Guzelnummer 10 Pfenaige
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Nummer 38
Samstag, den T. Februar 1931.
194. Jahrgang
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beitreibung fäll ſeder
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Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Der Reichstag beſchlußunfähig.
Die Ankwort der Mitkelparkeien an die Oppoſikion. — Scharfe Polemik des Zenkruns gegen
Rakional=
ſozigliſten und Deukſchnakionale. — Dingelden forderk einen Generalſtab der Wirkſchaft
aus Arbeiigebern und Arbeiknehmern.
Bor der Abfktimmung
zbe* die Mißkrauensankräge.
Reforw der Geſchäftsordnung geſicherk.
* Berlin, 6. Februar. (Priv.=Tel.)
Der Reichstag hat ſich am Freitag den Scherz geleiſtet, daß
er in einer ſo hochpolitiſchen Ausſprache wegen
Beſchlußunfähig=
keit vertagt werden mußte. Als bekannt geworden war, daß die
Abſtimmungen über die Mißtrauensanträge erſt am Samstag
vormittag erfolgen würden, hatten größere oder kleinere
Grup=
pen in den Abendſtunden den Beratungen den Rücken gekehrt.
Die Nationalſozialiſten benutzten die Gelegenheit zu einem
über=
raſchenden Vorſtoß. Sie wollten verhindern, daß am Samstag
über die Aenderung der Geſchäftsordnung beraten würde, und
glaubten, das am beſten zu erreichen, wenn ſie die Sitzung
ſprengten. Das gelang ihnen auch. Auf ihren Vertagungsantrag
ſtellte ſich die Beſchlußunfähigkeit des Hauſes heraus. Der
Prä=
ſident mußte alſo die Fortſetzung der Ausſprache, entgegen dem
Plan des Aelteſtenrates, auf Samstag vertagen. Die
Natio=
nalſozialiſten hatten allerdings überſehen, daß nun die Feſtſetzung
der Tagesordnung in den Händen des Präſidenten lag. Und ſie
erreichten gerade das, was ſie vermeiden wollten, daß nämlich
die Abänderung der Geſchäftsordnung auf die
Samstagstagesord=
nung geſetzt wurde. Vorher wird man allerdings noch zwei
Stun=
den lang über den Etat des Kanzlers und die damit
zuſammen=
hängenden Anträge reden und abſtimmen.
Der Niederſchlag der Ausſprache am Freitag war an ſich
dürftig. Das Zentrum ſchickte ſeinen Parteitheoretiker Joos vor,
der mit den Nationalſozialiſten abrechnete, und zwar in einer
Schärfe, die bei den Nationalſozialiſten aufpeitſchend wirkte. Der
Reichstagspräſident war gezwungen, vier Abgeordnete der
Rech=
ten aus dem Saal zu weiſen. Die Spannung zwiſchen dem
Zen=
trum und den Nationalſozialiſten iſt damit bis zum Aeußerſten
gediehen, und es beſteht wohl keine Möglichkeit mehr, daß dieſes
Kabinett Brüning auch nur eine mittelbare Unterſtützung von
rechts her erhält. Für die Volkspartei warnte ihr Führer
Dingel=
dey vor der Ueberſpitzung des Parlamentarismus und ſtellte in
außerordentlich glücklichen Formulierungen den Staatsgedanken
in den Vordergrund. Ihm folgte auf der Rednertribüne für die
Sozialdemokratie der zweite Darmſtädter Abgeordnete Dr.
Mie=
rendorf, der als Neuling ſeine Jungfernrede hielt und mit den
Deutſchnationalen — die Nationalſozialiſten hatten wieder den
Saal verlaſſen — in eine lebhafte Auseinanderſetzung geriet, bei
der er nicht einmal ſchlecht abſchnitt.
Das politiſche Ergebnis der Ausſprache ſteht heute ſchon feſt:
die Mißtrauensanträge gegen das Kabinett werden abgelehnt.
Der Kanzler wird alſo mit geſtärkter Autorität weiterarbeiten
können. Am Samstag wird es im Reichstag allerdings recht
lebhaft werden, wenn die Aenderung der Geſchäftsordnung zur
Debatte ſteht. Alle Anzeichen ſprechen dafür, daß die radikalen
Parteien nicht nur mit ſachlicher Oppoſition arbeiten. Nach
allem, was man hört, iſt damit zu rechnen, daß die Mehrheit des
Reichstages allen Auslieferungsanträgen freien Lauf läßt,
ob=
wohl auch einige Sozialdemokraten davon betroffen werden.
Da=
durch würden dann mit einem Schlag rund 300 Verfahren
weiter=
gehen können.
Der Sihungsverlanf.
Reichstagspräſident Loebe eröffnete die Reichstagsſitzung
um 3 Uhr. In der Fortſetzung der zweiten Beratung des
Haus=
halts des Reichsminiſteriums, des Reichskanzlers und der
Reichskanzlei nahm
Abg. Dr. Stolper (St. P.) das Wort. Eutſcheidend für
die weitere Geſtaltung unſerer politiſchen und wirtſchaftlichen
Verhältniſſe ſei es, daß dieſer Etat nicht nur eine Mehrheit,
ſondern eine große Mehrheit findet. Die Abſtimmung über
dieſen Etat müſſe das Vertrauen des deutſchen Volkes und der
Welt zu Deutſchland bekunden. Erfreulich iſt die Zuſage des
Kanzlers, daß die Regierung ſich um weitere Erſparniſſe
be=
mühen will. Die deutſche Kriſe iſt nicht auf die
Weltwirt=
ſchaftskriſe allein zurückzuführen, denn ſie iſt ſchon vorher
aus=
gebrochen. Wir werden deshalb von der Weltkriſe mehr
ge=
tloffen, weil wir mehr als alle Länder auf auswärtige Kredite
angewieſen ſind. Mit dem monotonen Hinweis der
National=
ſozialiſten auf die Tributlaſt iſt garnichts getan. Wir ſind ja
ſeit 1918 ununterbochen mit der Revidierung unſerer
Tribut=
laſten beſchäftigt. Mit ihren unmöglichen Rezepten gegen
Zins=
knechtſchaft haben die Nationalſozialiſten jetzt Sukkurs erhalten
durch Geheimrat Hugenberg mit ſeinen Helfferich=Markplänen.
Es iſt erſtaunlich, daß ein Mann, der immerhin einmal im
Krupp=Konzern eine führende Stellung hatte, dieſe
unverſtän=
digen Dinge vorbringen und doch noch in ſeinen Kreiſen als
wirtſchäftliche Autorität gelten kann.
Wir können ſtolz ſein auf das, was unſer Volk in den
letzten 12 Jahren unter dieſem Syſtem geleiſtet hat. (Lärm bei
den Kommuniſten.) Gewiß, wir haben viele
Arbeits=
loſe, aber unſere Arbeitsloſen leben beſſer
als die ſowjetruſſiſchen Arbeiter. (Erneuter Lärm
bei den Kommuniſten.) Wir begrüßen die Oſthilfe, aber ſie wird
ebenſo wie die Minderung der Arbeitsloſigkeit nicht
durchführ=
bar ſein ohne die Senkung des Zinsfußes durch Rückkehr des
geflüchteten deutſchen Kapitals und des Auslandskapitals, ohne
das Vertrauen des deutſchen Volkes zu ſich ſelbſt und ohne das
Vertrauen der Welt zu Deutſchland. Seien Sie weiter ſtark,
Herr Reichskanzler, und handeln Sie, das Vertrauen der
über=
wältigenden Rehrheit des deutſchen Volkes wird Ihnen ſicher ſein.
Abg. Dr. Neubauer (K.): Der Hymnus des Abg. Dr.
Stolper auf das kapitaliſtiſche Syſtem wird durch die eine
Tat=
ſache gekennzeichnet, daß dieſes Syſtem uns Millionen
Arbeits=
loſe gebracht hat. Dr. Neubauer richtet dann heftige Angriffe
gegen die Sozialdemokraten und erhält wegen beſonders ſcharfer
Ausdrücke zwei Ordnungsrufe,
Abg. Jpos (3.):
Wir haben zwar verſchiedene Redner der Oppoſition gehört,
aber wir haben aus den Oppoſitionsreden keinen neuen
Ge=
danken gehört. Wenn Dr. Goebbels vom Reichskanzler hören
wollte, warum die Kriſe da iſt, ſo ſollten die Nationalſozialiſten
einen neuen Sprechchor einführen:
„Goebbels erwache!”
Wenn Goebbels nicht geſchlafen hätte, dann hätte er oft genug hören
müſſen, was der Kanzler darüber geſagt hat. Jeder einfache
Mann aus der Arbeiterſchaft könnte Herrn Dr. Goebbels ein
Kolleg über Volkswirtſchaft leſen. (Lärm bei den
National=
ſozialiſten. — Abg. Heines (Natſoz.) erhält wegen eines
un=
parlamentariſchen Zurufes einen Ordnungsruf.) Herr Goebbels
ſagt, die Nationalſozialiſten könnten es erſt beſſer machen, wenn
ſie die Macht haben. Ach, viel wichtiger wäre es, daß ſie erſt
den Verſtand haben. (Lebhafter Beifall im Zentrum.)
Der Reichskanzler Dr. Brüning hat mit ſeiner nüchternen
zielklaren Politik das Vertrauen der geſund empfindenden
Mehr=
heit des Volkes für ſich. (Lärm bei den Nationalſozialiſten. —
Präſident Loebe erſucht die Nationalſozialiſten wiederholt um
Nuhe und droht im anderen Falle ſchärfere
Ordnungsmaß=
nahmen an.)
Das Volk iſt dem Reichskanzler dankbar dafür, daß er
Deutſchland bewahren will vor dem Regiment von
Dilettanten.
Herr Hugenberg fagt’ſelbſt von dem Weg, den
er das deutſche Volk führen will: „Sollten wir
uns heil aus dieſer Hölle herausretten”
Ein Geſinnungsfreund von ihm, ein anderer politiſcher
Ex=
perimentator, will ſogar die Rheinprovinz opfern, um
das übrige Deutſchland zu retten. (Lärm rechts und
Rufe: „Wer iſt das?‟) Das iſt Thyſſen. (Hört! hört! und
UInruhe.) Der deutſchnationale Abg. D. Döhring leidet an einer
unheilbaren Sache, an dem antirömiſchen Affekt. Das deutſche
Volk wird ſich von niemand mehr konfeſſionell gegeneinander
hetzen laſſen. (Lärm rechts und Rufe: „Ihr ſeid doch die
kon=
feſſionellen, Klaſſenkämpſer!” — Präſident Loebe erteilt
ver=
ſchiedene Ordnungsrufe.) Wir Zentrumsmänner laſſen uns
nicht mit der vergiftenden Formel von den „Reichsfeinden”
treffen.
Bei den weiteren gegen die Nationalſozialiſten gerichteten
Ausführungen des Redners kommt es wieder
zu lauten Kundgebungen
der Nationalſozialiſten. Als Abg. Joos die Wendung gegen die
Nationalſozialiſten gebraucht: „Sie ſind ſelbſt daran ſchuld,
wvenn Sie jetzt an der Klagemauer ſtehen”, kommen neue
ſtür=
miſche Rufe der Nationalſozialiſten. Präſident Loebe weiſt
nun=
mehr unter Hinweis auf ſeine wiederholten ergebnisloſen
Ruhe=
mahnungen die nationalſozialiſtiſchen Abg. Heines,
Brück=
uer, Koch=Oſtpreußen und Vetter wegen Ordnungsſtörung
und Widerſätzlichkeit aus dem Saale.
Abg. Joos (3.) ſchließt mit den Worten: Es gibt auch
einen politiſchen Hochmut, der vor dem Falle
kommt. Das werden die Nationalſozialiſten bald erfahren.
(Lebhafter Beifall im Zentrum.)
Abg. Dingeldey (DBP.):
Ich begrüße es, daß durch die falſchen Gerüchte über
Staats=
ſtreichsabſichten unſerer Partei die Debatte in Fluß gebracht
wor=
den iſt über die Frage, ob nicht durch Abkehr von einem
über=
ſpitzten Parlamentarismus nach beſſeren Auswegen aus der
jetzigen Kriſe geſucht werden könnte. Das Verſagen des
Par=
laments wird erſt lebensgefährlich, wenn die verantwortlichen
Staatslenker daraus keine Folgerungen ziehen.
Wir freuen uns der Erklärung des Reichskanzlers, daß er
den Etat mit parlamentariſchen Mitteln verabſchieden will. Wir
richten aber
an die Regierung die Mahnung, ſich nun auch
der Möglichkeiten bewußt zu ſein, die die
Ver=
faſſung der Staatsführung in die Hand gibt, falls das
Parlament vor einer ſo entſcheidenden
Aufgabe verſagen ſollte.
Der geſchichtstreue Menſch, den Dr. Döhring geſtern als Ideal
hinſtellte, iſt doch nicht der, der immer nur nach rückwärts blickt.
Der deutſchnationale Führer Hugenberg hätte, es in der
Hand gehabt, damals, als die Deutſchnationalen die Macht
hat=
ten, dem Syſtem, dem ſie heute den Kampf anſagen, durch eine
verſtändige, verantwortungsbewußte Führung und
Zuſammen=
arbeit mit anderen verantwortungsbewußten Kräften die
Wen=
dung zu geben, die längſt eingetreten wäre, wenn die
Deutſch=
nationalen damals nicht die Flucht in die
Verantwor=
tungsloſigkeit angetreten hätten. Die deutſche
Wirtſchafts=
kriſe iſt, wenn nicht verurſacht, ſo mindeſtens verſchärft durch das
Unverſtändnis unſerer ausländiſchen Vertragsgegener. Wir
kämpfen gegen die drückende Laſt dieſer Verträge, aber dieſer
Kampf iſt ſchwer, und ſein Erfolg leidet darunter, wenn wir
unſere ganze Energie in den Dienſt der Aufgabe ſtellen, den
Schuldigen unker uns zu ſuchen. Das iſt der große Fehler der
Nationalſozialiſten. Ihre Bewegung wird ihre Bewährung erſt
Fortfetzung auf Seite 2, sweite Spalte)
* Der Kampf um das
Völkerbunds=
feitelarim.
Die engliſch-franzöſiſche Vorherrſchaft. — Berechtigke
deutſche Forderungen.
Der Reformausſchuß des Völkerbundsrats hat dieſer Tage
ge=
tagt, um, wie ihm die Vollverſammlung des Bundes im Jahre
1930 aufgetragen hatte, die Frage der „Beibehaltung oder
Ab=
ſchaffung, Vermehrung oder Vexringerung der
Untergeneralſekre=
tärsſtellen des Völkerbundsſekretariats und die ſich daraus
er=
gebenden Folgen zu prüfen‟. Die Reform des
Völkerbundsſekre=
tariats wird ſchon ſeit langem von Deutſchland angeſtrebt, das im
Sekretariat des Bundes nicht den politiſchen Einfluß beſitzt, der
ihm eigentlich auf Grund ſeiner Stellung als europäiſche
Groß=
macht zuſteht, und das nun auf dem Verhandlungswege den
Grundſatz der Gleichberechtigung, wie er in den Völkerbundsakten
verankert iſt, zu verwirklichen trachtet.
Um dieſe deutſche Forderung werden — von der breiteſten
Oeffentlichkeit ziemlich unbeachtet — hinter den Genfer Kuliſſen
erbitterte Kämpfe ausgefochten. England und Frankreich, die die
politiſche Leitung des Völkerbundsſekretariats feſt in Händen
haben und das Sekretariat als ihre ausſchließliche Domäne
be=
trachten, verſuchen natürlich mit allen Mitteln, Deutſchlands
Ab=
ſichten auf Stärkung ſeines politiſchen Einfluſſes im Sekretariat
zu durchkreuzen. Dies um ſo mehr, als der Generalſekretär des
Bundes, der Engländer Drummond, der für die Tätigkeit des
Völkerbundsſekretariats allein verantwortlich iſt, ſich mit der
Ab=
ſicht trägt, nach Schluß der großen Abrüſtungskonferenz ſeinen
Genfer Poſten mit einer wichtigen Stellung im Außendienſt des
Foreign Office zu vertauſchen. Dem Generalſekretär zur Seite
ſteht ſein Stellvertreter, der Franzoſe Avenol. Italien und
Ja=
pan haben den Poſten eines Untergeneralſekretärs inne, während
Deutſchland bei ſeinem Eintritt in den Völkerbund mit dem
Direk=
torpoſten der Abteilung für geiſtige Zuſammenarbeit mit dem
Titel eines Untergeneralſekretärs abgeſpeiſt wurde.
Die Tendenz dieſer Verteilung liegt klar auf der Hand.
Eng=
land und Frankreich bezwecken mit dieſer Kräfteverteilung im
Sekretariat des Bundes nichts anderes, als ihre Poſition zu
hal=
ten und die Politik des Völkerbundes in ihrem Sinne durch das
Sekretariat maßgebend zu beeinfluſſen. Der Mißbrauch des
Völ=
kerbundsſekretariats, das eigentlich unparteiiſch ſein ſollte, zur
Stärkung ihres politiſchen Einfluſſes läßt ſich allein ſchon von der
letzten Ratstagung her an Hand zahlreicher Beiſpiele nachweiſen.
Ganz zu ſchweigen von den früheren Beeinfluſſungsverſuchen. So
hat das Sekretariat die Beſchwerde des oberſchleſiſchen Deutſchen
Volksbundes gegen die Polen erſt am Tage der Eröffnung der
62. Ratstagung bekannt gegeben, um ihren Eindruck auf die
Neu=
tralen und auf die als Parteien nicht intereſſierten Staaten
ab=
zuſchwächen und Deutſchland die Möglichkeit zur Stellungnahme
zu nehmen. Ebenſo bewies das Manöver der verſpäteten
Zu=
ſtellung der polniſchen Antwortnote auf die deutſchen Beſchwerden
gegen die polniſchen Terrorakte an die deutſche Regierung
eindeu=
tig, daß ſich das Völkerbundsſekretariat in dieſem Falle in den
Dienſt der polniſchen Taktik geſtellt hat, die darauf hinausging,
die Friſt für eine Durcharbeitung der polniſchen Note nach
Mög=
lichkeit abzukürzen, um dadurch eine Widerlegung der von den
Polen in ihrer Note aufgeſtellten falſchen Behauptungen zu
er=
ſchweren. Die minderheitenfeindliche Einſtellung des
Völkerbunds=
ſekretariats wird aber auch noch durch den Verſuch des
ſtellvertre=
tenden Generalſekretärs Avenol gekennzeichnet, im Gegenſatz zur
deutſchen Auffaſſung den Schutz der Minderheiten praktiſch
abzu=
droſſeln. Avenols Beſtreben läuft darauf hinaus, die
ſtammver=
wandten und benachbarten Mitglieder der klagenden
Minderhei=
ten, die bisher ſchon aus den Dreierausſchüſſen, die die materielle
Entſcheidung über die Minderheitenbeſchwerden zu fällen haben,
ausgeſchloſſen waren — dagegen hatte der verſtorbenei
Reichs=
außenminiſter Dr. Streſemann ſchon während der Madrider
Rats=
verhandlungen nachdrücklichſt Rechtsverwahrung eingelegt —, nun
auch aus den Prüfungsausſchüſſen auszuſchließen. Noch kraſſer
iſt der Mißbrauch, den die Informationsabteilung des
Völker=
bundsſekretariats mit ihrer überparteilichen Stellung getrieben
hat. Dieſe Abteilung hat es fertig gebracht, eine amtliche
Ueber=
ſicht über die Ergebniſſe der letzten Ratstagung zu veröffentlichen,
in der ſie einfach die Feſtſtellung der Verletzung der
Minder=
heitenverträge durch Polen unterſchlägt und die
Schlußerklä=
rung des engliſchen Außenminiſters Henderſon, die ſich
nament=
lich an die polniſche Adreſſe richtet, mit keinem Wort erwähnt.
Erſt in einer zweiten Faſſung hat das Sekretariat unter deutſchem
Druck den entſcheidenden Hinweis des Ratsberichts über den
Bruch der Minderheitenkonvention durch Polen aufgenommen,
aber auch jetzt noch die Schlußerklärung Henderſons, auf die
ge=
rade in Minderheitenkreiſen großer Wert gelegt wird,
unter=
drückt. Dieſe Ueberſicht ging an zahlreiche Verbände, Inſtitute
und Einzelperſonen. Sie hat alſo mehr als dokumentaxiſchen
Wert, wenn ſie auch an dem ſachlichen Ergebnis nichts ändert.
Mit dieſer fortgeſetzten Einflußnahme des Sekretariats — die
erwähnten Beiſpiele ſtellen nur einen Bruchteil des Mißbrauchs
mit der angeblich überparteilichen Stellung des
Völkerbundsſekre=
tariats dar — kann Deutſchland auf die Dauer nicht
einverſtan=
den ſein. Um ſo weniger, als ſich dieſe Handlungsweiſe in den
meiſten Fällen ſehr oft zum Nachteil Deutſchlands ausgewirkt hat.
Deutſchlands Beſtreben iſt nun darauf gerichtet, ein Gegengewicht
gegen das Uebergewicht der Siegermächte im Genfer Sekretariat
zu ſchaffen. Die deutſche Regierung erhofft von einer
Umgeſtal=
tung des Sekretariats entſprechend ihren Forderungen eine
Stär=
kung ihres politiſchen Einfluſſes im Völkerbund. Sie beantragte
daher durch ihren Vertreter in Genf, den Grafen Bernſtorff, aus
ſämtlichen Untergeneralſekretären ein Direktorium zu bilden, das
mit dem Generalſekretär an der Spitze gemeinſam ſämtliche
poli=
tiſchen Entſcheidungen treffen ſollte. Um jedoch die kleinen
Mächte nicht zu benachteiligen, ſollten in Zukunft die zwölf
Direk=
torenpoſten des Völkerbundsſekretariats nur noch ausſchließlich
von den Mächten beſetzt werden, die nicht ſtändig im
Völkerbunds=
rat vertreten ſind. Auf dieſe Weiſe ſtrebte Deutſchland eine
gleich=
mäßige Beteiligung ſämtlicher Völkerbundsmächte an der Leitung
des Völkerbundsſekretariats an, entſprechend dem Völkerbunds=
Seite 2
Samstag, den 7. Februar 1931
Nummer 38
grundſatz nach völliger Gleichberechtigung ſämtlicher
Mitglieds=
ſtaaten.
Der deutſche Vorſtoß — Deutſchland hat dabei nur die
Unter=
ſtützung Italiens und Japans gefunden, während England und
Frankreich von Belgien, Polen und der Tſchechoſlowakei
ſekun=
diert wurden — ſcheiterte jedoch an dem engliſch=franzöſiſchen
Widerſtand. Es tritt immer klarer zutage, daß die engliſche und
die franzöſiſche Regierung eine Einſchränkung ihrer derzeitigen
Machtpoſition nicht zulaſſen wollen. An dieſem geſchloſſenen
Widerſtand mußten auch die Beratungen des Reformausſchuſſes
ſcheitern. Der Reformausſchuß des Völkerbundes hat nunmehr
die Umbildung des Sekretariats bis nach dem Rücktritt des
gegen=
wärtigen Generalſekretärs Sir Eric Drummond — vorausſichtlich
Ende 1932 oder Anfang 1933 — verſchoben. Nach dem Rücktritt
Drummonds ſoll dann die Reform gleichzeitig mit der Wahl des
neuen Generalſekretärs durchgeführt werden. Die Beratungen
des Reformausſchuſſes haben jedoch wenigſtens das Ergebnis
ge=
zeitigt, daß auch die engliſch=franzöſiſchen Abſichten auf Schaffung
von zwei weiteren Untergeneralſekretärsſtellen, womit man u. a.
auch die Polen beglücken wollte, fehlgeſchlagen ſind.
Mit der Vertagung der Reform iſt alſo alles beim alten
ge=
blieben. Mit dieſem Zuſtand kann ſich aber Deutſchland auf die
Dauer unmöglich abfinden. Auf keinen Fall kann es zulaſſen, daß
der Bericht einer Tagung, wie oben geſchildert, willkürlich
ge=
färbt wird. Der des öfteren ſchon zutage getretene Mangel an
Objektivität des Genfer Sekretariats iſt ein neuer Beweis dafür,
daß hier ein grundlegender Wandel geſchaffen werden muß. Für
die weitere Stellung Deutſchlands im Völkerbund wird auch die
Frage entſcheidend ſein, ob das gegenwärtige, aus dem Krieg
und der Schaffung des Völkerbundes hervorgegangene Syſtem, in
dem England und Frankreich ſämtliche entſcheidenden Poſten des
Sekretariats in Händen haben, abgeändert wird in der Richtung,
daß auch den übrigen Mächten — vor allem aber Deutſchland —
ein wachſender Einfluß und eine Beteiligung an der politiſchen
Oberleitung des Bundes eingeräumt wird. Geſchieht das nicht,
dann beſteht die Gefahr, daß die möraliſche Niederlage der
Gen=
fer Einrichtung eines Tages um ſo größer ſein wird, je mehr ſich
heute Engländer und Franzoſen auf ihre machtpolitiſche Situation
verſteifen. Die einſeitige Machtpolitik in Genf droht ſich zu einer
Gefahr für das Beſtehen des Bundes auszuwachſen. Man hat die
Entſcheidung über die Umgeſtaltung des Sekretariats zwar bis
zur Maitagung des Völkerbundsrats hinausgeſchoben, die Gefahr
damit aber nicht aus dem Wege geräumt. Auf die Dauer — das
wird man auch in Genf erkennen müſſen — wird es unmöglich
ſein, Deutſchland ſtändig unter Druck zu halten, ohne ſeine eigene
5——r.
Machtpoſition zu gefährden.
Der Neichslandhund teilt mit, daß er das vom Stahlhelm
eingeleitete Volksbegehren zur Auflöſung des
Preußi=
ſchen Landtages unterſtützen werde.
Im Strafrechtsausſchuß des Reichstages fand am Freitag
eine umfangreiche Ausſprache über die Frage der Sterilſierung
von Verbrechern ſtatt. Es wurde ein ſozialdemokratiſcher Antrag
eingebracht, der beſagt, daß ein für die öffentliche Sicherheit gefährlicher
Gewohnheitsverbrecher mit ſeiner Zuſtimmung unfruchtbar gemacht
wer=
den könne.
Der Preußiſche Landtag vertagte ſich am Freitag bis
zum 23, Februnz.
In der Nacht zum Freitag ſind in Vierſen bei
Zuſammen=
ſtößen mit Kommnnniſten drei Nationglſozialiſten durch Schüſſe
erheb=
lich verletzt worden.
In Warſcheu erregte die Nachricht, daß drei führende
Mitglieder des Negierungsblockes, ihre
Abgeord=
uetenmandate niedergelegt haben, großes Aufſehen. Der
Mandatsverzicht ſoll mnit der Proteſtaktion der polniſchen
Univerſitäts=
profeſſoren gegen Breſt=Litowfk im Zuſammenhang ſtehen.
Havas berichtet aus Madrid, 4000 apbeitslofe
Land=
apbeiter veranſtalteten in der Gegend von Lorcia eine
Kund=
gebuug. Als die Zivilgarde ſie zerſtrenen wollte, wurde ſie mit
Stei=
neu beworfen; auch viele Schüſſe ind gefallen. Die Zivilgarde
machte darauf von der Waffe Gebrauch, wodurch einige Perſonen verletzt
wurden.
Der ſeit längerer Zeit ſchwer krank darniederliegende indiſche
Natio=
naliſtenführer Pandit Motilal Nehru iſt geſtorben. Sein Tod rief große
Trauerkundgebungen hervor.
Ju Ahmedabad ſaunden „große Demonſtratiouen gegen
den Verkauf von Alkohol ſtatt. Im Verlaufe der Kundgebung kam es
zu Zuſammenſtößen mit der Polizei, wobei 300 Kongreßfreiwillige
ver=
haftet wpurden.
Ju japaniſchen Parlament ſtürzte ſich während einer
Aus=
ſchuß=Sitzung ein zit einem Dolch bewaffneter Unbekannter, der durch
ein Fenſter eindrang, auf die Anhänger der Regierungspartei Minſaito.
Er verletzte mehrere Perſonen, darunter zwei Abggordnete, und
konnte eutkommen.
Moderne Schanſpielkunſt in der Türkei.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
P. Konſtantinopel.
Als ſeinerzeit in Deutſchland die bekannten Karl May=Filme
gedreht wurden, da fielen allgemein die überaus milieuechten
Bilder auf, die die im Orient ſpielenden Szenen der Filme gaben.
Der Regiſſeur dieſer ſo ſtark von vielen kitſchigen Orientfilmen
abſtechenden Aufnahmen war Ertogrul Muchſin Bey, ein
junger Mann von damals kaum 30 Jahren. Und der gleiche
Er=
togrul Muchſin Bey iſt auch der Begründer der erſten feſt= und
zielbewußten modernen Schauſpielkunſt in der Türkei. Der
Künſt=
ler iſt heute erſt 40 Jahre alt. Als er das türkiſche
National=
theater, das Darul Bedai im Jahre 1913 gründete, hatte er eben
ſeine drejjährigen Studien der Deklamation, Mimik und
Regie=
kunſt am Theätre Antoine in Paris beendet. Bald darauf ſah er
ein, daß ihm noch manches an ſeiner Kunſt fehlte, er verließ die
Bühne und ging nunmehr nach Deutſchland, das nach ſeinem
eigenen Geſtändnis in der Schauſpielkunſt Frankreich um
minde=
ſtens 10 Jahre voraus iſt. Hier hat er dann bei ſeinen Studien
in den Jahren 1916—1918 und noch einmal etwas ſpäter unter
Barnowſki die ſtärkſten Impulſe in ſich aufgenommen. In dieſen
Jahren war es auch, daß er die oben erwähnten Filmſzenen ſtellte.
Nach der Türkei zurückgekehrt, hat er jedesmal wieder an ſeiner
Bühne gearbeitet, ſie weiter vervollkommnet, Künſtler
heran=
gebildet, geſiebt, neue gefunden und in ſeine Pläne eingeſtellt.
Noch einmal unterbrach er ſeine Stambuler Tätigkeit im Jahre
1924, als er nach Rußland als Filmregiſſeur ging und dert die
nach Deutſchland bedeutendſten Eindrücke und Erfahrungen auf
dem Gebiete des Theaterweſens ſammelte. Auf all dieſe Studien
geſtützt, hat er dann von 1925 an ſich nur noch ſeiner Bühne, dem
Dural Bedai, gewidmet. 1926 begann deren große Zeit, in der
ſie die weiteſte Aufmerkſamkeit mit einer Aufführung des
„Hamlet” in türkiſcher Sprache auf ſich zog.
Darul Bedai war alſo die erſte zielbewußte Einführung
moderner Schauſpielkunſt in der Türkei. Sie war aber nicht die
erſte Aeußerung dieſer Kunſt im Lande des Halbmonds
über=
haupt. Die türkiſche Theater= und Vortragskunſt hatte ſich bis in
die Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erſchöoft in dem
Auftreten der Meddachs, der Märchenerzähler, auf
öffentlichen Plätzen und in Kaffeehäuſern, deren berühmteſter
Vertreter der ſpätere Schriftſteller und Dichter Achmed Midchad
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
dann beweiſen können, wenn es ihr gelingt, die Gefühlswerte,
denen ſie ihren Aufſchwung verdankt, umzuſchmelzen zu wirklich
ſtaatspolitiſchen Werten. (Lachen bei den Nationalſozialiſten.)
Wenn Sie die Macht haben wollen, dann müſſen Sie vorher dem
deutſchen Volke ſagen, wie Sie die Sache zu machen gedenken. Das
dritte Reich iſt ein nebelhafter Begriff.
Wir freuen uns der Verſicherung des Reichskanzlers, daß er
weitere Erſparniſſe machen will. Reich und Staat können ſich
eine Schuldenvermehrung und Steuervermehrung nicht leiſten.
Die Erſparniſſe ſind möglich, ohne daß die Rechtstitel der
Beam=
tenſchaft und die Titel anderer Perſonalbezüge aufs neue
be=
rührt werden müſſen.
Der furchtbaren Arbeitsloſigkeit können wir
nur begegnen durch ein Zuſammenwirken der ſchaffenden
Kräfte unſeres Volkes. Wir brauchen einen
wirtſchaft=
lichen Generalſtab, der ſich zuſammenſetzt aus
Ar=
beitgebern und Arbeitnehmern und geſtützt wird durch die
führende Hand der Reichsleitung.
Das kapitaliſtiſche Syſtem hat ſich im letzten Jahrhundert
durch=
aufs bewährt, während der Sozialismus beim Ausbruch des
Krieges und bei ſeiner Beendigung vollkommen verſagt hat. Die
Fehler des Syſtems liegen darin, daß jetzt das kapitaliſtiſche
Syſtem verfälſcht worden iſt durch das Eindringen ſozialiſtiſcher
Gedankengänge. Wir brauchen wirtſchaftlich ein klares
Ent=
weder=Oder.
Die Finanzreform iſt notwendig, nicht damit wir mehr
Geld zur Tributzahlung haben, ſondern damit bei den
kommen=
den Verhandlungen über, die Reviſion der Tributverpflichtungen
die nötige innere Widerſtandskraft bei uns vorhanden iſt. Mit
banger Sorge blicken wir auf das Vordringen gewiſſer
Kräfte aus dem Moskauer
Organiſationszen=
trum nach Deutſchland. Wir ſehen auch mit Sorge auf
die Entwicklung der Kulturpolitik in Preußen und
fordern, daß auch der evangeliſchen Kirche ein
Ver=
trag gewährt werde, der ihr in Preußen die
Gleichberech=
tigung mit der katholiſchen Kirche gewährt. Der Begriff der
Mittelpartei, den wir vertreten, hat ſeine Bewährung in der
deutſchen Geſchichte oft genug bewieſen.
Abg. Simpfendörfer (Chr. Soz.) verlangt von der
Re=
gierung eine Politik der Autorität und des ſtärkſten
Verantwor=
tungsbewußtſeins. Sparmaßnahmen dürften, nicht auf Koſten
ſozialer Einrichtungen, durchgeführt werden. Die Möglichkeit
einer freiwilligen Arbeitsdienſtpflicht, müſſe ſchleunigſt geprüft
werden. Mit ſchärfſtem Nachdruck ſei eine aktive aufbauende
Kulturpolitik zu fordern. In der Erwartung der Erfüllung
die=
ſer Forderungen lehne ſeine Partei die Mißtrauensanträge ab.
Abg. Mollath (Wp.) betont, daß die geſtrige Kanzlerrede
zehn Jahre zu ſpät gehalten worden ſei. Die offenſichtliche
Stützung des Kabinetts Brüning durch die
So=
zialdemokraten unterſtreiche das Mißtrauen
der Wirtſchaftspartei. Eleichzeitig müſſe man aber auch
den rechtsſtehenden Parteien den Vorwurf machen,
daß ſie durch ihre ſture Oppoſitionsſtellung den
an=
deren nationalen Parteien, den Weg zu einer praktiſchen
Mitarbeit derrammeln. Der Redner fordert die
Ein=
ſührung der Arbeitsdienſtpflicht; den Geſchäftsordnungsreformen
ſtimmt er zu.
Abg. Pfleger (Bayer. Ppt.) begrüßt die Erklärung des
Reichskanzlers, daß er bei der Erledigung dieſes Etats nicht an
die Anwendung des Artikels 48 denkt. Wir haben nicht nur die
Auflöſung des Reichstags bedauert, ſondern auch die wiederholte
Anwendung des Artikels 48 in Fällen, wo berechtigte Zweifel
über ſeine rechtmäßige Anwendbarkeit beſtehen müſſen. In die
Oſthilfe muß den früheren Zuſagen gemäß auch das Gebiet der
bayeriſchen Oſtgrenze einbezogen werden.
Als dann Abg. Dr. Mierendorff (Soz.) das Wort erhält,
verlaſſen die Nationalſozialiſten den Saal. Wir wären heute
ſchon weiter, wenn alle am Wiederaufbau mitgearbeitet hätten.
