*
Armſtädtk
Tagblatt
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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enber 218 Reichomart und 2 Pennig
abgeholt 2.25 Reichdmarl, durch die
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Bezieher nſcht
zur Kürzung des
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Frantfurt a. M. 1301.
EIé
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſebenen Original=Aufjätze und eigene Nachrichten mur mit Queſſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 334 Mittwoch, den 3. Dezember 1930.
193. Jahrgang
A mm breite Zeiie im Kreiſe Darmfiadt 25 Reichspfg
FinanzAnzelgen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 n
brett/2 Reichsmart.Anzeigen von auswärte 40 Reichspfg
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite Rellam
zelle 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 420 Marfl.
eer
im Feole enſcht
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw.,
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
von Schadener
auffräge und Leiſtung
jeder
Konturs oder gerichtliſcher Beltreibung fäl
Banktonto Deutſche Bani und Darm=
Nobegt. Des fädter und Natonalbank.
a!
etty
ter 49, 4
eNotverordnungen veröffentlicht
der Frakkionsberakungen. — Der erſte Vorſtoß der Oppoſikion: Aufhebungsankrag der
Nakional=
ſozialiſten. — Die Regierung verlangt Klärung bis Ende der Woche.
Der Kampf beginnk.
ſich u. a. für Ehefrauen auf die Hälfte des Satzes, der für den
Ehemann gilt.
Kapitel 2: Arbeitsloſenverſicherung und
Krankenver=
ſicherung ſehen bezüglich der Arbeitsloſenverſicherung beſtimmte
Meſichten der Regierung. — Das Geſpenſt des Verbeſſerungen vor. Bezüglich der Krankenverſicherung wird
vorgeſehen, daß von den Koſten für den Krankenſchein befreit
Mißkrauensvokums.
werden: Arbeitsloſe oder Kriſenunterſtützte, Bezieher von In=
Berlin, 2. Dezember. (Priv.=Tel.) validen= oder Angeſtelltenrenten,
Schwerkriegsbeſchädigte,
Tuberkuloſe und Geſchlechtskranke. Außerdem wird beſtimmt,
Nyz/ Ancchſte Tag ſoll nun alſo die Entſcheidung über daß in dringenden Fällen der Krankenſchein nachträglich geholt
ckſal des Reichstages bringen. Zum Samstag werden kann, insbeſondere bei Unfällen.
Kanzler die Abſtimmung über die Notverordnungen er=
Fplatz
ſchel
rffdt Pi
10 0AEm Mittwoch bringt der Reichsfinanzminiſter mit einer
hen Programmrede den Etat ein. Vom Donnerstag ab
UIh-Ihiülſer Kanzler zur Ausſprache bereit. Die Fraktionen
Dienstag zum Teil ſchon beraten, zum Teil ſind ihre
Andtl ſter erſt für Mittwoch anberaumt. Eine politiſche
Ent=
em breit / Aic aber vorläufig noch nicht gefallen. Die
National=
en haben indes bereits einen Antrag eingebracht,
Verordnung des Reichspräſidenten
ſo=
er Kraft zu ſetzen.
arkpas
iße gierung rechnet, wie wir ſchon ſagten, beſtimmt damit,
ſeine Mehrheit gegen dieſen Antrag zuſammenbringen
uus ſchlüſſige Zahlen ſtehen ihr aber dazu noch nicht zur
Für die Aufhebung werden unter allen Umſtänden
0ialiſten, Kommuniſten und Deutſchnationale ſtimmen.
ſchon 225 Stimmen. Bei insgeſamt 577 Abgeordneten
tie Mehrheit 289. Es fragt ſich alſo, wieviel Abgeordnete
eren Parteien ſich dem negativen Block anſchließen
wer=
der Wirtſchaftspartei iſt die Vermutung, daß ſie auch
die Aufhebung ſtimmen wird, nachdem ſie ſchon im
Aus=
ſie Aufhebung der Juli=Notverordnung ſtimmte, ziem=
Auch beim Landvolk machen ſich Beſtrebungen in
ähn=
ſhlung bemerkbar. Die Neinſtimmen würden dadurch auf
inen wachſen. Auf der anderen Seite bemühen ſich die
olratiſchen Führer eifrig darum, ihre Fraktion zu einer
des Antrages auf Aufhebung der Notverordnung zu
Gelingt ihnen das, dann würden mit dem Zentrum,
in, der Staatspartei, und wahrſcheinlich auch der Volks=
Stimmen zur Verfügung ſtehen. Der Ausſchlag würde
Unn ſich die Dinge ſo entwickeln, bei den Chriſtlich=Sozialen,
ſeutſchen Bauern und den Volksnationalen liegen. Die
der Regierung, daß ſie die noch fehlenden 15 Stimmen
nmenbekommt, iſt nicht völlig abwegig. Jedenfalls gehen
beſcheinlichkeitsrechnungen in der Wandelhalle vorläufig
ß die Regierung mit einer knappen Mehrheit
ſietzen wird, ſoweit die Notverordnungen in Frage kommen.
Gefahr für den Kanzler droht von einer
Seite her. Die Minderheit wird zweifellos ver=
EMit einem Mißtrauensantrag der Regierung ein
ſitellen. Dann ſind die Ausſichten der Regierung
ſtrger, weil mit der Gefahr von Stimmenthaltungen
werden muß. Die Nationalſozialiſten haben ein
Ver=
vuim für das Kabinett eingebracht; ein ausgeſprochen
Antrag, der gefährlich iſt, da er alle anderen Anträge
ſen ſoll und zuerſt zur Abſtimmung kommen muß. Für
SVertrauensvotum wird die Sozialdemokratie nicht
ſtim=
den und wollen. Der Antrag würde alſo vermutlich
ab=
n die Regierung wäre geſtürzt. Bei früheren
Gelegen=
ſt allerdings der Reichstagspräſident Anträge dieſer Art
weil ſie nicht ernſthaft gemeint waren.
tuch, wenn der Kanzler um dieſe Klippe herumkommen
iht immer noch das Geſpenſt des Mißtrauensvotums, wo
Hill
genug ſein wird, die notwendigen Stimmen zur Ab=
Féuſammenzubringen.
im
Der Inhalt der Nolverordnungen.
haus
(0
heuen Notverordnungen des Reichspräſidenten vom
eber ſind heute unter Nr. 47 im Reichsgeſetzblatt 1930
Die Notverordnungen umfaſſen nicht weniger als
des Reichsgeſetzblattes und enthalten die bereits ge=
Materien: Zur Sicherung des Haushalts,
euerreform, die geplanten Maßnahmen zur
erkaffzrung der Wohnungszwangswirtſchaft,
„„ſeeahmen zum Schutze der Landwirtſchaft,
ſſchangen und Erſparniſſe auf dem Gebiete der Rechts=
„nuog fi die Aenderungen der Verordnungen des Reichspräſi=
D 26. Juli 1930. — Auf Grund des nunmehr vorlie=
Fortlautes der Notverordnungen läßt ſich folgende
In=
abe geben:
Rderung der Verordnung des
Reichspräſi=
denken vom 26. Juli.
tel 1: Die Erſchließung von Einnahmen für Ge=
M.
geſtattet neben der Gemeindebierſtener die Erhebung
eindetränkeſteuer auf Wein, Branntwein, Kakao,
Eee uſw. und ſieht ferner die Abänderungen bezüglich
derſteuer vor. Bürgerſteuer darf nicht erhoben werden
Arbeitsloſen, in öffentlicher Fürſorge befindlichen
itiern und Perſonen, die eine Zuſatzrente erhalten. Die
Bürgerſteuer ſoll von den Ländern kraft eigenen
Rech=
nt werden, jedoch werden Mindeſtſätze vorgeſehen,
P
M0 RM. Einkommen ſich auf 6 Mark belaufen, bei bis
N M. Einkommen auf 9 Mark, bei bis zu 8000 RM.
N
ark, bei bis zu 12000 RM. auf 18 Mark, bei bis zu
*
N. auf 24 Mark uſw. Für höhere Einkommen ſind
büße vorgeſehen, die bei 500 000 RM. Einkommen den
von 2000 Maxk erreichen. Die Bürgerſteuer ermäßigt
2. Sicherung des Hanshalfs.
Kapitel 1 enthält die Ausgabenbegrenzung des
Haus=
halts des Reichs auf 10,687 Milliarden Reichsmark für die
Rechnungsjahre 1931/32/33. Abweichungen von dieſen
Beſtim=
mungen ſind nur geſtattet, wenn Ausgaben aus beſonderen mit
ihnen in innerem Zuſammenhang ſtehenden Einnahmen
be=
ſtritten werden. Die gleiche Beſtimmung wird für die Länder
eingeführt, bei denen feſtgeſetzt wird, daß die Haushalte für
1932 und 1933 die für 1931 vorgeſehene Summe nicht
über=
ſchreiten dürfen. Die gleiche Sollbeſtimmung wird für die
Ge=
meinden erlaſſen. Ueberſchüſſe aus den Haushalten in Reich,
Ländern und Gemeinden ſollen zur Verminderung des
Anleihe=
bedarfs, zur Schuldentilgung und zur Steuerſenkung verwandt
werden.
Kapitel 2, Gehaltskürzung, beſtimmt, daß die
Dienſt=
bezüge der Reichsbeamten und der Soldaten, ſowie der
Ver=
ſorgungsberechtigten um 6 v. H. gekürzt werden, ſowie die
Be=
züge des Reichspräſidenten, des Reichskanzlers und der
Reichs=
miniſter um 20 v. H. Perſonen, deren Bezüge 1500 Reichsmark
nicht überſteigen, ſind von der Kürzung befreit. Die gleichen
Kürzungen der Gehälter ſind für Länder und Gemeinden
vor=
geſehen, jedoch ſollen die Länder hier ſelbſt die Beſtimmung
er=
laſſen. Gekürzt werden ſollen auch die Bezüge der Angeſtellten
der Verwaltungen des Reiches, der Länder und Gemeinden,
ſowie der Angeſtellten der Körperſchaften öffentlichen Rechts.
alſo auch der Reichsbank, Reichsbahn und
Religionsgeſell=
ſchaften.
Kapitel 3, Tabakſteuer. Die Beſtimmungen über die
Tabakſteuer ſehen Erhöhungen der Steuern für Zigarren,
Ziga=
retten, Rauchtabak, Pfeifentabak uſw. vor. Bei Tabakhändlern
und =verarbeitern vorhandene Vorräte unterliegen der
Nachver=
zollung.
Kapitel 4, enthält Zuſchläge zur Einkommenſteuer im
Rechnungsjahr 1931. Auf Einkommen über 8000 Mark wird
ein Zuſchlag zur Einkommenſteuer von 5 v. H. erhoben. Ferner
wird hier die Ledigenſteuer aufrechterhalten. Auch die
Sonder=
ſteuer für Aufſichtsratsmitglieder iſt erhalten geblieben. Die
Einnahmen aus dieſen Steuern fließen ausſchließlich dem
Reiche zu.
3. Skeuervereinfachung und Skeuervereinheiklichung.
Dies iſt der umfangreichſte Teil der Notverordnung. Er
umfaßt nicht weniger als 52 Seiten.
Kapitel 1 enthält den Geſamtplan der
Steuerverein=
fachung. Vereinheitlicht werden hiernach die Steuern für den
geſamten Grundbeſitz nach Maßgabe des Kapitels 2 (
Grund=
ſteuern), ſowie die Steuern für das Gewerbe nach Maßgabe des
Kapitels 3, und zwar bei Ländern und Gemeinden. Die Steuern
ſollen ab 1. April 1932 gelten, jedoch kann der
Reichsfinanz=
miniſter ſie bereits für das Rechnungsjahr 1931 in Kraft ſetzen.
Für die erſten 6000 Mark des Einkommens aus
landwirtſchaft=
lichen, forſtwirtſchaftlichen und gärtneriſchen Vermögen gilt die
Grundſteuer als Einheitsſteuer. Die vermögensſteuerfreie
Grenze wird auf 20 000 Mark erhöht. Die Geltungsdauer für
Einheitswerte für den geſamten Grundbeſitz wird auf 6 Jahre,
für das Betriebsvermögen auf 3 Jahre, ſowie der
Veran=
lagungszeitraum für die Vermögensſteuer auf 3 Jahre
ausge=
dehnt. Von der Umſatzſteuer werden weiter Unternehmen mit
einem Geſamtumſatz von nicht mehr als 5000 RM. befreit. Das
Zwiſchenhandelsprivileg wird auf den Großhandel beſchränkt.
Kapitel 2 enthält die Beſtimmungen über die
Grund=
ſteuern. Steuergegenſtand iſt hiernach jeder landwirtſchaftliche,
forſtwirtſchaftliche und gärtneriſche Betrieb und jedes
Grund=
ſtück. Beſteuerungsgrundlage iſt der nach den Vorſchriften des
Reichsbewertungsgeſetzes feſtgeſtellte Einheitswert. Die Höhe
der Grundſteuer wird von den Ländern kraft Eigenrechts und
von den Gemeinden nach Maßgabe der landesrechtlichen
Vor=
ſchriften feſtgeſetzt. Die Feſtſetzung der Grundſteuer wird für
das Rechnungsjahr vorgenommen. Sie iſt vierteljährlich zu
zahlen. Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. April 1931 bis
31. März 1931 bis 31. März 1934 bezugsfertig werden,
wer=
den von der Grundſteuer befreit.
Kapitel 3 enthält die Beſtimmungen über die
Gewerbe=
ſteuer, die ebenfalls als Landesſteuer erhoben wird und
teil=
weiſe den Gemeinden überlaſſen werden kann. Steuergegenſtand
iſt hier jedes ſelbſtändige ſtehende Gewerbe. Als Gewerbe
gel=
ten nicht Bergbau, freie und ſelbſtändige Berufstätigkeit, ſowie
nicht die Tätigkeit der Landwirtſchaft, der Wiſſenſchaft uſw. Die
Höhe der Gewerbeſteuer iſt von den Ländern zu beſtimmen.
Kapitel 4 enthält ſodann Beſtimmungen über
Steuer=
anpaſſung, da ſich die Notwendigkeit herausgeſtellt hat, die
Reichsabgabenverordnung abzuändern, und zwar im Sinne der
Steuerreform. Die ſehr umfangreichen Beſtimmungen ſchaffen
praktiſch die Reichsabgabenordnung in weſentlichen
Beſtimmun=
gen neu. U. a. wird auch das Reichsbewertungsgeſetz
abge=
ändert. Der Artikel 3 des Geſetzes enthält die Aenderung des
Finanzausgeichsgeſetzes.
(Fortſetzung auf Seite 2. 2. Spalte.)
* Die heſſiſche Sanierungsakkion.
Die heſſiſchen Finanzen, die nun ſchon faſt ſeit 10 Jahren
wegen des hypertrophiſchen Zuſtandes, in dem ſich der Staat
befindet, nicht in Ordnung kommen können, bereiten in Zeiten
wirtſchaftlicher Depreſſion natürlich ganz beſondere Schmerzen.
Eine Wirtſchaftskriſe von dem Ausmaße, wie wir ſie
augen=
blicklich durchmachen, wirkt geradezu kataſtrophal. Obgleich erſt
im Frühjahr 1930 ein Sofortprogramm von Sparmaßnahmen
durchgeführt wurde, das den zu erwartenden Fehlbetrag des
laufenden Etatsjahres um etwa 5 Millionen verringern ſollte,
iſt nach den bis jetzt aufgeſtellten vorläufigen Berechnungen für
das kommende Rechnungsjahr ein Defizit zu erwarten, das
alles früher dageweſene in den Schatten ſtellt. Wenn der
Finanzminiſter jetzt mit einem Fehlbetrag von 14,2 Millionen
für 1931 rechnet, ſo ſetzt ſich dieſe Zahl aus Faktoren zuſammen,
die in den letzten Monaten feſtgeſtellt wurden; wieweit ſie auch
bis in das Frühjahr 1931 Gültigkeit behalten werden, iſt völlig
unſicher. Aber wenn man keine weitere Verſchlechterung der
Wirtſchaftslage annehmen will, alſo den Ausfall an
Ueberwei=
ſungsſteuern für 1931 nicht für höher als 5,5 Millionen bemißt,
ſo bleibt doch die Abdeckung des Defizits von 14,2 Millionen
für das Land Heſſen unter den derzeitigen Verhältniſſen eine
kaum ausführbare Leiſtung. Die Opfer, die für dieſen Zweck
von der Bevölkerung gefordert werden, müſſen den größten
Un=
willen und Widerſtand hervorrufen.
Die Wurzel des chroniſchen Uebels, an dem die heſſiſchen
Staatsfinanzen leiden, liegt darin, daß der Staat in den
Jah=
ren nach der Staatsumwälzung zu viel Aufgaben übernommen
hatte, die ſeine Kräfte überſtiegen. Wir haben an dieſer Stelle
immer wieder ſeit Jahren darauf hingewieſen, ohne daß
irgend=
ein Erfolg erzielt wurde. Erſt nach einer politiſchen Kraftprobe
der Oppoſitionsparteien, dem Volksentſcheid von 1926, der
aller=
dings nicht zum Ziele führte, aber doch die bedrohliche Lage der
weiteren, Oeffentlichkeit enthüllte, fühlte ſich die Regierung
be=
wogen, die geſamte heſſiſche Verwaltung durch den
Reichsſpar=
kommiſſar nachprüfen zu laſſen. Aber auch als das Gutachten
des Reichsſparkommiſſars vorlag, hatte man keinerlei Eile mit
der Durchführung der dringendſten Reformen. Man hat zwar
das Sofortprogramm von dieſem Frühjahr herausgebracht, das
ſich teilweiſe auf das Gutachten berufen konnte; man hat aber
bis jetzt keinerlei organiſatoriſche Sparmaßnahmen
grundlegen=
der Art durchgeführt, und man ſcheint ſolche auch nicht in der Weiſe
zu beabſichtigen, wie wir ſie zur wirklichen Geſundung des
heſſiſchen Staates für erforderlich halten.
Der derzeitige Finanzminiſter, der von ſeinem Vorgänger
eine Erbſchaft übernehmen mußte, die an dem genannten
Grund=
übel litt, ſcheint nun angeſichts der bedrohlichen Lage ernſthafte
Anſtrengungen zu machen, der alljährlich ſich mehrenden
Fehl=
beträge Herr zu werden. Wir glauben ihm auch
uneinge=
ſchränkt, was er zu Anfang Oktober d. J. dem Chefredakteur
dieſes Blattes gegenüber bei deſſen Empfang äußerte, daß er
willens iſt, auch vor unpopulären Maßnahmen nicht
zurückzu=
ſchrecken. Wir haben jedoch den Glauben daran aufgegeben,
daß bei der Zuſammenſetzung der gegenwärtigen
Regierungs=
koalition das geſchieht, was der Ausgangspunkt aller
nachhalti=
gen und dauernd wirkſamen Reformen ſein müßte, daß
näm=
lich der Aufgabenkreis aller Miniſterien durch planmäßige
Kom=
petenzverſchiebungen nach unten derart beſchränkt wird, daß
mindeſtens zwei Miniſterien überflüſſig werden. Wenn jetzt
ein 10prozentiger Beamtenabbau in den Zentralſtellen erfolgen
ſoll und die Staatsrats= ſowie Miniſterialratsſtellen auf den
Inhaber geſetzt werden, ſo muß abgewartet werden, in welcher
Weiſe der Abbau geſchieht und ob die Inhaberbewilligungen
wirklich zum Verſchwinden dieſer Stellen führen. Solange
Kompetenzverſchiebungen nicht ſtattfinden, bleiben
durchgrei=
fende Perſonalkürzungen zweifelhaft. Die Aufhebung einzelner
Lokalſtellen wird zwar einige Erſparniſſe bringen, dieſe dürften
aber kaum die Nachteile aufwiegen, die der Bevölkerung
da=
durch entſtehen.
Wir werden ſpäter, wenn die beabſichtigten
organiſatori=
ſchen Maßnahmen greifbare Geſtalt annehmen, hierauf
zurück=
kommen. Heute wollen wir uns kurz mit den vier
Geſetzes=
vorlagen beſchäftigen, die zur Abdeckung des für den nächſten
Staatsvoranſchlag berechneten Fehlbetrags von 14,2 Millionen
dem Landtage zugegangen ſind. Dieſes Defizit ſoll faſt
voll=
ſtändig von den Beamten und dem Grundbeſitz getragen
wer=
den. Die Gehaltskürzung von 6 v. H. ihrer Bezüge, die durch
das Reich den Beamten auferlegt werden ſoll, bringt für den
heſſiſchen Staat eine Erſparnis an Perſonalkoſten in Höhe von 5,3
Millionen. Durch Zuwendung von Vorzugsaktien der
Reichs=
bahn erzielt der Staat weiter 0,62 Millionen, ſo daß noch etwa
8,3 Millionen zu decken bleiben. Der größte Teil hiervon ſoll
vom Grundbeſitz aufgebracht werden, indem die bisherige
Grundſteuer verdreifacht und die Sondergebäudeſteuer in dem
Verhältnis erhöht wird, als die Friedensmiete mehr als 5 v. H.
des Friedenswertes beträgt. Der kleinere Teil ſoll weiter von
der Beamtenſchaft getragen werden.”
Dieſe weitere Belaſtung der Veamtenſchaft iſt für die
näch=
ſten drei Jahre vorgeſehen und macht teils eine Aenderung der
Beſoldungsordnung, teils eine Aenderung des Stellenplans
er=
forderlich. Die Beſoldungsordnung ſoll dahin abgeändert
wer=
den, daß ledige Beamte in Zukunft nur die Hälfte des
Woh=
nungsgeldes erhalten, während ſie nach den zurzeit geltenden
Beſtimmungen den Wohnungsgeldzuſchuß nach der nächſt
niede=
ren Tarifklaſſe beziehen. Dieſe Neuerung wird damit
begrün=
det, daß die Aufwendungen lediger Beamten für ihre
Woh=
nung in der Regel geringer ſind als die entſprechenden
Auf=
wendungen verheirateter Beamien, eine Begründung, die
keines=
wegs überall den Umfang de: Herabſetzung des
Wohnungs=
geldes rechtfertigt. Eine ſveitere Abänderung der
Beſoldungs=
ordnung ſetzt die Bezüige der Beamtenanwärter herab. Tieſe
erhalten gegenwärtig als Anfangsvergütungen etwa 80 v. H.
des Anfangsgrundgehaltes ihrer erſten Verwendungsſtellen.
Dieſe Vergütungen ſollen für die höheren und mittleren
Stel=
len um 20 v. H., für die unteren Stellen um 10 v. H. gekürzt
werden. Damit werden die Anwärtervergütungen ungefähr
wieder auf das Maß zurückgeführt, nach dem ſie vor 1920
be=
meſſen waren. Die allmähliche Erhöhung der Bezüge iſt ſo
ge=
regelt, daß vom 6. Anwärterjahr ab bei den Zivilanwärtern
in den höheren und mittleren Stellen eine Vergütung von 80
v. H., in den übrigen Gruppen eine ſolche von 90 v. H. des
Anfangsgrundgehaltes gewährt wird wührend hier bisher den
Seite 2
Mittwoch, den 3. Dezember 1930
Nummunf
volle Anfangsgrundgehait eintrat. — Natürlich kann ledigen
Beamten der höhere Wohnungsgeldzuſchuß, auf den ſie einen
Rechtsanſpruch ſchon erworben haben, nicht geſchmälert werden.
Dagegen treten für Anwärter die neuen Beſtimmungen alsbald
in Kraft, wobei für verheiratete Anwärter inſofern eine
Aus=
nahme gemacht wird, als ſie ihre bisherigen Bezüge ſolange
weiterbeziehen ſollen, bis ſie nach den neuen Beſtimmungen
höhere Bezüge zu erhalten haben.
In dem Entwurf zur Aeuderung des Geſetzes über den
Stellenplan iſt beſtimmt, daß von allen Stellen der gleichen
Art, die auf mehrere Beſoldungsgruppen verteilt ſind, 40 v. H.
in der höheren Gruppe abgeſetzt und in der nächſt niederen
Gruppe zugeſetzt werden und daß von dieſer niederen Gruppe
dann wieder 40 v. H. an eine etwa vorhandene noch niedrigere
Gruppe abgeſtoßen werden. Natürlich kann die Ueberführung
der Stellen in die niederen Gruppen nicht alsbald, ſondern erſt
nach ihrem Freiwerden erfolgen. Es werden deshalb die
Stel=
len, die in die niederen Gruppen einzureihen ſind, in den
bis=
herigen Gruppen als für den Inhaber bewilligt angemerkt. Die
ganze Maßnahme hat eine erhebliche Erſchwerung der
Auſ=
rückungsmöglichkeiten zur Folge.
Es iſt erſichtlich, daß die durch die Aenderungen der
Beſol=
dungsordnung und des Stellenplans zu erwartenden
Erſpar=
niſſe ſich erſt mit der Zeit auswirken können. Für das Jahr
1931 wird, einſchließlich kleinerer Beträge, die durch
Herab=
ſetzung der Tagegelder der Beamten um 20 v. H. und durch
Mehreinnahmen aus Notariatsgebühren erzielt werden, mit
einer Million Deckung gerechnet. Durch Vereinfachung der
Ver=
waltung auf verſchiedenen Gebieten ſollen weiter gegen zwei
Millionen erſpart werden. Dem Grundbeſitz ſollen etwa 4,5
Millionen Neubelaſtungen auferlegt werden. 4 Millionen davon
ollen durch Erhöhung des Jahresſatzes der ſtaatlichen
Grund=
teuer von den Gebäuden nebſt Zubehör von 12 Pfennig für
100 Mark Steuerwert auf 36 Pfennig erzielt werden,
½ Million durch Erhöhung der Sondergebäudeſteuer.
Dieſe Verdreifachung der Gebäudeſteuer erfährt nach der
Vorlage der Regierung nur dadurch eine Milderung, daß der
Zuſchlag nicht erhoben werden ſoll, wenn der Grundſteuerwert
für einen Steuerpflichtigen insgeſamt 4000 Mark nicht
über=
ſteigt, und daß Ermäßigungen auf Antrag erfolgen können
ent=
ſprechend den Beſtimmungen des Sondergebäudeſteuergeſetzes
(Leerſtehen der Mieträume, Uneinziehbarkeit der Mieten). Nach
einem im Finanzausſchuſſe angenommenen Antrage ſoll weiter
der Zuſchlag nur 10 Pfennig betragen, wenn der Grundbeſitz
einen Steuerwert von 7000 Mark nicht überſteigt, und er ſoll
nur 15 Pfennig betragen bei einem Steuerwert von 10 000
Mark. Es folgt hieraus, daß die Neubelaſtung des
Grund=
beſitzes in der Hauptſache den ſtädtiſchen Hausbeſitz treffen ſoll,
der ſchon außerordentlich vorbelaſtet iſt. Dabei ſteht noch
voll=
tändig dahin, ob und in welcher Höhe der Hausbeſitzer durch
eine Erhöhung der Mieten ſchadlos gehalten werden ſoll, wenn
auch aus den Ausführungen des Finanzminiſters entnommen
werden darf, daß mit einer Erhöhung der geſetzlichen Miete
vom 1. April 1931 gerechnet werden muß.
Dieſe Steuerpläne bedürfen keines weiteren Kommentars
Sie werden in den Kreiſen der Beamten, der Hausbeſitzer und
der Mieter die größte Beunruhigung hervorrufen.
Spectator.
Zur Kürzung der Anwärkerbezige
wird uns geſchrieben:
„Die heſſiſche Regierung hat dem Landtag einen Geſetzentwurf
zur Kürzung der Anwärterbezüge unterbreitet. Seine
verheerenden Auswirkungen ergeben ſich aus
folgen=
den Zahlen: Es ſollen die akademiſch gebildeten Anwärter
ver=
lieren:
im Alter von 25 Jahren rd. 25% ihrer jetzigen Bezüge,
30 „ „ 27%
„
„
„ „ „ 35—40 „ „ 36% „
„
Bei den Finanzpraktikanten ſollen ebenfalls Kürzungen bis 32%
erfolgen. Um das ungeheuerliche Ausmaß der Schädigung der
heſſiſchen Anwärter zu ermeſſen, bedenke man außerdem: Der
Anwärter ſoll auf dieſen gekürzten Sätzen ohne Rückſicht auf
ein Lebensalter bis zu ſeiner Anſtellung ſtehen bleiben.
Anſtellung und Verwendung des Nachwuchſes aber werden durch
die weiteren rigoroſen Sparmaßnahmen der
heſſi=
ſchen Regierung in den nächſten 6 bis 8 Jahren nicht erfolgen.
Sobehandelt kein anderes deutſches Land ſeine
Anwärter!
Wollen Regierung und Landtag dieſe Verelendung ihrer
Anwärter, von denen ſie jahrelang die volle Dienſtleiſtung eines
Beamten verlangen, vor ihrem Gewiſſen verantworten?"
Vom Tage.
ſehen, daß der Finanzausgleich zwiſchen Reich und Leu
1. April 1932 neu geregelt werden ſoll.
Im Haushaltsausſchuß des Reichstags wurden
die Anträge auf völlige Aufhebungder Juli=
Not=
verordnung gegen die Stimmen der Nationalſozialiſten, der
Deutſchnationalen, der Wirtſchaftspartei und der Kommuniſten
ab=
gelehnt.
In der Fraktionsſitzung der D.V.P. am Dienstag vormittag
wurde der Parteivorſitzende Abgeordneter
Din=
geldey durch Zuruf zum Fraktionsvorſitzenden
ge=
wählt. Zum erſten ſtellvertretenden
Vorſitzen=
den wurde Abgeordneter Dauch gewählt.
Der ſozialdemokratiſche preußiſche
Landtagsabge=
ordnete Adolf Hoffmann iſt am Alter von 72 Jahren
ge=
ſtorben. Adolf Hoffmann iſt unter dem Beinamen „Zehn=
Gebote=Hoffmann” allgemein bekannt geworden.
6. Reichsbank, Golddiskonkbank und Renkat
Kapitel 1 ſieht hier vor, daß der Anteil des
dem Reingewinn der Reichsbank erhöht wird.
Kapitel 2 ſieht die Umgeſtaltung der Deutfcsel
diskontbank vor, die zu einer Ausfuhrbank gemacht
Kapitel 3 enthält die Beſtimmungen über
die=
rung der Rentenbankſcheine.
7. Wohnungswirkſchaft.
Anläßlich des Straßenbahnerſtreits in Chemnitz kam es
Dienstag, zu ſchweren Zuſammenſtößen zwiſchen
Ar=
beitswilligen und Streikenden. Die Polizei ſtellte
die Ruhe wieder her. Der Straßenbahnverkehr konnte teilweiſe
wieder aufgenommen werden.
Kapitel 1. Die Mittel, die zur Förderung der Bäu
auf dem Gebiete des Wohnungs= und
Siedlungsweſene=
ſind, ſollen durch eine von der oberſten Landesbehörde
eiteil
wied
mende einheitliche Stelle auf Grund eines
einheitliches=
planes verteilt werden. Der Reichsarbeitsminiſter wi. 1
Die erſte Sitzung des neugewählten öſterreichiſchen
Na=
tionalrates war von keinem öffentlichen Intereſſe, da die
neue Regierung noch nicht komplett gebildet iſt.
Die franzöſiſche Kammer bewilligte geſtern mit 433
gegen 131 Stimmen die Zuſatzkredite für die
Lan=
desverteidigung in Höhe von 1,127 Milliarden Francs.
Der Streik im ſchottiſchen Kohlenbergbau
dauert an. Auf einer Delegiertenkonferenz der Bergarbeiter,
die in Glasgow ſtattfand, wurde mit großer Mehrheit beſchloſſen,
den Streik fortzuſetzen.
Staatsſekretär Stimſon hat in einem ſcharfen Dementi die
offenſichtlich auf franzöſiſche Quellen zurückzuführenden Gerüchte,
wonach Frankreich und die Vereinigten Staaten ſich geeinigt
hät=
ten, keinerlei Auslandskredite zu vergeben, ſofern dieſe
Rüſtungs=
zwecken dienen ſollten, als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet.
Der amerikaniſche Kongreß wurde am Montag mit
einer kurzen formellen Sitzung eröffnet. Die
diesjährige Botſchaft Hoovers enthält wenig über
außen=
politiſche Fragen. Die Botſchaft kündigt jedoch an, daß eine Reihe
Schieds= und Ausgleichsverträge ſowie das Protokoll über den
Beitritt zum Weltgerichtshof dem Senat zur Billigung vorgelegt
werden würde. Hoover äußert ſich ſodann ausführlich über die
Wirtſchaftsdepreſſion und kündigt zur Verminderung der
Arbeits=
loſigkeit einen Nachtragsetat von 150 Millionen Dollar an.
17
die Hoiveroronangen verehemtnc..
(Fortſetzung von Seite 1, 2. Spalte.)
Kapitel 5 enthält die Beſtimmung über die Umſatzſteuer,
die bereits im Eingang des Abſchnitts erwähnt wurde.
Kapitel 6 enthält Vorſchriften über Erhebungen der
Steuerpflicht der öffentlichen Betriebe.
Kapitel 7 enthält die Steueramneſtie. Vorgeſehen iſt,
daß die Reichsregierung eine Steueramneſtie unter beſtimmten
Bedingungen erlaſſen kann.
