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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 58
Freitag, den 22. Februar 1934.
194. Jahrgang
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(1 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streilkl uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
auſträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchticher Beltrelbung fäll ſeder
Rabatt weg. Banſſonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natlonalbank.
Das Problem der nächſten vierzehn Tage.
Schaffung einer Mebrheit für die Agrarvorlage, den Bebretak und Sozialetak.
Das Gefrierfleiſchkonkingenk droht Schieles Berechnungen über den Hanfen zu werfen.
3 Pfd. (n
Fund il
tion fi
Heine Aofmang auf Mnätseit
der Deutſchngkionalen.
Das Berhalten der Rechken ſtärkk die Poſikion
der Linken.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichstag hat bis kommenden Dienstag eine Pauſe
ngelegt. Dieſe Pauſe dürfte die Regierung dazu benutzen,
e Schwierigkeiten, die ſich innerhalb der
Re=
erung und zwiſchen der Regierung und den
ozialdemokraten herausgeſtellt haben, aus dem Wege
räumen. Es hat im Ausſchuß eine kleine Panne gegeben,
3 der ſozialdemokratiſche Antrag auf
Wieder=
elaſſung eines zollfreien
Gefrierfleiſchkon=
ngentes bei Stimmenthaltung des Zentrums
angenom=
en wurde — trotz des Einſpruches der Regierung.
er Ernährungsminiſter hat ſofort erklärt, daß er eine ſolche
aßregel nicht verantworten könne, weil, dadurch die ganzen
rechnungen für die Haltung der Viehpreiſe, auf die ſein
grarprogramm aufgebaut iſt, über den Haufen gerannt wür=
B5. u ni. Trotzdem drücken die Sozialdemokraten hier, um eine
unzeſſion in die Hand zu bekommen, mit der ſie ihre regie=
Pd. / rigsfreundliche Haltung ihren Anhängern gegenüber
begrün=
n können. Die Dinge liegen nach wie vor ſo, daß die
ſozial=
nokratiſche Führung zu weitgehendem Entgegenkommen be=
* iſt beim Wehretat wie bei der Agrarvorlage, daß ſie ſich
er noch nicht darüber einig iſt: „Wie ſag ich’s meinem Kinde?”
nnzeichnend dafür iſt ein Artikel des Reichstagsabgeordneten
ttmann, der zum radikalen Flügel der Partei gehört, der aber
t parteioffiziös im „Vorwärts” ſchreibt, daß die
Sozial=
mokratie ihre Taktik nach wie vor darauf ablege, den
Scismus auszuſchalten und daß ſich die Partei klar
rüber ſei, daß ein Sturz der Regierung
Brü=
ng für ſie keine wirkliche Machtſteigerung
be=
uten würde. Das iſt immerhin deutlich und darf als
weis des guten Willens der Sozialdemokraten ausgelegt
rden. Der Kanzler hat offenbar nur noch ſehr geringe
offnungen, daß die Deutſchnationalen zu
gendeinem Entgegenkommen bereit ſind. Er
alſo darauf angewieſen, die Verbindung zu
n Sozialdemokraten zu ſuchen, ohne ſich dabei
nſeiner Linie abdrängen zulaſſen.
DasPro=
em der nächſten 14 Tage wird denn ſein, ob es gelingt,
m Wehretat und beim Sozialetat wie bei der Agrarvorlage
rmulierungen zu finden, die den Sozialdemokraten eine
poſi=
e Abſtimmung ermöglichen, ohne daß die Regierung ſich zu
rgeſtändniſſen bereiterklärt, die ihrem Programm
zuwider=
afen.
Die Bollmacht.
* Berlin, 26. Februar. (Priv.=Tel.)
Das Geſetz, das der Reichsregierung unbegrenzte
handels=
itiſche Vollmachten einräumt, iſt vom
Reichsernährungsmini=
kum ausgearbeitet und den einzelnen Reſſorts zugeleitet
wor=
dagegen dem Reichsrat noch nicht unterbreitet. Zurzeit
be=
t zwiſchen dem Ernährungsminiſterium und dem
Wirtſchafts=
riſterium eine kleine Meinungsverſchiedenheit darüber, ob die
gründung rein ernährungspolitiſch oder
allgemeinwirtſchafts=
itiſch gehalten werden ſoll. Wie wir bereits ſagten, enthält
Geſetz nur 3 Paragraphen. § 1 ſieht vor die
Verlänge=
ng der gleitenden Zölle für Getreide unter
rückſichtigung der bereits beſtehenden
Richt=
eiſe. § 2 gibt im erſten Abſatz der Regierung die
Voll=
icht, die Zolltarife und das Zollſyſtem nach
iem Belieben feſtzuſetzen; im zweiten Abſatz wird
Ermächtigung zur Fortſetzung des Syſtems
r Einfuhrſcheine unter Einbeziehung von Holz erteilt.
endlich bietet der Regierung die Ermächtigung für die
rläufige Inkraftſetzung und
Außerkraft=
ung von Handelsverträgen.
Das Gefrierfleiſchkonkingenk.
Im Handelspolitiſchen Ausſchuß des Reichstages wurde am
anerstag mit 11 gegen 8 Stimmen der ſozialdemokratiſche
An=
g angenommen, wonach ab 1. März zur Verſorgung der
minder=
rittelten Bevölkerung mit billigem Fleiſch wieder ein
Kon=
gent von 50 000 Tonnen Gefrierfleiſch jährlich zur zollfreien
Flüyr zugelaſſen wird. Für den ſozialdemokratiſchen Antrag
Imken Sozialdemokraten, Kommuniſten und Staatspartei;
* Zentrumsabgeordnete enthielten ſich der Stimme, es fehlten
fünf Nationalſozialiſten und die beiden Deutſchnationalen.
Der Reichsernährungsminiſter Dr. Schiele hat ſich ganz
ent=
den gegen die zollfreie Einfuhr von 50 000 Tonnen
Gefrier=
ch ausgeſprochen, da dieſes Kontingent ſein ganzes Programm
E den Haufen wirft. Schiele hat nun ein ſehr entſchieden
ge=
enes Schreiben an den Vorſitzenden des Reichslandbundes,
Kalkreuth, geſandt und ihn dringend erſucht, ſeinen ganzen
Fluß aufzubieten, um die parlamentariſchen Vertreter der
In=
iſen des Reichslandbundes an ihre Pflicht zu erinnern. Schiele
ert, daß ſie wieder im Reichstag erſcheinen und die Annahme
der heimiſchen Landwirtſchaft ſchädlichen Antrages der
Sozial=
okratie verhindern. Nach dem Desintereſſement, das ſich
bis=
die bäuerlichen Vertreter der Deutſchnationalen gegenüber
Landwirtſchaft geleiſtet haben, iſt kaum anzunehmen, daß ſie
Rufe des Reichsernährungsminiſters folgen werden.
Die Gewerkſchaftsführer beim
Reichspräſidenken.
Gegen die Senkung der Löhne und Gehälter.
Der Reichspräſident v. Hindenburg empfing am
Donners=
tag mittag die Führer der deutſchen Gewerkſchaften. Es waren
vertreten die freien Arbeiter= und Angeſtelltenverbände, die
chriſtlich=nationalen Gewerkſchaften und der freiheitlich=
natio=
nale Gewerkſchaftsring. Für die Gewerkſchaften ſprach der
Vorſitzende des Allgemeinen. Deutſchen Gewerkſchaftsbundes
Theodor Leipart, der dem Reichspräſidenten unter anderem
fol=
gendes erklärte:
Bei aller Würdigung der ſchwierigen Lage anderer
Berufs=
ſchichten bleibt unbeſtreitbar, daß Not und Elend nirgends ſo
groß ſind, wie bei den fünf Millionen Erwerbsloſen und deren
Familien. Unſere Hauptſorge iſt die um das Schickſal der
un=
freiwillig Arbeitsloſen. Nicht zuletzt in Auswirkung der die
Kauſkraft verringernden Löhne iſt die Zahl der Arbeitsloſen
ge=
ſtiegen. Die Einſtellung der von den deutſchen
Unter=
nehmern und amtlicherſeits getriebenen Lohnpolitik iſt
eine der erſten Vorausſetzungen zur
Geſun=
dung der Wirtſchaft und zur Beruhigung der
deutſchen Arbeitnehmer. Soweit der Abbau der
Preiſe in Frage kommt, vollzieht er ſich langſamer
als die Senkung der Löhne und Gehälter. Auf
weiten Gebieten iſt ein Zurückgehen der Preiſe noch kaum
ſicht=
bar. Die Erhöhung des Inlandsverbrauchs bedingt eine
kauf=
kräftige Landwirtſchaft, deren Schutz aber innerhalb
der Grenzen zu bleiben hat, die von der Rückſicht
auf unſeren induſtriellen Export, und auf die
Lebenshaltung der breiten Maſſen gezogen
werden müſſen.
Wir müſſen aber darauf hinweiſen, daß die gegenwärtig
vorliegenden agrarpolitiſchen Pläne über dieſe
Gren=
zen teilweiſe weit hinausgehen und abgelehnt werden
müſ=
ſen. Bis zur vollen Beſchäftigung des deutſchen
Produktions=
apparates muß die Arbeitszeit weſentlich verkürzt, möglichſt
auf regelmäßig 40 Stunden wöchentlich geſenkt werden.
Als eine unbedingte Notwendigkeit ſehen wir die
Erhal=
tung eines rechtlich geſicherten Anſpruches auf
ein Exiſtenzminimum für die arbeitsloſen
Volksgenoſſen an.
Mit beſonderem Nachdruck erlauben wir uns, die
Aufmerk=
ſamkeit auf die Angriffe zu lenken, die gegen die
tarif=
vertragliche Regelung des
Arbeitsverhält=
niſſes, das Schlichtungsweſen, einſchließlich der
Verbindlicherklärung von Schiedsſprüchen, und
gegen die Sozialverſicherung geführt werden. Die
deutſche Arbeitnehmerſchaft kann und darf nicht dulden, daß ihr
Mitbeſtimmungsrecht bei der Geſtaltung der Arbeitsverhältniſſe
und das Anrecht auf geſetzlich gewährleiſteten Schutz im Falle
unverſchuldeter Leiſtungsunfähigkeit angetaſtet wird.
Die deutſchen Arbeitnehmer haben ſeither ſtärkſte
Opfer gebracht. Sie müſſen es aber als dem Geſamtwohl
wider=
ſprechend ablehnen, im Mißverhältnis zu
ande=
ren Volksſchichten über ihre Kraft hinaus mit
den Folgen der Wirtſchaftskriſe belaſtet zu
werden..
An dieſe Ausführungen ſchloß ſich eine kurze Ausſprache an,
in der noch einzelne Punkte dieſer Erklärung näher erläutert
und beſprochen wurden. Daran beteiligte ſich auch der
Reichs=
arbeitsminiſter Dr. Stegerwald.
Der Reichspräſident ſicherte den
Gewerk=
ſchaftführern ſorgfältigſte Beachtung ihrer
Darlegungen zu und verſicherte ihnen, daß alles nur
Mög=
liche geſchehen werde, um unſer Volk aus der ſchwierigen
Not=
lage herauszuführen.
Aus dem Reichsrat.
Im Reichsrat wurde der Ergänzungshaushalt zum
Reichs=
haushalt für 1931 mit einigen Aenderungen angenvmmen. Von
der Annahme der Novelle zum Preſſegeſetz durch den Neichstag
nahm der Reichsrat Kenntnis, ohne Einſpruch zu erheben.
Thüringen und Braunſchweig enthielten ſich jedoch der Stimme.
Angenommen wurde auch eine Novelle zum Geſetz über die
pri=
vaten Verſicherungsunternehmungen, die eine verſchärfte
Auf=
ſicht über die privaten Verſicherungsgeſellſchaften bringt und
die Bauſparkaſſen neu in das Geſetz einfügt. Eine Verordnung
für Finanzſtatiſtik wurde bei Stimmenthaltung der Länder
Vayern und Baden gegen die Stimmen der Stadt Berlin
an=
genommen. Annahme fand auch eine Novelle zum Geſetz über
die Pfandbriefe und verwandte Schuldverſchreibungen
öffentlich=
rechtlicher Kreditanſtalten.
Annahme des deutſch=polniſchen Handelsverkrages
im Seimausſchuß.
Warſchau, 26. Februar.
Der Auswärtige Ausſchuß des Seims hat am Donnerstag
die Ausſprache über den zur Ratifizierung vorgelegten
deutſch=
polniſchen Handelsvertrag zu Ende geführt und mit allen gegen
acht Stimmen der Ratifizierung des Handelsvertrages
zuge=
ſtimmt. Für die Ratifizierung ſtimmten die Vertreter des
Re=
gierungsblockes und die Sozialiſten, dagegen die
Nationaldemo=
kraten und die Bauernparteiler. Der aus den Weſtgebieten
ſtammende Berichterſtatter Jeſchke, ein Abgeordneter des
Regie=
rungsblockes, enthielt ſich der Stimme, nachdem er auf die Be=
richterſtattung im Plenum verzichtet hatte.
Die Flokkenbeſprechungen in Rom.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, 26. Februar.
Balbos feſtlicher Einzug bei ſeiner Rückkehr nach Rom ging
weit über das übliche Maß italieniſcher Jubelfeſte hinaus. Aber
man wird begreifen, daß in Italien die Feiern notwendig ſind,
nicht, weil die Gefeierten unbedingt gelobt werden müſſen,
ſon=
dern weil dieſes Feſtefeiern das Stimulans iſt, das einem müden
und durch langes Warten nicht recht zufriedenen Volke über
die toten Tage und Wochen bis zu beſſeren Zeiten hinweghelfen
ſoll. Zurzeit ſpielen ſich wichtigere Dinge in der italieniſchen
Außenpolitik ab, als ſchließlich dieſer mit ſehr großen Mitteln
und ſtaatlicher Fürſorge unternommene und bereits allerſeits
anerkannte Atlantikflug. Die Bemühungen um den
Flotten=
frieden zwiſchen Frankreich und England ſind ungemein wichtig,
wobei man Italien zwar einſchließen will, aber ihm dieſe
Ab=
ſicht noch nicht zwingend klar gemacht hat. Nach der
Verſtän=
digung mit Paris iſt der engliſche Außenminiſter kurzerhand
nach Rom weitergereiſt, wo er — unterſtützt vom erſten Lord der
engliſchen Admiralität, Alexander — am Donnerstag, die erſte
Ausſprache mit dem italieniſchen Außenminiſter Grandi und
dem italieniſchen Marineminiſter Sirianni hatte. Alexander
und Sirianni haben darauf in Gegenwart der Sachverſtändigen
mit der gemeinſamen Prüfung der techniſchen Seite der
Flotten=
frage begonnen. Die Unterredung zwiſchen Grandi und
Hen=
derſon ſelbſt hat 1½ Stunde gedauert. Im Anſchluß an dieſe
Unterredung hatte Henderſon eine Ausſprache mit Muſſolini
ge=
habt. In politiſchen Kreiſen macht ſich ein großer Optimismus
breit, der aber hauptſächlich auf die grundſätzliche
Verſtän=
digungsbereitſchaft Roms zurückgeführt wird. Da der letzte
Sondierungsverſuch durch die engliſche Vermittlung bei
Muſſo=
lini zu keiner unzweideutigen Stellungnahme geführt hatte,
ſcheinen Paris und London jetzt anzunehmen, daß man den
Duce eher zum Handeln bringen wird, wenn er befürchten muß,
daß eine Verſtändigung ohne ihn zuſtandekommen könnte.
Man muß nochmals auf die Eroberung der Oaſe von Kufra
zurückgreifen. Die Italiener ſind der Meinung, daß durch
die=
ſen Erfolg in der Sahara jetzt ihre Forderung über die
Grenz=
ziehung zwiſchen den italieniſchen und franzöſiſchen
Jutereſſen=
ſphären in ihrem — alſo im Italien nützlichen — Sinne
weſent=
lich berechtigter geworden iſt, als ſie es bisher war. Außerdem
drängt Italien mehr als je darauf, daß der aus dem Londoner
Abkommen im Jahre 1915, fällige Kaufpreis für den
Kriegsein=
tritt endlich auch von Frankreich bezahlt wird. Dazu gehört,
wie man wohl jetzt auch in Deutſchland überall weiß, außer
dem Statut für die italieniſchen Bewohner von Tunis die
Rege=
lung der Saharagrenzen zwiſchen Frankreich und Italien. Abe=
Frankreich will ſich nicht feſtlegen. Es handelt nach dem Rezept,
daß derjenige das beſſere Geſchäft im Orient und Süden machen
wird, der die längere Geduld hat. Da es obendrein eine
Grenz=
ziehung in den bewußten afrikaniſchen Gebieten nicht nötig hat
— (denn es beherrſcht ſeit dem Vordringen von Auto und
Flug=
zeug ſeine Sahara viel beſſer als früher) — ſo kann Paris
war=
ten. Wer aber warten kann, hat nach altem türkiſchem Rezept
unbedingt die beſſeren Nerven.
Muſſolini aber hat weniger Zeit, denn er möchte dem
augen=
blicklich verbalboten Volke bald wieder ein anderes Schauſtück
zeigen. Nach dem Waſſer des Atlantik wäre der Sand der
Sahara gerade das Richtige. Dazu wäre die Grenzziehung im
italieniſchen Sinne ein außenpolitiſcher Erfolg, der beſonders
ſchön ſich verwerten ließe: auguſtäiſche Römerzeit in Afrika oder
ſo etwas, was dem Volke Spaß macht. Aber Paris weiß auch
dies und wird Muſſolini ſolange warten laſſen, bis —
Nämlich bis der Duce entweder, ſelbſt aus ſeiner Ruhe
herausrücken muß und ſich in der Flottenfrage Frankreich
nähert. Das heißt allerdings, daß Italien in ſeiner Auffaſſung
der „Parität” ſich der franzöſiſchen Auslegung anpaßt. Dann
wird der Flottenvertrag zwiſchen Paris —London und Rom
perfekt werden. Italien aber wird dabei trotz ſeines
Preſtige=
willens, vor Frankreich kapitulieren müſſen, um dabei ſeine
Wüſtenwünſche erfüllt zu ſehen. Die ſlotten Afrika=Erfolge
wer=
den die Flottenmißerfolge dann übertönen und das römiſche
Regierungsſchiff auch weiter flott erhalten.
Oder zweitens: nämlich Paris wird zu einem Abkommen
mit London gelangen, ohne auf Italien Rückſicht zu nehmen.
Dann kann der Duce eventuell den Augenblick verſäumen, in
dem er noch ohne ſichtbaren Preſtigeverluſt in das Spiel
ein=
greifen könnte, trotzdem er entgegenkommen müßte. Die Lage
aber iſt noch keineswegs geklärt. Italien wird in der
Paritäts=
frage kaum um eine Minderung ſeiner Stellung herumkommen,
wenn es mit Paris und London noch rechtzeitig zu einer
Ver=
ſtändigung gelangen will. Darüber wird ſich Muſſolini
wohl klar ſein, auch wenn ſeine Preſtigewünſche darunter zu
kurz kommen. Aber der Rummel um Balbo, die Nachwehen des
Kufraſieges in der Stimmung der Bevölkerung mögen ihm wohl
gerade den jetzigen Augenblick als geeignet erſcheinen laſſen,
be=
ſcheidener zu ſein, und in Paris „mitzumachen”, ſtatt als
Außenſeiter bei der Neuregelung der europäiſchen Beziehungen
abſeits zu ſtehen. Vielleicht wird ihm ſein Beitritt zur
eng=
liſch=franzöſiſchen Formel tatſächlich durch eine Regelung der
alten Londoner Verſprechungen für den Kriegseintritt
mund=
gerechter gemacht. Muſſolinis Unterſchrift unter den Flottenpakt
könnte ja mit Sand aus der Sahara getrocknet werden.
Die Verhandlungen zwiſchen den Miniſtern Grandi und
Henderſon ſowie zwiſchen den Experten werden am ſpäten
Nach=
mittag des Donnerstag und morgen, Freitag, fortgeſetzt.
Mini=
ſterpräſident Muſſolini empfing am gleichen Tage nachmittags
im Beiſein der Miniſter Grandi und Sirianni den englſchen
Außenminiſter Henderſon und den Erſten Lord der Admiralität
Alexander. Die einſtündige Unterredung betraf das geplante
Flottenabkommen.
Die italieniſche Preſſe iſt nach wie vor außerordentlich
zurück=
haltend und ſieht auch von jeglichen Vermutungen und
Kom=
binationen ab. In politiſchen Kreiſen verlautet, daß die
Donners=
tagverhandlungen, die von den Sachverſtändigen fortgeſetzt
wur=
den, während die Miniſter bei Muſſolini waren, einen
befriedi=
genden Verlauf genommen haben. Man nimmt mit Sicherheit an,
daß es diesmal zu einer Einigung kommen wird.
Seite 2
Freitag, den 27. Februar 1931
Nummer 58
Reichstagspauſe.
Die Beſprechung des Ernährungsekats abgeſchlofſen.
Die Abſtimmung auf Dienskag verkagk.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
* Der Reichstag hat am Donnerstag die Beſprechung des
Er=
nährungsetats zu Ende geführt, wobei eigentlich alle Parteien
ſich in wohlwollenden Worten für die Landwirtſchaft überboten
und nur Meinungsverſchiedenheiten wegen einzelner
Zweckmäßig=
keiten zu beſtehen ſchienen. Beſondere Aufmerkſamkeit fand der
Landvolkabg. Schlange=Schöningen der vor wenigen
Jahren noch auf dem äußerſten rechten Flügel der
Deutſchnatio=
nalen ſtand, jetzt aber treu zum Ernährungsminiſter Schiele hält
und mit einer deutlichen Abgrenzung gegen rechts die Politik
der Sachlichkeit dem Schlagwort
gegenüber=
ſtellte. Zu Abſtimmungen über die zahlreichen Anträge kommt
es erſt am Dienstag der kommenden Woche. Bekanntlich war
ſchon ſeit längerer Zeit vorgeſehen, die letzten Tage des
Monats ſitzungsfrei zu laſſen, und eine größere Anzahl
von Abgeordneten hatte daher bereits die Reiſe in die Heimat
angetreten.
Die Deukſchnakionglen auf der Anklagebank.
Zu Beginn der Reichstagsſitzung am Donnerstag wurde die zweite
Beratung des Haushalts des Reichsernährungsminiſteriums fortgeſetzt.
Abg. Dr. Weber (St.P.) trat für die bekannten agrarpolitiſchen
Anträge ſeiner Fraktion ein und betonte, daß die Rettung der
Land=
wirtſchaft auch möglich ſei, ohne daß die bewährten Bahnen der
bis=
herigen Handelsvertragspolitik verlaſſen werden. Die Staatspartei
werde ſich nicht dazu hergeben, eine Handelspolitik mitzumachen, die den
wirtſchaftlichen Grundſätzen der Kleinen Genfer Zollkonferenz
wider=
ſpreche. Wichtig für die Landwirtſchaft ſei vor allem eine Verbilligung
der Kredite, Hebung des landwirtſchaftlichen Bildungsweſens und
Her=
abſetzung der hohen Frachten für Düngemittel. Den in Ausſicht
ge=
nommenen Zoll auf Kaſein lehnten ſeine Freunde ab. — Abgeordneter
Schlange (Lv.) wendet ſich dann an den Miniſter Schiele mit den
Worten:
Sie ſind derfenige Mann, der von der fogenannten Grünen Front
auf dieſen Platz geſtellt worden iſt. Ich bedaure aufs tiefſte, daß
Sie vielfach von denjenigen Menſchen, die Sie auf dieſen Platz
vor nicht allzu langer Zeit geſtellt haben, angegriffen werden mit
einem geradezu erbarmungsloſen Dilletantismus. (Sehr wahr!)
Man hilft der Landwirtſchaft nicht dadurch, daß man ſich ſtatt in
dieſen Saal auf die Tribüne ſetzt und womöglich ein leiſes
Stoß=
gebet ſpricht, daß die Hilfsmaßnahmen des Miniſters mit einem
Mißerfolg enden möchten. Wenn der Miniſter ſich jetzt gegen die
Angriffe ſeiner früheren Freunde wehren muß, ſo ſtehen wir auf
ſeiner Seite. Letzten Endes wird doch die Sachlichkeit über das
Schlagwort ſiegen. (Beifall.)
Die Agrarfrage iſt heute bis weit in die Kreiſe der Linken hinein
an=
erkannt als die Staatsfrage ſchlechthin. Meine früheren Freunde, die
jetzt im Lande agitieren, müßte ich an das Wort unſeres verſtorbenen
Helfferich erinnern: „Sagen Sie dem Volke die Wahrheit, das iſt die
beſte Politik!” Auch wenn es meinen früheren Freunden gelingt, das
geltende Syſtem zehnmal zu ändern, ſo werden die Landwirte doch
dauernd weiter im Kampf um die Erhaltung ihres Berufsſtandes ſtehen
müſſen.
Man kann Verſtändnis haben für diejenigen, die hinter den
ſchwarzen Fahnen herziehen, denn die Verzweiflung iſt ein
ſchlim=
mer Berater; aber den Menſchen, die das Hiſſen der ſchwarzen
Fahnen fordern, denen möchte ich ſagen, daß mir nicht bekannt iſt,
daß es jemals in der Welt eine Staatskataſtrophe oder eine
volks=
wirtſchaftliche Kamſtrophe gegeben hätte, bei der nicht der Bauer
der erſte und größte Leidtragende geweſen iſt. (Lebhafte
Zuſtim=
mung.) Meinen bedrohten Berufsgenoffen iſt es gleichaültig, von
wem die Hilfe kommt, wenn nur überhaupt die Hilfe kommt.
(Beifall.)
Der Redner bedauerte, daß im Ausſchuß die Wiederherſtellung des
zoll=
freien Gefrierfleiſchkontingents beſchloſſen worden iſt, und ruft in
die=
ſem Zuſammenhang zu den leeren Tiſchen rechts hinüber: „Weheden
Fehlenden!” (Beifall.) Wir können der Landwirtſchaft nur helfen
in zäher Alltagsarbeit, die uns herausführen muß aus den Dogmen
einer allzu engen Parteipolitik. (Lebhafter Beifall bei allen
Mittel=
parteien.)
Reichsernährungsminiſter Schiele
ging auf die Ausführungen der verſchiedenen Redner ein. Die
Wieder=
einführung des zollfreien Gefrierfleiſchkontingents laſſe ſich angeſichts der
Ueberproduktion an deutſchem Vieh aller Art heute nicht verantworten.
Zur Senkung der Zinslaſten ſind bereits unter der Führung der
Reichs=
bank in den einzelnen Landesteilen Verhandlungen teils durchgeführt,
teils noch im Gange. In Oſtpreußen iſt ſchon der Höchſtſatz der Zinſen
auf 10 Prozent feſtgeſetzt worden.
Die Deutſchnationalen haben durch ihr Ausſcheiden aus der
Re=
gierung wegen des Locarno=Vertrages ſich der Möglichkeit beraubt,
die gegen die landwirtſchaftlichen Intereſſen verſtoßenden
Handels=
verträge rechtzeitig anders zu geſtalten. Nun werde ich
angegrif=
fen, weil ich dieſe Vertragspolitik natürlich nicht mit einem
Schlage ändern kann. Wenn man der Landwirtſchaft helfen will,
dann darf man ſich nicht von dem Kampfplatz entfernen, auf dem
vom Tage.
Im Haushaltsausſchuß des Reichstages wurde am
Donners=
tag von ſozialdemokratiſcher Seite unter allgemeiner Zuſtimmung
darauf hingewieſen, in welch bedauerlicher Weiſe die Reederei
Vogemann durch den Flaggenwechſel des Schiffes „Vogeſen” dem
Auswärtigen Amt ihren Dank abgeſtattet habe, für die durch die
Bemühungen des Auswärtigen Amtes erzielte unerwartet hohe
Quote an Freigabegeldern aus Amerika. Man ſollte prüfen, ob
eine Reederei, deren Schiffe nicht mehr unter deutſcher Flagge
fahren, bei Freigabe ihres beſchlagnahmten Vermögens noch
An=
ſprüche auf dieſes Vermögen erheben könnten.
Am Samstag vormittag wird der Reichsarbeitsminiſter im
Haushaltsausſchuß bei der Beratung ſeines Etats eine
bedeu=
tungsvolle Rede halten, in denen er auf die aktuellen Sozialfragen
eingehen will.
Vor dem Münchener Staatsgerichtshof wurde über die Klage
der nationalſozialiſtiſchen Landtagsfraktion auf
Nichtigkeits=
erklärung der ſeit dem 12. Februar 1930 gefaßten
Landtagsbe=
ſchlüſſe verhandelt.
Der Kaufmann Broll, der mit einer Waffe in der Hand im
Palais des Reichspräſidenten angetroffen worden war und ſich
deshalb vor dem Schnellrichter zu verantworten hatte, wurde
lediglich wegen Vergehens gegen das Waffengeſetz zu ſechs Wochen
Gefängnis verurteilt.
Die franzöſiſche Kammer hat am Donnerstag die Beratungen
des Militärhaushalts beendet. Ein ſozialiſtiſcher Antrag, in dem
die Aufhebung der Militärkredite für das franzöſiſche
Mandats=
gebiet Syrien gefordert wurde, iſt mit 330 gegen 254 Stimmen
abgelehnt worden. Die Regierung hatte hierbei die
Vertrauens=
frage geſtellt.
Ein neuer Bürgerkrieg in Peru ſteht unmittelbar bevor, da
die Regierung beſchloſſen hat, mit den Aufſtändiſchen im Süden
des Landes keine Friedensverhandlungen aufzunehmen, ſondern
erneut gegen ſie zu Felde ziehen will.
um das Schickſal der Landwirtſchaft gerungen wird. Den Herren,
die aus dem Sitzungsfaal auf die Tribüne geſtiegen ſind möchte
ich zurufen: Laßt es jetzt aut ſein, kommt herab, Wort und Kampf
regiert die Stunde der deutſchen Landwirtſchaft.
Abg. Huth (Bayr. Vp.) wandte ſich gleichfalls gegen die
Deutſch=
nationalen:
Wenn jetzt im Reichstag manches nicht erreicht wird, was ſonſt für
die Landwirtſchaft erreicht werden könnte, ſo tragen die Schuld
daran die Deutſchnationalen und Nationalſozialiſten, die ſich aus
der Kampffront in die Etappe begeben haben. Sie werden von den
Bauern die Quittung dafür erhalten.
Abg. Lehmann (Lv.) begrüßte die Bereitſtellung größerer Mittel
für die Bodenverbeſſerung. Die Marktbereinigung ſei dringend
notwen=
dig, vor allem wegen der furchtbaren Notlage der Schweinezüchter im
deutſchen Oſten. Er ſchloß:
Ich klage an, daß Abgeordnete, die mit Landvolkſtimmen gewählt
worden ſind, die Kampfſtätte ohne wahren Grund verlaſſen haben,
auf der für das Landvolk gekämpft wird. Ich klage ſie an, daß ſie
in Verſammlungen Angriffe gegen Miniſter Schiele richten, an
deren Wahrheit ſie felbſt nicht glauben. (Beifall.)
Abg. Frau Dr. Matz (D.V.) begründete eine Entſchließung, in der
die baldige Vorlage eines Standardiſierungsgeſetzes für Obſt und
Ge=
müſe verlangt wird.
Abg. Dr. Horlacher (Bahr. Vp.) begründete einen Antrag, der
die Regierung erſucht, die Einfuhrſcheine für Rindvieh, Schafe,
Rind=
fleiſch und Schaffleiſch unverzüglich wieder in Kraft zu ſetzen. Dem
Zinswucher müſſe endlich rückſichtslos entgegengetreten werden.
Damit iſt die Beratung beendet. Die Abſtimmungen wurden auf
Dienstag vertagt. Um 17.15 Uhr vertagt ſich das Haus auf Montag. 15
Uhr. Auf der Tagesordnung ſteht der Haushalt des Innenminiſtexiums.
Oſthilfe und Düngemitkelverſorgung.
Berlin, 26., Fehruar.
In der Preſſe werden vielfach Wünſche geäußert, es möchten
aus Mitteln der Oſthilfe verſchußweiſe die in der Ländwirtſchaft
zur Durchführung der Frühjahrsbeſtellung erforderlichen Mittel
zur Beſchaffung von künſtlichem Dünger bereitgeſtellt werden.
Dem ſehr großen Bedarf ſind die gegenwärtig verfügbaren Mittel
nicht gewachſen, ganz abgeſehen davon, daß geſetzliche
Ermächti=
gungen zur Bereitſtellung ſolcher Vorſchüſſe fehlen und mit der
erforderlichen Beſchleunigung nicht erwirkt werden können. Im
Rahmen der Oſthilfe könnten ſolche Hilfen auch nur den für die
Umſchuldung in Betracht kommenden Betrieben im
Anwendungs=
gebiet der Oſthilfe zugewendet werden. Um das Möglichſte und
Nötige zu tun, und auch die Düngemittelhändler von der Sorge
zu befreien, bei möglichen Akkorden einen ſicheren Ausfall zu
er=
leiden, ſind jedoch die zur Durchführung der Oſthilfe eingeſetzten
Landſtellen ermächtigt worden, im Rahmen der Umſchuldung
Düngemittellieferanten Beſcheinigungen des Inhaltes auszuſtellen,
daß im Falle der Umſchuldung dieſe neuen Düngemittelkredite in
voller Höhe zur Auszahlung gelangen und nicht in etwaige
Ak=
korde einbezogen werden. Damit kann naturgemäß keine Gewähr
dafür übernommen werden, daß ein Betrieb auch tatſächlich
um=
geſchuldet werden wird.
Was iſt die Ofthilfe?
1350 Millionen ſollen im Laufe von fechs Jahren von
Reich und Induſtrie neu im Oſten inveſtierk werden
Berlin 26. Februar.
