Darmstädter Tagblatt 1930


16. November 1930

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Ginzelnmmmer 15 Pfennige

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Tüdter
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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inſolge höherer Gewalt
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Häsit für uns. Poſiſcheckonte

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 317
Sonntag, den 16. November 1930. 193. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg. Aufrubr, Strell vſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfällung der Anzelgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beitrelbung fäſl ſeder
Rabatt weg. Banſkonto Deuiſche Banl und Darm=
ſädter
und Nationalban=

aoftti Hräntenſche dafammenſtohe in oenf.
Mägt nachdrücklich den dentſchen Vorſchlag auf direkke Herabſehung des geſamken Kriegs=
jnkerials
. Lord Cecil verlangt Enlſcheidung über den franzöſiſchen Vorſchlag.
Die Mehrheit des Ausſchuſſes für den franzöſiſchen Ankrag.

Mtung der Heeresausgaben.
Mtir, Amerika, Italien und Holland
egen Verwahrung ein.
* Genf, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
icenfer Abrüſtungsverhandlungen
hn Samstag die Franzoſen, unter=
ur
Anhängern der Militärſtaaten
1t Konferenz vorzuſchreiben, daß
Meftſetzung der Heeresausgaben als
Begrenzungsverfahren für, die
tir uwenden habe. Es kam dabei noch ein=
Mne enden Auseinanderſetzung über die Lücken und
ſilſazernöglichkeiten dieſes Verfahrens, das, wie Lit=
idie
Geheimfonds und die Verteilung der
die Etats anderer Miniſterien nicht beſeitige.
türt- fand die Debatte in einer ſehr ſcharfen
ranzöſiſchen Auseinanderſetzung.
/4ü=s berief ſich darauf, daß die Freitags=
ſüser
den deutſchen Vorſchlag zur
obſetzung des geſamten Kriegs=
i'
neun zu neun Simmen jedenfalls
ſtang dieſes Grundſatzes bedeute,
zußz abgeſehen davon, frühere Beſchlüſſe der Ab=
Aus den Jahren 1926 und 1927 ausdrücklich mit
Grundſatz aufgeſtellt hätten, daß ohne eine
Herabſetzung des Kriegsmate=
ABrüſtung zuſtande kommen könne. Es
der künftigen Konferenz voll=
ſtehen
, jeden geeignet erſchei=
zu
betreten, um zu einer tatſächli=
ſg
zu kommen, wie ſie von den Völkern und
einn gewünſcht werde. Wenn man in Genf aber
Ac alle möglichen Vorbehalte und Ausweich=Ma=
Fſſthlichen Abrüſtung zu entziehen, werde das das
pkilt nur ſtärken.
utiche Botſchafter Graf Bernſtorff wies auf ähn=
(Me: militäriſchen Sachverſtändigen=Ausſchüſſe hin,
hrr für die Notwendigkeit der tatſächlichen Ab=
Bwc en haben, weil
Beſtlegung der Heeresausgaben
Arieg enkſcheidende Rüſtungsmakerial
nicht erfaſſen könne.
der ſich ſtundenlang hinzog, fand einen drama=
IIls der Vorſitzende Loudon für den Nachmittag
ang einberufen wollte, erhob ſich Lord Cecil,
ickh für die direkte Begrenzung, praktiſch jedoch
den erhofften Beitritt Frankreichs zu dem Lon=
Riunmen dagegen iſt, und verlangte eine
iſche Vertreter di Marinis ſprang ſofort mit
am ein, der Konferenz die endgültige
953u überlaſſen, doch wurde dieſer Antrag
ſi abgelehnt.
öäſiſche Antrag dagegen, der allein
MBung der Heeresausgaben abzielt,
em Ausſchuß mit 15 gegen eine
9 Stimmenthaltungen angenom=
ya
llte Lord Cecil ſofort eine einſtimmige An=
nöſiſchen
Antrages herausleſen und beſchwor da=
Ni heftige Auseinanderſetzung herauf, in der die
al der Stimme enthalten hatten, noch einmal die
Yerhalten darlegten.
merika wies darauf hin, daß er für die
ſei, und Graf Bernſtorff=Deutſchland
G dagegen, daß für die Landabrü=
EIne derartige Ausnahme gemacht
undman bei der See= und Luftabrü=
edirekte
Herabſetzung des Kriegs=
rnehme
. Er erwarte, daß die Mehrheit des
Meur die Arbeiten ſo beſchleunige, daß die end=
SeSkonferenz baldigſt einberufen werden könne, in
tauseinanderſetzung abſpielen müſſe. Ebenſo
o Holland ausdrücklich Verwahrung gegen dieſe
We ſowiekrufſiſche Abordnung in Genf
geplank?
iſche Abordnung hat, wie verlautet, ein ano=
oer
Sprache verfaßtes Schreiben erhalten, in
webprſtehenden Anſchlag auf die ſowjetruſſiſche
er Abreiſe von Genf hingewieſen wird. Dieſes
a A den Generalfekretär des Völkerbundes der
iwermitelt worden, die ſofort eine Unterſuchung
Neie berſchärfte Maßnahmen für die Sicherheit
Den Wordnung ergriffen hat.

Der Bahlkerror in Oſtoberſchleſien.
Die Bilanz der Aufſktändiſchenwoche.
CNB. Kattowitz, 15. November.
Die Befürchtungen, daß die Schikanen in der Aufſtändiſchen
Woche noch größer ſein werden als in der vor einiger Zeit durch=
geführten
Antideutſchen Woche, haben ſich vollauf beſtätigt. Ueber=
fälle
auf Angehörige der deutſchen Minderheit waren in den letz=
ten
acht Tagen in einem Maße an der Tagesordnung, wie dies
noch nicht einmal in der Aufſtändiſchen=Zeit erlebt wurde. Mit
allen möglichen Mitteln wurde verſucht, die deutſche Oppoſition
einzuſchüchtern und möglichſt von der Wahl fernzuhalten, ſoweit
dies nicht durch die Abſprechung der Wahlberechtigung auf dem
Wege über die Anfechtung der polniſchen Staatsangehörigkeit be=
reits
geſchah. Daß die Wahl ſelbſt unter den obwaltenden Um=
ſtänden
zu einer reinen Farce wird, beweiſt nichts mehr als der
Umſtand, daß die Kattowitzer Magiſtratsbeamten die ſchrift=
liche
Aufforderung erhalten haben, ſich am Sonntag vormittag
um 9 Uhr vor der Bank Polſki zu verſammeln, um von dort aus
gemeinſchaftlich in das zuſtändige Wahllokal geführt zu werden,
wo ſie unter Aufſicht des Sänacja=Bürgermeiſters Kocur ihre
Stimme für ſeine Liſte abzugeben haben.
Laurahütte iſt ab 7 Uhr abends ein leeres Dorf geworden.
Kein Menſch wagt es, den durch die Straßen ziehenden Aufſtändi=
ſchen
zu begegnen. Verdächtige Perſonen werden einfach in deut=
ſcher
Sprache um Feuer gebeten, um dann mit Ohrfeigen und
Schlägen traktiert zu werden, wenn in deutſcher Sprache geant=
wortet
wird. Den Geſchäftsleuten wird unter der Drohung, daß
ihnen die Schaufenſter eingeſchlagen werden, die Anklebung der
Wahlaufrufe der Regierungspartei aufgenötigt. In Scheppinitz
wurde ſogar ein Wohltätigkeitsfeſt des polniſchen Vincenz= Ver=
eins
von übereifrigen Aufſtändiſchen durch ein Bombardement
mit Ziegeln geſtört. Es ſind wegen dieſer Ausſchreitungen, unter
denen auch die nichtdeutſche Bevölkerung zu leiden hatte, verſchie=
dentlich
Selbſchutztruppen im Entſtehen. In den letzten Tagen
macht ſich übrigens eine geſteigerte Verfolgung der Kommuni=
ſten
bemerkbar. Das Schwergewicht der kommuniſtiſchen Aktion
ſoll im Kreiſe Schwientechlowitz liegen. Eine ganze Anzahl von
Kommuniſten wurde verhaftet.
Die ſozialdemokrakiſchen Führer
beim Kanzler.
Erörkerung der politiſchen Lage. Im Mitkelpunkt
der Ausſprache die Nokverordnungen.
* Verlin, 15. November. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler hat am Samstag Vertreter der ſozial=
demokratiſchen
Partei unter Führung des früheren Reichskanz=
lers
Hermann Müller und des Abg. Breitſcheid empfangen, um
mit ihnen die Möglichkeiten der politiſchen Lage zu beſprechen.
Dabei dürfte es ſich in erſter Linie wohl nicht um den Etat
und die Finanzgeſetze gehandelt haben, es iſt vielmehr anzuneh=
men
, daß der Kanzler die Verhandlungen über die Juli= Not=
verordnungen
, die ja nun ſchon ſeit Wochen laufen, in irgend=
einer
Form zum Abſchluß zu bringen wünſcht. Der Schlüſſel
für die politiſche Lage liegt bei der Sozialdemokratie. Sie hat
es in der Hand, mit Hilfe der negativen Mehrheit die Re=
gierung
in die Zange zu nehmen und dadurch eine rein parla=
mentariſche
Fortſetzung der Sanierungspolitik unmöglich zu
machen.
Die Haltung, die die Sozialdemokratie am Freitag gegen=
über
dem kommuniſtiſchen Antrag auf Fleiſchverbilligung ein=
nahm
, könnte darauf hindeuten, daß die Oppoſitionsneigungen
in der Fraktion ſich durchgeſetzt haben. Wir halten das vor
der Hand nicht für richtig. Die Sozialdemokratie weiß genau,
was für ſie auf dem Spiel ſteht nicht allein in Preußen!
und der Kanzler wird ſicherlich nicht verſäumt haben, mit allem
Nachdruck noch einmal den Sozialdemokraten vor Augen zu
führen, welche Verantwortung ſie tragen, wenn ſie die Re=
gierung
ſtürzen. In politiſchen Kreiſen rechnet man damit, daß
um die Mitte der kommenden Woche der Kanzler klar ſieht,
inwieweit er ſich bei der Beratung der Juli=Notverordnungen
auf den Widerſtand der Sozialdemokratie einſtellen muß. Da=
von
wird dann die ganze weitere Haltung der Regierung nicht
nur in der Behandlung des Etats und der Finanzgeſetze, ſon=
dern
auch in der Frage neuer agrariſcher Notverordnungen
abhängen.
Abreiſe der deutſchen delegakion zur Genſer

Wiriſchaftskonferenz.

Berlin, 15. November.
Mit der Führung der deutſchen Delegation zu der am 17. No=
vember
1930, in Genf beginnenden zweiten Regierungskonferenz für
internationale wirtſchaftliche Zuſammenarbeit iſt Miniſterialrat
Dr. Poſſe vom Reichswirtſchaftsminiſterium betraut worden. Die
Oelegation iſt am 15. November von Bexlin nach Genf abgereiſt.

* Moſſulöl und arabiſcher Staakenblock.
Von unſerem Berichterſtatter.
B. G. Haifa, November 1930.
Während in Europa immer noch die alten Streitigkeiten
aus den Friedensverträgen die Völker beſchäftigen, geht die
britiſche Politik im vorderen Orient unbeirrt durch vorüber=
gehende
Rückſchläge, wie z. B. in Paläſtina, ihren Weg und
verliert nie das endgültige Ziel, die Schaffung
eines großarabiſchen, aber unter engliſchem
Einfluß ſtehenden Reiches, aus dem Auge. Zwar iſt
es nicht möglich, Arabien direkt der engliſchen Herrſchaft zu
unterwerfen. Dazu iſt die arabiſche Halbinſel zu groß und von
zu vielen noch immer allzu freiheitsliebenden Völkern bewohnt.
Auch würde eine direkte Beſitzergreifung durch die Engländer
wohl in kürzeſter Zeit zu internationalen Schwierigkeiten führen,
weil die Eiferſucht der Franzoſen auf die engliſche Betätigung
im Orient ſolcher Verletzung des Gleichgewichts nicht ruhig
zuſehen könnte. Aber eine direkte Beſitzergreifung iſt ja wohr
auch nicht nötig. Das meerumfloſſene Arabien ſteht ſo ſehr
unter engliſcher Kontrolle, daß es ſolcher groben Mittel kaum
bedarf. Es genügt die wirtſchaftliche Durchdringung und die
Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zuſtandes, um Arabien
am britiſchen Zügel zu gängeln.
Zweiflern, die vielleicht eine ſolche Politik für gewagt oder
für wirtſchaftlich nicht ertragreich genug halten, dürften zwei
Ereigniſſe der letzten Monate die Augen öffnen: die engliſch=
franzöſiſche
Einigung über die Oelleitung von Moſſul zum Mit=
telmeer
und die Berichte über ein bevorſtehendes arabiſihes
Locarno. Beides ſind Schlaglichter auf die Betätigung des
britiſchen Löwen in dieſem Weltteil.
Die Frage, wohin die Oelleitung ans Mit=
telmeer
geführt werden ſollte, die aus den Oel=
feldern
Meſopotamiens das Petroleum bis zu
einem Welthafen leiten ſollte, iſt einer derälte=
ſten
Streitpunkte zwiſchen Großbritannien und
Frankreich im vorderen Orient. Schon in San Remo
wurde 1920 feſtgeſetzt, daß die Oelleitung gebaut werden müſſe.
1924 mußten die Engländer die Zuſicherung, daß ſie eine der=
artige
Oelleitung bauen würden, erneuern, da Frankreich nur
unter dieſer Bedingung bereit war, das Moſſulgebiet endgültig
der Türkei ab= und dem unter engliſcher Kontrolle ſtehenden
Irak zuſprechen zu laſſen, wobei ſie es jedoch wiederum ver=
gaßen
den Ort feſtzuſetzen, an dem die Oelleitung
endigen ſollte. Es mußte erſt der ganze Landſtreifen, der ſich
zwiſchen Transjordanien und dem Irak heute als transjorda=
niſches
, bzw. irakiſches Gebiet, erſtreckt, den Wüſtenſtämmen in
blutigen Kämpfen entriſſen werden, ehe die ſchwierige Frage
gelöſt war. D. h. alſo: bis die Engländer die Mög=
lichkeit
fanden, die Oelleitung durch eigenes
und nicht durch franzöſiſches Gebiet zu legen,
und zwar nach Haifa in Paläſtina, alſo an einen ebenfalls
unter engliſcher Aufſicht ſtehenden Ort. Die Franzoſen, die die
Oelleitung gern unter ihrer Kontrolle gehabt hätten, müſſen
ſich damit begnügen, daß von Paläſtina aus eine Oelleitung nach
dem ſyriſchen Tripolis gebaut wird, ſo daß alſo nicht ſie die
engliſche Oelleitung unter Kontrolle haben, ſondern daß um=
gekehrt
ihre Oelleitung unter britiſcher Kontrolle ſteht.
Wie groß dieſer engliſche Erfolg iſt, iſt nur zu ermeſſen,
wenn man die hartnäckigen Kämpfe um das Moſſulöl bis in
ihre Einzelheiten kennt. Aber gewiß imponiert auch dem Nicht=
fachmann
die Tatſache, daß die Engländer, um franzöſiſcher
Kontrolle zu entgehen und zugleich ihre Landbrücke nach Indien
zu ſichern, Paläſtina, Transjordanien und das Irak durch die
Croberung eines Gebietes zuſammenſchweißten, das an Größe
Paläſtina und Transjordanien weit übertrifft.
Allerdings war dieſes Land bisher eine Art Nie=
mandsland
, das lediglich von wilden Nomaden durchſtreift
wurde und das ſo eine Art natürlicher Puffer zwiſchen dem
Wahabitenreich und den neubritiſchen Beſitzungen in Vorder=
aſien
darſtellte. Die britiſche Politik, die auf Ausſchaltung der
franzöſiſchen Kontrolle über die Moſſulölleitung, und damit das
Moſſulgebiet, gerichtet war, hatte alſo auch eine andere nach=
teilige
Folge. Sie brachte Konflikte zwiſchen dem ſchwachen
Irak und dem mächtigen Wahabitenreiche hervor, die wieder
ihrerſeits die britiſchen Erfolge im Irak vorübergehend in Frage
zu ſtellen drohten.
Aber wenn jemand der Anſicht war, daß die Engländer
dieſes ſchwierige Problem nicht anpacken würden, oder gar es
nicht zu meiſtern verſtünden, der irrte ſich. Die Engländer
ſcheuten ſich nicht, den Beduinen des Wahabitenkönigs Ibn Saud,
mit dem ſie doch bislang befreundet geweſen waren, blutige
Niederlagen zu bereiten und den Schrecken der britiſchen Bomben=
flieger
auch über ein ihnen bisher wohlwollend geſinntes Land
zu breiten. Und zwar mit einem Erfolg, den ſelbſt Kenner
arabiſcher Verhältniſſe urſprünglich nicht für möglich gehalten
haben: nämlich mit dem, daß Ibn Say nachdem der Kampf
mehrere Jahre hin= und hergegangen ar, ſich den britiſchen
Wünſchen fügte und Ende vorigen Jahres ſogar eine Zuſammen=
kunft
mit dem Sohn ſeines Todfeindes, dem König Feiſſal vom
Jrak, zugeſtand, ja, darüber hinaus, als die Zuſammenkunft
ſtattfand, vorbereitende Verhandlungen über den Abſchluß eines
Freundſchaftsvertrages mit dem Irak aufnahm.
Wie weitreichend eine derartige Politik iſt, hat man ſeiner=
zeit
in Europa kaum erkannt. as ara iſche Locarno
oder der arabiſche Völkerbund, zu dem mit dieſen Verhand=
lungen
der erſte Grundſtein gel t wurde, geht in ſeiner
Bedeutung weit über altes hinaus, was von
den Engländern bisher in Arabien erreicht
wurde. Denn das Zuſtandekommen dieſer Pläne würde
heißen, daß ganz Arabien zum erſten Mal wieder
ſeit 700 Jahren in einer, wenn vielleicht auch
loſen Form, geeint wäre und zugleich in dieſer
Formbritiſchen Wünſchenzur Verfügungſtünde.
Das Ideal, für das ſich während des Weltkrieges der Oberſt
Lawrence und ſpäter auch die anderen Arabienkenner der Eng=
länder
einſetzten, wäre wenigſtens zu einem großen Teil ver=
wirklicht
und dem arabiſchen Nationalismus, der den Eng=
ländern
immer vorwarf, ſie verhinderten eine derartige Eini=
gung
ganz Arabiens, wäre der Wind aus den Segeln genommen.
Nun iſt es zwar noch nicht ſo weit. Die Verhandlungen
zwiſchen dem Irak und dem Nedid ſind ſeit dem Dezember des

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Seite 2

Sonntag, den 16. November 1930

Num

vorigen Jahres kaum weiter gediehen. In der Hauptſache, weil
Ibn Saud zunächſt einen zu hohen Preis für ſeine Zuſtimmung
zu dieſen britiſchen Plänen forderte. Aber die Verhandlungen
gehen unauffällig hinter den Kuliſſen weiter, und manche An=
zeichen
laſſen darauf ſchließen, daß die Engländer nicht mehr
ſehr weit von der Verwirklichung ihier Ziele entſernt ſind.
Ibn Saud kann britiſche Flugzeuge und britiſche Militär=
berater
, die er gegen aufſäſſige Landsleute immer wieder be=
nötigt
, allzu gut gebrauchen und weiß, daß er den Bogen nicht
überſpannen darf. Er wird alſo über kurz oder lang ſich den
britiſchen Wünſchen fügen, ebenſo wie das Irak, das 1932 vom
Mandat befreit werden ſoll, wenn es ſich vorher den britiſchen
Wirtſchaftsforderungen geneigt erweiſt. Man laſſe ſich haher
durch Gerüchte über britiſche Mißerfolge in Arabien und beſon=
ders
im Irak nicht irremachen. Der kommende arabiſche
Staatenblock freier arabiſcher Völker iſt
ebenſo ein engliſches Werk wie die Oelleitung,
die jetzt zuſammen mit einer Bahn von Bagdad
nach Haifavonengliſchen Ingenieuren zubauen
begonnen wird.
Briand und Tardien zur Außenpolikik.
Die beiden geſtrigen Reden Briands und Tardieus, mit
denen die außenpolitiſche Interpellationsdebatte abgeſchloſſen
und ein Vertrauensvotum für die Regierung erreicht wurde,
das ihr 53 Stimmen Mehrheit, Briand aber außerdem noch eine
perſönliche Billigung und Vertrauenskundgebung der gegen die
Tagesordnung ſtimmenden 108 Radikalen brachte, müſſen unter
verſchiedenen Geſichtswinkeln gewürdigt werden. In erſter
Linie unter demjenigen der franzöſiſchen Innenpolitik, denn es
handelt ſich hier um eine bewußte und betonte Solidaritäts=
kundgebung
zwiſchen Außenminiſter und Miniſterpräſidenten, die
ſich beide nachdrücklich dagegen verwahren, daß es ſich bei der
Briandſchen Verſtändigungspolitik um eine gleichſam perſönliche
Tendenz und ein in den Einzelheiten ſelbſtändiges Vorgehen
des Außenminiſters gehandelt habe. Tardieu ſpricht offen aus,
daß in der Vergangenheit dieſe oder jene Meinungsverſchieden=
heit
beſtanden habe, daß die Außenpolitik aber immer diejenige
ganz Frankreichs, alſo ſeiner Regierung, geweſen ſei und bleiben
müſſe.
Neben dieſen innenpolitiſchen Teil der beiden Darlegungen
ſehen wir in dem außenpolitiſchen zunächſt eine Reihe von
Argumenten, die gegenüber erhobenen Angriffen Franklin=
Bouillons, Louis Marins und anderer defenſiv angewandt, und
ſolche, die ſich an das Ausland, insbeſondere an Deutſchland
richten. Der Geſamteindruck iſt zweifellos der, daß die Haltung
der führenden franzöſiſchen Staatsmänner durch die vorerwähnten
ſpezifiſchen Bedürfniſſe recht erheblich beeinflußt iſt und daß
trotz der anerkennenswerten Betonung, die einer Fortſetzung
der Friedens= und Verſtändigungspolitik zuteil wird, kein poſi=
tiver
Fortſchritt in bezug auf die für uns lebenswichtigen
Fragen zu verzeichnen iſt. Wir finden dieſe Fragen erwähnt,
ſo mit bezug auf Reviſionsmöglichkeiten beſonders durch Tardieu,
mit bezug auf die Frage eines etwaigen Moratoriums durch
Briand, während zur Frage der Abrüftung wieder der Miniſter=
präſident
ſich ausführlicher äußert. Freilich iſt die Inter=
pretation
, die Tardieu den Bedingungen für die Anwendbarkeit
von Artikel 19 der Völkerbundsſatzung gibt, eine zutreffendere
als die neulich von dem Abgeordneten Pezet ausgefprochene.
Aber es iſt doch eine ſehr einſeitige und den ganzen Geiſt der
Völkerbundsſatzung herabwürdigende, wenn man ſich in kaum
verbrämten Worten auf Macht und Gewalt beruft, um unter
Hervorhebung der Menſchenverluſte des Krieges die territorialen
Feſtlegungen der Pariſer Verträge als nicht unter die Beſtim=
mungen
über die Nachprüfung unanwendbar gewordener oder
den Weltfrieden gefährdender fallend zu bezeichnen. Mit dieſer
Einſchränkung wird Tardieu weder in Deutſchland noch in der
übrigen Welt Glück haben, auch wenn er 12 Jahre nach dem
Kriege und nach der Improviſation diktierter Verträge die
ſchlechte rhetoriſche Formel von den alle acht Tage wieder in
Frage geſtellten unterzeichneten Vereinbarungen findet.
Was die finanziellen Fragen anbelangt, ſo zeigt Briand
von einer mehr humanitären Warte aus, worauf die Stim=
mungen
und politiſchen Erſcheinungen in Deutſchland zurück=
zuführen
ſind, wie er ſich denn überhaupt bemüht, gewiſſe Er=
ſcheinungen
des politiſchen und diplomatiſchen Kampfes als
ſelbſtverſtändlich oder mindeſtens verſtändlich darzuſtellen. Aber
auch bei ihm finden wir gerade in dem Punkte der finanziellen
und wirtſchaftlichen Notwendigkeiten die Auffaſſung von einer
Unabänderlichkeit des Youngplans, deſſen Moratoriumsklauſel
er natürlich anerkennen muß, um aber die Hoffnung auf ihre
Nichtanwendung auszuſprechen. Beide Redner überſehen, wenn
ſie mehr oder weniger verſteckt den Vorwurf ausſprechen, daß
die öffentliche Meinung Deutſchlands ſchon ſo kurze Zeit nach
Abſchluß eines ſchwierigen Vertrages die Frage ſeiner Erfüll=
barkeit
aufwirft, wie tief die Weltwirtſchaftskriſe in das ganze
Gefüge der ökonomiſchen und finanziellen Verhältniſſe einge=

Vom Tage.

Der deutſch=finniſche Handelsvertrag iſt am Freitag durch die ge=
ſetzgebenden
Körperſchaften Finnlands verabſchiedet worden. Der Aus=
tauſch
der Ratifikationsurkunden zwiſchen Finnland und Deutſchland
wird vorausſichtlich am 18. d. M. in Helſingfors erfolgen. Der deutſch=
finniſche
Handelsvertrag wird 10 Tage nach Austauſch der Ratifikations=
urkunden
, vorausſichtlich alſo am 28. d. M., in Kraft treten.
Die vereinigten Reichsrats=Ausſchüſſe beendeten am Samstag vor=
mittag
die erſte Leſung des Haushaltes für 1931, und zwar ſtanden
noch der Kriegslaſten=Haushalt und der Haushalt der allgemeinen
Finanzverwaltung aus.
Der Gewerkverein chriſtlicher Bergarbeiter
Deutſchlands hat den Schiedsſpruch in der Arbeits=
zeitfrage
für den Ruhrbergbau einſtimmig abgelehnt.
Der Zechenverband hat beſchloſſen, den Arbeitszeit=
ſchiedsſpruch
für den Ruhrbergbau vom 12. November an=
zunehmen
, und hat ſeine Verbindlichkeitserklärung durch
den Reichsarbeitsminiſter beantragt.
Reichsarbeitsminiſter Dr. Stegerwald wird ſich am
Sonntag in Begleitung mehrerer Sachverſtändiger nach London be=
geben
. Am 17. und 18. November werden mit dem britiſchen Außen=
miniſter
und dem Bergwerksminiſter Verhandlungen arbeitsrechtlicher
und bergbaulicher Natur ſtattfinden.
In dem Lohnſtreit zwiſchen den Arbeitgebern und
den Metallarbeitern des MainzWiesbadener
Wirtſchaftsgebietes iſt von den Metallarbeitern der
am 12. November gefällte Schiedsſpruch avgelehnt worden.
Die hauptſächliche Begründung für die Ablehnung liegt darin, daß die
Vorbedingungen für die Annahme des Schiedsſpruches in keiner Weiſe
erfüllt wären.
Der ungariſche Miniſterpräſident Graf Bethlen
wird am 29. November auf Einladung der Reichsregierung
in Berlin eintreffen. Wie hier verlautet, handelt es ſich um einen
Höflichkeitsbeſuch.
Die belgiſche Kabinettskriſe iſt gelöſt. Der König hat ſich geweigert,
die Demiſſion des Kabinetts anzunehmen, und den Miniſterpräſidenten
gebeten, weiterhin mit ſeinen Miniſtern ſeine Funktionen zu erfüllen.
Das Miniſterium Jaſpar wird keinerlei Aenderung erfahren:; das Par=
lament
wird am nächſten Dienstag ſeine Arbeiten wieder aufnehmen.
Der franzöſiſche Botſchafter in Moskau hat beim Volkskommiſſar
für Auswärtiges energiſch dagegen proteſtiert, daß der Staatsanwalt
Krylenko in den Anklageakten gegen mehrere Rufſen, die wegen einer
Verſchwörung gegen die Sowfetregierung vor Gericht ſtehen, die fran=
zöſiſche
Regierung, und den franzöſiſchen Generalſtab beſchuldigt hat, ſie hät=
ten
im Jahre 1928 im Einverſtändnis mit den Angeklagten geſtanden.
In Madrid fand am Freitag die Beiſetzung der vier bei dem Neu=
baueinſturz
ums Leben gekommenen Arbeiter ſtatt. Der größte Teil der
Bauarbeiter hatte während der Dauer der Beiſetzungsfeierlichkeiten die
Arbeit niedergelegt. Dabei kam es zu ſchweren Zuſammenſtößen mit
der Polizei, die von der Schußwaffe Gebrauch machte. Vier Perſonen
wurden getötet und 38 verletzt. Im Anſchluß an die Unruhen ſind
100 000 Arbeiter in den Ausſtand getreten; nach den neueſten Nach=
richten
dehnt ſich die Streikbewegung auch auf die Provinz aus.

griffen hat, wie unberechenbar ihr Auftreten und ihre Wir=
kungen
geweſen ſind. Es gibt keine beſſere Verteidigung von
Verträgen ein Begriff, der in allen franzöſiſchen Reden gleich=
ſam
als Leitmotiv wiederkehrt als ihre fortgeſetzte Ueber=
prüfung
auf Anwendbarkeit und Zeitgemäßheit, als das Stu=
dium
der Lebensbedingungen des Gegenkontrahenten. In dieſem
Zuſammenhang wird man auch die Berufung Briands auf die
Führung Preußens zurückweifen müſſen, denn er hat mit der
Reichsregierung zu tun und mit dieſer in und ſeit Locarno
Verträge abgeſchloſſen, die allerdings niemals eine Beſtätigung
von Verſailles darſtellten.
In der Abrüſtungsfrage hat ſich Briand ſehr kurz gefaßt.
Aber Tardieu, der ſich ſo ſtellt, als ob Kundgebungen eines
betonten Nationalismus eine erſtaunliche Eigentümlichkeit des
deutſchen Volkes ſeien, obwohl er ſich gleichzeitig krampfhaft
bemühen muß, eine Außenpolitik der Linken in ſeiner eigenen
Kammer den Regierungsanhängern im Lager Marins mund=
gerecht
zu machen, um dann dafür wieder bei den Radikalen
um gut Wetter zu bitten, produziert den böſen Satz, Frank=
reich
halte ſich an den Friedensvertrag, der Deutſchland die Ab=
rüſtung
zur Pflicht mache, während ſie für die Alliierten nur
eine Möglichkeit ſei. Obwohl einer der Mitverfaſſer des Ver=
ſailler
Vertrages, ſcheint ihm weder die Mantelnote hierzu, noch
die Präambel zu Teil V, noch Artikel 8 des Völkerbundsſtatuts
hinreichend geläufig zu ſein; denn dieſe Möglichkeit, iſt
ſchlechthin eine Pflicht. Und die Welt, auch Frankreichs Alliierte,
bekunden das gerade jetzt wieder im Zuſammenhang mit den
unerfreulichen Genfer Verhandlungen deutlich genug. Jeden=
falls
durfte er in dieſem Zuſammenhang nicht mit der klein=
lichen
Kritik an der Verwertung der ehemals militäriſchen Ge=
bäude
kommen; dieſe Frage iſt im Januar 1929 geregelt wor=
den
und wenn etwa in dem bis vor kurzem beſetzten Gebiet
noch einiges damit Zuſammenhängendes zu regeln, iſt, ſo iſt das
eine rein wirtſchaftliche und keine militäriſche Angelegenheit.
Die geſtrigen franzöſiſchen Erklärungen haben uns alſo nicht
weiter gebracht, gewährleiſten aber die Fortführung der
Briandſchen Politik.

Lohnpolikik und Arbeikszeitven
Eine Enkſchließung des Reichsarbeikgebg
Berlin, 151
Der Vorſtand des Reichsverbandes kommunam
öffentlicher Arbeitgeberverbände Deutſchlands
arbeitgeberverband) hat ſich in ſeiner heutigen e=
Fragen der Lohnpolitik und der Arbeitszeitverkür=
1. Der Vorſtand iſt aus allgemeinen ſozial!=
Erwägungen bereit, ſeinen Mitgliedern al,
gehende Maßnahme dringend zu empfef
zwecks Einſtellung weiterer Arbeit.
der Zahl der Wohlfahrtserwerbss
Verkürzung der Arbeitszeit ohne=
gleich
überall da einführen, wo die betriebss=
wirtſchaftlichen
Verhältniſſe ſolche ermöglichen.
Wo infolge Arbeitsmangels eine volle Best
Belegſchaft nicht mehr möglich iſt, wird von den 1
waltungen erwartet, daß ſie, ſoweit ſolches möoe
beiterentlaſſungen eine Streckung
vornehmen. Der Reichsverband wird mit den
ſofort die erforderlichen zentralen Beſprechungen
Zugleich ſollen die Reichs= und Staatsbo
werden, in gleicher Richtung in ihren Betrieben
2. Alle Beſtrebungen auf Senkung
beſonders auf dem Gebiete des notwendic
bedarfs, ſind nachdrücklichſt zu unterr
den Mitgliedern des Reichsverbandes wird erwar
Zuſammenhang mit der in der öffentlichen Wirn
Privatwirtſchaft eintretenden Lohnentwicklung
ergebenden Folgerungen ziehen werden.
Hochwaſſerſchäden und Grubenmue
vor dem Haushaltsausſchuß des Rac
Im Haushaltsausſchuß des Reichstages wmt
ſamer Antrag zu den Hochwaſſerſchädenie
genommen, der die Reichsregierung erſucht, im B
mit Preußen unverzüglich die notwendigen 9e
Feſtſtellung der Schäden und zur Wiederherſtell I
Schutzeinrichtungen, ſowie zur Sicherung der been
und Wirtſchaftsführung der Geſchädigten zu
hinaus eine Notſtandsaktion einzuleiten, Steusen
gen und Stundungen zu gewähren und die geſck ühr
in die Oſthilfe einzubeziehen, ſoweit dies nicht
war. Zur Vermeidung der Wiederkehr ſolcher 20)
die Fortführung der im Gang befindlichen Wimp
ſchleunigt und ein umfaſſendes weiteres Waſſwp
aufgeſtellt werden.
Zur Frage der Grubenunfälle wurdat
ſchuß einſtimmig ein ſozialdemokratiſcher Antrcuſe
der die Reichsregierung erſucht, aus Anlaß der
kataſtrophe bei Alsdorf bis zu 2 Millionen zuſ
ſtützung der Angehörigen der bei dieſem und atar
fällen verunglückten Bergleute des Wurmreviers F
zu ſtellen. Außerdem ſoll die Reichsregierun/
gehende Unterſuchung über die Urſache, die
führte, hinwirken. Der Ausſchuß vertagte ſſ
Donnerstag nächſter Woche. Dann ſc /
ratung der Notverordnungen begonref
Um die Wiederbeſekung des Reichst
miniſteriums.
* Berlin, 15. Nom
Im Zuſammenhang mit der in der vorigen .9
haft disputierten Kandidatur von Raumer für .9
ſchaftsminiſterium wird neuerdings auch der NIw
für die Wiederbeſetzung des Miniſteriums genan iſ
das für abwegig, gerade weil ſein Geſundheitszurm
ſchütterlich iſt und das Wirtſchaftsminiſterium, m.n
ſten Monaten doch die Hauptlaſt in dem Kamp-
ſenkung
zufallen wird, eine robuſtere Natur brauke.
datur von Raumer darf inzwiſchen wohl als e!
werden, nachdem Herr von Raumer zu verſtehen .9
er eine Berufung anzunehmen nicht in der Lagel/ß
wird es alſo auch weiterhin bei dem Proviſor. n
ſchaftsminiſterium bleiben. Das iſt umuſe
als ſachlich der Staatsſekretär Trendelenburg iſt
eigentlich zur allgemeinen Zufriedenheit verwalt Eſeſ
den Schwierigkeiten, die ihm von den rein polär)
gemacht werden.

Dar peer Oynt ein deutſcher.
Von unſerem Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
s. r. Oslo, November 1930.
Peer Gynt, das Urbild des Norwegers, von Henrik Ibſen
i die Weltliteratur eingeführt, Norwegens Fauft pam
excellence ein Deutſcher? In ganz Norwegen würde eine der=
artige
Behauptung, wäre ſie von einem Nicht=Norweger auf=
geſtellt
, einen Entrüſtungsſturm hervorgerufen haben. Jetzt aber
iſt ein guter norwegiſcher Patriot und Gelehrter auf=
geſtanden
und glaubt den Nachweis führen zu können, daß
alſo Ibſens Fauſtheld made in Germany iſt. Daß Peer Gynt
kein Fabelweſen iſt, keine Ausgeburt dichteriſcher Phantaſie,
wußte man ſeit Jahren. UInd wer zum Beiſpiel nach Lille=
hammer
, dieſem entzückenden Städtchen am Mjöſen=See am Ein=
gang
des Gudbrandstals kommt, kann ſogar eine der vielen
Jagd=Hütten betrachten, die dort in dem ſchönſten Freilicht=
muſeum
der Welt auf Maihaugen, der Maienhöhe, vor Lille=
hammer
inmitten von köſtlichen uralten Bauernhäuſern und
Bauerngehöften mit Kirchlein und Birkenhain ſteht: ein von
Jahrhunderten braungebeiztes Blockhaus, ähnlich denen, die der
Held unſerer Knabenzeit, Lederſtrumpf, ſich in Wild=Weſt er=
richtete
.
Und die Peer=Gynt=Hütte auf dem Maihaug
iſt echt. Wieſo aber ein Deutſcher, dieſer Peer Gynt, von dem
zum erſten Mal der norwegiſche Grimm der Märchenſamm=
ler
Asbjörnſen, erzählt hat, bei dem dann Ibſen ſeinen Peer
gefunden? Nun denn: wohl hat Peer Gynt vor einigen Jahr=
hunderten
auf dem Bauernhof Haagaa in Sönderup im Gud
brandstal, mit Wald und Weiden, gelebt. Ihm gehörte dieſer
Hof, von Vätern ererbt. Im Jahre 1775 bereiſte ein norwegi=
ſcher
Gelehrter namens Gerhard Schöning dieſe Gegend, um
Geſchlechtshiſtorie zu erforſchen. Wohl nennt Schöning Peer
Gyuts Namen nicht, aber er ſtellt feſt, daß nördlich von Södrup
gelegen auf dem Bauernhof Haagaa einſtmals eine adelige
Familie namens Günter geſohnt habe. Da Günter
durchaus kein norwegiſcher Familienname iſt, muste Schöning
ſtutzen. Er begann nachzuforſchen und bekam dabei heraus, daß
dieſe Familie ſelber längſt ausgeſtorben war, daß ſie einſt aber
großes Anſehen genoſſen haben muß, da allerlei Hiſtörchen, in
deren Mittelpunkt dieſe Fremdlinge ſtanden, bei den Gud=
brandsdölern
noch von Mund zu Mund gingen. G ſpricht
man dort wie J aus. Ein u kenut man in ganz Norwegen
nicht. Schreiben und Leſen konnte die Bauernſchaft von Anno

Zum 75. Geburkskag Joſef von Lauffs.

Joſef von Lauff,
der bekannte niederrheiniſche Romanſchriftſteller, feiert am 16.
November ſeinen 75. Geburtstag. Während des Weltkrieges tat
der damals ſchon 60jährige erneut Heeresdienſt als Major und
bekundete ſo durch die Tat den patriotiſchen Geiſt, der ſeine zahl=
reichen
Romane durchzieht.