4. Senkung der Realſteuern und Berkehrsſteuern.
Kapitel 1. Es ſieht vor, daß die Grundſteuer und die
Gewerbeſteuer (Realſteuer) der Länder und Gemeinden geſenkt
werden. Danach dürfen die Realſteuern der Länder und
Ge=
meinden die Gebäudeentſchuldungsſteuern und ſonſtigen
Real=
teuern nicht erhöht werden. Es ſoll eine Senkung der
Grund=
ſteuer auf 10 v. H. und der Gewerbeſteuer auf 20 v. H. eintreten.
Zur Deckung des Ausfalles hierfür haben die Länder für ſich
und ihre Gemeinden von der in der Zeit nach dem 31. März
1931 aufkommenden Gebäudeentſchuldungsſteuer die Hälfte des
Wohnungsbauanteils der Gebäudeentſchuldungsſteuer im
Rech=
nungsjahr 1930 zu verwenden. Für Länder mit beſonders
großem Wohnungsbedarf kann beſtimmt werden, daß ein
gerin=
gerer Betrag als die Hälfte zur Deckung des durch die Senkung
entſtehenden Ausfalles verwendet wird.
Kapitel 2 enthält die Senkung der Verkehrsſteuern, alſo
Aenderungen des Kapitalverkehrsſteuergeſetzes und des
Grund=
erwerbsſteuergeſetzes auf eins bzw. zwei v. H.
5. Zinanzausgleich.
Dieſer Teil enthält die Beſtimmungen, die die Kürzung der
Ueberweiſungen an die Länder ermöglichen. Für das
Rech=
nungsjahr 1931 wird ſtatt 450 Millionen RM. ein Betrag von
375 Millionen RM. aus der Umſatzſteuer verteilt. Der Betrag
ermäßigt ſich um den Betrag, um den die Anteile der Länder
an der Umſatzſteuer für das Rechnungsjahr 1931 im Hinblick
auf die Gehaltskürzung in der öffentlichen Verwaltung der
Länder und Gemeinden gekürzt werden. Endlich wird vorge=
tigt, über die Verwendung der Wohnungsbaumittel im
mit den Ländern Grundſätze aufzuſtellen, wonach im
Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung hergec
den ſollen.
Kapitel 2 ſieht vor, daß der Reichsarbeitsmint:
ſchaften für Darlehensverpflichtungen zur Förderung
K=
wohnungsbaues übernehmen kann, ſobald dieſe Bürgſch,
allein von Ländern und Gemeinden übernommen werdes=
Kapitel 3 enthält die Beſtimmungen, die die
nützigkeit von Wohnungsunternehmungen neu regelt, TIe
unternehmungen gelten in Zukunft nur dann noch all
nützig, wenn ſie nach den neuen Beſtimmungen anerkn
Ausgeſchloſſen iſt hiernach u. a. die Gemeinnützigkeit,
Wohnungsunternehmen unter dem Einfluß von Perſc
die als Angehörige des Baugewerbes gelten.
Kapitel 4 enthält die Vorſchriften über den Abbcn=
Beendigung der Wohnungszwangswirtſchaft. Das Alo
mangelgeſetz tritt am 1. April 1934 außer Kraft. Die Vär
des Reichsmietengeſetzes und des Geſetzes über Mieterſck.Mt / Hoe
nicht mehr für Mietverträge, die über freigewordene
werdende Räume neu abgeſchloſſen werden, ſoweit dieſe mi
Inanſpruchnahme auf Grund des WohnungsmangelgeſetzM) in Harni
liegen.
3. Maßnahmen zum Schuße der Landwirkf
Kapitel 1 enthält die Aenderungen des Brotgeſetzk=Mf/ und Me
nach darf Weizenbrot im Gewicht von mehr als 200 Grnh in Rußlank
hergeſtellt werden, wenn es 30 v. H. Roggenmehl ent-üſ itnen müſſen
Weizenbackwaren iſt ein Zuſatz von Kartoffelſtärkemel.
10 v. H. erlaubt. Zum Bemehlen von Backwaren dam We Me. b
kunft als Streumittel nur noch Roggenmehl oder eine DM7Lwchmiſten
aus Roggenmehl und Kartoffelſtärkemehl verwandt werd:ſdſäitliche Unte
genbrot muß in Zukunft in allen Betrieben feilgehaltem M, ous Sanier
in denen Brot unmittelbar an die Verbraucher abgeger! ,gomuniſtel
In Gaſt=, Speiſe= und Schankhäuſern darf nur noch Ray
feilgehalten werden. Roggenbrot darf nur noch in beſtimt//zphale Lage
wichten hergeſtellt werden.
Kapitel 2 enthält die Zollmaßnahmen. Der Zc
Gerſte iſt herab= oder heraufzuſetzen, wenn die Entwich
Wirtſchaftslage es erfordert. Der Zollſatz für Kleie —riſſaſt in jeinem
10 Mark erhöht.
Kapitel 3 enthält die Beſtimmung über die Fi andlich und ſe
der Verwendung inländiſcher Tiere und Fette. Die Re—k)ſn Bei der Bel
rung wird ermächtigt, zu beſtimmen, daß deutſche Margam
ken nur inländiſchen Talg und Schmalz verwenden dürfem
Kapitel 4 ermächtigt den Reichsminiſter für E-nh” ſrechtigt ſind,
und Landwirtſchaft zu beſtimmen, in welchem Umfangee M5iſer Berufszt
deutſchen Zollgebiet liegenden Brauereien verpflichtet
nicht wegen
landshopfen zu verwenden.
Kapitel 5 enthält die Vorſchriften zur Verbeſſesuhl en” hatz, wo
Marktverhältniſſe für deutſche landwirtſchaftliche Erzeugwſſche gen und
ſogenannte Handelsklaſſengeſetz. Die Reichsregierung karMam Heſſen ab
nach Beſtimmungen über Handelsklaſſen für landwirtſſi” ſie Kommun
Erzeugniſſe erlaſſen. Ferner iſt vorgeſehen, daß die Reäyßdes Landtag
rung Zuckerfabriken und kartoffelverarbeitende Betriebe Inbüne amt
nenſchließen kann. Endlich ſind Strafbeſtimmungen vo /50 Suſenen Del
die die Innehaltung der Beſtimmungen dieſes Kapitel. Frſeſem Vorſt
ſollen.
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9. Bereinfachungen und Erſparniſſe auf den G
der Rechtspflege.
Die Notverordnung ſieht hier vor, daß die Wertgra
vermögensrechtliche Anſprüche, ſoweit ſie auch gerichtlie‟
tragen werden können, bis 100 Mark erhöht wird. Die
grenze für die Zuſtändigkeit des Amtsgerichts und Streir!
über vermögensrechtliche Anſprüche wird auf 800 Mark
Amtsrichter können in Zukunft zugleich mehreren Amtscn
angehören. Ferner iſt die Erhöhung einer Reihe von G5)
vorgeſehen.
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Landbun
Suder nit 9y
2
Anekdoken um Wilhelm Leibl.
Zum 30. Todestage des großen Malers
am 4. Dezember.
Wilhelm Leibl, vielleicht der bedeutendſte moderne deutſche
Maler, war ein unerbittlicher Kritiker. Dabei hatte er einen
wundervollen Humor und einen beißenden Witz, wenn es galt,
Künſtler zu verſpotten, die nicht in ſeinem Sinne arbeiteten
Beſonders hatte er es auf Lenbach abgeſehen, der zu den
ange=
ſehenſten Männern von München gehört, während Leibl ſelbſt
in der Oeffentlichkeit viel weniger galt, als bei den
Kunſtken=
nern und Kollegen. Eines Tages, als eine Nachricht von einer
Erkrankung Lenbachs kam, erzählte Leibl in der Kneipe, wo er
als gewaltiger Trinker hochgeſchätzt wurde, in einem Kreiſe von
Geſinnungsgenoſſen folgenden ſpaßtgen Traum: Er und Lenbach
waren beide geſtorben und flogen in den Himmel. An der
Pforte des Paradieſes ſtand Petrus und freute ſich, als er die
beiden Münchener Maler ankommen ſah. Dem Lenbach machte
er ſofort die Tür auf und ließ ihn mit gütigem Lächeln ein,
während er Leibl zurückwies und aufforderte, in die Hölle zu
gehen, wobei er erklärte: „Maler dürfen nicht in den Himmel
rein”. Leibl erwiderte darauf empört, daß Lenbach, den er
ſo=
eben in den Himmel gelaſſen habe, doch auch ein Maler ſei. Aber
Petrus beſchwichtigte ihn lächelnd und erklärte: „Aber gehns,
lieber Leibl, der Lenbach iſt doch nie in ſeinem Leben ein Maler
geweſen.” Lenbach hat dieſe Anekdote ſeinem großen Kollegen
nicht übel genommen, als er ſie auf ſeinem Krankenlager hörte,
ſondern er hat ſich, wie er ſelbſt erklärte, darüber geſund gelacht.
Eines Tages wurde Leibl krank. Es war zu der Zeit, als
er, der ein großer Einſamer war, die Hauptſtadt München, wo
er ſich aufgehalten hatte, mit einigen Freunden verließ, um in
den Dörfern der Umgebung von München ſeiner Arbeit zu
leben. Er wollte, wie es ſeine Art war, das Fieber, das ihn
ſchüttelte, durch einige Maß echt Münchener Bier vertreiben,
aber ſein mächtiger Körper konnte ſich diesmal der Krankheit ſo
ſchnell nicht erwehren. Seine Freunde drangen darauf, daß er
ſich endlich zu Bett lege und einen Arzt zu Rate ziehe. Mürriſch
willigte Leibl ein. Der biedere Landarzt kam und verſchrieb
eine große Flaſche Medizin, auf der vermerkt ſtand: „Gut
ver=
ſchloſſen zu halten”. Nach drei Tagen wollte der Doktor
wieder=
kommen und nach ſeinem Patienten ſehen. Leibl ſaß ſchon
wie=
der an ſeiner Staffelei, einen Krug Bier neben ſich, und malte.
Der Doktor war ſehr erfreut, ſeinen Patieuten zwar noch
ſchwach, aber ſchon auf dem Wege der Beſſerung zu ſehen und
fragte: „Na, mein lieber Leibl, haben Sie die Medizin richtig
verwendet?” Leibl lächelte: „Ganz nach Vorſchrift”.
Inzwi=
ſchen hatte der Arzt die Flaſche in die Hand genommen und
fragte den Maler mit entrüſtetem Erſtaunen: „Wieſo nach
Vor=
ſchrift? Sie haben ſie überhaupt nicht benutzt. Die Flaſche iſt
ja noch garnicht geöffnet”, worauf Leibl entgegnete: „Aber lieber
Doktor, es ſteht doch drauf, gut verſchloſſen zu halten!“
Leibl wurde, wie viele große Künſtler, von ſeinen
Zeitge=
noſſen in ſeiner wahren Bedeutung nicht erkannt. So war
auch ſeine wirtſchaftliche Lage nicht ſehr roſig. Dabei war er
ein knorriger Menſch, ein harter Schädel, der ſich nicht beugte
und im Vollbewußtſein ſeines Wertes für jene Zeit
beträcht=
liche Preiſe für ſeine Bilder verlangte. Eins ſeiner ſchönften
Bilder ſind ein paar Dachauerinnen, wie überhaupt die Welt
der Bauern ſein hauptſächlichſtes Stoffgebiet war. Dieſe
„Dachauerinnen” ſollten von der Nationalgalerie angekauft
wer=
den. Leibl forderte dafür 12000 Mark, erhielt aber den Preis
nicht, da die Nationalgalerie ihn zu teuer fand. Er konnte
ſchließlich das Bild nach längerer Zeit an einen Kunſthändler
verkaufen, von dem es die Nationalgalerie dann für 40 000 Mk.
erſtand. Inzwiſchen hatte ſein Name einen Klang erhalten, der
dieſen Preis rechtfertigte. Dieſe geſchäftliche Erfahrungen
dien=
ten nicht dazu, den mürriſchen Mann aufzuheitern. Er zurde
in ſeinen letzten Lebensjahren immer verbitterter und einſamer.
Sein Stammtiſch in der Kneipe wurde ſchließlich von allen nicht
beſonders vertrauten Freunden gemieden, denn er konnte
ſaugrob=
werden, wenn er Maler vor ſich hatte, die einen großen Ruf
hatten, ohne ihn zu rechtfertigen. In den letzten Monaten des
Jahres 1900 erkrankte er ſo ſchwer, daß er trotz ſeines
Wider=
ſtrebens ſich damit einverſtanden erklären mußte, ſich nach
Würzburg zu begeben, um ſich hier behandeln zu laſſen. Er
ſtarb am 4. Dezember 1900. Seltſam iſt die Tatſache, daß die
Oeffentlichkeit von dem Tode dieſes Mannes faſt nichts erfuhr.
Während ſeines ganzen Lebens war er ebenſowenig in der
Oeffentlichkeit bekannt, wie bei ſeinem Tode. Heute gilt er als der
größte deutſche Meiſter und mit Recht.
i.
Konzerk im Realgymnafium.
Geſtern abend wurde im Realgymnaſium muſiziert. Die
Schulgruppe des V.D.A., die zu ſeinen Gunſten dies Konzert
ver=
anſtaltete, darf mit großer Befriedigung auf den Erfolg des
Abends blicken. Da haben ſich ungefähr 30 Primaner zu einem
Orcheſter zuſammengeſchloſſen, haben ſich einen Kameraden zum
Führer gewählt, und unter deſſen Leitung (vom Flügel aus) ſo
Ueberraſchendes im Zuſammenklang und rhythmiſchen
Zuſammen=
ſpiel geleiſtet, daß die zahlreichen Zuhörer in Begeiſterung ge=
rieten. Wir waren ſelbſt erſtaunt über ſo viel Können un
friſches, freudiges und doch ernſtes Muſizieren. Unter den
Leuten ſind ausgeſprochene Talente. Die Herren Aßmuth
Violinkonzert von Rode), Hafenreffer (Adagio aus der
ſonate A=Moll von Kuhlau) und Oelsner (1. Satz Bratſchel
von Bowen): das waren ſoliſtiſche Leiſtungen, die ſich hörer
konnten. Alle drei ſcheinen vorzügliche Lehrer zu haben.
wiß mit ſolchen Schülern zufrieden ſind. Das Orcheſter, boi
aus Streichern, Flöte, Klarinetten, Fagot, Trompete, P
Tenorhorn und Schlagzeug, brachte verſchiedenee Stücke 7
freulicher Tonreinheit und jugendlichem Feuer, das mittrl
Zugaben erzwang. Es war ein ehrlicher Erfolg, und wir wa
den Herren Primanern, im Maturitätsexamen ebenſo 9u!
ſchneiden wie geſtern abend. —
Wir Alten hatten’s nicht ſo gut wie die heutige Jugen!
mals gab’s noch keine Muſik in der Schule. Höchſtens
wir bei Schulfeiern im Chor ſingen, was uns veranlabt?
Halsentzündung zu markieren, um nicht mitſingen zu
Damals gab’s auch noch keine Schülerorcheſter; in Folge
bekamen wir auch keine Lorbeerkränze, auf denen ſtand. Jackie ſeine Darmſtädter Freundinnen”! — Bekomm.!
redlich verdient hat einen ſolchen Kranz geſtern der
juge-
muſikaliſche Leiter, der temperamentvoll führende und
gewandte Klavierſpieler J. Lorey.
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Moskau in Deutſchland. Von Dr. Paul Fleiſcher 22.20
Geh. 4 RM. Verlag von Georg Stilke, Berlin NW.
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Dor.
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Ein hochaktuelles Werk, das die tiefen Urſachen der „904Mder;
ziellen und wirtſchaftlichen Notlage in der beiſpielloſen Ze‟ſ
des Privateigentums bloßlegt, wie ſich dieſe vor allem I.
R
ſchaftskrieg während des Weltkrieges, im Gewaltfriede, Inf/
ſailles, in einer erpreſſeriſchen Sanktionspolitik, de
m
dem Dawes= und Youngplan, der wirtſchaftlichen Be
öffentlichen Hand, einer vermögensfeindlichen Geſetzgebung.
in einem von ſchrankenloſer Erwerbsgier entfeſſelten Kontu”
kampf auswirkt. In einer Zeit, da Probleme we die Ner
der Kriegsſchulden und Reparationsverpflichtungen, die 2e
fung der Arbeitsloſigkeit, die Sanierung des ſtaatlichen v.
munalen Haushalts ſowie die Ueberwindung der Weltdenk!
m Mittelpunkt der öffentlichen Erörterung ſtehen, ſtellt Ne"
faſſer dieſe brennenden Fragen in Zuſammenhang mit
ſchichtlichen Entwicklung, ſo daß ſie vielfach in völlig neile”
rſcheinen. Da es ſich von einſeitiger Partei= und Intereſſench
ernhält, führt es nicht nur die Größe der Gefahr, vor de*
ſtehen, eindringlich vor Augen, ſondern zeigt auch Wege?"
iellen und wirtſchaftlichen Geſundung. Das Buch iſt ohne
für jeden denkenden Menſchen, der unter der Not der 3e
und nach einem Ausweg aus der verzweifelten Lage!
großem Nutzen.
mer 334
Mittwoch, den 3. Dezember 1930
Düich
dun
in
ſewerbsloſen=Oebatte im Landtag
ie Erklärungen des Arbeitsminiſters. — Die Nok der heſſiſchen Wirkſchaft: 90 Prozenk aller Bekriebe
arbeiken nur noch 40 Skunden. — Ueberdurchſchnitkliche Erwerbsloſigkeik.
M
Landtag. Für den in den Reichstag abgewanderten Abg. Ritzel
MrAnnand der Landtagsteibunen.
(Soz.) kehrt Frau Steinhäuſer=Offenbach, die bereits
z—chs Monate hat der Heſſiſche Landtag geruht, im
ſieben=
er geſtern wieder auferſtanden. In der Zwiſchenzeit hat
ykerige Wirtſchaftslage ihre Tendenz nach unten
fort=
vie Folgen ſind für alle Verantwortlichen ſchwerwie=
Fur noch wenige Familien ſind von den direkten und
en Schäden dieſer ungeheuren Kriſe der Weltwirtſchaft
deihn
ſtert geblieben. Kein Wunder, daß der heſſiſche Landtag
bee ts am erſten Tage ſeiner Seſſion mit dem Problem
Geitsloſigkeit befaßte. Die verſchiedenen Anträge auf
ing einer Winterbeihilfe gaben dazu Anlaß. Ueber ihr
h0 im Finanzausſchuß haben wir eingehend berichtet. Das
dazu beigetragen haben, daß die Tribünen des Hohen
voll beſetzt waren und — wegen der Rationierung der
htarten — eine große Anſammlung von Arbeitsloſen ſich
Hauſe eingefunden hatte. Der Sprecher der komm.
Oppo=
hlbg. Galm, der geſchickteſte Agitator auf der Linken,
be=
kſorort die Gelegenheit zu einem ſcharfen Angriff gegen
ierung und die Sozialdemokratie in Reich und Heſſen.
keitt ging den gleichen Weg der Abg. Schäfer von den
reien Kommuniſten. Die Ausführungen der beiden
Red=
niei wiederholt auf offener Bühne Beifall von der
Gale=
ſeil wurde, brachten den Miniſter für Arbeit und Wirt=
Manger
Attarell in Harniſch. Er erwiderte in ebenſo ſcharfen wie
Landniehrrien Worten. Der Miniſter wies darauf hin, was in
Adii beulestland und insbeſondere im Heſſenland für die
Arbeits=
des Huu befültzng und die Linderung der ſozialen Not getan werde,
S Ne M bäugd in Rußland alle nicht Partei=Arbeiter verhungern
ſgaun bath frieren müſſen und den übrigen mit den ſchärfſten
cwan tbwülnsmitteln die Unterſtützung gekürzt wird. Damit löſte er
Kommuniſten lärmende Zwiſchenrufe aus, auch als er
A oder i
MA hie ſiantd ſätzliche Unterſtützung der Reichsregierung durch Heſſen
den feilgeit
Das Sanierungsprogramm ſei das letzte Wehr gegen
raucher aüug
nur nz hasülm Kommuniſten und „Muſſeliniſten” angeſtrebte Chaos.
nch in unDiell laſtrophale Lage der heſſiſchen Wirtſchaft beleuchtete am
eſttr)ie Mitteilung, daß 90 Prozent aller Betriebe nur noch
we A b krden und weniger arbeiten. Einmütige Billigung fand
un die Eun
für gu der Mn ſter in ſeinem dringenden Appell an die
Reichsregie=
nigſen beſonders ſchwer belsſteten heſſiſchen
Induſtriege=
ng über ) heimn endlich und ſchnell dauernde Entlaſtung zuteil werden
Geute M Sſ Iſr Bei der Behandlung ſeiner Maßnahmen zur
Preis=
deutſche M
gebrauchte der Miniſter ſehr ſcharfe Worte, die zum Teil
rwenden dit
iniſter fü
Gerechtigt ſind, zum Teil jedoch auf offenbarer
Unkennt=
elchen Unſu ſis izelner Berufszweige baſieren. Da der Miniſter ſpäter
venſih m 4achſicht wegen ſeiner zum Teil in Erregung gemachten
ſüungen” bat, wollen wir von einer Erwiderung auf dieſe
rungen und jenen zur Mietſteigerung und
Steuer=
ie erfkt
g in Heſſen abſehen.
sregierim
die Kommuniſten verlangten, die Regierung und ein
für landni
1ß des Landtages ſollten ſofort Verhandlungen mit einer
7, daß M7 9
ſtende Ye huf 1) Tribüne anweſenden, angeblich aus ganz Heſſen
zu=
tberufenen Delegation der Erwerbsloſen aufnehmen,
dieſes hyr ſben tt dieſem Vorſtoß keinen Erfolg hatten, kam es zu dem
illüg Skandal eines Teiles der Tribünenbeſucher und der
nihtiſtiſchen Abgeordneten. Die Tribüne wurde dann ge=
MM Rursct Die Debatte geht am heutigen Mittwoch zum gleichen
Theuweiter.
85. Sitzung.
Zſident Delp eröffnet 11,10 Uhr die Sitzung. Saal
die Derk
ich Mit
int vi.
hts u0 % und xbünen ſind voll beſetzt, die Miniſter vollzählig erſchienen.
Dasl Eus nimmt ſtehend den Nachruf des Präſidenten für den
enen Landbundabgeordneten Gußmann entgegen.
ſchfolger tritt Bürgermeiſter Arras=Oberoſtern in den
früher dem Landtag angehörte, ein. Dem Abg. Raab (Soz.),
deſſen Platz mit Blumen geſchmückt iſt, widmet der Präſident
zum 25jährigen Jubiläum als Landtagsabgeordneter
aner=
kennende Worte für treue und erfolgreiche Arbeit.
Ohne Debatte werden die vom Finanzausſchuß als
vor=
dringlich verabſchiedeten Vorlagen zur Weiterführung der
Vor=
arbeiten an der Straßenbrücke in Mainz, über die
Entwäſſerung des Kornſandes und der anliegenden
Auen und die Hilfsmaßnahmen für den oberheſſiſchen
Eiſenerzbergbau gebilligt.
Winkerbeihilfe.
Abg. Widmann (Soz.) erſtattet den Bericht über die
Aus=
ſchußverhandlungen, die ſich eingehend mit den verſchiedenen
Anträgen auf Gewährung von Winterbeihilfen" für alle der
öffentlichen Fürſorge unterſtehenden Perſonen, ſowie für
Kleinrentner befaſſen.
Abg. Galm (kom. Opp.) geißelt in ſcharfen Worten das
Verhalten der Regierung und der Sozialdemokraten in der
Frage der Winterbeihilfe. Heſſen laſſe, wie das Reich, die
Ar=
beitsloſigkeit anſteigen, ohne grundlegend Poſitides zu tun.
Un=
zureichende Notſtandsmaßnahmen könnten das Uebel nicht
be=
ſeitigen. Der Redner fordert Abbau aller Ueberſtunden und
die 40=Stunden=Woche in allen Betrieben des Staates. Seit
Jahren beweiſe die Arbeiterſchaft hohe Diſziplin, die jedoch durch
das Brüning=Programm jetzt untergraben werden müſſe.
Sozialdemokraten und Nationalſozialiſten, ſeien nur
Bundes=
genoſſen des zuſammenbrechenden kapitaliſtiſchen Syſtems, das
raſcheſtens geſtürzt werden müſſe (Beifall auf der Tribüne.)
Präſident Delp droht bei weiteren Kundgebungen
Räu=
mung der Galerie an.
Abg. Schäfer (Kom.) fordert Winterbeihilfe auch für die
noch in Arbeit ſtehenden Arbeiter der Staatsbetriebe.
Arbeitsminiſter Korell
ſetzt ſich mit den Ausführungen der beiden Vorredner
aus=
einander und erklärt: Es iſt eine Frechheit, wenn hier von
kom=
muniſtiſcher Seite gewagt wird, uns Moralpauken zu halten in
einem Augenblick, wo in Sowjetrußland der
Zuſam=
menbruch des Syſtems immer ſtärker in die Erſcheinung
tritt, wo ein Skandalprozeß Ramſin aufgezogen
wer=
den muß. Wir haben auch in Heſſen alles getan, was in
unſe=
rer Macht ſtand, um den Auswirkungen einer
Weltwirtſchafts=
kriſe von ungeheurem Ausmaße entgegen zu arbeiten. Wir
unterſtützen grundſätzlich das Programm der Reichsregierung,
da wir darin die letzte Hilfe erblicken gegen ein Chaos, wie es
Kommuniſten und Muſſoliniſten für ihre eigenſüchtigen Zwecke
anſtreben. Man darf bei den extremen Flügelparteien nicht
an=
nehmen, daß die Volksſchichten, die zwiſchen ihnen ſtehen, ſich
widerſtandslos ihren Plänen fügen werden.
Wir mußten feſtſtellen, daß
90 Prozent aller Betriebe Heſſens nur noch 40 Stunden und
weniger arbeiten.
Es ſind, wenige Ausnahmen, wo Fabriken 48
Stunden vollarbeiten oder gar Ueberſtunden machen.
Die von den Kommuniſten geforderte Arbeitszeitverkürzung beſteht
alſo in der Praxis bereits. Es iſt eine Lüge, daß ich
Betriebs=
ſtillegungen leichtfertig genehmige. Die Einhaltung der
6=Wochen=Sperrfriſt wird in allen Fällen, in denen das
Unterneh=
men nicht direkt vor dem Konkurs ſteht, angeordnet.
Kein Land hat bisher ſtets Winterbeihilfen
gegeben wie Heſſen. Kein Land hat ein
Arbeits=
beſchaffungsprogramm in dem Umfange
durch=
geführt wie Heſſen. Unſer diesjähriges 12=Mill.=Programm
belaſtet uns auf die Dauer von 20 Jahren mit 400 000 RM. Der
an=
fängliche Widerſtand aus Kreiſen der Wirtſchaft gegen
dieſesArbeits=
beſchaffungsprogramm, das ja zuſätzliche Beſchäftigung bringt, iſt
verſtummt. In dieſem Jahre, in dem die Finanzen des Staates
auf das äußerſte angeſpannt ſind, ſtehen uns noch etwa 280 000
Mark für eine Winterbeihilfe zur Verfügung. Die
Gemeinden ſind aufgefordert, wie in den früheren Jahren ihr Teil
beizuſteuern und zu verteilen entſprechend den vom Miniſterium
erlaſſenen Richtlinien.
Seite 3
Wie ſchwer und über den Reichsdurchſchnitt hinaus Heſſen
von der Arbeitsloſigkeit betroffen
iſt, darüber nur einige Ziffern. Am 31. Oktober 1930, gab es
Wohlfahrtserwerbsloſe
4261 mit einem Wochenaufwand von 72 000 Mk.
in Offenbach
in Worms
1638 mit einem Wochenaufwand von 29 500 Mk.
in Neu=Iſenburg 279 mit einem Wochenaufwand von 5 700 Mk.
in Kl.=Steinheim 76 mit einem Wochenaufwand von 1400 Mk.
Auf das ganze Land entfielen auf 1000 Einwohner 14,1
Wohl=
fahrtserwerbsloſe, in Offenbach dagegen 53,3, in Worms 34,1, in
Neu=Iſenburg 22,5 und in Klein=Steinheim 23,1. Viele
Ge=
meinden ſtehen vor dem finanziellen
Zuſammen=
bruch. Wir appellieren nochmals dringend an die
Reichsregierung, den ausnahmsweiſe belaſteten heſſiſchen
Gemeinden dauernde Hilfe angedeihen zu laſſen. Wir hoffen, daß
die in den nächſten Tagen in Berlin ſtattfindenden
Beſprechun=
gen zwiſchen dem Heſſiſchen Staat und der Reichsregierung zu
einem poſitiven Reſultat führen.
Der Miniſter ging dann auf die Pläne der Regierung
bezüglich
Steuererhöhung und Mietſteigerung
ein. Trotzdem die Steuerbelaſtung in Heſſen bisher geringer
ge=
weſen ſei als in den Nachbarländern, habe man von billigeren
Preiſen der heſſiſchen Geſchäfte nichts gehört. Jetzt wehrt man ſich
gegen einen Preisabbau mit dem Hinweis auf die geplanten
Steuererhöhungen in Heſſen, ohne zu bedenken, daß durch die
An=
ordnung der Reichsregierung ab 1. April eine Senkung der
Real=
ſteuern in Kraft tritt. Wir wollen nicht, daß jemand ohne
Ver=
dienſt arbeitet. Aber es iſt notwendig, daß die Herrſchaften
ein=
mal ihre Kalkulationen nachrechnen und die meiſt übergroßen
Ge=
winnſpannen reduzieren. Es iſt unerhört, wenn z. B. in Groß=
Gerau von den Bäckern geſagt wurde: „Wenn wir den Laib Brot
um drei Pfennige verbilligen, dann macht das dem Arbeiter gar
nichts aus, uns aber ſo viel Tauſend Mark.” An den
Preisbin=
dungen der Kartelle und Syndikate wird gerüttelt werden, und
zwar unter Anwendung aller zuläſſigen Zwangsmittel, wenn man
nicht freiwillig Zugeſtändniſſe macht. Es iſt nicht unglaublich
wenn verſucht wird, den Lohn= und Gehaltsabbau zu einer
Ver=
größerung der Gewinnſpanne auszunutzen. Von aufreizender
Wirkung muß es ſein, wenn gewiſſe Leute für eine Herabſetzung
des Lebensſtandards eintreten, aber gleichzeitig eine übertriebene
Lebenshaltung an den Tag legen.
In dieſer Notzeit iſt eine verſtärkte religiöſe und charitative
Wohltätigkeit von Menſch zu Menſch erſtes Gebot.
Wir werden in den nächſten Tagen mit einem entſprechenden
Auf=
ruf an die Bevölkerung hervortreten.
Angeſichts der entſtellenden Behauptungen der Kommuniſten
und Nationalſozialiſten darf geſagt werden, daß das Land Heſſen
und ſeine Volksvertreter ihre Pflichten gegenüber allen
notleiden=
den Volksſchichten in vollem Maße tun. (Beifall.) (Zwiſchenruf
von der Tribüne: „Ihr ſorgt ja nur für Euch!‟ Der Rufer wird
ausgewieſen.)
Abg. Axt (VRP.) tritt mit bewegten Worten für ſeinen
An=
trag auf Gewährung einer Weihnachtsbeihilfe für Klein= und
Sozialrentner ein.
Abg. Galm (Kom. Opp.) beantragt, den Miniſter
aufzufor=
dern, ſofort mit einer auf der Tribüne anweſenden Kommiſſion
von Erwerbsloſen aus ganz Heſſen Verhandlungen zur
Arbeits=
beſchaffung zu führen, findet aber nicht die
geſchäftsordnungs=
mäßige Mehrheit bei den übrigen Parteien. Auf der Tribüne
ent=
ſteht daher ein Rieſenlärm. Pfui=Rufe ertönen, und auch die
kommuniſtiſchen Abgeordneten beteiligen, ſich lebhaft an dieſer
Demonſtration. Die Tribüne wird darauf geräumt und die
Sitzung auf 10 Minuten unterbrochen.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung folgen perſönliche
Erklä=
rungen. Abg. Wolf (VRP.) erklärt, ſeine Fraktion habe dem
kommuniſtiſchen Antrag nicht zugeſtimmt, weil man ſich habe
über=
zeugen müſſen, daß die Deputation der Erwerbsloſen nur
Kommu=
niſten ſeien.
Abg. Kaul (Soz.) ſtimmt dem zu und bezeichnet als die
be=
rechtigten Vertreter der Erwerbsloſen die Gewerkſchaftsvertreter
aller Richtungen, mit denen man ſtets in Verbindung ſtehe.
Abg. Galm (Komm. Opp.) kritiſiert die Haltung des
Mini=
ſters Korell, der ſofort hätte Verhandlungen aufnehmen ſollen.
Abg. Dr. Werner (Nat.=Soz.) ſchließt ſich dieſer Auffaſſung an,
da die Not der Erwerbsloſen ungeheuer groß ſei. (Lebhafte
Zwiſchenrufe der Kommuniſten und Sozialdemokraten.) Abg.
