Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 55
Dienstag, den 24. Februar 1931. 194. Jahrgang
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ſtädter und Nationalbank.
Sieppdechen
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39.50,36.50
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ſch
ſehsſuell
I1.3
Einigung über die Agrarpolitik im Kabinett
Schieles Borſchläge in vollem Umfange vom Kabineik übernommen. — Hilfe für die Landwirtſchaft im
Rahmen der Geſamkwirkſchaft. — Neue Wege für die geſamte Zoll= und Handelspolikik.
Schiele ſpricht am Dienskag im Reichskag.
Soweit könnte man ſich über die Grundgedanken der
Kabi=
nettsbeſchlüſſe vollkommen im klaren ſein, ſo daß man auch den
Agrarpolikik ie Rahmen der
im Zuſammenhang mit der Entſchließung des Reichsverbandes
der Deutſchen Induſtrie vom vergangenen Freitag aufgetauchten
Reviſionspolitik.
wilden Gerüchten keine weſentliche Bedeutung beizumeſſen
brauchte. Die morgige Rede des Reichsernährungsminiſters,
mit der die Plenarſitzung des Reichstages eingeleitet wird,
2 Reichsregierung verlangk Generalermächtigung
dürfte aber den Beweis erbringen, daß die Vorſchläge
Schieles in vollem Umfange vom
Kabinettüber=
vom Reichstag.
nommen worden ſind, alſo auch die Forderungen der Grünen
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Front, die die Grundlage der Vereinbarungen mit dem Reichs=
In der neunten Abendſtunde des Montag wurde eine kurze
tteilung ausgegeben, wonach das Kabinett ſeine
Be=
tungen abgeſchloſſen hat. Die gefaßten
Be=
lüſſe wird Miniſter Schiele am Dienstag in
er Rede zum Haushalt des Reichsminiſteriums für Ernährung
Landwirtſchaft im Reichstag vertreten.
Das Reichskabinett hat ſich darauf geeinigt,
ß es vom Reichstag die Generalermächtigung
rlangen wird, alle zur Förderung der
Wirt=
aft notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.
=dieſer Formulierung, die etwa einem erweiterten
Vertrauens=
um gleichkommt, dürften der Regierung die Mittel gegeben ſein,
r Landwirtſchaft die notwendige Hilfe zu bringen,
ſo=
t ſie im Rahmen der Geſamtwirtſchaft für
not=
idig erſcheint. Außerdem wird den Einwendungen
pſycholo=
der Art, die von den Gegnern der Politik des
Reichsernäh=
gsminiſters erhoben worden ſind, durch die Ausdehnung
Ermächtigung auch auf die Geſamtwirtſchaft
znung getragen werden. Das Kabinett hat auch bereits die
mulierung für die Ermächtigung ausgearbeitet, die von ihm
ſt an eine beſtimmte Friſt gebunden wird. Die Einzelheiten
Maßnahmen, nämentlich auf dem Gebiete der
Veredelungs=
tſchaft, dürften der Reichsregierung zum geeigneten Zeitpunkt
behalten bleiben. In politiſchen Kreiſen ſieht man der
mor=
n Erklärung des Reichsernährungsminiſters mit großer
Span=
g entgegen, da ſie eine Reihe programmatiſcher Einzelheiten
halten wird.
* Nach allem, was in unterrichteten Kreiſen über die
Be=
iſſe des Reichskabinetts am Montag abend verlautet, dürften
Mitteilungen, die der Reichsernährungsminiſter Schiele in
er Haushaltsrede am Dienstag im Reichstag machen wird.
r Senſation gleichkommen. Zum erſten Male in endloſen lan=
Beratungen ſcheint es gelungen zu ſein, den Gegenſtand der
handlungen vor der Oeffentlichkeit und vor allem vor den
In=
ſſenten bis zum letzten Augenblick wirklich einmal vertraulich
halten. So erklärt es ſich, daß auch die noch in den Abends
den nach dem Abſchluß der Kabinettsſitzung in weiten Kreiſen
breiteten Gerüchte ſich mit Nebenerſcheinungen beſchäftigten und
dem eigentlichen Kern der Dinge vorbeigingen, während
kat=
lich die Prüfung der ſachlichen Einzelheiten der Agrarhilfg und
en Ausbalancierung mit der Selbſthilfe der Landwirtſchaff und
einem ausreichenden Schutz der Verbraucherſchaft und der
Her=
ung eines weitgehenden Einvernehmens ſchon am Samstag
ab=
gloſſen war.
Die Beratungen des heutigen Tages waren darüber hinaus
weſentlichen noch der Ueberprüfung der Situatien im
Rah=
rg mit der Tributpolitik gewidmet. Wie ſchon zur Genüge
annt, rechnet man in maßgebenden Kreiſen damit/ daß die
ßig kurze Zeit, wahrſcheinlich kaum viel länger als
em Zeitpunkt wäre alſo eine Reviſion der
Repara=
insverpflichtungen erforderlich. Sollte Deutſchland
verartig neue Verhandlungen ohne eine
voll=
ndige Rüſtung auch auf dem Gebiete der
Er=
hrungswirtſchaft hineingehen, ſo könnte die Reviſion
einem ähnlichen Ergebnis wie die Haager Konferenz
gelan=
nur diesmal nicht aus finanzpolitiſchen Gründen, ſondern
ſen der Gefahr der Sperrungsvon
Lebensmit=
krediten, alſo gewiſſermaßen durch eine neue Hunger=
Tade.
In den Rahmen der Rebiſionspolitik der
yrung aller Maßnahmen, die geeignet ſind,
ſentlichen Volksnahrungsmitteln vom
Aus=
herung des Erfolges der Reviſionspolitik ſelbſt dann durch= Aelteſtenratdes Reichstags hat dieſen etwas
eigen=
wäre. Tatſächlich aber haben ſich die Kabinettsberatungen
lange ausgedehnt, weil es darauf ankam, zur Vermeidung
Schwierigkeiten auf anderen innerwirtſchaftlichen Gebieten
insbeſondere angeſichts der Zahl von 5 Millionen
Arbeits=
n Löſungen zu finden, die der Landwirtſchaft zwar eine be= die Nationalſozialiſten bei ihrem Auszug aus dem Reichstag
er=
rbraucherpreiſe unwahrſcheinlich machen. Aus
Grunde iſt nun die Laſtenſenkung und die
Zins=
kung von vornherein eingeſchaltet worden, ſodann auch die
bewußte Organifierung der landwirtſchaft=
Den Selbſthilfe in der Rationaliſierung der Betriebe
des Abfatzes. Vor allem ſoll auch der Abbau der
anne zwiſchen den Erzeuger= und
Verbrau=
den.
kanzler bildeten. Allerdings wird, wie zu erwarten, keine
unmittelbare Neuregelung einzelner Zölle
oder einzelner Handelsabkommen vorgenommen
werden. Aehnlich wie bei den Verwendungszwängen und
ande=
ren in großen Umriſſen bekannten Maßnahmen wird die
Vor=
lage ſich darauf beſchränken, der Reichsregierung die
Ermäch=
tigung zur Manipulierung der Zölle über die
engeren landwirtſchaftlichen Gebiete hinaus
und zur Aenderung beſtehender
Handelsver=
träge ſowie zur Inkraftſetzung neuer Verträge
erteilen. Damit wird für die geſamte Zoll= und
Han=
delspolitik ein vollkommen neuer Weg
beſchritten, der es möglich macht, unter jeweiliger ſchneller
Anpaſſung an die Wirtſchaftslage in Deutſchland und auf
dem Weltmarkt alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, ſo
daß etwa auch in der zeitlichen Geſtaltung die Intereſſen
der Erzeuger und Verbraucher voll
berückſich=
tigt werden können. Damit wird der größte, überhaupt
denk=
bare, Schutz von Erzeugern und Verbrauchern eingeſchaltet, ſo
daß die Reichsregierung es wirllich jederzeit in der Hand hat,
ohne jedesmalige Beeinfluſſung durch Intereſſenten, den
volks=
wirtſchaftlichen Bedürfniſſen Rechnung zu tragen. Die
Reichs=
regierung bekommt mit der Vorlage
Möglich=
keiten zu praktiſcher Arbeit, wie ſie bisher auf
dem Gebiete der Wirtſchafts= und
Handelspoli=
tik noch keine Reichsregierung, auch noch keine
Vorkriegs=Regierung gehabt hat. Sie
über=
nimmt damit allerdings auch eine
Verantwor=
tung, die weit über den Rahmen des bisherigen
Umfanges hinausgeht.
Verlängerung der Amkszeit des Reichspräſidenken
auf Lebenszeit durch Volksbegehren.
Auf einer Jungdeutſchen Tagung in Holzminden erklärte der
Hochmeiſter des Jungdo, Artur Mahraun, der JungdeutſchefOrden
werde ſeinen Mitgliedern empfehlen, für das
Stahlhelmvolksbe=
gehren auf Auflöſung des Preußiſchen Landtages zu ſtimmen.
Ferner ſchlug Mahraun ein Volksbegehren auf
Verlänge=
rung der Amtszeit des Reichspräſidentengvon
Hindenburg auf Lebenszeit vor.
Aus dem Reichskag.
Verlin, B. Febhuar.
Der Reichstag begann mit einer Trauerkundgebung für die Opfer
der Gruße Eſchweiler=Reſerve‟. Ein kommuniſtiſcher Hilfegntrag iſt
r der geſamten Politik und insbeſondere im Zuſammen= der Ausſchußberatung übenwieſen worden. In allen drei Leſungen
ver=
abſchiedet wurden eine Novelle zum Geſetz übee die Rentenbank=
Kredit=
anſtalt und ein Geſetz über den Uebergang mecklenburgiſcher
Waſſer=
ſtraßen und des Kraffohl=Kanals auf das Reich. An den Auswärtigen
parationen nach dem Youngplan nur noch verhältnis= und den Sozialpolitiſchen Ausſchuß ging ein Vertrag mit Oeſterreich
über Sozialverſicherung, an den Handelspolitiſchen Ausſchuß der Zu=
1 Jahr geleiſtet werden können. Späteſtens zu ſatz zum Handelsvertrag mit Frankreich, an den Sozialpolſtiſchen
Aus=
ſchuß der Entwurf über den Ausbau der Angeſtelltenverſſcherung Die
dann begonnene A Beratung des Ernährnugsetats wirdk heute
fortge=
ſetztt
50 gehl es nichl.
Afdie A. Jit Rnns.4
Die Nationalſozialiſten haben bei dem Auszug ls dem
Reichstag die Anregung gegeben, daß die Djäten, die ſie jetzt nicht
erheben, den Arbeitsloſen überlaſſen werden ſolltew”. Ihnen iſt
daraufhin der Vorwurf gemacht worden, daß dies ein rein
agi=
tatoriſcher Antrag ſei und, um dies zll widerlegen, müßten ſie nun
chsregierung gehört alſo auch ſelbſtverſtändlich die Durch= verſuchen, den Antrag tatſächlich vor den Reichstag zu bringen,
wobei ſie allerdings daran feſthälten, daß ſie ſelbſt nach wie vor
utſchland mit Beſchleunigung in allen an den Beratungen nicht teilnehmen wollen. Sie haben daher
die Anregung gegeben, daß auf ihre ſchriftliche Anregung hin
id unabhängig zu machen. Eine derartige Agrar= dieſer Antrag im Reichstag zur Beratung geſtellt würde und daß
tik, wie ſie vom Reichsernährungsminiſter bereits ſeit ſeinem bei der Abſtimmang die Stimmen ihrer Fraktion
tsantritt konſequent eingeleitet worden iſt, müßte zur trotz ihres FeEnſeins Fmitgezählt werden. Der
ihrt werden, wenn ſie auch mit weſentlichen Opfern verbun= tümlichen Vorſchlag abgelehnt, mußte ihn auch ablehnen,
denn es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die
Wahrneh=
mung der Rechteder Volksvertreter mit der
An=
weſenheit im Reichstag, vor allem bei der
Ab=
ſtimmung, antrennbar verknüpft iſt, und nachdem
idene Rentabilität ſichern, aber eine Erhöhung der klärt haben, ſie würden kein Geſetz, das dieſer Reichstag annimmt,
für rechtsverbindlich halten, können ſie eigentlich dem Reichstag
nicht gut zumuten, daß er nun auf ihren Wunſch Beſchlüſſe faßt,
die ſie von vornherein für rechtsunverbindlich erklärt haben.
Prokeſt gegen den Schenker-Berktag.
Auf Veranlaſſung des GDA. nahmen geſtern die
Ange=
ſtellten des Speditionsgewerbes hier zu dem
rpreiſen unter bewußter Anknüpfung an die vorüber= Schenkervertrag Stellung und erhoben ſchärfſten Proteſt gegen
end leider ſtillgelegte Preisabbauaktion in Angriff genommen, den Abſchluß des Vertrages. Die Entſchließung wurde auch an
die heſſiſche Regierung und die Parteien weitergeleitet.
* Prager Durcheinander.
Eine ſeltſame Inveſtikionsanleihe, Nokopferalarm
und Kahenjammer.
Von unſerem =Mitarbeiter.
Prag, 21. Februar.
Es iſt alſo dank der von den tſchechiſchen Agrariern
beſtimm=
ten Politik der Prager Regierung, die zuſchlechterletzt den
Ab=
bruch der Handelsvertagsverhandlungen mit Ungarn und damit
die Vernichtung hunderttauſender Exiſtenzen in der
Tſchechoſlo=
wakei herbeigeführt hat, zu der unſchwer vorauszuſehen
gewe=
ſenen Kataſtrophe gekommen: der Stellvertreter des
Miniſter=
präſidenten, der Ernährungsminiſter Bechyne, ſpricht es
under=
blümt in einem gleicherweiſe Aufſehen wie Beſtürzung
erregen=
den Aufſatz in einer tſchechiſchen Wochenſchrift aus, daß in der
Tſchechoſlowakei heute Millionen ſich in „unmenſchlicher Not”
befinden, daß die heutige Situation der Bevölkerung der
tſchecho=
ſlowakiſchen Republik nicht anders mehr bezeichnet werden könne
als eine nationale Kataſtrophe. „Ich kann nicht ſagen, daß die
ganze Regierung von allem Anfang an die Dinge ſo erfaßt hätte.
Noch im Dezember hat eine Gruppe innerhalb der Regierung
die Handelsvertragsverhandlungen mit Ungarn vereitelt. Ich
hoffe, daß dieſe Blindheit vorüber iſt!“ Nun, dieſe Sprache iſt
deutlich, deutlicher, als es den tſchechiſchen Agrariern angenehm
ſein kann, jener Gruppe, die es vermocht hat, ihrem Egoismus
ungezählte Exiſtenzen zu opfern, ein Heer von arbeitsbereiten
Menſchen zur Untätigkeit zu verurteilen und einem Elend den
Weg zu bereiten, das, wie der Fall Dux zeigt, blutige Opfer
erfordert hat.
Wohl haben die Städte, Gemeinden und Bezirke im
tſchecho=
ſlowakiſchen Staat angeſichts der mit unheimlicher Schnelligkeit
wachſenden Verelendung breiteſter Bevölkerungsſchichten Mittel
und Wege geſucht, dem Jammer einigermaßen zu ſteuern, durch
Einleitung von Notſtandsaktionen, freiwillige Sammlungen,
Be=
ſteuerungen u. a. die lächerlich geringe ſtaatliche Unterſtützung
der Arbeitsloſen auf ein erträgliches Maß zu bringen, aber ſie
ſind dank der famoſen Finanzgeſetze der tſchechiſchen Republik,
die den Selbſtverwaltungsköpern jene Bewegungsfreiheit hemmt
und ſie zu ausgeſprochenen Melkkühen für den Staat
herab=
würdigt, nicht mehr in der Lage, eine dauernd wirkſame Hilſe
zu bieten. Der ſtaatlſtche „Ausgleichsfonds” hat völlig verſagt;
die Gemeinden und Städte warten ſeit Jahr und Tag
vergeb=
lich auf die ihnen zuſtehenden Beträge zur Weiterführung oder
Inangriffnahme drkügender Arbeiten (Straßenbauten,
Melio=
rationen uſw.). Daß es ſo nicht weitergehen kann, weiß man
auch in Prag, ung darum hat man über energiſches Drängen
ſich endlich zur Aufnahme einer Inveſtitionsanleihe entſchloſſen,
die freilich nur ſehr problematiſchen Wert beſitzen dürfte, weil
ſie nur zum Teik zur Behebung der geradezu unerträglich
ge=
wordenen Kriſe heitragen kann, dank des Zugriffes des
Finanz=
miniſters, der Kwei Drittel dieſer Anleihe zur Deckung des
Defizits ſtaatlicher Unternehmungen anfordert. Der für
öffent=
liche Inveſtitiofken, alſo zur Behebung der Arbeitsloſigkeit,
vor=
geſehene Geſamtaufwand beträgt 1300 Millionen Kronen, aber
da die Vorlage in erſter Linie auf die Bedürfniſſe des Staates
Rückſicht nehmen wird (ſo werden nicht weniger als 600
Mil=
lionen dem mit großem Defizit arbeitenden Eiſenbahnminiſterium
zur Verfügung geſtellt, und eine nicht viel niedrigere Summe ſoll
zur Deckung anderer ſtaatlcher Fehlbeträge verwendet werden)
Dürften von der Anleihe zur Linderung der Arbeitsloſigkeit
kaum knappe 300 Millionen Kronen übrig bleiben, ein Betrag,
der ſelbſtredend in keiner Weiſe als zureichend angeſehen werden
kann. Mit anderen Worten: das grenzenloſe Elend des Volkes
wird dazu benützt, den paſſiven ſtaatlichen Unternehmungen
Millionenbeträge zuzuführen, die man unter dem Titel einer
„Inveſtitionsanleihe” leichter unter Dach und Fach zu bringen
glaubt als unter dem Titel eines Nachtragsbudgets . ..
Der Stellbertreter des Miniſterpräſidenten ſieht angeſichts
dieſer Sachlage nur noch etſien Weg, das Mißverhältnis zwiſchen
der Gefamtſumme der Inveſtitionsanleihe und den tatſächlich
für Inveſtitionszwecke zu erhoffenden Beträgen auszugleichen: es
iſt die freiwillige oder geſetzliche Sonderbeſteuerung der
ReichenP „Ich habe,” ſo ſchreibt er, „vor einer Woche im
Miniſterrat beantragt, daß die Regierung Schritte unternehmen
ſoll,m aus der nationalen Kataſtrophe einen Akt allgemeiner
pationaler Nothilfe zu machen. Ich verlange, daß die reichen
FLeute dem Staate ein großes Geſchenk übergeben, das
verbürgen ſoll, daß kein Arbeitsloſer ohne Brot bleibt. Ich
verlange, daß zum Zwecke der produktiven Fürſorge ein
beſon=
derer Notzuſchlag von größeren Einkommen abgeführt werde,
daß ein beträchtlicher Teil von Tantiemen dem Staate zu dem
gleichen Zweck abgeführt, daß das Nebeneinkommen, welches
Perſonen in öffentlichen Stellen aus der Vertretung des
Staa=
tes, der Bezirke und der Gemeinden in den verſchiedenen
Unter=
nehmungen beziehen, einer außerordentlichen Steuer
unter=
worfen werden. Ueber dieſe Anträge, wird bald entſchieden
werden.”
Das heißt alſo, daß in der Tſchechoflowakei das Notopfer
für die Arbeitsloſen, deren Millionenheer ſich zu zwei Dritteln
aus Opfern der unfaßbaren tſchechiſchen Handelspolitik
zuſam=
menſetzt, kommt. Vorderhand iſt der Appell an die freiwillige
Opferwilligkeit zu verzeichnen, aber es iſt nicht zweifelhaft, daß,
wenn der Erfolg dieſes Aufrufes ausbleiben würde, auf
geſetz=
lichem Wege durchgeführt werden wird, was Bechyne vorſchwebt.
Man begreift, daß die in der tſchechiſchen Oeffentlichkeit im
Dezember vorigen Jahres oſtentativ zur Schau getragene
Ueber=
heblichkeit anläßlich der Handelsvertragsverhandlungen mit dem
für die tſchechiſche Wirtſchaft ſo wichtigen ungariſchen Nachbarn
einem ausgeſprochenen Katzenjammer gewichen iſt und daß es
heute nicht nur mehr die deutſchen Kreiſe im Staate ſind, die
nach ſofortiger Wiederaufnahme der leichtfertig abgebrochenen
Handelsverbindungen mit Ungarn rufen. Für Prag kann es
nur von Vorteil ſein, wenn es ſich die Lehren der jüngſten
Vergangenheit auch bei den nahe bevorſtehenden
Handelsver=
tragsverhandlungen mit einem noch wichtigeren
Vertragspart=
ner, mit dem deutſchen Reich, beherzigt und nicht etwa
abermals in alte Fehler verfällt, die immer wieder den Herd
von Unruhen im Inneren bilden müſſen, weil ſie das Intereſſe
einer einzelnen Ständegruppe über das des ganzen Volkes
tellen!
Seite 2
Dienstag, den 24. Februar 1931
Nummer 55
Die Nok der beſſiſchen Anwärker des
goheren sehrämts!
Warnung vor dem philologiſchen Skudium.
Die Lage der heſſiſchen Anwärter des höheren Lehramts, die
ſchon feit Jahren troſtlos iſt, hat ſich in der letzten Zeit durch
Maßnahmen der heſſiſchen Regierung, die ſich unmittelbar oder
mittelbar gegen die Anwärter richten, noch weiter verſchlechtert.
Im Dezember wurde die Geſamtheit der heſſiſchen
Anwärter=
ſchaft durch die vom Landtag beſchloſſene Kürzung der
Anwär=
tervergütungen ſchwer betroffen; der neue Staatsvoranſchlag
1931 verkümmert darüber hinaus den heſſiſchen Anwärtern des
höheren Lehramts ihre ſchon ſeither ſo dürftigen
Anſtellungs=
ausſichten, indem er in Fortführung der mechaniſchen
Abbau=
maßnahmen der letzten Jahre erneut ein halbes Hundert
aka=
demiſcher Lehrerſtellen auf den Inhaber ſetzt.
Es iſt in der Oeffentlichkeit immer noch nicht genügend
be=
kannt, wie rigoros das Geſetz vom 10. 12. 1930 die Bezüge der
heſſiſchen Anwärter beſchnitt und wie beiſpiellos dieſes Vorgehen
Heſſens in ganz Deutſchland iſt. Die Kürzung der
Be=
züge der heſſiſchen Anwärter, iſt prozentual
höher als die der Reichsminiſter und überſteigt
in einzelnen Fällen, ſogar die Jahresabzüge
der heſſiſchen Miniſter. Da Heſſen mit der Kürzung
ſeiner Anwärtervergütungen allein in ganz Deutſchland daſteht,
bleiben die Einkünfte der heſſiſchen Anwärter recht erheblich
hinter denen der Anwärter gleicher Dienſtkategorien in anderen
deutſchen Ländern zurück. Auf die Studienaſſeſſoren wirkt ſich
die finanzielle Benachteiligung ſo ſtark aus, daß der heſſiſche
Studienaſſeſſor im 6. Dienſtjahr noch um 640 Mark in ſeinem
Jahreseinkommen hinter dem zurückbleibt, was ſein Kollege in
Baden, Bayern, Sachſen und Württemberg ſchon im 1.
Dienſt=
jahr bezieht.
Dieſe Vergleiche und Zahlen erklären zur Genüge die ſtarke
Erbitterung, die dieſe Sonderbehandlung in der heſſiſchen
An=
wärterſchaft hervorgerufen hat. Die empfindliche Zurückſetzung
der heſſiſchen Anwärter hinter allen anderen deutſchen
Anwär=
tern ſtellt tatſächlich die Geſinnung der ſo rückſichtslos
Geſchä=
digten gegenüber dem Staat auf eine harte Probe. Die
Begrün=
dung, die Regierung und Landtag ihrem Vorgehen gaben, hat
die Empörung in Anwärterkreiſen noch verſtärkt. Man hätte nicht
zur vermeintlichen Rechtfertigung der Herabſetzung der
Anwär=
tervergütungen auf das geringere Einkommen der Anwärter in
Vorkriegszeiten hinweiſen dürfen, weil in dieſem Hinweis eine
Verſchleierung der Tatſache liegt, daß der heutige Anwärter
in=
folge der langen Wartezeit auf ſeine Anſtellung in einem weit
höheren Lebensalter ſteht als der Anwärter der Vorkriegszeit.
Mit Nachdruck verlangten deshalb Verſammlungen der
Anwär=
ter des höheren Lehramts, die vor kurzem in Darmſtadt, Mainz
und Gießen ſtattfanden, daß das den heſſiſchen Anwärtern
zu=
gefügte Unrecht wieder gutgemacht, zum mindeſten den
Anwär=
tern vom 6. Dienſtjahr ab wieder eine Vergütung in Höhe des
Anfangsgehaltes ihrer Normalgruppe gewährt werde.
Die neue Regelung der Anwärtervergütungen trifft gerade
die Anwärter des höheren Lehramts beſonders ſchwer, weil
durch die nun ſchon ſeit Jahren planmäßig vollzogene und im
neuen Voranſchlag fortgeführte Verminderung der Stellenzahl
ihre Anſtellungsausſichten immer ſchlechter geworden ſind.
Wenn der Staatsvoranſchlag 1931 ein halbes Hundert
akademi=
ſcher Lehrerſtellen an höheren Schulen erneut auf den Inhaber
ſetzt, ſo bedeutet das eine völlige Anſtellungsſperre
in der philologifchen Laufbahn für 5 bis 6
Jahre! Dazu gehen die Ausſichten für heſfiſche Anwärter,
im höheren Schulweſen außerhalb Heſſens ein Unterkommen zu
finden, von Jahr zu Jahr zurück, da heute überall ein
Ueber=
angebot eigener Kräfte vorhanden iſt. Die preußiſche
Unter=
richtsbehörde hat ſchon angeordnet, daß alle Staats= und
Privat=
ſchulen mit Oeffentlichkeitsrecht nur noch preußiſche Aſſeſſoren
anſtellen dürfen; es wird ſogar erwogen, den nichtpreußiſchen
Anwärtern zu kündigen. So werden bis 1936 ungefähr
1000 heſſiſche Anwärter des höheren Lehramts
ſtellenlos ſein! Es iſt völlig unerſichtlich, was mit dieſem
Strom des Nachwuchſes geſchehen, wie er untergebracht werden
ſoll. Die Ueberfüllung wird in einigen Jahren ſo
ungeheuer=
lich ſein, daß man — eine groteske Vorſtellung! — ſämtliche im
Dienſt befindlichen Philologen entlaſſen müßte, wollte man für
alle dieſe Anwärter eine Beſchäftigungsmöglichkeit ſchaffen.
Um den Zuſtrom zu regeln, hat ſich jetzt die Regierung zu
der Einführung eines „numerus clausus” für den
Philologen=
beruf entſchloſſen. Dieſe Notmaßnahme, iſt zu ſpät getroffen
worden; man hätte ſchon vor Jahren nach wirkſamen
Maßnah=
men Umſchau halten müſſen, um Angebot und Nachfrage
einiger=
maßen aufeinander abzuſtimmen.
Die Ausſichten für den philologiſchen
Nach=
wuchs ſind ſo kataſtrophal ſchlecht, daß man
je=
dem Studenten der Philologie den Rat erteilen
ſollte, ſich nach Möglichkeit bei Zeiten nach
einem anderen Beruf umzuſehen oder aber ſich keiner
Vom Tage.
Wie wir hören, iſt die Durchſicht des bei den Hausſuchungen
in der Berliner Geſchäftsſtelle der nationalſozialiſtiſchen S.A.=
Ab=
teilungen und deren Führer beſchlagnahmten Materials nunmehr
beendet. Der größte Teil der Dokumente iſt bereits wieder vom
Unterſuchungsrichter freigegeben worden.
Der angekündigte Ausweiſungsbefehl der Innsbrucker
Poli=
zei gegen den aus der Unterſuchungshaft entlaſſenen Hauptmann
v. Maltitz iſt nunmehr ergangen. Danach ſoll Maltitz aus
Oeſter=
reich als läſtiger Ausländer ausgewieſen werden. Maltitz hat
ſofort Berufung gegen dieſe Verfügung der Innsbrucker Polizei
eingelegt und iſt einſtweilen zu einem Erholungsurlaub nach
Bozen abgereiſt.
Das mit Gültigkeitsdauer bis zum 28. Februar 1931
abge=
ſchloſſene deutſch=rumäniſche vorläufige Handelsabkommen vom
18. Juni 1930 iſt durch einen Notenwechſel zwiſchen der deutſchen
Geſandtſchaft in Bukareſt und dem rumäniſchen Außenminiſterium
bis auf weiteres unter Aufrechterhaltung der Möglichkeit der
Kündigung mit einer Friſt von 30 Tagen verlängert worden.
Die internationale Scheckrechtskonferenz iſt am Montag
vor=
mittag in Genf zuſammengetreten.
Die dritte Zollfriedenskonferenz, die am 16. März d. J. in
Genf beginnen ſollte und die Inkraftſetzung des allgemeinen
Han=
delsabkommens vom 24. März 1930 zur Aufgabe hatte, wird
ver=
ſchoben, da die Vorverhandlungen, die über das Inkrafttreten des
Handelsabkommens entſcheiden, noch kein Ergebnis gebracht haben.
Die parlamentariſche Unterſuchungskommiſſion für die Pariſer
Börſenſkandale iſt durech den Rechtsvertreter Gualinos
benachrich=
tigt worden, daß der italieniſche Bankier ſich weigere, vor der
Kommiſſion irgendwelche Ausſagen zu machen.
Auf einer ſozialiſtiſchen Kundgebung in Marſeille kam es zu
ſchweren Schlägereien mit Kommuniſten, wobei Revolverſchüſſe
gewechſelt und mehrere Abgeordnete verwundet wurden.
Die Sozialdemokratiſche Partei in Spanien hat neuerdings
be=
ſchloſſen, an den Gemeinde= und Provinziakwahlen teilzunehmen,
ſich aber von den allgemeinen Wahlen zu enthalten.
Die peruaniſchen Revolutionäre ſollen nach Meldungen aus
Lima ſich des ganzen ſüdlichen Teils von Peru bemächtigt haben.
Die beiden Kriegsſchiffe Almirante Grau” und „Colonel
Bo=
logneni” ſind zu den Aufſtändiſchen übergegangen.