1775 auch in Norwegen noch nicht. Sprach man von den ein=
ſtigen
Herren auf Haagaa, ſo nannte man ſie die Jyntana
auch kurz die Jynts. Woher dieſe Jynts gekommen, wußte
niemand zu melden. Und ſchon Schöning notierte, daß, wenn
man dort von einem Jyut, was fein ausgeſprochen Gynt
heißt, ſprach, ſo meinte man damit einen abenteuerlichen Mann.
Der Hof Haagaa aber wird ſeit Jahrhunder=
ten
als Wohnſitz jenes Bauern und Jägers Gynt
bezeichnet der in Asbjörnſens Märchen lebt
und in Ibſens Dichtung Weltruhm erlangt hat.
Dieſe Feſtſtellungen Schönings hat der norwegiſche Hiſto=
riker
Hallpard Sand Bakken nun zum Ausgangspunkt ſeiner

Theorie genommen, daß die Jyntana oder 1
in Wirklichkeit Günter hießen, vom Süden ein
müſſen, und zwar aus Deutſchland, da zweiſſe
Günter ein rein deutſcher Name iſt, und da
Adelsfamilie handelt, liegt der Schluß nahe, Eiſt
Familie vielleicht im Holſteiniſchen oder Sch7
Lauenburgſchen gewohnt haben müſſe, in Läh)
zum Machtbereich der däniſchen Krone gehört he.
Erlaubnis des däniſchen Königs, der bis zum
Norwegens König war, nach Norwegen ausgenu!
dort im Gudbrandstal den Bauernhof Haaga.
Und der für jedes norwegiſche Patriotengemu!
daß in ihrem Nationalhelden Peer Gynt leß:"
norwegiſches, ſondern deutſches Blut pulſt, lieg ?"
andere Schluß, zumal ſowohl. Asbjörnſens f1."
Peer eine urdeutſche, romantiſche E‟

Der Berg des Herzens. Von Walther Schmi
alpiner Bücherfreunde, München. Preis 230 RAc.
Ein neues Buch von Walther Schmidkunz! Alll-

nen, bergbegeiſterten Leſern legt der bekannte Mune*
und Alpiniſt eine willkommene Gabe auf den Weih =
den
großen Eroberern der Hochgebirgswelt ſteht Se.
matiſcher Schilderer hochtouriſtiſcher Geſchehniſſe ſel
Höhe alpinen Schrifttums. Wer ſeinen Kampf un=
geleſen
hat, der wird auch mit Spannung nach diel
In ſchlichteſter Einfachheit, ohne literariſchen Bok.
Schmidkunz in ſeinem wonte coure das Ringen 2
Jungmannen um die Eroberung ihres Herzensberge
ihnen zum Berg des Schickſals werden ſoll. In 4
erlebt man Sehnſucht, Vorbereitung und tragiſch
Kampfes, in dem ſich jugendlicher Siegerwille, gepas
Klettertechnik, dem plattengepanzerten, ſteinſchlagorg.
ten ſtellt. Wir erleben die vorbereitende Erkundul..
die Farbenglut des ſcheidenden Tages, wie ſie lut
hohen Graden ſchildern kann; wir fühlen mit be‟
täuſchung des erzwungenen Rückzuges in trieſen.
Regenmorgens, ſehen den neuerlichen Vorſturm, De‟
in bewußtem und gewolltem Verrat an ihren ſe. ."
raden heimlich unternehmen und erleiden ſchliebßlig
grauenvolle Vernichtung blühenden Lebens durc
unheimlichen Steinrieſen. Eine dramatiſche Loſund:
verkettung, die in leiſen Tönen die düſtere Meldole
Matterhornfahrt anklingen läßt. Freunde Ve‟
Strichen gezeichneten Dolomitenwelt, in der ſich Le
gang neuzeitlicher Kletterkunſt abſpielt, werden Eei
Büchlein haben! Aber auch die bergſteigende Züg.
die innerliche Vertiefung eines mit glühenden Farb.
lebniſſes in erzieheriſch wertvoller Weiſe über die Ve
des Nurſportlers hinaus zu reiferem Schauen lie
Hans:

[ ][  ][ ]

znd verlierk 500 000 RM. Naſſaniſche Heimſtätke übernimmt Hegemag und Wog.
Die Forderungen des Bauhandwerks geſicherk.
Nach den Braunkohlen=Werken hat der heſſiſche Staat wieder
ein Pflegekind verloren, das einige Stangen Gold mitnimmt. Der
io lag der Fehler?

Zeit ging durch die Preſſe die Nachricht, die
uffellſchaft für Heſſen, G. m. b. H., (Wog) in
Heſſiſche Gemeinnützige Aktiengeſellſchaft für
THegemag) ſeien in Schwierigkeiten geraten
3rhandlungen, unter Mitwirkung der Gemein=
Ziung zu gelangen.
ſyeſſen war zuletzt mit einem Kapital von
m der Wohnungsfürſorgegeſellſchaft beteiligt.
hs Landesverſicherungsamt Heſſen
gatliche Körperſchaften in etwa gleicher Höhe,
Gemeinden finanziell intereſſiert. Die
rründet zur Verbilligung des Bauens, insbe=
wig
und Betreuung des gemeinnützigen und ge=
Vohnungsbaues. Dazu hatte man ein eigenes
gen und Privatarchitekten ausgeſchaltet. Der
Hᛋ bereits ſchon einmal mit der Geſchäfts=
de
ſellſchaft befaßt, und zwar in der Sitzung
N428. Damals hatte Abg. Haury (D.V.P.) eine
ie Regierung gerichtet, die ſich auf Mißſtände
geinung, der Arbeitsvergebung und der den Bau=
ſuillen
Bedingungen bezog. Von der Regierung
ſteu tungen als unbegründet zurückgewieſen wor=
wt
der Regierung lautete u. a. wörtlich: Die
Ayangsfürſorgegeſellſchaft werden in finanzieller
in Miniſterialdirektor und einem Bankreviſor
t. Außerdem bietet die Zuſammenſetzung des
i ine volle Gewähr für die Ueberwachung der
1. Es wird feſtgeſtellt, daß die Wog. ihre Auf=
dem
Gebiet der Betreuung, wie auch der Bau=
Lßruleitung durchaus ordnungsmäßig und gewiſ=
1.. Die dem heſſiſchen Staat obliegende Auf=
icht
bloß auf die ordentliche jährliche Prüfung
haſ enführung, ſondern auf den ganzen Geſchäfts=
Uſy unregelmäßig vorzunehmende Zwiſchenprü=
ut
wird.
itenkung der Wog ſah ſich kürzlich veranlaßt, nach
Ubren. Reviſion Bilanz zu ziehen. Es ſoll ſich dabei
ßüglnote von 40 Prozent für die Handwer=
. Eine Nachprüfung bei der Tochtergeſellſchaft
hſſete die erſchreckende Feſtſtellung, daß dort für die
us der Maſſe nichts vorhanden geweſen
ßlzuidierung hätte auch den Ruin vieler
hie gehabt. Deshalb ſetzten Bemühungen ein, zu
ſch zu kommen. Unter Federführung des Präſi=
Likeusteerſicherungsamtes, Dr. Neumann, iſt, wenn
mtlſtet ſind, geſtern ein Vertrag zuſtande
nſſoanach die Naſſauiſche Heimſtätte
r Iſt M., die Wohnungsfürſorgegeſellſchaft und die
hatzige Akt.=Geſ. für kleine Wohnungen übernimmt
äit, weiterführt, unter Uebernahme aller
MPmſſiven. Wog und Hegemag beteiligen ſich
9000 RM. an der Naſſauiſchen Heimſtätte. Die
iemag=Anteil bringen die beteiligten Gemeinden
MR M.=Anteil der Wog wird ratenweiſe bar ein=
ſahm
wird dem heſſiſchen Staat die Entſen=
SſEl uskommiſſars in den Aufſichtsrat der Naſ=
eihſte
zugeſtanden werden.
üctiteſſe iſt erreicht, daß ſich die Naſſauiſche
tſherpflichtete, bei Bauvorhaben in
ſteer Linie beſſiſche Handwerker zu
ihmnacht zu verkennen, daß mit der Verlegung der
geſlsatten nach Frankfurt a. M. für Darmſtadt
htiſiiſedeutender Schaden erwächſt. Die
Wlagenden ſind, nachdem dank der Bemühungen
demſe. Meumann die Forderungen des Bauhandwerks
ſordmehen, Staat, Landesverſicherungs=
nſlGiemeinden
. Der Geſamtverluſt für
näotſ waa 500 000 RM., das iſt höchſt bedauerlich
ſenuſt ſeckſte Aufklärung; auch die Behauptung, daß z.
Mleen allein 60 000 RM. Ausgaben für Autofahrten
gftellt worden ſein ſollen. In der Leitung der
lezeits ein Wechſel eingetreten. Das für die
i ir Heſſen notwendige Perſonal wird jedoch von
wiſtihHrcimſtätte übernommen.

Landtag wird ſich damit wohl in einer Sitzung in der über=
nächſten
Woche befaſſen. Abg. Haury hat heute beantragt, die
Regierung möge dem Landtag eine Denkſchrift unterbreiten,
aus der zu erſehen iſt, ob lediglich die Geſchäftsführung die Ver=
antwortung
für dieſe Mißwirtſchaft trifft, oder ob auch ſonſtige
Organe verantwortlich zu machen ſind. In der Begründung
wird u. a. geſagt, es ſei zu klären, ob lediglich grenzenloſe Un=
fähigkeit
und Leichtfertigkeit die Urſache des Zuſammenbruches
waren, oder ob auch ſtrafrechtliche Verfehlungen vorgekommen
ſind.
Wir hoffen, daß dieſe Befürchtung ſich als unbegründet er=
weiſen
wird. Der Antwort der Regierung darf man um ſo mehr
mit Intereſſe entgegenſehen.
Beſchlagnahme von Rübengeldern.
Der Landbund betantragt beim Landtag:
Den Landwirten in Geinsheim ſind wegen rückſtändiger Beitrags=
zahlung
für den Aſtheim=Erfelder Entwäſſerungsverband bei den Ver=
einigten
Südweſtdeutſchen Zuckerfabriken die Gelder für abgelieferte
Rüben beſchlagnahmt worden. Dadurch wird den Landwirten die ein=
zige
nennenswerte Einnahme aus der geſamten Ernte 1930 vorenthalten.
Der Abſatz für die übrigen Produkte, insbeſondere Gerſte und Kar=
toffeln
, ſtockt vollkommen oder iſt nur zu Schleuderpreiſen möglich, ſo
daß die betreffenden Landwirte unter dieſen Umſtänden nicht in der Lage
ſind, ihren Betrieb ordnungsgemäß, aufrecht erhalten zu können.
Wir beantragen: Die Regierung möge die Aufhebung der Beſchlag=
nahme
der Rübengelder alsbald erwirken und für Freigabe der für
rückſtändige Entwäſſerungsgelder gepfändeten ſonſtigen Gegenſtände
Sorge tragen.

Auch die heſſiſche Regierung will die Preisſenkung
energiſch beireiben und durchführen.
Das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft beſchäftigt ſich
eingehend mit der Frage, wie im Zuſammenhang mit dem
Lohn= und Gehaltsabbau in Heſſen eine beſchleunigte
und durchgreifende Senkung der Preiſe für die
wichtigſten Gegenſtände des täglichen Lebens erzielt werden kann.
Durch Verhandlungen, die bereits mit einzelnen Wirtſchafts=
gruppen
geführt wurden, wurde feſtgeſtellt, daß die Preis=
ſpanne
innerhalb der einzelnen Städte recht verſchiedenartig iſt.
Die angeſtellten Berechnungen haben jedoch ergeben, daß eine
immerhin nicht unbeträchtliche Senkung der Verkaufs=
preiſe
durchgeführt werden kann. Es dürfte aber notwendig
erſcheinen, die durch Kartelle oder ſonſtige Organiſationen
einheitlich feſtgelegten Preiſe einer weſentlichen Aenderung zu
unterziehen. Dieſe zu große Gewinnſpanne dürfte jedoch durch
örtliche Verhandlungen am beſten geregelt werden
können, weil auch der örtliche Unkoſtenſatz ſehr verſchiedenartig iſt.
Das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft wird jedoch
darauf bedacht ſein, daß auch auf dem Lande eine Her=
abſetzung
der Preiſe für die Bedürfniſſe des
täglichen Lebens, aber auch der weit über den Friedens=
preiſen
liegenden Unkoſten für Herſtellung und Re=
paraturen
landwirtſchaftlicher Geräte ( Hufbe=
ſchlag
uſw.) möglichſt bald durchgeführt wird.
Zur Durchführung dieſer gemeinſchaftlichen Preisſenkungs=
aktion
wird im Verlauf der kommenden Woche eine Beſpre=
chung
mit den Kreisämtern und den Oberbürger=
meiſtern
der Städte herbeigeführt werden. Im Hin=
blick
auf die überaus große Notlage der breiten Maſſen des
Volkes und in Verfolg der Anregung der Reichsregierung hat
das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft den feſten Willen,
die Preisſenkung energiſch zu betreiben und durchzuführen.
Das Miniſterium gibt ſich auch der Hoffnung hin, daß durch
eine vernünftige Verſtändigung mit den in Frage
kommenden Wirtſchaftsgruppen und durch ver=
trauensvolles
Zuſammenarbeiten dieſes Ziel er=
reicht
werden kann. Sollten jedoch gütliche Verhandlungen
nicht zu dem gewünſchten Erfolg führen, ſo wird das Mini=
ſterium
nicht davor zurückſchrecken, bei der Reichsregierung
Maßnahmen zu beantragen, die es alsdann er=
möglichen
, auf geſetzlichem Wege eine durch=
greifende
Preisſenkung zu erzielen.

Führerkriſe bei der Volksparkei.
Endgülkiger Rückkriti Dr. Scholz von der Parkei=
und Frakkionsführung bevorſtehend?
* Berlin, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
In Berlin ſind Gerüchte im Umlauf, denen zufolge bei der
Volkspartei eine Führerkriſe ausgebrochen ſein ſoll. Der bis=
herige
Parteiführer und Fraktionsvorſitzende Scholz ſoll ſeinem
Stellvertreter, dem Abg. Dingeldey, einen Brief geſchrieben haben,
worin er ihm mitteilt, daß er von ſeinem Amte zurückzutreten be=
abſichtige
. Dingeldey ſei daraufhin ſofort nach Locarno gefahren,
wo Dr. Scholz ſich zurzeit aufhält, um vor der endgültigen Ent=
ſcheidung
noch einmal mit ihm Rückſprache zu nehmen. Partei=
amtlich
wird die Kriſe zwar noch nicht zugegeben. Die Partei=
leitung
erklärt lediglich, daß bisher eine Rücktrittserklärung
noch nicht eingegangen ſei‟. Die Reiſe Dingeldeys nach Locarno
wird damit begründet, daß Dr. Scholz, deſſen Geſundheitszuſtand
ſchon ſeit Wochen ſehr angegriffen iſt, vorausſichtlich nicht recht=
zeitig
wieder in Berlin ſein wird, um die Vorbereitungen für
die Sitzung des Zentralvorſtandes zu treffen, der am 30. Novem=
ber
und 1. Dezember in Berlin tagen wird. Auf der Tagesord=
nung
ſteht auch die Neuwahl des Parteivorſtandes, der nach jeder
Reichstagswahl vorgenommen wird. Es iſt wohl ſicher, daß auch
dieſe Frage in Locarno beſprochen wird. Nach der Rückkehr Din=
geldeys
wird der Parteivorſtand zuſammentreten. In volkspar=
teilichen
Kreiſen rechnet man damit, daß bis Mitte der kommen=
den
Woche eine Klärung erfolgt.
Konferenz der Landwirkſchaftsminiſter.
Die Landwirtſchaftsminiſter der Länder werden Ende No=
vember
oder Anfang Dezember in Berlin unter dem Vorſitz des
Reichsernährungsminiſters Schiele zu einer Konferenz zuſammen=
treten
, in der die allgemeinen Richtlinien für die Landwirtſchafts=
politik
des nächſten Jahres aufgeſtellt werden ſollen. Man wird
bei dieſer Zuſammenkunft auch die inzwiſchen erzielten Ergebniſſe
der Preisſenkungsaktion und die weiteren auf dieſem Gebiete
möglichen Maßnahmen beſprechen. In erſter Linie dient die
Ausſprache einer Verſtändigung über die im Etat des Reichs=
ernährungsminiſteriums
angeforderten Mittel.
Senkung der Skückgutfrachk für Karkoffeln.
Berlin, 15. November.
Die Reichsbahnverwaltung teilt mit: Daß die Reichsbahn
nach ihren Kräften verſucht, ſich in die Preisſenkungsaktion ein=
zuſpannen
, kann daraus entnommen werden, daß ſie die Stück=
gutfrachtſätze
für die Beförderung von Kartoffeln ſofort herab=
geſetzt
hat. Wenn auch die Kartoffeln im Handel zu billigen
Wagenladungstarifen bezogen werden, ſo ſoll doch im Intereſſe
einer direkten Verbindung zwiſchen Erzeuger und Verbraucher
die Stückgutfracht für Kartoffeln folgendermaßen herabgeſetzt
werden:
Es koſten 50 Kilogramm Kartoffeln im Stückgutverkehr in
Pfennigen:
in Pf. bisher bei Bezug von
auf eine
Entfernung von km 100 kg 200 kg 300 kg künftig
50
60
65
75
45
115
100
105
80
101
150
140
150
105
135
185
200
175
130
168
245
230
300
238
180
Bei einer Beförderungsweite von z. B. 150 Kilometer be=
trägt
die Senkung der Stückgutfracht für Sendungen von 100
Kilogramm 30 Prozent, von 200 Kilogramm 25 Prozent, von
300 Kilogramm 22 Prozent.
* Von allen Seiten hageln die Anträge auf Herabſetzung der
Eiſenbahnfrachten. Auch im Reichswirtſchaftsrat iſt nach Abſchluß
der Unterſuchungen über die Preisbildung unzweideutig feſtge=
ſtellt
worden, daß der Preisabbau nur dann ſeinen Zweck er=
füllt
, wenn auch die Reichsbahn mitmacht. Jetzt hat der Reichs=
verkehrsminiſter
mit der Reichsbahn Fühlung aufgenommen, um
zu erreichen, daß auch ſie ſich zu Zugeſtändniſſen bereit erklärt.
Abgeſehen von der jetzigen Frachtermäßigung für Kartoffeln macht
ſie aber immer noch große Schwierigkeiten, weil ſie in dieſem
Betriebsjahr mit einem erheblichen Defizit abſchließen wird.
Außerdem weiſt ſie nach wie vor auf die ſcharfe Konkurrenz des
Kraftwagens hin. Sie überſieht dabei ganz, daß dieſe Konkur=
renz
von Monat zu Monat mehr wächſt, je hartnäckiger ſich die
Reichsbahn zeigt, von den hohen Tarifen herunterzugehen, und
daß ſie es ſelbſt durch entſprechende Tarifermäßigungen in der
Hand hat, dieſe Konkurrenz auszuſchalten. Für die Preisfeſt=
ſetzung
wird es aber von ungeheurem Vorteil ſein, wenn die Roh=
ſtoffmaterialien
, die Halb= und Fertigwaren zu billigeren Sätzen
befördert werden. Dadurch könnte man auf breiter Front die
Preiſe ſenken, weil ja auch die Geſtehungskoſten heruntergehen.

häſches Landestheaker.
Raes. Samstag, den 15. November 1930.
Schnurrbuſch=Auarketf.
Sitlich iſt, daß ſich in unſerer kleinen Stadt ſeit
amtettvereinigungen von Anſehen und Leiſtungs=
Einen, ſo beweiſt dies die große Muſikliebe, die
ele Erziehung des Darmſtädter Publikums. Das
Des Schnurrbuſch=Quartett, ſie beſitzen jedes ſeine
ſiie zum Teil beiden Gefolgſchaft leiſtet. Sie
der unerſchöpflichen Kammermuſik=Literatur in
nnen nie ins Gehege kommen, vielmehr nur ſich
hinn. Sorgſam gepflegte Ueberlieferung, auffal=
WeM Leſchäftigung mit Muſik, häufig mehr als dilet=
Eüuung in einem Inſtrument oder Geſang, nicht zu=
Sd Fls vorbereitenden und abſchließend Richtung ge=
ungen
der Preſſe haben den Boden bereitet, das
iDI2 modurch die Anforderung geſteigert, der Ehrgeiz
Sehen wir, daß z. B. in Frankfurt kein einziges
spartett aus Mitgliedern des Opernorcheſters be=
FMMs Der Vergleich ſtolz machen.
Rlmſchquartett hat eine andere Zuſammenſetzung:
Haſitzt jetzt Alfred Fillſack, am Cello der
Drä. Das Programm verzeichnete heute nur
aponiſten und hatte damit große Anziehungs=
titer
. Trotz der zu langen Dauer ließ es durch Gegen=
Ermüdung aufkommen.
hand Hans Simon. Die drei phantaſtiſchen
il lbar vor ſeiner Sinfonie geſchrieben. Wahrlich
2 Lpus 5! Da lebt, blüht, klingt ſchon alles. Das
an Wechſel mit Erregung. Das Scherzino frech
De Ballade durchaus eine poetiſche Szene voll
nungen und melodiöſen Lyrismen. Ein rei=
ein
echter Simon, in dem ſich ſchon alles an=
Der Sinfonie, und erſt recht in der Oper, aus=
ies
Trio für zwei Violinen und Viola von Karl
A ſtrenger, formeller, aber auch erfüllt von
Hnentum. Die beiden erſten Sätze gemahnen oft
letzte gibt den geſchwätzig=luſtigen Schluß. Den
on aibt das elegant gebaute Stück dankbar
Derte. Mit der Violinſonate Wilhelm Peter=
NAuis unbedingtes Neuland. Dieſe ernſte, nicht jedem
Hngliche Muſik iſt mur aus religiöſen Elementen

verſtehbar und verlangt wegen der ganz ihm eigentümlichen Har=
monik
eine beſondere Einfühlung als Vorausſetzung. Dem Ein=
dringenden
erſchließt ſich alsdann die Tiefe der Gedanken und die
Logik der Satztechnik dieſer drei inhaltreichen Sätze, die P.
Schnurrbuſch meiſterlich, vom Komponiſten aufſchlußreich be=
gleitet
, ſpielte. Den Schluß machte Arnold Mendels=
ſohns
herrliches D=Dur=Quartett, Opus 67, das ich noch nie ſo
gut geſpielt hörte wie heute, und das, obgleich ſchon der Simon
und Steinmar ſehr klangſchön und flott zu Gehör kamen, das
Meiſterſtück des Abends wurde. Auch das Meiſterſtück als Kom=
poſition
. Es war belehrend und beglückend zugleich, zu hören,
wie da eine reiche Erfindung, klare Thematik und feinſinnige
Melodik durch Erfahrung und techniſche Beherrſchung aller Mit=
tel
zur Reife gebracht wird, und ein ſchlechtweg meiſterhaftes
Werk entſteht. Die Schnurrbuſchleute haben Ehre eingelegt und
v. II.
viele Freunde hinzugewonnen.
Kleines Haus. Samstag, den 15. November 1930.

Die auf Veranlaſſung des Vereins der Freunde des Heſſi=
ſchen
Landestheaters und zur Werbung von neuen Mitgliedern
dieſes Vereins veranſtaltete Klabundfeier im Kleinen Haus war
verhältnismäßig ſehr gut beſucht. Die Feier, die um ½11 Uhr
begann und erſt nach Mitternacht endete, vermittelte gut Kla=
bund
den Dichter in Lyrik und Proſa, und wenn auch kurz, ſo
doch eindringlich auch ſein dichteriſches Schaffen im Rahmen der
neuen deutſchen Dichtkunſt.
Zu Beginn der Feier ſprach Carl Werckshagen über
Klabund und die deutſche Dichtung. Der Redner ſtellte ſich unbe=
dingt
und reſtlos bejahend zu Klabunds Dichtkunſt. Er feierte
Klabund als Anreger großen Stils, deſſen junge Dichtung Mittel
freimachte für eine totale Menſchlichkeit und der Wegbereiter
der modernen Dichtung ward, weil er ihr ein Publikum geſchaffen
hat, das gläubig wurde. Das in ſeinen Romanen. Und in ſeinen
Dramen ſchuf er neue Kunſtform, die eindringlich für ſich ſelbſt
wirbt in der ſtändigen Vermiſchung des Komiſchen mit dem Tra=
giſchen
. Er hat, wie kaum ein anderer, Anteil an der neuen
Belebung der Zeitbühne, weil er das große Publikum empfäng=
lich
gemacht hat für die Gegenwartsbühne. Der Dichter Klabund
ſchlägt gleichmäßig an das Herz und an das Gewiſſen des
Volkes
Nach dem Vortrag gab Hermine Körner köſtliche Pro=
ben
aus Klabunds Lyrik und lyriſcher Proſa. Sie las ihr
Organ wundervoll weich timbriert und in der Modulationsfähig=

keit ſoweit geſchult, daß es in Zu Amſterdam erſchütternd
ſpröde, trocken wirkte die Totenklage, November=Elegie, Ich
kehre in meine Heimat zurück, Weihnachtslegende uſw.
Profeſſor Carl Ebert beſchloß den intereſſanten Abend
mit der Lebensbeſchreibung Moreaus, des Generals Bonapartes
und ſpäter der Verbündeten. Ein Werk, in dem die Erzählung
meiſterhaft zu ſtärkſtem dramatiſchen Ausdruck geſteigert wird,
bei glänzender Stiliſtik, der Profeſſor Carl Eberts wundervolle
M. St.
Vortragskunſt voll gerecht wurde.

* Orpheum.
Schlierſeer=Gaſtſpiel Xaver Terofal.
Nach dem Seitenſprung ins Tragiſche wieder eine Darbie=
tung
wundervollſter Heiterkeit, köſtlichen Humors, den zu ver=
mitteln
ja doch die ſtärkſte und ſchönſte Seite der Schlierſeer
Künſtlerſchar bleibt. Finden Sie daßder Stinglbräu=
Hans ſich richtig benimmt? eine Sommergeſchichte
nach Deandl mitm roten Mieder von L. Meggendor=
fer
, iſt eine ſehr harmloſe, aber in der Herausſtellung des
ſchlauen Bauernhumors ganz köſtliche Sache, die ſo fidel iſt und
geſpielt wird, daß ſie die Künſtler ſelbſt in beſte Laune verſetzt
und ſo leicht das Publikum mitnimmt, das aus dem Lachen nicht
herauskommt.
Nein, Stinglbräu=Hans benimmt ſich wirklich nicht richtig,
wenn er, der alte Krauter, noch jungen Künſtlerinnen Präſente
macht und in der Abwehr der daraus erwachſenden Nachteile
dann die Ehen ſeiner beiden Töchter in Gefahr bringt. Aber
was ſoll er machen, wenn ſein Ehegeſponſt ihm hinter ſeine
Schliche zu kommen droht? Dieſe Sommergeſchichte iſt reich an
komiſchen Situationen und Zwiſchenfällen, aber das Schönſte iſt,
wie geſagt, das animierte, launiſche Spiel des Enſembles, in dem
jeder und jede am rechten Platz ſteht, ſo daß eine ſo abgerundete
flotte Aufführung herauskommt, die ſelbſt bei den Schlierſeern
bemerkenswert iſt. Blitzſauber ſehen die beiden Töchter Sepherl
u. Martl aus (Maria Erhardt u. Lina Lang), denen Haupt=
rollen
zufallen, und temperamentvoll und ſchmuck auch Maria
Schwarz als Stinglbäuerin und Fanny Mittermayr=
Terofal als Künſtlerin. Unglaublich komiſch iſt Mirzl
Staller als Magd Cilli, und wie immer Herr Terofal
ſelbſt. Georg Schiller iſt ein netter Schulmeiſter, und Karl
Mittermayr und Willi Soellner zwei ſehr verſchiedene,
aber gleich ſympathiſche Liebhaber. Auch Joſef Weiß entpuppt
ſich als ausgezeichneter Komiker.
Wer herzlich laſſen will, darf ſich dieſe Aufführung nicht ent=
gehen
laſſen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 16. November 1930

OEA

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[ ][  ][ ]

der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 16. November.
isänderungen der Straßenbahn
in Darmſtadk.
der Heag ſchreibt uns: Wie in allen Straßen=
zu vermerken iſt, wirkt die wirtſchaftliche Lage
m der Frequenz der Straßenbahnbenutzung.
äand iſt auch die Straßenbahn in Darmſtadt be=
rden
bereits längere Zeit Erwägungen gepflo=
Iitgreifenden Tarifänderung. Unter Berück=
vielfach
weiterhin verſchlechternden Verhältniſſe
tea chtziehung der allgemeinen Lage auf dem Ar=
Verſuch gemacht werden, den Tarif im allge=
gest
in Gebrauch iſt, beſtehen zu laſſen. Da=
won
der Verwaltung der Heag freiwillig ein=
ſcheinheftchen
, auf die jetzt reichlich gro=
ist
wird (Fahrſcheinheftchen für 3 und 4 Teil=
ſtt
und Fahrſcheinheftchen für 5 und 6 Teilſtrecken
i ſem Rabattſatz verkürzt. Es werden ab 15.
uup Fahrſcheinheftchen zum Preiſe von 1.80
zu 4 Teilſtrecken bzw. 2 25 Mark für 5 und 6
teben. Das iſt eine Maßnahme, die unabhän=
tigeſtaltung
der Heag iſt und ſomit alſo auch
hit ng darſtellt, ſondern immer noch den Fahr=
ſern
einen Nachlaß von 10 Prozent gewährt. Ob
7½=Minutenverkehr, der in Darmſtadt keinen
hat (2) noch andere Maßnahmen ergriffen
65 aus. Außerdem wird ab 15. November der
vom Steinberg nach der Ohlyſtraße
ucheſtand verſetzt. Auf Grund des § 1 des Ge=
t
rsgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw.
treten der Verwaltungsoberinſpektor Johan=
Treisamt Alsfeld und Bürodirektor Theodor
t Heſiſchen Landesſtatitiſchen Amt in Darmſtadt
t) mit Wirkung vom 1. Dezember 1930 an.
neimiſame Toten=Gedenkfeier findet am Sonntag
i. vormittags 11.30 Uhr, auf dem Waldfriedhof
gin auf den im Anzeigenteil veröffentlichten Auf=

* Preisſenkungsbeſtrebungen
und die Finanzen der Stadt Darmſtadt.
Geringe Preisſenkungen auf einigen Gebieken bereils erreichlt. Milchhändler und Bäcker ſollen folgen.
Verhandlungen auch mit Kleinhandel nächſte Woche. Keine Tariſerhöhungen bei der Heag, aber geringe
Herabſekung des Fahrſcheinheft=Rabakkes. Einführung neuer Skeuern: Bierſtener, Gekränkeſteuer,
Bürgerſtener. Die Bermögenslage der Skadt nicht ſehr ungünſlig. Was die Heag für die Stadk leiſtet.

hitr Vereine und Verbände hin.
Tarmſtädter Hochſchuldozenten von E. C. Bialla.
if der Buchhandlung Bergſtraeßer hat nicht nur
in, ſondern auch allgemein überaus reges Inter=
ln
noch weiter die Möglichkeit zu geben, die
ſüe gen, wird die Ausſtellung um eine Woche, alſo
N. verlängert.
irung der Deutſchen Meſſe von Arnold Mendels=
iockirche
ſind noch Karten heute nachmittag ab
entornapotheke zu haben.

teſſiſches Landeskheater.

Großes Haus

19 3022.15 Uhr
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Keine Vorſtellung

1-20. Ende 22 Uhr
Darbier von Basdad
A8, T, Gruppe 5
Pre ſe 110 M4

En e nach 22 30 Uh:
elffabeth von England
Darmſt. Volksbühne
Gruppe 1 und 2
PPreiſe 110 Mk

WB, Ende nach 22 Uhr
inenaliges Gaſtſpiel des
ürpaniſchen Theaters
Außer Miete
Breiſe 110 Mk

19.3022 30 Uhr
Zauberflöte
H4. Bühnenvolisbund
Preiſe 1

Ende gegen 22 15 Uhr
B8 Zum erſten Male:
2er raſende Sperling
Wreiſe 1 bis 10..

2021 45 Uhr
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Kleines Haus

Keine Voxſtellung

2032 Uhr
Meine Schwveſter und ich
T, Gruppe 1, 3 und 4
Preiſe 1 206 Mk.

2022 30 Uhr
Volksvorſtellung
Der Waffenſchmied
T Gruppe 2
Preiſe 14 Mk.

2022 Uhr
Lueia von Lammermoor
Zuſatzmi te 111, 16
Preiſe 1.507 50 Mk.

20, Ende nach 22 Uhr.
Zuſatz=M ete IV
Die erte Fran Selby
Preiſe 1.50 bis 7.50 Mk.

20 Ende gegen 22 Uhr
Lncia von Lammermoor
Zuſazmete Uls T 7 und
Preiſe 1.507 50 Mk.

2022.15 Uhr
Miſtiſſi pi
zwerordentl. BolkskonzertiM 2, P2, Darmſt Volksbühne
Gruppe 1 bis 4
Preiſe 15 Mk.
1M Aandestheater. Die ſchöne Helena, Ope=
Meues Offenbach, gelangt heute im Großen. Haus
Re: Leitung von Karl Maria Zwißler mit Walter,
el. Ney, Vogt, Kuhn, Karzau, Gallinger, Keßler
Wlnn zur Aufführung. Im Kleinen Haus wird
dE Heſſiſche Spielgemeinſchaft Heinrich Rüthleins
erWGlasſchrank bei kleinen Preiſen zur Dar=
Die nächſten Wiederholungen des erfolgrei=
EnKuſtſpiels Meine Schweſter und ich fin=

Der 18. November, und Samstag, den 22. Novem=
uanten
Beſetzung im Kleinen Haus ſtatt. Frau
wird in der Titelrolle des Schauſpiels Eli=

England von Ferdinand Bruckner

nochmals

. November, im Großen Haus gaſtieren. Freitag.
x, beginnt Frau Hermine Körner ihr Gaſtſpiel
Frau Selby im Kleinen Haus. In dieſer
Warl Ebert die Rolle des James Selby ſpielen.

er Lucia von Lammermoor wird Don=
Movember, im Kleinen Haus in neuer Inſzenie=
Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking unter
Eung von Karl Maria Zwißler zur Darſtellung

Der Oberbürgermeiſter hatte für geſtern zu einer informato=
riſchen
Ausſprache über die derzeitige finanzielle Situation der
Stadt und über die Preisſenkungsaktion eingeladen. An Hand
umfangreichen Materials gab Oberbürgermeiſter Mueller eine
intereſſante Ueberſicht über das, was bisher geſchehen iſt, und
was in allernächſter Zeit noch erfolgen ſoll. Aus den Mitteilun=
gen
über die Preisſenkungsbeſtrebungen geben wir das Nach=
ſtehende
wieder:
Die Milchhändler haben ſich bisher zu einer Herabſetzung
der Preiſe nicht verſtehen können. In Verhandlungen, die nächſte
Woche ſtattfinden, ſoll erſt dazu Stellung genommen werden. Zur=
zeit
beträgt die Spanung zwiſchen Ein= und Verkauf im Milch=
handel
in Darmſtadt 1415 Pf. Da von fachmänniſcher Seite er=
kannt
worden iſt, daß man gegebenenfalls mit einer Spannung
von 10 Pf. auskommen kann, iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß
der Milchhandel ſich der Notwendigkeit, auch ſeine Verkaufspreiſe
zu ſenken, nicht verſchließen wird.
Mit dem Kleinhandel (Kolonialwaren uſw.) ſollen am
Montag Verhandlungen eingeleitet werden. Ueber die Fleiſch=
preiſe
iſt mit der Metzgerinnung Darmſtadt eingehend verhan=
delt
worden. Die Innung hat bereits vor 4 Wochen die
Schweinfleiſchpreiſe um 20 Pf. pro Pfund geſenkt. Sie
hat ſich um eine weitere Senkung von 5 Pf. bereit erklärt. Der
Preis für Ochſenfleiſch iſt in den letzten Tagen um 10 Pf. pro
Pfund herabgeſetzt worden. Die Metzgerinnung hat feſtgeſtellt,
daß ein beträchtlicher Unterſchied zwiſchen den Verkaufspreiſen
des Konſumpereins und der Metzgerinnung nicht mehr beſteht.
Im Laufe der nächſten Woche ſollen weitere Beſprechungen ſtatt=
finden
. Von einem der Teilnehmer wurde hierzu feſtgeſtellt, daß