Böhm (Dntl.) erklärt ſeine Bereitwilligkeit, zu Verhandlungen
mit der Deputation. Miniſter Korell weiſt darauf hin, daß das
Arbeitsminiſterium mit den berufenen Vertretern der
arbeits=
loſen Werktätigen tagtäglich Konferenzen abhalte und
Sonder=
abordnungen ſtets empfange. Beſprechungen mit wilden
Depu=
tationen laſſe er ſich nicht aufoktroyieren. Abg. Sumpf (Komm.)
wirft dem Vizepräſidenten Blank Schiebung in der Handhabung
der Geſchäfte vor, wird zweimal zur Ordnung gerufen und zieht
ſich beim dritten Ordnungsruf wegen der Bezeichnung, die
Hal=
tung des Plenums ſei eine „Schweinerei”, Verluſt der
Redeerlaub=
nis zu. Die Sitzung wird um ½2 Uhr auf Mittwoch 10 Uhr
ver=
tagt. Weiterberatung der Anträge zur Winterbeihilfe.
-6-
Mozark-Verein Darmſtadk.
füdt. Saalbau. — Dienstag, den 2. Dezember 1930.
gute Eignung des Städt. Saalbaues für Chorkonzerte
daß die Vereine dieſen Raum wieder mehr bevorzugen.
ſorklang rundet ſich ſehr vorteilhaft ab, wenn die Bühne
Nin Einbau zu einem rechteckigen Raum umgeſtaltet iſt, und
den Chor iſt das Muſizieren angenehm, da die einzel=
AEmmen verhältnismäßig gut den Eindruck des
Geſamt=
lanan erhaltem und ſich darum gut in die Harmonie einfügen
lonme Dieſes Gefühl der Sicherheit trägt viel zum guten Ge=
Hauch ſchwieriger Aufgaben bei, und beſeelt den Vortrag.
Purn )s eine kann auch die günſtige Akuſtik nicht ausgleichen,
AB / Tenöre nämlich im Vergleich zum Baß zu ſchwach beſetzt
ſdk die Vortragsfolge begann mit Mozarts „Ave verum” in
der 9nbeitung für Männerchor und Klavier von S. Judas=
Vyn Sbäter ſang der Chor vier der neuen dreiſtimmigen Volks=
Nedeh on Arnold Mendelsſohn, op. 99, deren ſchwierige durch=
ſchig sKontrapunktik ſelbſt für einen Verein wie den Mozart=
Verghein heikle Aufgabe darſtellt. Denn gerade die Dreiſtim=
NGMlä ßt jede Kleinigkeit hervortreten. Hier bewährte ſich die
Tümſtſchaft und Einſtudierungskunſt von Kapellmeiſter
Fried=
lich Echock hervorragend, denn die großen Schwierigkeiten der
Deme lrkömmlichen Männerchorſtil fremden Kontrapunktik ge=
ie otrefflich. Ein kleines Verſehen des Tenors kam bei „ein
Eie4jahr” vor. Vielleicht hätten bei der vorzüglichen Beherr=
Mua3die Lieder etwas lebhafter vorgetragen werden können.
inleinz beſonders feines, und doch volkstümliches Lied iſt „Ich
Bild in blauer Tracht”, das ſtärkſten Beifall fand.
Sämt=
köre dieſer Art ſind bahnbrechend inſofern, als ſie hoffent=
PM beitragen, den herkömmlichen akkordiſchen Stil zu
über=
mgl und reichere Ausdrucksmöglichkeiten dem Männerchor
33 Mren. Allerdings müſſen ſich Sänger und Zuhörer erſt an
Stil gewöhnen, und aus dieſem Grunde ſind Werke von
Nickdchümſtlerſchaft und Bedeutung, wie die Mendelsſohns be=
Do g lebhaft zu begrüßen. Reicher Beifall wurde dem
Diri=
bengum d dem Komponiſten zuteil.
i Schluß ſang der Verein ein zuſammenhängendes Werk
Dn A)zo Kaun „Vom deutſchen Rhein”. So Bedeutendes Kaun
WenEſch rieben hat, ſo ſehr verfällt er in dieſem Werk an einigen
Der A in den Stil herkömmlicher Liedertafelei, und geſellt da=
Me uen vielen Hunderten von teilweiſe nicht ſehr ſympathiſchen
„9eßhedern einige neue zu, die nicht ſehr viel höher ſtehen. So
„Ahling am Rhein” ein Reißer, der dem Publikum natürlich
Fyr5 9ällt, der aber mit recht billigen Mitteln arbeitet. Sehr
en” dagegen der Morgenhymnus für Alt=Solo und Terzett,
*Ehenswürdig der Chor „Heimatzauber”, ſehr wirkungsvoll
das Bariton=Solo „Glück in der Stille‟. Der ſchöne, poetiſche Text
„Das Sanktusläuten” von Martin Greif fühlt ſich allerdings nicht
ſehr wohl, zwiſchen den weniger wertvollen Dichtungen von Albert
Korn. Einer der Höhepunkte iſt das Duett „Knoſpende Fluren”.
Die Tonmalerei des „Hüttenwerk” ſteht dem entſprechenden Chor
von Mendelsſohns „Pandora” nah. Gegen Schluß hielten die
Tenöre nicht mehr völlig die Höhe, was ſich beſonders im Chor
„Erntezeit” bemerkbar machte. Von größter Steigerungswirkung
iſt der Schlußchor, in dem Soli und Chor zuſammenwirken. Das
Werk wird vom Klavier begleitet, und Guſtav Beck führte den
ſehr ſchwierigen Klavierpart mit überlegener Technik und
orcheſtra=
lem Klang aus. Konzipiert ſcheinen die inſtrumentalen Gedanken
vom Komponiſten mehr für Orcheſter zu ſein, deſſen Farben dem
Chor oft den richtigen Hintergrund geben würden. Der Zyklus
fand überaus ſtarken Beifall.
Als Soliſten wirkten mit Luiſe Richarts, die uns ſchon
bekannte Frankfurter Altiſtin, und der Meiſterbariton Johannes
Willy. Frau Richarts verfügt über ein umfangreiches, dunkles
Material von großer Klangfülle, dem jedoch nicht viel
Farben=
möglichkeiten gegeben ſind. Mußte ſie in den Soli bei Kaun
bedeutende Höhe entwickeln, ſo lagen ihr die vier von ihr
ge=
wählten Schubertlieder durchaus bequem. Uns perſönlich
leuch=
tet es nicht ein, warum ſich eine Dame in der Mehrzahl Lieder
auswählt, die typiſch Männerlieder ſind und männliche Stimme
und männliches Empfinden verlangen. Johannes Willy ragt
unter den Konzertſängern nicht nur ſtimmlich hervor durch
ſein wundervolles ausgeglichenes Organ und den weichen Klang
der Stimme, ſondern vor allem durch die Geiſtigkeit und
künſt=
leriſche Vortragskunſt, die ſeinen Darbietungen ſtets den
Stem=
pel des Außergewöhnlichen aufdrückt. So waren ſeine Soli in
dem Zyklus von Kaun beſonders ſtarke Eindrücke, die dem
Abend einen feſtlichen Charakter gaben. Der Künſtler ſang im
erſten Teil des Konzertes zwei Werke von Händel, deren
Vor=
trag wahre Muſterleiſtungen geſanglicher Kunſt darſtellte. Die
Sologeſänge wurden von Friedrich Rehbock meiſterhaft begleitet.
F. N.
* Mannheimer Schallplakkenkagung.
Der Ausſchuß für Volksmuſikpflege zu Mannheim, die
dor=
tige Volkshochſchule und die Kulturabteilung des Berliner
Lind=
ſtrömkonzerns hatten zur erſten deutſchen
Schall=
plattentagung aufgerufen. Die Kongreßgäſte, darunter
Vertreter von Staat und ſtädtiſchen Behörden, von Univerſität
und Hochſchulen der Muſik, wurden zu Beginn der bedeutſamen
kulturellen Tagung von Bürgermeiſter Böttger herzlichſt
be=
grüßt. Nicht weniger als vier Arbeitsthemen, die Sendung der
Schallplatte in unſerer Zeit behandelnd, ſtanden zur Diskuſ=
ſion. In Referaten mit gleichzeitiger Vorführung von
prak=
tiſchen Beiſpielen wurden die Fragen der kult rellen
Verwen=
dungsmöglichkeiten der Schallplatte angeſchnitten. Man hörte
inter=
eſſante Ausführungen über die Heranziehung des techniſchen
Mit=
tels zur Verlebendigung und Vertiefung muſikpädagogiſcher und
muſikaliſcher Dinge, man vernahm beherzigenswerte
Forderun=
gen an die Schallplatteninduſtrie, die kleine, ſchwarze Scheibe
noch mehr zu einer wertvollen Kameradin für die Bildung zu
machen, zu einem unentbehrlichen Lehrmittel jür jede Art des
Unterrichts.
In ausführlicher Weiſe bemühte ſich Karl Eberts, der Leiter
der Mannheimer öffentlichen Muſikbücherei, um die
Sichtbar=
machung der Gründe, die zur Errichtung des neuen
Schall=
plattenarchivs in Mannheim führten. Tiefſchürfend behandelte
Dr. Eppſtein die Schallplatte als Kultur=Dokument. Daß die
Schallplatte die treueſte Helferin im ſchuliſchen Betriebe ſei,
dies bewieſen überzeugend Prof. Dr. Wolff (Berlin), Dr. K. S.
Gutkind, Prof. Dr. Boß und Schulrat Gerweck. Ueber Muſik=,
Chor= und Orcheſtererziehung, über Stimmbildung und
Partitur=
ſtudium, wobei die Schallplatte ebenfalls eine hervorragende
Rolle ſpiele, ſprachen eingehend Dr. Karl Laux, Kapellmeiſter
Dr. Weißmann (Berlin), Konzertſänger Seefried, Dr.
Klingen=
beck (München). „Deutſche Sprache und Phonetik” bildete das
Thema für Prof. Dr. Roedemacher (Frankfurt), dem ſich
ge=
winnreiche Ausführungen über die Schallplatte im Dienſt der
Preſſe, des Rundfunks, des Theaters von Arthur Holde (
Frank=
furt), Ernſt Schoen (Frankfurt) und Dr. Hans Curjel von der
Staatsoper Berlin anſchloſſen. Einen Einblick in das Werden
der Schallplatte gab in kurzer, anregender Art Ludwig Koch, der
Leiter des Lindſtrömkonzerns.
Hätte man ſich bei dieſer Mannheimer Tagung mit einer
kleineren Rednerſchar begnügt, der geiſtige Gewinn wäre
zweifel=
los reicher, eindringlicher geweſen. Die Fülle des dargebotenen
Stoffes ermüdete gegen Schluß. Die Anregungen zur
Ver=
breiterung der Baſis der kulturellen Platte werden trotzdem auf
fruchtbaren Boden fallen; nicht nur bei jenen, die im
vielgeſtal=
tigen Unterricht der modernen Zeit der tönenden Dokumente ſich
bedienen, auch die Schallplatteninduſtrie wird aus der Tagung
Nutzen ziehen, indem ſie der Herſtellung der „kulturellen Platte‟
eine größere und ſorgfältige Aufmerkſamkeit widmet.
Dr. Konrad Ott.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Dresden: Eugen Richter, Organiſt an St. Pauli in Chemnitz,
erhielt einen Ruf als Dozent für Orgelbaulehre, Geſchichte des
Orgel=
baues und Kirchenmuſikgeſchichte an die Hochſchule für Muſik nach
Dres=
der als Nachfolger von Hoforganſſt Profeſſos Grundmann.
Seite 4
Mittwoch, den 3. Dezember 1930
Nummer
Die Polen=Gefahr.
Der Auswärkige Ausſchuß gegen die polniſchen
Terrorakte.
Berlin, 2. Dezember. (Priv.=Tel.)
Aufrechkerhalkung der ſchweren
ungriffswaffen.
Der deutſche Ankrag auf Abſchafung der Angriffs=
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstages hat ſich am
Diens=
tag eingehend über die Verhältniſſe in Oberſchleſien und unſere
Beziehungen zu Polen ausgeſprochen. Er hat dazu Vorträge des
Reichsaußenminiſters und des aus Oberſchleſien zurückgekehrten
Innenminiſters Dr. Wirth entgegengenommen. Den Niederſchlag
der Stimmung wird man aus einer ganzen Anzahl von
Ent=
ſchließungen erſehen können, die ſich nicht damit begnügen,
die Empörung über den Polenterror gegenüber
der deutſchen Minderheit zum Ausdruck zu bringen,
ſon=
dern auch darüber hinaus die Einſtellung aller
Ver=
handlungen über das Liquidationsabkommen
wie über den Handelsvertrag fordern. Endlich hat der
Ausſchuß noch eine nationalſozialiſtiſche Entſchließung
angenom=
men, in der die Regierung aufgefordert wird,
ange=
ſichts der Fruchtloſigkeit der Genfer
Abrüſtungs=
beſprechungen die deutſche Vertretung zurückzu
berufen und nur einen Beobachter in Genf zu be
laſſen. Dr. Curtius hat bereits erklärt, daß davon jetzt keine
Rede ſein könne. Er kann dies jetzt auch nicht gut. Die
Beratun=
gen in Genf ſtehen vor ihrem Abſchluß. Das einzige Intereſſe, das
wir haben, geht dahin, möglichſt raſch die eigentliche
Abrüſtungs=
konferenz zuſammentreten zu laſſen, um eine endgültige
Entſchei=
dung zu erzwingen. Ziehen wir jetzt unſeren
Vertre=
ter zurück dann würde vermutlich die Einbe
rufung der endgültigen Abrüſtungskonferenz
auf Jahr und Tag verſchoben. Das kann aber nicht unſer
Ziel ſelbſt im Geſichtswinkel der Oppoſition ſein.
waffen abgelehnk.
* Genf, 2. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Lage in Oberſchleſien iſt außerordenklich ernſt.
Die von Deutſchland beantragte Abſchaffung der
Angriffs=
waffen wurde heute vom Abrüſtungsvorausſchuß des Völkerbundes
bei der dritten Leſung des Abkommenentwurfes abgelehnt. Der
Entwurf enthält ein gegenſeitiges Verbot der vertragſchließenden
Staaten, im Kriegsfalle keine chemiſchen Waffen anzuwenden.
Dazu ſtellte Graf Bernſtorff den ergänzenden Antrag, auch
ſämtliche anderen Angriffswaffen, nämlich Feldgeſchütze über 7.7,
Haubitzen über 10,5, Feſtungsgeſchütze über 15 und 21 Zentimeter,
Minenwerfer über 15 Zentimeter, ſowie ſämtliche Tanks
abzu=
ſchaffen, zu zerſtören und ihre weitere Herſtellung zu verbieten.
Graf Bernſtorff wies in einer kurzen Begründung darauf
hin, daß die Aufrechterhaltung der ſchweren Angriffswaffen völlig
unvereinbar ſei mit dem allgemeinen Abrüſtungsgedanken und den
Beſtimmungen des Kelloggpaktes und des Völkerbundspaktes.
Als Sprecher des Abrüſtungsausſchuſſes erklärte der griechiſche
Geſandte Politis, den deutſchen Antrag ablehnen zu müſſen, da
bei künftigen Kriegen zweifellos ſämtliche getroffenen
Verein=
barungen und Beſtimmungen des internationalen Rechts von den
kriegführenden Parteien doch nicht eingehalten würden. Der
deutſche Antrag ſei nur eine Täuſchung der öffentlichen Meinung
und ohne jeden praktiſchen Wert.
Graf Bernſtorff erwiderte, daß das Abrüſtungsabkommen
bereits ein gänzliches Verbot des chemiſchen Krieges vorſehe und
es ſomit völlig unfaßlich wäre, warum nicht auch die ſchweren
Angriffswaffen verboten werden ſollten.
Der Ausſchuß ließ ſich auf eine Ausſprache über den deutſchen
Antrag überhaupt nicht ein, ſondern beſchloß mit zehn Stimmen
gegen die beiden Stimmen Deutſchlands und Rußlands bei
drei=
zehn Stimmenthaltungen die Ablehnung des deutſchen Antrages
auf Abſchaffung der Angriffswaffen.
„
Ankideukſcher Alarm in Belgra.
Unſere Erwiderung an die Belgrader „Prawda‟,
Die in den letzten Tagen in Berlin eingegangenen Berichte
laſſen erkennen, daß dort jenſeits der Grenze eine Stimmung
herrſcht, genau wie vor dem letzten Aufſtändiſchenputſch. Die
vol=
niſchen Behörden ſehen teilnamslos zu, wie die
Aufſtändiſchenver=
bände Vorbereitungen treffen, um einen neuen Angriff auf das
deutſche Gebiet zu unternehmen. Das iſt natürlich ſchwer
nachzu=
weiſen. Die Tatſache neuer Waffentransporte an die
Grenze wird kaum beſtritten werden können. Es kann alſo jede
Stunde geſchehen, daß die Bewegung, die urſprünglich zur
Unter=
drückung der deutſchen Minderheit eingeleitet wurde, den
pol=
niſchen Behörden über den Kopf wächſt und eine Exploſion
er=
folgt und die Inſurgentenſcharen wieder über die
Grenze kommen. Welche Folgen das nicht nur für die
deutſch=
polniſchen Beziehungen, ſondern für ganz Europa haben müßte,
darf man im Augenblick gar nicht ausmalen. Wir haben Grund
zu der Annahme, daß auch an amtlichen Stellen die
Lage ſehr ernſtbeurteilt wird. Wir halten es daher für
ſelbſtverſtändlich, daß alle Vorſichtsmaßnahmen
ge=
troffen werden, um gegen folgenſchwere
Ueber=
raſchungen geſchützt zu ſein.
Deukſchlands Ankrag auf Einberufung der
Abrüſtungskonferenz gleichfalls abgelehnt.
Genf, 2. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der Abrüſtungsvorausſchuß des Völkerbundes lehnte am
Dienstag abend den Antrag des Grafen Bernſtorff, dem
Völker=
bundsrat den 5. November 1931 als Datum für die Einberufung
der Konferenz vorzuſchlagen, ab. Die Vertreter der
Rüſtungs=
mächte verſuchten mit allen möglichen Winkelzügen, einer
Ab=
ſtimmung über dieſen Antrag aus dem Wege zu gehen.
Graf Bernſtorff wandte ſich gegen die Ausflüchte mit dem
Hinweis darauf, daß der Völkerbundsrat ſelbſt verlangt habe,
der Vorbereitende Abrüſtungsausſchuß möge ihm ein Datum für
die Einberufung der Konferenz vorſchlagen. Dieſem Antrage müſſe
der Ausſchuß entſprechen. Die Zeit von zehn Monaten und faſt
einem Jahr ſei zur Vorbereitung durchaus genügend, nachdem
man fünf Jahre mit dieſer Vorbereitung beſchäftigt ſei. Man
dürfe ſich nicht darauf beſchränken, wieder einmal „ſobald als
mög=
lich” die Einberufung der Konferenz anzuregen, denn dieſes „
ſo=
bald als möglich” könne die öffentliche Meinung nicht mehr
er=
tragen. Die Oeffentlichkeit verlange endlich einen beſtimmten
Entſchluß. Dieſer Auffaſſung ſchloſſen ſich der italieniſche, der
chineſiſche und der bulgariſche Vertreter an.
Wir hatten in unſerer Nr. 308 vom 7. November einenn9
unſeres Belgrader Berichterſtatters veröffentlicht, in welchte
antideutſche Alarm geſchildert war, den man bald nach den
ſchen Reichstagswahlen in Jugoſlawien erlebte. Unſer
erſtatter hatte bei der Schilderung dieſer deutſchfeindlichen
fälle jugoſlawiſcher Zeitungen ſeiner Verwunderung übe
ſowohl den deutſchen wie auch den jugoſlawiſchen Intere=;
widerlaufenden und durch nichts begründeten Hetzſeldzum
ſlawiſcher Blätter Ausdruck gegeben. Er hatte dargeles
ſtark die Verhältniſſe eigentlich gerade für eine noch weites=
G=
ſtärkung der guten Beziehungen zwiſchen Deutſchland unk)
ſlavien ſprächen.
Trotz dieſer im Grunde jugoſlawenfreundlichen Einn
unſeres Berichterſtatters hat die Belgrader „Prawda” 1M
wendige Zurückweiſung jugoſlawiſcher Angriffe gegen
Deuuſ=
zum Anlaß eines außerordentlich ſcharfen Vorſtoßes gegu
und unſeren Belgrader Berichterſtatter genommen. Die „P.
ſchreibt in einem Leitartikel vom 25. November, mit unſeren
ſatz ſei der Verſuch gemacht worden, die deutſch=jugoſlawiſchep,
ziehungen zu ſtören. Eine Behauptung, die ſich nach der ſchu,
geſtellten Grundtendenz des Artikels von ſelbſt erledigt.
Weiter aber glaubt die „Prawda” beſtreiten zu könrmſt
überhaupt in Jugoſlawien irgendwelche Angriffe gegen .
land erfolgt ſeien. Sie erklärte, daß von Jugoſlawien
ar=
einzelne deutſche Parteien befehdet wurden”. Iſt es ein
gegen eine deutſche Partei, wenn der Münchener Preſſeatt.:c
jugoſlawiſchen Generalkonſulats wegen, dreier Angriffe cu
Reichspräſidenten von Hindenburg aus Deutſchland entfer-u
den mußte? Iſt es ein Angriff gegen eine deutſche
Parte=
die „Politika” eine ganze Artikelſerie mit phantaſtiſchen A
tungen über angebliche deutſche Luft= und Giftgasrüſtu:
Rußland veröffentlichte? Wir können der „Prawda” niit,
Seiten, ſondern mehrere Kilo jugoſlawiſcher Zeitungs,
gegen Deutſchland unterbreiten, darunter auch nicht wenigee
„Prawda ſelbſt erſchienene. Wenn wir überdies auf deri
wand der „Prawda”, man habe nur einzelne deutſche Partexe
gegriffen, eingehen, dann müſſen wir feſtſtellen, daß
unſ=
richterſtattung aus Jugoſlawien den dort kämpfenden XNN
ſelbſtverſtändlich neutral gegenübergetreten iſt, weil wir ein
teinahme im innerjugoſlawiſchen Kampf für eine unerlaub
miſchung halten. Wir Deutſchen können uns über das E
unſerer Reichstagswahlen ſtreiten. Aber wir verlangen Et
ausländiſchen Zeitungen dieſelbe Zurückhaltung bei der B
lung innerdeutſcher Angelegenheiten, die wir bei der Beume
ausländiſcher Parteiſtreitigkeiten beobachten.
Im übrigen ſcheint die „Prawda” von der ſachlichen
tigung ihres in der Form überaus ſcharfen Angriffs auf um
ſelbſt keineswegs überzeugt geweſen zu ſein. Sonſt hätte
mals aus unſerem Aufſatz etwas herausgeleſen, was übsil
nicht in ihm ſteht, nämlich die Behauptung, Frankreich und:
tien
fjand
ärte
Anle
z M
niett
beie
z v.
ſolomäu=
eri
Klump
ſlawien rüſteten zum Angriff gegen Italien. Unſer Berickseiltallit
äin
ter hatte lediglich von der Wichtigkeit der deutſch=öſterren,
Landbrücke zwiſchen Jugoſlawien und dem ihm verbäü
Frankreich bei der bekannten italieniſch=jugoſlawiſchen Sp=
geſprochen. Und er hatte ausgeführt, wie wichtig deshalb fü-M iſch ſt
ſlawien das Gelingen oder das Scheitern einer deutſch=frang/, im
zum
Verſtändigung ſei.
n Garte
Nach all dem iſt feſtzuſtellen, daß die Belgrader „Pram
beiderſeitigem Intereſſe gut daran täte, unſere berechtigte
jg Hor
weiſung jugoſlawiſcher Angriffe als das hinzunehmen, was
Folge in
nämlich als den Verſuch, unſachliche Störungen geordnelr” o ſerne
rhin ur
beit
ziehungen auszuſchalten.
führen
jiehe
jebürgermeiſt
Die Vermählung unserer
Toch-
ter Elizabeth Johanna mit
Herrn Phil A. Janosick
77 Hauthorne Aue
Floral Park L. I., New-Vork,
beehren sich anzuzeigen
Pfandmeister-
Aug. Wicklaus, 4ssistent
und Frau Johanna, geb. Kotter
Meine Vermählung mit
Fräu-
lein Elizabeth Johanna
Wicklaus, Tochter des Herrn
August Wicklaus und seiner
Frau Gemahlin Johanna, geb.
Kotter, beehre ich mich
an-
zuzeigen.
Phil A. Janosick
Dankſagung.
Statt ſeder beſonderen Nachricht.
Für die große Anteilnahme, für die
zahlreichen Blumen= und
Kranz=
ſpenden, ſowie für die troſtreiche
Grabrede des Herrn Pfarrer D. Dr.
Waitz beim Ableben unſerer lieben
Mutter ſprechen wir auf dieſem
Wege unſeren herzlichſten Dank aus.
Nach langem, mit großer Geduld, ertragenem
Leiden entſchlief am Dienstag vormittag 5 Uhr
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Urgroßmutter und Schwägerin, die verw.
Bieleteku
Wäsch
Leine
Herren-,
Damen-
Frau Geh. Regierungsrat
Darmstadt, November 1930.
Kiesstrasse 85
77 Hauthorne Ave
Floral Park L-, I., New-Vork.
Im Namen aller
trauernden Hinterbliebenen:
Adam Netz
Rhönring 19.
Marsa Siahmann
2A
auifcd
e Heſiſch
en .
r. Mueller,
üsſinanzvern
tynn Ende
Ns Fing
Um
den Ruheſtan
Friedrid
Gebrasck!”
Jar
W
der P
Eein Nach
geb. Hoffmann
kurz vor Vollendung des 77. Lebensjahres.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 2. Dezember 1930.
insbesonde
augeliſch=kirchlit
Braut-
AusstatLAy, m Parre
farr
le
Wäsche nachtt
Vorkauf wiſt 1 Lauterhach
an Pring-Mft” im Hey
Bie
SeorgHM e
uuſir
N befri
Heute Nacht verſchied infolge eines Schlaganfalls
unſere liebe, treubeſorgte Mutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Hrau Kalge Burnng
geb. Bauer
im Alter von 65 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Marie Döring
Mathilde Döring
Büttelborn, Goddelau, Freudenſtadt, Abtsgmänd,
Furtwangen, Plpeſtone, Mineſoda, New=York,
Waſhington, den 2. Dezember 1930.
(*
Todes=Anzeige.
Unſer ehemaliger, langjähriger Regimentskommandeur
Herr Generalleutnant a. D.
v. Ilſemann
iſt durch den Tod von uns geſchieden.
Wir verlieren in ihm einen hochgeachteten Vorgeſetzten
und treues Mitglied des „Bund Heiſiſcher ehemaliger
Leib=Dragoner.”
Zur Erweiſung der letzten Ehre bitten wir die
Kame=
raden, ſich am Donnerstag, den 4. Dezember 1930,
mittags 2.45 Uhr, an der Kapelle im Waldftiedhof
ein=
zufinden.
Der Verwaltungsausſchuß des
17586)
Verein Heſſiſcher ehem Leib=Dragoner
Darmſiadt.
L. Welter, Vorſitzender.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 4. Dez., nachm.
½4 Uhr, auf dem Waldfriedhof in Darmſtadt ſtatt.
Todes= 7ſ4 Anzeige.
Todes=Anzeige.
Nach kurzem ſchweren Leiden ſiarb heute
un=
ſere liebe Tante
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben
Mann, unſeren lieben, treubeſorgten Vater,
Eroß=
vater, Schwiegervaier und Bruder
Hrau uund eir
Georg Zulius Kleinhanß
im Alter von 84 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie K. Karp.
Darmſiadt, den 1. Dezember 1930. (17595
Die Beiſetzung findet Donnerstag mittag 3 Uhr
auf dem Friedhof Nieder=Ramſtädterſtraße ſiatt
Müller
nach kurzem, ſchwerem, mit großer Geduld getragenem
Leiden zu ſich abzurufen in die Ewigkeit.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familte Friedrich Kleinhanß, Allertshofen
Familie Martin Heldmann, Darmſtadt.
Frankfurt, Oppenheim, Weilburg, Chieago.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Dezember
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des alten
Fried=
hofes, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt. (17601
früherHert • Außn
auf=
ſeben den
jetzt Vertreter-”
0)
ersten Bielele
Wäsc hefabrikl-4
Darmste i
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Dankſagung.
Für die mir beim Heimgang meines
lieben Gatten erwieſene Liebe und Fürſorge
danke ich herzlich.
Pian
urt über
Dannten H.
te ſich als
Uialität
nußb. vol., wir
680 Mark
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Ja0 Markl
Zeulie
Euen Lieder n
und wart
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Eliſabeth Eiſenhauer
geb. Gonter.
Pland=Be=
Heidelbergerſtr.
df.
Lied
gen e
Darmſiadt, Karlſiraße 43.
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berettig.
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gent galt
Darmſtadt, den 3. Dezember.
dEadt im Blumen- und Pflanzenſchmuck 1930.
ſeit vielen Jahren von dem Ausſchuß „Darmſtadt im
und Pflanzenſchmuck”, ſtattfindende Pramierung von
Ziergärten, Balkonen, Loggien und Fenſter wurde in
ſichre aus Anlaß des Stadtjubiläums in erweitertem Maße
nen, und zwar derart, daß Vor= und Ziergärten für ſich
prämiert wurden. Es darf im Voraus geſagt werden,
Maßnahme bei den Beteiligten eine gute Aufnahme
in es wurden 62 Vorgärten und 86 Balkone und Fenſter
t. Im allgemeinen kann die Pflege der Blumen= und
als gut bezeichnet werden, wenn auch das Verſtändnis
Farbenzuſammenſtellungen noch mehr gepflegt werden
ven angemeldeten Vorgärten konnten insgeſamt 44 prä=
Den, darunter erhielten 10 die Note „vorzüglich, 13 die
gut”, 7 die Note „gut” und 14 die Note „im ganzen
würde zu weit führen, all die Namen aufzuführen, und
wspalb nur die Namen der beiden erſten Gruppen genannt
Als vorzüglich wurden erkannt:
holomäus, Oberſtlt., Schirmſchneiſe, Eidmann,
hlerſtraße, Haller, Frankfurterſtraße, Hauf. W.
fase, Hering, Lud., Jahnſtraße, Kretz
chmar. Im
Klump, Rob., Frankfurterſtraße, Schneiſer,
Riwieſenberg, und Winter, Karl. Am Steinberg.
Mit „ſehr gut” wurden bezeichnet:
ſhCer, G., Schrautenbachweg, Dr. Gaub, Hobrechtſtraße,
Im tiefen See, Henkel., Niebergallweg. Dr
Kiesſtraße, Löffler, Roßdörferſtraße, Mickley,
hiterſtraße, Roth, Teichhausſtraße, Scheufler, Ger=
Schmidt, A., Schrautenbachweg, Seipp. Nieber=
Vogt, Mettegangweg, und Wenzel, Jakobiſtraße.
den angemeldeten 86 Balkonen, Loggien und Fenſtern
prämiert werden, und zwar erhielten 8 die Note „vor=
4 die Note „ſehr gut , 28 die Note „gut” und 21 die
ganzen gut”. Auch hier ſeien nur die Namen der beiden
ſuppen verzeichnet.
Mit „vorzüglich” wurden bewertet:
roff Kiesſtraße, Gehbauer. Nieder=Ramſtädter=
Konkordiaſaal, Waldſtraße, Ludwigs=Ober=
le
Kapellplatz, Muſſel, Döngesborngaſſe, Spöh=
Aliceſtraße, Stephan, Martinſtraße, und Zimt=
Soderſtraße.
Die Note „ſehr gut” erhielten:
us, Langgaſſe, Dietrich, Heinrichſtraße,
Eleono=
m, Heinheimerſtraße, Haller, Frankfurterſtr. Heß,
ſyſtraße, Kirchner, Frl., Kaſinoſtraße, Kempf,
Herd=
mb, Lichtenbergſtraße, Kunz, W., Hochſtraße, Mül=
Am Hopfengarten, Magſam, Georgenſtr.,
Oeſter=
handſtraße, Pauly, Bleichſtraße, und Schmied, Ad.,
gerſtraße.
hüdlich erwähnt ſei hier die Ludwigs=Oberrealſchule, die
einheitlichen Schmuck des ganzen Gebäudes das Schöne
Erzieheriſchen verbindet, und ſei hier der Wunſch
aus=
tn daß dieſes Vorgehen auch bei den anderen Schulen
hung findet.
jeßlich ſei noch allen denen, die die Veranſtaltung durch
von Preiſen unterſtützt haben, der herzlichſte Dank des
s zum Ausdruck gebracht in erſter Linie der
Stadtver=
dem Gartenbauverein, der Ortsgruppe Darmſtadt im
nhand der Gartenbaubetriebe, dem Verkehrs=Verein und
Ludwig Horſt. Der Ausſchuß wird keine Mühe ſcheuen,
die Folge in der ſeitherigen Weiſe weiter zu arbeiten,
fernerhin unſere Vaterſtadt den Namen Blumenſtadt
weiterführen kann.
MäeT
Henen,
erbürgermeiſter Mueller ſandte an Herrn Geheimrat
Mainz folgendes Glückwunſch=Telegramm: Die Heſſiſche
tuptſtadt beglückwünſcht den langjährigen ausgezeichneten
er Heſſiſchen Handwerkskammer herzlichſt zum achtzigſten
Hege Forrag. Mueller, Oberbürgermeiſter.
beichsfinanzverwaltung — Landesfinanzamt Darmſtadt.