Täuſchung darüber hinzugeben, daß er in der philologiſchen
Laufbahn mit einer Wartezeit von mehr als einem
Vierteljahr=
hundert zu rechnen hat. An alle Abiturienten ſollte man, wenn
nan ihnen wohl will und ſie vor ſchweren und zermürbenden
Enttäuſchungen bewahren möchte, die ernſteſte und eindringlichſte
Warnung vor dem Studium der Philologie richten, damit die
jungen Menſchen nicht ihre finanziellen und geiſtigen Kräfte
auf ein Studium wenden, an deſſen Ende das Nichts ſteht.
Der neue deutſche Geſandke in Warſchau.
Berlin, 23. Februar.
Der Miniſterialdirigent in der Oſtabteilung des
Auswär=
tigen Amtes Hans Adolf von Moltke iſt zum Gefandten in
Warſchau ernannt worden.
Moltke wurde 1913 Attachée bei der Geſandtſchaft in Athen,
1921 nach Konſtantinopel verſetzt, wurde er 1919 Geſchäftsträger
in Stuttgart. 1’20 wurde er dem Reichskommiſſar in Oppeln
zugeteilt und 1921 zum Legationsſekretär ernannt. 1922 war Moltke
Mitglied der Gemiſchten Kommiſſion in Oberſchleſien. 1925
er=
folgte ſeine Ernennung zum Botſchaftsrat in Konſtantinopel.
1928 wurde er Miniſterialdirigent in der Oſtabteilung des
Aus=
wärtigen Amtes. Moltke reiſt am 26. Februar nach Warſchau
ab, um ſeinen Poſten zu übernehmen.
Die Meiod erzäun
2
Die berühmte auſtraliſche Sängerin
Nelly Melba iſt in Sidney im Alter
von 70 Jahren geſtorben.
Nelly Melbas Jugendjahre in der Wüſte. — Von
einem Deutſchen entdeckt. — Wie ſie Weltruhm
erlangte. — Der bettelnde Oskar Wilde.
Nelly Melba, die „auſtraliſche Nachtigall”, hat ihren Weltruhm
überlebt, denn nur wenige wußten wohl, daß die einſtmals in
allen Erdteilen gefeierte Sängerin, fern von der Oeffentlichkeit,
ein Daſein im Dunkel der Vergeſſenheit führt. Ueber ihr Leben,
das ſie zu den größten Erfolgen geführt hat, hat ſie einmal ſelbſt
vor vielen Jahren in intereſſanter Weiſe folgendes erzählt:
Sie iſt am 19. Mai 1865 in Melbourne als Tochter des ſehr
reichen ſchottiſchen Ziegeleibeſitzers Mitſchell geboren. Sie
er=
hielt die Vornamen Helene Porter und verlebte eine fehr
glück=
liche Jugend, da ihr Vater durch glückliche Spekulationen
Millio=
när geworden war. Schon im Alter von 17 Jahren verheiratete
ſie ſich im Jahre 1882 mit Sir Charles Armſtrong, der in
Queensland in einer wüſten Gegend im Buſch wohnte und
ſeine junge Gattin in dieſe Wüſte mitnahm. Schon kurz nach
der Geburt ihres Kindes war aber ihre Liebe zu dem
Einſied=
ler verflogen, und ſie kehrte wieder zu ihren Eltern zurück, um
hier weiter das glückliche Leben einer reichen Tochter zu führen.
Vor allen Dingen hatte ſie ein leidenſchaftliches Intereſſe für
Muſik und für Geſang. Sie pflegte dieſe Künſte, wie die
Töch=
ter von reichen Leuten ohne Ziel und Zweck und ohne den Ernſt,
den eine große Aufgabe erfordert. Manche Konzerte, die ſie in
Melbourne gab, zeigten ihre herrliche Stimme, und widerwillig
nahm ſie ihr Vater nach London mit, als er im Jahre 1886 der
Abgeordnete Auſtraliens für die Kolonialausſtellung in London
wurde. Hier hatte die ſchöne junge Frau Gelegenheit, den
Kom=
poniſten des „Mikado” Sullivan, kennen zu lernen, der allerdings
ihre Stimme für belanglos erklärte und ſich alſo ſehr erheblich
täuſchte. Ihr wahrer Entdecker war der deutſche Kapellmeiſter
Wilhelm Ganz, der ſofort, als er ſie ſingen hörte, ihre Stimme
für ein Phänomen erklärte und in London ein Konzert
ver=
anſtaltete, um die Aufmerkſamkeit der Kritik auf die junge Nelly
zu lenken, die ſich in Anlehnung an den Namen ihrer
Geburts=
ſtadt Melba nannte. Obwohl das Konzert nicht den erhofften
Erfolg hatte, wurde dadurch die Aufmerkſamkeit der berühmten
franzöſiſchen Geſanglehrerin Frau Marcheſi, auf die junge
Sän=
gerin gelenkt. Bei dem erſten Probeſingen war die Lehrerin,
die damals Weltruhm genoß, ſprachlos vor Staunen und
Ent=
zücken und erklärte, daß ſie aus ihr einen Stern erſter Ordnung
machen werde. Tatſächlich begann nach erfolgter Ausbildung
der Melba ihr Stern in bisher unbekanntem Glanze zu ſtrahlen.
Im Jahre 1887 wurde ſie von dem Theatre de la Monnai in
Brüſſel mit einer Monatsgage von 3000 Franes verpflichtet.
Das war eine gewaltige Summe, die damals nur auserleſenen
Künſtlern gezahlt wurde. Von Brüſſel aus begann ſie ihren
Siegeszug durch die Welt. In London hatte ſie nach
anfäng=
lichen Mißerfolgen die begeiſtertſten Verehrer und Verehrerinnen
gewonnen, zu denen auch die Königin Viktoria gehörte. Die
Künſtlerin wurde von der Queen mehrfach empfangen und
mußte auch im Schloſſe ſingen. Bald bildete die „auſtraliſche
Nachtigall” wie ſie in London genannt wurde, den Mittelpunkt
des geſellſchaftlichen Lebens in der Hauptſtadt Englands. Im
Salon der Lady Gladys de Grey verſammelten ſich nicht nur
die Mitglieder des engliſchen Hochadels, ſondein auch die
her=
vorragendſten Vertreter von Kunſt und Wiſſenſchaft. Da die
Lady mit der Melba innige Freundſchaft ſchloß, ſo hatte die
Künſtlerin hier Gelegenheit, alle hervorragenden Männer
Eng=
lands kennenzulernen. Unter ihnen fiel ihr am meiſten, wie ſie
erzählte, der Dichter Oskar Wilde auf, der von allen
Anweſen=
den verehrt und geliebt wurde, obtvohl er durchaus nicht wie
ein Dichter ausſah, ſondern nach der Auffaſſung der Melba mehr
einen derben Ausdruck hatte. Auch Oskar Wilde gehörte zu den
leidenſchaftlichen Verehrern der Sängerin und erklärte, daß er
zu ihren Ehren ein Sonett dichten werde. Bald mußte aber
die Melba den angenehmen Aufenthalt in London abbrechen, da
ſie ſehr verlockende Verträge nach den anderen Hauptſtädten
Europas und nach Amerika erhielt. Ihr Leben war ein einziger
ununterbrochener Triumphzug. Als ſie nach Jahren wieder nach
Paris kam, lernte ſie die Vergänglichkeit des Ruhms kennen.
Im Bois de Boulogne begegnete ſie einem ärmlich gekleideten
und herabgekommen ausſehenden Menſchen, der ſie höflich
an=
ſprach. Zu ihrem Entſetzen erkannte ſie in ihm den einſtmals
ge=
feierten reichen und verwöhnten Dichter Oskar Wilde, der zu
ihr ſagte: „Ich ſchäme mich nicht, Frau Melba, in dieſer Lage
Sie um etwas Geld zu bitten‟. Er war einige Zeit vorher aus
dem Zuchthaus entlaſſen worden und lebte in Paris in
dürf=
tigen Verhältniſſen. Kurze Zeit nach dieſer Unterredung ſtarb
er. Die Sängerin hat ihm eine Summe gegeben, die ihm einige
Zeit über die Not hinweghalf.
i.
Zur Auflöſung der ſelbſtändigen
Geinkernngen Heſſeng.
Warum Auflöſung?
Daß es im Volksſtaat Heſſen etwa tauſend Gemeinden und
ebenſoviel gemeindliche Gemarkungen gibt, wiſſen viele,
Weniger bekannt iſt aber, daß wir außerdem noch eine andere
Art Gemarkungen haben: die Selbſtändigen
Gemarkun=
gen. Ihre Zahl beträgt etwa über 120, ihre geſamte Bodenfläche
rund 612 Quadratkilometer. Das iſt ein Gebiet, größer als der
größte heſſiſche Kreis, der Kreis Alsfeld, und mehr als ein
Zwölftel des heſſiſchen Geſamtgebietes. Wir
fin=
den ſelbſtändige Gemarkungen hauptſächlich in Starkenburg
(etwa 338 Quadratkilometer) und Oberheſſen (etwa 269
Quadratkilometer); Rheinheſſen, als altes, freies
Bauern=
land, hat nur 5 Quadratkilometer ſelbſtändiges Gemarkungsgebiet.
Die ſelbſtändigen Gemarkungen ſind in der Regel nicht oder
kaum beſiedelt. Sie ſind entſtanden aus früheren
Ge=
meindegemarkungen, wobei die Ortſchaft durch Kriege zerſtört.
wurde, zum Teil auch durch Auswanderung. Die Beſitzer
dieſer Gemarkungen ſind in der Hauptſache frühere Standesherren,
dann auch öffentliche Körperſchaften (der Staat oder Gemeinden)
oder auch Private. Oefters kommt es auch vor, daß ſich in eine
ſelbſtändige Gemarkung mehrere Beſitzer teilen (mehrere
Gemeinden, Gemeinde und Private, Staat und Gemeinde,
Stan=
desherr und Gemeinde uſw.).
Nicht zu verwechſeln mit den ſelbſtändigen
Gemar=
kungen ſind gemarkungsſelbſtändige Grundſtücke.
Hierbei handelt es ſich um einzelne Parzellen, die eine ſteuerliche
Bedeutung inſofern haben, als ſie in der Regel
gemeinde=
ſteuerfrei ſind, obwohl ſie in einer
Gemeinde=
gemarkung liegen. Ihre Steuerfreiheit iſt zumeiſt darauf
zurückzuführen, daß ſie früher eine Gemarkung bildeten oder Reſte
von ihr darſtellen.
In dem zurzeit im Geſetzgebungsausſchuß behandelten
Ent=
wurf einer neuen Gemeindeordnung wird auch die Frage
der ſelbſtändigen Gemarkungen berührt. Eine endgültige und
allgemeine Regelung der Frage der ſelbſtändigen Gemarkungen
iſt in der Gemeindeordnung nicht vorgeſehen. Die Regierung
will jedoch jetzt ſchon durch die Gemeindeordnung eine Handhabe
ſchaffen, um in Einzelfällen die Auflöſung ſelbſtändiger
Ge=
markungen hzw. deren Angliederung an Nachbargemeinden
her=
beiführen zu können.
Die Auflöſung der ſelbſtändigen Gemarkungen liegt bei
ihrem immerhin beträchtlichen Anteil an der Bodenfläche Heſſens
nicht nur im Intereſſe des Volksganzen, ſondern mehr noch im
Intereſſe der Gemarkungsinhaber ſelbſt. Bei der
Beurteilung der ſelbſtſtändigen Gemarkungen darf, nicht außer
Acht gelaſſen werden, daß ein Teil von ihnen, wenn auch gering,
bewohnt iſt. Für die ſelbſtändigen Gemarkungen kommen
fol=
gende Laſten in Frage: Herſtellung und Unterhaltung der
Wege und Ueberfahrten, der Brücken und Gräben, polizeilicher
Feld= und Waldſchutz und vor allem die Fürſorgelaſten.
Gerade dieſe können in der heutigen wirtſchaftlich unruhigen Zeit
für einen Gemarkungsinhaber verhängnisvoll werden.
Auch von der ſteuerlichen Seite aus geſehen dürfte
manche ſelbſtändige Gemarkung beſſer daran ſein, wenn ſie in
einer Nachbargemarkung aufginge. Denn neben den erwähnten
eigenen Laſten haben die Gemeindeverbände wie Kreis und
Provinz das Recht, die ſelbſtändige Gemarkung
zu einer höheren Grundſteuer heranzuziehen als der
übrige in Gemeindegemarkung liegende Grundbeſitz belaſtet iſt,
Von dieſem Recht haben die Kreiſe und Provinzen bereits
Ge=
brauch gemacht. So kommt es, daß manche ſelbſtändige
Gemar=
kung unter Berückſichtigung der eigenen Laſten und der erhöhtg
Steuerſätze der Kreiſe und Provinzen mehr Steuer zu entrichtel
hat, als wenn ſie ſich einer Gemeinde, die einen niederen
Grund=
ſteuerſatz hat, anſchlöſſe. Selbſtverſtändlich müßten in dieſen
Fällen, wo eine ſelbſtändige Gemarkung einer Gemeinde
ange=
ſchloſſen wird, alle etwa auf ihr ruhenden Laſten auch
privat=
rechtlicher Art von der Gemeinde übernommen oder
ab=
gelöſt werden. Es handelt ſich in der Hauptſache um
Orts=
bürgerrechte, die auf dem Geſetz von 1852 beruhen,
viel=
leicht auch um Hutgerechtſame oder Jagd= und Fiſchereirechte,
unter Umſtänden aber auch noch um viel ältere Hausrechte
(Katzenellenbogener Recht, Oeſterreichiſches Recht. Solms=Licher
Recht, Iſenburg=Birſteiner Recht), die in einem zu ſchaffenden
Geſetz durch einheitlichere und klarere Formeln bereinigt werden
könnten.
Bei den Verhandlungen im Geſetzgebungsausſchuß
des Landtags hat ſich gezeigt, daß es ſich hier um eine
außer=
ordentlich ſchwierige Frage handelt. Der Ausſchuß wünſcht, da
ſofort nach Verabſchiedung der Gemeindeordnung von der Regie
rung ein Geſetzentwurf über die Beſeitigung der ſelbſtäe
digen Gemarkungen vorgelegt werden ſoll.
Klage gegen den Herausgeber einer hieſigen Wochenſchrift
wurde von der Staatsanwalkſchaft wegen Beleidigung des
heſſiſchen Staatspräſidenten erhoben.
Bon Deutſchlands Hohen Schulen.
Heidelberg: Der Berliner Pfarrer Günther Dehn hatte eine
Be=
rufung nach Heidelberg erhalten, war jedoch vom Heidelbepger Senal
wegen ſeiner politiſchen Einſtellung abgelehnt worden. Dehn ſteht den
religiöſen Sozialiſten nahe und war auch nach dem Kriege Mitglied der
Sozialdemokratiſchen Partei. — Prof. Wax Wolf von der Königſtuhl=
Sternwarte wurde zum Präſidenten der Internationalen Aſtronomiſchen
Geſellſchaft gewählt.
Leipzig: Dem Aſſiſtenten am Volkswirtſchaftlichen Seminar Dr.
oec. publ. Richard Behm, iſt ſeitens der Leipziger Philoſophiſche5
Fakultät die Lehrberechtigung für Nationalökonomie erteilt worden,
* Elekkrolg-Reuheifen.
Immer noch iſt „Elektrola” ſowohl quakitativ wie quantitativ
rend in der Platteninduſtrie. Und auch auf einem dritten Gebiet
dieſe Firma das, dem der Aktuellität. Durch enge Beziehungen mſ b==
Tonfilmherſtellung bringt ſie die neueſten Tonfilmſchlager ſchnelſe!”
auf den Plattenmarkt. So liegen aus dieſer Kategorie mehreve Palle"
der Februarproduktion vor von denen beſonders empfohlen ſei aus be‟
Tonfilm „Der Herr auf Beſtellung” der Engluſh Waltz Die Mutſel
braucht ja nichts davon zu wiſſen,” in dem Fred=Hilm den Refrain ſing
J6.
und der von der Lewis Rutt Band ausgezeichnet geſpielt wird.
andere Seite der Platte bringt aus dem gleichen Tonfilm von V‟‟
gleichen Künſtlern „Dein Hemdchen iſt aus Crepe de chine” (C. D
2159.) — Auſtin Egen, den man jetzt ebenfalls oft im Tonfilm hol”
der Jazz=Sänger, der ſo ganz eigen „ans Herz greift” mit ſeinem we‟
chen, eindringlichen Bariton, ſingt auf Platte E. G. 2122 zwei Be‟
neue Tango=Schlager „Mein liebes Mädel in der Heimat bleib ‟
treu” und „Ich bin ſo ſchüchtern Madam‟. Drſe Platte zählr 50
Auſtin Egens beſten.
Eine ganz eigenartige Schallplatte, wie eine gleiche wohl kan”
exiſtiert, iſt „Ein Chor von Waldvögeln” der unter VhTal”
tritt der Nachtigall, Droſſel und Gartengrasmücke bzw. Sproſſer Nichi.”
Wagners „Waldweben” umſingt. Alſo zum erſten Male natürtich”
Vogelgeſang mit Orcheſter. Die gefiederten Solokünſtler ſtammen a."
dem Beſitz von Karl Reich, Bremen. Wenngleich ihre Muſik nur 7"
proviſion iſt, frappiert geradezu der harmoniſche Zuſcmmenklang de
Vogelſtimmen zur Inſtrumentalmufik, als wüßten die Tierchen 19*
Aufgabe und begleiten bewußt. Eine der ſchönſten Platten, die
heran=
kamen! (E. G. 2039.) — Zu den Schallplatten von höchſtem künſtler!
ſchem Wert zählen immer wieder die Elektrolaplatten mit klaſſeche
Muſik und Spitzenleiſtungen der Geſangskunſt. Gerade weil ſie .
einen Vergleich ermöglichen zwiſchen Künſtlern und Orcheſter, der ſpi
nur wenigen Menſchen möglich iſt. So ſingt Rudolf Bsckelman:
zum Orcheſter der Berliner Staatsopeu ganz wundervoll „Bbpal”
Abſchied” (E. H. 607). Spiel und Geſang klingen auf deſe: Piak”
*4
ſchlechthin vollendet.
Nummer 55
Dienstag, den 24. Februar 1931
Seite 3
Der italieniſch=franzöſiſche Slottenkonſlikt.
England vermitkelt. — Ein Komptogißvorſchlag Crgigies löft nicht die Frage der Blolkenparität.
Keine Lignisierung des italieniſch=franzöfiſchen Streikes.
* Crgigies Miſſion.
Noch keine Einigung mit Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 23. Februar.
Die Propoſition, die der Marineſachverſtändige des Foreign
Office Craigie, der unermüdlich zwiſchen Frankreich und Italien
vermittelt, zuletzt in Paris vorbereitete, ſcheint angeblich bei
Briand eine günſtige Aufnahme gefunden zu haben. Der
Vor=
chlag des engliſchen Diplomaten ſoll — wie man uns verſichert
—, wie im allgemeinen die Vorſchläge der engliſche Diplomaten
ie Intereſſen des Foreign Office vorzüglich wahren. Vielleicht
ſt er aber auch ſowohl für Frankreich wie für Italien
an=
jehmbar.
Frankreich forderte auf der Seeabrüſtungskonferenz in
Lon=
on zweihundertvierundvierzigtauſend To. Differenz zwiſchen der
Zröße ſeiner Flotte und der Italiens. Dieſe Forderung ſucht
frankreich mit ſeinen Intereſſen im Atlantiſchen Ozean ſowie in
en anderen Weltmeeren zu rechtfertigen. Gegenwärtig beſitzt
frankreich gegenüber Italien einen Vorſprung von
undertfünfzigtauſend Tonnen. Craigies
Vor=
hlag beſteht nun in der Hauptſache darin, dieſen Status quo
is zum Jahre 1936 beizubehalten. Die Paritätenfrage
liebe alſo ungelöſt; es würde auch kein
Mittelmeer=
akt geſchaffen; ſowohl Frankreich wie Italien hätten das
recht, nach 1936 das Wettrüſten aufzunehmen.
Auf dieſe Weiſe wäre der Londoner Dreimächtepakt nicht
iehr gefährdet. Im Gegenteil. Man könnte ihn mit der
Zu=
immung Frankreichs und Italiens in einen Vertrag
umwan=
eln. Denn England brauchte nicht mehr zu fürchten, daß die
ereinigten italieniſchen und franzöſiſchen Flotten ſtärker wären
Is die engliſche. Anderſeits würde der italieniſch=
fran=
öſiſche Gegenſatz im Grunde genommen
unver=
udert weiter fortbeſtehen.
Franzöſiſcherſeits würde man von einem ſolchen
ompromiß wenig entzückt ſein, einmal, weil es keine
irkliche Liquidierung des Streites mit Italien bedeuten würde,
id dann, weil durch den Plan Craigies die franzöſiſche Flotte
icht genug ſtark wäre, die fernen Kolonien zu protegieren. Und
rdlich hält man für die Wirtſchaft eine Beſchränkung
er Schiffsbautätigkeit für unerwünſcht. Für
kuſſolini bedeutete der Plan Craigies einen Erfolg. In Paris
geint aber doch der Wunſch zur Beilegung des Streites mit
talien ſehr ſtark zu ſein, ſo daß die Lage Craigies in Paris
ichter ſein ſoll als in Rom.
Henderſon will ſelbit das Flokkenabkommen mit
Frankreich in Paris zum Abſchluß bringen.
EP. London, 23. Februar.
Außenminiſter Henderſon iſt mit dem Erſten Lord der
Ad=
iralität, Wexander, perſönlich nach Paris gereiſt, um die
Ver=
ndlungen mit Frankreich über das Flottenabkommen weiter
tzuführen. In der heutigen Unterhausſitzung erfolgte dieſe
Ukommen überraſchend kommende Ankündigung durch den
terſtaatsſekretär im Foreign Officie, Dalton. In Begleitung
nderſons und Alexanders befinden, ſich die Beamten im
rreign Office, Craigie und Selby, die die bisherigen
Verhand=
igen geführt und ſoweit gefördert haben, daß ihr Abſchluß
z bevorſtehend angenommen werden kann. Dalton lehnte
ab, weitergehende Mitteilungen über den Zweck der Reiſe
uderſons zu machen, fügte jedoch hinzu, die japaniſche
rödie amerikaniſche Regierung ſeien nach Daltons
itteilungen über die Entwickelung inden
Flotten=
rhandlungen dauernd auf dem Laufenden ge=
Itenworden. In hieſigen politiſchen Kreiſen glaubt man,
5 Henderſon und Alexander verſuchen wollen,
ankreich zum Beitritt zum Londoner
Flotten=
kt zu bewegen und ſo ein verhängnisvolles
ettrüſten zwiſchen Frankreich und Italien,
sſehrnachteilige RückwirkungenaufEngland
benwürde, in letzter Minute zu verhindern.
Nach dem „Matin” wird Briand, wenn die Entwickelung
ſer Verhandlungen weiterhin günſtig verläuft, den
franzöſi=
en Parlament demnächſt die Ratifizierung des Londoner
See=
üſtungsabkommens vorſchlagen können, dem Frankreich dann
vorbehaltlos beitreten könnte. Wenn jedoch Italien nicht die
gleiche Haltung einnehme, würde Frankreich fataler Weiſe bei
ſeiner Zuſtimmung zum Londoner Seeabrüſtungsabkommen einen
Vorbehalt machen. Der „Petit Pariſien” behauptet, daß es ſich
bei den Verhandlungem Craigies nicht um ein franzöſiſch=
eng=
liſches Kompromiß handele, ſondern, daß England in dieſem
Falle nur die Rolle eines Vermittlers ſpiele, um eine
franzöſiſch=
italieniſche Einigung und den Beitritt Frankreichs und Italiens
zum Londoner Seeabrüſtungsabkommen zu erleichtern.
„Abriſtungskonferenz!” — „Eine Sikung der
Direkkoren eines Rüſtungskonzerns”.
London, 23. Februar.
Der bekannte britiſche Heerführer im Weltkrieg, General Jan
Hamilton, erklärte heute in einer Rede vor der Britiſh Legion,
dem Verbande ehemaliger engliſcher Kriegsteilnehmer, zur Frage
des Weltfriedens, man müſſe ſich fragen, ob die Pazifiſten
wirk=
lich irgendwelche Fortſchritte auf dem Wege zur Herſtellung des
wahren Friedens machten. Bewußt oder unterbewußt verſuchten
die Sieger in Verſailles, Europa in zwei Gruppen von Nationen
zu teilen, die eine reich und mächtig, die andere arm und
ohn=
mächtig. Ein ſolcher Zuſtand, ſo ſagte er, iſt vollkommen
unver=
einbar mit der allgemeinen Abrüſtung und daher unvereinbar
mit dauerhaftem Frieden. Der General fuhr fort:
„Als Mann ſprechend, der auf der letzten Konferenz, die
letzten Herbſt in Waſhington neun Millionen alliierte
Kriegsteil=
nehmer vertrat, einſtimmig zum Präſidenten des
Friedensaus=
ſchuſſes gewählt wurde, iſt es mir vielleicht geſtattet, zu erklären:
Es ſieht ſo aus, als ob die Abrüſtungskonferenz zu einer
Sitzung der Direktoren eines Rüſtungskonzerns werden
wird. Die Britiſh Legion muß erwachen. Europa kann es
ſo nicht unbegrenzt weitertreiben. Bald wird vielleicht mit
vielen Dingen endgültig Schluß gemacht werden, darunter
Kriegsſchulden und Reparationen.
Hamilton fuhr fort: Große Ereigniſſe liegen in
der Luft. Keine Regierung auf Erden kann ihnen Einhalt tun.
Aber die vormaligen Kriegsteilnehmer Europas können vielleicht
immer noch entſcheiden, ob ſie durch friedliche oder kriegeriſche
Mittel zuſtandekommen ſollen. Der General ſchloß: Wenn es
bei der Abrüſtungskonferenz in Genf zu praktiſchen
Entſcheidungen kommt, werden nur die Anſichten
ſtar=
ker und diſziplinierter Nationen geachtet
wer=
den.
Die Genſer Abrüſtungspropgganda abgeblaſen.
EP. Genf, 23. Februar.
Der Gedanke einer großen internationalen
Abrüſtungspropa=
ganda durch das Völkerbundsſekretariat iſt fallen gelaſſen worden.
Der Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Eric
Drum=
mond, hat die Propagandapläne verworfen, die von
dem Leiter der Abrüſtungsabteilung, Aghnides, und einigen
anderen führenden Sekretariatsbeamten ausgearbeitet
wor=
den waren. Sir Eric Drummond; dem dieſe Pläne
erſt nach ſeiner Rückkehr aus Südamerika vorgelegt
wurden, hat den Gedanken an eine Propaganda abgelehnt, weil
er eine Einmiſchung des Völkerbundsſekretariats in ſo
grundſätz=
lich wichtige politiſche Fragen wie die Abrüſtung nicht für zuläſſig
hält, da ſie mit der Rolle des Völkerbundsſekretariats als reine
Verwaltungsbehörde nicht zu vereinbaren ſei. Es hat ſich bei den
leitenden Stellen des Sekretariats auch die Anſicht durchgeſetzt,
daß die Beteiligung an einer ſolchen Propaganda dem
Völker=
bundsſekretariat und der Oeffentlichkeit der Welt mehr ſchaden
als nutzen könne. Das Sekretariat hat daraufhin die Herausgabe
einer Zeitſchrift für die Abrüſtungspropaganda ſowie auf die
Ab=
haltung von Vorträgen und Rundfunkreden verzichtet. Man denkt
jedoch daran, von Fall zu Fall Materialſammlungen über die
Ab=
rüſtungsfrage zu veröffentlichen.
In Genf iſt die Zeitſchrift „Pilori” wegen Beleidigung des
franzöſiſchen Außenminiſters Briand in einer Darſtellung des
Ab=
rüſtungsproblems verboten worden.
Die Rußlandreiſe der deufſchen
Wirtſchaftsführer.
Ein neues Rußland-Geſchäft?
Moskau, 23. Februar.
Die Reiſe der deutſchen Wirtſchaftsführer nach Moskau wird
in der Sowjetunion mit großer Befriedigung aufgenommen. Sie
ſollen, wie verlautet, am 1. März in Moskau eintreffen, wo ſie
von dem Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare der
Sowjet=
union, Molotow, vom Außenminiſter Litwinow, dem ehemaligen
Botſchafter in Berlin, Kreſtinſki, und dem
Außenhandelskommiſ=
ſar Mikojan empfangen werden. Die Abordnung dürfte außer
Moskau auch Leningrad und Charkow beſuchen.
* Die Einladung der Sowjetregierung an eine ganze Reihe
deutſcher Wirtſchaftsführer hat im In= und Auslande beträchtliches
Aufſehen erregt. Vor allem wegen der Form, in der man die
Einladung vornahm. Die ruſſiſche Regierung wollte urſprünglich
kurzfriſtig die deutſchen Wirtſchaftsvertreter in Rußland ſehen.
Sie hat nun einige Beauftragte nach dem Weſten Deutſchlands
ge=
ſchickt, wo ſie mit den Vertretern der großen Induſtriekonzerne
Fühlung nahmen. Außerdem hatten die Ruſſen Wert auf die
Feſt=
ſtellung gelegt, daß ſie die Werksleiter ſelbſt nach Rußland bitten
und nicht deren Sachreferenten. Die Oſtreiſe der deutſchen
In=
duſtrieführer iſt alſo ausſchließlich auf die ruſſiſche Initiative
zu=
rückzuführen. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die
Bolſchewiſten der ganzen Angelegenheit einen außenpolitiſchen
An=
ſtrich zu geben beabſichtigen. Sie leben wirtſchaftlich mit einer
ganzen Reihe von großen Staaten auf dem Kriegsfuß und möchten
wohl nun das grundſätzliche Einvernehmen mit Deutſchland
be=
ſonders betonen. Schon früher haben ſie ihre Gunſt ganz
willkür=
lich verſchenkt und zwar immer dorthin, wo ihnen die meiſten
Vor=
teile winkten. Diesmal ſcheinen ſie auf eine ſtärkere Belieferung
vom deutſchen Markte mit Produktionsmaterial hinzuarbeiten.
Ganz leicht wird der Abſchluß neuer Geſchäfte mit Rußland
aller=
dings nicht ſein, weil die Kreditfrage dabei eine Hauptrolle ſpielt.
