in einer ſoeben
ergangenen Entſcheidung dieſes Urteil des Kammergerichts
auf=
gehoben hat."
Der Entſcheidung lag folgender Fall zugrunde:
Der Kläger, Inhaber eines Kraftdroſchkenfuhrunternehmens,
hatte für ſeine Kraftwagen bei der Zentraleuropäiſchen
Verſiche=
rungsbank auf Grund einer ſogenannten gemiſchten Police eine
Haftpflicht= und Kaskoverſicherung genommen. Als er mit einem
verſicherten Wagen eines Tages in der Nähe von Delitzſch in
ſchneller Fahrt einen früheren Feldweg benutzte, der nur in ſeinem
vorderen Teil gepflaſtert war, fuhr der Kraftwagen auf dem
un=
gepflaſterten Teile des Weges in zwei große Sandhaufen hinein.
Bei dem Verſuche, den tief im Sande ſitzenden Wagen mit eigener
Kraft wieder flott zu bekommen, geriet der Wagen plötzlich in
Brand und wurde vollkommen zerſtört — Die aus der
Autokasko=
verſicherung in Anſpruch genommene Verſicherungsgeſellſchaft
ver=
weigerte die Zahlung, weil grobes eigenes Verſchulden des
Ver=
ſicherten vorliege. Landgericht und Kammergericht Berlin
haben die Klage abgewieſen. Im Gegenſatz zum Landgericht, das
grobes eigenes Verſchulden des Verſicherten angenommen hatte,
ſtellte das Kammergericht nur eine einfache Fahrläſſigkeit feſt. Die
Autokaskoverſicherung ſei aber als Transportverſicherung im Sinne
des § 130 V. V.G. anzuſehen, ſo daß ſchon leichte Fahrläſſigkeit
des Verſicherten bei der Verurſachung des Schadens genüge.
den Verſicherungsſchutz auszuſchließen. Eine ſolche Fahrläſſie
des Klägers ſei darin zu finden, daß er mehrere Male ver
habe, den tief im Sande feſtgefahrenen Wagen mit eigener K
herauszubringen, anſtatt ihn durch ein Pferdegeſpann here
ziehen zu laſſen.
Dieſes Urteil iſt auf die Reviſion des Klägers vom 7. 31
ſenat des Reichsgerichts aufgehoben worden, die Sache wurde
neuer Verhandlung und Entſcheidung an die Vorinſtanz
zu=
verwieſen. Mit den folgenden für Verſicherungs= und Kraftfah
kreiſe gleichermaßen bedeutungsvollen Entſcheidungsgrunden:
Senat ſieht zwar in der Autokaskoverſicherung eine Transport
ſicherung; aber dieſe Art der Transportverſicherung iſt im
ſicherungsvertragsgeſetz nicht geregelt, ſondern nur der Trans
von Gütern durch Transportmittel der Binnenſchiffal
Dieſe Regelung bezieht ſich alſonicht aufſonſtige Tra
portmittel und auch nicht auf Autos. Infolgede
können auch die Beſtimmungen des § 130 V.V.G. auf
Autokaskoverſicherung keine Anwendung finden.
kann alſo nicht ſchon einfache Fahrläſſigkeit des Autofahrers
Verſicherungsanſpruch ausſchließen. Es muß vielmehr den Ver
rungsgeſellſchaften überlaſſen bleiben, dieſe Art der
Verſiche=
beſonders in ihren allgemeinen Verſicherungsbedingungen
regeln. Das Kammergericht iſt davon ausgegangen, daß auf
Autokaskoverſicherung des Klägers die Beſtimmung des 8
Satz 1 V. V. G. Anwendung finde. Dieſer Ausgangspu
iſt —wieausgeführt — rechtswidrig. Es iſt nunr
in neuer Verhandlung eingehend nachzuprüfen, ob hier eint
oder grobe Fahrläſſigkeit vorliegt. Nur beim Vorlieg
grober, Fahrläſſigkeit würde gemäß 8 61 V.VG.
Verſicherungsanſpruch des Klägers ausgeſchloſſen ſein, (VTT 281
Urteil des Reichsgerichts vom 13. März 1931.)
Eine Verſammlung der Radikal=Demokratiſchen Partei,
Gruppe Heſſen, fand geſtern abend im Konkordiaſaal ſtatt. Rektor
Hüſgen=Frankfurt a. M. eröffnete die Kundgebung und
be=
gründete die Bildung der Radikal=Demokratiſchen Partei aus der
Unſicherheit der politiſchen Verhältniſſe, die ein klares Eintreten
der entſchieden demokratiſchen und ſozialen Elemente verlangten.
Der Gauleiter für Süddeutſchland, Stündt=Nürnberg,
gloſ=
ſierte die Entwicklung, die zum Ende der Demokratiſchen Partei
und zur Gründung der Staatspartei führte Für „Parteien der
Mitte” beſtünde im heutigen Deutſchland keine
Exiſtenzberechti=
gung mehr. Lediglich das Zentrum, das ebenſo ſcharfe Kritik wie
die Staatspartei und die übrigen Parteien erfuhr, könne als
Mit=
telpartei bezeichnet werden. Die Lücke zwiſchen der
Sozialdemo=
kratie, deren gegenwärtiges Eintreten als wahre „Staats”=Partei
alle Anerkennung verdiene, und der Rechten wolle die R.D.P.
ausfüllen. In beinahe zweiſtündigen Ausführungen entwickelte
der Redner dann die Forderungen der R.D P. ſo u. a.:
Bekennt=
nis zum Pazifismus Auswertung unſerer Poſition als
abgerüſte=
tes Land für den Minderheitengedanken, Einheitsſtaat,
Bekennt=
niszwang der Beamtenſchaft zum Staat, ſtärkſte ſoziale Bindungen
für die heute noch anerkannte Privatwirtſchaft, Ablehnung des
Klaſſenkampfes, Ende der Subventionspolitik, beſonders der
Landwirtſchaft, intenſive Bodenreform. Bekämpfung der
Arbeits=
loſigkeit aus Mitteln des Reichswehretats, Schul=, Ehe= und
Strafrechtsreform. Als Vorbild des demokratiſch=republikaniſchen
Menſchen bezeichnete der Sprecher die beiden Präſidenten der
Republik: Ebert und Hindenburg.
Provinzialtag. Die auf Samstag den 28. März,
vormit=
tags 9.30 Uhr, anberaumte Sitzung des Provinzialtages der
Pro=
vinz Starkenburg iſt beſonderer Umſtände wegen abgeſetzt worden.
Hafsentzündung
und Erkältung
, 1
— Neue Großfilme in den Lichtſpieltheatern. Im
Union=
theater findet heute Premiere des erſten deutſchſprachigen
Greta=Garbo=Tonfilms. Anna Chriſti” ſtatt. Greta Garbo ſpricht
deutſch! In weiteren Hauptrollen ſind Hans Junkermann Theo
Shall und Salka Steuermann beſchäftigt. Beginn 3,45, 6,00 und
8,20 Uhr. — Das Helia=Theater zeigt ab heute in
Erſt=
aufführung den Großfilm von der franzöſiſchen Revolution.
Dan=
ton” mit Fritz Kortner in der Titelrolle. Weitere Hauptdarſteller
ſind Guſtav Gründgens (Robespierre), G. v. Wangenheim (
Des=
moulins), Ernſt Stahlnachbaur (Ludwig XI.), Gg. John (
Fou=
quier), Lucie Mannheim (Dantons Frau), Alex Granach (Marat)
u. a. Regie: Hans Behrend. Im Beiprogramm läuft ein
köſt=
licher Mickyfilm: Kabarett Unterſee”, Beginn 3,45, 6,00 und 8,20
Uhr. — In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man noch wenige
Tage die beiden beliebten Komiker Pat und Patachon als
Kanni=
balen. Dieſer luſtige Film iſt auch für Jugendliche zugelaſſen.
Beginn 3,45, 6,00 und 8,20 Uhr.
Polizei und Publikum lautet das Thema, über das Herr
Miniſterialrat Dr. Siegert am Donnerstag, den 26. März,
abends 20,30 Uhr, in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums,
Karlsſtraße 2 ſpricht. Die Polizei die heute eine ganz andere
Rolle ſpielt, legt den größten Wert darauf, mit dem Publikum in
beſter Fühlung zu ſtehen. Der Redner wird deshalb in ſeinem
Vortrag auf die Bedeutung dieſer Arbeit näher eingehen
wes=
halb jeder Staatsbürger dieſem Vortrag das größte Intereſſe
ent=
gegenbringen ſollte. (Alles Nähere ſiehe in der heutigen Anzeige.)
Unglaublich, aber wahr. In letzter Zeit wurde an dem
Hauſe Grafenſtraße 12 eine große Schaufenſterſcheibe mit einem
Diamanten oder einem ſonſtigen ſcharfen Gegenſtande kreuz und
quer angeritzt. Dieſelben Sachbeſchädigungen wurden auch noch an
weiteren Schaufenſtern innerhalb der Stadt feſtgeſtellt. Perſonen,
die ſachdienliche Angaben machen können, werden erſucht, bei der
Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31/33, Zimmer 12. vorzuſprechen.
Feſtnahme. Der 35jährige Kunſtmaler Johann Proell aus=
Wien wurde wegen verſchiedener Schwindeleien, die er in
Süd=
deutſchland begangen hat, in Darmſtadt feſtgenommen und dem
Richter vorgeführt.
Wer kann Angaben über einen jungen Mann machen? Am
23. März 1931 gegen 7.30 Uhr wurde einer Milchhändlerin vor
dem Marienhoſpital am Martinspfad aus ihrem Handwagen eine
Geldtaſche zum Umſchnallen, um die Hüften mit zirka 120 Mark
Inhalt geſtohlen. In der Taſche befanden ſich noch zwei
Medail=
lons. Als Täter kommt ein zirka 17= bis 19jähriger Burſche in
Frage, der ſich um dieſe Zeit in der Nähe des Milchhandwagens
herumtrieb. Perſonen, die in bezug auf den als dringend
ver=
dächtigen jungen Mann und auch über den Verbleib der Geldtaſche
mit Inhalt Angaben machen können, erhalten gute Belohnung.
Sie werden gebeten, umgehend bei der Kriminalpolizei,
Hügel=
ſtraße 31/33, Zimmer 3, vorzuſprechen.
Tageskalender für Mittwoch, den 25. März 1931.
Heſſiſches Landestheater, Gr. Haus Anfang 20 Uhr,
Ende 22,15 Uhr: „Wozzeck”, B 18. — Kleines Haus: Keine
Vorſtellung. — Orpheum, 20.15 Uhr: Das Land des
Lächelns”, — Konzerte: Zur Oper, Rheingauer
Wein=
ſtube, Schloßkeller, Datterich, Zum Tropfſtein. Sportpl.=Reſt.
am Böllenfalltor, Alter Ratskeller. — Muſikvereins=
Saal, 20 Uhr: Lieder=Abend Helene Kübling. —
Kino=
vorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Vortrag, von Herrn Dr. med. Jockel. 20 Uhr, im Ludwig=
Georgs=Gymnaſium: Die natürliche Lebensweiſe und die
Maßnahmen der natürlichen Heilweiſe‟.
Orphenm.
Man hat viel Rühmens gemacht von der Aufführung der 9
ſchen romantiſchen Operette „Das Land des Lächelns”, die
Tagen im Orpheum geſpielt wird. Die Aufführung verdient dieſes
in reichem Maße, die Aufführung und die Operette ſelbſt. Lehär
mit dem Welterfolg ſeiner „Luſtigen Witwe” ſchon das große Los
zogen hat, iſt Glückspilz genug, zweimal im Leben zum großen Tr
zu kommen. Ein ſüßer Zcuber iſt über dieſe Muſik gebreitet.
das berückende „Dein iſt mein ganzes Herz” allein iſt echteſte W
Muſik und atmet den ganzen Zauber der Wiener Stadt, der W.
Luft, der Wiener Frauen, ſondern eine Fülle reizvollſter Melodie
prickelndem Rhythmus und wirkſamſtem Orcheſtergewande erklingt
haftet noch lange im Ohr, wenn der Vorhang längſt gefallen. Au
rung und Aufmachung gehen weit über das hinaus, was man bil
weiſe vom Orpheum erwarten kann.
Kammerſänger Gredinger, als Prinz, in Stimme und
gleich hervorragend, Hilde Lampé als Gräfin Liſa, eine Sän
mit blendender Höhe und von vornehmer Darſtellung, und die
entzückend ſingende und tanzende Alice Grobois als Prinzeſſin
die ſtürmiſch beklatſcht wird, namentlich wenn ſie mit ihrem Pa
W. Neuſch, der als Graf Pottenſtein glänzende Figur macht,
Schlager ſingt. Das iſt ein Enſemble, das verwöhnten Anſprüch
jeder Hinſicht gewachſen iſt.
Geſchmackvoll und überlegen leitet R. Funkenſtein das ſe
ſpielende Orcheſter — und wir meinen, die Geſamtaufführung
ſehensſert, daß das Orpheum gefüllt ſein müßte, auch wenn nicht,
tatſächlich der Fall iſt, auf alle numerierten Sitze für die Abonn
des Darmſtädter Tagblatts 50, Proz. Preisnachlaß gewährt würde
Lokale Veranſtalkungen.
Die bierunter erſcheinenden Nofizen ſind ausſchſießlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befro
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Chriſtlicher Verein junger Männer E
Darmſtadt, Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Zu un
heute Mittwoch abend ſtattfindenden Bibelſtunde laden
freundlich ein. Jeder junge Mann iſt willkommen. Nachmi=
3.30 Uhr kommt die Jungſchar zuſammen (Buben von 10
Jahren). Gleichzeitig weiſen wir auf den Vortrag komme
Sonntag. 29. März, hin, in dem Herr Philipp Nöll über
aktuelle Thema „Induſtrie und Technik von heute” ſpricht.
— Elſaß=Lothringer=Vereinigung. Darmſ
Auf den am 28. März, abends 8.15 Uhr, im Fürſtenſaal. Gre
ſtraße, ſtattfindenden Vereinsabend werden die Mitglieder
hieſigen Ortsgruppe aufmerkſam gemacht. Näheres iſt in
Anzeigenteil dieſer Nummer zu erſehen.
Verein für naturgemäße Lebens= und He
weiſe (Naturheilverein), Darmſtadt. Es wird nochmals
den heute abend 8 Uhr, im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=
Gy=
ſiums (Eingang Karlsſtraße) ſtattfindenden Vortrag des H
Dr. med. Rud. Jockel, hier, über „Naturgemäße Heilweiſe‟,
Lichtbildern (ſiehe vorgeſtrige Anzeige) verwieſen. Um r
Beſuch wird gebeten! Gäſte willkommen.
Vereinskalender.
— Bund der Kaufmannsjugend im D. H. V., O
gruppe Darmſtadt. Heute, Mittwoch abend, im Heim: Vor
des Koll. Fr. Martens=Frankfurt über „Der deutſche Kaufn
im Auslande.”
Aus den Parkeien.
— Jugendgruppe der Deutſchen Volkspar
Heute, Mittwoch, abends Unterhaltungsabend im Guten!
Eingeführte Gäſte ſind willkommen.
Skimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltioen keißerlel
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Um1
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Vergleichende Milchpreiſe.
Es ſteht einwandfrei feſt, daß das Hofgut Kranichſtein
Vollmilch in der Gemeinde Arheilgen zu 24 Pfg. das Liter
ſeine Abnehmer verkauft. Dieſes ſoziale Verſtändnis gegen
der notleidenden Bevölkerung iſt hoch anzuerkennen. Jeden
kommt aber das Gut immer noch auf ſeine Koſten, denn es
ſicherlich auch nichts zu verſchenken.
Dasſelbe Gut nimmt aber von ſeinen Darmſtädter Abnehr
nach wie vor 30 Pfg. für das Liter. Es iſt nun nicht verſtänd
warum die Gutsverwaltung Kranichſtein ſeinen Darmſtädter
nehmern nicht das gleiche Entgegenkommen zeigt, wie ſie es
Arheilgern gegenüber tut, zumal doch ſicherlich bei erſteren
Familien ſind, die ebenſo mit der Not zu kämpfen haben wie
der letzteren. Die kleine Wegſpanne mehr, die Darmſtadt we
als Arheilgen vom Hofgut entfernt liegt, kann dieſe gewal e
Preisdifferenz von 6 Pfg. für das Liter nicht rechtfertigen. 4
liegt die Wahrſcheinlichkeit nahe, daß der eventuelle gute A
der Hofgutsverwaltung von Darmſtadt aus ſabotiert wird?
ſagen die zuſtändigen Behörden dazu?
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Seite 8
Mittwoch, den 25. März 1931
Nummer 8
Aus Heſſen.
Mitkeldeutſcher Bankverein A. G. Dieburg.
Das Ergebnis der Gläubigerverſammlung. — Direktor Paech von der
Landesgewerbebank Darmſtadt als Referent. — Einſetzung eines
Gläu=
bigerausſchuffes. — Umwandlung in eine Genoffenſchaft?