Leitiſteu
tmann Enders vom Finanzamt Dieburg wurde zum
des Finanzamts Höchſt i. O. ernannt.
den Ruheſtand verſetzt wurden am 27. November der
meſſer Friedrich Baumann zu Darmſtadt auf ſein
Wnchſeunn vom 1. Januar 1931 ab bis zur Wiederherſtellung ſeiner
der Polizeihauptwachtmeiſter Chriſtoph Röſch zu
uinauf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1931 ab.
bangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregie=
8ie
ude dem Pfarrer Wilhelm Reuſch zu Nieder=Ohmen die
e fngg he Pfarrſtelle zu Leihgeſtern. Dekanat Gießen, und dem
Wäschwharvaöermann Dotzert zu Engelrod die zweite evangeliſche
ſarp Fe zu Lauterbach, Dekanat Lauterbach, übertragen.
Manut
onzert im Heylshof. Man ſchreibt uns: Das von der
afikei
ſſe Ida Biel=Frankfurt veranſtaltete Konzert nahm in
Nammermuſik ſo beſonders geeigneten Räumen des
Heyls=
en ſehr befriedigenden Verlauf. Vokal= und Klavier=
Seang
ſwurden aufs Glücklichſte durch zwei ſchön geſpielte Trios
kriher Min
it. Neben den Herren Fritz Herbert (Violine) und Kurt
ein Cello) hatte in dem Mozartſchen Trio Frl. Elſe Matter
felrt
ei Wen Iſeierpart übernommen, während Frl. Hildegard Bender
mzuhthbellt Eagenannten Herren das ſchöne eindrucksreiche Trio in
„s Mc=lon Mendelsſohn=Bartholdy zum Vortrag brachte. Frl.
ewährte ſich als eine ſchon recht vorgeſchrittene Pianiſtin,
ſikalität und lebhaftes Temperament auch in der von ihr
Sis=Moll=Sonate von Beethoven zur Geltung kam. Die
Frl. Leonore Berganſky, der Frl. Matter eine treffliche
ſame Begleiterin war, trug nach zwei Arien aus
klaſſi=
rien Lieder von Brahms und Schumann vor. Mit
be=
höner und warmer Empfindung wurde von ihr das nicht
kleine Lied des letzteren: Jemand geſungen. Die
Dar=
der jungen Künſtler fanden bei der dankbaren
Zuhörer=
ſaften Beifall, der um ſo herzlicher war, als die liebens=
WeVeranſtalterin Frl. Biel den Reinertrag für die Arbeit
ndinnen=Vereins beſtimmt hatte. Es iſt beabſichtigt,
i=
eWlinter an gleicher Stelle noch mehr derartige Darbietun=
Dien d1
ingen.
uf den Klavier=Abend von Maria Krauß am Mittwoch,
ſezember, im Städtiſchen Saalbau (Kleiner Saal) wird
gewieſen. Maria Krauß ſtudierte bei Willy Renner,
a. M., und gilt als eine ſehr talentvolle Pianiſtin. Das
rogramm verſpricht einen in hohem Maße genußreichen
Karten im Vorverkauf bei Klavier=Arnold,
Eliſabethen=
terariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Auf Einladung der
h=Künſtleriſchen Geſellſchaft wird der Deutſchbalte Dr.
n Friedmann=Helſingfors am nächſten Freitag
Uhr, im Feſtſaale der Loge über das intereſſante
ſſenſchaft und Symbol” ſprechen. Dr.
Fried=
nicht nur als ein ausgezeichneter, die Zuſammenhänge
3 Yüberſchauender Forſcher, ſondern zugleich als ein hervor=
Redner, ſodaß ſein Vortrag einen hohen Genuß ver=
PMf . aa3
lurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Beide Fächer
gründ=
lernen bietet der Gabelsberger Stenographenverein
Fi
le, der am 4. und 8. Dezember wieder neue Anfänger=
Reiche
Unterrichts=
inge eröffnet. Gelegenheit
gen verbürgen eine gewiſſenhafte und erfolgreiche Aus=
„Die Teilnehmergebühren ſind, den heutigen
Wirtſchafts=
ſen entſprechend, ſo niedrig gehalten, daß ſie ohne
wei=
ſwungen werden können. Der Verein kommt den
Teil=
urch die Geſtattung von Ratenzahlungen noch weiter
Wir verweiſen auf die heutige Anzeige des Vereins.
Schul= und Volksmuſik in Heſſen.
Am 5. November ſtand im „Darmſtädter Tagblatt” ein
Auf=
ſatz eines ungenannten Verfaſſers über. Die Schulmuſik im
Volks=
ſtaate Heſſen”, der mit Recht ſcharfe Kritik übte an der ſichtlich
größerwerdenden Gleichgültigkeit, ja man möchte faſt urteilen
Feindſeligkeit, mit der die Belange der Muſik an maßgebenden
Stellen behandelt werden. Wir wollen darum verſuchen, hier den
Zuſammenhang von Schulmuſik und Volksmuſik zu unterſuchen, um
feſtzuſtellen, ob die Muſik es verdient, derart als fünftes Rad am
Wagen betrachtet zu werden.
Hat Kunſt, hat Muſik für das Volk als Ganzes Bedeutung
oder nicht? Muß das wirtſchaftlich ſo ſchwer gedrückte deutſche
Volk nicht für Generationen alle Kräfte auf das
Lebensnotwen=
digſte beſchränken und auf ſolche Luxusgegenſtände wie Muſik
ver=
zichten? Nun ich glaube, je angeſtrengter der Menſch arbeitet,
umſo nötiger braucht er ein Gegengewicht, je verſklavter er iſt,
umſo mehr hat er Bedürfnis nach Gebieten, in denen er frei iſt.
Wo ſoll er ſolche Erholung finden? Sollen alle dazu erzogen wer
den, ihr Genügen darin zu finden, alle Sonntage Wettkämpfe von
faſt berufsmäßig ausübenden Sportsleuten anzuſehen, ohne ſich
ſelbſt irgendwie ſportlich zu betätigen? Soll Kinobeſuch,
Wirts=
hausleben, Kreuzworträtſellöſen, erotiſche Befriedigung
verſchie=
denſter Art ganz Lebensinhalt werden? Soll Entgeiſtigung.
Ver=
rohung allmahlich ſo weiter fortſchreiten wie ſie es doch anſcheinend
tut. Dann iſt es gut, das Gemüt zu ertöten und über die
Muſi=
als eine altväteriſche romantiſche Sentimentalität”
hinwegzu=
ſchreiten. Dann ſoll man die Schule ſo auffaſſen, daß ſie möglichſt
gute Vorkenntniſſe für das Leben, d. h. für das Geldverdienen
und den Daſeinskampf vermittelt. Charakterbildung und
Er=
ziehung zur Perſönlichkeit kann unter dieſem Geſichtswinkel ja für
das Fortkommen nachteilig ſein, Gemüt und Empfinden ſind völlig
zwecklos.
Nun gerade die moderne Pädagogik ſteht ſolcher Auffaſſung
in geſchloſſener Front entgegen, ſie verneint dieſe reine
Zweck=
mäßigkeitsauffaſſung der Schule, betont die Wichtigkeit der Pflege
des Gemüts, fordert den akademiſch gebildeten Volksſchullehrer
aus dem Grunde, weil ſie in vertiefter und vergeiſtigter Bildung
des Lehrers ein Hauptmittel dafür erblickt, von der alten
Lern=
ſchule zur neuen Bildungsſchule zu gelangen. Und ſo wie auf
allen anderen Gebieten, ſo wird auch auf dem der Muſikerziehung
von Tauſenden daran gearbeitet, Ziele und Wege zu klären, die
für die einzelnen Schulen — Grundſchule, Oberſtufe der
Volks=
ſchule, Mittelſchule und höhere Schule.
maßgebend ſein ſollen,
um in gleichmäßiger Weiſe Körper, Verſtand und Gemüt des
Kin=
des zu bilden, damit dem Staat ein geſunder, arbeitstüchtiger
auch politiſch verantwortlicher, der Geſellſchaft des Volkes ein will
kommener, auch der Verſchönerung und Veredlung der
Lebens=
formen zugänglicher Menſch zugeführt werde.
Unter der letztgenannten Aufgabe ſpielt die freie wie die
an=
gewandte Kunſt eine große Rolle, und wir Heſſen pflegen ſtolz
darauf zu ſein, daß unſere bildende Kunſt und unſer Kunſtgewerbe
in der ganzen Welt beſonders geachtet werden. Auch unſere
Volks=
muſik wird hoch eingeſchätzt, denn in allen Organiſationen des
Volksgeſanges, im Deutſchen Sängerbund im Deutſchen
Arbeiter=
ſängerbund, im Deutſchen evangeliſchen Kirchengeſangverein, gil
Mittelrhein, Mainſpitze und das Heſſenland für beſonders
muſik=
liebend, die Zahl der Chorvereine iſt hier beſonders groß, ihre
künſtleriſche Leiſtungsfähigkeit wird vielfach anerkannt, ja von
Heſſen aus ſind in Vergangenheit und Gegenwart vielerlei
wich=
tige Anregungen ausgegangen. Iſt dies nun gering einzuſchätzen,
daß in unſerem Lande ſich ſo weite Kreiſe als an der Volkskunſt
intereſſiert betrachten, daß durch das Streben der genannten
Or=
ganiſationen immer mehr ein Einklang zwiſchen Volkskunſt und
höherer Kunſt angeſtrebt wird? Nun wenn wir die Organe
un=
ſerer Regierung bei feſtlichen Anläſſen ſprechen hören, ſo
ge=
winnen wir den Eindruck, als ob das Intereſſe für dieſe
Be=
ſtrebungen ſehr groß wäre, und als ob man nach Möglichkeit jede
Förderung dieſen Zielen zuteil werden laſſen wolle. Tatſächlich iſt
auch im Laufe der Jahre ſchon ſehr viel getan worden, und
be=
ſonders Herr Schulrat Haſſinger hat ſich ſtets in den Dienſt der
Volkskunſt geſtellt und hat auch durch Veranſtaltung der
verſchie=
denartigſten Kurſe dieſe Dinge unmittelbar gefördert. Auch der
Gedanke, eine der Reichsſchulmuſikwochen nach Darmſtadt zu legen,
wurde in dem Sinne gefaßt, gerade auf die hieſigen Verhältniſſe
anregend und fördernd zu wirken. Denn immer wieder wurde
e=
ausgeſprochen, die Stelle, an der über die Zukunft der Volksmuſik,
über die Zukunft der hohen Kunſt über das Schickſal der deutſchen
Kultur im ganzen das Entſcheidenſte zu leiſten iſt, iſt und bleibt
die Volksſchule. Je mehr es gelingt hier Perſönlichkeiten von
ent=
ſchiedenem Kultur= und Wertbewußtſein zu erziehen, um ſo mehr
wird ſich das Kultur= und Wertbedürfnis bei ihnen im ſpäteren
Leben auswirken. Die alte Volksbeglückungsidee, als wolle man
dem Volk mitleidig auch hie und da einmal ein gutes Bröckchen
zuwerfen, exiſtiert glücklicherweiſe heute nicht mehr, ſondern wir
ſind der Anſicht, daß gerade die beſten, humanſten, gebildetſten und
charaktervollſten Menſchen gut genug dafür ſein müßten.
Volks=
bildner zu werden. Wollen ſie aber in die Seele des Volkes
ein=
dringen, wollen ſie beſonders auf dem Lande ihre Miſſion gut
er=
füllen, ſo müſſen ſie auch geeignet ſein, muſikaliſch die Kinder zu
jördern, unter Umſtänden auch als Vereinsdirigenten an der
muſi=
kaliſchen Erwachſenenbildung teilnehmen.
Hiermit verlegt ſich das Schwergewicht der Verantwortlichkeit
auf die Stätten, welche die künftigen Lehrer auszubilden haben.
Denn für den Lehrberuf braucht der Staat ſtets eine
verhältnis=
mäßig große Anzahl von Beamten, und bei der immer ſteigenden
Schwierigkeit für den Erwachſenen, eine ſichere ſorgenfreie Exiſtenz
zu haben, wird der Andrang zu dieſem Beruf wahrſcheinlich noch
wachſen. Aus dieſem Grunde iſt es in das Belieben jeder
Re=
gierung gelegt, Vorbildung und Arbeitsrichtung der künftigen
Lehrer zu beeinfluſſen, Forderungen zu ſtellen, die ſie für die
Er=
ziehungsaufgaben für nötig hält. Warum ſchneidet nun, nach dem
Urteil der maßgebenden Faktoren, Heſſen, ein Land mit beſonders
muſikliebendem Volk, in dieſer Beziehung beſonders ungünſtig ab,
doch wohl, weil an den leitenden Stellen zufälligerweiſe für den
Muſikunterricht kein beſonderes Intereſſe vorhanden iſt, und weil
beim Fehlen eines Referenten, der ſich dieſer Dinge beſonders
an=
nimmt leider auch die Fachvertretung kaum zur Mitarbeit in den
einſchlägigen Fragen herangezogen wird. Wenn man z. B. hört,
daß die Vertreter der Schulmuſik an den höheren Schulen vor
Einführung der diesjährigen nochmaligen Kürzung des dortigen
Muſikunterrichts Einſpruch erhoben hatten, daß man ihnen zu=
geſagt hatte, daß ſie vor Erlaß grundſätzlicher Beſtimmungen
noch=
mals herangezogen würden, daß dies aber keineswegs geſchab,
ſcheint ein ſolches Vorgehen wenig geeignet zu ſein, der
muſika=
liſchen Volksbildung wirklich zu dienen.
Zudem darf mit Recht geſagt werden: Die höhere Schule iſt
nach der heutigen Lage der Dinge die Zubringerin der Studenten
für die Pädagogiſchen Inſtitute. Wenn alſo, um es nochmals zu
zitieren beim Eintritt in ein heſſiſches pädagogiſches Inſtitut in
einem Semeſter feſtgeſtellt wurde, daß 30 Abiturienten noch nicht
die Noten konnten, ſo zeigt dies das völlige Verſagen des
Muſik=
unterrichts an der höheren Schule. Und dann kann bei der kurzen
Studienzeit am pädagogiſchen Inſtitut, ſelbſt wenn Apollo den
Muſikunterricht eigenhändig übernimmt, bei all dieſen kaum ſo
viel herauskommen, daß es nicht ein unverantwortliches Beginnen
iſt, ſolchen jungen Leuten die muſikaliſche Erziehung unſeres
Vol=
kes zu übergeben. Glaubt ein Menſch, man könne junge Leute etwa
für den Rechenunterricht vorbereiten in der kurzen Zeit des
Stu=
dienganges, wenn ſie noch nicht das kleine Einmaleins können?
Ja das kommt nicht in Frage, denn hier übermittelt die höhere
Schule eine große Menge von Wiſſen, aber muſikaliſche
An=
alphabeten entläßt ſie unbedenklich trotz der verheerenden
Folge=
rungen für die künftigen Lehrer und die Volksſchulen.
Woran liegt nun dieſes Verſagen der höheren Schulen. Nicht
an den Lehrern. Denn da ſind die Forderungen der Vorbildung
ſo erhöht worden, da iſt man imſtande, eine ſo gute Auswahl zu
treffen, daß die Anforderungen einer guten muſikaliſchen
Er=
ziehung wohl erfüllt werden konnten. Nein, an zwei Dingen.
Ein=
mal hat man ſich immer noch nicht von dem alten Begriff „
Sin=
gen” genügend getrennt. Man vergißt, daß es einer höheren Schule
unwürdig iſt, nur wie früher die geſanglichen Fähigkeiten zu
fördern, ſondern daß Ziel ſein muß, die Schüler ſo vorzubereiten,
daß ſie ähnlich wie in Literatur und bildender Kunſt auch auf den
Gebiete der Muſik aufnahmefähige, mit dem für wahres
Empfin=
den und Verſtehen Nötigen ausgerüſtete Menſchen werden. Und
weil bei den vorgeſetzten Behörden der Begriff des „Singens”
den der „Muſik” überwiegt, deshalb hat man ſich in Heſſen zu dem
verhängnisvollen Schritt entſchloſſen den Muſikunterricht drei
volle Jahre auszuſetzen, weil in dieſen drei Jahren ſich
erfah=
rungsgemäß die Mutation der Singſtimme bei den Schülern voll=
zieht. Ob man nicht auch noch dazu übergeht, ein Gleiches bei den
höheren Mädchenſchulen zu veranlaſſen, wo die Veränderung der
Singſtimme in der Reifezeit weit geringere Störungen mit ſich
bringt, bleibt abzuwarten. Nun ſtelle man ſich die Folgen vor!
Wir bringen erſt ein anderes Beiſpiel: Man unterrichtet drei oder
vier Jahre lateiniſch, prägt einen großen Schatz von einzelnen
Sprachkenntniſſen ein, iſt ſchon dazu übergegangen lateiniſche
Schriftſteller zu leſen und ſetzt nun drei Jahre den
Lateinunter=
richt vollſtändig aus. Worauf würde man dann noch bei
Wieder=
beginn des Lateinunterrichts zurückgreifen können? Nur auf eine
zufällige Menge einzelner im Gedächtnis haftender Bruchſtücke
des vorher erworbenen Wiſſens. Man müßte alſo gewiſſermaßen
von vorn anfangen. Und wie ſteht es in der Muſik? Noch weit
ſchlimmer! Denn bei der geringen Anzahl der Muſikſtunden iſt es
ſchon ein ſchwieriges Unterfangen, bis zur Quarta ſo weit zu ſein,
daß die Noten einigermaßen beherrſcht werden und man damit
be=
ginnen kann, die Schüler über das Techniſche des Notenſingens
und der Stimmbildung hinaus an die äſthetiſchen und ethiſchen
Werte der Kunſt heranzubringen. Kaum hat man damit begonnen,
kaum kann überhaupt von einer eigentlichen Vertiefung des
Un=
terrichts die Rede ſein, von einer ſelbſttätigen Erarbeitung des
Stoffes durch den Schüler, da wird der Unterricht drei Jahre lang
unterbrochen mit dem Endergebnis, daß von den mühſam
er=
worbenen Fähigkeiten, die bei der geringen Anzahl der
Wochen=
ſtunden ſich nicht ſehr ſtark eingeprägt haben, auch zu keiner
be=
ſonderen Uebung gelangt ſind, alles verloren und vergeſſen wird,
und der Muſiklehrer am Ende der drei Jahre bei Beginn der
Neuarbeit vor dem Nichts ſteht und von vorne anfangen kann.
Dann aber ſind die Schüler längſt über die Zeit hinaus, daß ihnen
ſo primitive Dinge noch irgendwelches Intereſſe abringen können
und anſtatt daß nun in den Oberklaſſen der Muſikunterricht an die
höhere Kunſt heranführen könnte, bleibt er in primitivem
Lied=
ſingen und Aehnlichem ſtecken, will er etwas beſſeres erreichen, ſo
fehlen die Grundlagen, und es kommt beſtenfalls zu einem mehr
oder minder geiſtvollen Urteilen über Dinge, deren Beurteilung
dem Schüler eigentlich unmöglich iſt.
Als vor ungefähr einem Jahrzehnt durch den verſtorbenen
Herrn Miniſterialrat Dr. Bach die Prüfungsordnung für
Muſik=
lehrer an den höheren Schulen eingeführt wurde, da geſchah das
in der Abſicht dieſe Muſiklehrer einen Befähigungsnachweis
er=
bringen zu laſſen, daß ſie imſtande ſeien, nicht nur „Singen”,
ſon=
dern wirklichen „Muſikunterricht” zu erteilen, einen Unterricht
der auch in den Jahren ſtimmlicher Behinderung der jungen Leute
durch die Mutation ihrer muſikaliſchen Veranlagungen auf den
verſchiedenſten Gebieten fördern könnte, und der dem mehr
tech=
niſchen Unterbau in den Unterklaſſen nun geiſtige Vertiefung in
den Oberklaſſen zugeſellen könnte. Dann kämen keine muſikaliſchen
Analphabeten in die pädagogiſchen Inſtitute, dann wäre für die
Muſikpflege an der Volksſchule und die Zukunft der heſſiſchen
Volksmuſik geſorgt.
Leider haben nach Dr. Bachs viel zu frühem Tode ſeine
Ge=
danken keinen geeigneten Vertreter und Nachfolger gefunden,
der ſich aus innerer Ueberzeugung der Belange dieſer Seite der
Volkserziehung angenommen hätte. Es wurde ein Glied aus dem
Kreis der ſich gegenſeitig beeinfluſſenden Teilgebiete
herausge=
nommen, die höhere Schule erhielt den jetzt geradezu grotesk
ver=
ſtümmelten Muſikunterricht, und damit werden durch die oben
ſkizzierten Zuſammenhänge alle Gebiete der Muſikerziehung
ge=
ſchädigt. Dieſe Dinge gehen unſeres Erachtens die vollſte
Oeffent=
lichkeit an, hier entſcheidet ſich die Zukunft unſerer Chorvereine,
unſerer Muſikkultur, z. T. auch die des Landestheaters und ſeines
Orcheſters. Denn je geringer das Anſehen der Muſik in der Schule
iſt um ſo weniger wird ſich eine größere Menge muſikverſtändiger
Hörer finden, die unſeren Kunſtinſtituten die nötige
Daſeins=
berechtigung geben. Auch die Kirchenmuſik. der Stand der
Privat=
muſiklehrer und die Konſervatorien, Muſikſchulen und Muſikſchüler
müßten ſich für die genannten Zuſammenhänge ſtark intereſſieren,
denn auch ihre Daſeinsberechtigung und Exiſtenzmöglichkeit wird
auf die Dauer durch Schädigung des Schulmuſikunterrichts beein=
Friedrich Noack.
trächtigt.
— Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. Darmſtadt. Wir
laden zu unſerer Familienkreis=Bibelſtunde heute Mittwoch, den
Dezember, noch einmal herzlich ein. Alle Angehörigen unſerer
Mitglieder und Freunde, auch die Eltern und Angehörigen unſerer
jüngeren Freunde möchten wir gern an dieſem Abend, wie jeden
erſten Mittwoch des Monats, bei uns begrüßen. — Nachmittags
iſt unſere Jungſcharſtunde für Jungens von 10—14 Jahre.
Heute abend 8¾ Uhr in der „Krone‟
Ppotestwersammleng
gegen das heſſ. Laſtenerhöhungs= (gen, Sanierung8=) Programm.
(17565
Näheres ſiehe Plakatanſchläge.
Warnung vor einem taubſtummen Unterſtützungsbetrüger
bei Wohlfahrtsämtern. Der taubſtumme Dachdecker Paul Ernſt,
geboren am 30. Mai 1906 zu Schmidthorſt, hat ſeit 1928 mehrere
Wohlfahrtsämter betrogen. Er reiſte von Ort zu Ort, meldete ſich
verſchiedentlich auch unter dem Namen Joſef Ernſt, geboren am
30. Januar 1905 zu Eſſen=Borbeck, an und beantragte bei den
Wohlfahrtsämtern Unterſtützung. Zwiſchen den einzelnen Orten
fuhr er dann hin und her und holte fortlaufend die gewährten
Unterſtützungen ab. Seit 1928 hat er gleichzeitig in Bottrop
Höhr (Weſterwald), Koblenz und Ehrenbreitſtein Unterſtützungen
bezogen. Ernſt hat ſich am 1. Oktober 1930 von Bottrop auf
Wanderſchaft abgemeldet und dürfte auch an anderen Orten
ſeine Betrügereien fortſetzen.
— Die Keglervereinigung Darmſtadt und Umgebung hielt
einen Familienabend, verbunden mit Siegerehrung,
ab. Nachdem Kegelbruder Eigenbrodt die in großer Zahl
Erſchie=
nenen herzlichſt begrüßt hatte, wickelte ſich in bunter Folge ein
ſchönes Programm ab. Die Muſikvorträge wurden in vorzüglicher
Weiſe von Mitgliedern des Stadtorcheſters ausgeführt. Den
Glanzpunkt des Abends bildeten die Aufführungen der
Turnerin=
nen der Turngeſellſchaft 1875 unter Leitung ihres Turnwartes
Schwarz. Für das Zwergfell verſchaffte der beſtrenomierte
Humo=
riſt Gutkäſe ſchwere Arbeit. Als Geſangskraft wirkte der noch in
der Ausbildung befindliche Sohn von Kegelbruder Mitſchdörfer.
Er überraſchte angenehm durch ſeine kräftige, klangvolle
Bariton=
ſtimme. Die vom Sportwarte vorgenommene Siegerehrung gab
Kunde von den im letzten Halbjahre errungenen Erfolgen. In
den Kämpfen um die Verbandsklubmeiſterſchaſt erhielten. Haſſia
1919” als Ligameiſter, „Sportkegler” als Meiſter der A=Klaſſe und
„Kranz‟ Darmſtadt als Meiſter der B=Klaſſe Plaketten. Der Klub
B. V. wurde durch Ueberreichung des wertvollen
D. K. 1911 —
Konzelmann=Wanderpokals, den er zum erſten Male errang
ge=
ehrt. Weiterhin erhielten aus dieſen Kämpfen die Klubs „Haſſia
„L. L. 08”, „Zwölfer” und „Kranz” Erinnerungsbecher, ebenfalls
von Konzelmann geſtiftet, überreicht. In den Kämpfen um den
Haas=Borne=Wanderpokal ſiegte der Klub „L. L. 08” und wurde
durch Ueberreichung des Silbernen Pokales geehrt. Als
beſon=
derer Erfolg wurde die Leiſtung von Kegelbruder Schinnerl
hervorgehoben, der bei der Gaumeiſterſchaft in Mainz mit der
Bravourleiſtung von 551 Holz bei 100 Kugeln die Senioren=
Gau=
meiſterſchaft errang. In der Schlußanſprache dankte der 1.
Vor=
ſitzende, Thümmel, allen Mitwirkenden für ihre Leiſtungen herzlichſt.
RAAse
N
*
At
(V.17159
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Am Dienstag hielt der Einzelrichter
Amtsgerichts=
rat Lutz ſeinen Amtstag ab. Einem 19jährigen Studioſus der
Rechte aus Bickenbach, der mit ſeinem Motorrad einen
Zuſammen=
ſtoß mit einem Lieferwagen hatte, erteilte er ein Privatiſſimum
über Verkehrsverordnungen und beließ es bei dem Strafbefehl von
25 Mark. Ein 20jähriger Jüngling hatte in einer ſchönen
Auguſt=
nacht wohl zu viel des ſüßen Weins genoſſen, was ihn zu
Seiten=
prüngen in der Heinrichsſtraße veranlaßte, durch die die eine
Lampe an einer Bauſtelle zertrümmert wurde. Der junge Mann
behauptet, ſtill und ahnungslos dahingegangen zu ſein, als
plötz=
ich zwei Wachtmeiſter hinter ihm hergeſauſt ſeien und ihn „in
ſehr ſchmerzhafter Weiſe” gepackt hätten. Doch der Einzelrichter
kann durch dieſe Argumente wenig überzeugt werden. Der junge
Mann hätte wohl beſſer getan, ſeinen Strafbefehl über 25 Mark
wegen groben Unfugs ſtillſchweigend zu bezahlen, denn nun hat er
außerdem noch die Koſten der Verhandlung zu bezahlen. In
inem Hinterhaus der Wilhelm=Gläſſingſtraße herrſchte ſteter
Un=
riede der eines Tages ſeinen Höhepunkt in einer Schlacht mit
Beſenſtielen fand. Der Mann der einen und die Frau der
an=
deren Partei ſind wegen Körperverletzung angeklagt und einer
beſchuldigt den andern. Doch die Exploſion ſcheint die Gemüter
etwas beruhigt zu haben, denn es herrſcht nun Ruhe im Haus.
Auf jeden Fall müſſen ſie aber Lehrgeld zahlen, und es werden
beide zu je 30 Mark Geldſtrafe verurteilt. Einige kleinere
Straf=
befehle werden beſtätigt, andere verworfen, nur ein 32jähriger
Muſiker erhält einen Monat Gefängnis, weil er in einer
Wirt=
ſchaft ohne erſichtlichen Grund ſein Meſſer zog und damit einen
anderen am Arm verletzte. Er behauptet zwar, es ſeien alle auf
ihn eingeſtürzt und er habe ſich bedroht gefühlt und in Notwehr
gehandelt, doch die Zeugen bekunden übereinſtimmend, daß der
eigentliche Streit ſchon vorbei und der Angeklagte ſchon im
Fort=
gehen begriffen war. Da Meſſerſtechereien außerordentlich
ge=
fahrlich ſind, hält der Richter eine Geldſtrafe hier nicht für
aus=
reichend.
— Sektion Darmſtadt des D. und Oe. Alpenvereins.
Mo=
tatsverſammlung. Herr Dr. Karl Nau ſprach über ſeine
Touren „Vom Jungfraujoch zum Matterhorn". Von
Lauterbrun=
nen bringt die Jungfraubahn die Hochtouriſten hinauf zum
Jung=
raujoch. Dieſe höchſte Bahn findet eingehende Beſchreibung.
Nebel, Schnee, Kälte, auf der Veranda des Hotels Eiszapfen bis
zu 2 Meter Länge. Nach mehrtätigem Warten wird trotz Nebel
die Beſteigung des Mönchs verſucht. In größerer Höhe tritt
Auf=
lärung des Wetters ein, aber der Abbruch der großen Wächte
ver=
hindert die Bezwingung des Gipfels. Ueber den Jungfraufirn
geht es zum Aletſchgletſcher, dem größten der Alpen, mit 24
Kilo=
neter Lange. Die Concordiahütte, bewirtſchaftet von dem alten
Rubi, dient als Ausgangspunkt für die weiteren Beſteigungen.
Grünhorn und Finſterarhorn über die Grünhornlücke werden
be=
zwungen, ſchwer paſſierbar iſt der Sumpf inmitten des
Aletſch=
gletſchers. Wunderbare Hochgebirgsbilder ziehen vor dem Auge
vorüber. Von dem Bergſteigerparadieſe Zermatt aus gilt es dem
Zmutt=Tal, überragt von dem unvergleichlichen Matterhorn.
Zmutt= und Tiefenmattgletſcher ſchieben ihre gewaltigen
Eis=
maſſen zu Tal. Als Stutzpunkt für Beſteigungen und
Gletſcher=
touren dient die Schönbühlhütte. Der Zeitverluſt bei der
Bezwin=
gung des großen Eisbruches des Tiefenmattgletſchers verhindert
die Beſteigung des Gipfels der Dent Hérens. In vollendet ſchönen
Bildern erſcheinen ſie alle, die Großen des Zermatter Tales, vom
Monte Roſa bis zum Weihorn. Echter Bergſteigergeiſt und eine
große Liebe zu der gewaltigen Hochnatur ſprechen aus dem
Vor=
trag des geſchätzten Redners, dem die zahlreiche Verſammlung
durch lebhaften Beifall dankte.
— Frauenverein der Paulusgemeinde. Unter Bezugnahme
auf die heutige Anzeige wird um freundliche Ueberweiſung von
Gaben für die Weihnachtsbeſcherungen gebeten. Gleichzeitig lädt
der Frauenverein herzlich ein zu ſeiner Adventsfeier am
Donnerstag (4. Dezember) im Gemeindeſaal.
Heſſiſches Landeskheaker.
3. Dezember 19.30, Ende nach 22.31 Uhr
B9 Königskinder
Preiſe 1—10 Mk. 20—21.30 Uhr
2ritter Beethoven=Abend
des Trumm=Quartett3
Preiſe 1, 2, 3 Mk. Donnerstag,
4. Dezember 20—22 45 Uhr
Simone Boccanegra
K 5 Bü nenvolksbund
Preiſe 1—10 Mr. 0—22 Uhr
Die erſte Frau Selby
Zuſatz=Miete III 5
Preiſe 1.50—7 50 Mk. Freitag
5. Dezember Keine Vorſtellung 20—21 45 Uhr
Fatme
Zſ.=Miete Vl6, T, Gr. 1,4 u. 6
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag
6. Dezember 20.1:—22.45 Uhr
Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Preiſe 1—5 Mk. 20—22.30 Uhr
Kabale und Lebe
W2 Darmſt. Volksbühne
Gruppe I. Sonntag
7. Dezember 15 Ende gegen 17.3) Uhr
Zum erſten Male:
Die Pantoffeln des Glücks
Preiſe 0 50—2.50 Mk.
20—22 Uhr
Die erſte Frau Selby
Heſſenlandmiete 1V 4
Preiſe 1— 10 Mr 20—22 Uhr
Lncia von Lammermoor
Zu atzmiete 14
Preiſe 1.20—6 Mk. Montag,
8. Dezember 20—21 30 Uhr
Sinfonie=Konzert
Schubert, Haydn, Beethoven
Soliſt: Panl Grümmer
Preiſe 1.20—8 Mk. Geſchloſſen,
— Heſſiſches Landestheater. Gaſtſpiel Hermine
Kör=
ner. Frau Hermine Körner, die nach ihrem unumſtrittenen
Er=
folg in der Darmſtädter Aufführung der „Eliſabeth von England”
mit der gleichen Rolle jetzt auch am Nationaltheater in
Mann=
heim den begeiſterten Beifall des Publikums und der Kritik
fin=
den konnte, wird in Darmſtadt ihr zweites Gaſtſpiel als „Die
rſte Frau Selby” morgen, Donnerstag, im Kleinen Haus
ſowie Sonntag, den 7. Dezember, im Großen Haus fortſetzen. In
beiden Wiederholungen des ſehr beifällig aufgenommenen Werkes
wird Carl Ebert die Rolle des James Selby ſpielen. —
Wie=
deraufführung „Simone Boccanegra. Morgen,
Donnerstag, wird Verdis Oper „Simone Boccanegra” die
jetzt auch mit Erfolg in den Spielplan des Frankfurter
Opern=
hauſes aufgenommen wurde, unter muſikaliſcher Leitung von Dr.