2

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SCHAUFENSTER

VON

aa

WILHELMINENSTR. 25

16754

die Fleiſchpreiſe wohl noch eine weitere Senkung vertragen könn= wein, Branntwein, Mineralwaſſer, Kakao, Kaffee, Tee uſw., an
ten. Eine Gleichſtellung mit den Konſumvereinspreiſen ſei noch allen Stätten, wo derartige Getränke gegen Entgelt verabreicht
nicht erreicht, weil außer acht gelaſſen wird, daß der Konſumper= werden. Die Steuer ſoll mindeſtens 5 Pfg. für jeden Einzelfall
ein doppelte Beſchaugebühren zu bezahlen hat.
Die Verhandlungen mit der Bäckerinnung haben bisher) Staatsbürger treffen ſoll.
leider zu einem Ergebnis nicht geführt. Es wurde verhandelt
mit dem Konſumverein, der Bäckerei Oſthafen und der Bäcker=
innung
. Der Konſumperein verkauft einen Laib Brot mit 86 Pf.
verein gewährten 5 Prozent beträgt der Brotpreis 82 bzw. 72 Pf.
Die Bäckerinnung hat geltend gemacht, daß die Brotpreiſe im ſüd=
weſtdeutſchen
Bezirk für Darmſtadt unter dem Durchſchnitt ſtehen.
Eine weitere Senkung könne vorläufig nicht in Frage, kommen, den müſſen. Im Anſchluß an die Mitteilungen, auf die wir,
zumal die Mehlpreiſe in den letzten Wochen in die Höhe gegan=
gen
ſeien. Die Preiſe der Brotfabrik Oſthafen entſprechen denen ſtehende intereſſante Zuſammenſtellung:
der Bäckerinnung Darmſtadt, mit der entſprechende Vereinbarun=
gen
beſtehen. Die Bäckerinnung habe ihren Preis vor 4 Wochen
etwas herabgeſetzt. Es wurde hierzu feſtgeſtellt, daß in
anderen Städten der näheren und weiteren Umgebung
die Brotpreiſe niedriger ſind, trotzdem in Darmſtadt
die niedrigſten Gewerbeſteuerſätze beſtehen. Die Innung hat ſich
bereit erklärt, nochmals zu der Preisſenkungsaktion Stellung zu
nehmen. Seit 8. Oktober 1930 koſtet das Brot in Darmſtadt
192 Pf. Roggenbrot 80 Pf.
Die Heag

und die ſeit geſtern erfolgte Erhöhung der Preiſe für Fahrſchein=
heftchen
erforderten eine längere Ausſprache. Es wurde mit Ge=
nugtuung
begrüßt, daß keine Tariferhöhung eingeführt
werden ſoll, trotzdem in allen anderen Städten die Tarifpreiſe
höher ſind. Eine Erregung über die Aenderung der Preiſe für
Fahrſcheinhefte iſt durchaus unberechtigt. Der Oberbürgermeiſter
nahm in der Ausſprache Gelegenheit, einmal vor aller Oeffent=
lichkeit
darzulegen, was die ſtädtiſchen Finanzen von der Heag
beziehen, und was, falls dieſe Bezüge eingeſchränkt würden, nur
durch neue Steuern eingebracht werden könnte. Es muß aner=
kannt
werden, daß die Leiſtungen der Heag im Darmſtädter Stra=
ßenverkehr
durchaus gut ſind, beſonders wenn man die in an=
deren
Städten damit vergleicht. Andere Städte müſſen erhebliche
Zuſchüſſe zu ihren Straßenbahnen leiſten. In Darmſtadt

aber trägt die Heag erfreulicherweiſe ſehr er=
heblich
zur Entlaſtung der Steuerzahler bei.
Die Heag leiſtet
zugunſten der Stadt einen vertraglich feſtgelegten Jahresbetrag
für die Dauer der Vertragszeit von 345000 Mark, dazu einen
Jahresbeitrag zur Bildung eines Rückkaufsfonds von 48 892 Mk.,
an Dividenden, ſeit Jahren 10 Prozent, 240 000 Mk., Gewinn=
anteil
der ſtädtiſchen Aufſichtsratsmitglieder 6210 Mk., das ſind
insgeſamt 640 102 Mk. Hierzu kommen noch die geſamten
Steuerleiſtungen der Heag, die im ganzen 827 000 Mk. betragen,
woran die Stadt Darmſtadt einen Anteil von 80 000 Mk.
hat, dazu Sonderleiſtungen für Beleuchtung der Straßen uſw.
10 000 Mk., Stromperbrauchsnachlaß von 5000 Mk., das ſind
alles in allem 735 000 Mk. für den Stadtſäckel.
Es muß dieſer Summe noch hinzugefügt werden die Kauf=
und Steuerkraft der zahlreichen Angeſtellten und Beamten der
Heag. Eine weitere Belaſtung der Heag durch Erhöhung ihrer
Leiſtungen für die Stadt kann tatſächlich nicht gefordert werden.
Die Straßenbahn erfordert ſeit langem Zuſchüſſe der Strom=
abteilung
. Der Ausfall gegenüber dem Vorjahre beträgt
250 000 Mk. Dieſer ſtändige Zuſchuß kann nicht aufrecht erhalten
werden. Die immer ſtärker werdenden Zuſchüſſe müßten von den
Stromabnehmern getragen werden. Die Stromabnehmer aber
verteilen ſich auf ganz Heſſen und auch auf die Induſtrie, die ſich
mit Recht gegen eine ſtarke Belaſtung wehren, nur um die Zu=
ſchüſſe
der Straßenbahn in Darmſtadt zu decken.
Schon im Frühjahr wurden Verhandlungen gepflogen über
eine Tariferhöhung. Es gibt keine Stadt mehr, die
noch einen 15=Pf.=Tarif hat. Ueberall betragen die Fahr=
ſcheinpreiſe
2025 Pf. Man hat in den damaligen Verhandlun=
gen
die notwendige Erhöhung zurückgeſtellt in der Erwartung
einer Beſſerung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe. Das Gegenteil
aber iſt eingetreten, ſo daß unbedingt
Sparmaßnahmen
eintreten müſſen. Dieſe ſollen erreicht werden durch die Aende=
rung
des 7½=Minuten=Verkehrs in den 10=Minuten=
Verkehr. Die Einführung des 7½=Minuten=Verkehrs hat ſei=
nerzeit
eine Mehrausgabe von 146 000 RM. erfordert, ohne daß
eine erhöhte Fahrkartenausgabe erreicht worden iſt. Der Darm=
ſtädter
Straßenbahnverkehr hat offenbar ſein Maximum erreicht.
Die verbilligten Fahrſcheinheftchen koſten die Heag 128 000 RM.
Durch Herabſetzung des Rabatts auf 10 Prozent werden 80 000
RM. gewonnen, ſo daß immerhin noch 48 000 RM. für die
Straßenbahnbenutzer zugelegt werden.
Die Straßenbahnabteilung wird von der Stromabteilung als
Großabnehmer behandelt. Eine Verbilligung des Stromes würde
wiederum die ſtromabnehmende Induſtrie belaſten, wogegen dieſe
ſich mit Recht wehrt. Anfang der Woche hat eine Aufſichtsrats=
ſitzung
ſtattgefunden, in der einſtimmig beſchloſſen wurde, den
10=Minuten=Verkehr einzuführen und die Rabattſätze der Fahr=
ſcheinhefte
auf 10 Prozent herabzuſetzen, dafür aber von
einer Tariferhöhung abzuſehen. Schülerkarten, Ar=
beiterkarten
und Monatskarten werden davon nicht berührt.
Im Anſchluß daran machte der Oberbürgermeiſter ſodann ein=
gehende
Mitteilungen über
die Finanzlage der Stadt.
Wir kommen auf dieſe Darlegungen noch eingehender zurück.
Für heute ſei nur mitgeteilt, daß ein Defizit von 400 000 RM. zu
decken iſt, das iſt etwa der Betrag, der durch die wirtſchaftliche
Kriſe bedingten Mehrbelaſtung des Wohlfahrtsetats. Da dieſer
Fehlbetrag aus Vermögensmitteln nicht gedeckt werden kann, wird
die Einführung einer geringen Bierſteuererhöhung, die auf 2o
Liter umgerechnet 0,78 Pf. beträgt, notwendig. Mit einer Glas=
bierpreiserhöhung
von 1 Pf. wäre das ausgeglichen. Weiter ſoll die
Getränkeſteuer eingeführt werden, und zwar um 10 v. H. des
Kleinhandelspreiſes für Wein und ähnliche Getränke, Schaum=
betragen
. Dazu kommt die Bürgerſteuer, die die Geſamtheit der
Die Erträge der drei Steuern werden wie folgt berechnet:
Bierſteuer 87 000 RM. Getränkeſteuer 70 000 RM., Bürgerſteuer
255 000 RM. Zur Deckung des Geſamtfehlbetrages für das Rech=
Roggenbrot mit 76 Pf. (2 Kilo), nach Abzug der vom Konſum= nungsjahr 1930 würden aus dieſen Erträgniſſen, da die Steuer
früheſtens ab 1. Dezember erhoben werden kann, ein Drittel zur
Verfügung ſtehen. 263 000 RM. bleiben ungedeckt. Trotz ſchwerer
Bedenken wird dieſer Betrag aus Vermögensmitteln gedeckt wer=
wie
geſagt, noch zurückkommen, gab der Oberbürgermeiſter nach=
Skeuerausſchlagsſätze der heſſiſchen Gemeinden
im Rechnungsjahr 1930.
Grundſteuer
Gewerbeſteuer
vom Ertrag, vom Anlage= u. a) f. Gebäude b) f. ſonſtig.
Grundbeſitz
Betriebskapital
auf je 100 Mk. Steuerwert

Mainz
Offenbach
Worms
Gießen
Darmſtadt
Friedberg
Alzey
Bensheim

Oppenheim 421
Butzbach

R.Pfg. R.Pfg. R.Pfg. R.Pfg. 401 70,2 50. 420 65,5 60. 243,3 fio 35.26 35,62 220 55. 35 280 60. 42. 60, 344 15. 40. 330 272 m 300 n 333 *. 179.- 330 80. 20.

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[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 16. November 1930

Studenk und Polikik. Ein Aufruf des Darmſtädter
Rektors.
In einem Aufruf Dem erſten Semeſter zum Willkomm ſagt
der Rektor der Techniſchen Hochſchule, Profeſſor. Dr. Wöhler,
u. a.: Politiſcher Bildung kann kein Akademiker entraten, gar
wenn er in der Induſtrie oder ſonſt einmal führen will. Das
Amt für politiſche Bildung gibt die Möglichkeit der Belehrung
durch alle Parteien in der einzig möglichen, einer Hochſchule wür=
digen
akademiſchen Form. Die Kenntniſſe der Geſchichte, beſon=
ders
des eigenen Volkes, ſind hierfür mehr als nur wünſchens=
wert
. Einer parteipolitiſchen Bindung oder gar werbenden Be=
tätigung
ſchon während der Studienzeit aber nach welcher Rich=
tung
auch immer muß dringend widerraten werden. Es fehlt
dazu mindeſtens den erſten Semeſtern die nötige Lebenserfah=
rung
, in der gewonnenes Wiſſen erſt allmählich zum Entſchluſſe
reifen und zur Betätigung ſich auswirken ſoll. Außerdem aber
liegt bei einer parteipolitiſchen Durchdringung der Hochſchule die
Gefahr einer Beeinträchtigung gewohnter ruhiger Arbeitsmög=
lichkeit
nahe, an welcher unſerer Studentenſchaft natürlich vor
allem und in allererſter Linie liegen muß, abgeſehen davon, daß
die heute leider übliche brutale Form parteipolitiſcher Betätigung
unter allen Umſtänden das uns allen am Herzen liegende An=
ſehen
der Hochſchule beeinträchtigen muß.

Wer hilft? Die Zahl der Arbeitsloſen im Deutſchen Reich
beträgt nahezu 3 Millionen. Zehntauſende unter dieſen wandern
auf der Landſtraße von Ort zu Ort, um ſich eine Arbeitsſtelle zu
ſuchen. Auch in den kommenden Wintermonaten wird der Strom
derer, die auf der Wanderſchaft, unſere Stadt berühren, nicht
verſiegen. Groß iſt hier die Not. Viele ſind krank, viele haben
vollſtändig unzureichende oder abgeriſſene Kleidungsſtücke. Um
helfen zu können, wurde im Jahre 1924 durch Darmſtädter Wohl=
fahrtsverbände
die Hausbettelbekämpfungsſtelle beim Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt gegründet, die zur Durchführung
ihrer Aufgaben der tatkräftigen Mithilfe der Einwohnerſchaft be=
darf
. Und faſt jeder kann hier helfen. In vielen Haus=
haltungen
ſind alte abgelegte Kleidungsſtücke,
Wäſche jeder Art, Strümpfe Schuhe, Oberklei=
dung
, Mäntel uſw. vorhanden, die man gerne los ſein will.
Die Hausbettelbekämpfungsſtelle hat für all das die beſte Ver=
wendung
. Auch defekte und geflickte Kleidungsſtücke ſowie repa=
raturbedürftige
Schuhe ſind noch brauchbar. Der größte Bedarf
herrſcht an Schuhen einerlei ob es Stiefel oder Halbſchuhe ſind.
Die obengenannte Stelle iſt für jede Gabe dankbar. Die Sachen
werden auf ſchriftliche oder fernmündliche (Nr. 3500 Stadtver=
waltung
) Nachricht ſofort abgeholt. Gleichzeitig ſei auf die Wohl=
fahrtsſcheckhefte
der Hausbettelbekämpfungsſtelle verwieſen, die im
Wert von 1 und 2 Reichsmark im Verkehrsbüro erhältlich ſind.
Jeder Bedürftige erhält bei Vorlage eines ſolchen Schecks bei der
erwähnten Stelle die erforderliche Hilfe (Eſſen, Kleidungsſtücke,
Uebernachtung, ärztliche Hilfe uſw.).
In Blumen und Kunſt, Wilhelminenſtraße 33, findet zur=
zeit
auf die Dauer von 8 Tagen eine Ausſtellung von Bildniſſen
der bekannten Darmſtädter Porträtmalerin Elſa Pfiſter=
Kaufmann ſtatt, die diesmal in der Hauptſache Kinderbildniſſe
aus Privatbeſitz zeigt. Aus ſämtlichen Kunſtwerken ſpricht, wie
immer, weſentliche Erfaſſung des Seeliſchen bei unbedingt treff=
ſicherer
Aehnlichkeit.
Anthropoſophiſche Geſellſchaft. Der erſte öffentliche Vor=
trag
in dieſem Winter findet am 22. November ſtatt. Dr. W.
Joh. Stein, der Hiſtoriker, an einer bekannten Schule Stuttgarts
tätige Lehrer, ſpricht über die Frage der wiederholten Erden=
leben
. Der Menſch göttlichen Geſchlechts, zur Erde niederwal=
lend
und wieder in rein geiſtige Daſeinsformen aufſteigend, um
von neuem den harten Schauplatz irdiſcher Stofflichkeit zu betre=
ten
und in ſolchem wiederholten Wechſel fortzuarbeiten, immer=
fort
begnadet zu werden, bis er ſeinen Lauf vollendet, dies er=
ſcheint
als eine Theſe, ſo unglaubhaft, wie es etwa zunächſt rät=
ſelhaft
iſt, daß im Glauben und Denken der weſtlichen Kultur in
chriſtlicher Zeit davon nicht die Rede iſt. Heute ſtehen wir vor
der Tatſache, daß dieſe Lehre nicht von ahnenden Seelen als die
ſchöne Gewißheit öſtlichen Tiefſinns übernommen, vielmehr dem
ureigenen Streben des Wahrheit ſuchenden Abendländers neu
geſchenkt wurde. Wie die Idee von dem wiederholten Erdenleben
aus dem Schoße der Anthropoſophie hervorwächſt, möchte aus
einem Vortrag klar werden, der durch ein ſchönes Zuſammentref=
fen
am Vorabend des Totenſonntags ſtattfinden wird. (Siehe die
Anzeige im heutigen Blatt!)
Guſtav Adolf Verein. Eine Million in Groſchen!
Das iſt die Parole, die der Guſtav=Adolf=Verein zum 100. Ge=
burtstag
im Jahre 1932 ausgegeben hat. Das erſte Jahr der
Sammlung zur Geburtstagsgabe iſt ziemlich abgeſchloſſen. Es
dürfte von großem Intereſſe ſein, zu erfahren, wie ſich die Jubi=
läumsſammlung
im Darmſtädter Zweigverein, in Heſſen, in ganz
Deutſchland geſtaltet hat. Mit dem Ergebnis des erſten Sammel=
jahres
bekannt zu machen, iſt der Zweck des Guſtav=Adolf=Abends,
der heute abend im Gemeindehaus der Petrusgemeinde ſtattfindet.
Außer den Inhabern der Sammelbüchſen ſind auch alle Freunde
der Guſtav=Adolf=Sache herzlich eingeladen.
Der Richard=Wagner=Verband deutſcher Frauen wird, wie
ſchon bekannt gegeben, am 22. d. M., nachmittags, im Hauſe der
Frau von Selzam eine Coſima=Siegfried=Wagner=
Gedächtnisfeier veranſtalten. Herr Dr. Kulz wird die
Gedächtnisrede halten. Frau Johanna Heſſe (Köln) wird
die Weſendonk=Lieder ſowie Brünnhildes Schlußgeſang ( Götter=
dämmerung
) Herr Konzertmeiſter Buddenhagen das Violin=
konzert
Siegfried Wagners zu Gehör bringen, Herr Kapellmeiſter
Simon hat die Begleitung am Flügel übernommen. (Siehe
Anzeige.)
Evangeliſche Markusgemeinde. Vortrag des Herrn
Regierungsrat Prof. Miſchlich über eine An=
fangsperiode
der europäiſchen Erforſchung In=
nerafrikas
. In den Mittelpunkt der vielſeitigen Betrachtung
gerückt wurde die Forſchungsreiſe vor etwa 80 Jahren (1853 bis
1855) des ſeinerzeit berühmt gewordenen jungen Botanikers und
Aſtronomen Eduard Vogel, der als Sproß einer Leipziger
Gelehrtenfamilie damals, als Bunſen Geſandter in London am
Hofe der jungen Königin Victoria war, von der engliſchen Re=
gierung
dank ſeiner Kenntniſſe beauftragt wurde, einer größeren
voraufgereiſten Expedition mit aſtronomiſchen Inſtrumenten und
Beobachtungen Hilfe zu leiſten bei Längen= und Breitenbeſtim=
mungen
, ethnologiſchen Forſchungen und ſolchen von Tier= und
Pflanzenwelt. Wie der mutige junge Forſcher Ende Juli 1853 ab
Tripolis mit 34 ſchwerbepackten Kamelen den Wüſtenweg durch
die Sahara bewältigte und unter Ueberwindung aller Schwierig=
keiten
Ende September bis zum Tſchadſee nach Kuka vorſtieß und
ſpäter nach erfolgreicher Arbeit im Wadai=Lande unglücklich en=
dete
wurde von Herrn Prof Miſchlich vortrefflich geſchildert. Eine
gewiſſermaßen perſönliche Note bekam die Darſtellung noch da=
durch
, daß bei dem Vortrag als Neffe dieſes hervorragenden
Afrikaforſchers unſer verehrter Stadtpfarrer W. Vogel anweſend
war, der einleitend auf die im 14. und 15. Jahrhundert von Por=
tugal
einſetzende Koloniſierung (durch Diaz, Vasco de Gama und
andere) und auf den erwachenden Miſſionsgeiſt in großen Zügen
hingewieſen hatte und nun aus eigenen Familienerinnerungen
Herrn Miſchlich bemerkenswert ergänzen konnte. Wir hätten uns
an dieſem Abend im Evangeliſchen Gemeindehaus einen ganz
großen Kreis erwachſener Jugend gewünſcht, die ſich an ſolcher
Vergangenheit mutiger und aufopfernder Unternehmung ein Bei=
ſpiel
für ihre eigenen Ziele der Gegenwart und nächſten Zukunft
erſehen hätte. Gab doch der Beſchluß des Vortrags von Herrn
Miſchlich mit ſeiner Erläuterung der mannigfaltigen Aufgaben
jedes Afrikaforſchers, der mühſeligen Entſtehung einer Landkarte
in unbekannten Gebieten, ſoviel neuen Wiſſensſtoff, daß jeder
Pfadfinder oder ſonſtige brave deutſche Jungmann ſeine helle
Freude daran gehabt hätte. Dem verehrten Redner auch an dieſer
Stelle wärmſten Dank. Es ſei noch erwähnt: 14. Dezember
Familienabend der Markusgemeinde: am 3. Advent vorausſichtlich
Weihe der wiederhergeſtellten Kapelle: Konfirmation am
22. März 1931. Wir werben auch hier für den Beitritt zu den
Gemeindevereinen und zur Sterbekaſſe Hilfe am Grabe‟.

Vom Schnellgericht vernrkeilk.
Der Polizeibericht meldet:
Am 14. November, abends, fand in der Turnhalle am Woogs=
platz
eine öffentliche Verſammlung der Nationalſozialiſtiſchen
Deutſchen Arbeiterpartei ſtatt. Nachdem die Verſammlung been=
det
war, kam es in der Altſtadt ſowie auf dem Schillerplatz und
am Schloßgraben zu Reibereien mit Angehörigen anderer Par=
teien
, die zu Tätlichkeiten ausarteten. Die öffentliche Ruhe, Ord=
nung
und Sicherheit war in erheblichem Maße gefährdet. Mit
Rückſicht hierauf wurden Schutzpolizeiabteilungen eingeſetzt, die
die Aufgabe hatten, die zuſammengerotteten Mengen zu zerſtreuen
und die Ordnung wieder herzuſtellen. Auf dem Schillerplatz, vor
dem Schuhhaus Jacob, kam es zu ernſten Zuſammenſtößen, wo=
bei
ein Schutzpolizeibeamter durch ein Mitglied der National=
ſozialiſtiſchen
Deutſchen Arbeiterpartei mit einem ſogenannten
Bergſtock, der mit einer Stahlſpitze verſehen war, einen erheblichen
Stich in den Hals erhielt. Der Beamte mußte ſofort ſchwer, jedoch
nicht lebensgefährlich verletzt ins Polizeikrankenhaus übergeführt
werden. Der Täter, ein Schloſſermeiſter aus Darmſtadt, wurde
am 15. November, vormittags nachdem ſeine Perſon feſtgeſtellt
war, feſtgenommen und nach Abſchluß der protokollariſchen Ver=
nehmungen
dem Amtsgericht Darmſtadt zugeführt. Nach Gegen=
überſtellung
mit dem Verletzten im Polizeikrankenhaus und ein=
gehendem
Verhör durch das anweſende Gericht wurde der Täter
an Ort und Stelle zu einer längeren Freiheitsſtrafe verurteilt
und auch in Haft genommen.
(Wie wir erfahren, hat der Angeklagte 12 Monate Gefängnis
erhalten.)
Akademiechor. Der Plan, der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
einen Chor anzugliedern hat bei den dem Oratorien= und
dem Chorgeſang dienenden Vereinen Verſtimmungen und Be=
fürchtungen
hervorgerufen, die ein Einblick in die wahren Abſichten
der Akademie beſeitigen dürfte. Dazu berufen, auf allen Gebie=
ten
der Muſik Ausbildungsmöglichkeiten zu ſchaffen, will die Aka=
demie
nach dem Vorbild gleichartiger Inſtitute in anderen Städten
in ihre Lehrgänge Klaſſen für Chorgeſang einfügen, deren Zu=
ſammenſetzung
und Aufgaben die Schulgeſetze, folgendermaßen
umgrenzen: Klaſſen für Chorgeſang (Oper und Konzert). Im
Chor haben ſämtliche ſtimmbegabte Studierende und Schüler der
Geſangs= und Inſtrumentalklaſſen vom 18. Jahre ab mitzuwirken,
ſoweit ſie nicht zur Mitwirkung im Orcheſter verpflichtet ſind. Die
Chorſtunden ſind im Schulgeldbetrag des Hauptfachs einbegriffen.
Der Chor wird bei den Aufführungen der Opernſchule und bei
gelegentlichen Aufführungen der Städt. Akademie zur Mitwirkung
herangezogen. Die Klaſſen für Chorgeſang bezwecken das Studium
von Opernchören, ſowie der geſamten Chorliteratur mit und ohne
Orcheſter. Am Chorgeſang können auch Hoſpitanten teilnehmen.
Es liegt alſo der Städt. Akademie völlig fern, durch Gründung
eines neuen Chorvereins die bedauerliche Zerſplitterung des
Vereinslebens zu vergrößern, ebenſowenig denkt ſie daran, etwa
als Konzertgeberin alten, in ihren Leiſtungen hochſtehenden Ver=
einen
Abbruch zu tun. Es iſt vielmehr ihr Wunſch, durch dieſe
Neugründung den beſtehenden Vereinen einen wertvollen, will=
kommenen
Nachwuchs zu ſichern.
4. Akademie=Kenzert. Es ſei nochmals auf den am Mon=
tag
, den 17. d. M., im Großen Saal des Städt. Saalbaues ſtatt=
findenden
Klavierabend von Alfred Hoehn aufmerkſam ge=
macht
.
Die Gedenkfeier für Siegfried Wagner, die das Landes=
theater
am Sonntag, dem 16. November, 11.30 Uhr vormittags,
im Kleinen Hauſe veranſtaltet, bringt neben dem Siegfried=
Idyll und dem Vorſpiel und Schluß zu Triſtan und Jſolde‟
von Richard Wagner an Kompoſitionen Siegfried Wagners das
Orcheſtervorſpiel und den Geſang der Mita aus der 1926 in
Karlsruhe uraufgeführten Oper Der Friedensengel und den
Geſang der Iris aus der 1918 in Darmſtadt zur Uraufführung ge=
brachten
Oper Sonnenflammen‟ Das Vorſpiel zum Friedens=
engel
iſt ein meiſterhaft gearbeitetes, ernſtes Tonſtück von hoher
Schönheit und Ausdruckskraft in der melodiſchen Erfindung. Es
gibt uns das Bild vom Ringen eines gegäulten Menſchenherzens
um Seelenfrieden, von ſeinem hoffnungsvollen Glauben und von
der Erfüllung ſeines Hoffens durch göttliche Gnade. In mildem
Ernſte hebt das Vorſpiel mit einer Fuge an über ein weit ge=
ſchwungenes
Thema, mit dem am Schluß des Werkes ein Engel=
chor
die Menſchheit zum Frieden mahnt. Ein ſchönes, geſang=
volles
, troſtſpendendes Thema, das des Friedensengels, ſchließt
ſich an. In dem dann folgenden Durchführungsteile tritt unter
anderen ſchneidend und ſchmerzlich ein Motiv des Lebensleides
immer wieder hervor, bis endlich das Thema des Friedensengels
zum tröſtlichen und feierlichen Abſchluſſe führt. Der Geſang der
Mita preiſt in blühender Melodik den Frieden und die Freiheit
der am Morgen erwachenden Natur und den durch ſie wieder
gewonnenen Frieden eines leidenden Menſchenherzens. Der
Geſang der Iris aus den Sonnenflammen iſt eine ſchwungvolle
Verherrlichung germaniſchen Heldentums. Die Geſänge werden
unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm durch
Anny von Stoſch mit Orcheſterbegleitung vorgetragen. Die Ge=
dächtnisrede
hat der Vorſitzende des Bayreuther Bundes über=
nommen
. Eintrittspreis zur Deckung der Unkoſten 0,50 RM.
Arnold=Mendelsſohn=Kammermuſikabend. Der vom
Schleſier=Verein e. V., Darmſtadt, veranſtaltete Kammermuſik=
abend
findet bereits am Freitag, den 28. November d. J., im
Kleinen Hauſe des Landestheaters ſtatt. Bei der Anerkennung,
die der Meiſter in allen Kreiſen genießt, iſt es wohl überflüſſig,
mehr zu erwähnen, als daß ein Abend, der ſelten gehörte Kam=
mermuſikwerke
und Lieder von Arnold Mendelsſohn bringt,
einen erleſenen Kunſtgenuß verſpricht. Näheres iſt aus den
Inſeraten und Plakaten erſichtlich. Der Vorverkauf hat begon=
nen
. Es empfiehlt ſich, ſich bei Zeit um Karten zu bemühen, da
eine Reihe von größeren Geſangvereinen bereits Karten vor=
beſtellt
haben. Um allen kunſtſinnigen Kreiſen den Beſuch zu
ermöglichen, ſind die Preiſe ſehr niedrig gehalten.
Electrola=Konzert. Am 24. d. M. veranſtaltet die Firma
Electrola=Jäger, Georgenſtraße 11, wie in früheren Jahren ein
Electrola=Konzert im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters.
Das uns vorliegende Programm läßt auch in dieſem Jahre einen
genußreichen Abend erhoffen. Die bedeutendſten Künſtler der
Welt werden in naturgetreuer Wiedergabe durch ihre Kunſt uns
erfreuen. Die Darbietungen werden auf dem zum erſten Male
in Darmſtadt zu hörenden neuen Electrola=Inſtrument 520 ge=
bracht
. Es iſt dies das neue Inſtrument, mit dem die Electrola=
Geſellſchaft bei Konzerten in Berlin, Frankfurt, Hamburg und
anderen Städten außerordentliche Erfolge bei Preſſe und Zu=
hörern
fand. Der Beſuch dieſer intereſſanten Veranſtaltung wird
jedem Muſikfreund empfohlen. Der Kartenverkauf hat begonnen.
Orpheum Märchentheater. Heute nachmittag
3.30 Uhr findet die reizende Kinderkomödie Der Struwel=
peter
ihre einzige Aufführung. Das von Hermann Job frei
nach Hoffmann bearbeitete Märchen verlebendigt uns das Bil=
derbuch
, denn außer dem Struwelpeter erſcheinen auch die an=
deren
Figuren: der Suppenkaſpar, der Daumenlutſcher, der
Zappelphilipp, der rabenſchwarze Moor, der Nikolaus, die Mut=
ter
Weigel, der Vater Anton, der Jägersmann, der gute und der
böſe Geiſt, die kleinen Teufelchen uſw. Hei, wird das eine Freude
geben bei Groß und Klein, wenn ſich der Struweleter nach vielen
Fährniſſen dem guten Geiſt verſchreibt und dadurch wieder ein
guter Junge wird. Die Eltern und Lehrer ſollten nicht verſäu=
men
, die Kinderkomödie zu beſuchen, ſie führt uns in ein paar
Stunden durch das Märchenland. Vorverkauf im Verkehrsbüro
von 111 Uhr, Orpheumskaſſe ab 2 Uhr und telephoniſch 389.
Orpheum. Xaver Terofals Schlierſeer Bauern=
theater
. Der mit großem Beifall aufgenommene Bauern=
ſchwank
Finden Sie, daß ſich der Stingelhans rich=
tig
benimmt? eine heitere Geſchichte vom ſchönen Tegern=
ſee
in 3 Akten von L. Meggendorfer, geht heute zum zweiten
Male in Szene. Wer ſich über die Alltagsſorgen hinwegſetzen
will, der verſäume nicht, ſich ein paar heitere Stunden zu berei=
ten
durch einen Beſuch der heutigen Orpheums=Aufführung. Es
gelten volkstümliche Preiſe von 13 Mk., erhältlich in den be=
kannten
Verkaufsſtellen: Verkehrsbüro von 111 Uhr, Kiosk Pa=
radeplatz
, gegenüber dem Landestheater, von 106 Uhr abends,
Orpheumskaſſe ab 3 Uhr und telephoniſch 389.

Die Probleme der deutſchen g
Die Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler hiem
ihren Vortrags= und Werbeabend ab, auf dem das
bleme der deutſchen Oſtgrenzen von Diplom=Volkss
Darmſtadt=Gießen, erſtattet wurde. Mit Recht wurdo
deutſch=polniſchen Beziehungen die höchſte Aufmer
Was die Verluſte wertvoller Gebiete mit deutſchenn
zelnen bedeuteten, wurde ebenſo ausführlich vorget
gänge bei der Abſtimmung in Oberſchleſien und be=
rigen
Zerteilung des Induſtriereviers. Scharf wurr
brüche herausgearbeitet, die deutſche Rechtsanſprückb
Verſailler Vertrags begründen. Sehr illuſtrativ Fi.
über die Grenzziehung an der Weichſel. In ähn=
Weiſe wurde auch die Danziger Frage behandelt.
bei dieſen Maßnahmen und Beſtrebungen wider G5i
des Verſailler Vertrags verſtößt, kann für einen Do=
beſtehen
.
Nach der Darlegung der hiſtoriſchen und furim
der Oſtfragen ſchilderte der Referent eingehend die
ten Schäden der Grenzziehung. Die aus dieſen iſ
ihren Nebenwirkungen entſpringende Wirtſchaftsnoo
rufsſtänden des Oſtens wurde ebenfalls eindeutig klan
Materials erwieſen. Wenn die Zahl der Konkurſe
1927 in Oberſchleſien um 75 Prozent geſtiegen iſt
Prozent im Reich, ſo genügt dieſe Zahlenangabe,, un
zeichnen. Die Todesnot der Landwirtſchaft des Oſtery;
aus nachſtehenden Zahlen: 1928 entfielen von ſämt
ſteigerungen ländlichen Grundbeſitzes 90 Prozent de
zent der Betriebe auf die Oſtprovinzen Preußens.
menhang wurde auch die überaus geringe Bevölkerrm
geſchildert. Mit Recht durfte von einem Raum o
werden. Die Reviſion der Grenzen des Verſailler;
ſchaftlich unvernünftig, juriſtiſch unhaltbar und natfim
bar ſind, wurde hinſichtlich ihrer Vorausſetzungen
dargelegt. In der Frage der Oſtreviſion wurde
anſpruch hierauf des Näheren begründet. Die Beocim
lichen Meinung der Welt muß jedoch mit Stetigkei1 m
nüchterner Sachkenntnis fortgeſetzt werden. Den iin
dieſe Arbeit gibt die Ueberzeugung, daß die Oſtr.
frage des deutſchen Volkes iſt. Die Wiedergewinm=
Gebietes, deſſen einſtige Koloniſation der Hiſtorike== u
ſchichtliche Großtat des deutſchen Volkes genannt LN
gewinnung iſt nicht nur die Krönung einer guten
ſchafft vielmehr zugleich die Vorausſetzungen für ei
Deutſchlands an der künftigen Geſtaltung des mitt In
Der Referent hatte mit ſeinen Ausführungen
gelöſt. In der ſich anſchließenden Diskuſſion kam I.
daß die junge Generation keineswegs etwa Jlluſiorntik
Mit aller Deutlichkeit betonte Dr. Mattern, daß in
Machtfrage die Entwicklung in der Außenpolitikk ür
Frankreich gibt hierfür in ſeiner entſchiedenen W.ch
den beſten Beweis. Die Frage des Rüſtungsausglau
Lage der Dinge für Deutſchland die wichtigſte,
Youngplan und Oſtreviſion. Die mit Frankreich z
digungspolitik dürfe nicht um ihrer ſelbſt willen en
müſſe vielmehr unter ſtärbſtem politiſchen und rüſtn
auf Frankreich erfolgen. Da Frankreich nach den Erx
handlungen ſtark iſoliert ſei, werde es für die deu che
des Gebot der nächſten Monate ſein, die ſtrikte Wg
abzurüſten, geſchickt auszunutzen. Frankreich müſſle vo
werden, daß wir auch mit anderen Staaten paktiere-
werde
unter dieſem Druck eher geneigt ſein, Polemft
etwa mit Verſtändigungsbettelei. Auch Streſeman 2,
durch die Rheinlandbefreiung beide Arme frei g Im
Politik der rüſtungspolitiſchen Preſſion auf Fram=
betrieben
, wie man ſie bei ihm von früher her kanne
Zum Schluß der Ausſprache wurde ein Antrag.
politiſchen und wirtſchaftspolitiſchen Agitationscait
ſozialiften in Reich, Ländern und Gemeinden durckh R=
ſtelle
ſammeln zu laſſen, um ſie im Arbeitskreiſe de
bührenden ſyſtematiſchen Kritik zu unterziehen, ein .m
Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchrif
Darmſtadt. Ortsgruppe Darmſtadt. Monat soſſt
Die Genoſſenſchaft, die am 30. Oktober 1930 nd
freie Darlehen an ihre Mitglieder ausgeſchützten
Grund ihres guten Geldeinganges im laufen /eß
Darlehen im Geſamtbetrage von rund RM. 9. 5
Seit Beſtehen der Genoſſenſchaft wurden insgad
lehen im Geſamtwert von rund RM. 31 650 00
den Darmſtädter Mitgliedern erhielten neuem!
lehen: Frau Magdalena Hebeiſen, Eſchollbriik
Martin Engel, Drogiſt, Taunusſtraße 55 und H
Reichsbahnbeamter, Viktoriaplatz 6. Der Obma;ſt
Herr Poſtrat Wittich, beglückwünſchte mit Stilſie
Im Verſolg der Tagesordnung konnten wiedn
glieder bekanntgegeben werden. Eine ausfüll:)
der Bilanz per 30. September 1930 durch Hernon
gab den Mitgliedern und Gäſten Zeugnis von Zud
terentwicklung der Gemeinſchaft. Beachtenswg n
punkt der Ortsgruppenleitung inbezug auf dia E
Der Vorſtand wünſcht und empfiehlt ſeinen MI0d
chen Preiſen unbedingt Darmſtädter Handwer 14g
arbeiten zu übertragen.
Balthaſar Neumann und ſeine Arbeitsun
Thema hält auf Veranlaſſung des Mittelrhen m.
und Ingenieur=Vereins in der Vortragsgen.99
wiſſenſchaftlicher Vereine Herr Profeſſor Dr.=1
Dienstag, dem 18. November, abends 8,15 U.rſ
unter Beigabe zahlreicher Lichtbilder (Hörſaal ſel
Hochſchule) Profeſſor Zeller, ein geborener I
den Darmſtädter intereſſierten Kreiſen nicht zum
Grund ſeiner Studien manches Neue und Barn
den berühmten Barockbaumeiſter bringen. Zin
techniſch=wiſſenſchaftlichen Vereine und befreumC
den zu zahlreichem Beſuch eingeladen. Gäſt=
Der Eintritt iſt frei. (Vgl. Anzeige.)
Auszahlung im Konkurſe Nauheim.
Bankgeſchäftes Nauheim u Co. konnte berei=
an
die Bargläubiger eine Quote von 10 Proz 0. Es ſind inzwiſchen auch die ſchwierigſtem0
konkursrechtlichen Behandlung der Wertpapiee:
worden. Mit denjenigen Kunden der Firm
Wertpapiere zur Umſtellung eingereicht hatte-,
von ihnen beanſpruchten Vorrechts zu einem 2
gekommen. Dank der intenſiven Bearbeitung e
Konkursverwaltung und Gläubigerausſchuß kau‟
auch an die Wertpapier= Gläubiger=
tung
erfolgen. Die nichtbevorrechtigten AEnſſ
erhalten die Quote von 10 Prozent. Für "
Depotgeſetzes bevorrechtigten Wertpapierbeſitze-
Vorrecht entfallende Quote zur Auszahlung..
wähnten Vergleiche beteiligten Umſtellungs=
die
Vergleichsquote. Im ganzen kommen au.
286 960,90 zur Auszahlung. Die Auszahlung
ſcheck, ſobald der an dem Amtsgericht einger-
nach
Ablauf der geſetzlichen Friſt von zwei W.
langt hat. Die Konkursverwaltung iſt bem.
nigung des Verfahrens möglichſt bald die
beiteren Quote zu ermöglichen.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zu
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, d.
tag, dem 16. November 1930, folgende Aerök
tung bereit: Dr. med. Th. Schmidt, Heinn:
3882; Dr. med. B. Stern Ludwigsplatz
Dr. med. Wißmann, Stiftsſtr. 7, Telephon
Stuhlverſtopfung. Nach den an den Klinik
heiten geſammelten Erfahrungen iſt das natu .
Bitterwaſſer ein äußerſt wohltuendes Abführn"

[ ][  ][ ]

en Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Union=Tbeater
nien, faſt 100prozentigen Tonfilm, der ungemein
ſtrt iſt, in dieſer Beziehung eine gute Regiearbeit
Fleck darſtellt, der auch in den Hauptrollen aus=
het
wird und tonlich wenigſtens erträglich iſt. Die
unse Gretel Theimer ſpielt die Cſikosbaro=
ſax
die Titelrolle. Sie iſt ein herbes und eigen=
Ses Blut. Heiß in Liebe und Haß, wie ungariſche
o ſehr liebt. Sie kann nicht ertragen, daß der
o. Ruttkai beſſere Pferde züchtet, die im traditio=
fonen
über die der Baroneß ſiegen. Die Liebe aber
fk. auch die Baroneß, und der ſchneidige Rittmeiſter,
Sſikos verkleidet, das Rennen gewann, gewinnt
gen der Liebe. Es iſt eine echt ungariſche Sache
Ien Geſängen und berauſchender Zigeunermuſik,
Ey olken, die unzählige Pferdeherden einhüllen, mit
nd Autofahrten, mit Cſardastänzen und Feſt=
zſſen
und Koſen. Die flott geſpielte Handlung
intte von teilweiſe wunderſchönen Bildern gehüllt,
ſim ſind aufgeboten an Menſchen und Pferden, um
u gariſchen Reichtums und ungariſcher Lebensluſt
Ein Film, der recht gute Unterhaltung bietet.
wieder der Micky=Film im Beiprogramm,
urnoriſtiſche Herbſtſtudie von unglaublichen luſtigen

Palaſt=Lichtſpielen
terball, eine tolle Regiearbeit von Georg Ja=
un
igt als der größte Luſtſpiel=Erfolg aller Zei=

rruchslos iſt, kann wohl in dieſer ausgelaſſenen
o en Luſtſpielerfolg ſehen, ein künſtleriſcher Erfolg
USer die Hauptdarſteller, beſonders Siegfried
Eämmpers, Henry Bender und Otto Wall=
cie
Engliſch, Peggy Szekely und Lydia
norrden ihre helle Freude gehabt haben ob der ur=
zurngen
und der tollen Laune, die ſie aufbringen
**
uesn Luſtſpielerfolg zu erzielen.

wcktkampf des D. H. V. Wir weiſen noch einmal
z hheute, Sonntag, vormittags 9.45 Uhr, in Darm=
ſatidtiſchen
Handelsſchule, Hermannsſtraße, der Be=
udes
D. H. V. ſtattfindet, bei dem ſich jeder Kauf=
und Junggehilfe bis zu 21 Jahren beteiligen
mnu gen werden morgen früh in der Städtiſchen Han=
).5 Uhr noch angenommen.
b wngariſche Zigeuner=Sinfoniker in Darmſtadt.
miſche Zigeuner=Sinfoniker werden bei ihrem Kon=
wuitzt
, das am Dienstag, dem 18. November, abends
hdfen Saale des Städtiſchen Saalbaues ſtattfindet,
ſpodien, Walzer von Strauß, den Rakoczi=Marſch
ſlung ſpielen, außerdem werden die Soliſten des
sägeuner=Primas Janczi Rigo, der Zigeuner= Pri=
rolyi
. die Pianiſtin Roßi Cegledi und der Taro=
hsllo
Vadasz Soloſtücke mit Begleitung des Orche=

Lokale Veranſtalkungen.
hrnmden Notlizen ſind ausſchlleßlſch als Hinwelſe auf Anzeigen zu betrachten
Anem Falle irgendwls als Beſprechung oder Kritilk.

tlgemeine Deutſche Frauenverein,
usbürgerinnenverband, lädt für Montag, den
iar Teeſtunde zu einem Vortrag in das Hotel
17! Maria Birnbaum=Gießen, M. d. L., ſpricht über
9Mirr Landtag. Jedermann herzlich willkommen.
güse keinen Tee nehmen wollen, werden gebeten,
ee trag von 20 Pfennigen zu zahlen.
Mag: Das Blut und ſeine Bedeutung im Körper=
ue
lbeſonderer Berückſichtigung der Erkrankung der
dgſes Thema wird Herr Dr. Altſchüler im Auftrag
Mkrikaſſe des Verbands der weiblichen Handels= und
n Verwaltungsſtelle Darmſtadt Wilhelminen=
Bättwoch, den 26. November, im Fürſtenſaal, Gra=
Arahen. Beſprochen werden folgende Kapitel: Das
eer Faktor des Stoffwechſels. Die Beſtandteile
8lutkreislauf. Erkrankungen des Herzens und
Blutdruck und ſeine krankhafte Steigerung.
uv Haemorrhoiden. Infektionskrankheiten und
Aig. Blutkrankheiten u. a. m. Da dieſer Vortrag
ieren dürfte, ſei heute bereits darauf aufmerk=
WSiehe auch die am nächſten Sonntag erſcheinende

n Freie Schule Darmſtadt e. V. Auf den
ein Werner Pache vom Sonnenhof, Arlesheim,
um 19. November, in der Aula des Ludwig=
üums
mit der anſchließenden Ausſprache, an der
tmde Aerztin des Inſtituts, Dr. med. Bort, betei=
nochmals
hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Rag Sexuelle Not. In der Aula des Lud=
Eyriaſiums, Karsſtraße 2, abends, ſpricht. Herr
bit) über dieſes wichtige Thema. Der Chriſtliche
Männer ladet zu dieſem Vortrag noch einmal ein.