Cp. Die Gläubigerverſammlung des in Schwierigkeiten geratenen
Mitteldeutſchen Bankvereins A.=G. Dieburg nahm bei kaum einſtündiger
Dauer einen ruhigen Verlauf. Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Ebert,
erteilte ſofort nach Beginn der Verſammlung Direktor Paech von der
Landesgewerbebank in Darmſtadt das Wort. Er berichtete über die
Schwierigkeiten der Bank, die durch die Manipulationen des Langener
Geſchäftsführers Jenſen entſtanden ſeien. Nach dem vorläufigen
Er=
gebnis betrage der Verluſt 210 488 RM., wovon etwa 70 000 RM. in
Abzug zu bringen ſeien, die durch das eingezahlte Aktienkapital und die
Reſervefonds aufgebraucht würden. Die Verluſte reſultierten
insbeſon=
dere aus zwei Kreditbewilligungen in Langen in Höhe von 65 000 RM.
und 12 000 RM., für die keinerlei Deckung vorhanden ſeien. Direktor
Paech machte dann Vorſchläge zur Sanierung und erklärte, der einfachſte
Weg ſei die Ueberführung der Aktiengeſellſchaft in eine Genoſſenſchaft.
Der Redner empfahl ſchließlich, dem vorgeſchlagenen Vergleich
zuzuſtim=
men und einen Gläubigerausſchuß einzuſetzen. Nach weiteren
Ausfüh=
rungen des Rechtsanwalts Dr. Mainzer=Darmſtadt und des Syndikus
Dr. Moeßner ſchritt man zur Bildung eines aus elf Perſonen
beſtehen=
den Gläubigerausſchuſſes, dem aus Dieburg Bürgermeiſter Wick,
Rechts=
anwalt Lüft. Oberſtudiendirektor Dr. Rill. Profeſſor Lamby,
Bank=
beamter Lohrum und Gärtnereibeſitzer Coh, aus Langen Ingenieur
Heyder und Winter und außerdem Direktor Paech, Dr. Moeßner, beide
Darmſtadt, ſowie Bankdirektor Bredenbreucke=Frankfurt angehören.
Dg. Arheilgen, 24 März. Eine öffentliche
Gemeinderats=
ſitzung findet am Mittwoch, den 25. März, abends 7.30 Uhr, im
Nat=
hausſaal ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen u. a.: Ablöſung der
Mark=
anleihen (Aufwertung bei der Land= und Forſtwirtſchaftlichen
Berufs=
genoſſenſchaft); Errichtung einer Brandalarmporrichtung;
Kaualherſtel=
lung in der Hirſchſtraße: Errichtung eines Schießſtandes in den
Fuchs=
lochbergen; Kreditbewilligung für die Gemeindekaſſe bis zur
Genehmi=
gung des Voranſchlages 1931. — Ortsgewerbeverein und
Handwerkervereinigung. Als Abſchluß der Reichs=
Hand=
werks=Woche hatte der hieſige Verein am Sonntag abend zu einem
Vor=
trags= und Unterhaltungsabend in den „Schwanen” eingeladen. Der
Vorſitzende Philipp Rühl begrüßte die Erſchienenen und wies darauf hin,
daß das Handwerk mit der Reichs=Handwerks=Woche nicht nur Aufträge
hereinholen wolle, ſondern die Veranſtaltung möge auch dazu beitragen,
daß die Gewerbetreibenden ſich enger zuſammenſchließen und dem
Hand=
werk weitere Freunde geworben würden. Mitglied Franz Benz ſprach
dann zu dem Thema: „Handwerk und Hausfrau” und führte u. a. aus:
Verſtändnis für das Handwerk ſollte der Hausfrau ſchon darum
nahe=
liegen, weil ihre eigene Arbeit ganz und gar auf handwerklicher
Grund=
lage beruht. Täglich muß ſie aufs neue erproben, daß im Hauſe alles von
ſchaffenden Händen abhängt. Eine wohldurchdachte Wirtſchaftsführung
bzw. eine geſchickte und zeitgemäße Rationaliſierung darf aber im
Haus=
halt nicht zur Mechaniſierung führen. Die Beziehungen der Hausfrau
zum Handwerk ergeben ſich aber auch ſchon dadurch, daß ſie durch
Ein=
kauf täglich vieles erwirbt, was nur vom Handwerk geliefert und
her=
geſtellt wird. Als Käuferin ſteht ſie vor der Möglichkeit, entweder
hand=
werklich hergeſtellte Dinge oder Maſchinenmaſſenware zu erwerben. Sie
tritt aber auch dem Handwerk als Beſtellerin gegenüber, ſei es durch
irgendwelche handwerklichen Erzeugniſſe oder durch Inſtandſetzung und
Erhaltung des Vorhandenen. — Vorſitzender Rühl geht dann in
länge=
ren Ausführungen auf das Thema: „Handwerk und Kultur” ein,
wel=
chem folgendes entnommen ſei: Das Handwerk iſt ſo alt wie die
Menſch=
heit ſelbſt. Schon als der Menſch ſich Werkzeug ſchuf zur Verteidigung,
zur Bearbeitung von Werkſtoffen, zur Herſtellung von Kleidung, war er
Handwerker. Die Blütezeit der deutſchen Städte im Mittelalter war
auch Blütezeit des in Zünften vereinigten Handwerks. Aber der
Sieges=
zug der Maſchine etwa um die Jahrhundertwende drohte das Handwerk
zu erſticken. Da fand das Handwerk aus ſich ſelbſt heraus die Kraft ſich
organiſatoriſch und praktiſch wieder in den Werdegang der Wirtſchaft
einzuſpielen. Das Handwerk hat das Bild vergangener Jahrhunderte
in ſtärkſtem Maße beſtimmt. Handwerksarbeit iſt tauſendfältig im engen
und weiten Rahmen der Heimat in Stadt und Land für den
Alltags=
bedarf als unentbehrlicher Beſtandteil unſerer Geſamtwirtſchaft jetzt und
weiterhin gegeben und nach wie vor kulturnotwendig. — Der ſehr
zahl=
reich erſchienene Geſangverein „Lieberzweig” ſowie der Mandolinen= und
Zitherklub trugen durch geſangliche und muſikaliſche Darbietungen zur
Ausgeſtaltung des Abends bei. Nachdem der Verſitzende beiden
Ver=
einen für ihre Mitwipkung gedankt, ſchloß er die harmoniſch verlaufene
Veranſtaltung mit dem Wunſche, daß die geſprochenen Worte auf
frucht=
baren Boden gefallen ſein und weiter wirken mögen zum Wohle des
Handwerks und damit zum Wohle der Allgemeinheit.
F. Eberſtadt, B. März. Vergebung von Arbeiten und
Lieferungen. Die bei der Herſtellung der Alten Darmſtädter=
Straße (vom Haus Pritſch bis an die Schillerſtraße) vorkommenden
Erd=, Chauſſierungs= und Pflaſtererarbeiten und die Lieferung von
Randſteinen, Pflaſterſteinen, Splitt, Kies und Steingeröll ſind in
öffent=
licher Submiſſion zu vergeben. Die Angebotsunterlagen ſind gegen
Erſtattung der Selbſtkoſten bei dem Gemeinde=Bauamt erhältlich. Die
Angebote ſind bis ſpäteſtens Montag, den 30. März, nachmittags 3 Uhr,
verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bei der
Bürger=
meiſterei einzureichen. — Offenlegung. Der abgeänderte
Bau=
fluchtlinienplan der ſüdlichen Kirchſtraße liegt vom 25. März ab 14
Tage auf dem Gemeinde=Bauamt zur Einſicht offen. Einwendungen
können ſchriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden.
4a. Eberſtadt, B. März. Die Evangeliſche
Jugend=
gemeinde Eberſtadt weilte am Sonntag abend in Seeheim, wo ſie
abends in einem Paſſionsgottesdienſt das bekannte Paſſionsſpiel von
Herwig zur Aufführung brachte.
Aa. Eberſtadt, 24. März. Baulandumlegung
Wald=
friede. Der vom Umlegungsausſchuß beſchloſſene Umlegungsplan für
die Baulandumlegung Waldfriede=Schillerſtraße in der Villenkolonie
(Gemarkung Eberſtadt) liegt in der Zeit vom 25. März bis 24. April
auf der Bürgermeiſterei in Eberſtadt zur Einſichtnahme auf.
Aa. Eberſtadt, 24. März. Der Landesverband für
Poli=
zei= und Schutzhundevereine hielt hier im Gaſthaus „Zum
Mühltal” unter dem Vorſitz des Landesvorſitzenden, Oberleutnant Eſter=
Butzbach, eine Vertreterverſammlung ab. Es waren insgeſamt 14
Hunde=
ſportvereine aus Startenburg und Oberheſſen vertreten. Der
Jahres=
bericht des Vorſitzenden ließ erkennen, daß die ſchwere wirtſchaftliche Lage
auch an dem Hundeſport nicht ſpurlos vorübergegangen iſt, zumal die
Hundehaltung einen Rückgang aufzuweiſen hat. Im weiteren Verlauf
wurde die Richterliſte für das laufende Jahr aufgeſtellt. Außerdem
wurden Zuchtprüfungsfragen beſprochen. Begrüßt wurde beſonders, daß
ſich der geſchäftsführende Vorſtand bereit erklärt hat, den Kauf und
Ver=
kauf einwandfreier Hunde unentgeltlich, nur gegen Erſatz der Auslagen,
zu vermitteln. Nach den geſchäftlichen Beratungen trat man zum
ge=
mütlichen Teil über, den der hieſige Zither= und Mandolinenklub durch
verſchiedene Vorträge verſchönte. — Der abgeänderte
Bau=
fluchtlinienplan der ſüdlichen Kirchſtraße liegt vom Mittwoch
ab auf die Dauer von vierzehn Tagen auf dem Gemeindebauamt zur
Einſicht offen. Einwendungen können nur während der
Offenlegungs=
friſt entgegengenommen werden. — Die Bürgermeiſterei teilt weiter mit,
daß die Arbeiten und Lieferungen zur Befeſtigung der Alten
Darm=
ſtädter Straße, wie Erdarbeiten, Chauſſierungs= und Pflaſterarbeiten,
Liefern von Randſteinen, Pflaſterſteinen, Steinſchotter, Splitt, Kies=
und Steingeröll in öffentlicher Submiſſion zur Vergebung gelangen.
Angebote haben bis 30. März bei der Bürgermeiſterei zu erfolgen.
Cp. Pfungſtadt, 24. März. Das Konzert des
Muſik=
vereins, das am Sonntagabend im gur beſetzten Saale des „
Rhei=
niſchen Hofes” abgehalten wurde, nahm in allen Teilen einen guten
Ver=
lauf. Die ungefähr 30 Mann ſtarke Kapelle leiſtete unter der
Stabfüh=
rung des Dirigenten Lutz Vorzügliches und fand mit ihren
Darbietun=
gen ſtets großen Beifall. — Drei Todesfälle waren am
Wochen=
ende zu verzeichnen. Im Alter von 79 Jahren ſtarb Frau Marie Weber,
geb. Büttel, im Alter von nahezu 71 Jahven Frau Margarete Drott,
geb. Berghauer, und im 42. Lebensjahr Jakob Crößmann 11. — Die
Klingsackerſtraße iſt wegen Ausführung von Bauarbeiten bis auf
wei=
teres für jeden Fuhrwerksverkehr geſperrt.
Cp. Pfungſtadt, 24. März. Genehmigung der
Zucht=
viehmarktlotterie. Die in Verbindung mit dem diesjährigen
Zuchtviehmarkt zur Abhaltung gelangende Lotterie iſt miniſteriell
nun=
mehr genehmigt worden. Die Ziehung ſoll am Tage des Viehmarktes,
am 22. Auguſt, ſtattfinden.
*Spinnſtuben im Odenwald.
Eine volkstümliche Betrachtung
Den Mittelpunkt heiterer Geſelligkeit in der winterlichen
Ab=
geſchiedenheit unſerer Odenwalddörfer war früher die Spinnſtube.
Ueber den Wert oder Unwert der Spinnſtuben iſt ſchon viel ſports — hört man in unſeren Odenwalddörfern das Schnu
geſchrieben und geſtritten worden. Das eine ſei hier nur
hervor=
gehoben: Neben vielem Guten haben die Spinnſtuben leider
auch mancherlei bedenkliche und ſehr bedauernswerte Mißbräuche
und Auswüchſe gezeitigt, weshalb ſie ſchon ſeit dem 16.
Jahr=
hundert von geiſtlichen und weltlichen Behörden, zeitweiſe mit
der größten Erbitterung, bekämpft worden ſind.
Mehr aber als dieſe oft kurzſichtige und mehr auf Ausrottung
als auf Veredlung bedachte Gegnerſchaft hat ihnen die neuere
Kulturentwicklung Abbruch getan.
Wir müſſen dieſes heute bedauern und aufrichtig beklagen,
weil mit dem Ausſterben der eigentlichen Spinnſtube ein
wert=
volles Stück deutſchen Volkstums verloren gegangen iſt.
Waren doch die Spinnſtuben — wo das junge Volk
beider=
lei Geſchlechts im Odenwald zu gemeinſamer Arbeit und Unter= mit „Ketten” feſtbinden müſſen
haltung zuſammenkam, wo man neben der Arbeit auch luſtig
er=
zählte, ſcherzte, tanzte und ſchwatzte — früher ſo recht eigentlich
der geiſtige Mittelpunkt des ländlichen Lebens.
In der Spinnſtube wurden vor allem die alten
Volks=
überlieferungen gehütet — Märchen, Sagen, Schnurren und dem „modernen” elektriſchen Glühlicht verdrängt wurde
und Schwänke erzählt — und in einzelnen Gegenden in denen das
Deutſchtum in ſteter Gefahr war, wie z. B. in Siebenbürgen,
waren die Spinnſtuben auch Pflegeſtätten nationalen Lebens.
Ueberall auf deutſchem Heimatboden, ſo weit die deutſche noch Luſt und Liebe lacht — ſie ſind geblieben; ſie habe=
Zunge klingt, waren Spinnſtuben früher anzutreffen, wenn auch
ihre Bezeichnung überaus verſchieden war.
Auf den Halligen, einer Inſelgruppe, die von den Fluten der
Nordſee oft wild umbrandet wird, nannte man ſie Aufſitzen”, in
der Rhön, Kommſtunde” in Thüringen „Lichtſtube”, im
Rieſen=
gebirge Lichtabend”, im Kreiſe Langenſalza haben wir die nähen oder flicken — die „Spinnſtube” iſt vor allem
„Spinnten”, im Böhmen und Schleſien die „Rock=” oder „
Rocken=
ſtube” in Sachſen=Koburg die „Röcknerei”, in Schwaben und Elſaß
die „Kunkelſtube” uſw.
Daraus erſehen wir, daß das Spinnen früher unſerem
ge=
ſamten deutſchen Volke eine altvertraute Kunſt war.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Leinenſchatz ein
Stolz der Odenwälder Bauernfrauen und Bauerntöchter.
Auf dem Ausſteuerwagen der bäuerlichen Braut durfte darum in unſeren Odenwalddörfern auch keine, Spinnſtube” mehr
früher das geſchmückte Spinnrad, das Sinnbild des häuslichen
Fleißes, nicht fehlen.
von Wilhelm Glenz, Fürſtengrund.
Heute dagegen — in unſerer raſcheilenden, tanz= und
ſüchtigen Zeit, in unſerem Zeitalter des Radio und des M.
des Spinnrades nur ganz ſelten.
Der platte Unverſtand im Bunde mit dem Firniß un
Ziviliſation hat es als „alten Plunder” — mit ihm
anderes Haus= und Wirtſchaftsgerät aus der Urväter Zeit
die Ecke geſtellt.
Droben im Speicher unterm Dach, oder drüben in der
mer friſtet es noch ein ganz kümmerliches Daſein.
Nur die Großmutter die Liſſegräit im Ewwe=Dorf,
Aeiwekathrine und die Aeiwemarie und die Kathrilisbeth.
ſind die Wenigen im Dorf, die die alte Kunſt des Spinnens
verſtehen und — gottlob — auch zeitweiſe heute noch pfl.
Aber das junge Volk, das Geſchlecht von heute und morgen.
ſich nur noch erzählen aus jener „guten alten Zeit”
der „s Scholzegräitsliesche” heute noch behauptet, man hätt
Wenn auch heute das Spinnrad in dem „Odenwäl
Bauernhaus” nicht mehr ſchnurrt, wenn auch der
unr=
flackernde Kienſpan dem rußigen Oellämpchen aus Eiſen
Zinn längſt weichen, und ſelbſt dieſes wieder von dem Petro
abendlichen „Arbeitsabende” wo Burſchen und Mädchen
17 bis 21 Jahren auch heute noch zu gemeinſamer Arbeit
Unterhaltung ſich zuſammenfinden, wo dem Jungvolk auch
nicht von der neuen” Zeit verdrängen laſſen. Wenigſtens kö
wir das für die Dörfer des hinteren Odenwaldes behaupten
Ueberhaupt wäre es unrichtig, jetzt anzunehmen, daß
„Spinnſtube” mit der Tätigkeit des Spinnens ſtehe oder
Mag man in ihr ſpinnen oder ſtricken — häkeln oder ſtick
eigenartige Form dörflicher Geſelligkeit, die veredelt und
gemäß umgeſtaltet die Jahrhunderte überdauern kann, wen
von kundigen Händen beeinflußt wird.