Aber Sie (nach rechts) haben hinter dem Buſch geſeſſen und Steine
auf uns geworfen, als wir den Karren aus dem Dreck zogen. Nicht
die Nationalſozialiſten haben die Kataſtrophe vorausgeſagt, wie
ſie heute behaupten, ſondern Auguſt Bebel hat im Reichstag
ge=
ſagt, daß hinter jedem kommenden Kriege Arbeitss
loſigkeit, Hunger und Maſſenelend ſtehen. Von
rechts kam damals her der Zuruf: „Nach jedem Kriege wird es
beſſer!” (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Man kann die
heutige Not nicht beheben mit dem Hokuspokus der „
National=
ſozialiſten. Das deutſche Volk ſteht nicht hinter den
National=
ſozialiſten, ſondern im Lager der deutſchen Arbeiterſchaft.
Abg. Stöhr (Natſ.) beantragt Vertagung.
Nationalſoziali=
ſten, Deutſchnationale und Kommuniſten verlaſſen den Saal.
Prä=
ſident Loebe ſtellt die Beſchlußunfähigkeit feſt und beraumt die
nächſte Sitzung für Samstag, 12 Uhr, an mit der Tagesordnung:
Fortſetzung der Beratung und Geſchäftsordnungsreform. Bei dem
Aufruf dieſes Gegenſtandes ruft Abg. Stöhr (Natſ.): Die
Ge=
ſchäftsordnungsreform werden wir ſchon verhindern! Schluß
19.30 Uhr.
war (er hat 25 Bändchen ſolcher Meddach=Märchen hinterlaſſen),
und die oft nichts anderes als Poſſenreißer und Zotenmacher, oft
freilich auch wirkliche Künſtler von hohen Werten waren. Eine
andere Aeußerung der türkiſchen Vortragskunſt war das Orta
Oeinü, das Volkstheater, das ſich der Poſſe oder
Bur=
leske mit nur im Orient möglicher Draſtik des Erotiſchen widmete, der modernen Dramas aufgebaut.
Daneben könnte man noch die Tierſpiele
herumziehen=
der Banden nennen, die alle Rollen in Tiermasken gaben,
wobei Hund, Eſel und Kamel die bevorzugteſten Rollen waren.
Meddach, Orta Oeinü und Tiertheater ſind auch heute noch nicht
aus dem türkiſchen Volksleben verſchwunden. Jene beiden findet
man noch in Stambul, das Tiertheater noch ziemlich häufig in
Anatolien.
In den Siebziger Jahren mit dem Einzug der
Moderne in die türkiſche Literatur ſetzte dann auch der Verſuch
ein, zu europäiſchem Theaterweſen zu gelangen. Dazu überſetzte
man damals faſt ausſchließlich franzöſiſche Dramen
der ſüßlichen Art jener Zeit ins Türkiſche. Ja, bedeutende
tür=
kiſche Literaten, an ihrer Spitze der berühmte Dichter Namyk
Kemal, verfaßten auch ſchon einige Dramen, die auf den
Richt=
linien europäiſcher Bühnen aufgebaut waren. Gerade dieſer
Dichter erzielte mit ſeinem Drama „Siliſtria” oder „Vaterland”
Sultan Abdul Hamid in der Neuerung eine
Ge=
fahr ſah und Namyk Kemal verbannte. Daneben
überſetzte in den Achtziger Jahren der damalige Wali von Bruſſa,
Achmed Wefik Paſcha, ſelber Dramen von Moliere und ließ ſie
durch eine beſonders aus Stambul eingeladene Theatertruppe
auf=
führen. Abdul Hamid, widerſetzte ſich dieſer Neuerung immer
wieder, ſodaß ſie ſich nicht konſtant entwickeln konnte. Ganz
auf=
zuhalten war die Bewegung aber nicht mehr.
Darul Bedai war dann nach der Ablöſung des Deſpotismus
Abdul Hamids durch das Regime der Jungtürken der Pol, um den
ſich die Bewegung zur Einführung moderner Schauſpielkunſt ins
Türkiſche drehte. Und der Geſchmack der Türken wurde dazu noch
durch immer häufigere Gaſtſpiele europäiſcher Bühnen in
Konſtan=
tinopel geſchult, zuerſt franzöſiſcher, dann aber auch immer mehr
deutſcher Bühnen oder proviſoriſch zuſammengeſtellter Enſembles.
Der große Erfolg, den Ertogrul Muchſin Bey mit ſeiner
Auffüh=
rung des „Hamlet” in türkiſcher Sprache gehabt hatte, war der
Beweis geweſen, daß die hieſige Bevölkerung für europäiſche
Schauſpielkunſt reif geworden war. Der Beweis wurde noch
ver=
tieft und auch für Anatolien erbracht, als Darul Bedai auf einer
Gaſtſpielreiſe durch die Städte Anatoliens auch mit Strindbergs
„Vater” ſehr ſtarke Erfolge erzielte. Daß dabei ſolche Stücke, die
aus dem alten türkiſchen Milieu mit alttürkiſcher farbenprächtiger
Berlin, 6. Februar.
Die Berliner Blätter ſehen faſt alle den weſentlichſten Punkt in den
geſtrigen Ausführungen des Reichskanzlers im Reichstage in ſeinem
Hinweis auf die Notwendigkeit der parlamentariſchen Erledigung des
Etats. Das „B. T.” nennt die Nede einen Appell an das
Verantwor=
tungsbewußtſein des Parlamentes. Mit nicht zu übertreffender
Deut=
lichkeit ſei dem Reichstage vor Augen geführt, wie ſehr Deutſchlands
Kreditfähigkeit und der wirtſchaftliche wie finanzielle Aufbau von der
Wiederherſtellung des Vertrauens zu dem Funktionieren des
parlamen=
tariſchen Apparates abhängig ſeien. — Die „Germania” bezeichnet die
Ausführungen des Kanzlers zur Reparationsfrage als von beſonderen
Intereſſe. Unter Ablehnung von Teillöſungen habe er erneut das Ziel
proklamiert, Wirtſchaft und Finanzen auf weite Sicht ſo aufzubauen.
daß vom geſicherten Boden aus eine Geſamtlöſung des
Reparations=
problems erfolgreich in Angriff genommen und durchgeführt
werden könne. — Die Voſſ. Zta.” ſieht in der Erklärung des Kanzlers
ein Zeugnis von Selbſtbewußtſein und Vertrauen zur eigenen Kraft.
zur Vereitſchaft der Nation, einer verſtändigen Führung Gefolgſchaft
zu leiſten. Was der Kanzler geſagt habe, werde in der Welt für
Deutſch=
land wirken dank dem ſtarken Bekenntnis zur Demokratie und der klaren
Ablehnung der Demagogie, die mit der Reparationsfrage ein
gefähr=
liches Spiel treibe. — Auch der „Börſen=Courier” begrüßt die
Aeuße=
rung des Kanzlers zur Reparationsfrage. Nichts wäre
verhängnisvol=
ler als Nachgiebigkeit gegenüber gewiſſen populären Strömungen im
unrechten Augenblick. — Die „D. A. 3.” glaubt, daß es Beruhigung
er=
wvecken werde, wenn der verantwortliche Staatsmann erkläre, daß ſelbſt
peſſimiſtiſche interne Sckätzungen über den Rückgang der
Steuereinnah=
men ſich als unrichtig erwieſen hätten. — Der „Vorwärts” nennt die
Rede ergänzungsbedürftig, wenn ſie auch zur politiſchen Klarheit
weſent=
lich beigetragen habe. Der Kanzler habe nichts geſagt über das
Miß=
lingen der Abſichten, Preiſe und Löhne in Uebereinſtimmung zu bringen.
— Die Börſenzeitung” meint, daß es weniger darauf ankomme, ob
der Haushalt parlamentariſch oder nicht erledigt werde, ſondern daß
der Effekt wichtiger als der Weg ſei. Eine auf energiſche innere
Sa=
nierung gerichtete Finanz=, Sozial= und Wirtſchaftspolitik werde ihren
Eindruck nicht verfehlen; gleichgültig ob ſie mit oder ohne Parlament
gemacht werde. — Die „Deutſche Tageszeitung” ſtellt den Aeußerungen
des Kanzlers über die Oſthilfe das Negativum” bei der Behandlung der
Tribut= und Reviſionsfrage gegenüber. Die Furcht vor der
Erſchütte=
rung des fremden Kredites bei der Aufrollung der Reviſion müſſe als
Argument verſagen angeſichts der Tatſache, daß die Stellung
Deutſch=
lands den Gläubigern gegenüber nach Erfüllung bis zum Aeußerſten
nicht um ein Jota beſſer ſein werde.
T. U. London, 7. Februar.
Die Rede des deutſchen Reichskanzlers Dr. Brüning bei der
Wiedereröffnung des Reichstages iſt in den führenden Londoner
Zeitungen ziemlich ausführlich wiedergegeben. Die „Times”
betont, daß die Rede des deutſchen Reichskanzlers keinen
Zwei=
fel über die Abſichten der Regierung gelaſſen habe, zweckloſe
und gefährliche Abenteuer zu vermeiden und eine nüchterne
Spar= und Reformpolitik fortzuſetzen. Vom „Daily
Tele=
graph” wird die Rede dahin ausgelegt, daß der Kanzler
baldmöglichſt wieder zu den normalen Methoden der
Geſetz=
gebung zurückkehren und hierdurch den deutſchen Kredit heben
wolle. Die Bemerkungen des Reichskanzlers über die
Repara=
tionen ſeien allerdings nicht ganz leicht verſtändlich, zumal er
davon geſprochen habe, die Reparationen aus eigenen Mitteln
unter Stärkung der Landwirtſchaft und Induſtrie aufzubringen.
EP. Paris, 6. Februar.
Die geſtrige Reichstagsrede des Reichskanzlers Brüning iſt
von der franzöſiſchen Preſſe in recht ausführlichen Auszügen
wie=
dergegeben worden. Die Morgenblätter hatten dazü jedoch noch
nicht Stellung genommen, mit Ausnahme des „Figaxo”, der
ſich ſelbſtverſtändlich in ablehnendem Sinne dazu äußerte. Der
Kanzler, ſo erklärt das Blatt, halte die Forderungen
auf=
recht und nehme nur die Ueberredungspolitik wieder auf, die
Streſemann ſo große Erfolge gebracht habe. — Weit günſtiger
beurteilt der „Paris Midi” die Ausführungen des Kanzlers.
Die Rede, die in Deutſchland einen großen Widerhall gefunden
habe, werde auch im Ausland günſtig ausgelegt werden. Die
vielfach im Auslande verbreiteten Befürchtungen über die wahre
Tendenz der deutſchen Innen= und Außenpolitik ſeien nach der
geſtrigen Rede nicht mehr berechtigt. Der Kanzler habe die
Sache ſeines Landes mit viel Schwung, Wärme und
Aufrichtig=
keit vertreten. Deutſchland ſei des Vertrauens der Völker und
des ausländiſchen Kapitals würdig. — Der „Temps” ſchreibt,
die Rede ſei geſchickt und zugleich aufrichtig im Ton. In der
Verwirrung, in die die Agitation der Nationalſozialiſten das
deutſche Volk geſtürzt hätte, könne man es nur billigen, daß der
Kanzler zum erſten Male mit wahrer Energie gegen die heftigen
Angriffe der Extremiſten auf der Rechten und Linken Front
macht. Dies charakteriſiere beſſer als alle Auseinanderſetzungen
über die Grundſätze und Methoden die Aenderung, die in Berlin
ſeit zwei Monaten eingetreten ſei, und dieſe Haltung habe
Aus=
ſicht, von dem geſamten deutſchen Volke verſtanden zu werden.
Ausſtattung genommen ſind, auf die breite Maſſe noch die größere
Anziehung ausüben, wie z. B. „Aman Hanun, bir as ſuß” (Aber
Frau, ſei endlich mal ein bißchen ſtill) oder „Bir
kawuk deprildi” (Ein Turban iſt umgefallen), iſt
ſchließ=
lich erklärlich. Aber auch dieſe Stücke ſind bereits nach den Regeln
Nach der Aufführung des „Hamlet” und des Vater” hat
Ertogul Muchſin dieſe Bahn konſequent weiter verfolgt. Aus
ſeinem Repertoire ſeien hier nur genannt: Schiller „Nabale und
Liebe”, Wedekind „Muſik”, Shakeſpeare, Kaufmann von
Veue=
dig” Strindberg „Totentanz”, Ibſen „Nora”, Moliére „
Tar=
tüffe” und ſehr viel andere Werke der europäiſchen dramatiſchen
Literatur. Darul Bedai hat vor einiger Zeit auch eine
Gaſt=
ſpielreiſe nach Aegypten unternommen und auch dort bedeutende
Erfolge und große Anerkennung gefunden. Da ſeine
Vorſtellun=
gen in Konſtantinopel in dem wie ein luftiges Sommertheater
anmutenden Bühnenhaus in Tepe baſchy, oben in Pera, dauerud
recht guten Beſuch aufweiſen, ſo bedarf es keiner allzu großen
Subventionen ſeitens der Stadt. Die Gefahr für die
Entwicke=
lung dieſer Bühne läge in der Abhängigkeit von einer ſolchen
Subpentionsquelle, die gleichbedeutend mit der Beſchneidung des
maßgeblichen Einfluſſes Ertogul Muchſin werden könnte. Und
dieſe Gefahr beſagte, daß der heutige türkiſche
Uebernauionalis=
einen ſo ſtarken Erfolg, daß der allzeit mißtrauiſche mus behauptet, alles, was Türken fertig bringen, ſei nicht
min=
derwertiger als die Werke der Großen des Abendlandes. Es
hat ſogar ſchon einen regelrechten Kampf um
Shake=
ſpeare gegeben. Tatſächlich hat man denn auch ſchon für die
geringe Beihilfe, die die Stadt der Bühne gewährt, dem
ver=
dienſtvollen Leiter einen Bühnenrat an die Seite geſetzt, deſſen
Einſtuß aber noch nicht allzu verhängnisvoll geweſen iſt.
Die Bühnenausſtattung iſt natürlich nicht die einer
euro=
päiſchen erſten Bühne, entſpricht kaum derjenigen einer Bühne
zwveiten Nanges, ausgenommen natürlich bei nationaltürkiſchen
Stücken, wo es an echten Teppichen und Möbeln türkiſcher Kunſt
nicht fehlt, um die prächtigſten Bühnenbilder zu ſchaffen.
Wo=
ran es vor allem noch fehlt, das iſt die Erziehung der
Be=
ſucher der oberen Ränge die anſcheinend noch mit den
Sitten oder Unſitten des Orta Oeinü hierher kommen und in
ihrer Art das Stück mitſpielen unter Rufen und Gelächter und
ſonſtigem, die übrigen Zuſchauer ſtark ſtörendem Allotria. Aber
auch das wird ſich ja geben. Und da die Stambuler
Stadtver=
waltung dauernd mit einer deutſchen Gruppe über
den Ban eines modernen Theaters verhandelt,
ſo wird ja auch dieſes eines Tages mal erſtehen, ſo daß dann
Ertegrul auch noch mehr freie Hand für ſeine Regiekunſt erhäft.
Aber auch was bisher ſchon von Muchſin Bey geleiſtet iſt, iſt
des Dankes des türliſchen Volkes wert.
Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Seite 3
Die Titgermianig
Die Borgänge im Gießener Afka.
Gewerbeſchulen. — Lehrerforibildung. — Jugend=
Spork=, Kunſipflege, Bolksbildung.
Der Finanzausſchuß des Landtags ſetzte geſtern ſeine
Be=
ratungen bei Kapitel 62a — Gewerbliche und
Kauf=
männiſche Unterrichtsanſtalten — fort. Vom
Landbund wird beantragt, die Schulen und Anſtalten zu
entſtaatlichen und den Handwerks=, Induſtrie= und
Handels=
kammern zuzuweiſen. An der Aufbringung der Mittel habe ſich
auch der Staat künftig zu beteiligen. Die Uebernahme auf den
Staat habe höhere Aufwendungen gebracht. Es wird Beſchwerde
darüber geführt, daß das Technikum in Friedberg nicht
eben=
falls, wie das Technikum in Bingen die Anerkennung durch den
Gutachterausſchuß gefunden habe. — Von
ſozialdemokra=
tiſcher Seite wird die Erhaltung der gewerblichen
Ausbil=
dungsmöglichkeiten gewünſcht. Die Schulen müßten ſtaatlich
bleiben da die früheren Schulträger gar nicht in der Lage
wären, ſie zu unterhalten. Durch Einſparung an Lehrkräften
und Rektoren ſollten die erforderlichen Erſparniſſe gemacht
werden. Daß dies möglich ſei, beweiſe die ſparſame
Bewirt=
ſchaftung des Technikums in Friedberg. „Der Gutachterausſchuß
möge die Leiſtung prüfen, nicht aber einſeitige Intereſſen
eines beſtimmten Berufsſtandes vertreten.
Von der Regierung wird dargelegt, daß der
Gutachter=
ausſchuß bei ſeinen Entſcheidungen ſich an die aufgeſtellten
Grundſätze halten müſſe. Gefordert werde mit Recht, daß,
ſo=
fern die Anerkennung erfolgen ſoll, die Anſtalten einen
ſchul=
mäßigen und nicht einen hochſchulmäßigen Betrieb haben müßten.
Bingen habe als ſolche Schule anerkannt werden können;
die Anerkennung von Friedberg werde weiter betrieben.
Eine nur heſſiſche Anerkennung ſei wertlos und könne ſogar
ſchädlich wirken. Das gewerbliche Schulweſen könne und dürfe
nicht entſtaatlicht werden. Den im Gewerbeſchuldienſt
beſchäf=
tigten Lehrkräften obliege auch die ſonſtige Betreuung des
Handwerks (Beratung, Geſellen= und Meiſterprüfung, Vorträge
und dergl.). Die bisherigen Lehrgänge an der Gewerbeſchule
in Büdingen könnten auch künftig und in Verbindung mit
der gewerblichen Berufsſchule durchgeführt werden. In
Michel=
ſtadt laſſe ſich ähnliches in Verbindung mit der Schule in
Erbach ermöglichen. Für die Kunſtgewerbeſchule in
Offen=
bach wird nochmals betont, daß die Regierung den vom
Kura=
torium und der Stadt Offenbach gemachten Vorſchlägen im
weſentlichen entſprechen wolle.
Bei der Abſtimmung wird der Antrag des Landbundes
auf Entſtaatlichung, des gewerblichen
Schul=
weſens mit 9 gegen 3 Stimmen bei einer Enthaltung
ab=
gelehnt, ein Antrag der Sozialdemokraten, für Büdingen
auch künftig Zuſchüſſe zu gewähren und die bisherige
Ausbildung an der Gewerbeſchule zu ermöglichen, wird
ein=
ſtimmig angenommen, ebenſo ein Antrag, für
Michel=
ſtadt=Erbach die Einrichtung von
Ausbildungs=
kurſen zu ermöglichen. Ein ſozialdemokratiſcher Antrag, die
Regierung möge bis zum Jahre 1932 prüfen, wie das
Gewerbe=
ſchulweſen vereinfacht und mit dem gewerblichen
Berufsſchul=
wpeſen organiſch verbunden werden könne, wird einſtimmig
an=
genommen. Die Vorſchläge der Stadt Offenbach über
die Geſtaltung der Techniſchen Lehranſtalten werden der
Re=
gierung zur möglichſten Berückſichtigung überwieſen. Das
Ka=
pitel ſelbſt wird gegen 2 Stimmen angenommen.
Bei Kapitel 63=
Fortbildung der Lehrer an Volks= und höheren Schulen,
das 38500 RM. Ausgaben aufweiſt (6500 RM. weniger als
1930), wird von der Regierung dargelegt, welche Kurſe
bean=
ſtandet worden ſind und wie ſonſt das Geld verwendet wird. —
Der Landbund meint, es könnten hier noch größere
Ein=
ſparungen vorgenommen werden. Zentrum und
Demo=
kraten ſind der Anſicht, der vorgeſehene Betrag ſei äußerſt
gering und übertriebene Einſchränkung in der Weiterbildung
der Lehrer falſch. Das Kapitel wird einſtimmig
ange=
nommen. — Bei der Weiterberatung werden die Kapitel 64,
65 und 66 zuſammen beſprochen. Kapitel 64
Jugendpflege — Sport uſw.
weiſt 63 200 RM. Ausgaben auf (7 000 RM. weniger als
im vorigen Jahre); Kapitel 65
Volksbildung
30 000 RM. Ausgaben (3 000 RM. weniger als 1930); Kapitel 66
Förderung der Kunſt
39 000 RM. Ausgaben (4500 RM. weniger). Vom
Bericht=
erſtatter wird betont, daß ein Abſtrich an dieſen Ka=
M Ommmſaasſcap.
piteln bedenklich ſei; es wäre zu erwägen, die von der
Regierung abgefetzten Beträge wieder einzuſetzen. — Vom
Landbund wird darauf verwieſen, daß für die vorgeſehenen
Zwecke doch immerhin mehr als 130000 RM. zur Verfügung
ſtänden, ohne daß der Staat eine Verpflichtung zur Betreuung
habe. Den Kapiteln wolle der Landbund zuſtimmen. — Der
Kultusminiſter betont, daß der Staat ſehr wohl die
Ver=
pflichtung habe, Jugendpflege und Volksbildung zu
betreiben und die Kunſt zu fördern. Die ausgeworfenen
Be=
träge ſeien keine Geſchenke, es werde ſehr viel damit erreicht,
um das kulturelle Leben bei Jugend, Volk und in der Kunſt
der Not der Gegenwart nicht erliegen zu laſſen. Die
Bearbei=
tung der Angelegenheit müſſe deshalb hauptamtlich im
Mini=
ſterium geſchehen; eine nebenamtliche Uebertragung — etwa an
die Rektoren, wie es in der Generalausſprache einmal geäußert
ſvorden ſei — verkenne vollkommen den Sinn und die
Bedeu=
tung der Arbeit, die Unterſtützung und Mitarbeit aus allen
Schichten der Bevölkerung habe. Die neuerdings eingerichteten
Erwerbsloſen=Kurſe hätten über Erwarten gut
einge=
ſchlagen. Trotzdem hätten, wie überall, ſo auch hier, geringe
Abſtriche erfolgen müſſen. Die Regierung hoffe auch hier, daß
die Einſparungen vorübergehend ſein werden.
In der Ausſprache wird insbeſondere die Art anerkannt,
wie der Sachbearbeiter, Schulrat Halſinger, die in Frage
kom=
menden Vereine und Organiſationen in ihrer Eigenart und
Eigentätigkeit erhält und arbeiten läßt. Dem verarmten,
zer=
riſſenen deutſchen Volke ſei mehr als je ſtaatliche Betreuung
von nöten. Die drei Kapitel werden einſtimmig
ange=
wommen.
Vor Eintritt in die Beratung in die Kapitel 67 und 68
Landesaniverfikäk und Techniſche Hochſchule
wird zunächſt der demokratiſche Antrag behandelt, in dem die
Regierung erſucht wwird, den
Studentenausſchuß (Aſta) an der Univerſität zu Gießen
aufzulöſen.
Im Anſchluß an einen Erlaß des Kultusminiſteriums wegen
Einführung eines numerus clausus für Philologen hatte der
Aſta in Gießen mit 20 gegen 2 Stimmen einen Antrag der
nationalſozialiſtiſchen Aſta=Gruppe angenommen: „Die
Studen=
tenſchaft der Univerſität Gießen lehnt den numerus=clausus=
Erlaß für Philologen des Heſſiſchen Kultusminiſteriums ab, da,
abgeſehen von ſozialen Ungerechtigkeiten, durch ein falſches
Syſtem der Ausleſe dem deutſchen Volke viel wertvollere Kräfte
entzogen würden. Die Studentenſchaft der Univerſität Gießen
fordert dagegen, angeſichts der Ueberfüllung der akademiſchen
Berufe und der Zurückdrängung des deutſchen Volkstums
zu=
gunſten des Judentums an ſämtlichen deutſchen Hochſchulen, die
Einführung des numerus elausus für Studierende der jüdiſchen
Raſſe.” — Von dem Antragſteller, Abg. Reiber (Dem.), wird
erklärt, daß der Antrag durch dieſen Beſchluß des Aſta und
frühere Vorgänge veranlaßt und bereits am 27. Januar geſtellt
worden ſei. Er habe mit der vor zwei Tagen erfolgten
Neu=
wahl des Aſta mit einer abſoluten nationalſozialiſtiſchen
Mehr=
heit nichts zu tun. Die Regierung habe die Pflicht, ſchärfſtens
gegen dieſe Uebergriffe vorzugehen. Das Recht der Erhebung
von Zwangsbeiträgen, aus denen ſtaatsfeindliche Umtriebe
be=
zahlt würden, müſſe beſeitigt werden. — Von den
Sozial=
demokraten wird ebenfalls ſchärfſtes Vorgehen gefordert.
Staatsgelder könnten unmöglich zur Bekämpfung des Staates
derwendet werden. Die Studenten müßten ſich bewußt werden,
daß ſie gegen den Staat, der ſehr erhebliche Mittel für ihre
Ausbildung aufwende, nichts tun dürften. Die Freiheit der
Ge=
ſinnung werde damit nicht angetaſtet. — Vom Landbund
werden die Vorgänge in Gießen bedauert; es ſeien Uebergriffe
vorgekommen. Es ſei Sache der Regierung einzuſchreiten und
den Aſta in ſeine Grenzen zu verweiſen. Die ganze Entwicklung
in der ſtudentiſchen Jugend und auch ſonſtwo ſei unerfreulich.
Man ſolle das Wahlalter heraufſetzen. Für die vollkommene
Selbſtderwaltung ſei die Jugend noch nicht reif. Man ſolle
des=
halb auch die ſtudentiſche Jugend nicht ſo ernſt nehmen, ſonſt
käme dieſe ſich wichtiger vor, als ſie wirklich ſei. Aus dieſem
Grunde halte er den Antrag für fehlgehend. — Von der
Volkspartei werden die Vorkommiſſe bedauert. Bei allem
Verſtändnis für Jugendlichkeit könne mit dieſer Art der
Betäti=
gung nicht ſympathiſiert werden. Daß eine gebildete Jugend
ſich in Antiſemitismus ergehe, ſei vollkommen unverſtändlich,
Die bisherige Haltung der Regierung ſei klug. Die mißleitete
Studentenſchaft müſſe auf die rechten Wege geleitet werden. Die
beanſtandete Studentenzeitung vom Dezember ſei ein
Mach=
werk, das berechtigte Empörung bei allen Gemäßigten
hervor=
rufen müſſe. Vom Zentrumwird betont, daß die
Studenten=
ſchaft ihre Befugniſſe überfchritten habe. Die Erhebung von
Zwangsbeiträgen müſſe aufhören. So wie bisher könnten die
Dinge nicht weitergehen, daß die Studentenſchaft ihr” eigene
Politik mache, ſogar Außenpolitik betxeibe im Gegenſatz zur
Politik der Reichsregierung. Wenn die Selbſtverwaltung nicht
im zuläſſigen Rahmen durchzuführen ſei, und wenn dieſer
Rah=
men der Studentenſchaft nicht paſſe, dann müſſe die
Selbſt=
verwaltung aufgehoben werden. — Von der
Volksrecht=
partei wird ſchärfſte Mißbilligung über das Vorgehen der
Studentenſchaft ausgeſprochen. Die Regierung möge entſchieden
durchgreifen. Die Erhebung von Zwangsbeiträgen müſſe aufhören.
Kultusminiſter Adelung
ſtellt mit Genugtuung die einmütige Mißbilligung und
Ableh=
nung der Gießener Vorgänge durch den Ausſchuß feſt. Auch
die Regierung müſſe erklären, daß die zutage getretenen
Be=
ſtrebungen nicht geduldet werden können. Die Regierung habe
das ernſtliche Beſtreben, die Selbſtverwaltung zu pflegen und
zu erhalten. Verſchiedentlich ſei auch manches Erfreuliche
er=
reicht worden. In Gießen hätten ſich jedoch die Dinge ſehr
zugeſpitzt. Es müſſe ernſtlich erwogen werden, ob
die beſtehende Selbſtverwaltung noch erhalten
werden könne. Der geſteckte und allein zuläſſige Rahmen
ſei überſchritten. Die Vorgänge ſeien tief bedauerlich. In den
Zwangsbeiträgen ſeien auch Beträge für ſportliche und ſoziale
Zwecke enthalten, die nicht entbehrt werden könnten. Eine
Ab=
führung von Zwangsbeiträgen an die Deutſche
Studenten=
ſchaft ſei verboten. Der zutage getretene Terror könne nicht
geduldet werden. Die Studentenzeitung könne in der bisherigen
Weiſe nicht weiter erſcheinen. Einzelne Artikel hätten unerhörte
Angriffe gegen den Staat und gegen Staatsmänner enthalten;
die Vorgänge müßten vor allen Parteien ſehr ernſt beobachtet
werden. Eine einhellige Stellungnahme des Ausſchuſſes ſei ſehr
zu begrüßen. — Von demokratiſcher und
ſozialdemo=
kratiſcher Seite wird noch darauf verwieſen, daß bei der
Ein=
ſtellung der nationalſozialiſtiſchen Jugend, wie ſie ſich gerade in
der Gießener Studentenſchaft betätige, jedes Entgegenkommen
als Schwäche gedeutet werde. Man wolle die Jugend ernſt
ge=
nommen haben. Die Verhältnifſe in Darmſtadt ſeien nahezu
grundſätzlich anders als in Gießen. Alle Parteien
er=
kennen an, daß ein einheitlicher Beſchluß wünſchenswert ſei.
Es wird dann folgender Ausſchußantrag einſtimmig
an=
genommen: Auf Grund eingehender Verhandlungen im
Finanzausſchuß hat ſich die Regierung bereit erklärt, die
Vorgänge im Gießener Aſta weiter zu
unter=
ſuchen, und, im Falle ſich eine Ueberſchreitung ſeiner
Befug=
niſſe ergibt, die gebotenen Maßnahmen zu ergreifen.
Die Regierung wird nach Abſchluß der Unterſuchung
dem Landtag berichten. Der Ausſchuß erklärt damit
den Antrag Reiber für erledigt.” Weiterberatung Dienstag
kommender Woche.
Separakiſtenverhaftungen in der Pfalz.
Kaiſerslautern, 6. Februar.
Wie die „U.T.” erfährt, wurden am Donnerstag in
Kai=
ſerslautern und Schifferſtadt durch die Polizeibehörden
unter dem dringenden Verdacht der Vorbereitung des politiſchen
Hochverrats mehrere Separatiſten feſtgenommen.
Wie die polizeilichen Ermittelungen ergaben, haben die
Verhaf=
teten in Verbindung mit franzöſiſchen amtlichen Stellen das alte
Ziel Frankreichs, das Rheinland und die Pfalz vom Reiche
loszu=
löſen, weiter betrieben. Die Fäden des Spionagenetzes weiſen
nach Metz, zur berüchtigten Separatiſtenzentrale, die nach
fran=
zöſiſcher Darſtellung einen rein charitativen Zweck erfüllen ſoll, in
Wirklichkeit aber beſtimmte politiſche Pläne verfolgt. Die
Unter=
ſuchungen haben weiter ergeben, daß die im Rheinland
zurück=
gebliebenen, bzw. von Metz zurückgeſandten Separatiſten in
Ver=
bindung mit den Kommuniſten ſtanden und die
Grün=
dung einer revolutionären Arbeiterpartei im Auge hatten. Wie
man weiter hört, ſind die Separatiſten auch mit überraſchenden
Angeboten an faſt alle politiſchen Parteien herangetreten. Ihr
planmäßiges Auftreten beweiſt, daß ſie in ganz beſtimmtem
Auf=
trage handelten. Die Auftraggeber dürften in Frankreich und
wei=
ter in der franzöſiſchen Regierung zu ſuchen ſein. Gegen die
Ver=
hafteten iſt bereits das Strafverfahren beim Oberreichsanwalt
an=
hängig gemacht worden.
Die Verhaftungen haben in Berliner politiſchen
Kreiſen ſtarken Eindruck hervorgerufen. Es war
ja ſeit langem bekannt, daß die zurückgebliebenen Separatiſten
mit der franzöſiſchen Separatiſtenzentrale in Metz in engen
Beziehungen ſtehen, und daß nichts unverſucht bleibt, für die
ſeparatiſtiſche Idee zu werben. Die Minierarbeit Frankreichs
im Rheinland iſt außerordentlich geſchickt durchgeführt, doch iſt
die Polizei — auchin Rheinheſſen — im weſentlichen über
die Beſtrebungen unterrichtet, ſo daß man mit Ueberraſchungen
wohl nicht mehr zu rechnen braucht. Immerhin iſt es recht
be=
deutſam, daß in der Pfalz jetzt Verhaftungen vorgenommen
werden mußten. Das deutſch=franzöſiſche Verhältnis muß
da=
durch ſelbſtverſtändlich auf das nachteiligſte beeinflußt werden,
weil hier erneut bewieſen iſt, daß Frankreich immer noch daran
denkt, einen rheiniſchen Pufferſtaat zu ſchaffen und ſo ſeine
Grenzen an den Rhein vorzutragen.
* Was iſt eine Eefindang?
„Was iſt eine Erfindung? Iſt ſie ein plötzlicher Gedanke,
der wie ein Geiſtesblitz etwas Neues offenbart, was nie vorher
aufgefallen? Oder iſt ſie eine lange Folge fortſchreitender Ideen,
die durch Jahrhunderte hin immer nach demſelben Punkt
ge=
richtet ſein kann und der Vollkommenheit immer näher kommt?
Der amerikaniſche Patentſachverſtändige William H. Smyth, der
über dieſes vielbehandelte Thema im „Journal der
Patent=
bürogeſellſchaft” bemerkenswerte Ausführungen macht, neigt mehr
zu der Anſicht, daß Erfindungen durch eine langſame
folge=
richtige Entwicklung entſtehen. „Für den Mann auf der Straße‟,
ſchreibt er, „bedeutet dies Wort Geheimnis und eine Art
Wun=
der; ein berühmter Erfinder iſt ihm ein Zauberer. Für den
gewöhnlichen „Erfinder” aber bedeutet das Wort eine Unmenge
ſchwerer Arbeit mit wenig Lohn, ſpannende Erlebniſſe und —
große Erwartungen.” Wie gewiſſe Neuerungen, die die
Kul=
tur der Menſchheit beſtimmten, allmählich hervortraten, das
ſucht Smyth an einigen intereſſanten Beiſpielen zu erweiſen, an
der Entwicklung der Streich= und der Blasinſtrumente, der
Maſchine mit Treibriemen und der Schiffe. Als eine der
größ=
ten Taten menſchlichen Erfindungsgeiſtes hebt er die Schöpfung
von Pfeil und Bogen hervor. Dieſe Erfindung ſcheint
in den früheſten Zeiten in weit auseinanderliegenden Teilen
der Welt gemacht worden zu ſein. Die älteſten bekannten
Be=
wohner Amerikas benutzten kleine gefiederte Wurfſpieße mit
Steinſpitzen, die mit einem Stock geſchleudert wurden. Es
war ein ungeheurer Fortſchritt, als man von dieſem mit der
Hand geworfenen Spieß zu Bogen und Pfeil überging.
Da=
mit war der Weg gebahnt zur Erfindung unſerer Klaviere und
aller Maſchinen, die ſich der Treibriemen bedienen. Der
Ur=
menſch, der dieſes wirkſame Inſtrument in der Hand hielt,
mochte ſich als ein Gott vorkommen, und das Schwirren der
Sehne, von der der Pfeil abſprang, um die erſehnte Beute zu
erlegen, klang ihm ſicherlich herrlich im Ohr. Aus dieſem
Schwirren aber iſt alle Streichmuſik entſtanden, denn Bogen,
die beſonders angenehme Töne hervorbrachten, wurden für
muſi=
kaliſche Zwecke benutzt. Von dieſem einſaitigen Inſtrument, dem
nan einen Kürbis als Reſonanz gegeben hatte, kam man bald
zu dem zweiſaitigen Inſtrument mit einem kleinen
Reſonanz=
kaſten, das noch heute in China benutzt wird, und dann brachte
man immer mehr Saiten an, umſchloß ſie mit einem Rahmen
ind gelangte ſo zur antiken Leier, zur modernen Harfe, zum
Piano und Pianola.