Reichsminiſter Treviranus beſchäftigt ſich in einem Artikel im
„Deutſchen, mit dem Begriff der Oſthilfe. Er ſchreibt u. a.: Mit
dem Begriff der Oſthilfe haben ſich im Laufe der Jahre ſeit dem
Inkrafttreten eines beſcheidenen Notprogramms 1927
ſoviel verſchiedene Vorſtellungen verknüpft, daß es nicht ganz
leicht iſt, die einzelnen Tatbeſtände herauszuſchälen und damit
erſt einmal eine Unterlage für eine kritiſche Betrachtung zu
ge=
währen. Nach dem Vorgang der Oſtpreußenhilfe 1928/20
iſt im vergangenen Jahre der Entwurf des Oſt
hilfegeſetzes entſtanden. Er ſah eine Aufgabenteilung in
zwei großen Abſchnitten vor: Laſtenſenkung auf dem Gebiete de
Realſteuern, Frachtenſenkung, Anleiheermächtigung für Bahn
bauten und Grenzpflegemittel für allgemeine Bedürfniſſe
ſollte=
in einem inneren engen Grenzgürtel vom Reichsinnenminiſteriur
im Einvernehmen mit Preußen verteilt werden. Der zweite Ab
ſchnitt ſollte Gläubigern und landwirtſchaftlichen Schuldnern i
gefährdeten Oſtgebieten die Möglichkeit geben, die eingefrorene
Schuldforderungen durch neues Geld ablöſen zu laſſen, den Glär
bigern wenigſtens zu einem Teil des ausgeliehenen Geldes z
verhelfen und den Schuldnern im Rahmen des Möglichen d
Fortführung der Betriebe zu geſtatten und damit die
Arbeit=
ſtätten für Landarbeiter, Handwerker und das Gewerbe in de
Marktorten zu erhalten. Dieſe Ausgabenteilung iſt in die No
verordnung vom 8. Auguſt 1930 übernommen worden und bild
auch die Grundlage des in dieſen Tagen dem Reichsrat zugeleitete
neuen Entwurfes eines Oſthilfegeſetzes.
Die Landſtellen arbeiten ſeit Anfang November an der Sie
tung des umfangreichen Materials, das in 50 813 Anträgen .
zum Ablauf der Anmeldefriſt bis zum 15. Januar 1931 vorang
meldet iſt. Am den Gang des Verfahrens zu beſchleunigen, ſin
wir dazu übergegangen, den Landräten die Entſcheidung
alle Umſchuldungsdarlehen bis zur Höhe von 5000 RM. und f
verlorene Zuſchüſſe bis zu 500 RM. im Einzelfall zu überlaſſe
Daß die Arbeit der Entſchuldung langwierig un
zeitraubend iſt, liegt weniger an der mangelnden X
gabung behördlicher oder anderer Stellen, als an der Notwendi
keit auf Verzicht auf die Arbeit aus dem Handgelenk und ei
peinliche ſaubere Feſtſtellung der Schuldverhältniſſe und
Prüfu=
der Sanierungsfähigkeit der Betriebe vorzunehmen, ehe übe
haupt in die Verhandlungen mit den Gläubigern über Zuſamme
legen der Forderungen, Schuldnachlaß uſw. eingetreten werd
kann. Sonſt wird eine dauerhafte Sanierung nicht erzielt w
den können.
Reich und Staat müſſen ſelbſtverſtändlich auf ein
möglichſt gerechten Ausgleich dieſer Eigentum
fragen aller Beteiligten bedacht ſein. Da aber d
Staat kein Intereſſe daran hat, das Odium, das mit jeder Er
ſcheidung nach der einen oder anderen Seite verbunden ſein mi
auf die eigene Kappe zu nehmen, wird in dem künftigen V.
fahren den Vertretern der Selbſtverwaltung nicht nur reſtlo
Einblick in den Gang des Verfahrens, ſondern auch die Mögli
keit zur Selbſtverantwortung unter Uebernahme einer Mithaftu
gewährt werden.
Einen weſentlichen Fortſchritt des neuen Oſthil
geſetzes ſtellt die Erweiterung der Entſchuldung
arbeit auf die geſamten Oſtprovinzen und d
Länder Mecklenburg, wie ſie auf Grund einer planmä
gen Tilgung nunmehr künftighin genannt werden ſoll, dar. S
iſt gebunden an die Verabſchiedung des Reich
haushalts 1931 durch den Reichstag, weil ſor
die Kreditlage ſo unabſehbar zu werden drok
daß kein Reichsfinanzminiſter die Verantwo
tung übernehmen könnte auf das geſamte Au
kommen der Induſtrieobligationen nach de
Uebergangsjahr 1932 zu verzichten. Zum ander
iſt die Ausdehnung des Oſthilfegebietes gebunden an d.
Beſchaffung der Barmittel für die Entſchu
dung durch den künftigen Kreditgeber in E
ſtalt der Bank für Induſtrieobligationen.
Die Oſthilfe ſtellt ſich als eine ſoziale Aufga
größten Umfanges dar. 1350 Millionen RM. ſol
im Laufe von ſechs Jahren von Reich und J
duſtrie neu im Oſten inveſtiert werden. Dieſem A
gebührt die Anteilnahme des geſamten Vaterlandes, unbeſchn
von jeder heimatgebundenen Betrachtung der eigenen Not. 9
dann wird dieſes Werk den Erfolg bringen, den alle anſtreb
eine immer dichtere und ſtärkere Verwurzelung deutſcher Vo
genoſſen in den Oſtmarken, die, von der Natur kärglicher beda
Raum genug geben für arbeitsfreudige Menſchen.
Künſtlichee Ton.
Eiſte aufſehenerregende Erfindung des Engländers
E. A. Humphrey.
Der junge engliſche Erfinder E. A. Humphrey
hat ein Verfahren ausgeklügelt, nach den er die
Kurven des Tonfilms auf dem Tonfilmſtreifen
analyſieren und ſelbſtändig aufſchreiben kann.
Wer ſich einmal näher mit dem Prinzip des Tonfilms
be=
faßt hat, weiß, daß der Ton — das geſprochene Wort oder die
Muſit — vom Mikrophon aufgenomimen, in einer beſonders
kon=
ſtruierten „Zelle” in Elektrizität umgewandelt und dann als Licht
und Schatten auf das Zelluloidband des Films gebannt wird.
Der Tonſtreifen eines Tonfilms ſieht aus wie ein gewöhnlicher
Film, nur daß er ſtatt Bildern hellere, und dunklere Kurven,
Zacken, Täler und Gipfel einer bald ſchwächeren, bald, ſtärkeren
Linie zeigt.
Bei der Wiedergabe wird — ebenfalls in jener
geheimmis=
vollen Zelle — das Licht des Tonſtreifens (der genau wie der
Bildſtreifen vor einer ſehr ſtarken Lampe läuft) in elektriſche
Schwingungen verwandelt, die die Lautſprecher hinter der
Lein=
wand als Töne wiedergeben. Das gleichzeitige und gleich ſchnelle
(ſynchrone) Laufen der Bild= und Tonkamera (Recording)
ir=
möglicht die völlige zeitliche Uebereinſtimmung von Ton und Bild
bei der Wiedergabe, ſo daß der Eindruck entſteht, die auf der
Leinwand erſcheinenden Schattenbilder ſprächen wirklich. .
Jeder gute Tonmeiſter mit längerer Filmerfahrung kann
heute ſchon den Tonſtreifen leſen, d. h. er kann aus den Zacken
und Kurben auf dem Film erkennen, was zur Aufnahme gehört
und was beim Anlaufen der Recording an Geräuſchen und
Kom=
mandos im Atelier noch „mitgenommen” wurde. Ebenſo kann
er beſonders charakteriſtiſche und immer wiederkehrende Töne aus
den Kurven des Tonbildes herausleſen, z. B. das
Zuſammen=
ſchlagen des „Storchſchnabels”, das Anfang und Ende der
Auf=
nahme anzeigt, häufig gebrauchte Vokale, Schreie uſw. und alles
das, ohne den Film abzuhören, ſondern einfach, indem er das
be=
lichtete Filmband gegen das Licht hält und die auf ihm
feſtgehal=
tenen Kurben und Schatten ſtudiert.
Dies alles — ſo phantaſtiſch es dem Laien auch erſcheinen
nuag — iſt natürlich lediglich das Ergebnis langer Uebung und
Erfahrung. Zu einem Mehr — zum fließenden Leſen ganzer
Worte oder ganzer Muſikſtücke — aber würde monatelanges
in=
tenſives Studium zahlreicher Tonbildſtreifen gehören, deren
Be=
lichtung genau analyſiert werden müßte, bis der Tonmeiſter das
Alphabet der Töne einwandfrei beherrſcht.
Für dieſe intenſive Arbeit haben aus naheliegenden Gründen
die Techniker der produzierenden Filmſirmen keine Zeit. Sie
kann nur durchgeführt werden von Wiſſenſchäftlern, die ſich
ſpe=
zialiſieren und ſich freimachen können von jeder anderen Beſchäf=
tizung. Der Engländer E. A. Humphrey hat nun tatſächlich ein
ſolches Studium hinter ſich, mit dem Ergebnis, daß er heute einen
ganzen Tonbildſtreifen wie einen Aufſatz leſen kann. Er
ang=
lyſiert die auf dem Zelluloid feſtgehaltenen (den Kurven des
Seismographen nicht unähnlichen) Tonbilder, zeichnete ſie vielfach
vergrößert auf Karten ab und ſtudierte die einzelnen Kurven, bis
ihm die Bedeutung jedes einzelnen Gipfels und Tales für die
Zuſammenſetzung des Tones klar war und er das Tonbild
flie=
ßend leſen konnte —
Von der Deutung der Tonkurven bis zur Erzeugung
künſt=
licher Töne war nunmehr nur noch ein Schritt. Der phantaſtiſche
Vorgang, einen ganzen Satz künſtlich zu konſtruieren, Worte laut
werden zu laſſen, die niemals ein Menſch geſprochen hat, lam
fol=
gendermaßen zuſtande:
Humphrey ließ eine Schquſpielerin einen kurzen Satz in die
Recording ſprechen, vergrößerte das Tonbild ſtark, prägte ſich jede
einzelne Kurve feſt ein und zeichnete dann das Tonbild des
Satzes aus dem Gedächtnis auf eine Karte. Dieſe Zeichnung
wurde photographiert und durch die Projektionsmaſchine gejagt
— — und eine künſtliche, von Menſchen nicht geſprochene Stimme
gab den gleichen Satz wieder, deſſen Tonbild Humphrey
auswen=
dig gelernt hatte.
Bisher ſind nur vier Worte analyſiert und künſtlich
herge=
ſtellt worden, wozu der Erfinder mehr alls hundert Stunden
Ar=
beit anfbringen mußte. Humphrey hofft aber, ſehr bald ſchon
die Elemente der Tonſchrift zu beherrſchen, und er glaubt, daß
es ihm möglich ſein werde, dann jeden vorhandenen und jeden
denkbaren Ton künſtlich zu ſchaffen. Seiner Meinung nach müßte
es möglich ſein, die Stimme des Caruſo noch vollkommener zu
konſtruieren, als Caruſo ſie je beſeſſen hat. Er will nach ſeinem
Syſtem den abſolut vollkommenen Sopran ſchreiben, er will ein
rieſiges Lexikon ausarbeiten, mit deſſen Hilfe im Tonfilm alle
Geräuſche künſtlich hergeſtellt werden können. Und ſchließlich will
er eine rieſige Schreibmaſchine konſtruieren, deren Taſten alle
wichtigen Töne der Sprache und der Muſik als Zeichnung
ent=
halten, ſo daß man mit ihr ganze Sätze und ganze Muſikſtücke auf
den Tonſtreifen des Tonfilms aufſchreiben lann.
Die große Frage bei der Erfindung Humphreys iſt es nun,
ob ſie praktiſch irgendwie verwertbar iſt. Und da neigen heute
noch die meiſten Filmpraktiker dazu, dieſe Verwertbarkeit zu
ver=
neinen. Ich ſprach einen der bekannteſten deutſchen Filmleute
Produltionsleiter der führenden deutſchen Firma, der mir ſagte,
daß ſeiner Anſicht nach Humphreys Syſtem nur dann in Frage
kommen werde, wenn man es dazu anwendet, unreine Töne zu
retouchieren, die ſchlechte Ausſprache eines Schauſpielers zu
ver=
beſſern, oder auf bereits abgeſpielten Kopien Unklarheiten aufzu
friſchen. Ein anderer Filmmann, ein bekannter deutſcher
Regiſ=
ſeur, meinte, daß er dem Eyſtem des Engländers gar keine
Chance geben könnte. Er ſehe keine Möglichkeit, es jemals
prak=
tiſch zu verwerten, denn der künſtliche Ton werde niemals den
natürlichen Ton d
hen Stimme (und ſei ſie nech ſo
fehlerhaft) erſetzen können. Ganz überflüſſig aber werde es da
wenn die Aufnahme= und Wiedergabetechnik des Tonfilms
vervollkommnet ſein werde.
Aber ob Humphreys Erfindung praktiſch verwertbar
wird oder nicht, kann uns hier gleichgültig ſein. Denn die
ſache allein, daß es heute möglich iſt, menſchliche Stimmen ett
ſogen und ſprechen zu laſſen, was niemals aus einem men
lichen Munde kam, iſt ſo phantaſtiſch und ſo ungeheuerlich,
es wohl lohnt, über dieſe Möglichkeit und über das Zuſtar
kommen dieſes Phänomens ausführlich zu ſprechen. Dr. A.
*
Hefſiſches Landeskheaker.
Kleines Haus. — Donnerstag, den 26. Februar.
Arien=Abend Alice Evers=Fürſt.
Eine ereignisreiche Woche, was Geſangsvirtuoſinnen
a=
langt, am Montag Duſolina Giannini, am Donnerstag A
Evers=Fürſt! Nach den Voranzeigen der Reklame durfte
etwas Aehnliches erwarten, und dann Hamburg-Bayreuth!
ja, ich hatte von der zweiten Sängerin noch nichts gehört,
ich leſe auch faſt nie Konzertberichte in Muſikzeitungen. Was
Abend bot, war ein Skandal. Eine Singende — ich vermeide
Ausdruck Sängerin —, die zwar an ſich keine üble Stimme
zarte, ganz nette Kopftöne, neben denen ohne Uebergang, 1
Ausgleich die Normalſtimme lag. Aber — kein Gehör — 1
zweite bis dritte Ton quälend unrein — noch weniger Rhyth=
— immer wieder Schleppereien, ungenaue und falſche Einſ
wenn die Koloratur ſchwer wird, dann ſinge man die Strecke ein
doppelt ſo langſam — ſchlechte Ausſprache, bei der Auslände
Giannini könnte die Dame deutſche Phonetik lernen — und
ſchlimmſte — eine ganz unmögliche Auffaſſung. Wie man die
aus Mendelsſohns Elias noch langweiliger, im zweiten Teil
temperamentloſer ſingen kann, ſcheint uns unmöglich. Die ſé*
liche, hochpathetiſche Anrufung der „Götter ewiger Nacht”
Glucks „Alceſte” wurde zum lieblichen, milden Geſäuſel u *
reichlicher Anwendung von unfreiwilliger Vierteltonsmuſik. SiE
in der Gartenarie aus Figaro gab es rhythmiſche Fehler und *
genaue Einſätze. Wir hörten uns dann noch die erſte Arie
Königin der Nacht mit verſchwommener und unrhythmiſcher K"
ratur an und leiſteten dann Verzicht.
Ueber den Begleiter Wilhelm Barg zu urteilen, müſſen
uns verſagen, denn unter ſolchen Bedingungen anſtändig zu n
zieren, iſt unmöglich. Wie oft mußte er die Melodie mitſpie
warten, Auslaſſungen machen, nur um ein völliges Strandel*
verhüten, und an ſeiner Stelle hätte ein anderer vor Verzweif!*
auch zuweilen falſch gegriffen. Uns bleibt es nur unverſtänd —
wie es möglich iſt, daß einem nichtsahnenden Publikum et
Derartiges geboten werden kann, das unter dem Durchſchn
niveau von Schüleraufführungen in Geſangſchulen liegt. E
Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 3
zweite Agrar=Konferenz in Paris.
Das Problem
der künftigen Gekreideüberſchüſſe.
„Fortſekung des Geſundungs= und
Finanzierungswerkes”.
Paris, 26. Februar.
Die zweite vom Europaausſchuß einberufene
Getreidekon=
erenz, die ſich mit dem Problem des Verkaufs der
zu=
ünftigen europäiſchen Getreideernten
beſchäf=
igen ſoll, iſt am Donnerstag vormittags im franzöſiſchen
Außen=
niniſterium durch Briand eröffnet worden. An dieſer Konferenz
rehmen die Vertreter, folgender elf Länder teil: Deutſchland,
Oeſterreich, Belgien, Großbritannien, Eſtland, Frankreich, Italien,
Korwegen, Schweiz, Tſchechoſlowakei und Südſlawien.
Der Europaausſchuß hat dieſer Konferenz den Auftrag erteilt,
ille Maßnahmen zu prüfen, die geeignet ſind, zu dem gewünſchten
Ergebnis zu führen, und zu dieſem Zweck auch gewiſſe
Zollab=
nachungen zu treffen. Die Konferenz wird demnach die
Möglich=
eit haben, die von den Agrarſtaaten formulierten Vorſchläge zu
iskutieren, die ſich auf die Gewährung von Vorzugszöllen für
hre Produkte durch die Einfuhrländer beziehen.
Briand erinnerte an die Arbeiten, die die erſte Konferenz
ur Verteilung der Ernte=Ueberſchüſſe von 1930 geleiſtet hat.
ſetzt handle es ſich um die Ueberſchüſſe der zukünftigen Ernte.
die Konferenz=Arbeiten müßten auf die europäiſchen Länder
be=
hränkt bleiben, da die Weltlage von der im nächſten Monat in
kom zuſammentretenden Getreide=Konferenz geprüft werde. Die
orhandenen Schwierigkeiten — Intereſſenverſchiedenheit der
Läufer und Verkäufer, Preis= und Qualitätsfragen uſw. — hätten
en Erfolg der erſten Konferenz nicht verhindern können, aus dem
iejenigen Länder, deren Lage beſonders Gegenſtand der
Kon=
erenzarbeit ſei, ein erſtes Element moraliſcher Sicherheit ziehen
önnten. Denn es ſei nicht daran zu zweifeln, daß die heute
ge=
jebenen Verſprechungen morgen, wenn ſich die europäiſche
Stu=
ienkommiſſion wieder verſammle, verwirklicht ſeien. Der jetzigen
Lonferenz komme es zu, dieſes Geſundungs= und
Finanzierungs=
verk zu vollenden.
Auf Vorſchlag des italieniſchen Delegierten de Michelis wurde
ſer franzöſiſche Unterſtaatsſekretär Frangois Poncet, der bei der
rſten Konferenz den Vorſitz geführt hat, wieder zum Präſidenten
jewählt. Frangois Poncet gab der Anſicht Ausdruck, daß Europa
ſas Getreideproblem nur in Zuſammenarbeit mit den
überſeei=
chen Ländern löſen könne. Es ſei daher wünſchenswert, wenn die
uropäiſchen Länder ſich auf der Konferenz über die Haltung
chlüſſig würden, die ſie gegenüber den überſeeiſchen Ländern auf
ſer bevorſtehenden Getreidekonferenz in Rom einzunehmen
ge=
lächten.
Auf Antrag des öſterreichiſchen Delegierten Schüller beſchloß
ie Konferenz, zunächſt in die Prüfung der Beziehungen zwiſchen
ſen europäiſchen Ländern und der Sonderabkommen zur
Erleich=
erung des Abſatzes der europäiſchen Getreideüberſchüſſe
einzu=
reten.
Es entſpann ſich eine längere Ausſprache über den von dem
chweizeriſchen Delegierten Stucki vorgelegten Bericht des
Unter=
rusſchuſſes, der ſich mit den Wünſchen der mitteleuropäiſchen
Staaten nach Einführung von Getreidevorzugszöllen befaßt hat.
Stucki verwies bei dieſer Gelegenheit auf die Haltung, die die
Schweiz in der Frage der Vorzugsbehandlung europäiſchen
Getrei=
ſes eingenommen habe.
Der deutſche Delegierte, Miniſterialrat Dr.
Ernſt, entwickelte den Standpunkt der deutſchen Regierung in
der Frage der Vorzugszölle. Nach ſeiner Anſicht werde die
Ein=
ichtung von Vorzugszöllen für beſchränkte Kontingente
euro=
däiſchen Getreides bei den überſeeiſchen Ländern nicht auf
Wider=
tand ſtoßen, da dieſe ſelbſt an dem wirtſchaftlichen Wiederaufbau
Europas intereſſiert ſeien. — Der Vorſitzende Poncet wies darauf
hin, daß man auch auf andere Weiſe dem europäiſchen Getreide
ine Vorzugsbehandlung gewähren könne, ſo z. B. durch
Trans=
vorterleichterungen.
Von deutſcher Seite wird zu den Verhandlungen mitgeteilt,
Daß die deutſche Delegation unter folgenden Geſichtspunkten an
die Verhandlungen herantritt: Es beſtänden zwei Auffaſſungen
iber die Löſung der Aufgabe. Die eine Gruppe, zu der auch
Deutſchland gehöre, ſei für den Ausbau des Syſtems der
Vorzugs=
ölle zugunſten der getreideausführenden mittel= und oſteuro=
päiſchen Staaten, die andere Richtung, zu der Frankreich gehöre,
ſei für das Syſtem der finanziellen Hilfe, die aber inſofern
Beden=
ken auslöſen kann, als ſie ein viel ſtärkeres Eingreifen der
Staa=
ten in den Handelsverkehr zur Folge haben würde. Die praktiſche
Bedeutung der Verhandlungen des zweiten Ausſchuſſes ſei für
Deutſchland zu bejahen, da es bekanntlich vor der Aufnahme von
Handelsvertragsverhandlungen mit Rumänien und Ungarn ſteht,
und die in Paris feſtzulegenden Tendenzen ſich bei dieſen
bevor=
ſtehenden Verhandlungen unmittelbar auswirken könnten. Der
Einwand, daß Vorzugszölle eine Durchlöcherung des
Meiſtbegün=
ſtigungsſyſtems darſtellen, ſei nicht ohne weiteres ſtichhaltig; denn
Vorzugszölle gebe es trotz des Regimes der Meiſtbegünſtigung
bereits in verſchiedener Hinſicht, und zwar innerhalb des
eng=
liſchen Weltreiches, innerhalb Südamerikas, innerhalb der
Randſtaaten, innerhalb Skandinaviens und der beiden Länder der
iberiſchen Halbinſel.
Eenſte Lage in Spanien.
Generalſtreik der Eiſenbahner. — Ausſperrung
der Aukodroſchkenführer.
EP. Madrid, 26. Februar.
Die Eiſenbahner haben den Generalſtreik ausgerufen, da die
Regierung ihre Lohnforderungen nur zur Hälfte erfüllen wollte.
Die Behörden haben zwei Pionierregimenter mobiliſiert, um den
Verkehr aufrecht zu erhalten.
Seit Mittwoch haben die Autotransportgeſellſchaften ihr
Per=
ſonal ausgeſperrt. Die Wagenbeſitzer haben die Lohnforderungen
der Chauffeure abgelehnt und ſich geweigert, einen Schiedsſpruch
anzuerkennen. Der Autodroſchkenverkehr ruht vollkommen. Die
Regierung hat angekündigt, daß ſie energiſche Maßnahmen gegen
die Arbeitgeber und zur Sicherung der Lebensmittelverſorgung
ergreifen werde. Den ſtädtiſchen Behörden ſind mehrere
Militär=
laſtkraftwagen zur Verfügung geſtellt worden. Die
Stadtverwal=
tung von Madrid hat ſämtlichen Wagenbeſitzern die Fahrlizenz
entzogen. Der Präſident des Verbandes der Autodroſchkenbeſitzer
wurde auf Anweiſung der Juſtizbehörden verhaftet.
Ueberreichung einer polniſchen Roke in Moskan.
Warſchau, 26. Februar.
Die Polniſche Telegraphenagentur meldet, die polniſche
Ge=
ſandtſchaft in Moskau hat geſtern der Sowjetregierung eine
ausführliche Note der polniſchen Regierung überreicht. Dieſe
Note ſteht im Zuſammenhang mit der Verhaftung eines
unbe=
kannten Mannes in den Räumen der polniſchen Geſandtſchaft
in Moskau, der ſich als Briefträger vorgeſtellt hatte. Bei dem
Unbekannten wurden Kupons, der Genoſſenſchaft der GPU=
Beamten vorgefunden; er hatte verſucht, in das Kabinett des
augenblicklich von Moskau abweſenden polniſchen Geſandten
Patek einzubrechen. Die polniſche Note enthält eine ausführliche
Darſtellung dieſes Zwiſchenfalles. Sie fordert ausreichende
Auf=
klärung desſelben, ferner eine Genugtuung ſowie Zuſicherung,
daß derartige Vorkommniſſe in Zukunft unmöglich gemacht
werden.
England will dem Allgemeinen
Schiedsgerichts=
abkommen beikreken.
EP. London, 26. Februar.
Das engliſche Unterhaus wird in Kürze von Außenminiſter
Henderſon aufgefordert werden, den Beſchluß der engliſchen
Regierung gutzuheißen, dem Allgemeinen
Schiedsgerichtsabkom=
men unter einer Reihe von Vorbehalten beizutreten. Die
Vor=
behalte der engliſchen Regierung beziehen ſich auf Streitfälle
innerhalb des engliſchen Reiches und mit ſolchen Regierungen,
die nicht Mitglieder des Völkerbundes ſind. Man nimmt an,
daß das Parlament dem Beſchluß der Regierung zum Beitritt
zum Allgemeinen Schiedsgerichts=Abkommen ohne weitere
Vor=
behalte zuſtimmen wird.
* Der Rikker vom Rhein.
Zum 450. Geburtstag Franz von Sickingens,
Von Hans Sturm.
Der genaue Tag, an dem Franz von Sickingen, der ſchon von
Beitgenoſſen „der wilde Ritter vom Rhein” genannt wurde, in
Den weiten Gemächern der Burg Sickingen zu ſeinem
wechſel=
reichen Erdentag erwachte, ſteht nicht feſt. Früher nahm man den
1. oder 2. März an, neuere Forſchungsergebniſſe laſſen jedoch den
5. oder den 7. März wahrſcheinlicher erſcheinen. Der lebhafte
Knabe wurde von einem tüchtigen Hauslehrer in den
Wiſſen=
ſchaften und in der Redekunſt und von vortrefflichen
Gefolgs=
mannen ſeines Vaters in allen ritterlichen Künſten unterwieſen.
Früh ſchon übte er ſich ſich im Tjoſt und Buhurt, glänzte auf
vie=
ſen Turnieren, beendete keine Jagd ohne anſehnliche Beute und
ritt ſchon mit jungen Jahren ſeines Vaters Mannen zu Strauß
und Fehde.
In dem unermeßlich weiten alten Reichsforſt des einſtigen
Heiligen Römiſchen Reiches deutſcher Nation war er daheim;
dieſes dunkelwogende, im Oſten vom Rhein, im Weſten und
Sü=
den von Lothringen und Elſaß begrenzete, ſich hunderte von
Mei=
len hinziehende Wäldermeer war „der erſte Tummelplatz” ſeiner
Taten. Hier erwarb um das Jahr 1470 Sickingens Vater, Swi=
Ver oder Schweikhart von Sickingen, eine bei Landſtuhl gelegene
alte Burg, und zwar nur einen Teil, die Franz von Sickingen,
als er ſie 1518 ganz erhielt, nach ſeinen eigenen Plänen
um=
baute. Von ihrer beherrſchenden Höhe konnte er ein mächtiges
Gebiet des Reichsforſtes überſchauten, hier warteten ſeine Frau
unnd ſeine Kinder des Vaters Rückkehr aus den Pfälzer Bergen.
unnd „nicht geheuren” Wäldern. Von hier zog der kühne Ritter
einſt aus und überrumpelte die Wormſer, denen er Fehde
ange=
ſagt; ſeine Verwegenheit und überlegene Kampfesweiſe machten
9 Ihn zum Herren und Schrecken des Landes. Wo Ritter Franz
Hinkam, ſo berichtet ein alter humorvoller Chroniſt, da wurden
die Strauch= und Stegreifritter urplötzlich zu arbeitſamen
Men=
ſchen. Wo er Unrecht witterte, fuhr er mit ſtarker Hand
dazwi=
ſchen, und alle Burgherren rheinauf, rheinob, fürchteten die
brennenden Feldſchlangen des Sichingen”
Bis Hutten kam, der mit Worten und Waffen ſtreitende
Ul=
rich von Hutten, ſein treueſter Freund, und ihm von dem neuen
Evangelium ſprach und von dem Auguſtinermönch, der es pre=
Digte von Dr. Martin Luther. Da ward aus dem Fehderitter
in Streiter des Glaubens, ein Hüter des chriſtlichen Rechts. Aus
ſeinen Raubburgen wurden nun die „Herbergen der
Gerechtig=
greit”. Auch die an der Mündung der Alſenz in die Nahe, nicht
rweit von Kreuznach gelegene Ebernburg machte er zu einer ſolchen
Serberge, wo er den bedrängten Freunden der Reformation eine
Tichere Heimſtatt gewährte. Neben Ulrich von Hutten, dem Ver=
faſſer der „Epiſtolge virorum obſeurorum” mit dem Wahlſpruch
„Ich hab’s gewagt!” fanden hier der ſanftütige Philipp
Me=
lanchthon, der Verfaſſer der Augsburger Konfeſſion, der Eiferer
Johann Schwebel und Martin Bucer, Schutz vor den Häſchern.
A
4
R
Rf
Nach ſeinem Ueberfall auf Worms verfiel er der Reichsacht,
wurde jedoch wieder hiervon entbunden, als er für die Wahl
Karls V. eintrat. 1521 zog er als kaiſerlicher Oberſt gegen
Frank=
reich mit zu Felde und wurde ein Jahr nachher zum Haupt eines
Bundes der rheiniſchen und ſchwäbiſchen Reichsritterſchaft
ge=
wählt.
Als Gönner und Anhänger der lutheriſchen Lehre geriet er
bald mit dem ſtreitbaren Erzbiſchof von Trier, Richard von
Grei=
fenklau, in neue Fehde und ward daraufhin wieder in die
Reichs=
acht erklärt. Grollend zog er ſich auf ſeine Burg Landſtuhl
zu=
rück, wo er die im Trierer Lande und vor Darmſtadt erhaltenen
Wunden heilen ließ und bei mancher Flaſche echten Pfälzer
Weins ſeinen Aerger zu vergeſſen ſuchte und neuen Plänen
nach=
ſann. An einem ſchönen Maienmorgen rückte der Erzbiſchof von
Die Etakberakungen im Finanzausſchuß.
Heſſen forderk erneut Freigabe der Hindenburgbrücke
von der Reichsbahn.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags erledigte in
der Donnerstagsſitzung Kapitel 109 „Hausverwaltung”, ohne
Debatte.
Auf eine Frage des Landbundvertreters bei Kap. 110
„Hauptſtaatskaſſe‟,
ob ſich die Zahl der Beamten nicht auch hier noch vermindern
ließe, erwidert Miniſterialdirektor Dr. Schäfer, daß bei der
Hauptſtaatskaſſe ein radikaler Abbau erfolgt ſei. Die
Hilfskräfte wurden von 106 auf 33 herabgeſetzt. Der
Sparkom=
miſſar habe der heſſiſchen Kaſſeverwaltung ein uneingeſchränktes
Lob erteilt. Der Vorſchlag, die Buchhaltungen der
Hauptſtaats=
kaſſe zuſammenzulegen, wäre organiſatoriſch ein großer Fehler.
Von ſozialdemokratiſcher Seite wird angeregt, auch hier noch
einmal zu prüfen, inwieweit Beamte durch Angeſtellte erſetzt
werden könnten.
Kap. 111 „Landesvermeſſungsweſen” wird
zu=
rückgeſtellt. Der Finanzminiſter erklärt, daß in der nächſten Zeit
entſprechende Verordnungen vorgelegt werden ſollen, durch die
die beiden Zweige,
die Feldbereinigung und das Landesvermeſſungsweſen,
zuſammengelegt
werden ſollen.
Zu Kap. 112 „Bauweſen” fragt ein ſozialdemokratiſcher
Ver=
treter, ob nicht der Abbau der Baubeamten zu ſehr auf Koſten
der mittleren Beamten geſchehe. Wie anſtrengend der Beruf
der mittleren Baubeamten ſei, dafür ſpreche, daß es unter ihnen
keine Penſionäre gebe. Von Regierungsſeite wird demgegenüber
feſtgeſtellt, daß ſowohl bei den akademiſchen wie den mittleren
Beamten je 10 Prozent der Stellen auf den Inhaber geſetzt
wurden. Der weitergehende Abbau der Strommeiſter hänge
mit Organiſationsänderungen zuſammen. Daß unter den
mitt=
leren Baubeamten keine Penſionäre wären, entſpreche nicht den
Tatſachen. Der Landbund beantragt, die Beamtenſtellen um
20 Prozent zu vermindern und die Ausgaben für Anwärter und
Hilfskräfte zu ſtreichen. Der Vertreter der Deutſchen
Volks=
partei wendet ſich gegen den Antrag, weil man auf den
Nach=
wuchs Rückſicht nehmen müſſe. Von Regierungsſeite wird
nach=
gewieſen, daß gegenüber dem Friedensſtand keine
Vermehrung der Beamtenſtellen eingetreten
iſt, trotz erheblicher Erweiterung der Aufgaben der öffentlichen
Bauverwaltung, und abgeſehen von den
Uebergangsbeſtimmun=
gen bei Neuorganiſationen des Bauweſens vom Jahre 1926,
daß über die trotzdem vorgeſehene Stellenverminderung um 10
Prozent nicht hinausgegangen werden kann. Die vorgeſehene
Zahl der ſtändigen Hilfskräfte iſt unbedingt nötig, der
wech=
ſelnde Umfang der Bauarbeiten aber drückt ſich ſchon in der
Zahl der unſtändigen Hilfskräfte aus, die entſprechend
vermin=
dert wurden. Die Neubautätigkeit allein ſei kein Maßſtab für
die Zahl der Beamten, deren Tätigkeit u. a. durch Ausübung
der Baupolizei und Ausarbeitung der Ortsbaupläne erheblich
vermehrt worden ſei.
Bei Kap. 113 „Brücken” bringt ein Zentrumsvertreter
die unhaltbaren Zuſtände zur Sprache, die durch die
Sperrung der Hindenburgbrücke
für den Privatverkehr eingetreten ſeien. Die Regierung erklärt,
es ſei alles geſchehen, um die Sperrung zu verhindern und es
beſtünden Pläne, einen Fährverkehr bei Bingen einzurichten.