Spinnſtuben” wird es, um eine hoffnungsfreudige
deutſche Stimme anzuführen, noch geben, wenn auch das
„Radl” ins Feuer geflogen iſt.
Und dieſe Stimme hat bis jetzt recht behalten. — Went
Wortes eigentlicher Bedeutung haben, ſo iſt an ihre Stel
zeitgemäß umgeſtaltet — die Strickſtube im Odenwald getrete
Oſtern in Bad=Nauheim.
Die Möglichkeit, in einem Kurort wie Bad=Nauheim, je nach
Be=
dürfnis einen idealen Ruheplatz zu finden oder eine Stätte anregender
Unterhaltung, verſchafft im Verein mit dem milden Klima und der
gün=
ſtigen Verkehrslage Bad=Nauheim in der Oſterzeit ſtets einen ſehr
leb=
haften Beſuch. Für die zahlreichen Gäſte, die wie in jedem Jahre Bad=
Nauheim während der Oſterfeiertage beſuchen, wird auch dieſes Jahr
eine beſondere Kurkarte zum Preiſe von 5.— RM. ausgegeben,
die vom 2. bis 12. April Gültigkeit hat. Dieſe Karten berechtigen zum
freien Beſuche des Kurhauſes ſowie der Konzerte des Staatlichen
Kur=
orcheſters und außerdem zur Benutzung der Kurmittel gegen Entrichtung
der hierfür beſonders feſtgeſetzten Gebühren.
* Trniſa, 24. März. Gemeinderatsbericht. Zur
Sport=
platz=Angelegenheit wurde beſchloſſen, denſelben fertigzuſtellen und zu
begraſen. Zur unentgeltlichen Begraſung hat ſich Gemeinderat Herr
von Ophoven bereit erklärt, wofür ihm allgemeiner Dank gebührt.
Die Baulandumlegung (Röderweg) wurde von dem Miniſterium des
Innern genehmigt, und mit der Umlegung ſoll demnächſt begonnen
werden. Auch wurde der von dem Gemeinderat feſtgelegte neue
Markt=
platz befürwortet und der Gemeinderat von dem Miniſterium
aufmerk=
ſam gemacht, noch einen weiteren, von dem Kirchenvorſtand
ausgeſuch=
ten Platz für eine ſpäter zu erbauende Kirche freizuhalten. Der
Ge=
meinderat iſt hiermit einverſtanden. — Zu dem Schreiben des
Kreis=
amtes, Aufſtellung eines Stellenplanes der Gemeindebeamten, bleibt
der Gemeinderat auf ſeinem alten Beſchluß beſtehen, da alle Stellen in
der Gemeinde nur als 50 Prozent beſchäftigt beſetzt ſind. — Der
Ge=
meinderat nahm Kenntnis von einem Schreiben des Kreisamtes über
den Beitritt der Hebamme zur Kollektivhaftpflichtverſicherung. Dies
wurde von ſeiten des Gemeinderates abſchlägig beſchieden, da es im
In=
tereſſe des Berufes der Hebamme liegt, ſich ſelbſt zu verſichern. — Der
Bürgermeiſter gibt dem Gemeinderat bekannt, daß der
Schwerkriegs=
beſchädigte A. Spieß die Prüfung als Gemeinderechner beſtanden und
das Kreisamt die Beſtätigung desſelben vorgenommen hat, und die
Ge=
meinde bittet, dem A. Spieß eine Anſtellungsurkunde auszuſtellen.
Mit=
hin ſcheidet Herr Bert demnächſt als Gemeinderechner aus ſeinem Amt.
Herr Bert verſieht das Gemeinderechneramt in der Gemeinde Traiſa
nahezu dreißig Jahre. Während ſeiner ganzen Amtszeit hat ſich Herr
Bert die Zuneigung aller Bevölkerungskreiſe erworben und er ſtand
bei ſeinen vorgeſetzten Behörden in hohem Anſehen. — Das
Kreisſchul=
amt teilt der Gemeinde mit, daß es die Lehrerwohnungen in Traiſa
beſichtigt, und auf ihren Flächeninhalt geprüft und dementſprechend die
Miete feſtgeſetzt hat. Dadurch wurde die Miete des Lehrers Müller
um 96,40 Mark geſteigert. Die Miete für die Lehrerwohnung (
Röder=
ſtraße) wurde dagegen auf dem alten Satz belaſſen. Der Gemeinderat
hat in ſeiner Sitzung vom 17. September 1930 einſtimmig beſchloſſen,
die Miete um 5 Mark monatlich auf 55 Mark zu ſteigern, da die
Ge=
meinde etwas über 1000 Mark für die Renovierung der Wohnung
verausgaben mußte. Gegen dieſe Steigerung hatte ſeinerzeit Herr
Lehrer Weſtrupp beim Kreisſchulamt Beſchwerde erhoben, und das
Kreisſchulamt hat jetzt zugunſten des Herrn Lehrers Weſtrupp
ent=
ſchieden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 24. März. Geſangverein Eintracht=
Freundſchaft. Am 1. Oſterfeiertag veranſtaltet der Verein einen
Theaterabend im Saale des Gaſthauſes „Zum Darmſtädter Hof”. Zur
Aufführung gelangt das Volksſtück mit Geſang in 5 Aufzügen „Die
Lieder des Muſikanten” von R. Kneiſel, muſikaliſch bearbeitet von
Fer=
dinand Gumbel.
G. Ober=Ramſtadt, 25 März. Nentenzahlung. Die
Auszah=
lung der Militärrenten für Monat April erfolgt beim Poſtamt am
Samstag, den 28. März, und zwar nur gegen Rückgabe der
unterſchriebenen und amtlich beglaubigten Jahresbeſcheinigungen.
Ce. Seeheim, 24. März. Ein Mann des öffentlichen Lebens wurde
am Sonntag nachmittag unter großer Beteiligung zu Grabe getragen:
Herr Oberbauinſpektor Philipp Ruppel. Mitten aus beſtem
Schaf=
fen riß ihn eine heimtückiſche Krankheit heraus. Zahlreiche Nachrufe
wurden dem Verſtorbenen in herzlichen Worten dargebracht. Herr
Bür=
germeiſter Roßmann gedachte der Verdienſte des Entſchlafenen in 5 Tätigkeit als Gemeinderat; Vorgeſetzte und Berufsgenoſſen
vom Hochbauamt Darmſtadt rühmten die ſeltene Berufstreue, in faſt
25 Jahren bewieſen. Zahlreiche Kränze von Behörden und Privaten
wurden niedergelegt.
* Rothenbera i. Odw., 23. März. Der Verkehrsverein teilt uns mit,
daß der Omnibusverkehr Hirſchhorn—Rothenberg—Beerfelden in Privat
übergegangen iſt. Der Verkehr wird aufrechterhalten wie ſeither.
— Hirſchhorn, 24. März. Waſſerſtand des Neckars am
23. März: 2,88 Meter; am 24. März: 2,96 Meter.
— Gernsheim, 24. März. Waſſerſtand des Rheins am
23. März: 1,58 Meter; am 24. März: 2.17 Meter.
Hegen läſtigen Juckreiz der Haut, ſchmerzhaftes Brennen und Röte
er Hände und des Geſichts, hervorgerufen durch Witterungseinflüſſe
ver=
wendet man die ſchneeigeweiße Leodor=KühlCreme (rote Packung), gleichzeitig
vorzügliche Puderunterlage, herrlich duftende Schönheitsereme Tube 60 Pf.
und 1 Mark, wirkſam unterſtützt durch Leodor=Edel= Seife, Stück 50 Pf., im
allen Ghlorodont=Verkaufsſtellen zu haben.
(I.Dr.949
Aus Mainz.
* Die Bluttat von Bodenheim vor dem Schwurgericht der Pr
Rheinheſſen. Unter ſehr ſtarkem Andrang des Publikums, insbeſt
aus Bodenheim, begann am Montag vor dem Schwurgericht der
vinz Rheinheſſen der Prozeß gegen den 2jährigen Guſtav
Ar=
ger aus Hof in Bahern. Arzberger hat am 25. Oktober vor.
19jährigen Studenten der Pädagogik Heinrich Haub aus
Bode=
am Rhein, den Sohn des Altbürgermeiſters, im elterlichen Weir
durch ſieben Schüſſe getötet. Die Anklage lautet auf vorſätzliche,
Ueberlegung ausgeführte Tötung eines Menſchen, alſo auf Mord.
Vernehmung des gefaßt erſcheinenden, ſeine Ausſagen ſehr beſ
und genau überlegt machenden Angeklagten durch den konzilianten
ſitzenden Landgerichtsrat Cordes zieht ſich über mehrere Stunde=
Arzberger ſchildert ſeinen Lebensgang bis zum Eintritt in die 9
wehr, ſeine Fahnenflucht, ſein Dienſtverhältnis bei der Familie aub
in Bodenheim und die Differenzen, die ſich im Laufe der Jahre zu
dem Erſchoſſenen und ihm herausſtellten. Vor der Vernehmung de
geklagten zur eigentlichen Tat wurde die Oeffentlichkeit ausgeſch
Zur Verhandlung ſind nicht weniger als 52 Zeugen und eine Reik
Sachverſtändigen geladen, ſo daß der Prozeß einige Tage dauern
— Am Nachmittag des erſten Verhandlungstages
der Angeklagte über die Vorgänge und Vorfälle am Tage der Ta
nommen. Beim Schwenken der Fäſſer will er die Browningpiſto
funden haben, die er zwiſchen einem Faß und dem Lager einige
nate vorher verſteckt habe. Die Vorgänge im Keller ſchilderte A
ger ſo, daß er mit dem Hch. Haub wegen der Reinigung des Kelle
Differenzen geriet und daß dieſer mit einem Backſtein zum S.
gegen ihn ausholte. Da er ſich bedroht gefühlt habe, hätte er d.
ſtole gezogen und auf den Haub einen Schuß abgegeben. Sonſt
er nichts mehr, da er ſtark betrunken geweſen ſei. Er will nicht
wiſſen, daß er noch 5—6mal nach dem Getroffenen ſchoß, wie er
noch durch den Ort lief und ſchließlich beinahe von den Leuten ge
wurde. Obwohl ihm der Vorſitzende entgegenhielt, daß ſeine An
falſch ſein müßten, und ihn darauf aufmerkſam machte, daß der
kru=
der des Erſchoſſenen als Tatzeuge geſehen hätte, daß Arzberger der
Haub von hinten erſchoß, blieb Arzberger dabei, daß er von
mehr wiſſe. Arzberger: Die Sache tut mir furchtbar leid. Ich
nicht, wie ich dazu kam, mehrere Schüſſe auf Haub abzugeben! Da
dächtnis des Angeklagten muß in der Zeugenvernehmung aufge
werden. — Als erſte Zeugin wurde die Mutter des Erſchoſſenen,
Haub vernommen. Die Vernehmung der Zeugin fand unter Aus
der Oeffentlichkeit ſtatt. Im Anſchluß daran wurde die Sitzung
Uhr abends auf Dienstag vertagt — Am Dienstag vormittag far
Lokaltermin im Weinkeller in Bodenheim ſtatt, wo die Tat geſchal
Nachmittag wurde die Zeugenvernehmung im Mainzer Schwurge
ſaal fortgeſetzt.
* Aufhebung des Umzugsverbotes in Mainz. Das Heſſiſche P
amt Mainz teilt mit: Das ſeinerzeit mit Rückſicht auf vorgekon
Fälle notwendig geweſene Umzugsverbot hat mittlerweile zu einer
baren Erleichterung geführt. Deshalb wird jetzt verſuchsweiſ,
Verbot aufgehoben. Sollte jedoch den Beſtrebungen, Ruhe und
nung zu ſichern, von der Bevölkerung nicht Rechnung getragen w.
ſo würde das Polizeiamt gezwungen ſein, ſofort wieder ſchärfere
nahmen zu ergreifen.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittmg beizufügen. Znonyue Anfragen wert
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Nechteverbindlichtett.:
H. H. D. Wurde die Hypothek am 13. Juli 1921 zurückgezal
mußte der Anſpruch auf Aufwertung auf Grund eines bei
Rückzahlung gemachten Vorbehalts bis zum 1. n.
1926 bei der Aufwertungsſtelle angemeldet werden. Iſt in 1
Verfahren die Hypothek aufgewertet worden, ſo muß die Eintraguu
dem Grundbuchamt bis ſpäteſtens 31. März 1931 beat
werden. Sie werden gut tun, möglichſt bald beim Grundbu
mündlich oder, wenn es ſich um ein auswärtiges Grundbuchamt ho
bei dieſem ſchriftlich den Antrag zu ſtellen.
K. R. Eine Haftung Ihrerſeits könnte doch nur dann mit (
geltend gemacht werden, wenn Ihnen eine Fahrläſſigkeit, z. B. 1
heizen des Ofens, nachzuweiſen wäre. Aber auch in dieſem Fall k?
ja ein Mitverſchulden des Untermieters ſelbſt wohl in Frage kon
M. W. Die Amtszeit aller Bürgermeiſter und Beigeordnett”
den Landgemeinden, die im Jahre 1925 wiedergewählt worden ſin!
trägt 9 Jahre. (Geſetz vom 8. Juni 1928.)
L. in E. 1. Ein Mietvertrag, der für längere Zeit als ein
geſchloſſen iſt, bedart der ſchriftlichen Form. Nach Ihrer Darſte
müßte wohl angenommen werden, daß dieſem Formerfordern
Fragefall nicht genügt iſt. Bei der Mietzinsentrichtung nach Mol
iſt Kündigung nur für den Schluß eines Monats zuläſſig und
ſpäteſtens am 15. des Monats zu erfolgen. In Frage kommt
ab=
hier nicht die Mieterſchutzgeſetzgebung eingreift, die eine Kündig
befugnis nur gewährt, wenn auf Seiten des Mieters die Vorausf
gen für eine Aufhebungsklage gegeben wären. Der Rückſtand im
zins kann nicht mehr geltend gemacht werden als Grund für die
hebung des Mietverhältniſſes, da der Vermieter ja inzwiſchen befr
wurde. Man wird unter dieſen Umſtänden gut tun, eine gütliche
gung anzuſtreben oder nochmals rechtswirkſam ſpäteſtens am 16.
auf Ende März zu kündigen. Ob allerdings dann der Mieter zur
mung angehalten werden kann, wenn Mieterſchutz beſteht, erſcheint
lich. Deshalb empfiehlt ſich gütliche Verſtändigung. 2. Beim Ar
gericht den Lohn einklagen. Die Lohnforderung wäre nur im Kor
falle (8 61 3. 1 Konk.=Ordnung) bevorrechtigt.
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ſin.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 84
Mitwoch, den 25. März 1931
Seite 9
Heute abend verſchied ſanft und gottergeben
meine gute Frau, unſere treuſorgende Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Helene Mueller
nach ſchwerſtem, mit größter Geduld getragenen
Leiden im 56. Lebensjahr.
Peter Joſef Mueller
Irene Böttrich, geb. Mueller
Paula Mueller
Dipl.=Agr. Hans=Ernſt Böttrich
und 1 Enkel.
Köln (Hohenſtaufenring 28), Darmſtadt,
Frank=
furt, Hanau, Opladen, den 23. März 1931.
Die Beerdigung findet auf dem Melaten=Friedhof
zu Köln in aller Stille ſtatt. — Beileidsbeſuche
dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Unſere liebe, herzensgute Schweſter, Schwägerin
und Tante
iſt am Samstag für immer von uns gegangen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie W. Cramer.
Darmſtadt, den 23. März 1931.
(4701
Beſſungerſtr. 70.
Die Einäſcherung hat dem Wunſche der Verſtorbenen
nach in der Stille ſtattgefunden.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh
8½ Uhr, meinen lieben Mann, unſeren guten Vater
und Großvater,
Herrn Valentin Goebel
Spenglermeiſter
nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen i, d. Namen:
Margarete Goebel, geb. Klug,
Kinder und Enkel.
Groß=Zimmern u. Gau=Algesheim, den 24. März 1931.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. März
mittags 12 Uhr ſtatt.
4727
Für alle Beweiſe der Teilnahme beim
Hin=
ſcheiden unſeres lieben
Herrn Johann Lohnes
Regierungsrat i. R.
danken wir hiermit von Herzen.
Familie Lohnes.
Darmſtadt, den 24. März 1931.
Frankfurterſtr. 86.
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SOTOMNALSL
Seite 10
Mittwoch, den 25. März 1931
Numuer 84
Zlugzeugabſturz über Warſchau.
Die zertrümmerte Maſchine auf dem Straßenpflaſter.
Ein polniſches Heeresflugzeug neueſter Konſtruktion, das von ſeinem Erbauer, dem bekan
Flugingenieur Pulawſki, ſelbſt geſteuert wurde, ſtürzte über einer Warſchauer Straße ab. App4
und Führer blieben einen Augenblick lang in den Telefondrähten hängen und fielen dann auf
Straßenpflaſter. Der Ingenieur wurde ſofort getötet, 2 Paſſanten wurden lebensgefährlich ver.