Karl Böhm im Großen Haus in Szene gehen. In der Tenorpartie
Adorno) gaſtiert Willi Wörle vom Frankfurter Opernhaus,
der dem Darmſtädter Publikum bereits durch ſein erfolgreiches
Gaſtſpiel als „Schwanda” beſtens bekannt geworden iſt. Die
übrigen Partien des Werkes ſind mit Mitrovic, Lohmann,
Herrmann, Stralendorf und Overlack beſetzt
Viertes Sinfoniekonzert im Landestheater. Für das am
Montag, den 8. Dezember, im Großen Haus unter Leitung von
Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm ſtattfindende vierte
Sin=
foniekonzert iſt eine klaſſiſche Vortragsfolge vorgeſehen. Wiener
Meiſter! Schubert=Haydn=Beethoven. Einheitlich auf helles Dur
eingeſtellt! C=Dur, D=Dur, A=Dur! Schuberts hier wohl noch
nie geſpielte ſechſte Sinfonie, die kleine Schweſter der großen,
gleichfalls in C=Dur ſtehenden ſiebenten eröffnet den Abend.
aydn iſt mit ſeinem wundervollen Konzert in D=Dur für
Violoncello und Orcheſter vertreten. Kein Geringerer als
Pro=
feſſor Paul Grümmer hat den Solopart dieſes von allen
Vio=
loncelliſten überaus gerne geſpielten Konzertes übernommen.
Beethovens ſiebente Sinfonie in A=Dur, oft als „
Tanzſinfo=
nie” bezeichnet, bildet den Abſchluß des klaſſiſchen Abends, der ſicher
den vielen Freunden unſerer großen Altmeiſter Freude machen
wird.
Spielplanänderung. Die für Samstag, den 6. Dezember
angekündigte Vorſtellung „Meine Scheſter und ich” findet
nicht im Kleinen Haus, ſondern im Großen Haus außer Miete
ſtatt. Beginn der Vorſtellung um 20.15 Uhr. Im Kleinen Haus
gelangt Samstag, den 6. Dezember, für die Schülermiete W 2 der
Darmſtädter Volksbühne Grunve I—
V „Kabale und Liebe
von Schiller um 20 Uhr zur Aufführung. — Der Vorverkau
zur Erſtaufführung des Weihnachtsmärchens „Die Pantof
feln des Glücks und das Wunderbuch der Technik
beginnt heute, Mittwoch, um 15.30 Uhr an der Tageskaſſe des
Großen Hauſes. Preiſe 0.50—2,50 Mark.
Drumm=Quartett im Kleinen Haus. Der dritte
Beet=
hovenabend des Drumm=Quartetts findet heute. Mittwoch,
um 20 Uhr, im Kleinen Haus ſtatt. Preiſe 1, 2 und 3 Mark.
Mittwoch, den 3. Dezember 1930
— Petrusgemeinde. Das Rätſel Rußland beſchäftigt das
Den=
ken weiteſter Kreiſe unſeres Volkes. Seitdem die Preſſe die
Mel=
dung brachte, daß die „Internationale der Gottloſen” ihren Sitz
von Moskau nach Deutſchland und zwar nach Berlin, verlegen und
auf dieſe Weiſe die Notlage des Volkes zu antireligiöſer
Propa=
ganda gehörig ausnutzen wolle, gewinnt der geiſtige Zuſtand
des ruſſiſchen Volkes für uns ganz beſonderes Intereſſe. Es iſt
uns oft unbegreiflich, wie der wohl an ſich religiöſeſte Menſch auf
europäiſchem Boden, eben der Ruſſe, ſich von einer Schar
gott=
loſer Fanatiker ſeine heiligſten Güter rauben, alſo nicht nur
äußer=
lich ſondern auch innerlich ausplündern läßt. Iſt das ruſſiſche
Volk das Märtyrervolk Gottes?, werden wir in Deutſchland
ähnlichen Erſchütterungen entgegengehen und mit welchen
Mit=
teln haben wir uns zur Wehr zu ſetzen? Geht es einem
Ent=
ſcheidungskampf zwiſchen chriſtlicher Kultur und antireligiöſem
Kulturbolſchewismus entgegen? Ueber alle dieſe ernſten und
zeitgemäßen Fragen ſoll der Gemeindeabend am nächſten Sonntag
Aufſchluß und Ausſprache bringen. Ein deutſch=ruſſiſcher
Flücht=
ling, ein mehr und mehr hervortretender Schriftſteller, deſſen
Auskünfte von hervorragenden Journaliſten als unbedingt
zuver=
läſſig anerkannt worden ſind, hat das Thema des Abends geformt:
„Die Wahrheit über den Kampf gegen Kirche und Religion in
Rußland!‟ Die Gemeindeglieder ſeien jetzt ſchon darauf
hinge=
wieſen und gebeten, ſich beizeiten Teekarten zu ſichern da mit
ſtarkem Beſuch zu rechnen iſt und nur eine beſchränkte Zahl von
Karten ausgegeben werden kann. Sie ſind bei Herrn Kropp im
Gemeindehaus ſowie in den Papiergeſchäften Bender und Kunzel
zu haben.
Jugendbünde der Johannesgemeinde. Auch in dieſem Jahre
veranſtalten wir wieder unſere Weihnachtsmeſſe. Sie findet
im Samstag, den 6., und Sonntag, den 7. Dezember, in ſämtlichen
Räumen des Gemeindehauſes, Kahlertſtraße 26, ſtatt.
Handgear=
beitete Gegenſtände, auch kunſtgewerblicher Art, ſtehen zum
Ver=
kauf, die ſich ganz beſonders als ſchöne Gaben für den
Weihnachts=
tiſch eignen. Die Kaffeeſtube, die ſich ſtets einer großen
Beliebt=
heit erfreute, wird auch wieder ihre Pforte öffnen. Bei einer
Taſſe wohlſchmeckendem „Kaffee Hag
jede Taſſe wird mit der
großen Kaffeemaſchine beſonders hergeſtellt — bei Kuchen und
Gebäck läßt ſich recht gut ein gemutliches Plauderſtündchen
ver=
leben. Außerdem wird inzwiſchen ein Kaſperltheater für die
Unterhaltung der Kinder ſorgen. (Beitrag 10 Pfg.) — Unſere
Eltern und Freunde, alle Brüder und Schweſtern vom Bund,
ſowie die geſamte bündiſche Jugend laden wir hiermit zu unſerer
Veranſtaltung ein. Der geſamte Erlös iſt wieder für unſer
Land=
heim beſtimmt. Wer es noch nicht kennt, das alte traute
Bauern=
haus im Odenwald, der ſollte es ſich wirklich einmal anſehen!
Er wird dann gern zum weiteren Ausbau unſeres Heimes
bei=
tragen, indem er uns durch unſere Weihnachtsmeſſe unterſtützt.
— Miſſionsverkauf. Es ſei hier nochmals auf den
Miſſions=
verkauf hingewieſen, der morgen Donnerstag, den 4. Dezember,
m Evang. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, abgehalten wird. Der
hieſige Hilfsbund der Baſler Fra= nmiſſion bittet um rege
Be=
teiligung.
— Warnung vor falſchen Stellenvermittlern. Leider gibt es
immer wieder Elemente, die die große Notlage auszunutzen
ver=
ſuchen. Den Erwerbsloſen wird auf irgendeine Weiſe auch der
letzte Pfennig aus der Taſche geholt, wofür ſie dann das
Ver=
ſprechen bekommen, eine gut bezahlte Stelle zu erhalten. Die
Auslandsabteilung des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten
(G.D.A.) hat in ihrer Zeitſchrift „Der Handelsſtand im Ausland
erneut auf die große Gefahr hingewieſen, die gerade von
hollän=
diſchen Stellenvermittlern droht. Die Tageszeitungen werden mit
dieſen Zeitungsanzeigen teilweiſe überſchwemmt. Die Angebote
ſind außerordentlich günſtig, ſo daß leider noch viele darauf
hin=
einfallen. Unter bombaſtiſchen Fir: nnamen wird die
Vermitt=
ung von Stellen angekündigt. Der Bewerber erhält dann ein
Schreiben, worin er auſgefordert wird, 5. 10, 20 oder ſogar 40
Mark als Kaution zu zahlen. Oder es werden Unkoſtenbeiträge,
Vorſchüſſe und dergleichen angefordert. Auf die Geldeinſendung
erfolgt dann gewöhnlich keine weitere Meldung. Der Angeſtellte
iſt ſein Geld, daß er ſich noch gerettet hatte, los. Dringend iſt vor
den Firmen „The German African Trading und Co. in Wyk aan
Zee . „Sunda Trafic, Rotterdam” und „Adviesbureau
Nieder=
landſch Indien den Haag” gewarnt. In letzter Zeit wird nun
ein neuer Trick angewandt, weil die Warnungen in der
Ver=
bandszeitung des G.D.A. bekannt wurden. Unter deutſchen Namen
und in Deutſchland ſelbſt tauchen nun Angebote ſolcher Art auf.
Die Angebote lauten nun ebenfalls außerordentlich günſtig.
150 Dollar und mehr im Monat zu verdienen, iſt ſo der Inhalt
dieſer Anzeigen. Wendet ſich nun ein Stellenſuchender an eine
olche Firma, dann wird er aufgefordert, entweder ebenfalls einen
Betrag einzuſenden oder er ſoll irgendeinen Gegenſtand kaufen,
den er ſpielend leicht in großen Mengen abſetzen kann. In
Wirk=
lichkeit iſt es jedoch gar nichts anderes als ein ganz gewöhnlicher
Artikel, den man in Deutſchland ſelbſt viel preiswerter kaufen
kann. Der Zweck iſt natürlich klar erkennbar, denn man will dem
Stellenloſen den Artikel unter möglichſt hohen Koſten aufhängen.
An einen Verkauf dieſer Sachen iſt natürlich nicht zu denken. In
allen Ländern, beſonders in Holland, Niederländiſch=Indien iſt
ein Ueberangebot von Kräften vorhanden. Es muß daher jedem
Angebot, das aus dieſen Ländern kommt, das größte Mißtrauen
entgegenbracht werden. Wer ſich vor Schaden bewahren will,
wende ſich an die Auslandsabteilung des G.D.A., Hamburg 36,
Büſchſtraße 4, oder an die Geſchäftsſtellen des G.D.A.
Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht vom 30. November zum
Dezember 1930 wurde in der Schillerſchule ein Einbruch verübt.
Es wurde feſtgeſtellt, daß der Täter ſich durch ein Kellerfenſter in
das Schulhaus begeben hat. In dem Schulhaus hat er faſt in
allen Sälen die Tiſchſchubladen und einige Schränke erbrochen und
das darin befindliche Geld entwendet. Wir wollen nicht
ver=
äumen, ſämtliche Leiter der hieſigen Schulen darauf
aufmerk=
ſam zu machen, da doch immerhin die Möglichkeit beſteht, daß der
oder die Täter noch weitere Schulen aufſuchen werden, Geld und
Wertſachen in ſicheren Verwahr zu nehmen, oder überhaupt nicht
in den Schulen zu belaſſen.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei. Die Fraktion des Heſſ
Landtages wendet ſich Donnerstag abend in der Woogsturnhalle
in einer öffentlichen Kundgebung, gegen die
unhalt=
baren neuen Maßnahmen der Heſſ. Regierung.
Landtagsabgeord=
neter Haury hat bereits am Samstag im Finanzausſchuß des
Landtages in einer Erklärung die Stellung der DVP. zu den
Regierungsmaßnahmen gekennzeichnet, welche, in der Sonntag=
Ausgabe dieſer Zeitung zum Abdruck kam. Dieſer Erklärung auch
vor aller Oeffentlichkeit den ihr gebührenden Nachdruck zu
ver=
leihen, gilt die Donnerstag=Kundgebung. Die Mitglieder werden
gebeten, ſich des zu erwartenden Andrangs wegen rechtzeitig
ein=
ufinden. (Saalöffnung 7 Uhr, Eintritt 30 Pfg.) Siehe auch
Anzeige.
Jugendgruppe der D.V.P. Heute Adventsfeier im
„Gutenberg”. Um zahlreiches Erſcheinen mit Gäſten wird gebeten.
— Deutſch=nationale Frauen=Gruppe. Unſere
nächſte Zuſammenkunft, die ſeit langem geplant war und
verſchie=
dener Umſtände wegen immer wieder verſchoben werden mußte,
ſoll nun übermorgen, Freitag,
Dezember,
den
nachmittags, bei Sitte ſein. Neben wichtigen Mitteilungen über
unſere Weihnachtsfeier und anderes wird Herr
Landes=
geſchäftsführer von Sti
über: „Wer hat Recht behalten3” —4 einen Vortrag halten
Wir bitten ebenſo herzlich
wie dringend um vollzähliges Erſcheinen aller Frauen.
Nat.=Soz. Deutſche Arbeiterpartei. S. A.
Werbe=
abend am Freitag, den 5. Dezember, in der Woogsturnhalle.
Red=
ner: Kapitänleutnant v. Killinger. (Siehe heutige Anzeige.)
Lokale Veranſtalkungen.
Freunde der Darmſtädter Realanſtalten. Wir
laden unſere Mitglieder und ihre Damen ein zum
Unterhaltungs=
abend auf Sonntag, den 7. Dezember, ins Alpenzimmer bei Sitte.
Ein gemütlicher Abend ſoll uns dort bei freiem Eintritt vereinen.
Der Vorſtand bittet um zahlreiches Erſcheinen.
Tageskalender für Mittwoch, den 3. Dezember 1930.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 19,30 Uhr, B9:
„Königskinder
Kleines Haus, 20 Uhr: 3. Beethoven=
Abend des Drumm=Quartetts.
Orpheum, 20.15 Uhr:
Adieu Mimi"
Konzerte: Schloßkeller, Café Oper,
Zum Datterich, Reſtaurant Bender, Maxim. Spaniſche Bodega
Sportplatz=Reſtaurant a. Böllenfalltor, Rheingauer Weinſtube.
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Lichtſpiele. — Bürgerhof. 20 Uhr: Vortrag „Unſere Katze‟
Saalbau 4.15 und 8,15 Uhr nachm.: Oeffentliche
Vor=
träge mit Lichtbildern. — Fürſtenſaal, 20 Uhr: Der
deutſche Oſten.
Die landwirkſchaftlichen Genoſſenſchafter / 1.
im Monak November 1930.
Nach der Statiſtik des Reichsverbands der deutſchen
lanSsp=
lichen Genoſſenſchaften — Raiffeiſen — waren am 1.
Deze=
vorhanden:
123 Zentralgenoſſenſchaften,
2 23 Spar= und Darlehnskaſſen,
4 477 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften.
4 738 Molkereigenoſſenſchaften,
11 301 Sonſtige Genoſſenſchaften,
zuſ.: 40 842 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften.
di
zel.
Der Monat November hat die rückläufige Tendenz der
ſchaftsbewegung, wie ſie ſich auf den Geſamtbeſtand ſchon ſ„
Monaten mehr oder minder auswirken mußte, noch verſtärkt
löſungen ſtehen nur 45 Neugründungen gegenüber; es iſt alſo
ein effektiver Abgang von 33 Genoſſenſchaften zu verzeichnen,
ſondere ſich auch darauf zurückführen läßt, daß die Zahl der
dungen in der Gruppe der Molkereigenoſſenſchaften und der
Genoſſenſchaften nicht die in den früheren Monaten zu ve—nd
Höhe erreichen konnte. Bei den Molkereigenoſſenſchaften ſte
gängen nur 11 Zugänge und bei den Sonſtigen Genoſſenſcha
gängen nur 28 Zugänge, darunter 8 Eierverwertungsgenoſ ſn
gegenüber. Die Gruppe der Spar= und Darlehnskaſſen iſt mi
die der Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften mit 15 effektiven
wie in den Vormonaten weiter rückläufig. Bei den Zentrea
ſchaften iſt ein Abgang feſtzuſtellen, die im Zuge der Vereinzef
Jur
m Rhein=Main=Gebiet aufgelöſte Landwirtſchaftliche Zentr
chaft e. G. m. b. H. Wiesbaden, Sitz Darmſtadt.
An. Arheilgen, 2. Dez. Gemeinderatsbericht.
überſchreitungen und Mehreinnahmen im Rechnungsjahr 192)
genehmigt. — Die Hundeſteuer wurde wie im Vorjahre azf
z RM. und für das Halbjahr auf 3 RM. feſtgeſetzt.
Zur Erru
der Bürgerſteuer wurde beſchloſſen, die Beſchlüſſe des Landta,
warten. — Zur Feſtſetzung der Beträge für Winterbeihilf=
Uebernahme der Koſten für Krankenſchein und Rezepte ſoll
ſeitherigen Weiſe bleiben. — Die Beratung über den Antrag
amts Kranichſtein auf Ueberſchreibung der Straße Darmſta d
wurde zurückgeſtellt. — Der Antrag des Wilhelm Andres 2. au
Ueberlaſſung des Bauplatzes in der Felsbergſtraße bzw. Wein b
wurde an die Tiefbaukommiſſion verwieſen. — Von der Rücim
der Fürſorgeunterſtützung für Klein= und Sozialrentner wer du
Frage kommenden Empfänger direkt in Kenntnis geſetzt. —
eine geheime Sitzung. — Heſſ. Fechtverein Waiſenu
Wie man hört, iſt beabſichtigt, den in früheren Jahren ſehr resum
verein des Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz (Hauptſitz in M.ü
der neu aufleben zu laſſen. Neuanmeldungen ſind ſchon in größ
erfolgt. — Die Weihnachtsfeier des hieſigen Eiſenba
ſoll am 14. Dezember im Gaſthof „Zum weißen Schwanen”
mittag für die Jugend, am Abend für die Mitglieder in einfaue
nit Muſik, Vortrag von Liedern und einem kleinen Theaterſt—d
gen werden. — Der Ortsausſchuß fürArbeiterwonl
veranſtaltet auch in dieſem Jahre eine Weihnachtsverloſung. un
die Einnahmen hieraus zu Wohlfahrtszwecken Verwendung fin
Aa. Eberſtadt, 2. Dez. Blütenim Dezember. An der
ſtädter Straße trägt ein Birnbaum einige Zweige mit Bl:/4
vielen Gärten blühen an geſchützten Stellen Veilchen.
Aa. Eberſtadt, 2. Dez. Die Gemeinde=Wahlkommiſ
hat feſtgeſtellt, daß anſtelle des verſtorbenen Gemeinderats
Gußmann Kaufmann Julius Fölſing zum Gemeinderat AE
Das Protokoll hierüber liegt bis 5. Dezember auf der Bürgeen
zur Einſicht auf. — Der Arbeitergeſangverein „Laſſallia
Sonntag im Schwanenſaal ſeinen diesjährigen Unterhal
abend ab. Das Programm wies Chöre, Muſikvorträge (M.
Edelweiß) und Theater auf. Namens des Vorſtandes dankte
Vorſitzende Gg. Mink für den zahlreichen Beſuch. — Eine
ätigkeitsveranſtaltung zugunſten der
Hinterbliek=
lsdorfer Bergwerkskatoſtrophe und der Beſcherkaſſe der
Arbeiterwohlfahrt findet am 14. Dezember, abends, im „BW
Hof” ſtatt. Außer einigen Soliſten haben ſich der „Muſikver=
und der Muſikverein „Edelweiß” in uneigennütziger Weiſe
ügung geſtellt.
Cp. Pfungſtadt, 2. Dez. Bemerkungen zum Gem
voranſchlag. Das Kreisamt Darmſtadt hat zu dem Gen
anſchlag für das Rechnungsjahr 1930 mehrere wichtige Bemerkn
macht. Unter anderem betont der der Gemeinde zugegangen”
des Kreisamtes, daß es erforderlich wäre, den Stellenplan und
gruppierung der Gemeindebeamten einer genauen Nachprüfung
ziehen. Die Frage der Gemeindebeamtenbeſoldung bleibe bi
Verhandlung vorbehalten. Zu dieſem Punkte wies übrigens
meiſter Schwinn in der letzten Gemeinderatsſitzung darauf hin.
anderen Gemeinden perſönliche Koſten zum Teil unter SachZ
ſcheinen, wogegen dieſe im Pfungſtädter Voranſchlag alle in
ſamtſumme enthalten ſeien. Daran anſchließend kommt der Bu
Kreisamtes auf die Beſoldung des Beigeordneten zu ſprechen,
merkt wird, ob die finanziellen Verhältniſſe der Gemeinde, d7
nicht ungünſtig waren, nunmehr aber nichts weniger als günſ
es auch noch weiterhin geſtatteten, neben dem Bürgermeiſter nockn)
einen Beigeordneten voll zu beſolden, müſſe zunächſt der Beurte-
Gemeindevertretung überlaſſen bleiben. Ferner wird empfo-
Frage des Fuhrparkes und ſeiner Beibehaltung eingehend zu.
P
Ferner ſoll die Rentabilität der Badeanſtalt nachgeprüft wer
über die Wiegmeiſtervergütung ſollten Erhebungen angeſtellt
Cp. Pfungſtadt, 2. Dez. Um die Auflöſung de
meinderates. Die für Montag abend anberaumte Geme
itzung, in der als einziger Punkt der kommuniſtiſche
Antrag=
öſung des Gemeinderates auf der Tagesordnung ſtand, war n
chlußfähig. Soviel foſtgeſtellt werden konnte, waren
ozialdemokratiſchen Gemeinderäte der Sitzung ferngeblieben.
Seiten der bürgerlichen Gemeinderäte fehlten in der für den E‟
beginn feſtgeſetzten Zeit zwei Mitglieder.
Cp. Pfungſtadt, 2. Dez. Verkehrsunfall. Ein
hieſige=
mann befand ſich zwiſchen Zwingenberg und Bickenbach auf de
fahrt, als er mit ſeinem Gefährt von einem Auto von hinten
gen wurde. Dabei fiel der Fuhrmann hinterrücks vom Wagen,
ſich ſein Pferd von der Deichſel losriß und durchging. Glücklie
trug der Mann keine ſchweren Verletzungen davon. Das Aut
ziemlich beſchädigt, ſeine Inſaſſen kamen mit dem Schrecken da
f. Roßdorf, 2. Dez. Gemeinderats bericht. Ein
rechnung für Herſtellung der Wingertſtraße, die ſchon viel Deben
vorrief, wurde vom Gemeinderat nach dem Vorſchlag der Fir 7
miſſion genehmigt. — Für die Inſtandſetzung des Backofe
meindehaus (Ernſt=Ludwigſtraße 1) wurde ein Betrag von 1
gutgeheißen. —
Die Feſtſetzung der Gemeindehundeſteuer T
Kalenderjahr 1931 wurde in gleicher Weiſe wie im Vorjahre boe?
men. Hiernach werden erhoben, wenn der Beginn des Hunn!
fällt in die Zeit vor dem 1. Juli jährlich 6 Mk., vom 1. Juli
a=
für jeden Hund. — Die iſraelitiſche Religionsgemeinde bittet un
nahme eines Koſtenbetrages, der anläßlich der Herſtellung der
ſtädter Straße an der Synagoge entſtanden iſt. Der Antrag
der Ablehnung, gleichzeitig auch ein gleichartiger Antrag de
Fornoff ſen. — Ueber die Einführung der Bürgerſteuer ent)P
eine längere Debatte. Der Bürgermeiſter führt aus, daß die
einen Betrag von etwa 6000 Mk. abwirft und empfiehlt drine
Einführung der Steuer, da ſie zur Ausbalancierung im eig
beſondere für die Kriſenfürſorge der Arbeitsloſen, notwendig
Gemeinderat kann ſich jedoch in ſeiner Geſamtheit nicht hierzu w
und beſchließt Ablehnung gegen die Stimme des Bürgermeiſt
ſer erklärt noch, daß er dadurch zukünftig den Gemeindeann
Kriſenfürſorge nicht mehr zahlen könne und außerdem die
arbeiter entlaſſen müſſe. — Hinſichtlich des Baugeſuchs des
Stark ſchlägt das Feldbereinigungsamt eine kleine Abänderun
Der Erwerbsloſenausſchuß hat folgend
genehmigt wird. —
eingebracht: 1. den Erwerbsloſen bei ihren Verſammlungen
hausſaal zur Verfügung zu ſtellen, 2. eine Winterbeihilfe
Erwerbsloſen und Ausgeſteuerten zu gewähren, 3. Verwirkliche
bereits früher ſchon genehmigten Antrages über Weiterverſiche.
Ausgeſteuerten bei der Krankenkaſſe, 4. jedem Erwerbsloſen Nie
geſteuerten iſt bei Krankſein ſeitens der Gemeinde die Gebuhk
epte und Krankenſchein zu zahlen, 5. der Gemeinderat möge Ve
beitsamt den Antrag einbringen, daß zukünftig die Kontroue
werbsloſen in Roßdorf ſtattfindet. Zum Antrag 1 wurde Veiie
den unteren Rathausſaal zur Verfügung zu ſtellen, die Antrabe
und 4 werden der Finanzkommiſſion überwieſen, der Antrag /""
dem Arbeitsamt befürwortend weitergeleitet werden.
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Min, 2.
2,61 M.
Das ideale
Abführ-Konfel
Mtüber die wirtſchaftliche Lage des Handwerks
im Monal November 1930.
Vom Reichsverband des deutſchen Handwerks wird uns ge=
Monat November pflegt ſtets zu den geſchäftlich ſtillſten im
eik zu zählen. In dieſem Jahr war der Rückgang unter dem
wer allgemeinen ſchlechten wirtſchaftlichen Lage beſonders ſtark
Infolge der großen Kapitalnot und der allgemeinen Unſiche==
„— die weitere Entwicklung der Wirtſchaft kam die
Bautätig=
rmbe völlig zum Stillſtand. Das Arbeitsbeſchaffungsprogramm
rung vermochte nur vereinzelt noch eine geringe Belebung des
Irnes zu bringen. Auch die Baunebengewerbe hatten, abgeſehen
wendig werdenden Reparaturarbeiten, faſt keine Aufträge zu
n. Vor allem in den Außenberufen ruhte die Tätigkeit mit
auf die naſſe Witterung faſt völlig. Die Zahl der
arbeits=
wilfen ſtieg infolgedeſſen beträchtlich.
Von den wenigen
sberufen, für die der November mit zur Hauptgeſchäftszeit
wird berichtet, daß die in dieſe Zeit geſetzten Hoffnungen in
aeeiſe erfüllt ſind. Die Nahrungsmittelhandwerke weiſen trotz
Preiſe einen weiteren Rückgang ihrer Umſätze auf. Auch im
ſechandwerk hat die Saiſon ein vorzeitiges Ende gefunden. Im
Tapezierer=, Uhrmacher= und Juwelierhandwerk iſt die ſonſt
„weiten Hälfte des November ſpäteſtens einſetzende Nachfrage
erict
egneit
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Publikums auch kein lebhaftes Weihnachtsgeſchäft. Eine leichte
für das bevorſtehende Weihnachtsfeſt iſt bislang lediglich vom
Slerhandwerk gemeldet. Gehoben hat ſich die Beſchäftigung
Elektroinſtallateurhandwerk, das durch verſtärkte Lichtreklame
Anlage von Radioempfangsgeräten vermehrte Aufträge zu ver=
Hatte. — Abgeſehen von der allgemeinen Wirtſchaftsnot und
hen Kaufkraft der Kundſchaft glaubt das Handwerk den
ſchlech=
ſgräftsgang auf die Preisſenkungsaktion der Regierung
zurück=
zu müſſen. Die Bevölkerung erwartet unter dem Druck der
ten Maßnahmen ſtarke Preisrückgänge und hält daher mit der
rteilung zunächſt zurück.
dem Arbeitsmarkt hat ſich die Lage entſprechend der
Beſchäf=
r Betriebe verſchlechtert. Die Zahl der erwerbsloſen
Hand=
ſhrfen hat weiter zugenommen und damit auch die Klagen über
marzarbeit Erwerbsloſer. Meldungen über Lohnſenkungen
lie=
vor. — Die Zahlungsweiſe der Kundſchaft hat mit der
zu=
m Arbeitsloſigkeit eine weitere Verſchlechterung erfahren. Die
— Lage der Betriebe geſtaltete ſich dadurch immer ſchwieriger.
uf Steuerſtundung und =erlaß uſw. nehmen infolgedeſſen zu.
eſchaffung der benötigten Rohſtoffe und Materialien bereitete
ewierigkeiten. Für Zement, Glas, Holz, Kupfer, Lötzinn,
Dekorationsſtoffe und Buchbindermaterialien werden
Preis=
gemeldet.
Bensheim, 2. Dez. Milchpreisſenkung. Mit dem
er trat hier eine Senkung des Milchpreiſes von 32 auf 30 Pfg.
n Kraft, nachdem in einer auf Anregung durch den Bürger=
4—. Angermeier ſtattgehabten Verſammlung der Milcherzeuger
fyoler dieſe Kreiſe ſich im Intereſſe des allgemeinen Preisabbaues
an auch vorerſt nur für die drei Monate. Dezember, Januar
leinen Tiemn
rbeiterv Hßpraar, verſtanden haben. Die Händler, die dadurch in ihrer
Ver=
ſeise ſelbſtverſtändlich eine Schmälerung erfahren, erwarten
da=
uchtsverloimt
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imber. Mu
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r daß die gelieferte Milch möglichſt ſofort in bar, oder minde=
Oef=
allwöchentlich von den Verbrauchern bezahlt wird.
e Turnſtunde. Im von Zuſchauern gedrängt vollen
wEnal des „Deutſchen Hauſes” veranſtalteten am Sonntag die
bei=
der Leitung von Frau Ulenberg, der Gattin des Herrn Ritt=
D. Ulenberg, ſtehenden Schülerinnen=Abteilungen des Turn=
Bensheim e. V. eine vollkommen gelungene und äußerſt
an=
öffentliche Turnſtunde. Eröffnet durch einen Aufmarſch von
Schülerturnerinnen unter Geſang, einer Anſprache von Frau
führten die Mädchen, durchwegs noch im kindlichen Schulalter
ine große Reihe von Freiübungen, Tänzen, Keulenſchwing=
-Volkstänzen, Ballſpielen und =Jonglieren, ſowie Uebungen an
inebekanten mit großer Exaktheit aus, dadurch klarlegend,
wel=
hen Wert die modernen Turnübungen gerade für das weibliche
durch Stärkung der Geſchmeidigkeit. Muskelbildung und des
yrauens haben. Prächtige Schwünge und Sprünge bildeten den
Her mit allerſtärkſtem Beifall aufgenommenen
Uebungsvorfüh=
e keineswegs den Charakter theatraliſcher Schauübungen haben
Frau Ulenberg erntete reichen Beifall, gleich Frau Profeſſor
ie die Uebungen ſehr geſchickt auf dem Klavier begleitete.
Bürſtadt, 2. Dez. Nächtlicher Ueberfall. Der 19
lle Sohn eines hieſigen Bahnbeamten wurde, wie nun erſt
be=
uurde, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag voriger Woche
Provinzialſtraße von hier nach Lorſch plötzlich von zwei ver=
Männern überfallen. Mit einem Strick in der Hand ſprang
Täter hinter einem Baum hervor, der andere hielt feſt, ſo daß
Mann vom Fahrrad herunter mußte. In wenigen Sekunden
hm die Arme am Körper feſtgebunden und ein Knebel in den
ekteckt. Der Ueberfallene iſt erwerbslos und trug keine weiteren
oder Wertgegenſtände bei ſich. Aus Zorn, daß ihre Arbeit
Har, demolierten die Täter das Fahrrad des jungen Mannes.
ſſien kam von Bürſtadt her ein Auto, die Täter nahmen dem
Mann den Knebel aus dem Mund und verſchwanden über den
ther im nahen Wald. Hinſichtlich der Schnelligkeit des
Vorgan=
tie es ſich um zwei geübte Gauner handeln.
*Grnsheim, 2. Dez. Wafſerſtand des Rheins am
über: 2.61 Meter: am 2. Dezember: 2.38 Meter.
Aukounfälle in Amerika und Deutſchland.
Ein alarmierender Vergleich. In den Vereinigten Staaten von
Nordamerika ſind nach den neueſten Zeitungsmeldungen im Jahre 1928
durch Kraftwagenunfälle 23 765 Menſchen tödlich verunglückt, dazu
kommen noch 2583, die durch Zuſammenſtoß zwiſchen Autos und
Stra=
ßen= oder Eiſenbahnen verunglückten, alſo zuſammen 26 348
Todes=
fälle. — In Deutſchland ſind dagegen nur 4963 Menſchen durch
Kraft=
wagenunfälle ums Leben gekommen.