Der Vertreter des Landbundes hält dieſe Einrichtung für ganz
unwirtſchaftlich und fordert, daß noch einmal alles verſucht
würde, um bei der Reichsbahn die Zurücknahme der ganz
un=
möglichen Entſcheidung zu erreichen. Von Zentrumsſeite wird
gewünſcht, daß ſich die Regierung vor allem ihren Einfluß bei
der Feſtſetzung der Gebühren bei der Fähre wahrt. Ein
An=
trag des Finanzausſchuſſes, die Regierung zuerſuchen,
gemeinſchaftlich mit der preußiſchen Regierung
erneut mit allen Mitteln über die
Reichsregie=
rung auf die Reichsbahn einzuwirken, die
Hin=
denburgbrücke, für den allgemeinen Verkehr
freizugeben wird einſtimmig angenommen.
Finanzminiſter Kirnberger erklärt ſich dazu bereit. Der
Ver=
treter der Volksrechtpartei regt an, zu prüfen, ob nicht im Wege
der Reichsgeſetzgebung der Wille der Reichsbahn gebrochen
werden könne.
Ein Antrag des Zentrums zu Kapitel 115, „Verkehrsweſen”,
die Staatszuſchüſſe zu den
Flugverkehrsunter=
nehmungen um 10 000 RM. zu kürzen, wird zurück=
Trier mit dem Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein und mit dem
Landgrafen Philipp dem Großmütigen von Heſſen vor Sickingens
Burg, um den Führer der Reichsritterſchaft „zu züchtigen‟ Die
„böſe Wurzel” wurde durch einen Kugelſplitter verwundet, der
Ritter vom Rhein ſtarb an dieſer Wunde, von ſeinen Feinden
gehetzt, am 7. Mai 1523.
Wenn mich nicht alles Tun Franz von Sickingens das rechte
war, nie war es ein halbes. Er hatte alles auf den Kampf für
Geiſtesfreiheit und Deutſchtum geſtellt, weil er ein deutſcher Chriſt
war, einer von den wenigen, die deutſch ſind aus den Wurzeln
ihrer Natur und chriſtlich aus aler Inbrunſt der Seele.
Körpergeſtalt und Seelenanlage. Ein Ueberblick über die biologiſche
Verwandtſchaft zwiſchen Körperform und Weſenskern des
Men=
ſchen. Von Dr. med. et phil. Gerhard Venzmer. 96 Seiten
mit 25 Abbildungen im Text und 4 Kupfertiefdrucktafeln. Franckhſche
Verlagshandlung. Stuttgart. Kart. 2,50 RM., in Ganzleinen geb.
3,50 Reichsmark.
Welcher Typ biſt du? Welchem Typ gehören deine
Ver=
wandten, Freunde, Bekannten an?. Welche Schlüſſe kann man aus dem
Aeußeren des Menſchen auf ſeine Charakteranlagen ziehen? Das alles
ſind Fragen, die für jeden einzelnen im praktiſchen Leben die allergrößte
Bedeutung haben. Sie haben denn auch ſchon ſeit Jahrtauſenden den
Menſchen beſchäftigt, und einige beſondere ſinnfällige Beziehungen
zwi=
ſchen Körpergeſtalt und Weſensart findet man ſchon in älteſten
bildneri=
ſchen Darſtellungen zum Ausdruck gebracht. Dr. med. et phil. Gerhard
Venzmer verfügt über das weitgehende anatomiſche Wiſſen und die
fein=
ſinnige Menſchenkenntnis, um all dieſen Fragen nachzuſpüren, und der
Dichter in ihm verſteht es, die ſchwierigen Dinge, die wegen ihrer großen
praktiſchen Bedeutung für alle Beziehungen unter Menſchen das größte
Intereſſe verdienen, auch dem Fernſtehenden greifbar und anſchaulich zu
machen. Für die Erziehung, für die Gattenwahl, für das
Angeſtellten=
weſen, für die Rechtspflege, ja überhaupt für den geſamten Verkehr von
Menſch zu Menſch ſind die Gedanken, die dieſes Buch entwickelt, von
größ=
ter praktiſcher Bedeutung.
* Der Wetterwart vom Montblanc. Roman von Günther Sieber.
(Verlag Leipziger Graphiſche Werke A. G.)
Allen Einſamen widmet der Verfaſſer dieſes Buch, das die
Erlebens=
geſchichte eines Mannes gibt, den Pflichtbewußtſein und Forſchergeiſt
feſthielten auf einſamem Schneegipfel des Montblanc. Der im Laufe
von anderthalb Jahrzehnten ein ganz Einſamer wird hier droben in
dem ewigen Schweigen, und der um „ſeinen” Berggipfel, um ſeine
Ein=
ſamkeit ringt mit Menſchen und Gott, bis die große Welt ihn wieder in
ihren Bann zieht und — vernichtet. — Der Film „Stürme über dem
Montblanc” iſt dieſem guten Roman nach entſtanden.
„So oder So?” Fingerzeige für geſellſchaftlichen Erfolg. 68 Vollbilder,
Beiſpiele und Gegenbeiſpiele), mit Rat über die wichtigſten Probleme
der Etikette; dazu 100 Fragen und Antworten in Wort und Bild
für Damen und Herren”.
So nennt L. Eichler ihren modernen Knigge, der ſoeben in 6.
er=
weiterter Auflage bei Dieck u. Co in Stuttgart in gediegener
Ausſtat=
tung erſcheint. Dieſe Tatſache allein ſpricht dafür, daß das Buch immer
noch einem ſtarken Bedürfnis entſpricht. Es erreichte die ſechſte
Auf=
lage in wenigen Jahren. — Es iſt ein ernſtes Buch, berufen, vielen
gute Dienſte zu leiſten.
Strämpfe und Schlüpfer!
Rur Ernst-Ludwigstraße 19
nur Ernst-Ludwigstraße 19.
Narmstadt
Seite 4. Der Vertreter des Zentrums fragt an, ob der
Regie=
rung bekannt iſt, daß die
Butzbach-Licher Eiſenbahn
ſich mit dem Gedanken trägt, ihren Betrieb ſtillzulegen. Von
Regierungsſeite wird mitgeteilt, daß der Bahn gewviſſe
Erleich=
terungen zuteil werden könnten, daß es aber nicht richtig ſei,
den Betrieb künſtlich aufrecht zu erhalten. Die Poſt ſei bereit,
den Perſonenverkehr zu übernehmen, den Güterverkehr könne
entweder die Butzbach-Licher Eiſenbahn weiter durchführen,
vielleicht ſei auch die Reichsbahn in der Lage, ihn zu
überneh=
men. Die Regierung wird gemeinſam mit dem Kreis und den
Gemeinden dieſe Frage weiter behandeln.
Zu Kap. 116 „Stellvertretungs= und Aushilfskoſten” bemerkt
Miniſterialdirektor Dr. Schäfer, daß ſich die
Brennſtoffbeſchaf=
fungsſtelle außerordentlich bewährt habe.
Zu Kap. 118 „Ausleihungen und Staatsſchuld”
ſoll die Regierung in einem kleineren Kreis, dem aus jeder
Fraktion ein Vertreter angehört, Auskunft erteilen.
Sämtliche Kapitel werden unter Ablehnung der geſtellten
Anträge angenommen. — Nächſte Sitzung: Freitag, 10 Uhr.
40 000 Ueberſlunden bei 9pel.
Die Abgeordneten Reuter, Kaul und Anthes (Soz.) haben
im Landtag folgenden Antrag eingebracht: „Schon ſeit Monaten
werden bei der Firma Adam Opel A.=G. in Rüfſelsheim Ueber=
Anfertigung von Woll= und Kapok=
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Süd=
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Haushalt. Ang. mit
Prs. u. ep. genauer
Ang. d. Zeit unter
3. 217 a. d. Gſchſt. *
3183
Freitag, den 27. Februar 1931
ſtunden geleiſtet. Es wurde feſtgeſtellt, daß im Monat Januar
mehr als 40 000 Ueberſtunden geleiſtet wurden. Am Sonntag,
den 22. Februar, wurden 1600 Arbeiter zur Arbeit beſtellt.
Die=
jenigen Arbeiter, die am Sonntag, den 22. Februar, nicht zur
Arbeit erſchienen, wurden Montag früh friſtlos entlaſſen. Wir
erſuchen die Regierung, alles zu tun, daß die Beſtimmungen der
Gewerbeordnung und des Arbeitszeitgeſetzes auch in dem
Be=
trieb der Firma Adam Opel A.=G. eingehalten werden.”
Wie wir hören, ſind vom Wirtſchaftsminiſterium
bereits Vorſtellungen erhoben worden. Auch die
Zentrums=
fraktion hat ſich mit den Vorgängen befaßt, und eine ſcharf
ablehnende Haltung eingenommen.
Die Angaben der Interpellation ſind doch derart, daß u. E.
eine genaue Nachprüfung unbedingt erforderlich erſcheint, denn
man muß doch ſagen, daß es ſich, wenn die
Behauptun=
gen richtig ſein ſollten, hier um ein Vorgehen
han=
delt, das unter den gegenwärtigen
Zeitverhält=
niſſen in keiner Weiſe zu rechtfertigen wäre.
—5-
Der Mainzer Ekak 1931-32.
* In einer Preſſebeſprechung gab Oberbürgermeiſter Dr.
Er=
hardt einen Ueberblick über den Mainzer Etat 1931/32, der
zur=
zeit in den ſtädtiſchen Körperſchaften beraten wird. Darnach
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0.25
9.98
A
1.75
1.95
0.40
0.75
G.9O
0.30
9
9
O
1
Nummer 58
haben ſich die Verhältniſſe weiter verſchlechtert, ſodaß die Mehr
belaſtung des Voranſchlages gegenüber dem Vorjahr etwa 4.3,
Mill. RM. beträgt. Demgegenüber ſteht ein Betrag von etw.
300 000 RM. Einſparungen bei verſchiedenen Kaptteln. Zur Ab
deckung des entſtandenen Fehlbetrages ſtehen als Einnahmequel
len die Bürgerſteuer, Bierſteuer, Getränkeſteuer und Gebühren
erhöhungen zur Verfügung, die natürlich nur einen ganz ver
ſchwindend geringen Bruchteil des vorausſichtlichen Fehlbetrage
abdecken können. Der Mainzer Etat, ſo erklärte der Oberbürger
meiſter, iſt daher nur auszugleichen, wenn das Reich endlich ſeine
Verſprechungen wahr macht und Mainz größere Beträge zur
Ver=
fügung ſtellt. Es war ja die größte Enttäuſchung der
vielgeprüf=
ten Stadt, daß von ſeiten des Reiches vergeſſen wurde, was
Main=
für das Vaterland geleiſtet hat und daß man Mainz jetzt mi
ſchönen Worten abſpeiſen will. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß all
nicht unbedingt notwendigen Ausgaben unterlaſſen werden, un
es zu ermöglichen, die im Intereſſe der Geſundung und Weiter
entwicklung der Stadt und ihrer Bewohner liegenden notwendige
Aufgaben überhaupt erfüllen zu können. Mainz ſteht an einer
Wendepunkt ſeines Geſchickes. Die Hemmungen aus ſeinen
Feſtungscharakter und der Beſatzungszeit ſind gefallen. Zur
erſten Mal ſeit Jahrhunderten hat es die Möglichkeit zur freie
Entfaltung und Ankurbelung ſeiner Wirtſchaft. Dieſer Zeitpun
darf nicht verſäumt werden. Es wird dem Reich nichts andere
übrig bleiben, als endlich der Stadt den viel verſprochenen Dar
des Vaterlandes in klingender Münze zukommen zu laſſen.
Gästehücher
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Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 5
Aus der Landeshauptftadk.
Darmſiadt, den 27. Februar 1931.
Ein Rodin im Landesmuſeum.
Im Böcklinſaal des Landesmuſeums iſt als Leihgabe aus
irmſtädter Privatbeſitz eine Plaſtik Auguſte Rodins (der
Früh=
g. 1894) aufgeſtellt, die den franzöſiſchen Bildhauer zum
erſten=
il in der Darmſtädter Oeffentlichkeit vertritt. In der
leiden=
aftlichen Zuneigung der Körper, im Gewühl ſchöner ſchlanker
jeder, die von den Drängniſſen der Liebe durchſtrömt ſind die
ftig von den Körpern weggeſchleudert und zum ſtürmiſchen Rund=
7z der Liebe hingeriſſen werden, fahren die Kräfte des frühen
uen Jahres auf. Im tauben Stoff ſind die Leidenſchaften der
elt geweckt und mühevoll gebändigt, in allen Teilen drängen
zur Körperoberfläche hinauf. Hier dringt Luft und Licht durch
e Poren ein, um an der Plaſtik teilzunehmen. Es iſt als habe
flandriſche Himmel, den Rodin in jungen Jahren bewundert
k. mit ſeinen Gluten von Perlmutter und dem ſchwermütigen
anz von Perlgrau aus der bleichen Schönheit des Marmors
ſen brauſenden Zuſammenklang von ſchwellendem Licht und
kenden Schatten geweckt: Typiſch franzöſiſche Verfeinerung im
offlichen aus der Tiefe einer rationalen Weltdurchdringung
raus ſinnlich begriffene Welt, die gerade bei Rodin
metaphy=
hen Deutungen und Einſamkeiten zuſtrebt, Grundhaltung des
nzöſiſchen Schaffens überhaupt, wobei man ſich im Bereich der
denden Kunſt allein ſchon des Stillebens von Chardin bis
anet und Cezanne erinnern mag. Doch auch dieſem ſpäten
Ver=
rder einer heidniſchen Weltfreude ſteigt wieder der farbige
aum der klaſſiſchen Antike herauf, nicht im Römertum als
nnbild eines ſtaatsbildenden Pathos (wie bei David) ſondern
der griechiſchen Bildhauerei in ihrer dynamiſch drängenden,
n Gleichmaß ſtrebenden Weltnähe. Seine Plaſtiken
durch=
zmt, in den Tagen einer moniſtiſchen Weltvereinheitlichung,
Freude an der brauſenden Macht des Eros, der ihm keine
ſeidung mehr zwiſchen irdiſcher Liebe” und „himmliſcher
be” geſtattet. Schon aber bändigen ſich auch in dieſer fauniſchen
iterkeit die dunkleren Kräfte des menſchlichen Daſeins. Ein
ſer Schatten gräbt ſich zwiſchen die Liebenden, unerbittliche
ſeidung und Trennung der Körper, Schmerz der eilenden
Zu=
gung, die vergeblich nach dauernder Vereinigung ſtrebt: ein
veres Hinwenden zu den Quellen des Lebens dem Geiſt und
r Gleichniſſen Michelangelos und ſeinen einſamen Sonetten
wandt.
Von Max Pechſtein beſitzt die Galerie als Beigabe des
ändigen Rats für Kunſtpflege in Heſſen jetzt außer dem
Cello=
eler das großformatige Bild „das Rettungsboot” (1917), ein
werer grüner Kutter, vollgeſteckt mit ſtarren Männern, der
Ech die blauen ſchäumenden Wogen einer expreſſioniſtiſchen
Ro=
ntik ſtampft. Von Carl Gunſchmann iſt ein
Doppelbild=
zu ſehen. Von Kay H. Nebel blaß und dekorativ
hinge=
ferte Ochſen. Von Johann Greferath (Köln) eine Land=
Dr. Pgrard.
aft „Winterſcheid”.
Erledigte Stellen. Die Stelle einer evangeliſchen techniſchen
zrerin an der Volksſchule im Bezirk Heuchelheim „Kreis
eßen (Geſuche von Anwärterinnen, die noch nicht im Schuldienſt
wendet worden ſind, oder von ſolchen, die ihre fünf
Anwärter=
nſtjahre noch nicht zurückgelegt haben, ſind zwecklos); eine
Leh=
ſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in
eder=Beſſingen, Kreis Gießen (Dienſtwohnung iſt
vor=
rden); eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der
Iksſchule in Okarben, Kreis Friedberg (Dienſtwohnung iſt
Ernannt wurde am 16 Februar der Privatdozent an der
hniſchen Hochſchule Dr.=Ing. Günther Worch zum außerplan=
Gigen außerordentlichen Profeſſor.
* Hohes Alter. Frau Emma Harting Wwe., hier,
Wenck=
rße 41, II., vollendet, am 28. ds. Mts. ihr 84. Lebensjahr, mit
ter geiſtiger Friſche.
Heſſiſches Landestheater.
77. Februar 20—22 Uhr
g 11. Der Tartuffe
Oſtot, Volksb. Gruppe 1-I
Preiſe 1— 10 Mr. Keine Vorſtellung instag
28. Februar 19.30, Ende gegen 22 Uhr
Südweſtdeutſche Erſtaufführung
17. Wozzeck
Preiſe 1.20—12 Mk.
Gutſcheine beſchränkt gültig 15, Ende gegen 16.30 Uhr
Marionettenbühne.
Schneewittchen
Preiſe 0.40—2 Mk.
20—21.45 Uhr
der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Darmſt. Volksb. Gr. IIIu. /
GA
Preiſe 1 20—6 Mk. inntag,
1. März 18, Ende nach 21.30 Uhr
Hamlet
Heſſenlandmiete IV9
Preiſe 1—10 Mr. 11.15
Gedenkfeier
für die Gefallenen
Veranſtalt vom Verein der
Kriegsgräberfürſorge
20—22 Uhr
Lucia von Lammermoor
Außer Miete
Volksvorſtellung z. halb. Preiſen
Preiſe 0 60—3 Mk. ontag
2. März 9.30—23 Uhr
Hamlet
Dſtdt. Volksb. Gruppe l-IIſEintritt gegen 2 (rd l=Kwak
Preiſe 0 80—8 Mk. 15 30 18 20.15
Film=Vorführungen enstag
3. März 20—22 Uhr
Der Tartuffe
4 18 15.30 18 20.15
Film=Borführungen
Preiſe 1—10 Mr. Eintlitt gegen 2 Erdal=Kwak
Sitzung des Stadtrats.
Der Stadkrak erhebk einmükig Prokeft gegen die Verlegung des Pädagogiſchen Juſtitaks nach Mainz.
Ablehnung einer erhöhlen Bierſteuererhebung.
— Heſſ. Landestheater. Bernhard=Minetti=
Gaſt=
iele. Heute Freitag wird „Der Tartuffe” in der In=
„nierung von Alfred Noller mit Bernhard Minetti als Gaſt in
r Titelrolle wiederholt. Uebermorgen, Sonntag, wird im
Gro=
n Haus zum erſten Male in dieſer Spielzeit Shakeſpeares
zamlet” in Szene gehen, worin Bernhard Minetti ebenfalls
2 Titelrolle ſpielt.
Volksvorſtellung „Lucia von Lammermoor‟. Donizettis
der „Lucia von Lammermoor” wird übermorgen,
Sonn=
g. im Kleinen Haus außer Miete als Volksvorſtellung (halbe
reiſe) unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler zur
ufführung kommen. Das Werk wird in der vielbeſprochenen
In=
enierung von Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking
geben, die bekanntlich mit einem anderen Donizetti=Werk. der
Zegimentstochter”, das Berliner Opernſtudio gegründet haben
7d mit dieſer Aufführung ſtärkſte Reſonanz finden konnten.
Die geſtrige Stadtratsſitzung war zeitlich eine der kürzeſten der letzten",
Monate, da keine längeren Debattereden zu den einzelnen Punkten der
Tagesordnung gehalten wurden. Und doch wurde inſofern ein
weſent=
licher Beſchluß gefaßt, als der Stadtrat einmütig, von der äußerſten
Linken bis zur äußerſten Rechten, dem deutſchvolksparteilichen Antrag
zuſtimmte, der energiſch für die Erhaltung des
Pädagogi=
ſchen Inſtituts in Darmſtadt eintrat, und in dem dem Herrn
Oberbürgermeiſter in dieſer Frage vollſte Unterſtützung zugeſagt wurde.
— Drei wichtige Punkte wurden von der Tagesordnung geſtern
abge=
ſetzt, und zwar die Punkte: den Abſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädti=
ſchen Nebenkaſſen für 1929 und die Aenderung der Geſchäftsordnung,
ſowie die Abänderungsvorſchläge zur Reichsverdingungsordnung für
Bauleiſtungen betreffend.— Die vorgeſchlagene Erhöhung der Bierſteuer
wurde debattelos abgelehnt.
Die Stadtverwaltung war geſtern allein durch Bürgermeiſter Ritzert
vertreten, der auch die Verſammlung leitete; auch die Reihen der
Stadt=
väter wieſen Lücken auf.
Der Hitzungsverlauf
war im Gegenſatz zu der gewohnten Lebhaftigkeit geſtern ſehr ruhig.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte Bürgermeiſter Ritzert
in herzlichen Worten des ſo plötzlich verſtorbenen Stadtrats Haury,
deſſen hohe Menſchenwürde und ſeltenen Charaktereigenſchaften, die ihm
die Achtung aller Stadtratskollegen ohne Unterſchied der Partei
einge=
tragen hatten, er beſonders hervorhob. Sichtlich ergriffen, hörte der
Stadtrat ſtehend den Nachruf an. An Stelle des verſtorbenen Stadtrats
Haury war Bauunternehmer Hummel (O. V.P.) in den Stadtrat
ein=
gezogen. Man trat dann in die Tagesordnung ein. — Zunächſt ſtand
die Erhebung einer erhöhten
Bierſteuer
auf der Tagesordnung.
Nachdem durch Anordnung der Aufſichtsbehörde für den Reſt des
Rechnungsjahres 1930 — d. h. alſo für die Monate Februar und März
Ifd. Js. — die „erhöhte” Bierſteuer zur Einführung gelangt iſt,
ent=
ſteht die Frage, welche Steuerſätze vom neuen Rechnungsjahre ab zu
erheben ſind.
In der bezüglichen Verordnung des Reichspräſidenten ſind die
Vor=
ausſetzungen feſtgelegt worden, unter denen die Weitererhebung der
erhöhten” Bierſteuer vom 1. April 1931 ab ſtattfinden muß. Dieſe
Vorausſetzungen ſind erfüllt. Da die Erhebung der „erhöhten”
Bier=
ſteuer auch vom 1. April 1931 ab nur auf Grund einer rechtsgültigen
Ortsſatzung möglich iſt, beantragt die Verwaltung, dem vorliegenden
Entwurf einer Ortsſatzung zuzuſtimmen, durch welche die
Weiter=
erhebung der „erhöhten” Bierſteuer mit folgenden Sätzen: Einfachbier:
2,50 RM. Schankbier: 3,75 RMM , Vollbier: 500 RM. Starkbier: 7,50
Reichsmark je Hektoliter, ſichergeſtellt wird. Die Sätze für Februar und
März ſind die gleichen.
Die früheren Sätze nach Maßgabe der Ortsſatzung vom 27. Juni
1927 betrugen: Für Bier deutſcher Herkunft: 2,40 NM., und für Bier
außerdeutſcher Herkunft: 3,75 RM. ſe Hektoliter.
Der Finanzausſchuß hatte eine Erhöhung der Bierſteuer abgelehnt.
Der Stadtrat ſchloß ſich der Anſicht des Ausſchuſſes an und lehnte ohne
jede Debatte eine erhöhte Bierſteuer ab.
Auch die folgenden Punkte wurden ohne Ausſprache erledigt:
Für die Hauskehrichtabfuhr iſt die Anſchaffung eines
drit=
ten Müllautos nebſt den dazugehörigen 650 Mülltonnen zum
Geſamt=
preis von 31 000 RM. erforderlich. — Mit Zuſtimmung des
Bauaus=
ſchuſſes wird Genehmigung erteilt.
Die Gewächshäuſer der Gärtnerei im
Drangerie=
garten befinden ſich in einem ſehr ſchlechten baulichen Zuſtande. Die
Herſtellungsarbeiten ſind dringend erforderlich, andernfalls die
Ge=
wächshäuſer dem Verfall entgegengehen. Die Gärtnerei iſt verpachtet.
Laut Pachtvertrag obliegt die bauliche Unterhaltung der Gebäude der
Stadt. Die Koſten derſelben ſind aber von dem Pächter mit 10 Proz.
zu verzinſen. — Es werden im Einvernehmen mit dem Bauausſchuß die
notwendigſten Herſtellungen in Höhe von 3500 RM. genehmigt.
Am 1. April d. Js. wird das Eichamt in einem ſtaatlichen
Ge=
bäude untergebracht. Es iſt beabſichtigt, aus den alsdann im ſtädtiſchen
Gebäude Woogsſtraße 4 frei werdenden Näumen u. a. je eine Drei= und
Vierzimmerwohnung herzuſtellen. Dieſe Maßnahme erfordert, einen
Koſtenaufwand von 8600 RM. — Zuſtimmung wird erteilt.
Im Jahresvoranſchlag für 1930 iſt die Herſtellung eines
Moſaikfuß=
ſteigs auf der Oſtſeite der Hobrechtſtraße, zwiſchen Am Erlenberg und
Jahnſtraße vorgeſehen. Die entſtehenden Koſten von 4860 RM. ſind
mit 1930 NM. von der Stadt und mit 2930 RM. von den Anliegern zu
tragen. Zunächſt ſind ſie aber in voller Höhe von der Stadt
vorzu=
legen, da die Einziehung der Koſtenanteile der Anlieger längere Zeit in
Anſpruch nehmen wird. — Es wird daher beantragt, den erforderlichen
Kredit von 4860 RM. aus Anlehensmitteln zur Verfügung zu ſtellen. —
Der Kredit wird genehmigt.
Die Errichtung eines Wohngebäudes Ecke Frankenſteinſtraße=
Lands=
kronſtraße macht eine Aenderung der Baufluchtlinie erforderlich. — Mit
Zuſtimmung des Bauausſchuſſes wird Genehmigung erteilt.
Im Einvernehmen mit dem Bauausſchuß wird beſchloſſen, alle am
Friedrich=Ebert=Platz gelegenen Häuſer zu dieſem Platz zu numerieren.
Durch Geſetz, die Trichinenſchau betreffend, vom 1. Auguſt
1930, iſt die Trichinenſchau nunmehr für Heſſen allgemein
vorgeſchrie=
ben und einheitlich geregelt. Die ſeither beſtandenen örtlichen
Beſtim=
mungen über die Trichinenſchau müſſen daher aufgehoben werden.
Dem=
gemäß legt das Heſſiſche Polizeiamt eine entſprechende
Polizeiverord=
nung zwecks Anhörung des Stadtrats im Entwruf vor, zu der
Zuſtim=
mung erteilt wird.
Auf Beſchluß des Stadtrats vom 11. Juli 1929 ſollten die
Miet=
preiſe in den ſtädtiſchen Neubauten, durch eine beſondere
Kommiſſion nachgeprüft werden. Eine beſondere Kommiſſion wurde
damals nicht gebildet, ſondern der Autrag der beſtehenden Kommiſſion
für die Beratung der Vorlage über die Gründung einer Wohnungsbau
A.G. überwieſen. Da nun dieſe Kommiſſion ihre Tätigkeit beendet hat
und nicht mehr beſteht, iſt die Neubildung einer
Kommiſ=
ſion für die Feſtſetzung der Mietpreiſe erforderlich. — Es wird
dem Beſchluß des Wahlvorſchlagsausſchuſſes zugeſtimmt.
Es ſollte dann noch über die
Abänderung der Geſchäftsordnung des Stadtrats
beraten und abgeſtimmt werden. Dieſe Beratung wurde aber, wie oben
erwähnt, auf eine andere Sitzung zurückgeſtellt. Der
Abänderungsvor=
ſchlag ſieht einige ſehr einſchneidende Aenderungen vor. Wir geben
daher den Wortlaut der Abänderungsvorſchläge wieder:
Die Geſchäftsordnung des Stadtrats hat ſich in manchen Punkten
als abänderungsbedürftig erwieſen. Insbeſondere war die
Vertraulich=
keit der Sitzungen der Ausſchüſſe, der Deputationen und der
Kommiſ=
ſionen durch Strafandrohungen ſicherzuſtellen. Folgende vom
Rechts=
beirat geprüfte und für ordnungsgemäß befundene Abänderungen we= zur Annahme empfohlen:
Als 8 6a wird folgende Beſtimmung eingeſchoben: „Verſtößt ein
Stadtratsmitglied gegen die in den 88 15 und 20 dieſer
Geſchäftsord=
nung feſtgeſetzte Geheimhaltungsplicht, ſo kann der Stadtrat ihm eine
Geldbuße von mindeſtens 1 RM. und höchſtens 1000 RM. auferlegen.
Hat ein Stadtratsmitglied während einer Wahlperiode dreimal die
Geheimhaltungspflicht verletzt, ſo kann der Stadtrat, unbeſchadet ſeiner
Rechte aus Abſatz 1, dieſes Mitglied von den Sitzungen der Ausſchüſſe,
Kommiſſionen, Deputationen und den nichtöffentlichen Sitzungen des
Stadtrats ganz oder teilweiſe für einen Zeitraum bis drei Monaten
ausſchließen.
Die Beſchlüſſe des Stadtrats werden auf Antrag des Vorſitzenden
ohne vorherige Beratung gefaßt.
8 20 erhält folgenden Abſatz 3:
Die Sitzungen der Ausſchüſſe ſind nicht öffentlich. Ueber die
Ver=
handlungen und Beſchlüſfe in den Ausſchüſſen iſt, ſoweit die Ausſchüſſe
nichts anderes beſchließen, Stillſchweigen zu beobachten.
8 27. Der letzte Satz dieſes Paragraphen erhält folgende Faſſung:
Im übrigen gelten die Beſtimmungen über die Ausſchüſſe auch für die
Deputctionen und Kommiſſionen ſinngemäß
Ferner war eine Beſtimmung zu ſchaffen, die es ermöglicht, ein
Stadtratsmitglied, das mehrfach gegen die Geſchäftsordnung verſtoßen
hat, von den Sitzungen auszuſchließen. Es war daher dem 8 6 der
Ge=
ſchäftsordnung folgender Zuſatz beizufügen:
Wird ein Stadtratsmitglied in einer Sitzung dreimal zur Ordnung
gerufen, ſo kann der Stadtrat dieſes Mitglied von ſeinen Sitzungen,
ſowie von den Sitzungen der Ausſchüſſe, Kommiſſionen und
Deputa=
tionen für einen Zeitraum von drei Monaten ausfchließen. Der Beſchluß
wird nach Antrag des Vorſitzenden ohne vorhergehende Beratung gefaßt.
Gegen die Verlegung des Pädagogiſchen Inſtituts.
Nach einigen unweſentlichen kleinen Mitteilungen gab Bürgermeiſter
Ritzert den Antrag der D.V.P. bekannt, wonach Anträge oder
Au=
fragen, die unter „Mitteilungen” im Stadtrat in der öffentlichen
Sitzung gegeben werden ſollen, einen Tag vorher ſchriftlich bei der
Ver=
waltung vorzumerken ſind. Weiter erhebt die Deutſche Volkspartei
Pro=
teſt gegen die Verlegung des Pädagogiſchen Inſtituts nach Mainz und
bittet alle Parteien, ſich dieſem Proteſt anzuſchließen und die
Maßnah=
wen des Oberbürgermeiſters zur Erhaltung des Inſtituts gutzuheißen.
Stadtrat Kalbfleiſch (D. V.P.) begründet dieſen Antrag. Er
ſtreift zunächſt die Gründe gegen die Verlegung des Inſtituts, die bereits
in den verſchiedenen Proteſtverſammlungen vorgebracht wurden. Man
könne das Inſtitut, das ſeit drei Jahrzehnten in Darmſtadt ſei und der
Techniſchen Hochſchule angegliedert ſei, nicht ohne ſchwere
Schädigun=
gen wirtſchaftlicher, politiſcher und kultureller Art einfach verlegen. Die
Proteſte gegen dieſe Abſicht kämen nicht nur aus Darmſtadt, ſondern
auch aus ganz Heſſen und würden auch von den Lehrerverbänden des
ganzen Reiches erhoben. Man, hätte zunächſt an die ernſte Abſicht
einer ſolchen Verlegung gar nicht glauben können. Es ſei nun auch
Pflicht des Stadtrats, gegen dieſe Verlegung Proteſt zu erheben. Die
Erſparniſſe, die man erhoffe, ſtänden auf dem Papier; am meiſten
ſpare man wohl, wenn der Zuſtand bliebe, wie er ſeither iſt. Das
Inſtitut ſei gewiſſermaßen ein Teil der Techniſchen Hochſchule, und
finanzielle Zuwendungen an die Techniſche Hochſchule kämen auch dem
Inſtitut zugute. Darmſtadt könne die Schädigung, die ihm durch die
Verlegung entſtehe nicht ertragen, denn auch Darmſtadt habe durch
un=
günſtige Verhältniſſe, nicht zuletzt als Grenzſtadt der Beſatzungszone,
ſchwer gelitten, und die wirtſchaftliche Lage ſei mindeſtens hier genau
ſo ſchlecht wie in Mainz; das müſſe einmal offen ausgeſprochen werden.
Die Nachteile ſeien auch für Schüler und Lehrer ſehr groß. Man müſſe
alle Kräfte einſetzen, das Inſtitut hier zu erhalten. Der Herr
Ober=
bürgermeiſter habe verſprochen, ſich mit ganzer Kraft für die Erhaltung
des Inſtituts in Darmſtadt einzuſetzen. Die Deutſche Volkspartei ſtehe
in dieſer Frage hinter dem Herrn Oberbürgermeiſter; er hoffe, daß
auch die anderen Fraktionen für die Erhaltung des Inſtituts eintreten.
Bürgermeiſter Ritzert unterſtrich die Ausführungen des
Stadt=
rats Kalbfleiſch und wies ſeinerſeits nochmals auf die wirtſchaftliche
Notlage Darmſtadts hin, die die gleiche ſei wie in Mainz. Von ſeiten
der Verwaltung werde alles getan, um das Inſtitut hier zu behalten.
Nach Stadtrat Frö ba (Komm.), der ebenfalls eine Verlegung nach
Mainz nicht will, trat Stadtrat Schneider (Dn.) lebhaft für die
Er=
haltung des Pädagogiſchen Inſtituts ein. Es gehe nicht an, daß man
Darmſtadt dieſe Anſtalt wegnehme; allerdings müſſe er den Vorbehalt
machen, daß die Stadt dem Inſtitut keine finanziellen Zuſchüſſe gebe. Ein
diesbezügliches Verſprechen des Herrn Oberbürgermeiſters halte er für
nicht glücklich. Der Staat ſei zu dieſen Zuſchüſſen verpflichtet; man
könne ihm dieſe Verpflichtung nicht abnehmen.