Die Trümmerſtätte bei Leighton=Buzzard (Grafſchaft Bedford).
Der London=Glasgow=Expreß entgleiſte in der Nähe von Leigthon=Buzzard. Nach bisherigen
Mel=
dungen wurden 8 Perſonen getötet und 8 ſchwer verletzt.
Die Kakaſtrophe des Schokkland-Erpreß (Bildkelegramm).
Reich und Ausland.
Ein tapferes Mädchen.
Heidelberg. In der Nähe der Alten
Brücke ſpielten am Sonntag mittag zwei Kinder
im Alter von vier und acht Jahren am
Neckar=
ufer. Die Vierjährige fiel die Mauer am Ufer
herunter in den hochgehenden Neckar. Kurz
ent=
ſchloſſen ſprang das ältere Kind der Kleinen
nach, um ſie zu retten. Ein Mann kam dazu und
konnte beide noch rechtzeitig ans Ufer bringen.
Das Eiferſuchtsdrama in Aſchaffenburg.
Aſchaffenburg. Der Kaufmann
Witt=
mann, der die Ehefrau Miltenberger vorgeſtern
vormittag aus Eiferſucht niederſchoß und darauf
die Flucht ergriff, hat ſeine in einem
hinter=
laſſenen Brief geäußerte Abſicht, Selbſtmord zu
begehen, wahr gemacht. Die Polizei, die nach
dem Flüchtigen ſuchte, fand Wittmann im Walde
bei Heibach mit einer Kugel im Kopfe erſchoſſen
auf.
Tödlicher Sturz von der Mauer.
Bad Ems. Ein hier zur Kur weilender
Inſaſſe eines Erholungsheims aus Weſtfalen
war mit einigen Freunden im benachbarten
Dauſenau eingekehrt. Auf dem Heimweg kam
er in der Dunkelheit vom Wege ab und ſtürzte
zwiſchen einem Baum und dem Lahngeländer
hindurch die etwa 3 Meter hohe Mauer herunter
auf den Leinpfad. Er fiel aufs Geſicht und in
der Bewußtloſigkeit trat der Tod durch
Er=
ſticken ein.
Das Urteil im Stader „Hexenprozeß”.
Stade. Im Hexenprozeß verurteilte das
Gericht am Montag abend wegen
gemeinſchaft=
licher vorſätzlicher Brandſtiftung den
Angeklag=
ten Tiedemann zu vier Jahren Zuchthaus, den
Angeklagten Meyer zu zwei Jahren ſechs
Mo=
naten Zuchthaus. Beiden Angeklagten wurden
die Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt.
Revoltiernde Matroſen.
Paris. Nach einer im „Echo de Paris”
ver=
öffentlichten Agenturmeldung aus Calvi hat ſich
bei der dortigen Matroſenſtrafkompagnie ein
neuer Zwiſchenfall ereignet. Zehn Matroſen, die
unter der Aufſicht eines Deckoffiziers auf einem
Gutshof arbeiteten, entwaffneten und verletzten
ihren Wächter und ergriffen darauf die Flucht.
Die Verfolgung iſt aufgenommen worden, jedoch
ſind die Flüchtlinge bisher noch nicht wieder
eingeholt worden.
Die Brennerlinie durch einen Erdrutſch
verſchüttet.
Mailand. Die Brennerlinie iſt am
Mon=
tag um Mitternacht zwiſchen dem Brenner und
Bozen durch einen 300 Meter breiten Erdrutſch
verſchüttet worden. Die niedergehenden
Ge=
ſteins= und Erdmaſſen wurden in weitem
Um=
kreis gehört, ſo daß ein Unglück verhindert
wer=
den konnte, da die Bahnbehörden die Räumung
der bedrohten Stellen rechtzeitig anordnen
konn=
ten. Immerhin wurde durch einen
niedergehen=
den Felsblock einem Bahnwärter ein Bein
ab=
geriſſen. Der durchgehende Zugverkehr der
Brennerlinie iſt unterbrochen.
Eine Miſſionsſchule in China abgebrannt.
Wie aus Nachrichten hervorgeht die jetzt aus
China eingetroffen ſind, iſt Ende Januar die in
Tſining von der Katholiſchen Miſſion
unterhal=
tene deutſch=chineſiſche Mittelſchule vollſtändig
ab=
gebrannt. Die Schule ſtammte aus dem Jahre
1914; der Mittelſchule war eine Elementarſchule
angegliedert und beide Schulen wieſen in den
letzten Jahren durchſchnittlich 160 Schüler auf,
von denen etwa ein Drittel im Hauſe wohnte.
Die Schule und das Kolleg ſtanden zur Zeit des
Brandes leer, da wegen der großen Kälte
Se=
meſterſchluß gemacht worden war. Von dem
In=
ventar ſind nur einige Schulbänke gerettet
wor=
den. Es beſteht Grund für die Annahme, daß in
die Schule eingebrochen und Feuer gelegt
wor=
den iſt. Bei dem guten Verhältnis der Miſſion
zur Eingeborenen=Bevölkerung dürften die
Tä=
ter auf dieſer Seite nicht zu ſuchen ſein. Dagegen
ſollen chineſiſche Soldaten, die eine feindliche
Haltung gegen die Ausländer und die Miſſion
an den Tag gelegt haben, ſchon vor dem Brande
wiederholt von der Stadtmauer aus in den
Schulhof eingedrungen ſein. Die Deutſche
Miſ=
ſion verlangt eine gründliche Unterſuchung und
man hofft, daß die chineſiſche Regierung dieſe
Unterſuchung mit aller Energie durchführen
wird.
Bayreukh feierk ſein 100jähriges Beftehen als Stadl.
Oben links: Der Marktplatz von Bayreuth. — Rechts: Richard Wagner, der große Bürger der
Stadt. — Unten links: Coſima Wagner, die gemeinſam mit ihrem Gatten den Ruhm Bayreuths
ſchaffen half. — Rechts: Das Feſtſpielhaus. — Am 28. März feiert Bayreuth, die international
berühmte deutſche Muſik= und Feſtſpielſtadt, ihr 700jähriges Beſtehen als Stadt.
Gar Wood (Porträt unten links) in ſeinem Rennboot „Miß America 14‟.
Der amerikaniſche Motorbootfahrer Gar Wood ſtellte bei Miami mit 162,76 Kilometern pro Stunde
einen neuen Schnelligkeitsweltrekord auf. Damit verbeſſerte er Segraves Weltrekord, bei dem dieſer
den Tod fand, um mehr als 5 Kilometer.
Das rieſige Vermögen der Wendels fällt an
Wohltätigkeitsanſtalten.
NewYork. Das rieſige Vermögen der
Fa=
milie Wendel, das etwa 200 Millionen Dollar
betragen dürfte, fällt, wie die Eröffnung des
Teſtaments Ella Wendels ergab, 14 Hoſpitälern,
Kirchen, Miſſions= und Tierſchutzanſtalten zu
Ein Feuerwehrwagen verunglückt.
Malvern (Pennſylvania). Ein Wagen der
Feuerwehr ſtürzte auf der Fahrt zu einer
Brand=
ſtätte um. Fünf Feuerwehrmänner wurden
ge=
tötet und neun verletzt. Als der Vater eines der
ums Leben gekommenen die Todesbotſchaft
er=
hielt, rührte ihn der Schlag.
Der Saffran=Prozeß.
Bartenſtein. Am zweiten
Verhandlu=
tage im Prozeß gegen den Verſicherungsmö r
Saffran und Genoſſen marſchieren 24 Ze n
auf. Zunächſt wird der Zeuge
Friederiszick=
nommen . Er erzählt, wie er in Sensburg. 1
ſ=
fallen wurde. Er hatte ſich ſofort die Nun
des Wagens gemerkt. Als er von Kippnick n
Schlag bekam, wurde er zunächſt beſinnung s,
räffte ſich aber gleich wieder auf und ſprang /s
dem Wagen heraus. Dabei zog ihn der m
Steuer ſitzende Saffran an der Jacke zurück. ſe
Jacke riß und er lief fort. Er begab ſich in
S=
burg ſofort zum Arzt, von dem er ſich ein 2 ſt
ausſtellen ließ. Er habe die Sache nicht wir
verfolgen können, da die Nummer des Wa ’s
in Raſtenburg unbekannt geweſen ſei
Den Höhepunkt der Spannung erreichte r
Prozeß ſodann bei der Vernehmung der m
des ermordeten Unterſchweizers Dahl. Si ſt
erſt 24 Jahre alt und war nur wenige Mote
verheiratet, als ihr Mann das Opfer Saff is
wurde. Die Angeklagte Auguſtin wird von er
Vernehmung der unglücklichen Frau Dahl zr
ergriffen und ſchluchzt in ihr Taſchentuch.
n=
pulſiv ſteht Saffran auf und fleht mit
wein=
der Stimme Frau Dahl um Verzeihung ni.
Kippnick ſteht nun auch auf und bittet — erſ
Zureden ſeines Verteidigers — mit etwas
lebter Stimme ebenfalls um Verzeih ung.
Obirſtaatsanwalt bemerkt dazu, daß einer
beiden Angeklagten jetzt Theater geſpielt le,
worauf Rechtsanwalt Pröll=Berlin dagegen
p=
teſtieri. Auf eindringliches Vorhalten des
r=
ſitzenden, in dieſem dramatiſchen Augenblick ch
die Wahrheit zu ſagen, bleiben beide Angeklte
bei ihrer Darſtellung.
In ſeiner weiteren Vernehmung kam
Kp=
nick darauf zu ſprechen, wie die einzelnen
Zr=
ten zur Suche nach einem geeigneten Opfer ſr.
ſich gingen. An den Unterredungen ſeien in
alle drei, er, Saffran und die Ella Augr a.
beteiligt geweſen. Sowohl Kippnick wie
Auguſtin erklärten, daß mit Saffran verabr/t
worden war, unter allen Umſtänden zu ſchwe f.
Saffran bemerkt hierzu, daß er davon n s
wiſſe. Es wird ſodann der Chauffeur Reck
nommen, der Saffran mit ſeinem Auto=
Gerdauen geſchafft hat. Er habe geglaubt,
er nicht Saffran, ſondern Ella Auguſtin fa
ſollte. Er hatte ſich auch mit der Polize ſ
Verbindung geſetzt, und die Polizei habe
eine Stelle gezeigt, wo er halten ſollte.
würde dort auf ihn warten. Er ſei außerort
ſ=
lich erſchreckt geweſen, als Saffran das
betrat, den er tot unter den Trümmern des
brannten Möbelgeſchäftes wähnte. Als er ai
verabredete Stelle gekommen ſei, habe er
Polizei geſehen. Er ſei unter Saffrans Dro
ſ=
gen weitergefahren. Saffran ſei kurz vor
dauen ausgeſtiegen.
Sodann wird der Angeklagte Auguſtin
E=
nommen, der Bruder der zweiten Haupta
e=
klagten, bei dem Saffran in Berlin ſechs Wem
lang gewohnt hat. Saffran ſei gleich ſehr
a=
miliär geweſen. Schließlich ſei er unter
Ir=
nahme von Wäſche und anderen Gebrauchsge
ſtänden aus der Wohnung verſchwunden.
Zum Schluß wurden die beiden angekla
Poſtbeamten vernommen, die beide überzeu!
ausſagten, daß ſie ſich keiner ſtrafbaren He
lung bewußt wären. Sie hätten im guten G
ben die Briefe an die Auguſtin ausgehän!
da die Adreſſen, an die ſie gerichtet waren
Raſtenburg nicht exiſtierten. Die Verhand ſg
wurde ſodann auf Dienstag vormittag ver=
Neuer Flugrekord.
Paris. Um 0.45 Uhr hatte das Flug
„Bindeſtrich”, 2900 Kilometer zurückgelegt
den 2. und 3. Rekord erreicht, nämlich
Dauerflugrekord mit 2000 Kg. Nutzlaſt (früh
Rekord von Lalonette) mit 17 Stunden
3 Minuten und den Dauerrekord mit 1000
Nutzlaſt (den Coſtes und Codos inne hatten)
18 Stunden und einer Minute.
Hamburger Motorſchoner an der Küſte
von Seeland geſtrandet.
Storeheddinge (Seeland). Der 2
maſtſchoner „Jürgen Hoeye” aus Hamburg
pitän Paol), der von Danzig nach Göteborg
160 Tonnen Zement unterwegs war, iſt geſ
früh im dichten Nebel bei Stevns=Klint, ei
Kilometer ſüdlich von Höjrup, geſtrandet.
Lage des Schiffes iſt gefährlich. Um 13 Uhr
ein Rettungsdampfer zur Hilfeleiſtung
Die Beſatzung und vier Mann befinden ſich
an Bord.
Nummer 84
Mittwoch, den 35. März 1931
Seite 11
In Pompeiis 2000jährigen Gaſſen.
Von Kurt Siemers.
Zur Rechten und zur Linken Orangengärten mit goldenen
Früchten. Dahinter die Bucht von Neapel, von einem weichen
ind ſüdlich milden Blau. Unter dem Lavaboden, der jetzt
noderne Mietskaſernen trägt, liegen in 6 Meter Tiefe ſeit über
800 Jahren verſchüttete Straßen.
Am Eingang Pompejis ein Reſtaurant, ein Verkaufsraum
ür Andenken, mit garantiert echten Ausgrabungen und Fotos
afziver Wandbilder, die für die Stammtiſchler dreier
Kon=
inente ein begehrtes Mitbringſel bilden.
Das Nolaner Tor: eng und dunkel wie die Todespforte.
Vir ſteigen durch ſie hindurch wie durch einen tiefen Schacht der
Zeit. Sie, die Porta Nolana, trennt 2 Jahrtauſende
vonein=
inder. Eng und ſchmal laufen die Straßen der Stadt Pompeji
neinander. Die Steine mit ihren Gemälden und Inſchriften,
jjie ragenden Wandtrümmer ſprechen die zarte Sprache der
Sehn=
uicht, die ſpottgewürzte der Jronie, die harte des Haſſes, die
eidenſchaftliche der Liebe, der Laſter und der unbändigſten
Henüſſe, die erſchütternde menſchlichen Leidens und Sterbens,
vie gewöhnliche und leichte des Alltags vor faſt 2 Jahrtauſenden.
Tempeltrümmer, Steinhaufen und Ruinen, im
Vorder=
grunde ein paar Pinien, der blaue Silberdunſt des Golfs und
barüber der in Wolken grollende Veſuv.
An jenem verhängnisvollen Auguſttage des Jahres 79 hat
der Veſuv erſt Bimſtein über Pompeji geworfen, und darüber
hat ſich die feſtere Schicht der Lava gelegt. So war die
be=
grabene Stadt vor der Habſucht ſpäterer Zeiten ſicher, und das
Mittelalter hatte die Stadt unter der Erdoberfläche völlig
ver=
geſſen. Als Goethe 1787 die Trümmerſtadt beſuchte, äußerte er
zu dem Maler Tiſchbein: „Es iſt viel Unheil in der Welt
ge=
ſchehen, aber wenig, das den Nachkommen ſoviel Freude gemacht
hätte.”
Das in den Fugen ſauber ineinandergefügte
Lavaplatten=
pflaſter, die ſauber eingefaßten Bürgerſteige, die Steine in der
Mitte des Fahrdammes zur Regelung des Wagenverkehrs, die
hohen Steine, die den eleganten Damen und den Stutzern von
Pompeji bei ſchlechtem Wetter ein reinliches Ueberqueren des
Fahrdammes ermöglichten, die Warmwaſſerheizung unter dem
Steinfußboden des Hauſes, das alles iſt durchaus nicht ſo
tech=
niſch primitiv, wie wir uns jene Zeit vor faſt 2 Jahrtauſenden
vorſtellen.
Hier geht es nach den Thermen des Forum, alſo zur
Warm=
badeanſtalt am Rathausmarkt. Im Auskleidezimmer ſtehen noch
die Bänke. Die Kupferröhre, aus der das Badewaſſer floß, iſt
freilich nicht mehr ſo blank wie einſt. Niſchen mit
Terrakotta=
figuren haben als Kleiderſpinde für die Badenden gedient, und
das Schwitzbad iſt ganz praktiſch eingerichtet; es hat hohle Wände
und den ſchon bekannten doppelten Fußboden, der mit
Heiß=
dampf geheizt wurde. Die Pompejaner jener Zeit ſind auf alle
Fälle ſauberer geweſen als die heutigen.
Bei den alten Stadtbrunnen mit Meduſenköpfen erkennt
man noch die Steinhöhlungen als die Stellen, wo die Mägde
beim Schwätzchen die Amphoren niederſtellten. Die
ausge=
fahrenen Geleiſe im Pflaſter ſind noch Spuren des einſtigen
Wagenverkehrs in der römiſchen Provinzſtadt.
Ein Backofen kennzeichnet den Betrieb eines Konditors.