Berechnet man dieſe Zahlen auf die Einwohnerzahl, ſo ergibt ſich
gleichfalls ein für uns recht günſtiges Bild; auf je 100 000 Einwohner
von U. S.A. entfielen durchſchnittlich 2,8 tödliche Autounfälle. In
Deutſchland haben wir in Berlin die höchſte prozentuale
Unfallhäufig=
keit mit 11.3 tödlichen auf 100 000 Einwohner. Der allgemeine
Durch=
ſchnitt im ganzen Reich liegt aber weit unter 10 Todesfällen auf je
100 000 Einwohner.
Scheinbar haben wir alſo allen Grund, uns über ſolchen
Vergleichs=
ſtolz zu freien. Aber nur ſcheinbar! Denn die Sache bekommt ein ganz
anderes Geſicht, wenn wir die Zahl der Kraftwagen auf die
Bevölke=
rungszahl berechnen. In Deutſchland mit ſeinen rund 600 000
Auto=
mobilen entfällt nämlich ein Kraftwagen auf je 111 Einwohner in
Amerika dagegen, das 24 Millionen Kraftwagen hat, kommt auf jeden
fünften Einwohner ein Automobil! Wenn wir alſo rund
ein Fünftel der amerikaniſchen Unfalltodeszahlen haben, obwohl Amerika
die vierzigfache Zahl Kraftwagen und auf die Einwohnerzahl berechnet
zweiundzwanzigmal mehr Autos hat, ſo iſt der Stand unſerer
Unfall=
todeszahlen beſchämend hoch. Und noch trauriger für uns wird die
Be=
rechnung der Unfalltodesfälle auf die Zahl der Kraftwagen. In U. S.A.
kommen auf 1000 Kraftwagen nur 108 Todesfälle, in Deutſchland aber
entfallen 8,33 tödliche Unfälle auf je 1000 Autos. Nur die konſequent
in Fluß gehaltene „Safety=Firſt=Bewegung” bewahrt Amerika vor noch
gewaltigeren Menſchenopfern für den Moloch Verkehr!
Das ſollten wir nun als ſehr ernſte Mahnung für die Zukunft
be=
herzigen. Alle Anzeichen ſprechen dafür, daß die Automobiliſierung
Deutſchlands Jahr um Jahr ſteigend unaufhaltſam amerikaniſchen
Aus=
maßen zuſtrebt. Von 1926 bis 1929 haben ſich die Kraftfahrzeuge
ver=
doppelt. Wenn wir nicht rechtzeitig die notwendige innere Umſtellung
und geiſtige Anpaſſung an die geſteigerten Gefahren des Verkehrs
fin=
den, ſtehen uns noch viel grauſamere Verluſtzahlen bevor. Kraftfahrer,
Fußgänger ſowie Behörden, Preſſe, Schule und Familie haben da
Pflichten zu erfüllen. (Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club.)
Au. Groß=Gerau, 1. Dez. Gegen die Einführung neuer
Gemeindeſteuern. Der Gemeinderat hatte ſich in öffentlicher
Sitzung mit der Frage der Einführung neuer Gemeindeſteuern, wie
Bürgerſteuer, Getränkeſteuer oder erhöhte Bierſteuer, zu beſchäftigen.
Die Verwaltung empfahl die Einführung der Getränkeſteuer oder der
er=
höhten Bierſteuer, lehnte dagegen die Bürgerſteuer ab, weil ſie nicht
ge=
ſtaffelt werden könnte. Die Einführung einer neuen Steuer ſei aber
dringend erforderlich, denn die Gemeinde habe außer einem
Steueraus=
fall von 6—10 000 Mark noch einen Betrag von etwa 30 000 Mark für
die Ausgeſteuerten bis zum Schluſſe des Rechnungsjahres aufzubringen.
Die Lage am Arbeitsmarkt werde hier mit dem baldigen Schluß der
Kampagne in der Zuckerfabrik Groß=Gerau wieder erheblich verſchärft.
Die Gemeinde habe aber die rechtliche wie moraliſche Verpflichtung, für
die zu ſorgen, die ſich nicht ſelbſt ernähren können. Von der
Bürger=
ſteuer ſei ein Ertrag von 21—25 000 Mark zu erhoffen, doch ſei ſie
ab=
zulehnen. Zu empfehlen wäre die Einführung der Getränkeſteuer oder
der erhöhten Bierſteuer. Der Gemeinderat entſchied ſich jedoch in der
Debatte gegen ſämtliche drei Steuerarten und lehnte einſtimmig die
Ein=
führung neuer Steuern ab. Auf den Vorſchlag, neue Einſparungen
vor=
zunehmen, erklärte der Bürgermeiſter noch, daß im neuen Etat die
Mehr=
ausgaben nicht ſo gekürzt werden könnten, daß dabei der Fehlbetrag
her=
auskomme. — Vor Eintritt in die Tagesordnung machte Bürgermeiſter
Dr. Lüdecke noch Mitteilungen über die diesjährige Winterbeihilfe, die
in dieſem Jahre nicht in dem gleichen Umfange wie im Vorjahre
aufge=
nommen werden könne. Für die beſchleunigte Durchführung der Hilfe
ſei Vorſorge getroffen. Im übrigen gedenke man, die Winterbeihilfe
durch das in Ausſicht genommene Weihnachtshilfswerk zu unterſtützen.
Zum Schluß der Sitzung machte Bürgermeiſter Dr. Lüdecke ſchließlich
noch Mitteilungen über die Unterbrechung des Autobusverkehrs der
Linie Groß=Gerau—Geinsheim auf der Strecke von Wallerſtädten nach
Geinsheim. Der Verkehr mußte auf dieſer Strecke wegen des ſchlechten
Zuſtandes der Straße eingeſtellt werden. Die Straße war mit Schotter
bearbeitet worden, der roh liegen blieb und von dem Autobus nicht ohne
Gefahr paſſiert werden kann. Der Verkehrsverein für Groß=Gerau und
Umgegend, der in der Unterbrechung dieſer Linie mit Rückſicht auf das
Weihnachtsgeſchäft eine Schädigung der Groß=Gerauer Geſchäftsleute
ſieht, wandte ſich wegen der ſchleunigen Herſtellung der Straße an die
Provinzialdirektion. Die Stadtverwaltung hat im übrigen beim
Mini=
ſterium Proteſt erhoben.
Aa. Wolfskehlen, 2. Dez. Am Küchlersgraben ſind die in
der vergangenen Woche wegen des Hochwaſſers eingeſtellten
Ausbeſſe=
rungsarbeiten, nachdem das Waſſer nunmehr zurückgegangen iſt, wieder
aufgenommen worden.
Blukiges Liebesdrama im Rheingau.
Heſſiſcher Schupobeamter erſchießt ſeine Geliebte. — Selbſtmordverſuch
mißglückt.
* Eltville a. Rh., 2. Dez. In der Nacht zum Montag hat ein
beſ=
ſiſcher Schutzpolizeibeamter zwiſchen Neudorf und Schlangenbad,
gegen=
über dem Kloſter Tiefenthal, und zwar auf Rauenthaler Gemarkung,
ſeine Geliebte erſchoſſen und dann einen Selbſtmordverſuch
unternom=
men, der indeſſen mißglückte. Zu der Tat erfahren wir folgende
Einzel=
heiten: Am Sonntag, 23. November, gegen abend, traf das junge Paar,
angeblich von Aßmannshauſen kommend, in Eltville ein und ſtieg in
einem dortigen Gaſthof ab. Die Eintragung ins Fremdenbuch erfolgte
mit Möller und Frau. Bei dem Mann handelt es ſich um den am 14.
Auguſt 1903 in Offenbach am Main geborenen Schupobeamten Andreas
Möller, der der 9. Bereitſchaftspolizei Friedberg in Heſſen angehört.
Die Perſönlichkeit der Dame iſt noch unbekannt. Es ſoll ſich bei ihr um
eine in Eheſcheidung lebende Frau handeln, die aus Hamburg
ſtam=
men und im Alter von 39 Jahren ſtehen ſoll. Das Paar
unter=
nahm in der vergangenen Woche öfters Spaziergänge und Ausflüge.
Beide waren recht lebensluſtig und hatten ſtets eine heitere und frohe
Stimmung. Mehrfach führte ſie ihr Weg nach de benachbarten
Neudorf. Dorthin begaben ſie ſich auch am letzten Novemberſonntag.
Um die Mittagszeit hatten ſie ſich noch 3 bis 4 Briefbogen von dem
Gaſtwirt geben laſſen und haben dann offenbar noch geſchrieben. Sicher
handelte es ſich dabei um Abſchiedsbriefe. Um halb 4 Uhr fuhren ſie
mit der Kleinbahn von Eltville nach Neudorf, wo ſie ſich den Nachmittag
über in einem Hotel=Reſtaurant aufhielten. Etwa um halb 8 Uhr
bra=
chen ſie auf und gingen in Richtung Schlangenbad. Kurz nach 8 Uhr
ſoll dann die Tat geſchehen ſein. Paſſanten hörten um dieſe Zeit Schüſſe
fallen. Rauenthaler Einwohner ſahen Montag in der Frühe auf ihrem
Weg zur Arbeitsſtätte den Schupobeamten am Wegrand mit blutendem
Kopf ſitzen. Auf Befragen, was geſchehen, wurde ihnen keine klare
Ant=
wort. Als man dann etwa hundert Meter ſeitwärts der Landſtraße in
einem Hohlweg die Leiche einer Frau mit Schußwunden fand, konnte
man ſich die Sache einigermaßen enträtſeln. Der ſchwerverletzte
Schupo=
beamte wurde ſofort von der Eltviller Sanitätskolonne ins Eltviller
Krankenhaus befördert, wo er ſchwer darniederliegt. Er befindet ſich
auf dem Wege der Beſſerung, ſo daß man hofft, ihn dem Leben zu
er=
halten. M., der ſich in Uniform befand, hat ſich mit ſeinem
Dienſtrevol=
ver einen Schuß in die Stirn beigebracht; die Schußwunde befindet ſich
an der linken Stirnſeite. In gleicher Weiſe hat der Beamte die junge
Dame erſchoſſen. Die Leiche dieſer befindet ſich in Rauenthal, wo am
Mittwoch die Leichenſektion ſtattfindet. Das Gericht in Eltville, ſowie
Staatsanwaltſchaft und Landeskriminalpolizei in Wiesbaden, haben den
Tatbeſtand feſtgeſtellt. Näheres über den Vorgang war bisher nicht zu
erfahren, da M. noch nicht vernehmungsfähig iſt. Das Paar ließ in
ſei=
nem Eltviller Logis einen koſtbaren Mantel mit Skunks=Pelz (der Dame
gehörend) und den Zivilanzug des Beamten zurück. Möller hatte alles
bei ſeinem Gaſtgeber beglichen. Das Paar machte überhaupt einen guten
Eindruck.
Rheinheſſen.
* Mainz, 2. Dez. Chronik. Zwei Mainzer Kriminalbeamte
hatten Veranlaſſung, gegen einen Kaufmann aus Wiesbaden
einzuſchrei=
ten. Er ſtand im Verdacht, ſtets eine geladene Piſtole bei ſich zu führen,
ohne einen Waffenſchein zu beſitzen. Als die Beamten auf ihn zutraten,
griff er in ſeine Manteltaſche, in der ſich offenbar die Piſtole befand,
und verſuchte, in ein Auto zu ſpringen, mit dem er kurz zuvor gekommen
war. Es kam zum Handgemenge, in deſſen Verlauf der Kaufmann
zwei ſcharfe Schüſſe abgab. Glücklicherweiſe wurden die
beiden Beamten nicht getroffen. Bei dem Verſuch, ihm die Waffe
ab=
zunehmen, leiſtete der Mann heftigen Widerſtand. Er wurde
überwäl=
tigt und in Polizeigewahrſam genommen. — Der Metallarbeiterverband
Ortsgruppe Mainz=Wiesbaden teilt mit: Der vom Schlichter gemachte
Vergleichsvorſchlag zur Beilegung des Tarifskonflikts in der
Metallinduſtrie Mainz=Wiesbaden wurde von den
Ver=
trauensmännern mit übergroßer Mehrheit als unannehmbar bezeichnet.,
und zwar ſvegen der großen Härten, die für hochqualifizierte,
handwerk=
lich ausgebildete Arbeiter darin enthalten ſind, und wegen der
zurück=
verlegten Verlaufzeit, wodurch die Verluſte größer ſind als in einem
Schiedsſpruch. — Das Intereſſe an dem Streſemann=
Ehrenmal am deutſchen Rhein iſt in ſtetem Steigen begriffen. Auch
die Vergrößerung des Ehrenausſchuſſes beweiſt, daß ſich immer mehr
prominente Perſönlichkeiten für das Mainzer Streſemann=Denkmal
in=
tereſſieren. Ihren Eintritt in den Ehrenausſchuß haben in letzter Zeit
erklärt: Reichskanzler, Dr. Brüning, Miniſterpräſident Braun,
Staats=
ſekretär Lewald, Staatsſekretär Pünder u. a. — Die kreisärztliche
Unter=
ſuchung des unter geheimnisvollen Umſtänden
verſtor=
benen Schmiedemeiſters Wagner in Volxheim (Rhh.),
die auf dem Friedhof in Volxheim an der ausgegrabenen Leiche
vorge=
nommen wurde, konnte einen Beweis dafür, daß der Tote ermordet
wurde, wie ein im Orte kurſierendes Gerücht behauptete —, nicht
er=
bringen. Der Schuß, der mit dem Jagdgewehr des Toten ausgeführ
wurde, kann nach den kreisärztlichen Feſtſtellungen ebenſoaut von dem
Toten ſelbſt, als auch von zweiter Hand erfolgt ſein.
Immer weiße Zähne. „Ich möchte Ihnen mitteilen, daß wir ſchon über
15 Jahre die Zahnpaſte Chlorodont benutzen. Noch nie hat ſie uns enttäuſcht!
Wir hatten immer weiße Zähne und einen angenehmen Geſchmack im Munde, S
umſomehr, da wir ſchon längere Zeit das Chlorodont=Mundwaſſer
be=
nutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont=Zahnbürſten.”
gez. C. Chudoba, Fr. . . . Man verlange nur die echte Chlorodont=Zahnpaſte,
Tube 60 Pf. und 1 Mk., und weiſe jeden Erſatz dafür zurück.
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(17577
[ ← ][ ][ → ]Mittwoch, den 3. Dezember 1930
Seite 8
Nummer 5
Noklandung eines belgiſchen Blugzeugs in Hamburg
Das Leipziger Buchgewerbehaus ſoll Muſeum werden.
rtete
ungehaten d.
A
zen Schil
Wutet Woſſ
Mnt Dauer läſt
a Nacht ſahe
Das Deutſche Buchgewerbehaus in Leipzig,
der klaſſiſchen Verlegerſtadt, ſoll mit ſeinen großen Bibliothekſchätzen, ſeinen techniſchen Sammlungen
und Lehrgegenſtänden aus dem Beſitz des Deutſchen Buchgewerbevereins zu einem einzigartigen
Muſeum ausgeſtaltet werden. Man will die Bugra=Maſchinenmeſſe, die ſeit 10 Jahren im
Buch=
gewerbehaus ihren Sitz hat, mit der Techniſchen Meſſe vereinigen und das Gebäude ſeiner
ur=
ſprünglichen Beſtimmung als kulturelle Sammelſtätte deutſchen Buchgewerbes zurückgeben.
Das notgelandete belgiſche Paſſagierflugzeug auf der Wieſe hinter der Hamburger Dirt=Track=:/
In ſtarkem Nebel mußte ein belgiſches Paſſagierflugzeug bei Hamburg notlanden. Es glücktt
Piloten, auf einer Wieſe dicht hinter der Dirt=Track=Bahn niederzugehen. Die Inſaſſen
mit dem Schrecken davon.
Vierbeinige Reichswehrrekruken.
Reich und Ausland.
Nruadway leu
nit über der
Nict und Lel
I,Bootfahrer
mnenen Meer
Himmelspi
hineingegu
Aus alter Zeit.
Heidelberg. Wie die Heidelberger
Blät=
ter melden, entdeckten in der vergangenen Woche
Wegearbeiter wenige hundert Schritte vom Stift
Neuburg entfernt einen unterirdiſchen Gang.
Sie hatten ihr Arbeitsgeſchirr im Walde
ver=
ſteckt und nahmen an dieſer Stelle eine
Erd=
ſenkung wahr. Beim Nachgraben legten ſie einen
Gang offen. Er iſt ſorgfältig in das Geſtein
gehauen, etwa 1 Meter breit und 2 Meter hoch.
Eine Waſſerader zieht hindurch, die viel Waſſer
ſpendet. Der Gang, der nach Ausſage der
Ar=
beiter Türrahmen uſw. aufweiſt und auf etwa
30 Meter eine raumartige Erweiterung zeigt,
ſcheint ſich noch weit in den Berg fortzuſetzen.
Jetzt ſchon Schlüſſe zu ziehen, ob dieſer Gang in
Beziehung zum früher in der Nähe geübten
Bergbau ſteht, ſcheint nicht angebracht. Es iſt
aber wohl mit Sicherheit zu vermuten, daß es
ſich um einen alten Bergwerksſtollen handelt.
Achtet auf eure Kinder.
Kaſſel. Ein vierjähriger Knabe, der mit
ſeiner Großmutter reiſte, ſpielte an der Tür des
Abteils, die ſich plötzlich öffnete, ſo daß der
Junge zwiſchen Schlierbach und Treyſa aus dem
Zuge ſtürzte. Ein Mitreiſender zog die
Not=
bremſe. Das Kind kam inſofern glücklich davon,
als es ſich nicht lebensgefährlich verletzte,
ſon=
dern ſich nur einen Oberſchenkel= und einen
Kie=
ferbruch zuzog.
Kaſſel. Das fünfjährige Töchterchen eines
hieſigen Inſtallateurs ſpielte hinter dem Rücken
der mit Hausarbeiten beſchäftigten Mutter mit
Streichhölzern, als es plötzlich zum Entſetzen der
Mutter in vollen Flammen ſtand. Die Flammen
konnten zwar ſofort erſtickt werden, doch hatte
das Kind bereits ſo ſtarke Brandwunden erlitten,
daß es kurz nach der Einlieferung ins
Kranken=
haus ſtarb
Urteil im Frenzel=Prozeß.
Potsdam. Die Große Potsdamer
Straf=
kammer verkündete in der
Berufungsverhand=
lung gegen den Amtsvorſteher Frenzel das
Ur=
teil. Die Entſcheidung der erſten Inſtanz, die
Frenzel zu einem Jahr ſechs Monaten Zuchthaus
und drei Jahren Ehrverluſt verurteilte, wurde
dahin abgeändert, daß der Angeklagte wegen
Blutſchande in Tateinheit mit Verbrechen gegen
§ 176 Abſatz 3 zu einem Jahr, zwei Monaten
Zuchthaus und dreijährigem Ehrverluſt
verur=
teilt wird.
Die Verteidiger des Amtsvorſtehers Frenzel
haben gegen das Urteil der Großen Potsdamer
Strafkammer Reviſion eingelegt und beantragt,
bei Aufhebung des Urteils die Sache zur
erneu=
ten Verhandlung nicht an das Potsdamer
Land=
gericht, ſondern an die Strafkammer eines
Ber=
liner Landgerichts zurückzuverweiſen.
Eine neue Himalaya=Expedikia
iner dunklen
aitauchen! Stat
u wir gar 1
Im Sommer des nächſten Jahres ſoll /ysfen, machte de
Meldehunde werden während eines Gasangriffs trainiert.
Auch der Maſchinenkrieg der Zukunft wird nicht auf die Verwendung der vierbeinigen Helfer
ver=
zichten können. Meldehunde werden weiterhin die Verbindung der Gräben und Trichter
aufrecht=
erhalten müſſen. Da kommt es darauf an, die Tiere ſchon möglichſt frühzeitig an das Tragen
der unbequemen, aber unerläßlichen Gasmaske zu gewöhnen.
Enkfeſſelkes Pekroleum.
Schwerer Unfall durch Leichtſinn.
St. Wendel. Ein ſchweres Unglück hat
ſich Sonntag mittag gegen 1 Uhr am Uebergang
des Haltepunktes Hohfeld ereignet. Der 40 Jahre
alte Bergmann Joſef Schad wollte mit ſeinem
zehnjährigen Sohne den 12.27 Uhr in Hohfeld
abfahrenden Zug nach St. Wendel benutzen, um
ſein im dortigen Krankenhaus befindliches
jüng=
ſtes Kind zu beſuchen. Beim Haltepunkt
Hoh=
feld ſprang er über die geſchloſſene Schranke,
ohne auf den ankommenden Zug zu achten.
Dann ſchob er den Eiſenbehang der Schranke
beiſeite, um dem Kinde das Durchkriechen zu
erleichtern. Das Kind lief dann ſofort auf das
Gleis, wo in dieſem Augenblick der Zug ankam.
Der Vater erkannte zwar die Gefahr und ſuchte
das Kind zurückzureißen, es war jedoch bereits
zu ſpät. Die Maſchine erfaßte Vater und Kind
und ſchleuderte ſie zur Seite, wie ſie mit
ſchwe=
ren Verletzungen liegen blieben. Sie wurden
mit demſelben Zuge in das Krankenhaus St.
Wendel eingeliefert, wo dem Bergmann, der
Vater von ſechs Kindern iſt, das linke Bein
ab=
genommen werden mußte, doch hofft man, ihn
am Leben zu erhalten. Das Kind erlitt einen
ſchweren Schädelbruch und hatte am Montag
das Bewußtſein noch nicht wieder erlangt.
Mittelholzer zum Afrikaflug geſtartet.
Dübendorf b. Zürich. Der ſchweizeriſche
Flieger Walter Mittelholzer iſt geſtern gegen
10½ Uhr vormittags mit einem dreimotorigen
Fockerflugzeug zu ſeinem Afrikaflug geſtartet.
Er fliegt zuerſt bis Marſeille.
Ein ungeheuerer Oelbrand in den Petroleumfeldern von Kalifornien.
Zwei Erdölquellen explodierten, tagelang ſtanden rieſige Qualmſäulen über dem ganzen Gebiet
gegen den Himmel.
Von einem wütenden Bullen aufgeſpießt.
Perl (Moſel). In Perl=Oberperl an der
Moſel wurde ein älterer Mann von einem
rie=
ſigen Bullen, der ſich losgeriſſen hatte,
auf=
geſpießt und gegen die Wand geſchleudert. Auf
die Hilferufe des alten Mannes eilte ein
Land=
wirt herbei, der das Tier von ſeinem Opfer
ab=
lenken konnte. Mit ſchweren Verletzungen
wurde der Unglückliche dem Krankenhaus
zu=
geführt. An ſeinem Aufkommen wird gezweifelt.
Anſchlag auf einen Perſonenzug.
Köln. Auf der Strecke Horn—Bedburg fuhr
geſtern abend ein Perſonenzug in der Nähe des
Schrankenwärterpoſtens 2 Zieverich zwiſchen den
Bahnhöfen Zieverich und Pfaffendorf auf einen
Hemmſchuh auf und wurde zum Halten gebracht.
Der Hemmſchuh war von Unbefugten auf das
Gleis gelegt worden. Für Ermittlung der Täter
hat die Reichsbahndirektion Köln unter
Aus=
ſchluß des Rechtweges eine Belohnung bis zu
500 RM. ausgeſetzt.
neuer Verſuch unternommen werden, einer a. an ſchneeweiße
Bergrieſen des Himalaya=Gebirges zu be.:c, nn herrlichen
gen. Der Engländer Frank Smythe, der al. ſ.rm wir ſie im
Dyrenfurths Verſuch der Beſteigung des
aziergang
ſchenjunga teilgenommen hatte, trifft zum
11.
Vorbereitungen für eine Expedition nackrl )muus
Mount Kamet, dem noch nie beſtiegenen 17aligs lange Ta
Meter hohen Gipfel des Weſt=Himalayam==ſ, Etüffsverkehr
Smythe wird von drei engliſchen Gejährte (in ſießen wir u
gleitet. Er wird Ende Februar die Auu=/u genug Vert
nach Indien antreten und hofft, in der Iſan Das Wett
Hälfte des Mai die Beſteigung des Moun=!Kzren nur zu
met zu beginnen. Der bisher von Bergſte
mind uns aus die
erklommene höchſte Punkt des Himalayas” hür Nachbarſcha
findet ſich etwa 7500 Meter über dem MPhrg auf Nantuck
ſpiegel.
vewiſchen und
Raubüberfall auf einen Steuergeldtransr
Nune einen B
Bukareſt. Auf der Chauſſee zwo
Kubei und Cahuli wurde ein amtlicher T
port von Steuergeldern im Betrage von 4C
Lei, der nach Kiſchinew beſtimmt war, v
waffneten Banditen überfallen. Der Kurk
der ſich zur Wehr ſetzte, wurde niedergeſchk
und die geſamte Geldſumme geraubt. Die 2y
ſind entkommen; bisher konnte keine Spum
ihnen gefunden werden.
Htme warnten
gehen. Sie n
Neu=England
London. Der Kommandant des Lufi4 Ug
fes „Graf Zeppelin”, Dr. Eckener, iſt geſternAm be
London eingetroffen, um bei der heutigen I00e
deraufnahme der Sitzungen der Unterſuchr g), uns
kommiſſion über die Kataſtrophe der „R.
als Sachverſtändiger vor der Kommiſſion zo
ſcheinen. Wie es heißt, wird Dr. Eckener eſerei
Ausſchuß einen längeren ſchriftlichen Beſty
über ſeine Anſichten mit Bezug auf die Uruhaur,
der Kataſtrophe unterbreiten. Die Sitzug
der Unterſuchungskommiſſion werden vorz hſe
ſichtlich bis nächſten Dienstag dauern. Nachigeweſſe
endigung der Sitzungen wird, die Kommf h
jeſchloſſen
uurden
Sicht
einen ausführlichen Bericht über die Luftſl uchen,
kataſtrophe ausarbeiten.
Pr I1
„Do. K” in das Liſſaboner Unterſeeboo 42. Ds
Ma
eingeſchleppt.
Rdſche
London. Wie aus Liſſabon berichtet u
iſt das Flugſchiff „Do. K” in das Liſſahen // Elal
Unterſeebootdock eingeſchleppt worden, wo0ß
durch den Brand verurſachten Schäden am
gel ausgebeſſert werden ſollen. Die Daueru 4
Arbeiten wird auf zwei bis drei Wochen; ſt,
anſchlagt.
Die „Ludwigshafen” in Balbog eingedon” lt
Panama. Die hinteren Laderäune llf
Dampfers „Ludwigshafen” ſind völlig
aud=
brannt. Die Brandhitze war ſo ſtark, deßehl, 1.
Eiſenteile ſich verbogen. Die Ladung beſch?
als Salpeter und Kupfer. Während die Wfönh
peterladung völlig zerſtört iſt, hofft man a
Kupferladung noch teilweiſe retten zu kon ?i
Die „Ludwigshafen” iſt nunmehr in Balbog
gedockt worden, nachdem der Brand endgul
gelöſcht werden konnte. Bei dem Schadenſ 0
auf dem Schiff iſt niemand verletzt worden.
Schiffszuſammenſtoß.
erUn
Paris. Havas meldet aus San Lucan
Barrameda, im dortigen Hafen ſeien zwel
niſche Dampfer zuſammengeſtoßen und ſtart.
ſchädigt worden. Der Kapitän des einen Daue Auieſiten
fers habe ſein Schiff auf ein Riff auſtahue hef t Auora=l
laſſen, um deſſen Sinken zu verhüten. Der 2
ſchaden ſoll ſich auf eine Million Peſeten
laufen.
Ein Fouché geſtorben.
In Buenos Aires iſt der Enkel des.
rühmten Polizeiminiſters unter Napoleo.
Fouchs, Herzog von Otrante, nach einer Al
teuerlichen Laufbahn in großem Elend im we. Aadlichusn
tigen Krankenhaus geſtorben. Paul Fouche w.
A
1895 nach Argentinien ausgewandert, hat ſ II
ziemlich ſchnell ſein Glück gemacht, wurde Nur 40,
We
19
millionär und verlor durch unglückliche
lationen im Jahre 1913 ſein ganzes Vel
Seither lebte er von der Hand in den Mus
übte zahlreiche Beruſe 7us und war zule bt 24/oh
facher Landarbeiter.
[ ← ][ ][ → ]*m U=Boot vor New York.
Unter dem Titel „Ritter der Tiefe” er=
Fchien in der Deutſchen Verlagsgeſellſchaft m. b. H.,
Berlin, in deutſcher Bearbeitung des früheren
C=Bootkommandanten Kapitänleutnant Freiherrn
von Spiegel das amerikaniſche Buch „Raiders of
he Deep” von Lowell Thomas. (Beſprochen
En Nr. 319 D. T.)
uiggann ein eigenartiger Fiſchzug, ſo erzählt Dr.
Fried=
r. der Erſte Offizier des U=Bootes „U 151‟. Wir
reuerfundenes Gerät zum Zerſchneiden von Kabeln
„Damit ſollten wir die ſchweren Ozeankabel, die von
nach Europa liefen, unbrauchbar machen.
peichte die Anker und hiſſe die Segel” (bildlich
geſpro=
de eines U=Bootes). Auf nach dem Strande der
ſder Welt! Wir wollen einen Fiſchzug machen! Wir
ſite Island an, das Leuchtfeuer an der Südſpitze von
Unſere Gefangenen? Die mußten mit und weiter
iterhalten werden, denn noch mußten wir das Geheim=
Unweſenheit hüten, bis wir mit dem Kabelfiſchen fer=
Mai trafen wir in New York ein und unſer An=
Wir hatten eine lange Leine aufgeſteckt, an derem
ide die Kabelſchneidemaſchine über den Grund ſchleppte.
wir unentwegt an der Oberfläche auf und ab und
etuldig warteten wir, bis unſere Leine anzeigte, daß
Angelhaken am Grunde ein Kabel gefaßt hatten.
tete die Schneidemaſchine ſelbſttätig und ſchnitt es
jedem Schiff, das in Sicht kam, mußten wir die Luken
,d unter Waſſer gehen. Das paſſierte ſehr häufig und
udre Dauer läſtig.
In üſſer Nacht ſahen wir zum erſten Male die ſtrahlenden
ſter 4/ Broadway leuchten, dieſe tiefrote feurige Glut, die
huntſeit über der Stadt New York liegt. Eine Sehnſucht
Der Edr
Lohl Licht und Leben überfiel uns ausgehungerte, fried=
D7 M bä ſte U=Bootfahrer da draußen im dunklen, unruhigen,
lich ſonnenen Meer; wir kamen uns vor wie die Höllen
der Himmelspforte und hätten gar zu gerne einmal
lowoſtund hineingeguckt. Eben mal den Hudſon aufwärts
Jeyhſa ken, uu einer dunklen Stelle landen und eine Nacht in dem
AtAluutmer uftauchen! Statt immer nur in dem ſalzigen Naß! Im
n Jhue umdevaren wir gar nicht ſo romantiſch veranlagt, aber ſich
werden z uusnenken, machte doch Spaß. Auch die Küſte von Fire
Js=
ſebige /0 miſt rem ſchneeweißen breiten Strand und ihren von
Gär=
umugeinen herrlichen Villen war immer wieder eine Ver=
*
beſteign gungig unn wir ſie im ewigen Hin= und Herfahren erblickten.
atte, niſ „Ikle Spaziergang auf dem ſchimmernden Sande und ein
editim „ in un ſchäumenden Brechern hätte uns ſchon gefallen. Aber
nieuns wohl kaum ſehr freundlich empfangen.
je
himglye, Dre indlos lange Tage und Nächte ſetzten wir unſer Angeln
n un Schiffsverkehr des größten Handelshafens der Welt
F Aſn ließen wir uns von unſerem Optimismus
überzeu=
dalz oir genug Verwüſtung unter den Ozeankabeln
ange=
hoft, in
et lläten. Das Wetter war außerordentlich ſchlecht geworden,
A win aren nur zu froh, als wir unſere gewaltigen Scheren
2 ſiehpnnd uns aus dieſer Gegend entfernen konnten.
des Hind
iter Nachbarſchaft von Fire Island aus ſteuerten wir in
Wer 9 Richlug auf Nantucket=Feuerſchiff. Dort hofften wir einige
iffe zu erwiſchen und beabſichtigten dann, Boſton und dem
vonNaine einen Beſuch abzuſtatten. Unſere drei
gefange=
teuetbchaes Kalrſine warnten uns davor, in dieſer Jahreszeit weiter
Chauſe yllichä gehen. Sie meinten, daß das einzige, was an der
namtlär te uimNeu=England zu finden wäre, Nebel und Stürme ſein
zengg mdens Eir beſchloſſen jedoch, uns das ſelbſt anzuſehen.
umt m Einm wurden wir an dieſem Tage alarmiert, weil
feind=
en gu Zeſrürer in Sicht gekommen waren. Ich war gerade am
rde nit
gerauft 2
AKhlleierei
MMlepknttur=
M Verzhlätte
weittl F Rckſemeſſer,
eren,
Haushal=
gSimchinen
di gichen.