Stadtrat Goſenheimer (Dem.) ſtellte ſich ebenfalls auf den
Standpunkt, daß man das Inſtitut unbedingt in Darmſtadt belaſſen
müſſe. Man werde die Beſtrebungen des Herrn Oberbürgermeiſters
nach dieſer Nichtung unterſtützen. Die merkwürdige Form einer
Ver=
waltungsreform, wie ſie durch die Zuſammenlegung des Inſtituts nach
Mainz vorgeſehen war, könne man keineswegs gutheißen, denn es gehe
nicht an, daß man einer Stadt alles nehme und ihr in anderer Form
womöglich noch Laſten aufbürde.
Die Stadträte Stroh und Zürtz (N. S.DA.P.) und
Koll=
bach (H.u. G.) treten energiſch für die Beibehaltung des Inſtituts in
Darmſtadt ein.
Auch die Sozialdemokratie unterſtützt die Beſtrebungen des
Ober=
bürgermeiſters. Stadtrat Klotz (Soz ) erklärte, als Vertreter der
Bür=
gerſchaft Darmſtadts müſſe man für Erhaltung des Inſtituts eintreten,
wenn auch berechtigte Gründe zu einer Neuregelung vorlägen.
Irgend=
welchen finanziellen Zuſchüſſen an das Inſtitut könne man nicht
zu=
ſtimmen, zumal man noch nicht einmal wiſſe, wie ſich der Voranſchlag
der Stadt für 1931 geſtalte.
Auch Stadtrat Rudolph (P.A.) tritt für die Erhaltung des
In=
ſtituts in Darmſtadt ein.
Nach dieſem einmütig gefaßten Proteſt gegen die Verlegung des
Pädagogiſchen Inſtituts nach Mainz trat man in die nichtöffentliche
Sitzung ein.
— In der letzten Monatsverſammlung der Heſſiſchen
familien=
geſchichtlichen Vereinigung berichtete Regierungsrat Schäfer über
„Die Einteilung des familienkundlichen
Schrift=
tums‟. Er teilt die familienkundliche Literatur grundſätzlich
ein in ſolche über theoretiſche und über praktiſche Familienkunde.
Erſtere beſchäftigt ſich mit der genealogiſchen Wiſſenſchaft als
ſol=
cher und mit einzelnen Gebieten, derſelben, wie
Erblichkeitsfor=
ſchung, Wappenweſen und Archivwiſſenſchaft. Letztere umfaßt die
Dieſt Diden eiſcheien in Schlarm unde F Setſchriſtel inf.
Anſchluß an den Vortrag wurde eine neuerdings vom
Bericht=
erſtatter aufgeſtellte Ahnentafel Schenck zu 64 Ahnen
vor=
gelegt und erläutert, die ſich durch überaus großen Ahnenverluſt
des Probanten auszeichnet. Wir finden darauf doppelt die
Fami=
lien Schenck. Pfaltz, von Heſſe, dreimal die Familien Maurer und
Lange, und ſogar fünfmal, die Familien Schleiermacher und
Gebhard
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2
Oeffent=
liche Sitzung am Samstag, dem 28. Februar 1931 vormittags
9.15 Uhr: Reviſionsbeſchwerde, der Firma Maſchinenfabrik Walb
in Alzey gegen ihre Heranziehung zur Wertzuwachsſteuer.
Aa4
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Voraus-
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ver-
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mit warmen dam mit kaltem Wasser
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Seite 6
Freitag, den 27. Februar 1931
Nummer 57
Keine Auflöſung der Berſorgungsbehörden.
Die Kriegerkameradſchaft „Haſſia” — Verband der
Kriegs=
beſchädigten und Kriegerhinterbliebenen —, Darmſtadt, Ahaſtr. 5.
bittet uns. Nachſtehendes bekannt zu geben:
Der Reichspräſident empfing am 23. Februar eine Abordnung
der im Reichsausſchuß der Kriegsbeſchädigten= und
Kriegerhinter=
bliebenen=Fürſorge vertretenen Organiſationen, um die
Stellung=
nahme dieſer Organiſationen zur Frage der Auflöſung der
Ver=
ſorgungsbehörden kennen zu lernen. Herr Goedicke vom
Kyff=
häuſerbund führte als Sprecher der Abordnung aus, daß die
Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen, durch den im
Reichsrat hervorgetretenen Plan einer Verſchmelzung der
Verſor=
gungsbehörden mit einer anderen Verwaltung in ſtarke Unruhe
verſetzt ſeien. Die hierfür in Betracht gezogenen anderweitigen
Verwaltungen ſeien entweder Landesverwaltungen oder rein
fis=
kaliſch eingeſtellte Reichsverwaltungen, die keinesfalls in der
Lage ſeien, das umfangreiche ſoziale Gebiet der Kriegsverſorgung
ſachgemäß zu bearbeiten. Die Kriegsopfer hätten bereits ſeit
ge=
raumer Zeit eine immer erneute Einſchränkung ihrer bisherigen
Rechtsanſprüche ertragen müſſen. Die alten Soldaten hätten zu
ihrem ehemaligen Führer das Vertrauen, daß er ſich weiteren
Einſchränkungen entgegenſetzen wurde. Der Reichspräſident
er=
mächtigte die Abordnung, mitzuteilen, daß weder er ſelbſt noch die
Reichsregierung daran denken, die Verſorgungsverwaltung
aufzu=
beben oder mit anderen Verwaltungen zu verſchmelzen.
— Geſchäftseröffnung. Es wird nochmals auf die Anzeige
betr. Eröffnung der Firma Blumen=Zimmermann,
Eliſabethen=
ſtraße 4, hingewieſen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zur
Vor=
ſtellung „Lucia von Lammermoor” (Sonntag, den 1. März)
ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle.
— Verein der Freunde des Heſſ. Landestheaters. Die heutige
Generalprobe der Oper „Wozzeck” von Alban Berg findet um
11 Uhr ſtatt.
Volksbühne. Vielfachen Wünſchen der Mitglieder
ent=
ſprechend, iſt es der Volksbühne durch Verhandlungen mit der
Generaldirektion des Heſſiſchen Landestheaters gelungen, ein
Minetti=Gaſtſpiel in „Hamlet” zu bekommen. Die
Auf=
führung wird der Gemeinde „R‟ Gruppe I bis IV als 9.
Vor=
ſtellung zugeteilt und findet bereits Montag, den 2. März, ſtatt.
Der bekannte Kritiker und Eſſayiſt Bernhard von Brentano,
Berlin, ſpricht Donnerstag, den 5. März, in der „Traube” über
Kapitalismus und ſchöne Literatur. Die Mitglieder der
Volks=
bühne erhalten Eintrittskarten zu ermäßigten Preiſen gegen
Vor=
zeigen ihrer Mitgliedskarte in der Bücherſtube Alfred
Boden=
heimer.
Südweſtdeutſche Erſtaufführung „Wozzeck”. Alban Bergs
Oper „Wozzeck” deren ſüdweſtdeutſche Erſtaufführung morgen,
Samstag, im Großen Haus in Anweſenheit des Komponiſten
ſtatt=
findet, wurde 1925 an der Berliner Staatsoper uraufgeführt. Es
folgten 1926 und 1927 Aufführungen des Werkes am
National=
theater in Prag und am Staatstheater in Leningrad. In der
deutſchen Provinz wurde das Werk erſt im Jahre 1929 vom
Lan=
destheater in Oldenburg und vom Opernhaus in Eſſen in den
Spielplan aufgenommen. Auf Grund des durchſchlagenden
Er=
folgen dieſer Aufführungen wurde das Werk dann in raſcher
Folge von allen aktiven deutſchen Opernbühnen zur Aufführung
angenommen. Im Jahr 1930 fanden u. a. Aufführungen in
Aachen, Düſſeldorf, Wien, Königsberg und Gera ſtatt. Ferner
liegen bereits Annahmen des Werkes für Köln, Frankfurt a. M.,
Stuttgart. Weimar, Lübeck, Braunſchweig. Deſſau und Zürich vor,
ſo daß Alban Bergs. Wozzeck” ſich in einem Zeitraum von noch
nicht 6 Jahren endgültig im deutſchen Opernrepertoire
durch=
geſetzt hat.
Muſikverein. Die letzte Probe zu „Joſua” findet am
Frei=
tag, den 27. März, um 8 Uhr in der Stadtkirche ſtatt. Die
Mit=
glieder des Chores werden gebeten, zu dieſer unter Leitung Dr.
Böhms ſtattfindenden Orcheſterprobe vollzählig zu erſcheinen.
„Einführung in die Chemie” lautete das Thema eines
Vortragsabends, den die Fachgruppe Chemie der hieſigen
Orts=
gruppe des Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes
(D.H. V.) veranſtaltete. Herr Dr.=Ing. Seidel verſtand es
aus=
gezeichnet, die zahlreich erſchienenen Kollegen aus der chemiſchen
Branche und dem Drogen= und pharmazeutiſchen Spezialitäten=
Großhandel mit dem Weſen und der Bedeutung der Chemie
ver=
traut zu machen, die heute in ihren Erzeugniſſen zu einem
maß=
gebenden Faktor in unſerem Wirtſchaftsleben geworden iſt. In
Anbetracht der Aktualität des Themas (man denke an den
kürz=
lich in der Preſſe veröffentlichten Prozeß des Goldmachers”
Tau=
ſend und ſeine Verſuche zur Löſung des Problems der künſtlichen
Goldherſtellung) fanden die Ausführungen des Vortragenden
be=
ſonders reges Intereſſe der Zuhörer, wofür die zahlreichen Fragen
am Schluß den Beweis lieferten. Nach einem Hinweis auf den
Unterſchied zwiſchen Chemie (der Lehre von den dauernden
Zuſtandsveränderungen) und Phyſik, (die ſich mit
vorüber=
gehenden Zuſtandsveränderungen befaßt) und die Einteilung
in anorganiſche und organiſche Chemie erläuterte der Redner in
anſchaulicher Weiſe den Element=, Atom= und Molekülbegriff, den
Begriff der Wertigkeit (Valenz) des Elektrons und viele andere
Fachausdrücke. Ferner wurde man eingeführt in die Geheimniſſe
der von Berzelius im Jahre 1818 erfundenen ſogenannten „
che=
miſchen Stenographie”, mit Hilfe deren Zeichen die „
Reaktions=
gleichungen” gebildet werden. — Auch dieſer Vortrag des Herrn
Dr.=Ing. Seidel fand gleich den beiden vorhergegangenen über
volkswirtſchaftliche Themen lebhaften Beifall. Am 30. März
Fort=
ſetzung der Vortragsreihe.
— Mitgliederverſammlung des Verkehrsvereins. Wir
ver=
weiſen unſere Leſer nochmals auf die heute abend um 8.15 Uhr im
Stadtratsſitzungsſaal im Rathaus, ſtattfindende
Mitgliederver=
ſammlung des Verkehrsvereins hin. Herr Dr. A. Müller, der
Stadtarchivar wird einen Vortrag halten über das Thema:
„Werbende Vergangenheit” In Anbetracht der Wichtigkeit glaubt
der Verkehrsverein mit einem regen Intereſſe der Bevölkerung
rechnen zu können.
Einlegung einer Triebwagenfahrt. Zur Erleichterung des
Reiſens mit Sonntagsrückfahrkarten an Samstagen nach
Darm=
ſtadt und darüber hinaus verkehrt ab 28. Februar d. J. bis auf
weiteres nur an Samstagen und vor Feiertagen ein
Triebwagen mit 2., 3. Klaſſe Ober=Ramſtadt—Darmſtadt=H., und
zwar: Ober=Ramſtadt ab 12.12. Nieder=Ramſtadt—Traiſa ab
12.18, Darmſtadt=Oſt an 12.26. Darmſtadt=H. an 12.39.
abends 6 Uhr, findet in unſerer Martinskirche eine liturgiſch= Räume unbeaufſichtigt. Fenſter werden offen gelaſſen, vor allem
kirchenmuſikaliſche Paſſionsandacht ſtatt. Frau Horn=Stoll (So=, aber ſind die Türen ſehr oft unverſchloſſen oder nur durch
gewöhn=
pran), Herr Kammermuſiker Horn (Bratſche) und Herr Willi
Hannewald (Violine) wirken mit. Die Feier iſt der Paſſionszeit
angepaßt. Der Eintritt iſt frei.
Raſcher als man glaubte hat die elektriſche Küche ihren
Siegeszug begonnen und iſt erfolgreich in den Wettbewerb mit
anderen Energiearten getreten. Sie iſt heute keine Seltenheit
und vor allem kein Luxus mehr. Ihre Ausbreitung wird ſich in
ähnlicher Weiſe vollziehen, wie die der Glühlampe und die des
Elektro=Motors. Die hyaieniſchen Vorzüge der elektriſchen Küche
liegen nicht nur in der Sauberkeit, die der Fortfall von Kohle,
Aſche und Ruß mit ſich bringt, ſondern auch ganz beſonders darin,
daß die Luft nicht verbraucht und nicht durch Verbrennungsgaſe
verſchlechtert wird. Infolge der milden, gleichmäßigen und genau
regelbaren Wärmezufuhr iſt ein An= oder Verbrennen der
Spei=
ſen kaum möglich. Die milde Wärme des elektriſchen Herdes hat
geſtellt und bedeutende Fetterſparniſſe erzielt werden können. Der
immer noch gemachte Einwand, das elektriſche Kochen ſei zu teuer,
findet dadurch ſeine Widerlegung, daß bereits eine große Anzahl
Haushaltungen elektriſch kochen und von denſelben immer wieder
leſtätigt wird, daß die aufgewandten Koſten nicht höher liegen
als bei der anderen Energieart auch. Wer ſich von dem
Oben=
geſagten überzeugen will, der beſuche den heute nachmittag
4 Uhr bei freiem Eintritt im Heaghaus
Luiſen=
ſtraße 16 ſtattfindenden Vortrag mit dem Thema „Die
Elektrizität im Haushalt‟. Den Beſuch des Vortrages
wird niemand bereuen.
Oeffentliche Kundgebung gegen die Kriegsſchuldlüge
Ft. Der Kampf gegen die Kriegsſchuldlüge geht weiter, und in
die=
ſem mühſamen Ringen gegen die Behauptung von der Alleinſchuld
Deutſchlands am Weltkriege mehren ſich auch erfreulicherweiſe die
beacht=
lichen ausländiſchen Stimmen, die dem deutſchen Standpunkt gerecht
werden. In dieſen Rahmen fiel auch die am Donnerstag abend im
großen Saale des Städtiſchen Saalbaues vom Vorſtand der
Volksrechtpartei veranſtaltete Kundgebung, zu der als
Haupt=
redner über das Thema: „Kriegsſchuldlüge, Verſailler
Vertrag und die wahren politiſchen Ziele
Frank=
reichs”, der frühere engliſche Generalſtabshauptmann Vivian
Strandes gewonnen war.
Die Verſammlung, deren Leitung in den Händen von Herrn Prof.
Axt lag, war äußerſt ſtark beſucht. Nach einführenden Worten des
Verſammlungsleiters ſprach Herr Stranders, der auch eine
Monats=
ſchrift und eine Korreſpondenz herausgibt, in gutem Deutſch etwa das
folgende:
„Ich erſcheine hier in Deutſchland nicht als Landesverräter”, wie
man es in England und zum Teil auch in Deutſchland darſtellen will.
Ich bin Engländer und habe nichts übrig für Menſchen,
die kein Vaterland haben wollen. Ich wende mich gegen
die falſchen engliſchen Politiker, gegen die Französlinge, die England
in den Krieg mit dem ſtammperwandten Deutſchland hineingeführt
haben. Raſſenverrat iſt viel ſchlimmer als fingierter Landesverrat. Das
engliſche Volk iſt urgermaniſch; unſere Vorfahren ſind Germanen
geweſen. Wir müſſen zuſammenarbeiten, um der Welt den Frieden zu
erhalten, den Frieden gegenüber Frankreich, das das Organ des
inter=
nationalen Kapitalismus iſt.
Ich verurteile nicht die kommuniſtiſchen Arbeiter, ſondern deren
Führer, die von Moskau ihre Direktiven erhalten. Wir müſſen uns
für die Ordnung gegen die Unordnung einſetzen. Ich bekämpfe die
Kriegsſchuldlüge, da ſie ein Stein im Wege der Verſöhnung zwiſchen
England und Deutſchland iſt. Ich bekämpfe das unnatürliche Bündnis
zwiſchen England und Frankreich. England hat ganz andere Begriffe
von Religion, von Moral und von Kultur. Das unnatürliche Bündnis
verſucht, die germaniſchen Völker untereinander zu entzweien.
Frank=
veich will dieſe Völker zerſplittern, um die myſteriöſen Mächte, welche
hinter Frankreich ſtehen, zur Macht zu bringen. Die Kriegsſchuldlüge
iſt eine unüberſteigbare Schranke zwiſchen den beiden urgermaniſchen
Völkern. Solange dieſe Lüge beſteht, können ſich die
beiden Völker die Hand als anſtändige Menſchen
nicht reichen. Wenn die beiden Völker zuſammengehen, kann kein
anderer etwas erreichen. Frankreich will weiterhin das
hauptgermani=
ſche Volk, die Germanen, einkreiſen. Dann hat es gewonnen. Ich
be=
trachte jeden engliſchen Politiker, der im Schlepptau Frankreichs iſt, als
einen Mann, der den Germanen gegenüber nicht objektiv denken kann,
und betrachte ihn als einen Raſſenverräter.
Ich habe anderthalb Jahre für meine Ideen in franzöſiſchen
Ge=
fängniſſen zubringen müſſen. Die Hauptgründe für den Krieg waren
die deutſche Flotte, die deutſchen Kolonien und die
abzutretenden Gebiete. Täglich muß man hierüber
ſpre=
chen, täglich müßte die deutſche Preſſe hierüber ſchreiben. Es darf
nicht geruht werden, bis die Deutſchen ihre Kolonien zurück haben,
Frankreich hat eine abnehmende Bevölkerung und braucht die Kolonien,
um Farbige als Truppen einmal einſetzen zu können gegen die weiße
Raſſe. Deutſchland braucht ſeine Kolonien wieder, um hierin und in
den abgetretenen Gebieten ſeinen Bevölkerungsüberſchuß unterbringen
zu können. Wir werden zum Frieden kommen, wenn wir zur
Ge=
rechtigkeit kommen. Ein Prophet gilt nichts in ſeinem Vaterland,
aber wenn ein. Feind” das ſagt, dann glaubt das der Deutſche in ſeiner
übertriebenen Objektivität.
Lange, 24 Jahre, vor dem Kriege veröffentlichte die Zeitſchrift
Truth” eine Zukunftskarte, in der Deutſchland zerſtückelt und aus
Rußland eine ungeheure Wüſte geworden war!. Leider gibt es
Deut=
ſche, die im Ausland die Schuld Deutſchlands am Weltkrieg predigen.
Solche Menſchen müßte man unſchädlich machen, ſonſt kann man im
Ausland nicht glanben, daß Deutſchland am Weltkrieg unſchuldig iſt. Ich
Aus den Lichtſpieltheatern. Die Palaſt=Lichtſpiele,
Grafenſtraße, bringen ab heute ein Stummfilm=Doppelprogramm,
und zwar den unter dem Protektorat der Frau Profeſſor Käthe
Kollwitz, Mitglied der Akademie der bildenden Künſte, und
Pro=
feſſor Hans Baluſchek entſtandenen, dem großen Menſchen und
Künſtler Profeſſor Heinrich Zille gewidmeten Film „Mutter
Krauſen’s Fahrt ins Glück‟. Der Film iſt nach Erzählungen von
Heinrich Zille, berichtet von ſeinem Freunde dem Wedding=Maler
Otto Nagel, bearbeitet. Im II. Teil läuft ein Filmwerk. Erde‟
Sein Hauptmerkmal iſt die wunderbare Photographie. Man ſieht
Bilder von der ruſſiſchen Erde, atmende Felder, Früchte, die von
Saft triefen, Ackerkrume und ſchwellenden Körnerſegen. — Im
Union=Theater wird „Der falſche Feldmarſchall” und im
Helia=Theater „Tingel=Tangel” mit Schlumpſi letztmalig
vorgeführt. Beginn in allen Theatern 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr —
Am Sonntag, den 1. März, vorm 11.15 Uhr, bringt das Helia=
Theater im Rahmen einer Film=Morgenfeier einen neuen
Kulturfilm „Nordland — Odins Paradies‟. Der Film zeigt die
poetiſche Schönheit des Wikingerlandes; toſende Waſſerfälle,
blaue Fjorde leuchtende Gletſcher, Eismeer, Spitzbergen,
Mitter=
nachtsſonne, Renntierherden uſw. Jugendliche zugelaſſen. (Näh.
ſiehe Anzeige.
— Hiſtoriſcher Verein Montag, den 2. März (abends im
Realgymnaſium), ſpricht Profeſſor Dr. Behn aus Mainz über
ſeine. Ausgrabungen in Steinbach und Dieburg. Dieſe
Aus=
grabungen haben zu vielen ganz neuen und für die Baugeſchichte
und die Geſchichte unſeres Landes ſehr weſentlichen Ergebniſſen
geführt. Den Vortrag werden, zahlreiche Lichtbilder erläutern.
„8 Darmſtädter Zeichner”. Infolge eines Schreibfehlers iſt
der Schluß der Ausſtellung im Heſſ. Landesmuſeum falſch
an=
gekündigt worden. Es ſei deshalb mitgeteilt, daß der letzte
Aus=
ſtellungstag der kommende Sonntag, 1. März, iſt, an welchem
die Ausſtellung von 10—13 Uhr geöffnet bleibt.
Prassel-Kallge
Maie
frisch geröstet
Schnlstr. 10 8
Sicherung gegen Einbruchsdiebſtähle. Vom Polizeiamt
wird uns geſchrieben: Die gelegentlich der Einbrüche in letzter
Zeit geführten Ermittelungen haben u. a. ergeben, daß ſeitens der
Hausbeſitzer, Wohnungs=, Ladeninhaber uſw. nicht immer
mit der nötigen Sorgfalt und Vorausſicht Maßnahmen getroffen
werden, um ein Betreten der Räume durch Unbefugte zu verhin=
—Aus der Martinsgemeinde. Am Sonntag, dem 1. März, dern oder doch möglichſt zu erſchweren. So bleiben derartige
liche Schlöſſer geſichert. Es bedarf keiner weiteren Ausführungen,
daß bei dem heutigen Stande der Einbruchstechnik weitgehendſte
Vorbeugungsmaßnahmen am Platze ſind. Es müſſen alſo nicht
nur alle Zugänge und Fenſter beim Verlaſſen der Räume
genü=
gend geſchloſſen und geſichert, ſondern außerdem noch genügend
be=
wacht oder durch geeignete Sicherheitsſchlöſſer verwahrt
ſein. Schaufenſter müſſen mit eiſernen Läden, Gittern uſw.,
ver=
ſchließbar, mit Alarmverrichtung verſehen ſein. Anſchluß an die
Notrufanlage iſt außerdem zu empfehlen. Auskünfte werden im
Polizeiamt (Zimmer 28) gerne jederzeit erteilt. Es iſt
vorgekom=
men, daß Hauptzugänge zu Gebäuden und Wohnungen mit
beſon=
ders wertvoller Einrichtung ſeitens Unbefugter mittels eines
Drückers und anderer, ganz primitiver Werkzeuge ohne jedes
Auf=
ſehen geöffnet und betreten werden konnten. Bei einer derartigen
Sorgloſigkeit, auch noch in der heutigen Zeit, kann es nicht wunder
außerdem noch den Vorzug, daß nur Qualitätserzeugniſſe, her= nehmen, wenn Einbrüche und Diebſtähle ſich häufen und die
Poli=
zeiorgane vor Aufgaben geſtellt werden, die in ihrer Häufigkeit
und bei der Mühe, welche Aufklärung und Habhaftmachung der
Täter verurſachen, hätten vermieden werden, können, wenn die
Bewohner ihrerſeits nicht mit einer an Nachläſſigkeit grenzenden
Sorgloſigkeit dieſe ſtrafbaren Handlungen geradezu begünſtigen,
Es muß daher im Hinblick auf die ſich vor allem an Feiertagen
häufenden Delikte dieſer Art die dringende Mahnung an die
Ein=
wohner gerichtet werden, die im Einzelfall nötigen Maßnahmen
zur Sicherung ihres Eigentums ſo umſichtig wie möglich zu
tref=
fen damit ihnen kein vermeidbarer Schaden erwächſt und den
Polizeibeamten unnötige Arbeit erſpart bleibt.
würde nie als Engländer in Deutſchland über die Schuld des englif
Volkes ſprechen; aber zwiſchen Volk und Regierung
man einen Unterſchied machen.
Tauſend Jahre lang wurde Deutſchland zum Schlachtf
Europas gemacht, und vor dem verbrecheriſchen Weltkrieg w
man uns weiß machen, das deutſche Volk bedrohe den engliſchen Han
Nie bisher hatten Deutſche und Engländer im Kampf gegeneimar
geſtanden. 18 Jahre vor Ausbruch des Krieges konnte ein engiſ
Blatt behaupten, Deutſchland müſſe vernichtet werden. Die Krie
ſchuldfrage iſt keine parteipolitiſche Frage, un
iſt ein Verbrechen, über die Kriegsſchuldlüge parteipolitiſch zu ſpre
Der belgiſche Generalſtab hat beſtätigt, daß er zuſammen mit
franzöſiſchen und dem engliſchen Generalſtab den Krieg ge
Deutſchland vörbereitet hat. Wenn die Deutſchen 1914
durch Belgien marſchiert wären, dann wären die Franzoſen durch
gen in Deutſchland eingebrochen. Auch die Berichte des belgi
Barons Greindl, der vor dem Weltkrieg belgiſcher Geſandter in B
geweſen iſt, beſtätigen, daß das Entente=Bündnis auf dem
gegen Deutſchland augebaut war und die germaniſchen Völker entzy
wollte.
Die „rerue des deux mondes” ſpricht immer von den letzten
giſchen Tagen vor dem Ausbruch des Weltkrieges und geht
den Kern der Sache herum. Es handelt ſich aber nicht um die I
Tage, ſondern um die Entwicklung der Jahrhunderte,
man muß die deutſche Geſchichte ſtudieren, um die Kriegsſchuldfrage
ſtehen zu können. Deutſchland iſt, wie England, eine Inſel, aber
ſolche von feindlichem Land umgeben. Und darum bra
Deutſchland ein ſtarkes Heer, wie England eine ſtarke Flotte bra=
Es iſt eine Haarſpalterei, darüber ſprechen zu wollen, wer zuerſt1
gemacht hat! Von der früheren Mobilmachung der Ruſſen
gan=
geſehen, kommt es nicht darauf an, wer zuerſt formell mobil gen
ſondern, wer zuerſt provoziert hatl. Frankreich hat bekanr
wie amtliche Protokolle beweiſen, nur aus taktiſchen, aus diplomat
und Aufmarſchgründen ſeine Truppen bei Kriegsausbruch zeitweili
der Grenze zurückgezogen! Nach dem alten franzöſiſchen Spricht
„Oui gekeuse, 8accuse!”: iſt es höchſt verdächtig, wie z. B.
Poi=
verſucht, ſeinen zwei Wochen vor Kriegsausbruch in Rußland ſtattfi
den Beſuch als ganz harmlos und unpolitiſch darzuſtellen. Dabei
Poinearé auf dieſer Reiſe von einer ganzen Reihe offizieller Perſö
keiten begleitet und die am Zarenhofe gewechſelten inoffiziellen” 2
ſprüche ſprechen Bände.
Das deutſche Volk iſt friedlich, das franzöſiſche Ve
eitel und kriegeriſch. Wenn man ein Volk zum Schutzmann der
beſtellen will, dann darf man dazu nicht ein kriegeriſches Volk nel
wenn Deutſchland entwaffnet iſt. Wenn Deutſchland abgerüſtet b.
dann werden ſich einmal die franzöſiſchen, die ruſſiſchen und die ita
ſchen Armeen in Deutſchland, in Berlin treffen! Clémenceau hat !
geſprochen, daß 20 Millionen Deutſche zuviel auf
Welt ſeien und daß der Vertrag von Verſailles
Fortſetzung des Krieges mit anderen Mitteln
Alles, ein Beweis dafür, daß Frankreich ſein Ziel nicht erreicht
und daß das deutſche Volk, das viereinhalb Jahre gegenüber der ge
Welt ſtandgehalten hat, den Krieg nur wirtſchaftlich verloren hat,
aber moraliſch und militäriſch. Ein Armeekorps Deutſcher begeht
Jahr aus Nor Selbſtmord, das iſt die Liquidation des Krieges.
Wenn die Deutſchen und die Engländer und die Italiener ſie
ſammentun, dann haben wir unſere Freiheit. Und hier vertrauen
auf die Kraft unſerer Jugend.
Der Redner, der oft ſehr kräftig, urwüchſig und ganz
deutſch=
tümlich ſprach, und von wiederholten Beifallsſtürmen und zuſtimme
Zwiſchenrufen unterbrochen wurde, wurde zum Schluß ſeiner Au
rungen ſtürmiſch gefeiert; ſpontan wurde das Deutſchlandlied
ſtimmt.
Nach einer kurzen Pauſe fprach Herr Dr. Wolf. M. d. L.,
in längeren, markanten Sätzen über die Entſchuldungsl
über das Dawes= und das Young=Diktat.
Will der Skellenloſe geiſtige Beſchäftigung?
Man ſchreibt uns: Faſt in allen Kreiſen hat die Anre
des Herrn Schulrats Haſſinger vom heſſiſchen Kultusminiſte
warmen Anklang gefunden, als er dazu aufrief, beſondere V.
ſtaltungen für Stellenloſe zu ſchaffen. Die Gewerkſchaften k
bei den Beſprechungen ſeinerzeit darauf hingewieſen, daß
materielle Sorge für die Stellenloſen eine überaus ſtarke
ſtung für ſie bedeute, trotzdem wollten ſie dieſe Frage
meh=
bisher noch beachten.
Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (GDA.) hat
Winterprogramm ſo ausgebaut, daß es jedem Stellenloſen
lich iſt, an den Veranſtaltungen teilzunehmen. Der Erfolg
ſich, denn der Beſuch war ein ſehr guter.
Darüber hinaus wurden nun Tagesveranſtaltungen
ſehen. Am 4. Februar fand ein Filmvortrag ſtatt. Auf C
dieſes Ergebniſſes wurden am 19. und 20. Februar weitere
vorführungen angeſetzt. Die Kartennachfrage war ſo
lebhaf=
ſchon nach kürzeſter Friſt alle Karten vergeben waren. Es w.
die Filme. Der Lloyddampfer Bremen” und „Eine Reiſe
Rübezahls Reich” vorgeführt.
Obwohl es keine Unterhaltungsfilme im gewöhnlichen
waren, zeigte es ſich, daß die Teilnehmer von Anfang bis
freudig mitgingen. Was aber das wichtigſte iſt, die Teilne
haben bereits nachgefragt, wann weitere ähnliche Veranſtaltt
ſtattfinden. Das iſt der beſte Beweis, wie groß die Sehnſuch
derartigen Veranſtaltungen iſt. Weitgehendſte Unterſtützun
währte Herr Schulrat Haſſinger dieſen Veranſtaltungen dur
Zurverfügungſtellung der Heſſiſchen Bildſtelle mit ihren Ar
ten uſw. Es wird auf dieſe Weiſe immer möglich ſein,
Stellenloſen zu helfen, denn neben der großen und ſchweren
riellen Not darf die ſeeliſche Not keineswegs vergeſſen werde
Herabgeſetzte Beiträge — unveränderte Leiſtungen!
dritten Male läßt die Krankenkaſſe der weiblichen Angeſt
die Berufskrankenkaſſe des VWA., ihren Mitgliedern den
teil einer Beitragsſenkung zuteil werden. Ihre ſoliden Le
gen auf dem Gebiete der Kranken= und Heilfürſorge wie de
milienverſicherung haben der ſeit nunmehr 30 Jahren beſ
den Frauen=Berufskrankenkaſſe das Vertrauen der Verſicher
hohem Maße eingetragen. Ganz beſonders wiſſen dieſe die
viduelle Fürſorge der nur von Frauen geleiteten und
ver=
ten Kaſſe zu ſchätzen.
— Petrusgemeinde (Männervereinigung). Der Name
rich von Bodelſchwingh hat in ganz Deutſchland
beſ=
aber in evangeliſch=kirchlichen Kreiſen, einen guten Klang.
kennt nicht das gewaltige Werk der Inneren Miſſion „B
bei Bielefeld? Am 6. März jährt ſich zum 100. Male der
an dem Vater Bodelſchwingh geboren wurde. Wer möchte de
gerne die Gelegenheit ergreifen, etwas Näheres über den
ſchen Fr. v. B., ſein Leben und ſein Werk aus berufenem
zu erfahren? Nun, dieſe Gelegenheit iſt geboten in der M
verſammlung der Männer=Vereinigung am Dienstag, 3
wo Herr Pfarrer Weiß einen Lichtbildervortrag übe
oben angegebenen Stoff halten wird.
v. Das Bezirksſchöffengericht wird ſich im Laufe de
nats März wieder mit Aburteilung politiſcher Zuſammenſt.
beſchäftigen haben, ſo am 11. mit ſolchen in Ober=Ramſtat
23 mit ſolchen in Bensheim; die letztere Verhandlung
Zöller und Genoſſen wird im Schwurgerichtsſaal ſtattfinden.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsgulttung beizufügen. Anonyme Anfragen wei
nſcht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkelt.
J. in B. Ob die Konkursmaſſe des Vereins noch Anſ
an Sie ſtellen kann, läßt ſich nur beurteilen, wenn man de
halt der Vereinsſatzung kennt. Sollten Sie nicht im
derſelben ſein, ſo müßten Sie, um zu der Forderung St
nehmen zu können, vom Verwalter ein Exemplar derſelbe
dern, zugleich mit dem Erſuchen an denſelben um nähere
klärung.
Vor dem Beſuch von Bällen, Geſellſchaften, Theatern—
Zähne mit Chlorodont pützen — Erfolg: blendend weiße
Zähne, wohlriechender Atem. Tube 54 Pf. und 90 Pf.
Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 7
Winkerſpork im Land der Segelflieger.
Die Rhön hat gute Skigebiete.