Bezeichnenderweiſe hatte ſich unweit vom Vico del Lupanare
ein Apotheker niedergelaſſen. Der Zutritt zum Lupanar iſt —
wenigſtens dem Buchſtaben des Geſetzes nach — für Damen
heute verboten. Die Pompejaner waren ein leichtſinniges
Völk=
chen, und die Stätte ihrer laſterhaften Vergnügungen enthält
für unſeren Geſchmack recht obſzöne Wandbilder und
Aus=
ſchmückungen, die der brave Baedeker vornehm verſchweigt.
Die ſchwarzen und roten Inſchriften an den Häuſern kann
der Beſucher nur zum kleinſten Teil entziffern. Neben Lateiniſch
und Griechiſch finden wir nämlich auch Oskiſch, die Urſprache
der Bewohner jener Stadt, die erſt nach den Samniterkriegen
im römiſchen Staat aufgegangen iſt. 500 Bürger der Stadt,
ihre Namen und andere Perſonalien haben wir aus
Wahlauf=
rufen kennen gelernt, die wir überall an die Mauern geſchmiert
finden. Bei der Kommunalpolitik ſcheinen die Frauen eine
be=
ſondere Rolle geſpielt zu haben, denn manche der Wahlplakate
ſind von weiblicher Hand.
Das Forum, der Marktplatz, von Portikusumgängen
um=
ſchloſſen, war peinlich ſauber gepflaſtert. Wagenverkehr war
hier nicht erlaubt. Die Baſilika war Gerichtsgebäude und wohl
auch Stadtverordneten=Sitzungsſaal. Der Apollotempel mit
ſei=
nem großen Innenhof und den 14 Marmorſtufen gilt neben
einem doriſchen Tempel aus dem 6. vorchriſtlichen Jahrhundert
als das älteſte Gebäude der Stadt. Der Jupitertempel, den
wir im Norden des Forums betreten, wird von Triumphbogen
flankiert. Dahinter, in der Strada del Foro zeigt an einem
Eckhaus ein Relief, 2 Männer, die eine Wein=Amphore tragen;
es iſt das Firmenſchild eines Weinhändlers. Die Fresken der
Markthalle zeigen deutlich Abbildungen von allerhand Eßwaren.
Hier ſind nicht weniger als 11 Verkaufshallen eingebaut, und
man hat hier in einer Fiſchhalle bei den Ausgrabungen noch
Fiſchſchuppen gefunden.
Das große Theater konnte 500 Zuſchauer faſſen; das große
Halbrund iſt in 3 Ränge aufgeteilt. Das kleine Theater nebenan
iſt noch beſſer erhalten. Es iſt übrigens das älteſte überdachte
aus römiſcher Zeit. Bei dem Großen Theater zeigt die
Um=
faſſungsmauer die Steinringe für die Maſtbäume, die für das
Zeltdach die Segel trugen. Wie alte Ankündigungen verraten,
wurde zum Schutz gegen Sonne und Regen das Theater mit
einem Zeltdach überſpannt.
Die Gladiatorenkaſerne bietet nichts Beſonderes mehr.
Flei=
ſcher, Tuchwalker, Steinſchneider, Mattenflechter, Flickſchuſter
haben im Handwerkerviertel gewohnt. Ein feudaler Sportklub
hat ſein eigenes Geſellſchaftszimmer gehabt. Der reiche Bäcker
Sirieus grüßt ſeine Gäſte mit den Worten: Salve luerum!
Es lebe der Profit! Dieſes Motto des wohlachtbaren
Siri=
cus ſpricht Bände über Geſinnung und Charakter des Bäckers
mit der prunkvollen Villa.
Das Haus der Vettier mit wundervollen Wandgemälden
und zierlichen Plaſtiken im Hof, iſt üppig, beinahe
kriegsgewinn=
lermäßig angelegt; dennoch wirkt es nicht geſchmacklos
protzen=
haft. Von der Straße treten wir durch den Flur in das Atrium
in die große überdachte Halle. Eine hofähnliche Oeffnung
um=
gibt das Baſſin mit dem Regenwaſſer. Privatgemächer
ſchlie=
ßen ſich an, mit koſtbaren Bildern verſehene Speiſezimmer,
Ge=
ſellſchaftszimmer. In der Küche iſt noch Kochgerät entdeckt
worden.
Mareus Cäcilius Verecundus Vestirarius: die Inſchrift
deutet auf ein altes Warenhaus. Die Freskobilder oben an der
Faſſade müſſen unſere heutigen Schaufenſter erſetzen: die Ver=
käuferin, die einem Kunden Handſchuhe anprobiert, ſoll die
hübſche Frau des Warenhausinhabers geweſen ſein. Dort preiſt
ein Verkäufer einen Teppich an. Es iſt ganz wie heute, die
Welt hat ſich in 2000 Jahren weniger gedreht, als wir glauben.
Steinbänke mit Löchern vor den Häuſern, in die man einſt
Wein=Amphoren ſtellte: in dieſen antiken Weinkneipen und Bars
findet man kaum Bänke: man ſtand oder hockte alſo am
Schenk=
tiſch. In dem durch die Lava= luft= und waſſerdicht verſchloſſenen
Behälter eines Wärmeofens für Glühwein hat man noch nach
1800 Jahren Wein mit Waſſer vermiſcht entdeikt.
Unter uns: Kneipen mit Damenbedienung gab es auch. Im
Zwölfgötterhaus, wo — horribile dictu — ſogar die Herren
Prieſter verkehrten, hat man peinlicherweiſe aus Rechnungen
feſtgeſtellt, wie ſehr im Auguſt 79 die Stammgäſte in der Kreide
ſtanden. „Vinum et puellae”, vom Wirt in Rechnung geſtellt,
ſind freilich infolge höherer Gewalt niemals bezahlt worden. Der
Tugendheuchler Hymenäus ließ in ſeinem Haus einen Spruch
an die Wand malen, der beſagt: Du ſollſt nicht mit der Frau
eines anderen flirten! — Aber in einem heimlichen Zimmer hat
man Funde gemacht, die uns eindeutig beſagen, wes Geiſtes
Kind dieſer Frömmler war.
Cacator, Cave malum! Schweinekerl, nimm dich in acht!
— Solche Lausbubendrohungen" haben die Herren
Straßen=
jungen gegen den Hymenäus ausgeſtoßen.
Einmal ſchreibt ein weinſeliger Strohwitwer die Sehnſucht
nach ſeiner Frau an die Wand. Vergnügungsanzeigen und
Theaterzettel zeigen an, was damals in der römiſchen Provinz
los war.
Ein kleines Muſeum birgt die Gipsabgüſſe der Toten: Ein
Windſpiel krümmt ſich vor Schmerz, als der Aſchenregen
nieder=
geht. Um die Leichname hat ſich Bimſtein gelegt. Die
Leiber ſind längſt zerfallen, aber bei den Ausgrabungsarbeiten
hat man die Hohlräume mit Gips ausgegoſſen.
Die Züge eines Mannes, der mit einem Tuch den Mund
vor giftigen Dämpfen zu ſchützen ſucht, drücken ergreifende Angſt
aus. Ein Kind iſt ſchlafend in eine andere Welt übergegangen.
Friedlich auf der Seite liegend, hat es eine Hand eingezogen.
Auf dem Rücken liegend, hat eine ſtattliche Frau die Rechte
gegen die Stirn gepreßt; das Gewand verhüllt die Ueppigkeit
ihrer Formen nur knapp. In einem Tor, das dem Veſuv
ab=
gewendet iſt, hat man viele Skelette von Flüchtlingen gefunden.
Es iſt ein ſonderbares Gefühl, das Schickſal von Menſchen
plötzlich mitzuerleben, die faſt Zeitgenoſſen Chriſti geweſen ſind.
Dieſe Hoffnungen, dieſe Wünſche, dieſe Schmerzen haben faſt
zwei Jahrtauſende überdauert.
Was wird in zweitauſend Jahren von unſeren Wünſchen,
Hoffnungen und Plänen noch übrig ſein .
Wekterbericht.
Ausſichten für Mittwoch, den 25. März: Wolkig mit Aufheiterung,
küh=
ler, Temperaturen nachts um Null, keine oder nur vereinzelt
ge=
ringe Niederſchläge.
Ausſichten für Donnerstag, den 26. März: Mehr aufheiternd, aber auch
bewölkt, nachts Temperaturen um Null und trocken.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feulſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl
Böhmann=
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer;; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteſlungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
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DIE FEME.
PRESHERT WEE AENE
Nummer 84
Mittwoch, den 25. März 1931
Seite 12
Opolt, Ooier und Tarnen.
Zußball.
S.=V. 1910 Weiterſtadt — Chattia Wolfskehlen 5:3 (2:2).
Während die Gäſte komplett antraten, mußte Weiterſtadt in
der Verteidigung Schuchmann und im Sturm J. Becker, die ſich
heim vorletzten Spiel gegen Eberſtadt Verletzungen zugezogen
hatten, erſetzen. Gleich nach Anſtoß entwickelte ſich ein lebhafter
Kampf. Die Gäſte konnten oftmals ſehr gefährlich werden. Es
dauerte einige Zeit, bis ſich der S.=V.=Sturm, der 3 Erſatzleute
aufwies, zuſammenfand. Zimmermann arbeitete ſchöne
Torge=
legenheiten heraus, die jedoch ausgelaſſen wurden. Durch einen
Eckball konnte Wolfskehlen das erſte Tor erzielen. Kurze Zeit
dar=
auf ſtellte Weſterwald den Ausgleich her. Im Anſchluß an eine
weitere Ecke erzielten die Gäſte abermals die Führung. Bis zur
Pauſe erzielt wiederum Weſterwald den Gleichſtand. Nach
Sei=
tenwechſel holen ſich die Gäſte abermals die Führung und ſind
einige Zeit Weiterſtadt drückend überlegen. Nach Umſtellung
ändert ſich das Bild. Weſterwald erringt erneut den Gleichſtand.
Nunmehr wogte der Kampf auf und ab, die Mannſchaften ſchienen
ſich nun ausgeglichener. Hier wußte Greifenſtein im Tor die
beſten Torerfolge der Gäſte unſchädlich zu machen. Im Anſchluß
an einen Foulelfmeter, der von dem Gäſtetormann gehalten
wurde, gelingt Weſterwald die Führung für S.=V. und erzwingt
auf eine ſchöne Vorlage von Zimmermann das 5. Tor. Der
Schiedsrichter hatte das Spiel zu jeder Zeit in der Hand und
wurde es äußerſt fair durchgeführt. Die Einheimiſchen hatten in
der zweiten Hälfte eine ausgeglichene Mannſchaft, trotz des
Er=
ſatzes, und blieben verdient Sieger. Die Gäſte waren äußerſt flink
und wendig. Ihre Läuferreihe ſpielte ſehr ſchwach.
Die 1. Handballelf trug gegen Griesheim ihr letztes
Verbandsſpiel aus und konnte ein verdientes Unentſchieden (2:2)
erzielen. Es wurde ein wirklich ſchönes und ſpannendes Spiel
gezeigt. Bei den Einheimiſchen machte ſich eine ſtarke
Formver=
beſſerung bemerkbar,
S.=C. 1928 Ober=Ramſtadt — V. f. L. Michelſtadt 8:1 (1:1).
Unter der umſichtigen Leitung von Müller=Griesheim b. D.
lieferten ſich beide Parteien vor 400 Zuſchauern ein jederzeit
ſpan=
nendes und faires Spiel. In der erſten Halbzeit hatte der
Gaſt=
geber ſchwer zu kämpfen, um der ſchnellen, wuchtigen Angriffe
der Michelſtädter Herr zu werden. In dieſer Spielphaſe waren
die Gäſte klar im Vorteil. Nur dem aufopferungsvollen Spiel
der einheimiſchen Verteidigung und Torwart war es zu
ver=
danken, daß die Gäſte nur ein Tor erzielten. Nach der Pauſe
waren die Ober=Ramſtädter wie umgewandelt. Der Sturm
lie=
ferte, durch die Läuferreihe gut unterſtützt, ein ſehr produktives
Spiel und konnte noch 7 ſchöne Tore erzielen. Verteidigung und
Torwart ließen durch worzügliche Abwehr keine weiteren Erfolge
der Gäſte zu. Die Gäſte lieferten hauptſächlich in der erſten
Halb=
zeit ein ausgezeichnetes und ſchnelles Spiel und hatten ihre beſten
Leute in den beiden Verteidigern, Mittelläufer und den beiden
ſchnellen Flügelſtürmern. Die 2. Mannſchaft weilte bei
Werbe=
ſpielen in Klein=Zimmern. Sie unterlag gegen Viktoria
Schaaf=
heim 2:1 und ſiegte gegen Dieburg 9:3. Die 1. Jugend ſiegte
gegen Union Darmſtadt 5:0.
F. S.V. Groß=Zimmern — Germania Dieburg 2:0 (1:0.)
Die Einheimiſchen befanden ſich diesmal in weit beſſerer
Spiellaune als an den vorhergehenden Spielſonntagen und
ge=
wannen den Kampf auch viel ſicherer, als das Reſultat vermuten
läßt. (Ecken 14:4.) Das Schlußtrio war der beſte
Mannſchafts=
teil. Die Läuferreihe konnte, abgeſehen von einigen Schwächen
in der zweiten Halbzeit, ebenfalls gefallen, während die Stürmer
in bezug auf Zuſammenſpiel und Verſtändnis untereinander, noch
viele Wünſche offen ließen. Der linke Flügel war hier die
trei=
bende Kraft.
Die Elf der Gäſte brachte lange nicht die Leiſtung zuwege,
wie in vergangenen Spieljahren, ſie mußten außerdem für ihren
guten Mittelläufer Erſatz einſtellen, der natürlich trotz allen
Eifers ihn nie ganz erſetzen konnte. Wie bei dem Sieger, ſo war
auch hier das Hintertrio der beſte Männſchaftsteil. Alles andere
kam über den Durchſchnitt nicht hinaus. Der Schiedsrichter, ein
Herr aus Mainz, leitete das wohl harte, aber faire Spiel
aus=
gezeichnet.
S.=V. Roßdorf — S.=V. Lengfeld 6:0.
Mit einem unerwartet hohen Sieg konnte S.=V. Roßdorf
einen ſeiner gefährlichſten Konkurrenten aus der Meiſterſchaft
ausſchalten und damit die Tabellenführung zurückgewinnen. Man
hatte hier durchaus nicht mit einem beſtimmten Sieg, zum
aller=
wenigſten mit einem ſo hohen Ergebnis, gerechnet! hatten doch
die Odenwälder in ihren letzten Spielen eine ſtarke
Formver=
beſſerung gezeigt. Die Gäſte, die in ſtärkſter Aufſtellung
er=
ſchienen, rechtfertigten auch vollauf die in ſie geſetzten
Erwar=
tungen und lieferten in der erſten Halbzeit den Einheimiſchen
eine durchaus ebenbürtige Partie, und nur mit Glück konnten
letztere bis zur Pauſe durch Elfmeter und im Ueberraſchungstor
des Linksaußen mit 2:0 in Führung gehen. Erſt nach
Wieder=
beginn wurden die Gaſtgeber überlegen und konnten bis zum
Schluß noch vier weitere Tore erzielen. Lengfeld blieb das
Ehren=
tor verſagt, obwohl dieſes reichlich verdient war, auch erzielt
wurde, aber der Schiedsrichter hatte kurz vorher — irrtümlich
abgepfiffen. Das Spiel war, wenn auch etwas hart, ſo doch
jeder=
zeit ſehr fair und wurde von dem ſehr guten Schiedsrichter zur
Zufriedenheit beider Parteien geleitet.
Roßdorfs zweite Mannſchaft weilte in Klein=Zimmern und
nahm dort an einem Pokalturnier anläßlich des Stiftungsfeſtes
des dortigen Fußballvereins teil. Roßdorf gewann gegen
Ger=
mania Dieburg 2. 4:0, gegen Schafheim 1. 5:0. Somit war
Roß=
dorf Turnierſieger.
Handball.
Aus uns verſpätet zugeleiteten Berichten entnehmen wir, daß am
dergangenen Sonntag
Reichsbahn Mainz — Reichsbahn Darmſtadt
im Kampf um die Bezirksmeiſterſchaft der Reichsbahnvereine die
Darm=
ſtädter einen verdienten 6:3 (4:2) Sieg nach Darmſtadt entführten.
Die zweiten Garnituren trennten ſich 6:1 für Darmſtadt. Reichsbahn
Mannheim—Reichsbahn Wiesbaden 3:6.
Merck=Sport Darmſtadt 2. — Arheilgen 2.
brachte den Arheilgern am Mühlchen eine 6:1 (1:1) Niederlage.
Entſcheidungsſpiel in Abteilung Oft.
München 1860 gegen Spogg. Fürth in Augsburg.
Um die durch die dauernden Spielabſetzungen in der Abteilung Oft.
bereits unüberſichtliche Lage nicht noch weiter zu verwirren und die
Ermittelung des Meiſters nicht hinauszuſchieben, hat der Spielwart für
Handball im S.F.L.V. die beiden Tabellenführer, München 1860 und
Spielvereinigung Fürth, für den kommenden Sonntag nach Augsburg
zu einem Entſcheidungsſpiel beordert. Der Sieger nimmt ſowohl am
ſüddeutſchen Meiſterſchafts=Endſpiel als auch an den deutſchen
Meiſter=
ſchaftsſpielen teil.