Eine andere Entwicklung vom Bogen aus ging auf die
Verfertigung der erſten Maſchinen. Wenn man den Bogen zwi=
ſchen den hohlen Händen drehte, ſo entdeckte man, daß man mit
einer Steinſpitze ſehr gut in Holz bohren konnte, und wenn
dieſer Bogen=Bohrer den Holzſtaub aus einem trockenen Stamm
herausſchleuderte, dann konnte wohl durch die raſche
Um=
drehung ſo ſtarke Hitze erzielt werden, daß ſich eine Flamme
bildete. So wurde der Bogen zu einem wichtigen Inſtrument
der Feuergewinnung und es entſtand der „Feuer=Bohrer”
Dann aber ſchlang man um dieſen Bogen eine Bogenſehne und
„fiedelte” hin und her; dadurch ergab ſich eine noch größere
Umlaufsgeſchwindigkeit, und ſo entſtand der Seil= oder
Riemen=
bohrer, der wieder zur Erfindung des Treibriemens führte. Auf
dieſem Prinzip ſind die älteſten Bohrmaſchinen der
Steinzeit aufgebaut, die die Grundlage für die gewaltigen
Maſchinenungetüme unſerer Tage geboten haben. Eine ähnliche
Entwicklungsreihe wie von der Bogenſehne zum Klavier läßt
ſich von einem Knochen bis zur Orgel dartun. Die erſte Pfeife,
die nur eine Note hervorbrachte, war ein Knochen, häufig wohl
ein Menſchenknochen mit einem Loch am Mundſtück. Dann
ver=
wendete man ein hohles Rohr mit mehreren Löchern dazu, das
zur Verſtärkung ein kegelförmiges Ende hatte. Durch
Ver=
ſtärkung des Tons und Vervielfältigung der Noten entſtand
dann die Doppelflöte, die antike Panpfeife und der Dudelſack, der
die Urform und der Keim unſerer Orgel iſt. Auf dieſelbe Weiſe
läßt ſich die Entſtehung unſerer modernen Schlachtſchiffe aus
dem Einbaum der Steinzeitmenſchen nachweiſen, denn ſolch ein
Einbaum, dieſe früheſte Form des Schiffes, wies bereits einen
langen, ſpitz zulaufenden Körper mit genügend Verdrängung
für Mannſchaft und Laſt auf; er hatte einen Motor in Geſtalt
der Ruder, ein Steuer, und von dem Kriegskanu wurden
Wurf=
geſchoſſe in Form von Steinen gegen den Feind geſchleudert.
Ganz die gleichen Eigenſchaften finden ſich aber auch noch bei
den großen Kriegsſchiffen der Gegenwart vor.
v. Goethe im Lichte des Göttlichen. Eine Betrachtung ſeiner
Weltanſchauung und Religion. Zweite vollſtändig
umgearbei=
ete, bedeutend erweiterte Auflage. Verlag von Martin
Salz=
mann, Deſſau. Preis 2 RM.
Mit erſtaunlicher Beleſenheit und Gründlichkeit ſtellt der
Ver=
ſſer, der früher ſchon eine kleine Goetheſchrift „Goethes
Welt=
ſchauung und Religion” herausgegeben hat, aus ſeinen
Schrif=
n, Geſprächen, Briefen und Urteilen von Zeitgenoſſen alle
eußerungen zuſammen, die auf ſeine Anſicht über Gott und
Un=
rblichkeit bezug haben. Beſondere Kapitel behandeln Goethes
tellung zu Spinoza, Leibniz, Kant, zum Chriſtentum und ſeinen
ſterblichkeitsglauben. Die Schrift, die in populärer Form
ge=
ten, auf Grund langjähriger Studien entſtanden iſt, iſt
ſchätzenswerter Beitrag zur Goetheliteratur und wird für
betheforſcher eine neue Quelle für die Erkenntnis ſeines inner=
ſten Weſens ſein und mit irrigen Auffaſſungen über Goethes
Reli=
gion und Chriſtentum aufräumen, den Verſtändnisloſigkeit wohl
als einen „Heiden, und Gegner des Chriſtentums bezeichnet hat.
Hans Schomburgk: „Zelte in Afrika”, (Reimar Hobbing Verlag,
Berlin SW. 61). In ſeinem neueſten Werke, in erheblichem Umfang und
ausgezeichneter, anch bildlicher, Ausſtattung vom Verlag herausgebracht,
erzählt der berühmte Afrikaforſcher in der ihm eignen, individuellen
warmherzigen Art von ſeinen Jagd= und Kriegspfaden, Forſchungs= und
Entdeckungsreiſen uſw. im ſchwarzen Erdteil. Schomburgk gibt in
die=
ſem Buch faſt ſeine Lebensgeſchichte. Er erzählt aus ſeiner Jugend und
von ſeiner erſten Ausfahrt, um dann auf ſeine zahlreichen Erlebniſſe
während vieler Reiſen kreuz und quer durch Afrika, zu kommen. Aus
allen Zeiten und allen Gegenden weiß er feſſelnd zu erzählen und zu
ſchildern und ſeine Erzählungen durch ausgezeichnete Bilder nach
photo=
graphiſchen Aufnahmen zu illuſtrieren. Es mag richtig ſein, was der
Verlag ſelbſt von dieſem neueſten Werk Schomburgks ſagt: „Das iſt
mehr als die Erzählung eines Forſcherlebens, das iſt ein ſelten
inhalts=
reicher Schickſalsroman, der den Vorzug hat, wahr zu ſein. Das iſt
Schomburgks Meiſterwerk.”
Hans Schomburgk iſt jetzt über fünfzig. Er ſteht alſo noch auf der
Höhe ſeines Lebens und Schaffens. Sein Leben aber war das eines
abenteuerlichen Forſchers, war reich und im Schickſal wechſelvoll, führte
über Höhen und durch Tiefen. Seit er als 17=Jähriger im Zwiſchendeck
ſeine erſte Ausfahrt nach Afrika machte, wie viele andere zog auch ihn
die unbezwingbare Sehnſucht des Deutſchen nach fernen Ländern und
Völkern in die Fremde und ließ ihn auch hartes Schickſal gerne und
leicht ertragen. Er hat drüben ſich zuerſt eine Exiſtenz gründen müſſen,
die für ihn begann mit dem Eintritt in die engliſche Polizei von Natal
und Transvaal. Der Dienſt in dieſer Truppe gab ihm die Grundlagen
zur Kenntnis des Landes und ſeiner Bevölkerung. In ſeinem weiteren
Leben war er Trainer und Rennreiter, freier Forſcher und
Elefanten=
jäger. Als ſolcher durckſtreifte er, der auch am Burenkrieg
teilgenom=
men, unbetretene Gebiete Rhodeſias und Angolas, iſt monatelang
ein=
ſam im Urwald, beſucht unbekannte Völkerſtämme, um nach mühſeliger
Fahrt in Deutſch=Oſtafrika zu landen. Spätere Reiſen galten der
Er=
forſchung der Republik Liberia. Für Hagenbeck fand er das ſagenhafte
Zwergflußpferd uſw. Neuerdings hat Hans Schomburgk die Büchſe
mit der Filmkamera vertauſcht und ſeine unblutigen Jagden mit dieſer
ſind erträgnisreicher, ſchöner und intereſſanter. Von allem aber weiß
er feſſelnd zu erzählen.
— Ein ausgezeichnetes Abenteurerbuch. Während in Europa
der große Krieg alles in ſeinen Bann ſchlug, tobten in Mexiko
erbittertſte Revolutionskämpfe. Es war keine „Salon=
Revolu=
tion, wie ſie in Südamerika an der Tagesordnung iſt, ſondern
grauſamſter, blutigſter Bürgerkrieg, der von den
Revolutionspar=
teien mit ungeheurer Erbitterung ausgekämpft wurde. Von
ſei=
nen tollen Erlebniſſen in dem bizarren Land, der Palmen, der
Berge, der wüſten Kaktusſteppe gibt Löhndorff in dem Buche
„Beſtie Ich in Mexiko, (6. Auflage, Verlag Dieck u. Co.,
Stuttgart) eine ungewöhnlich ſpannende, farbenſprühende
Schil=
derung. Er ſah Land und Leute und lernte ſie kennen, wenn
auch in anormalen Zeiten, wie es kaum jemand vor ihm vergönnt
war.
Seite 4
Samstag, den 7. Februar 1931
Nummer 38
Bergarbeiterführer beim Reichspräſidenken.
Berlin, 6. Februar.
Der Reichspräſident empfing am Freitag vormittag die
Führer der drei Bergarbeiterverbände, den Vorſitzenden des
Verbandes der Bergarbeiter Deutſchlands, Huſemann, den
Vor=
ſitzenden des Gewerkvereins Chriſtlicher Bergarbeiter, Imbuſch
und den Vorſitzenden der Hirſch=Dunkerſchen Gewerkvereine,
Brylla. Die Bergarbeiterführer erſtatteten dem
Reichspräſiden=
ten einen Bericht über die gegenwärtige Notlage der
Bergarbeiter, insbeſondere über die für die
Penſions=
verſicherung der Bergarbeiter in der Reichsknappſchaft
auf=
getretenen ernſten Schwierigkeiten. An der Beſprechung nahm
der Reichsarbeitsminiſter Dr. Stegerwald teil.
Haushalksausſchuß des Reichskages.
In der Ausſprache über den Haushalt der Reichsſchuld
be=
ſchäftigte ſich der Haushalts=Ausſchuß des Reichstages in
mehr=
ſtündigen Beratungen mit nationalſozialiſtiſchen
Anträgen, die die Reichsregierung erſuchen, underzüglich
Schritte zur Aufhebung des Bankgeſetzes vom 30.
Au=
guſt 1924 und zur Ueberführung der ehemaligen Reichsbank
in den Beſitz des Reiches zu unternehmen. Weiter ſoll nach
dieſen Anträgen jede Zinſenpflichtige
Verſchul=
dung des Reiches unterlaſſen werden. Die
Durch=
führung aller öffentlichen Aufgaben des Reiches, der Länder
und Gemeinden, durch die neue Werte geſchaffen werden, ſoll
durch Ausgabe zinsloſer Reichsdarlehenskaſſenſcheine ſinanziert
werden. Die Anträge wurden abgelehnt und der Ausſchuß
vertagte ſich auf Montag.
Die Angeſtellken der Hütke Ruhrork=Meiderich
vollen weikerarbeiten.
Duisburg, 6. Februar.
Im Gegenſatz zu den Belegſchaftsverſammlungen der Hütte
Ruhrort=Meiderich hat die Angeſtelltenſchaft einmütig dem
Vor=
ſchlag der Verwaltung auf Weiterführung des Betriebs bei 20
pro=
zentiger Gehaltsſenkung zugeſtimmt. Weiter wurde eine
Geheim=
abſtimmung der Arbeiter verlangt, da in den
Belegſchaftsver=
ſammlungen nicht die wirkliche Stimmung der Arbeiterſchaft zum
Ausdruck gekommen ſei.
Der deulſche Flieger Gruſe freigelaſſen.
Der bei Wollſtein auf polniſchem Boden notgelandete
Schneidemühler Flieger Hans Gruſe iſt geſtern nachmittag
wie=
der freigelaſſen worden. Die Staatsanwaltſchaft in Liſſa hat
das gegen Gruſe eingeleitete Verfahren eingeſtellt, da
ein=
wandfrei feſtgeſtellt worden iſt, daß Gruſe ſich im
Nebel verirrt hatte und deshalb auf polniſchem Boden
notlanden mußte.
Milikäciſches Zuſammengehen von Belgien und
Holland?
Aus Holland kommen überraſchende Meldungen über eine
Zu=
ſammenarbeit der Generalſtäbe von Belgien und Holland. Wenn
auch die holländiſchen Behörden mit Dementis arbeiten, ſo glaubt
man doch befürchten zu müſſen, daß tatſächlich auch Holland, ein
Glied des um Deutſchland gelegten eiſernen Ringes werden ſoll.
Beſtrebungen dieſer Art machten ſich ſchon während des Krieges
geltend. Damals ſah ſich die niederländiſche Regierung
veran=
laßt, eine allgemeine Mobilmachung anzuordnen, um ſich gegen die
Landungsverſuche der Engländer zu ſchützen. Gegen eine
mili=
täriſche Zuſammenarbeit zwiſchen Belgien und Holland ſpricht
allerdings der Ausbau der belgiſchen Feſtungsanlagen an der
holländiſchen Grenze. Auch die Holländer haben nach allen
Sei=
ten hin Feſtungen aufführen laſſen.
Skalin will die Induſkrialiſierung beſchleunigen.
WTB. Moskau, 6. Februar.
Auf einer Konferenz der Leiter der Induſtrie hielt Stalin
eine Rede, die der Klärung der Bedingungen für die
Verwirk=
lichung des in dem Plane von 1931 vorgezeichneten
Produktions=
zuwachſes gewidmet war, d. h. der Ausführung des
Fünfjahres=
planes in den Hauptzweigen der Induſtrie nicht in vier, ſondern
in drei Jahren. Es wird, erklärte Stalin dabei u. a., mitunter
gefragt, ob man nicht das Tempo etwas verlangſamen könnte.
Nein, man darf das Tempo nicht herabſetzen, ſondern man muß es
noch ſteigern. Das Tempo ausſchalten, heißt zurückbleiben.
Zurück=
gebliebene werden geſchlagen. Die Geſchichte des alten Rußlands
beſtand darin, daß Rußland infolge ſeiner Rückſtändigkeit
unab=
läßlich geſchlagen wurde. Wir ſind hinter den fortgeſchrittenen
Ländern um 50 bis 100 Jahre zurückgeblieben. Wir müſſen dieſe
Strecke in zehn Jahren durcheilen. Entweder werden wir das
er=
reichen, oder man wird uns niederſchlagen. Wir haben die
In=
duſtrieproduktion gegenüber der Vorkriegszeit verdoppelt. Wir
haben die größte landwirtſchaftliche Produktion der Welt
geſchaf=
fen. Wir hätten aber noch mehr leiſten können, wenn wir uns in
dieſer Zeit bemüht hätten, die Produktion, ihre Technik, ihre
finanzielle und wirtſchaftliche Seite wirklich auszunutzen.
Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 3 Portemonnaies, 1 gold.
Herrenring, 1 Füllfederhalter, 1
Herren=
fahrrad 1 Perlenhalskette, 1 ſchwarzer
Damenhut. 1 Damenhandtäſchchen, ein
geſticktes Damenhandtäſchchen, 1
golde=
ner Ohrring, 1 Schülermütze, 1 roter
Kinderpelzkragen, 1 blaue wollene
Kin=
dermütze, 1 Fächer (Straußfedern), ein
Damenhandtäſchchen, 2 einzelne
Hand=
ſchuhe — Zugelaufen: 1 ſchwarzer
jun=
ger Dobermann, 1 junger Wolfshund,
1 Deutſcher Schäferhund. — Zugeflogen:
1 Wellenſittich.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet ſind.
Intereſſen=
ten können die Fundgegenſtände während
der Büroſtunden auf Zimmer 11
beſich=
tigen.
Ulz=Verſteigerung Nr.2
(Gemeindewald Ober=Ramſtadt).
Montag, den 9. Februar 1931, vorm.
9 Uhr anfangend, werden im Gaſthaus
„Zum Schützenhof” dahier aus den
Forſt=
orten Geiſenwald, Löhchen, Buchwald,
Finſterhöllenberg, Kätzenwald. Strieth.
Vogelherd, Eichelberg und Günkelbach
verſteigert:
Stämme:
11 Stück Buchen Kl. 4 u. 5 — 14,73 Fm.
38 Stück Eichen Kl. 1—3 — 18,14 Fm.
1 Stück Kirſchbaum Kl. 2 — 0.32 Fm.
55 Stück Kiefern Kl. 2b—4a — 33,83 Fm.
1 Stück Weym.=Kiefer Kl. 3a — 1.21 Fm.
10 Stück Fichten=Stamm=Abſchn. Kl. 3b
u. 4a — 12,76 Fm. 33 Stück Lärchen
(Gartenpfoſten) Kl. 1a u. 1b — 7,51 Fm.
21 Stück Lärchen Kl. 2a—3b — 11,86 Fm.
21 Stück Fichten Kl. 1a—3b — 11.40 Fm.
Derbſtangen:
19 Stück Fichten Klaſſe 1—3.
131 Stück Lärchen Klaſſe 1—3.
Näheres Auskunft erteilen die Herren
Förſter Hoffmann, Forſths. Eiſernhand,
und Trautmann, Ober=Ramſtadt. (2309
Ober=Ramſtadt, am 5. Februar 1931.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Rückert.
Donnerstag, den 12. Februar
1931, vormittags 9½ Uhr, werden
in der Breidert’ſchen
Gaſtwirt=
ſchaft zu Nieder=Ramſtadt aus den
Staatswalddiſtrikten Gebrannter Schlag
5 und 6 der Forſterei Eiſernhand
ſowie aus Bordenberg 12a und
verſchie=
dene der Förſterei Emmelinenhütte
verſteigert:
Nutzholz, Langholz: Lärche 1a 57
Stück — 7,99 fm, 1b 11 St. — 3.44 fm,
2a 4 St. — 2,25 fm; Derbſtangen:
Fichte 1. Kl. 8 St., III. Kl. 22 St., Lärche
I. Kl. 4 St.
Brennholz: Scheiter, rm: 102
Buche, 3 Eiche, 23 Kiefer; Knüppel,
rm 118 Buche, 32 Eiche, 69 Kiefer 9
Lärche, 10 Fichte, 10 Weymouthstiefer
Stammreiſig, 100 Wellen: 1.9 Buche,
2,0 Kiefer, 5,8 Weymouthkiefer;
Aſt=
reiſig, 100 Wellen: 13,9 Buche.
Unterſtrichene Nummern kommen nicht
zum Ausgebot. — Nähere Auskunft durch
unterzeichnetes Amt ſowie durch die
Herren Förſter Hoffmann zu
Forſt=
haus Etſernhand für Förſterei
Eiſern=
hand und Förſter Harniſch zu
Forſt=
haus Emmelinenhütte für Förſterei
(2327
Emmelinenhütte.
Ober=Ramſtadt, den 6. Febr. 1931.
Heſſiſches Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Wer? iſt Käufer
von einigen herrlichen (I (. Mchn. 2295
Perſer=Teppichen u. Perſer= Brücken
Benötige dring. Kaſſe.
Eilangeboie auch v. auswärts erb.
u. 2 1161 an die Geſchäftsſt. ds. Bl.
Zwei Freunde
(Dauermieter)
ſuchen
3 möblierte Zimmer
(Wohn= und
Schlaf=
zimmer) per ſofort
oder ſpäter.
Aus=
führl. Ang. m. Prs.
unt. U. 243 Gſchſt.*
Gut möbl. Zimmer
m. mögl. ſep. Eing.
p. ſof. geſucht. Ang
unt. U. 226 Gſchſt. *
während der
Serien-Tage
zu den
billigen.
Serien-
Preisen
SeFKAFFRK
ABSCHLAK
Die neuen Preise für unsere gleich-
Vaer:
) bleibend guten Mischungen sind:
8 & F-Grünsiegel ..
„.. Pfd. 4.20
Pf4. 3,60
Jubiläums=Mischung ..
8 & F-Gelbsiegel.
Pfd. 3.30
S &F-Weißsiegel ..
Pfd. 2.90.
Haushalt-Kaffee"
Pfd. 2.60
Konsum-Mischung . . . . . . . Ef4. 2.30
Reinschmeckende Mischung . . Pfd. 2.—
und 5½ Rückvergütung!
Uad
Ma
Trencheoat
farbecht
mit Passenfutter
9.—
Trenchcoat
reine Wolle
mit kar. Plaidfutter
19.—
Fescher
Uebergangs -Mantel
a. engl. gemust. Stoff
29.—
„1.
Donerstag, den 12. ds. Mts.,
werden von vorm. 9 Uhr ab in der
Turnhalle am Woogsplatz hier
ver=
ſteigert aus der ſtädt. Förſterei Heilig
kreuz: Hitzberg 27 (Los Nr. 384—494
und Los Nr. 1231—1339) im
Wild=
ſcheuerteil 18 (31 rm), Holzſchlag 25
(32 rm). Hitzberg 30 (29 rm), Spitz
a. d. Ch. (12 rm), Woogsberg 38
(49 rm). Scheftheimerſchlag 52 (37
rm), Eichelacher am Oberfeid (26
rm), zuſ. Scheiter, rm: 315 Buche, 27
Eiche; Knüppel, rm: 93 Buche, 12 Eiche.
14 Kiefer=Fichte; außerdem
Eichennutz=
ſcheiter l. und II. Kl. — 58 rm aus
Förſterei Heiligkreuz (Eichelacker 15) und
Beſſ. Laubwald (Franzoſenberg 14, 15,
Wüſtenberg 16, Hirtenhaus 23. Dachs
berg 30, 31).
(st2314
Darmſtadt, den 6. Febr. 1931.
Städt. Güterverwaltung.
Schweinemetzgerei
SCHERKAMP
Heute Sol
Botelelt
trisch und mild gesalzen
pfung 1.08
Betr.; Konkursverfahren über das
Ver=
mögen des Adolf Seeber,
zu=
gleich als Alleininhabers der
Firma Adolf Seeber in
Darm=
ſtadt.
Der Beſchluß vom 6. Januar 1931
wird dahin ergänzt, daß das dem
Kon=
kursverſahren vorausgegangene
Ver=
gleichsverfahren gemäß 8 79. Ziffer 1.
der Vergleichsordnung eingeſtellt wird.
Darmſtadt, den 3. Febr. 1931.
Heiſiſches Amtsgericht I.
(2288
zverſteil
in König.
Am Freitag, den 13. ds. Mts.,
von 9 Uhr vormitt., verſteigert die
fürſtl. Löwenſteinſche Oberförſterei
Lau=
denbach im Gaſthaus „Zum
deut=
ſchen Hof” in König (Beſ. Wilhelm
Koch 3.) aus den Abteilungen
Unter=
ſtrüth 3, Erlen 1, Gebrannte 1, Haſpel
2, 3, 5, 6 und 7, Kohlwald 2, 5, ( und
11, Kohlert, Sellenplatte 1, Inhelle 1 u.
2 und Strichherrenwald:
ca. 1600 rm Laub= und ca. 700 rm
Nadetbrennholz ſowie ca. 3300
Buchenwellen.
(2289
Die mit 0 bezeichneten Nummern
kommen nicht zum Ausgebot.
Zahlungs=
termin 1. September. — Bei
Barzah=
lung innerhalb von 4 Wochen 3‟, Skonto.
— Nach der Verſteigerung können
Zah=
lungen jeglicher Aut geleiſtet werden.
Samstag, den 14. Februar 1931
nachmittags 3 Uhr, wird die
Ge=
meindejagd der Gemeinde Erfelden
auf dem Rathaus dahier auf weitere
5 Jahre verpachtet. Die Jagd hat einen
Geſamtflächeninhalt von ca. 3900
Mor=
gen. Die Verpachtung erfolgt in 3 Bogen.
Eventuell wird ſie nochmals im ganzen
ausgeboten.
(2300
Erfelden, den 3. Febr. 1931.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Schaefer.
Dago Serpaclang.
Die Jagd der Gemeinde Crumſtadt,
Station Goddelau=Erfelden, ca. 990 ha
Feld und 35 ha Wald, ſoll Montag,
den 9. Februar 1931, nachmittags
21), Uhr, im Rathauſe dahier auf
wei=
tere ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend
verpachtet werden. Das Jagdgebiet iſt
von den Stationen Goddelau=Erfelden
und Biebesheim in !/, Stunde, von
Pfung=
ſtadt in 1 Stunde zu erreichen. (1698b
Crumſtadt, den 24. Jan. 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Crumſtadt.
Heyl.
2—3=Zim.=Wohng.,
beſchlagnahmefrei,
von jung. Ehepaar
geſucht. Angeb. mit
Prs. u. U. 239 Gſch.*
Jg berufst. Dame
ſucht ab 15. 2. 1 gut
möb. Zim. i. Zentr.
nit ſep. Eing. Off.
u. U. 249 Geſchſt. (*
Freitag, den 13. Februar 1931,
vor=
mittags 9 Uhr, im Hotel „Zur Krone‟
in Groß=Gerau aus den Forſtorten
Knoblochsaue (Förſter Schäfer zu
Forſt=
haus Knoblochsaue, Poſt Erfelden) und
Hirſchforſt (Forſtwart Voßler in
Dorn=
heim):
Güteklaſſe N.: Eiche Kl. 3: 2 Stück —
1,70 Fm., Kl. 4: 35 Stück — 36 Fm.,
Kl. 5: 18 Stück — 25 Fm., Kl. 6: 8 Stück
— 14 Fm.. Kl. 7: 5 Stück. — 12 Fm.,
Kl. 8: 1 Stück — 3.17 Fm. Eſche Kl. 3
u. 44 2 Stück — 2 Fm.
Rotulme aus der diesjähr. Fällung:
Kl. 2: 3 Stück — 1.44 Fm., Kl. 3: 50 St.
— 35 Fm.. Kl. 4: 18 Stück — 20 Fm.,
Kl. 5: 1 Stück — 1.,66 Fm.
Rotulme aus vorjähriger Fällung:
Kl. 2: 17 Stück — 8 Fm., Kl. 3: 84 Stück
— 66 Fm. Kl. 4: 25 Stück — 33 Fm.,
Kl. 5: 2 Stück — 3 Fm.
Pappel; Kl. 3: 1 Stück — 0,60 Fm.,
Kl. 4: 2 Stück — 1,95 Fm., Kl. 5: 1 St.
— 1.49 Fm.
(2307
Sämtliche Stämme im Forſtort
Knob=
lochsaue ſind an die Wege gerückt.
Nummernverzeichniſſe ſind bei uns
koſten=
los erhältlich.
Dornberg, den 4. Februar 1931.
Heſſiſches Forſtamt Dornberg.
Frankfurt a. M. Z
Pferde=Märkte zu
9. Februar, 16. März, 20. April,
18. Mai, 15. Juni. (1V 74
Durchſchnittlicher Auftrieb 700
Pferde all. Raſſen, auch
Schlacht=
pferde: größte Auswahl u. beſte
Gelegenheit für Kauf od. Tauſch.
Ein Beſuch dieſer Märkte iſt zu empfehlen
Der Handel Sonntags verboten
Junges Ehep. ſucht 1 tragend. Schwe
großes Zimmer mit u. ſtarke Läufer
Küche. Ang. m. Prs. verk. Pallaswieſer
unt. U. 236 Gſchſt.*
ſtr 145, Schupp. Ar
zuſ. Samst. 4—6
Sonnt. b. 12 Uhr.
3 ſchöne langgeſtr. Ausgewachſ. hübſch.
Einlegſchweine, auch Kätzch an nur
tier=
z. Zucht geeign., zu lieb. Menſch. abzug.
verk. Näh. Gſchſt. (* Off. u. V. 9 Geſch.*
Turngemeinde
Barmstadt 1846
Kir breuse Schun,
Eiile TaBlIRAI4
2 Tanzorchester. Eintriliskarten zum Preise von 2 Hk. beim Hausmeister, Turnhalle am Aoogspakz. (2347
uind Aelt.!:
[ ← ][ ][ → ]Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Seite
Lands
Afly uer Bindermigtktadt.
Darmſtadt, den 7. Februar 1931.
Tierſchuh im winker.
Alle Freunde der Tierwelt werden gebeten, während des
Win=
ters folgende Winke beherzigen zu wollen:
1 Den Vögeln ſpende man, ſobald der Boden gefroren oder
mit Schnee bedeckt iſt, täglich, am beſten am frühen Morgen
fri=
ſches Futter. Hanfſamen, Sonnenblumenkerne, Fleiſchſtückchen,
Nußkerne, ungeſalzenen Speck uſw. Kartoffeln und friſches Brot
darf man nicht füttern. Ferner beachte man, daß der Futterplatz
vor Katzen geſchützt iſt.
2. Pferde laſſe man bei kaltem Wetter im Freien niemals
unbedeckt lange ſtehen. Die Hufeiſen müſſen öfters geſchärft
wer=
den, und das Geſchirr bewahre man im warmen Stalle auf. Wird
das eiskalte Gebiß dem Pferde eingelegt, wie es leider oft
ge=
ſchieht, ſo werden dem armen Tiere ſchwere Verletzungen an
Lip=
pen und Zunge zugefügt. Dies wird leicht vermieden, wenn die
Eiſenteile vor dem Gebrauch in warmes Waſſer getaucht oder
mit einem warmen Lappen gerieben werden.
3. Der an der Kette liegende Hofhund iſt durch ein. gut
gedecktes Häuschen vor Kälte und Schnee tunlichſt zu ſchützen
Seine Lagerſtätte muß öfters mit friſchem Stroh verſehen und
warm und reinlich gehalten werden. Auch laſſe man ihn des Tages
einige Stunden los, damit er ſich frei bewegen kann. An Futter
bedarf das Tier jetzt mehr als im Sommer. „Sein. Trinkgefäß
muß täglich gereinigt und mehtmals mit überſchlagenem Waſſer
friſch gefüllt werden
4. Behütet die Stubenvögel vor Zugluft und
Tempera=
turſchwankungen, die durch unvorſichtiges Lüften entſtehen
können.
— Ernannt wurden: Am 30. Januar; Wilhelm Hainer
aus Reuters bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt bei Gießen,
mit Wirkung vom 1. Februar an; am 31. Januar: der
Gendar=
meriehauptwachtmeiſter a. Pr. Georg Fornof; zu Beerfelden
zum Gendarmeriehauptmachtmeiſter, mit Wirkung vom 1.
Fe=
bruar an.
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die
Kirchenregie=
rung wurde dem Pfarrer Wilhelm Seibert, früher zu
Hilles=
heim, die 2. evangeliſche Pfarrſtelle zu Langen. Dekanat
Offen=
bach, und dem Pfarrer Otto Bloch zu Dudenhofen die
evange=
liſche Pfarrſtelle zu Dudenhofen, Dekanat Offenbach, übertragen.
— Ehrung. Herr Oberrechnungsrat N. Kratz, der
Geſchäfts=
leiter des Tierſchutzvereins für Heſſen und Schatzmeiſter des
Ver=
bandes der Tierſchutzvereine im Deutſchen Reich, iſt in
Würdi=
gung ſeiner unermüdlichen tierſchützleriſchen Arbeit von dem
Tierſchutzverein in Meißen in Sachſen zum Ehrenmitgliede
er=
nannt worden.
— Hohes Alter. Frau Suſanne Fiſcher. Witwe,
Wiener=
ſtraße 79, feiert am 9. Februar ihren 80. Geburtstag in voller
geiſtiger Friſche und Geſundheit.
— Film=Vortrag. Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten
GDA. hatte ſeinen Mitgliedern im GDA.=Heim den Film „Die
deutſche Lufthanſa” vorführen laſſen. Der Flugleiter Herr
Schwarz, übernahm dazu den Vortrag. Er ſchilderte die
Entwick=
lung des Luftverkehrs ſeit Kriegsende Trotz der großen
Geld=
knappheit war es möglich, den Flugverkehr in Deutſchland auf
eine ſehr beträchtliche Höhe zu bringen. Ein weſentliches Moment
bildet jedoch die Sicherheit. Schon die Ausbildung der Führer
zeigt, wie wichtig man dieſes Gebiet betrachtet. So ſei alles
unternommen, um die Sicherheit auf das Höchſtmöglichſte zu
ſtei=
gern. Im Anſchluß an den Vortrag lief dann der Film, der
wun=
derbare Bilder aus der Welt der Flieger zeigte. Vom
umgebau=
ten Kriegsflugzeug bis zum modernen, bequemen Flugzeug war
ein Weg, der trotz der ſchweren Zeit kurz war. Ein Zeicſen für
die Entwicklung der deutſchen Technik. Wunderbar waren die
Bilder des 10 K über dem Bodenſee und viele, andere, die aus
aller Welt Länder Leben und Treiben zeigten. Zu dieſem Film
hatte der GDA. nachmittags die Stellenloſen ohne Rückſicht auf
Verbandsangehörigkeit eingeladen. Das Arbeitsamt hatte ſich zur
Kartenverteilung zur Verfügung geſtellt und gewährte außerdem
den Beteiligten die Kontrolle bei dieſer Vorſtellung vorzunehmen.
Erfreulicherweiſe hatten ſehr viele dieſe Gelegenheit benutzt und
beſuchten dieſe Vorſtellung. Der Geſchäftsführer betonte in ſeiner
Begrüßungsanſprache, daß der GDA. dieſe Filmvorführung nicht
unternehme, weil er ſich den Dank= der Stellenloſen erwerben
wolle, ſondern um ihnen zu zeigen, daß ſie trotz der
Stellenloſig=
keit noch als Kollegen betrachtet und angeſehen würden. Dieſer
Hinweis brachte es mit ſich, daß zwiſchen Zuſchauern und
Gaſt=
gebern ein herzliches Band geſchlungen wurde. Weitere
Filmvor=
führungen für Stellenloſe, finden am 19. und 20. Februar ſtatt.
Die heſſ. Bildſtelle mit Herrn Lehrer Lorz hatte ſich ebenfalls in
den Dienſt dieſer Sache geſtellt. Ferner ſind auf Veranlaſſung des
GDA. bei dem Arbeitsamt Kurſe für ſtellenloſe kaufm Angeſtellte
eingerichtet worden, die von den ſtellenloſen Angeſtellten freudig
begrüßt wurden. Weiter hat das Arbeitsamt Kurſe für Arbeiter
eingerichtet, die ſich mit Berufskunde befaſſen, dann einen Kurſus
für Schweißen. Ferner finden Haushaltungskurſe ſtatt, ebenfalls
iſt die Möglichkeit für Buchdrucker gegeben, an Kurſen
teilzuneh=
men, ſowie Bautechnikern. Damit iſt durch praktiſche Arbeit der
Anregung des Herrn Schulrat Haſſinger weitgehendſt Rechnung
getragen worden.
— Winkerſport. Nonrod im Winterkleide Kurhaus
Penſion Berg ladet zum Winterſport ein. (Näheres Anzeige.)
— Im Schloßmuſeum ſind am Sonntag und an allen
Wochen=
tagen vormittags um 11 und 11.30 Uhr Führungen. Die Kaſſe
iſt von 10.45 bis 11.45 Uhr geöffnet. In dieſer Zeit kann die
Madonna von H. Holbein d. Jg. getrennt von den Führungen
be=
ſichtigt werden.
— Die Vereinigung ehemaliger Studierender der
Verwal=
tungs=Akademie Darmſtadt hielt ihre Hauptverſammlung ab. Zu
Beginn der Veranſtaltung hielt Herr Oberſteuerinſpektor Hübner
einen Vortrag über das deutſche Steuerſyſtem. Der Redner gab
zuerſt eine kurze Darſtellung der geſchichtlichen Entwicklung der
Steuer, behandelte dann die in Deutſchland eingeführten Steuern
nach ihrem Weſen und ihrem Aufkommen und ging zum Schluß
auf die durch die Notverordnung vom Dezember 1930 erfolgte
Umſtellung im Steuerſyſtem ein. Der überaus klare und
lehr=
reiche Vortrag fand reichen Beifall. Geſchäftsbericht und
Kaſſen=
bericht gaben ein Bild von der guten Entwicklung der
Vereini=
gung im abgelaufenen Geſchäftsjahr. Der Vorſtand wurde
wieder=
gewählt; er ſetzt ſich zuſammen aus: „Vorſitzender Rechnungsrat
Gengenbach, ſtellvertr. Vorſitzender Verw.=Oberinſpektor
Dauben=
feld, Schriftführer Miniſterialreviſor Klotz, ſtellv. Schriftführer
Oberſteuerinſpektor. Hübner, Rechner Kriminalpolizeimeiſter
Hümmel. Im Laufe der Verſammlung wurden wertvolle
An=
regungen für die Betätigung der Vereinigung gegeben. Nach
Er=
ledigung des geſchäftlichen Teils blieben die Teilnehmer noch
einige Stunden bei angeregteſter Unterhaltung zuſammen.