Rel der für Sonntag, den 16. November 1930.
theater Großes Haus, IV 3. 19.30 Uhr:
Alena. Kleines Haus, 11.30 Uhr: Siegfried=
Efeier. 20.00 Uhr: Der Glasſchrank,
20.15 Uhr: Finden Sie, daß der Stingelhans
leenimmt?" Konzerte: Schloßkeller. Café
Nutterich, Reſt. Bender, Maxim, Haferkaſten, Spa=
Brauſtüble, Rummelbräu, Reichshof, Stadt
imelshof, Brauerei Schul, Café Jöſt. Kino=
Unmen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
olbau, 3 Uhr nachm.: Konzert. Rummel=
Ur: Begrüßungsfeier. Städt. Akademie
unſt, 20.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag.
heeater: ½4 Uhr nachm. Orpheum; 3 Uhr nachm.
rlm=Morgenfeier, vorm. 11.15 Uhr, im
iſſunger Orangeriegarten, vorm. 11.45
sweihe Beſſunger Turnhalle nachm.
n oßes Schauturnen, 8 Uhr: Bunter Abend.
or 18 Uhr: Deutſche Meſſe Herrngarten=
N. und abends: Zitherkünſtler Emil Liebeck.

Aus Heſſen.
Kriegsbeſchädigke im Abwehrkampf.
Die Kriegerkameradſchaft Haſſia Verband der Kriegsbeſchädig=
ten
und Kriegerhinterbliebenen , Darmſtadt, Ahaſtraße 5, bittet uns.
nachſtehendes bekanntzugeben: Durch die Rede des Reichsarbeitsminiſters
vor dem Neichsrat und andere amtliche Auslaſſungen iſt bekannt gewor=
den
, daß der kommende Haushalt für Verſorgung und Ruhegehälter
eine Verminderung der Ausgaben um rund 100 Millionen vorſieht. Be=
reits
ſeit 1929 ſind durch die Sparerlaſſe, durch die Notverordnung vom
Juli 1930, die Durchführungsbeſtimmungen hierzu und einen weiteren
Erlaß vom September 1930 weſentliche Einſchränkungen der Verſorgung
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen durchgeführt worden.
Die jetzt angekündigte Verminderung der Ausgaben für dieſe Zwecke
wird zum Teil durch die genannten geſetzlichen Maßnahmen ermöglicht.
Wie verlautet, ſollen aber auch die Mittel für Kapitalabfindungen er=
heblich
gekürzt werden, ferner dürften in den 100 Millionen Reichsmark
Einſparungen auf dem Gebiete der Hinterbliebenenverſorgung, insbe=
ſondere
für Kriegereltern und Kriegerwaiſen, enthalten ſein.
Alle dieſe Maßnahmen ſowie die Ungewißheit über die künftige Ge=
ſtaltung
der Verſorgung verurſachen in den Kreiſen der Verſorgungs=
berechtigten
eine begreifliche Unruhe und Beſorgnis. Wie wir hören,
wird ſich der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterblie=
benen
des Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſer, eine der größten
Organiſationen der Verſorgungsberechtigten, auf einer Reichsvertreter=
tagung
in Berlin am 30. November 1930, in Anweſenheit von Vertre=
tern
des Reichsarbeitsminiſteriums und anderer Behörden, mit den
aktuellen verſorgungspolitiſchen Fragen befaſſen. Im Hinblick auf die
kritiſche Lage auf dieſem im Reichshaushalt eine beträchtliche Nolle
ſpielenden Gebiete darf man dem Verlauf dieſer Tagung mit beſon=
derem
Intereſſe entgegenſehen.

J. Griesheim. 14. Nov. Gemeinderatsbericht. Die Er=
werbsloſenkommiſſion
iſt an die Gemeinde um Gewährung einer ein=
maligen
Winterbeihilfe an Erwerbsloſe, Ausgeſteuerte, Wohlfahrts=
empfänger
, Sozial= und Kleinrentner ſowie um Uebernahme der Kran=
kenſcheingebühren
, Arzt= und Arzneikoſten herangetreten. Als Winter=
beihilfe
werden gefordert für verheiratete Perſonen 60 Mk., für jedes
Kind 5 Mk., für alleinſtehende Perſonen 50 Mk., für Ledige 40 Mk.
Die Auszahlung ſoll bis ſpäteſtens 1. Dezember d. J. erfolgen. Seitens
der Verwaltung wurde darauf hingewieſen, daß die Auszahlung der ge=
forderten
Winterbeihilfe einen Aufwand von zirka 60 000 Mk. erfordere,
deren Beſchaffung bis zum gewünſchten Termin völlig unmöglich ſei.
Man machte hierbei auf die ablehnende Haltung des Kreisamts im vori=
gen
Jahre aufmerkſam. In der anſchließenden Debatte, die zeitweiſe
von großer Heftigkeit war, wurde allgemein die große Notlage der in
Betracht kommenden Perſonen anerkannt, wobei aber auch keineswegs
die Schwierigkeit der Mittelbeſchaffung ebenfalls nicht verkannt wurde.
Es wurde ſchließlich eine Kommiſſion, beſtehend aus den Gemeinderäten
Löffler (K.P. D.), Müller (S.P.D.) und Funk 1. (Landbund) beſtimmt,
wobei dem Gemeinderat Löffler, der Vorſitz zufiel. Der Kommiſſion
obliegt die Aufgabe, ungeſäumt die zur Flüſſigmachung der erforder=
lichen
Mittel notwendigen Schritte zu unternehmen und dem Gemeinde=
rat
entſprechende Vorſchläge zu unterbreiten. Die urſprünglichen Gi=
ternehmer
beim Ausbau des Kichlersgrabens, Funk und Deuker, die
nach kurzer Betätigung die Arbeiten einſtellten, haben eine Nachfor=
derung
in Höhe von 743 Mk. geſtellt. Der Antrag wurde als unberech=
tigt
und im übrigen aus Konſequenzgründen abgelehnt. Nach Mit=
teilung
der Verwaltung ſind zur Wiederausleihung an Bauluſtige ins=
geſamt
282 139 Mk. an Kapitalien aufgenommen worden, während in
Wirklichkeit von der Gemeinde 294 888 Mk. an Private ausgeliehen wur=
den
. Der alſo von der Gemeinde zu wenig aufgenommene Betrag von
12 748 Mk. ſoll deshalb von der Vermögensabteilung nach der Betriebs=
abteilung
übergeleitet werden. Der Schweſter Emma Wecker wird
für die Veranſtaltung einer Weihnachtsbeſcherung der Mutterberatungs=
ſtelle
ein Betrag von 30 Mk. aus Gemeindemitteln zur Verfügung ge=
ſtellt
. Für das zwiſchen der Gemeinde Griesheim und den Franke=
Werken in Bremen anhängige Schiedsverfahren wurde Herr Amtsge=
richtsrat
Hager in Offenbach a. M. als Schiedsrichter beſtimmt.
Valentin Gernand 1., hier, hat um käufliche Ueberlaſſung des Gemeinde=
hauſes
Gehabornerſtraße 26 nachgeſucht. Da die Finanzierung für den
Kaufliebhaber geſichert iſt, iſt der Gemeinderat mit dem Verkauf grund=
ſätzlich
einverſtanden, wenn die vorhandenen Mietwohnungen ohne
Schwierigkeiten freigemacht werden können. Der Bürgermeiſter wurde
beauftragt, hierüber in der nächſten Sitzung Bericht zu erſtatten.
Heinrich Kraft 2., Friedrich=Ebert=Straße 54, hat ſeine die Hofreite ab=
grenzende
Bretterwand niedergelegt und beabſichtigt, dieſe durch eine
maſſive Einfriedigungsmauer zu erſetzen. Bei dem Aufgraben des
Geländes hat ſich nun herausgeſtellt, daß das Waſſerleitungsrohr der
Gemeinde auf der Kraftſchen Grenze eingelegt war, das nun verlegt
werden mußte. Da der nunmehrige lockere Zuſtand der Baugrube bei
der Errichtung der Mauer beſondere Maßnahmen erfordert, wurden
die hierdurch entſtehenden Mehrkoſten vorlagsweiſe auf die Gemeinde=
kaſſe
übernommen. Für die endgültige Tragung dieſer Mehrkoſten ſoll
diejenige Stelle oder Perſon verantwortlich gemacht werden, die die
unzweckmäßige Verlegung der Waſſerleitung ſeinerzeit verſchuldet hat.

Korpulenz iſt unſchön, auch ungeſund

daher nehmen Sie früh, mittags und abends
Kerne, die Sie in Apotheken erhalten

23 Toluba=
I K6.10072

O. Erzhauſen, 15. Nov. Gemeinderatsſitzung. Erhebung
der erhöhten Bierſteuer. Die bürgerliche Fraktion verhält ſich ablehnend
gegen die Einführung der Bierſteuer. Nach verſchiedenen Auseinander=
ſetzungen
wird dieſe angenommen. Antrag des evangeliſchen Kirchen=
vorſtandes
betr. Erlaß von Wertzuwacksſteuer. Aus einer Zuſchrift des
Landeskirchenamtes wird hervorgehoben: Bevor der Voranſchlag der
Landeskirche aufgeſtellt ſei, könne keine bindende Zuſage über die Höhe
eines Zuſchuſſes der kirchlichen zur politiſchen Gemeinde für Renovie=
rung
der evangeliſchen Kirche gemacht werden. Der Gemeinderat be=
ſchließt
Zurückſtellung des Antrags Wertzuwachsſteuer vom Gemeinde=
haus
. Die Holzhauerei im Gemeindewald: Das Holzſchlagen ſoll An=
fang
Dezember beginnen. Ein Vorſchlag des Forſtamtes, Kürzung des
Einſchlages, ſoll nicht vorgenommen werden. Die Anſtellung des
Schutzmanns Chelius wird mit Wirkung vom 21. Juli d. J. beſchloſſen.
Vorlage von Rechnungen: Hier wurden Kreditüberſchreitungen, von
Einnahmen und Ausgaben verſchiedene Rubriken erläutert.
j. Aus dem Obenwald, 15. Nov. In Rippenweier erſchoß ſich auf
ſeinem Anweſen der 36 Jahre alte ledige Landwirt Heinrich Schmitt.
Der Verſtorbene war ein Kriegsbeſchädigter, der eine ſchwere Operation
hinter ſich hatte. Das Motiv war Schwermut.

Zu den Ausgrabungen an der Kaiſerpfalz in Trebur.

teilt uns der Denkmalpfleger für die Bodenaltertümer der Pro=
vinz
Starkenburg, Prof. Dr. F. Behn, folgendes mit:
In den letzten Tagen haben verſchiedene Zeitungen kürzere
oder längere Berichte gebracht über Ausgrabungen an der
Karolingerpfalz zu Trebur, deren Ergebniſſe ſenſationell auf=
gemacht
waren. Ich ſtelle feſt, daß ich von den angeblich von mir
geleiteten Grabungen überhaupt erſt durch dieſe Preſſemeldungen
Kenntnis erhalten habe. Es handelt ſich offenbar um von un=
berufener
Seite ohne Wiſſen des Denkmalpflegers und ohne Ge=
nehmigung
der zuſtändigen Amtsſtellen vorgenommene Arbeiten.
Die gemeldeten Ergebniſſe (Lage der Pfalz, Römerkaſtell uſw.)
ſind gänzlich haltloſe Phantaſien, denen jeder wiſſenſchaftliche
und methodiſche Untergrund fehlt.
Die Erforſchung der Treburer Pfalz iſt ein ſeit langer Zeit
vom Hiſtoriſchen Verein für Heſſen angeſtrebtes Ziel, die zu
dieſem Zwecke Jahre lang dafür geſammelten Mittel ſind jedoch
in der Inflation zerronnen. An eine Unterſuchung kann nun
auf längere Zeit nicht gedacht werden, zumal eine ganze Reihe
dringenderer Aufgaben der Bodenforſchung noch ungelöſt ſind.
Die Preſſe wird über alle wichtigeren Vorgänge der Altertums=
forſchung
durch den Denkmalpfleger unmittelbar und authentiſch
unterrichtet.
Aa. Eberſtadt, 15. Nov. Holzverſteigerung. Am kommen=
den
Montag vormittag werden aus dem Diſtrikt Klingsackertanne des
Eberſtädter Gemeindewaldes verſchiedene Holzſortimente, Bohnenſtangen,
Scheitholz. Knüppelholz, Reiſer und Wellen, verſteigert. Die Zuſammen=
kunft
der Steigerer hat im Gaſthaus Zur Harmonie zu erfolgen.
Die kirchenmuſikaliſche Abendfeier am Mittwochabend verſpricht
ſehr abwechſelungsreich zu werden. Das Programm wird in der Haupt=
ſache
vom Kirchengeſangverein beſtritten. Am Totenfeſt (23. No=
vember
) findet nachmittags auf dem Friedhofe eine Gedenkfeier ſtatt.
f. Roßdorf, 15. Nov. Kanalbenutzungsgebühren. Die
vom Gemeinderat beſchloſſene Erhöhung der Kanalbenutzungsgebührei
um 100 Prozent hat miniſterielle Genehmigung gefunden. Es werden
demnach zukünftig für je 100 Mk. Brandverſicherungskapital 20 Pfg. er=
hoben
. Laubſtreuverſteigerung. Die Laubſtreuverſteigerung
von Wegen und Schneiſen des hieſigen Gemeindewaldes findet am Mon=
tag
, den 17. November, vormittags, auf dem Nathaus ſtatt. Müt=
terberatungsſtunde
. Die nächſte Beratungsſtunde wird, am
Donnerstag, den 20. November, nachmittags von 34 Uhr, in der Klein=
kinderſchule
abgehalten werden; Herr Dr. med. Heck wird dabei an=
weſend
ſein.
G. Ober=Ramſtadt, 15. Nov. Ausſtellung. Im Gaſthaus Zur
ſchönen Ausſicht (Gg. Schröbel) hält der Kaninchenzuchtverein Fort=
ſchritt
am Sonntag, den 16. d. M., ſeine erſte lokale Kaninchenausſtel=
lung
nach dem Kriege ab, bei der neben den alten Naſſen auch ver=
ſchiedene
Tiere der neuen Zuchtrichtungen gezeigt werden. Ein Beſuch
dieſer Schau kann jedermann empfohlen werden. Waſſerleitung
und Waſſermeſſer. Da jetzt mit dem Eintritt von Froſt zu rech=
nen
iſt, ſeien die Hausbeſitzer in ihrem eigenen Intereſſe auf die Ver=
pflichtung
hingewieſen, die Waſſerleitungen und =meſſer ſo zu verwahren,
daß ſie vor Froſtſchäden geſchützt ſind. Vernachläſſigungen in dieſer
Hinſicht können unter Umſtänden zu empfindlichen Schäden führen.
Le. Groß=Umſtadt, 15. Nov. Unglücksfall. Geſtern nachmit=
tag
ſcheuten in der etwas ſehr engen Kaiſerſtraße am Bachtor die Pferde
eines mit Fichtenzweigen beladenen Wagens. Der Fuhrmann verlor die
Herrſchaft über die wild gewordenen Tiere, und dieſe rannten das Schau=
fenſter
des Friſeurs Metzger ein. Die Deichſel drang bis in das Zim=
mer
, und der Beſitzer ſowie auch der gerade in Behandlung ſich befin=
dende
Kunde konnten von Glück ſagen, daß ſie mit dem Schrecken davon=
kamen
.
Cl. Airlenbach, 15. Nov. Goldenes Ehejubiläum. Am
morgigen Sonntag feiert in unſerem Dorfe ſchon das zweite Paar ſeine
Goldene Hochzeit. Es iſt der Schreinermeiſter Jakob Krämer 1. und
ſeine Ehefrau Eliſe Katharina, geb. Mcckes. Beide Jubilare gehen noch
jeden Tag ihrer gewohnten Arbeit nach.
Hirſchhorn, 15. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
14. November 1,48 Meter, am 15. November 1.45 Meter.
Gernsheim. 15. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
14. November 1,97 Meter, am 15. November 1,75 Meter.

Rheinheſſen.

* Mainz, 15. Nov. Chronik. Infolge einer Vereinbarung der
Spitzenorganiſation des deutſchen Fleifchergewerbes mit dem Reichs=
ernährungsminiſterium
iſt laut einer Bekanntmachung der Mainzer
Metzgerinnung ab Samstag, den 15. September, der Schweine=
fleiſchpreis
um 5 Pfg. je Pfund geſenkt worden. Der
Deutſche Automobilhändlerverband, Ortsgruppe Mainz, veranſtaltet in
der Zeit vom 19. bis 23. d. M. in den Autohallen am Bingerſchlag eine
Automeſſe in gebrauchten Wagen, womit erreicht werden
ſoll, daß die Intereſſenten auch Zutrauen zum Kauf von gebrauchten
Wagen bekommen. Nachdem erſt kürzlich ein 65jähriger Landwirt aus
Wackernheim, der unter der Angabe, in Mainz Einkäufe zu machen, ſich
mit einem größeren Geldbetrag von zu Hauſe entfernte, in Mainz in
verſchiedenen Wirtſchaften mit einer Frauensperſon zechte und ſpäter
anſcheinend betrunken in den Rhein fiel und ertrank, wird nunmehr
ſeit einigen Tagen ein Mann aus Vilbel vermißt, der zuletzt in Mainz
geſehen wurde. Der 59jährige Mineralwaſſerhändler Jean May aus
Vilbel, der mit ſeinem Lieferwagen öfters hierher zu ſeiner Kundſchäft
kommt, war auch vor einigen Tagen hier erſchienen, um ſeine Kund=
ſchaft
zu bedienen und die fälligen Gelder einzukaſſieren. Zuletzt befand
er ſich bei einem Privatkunden in der Heiliggrabgaſſe, nachdem er vor=
her
mit ſeinem Chauffeur als Treffpunkt den Fiſchtorplatz feſtgelegt
hatte. Von dem Zeitpunkt ab, an dem der M. den Kunden in der Heilig=
grabgaſſe
verlaſſen hatte, fehlt jeder Anhaltspunkt über ſeinen weiteren
Aufenthalt. Die Angehörigen haben eine Belohnung von 300 RM. für
denjenigen ausgeſetzt, der genau Auskunft oder zweckdienliche Mittei=
lungen
an die Kriminalpolizei in Mainz für die Auffindung des M.
geben kann.

Stillende Mütter.

bedürfen kräftigſter Ernährung, aber nur wenige können größere
Mengen verdauen. Deshalb ſollten ſie die konzentrierte Kraft=
nahrung
Ovomaltine nehmen, die ſofort verdaut wird und in
Blut und Milch übergeht. Sie wird ärztlich empfohlen.
Originaldoſen mit 250 gr Inhalt zu 2.70 RM., 500 gr 5. RM.
in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Gratisprobe und
Druckſchrift durch die Fabrik:
(,58
Dr. A. Wander G. m. b. H., Oſthofen=Rheinheſſen.

Eine gesicherte Aussteuer für Ihre lochter!

Noch ist Ihr Töchterchen jung. Aber die Jahre verfliegen im Nu - und
eine Aussteuer ist zu beschaffen. Wird dann das Geld dafür vorhanden
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erlebt. Der Beitrag ist um so niedriger, je früher Sie den Antrag stellen.

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(II BIn 13202

[ ][  ][ ]

zeigen
Klara Lautenschläger
Peter Maul
Ober-Ramstadt
Traisa
17. November 1930.

Todes=Anzeige.
Heute früh 8 Uhr verſchied nach kurzer, ſchwerer Krank=
heit
, wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
mein herzensguter Mann, Vater, Großvater, Bruder,
Schwager und Schwiegervater
Herr Emil Neuzeit
im Alter von 74 Jahren.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Frau Roſine Neuzeit.
Darmſtadt, Rheinſtr. 28, Elberfeld, Honnborn, Eberſtadt,
den 15. November 1930.
(16767
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag um 3 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Für die uns anläßlich unſerer
Verlobung erwieſenen Auf=
merkſamkeiten
danken wir
herzlichſi.
Lina Petri
Karl Werner.

Am 18. November 1930 begehen die
Eheleute Friedrich Schneider, hier,
Rhönring 85, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.

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Milele fahrräder,Staubsauger
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L. u. M. Engel.
Töchter des verstorbenen August Engels
Schuchardstraße 8. Telefon 4141s
Bitte auf d. Scbitd über iieerEineangstüre zu achlen

Dankſagung.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
, ſowie die Blumenſpenden anläß=
lich
des Heimganges unſeres lieben Ent=
ſchlafenen

Herrn Heinrich Kaus
Privatier
ſagen wir innigen Dank. Ganz beſonderen
Dank Herrn Pfarrer Rückert für die Troſi=
worte
.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 12. November 1930.
Oſannſtr. 47.
(16775

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie
für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden bei
dem Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn J. T. Kling
Rechtskonſulent
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Köhler für ſeine troſt=
reichen
Worte, der Stammtiſchgeſellſchaft der Rhein=
gauer
Weinſtube, Herrn Kapellmeiſter Dezſo Bieskey,
dem Geſangverein Liederkranz und der Sozialdemo=
kratiſchen
Partei für die Kranzniederlegung.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Luiſe Kling, geb. Weber.
Darmſtadt, den 15. November 1930.
Kaupſtraße 52.

Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem Heim=
gange
unſeres lieben Entſchlafenen
ſagen wir beſonders Herrn Pfarrer
Irle für die troſtreichen Worte am
Grabe, dem Bruder für die auſ=
opfernde
Pflege, dem Werkſtätten=
amt
I, ſowie für alle Kranz= und
Blumenſpenden unſeren herzlichſten
Dank.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Frau Gg. Koch.
Darmſtadt, Hamburg. Braunſchweig.
Roßdörferſtr. 17.
(S. 1679

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Eine der häufigſten Todesurſachen nach
dem 40. Lebensjahre iſt die Adernver=
kalkung
. Wie man dieſer gefährlichen
Krankheit vorbeugen u. weiteres Fort=
ſchreiten
(Schlaganfall) verhindern kann,
ſagt eine ſoeben erſchienene Broſchüre v.
Geh. Med.=Rat Dr. med. H. Schroeder,
welche jedem auf Verlangen koſtenlos u.
portofrei durch Robert Kühn, Berlin=
Kaulsdorf 70. zugeſandt wird. (TP12842
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Aufruf!

Die unterzeichneten Organiſationen,
Verbände rufen hiermit die geſamte
von Darmſtadt und Umgebung zur Q
der gemeinſamen
Toten=Gedenke
am Sonntag, den 23. November 19303h
11.30 Uhr, auf dem Waldfriedhof au=.
Es wird beſtimmt erwartet, daß ſich
Jahr die nichkt unterzeichneten Ond
Vereine und Verbände beteiligen.
Die Gedächtnisrede hat Herr Miniſarp
übernommen.
Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold, ; Hüucke
Afa=Bund, Heſſ. Beamtenbund e. B., ind
Reichsbund jüdiſcher Frontſoldater ſub
Automobil=Club, Reichsbnnd ehemr Ne
fangener, Sozialiſtiſche Studentenſch-fte
lands und Deſterreichs, Repuolikan/Fye.
bund, Deutſcher Arbeiter=Zängerbund. Im
Deutſcher Gewerkſchaftsbund, Im
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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 16. November 1930

Seite 10

Originalbilder von der Kataſtrophe in Lpon.

Das Viertel Fourviere nach der furchtbaren Kataſtrophe.

Soldaten bergen die erſten Toten aus den Trümmern.

Deutſch
Zeiteroffizier gewinnk die Inkernakionale Milikär=Meiſterſchaft
in New York.

Zur Landung von Do. K‟

Berlin. Zur Landung von Do. K wird
noch berichtet, daß das Flugſchiff infolge der
Dunkelheit ſich ſchließlich gezwungen ſah, bis auf
einige Meter niederzugehen. Als ſich die Un=
möglichkeit
herausſtellte, Bordeaux zu erreichen.
verſuchte der Bordfunker vergeblich, von den
Landſtationen einen geeigneten Landungsplatz
angewieſen zu erhalten. Man entſchloß ſich da=
her
, gegen 19.00 Uhr zur Waſſerung. Das Flug=
ſchiff
ſetzte nunmehr im dichten Nebel und bei
tiefer Dunkelheit ſeine Fahrt auf dem Waſſer
fort und gab von Zeit zu Zeit Nebelſignale mit
der Sirene. Nach vierſtündiger Fahrt auf dem
Waſſer traf es etwa 10 Meilen weſtlich von
La Rochelle ein, wo ſich die Bordleitung ent=
ſchloß
, die Nacht über zu ankern. Einige Augen=
blicke
ſpäter kam bereits ein vom Hafen ent=
gegengeſandtes
Schiff, das die Paſſagiere an
Bord nahm. Das Flugſchiff hat alſo nicht, wie
zunächſt gemeldet, im Hafen von La Rochelle den
Anbruch des Tages abgewartet, ſon=
dern
draußen auf offener See, was
ſeiner Seetüchtigkeit ein gutes Zeugnis ausſtellt.
Der Weiterflug nach Bordeaux ſoll in den
frühen Morgenſtunden ſtattfinden.

Do. K erſt ſehr ſpät aufſteigen. Da ſtändiger
Gegenwind das Erreichen von Bordeaux vor Ein=
bruch
der Nacht ſehr unwahrſcheinlich werden
ließ, waſſerte das Flugſchiff bei Einbruch der
Dunkelheit nach einem herrlichen Fluge von fünf
Stunden 16 Minuten, um 17.03 Uhr bei La
Rochelle glatt. Do. K wird in der Bucht
von La Rochelle vor Anker gehen und übernach=
ten
. An Bord iſt alles wohl.

N0. I in Bordeaur.

An Bord des Do. X" Do. K‟
iſt um 14.16 Uhr deutſcher Zeit bei Bordeaux
glatt gewaſſert.

00. I dankt England.

Unkerwegs nach Bordeaux.

(Sonderdienſt der TU. Copyright für Deutſch=
land
.)
An Bord des Do. K‟ 15. Nov. Wir
ſind um 12,55 Uhr franzöſiſcher Zeit nach Bor=
deaux
abgeflogen. Die Motoren ſind in tadelloſer
Ordnung, die Zwiſchenwaſſerung iſt nur wegen
zu ſtarken Nebels und Dunkelheit erfolgt und
glatt vor ſich gegangen. In Bordeaux wird das
Flugſchiff auf der Gironde landen.

In 5 Skunden 16 Minuken von Calshof
nach La Rochelle.

London. Gleich nach dem Abflug des
Do. K von Calshot hat Dr. Dornier drei
Dankestelgramme abgeſandt. Das erſte an den
militäriſchen Leiter der Seeflugſtation in Cals=
hot
gerichtete ſpricht den Dank aus für die große
Freundlichkeit, die der geſamten Beſatzung be=
wieſen
wurde. Das zweite iſt an den zweiten
Direktor der Zivilluftſchiffahrt im Luftminiſte=
rium
gerichtet und dankt dieſem und dem Luft=
miniſterium
, ſowie deſſen Beamten für die
Freundlichkeit und Unterſtützung bei der Ankunft
und dem Aufenthalt in Calshot. In dem letzten
Telegramm an den Privatſekretär des Prinzen
von Wales wird gebeten, dem Thronfolger den
tiefgefühlteſten Dank für ſein Abſchiedstelegramm
auszuſprechen. Es ſei eine große Ehre für
Do. K geweſen, den Prinzen von Wales will=
kommen
zu heißen, und man hoffe, daß er bei
einer ſpäteren Gelegenheit dem Flugſchiff wie=
der
dieſelbe Ehre geben werde.

(Sonderdienſt der Telegraphen=Union. Copy=
right
für Deutſchland: TU.)
An Bord des Do. K:, 14. Nov. In=
fokge
Nebels im Kanal konnte das Flugſchiff

Empfangsvorbereikungen für 99. I‟
auf Bermuda.

New York. Die Verwaltung von Ber=
muda
hat 10000 RM. für den Empfang des
Flugſchiffes Do. 4 bereitgeſtellt.

Heidelberg. Zum 2
Wohnungsbaugeſellſchaft in
weitere Einzelheiten bekanntt ſe
meldet wurde, iſt gegen die Miee
ſichtsrats aus dem Jahre 192804
ſtellt worden, weil ſchon Endo ß
bilanz vorhanden war, die Leſir
Konkurſes erforderlich gemackt ſe
dazu hört, lehnen aber ſämdic
mitglieder eine Regreßpflichtteeißt
es unter Umſtänden auf einer )e
laſſen. Im Ermittlungsverfa rich
den in Haft befindlichen Gic
gegen Ludwig Müller die An a

auf Untreue geſtellt werden.
betrügeriſchen Bankerott, wei=0
ſentlich falſch geführt hat. D= K
treue würde ſich darauf grüngeſah
den Krankenhausbau beſtimmicd
zu anderen Zwecken verwand
laut Vertrag bei Banken feſſ
für den Bau benutzen. Ludnrcu
ſagt, er habe mit dem Gelde tich )

Oberleutnant Freiherr von Nagel,
der Held des New Yorker Internationalen Militär=Reitturniers, gewann die erſten Preiſe im
Jagdſpringen um die Internationale Militär=Meiſterſchaft und um den Commodore=Becher.
32 Offiziere nahmen an der Konkurrenz teil.

er gewollt habe. In welcher
Goldſchmidt Anklage erhobem p
nicht endgültig feſt. Vielleick.
trügeriſchen Bankerotts angell
Beteiligung bei zahlreichen aunt
ſchaften hört man, daß die b
benen 600 000 RM. wahrſchib
loren ſind. Die in Frage kormd
in Amſterdam befindet ſich im 94
ländiſchen Behörden haben
wortlichen Perſonen ein Ve.ch
Mit dem Beſitzer eines Gutes el
noch ein Vergleich abgeſchloſſe. d
20 000 RM. einbringt. Ein M
in Riga bringt noch 8000

wird ſich als nötig erweiſem
hereinkommenden. Gelde di ſu
kraft bevorrechtigter Forderu.
und die in Not befindlichen eE
ten der Wohnungsbaugeſellſc./

Ein deutſches Denkmal in Teu4
geſprengt.
Kattowitz. Das Den
Reden, des Mitſchöpfers der 19
duſtrie, das im Jahre 1874
das hundertjährige Jubiläum
Grube bei Tarnowitz errichte= du
vorvergangenen Nacht in
worden, zweifellos von polniſ/nA
Dynamitanſchlag gegen arſchulal
Freimaurerlc
Bukareſt. Freitag früpl
Hofe der nationalen Freimau-/*
pineanu=Straße eine Dynami o
nur geringen Sachſchaden anr
im Hofe verborgene Dynamirog
haupt nicht zur Exploſion. B:
Attentätern jede Spur. An

den die Redakteure einer in Su‟
den antiſemitiſchen Zeitung,
Freimaurertum bekämpft, ver.
hatte in der letzten Zeit eime
gegen das Freimaurer= und
und in ihrer letzten Nummer
rern gedroht, daß man mit 2
vern gegen ſie vorgehen werd.
Die Kataſtrophe i

Paris. Wie aus Lyarrl

ſchreiten die Aufräumungsarlk
vorwärts. Gegen Abend wur
Holzdecke freigelegt, bei der es
die Decke des eingeſtürzten Hu.
hofft nunmehr, die Zahl de-
lichen
Opfer bald feſtſtellen zu
hier mit zehn Toten gerechne
ſamtzahl der Opfer auf 40 ſts‟
Schwerer Unfall eines frar?
luftſchiffes
Paris. Das franzöſiſch
V. 10 iſt in der verganger
lauf eines Uebungsfluges
geraten und zu einer Notla
Rochefort gezwungen worden.
Luftſchiff ſchwer beſchädigt. D*
der Beſatzung erlitten Verles

Zwei Kinder ausgeſetzt.
Kaſſel. In dem Flur eines Hauſes am
Steinweg wurden zwei Knaben, der eine etwa
1½ Jahre, der andere drei Monate alt, in einem
Kinderwagen ohne Aufſicht aufgefunden. Durch
das Schreien der Kinder waren Hausbewohner
aufmerkſam geworden, die die Polizei und das
Fürſorgeamt benachrichtigten. Irgendwelche
Merkzeichen, die auf die Herkunft der Kinder
ſchließen laſſen, wurden nicht vorgefunden.
Vatermord bei Saarbrücken.
Berlin. Wie die B. 3. aus Saarbrücken
meldet, hat der 17 Jahre alte Sohn Hans des
am Dienstag vormittag in ſeinem Geſchäftslokal
in Neunkirchen a. d. Saar erſchoſſen aufgefun=
denen
Kaufmanns Scheib eingeſtanden, die Blut=
tat
mit Vorbedacht und ohne fremde Hilfe aus=
geführt
zu haben. Als Grund gibt er an, daß
er den dauernden Streit zwiſchen den Eltern
nicht länger habe mitanſehen können, und daß er
den Vaterl für den ſchuldigen Teil gehalten habe.
Als die Mutter abweſend war, hat er den Vater
im Laden erſchoſſen und dann ſeine vorherige
Beſchäftigung er ſtrich die Wohnung ohne
irgendwelche Anzeichen der Unruhe fortgeſetzt.
Um keine Fußſpuren zu hinterlaſſen hat er die
Schuhe ſeiner Schweſter zu dem Mord angezogen
und dieſe nachher in eine Grube geworfen. Als
der Vater tot aufgefunden wurde, ſpielte der
Sohn den Erſchütterten und holte einen Arzt.
Schreckliche Familientragödie aus wirtſchaftlicher
Not.
Gerdauen. Am Freitag nachmittag hat
ſich in Gerdauen eine ſchreckliche Bluttat zuge=
tragen
, die ein furchtbares Zeichen der heutigen
Zeit iſt. Der 29jährige verheiratete Handlungs=
gehilfe
Walter Mateoſchat erſchoß zuerſt ſeine
beiden Kinder, ein dreijähriges und ein fünf
Monate altes Mädchen und dann ſich ſelbſt. Der
herbeigerufene Arzt fand den Vater mit einem
Schläfenſchuß in den letzten Zügen auf dem Fuß=
boden
liegend vor. Die beiden Kinder hatten
Stirnſchüſſe erhalten und lagen in ſchwerverletz=
tem
Zuſtand in ihrem Bettchen. Die Sani=
tätskolonne
überführte die Schwerverletzten ins
Krankenhaus. Auf dem Wege dorthin iſt der Va=
ter
ſeiner Verletzung erlegen. Das jüngſte Kind
ſtarb in der Nacht, während das dreijährige
Mädchen mit lebensgefährlichen Verletzungen
darniederliegt; ſein Ableben wird ſtündlich er=
wartet
. Wirtſchaftliche Sorgen und ſeeliſche De=
preſſionen
haben den Mann zu der grauſigen Tat
veranlaßt. Seine Frau hatte er auf einen Augen=
blick
fortgeſchickt, um ihre Abweſenheit zu dem
Mord und Selbſtmord zu benutzen.
Geheimral Bücher .

Geb. Hofrat Prof. Dr. Karl Bücher,
der hervorragende Nationalökonom, Begründer
der Zeitungswiſſenſchaft, iſt im 84. Lebensjahr
verſtorben. Bücher wurde 1892 als Profeſſor
nach Leipzig berufen, wo er das erſte Inſtitut
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[ ][  ][ ]

Seite 12

Sonntag, den 16. November 1930

Opotn Spier und Tarnen.

Hahsoün.
51. Darmſtadk 1898 Rok=Weiß Darmſtadi.
Von großem Intereſſe dürfte das am Sonntag nachmittag 3 Uhr
auf dem Platze am Böllenfalltor ſtattfindende Treffen der 98er gegen
die hieſige Rot=Weiß=Mannſchaft ſein, und zwar nicht allein um des=
willen
, weil es ſich hier um ein wie der ſchöne Ausdruck heißt
Lokalderby handelt, ſondern beſonders deshalb, weil ſich in dieſem
Spiel der derzeitige Tabellenerſte und der derzeitige Tabellenzweite
gegenüberſtehen. Und wenn man auch auf Grund der größeren Spiel=
routine
und des beſſeren Einzelkönnens der Elf des Süddeutſchen Mei=
ſters
die beſſeren Siegesausſichten zuſprechen kann, ſo kann man doch den
Spielausgang für offen halten, weil gerade die Rot=Weiß=Mannſchaft
in der diesjährigen Verbandsſpielſerie die größten Ueberraſchungen ge=
bracht
hat. Die Elf der 98er, die vorausſichtlich in der Aufſtellung

13.00 Uhr,
14.00 Uhr,
15.00 Uhr,
15.00 Uhr,
15.00 Uhr,

11.00 Uhr,
14.30 Uhr,

10.00 Uhr,

Sporkkalender.
Handball:
Müllersteich: Fr. Tgd. I5 Dreieichenhain.
Exerzierplatz: Eintracht Rot=Weiß, 2.
Maulbeerallee: Merck Arheilgen.
Stadion: Sp.=V. 98 Rot=Weiß Darmſtadt.
Exerzierplatz: Polizei V. f. R. Schwanheim.
Fußball:
Exerzierplatz: Eintracht Boruſſia Dornheim.
Arheilger Mühlchen: Arheilgen 04 Germania

Pfungſtadt.
Fechten:
Soderſtraße 30: Darmſtädter Fechtklub (Interne
Meiſterſchaften.

Henß
Rothenburger
Reuter
Delp
Jäger
Pabſt
Fuchs
Freund
Hennemann . Werner

Was ſie verdienken.