Fmſtst Nr. 51
Labn (15206-
frühen Nachmittag dabei, mit unſeren drei Grisly=Bären das
Wetter zu beſprechen, und hatte ihnen ein Schnäpschen
einge=
ſchenkt, dem ſie niemals abgeneigt waren (am liebſten tranken ſie
reinen Whisky), als die Alarmklingel ertönte. Beim ſchnellen
Abwärtsgleiten unſeres Bootes gegen eine hohe, ſteile See wurde
es übermätzig vorlaſtig und ging mit einem Neigungswinkel von
25 Grad ſteil herunter auf 50 Meter Tiefe. Das iſt ſelbſt für
den ausgekochten U=Bootfahrer kein ſchönes Gefühl. Es ſinkt ſo
gewiſſermaßen alles unter ihm weg, und man weiß nicht, was los
iſt und ob das Sinken jemals wieder aufhören wird. Man kann
ſich denken, wieviel weniger ſchön unſere Gefangenen das
unfrei=
willige Kopfſtehen von „U 151” fanden.
Nachdem wir das Boot wieder abgefangen hatten, kehrte ich
in die Meſſe zurück. Die drei alten Seebären waren weiß wie
Kalk, und keiner von ihnen war imſtande, eine Silbe
hervorzu=
bringen. Ich goß ihnen erſt mal ihre Gläſer voll und verſuchte,
ſie mit einem Witz aufzuheitern. Schließlich fand der eine ſeine
Sprache wieder, aber nur, um in ziemlich derben Worten auf das
verfluchte Unterwaſſer=Fahren zu ſchimpfen. Er wäre ſein Leben
lang auf dem Waſſer gefahren und hätte wirklich allerhand
er=
lebt. Er fürchte ſich vor nichts, — aber das wäre doch zuviel. Das
wäre keine chriſtliche Seefahrt mehr, das wäre ein Teufelsſpuk,
und ſein Herz ſchlüge ſo wild, daß ihn der Schkag rühren würde.
Ein Kamerad von mir kam angelaufen: „Menſch, Körner,
kommen Sie nach achtern und ſehen Sie ſich unſere
Gefange=
nen an.”
Das Bild, das ſich in dem Raum zeigte, der den Gefangenen
zur Verfügung geſtellt war, war wie auf einer Schmiere geſtellt
Irgend jemand hatte geſchrien, daß wir untergingen. Sie fühlten
die ſteile Lage des Bootes beim Tauchen und glaubten, daß ſie
wie Ratten in der Falle erſaufen müßten. Das Grammophon
ſpielte eine wilde Jazzmuſik. Die rieſigen Neger ſprangen darum
herum und führten eine Art Todestanz auf, wobei ſie
unartiku=
lierte Schreie ausſtießen. Vielleicht riefen ſie ihre Geiſter aus
dem Zulu=Lande zu Hilfe. Sie waren ſchon ganz erſchöpft und
naß von Schweiß. Ab und zu fielen ſie auf die Knie und
ſchlu=
gen mit ihren Stirnen auf das Deck. Die Weißen ſaßen bleich
um ſie herum. Der Portugieſe bekreuzigte ſich und murmelte Gebete.
Es war ſchwer, die Leute zur Ruhe zu bringen und ſie zu
überzeugen, daß keinerlei Gefahr vorhanden ſei. Im Grunde
taten ſie uns leid.
Es ſtellte ſich heraus, daß die Wetterprophezeiungen der
Ka=
pitäne richtig geweſen waren. Je weiter wir nach Norden kamen,
um ſo dichter wurde der Nebel, und um ſo ſchlechter wurden die
Wettermeldungen, die unſere drahtloſe Station von der Küſte
auffing. Es ſchien im Augenblick tatſächlich keinen Zweck zu haben,
ſich auf das Nantucket=Feuerſchiff und den Beſuch von Boſton zu
verſteifen. Wir drehten alſo wieder nach Süden ab und kamen
wirklich nach mehreren Stunden in ſchönſten Sonnenſchein.
Am 2. Juni ſtanden wir bei herrlichem Wetter weit draußen
auf See in Höhe der Delaware=Bucht. Es wurde ein Glückstag
Schon früh am Morgen kam ein Segler in Sicht, den wir ohne
weiteres anhielten. Es war die „Jſabel Wiley” aus Philadelphia.
Als der Schoner eben beigedreht hatte und auf unſere
wei=
teren Befehle wartete, kam ein ſtattlicher Dampfer über den
kla=
ren Horizont. Wir ließen den Schoner liegen und ſtürzten uns
über Waſſer fahrend auf die wertvollere Beute. Die „Wiley” hätte
uns leicht ein freundliches „Auf Wiederſehen” zuwinken, Segel
ſetzen und entfliehen können, aber ſie blieb geduldig liegen und
beobachtete unſer Zuſammentreffen mit dem Dampfer. Die Angſt
vor unſeren Geſchützen hielt ſie gebannt, obwohl wir längſt aus
Reichweite waren und ihr gar nichts hätten tun können.
Der Dampfer hielt miſerablen Ausguck. Wir waren ſchon
dicht an ihn heran, bevor er uns ſah. Als unſere Granate vor ihm
einſchlug, ſtoppte er und blies Dampf ab. Gleichzeitig ſetzte er
die amerikaniſche Flagge. Wir ſchickten das Priſenkommando
hinüber und ließen ihn in unſerem Kielwaſſer folgen. So
fuh=
ren wir zu dem Ort zurück, wo die „Wiley” noch immer darauf
wartete, verſenkt zu werden.
Die Beſatzung beider Priſen mußte in ihre Boote, und dieſ
Boote beorderten wir längsſeits. Jetzt war die Zeit zum
Ab=
ſchiedn—men von den Gäſten aus unſerem Unterſee=Hotel
gekom=
men. So nett und abwechſelungsreich ihre Geſellſchaft geweſen
war, ſo groß war ihr Appetit geweſen. In den drei Wochen, die
ſie bei uns zugebracht hatten, war ein großes Loch in unſeren
Proviantbeſtänden entſtanden. Und ſchließlich war es eine
Er=
löſung für ſie, aus ihrer gefährlichen Lage herauszukommen. Sie
alle gaben zu, von dem Leben auf dem U=Boot genug zu haben.
Einer nach dem anderen verabſchiedete ſich von uns mit herzlichem
Händedruck. Zuletzt kamen die drei Kapitäne. Den alten
See=
bären wurde der Abſchied beinahe ſchwer. Sie hatten gewiß
kei=
nen Geſchmack an dem Herumgondeln unter dem Meere gefunden,
aber ſie hatten anſcheinend doch in den drei Wochen, in denen ſie
das Schickſal mit uns Unterwaſſer=Piraten zuſammengeworfen
hatte, eine gewiſſe Zuneigung zu uns gefaßt. Ihr Dank für die
gute Behandlung von ihnen und ihren Leuten war jedenfalls ſehr
herzlich und ihre Wünſche für unſere glückliche Rückkehr in die
Heimat ehrlich gemeint.
Ihr werdet bald von amerikaniſchen Reportern belagert
wer=
den, ſagte ich zu ihnen zum Abſchied, und ihr habt ihnen ja
wirk=
lich eine Menge zu erzählen. Vergeßt nicht, ihnen zu ſagen, wie
wir euch alle an Bord des deutſchen U=Bootes behandelt haben.
„Skipper”, antwortete einer von ihnen: „Wir geben Ihnen
unſer Wort als alte und ehrliche Seeleute, daß wir ihnen genau
erzählen werden, wie tadellos Sie uns behandelt haben und wie
dankbar wir dafür ſind.”
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 3. Dezember
10.20: Schulfunk. Wie Märchen in der Muſik klingen.
15.00: Stunde der Jugend. Polarflüge und Polartragödfen der
jüngſten Zeit. — Geſchichten und Schwänke vom Alten Fritz.
16.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Soliſt: Hermann
Lingor (Tenor).
Hildegard Neumann: Vom Weihnachtseinkauf.
18.05
8.3c
Stuttgart: Eſperanto=Unterricht.
19.0.
Hans Johſt: Erlebte Novellen.
19.3
Nationale Tanzweiſen „geſpielt vom Philharmon. Orcheſter
Stuttgart.
2.00: Konzert des Salzburger Domchors. Alte Meiſter der
Barockzeit. Mitw.: Maria Keldorfer=Gehmacher (Sopran).
21.00: Stuttgart: Der Vogelfrieder. Schwäbiſches Hörſpiel von
Gerhard Beitter.
22.00: Kammermuſik. Streichquartett „Aus meinem Leben” von
Smetana. Ausf.: Das Anita=Aſt=Quartett.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 3. Dezember.
9.00: Schulfunk. Bilder von der Himalaiaexpedition 1930.
10.00: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes.
10.10: Schulfunk Kleine Baumeiſter an der Elbe: Der Biber,
11.30: Dr. Spannagel: Silofutterpflanzen und deren Einſäuerung.
15.00: Kinderſtunde Ein Kind erzählt der Mutter ein Märchen.
15.45: Anna Neumann: Wie ſollen wir Hausfrauen in dieſem Jahre
Weihnachten feiern.
16.00: Bericht über die Herbſtarbeitswochen der Pädag. Abteilung.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Heinr. Michaelis: Muſitaliſche Novellen.
18.00: Dr. K. Baſchwitz: Auch Zeitungsleſen will gelernt ſein!
18.25: Prof. Dr. Robert Saitſchick: Goethes Fauſt.
19.00: Dr. Joh. Günther: Deutſch für Deutſche.
19.15: Internationale Beamtenbewegung.
20.00: Aus dem Nationaltheater, München: „Ein Maskenball” oder
„Amelia”. Oper in drei Akten von G. Verdi.
Ca. 23.00: Tanzmuſik.
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[ ← ][ ][ → ]Spotg Spler und Tatnen.
Hunovan..
Polizeiſporkverein — Sporkverein 98.
Auf dem Platz des Pol.=Sportvereins kommt am Sonntag, den
7. Dezember, nachmittags um 3 Uhr, das mit Spannung erwartete
Lokaltreffen zwiſchen dem Pol.=Sportverein und dem Sportverein 98
zum Austrag. Ueber die Spielſtärke beider Mannſchaften viel zu ſagen,
erübrigt ſich. Beide Mannſchaften ſind auch weit über die Grenzen
un=
ſeres Bezirkes als beachtliche Gegner bekannt. Zu erwähnen iſt
außer=
dem, daß verſchiedene Spieler beider Vereine ſchon mehrmals für den
Süden repräſentativ tätig waren. Der Sportverein 98 führt zurzeit
un=
geſchlagen die Tabelle und wird beſtrebt ſein, ungeſchlagen die
Meiſter=
ſchaft zu erringen. Der Pol.=Sportverein, der am vergangenen
Sonn=
tag, durch widrige Umſtände verurſacht, den Frankfurtern die Punkte
überlaſſen mußte, hat Gelegenheit, ſeine tatſächliche Spielſtärke unter
Be=
weis zu ſtellen. Wir kommen auf das Spiel noch zurück.
Handball im Odenwaldgan der 9.T.
Der 30. November brachte folgende Ergebniſſe:
Meiſterklaſſe: Erbach 2. — Michelſtadt 1. 2:2: Gr.=Umſtadt 2.
Nieber=Klingen 1. 5:4; A.=Klaſſe Nord: Gundernhauſen 1.
Lengfeld 1. 2:2 (abgebr.); Hergershauſen 1. — Sickenhofen 1. 4:1: Gr.=
Bieberau 1. — Richen 1. 6:2; A.=Klaſſe Süd: Momart 1. — Zell 1.
4:2; Steinbuch 1. — Könia 2. 2:6: B=Klaſſe: Michelſtadt 2. — M.=
Hrumbach 1. 3:2; Klein=Umſtadt 2. — Heubach 1. (Platz nicht
beſpiel=
bar); C=Klaſſe: Erbach 3. — Kirch=Brombach 2. 4:3: Reinheim 2.
Groß=Umſtadt 3. (Platz nicht beſpielbar); Richen 2. — Rimhorn 1.
(Rimhorn nicht angetreten); Altheim 2. — Gundernhauſen 2. 4:3:
Langſtadt 2. — Hergershauſen 2. 1:1: Freundſchaftsſpiel:
Schlierbach 1. — Spachbrücken 1. 2:2; Altheim 1. — Langſtadt 1. 5:1.
Der Boden vieler Spielplätze iſt noch aufgeweicht und naß. Die
Mannſchaften waren deshalb im Spielaufbau und im zweckmäßigen
Zu=
ſpiel ſtark behindert; wenig ſchöne Spiele kamen zuſtande.
Das Treffen in Erbach hielt ſich wohl in erlaubten Grenzen, zeigte
aber einen ſehr harten Kampf. Das Ergebnis entſpricht dem
Spielver=
lauf. In der zweiten Halbzeit lag Michelſtadt mehr im Angriff als die
Platzelf, verſtand es aber nicht, dies im Torverhältnis auszudrücken.
Mit viel Glück gewann Groß=Umſtadt ſein erſtes Spiel. Vor dem
Wech=
ſel ſah man gleichwertige Leiſtungen auf beiden Seiten, nach der Pauſe
war Niederklingen deutlich und ſtändig überlegen. Groß=Umſtadt trug
eine harte Note ins Spiel, Nieder=Klingen erwiderte. Gut war der
Tormann der Platzelf. Groß=Umſtadt ſollte die Heißſporne unter ſeinen
Zuſchauern etwas mehr dämpfen! Unturneriſches Verhalten der
Gun=
dernhäuſer Mannſchaft führte zu einem Spielabbruch. Bis zur
Halb=
zeit leiſtete Sickenhofen Widerſtand, dann fiel es ab; Hergershauſen
kam ſo leicht zu zwei wertvollen Punkten. Groß=Bieberau ſtellte ſeinen
Sieg bis zur Pauſe bereits ſicher und ſchoß bis zum Schluß noch zwei
Tore hinzu. Ein ausgeglichenes Spiel lieferten ſich Momart — Zell.
Durch einen Dreizehnnieter ging Momart in Führung, die Gäſte glichen
durch Strafwurf aus. Nach ſchönem Zuſpiel kam Momart zum zweiten
Erfolg, wieder gelang der Ausgleich durch Strafwurf. Nach dem
Wech=
ſel lag Momart mehr im Angriff als Zell und kann noch zweimal
ein=
ſenden. Obwohl Steinbuch den erſten Treffer erzielte, mußte es doch
bald die Führung an König abgeben. Der Mangel eines zweckmäßigen
Zuſammenſpiels rächt ſich immer; auch mit Schußpech iſt er nicht zu
ent=
ſchuldigen. Michelſtadts 2. führte ein beherrſchtes, einwandfreies Spiel
vor. Mümling=Grumbachs Spieler, kIrperlich den Michelſtädtern
über=
legen, konnten ſich auf dem rutſchigen Platz nicht finden. Kirch=
Brom=
bach war mit dem Ergebnis nicht zufrieden und erhob Proteſt.
Latten=
ſchüſſe bringen Schlierbach um den verdienten Sieg.
Am Sonntag, den 7. Dezember, ſpielen:
Kreisklaſſe: Erbach — Klein=Wallſtadt; Pfungſtadt — Groß=
Umſtadt; Meiſterklaſſe: Nieder=Klingen — Groß=Umſtadt 2. um
3 Uhr; A.=Klaſſe Nord: Richen 1. — Klein=Umſtadt 1. um 3 Uhr;
Sickenhofen 1. — Groß=Bieberau 1. um 3 Uhr; Gundernhauſen 1.
Hergershauſen 1. um 3.15 Uhr; A.=Klaſſe Süd: Steinbuch 1. —
Zell 1., 3 Uhr; B=Klaſſe: Mümling=Grumbach — Michelſtadt 2.,
3 Uhr; Klein=Umſtadt 2. — Schaafheim 1., 3 Uhr; C=Klaſſe:
Gruppe 1: Kirch=Brombach 2. — Zell 2., 3 Uhr; König 3. —
Mo=
mart 2., 3 Uhr: Erbach 3. — Steinbuch 2., 1.30 Uhr; Gruppe 2:
Rimhorn 1. — Spachbrücken 1., 3 Uhr; Lengfeld 2. — Groß=Umſtadt 3.,
3 Uhr; Gruppe 3: Gundernhauſen 2. — Schaafheim 2. 1.45 Uhr;
Schlierbach 1. — Langſtadt 2., 3 Uhr; Freundſchaftsſpiele:
Groß=Zimmern 1. — König 1., 3 Uhr; Groß=Zimmern 2. — König 2
1.30 Uhr. — Die Schiedsrichterſitzung vom 7. Dezember 1930
muß auf den 14. Dezember 1930 verſchoben werden.
Fußball im Kreis Südheſſen.
A=Klaſſe, Gau Rieb.
Die Spiele des letzten Sonntags brachten zwei Ueberraſchungen,
und zwar inſofern, als Bensheim in Rohrheim einen Punkt laſſen
mußte; Klein=Hauſen mußte in Biebesheim ſogar eine zweiſtellige
Nie=
derlage hinnehmen. Die Reſultate lauten:
Groß=Rohrheim — Bensheim 1:1; Zwingenberg — Hüttenfeld 2:3;
Auerbach — Bürſtadt, priv., 5:2; Biebesheim — Klein=Hauſen 13:1.
Die alte Differenz iſt jetzt wieder in der Spitzengruppe hergeſtellt.
Faſt hätte Bensheim in Rohrheim zwei Punkte eingebüßt. Die
Ried=
leute waren gut in Schwung; lediglich die Schußimpotenz des Sturmes
brachte die Mannſchaft um den Sieg. Hüttenfeld konnte durch einen
knappen Sieg die Punkte und damit einen guten Mittelplatz der Tabelle
erringen. Zwingenberg bleibt alſo punktlos. Auerbach kam ohne große
Anſtrengung zu einem glatten Sieg; in Biebesheim zeigten ſich die
Ein=
heimiſchen von der beſten Seite. Die Tabelle:
Spiele gew. un. verl. Punkte
1
z
0
4 0
15
13
Fechten.
Erfolge der Turngemeinde Darmſtadt 1846.
In Frankfurt a. M. fanden die Bezirks=Jungmannen=Wettkämpfe
in leichtem Säbel ſtatt. Entgegen dem Florettfechten, bei welchem 111
Fechter teilgenommen hatten, waren zum leichten Säbelfechten nur 30
Fechter angetreten. — Die Turngemeinde Darmſtadt 1846 hatte zu dem
Wettfechten zwei Fechter entſandt, die ſehr gut abgeſchnitten haben.
Aus der Schlußrunde gingen hervor: 1. Seip, Tade. 46, 6 Siege:
2. Müller, Aſchaffenburg, 6 Siege (Stichkampf mit Seip); 3. Krönung,
Rödelheim, 5 Siege; 4. Kurtz, Tgde. 46, 5 Siege; 5. Welcker,
Born=
heim, 5 Siege; 6. Waskow, Bürgel, 4 Siege; 7. Düſter, Aſchaffenburg,
2 Siege; 8. Ihrig, Frankfurt a. M., 2 Siege.
.
Hofheim
.. 8
Bensheim . . „=
6 0
Bobſtadt
Groß=Rohrheim . .
..
R4
Biebesheim.
3
Hüttenfeld . . ...
Auerbach
..
. .
2"
Klein=Hauſen . . . . . . . 8
Zwingenberg . . . ....
5
0
Bürſtadt, priv., . . . . . . 9
Die Vorrunde iſt nun bis auf die Begegnung Hüttenfeld —
Biebes=
heim beendet. Die Terminliſte der Rückſpiele iſt bereits feſtgelegt; die
Spiele beginnen am nächſten Sonntag, nachmittag um halb 3 Uhr, mit
10 Minuten Wartezeit. Die Paarungen lauten:
7. Dezember 30: Groß Rohrheim — Hofheim; Klein=Hauſen —
Hüttenfeld; Biebesheim — Bensheim; Bürſtadt — Zwingenberg:
Bob=
ſtadt — Auerbach; 14. Dezember 30: Bürſtadt — Biebesheim;
Zwin=
berg — Bensheim; Hofheim — Klein=Hauſen; Hüttenfeld — Auerbach;
21. Dezember 30: Bensheim — Groß Rohrheim; Bobſtadt —
Hüt=
tenfeld: Auerbach — Hofheim: 28. Dezember 30: Bensheim —
Hüt=
ſenfeld; Groß=Rohrheim — Bobſtadt: Zwingenberg — Auerbach;
Bür=
ſtadt — Klein=Hauſen; Hofheim — Biebesheim. 4. Januar 31:
Hüt=
tenfeld — Zwingenberg; Bobſtadt — Bensheim; Hofheim — Bürſtadt;
Klein=Hauſen — Auerbach; Biebesheim — Groß=Rohrheim; 11. Jan.
31: Bensheim — Hofheim; Zwingenberg — Klein=Hauſen; Groß
Rohr=
heim — Hüttenfeld; Auerbach — Biebesheim; Bürſtadt — Bobſtadt;
18. Januar 31: Klein=Hauſen — Biebesheim; Hofheim —
Zwingen=
berg; Groß=Rohrheim — Bürſtadt; 25. Januar 31: Bobſtadt —
Zwingenberg; Klein=Hauſen — Groß=Rohrheim; Biebesheim —
Hüitten=
feld; 1. Februar 31: Bensheim — Bürſtadt; Auerbach — Groß=
Rohr=
heim; Bobſtadt — Biebesheim; Hüttenfeld — Hofheim: 15. Februar
Groß=Rohrheim — Zwingenberg; Hüttenfeld — Biebesheim (ehem.
Vorſpiel); 22. Februar 31: Klein=Hauſen — Bobſtadt; Auerbach
Bensheim; 8. März 31: Auerbach — Bürſtadt: 15. März 31:
Bens=
heim — Klein=Hauſen.
FC. Eppertshauſen — FC. Union Wixhauſen 2:8 (1:2).
Durch dieſen Sieg hat die Union=Mannſchaft die Meiſterſchaft
ziem=
lich ſichergeſtellt. Einen typiſchen Punktekampf mit ſeinen Licht= und
Schattenſeiten bekam man zu ſehen, der die Zuſchauer von Anfang bis
Schluß feſſelte. Auch war der Sieg bis zur letzten Minute in Frage
geſtellt. Eppertshauſen bat Anſtoß, verliert aber den Ball an die
Union=
läuferreihe, und ſchon hat die Hintermannſchaft auf einige Minuten
ſchwere Arbeit zu leiſten. Auch Eppertshauſen kommt durch ſchnelle
Angriffe in gefährliche Tornähe. In der 22. Minute kann Stork auf
gute Vorlage von Joe zum erſten Erfolg für Union kommen. Trotz
leichter Ueberlegenheit Wixhauſens gelingt Eppertshauſen durch gute
Zuſammenarbeit in der 33. Minute der Ausgleich. Wenige Minuten
ſpäter verwirkt Eppertshauſen einen Strafſtoß, der von Joe verwandelt
wird. Nach Wiederbeginn liegt Wixhauſen immer noch leicht im
Vor=
teil, bis Eppertshauſen in der 14. Minute durch ein umſtrittenes Tor
zum Ausgleich gelangt. Durch dieſe Entſcheidung ſind die Gäſte ſichtlich
deprimiert. Eppertshauſen gewinnt immer mehr an Boden. Wixhauſen
verſteht, ſich immer wieder frei zu machen. In der 23. Minute
verwan=
delt Stork einen Handelfmeter zum dritten Treffer. Trotzdem
Epperts=
hauſen bis Schluß ſtark drängt, wird an dem Reſultat nichts mehr
ge=
ändert. Schiedsrichter zufriedenſtellend. — Eppertshauſen 2. — Union 2.
3:3. Handball: Wixhauſen 1. — Merck 1. 2:2.
Reichsbahn — Viktoria Schaafheim 8:0 (6:0).
Radſpork.
Am Sonntag, den 30. November d. J., veranftaltete der Gau
Frank=
furt a. M. im B.D.R. ein großzügiges Hallenſportfeſt, woran ſich auch
der Veloziped=Club 1899 Darmſtadt beteiligte. Der Club entſandte ſeine
aktive Reigenmannſchaft und errang im 6er Schulreigen in Klaſſe A.
Mannſchaften, welche noch keine Preiſe errangen), den erſten Preis, ur
in Klaſſe B (für alle Vereine), unter ſehr ſtarker Konkurrenz, ebenfalls
einen erſten Preis mit 38 Uebungen. Die Reigenmannſchaft bewies, daß
ſie anderen Mannſchaften ebenbürtig iſt.
Im New Yorker Sechstage=Rennen führen Belloni=Richki mit 40 P.
vor Charlier=Deneef, Walthour=Winter, Grimm=Lands und Spencer=
Debaets. Buſchenhagen=Dülberg folgen eine Runde zurück auf dem
7. Platz.
Den ſpielfreien Sonntag benützte die Reichsbahn, um nach
Schaaf=
heim zu fahren. Leider war der Boden infolge des Regens
außerordent=
lich glatt, worunter das Spiel ſehr zu leiden hatte. Darmſtadt ſpielte
mit drei Erſatzleuten, konnte aber trotzdem das Spiel vollſtändig
über=
legen geſtalten. Unter der Leitung eines Herrn aus Groß=Oſtheim
ent=
wickelte ſich ein flotter Kampf, bei dem die Reichsbahn ſehr bald zu
Torerfolgen kommt. Aber auch Sch. war nicht müßig und hielt das
Spiel immer offen, nur fehlt ihm eine Läuferreihe, die den Sturm
unterſtützt. Durch die eintretende Dunkelheit mußte das Spiel jedoch
etwa 15 Minuten vor Schluß abgebrochen werden, woraus ſich auch zum
Teil das Mißverhältnis im Torergebnis der beiden Halbzeiten erklärt.
Zweite Mannſchaften 0:0.
In Breslau wird am 3. Dezember die Zwiſchenrunde um die
Hand=
ball=Meiſterſchaft der Studenten zwiſchen der Hochſchule Dresden und der
Univerſität Breslau ausgetragen.
Mit 15:2 Punkten unterlag Lyon in Genf i einem Tennis=
Städte=
kampf Lyon—Genf.
Das Gabelbach=Rennen wird auch im kommenden Jahre wiederum
nicht zur Austragung gelangen.
Rauſch=Hürtgen führen im Kölner Sechstagerennen nach 91
Stun=
den mit 111 Punkten vor Rieger=Kroſchel mit 80 P., 2 Runden zurück:
3. Ehmer=Tietz 77 P., 3 Runden zurück: 4. Gebr. van Kempen 226 P.
5. Frankenſtein=Pifnenburg 131 P., 6. Dinale=Guerra 112 P., 5 Runden
zurück: 7. Oſzmella=Meyer 113 P., 7 Runden zurück: 8. Krewer=
Thol=
lembeck 59 P., 8 Runden zurück: 9. Duray=Lemoine 81 P., 19 Runden
zurück: 10. Dumm=Groſſimlinghaus 43 P.
Pierre Charles, der belgiſche Europameiſter im Schwergewicht,
be=
findet ſich vieder in New York und wird am 12. Dezember mit Johnny
Risko oder Tommy Loughran in den Ring gehen.
Tabellengeflüſter.
Die Sitnation bei den ſüddeutſchen Fußball=Käu)
Die Verbandsſpiele in den ſüddeutſchen Gruppen ſteh
Abſchluß. Noch ein Spieltag, und ſämtliche Titelträge,
vereinzelten Ausnahmen abgeſehen, ſind ermittelt. Der
brachte zwei weitere Meiſterſchafts=Entſcheidungen, ſo daß
der Meiſter von der Gruppe Rhein und der Gruppe WLirn
ſteht. Was die Frage nach den Teilnehmern an den Try.
langt, ſo iſt vor allem die Beſetzung des dritten
Tabel=
ſchiedentlich noch ſehr problematiſch und es iſt nicht auso
beſondere Entſcheidungsſpiele hier die endgültige Kläy
Dagegen ſind die Abſtiegskandidaten zum größten Teil ber
Faſt durchweg handelt es ſich dabei um Neulinge, die ſich
resfriſt den Aufſtieg erkämpft hatten.
Gruppenmeiſter ſind: Sp.Vg. Fürth (Nordbehd
München (Südbayern), Karlsruher FV. (Baden),
(Saar), Eintracht Frankfurt (Main), Wormatia Worms
der Gruppe Rhein kommen drei Vereine, und zwar
PS=
hafen, VfL. Neckarau und SV. Waldhof für die Meiſter
während in der Gruppe Württemberg die Entſcheidung
FC. Pforzheim, VfB. Stuttgart und Union Böckingen Iicn
die Stuttgarter Kickers können ſich auf Grund ihres Tabe 1
in den Vordergrund ſchieben.
Für die Troſtrunden haben ſich bereits qual i
Nürnberg. Schwaben Augsburg. FV. Saarbrücken. SV.
Dem Abſtieg verfallen ſind: Ingolſtadt=Ringſe=
FG. Kirchheim (Rhein), VfB. Dillingen (Saar), Fechenh au
SV. 98 Darmſtadt (Heſſen).
Ohne Niederlage ſind nur noch drei Vereine. 7
Fürth, FK. Pirmaſens und Bayern München.
Wormatia=
am vergangenen Sonntag mit 4:1 ihre erſte Niederlage a
Neu=Iſenburg einſtecken.
Vom Abſtieg ſtark bedroht ſind: Kickers V
Bayreuth und ASV. Nürnberg (Nordbayern). VfR. S
Zuffenhauſen und Germania Brötzingen (Württembers),
FC., VfB. Karlsruhe (Baden).
Die beſten Torverhältniſſe haben: Karls==
61:19, Frankfurter Eintracht mit 50:12, 1. FC. Nürnber
Sp. Vg. Fürth mit 48:15. München 1860 mit 51:19. Wo
mit 41:12, Bayern München mit 52:25 Treffern.
Die meiſten Plustore haben: Karlsruher
Bayern München mit 52. Eintracht Frankfurt mit 50. Mi
50, 1. FC. Nürnberg mit 49, Sp.Vg. Fürth mit 48 Treffr
Die wenigſten Gegentore haben: Eintra)
Wormatia Worms, 1. FC. Nürnberg mit je 12. VfB. St
Sp.Bg. Fürth. FSV. Frankfurt, SV. Wiesbaden mit
Stuttgart, Phönix Karlsruhe, FK. Pirmaſens mit 16 T,
Ein
ſchlechtes Torverhältnis weiſen aru:
03 mit 12:53, FG. Kirchheim mit 13:47, Ingolſtadt=Ringe
Kickers Würzburg mit 19:40, VfB. Dillingen mit 19:40.
Hon
iühe*
79
Aar
der
M
De
Ein Berufener warnt.
Hugo Meiſl, der Verbandskapitän des
Oeſterr=
ball=Verbandes, hat auf eine Anfrage, welche Erfahrungert
Berufsſpielertum gemacht habe, eine Antwort gegeben.
deutſchen Fußballführern, die immer noch eine Einführum,
ſionalismus um jeden Preis wollen, ernſtlich zu denken geuftm9
m
Ausführungen Meiſls, der ſeinerzeit der Wegbereiter des
rums in Oeſterreich war, ſeither aber ſeine Anſichten ſtark rM Arun
ſind überaus lehrreich. Er ſagt u. a.:
Hig
„Der Profeſſionalismus bedeutet kein Unglück, aber Em
ihn ohne Schaden wegkommen könne, ſo wäre es viellei!
nicht einzuführen, denn es hat ſich in Wien gezeigt, daß
ſoziale Laſten, die den Berufsſpieler=Vereinen aufgehalſ mu4l/
wahrſcheinlich auch in Deutſchland auferlegt werden, für Ler
tragbar ſind. Auch in Wien iſt der Erfolg, den man ſernſp Wuge Aufnuhn
die Scheidung in Profeſſionalismus und Amateure
trachtete, ſehr zweifelhaft. Wien hat zwar ſeine Berufso
aber es iſt deswegen noch lange nicht feſtſtehend, daß alle
da bau
auch reine Amateurſpieler in ihren Reihen haben.
Nur wenn der Amateuerismus mehr koſtet als ein n
rufsfpielertum, dann möge man an die Einführung des Einſ
mus denken.
Der öſterreichiſche Verband hat den Berufsſport nich=/
eingeführt, ſondern weil er eben mußte, aber die deutſcnn
werden gut tun, genau zu prüfen, ehe ſie eine Entſchei ///‟
Trainerwechſel beim F. S.V. Frankfurt. Der E/
leit
malige Internationale Hans Schmidt=Bumbas, der
ten Jahren das Training des F. S. V. Frankfurt e Atile
ſeinen Anſtellungsvertrag mit dem Verein nicht mmf
und zum nächſtmöglichen Termin gekündigt. Schr-Eſ0 Mia
ſeinen bisherigen Poſten ohne irgend welche Diff 0/ga
dem Vorſtand, dem Spielausſchuß oder mit den S
Vereins am 1. März. Wer ſein Nachfolger ſein wird M an.
noch nicht feſt. Ebenſo iſt nicht bekannt, welchem Vereuſth.tin
Bumbas ſeine Dienſte widmen wird.
W. Hauſer deutſcher Hindernisreiterchampiom
Hindernisreiterchampion wurde zum fünften Male.
der W. Hauſer, der bei 223 Ritten 62 Siege ſteuerr Mck.
von O. Kühl gehaltenen und ſpäter von Oertel erre!
ſchen Rekord von 64 Siegen in einer Saiſon nahe kan
beträchtlichem Abſtand folgen Müſchen mit 43 Siee=
Nitten, W. Wolff mit 37 Siegen bei 193 Ritten unm!
tark hervorgetretene Oertel mit 19 Siegen.
Wetterbericht.