RDV. Die „zünftigen” Winterſportler wählen meiſt die
alt=
ekannten Berggebiete für ihre Winterreiſe. Aber ſollten ſie nicht
inmal ſich ein wenig Abwechſelung durch „Neuentdeckungen”
ver=
chaffen? Die Rhön, uns allen als Land der Segelflieger bekannt,
ſt zum Beiſpiel für die Ritter vom Ski noch richtig zu entdecken.
Die Rhön iſt noch ein ſehr junges Winterſportgebiet, wie ſie ja
iberhaupt (außer den Bädern Kiſſingen und Brückenau) noch ein
u Unrecht vernachläſſigtes, wenig ausgenutztes
Fremdenverkehrs=
jebiet iſt, obwohl die niedrigen Preiſe für Unterkunft und
Ver=
flegung gerade das Gegenteil erwarten laſſen ſollten.
Man kann in der Rhön jeder Art Winterſport nachgehen,
tuf kleinen Teichen dem Eislauf huldigen, auf guten Rodelbahnen
nit Schlitten oder Bob zu Tal ſauſen und unentwegt — hierfür
ignet ſich die Rhön am beſten — den Skilauf betreiben.
Die infolge der Waldarmut auf den Bergeshöhen meiſt kahlen
Kuppen machen die Rhön zum idealen Skigelände, und es gibt
Sportler, die ſich hier wegen der nordiſchen Eigenart des Gebirges
ind des darüber hinziehenden rauhen Windes, der dem
Ge=
girge den Ramen „Rauhe Rhön” eingebracht hat, wohler fühlen
ils in den Tälern des Hochgebirges
In einem breiten Talkeſſel am Fuße der Waſſerkuppe, der mit
150 Meter höchſten Erhebung der Rhön, liegt Gersfeld, der
Hauptort für den Winterſport dieſes Gebirges. Ein kleiner, alter
Ort, der früher einmal zum Kloſter Fulda gehörte und heute ein
eliebtes Wochenendziel fur die nahen Städte bildet. Mit
beſon=
derer Vorliebe fahren die Würzburger Studenten zum
Winter=
port in die Rhon.
Rings um Gersfeld findet ſich für den Anfänger ſowohl wie
ür den erprobten Sportler geeignetes Skigelände. Dem mutigen
Springer ſtehen zwei Sprunghügel zur Verfügung. Der Neuling
ann an Skikurſen teilnehmen, und eine elfhundert Meter lange
Kodelbahn dient dem Rodelſport.
Ein anderer Hauptort des Winterſports der Rhön iſt
Brückenau. Jedoch ſind hier die umliegenden Höhen bereits
ſewaldet. Sie eignen ſich mehr für ſchöne Skiwanderungen durch
binterlichen Wald.
Das alte Städtchen Biſchofsheim, das mittelalterliche
fladungen am Fuße der Hohen Rhön, mit dem Maulaffen
m Wappen. Frankenheim auf der Rhön, der höchſtgelegene
Ort des Gebirges (750 Meter), Dalherde und Wüſtenſachſen ſind
beitere Orte, die hauptſächlich für den Aufenthalt der
Winter=
portler in Frage kommen. Außerdem befinden ſich hier und dort
iuf den Höhen Unterkunftshäuſer, in denen der Winterſportler zu
näßigen Preiſen Verpflegung und Unterkunft findet.
In erſter Linie iſt die Rhön Skiland. Einen beſonderen
An=
iehungspunkt für den Skiläufer bilden ſelbſtverſtändlich die
höch=
ten Berge der Rhön die ſich zwiſchen 700 und 900 Meter über dem
Meeresſpiegel erheben, jene kahlen Kuppen um die der rauhe
Wind brauſt, der den Pflanzenwuchs hier nicht recht aufkommen
äßt und den Skilauf auf den freien Höhen zu beſonderem Genuß
verden läßt. Zunächſt die Waſſerkuppe (950 Meter), die im
Sommer die Heimat der Segelflieger und im Winter der
An=
jehungspunkt der Skiläufer iſt. Dann, etwas niedriger der
Treuzberg (930 Meter), der allwinterlich ungeheure
Schnee=
naſſen auf ſeinem Buckel trägt; mehr als hundert Quellen
ſprin=
gen aus ſeinem Geſtein! Der Kreuzberg zeichnet ſich beſonders
durch warmes Winterwetter aus; während es im Tal
winterlich=
teblig und froſtig iſt, herrſcht oben auf ſeiner Kuppe lachender
Sonnenſchein mit einigen Grad Wärme. Außerdem locken das
Dammersfeld (930 Meter), der Himmeldunkberg (900 Meter), die
Hohe Rhön (800—900 Meter) und das vierzig Kilometer lange
Hochplateau des Ellenbogen zu winterſportlicher Betätigung.
Lakale Beranſtalkungen.
Die
unier erſcheinenden Nolizen ſind au=ſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu Estrachten
in ſeinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Chriſtlicher Verein junger Männer
Darm=
adt E. V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Am
kommen=
en Sonntag, 1. März, abends, haben wir unſere
Mitglieder=
uſammenkunft. Wir laden dazu unſere Mitglieder und Freunde
ierdurch freundlichſt ein. Gäſte ſind jederzeit herzlich willkommen.
Vortrag. Es wird nochmals auf den heute abend im
feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums ſtattfindenden Vortrag
ber „Der Kampf der jungen Generation” von
Wil=
ried Meßler, Prag=Bad Liebenzell, hingewieſen.
Vereinskalender.
— Pohjola—Nordland — ein Kulturfilm deutſcher
Fugend, wird heute abend 8 Uhr im Hörſaal 234 der Techniſchen
Hochſchule wiederholt.
Vereinigungehem. 116er Darmſtadt Montag,
. März, abends 8,30 Uhr, Mitglieder=Verſammlung bei „Gick”,
KCaſſauer Hof, Magdalenenſtraße.
Tageskalender für Freitag, den 27. Februar 1931.
deſſiſches Landestheater; Großes Haus G 11. Dſtdt.
Volkb. Gruppe I—IV, 20 Uhr: „Der Tartuffe‟. — Kleines
Haus: Keine Vorſtellung. — Konzerte: Café Ernſt=
Lud=
wig, Zur Oper, Schloßkeller, Datterich. —
Kinovorſtel=
lungen: Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Vor=
träge: Ludwig=Georgs=Gymnaſium, 20 Uhr: „Der Kampf
d. jungen Generation” von W. Meßler; Heag. Luiſenſtr. 12/16,
nachm. 4 Uhr: „Die Elektrizität im Haushalt!” von Fräulein
Hepting.
Bottesdienft der iſrge itiſchen Religions gemeind.
Hauptſynagoge (Friedri htraße
Freitag, den 27. Fehr.: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr — Min.
Samstag, den 28 Febr.: „Morgengottesdient 8 Uhr 45. Min
Hedenkfeier für die im Weltkrieg Gefallenen. — Sabbatausgany
Uhr 50 Min
Dienstag den 3. März: Purimfeſt.
Montag, den 2. März Vrab nd 6 Uhr 45 Min — Dienst ig
den 3. März: Morgens 7 Uhr 15 Min.
Febetszeiten in der Synagoge der Fſraelitiſ hen Neliyionzgeſellſ haft.
Samstag, den 28. Febr.: Parschas Sochano. Vorahend 5 Uhr
0 Min — Morgen 8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabb tausgang
Uhr 50 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr 30 Min. — Nachm. 5 Uhr 15 Min
Montag, den 2. März: Tagnis Esther. Abends 6 Uhr — Min.
Faſtenende 6 Uhr 47 Min. — Dienstag, den 3. März: Purim.
Morgens 6 Urr 15 Min.
Aus Heſſen.
Skarkenburg.
Di. Arheilgen, 26. Febr. Oeffentliche
Gemeinderats=
ſitzung. Zu Punkt 1 der Tagesordnung, Kraftwagenverkehr in der
Ortsdurchfahrt, waren die Bewohner der Darmſtädter Straße ſchon zu
verſchiedenen Malen vorſtellig geworden, daß die Gemeindeverwaltung
endlich einmal dahin wirken möchte, daß für Laſtkraftwagen die
Fahrt=
g
ſtändnis zu haben, wie ein Schreiben des Kreisamtes Darmſtadt, das der
Bürgermeiſter zur Verleſung bringt, beſveiſt. Darin erklärt das
Kreis=
amt, daß in bezug auf Verminderung der Fahrtgeſchwindigkeit erſt dann
etwas unternommen werden könne, wenn alle anderen Mittel zur
Ver=
hütung von Erſchütterungen verſagen. Es empfiehlt deshalb die
Her=
ſtellung einer glatten Fahrbahn mit Aſphaltüberguß. Dieſer Vorſchlag,
den der Gemeinderat mit Erſtaunen und Entrüſtung zur Kenntnis
nimmt, iſt bei der jetzigen Notlage der Gemeinde unausführbar. Punkt
2 und 3, betr. Anträge um Teilkanaliſierung, werden zwecks weiterer
Vorbereitung zurückgeſtellt. Zu Punkt 4 (Bekämpfung von
Obſtbaum=
ſchädlingen) wird beſchloſſen, in einem größeren Gemarkungsteil das
Beſpritzen mit Obſtbaumkarbolineum obligatoriſch durchführen zu laſſen.
J. Griesheim, 26. Febr. Der Muſikverein und das Harmonie=
Orche=
ſter haben ſich zu einer Arbeitsgemeinſchaft zuſammengeſchloſſen, deren
Leitung Herr Ernſt Reifenrath, hier, übernommen hat. Nachdem die
ge=
meinſamen Proben ihren Abſchluß gefunden haben, tritt das Vereinigte
Orcheſter nunmehr an die Oeffentlichkeit. Das erſte größere Konzert
fin=
det am kommenden Sonntagabend ſtatt. — Die Auszahlung der
Militär=
renten findet am Freitag, 27. Februar d. J., und die Auszahlung aller
üibrigen Renten am Samstag, 28. Februar d. J., beim hieſigen Poſtamt
ſtatt. — Am 2. März d. J. findet eine
Schweinezwiſchenzäh=
lung ſtatt. Mit der Zählung iſt die Erhebung der in der Zeit vom
1. Dezember 1930 bis 28. Februar 1931 vorgenommenen
nichtbeſchaupflich=
tigen Haus= oder Privatſchlachtungen verbunden.
F Eberſtadt, 26. Febr. Letzte Nutzholzverſteigerung.
Am Montag den 2. März, vormittags 10 Uhr beginnend, kommen aus
dem Eberſtädter Gemeindewald. Diſtrikt Klingsackertanne, 118 Stück
Kiefern=Langhölzer der Klaſſen 2a, 2b, 3a, 3b 4a, 4b und 5
meiſt=
bietend zur Verſteigerung. Zuſammenkunft der Steigerer an der
Halte=
ſtelle „Waldfriede‟. — Vogelſchutz. Gemäß 8 2 der
Polizeiverord=
nung vom 31. März 1913 iſt das Beſchneiden von Hecken und Buſchwerk
in der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober mit Rückſicht auf den
Vogel=
ſchutz verboten. Zuwiderhandlungen werden durch das Feldſchutzperſonal
zur Anzeige gebracht.
4a. Eberſtadt, 26. Febr. Gefallenen=Ehrung. Am
kom=
menden Sonntag (Volkstrauertag) nimmt die „Soldatenkameradſchaft”
zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen zunächſt einen gemeinſamen
Kirch=
gang vor. Nach dem Gottesdienſt findet eine Gefallenen=Ehrung am
Heldendenkmal auf dem Gemeindefriedhof ſtatt, bei der Heinz Hch. Roth
die Anſprache hält. Eine Kranzniederlegung durch den
Vereinsvorſitzen=
den Oſt ſchließt ſich an.
(. Ober Ramſtadt, 25. Febr. Jahreshauptverſammlung.
Der Militärverein „Germania” hielt ſeine Hauptverſammlung ab. Der
erſte Vorſitzende, Herr Maurermeiſter Chr. Herdt, begrüßte die zahlreich
erſchienenen Mitglieder, worauf die übliche Ehrung der im Vorjahre
ver=
ſtorbenen Kameraden ſtattfand. Die von Schriftführer und Rechner
er=
ſtatteten Berichte gaben einen Ueberblick über die letztjährige
Vereins=
lätigkeit und dem Rechner wurde Entlaſtung erteilt. Da der Vorſtand
auf drei Jahre gewählt iſt, fand eine Neuwahl in dieſem Jahre nicht
ſtatt. Vier Kameraden wurden für 40jährige treue Mitgliedſchaft mit
dem „Haſſia”=Abzeichen und ein weiteres Mitglied für ununterbrochene
25jährige Mitgliedſchaft ebenfalls geehrt. Anläßlich des Volkstrauertages
findet am 1. März gemeinſamer Kirchgang ſtatt. Mit den Vorarbeiten
zur Einführung des Kleinkaliberſchießens im Verein wurde der Vorſtand
beauftrcgt. Neu aufgenommen wurden im verfloſſenen Jahre nicht
weniger als elf Mitglieder.
( Ober=Ramſtadt, 24. Febr. Winterhilfe. In der Zeit vom
23. Februar bis einſchließlich 1. März ds. Js. veranſtaltet der, wie
anderwärts, auch hier gebildete Ortsausſchuß für die Winterhilfe 1931
eine Hausſammlung von Geldſpenden, um die ſtaatlichen
Hilfsmaßnah=
men zur Linderung der gegenwärtigen dringenden Not weiteſter Kreiſe
der Bevölkerung wirkſam erweitern zu können. Der aus Mitgliedern
aller örtlichen Organiſationen der freien Wohlfahrtspflege
zuſammen=
geſetzte Ausſchuß bietet die volle Gewähr gerechter Verteilung der
auf=
kommenden Spenden. Gewiß ſteht heute jedermann im ſchweren
Wirt=
ſchaftskampf, aber das ſollte trotz allem niemand abhalt, doch noch
nach Kräften zu helfen, um die größte Not nach Möglickkeit lindern zu
können. Möge deshalb das Ergebnis der Sammlung auch hier ein
recht gutes werden! — Brennholzverſteigerung. Das
Forſtamt Ober=Namſtadt hält am Donnerstag, den 26. ds. Mk.,
vormit=
tags anfangend, im Gaſthaus „Zum Löwen” (Schneider) ſeine 11.
Brenn=
holzverſteigerung ab, bei welcher Scheit=, Knüppel= und Reiſerbolz aus
verſchiedenen Forſtorten der Förſterei Ciſernhand und dem Forſtamt
Schloßberg der Förſterei Nieder=Modau zum Ausgebot kommt.
Förderung des einheimiſchen Obſtbaues. Eine gute
Baumöflege, insbeſondere auch die Bekämpfung der
Obſtbaumſchäd=
linge, iſt zur Erhöhung des heimiſchen Obſtertrages angeſichts der
Tat=
ſache, daß alljährlich bis zu 40 Prozent der Obſternte durch Schädlinge
vernichtet werden, zur dringenden Notwendigkeit geworden. Das
Kreis=
amt weiſt deshalb in einer Bekanntmachung erneut auf die
Verpflich=
tung der Obſtbaumbeſitzer hin, binnen dier Wochen dürre Bäume und
Aeſte aus Feld und Garten zu entfernen und Bäume, Sträucher und
Hecken von Raupenneſtern und Miſteln zu ſäubern, erneut hin.
Nicht=
beachtung dieſer Aufforderung iſt ſtrafbar, und können außerdem die
erforderlichen Maßnahmen durch die Ortspolizeibehörde auf Koſten der
Säumigen durchgeführt werden.
G. Ober=Ramſtadt, 26 Febr. Holzverſteigerung. Das
Forſt=
amt Ober=Ramſtadt hält ſeine letzte Holzverſteigerung am Montag, den
2. März, in der Gaſtwirtſchaft Keller in Wembach ab. Zur
Verſteige=
rung kommen 5 Eichen=Stämme und Brennholz aus verſchiedenen
Diſtrikten der Förſterei Koloniewald.
f. Roßdorf, 26. Febr. Betriebseröffnung. Die
Kleider=
fabrik Adler hat ihren hieſigen Betrieb wieder eröffnet, wodurch etwa
50 Perſonen Verdienſtmöglichkeit gefunden haben, was ſehr zu begrüßen
iſt. — Vogelſchutz Laut einer Bekanntmachung der
Bürger=
meiſterei iſt das Beſchneiden von Hecken und Buſchwerk in der Zeit vom
1. März bis 1. Oktober mit Rückſicht auf den Vogelſchutz verboten.
Zu=
widerhandlungen werden zur Anzeige gebracht.
— Hirſchhorn, 26. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
25. Februar: 1.26 Meter; am 26. Februar: 1,25 Meter.
— Gernsheim, 26 Febr. Waſſerſtand des Rheins am
25. Februar: —0 01 Meter; am 26. Februar: —0,07 Meter.
Ca. Lorſch, B. Febr. Lorſch und ſein Tabakbau. Auf
Anregung des Heſſiſchen Tabakbauverbandes fand im Gaſthaus „Zum
weißen Kreuz” dahier eine ſehr intereſſante Verſammlung der
tabakbau=
treibenden Landwirte Lorſchs ſtatt. Neferent des Abends war Herr
Dr. Finger von der Landwirtſchaftskammer, Darmſtadt. Die Leitung
der Tagung hatte Herr Bürgermeiſter Huba übernommen. Er wies
einleitend darauf hin, daß Lorſch eine der älteſten tabarbauenden
Ge=
meinden Deutſchlands ſei, da die Chronik Lorſch erſtmalig im Jagre
1620 in Verbindung mit dem Tabakbau erwähnt. Er führte weiter aus,
wie durch die Steuernotverordnung des Reichspräſidenten vom
Dezem=
ber eine Beſchränkung in der Anbaufläche für Tabak vorgeſehen ſei,
Näheres hierüber überließ er dem Herrn Referenten. Dieſer verſtand
es in ausgezeichneter Weiſe, ſeine Ausführungen klar und ſachlich jedem
Laien verſtändlich zu machen. Jetzt ſei ſchon bekannt, daß in Zukuuft
nur in den Gemeinden Tabak angepflanzt, werden dürfe, in denen in
den Jahren 1927—1929 Tabak gebaut worden ſei. Auch durfe die
An=
baufläche nicht mehr als um 10 Prozent erweitert werden. Nähere
Ausführungsbeſtimmungen der Reichsregierung würden noch erſcheinen.
Im zweiten Teil ſeines Referates behandelte er in der Hauptſache den
Qualitätsbau, der dringend notwendig ſei, um konkurrenzfähig zu
blei=
ben und angemeſſene Preiſe zu erzielen. Er ſchildert die ſachgemäße
Ausſaat, Behandlung während des Wachstums und des Trocknens. Bei
Beacktung aller notwendigen Geſichtspunkte, ſei es für den Lorſcher
Tabakbauer, deſſen Gewächs das anerkannt edelſte Deutſchlands ſei, ein
leichtes, ſich im Tabakbau noch mehr Geltung wie ſeither zu verſchaffen.
Die einſetzende rege Diskuſſion bewies, daß er ſachkundige Hörer
gefun=
den. Das Schlußwort übernahm Herr Bürgermeiſter Huba und
er=
wähnte dabei, daß Lorſch als erſte Gemeinde Heſſens bereits Schritte
unternommen habe, um eine Erweiterung der Anbaufläche zu erreichen.
Er ermahnt die Anweſenden, auch ſich mehr wie ſeither den
Organi=
ſationsfragen zuzuwenden. Nicht unerwähnt ließ er auch, wie
beſon=
ders Lorſch durch die Tabakſteuer und =zölle beſonders ſchwer
getrof=
fen ſei.
A. Groß=Rohrheim, 26. Febr. Kampf mit Wilderern. Einen
ernſten Zwiſchenfall erlebte der Jagdaufſeher J. Aufleger, wohnhaft in
der Gemarkung Hammerau, welche auch zu den zur Auflöſung zählenden
ſelbſtändigen Gemarkungen Heſſens gehört. (Vergl. diesbezüglich Artikel
in Nr. 55!). Er hatte beobachtet, daß in ſeinem Bezirk Schlingen
ge=
legt worden waren, und es gelang ihm, zwei junge Leute zu ſtellen.
Während der eine Reißaus nahm, ſetzte ſich der andere bei Feſtſtellung
der Perſonalien zur Wehr, entriß dem Jagdaufſeher einen Stock und
verſetzte ihm damit einen wuchtigen Schlag über den Kopf. Nun zog
der Jagdaufſeher in Notwehr ein feſtſtehendes Meſſer und ſtach dem
An=
greifer durch den Arm. Die Verletzung war derart, daß ein Arzt die
Wunde verbinden und der Verletzte in das Wormſer Krankenhaus
ver=
bracht werden mußte. Der Fall erregt hier größte Aufmerkſamkeit, da
die Hammerau zum hieſigen Gemeindebezirk gehört und Herr
Bürger=
meiſter Olf auch Vorſitzender der bis jetzt noch ſelbſtändigen Gemarkung
Hammerau iſt. — Beerdigung eines Kriegsveterans
Unter großer Anteilnahme der Einwohner wurde der 82 Jahre alte
Kriegsveteran von 1870/71, der Landwirt Valentin Menger, zu Grabe
getragen. Der Verſtorbene war lange Jahre Vorſitzender des hieſigen
Kriegervereins und ebenſo Gemeinderatsmitglied geweſen. Die ſtarke
Beteiligung der Einwohnerſchaft bei der Beerdigung und die zahlreichen
Anſprachen am Grabe waren Zeugnis für die Beliebtheit des
Verſtor=
benen in der Gemeinde.
a. Offenbach, 24. Febr. Haushaltsplan für 1931. Der
Entwurf des ſtädtiſchen Haushaltsplanes für 1931 iſt nun dem Stadtrat
zugegangen. Er ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit 35,598
Mil=
lionen ab und hält ſich damit faſt auf der Höhe des Vorjahres. In der
Rechnung für 1929 erſcheint das Wohlfahrtsamt mit 5,693 Millionen,
im neuen Voranſchlag mit 8,460 Millionen Zuſchuß. Die Ausgaben für
dieſes Amt überſteigen ſämtliche Steuern, die die Stadt Offenbach im
neuen Rechnungsjahre zu erwarten hat, und zwar die
Reichsüberwei=
ſungsſteuern und die eigentlichen ſtädtiſchen Steuern. Das Amt wird
am 1. April 1931 rund 6000 Parteien zu betreuen haben. Aus Gas=,
Waſſer= und Elektrizitätswerk befürchtet man als Folge des Niedergangs
der Wirtſchaft einen Ausfall von rund 250 000 Mark. Der Fehlbetrag
im neuen Haushaltsplane iſt vorläufig mit 5.457 Millionen
angenom=
men, wird aber am Tage der Verabſchiedung des Planes vorausſichtlich
höher eingeſetzt werden müſſen. Als neue Einnahmequelle ſchlägt die
Stadtverwaltung die Erhebung einer Getränkeſteuer vor, die etwa
150 000 Mark erbringen ſoll. Die Verdoppelung der Sätze der
Bier=
ſteuer, die ſeit 1. Januar erhoben werden, ſoll weitere 160 000 Mauk
erbringen, und aus der Bürgerſteuer, die zum erſtenmal im Voranſchlag
erſcheint, erhofft man 240 000 Mark. Die Rechnung der Stadt für 1929
ſchließt mit einem Fehlbetrag von 1 681 000 Mark ab. Die Rechnung für
das laufende Rechnungsjahr läßt einen Fehlbetrag von 4 200 000 Mart
befürchten.
Rheinheſſen.
* Pfeddersheim, 25. Febr. Der Einbruch im Amtsgericht.
In der Nacht auf Sonntag, den 18. Januar, war, wie berichtet, in das
Amtsgericht eingebrochen, und u. a. waren zwei Scheckbücher, Beamten
gehörig, geſtohlen worden. Die Wormſer Kriminalpolizei, die in
Ver=
bindung mit der Pfeddersheimer Gendarmerie die Recherchen betrieb,
hat jetzt überraſchend die Diebe feſtgeſtellt. Es handelt ſich wieder um
die erſt vor kurzem wegen Scheckbuchdiebſtahls vom Amtsgericht Worms
verurteilten Spezialiſten Unger und Burgey, beide aus Worms.
Oberheſſen.
h. Gießen, 26. Febr. Ein Reichswehrſoldat ſeit 3
Ta=
gen verſchwunden. Der 24jährige Grenadier Wilhelm Wagner
aus Kaſſel, Mitglied der hieſigen Bataillonsmuſik, iſt ſeit Montag nicht
wieder in ſeine Wohnung zurückgekehrt Kameraden bekunden, daß
Wagner an dem Militärdienſt keine Freude mehr gehabt habe.
Geſchäftliches.
Ein erfahrener Arzt ſchreibt: „Die außergewöhnlich wertvolle
Eigen=
ſchaft, wohltuend und regulierend auf den Blutkreislauf einzuwirken,
alſo den Blutdruck innerhalb der richtigen Normalhöhe zu erhalten,
be=
ſitzt „Seeligs kandierter Kornkaffee” aus deutſchem Roggen. Daß
der deutſche Roggen von allen Getreidearten die geſundheitlich
wert=
vollſten Beſtandteile beſitzt, dürfte bekannt ſein. Daher wird Seeligs
kandierter Kornkaffee” als geſündeſter Erſatz für echten Kaffee von
der Wiſſenſchaft auch immer mehr empfohlen.”
Hauptſchriftileitung. Rudolf Mauve
Veraniwortlich für Politlk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feullleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
ür den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; füe
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten
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Seite 8
Freitag, den 27. Februar 1931
Nummer 58
OM
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OOHANMA VOLKER
OEORO DREIECHER
Oſnläßlich meines 80. Geburtstages
ſind mir ſo viele Gratulationen
und Geſchenke zugegangen, daß es mr
unmöglich iſt, jedem einzeln zu danken.
Ich ſpreche hiermit allen meinen
herzlichſten Dank aus.
Allen Freunden und
Bekannten ein
herzliches Lebewohl!
Verlobte
Chriſtian Döring
Wilhelmſtraße 17.
Moosbergſtraße 63.
Wersau
Zeilhard
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Dr. Hüffell
Unſere liebe, herzensgute Mutter,
Schweſter, Schwiegermutter und
Großmutter
zurück.
*mf)
Familie G. Bannier
Frau Kath. Rexrot)
Todes=Anzeige.
geb. Roih
iſt geſtern Nacht im Alter von
62 Jahren ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Rexroth.
Todes=Anzeige.
Geſtern abend um 10 Uhr verſchied nach kurzem Krankenlager mein lieber
Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel
Darmſtadt, den 26. Februar 1931
(3233
Schulzengaſſe 1.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
innigſigeliebten Mann, unſern treuſorgenden
Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Guſtav Becker
Guſtav Adolf Weber
Die Beerdigung findet am
Sams=
tag nachmittag 2 Uhr auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
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Privatier
im Alter von 80 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hans Weber.
Groß=Zimmern, den 26. Februar 1931.
Sie ist da
die neue 25 cm
Schallplalte
heute nach kurzem ſchweren Teiden in die
ewige Heimat abzurufen.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Frieda Becker, geb. Ramm.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März 1931, nachmittags 3 Uhr
vom Trauerhauſe aus ſiatt.
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Die Beerdigung ſindet Samstag nachmittag 2½ Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtigſier Teilnahme,
für die zahlreichen Blumenſpenden, ſowie für
die tröſtenden Worte des Herrn Pfarrer
Kle=
berger beim Heimgang unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen innigen Dank.
Anna Bröning Wwe.
und Kinder.
Darmſtadt, den 27. Februar 1931.
Roßdörterſtr. 45.
(3213
Dankſagung.
Allen, die unſerem lieben Entſchlafenen die letzte
Ehre erwieſen und an unſerem großen Schmerz
Anteil nahmen, ſagen wir auf dieſem Wege
herz=
lichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emilie Feh, geb. Saeng.
Darmſiadt, den 27. Februar 1931.
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Für die vielen Beweiſe der Liebe und Teilnahme, die uns bei dem
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen Troſt und Stütze geweſen ſind,
ſprechen wir allen lieben Freunden und Bekannten, beſonders auch
Herrn Pfarrer Grein für ſeine troſtſpendenden Worte, der Metzger=
Innung für den Landkreis Darmſtadt nebſt den örtlichen
Metzger=
vereinigungen, dem Bezirksverein „Beide Heſſen und Naſſau” der
Metzger=Innung für die Stadt Darmſtadt, der Viehverſicherung
Sprendlingen und Umgegend, dem Geſangverein „Eintracht”, der
Sportvereinigung 04, der Muſikkapelle Anthes, dem Ortsgewerbeverein
und der Handwerkervereinigung, ſowie den Schulkameraden in
Ar=
heilgen innigſten Dank aus.
Margarete Fren Wwe. und Kinder
Margareie Frey Wwe. als Mutter.
Arheilgen, den 25. Februar 1931.
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Dankſagung.
Allen, die an unſerem Schmerze Anteil
nahmen bei dem Heimgang unſrer
lieben Entſchlafenen ſagen wir herzl.
Dank, beſonders den Aerzten und
Schweſiern des Städt. Krankenhauſes,
ſowie Herrn Pfarrer Bergér, für die
troſtreſchen Worte. Auch für die Kranz=
und Blumenſpenden herzl. Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Kohl, geb. Hoffmeiſier
Wilh. Kohl.
(3186
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
An=
teilnahme bei dem Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen, ſowie den
Schwe=
ſtern im Alice=Hoſpital für ihre
liebe=
volle Pflege ſage ich hiermit meinen
herzlichſten Dank.
Frau Hermine Hofmann.
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Freitag, den 27. Februar 1931
Nummer 58
Reich und Ausland.
Der Muttermordes dringend verdächtig.
Frankfurt a. M. Zu dem Mord an der
Wwe. Trauth in Oberurſel wird nunmehr von der
Polizei mitgeteilt, daß ſich die Verdachtsmomente
gegen die Tochter der Ermordeten, Anna, die
ſich bereits in Haft befindet, ſehr erheblich
ver=
ſtärkt haben. Im Hinblick auf die ganze
Sach=
lage beſtand der Verdacht gegen die Tochter, die
allein ein Intereſſe an dem Tod der Mutter
haben konnte, insbeſondere auch in Rückſicht auf
das ſchlechte Verhältnis zwiſchen Mutter und
Tochter, von Anfang an. Im Intereſſe der
wei=
teren Unterſuchung können zurzeit nähere
An=
gaben über die Gründe, die nunmehr den
auf=
gekommenen Verdacht verſtärkten, noch nicht
ge=
macht werden.
Schießereien am Arbeitsamt.
Ba. Wiesbaden. Beim Arbeitsamt kam
es zu Ausſchreitungen. Dort hatte der 26 Jahre
alte Georg Heil, Zietenring 8 wohnhaft, drei
Schüſſe aus einer Schreckſchußpiſtole abgefeuert.
In der allgemeinen Verwirrung wurde der
Re=
volverheld ſchwer verprügelt, ſo daß er ſtark
blutende Kopfverletzungen und Fleiſchwunden
davontrug. Die Polizei brachte ihn zur
Sanitäts=
wache, wo er verbunden wurde, doch
verſchlim=
merte ſich im Laufe des Tages ſein Zuſtand, ſo
daß er ins ſtädtiſche Krankenhaus überführt
werden mußte.
Aufhebung der Unterſuchungshaft
gegen Dr. Wolf.
Stuttgart. Der Unterſuchungsrichter hat
mit Zuſtimmung der Staatsanwaltſchaft
be=
ſchloſſen, den Dr. Friedrich Wolf gegen Leiſtung
einer Sicherheit von 25 000 Mark von der
wei=
teren Unterſuchungshaft zu verſchonen. — Dr.
Wolf ermächtigte die kommuniſtiſche „Süddeutſche
Arbeiterzeitung” zu der Erklärung, er wünſche,
daß der Prozeß ſo breit wie möglich und in aller
Oeffentlichkeit geführt werde und daß die
Be=
wegung gegen den § 218 als ein politiſcher
Kampf eine wirkliche Volksbewegung werde, bei
der nicht ſeine Perſon, ſondern die Sache ſelbſt
im Vordergrunde ſtehe.
Ueberfall auf ein Poſtauto.
Bamberg. Geſtern vormittag zwiſchen
6,10 Uhr und 6.15 Uhr wurde ein
Poſttransport=
auto, das ſich auf der Fahrt vom Poſtamt
Bahn=
hof=Bamberg nach Poſtamt Marktplatz befand,
mittels Nachſchlüſſels geöffnet und von
unbe=
kannten Tätern 12000 RM. entwendet.
Ver=
mutlich waren es zwei Perſonen, die den Raub
ausführten. Näheres iſt über dieſe nicht bekannt.
Großer Rauſchgiftdiebſtahl aufgedeckt.
Dortmund. Ende Januar wurde ein
gro=
ßer Rauſchgiftdiebſtahl zum Schaden einer
Dort=
munder Firma ausgeführt, die eine Kiſte mit
drei Kilogramm Kokain, 500 Gramm Morphium
und einem Kilogramm Opium an das Werk
einer Berliner Firma in Grenzach (Baden)
ge=
ſchickt hatte. Die Kiſte enthielt, als ſie an ihren
Beſtimmungsort ankam, anſtatt der Rauſchgifte
nur einige Ziegelſteine. Einem Dortmunder
Kriminalbeamten, der ſich als Käufer ausgab,
gelang es jetzt, in einem Oberhauſener Hotel
mit den Dieben und ihren Helfershelfern eine
Zuſammenkunft herbeizuführen und die geſamten
Rauſchgifte, für die ein Preis von 14 400 Mark
von dem Kriminalbeamten vereinbart worden
war, zu beſchlagnahmen. Die beiden Verkäufer
und vier weitere Perſonen konnten ſofort
feſt=
genommen werden. Unter den Verhafteten
be=
findet ſich auch die Hauptſchuldige, eine bei der
Dortmunder Firma angeſtellte Sekretärin.
Dr. Eckener reiſt nach Amerika.
Bremen. Dr. Hugo Eckener begibt ſich an
Bord des Lloyddampfers „Europa”, der Bremen
am Mittwoch verließ, nach Amerika.
Frau Margarete Krupp †.