— Vortrag von Herrn Oberſtudienrat Dr. Poepperling,
Darmſtadt: „Das Weſen des Arbeitsunterrichts”
Pädagogiſche und unterrichtliche Fragen ſind zu Zeiten des
Schul=
eintritts und Schulwechſels ſtets Fragen von ganz beſonderem
Intereſſe. Von großer Bedeutung für die geſamte Arbeit an
unſerer Schuljugend iſt das Problem des Arbeitsunterrichts.
Da die Vorſtellungen über Begriff und Weſen des
Arbeitsunter=
richts noch immer weit auseinandergehen, wird es lebhaft
be=
grüßt, daß Herr Dr. Poepperling auf Veranlaſſung des
Darm=
ſtädter Lehrerinnenvereins und anderer intereſſierter
Frauenver=
eine dieſes Problem aufgegriffen hat und im Rahmen eines
Vor=
tragsabends mit Gelegenheit zur Ausſprache behandeln wird. Der
Vortrag findet am 11. Februar im Feſtſaal des Realgymngſiums
ſtatt. Näheres ſiehe Anzeige am 8. und 11. Februar.
— Volkshochſchule. Am 4. Februar hatte die Volkshochſchule
einen Experimentalvortrag bei dem Elektroakuſtiker und
Muſik=
futuriſten Jörg Mager. Der gute Beſuch (es waren 60
Teil=
nehmer) iſt ſicher ein Zeichen dafür, daß langſam das Intereſſe an
dem Wirken des Forſchers und ſeinem großen Werk, dem „
Sphäro=
phon”, wächſt. Das „Sphärophon” iſt eine Orgel. mit elektriſcher
Tonerzeugung, die in den Ausmaßen nicht größer als ein
Konzert=
flügel und im Hinblick auf Tonfarbe und Tonſtärke der Konzert=
und Kirchenorgel weit, überlegen iſt. So iſt es zum Beiſpiel nur
auf dem „Sphärophon” möglich, kleinere Iuterwalle als Halbtöne
— wie Viertel=, Achtel= und Zwölftel=Töne — hervorzubringen.
Um dem ſtarken Intereſſe zu genügen wird am Dönnerstag, dem
12. Februar, ein weiterer Vortrag folgen.
Während unseres
uhe
Herbe-Herkaufs
auf alle Wirter-Artikel, wie
Wärmflaschen, Kohlenfüller,
Ofenschirme, Kohlenkasten us ).
208
Ausgenommen einige Mettoarikel
H.Rogenthel
Rabatt!
Ludwigsplatz
— Hiſtoriſcher Verein. Montag, den 9. Februar, ſpricht im
Realgymnaſium Stadtarchivar, Dr. Adolf Müller über „
Lude=
wig l. und die Staatsverfaſſung‟. Der Vortrag ſoll
zugleich die Erinnerungsfeier an den erſten Großherzog ſein, da
im vergangenen Jahre eine ſolche Feier ſich nicht ermöglichen ließ.
— Orpheum. Nur heute und morgen währt das Gaſtſpiel des
populären Komikers „Hermann Job” nebſt Enſemble. Jobs
luſtige Bühne bringt in ſeinem heutigen Repertoire=Wechſel drei
neue urkomiſche Lachſchlager. Wer ein paar vergnügte Stunden
verleben will, beſuche die beiden letzten Aufführungen heute,
Samstag, morgen, Sonntag. Die Eintrittspreiſe ſind aus der
heutigen Anzeige erſichtlich.
— Helia=Theater. Im Rahmen einer Film=Morgenfeier
läuft morgen. Sonntag, vormittag, der Kulturfilm vom ſchönen
Süddeutſchland „Grüß mir die Heimat‟. Der Film zeigt die
Schönheiten des deutſchen Süden vom Neckar bis zur Zugſpitze.
Jugendliche zugelaſſen.
— Verbot der Verwendung von lebenden Katzen bei
Leiſtungs=
prüfungen von Hunden. Einem auf Anregung des
Tierſchutzver=
eius für Heſſen von dem Verbande der Tierſchutzvereine des
Deut=
ſchen Reiches bei den Länderregierungen geſtellten Antrag
ent=
ſprechend, hat nunmehr der Heſſiſche Herr Miniſter des Innern in
Darmſtadt durch Erlaß vom 6. Januar 1931 folgende Anordnung
an die heſſiſchen Kreisämter und ſtaatlichen Polizejämter
getröf=
fen: „Bei Leiſtungsprüfungen von Hunden werden zur Prüfung
der Raubtierſchärfe vielfach Hetzproben auf lebende Katzen
vorge=
nommen. Ich empfehle derartigen Veranſtaltungen beſondere
Aufmerkſamkeit zu widmen. Im Falle des Vorliegens von
Tier=
quälerei gemäß 8 360, Ziffer 13 des R. St.G.B. iſt unnachſichtig
einzuſchreiten und die ſtrafrechtliche Verfolgung zu veranlaſſen.
Vorſtandsſikung des Verkehrsverer:
Geſtern abend hielt der Vorſtand des Verkehrsvereins im
Sitzungsſaal des Hotel zur Traube eine Sitzung ab unter dem
Vorſitz des Herrn Ferd. Schmidt. Vor Eintritt in die
Tagesord=
nung gab Herr Geheimrat Berndt eine Erklärung ab, durch
die beſtehende Mißverſtändniſſe mit der „Heag” ausgeglichen werden.
Es handelt ſich um einige Korrekturen der in der bekannten
Rat=
hausſitzung vorgelegten graphiſchen Darſtellungen. Herr
Oberbür=
germeiſter Mueller bittet im Intereſſe fchedlichen Ausgleichs
von evtl. Mißhelligkeiten etwaige Beſchwerden dem Vorſitzenden
oder an den Oberbürgermeiſter zu übermitteln. Die
Oeffentlich=
keit möge das auch ſo halten.
Der Vorſitzende berichtet dann über die ſeitherige Tätjgkeit
des neugewählten Vorſtandes. Herr Dr. Moeßner hat gebeten,
von ſeinem Amt als Mitvorſitzender entbunden zu werden, wegen
anderweit ſtark beanſpruchender beruflicher Arbeit. Die
Hauptver=
ſammlung, die in drei Wochen ſtattfindet, ſoll Erſatz wählen. Ein
Angebot des Merkur=Verlags, Stuttgart, betr. Herausgabe eines
Führers, wurde abgelehnt. Vom Vorſitzenden wird vorgeſchlägen,
eine Anzahl Ausſchüſſe zu bilden, wie Preſſeausſchuß,
Werbeaus=
ſchuß, Kunſtausſchuß (mit verſchiedenen Unterausſchüſſen, wie
Muſik, Malerei, Literatur, Kunſtgewerbe uſw.). Den Vorſitz des
Kunſtausſchuſſes übernimmt Herr Oberregierungsrat
Emmer=
ling, dem weitere Herren mit Fachkenntniſſen beigeordnet
wer=
den ſollen. Den Werbeausſchuß wird Herr Oberregierungsrat
Krebs, den Verkehrsausſchuß Herr Regierungsrat Dr.
Roe=
ſener vorläufig übernehmen. Die Ausſchüſſe ſollen im
Weſent=
lichen die Aufgabe haben, Veranſtaltungen irgendwelcher Art zu
propagieren. Aber auch zu verhindern, daß gleichwertige
Veran=
ſtaltungen am ſelben Tage, die ſich gegenſeitig Konkurrenz machen,
vermieden werden. — Im Rundfunk wurde erreicht, daß Heſſen,
bzw. Darmſtadt in Zukunft mehr berückſichtigt werden. Die
Rund=
funkhörer werden alſo demnächſt mehr hören von Darmſtadt und
von heſſiſchen Künſtlern, Politikern, als bisher. Es ſoll angeſtrebt
werden, in Bälde einen ſog. Beſprechungsraum nach Darmſtadt zu
erhalten. — Der Vorſitzende ſtellt dann den neuen Leiter des
Reiſebüros, Herrn Wudenow, vor, der kurz über ſeine
Aufga=
ben und Abſichten berichtet. Daran ſchloß ſich eine längere
Aus=
ſprache über das Verkehrs= und Reiſebüro.
Eine weitere ausgedehnte Ausſprache galt der
Wer=
bung neuer Mitglieder und dem ſonſtigen Ausbau des
Vereins. Es wurde dabei beſonders beſchloſſen, je einen
Schriftleiter der hieſigen Tageszeitungen in den Verein,
bezw. einen Ausſchuß des Vorſtandes zu wählen. — Herr
H. Fiſcher berichtete über die Werbung für 1931, namentlich
über Kongreßwerbung. Es iſt jeweils in den Tageszeitungen
über die hier ſtattfindenden Kongreſſe berichtet worden. Es ſtehen
beſonders wichtige politiſche und ſportliche Tagungen in Ausſicht,
auch Tagungen von Kunſtorganiſationen, Stenographen und der
Landwirtſchaftsgeſellſchaft. Mit einer Reihe weiterer Kongreſſe
ſchweben noch Verhandlungen. Ebenſo wegen Veranſtaltungen
in 1932. Es wird jedenfalls ſehr eifrig geworben, wenn auch die
Ausſichten nicht ſo gut ſind wie für das vergangene Jahr. Für
1932 ſoll eine beſonders rege Werbetätigkeit noch in die Wege
ge=
leitet werden. Sehr mißfällig wurde die Mitteilung
aufgenom=
men, daß das Projekt der Elektriſchen Bahn nach Seeheim immer
noch nicht weiter gediehen iſt. — Den Schluß der Vorſtandsſitzung
bildete die Feſtſtellung und Vorbereitung der Tagesordnung für
die Hauptverſammlung in drei Wochen. Auf Anfrage wird zu
der immer noch verzögerten Verkehrsordnung mitgeteilt, daß
wiederholt Aenderungsvorſchläge von verſchiedenen Inſtanzen
ge=
macht wurden, wodurch die Verzögerung entſtand. Es ſoll
noch=
mals dringend um endliche Herausgabe der neuen
Verkehrsord=
nung nachgeſucht werden. Allgemein wurde betont, daß die
Ver=
zögerung durch die Schuld des Polizeiamts entſtand.
Die Hauptverſammlung ſoll ſich damit beſchäftigen. — Damit
P
ſchloß die Vorſtandsſitzung gegen Mitternacht.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Anläßlich einer
Wohl=
tätigkeitsaufführung des Katholiſchen Frauenbundes in
Offen=
bach ſang kürzlich dort Frl. Guſti Gebhardt. Schülerin der
Städt. Akademie für Tonkunſt (Geſangsklaſſe Mathilde Weber).
Die „Offenbacher Zeitung” ſchreibt dazu wie folgt: „In Frl.
Guſti Gebhardt lernten wir eine verheißungsvolle junge Sängerin
kennen, deren tragfähiger großer Sopran auch in der Höhe
ſtrah=
lend und klangſchön iſt. Dabei iſt die Stimme ſehr gut geſchult
Die Sängerin iſt ausgeſprochen muſikaliſch und wird durch ſehr
gute äußere Erſcheinung beſtens unterſtützt. Sie ſang von Bohm
„Still wie die Nacht” und „Eine Kerze ſoll brennen zu deiner
Ehre”, ein Marienlied eines weiter nicht genannten Komponiſten,
und als man der Künſtlerin ſtürmiſch dankte, als Zugabe
Ständchen” (Leiſe flehen meine Lieder) von Schubert. Gerade
die klangliche und muſikaliſche Durcharbeit des Geſanges verdient
Anerkennung. Hier wächſt eine verheißungsvolle Geſangskraft
für das Fach der Hochdramatiſchen heran, die man nicht aus den
Augen verlieren ſollte.”
„Das 1st und bleibt
meine Cigarotte
ich lasse mir keine
andere verkaufen
I.Bln. 1496
Sie Ferändern sich vie
Gross-Packung
1,50 RH.
Fabriklager: Werner derson, Frankfurt a. Hain, Hohenstaufenstraße 5, Telephon Mainzau 71073.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 38
Seite 6.
Samstag, den 7. Februar 1931
Heſſhes Landesheuier.
Großes Haus Kleines Haus Samstag7. Februar M—42, 15 Uhr
Schwanda der Dudelſachpfeiſer
Dſtat. Volksb. Gruppe 1-W
Pr iſe 1—10 Mk.
77 20—22 Uhr
Der Lumbeawend
Preiſe 0.50—2,50 Mk
Sonntag
8 Februar 14 30—17 Uhr
DasBlöckchen des Eremiten
Heſſenlandmiete 11.3 u, 111,7
und P3, U2
Oſtdt. Volksb. Gruppe I-IV
Preiſe 080—8.00 Mk.
19.30—22.45 Uhr
Biktoria und ihr Huſar
C1t. Preiſe 1—10 Mk
Gültigkeit der Gutſcheine
aufgehoben 11.30—13 Uhr
Gaßtfpiel der Max= und Moritz=
nI. Bühne 6 luſtige Bubenſtreiche
1. Preiſe 0 40—3 Mr.
14.30—17 Uhr
Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Preiſe 1— Mk.
20—22.15 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Außer Miete
Preiſe 1—3 Mk. Montag
9. Februar I. Keine Barſelung Keine Vorſtellung Dienstag
10. Februar 19.30—22.30 Uhr
Die Portugaleſiſche Schlacht
Ka
Preiſe 1—10 Mr Keine Vorſtellung Mittwoch,
11. Febrnar 19.30—22 45 Uhr
Carmen.
H9. Bühnenvolksbund
Preiſe 1— 10 Mk. 20—21.45 Uhr
der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zuſatzmiete 118
Preiſe 1.20—6 Mk. Donnerstag,
12. Februar 19.30—22.30 Uhr
Die Portugaleſiſche Schlacht
C15
Preiſe 1—10 Mk 19 30. Ende gegen 22 Uhr
Liebesluſt oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.50—3 Mk. Freitag,
13. Februar 20, Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male:
D 15. Der Tartuffe
Preiſe 1—10 Mr. 19.30—322 Uhr
Außer Miete
Martha
Preiſe 1—5 Mk Samstag.
14. Februar 1930, Ende nach 22 45 Uhr
Biktoria und ihr Huſar
K11. Büynenvolksbund
Preiſe 1—10 Mk. 20. Ende gegen 22 Uhr
Bum erſten Male:Der greis
Zuſatzmiete V8
Preite 1.20—6 Mk. Sonntag.
15. Februtat 15—17.30 Uhr
Ein Sommernachtstraum
T. Gruppe 1—8
Halbe Preiſe 0.50—5 Mk.
19.30—22 Uhr
Meine Schweſter und ich
Heſſenlandmiete 108
Preiſe 0.80—8 Mk.
ſ9 11.30. Ende gegen 13 Uhr
Kinder=Tanz= und Spiel=Lieder
von Lilt Hickler.
Preiſe 0.50, 1 u. 2 Mk.
15.30—17 Uhr
Ddas Wunder d. Spielzeugſchachtel
Preiſe 0.50—2.50 Mk.
19 30—22 30 Uhr
Zar und Zimmermann
Außer Miete.
Bolksvorſtellung z. halb. preiſen
Preiſe 0.60——3 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Infolge Erkrankung von Anita
Mitrovic und Albert Lohmann findet heute im Großen
Haus ſtatt „Fliegender Holländer” „Schwanda, der
Shaws politiſche Ko=
Dudelſackpfeifer”, ſtatt.
mödie „Der Kaiſervon Amerikg” geht mit Bernhard
Mi=
netti als Proteus am Sonntag, dem 8. Februar, abends, im
Klei=
nen Haus außer Miete als Volksvorſtellung in Szene. — Die
Max=und=Moritz=Bühne, die Mitte Januar mit großem
Beifall hier drei Vorſtellungen gab, gaſtiert nochmals morgen
Sonntag, den 8. Februar, 11.30 Uhr, im Kleinen Haus. — Die
mit ſo großem Beifall aufgenommene Operette von Abraham
„Viktoria und ihr Huſar” wird Sonntag, den 8. Februar.
im Großen Haus in der bekannten Premierenbeſetzung zur
Auf=
führung gelangen. — In Vorbereitung befindet ſich für das
Große Haus der „Tartuffe”, Komödie von Moliere,
bearbei=
tet von Richard Blümner. Für das Kleine Haus wird die
Ko=
mödie „Der Kreis” von Maugham dem Dichter von „Finden
Sie, daß Konſtanze ſich richtig verhält?” vorbereitet.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Ausſtellung Julo
Le=
pin. Düſſeldorf. Die Ausſtellung des Düſſeldorfer Malers Julo
Levin, die vor einigen Tagen durch Dr. Keil=Frankfurt eröffnet
wurde, findet ſehr lebhaftes Intereſſe. Man bewundert allgemein
ein ungewöhnlich ſtarkes Talent in Levin, der nach dem Urteil
Sachverſtändiger eine auffallende Befähigung in der Farbgebung
und Kompoſition ſeiner Bilder zeigt. Die Ausſtellung iſt täglich
von 10—1 Uhr und von 3—7 Uhr unentgeltlich geöffnet. (Heute
ab 6.15 Uhr nachmittags.)
— Die Darmſtädter Sezeſſion gibt bekannt, um viele
An=
fragen gleichzeitig zu beantworten, daß ſie wegen der ungünſtigen
Zeitverhältniſſe davon abſieht, dieſes Jahr ihr beliebtes
Koſtüm=
feſt zu veranſtalten. Sie wird aber bei beſſeren allgemeinen
Vor=
ausſetzungen ihre Faſchings=Tradition wieder aufgreifen.
— Wohlfahrtsfeier. Vergangenen Sonntag hielt die
Wohl=
fahrtsabteilung d. S. T.A. (Mitglied des 5. Wohlfahrtsverbandes)
eine im volkstümlichen Ton geführte Wohlfahrtsfeier.
Geſpro=
chen haben: Herr Oberinſpektor Pecht vom Städtiſchen Jugendamt,
Chr. Zybach=Marienhöhe, Th. Edenweger von der Gruppe M.
Hof=
mann. Beſchenkt wurden 50 Kinder und 30 Familien beſonders.
Ms den dugfäler Aäftelſelen.
* Helia
bringt den Tonfilm „Aſchermittwoch” in der Regie von Joh. Meyer.
Keine ſchlechte Arbeit, ſowohl in der Darſtellung wie auch in der
Durch=
führung der filmideelichen Handlung. Intereſſant auch, weil der Film
eine Reihe lebendig bewegter Bilder aus dem Kölner Faſching bringt,
u. a. auch eine Szene aus einer Herrenſitzung. Eine ganze Reihe
hüb=
ſcher, lebendiger Bilder werden alſo gezeigt. Was etwas peinlich
be=
rührt, iſt die immer wieder zu konſtatierende Tatſache, daß die
Film=
größen, namentlich die Drehbuchdichter der Nepublik außerordentlich
arm an Idee und Erfindung ſind. Immer wieder müſſen ſie
zurück=
greifen auf die Vorrebolutionszeit. Müſſen Filmideen ſuchen aus dem
verpönten Hofleben von früher oder aus dem alten preußiſchen +—h—
Militarismus. Vornehmlich Offizierskorps. Man könnte ja darüber
erfreut ſein, daß auf dieſe Weiſe die Erinnerung an die vergangene
ſchimmernde Wehr aufrecht erhalten wird. Das ſchließt aber nicht aus,
die Ideenarmut der Neuzeit zum mindeſten zu bedauern.
„Aſchermittwoch” ſpielt 1913. Ein junger Ulanenoffizier wird
ge=
rade zur Karnevalszeit zur Dienſtleiſtung nach Köln kommandiert.
Vorbereitung für den Generalſtab. Natürlich hat er in Berlin ein
entzückendes kleines Mädel. Natürlich hat er auch Wechſelſchulden, und
ebenſo natürlich ziehen ihm die Wucherer gerade beim Faſching in Köln
den Hals zu, und gerade in dem Augenblick, da er unſchuldig
Freund=
ſchaft und Kameradſchaft verrät. Trotzdem er unſchuldig iſt, zwingt ihm
ſeine Offiziersehre — er muß die Frau des Freundes ſchonen — den
Nevolver in die Hand. Aſchermittwoch! — Abgeſehen von einigen
Län=
gen, wird die Handlung glaubhaft geſtaltet. Karl Ludwig Diehl,
Hans Stüwe, Hans Junkermann und Ferdinand von Alten
ſtellen gute, eindrucksvolle Figuren. Evelyn Holt iſt eine ganz
ent=
zückende Hertha, Claire Rommer dürfte als Yvette verführeriſcher
ſein. Auch die große Anzahl der Nebenrollen iſt ſehr gut beſetzt.
Amerika=Grotesken bereichern das Programm.
Darmſtädter Fahrplanbuch
Neu erſchienen:
Berichtigungs= und Ergänzungsblatt
Enthält den Fahrplan der Darmſtädter Straßen= und
Vorortbahnen vom 1. Januar 1931, ſowie ſämtliche von
der Reichsbahn und der Reichepoſt ſeit dem 6. Oktober
1930 bs zum 45. Januar 1931 getroffenen
Fahrplan=
änderungen. — Umfang 9 Seiten.
(1416a
Preis 10 Rpfg.
Neubezieher des Darmſtädter Fahrplanbuches (Ausgabe
S. Oktober 1930) erhalten das Ergänzungsblait unentgeltlich
— Eduard Reinachers Spiel im Sommer „Lapp im
Schnaken=
loch” kommt Samstag, den 14., und Sonntag, den 15. Februar,
durch die Evangeliſchen Jugendbünde der Petrusgemeinde im
Ge=
meindehaus, Eichwieſenſtraße 8, zur Darſtellung. Aus dieſem
An=
laß ſei über das Schaffen dieſes bedeutenden Dichters, eines
El=
ſäſſers, der im Jahre 1929 mit dem Kleiſtpreis ausgezeichnet
wurde, einiges berichtet. Erich Dürr ſchreibt in „Die Literatur”,
u. a.: „Reinachers Schaffen tritt in einen ſpürbaren Gegenſatz
zu den verſchiedenſten Bewegungen der Zeitproduktion;
Beziehun=
gen zu ihm laſſen ſich durch keinen Vergleich mit irgendeiner der
Literaturgrößen der Gegenwart oder jüngſten Vergangenheit
ge=
winnen. Aber am klarſten iſt ſein Gegenſatz zu Strömungen, die
das Heil unſeres Schrifttums irgend im römiſchen Formideal
ſuchen. Das ſprachliche Werk Luthers zu erneuern und
fortzu=
ſetzen liegt als Aufgabe im Samenkorn ſeines Werkes. Seine
Form iſt mannigfaltig und rankenfreudig, vom Inhalt beſtimmt;
und dieſer Inhalt wird mit zunehmender Verdeutlichung die
Frage nach dem Woher und Wohin des unwandelbar uns
einge=
borenen Weſens, unſerer Landſchaft, unſerer Sprache. Denn die
innerſte Regung des Dichters iſt für Reinacher Mitleiden mit dem
Schickſal der Sprache ſeines Volkes, und der Glaube, daß in ihr
das Schickſal des Geiſtes ſchlechthin hängt. Der Dichter erleidet
die tauſendfache Angſt der Verantwortung, die er nicht geſucht
hat, die er vorfindet, die auf ihm laſtet und in ſeinem
Volks=
gefühl jeden Reſt ſelbſtgenügſamer Ruhmredigkeit zermalmt. Er
erleidet das Schickſal, deutſch zu reden, wie kein zweiter” Mit
Recht ſchreibt Rudolf Mirbt im Vorwort zu dieſem Spiel: „Die
hier und dort auffallenden ſprachlichen Eigenheiten nehme man
nicht nur als mundartliche Bedingtheit, ſondern darüber hinaus
als Bereicherung unſerer ſo unſchöpferiſchen deutſchen Sprache
Reinacher lehrt uns ſie neu und tief lieben.” — Man beſorge ſich
rechtzeitig numerierte Eintrittskarten, die im Vorverkauf bei den
Mitgliedern der Jugendbünde, in der Buchhandlung Joh. Waitz,
Eliſabethenſtraße 16, und in der Pavierhandlung K. F. Bender,
Beſſungerſtraße 47, erhältlich ſind.
— Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt. Am Mittwoch,
dem 11. Februar 1931, abends, findet im Saale des Bürgerhofes,
Eliſabethenſtraße 2, in Darmſtadt ein Lichtbildervortrag
über Vogelſchutz von stnd, paed. Walter Röhler ſtatt. Die
Mitglieder des Tierſchutzvereins des Vogelſchutzvereins, der
Ver=
einigung für Vogelſchutz und =Liebhaber, des Gartenbauvereins,
des Geflügelzuchtvereins und alle Tierfreunde ſind herzlichſt
ein=
geladen. Eintritt frei.
—Verein Freie Schule Darmſtadt (E, V.). Der Vortrag
„Von der Kindheit zur Jugend” von Pfarrer J. Sydow=Hannover,
welcher am Donnerstag, 12. Februar, in der Städt. Akademie der
Tonkunſt ſtattfindet, behandelt pädagogiſche Fragen vom
religi=
öſen Geſichtspunkte der Chriſtengemeinſchaft aus und gliedert ſich
den pädagogiſchen Studienabenden des Vereins ein. (S. Inſerat
der Chriſtengemeinſchaft.)
Zeugen geſucht. Am 31. 1. 1931, gegen 15 Uhr, wurde in
der Parkusſtraße in Darmſtadt, vor dem Hauſe Nr. 15½, ein
vierjähriges Mädchen von einem unbekannten Radfahrer
ange=
fahren und dadurch erheblich verletzt. Perſonen, die Angaben
über den unbekannten Radfahrer machen können, wollen auf
Zimmer 8 des Polizeiamts. Hügelſtraße 31—33, vorſprechen.
Verluſt eines wertvollen Ringes. In der Zeit vom
14. Dezember 1930 bis 31. Dezember 1930 iſt ein wertvoller
Platinring (ſchmaler Reif) mit einem ½= oder 4großen
Bril=
lanten in der Mitte, und zu beiden Seiten mit je 4 oder 5
klei=
neren Brillanten beſetzt, in Verluſt geraten. Vor Ankauf des
Ringes wird gewarnt.
Einbruch. In den letzten Tagen wurde von unbekannten
Tätern in das Flugplatzreſtaurant eingebrochen. Der oder die
Täter ließen am Tatort eine Rebenſchere und eine Rohrzange
ſowie ein Paar Damenſtrümpfe mit aufgenähtem Wäſchezeichen
K K. zurück. Wem gehören die Werkzeuge und Strümpfe?
Mit=
teilungen werden auf Zimmer 27 des Polizeiamts, Hügelſtraße
31 bis 33, entgegengenommen.
Diebſtähle. Am 2. Februar 1931 wurden im Städtiſchen
Hallenſchwimmbad eine Damenarmbanduhr und eine Handtaſche
geſtohlen. Aus einem Geſchäftshaus wurde am 31. Januar 1931
ein Koſtümrock entwendet. Im Verdacht den Rock entwendet zu
haben, ſteht ein Ehepaar, das in dem Geſchäft kaufen wollte und
zwei Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahren und einen etwa
acht Jahre alten Jungen bei ſich hatte. Der Ehemann iſt etwa
45 bis 50 Jahre alt und hinkt. Die Ehefrau iſt etwa 40 bis 45
Jahre alt. Nach ganz kurzer Zeit kaufte das Ehepaar in einem
anderen Kaufhaus einen blauen Damenmantel mit Pelzkragen.
Perſonen, die Angaben über die Verdächtigen machen können,
werden gebeten, auf Zimmer 12 des Polizeiamts, Hügelſtr. 31
bis 33, vorzuſprechen. — Von einem Grabdenkmal auf dem
Waldfriedhof wurde eine Bronzefigur, Chriſtus am Kreuz
dar=
ſtellend, herausgebrochen und entwendet. Die Figur iſt etwa 20
bis 25 am hoch. — Von einem Haus in der
Wilhelminen=
ſtraße wurde ein Firmenſchild aus Meſſing, mit der Aufſchrift
Sander u. Co., G. m. b. H.”, gewaltſam abgeriſſen und
ent=
wendet — In der Nacht vom 5. auf 6. Februar 1931 wurde aus
einer Ziegelei in Darmſtadt ein 9 Meter langer und 13
Zenti=
meter breiter Treibriemen geſtohlen. Der Riemen iſt doppelt und
durchgenäht. — In der gleichen Nacht wurde in der
Eliſabethen=
ſtraße ein etwa 1.50 Meter hoher und 0.50 Meter breiter
Schau=
kaſten mit Inhalt geſtohlen. In dem Schaukaſten befanden ſich
Maskenartikel, wie Metallorden, Stofflarven, Papierorden,
Couplets, Liederbücher und ſonſtige Gegenſtände. — Perſonen,
die über die letztgenannten Diebſtähle Angaben machen können,
wollen auf Zimmer 3 des Polizeiamts. Hügelſtraße 31 bis 33,
vorſprechen. Auf Wunſch werden die Mitteilungen vertraulich
behandelt.
Lokale Veranſtalkungen.
—Evangeliſche Stadtmiſſion, E. V.
Mühl=
ſtraße 24. Die General=Verſammlung findet am
Montag, den 9. Februar, abends ſtatt. Tagesordnung nach 8.
der Satzungen Alle Mitglieder ſind herzlich dazu eingeladen. Mit
der General=Verſammlung verbunden, iſt eine Mitglieder=
Aufnahme. Außerdem wird vom Leiter der Stadtmiſſion und
von den einzelnen Arbeitszweigen Bericht aus der Arbeit gegeben
werden Donnerstag, den 12. Fehruar abends, Vortrag von
Herrn Pfarrer D. Greiner: „Die Welt von heute und
das Chriſtentum”.
—Elternabend in der Stadtmiſſion. Der dritte
Elternabend dieſes Winterhalbjahres findet nicht, wie
urſprüng=
lich vorgeſehen am Sonntag, den 15., ſondern am Sonntag, den 22.
Februar, abends, im großen Saal der Stadtmiſſion ſtatt, Thema
dieſes Abends: „Mann und Frau im chriſtlichen Haus.”
— Samstag, den 7., und Sonntag, den 8. Februar, finden im
Hotel und Reſtaurant. Poſt am Hauptbahnhof die allſeits
belieb=
ten und noch in beſter Erinnerung von vorausgegangenen Jahren
ſtehenden karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen mit
Ballon=
ſchlacht und Tanz ſtatt. Die unermüdliche Hauskapelle ſorgt für
Stimmung und Humor. (Siehe heutige Anzeige.)
— Im Reſtaurant Bender iſt am Samstag, dem 7,
und Sonntag, dem 8. Februar, Konzert mit Tanz. (Siehe Anz.)
Oheh
Heſſiſches Landestheater Großes Haus, 20 Uhr, F7 r r=
„Schwanda, der Dudelſackpfeifer”. — Kleines Haus 20 Uhr:
Der Lumbeowend” — Orpheum. 20 Uhr: Herm.=Job=Gaſtſpiel.
Konzerte: Schloßkeller. Cafs Oper. Datterich. Cafs Ernſt=
Ludwig, Spaniſche Bodega, Reſt. Bender, Rheingauer
Wein=
ſtube, Zwölf Apoſtel. Alte Poſt, Bismarck=Eck. Herrngarten=
Café, Spaniſche Weinhalle, Hotel Poſt, Reſt. Palaisgarten,
Zum Schlußgarten, Odeon, Reſt. Leißler, Reichskrone Schul,
Thünger Brauſtübl, Theater=Reſtaurant. — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Maskenbälle:
Turn=
gemeinde, 20.11 Uhr, Woogsplatz; Freie Turngem,
20.11 Uhr. Rummelbräu; Sängerluſt, 20.11 Uhr,
Mathil=
denhöhſaal: Wanderkl Falke, 20.11 Uhr, Ludwigshöhe:
Sportpl=Reſt. am Böllenfalltor. — V. d. A., 19 Uhr, im
Saalbau: Bunter Ball.
Wie Ausstellung kommt-und damit0
sveitene Beweise fün Opels Rühnenschaft!
Im strahlenden Lichterglanz bewegen sich die Massen. Uberall Lärm —
Behauptungen-Versprechungen -Kritiken. Was auch immer die Aus-
stellung bringen mag, der weise Käufer sagt sich, daß er bei 1990 Mark
nie einen größeren Gegenwert für sein gutes Geld erhalten kann als.
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gesteiger-
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so-
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der Klasse bis zu 3000 Mark werden von Opel
ge-
baut) und die damit gegebenen günstigsten
Ein-
kaufsmöglichkeiten erklären den
außerordent-
lich hohen Gegenwert, den Opel seinen Käufemn
bietet. Also — Sie erhalten mehr für Ihr Geld,
wenn Sie Opel kaufen. Und der günstige Opel-
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Seite 7
Aus Heſſen.
Skarkenburg.
Dg. Arheilgen, 6. Febr. Wohnungsnot und
Wohnungs=
bauſtatiſtik. Die Wohnungsnot in unſerer Gemeinde iſt immer
noch ſehr groß. Zahlreiche Wohnungsſuchende konnten bei der Zuteilung
von Wohnungen nicht berückſichtigt werden. Die Bautätigkeit hat im
Jahre 1930 ganz erheblich nachgelaſſen. Veranlaßt durch die große
Geld=
knappheit und die allzu große Zinſenlaſt, hat ſich mancher Bauluſtige
von der Durchführung ſeines Bauvorhabens abhalten laſſen. In erſter
Linie iſt der Rückgang wohl darauf zurückzuführen, daß der heſſiſche
Staat infolge der großen Finanznot der Gemeinde nur noch die Hälfte
des Betrages des Vorjahres zum Zwecke der Erſtellung von Wohnungen
zuweiſen konnte. So wurden im abgelaufenen Jahre in hieſiger
Ge=
meinde im ganzen 20 Neubauten mit 38 Wohnungen erſtellt. Hiervon
entfielen auf 13 Neubauten mit 25 Wohnungen ſtaatliche Baudarlehen.
Gegenüber dem Jahre 1929 iſt im Jahre 1930 ein Rückgang der
Bau=
tätigkeit um nahezu 50 Prozent zu verzeichnen.
— Weiterſtadt, 6. Febr. Der Geſangverein „Germania”
ver=
anſtaltet am Sonntag, den 8. Februar, im Vereinslokal einen großen
Gala=Maskenball.
J. Griesheim, 6. Febr. Todesfall. Infolge eines Herzſchlages
verſchied ganz unerwartet im 51. Lebensjahre der Gaſtwirt des
Gaſt=
hauſes „Zum grünen Baum”, Herr Jakob Nothnagel 9.. Herr
Nothnagel war am Abend noch in ſeiner Wirtſchaft tätig und unterhielt
ſich in gewohnter und ſcherzender Weiſe mit ſeinen Gäſten, wo er bei
Bedienung derſelben plötzlich von einem Unwohlſein befallen wurde,
dem er bis zum Eintreffen des Arztes erlegen iſt. Mit ſeiner Familie
und ſeiner alten Mutter, deren einziger Sohn er war, trauert auch ein
großer Freundes= und Bekanntenkreis um den ſo plötzlich Verſchiedenen.
— Am Montag, 2. Februar, feierte Herr Schuhmachermeiſter Hellwig
Funk 3. in der Bahnhofſtraße hier ſeinen 86. Geburtstag. Herr
Funk erfreut ſich wie ſein Nachbar Jakob Rotenberger, der vor
kurzer Zeit ſeinen 87. Geburtstag feiern konnte, einer ausgezeichneten
Geſundheit und geiſtiger Friſche.