Neue Termine in Abteilung Weſt.
Die reſtlichen Spiele der Abteilung Weſt der ſüddeutſchen
Meiſter=
ſchaftsrunde wurden fetzt wie folgt feſtgeſetzt: 29. März: Polizei
Darm=
ſtadt — Mainz 05, 12. April: Mainz 05 — Weſtmark Trier; 26. April:
Weſtmark Trier — Polizei Darmſtadt.
Das Endſpiel am die ſüddeutſche Damen=Meiſterſchaft findet
kommenden Sonntag in Worms zwiſchen Eintracht Frankfurt und
Mannheimr 08 ſtatt.
Frühjahrswaldlauf des Odenwaldgaues der 2. 2.
Strömender Regen, der den Boden in einen glitſchigen Brei
wandelte, und der auch der Veranſtaltung bis zum Schluß treu bl.
war wohl die Urſache, daß von den insgeſamt gemeldeten 85 Teily
mern nur 49 in Wiebelsbach am Start erſchienen, und zwar 19 in
Turnerklaſſe, 22 Jugendturner (unter 18 Jahren) und 8 Turnerinr
Die 7000=Meter=Strecke der Turner führte vom Start aus zunächſt
etwa 300 Meter lange Steigung hinauf, deren zäher Lehmboden ſe
den Läufern die Laufſchuhe auszuziehen verſuchte, zum Teil ſogar
Erfolg. Tiefgleiſige aufgeweichte Waldwege, ſteile An= und Abſt
verlangten von den Läufern äußerſte Anſpannung und waren auch
Urſache, daß einige unterwegs aufgaben.
Reihenfolge
Sieger
A. Turner über 18 Jahre, 7000 Meter: 1. Berger, Gg., Gr.=Umf
(zum 2. Male); 2. Fauſt=Habitzheim; 3. Weber, Adam; 4. Weber,
beide aus Waldamorbach; 5. Kunkel, Otto Michelſtadt; 6. Bundſo
Gg., Heubach; 7. Pitthahn, Gg., Groß=Umſtadt; 8. Kuny, J
9. Schimpf, Willy, beide aus Heubach.
V. Turnerjugend, 3000 Meter: 1. Fiſcher, Gg., Heubach (mit
Meter Vorſprung); 2. Ihrig, Albrecht, Untermoſſau; 3. Ehrfurt,
mann, Klein=Umſtadt; 4. Jox, Friedr., Altheim; 5. Rebſcher, Lud
Liebelshach; 6. Ruhland, Heinr., Sandbach; 7. Weihert=Altheim.
C. Turnerinnen, 1000 Meter: 1. Sophie Dietrich=Groß=Zimn
(zum 3. Male); 2. Storck, Kätha, Groß=Umſtadt; 3. Ziemer, Me
Wiebelsbach; 4. Frieß, Kätha, Groß=Umſtadt.
D. Mannſchaftsriege: Turner: 1. Tv. Groß=Umſtadt mit 18
Tv. Waldamorbach mit 21 P., 3. Tv. Heubach mit 23 Punkten.
Jugend: Turnverein Ernsbach.
Großer Motorrad=Preis von Tunis. Auf einer 12,714 Klm. lau
Rundſtrecke bei Tunis wurde der Große Preis von Tunis für Mo
räder ausgefahren. Der Schlveizer Bruno Martinelle erzielte in
350 ccw=Klaſſe auf Motofacoche mit 109,1 Klm. das beſte Stunden
tel und blieb in 3:09,01 für die 305,1 Klm. lange Strecke Siege
Rundfunk=Programme.
Kraftſpork.
K. S.V. Fürth i. O., 1. — Athl.=V. Vorwärts Groß=Zimmern, 2.
6:13.
Der Kampf fand am Sonntag nachmittag in Fürth als
Nach=
huttreffen der Kreisliga unter Leitung von Herrn Kaltwaſſer=
Darmſtadt ſtatt. Das zahlreiche Fürther Publikum verträgt
ſchein=
bar eine Niederlage ſchlecht, daraus ſind auch wohl gewiſſe
Mängel des Kampfleiters zu entſchuldigen. Die Kämpfe ſtanden
auf techniſch hoher Stufe. Für Groß=Zimmern ſiegten Poth im
Bant., Herbert im Leichtg., Reinhardt im Mittelg., Held im
Halbſchwer und Fröhlich im Schwerg. Nächſten Sonntag findet
der Rückkampf gegen Germania Hoißbach ſtatt.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 25. März.
10.20: „Strafſache gegen Schwarzer wegen Brandſtiftung.” Ein
Schöffengerichtsverhandlung von Auditor.
15.20: Horſt v. Salomon: Im Flugzeuge über den Kontinente
16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters. Mitw.: H. H
fele (Bariton), Maria Holtz (Harfe), R. Waldmann (Violine
K. Schneider (Violoncello), A. Hagen (am Flügel).
18.15: Fr. Raff: Filmautor — der große Unbekannte.
18.45: Eſperanto.
19.15: M. Cohen=Reuß: Kartellnotverordnung, Preisbindung=
Preisſenkungsfragen.
19.45: Vortragsſtunde. Fritz Müller=Partenkirchen.
20.15: Geſangskonzert. Ausf.: Elſe Gentner=Fiſcher (Sopran) ur
B. Ziegler (Bariton).
21.15: Das Gaſtmahl von Franz Blei.
21.45: Hugo=Herrmann=Abend. Mitw.: A.” Wendling (Violine
W. Reichardt (Violoncello), H. Herrmann (Klavier).
22.50: Schlagerſtunde. Luigi Bernauer. Jazzkapelle des Rundfun
orcheſters.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 25. März.
15.00: O. Stoffregen=Stauffen: Jugendſtunde: Waldemar Bonſe
der Dichter der „Biene Maja”
15.45: Frauenſtunde: Märzarbeiten im Obſtgarten.
16.00: Dr. Bobertag: Aus dem Zentralinſtitut für Erziehung u
Unterricht. „Zur Schülerausleſe‟
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Fred Hamel: Chormotette und Sololied: Mitw.: Kä
Wegner=Peiſer, am Flügel: Hanna Engel.
18.00: Prof. Dr. Amſel: Lehrgang für Einheitskurzſchrift.
18.30: Bücherſtunde: Dr. Würzburger: Vom Reich der Seele.
19.0: Reichsbahnobering. Ruſch: Reichsbahn und ihre Konkurrei
19.20: Dr. J. Tiburtius: Warum iſt der Bankkredit ſo teuer?.
20.00: Aus dem Hotel Kaiſerhof: Unterhaltungskonzert (G. Komo
20.40: Reneé Strobrawa: Unbekanntes aus Wilhelm Buſch.
21.00: Aus der Queen’s Häll, London: Fünftes Europäiſches Ko
zert. Mitw.: Pablo Caſals (Violoncello), B. Maine (Spreche
Sinfonie=Orcheſter der B. B. C. — Nationalchor. Anſchl.: A
dem Tanzpalaſt „Caſanova”: Tanzmuſik der Kapelle Dajos Be=
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Nummer 83
Jaut
Mittwoch, den 25. März
Die 99-Bank im Kriſenjahr 1930.
Prozent Dividende. — Rückkguf von 35 Mill. RM.
eigenen Akkien.
Der Abſchluß zeigt entſprechend der Einſchrumpfung des Geſchäfts
einen erheblichen Rückgang der Einnahmen, beſonders bei Zinſen und
Wechſeln. Die Einnahmen aus letzteren gingen zurück von 101 755,718
auf 88,174 Mill. RM., Gebühren von 119,887 auf 115 829 Mill. RM.,
uind aus dauernder Beteiligung von 5,597 auf 2,097 Mill. RM.,
ins=
geſamt alſo von 229,136 auf 207,675 Mill. RM. Die Gewinne auf
Wert=
dapiere und Gemeinſchaftsgeſchäfte wurden voll abgeſchrieben; darüber
hinaus wurden noch 6,102 Millionen auf Wertpapiere und 15,237
Mil=
lionen auf Gemeinſchaftsgeſchäfte abgeſchrieben, wodurch ſich die
Ein=
nahmen weiter auf 186,337 Mill. RM. ermäßigen. Auf der anderen
Seite konnten infolge der Fuſion an Handlungsunkoſten erhebliche
Ein=
fparungen gemacht werden; ſie gingen von 155,936 auf 134,39 Mill.
RM. zurück. Steuern und Abgaben gingen ebenfalls zurück und zwar
Hon 24,893 auf 18,202 Mill. RM. Die Geſamterforderniſſe betragen
168,843 (196,982) Mill. RM. Es verbleibt einſchließlich 2825 038 RM.
(2027 687) Vortrag ein Reingewinn von 20 389,371 (34 182 135) RM.
Hieraus werden 6 (10) Proz. Dividende bezahlt. Es verbleibt ein
Vor=
trag von 2860 339 (2895 038) RM.
Die Bilanz zeigt Aktiva (alles in Mill. RM.); Kaſſe, fremde
Geldſorten, Zinsſcheine 84,635 (81,560), Guthaben bei Noten= und
Ab=
rechnungsbanken 123,821 (111,457), Wechſel und unverzinſte
Schatzan=
weiſungen 938,720 (1249,900), Neſtroguthaben bei Banken und
Bank=
firmen 321,703 (431,927), Reports und Lombards 90,055 (152,414),
Vor=
ſchüſſe aus verfrachteten und eingel. Waren 699,370 (699,976), Eigene
Vertpapiere 50,00 (78,665), Gemeinſchaftsgeſchäfte 75,000 (73,559)
Dauernde Beteiligungen 37,500 (35,014), Schuldner in laufender
Rech=
nung 2292,817 (2403,002), Langfriſtige Dollarvorſchüſſe 104,450 (194,45)),
Bankgehäude 93,500 (99,376), ſonſtiger Grundbeſitz 12,00 (12,530).
Unter Paſſiva erſcheinen: A.K. 250 (285), Allgemeine Reſerve 142,5
(142,5), beſondere Reſerve 17,500 (17,500), Gläubiger in laufender
Rech=
nung 4136,734 (4728,637), Akzepte 245,356 (213,158), 6prozent.
Dollar=
darlehen 105 (105), ſonſtige Paſſiven 5,783 (7,355); die Bürgſchaften
be=
tragen 351,483 (353,105) Mill. RM. Die Liquiditätenziffer beträgt
51,33 (54,85) Prozent.
Der Geſchäftsbericht beſchräukt ſich diesmal darauf, Erläuterungen
zu den Bilanzziffern zu geben, Ausführungen über die angeſchloſſenen
Bankfirmen und einzelne die Bank angehende Angaben zu machen. Die
Umſätze mit der Kundſchaft betrugen im ganzen Jahr 198,691
Milliar=
den Reichsmark. Sie weiſen in den einzelnen Monaten unter
Schwan=
kungen einen fortlaufenden Rückgang auf. Die Bank unterhält jetzt an
301 (289) Plätzen Niederlaſſungen, daneben 193 (177)
Stadtdepoſiten=
kaſſen, von denen 57 (61) auf Berlin entfallen. Der Perſpnalbeſtand
hat ſich von 21600 auf 20051 Köpfe vermindert.
Entſprechend einer ſchon bei Durchführung der Fuſion der beiden
Großbanken beſchloſſenen Abſicht, das Aktienkapital in ein Verhältnis
zu den fremden Geldern zu bringen, das der Gepflogenheit bei den
Banken im Auslande mehr entſpricht, hat die Bank das Angebot an
deutſchen Bankaktien an der Börſe dazu bemutzt, um 35 Millionen RM.
eigene Aktien allmählich zurückzukaufen.
An dem Rückgang der Gläubiger in laufender Rechnung von
ins=
geſamt 615 Millionen RM. ſind 200 Millionen RM. inländiſche
Gläu=
biger beteiligt. Der Hauptrückgang entfällt dementſprechend auf die
ausländiſchen Gläubiger. Die ſeitens der Kundſchaft bei Dritten
be=
nutzten Kredite ſind von 665 auf 689 Millionen RM. geſtiegen. Für
den Einfuhrhandel wurden 80 Millionen RM. weniger beanſprucht;
dagegen wurden für Exportkredite etwa 100 Millionen RM. mehr
be=
reitgeſtellt. Der Anteil der Ausländer an der Geſamtſumme der
Gläu=
biger iſt von 40 auf 37,5 Proz. zurückgegangen Sämtliche Wertpapiere,
einſchließlich der Gemeinſchaftsgeſchäfte, ſteben zu den Kurſen vom 31,
Dezember 1930 bder darunter, foweit nicht börſenfähig, zu ſehr
vor=
ſichtigen Wertanſätzen zu Buch. Das gleiche gilt von den dauernden
Beteiligungen. Bei Schuldnern in laufender Rechnung iſt über die
nötigen Abſchreibungen hinaus den Riſiken, die ſich aus der
Wirtſchafts=
lage ergeben, durch Rückſtellungen Rechnung getragen.
Das Geſchäft im laufenden Jahre wird als ungünſtig bezeichnet.
In der Februarbilanz ſind die Kreditoren weiter um 103 Millionen
zu=
rückgegangen, die Debitoren haben zwar um 30 Millionen zugenommen,
es iſt dies aber lediglich auf einen Zufall zurückzuführen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Der Umſatz der chemiſchen Induſtrie in Heffen=Nafſau und Heſſen.
Die Bedeutung der deutſchen chemiſchen Induſtrie hat nach dem Krieg
weiter zugenommen, zumal ihre Erzeugniſſe zu den wichtigſten
Ausführ=
artikeln gehören. Die geſamte deutſche chemiſche Induſtrie ſetzt nun
jährlich weit über 4 Milliarden Mk. um. wovon 1300 Millionen Mk.
oder faſt ein Drittel auf die heſſiſchen Gebiete entfallen. Heſſen=Naſſau
und Heſſen ſind alſo die bedeutendſten Standorte der chemiſchen
Groß=
induſtrie, beſonders in Darmſtadt, Mainz und Offenbach, ferner im
Maingebiet, vor allem in Höchſt, und außerdem noch in Hanau,
Frank=
furt und Biebrich, finden wir ihre Produktionsſtätten. Kein anderes
deutſches Gebiet reicht mit ſeiner chemiſchen Erzeugung an die heſſiſche
Produktion heran.
Landesbank der Rheinprovinz. Im Anzeigenteil empfiehlt das
Inſhitut zum Umtauſch der 7prozentigen Goldpfandbriefe von 1926 und
zur neuen Kapitalanlage ſeine reichsmündelſicheren 7prozentigen Gold=
Plandbriefe und Gold=Kommunal=Schuldverſchreibungen 5. Ausgabe zu
30,0 Prozent bzwv. 94,25 Prozent. Die Werte ſind gedeckt durch erſte
Doldhypotheken bzw. Goldkommunaldarlehen, geſichert durch das ſonſtige
Sermogen der Landesbank (garantiert durch die Rheinprovinz) und
lellen eine hochverzinsliche, ſichere Anlage dar. (Vgl. Anzeige.)
Henkel u. Co., A.=G., Düfſeldorf. Die Handelsgeſellſchaft der Henkel=
Verke G. m. b. H. (Perſil) weiſt für 1930 einſchl. 179 433 RM. Vortrag
Eihen Reingewinn von 580 761 (i. V. 723 433) RM. aus, deſſen
Verwen=
hung im Reichsanzeiger nicht angegeben wird. Neben 1 Mill. RM.
Rabital, 1,6 Mill. RM. Rücklagen, und 0.2 Mill. RM. Sicherheits=
Veland erſcheinen in der Bilanz 4,36 (4,1) Mill. RM. Gläubiger,
an=
vererſeits Schuldner mit 4,38 (5,37), Wechſel mit 3,16 (1,89) Mill. RM.
Dem Aufſichtsrat gehören nunmehr an als Vorſitzender Hugo Lueps,
Zilneldorf, als ſtellvertretender Vorſitzender Fabrikdirektor Dr. E.
Sulemann=Frankfurt a. M. und Bankdirektor Karl Wupvermann=
Düſſeldorf.
Zuckerkontingentierung perfekt. Wie wir hören, ſind die von der
Fühſchen Zuckerinduſtrie geführten Verhandlungen wegen der Kontin=
Aſſierung der Zuckererzeugung nunmehr definitiv abgeſchloſſen worden.
Samtliche Einſprüche, die gegen die vorläufige Kontingentfeſtſetzung bei
Zen einzelnen Fabriken erfolgt ſind, ſind vor dem hierfür eingeſetzten
Daubtausſchuß des Vereins der deutſchen Zuckerinduſtrie abſchließend be=
Hndelt worden. Das definitiv feſtgeſetzte Kontingent iſt auf 40,95 Mill.