Außerdem haben wir mit den Ruſſen ja ſchon die denkbar
ſchlech=
teſten Erfahrungen gemacht. Erſt in den letzten Monaten hat ſich
die Zahl der Beſchwerden über eine mangelnde und nachläſſige
Be=
gleichung der Rechnungen gehäuft. Immerhin wird man
abzu=
warten haben, was bei der Reiſe herausſpringt, die Ende dieſes
Monats vor ſich geht und die Induſtrieführer mit den jüngſten
Erfolgen des ruſſiſchen Fünf=Jahresplanes bekannte macht.
Mißdeukung einer Fühlungnahme deukſcher
Indaſtrieller mit franzöſiſchen Induſtriellen.
Berlin, 23. Februar.
Pariſer Blätter bringen Meldungen über „Beſprechungen
deutſcher und franzöſiſcher Nationaliſten in Paris”, die angeblich
ohne Wiſſen der Regierung über politiſche Fragen verhandelten.
Die radikal=ſozialiſtiſche Zeitung „La Republique”, verbreitet
Nachrichten über angebliche Verhandlungen zwiſchen franzöſiſchen
und deutſchen Rechtskreiſen in Paris mit dem Ziele einer
deutſch=
franzöſiſchen Einheitsfront gegen Sowjetrußland, über die die
Zeitung „Ami du Peuple” bereits vor einigen Tagen
Andeutun=
gen gebracht hatte, und an denen auch angeblich amtliche deutſche
Perſönlichkeiten teilgenommen haben ſollen. Die „Republique‟,
wollte wiſſen, daß das Ziel der Verhandlungen die Schaffung
eines Heeres ſei, das franzöſiſcherſeits 500 000
und deutſcherſeits 300 000 Mann betragen ſolle. Der
Oberbefehl ſolle im Kriegsfalle in den Händen eines franzöſiſchen
Generals liegen, der von einem deutſchen Offizier unterſtützt
werde. Die Anerkennung der franzöſiſchen Truppenüberlegenheit
durch Deutſchland ſolle franzöſiſcherſeits durch Zugeſtändniſſe
aus=
geglichen werden, die ſich auf die Korridorfrage bezögen.
Wie wir von gut unterrichteter Seite hierzu erfahren, dürfte
es ſich lediglich um die Mißdeutung einer Fühlungnahme deutſcher
Induſtrieller mit franzöſiſchen Induſtriellen handeln, bei der
ge=
ſchäftliche Fragen erörtert worden ſind. Es iſt weder eine deutſche
amtliche Perſönlichkeit beteiligt geweſen, noch haben die
Beſpre=
chungen eine politiſche Note gehabt. Im übrigen handelt es ſich
nicht nur um politiſch rechtsſtehende Perſönlichkeiten, ſondern auch
um Herren, die der politiſchen Mitte naheſtehen.
Ebenſo wie den deutſch=franzöſiſchen
Induſtriellenbeſprechun=
gen kommt auch den beabſichtigten Beſprechungen deutſcher
In=
duſtrieller in Rußland keinerlei, amtlicher Charakter zu. Auch
dieſe rein private Reiſe deutſcher Geſchäftsleute dient der
An=
knüpfung geſchäftlicher Verbindungen in Rußland.
*
Achkes Akademie Konzerk.
Montag, den 23. Februar 1931.
Duſolina Giannini bot in ihrem Lieder= und Arien=Abend
yrhaft große und bedeutende Geſangskunſt. Eine begnadete
rgerin, von wirklich vollendeter Stimmkultur,
außerordent=
er Muſikalität und feinſter Vortragskunſt. Nach einer
pathe=
ſen, mit großem Ton vorgetragenen Opernarie von Händel
nach der entzückend geſungenen Cherubin=Arie aus Mozarts
aro gelang das für eine ausländiſche Künſtlerin ſtets große
gnis, deutſchen Liedſtil zu treffen, überraſchend gut.
Beet=
en, Schubert und Brahms erklang, ſpäter noch Schumann, bis
zwei bedeutungsloſe textliche Gedächtnisfehler überraſchte die
netiſch ausgezeichnete deutſche Vokaliſierung und der feine,
iltangepaßte Vortrag. Selbſt Brahms, der für Nichtdeutſche
r beſonders ſpröde und ſchwierig iſt, kam in der Herbheit des
n ewiger Liebe” und des zugegebenen „Meine Liebe iſt grün”
aktervoll zur Geltung.
Daß ſich die Künſtlerin in dieſen Liedern noch nicht völlig
gab, merkte man eigentlich erſt im zweiten Teil des Konzertes,
italieniſche Lieder und Arien und italieniſche und ſpaniſche
Eslieder enthielt. Hier entfaltete ſich der bewundernswerte
chtum aller Klangfarben und dynamiſchen Schattierungen, hier
Hang die liebenswürdige, im Ernſt und Scherz gleich
bedeu=
ſe Vortragskunſt. Einzelheiten hervorzuheben, hieße ungerecht
en das Nichtgenannte zu ſein. Die Arien aus Tosca und
terfly waren ſchlechthin vollendet, leichte Volkslieder, wie
in der gewählten Bearbeitung durch Tonartenrückung räffi=
* geſteigerte „in mexzo al mar” ſtanden um nichts zurück.
Begeiſterung der Hörer kannte kaum Grenzen, und es war
in jeder Beziehung berechtigter Beifall, der die Künſtlerin
ſchüttete, denn ſolche Geſangsphänomene gibt es nicht viele.
gezeichnet war auch Kapellmeiſter Franz Rupp=Berlin als
Be=
rer.
F. N.
Schauſpiel=Nachwuchs. Dem Abkommen zwiſchen
Bühnen=
in und Genoſſenſchaft Deutſcher Bühnen=Angehörigen
ent=
hend, werden nach Inkrafttreten des Geſetzes durch den
nen=Zentral=Nachweis Berlin nur noch ſolche Anfänger
ver=
elt, die im Beſitz eines Reifezeugniſſes der Paritätiſchen
fungsſtelle ſind. Der Zentral=Bühnen=Nachweis ſteht mit
n Prüfungsſtellen in enger Verbindung und erhält von ihnen
Adreſſenmaterial derjenigen, die ihre Prüfung beſtanden
n. Die paritätiſchen Prüfungen zur Erlangung eines Be=
fähigungsnachweiſes für Anfänger im Bühnenberuf ſind feſtgeſetzt:
für Schauſpieler auf den 8. März d. J. im Schauſpielhaus in
Frankfurt a. M. Es iſt unbedingt notwendig, daß ſämtliche Lehrer
und Lehranſtalten, die für die kommende Spielzeit bühnenreife
Schüler an die Bühnen abzugeben haben, dieſe vorher bei der
Geſchäftsſtelle, Frankfurt a. M., Holbeinſtr. 18, anmelden, reſp.
zur Anmeldung veranlaſſen, damit ſie das Reifezeugnis erwerben
können, das erforderlich iſt, um ein Bühnenengagement zu
erhalten.
* Conſtantin Dumba: „Dreibund und Entente=Politik in der Alten und
Neuen Welt.” (Großoktab 484 S., 20 Bilder.) Geh. 10 RM., Leinen
14 RM. Im Amalthea=Verlag, Leipzig, Zürich, Wien.
In die Reihe der großen Memoiren=Werke des Amalthea=Verlages
reiht ſich dieſe Neuerſcheinung ſehr glücklich ein. Dr. Dumba, der letzte
öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter in Waſhington, erzählt aus ſeiner
50jährigen Diplomatentätigkeit für die Doppelmonarchie. Er verſteht es
glänzend, aus ſeinen ſtets wechſelnden Beobachtungspoſten (London 1881
bis 1886, Petersburg 1886—1890, Rom 1890—1893, Bukareſt 1894—1895,
Paris 1896—1903, Belgrad 1903—1905, Außenminiſterium 1907—1909,
Stockholm 1909—1912., Waſhington 1913—1915) die Entwicklung der
Drei=
bund= und Entente=Politik in ihren vielfachen Verflechtungen und
Aus=
ſtrahlungen aufzuzeichnen. Aufſchlußreich namentlich ſeine Pariſer
Darſtellung des ruſſiſchen Kaiſerbeſuches, die eingehende Schilderung
des Faſhoda=Konflikts, der Drefus=Prozeß und ſeine Auswirkungen.
Das tragiſche Ende der Dynaſtie Obrenovic” erſteht vor uns, das der
Verfaſſer als Geſandter in Belgrad unmittelbar miterlebte. Neben der
Schilderung Alexanders und der Königin Draga beſonders feſſelnd die
Ereigniſſe der Mordnacht und das Schattendaſein König Peter
Kara=
georgevie in den Händen der Verſchwvörer. Dumba findet ſcharfe Worte
für die negativen Charaktereigenſchaften Paſitſchs, deſſen zielbewußten,
bedenkenloſen Aufſtieg zum allmächtigen Miniſter Serbiens er begleitet.
Angeſichts des alles beherrſchenden großſerbiſchen Gedankens wird die
Unmöglichkeit freundnachbarlicher Beziehungen Oeſterreich=Ungarns zu
Serbien verſtändlich. Den größten Umfang des Buches bilden die
Er=
eigniſſe, in die hinein der Verfaſſer als Botſchafter in Waſhington von
1913—1915 geſtellt war. Bei aller Vornehmheit der Sprache dieſes
Diplomaten der guten alten Schule erſteht doch das Bild Wilſons, des
einſamen, weltfremden, ſelbſtbewußten Doktrinärs im Weißen Haus, in
unverſchleierter Wahrheit Wilſon, — deſſen Ta=en in ſchreiendem Gegenſatz
zu ſeinen hochtönenden, verſchwommenen Reden und Kundgebungen
ſtan=
den, der es zuließ, daß ſich die amerikaniſche Induſtrie faſt völlig auf
Kriegslieferungen für die Entente umſtellte, wobei England eine
un=
glaubliche Vormundſchaft über die amerikaniſche Induſtrie und
Schiff=
fahrt ausübte —, nahm ſchließlich einen geringfügigen Anlaß zum
Vor=
wand, dem öſterreichiſch=ungariſchen Botſchafter 1915 das Agreement zu
entziehen. — Die Schlußkapitel des Buckes ſind, dem Zuſammenbruch
1918, der Tätigkeit des Verfaſſers als Präſident der öſterreichiſchen
Völ=
kerbundsliga und der „Freiheit der Meere” gewidmet. Neben den rein
politiſchen Dingen macht die lebendige Schilderung der Geſellſchaft, der
Sitten und Gebräuche des betreffenden Landes, Hinweiſe auf die wirt=
ſchaftliche Struktur und ihre politiſchen Auswirkungen, einen ſehr gr=ßen
Teil der Erinnerungen des Verfaſſers aus. Die Skizzen noch lebender
Perſönlichkeiten ſind durch ihre diplomatiſche Behandlung leſenswert,
der Humor des Oeſterreichers ſchillert freundlich auch über unangenehme
Zeitgenoſſen. Wenn auch nicht gerade ein Quellenwerk, ſo ſind die
Me=
moiren Dr. Dumbas doch eine wertvolle Ergänzung und Bereicherung
der politiſchen Bibliothek.
Mina Weber: Liebe Eros, Sexus. Frankes Buchhandlung in
Habelſchwerdt. Gebd. 4 Mk.
Das Buch will durch eine klare Definition und ſcharfe Trennung der
Begriffe „Liebe, Eros und Sexus” das Liebesleben, auf eine geſunde,
naturgemäße und gottgewollte Baſis ſtellen. Es weht in dem Werk der
Geiſt des größten lebenden Ethikers und Pädagogen, Eduard Sprangers.
Es iſt idealiſtiſch, inſofern es Liebe als eine Funktion des Geiſtes
auf=
faßt, Exos als Vermittler von Liebe, und Sexus und Geſchlechts liebe
unterſcheidet von dem Geſchlechtstrieb. Das Buch nimmt Front gegen
die materialiſtiſche Theorie Freuds und entſcheidet ſich für die
Vorherr=
ſchaft von Liebe in der Ehe und für Unterordnung des Sexus.
— Geopolitik. Die Lehre vom Staat als Lebeweſen. Von Prof. Dr. R.
Hennig. 2 verm. Aufl. Mit 81 Karten i. T. (FIII u. 396 S.)
Geb. 18 RM. (Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin
1931.)
Das ſchon in der erſten Auflage glänzend beurteilte Werk, in dem
zum erſten Male der Verſuch einer ſyſtematiſchen Darſtellung der
Geo=
politik, des verwickelten und vielumſtrittenen Grenzgebietes zwiſchen
ver=
ſchiedenen Wiſſensgebieten, gemacht iſt, liegt bereits in zweiter,
abge=
änderter und erweiterter Auflage vor. Dieſe hat die zahlreichen
An=
regungen der Kritik berückſichtigt, und iſt um viele anſchauliche
Karten=
ſkizzen ſowie um ein Schlußkapitel bereichert worden, das die Begriffe
Volk, Nation und Raſſe in ihrer Beziehung zum Staat behandelt. Das
feſſelnd und eindrucksvoll geſchriebene Buch iſt für jeden, der irgendwie
geſchichtlich oder geographiſch intereſſiert iſt, oder am öffentlichen Leben
und der hohen Politik der Staaten Anteil nimmt, von größtem
Inter=
eſſe, iſt aber auch für den geopolitiſchen und geſchichtlichen Unterricht der
oberen Schulklaſſen und Hochſchulen nahezu unentbehrlich.
„Der Rhein von den Alpen bis zum Meere”, 67 Bilder, eingeleitet von
H. v. Wedderkop. Bd. 40 der Schaubücher, herausgegeben von
Dr. Emil Schaeffer. 2,40 RM. Orell Füßli Verlag, Zürich=Leipzig.
Von den vier großen Strömen, die Deutſchlands Gaue durchfluten,
iſt nur die Weſer in ihrem ganzen Laufe ein „deutſcher” Fluß. Aber
vernehmen wir die Worte, der deutſche Strom”, ſo denkt jeder zuerſt an
den Rhein, obgleich ſeine Quellen der Schweiz gehören und ſein
Mün=
dungsgebiet den Holländern. Der ſymboliſche der Schickſalsſtrom der
Deutſchen iſt nun einmal ſeit Menſchendenken der Rhein, und ſeit
Jahr=
hunderten iſt die deutſche Geſchichte ein Kämpfen um den Rhein. Für
einen Kenner des Rheins, des alten und des neuen, wie es H. v.
Wed=
derkop iſt, mußte es eine lockende Aufgabe ſein, aus der Bilderfülle von
Vergangenem und Gegenwärtigen ein „Schaubuch” zu geſtalten, in
bun=
tem Wechſel das Panorama des deutſchen Rheins von Baſel bis
Nijm=
wegen von unſeren Blicken vorübergleiten zu laſſen.
Seite 4
Dienstag, den 24. Februar 1931
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Einträge in das Handelsregiſter,
Ab=
teilung A: Am 16. Februar 1931
hin=
ſichtlich der Firma: F. Wirtz,
Darm=
ſtadt: Geſchäft ſamt Firma iſt auf der
Maler und Graphifer Friedrich Rudol
Börſig in Darmſtadt übergegangen. Die
von dem ſeitherigen Inhaber Ferdinan?
Markus geleiſtete Bürgſchaft für
Bank=
verbindlichkeiten der Firma Dürkop &
Co. in Göppingen hat der Erwerber des g
Geſchäfts Friedrich Rudolf Börſig nicht
übernommen. Die Prokura der
Ferdi=
nand Markus Ehefrau, Helene, geboren
Fritſch, iſt erloſchen. — Am 18. Februa=
1931 hinſichtlich der Firma: Wilheln
Heckmann, Darmſtadt: Wilhelm Heck
mann jr., Kaufmann in Darmſtadt, iſ
zum Einzelprokuriſten beſtellt. — Ab
teilung B: Am 21. Februar 1931 hin
ſichtlich der Firma: Darmſtädte
Polſtermöbelfabrik, Geſellſchaft mi
beſchränkter Haftung, Darmſtadt
Karl Baumeiſter und Frieda Schneide
ſind mit Wirkung vom 12. Februar 193
als Geſchäftsführer ausgeſchieden. Juliu
Oppenheimer Witwe, Ida, geborene Löl
in Darmſtadt iſt zur alleinigen Geſchäfts
führerin beſtellt. Sie iſt zur Alleinzeick
nung und Alleinvertretung der Geſell
(345
ſchaft befugt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1931.
Amtsgericht I.
Leßke Skammholz=
Verſteigerung.
Donerstag, den 26. Februar 191
vormittags 9 Uhr anfangend, findet di
letzte Stammholz=Verſteigerung
Stadtwald zu Pfungſtadt ſtatt.
Diſtrikt Malchertanne Abt. 21 (Kab
hieb) und aus den Abt. 1a, 4b. 6. 1
13a, 14. 16b. 17a, 23. 36, 41, 42. 47.
wird das nachverzeichnete Kiefern= ur
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4a 40—44
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Dienstag, den 24. Februar 1931
Seite 5
Februar
Darmſitadt, den 24. Februar 1931.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen
Leh=
rer an der Volksſchule in Schaafheim. Kreis Dieburg.
— Ernannt wurde am 21. Februar 1931 der
Landgerichts=
direktor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Adolf
Müller in Darmſtadt zum Präſidenten des Oberlandesgerichts
mit Wirkung vom 1. April 1931.
—In den Ruheſtand verſetzt wurde am 16. Februar der
Amts=
gehilfe an der Chirurgiſchen Klinik der Landesuniverſität Karl
Seipp auf ſein Nachſuchen vom 1. März 1931 an.
40jähriges Geſchäftsjubiläum. Louiſe Blum,
Tapiſſeriege=
ſchäft, Darmſtadt, Wilhelminenſtraße 17½ konnte am 21. Februar
auf ein 40jähriges Geſchäftsbeſtehen zurückblicken.
Hohes Alter. Heute begeht Herr Friedrich Sulzmann,
hier, Feldbergſtraße Nr. 99, ſeinen 80. Geburtstag. Der
Achtzig=
jährige zählt zu den Gründern der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875
und kann gleichzeitig in dieſen Tagen auf, ſeine 60jährige
Mit=
gliedſchaft in der Deutſchen Turnerſchaft zurückblicken. Verein
und Deutſche Turnerſchaft haben den alten Turner bereits in
früheren Jahren mit Ehrungen bedacht und ſomit ſeine Verdienſte
um die Turnſache anerkannt.
— Mitgliederverſammlung des Verkehrsverein. Vor einigen
Tagen haben wir an dieſer Stelle bereits auf die
Mitglieder=
verſammlung des Verkehrsvereins am 27. Februar hingewieſen.
Wir möchten nicht verfehlen, nochmals die Bedeutung dieſer
Ver=
ſammlung unſeren Leſern vor Augen zu führen und
insbeſon=
dere darauf hinzuweiſen, daß der Verkehrsverein vor der
brei=
teſten Oeffentlichkeit Bericht über das Geſchehene ablegen wird.
Nicht minder intereſſant wird der Vortrag des Herrn
Stadt=
archivar Dr. A. Müller ſein, der über das „Thema „Werbende
Vergangenheit” ſprechen wird. Wir empfehlen unſeren Leſern
ingelegentlich den Beſuch dieſer Mitgliederverſammlung.
Aa. Die Kunſthalle am Rheintor, die bekanntlich
gegenwär=
ig eine Ausſtellung der Werke der Stuttgarter Maler Barth,
Faure, Herwig, Kapell und Benz enthält, erfreute ſich am
geſt=
igen Sonntag eines verhältnismäßig guten Beſuches. Es
eigte ſich alſo, daß die für den Sonntag ausnahmsweiſe
zugelaſ=
ene Verbilligung des Eintrittsgeldes um die Hälfte dem Beſuch
er Ausſtellung aus weiten Kreiſen der Bevölkerung durchaus
uſtatten kam.
— Deutſcher Sprachverein. „Deutſche Fachwörter in der
Sprachlehre” heißt der Vortrag, den Oberſtudiendirektor Dr.
Zojunga im Sprachverein am Donnerstag, den 26. Febr.,
bends 8 Uhr, halten wird. Der Vortrag wird über die
Tätig=
eit des Reichsausſchuſſes für dieſe Frage berichten und wendet
ch in erſter Linie an die Lehrenden aller Schulgattungen,
icht minder aber auch an die Eltern aller Schüler. Denn
mmer zahlreicher werden die Schüler, die in der deutſchen
sprachlehre mit Ausdrücken belaſtet werden, die durchaus
nverſtandene Wortbrocken für ſie darſtellen, da ſie kein Latein
rehr lernen. Ausdrücke wie: Konjunktiv, Imperativ,
Indika=
iv. Konſekutiv, Komperativ, Konditional uſw. uſw., müſſen
rühſam gelernt werden nur um in der deutſchen
zprachlehre gebraucht zu werden, denn im franzöſiſchen z.
3. heißen die Wörter wieder anders. Inſofern bringt die
Ar=
eit des vom Reichsminiſter des Innern eingeſetzten Ausſchuſſes
en Schülern große Erleichterungen. Der Redner, führend in
ragen der „Deutſchen Bildung” iſt den Darmſtädtern kein
remder hat er doch bei einer Tagung der „Schule der
Weis=
eit” geſprochen. Der Eintritt iſt frei. (Näheres durch Anzeige.)
— In der Sektion Starkenburg des Deutſchen und
Oeſterrei=
iſchen Alpenvereins hält am Donnerstag, den 26. Februar, im
örſaal 326 der Techniſchen Hochſchule (Eingang Weſtportal) Herr
udwig Lautz einen Lichtbildervortrag. Eine Auswahl
ſelbſt=
ergeſtellter Bilder ſoll uns vom Bodenſee durchs Rhätikon zur
ilvretta und ins Ferwall führen. Ueber Innsbruck zum Stubai
nd über den Achenſee ſoll es zum Tegernſee gehen.
Paddelboot=
ihrten auf dem Tegernſee und Inn und ein Beſuch der
Baum=
rrtenſchneid Gindelalm hinüber zum Schlierſee, ſowie eine
Gur zum Rifferkogel und Wallberg ſoll den Vortrag beenden.
ie Mitglieder der Sektion Starkenburg ſowie der Sektion
armſtadt ſind freundlichſt eingeladen. Gäſte ſind willkommen.
— 2. Internes Reitturnier der Darmſtädter Studentenſchaft.
as Turnier am Donnerstag, den 26. Februar, findet in der
eitbahn der Annaſtraße 21 ſtatt, nicht Ahaſtraße, wie es
folge eines techniſchen Verſehens in der Sonntagsnummer hieß.
ird der Komponiſt Alban Berg im Kleinen Haus unter
Mitwir=
ng des Landestheater=Orcheſters unter Leitung von Dr. Karl
öhm und der ſoliſtiſchen Geſangskräfte über ſeine Oper „
Woz=
unde liegt, ſprechen. Die Südweſtdeutſche Erſtaufführung des
Vozzeck” findet Samstag, den 28. Februar, im Großen Haus
rtt.
Heſſiſches Landestheater.
24. Februar 19.30—24 Uhr
Ein Sommernachtstraum
H10 Bühnenvolksbund
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung ittwoch,
25. Februar 20, Ende nach 22 Uhr
Die 25. Frau
B18.
Preiſe 1—10 Mk. 15. Ende gegen 16.30
Marionettenbühne
Schneewittchen
Preiſe 0.40—2 Mk.
20, Ende gegen 21.30 Uhr
Vortrag Alban Berg über
ſeine Oper „Wozzeck”,
unter Mitwirk, des Landes=
theater=Orcheſt. u. d Soliſten
Freien Eintritt f. Mitglied,
d. V. d. Theaterfreunde
Preiſe 1—3 Mk. onnerstag,
26. Februar 19.30—22.30 Uhr
Die Portugaleſiſche Schlacht
K 12 Bühnenvoltsbund
Preiſe 1—10 Mk. 20—21.30 Uhr
Arienabend
Alice Evers=Fürſt
Preiſe 1, 2, 3 Mk. eitag,
27. Februar 20—22 Uhr
G11. Der Tartuffe
Dſtot. Volksb. Gruppe I-I0
Preiſe 1— 10 Mk Keine Vorſtellung mstag
28. Februar 13.30, Ende gegen 22 Uhr
Südweſtdeutſche Erſtaufführung
R Maitee
Preiſe 1.20—12 Mk.
Gutſcheine beſchränkt gültie 20—21.45 Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Darmſt. Volksb. Gr. IIIu. V
F8
Preiſe 120—6 Mk. nntag,
1. März 18, Ende nach 21 30, Uhr
Hamlet
Heſſenlandmiete IV 9
Preiſe 1—10 Mk.
11.,5
Gedenkfeier
für die Gefallenen
Veranſtalt vom Verein der
Kriegsgrüberfürſorge
20—22 Uhr
Lucia von Lammermoor
Außer Miete
Bolksvorſtellung z. halb. Preiſen
Preife u60—3 Mt
ichtstraum” gelangt heute Dienstag im Großen Haus mit
* Muſik von Felix Mendelsſohn=Bartholdy (muſikaliſche
Lei=
rg: Erwin Palm) mit der bekannten Beſetzung zur
Auf=
grung.
19!
Von Dr. F. Sell=Darmſtadt.
Daß die Kartoffeln in dieſem Jahre außergewöhnlich billig
ſind, iſt für die um ihren Arbeitslohn gebrachten Landwirte gewiß
betrüblich, für die große Maſſe der Verbraucher in dieſer
Not=
zeit aber beſonders erfreulich. Zumal die Kartoffeln letzter
Ernte meines Wiſſens meiſt gut geraten ſind.
Leider werden aber viel zu wenig Kartoffeln und noch
we=
niger richtig gegeſſen. Ich beziehe mich auf die zuverläſſigſte
Volksbelehrungsſtelle, das deutſche Hygiene=Muſeum in Dresden,
über deſſen Ernährungsabteilung die gewaltige Mahnung ſteht:
„Eßt mindeſtens ſechsmal ſo viel Kartoffeln,
Gemüſe und Obſt, als von allem übrigen
zu=
ſammen!
Wer klug iſt, der folgt dieſem Rate. Denn er iſt gewiß auf
beſte Sachkenntnis geſtützt, — er iſt gewiß auch zum Nutzen Deiner
Geſundheit ausgeſprochen, lieber Leſer. Irgendetwas von
Eigen=
nutz, von geſchäftlichem Vorteil kann nicht dabei ſein, wie es
bei der oft zu leſenden Aufforderung: „Eßt Bananen!” — zu
vermuten iſt.
Die Kartoffel kann in viel höherem Grade, als die meiſten
Menſchen annehmen, den Bedarf unſeres Körpers an den
lebens=
notwendigen Ergänzungsſtoffen decken, die jedermann heute unter
dem Namen „Vitamine” kennt. Aber nicht jedermann weiß, daß
die wiſſenſchaftliche Vitaminlehre von gewinnſuchender Seite zu
einem Vitaminrummel entſtellt worden iſt. Man ſcheut nicht
davor zurück, ſogar durch den Rundfunk die Meinung zu
ver=
breiten, das deutſche Vaterland könne heutzutage für ſeine Kinder
nicht mehr genug Vitamine aus eigener Scholle erzeugen, wir
müßten ſie in Maſſen einführen. Bis 1870 gabs das nicht und
die Menſchen waren kerniger. Kürzlich wurde ſogar ein Teufel
an die Wand gemalt und behauptet, dem deutſchen Volke drohe
Skorbut, wenn die rieſenhaft ſteigende Einfuhr von Südfrüchten
eingedämmt würde. Regierung und Reichstag ſollen dadurch
eingeſchüchtert, die kaufende Volksmaſſe ſoll in eine
Angſtſtim=
mung gejagt werden.
Die Kartoffel iſt, wie die Banane, auch ein Kind aus der
Fremde, aber ſie iſt ſeit über dreihundert Jahren bei uns
ein=
heimiſch geworden, ſie hat ſich in faſt 350 Fruchtfolgen an die
deutſche Heimaterde, das deutſche Klima gewöhnt. So liefert
ſie uns die dem deutſchen Menſchen naturgemäß zugehörigen
Erd=
kräfte in richtiger und reichlicher Form. Den auf fremder Erde
gewachſenen Nahrungsmitteln kann man das bei tieferem
Ueber=
legen nicht zutrauen.
Die Kriegs= und Mangeljahre haben den Erfahrungsbeweis
gebracht, daß wir die ſchwere Mangelkrankheit der
Unterernähr=
ten den „Skorbut” nicht zu fürchten brauchen, wenn wir
Kar=
toffeln genug und in der richtigen Form genießen, das heißt, in
der Schale gekocht. Die Ernährungswiſſenſchaft lehrt uns, daß
die Kartoffeln außer etwa 20 Prozent Stärke, 2 Prozent
Ei=
weiß und 0,1 Prozent Fett und eine ganze Reihe hochwertiger
deutſcher Erdbeſtandteile, Erdſalze, Mineralſalze enthalten und
von wichtigen Vitaminen gute und ſogar reichliche Mengen.
Be=
ſonders gilt das von dem gegen die Blutkrankheit „Skorbut”
wirkſamen „Vitamin C”. Zu allen Jahreszeiten iſt es in guten
Kartoffeln reichlich enthalten, auch nach längerer Lagerung noch,
ſelbſt noch, wenn im Frühjahr eine Keimung ſtattfindet.
Die Ernährungswiſſenſchaft lehrt uns aber auch, daß gerade
dieſes ſkorbutfeindliche Vitamin C durch längeres und ſtärkeres
Erhitzen beſonders leicht zerſtörbar iſt, ebenſo durch den
Sauer=
ſtoff der Luft. Als Rohkoſt hat noch niemand die Kartoffel
empfohlen; aber die Beliebtheit der Klöße und Pfannkuchen aus
roh geriebenen Kartoffeln, die zeigt uns doch, daß im
Unter=
bewußtſein der Menſchen noch ein Reſtchen von Ahnung der
Ge=
heimkräfte in unverkünſtelter Nahrung lebt. Selbſt
überkulti=
vierte Feinſchmecker preiſen die in Oel oder Fett raſch gebackenen
dünngeſchnittenen Bälkchen aus rohen Kartoffeln, die in dieſem
Falle aber natürlich „vomwes krites” heißen müſſen.