Ak. Nieber=Ramſtadt, 6. Febr. Gemeinderatsbericht. Auf
Vorſchlag der Finanzkommiſſion, die die Gemeinderechnung für 1929
vorgeprüft hatte, wurde dieſe unbeanſtandet begutachtet. Im
allgemei=
nen wurde feſtgeſtellt, daß die Verwaltung im Rahmen des Voranſchlags
gearbeitet hat und nur bei verſchwindend wenig Rubriken der
Voran=
ſchlagsbetrag überſchritten werden mußte. Die einzelnen
Rechnungs=
reſte ſind durch die ſparſame Wirtſchaftsweiſe recht befriedigend. Sie
betragen in der Betriebsabteilung 57 448,90 Mk.; in der
Vermögens=
abteilung 4917,60 Mk. beim Elektrizitätswerk 19 547,03 Mk.; beim
Waſſerwerk 11830,87 Mk. Anſchließend daran gab der Bürgermeiſter
das Reſultat der Reviſion der Gemeindekaſſe bekannt. Das Kreisamt
ſah ſich veranlaßt, dem Gemeinderechner für ſeine überaus
gewiſſen=
hafte, in keiner Weiſe zu beanſtandende Dienſtführung beſonderen Dank
auszuſprechen. Gegen die vom Gemeinderat beſchloſſene, am 1. April
I. J. in Kraft tretende Gemeindebierſteuer haben die hieſigen Gaſtwirte
Einſpruch erhoben. Der Gemeinderat hatte keinen Anlaß, dieſem
ſtatt=
zugeben, da die Steuer ja von den Brauereien zu tragen iſt und die
Gaſtwirte ſich bereits an dem eingetretenen Bieraufſchlag durch
Herauf=
ſetzung der Kleinverkaufspreiſe ſchadlos gehalten haben. — Der Heſſ.
Jagdklub, als Vertreter des Pächters der hieſigen Gemeindejagd, ſucht
darum nach, aus Anlaß des Wegzugs des Pächters ins Ausland den
Pachtvertrag, der noch zwei Jahre läuft, aufzuheben und die Jagd neu
zu verpachten. Der Gemeinderat lehnt eine Neuverpachtung zur
Jetzt=
zeit ab, ermächtigt aber die Verwaltung, mit dem Pächter wegen
Ein=
tragung eines anderen Liebhabers zu verhandeln. — Für die in
Aus=
ſicht genommenen Notſtandsarbeiten können die erforderlichen Geldmittel
im Wege der Darlehnsaufnahme vorerſt nur teilweiſe aufgebracht
wer=
den. Es wird daher beſchloſſen, mit den zur Verfügung ſtehenden
Mit=
teln zunächſt die Kanaliſierung der Hochſtraße ſowie die Errichtung des
erhöhten Fußſteigs mit Floßrinne dortſelbſt auszuführen. — Die letzthin
ſtattgefundene Holzverſteigerung, die ſich genau im Rahmen des Tarifs
bewegte, fand die Genehmigung des Gemeinderats.
— Nieder=Ramſtadt, 6. Febr. Geſangverein „Harmonie‟
gegr. 1863. Laut Beſchluß der Generalverſammlung fällt in dieſem
Jahre der Vereinsball aus. Hierfür findet am Samstag, den 7. Februar,
ein Theaterabend mit anſchließendem Tanz bei gutbeſetztem Orcheſter
ſtatt. Zur Aufführung kommt „Der Ozeanflieger”, ein Schwank in drei
Aufzügen von Paul Boden und A. Hopfſtock.
*Faſtnachtsbräuche auf dem Lande.
Ehe die Menſchheit in die Faſtenzeit eintritt, huldigt ſie nochmals
beſonders ſtark der Freude am Leben, die in der Faſchingszeit einen
gewiſſen Höhepunkt erreicht. Beſſeres, fettes Eſſen, Spielen und Tanzen
dienen dem Landbewohner zum Ausdruck ſeiner Lebensfreude genau wie
dem Städter die Herren= und Damenſitzungen” die Maskenbälle,
Koſtümfeſte uſw. Während Prinz Karneval in der Stadt, beſonders in
den Faſchingszentralen Köln, Mainz, München, oft ſchon am
Neujahrs=
tag ſeine Herrſchaft antritt, ſpürt man auf dem Lande vor dem
ſchmutzigen, d. h. fetten, gumpigen, unſinnigen Donnerstag (
Decken=
donnerſchdieſch) vor Faſtnacht nichts von ſeinem Treiben. An dem Tag
muß vielerorts ein Schwein ſein Leben laſſen; man beginnt nun mit
dem Backen fetter Kreppel, Faſtnachtsküchlein, Krapfen, Heetweggen.
Der Hauptfeiertag iſt der Faſtnachtsdienstag, manchmal ſogar der
Aſchermittwoch. Es hebt nun ein Singen und Spielen an bis in die
tiefe Nacht. In einigen Orten Oberheſſens wurde Faſtnacht noch vor
dem Kriege vom Faſtnachtsſonntag an eine Woche lang gefeiert.
Wäh=
rend ſich die Männer in ihrer „Männerſpinnſtube” mit Kartenſpielen
vergnügen, halten die Kinder, auch Burſchen und Mädchen, Umzüge,
bei denen ein in Erbſen= oder Roggenſtroh gehüllter Knabe oder
Bur=
ſche, der am Seil geführte Erbſenbär”, ſeine Künſte vorführt.
Viel=
fach wird auch Pferd und Wagen zum Faſtnachtszug verwandt. Die
übrigen Teilnehmer ſind ebenfalls verkleidet, in Oberheſſen oft als
„Hoſſen”, d. i. fahrendes Volk. So ziehen ſie durch das Dorf von
Haus zu Haus und verwenden die ihnen hierbei gereichten Gaben:
Eier, Speck Wurſt Geld uſw. in einem beſtimmten Hauſe zu einem
fröhlichen Mahl. Dieſe Umzüge finden im Vogelsberg oft am
Aſcher=
mittwoch ſtatt.
Der Erbſenbär iſt noch in der Eifel, in Weſtfalen, Schleſien,
Preußen und auch Schwaben zu Hauſe. Anderswo iſt noch der
Stroh=
mann (Strohpuppe) oder der Hanſl mit hoher Kappe Geſichtsmaske
oder nur geſchwärztem Geſicht, buntflickigem Gewand und dem
Schellen=
gurt die Hauptfigur. Die Hex, die lange Gret oder der Teufel treiben
oft ihr Weſen. In rheiniſchen Landen wurden die Heiſchelieder oft mit
dem „Rummelpott” begleitet, einem irdenen Topf, der mit einem Stück
der feinen, aber zähen „Fetthaut” (umſchließt beim Schwein die
Fett=
maſſe) feſt beſpannt war. Mit angefeuchtetem Daumen oder
Zeige=
finger wurde ein auf dieſem Fell befeſtigtes dickes Halmſtück auf= und
abwärts geſtrichen. Durch die dadurch entſtehenden Schwingungen des
Felles wurde ein dumpfer, hohler, ohrenbetäubender Ton erzeugt. Jetz:
tut meiſt eine trockene, mit einigen Erbſen gefüllte Schweinsblaſe die
gleichen Dienſte. Auch ſie verurſacht bei Schlägen mit ihr Geräuſche,
die ebenſo auf das Ohr wirken.
Doch nicht nur freudige Lebensbejahung zeigt ſich in den
Faſt=
nachtsbrauchen des Landvolkes, ſeine Bräuche ſind auch zu Faſtnacht
ſehr ſtark mit ſeiner Umgebung, der Natur draußen, ſeiner Arbeit,
ſeinen Sorgen verquickt, denn ſeine Erdverbundenheit iſt
natürlicher=
weiſe ungleich ſtärker als die des Städters.
So lockt man die Hühner am Faſtnachtstage in einen im Hof
ge=
zeichneten Kreis und füttert ſie darin mit allen an dieſem Tage
ge=
kochten Speiſen. Auch der Kreis aus Ketten oder Stricken, wie es
anderorts üblich iſt, ſoll dafür ſorgen, daß die Hühner nicht weglegen
oder vom Habicht geholt werden.
Damit die Felder des Landmannes die ſo notwendige Fruchtbarkeit
zeigen, werden den Frauen oder Mädchen von den Burſchen die Hände
oder Waden gepeitſcht, gefuet oder gefutelt. Recht derb geht es
manch=
mal zu. Die Burſchen ziehen Pflüge und Eggen, die von Frauen und
Mädchen beſetzt ſind, gar in den Bach. Sind während des Faſchings
drei ſchöne Tage, ſo gibt es eine gute Heu=, Korn= und Kartoffelernte.
Ein ſehr merkwürdig anmutender Brauch fand ſich in der
Graf=
ſchaft Mark. Dort beißen die Knechte die Mägde und am nächſten Tage
dieſe jene in die Zehen! und traktieren ſich mit Weißbrot und Schnaps.
Sehr zahlreich ſind die Bräuche um den Flachsbau, der durch die
fortſchreitende Induſtrialiſierung immer mehr zurückgeht. Der alte
Flachs muß bis Faſtnacht verſponnen ſein. Dieſes letzte Flachsſpinnen
wird durch Tänze gefeiert, wobei ſogleich der neue Flachs angetanzt
wird. Jeder will gern langen Flachs haben. Darum wurde beim
Faſt=
nachtstanz in Oſtpreußen ein Mädchen in einem weiten, mit Bändern
und Schleifen geſchmückten Reifen gefangen. Ihr Tänzer mußte ſie
dann in hohem Schwung herausheben. Je höher er ſeine Maid
ſchwang, deſto höher wurde der Flachs. In Pommern tanzte alles bis
zur älteſten Großmutter den „Hüppeldepüppel”, auch wenn ſie ſich an
Tiſch oder Bank feſthalten mußte, damit ſie nicht umfiel. In Thüringen
mußte ein Mädchen rückwärts vom Tiſch ſpringen, damit der Flachs
geraten kann, ebenſo in der Grafſchaft Mark. Intereſſant iſt der
Hoch=
länder oder das Flachsſtückel, das in Schleſien getanzt wird. Der Tanz
wird begleitet von einem Lied, in dem der Werdegang des Flachſes
geprieſen wirs.
Wenn de Flox geſeet is,
Do fängt a on zu keima,
Do loß wern keima, mei lieber Monn,
Ich ho mei Loſt und Freide dron,
Am Floxe, am Floxe, am Floxe.
Wenn der Flox gekeimet is,
Do fängt er on zu blin uſw.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 5. Febr. Holzverſteigerung. Die
nächſte und letzte Holzverſteigerung im Gemeindewald findet am
kom=
menden Dienstag, den 10. d. M., ſtatt. — Freiwillige
Feuer=
wehr. Die Vorbereitungen für das am 6. und 7. Jumi d. J.
ſtatt=
findende Jubiläumsfeſt ſchreiten rüſtig vorwärts. Die einzelnen
Aus=
ſchüiſſe ſind gebildet und bereits in Tätigkeit getreten. Die Meldungen
zum Ehrenausſchuß ſind in beträchtlicher Zahl eingegangen. Am
kom=
menden Sonntag nachmittag findet im Lokal von Hieronymus die erſte
Sitzung dieſes Ausſchuſſes ſtatt. — Gemeindebierſteuer. Gegen
die durch den Gemeinderat beſchloſſene am 1. April d. J. in Kraft
tre=
tende Gemeindebierſteuer haben die Gaſtwirte Einſpruch erhoben. In
der Gemeinderatsſitzung wird ſich der Gemeinderat darüber zu
entſchei=
den haben, ob er dem Einſpruch ſtattgeben und dafür eine andere
Steuer, etwa die Bürgerſteuer, einführen will.
G. Ober=Ramſtadt, 5. Febr. Odenwaldklubwanderung.
Am nächſten Sonntag, den 8. Februar, unternimmt die hieſige
Orts=
gruppe des Odenwaldklubs ihre dritte diesjährige Wanderung nach
Neuſtadt und über Duſenbach nach Höchſt. — Hobes Alter. Am
6. d. M. kann Herr Wilhelm Würtenberger, Aliceſtraße, bei voller
kör=
verlicher und geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag begehen.
G. Ober=Ramſtadt, 6. Febr. Holzverſteigerung. Am
Mon=
tag, den 9. Februar, findet im Gaſthaus „Zum Schützenhof”, hier, eine
größere Nutzholzverſteigerung aus verſchiedenen Forſtorten des
Ge=
meindewaldes ſtatt. Zum Ausgebot kommen Buchen=, Eichen=” Kiefern=,
Fichten= und Lärchen=Stämme aller Klaſſen und Fichten= und Lärchen=
Derbſtangen. (Näheres ſiehe Anzeige im D. T.)
f. Roßdorf, 6. Febr. Standesamtliches. Im Monat Januar
wurden regiſtriert: 3 Geburten und 2 Sterbefälle; Eheſchließungen
fan=
den nicht ſtatt. — Vereinsball. Der Geſangverein „Konkordia”
hält am Samstag, den 7. d. M., ſeinen traditionellen Jahresball ab.
er. Brensbach, 5. Febr. Bei der im Gaſthaus zur Poſt von der
Oberförſterei Höchſt abgehaltenen Holzverſteigerung aus den Waldungen
des Prinzen von Battenberg (Gemarkung Höllerbach) konnte man ſtark
anziehende Holzpreiſe gegenüber dem Vorjahre feſtſtellen. Hauptſächlich
war es beim Aufbieten von Brennholz zu beobachten. Dieſelbe
Preis=
ſteigerung konnte man vorletzte Woche bei der Holzverſteigerung in dem
hieſigen Gemeindewald wahrnehmen. Der Grund der erhöhten
Holz=
preiſe dürfte wohl darin zu finden ſein, daß in den Waldungen
durch=
ſchnittlich weniger Holz gehauen wurde.
* Nonrod, 6. Febr. Ehejubiläum. Der Maurer Joh. Friedr.
Berg, und ſeine Ehefrau Katharina geb. Seibert von hier können am
13. d. Mts. in ſeltener geiſtiger und körperlicher Rüſtigkeit ihr goldenes
Ehejubiläum feiern.
Ublen Mundgeruch beſeitigt man wie folgt: Drücken Sie
einen Strang Chlorodont=Zahnpaſte auf die trockene Chlorodont=Zahnbürſte
(Spezialbürſte mit gezahntem Borſtenſchnit), bürſten Sie Ihr Gebiß nun
nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erſt jetzt die Bürſte
in Waſſer und ſpülen Sie mit Chlorodont=Mundwaſſer unter Gurgeln s
gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überraſchen! Der mißfarbene
Zahn=
belag iſt verſchwunden und ein herrliches Gefühl der Friſche bleibt zurück. S
Verſuchen Sie es zunächſt mit einer Tube Chlorodont=Zahnpaſte zu 54 Pf.
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2305
Seite 8
Samstag, den 7. Februar 1931
Nummer 38
Sttaßenbericht
für die Woche vom 8. bis 14. Februar 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Heppenheim—Hemsbach vom 29. 12. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Lorſch-Hüttenfeld—Hemsbach bzw. Lorſch-Viernheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen—Oſtheim.
Friedberg—Wetzlar (zwiſchen Pohlgöns-Niedergleen bis zur
Lan=
desgrenze) vom 6. 10. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Lang=
göns.
Grünberg—Hungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: für den Schwerverkehr (über 2,5
Ton=
nen) Richtung Grünberg und Laubach über Langsdorf-Villingen—
Nonnenroth, Richtung Nidda über Trais—Horloff—Steinheim—
Rod=
heim.
Klein=Linden—Wetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Garbenheim-Dorlar—Atzbach—
Heuchelheim—Gießen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Verbindungsſtraße von dem Forſthaus Unterſchweinſtieg nach
Kei=
ſterbach von der Landesgrenze am Forſthaus Hinkelſtein bis
Bahnunter=
führung vor Kelſterbach vom 3. 12. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Niederrad—Schwanheim.
Neuſtadt i. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz
unter=
halb Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörfer Straße zwiſchen Botaniſchem
Gar=
ten und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Beck= und Erbacher Straße in Darmſtadt.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29.
12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden,
Ortsdurchfahrt Wieſeck vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
keitung: Rödgen und Lollar—Daubringen.
Cd. Michelſtadt, 5. Febr. Odenwälder Vereinigung für
Kunſt= und Wiſſenſchaft. „Auf Expeditionen im Jakutsgebiet
zur Ausgrabung eingefrorener Mammutleichen” hieß das Thema des
letzten Vortrages in der Odenwälder Vereinigung für Kunſt und
Wiſ=
fenſchaft. — Schon zur Zeit der Regierung Katharinas II. erhielt die
Ruſſiſche Akademie der Wiſſenſchaften des öfteren Mitteilungen über
Auffindung von Skelett= und Weichteilreſten der diluvialen Elefantenart,
des Mammut, in Nordſibirien. Pfizenmaher, der Redner des Abends,
nahm im Auftrage der Akademie an zwei Expeditionen teil, die im nörd=
lichen Sibirien Mammutkadaver ausgruben. Als Mitglied der erſten
Expedition führte ihn die Reiſe 1901 an die Bereſowka (Kolyma), das
zweitemal leitete Pfizenmaher eine Expedition, die einen am
Sanga=
jurachfluß gefundenen Kadaver zu bergen hatte. Die Schilderung der
Landſchaftsbilder Sibiriens, der unwegſamen Urwälder, der
eisſturm=
gepeitſchten Schneeflächen mit Kältegraden bis 55 Grad Celſius, der
breiten, ſich durch die unendlichen ſibiriſchen Weiten dahinwälzenden
Rieſenſtröme, vermitteln viel Unbekanntes aus dem fernen unerforſchten
Sibirien. Großes Intereſſe löſten auch die Mitteilungen über das
un=
bekannte Leben und Treiben der verſchiedenen Jäger= und
Nomaden=
ſtämme des rieſigen Jakutsgebietes aus. Pfizenmayer kam in engſte
Fühlung mit den Einwohnern des Landes, Jakuten, Tunguſen und
La=
muten, jenen Stämmen, die in ihrer Kultur noch Hunderte von Jahren
zurück ſind. Die erſte Expedition fand 400 Kilometer von der Kolyma
an deren Nebenfluß Bereſowka die Leiche eines Mammutbullen, in einer
Spalte diluvialen Inlandeiſes. Nach Lage des guterhaltenen
Tierleich=
nams war das Mammut auf einem Weidegang in die Spalte geſtürzt
und darin erſtickt. Etwa 30 000 Jahre lag das Tier gewiſſermaßen „
kon=
ſerviert” in Diluvialeis. Die Strahlen der ſibiriſchen Sommerſonne
brachten das Eis zum Schmelzen, und ſo kam die Leiche teilweiſe an die
Oberfläche. Durch Schichtendruck wies die Form des Mammuts eine
teilweiſe Deformierung auf, doch waren die Weichteile größtenteils gut
erhalten. Beim Fund der zweiten Expedition handelte es ſich um ein
Mammutweibchen, bei dem auch der vollſtändige Rüſſel gefunden wurde.
Sogar die Schleimhäute waren vorzüglich erhalten. Unter großen
Schwierigkeiten wurden von den Mitgliedern der Expedition die
gebor=
genen Weichteile der Mammuttiere nach Petersburg geſchafft, wo die
Akademie der Wiſſenſchaften die Präparierung und das Ausſtopfen der
Tiere unter der Leitung des Vortragsredners vornehmen ließ. Eines
der wichtigſten wiſſenſchaftlichen Ergebniſſe der Expeditionen des
Vor=
tragenden iſt die endgültige Feſtſtellung der wirklichen Form des
aus=
geſtorbenen Rieſentieres, die vorher in den Kreiſen der Wiſſenſchaft
noch immer umſtritten war. Pfizenmader hat nach den Ergebniſſen der
beiden Funde ein neues endgültiges Lebensbild des Mammut
rekon=
ſtruiert, das das Diluvialtier uns nach dem Stand der heutigen
For=
ſchung zeigt.
— Hirſchhorn, 6. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
5. Februar 1,75 Meter, am 6. Februar 1.70 Meter.
— Gernsheim, 6. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
5. Februar 1,12 Meter, am 6. Februar 0,95 Meter.
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mit antiseptisch wirk Zusatz.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Lohnkampf im Mainz=Wiesbadener Weinhandel. Seit 26, vorigen
Monats haben die Küfer in den Weinhandlungen ihre Tätigkeit
ein=
geſtellt, weil ſie zu den von den Weinhändlern angebotenen Lohnſätzen
nicht weiterarbeiten wollten. Der inzwiſchen angerufene
Schlichtungs=
ausſchuß zu Mainz hat in ſeiner Sitzung vom 2. ds. Mts. einen
Schieds=
ſpruch gefällt, durch welchen der Stundenlohn für den gelernten Küfer
von bisher 1 Mark für 3 Monate auf 95 Pfg. und für ſpäter auf 93
Pfg. herabgeſetzt wurde. Der Schiedsſpruch wurde von
Arbeitnehmer=
ſeite abgelehnt, von Arbeitgeberſeite angenommen und ſeine
Verbind=
lichkeitserklärung beantragt. Die Verhandlungen vor dem Herrn
Schlichter werden in den nächſten Tagen ſtattfinden. Trotzdem das
amtliche Verfahren noch nicht abgeſchloſſen iſt, haben verſchiedentlich
Ausſchreitungen der Streikenden ſtartgefunden. So
wurde z. B. vor einer Weinhandlung auf der Kaiſerſtraße ein
Arbeits=
williger geſchlagen. In einem anderen Falle wurde eine Büroangeſtellte
tätlich angegriffen. In einem weiteren Falle wurde im Hofe einer
Weinhandlung von eindringenden Leuten ein großes Stapel von Fäſſern
umgeworfen, ein beladener Handkarren umgeſtoßen, ſo daß ca. 100
ge=
füllte Flaſchen zerſchlagen wurden.
1.32, dito Waſſertiefe 3,42, dito Fahrtiefe 2,30 Meter.
Ad. Oppenheim, 6. Febr. Dem Stadtrat wurde in ſeiner
letz=
ten Sitzung mitgeteilt, daß es der Bezirksſparkaſſe durch den erhöhten
Zuſchuß für die Realſchule unmöglich ſei, auch noch für die Koſten zur
Wohlfahrt beizuſteuern. In begründeten Fällen ſollen den wirtſchaftlich
Schwachen die Steuern bis zur Höhe der vorjährigen Umlagen ermäßigt
werden. Nach einem Referat des Beigeordneten Rüffer ſoll durch die
3 beteiligten Gemeinden mit der Entwäſſerung der Rheinebene
begon=
nen werden, wobei die Ausgeſteuerten wöchentlich 6 Tage Arbeit
er=
halten. Zur Förderung der Bautätigkeit wird Stadtbaumeiſter Weber
mit der Ausarbeitung eines Profektes bzgl. Kleinwohnungsbau
beauf=
tragt. Für die Städtiſche Bibliothek werden 100 Mk. bewilligt. Am
27. März kommt ein Teil des ſtädtiſchen Weines zur Verſteigerung.
Ah. Nieder=Saulheim (Rheinh.) 5. Febr. Prof. Dr. Ohler
geſtorben. Gymnaſiallehrer a. D., Prof. Dr. Ohler, der im Jahre
1843 als Tünchermeiſtersſohn in Mainz geboren wurde, iſt in Nieder=
Saulheim, 88 Jahre alt, geſtorben.
Ah. Wolfsheim (Rheinh.) 5. Febr. Lebensmüde. Eine 72
jäh=
rige Frau, die ſeit einiger Zeit unter ſeeliſcher Depreſſion litt, machte
ihrem Leben durch Erhängen ein Ende.
Nachrichken des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 29. Januar: Wick, Helene, geb. Schürmann, 35
J., Ehefrau des Schachtmeiſters in Dieburg, hier Dieburgerſtr. 21;
Klier, Oswald, Schüler, 10 J., Wienerſtr. 52. Am 30. Januar:
Neu=
bauer, Wilhelm Valentin, Schuhwarenhändler, 67 J., Grafenſtr. 18.
Am 17. Januar: Geiersdörfer, Eliſabeth, geb. Schlapp, 62 J.,
Ehefrau des Kaufmanns, Schulſtr. 5. Am 30. Januar: Waldmann,
Eliſabethe, ohne Beruf, ledig, 16 J., Dornheimer Weg 72; Braun,
Anna, geb. Börner, 28 J., Ehefrau des Polizeihauptwachtmeiſters,
Ried=
lingerſtr. 44. Am 31. Januar: Schwerer, Martha, geb. Hartung,
68 J., Witwe des Kaufmanns, Wienerſtr. 56. Am 1. Februar: Koch,
Mathilde, 64 J., ledig, Privatin, Hochſtr. 35; Kraft, Georg,
Sozial=
renner, 83 J., Waldſtr. 25. Am 31. Januar: Weil, Wilhelmine, geb.
Jordan, 31 J., Ehefrau des Schloſſers, in Mörfelden, hier Grafenſtr. 9.
Am.2. Februar: Kramm, Karl, Weichenſteller i. R., 83 J.,
Schützen=
ſtraße 10; Lenz. Johann Peter, Hilfsarbeiter, 79 J..
Beſſunger=
ſtraße 82½: Steiger, Gottfried Engelbert, Maſchinenſchloſſer, 78 J.,
Bleichſtr. 43. Am 1. Februar: Rödling, Margarete, geb.
Hinde=
lang, 70 J., Ehefrau des Schneiders, Marktplatz 7. Am 2. Februar:
Dörr, Ludwig, Schloſſer, 76 J., Rhönring 91. Am 31. Januar:
Friederich, Heinrich. Veterinärrat i. R., 67 J.. Dieburg, hier
Grafenſtr. 9. Am 1. Februar: Dünkel, Albrecht, Fuhrmann,
Crum=
ſtadt, hier Grafenſtr. 9: Reeg. Anna Marie, geb. Keller, 70 J..
Laute=
ſchlägerſtr. 46. Am 31. Januar: Schäfer, Luiſe, geb. Metz. 70 J.,
Grafenſtr. 9. Am 2. Februar: Jung. Marie, geb. Appel 67 J..
Ehe=
frau des Steuerregiſtrators i. R., Kranichſteinerſtr. 33. Am 3. Februar:
Heil, Georg. Studienrat i. R., Profeſſor, 70 J.. Im Geißenſee 1. Am
5. Februar: Haury, Konrad, Zimmermeiſter, 58 J., Kiesſtr. 82. Am
2. Februar: Fröhlich, Georg, ſtädt. Vorarbeiter i. R., 69 J.,
Holz=
ſtraße 23. Am 4. Februar: Dieter, Ludwig, 2 J., Eberſtadt b.
Darm=
ſtadt, hier Grafenſtr. 9. Am 3. Februar: Blechner, Franz Heinrich,
Abteilungspräſident am Landesfinanzamt, 49 J., Annaſtr. 30;
Wag=
ner, Heinrich, Gärtner, 43 J., ledig, Dieburgerſtr. 234.
Kiichliche Nachrichken
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (7. Februar).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Sonntag Sexageſimä (8. Februar).
Kollekte in allen Kirchen für das evangeliſche Krüppelheim in
Nieder=Ramſtadt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
anſchlie=
ßender Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger. —
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. — Nachm.
5 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Abendfeier.
Die Stadtkirche iſt wochentags, von 9—4 Uhr, zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Vogel. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner,
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Vogel.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 10. Febr abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch,
11.. und Samstag, 14. Febr., nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule
der Stadtgemeinde — Freitag, 13 Febr., abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde, Poſaunenchor. — Samstag, 14.
Febr., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde,
Singekreis.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 8. Febr., abends
8 Uhr: Gemeindeabend der Kaplaneigemeinde. —
Jugendvereini=
gung der Stadtgemeinde. — Montag, 9 Fehr., abends 8 Uhr
Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung) — Dienstag,
10. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. —
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung) —
Mädchen=
vereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung).
Mittwoch, 11. Febr., nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
— Frauenverein der Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=Kreis).
Abends 6 Uhr: Bibelſtunde. Dekan Zimmermann.
Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloß=
kirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung).
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ält. Abtlg.).
Donnerstag, 12. Febr., abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukas=
gemeinde (jüngere Abteilung) — Freitag, 13. Febr abends
8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der
Markusgemeinde (jüng. Abtlg.). — Jugendbund der
Kaplanei=
gemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Lautenſchläger.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im
Diakonen=
heim. Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17.
Vorder=
haus. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und nachm.
(außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584,
Martinskirche. (Kollekte für das evang. Krüppelheim in
Nieder=Ramſtadt.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfärrer
Dr. Berger. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Mar=
tinsgemeinde Oſt. Pfarrer Beringer. — Abends 6 Uhr: Pfarrer
Beringer.
Mittwoch, 11. Febr., abends 8 Uhr; Bibelſtunde im
Mar=
tinsſtift: „Vierte Bitte des Vaterunſers” — Abends 8 Uhr:
Bibelſtunde im Gemeindehaus: 1. Moſe 16‟
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Sonntag,
nachm. 3 Uhr: im Gemeindehaus: Stiftungsfeſt des Kirchenchors.
— Montag, 9. Febr., abends 8 Uhr. im Martinsſtift:
Monats=
verſammlung der Helferinnen des Frauenvereins. — Dienstag,
10. Febr., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung.
Donnerstag, 12. Februar,
abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im
Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5:
Poſaunenchor. — Freitag, 13. Febr., abends 8 Uhr, im
Maxtins=
ſtift: Mütterabend (Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend (Weſt)
Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. — Vorm. 11.15 Uhr; Kindergottesdienſt.
Veranſtaltungen: Sonntag, 8. Febr., abends 8.15
Uhr im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26: Spielabend der
Jungen=
ſchaft: „Blut und Liebe” von Martin Luſerke. Eintritt 40 Pfg.
— Montag, 9. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor und
Mütter=
abend. — Mittwoch, 11. Febr., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30—5 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vor=
mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Becker.
Veranſtaltungen: Dienstag, 10 Febr., abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. — Donnerstag, 12. Febr., abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Kollekte für das
Krüp=
pelheim.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Irle.
Vorm. 11 15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Weiß. — Abends
6 Uhr: „Abendgottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 8. Febr., abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 9. Febr., abends 8.15 Uhr:
Mäd=
chenvereinigung. Mittwoch, 11. Febr., abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus über „Perſon und
Briefe des Johannes”. Pfarrer Weiß. — Abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde für den Weſtbezirk im Saal der neuen Trainkaſerne.
Pfarrer Irle. „Leben und Denken vom Evangelium aus.
Donnerstag, 12. Febr., abends 8 Uhr: Hauptverſammlung des
Frauenvereins mit muſikaliſchen Darbietungen. — 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung fällt aus! — Freitag, 13. Febr., abends
8 Uhr: Mädchenchor. 8.15 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 14.
Februar, abends 7.30 Uhr: Singekreis. — 8 Uhr:
Laienſpiel=
abend der Jugendvereinigung: Lapp im Schnakenloch”
Pauluskirche. (Kollekte für das heſſiſche Krüypelheim.) Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller. — Vormittags
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 8. Febr., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 9. Febr., abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. (Vortrag von Frl. Wojciechowſki.) — Dienstag. 10. Febr.
abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 11. Febr., abends
8 Uhr; Bibelſtunde. Pfarrer Müller. — Donnerstag, 12.
Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend. — Jugendbund. — Freitag,
13. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 14.. Febr.,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung (Bibelabend).
Stiftskirche. Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Abends
Waldeck. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
8 Uhr: Muſikaliſche Feierſtunde. — Ev. Sonntagsverein: Nachm.
4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 12. Febr., abends
8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4 Uhr:
„Kundgebung gegen den Karneval” in der Stadtmiſſion (nicht
Stadtkirche). Mitwirkung von gemiſchten und Poſaunenchören.
Jedermann herzlich eingeladen! — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8.30 Uhr:
Generalverſamm=
lung mit Mitgliederaufnahme. (Pflichtverſammlung für alle
Mitglieder.) Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde.
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends
8.15 Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Vortrag
von Herrn Pfarrer D Greiner: Die Welt von heute und das
Chriſtentum” (veranſtaltet von Stadtmiſſion und Kirchlich=
poſi=
tiver Vereinigung) — Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde
in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80. Herr Bringmann.
Samstag, abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24) Sonntagnachmittag
fallen die Jugendbundſtunden aus. Beteiligung an der
Kund=
gebung gegen den Karneval. — Abends 8.30 Uhr: Gebetsſtunde
für junge Mädchen. — Abends 8.30 Uhr: Spielkreis für junge
Männer und junge Mädchen. — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Mäd=
chenkreis. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. — Abends
8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Evang. Mädchenverein (Freundinnen=Heim, Sandſtraße 24).
Jeden Donnerstag abend 8.15—10 Uhr: Zuſammenkunft der
ortsfremden jungen Mädchen. — Jeden Mittwochabend ½9 bis
½10 Uhr: Abwechſelnd Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22
Infanterie=Kaſerne, Hof links), Hauptabteilung und Jungvolk:
Sonntag, nachm. 4 Uhr: Veranſtaltung zuſammen mit der
Stadt=
miſſion; es ſprechen Herr Pfarrer Köhler, Herr Studienrat Knöpp
und Herr Stadtmiſſionar Bringmann. — Mittwoch, abends 8.30
Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung: Verraten und Verlaſſen.
— Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Heimabend. — Dienstag, abends
8.30 Uhr: Jungvolkſtunde. — Freitag, abends 8.30 Uhr: Turnen.
— Mittwoch, nachm. 3.30—6 Uhr: Jungſcharſtunde für Buben
von 10—14 Jahren.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt,
Alexander=
ſtraße 22. Samstag, 7 Febr., nachm 4—5.30 Uhr: Singen und
Spielen, anſchl. Bibelſtunde. — Mittwoch, 11. Febr.. abends
8 Uhr: Heimabend für Treuburg. — Donnerstag, 12. Februar,
abends 8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Elifabethenſtraße). Sonntag, den 8. Februar, 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt. 11,20 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Möttlinger Freundeskreis: Montag, den 9. Februar, abends 8 Uhr,
im „Feierabend”, Stiftſtr. 51; Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr:
Wortverkündi=
gung. — Mittwoch. abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag,
abends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung.
Juternationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
3 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. Sonntags, vormittags
10 Uhr: Kinderverſammlung.
Methodiſten=Gemeinde (Ebang. Freikirche). Wendelſtadtſtraße
Sonntag, 8. Februar: Vormittags 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends
8 Uhr, Predigt. Thema: „Sehnſuchtslaut”. Prediger: E. Bültge.
Mittwoch, 11. Februar, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde.
Predi=
ger E. Bültge. Freitag, 13. Februar, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſions=
Verein.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag,
den 8. Februar, vorm. 9,30 Uhr: Andacht; 11.15 Uhr: Sonntagsſchule;
nachm. 3,30 Uhr: Evangeliumsverkündigung; abends 8 Uhr:
Jugend=
bundſtunde. Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Sonntag, den 8. Februar, vorm. 10 Uhr und nachm. 4 Uhr:
Evangeli=
ſationsverſammlung. (Prediger: L. Rutenſen, Frankfurt a. Main.) Um
11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8,15 Uhr: Jugendſtunde. Mittwoch,
den 11. Februar, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 13. Februar.
abends 8,30 Uhr: Gebetsſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3: Gottesdienſte
jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mitt=
woch im Monat, abends 8,15 Uhr. Thema am 8. Februar: Geiſt;
Pre=
digt: 2. Kor. 3, 17.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vormittags 8.30 Uhr:
Gebetsſtunde; vormittags 10 Uhr: Heiligungs=Verſammlung;
vormit=
tags 11.30 Uhr: Wegweiſer=Stunde; nachmittags 2.,30 Uhr: Kinder=
Ver=
ſammlung; abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. Montag, abends 8 Uhr:
Jugendliga. Dienstag, abends 8 Uhr: Mitglieder=Verſammlung.