Ausſichten für Mittwoch, den 3. Dezember: Neblig=wollig we)
vorerſt noch trocken mit Nachtfroſtgefahr.
Ausſichten für Donnerstag, den 4. Dezember: Allmählich am
mer und Witterungsumſchlag wahrſcheinlich.
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Nummer 334
Der Ausweis der Reichsbant.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 29. November hat ſich in
der Ultimowoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und
Schecks, Lombards und Eeffekten um 668,1 Millionen auf 2443,0 Mill.
RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln
und Schecks um 399,9 Millionen auf 2003,1 Mill. RM., die
Lombard=
beſtände um 170,2 Mill. auf 231,5 Millionen R=M. und die Beſtände an
Reichsſchatzwechſeln um 97,9 Millionen auf 105,9 Millionen RM.
zu=
genommen.
An Reichsbanknoten und Nentenbankſcheinen
zu=
ſammen ſind 693,2 Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar
hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 647,0 Millionen auf 4601,3
Mill. RM.,, derjenige an Rentenbankſcheinen um 46,2 Millionen auf
437,2 Mill. RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 9,6 Mill. RM. ermäßigt.. Die
remden Gelder zeigen mit 381,4 Mill. RM. eine Abnahme um 20,8
Millionen Reichsmark.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen
Devi=
ſen haben ſich um 15,1 Millionen auf 2704,8 Mill. RM. erhöht. Im
einzelnen haben die Goldbeſtände um 65000 RM. auf 2180 Millionen
RM., und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 15,0 Millionen
auf 524,8 Mill. RM. zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein verminderte
ſich auf 47,4 Prozent gegen 55,1 Prozent in der Vorwoche, diejenige
durch Gold und deckungsfähige Deviſen auf 58,8 gegen 68,0 Prozent in
der Vorwoche.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Der Aktienindex vom 24. bis 29. November 1930. Der vom
Stati=
ſtiſchen Reichsamt errechnete Aktieninder (1924/26 gleich 100) ſtellt ſich
ür die Woche vom 24. bis 29. November 1930 auf 88,9 gegenüber 91,8
in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und
Schwerindu=
ſtrie auf 82,6 (86,9), Gruppe verarbeitende Induſtrie auf 78,4 (81,0) und
Gruppe Handel und Verkehr 112,9 (115,0). — Für den Durchſchnitt des
Monats Nobember 1930 iſt der Index mit 92,3 gegenüber 95,8 im
Durch=
ſchnitt Oktober 1930 ermittelt, und zwar in der Gruppe Bergbau und
Schwerinduſtrie 87,4 (92,2), Gruppe verarbeitende Induſtrie 81,4 (84,4)
und Gruppe Handel und Verkehr 115,5 (118,7).
Ueber zwei Milliarden Ausfälle in der deutſchen Bauinduſtrie im
Jahre 1930. Während im Jahre 1929 insgeſamt in der deutſchen
Bau=
induſtrie 9 Milliarden Reichsmark für baugewerbliche Zweche inveſtiert
wurden, kann man annehmen, daß infolge der geringen Bautätigkeit
im laufenden Jahre nur knapp die Summe von 7 Milliarden RM.
er=
reicht werden wird. Die Einſchränkung der Bautätigkeit kommt am
deutlichſten in dem Ausfall an Löhnen zum Ausdruck, der mit etwa
700 Millionen RM. zu veranſchlagen iſt. Ebenſo ſtark war aber auch
die Verringerung des Abſatzes an Baumaterialien, die nach einer
Schätzung auf 750, nach einer anderen auf 850 Mill. RM. beziffert
wird. Bei den Baugerätſchaften weiſen die Maſchinen einen
Abſatz=
rückgang um 50 v.H. auf. Der Kalkabſatz hat eine Verringerung um
ein Drittel, der des Baueiſens eine ſolche um 30 v.H. erfahren. Am
günſtigſten hat noch der Zement abgeſchnitten, deſſen Verkauf nur um
15 v.H. gegenüber den Vorjahreszahlen zurückbleibt.
Kaliwerke Aſchersleben — Vorjahrsergebnis zu erwarten. Wie wir
erfahren, iſt infolge des normalen Abſatzes des Deutſchen Kaliſyndikats
im laufenden Geſchäftsjahr 1930 auch eine gleichmäßige Beſchäftigung
der Anlagen der Kaliwerke Aſchersleben möglich geweſen. Aller
Vor=
ausſicht nach wird das Gewinnergebnis ungefähr dasſelbe wie in dem
Vorjahr ſein, ſo daß auch — wenn nicht unvorhergeſehene Momente
hinzutreten — mit einer Dividende in der Vorjahrshöhe (10 Prozent)
gerechnet werden kann. Dieſe Nachricht läßt wohl auch für die beiden
anderen Konzerngeſellſchaften (Salzdetfurth und Weſteregeln) einen
ſinngemäßen Schluß zu.
Heidelberger Aktienbrauerei vorm. Kleinlein. Im Geſchäftsjahre
1929/30 ſtellte ſich, der Rohgewinn auf 2390 264 (2803 850) RM. Nach
Abſetzung der Unkoſten uſw. ſowie nach 80 437 (8022) RM.
Abſchrei=
bungen verbleibt ein Reingewinn von 289 448 (356 524) RM., aus dem
wieder 12 Proz. (wie im Vorj.) Dividende verteilt werden ſollen. Die
Geſellſchaft hofft, die derzeitige Kriſe gut zu überſtehen.
Bankfirma Lefo u. Langenbach, Mannheim. Der Status weiſt die
Paſſiven mit 137 685 RM. und bevorrechtigte Forderungen und
aus=
ſonderungsberechtigte Effekten mit 25 930 RM. aus. Andererſeits
be=
tragen die Aktiven 91 124 RM. Im Falle eines außergerichtlichen
Ver=
gleichs würden von verwandter Seite 20 000 RM. zur Maſſe zugeſchoben
werden. Den Gläubigern werden 60 Prozent ihrer Forderungen
ge=
boten, zahlbar mit 15 Prozent ſofort, 15 Prozent noch vor Weihnachten
und 30 Prozent bis Mitte Februar. Forderungen bis 100 RM. ſollen
voll befriedigt werden. Es werde ein Gläubigerausſchuß gewählt. Die
Verwandten der Firmeninhaber ſollen entweder 10 000 RM. einlegen
oder 60 Prozent der Angeſtelltenforderungen garantieren.
Bürgerbräu A. G., Ludwigshafen a. Rh. Im abgelaufenen. Ge
ſchäftsjahre 1929/30 erzielte das Unternehmen bei 60 000 (40 000) RM.
Abſchreibungen einſchließlich 31 587 (27 693) RM. Vortrag einen
Rein=
gewinn von 300 690 (340 687) RM., aus dem der G.V. wieder 12 Proz.
Dividende auf das Aktienkapital von 1 Mill. RM. vorgeſchlagen
wer=
den. Die Bilanz iſt mit Ausnahme des Immobilienkontos, das ſiel
durch den Erwerb eines Grundſtückes um 160 000 RM. erhöhte, im
all=
gemeinen unverändert.
Mekallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 2. Dezember ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 113,25 RM. — Die Notierungen der
Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98—9
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel,
—99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 54—56 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kg. fein) 48—50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 2. Dezember ſtellten ſich für
Kupfer: Dezember 97,25 (99,75), Januar 97,75 (99,25),
Fe=
bruar 98 (98,75), März 98,75 (99,50), April 98,75 (99,25), Mai
99 (99,25), Juni 99 (99,50), Juli 99,25 (99,75), Auguſt. September
99,50 (99,75), Oktober 99,75 (99,75), November 99,75 (100).
Ten=
denz: feſt. Für Blei: Dezember 29,50 (31,25), Januar Februar
30 (31,50), März 30,50 (31,50), April, Mai. Juni, Juli, Auguſt,
September, Oktober, November 31 (31,75). Tendenz: luſtlos. Für
Zink: Dezember 28,50 (29,25), Januar 28,75 (29,50) Februar
(29,75), März 29,75 (30) April 30 (31), Mai 30,25 (31.25),
Juni 30,50 (31,25), Juli 31 (31,75), Auguſt 31,25 (31.7
5). November 32,25 (32,75).
ber 31,50 (32). Oktober 31,75 (3:
Tendenz: befeſtigt. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.
Viebmärkke.
* Mainzer Viehmarkt vom 2. Dezember. Auftrieb: 9 Ochſen,
4 Bullen, 400 Kühe oder Färſen, 210 Kälber, 1160 Schweine.
Markt=
verlauf: In allen Tiergattungen mittelmäßig belebt; ausverkauft. Die
Preiſe ſtellten ſich pro 50 Kilogr. Lebendgewicht für Ochſen:
voll=
fleiſchige, ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes 52—56, ſonſtige
voll=
fleiſchige ältere 40—44; Bullen: fleiſchige 38—43; Kühe: jüngere,
vollfleiſchige höchſten Schlachtwertes 38—43, ſonſtige vollfleiſchige oder
gemäſtete 28—36, fleifchige 21—28, gering genährte 18—21; Färſen
(Kalbinnen); 50—56; Kälber: mittlere Maſt= und Saugkälber 58
bis 66, geringe Kälber 48—58; Schweine: vollfleiſchige Schweine
von zirka 120—150 Kilo Lebendgewicht 61—63, desgl. von 100—120
Kilo Lebendgewicht 64—67 RM.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 2. Dezember. An der heutigen
Produktenbörſe fanden die in der Notverordnung zum Schutze der
Landwirtſchaft vorgeſehenen Regierungsmaßnahmen im Mittelpunkte
der Erörterungen. Während der Vermahlungszwang für
Inlandswei=
zen für Dezember und Januar angeblich auf 80 Prozent feſtgeſetzt iſt,
iſt in der Notverordnung nunmehr auch ein Beimiſchungszwang von
Roggenmehl zu Weizenmehl vorgeſehen. Eine beachtliche Preisbeſſe
rung war lediglich für Roggen feſtzuſtellen, der am Lieferungsmarkte
unter Deckungen 3,5—6 Mark höher einſetzte. Weizen war kaum
be=
hauptet, nur Mai=Weizen konnte ſeinen Preisſtand um etwa 1 Mark
beſſern. Das Inlandsangebot von Weizen war mäßig; Roggenofferten
lagen überhaupt kaum vor. Die Nachfrage für gute Weizenqualitäten
hat ſich bei ſtetigen Preiſen erhalten; für Roggen lguteten die Gebote
Mittwoch, den 3.
DeſſNeueſte
etwa 5 Mark höher als geſtern. Weizenmehle hatten ziemlich ruhiges
Geſchäft; Roggenmehl war aus den erwähnten Gründen in den
For=
derungen kräftig erholt. Hafer bei ausreichendem Angebot in den
Forderungen höher gehalten. Gerſte weiter feſt, zumal auch hierfür
die Einfuhrzölle erhöht werden.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Dezember.
Im heutigen Vormittagsverkehr ſetzten ſich zunächſt noch infolge
der unklaren innerpolitiſchen Lage die ſchon an der geſtrigen
Abend=
börſe vorgenommenen Realiſationen fort, ſo daß ſich das Kursniveau
etwa 1—2 Prozent ſenkte. Zu Beginn des offiziellen Marktes
betrach=
tete man die Situation doch wieder etwas ruhiger, da die
Notverord=
nungen eventuell doch eine parlamentariſche Annahme finden werden.
Auch der feſte geſtrige New Yorker Börſenſchluß und die weitere
Zu=
nahme der Spareinlagen im Reich wurden eher als günſtige Symptome
gewertet. Da auch die Banken zu den erſten Kurſen einige kleine
Käufe vornahmen, ſchritt die Kuliſſe ebenfalls zu neuen Deckungen
Das Geſchäft war jedoch allgemein nicht umfangreich. Die erſten Kurſe
lagen zwar nich ganz einheitlich, waren aber im weſentlichen ziemlich
behauptet. Die Stimmung war nicht unfreundlich, und eine gewiſſe
Widerſtandskraft unverkennbar. Gleich nach den erſten Kurſen nahm
die Kuliſſe weitere Käufe vor. Am Chemiemarkt eröffneten J.G.
Far=
ben gut behauptet, Goldſchmidt aber 1,75 Proz. feſter. Am
Elektro=
markt büßten Geſ. für El. 1,5 Prozent ein, während Siemens 1 Proz.
höher einſetzten. Im übrigen lagen dieſe Werte meiſt unverändert.
Der Montanmarkt eröffnete uneinheitlich; Harpener und Phönix
konn=
ten weiter leicht anziehen. Gelſenkirchen und Rheinſtahl neigten aber
zur Schwäche. Von Kaliwerten beſſerten ſich Salzdetfurth um 1,5
Pro=
gent. Am Bankenmarkt zogen Reichsbank erneut 2 Proz, an, dagegen
verloren Dedibank und Dresdener Bank bis 1 Proz. Schiffahrtswerte
waren bis zu 0,75 Prozent abgeſchwächt. Bis zu 1 Proz, höher notier
ten noch Wayß u Freytag, Aku und von Nebenwerten Verein für chem.
Induſtrie. Am Anleihemarkt herrſchte Geſchäftsſtille. Die Kurſe waren
nur wenig verändert. Von Auslandsrenten neigten Ungarn weiter
nach unten. Pfandbriefe ſtill, aber zum Teil feſter.
Reichsſchuldbuch=
forderungen bis 0,5 Proz. gebeſſert. Im Verlaufe wurde das Geſchäft
ſehr ſtill, und die Kurſe bröckelten wieder etwas ab. J.G. Farben und
Siemens waren mehr abgeſchwächt und verloren bis 1,5 Prozent. Es
kamen hinſichtlich des morgigen Zuſammentritts des Reichstages, doch
wieder Befürchtungen aller Art auf. Auch der angeſpannte
Reichsbank=
ausweis drückte etwas auf die Stimmung. Am Geldmarkt war
Tages=
geld mit 5,5 Prozent unverändert, aber immer noch geſucht. An dem
Deviſenmarkt hielt ſich das Geſchäft in engen Grenzen. Das Pfund lag
international ſchwächer, beſonders aber gegen Paris und Mailand. Die
Mark konnte ſich wieder merklich befeſtigen. Man nannte Mark gegen
Dollar 4.1940, gegen Pfunde 20.36, London-Kabel 4.8547, —Paris
123.53, —Mailand 92,67½, —Madrid 43.10, —Schweiz 25.05¾, gegen
Holland 12,065/s.
Im Zuſammenhang mit etwas feſteren Auslandsmeldungen blieben
die Kurſe an der Abendbörſe auf dem ermäßigten Niveau des
Schlußverkehrs meiſt behauplet. Das Geſchäft bewegte ſich weiterhin in
engen Grenzen, da Aufträge kaum an den Markt gekommen waren. Die
Veränderungen nach beiden Seiten betrugen nur Bruchteile eines
Pro=
zentes. Anleihen ſtill. Auch im Verlaufe konnte keine Belebung des
Geſchäftes eintreten. Neubeſitz 5,90, Danatbank 152,5, Reichsbank 226,
Buderus 51,75, Gelſenkirchen 86, Harpener 81, Aſchersleben 151.
Berlin, 2. Dezember.
Die erſten Kurſe lagen heute mit Beſſerungen von 1—2 Prozent
gegen den geſtrigen Schluß ziemlich feſt. Schon vormittags hatte ſich
die Tendenz, nach dem leichten Rückgang im geſtrigen
Nachmittagsver=
kehr, wieder gebeſſert, wofür die Inkraftſetzung der Notverordnung mit
beſtimmend war. Auch die feſte New Yorker Börſe, die anziehenden
Kupferpreiſe und eine Meldung, wonach man bei den Kaliwerten,
in=
olge der ſich etwa auf der Vorjahrshöhe haltenden Gewinne, mit
un=
veränderten Dividenden rechnen könne, waren freundlichere Momente.
Außerdem ſoll die Siemens u. Halske A. G. Auslandsaufträge erhalten
haben, und für Reichsbankanteile regte die Regelung des Bankgeſetzes
in der Notverordnung an. Man ſah die Lage ruhiger an und
rech=
nete mit einer Reichstagsmehrheit. Die Vorbörſentaxen waren jedoch
zu Beginn nur ſelten voll erreicht, da die Spekulation eher zu
Reali=
ſationen neigte. Im Verlaufe wurde das Geſchäft ſehr ſtill.
Mel=
dungen von Unruhen in Chemnitz löſten eine leichte Verſtimmung aus
Ilſe zogen dagegen um weitere 3 Prozent Thüringer Gas um 1,25
Prozent und Reichsbank um 1 Prozent an. Anleihen behauptet.
Die Verzinſung der Aufwerkungshyport
vor dem Reichsrak.
Der Reichsrat beſchäftigte ſich am Dienstag mit dem
zur Durchführung des Geſetzes über die Fälligkeit und 9
Aufwertungshypotheken. Die Regierung ſchlägt für dienf
ab 1. Januar 1932 einen Zinsfatz von 7,5 v. H. vor. Im
antragte nun Preußen, den Zins nur mit 7 v. H. feſtzuge
Landwirtſchaft 7.5 v. H. nicht ertragen könne und eine
höhung des Zinsſatzes auch die Preisſenkungsaktion illuffn
würde. Der preußiſche Antrag wurde mit 39 gegen 27 E
2
lehnt und die Verordnung in der Faſſung der Regierunz”
nehmigt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Meids
A Se
War
MM=
rches.
Aer
A
Mi=
Es notierten nach Meldungen aus Chicago
Getreide. Weizen: Dezember 76,25, März 78½
Juli 75,25; Mais: Dezember 78 März 80,75, Maä ///00
83,25; Hafer: Dezember 36, März 38, Mai 38,75
Roggen: Dezember 46½, März 47,75, Mai 44½, Juli
Schmalz: Dez. 10,225, Jan. 9,75, März 9,775, MedFIm Mie
Speck, loco 13.00
Schweine: Leichte 8,15—8.30, ſchwere 8—8,25;
fuhren in Chicago 44 000, im Weſten 127 000.
Baumwolle: Dezember 10,67, Januar 10,71.
Es notierten nach Meldungen aus New York
Schmalz: Prima Weſtern 10,98; Talg, extra loſe ?
Getreide. Weizen: Rotwinter neue Ernte 94¾,
neue Ernte 91,25; Mais: loco New York 95,75: I
wheat clears 4,10—4,45: Getreidefracht nach England
nach dem Kontinent 6½—7 C.
mdes
Midt
zuft
fiche
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamtes wurdern
ber 1930 durch den Reichsanzeiger 829 neue Konkurſe
folge Maſſemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröff
nicht —
467 eröffnete Vergleichsverfahren bekannt gegeben. Die es
Niten ur
mir
ammen.
ſimm
Zahlen für Oktober 1930 ſtellten ſich auf 843 bzw. 483.
In dem Tarifſtreit der Bankangeſtellten hat der 87 den Profeſſor Dr. Brahn als Sonderſchlichter
Verhandlungen finden am 10. Dezember 1930 ſtatt.
Die Beſprechungen innerhalb der Gummireifeninduſtri WAnder ein
gelung des nächſtjährigen Geſchäfts ſind noch nicht zum
kommen, da noch verſchiedene Fragen zu klären ſind. Ma —ucen ſchmd
Ende dieſer Woche ſo weit zu ſein, um die Verhandlungnyt: in Gruß. 5.
Händlerverbänden aufnehmen zu können.
Nuf.
in Vernächſten 2
Das gegenwärtige Lohnabkommen im Kohlen= und
Oberſchleſiens, welches bis zum 31. Dezember d. Js. läuft,
Arbeitgeberverbände und gleichzeitig durch die Arbeitsgem
Gewerkſchaften gekündigt worden. Ein Verhandlungstern.
nicht angeſetzt worden.
Die führenden Fabriken der deutſchen Nikotin=Induſtrie
Arbeitsgemeinſchaft geſchloſſen. Daran ſind die Firmen=
Fabrik Niederelbe A. G., Hamburg=Billbrook, Bigot, Sché
Chem. Fabrik, Hamburg, und Carl Lutz, Chem. Fabrik, All
Württemberg, beteiligt. In Hamburg iſt ein Zentralburem
worden, durch welches künftighin Einkauf und Abſatz geree
ſollen.
Der Aufſichtsrat der Horch=Werke A. G., Zwickau. beſchluß
nierung durchzuführen durch Kapitalherabſetzung im Ver
von 5 auf 1,25 Millionen und durch Wiedererhöhung inu
einer Ausgabe von 3 Mill. RM. Vorzugsaktien.
In der hannoverſchen Metallinduſtrie iſt infolge von 29
keiten die Arbeit eingeſtellt worden. Es feiern 7000 Arb.
Tarifvertrag war bereits am 31. Oktober von den
Arbe=
kündigt worden.
Die Mainzer Aktienbrauerei bringt dem Vernehmen
ändert 13 Prozent Dividende in Vorſchlag.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat ihre
Wirkung ab. heute um 1 Prozent erhöht, nachdem ſie am
um 2,25 Proz. ermäßigt worden waren.
uicht
Berl
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Berliner Kursbericht
vom 2. Dezember 1930
Derſensdiee
vom 2. Oezemklll eib ſacken, Pu
Berl. Handels=Geſ
danatban
deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban:
Hapag
Hanſa Dampfſch.
tordd. Lloyd
„E.
Bahr. Motorenw.
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Deutſche Erdöl
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153.—
110.50
111.—
69.625
5.875
86.5o
126.5
31.—
119.875
111.25
62.50
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J. G. Farben
Gelſ. Bergw
Geſ. f. elektr. Uintern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw
Nannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
ſtordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
112.—
134.25
*
R7.
115.625
83.—
74.25
73.—
155.—
70.n5
80.
33:2
72.50
44.75
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Salzdetfurth Ka
Leonh. Tietz
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Beſteregeln. Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
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Berl. Karlsr. Ind.
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46.50
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334
Mittwoch, den 3. Dezember 1930
Seite 13
*
ES ENien
Poralinbssgak.
Roman von Friedrich Lange.
F.pyright by Martin Feuchtwanger, Halle a. d. S.
(Nachdruck verboten.)
12. Kapitel.
ybeit ſchlug eine kleine Breſche in die Liebe. Jutta
u. fahen ſich ſeltener in dieſen Tagen voller
Vorſommer=
f üh bis abends förderte der Erfinder ſein Werk mit
ſer, der zur Bewunderung nötigte. Er gönnte ſich keine
rein freies Stündchen. Der Fanatismus der Schaf=
Seherrſchte ihn.
ja erklärlich: Nach jahrelangem Berechnen und
Stu=
all der mühevollen Kleinarbeit, die immer als Baſis
em großes, gigantiſches Werk, ſah er nun das Ziel vor
ſ-ben dieſer Tatſache verblaßte ſelbſt das Bild der
Ge=
ſurs.
ſam noch Juttas ſcheinbare Gleichgültigkeit ſeinem
erüber. Wie oft ſchon lud er ſie ein, ſich von den
Fort=
nn Bau des „Paradiesvogels” perſönlich zu überzeugen.
ee wieder hatte ſie ihren angekündigten Beſuch ver=
und nun, nach dem Intermezzo mit Jgcobi, erſt recht.
ſir der Welt wollte ſie es vermeiden, ihm draußen im
ſer Fabrik zu begegnen.
mlch nahm ſie an dem Werk des Geliebten mit
dem=
ge gerten Intereſſe teil, wie er ſelbſt. In dieſer Hin=
Berling beſtimmt Unrecht, wenn er an ihr zweifelte.
8 Furcht vor einer Begegnung mit Jacobi war aber
der. Berling ſah ſeinen ſchlimmſten Feind nie. Ihre
dite waren nicht nur rein ſachlich, ſondern auch
räum=
tarider getrennt. Und der Prokuriſt vermied es
natür=
uabeliegenden Gründen, die Montagehalle zu betreten.
Einſtellung der Erfindung gegenüber war eine
ge=
linem Chef, dem Kommerzienrat und Generaldirektor
beuchelte er Intereſſe. Gezwungenermaßen.
Inner=
nöte er den Nebenbuhler und ſein Werk.
ſiwar eben aus dem Garten gekommen, wo ſie
Suppen=
als die Glocke des Fernſprechers ſchrillte. Sie eilte
varat und meldete ſich. Ein Freudenſchimmer verklärte
Morgen, Arnulf! Längſt ſchon wollte ich kommen —
nicht —, ja, wenn Mutter noch lebte, dann hätte ich
ſei heiten und nun aber ruht die ganze Laſt des
Haus=
auf mir — — Vater wird immer verſchloſſener,
iſo=
ilkommen. Gib acht, Arnulf: Ich komme morgen oder
beſtimmt. Einverſtanden? — Beſuchſt uns nach
wieder einmal? Bitte! —
Nädchen ſchmollte. Es bekam eine abſchlägige
Ant=
ſſch ein Gruß. . Jutta hängte an. Der Tag verging.
ſchir er.
in übernächſten Tage machte ſie ſich auf den Weg. Es
mhn zeitigen Vormittagsſtunden. Und die Juniſonne
fyſchon recht gut mit Mutter Erde . . . Sie ſchien
juli=
wmr.
ſuig ein modiſch=buntes Muſſelinkleid, das die Schön=
Steilen Wuchſes ahnen ließ. Und mancher Männerblick
ſolgte bewundernd dem rhythmiſchen Spiel der Linien des
hol=
den Geſchöpfes.
Das Mädchen dachte mit gelindem Grauen an die
kommen=
den Ereigniſſe: Vollendung des erſten Elektroplanes, Probeflug
des Geliebten. War es ſchon nicht ganz gefahrlos, eine Maſchine
des herkömmlichen Syſtems einzufliegen, um wieviel mehr erſt
die praktiſche Erprobung dieſer epochemachenden Neuerung auf
geronautiſchem Gebiet!
Jutta bangte ſchon jetzt um Arnulf. Schrecklicher Gedanke:
Der Geliebte in ſeiner Maſchine mitten über dem Ozean — da
ſetzte der Strom aus — ein Defekt in der Zentrale — der Flieger
muß auf die wildbewegte See niedergehen — der Apparat
mit=
ſamt dem Piloten verſchollen . . . Ein Pionier auf dem Gebiete
der Luftfahrt, deſſen Andenken man in Ehren hielt ...
Und ſie? Ach, wer frägt nach einem Weibe?! Das Glück
einer Frau wiegt leicht ..."
Da ſtand ſie ſchon vor dem Pförtnerhäuschen am Eingang
der Freſe=Flugzeugwerke. Der Mann ſogte ihr Beſcheid, wies
hr den Weg mit geſtrecktem Arm. Endlich, nach Paſſieren einer
Anzahl hallenartiger Gebäude, hatte ſie ſich bis zum Schuppen
Berlings durchgefragt.
Mancher erſtaunte Blick folgte ihr. Man tuſchelte: „Die
Braut des Chefkonſtrukteurs?” Man glaubte es nicht. Hatten
ſich doch Gerüchte gebildet, die mit Beſtimmtheit von einem
intimen Verhältnis der Tochter des Generaldirektors mit dem
Erfinder kündeten . . ."
Jeder große Betrieb hat trotz der nivellierenden Wirkung
der Arbeit ſeine mehr oder weniger kleinen Senſationen. Nach
dem plötzlich Geſtalt annehmenden Programm des Elektroplan=
Baues war es neuerdings hier die Vermutung einer Bindung
zwiſchen Eva Freſe und Arnulf Berling. Nein perſönliche
An=
gelegenheiten intereſſieren ſeltſamerweiſe ſtets mehr als
ſach=
liche Projekte.
Jutta vrhielt unwillkürlich den Schritt. Sie ſtand unter
der offenen Türe der Halle. Und faſt wäre ſie getaumelt . . .
Das ſich ihr bietende Bild wirkte auf ſie wie ein kalter
Waſſerſturz: Arnulf und ein ſchönes, blondes Weib, Kopf an
Kopf über eine Zeichnung gebeugt, lachend, plaudernd!
Sonſt war niemand anweſend. Die Gehilfen frühſtückten
drüben in der Kantine.
„Mein guter Kamerad — Sie werden nach der Rückkehr aus
Amerika der glücklichſte Menſch der Welt ſein! Doch hören Sie,
lieber Arnulf: Ich will teilhaben an Ihrem Glück: Verſtehen
Sie? Meine Freundſchaft wird um Sie ſein wie ein ſchützender
Mantel, immer und überall, wo Sie auch ſein mögen!“
Die Erſtarrte an der Tür wußte, daß es Eva Freſe war,
die ſo ſprach . . . Und ſie, die umſchwärmte Tochter des
milli=
onenſchweren Kommerzienrates, durfte ſich alles erlauben!
Waren ihre Worte ſoeben nichts mehr und nichts weniger als
eine unzweideutige Liebeserklärung?
Jutta wartete die Antwort Arnulfs nicht ab. Leichenblaß
taumelte ſie zurück.
Was wollte ſie noch hier? Wo Eva Freſe ihren Platz
be=
hauptete, war für Jutta Förſter kein Naum . . . Jene war
alles — ſie nichts.
Scheu wie ein Dieb ſah ſie ſich um. Und flüchtigen Fußes
eilte ſie denſelben Weg zurück, den Sie gekommen war. Nur
fort! Mit gräßlicher Deutlichkeit ſah ſie die Szene vor Augen.
Wie ſich die Blondine an Arnulf Berling ſchmiegte . . . Ihr
üppiges Wuſchelhaar ſtreifte ſeine Wange . . . Alles an dem
ſchönen Geſchöpf atmete Begehren.
Und, der Konſtrukteur des „Paradiesvogel‟ ..
Sein
Lachen halb ſchon verſtecktes Eingehen auf die Gedanken der
neuen Freundin.
O, die Liebe ſieht ſcharf. Und weiter folgernd, enthüllte
ſich ihr die Zukunft mit jener Plaſtik, die nicht mehr Illuſion,
ſondern ſchon Gewißheit iſt.
„Schon zurück, Fräulein?” fragte gutmütig der Pförtner,
ein einarmiger Kriegsverletzter. Wie aus einem Traum
er=
wachend, ſah ihn Jutta an, aus Augen, in denen alle Hoffnung
erloſchen war. Schweigend eilte ſie durch das rieſige
ſchmiede=
eiſerne Tor. Da hinten lag die Hölle — und vor ihr der graue
Alltag.
Der Invalide ſah dem Mädchen betroffen nach.
„Wenn der Berg nicht zu Mohammed kommt, geht
Moham=
med zum Berge!” lachte Berling ſorglos, als er am ſelben
Abend im Hauſe Förſter vorſprach.
Jutta wandte ſich ab. „Ich hatte keine Zeit . . ." log ſie,
die Tränen tapfer niederkämpſend.
Berling placierte ſich auf dem Sofa im Wohnzimmer und
nahm dankend eine Zigarre vom Hausherrn. Beide rauchten
ſchweigend. Jutta hantierte drüben in der Küche. Sie ſetzte
ich nicht wie gewöhnlich mit an den Tiſch. Und als Arnulf
etwas ſpäter einen Gang in den Garten vorſchlug, lehnte ſie ab.
Der Ingenieur war unangenehm berührt. Es kam kein
Geſpräch auf, ſo ſehr er ſich auch bemühte, der Atmoſphäre eine
heitere Note zu verleihen. Denn er war wirklich guter Laune,
Für ihn war die Zeit des Kopfhängens vorüber. Es ging
vorwärts, aufwärts!
Edwin Förſter ſagte ein paar Worte über das einzige
Thema, was ihn bewegte, in das Dämmerdunkel: Die
wirt=
ſchaftliche Miſere. — Dann herrſchte wieder Schweigen . . .
Der Mann war maßlos verbittert. Und Jutta ließ ſich
nicht ſehen.
Sie hatte noch nicht die nötige Diſtanz zu dem Erlebnis
vom Morgen gewonnen. Sie geſtand ſich ſelbſt ein, daß ſie
töricht ſei. Arnulf war gewiß unſchuldig. Auf ſeine Liebe
durfte ſie bauen! Unbedingt. Sie wußte auch, daß Mißtrauen
der Todeskeim jeder Neigung iſt.
Und doch . . . die raunende Stimme der Eiferſucht war nicht
bis zum Schweigen zu bringen. Jutta Förſter war nicht das
Weib, das bis zur Entſcheidung um den Geliebten kämpft. Sie
wußte: noch ehe er ſie bat, würde ſie ihn freigeben. Ihr Stolz
verbot ihr auch nur den Verſuch, ihn zu halten. Und noch
etwas: Nie wollte ſie dem Glücke dieſes Mannes im Wege ſtehen.
Als Jutta den Kaffee ſervierte, verabſchiedete ſich Arnulf
Berling. Ihn kältete das Dämmerdunkel in dieſem Hauſe an.
Er wußte nicht, was vorgefallen war. Es gelang ihm, das
Mädel ſeiner Wahl im Flur noch zu ſprechen. Aber es wich
ihm aus.
„Nichts iſt, Arnulf”, ſagte ſie mit zuckenden Lippen. Er
küßte ſie und fühlte, daß ſeine Liebe nicht erwidert wurde,
Es war ſogar ſanfte Abwehr im Weſen Juttas.
Die Beſtürzung wich erſt von ihm, als er durch die kühle
Stille des Abends ſchritt. Er wußte nicht, daß Alfred Jacobi
gut vorgearbeitet hatte und daß letzten Endes auch Eva Freſe,
wenn auch unbewußt, den Born ſeiner Herzensneigung
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