Butner feſtgeſetzt worden. Die Verordnung des Reichsernährungs=
Mniſteriums zum definitiven Zuſammenſchluß der deutſchen
Zuckerindu=
hie in die wiederholt erwähnte wirtſchaftliche Vereinigung hat bereits
2 Rabinett paſſiert, und die Regierung hat die Verordnung bereits bei
Em Reichsrat eingereicht. Im Laufe der nächſten Woche dürfte die
Ver=
önung dort behandelt werden, ſo daß, wenn nicht unvorhergeſehene
Schwierigkeiten etwa eintreten ſollten, in kürzeſter Friſt mit der geſetz=
En Inkraftſetzung der Wirtſchaftlichen Vereinigung zu rechnen iſt.
Aupfer=Hüttenproduktion. Nach einer Zuſammenſtellung der Stati=
Naen Abteilung der Metallgeſellſchaft A.=G. Frankfurt a. M., betrug
die Kupfer Hüttenproduktion im Februar 1931 insgeſamt (in Meter=
D LL7 366 gegenüber 116804 im Januar. Davon entfallen auf
Ame=
a 84287 bzw. 82 403. auf Europa 14900 bzw. 16 411, auf Afrita.
Eiweiſe geſchätzt, 10 500 bzw. 11000, auf Aſien 6879 bzw. 718 und auf
Aükralien, geſchätzt 1000 bzw. 272. Die Produktion im
Tagesdurch=
ür betrug im Februar 1931 4199, in der gleicken Zeit des
Vor=
ures 4673 und 5486 Meter=To. im Februar 1929.
Biehmärkke.
Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 23. März. Tatſächlich auf
LiI Warkt zum Verkauf: 33 Ochſen, 13 Bullen, 421 Kühe odes Färfen,
Ad Kälber, 1000 Schweine. Marktverlauf: ſchleppend, Ueberſtand.
Dreis bro 50 Kilo Lebendgewicht: Ochſen: vollfleiſchige, ausgemäſtete
Nochſten Schlachtwertes, jüngere 45—48; ſonſtige vollfleiſchige, ältere
D: Bullen: fleiſchige 32—37; Kühe; jüngere, volfleiſchige
Frautfurter und Berliner Effekienborſe.
Frankfurt a. M., 24. März.
Die Börſe zeigte auch zum heutigen Beginn wieder ein ſehr ruhiges
Ausſehen, da es an anregenden Momenten faſt völlig fehlte. Auch die
New Yorker Börſe konnte mit ihrer ſchwachen Veranlagung keine
An=
regung bieten. Daneben waren wieder überwiegend ungünſtige
Mo=
mente vorhanden, die ihren Eindruck nicht verfehlten. So
verſtimm=
ten u. a., der Bericht der ADCA. mit ſeinen erheblichen Abſchreibungen
auf Wertpapiere und Debitoren, die ſcharfe Ermäßigung der Dividende
von 8 auf 5 Prozent, ferner die beſchloſſene Erhöhung der
Aufſichts=
ratsſteuer im geſtrigen Reichstag. Da auch der Ordereingang wieder
ſehr minimal war, ſchritt die Kuliſſe erneut zu Abgaben, ſo daß zu den
erſten Notierungen durchweg Kursrückgänge von 1,5 Prozent eintraten.
Später konnten ſich die Kurſe auf ſtärkere Käufe der Arbitrage wieder
kräftig erholen, und die Tendenz zeigte eine feſtere Haltung. Anfangs
mehr abgeſchwächt waren vor allem Elektrowerte. Am Anleihemarkt
ergab ſich für Altbeſitzanleihe nach der Aufwärtsbewegung ein
prägnan=
ter Rückſchlag; der Kurs ging von 58,5 auf 57,90 Prozent zurück.
Neu=
beſitz ebenfalls nachgebend. Von fremden Werten Anatolier 0,5 Prozent
rückgängig.
Im Verlaufe blieben die um 2 Prozent erhöhten Kurſe gut
gehal=
ten. Das Geſchäft bewegte ſich weiterhin in ſehr engen Grenzen. Recht
feſt lagen von Bankwerten Dedibank, die auf die Mitteilung auf
Rück=
kauf von 35 Mill. eigener Aktien etwa 1,75 Prozent gewannen. Gegen
Schluß der Börſe bröckelten die Kurſe auf Gewinnmitnahmen der
Spekulation wieder ab, doch erhielten ſich bei Spezialtverten 1—2
pro=
zentige Tagesgewinne. Am Geldmarkt war Tagesgeld ſtark angeboten,
ſo daß der Satz auf 3 Prozt ermäßigt wurde. Am Deviſenmarkt
blieb die Mark feſt bei Anhalten des Geldangebotes aus dem Ausland:
der Dollar war ſchwach, 4,1950, das Pfund galt 20,38¾. Gegen New
York war London auf 4,86 befeſtigt. Sonſt nannte man London-Paris
124,18, Mailand 92,76. Madrid 45.20, Schweiz 25,24½, Holland 12,117/s.
Die Abendbörſe hatte ſehr kleines Geſchäft. Die Kurſe lagen
auf Mittagsſchluß meiſt gut behauptet. Die Spekulation iſt etwas
zurückhaltend im Hinblick auf die ſchwächeren New Yorker Kurſe ſowie
auf die innerpolitiſche Situation. Etwas freundlicher lagen Kaliwverte.
J.G. Farben waren im Verlaufe eine Kleinigkeit ſchwächer bis 144,5
Prozent. Von ſonſtigen Kurſen ſind zu nennen: Deutſche Bank 111,
Danat 144,5, Dresdener 111, Gelſenkirchen 82,75. Mannesmann 78,
Rheinſtahl 82, Stahlverein 55, Siemens 177, Schuckert 131,75, Geffürel
124,75. AEG. 106,25, Nordlloyd 72,25, Hapag 70, Salzdetfurth 236,
Aku 80, Bemberg 88,75.
Verlin, 24. März.
Im heutigen Vormittagsverkehr hatte die inzwiſchen dementierte
Alarmnachricht eines Berliner Früh=Mittagsblattes, nach der ein neues
Milliarden=Defizit des Reiches beſtehe bei der Spekulation ſtärkere
Zu=
rückhaltung ausgelöſt, zumal auch die Steuerauseinanderſetzungen geſtern
im Reichstag nicht dazu angetan waren, eine freundliche Stimmung
auf=
kommen zu laſſen. Auch ſonſt las ſich die Morgenpreſſe ziemlich
un=
günſtig, doch verwies man u. a. auch auf die verſchiedenen
Dividenden=
erklärungen, und vor allem auf die ſchwächeren Auslandsbörſen. Im
Laufe des Vormittags wurde außerdem die Ermäßigung des Kupfer=
Kartellpreiſes auf 10.30 Dollarcents (minus 0,25) bekannt. So neigten
die Eröffnungskurſe überwiegend zur Schwäche und wieſen im
Durch=
ſchnitt gegen geſtern mittag 1 bis 2prozentige Rückgänge auf, da die
Kundſchaft vor dem Ultimo ebenfalls noch etwas realiſierte. Auch im
Verlaufe bröckelten die Kurſe zunächſt weiter ab. Später ſetzte aber das
Ausland mit Käufen ein, denen ſich die Spekulation anſchloß, ſo daß
häufig auch die Anfangsverluſte wieder ausgeglichen werden konnten. Es
tauchten Gerüchte von einer Finanztransaktion (angeblich Aktienrückkauf)
bei der Dedi=Bank auf. Anleihen nach ſchwächerem Beginn erholt.
Produkkenberichte.
Fraukfurter Häute=Auktion. Die Tendenz der Frankfurter
Häute=
auktion war befeſtigt. Großviehhäute verzeichneten eine ſtärkere
Beſ=
ſerung gegen den Vormonat. Kalbfelle bis zu 9 Pfund blieben
under=
kauft. Im einzelnen erzielten (in Pfg. je Pfund): Kalbfelle v. K. bis
9 Pfd. ſchwarz 90,75—100; über 9 Pfd. bis 15 Pfd. ror 100—108, dito
ſchwarz 79—87,5; Schaffelle, vollwollig 33—36, halbwollig 30: Ochſen=
Metallnofierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 24. März ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Dt.
Eleftro=
lytkupfernotiz) auf 96,25 RM. — Die Notierungen der
Kommiſ=
ſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen
ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezah=
lung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98 bis 99 Pro=
ſilber (1 Kg. fein) 40.25—42,25 RM.
Berliner Produktenbericht vom 24. März. Das Geſchäft an der
Produktenbörſe hielt ſich heute in engſten Grenzen, da das
Inlands=
angebot zur prompten Verladung minimal bleibt, andererſeits aber auch
die Kaufluſt infolge der herrſchenden Unſicherheit bezüglich weiterer
Regierungsmaßnahmen ſtark beeinträchtigt iſt. Für Weizen lauteten
die Gebote im Anſchluß an den Rückgang der Lief=ungspreiſe eine bis
zwei Mark niedriger. Roggen lag dagegen ſtetig, und das geringe
Offertenmaterial wurde von den Mühlen und Reporteuren zu geſtrigen
Preiſen aufgenommen. Am Lieferungsmarkte eröffnete März=Roggen
ſogar eine Mark feſter, die ſpäteren Sichten waren behauptet.
Weizen=
mehl hat ſelbſt bei 25 Pfennig niedrigeren Mühlenofferten, trotz der
be=
vorſtehenden Feiertage, ſchleppenden Abſatz. Von Noggenmehlen ſind
billigere Provinzfabrikate etwas beachtet. Hafer liegt bei mäßigem
Inlandsangebot ſtetig, aber ruhig. Untergebote finden nur ſelten
Be=
achtung. Gerſte bei mäßigen Umfätzen behauptet.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. März:
Getreide. Weizen: März 79,75. Mai 82½ Juli 59,75,
Sep=
tember 59,75: Mais: März 66,50 Mai 63½, Juli 64½,
Septem=
ber 64,50: Hafer: Mai 31½. Juli 32, September 32½; Roggen:
Mai 38,50, Juli 40, September 40,75
Schmalz: März 8,90, Mai 8,92½, Juli 9,05, Sept. 9,22½,
Speck, loco 11,00.
Schweine: Leichte 7,85—8,10, ſchwere 6,90—7,50;
Schweinezu=
fuhren in Chicago 19 000, im Weſten 77 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9,65, Talg, extra loſe 478.
Getreide. Weizen: Rotwinter 90,75; Mais; loco New York
75,25; Mehl: ſpring wheat clears 4,00—4,40: Getreidefracht nach
England 1,9—2,6 sh, nach dem Kontinent 8—9 C.
Kakao: Tendenz träge, Umſätze 28, loco 5¾ März 5,20. Mai
5,26, Juli 5,44, September 5,62, Oktober 5,70. Dezember 5,82,
Ja=
nuar 1932 5,8.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der vom Statiſtiſchen Reichsamt errechnete Aktieninder (1924/20
— 100) ſtellt ſich für die Woche vom 16. bis 21. März 1931 auf 91,7
gegenüber 91,8 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und
Schwerinduſtrie auf 86,6 (87,6), Gruppe verarbeitende Induſtrie auf
81,8 (81,7) und Gruppe Handel und Verkehr auf 113,6 (113,2).
Die deutſche Produktion von Original=”Hüttenweichblei
einſchließ=
lich kleinerer Mengen Hartblei ſtellt ſich im Februar 1931 auf 10 823
Tonnen gegen 9716 Tonnen im Februar 1931.
Die ſeit Anfang Januar im Gang befindlichen
Einigungsbeſtrebun=
gen in der rheiniſchen Bimsinduſtrie ſtehen vor dem Abſchluß, nachdem
ein bisher ſich gegen den Anſchluß ſträubendes größeres
Außenſeiter=
werk ſeine Bereitwilligkeit zum Beitritt gegeben hat.
In der Gläubigerverſammlung des in Konkurs geratenen
Deut=
ſchen Bauhilfevereins e. G. m. b. H. wurde der vorläufige Status
be=
kannt gegeben. Danach ſtehen 192000 RM. Paſſiven 431000 RM.
Aktiven gegenüber, ſo daß mit einer 100prozentigen Befriedigung
ge=
rechnet werden kann.
Bei der G.=V. der Aktienbrauerei Helmbrechts A.=G., Helmbrechts,
wurde von 47 Aktionären ein Aktienkapital in Höhe von 446 400 RM.
vertreten. Es wurde beſchloſſen, 10 Prozent Dividende zu verteilen.
Die Rohgummähandlung Feiſt Strauß in Frankfurt a. M., die vor
kurzem ihre Zahlungen eingeſtellt hat, macht ihren Gläubigern das
An=
gebot, auf die Forderungen eine Quote von 40 Prozent zu bezahlen.
Berliner Kursberichi
vom 24. März 1931
Deviſenmarit
vom 24. März 1931
Me d
Danatbank.. . . . . .
Deutſche Banku 7
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch
Nordd. Lloyt
A. E. G.
Bahr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö
Mie e
J. G. Farbei
Gelſ. Bergw
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Bhil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Küln=Neueſſ. Bgr
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kefsw.
Orenſtein & Koppel
Polyphon
10
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kal 235.
Leonh. Tietz
123.
Verein. Glanzſtoff 1120.
Verein. Stahlwerkel 5é
Weſteregeln Alkali 157.
Agsb.=Nrnb. Maſch./ 50.
26.
Baſalt Linz
Berl. Karler Ind. E9.
Hirich Kupſer
122.
Hohenlolſe=Werke 49.,
Lindes Eismaſch. 158.
VogelTelegr. Draht/ ge.
Wanderer=Werke 54,
Reee
1o.5471 10.567
58.93 59.05
12.422/ 12.44
73.05 73. 19
168.05/ 168.39
112.10/ 112 36
112.12/ 112.34
112.24/ 112.4e
00 Peſetas 44.96 45.04 Danzig 100 Gulden 81.475 1 1.635 Japan 1 Yen 2.070 2.074 3.038/ 3.044/ Rio de Janeirt 1 Milre 0.302 0.304 Jugoſlawien 100 Dinar 7.363 7.317 Portugal 100 Escudos 18.82 18.76 Athen 100 Drachm 5-43, F.445 Zſtam bu 1 türk. 2 — Kairo 1ägypt. * 20.88 2C.23
Kanado lcanad. Doll. 4. 188 4.196 Uruguay Goldpeſo 3.057 3.063 Jsland 100 eſtl. Kr. 91.99 92.17 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 11.6 111.82 Riga
100 Lats 80.6 80.33
Frankfurter Kursbericht vom 24. März 1931.
ieiſchige ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes 42—48: H
itlere Maſt= und Saugkälber 54—60, gering= Kälber 10—54;
S9weine: vollfleiſchige Schweine von ca. 100—120 Kild Lebend=
Rwcht 4—52, desgl. von ca. 80—100 Kilo Lebendgewicht 51—33 R.
12%0Intern.,
60 Baden .......
8% Bahern.
z.
88 Heſſen
v.
69 Preuß. Staat
8½ Sachſen ....."
.
729 Thüringen.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +1/.
Ab=
löfungsanl.
Otſche. Anl. Abl.
ungsſch. (Neub.
Deurſche Schuszge
bietsanleihe
Aachen v.
3½ Raden=Baden.
6%Berlin
886 Darmſtadt v. 26
v. 28
86
796 Dresden.
8% Franffur a.M.
82 Main
8% Mann!
8½ Münche
82 Nürnb
82 Wieska
8% Heſl. Landesbi.
Goldoblig
4½2 Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liquid.
4½% Kom.=Obl.
82 Preuß Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
82 „Golboblig
Re
84.75
78.5
80.25
100
81.75
91
23.5
96
9.5
n8.25
85
57.9
E.3
5.25
31
90
89.5
81.75
99
86
76.5
91.5
76.5
S.25
992,
100.5
95
15.
89.8
81.5
100.5
57
Nanece
Bk. Girozentr. für
Hefſen Goldobl
½Käffeler
Land=
kredit Goldofbr.
2 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
828 Naſſ. Lamdesbl.
4½%
Liqu. Obl
Dr. Komm. Sann
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer.
„ Ser. I.
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp. B1.
2„ Ligu.=Pfbr.
Frkf. Hyp.=Vk.
Lig. Pfbr.
Pfbr=Bl
„ Liqu
88 Mein=bhp.=Bf
„ Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hhp.=B!
4½
„ Lia. Pfbr.
82, Preuß.
Boden=
cred.=Ban1
2. „ Lig. Pfbr.
% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant".
4½% „ Lia.Pfbr
3% Rhein. Shp. B!
O Lig. Pſbr.
Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Tredit
.
Ei
Cred.=B
4½2 Lia. Bfbr.
RJ
100
94.75
86
100.25
95.25
86
56.5
70.5
11
9..75
37
101.5
S7
91.8
101.75
97
24.5
102.25
S
212/.
101
9. .75
9
93
1092
31.
101.5
96.75
92.5
Gn.
100.5
95. 25
93.5
Württ. Hhp.=B.
Daimler=Benz
% Dt. Linol. Werke
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerk
32 Voigt &Häffne
J. G. Farben Bonds
0 Bosn. L.E.B
2. Inveſt.
Bulg. Tah. v.02
4½% Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
½
120 Türk. Admin.
1. Bagdad
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Ungarn 1913
1914
Goldr.
1910
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.
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Ne
72.5
G
87
85.25
85.5
94.75
Af
277.7.
39
9.9
16
8
4.4
17
19.5
19.6
17
8t
101
54.-
5
38.5
117.5
96.5
31.9
Mit ce
„Erdö!