Feick

vertreten wird, dürfte gut daran tun, das Spiel hölliſch ernſt zu neh=
men
, damit derart unliebſame Ueberraſchungen, wie ſie die hieſige
Polizeielf und der Fußballſportverein Frankfurt auf eigenem Gelände
durch die Rot=Weißen hinnehmen mußten, vermieden werden. Auch die
Ligareſerven und die Junioren (3. Mannſchaft) tragen Verbandsſpiele
aus, und zwar in Braunshardt und Babenhauſen.
Wie wir erfahren, kann die 98er=Aufſtellung eine Aenderung er=
fahren
, da Henß erkrankt iſt und Hennemanns Mitwirkung noch nicht
geſichert iſt.
Vor dem Hauptſpiel um 2 Uhr tragen die 1. und 2. Jugendmann=
ſchaften
auf dem Hauptfeld ihren Verbandskampf aus.

Fußball.

1. FC. Union Darmſtadt Viktoria Griesheim.
Bei dem heute nachmittag 2.30 Uhr auf der Rennbahn ſtattfinden=
den
Spiel obiger Gegner hat Union die letzte Gelegenheit, den Tabellen=
ſtand
in der Vorrunde zu verbeſſern. Das letzte Spiel in Pfungſtadt
hat gezeigt, daß Union trotz 4 Erſatzleuten doch noch einen beachtlichen
Gegner abgibt. Lediglich der Sturm erfährt eine kleine Veränderung.
Nach dieſem Spiele tritt eine Ruhepauſe von 3 Wochen für Union ein.
Vor dem Hauptſpiel treffen ſich im Freundſchaftsſpiel beide Liga=
Reſerven. Das Spiel der Alte Herren mußte abgeſetzt werden. Von
9 Uhr vormittags ab herrſcht reger Spielbetrieb der Schüler= und
Jugendmannſchaften.
SV. 1898 (Jugenb).
1. Jugend 1. Jugend Urberach, hier, 10.30 Uhr; 2. Jugend
1. Jugend Groß=Gerau, dort, Abfahrt 9.15 Uhr; 3. Jugend 1. Ju=
gend
Seeheim, dort, Abfahrt mit Auto 9.15 Uhr (Marſtall); 4. Jugend
2. Jugend Groß=Gerau, Abfahrt 7.45 Uhr; 1. Schüiler 1. Schüler
Sceheim, hier, 2 Uhr; 2. Schüler 2. Schüler Griesheim, hier, 1 Uhr.
TSV. Meſſel FC. Dreieichenhain.
Zum zweiten Verbandsſpiel in der Nachrunde treffen ſich obige
Vereine heute um 2.30 Uhr in Meſſel. Da die Meſſeler Mannſchaft
in den letzten Spielen eine Formverbeſſerung zeigte und immer als
Sieger hervorging, kann man auf einen klaren Sieg rechmen. Zu be=
richtigen
iſt, daß Meſſel 1. nicht 4:1 (Halbzeit 2:0) in Sprendlingen ver=
lor
, ſondern mit dieſem Reſultat ſiegte.
Eine Zußball=-Oberliga in der Schweiz?
Auch in der Schweiz kämpft man ſchon ſeit langem um ein neues
Spielſyſtem. Der Präſident des Schweizeriſchen Verbandes, O. Eichler,
hat jetzt ein neues Projekt ausgearbeitet, das die Schaffung einer neuen
Oberliga von neun Klubs vorſieht, die aus den drei Erſtklaſſierten der
drei Regionen Oſtſchweiz, Weſtſchweiz und Zentralſchweiz gebildet wer=
den
ſoll. Die weiteren 24 Klubs der bisherigen erſten Klaſſe würden
in drei Achtergruppen aufgeteilt, die drei Regionalmei ſollen jemeils
Ende der Saiſon in die Oberliga aufſteigen, während die drei letzten
der Oberliga abſteigen müßten. Der Titel eines ſchweizeriſchen Meiſters
ſoll nicht dem Meiſter der Oberliga zugeſprochen werden vielmehr ſol=
len
die beiden erſten Vereine der Oberliga und die drei Regionalmeiſter
in einer Finalrunde um die Landesmeiſterſchaft kämpfen.
Schießſpork.
Schießſportvereinigung Darmſtadt.
Am 11. November erfolgte die Gründung der Kleinkaliber= Schieß=
ſportvereinigung
Darmſtadt (SSV.) im Südweſtdeutſchen Sportverband
für Kleinkaliberſchießen. Eine ſtattliche Anzahl, den vaterländiſchen
Sportgedanken bejahende und hierfür begeiſterte Männer ſchloſſen ſich
zuſammen. Mit dem Ausbau einer modernen Schießſtandanlage am
Böllenfalltor wird unverzüglich begonnen, Wer unter der alten Schützen=
parole
Ueb' Aug und Hand fürs Vaterland ſich ſchießſportlich betä=
tigen
will, iſt im SSV. herzlich willkommen. Anmeldungen nimmt
Sportlehrer O. Wagner, Darmſtadt, Lucasweg 15, entgegen.

Die gewinnreichſten Flachrennſtälle.
Das abgelaufene Rennjahr ſtand im Zeichen einer äußerſt ſtarken
Neduzierung aller Rennpreiſe. Die Gewinnziffern unſerer erfolgreich=
ſten
Flachrennſtälle laſſen dies unſchwer erkennen. Charakteriſtiſche
Momente der neuen Gewinnſtatiſtik ſind einerſeits die Tatſache, daß die
Zahl der Beſitzer, die über 50 000 Mark gewinnen konnten, weſentlich
kleiner geworden iſt, als ſie in früheren Jahren war, andererſeits das
bedauerliche Verſchwinden zweier auf muſtergültigen Geſtüten aufgebau=
ten
Nennſtällen aus der Liſte der Großen: die Ställe R. Haniel und
Geſtüt Weil.
Wie ſchon in den beiden letzten Jahren, ſo konnte ſich Frhr. S. A.
v. Oppenheim auch in der abgelaufenen Saiſon wieder an der Spitze
der erfolgreichen Nennſtallbeſitzer behaupten. Nicht weniger als
498 372 Mark und 57 Rennen gewannen die Vertreter Schlender=
hans
, noch rund 10000 Mark mehr als im Vorjahre, alſo eine in An=
betracht
der ungünſtigen Verhältniſſe ganz reſpektable Summe. Haupt=
ſtütze
des Stalles war natürlich der großartige Alba, deſſen tragiſches
Ende noch in friſcher Erinnerung iſt. Weitaus mehr als ein Drittel
der Geſamtſumme konnte der Wallenſtein=Sproß allein zuſammengalop=
pieren
. Die zweitbeſte Verdienerin des Stalles war Albas Altersgefähr=
tin
, die famoſe Mafalda. Aber auch die Klaſſeflieger Markgraf und
Walzertraum, der bewährte Steher Avanti und die Gewinnerin des
Preiſes der Winterfavoriten und erfolgreichſte Zweijährige, Adrienne,
taten ſich ſtark hervor. Wie ſo oft ſchon ſteht der Stall A. u. C.
v. Weinberg ebenfalls an vorderſter Stelle. Die Träger der blau=
weißen
Farben galoppierten in dieſem Jahre, im erſten Jahr übrigens,
in dem R. Adams die Waldfrieder betreute, 3 50 802 Mark zu=
ſammen
. Dieſe Summe reſultiert aus 44 gewonnenen Rennen. Der
St.=Leger=Sieger Gregor und Ladro, der ſtändige Zweite hinter Alba,
waren die Hauptſtützen des Stalles. Aber auch ihre Altersgefährten
Majordomus und Palfrey brachten mehr als durchſchnittliche Summen
nach Hauſe. Von älteren Pferden machten ſich Faro und Mantegna
ſtärker bemerkbar, dagegen konnte eine Folge des in dieſem Stall
beſonders ſtark aufgetretenen Huſtens kein Zweijähriger beſonders in
Erſcheinung treten. Das junge Geſtüt Erlenhof des Frankfurter Renn=
mannes
M. J. Oppenheimer liefert Jahr für Jahr Pferde mit
erheblichem Galoppiervermögen. In der abgelaufenen Saiſon allerdings
war es nahezu allein Graf Iſolani, der ſeinem Beſitzer zu der Gewinn=
ſumme
von 243 542 Mark verhalf. Auf das Konto des Grafen kom=
men
über 180 000 Mark, wobei der Sieg im Großen Preis von Oeſter=
reich
eingerechnet iſt. Sonſt trat kein Erlenhofer beſonders hervor. Mit
48 Siegen und 173 675 Mark folgt das Geſtüt Mydlinghoven, das
ein ausgeſprochen gutes Jahr hatte, an vierter Stelle. Feldjäger, Frei=
weg
II, Grauwacke, Gutenberg, Hohenſyburg, Prellſtein und die Zwei=
ſährigen
Hegemeiſter und Woeus waren keine überragenden, aber mnehr
als nützliche Verdiener für ihre Farben. Stark zurückgefallen iſt der
fiskaliſche Nennſtall, der in dieſem Jahre wieder unter dem weit über
Deutſchlands Grenzen hinaus berühmten Namen Hauptgeſtüt
Graditz laufen ließ. Nur 144 145 Mark, eine beſcheidene Summe für
Graditz, und 28 Rennen konnten die Träger von Schwarz=Weiß nach
Hauſe bringen. Die Dianapreis=Siegerin Stromſchnelle, ihr Alters=
gefährte
Laotſe und die Zweijährige Sichel waren die beſten Verdiener.
Auf 136 638 Mark brachten es die Inſaſſen des Stalles der Frau
v. Opel, die das Erben ihrer Eltern alſo von beſtem Erfolge be=
gleitet
fortſetzte. Mit einer Gewinnſumme von 130 146 Mark ſchnitt
auch der Stall Halma recht gut ab. Der Rennſtall des Geſtütes
Röttgen kam auf 110 669 Mark, die Gebrüder Rösler, die im
Weſten den Flach= und Hindernisſport nahezu beherrſchen. gewannen
105 741 Mark. Folgende Ställe können noch 50 000 Mark und mehr
verbuchen: A. Schumann 99 144 Mark, Geſtüt Weil 85 683 Mark,
O. Blumenfeld u. R. Samſon 73 477 Mark, Alfons Teske 63 161 Mark.
M. Böhm 62 052 Mark, E. G. Butzke 59 405 Mark, H. F. Wriedt 52 199
Mark, Stall Hago 51 619 Mark.

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Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werltags=Programm. 6.15: Wo=
O 6.45: Gymnaſtik. 7.30: Konzert. 8.45: Wo
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen, Nachrichten. O 12.15: 9g
Schallplatten. O 12.55: Nauener Zeit. O 13: Scha
Konzert. O 14.40: Nachrichten. O 14.50, 15.50:
meldungen. O 15.55: Wetter. 17.45: Wirti
O 18.30: Zeit. O 19: Zeit, Wetter, Wirtſchaft. Ei.
richten, Sport, Wetter.
Sonntag, 16. November.
7.00: Hamburg: Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier. Mitw.: Dr. Gottk;
Quartett der Kath. Akademikervereinigung Do
Schröer=Mundſchent (Sopran), Clara Herber (A1.
hofer (Tenor), Scherkamp (Baß), Klaſſert (Orge
9.30: Orgelkonzert. Werke franzöſiſcher Meiſter. B,
Dreier.
10.15: Dr. Karl Wollf: Die Kunſt der Rede.
10.45: Stunde des Chorgeſangs. Männerquartett
11.30: Dr. Leyhauſen: Die Kunſt des Sprechchor:;
12.00: Konzert.
13.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammem
13.10: Köln: Konzert. Werke von Beethoven, Sche
und Marſchner.
14.00: Freiburg: Stunde der Jugend: Luſtige Rätf!
Stunde.
15.00: Das Einkommen des Landwirts und ſeine
15.30: Pfarrer Thullner: Deutſche Bauern in dem
16.00: Stuttgart: Konzert. Soliſten: Margarete Ae
Max von Wiſtinghauſen (Baß).
18.00: Herbert Scheffler: Tolſtois Flucht.
18.25: Dr. H. Wendel: Friedrich Wilhelm von oct
19.20: Sportnachrichten.
19.30: Mannheim: Klaviermuſik. Jſolde Waſſermam.
20.00: Stuttgart: Das Extemporale. Luſtſpiel vonz
M. Förber.
21.30: Volkstüml. Richard=Wagner=Konzert. Aus: Kin
Der fliegende Holländer. Lohengrin‟
Eine Fauſt=Ouvertüre. Mitw.: Emmy Betts=)
23.15: Stuttgart: Tanzmuſik (Schallplatten).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Poh
Zeit, Wetter für den Landwirt. O 6.55: Wetter
6. 7: Gymnaſtik. Konzert. O 10.30: 13.30: Nachnt
Wetter für den Landwirt (o. 12.50). O 12 bzu
platten (außer S.). 0 12.55: Nauener Zeit. o 14
platten. O 15.30: Wetter, Börſe. O 19.55: Wette=
Deutſche Welle. Sonntag, 16. Novemle
7.00: Hamburg: Glocken vom Großen Michel.
8.00: Mitteil. und prakt. Winke für den Landwirn.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.30: Königsberg: Morgenandacht.
3.25: Elternſtunde: Entmutigte Kinder.
9.50: Wettervorherſage.
11.0: Jacques Thibaud ſpielt für Kinder am
Janovulo. (Schubert, Mozart, de Falla, Rimsy
Kreisler).
12.00: Aus dem Bach=Saal: Kammerkonzert de
geſellſchaft. Weltliche Werke von Schütz und S
Chor der Staatl. Akademie für Kirchen= und S:)
13.30: Königsberg: Mittagskonzert.
14.00: Johannes Brahms. Am Flügel: Urſula Bie
14.30: Zeitgenöſſiſche Balladen von Petſchnig ur
Fritz Düttbernd (Bariton).
15.00: Programm der Aktuellen Abteilung.
15.25: Kurt Thomas: Sonate für Flöte und Sid
Zanke (Flöte) und der Komponiſt (Flügel).
16.00: Jugendſtunde: Afrikaniſche Geſchichten.
Z.*e: Unterhaltungsmuſik.
18.00: Menſchen imn Beruf: Der Bürgermeiſter.
18.30: Robert Henſeling: Johannes Kepler zum
19.00: Pfarrer Kurt Engelbrecht: Religiös=ethiſche 5
genwart.
19.30: Dr. H. M. Elſter: Wilhelm Raahe zum 2l
20.00: Aus dem Bach=Saal: Orcheſterkonzert.
Kandl (Alt). Werke von Mozart, Scarlatti,
Faure, Dupare, Debuſſy, Dvorak, Smetana un) ſi
liner Sinfonie=Orcheſter.
Anſcht.: Aus dem Marmorſaal im Zoo: Kolonialfiſx
Kolonial=Geſellſchaft und des Frauenvereins vurb!
für Deutſche über See. Tanzmuſik. Kapelle Dich

Weilerbericht.

Ausſichten für Sonntag, den 16. November: Nach vielfach klarer Nacht
mit leichter Froſtgefahr nebliges und tagsüber mehr wolkiges Wet=
ter
, milder, zeitweiſe etwas Niederſchlag.
Ausſichten für Montag, den 17. November: Dunſtiges, auch bewölktes
Wetter, dabei wieder aufklarend, meiſt trocken.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Maup=
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: ſc
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sporkt
ſür den Handel: Dr. C. H. Queiſch; ſür den Schlußdlenſt: Sul
Die Gegenwart Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. ii
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: T30l
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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 16. Novenbe

Ttsk

Süsſtfrieatfelättſtänter

ſrealfcemapenhander iin Btiober 1900,
1 78 Millionen Ausfuhrüberſchuß. Gegenüber Sepkember Zunahme um 72,3 Millionen.
ehung der Reparakions=Sachlieferungen überkrifft der Werk der ausgeführken Waren
den Werk der Einfuhr um 239 Millionen.
Mill. RM.), ſtattgefunden. Vermehrt ſind u. a. auch Kalbfelle, Rinds=
häute
und rohe Pelzwerkfelle eingeführt worden.
eii and Ausführ
Die Einfuhr von Fertigwaren iſt um 10,8 Mill. RM. geſtie=
gen
, darunter die Einfuhr von Pelzen und Pelzwaren um 4,4 Mill. RM.
genüber dem Vormonak geſtiegen.

i6 iſt mit 833,6 Mill. RM. um 97 Mill. RM. höher
un September. In der Einfuhrzahl für Oktober ſind
ſu. RM. aus Lagerabrechnungen enthalten, die auf die
murngegangenen drei Monate entfallen; es handelt ſich
her September (15 Mill. RM.) erheblich höheren Be=
ürliche
Lagerabrechnungen, die auf Anordnung des
Ures an die Stelle der bisherigen halbjährlichen Ab=
ſind
.
ſihr beträgt im Oktober 1011,6 Mill. RM.; ferner ſind
.s Reparations=Sachleiſtungen Waren im Werte von
1s) Mill. RM. an das Ausland geliefert worden, für
un Bezahlung ſeitens der Empfänger nicht erhält. Die
bzuslich der Reparations=Sachlieferungen, deren Wert
ſoler nur unweſentlich geringer iſt, hat eine Zunahme
a7 erfahren, ein bemerkenswert hoher Betrag, der über
M im Oktober zu erwartenden ſaiſonmäßigen Zunahme
Isbilanz unter Ausſchluß der Reparations= Sach=
hutzt
im Oktober mit einem Ausfuhrüberſchuß von 178
ſſüunter Einbeziehung der Reparations=Sachlieferungen
aist der ausgeführten Waren den Wert der Einfuhr um

Die Einfuhr.

Ayk mit 52,5 Mill. RM. die Einfuhr von Lebens=
Uhr etränken zugenommen. Die tatſächliche Mehr=
Fzu iſt jedoch geringer, da in der Einfuhrzahl für Okto=
u
gen für das Vorvierteljahr in Höhe von 33 Mill.
un. Eine beſonders hohe Zunahme weiſt die Einfuhr
Mill. RM.), Südfrüchten (+ 8,3 Mill. RM.) ſowie
z bereitungen (+ 7,6 Mill. RM.) auf. Die höheren
9 =affee und Gerſte ſind dagegen lediglich durch den
ſon zu erklären. Abgenommen hat insbeſondere die
büit n, die um 5 Mill. RM. geringer iſt als im Vor=
IRtoffe und halbfertige Waren weiſen mit
Hitz erhebliche Zunahme gegenüber dem Vormonat auf.
Brtuppe betragen die Abrechnungen 31 Mill. RM., ſo
mte der Rohſtoffeinfuhr, wie ſie die Statiſtik ausweiſt,
ſurden darf; ſo iſt z. B. die Zunahme der Mineralöl=
/19 ill. RM.) lediglich durch die Abrechnungen bedingt.
Häolich eine ſtarke Steigerung der Einfuhr von Textil=
R: Mill. RM.), namentlich von Baumwolle (+ 19,3

Die Ausfuhr.

Die Steigerung der Ausfuhr, an der ſämtliche Hauptwarengruppen
teilhaben beruht insbeſondere auf der vermehrten Fertigwaren=
ausfuhr
, die einſchließlich der Reparations=Sachlieferungen um 55
Mill. RM. geſtiegen iſt. Beſonders die Erzeugniſſe der Maſchinen=
induſtrie
(+ 9,4 Mill. RM.) und der chemiſchen Induſtrie (+ 8.7 Mill.
RM.) haben im Oktober einen erhöhten Abſatz gefunden. Die ſtarke
Zunahme der Ausfuhr von Waſſerfahrzeugen (+ 10,6 Mill. RM.) be=
ruht
vornehmlich auf vermehrten Reparations=Sachlieferungen. Zuge=
nommen
hat auch die Ausfuhr von Kinderſpielzeug, Papier und Papier=
waren
, Leder, Pelzen und Pelzwaren. Einen Rückgang dagegen weiſt
die Ausfuhr von Textilfertigwaren ( 4,1 Mill. RM.), namentlich von
Wollgeweben ( 3,8 Mill. RM.), auf; auch die elektroteshniſche In=
duſtrie
ſowie die Eiſeninduſtrie verzeichnen einen leichten Rückgang im
Auslandsabſatz ihrer Erzeugniſſe.
Die Ausfuhr von Rohſtoffen und halbfertigen Waren
zeigt einſchließlich der Reparations=Sachlieferungen eine Zunahme um
12,7 Mill. RM. Namentlich ſind rohe Pelzwerkfelle (+ 5,8 Mill. RM.)
und Steinkohlen (++ 4,8 Mill. RM.) vermehrt ausgeführt worden.
Unter den Lebensmitteln und Getränken, deren Ge=
ſamtausfuhr
nur unerheblich zugenommen hat, verzeichnen pflanzliche
Oele und Fette eine Zunahme (+ 2,6 Mill. RM.), Zucker ( 2,8 Mill.
RM.) eine Abnahme der Ausfuhr. Die vermehrte Ausfuhr von leben=
den
Dieren (++ 3,3 Mill. RM.) beruht vornehmlich auf der um 2,3
Mill. RM. geſtiegenen Ausfuhr von Schweinen.
Die ſchon im Vormonat beträchtliche Ausfuhr von Gold und
Silber (107,9 Mill. RM.) iſt im Oktober auf 407,7 Mill. RM. ge=
ſtiegen
. Wie ſchon im Vormonat, hat auch im Oktober die ſtarke Edel=
metallausfuhr
ihren Grund in den Goldüberführungen der Reichsbank
an das Ausland; im Oktober iſt allein nach Frankreich Gold im Werte
von 352,7 Mill. RM. durch die Reichsbank überführt worden. Auch
die Niederlande haben eine größere Goldſendung erhalten, deren Wert
52,2 Mill. RM. betragen hat. Von den wichtigſten
Reparakions=Sachlieferungen
im Oktober entfallen auf die Gruppe Rohſtoffe: Steinkohlen mit 8 Mill.
RM. (Rückgang 4,9 Mill. RM.); auf die Gruppe Fertigwaren: Waſſer=
fahrzeuge
mit 16,1 Mill. RM. (Zunahme 11,4 Mill. RM.), Maſchinen,
Keſſel und Maſchinenteile mit 14,5 Mill. RM. Eiſenwaren mit 8,6 Mill.
RM. und Eiſenbahnwagen mit 3,3 Mill. RM. Die Reparations= Sach=
lieferungen
an lebenden Tieren (27 000 RM.) und Lebensmitteln (32000
RM.) ſind unbedeutend.

der Geldmarkt
wer vergangenen Böche.
ertſchreikende Enkſpannung.
ſit es Ueberbrückungskredites für das Reich war beſtim=
läe
Erleichterung am Geldmarkt nennenswerte Fort=
Konite. Dieſe Entwicklung iſt erwartet worden. Der
Metet kam dem freien Markt dadurch ſofort zugute, daß
ſten beteiligten Banken den größten Teil ihrer Quoten
ſwrm kurzfriſtiger Kredite, ferner durch die Abdeckung
ſte ſungen, ſchließlich durch die Vorverlegung der Zah=
Aneiheablöſungsſchuld. Die Rückkehr in normale Bah=
aus
dem Reichsbankausweis der erſten November=
er
befriedigende Rückflüſſe der Wechſel und Lombards
MFltſſigungstendenzen kam entgegen, daß der Geldbedarf
ei beſonders gering iſt. Zum Medio allerdings trat
emnach Tagesgeld in Erſcheinung, und die Sätze, die
S großen Angebots recht niedrig waren, zogen zum
Am Termingeldmarkt konnte ſich die Entſpannung
üon auswwirken. Einmonatsgeld war leichter, Geld für
rnate jedoch weiterhin ziemlich knapp. Am Privat=
mog
das Angebot erheblich, ſo daß der Satz für kurze
t auf 498 Prozent ermäßigt werden konnte, während
A Sicht unverändert 4½ Prozent blieb. Es wurden
ſchatzwechſel begeben. Die internationale Lage er=
Störung durch die in Frankreich infolge des Ouſtrie=
ein
=ne Vertrauenskriſe, die die franzöſiſchen Banken zur
r Gelder im Ausland und zu Deviſenverkäufen ver=
on
ihrer Kundſchaft verlangten Kredit= und Spar=
en
vornehmen zu können. Dieſe Bewegung blieb jedoch
Markt ohne Einfluß, da ſich in Deutſchland kaum noch
ritige Gelder befinden. In der Woche vom 10. bis
3 nahmen die Geldſätze am Frankfurter Platz folgende
RaSgeld 3½43355½ Prozent, Monatsgeld 534
Monat, 6½6½ Prozent für 2 Monate erſte Adreſ=
M: 1 Prozent mehr, Warenwechſel 5½5 Prozent.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

ider. Die auf den Stichtag des 12. November berech=
Aunderziffer des Statiſtiſchen Reichsamts iſt mit 120,5
ut woche (120,8) um 0,3 Prozent zurückgegangen. Von
iſt die Inderzifer für Agrarſtoffe um 0.5 Prozent
Teſtiegen. Die Inderziffer für Kolonialwaren lag mit
11 Prozent niedriger als in der Vorwoche.. Die In=
Mr-rielle Rohſtofe und Halbwaren iſt mit 112,9 (113,6)
Afunken. Gleichzeitig hat auch die Indexziffer für in=
Mren, weiter auf 145.1 (145,8) oder um 05 Prozent
Viehmärkke.
öiuemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
Siden 464 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 392 Stück,
aweine das Stück von 1118 Mark, Läufer das Stück
Der Marktverlauf war gut.
Meine Wirkſchaftsnachrichten.
u Werke Ofſtein und Worms A.G. haben infolge
* Kurzarbeit eingeführt. Es werden nur noch 36 Stun=
wearbeitet
.
erverband der deutſchen Holzinduſtrie und des Holz=
2 Mantelvertrag, für das deutſche Holzawerbe vom
15. Februar 1931 gekündigt, ebenſo die im Anſchluſſe
Hier Drag abgeſchloßſenen Bezirkstarfverträge. Ferner hat
SEAhand der Golzinduſtrie und des Holzgewerbes beſchloſ=
Mäntlicher Löhne um 15 Prozent zu fordern.
ag der Zementverband erneut um über 10 Prozent
Mrick gegenüber 510 000 To. im Sebtember 1930. Der
Les lag mit 677 000 To. rund 50 Prozent über dem

Frankfurker und Berliner Effekienbörſe.
Frankfurt a. M., 15. November.
Auch die Wochenſchlußbörſe verkehrte faſt geſchäftslos, und die Ten=
denz
neigte weiterhin eher zur Schwäche, nachdem noch im Vormittags=
verkehr
die Stimmung freundlicher war. Der feſte Schluß der geſtrigen
New Yorker Börſe und die weitere beträchtliche Erhöhung des Kupfer=
preiſes
ließen hoffen, daß die Spekulation weitere kleine Deckungskäufe
vornehmen werde, nachdem ſie bereits an der geſtrigen Abendbörſe kleine
Käufe vorgenommen hatte. Da aber auch das Publikum wiederum kein
Intereſſe für die Börſe zeigte, ſchritt die Kuliſſe wieder zu Abgaben,

ſo daß gegenüber der geſtrigen Abendbörſe überwiegend Kursverluſte
bis zu 1 Prozent eintraten. Vevſtimmend wirkte ferner die ungünſtige
Lage in der Maſchineninduſtrie. Auch ſollen bei den Großbanken größere
Verkaufsorders vorgelegen haben, und die gebegten Befürchtungen, daß
es ſich um amerikaniſche Abgaben handele, ſcheinen ſich zu bewahrheiten.
Die Kupferpreiserhöhung machte ſelbſt für Kupferwerte kaum mehr
einen Eindruck. Die Umſatztätigkeit hielt ſich in den engſten Grenzen.
Etwas mehr im Angebot lagen Kaliwerte und von Elektroaktien
Schuckert, die bis 1½ Prozent einbüßten. Am Chemiemarkt eröffneten
J. G. Farben mit minus ½ Prozent relativ wenig verändert. Drch
einen 2proz. Verluſt fielen am Montanmarkt Gelſenkirchen auf. Bau=
unternehmungen
und Bankaktien waren meiſt behauptet. Deutſche
Anleihen ſtill und unverändert. Von fremden Werten ſtanden Türken=
ſerien
erneut unter Kursdruck. Pfandbriefe waren weiterhin ſehr ſtill.
Neichsſchuldbuchforderungen waren etwas feſter. Tagesgeld war mit 5½
Prozent in Anbetracht des Medios weiter ſtark geſucht.
Am Deviſenmarkt waren bei ſtillem Geſchäft keine nennenswerten
Veränderungen feſtzuſtellen. Nur Madrid lag mit 41,85 gegem London
weiter etwas feſter. Sonſt nannte man Mark gegen Dollar 4,1973, gegen
Pfunde 20,38½. London=Kabel 4,8563, Paris 123,65, Mailand 92,78,
Schweiz 25,061/s. Holland 12,07½. Auch nach den erſten Kurſen trat
keine Belebung des Geſchäftes ein. Schon kleinſte Nachfrage bewirkte
ein Anziehen der Kurſe um Bruchteile eines Prozentes. Lediglich Dt.
Linoleum lagen auf Rückdeckungen zirka 3½ Prozent feſter.
Berlin, 15. November.
Die letzte Börſe dieſer Woche eröffnete genau ebenſo wie geſtern
gegenüber den Erwartungen des Vormittags und der Vorbörſe in ent=
täuſchender
Haltung. Zu den erſten Kurſen kam wieder Ware heraus,
die von der Börſe nur zu ſchwächeren Kurſen Aufnahme fand. Der
feſte Schluß des geſtrigen New Yorker Verkehrs wirkte heute eher in un=
günſtigem
Sinne, da hierdurch die Meinung verſtärkt wurde, die ameri=
kaniſche
Spekulation verkaufe deutſche Effekten, um amerikaniſche Pa=
viere
zu erwerben. So erhielt ſich die Anſicht, daß das angebliche Ma=
terial
amerikaniſchen Urſprungs ſei. Die Kupferpreiserhöhung auf 12.30
Dollarcents blieb ſelbſt am Markt der Kupferwerte ohne größeren Ein=
fluß
; man wies darauf hin, daß dieſe Preiserhöhung als Folge der zu
erwartenden Produktionseinſchränkung anzuſehen ſei. Auch lag ein
ſchlechterer Maſchinenbaubericht für Oktober vor. Nur vereinzelt waren
anfangs Beſſerungen feſtzuſtellen. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe
zunächſt etwas ab. Später ging vom Markt der Dtſch. Linoleumwerke,
in denen größere Deckungen ſtattfanden, eine Erholung aus. Außerdem
wirkten die heute veröffentlichten Außenhandelsziffern, die bei Nichtbe=
rückſichtigung
der Reparationsſachlieferungen einen Ausfuhrüberſchuß
von 178 Millionen RM. aufweiſen, in günſtigem Sinne. Die Kurſe
gingen teilweiſe bis über das Anfangsniveau. Anleihen behauptet,
Pfandbriefe ſtill, vielfach etwas freundlicher. Reichsſchuldbuchforderun=
gen
in ſpäteren Fälligkeiten bis ½ Prozent anziehend. Deviſen ruhig.
Geld zum Medio weiter verſteift, Tagesgeld 57 Prozent, die übrigen
Sätze unverändert.

Produkkenberichte.

Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100 Kilo
loco Mainz am Freitag, den 14. November: Weizen 27,50 bei 75 Kilo
Hektolitergewicht, rheinheſſ. Roggen 16,5016,75, Hafer ohne Umſatz,
Braugerſte 1922,25 (nur la Ware abzuſetzen), Induſtriegerſte 17 bis
17,50, Futtergerſte 16,5017, Malzkeime 1010,50, ſüdd. Weizenmehl
Spez. 0 42,65, Roggenmehl 60proz. 26,50, Weizenkleie fein 7,75, Weizen=
kleie
grob 8,759. Noggenkleie 7,50, Weizenfuttermehl 9,25, Biertreber
1010,50, Erdnußkuchen 1212,50, Kokoskuchen 13 7516, Palmkuchen
8,509,50, Rapskuchen 910,25, weiße Bohnen 31. Tendenz: behauptet.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 15. November. Die allge=
meine
Marktlage iſt weiter feſt, doch iſt der Abſatz infolge der ſchwachen
Kaufkraft des Konſums unbefriedigend. Die Preiſe erfuhren gegen die
Vorwoche z. T. weitere Erhöhungen. Kühlhauseier hatten zu unver=
änderten
Preiſen lebhaftere Nachfrage. Es notierten in Pfg. ver Stück
ab loco Frankfurt: bulgariſche 1414,50, jugoſlawiſche 14,5015, rumä=
niſche
13,5014, polniſche 12,7513, chineſiſche 1012, holländiſche 16
bis 18,50, däniſche 1619, belg.=flandern. 1818,50, norddeutſche 1416.
Kühlhauseier: Rumänen 1212,50, Holländer 1415, Bulgaren 12,50
bis 13 Pfg.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe vom 15. November. Tendenz
feſt. Es wurde bezahlt für Auslandsbutter 1 Faß (50 Kg.) 1,65 RM.,
einhalb. Faß 1 67. in Halbpfundſtücken 1,70. Deutſche Butter im Faß
1,55, per 50 Pfund=Packungen 1,56, in Halbpfundſtücken 1,60 RM. das
Pfund im Großhandelsverkehr.

Berliner Kursbericht
vom 15. November 1930

Deviſenmarkt
vom 15. November 1930

Berl.Haudels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag,
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Ve
149.50
108.25
109.
72.
122.
72.50
112.25
54.375
69.25
131.
33.625
121.50
109.25
65.875

Meie Meee
J. 6. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.!
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel

114-
Hiagge
86.375
117.25
82.
75.25
76.125
u88.75
69.
80.125
70.
35.
60.
74.125
46.50

Mee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Rr
48.25
260.25
98.
68.
190.125
62.75
4275
131.50
63.
138.50
61.50
34.75

Währung
Helſingfors 100 finn. Mk Ratt
10.554 Brieſſ
10.574 Schweiz Währung
100 Franken Reite
81.23 Wien 100 Schillingl59.02 59.14 Spanien
100 Peſetas 48.45 Prag 100 Tſch. Kr. 12.333 12.453
Danzig 100 Gulden 81.40 Budapeſt 100 Pengo 1325 73.49 Japan 1 Yen 2.078 Sofia 100 Leva 3.037 3.04 Rio de Janetro 1 Milreis 0.418 Holland 100 Gulden /168.59 168.93 Jugoſlawien
Portugal 100 Dinar 7.a18 Oslo 100 Kronen 112.121 112.34 100 Escudos 18.80 Kopenhagen 100 Kronen 112-12 12.3. Athen
100 Drachm. 5.435 Stockholn 100 gronen 112.4 1ass Iſtambu 1türk. s London 1S.Stg. 20.362 20.303 Kairo.
1äghypt. 2 20.3os Buenos=Aires 1 Pap. Peſol 1.442 1.a4ß
Kanada 1canad. Doll. 4.198 New York 1 Dollar. 4.193 4.201 Uruguah Goldpeſo 2 327 Belgien 100 Belga 58.465/ 58.585 Ssland. 100 eſtl. Kr. 92.0/1 92.19 Italien 100 Lire 21.945 21.98 Tallinn (Eſtl.)4 100 eſtl. Kr. U1.59 Paris 100 Franes 16.463 16.5031
Riga 00 Lats 20.50

Brief
41s9
48.55
81.58
2.0e2
0.420
.32
1s.84
5.445
20.925
4.304
2.233
U1.81
8o.e4

Frankfurter Kursbericht vom 15. November 1930.

ſich die Luſtloſigkeit am weſtdeutſchen Schrott=
äioert
, die Werfe nahmen Neukäufe nicht mehr vor,
a die laufenden Abſchlüſſe erfolgten äußerſt ſchlep=
Hrfte im Ginblick auf die unbefriedigende Lage des
S weit iu das nächſte Jahr gedeckt ſein, ſo daß auch
i8t laum mit einer nenneuswerten Belebung des
nchnen

770 Dtſch. Reichsan!
6%
6% Baden .......
8% Bahern......

6%
8% Heſſen v. 28
v.2
88
69 Preuß. Staat.
82 Sachſen. ...
6% Sachſen.... ..
7½ Thüringen ..
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. -/.= Ab=
löſungsanl
.. . ..
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
....
8½ Baden=Baden.
6% Berlin ......"
825 Darmſtadt v. 26
v. 28
725 Dresden
8% Frankfurt a. M.
Schäße. . v. 29
70 Frankfurt v. 26
v. 26
62
8% Mainz.....
8% Mannheim v. 26
6ol
v. 27
82 München:
8% Nürnberg ....
8% Wiesbaden..

8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
Goldpfbr
80 Goldoblis
4½% Heſſ. Lds.
Shp.=Bk.=Liquid.
Lſ.% Rom.=Obl.
80 Preuß. Ods.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
89 Goldoblig

Reie
91.25
77.25
59
83.7
86.25
89
95:),
98.25
76.5
82

53.5
6.45

85

77.5
94.9
81.5
71

73.5
94

27

A
91.75
94
83.5
76.25
99
96.5
98.5

Wie Kau
Bk. Girozentr. für
Heſſen.Goldobl.
89Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
6%
8% Naſſ. Landesbk
6S
4½x Licu. Obl

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöf.-Anl.
Ausl. Ser. I
4Ausl. Ser. I
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)

89 Berl. Hyp.=Bk.
720
4½%0Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hhp.=Bk.,
2o

4½% Lia. Pfbr.
Bfbr.=Bk.

800
*
4½‟ Lig. Pfrb.
82 Mein. Hhp.=Bk.
.
Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
O Lig. Pfbr.
3%0 Preuß. Boden=
ered
.=Bank ....
4½½Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank.
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bk.
20 Lig. Pfbr.
2 Rhein.=Weſtf.=
Bd. Fredit .....
8% Südd. Bod.=
Ered.=Bank ....
4½%0 Lig.Pfbr
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler=Benz

90.75
841,
83:).

58
69

84
RJ
93.25
84.3
97.25
93
86.5

86.25
97.5
871.
98
86,
84
97.75
93
85.75

97

Mes
97

66.5

aL
8% Klöchner=Werke
7%6 Mainkrw. v. 26.
Mitteld. Stahl.
12 Salzmannu. Co.
2Ver. Stahlwerke
8% VoigtcHäffner
J. 6. Farben Bond

5% Bocn. L.E. B.
L. Inveſt.
52,
4½.% Oſt. Schatze
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½½
4½
42 Türk. Admin.
425 1. Bagdad
4% Zollanl.
4½½ Unganr1913
4½% 1914
420
Goldr.
1910
42
Aktien
Alg. Kunſtziide Uni
A. E. G......
AndregeNoris Zahn/;
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P...
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Chem. Werke Albert!
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Dt. Atl. Telegr.
Erdöl ....."
Gold= u. Silb.=Anſtalt

91.5
82
78.25
Mec
93

92.25

A
20

8.5
14
6-8

Auc

68.5
112
100
78.75

7
90
168.25
vs
113
23.25
95
65.5
132.75

Aene
Eiſenhandel. .
Dhckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger.
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Karſtadt, R.....
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ...

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Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.

Je

198
33.9
144
98
138
58

47
85

44.5
28
115
103.5

136
80

63.5

115
28
H121
188.75
90
118
Ade
38.5
184
12.

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Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn:
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halskel=
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ..
Lietz Leonhard.
Tucher=Brauerei..
Unterfranken ..

Beithwerke .
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ...
Strohſtoffabr.
Ultramarin ...!"
Pogtländ. Maſchin.
Boigt & Haefmner.

130
258
210
191
66
104
131
123
18
30
132

80

61.5
68.75
131
125.5
38
149

Mit
Wegelin Rußfabrikl 70
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein. .
Waldhof. aaſ.
Memel.