Mitt=
woch, abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Heimbund. Freitag, abends 8 Uhr: Heiligungs=Verſammlung.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 8. Februax, 10 Uhr:
Gottesdienſt; abends 8 Uhr: Poſaunenchorabend im „Löwen”
Mon=
tag: Jugendverein. Dienstag, 6—T Uhr: Bücherausgabe; halb 9 Uhr:
Bibelſtunde. Mittwoch: Kirchenchor. Donnerstag: Poſaunenchor. —
Helferbeſprechung im Pfarrhaus. Freitag: Mädchenverein. Samstag:
Jugendverein.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. 8 Uhr:
Evangeliſations=
vortrag (Die Sünden der Gerechten). — Von Montag bis
Frei=
tag, jeden Abend 8.15 Uhr: Evangeliſationsverſammlung. —
Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Religions= und Erſatzunterricht für Kinder. Abends 8 Uhr:
Oeffentlicher Vortrag. — Montag: Heimabend und Singſtunde. —
Mittwoch: Armennähabend. — Freitag: Gebetsſtunde. — Samstag.
8.45 Uhr: Lehrerverſammlung, Sabbatſchule und Predigt.
Nach=
mittags 3 Uhr: Jugendſtunde.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I. Hindenburgſtr. (ehem. Kaſino).
Sonntag, den 8. Febr., vorm. 9,30 Uhr, und Mittwoch, den 11. Febr.,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54.
Sonntag, den 8. Febr., vorm. 9,30 Uhr, und Mittwoch, den 11. Febr.,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Sonntag, vorm. 9,45 Uhr:
Hauptgottesdienſt; anſchließend Kindergottesdienſt. Montag: 5.30 Uhr:
Mädchenjungſchar 2; 8 Uhr: Jungenabend. Dienstag, 8 Uhr:
Frauen=
abend. Mittwoch, 4 Uhr: Mädchenjungſchar 3: 5.30 Uhr:
Bubenjung=
ſchar 1: 8 Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, 2 Uhr: Nähſtube des
Frauen=
vereins; 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 2: 8 Uhr: Mädchenabend.
Frei=
tag, 5,30 Uhr: Bubenjungſchar 2: 8 Uhr: Führerkreis.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 8. Februar, 10 Uhr:
Gottesdienſt: 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Montag: Mädchengruppe.
Mittwoch: Bubengruppe. Donnerstag. 20 Uhr: Hauptverſammlung des
Frauenvereins im „Heſſiſchen Hof”: Lichtbildervortrag der
Mohamme=
daner=Miſſion.
Evangeliſche Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 8. Februar:
vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt; abends 8 Uhr:
Abendmahls=
gottesdienſt in Waſchenbach. Montag: Jugendvereinigung.
Diens=
tag: Jungmädchenverein. Mittwoch: Kirchenchor.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag:
Frauen=
verein. — Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor
Donnerstag: Jungmädchenverein. — Freitag: Jugendbund
Wart=
burg.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Eber=
ſtadt, Pfungſtädter Straße 71 (Reſtauration zur Harmonie);
Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr; „Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
beim i. O., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtudium mit Diskuſſion
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
bach, Darmſtädterſtraße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
hach, Darmſtädterſtraße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr;
Bibelſtudium mit Diskuſſion
Neuavoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädterſtr. 14.
Sonn=
tag, den 8. Februar, vorm. 930 Uhr, und Donnerstag, den 12. Februar,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonn=
tag, den 8. Februar, vorm. 930 Uhr, und Donnerstag, den 12. Februar,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
tag, den 8. Februar. vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 12. Februar,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 22.
Sonn=
tag, den 8. Februar, vorm. 930 Uhr, und Donnerstag, den 12. Februar,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauerſtr. 3.
Sonn=
tag, den 8. Februar, vorm. 930 Uhr, und Mittwoch, den 11. Februar,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburgerſtraße 22.
Sonn=
tag, den 8. Februax. vorm. 9.,30 Uhr, und Mittwoch, den 11. Februar,
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuavoſtoliſche Gemeinde Rüffelsheim. Mainzerſtraße 82.
Sonn=
tag, den 8. Februar, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 12. Februar,
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Ue
M
A
Die Eheleute Friedrich Sieß, Candskronſtraße 63, feiern am
10. Februar das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Hohes Alter.
Am 2. Februar feiern die Zwillingsbrüder Heinrich und
philipp Bernius, Landwirie in Reinheim, in
körperlicher und geiſiiger Friſche ihren
27. Geburtstag.
Nachruf.
Nohl
Vorſitzender
J. A.:
Dr. Kollbach
Schriftführer
Mitten aus ſeiner Arbeit, auf der Höhe ſeines
Wirkens, riß heute der Tod jäh unſer Ausſchuß=
Mitglied
Herrn Zimmermeiſter
Konrad Haurt
Landtagsabgeordneter u. Mitgl. d. Stadtrates
In ihm hat unſer Verein einen ſeiner Beſten
ver=
loren und in tiefer Trauer ſtehen wir an der
Bahre dieſes aufrechten Handwerkerführers.
Er=
füllt von den alten Idealen des deutſchen
Hand=
werks, war ſein kluger Sinn aufgeſchloſſen allen
Forderungen, die eine neue Zeit ſeinem
Berufs=
ſtande geſtellt hatte. Dem Handwerk gehörte
ſeine Liebe und ſein Stolz. Für die öffentlichen
Intereſſen hat er ſich aufgeopfert. Seine Klugheit,
ſein Fleiß und ſeine Tüchtigkeit gaben ſeiner
raſt=
loſen Arbeit den Erfolg.
Ein rechter Meiſter iſt von uns gegangen, ein
echt deutſcher Mann. Sein Andenken wird in
unſeren Reihen fortleben, unſer Dank für ſeine
großen Verdienſte nicht verlöſchen.
Ortsgewerbeverein und
Handwerkervereinigung Darmftadt.
Heute Nacht entſchlief ſanft nach kurzem Leiden
mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großoater und Onkel, der
Apotheker i. R.
Adolf Cuſtodis
im 86. Lebensjahr, verſehen mit den hl. Sterbe.
ſakramenten
In tiefer Trauer:
Eliſe Cuſiodis, geb Kinſcherf
Anna Schrod, geb Cuſtodis
Adolf Cuſiodis, Oberingenieur
Maria Neff. geb. Cuſiodis
Anne Cuſiodis, geb. Stöckinger
Dr. Franz Schrod, Miniſterialrat
Georg Karl Neff
und 6. Enkelkinder.
Heppenheim a d. B., Darmſtadt, Heidenheim a. d. Brenz.
6. Februar 1931.
Die Beerdigung ſindet Sonntag Nachmittag 3 Uhr in
Heppenheim vom Sterbehaufe, Waldſtraße 3, aus ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen. 2306
Nachruf.
Am 31. Januar ds. Js. verſtarb. der langjährige
Vorſitzende des Aufſichtsrates unſerer Kaſſe
Oetl Beintii Brirderic
Veterinärrat i. R.
im 68. Lebensjahr.
Der Verſtorbene gehörte dem Aufſichtsrat vom
1. Januar 1919 bis heute an und hat ſich während
dieſer Zeit um das Emporblühen unſerer Kaſſe
außerordentliche Verdienſte erworben.
Wir bedauern den Heimgang des Herrn Friederich
aufrichtig, und werden ihm ein ehrendes Andenken
bewahren.
Groß=Amſtadt, den 5. Februar 1931.
(2302
Die Direktion der Bezirksſparkaſſe
Groß=Umſtadt.
Todesanzeige.
Mitten aus arbeitsfreudigem Schaffen herausgeriſſen, verſchied am 5. ds. Mts.
unſer Mitglied
Her Zimmermeiſter Kohrad Hautg
Mitglied des beſſiſchen Landtages.
In ſeinem engeren Berufe, wie in der Geſamtorganiſation des heſſiſchen
Hand=
werks an führender Stelle ſtehend, hat der Verſtorbene allezeit ſeine großen
Kennt=
niſſe und reichen Erfahrungen ſeinem Berufsſtande gewidmet. In Stadt= und
Land=
parlament vertrat er die Intereſſen des Handwerks und Gewerbes in vorbildlicher Weiſe
und leiſtete beſonders als Vorſitzender des Steuerausſchuſſes des heſſiſchen Handwerks=
und Gewerbeverbandes außerordentlich wertvolle Arbeit.
Handwerk und Gewerbe werden ſeine Leiſtungen und Arbeiten nie vergeſſen
und dem hervorragenden Manne ein dauernd ehrendes Andenken bewahren. 2280
Darmſtadt, den 5. Februar 1931.
Heſſ. Handwerks= und Gewerbeverband
Nohl
Vorſitzender.
Schüttler
Geſchäftstührer.
Statt Karten.
Dankſagung.
Für die bielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und der
Kranzſpenden bei dem Tode meines lieben Gaiten, unſeres
lieben Paters, Großvaters, Bruders, Schwagers u. Onkels
Georg Fröhlich
ſagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten, ſowie der Freiw. Sanitäfskolonne v. r. Kr. und
dem Tiefbauamt unſeren innigſien Dank.
Frau Fröhlich Bwe.
Kinder und Enkel.
Dormſtadt, den 5. Februar 1931.
H
Elektrola
Schlager
KarnevalsklEnge E6 651
Eins ins Andere. EG 2089
Einmal amRhein. EG2086
Haſt Du ger üßt ein Kind
vom Rhein. E6 2142
Kling, klang, ſtoß
in=
mal an. EG 2065
Annemarie. E0 2143
Leiſe tönt dieAbendg oche
Eß 2141
Wenn du mal in Hawai
biſt EB 2130 (2338
G od night E6 2001
0 statt 20.—
Topgiend 23 m, nur 10.40
Statt Karten.
Dankſagung.
Innigen Dank allen denen, die unſrem
lieben Entſchlafenen durch ihr Geleite
die letzte Ehre erwieſen, innigen Dank
den Beweiſen herzl. Teilnahme, innigen
Dank für die zahlreichen Blumenſpenden
Innigen Dank vor allem Herrn
Pre=
diger Schramm Offenbach für ſeine
troſtreichen Wolte.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Neubauer Wwe.
Darmſtadt, den 5. Febr. 1931. (2285
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[ ← ][ ][ → ]ite 10
Kurt von Tepper=Laski,
der Senior der deutſchen Herrenreiterei, ſtarb
im 81. Lebensjahr. 260 Siege weiſt ſein
Reiter=
rekord auf, unzählig ſind die Siege der von ihm
trainierten Pferde. Für immer wird ſein Name
mit der Entwicklung und dem Anſehen des
deutſchen Rennſports verbunden ſein.
Das Zentrum der Stadt Haſtings.
Blick auf die Hauptgeſchäftsſtraße von Napier (Neuſeeland).
Die Zerſtörungen in den beiden neuſeeländiſchen Städten Napier und Haſtings haben ſich als ſo
ſchwer erwieſen, daß wegen der Seuchengefahr alle Einwohner (etwa 40 000 Perſonen) gezwungen
wurden, die Ruinen zu verlaſſen und Notquartiere aufzuſuchen.
Raubüberfall im U=Bahnhof.
Berlin. Ein frecher Ueberfall wurde
abends gegen 10 Uhr auf den Bahnſteigſchaffner
Ernſt des U=Bahnhofs Kloſterſtraße verübt. Der
U=Bahnſchaffner hatte um 9 Uhr die Kaſſe
ge=
ſchloſſen. Kurz nach 10 Uhr erſchien ein
hoch=
gewachſener Mann und ſchlug, ohne ein Wort zu
ſagen, auf den Fahrkartenverkäufer mit einer
eiſernen Stange ein, offenbar, um den
Bar=
beſtand der Kaſſe zu rauben. Der Ueberfallene
fiel in eine Fenſterſcheibe des Schalterhäuschens,
die er zertrümmerte. Dabei zerſchnitt er ſich die
Pulsader. Auf das Geklirr der Scheiben und die
Hilferufe eilten das Bahnperſonal und
Paſſan=
ten herbei und verſcheuchten den Täter, der in
Richtung nach der Stralauer Straße verſchwand.
Der ſchwerverletzte Schaffner mußte ins
Kran=
kenhaus gebracht werden.
Brand in der Metallwarenfabrik Auguſt Wellner
Ein Feuerwehrmann tödlich
verunglückt.
Aue (Erzgebirge). In der Nacht zum
Frei=
tag brach in der zu ebener Erde gelegenen
Glüherei der Metallwarenfabrik Auguſt Wellner
Söhne Feuer aus, das ſich ſchnell ausbreitete und
auch auf den im erſten Stockwerk gelegenen
Gürt=
lerraum übergriff, ſo daß das erſte Geſchoß bald
in hellen Flammen ſtand. Das Obergeſchoß
brannte völlig aus, auch die Kraftzentrale
wurde ſchwer beſchädigt. Der angerichtete
Scha=
den iſt ſehr erheblich. Bei der Bekämpfung des
Feuers ſtürzte ein 51jähriger Feuerwehrmann
aus fünf Meter Höhe herab und zog ſich hierbei
außer einem Schädelbruch noch mehrere
Rippen=
brüche zu. Er iſt am Freitagmorgen an den
Fol=
gen ſeiner Verletzung geſtorben.
Nummer 38
Reich und Ausland.
Zum 60. Todeskag Morik v. Schwinds
Moritz von Schwind,
der Maler des deutſchen Märchens und des
Zaubers der Romantik, ſtarb am 8. Februar
1871, alſo vor 60 Jahren, in München.
Rhyth=
mus der Kompoſition und inniges Eingehen auf
den Stoff, wie es beſonders die berühmten
Wartburg=Fresken zeigen, zeichnen von Schwinds
Bilder aus.
Mordanſchlag
In der Reichsbahndireklion Berlin.
Berlin. Am Freitag nachmittag, gegen
12½ Uhr, drang ein zunächſt unbekannter Mann
in das Arbeitszimmer des Direktors bei der
Reichsbahn, Zander, in der Reichsbahndirektion
Berlin, am Schöneberger Ufer, ein und gab etwa
fünf bis ſechs Schüſſe auf den Direktor ab, von
denen einer in die Schulter und einer in den
Oberſchenkel traf. Der Unbekannte tötete ſich
darauf durch einen Herzſchuß. Die herbeigerufene
Polizei fand bei dem Attentäter einen an die
Polizei gerichteten Brief, aus dem hervorgeht,
daß es ſich um den 50jährigen
Fahrkartenaus=
geber, jetzigen Unfallrentner Willy Freeſe,
wohnhaft Charlottenburg, Garde=du=Corps=Str.
14, handelt. Aus dieſem Brief geht hervor, daß
er einen Anſchlag auf den Direktor bei der
Reichsbahn, Kaſſack, beabſichtigt, der früher
Dezernent der Unfallrenten geweſen iſt. Der
Brief enthielt ferner drei Schlüſſel, die nach dem
Wunſche des Briefſchreibers ſeinen Angehörigen
übermittelt werden ſollten. Direktor Zander
wurde nach dem Eliſabeth=Krankenhaus gebracht.
Die Leiche des Täters iſt von der Polizei
be=
ſchlagnahmt worden. Da nach eigenen Angaben
ſein Attentat dem Direktor Kaſſack galt, iſt der
Direkor Zander, ein Mann von 59 Jahren, als
ganz Unbeteiligter das Opfer geworden. Der
Zu=
ſtand des Schwerverletzten iſt bedenklich.
Geldſpende eines holländiſchen Offiziers für die
Armen Berlins.
Berlin. Der holländiſche Offizier, der beim
Reit= und Fahrturnier den Großen Preis der
Republik in Höhe von 15 000 RM. gewonnen
hat, hat für die Armen Berlins 1000 Mark zur
Verfügung geſtellt.
Ludwig Renn an der öſterreichiſchen Grenze
abgewieſen.
Wien. Der bekannte deutſche pazifiſtiſche
Schriftſteller Ludwig Renn, der Verfaſſer der
Werke „Krieg” und „Nachkrieg”, ſollte am
Mittwoch abend in Wien eintreffen, um hier
zwei Vorträge zu halten. Renn wurde von
ſeinen Freunden vergeblich am Bahnhof
er=
wartet. Ihm war an der tſchechoſlowakiſch=
öſter=
reichiſchen Grenzſtation Gmünd die Einreiſe nach
Oeſterreich behördlich verboten worden, und
zwar, wie verlautet, weil Renn in der
kom=
muniſtiſchen Wiener „Roten Fahne” in den
letz=
ten Tagen Artikel veröffentlicht hat, in denen
er ſich in unzweckmäßiger Weiſe in die inneren
Angelegenheiten Oeſterreichs eingemiſcht hat.
— Man erinnert auch an eine Affäre, die Renn
kürzlich in Kopenhagen gehabt haben ſoll, wo er
im Rundfunk eine Vorleſung aus ſeinem Roman
„Krieg” halten ſollte, ſeinen Vortrag aber zu
kommuniſtiſcher Agitation benutzte, ſo daß der
Sender abgeſchaltet werden mußte.
Der Vaker des deutſchen
Hindernis=
rennſports geſtorben.
Samstag, den 7. Februar 1931
Fünkzig Jahre 21
Berlin.
Die Preußiſche Landwirtſchaftliche Hochſchule in Berlin
kann am 7. Februar auf ihr 50jähriges Beſtehen zurückblicken. Seit dem Jahre ihrer Gründung
hat ſie ſich ſchnell zu einer vorbildlichen Lehrſtätte theoretiſcher und praktiſcher Landwirtſchaft
ent=
wickelt.
Vor drei Tagen noch blühende Skädte — heuke ein verlaſſener Trämmerhaufen.
Rekkungsarbeiken im
Erd=
bebengebiet in Neuſeeland.
Bisher 80 Millionen RM. Sachſchaden.
Flüſſe ändern ihren Lauf.
London. Das Rettungswerk in dem
Erd=
bebengebiet von Napier iſt jetzt ſoweit
organi=
ſiert worden, daß die meiſten Verletzten nach
Palmerſton, Wanganui, Maſterton und
Friel=
dings abtransportiert werden konnten. Die
Hoſpitäler dieſer Städte ſind bereits überfüllt,
ſo daß die weiteren Abtransporte nach dem
Sü=
den der Inſel gelenkt werden müſſen. Die
Zahl=
der Verletzten beträgt über 1500, während die
Zahl der Todesopfer noch nicht feſtſteht. Doch
wird nach wie vor damit gerechnet, daß
an=
nähernd 1000 Menſchen ihr Leben verloren
ha=
ben. Der Abtransport vollzieht ſich zum größten
Teil in Automobilen und Wagen. Ein Teil der
Bevölkerung wird auch auf Schiffen
abtranspor=
tiert, die einen Pendelverkehr zwiſchen Auckland
und Napier durchführen.
Die Verſorgung der Bevölkerung mit
Nah=
rungsmitteln iſt geglückt. Die Telephon= und
Telegraphenverbindungen ſind teilweiſe wieder
hergeſtellt worden. Auch gelang es, den
Eiſen=
bahndienſt mit Haſtings und Napier wieder
auf=
zunehmen. Die Bergungsarbeiten werden
fort=
geſetzt. Sechs Krankenſchweſtern wurden noch
le=
bend aus den Trümmern eines Hoſpitals
ge=
zogen. Die Matroſen der Kriegsſchiffe bekämpfen
noch, immer die verſchiedenen Feuerherde und
führen zahlreiche Sprengungen von Häuſern
durch, um der Ausbreitung des Feuers Einhalt
zu gebieten. Aus der Luft aufgenommene
Pho=
tographien zeigen, daß das ganze Gebiet kreuz
und quer durch Erdſpalten zerriſſen iſt, die den
Verkehr auf den Straßen erſchweren. Nach den
letzten Meldungen aus dem Erdbebengebiet in
Neuſeeland wird der in den beiden Städten
Napier und Haſtings angerichtete Sachſchaden
auf insgeſamt 4 Millionen Pfund (80 Millionen
Mark) geſchätzt.
Wie aus dem Bericht eines Flugzeugführers,
der das Erdbebengebiet überflog, hervorgeht, iſt
die Küſtenlinie in einer Ausdehnung von etwa
200 Kilometern ſtarken Veränderungen
unter=
vorfen geweſen. Sämtliche Flüſſe in dem
Ge=
biet, deren Mündungen durch Geſteinsſtürze bei
dem Erdbeben verſtopft wurden, ſollen ſich jetzt
durch neue Mündungen ins Meer ergießen.
Vie=
erorts ſtürzten ungeheure Geſteinsmaſſen ins
Meer, wobei neue Küſteneinſchnitte entſtanden.
Rieſige Ueberſchwemmungen in Queensland.
London. Durch große Ueberſchwemmungen
ſind in Queensland rund 1000 Menſchen
obdach=
los geworden. Während der letzten 24 Stunden
fielen 40 Zentimeter Regen. Die Regenfälle
dauern mit unverminderter Heftigkeit an. Der
Fluß Brisbane iſt ungeheuer geſtiegen, ſo daß
mit einer vollſtändigen Ueberſchwemmung der
Stadt Brisbane gerechnet wird. Viele Häuſer
ſind bereits fortgeſchwemmt. Die Stadt iſt von
der Außenwelt abgeſchnitten. Viele Straßen
ſtehen vollkommen unter Waſſer. Zahlreiche
Straßenbahnwagen ſind im Waſſer ſtecken
geblie=
ben. Die Polizei mußte Hunderte von Menſchen
aus den Häuſern befreien, um ſie vor dem
Er=
trinken zu retten. Alle Schiffe müſſen den Hafen
verlaſſen, weil ſie durch Trümmer ſtark gefährdet
werden, die durch den Fluß mit reißender
Ge=
ſchwindigkeit herangeführt werden.
Ein Dorf durch Schnee von der Außenwelt
abgeſchnitten.
London. Der ſchwerſte Schneeſturm, der
ſeit 36 Jahren in Mittelengland erlebt wurde,
hat das Dorf Blanchland in Northumberland,
von der Außenwelt vollſtändig abgeſchnitten.
Der Schnee liegt über zwei Meter hoch, ſo daß
der Omnibus= und Poſt=Verkehr eingeſtellt
wer=
den mußte. Seit vier Tagen iſt keine
Verbin=
dung mit dem Dorf möglich geweſen.
Tod eines bekannten engliſchen Kriegsfliegers.
London. Der bekannte engliſche
Kriegs=
flieger Commodore Samſon, iſt am Donnerstag
im Alter von 48 Jahren geſtorben. Samſon war
mit einer der Schöpfer der engliſchen
Luft=
ſtreitkräfte und nahm an zahlreichen
Luftkämp=
fen in Flandern teil. Seine verwegenen Taten
beim Luftkrieg brachten ihm den Beinamen
„Wageteufel Samſon” ein.
Die ſchönſte Frau Europas.
Paris. Zur Schönheitskönigin von Europa
wurde die 20jährige „Miß France” Jeanne
Juilla, gewählt. Aus den zwanzig
Kandida=
tinnen der europäiſchen Länder waren zunächſt
ſechs, nämlich die Vertreterinnen von Frankreich,
Deutſchland. Oeſterreich, der Türkei, Eſtlands
und Belgiens für die engere Wahl ausgeſchieden
worden.
Jeanne Juilla,
[ ← ][ ][ → ]Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Seite 11
*Parum Frank O’Neill nicht mit „Pſt” gewann.
Von Kaſimir Edſchmid.
Die Geſchichte, die erzählt, warum ein braber iriſcher
Sports=
mann namens Frank O’Neill mit ſeinem Bobfleigh „Pſt” den
Derby=Pokal in St. Moritz verlor, beginnt am Start der Creſta=
Bahn, tvo ein Bober im Grunde nichts zu tun hat, und ſchließt
mit der Belehrung, daß niemand ſich zu gleicher Zeit zwei
Lieb=
habereien zuwenden möge, und ſei er auch noch ſo begabt für
beide.
Wäre der junge Ire, ſtatt um 12 Uhr auf der Bobſleigh=Bahn
ſein tägliches Training zu machen, das bei einem Bober ja nur
zwei Minuten in Anſpruch nimmt, denn mehr darf er unter
keinen Umſtänden brauchen ... wäre der junge Frank O’Neill
nicht ſchon um 10 Uhr auf der Creſta=Bahn erſchienen, um auch
für die Skeleton=Rennen zu trainieren, ſo hätte er ohne Zweifel
das Derby für Bobſleigh gewonnen. Er verlor es jedoch nicht
etwa, weil ihn das zweite Training für Skeleton überanſtrengt
hätte, ſondern weil er dabei eine Bekanntſchaft machte, die ihm
ſportliches Glück nicht bringen ſollte.
Der junge Ire hatte für den Bob „Pſt” eine nette
Geſell=
ſchaft beiſammen. Sir Henry Hill, L. J. Bucher, C.
Lichten=
berger und D. Olavegoya . . . und gegen dieſe vier ehrenwerten
Leute war es nicht ganz richtig gehandelt, daß er auch noch
Skeleton trainierte, denn als Führer des Bobs hatte er die
Ver=
antwortung für die vier Leben und für die Chancen der vier
Leute, die in gewiſſem Sinne den Schmuck der Länder England,
Schweiz, Oeſterreich und Argentinien darſtellten.
Andererſeits hatte Frank O’Neill einen Ueberſchuß an
Sportstalenten, einen ſo lächerlichen Ueberſchuß an Fähigkeit,
ſich ihm unbekannte Sportarten gefügig zu machen, daß er es
wohl verantworten konnte, auch Skeleton zu proben — denn
Skeleton fährt man ja allein. Und wie fährt man es allein,
wie der Blitz, aber Skeleton war nicht ſo ſchwer zu fahren wie
einen Bob von fünf Perſonen zu leiten, das war ſchon wahr . .
aber Skeleton war im Grunde eben doch der ſchönere Sport.
Und ſo trainierte Frank O’Neill ruhig auch Skeleton und kam
nicht auf den Gedanken, daß er die Sieg=Chancen der
ausge=
zeichneten Männer aus vier Staaten und dabei einem noch ſo
entlegenen Staat wie Argentinien gefährdete, wenn er zufällig
beim Trainieren ſein Geſicht im Hundertkilometertempo gegen
die Eiswand einer Kurve geſchlagen hätte. Er kam nicht auf die
Idee, daß er bei dieſer Gelegenheit ſtürzen könne, denn er
be=
ſaß bei ſonſt ſehr liebenswerten und beſcheidenen Eigenſchaften
eine bereits erwähnte Ueberfülle an Fähigkeit, ſich ihm
unbe=
kannte Sportarten gefügig zu machen. Er war zum Beiſpiel;
nach acht Tagen, die gerade erſt dem Skilauf gewidmet hatte,
bereits über eine Schanze geſprungen, ohne davon auch nur ein
Wort zu erwähnen, denn er war kein Rekordmann aus
Eitel=
keit, ſondern er war einer jener Rekordtalente, die ihre Rekord=
Zeiten mit dem handwerklichen Eifer herausfahren, mit dem
japaniſchen Schnitzkünſtler tauſend Figuren in einen
Säbel=
griff ſchneiden, mit einem etwas nutzloſen, aber braven
Pflicht=
gefühl und einer endloſen und nicht ſehr intelligenten Geduld.
Nun iſt zehn Uhr eine ſehr frühe Zeit, um zum Trainieren
auf der Creſta=Bahn anzutreten, denn die Skeletonfahrer, die
ſich nur ein paarmal am Tag für etwas über ſechzig Sekunden
bemühen müſſen, um ihre Strecke abzufahren, unterliegen
ſtren=
gen Verpflichtungen, welche ſie bis tief in die Nacht zu den
Sklaben vieler Damen und vieler Herren machen, die ſie auch
dann vergöttern, wenn ihre zerſchundenen Naſen und ihre
blau=
geſchwollenen Augen ihnen das Ausſehen von verkleideten
Strolchen geben. Und eben aus dieſem Grunde, daß der junge
Ire ſo früh trainierte und daß ſo früh faſt niemand auf der
Creſtabahn erſchien, ergab es ſich, daß er immer nur einen und
denſelben jungen Mann dort antraf, der ebenfalls trainierte,
und der ebenfalls wie er ſelber ein rundes Geſicht und
Sommer=
ſproſſen beſaß. Und dieſer junge Mann war richtig nett.
Punkt zehn Uhr erſchien alſo Frank O’Neill jeden Tag, und
Major Williams, der den Start bediente, machte ihm jedes Mal
ein Zeichen, daß ſchon jemand auf der Eisbahn unterwegs ſei.
Der Ire ſchnallte ſich langſam ſeinen Fallhelm auf den Kopf,
dann ſchnallte er ſich Polſter über die Knie, darauf zog er
Scharniere über die Schienbeine, dann ſchnallte er ſich Polſter
über die Ellenbogen und am Schluß befeſtigte er einen rieſigen
Stachelkranz an der Spitze ſeiner Schuhe und ſetzte ſich nach
dieſer Tätigkeit auf ſeinen Skeleton und wartete, bis Major
Williams telephoniert hatte, und von dem Turm, der die ganze
ſteile Bahn überblickte, die Nachricht kam, daß die Bahn nun
frei ſei. Daraufhin warf ſich der Ire auf das kleine
Stahl=
inſtrument, das auf Kufen lief, oben aber verſchiebbar war und
größer und kleiner unter ſeinem Bauch gemacht werden konnte
. . ., er warf ſich auf dieſen ſcharf geſchnittenen kleinen
krie=
geriſchen Schlitten, und, den Kopf mit dem Sturzhelm voran,
die Beine ausgeſtreckt, jagte er die Creſtabahn hinunter, die nicht
ſo lang und nicht ſo kurvenreich wie die Bobfleighbahn war.
Unten angelangt, trabte der Ire langſam wieder zum Start
hinauf und holte unterwegs den jungen Mann ein, der vor ihm
gefahren war, den jungen Mann, der ähnlich wie er ſelber
aus=
ſah, nur dünner.
„Hallo, wieviel Zeit hatten Sie, Mr. ONeill?”, fragte der
andere dann.
„59 Sekunden”, ſagte der Ire. „Und Sie, Mr. Bott?”
„60,3”, ſagte Mr. Bott, „das iſt ſchlecht.”
„Das iſt gut” ſagte O’Neill, „denn der Rekord iſt 58 Sek."
„Dann iſt meine Zeit ſogar ſehr ſchlecht”, ſagte Mr. Bott und
ſah dem Iren in die Augen. Frank O’Neill bemerkte in dieſen
Augen einen Ausdruck, der ihm ſagte, daß der junge Mann,
deſſen Namen er noch in keiner Skeleton=Reiter=Gewinnliſte
ge=
leſen hatte, den Ehrgeiz beſaß, den Rekord zu brechen.
„Der Ire räuſperte ſich. „Ich vermute”, ſagte er mit einem
Ausdruck von Reſpekt, den ihm dieſer Ehrgeiz abnötigte, „daß
Sie in der zweiten Kurve nicht hoch genug am Rand
hinauf=
gehen und dadurch etwas Schwung verlieren.”
„Sie ſind ſehr freundlich”, ſagte Mr. Bott, und tatſächlich
kam er auf 59,2 Sekunden bei der nächſten Probe. Dann kam er
auf 58,2 Sekunden. Das war für eine Trainingsfahrt eine
wunderbare Zeit, denn kein Menſch der Welt fährt auf einer
Trainingsfahrt ſo toll, wie er beim Rennen ſelbſt fährt.
Mr. Bott und Mr. O’Neill waren beide zufrieden mit dem
Reſultat und gaben ſich nun gegenſeitig Winke.
Das ward eine prächtige ſportliche Arbeit nunmehr
zu=
ſammen und wäre noch ſchöner geweſen, wenn nicht plötzlich
Henry Hill dem unerwarteten Anfall einer
Blinddarmentzün=
dung ſich hätte beugen müſſen, und infolgedeſſen als Begleiter
auf dem Bobfleigh „Pſt” für alle Fälle ausſchied. Das war
ein mächtiger Kummer für O’Neill und er kam an dem Morgen,
wo er es erfuhr, mit einem ſchweren Kopf auf die Creſtabahn
denn ein „Team”, das einmal eingefahren iſt, kann man kaum
wieder richtig auffüllen, wenn es auseinanderfällt. Und er juhr
an dieſem Tag ſo ſchlecht, daß er faſt 59,3 Sekunden brauchte,
und ſo ſchlecht hätte er nun wirklich nicht zu fahren brauchen.
Das fiel auch Mr. Bott auf, und es folgte eine diesbezügliche
Bemerkung von dem jungen Bott. Auf dieſe Bemerkung hin
ſah Frank. O’Neill einen Augenblick lang Mr. Bott in die
Augen und ſchlug ihm dann vor, an Stelle von Sir Henry in
ſein Boblleigh=Team einzutreten. Das war eine außerordentliche
Ehre und eine faſt unwahrſcheinliche Vertrauenskundgebung
aber Mr. Bott lehnte zu Mr. O’Neills ſprachloſem Enſetzen
rundweg ab. Nachdem der Ire ſich erholt hatte, erbat er von
Mr. Bott die Gründe für die Ablehnung, und der junge dünne
Mann brachte einige davon vor, die ſein Gewicht betrafen und
dergleichen, aber die Gründe waren ohne Durchſchlagskraft. Dies
bewies der Ire dem anderen klipp und klar, und der Erfolg war,
daß Mr. Bott ſich von neuem weigerte, was nun allerdings
ſchon eine richtige Beleidigung war. Dem gab der Ire leiſe
Ausdruck, woraufhin Mr. Bott errötete und erklärte: „Ich halte
mich wirklich nicht für geeignet, Mr. O’Neill, aber wenn meine
Weigerung Sie kränkt, dann will ich gerne auf „Pſt” mitfahren
ſtatt Sir Henry Hill, aber Sie müſſen mir verſprechen, daß Sie
mir keinen Vorwurf machen, falls Sie durch mein Mitfahren
nicht gewinnen."
„Das will ich weiß Gott verſprechen”, ſagte der junge Ire
daraufhin, „denn wenn Sie auch leichter ſind wie Sir Henry,
ſo haben Sie mehr Gefühl für das Sich=Legen in der Kurve.
als dieſer Herr hatte, der heute in Samaden am Blinddarm
operiert wird. Möge er noch lange leben.”
Daraufhin trat Mr. Bott in die Mannſchaft des Bobſleigh
„Pſt” ein, und die drei Herren Lichtenberger, Olavegoya und
Bucher fanden, daß Mr. Bott ein guter Partner war. Er hatte
Gefühl für die Bob=Bahn, was Creſta=Bahn=Reiter gewöhnlich
nicht haben wegen der ſo ausſchweifend verſchlungenen Kurben
am Sunny Corner und am Horſeſhoe Corner . .. er hatte
Gefühl für den Moment, wo der Bob „Pſt” nur zentimeterbreit
vom oberen Rand der meterhohen Kurve im
Hundertkilometer=
tempo lag .. er hatte Gefühl für dieſe hervorragenden
Momente, wo der Bob=Fahrer beim Ueberſchlagen des Bobſleigh
ſich die Knochen zerſchmettern und die Nieren zerſtoßen muß..
er hatte Ruhe, Kälte und Vernunft. Und alle Welt, außer
Mr. Bott, war zufrieden. Die zwei letzten Tage vor dem Derbh
übten ſie nicht mehr auf der Skeletonbahn, und der erſte
Renn=
tag des „Derby”=Cup mit zwei Abfahrten ging mit 1,39 und
mit 1,40 Minuten vonſtatten. Rekordzeit.
„Ausgezeichnet, Mr. Bott” ſagte O’Neill am Ende der
zweiten Fahrt. Mr. Bott verſchwand aber ſofort, als der zweite
Lauf abſolviert war.
Am folgenden Tag machten ſie, weil es ſehr ſonnig war und
die Sonnenſegel am Sunny Corner nicht genug ſchützten, 1,41
und 1,43 Minuten. Der junge Ire hatte kalt wie ein Automat
auf dem Bauch gelegen und das Rad geſteuert — und es war
ein famoſes Rennen geweſen. Die anderen Bobs „Vier Aſſe”,
„Ventre a terre” und „Death” waren alle um 1,50. Minuten
herum geblieben. Der Bob „Pſt” hatte den Pokal gewonnen,
und alle vier Herren freuten ſich, ob ſie nun in Oeſterreich oder
in Argentinien geboren waren. Es war dieſelbe
Sportsmann=
freude, und alle fühlten ſich äußerſt wohl.