Wird die Kartoffel in ihrer dünnen, aber aus
undurch=
läſſigen Korkzellen beſtehenden Schale gekocht und nicht länger,
als bis man durch einen Stich mit der Gabel feſtſtellt, daß ſie
gar iſt, ſo enthält ſie noch 75 Prozent ihrer Vitamine und den
ganzen Vorrat der verſchiedenartigen Mineralſtoffe. Ihr wür=
— Der Elternabend der Schillerſchule (Müllerſtraße 11), der
am Donnerstag, dem 26. Februar, 20 Uhr, in der Schulturnhalle
Alban Berg Vortrag im Kleinen Haus. Morgen Mittwoch ſtattfindet iſt dem Gedächtnis Mozarts gewidmet, deſſen
Ge=
burtstag ſich am 27. Januar zum 175. Male jährte. Die im
Be=
zirk der Schillerſchule von jeher beſtehende Verbundenheit zwiſchen
Elternhaus und Schule dürfte auch für dieſe Veranſtaltung wieder
ck”, der das gleichnamige Bühnenwerk von Georg Büchner zu= ein vollbeſetztes Haus gewährleiſten. Den Mittelpunkt der
Vor=
tragsfolge bildet ein Lichtbildervortrag des Schulleiters über
„Mozart, ſein Leben und Werk”. Umrahmt wird der
Vortrag von Kompoſitionen Mozarts, die durch
künſt=
leriſch bewährte Kräfte und den Schülerchor zu Gehör gebracht
werden. Bei der allgemeinen Beliebtheit Mozart’ſcher Muſik kann
den Beſuchern ein genußreicher Abend in Ausſicht geſtellt werden.
— Frühjahrs=Philadelphia=Konferenz. Am kommenden
Mitt=
woch, den 25. Februar 1931, findet wieder die alljährlich
zwei=
mal abgehaltene Philadelphia=Gemeinſchaftskonferenz im großen
Saal der Stadtmiſſion ſtatt. Die Verſammlungen beginnen
vor=
mittags um 9 Uhr mit einer Gebetsvereinigung. Das
Konferenz=
thema lautet: „Urſachen unſerer Müdigkeit und
Quellen unſerer Kraft”. Ueber den 1. Teil dieſes
The=
mas ſpricht um 10 Uhr vormittags Herr Paſtor Simſa=
Frauk=
furt a. M. Um 12,30 Uhr vereinigt ein gemeinſames
Mittag=
eſſen die Teilnehmer im Vereinshaus. Die Nachmittagskonferenz
beginnt um 2.30 Uhr mit einem gemeinſamen Kaffeetrinken. Die
Hälfte des Referates übernimmt Herr, Prediger Stahl=
Worms um 3.30 Uhr nachmittags. Mit der Konferenz verbunden
iſt eine Gemeinſchafts=Abendmahlsfeier und abends um 8,30 Uhr
eine Evangeliſationsverſammlung, in der Herr Prediger
Neu=
ber=Eberſtadt reden wird. Die Teilnahme an der Konſerenz iſt
frei und iſt jedermann hierzu herzlich eingeladen. Die ſonſtigen
Verſammlungen der Stadtmiſſion am Dienstag und Donnerstag
dieſer Woche fallen wegen der Abhaltung der Konferenz aus.
Mifft
Prassol-Kaffee risch geröstet Sohulstr. 108
Neue Studien= und Grenzlandfahrten für Kaufleute. Die
Sorge um die Gegenwart macht es im Jahre 1931 beſonders
not=
wendig, daß der deutſche ſelbſtändige oder angeſtellte Kaufmann
nicht hinter dem Ofen ſitzen bleift, ſondern daß er ſich zielbewußt
Land, Leute und Wirtſchaft auf beſonders vorbereiteten
Studien=
reiſen anſieht, die den kaufmänniſchen Geſichtskreis, ausweiten.
Auch in dieſem Jahre veranſtaltet deswegen die Abteilung
Stu=
dien= und Ferienfahrten des Deutſchnationalen
Handlungsgehil=
fenverbandes (D.H.V.) eine große Anzahl von Geſellſchaftsreiſen,
Grenzlandfahrten und Ruckſackwanderungen. Die
Geſellſchafts=
reiſen führen nach dem Schwarzwald, an den Rhein, an die
Waſ=
ſerkante, nach Hamburg und zu den bayeriſchen Königsſchlöſſern;
von den Auslandsreiſen ſind zu erwähnen die Fahrt nach
Oeſter=
reich, nach Kopenhagen durchs Engadin zum Piz Palü, durch die
ſüdliche und weſtliche Alpenwelt der Schweiz, nach Holland und
England, nach Belgien, nach Paris und Straßburg, nach
Süd=
tirol, nach Italien und Dalmatien. In die Grenzlande führen
Fahrten nach Deutſchböhmen, durch die Rheinpfalz und das
Saar=
gebiet, nach Siebenbürgen, nach Danzig und Oſtpreußen, nach
Oberſchleſien, nach Kärnten und Wien. In die deutſchen
Hei=
matgaue führen Ruckſackwanderungen durch den Harz, nach
Thü=
ringen, ins Weſerbergland und durch das Rhein= und Moſeltal.
Ausführliche Angaben enthält das neue Reiſeheft für die
Stu=
dien= und Ferienfahrten 1931, das bei der Abteilung Studien=
und Ferienfahrten des D.HV. Hamburg 36. Holſtenwall 4,
er=
hältlich iſt. Die Reiſezeit läuft von Ende Mai bis Mitte
Sep=
tember.
ziger Eigengeſchmack erſcheint dem unverdorbenen Menſchen
köſt=
lich. Wird ſie aber geſchält und zerſchnitten in Waſſer
aus=
gekocht, ſo wird einmal ein beträchtlicher Teil der Mineralſtoffe
und Vitamine durch das Kochwaſſer ausgelaugt, ein weiterer
Teil der Vitamine durch die Kochhitze zerſtört und das letzte von
ihnen bei dem üblichen Durchrütteln und Umſchutteln durch den
Sauerſtoff der Luft vernichtet. Derartig ausgekochte, zahlreicher
würziger Mineralſtoffe und lebensſprühender Vitamine beraubte
Kartoffelſtärke hat einen faden Geſchmack; aber die „aufgeklärte‟,
kulturſtolze Menſchheit merkt nichts, denkt nichts dabei, ſondern
läßt ſich durch eine kleine Menge eines einzigen Mineralſtoffes,
durch etwas Kochſalzzuſatz über den Betrug, über die vielfältigen
Verluſte hinwegtäuſchen.
Wer Geld genug hat, ſich dieſe Vergeudung durch
Vitamin=
zufuhr in anderen Nahrungsmitteln zu erſetzen, mag getroſt dieſe
Kulturdummheit begehen; die verarmten 95 Prozent des
deut=
ſchen Volkes aber ſollten ſich die großen und feinen und
wohl=
ſchmeckenden Ernährungswerte reſtlos zunutze machen, die auch
dem Aermſten in der billigen Pellkartoffel zur Verfügung ſtehen.
Wer am Ende noch von der Anſicht geblendet iſt, daß
Salz=
kartoffeln feiner, allein ſalonfähig” ſeien der kann dies
Vor=
urteil vielleicht überwinden, wenn ſein Geiſt und Verſtand das
hier gebotene Wiſſen aufnimmt und verarbeitet. Wer ſeinen
Tiſchgenoſſen das Schälen nicht zumuten zu können glaubt, der
trage die Pellkartoffeln friſch geſchält auf und nehme dazu eine
Schüſſel mit Deckel. Ein großer Teil der Edelſtoffe bleibt ſo der
Familie erhalten.
Aber etwas noch feineres dürfen wir kennenlernen. Viele
Leute haben ſchon etwas davon gehört, daß Menſch und Tiere
außer den Drüſen, die irgendwelchen Saft nach außen abſondern,
wie Tränendrüſen, Speicheldrüſen, Milchdrüſen uſw. — auch
Drüſen beſitzen, die wunderbar feine und mächtig wirkende Stoffe
unmittelbar ins Blut abliefern. Man ſpricht mit Fremdworten
von „innerer Sekretion” und nennt dieſe Feinſtoffe „Hormone‟,
das heißt etwa „Botenſtoffe‟. Eine wunderbare Welt
ver=
wickelter gegenſeitiger Beziehungen der verſchiedenen „
Blut=
drüſen” zu einander und zu den feinſten Vorgängen im Körper
iſt von der Hormon=Forſchung erſchloſſen worden. Dieſe junge
Wiſſenſchaft wird gewiß noch manche Geheimniſſe entſchleiern, ſie
hat aber ſchon recht viele lehrreiche Ergebniſſe gebracht. Beſondere
Bedeutung kommt wegen ſeiner vielfältigen Wechſelbeziehungen
dem „Sexualhormon” zu. Dies wird neben den
Fortpflanzungs=
zellen von den geſunden Keimdrüſen geſunder Geſchöpfe
herge=
ſtellt und beeinflußt — ins Blut aufgenommen — die
körper=
lichen und ſeeliſchen Unterſchiede zwiſchen männlichem und
weib=
lichem Geſchlecht. Mit geſundem „Sexualhormon” kann der Mann
ein ganzer Mann, ein Staatskerl ſein, — ohne es ein
Waſchlap=
pen oder Trottel; mit geſundem Sexualhormon hat jede Frau
das Zeug zu einer Königin, einer Prieſterin, einer Stamm=
Mutter kerniger Nachkommen — ohne es vielleicht zu einer
Zier=
puppe, einem Schmetterling oder höchſtens einer
Schönheits=
königin unſerer wurmſtichigen Zeit. Zwiſchen den beiden
Außen=
werten gibt es natürlich noch zahlreiche Mittelſtufen, je
nach=
dem dieſe Edelſtoffe begünſtigt, neu gebildet und ins Blut
auf=
genommen, oder verhindert und vergeudet werden. Ungeheuer
lehrreich iſt nun, daß dem Sexualhormon gleichwertige Stoffe
wiſſenſchaftlich feſtgeſtellt ſind in den Roggenkeimlingen — und
den Kartoffelknollen. (!)
Wer das Denken verſteht, liebt und übt, dem kann ich das
Weitere überlaſſen.
Aber zweierlei muß der Vollſtändigkeit halber doch noch
be=
tont werden — ebenſo kurz, wie kräftig. Selbſtverſtändlich
be=
darf die Kartoffel noch der Ergänzung durch Eiweiß= und
Fett=
ſtoffe, ſowie Grünpflanzen uſw. — Und das andere iſt das
Ein=
hämmern der alten Wahrheit, daß jede Pflanzennahrung, alſo
auch die richtig zubereitete Kartoffel nur dann ihre vollen
Nähr=
werte an den Körper abgibt und nicht ſchadet, etwa zum „
Kar=
toffelbauch” Veranlaſſung gibt, wenn ſie beim Eſſen gründlich
durchgekaut wird, das heißt, mit den Zähnen aufs feinſte
zer=
malmt und mit dem erſten Verdauungsſafte, dem Mundſpeichel,
gründlich durchgeknetet wird.
Nachdruck erbeten!
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Es kann der Frömmſte nicht in Frieden bleiben, wenn es
dem böſen Nachbarn nicht gefällt. So erging es vielen vor uns,
und ſo wird es vielen nach uns ergehen, und ſo erging es auch
einer friedlich für ſich lebenden 70jährigen Witwe und
Haus=
beſitzerin. Durch irgendwelche Zwiſtigkeiten waren ſie in
Feind=
ſchaft geraten, und nun begann der böſe Nachbar, ihr keinen
Frie=
den mehr zu laſſen. bis ſie es nicht mehr aushielt und ihre Not vor
Gericht brachte. Sie behauptete, der Mann, ein 37jähriger
Arbeiter, beſchimpfe ſie andauernd, tituliere ſie mit
keines=
wegs zärtlichen Namen, die ob ihrer Schönheit hier lieber nicht
erwähnt werden ſollen, und drohe ihr mit „Kehle abſchneiden.
Er ſoll auch mutwillig Sachbeſchädigungen vorgenommen haben
und in ihre Wohnung eingedrungen ſein. Das Amtsgericht
ver=
urteilte den Mann wegen Beleidigung und Bedrohung zu
zwei=
mal 20 Mark Geldſtrafe unter Freiſpruch im übrigen. Die Zeugen
konnten nicht viel ausſagen, und die Verurteilung erfolgte
haupt=
ſächlich auf die Ausſagen der Beleidigten. Der Mann legte
dagegen Berufung ein, er habe die Frau wohl beleidigt, aber mit
Kehle abſchneiden habe er ihr niemals gedroht. Vor der
Klei=
nen Strafkammer kam die Sache nun erneut zur
Verhand=
lung. Auch heute können die Zeugen nicht viel ausſagen.
Ledig=
lich eine Zeugin beſchuldigt den Angeklagten in hervorragender
Weiſe, doch da ſie bis zum Aeußerſten mit ihm verfeindet iſt, kann
das Gericht ihren Ausſagen nicht ohne weiteres Glauben ſchenken,
zumal ſich herausſtellt, daß die Hausfrau auch nicht gar ſo friedlich
zu ſein ſcheint, denn ein Mitbewohner behauptet, es ſei immer Krach
im Haus, auch jetzt, wo der Angeklagte nicht mehr drin wohne.
Das Gericht ändert das Urteil erſter Inſtanz dahin ab, daß es den
Angeklagten auch von der Anklage der Bedrohung
frei=
ſpricht, da ſie ihm nicht nachgewieſen ſei. Mit einem tiefen
Dankesbückling verſchwindet er.
Ein 26jähriger Schuhmacher iſt der Hehlerei
beſchuldigt. Er verkaufte Ende letzten Jahres für drei Mark ein
Fahrrad, das ſich als geſtohlen herausſtellte. Er behauptete, daß
er es in Frankfurt von einem Unbekannten gekauft habe, und ſo
wurde er von dem Amtsgericht wegen Hehlerei zu drei Wochen
Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltſchaft legte dagegen
Be=
rufung ein, denn das Urteil ſei in Anbetracht der vielen
Vor=
ſtrafen des Angeklagten zu niedrig. Die Kleine Strafkammer iſt
derſelben Anſicht und verurteilt den jungen Mann zwar nicht zu
acht Monaten, wie der Staatsanwalt beantragte, aber zu drei
Monaten Gefängnis.
— Heſſiſcher Anglerbund, Sitz Mainz. Das von dem Bund
auf der Ausſtellung „Grüne Woche 1931, in Berlin”, zur Schau
geſtellte, dem Angelſportverein in Oppenheim gehörige, im Rhein
bei Oppenheim gefangene prachtvolle „Meerneunauge” iſt von
dem Preisrichterkollegium mit der „Silbernen Plakette”
ausge=
zeichnet worden. Der Fiſch wurde von Herrn Gillet, Mainz, ganz
vorzüglich präpariert.
— Stadtgemeinde. Am Sonntag, dem 1. März, gelangt von
der Jugend unſerer Gemeinde das Laienſpiel „Dorothea” in
unſerem Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, zur Aufführung. Im
Spiel dürfen wir in das Entſtehen, Ringen und Feſthalten an
den heiligſten Gütern der erſten Chriſtengemeinden ſchauen. Die
Handlung ſpielt ſich im alten Cäſaräa ab. Dasſelbe Spiel wird
am Donnerstag, dem 5. März, noch einmal für die Jugend
ge=
zeigt. Durch ſchlichte Weiſen des Poſaunenchores wird der Abend
bereichert. Karten ſind zu haben in der Drogerie Logel
Eliſa=
bethenſtraße 30, und bei den Mitgliedern unſerer Jugendbünde.
Seite 6
Dienstag, den 24. Februar 1931
Nummer 55
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
* Uinion=Theater
bringt das Filmdebüt Roda Roda’s, die militäriſche Tonfilm=Humoreske
„Der falſche Feldmarſchall” in der Regie von Carl
La=
mac. Es iſt eine ſehr luſtige Köpenickiade geworden, die in der alten
öſterreichiſchen Armee ſpielt und die den beiden ausgezeichmeten
Humo=
riſten Plaſta Burian und Noda Roda Gelegenheit gibt, ihre
Dar=
ſtellungskunſt in der ſatiriſchen Perſiflage eines öſterreichiſchen
Feldmar=
ſchalls zu zeigen. Eine militäriſche Humoreske, die nicht mehr und nicht
weniger als ſolche ſein will, aber auch nicht ſein kann. Sie iſt nicht frei
von Uebertreibungen und Unmöglichkeiten, die aber hingenommen
wer=
den, weil das Ganze auch mit dem ſatiriſchen Einſchlag eine harmlos
luſtige Sache iſt, die Schwuächen des früheren militäriſchen Oeſterreich —
es waren nicht ſolche Oeſterreichs allein — geißelt, und da dies harmlos
und fröhlich geſchieht, die Lacher immer auf ihrer Seite haben wird.
Offiziere, die ſich für die Beſten der Armee gehalten haben, als ſie vor
der Majorsecke in Penſion geſchickt wurden, hat es immer gegeben, und
es hat im Frieden auch immer Regimentskommandeure gegeben, die das
Kommando ihres Regiments ſehr oft, an ihres Lebens beſſere Hälfte
ab=
treten mußten. Daß ein alſo penſionierter Rittmeiſter allerdings die
erſte ſich ihm bietende Gelegenheit benutzt, um die Uniform des
Feld=
marſchalls anzuziehen, in dieſer Rolle eine ganze Garniſon durcheinander
zu bringen, dabei aber das Glück hat, einen Spion zu entlarven,
das alles iſt der Erfindung des Filmdichters vorbehalten geweſen,
eben=
ſo wie die Tatſache, daß der echte Feldmarſchall den penſionierten
Haupt=
mann für ſeine Köpenickiade auch noch zum Major befördert. — Man
hat zur Durchführung dieſer Tonfilm=GHumoreske großen Aufwand
ge=
trieben. Ein ganzes Ulanenregiment wird aufgeboten, wird im Alarm
und in einer Felddienſtübung gezeigt, und auch ſonſt iſt ſehr viel in
die=
ſem Film zu ſehen, der des Beſuches wirklich wert iſt.
Helia. Wer iſt Schlumpſi? Schlumpſi iſt ein entzückender,
ruppiger Drähthaar=Terrier, iſt ein Hunde=Star, der in dem ab
heute im Helia=Theater laufenden heiteren Tonfilm „Tingel=
Tangel” die Hauptrolle ſpielt. Neben Schlumpſi wirken noch als
Hauptdarſteller, mit: Eliſabeth Pinajeff. Ernſt Verebes, Fritz
Kampers. Katta Sterna, Bruno Kaſtner Jul Falkenſtein u. a. m.
Dazu gibt es wieder den neueſten Micky=Film „Dichter und
Bauer” ſowie noch ein reichhaltiges Beiprogramm.
Das Union=Theater zeigt Roda Rodas luſtige Köpenickiade 7
„Der falſche Feldmarſchall”. Vlaſta Burian, der bekannte
Komi=
ker, und Roda Roda, der Altmeiſter des deutſchen Brettls ſpielen
die Hauptrollen. Dazu ein Kurztonfilm: Der Wiener
Männer=
geſangverein „An der ſchönen blauen Donau” und das gute
Bei=
programm. Jugendliche haben Zutritt.
In den Palaſt=Lichtſpielen ſehen Sie in Neuaufführung „Pat
und Patachon als Modekönige” und das bunte Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn in allen Theatern 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
— Straßenſammlung am Volkstrauertag. Für die
Straßen=
ſammlung am kommenden Sonntag haben ſich erfreulicherweiſe
ſchon zahlreiche Sammlerinnen im Alter von 12—20 Jahren zur
Verfügung geſtellt. Es werden aber im Schulhaus der gewerbl.
Berufsſchule II. (Ecke Karls= und Nieder=Ramſtädterſtraße) noch
weitere Anmeldungen gerne entgegengenommen. Eine Anzahl
geſtifteter Preiſe ſollen an die erfolgreichſten Sammlerinnen als
kleine Anerkennung ihrer Liebestätigkeit zur Verteilung kommen.
Drittes Konzert des Muſikvereins am 3. März, in der
Stadt=
kirche. Die Aufführung des Oratoriums „Joſua” von G. F.
Händel findet hier zum erſten Male in der Bearbeitung von
Friedrich Chryſander ſtatt, die von der früher in Darmſtadt
ge=
botenen Faſſung weſentlich abweicht. Schon aus dieſem Grunde
dürfte die Aufführung für Muſikfreunde von beſonderem Intereſſe
ſein. Die Auswahl der Soliſten und die gründliche Einſtudierung
der Chöre bürgen für eine würdige Wiedergabe des ſchönen
Werkes. Oeffentliche Hauptprobe am Montag, den 2. März.
Kartenverkauf in Bergſträßers Buchhandlung, Wilhelminenſtr. 29.
(Vgl. auch Anzeige.)
Volksvorſtellung „Lucia von Lammermoor”, Sonntag, den
1. März, wird im Kleinen Haus außer Miete als Volksvorſtellung
die Oper „Lucia von Lammermoor” in der Inſzenierung
von Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking unter
muſi=
kaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler gegeben. Die
Titel=
partie ſingt Käthe Walter.
— Das Märchen „Schneewittchen” in der Görnerſchen
Bear=
beitung wird morgen Mittwoch auf der Marionettenbühne des
Kleinen Hauſes zum erſten Male wiederholt. Die erſte
Auffüh=
rung war ein großer Erfolg bei der Preſſe und dem Publikum.
Die Aufführung beginnt um 15 Uhr. Preiſe 0,40 bis 2,00 Mk.
— „Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Die diesmalige Veranſtaltung des Vereins ſteht unter
dem Zeichen unſerer Ortsgeſchichte. Der Redner des Abends, Herr
Prälat D. Dr. Diehl, der als der beſte Kenner und berufene
Hüter unſerer Heimatgeſchichte bekannt iſt, ſpricht am Donnerstag
abend im Eintrachtſaal über: „Die älteſten Darmſtädter
Pfarr=
häuſer und ihre Bewohner”
„Acht Darmſtädter Zeichner‟. Die Ausſtellung im
Kupfer=
ſtichkabinett des Heſſiſchen Landesmuſeums iſt noch bis
aus=
ſchließlich Sonntag, den 1. März, geöffnet. — Darnach bleibt das
Kabinett auf etwa zwei Monate geſchloſſen, um bisher
hinaus=
geſchobene Ordnungs= und Reinigungsarbeiten vornehmen zu
können,
Markusgemeinde. Die auf den 19. Februar angeſetzte
Hauptverſammlung unſerer Gemeindevereine mußte aus
zwingen=
den Gründen auf Donnerstag, den 26. Februar, mit der
gleichen Tagesordnung verſchoben werden. Zu regem Beſuch und
treuer Mitarbeit wird herzlich eingeladen.
— Elternabend in der Stadtmiſſion. Der zahlreiche Beſuch
und die große Aufmerkſamkeit der Zuhörerſchaft bei dem
Vor=
trage des Herrn Stadtmiſſionsinſpektors Bringmann über das
Thema: „Mann und Frau imchriſtlichen Hauſe”
zeig=
ten, daß dieſe Elternabende in der Stadtmiſſion einem tief
emp=
fundenen Bedürfnis entſprechen. Der Redner ging von der
ſchmerzlichen Tatſache aus, daß in der Gegenwart ſo unendlich
viele von der Ehe und vom Familienleben enttäuſcht ſind. Die
Zahl der Ehen, die auf dem „toten Punkt” angekommen wären,
ſei erſchreckend groß. In den allermeiſten Fällen liege die
Ur=
ſache davon in der falſchen Stellung der Ehegatten zueinander.
Dieſe Stellung in Uebereinſtimmung zu bringen mit den Linien
der heiligen Schrift, ſei die Vorausſetzung für ein glückliches und
geſegnetes Eheleben. In der geſunden und glücklichen Ehe gelten
der Grundſatz: „Jedem das Seine, aber nicht jedem das
Gleiche!” Mann und Frau ſeien wohl gleichwertig, aber
nicht gleichartig. Durch dieſen Artunterſchied von Mann und
Frau ſei die gegenſeitige Stellung der beiden Ehegatten bedingt.
Vor allen Dingen gehöre zu einem glücklichen Familienleben das
völlige Einsſein der beiden Ehegatten in den wichtigſten Fragen
des Ehelebens. Das Fehlen dieſer Einheit wirke ſich beſonders
verhängnisvoll aus in der Kindererziehung, oft zum dauernden
Schaden der Kinder. Auch die eheliche Treue dürfe in dieſem
Zu=
ſammenhang nicht ungenannt bleiben. Wenn Mann und Frau
die ihnen von Gott zugewieſene Stellung einnähmen und
aus=
füllten, dann ſei die Ehe glücklich, und ihr Einfluß ein geſegneter.
Der nächſte Elternabend über das Thema: „Was ſind wir
unſeren Kindern ſchuldig?” wird vorausſichtlich im
Monat März ſtattfinden. Nähere Mitteilungen ſ. Zt. in den
Tageszeitungen und den evangeliſchen Sonntagsblättern.
* Zu dem Zuſammenbruch der Spar= und
Darlehens=
kaſſe und der Aukobus=Genofſenſchaft
in Rieder-Beerbach.
Der überraſchende, zeitlich zuſammenfallende Zuſammenbruch der
Spar= und Darlehenskaſſe und der Autobus=Genoſſenſchaft in Nieder=
Beerbach hat die Bevölkerung des Ortes in letzter Zeit in ſteigendem
Maße beunruhigt und erregt, was darauf zurückzuführen iſt, daß man
es auf beiden Seiten an der dringend wünſchenswerten Aufklärung fehlen
läßt. Dies iſt natürlich der beſte Nährboden für die unſinnigſten
Ge=
rüchte, die u. a. auch davon wiſſen wollen, daß die Gemeinde ſelbſt bei
beiden Unternehmungen finanziell ſtark engagiert und durch unzuläſſige
Kreditgewährungen und Bürgſchaftsübernahmen geſchädigt worden ſei.
Nach unſeren Informationen iſt dies nicht der Fall. Lediglich durch
den Zuſammenbruch der Autobus=Genoſſenſchaft wird der Gemeinde ein
Verluſt von einigen tauſend Mark entſtehen, die ſie auf
ordnungsmäßi=
gem Wege in die Genoſſenſchaft als Stammanteil eingelegt hatte. Die
Paſſiven dieſer Genoſſenſchaft werden auf 20—30 000 RM. beziffert,
denen angeblich nur geringe Aktiven (3—4000 RM.) gegenüberſtehen
ſollen. Die Stammanteile der haftenden Genoſſen dürften hiernach
ver=
loren ſein. In der Hauptſache trifft der Verluſt einfache Bürger, einige
wenige davon bleiben infolge der Uebernahme einer Mehrzahl von
An=
teilen mit größeren Beträgen in der Konkursmaſſe. Am ſtärkſten belaſtet
dürften Mitglieder des Vorſtandes der Genoſſenſchaft ſein, die ſich für
Darlehenskredite und Wechſelverbindlichkeiten verbürgt haben. Der
Autobusbetrieb, der Genoſſenſchaft iſt eingeſtellt worden. Ihr Vorſtand
hat nunmehr eine „Verkehrs=Geſellſchaft” gegründet und die Konzeſſion
für den Betrieb der Strecke Nieder=Beerbach Darmſtadt der Firma
Steinmetz=Pfungſtadt übertragen.
Der Zuſammenbruch der Spar= und Darlehenskaſſe iſt
durch die Unterſchlagungen ihres Rechners Georg Plößer 3.
herbei=
geführt worden. Die Kaſſe, die dem Raiffeiſenverband angehört, wurde
im Jahre 1879 gegründet, konnte alſo vor zwei Jahren auf ihr 50
jäh=
riges Beſtehen zurückblicken. Die Veruntreuungen, die ſich auf annähernd
40 00 RM. belaufen ſollen, ſind gelegentlich einer Kaſſenreviſion
aufge=
deckt worden. Durch einen von dem Rechner angeblich ohne Wiſſen des
Vorſtandes und Aufſichtsrates der Kaſſe der oben erwähnten Autobus=
Genoſſenſchaft gewährten Blanko=Kredit wird die Kaſſe einen weiteren
Verluſt von 11000 RM. zu beklagen haben. Zur Deckung der Kaſſen=
Fehlbeträge hat der Rechner verſchiedentlich betrügeriſche
Manipulatio=
nen vorgenommen. So hat er z. B. kurz vor ſeiner Verhaftung ſich noch
Bürgſchaften verſchafft und die Urkunden bezüglich der Höhe der
Be=
träge verfälſcht. Da es Plößer wirtſchaftlich nie ſchlecht gegangen iſt
und er als achtbarer Mann von tadelfreiem Lebenswandel galt, bleibt es
vorläufig unerklärlich, für welche Zwecke er die unterſchlagenen Gelder
verwendet hat. Man vermutet, daß die Anfänge der Veruntreuungen
ſchon einige Jahre zurückliegen. Viele Exiſtenzen Nieder=Beerbachs ſind
durch den Zuſammenbruch der Kaſſe ernſtlich bedroht oder zum
min=
deſten geſchädigt worden.
Armut und Elend drückt das ganze deutſche Volk — am
ſchwerſten aber die Blinden. Denn ihnen fehlt der für volle
Erwerbsfähigkeit wichtigſte Sinn, und viele können nicht
beſchäf=
tigt werden, weil für ſie eine berufliche Umſtellung nicht möglich
war. In Darmſtadt beſteht ſeit 15 Jahren ein
Blindenbeſchäfti=
gungsverein, der ſich außerdem auch die Aufgabe geſtellt hat, den
nichtarbeitsfähigen Blinden zur Seite zu ſtehen. Der Verein
läßt zurzeit in unſerer Stadt eine Geldſammlung veranſtalten
und bittet die Darmſtädter Bevölkerung, durch Einzeichnung von
Beiträgen das Los der Blinden erleichtern zu helfen. Die
Samm=
lung iſt behördlich genehmigt, und der Sammler muß ſich
hier=
über ausweiſen.
— Wanderklub „Falke 1916‟ Darmſtadt. Eine frohe
Wan=
dererſchar gelangte in früher Morgenſtunde zur zweiten
Wande=
rung nach Heppenheim. Trotz ſchlechter Witterung ging es frohen
Mutes dem neuen Tag entgegen. Der Weg führte durch
Fiſch=
weiher über Kreiswald nach Albersbach. Hinter Rimbach ging es
auf die ſchneebedeckte Tromm. Winterſtimmung in der Natur
zeigte ſich dem Wandererauge. Die Schneefläche der Höhe war
be=
lebt von frohen Menſchen, die die Sorgenmaske des Alltags
ab=
gelegt hatten. Nach verdienter Ruhe und einer Schneeballſchlacht
gings durch verſchneiten Wald dem Ziele der Wanderung zu
Mörlenbach. Hier dankte Herr Friedrich in kurzen Worten den
beiden Führern, Herren K. Bieger und H. Daupen, für die gute
Führung.