Margarete Krupp,
die Witwe des Geheimrats Friedr. Alfred Krupp,
iſt im 77. Lebensjahr geſtorben. Nach dem Tode
ihres Gatten im Jahre 1902 verwaltete Frau
Krupp mit Umſicht das Rieſenwerk und verdiente
ſich beſonders durch ihre ſoziale Fürſorge für
Arbeiter und Angeſtellte wie für die Armen der
Stadt Eſſen großen Dank. 1906 legte ſie die
Ver=
waltung der Werke in die Hände ihres
Schwie=
gerſohnes. 1913 wurde Frau Krupp zur
Ehren=
bürgerin von Eſſen ernannt.
Das weltberühmte Kloſter St. Bernhard (2472 Meter über dem Meeresſpiegel)
iſt durch die ſtarken Schneefälle und Lawinenniedergänge von der Umwelt völlig abgeſchloſſen
Die Mönche können jetzt auch nicht mit ihren großen Hunden an ihr menſchenfreundliches Werk
gehen, die in den Bergen Verirrten zu retten.
Der Anſchlag auf den Schwedenzug vor Gericht.
Das Urteil,
Prenzlau. Der Prozeß gegen den
Ar=
beiter Ladewig, der im November vorigen
Jah=
res einen Anſchlag auf den Nacht=D=Zug Berlin
—Stockholm verübt hatte, wurde der Angeklagte
am Mittwoch wegen verſuchten Raubes und
Transportgefährdung zu ſieben Jahren
Zucht=
haus und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt.
Zwei Monate der Unterſuchungshaft wurden in
Anrechnung gebracht. Die Oberſtaatsanwaltſchaft
hatte zehn Jahre Zuchthaus beantragt.
4 Arbeiter im Kalkbruch verſchüttet.
Groß=Strehlitz. Am Mittwoch
nach=
mittag ereignete ſich in einem Kalkſteinbruch der
Groß=Strehlitzer und Tarnauer Kalkwerke Gebr.
Eilinger ein folgenſchwerer Unglücksfall.
In=
folge des Tauwetters und der Schneeſchmelze
ge=
rieten plötzlich große Geſteinsmaſſen ins
Rut=
ſchen. Von den im Bruch beſchäftigten Arbeitern
wurden 4 Mann verſchüttet und vollſtändig unter
dem Geſtein begraben. Trotz anſtrengender
Be=
mühungen war es bis gegen 18,30 Uhr nicht
mög=
lich, die Verunglückten zu bergen. Es beſteht
keine Hoffnung mehr, ſie lebend ans Tageslicht
zu ſchaffen. Die Bergungsarbeiten ſchreiten nur
langſam vorwärts, da die betreffende Stelle des
Kalkſteinbruches ſehr eng iſt und immer nur
etwa 10 Arbeiter an der Fortſchaffung des
Ge=
rölls arbeiten können. Es muß damit gerechnet
werden, daß die Leichen erſt Donnerstag früh
geborgen werden können. Die getöteten Arbeiter
ſind ſämtlich Familienväter,
Drei Bergleute verſchüttet.
Hindenburg. Auf den Delbrückſchächten
ging infolge eines ſogenannten Gebirgsſchlages
auf der 400 Meter=Sohle eine größere
Geſteins=
maſſe zu Bruch. Drei Bergleute wurden
ver=
ſchüttet und konnten erſt nach langwierigen
ſchwierigen Aufräumungsarbeiten geborgen
wer=
den. Ein Hauer wurde ſo ſchwer verletzt, daß er
bereits auf dem Wege zum Krankenhaus ſtarb.
Die anderen beiden Bergleute ſind ſchwer verletzt
worden und mußten ins Knappſchaftslazarett
überführt werden.
Ein Militärflugzeug in Auſtralien verunglückt.
Zwei Tote.
Melbourne. Ein Militärflugzeug, das
mit einer Geſchwindigkeit von 180 Meilen in der
Stunde flog, iſt über dem Uebungsplatz Seymour
abgeſtürzt. Beide Inſaſſen wurden getötet.
Ein Kapikän, der nicht ſeemänniſch
navigierk.
Zum Untergang des 14 000=Tonnen=
Paſſagier=
dampfers „Highland Hoek”.
London. Ein ſenſationelles Ergebnis hat
die Unterſuchung über den Untergang des 14 000=
Tonnen=Paſſagierdampfers „Highland Hoek” am
19. November vorigen Jahres vor der
portugie=
ſiſchen Küſte gezeitigt. Nach Anſicht der
Unter=
ſuchungskommiſſion könne die Eigentümerin des
Schiffes, die Nelſon=Schiffahrts=Geſellſchaft,
nicht völlig von jeder Schuld
frei=
geſprochen werden, da ſie einen Kapitän an
Bord des Schiffes hatte, der infolge zu hohen
Alters nicht mehr den phyſiſchen Anſtrengungen
der Führung eines ſo großen Schiffes gewachſen
war. Der Kapitän der „Higland Hoek”, Jones,
war 75 Jahre alt. Das Unglück ſelbſt wird
darauf zurückgeführt, daß der Kapitän das Schiff
in einer nicht ſeemänniſchen und äußerſt
un=
vorſichtigen Weiſe navigierte. Sein
Kapitänzertifikat wurde ihm für ſechs Monate
aberkannt. Der Erſte Offizier des Schiffes wurde
wegen Beſeitigung des Logbuches ſcharf
ver=
warnt.
Drei Hotels und 32 Bauernhäuſer durch
Lawinen zerſtört.
Bozen. Da nach den letzten Schneefällen
nunmehr wärmeres Wetter eingetreten iſt, haben
ſich die Lawinenſtürze in den Bergen Südtirols
ſtark gehäuft. Beſonders in der Provinz Trient
wurden durch Lawinen große Schäden angerichtet.
Zwei Hotels in Pajo und ein Hotel in Rabbi
ſowie 30 Bauernhäuſer ſind durch Lawinen
zer=
ſtört worden. Auch in den Dolomiten gingen
Lawinen nieder. Bei Buchenſtein wurden durch
eine Lawine zwei Häuſer ebenfalls vollkommen
zerſtört. Eine Perſon wurde getötet, zwei
wei=
tere ſchwer verletzt.
Das abgetriebene franzöſiſche Waſſerflugzeug
geſunken.
Paris. Das franzöſiſche Waſſerflugzeug,
das am Mitwoch auf dem Wege von Algier nach
Marſeille niedergehen mußte und vom Sturm
abgetrieben wurde, iſt geſunken. Von der
drei=
köpfigen Beſatzung konnten zwei Mann gerettet
werden. Der Radiotelegraphiſt wurde in dem
Augenblick von einer Sturzwelle fortgeſpült, als
der Apparat zu ſinken begann.
Die Beiſehung der Todesopfer von Eſchweiler.
Die letzte Fahrt der Opfer der Eſchweiler Grubenkataſtrophe.
Unter gewaltiger Beteiligung der Bevölkerung fand in Eſchweiler die Beiſetzung der 32 Bergleute
ſtatt, die der Schlagwetterexploſion in der Grube „Eſchweiler Reſerve” zum Opfer fielen.
Das Kloſter Sl. Bernhard durch Lawinen eingeſchlofſen.
25 Schwerverletzte bei einei
Aakobus=
unglück bei Agram.
Belgrad. Bei Agram ereignete ſich am
Mittwoch ein Autobusunglück, bei dem 25
Per=
ſonen ſchwer verletzt wurden. Auf der Straße
nach Samobor begegnete ein dichtbeſetzter
Auto=
bus einem Bauernwagen, deſſen Pferd plötzlich
ſcheute. Die Wagendeichſel drang in den
Auto=
bus. Der Chauffeur wurde von der Deichſel am
Kopf ſchwer verletzt und verlor die Herrſchaft
über den Wagen. Dieſer ſtürzte eine drei Meter
tiefe Böſchung herab und überſchlug ſich. Unter
den Trümmern riefen die Fahrgäſte verzweifelt
um Hilfe. Die Bergungsarbeiten dauerten über
eine Stunde. Alle 24 Reiſende und der
Chauf=
feur wurden ſchwer verletzt in das Agramer
Krankenhaus gebracht. Bei vier Verletzten
zwei=
felt man an ihrem Aufkommen.
Rieſenfeuer im Oſten Londons.
London. Durch ein gewaltiges Feuer, wie
es London ſeit dem Brande des
Wachsfiguren=
kabinetts der Madame Tuſſaud nicht mehr
ge=
ſehen hat, wurde im Oſten Londons der
Volks=
palaſt vollſtändig zerſtört, der in der ganzen Welt
als Heim des jüdiſchen Theaters wohlbekannt iſt.
Fünfzig. Feuerſpritzen und mehrere hundert
Feuerwehrleute bekämpften das Feuer, mußten
ſich aber ſchließlich auf die Sicherung der
Neben=
gebäude beſchränken. Das Flammenmeer war
kilometerweit zu ſehen. Die Bibliothek, eine
Orgel im Werte von 120 000 Mark und die
Turn= und Schwimmanlagen wurden ein Opfer
der Flammen. Das Gebäude wurde vielfach u
Verſammlungen und ſportlichen Veranſtaltungn
aller Art verwendet.
Bilderverkäufe aus der Eremitage.
London. Laut Daily Mail hat die
Sowjet=
regierung mit dem Verkauf der Bildergalerie
der Eremitage begonnen. Fünf Meiſterwerke von
einzigartiger Bedeutung ſeien vor kurzem an
eine bekannte franzöſiſche Kunſthändlerfirma
ver=
kauft worden: van Eyks „Verkündigung”,
Rem=
brandt „Bildnis Sobieſkis”, Franz Hals „
Admi=
ral”, ein van Dyck und ein Rubens. Der van
Eyk iſt, wie verlautet, an den amerikaniſchen
Sammler Mellon übergegangen. Eine
amerika=
niſche Firma verhandele jetzt über den Ankauf
einiger ebenſo bedeutender Meiſterwerke der
Eremitage.
Der älteſte Journaliſt der Welt geſtorben.
London. Henry James Cochrane, der älteſte
Journaliſt der Welt, iſt in Cheltenham im Alter
von 103 Jahren geſtorben.
Strandung engliſcher Dampfer im Schwarzen
Meer.
Angora. Die engliſchen Dampfer „Bernind”
und „Fairfield” ſind im Schwarzen Meer
un=
mittelbar am Eingang zum Bosporus geſtrandet.
Die Beſatzung der „Bernind” iſt bereits in
Sicherheit gebracht, die der „Fairfield” iſt man
zu retten bemüht. Die Rettungsverſuche geſtalten
ſich ſchwierig wegen des hohen Seegangs. Auch
ein dritter Dampfer iſt an der gleichen Stelle;
geſtrandet.
Branntweinbrennerei explodiert.
Fünf Tote, zwanzig Verletzte.
New York. Eine ſchwere Exploſion hat,
wie aus San Domingo gemeldet wird, in Villa
Duarte eine Brantweinbrennerei zerſtört. Fünf
Perſonen wurden getötet und 20 mehr oder
we=
niger ſchwer verletzt. Der Schaden beläuft ſich
auf über 100 000 Dollar.
Eiſenbahnzug ſtürzt in einen Fluß.
New York. Bei Mobile im Staate Alo
bama fuhr ein Perſonenzug auf eine geöffnet
Drehbrücke. Die Lokomotive und der Packwagen
des Zuges ſtürzten in den Fluß, wobei vier
Eiſenbahnbeamte ertranken. Der erſte
Perſonen=
wagen blieb mit den Hinterrädern am
Brücken=
rand hängen, wodurch eine noch ſchwerere
Kata=
ſtrophe verhütet wurde.
Zwei „naſſe” Poliziſten in New York.
New York. Großes Aufſehen hat hier das
Ergebnis einer Unterſuchung hervorgerufen, die
auf Grund verſchiedener Beſchuldigungen gegen
die New Yorker Polizei in dieſen Wochen
durch=
geführt worden ſind. Es ſtellte ſich dabei heraus,
daß zwei Polizeibeamte, die Mitglieder des
„Verbrecherkommandos” waren, deſſen
Haupt=
aufgabe in der Bekämpfung des
Verbrecherun=
weſens beſteht, ſelbſt Inhaber ungeſetzlicher
Alkohol=Lokale waren. Gegen die beiden
Beam=
ten liegen noch einige andere Anſchuldigungen
vor.
Franzöſiſcher Angriff auf den
Well=
kelord im Sfreckenflug.
Der Flieger Paillard
hat mit ſeinem Begleiter Mailloux einen
An=
griff auf den Weltrekord im Streckenflug unter”
nommen, der bisher von Italien mit 8118
Kilo=
metern gehalten wurde. Wetter und
Flug=
bedingungen ſollen außerordentlich günſtig liegen.
Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 11.
Im U-Book zum Nordpol.
Schon oft verſuchte man, den Nordpol zu erreichen, teils
aus ſportlichem, teils aus wiſſenſchaftlichem Intereſſe. Zu Schiff,
im Freiballon, mit Flugzeug und Luftſchiff ſtießen kühne
For=
ſcher vor: Nanſen, Andree, Amundſen, Nobile. Jetzt will es
ein Amerikaner, Kapitän Hubert Wilkins, mit einem
mo=
dernen Unterſeeboot probieren, das ihm von der amerikaniſchen
Regierung zur Verfügung geſtellt wurde. Er will! Und wenn
die Berichte über die forgfältigen Vorbereitungen der Wahrheit
entſprechen, kann man wohl damit rechnen, daß er ſein Ziel
erreicht. Als Ausgangspunkt für die eigentliche Polarfahrt iſt
eine Inſel bei Spitzbergen in Ausſicht genommen. Von dort
aus ſoll die Fahrt unter Waſſer beginnen. Das benutzte U=Boot
dürfte die rund 1000 Kilometer lange Strecke bis zum Pol
in etwa 72 Stunden, alſo drei Tagen, zurücklegen.
Ueber Waſſer kann ein U=Boot wie jedes andere Schiff
Dieſelmotoren benutzen, alſo Verbrennungsmotoren, die zu ihrem
Betrieb Luft benötigen. Unter Waſſer müſſen dieſe als
An=
triebsmittel wegfallen, es bleibt nur der elektriſche Antrieb.
Da=
bei werden die Elektromotoren von großen
Akkumulatoren=
batterien geſpeiſt. Deren Ladung iſt aber bei dauernder
Be=
anfpruchung in einem Tag erſchöpft. Dann muß das U=Boot
auftauchen und ſie mit Hilfe der Dieſelmaſchinen erſt wieder
aufladen. Dies iſt die erſte Schwierigkeit, die Wilkins
be=
ſeitigen mußte. Denn wenn er unter der Polareisdecke ſteckt,
kann er doch nicht an die Luft gelangen. Um die
Dieſel=
motoren betreiben zu können iſt ja aber nicht nötig, daß das
ganze Schiff emportaucht; es genügt, wenn ein Zuſtrom von
friſcher Luft und ein Wegſtrömen der Abgaſe gewährleiſtet iſt.
Dies wird erreicht durch zwei 30 Zentimeter ſtarke
Hohl=
bohrer, die von unten mittels ſtarker Elektromotoren durchs
Eis getrieben zwei Verbindungen mit der atmoſphäriſchen Luft
darſtellen. Die Bohrer können bis zu einer Länge von 20
Metern ausgeſtreckt werden. Dieſe Länge dürfte genügen, da die
Beſatzung der „Fram” die durchſchnittliche Dicke des Eiſes mit
20 Meter feſtſtellte. Wird alſo das Schiff mit ſtarkem Auftrieb
feſt unter das Eis gelegt, ſo kann nach erfolgter Bohrung die
Luft im Schiffsinnern erneuert und die Batterien können
ge=
laden werden.
Angenommen, die Beſeitigung der erſten Schwierigkeit ſei
Hem Amerikaner vollkommen geglückt; wie aber kann er ſeinen
Weg zum Pol überhaupt finden, da ja doch der Magnetkompaß
im eiſernen Schiffsrumpf und der Kreiſelkompaß in der Nähe
des Pols ihre Richtwirkung verlieren? Auch die drahtloſe
Peilung verſagt ihren Dienſt; denn, ſelbſt wenn es gelingt,
durch die Bohrungen mittels gasgefüllter Ballone einen
An=
tennendraht in der freien Luft auszuſpannen, mit ſeiner Hilfe
zu ſenden und zu empfangen, — eine Peilung iſt damit nicht
möglich. Als zuverläſſigſtes Mittel zur Ortsbeſtimmung kennt
man ja aſtronomiſche Meſſungen. Dieſe Möglichkeit bleibt
Wilkins als einzige, wenn auch in beſchränktem Maße. Denn
er muß ja die Sonnenhöhe „um die Ecke” meſſen. Dazu muß
eine kompliziertere Kombination von Linſen und Spiegeln ins
Freie geſchoben werden. Genauere Einzelheiten über die
Appa=
ratur, die Wilkins verwendet, ſind nicht bekannt. Alles dies ſetzt
ein einwandfreies Funktionieren der Bohranlagen voraus;
da=
von hängt zum größten Teil das Schickſal der Expedition ab.
Am Pol ſelbſt aber muß das ganze Schiff, ſoll nicht
der wiſſenſchaftliche Wert in Frage geſtellt werden, zur
Ober=
fläche emportauchen. Iſt das Eis dünn, ſo genügt ſchon der
Auftrieb des Bootes ſelbſt, um die Eisdecke zu durchbrechen.
Sonſt muß durch Sprengungen eine Oeffnung geſchaffen werden.
Zu dieſem Zweck will Wilkins ſtarke Sprengbomben mitnehmen.
Die Ausfahrt iſt für den Frühſommer dieſes Jahres
ge=
plant. Auf den Ausgang der kühnen Expedition darf man mit
Recht geſpannt ſein. Vielleicht können wir ſogar die
Funk=
ſprüche auffangen, die das unter Waſſer liegende Schiff mit
ſeiner Ballonantenne ausſtrahlt!
Gifigas gegen Geldſchrankknacker.
(h) Kopenhagen. Von einer hieſigen Firma wurde vor
kurzem der Oeffentlichkeit ein neuartiger Geldſchrank vorgeführt,
der den berüchtigten Geldſchrankknackern ſo manche harte Nuß zu
knacken geben dürfte. Zunächſt iſt dieſer Geldſchrank mit einer
50 Zentimeter ſtarken Stahlplatte bedeckt, die ſelbſt von einem
elektriſchen Bohrer nicht leicht bewältigt werden kann. Dahinter
liegt eine etwa 1 Zentimeter ſtarke Panzerſtahlplatte, bei der
ſelbſt ein elektriſcher Bohrer nichts mehr auszurichten vermag,
und dahinter verbirgt ſich das größte Hindernis, nämlich der,
der ſo weit gekommen iſt, der braucht eine Maske, um nicht zu
er=
ſticken. Denn er ſteht dem von der modernen Chemie geſchaffenen,
furchtbaren Feind, dem künſtlichen Giftgas, gegenüber. Und iſt
der Verbrecher auch noch dem Giftgas gewachſen, dann erwartet
hn eine 10 Zentimeter ſtarke Zementſchicht und ſchließlich eine
zweite Stahlplatte. Endlich hat die Schranktür zwei Schlöſſer,
ſodaß die Bohrung von zwei verſchiedenen Seiten aus erfolgen
muß. Wenn das nicht hilft . ..
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 27. Februar.
7.15: Frühkonzert der Kammerbläſer=Vereinigung des Funkorcheſters
Kompoſitionen von Mozart, Schubert, Sobeck, Thuille.
15.20: Pfarrer Alfons Lins: Die heutige Dorfjugend.
15.50: Lilli Nölting: Lebensſtil der Jugend.
16.30: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Ad. Permam.
18.10: Bücherſtunde. Alfred Döblin: „Wiſſen und Verändern”.
18.35: Eine Viertelſtunde Deutſch. Dr. Franz Wallner.
18.50: Stuttgart: Dr. C. Hagemann: Die japaniſche Geiſha.
19.20: Stuttgart: Aerztevortrag: Krankenkaſſe, Arzt und Patient.
19.45: Aus Freiburg: Ruſſiſcher Volksliederabend mit
Erläuterun=
gen von Alex. Kresling. Ausf.: Chor des ruſſ. Seminars an
der Univerſität Freiburg.
20.30: Stuttgart: Macbeth. Tragödie in fünf Akten von William
Shakeſpeare.
21.45: Stuttgart: Neue Muſik der Nationen. Ausf.: Philharmon.
Orcheſter Stuttgart. Soliſten: Fritz Schätzler (Bariton), Prof.
Angelo Keſſiſſoglu (Klavier).
23.05: Stuttgart: Tanzmuſik auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Freitag, 27. Februar.
9.00: Berliner Schulfunk. Reichstagspräſident Paul Löbe: Wie
Geſetze entſtehen.
11.30: Dr. von Rümker: Die Marktverhältniſſe für Schlachtvieh.
15.00: Redner und Thema werden noch benannt.
15.45: Lehrer Koch: 16 Tage auf dem Atlantiſchen Ozean.
13.00: Kurt Higelke: Fachbericht über die erziehungswiſſenſchaftliche
Literatur des Jahres 1930.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Woltgang Bardach=Benning: Der Dichter Dietzenſchmidt.
18.00: Erich Sauer: Konzentration im Realkredit.
18.30: Geh. Med.=Rat Prof. Dr. Carl von Noorden; Fragen der
modernen Ernährung.
3.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Tierärzte.
20.00: Sprechſtunde vor dem Mikrophon.
20.40: Orgelwerke von Joh. Seb. Be ). Prof. Heitmann (Orgel).
21.00: Köln: Sinfonie=Konzert. Soliſt: Bronislaw Mittmann (
Vio=
line). Orcheſter des Weſtd. Rundfunks.
Danach: Stunde für die Winterhilfe. Zur Einführung: Dr. Hans
Fleſch. Mitw.: Berliner Konzertverein.
Wekkerbericht.
Ausſichten für Freitag, den 27. Februar: Bewölkung mit
vorübergehen=
der Aufheiterung wechſelnd, zeitweiſe noch Niederſchläge, weſtliche
Winde.
Ausſichten für Samstag, den 28. Februar: Noch kein beſtändiges Wettek.
aber im ganzen etwas friſcher.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lokkerie.
15. Ziehungstag
25. Februar 1931
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne m 25000 M. 70836
8 Gewinne zu 10000 M. 128301 163994 169982 365011
10 Gewinne zu 5000 M. 37888 250916 326972 356311 378811
22 Gewinne zu 3000 M. 42642 156956 181551 198899 205490
208571 271274 274526 314343 324900 353428
78 Gewinne zu 2000 M. 1494 5289 7656 10575 16076 60207 60721
62569 63239 66918 86478 86537 86620 113073 138524 141138 143712
156065 182081 192526 214660 218610 224764 243734 244880 261194
262331 268376 273223 293651 310602 340634 354017 357110 357410
368732 371967 378631 380713
114 Gewinne zu 1000 M. 8728 9773 10092 15557 23292 37684 38088
38490 49213 61535 65808 83326 93099 98131 110924 117647 133207
137135 140183 145201 148127 148460 154030 155174 170634 173070
173204 175417 188262 196086 206777 214555 216878 227066 237313
241703 248413 250617 257222 257474 259960 265261 269279 276201
281420 290499 290978 308082 310629 327664 332076 360609 362672
372274 384763 389967 392804
212 Gewinne zu 500 M. 3373 4574 4868 5622 5748 8868 2164a
22041 23848 24540 27827 28164 33932 34947 37456 39124 39554
40366 42292 45814 49216 53738 54576 67074 64393 68219 72268
87634 89240 91380 91474 92448 93690 93766 94012 100297 10614g
114068 126011 128734 137697 143652 145444 149651 162701 152721
160694 161806 162897 170837 174716 182298 182621 183280 185322
190862 198833 206147 217003 219633 222661 222987 224063 232706
245407 247938 248780 248802 251696 254490 256081 266341 265717
266328 270838 272111 277416 280466 288557 291524 295729 300308
304062 308094 309573 312110 316965 316168 322292 330101 331328
336074 337814 339770 339941 352652 364424 366088 357707 377481
379921 386488 386767 389856 391268 395149
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 26000 M. 396571
8 Gewinne zu 5000 M. 21269 187768 252603 395057
12 Gewinne zu 3000 M. 114348 122101 194422 202045 238421
321662
44 Gewinne zu 2000 M. 33636 72766 88522 94296 106466 141861
142596 149382 182908 209503 214046 254940 292482 303183 316165
318554 336499 335777 347244 367635 377358 380894
98 Bewinne zu 1000 M. 2468 12488 24044 33197 38040 39527
56567 70614 71778 73876 135874 138722 144234 158668 159180
169683 160328 171646 176844 181223 187020 187498 192336 193987
196739 198634 204678 208038 216851 222667 262170 268008 281629
288608 282393 298713 308442 328066 338776 341208 357926 364514
367902 371622 372857 378695 390932 392022 394606
148 Gewinne zu 500 M. 3583 5262 14660 15726 22048 26389 27135
28097 31977 37100 37610 45364 64706 60242 61262 64766 73147
78790 83923 86846 92623 103788 106512 109642 116251 180023
130092 133768 136186 138526 149789 152386 157778 166924 167698
181672 185624 188661 190578 206114 217539 221349 227142 228164
230287 230691 246728 262012 256792 257636 269422 260363 288449
281678 302953 310061 311546 312877 318231 318688 320235 326336
350180 356210 360495 371069 376165 376689 386079 388046 390344
396862 398649
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne
zu je 500000, 2 zu je 300000, 4 zu je 75000, 2 zu je 50000,
18 zu je 25000, 76 zu je 10000, 216 zu je 5000, 486 zu je 3000,
1476 zu je 2000, 2898 zu je 1000, 4578 zu je 500, 14002 zu je
400 Mark.
Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſ. Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
im Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 26. Februar 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf und Herchenhainer Höhe: Keine
Sport=
möglichkeit.
Odenwald. Neunkirchen: Bedeckt, 0 Grad, Geſamtſchneehöhe 30 cm,
Pappſchnee, Sportmöglichkeit mäßig.
Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, 0 Grad, 60 cm, vereiſt, nur
Rodel möglich.
Sauerland. Winterberg: Schneefall, 1 Grad, 78 cm, Pappſchnee,
Ski und Rodel gut.
Rhön. Waſſerkuppe: Nebel, — 1 Grad, 40 cm, verharrſcht, Ski
mäßig, Rodel gut.
Schwarzwald. Feldberg: Sprühregen, — 2 Grad, 220 cm,
ver=
harrſcht, Ski und Rodel ſehr gut. — Ruheſtein: Bewölkt,
0 Grad 150 cm, verharrſcht, Ski mäßig, Rodel gut.
Thüringer Wald. Inſelberg: Nebel, — 4 Grad, 125 cm, verharrſcht,
Ski und Rodel gut.
Lur monlipmdtion
DiE BCnOMSIEN Seheni
zu billigsten Preisen.
3192
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Part., I. St.
Markt 5
Part., I. St.
SLOM
Gedächtnisfeier
zu Ehren derer, die für uns alle ihr
Leben ließen, am
Holkstragertag
Sonntag, den 1. März 1931,
vor=
mittags 11½ Uhr, im Kleinen Haus
des Heſſiſchen Landestheaters.
Mitwirkende:
Frau Kuhn=Liebel vom Heſſ.
Landes=
theater und der Inſtrumental=Verein
Darmſtadt unter Leitung von Herrn
Prof. Schmitt, ſtädt. Muſikdirektor.
Klavierbegleitung: Herr Otto Schäfer,
vom Heſſ. Landestheater.
Die Gedächtnisrede hält Herr Studienrat
Dr. Goktron.
Zu zahlreichem Beſuch lädt ein
Volksband Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Orts- und Bezirksgruppe Darmstadt.
Eintrittskarten von 0.50 bis 2.00 RM.
an der Kaſſe des Landestheaters. (3092b
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(3188
[ ← ][ ][ → ]Nummer 58
blatt,
Die Lage der A. E. G.
des deukſchen Bolkes hängt von ſeinem
eigenen Willen ab‟
Wie Geh. Rat. Dr. Bücher in Ergänzung zu dem
Geſchäfts=
bericht ausführte, hat der Auftragsbeſtand, der bekanntlich von
350 auf 250 Mill. RM. zurückgegangen war, inzwiſchen weder
eine nennenswerte Abſenkung noch eine weſentliche Steigerung
erfahren. Wenn nicht neue politiſche Schwierigkeiten auftreten,
ſcheine der Tiefpunkt der Depreſſion erreicht zu ſein. Unter den
vorliegenden Aufträgen befinden ſich 50,5 Prozent
Auslandsauf=
träge, d. ſ. ca. 8 Prozent mehr, als im vergangenen Jahre. Da
aber die Aufträge aus dem deutſchen Inlande um etwa 40
Pro=
zent zurückgegangen ſind, kann dieſe Steigerung keinen Erſatz für
den Rückgang im Inlande bringen. Die A.E.G. könne ſich
eben=
ſowenig wie andere deutſche Firmen den Auswirkungen der
all=
gemeinen Depreſſion und der politiſchen Lage entziehen.
Was die politiſche Situation betrifft, ſo könne nur durch die
Aktivität einer zielbewußten Regierung der herrſchenden
Verwir=
rung Einhalt geboten werden. Solange aber weite Kreiſe des
deutſchen Volkes einer ſolchen Führung nicht folgen wollen, werde
die Geſundung der politiſchen Lage verzögert, wenn nicht
illuſo=
riſch gemacht. Die Entwicklung der wirtſchaftlichen Lage ſei
weſentlich an eine Klärung der politiſchen Situation gebunden.
Geh. Rat Bücher forderte, daß der perſönlichen Initiative der an
verantwortungsvoller Stelle Stehenden wieder mehr Spielraum
gegeben werde. Unternehmer und Arbeitnehmer müßten die
Hoff=
nung wiedergewinnen, daß man der Situation Herr werden könne.
Die Verwaltung habe ſich bemüht, die Unkoſten der A.E.G. den
gegebenen Verhältniſſen anzupaſſen; dabei war eine
Verringe=
rung der Zahl der Beſchäftigten von rund 60 000 auf 51000 nicht
zu vermeiden. Um nicht zu weiteren Entlaſſungen ſchreiten zu
müſſen, ſei bekanntlich Mitte Februar die 5=Tage=Woche
einge=
führt worden. In dieſem Schritt liegen keine finanziellen
Vor=
teile für das Unternehmen. Die Maßnahme habe alſo in erſter
Linie den Sinn, die ungeheuer hohe Zahl der Arbeitsloſen nicht
zu vermehren. Geh. Rat Bücher wandte ſich in dieſem
Zuſammen=
hang gegen die Theorie, daß höhere Löhne höheren Konſum,
höheren Beſchäftigungsgrad und größere Proſperität brächten. Er
nahm ferner gegen die Auffaſſung Kaynes Stellung, daß in
Kri=
ſenzeiten zeitweiſe Sparſamkeit aufgegeben werden müſſe. Für
das vom Eigenkapital entblößte Deutſchland ſei richtiges Sparen
die Pflicht eines jeden Deutſchen. Das in wirtſchaftliche
Zirku=
lation geſetzte Spargeld werde zwangsläufig an anderer Stelle
wirkſam. In der Sparſamkeit des Einzelnen, der Unternehmen
und der öffentlichen Körperſchaften liege die einzige Möglichkeit,
die Kreditnot zu bekämpfen. Die Zukunft des deutſchen Volkes
hänge in dieſer Beziehung von ſeiner eigenen Energie und ſeinem
eigenen Willen ab.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
M. J. A. G.=Mühlenbau= und Induſtrie A. G., Berlin=Frankfurt am
Main. Zu den Meldungen über den vorausſichtlichen Abſchluß der
Ge=
ſellſchaft erfahren wir von der Verwaltung, daß dieſe den
Mitteilun=
gen fernſtehe. Die Bilanzarbeiten werden nach Möglichkeit beſchleunigt,
um den Aktionären alsbald über das Ergebnis, des abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahres berichten zu können. Die Verwaltung iſt aber derzeit noch
nicht in der Lage, ſich zu der Dividendenfrage zu äußern. Wenn auch
das Reſultat des vergangenen Jahres unter Berückſichtigung der
allge=
meinen Entwicklung ſich als befriedigend erweiſen wird, ſo darf
anderer=
ſeits nicht überſehen werden, daß die Abwickelung der geſchäftsfremden
Engagements infolge der fortſchreitenden Verſchlechterung der
Wirt=
ſchaftslage erhöhte Abſchreibungen und Rückſtellungen erforderlich
machen. (Dividende 1329: 10 Proz.)
Golo=Schuhfabrik A.=G., Frankfurt a. M. Nach dem erfolgreichen
Einſpruch der Geſellſchaft bei der Stadt Frankfurt wegen
Niederſchla=
gung der Wertzuwachsſteuer, konnte eine weitere Quote von 1 Prozent
an die Gläubiger ausbezahlt werden, ſo daß bis jetzt insgeſamt 16
Pro=
zent ausgeſchüttet ſind. Die Auszahlung einer weiteren Quote kann erſt
dann erfolgen, wenn ein noch im Beſitze der Geſellſchaft befindliches
Grundſtück von geringerem Werte zum Verkauf gelangt iſt und einige
kleinere Außenſtände hereingeholt ſind.
Chemiſche Werke vorm. H. E. Albert, Wiesbaden=Biebrich. Laut
Mitteilung der Verwaltung iſt bei der Geſellſchaft in der zweiten Hälfte
des Jahres 1930 eine weitgehende Umgeſtaltung der Amöneburger
Be=
triebe erfolgt; verluſtbringende wurden ſtillgelegt, andere in ihrer
Lei=
ſtungsfähigkeit erhöht, ſo daß ſie keine größeren Ausfälle mehr
beding=
ten als ſie durch die geſamte Wirtſchaftslage verurſacht werden. Auf
dem Gebiete der ſchweren Chemikalien als auch auf pharmazeutiſchem
Gebiet wurden einige neue Artikel dem Betrieb übergeben. Bei der
allgemeinen Abſatz= und Preiskrife vermochten dieſe jedoch leider noch
nicht das Geſamtergebnis weſentlich zu beeinfluſſen. Auf dem
einge=
ſehlagenen Wege vorwärtsſchreitend, dürfte es bei einigermaßen
norma=
len Abſatz= und Preisverhältniſſen bald gelungen ſein, die Amöneburger
Betriebe verluſtfrei zu geſtalten.
Elektrifizierung deutſcher Bahnen mit ausländiſchem Kavital. Nach
einer Blättermeldung ſind die Verhandlungen über die Gewährung eines
Kredits für die Elektrifizierung der Linie Augsburg—Stuttgart zum
Abſchluß gekommen. Die Reichsbahn ſoll von einem internationalen
Bankenkonſortium einen ſechsjährigen Kredit in Höhe von 50 Mill.