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Badiſche Bank ../140
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein/101
Baver, Hyp. n. W.
Berl. Handelsgeſ.,
Hypothelbk. /218
Tomm. u. Privatb. /111
Darmſt. u. Nt.=Bk.. /149.5
Dt. Bank und Dise. 108
Dt. Eff. u. Wechſell 96.5
Dresdener Bank../108
Frankf. Bank.
Hyp.=Bank .../152.5
Pfdbr.=Bk. . . . . / 152.5
Mein. Hyp. Bank ../164
Oſt. Ereditanſtalt 27.25
Pfälz. Hyp. Bonk..
Reichsbank=Ant. 1225
Rhein. Hyp.=Bank. /139
Südd. Bod.-Cr. Bk./138
Biener Banwerein! 10
Württb. Notenbank 136

180
69
106.25
81.

31

A..=G. f. Verkehrsw.
Alg. Lokalb. Kraftw
7%0 Dt. Reichsb. Bzg
Hapag ....
Nordd. Llohd.
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ...
. Verein. Verſ.
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich.

95"

160
173

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[ ][  ][ ]

(Märchentheater)
Heute Sonntag, 16. Nor. ½4 Uhr
Erstauffährung: (16794
Der Struwelpeter
Kinder-Komödie in 3 Akt. v. H. Job
Vorverkauf: Verk.-Büro111 Uhr,
Orpheumskasse ab 2 Uhr, Tel. 389

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Karlſtraße 14/16.
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Eine heitere Geschichte vom schönen Tegernsee in 3 Akten von
L.. Meggendorter. Sontagskarten-Verkauf: Verkehrsbüro von
111 Uhr, Kiosk, Paradeplatz, gegenüber dem Theater, von 10 bis
6 Uhr abends. Orpheunskasse ab 3 Uhr. (16793

HeringartenKaffee

Während des Umbaues geht der Innenbetrieb
nach wie vor ungestört weiter. Gleichzeitig hört
man am Sonntag nachmittag und abends den
Zitherkünstler Emil Liebeck.

Kartenpreise von 1.50 bis 3.50 Mk.

bei Klavier-Arnold, Elisabethenstr. 28, Verkehrsbüro und
an der Abendkasse.
16515b

Seite 14

Sonntag, den 16. November 1930

Nmmelnräu Relauranf

Rheinstraße 101
gegenüber der Festhalle Telefon 2519

leden Sonntag
nachmittags und abends
in den gemütl. Restauzationsräumen
KONZERT
Mittagessen Mk. 1. an v. 12-2½ Uhr
Im Festzaal
BALL Ges
Eintritt frei.
Saalöffnung 7 Uhr.

Hente und folgende Tage!

Nur noch bente mmd morzen!

Im Café
Kunstter-Konzert
Jöst

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Sonntags ab 4 Uhr nachm
(e50a

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17

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etwas ganz unbeschreiblich Schönes.
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mit GRETEL THEIMER

Beifall auf offener Scene
braust das Haus.

durch-

Das herrlichste was es im Grotesk-Film gibt.
Ein tolles Spiel von Mensch und Reguisit.

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Span. Weinhalie
(16796
Karlsstraße 58

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Ludwigshohe
Teleph. 591
Heute nachmittag 4 Uhr
Konzert
ausgeführt vom Stadtorcheſter
Leitung: Konzertmeiſter Reitz
Eintritt frei (6741

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Bei günstigem Wetter (IV.16783
KONZERT

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22. Mov., nachm. 5 Uhrt
Gosima-Siegfrie
Gedächtnii
Mitwirkende: Johanna
Wernen:
Max B:
Hans S
Karten für Mitgliederr
r. v. Selzam, Neckarsg
mitglieder zu 3 Mk. beiß
Elisabethenstr. 28; C3
weißen Turmi Heß, Eii
16781)

K
Arrte:
Ronzm

At
A
R
LuiA

Regie: Gebräder Fleck
lch hab im Traum Deine Lippen besessen und kann
bei Tag diesen Traum nicht vergessen so singt der
unbekannte stolze Csikos, der Sieger im großen Rennen
und seine Gastgeberin, die schöne Baroness Terka,
weiß wohl, wem dieses Lied gilt. Nur einer verstand
sie richtig zu nehmen ihr zu imponieren Unter
der Maske des siegreichen Reitknechts bricht er ihren
Stolz und wandelt die männerfeindliche Csikosbaroness‟
zu einer liebenden Frau.

Beginn: 2, 4.05, 6.10, 8.15 Uhr

Regie: Edward Sedgswick

Eine der zündendsten Filmgrotesken, die Buster
Keatons unvergleichliche Komik zu vollster
Durchschlagskraft verhilft.

Die lustigste Brautwerbung, der unwahrscheinlichste
Polterabend und die haarsträubendste Hochzeitsreise
sind die Vorstufen, bis Buster Keatons und Dorothy
Sebastians unvollkommene Ehe den Grad der
Vollkommenheit erreicht. (V.16722

Jugendllche haben Zutritt. Beginn: 2, 4.05,6.10, 8.15 Uhr

PALAST

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. Kurſen für Anfänger u. Fort=
geſchrittene
werden noch Anmeldungen
entgegengenommen. Der Unterricht wird
von jüngererLehrkraft erteilt. Ungenierter
Einzel=Unterricht zu jeder Tageszeit. (*

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Beginn 2 Uhr.
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Kammermasik-Abend

veranſtaltet aus Anlaß des 75. Geburtstages ſeines Ehren=
mitgliedes
Landsmann Prof. Arnold Mendelsſohn
vom Schleſſer=Verein e. V., Darmſtadt

Mitwirkende: Elſe Hucke=Stoy, Klavier
Clara Herber, Alt / Otto Hucke, Violine
Cyrill Kopatſchka, Violine
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Karten zu 1., 1.50, 2., 3. Mk. bei Hutgeſchäft Titze,
Verkehrsbüro, Muſikalienhandlung Chriſtian Arnold, Karl
Arnold & Sohn, Cruſius, Heß u. ab 25. Nov. a. d. Abendkaſſe

Großes Haus

Hessisches
Landestheater

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Hessenl. Miete
A. 3

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16. November 1930

11.3013 Uhr

Kleines Haus 20 bis nach 22 Uhr

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abends 8 Uhr,
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Montag, den 24. Movem)
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frei. Mitgliedsbuch
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tritt
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ſtraße
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Aufwerkungsgeſehze
uno cee ZbigeM.

Die Mitglieder beider Vereine haben gegen
Vorzeigung der Mitgliedskarte freien
Eintritt; im übrigen wird ein Unkoſten=
beitrag
von 50 Pfg. erhoben. (16752

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18.
November
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in der Aula des Lndwig-Georg-Gymnasint-

Das seelenpfle"-
d
.
bedürftige EE-

(aus heilpadagogischer

W
W4

dernen Pad
vom Kinderheim Sonnenhof, Arleshelt?
Anschließend Aussprache unter Peteiliee

Aerztin des Instituts Dr med Bort. KLäfe
Buchhandlung Saeng, Volkshochschulenht. e

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 16. November 1930

Seite 15

Ein Roman aus der Wirklichkeit
Eif Dufleel /
Don Theo vom Berge

(Nachdruck verboten.)

nemde vom Monmartre und derzeitige Kon=
für
den Vertrieb von Schweizer Artikeln,
auf einer ſeiner häufigen Reiſen. Schon
rollte ſein. Zug ſüdlich in der Richtung
gerade von Nantes. Und, was er dort er=
wire
ihn nicht zum beſten.
ſiäalleiter, Spezialiſt für die Schiffsbewegun=
ſtiegshafens
St. Nazaire, wollte die Entdeckung
ihm ſchon ſeit einer Woche ein Maun auf=
beſonderes
Intereſſe für ſeine Perſon an
ſcheine. Immer tauche er zu unpaſſender
ie plötzlich da, wenn man gar nicht an ihn
gendwo anders vermute. Nicht, daß er in
Kleidung ſtecke. Nein, immer trete er in
hle auf. Einmal als Reiſender, dann als
der als neutraler Journaliſt, oder ſo etwas.
zes ſich hier jedesmal um einen anderen ge=
Fiue, hatte der Nanter Agent ſelbſtbewußt ab=
ſich
nicht. Er ſei doch ſelbſt einer von der
ſich auf Verkleidungen.
des Agenten, ein Poliziſt der Stadt Nantes,
der beſagte Mann ein Kriminaliſt ſei, der
anz Beſtimmten fahnde. Er wiſſe nicht, um
l. Aber, daß er den Agenten beobachte, das
nen, denn er habe ſich noch nicht über ihn
aHe er einmal einen anderen Namen genannt,
rick entfallen ſei. Er werde die Augen offen
mnienten warnen, für den Fall, daß er Genaueres
nren könne.
hat von Nantes. Wie würde es in Bordeaux
iſlrfte ſich der Fall bald klären und harmlos
ſtiſen. Aber etwas nervös war Moſer doch

g grübelte er darüber nach, warum der Schaff=
Bordeaux derſelbe war, wie der des Zuges
u. geſtrigen Tage. Auf der nächſten Station
m die Polſter. Vielleicht, daß der Schaffner
ihm, ob er fort ſei. Aber nichts ereignete ſich.
gue geſchäftig umher, ſchrie die Stationsnamen
Tages und ſchaute nicht einmal in das Ab=
ſenbahner
hatte mit ſeiner Furcht ſicherlich
er bedachte im Inneren den Nanter Agenten
ſtiont über ſein nervöſes Getue, mit dem er auch
waux ſollte er eine Ueberraſchung erleben, die
burg Gedachte zur ahnenden Gewißheit machte.
ſih ein Telegramm, das in der Entzifferung
her! Vorſicht! Duval!
ſge gedankenvoll den Kopf. Sollte der Nanter
Und nun auch ſchon in Paris?
lange und geheimnisvolle Ausſprache mit dem
öprdeaux, der noch in Meuniers Dienſten ge=
immer
als zuverläſſig bewährt hatte. Dann
tu dem Bahnſteig und wartete auf den Schnell=
Ruhelos pendelte er den Bahnſteig auf und
ire Nerven beſänftigen, die zu rebellieren be=
cuobachtete
er ſcharf jedes Geſicht nach ſeiner
Nan konnte ja nicht wiſſen.

Faſt wäre er plötzlich ſtehen geblieben und hätte den Mund
aufgeſperrt vor Staunen. Das war doch der Schaffner von
heute morgen!. Wie kam denn der Kerl hierhin in Zivil, in
einem Anzug, der unheimlich gut gemacht war. Ganz, als
ginge ein feiner Herr auf Reiſen. Ein kleiner, lederner Hand=
koffer
ſtand neben ihm. Darin mochte wohl ſeine Uniform
ſtecken. Der Mann hatte das Geſicht gewendet, ſo daß Moſer
ihn nur im Profil ſah. Teilnahmslos ſtarrte der Unheimliche
irgendwohin in den Himmel, während ein melancholiſcher Zug
um ſeine Mundwinkel lag. Er machte den Eindruck, als wäre
ihm das Leben um ihn her völlig gleichgültig.
Moſer, der krampfhaft ruhig vor ihm herging, ſchlug das
Herz bis zum Halſe. Verfolgt, war ſein entſetzter Gedanke.
Aber der Blick, mit dem ihn der vermeintliche Schaffner anſah,
als er an ihm vorbeiging, ließ ihn an ſeiner Entdeckung zweifeln.
Er war flüchtig und weich, wie man blickt, wenn man, in Ge=
danken
verſunken, durch einen bewegten Gegenſtand abgelenkt
wird, den man nur ſchattenhaft ſieht.
Dennoch war er bis Paris in ſteter Beſorgnis. Der Schaff=
ner
kam. Er revidierte die Karten, plauderte jovial einige
Minuten über dies und jenes, nahm dankend die Sous und
ging wieder. Den anderen ſah Moſer nur einmal im Speiſe=
wagen
. Er ſaß ihm ſchräg gegenüber. Ohne ein Wort zu
ſprechen, nahm er das Menu ein, trank ſeinen Wein und ging
wieder nach hinten.
In Paris blieb dieſer unheimliche Verfolger mit den nichts=
ſagenden
, verträumten Augen hinter ihm, bis man durch die
Sperre war. Außerhalb gelang es ihm, im Gedänge zu ver=
ſchwinden
und in ein Auto zu ſpringen. Er ließ ſich nach dem
Montmartre fahren. An irgendeiner Ecke entlohnte er den Wagen=
führer
und ſchritt vorſichtig ins Dunkel der Gebäude. Das ver=
ſchwiegene
Zimmer, in dem er ſeinerzeit Pieguard abgefertigt
hatte und ihm zur Flucht verholfen, hörte abermals ähnliche
Auseinanderſetzungen.
Rittmeiſter Böhm empfing den treuen Mitarbeiter mit blei=
chem
, aber gefaßtem Geſicht.
Seit Sie weg ſind, Moſer, hat es einige Veränderungen ge=
geben
. Die ganze Organiſation iſt verraten.
Der ehemalige Gaſtwirt auf der Grasalmbaude fühlte, wie
ihm das Entſetzen in die Glieder fuhr. Nur mühſam preßte
er ein paar Worte hervor.
Alſo doch!
Einige Minuten herrſchte peinliches Schweigen. Nur der
ſchwere Atem der Männer raſſelte im Raum. Moſer empfand
ein unſaglich hilfloſes Gefühl. Es war ihm, als ſeien ihm alle
Knochen im Leibe zerſchlagen. Aus ſeinen Poren drang der
Schweiß. Die Erlebniſſe der letzten Tage ſtanden erneut vor
ſeiner Seele, gewannen Umriſſe und wurden zu drohender
Gefahr. Die wiſſenden Vermutungen des Nanter Agenten, der
rätſelhafte Schaffner, das Telegramm, der Verfolger
Ich begreife nur eins nicht, warum ſie uns noch nicht
ausgehoben haben."
Er ſchrie es faſt, während er Böhm ſtier anſchaute. Der
legte dem bewährten Manne die Hand auf die Schulter und
ſagte mit ſanfter Stimme:
Lieber Freund, wir wollen ruhig und vernünftig über=
legen
, was zu machen iſt.
Erzählen Sie doch mal, wie Sie das herausbekommen haben.
Vorige Woche, als Sie kaum weg, waren, machte ich die
Bekanntſchaft eines jungen Mädchens, deſſen Schatz, ein Unter=
leutnant
, im Haus Nummer 3 der Rue Francois angeſtellt iſt.
Ah!

Na, Sie wiſſen, daß ich Ausländer bin, aber in der Be=
handlung
des weiblichen Geſchlechts kann ich mit Franzoſen
wetteifern. Jedenfalls habe ich mir die Kleine warm gehalten.
Schon nach zwei Tagen ſchien ſie der Begriff Verlobtſein nicht
mehr allzuſchwer zu drücken. Mein Verhältnis zu ihr wurde
immer herzlicher, wenn man das ſo nennen darf. Jedenfalls
hatte ihr Bräutigam vorgeſtern wieder Nachtdienſt in Nummer 3
und ſie kam zu mir
Reſervewohnung?
Selbſtverſtändlich. Ich habe für dieſe Zwecke ihre Räum=
in
der Rue Italien in Anſpruch genommen. Es iſt ihnen doch
recht?
Moſer nickte nur, um das Geſpräch nicht zu uterbrechen.
Na und der Likör mit etwas von dem Rauſchgift aus
Berlin, taten Wunder. Die Kleine war ganz weg. Ich ſagte
ihr, daß ich jetzt auch bald ins Feld müſſe und daß ich die Deut=
ſchen
haſſe, die mich von dem ſüßen Munde meiner Partnerin
wegriſſen. Erſt ſchaute ſie ein wenig verdutzt drein, dann aber
gab auch ſie ihrem Haß freien Lauf. Und in einem gewiſſen
Triumph erzählte ſie mir, natürlich unter dem Siegel der ſtreng=
ſten
Verſchwiegenheit, das, was der Bräutigam ihr anvertraut
hatte. Nämlich, daß die Rue Francois unſer Syſtem bis ins
Kleinſte hinein kennt und jeden von uns überwacht.
Der Rittmeiſter hielt inne und machte einige große Schritte
durch das Zimmer.
Moſer trommelte nervös auf der Tiſchplatte. Jetzt, da alle
Minuten der entſcheidende Schlag fallen konnte, wuchs mit der
rieſengroßen Gefahr auch der Wille zum Widerſtand. Er nagte
an der Unterlippe, um nicht ſprechen zu müſſen. Sein Gehirn
arbeitete fieberhaft. In ſeinem Grübeln hatte er gar nicht ge=
ſehen
, daß Böhm ſtehen geblieben war. Er fuhr daher ein
wenig zuſammen, hatte ſich dann aber wieder in der Gewalt,
als dieſer ihn anſprach.
Sie können ſich denken, Moſer, daß ich von dieſer Ent=
deckung
geradezu erſchlagen war. Sie werden auch begreifen,
daß ich, um meinen Schrecken zu verbergen, ihr begeiſtert zu=
geſtimmt
habe, als die Kleine mit teuflichem Grinſen ſich ſchon
darauf freute, wie die deutſchen Agenten plötzlich ausgehoben
und an die Wand geſtellt würden.
Wer mag es verraten haben?"
Ein Agent, auf den ſie viel halten. Es iſt der C.B‟.
G22! Schon wieder dieſer C2!
Er iſt in Deutſchland und ſoll von einem der unſeren ein=
geführt
worden ſein.
Großer Gott!
Ich habe mir ſchon einen Plan ausgedacht. Moſer, Sie
reiſen noch heute Nacht nach Berlin und nehmen dieſen Brief
mit. Teilen Sie auch mündlich der Zentrale alles mit und blei=
ben
Sie dann in Deutſchland.
Und Sie?"
Ich bleibe hier, denn ich bin Offizier und betrachte mich
auf verlorenem Poſten vor dem Feind.
Sind ſie verrückt geworden?
Laſſen Sie es gut ſein, Moſer! Ein deutſcher Offizier
kneift nicht vor der Gefahr, beſonders nicht, ſolange noch Kame=
raden
da ſind, die gerettet werden müſſen.
Der andere reichte dem Rittmeiſter mit herzlicher Wärme die
Hand.
Sie find ein Ehrenmann, Böhm.
Der Rittmeiſter lehnte läſſig ab. Er lächelte ſogar ein wenig
melancholiſch.
Schon gut, mein Freund. Sehen Sie zu, daß Sie nach der
Schweiz durchkommen. Vielleicht iſt dies das letzte Mal, daß ich
Ihnen die Hand geben kann.
Er wandte ſich ſtill ab.
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18. Nobember 1930

Der gute Sreund.
ine Planderei vom Ofen.
draußen rauh und unfreundlich wird und die
och ſeltene und ſpärliche Strahlen herabſendet,
ert ſich die frierende Menſchheit wieder ihres
Freundes, der ihr die Creue bewahrt hat, trotz=
Sommers Hitze niemand ſeiner gedachte. Freilich
heute einigermaßen ins Hintertreffen geraten

Rummer 48

MAModerneren Beheizungsarten, wie Sentralheizung
ernheizung; aber ganz verdrängt wurde er keines-
/9Seute noch ſitzt der Frierende gern wie Voſſens
1M ur Seite des wärmendenn Ofens‟. Eine gar
lihellle ſpielt der wohlige Wärme ſpendende Geſelle
*Mder Menſchheit; deshalb haben auch die Dichter
* HiaMemer gedacht, ihn liebevoll ausführlich geſchildert,
Mwarlotte Nieſe einen Kachelofen mit Szenen aus
4 Geſtament in ihrer Mamſell van Ehren, Gott=
Iier einen mit dem gleichen Vorwurf in ſeinem
Börne beſchreibt einen Ofen von weißem
mait meſſingenen Bändern umgeben, und Mörike
Alten Curmhahn vom mächtigen Kachelofen
Boſchen Pfarrhauſes: Mit Schildereien wohl ge=
Seimen chriſtlich ausſtaffiert Peter Noſegger
ui eine ganze Erzählung um den Kachelofen ſeiner
en um (,Als ich noch das Ofenhückerl war‟). Der
Minnt eine heitere Epiſode um den Ofen, wie etwa
WAtag in Soll und Haben, wenn er ſch.ldert, wie
Mmer ſtärker einheizen läßt, um Fink zum Ablegen
des zu veranlaſſen. Wieder andere ſpenden dem
und Preis oder erwähnen ſeiner zum mindeſten
1So ſchreibt beiſpielsweiſe der Elſäſſer Johames
Seginn des 16. Jahrhunderts in ſeinem Schwank=
mapf
und Ernſt: Als eim lüſtig ding iſt zu ſehen
9. fraw und ein hübſchen offen in einer ſtuben.
Mutz der Ofenecke iſt ein gar behagliches Plätzchen,
Ager ſpricht von der Ofenbank, wo die Kindheit
Mt er hocken, das Enkelein und die Großmutter
inn Märchen!. Aber auf die Jungen, die gar zu
auf der warmen Ofenbank ſitzen, auf die Ofen=
Eſck: man häufig mit Verachtung herab; ſie gelten
R2 und Orückeberger. So ruft Cheodor Körner
über euch Buben hinter dem Ofen!, und Sim=
zDmter
dem Ofen iſt gut kriegen (Krieg
2 hin des heutigen Ofens iſt die offene Feuerſtelle
ter Lehmgrube im Wohnraum, beißenden Nauch
Den Nauch zu vermeiden ſuchten die Nömer
Au befriedigenden Erfolg dadurch, daß lie
Men mit eigens präpariertem Holz und Holzkohlen
Aus Greie ſtellten und ſie erſt in die Wohnräume
wenn ſie nicht mehr qualmten. Im 6. Jahr=
Mente dann der Backofen, aus Feldſteinen und
imen der Stube aufgeführt, gleichzeitig zur Erwär=
Snach dem Bericht isländiſcher Hagas führte der
W: Konig Olaf Kyrre in der zweiten Hälfte des 11.

Jahrhunderts, wohl nach angelſächſiſchem Muſter, in der
Königshalle den Heizofen ein, deſſen Vorbild nicht der
Back=, ſondern der Badeofen bildete und der aus un=
behauenen
Steinen und Lehm beſtand.
Lange Seit blieben die Oefen ſogenannte Nauchöfen,
deren Nauch durch’s Dach entwich. Erſt ums Jahr 1300
finden wir in Skandinavien den erſten Schornſtein, der aber
noch Jahrhunderte hindurch eine Teltenheit blieb. Auch der
Heizofen bürgerte ſich nur langſam ein.
Die erſten Kachelöfen haben wohl im Kloſter von Sankt
Gallen geſtanden (außer ihnen finden ſich dort auch Back=
ſteinöfen
, von denen je zwei in denſelben Schornſtein mün=
deten
): ſie verzeichnet ein Grundriß des Kloſters aus dem
Jahre 820, und zwar ſtehen ſie bereits nicht mehr in der
Mitte, ſondern in der Ecke des Simmers; ein Platz, der
auch für die ſpäteren Kachelöfen im allgemeinen üblich ge=
worden
iſt. Zwiſchen dem Ofen und der Wand bleibt meiſt
Naum für die ſogenannte Hölle, mit der behaglich war=
men
Ofenbank, die aber häufig auch um den ganzen Ofen
herumläuft. Auf vielen, meiſt bäuerlichen Kachelöfen, iſt
oben Platz für zwei oder gar drei der Länge lang ausge=
ſtreckte
Perſonen. Wirklich eingebürgert haben ſich die
Zimmeröfen wohl erſt im 14. Jahrhundert, und zwar iſt der
Kachelofen das ältere, urſprünglichere; die gotiſchen Oefen
ſind meiſt dunkel = einfarbig, die Kacheln matt, während für
die Oefen der Nenaiſſance im allgemeinen leuchtende Glaſur,
helle Farbenfreude, die Negel ſind. Im 16. Jahrhundert
wird das Cöpferhandwerk zum Kunſthandwerk von hohem
Nang, was auch dem Kachelofen zugute kam; die Kacheln
werden größer, aus den Schüſſelkacheln werden Platten, die
reichen plaſtiſchen Schmuck aufweiſen, Flach= und Hochrelief,
an den Ecken des Aufbaus oder als tragende Siguren und
ähnliches, häufig auch Nundplaſtik. Im 17. Jahrhundert
macht dann der plaſtiſche Schmuck vielfach maleriſchem Platz,
der überwiegend mehrfarbig iſt. Sunnächſt finden ſich ab=
gebildet
Wappen und Einzelfiguren (z. B. Heiligengeſtalten),
dann aber auch ausführliche Schilderungen, ſehr häufig aus
der Bibel Schöpfungsgeſchichte, jüngſtes Gericht, Paſ=
ſion
uſw. , daneben finden ſich die Menſchenalter, die Cu=
genden
, die ſieben freien Künſte und andere Perſonifika=
tionen
, Porträtköpfe oder Statuen römiſcher Imperatoren
oder der Feldherren des Dreißigjährigen Krieges, Schilde-
rungen
aus der antiken Götter= und Heldenſage, Bilder zu
griechiſchen und römiſchen Schriftſtellern und ähnliches mehr.
Sehr häufig ſind die bildlichen Darſtellungen mit Erklärun=
gen
verſehen die bibliſchen meiſt mit Bibelſprüchen
faſt immer in gebundener Nede, denen der Dichter nicht
ſelten noch eine moraliſche Nutzanwendung anfügt. Als Bei=
ſpiel
führe ich hier eins der Verslein eines Fagenceofens aus
dem Hiſtoriſchen Muſeum in Baſel an. Der aus dem Jahr
1682 aus Winterthur ſtammende Ofen iſt äußerſt kunſtvoll,
mit mehrfarbigen Malereien geſchmückt, die Szenen aus
Ovids Metamorphoſen darſtellen. Unter einem der Bilder,
das Narciſſus zeigt (der der Sage zufolge bekanntlich in
Liobe zu ſeinem eigenen Spiegelbild entbramte), wie er lich
wohlgefällig und verliebt in einem Quell betrachtet, ſteht
folgender Spruch zu leſen:
Narciſſus ſchauwet in ein Brunn
Und ſein Geſtalt ſelbs lieb gewum.
:Das Laſter hangt uns an ſchier allen,
daß wir uns ſelbſt zuviel gefallen.
Erklärende und mahnende Sprüchlein ähnlicher Art kehren
namentlich auf Schweizer Oefen wieder, deren Schildereien
Verherrlichung und Mahnung zu Vaterlandsliebe und
Capferkeit, zu allen Bürgertugenden, Cotentänze, jüngſtes
Gericht uſw. uſw., daneben, wie bei dem oben angeführten
Vers, moraliſche Lehren an ſagenhafte (oder muthologiſche)
Szenen angeknüpft geradezu lehrhaften Bilderbüchern
glichen. Auf eine beſonders hohe Stufe gelangte die Schwei=
zer
Cöpferkunſt im 17. Jahrhundert unter der Hafnerfamilie
Pfau in Winterthur.
Hatten plaſtiſcher und maleriſcher Schmuck bis ins 17.
Jahrhundert wahre Feſte gefeiert, ſo trat er dann allmählich
mehr zurück, ſo daß uns ſchließlich der nur einfarbig meiſt
Weiß mit Gold, marmoriert, matt blaugrün oder ähnlich
zartfarbig=glaſierte Ofen begegnet.
Bei dem Ofen des Nokoko, ſowie der Sopf= und Empire=
Seit ſpielt zweifellos die Form des Ofens eine Haupt=
rolle
, wenngleich der maleriſche Schmuck jetzt neben hiſto=
riſchen
Szenen auch vielfach Landſchaften, Blumenſtücke,
Genrebilder uſw. keineswegs verſchwunden iſt. Von pla=
ſtiſchem
Schmuck ſind ungemein beliebt zierliche Blumen=
girlanden
, Putten uſw., in der Empire= und Sopfzeit auch
Vaſen, Urnen und dergleichen. Auch an Oreamentik iſt kein
Mangel.
Prächtig gemalte Jauenceöfen lieferte in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts Danzig, das von Farben haupt=
ſächlich
Kobaltblau, ein leuchtendes Gelb und Grün ver=
wandte
.
Einen ganz vortrefflichen Nuf beſaßen mit Necht
auch die ſogenannten Hamburger Oefen, die aber in der
Hauptſache in der Fauencefabrik zu Stockelsdorff bei Lübeck
hergeſtellt wurden (im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts).
Die Fabrik zeichnete ſich unter anderem beſonders aus durch
die Mannigfaltigkeit der Ofenmodelle, von denen die älteren
ein ſchwungvoll weiches Nokoko, die jüngere die antikiſie-
rende
Form der gradlinigen Pyramide mit eckigen Profilen

aufweiſen. Außerordentlich hochſtehend iſt auch der farbige
Schmuck dieſer Oefen (maleriſch ſowohl, als plaſtiſch), die
meiſt einen reliefgeſchmückten gußeiſernen Feuerkaſten haben.
Die Pyramide, und zwar nicht nur die ſchmuckloſe, ſon=
dern
auch die etwa mit antiken Emblemen geſchmückte (ſo
z. B. im Würzburger Schloß) iſt überhaupt im ſpäten 18.
Jahrhundert beliebt; die Formen gebärden ſich auf mancher=
lei
Art jetzt klaſſiſch‟. Der Ofen des Sopfs gewinnt das
Ausſehen eines mehr oder minder reich geſchmückten Denk=
mals
, das neben antiken Einzelformen, wie Eierſtab, Kanne-
lierung
uſw., Medaillons und ähnliches aufweiſt. Im 19.
Jahrhundert dann findet ſich vorwiegend der ſchmuckloſe,
einfarbig glaſierte Ofen.
Der jüngere Bruder des Kachelofens iſt der eiſerne Ofen,
deſſen Herſtellung erſt möglich wurde durch die Erfindung
des Gußeiſens im 14. Jahrhundert, und zwar gehören mit
reichem Bildſchmuck verſehene Ofenplatten mit zu den frühe-
ſten
Eiſengußwaren. Sunächſt ſtellte man nur den unteren
Ceil der Kachelöfen, den Feuerkaſten, aus eiſernen Platten
her und erhöhte dadurch die Wirkung des Feuers; bald aber
ging man daz über, den ganzen Ofen aus Platten aufzu=
bauen
. Man wählte zunächſt die Form des Kaſtenofens, die
dem Kachelofen nachgebildet war. Erſt von der Neforma=
tionszeit
an wurden die Simmeröfen in Bürgerhäuſern eine
alltägliche Erſcheinung; im 15. und zu Beginn des 16. Jahr=
hunderts
fanden ſich eiſerne Oefen nur in vereinzelten Herr=
ſchaftshäuſern
, in der Hauptſache aber in Bankett= und in
Natsſälen, Nefektorien uſw., denn dieſe Oefen waren An=
fangs
ein koſtſpieliges Vergnügen. So koſtete z. B. der
eiſerne Ofen im Kloſter Wolf an der Moſel, der im Jahre
1507 angeſchafft wurde, elf Goldgulden (ungefähr 80 Mk.),
während vom Ofen der Augsburger Gerichtsſtube in Wer=
lichs
Chronik berichtet wird: a. 1510. Augsburg den zwei=
ten
Januar iſt in der großen Gerichtsſtube allhier ein gro=
ßer
eiſerner Ofen, 40 Sentner ſchwer, den man von Baſel
hierher gebracht und der 40 Guſden (etwa 240 Mk.) gekoſtet
hat, geſetzt worden.
Aus dem 17. Jahrhundert iſt nun folgende Schilderung
eines eiſernen Ofens überliefert: Der Schleſier Gesner
ſchreibt im Jahre 1616: Von gegoſſenen eiſernen Platten,
därauf Bilder und Hiſtorie formieret, werden Oefen in die
Wohnſtuben gemacht, welche von ſchlechtem Feuer ſich ſehr
erhitzen und nicht unbequem ſind; aber man muß fleißig acht

haben, daß nichts feſtes daran geſchmiert werde, ſonſten fol-
get
ein gar widerwärtiger Geſtank davon. . . . ." Ueber
übelriechende und rauchende Oefen wird auch anſonſten ge-
klagt
; ſo ſpricht Goethe in Dichtung und Wahrheit von
einem aus vielen Nitzen rauchenden Ofen, der den Gäſten
ärgſte Pein verurſacht habe, und Charlotte Nieſe ſchlidert
die gleiche Unannehmlichkeit.
Eines der älteſten Beiſpiele der künſtleriſchen Eiſen=
gießerei
iſt wohl der umfangreiche eiſerne Ofen im Saal der
Seſte Koburg. Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts

Vrag

Aan.

Hannangnannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn

[ ][  ][ ]

ſtammend, zeigt er, auf mannshohem Unterbau, gekrönt von einem
kleineren Aufbau, mächtig emporragend, reich mit Heiligenbildern
und Wappen geſchmückte Platte.
Wie die Kachelöfen ſtehen auch die eiſernen Oefen künſtleriſch
teilweiſe ſehr hoch; der Inhalt der Darſtellung iſt im allgemeinen
derſelbe; wie bei ihnen, ganz beſonders häufig finden ſi. ) Schilde=
rungen
aus dem Alten und dem Neuen Ceſtament (auf den ſoge=
nannten
Bibelöfen), beſonders beliebt der Sündenfall und ſeine
Folgen. Von neuteſtamentlichen Darſtellungen kehrt immer wie=
der
die Geſchichte vom Oelkrüglein der Witwe, die Hochzeit von
Kanaa und andere Wundertaten Chriſti. Reizend naiv iſt die
Darſtellung einer Belagerung auf einem Bibelofen aus Gedern,

auf der alle Geſchütze aufmarſchieren, die es zur Seit des Ofen=
bildners
nur immer gab.
Auch der eiſerne Ofen änderte in der Nokoko= und Empire=
zeit
ſeine Form; ſpäter büßte er dann immer mehr ſeinen künſtle-
riſchen
Wert ein, um im ſpäten 19. Jahrhundert dem Kanonen=
ofen
und anderen unerfreulichen Gebilden Platz zu machen, und
erſt ſpäter wieder geſchmackvollere Formen anzunehmen. Im 17.
Jahrhundert, als Holznot ſich immer ſtärker bemerkbar machte,
ging man mehr und mehr zur Steinkohlenheizung über und baute
Oefen, die von oben gefüllt und Kölniſche Oefen genannt wur=
den
. Andererſeits wird ein kleines, aus lauter Strzblech ge=
machtes
Kunſtöflein erwähnt, das von einem Simmer ins andere
getragen werden konnte. In derſelben Seit taucht dann der Ge=
danke
der Sentralheizung auf, den in gewiſſer Weiſe ja
bereits die Nömer in ihren großen Bädern trefflich gelöſt hatten.
Im 17. Jahrhundert ſtellte man ſchon hie und da Oefen im Keller
auf, aus denen die Hitze i Nöhren in die oberen Näume geleitet
wurde.
Auch die Frage der rauchloſen Feuerung ſchnitt man an; ſo
empfiehlt im Jahre 1656 Dolesme in Frankreich einen rauchver=
zehrenden
Ofen, bei dem der Nauch in den Seuerraum zurück=
geleitet
wurde.
Neben den Kachel= und Eiſenöfen gab es vereinzelt auch
kleinere Oefen aus Kupferblech. So befindet ſich z. B. im
Städtiſchen Muſeum in Jena ein ſolcher Ofen, als Urne gebildet,
den der Kupferſchmied Pflug nach Schillers eigenen Angaben für
deſſen Gartenhäuschen hergeſtellt hat. Auch heute ſind die Blech=
öfen
keineswegs verſchwunden, nur beheizen wir ſie nicht mehr
mit Kohlen, ſondern mit Gas oder Elektrizität.
So hat er ſich durch die Jahrhunderte erhalten, gewandelt in
der Form, immer ſich gleich bleibend im Charakter, Wärme und
Behagen ſpendend Gerechten und Ungerechten, unſer treuer
Freund, der gute alte Ofen.
E. B.
Juriſtiſches Allerlei.
Von Carl Netep.
Sie ſind verzweifelt, Herr Direktor? Sie haben in den letzten
ſchlechten Jahren nur ein Durchſchnittseinkommen von 10 000
Mark gehabt. Und nun haben Sie von dem erſten Modehaus
der Stadt eine Nechnung über Coilettenanſchaffungen Ihrer
Frau Gemahlinn aus dem letzten Jahre erhalten, die Ihr eigenes

Die geheimnisvolle Frau.
Von Maria Nubio.
Auf Nordholm bei Ingö, an der äußerſten Grenze Nor=
wegens
ſteht der nördlichſte Leuchtturm von Europa. Kein
Sremder wagt ſich je in dieſe arktiſche Oede, wo ſeit Jahrhun=
derten
Eismeerfiſcher ihre Fangplätze haben.
Früher hat man geglaubt, daß hier, am Ende der Welt,
das Neich der Geſpenſter ſei.
Im Jahre 1650 landete auf Ingö ein däniſches Kriegsſchiff
(damals war unter König Chriſtian dem Vierten Norwegen mit
Dänemark vereinigt).
Crolle, der Gouverneur von Ingö, empfing angſtvoll den
Schiffskommandanten, denn es war das erſte Negierungsſchiff,
das ſich dieſem ärmlichen Ort des hohen Nordens näherte. Es
brachte einen Brief der Krone.
Der König von Dänemark ſchrieb an den Gouverneur, daß
er über kurzem eine zum Code verurteilte Frau ſeiner Wachſam-
keit
anvertrauen würde. Aus gewiſſen Gründen wolle der König
das Urteil nicht an ihr vollſtrecken laſſen. Aber die Frau ſei für
die Welt tot. Sie müſſe in völliger Abgeſchloſſenheit ihr ganzes
Leben auf Nordholm, der kleinen, unbewohnten Inſel bei Ingö,
zubringen. Auch ihre Dienerſchaft ſollte die Inſel niemals wieder
verlaſſen und ſei durch Eid verpflichtet worden, den Namen und
Stand der verurteilten Dame nie zu nennen.
Die Frau ſoll namenlos auf dem Holm ſterben.
Der Gouverneur hafte dafür.
Ein zweites Schiff brachte einen Baumeiſter und Werk=
leute
, die auf Nordholm für einen Unbekannten ein großes,
graues Steinhaus errichteten.
Im Herbſt des nächſten Jahres kam das Kriegsſchiff wieder.
Der Kommandant übergab Crolle eine junge Frau in Pelzen
und Schleiern. Eine kleie Schar alter Lakaien und Kammer-
frauen
war bei ihr. Langjährige Diener, die wie Dinge in den
Häuſern werden, wie alter Hausrat, und die nichts anderes
wünſchen als bis zuletzt im Gebrauch ihrer Herren zu ſei.
Gouverneur Crolle hielt ſich an den Befehl, die Frau als
eine Tote zu betrachten, haargenau, wie es ſich für einen Hau-
degen
eben ziemt. Er ließ ſie ganz langſam zum Holm rudern und
ſtreute eigenhändig in die Kielſpur Aehren vom Strandhafer, die

Einkommen bei weitem überſteigt. Sie wollen den Nerz= und
Perſianermantel, die vier Pariſer Abendkleider, die vollſtändige
Crepe=de-Chine=Wäſcheausſtattung und die anderen hübſchen
Sachen nicht bezahlen? Sie müſſen, verehrter Herr Direktor,
Sie wiſſen ja, daß den Frauen eine große Gewalt verliehen iſt.
Daneben hat ihnen auch das bürgerliche Geſetzbuch noch di=
Schlüſſelgewalt gegeben. Die Frau vertritt den Mann auch ohne
beſondere Vollmacht rechtsverbindlich bei allen den ehelichen Auf=
wand
betreffenden Beſorgungen, die im allgemeinen von der Frau
erledigt zu werden pflegen. Daz gehören nicht nur die Ein=
käufe
bei Bäcker und Metzger, ſondern auch die Beſchaffung der
eigenen Kleidung. Sie erwidern mir gereizt, daß Ihnen das be=
kannt
ſei, daß aber die Anſchaffungen Ihrer Frau Gemahlin
weit über den Nahmen der Schlüſſelgewalt hinausgingen. Das
ei doch bei einem Einkommen von 10000 Mark ganz klar. Ich
befürchte, daß Sie das dem Gericht nicht klar machen können.
Um Ihnen das verſtändlich zu machen, bin ich leider gezwungen,
Ihr eigenes Sündenregiſter aufzudecken. Sie bewohnen mit
Ihrer Frau Gemahlin ein kleines Schloß. Hierzu halten Sie die
entſprechende Dienerſchaft, für den herrlichen Park eien eigenen
Gärtner, für Ihre Luxuslimouſine einen Chauffeur. Sie haben
im letzten Jahre mit Ihrer Frau Gemahlin eine Seereiſe nach
Indien gemacht. In der Oper und im Schauſpiel haben Sie eine
bevorzugte Loge, die Sie, wie ich leider bemerkt habe, häufig
wegen Ihrer ebenſo zahlreichen wie üppigen geſellſchaftlichen
Verpflichtungen leer ſtehen laſſen. Und wegen aller dieſer An=
nehmlichkeiten
, mit denen Sie Ihr Leben verſchönert haben,
müſſen Sie zahlen. Daß Sie dieſen Aufwand nicht aus Ihrem

Einkommen, ſondern mit den Neſten Ihres Vermögens be=
ſtreiten
, weil Sie in Ihrem prächtigen Optimismus auf einen
baldigen radikalen Umſchwung der Konjunktur hoffen, iſt gleich=
gültig
. Denn mit dem eigenen und dem ehelichen Aufwand weitet
ſich auch entſprechend der Nahmen der Schlüſſelgewalt der Frau.
Nur der tatſächliche Suſchnitt des Hausweſens iſt entſcheidend,
nicht die Lebenshaltung, die dem Einkommen entſprechend wäre.
Die äußere Lebensführung der Ehegatten kann dem Geſchäfts=
mann
allein Maßſtab dafür ſein, welchen Kredit er der Frau auf
Grund ihrer Schlüſſelgewalt geben kann. Wäre das Einkommen
maßgebend, ſo müßte er, ſoweit er nicht in der Steuerkommiſſion
ſitzt, mit emem ganz unſicheren Faktor rechnen. Das wäre im
Geſchäftsleben unerträglich.
Für die Sukunft empfehle ich Ihnen alſo, ſich entſprechend
in Ihrer Lebensführung einzuſchränken. Siehen Sie in eine
hübſche Etagenwohnung, ſchaffen Sie Ihr Auto ab und machen
Sie keine koſtſpieligen Neiſen. Dann ſetzen Sie ſich auch keinen
unangenehmen Ueberraſchungen durch die Schlüſſelgewalt Ihrer
Frau Gemahlin aus. Folgen Sie meinem Nat und denken Sie,
daß Reichtum allein nicht glücklich macht. Sie erwidern mir ver=
drießlich
, Armut allein mache auch nicht glücklich? Da haben
Sie allerdings recht.