Aus den Parkeien.
— Aus der R. f. V. Dieſer Tage referierte Divl.=Ing. Carl Heinz
Heneo, Landesverbandsſchriftführer der R.i.V., Darmſtadt, über die
„Probleme der Verflechtungen der deutſchen
Wirt=
ſchaft in die Weltwirtſchaft. Ausgehend von der
zwangs=
läufigen ſtarken aktiven und paſſiven Verbundenheit der
Tauſchbeziehun=
gen in Waren mit dem Ausland, bezeichnete er die Wünſche und
Be=
ſtrebungen nach einer, Nationalwirtſchaft” im Sinne einer
Unabhängig=
keit von der Außenwirtſchaft als unerfüllbar. Er verbreitete ſich dann
über den Warenaustauſch, die Kreditbeziehungen, ſowie über die
all=
gemeinen weltwirtſchaftlichen Beziehungen und beleuchtete die
Aus=
wirkungen der Zwangsverträge. Der Mechanismus der
weltwirtſchaft=
lichen Beziehungen würde zu einem unſerer ſtärkſten Bundesgenoſſen im
Kampfe um die Reviſion der Tributverträge. Nur mit klarer
Erkennt=
nis der Dinge, getragen von heißem nationalem Wollen, jedoch nicht
mit unſachverſtändiger, plumper Polemik und hohlen Phraſen werde dieſer
Kampf geführt werden können, bei dem die R.i.V.=Volkspartei einer
Führerperſönlichkeit wie Dingeldetz treue Gefolgſchaft leiſtet.
— Landesverband der Demokratiſchen
Vereini=
gung in Heſſen. Am Samstag fand in Siegenheim (Oberheſſen)
unter dem Vorſitz des Lehrers Nieß eine aus Schotten und anderen
Orten des Kreiſes beſuchte Verſammlung des Kreisvereins der Deutſchen
Demokratiſchen Partei ſtatt, in der beſchloſſen wurde, ſich nicht der
Staatspartei, ſondern dem Landesverband der Demokratiſchen
Vereini=
gung in Heſſen anzuſchließen.
Lokale Beranſtalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Sinweiſe auf Anzeigen zu E=rrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
Vortrag. Am 25. Februar findet punkt 8 Uhr abends
im Gartenſaal des ſtädt. Saalbaus ein Frauenvortrag ſtatt.
Referentin: Die Hygienekerin und Scheiftſtellerin Frau Ilſe
Strätger, Köln, ſpricht über das hochintereſſante moderne Thema:
„Des Weibes Liebe Ehe Krankheit und Geſundheit,
Verjün=
gungsmöglichkeit und Lebensverlängerung. Näheres war im
Sonntags=Inſerat angegeben.
Vereinskalender.
Hausfrauenbund. Heute 4 Uhr im Gartenſaal des
Saalbaus Lichtbildervortrag: „Ein Gang durch die Maggi=
Guts=
wirtſchaft und die Maggiwerke‟.
Tageskalender für Dienstag, den 24. Februar 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, H 10.
Bühnenvolks=
bund, 19.30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum”.
— Kleines
Haus: Keine Vorſtellung. — Konzerte: Café Ernſt=
Lud=
wig. Zur Oper, Schloßkeller, Datterich. —
Kinovorſtel=
lungen: Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Muſik=
verein, 19,30 Uhr in der Stadtkirche: 3. Konzert „Joſua”
von G. F. Händel.
Aus Heſſen.
Dd. Arheilgen, 23. Febr. Der Kaffeeabend des Kirchengeſan
vereins im Gemeindehauſe war außerordentlich gut beſucht; bis auf d
letzten Platz war der Saal gefüllt. Der gaſtgebende Verein brack
einige Lieder zu Gehör, von denen beſonders die bekannten Volkslied
zur Hebung der allgemeinen Stimmung beitrugen. Schattenbilder
u=
ein Theaterſtück, betitelt „Ihr Papa”, ergänzten das Programm, ſo d.
die Zuhörer erſt ſpät ans Heimgehen dachten. — Todesfal
Durch einen Her=ſchlag wurde ganz plötzlich der Metzgermeiſter Fre
Obermeiſter der Metzgerinnung, im beſten Mannesalter ſtehend, vo
O. Erzhauſen, 23. Febr. Ausdem Gemeinderat. Der Ge
meinderat Phil. Vollrath ſtellt an den Gemeinderat den Antrag, ihn au
Geſundheitsrückſichten ſeines Mandats zu entbinden. Der Gemeinder
beſchließt nach Art. 19 L. G.O. und kommt dem Erſuchen des
Antragſt=
lers nach. — Antrag der Union=Brauerei Groß Gerau, betr. Bierſteue
verrechnung. Die U.=B. beabſichtigt, die Bierſteuer vierteljährlich zu er
richten. Der Gemeinderat ſteht dem ablehnend gegenüber, mit der 9
gründung, weil dadurch andere Bierlieferanten dasſelbe Erſuchen an d
Gemeinde ſtellen würden. — Es wurde auch bekannt gegeben, daß
Provinzialſtraße vom Ort bis an die Bahn mit einem nochmaligen Tee
überguß verſehen werden müſſe, doch zuvor ſollen erſt die ſchadhaft
Stellen ausgebeſſert werden.
F. Eberſtadt, 23. Febr. Nacheichung. Zu der letzten Notiz üb
die Nacheichung der eichungspflichtigen Gegenſtände in der Gemein
Eberſtadt wird mitgeteilt, daß infolge beſonderer Umſtände die Eichu
bereits am B3. Februar begonnen hat und bis 2. März dauert. — Pol
zei=Verordnung. Nach der im Amtsverkündigungsblatt o
öffentlichten Polizeiverordnung des Kreisamtes Darmſtadt vom
Februar 1931 werden Verfehlungen gegen die Vorſchriften der Or
ſatzung, betreffend die Verbringung der Leichen in die Leichenhalle 1
Friedhofes der Gemeinde Eberſtadt, vom 30. Januar 1931, ſoweit ni
nach Geſetzen höhere Strafen in Anwendung kommen, mit Geldſtre
bis zu 150 RM., im Falle der Uneinbringlichkeit mit Haft beſtraft.
Aa. Malchen, 21. Febr. Vortrag über Obſtbaumpflee
Das Landwirtſchaftsamt Darmſtadt veranſtaltet hier am Samstag, d
28. März, einen Vortragsabend über „Schädlingsbekämpfung unter
ſonderer Berückſichtigung der Obſtbaumſchädlinge‟.
Cp. Pfungſtadt, B3. Febr. Die letzte Stammholzve
ſteigerung aus dem Stadtwald findet am Donnerstag vormitt,
(26. Februar) ſtatt. Es kommen insgeſamt über 2d Feſtmeter Kiefer
und Buchenſtammholz zum Ausgebot. — Die Arbeiterwohlfahrt hie
dieſer Tage im Saalban Vögler einen Wohltätigkeitsaber
ab. Die Begrüßungsanſprache hielt Friedrich Raab. Im weiteren V
lauf der Veranſtaltung wurde von Mitgliedern der Fr. Turngemein
ein heiteres Theaterſtück aufgeführt.
f. Roßdorf, 23. Febr. Anerkennung. Dem Herrn Joha
Heinrich Kirſchner 2., Ufergaſſe, wurde von dem Herrn Reichspräſide
ten eine Anerkennungsurkunde anläßlich ſeiner vollendeten 5ljährig
Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Roßdorf überſandt. He
Kirſchner iſt ein Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr, und m
dankt im allgemeinen für die treuen Dienſte, die er mit vorbildlich
Pflichtbewußtſein und in hingebender Arbeit für das Gemeindew
geleiſtet hat. — Beerdigung. An der Beerdigung des Her
Johann Georg Kirſchner, unſeres früheren Polizeidieners, der ſeir
Dienſt über 30 Jahre bei der Gemeinde in vorbildlicher Weiſe v
ſehen batte, beteiligte ſich die ganze Gemeinde. Mit dem 77jährie
iſt in Mann dahingegangen von ſeltenem Pflichtbewußtſein, der ſein
Mann ſtets geſtanden hat. Herr Kirſchner war Mitbegründer der Fr
willigen Feuerwehr, der er über 50 Jahre angehörte und an der
mit Leib und Seele bis zu ſeinem Tode hin:. Auf dem Friedhofe ſpr
Herr Pfarrer Berck ſchöne und troſtreiche Worte über den tapferen
treuen Entſchlafenen und ſtellte ihn als Vorbild hin, wert der Ne
eiferung. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr brachten die ſte
liche Hülle ihres Kameraden zur letzten Nuheſtätte, der Militärver
ehrte den Verſtorbenen durch Abgabe von Ehrenſalven. Unter ehr
den Nachrufen fanden Kranzniederlegungen ſtatt. — Förderu
des Obſtbaues. Durch eine Bekanntmachung der Bürgermeiſte
wurden die Obſtbaumbeſitzer zur Entfernung der dürren Bäume u
Aeſte ſowie zur Säuberung der Bäume, Sträucher und Hecken binn
vier Wochen aufgefordert. Bei Nichtbefolgung erfolgt Beſeitigung
Anſtände auf Koſten der Säumigen neben gerichtlicher Beſtrafung.
Anbetracht des Umſtandes, daß jährlich bis zu 40 Prozent der Obſtell
durch Schädlinge vernichtet werden und in Anbetracht der Bedeum
einer guten Baumpflege für die im Intereſſe der Volksernährung ni.
Erhöhung der Obſterträgniſſe wäre eine gewiſſenhafte Bekämpfung
Lbſtbaumſchädlinge äußerſt wünſchenswert.
I. Dieburg, 23. Febr. Ehrenwertes Alter. Die
wohnhaften bejahrten Zwillinge, Fräulein Katharina Sterk
und Herr Sebaſtian Sterkel, feierten geſtern ihr 80. Wieg
feſt. Beide befinden ſich noch bei guter Geſundheit.
Cp. Biebesheim a. Rh., 23. Febr. Zuchtviehmarkt u
Viehſeuche. Wie kreisamtlich bekannt gegeben wird, kann mit M
ſicht auf den Ausbruch der Maul= und Klauenſeuche in Trebur auf 9
ordnung des Miniſters des Innern der für den 3. März vorgeſeh
Faſel= und Zuchtviehmarkt nicht ſtattfinden. Ein neuer Termin ſteht
Augenblick noch nicht feſt.
— Gernsheim, 23. Febr. Waſſerſtand des Rhein
22. Februar: 0.11 Meter; am 23. Februar: 0,07 Meter.
Hirſchhorn a N., 23. Febr. Waſſerſtand des
am 22. Febr.: 1,26 Meter; am B. Febr. 1.30 Meter.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Vom Rheingoldzug getötet. Sonntag nachmittag gegen 14 1
ſprang der 24jährige Landwirtsſohn Jakob Pfanner aus Bing
Büdesheim in der Nähe der alten Gasfabrik im Stadtpark in d
Augenblick, als der Rheingoldzug die alte Eiſenbahnbrücke in der R
tung des Mainzer Hauptbahnhofes paſſiert hatte, in ſelbſtmörderiſe
Abſicht auf die Schienen und wurde vom Rheingoldzug zermalmt.
* Verrohte Jugend. Als Sonntag nachmittag der verheiratete
jährige Maurer Ludw. Munk 2. in Mainz=Koſtheim auf dem Bürg
ſteig mehreren jungen Leuten nicht auswich, wurde er von den ha
wüchſigen Burſchen überfallen und mißhandelt. Einer der Rohlit
zog dabei das Meſſer und verſetzte dem Ueberfallenen zwei Stiche,
von der eine die Naſe verletzte und der andere in die linke Schläfenſe
eindrang. Der Verletzte wurde ſofort in das Städtiſche Krankenhe
übergeführt. Die ärztliche Unterſuchung wird ergeben, ob das S
vermögen in Mitleidenſchaft gezogen iſt. Der Täter ein gewiſſer Fe
Müller, ſtellte ſich freiwillig auf der Polizeiwache. Er wurde n
Feſtſtellung des Tatbeſtandes wieder entlaſſen.
* Die politiſche Schlägerei in Wonsheim vor Gericht. Am 1. M.
vor. Js. kam es in Wonsheim zwiſchen Mitgliedern des Arbeitergeſar
vereins und der Baugewerksvereine, die anläßlich des 1. Mai ein
Ausflug unternahmen und verſchiedenen Mitgliedern der Nationg
ſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei zu einem 3‟
ſammenſtoß. Es kam zu einer wüſten Schlägerei mit Heugabeln, Miſt
gabeln, Gummiknüppeln, Meſſern uſw., und gab es auf beiden Seite
Leicht= und Schwerverletzte. — In zweitägiger Verhandlung wurde v.
dem Bezirksſchöffengericht Mainz gegen 12 Nationalſozialiſten 41
Wonsheim wegen leichter und ſchwerer Körperverletzung verhande,
Staatsanwalt Lang, der der Auffaſſung war, daß ſchwerer Landir”
densbruch vorliege, beantragte Gefängnisſtrafen von zwei bis ſechs 9.
naten und Geldſtrafen von 50—200 Mark. Nach längerer
Beratu=
kam das Gericht zu der Anſicht, daß nur Körperverletzung vorliege 1
verurteilte neun Angeklagte zu 20—300 Mk. Geldſtrafen. Drei 2
geklagte wurden freigeſprochen.
E TOr!
Tu
Oolotes BittIeT !
Von diesem behaupten tausende Konsumenten daß sie ihn trotz
hres Horz-, Magen- Neruen- u. Gallensteinleidens
ohne jraendwelche Beschwerden zu versbüren, teinken können
V.111)
9. A.PARBOUEN HANBURGJ.
Mur nach
u e
das große 200 g Pak
Nummer 55
Dienstag, den 24. Februar 1931.
Reiſebrief aus dem Burgenlande.
Von Dr. Stephan Kekule von Stradonitz.
Das „Burgenland” heute unter dieſem Namen ein
ſelb=
jändiger Gliedſtaat, ein „Bundesland” des Bundesfreiſtaates
Deſterreich, iſt ein Ergebnis des Weltkrieges und ein Stück des
rüheren, ehemals „Weſtungarn” genannten Gebietes. Dieſes
Veſtungarn, wie ſchon ſein Name beſagt, ein Teil des
König=
eichs Ungarn, iſt nämlich durch den Vertrag von St. Germain
ind die, von Oeſterreich nicht anerkannte, Volksabſtimmung
om 14. Dezember 1921 in drei Teile zerſtückelt worden.
Oeden=
urg, Wieſelburg und Eiſenburg blieben bei Ungarn, d. h.
igentlich: kamen an es zurück; Preßburg, die ehemalige Königl.
Ingariſche Freiſtadt und uralte Krönungsſtadt der Könige von
Ingarn, kam dagegen an die Tſchechoſlowakei, der Reſt an
Oeſterreich, ſo daß alſo die vier „Burg”=Städte, nach denen das
Bebiet den Namen hatte, jetzt gar nicht mehr dazu gehören.
Die=
es nunmehr öſterreichiſche Burgenland liegt ſüdlich von Wien,
tpiſchen Steiermark und Ungarn eingekeilt, in ſeinem
nörd=
ichen Teile: zwiſchen Wiener=Neuſtadt und dem berühmten,
lachen, ſalzhaltigen, „Neuſiedler See”, und hat gegen 300000
Einwohner. Weitaus der überwiegende Teil der
Einwohner=
chaft iſt katholiſch. Die Hauptſtadt des Landes, in der der
Landeshauptmann und der Landtag ihren Sitz haben, iſt
Eiſen=
tadt, ein winziges Städtchen von jetzt knapp über fünftauſend
Einwohnern.
Hieran, an der Begrenzung des Landes überhaupt und an
er vorbeſchriebenen „Zerſtückelung” kann man ſo recht die
dinterliſt erkennen mit der, auch in dem Vertrage von St.
zermain, die Grenzziehungen vorgenommen worden ſind. Im
orliegenden Falle galt es nicht nur, ein ohnmächtiges Gebilde
erzuſtellen, ſondern auch, zwiſchen Oeſterreich und Ungarn
ge=
ſiſſermaßen einen Zankapfel zu ſchaffen, Reibungsflächen
künſt=
ch herzuſtellen, die beide Staatsweſen mindeſtens ſtändig
nander zu entfremden geeignet ſein ſollten.
Vier Fünftel der Einwohnerſchaft des Burgenlandes ſind
eutſch, der Reſt hauptſächlich kroatiſch, aber auch magyariſch
nd jüdiſch.
Den Reichsdeutſchen, der in das Land kommt, berührt es
anz eigenartig, wenn er darauf aufmerkſam gemacht wird (im
ſedächtniſſe haben kann man ja derartiges nicht!), daß die
gro=
en Tonſetzer: Joſeph Haydn und Franz Liſzt, der Geigerkönig
oſef Joachim, der Meiſterſchauſpieler Joſef Kainz und der
inſt weltberühmte Wiener Anatomieprofeſſor Joſef Hyrtl aus
em Burgenlande gebürtig geweſen ſind, ſo daß alſo auch die
erſtorbene Frau Coſima Wagner von der Seite ihres Vaters
ranz Liſzt her, burgenländiſches Blut in den Adern hatte.
1ſäydn war aus Rohrau, Hyrtl aus Eiſenſtadt Joachim aus
littſee bei Preßburg, Kainz aus Wieſelburg und Liſzt aus
kaiding bei Oedenburg.
Wer von Norden, etwa von Wien her kommend in das
furgenland einreiſt, iſt überraſcht, wie mit dem Ueberſchreiten
er Grenze, d. h. eigentlich; des Flüßchens Leitha (man denke
i den bekannten Ausdruck? „Transleithanien”!) ſich der
An=
lick der bäuerlichen Dorfſiedlungen ändert: In Niederöſterreich,
Cſo in „Cisleithanien” breite, behäbige Bauernhäuſer mit
attlichen Höfen und Ställen; im Burgenlande: meiſt nur zwei
enſter breite Häuschen, deren Giebelſeite die Straßenfront
ildet, daneben die Torfahrt, die in den beſcheidenen Hof und
r den unanſehnlichen Ställen führt. Dabei iſt die Anordnung
reiſt ſo, daß immer das eine Häuschen die Torfahrt links, das
iidere rechts hat, oder umgekehrt, ſo daß faſt regelmäßig je
wei Torfahrten und je zwei Häuschen aneinanderſtoßen. Es hat
lſo hier der Bauernſtand ſich anſcheinend nicht ſo frei
ent=
ilten können, wie im angrenzenden Oeſterreich. Dabei iſt
er Boden ergiebig. Vieh=, Geflügel= und Bienenzucht blühen,
Sieſen und Weiden ſind reichlich, Getreide, Zuckerrübe,
Ge=
üſe, Kartoffel und Obſt (Edelkaſtanien darunter) liefern guten
rtrag, Ruſt berühmten Wein („Ruſter Ausbruch”).
Die vorbeſchriebenen bäuerlichen Verhältniſſe dürften ihre
rſache darin haben, daß ein ſehr großer Teil des Burgenlandes
* Eigentume ganz großer Grundherren iſt. Die bei weitem
ächtigſten unter dieſen ſind die Eſterhazy (Fürſten und Grafen),
on denen es drei Linien gibt: Forchtenſtein, Czeſneck und
Itſohl. Der erſte Aſt der Linie Forchtenſtein iſt der fürſtliche.
ie wohlerhaltene Burg Forchtenſtein iſt eine der großen
ehenswürdigkeiten des Burgenlandes. Sie liegt im „
Roſa=
engebirge” in 520 Meter Höhe auf einem hohen Kalkfelſen
nd iſt ſeit 1622 im Beſitze der Eſterhazy. Eigentlich iſt es
rr keine „Burg”, in dem Sinne, wie man ſich gewöhnlich eine
urg vorſtellt. Dazu ſind die Gebäulichkeiten viel zu groß
ad zu mächtig. Es iſt vielmehr eine Burg=Feſtung, eine Feſte,
ie man in Deutſchland z. B. von der „Feſte Koburg” ſpricht.
ie ſtammt in ihrem älteſten Teile aus dem 13. Jahrhundert
Id wurde im 17. Jahrhundert umgebaut. Ueberſchreitet man
ie Brücke des Burggrabens, ſo wird man am Eingang und im
ofe zu ſeinem grenzenloſen Erſtaunen Soldaten einer
Schloß=
farde gewahr: in der maleriſchen Tracht der Eſterhazy=
Grena=
ere, mit E und Fürſtenkrone auf den Patronentaſchen, die
beſchränkter Anzahl zu unterhalten, den Fürſten Eſterhazy
uuf Forchtenſtein noch geſtattet iſt, ebenſo wie — nebenbei
be=
erkt — die Fürſten zu Schwarzenberg in der Tſchechoſlowakei
af die gleiche Weiſe noch das Vorrecht genießen, ſich „eigenes
Xilitär” halten zu dürfen. Freilich hat leider die „
Forchten=
einer Schloßgarde” nicht verhüten können, daß in den Tagen
er ungariſchen Bolſchewiſten=Herrſchaft des Bela Kun (März
s Auguſt 1919) ſechszehn eiſerne Kiſten im Schloß ihres
ichen Inhaltes an Koſtbarkeiten uſw. beraubt worden ſind.
Im inneren Hofe des Schloſſes Forchtenſtein iſt noch eine
adere Merkwürdigkeit zu ſehen: ein höchſt barockes Reiterdenk=
mal aus Stein, den erſten Fürſten des Hauſes, den Fürſten
Paul (geſt. 1647), im Harniſch darſtellend, aber mit einer
Fürſtenkrone, nicht etwa mit einem Helm auf dem Haupte,
wäh=
rend das hochgebäumte Pferd ſeine Vorderhufe auf das davor
geſtellte neue Fürſtenwappen aufſtützt. Sicherem Vernehmen
nach iſt dieſes das zeitlich älteſte Reiterdenkmal auf ungariſchem
oder ehemals ungariſchem Boden.
Wer einmal in Forchtenſtein iſt, kommt naturgemäß auch
nach dem nahen Städtchen Eiſenſtadt, der eigentlichen
Eſter=
hazy’ſchen „Reſidenz” im dortigen Lande. In dieſem Städtchen,
das am eheſten mit dem norddeutſchen, aber doch noch weit
größeren Bückeburg verglichen werden kann, haben die
Eſter=
hazy ein großes, prachtvolles, wahrhaft fürſtliches Schloß.
Eiſenſtadt iſt berühmt in der Geſchichte der Tonkunſt, weil der
große Haydn daſelbſt von 1761 ab als zweiter, von 1766 ab als
erſter Kapellmeiſter des Fürſten Nikolaus Joſeph Eſterhazy,
der eine eigene Opern=, Konzert= und Kirchen=Muſik unterhielt,
gewirkt hat. Freilich ſiedelte 1769 der Eſterhazy’ſche Hof und
mit ihm die Kapelle für den Sommer nach dem neu erbauten
Schloß „Eſterhazy” am.Neuſiedler See und für den Winter nach
Wien über, freilich wurde 1790, nach dem Tode des
vorgenann=
ten Fürſten, die Kapelle ganz aufgelöſt, und zu Wien iſt, am
31. Mai 1809, auch Haydn geſtorben, allein zu Eiſenſtadt haben
ihm die Eſterhazy in der Wallfahrtskirche „Marige Heimſuchung”
ein würdiges Grabmal errichtet.
Sinnend ſteht man hier vor dem Grabmale dieſes
kerndeut=
ſchen Kunſtmeiſters, lieſt die lateiniſche Inſchrift darauf und
ge=
denkt des Umſtandes, daß die lebenslängliche Penſion, die Haydn
fortdauernd, von 1790 ab bis zu ſeinem Tod, in Höhe ſeines
vollen Gehalts vom Haus Eſterhazy erhielt, ihm für den Reſt
ſeines Lebens die wirtſchaftliche Unterlage geſchaffen hat, um
in furchtbarſter Weiſe tonkünſtleriſch weiter ſchaffen und
wir=
ken zu können. Wie furchtbar dieſes Schaffen im ganzen
ge=
weſen iſt, mögen unkundige Leſer daran erkennen, baß die
Ge=
ſamtausgabe ſeiner tonkünſtleriſchen Schöpfungen auf etwa
acht=
zig Bände berechnet iſt, von denen ſeit 1908 bis jetzt bereits
über zwanzig erſchienen ſind.
Dem Eiſenſtadt, wie es zu Haydns Zeiten ausſah, wird
übrigens die im Aufblühen begriffene Stadt nicht mehr
gleich=
ſehen. Schon jetzt hat die Landesregierung, da nichts
Geeig=
netes an Ort und Stelle bereits vorhanden war, höchſt
ſtatt=
liche Gebäude für die Regierung, den Landtag uſw. daſelbſt
er=
richten müſſen.
Preußiſch-Süddeutſche Klaſſen=Lotkerie.
21. Februar 1931.
12. Ziehungstag.
In der heutigen Vormittags=Ziehung fielen:
8 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr.: 19 918 112 439 135 347
346 766.
16 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.: 5898 59 588 74 380
202 307 299 375 336 864 344 073 357 008.
18 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr.: 67 078 77 042 108 149
112 838 127 026 160 909 211 906 320 248 360 280
50 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr.: 23 110 30 712 36 794
40 764 58 403 59 037 65 318 93 604 94 208 99 653 111 407 120 960
172 736 214 653 217 007 223 220 228 809 232 400 238 238 269 346
314 126 315 622 330 155 359 202 395 430
106 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr: 3874 13 443 23 655
26 528 37 591 47618 61 202 68 582 74 123 94 133 101 007 107 348
132 073 139 878 166 177 198 889 208 741 234 116 336 579 237 226
238 683 240 102 240 551 244 145 246 353 255 474 270 913 272551
280 833 281 515 283 137 289 909 290 869 307 333 311 090 313 176
320 063 320 417 325 474 331 432 336 057 336 925 348 181 355 530
356 952 362 017 363 460 367 351 369 055 374983 381 184 383 820
385 995.
Ferner 170 Gewinne zu je 500 Mark und 540 Gewinne zu
je 400 Mark.
In der heutigen Nachmittags=Ziehung fielen:
8 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.: 70 082 86 239 204 679
318 492.
12 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr.: 99 349 176953 208 458
222 659 353 683 356 014.
42 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr.: 4823 10707 38 317
55 883 90 106 134 652 139 893 140 067 150 476 189 059 214395
216955 234 372 239 735 265 189 270 618 299 667 343 070 351 803
370 796 395 888.
96 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr.: 4208 75 67 15 115
22 870 40 131 48 439 49 490 51579 63 889 65 360 67 613 74 042
75 436 91817 101310 104 531 106 499 126 799 132 479 143 214
151909 152 689 154 388 158 628 161 249 161 847 168 738 212 398
218 879 237 485 247 192 267 671 270 471 277 123 278 784 289 230
297 716 301 144 304 407 304 437 318 214 327 091 330 621 337 206
345 619 348 851 370 752 393 885.
Ferner 152 Gewinne zu je 500 Mark und 378 Gewinne zu
je 400 Mark.
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000
Mark, 2 Gewinne zu je 500 000 Mark, 2 zu je 300 000, 4 zu je
75 000, 4 zu je 50 000, 22 zu je 25 000, 102 zu je 10 000, 262 zu je
5000, 582 zu je 3000 1794 zu je 2000, 3488 zu je 1000, 5588 zu je
500, 17 016 zu je 400 Mark.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Mauve
Veranwwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Manve; für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport Karl Böhmann,
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpſegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wiliy Kuhle,
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten
Seite 7
Geſchäflliches.
Vorzugskarten ſichern! Die Abgabe der Vorzugskarten ſür
die intereſſanten und unterhaltenden Filmvorführungen im Kl.
Haus des Heſſ. Landestheaters am 2., 3. und 4. Marz hat
be=
gonnen. Die Eintrittskarten zu dieſer Veranſtaltung werden
be=
kanntlich in der Färberei Reich, Ernſt=Ludwigſtr. 4 gegen
2 Erdal=Kwak=Prämien=Marken abgegeben. In allen Geſchäften,
die Erdal und Kwak führen, ſind außerdem Vorzugskarten zu
er=
halten, bei deren Abgabe für 1 Eintrittskarte nur noch 1
Prä=
mien=Marke zu erlegen iſt Prämienmarken ſind allen Packungen
von Erdal=Schuhpflegemitteln und allen Kwak=Bohnerwachs=
Doſen beigefügt. Bei den Vorführungen wird Programm und
Garderobe frei ſein, ſo daß dieſe Veranſtaltung für alle
Ver=
braucher von Erdal und Kwak völlig koſtenlos ſind. Dieſe neue
Werbe=Veranſtaltung, die dem Publikum einige vergnügliche und
unterhaltſame Stunden bereitet, wird ſicher das Intereſſe aller
Darmſtädter finden.
Was iſt Fdee= Kaffes
Idee=Kaffee iſt das Neueſte der Wiſſenſchaft ein reiner
Bohnen=
kaffee, hocharomatiſch, ſehr ergiebig! Durch das Veredelungsverfahren,
nach dem der Idee=Kaffee hergeſtellt wird, iſt die Wirkung des
Idee=Kaffees eine andere als bei naturechtem Kaffee. Das beſtätigen
Tauſende von Konſumenten, die nach Kaffee ſonſt Beſchwerden haben
und die den Idee=Kaffee wegen ſeiner leichten Bekömmlichkeit ſelbſt
coeffinfreiem Kaffee vorziehen, weil ſie ihn beſſer in Qualität finden
und auch weil er billiger iſt. Nervöſe, Herz=, Magen= und
Gallenſtein=
leidende beſtätigen, daß ſie den Idee=Kaffee gern und ohne
Beſchwer=
den trinken.
Selbſt wenn Sie erſt breiund . . . . . zig ſind, gnädige Frau,
geht es Sie an!