Nun aber war am Anfang dieſer Geſchichte geſagt worden,
daß der junge Ire Frank O’Neill das Derby zu ſeinem
Kum=
mer nicht gewonnen hätte, was er ſoeben jedoch ohne Zweifel
auf „Pſt” in derſelben Geſchichte gewonnen hat, und dies
be=
darf einer Erklärung, die in Geſtalt eines rüſtigen Mannes
namens Major Stewart nahte, der am Mittag, ehe die
Preis=
verteilung ſtattfand, Frank O’Neill in ſeinem Hotel beſuchte und
ihm eine Mitteilung machte, bei welcher der junge Ire äußerſt
verwirrt wurde und der zufolge er einſah, daß er das Rennen
beſtimmt nicht gewonnen hatte. Denn die Bedingungen des
„Derby=Cup” beſtanden unter anderem darin, daß das Rennen
von fünf Männern ausgefahren würde. Es war aber nicht
von fünf Männern ausgefahren worden.
„Ich weiß nicht”, ſagte O’Neill, als er am nächſten Tag.
einer dünnen, ſommerſproſſigen, nicht ſehr hübſchen, aber
raſſi=
gen jungen Dame gegenüber ſaß, „ob das ganz fair war, was
Sie da gemacht haben, Mrs. Bott.” Und wie dies bei
Englän=
dern in ſolchen Lagen üblich iſt, ſah er reichlich kummervoll in
den Himmel hinauf.
„Ich verſichere Sie”, ſagte die junge Dame, „daß ich keine
Ahnung hatte, daß bei dieſem Rennen keine Damen zugelaſſen
ſind.”
„Ja aber warum haben Sie ſich denn zuerſt geweigert und
haben mir ſchließlich das Verſprechen abgenommen, daß ich
Ihnen nunmehr keinen Vorwurf machen darf, falls die Sache
Ihretwegen ſchief ging”, ſagte Frank O’Neill mit erbitterter
Stimme.
„Dieſes”, erwiderte Fräulein Bott etwas lächelnd, „hatte
einen ganz anderen Grund, da ich, was Sie nicht wiſſen
konn=
ten, die Nichte von Sir Henry bin und doch ganz natürlich ihm
zur Seite bleiben mußte, als er wegen ſeiner
Blinddarment=
zündung nach Samaden transportiert wurde. Darum, nicht
wahr, konnte ich nicht für meine Perſon in dieſem Rennen
ein=
ſtehen. Ich kann Ihnen aber ſagen, daß Sir Henry gut operiert
worden iſt und Sie grüßen läßt.”
„Möge er lange leben”, ſeufzte O’Neill und ſtand auf,
er=
freut darüber, daß er der jungen Dame keinen, auch keinen
innerlichen Vorwurf, zu machen hatte bezüglich des Umſtandes;
daß ſie nicht ganz einwandfrei ſportlich ſich benommen hätte. ..
und mit dieſem anſtändigen Gefühl verläßt der junge iriſche
Held nunmehr auch dieſe Geſchichte, die auf der Creſtabahn mit
einer proviſoriſchen Belehrung ſchon angefangen hat, und nun
mit derſelben Belehrung wieder endet, es möge niemand, und
wenn er noch ſo begabt dafür ſei, zwei Dinge zu gleicher Zeit
tun, die ihm am Herzen liegen.
Geſchäftliches.
Die Deutſche Eigenheim=Geſellſchaft beſteht ſeit dem Jahre 1927
und zählt heute ſchon über 3000 Mitglieder; ſie hat bereits über 2
Mil=
lionen Goldmark in zinsfreien, unkündbaren Darlehen an ihre
Mit=
glieder verteilt. Bemerkenswert iſt noch, daß die Bedingungen der
Deut=
ſchen Eigenheim=Geſellſchaft dem kommenden Geſetz genügen werden.
Schon wegen ihres ſo ſtark ausgeprägten Schutzes der ſparſchwachen
Bauſparer kann man ſie heute zu den beſten Deutſchen Bauſpar=
Inſti=
tuten zählen.
Veranwornich für Poliſt und Wirſchaſt: Rudolf Maupe, ſür Feuſſeion, Reich, umt
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Spori: Karl
Böhmann=
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer ; für.
„Die Gegenwart”,„ Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Wiliy Kuhle:
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtiadt.
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Seite 12
Samstag, den 7. Februar 1931
Nummer 38
Sport, Spiel
Am die Süddeukſche Handball=
Meiſtelſcäft.
Polizei 5B. Darmſtadt — Sb. 98 Darmſtadt.
In der Weſtgruppe um die Süddeutſche Meiſterſchaft ſtellt
zweifel=
los das für Sonntag anberaumte Treffen der beiden Darmſtädter. Mei
ſtermannſchaften das wichtigſte Spiel der Vorrunde dar. Da ſich hier die
beiden punktgleichen Tabellenführer gegenüberſtehen, wird dieſes Spiel
darüber Aufſchluß geben, welcher der beiden beteiligten Darmſtädter
Vereine am Ende der Vorrunde Tabellenerſter ſein wird, und deshalb
mit beſſeren Ausſichten auf die endgültige Meiſterſchafterringung den
Endkampf der Rückrunde aufnehmen kann. Die Bedeutung des Spieles,
das auf dem Schupoſportplatz nachmittags 3 Uhr beginnt, bringt es mit
ſich, daß beide Vereine bemüht ſind, ihre ſtärkſten Aufſtellungen
heraus=
zubringen.
Polizei ſtellt folgende Mannſchaft:
Bordt
Link
Walter
Brack
Pfeiffer
Uihnmacht
Jans
Schliffer
Huber
Rößler.
Bohl
Falls Jans von einer bei Ausübung des Skilaufens zugezogenen
Verletzung nicht hergeſtellt ſein ſoll, wird Schmitt den
Mittelſtür=
merpoſten einnehmen. Der Polizeiſportverein läßt ſich alſo durch ſeine
altbewährte Mannſchaft dertreten, wobei nur Rößleu, der frühere
Mit=
telſtürmer von Mainz 05, als neue Kraft angeſehen werden kann.
Die 98er, die auf Jäger und Fuchs verzichten müſſen, werden
bor=
ausſichtlich mit folgenden Spielern den Kampf beſtreiten:
Henß
Förſter
Rothenburger
Delp
Pabſt
Dittmar
Feigk.
Fiedler
Werner
Freund
Neuter
Daß der Ausgang des Spieles durchaus offen iſt, braucht wohl
nicht beſonders betont zu werden. Die 98er waren ſvohl während der
Bezirksſpiele in beſſerer Form als der Gegner. In der Zwiſchenzeit
haben ſich jedoch die Leute um Jans wieder ſtark herausgemacht,
wäh=
rend die ſtabile Form des Sportvereins durch die Anſtrengungen bei den
Verbandsſpielen etwas gelitten hat. So wird letzten Endes die beſſere
Tagesform der einen oder anderen Mannſchaft den Ausgang des
Spie=
les entſcheidend beeinfluſſen, womit dieſer auch bedingt ſein wird, welche
Elf den Kampf mit den beſſeren Nerven aufnehmen wird.
Wir möchten nochmals das Publikum darum erſuchen, die
Vorgänge auf dem Spielfeld ruhig und vernünftig zu verfolgen und
nicht durch beleidigende Zurufe die Spieler einer Partei in ihrer
ſport=
lichen Ehre herabzuſetzen. Die ſpielleitende Behörde wird zſveifellos
durch Berufung eines tüchtigen Schiedsrichters die beſte Grundbedingung
für die reibungsloſe Spielabwicklung ſchaffen.
Polizei Sb. Darmſtadi.
Am vergangenen Sonntag weilte die 1. Handballmannſchaft in
Lampertheim bei dem dortigen Turnberein (Sonderklaſſe) und unterlag
mit 4:3 Toren. Das Reſultat iſt für die Mannſchaft ein Achtungserfolg.
Das Spiel war überaus fair, und wurde von einem Herrn aus
Bür=
ſtadt vorzüglich geleitet. Sehr lobenswert iſt die Gaſtfreundſchaft der
Lampertheimer Turner. Am kommenden Sonntag findet hier das
Rück=
ſpiel ſtatt. Es beginnt 1.45 Uhr vor dem Ligaſpiel Polizei gegen
Sportv. 98. Die Damen des Polizei=SV. müſſen nach Frankfurt zu
den Eintrachtdamen. Es wird ein ausſichtsloſer Gang ſein. Das Spiel
beginnt um 2.15 Uhr. Abfahrt 12.57 Uhr. Die 1. Jugend ſpielt um
10 Uhr in Eppertshauſen, die 2. Jugend um 11 Uhr im Stadion gegen
1. Jugend 98.
Reichsbahn Darmſtadt 2. — Nieder=Ramſtadt 1.
Kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſtehen ſich obige
Mann=
ſchaften auf dem Reichsbahnplatze gegenüber. Da beide Vereine ihre
Kräfte noch nicht miteinander gemeſſen haben, darf man auf den
Aus=
gang des Spiels geſpannt ſein.
t Reichsbahn
Vorher treffen ſich die Jugendmannſchaften.
Eine Niederlage wettzumachen.
Handball in der 9.2.
Gauſpieltag um 1 Uhr in Bickenbach.
Zum Rückblick und zur Auswertung der geſammelten Erfahrungen
innerhalb des letzten Spieljahres hat Gauſpielwart Lehr den
Gauſpiel=
tag einberufen. Stets war dieſe Tagung von allen Handball ſpielenden
Vereinen des Main=Rhein=Gaues gut beſucht. Das Intereſſe wird in
dieſem Jahre nicht minder ſtark ſein, da eine Anzahl Anträge
einge=
gangen ſind. Einen hiſtoriſchen Anſtrich wird die Tagung auch haben,
da es jetzt zehn Jahre her ſind, ſeit die Handballbewegung in unſerem
Gaue Fuß zu faſſen begann.
Das Spielprogramm iſt daher ſehr kurz. Im Vordergrund ſteht die
Begegnung der beiden Gaumeiſter vom Odenwald und Main=Speſſart
um den Aufſtieg zur Kreisklaſſe: Groß=Zimmern — Groß=Wallſtadt.
Von größerer Bedeutung iſt dann das Lokaltreffen in Darmſtadt
zwiſchen Beſſungen und Turngeſellſchaft auf der
Renn=
bahn. In der Kreisklaſſe iſt ein Spiel genannt, Walldorf gegen Tgde.
Sachſenhauſen. Büttelborn wird in Egelsbach auf ziemlichen
Wider=
ſtand ſtoßen. Etwas reger iſt die A= und B=Klaſſe: Wallerſtädten —
Biebesheim, Roßdorf — Gundernhauſen, Buchſchlag — Akad. Turnverb.
„Alemannia‟ Darmſtadt, Tgf. Ober=Ramſtadt — Hahn. Schwanheim —
Auerbach 2. und Reichsbahn 2. — Nieder=Ramſtadt.
und Turnen.
Hocken.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt — Unierſität Heidelberg.
Am Samstag, 15.30 Uhr, findet auf dem Hochſchulſtadion das
Endſpiel um die Südweſtdeutſche Hochſchul=
Kreis=
meiſterſchaften ſtatt. Es ſpielen Univerſität Heidelberg gegen
Techn. Hochſchule Darmſtadt. Die Hochſchüler gehen mit den beſten
Ausſichten in den Kampf. Das iſt um ſo mehr anzuerkennen, als der
Mannſchaft zu Uebungszwecken" hier keine gleichwertigen Gegner zur
Verfügung ſtehen.
Die letzten Wettkämpfe zeigten die Darmſtädter ſtets als vorzügliche
Mannſchaft: 1. G.S. Frankfurt — T.H. Darmſtadt 1:4 Univ. Marburg
— T.H. Darmſtadt 0:5, Univ. Frankfurt — T.H. Darmſtadt 2:3, 1. G. S.
Frankfurt — T.H. Darmſtadt 0:4.
In der letzten Zeit hat alſo die Maunſchaft keine Niederlage zu
verzeichnen. Bei dem kommenden Spiel wird Darmſtadt in folgender
Aufſtellung antreten: Leuchs; Schorr, Richter; Ruther, Seitz, Zerres;
Botzong, Gärtner, Scholz, Ganzel, Harzer. — Der Eintritt iſt frei.
Kraftſpork.
Darurſtadt 1910 — 1884 Sachſenhauſen.
Morgen Sonntag, vormittags 10.30 Uhr, empfängt die
Ningermann=
ſchaft des Kraftſportvereins Darmſtadt 1910 den Athletenklub 1884
Sachſenhauſen zum fälligen Rückkampf in der Turnhalle Soderſtraße 30.
Ueber die Kampfkraft der Sachſenhäuſer etwas zu ſchreiben, erübrigt
ſich, denn wie jedes Jahr, ſo iſt ſie auch diesmal wieder bei den
Sbitzen=
reitern der Tabelle zu finden. Für die Einheimiſchen gilt es deshalb,
ſich beſonders anzuſtrengen, um ehrenvoll abzuſchneiden. Gehen ſie mit
dem nötigen Ernſt an die Löſung ihrer Aufgabe heran, dann ſollten die
Ausſichten auf Erfolg nicht gering ſein. Saalöffnung 10 Uhr.
Fußball.
Reichsbahn=TSV. Darmſtadt.
Kommenden Sonntag treten die Eiſenbahner mit der 1. Mannſchaft
zum Rückſpiel in Wolfskehlen an. Die vier aufgeſtellten Erſatzleute
ſoll=
ten ſich, falls ſie mit Eifer bei der Sache ſind, bewähren. — Abfahrt
13.20 Uhr Hauptbahnhof.
Deutſche Hochſchul=Fußballmeiſterſchaft.
Univ. Gießen — Univ. Frankfurt 2: 7.
In der Abteilung Südweſt der Deutſchen Hochſchul=
Fußballmeiſter=
ſchaft ſtanden ſich die beiden Univerſitätsmannſchaften von Gießen und
Frankfurt gegenüber. Die Frankfurter waren während des ganzen
Spieles überlegen und ſiegten auf Grund ihrer beſſeren Leiſtungen
ver=
dient mit 7:2 (5:1)
Berliner Reit=Turnier.
Am Donnerstag nachmittag wurde vor vollbeſetztem Hauſe der erſte
Verſuch mit den neu geſchaffenen Reit=Meiſterſchaften gemacht. Er fiel
nicht ſehr ermutigend aus, denn die Teilnehmer waren durchaus keine
Meiſterreiter. In jeder der vier Gruppen mußte jeder Bewerber ein
ſeit drei Monaten von ihm ſelbſt bearbeitetes Pferd vorreiten, dann
wurden einige Hinderniſſe geſprungen, und ſchließlich wurden Pferd
und Reiter auch noch bei einem Schleifenraub geprüft. Die Beteiligung
war in den Gruppen der Reichswehr und der Schupo recht ſtark, bei
den Amateuren und ländlichen Reitern verhältnismäßig ſchwach. Die
Bekanntgabe der Placierung erfolgt jedoch, da der Schleifenraub noch
ausſteht, erſt am Sonntag. Auch vom Reiter=Fünfkampf von
dem bisher nur das Reiten ber ſchwierige Hinderniſſe zum Austrag
ge=
bracht wurde, können die Ergebniſſe erſt am Schlußtage bekanntgegeben
werden. In der Dreſſurprüfung des Preiſes von Potsdam
erwvies ſich der Oſtpreuße Fauſt der Kavallerieſchule Hannover in der
Hand des Rittm. Gerhard als ganz überlegenes Pferd.
Am Donnerstag abend gab es beim Internationalen Berliner Reit=
Turnier mit dem Prinz=Friedrich=Sigismund=
Erinne=
rungspreis ein intereſſantes Jadſpringen der ſchweren Klaſſe, an
dem ſich auch zahlreiche Ausländer beteiligten. Es waren 10 ſchwere
Sprünge in der Arena aufgeſtellt, von denen ſechs zweimal zu ſpringen
waren. Die Ergebniſſe: 1. Abteilung: 1. Oblt. Lipperts
Hart=
mannsdorf 0 Fehler 70 Sek. 2. Abteilung: 1. R. Kolzens Bingo
(W. Schmidt), 0 F., 64 Sek. 3. Abteilung: 1. Frau Glahn und A. Holſts
Landsknecht (Holſt), 0 F., 65 Sek. 4. Abteilung: 1. A. Schmidts Sigrid
(W. Schmidt), 2 F., 64 Sek. 5. Abteilung: 1. Oblt. van Scheiks (
Hol=
land) Mascotte (Beſ.), 0 F., 59 Sek. 6. Abteilung: 1. Criſpa (Oberſtlt.
Borſarelli, Italien), 0 F., 68 Sek. 7. Abteilung: 1. Oblt. Haſſes Derby
(Beſ.), 0 Fehler.
Das mit großem Erfolg durchgeführte Berliner Reit=Turnier
er=
reichte am Freitag mit dem Beſuch des Reichspräſidenten
ſeinen Höhepunkt. Der Präſident erſchien um 15 Uhr in der Halle und
ſurde von dem überfüllten Haus mit Hurrarufen und Händeklatſchen
begeiſtert empfangen. In den Logen bemerkte man weiterhin den
italie=
niſchen Botſchafter Orſini Baroni, den ſchwediſchen Geſandten af Wirſen.
Reichswehrminiſter Groener, Reichsernährungsminiſter Schiele den Cheſ
der Heeresleitung, General v. Hammerſtein, ſowie zahlreiche
Perſönlich=
keiten des öffentlichen Lebens. Nachdem die ausländiſchen Offiziere dem
Reichspräſidenten vorgeſtellt ſvorden waren, wurde mit dem ſich über
zivei Stunden hinziehenden Rekordhoch=Weitſpringen über einen Oxer
(griiner Buſch mit je einer Stange vor und hinter dem Sprung, 1,80
Meter hoch und breit) begonnen. Blieben hier noch 19 Pferde fehlerlos,
ſo ſchaffte es nach der Erhöhung auf 2 Meter nur noch Harald (
Ritt=
meiſter d. Hülſen) und verhalf ſo den deutſchen Farben zu einem neuen
Siege. Der Hannoveraner Packard holte ſich unter Major Bürkner
den Preis der Ausſtellungshallen, und dann folgte die Prämiierung der
Teilnehmer der großen Vielſeitigkeitsprüfung. Die Schaunummern, die
wieder an Exaktheit in der Ausführung nichts zu wünſchen übrig ließen,
löſten ſtürmiſchen Beifall aus.
Beiden Deutſchen Hallentennis=Meiſterſchaften
in Bremen wurden bei den Herren die „letzten Acht” ermittelt in Dr.
Defſart, Broggedis, Ulrich, Bernard. Landoy, Avory, Oeſtberg und
Plougman.
Bei den Deutſchen Hallen=Tennismeiſterſchaften in Bremen wurde
am Freitag Dr. Deſſart von dem Franzoſen Broquedis geſchlagen.
Südafrikas Tennisfpieler ſiegten gegen die Tſchechoſlowakei in einem
Tennisländerkampf in Durban mit 6:0.
Bei den Deutſchen Skimeiſterſchaften wurde am Freitag der 18 Km.=
Langlauf von dem Finnen Eske Järvinen vor Guſtl Müller=Bagriſch=
Zell gewonnen.
Rundfunk-Brogramge.
Frankfurt a. M.
Samstag, 7. Februar.
7.15: Frühkonzert der Spielgemeinſchaft Kaſſeler Berufsmuſiker.
10.20: Schulfunk. Zeitungen und Zeitungsbetrieb. Ein Hörbild,
11.30: Aus Mürzzuſchlag: Bericht von der zweiten Arbeiter=
Winter=
ſport=Olympiade.
13.05: Köln: Mittagskonzert des Orcheſters des Weſtd. Rundfunks.
15.00: Stuttgart: Stunde der Jugend. Ausf.: Elſa Pſeiffer und
Kark Höſtlin.
16.30: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Soliſten:
Heinrich Kuppinger (Tenor), A. Tibursky (Flöte), A. Haagen und
Otto Senfert (Klavier).
18.10: Dr. Pappenheim: Arbeiterſchaft und Bildung.
18.40: Der Bauer geſtern und heute. Eine Diskuſſion unter
Mit=
wirkung von Schülern der Naſſauiſchen Bauernhochſchule in
Oranienſtein Diez=Lahn.
19.15: Spaniſcher Unterricht.
19.45: Volkslieder=Abend. Ausf.: Erna Groß (Sopran), Gottfried
Groß (Bariton).
20.15: Vor=Karneval. Intermezzo: Eine Sitzung der Dülkener
Narren=Akademie. — Die Herzverfettung. Eine Schnurre von Hans
Müller=Schlöſſer. — Et Kirmesgeld. Altkölniſches Faxenſpiel von
Hans Müller=Schlöſſer. Ausf.: Hans Müller=Schlöſſer mit ſeinem
rheiniſchen Enſemble. Das Rundfunforcheſter.
22.35: Berlin: Tanzmuſik der Kapelle Juan Lloſſas,
24.0D: Stuttgart: Ee
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 7. Februar.
11.20: Uebertragung der 50=Jahrfeier der landw. Hochſchule Berlin
(aus der Singakademie).
12.00: Schulfunk.
15.00: Kinderbaſtelſtunde.
15.40: Frauenſtunde. Mutter ſingt.
16.00: Alfred Tſchentſcher: Die Einheit deutſcher Bildung.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Deegener: Unſere Tierwelt im Winter.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Hochſchulfunk. Prof. Dr. Poll: Grundprobleme der Lehre
vom Leben.
19.00: Beruf und Arbeiter: Mehrgeſpräch zwiſchen Arbeitern
ver=
ſchiedener Betriebe.
19.30: Stille Stunde: Der Dorfpfarrer in Nord und Süd.
20.00: Aus der Singakademie, Berlin: Feſtkonzert anläßlich des
50jährigen Beſtehens der landw. Hochſchule Berlin: „Die
Jahres=
zeiten”. Oratorium für Chor, Soli und Orcheſter von Joſeph
Haydn. Mitw.: Adelheid Armhold (Sopran), Fred Driſſen (
Ba=
riton), Alfred Wilde (Tenor), Chor der Singakademie, Berliner
Sinfonie=Orcheſter.
21.15: „Stachelſchwein” Kabarett.
Ca. 22.30: Aus dem Sportpalaſt, Berlin: Ball des Verbandes
des Berliner Kegel=Klubs. Tanzmuſik. Gerhard Hoffmann und
ſein, Orcheſter
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Landwirtſch. Inſtitut der Univerſität Gießen, am 6. Februar 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, — 12 Grad, 55 cm.
Geſamt=
ſchneehöhe, 10 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit ſehr
gut. — Herchenhainer Höhe: Klar, — 8 Grad. 20—25
Geſamt=
ſchneehöhe, 5 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit ſehr
gut.
Odenwald. Tromm: Bedeckt. — 8 Grad 30—35 cm.
Geſamtſchnee=
höhe 15 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit ſehr gut.
— Neunkirchen: Bedeckt, — 6 Grad, 30—35 cm.
Geſamtſchnee=
höhe, 15 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit ſehr gut.
— Lützelbach: Schneefall, — 5 Grad, 20 cm. Pulverſchnee.
Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölkt, — 11 Grad, 28 cm.
Geſamt=
ſchneehöhe, 3—5 cm. Neuſchnee (Pulver), Sportmöglichkeit ſehr
gut.
Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, — 12 Grad, 200 cm.
Geſamt=
ſchneehöhe, 11—15 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit
ſehr gut. — Hornisgrinde: Nebel, — 8 Grad, 160 cm.
Geſamt=
ſchneehöhe, 11—15 cm. Neuſchnee (Pulver). Sportmöglichkeit
ſehr gut. — Ruheſtein: Bewölkt, — 10 Grad, 140 cm.
Geſamt=
ſchneehöhe, 11—15 cm. Neuſchnee (Pulver) Sportmöglichkeit
ſehr gut.
Veiterberichl.
Ausſichten für Samstag, den 7. Februar: Vorwiegend bedeckt mit
Niederſchlägen, meiſt als Schnee, Abſchwächung des Froſtes.
Ausſichten für Sonntag, den 8. Februar: Mehr wechſelnd bewölkt
und auch aufklarend, vereinzelte Schneeſchauer und wieder
Temperaturrückgang wahrſcheinlich.
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Nummer 38
Natt
Samstag, den 7. Februar
Geheincal Cano über die Lage der deutſchen
Schiffahrk.
Ju den Hafennachrichten für Verlader veröffentlicht Geheimrat
Cuno einen Artikel über „Ein Jahrzehnt Wiederaufbau der deutſchen
Handelsflotte‟. Nach einem Rückblick auf Abſturz und Aufſtieg,
Kon=
ſolidierung und Ausbau der deutſchen Flotte weiſt er darauf hin, daß
heute die deutſche Handelsflotte überall auf den Meeren wieder ſo
ge=
nchtet ſei, wie vor dem Kriege. Unſere Flotte ſei modern und halte den
Vergleich mit den ausländiſchen Flotten in jeder Hinſicht aus. Die
deutſche Schiffahrt — ganz auf eigene Kraft geſtellt, ohne Subventionen,
ohne Kolonien und Mandase — befinde ſich in einer Zeit ernſteſter
Weltwirtſchaftskriſe einer ausländiſchen Schiffahrt gegenüber, von der
die meiſten Flaggen — durch Staatsbeihilfen gehoben und durch die
Wirtfchaft eines machtvollen Heimatlandes unterſtützt — einen
erheb=
lichen Vorſprung hätten. So ſehr die Handelsſchiffahrt immer
inter=
national und auch den Beförderungsbedürfniſſen aller anderen Länder
dienſtbar bleiben müſſe, ſo wenig werde die deutſche Schiffahrt in
die=
ſem ungleichen Wettbewerb ihren Platz als Exponent der heimiſchen
Wirtſchaft behaupten können, wenn nicht in viel wirkſamerer Weiſe als
bisher Reiſende und Außenhandel ſich vorzugsweiſe ihrer bedienen und
die Regierungsſtellen außerhalb des Gebietes der Subventionen ihrer
Entwicklung vermehrtes Verſtändnis entgegenbringen. Von der
Mit=
arbeit des Binnenlandes werde es nicht zuletzt abhängen, ob und
wie=
weit die deutſche Schiffahrt in der Lage ſein werde, die in ihr
inveſtier=
ten Kapitalien angemeſſen zu verzinſen. Was von der Schiffahrt ſelbſt
dazu getan werden könne, ſei geſchehen. Wenn die Berichte und
Er=
gebniſſe des Jahres 1930 trotzdem im allgemeinen nicht weſentlich mehr
als die Erhaltung der Kapitalien aufweiſen, ſo ſei daran einzig und
allein die kataſtrophale Lage des Weltmarktes ſchuld, nicht aber die
deutſche Schiffahrt.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Getreide=Kreditbank A.=G., Berlin. Der Generalverſammlung am
28. Februar wird vorgeſchlagen, nach reichlichen Abſchreibungen und
Rückſtellungen wieder eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen. Im
Vorjahr ergab ſich bekanntlich ein erhöhter Reingewinn von 546 000
NM., von dem jedoch 206 000 RM. zu Sonderabſchreibungen dienten, ſo
daß die Dividende eine 2prozentige Kürzung erfahren mußte.
Die Siemens u. Halske A.=G. weiſt zum 30. 9. 1930 einen
Rohüber=
ſchuß von 36,15 Mill. gegen 31,05 Mill. RM. im Vorjahre aus, von dem
Steuern mit unverändert 9,5 Mill. RM. bereits abgeſetzt ſind. Aus dem
Reingewinn von 16,/4 gegen 18,72 Mill. RM. ſollen bekanntlich
unver=
ändert 14 Prozent Dividende zur Verteilung kommen. Angeſichts der
ausbleibenden Erhöhung der Aufträge war man gezwungen, die
Beleg=
ſchaften auf den Stand von 1926/27 zu verringern. Inzwiſchen iſt eine
kleine Beſſerung eingetreten. Die Umſätze beliefen ſich auf unverändert
ungefähr 300 Mill., wovon ein erheblicher Teil auf Anleihe entfällt.
Geſellſchaft für Zementwerke Glarus. Durch die ſchweren
Kursrück=
gänge der im Portefeuille befindlichen Aktien iſt das Erträgnis der
Ge=
ſellſchaft ſtark zurückgegangen. Der Effektenertrag betrug 404000 Fr.
(311 000), der Zinſenertrag 187 000 (233000) Fr. Nach 533000 (400 000)
Fr. Abſchreibungen auf Effektenkonto verbleibt ein kleiner Ueberſchuß
von 3000 Fr. Im Bericht wird angeführt, daß die ſchweizeriſche
Zement=
induſtrie eine hauptſächlich durch Neugründung hervorgerufene Kriſe
durchmache. Die Geſellſchaft habe den ganzen Beſitz an ſchweizeriſchen
Zementaktien abgeſtoßen und den Erlös in Obligationen und
Vorſchüſ=
eſn von Zementunternehmungen angelegt, die eine angemeſſene Rendite
garantieren. An deutſchen Aktien beſitzt die Geſellſchaft 150 000 RM.
Vortlandzementwerke, Heidelberg=Mannheim=Stuttgart A.=G. Ueber die
Heidelberger Portland=Zementwerke wird ausgeführt
daß die Geſellſchaft wohl in der Lage ſei, ihre frühere Dividende
auf=
rechtzuerhalten, daß es aber nicht feſtſtehe, ob nicht aus Gründen
allge=
meiner Art eine Ermäßigung vorgenommen wird. Das Aktienkapital
der Schweizer Geſellſchaft beträgt 10 Mill. Fr.
Ergebnis der Zuckerkampagne in Heſſen. Im Freiſtaat Heſſen waren
fünf Zuckerfabriken im Betrieb, die in der Zeit=von September bis Ende
Dezember 1930 im ganzen 4 172522 Doppelzentner Rüben verarbeiteten.
Bis zum Schluß des laufenden Betriebsjahres ſind noch 239 000
Doppel=
zentner zu verarbeiten, ſo daß ſich die geſamte Rübenmenge auf 4 411000
Doppelzentner beläuft. In den vier Fabriken der
Landesfinanzamts=
bezirke Kaſſel und Münſter iſt die Rübenverarbeitung bereits beendet;
im ganzen kamen hier 1 697 782 Doppelzentner zur Verarbeitung. — In
,Heſſen wurden im Dezember 33 931 Doppelzentner Verbrauchszucker in
den freien Verkehr überführt, worauf 356 000 RM. Zuckerſteuer
ent=
fallen. In Heſſen=Naſſau waren die entſprechenden Ziffern 7847
Doppel=
zentner und 82 900 RM. Zuckerſteuer.
Maingaswerke Frankfurt a. M. (7 Prozent Dividende). Aus dem
Haushaltsvoranſchlag der Stadt Frankfurt für 1931/32 erſieht man, daß
für 1931 mit einer Dividende der Maingaswerke von 1,53 Mk.
gerech=
net wivd. Das würde einer Erhöhung der Dividende, deren
Wiederauf=
nahme für das Jahr 1930 mit 4 Prozent in Ausſicht genommen war,
auf 7 Prozent gleichkommen. Die Erwartung, daß die Geſellſchaft dieſen
Ertrag erwirtſchaften kann, gründet ſich jedenfalls auf die inzwiſchen
erfolgte relative Kapitalverkleinerung. Auf der anderen Seite bleibt
aber offen, ob der auch bei der Frankfurter Gasgeſellſchaft eingetretene
Konſumrückgang im laufenden Jahre ſo wettgemacht werden kann, daß
eine ſolche Verzinſung des Aktienkapitals möglich iſt.
Frankfurter Inſolvenzen. Die Metallfirma Arnsberg u. Co. in
Frankfurt a. M. verſucht, ſich mit ihren Gläubigern bei ca. 150 000 RM.
Paſſiven zu vergleichen. Nach einem vorläufigen Status ſollen
ſchätzungsweiſe etwa 35 Prozent in der Maſſe liegen. — Die 1834
ge=
gründete Firma Arnd u. Filius, Großhandlung mit Fahradteilen,
Frank=
furt a. M., verſucht ſich mit den Gläubigern zu vergleichen. Die
Paſſi=
ven betragen rund 227000 RM. An freien Aktiven ſind 99000 RM.
vorhanden. Vorgeſchlagen wird ein geſicherter Vergleich von 50 Proz.
Die Reichsbahnvorzugsaktien. Journée Induſtrielle veröffentlicht
zu den deutſcherſeits in Paris geführten Kreditverhandlungen folgende
Meldung: Eine Gruppe amerikaniſcher franzöſiſcher engliſcher,
ſchweize=
riſcher und holländiſcher Banken ſoll ſich bereit erklärt haben, zugunſten
des Deutſchen Reiches für 32 Millionen Dollars Vorzugsaktien der
Die Fälligkeitstermine würden zwiſchen dem 1. Juli 1931 und Ende
1932 liegen. Ein Drittel der notwendigen Mittel würde ſeitens der
amerikaniſchen Gruppe beſchafft werden, die einen Teil an gewiſſe
aus=
ländiſche Plätze abgeben würde. London würde ebenfalls ein Drittel
übernehmen. Der franzöſiſche Anteil würde ſich auf 5 Millionen Dollars
belaufen.
Amerikaniſche Außenhandelsbilanz. Nach den vom
Handelsmini=
ſterium veröffentlichten Ziffern iſt im Jahre 1930 die Ausfuhr der
Ver=
einigten Staaten nach Deutſchland auf 278 Millionen Dollar gegenüber
410 Mill. Dollar im Jahre 1929 zurückgegangen. In der gleichen Zeit
ſank die deutſche Einfuhr nach den Vereinigten Staaten von 255 Mill.
auf 177 Mill. Dollar. — Der amerikaniſche Export nach Rußland ſtieg
von 81,5 auf 113 Millionen, während die ruſſiſche Einfuhr nach Amerika
mit 22 Millionen Dollar unverändert blieb. — Auch die Ausfuhr nach
England wies mit 678 Millionen gegenüber 848 Millionen Dollar einen
ſtarken Rückgang auf, während der engliſche Export nach den
Vereinig=
ten Staaten ebenfalls von 330 auf 210 Millionen Dollar zurückging.
Meiallnotierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 6. Februar ſtellten ſich für
Kupfer: Febr. 81.75 (82.25), März 82 (82.25) April 82.50 (83),
Mai 83 (83.50) Juni 83.25 (83.50) Juli 83.50 (84), Aug. 84
(84.25), Sept., Okt., Nov. 84 (84.50) Dez. 84.25 (84.50) Jan. 84.50
(84,75) Tendenz: behauptet. — Für Blei; Febr. 24.75 (25.50),
Jan. 25.75 (26) Tendenz; ſtetig. — Für Zink: Febr. 23.75
(25) März 24 (24.50) April 24.25 (25), Mai 24.75 (25.25) Juni
25 (25.75), Juli und Aug. 25.50 (25.75), Sept. 25.75 (26.25), Okt.
26 (26.25). Nov. 26 (26.50). Dez. 26.25 (26.50), Jan. 26.25 (26.75).
Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klam=
mern Brief.
Brodukkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 6. Februar. Das Geſchäft an der
Produktenbörſe bleibt weiter ruhig. Das Inlandsangebot in beiden
Brotgetreidearten hat ſich trotz der Witterungsverhältniſſe nicht in dem
Maße verſtärkt, wie man erwartet hatte. Gemeſſen an der Nachfrage
war es jedoch ausreichend, und die um 1 bis 1½ Mark erhöhten
Forde=
rungen waren nicht durchzuholen. Umſätze erfolgten in geringem
Um=
fange zu etwa geſtrigen Preiſen. Der Lieferungsmarkt wies für beide
Brotgetreidearten auch nur geringfügige Veränderungen auf, und die
Anfangspreiſe wurden im Verlaufe wieder Brief genannt. Weizenmehl
hatte geſtern nachmittag und auch heute einiges Geſchäft zu
unveränder=
ten Preiſen, bei Roggenmehl klagen die Mühlen weiter über unzurei
chende Gebote. Das Haferangebot iſt keineswegs reichlich der Konſum
bekundet jedoch nur geringe Aufnahmeneigung für feine Qualitäten bei
ſtetigen Preiſen. Das Gerſtengeſchäft har ſich nicht beleben können.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 6. Februar.