RM. erhalten, der ratenweife gegeben und ratenweiſe zurückgezahlt
wer=
den wird. An der Finanzierung ſollen in erſter Linie die
Schweize=
riſche Kreditanſtalt in Zürich, die Enskildabank in Stockholm und das
Bankhaus Warburg u. Co. beteiligt ſein.
Chemiſche Fabrik vorm. Goldenberg, Geromont u. Co., i. Liqu.
Bekanntlich beabſichtigt die Verwaltung eine Quote von 80 RM. zur
Verteilung zu bringen. Laut Mitteilung der Oppoſitionsgruppe hat
das Amtsgericht Genehmigung zur Einberufung einer a. v. G.=V.
er=
teilt. Die Oppoſition wendet ſich gegen die Dauer der Abwicklung und
die entſtandenen Koſten. Seitens der Verwaltung wurde gegen den
Gerichtsbeſchluß Beſchwerde eingelegt.
Broduktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 26. Februar. Die Grundſtimmung
an der Produktenbörſe bleibt weiter ſehr feſt. Das Geſchäft in prompt
verladbarer Ware geſtaltet ſich allerdings ziemlich ſchlebpend, da
einer=
ſeits das Inlandsangebot minimal iſt, andererſeits die Käufer die
ſdrunghaft erhöhten Forderungen nur zögernd bewilligen. Das
Preis=
nibean lag für Brotgetreide etwa 4 Mark über dem geſtrigen,
entſpre=
chend den Steigerungen im handelsreihtlichen Lieferungsmarkt, der heute
mehr im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand. Weizen ſetzte unter
Deckun=
gen 3,5 bis 4,5 Mark feſter ein. Roggen konnte ſeinen Preisſtand um
dier bis viereinehalbe Mark beſſern. Für Hafer ergaben ſich gleichfalls
ähnliche Preiserhöhungen. Für Weizen= und Roggenmehle lauteten die
Mühlenforderungen angeſichts der ſchwierigen Verſorgung mit
Roh=
material 50 bis 75 Pfennig per 100 Kilogramm höher, der Konſum
kauft zu dieſen Preiſen naturgemäß ſehr vorſichtig.
Viebmärkke.
Freitag, den 27. Februar
ſe
1 Zentner friſches Fleiſch in Mark: Ochſen= und Rindfleiſch 1. 70 bis
78, 2. 65—70, Bullenfleiſch 74—78, Kuhfleiſch 2. 55—65, 3. 40—50.
Kalb=
fleiſch 2. 85—95. Hammelfleiſch 90—100. Schweinefleiſch hieſiges 65
bis 72, litauiſches 58 bis 63. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes:
ſchleppend.
Frankfurker und Berliner Effekienbörſe.
Melallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 26. Februar ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt.
Elektrolyt=
kupfernotiz) auf 99,25 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion
Frankfurt a. M., 2. Februar.
Die Börſe war anfangs bei ſtillem Geſchäft überwiegend etwas
ab=
geſchwächt, ſpäter aber ungefähr in gleichem Maße erholt. Anfangs
hatte die ſchwächere Haltung der meiſten Auslandsbörſen, die geſtrigen
kleinen Straßenunrnhen und verſchiedene Baiſſemotive verſtimmt fer
ner die nunmehr vollzogene Zahlungseinſtellung der Bankfirma Carſch
u. Co. in Berlin. Publikumsaufträge fehlten faſt vollkommen, das
Ge=
ſchäft beſchränkte ſich im weſentlichen auf Umſätze innerhalb der Kuliſſe.
Im allgemeinen zeigte die Börſe eine ziemlich ſtarke Widerſtandskraft.
Zu den erſten Kurſen lagen einige Verkaufsorders vor, die jedoch
rela=
tiv glatt aufgenommen wurden. Hierdurch beſtärkt, ſah ſich die
Baiſſe=
partei im Verlaufe zu kleinen Rückdeckungen veranlaßt, ſodaß die Kurſe
wieder etwas erholt waren. Die Kursentwicklung war zunächſt wieder
unregelmäßig. Von Chemieaktien Metallgeſellſchaft auf Angebot der
Arbitrage 1,25 Proz. niedriger, J. G. Farben und Rütgerswerke bis
0,5 Proz. höher. Elektrowerte bei ſehr geringem Geſchäft meiſt etwas
nachgebend. Die Ausführungen des Herrn von Siemens in der
geſtri=
gen Generalverſammlung fanden ſehr geteilte Aufnahme. An den
übrigen Märkten gingen die Kursveränderungen nicht über 0,5 Proz
hinaus. Feſt eröffneten A.G. für Verkehrsweſen, die nach dem
Rück=
gange der letzten Tage im Zuſammenhang mit der morgen
ſtattfinden=
den Aufſichtsratsſitzung 3 Proz. zurückgewannen. Etwas feſter lagen
Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen in
Walz=
oder Drahtbarren, 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel, 98 bis 99
Prozent, 350 RM., Antimon=Regulus 56—57 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 36,75—38,75 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 26. Februar ſtellten ſich für
Kupfer; Februar 87 (90) März 87,75 (88.25), April 88,25
(89,50), Mai 89 (90) Juni 89,75 (91), Juli 91 (92), Auguſt.
Sep=
tember 91,50 (92), Oktober, November, Dezember, Januar 91,75
(92). Tendenz abgeſchwächt. Für Blei; Februar 26,75 (28),
März 27,25 (28), April, Mai, Juni 27 (28). Juli, Auguſt.
Septem=
ber, Oktober, November. Dezember 27,25 (28), Januar 27,50 (28)
Tendenz: ſchwächer. Für Zink: Februar 24,75 (25,50), März
25 (25,50), April 25.25 (26) Mai 25,50 (26,50), Juni 26 (27
Juli 26,25 (26,75) Auguſt 26,50 (27), September 26,75 (27.25)
Oktober 27 (27,50), November 27,25 (27,75) Dezember 27,75
(28,25), Januar 28 (28,50). Tendenz: abgeſchwächt. — Die erſten
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
außerdem noch Karſtadt plus 1 Proz. Anleihen ſehr ruhig.
Altbeſitz=
anleihe nach der Abſchwächung geſtern abend wieder feſter. Pfandbriefe
ſehr ſtill. Schuldbuchforderungen etwas behauptet.
Liquidationspfand=
briefe weiter eher geſucht. Im Verlaufe konnte ſich das Niveau leicht
beſſern, da die Banken zwecks Kurspflege einige Käufe vornahmen. Die
Kuliſſe machte nur zögernd mit, weil von außenher Käufe erfolgten. Die
Kursbeſſerungen betrugen Bruchteile eines Prozentes. Im weiteren
Verlaufe und bis zum Schluß der Börſe nahm die Kuliſſe neue
Deckun=
gen vor, und Spezialwerte, wie J. G. Farben, Siemens und Schuckert,
hatte Beſſerungen von 1—2 Proz. gegen den Anfang. Salzdetfurth
ge=
wannen insgeſamt 4 Proz. Tagesgeld zog im Zuſammenhang mit dem
bevorſtehenden Zahltag etwas an. (4 Proz.) Am Deviſenmarkt war das
Geſchäft bei nur unweſentlichen Veränderungen gleichfalls ſtill. Man
nannte Mark gegen Dollar 4.2060, gegen Pfunde 20.349, London-Kabel
4.8592, —Paris 123.99, —Mailand 92.80, —Madrid 45.65. —Schweiz
unerholt 25.22, und —Holland 12.11½.
Unter dem Einfluß der überwiegend feſteren Kurſe aus Wallſtreet
und des relativ günſtigen AEG.=Berichtes verkehrte die Abendbörſe
weiter in feſterer Haltung. Publikumsaufträge lagen allerdings kaum
vor, das Geſchäft beſchränkte ſich im weſentlichen auf Deckungen
inner=
halb der Spekulation, die beſonders für Elektrowerte Intercſſe bekundete.
AEG., Geſfürel, Licht u. Kraft, Schuckert und Siemens gewannen von
1—2,5 Prozent. Auch J. G. Farben lagen um 1½/8 Prozent feſter, gaben
ſpäter aber wieder 0,25 Prozent nach. Bankaktien und die Mehrzahl
der übrigen Werte blieben gegen den Berliner Schluß gur behauptet.
Amerikariſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 26. Feb.,
Getreide. Weizen: März 79,50 Mai 83½, Juli 65,50,
Ser=
tember 66,25: Mais: März 61½, Mai 65½, Juli 66, Septembe
65,25; Hafer: März 31½, Mai 33, Juli 33; Roggen: März 38,75,
Mai 42,75. Juli 42,75, September 44
Schmalz: Februar 8,20, März 8,25, Mai 8,40, Juli 8,55.
Speck, loco 10,75.
Schweine: Leichte 7,25—7,50 ſchwere 6,50—6,85; Schweine
zufuhren in Chicago 23 000, im Weſten 87 000.
Baumwolle: März 11,20, Mai 11,50.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 26. Febr.
Schmalz: Prima Weſtern 8,95; Talg, extra loſe 33‟
Getreide. Weizen: Rotwinter 91,25: Mais; loco New Yor
76½: Mehl: ſpring wheat clears 4,40—4,70; Getreidefracht nad
England 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 7.50—8,50 C.
Kakao: Tendenz willig, Umſätze 76, loco 5½; März 5,41
Mai 5,50, Juli 5,66, September 5,86, Oktober 5,94, Dez. 6,07.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Berlin, 26. Februar.
Bereits im geſtrigen Frankfurter Abendverkehr hatte die Reaktion
in New York ein leichtes Nachgeben der Kurſe zur Folge. Da heute
früh verſchiedene ungünſtige Nachrichten zur Veröffentlichung gelangten.
von denen insbeſondere wenig erfreuliche Berichte aus dem
Ruhrkohlen=
revier und die Ausführungen des Inſtituts für Konjunkturforſchung
berſtimmten, rechnete man für die Börſe mit etwas ſchwächerer Tendenz.
Eine gewiſſe Beunruhigung ging auch von Befürchtungen aus, die
Er=
werbsloſentumulte, die geſtern nicht immer ganz harmlos verlaufen
waren, könnten heute eine Fortſetzung erfahren. Zu Beginn des
offi=
ziellen Verkehrs waren die meiſten Papiere dann aber auf Baſis der
Frankfurter Abendkurſe gut behauptet, und auch gegen den Berliner
Schluß traten Verluſte von mehr als 2 Prozent nur bei Holzmann,
Schleſiſche Gas und Rheiniſche Braunkohlen ein, die bis zu 3 Prozent
verloren. Anleihen ruhig, aber behauptet. Neubeſitz 53 Prozent nach
anfangs 5,2 Prozent. Von Ausländern waren Mexikaner nach der
geſt=
rigen ſcharfen Aufwärtsbewegung leicht rückgängig. Pfandbriefe ſtill.
Obligationen etwas ſchwächer. Reichsſchuldbuchforderungen in ſpäteren
Fälligkeiten bis 0.25 Prozent ſchwächer. Deviſen feſter. Pfunde
inter=
national leichter, Madrid unter Schwankungen ſchwach. Am Geldmarkt
verſteifte ſich Tagesgeld infolge der Nähe des Zahltages auf 5 bis 7,5
Prozeut, die übrigen Sätze blieben unverändert.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat, nachdem erſt geſtern be
reits eine Erhöhung um 50 Pfg. vorgenommen wurde, die Preiſe fü
Weizenmehl Spezial 0 um weitere 25 Pfg. auf 44,00 RM. per 100 Kg
erhöht, wohl auch im Zuſammenhang mit der feſten Haltung der Ge
treidebörſen.
Die Malahoff=Verwaltungs G. m. b. H., Frankfurt a. M., und di
Antonis=Verwaltungs G. m. b. H., ſind nunmehr in Konkurs geraten
Die Geſellſchaften ſind Gründungen der Favag=Direktoren Becker un
Kirſchbaum, um Privatgeſchäfte nicht unter ihrem perſönlichen Namer
tätigen zu müſſen.
Nach längeren ſchwierigen Verhandlungen wurde am Dienstag aben
für die Baſaltlava= für die Ettringer und Wriberner Tuffſtein — ſowi
für die Traßſtein=Induſtrie ein neues Lohnabkommen erzielt. Demnae
werden mit ſofortiger Wirkſamkeit die Stunden= und Akkordlöhne ur
10 Prozent ermäßigt. Das Abkommen hat bis zum 1. Juli 193
Gültigkeit.
Die deutſche Produktion von Original=Hüttenweichblei einſchließlie
kleinerer Mengen Hartblei ſtellte ſich, wie der Geſamtausſchaß zur Wal
rung der Jutereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft, Berlin, auf Grun
der Berechnungen des ſtatiſtiſchen Büros der Metallgeſellſchaft A.=G
Frankfurt a. M., mitteilt, im Januar 1931 auf 9716 Tonnen gegen 994
im Monat Dezember 1930.
Der zum 22. März einberufenen G.V. der Vereinigten Filzfabrike
A. G.. Gingen a. Brenz, wird aus einem Reingewinn von 129 495 RM.
(221 299 RM.) eine von 5 auf 4 Prozent ermäßigte Dividende zur Ver
teilung auf 3,155 Mill. RM. Aktienkapital vorgeſchlagen.
Berliner Kursberichi
vom 26. Februar 1931
Deviſenmarki
vom 26. Februar 193
Me
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Nache
134.—
105.50
105.625
62.50
100.—
64.75
101.—
68.50
61.75
115.50
34.—
114.625
114.125
66-—
Me Heee
J. G. Farben .
Gelf. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgr=
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppe
11.9.—
135.875
75.25
111.875
71.—
63.50
78.—
122.25
S6.75
69.50
66.75
34.375
56.50
73.25
4e.25
Kace
Rütger
Izdetfurth Kali
onh. Tietz
ein. G.
erein. Stahlwerke
eſteregeln Alkali
sb.=Nrnh.M
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Jr
Hirſch Kupſer
Hohenlohe=Werie
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Wanderer=Werle
48.50 Helſingfors Währung
100 finn. Mk. GeldBrief
10.578 10.598 Kd Währung
100 Franken/80 28 81.14 Geld R 195.50 Wien 100 Schilling 59.075. 59.1951 Sc 100 Peſetas 43. 16 43.24 110.50 Prag 100 Tſch. Kr. 12.451 12.471 2a 100 Gulden 81.67 CI.6 89.75 Budapeſt 400 Pengo 73.30 73./4 Japan Yen 2.0721 2.07 57.625 Sofic 100 Leva 3.047 3.053 Rio de Janerrol1 Milreis 0.2c0l 0.36 135.25 Holland 100 Gulden 168.C2 168.861 Jugoflaw 100 Dinar 7.394 7.40 64.— Selo 100 Kronen 112.43 1 1265 Portugal 100 Escud 18.25 18.6‟ 22.25 Kovenhagen 100 Kronen 112.44 112.e6 Atben. 100 Drachm./ 5.445 5.4! 53.75 Stockholm 100 Kronen 112.5 112.72 Iſtambu 1 türk. 2 London 1S.=Stg. 20.42 20.46 Kairo 1 ägypt. * 20.93 20.9 Buenos=Aire3 1 Pap. Pei= 1.381 1.385 Kanado 1canad. Doll. 4.201 4.: 45.— New Yurk 1 Dollar 4. 204 4. 2020 Uruguar 1 Goldpeſo 12.937 2.94. 146.25 Belgien 100 Belgo 58.59 58.71 Fsland 00 eſtl. Kr. 92.09 92.: 48.— Italien 100 Lire 22.005 22.045 Tallinn (Eſtl. ) /100 eſtl. Kr. 111.9s/ 112. 40.— Paris 100 Frangs 16 469 16.500
Riga 100 Lats 60.95 81.
Frankfurter Kursbericht vom 26. Februar 1931.
7% Dtſch. Reichsan
5½%Intern.,
6%Baden ...."
8%Bahern.
88 Heſſen. v.
v.
690 Preuß. Staat
8½ Sachſen ....."
.
7%0 Thüringen. ..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +‟I,
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
V
84.75
74.75
77.25
100
82
87.5
O0.5
84.25
99
m.2
81
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. .
Darmſtädter Viehmarkt vom 26. Februar. Aufgetrieben waren:
10 Ochſen, 136 Kälber, 2 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber:
7) 51—56; b) 46—50; c) 40—45 Pfg. pro Pfund. Marktverlauf:
ſchlep=
pend. langſam geräumt.
Groß=Gerauer Ferkelmarkt. Am Mittwoch, dem 4. März 1931,
vorm. 9 Uhr beginnend, findet mit Rückſicht auf die ſtarke
Nach=
frage und das bisherige Verbot des Marktes ausnahmsweiſe ein
Sondermarkt ſtatt. Am 11. März wird dann wieder der
kalender=
mäßig feſtgelegte Markt abgehalten. Ferkel aus dem Sperr= und
Beobachtungsgebiet ſind nicht zugelaſſen. Urſprungszeugniſſe ſind
mitzubringen.
Frankfurter Viehmarkt vom 26. Februar. Dem heutigen Nebenmarkt
waren 93 Rinder, 795 Kälber, 222 Schafe und 916 Schweine zugeführt.
Verglichen mit dem Auftrieb des vergangenen Nebenmarktes ſtanden 28
Ninder, 39 Schafe und 44 Schweine weniger zum Verkauf, während 25
Kälber miehr angeboten wurden. Bezahlt wurden pro Zentner
Lebend=
geſwicht in Mark: Kälber: a) —, b) 58—62, c) 53—57, d) 48—52: Schafe:
al) Weidemaſt 42—46, b) mittlere Maſthämmel 34—41. Schweine nicht
notiert. Im Vergleich mit den Notierungen des letzten Hauptmarktes
blieben Kälber unverändert, während Schafe gegen den letzten
Neben=
beſonders in den unteren Gattungen, bis zu 3 Mark nachgaben.
Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine
ſchleppend, geringer Ueberſtand. Fleiſchgroßmarkt: Preis für
80 Aachen v. 29
8% Baden=Baden
6% Berlin ......"
8½ Darmſtadt v. 26
v. 28
80
79 Dresden..
8% Frankfurt a. M
v. 2
v. 2e
3% Mainz ....."
8% Mannheim v. 26
v. 2
82München .„..
8% Nümberg. . . . .
8% Wiesbaden".
53,4
Roaf
85
86
Maic
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl
3½ Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr.
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
2 Naſſ. Lamdesbl
4½% „ Liqu.Ob
00.5
dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
AuslSer.
„„ Ser.I.
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
R. 6
81.75
70.5
88.25
93.25
92.5
8½ Heſſ. Landesbl
„ Goldoblie
4½% Heſſ. Lds.,
Hhp.=Bk.=Liquid
4¾% „ Kom.=Obl
8% Preuß. Ld8.
pfbr.=Anſt. G. 2
82 „Golbdoblie
100
92
94
87.1
80
00.5
27
3½ Berl. Hyp.B!
400 Ligu.=Pfbr. 88.25
% Frkf. Hyp.=Bk. 1101.5
412% 7 Lig. Pfbr
„ Pfbr.=Bk. /101.5
Liau
82 Mein.Shp.=Bk.) „ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hhp.=Bk.)=
„ Lia.Pfbr./ sC2/,
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank.
4½% Lig. Pfbr..
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank . /100.1
4½ „ Lig. Pfbr./ 88,2
3 Rhein. Hyp. Bk. zoz
4½% Lig. Pſbr., / 89.25
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. . . . /100
Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....100
14½% Lig. Pfbr.
97.75 760 Daimler=Benz
326 Dt. Linol. Werke
/ Klöckner=Werk=
Mainkrw. v. 2
95
O Mitteld. Stahl
85
100.5
% Salzmannu. Cr
94. 75 17% Ver. Stahlwer!
84, 18% Voigt &Häffne
52
68
99.25
96
97
88.3
977
90
101.25
96.75
88.05
100.5
gis
96.75
% Württ. Hyp.=B.
J. G. Farben Bond=
z0 Bosn. L.E.B.
„ L. Inveſt.
0 Bulg. Tah. v. 02
4½% Oſt. Schätze
40 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumär
4½%0
4%0 Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
„ Zollanl.
226 Ungarn 1913
1914
Goldr
191
Aktien
94.5
Rig. Kunſtziide Unie
N. E. G.
..
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauere
Zellſtof
Bemberg. J. P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelbere
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Alber
Chade .........
Contin. Gummiw.
„ Linoleum
Daimler=Benz ..."
93.25
83.25
79.5
83
81.3
92
Af
A.
213
28
39.25
221
Aafe
n.
16.75
19=
19.5
17
G7.5
100.75
93
127
60
45
774.5
90
166
28
110.25
98
Mif He
Erdöl ......."
Gold=n.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Ge
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
Hof......
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frift
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer... ..
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamn
„ Genüſſe
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.. . . . .
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke ... .
Knorr C. H... ...."
Lahmeyer & Co.
Laurahütte ....
Lech, Augsburg..
68.
Kaa
72
110
115.5
193
92.5
35.5
47
119
35
74.25
112
37
34
157
116
71
84
121
66.5
Miee Mie
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr Darmſ
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.=Röhrer
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frank
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Tberbedarf
Phönix Bergbau.
Reiniger, Gebber
Rh. Braunkohlen.
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren".
„ Stahlwerfe".
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr.
Rütgerswerke.
105.5
Sachtleben A. G...
Salzdetfurth Kal
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr
Schriftg. Stempe
Schuckert Elektr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halste.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticke
102
61
99
56
155
33.75
82.5
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard
Tucher=Brauerei
Anterfranken
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ir
„ Stahlwerke
„ Strohſtoffabr. .
„ Ultramarin ..
81
40
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69.5
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Voigt & Haeffner".
Wahß & Freytag.
Wegelin Außfabri
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein .."
„ Waldhof. . . .
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41.25
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104
179
22
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43
86
17
61.5
58.25
128
19
Allg. Dt. Creditanſt. 95
Badiſche Bank. . . . 131
Bk. f. Vrauinduſtr. 114
BarmerBankverein 100
Baher. Hyp. u. W. 1340
Berl. Handelsgeſ.
„ Cypothefbf. 218
Comm. u. Privatb. 106.72
Darmſt. u. Nat.=Bk. 134
Dt. Bank und Disc. 105.5
Dt. Eff. u. Wechſel/ 24.5
Dresdner Ban1. . . 105.5
Frankf. Bank
„ Hhp.=Ban:
145
„ Pfdbr.=Bk. . . . . 145
Mein. Hyp. Ban1 . 15
Oſt. Creditanſtalt .
Pfälz. Hhp.=Ban/ 1133
Reichsban!=Ant.
Rhein. Shp.=Bonk. 136
Südd. Bod.=Cr. Bk. 132:25
Wiener Bankverein// 9:0
Württb. Notenbant 134
A.=G. ſ. Verlehrsw./ 45
Allg. Lokalb. Kraftw 120
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ......."
Nordd. Lloyo... ..
Südd Eiſenb.=Geſ.
7.71
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ... 158
Verein. Verſ. 163
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich. . . 25
Otavi Minen
nnnaee
94.3
[ ← ][ ][ → ]Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 13
Spott. Spief
Der Sport des Sonntags
Der Monat März beginnt, und mit ihm ändert das Sportprogramm
Cmählich ſeinen Charakter. Den tragenden Ton geben weiter die
Ra=
nſports an, die mit den großen Schlußſpielen und
Repräfentarivkämp=
n im Fußball und Handball, Rugby und Hockey ſogar jetzt ihre
wich=
gſte Saiſon erleben. Aber die Begleitmuſik im Sportprogramm des
onntags ändert ſich im Laufe des Monats mehr und mehr. Der
Win=
rſport klingt ab, und auch die Sporthallen leeren ſich nach und nach.
ſafür vernimmt man in einigen Wochen die erſten Anzeichen der
Som=
erſports. Die Leichtathletik ſchickt ihre Frühjahrswaldläufe voraus
nd im Radſport rüſten allmählich die Sommerbahnen.
Fußball
erzeichnet die ſüddeutſchen Endſpiele im Vordergrund des
irrtereſſes. Am 1. März bringen ſie allerdings keine Spiele von
über=
agender Bedeutung; nur das Treffen Rot=Weiß Frankfurt gegen Neu=
(ſenburg kann in der Troſtrunde Nordweſt eine vorentſcheidende
Be=
eutung haben. Es ſpielen: „Runde der Meiſter”: Eintracht Frankfurt
egen Union Böckingen, S.V. Waldhof-Karlsruher F. V., F.K.
Pir=
iaſens—Sp.Vgg. Fürth, Bayern München—Wormatia Worms;
Troſt=
unde Nordweſt: Rot=Weiß Frankfurt—V.f.L. Neu=Iſenburg, Phönix
udwigshafen—Union Niederrad, F.V. Saarbrücken-V.f.L. Neckarau,
3.V. Wiesbaden—F.K. Idar; Troſtrunde Südoſt: F. C. Pforzheim-=
„V. Raſtatt, Schwaben Augsburg—Stuttgarter Kickers, V.f.R. Fürth—
F. C. Nürnberg, Phönix Karlsruhe — München 1860 — In Ulm fällt
eim Spiel zwiſchen DS.V. München und Ingolſtadt/Ringſee die Ab
iegentſcheidung der Gruppe Südbahern. — An Privatfpielen
nd unter anderem vorgeſehen: S.C. Freiburg—F. S.V. Frankfurt,
aar Saarbrücken—Mainz 05 Alemannia Worms—Germania
Brötzin=
n, V.f.B. Stuttgart—Jahn Regensburg. — In Mitteldeutſchland wird
e Vorrunde zur Verbandsmeiſterſchaft ausgetragen.
Handball.
Die Zwiſchenrunde um den D.S.B.=Handballpokal führt
Hannover Norddeutſchland und Brandenburg, ſowie in Magdeburg
Litteldeutſchland und Brandenburg zuſammen. Die Endſpiele um die
uddeutſche Meiſterſchaft werden mit den folgenden
Be=
gnungen weitergeführt: Abteilung Weſt: Mainz 05—Weſtmark Trier,
.V. Mannheim=Waldhof-Polizei Darmſtadt; Abteilung Oſt:
Mün=
en 1860—S.C. Freiburg.
Rugby.
Hannober iſt der Schauplatz eines Uebungsſpieles „
Norddeutſch=
and” gegen „Deutſchland‟. Hier ſoll die deutſche
National=
infzehn für den bevorſtehenden Länderkampf gegen Frankreich ermittelt
derden — Im Mainkreis fällt beim Spiel zwiſchen Frankfurt 60
nd Offenbacher R.V. die Entſcheidung um die Meiſterſchaft der Staf=
I B. Der neue Meiſter hat dann zum Endſpiel um die
Kreismeiſter=
haft gegen den A=Staffelſieger S. C. 80 Frankfurt anzutreten.
Hockey.
Im Hockeh ſteht der große Länderkampf mit England vor der Tür
ur Vorbereitung auf dieſes Spiel findet am Sonntag in Berlin noch
nmal ein Uebungsſpiel zwiſchen zwei Auswahlmannſchaften
att.
Leichtathletik.
Die Stuttgarter Sportarena iſt wieder Schauplatz eines
ſallenſportfeſtes. Diesmal ſind die Turner Veranſtalter, jedoch nehmen
uch namhafte Sportler an den Kämpfen teil. Im Mittelpunkt der
Er=
gniſſe ſteht der Kunſtturnerwettkampf Süddeutſchland gegen
Schweiz.
Schwimmen.
Verbandsoffene Schwimmwettkämpfe finden in Frankfurt durch
en Erſten Franbfurter Schwimm=Club und in Dresden ſtatt. Beide
Zeranſtaltungen haben eine ganz anſprechende Beſetzung.
Radſport.
Am Freitag hat das Breslauer Sechstage=Rennen
egonnen; in der Nacht zum Montag fällt dann auch der Startſchuß zu
em NewYorker „Six days”, bei denen auch die deutſche
Mann=
haft Buſchenhagen/Kroſchel an den Start geh..
Pferdeſport.
Die deutſche Galopprennſaiſon läßt noch einige Wochen auf ſich
varten. In Frankreich wird die Hinderniskampagne mit Rennen in
Autenil fortgeſetzt.
Winterſport.
Große winterſportliche Ereigniſſe wickeln ſich am Wochenende im
Berliner Sportpalaſt ab. Da ſind die ſehr ſtark beſetzten
Weltmei=
terſchaften im Eiskunſtlaufen für Herren. Damen und für
Baare, ſowie das Eishockeyturnier um den
Europapo=
al, an dem Weltmeiſter Kanadas, Oeſterreichs, der Tſchechoſlowakei
and die deutſche Nationalmannſchaft teilnehmen. — Bei Oslo finden die
raditionellen Holmenkollen, Skandinaviens größtes ſkiſportliches
Ereignis, ſtatt. Erwähnenswert ſind noch die Schweizer internationalen
Skirennen in Adelboden, die Abfahrts= und Slalomläufe bei Salzburg,
riſchen Abfahrtsläufe in Bayeriſch=Zell.
Dwie di
Handball.
Roi-Weiß Darmſtadt — 5.5.5. Ftankfurk a. M.
Am kommenden Sonntag, nachm. 3 Uhr, ſtehen ſich obige Vereine
ruf dem Rotweiß=Sportplatz in der Rheinallee zum letzten Verbandsſpiel
der Rückrunde gegenüber. Das Vorſpiel wurde von Notweiß in
Frank=
urt mit 1:0 gewonnen. FSV. Frankfurt beſitzt eine ſpielſtarke und eifrig
vielende Mannſchaft und ſteht an dritter Stelle in der Tabelle. Aber
ruch die Rotweißen haben ſich wieder etwas in die Höhe gearbeitet, was
die letzten Spiele, ſpeziell der Sieg über Reichsbahn Darmſtadt, beweiſen.
Wenngleich der Ausgang des Spieles eigentlich ohne Bedeutung iſt, ſo
nuß es doch Ehrenſache der Darmſtädter ſein, zumal auf eigenem Platze,
den Sieg zu erringen. Es darf auf alle Fälle mit einem ſchönen Spiel
zerechnet werden.
Tade. 1846 — Tgeſ. 1875, 1. Mannſchaften.
Im weiteren Verlauf der Freundſchaftsſpiele ſtehen ſich am Sonntag.
dem 1. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem Platze der Turngeſellſchaft
875 in der Kranichſteinerſtraße, obige Mannſchaften gegenüber. Im
Vorſpiel mußte ſich die Turngemeinde mit dem knappſten aller
Ergeb=
riſſe, 1:0, beugen. In der Zwiſchenzeit haben die ſpieleriſchen
Eigen=
chaften beider Mannſchaften große Fortſchritte gemacht, ſo daß der
Aus=
rang des Kampfes wieder vollſtändig offen iſt. Im Lager der Schwarz=
Veißen hofft man nach dem Sieg über Beſſungen mit einem günſtigen
bſchneiden der Woogsplatzleute. Spielt die Stürmerreihe wieder ſo
un=
igennützig wie am letzten Sonntag und läßt ſie den geſunden Torſchuß
ticht vermiſſen, ſo müßte es gelingen, für die im Vorſpiel erlittene
Nie=
derlage Revanche zu nehmen. — Vorher treffen ſich die 2. Mannſchaften
deider Vereine. — Die 46er treten wie folgt an: Senger; Seitz,
Schu=
dert; Fiſcher, Meher, Ehrhard; Schnellbächer, Bachmann, Hübner,
Ge=
duldig, Reichert.
und Tarnier.
Oündzt.
Polizei Darmſtadt — 5. B. Münſkter.
Am kommenden Sonntag, um 15 Uhr, ſtehen ſich die beiden
Liga=
mannſchaften von Sportverein Münſter und Polizeiſportverein
Darm=
ſtadt auf dem Polizeiplatze gegenüber.
Erſt am vergangenen Sonntag weilte Sportverein Münſter in
Darm=
ſtadt, verlor jedoch trotz guter Geſamtleiſtung gegen den FC. Union
2:0. Das Reſultat beſagt jedoch nicht, daß am kommenden Sonntag
die Münſterer Mannſchaft, nebenbei eine ausgeſprochene
Kampfmann=
ſchaft, nicht zu Erfolgen kommen will. Doch ſollten die Poliziſten, wenn
auch nach Kampf, die Punkte für den zweiten Tabellenplatz für ſich
be=
halten. — Vorher, um 13 Uhr, treffen ſich die Liggerſatzmannfchaften
beider Vereine.
Sportv. Groß=Gerau — Rotweiß=VfR.
Am kommenden Sonntag nehmen die Verbandsſpiele nach einer
Pauſe von 5 Wochen ihren Fortgang. Für die Rotweißen heißt es, an
dieſem Tage einen ſchweren Gang nach Groß=Gerau gehen. Wohl treten
die Darmſtädter in ihrer ſtärkſten Aufſtellung an, aber ohne in den freien
Sonntagen Gelegenheit gehabt zu haben, ſich einzuſpielen. Mit einem
Erfolg kann nur dann gerechnet werden, wenn ſich ein jeder Spieler bei
dieſem Spiel bewußt iſt, daß es der Hergabe ſeines ganzen Könnens
be=
darf. Aufſtellung: Breuer; Finger, Wettengl; Fehlberg. Neuber,
Trumpfheller; Römer, Vogelmann, Süßenböck, Beutel. Delp. — Beide
Mannſchaften fahren per Auto pünktlich 12.30 Uhr ab Löffler
Waldſtraße. Für eine große Anzahl Schlachtenbummler iſt ebenfalls
noch genügend Platz, und es iſt zu wünſchen, daß ſich dieſelben
zahl=
reich beteiligen, um den Mannſchaften den nötigen Rückhalt zu geben.
Die Jugend empfängt im weiteren Verlauf der Pflichtſpiele die
gleiche von Seeheim (nachm. 1.30 Uhr, hier.)
* Fußball im Kreis Statkenburg.
Der Spielbetrieb der Kreisliga am Sonntag, dem 1. März 1931.
SC. Haſſia Dieburg — Viktoria Walldorf (Vorſpiel 1:1).
Polizeiſportverein Darmſtadt — SV. Münſter (Vorſpiel 2:4).
FV. Sprendlingen — Union Darmſtadt (Vorſpiel 1:1).
Viktoria Griesheim — SV. Mörfelden (Vorſpiel 1:2).
SV. 1911 Neu=Iſenburg — FC. 03 Egelsbach (Vorſpiel 0:0).