Denn jeder neue Tag bringt auch Ihnen irgendwelche
Anſtrengun=
gen, irgendwelche Sorgen — und wenn Sie es auch kaum bemerken:
irgendwie muß der Alltag auf Ihrem heute noch ſo jungen,
ſtrahlen=
den Geſicht ſeine Spuren ja doch einzeichnen. Winzige Fältchen feine
Runzeln, müde Linien — die erſten Spuren des Alterns. Die Sie
bekämpfen ſollten, wenn Sie ſchön und glücklich bleiben wollen! Die
Sie bekämpfen können, wenn Sie rechtzeitig mit einer guten,
ver=
nünftigen, auf Ihren ſpeziellen Hauttyp eingeſtellten Hautpflege
be=
ginnen. Ihr geſunder Menſchenverſtand ſagt Ihnen ja ſelbſt, daß es
mit „irgendeiner Teintereme” beſtimmt nicht getan iſt. Es gibt
kein=
wunderwirkenden Allheilmittel! Aber es gibbt die Marinello=Methode,
die Schönheitspflege der verwöhnten, vielbewunderten Amerikanerin:
eine auf exakter, wiſſenſchaftlicher Baſis aufgebaute Hautpflege=
Methode, anwendbar in Ihrem eigenen Heim — mit der Sie alle
ſchädlichen Einwirkungen ausgleichen können, mit der Sie die
Funk=
tionen der Haut= und Zellgewebe ſo beeinfluſſen können, wie die
Kon=
ſtitution gerade Ihrer Haut es verlangt, um jung und geſund zu
bleiben.
Eine wiſſenſchaftlich ausgebildete Marinello=Spezialiſtin iſt zurzeit
hier bis zum 28. Februar 1931 bei der Parfümerie Friedrich
Dill=
mann. Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 21. Sie möchte Sie gern bei
Ihren Teintproblemen beraten und Ihnen die für Ihre Haut in Frage
kommende Heimbehandlung nach der Marinello=Methode eingehend
er=
klären. Selbſtverſtändlich verpflichtet eine ſolche Konſultation Sie zu
nichts, gnädige Frau!
Rundfunk-Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 24. Februar.
6.45: Frühkonzert auf Schallplatten.
12.00: Schallplatten: Blasmuſik — Operetten=Pokpourris.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag. Küchenzettel für einfache
Verhält=
niſſe. — Elſe Pelz=Langenſcheidt: Was will die Hausfrau in der
Baukommiſſion?
16.30: Nachmittagskonzert. Rundfunkorcheſter. Mitw.: Gertrud Probſt.
10.15: Dipl.=Volkswirt Mehlan: Die Arbeitsdienſtpflicht in
Bul=
garien.
18.40: P. Przywara: Technik und Religion.
19.10: Stuttgart: Dr. Bauer: Erlebniſſe als deutſcher Austauſch=
Student in Amerika.
19.30: Alte Märſche verſchiedener Nationen. Ausf.: Das Rundfunk=
Blasorcheſter. — Mitw.: Heinrich Hölzlin (Baß).
20.45: Vortragsſtunde von Charlotte Chriſtmann.
21.15: Unterhaltungskonzert. (Ungariſche Muſik). (Schallplatten).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Dienstag, 24. Februar.
10.10: Schulfunk. Walter Diekermann: Der luſtige Dur=Dreiklang.
11.30: Ob.=Landw.=Rat Dr. Taſch: Preisgeſtaltung
landwirtſchaft=
licher Erzeugniſſe und Bedarfsartikel.
12.00: Franzöſiſch für Schüler.
12.30: Händel auf Schallplatten.
15.45: Kinderſtunde.
16.00: Urſula Scherz und William Wauer: Künſtl. Handarbeiten:
Das Muſterſpritzen.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Feinberg: Deutſche Schickſale in Rußland.
18.00: Gedächtnisſtunde für Dr. Adolf Köſter.
19.00: Franzöſiſch für Anfänger.
19.30: Dr. Leo Engel: Wie kommen die Preiſe im Großhandel
zu=
ſtande*
20,00: Köln: Muſikaliſches Durcheinander. Mitw.: Neumann=Knapp,
Hanſen und Berger (Sopran), Aramesco und Neumann (Tenor),
Strienz (Baß), Mittmann (Violine), Fritzſche (Flöte), Kreiſel
(Saxophon), Mittmann (Klavier), Kammerchor des Weſtdeutſchen
Rundfunks. Großes und Kleines Orcheſter des Weſtd. Rundfunks.
24.15: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
Danach: Unterhaltungskonzert. Norag=Orcheſter.
Weikerbericht.
Der hohe Luftdruck über der Biskaya hat ſich weiter auf dem
Feſt=
land ausgebreitet, ſo daß die Wetterlage vorerſt unter ſeinem Einfluß
verbleibt. Die Bewölkung geht zurück und während der klaven Nacht
treten Strahlungsfröſte auf. Tagsüber ſteigen die Temperaturen durch
Sonnenſtrahlung ungefähr 6 bis 8 Grad über Null an.
Ausſichten für Dienstag, den 24. Februar: Leicht wolkig oder dunſtig,
ſonſt vielfach klar und heiter, trocken. Nachtfroſt, tagsüber
Tempe=
raturen über Null.
Ausſichten für Mittwoch, den 25. Februar: Wenig Aenderung der
Wetterlage.
Führerſchein 3b.
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Seite 8
Dienstag, den 24. Februar 1931
Nummer 55
Der Reichspräſidenk auf der Aukomobilausfkellung.
Reichspräſident von Hindenburg bei Beſichtigung der Ausſtellung.
Balbos kriumphale Heimkehr nach Ikalien.
Die Ankunft in Genua: Die italieniſchen Ozeanflieger, rechts General Balbo (X),
beim Abſingen der Fasciſtenhymne.
Ein jubelnder Empfang wurde den aus Südamerika zurückgekehrten italieniſchen Fliegern b
ihrer Ankunft in Italien bereitet.
Reich und Ausland.
Ausweiſung des holländiſchen Operettentenors
Thunis aus Sachſen.
Dresden. Der holländiſche Operettentenor
Willi Thunis, der längere Zeit in Dresden in
verſchiedenen Operetten aufgetreten war, war
vor einiger Zeit zuſammen mit ſeiner Frau
we=
gen deutſchfeindlicher Aeußerungen aus Sachſen
ausgewieſen worden. Die Beſchwerde der Frau
Thunis iſt ſchon vor längerer Zeit zurückgewieſen
worden. Wie nunmehr von zuſtändiger Seite
mitgeteilt wird, iſt die Beſchwerde von Thunis
ſelbſt vor längerer Zeit von der
Kreishaupt=
mannſchaft Dresden abgewieſen worden.
Die Beiſetzung der Opfer der
Gruben=
kataſtrophe.
Nothberg. Die Opfer des Unglücks auf
der Grube „Eſchweiler Reſerve” ſind am
Sonn=
tag in der früheren Speiſehalle des
Grubenge=
bäudes aufgebahrt worden. In zwei großen
Räumen ſtehen dort 31 Särge in langen Reihen.
Sanitäter und Knappen in Uniform halten die
Totenwacht. Die Beiſetzungsfeierlichkeiten ſind
auf heute vormittag feſtgeſetzt worden. Um
8,30 Uhr werden Gottesdienſte in den
katholi=
ſchen und evangeliſchen Kirchen ſtattfinden. Um
10,15. Uhr ſoll dann die Trauerfeier in der
Schützenhalle in Eſchweiler ſtattfinden. An der
Trauerfeier nehmen nur die Angehörigen der
Opfer und Vertreter der Behörden, der
Be=
triebsverwaltung und der Organiſationen teil.
Gegen 11 Uhr wird ſich der Trauerzug in
Be=
wegung ſetzen. 11 Todesopfer werden in
Eſch=
weiler ſelbſt beerdigt werden, ſechs kommen nach
Bergrath und 8 nach Nothberg. — Am Montag
wurde auf Anordnung des
Regierungspräſiden=
ten als erſte Hilfe den Hinterbliebenen der Opfer
von „Eſchweiler Reſerve” ein Betrag von je 250
Mark ausgezahlt.
Aufruf zur Hilfsaktion für die Opfer
von Eſchweiler.
Aachen. Der Regierungspräſident von
Aachen veröffentlicht einen Aufruf für die
Hin=
terbliebenen der Opfer der Grubenkataſtrophe
von Eſchweiler. Er bittet um Beiträge an die
Kreisſparkaſſe Aachen, Konto 6000.
Ein Filmlaboratorium in die Luft geflogen.
Bukareſt. In Kronſtadt in Siebenbürgen
ereignete ſich geſtern nachmittag eine furchtbare
Exploſion in dem Filmlaboratorium „
Concor=
dia”, wo die für die Aufführung beſtimmten
Filme eingelagert waren. Aus bisher
unbe=
kannter Urſache flog das ganze
Laboratoriums=
gebäude mit ſämtlichen Büroräumlichkeiten in
die Luft. — Bisher wurden drei Todesopfer aus
den Trümmern hervorgezogen. Man befürchtet
aber, daß die Zahl der Toten größer iſt, da
bis=
her noch nicht genau feſtgeſtellt werden konnte,
wie viele Perſonen ſich zur Zeit der Kataſtrophe
in dem Gebäude befanden.
Bismarcks Neffe geſtorben.
Landrat a. D. Ernſt Jobſt Rüdiger v. Bismarck
in der Rolle des Altreichskanzlers in einem
Bis=
marck=Film. — Im Alter von 77 Jahren iſt in
Naugard in Pommern Landrat Ernſt Jobſt
Rüdi=
ger v. Bismarck, ein Neffe des Altreichskanzlers.
geſtorben.
Die weiße Gefahr.
Weikere Lawinen und Schneefälle. Eine Reikungsexpedikion am Patſcher Kofel
verſchütket. — Ein Haus von
die Bewohner
Innsbruck. In der zwölften Nachtſtunde
iſt am Sonntag an der Unfallſtelle am
Patſcher=
kofel eine neue Lawine niedergegangen, durch die
ſechs Mann der Rettungsexpedition verſchüttet
wurden. Die Verunglückten konnten durch
an=
dere Rettungsmannſchaften kurz darauf
unver=
letzt aus den Schneemaſſen befreit werden. Bei
der Gefährlichkeit der Arbeit und bei der
Schwere der kompakten Schneemaſſen beſteht
wenig Hoffnung, daß die drei unter der erſten
Lawine Verſchütteten noch lebend gebosgen
wer=
den können. Trotzdem ſich an den
Rettungsar=
beiten hierzu derzeit 70 Mann beteiligen,
konn=
ten noch keine Spuren von den Verunglückten
entdeckt werden.
Bozen. Große Verheerung richtete eine
La=
wine in der Bergmanns=Siedlung Majern an.
die in zweitauſendvierhundert Meter Höhe liegt.
Die Schneemaſſen wurden über di= Talmulde
auf den gegenüberliegenden Hang geſchleudert,
wo die Wohnungsbaracken der Bergleure liegen.
Die Lawine durchbrach die Außenw ind einer
Ba=
racke und drang in die Wohnung des Bergmannes
Reiner ein.! Die Küche ſowie zwei Stuben, in
denen der Bergmann mit ſeiner Frau und ſeinen
fünf Kindern ſchlief, wurden völlig vernichtet.
Der Bergmann Reiner wurde ebenſo wie ſeine
Frau von den Schneemaſſen zur Seite
geſchleu=
dert. Während die Frau, wie durch ein Wunder
unverletzt blieb, hatte Reiner einen
Wirbelſäu=
lenbruch erlitten. Die fünf Kinder waren in den
Schneemaſſen begraben und mußten von den Ka=
einer Lawine durchſchnitken,
ſchwer verletzt.
ſchaften des Bundesheeres und der Gendarmerie,
ſowie Bergführern und Mitgliedern des alpinen
Rettungsdienſtes während der ganzen /Nacht mit
größter Anſtrengung fortgeſetzt. Im Laufe des
geſtrigen Vormittags iſt es gelungen, ſämtliche
drei Leichen zu bergen. Wie feſtſteht, ſind die
drei Toten der Kaufmann Rainer aus Willach,
der Kaufmann Müller aus Wien und die
Ver=
käuferin Herta Wiedner aus Innsbruck.
Aus Oſttirol liegen Nachrichten über rieſige
Schneefälle und ſchwere Verkehrsſtörungen vor.
Der Zugverkehr kann nur mit großen
Schwierig=
keiten aufrecht erhalten werden. In Irſchen bei
Lienz entgleiſte infolge der großen Schneemaſſen
einen Perſonenzug. Der Hilfszug iſt im Schnee
ſtecken geflieben. Sämtliche Seitentäler ſind vom
Verkehr völlig abgeſchnitten.
Infolge der ſtarken Schneefälle in der Schweiz
iſt bis Mittholz=Blauſee an der Lötſchberg=Bahn
eine große Staublawine niedergegangen, wodurch
auch die Staatsſtraße verſchüttet wurde. Die
Ar=
beiter, die damit beſchäftigt waren, de Straße
wieder freizumachen, wurden am Sonntag
plötz=
lich von einer zweiten Lawine überraſcht. Wer
ſich nicht rechtzeitig in Deckung brachte, wurde
von dem Luftdruck und den Schneemaſſen mit
fortgeriſſen. Glücklicherweiſe konnten alle
be=
freit werden. Nur einige Arbeiter erlitten
leich=
tere Verletzungen. Die Aufräumungsarbeiten
mußten jedoch eingeſtellt werden, da es noch
wei=
ter ſchneit. Die Starkſtrom= und
Telephonlei=
tungen wurden durch die Lawine weggeriſſen.
am St. Gotthard=Maſſiv in der Schweiz, wo ein
Gaſthaus in dem Orte Platta von einer Lawine
begraben wurde. Von den 12 Bewohnern
wur=
den bisher ſechs als Leichen und nur drei lebend
geborgen.
meraden Reiners geſucht werden. Sie wurden
nach längerer Zeit bewußtlos und mit ſchweren
Erſtickungs= und Erfrierungserſcheinungen
ge=
borgen. Glücklicherweiſe hatten die
Wiederbe=
lebungsverſuche bei allen fünf Kindern Erfolg.
Die Verletzten können nicht ins Tal gebracht
werden, da die 25 Kilometer lange
Drahtſeil=
bahn, die im Winter die einzige
Verbindungs=
möglichkeit mit der Bergmanns=Siedlung
dar=
ſtellt, infolge des Unwetters nicht
betriebs=
fähig iſt.
Die drei Verunglückten am Patſcherkofel
geborgen.
Innsbruck. Die Bergungsarbeiten am
Patſcherkofel wurden von den Bergungsminn=
bei Innsbruck, mit dem Orte Innervillgraten,
wo eine Lawine, ein Bauernhaus vollkommen
niederriß. Der Bauer und ſeine ſieben Kinder
fanden den Tod, die Mutter wurde
ſchwer=
verletzt geborgen.
Durch den dadurch entſtandenen Kurzſchluß ging
das Poſtgebäude in Blauſee in Flammen .uf.
Im Medelſer Tal hat man in Platta den
ver=
mißten Seraphin Wanzing nunmehr gefunden.
Der Tote lag gegenüber dem zerſtörten Hauſe,
etwa einen Meter tief im Schnee begraben.
München. In der Nacht zum Mont.:g und
am Montag früh ſetzten ſich die ſchweren
Schnee=
fälle auch in Bayern fort. München m er den
Eindruck einer im Schnee vergrabenen Stadt.
Am Algäu hat der Schneefall vielfach u
Be=
triebseinſtellungen von Autolinien geführt, da
die Schneepflüge die Straßen nicht ziehr
frei=
hatten können. Die Neuſchneehöhe in den Bergen
ſchwankt zwiſchen 60 und 120 Zentimetern.
Zwei Erpreſſer erſchoſſen.
Rom. In der ſardiniſchen Provinz Igleſia
erſchoß die Polizei zwei bewaffnete Erpreſſer,
als ſie ſich die Antwort eines Grundbeſitzers
ab=
holten, den ſie unter Todesdrohungen
aufgefor=
dert hatten, an einem beſtimmten Ort 12000
Lire zu hinterlegen. Ein drittes Mitglied der
Bande konnte entkommen.
Ueberſchwemmungen in der Türkei.
Angora. Durch das Hochwaſſer der Maritza
wurden in Adrianopel 47 Häuſer zerſtört. Die
Reiſenden des Expreßzuges wurden in
Auto=
mobilen von Muſtapha Paſcha nach Karakatſch
gebracht. Die Maritza hat inzwiſchen wieder
ihren normalen Waſſerſtand erreicht.
Ein Drama im Indiſchen Ozean.
Die Languſten=Fiſcher von St. Pau
Durch Berichte aus der Bretagne werden je
Einzelheiten bekannt über das fürchterlie
Schickſal, das die franzöſiſchen Fiſcher aus d
Bretagne erlitten haben, die von einer Pari
Geſellſchaft nach der Inſel St. Paul im Indiſch
Ozean entſandt worden waren. Dieſe inmitt
des Indiſchen Ozeans in der Nähe des Ne
Amſterdam=Archipels gelegene, 7 Quadratki
meter große, unbewohnte und von jegliche
Verkehr abgeſchnittene Inſel hat vulkaniſch
Charakter und iſt völlig unfruchtbar. Das
zige an ihr iſt ihr großer Reichtum an Languſt
(eine Krebsart), der die Pariſer Geſellſchaft
Jahre 1928 zur Entſendung einer Expediti
verlockt hatte. Die Expedition war mit Nc
rungsmitteln für mehrere Monate, Unterkunf
baracken, einer Funkanlage uſw. ausgerüſt
doch konnte man die Station zur Verarbeitu
der Languſten nicht dauernd aufrecht erhalt
da ſich aus der Verpflegung zu große Schwier
keiten ergaben und das Klima für einen länger
Aufenthalt von Europäern ungeeignet war.
man ſich im März 1930 zur Aufhebung des
ternehmens entſchloß, hatten die auf der In
befindlichen Franzoſen ſchon ſchwere Leil
durchgemacht, zumal die Funkſtation;verſe
hatte und das Lebensmittellager durch einen
der Inſel ausgebrochenen Brand zum größ
Teil vernichtet worden war. Es ergab ſich jed
die Notwendigkeit, einen Teil der Befatzung
rückzulaſſen, um ſpäter die Maſchinen=Anle
uſw., die man nicht ſofort mitnehmen konn
zu bergen. Es blieben daher ſieben Perſonen
rück, nämlich 6 Franzoſen, unter denen ſich e
Frau befand, ſowie ein Neger. Als endlich n
mehr als acht Monaten der Dampfer eint
der die Franzoſen und den Neger zurückbrin
ſollte, ſtellte ſich heraus, daß die Beſatzung
einem fürchterlichen Schickſal ereilt worden n
Nur noch drei von den ſieben Perſonen Da
am Leben geblieben. Die Leute hatten 4
mörderiſchen Klima nicht widerſtehen könn
die Konſerven waren zum größten Teil Zerd
den. Irgendwelche Gelegenheit, den Nahrun
mittelvorrat durch Jagd oder Fiſchfang zu
ſetzen, bot ſich nicht, ſo daß der Skorbut in 1
zer Zeit alle Mitglieder der Beſatzung befal
hatte. Zwei von ihnen wurden vor ihrem T
wahnſinnig. Der Bretone Quiellivic beſtieg
einem Wahnſinnsanfall im Oktober ein Rus
boot und fuhr, ohne daß er daran gehindert u
den konnte, auf das offene Meer hinaus.
kehrte nie mehr zurück. Der Neger Frang
ebenfalls dem Wahnſinn verfallen, ſchleppte
vor ſeinem Tode auf einen einſamen Felſen,
ſein Körper von Vögeln alsbald zerflei
wurde. Ein Kind, das die Frau Brunon
März auf der Inſel zur Welt gebracht ha
ſtarb nach wenigen Wochen. — Die drei ül
lebenden Mitglieder der unglücklichen
E=
dition, unter ihnen Frau Brunon, die im
zember abgeholt worden ſind, ſind zunächſt
ihrer Erholung in Madagaskar geblieben, be
ſie nach Frankreich zurückkehren.
Wirbelſturm über Sizilien.
Bisher fünf Tote.
Mailand. Ein Wirbelſturm, wie
Jahrzehnten nicht zu verzeichnen war, ſt 1b
Sizilien hinweggegangen und hat ſchwere 2
wüſtungen angerichtet. 48 Stunden lang wur
der Orkan, entwurzelte Bäume, beſchädigte
graphen=, Telephon= und Stromleitungen.
Flüſſe ſind über die Ufer getreten und
ha=
weite Gebiete überſchwemmt. In Uditord
dem Orkan vier Menſchen zum Opfer geil”
In Palermo wurde ein großer eiſerner K
vom Sturm umgeriſſen und ſtürzte auf eint
bäude, das zum Teil niedergelegt wurde.
folge von Erdrutſchen mußte der Verkehr
zwei Eiſenbahnſtrecken eingeſtellt werden.
rere Züge entgleiſten, wobei zahlreiche Ei
bahnbeamte verletzt wurden. Von einer K
pagnie Soldaten, die in einem der entgte",
Züge fuhr, wurde ein Soldat getötet. Di.
leone ſind mehrere Erdrutſche niedergegal
Im Hafen von Catania iſt ein erſt neu erk!e
ter Damm ins Meer gerutſcht. Die Flut dr.
in die Fiſcherwohnungen ein. Die Fiſcher 1I
ten nur mit Mühe das Leben retten.
Schiff in Seenot.
Paris. Nach einem Funkſpruch, der in 2
ſeille aufgefangen wurde, befindet ſich das
liſche Schiff „Baron Sempill” im Mittelmee
Seenot. Ein Schlepper iſt aus Marſeille au
laufen, um ihm Hilfe zu leiſten.
Nummer 55
Dienstag, den 24. Februar 1931
Seite 9
Beal
St. P
Spolt, Optet
Fußball.
Sp.V. 1919 Lengfeld—F.C. 1Inion Wixhauſen 7:4 (2:2).
Am Sonntag ſtanden ſich obige Mannſchaften zum fälligen
Rück=
ſpiel in Lengfeld gesenüber und konnte Lengfeld für die am Vorſonntag
erlittene Niederlage Nevanche uehmen. In Lengfeld war man auf das
Auftreten des A=Meiſters im Dreieichgau ſehr geſpannt und waren —
rotz des ungünſtigen Wetters — unſere Fußballanhänger ziemlich gut
vertreten, die auch einen flotten Kampf zu ſehen bekamen. — Mit dem
Anpfiff entwickelte ſich ſofort ein ſchnelles Spiel, und eine
Ueberlegen=
zeit Leugfelds wuar nicht zu verkennen. Doch ſchon bald ſchoß Wixhauſen
zum Führungstreffer ein. „Nach dem Anſpiel iſt wiederum Leugfeld
iberlegen und kann den Ausgleichs= und Führungstreffer einſenden.
Kurz vor der Pauſe gelingt Wishauſen im Anſchluß an einen Eckball
der Ausgleich. Nach dem Wechſel zieht W. mächtig los und kann mit
inem weiteren Treffer wiederum die Führung an ſich reißen. Doch die
Lengfelder Elf iſt noch nicht entmutigt und innerhalb 20 Minuten
fünf=
mal erfolgreich. Kurz vor Schluß kann W. noch ein Tor aufholen und
hat das jederzeit faire Treffen mit dem Stande von 7: 4 für Lengfeld
ſein Ende erreicht.
Sp.V. Weiterſtadt—Olympia Hahn 7: 1 (2:0).
Sp.V. Weiterſtadt mußte durch das Fehlen von Dahn und Hecht
zu dem Außer=Konkurrenzſpiel gegen Olympia Hahn Erſatz einſtellen,
Schwarz ging in den Sturm, an deſſen Stelle ſpielte Greifenſtein
Ver=
eidiger, und für Letzteren ſtand Horſt im Tor. Außerdem ſtürmte L.
Numrich halbrechts. Wenn auch durch die allzu große Umſtellung die
Einheimiſchen gleich nach Spielbeginn überlegen ſpielten, ſo dauerte
s doch lange, bis es zu Erfolgen reichte. Es fehlte hier an der
nöti=
zen Zuſammenarbeit. Kur= vor Schluß verſtand es Johann Becker,
wei Treffer zu buchen. — Nach der Pauſe änderte ſich das Bild dann
veſentlich. Die Einheimiſchen waren dauernd überlegen und uan
nerkte deutlich trotz der Umſtellung und des Fehlens von Spielern den
elaſſenunterſchied. Becker konnte in kurzen Abſtänden drei weitere
Er=
olge erzielen, was beſonders auf den guten Vorlagen von Jung und
Zimmermann beruhte. Bei dem Stande von 3:0 konnte Hahn durch ein
Nißverſtändnis ſein Ehrentor erzielen. In der letzten Viertelſtunde
rachte Zimmermann noch zwei weitere Tore für Sp.V. Bei den
Ein=
eimiſchen konnten die Spieler in der letzten Hälfte reſtlos gefallen. Bei
en Gäſten war die Hintermannſchaft der weitaus beſte
Mannſchafts=
eil. Der Tormann hielt die unglaublichſten Sachen und verhütet eine
och höhere Niederlage. Bei den Gäſten iſt beſonders die aufopfernde
Spielweiſe trotz der hohen Niederlage zu erwähnen. Die Mannſchaft
interließ den beſten Eindruck. Der Schiedsrichter hatte leichte Arbeit
nd konnte gefallen. — Die 2. Mannſchaft unterlag nach zeitweiſe
usgeglichenem Spiel gegen den Sp.V. 98 Darmſtadt 4:0. Die
Ein=
eimiſchen hätten unbedingt zu einigen Toren kommen müſſen.
Die 1. Jugend konnte erfreulicherweiſe über Germania Pfungſtadt
inen ſehr hohen und verdienten 9:0=Sieg erzielen. Die Maunſchaft hat
dieder einmal in ſchönes flaches Spiel geliefert, das beſonders in der
weiten Hälfte gefiel
* Kreisliga Südheſſen.
Olympia Lorſch iſt Meiſter!
Die Bihliſer haben dem neuen Meiſter den Weg geebnet, und zwar
adurch, daß ſie den temperamentvollen Naſenſpielern uur einen Punkt
bgaben. Nunmehr können die Bürſtädter höchſtenfalls zu 31 Punkten
ommen, währenddem Lorſch außer den reſtlichen Spielen ſchon 32
Zuukte beſitzt. Alle übrigen Teilnehmer können dieſe Punktzahl nicht
gehr erreichen. In Olympia Lorſch hat unſer Kreis einen würdigen
Zertreter, der neben beachtlichem Können über die ganze Verbandsſerie
eine ſtabile Form behielt. Für den zweiten Platz kommt nun in erſter
inie Bürſtadt in Betracht; eventuell kann jedoch noch Heppenheim oder
Ikympia Worms den Bürſtädtern gefährlich werden. Von den vier
urgeſetzten Spielen endigten zwei uneutſchieden, das dritte ging glatt
ewonnen, während die vierte Begegnung abgeſetzt wurde. Dies ſind
ie Reſultate:
F.V. Biblis—V. f. R. Bürſtadt 1:1;
Konkordia Gernsheim—Olympia Lampertheim 1:1:
V. f. L. Lampertheim-Viktoria Neuhauſen 6:0;
Sp.V. Hochheim—Olympia Worms (ausgefallen).
In Biblis war Großkampftag! Schon immer hatten die Bibliſer
uch auf eigenem Platze gegen die Raſenſpielen einen ſchweren Stand;
tesmal mußten ſie ſich mit einer Punkteteilung begnügen. Das Spiel
und Turnen.
wurde bei mäßiger Leitung ſehr hart durchgeführt. Mit Mühe und
Not kam man an ernſten Zuiſchenfällen vorbei. Biblis hat durch dieſe
Punkteteilung ſeine Anwartſchaft auf den zweiten Tabellenplatz
ver=
geben, wird ſich jedoch vorausſichtlich noch bis zur Spitze der
Mittel=
gruppe emporarbeiten. In Gernsheim lieferte Olympia ſein letztes
Spiel und holte noch einen Punkt. Damit haben die Lampertheimer
ſich wenigſtens noch einen annehmbaren Platz geſichert. Gernsheim
mußte ſeinen Mittelſtürmer erſetzen, mit deſſen Mitwirkung wohl ein
knapper Sieg gelungen wäre. V.f.L. Lcmpertheim hat durch einen
ein=
drucksvollen Sieg dieſe Saiſon beendet. Das Spiel in Hochheim fiel
den ſchlechten Platzverhältniſſen zum Opfer. Der Sp.V. Hochheim
macht im übrigen zur Zeit eine Vereinskriſe durch, die in dieſer Woche
durch eine Generalverſammlung beigelegt werden ſoll, Ueber das
ſeinerzeit abgebrochene Spiel Gernsheim-Biblis wurde am Samstag
abend in Worms verhandelt, jedoch wurde vorerſt noch kein Urteil
ge=
fällt. Die Tabelle;
Olympia 15 Biebesheim
trat zum fälligen Verbandsſpiel in Bürſtadt an, doch wurde das Spiel
wegen Nichtbeſpielbarkeit des Platzes nicht ausgetragen.
Handball.
Sp.V. 1898 Darmſtadt Jugend.
Die erſte Niederlage in den diesjährigen Verbandsſpielen
mußte die 1. Jugendmannſchaft der 98er hinnehmen, die durch
taktiſch falſches Spiel gegen Eppertshauſen 2:1 verlor. — Die
2. Jugend erkämpfte auf dem Polizeiplatz gegen die 2. Jugend
des Polizeiſportvereins einen 7:1=Sieg. — Die 3. Jugend
er=
zielte gegen die neu zuſammengeſtellte 1. Jugendmannſchaft von
Not=Weiß Darmſtadt einen 10:0=Sieg.
Olympia Viebesheim-V.f.R. Alsheim 6:2.
V. f R. Alsheim abſolvierte am Sonntag ein vom Verband
ange=
ſetztes Freundſchaftsſpiel mit kompletter Mannſchaft in Biebesheim.
Das Spiel, das in einem flotten, teilweiſe ſcharfen Tempo durchgeführt
wpurde, zeigte einen Halbzeitſtand von 2:1 für die Olympier. Der erſte
Treffer reſultierte aus einem Strafſtoß für Alsheim, dem jedoch die
Biebesheimer infolge recht zerfahrenen und planloſen Spiels nur zwei
Treffer entgegenſetzen können. — Nach der Pauſe finden ſich die
Olym=
vier einigermaßen, und es gelingen noch vier weitere Tore trotz vieler
verpaßter Gelegenheiten, während die Gäſte nur noch das zweite Tor
erzielten. Das Reſultat zeigt keinesfalls die ſpieleriſche Ueberlegenheit
der Platzbeſitzer und hätte weit höher ausfallen müſſen. Schiri Volz
leitete korrekt
Kraftſpork.
Nieder=Ramſtadt—Werſau 15 : 6.
Nieder=Ramſtadt—Bensheim 9: 12.