Nachdem es an der Abendbörſe hauptſächlich auf Glattſtellungen der
Spekulation unter dem Eindruck der ſchſächeren New Yorker Börſe zu
Kursrückgängen gekommen war, eröffnete die heutige Börſe eher wieder
etwas freundlicher, da von der Kundſchaft und auch vom Auslande keine
Verkäufe vorgenommen wurden. Vorbörslich nannte man allerdings
weiter nachgebende Kurſe, da das Stahlhelmsvolksbegehren weiter
ver=
ſtimmte. Auch die Meldungen aus der Induſtrie lauteten weniger
gün=
ſtig, ſo z. B. der verminderte Kohlen= und Kaliabſatz ſowie die neue
Kupferbaiſſe. Zu den eiſten Notierungen lagen einige Kaufaufträge
vor, ſo daß teilweiſe einige Beſſerungen erzielt wurden. Die
Kurs=
entwicklung war jedoch über iegend uneinheitlich. Gleich nach der
amt=
lichen Feſtſetzung verſtärkte ſich wieder das Angebot, ſo daß die
Grund=
ſtimmung als eher ſchwächer anzuſprechen war. Das Geſchäft war
ziem=
lich gering. Bis zu 1 Prozent gebeſſert eröffneten nur J. G. Farben,
A. E. G. und Norddeutſcher Lloyd. Mehr abgeſchwächt tendierten aus
dem erwähnten Grunde Kaliaktien. Deutſche Anleihen gut behauptet.
Von fremden Werten lagen Serben und Mazedonier feſter. Der
Pfand=
briefmarkt war im ganzen ruhig, aber nicht unfreundlich,
Reichsſchuld=
buchforderungen nur wenig verändert.
Im Verlaufe litt das Geſchäft ſtark unter der Orderloſigkeit.
Um=
ſätze kamen nur noch ſehr vereinzelt zuſtande. Die Kurſe blieben auf
dem ermäßigten Niveau etwa behauptet, doch war die Stimmung
ziem=
lich unſicher. Im weiteren Verlaufe der Börſe ſchritt die Spekulation
zu Deckungen, ſo daß die Börſe aus unbekannten Gründen in ſehr feſter
Haltung ſchloß. Kursbeſſerungen bis zu 5 Prozent waren keine
Selten=
heit. Beſonders gefragt waren J. G. Farben und die Mehrzahl der
Elektroaktien, das Geſchäft nahm recht lebhafte Formen an. Am
Geld=
markt lag Tagesgeld weiter erleichtert dagegen iſt Monatsgeld
unver=
ändert geſucht. Tagesgeld ſtellte ſich auf 4 Prozent, Monatsgeld auf
6½s bis 6½ Prozent. Der Deviſenmarkt zeigte keine nennenswerten
Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2041, gegen Pfunde
20,42¾. London=Kabel 4,8592, Paris 123,93, Mailand 92,81, Madrid
47,90, Schweiz 25,1434, Holland ca. 10.
Nach der bereits feſten Mittagsſchlußbörſe eröffnete die
Abend=
börſe auf allen Märkten weiter befeſtigt. Anvegend wirkten vor allem
die feſten Auslandskurſe. Die Spekulation ſchritt zu größeren
Deckungs=
käufen, wobei ſich die herrſchende Marktleere wieder ſehr fühlbar machte
Auch aus Publikumskreiſen lagen einige Kauforders vor. Farben
eröff=
neten 2 Prozent höher. Am Elektromarkt gewannen Siemens 3¾
Pro=
zent. Stark befeſtigt waren auch Kaliwerte, von denen Salzdetfurth
5¾ Prozent gewinnen konnten. Am Markt für Bankaktien Danatbank
4½ Prozent höher. Im Verlauf blieb die Börſenſtimmung freundlich.
Die Höchſtkurſe konnten allerdings nicht gehalten werden, da die
Speku=
lation zu Realiſationen ſchritt zwecks Gewinnmitnahme.
Berlin, 6. Februar.
Zu Beginn der heutigen Börſe war das Nachlaſſen der
Umſatztätig=
keit beſonders in die Augen fallend. Die Kundſchaft und das Ausland
nahmen recht abwartende Haltung ein, da einerſeits zwar die geſtrigen
Kanzlerreden einen guten Eindruck machten, andererſeits aber die
vor=
jegenden wirtſchaftlichen Momente zur Zurückhaltung mahnten. Die
erſten Kurſe lagen 1 bis 2 Prozent ſchwächer, aber nur wenige Werte
litten wirklich unter Angebot. Auch im Verlaufe änderte ſich an der
Geſchäftsſtille nichts und wie ſchon geſagt, war die Umſatztätigkeit
weſentlich kleiner als an den Vortagen. Auf Grund der Schwäche des
Auslandes überwogen auch im Verlaufe Kursrückgänge bis zu 1
Pro=
zent. Eine Erholung, die vom Farbenmarkt ausging, war nicht von
langer Dauer, und die Stimmung blieb im allgemeinen ziemlich nervös.
Gegen ein Uhr war dann eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit
unverkenn=
bar, die Kurſe zeigten gegen den Anfang geringe Abweichungen nach
oben und unten.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 6. Febr.:
Getreide. Weizen: März 79.50, Mai 83.25, Juli 66.75, Sept.
65½; Mais: März 63½, Mai 66, Juli 66.50, Sept. 66.25: Hafer:
März 33.75, Mai 33.50, Juli 32.75; Roggen: Mai 40.50, Juli
40.25.
Schmalz: Febr. 8.00, März 8.11½, Mai 8.25, Juli 8.37½
Speck, loko 10.75.
Schweine: leichte 7.90—8.10, ſchwere 6.56—6.90;
Schweine=
zufuhren: Chicago 28 000, im Weſten 165 000.
Baumwolle: März 10.70, Mai 10.99.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 6. Febr.:
Schmalz: Prima Weſtern 8.75; Talg, extra, loſe 3.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 92½; Mais, loko New York
77.75: Mehl, ſpring wheat clears 4.40—4.50; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8 Cents.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Nach Angaben der Metallgeſellſchaft A.=G. betrug die Erzeugung
von Oxiginal=Hüttenweichblei einſchließlich kleinerer Mengen Hartblei
im Dezember v. J. 9942 To. (9905 To. im November v. J. und 10 B2
To. im Dezember 1929). Die Erzeugung während des ganzen Jahres
1930 betrug nach vorläufiger Ermittelung 116 695 (i. V. 110 335 To.).
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 4. Februar
1931 auf 73,0 gegen 74,6 am 28. Januar 1931 (Durchſchnitt 1909/13 —
100), fiel alſo um 2.1 Prozent.
Für den 28. Februar beruft die Auguſt Wegelin A.=G., Köln, eine
a.o. G.V., in der Beſchlüſſe gefaßt werden ſollen über Aufſichtsratswahl.
ſowie über die Einbeziehung der 8000 RM. V.A., die früher ein 100 Stimmrecht hatten, das aber ſpäter herabgeſetzt wurde.
In einer A. R.=Sitzung der zum Klöckner=Konzern gehörenden
Hum=
boldt=Deutzmotoren A.=G. Köln, wurde die Entwicklung des erſten
Ge=
ſchäftshalbjahres beſprochen und feſtgeſtellt, daß der Geſchäftsgang in
den erſten ſechs Monaten entſprechend der allgemeinen Wirtſchaftslage
befriedigend war.
Der Geſamtabſatz der Konfektionsbetriebe beträgt in Heſſen 24 ud
in Heſſen=Naſſau 34 Mill. RM. In der Hauptſache wird Oberkleidung
hergeſtellt, deren Wert in Heſſen=Naſſau ſich auf 21½ und in Heſſen auf
16 Mill. Mk. beläuft.
Im Zuſammenhang mit den zwiſchen den maßgebenden Frankfurter
Kreditgenoſſenſchaften getroffenen Abmachungen ſetzt die Frankfurter
Genoſſenſchaftsbank, e. G. m. b. H., Frankfurt a. M., die Dividende für
1930 von 10 auf 8 Prozent herab.
Die Hotel Diſch und Verkehrs A.=G. in Frankfurt a. M. weiſt für
1929/30 einen Verluſt von 266 843 RM. aus, der auf neue Rechnung
vor=
getragen werden ſoll.
In der Aufſichtsratsſitzung der Rhein=Main=Druck A.=G., Frankfurt
a. M., wurde beſchloſſen, in Mannheim eine Filiale zu errichten. Der
Termin der Generalverſammlung iſt noch nicht feſtgelegt.
Im Geſchäftsbericht der Victoria=Werke in Nürnberg wird
aus=
geführt, daß die Motorradabteilung einigermaßen befriedigend gearbeitet.
hätte, daß die Verhältniſſe auf dem Fahrradmarkt aber ſehr ungünſtig
geweſen ſeien. Das Geſchäftsjahr ſchließt mit einem Reingewinn von
158 529 RM., aus dem eine Vorzugsdividende von 7 Prozent und eine
Stammaktiendividende von 5 Prozent verteilt werden ſollen,
Die Dividende der Trfumphwerke in Nürnberg dürfte eine ſtarke
Reduzierung erfahren.
In der Angelegenheit der Rheinſchiffahrtstarife findet demnächſt
eine ſchweizeriſch=deutſche Konferenz ſtatt. Zu dieſer Konferenz hat der
Bundesrat als Vertreter u. a. den Generaldirektor der ſchweizeriſchen
Bundesbehnen. Niquille, und den Direktor des Schiffahrtsamtes in
Baſel, Buſer, bezeichnet.
Durch eine Vereinbarung zwiſchen den deutſchen und ſchweizeriſchen
Aluminiumwerken iſt der Aluminiumſtreit beigelegt worden.
Die Brown Boveri u. Co. A.=G., Holdinggeſellſchaft (früher
Elektri=
zitätsgeſellſchaft Alioth) ſchließt 1930 mit einem Reingewinn von 887074
(1,032)” Mill. Francs ab. Dem Reſervefonds werden 63 933 Franes
zu=
gewieſen, die Dividende von 7 auf 6 Prozent ermäßigt.
Berliner Kursbericht
vom 6. Februar 1931
Deviſenmarkt
vom 6. Februar 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . . 149.—
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban .
Hapag
Hanſa Dampfſch. 1101.50
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas /107.875
Deutſche Erdöl 61.—
Jaccht
109.50
110.25
6e.375
64.—
94.—
60.25
53.75
105.50
33.—
110.—
Mee ee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bon
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw
Orenſtein & Koppell
111.25
31.25
74.—
102.25
72.50
60.25
73.50
129.75
54.25
65.—
62.625
30.—
A
67.50
41.75
Polyphonwerke
kütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſe
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
141.50
45.25
1968.—
100.—
80.—
55.75
136.—
56.75
22.50
45.—
41.—
145.75
42.75
36.50
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk
100 Schillin
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva 3.044
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.Stg.
1 Pap. Peſo
1 Dollar 4.2005
00 Belga
00 Lire
100 Franes
100 Franke 81.16 59.02 59.14 Spanien 100 Peſetas 42.81 12.43 12.45 Danzig
100 Gulden 81.58 73.305 73.44 Japan
1 Yen 2.08 3.05( Rio de Janeiro 1 Milre 0.3e 168.E 169.02 Jugoſlawien 100 Dinar 7.a0 112.34 112 56 Portugal 100 Escndo 18.83 112.34 112.56 Athen 1100 Drachm 5.441 112.48 112.7 Iſtambul 1 türk. 2 — 20.411 20.45 Kairo 1 ägypt. 2 20.925 1.28 1.280 Kanada 1canad. Doll 4. 198 1. 208: Urnguag 1 Goldpeſo 2.807 59.605158.72
Fsland 100 eſtl. Kr. 91.98 21.99 22.03 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 111.76 16 465/ 16.50:
Riga 100 Lats 80.84
Frief
1.32
42.89
81.74
2.084
0.364
7.420
18.87
5.455
20.365
4.206
2.813
92.16
11.98
*1.00
Frankfurter Kursbericht vom 6. Februar 1931.
% Dtſch. Reichsanl
Intern.,
69Baden ....
8% Baher ..."
8½ Heſſen
v.
6% Preuß. Staat
8% Sachſen ...
..
720 Thüringen..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +½/.
Ab=
löſungsanl.:
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. .
0i. Racen 1.36
3½ Baden=Baden
6% Berlin ...."
3½ Darmſtadt v. 26
v. 28
Dresden.
Frankfurt a. M.
v. 26
v. 26
Mainz
83 Mannheimv. 26
v. 27
München ..
Nürnberg..
3½ Wiesbaden ..
8% Heſſ. Laudesbk.
Goldoblig
½2%0 Heſſ. 2ds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
434%6 Kom.=Obl.
39 Preuß. 2d8.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
„Goldobligl
K.
74.5
99.75
81.8
86
89
94.75
991/g
80
1.7
Rö
82
85.5
81
81
75
94.75
80.5
68
84
100
91.75
94
Man
Bk. Girozentr. für
Heſſen. Goldobl.
8½ Kaſſeler
Land=
kredit Goldofbr..
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
O Naſi. Lamdesbl
4½% „Lign. Obl
Dr. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
AuslSer.
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp.Bk.
Liqu.=Pfbr.
Frkf. Hyp.=Bk..
Lig. Pfbr. 87.1
„ Pfbr.=Bk. /1012‟
„ Liqu.
8% Mein.Hyp.=Bk.
Lig. Pfb
Pfälz. Hhp.=Bk. /100.25
„ Lig. Pfbr
8% Preuß. Boden
cred.=Bank
0 „ Lig. Pfbr.=
% Preuß.Centrl.
Bodencr.=Bank /100
Lia. Pfbr./ 86.25
8% Rhein. Ghyp. Bk./101
„ Lig. Pf
Rhein.=Weſtf
Bd.=Credit ... ..
Südb. B.
Cred.=Bank
..
97.75
95
85
00
94.75
84
88
49.5
67.5
12
26
88
9s.5
96.75
388
89.55
94.5
88
100.5
100
94
89.3
Mi
Daimler=Ben
8% Dt. Linol. Werke
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl
2 Salzmannu. Co
% Ver. Stahlwerke
18% Voigt &Häffne
J. G. Farben Bond
50 Bosn. L.E.B.
2. Inveſt.
Bulg. Tah. v. 02
410 Oſt. Schätz
40 Sſt. Goldrenke
5% vereinh. Rumän
98.75 14½%
40 Türk. Admin.
4½ „ 1. Bagdad
Bollanl.
96.75 /410 Uungarn 1913
19141
„ Goldr.
„ 1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G. ....."
AndregeNoris Zahn
1Aſchaffbg. Brauer=
„ Zellſtof
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werkel;
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelber
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel/153.5
Chem. Werke Albert
Chade ..."
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz...
Rre
94
86
79.5
76.5
m5
ℳ.
92.5
36.25
14.55
7.4
3.15
17
25
109
A
Mn e
„ Erdöl ......"
„ Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel.
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft /106.5
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher! 91.5
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
„ Hof....."
Gelſenk. Bergwerkl
Geſ. f. elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.),
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer. ... .
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. S
funghans
Kali Chemie
Aſcherslebe
Kammgarnſpi
Karſtadt, R.
Klein, Schanz
Klöcknerwerke
Knorr C. H..... ..
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte
Lech, Augsburg...
121.5
400
72
*
103
132
45.5
119
161
30,5
100.5
1132
38.75
Wei Mif 7
Lübenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt. 14
Mainkr..W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. .
Mannesm.= Röhren/ 62.5
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.. 65.75
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMailb. 45.75
Motoren Darmſtadt/ 38
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf .... ..! 35
Bhönix Bergbau.
Reiniger, Gebbertl 8C
Rh. Braunkohlen.
„Elektr. Stamm 1104
Metallwaren.
Stahlwerke .. .! 6‟
Riebeck Montan.
Roeder Gebr.
Rütgerswerke
*
Sachtleben A. G. . ./13c
Salzdetfurth Kali .1195
Salzw. Heilbronn 116
Schöfferhof=Bind. 1a70
Schramm, Lackfbr. Sc
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. . . 1109.5
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske, /171
Südd. Immobilien
Zucker=A. G. 111
Svenska Tändſtick=
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ../ 70
Tietz Leonhard
Cucher=Brauerei
Interfranken ..
16.25
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind./ 63.75
56
Stahlwerke
Strohſtoffabr. 1121
ultramarin .. .1112
46.5
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeffner.
Bahß & Frehztag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Berein..
„ Waldhof..
Memel ..
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank....
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein
Baher. Hyp. u. W.
Berk. Handelsgeſ.
„ Hypothekbk. 219
Comm. u. Privatb.)
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Disc. 108.25
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank...
Frankf. Bank ...."
„ Hyp.=Bank...!"
„ Pfdbr.=Bk. . ...
Mein. Hyp. Bank ..
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
Württb. Notenbank
146.75
41.5
44.5
96.25
132
102
100.5
127.5
110
Aa
95.5
09.5
91
A5
140.5
150.5
277.4
128
135
131.5
S.5
134
A.-G. f. Verkehrsw. 47
Allg. Lokalb. Kraftw 116
7% Dt. Reichsb. Vze
Hapag
....."
Nordd. Lloyd. . . .
Südd. Eiſenb.=Ge
86.25
63
64.5
85
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .
„ Verein.Berſ. 148
FrankongRück=u. M
Mannh. Berſich.
Nan
Schantur
Samstag, den 7. Februar 1931
Nummer 38
Montag, 9. Februar, abends 20 Uhr,
im Festsaal der Ludwigs-Oberrealschule
Voranzeige!
Sonntag, den 8. Februar, vorm. 11½ Uhr
Ein Film vom schönen Süddentschland
Ein ganz vorzügliches
Der Vorstand
trinken Sie in der
Vom Schwarzwald zum Karwendel
Schönheiten des deutschen Süden — von den dunklen Kuppen des
Schwarzwaldes, durch grüne Täler und sonnige Höhen bis zu den
wuchtigen Bergmassiven Oberbayerns.
Freiburg — Triberg — Neckartal — Heidelberg — Miltenberg — Würzburg — Rothenburg — 1
Augsburg — München — Tegernsee — Tölz — Füssen — Neuschwanstein — Hohenschn
Walchensee — Kochelsee — Chiemsee — Königsee — Mittenwald mit dem Karwendel — Hinan
Jugendliche haben Zutritt.
Vorverkauf an der Tageskasse.
Volkstümlie
Schloßgasse 25. Flaschenbier-Versand unter Tel. 1816
Samstag Konzert des Stadt-Orchesters
Oooooeoeoooeoeoooeeeeoe
m Hauptbahnhol
gegenüber der Bahnpost
Samstag, den 7. und
Sonntag, den 8. Februar
Ballonschlacht
Sonntag: 5 Uhr Tee mit Tanz
Eintritt frei! (2304
Hente und folzende Tage
Nur noch 3 Tage
Schöner Spaziergang
morgen
Das neue Tonfilm-Drama
aus der Faschingszeit
durch den Winterwald
Ein Tonfilm nach der
Komödie von Otto Ernst.
eA
A
Kiesstraße 27
Heute abend 7.11 Uhr
Morgen abend 8.11 Uhr
AR0SSE RAPPEH-ABENDE
2342
Sonntag mittag 4 Uhr
FAMILIEN-NACHMITTAG
Kappen gratis — Geschenke
Kaffee, Kuchen / Mittag- und Abendessen
Willy Hohlfeld (esso
Regie: Ernst Lubitsch
auf ihrem Siegeszug um den
Erdball.
Ein Film, wie ihn wirklich
nur Meister Ernst Lubitsch
schaffen konnte und der
einen Abend voll Vergnigen
und guter Laune sichert.
In den Hauptrollen:
Jeanette Mac Donald
und
Maurice Chevaller
der Mann, den alle kennen
lernen wollen.
Haurice Chevalier,
dessen Charme und natürliche
Männlichkeit unwiderstehlich
sind, und Jeanette Mac
Donald singen in diesem
Film die schönsten Tonfilm-
Schlager, die Sie je gehört
haben. (V.2274
Dazu das
reichhaltige Beiprogramm.
Union-Café u. Conditorei
mit Paul Henkels, Gkarlotte
Ander, Alfred Braun, Gustav
Rickelt und Kurt Lilien.
Heute Samstag
bis 5 Uhr
Sonntag und
Mittwoch bis 3 Uhr
nachts geöffnet.
(2341
Der selige alte Flachsmann-
Stoff, hat durch das
Zu-
sammenspiel eines herrlichen
Ensembles im Tonfilm eine
würdige Auferstehung gefunden
Ein Film für denkende
Menschen, ein Werk für Alle:
(A.1exander -Eck)
Heute und morgen ab 8 Uhr
Graßßes
Regie: Joh. Mever
In den Hauptrollen:
Cläre Rommer, Evelyn Holt,
Hans Stüwe, Karl L. Diehl,
Erna Morena,
Hans Junkermann u. a.
Ein Volksstück aus der Vorkriegszeit,
das den Zuschauer bis zum Schlu.
in Spannung hält.
Dazu das gute Feiprogramm
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Heute Samstag durchgehend
bis 5 Uhr geöffnet!
Stimmung — Humor
2332) Der Inh.: Franz Watzl.
Dazu der tönende
Lachschlager:
Motto; „3 muß annerſt wern!
Sonntag, den 8. Februar, abends 8 Uhr 11 Min.
Heute Samstag
Kappenabend
Es ladet ein, Frau Leißler, Wwe.
Roßdörferſtraße 71
Große karnevaliſtiſche
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr
Herrngartenatafé
in der Beſſunger Turnhalle, Heidelbergerſtraße
unter Mitwirkung des Stadt=Orcheſters.
Perſön=
liche Leitung: Kapellmeiſter W. Schlupp. (2301
Eintritt im Vorverkauf 90 ₰, an der Abendkaſſe 1.20ℳ pro
Perſon. Saalöffnung 7 Uhr 11 Min. Der große Rat,
mit größter Giasterrasse Darmstadts
Gemütlicher Aufenthalt in den neu hergerichteten und erweiterten Räumen. (*
ab 8½½ Uhr Stimmungs-Musik
Heute nacht durchgehend geöffne
Rummelbräu
Rheinſtraße 101. — Teleph. 2519.
Sonntag, 8. Februar
in dem feſtlich dekorierten Saale
Großer Ball
erſtkl. Ball=Orcheſter
Saalöffnung 7 Uhr. — Eintritt frei.
In den gemütlichen
Neſtaurations=RäumenAOHZGFt
Anfang 7 Uhr.
Hausm. eig.
Schlach=
tung
unübertroffe=
ter Qualität billig.
HofgutThalermühle
Poſt Fürfeld,
Rhein=
heſſen.
1378k
Telephon
4941
Grafenstr.
Morgen Sonntag, den
8. Febr., 11:—13 Uhr
im Kleinen Haus des
Landestheaters
letztes Gastspiel der
Mare I Moriabudne
Sonntag, den 8. Februar 1931
Mk. 2.50
Mk. 1.50
Mk. 1.80
Königinsuppe
Königinsuppe
Königinsuppe
Roastbeef engl. m.
Fischfilet
Rheinsalm
Kalbskricassce a. Reis pommes frites u. gem.
Zitronencreme Gemüse od. Kasseler m. Sc. Hollandaise mit Weißwein
Rippenspeer mit Zitronencreme ½ Wiener Back huhn
mit Salat
mit Sahne
Weinkraut u. Pürre
Zitronenereme
Zitronenereme
mit Sahne
mit Sahne
Diner von 12—3 Uhr. — Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit.
Reichhaltige Abendkarte von 6 Uhr an. — Tasse Filterkaffee m. Sahne Mk. 0.30.
Erlanger Reifbräu Export 7/, Mk. 0.32. — ff. Spezialweine von Mk. 0.35 an
Mk. 1.20
Königinsuppe
mit Sahne
und Stiefel z
ermäßigt. Preis,
Aliceſtraße 35
Nur noch heute Samstag und
morgen Sonntag
letzte Vorstellungen
Aestauranz
Zweue urkomisehelachseblager
Vorzeiger dieser Anzeige
er-
halten an der Kasse des
Orpheums täglich für sich
und weitere 3 Personen
numerierte Plätze zum
halben Kassenpreis, sowie
Saal für 80 Pfg und Estrade
für 50 Pfg. (Tel. 389). (2339
Böllenfalltor
Samstag, den 7. Februar
u. alle anderen
Ausschneiden!
Sonntag, den 8. Februar
Rheinstraße 12, gegenüber der Hauptpost
Heute Samstag: Gesellschafts-Abend
Größere Tanzfläche — Verstärkte Kapelle
tuſikvereinigung Darmſtadt
Bunter
Ball-Abend
iefert neu und
ge=
braucht, repariert
und reinigt
„Zur Reichskrone‟, Mühlſtraße 5
Eintritt ſre
Eintritt frei!
An beiden Tagen Nachm.-Konzer
Eintritt u. Tanz frei
Darmſt., Ecke
Rhein=
u Grafenſtr. (307a
Restaurant Bender
Sonntag Abend
Großes
Thünger Brauſtübl
Eliſabethenſtr. 12 (2333
Heute Abend
grodes kärneral. Konzert
Auftreten der größten
Karnevalkanonen
Daimſtadts
Konzert mit Tanz
Festlich decoriert und illuminiert.
Ausgew. Künstler des Stadt-Orchesters. — Eintritt freil
An beiden Tagen bis 4 Uhr morgens geöffnet. /
Fastnachts-Bockbier mit
Mänchener Heißwürste
Erstkl. Küche
Prima Oppenheimer p. Glas 25₰
Stimmung (248a) Stimmung
Anfang 8.11
Jazz=Kapelle
Stimmung =Humor
Geöffnet bis morgens!
Monopol Heute Hacht geöffnel.
S
Hotel,Prinz Kart uschelbucher
Morgen Sonntag, den 8. Februar, in den dekorierten Räumen
Meſaurgfüft zuf Schlaßgauken
Schloßgartenſtr. 21
FHeute Samsta
A
ind
karnebaliſtiſch
anunanngngagt
Großes Haus
Romantische Oper in drei Akten
Preise 1—10 Mk
Hessisches
Landestheater
Samstag
7. Februar 1931
Traiſa
Der Lumbeawend
Lokalposse in fünt Akten
Preise 0.50—2 50 Mk.
Sonntag, den 8. Februar,
im goldenen
Uhr Tanz Löwen.
et ein
Fr. Seibert
Kleines Haus 20—22 Uhr
[ ← ][ ][ → ]Nummer 38
Samstag, den 7. Februar 1931
Seite 15
38
aimhe vohTersien
HRHEBER-REGHTSSCHUTZ DURCK VERLAS OSRAR MEISTER, WEROau
(Nachdruck verboten.)
„Wieder richtig!“
„Ew. Lordſchaft ſind aber doch im Bergbau und Hüttenweſen
Laie?‟
„Das ... bin ich, vorläufig wenigſtens.”
„Dann ſollten mich Ew. Lordſchaft als Ihren Sachverſtändigen
engagieren, ſollten mir, Ew. Lordſchaft, die Kontrolle überlaſſen.
Ew. Lordſchaft müſſen immer Autorität ſein, und das können Ew.
Lordſchaft nur mit mir zuſammen."
Die klare Antwort des Manns gefiel dem Engländer.
„Nicht übel . . . weiter!
„Ew. Lordſchaft inveſtieren jetzt eine ungeheure Summe Geld
in dem Rieſenunternehmen. Ew. Lordſchaft müſſen kaufen,
kau=
fen und wieder kaufen. Spezialmaſchinen, Materialien uſw. Ew.
Lordſchaft müſſen Straßen bauen, Ew. Lordſchaft brauchen
Flug=
zeuge. Eiſenbahnen uſw. Wiſſen Ew. Lordſchaft, was dieſe Dinge
koſten, was ſie koſten dürfen, wie ſie beſchaffen ſein müſſen? Das
können Ew. Lordſchaft nicht beurteilen.”
„Dafür iſt ja ein Direktor und der leitende Oberingenieur
engagiert.”
„Richtig! Ew. Lordſchaft arbeiten mit Vertrauen .. . richtig,
es geht ohne das nicht. Glauben aber Ew. Lordſchaft nicht, daß
es wertvoll iſt, wenn Ew. Lordſchaft eine ausgeſprochen
Autori=
tät auf dieſem Gebiete immer an der Seite haben, einen
Fach=
mann, der jede Kalkulation aufſtellt, der einen Kopf hat, um
praktiſche Anregungen zu geben, Vorſchläge zu machen? Glauben
Ew. Lordſchaft nicht, daß Ew. Lordſchafts Stellung eine ganz
ge=
wältige Stärke erhält in dem Augenblick, da Ew. Lordſchaft nicht
nur der ſtärkſte Geldgeber iſt, ſondern auch den beſten Fachmann
zur Seite haben?"
Lord Durham hatte dieſe Ausführungen mit großem
Inter=
eſſe gehört. Der Mann hatte recht.
„Well . . .” ſagte er nach einer Weile: „Das wäre zu
über=
legen. Welches Salär verlangen Sie?‟
„Das Salär ſpielen für Ew. Lordſchaft doch wohl eine
unter=
geordnete Bedeutung. Engagieren mich Ew. Lordſchaft und ſetzen
Sie es feſt, wenn ich Ihnen bewieſen habe, daß ich Ihnen
wirk=
lich etwas leiſten kann!"
„Well . .. gut, wir wollen es probieren, Mr. Waters. Auch
Antritt ſofort? Bedingungen vorläufig genau ſo wie Mr.
Peterſen?”
„Allright, Ew. Lordſchaft.”
Kurz darauf verließen die beiden Männer das Hotel.
Sie ſchritten ſtumm nebeneinander, und als ſie in die
Fried=
richſtraße einbogen, ſahen ſie ſich an und lächelten.
„Es hat geklappt, my Boy!” ſagte Waters gutgelaunt. Beſſer
als ich dachte! War doch ein Schweineglück, daß ich mich damals
ſo in Perſien herumgetrieben habe und auch das Hüttenfach aus
dem ff kenne! Seine Lordſchaft werden nicht enttäuſcht ſein.”
Peterſen nickte ihm ſchmunzelnd zu.
Der Leſer wird ſchon begriffen haben, um wen es ſich hier
handelte. Ellis Waters war niemand anders als . . . Jolly
Robbers, der bekannte Detektiv, mit ſeinem Helfer Salten, dem
„Baron”.
„Wie gefällt dir Durham?‟
„Du meinſt Urteil?"
„Ja! Ein Gewaltmenſch . . . ohne Hemmungen!“
Jolly Robbers nickte. „Das zeigt ein Blick. Und dazu eine
Energiemaſchine, geladen mit impulſiver Kraft , ſo geladen,
daß ich wiederum glaube, daß ſich dieſe Maſchine hin und wieder
feſtlaufen wird."
Das begehrte Milfel
gegen Husten, Heiserkeit und
Katarrh sind und bleiben
MalseniBpust-Caramellen
Erhältlich in Apotheken, Drogerlen und wo Plakate sichtbar.
(ISt 55
„Wenn ich ihn anſehe” ſagte Salten nachdenklich, „dann wird
mir der Prozeß ziemlich klar und ich möchte ſagen, ich glaube, daß
Lady Iris recht hatte vor Gericht. Der Mann . . . kann ein
Mör=
der werden an dem, der ſich ihn in den Weg ſtellt. Er iſt beſtimmt
ohne Gewiſſenshemmungen."
„Jedenfalls wirſt du feſtſtellen, lieber Salten, daß unſere
Auf=
gabe diesmal eine iſt, die ſich wirklich lohnt, daß man alles
ein=
ſetzt.”
„Das iſt ſie! Was gedenkſt du heute noch zu tun?”
„Ich will zum Polizeipräſidium und mich erkundigen, wo dieſe
Mademoiſelle Girard, die eine ſo eigenartige Rolle in dem Prozeß
ſpielte, ſich aufhält.”
Auf dem Polizeipräſidium erfuhren ſie, daß ſich Mademoiſelle
noch in Berlin bewegte, und zwar wohnte ſie im Hotel „Fröhlich”,
einem mittelgroßen, als anſtändig bekannten Lokal in der
Fried=
richſtadt.
Die beiden Männer traten ihre Stellungen an.
Mit Feuereifer ſtürzten ſie ſich in ihre Aufgabe, und Lord
Durham erkannte, ſchon nach einigen Tagen, daß er mit beiden
einen guten Griff getan hatte.
Waters gefiel ihm beſonders, wenn er auch im Gegenſatz zu
Salten, nicht ſo ſehr Gentleman war. Aber es ging etwas
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Sicheres, Beſtimmtes und Klares von ihm aus, das dem Lord den
Rücken ſteifte.
Waters hatte ſich ſofort informieren laſſen über alle näheren
Einzelheiten, dann begann er. Am nächſten Tage brütete er über
Karten, verglich ſie mit den Karten Wynsdals, des Forſchers. Er
zeichnete neue Karten nach den vorhandenen, ſkizzierte eine Karte
des Ausbeutungsgebietes, machte einen Plan der ganzen Werke,
die dort erſtehen ſollten.
Lord Durham war ehrlich überraſcht, und der zähe
Arbeits=
eifer des Mannes riß ihn mit. Stundenlang ſaßen ſie über den
Plänen, ſprachen die Vorſchläge, die Waters machte, durch, und
ausführlich erklärte ihm Waters, wie er ſich die Organiſation des
Aufbaues und der Förderung gedacht hatte.
Er entwickelte dabei einen ſo ſcharfen Verſtand, alles war ſo
praktiſch bis ins einzelne durchdacht, daß Lord Durham den
Ober=
ingenieur Pitſchau und Direktor Sir Mac Madden zu ſich bitten
ließ und ſie zu vieren die bishergien Pläne mit den neuen Plänen
Waters verglichen.
Sir Mac Madden war nicht erbaut davon, aber der deutſche
Oberingenieur Pitſchau, ein ruhiger Mann, ſagte: „Sie haben
Glück, Sir, daß Sie mit Mr. Waters zuſammengekommen ſind.
Ich erſehe aus alledem, daß er das Gebiet beſſer kennt, als wir
alle, und die Vorſchläge Mr. Waters ſind ſo gut, daß ich mich nicht
ſcheuen werde, ſie mir zu eigen zu machen. Das Beſte iſt das
Richtige für das Werk.”
Durham nickte ihm eifrig zu. „Vernünftig, ſehr vernünftig,
Mr. Pitſchau! Sie haben richtig erfaßt, wie es zu handhaben iſt.”
Das Bankhaus Forſt u. Salis ſpielte in der Berliner
Oeffent=
lichkeit keine dominierende Rolle. Fragte man hundert Berliner,
ſo kannten es fünfundzwanzig beſtimmt nicht einmal dem Namen
nach, weil die Firma in der großen Oeffentlichkeit nicht in
Er=
ſcheinung trat. Und doch war es ein ſo kapitalſtarkes Bankhaus,
daß es in der Lage war, eine und eine halbe Million Pfund von
ſich aus zu übernehmen. Die anderen drei und eine halbe Million
wurden in Europa untergebracht.
Das Ganze erfolgte im Rahmen einer Aktiengeſellſchaft, wenn
auch die Zahl der Aktionäre eine verſchwindend geringe war.
Vierzehn Tage nach dem Abſchluß des Vertrages fand die
Er=
öffnungsverſammlung der „Anglo=Perſiſchen Hüttengeſellſchaft”
ſtatt.
Mit Mehrheit wählte man zunächſt Lord Durham zum
Präſi=
denten des Unternehmens und Vorſitzenden des nur drei Köpfe
umfaſſenden Aufſichtsrates.
Dann begann Lord Durham, der ſich mittlerweile
ausgezeich=
net in die Materie eingearbeitet hatte, ſeinen Vortrag, der über
eine Stunde währte und allen ein erſchöpfendes Bild über die
Arbeiten der Geſellſchaft, die Art der Erſchließung und alle
kom=
merziellen Fragen gab."
Nach ſeinem Vortrag ſprach Oberingenieur Pitſchau,
unter=
ſtützt von Ellis Waters, über die Organiſierung des
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nehmens.
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