Herr Müller hat ein Stockwerk zu Kontor= und Lagerzwecken
gemietet. Er iſt heute ſchon lange vor Geſchäftsſchluß wegge=
gangen
. Seine Angeſtellten aber ſitzen m treuer Pflichterfüllung
die Büroſtunden ab. Schließlich gehen auch ſie. Einer von ihnen
will in dem zu den Geſchäftslokalitäten gehörigen Naum mit

uralte Sitte nordiſcher Begräbnisfahrt. Und niemand durfte ein
Wort ſprechen.
Als Wachen gab er ihr zwei bewaffnete Knechte. Es waren
alte Eismeerleute, denen die Nede nur ſchwer vom Munde kam,
Silbe für Silbe mußte ihnen gleichſam erſt aufgetaut werden.
Schon im erſten Winter ſtarben zwei von ihren Dienern an
Kälte und Dunkel.
Crolle kam zuweilen mit ſeinen Kumpanen wie ein Nudel
Bären vorüber und ſchaute beſorgt nach ſeinen Wachen.
Was macht die däniſche Frau he?
Craurig iſt ſie.
Sie wartet, wartet. Und wenn ſie ſchläft, müſſen ihre Diener
warten. Cauchen von weitem Fiſcherboote auf oder die Hunde=
ſchlitten
der Lappen, lachen die Geſichter hinter den Scheiben.
Und wenn die Siſcherboote und Hundeſchlitten vorüberfahren,
werden die Geſichter traurig hinter den Scheiben. Immer, immer
ſind Augen in den Fenſtern, und ſpähen dort, nach Südweſten,
vo hinter Eis und Nebel das Feſtland liegt.
Es ſind immer dieſelben Berichte. Allmählich erfüllen ſie
Crolle mit Mißtrauen und mit ſtarker Unruhe. So wartet nur.
wer noch Hoffnung hat.
Die Wachen ängſtigen ſich vor dem fremden Prunk.
Manchmal brennen hundert Kerzen ſoviel, als das ganze Dorf
vielleicht im ganzen Jahr verbraucht brennen, man denke,
gleichzeitig vor den Spiegeln. Die nackten Menſchen aus weißem
Stein ſtehen da plötzlich wie lebendig in den Ecken. Und die
fremde Frau läßt ſich ein großes Bild einen ſchönen Herrn
mit Spitzen um den Hals, Spitzen an den Händen und einen
Degen an der Seite überallhin nachtragen; ob ſie am Fenſter
ſteht, ob ſie am Ciſch ſitzt oder im Bett liegt, überall lehnt der
Herr mit den Spitzen m ihrer Nähe. Das alles flößt den
Wachen abergläubiſche Scheu ein.
Crolle jagte mit drei Fr.unden auf Bären in der Nähe von
Nordholm, als ſie fern etwas Dunkles ſehen, das ſich ſchnell
auf den Holm zu bewegte . . . ein Gefährt und noch eins, zwei
Schlitten mit Pferden.
Crolle hielt mit ſeinen Kumpanen darauf zu. Wie eine
Meute in zottigen Pelzen jagten ſie auf Schneeſchuhen über das
Eisfeld.
Es war ein junger Herr in fremdländiſchen Pelzen und mit
weibiſchen Spitzen um die feinen Hände, von acht bewaffneten
Dienern begleitet.

Waſchgelegenheit emen heute erhaltenen Ruf
Schmutz abſpülen. Er dreht an dem Hahn, de
Denn infolge eines Waſſerrohrbruches in der N9
das Waſſer nicht. Aergerlich geht der Angeſte
er gerade an die bevorſtehenden Bergnügung=
denkt
, vergißt er, den Hahn wieder zuzudrehen.
daß nach Wiederherſtellung des Nohres eine
eintritt und die Mieträume erheblich beſchäde
Hauseigentümer fordert von ſeinem Mieter 2
erſatz. Dieſer lehnt entrüſtet alles ab, da er für
keit eines ſeiner Angeſtellten nicht aufzukom
wiſſe zwar, daß er für den Leichtſinnn ſeiner=
Erfüllung geſchäftlicher Verpflichtungen hafte.
lich 1000 Sack Mehl beſtellt worden ſeien, ein!
verſehentlich nur 100 expediere und der Beſtell
den erleide. Mit ſeinen geſchäftlichen Angelegg.
das, was der Angeſtellte getan habe, gar =
Schluß kommt die ebenſo beliebte wie unwahk=
daß
er der angedrohten Klage mit Nuhe entgegg.
kommt. Das Gericht verurteilt Herrn Müller.,
freuen ſich, die Mieter proteſtieren. Aber zu uI
ter hat die gemieteten Näume pfleglich zu bechn
für jeden Schaden, der durch Verletzung dieſes
Hat der Mieter ſeinen Angeſtellten die gemiare
Ausübung ihrer Cätigkeit überlaſſen, ſo hafta=
einen
durch Verſchulden des Angeſtellten ent:
wie für eigenes Verſchulden. Daß er für den
Angeſtellten bei Erfüllung geſchäftlicher Verpsi
kommen habe, hat Herr Müller gewußt. Di
belehrt, daß er auch für die Nachläſſigkeit ſein u
Erfüllung ſeiner Verpflichtung, die gemietetem
zu behandeln, zahlen muß. Eine teuere Belehrun
auch die Prozeßkoſten zu tragen.
Sie wollen heute telephoniſch meinen Nat:
Frau, weil es ſich um verfängliche Dinge hand
ihr Mut, über die Angelegenheit zu reden,
Diſtanz, und das unperſönliche ſchwarze Käſtch.
Geheimniſſe anvertrauen, erhöhe die Sicherhei!
Nedens? Im allgemeinen bin ich kein Freund
beratungen, denn Nichter wie Anwalt brauckt.
Augendiagnoſe, wenn ich ſo ſagen darf, als Erl
wollen ſich alſo ſcheiden laſſen, weil . . . Nein, Iſt
darüber nichts weiter zu ſagen, denn es iſt mir-
Herr Gemahl es mit der ehelichen Creue nichtig

Sie ſeit Jahren in jeder Beziehung völlig ver.
mir auch bekannt, daß ſich Ihre Sympath=
Manne zugewendet hat, und ich begreife, daß F
keit und Ihrem geraden Sinn widerſpricht,, 14
Oeffentlichkeit einen Hehl zu machen. Aber laſſ.n
Bei normalen Eheverhältniſſen bedeutet es zwesd
Verletzung der ehelichen Pflichten, die die Etl

Ihr ſucht die fremde Frau?
Seht Ihr dort die Felſen vor Euch.
Aber die Frau iſt tot!
Wo iſt ihr Grab ich will ihr Gr.=
Crolle zeigte mit einer ungewiſſen Bewes!!
Im Meer.
Und der Fremde ließ wenden. Der Geen
unruhig nach, bis die Schlitten in den dunklen .

Aber die däniſche Frau wartete.

Dann kam der furchtbare Winter 1655.

und Nacht. Die helle Finſternis der Cage erloſ!"*
Finſternis der Nächte, und das Dunkel der **
der weißen Finſternis der Cage. Und unaufhrr
Nacht das Heulen des Sturmes.
Die Eismeerleute lagen in ihren Hütten.
und ſchliefen. Schliefen, wenn ſie aßen. Schlind
einer Ecke in die andere taumelten.
Aber die fremde Frau wartete.
Ihre Dienerſchaft war verängſtigt, ſchw.
blind von der grauenvollen Finſternis.
Aber die Frau wartete.
Um Pfingſten brach das Meer auf. Der-
im
Boot zu den Wachen.
Euer Gnaden, die Frau wünſcht Euch zr
Die Frau hat nichts zu wünſchen!
Crolle war zornig. Die Cote beginnt ſiü)
Cote hat Wünſche!
Sie will einmal zur Kirche in Ingöl
Da wurde Crolle beſänftigt. Das geht 10.
Cote und die Kirche. Eine Cote und ihre 2
Himmel. Das gehört zuſammen.
Und Crolle ging zu ihr.
Er hatte ſie niemals betrachtet, wem er I!
von Nordholm traf. Man pflegt die Coten 12
begaffen.
Aber jetzt, als er zum erſten Male ihre 2
er ſeinen Blick und ſah ſie.
Su Pfingſten in der Kirche ſtaunten die
jäger, trauten kaum ihren Augen. Da ſaß iia
neben Crolle, dem Gouverneur, ein überiro9!"

Elfin oder vielleicht gar eine Prinzeſſin. Oi.
md Samt ud Seide, und ein Geſicht wie 3ite

[ ][  ][ ]

ine verheiratete Frau gegen den Willen ihres
deren Mann häufig allein in ihrer Wohnung
ihm Theater, Konzerte und Vergnügungs=
chr
. Aber auch wenn die ehelichen Beziehungen
ind wie in Ihrer Ehe, ſind die Grenzen der
icht überſchreiten dürfen, ohne ſelblt einen

tung zu geben, eng gezogen. Gewiß ſind jene
eiſamen Ausgänge recht harmlos im Vergleich
une Benehmen Ihres Gatten. Aber es gibt in
licchungen keine Kompenſation. Sie können ſich
Autfiu, daß noch mehr wie genug an Schuld auf
dttn übrig bleibt, auch wem man Ihr verhält=
Wei Verhalten in Nechnung ſtellt. Solche Auf=
zuen
Weſen und Sinn der Ehe völlig wider=
Uh ddem brauchen Sie ſich noch keine Sorge zu
h Ii4ra bereits betont, daß nur bei normalen ehe-
äüret
Ihr Verhalten als ſchwere Verletzung der
hſätz eine ſo tiefe Serrüttung der Ehe herbeizu=
jgrfüſe
re, daß Ihrem Gemahl die Fortſetzung der
neiſurutbar wäre. Aber die Verhältniſſe in Ihrer
A dirnal. Sie ſind bereits durch das Verhalten
Aüir zerrüttet. Unter dieſen Umſtänden ſtellt Ihr
Aulien kaum eine ſchwere Verletzung der ehelichen
Aup wird dadurch wohl keine weitere Vertiefung
Mansen Serrüttung der ehelichen Verhältniſſe her=
Meloſt wenn dies alles der Fall wäre, wäre trotz=
Aßt angeſichts ſeines eigenen Verhaltens die Fort=
ſoc
durchaus zumutbar. Sie brauchen alſo nicht
6 Ihr Gemahl mit Erfolg eine Widerklage auf
ſn Siel, daß auch Sie für ſchuldig erklärt wer=
144. Aber ſeien Sie vorſichtig und ſchränken Sie
Beſuche, Ausflüge uſw. ein. Denn die Gren=
ſi
4. Wie, gnädige Frau, das iſt doch nicht Ihr
h ſpricht nur eine augenblickliche Empörung. Sie
Fei. Umſtänden ſchwach werden, auch nicht einen
ſwee- Ehebruch iſt ein abſoluter Scheidungsgrund.
tneeis darauf, daß die Ehe durch das Verhalten
ſſon lange völlig zerrüttet geweſen iſt, könnte Sie
ſyen, daß auf eine Widerklage Ihres Gatten auch
Mlurig für ſchuldig erklärt würden. Sie ſind außer
auch die ſchwere Vernachläſſigung ſeitens Ihres
ſti temer ſolchen Folge ſchützen kav? Ach ſo, das
ellsnFräulein. Mein ſehr verehrtes Fräulein, ich
1M haß Sie durchaus ſachverſtändig auf dem Ge=
MIRs ind Löſens von Verbindungen ſind, aber die
zelAn die es ſich hier handelt, liegen doch wohl
Deiß ereichs Ihrer Erfahrungen. Sie ſehen, gnädige
mohl beſſer, daß wir unſere Unterredung uter
beiteen.

ma, es gab, ja hier oben gar nichts ſo zartes,
AAt die Schmetterlinge, die ſich in guten Som=
MMühersauf verirren.
ag der grimmige, ſtrenge Crolle, wie war der ver=
Eſſen, war er klein und ſchüchtern.
Ieen Gottesdienſte, gingen die Leute ehrfürchtig,
hünter den beiden aus der Kirche. Es war wie
Crolle der Bräutigam? Bei Gott nicht
ANar er, das treu und ängſtlich zur Herrin auf=
bie
Frau zum Hafen, befahl ein Boot.
2 rin Boot, richtete die Segel und fuhr mit ihr
rſſch Südweſten.
M Worderſteven, blickte zu ihm zurück, lächelte
Selte den ganzen Cag immerzu nach Süd=
A ſoen ſinkenden Abend.
ie Frau, in Pelze gehüllt. Aber immer noch
M An.
Meotot ihr Geſicht vermummte.
naelze plötzlich einſam. Er blickte umher. Er hörte
WSh ollen knirſchen.

R wendete das Boot.

Riücthſten Morgen kehrte Crolle ohne die Frau
Erolle zechte mit ſeinen Kumpanen.

N.ri. Wo haſt du die Frau an Land geſetzt?
den Humpen an den Sähnen.
eer andere: Oder hat ſich die Frau ins Waſſer
geine Antwort. Er trank. Er brachte den
8ot mehr vom Munde.
Die Warze
Nonſieur Pichegru.
Lon Adolf Sjegler.
M Dearu war eim Uhrmachermeiſter in der Sta=
Aunn. Er. hatte dort einen winzigen, rtwas

Der
Datron der Stenotypiſtinnen.
Von Prof. Dr. Nobert Nagel.
Millionen von Mädchen und Frauen ſind heute damit be=
traut
, an der Schreibmaſchine zu ſitzen und mehr oder minder
gute Sedanken anderer zu Papier zu bringen. Die Schreib=
maſchine
iſt eine Unentbehrlichkeit geworden und nahe daran,
jede andere Art von Schreibwerkzeug vollſtändig zu verdrängen.
So wie jeder andere Beruf ſeinen Datron hat, der dieſen Beruf
ſozuſagen erfunden hat, wie die Bierbrauer den Gambrinus, die
Aerzte den Aesculap uſw. als den erſten ihres Berufes ver=
ehren
, ſo müßte man eigentlich auch feſtſtellen können, wer zuerſt
die Caſten der Schreibmaſchine gemeiſtert, dieſes heute ſo wich=
tige
Inſtrument erfunden hat.
So ganz genau läßt ſich dergleichen nicht immer feſtſtellen.
Es war auch bei andern Erfindungen ſo, daß zwiſchen der erſten
Odee und der erſten praktiſchen Ausführung ein gewiſſer leerer
Naum war. So gab es vor Johannes Gutenberg ſchon ſeit dem
Altertum Holztafeldrucke, und Gutenberg erfand eigentlich nicht
den Druck, ſondern den Satz. Lange vor der Erfindung des
Schießpulvers gab es das griechiſche Seuer, lange vor dem
heutigen Luftſchiffe unzählige Verſuche. Auch Gabelsberger
hatte Vorläufer in den ſogenannten trioniſchen Boten.
Es iſt aber unbeſtritten, daß der erſte, der nachweisbar Ver=
ſuche
im Schreibmaſchinenbau gemacht hat, der Engländer Henri
Mill war, der wirklich ſchon 1744 em Patent auf eine Schreib=
maſchine
erwarb. Auch Baron Drais, der 1817 die Draiſine,
das Urfahrrad, erſann, machte ſolche Verſuche, die ebenfalls
mit der heutigen Schreibmaſchine nichts gemeinſam hatten. Swar
vollendete er 1832 eine Schreibmaſchine, die, zeitgenöſſiſchen Be=
richten
zufolge, recht beachtenswerte Eigenſchaften zeigte, jedoch
keineswegs auf den heute bewährten Grundſätzen beruhte. In
Italien erfand dann Guiſeppe Navizza 1846 das Schreib=
cembalo
, das 1855/1856 patentiert wurde. Auch dieſe Erfindung
lag nicht auf dem Wege zu jener Entwicklung, die die Schreib=
maſchine
tatſächlich genommen hat.
Catſächlich nachweisbar ſind die Erfindungen der Amerikaner
Sholes und Glidden, diejenigen, die zuerſt zur wirklichen
modernen Schreibmaſchine führten, am 25. Juni und 14. Juli
1868 patentiert wurden und dann von den Nemington=
fabriken
als Grundlage der erſten Maſchinen in Verwen=
dung
kamen. Amerika wäre alſo das Heimatland dieſer Er=
findung
.
Gegen dieſe Auffaſſung machen nun zwei Länder Sonder=
rechte
geltend: Dänemark und Oeſterreich. In Dänemark er=
fand
namlich Jakob Ahrend Peterſen eine Schreibmaſchine,
deren Beſchreibung in der Berlinske Cidende ſchon am
18. April 1868 enthalten war, alſo zwei Monate vor obigem
erſten Datum. Auch einen zweiten Schreibmaſchinenerfinder
weiſt Dänemark auf, Malling Hanſen, der aber ſeine
Schreibkugel erſt 1870 erfand.
Catſächlich ſind dieſe Erfindungen außer Suſammenhang mit
den amerikaniſchen. Die amerikaniſche Datentierung vom
25. Juni war natürlich am 18. April ſchon im ZSuge, und es liegt
gar kein Grund vor, eine beſondere Priorität des Dänen oder
gar eine Abhängigkeit der amerikaniſchen Erfindung von der
däniſchen anzunehmen.
Weſentlich anders liegt die Sache bei dem Oeſterreicher
Peter Mitterhofer der am 20. September 1822 in
Dartſchins, Cirol, geboren wurde. Er war ſchon als Kind er=
finderiſch
veranlagt und begann im Jahre 1845 mit Verſuchen,
eine Schreibmaſchine zu konſtruieren. Er wurde hierbei vom
Meraner Dekan Anton Sautner unterſtützt, und konſtruierte
1864 das erſte, im Jahre 1866 das zweite Modell. Da außer
einer kleinen kaiſerlichen Beihilfe weitere Unterſtützungen aus=
blieben
, konnte er ſeine ſehr anerkannte Erfindung nicht aus=
nützen
und ſtarb, verbittert und vergrämt, am 27. Auguſt 1895
Nach ſeinem Code erlebte er verſchiedene Ehrungen, erhielt 1924
einen ſchönen Grabſtein in Meran und in Partſchins eine Ge=
denktafel
in italieniſcher und deutſcher Sprache. Auch in Inns=
bruck
hat er ein kleines Denkmal erhalten.
Bei der Erfindung Mitterhofers iſt zweierlei weſentlich:
zunächſt iſt ſie zweifellos eine wirkliche Schreibmaſchine, die ganz
genau jene Eigenſchaften hat, die zum Siele führten, dann aber
iſt ſie unbedingt um drei Jahre früher gemacht worden als die
der Amerikaner. Man kann ſich hier nun zwei Fälle denken:

wunderlichen Juwelierladen, den er zuſammen mit ſeiner, wie er,
unverheirateten Schweſter verſah. Monſieur Pichegru war
kaum einen Meter fünfzig groß. Auf ſeinem ſchmächtigen Körper
ſaß ein mächtiger, martialiſcher Schädel. Er hatte große,
funkelnde ſchwarze Augen, rabenſchwarzes Haar und einen rie=
ſigen
Schnurrbart, den er ſorgfältig nach oben aufgezwirbelt
trug, dergeſtalt, daß die ganz feinen, ringförmig gewundenen
Spitzen wie eine wundervolle, ſymmetriſche und umwahrſcheinliche
Seichnung auf ſeimen olivenfarbigen Wangen lagen. Ein gleich-
falls
ganz ſpitz auslaufender Knebelbart wuchs dicht und ſchwarz
aus der äußerſten Nundung des Kinns. Der übrige Ceil des ganz
außergewöhnlichen Geſichtes, von den Schläfen bis an die Unter=
kiefer
, ſchimmerte bläulich und war ſtets auf das ſorgfältigſte
raſiert. Swei Sentimeter vom rechten Mundwinkel ſaß eine dicke
Warze, und von ihr ſtarrte ein borſtenſtarkes, etwa acht Senti=
meter
langes, ſchwarzes Haar in den Weltraum. Dieſes Haar
wurde von Monſieur Pichegru gehütet, wie ſein Auge.
Die Kleidung von Monſieur Pichegru, der ein kurzes Bein
hatte und ſtark hinkte, indem bei jedem Schritt der Oberkörper
nach links ſchwankte und in die Hüfte ſank, war von emer etwas
lächerlich=würdigen Korrektheit. Monſieur Pichegru ging immer
i einem ſchwarzen Straßenfrack, ſehr hohen, ſteifen Kragen
mit eiſerner Krawatte und trug ein dünes Nohrſtöchkchen in der
Hand. Im Winter hatte er eine Melone auf, im Sommer einen
Strohhut. Mit dem Strohhut traten an Stelle der ſchwarzen
Hoſen weiße. Monſieur Pichegru hatte, wie die meiſten Origi=
nale
, ein ſehr hohe Meinung von ſeiner Perſönlichkeit. Man
lacht hinter derartigen Käuzen, aber ſie beleben intereſſant
das oft nur zu langweilige Straßenbild einer Provinzſtadt mit
ihrer ſeltſamen Erſcheinung. Es iſt auch vielleicht eine aus=
gleichende
Gerechtigkeit ihres Schickſals, das quaſi einen
chlechten Scherz mit ihnen gemacht hat, daß ſie ſich keineswegs
ſelbſt ſo erblicken, wie ſie in Wirklichkeit ſind. Ihre Selbſtbeur=
teilung
iſt eine Art Nelativitätstheorie. Was wäre auch ſonſt
ihr Daſein?
Im Spiegel betrachtete Monſieur Pichegru ſeinen mar=
kanten
Kopf mit großem Wohlgefallen. Uebrigens kein Be=
obachter
, der ihn einmal aufmerkſamer angeſehen hatte, wäre
in der Lage geweſen, ihn in dem größten Menſchengewühl mit
irgendeinem anderen ſe zu verwechſeln.
Dieſer Monſieur Pichegru kam eines Cages z ſeinem
Iryſeur in der Nue de Metz. Hier war leit kurzem ein junger

entweder haben die Amerikaner ganz unabhängig von dem Cirolex
Bauern die Erfindung gemacht. Dieſer Fall iſt ſchon da-
geweſen
, da z. B. der Snaimer Pfarrer Prokop Dipis den
Blitzableiter gleichzeitig mit Benſamin Franklin erfand.
Oder ſie kannten die Erfindung des Cirolers und pflügten mit
ſeinem Kalbe. Die Sache ſcheint aber der Aufklärung nahe zu
ſein, da feſtgeſtellt wurde, daß Carlos Glidden, der Mit=
erfinder
der erwähnten erſten Remingtonmaſchine, vorher am
Wiener k. k. Polutechnikum ſtudierte, und er ganz zweifellos

Gelegenheit hatte, die Erfindung Mitterhofers, die damals in
aller Munde war, zu ſehen und zu ſtudieren. Und ihr hat er das
Weſentliche, die kreisförmige Anordnung und den
Unteranſchlag abgeguckt; dies iſt um ſo wahrſcheinlicher,
als auch in Amerika Glidden als der eigentliche Urheber der
Idee gilt. Man kann demnach ohne weiteres Peter Mitter=
hofer
als Erfinder der modernen Schreibmaſchine bezeichnen,
der aber, wie nach ihm noch andere, ſeine Idee aus Mangel an
Unterſtützung nicht ausführen konnte. 1864 iſt das Geburtsjahr,
das Land Cirol das Geburtsland der Schreibmaſchine. Wenn
die Italiener behaupten, daß Italien (wegen des Schreibcembalo)
den Nuhm als Heimat der Schreibmaſchine in Anſpruch nehmen
dürfe, ſo haben ſie nur inſofern recht, als Peter Mitterhofers
Heimat Partſchins heute leider zu Italien gehört.

Auch ein möbliertes Heim
kann perſönlich ſein.
Von Margret Halm.
Sie ſteht allein. Sie hat kein eigenes Hein. Auch nicht die
Mittel, ſich nur ein Simmer ſelbſt zu möblieren. Es iſt das
Schickſal von tauſenden von Frauen, die alle gleichermaßen dar=
unter
leiden. Und es ſind nicht die beſten Simmer, und ſelten
nur ein nach modernen Begriffen ausgeſtatveter Naum mit Licht
und Luft, die zur Vermietung kommen. Und da ſitzt man dann,
gortesfroh, daß man es nur erreicht, in ſo einem Stübchen, das
mit altem Urväterhausrat alles weniger als ſchön möbliert iſt.
Das aber iſt doch Selbſtverſtändlichkeit, daß, wenn man geſtern
eingezogen iſt, der Koffer ausgepackt und alles eingeräumt, es
heute unſer erſtes iſt, nach beſtem Können den Naum uns ſo zu
eigen zu machen, daß es tatſächlich unſer Simmer, unſer Heim iſt,
das, wemgleich mit ſeinen fremden Möbeln, irgendwie doch
unſere Perſönlichkeit atmet. Auch dem fremdeſten Simmer ein
Stück von uns zu geben, das iſt die Kunſt der Frau, die auch bei
aller Maſchinenarbeit und hundertprozentiger Berufstüchtigkeit
ihr Frauentum nicht eingebüßt.
Sie ſagt, ſie hat kein Geld dazu, ihr bleibt nichts übrig, ſich
Eigenes zu kaufen, um ihren Naum perſönlich zu geſtalten. Auch
nicht ein paar Pfennige nur für eine hübſche kleine Vaſe, eine
bunde Keramik, die man heute ſchon ſo billig bekommt, für einen
eigenen Aſchenbecher und für ein Stückchen bunten Stoff, aus
dem man ſich einmal an einem Abend eine freundliche Decke

deutſcher Gehilfe eingeſtellt worden. Er hatte die Schlachtfelder
in Lothringen beſucht, war durch Zufall mit dem Friſeurmeiſter
bekannt geworden, und dieſer hatte, da er gerade einen Gehilfen
brauchte, den ſtellenloſen jungen Mann nach Nancy mitge=
nommen
. Der Deutſche arbeitete zuſammen mit zwei Franzoſen.
Die Crinkgelder wurden nach Landesbrauch von den Kunden in
eine verſchloſſene Büchſe geworfen und kamen abends zur gleich=
mäßigen
Verteilung unter die drei Gehilfen. Der junge Deutſche
war ſehr eifrig in ſeiner neuen Stellung und bediente, wem er
einen Kunden abgefertigt hatte, ſofort einen neuen, ſelbſt wenn
die Reihe an einem ſeiner Kollegen geweſen wäre. Dieſe ließen
ſich dies von dem Neuling gern gefallen und drückten ſich nach
Möglichkeit.
Als Monſieur Pichegru eintrat, ging ihm der Deutſche
freundlich entgegen und lud ihn mit höflicher Handbewegung ein,
Platz zu nehmen. Er band ihm eine Serviette um, ſeifte ihn ein
und begann ihn zu raſieren. Monſieur Pichegru funkelte ihn
mit ſeinen ſchwarzen Augen durchdringend an und ſagte: Sur=
tout
ne touchez pas ä ce cheveu (Nühren Sie nicht an
dieſes Haar!) Dabei ließ er das lange, ſchwarze Haar auf der
Warze liebevoll und langſam zwiſchen Daumen und Seigefinger
gleiten. Unſer junger Deutſcher hatte natürlich kein Wort ver=
ſtanden
, glaubte aber, daß dieſer komiſche Alte, der da vor ihm
in den Seſſel verſunken war, wünſche, daß er dieſe häßliche
Borſte entfernen ſolle. Er langte daher nach der Schere, ergriff
die Spitze des Haares und ſchnitt es ganz dicht an der Warze
ab. . . . Was ſich nun ereignete, das hatte die Friſeurſtube
noch nicht erlebt. Wie ein Wahnſinniger hüpfte Monſieur
Pichegru aus dem Seſſel, raſte mit der Serviette um den Hals
und dem Seifenſchaum im Geſicht in der Naſierſtube umher,
erwiſchte den verdutzten jungen Deutſchen am Nock und geiferte
in vor Erregung zitternder Wut eine Flut von Schmpfwörtern
über ihn, von denen dieſer allerdings keines verſtand. Monſieur
Pichegru war aufs tiefſte beleidigt, geſchändet, entehrt. Er
verlangte die ſofortige Entlaſſung des deutſchen Gehilfen und
ſtürmte endlich aus dem Laden, ſo raſch es ihm ſein hikendes
Bein erlaubte.




Die irrtümlich abgeſchnittene Borſte hatte Monſieur Piche=
grus
Perſönlichkeit vernichtet. Sie hatte, ihn ſein Selbſtbewußt=
ſein
, ſeine Würde gekoſtet und den jungen deutſchen Srileur
ſeine Stelle, denn er wurde in der Cat lofort entlallen.

[ ][  ][ ]

näht? Nein, gar nichts braucht man dazu, als nur em wenig
Geſchmack m der richtigen Wahl der Farben und des Bunt=
drucks
. Dann wird ein breiter Saum genäht und die Sache iſt
fertig. Ein paſſendes Kiſſen dazu das hat ja bis zum nächſten
Monat Seit, und genügt ſchon ein Ueberzug; da liegen ja Kiſſen,
ſie ſind nur ſo abſcheulich. Aber nein, warum ſoll die Vermie=
terin
darüber böſe ſein oder beleidigt; man muß ihr das nur
ein bißchen delikat beizubringen verſtehen. Kann ihr ja ſagen,
daß man ihr Kiſſen nicht verderben will, der Ueberzug zum
Schonen gedacht ſei. Ueberhaupt ſchonen iſt ein großartiger
Gedanke. Und in einom möblierten Simmer iſt eine ganze Menge,
das die geſchickte Mieteri ſie ſagt natürlich nichts, daß dieſes
Seug tagtäglich anzuſchauen ſie zur Verzweiflung bringen kögnte
doch zlieber zur Schonung aus dem Simmer nehmen möchte,
damit nur ja nichts drankomt.t. Und ſo erreicht ſie es, das
Stagerchen, dieſes greuliche Ding mit ſeiner Jahrmarkt= und
Bazarware, loszuwerden. Verſchönern durch Ausmerzen koſtet
kein Geld, und wer es verſteht, alles Ueberflüſſige und möglichſt
Unſchöne aus ſeinem Simmer loszuwerden, der hat ſchon eine
ganze Menge getan, um dem Zimmer das Perfönliche zu geben,
das Heimiſche, wonach man ſich ſehnt. Und ſo wandert die Vaſe,
der ſowieſo ſchon ein Ohr fehlt, und die Kaminuhr, die nur zu
fragwürdiger Sierde dient, und der gräßliche Aufſatz, die Obſt=
ſchale
auf dem Fuß, in die man immer verſucht iſt, den Eingerhut
und den Bleiſtift hineinzuwerfen, unter Beteuerungen ängſtlichſter
Fürſorge hinaus. Und dann iſt Naum geſchaffen nur durch ein
bißchen geſchicktes Stellen und Anordnnen der Möbel, was
ſchon ungeheuer viel ausmachen kann, mit ein paar friſchen
Blumen, unſeren eigenen Bildern und Büchern, den Raum er=
träglich
und nach und nach gemütlicher zu machen. Schließlich
gibt’s dann doch auch mal einen ganz einfachen Ceppichvorleger,
ein gemütliches Beiſtelltiſchchen, einen der ganz billigen Schleif=
lackbücherſtänder
und, oh Wonne, einen einzelnen behaglichen
Seſſel, den wir mal irgendwo erwiſchen, ſo im Laufe der Jahre
ſelbſwerſtändlich, und wenn wir dann uns noch darüber klar
werden, daß ein Simmer zu ſtreichen, ganz einfach uni in einem
hellen, freundlichen paſſenden Con, heute gar keine ſo große
Angelegenheit mehr iſt, und dieſe etwa fünfzehn Mark in gar
keinem Verhältnis ſtehen zu der unſagbaren Freude, die wir
dann tagaus, tagein an unſerem Stübchen haben, das damit dann
wirklich unſer Eigenes geworden, ſo haben wir unſer Leben
in hohem Maße bereichert.
Elegie vom Hut.
Von OIlip Kalenter,
Im dritten Monat ihrer Liebe zu Hippolyt ſagte Lucinde:
Die Platanen ſind ſchon kahl, und Oktoberſonne hängt in den
leeren Sweigen: es iſt an der Seit, mein Freund, daß ich mir
einen Winterhut kaufe.
(Alles Unglück brachten Hüte, dachte Hippolyt bei ſich.)
Als tags darauf Lucinde zum Nendezvous kam, trug ſie einen
Hut von orangefarbenem Velvet, mit ſchwarzem Lackleder ab=
geſetzt
.
(Dieſer Hut iſt wahrhaft abſcheulich, dachte Hippolut
bei ſich.)
Die beiden gingen ſelbander in den herbſtlichen Park ſpa=
zieren
. Ob ſeiner Schweigſamkeit befragt, ſagte Hippolyt ver=
drießlich
, es gefalle ihm der Hut nicht, den ſie trage. Der Hut
ſei ſehr ſchön, erwiderte Lucinde. Hierauf meinte Hippolyt, der
Hut wäre abſolut betrachtet vielleicht ſchön, aber man dürfe ihn
nicht zu blondem Haar tragen. Lucinde erklärte dieſe Meinung
für geſucht. Der wuchtige, hochaufgebaute Sammethut, ſagte
Hippolut, erdrücke ihr zartes Geſicht, zerſtöre die feinen Linien
darin, zerreiße dieſe regelmäßigen, klaren Süge. Und ſagte:
Sofern du mich wahrhaft liebſt, Lucinde, gehe hin und gib dieſen
Hut zurück und nimm einen anderen ſtatt ſeiner.
Lucinde liebte Hippolut wahrhaft. Und ſie ging hin und gab
dieſen Hut zurück und nahm an ſeiner Statt einen anderen, der
war blau und ſo beſchaffen, daß er weder ihr zartes Geſicht er=
drückte
, noch die feinen Linien darin zerſtörte, noch auch die
regelmäßigen klaren Süge zerriß, und gefiel Hippolut wohl.
Als Lucinde im nächſten Jahre bemerkte, daß die Platanen
ſchon kahl waren und Oktoberſonne in den leeren Sweigen hing,
war es längſt nicht mehr ſo, daß ſie dies Hippolyt hätte ſagen
können. Dieſer junge Mann hatte ſich, trotz ſeinem ſchönen
Namen (. . . was ſind Namen! . . .) nach kurzer Seit ſehr ſchä=

Schach

Nummer 389.
Aufgabe 557.
Dr. Hans Bincer in Heilbronn.
(Chemnitzer Tageblatt, 1927.)

Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Beiß: Ke7 Db5 Se5 Bc2 d3 g4 h2h6 (8).
Schwarz: Kf6 Bd4 e6 eT g6h3 h7 (7); 34.
Aufgabe 558.
K. Grabowſki.
(1. Preis, Tygodnik=Turnier 1913.)
Beiß: Kf1 De8 To5 Lh6 Sc3 Be2 (6):
Schwarz: K44 DbS Tb2 Se1 Ba4 d5 c2 12 (8
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 547550.
547. Dr. M. Niemeher. Die Schwalbe‟, 1929. (Kd7 Tg7 Le3 h1 Sd5 17
B42 a0 h6- K15 La1 h7 5h3; 34) 1. Bd47 L:d4 2. 1:d4 Lg81 1. Tst

big gezeigt und die Dame einfach verlaſſen. Nerven hatte er
vorgeſchützt, auf die ſie ihm ginge. Lucinde hatte lange und
bitterlich geweint, ihr Herz in der Einſamkeit zu tröſten, in Ge=
ſelligkeit
zu zerſtreuen geſucht. Vergebens. Kein Sommer am
Meere, kein Herbſt im Gebirge hatte ihr vor Hippolyt den
Frieden zu geben vermocht. Sie war in die Stadt zurückgekehrt,

Oktober umfing ihr müdes Herz. Sie ſaß am Fenſter und blickte
hinaus in den Park voll Not und Gold, ſie blickte in die Allee
der kahlen Platanen.
Da überkam ſie jener Stolz, den die Frauen ſelbſt in ihrer
größten Demut nicht ganz aufgeben, und den Lucinde in ihrem
Schmerz zwar vergeſſen, aber nicht verloren hatte. Sie ſchämte
lich ihres ſchlecht verteidigten Herzens, ihrer vielen verweinten
Nächte, ihrer vielen langen Gebete um Wiederkehr des Ver=
lorenen
.
Und ſie ging hin und kaufte den Hut von orangefarbenem
Velvet, mit ſchwarzem Lackleder abgeſetzt. (Er hatte bei der
Modiſtin unberührt ein Jahr lang im Schranke gelegen, denn
niemand wollte ihn kaufen, weil er ſo häßlich war.) Und Lucinde
trug dieſen Hut, obwohl er aus der Mode war, den ganzen
Winter hindurch, und freute ſich deſſen, denn ſie vermeinte, für
ihre Entfromdung von Hippolyt ſo den vollendeten Ausdruck
gefunden zu haben.
Hippolut aber, als er Lucinde einmal von ferne mit dem ver=
haßten
Hut ſah, erkannte daran, wie ſehr ſie ihn noch liebte, und
wem er ebenſo zartfühlend wie witzig geweſen wäre, hätte er
lich wahrſcheinlich geſchämt. Er grüßte Lucinde höflich, ſie aber
dankte kalt und nickte ein wenig mit dem Kopf, wobei der viel
zu ſchwere Sammethut noch tiefer auf die Augen herabdrückte.
Selbſtändigkeit der Frau
als 2llutter.
Von Margot Kirchhoff.
Man hört heutzutage allenthalben, daß das Leben ſo unend=
lich
viel ſchwerer lei als früher. Das mag vielleicht ſtimmen,

Le5! 1. Lh1f3! (broht 2. Lg5) L:g7 2. Se7+ Kf6 3. Ld4F: 1. . . . Lf6
2. 8d6+ Ke5 3. Bd44: 1.... 144, Uh7 2. Se7t. Der ſchw. I. wird in
2 Abſpielen als Kritikus verwendet. Schwierig.
548. 6. J. Tucker. 1. Pr., Melbourne Times, 1919. (Ka5 De2 Tb8 Sbt e4
Ba7 e5a6; Ke7 Dh5 Lhlh2Sa8 Bh7, 24.) 1. 8e4e3! Maskierte Batterie.
Das Hauptſpiel D: C5+ führt zur ſchw. Selbſtfeſſelung.
549. W. Frh. v. Holzhauſen. Dtſch. Schachzeitung 1927. (Ke1 D17 Ta5 Ba6
e3: Kbs 8a1 Ba2 a7 b4 C2 64 47 e7; 34k.) 1 Die77 47d8! Dem Weißen
fehlt nun der nötige Wartezug. Durch ein geſchicktes Tempomanöver kommt Weiß zum
Biel: 1. Dk7181 47d6 2. D:e7 K:es (b:e3; 45) 3. De3 (b7, :b4tt:
1. .. . 47d5 2. D:67; 1.. . . K:c3 2. Df3+ Kd4 3. Td5R.
550. F. Healeh. 1. Pr., Cheß Monthlh, 1885. (Ka3 Dd8 Ta4 e3 Lg6 h4 844
12 Bb5 d2; Kf4 Db8 Lo8 Sf6 Bb6 e4 15 g7 h5; 24.) 1. Ta4a6! Ein
gutes altes Stück der engliſchen Schule mit vortrefflichem Schlüſſelzug.
Löſerliſte: Hermann Garnier (547549); Franz Buchty in Mainz
(547, 548); Georg Peter in Schwarz, Kreis Alsfeld, (548, 550).