Am Samstag fanden in Nieder=Ramſtadt zwiſchen den
obengenann=
ten Vereinen Freundſchaftskämpfe ſtatt. Nieder=Ramſtadt ſiegte gegen
Werſau wie im Vorkampfe mit 15:6. Doch im Vorkampfe mit
Bens=
heim mußte es eine glatte Niederlgge hinnehmen. Bensheim war in
beſter Form, was man von Nieder=Nauſtadt nicht ſagen konnte, denn
man merkte einigen Kämpfern noch die Faſtnachtsſtimmung an.
Fleißi=
ges Training kann hier Abhilfe ſchaffen. Mit der 2. Mannſchaft, die
gegen Bensheim 9:12 unterlag, konnte man zufrieden ſein; aber auch
hier iſt eifriges Ueben ſehu notwendig. Die Kämpfe waren im
allge=
meinen ruhig. Kampfleiter Lölch=Darmſtadt war gut.
Neue Talenke im Schwimenſpork.
Kurz vor Beginn der nenen Schlimmſaiſon iſt es immer intereſſant
einmal feſtzuſtellen, wuas an ſchvinimſportlicken Taleuten in den letzten
Monaten aufgetaucht iſt. Leider verſchwinden alljährlich eine große
Zahl kometenartig aufgegangener Sterne am Schlvimmerhimmel ſo
ſchnell wie ſie gekommen ſind. Aber die Verfolgung ihrer Karriere iſt
der beſte Weg, die Gründe ihres Verſagens zu finden und dieſe
Erkennt=
niſſe anderen dienſtbar zu machen.
In Deutſchland kann jetzt einmal erfreulicherwveiſe davon
ge=
ſprochen werden, daß einige junge Taleiite vorhanden ſind, deren
bis=
herige ſtete Form auch den größten Peſſimiſten zum Schweigen bringen
müßte. An erſter Stelle ſteht Haas=Poſeidon Köln, der durch ſeine
Glauzleiſtungen, 100 Meter Freiſtil in 1:01 Min. und 200 Meter Freiſtil
in 2:21 Min. ſchon abſolut zur deutſchen Spitzenklaſſe zählt. Schon mehr
bekannt iſt ebenfalls deu Münſteraner Albin Schwarze, deſſen 200 Meter
Beſtzeit von 2:26,6 Min, ihn auch zu den beſten deutſchen Schwimmern
zählen läßt. Relatio beſſer ſind aber zwei ebenfalls weſtdeutſche
Jugenp=
liche, und zwar Deiters=Sparta Köln und Leukitſch=Aachen. Die
Beſt=
zeiten Deiters ſind bis jetzt 100 Meter in 1:03 Min., 200 Meter in 2:24,3
Min. und 400 Meter in 5:21 Min. Iusbeſondere die letzte Leiſtung
be=
weiſt, daß der Kölner das Zeug zum Mittelſtreckler in ſich hat. Sein
Aachener Altersgenoſſe, beide ſind 16 Jahre alt, ſchſuamm 100 Meter
ebenfalls ſchon in 1:03,4 Min. Zählt zuan noch Peters=Niederſachſen
Münſter dazu, der ſich mit ſeinen Zeiten von 1:04 und 2:29 Min, als
Jugendſchwimmer ebenfalls wirklich ſehen laſſen kann, dann darf, man
vielleicht in Weſtdeutſchland die deutſche Gegend erblicken; aus der
end=
lich einmal neue Rekorde in den Freiſtilſtrecken fallen werden.
Konkur=
renz iſt im Rheinland genügend vorhandent, um durch harte Kämpfe den
Nachwuchs heranzubilden. — In aller Stille iſt in Leidzig ein neuer
Rückenſchwimmer erſtauden, und zwar in dem Jugendlichen Schumann=
Poſeidon Leipzig, der 100 Meter Rückenſchwwimmen in der Zeit von 1:12
Min, ſchivimmen konnte, eine Leiſtung, die außer Europameiſter
Küd=
pers kein Deutſeher fertig brachte.
Finnland wartete mit einer neuen Größe im Bruſtſchwimmen
auf. H. Rheingoldt=Gelſingfors unterbot den Rademacherſchen Nekord
über 200 Meter Bruſtſchwimmen von 2:48 Min. auf 2:49,9 Min. Der
junge Finne wird in näcſter Zeit Gelegenheit haben, ſein Können gegen
die beſten deutſehen Bruſtſchwimmer zu beweiſen.
Ungarn hat wieder ein neues Craſoltalent in dem Jugendlichen
Kanaſi, der mehrfacht über 100 Meter Freiſtil die Zeit von 1:04 Min.
erreichen konnte. Neben dem im Vorjahre aufgetauchſten
Studentenwvelt=
meiſter Szekely alſo eine neue Kraft für die Nationalſtaffel.
In Anbetracht dieſer dielen nenen Talente kann man ſich auf manche
Nekordverbeſſerung im neuent Jahre gefaßt machen. Es iſt zu wümſchen,
daß in Deutſchland endlich einmal wieder neue Beſtleiſtungen im
Frei=
ſtilſchwimmen erzielt werden. Ein Gutes hatte ja die bisherige „
Brei=
tenarbeit” zur Folge, eben die neuen Taleute. Es iſt an der Beit,
Un=
garns faſt ſchon unbeſtrittene Vormachtſtellung im europäiſehen
Schwimm=
ſport wieder verſchwinden zu laſſen.
Einen neuen DT.=Schwimmrekord, in der 4 mal 50 Meter
Bruſtſtaffel ſtellte im Berliner Poſtſtadion der ATV. Beulin mit
2:29.1 auf und verbeſſerte den bisherigen Rekord der TG.
Mühl=
hauſen um neun Zehutel Sekunden.
Der Allgemeine Deutſche Automobilelub hat einen ſchönen
Weg gefunden, unu der deutſchen Automobil=Induſtrie auch
prak=
tiſch Förderung angedeihen zu laſſen. Der ADAC. kaufte bei der
derzeitigen Berliner Ausſtellung für ſeine diesjährige Lotterie
50 Autos der verſchiedenſten Werke im Geſamtwert von 150 000
Mark. Dieſe Wagen werden bei der demnächſt ſtattſindenden
Lotterie als Preiſe ausgeſetzt.
Ein Fußball=Städtekampf zwiſchen Stuttgart und Nünberg=Fürth
wurde für den 3. Mai (Jugendtag) uach Stuttgart abgeſchloſſen.
Für die europäiſchen Fußball=Angelegenheiten ſoll jetzt, wie bei der
Fußball=Tagung in Mailand befelloſſen wurde, eine Zeutralſtelle der
FJFAl in Zürich eingerichtet werden.
Auch zum vierten Male blieb William Tilden, und zwar diesmal
in Cineinnati, gegen Karel Kozeluh, mit 8:6, 6:2 erfolgreich.
Die Ski=Meiſterſchaft von Schweden errang A. Oeſtrad, während die
von Polen der Tſcheche Barton gewinnen konnte.
Der engliſche Cup=Favorit Chelſea wird vorausſichtlich im Mai
gegen Tennis=Boruſſia Berlin und gegen einen Müiſichener. Verein
ſpielen.
Daaftertionent Tar jar U M
Fennige
Dazu mit modernen pſtcho=energetiſchen Lehrmitteln
So urteilt Darmſtadt:
.. ſehr zufrieden mit dem
er=
elten Erfolg ..." früher ſchon
inmal das Studium nach einer
ekannten anderen Methode
be=
onnen, aber nach vielmonatiger
rbeit, die mit großem Zeit= und
raftaufwand verbunden war,
dieder beiſeite gelegt . . . und
eſonderer Vorteil Ihrer
Unter=
ichtskurſe, daß das Studium
icht als eine gewiſſe Arbeitslaſt
mpfunden wird, die man täglich
* erledigen hat . . . auch wenn
ran müde und abgeſpannt nach
auſe kommt, befaßt man ſich
och gerne ein Stündchen damit
id erntet ohne beſonderen
Auf=
and an Geiſteskraft die Früchte.
armſtadt: H. Land.
. einzig daſtehendes
Verfah=
n . . reſtloſe Erfüllung der
machten Verſprechungen
ibe die Fremdſprachen
tatſäch=
ch ſo leicht gelernt, wie ein
ind ſeine Mutterſprache erlernt
klarer und teilweiſe
ſpan=
ender Inhalt . . . Studium
ge=
altet ſich zur Erholung von der
glichen Arbeit. — Darmſtadt:
Lalter Flach. cand. Cipl. i
Ihr Unterrichtsverfe
eUlt eine angenehme Unter
ing dar und gibt dem Ler
en einen beträchtlichen
rauchbaren Wortſchatz,
wäh=
e ſo gefürchtete Grammati!
egenſatz zum Schulunter:
ſt von ſelbſt geiſtiges Eiger
ird ... mit den in Eng
nd Franzöſiſch erzielten 7
britten durchaus zufrieden
nfängern wie Fortgeſchritt
ſtens zu empfehlen. — De
rdt: Ernſt Stauf.
Dank und Anerkennung
eſes vollkommene, wert
erfahren . . Freude am
hen Unterricht . . . im G
6 zu anderen Methoden
uswendiglernen von Voke
id. Grammatik
ſpie
icht dringt man in das A
r fremden Sprache ein.
intereſſante Inhalt un
ußerſt geſchickte Aufbau E
agen.
Darmſtadt:
dolf Schicher.
und obwohl ich bereits im
50. Lebensjahr ſtehe und mir
meine freie Zeit nicht immer
er=
laubt, mich dem Lernen ſo zu
widmen, wie ich es nötig habe,
glaube ich doch ſagen zu können
daß Ihr Verfahren das einfachſte
und leichtfaßlichſte iſt, das für
einen Sprachgebrauch in Frage
kommt . . . Studium wirkt
an=
regend und zieht den Lernenden
immer weiter in den Bann des
Syſtems . . . Inhalt und
Auf=
bau vollkommen befriedigend.
Darmſtadt: Philipp Nungeſſer,
Poſtſekret
ſehr überraſcht über die
leichte Erlernung der Sprache
durch Ihre Unterrichtskurſe.
Mei=
ne Note in Engliſch war nach
An=
wendung Ihres Syſtems „gut”.
Bin ſomit einer der beſten
Schü=
ler unſerer Klaſſe in Engliſch
geworden .. ſehr anregende,
ſpannende Lektüre. —
Darm=
ſtadt: St.
und durch Ihre
Lehrmetho=
dik in verhältnismäßig kurzer
Zeit imſtande, Zeitungsartikel
und kleinere Geſchichten
einwand=
frei zu leſen und zu verſtehen
. .. früher vergebliches Studium
eines bekannten
Sprachlehrwer=
kes. Die Bearbeitung Ihres
Leſe=
ſtoffes iſt genial durchgeführt und
äußerſt intereſſant. — Darmſtadt:
Hch. Sommerkor
.. und muß wirklich ſagen, daß
ich nach Ihrem Verfahren mit
Freude und Eifer ans Studium
gehe, während ich mir zu
Schul=
zeiten bei der langweiligen und
umſtändlichen Lehrmethode nie
viel aus fremden Sprachen machte
habe nie ein Gefühl des
Lernens... Vokabeln und
gram=
matiſche Regeln präge ich mir
ein, ohne an Grammatik weiter
zu denken, genau wie ein kleines
Kind ſeine Mutterſprache — ohne
Beachtung grammatiſcher Regeln.
die es überhaupt nicht kennt —
in ganz ordentlichen Sätzen
aus=
ſpricht, ſo wird man durch Ihr
Verfahren in die fremde Sprache
— Darmſtadt:
eingeführt.
Frau Emmy Haußner.
.. beiſpielloſes Vergnügen durch
Ihre Lehrtechnik, fremde
Spra=
chen zu erlernen . . . den
Aus=
landsaufenthalt kann, man ſich
erſparen . . . von einer
Ueber=
anſtrengung und Ermüdung im
Gegenſatz zu anderen Methoden
keine Rede ... klar und deutlich
aufgebauter Inhalt, der immer
intereſſanter wird. Nach 14 Tagen
konnte ich ſchon ſehr gut Artikel
aus franzöſiſchen Zeitungen leſen
und mich ſelbſt mit Franzoſen
unterhalten. Man wird in ganz
kurzer Zeit der Sprache nach ein
Ausländer” — Darmſtadt: Fritz
Hirſch. Bauführer.
und möchte nicht verfehlen,
Ihrem Unterrichtsſyſtem ein
klei=
nes Loblied zu ſingen. Nachdem
ich andere Sprachmethoden
län=
gere Zeit ohne den gewünſchten
Erfolg angewandt hatte, kam ich
durch Ihr Syſtem nach ganz
kur=
zer Zeit zum Ziel, ohne durch
tote Vokabeln und grammatiſche
Regeln tyranniſiert zu werden
kein läſtiges, ermüdendes
Studium, vielmehr eine
Erho=
lung für einen angeſtrengt
arbei=
tenden Geiſt . .. anregende
Zweck=
mäßigkeit des Inhaltes ..
Darmſtadt: Erich Rath.
Ihr Verfahren iſt endlich
das, was ich geſucht habe. Man
freut ſich direkt auf die
Fort=
ſetzung der Arbeit, denn das
Ler=
nen iſt keine ermüdende
Anſtren=
gung mehr, und ein
Auswendig=
lernen von Vokabeln und
gram=
matiſchen Regeln, wodurch ich
bei anderen Methoden ſcheiterte,
kommt nicht mehr in Frage
Inhalt feſſelnd . . . —
Darm=
ſtadt: A. Junk.
in ganz kurzer Zeit ſchöne
Erfolge erzielt. Das Lernen
nach Ihrem Syſtem iſt geradezu
ein Vergnügen. Das bei anderen
Methoden ſo läſtige und meiſt
ab=
ſchreckende Auswendiglernen von
grammatiſchen Regeln kommt
hier ganz in Fortfall . . keine
Ermüdung infolge der
Vielſei=
tigkeit des Stoffes ... beſtens
zu empfehlen . . . — Darmſtadt:
H. Vogt, Kaufmann.
und man merkt gar nicht,
wie ſich bei Ihren
Unterrichts=
kurſen die Sprachkenntniſſe
er=
weitern. Ganz von ſelbſt prägen
ſich die neuen Vokabeln ein.
Durch das fließende Leſen und
ſofortigeVerſtehen verbeſſerte ſich
meine franzöſiſche Ausſprache und
mein Wortſchatz wurde weſentlich
erweitert. Inhalt ſehr
befrie=
digend . . . man geht mit Freude
und Jutereſſe an das Studium.
Darmſtadt: Emil Eckert jun.
Obwohl ich mich bisher nur
kurze Zeit mit Ihrem Syſtem
befaßt habe, kann ich verſichern,
daß es das beſte Mittel iſt, um
jedem Lernenden das für den
Verkehr notwendigſte Sprachgut
zu vermitteln. Ihr Verfahren
ſteht ſo ſehr weit über den
ge=
wöhnlichen Schulbüchern, daß es
auch nicht im entfernteſten mit
dieſen verglichen werden kann.
Darmſtadt: Richard Schuſter.
an. Ihrem Unterricht in
Franzöſiſch und Engliſch
teilge=
nommen. Es war mir ſtets eine
beſondere Freude, ſo friſch — und
von Grammatik unbeſchwert
mitten ins praktiſche Studium
eingeführt zu werden . . . nie
er=
müdend, ſondern ſtets anregend.
Andere Sprachmethoden ſind zu
ſehr auf Pauken und Ausdauer
eingeſtellt. Ihr Syſtem wählt
ſehr viel aus dem praktiſchen
Le=
ben, führt mitten in die Sprache
ein und wirkt hierdurch anregend.
mühelos und mechaniſch feſtigend
Kurz geſagt: „Neuzeitlich das
Beſte auf dem Gebiet der neuen
Sprachforſchung”. — Darmſtadt:
Fritz Braun.
von Anfang an wird man
gleich an die Satzſtellung gewöhnt,
und das iſt viel wert. Was es
nützt, wenn man viele Wörter im
Kopf hat, aber keine Sätze
bil=
den kann, das erfährt man erſt,
wenn man ſich mit jemandem
unterhalten will. Mit
Bekann=
ten, die längere Zeit in England
gelebt haben, habe ich geſprochen,
und die Ausſprache, die ich mir
durch Ihr Syſtem erwarb. wird
als ſehr gut und verſtändlich
an=
erkannt .. ſehr zufrieden.
Darmſtadt: Franz Recke, Kellnet.
und man wird befähigt, das
höchſte Ziel einer fremden Sprache
zu erreichen: nämlich: in ihr zu
denken. Begriff und Wortinhalt
fallen zuſammen. Der
unſchätz=
bare Wert Ihres Verfahrens iſt
mir ſo recht zu Bewußtſein
ge=
kommen, als ich anläßlich der
Gedenkfeier Bolivars den
ſpani=
ſchen Reden im Rundfunk mit
wenig Mühe folgen konnte
kein totes Wiſſen, ſondern
leben=
diges Hineinfühlen in den Geiſt
des fremden Volkes. —
Darm=
ſtadt: Wilh. Schmitt, Schüler.
Alſokein Auswendiglernen vonVokabeln
Kein Aben grammatiſcher Regeln
Kein Wörterbuchwälzen!
Vielmehr iſt die Methode, nach der wir Sprachen lehren,
auf dem energetiſchen Prinzip, dem Prinzip der Kraft=
und Zeiterſparnis aufgebaut. Nach einer Vorbereitung
von etwa zwei Stunden iſt man bereits imſkande, unſeren
fremdſprachigen Stoff (Zeitungen, Erzählungen, Bühnen,
ſtücke, Korreſpondenz, Grammatikſchlüſſel uſw.) zu leſen,
zu verſiehen und richtig auszuſprechen. Für den Unterricht
ſind beſondere Kenntniſſe nicht nötig; es genügt einfache
Volksſchulbildung. Wer den rechts nebenſiehenden
vor=
gedruckten Anmeldeſchein ausfertigt und an uns einſendet,
erhält ſofort die nötigen Lehrmittel portofrei überſandt.
Keine Zahlung im voraus
vielmehr ſind die Unterrichts=Gebühren für 30
Tages=
jektionen zu je RM. 0.06 — RM. 1.80, erſt nach 30 Tagen
fällig. Ein Zeitraum von 30 ſolcher Lektionen ſſt im
Hin=
blick auf die außergewöhnlich niedrige Unterrichtsgebühr
Vorausſetzung. Wer gleſchzeitig den Unterricht in zwei
Sprachen beginnen möchte — eine Aufgabe, bereits von
Zehntauſenden erſolgreich durchgeführt — zahlt für beide
Sprachen, Unterrichtsdauer gleichfalls 30 Tage, RM. 2.90
Anmeldeſchein
An Inſtitut für neuzeitlichen Fernunterricht
G. m. b. H.
München A 224, Schwanthalerſtr. 99
„Ich melde hiermit meine Tellnahme an dem von Ihnen
veran=
ſtalieten Fernunterricht unter dem ausdrücklichen Vorbehalt an,
2 daß mir dadurch, abgeſehen von der Anterrichtegebühr von M.0.06
für eine Tageslekilon keinerlel weitere Koſſen eniſtehen und damit
auch keinerlel Kaufe oder ſonſtige Verpflichtungen verbunden ſind.
Ich beſteſſe hſermit 30 ſolcher Tageslektionen zu ſe M. 0.06 —
M. 4.80.
Ich anerkenne daß bei einem Anterricht in zwei Sprachen die
Gebühr ſich für 30 Tageslelionen auf M. 2,90 beläuft.
Ju Betracht kommen für mich eine — (zweil Sprachen (.
treffendes gefl. unterſtreichen).
und zwar: Engliſch, Franzöſiſch, Italleniſch, Spaniſch, Tſchechlſcth
(gewünſchte Sprache bezw. Sprachen gefil. unterſtreichen!)
Nach Ablauf von 30 Tagen, gerechneivom Tage des Eintreffens der
Lehrmittel bel mic, werde ich ſie (E füllungsort München wieder
zuräckſenden und gleſchzelig die Unterrſchtegebülſtr überweiſen.
Straße:
[ ← ][ ][ → ]Nummer 55
TattutA
At
Dienstag den 24. Februg
Wirkſchafkliche Rundſchau.
Die deutſche Baumwollinduſtrie gegen die engliſchen
Zollermäßi=
gungswünſche. Der Geſamtverband Deutſcher Baumwollwebereien e. V.,
Berlin, hat auf Beſchluß ſeiner Vertreterverſammlung ermſte und
ein=
dringliche Vorſrellungen bei den zuſtändigen Stellen der Reichsregierung
hinſichtlich der engliſchen Zollermäßigungswünſche erhoben, die ſich dem
Vernehmen nach u. a. auf Baumwollgarne und Baumwollgewebe
be=
ziehen. Bei der allgemein bekannten Notlage der deutſchen
Baumwoll=
induſtrie erwartet der Geſamtverband Deutſcher Baumwollwebereien
e. V., daß die deutſche Regierung unter allen Umſtänden die engliſchen
Vorſchläge, ſoweit ſie die deutſche Baumwollinduſtrie betreffen, mit aller
Entſchiedenheit ablehnt. — Wie der WTB.=Handelsdienſt erfährt,
ver=
tritt der Arbeitsausſchuß der deutſchen Baumwollſpinnerverbände den
gleichen Standpunkt.
Zinn=Bergwerksproduktion. Nach Berechnungen der ſtatiſtiſchen
Ab=
teilung der Metallgeſellſchaft A.G., Frankfurt a. M., ſtellte ſich die
Zinn=Bergwerksproduktion im Monat Januar 1931 auf insgeſamt (in
metr. To.) 13838 gegenüber 15 911 im Dezember 1930 und 14 951 im
Monatsdurchſchnitt 1930. Davon entfallen auf Aſien 10 399, 11 178 bzw.
10 189, auf Amerika 2173, 3500 bzw. 3137, auf Afrika 666, 633 bzw. 900,
auf Europa 400, 400 bzw. 517 und auf Auſtralien 200, 20 bzw. 208,
Deutſche Filme im Ausland. Die Ausfuhr deutſcher Filme iſt in
den letzten Jahren ſtark geſtiegen. Die Ausfuhr ſtellte ſich 1930 auf 29 625
Lokometer poſitive und 929 Lokometer negative Filme gegenüber 26 884
bzw. 913 Lokometer in 1929. Als Abnehmer deutſcher Filme kommen in
erſter Linie Oeſterreich, die Tſchechoſlowakei, Danzig, Rußland, ferner
Frankreich, die Schweiz, Ungarn, Holland, Schweden, Großbritannien,
Italien und die Vereinigten Staaten in Betracht. Die Einfuhr betrug
1930: 11035 Lokometer poſitive Filme und 1721 Lokometer negative
Kinofilme gegenüber 418 bzw. 945 Lokometer im Vorjahre.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Kohlenfyndikat. Das Syndikat beruft auf
den 25. Februar eine Mitgliederberſammlung ein, auf deren
Tagesord=
nung u. a. die Berufungen der Deutſchen Erdöl A.=G. gegen die
Be=
ſchlüſſe des Selbſtverbrauchsausſchuſſes und der Gewerkſchaft Ewald
gegen den Beſchluß des Brikettausſchuſſes zur Debatte ſtehen. Ferner
ſoll eine Vereinbarung über den Abſchluß von Geſchäften des
Kohlen=
fyndikates über die Dauer des Syndikatsvertrages hinaus herbeigefükrt
werden. Man will hierdurch eine Freigabe der Verkäufe, die ab 1. März
eintreten würde, falls bis zum 28. ds. Mts. keine Einigung in der
Um=
lagefrage erzielt wird, verhindern.
Zur Neuregelung des Rahmentarifs in der Rheinſchiffahrt. Die
Ver=
handlungen für die Neuregelung des Rahmentarafs in der Rheinſchiffahrt
wurden auf den 23. Februar feſtgeſetzt und fanden in Boppard ſtatt.
Die Arbeitgeber forderten u. a. 10ſtündige Arbeitszeit beim Laden und
Löſchen ſowie Arbeiten in der Ladung, 2—40prozentigen Abbau der
Vergütungen für Ueber= Nacht= und Sonntagsarbeit, Fortfall der
ſechs=
tägigen Lohnwoche, Gewährung von 6 freien Sonntagen in drei
Mona=
ten und Anrechnung der höchſten Feiertage als freie Sonntage.
Da=
gegen ſoll an allen Sonn= und Feiertagen gefahren werden können. Die
umfangreichen Gegenforderungen der Gewerkſchaften ſind bisher nicht
bekannt gelvorden.
Schokinag, Schokolade=Induſtrie A.=G., Mannheim Die Geſellſchaft
verteilt aus einem Reingewinn von 46 256 (31 148) M. für 1930 wieder
10 Prozent Dividende auf 200 000 RM. Aktienkapital. Die Bilanz zeigt
u. a. in Mill. RM.: Schulden 0,34, Zollverpflichtungen 0,14 (1929 beides
zuſammen 0,55) gegenüber Außenſtänden von 0,26 (0,37), Waren 0,25
(0,22) und Maſchinen 0,09 (0.13).
Die Freiburger Gewerbebank e. G. m. b. H., Freiburg i. B.,
er=
zielte im abgelaufenen Geſchäftsjahr 1930 einen verringerten Reingewinn
von 94 328 RM. (im Vorjahre 115 506 RM.) einſchließlich 9648 RM.
Vortrag aus 1929. Der auf den 23. Februar einberufenen ordentlichen
Generalverſammlung wird vorgeſchlagen, aus dem Reingewinn eine von
7½ auf 6½ Prozent ermäßigte Dividende zu verteilen. Die Zahl der
Genoſſenſchaftler ging bei 74 Zugängen und 456 Abgängen auf 2362
zurück, meiſt durch Kündigung. Der Rückgang des Reingewinnes wird
zurſickgeführt auf freiwillige Zugeſtändniſſe in der Zinsberechnung für
Schuldner und Gläubiger in Höhe von rund 45000 RM. Der
Geſamt=
umſatz ermäßigte ſich von 400 auf 322 Mill. RM.
Zuſammengrbeit J.G. Farbeninduſtrie—Monteca—Montecatini. Die
Verhandlungen wegen Uebernahme der Aena durch die J.G. und die
Montecatini ſchreiten kräftig fort. Die Schuldenfrage dürfte laut F. Z.
geregelt ſein. Die Hauptſchwierigkeit beſteht in der Frage, ob die alte
Aena liquidiert oder ſaniert werden ſoll. Die Sanierung ſtößt auf
Schwierigkeiten, da die 85 Prozent des A.C. der Acna im Portefeuille
der Italgas ſich befinden, der Reſt im Publikum. Man beabſichtigt,
das 50—60 Mill. Lire betragende zukünftige A.K. der Acna zu 41 Proz.
der Montecatini und zu 49 Proz. der J.G. Farben zuzuſchreiben.
Die rumäniſche Stabiliſierungsanleihe. Am zweiten Abſchnitt der
rumäniſchen Stabiliſierungsanleihe wird ſich laut „Agence Economi et
Financiere” die National City Bank in New York mit acht Millionen
Dollar beteiligen. Die Unterhändler hoffen ferner, die Beteiligung einer
belgiſchen Bankengruppe zu erlangen. Das Blatt will ſchließlich wiſſen,
daß die franzöſiſche Induſtrie rumäniſche Aufträge erhalten werde,
deren Höhe im Verhältnis zu dem von der franzöſiſchen Bankengruppe
übernommenen Teil der Anleihe ſtehen werde.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 23. Februar ſtellten ſich für
Kupfer: Februar 87 (90) März 87 (88,50) April 88,25 (38,75),
Mai 88,50 (89,50) Juni 89,25 (90.25) Juli 91 (91,50) Auguſt
91,25 (91,75), September 91,50 (92), Oktober 91,50 (91,75)
No=
vember, Dezember 91,75 (92). Januar 91,75 (92.25) Tendenz:
ſtetig. Für Blei; Februar, März 27 (28), April 27,25 (27,50),
Mai, Juni, Juli, Auguſt, September, Oktober, November.
Dezem=
ber, Januar 27,50 (28). Tendenz: ſtill. Für Zink; Februar 25
(27) März 25,25 (26) April 25,75 (26.25) Mai 26 (26.75), Juni
26,25 (27,50) Juli 26,75 (27,50), Auguſt 26,75 (27,75), September
27 (27,25) Oktober 27,25 (27,50), November 27,50 (27,75),
De=
zember 27,50 (28), Januar 27,75 (28). Tendenz: ſchwächer. — Die
erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen in Berlin am 23. Februar ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt.
Elektrolyt=
kupfernotiz) auf 99 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des
Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab
Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und Bezahlung)
ſtell=
ten ſich für Original Hüttenaluminium. 98 bis 99 Prozent, in
Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen in
Walz=
oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM. Reinnickel, 98 bis 99
Prozent 350 RM., Antimon=Regulus 56—57 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 37—39 RM.
Produkienberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 23. Februar. Der Getreidemarkt
eröffnete den Wochenbeginn in feſter Haltung. Seit langem zeigte ſich
zum erſten Male wieder für Getreide eine einheitliche feſte Tendenz.
Beſonders Weizen und Roggen lagen bei knappem Angebot im Preiſe
weſentlich erhöht. Die Mühlen kauften in etwas größerem Umfange,
da ſich das Mehlgeſchäft ſchon zum Schluß der vergangenen Woche etwas
belebt hatte. Die Preiſe für Weizen= und Roggenmehl lagen 0.25 bzw.
0,5 Mark über dem Niveau der vergangenen Börſe. Hafer und Gerſte
waren etwas vernachläſſigt; die Preiſe blieben gut behauptet. Recht feſt
lagen wiederum Futtermittel und beſonders Roggenkleie konnte hiervon
profitieren, während Weizenkleie leicht nachgebend tendierte. Weizen
ge=
wann rund 8,5 Mark per Tonne und Roggen 2,5 Mark. Hülſenfrüchte
und Rauhfuttermittel ruhig. Es notierten in RM. (Getreide per
Tonne, alles übrige per 100 Kg.): Weizen 292,50—294.—; Roggen 185;
Sommergerſte für Brauzwecke 210—212,50; Hafer 157,50—162,50;
Weizenmehl ſüdd. Spezial Null 42,50—43,50; dito niederrhein. Spezial
Null 42,25—43,25; Roggenmehl 26,50—27,50; Weizenkleie 9,75—9,90;
falls ruhiger, da der Konſum den
zögernd folgt. Die Forderungen lau
mäßigem Angebot im Preiſe auch ka
feinſte Brauſorten etwas Beachtung.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 23. Februar.