1. FC. 02 Kreuznach — Germania 03 Pfungſtadt (Privatſpiel).
Der kommende Sonntag wird im Kreis mit beſonderer Spannung
erwartet. Urſache hierfür iſt das Zuſammentreffen des Meiſterfavoriten
Walldorf mit Haſſia Dieburg. Gelingt es nämlich den Walldörfern, aus
Dieburg nur einen Punkt heimzubringen, ſo ſind ſie bereits am Sonntag
Meiſter. Das wird aber ſehr ſchwer halten. Dieburg vermochte bereits
in Walldorf unentſchieden zu ſpielen und iſt die Mannſchaft, die auf
Grund ihrer Kampfart Walldorf daheim ſchlagen kann. Der
Spiel=
ausgang iſt abſolut offen. — In Darmſtadt verteidigt der
Polizeiſport=
verein ſeinen zweiten Platz gegen den SV. Münſter. Nach der
gleich=
mäßig guten Form der Poliziſten zu urteilen, ſollte das mit Erfolg
ge=
ſchehen. Oder ſollte Münſter — wie ſchon in den letzten zwei Jahren—
wieder die Ueberraſchung bringen? — Union Darmſtadt tritt in
Sprend=
lingen an. U. E. wird da nichts zu holen ſein, da Sprendlingen alle
Urſache hat, ſein Punktkonto zu verbeſſern. Sprendlingen hat nämlich
am letzten Sonntag in Mörfelden überraſchend hoch mit 2:5 verloren.
Eine Abſtiegsgefahr beſteht zwar für Sprendlingen nicht mehr, aber man
wird ſicher den Ehrgeiz haben, ſich beſſer zu placieren. In Griesheim
erwarten die Einheimiſchen Mörfelden. Wenn auch ein Sieg den
Vik=
torianern nichts mehr nützen kann, ſo wird man dort nicht tatenlos
zu=
ſehen. Wir halten den Spielausgang für offen und ſogar einen
Gries=
heimer Erfolg für möglich. Das letzte Spiel iſt wieder von größerer
Bedeutung, da der Sieger des Treffens, wenn er Egelsbach heißt, ſich
geſichert hat, heißt er dagegen Iſenburg, wieder punktgleich mit
Egels=
bach wird. Letzterer Fall ſollte wohl eintreten, und deshalb wird die
Entſcheidung, wer Vorletzter bleibt, erſt ſpäter fallen. — Die
Pfung=
ſtädter Germanen folgen einer Einladung des 1. FC. 02 Kreuznach.
Kreuznach hat ſich die Meiſterſchaft des Rhein=Nahe=Kreiſes errungen
und nimmt an den Aufſtiegsſpielen teil. Alſo ein ſchwerer Gegner für
die Pfungſtädter. Wir hoffen, daß ſie den Kreis Starkenburg ehrenvoll
vertreten.
Der Spielbetrieb in der A= und B=Klaſſe.
Die Spiele konnten nur in der Gruppe Bergſtraße Ried
durchgeführt werden und erbrachten hier folgende Reſultate: SV. Groß=
Gerau — Germania Eberſtadt 0:2 (0:2); SV. Geinsheim — Chattia
Wolfskehlen 2:0 (0:0); Eintracht Darmſtadt — Reichsbahn Darmſtadt
7:0 (4:0) SV. Weiterſtadt — Olympia Hahn 7:1 (2:0). Germania
Pfungſtadt Reſerve — FSV. Jugenheim 6:6 (0:5). — In der Tabelle der
A=Klaſſe führt Rotweiß Darmſtadt mit zwei Punkten Vorſprung vor
Eberſtadt. Wolfskehlen iſt durch ſeine Niederlage in Geinsheim
endgül=
tig aus der Konkurrenz ausgeſchieden. Der Kampf in Geinsheim ſoll
ganz im Zeichen der „Revanche” der Einheimiſchen geſtanden haben, ſo
daß Wolfskehlen den Kampf zuletzt nur noch mit acht Mann austrug.
— In der Sonderkonkurrenz der B=Klaſſe führt Eſchollbrücken vor
der Reichsbahn Darmſtadt. Genaue Tabellen beider Gruppen folgen
nächſte Woche.
In der Gruppe Odenwald wurden die Spiele bereits vorher
abgeſagt. Man trug dafür Privatſpiele aus, wobei einige Vereine ſehr
gut abſchnitten. So ſchlug der SC. Ober=Ramſtadt Rotweiß Darmſtadt
mit 3:0, und der SV. Lengfeld brachte Union Wixhauſen eine 7:4 (2:2)
Schlappe bei. Auch wenn Wixhauſen mit vier Mann Erſatz ſpielte
bleibt der Sieg doch ein Erfolg der Lengfelder. Dagegen mußte der
FSV. Groß=Zimmern die Ueberlegenheit der guten Starkenburger
Kreisliga mit einer 13:1 (7:1) Niederlage in Dieburg gegen Haſſia
Die=
burg anerkennen. Groß=Zimmern trat allerdings mit Erſatz an. In
dieſem Zuſammenhang muß aber richtiggeſtellt werden, daß der vorige
Woche gemeldete Sieg Groß=Zimmerns in Pfungſtadt nur gegen die
Reſerve der dortigen Germanen errungen wurde; in der Pfungſtädter
Elf ſtand nicht ein einziger Mann aus der Liga.
Vom Klaſſenleiter ging uns nun die amtliche Tabelle der Gruppe
Odenwald zu, die heute folgenden Stand zeigt:
Am kommenden Sonntag ſpielen:
Gruppe Bergſtraße=Ried: SV. Groß=Gerau — Rotweiß Darmſtadt:
Chattia Wolfskehlen — Olympia Hahn, Reichsbahn Darmſtadt —
Germania Eberſtadt; Boruſſia Dornheim — SV. Geinsheim;
Ger=
mania Leeheim — Germania Eſchollbrücken; Eintracht Darmſtadt —
SV. Weiterſtadt.
Gruppe Odenwald: SC. Oberramſtadt — VfL. Michelſtadt; VfR.
Beer=
felden — SV. Roßdorf, FSV. Groß=Zimmern — Germania
Die=
burg, SV. Höchſt — VfR. Erbach. — B=Klaſſe: Groß=Zimmern
2. — Spielvgg. Groß=Umſtadt; Haſſia Dieburg 3. — Vorwärts Kl.=
Zimmern; Viktoria Schaafheim — Oberramſtadt 2.; Viktoria
Klee=
ſtadt — Roßdorf 2.
Gruppe Dreieich: T.u. SV. Meſſel — SV. 98 Darmſtadt Reſ. (Privatſp.)
Gauſpieltag des Odeuwaldgaues.
Der diesjährige Gauſpieltag fand am vergangenen Sonntag in
Kirchbrombach ſtatt. Gauſpielwart Horn eröffnete die Tagung
pünkt=
lich morgens 9 Uhr und begrüßte die zahlreich erſchienenen Vertreter
der Vereine und wies auf die Erklärung der Kreisſpielwarte der 18
Turnkreiſe der Deutſchen Turnerſchaft hin, in der dieſelben das Jahr
1931 als Arbeitsjahr zur Erzielung ritterlicher Spielweiſe erklären.
Der Spieler ſoll alſo im Gegner ſtets den Turnbruder ſehen, deſſen
Ge=
ſundheit unantaſtbar iſt und dem er ebenſo wie den eigenen Mitſpielern
und dem Schniedsrichter ritterlich zu begegnen hat. Dem folgenden
Be=
richt, der das Intereſſe und den Beifall aller Anweſenden fand, iſt zu
entnehmen, daß erfreulicherweiſe das Handballſpiel in unſerem
Oden=
waldgau weitere Fortfchritte gemacht hat, und nicht vor unſeren
Nach=
bargauen in bezug auf Spielſtärke und Zahl der Mannſchaften
zurück=
zuſtehen braucht. Nachſtehende Zahlen dürften von Intereſſe ſein: Es
kamen 390 Freundſchaftsſpiele und 238 Pflichtſpiele gegen 186 und 125
im Vorjahre zum Austrag. An den Pflichtſpielen nahmen 33 Vereine
mit 68 Mannſchaften, dagegen im Vorjahre 23 Vereine mit 32
Mann=
ſchaften, teil. 982 Turnern wurde für 1930/31 Spielerlaubnis erteilt.
Nachdem Gauſpielwart Horn dem Gaumeiſter, Tv. Groß=Zimmern.
und den Klaſſenbeſten die Urkunden überreicht hatte, gab
Schiedsrichter=
obmann Emmerich einen Bericht über das Schiedsrichterweſen im Gau.
Er bedauerte, daß ſoviel Klagen über die einzelnen Schiedsrichter
ge=
geben würden, meiſt ſei jedoch das verlorene Spiel daran ſchuld. Er
er=
mahnte die Vereinsvertreter, dafür zu ſorgen, daß man nur
gewiſſen=
hafte Turner zu den Schiedsrichterſitzungen entſenden ſoll, damit dieſe
eine gute Ausbildung erhalten, um ſpäter bei einem Spiel als ganzer
Leiter dieſem gewachſen zu ſein. Gaupreſſewart Deltau berichtete über
die Berichterſtattung und das Preſſeweſen. Er lobte das gute
Einver=
nehmen mit den einzelnen Tageszeitungen und beklagte ſich nur über das
oftmals zu ſpäte Einſenden der Spielberichtskarten durch die
Schieds=
richter. Gauſpielwart Horn ſtellte die Berichte zur Diskuſſion. Da ſich
niemand zum Wort meldete konnte zu den Wahlen des
Gauſpielaus=
ſchuſſes geſchritten werden. Der Gauſpielausſchuß ſetzt ſich nun wie folgt
zuſammen: 1. Gauſpielwart Horn=Erbach, 2. Gauſpielwart Emmerich=
Groß=Umſtadt, Schiedsrichterobmann Haas=Kirch=Brombach, Preſſewart
Deltau=König, Beiſitzer und Schiedsgerichtsobmann Nord=Michelſtadt,
Schriftführer Glenz=Erbach. Als wichtigſter Antrag der Vereine iſt der
des Turnvereins Michelſtadt hervorzuheben, der beſagt, daß alle unteren
Mannſchaften nur außer Konkurrenz an den Pflichtſpielen teilnehmen
ſollen. Der Zweck dieſes Antrages iſt, das Stopfen von Spielern aus
der erſten Mannſchaft in die zweite und dritte Mannſchaft zu
unterbin=
den. Nach langer Ausſprache einigte man ſich dahingehend, beim Kreis
zu beantragen, daß wieder, wie in früheren Jahren, ſich ein Spieler
ſchon mit dem zweiten Spiel feſtſpielt. Allgemein wurde bedauert, daß
das Fauſtballſpiel, eines der edelſten unſerer Turnſpiele, in unſerem Gau
ſo wenig gepflegt wird. Gauſpielwart Horn hofft jedoch in dieſem Jahre
auf eine größere Beteiligung der Vereine und bittet die
Vereinsver=
treter, dahin wirken zu wollen. Nachdem Gauſpielwart Horn noch
ver=
ſchiedene kleine Anfragen aufklärend beantwortet hatte, ſchloß er mit
einem dreifachen „Gut=Heil” auf die Deutſche Turnerſchaft und den
Oden=
waldgau die ſo gut verlaufene Tagung.
Tiſchkennis.
Das ſeinerzeit beim Stande von 5:1 für Michelſtadt abgebrochene
Spiel gegen Beerfelden wurde Michelſtadt gutgeſchrieben; ferner
ver=
zichtete Beerfelden auf Wiederaustragung des abgebrochenen Spieles in
Oberramſtadt, ſo daß beide Punkte Oberramſtadt zufallen.
B=Klaſſe Odenwald: Viktoria Kleeſtadt — Spielvgg. Groß=
Umſtadt 5:6 (2:3). Durch dieſen Erfolg Groß=Umſtadts dürfte der
Meiſtertitel den Umſtädtern nicht mehr zu nehmen ſein.
Dem Sportverein 1898 wurde vom Frankfurter Tiſchtennisverband
die Durchführung der Ausſcheidungsſpiele übertragen, die die
6 Vertreter ermitteln ſollen, die Süddeutſchland beim
Verbände=
treffen in Magdeburg repräſentieren werden. Die Spiele
wer=
den in Form eines Blitz=Turnieres ausgetragen, woran die vier beſten
ſüddeutſchen Vereine teilnehmen werden: es ſind dies neben den beiden
Frankfurter Spitzenvereinen
Tennisklub 1914 und Bar Kochba, ber Tennisklub Bad=Hombyra
und Sportverein 1898.
Da gerade dieſe vier Vereine über faſt gleichwertige Spieler
ver=
fügen, wird es zweifellos zu ganz hartnäckigen Kämpfen kommen, wo oft
nur Spielglück das Zünglein an der Waage bilden wird. Daß die Spiele
gerade nach Darmſtadt gelegt wurden, obwohl doch eigentlich Frankfurt
die Tiſchtenniszentrale darſtellt, beweiſt, wie ſehr der Verband das
In=
tereſſe, das in Darmſtadt bei ähnlichen Veranſtaltungen für Tiſchtennis
beſtand, anerkennt. Wir hoffen, daß die Darmſtädter Intereſſenten dieſe
Anerkennung dadurch quittieren, daß ſie recht zahlreich zu den Spielen
erſcheinen, um der Veranſtaltung dadurch einen impoſanten Rahmen zu
geben. Das Turnier findet am Sonntag, dem 8. März, ſtatt, und
er=
ſrreckt ſich auf den ganzen Tag, ſo daß alſo jedermann Gelegenheit
ge=
boten iſt, vor= oder nachnittags den Spielen beizuwohnen.
Polizei—Sp.V. Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag, den 1. März, vormittags 10.30 Uhr,
fin=
der in der Polizeiſporthalle, Eſchollbrücker Straße 24, die Austragung
der Einzelkonkurren; im Bantamgewicht der A= und
B=Klaſſe des Gaues Odenwald ſtatt. An dieſer Konkurrenz
beteiligen ſich die Bantamgewichtler von ſieben Vereinen. Der
Gauvor=
ſtand hat für dieſe Konkurrenz drei Ehrenpreiſe in jeder Klaſſe
ausge=
ſetzt. An der Austragung dürfen ſich nach Gaubeſchluß nur die Vereine
beteiligen, die im letzten Verbandsjahre ſich an den Verbandskämpfen
beteiligt haben. Gerade in der Bantamklaſſe kann es zu ſchönen Kämp
fen kommen. Wir bitten deshalb das ſportliebende Publikum und die
Anhänger des Kraftſports, ſich dieſe Kämpfe einmal anzuſehen. Die
Halle iſt geheizt.
Athletik=Sportverein 95 Darmſtadt.
Die Ausſcheidungskämpfe im Ringen des Odenwald=Gaues (
Deut=
ſcher Athletik=Sportverband) finden am Sonntag, den 1. März,
vormit=
tags 10.30 Uhr, in der Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule,
Kapell=
ſtraße 5, ſtatt. Bei dieſen Kämpfen werden die Meiſterſchafts=Plaketten
ausgetragen. Jeder Verein des Odenwald=Gaues iſt verpflichtet, ſeine
beſten Ringer zu dieſen Kämpfen zu entſenden, und iſt hieraus zu er
kennen, daß die Meiſterſchaften heiß umſtritten werden. Allen
Sport=
freunden wird dieſe Veranſtaltung beſtens empfohlen, zumal der
Ein=
trittspreis ſehr niedrig gehalten iſt.
Eintracht Frankfurt gewann das dritte Wiesbadener Hallenhandball
Turnier vor dem SV. Wiesbaden.
Erwin Casmir und Helene Mayer werden ſich an der internationa
len Fechtgala beteiligen, die am 10. und 11. März in San Nemo ſtat
findet.
Bei ben Tenniskämpfen um den Butler=Pokal in Monte Carl
wurde das deutſche Paar Dr. Kleinſchroth=Wagner von den Spanier
Maier=Sindreu bereits in der erſten Runde mit 6:3, 6:2, 7:5 ausge
ſchaltet.
8
In den ersten 10 Jahren
nur die milde und reine, für
die zarte Haut der Kleinen
besonders hergestellte
NANAA
KINDERSEIEE
Sie macht die Hautporen frei
für eine gesunde, kräftige
Hautatmung. Und was das
bedeutet, merken wir
Er-
wachsenen an uns selbst:
Wohlbefinden und Gesund-
60 Ffg. heit hängen von ihr ab.
Regen, Wind oder Schnee! Wie das Wetter auch
sei: Die kältere Jahreszeit verlangt ständige Hautpflege mit
Reiben Sie Gesicht und Hände täglich damit ein, nicht nur
all-
abendlich, sondern auch am Tage, bevor Sie ins Freie
hinaus-
gehen Nivea-Creme schützt Ihre Haut vor den ungünstigen
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Seite 14
Freitag, den 27. Februar 1931
Nummer 58
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fi. Gemüſe=Nudeln, 3 und 8 mm breit . . . . . . . Pfd. 0.48
ff. Grießfadennudeln".
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prima Schweinekoteletts ...
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prima Ochſenfleiſch, mit nur 100 gr Knochenbeilage . Pfd. 1.00
prima Kalbfleiſch, Hals und Bruſt
Pfd. 1.00
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Ia Kalbskeule
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la Friſchwurſf, Dauerwurſt, Schinken, roh und gekocht.
Ooſenwürſtchen, Siedwürſichen, Fleiſchſalat.
Aus unſerer modernen Großbäckerei:
ff. Brötchen, Gebäck, Kuchen Zwieback.
Ia Miſchbrote, Roggenbroie, Schrotbrote.
580 Rückbergitung auf alle Waren 1. auf die volle Einlaufsſumme
Die Mitgliedſchaft kann von ſedermann koſtenlos in unſeren
Ver=
teilungsſiellen erworben werden.
Auskunft erteilt das Verkaufsperſonal. (3221
Musik-Verein
Probe zu „Josua‟
Freitag, 27. Februar, 8 Uhr in der
Stadtkirche mit Orchester unter
Leitung von Dr. Böhm. 220
Vollzähliges Erscheinen notwendig.
Morgen Samstag, 28. Februar
abends 8 Uhr
im Städt. Saalbau, ſpricht:
Konstantin Wieland
über
Himmel
Fegfeuer
WSldH
Haupt=
verſammlung
Freitag, den 13. März
1931, abends 20 Uhr,
pünktlich, im
Klub=
lokal „Krone‟,
Schuſtergaſſe.
Tagesordnung:
1. Verles der
Nieder=
ſchrift; 2. Bericht;
Dasaa
3. Rechnungsablage; 4. Voranſchlag; 5.
Ausloſung von Darlehnsſcheinen; 6.
Vor=
ſtandswahl; 7. Ehrung für 25= u. 40jährige
Mitgliedſchaft; Verſchiedenes.
Etwaige Anträge ſind bei Meidung des
Ausſchluſſes ſpäteſtens bis zum 3. März
ds. J., z. H. des ſtellv. Vorſitzenden,
Direktor Schrauth, einzureichen.
Die Klubgenoſſen werden um recht
(3178
zahlreiches Erſcheinen gebeten
Der Vorſtand.
Heute Freitag
Hautfen
Wpeo
mit Konzert
bei
Anton Graf, Bleichſtraße3!
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und
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empſehle ich in den Preislagen:
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30 Mk., 36 Mk., 42 Mk.
Guter Sitz und gute Arbeit ſind, wie
immer, gewährleiſtet (3101
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Auch Sonntags vormittags
9-13 Uhr geöffnet.
Bei allen Krankenkassen zugelassen. 281a
Stammholz=Berſteigerung.
Dienstag, den 3. März 1931,
vormittags 9½/, Uhr anfangend,
wer=
den im Georgenhäuſer Gemeindewald
öffentlich verſteigert:
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135 Stück Kiefern=Stämme — 105 im
15 „ Lärche=
— 12
12 „ Fichte=
— 650 „
Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Heberer,
Station Meſſel.
Georgenhaufen, den 25. Febr. 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Georgenhauſen.
Strauß.
Lehke
Autholz=Berſteigerung.
Montag, den 2. März 1931, vorm.
10 Uhr beginnend, werden aus dem
Eberſtädter Gemeindewald. Diſtrikt
Klingsackertanne, Abt. 11. 12, 13, 19, 45,
46, 59, 60, 73, 42, 41. 40, 39, 38, 37 die
nachverzeichneten Holzſortimente
meiſt=
bietend verſteigert:
19 St. Kief.=Langholz Kl. 2a — 7,62 fm
2b — 6.97
Za — 2264
3b — 28,35
4a — 28,51
4b — 12,61
5 — 8,80
Zuſammenkunft der Steigerer auf der
Chauſſee Eberſtadt—Darmſtadt (
Halte=
ſtelle Waldfriede). Nähere Auskunft
er=
teilt Herr Forſtgehilfe Mohr. Neue
Darmſtädter Straße 51.
Eberſtadt, den 24. Februar 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt (Bergſtr.)
Der Bürgermeiſter:
Dr. Uecker.
(3205
I, Bm. 1056)
Kleinkleisch
Postkolli netto9 Pfd. 2.95
Bahnkübel,, 33 „ 9.90
C. RAMM, Wurstfabk.
Nortorf (Holst.) 447
Großes Haus
Hessisches
Landestheater
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27. Februar 1931
Kleines Haus
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G11(Gr.1—4)
Aiebe Mnden
Ich habe mich entschlossen, für Euch extra jeden Sonntag
nach-
mitkags 3.30 Uhr eine große
Zauber-Horstellung
zu veranstalten, zu der Ihr alle mit Euren Eltern kommen müßt.
Ihr werdet da soviel Schönes und Rätselhaftes sehen, daß Ihr aus
dem Staunen nicht herauskommt. Ihr könnt sehen, was Ihr sonst
nur in Märchenbüchern fndet: wie Tauben, Kaninchen, Hähner
usw. aus der Luft gezaubert werden, wie ein Elefant verschwindet,
wie ein ganzer Blumengarten aus der Luft gezaubert wird und
vieles andere mehr. Damit Ihr nicht zu tief in Eure Sparbüchse
zu greifen braucht, bezahlt Ihr Sonntag nachmittag nur ganz kleine
Preise 40 Pfg. bis 1.50 Mk. Sagt es Euern Eltern und kommt
(3207
alle am Sonntag nachmittag zur
Aauberschag
Kassner im Orpheum!
Die Stunden werden unvergeßlich sein. Onkel Kassner.
Große Geschenk-Verteilung! Jedes Kind erhält ein Geschenk!
Nichtmitglieder machen ſich und ihre Anſifter durch Einkauf in unſeren Verteilungsſtellen na9h
8 152 des Genoſſenſchaftsgeſetzes ſtrafbar. — Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf in
unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Der Tartuffe
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Kartenverkauf: Bergsträßers Buchhandlung,
Wilhelminenstraße 29.
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1.— bis 4.— RM. für Hauptprobe. Trotz 8te
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Einer der schönsten Kulturfilme der Gegenwart:
„Mordlanduodins Paradies
Ein Film aus dem Wikingerland, umhüllt von Poesie und Kraft.
Aufnahmeleitung: O. Neubert. — Fotografie W. Siem.
Zur Aufnahme wurden 22000 Kilometer auf Eisenbahnen, an Bord der „Monte Olivia” und „Kong Ring” sowie im
Automobil zurückgelegt.
Aus dem Inhalt des Films:
Dem Meere entstiez dieses Elfenland Weile empfangen wir in diesem Paradies
Tosende Wasserfälle — blaue Fjorde — leuchtende
Gletscher — trotzige Bergbastionen — Wiege
ger-
manischer Götter und Heldensagen.
Häler rauschen Im jrdischen Tubel Jengeitg des Raumes — Jenseits der Zeit
Frähling im Hardanger — Naerodal — Brixdal —
Kjendal — Loen — Merok — Balholm —
Fantasien der Schöpfung.
Preise Mk. 100, 1.50 und 2.00.
Vorverkauf an der Tageskasse.
Land der Edda — Himmel Peer Gynts — stürzende
Berge — Könige dieser Erde — gefesselte Kräfte —
Steindrama.
Eismeer — Spitzbergen — Mitternachtssonne —
Lappländer — Renntierherden — Land ohne Geld usw.
Jugendliche haben Zutritt
Heute letzter Tag
Der glänzendste
Militär-
schwank des Jahres.
Der falsche
Feldmarschall
Eine Köpenickiade, die
donnernde Lachsalven
auslöst.
Dialoge: Roda Roda.
In den Hauptrollen:
Vlasta Burian
Roda Roda, Fee Malten,
Antonie Jacckel, Jack
Mylong-Mänz, Wilhelm
Bendow u. a.
Koda Roda, der
Alt-
meister des deutsch. Brettls
und Vlasta Burian,
der originellste Komiker,
der je im Tonfilm erschien,
schaffen eine Atmosphäre
der Heiterkeit und der
vergnügten Laune!
Dazu ein Kurztonfilm, der
Wiener Männer-
Gesang-
verein: An derschönen
blauen Donau‟
und das gute Beiprogramm
Jugendliche haben Zulri.t.
Beginn: 3 45,6.0) u. 8.20 Uhr
Ab hente
das ausgezeichnete Stummfilm-Doppelprogramm.
Ein Werk von unerhört. Eindringlichkeit
Der große Zille-Film
Mutter Krausen’s
Fahrt ins Glück
Heute letzter Tag
Regie Piel Jutzi
Ein Film, der packt und aufwühlt, ergreift und rührt.
Typen, wie sie der unvergeßliche Heinrich Zille
schuf in dessen „Milljöh” dieser wunderbare Film spielt
Dieses Filmwerk ohne Stars und ohne Schminke
schildert das Leben in nackter Wirklichkeit und
ist ein würdiger Denkstein dem großen Künstler
Heinrich Zille.
Im II. Teil:
Ein Film von gewaltiger Schönheit
Erde
Manuskript und Regie: Alex. Dowshenko.
Der Film ist ein photographisches Kunstwerk ersten
Ranges. — Derartige Bilder, grandios, erschütternd,
hat man bisher nirgends zu sehen bekommen.
Der heitere Tonfilm mit
Schlumpsi, dem
neuent-
deckten Film-Star
Tingel!
Tangel
Regie: Jaap Speyer, In den
Hauptrollen Elisabeth
Pinafetf, Ernst Verebes,
Fritz Kampers, KattaSterna,
Bruno Kastner, Jnl.
Falken-
stein und vor allem
Schlumpsi, dem
ent-
zückenden, ruppigen, kleinen
Drahthaar-Terrier.
Außerdem wirken die
be-
liebte Kapelle Dajos Bela,
Alfred Braun vom Rundfunk
und der bekannte Sänger
Austin Egen mit.
Dazu d. neueste Micky-Film
Dichter u. Bauer
und das bunte Beiprogramm
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Hth. III, rechts.
Nummer 58
Freitag, den 27. Februar 1931
Seite 15
eile Voillersien
URNEBER-RECHTSSCHUTZ MURCN VERLAK OSRAR BEISTER, WERDAU
(Nachdruck verboten.)
Lord Durbam wurde wieder abgeführt und Peitters ging,
feleitet von Jolly Robbers.
Der Detektio war wütend, daß man nicht weiterkam. Lord
Durham kämoft= mit Aufbietung aller Kräfte.
Gab es dann kein Mittel, das ihn abſolut überführte
Er wartete auf Antwort von O’Brien, der ihm telegraphiert
hatte, daß es ihm gelungen ſei, feſtzuſtellen, daß Lord Durham
ui London unter dem Namen Mr. Seribe eine dauernde
Woh=
rung gehabt habe. Er bemühte ſich, jetzt feſtzuſtellen wo.
Di= Durchſuchung der Hotelräume, die Durham beiohute,
vie auch die Durchſuchung auf Schloß Durbam hatte nirgends
einen Neſt des Giftes finden laſſen.
und danach ſuchte Nobbers ſieberhaft.
Am Nachmittag dieſes Tages bekam Jolly Nobbers Beſuch.
Berndt Grotb kam, um ihm zu danken und Abſchied von
hm zu nebmen.
imet
„Sie haben Ihre Aufgabe ſo glänzend wvie nur möglich
ſclöſt!” ſagte Berndt. „Jch bleibe immer in Ihrer Schuld.”
„Nein, nein”, wvehrte Nobbers ab. „Jch habe ihn noch nicht
ſtlos überführt. Die deutſehen Gerichte werden nicht wagen,
hn auf Grund der Judizien zu verurteilen. Man wird es
Enigland überlaſſen. Die engliſchen Gerichte haben ja ſchon
usliefernngsantrag geſtellt. lind wie wird es werden?
EEng=
and kann ihn nicht verurteilen, will es nicht, denn ſonſt kaun
„ der Fall eintreten, daß Lady Oris: Erben — das ſind Sie
ud Ihr Junge — das ganze Erbe erhalten. Die Erzwerke ſind
Ver inzwiſchen von einer ſo gewaltigen Weltbeveutung
geſvor=
en, daß ſie Englaud nie in die Hände eines Deutſehen geben
oird."
„Das befürchtet Giſh ſo wie auch ich!“
„E8 iſt ſo! Könnten wir das Teſtament ſchaffen, dann
a. Aber das ruht auf dem Grund des Meeres. Könnten wir
en abſoluten Schuldbeweis führen, auch dann würde das volle
Erbe nieht auf Sie übergehen, ſondern höchſtens ein Teil da=
von, denn Lady Iris iſt ja dann nach dem Geſet nicht die
einzige Erbin. Es kämen dann noch eine gaſize Reibe von
Erben in Frage.”
„Was vvollen Sie tun?” fragte Berndt.
„Jch will".
Nun kam Salten berein und brachte ein Telegramni.
Erregt erbrach es Jolly Robbers und ſtieß einten Laut
der Uieberraſchung aus.
„Salten!"
„ Maſter?"
„O’Prien bat die Wobnung gefunden!“
„Ah . . . gut . . . und?‟
Mkaud Ren Sietsitte
Gutest. Ka gſitn=
Rn
kel
nuit noch
„Er hat den Reſt des Giftes gefunden und kommt morgen
nach Deutſchland. Jeut, jetzt haben wir ihn. Herr Groth, jeut
iſt ihm der Galgen reif, jeut iſt ſeine Schuld unbeſtritten. Wir
haben das Korpus belicti!“
Verndt atmete tief und ſante dann: „So ſwird doch Sülhne
finden, was einſt Entſehliches geſchab?"
„Ja ... er wird fühnen mit ſeinem Leben! Auge um
Auge ... Zahn um Zahn!“
Noch am gleichen Tage ſuchte Jonly Robbers das
Polizei=
präſidium auf.
„Was bringen Sie, Mr. Nobbers?” fragte Schratt, der dem
Detektio am Geſicht anſab, daß er um ſichtiger Dinge lvillen
Tam.
„Wa8 lch bringe?” rief Jolky Nobbers triumphierend. „Den
Schuldbeweis, der Durbam an den Galgen bringt!“
Schrat erhob ſich jäh.
„Sie haben?” fragte er maßlos erregt.
„Das Gift . .. den grülnten Tod . . . den Reſt der Phiole
gefund n in der Londoner Privatiohnung Durhams, iov er
un=
ter dem Namen Mr. Seribe lvobnte!"
„Gott ſei Dank, daß wir endlich weiterkommen! llebrigens:
Lord Durbam bat heute einen Derzkrampf erkitten, toir mnßten
den Arzt zu ihm ſchicken, aber es iſt wieder beſſer!“
„Laſſen Sie ihn jeut vorführen!“
Er iſt noch binfäuia!“
Jollys Geſtcht ſwurde ſinſter. „Sie Habeit lohl noch
Er=
djarien mit dieſer Weſtie, Kommiſſar? Dieſes 1ingebeier
er=
morbete kaltblütig ſeine einene Frau, lanaſam ließ er ſie
hin=
ſiechen. Laſſen Sie ihn vorführen, ich winl ihm die Wahrheir
ins Geſicht ſchlendern!“
Schratt wvagte nicht zu ſoiderſpreihen und ſetzte ſich mit
Polizeirat Richards in Verbindnng, der ſofort aufgereat zu
ihmr kam und befahl, daß mian Durham vorführen ſolle.
Durhamt kam.
Als der Hüne über die Schwelle ſchritt, ſaben ſie, daß er
ein anderer geworden. Er ſah clend und hinfäntick aus.
„Mylord!” nahm Richarbs das Wort. „Sie haben bis zur
Stunde gelengnet, den Mord an Jhrer Frau und an
Made=
molſelle Girard begangen zu baben."
„Jch habe es nicht getan!” ziuang ſich Durbam zur
Feſtig=
keit.
Richards blickte auf Jolky Mobbers.
Der Detektiv erhob ſich, zon die kleine Phiole heraus und
trat zu Durbam, bielt ſie (hm vor die Augen.
„Nennen Sie das, Lord Durbam?“
Ein Zittern alug burch den Körper des Hülnen, ſeine Augen
traten aus den Höhlen, als er entſeut auf die Phlole ſtarrte.
„Die Giftphtolel” ſprach Nobbers weiter, langſam,
grau=
ſam im Ton. „Wiſſen Sie, wo ſoir ſie gefunden haben? In
der Wohnung eines gelviſſen Mr. Serlbe. Kennen Sie ihn?”
Durham ſtaud wvie eine Wilbſäule ſo ſtarr, dann ſeüte er
an und wvollte auf Mobbers zuſchreiten.
Da ... ein heftiges Zittern alug durth die Geſtalt des
Rieſen, ein Nöcheln kamt aus ſeinem Dalſe, bann brach er mit
einem erbarmungswvülrdigen Stöhnen zuſamment.
Wie ein Klot fiel er hin, ſchlug hart auf beit Woden auſ,
ebe die Männer zuſpringen konnten.
(Fortſetzung folgt.)
Unsere erste
beginnt Freitag, den 27. Februar
und endet Samstag, den 7. Wärz
Diese Veranstaltung hat den Zweck, Brautpaaren,
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mählten usw., überhaupt allen Interessenten für unsere Artikel,
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Unsere Pralse sind diejenigen vor 1914.
Jetzt müssen Sle kaufen und nicht mehr
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halten, eine weltero Prelssonkung in unseren Artikoln
ist ausgeschlossen.
Sie also sofort, Sie nützen sich und der Allgemeinhelt,
Wir wollen heute kelne Preise anführen, aber beachten
Sie eingehend unsere 15 Schaufanster und
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Wir werden wiederum den Beweis erbringen, daß wir durch
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