Gold=u.
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Halenmühle Frift.
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Hirſch Kupfer. ...
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Junghans
Kali Chemie
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Lahmcher & Co. „
Laurahütte
Lech. Augsburg..
71.s
133
96
42.5
75.5
112
123
197
41
05
145.75
119
40
127.5
47
41
167.5
120
89
136
71.5
57
120
78.5
92
118
35
109
154
58
61.2.
71
159
126
m
Mainte Miche
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Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard..
Tucher=Brauerei
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Ver. f. Chem. 3
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Strohſtoffabr. . 1136.5
Ultxamarin .. .
Re
39.5
14.25
25
51.5
a0
19.5
60
80
118
n2.777
84.25
64
54.75
146
235.5
181
194
57
179
123.5
124
22.5
16.25
65.5
55
127
M ue
Voigt & Haeffner.
Wahß & Frehte
Wegelin Rußfabri
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein.
Waldhof
„Memel.
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank....
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
Sypothefbk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk. 145.5
Dt. Bank und Disc.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank. . .
Frankf. Banl
„Hyp.=Bank
Pfdbr.=Bk.
Mein. Hyp. Bant.."
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp.=Ban: 139.5
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Hyp.=Banf. 133
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
Württb. Notenban:
A.=G. f. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag
Nordd. Lloyzd.
Südd Eiſenb.=G.
a
38.25
40
157.5
46
98
74
25
122
105
122.5
207
113
110.5
94.5
110
93
153.5
153.5
60.5
277.4.
261
145
134
71.5
72.5
S6ll-
Allianz. u. Stuttg
Berſicherung ..
„ Verein. Verſ. 1206
FrankonaRück=u. M
Mannh.
25
Otavi Minen
Snngte
Seite 14
Mittwoch, den 25. März 1931
Nummer 8
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Teradufve
spricht deutsch
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Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Eugen O• Neill.
Regie: Jacaues Feyder. Deutscher Dialog: Walter Hasenclever.
In weiteren Hauptrollen:
Hans Junkermann, Theo Shall u. Salka Steuermann
Eine neue Garbo ist durch den Tonfilm entstanden. „Anna Christie‟
bot ihr die Möglichkeit zur Entfaltung ihres größten
schauspielerischen Könnens.
Man hat bisher nur das schöne, stummlebende Bild der Garbo
ge-
kannt und die hinreißende Sprache ihres Mienenspiels, ihre
anmut-
vollen Bewegungen ließen vergessen, daß in dem Körper dieser
seltsamen Frau auch eine Stimme wohnte, die Schmerz u. Freude,
Zorn, Liebe, Verachtung, alle Gefühle eines menschlichen Herzens
enthällen konnte.
Jetzt kommt auch ihre Stimme zu uns-
Man muß sie hören.
Dazu das reichhaltige Beiprogramm.
Regie: Hans Behre
Weitere Hauptdarsteller: Luele Mannheim, Gustav
Gründgens, Alexander Granach, Ferd. Hart u. a.
Weltgeschichte im Tonfilm.
Eine grandiose Leistung Kortners als Danton.
Wie ein Meteor steigt in kühner Linie das Leben Dantons, des
großen Rerolutionärs, am Himmel der wildbewegten Umsturzzeit
Frankreichs empor. Zeiten des Kampfes, des Rausches, des
jubeln-
den Sieges im Zenith, jäher Absturz und Verlöschen, Tod des
ehemaligen Volkshelden auf dem Blutgerüst.
Im Beiprogramm ein köstlicher Micky-Film:
„Habarett Untersee‟
und das gute Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6
Beginn: 3.45, 6.00 und 820 Uhr.
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Donnerstag, den 26. März
20.30 Uhr, in der Aula des
Ludwig=Georg=Gymnaſiums,
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für 2 RM. verſend.
gegen Nachnahme
Johann Wilken
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Horſt i. Holſtein.
(4676b)
Musikverein
Karfreitag, 19 Uhr in der Stadtkirche
Mallads Tassion
von
Joh. Seb. Bach
unter Leitung von Generalmusikdirektor,
Dr. Böhm.
Oeffentl. Hauptprobe: Gründonnerstag 19 Uhr,
Kartenverkauf: Bergsträßers Buchhandlung,
Wilhelminenstr. 29.
Preise: 1.50 bis 6.— RM für Konzert, 1.— bis 4.—RM
74687a
für Hauptprobe.
ddkäättätätunntndtntdngdtntntntntntntntnttint
Elſaß=Lothringer=Bereinigung Darmſtadt
(Ortsgruppe Darmſtadt des Hilfsbundes für die
Elfaß=Lothringer im Reich).
Zu dem am Samstag, den 28. d. Mts., abend3 8½ Uhr,
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße, ſtattfindenden
(4711
Vereinsabend
iverden die Mitglieder unſerer Vereinigung freundlichſt
eingeladen. Der auf der Tagesordnung ſtehende Vortrag
desHerrn Hilg=Berlin, erſten Geſchäftsführers des
Hilfs=
bundes für die Elſaß Lothringer im Reich, wwird für unſere
Mitglieder von größtem Iutereſſe ſein. Um zahlreiches
Erſcheinen der Mitglieder wird erſucht. S. Exzellenz
Herr Dr. Schwander Frankfurt a. M. wird uns mit ſeine
Beſuch beehren.
Die beiden beliebten Komiker in dem tollen Lustspiel
Tard. dardcnok als Kaänsnen
Regie: Lau Lauritzen.
Pdr der Heine ewig schadenfrohe,
immer findige
und
Patachon sein vom Pech
ver-
folgter Freund als Seelente,
als Kellner und
als Kannibalen
Der Film zeigt die Erlebnisse
der Beiden auf hoher See
und im Kannibalenland als
Zauberer des Königs
Kaktus Kannibal I.
Die Originalaufnahmen aus
Afrika und Madeira geben
dem Film einen
landschaft-
lich schönen Hintergrund.
Dazu das reichhaltige Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 600 und 8.20 Uhr.
Großes Haus 20—2215 Uhr
Hessisches
B 18
Landestheater
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Mittwochs u. Sonntags b. 3 Uhr, Samstag b. 5 Uhr geöffnet
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Nummer 8
Mittwoch, den 25. März 1931
Seite 15
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Miffis Rahel ſchloß ihre Kabine auf, die Damen durcheilten
Wohnzimmer — „Enſchuldigen Sie, da drinnen ſieht’s
na=
lich wüſt aus, ich hab ſchon alles durcheinandergeworfen —‟
Auf dem Bettvorleger lag in wirrem Knäuel die
hauch=
te Wäſche der eleganten Frau. Sie rollte mit haſtiger Bitte
Entſchuldigung alles zuſammen, warf’s in einen ſeidenen
atel. Gemeinſam durchſuchten die Damen das ganze Zimmer,
kten alle Möbelſtücke vom Platze, zogen den Bordkofer unterm
kte vor, leuchteten mit der Tiſchlampe in die dunkelſten Winkel
alles umſonſt.
Miſſis Rahel begann nervös zu ſchluchzen. „Das verzeiht
er Leviſohn mir nie — es war ein Geſchenk zu unſerem
mten Hochzeitstag — es ſtammt aus dem ruſſiſchen Kronſchatz,
t dreihundert Jahren haben’s alle Zarinnen getragen, Herr
viſohn hat’s den Agenten der Bolſchewiſten abgekauft
, ich könnte mich prügeln —‟
Frau Ellen ſprach der Jammernden Troſt ein. Man müſſe
türlich den Vorfall ſtreng geheim halten, nur den Kapitän ins
ichforſchung halten laſſen —
„Aber ich bitte Sie! auf dem Rieſenkahn! fünfzehnhundert
aſſagiere, ſechshundert Maun Beſatzung —” Trotzdem führte
bſtverſtändlich der nächſte Weg der beiden Frauen in die
drei=
mmrige Wohnung des Kapitäns.
Jens Mertens ſaß in Hemdärmeln beim Frühſtück. Es blieb
treßtes Jackett anzuziehen. Schon hatte Miſſis Rahel ihm
ren Jammer ins Geſicht geſchluchzt.
Der gute Cappy war faſſungslos. „Ich fahre nun dreißig
ommen . . . daß jemand ſich um ſolch eine Koſtbarkeit beſtehlen
äßt . . ." „Hundertvierzig Karat!” jammerte Frau Rahel.
Der Kapitän hatte Mühe, die ganze Tiefe ſeines Entſetzens
en laſſen durfte. Eine Sekunde ſchoß ihm die aberwitzige
Ver=
nutung durch den Kopf: ob die ſtattliche, flirtfrohe Dame etwa
ür dieſen Fall wäre ja einzig und allein der
Generalmuſikdirek=
or aus Wien in Betracht gekommen. Der ſchied
ſelbſtverſtänd=
ich aus.
„Sagen Sie mir ganz offen, liebe Miſſis Leviſohn — haben
Sie auf irgend jemanden Verdacht?”
Frau Rahel ſaß ſchwer atmend. „Es iſt — eigentlich
un=
echt von mir —”, brachte ſie mühſam heraus, „wenn ich’s aus=
Walter Bloem.
(Nachdruck verboten.)
zutrauen würde —‟ „Nur heraus damit!” ermunterte Mertens.
„Wir beide plaudern’s nicht aus, nicht wahr, gnädige Frau?”
„— aber es iſt natürlich nur ein Vorurteil, ein ganz vages
Ge=
fühl — dieſer unangenehme Doktor Müller.”
„Haben Sie — irgendeinen Anhaltspunkt?” fragte Mertens.
„Einen ſehr dürftigen —” zögerte die Beſtohlene. „Ich hab‟
ja öfter bemerkt, daß die Herren nach meinem Stein ſchauten —
aber das konnte ich mir ja auch —”, ein flüchtiges, kokettes
Lächeln flirrte um die vollen Lippen, „aus anderen Gründen
erklären . . . Dieſer Herr Müller aber — er iſt auch ſonſt ſehr
hatte ſogar die Geſchmackloſigkeit, ſich nach ſeinem Preis zu er= dem Berliner Hoteldiehſtahl!
kundigen.
„Sieht ihm ähnlich”, ſchmunzelte der Kapitän, „beweiſt aber
nicht allzuviel.”
„Sagen Sie, Capt’n — wer iſt dieſer Doktor Müller
eigent=
lich? Wiſſen Sie irgend etwas über ihn?”
rtrauen ziehen, ſeinen Rat erbitten . . . Vielleicht könne er iſt weder berechtigt noch verpflichtet, ihre Fahrgäſte auf Herz
und Nieren zu prüfen. Wir laſſen uns die Päſſe vorlegen und
ſtellen feſt, ob das vorgeſchriebene Viſum vorhanden iſt. Für
unſer Perſonal ſtehen wir ein. Im übrigen müſſen wir uns
jeder Kabine hängt eine Hausordnung, welche die Fahrgäſte
auf=
fordert, ihre Wertſachen bei der Verwaltung zur Aufbewahrung
m nicht Zeit, eine Entſchuldigung zu ſtammeln und ſein vier= abzugeben. Wer das verſäumt, ſeinen Kabinenſchlüſſel ſtecken
läßt — oder gar ins Bad geht ohne abzuſchließen!! — der tut’s
auf eigene Verantwortung.”
„Aber Kapitän!” verwahrte ſich die Amerikanerin, „ich denke
fahre zur See, meine Damen — das iſt mir noch nicht vorge= ja nicht daran, Ihnen oder der Linie einen Vorwurf zu machen
—aber Sie werden mir doch helfen wollen, wieder zu meinem mit Ihnen. Sie wiſſen, weshalb!”
Eigentum —
uverbergen. Das war ja viel glaubhafter, als er ſich’s mer= Kräften ſteht. Den unglücklichen Doktor Müller, der ſich ſo
ge=
ſchmacklos für den Wert Ihrer Pretioſen intereſſiert hat — ich
hätte es verzeihlich gefunden, wenn er ſich für den überaus reiz= Tänzer zu angeln?” „Ich konnte mich vom Gegenteil
über=
ar den Dieb — ſelber in ihre Kemenate . . . Aber nein — vollen Platz ihrer zeitweiligen Unterbringung intereſſiert hätte!
— den werden wir ein wenig ſchärfer ins Auge faſſen. Geben
Sie mal acht — ich habe eine Idee! Ich werde ihn auf heute
nachmittag mit Ihnen beiden, meine Damen, zum Tee einladen!“
„Glänzend!” jubelte Miſſis Rahel durch ihre Tränen. —
„Ich werde mich zwar ſehr beherrſchen müſſen —
Vor allen Dingen —” der Kapitän wurde ſehr ernſt, „bitte
preche: der einzige Herr in unſerm Kreiſe, dem ich ſo etwas ich Sie aufs dringendſte: laſſen Sie die Geſchichte aus dieſen Frieden.”
vier Wänden nicht heraus — ſonſt verderben Sie alles, und die
Gäſte werden ohne Not beunruhigt.”
Als die Damen ſich verabſchiedet hatten, ließ Jens Mertens
ſich in einen damaſtbeſpannten Seſſel fallen und überlegte.
Schändlich, dieſe Geſchichte! Was ſolche verwöhnten
Frauen=
zimmer alles fertig kriegen! Tja — ich werde nach Klamfoth
telephonieren . . . Wenn Dame Rahel allein gekommen wäre —
ich wäre ſofort mit ihr in ihre Kabine gegangen, hätte noch
ein=
mal mit ihr das Unterſte zu oberſt gekehrt. Da Frau Ellen das
ſchon beſorgt hat, erübrigt ſich dieſe Vorſicht ..
Der Oberſteward war nicht minder entſetzt als ſein Chef.
„Herr Kapirän — was hab’ ich neulich geſagt? Die Katze
läßt das Mauſen nicht! Ich laſſe mich hängen, wenn nicht dieſer
angebliche Schiewelbein das Karnickel iſt .‟ Er berichtete die
geſtrige Unterhaltung. „Und ſtellen Sie ſich vor — heut morgen
hat der Burſche mir ein dickes Paket zur Aufbewahrung in den
Safe gegeben. Der Siegellack war noch warm.
Schlimmſten=
falls öffnen wir das in ſeiner eigenen Gegenwart — unter
Zu=
ziehung des Oberzahlmeiſters — ich mache jede Wette, da finden
indiskret — der konnte ſich gar nicht von dem Stein treunen — wir den Hundervierzigkarätigen — und außerdem die Beute aus
„Das können wir ſchlimmſtenfalls noch im letzten Augenblick
machen”, erwog Mertens. „Eins ſcheint mir unumgänglich: wir
müſſen noch eine beſondere Warnung für die Fahrgäſte anſchlagen
laſſen.”
„Hoffentlich hat unſer Safe für all die Pakete Platz, die uns
„Meine Damen”, erwiderte Mertens bedächtig, „die Linie dann über den Hals kommen werden”, brummte der Oberſteward.
Ellen war ſehr erregt. Erſter Gedanke: ſollte man nicht dem
Rate der Linie und des Kapitäns folgen — und ſeine paar
Wertſachen in Verwahrung geben? Ach, Unſinn! So berühmt
damit begnugen, für Ordnung und Stimmung zu ſorgen. In bin ich noch lange nicht, daß ſo ein Strolch hoffen könnte, bei
mir wäre für ihn etwas zu holen .
Auf dem Promenadendeck ſah ſie den Baron ihr
entgegen=
kommen. Er ſah übernächtigt zerquält, verwittert aus. Im
hellen Morgenſonnenlichte wirkte ſeine äußere Erſcheinung viel
fadenſcheiniger als drinnen im Salon. Dumpfes Mitleid quoll.
Herr von Wilezek wollte mit ſtummem Gruß an ihr
vor=
über.
„So fremd, Baron? Kommen Sie mal her, ich bin böſe
Wilezek lächelte befangen, trat an ihre Seite. Gemeinſam
„Unſre ſelbſtverſtändliche Pflicht — ſoweit es in unſern ſetzten beide ihren Schlendergang fort. „Geſtändnis, Sie
Ver=
räter!” „Warum haben Sie mich nicht ſchon geſtern abend zur
Rede geſtellt?” „Glauben Sie, ich hätte es nötig, mir meine
zeugen.” „Alſo warum, bitte?" „Ich hatte das Gefühl, als ob
ich Ihre Gnade verſcherzt hätte.”
Ellen lächelte ſchelmiſch ſtrafend. „Das haben Sie eigentlich
auch, Sie ſchlechter Menſch. Ich hatte Ihnen — nahegelegt —
mir ein wenig von ſich zu erzählen. Sie haben mich mit ein
paar Brocken abgeſpeiſt. Dann ſind Sie verſtummt. Das hieß
unzweideutig; Was gehe ich Sie an? Laſſen Sie mich in
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kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
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merkſam, daß auch noch Fundgegenſt
vorhanden ſind, die in früheren Beka
machungen verzeichnet waren. Intereſ
ten tönnen die Fundgegenſtände währ
den Büroſtunden, auf dem Fundbüro
beſ. Polizeiamts, Zimmer 11, beſichti
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geſucht. Angeb. u. lohne Sicherheit.
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