Die Börſe eröffnete die neue Woche im allgemeinen in ruhiger
Hal=
tung. Nach einem etwas freundlicherem Vormittagsverkehr wurde die
Tendenz im Verlaufe unſicher. Anfangs ſtimulierten die feſten
Aus=
landsbörſen, der ruhige Verlauf der geſtrigen Demonſtrationen und die
günſtigere Beurteilung der innerpolitiſchen Lage. Gleich nach den erſten
Kurſen wurde es etwas ſchwächer, da der Rückgang der Linoleumaktien
verſtimmte. Die Spekulation, die anfangs etwas gekauft hatte, ſchritt
wieder zu Glattſtellungen. Die erſten Kurſe zeigten keine einheitliche
Entwicklung. Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben 0,5 Prozent
niedriger, dagegen ſetzten Metallgeſellſchaft ihre Aufwärtsbewegung um
1,5 Prozent fort. Elektrowerte unregelmäßig. Siemens und Schickert
lagen bis 1,25 Prozent höher. AEG. und Geſfürel bis 1,5 Prozent
ſchwächer. Durch größere Kursrückgänge fielen Karſtadt (minus 3,75
Prozent) und Deutſche Linoleum auf. Am Bankenmarkt eröffneten
Ber=
liner Handelsgeſellſchaft 2,5 Prozent höher, D=Banken gut behauptet,
Barmer Bank und Commerzbank bis 1 Prozent niedriger. An den
üb=
rigen Aktienmärkten herrſchte infolge der Orderloſigkeit Geſchäftsſtille,
wie überhaupt die Umſatztätigkeit ſehr gering war. Am Rentenmarkt
waren deutſche Anleihen ſtark vernachläſſigt. Von fremden Werten
be=
ſtand nach Türken, Rumänen, ferner nach Portugieſen verſtärkte
Nach=
frage. Pfandbriefe ſtill und unverändert.
Im weiteren Verlaufe wurde die Tendenz etwas freundlicher. Die
Spekulation ſchritt im Hinblick auf den morgigen Liquidationstag zu
einigen Rückkäufen. Ferner beobachtete man kleines Kaufintereſſe der
Stellage. Die Erholungen gegen den Anfang betrugen bis zu 1
Pro=
zent. Das Geſchäft war jedoch nach wie vor ſehr klein. Der Schluß
der Börſe war nur unweſentlich verändert, doch war die Stimmung
weiterhin unſicher. Tagesgeld weiter erleichtert. (4 Prozent.) Am
Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2072½, gegen Pfunde
20,435½g, London-Kabel 4,8580, Paris 123,94, Mailand 92,80, Madrid
46,50, Schweiz 25,20, Holland 12,10½.
Bei ſehr kleinem Geſchäft zeigte die Abendbörſe erneut
ſchwächere Kurſe. Karſtadt und Deutſche Linol,, die bereits an der
Mit=
tagbörſe ſtark gedrückt, waren nochmals 0,25 Proz. ſchwächer. J.G.
Farben nach anfänglich leichter Erholung im Verlaufe weiter gedrückt.
Nur Elektrowerte gut behauptet. Verkehrsweſen, die auf die Nachricht
der Störung bei der Induſtriebau Held u. Franke an der Berliner
Schlußbörſe ſtark gedrückt waren, 1 Prozent höher genannt. Im
Ver=
laufe blieb die Haltung eher nachgebend. Farben ſchloſſen 1382/. Von
ſonſtigen Kurſen ſind zu nennen: Deutſche 106, Danat 134.25.
Commerz=
bank 107,75, Gelſenkirchen 75,5, Mannesmann 67,75, Stahlverein 57,5,
Hapag 64,5. Nordd. Lloyd 66,25, A.EG. 102, Siemens 181, Schuckert
123, Aſchersleben 132, Weſteregeln 137,5. Akku 70.5.
Viebmärkke.
Berlin, B. Februar.
Angeregt durch die feſtere Haltung der Auslandsbörſen und
befrie=
digt über den ruhigen Verlauf des geſtrigen Sonntags eröffnete die
Börſe in freundlicher Grundſtimmung. Es waren verſchiedentlich kleine
Kaufaufträge eingegangen, ſo daß die Kurſe überwiegend etwas gebeſſert
lagen. Die Spekulation zeigte jedoch ſehr wenig Neigung zu Neu=
Enga=
gements, und ihre Geſchäftsbeteiligung war wohl hauptſächlich auf den
Umſtand zurückzuführen, daß zum morgigen Liquidationstag hier und
da noch etwas Stückemangel beſteht. Die Umſatztätigkeit hielt ſich denn
auch in recht engen Grenzen, und nur bei Fauben und Siemens gingen
zum erſten Kurſe mehr als einhundert Mille um. Eine Sonderbewegung
hatten Schubert und Salzer aufzuweiſen, die zunächſt mit Plus=Plus=
Zeichen erſchienen, um dann 6 Prozent höher einzuſetzen. Nach den
er=
ſten Kurſen wurde es, ausgehend von Deutſche Linoleum, die auf
Ge=
rüchte, wonach die Verkaufsverhandlungen für das Heilner Paket plötzlich
geſcheitert ſeien; und auf wenig günſtige Dividendenſchätzungen der
Börſe zeitteilig 3,75 Prozent niedriger lagen, dann allgemein ſchwächer.
Nach unſeren Informationen ſollen dieſe Gerüchte den Tatſachen jedoch
nicht entſprechen, was in gewiſſem Sinne auch durch die Tatſache
be=
ſtätigt wird, daß ſich im weiteren Verlaufe eine Erholung durchſetzen
konnte, die, ausgehend vom Farben=, Siemens= und Reichsbankmarkt,
gegen 1 Uhr wieder auf Anfangsniveau führte. Die Arbitrage beteiligte
ſich am Geſchäft, und die Spekulation kaufte Farben=Prämien per Mai.
Anleihen abbröckelnd.
Frankfurter Viehmarkt vom B3. Februar. Der Auftrieb des heuti
gen Hauptmarktes beſtand aus 1344 Rindern, darunter befanden ſio
328 Ochſen, 105 Bullen, 496 Kühe und 391 Färſen; ferner aus 621 Kc
bern, 65 Schafen und 5143 Schweinen, darunter 269 Litauer. Vergli
chen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes waren 136 Rinder, 15
Kälber, 89 Schafe und 113 Schweine weniger angetrieben. Bezahl
wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochſen a) 1. 46—48, 2. 4
bis 45, b) 1. 36—40; Bullen a) 44—47, b) 40—4; Kühe a) 37—4
b) 33—36, c) 28—32, d) 24—27; Färſen a) 46—49, b) 42—45, c) 3
bis 41; Kälber a) —, b) 59—62, c) 55—58, d) 48—54. Schafe wege
des geringen Auftriebes nicht notiert. Schweine a) 52—54, b) 52—5
) 53—55, d) 53—55, e) 50—53, f) und g) nicht notiert. Im
Ve=
gleich mit den Preiſen des letzten Hauptmarktes gaben Rinder durchwe
um 1—2 Mk. nach, dagegen notierten Schweine vollkommen unveräy
dert. Gegen den letzten Nebenmarkt verloren Kälber 1—2 Mk. Mark
verlauf: Rinder ſchleppend. Ueberſtand; Kälber und Schafe ruhig, g
räumt; Schweine mittelmäßig, ſpäter ſtark abflauend, Ueberſtand
Fleiſchgroßmarkt. Preis für 1 Zentner friſches Fleiſch in Mk.: Ochſer
und Rindfleiſch 1 75—80, 2. 70—75; Bullenfleiſch 74—78; Kuhfleiſch
55—65, 3. 45—55; Kalbfleiſch 2. 90—100. Schweinefleiſch hieſiges
bis 74, litauiſches 60—65. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes:
lan=
ſam.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Die Wintershall A. G., Kaſſel, hat bei der Kaliprüfungsſtelle eine
Antrag auf Uebertragung der geſamten Beteiligungsziffer vom Kal
werk Bernterode (Untereichsfeld) auf andere Konzernwerke geſtellt.
Nach Mitteilung der Nudolf Karſtadt A.G. betrugen die Umſätz
im letzten Viertljahr des Geſchäftsjahres, das am 31. Jamar abſchließt
90,93 Mill. RM., außerdem bei der Epa 29,56 Mill. RM., ſo daß die
geſamten Detailumſätze 120,49 Mill. RM. ausmachten, gegenüber 94,8
Mill. RM. im dritten Vierteljahr.
Die Süiddeutſche Wäſche=Induſtrie A. G., Frankfurt a. M., weiſt i
der Bilanz per 31. Dezember 1930 einen Verluſt von (einſchließlich Vo
trag) 227 838 RM. aus. Neben einam Aktienkapital von 100 000 RM
erſcheinen Kreditoren mit 194 0/7 RM., andererſeits Liegenſchaften m
63 300 RM. und Debitoren mit 2868 RM.
Die in Düſſeldorf geführten Beratungen über die Freigabe de
Verkaufspreiſe für Mehl ſeitens der Vereinigung weſtdeutſcher Mühle
G.m.b.H. haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Die Verhandlunge
wurden vertagt.
Die Köln—Düſſeldorfer Rheindampfſchiffahrt wird in dieſem Jah
den fahrplanmäßigen Verkehr der Rheindampfer am 3. April (Karfre
tag) aufnehmen. Zunächſt wird nach dem ſogenannten kleinen Fahrpla
gefahren.
Auch das Oberlandesgericht München hat als Berufungsinſtanz di
Regreßklage der Abwicklungsleitung der Bayeriſchen Landesprodukter
bank A. G., der Vermögensverwaltungs= und Abwicklungsſtelle Gmbs
gegen Mitglieder des engeren Ausſchuſſes des Aufſichtsrats der Landes
produktenbank zurückgewieſen.
Die in Ausſicht genommenen Verhandlungen zur Erlangung eine
Kredites von 50 Millionen RM. für das Konſortium Siemens—A. E.C
Bergmann-Brown=Boveri zur Glektrifizierung der Bahnſtrecke Augs
burg—Stuttgart ſind abgeſchloſſen. Es wird ein mehrjähriger
Kred=
von etwa 40—50 Mill. Mk. ſeitens einer Bankengruppe gewährt, de
die Schweizeriſche Kreditanſtalt, ein ſchwediſches Bankhaus und di
Firma Warburg u. Co. in Hamburg angehören.
Das mit Gültigkeitsdauer bis zum 28. Februar 1931 abgeſchloſſen
deutſch=rumäniſche vorläufige Handelsabkommen vom 18. Juni 1930 i
durch einen Notenwechſel zwiſchen der deutſchen Geſandtſchaft in Buke
reſt und dem rumäniſchen Außenminiſterium bis auf weiteres unte
Aufrechterhaltung der Möglichkeit der Kündigung mit einer Friſt vo
30 Tagen verlängert worden.
Die Bauxit Truſt A.G. Zürich, wird ihre Hauptverſammlung End
April abhalten. Die Geſellſchaft liefert aus ihren ungariſchen Anlage
80 000 To. Bauxiterz nach Deutſchland gegenüber 97000 To im Vor
jahr. Dieſer Ausfall im Abſatz nach Deutſchland wurde durch Lieferur
gen an das Bauxit=Zementwerk in Felſogalla (Totis) wettgemacht.
Die argentiniſche Regierung hat durch ein ſoeben veröffentlichte
Dekret eine ganze Reihe bisher zollfreier Artikel mit Einfuhrzöllen vo
5—32 Prozent belegt. Das Dekret tritt am 23. Februar in Kraft.
Die amerikaniſchen Börſen waren geſtern wegen Feiertags gi
ſchloſſen.
Berliner Kursbericht
vom 23. Februar 1931
Oeviſenmarkt
vom 23. Februar 193
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . ."
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Nafe
134.50
105.50
105.75
64.125
106.75
67.—
103.—
n2.—
63.50
116.25
36.—
113.—
116.375
67.375
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Plöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
ard
139.25
76.25
112.—
71.—
64.50
79.—
133.—
56.625
70.—
G8.—
36.75
57.25
74.875
48.—
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Lin=
Berl. Karlsr. Ind. 52.25
Hirſch Kupfer.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Landerer=Werke
15:
50.25
204.—
113.75
C0.875
57.50
138.—
62.25
22.75
123.—
48.50
146.75
AR.
41.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stodkholm
London
Buenos=Aire
Newv York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk
100 Schilline
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.-Stg.
1 Pap. Peſo
Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs
GeldBrief
10.577/ 10.*97
59.045 59.165
12.4531
73.30
3.044
112.40
112.39
112.49
20.415
1.380
1.2035
8.58
16 468
12.473
73.44
3. 05(
1G8.63/ 168.97
1126.
112.61
112.7
20.455
1.384
1.211!
58.70
22.00 22.04
16.508!
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiroll Milrais
Jugoſlawien
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Uruguav
Jsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
Frankfurter Kursbericht vom 23 Februar 1931.
a
5½2%Intern.,
6% Baden..
8% Bahern",
8% Heſſen
v. 29
6% Preuß. Staat
8½ Sachſen.
...
72 Thüringen..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. *1/,
Ab=
löſungsanl..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
9
84.75
74.75
77
100
81.5
87
90
94.25
99‟
77.5
81
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. ..
An
5-4
et 9,75—10,00. — Kartoffeln haben bei kleinem
Geſchäft ſtetige Tendenz. Induſtriekartoffeln hieſiger Gegend bei Wag=
gonbezug: 2.40—2.45 RM.
Berliner Produktenbericht vom 23. Februar. Bereits am Schluß der
Samstagsbörſe hatte ſich im Produktenverkehr eine merkliche
Beruhi=
gung geltend gemacht, da nach den Preisfteigerungen der Vortage
Nei=
gung zu Realiſationen beſtand. Auch heute war das Geſchäft recht
ruhig, da die Käufer den unverändert hohen Forderungen der erſten
Hand zurückhaltend gegenüberſtanden. Zu marktgemäßen Preiſen war
das Inlandsangebot allerdings weiter gering. Für Weizen blieb das
Preisniveau etwa gehalten, dagegen lauteten die Gebote für prompten
Roggen etwa 1 Mark niedriger. Im handelsrechtlichen
Lieferungsge=
ſchäft ſetzten die Preiſe für beide Brotgetreidearten bis 0,50 Mark, für
Hafer bis 1 Mark niedriger ein. Das Mehlgeſchäft geſtaltete ſich gleich=
820 Nachen v. 2
8% Baden=Baden.
6% Berlin ..
8% Darmſtadt v. 2
820
v. 2c
7% Dresden..
8% Frankfurt a.M.
v. 20
v. 20
60
8% Mainz ......"
8% Mannheim v. 26
v. 27
82 München
8% Nürnberg. . . .
8% Wiesbaden.
Aif
85
Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
3½ Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr.
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
82 Naſſ. Lambesbk.
4½% „Liqu. Obl
100.3
95
85
100
94.5
83.5
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)..
85
8% Heſſ. Landesbk.)
„ Goldoblig.
4½% Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liquid.
4¾½ „Kum.=Obl.
8% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
82 „Golboblig
96.25
81.5
70.5
88.25
A
86
100
91.75
94
80=
100.5
97
Berl. Hyp.B!
4½%„Liqu.=Pfbr
Frkf. Hyp.=Bk..
4½%0 „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr.=Bk.
„ Liqu.
32 Mein.Hyp.=Bk.
26 „ Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Vk.
„ Lia. Pfbr.
%a Preuß.
Boden=
cred.=Bank.
% „Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank
4½% „ Lig. Pfbr
D Rhein. Hyp. Bk.
4½2 Lig. Pſbr.
18% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Crebit .. . . .
% Südd. Bod.,
Cred.=Bank ...."
4½½ • Lia. Pfbr
Mri
52
68
99.25
96
87.75
101
96.75
101.75
96.75
898.
Württ. Hyp.=B
6e/ Daimler=Benz
3% Dt. Linol. Werk
Klöckner=Werk
O Mainkrw. v. 26
7%6 Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co
7%Ver. Stahlwerke
8½% Voigt &Häffne=
J. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E.B
5% „ L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
40 Oſt. Goldrentel
5% vereinh. Rumän
14:2o
% Türk. Admin.
„ 1. Bagdadl
49 „ Bollanl.
0 Ungarn 1913
1914
4½9
Goldr.
1910
96.75
89.,2
100
30r/g
Mi
91.75
100.25
101
98.75
89.5
200
100
94.5
901.
Aktien
Rlg. Kunſtziide Unie
A. E. G.
..
AndregeNoris Zahr
Aſchaffbg. Brauere
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Bemberg, J. P...
Bergm. El.=Werke
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„ Linoleum
Daimler=Benz..
98.5
95.5
87.5
93.75
83
79.5
83
82
93
Ar6
Mf
Ri
38.75
24.6
9
14.8
7.4
18.75
16.8
Aaz
93
62
49
77
167
29
286
111
99
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Dt. Atl. Telegr
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122
99
69
110
117.75
115.75
195
67
92.5
139
48
82.75
11.
35
74.75
39
34
159.5
116
72.5
83
120
67.5
79
106.5
32
101
9c.
154
34
84
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104
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23
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Oſt. Creditanſtalt 27:2
Pfälz. Hhp.=Bank /132
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7% Dt. Reichsb. Vzo
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89
17.5
62
577
1119
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Verſicherung . . . 150
„ Verein. Verſ. 181
FrankonaRück=u.M/
Mannh. Verſich. . . 25
Otavi Minen .."
Schantung Handelsl 8
Nummer 55
Dienstag, den 24. Februar 1931
Feiel
riger
ewt
Delile Ohiersien
URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLA6 OSRAR MEISTER, WERDAu
4
(Nachdruck verboten.)
Berndt hatte Dobracka nach Hollywood ein Telegramm
ge=
andt, das die Geburt des Kindes meldete. Es kam einen Tag
jach dem Bekanntwerden der Meldung von der Verhaftung
ſord Durhams.
Dobracka befand ſich gerade im Glashaus und war mit
en Proben nicht zufrieden, als er das Telegramm erhielt.
Er ſtieß vor Ueberraſchung einen kleinen Schrei aus, ſo daß
er nervöſe Regiſſeur ſofort abſtoppte.
Aller Augen lägen auf Dobracka.
„Groths haben einen . . . Jungen!” rief er laut durchs
Blashaus und ſchwenkte das Telegramm.
Dieſe Nachricht wirkte wie eine Senſation, ſie lief durch
vollywood und erregte alle.
Aber zwei Tage ſpäter . . . kam ein neues Telegramm, das
n alle Herzen anſchlug.
Jolly Robbers telegraphierte:
„Fris Groth liegt im Sterben!”
Dobracka ſtarrte zitternd auf das Blatt Papier. In dieſem
lugenblick ergriff ihn reſtlos das furchtbar Tragiſche dieſes
Nenſchenſchickſals. Er dachte nicht an das, was ihm an
Ge=
häften entging.
Er ſank in einen Seſſel und ſtöhnte auf.
Die Stenotypiſtin erſchrak, als ſie ihren Chef ſo ſah und
ef in ihrer Angſt hinaus zu Volkart, der im
Verwaltungs=
ebäude weilte.
„Kommen Sie, Mr. Volkart . .. der Präſident . . . er muß
ine entſetzliche Nachricht erhalten haben. Er iſt ganz
ge=
rochen."
Volkart ſah ſie erſchrocken an und ſtürmte nach Dobrackas
srivatbüro.
Er fuhr zuſammen.
Was war geſchehen? Unfaßbares! Im Seſſel ſaß Dobracka,
anz zuſammengebrochen und ein ſtummes Schluchzen ſchien den
arken Mann zu ſchütteln.
„Herr Präſident . . . Herr Dobracka . . . um Gottes willen
was iſt geſchehen?”
Dobracka fuhr auf, reichte mit zitternden Händen ſeinem
ewährten Mitarbeiter das Telegramm.
Volkart las es, und eiskalt griff es ihm ans Herz.
im . . . Sterben!”
Die Stimme ſchlug über, als er ſagte: „Das ... das kaun
r nicht ſein! Das darf nicht ſein! Unſere Iris .. die große
ünſtlerin . . . im Sterben! Herrgott . . . das kann ja nicht
in!“
„Ja, ja!” ſtöhnte Dobracka heiſer. „Sie ſoll leben . . . leben
und wenn ich ſie nie wieder hier im Film habe . nur
beu ſoll ſie! Dieſer arme Menſch ... von der Höhe
herab=
eſchleudert und wieder empor . . . und jetzt . . jetzt ſoll ſie
erben!“
Die Stimme verſagte ihm.
Dann erhob er ſich, ſagte flehend zu Volkart: Volkart,
ibeln Sie an Jolly ... kabeln Sie um nähere Aufklärung,
und daß alles getan wird. Jede Summe . . . wenn’s nötig
iſt . . . jede Summe!"
„Ich will kabeln! Aber ... das Leben läßt ſich mit Geld
nicht erkaufen!“
„Kabeln Sie ... ich bitte Sie, Volkart! Ich kann nicht
mehr . . . das . . . das war das Bitterſte!”
Douglas Fairbauks traf Volkart, als dieſer mit dem
Kabel=
telegramm nach dem Poſtamt raſte.
Er rief ihn an, aber Volkart winkte ab, ſchien ganz verſtört
zu ſein.
Kurzentſchloſſen wendete Doug und fuhr ihm nach.
Im Poſtamt ſtellte er ihn."
„Volkart . .. was iſt in Sie gefahren? Ihren alten Freund
Doug".
Nun reichte ihm der Regiſſeur das Telegramm.
Douglas las und wurde fahl im Geſicht.
„Iris Grotb . . . im Sterben!“
Stumm, mit zuſammengebiſſenen Zähnen nickte Volkart.
Von Douglas aus ging das Entſetzliche durch ganz
Holly=
ſvood und erregte die Herzen, und von Hollywood aus ging es
in die Welt.
Die Menſchen, die das ſeltſame Schickſal dieſer Frau noch
nicht vergeſſen hatten, deren Kunſt ihre Herzen ergriffen hatte
horchten auf.
„Fris ... Groth ... im . . . Sterben!“
Und es war Wahrheit!
Iris war dem Tode geweiht. Das Herz war ſo ſchwach,
daß es jeden Augenblick zu erlöſchen drohte.
Berndt erfuhr das Entſetzliche durch den Geheimrat.
Er brach unter der Wucht der Wahrheit bald zuſammen.
Er beſtürmte den Arzt, daß er alle Kunſt antvende, um das
geliebte Leben zu erhalten. Der alte Arzt war im Innerſten
erſchüttert, da er machtlos war.
Nur ein Menſch im kleinen Paradies bei Schreiberhau
war gefaßt und ruhig: Die Sterbende.
Sie fragte den Arzt: „Wielange Herr Geheimrat".
werde ich noch leben?”
„Noch recht, recht lange!” ſagte Buſchenhagen und mühte ſich,
alle Zuverſicht und Feſtigkeit in ſeine Stimme zu legen.
„Nein” lächelte die Sterbende, „ich . . . weiß . . ich ſterbe!
Oh . . . ich fürchte den Tod nicht .. . ich . . . ich habe ja ſoviel
Glück in dieſem Leben kennengelernt . . . alle Seligkeit war
mir beſchieden . . . ein ganzes Jahr lang hatte ich . ſeine
. . . Liebe! Gott iſt ſo gütig und gerecht und einſt wird
er unſere Seelen wieder vereinen. Ich glaube ſo feſt daran.
Aber . .. ich will in meinem Leben alles in Ordnung haben.
Wie .. . lange . .. habe ich noch Zeit?”
Der Arzt ſah zu Boden, heftig arbeitete ſeine mächtige
Bruſt. Er fand die Worte nicht.
„Einen . . . Tag?"
„Zwei . . . Tage . . . Mylady!”
Sie nickte.
„Herr Geheimrat ich möchte mit meinem Maun
ſprechen . . . und . . . dem Juſtizrat! Ich will mein Teſtament
machen. Geben Sie mir eine Einſpritzung.”
Berndt trat mit Giſh über die Schwelle.
Es war ihm, als ſeien ſeine Füße ſchwerer wie Blei.
Seite 11
Zwei Seſſel und ein kleiner Tiſch ſtanden am Bett.
„Berndt”, ſagte Iris glücklich.
Er faßte ihre bleichen Hände und ihre ſchwachen Finger
ſchloſſen ſich um ſeine warme Hand.
„Berndt . . . ich . . . ich will, daß Mr. Giſh . . . mein
Teſtament aufſchreibt."
„Nicht, Iris! Nicht, du ſollſt bei mir und bei deinem Kinde
bleiben!” bat Berndt inbrünſtig.
„Kann nicht, Liebſter!” kam es leiſe ſingend aus ihrem
Munde. „Der Herrgott dort oben hat mir gewinkt. Ich muß
gehen."
Berndt atmete ſchwer. In raſendem Schlage ging ſein Herz.
Er fand kein befreiendes Wort.
„Mr. Giſh . mein Freund . . ich . . . ich vermache alles,
was ich beſitze und alle meine Rechte auf . .. auf Durhams
Vermögen, das er mir geraubt hat . . . meinem Gatten!
Schrei=
ben . . . Sie . . . es, daß ich es . . . noch unterſchreiben kann.”
„Gewiß, Mylady!” entgegnete der Juſtizrat leiſe, und ſeine
Feder flog über das Papier.
Totenſtille war im Zimmer, nur die Feder raſchelte.
Der Juſtizrat war zu Ende.
Er las den Wortlaut des Teſtaments vor, und Iris
unter=
ſchrieb. Als Zeugen unterſchrieben der Juſtizrat und der
Ge=
heimrat aus Breslau.
„Liebſter”, ſagte Iris zärtlich, „es iſt auch um unſeren
Jungen . . . um unſer Kind.”
Plötzlich kam dem Juſtizrat ein Gedanke. Sollte ſie es im
Leben nicht mehr erfahren, daß Durham ſeiner gerechten Strafe
entgegenging?
„Mylady .. . ich muß Ihnen eins noch ſagen: „Lord
Dur=
ham iſt verhaftet . . . er geht ſeiner Strafe entgegen.”
Die Sterbende ſah in an, lange und eindringlich, dann
ſagte ſie: „Doch . . . Gerechtigkeit! Unſer Kind . . es wird . . ."
Dann ſank ihr Haupt langſam zurück. Bewußtloſigkeit
umfing ſie.
Geheimrat Buſchenhagen bemühte ſich mit der Pflegerin
um ſie.
Berndt hielt den Atem an.
Da endlich wandte ſich der Arzt ihnen zu und ſagte leiſe:
„Bitte, laſſen Sie Mylady allein, es hat ſie zu ſehr angeſtrengt.”
Leiſe verließen ſie das Zimmer.
Daniela Thuille fand keine Ruhe.
Noch nie hatte Forſt ſie ſo abweſend bei der Arbeit geſehen.
„Was haben Sie denn, Fräulein Thuille?” ſagte er
freund=
lich. „Sie ſind heute ja ganz aus der Ruhe geriſſen! Wir wollen
Schluß machen.”
„Verzeihen Sie, Herr Forſt.. . aber . . . ich habe keine Ruhe
... ich . . . ach . . . ich . . , es muß ſo ſchwer.. ſo bitter ſein, wenn
ein Menſch ſtirbt . . . ein Menſch, auf dem die Augen der Welt
ruhen . . . ein Menſch, den alle lieben, lieben müſſen.
„Von wem ſprechen Sie, Fräulein Thuille?"
„Von . . . Iris . .. Iris Groth . . . von ſeiner Frau! Haben
Sie nicht geleſen?”
„Doch . . . . ja! Das alſo . . greift Sie ſo an?‟
Sie nickte und Tränen traten in ihre Augen.
(Fortſetzung folgt.)
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Eine Köpenickiade,die donnernde Lachsalven auslöst.
Dialoge: Rodz Rodz.
In den Hauptrollen:
Viasta Burian, Roda Roda, Fee
Malten, Antonie Jaeckel, Jack Mylong-
Münz, Wilh. Bendow u. a.
Roda Roda, der Altmeister der
deut-
schen Brettls und
Wlasta Burian, der originellste Komiker
der je im Tonfilm erschten
schaffen eine Atmosphäre der Heiterkeit
und der vergnügten Laune!
Dazu ein Kurztonfilm der Wiener Männer-
Gesangverein: „An der schönen
Blauen Donau‟
und das gute Beiprogramm.
Jugendl. haben Zutritt. Beginn 3 45, 6.00, 8.20 Uhr
Der heitere Tonfilm mit Schlumpsi, dem
neuentdeckten Film-Star
Pot u. Patachon
Begie: Jaap Speyer. In den Hauptrollen: Elisabeth
Pinajeff, Ernst Verebes, Fritz Kampers, Katta Sterna
Bruno Kastuer, Jul. Falkenstein und
vor allem Schlumpsi.
Wer ist Schlumpsi?
als Modekönige
Regie: Lau Lauritzen.
Pat u. Patachon als Manneguins —
als Bananenverkäufer — auf k
Schmelings-Pfaden —
im Geisterhaus.
Wer die tollen Streiche dieser
Beiden nicht miterlebt, hat sich F
um zwei lustige Stunden betrogen.
Dazu das gute und reichhaltige
Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45. 600 und 8.20 Uhr
Schlumpsi ist ein entzückender, kleiner
ruppiger Drahthaar-Terrier
Was kann Schlumpst?
Schlumpei kann lachen, beißen, Tränen weinen,
tanzen, harmlos u. gemeingefährlich sein. Er
ist eine Max- u. Moritz-Natur, die fell u.
fleisch-
gewordene Scherzfigur aus amerikanischen
Zeichen-Grotesk-Filmen. Dieser brave Hunde-
Hanswurst stört nicht durch Worte und Gesang.
ja er heult nicht einmal. Ernst Verebes u. Fritz
Kampers haben gegen Schlumpsi einen
schweren Stand
Dazn der neueste Hicky-Film: „Dichter und
Bauer”” und das bunte Beiprogramm.
Beginn: 3 45. 6.00 u. 8.20 Uhr. (V.3045
Beulscher sprachverein.
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Kunden wurden durch lrreführung seitens
unserer Konkurrenz dahin belehrt, daß
wir unserGeschäft ganz aufgeben würden.
Zur Aufklärung teilen wir allen Freunden
unseres Hauses mit, daß wir wohl einen
Ausverkauf wegen Aufgabe des Ladens
Ludwigstraße 2, veranstalteten, daß
wir aber jetzt in unserem eigenenHause,
Ludwigstraße 11, alle Artikel wie
bis-
her weiterführen.
Die Umstellung unseres Betriebes ist
nunmehr beendet, die Preise auf’s
schärfste kalkullert und dadurch
unsere Leistungsfählgkelt
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