I

Kätſel
Gl

Welchen Text birgt der Rahmen des Bildes?

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1

ENKA

OcHZUBE

ich muß aber offen ſagen, ich glaube es nicht
ja vor dem Krieg noch mein Leben in der Kindut
ich glaube einfach nicht daran. So ſehr viel fell
beſonders die Frau im wirtſchaftlichen und vor
daſteht, ſo iſt doch eins gewiß, daß die Menſchen=
Dingen viel bequemer haben als früher. Früher
man mußte ſelber überlegen, und hatte höchſtene-
ten
und Freunde, in ſeeliſchen Nöten den Pfarr
Nat fragen konnte. Wenn ſich heute Mann
vertragen können, gehen ſie in die Nechts= oder
ſtelle; die erwachſenen Kinder ſchickt man in 3i
tungsſtelle, damit ſie dort einen Beruf ausgeſuch
die junge Mutter wandert in die Säuglingsbemt
mit der Arzt dort ihrem Liebling das Bauchwan
ſie ihm angefüttert hat. Die Notverordnung ff.
kaſſen, ſo ſchwer ſie manchen treffen mag, iſt 4
begrüßen, denn ſie treibt die Menſchen dazu, eisn
diger zu werden in dieſer Richtung, ein biſfel
ſelbſt beobachten lernen.
Ich denke hier ganz beſonders an die
lernen heute ſo unendlich viel, ſie werden förmi
mit Wiſſen, und in ein bis zwei Jahren kaben ſii
der vergeſſen. Es iſt ja ſehr gut, daß die 2d
den Schulen Kinder= und Säuglingspflege lerng
dererziehung unterrichtet werden. Etwas bleitt
hängen und kommt, wenn man es braucht mik
ſchein. Aber der beſte Lehrmeiſter iſt und bleitt
das Selbſterleben. Und eben bei der Kindery
Beobachtung, die Kenntnis der Mutter von all /
tigkeit. Ein fremder Arzt kann allein dem K
ja, die meiſten Wehwechen und vermeintlick=
können
von der Mutter ſelber behoben werdem
Kind kennt. Ganz beſonders iſt das der Fall bein
oft wird der Kinderarzt gerufen: Krämpfe, undſ.
Und wenn er kommt, iſt das Kind einfach übem
kein anderes Mittel, als ſtrampeln, ſchreien
Mutter hält das für das größte Elend, und
das beſte Hilfsmittel. Aber jeder Arzt iſt hary
er verſtändige Aithilfe der Mutter findet, uud
alles nochmal ſo leicht und ſchnell.
Grade hier müßte noch mehr getan werde!
wieder mehr zur Selbſtändigkeit zu erziehen.

oder einzelne Abende eingerichtet werden für 2it
Arzt oder einer Aerztiu geleitet, in dem Driſt
Hauptſache bildet. Keinen langen fachlichen
Mutter ſtellt ihre Fragen, die ihr am Herzen A4
ihrer Erfahrung. Man ſagt wohl, Kinder ler 2!
Kinder vergeſſen auch ſchnell, was ſie nicht bu.4
der praktiſche Gebrauch, das ſelber Geſehene
feſtigt und erweitert das Erlernte.

5 2 4 7 4 etwas Vielbeſungenes, 6 4 9 0 6 Zal.,g
ton in der Schweiz, 8 9 0 8 3 Halbedelſtein,
ſtrecktes Küſtenland, 0 4 7. 4 5 alemanniſcher 2,
Die Anfangsbuchſtaben nennen ein altes
Kreuzworträtſel mit vier magiſchen Q.

Man beachte die Dreiecke unter den Wortteilen.
Arithmogriph.
2 46 4 bewachſene Fläche. 2 5 3 2 6 kleines Raubtier, 8. Heil, 9. Oeſel. 10. Leim. 11. zehn, 12. Ch0e
3 4 2 9 0 Gewäſſer 3 2 6 9 0 Möbelſtück, 4 2 9 0 4 Laubbaum, 15. Noah. Ein Zündhölzchen

Die Wörter des Kreuzworträtſels bedeut-
rechts: 1 Nebenfluß des Rheins, 3 Kinderſp=
6 Teil des Wagens.
Von oben nach unten: 1 Arbeitsraum dess
vogel. 3 Rind. 4 Teil des Auges
Die magiſchen Quadrate: Oben links: G=
anlage
, dtſch. Strom, Waſſerſtſtrudel. Oben T4
ſerfahrzeug, Geſangsſtück, Viehhüter, Fiſchſas=
links
: Material zum Flechten von Matten, On
in der Buchhaltung, Schillerſche Dramenfigur.
Erzählung, Liebesgott, Edelmetall, Planet.
Anflöſung der Rätſel ans ?u
Kinder.
Habt ihr ſchon Kinder?
1 2 3 4 5 6 7 Kirſche, 8 9 10 Bad. 11

Ein kleines, unſcheinbares Ding
1 Ebbe 2. Irma, 3. Null. 4. Zahn. 5. Uebe
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 23892392. Alle Rechte vorbehalte

[ ][  ][ ]

vt ember, däß is mer aach noch aaner, der ſteckt
½ is ſo zimmlich de bollidichſte vun ſeine
Faſt kennt mer’n als Dibblomahd ausgäwwe,
nre, wie mer mitm dro is; valleicht waaß er däß
hlomahdiſcher Geiſtreichigkeid ſällwert net emol,
cheit ſo, un morje widder ganz annerſter, s is
tet geſtoche; net muh un net mäh. Mer waaß
zu welcher Baddei vun unſere Johreszeide als
Zum Herbſt baßt er net mehr ſo richdich, do
auus, wann em aach de Kallenner, ſchand= un
der vielmehr, weil er net waaß, was er mitm
oe herbſtlich Mendelche umhenke dhut. Un zum
erſt recht net, dadezu ſin ſei brogrammadiſche
mi klobbe dhut, zu verweſche. Un ſo ſteht er, wie
Zallidicker, immer zwiſche zwaa Stiehl, odder wie
f1 zwiſche zwaa Heibindel un kann ſich for kaans

er waaß erſtens net, was er will, un zweidens
f er mecht, un däßhalb gibt er ſich aus lauder
wenichſtens e unfreunlich Ausſähe. Wie geſagt,
i diſcher Monat, der November.
Fuſtand iwwerdreegt ſich aach uff die Menſche.
ſich ſo die Natur demaskiert, un die Bäum eines
chrecke ihr nackige Aeſt iwwerm Kobb zuſamme=
n
x mehr um un a hawwe; wann die Gärde ſo
zſihe, wie e Hochzeitsdafel am annern Morjend,
ſeirſtungskunnferenz nooch de Ausſprach iwwer de
me mer morjends em Fenſter naus guckt, un ſieht
uſtider Näwwel net mehr, un waaß kaum, wo mer
mah vor, wie in=eme Luftballoh, der wo en Vorſtoß
ithrraddoſphäre, alſo dann wärd mer ganz vun
schr i=ssgremich un brummich, s Gemied is verſchnubbt
ihſmun es Härz hott en Bronchialkaddar, mer krickt
ſiſſerl arliche Awandlunge, ſieht am helle Dag Ge=
zu ſich kaum nachts noch was Agenehmes zu
Mu pott’s im Schlof bloß mit Raiwer un Bandidde
ſut däßhalb am annern Morjend net bloß mit=eme
ſdern ſogar mit=eme vorei genemme Kobb uff,
M=c, ſei Umgäwung demgemeß
ſess mir, mer därf die ſpeedherbſtliche Stimmunge
teemme loſſe, dann mer macht nix beſſer damit,
Gäjedaal; un ſchließlich, de Winder kimmt doch,
Sis er iwwerſtanne is, nochher geht’s widder em
haann ſieht mehr widder weider..
tiyn’s gornet mehr annerſter geht, dann ſchimbft
wirzhaft druff los, un zwar im ſtillen Kemmerlein,
ſeert, un wo ſich niemand dra ſteert; däß erleich=
r
Grund, uff äbbes zu ſchimbfe, hott mer jo ſtets
ſüin die Schimbferei räſärfadrechtlich in unſere Ver=
+1 is. Nor uff unſer hoche Reichsreſchierung ſoll
ſne, denn alles, was recht is, ſie ſtrengt ſich, uns zu
ſp gſchdich a, un is in Bezugnahm uff de Preis=,
tolmabbau vun=ere Geſchäfdichkeid, die wo ihres=
AAsann’s ihr glickt, wie, ſe s vor hott, dann gehn
rddieſiſche Verhältniſſe endgääche; vorausgeſetzt,
tſo geht, wie ſellem Bauer, der wo ſeim Gaul e
Eſcht hott, un hott im Huwwelſpee hiegeſchmiſſe
ait der glaawe ſoll, es weer Hei .."
hirm bedracht, kennt mer valleicht zu däre ganze
4sholledick e paar unbaſſende Bemärkunge billich
anſheinge. Wann ſe net zudräffe, dann muß mer däß
wmeit zugud halte. Nemlich der äxorbidande Lohn=
9Euru ſoll, wie mer vun maßgäbliche Kreiſe ſo heert,
Uhn erforderliche Breisabbau nooch ſich ziehe.
jecht is, hawwe awwer doch die Breiſe deerſt

agefange in die Heeh zu geh, däßhalb mußte aach die Löh un
die Gehälter ſo ſchluckſeſiefe eruffgeſetzt wärrn. Un jetzt haaßt’s
uff amol, die Löh un Gehälter weern ſchuld an de hoche Breiſe,
un däßhalb mißte ſe dem Breisabbau vora geh. Alſo däß is
mir doch e bische e ſunnerbar Logick. ..."
So klage aach unſer Bauern, Oekonome un Landwärt ſchun
johrlang, ſie dhete ihr Sach kaum noch los wärrn, un die Breiſe
weern niedricher, als wie in de Vorkriegszeit. Wie ſtets awwer
mit de Breiſe, die wo mir, die Verbraucherſchaft, defor bezahle
miſſe?! Alſo do hott die Logick äwenfalls e Loch, dann wann
de Bauern ihr Klage berächdicht ſin, dann ſin die Mehl=, Brot=
un
Fleiſchbreiſe zu hoch, äbbes anneres gibt’s net.
Freecht mer awwer in maßgäbliche Kreiſe, was ſchuld weer,
do haaßt’s aamol, die Erzeicher, odder die Hennler, ’s annere=
mol
, die Steiern un die Unkoſte. Awwer aach do habberts mit
de Logick, meines Erachtens nooch. Ich ſag bloß Umſatzſteuer, un
do wärd mer ſchon wiſſe, dann wie die ſeiner Zeit erhöht
worrn is, ſin nadierlicherweis aach die Breiſe eruff geſetzt worrn;
wie ſe awwer erunner geſetzt is worrn, hawwe ſich die Breiſe
nadierlicherweis net im geringſte dro gekehrt. Ja ich hab ſogar
de Eidruck, als wann die Breiserheehung immer zimmlich mehr
ausgemacht hett, wie die Steiererheehung; beiſpielsmeßich beim
Bier und ſo volkstiemliche Sache ..
Awwer däß mag nu alles ſei, wie’s will, dorch miſſe mer,
un die Krott muß geſchluckt wärrn; mit=em Schimbfe is es do net
mehr gedho, ſundern jetzt haaßt’s: Kabudd odder en Ranze!
Mer wolle mol ſähe, wer’s iwwerläbt: die Herſteller odder die
Hennler, odder die Verbraucher".
Sorje mache mer allerdings e bische unſer Darmſtädter Ge=
ſchäftsleit
, dann wann ich jetzt als emol awends dorch unſer Ziddi
ſchleich, un bedracht mer die Auslage un Läde, beſunners vun
unſere Modegeſchäfte, dann frog ich mich mit einicher Beengſti=

Vf Ne
Gesollschaft

er kennt mache was er wollt . . . . Zudem: wann’s mir do ſo gut
gingt, als wie mer’s verſproche wärd, do hett mer jo gorkaan
Grund mehr, ſich off’s beſſere Jenſeits zu freie.
No, bis jetzt is es jo net ſo weit, un däßhalb därfe mer uns
vorerſt emol an all dene ſcheene Reklame=Adräg ergötze, die
wo, wie geſagt, äwe wie en Blatzräje uff die Barlamenter nidder=

chung: ja, wer ſoll dann däß all kaafe, wo doch kaa Menſch Gäld
hott? . . . . . Un mitm Bumbe allaans is es doch aach net
gedho! . . . . Offe geſtanne, aach do kumm ich widder mit meine
Logick in Komflickt. Odder ſoll ſich der Fremderverkehr in Darm=
ſtadt
ſo gehowwe hawwe, daß unſer feine Geſchäfte uff uns arm=
ſeeliche
Woogsathener gornet mehr a gewiſſe ſin?
Wie geſagt, je mehr ich iwwer däß ganze Broblem nooch=
ſimmbelier
, je dimmer werd mer’s im Härn. Un es is nor a
Glick, daß ich allaans däß Reedſel net zu löſe brauch, ſundern daß
däß vermudlich vun unſere große bollidiſche Stradege beſorgt
wärd, wann ich aach ſage muß, daß zwiſchem Verſpräche un em
Halte immerhin en aſch großer Schiedunner is.
s aanziche, was heit billich is, ſo billich, daß mer’s faſt als
wertlos bezeichne kennt, däß ſin die Adräg, die wo vun unſere
bollidiſche Baddeie, ſowohl uffm Rodhaus, wie als aach im Land=
un
Reichsdag, in Bezugnahm uff die bewußte Beſſerung geſtellt
wärrn. Gradezu bindelweis wärrn ſe uff den Diſch des Hauſes
gefeiert; a Baddei ſucht de annern de Rang abzulaafe. Un wann
ich mer die Adräg ſo aguck, un vergleich ſe mitnanner, dann
macht mir’s de Eidruck, als wann mer aach do ſage kennt: rechter
Hand, linker Hand, alles verdauſcht. . .
So is mer’s beiſpielsmeßich e Reedſel, wäswäje die Nazie un
die Sozie ſo uffſäſſich uffenanner ſin; verſpräche dhun ſe doch
allebaad des Gleiche: nemlich die Sozies ſage, wann ſie erſt
emol allaans am Ruder weern, hette mer s Himmel=
reich
in Deitſchland; un die Nazies ſage, wann ſie erſt emol
allaans am Ruder weeren, hette mer’s dritte Reich in
Deitſchland; meiner Aſicht nooch is zwiſche de Sozies ihrm Him=
melreich
un de Nazie ihrm dritte Reich im große un ganze gor ſo
kaa aſch großer Unnerſchied: ’s freecht ſich bloß, ob mir’s in dem
aane odder dem anner gefalle kennt; ich mach mer nu’ emol nix
aus Reiche, in dem wo lauter Freiheit, Gleichheit un
Briederlichkeid härrſche dhut, un wo däßhalb jeder waant,

geh, leider mit negadiefem Erfolch. Awwer däß ſcheint mir
ganz im Sinn vun dene Adragſteller zu lieje, wie’s jo uff de
letzte Stadtratsſitzung ſo e poſidiefer Kommunalbollidicker offe=
härzich
zugäwwe hott, indem er geſagt hott: mir ſtimme dem
Adrag nor bei, weil mer jo doch wiſſe, daß er net dorchgeht. .. .
was=em en ungeahnte Heiterkeitserfolch eigedrage hott.
Ja, un ſo is die Heiderkeid doch als emol noch en Lichtblick
in dene driewe Zeide, un däßhalb ſag ich noch emol, was ich vor=
hint
ſchun geſagt hab: nemlich mer ſoll ſich dorch die driewe Speed=
herbſtſtimmung
, die wo äwe dorch die deitſche Lande geht, net
unnerkrieje loſſe, aanerlaa, was dro, ſchuld is, der bollidiſche
November odder die novemberiſch Bollidick; dann wie geſagt,
dorch’s Kobbhenke macht mer nix beſſer, ſundern mer ſoll ſich ſage,
daß ſälbſt im November die Sunn ſcheint, aach wenn mer ſe als
net ſieht; un daß noch uff jeden Winder en neier Friehling nach=
gefolcht
is.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: ’s Neiſte vun unſere neie Darm=
ſtädter
Verkehrsordnung is däß, daß der Verkehr net mehr bolle=
zeilich
geordnet wärd, ſundern daß ſich jeder ſein Verkehr ſälbſt
ordne muß. s hott alſo jetzt uffgeheert mit de Winkerei, un
mer brauch kaa Angſt mehr zu hawwe, daß aam ſo en eifricher
Verkehrsregler mit ſeine Hand aus Verſähe ins Geſicht haagt
Offe geſtanne, der Verkehr in unſerm liewe Städtche is wärklich
e Schmärzenskind, un unſer Verkehrsverein waaß wärklich net
mehr, wie er die Sach bewäldiche ſoll. Dann wie geſagt, dem
aane is er zu ſtack, dem annern net ſtack genug, der aane will
Hüh, der annere Hott. So hott unſer Heag de Siwweunehalb=
minudeverkehr
eigefiehrt, jetzt will mer widder de Zeheminude=
verkehr
; un iwwer die Linieführung vun de Ommnibuſſe hott ſo
zimmlich jeder e anner Aſicht. Un wann aam gornix mehr an=
nerſter
eifellt, dann geht’s dem Weiße Torm an de Krage;
awwer der macht ſich gornix draus, ſundern der ſteht in Treue
feſt, im Rechte groß und frei, uff ſeim a geſtammte Blätzche, un
macht ſich ſeit ſexhunnert Johr im Stille ſei Bedrachtunge iwwer
däß, was ſich ſo zu ſeine Fieße abſpiele dhut, un gaudiert ſich
iwwer däß ewich unzufriddene Menſchegeſchlächtelche . . . . Hof=
fentlich
hellt er’s noch eweil aus un erläbt widder Zeide, wo die
Menſche net immer was zu mägele hawwe. Im iwwriche is Darm=
ſtadt
net ſo reich an alde Wahrzeiche, als daß mer gleich jeden
Eckpoſte dem Verkehr obfern mißt. Mer ſoll däßhalb ſo Denk=
mäler
, die wo aus de Vergangenheit zu uns eriwwer grieße, er=
halte
un in Schutz nemme, ’s kumme ſowieſo net viel neie dezu.
Iwwrichens, do fellt mer ei daß morje aach mei Waffe=
gaddung
ihr Denkmal eiweihe dhut, nemlich die Fettſtiwwel
Ich bin emol geſpannt, ob ſich mei Schorſch aach herwagt, er war
doch bekanntlich Kabbedendarm beiſen. No, wann er kimmt, ſoll
alles vergäſſe ſei, was emol zwiſche uns war; ſundern mir wolle
uns als Kamerade fiehle, un wolle uns der Zeide erinnern,
wo emol des deitſche Volk in Not und Gefahr zuſamme ge=
ſtanne
hott, wie aan Mann! So Stunde kenne ihr Gudes
hawwe, grad in Zeide, wo wie äwe bei uns, beinah alle gääche
alle ſteh, un wo Haß un Hader faſt jedes Zuſammeläwe unner=
grawe
dhut. Un domit: Härzlich Willkumme, in de
alde Ganniſonſtadt!

zeitgemäße Haushalt.
ſ eborne als Haustyrann. So groß
Da der jungen Eltern iſt, wenn ſie nach langem Har=
iGhen
, Schmerzen und Aufregungen endlich das er=
e
2rme halten, ſo ſehr wird ihnen die grundlegende
ſüghrees ganzen Daſeins durch das Erſcheinen in die=
Ier Welten fühlbar. Jetzt ſteht ja wahrhaft das
Nu dem Kopf, kann man nicht ſelten den jungen
VeFheren, und die junge Muter ſinkt am Abend meiſt
emn Gedanken auf ihr Lager: wer häte das ge=
deir
Säugling derartige Mühe und Arbeit verur=
illichkeit
iſt aber nicht allein dieſer, ſondern auch
Tſchuld, daß er die erſte Violine in ihrem Trio
Me unturſache iſt, daß ſie künſtlich und nicht durch die
Feide modurch ungleich mehr Mühe und Arbeit in dop=
ertſteht
. Einmal durch ſorgſame Milch= und Fla=
2, zum anderen durch außerordentlich vermehrten
Dc. Als Drittes kommt hinzu, daß ſie dem Säug=
vornherein
ihren eigenen Willen klar zu machen
Nach unterſchätzen nämlich die Müter den Inſtinkt
Lclings und wollen und können es nicht glauben,
A. den erſten Tagen an Autorität für ihn werden
Si ſich unterordnen muß. Wie raſch merkt z. B. ſelbſt
ling, daß er durch Wiegen auf den Armen, durch
Dmen im Wagen, durch Singen von Wiegenliedern
urden ſoll. Fallen dieſe gewohnten Begleiterſchei=
Iweg, dann äußert er ſeinen Unwillen durch
Me, bis der gewohnte Zuſtand wieder geſchaffen
N: Dr. Beſſau, Direktor der Univerſitätskinderklinik

rte einmal über dieſen Punkt: Der Säugling

ſelbſt überlaſſen werden, um gut gedeihen zu
Autorität kann die Mutter ſchon in den erſten
enachen.

hentrolltage für Wintervorräte ein.
D=duen, die über mehr oder minder große Vorräte
m verfügen, ſollten wöchentlich wenigſtens einen
Nhren, an dem ſie ſämtliche Vorräte auf ihre Be=
ſrüuchen
. Finden ſie dabei undichte Gläſer mit
N angegorene Säfte u. ä. m., ſo können ſie dieſe
iieken und zum ſofortigen Verbrauch beſtimmen.
Hnd Sauerkraut müſſen immer unter der Lake

auls ſonſt die obere Schicht, kahmig wird und
EeNt und die Haltbarkeit des geſamten Inhaltes
Aüc bei Obſt iſt bald dieſes, bald jenes Stück

Eeichmich vor ſtärkeren Verluſten an
Ileln? Dafür gibt es ein einfaches Verfah=

ren: Nachdem man alle verdächtigen, weichen und kranken Kar=
toffeln
ſorgfältig ausgeleſen hat, ſchütte man ſie nicht, wie üblich,
auf einen Haufen im Keller, ſondern laſſe ſie erſt 23 Wochen
ſo weit austrocknen, daß ihre Haltbarkeit garantiert erſcheint.
Und zwar breite man dazu auf einer großen Fläche friſch=
gebrannten
Kalk in zweifingerhoher Lage aus, bedecke ihn
mit einer dicken Strohlage und ſchütte darauf die Kartoffeln
breitflächig aus. Der Kalk ſaugt begierig jede Feuchtigkeit aus
den Kartoffeln. Dieſes Verfahren wende man ſolange an, bis
der Kalk völlig trocken bleibt. Erſt dann kann man die Kartof=
feln
in den dazu beſtimmten Kiſten aufbewahren, wobei man hef=
tiges
Werfen verhüten ſollte, um nicht Druckſtellen zu verurſachen,
die ſich ſpäter als blaue Flecke präſentieren.
H.
Drei würzige Suppen.
Klare Tomatenſuppe. In 1 Eßlöffel Fett röſte man
eine nußgroße Zwiebel braun, füge 50 Gramm rohen, feingewieg=
ten
Schinken, ſowie ½ Pfund würfliggeſchnittene Tomaten bei
und dünſte alles gut durch, um dann mit 11½ Liter heißem
Waſſer aufgefüllt, 20 Minuten kochen zu laſſen, nachdem man
35 Gramm gemahlenen Tapioka beigefügt hat. Dann wird die
Suppe durch ein Haarſieb getrieben und mit Butter und Salz
abgeſchmeckt.
Grünkernſchrotſuppe. In 1 Eßlöffel Fett bräune
man eine nußgroße Zwiebel braun und dünſte darin 75 Gramm
Grünkernſchrot durch. Fülle dann mit 341 Liter heißem Waſſer
auf, füge 2 Eßlöffel geſchnittenes Suppengrün bei und laſſe die
Suppe ½ Stunde kochen, worauf man ſie mit 1 Eigelb legiert und
mit einem nußgroßen Stück Butter verfeinert.
Milzſuppe. 200 Gramm Milz ſchabe man mit einem
Löffel aus der Haut, worauf man ſie in einer Pfanne mit in
Fett gebräunter Zwiebel durchdünſten läßt. Mit 1 Eßlöffel Mehl
überſtäubt, mit ½½4 Liter Waſſer aufgefüllt, laſſe man die
Suppe 25 Minuten kochen, um ſie mit 1 Ei legiert, mit Salz,
I.
Butter und Peterſilie abzuſchmecken.
Quarkbällchen. 1 Taſſe Milch verquirle man mit 12
Eiern und 1 Taſſe trockenen Quark, füge ½4 Pfund Mehl, das Ab=
geriebene
einer Zitrone, 1 Eßlöffel Süßſtofflöſung und 1 Päckchen
Vanillezucker bei. Zu glattem Teig verarbeitet, ſteche man mit
1 Teelöffel kleine Bällchen in ſchwimmendes Fett, in dem man ſie
lichtbraun bäckt, um ſie noch warm mit Puderzucker zu beſtreuen.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Milzſuppe, Hirſchragout in Reisrand, ge=
ſchmorte
Birnen. Montag: Gefüllte Kohlrabi. Dienstag:
Zwiebelgemüſe mit Hammelfleiſch. Mittwoch: Schwarzwur=
zeln
mit Leber. Donnerstag: Linſen mit Schwarzfleiſch.
Freitag: Gefüllter Seelachs. Samstag: Kartoffelpuffer
mit Apfelmus.

Uebertrumpft.

Zuſchauer: Wat Dümmeres kann ick mir ooch nicht denken,
als eene Stunde angeln und niſcht fangen.
Angler: Ich ſchon wenn nämlich eener eene Stunde
zuguckt!
Höhere Gewalt. Für dich, Geliebte, würde ich durchs Waſſer
und durchs Feuer gehen! Warum biſt du denn eigentlich
geſtern nicht gekommen? Geſtern? .. . Da regnete es ſo!
(Humour.)
Kapitalanlage. Ich wurde beim Duell nur deshalb nicht
verletzt, weil die Kugel an meinem Portemonnaie abprallte.
Das nenne ich mal gut angelegtes Geld!
(Mouſtique.)
Nenne mir ein Wort, das von Lebensgefahr abgeleitet
iſt! Lebensgefährtin!
(Nebelſpalter.)
Wer brüllt denn da ſo, im Nebenzimmer? Das iſt mein
ſtiller Teilhaber!
(Söndagniſſe.)
Menſchenkenntnis. Ich brauche einem Menſchen nur in die
Augen zu ſehen, und ich weiß genau, was er über mich denkt!
Iſt Ihnen denn das manchmal nicht recht unangenehm?
(Herold.)
Der Vertreter. Darf ich Ihnen meine neueſten Muſter vor=
legen
, Herr Direktor? Ich habe doch Ihren letzten Auftrag prompt
Ich habe Ihnen keinen Auf=
und gewiſſenhaft ausgeführt!
Doch! Sie ſagten: Machen Sie ſofort daß Sie
trag erteilt
Paſſing Show.)
rauskommen!

[ ][  ]

Reizende Hüte.

Endlich einmal ſcheint eine Hutmode entſtanden
zu ſein, die ſich gefliſſentlich von jeder Schablone
fernhält und jene Wandlungsfähigkeit beſitzt, die
nicht allein als Originalität und Ideenreichtum
einiger Modeſalons anzuſprechen iſt, ſondern zwei=
fellos
der Abſicht entſpringt, ſich der Individualität
der Trägerin anzupaſſen, eine Mode, die durchaus
künſtleriſch iſt und von jenem Allerweltsſtil, der
lange Zeit als richtunggebend galt, grundſätzlich
abweicht.
Der neue Hut iſt faſt immer klein; es iſt dies
nämlich der Inbegrriff der neuen Mode, denn man
wünſcht eine Kopfbedeckung, die das Geſicht eng um=
rahmt
, eine Hutform, die nicht ſo ausſieht, als ob
ſie erſt ſorgſam entworfen und mit peinlicher Ge=
nauigkeit
ausgearbeitet worden wäre, ſondern die
ſo wirkt, als wäre ein Stück Materiales am Kopfe
drapiert worden.
Hier haben wir nun auch das Wort gefunden,
das die Hutmode in ihren Grundtendenzen erfaßt:
drapiert‟. Der neue Hut iſt nämlich in wun=
derbaren
Falten und Wickelungen gearbeitet, die
jeweils dem Kopfe der Trägerin genau angepaßt
ſind; mithin gibt es keine Hüte mehr, die un=
organiſch
wirken, ſondern nur Faſſons, die mit der
Trägerin verwachſen" zu ſein ſcheinen, die alſo
jenen ſelbſtverſtändlichen Stil haben, der unbe=
dingt
beſticht und jene Friſche und Jugendlichkeit
ſichert, die im Laufe der Zeit zum ausſchlaggeben=
den
Modefaktor geworden iſt.
Und nun die Farben der Hutmode: ſelbſt=
verſtändlich
paſſen ſie ſich den allgemeinen Schat=
tierungsvorſchriften
der großen Salons vollkommen
an, da man ja eine Uebereinſtimmung zwiſchen Hut
und Kleidungsſtück unbedingt wünſcht und dieſe
Tendenz auch inſofern betont, als man nicht nur
bei der Nachmittagsaufmachung an ihr feſthält, fon=
dern
die genaue Uebereinſtimmung ſelbſt bei ſchlich=
ten
Trotteurſachen gewahrt wiſſen will.
Daher kommt es, daß es heuer ſo viele Tweed=
hüte
gibt, die gelegentlich natürlich auch mit frem=
dem
Materiale kombiniert werden können, vor allen
Dingen mit Grosgrainband, Leder oder Fell, das hier zu vor=
züglichen
Zuſammenſtellungen führt.
Viele ſportive Hüte ſind auch ganz aus Leder gearbeitet, wie
auch die Filzform keineswegs als erledigt zu betrachten wäre
ſondern, nach wie vor für Trotteurzwecke eine ſehr wichtige Rolle
ſpielt.

Der Schirm in und außer Gebrauch. Hinſichtlich des Schirmes
könnte man mit vollem Recht ſagen: Zeige mir deinen Schirm
und ich will dir ſagen, wie du biſt Faſt kein Gebrauchsgegen=
ſtand
von Wichtigkeit wird im Durchſchnitt ſo ſtiefmütterlich be=
handelt
wie der Schirm, dieſer ſo unerläßliche Schützer der Frauen=
und Männerkleidung. Da wird er hier nicht am Griff, ſondern
dicht über den Stäben angefaßt und dadurch natürlich an dieſen
Stellen vorzeitig abgeſchabt und verbraucht, oder dort des erleich=
terten
Tragens wegen um die Mitte gefaßt, eine Angewohnheit,
die namentlich bei Herren ſehr beliebt iſt und unter dem meiſt
feſten Griff natürlich auch an dieſer Stelle ſehr raſch ſchadhaft
wird. Weiter denken ihre Beſitzer ſelten oder nie daran, daß die
Stäbe an ihren Verbindungsſtellen und Scharnieren durch öfteres
Naßwerden bald verroſten und dadurch brüchig werden. Weiter
wird der naß nach Hauſe gebrachte Schirm vielfach völlig achtlos
Breitſchwanzplüſch,
eine Neuerſcheinung im Modebilde.
In letzter Zeit gab es nur wenige Moden, die
von den maßgebenden Faktoren mit einer derartigen
Intenſität in den Vordergrund gerückt wurden, wie
dies bei den verſchiedenen Fell=Plüſchen der Fall
iſt, von denen heute die Rede ſein ſoll, trotzdem es
ſich um einen Effekt handelt, der bei der modeorien=
tierten
Dame auf die größten Schwierigkeiten ſtieß
und einer ganz auffallenden Abwehr begegnete.
Das modiſch intereſſierte Publikum ſträubte ſich
gegen dieſe Neuheit mit jener Hartnäckigkeit, die
manche Frauen gewiſſen Modeerſcheinungen gegen=
über
an den Tag legen und es bedurfte des Ein=
greifens
der allereleganteſten und führenden Sa=
lons
, um die Frau von Geſchmack, deren Stimme
ja doch letzten Endes entſcheidend iſt, für dieſe ihre
Abſichten zu gewinnen.
So kam es, daß wenn auch auf manchen Um=
wegen
, mit vielen Verzögerungen und unter man=
cherlei
Opfern der großen Ateliers Breitſchwanz=
plüſch
doch Mode wurde und nicht nur das: ſondern
mit einem Male nicht mehr vorſichtig und bedacht=
ſam
verwendet wird, ſondern auf vielerlei Modellen
erſcheint und eine ſo überragende Rolle ſpielt, daß
dieſe Garnierungen tatſächlich nach und nach zu
einem Thema wurden, das alle Modekreiſe be=
ſchäftigt
.
Sicherlich hatte die Animoſität, die man den
fell=imitierenden Plüſcharten entgegenbrachte, nur
den einen und einzigen Grund, daß die elegante
Frau in dieſer Neuheit etwas wie eine Talmi=
Eleganz erblickte.
Demgegenüber mußte man ſich ſagen, daß es
ſicherlich an den allgemeinen Verhältniſſen liegt,
wenn Moden entſtehen, die auf vielen Gebieten zu
Erſatz greifen.
Wie eindringlich verſuchte man beiſpielsweiſe
vor einigen Jahren das Erſcheinen des imitierten
Schmucks hintanzuhalten und mit welch ehrlichem,
ungekünſteltem Schauder betrachtete die elegante
Frau jedes falſche Stück; heute aber iſt die Situ=
ation
bekanntlich eine ganz andere, denn imitierter Schmuck iſt
an der Tagesordnung und zu einer Mode geworden, die ſogar
vom modernen Kunſtgewerbe aufgegriffen und in reichſtem Maße
ausgebaut wurde.
Dasſelbe gilt für die verſchiedenen Imitationsfelle, die auch
anfangs abgelehnt wurden und heute abſolute Popularität beſitzen

Sportliche Formen bringen noch immer die ſchicken Süd=
weſtertypen
, die ſich großer Beliebtheit erfreuen, da ſie außer=
ordentlich
kleidſam ſind. Auch hier iſt die leicht=ſtiliſierte Note zu
vermerken, die immer angenehm auffällt; eine entzückende= eng=
anliegende
Faſſon, die ſogenannte Flieger=Kappe zeigen wir
als erſtes Bild. Sie kann aus Filz oder Leder hergeſtellt ſein
zur Seite geſtellt, ohne ihn durch Aufſpannen raſcher austrocknen
zu laſſen. Eine weitere, ihm ſchädliche Gepflogenheit iſt auch das
Aufbewahren in eng zuſammengerolltem Zuſtand, womöglich in
ſeiner ſtraff geſpannten Hülle, worunter namentlich reine Seide
außerordentlich leidet. Wollte man aber nachprüfen, ob die beiden
kurzen Gummibändchen zum Zuſammenhalten der Stäbe und des
Bezugs und Knopf und Oeſe zum Schließen daran vorhanden ſind,
dann würde man meiſt das Gegenteil feſtſtellen können.
Die Haltbarkeit jedes Schirmes wird aber um mehr als das
Doppelte verlängert, wenn man ihn beim Tragen außer Gebrauch
in geſchloſſenem Zuſtande nur am Griff oder mit Halb= oder Rund=
haken
, oder zu dieſem Zweck daran angebrachter Schnur= oder
Lederſchlinge am Arme trägt. Dem Verlieren oder Vertauſchen
beugt man dadurch vor, daß man längs eines Stabes ein Stück
weißleinenes Band mit unſichtbaren Stichen befeſtigt, an dem

und hat die Grundfarbe des ſportr
oder Jackenkleides, zu dem ſie getrog
Gewiß gibt es auch zahlreiche F5
den Nachmittag beſtimmt, alſo ſeh=n
doch haben ſie dann ſelbſtverſtändlich
kompliziertere Form und eine beſondo
Garnierung.
Als Beiſpiel bringen wir in dea=
ein
außerordentlich apartes Modell.,d)
Art einer Jockeykappe aus Teifit
geſetzt iſt, wobei die einzelnen Nähtee
terieſchnüren in gleicher Farbe gei.
wärts verknotet werden und in zwe
beſchwerten Enden herabfallen. Dii
ganz beſonders jugendlich und in ſeimt
ſicherlich ungemein pikant.
Schick und ungewöhnlich ſind 20
lichen Samthüte. Sie werden ſern
tragen, ſo daß das Haar auf einnr
kommen zu ſehen iſt und bringem
einen breiten Rand, der aber niemu
ganz weich gearbeitet iſt, alſo ſelbſt I.
Mantelkragen nach innen getrage=
Solche Schaffungen wirken ſck
Form ſo eigenartig, daß jeder Al.
erſcheint. Gelegentlich aber willl /
eine dekorative Agraffe, die ja immm
und deren Wirkung erprobt iſt,
(erſte Reihe rechts).
Zu den intereſſanteſten Mode 1e
Saiſon zählen die aus Satinbamu
Hüte; ſie ſind durch ihre turbanartigy
bemerkenswert und haben ſeitlich oßt
Bandarrangement. Eine dieſer Schif
wir als erſte Skizze der zweiten Rak
und führen damit ein Modell vor
markante und oft wiederholte Tr.ſ
Kollektionen aufzufaſſen iſt und gen
gemein erfolgreich ſein wird.
Ganz neu ſind die vielen Federn
die ſich ſchon jetzt großer Beliebth /
jede modebefliſſene Dame entzückt
der zu einem Aufputz greifen zu
lange Zeit ganz ausgeſchaltet war.
bei den neueſten Modellen hauptſäcr
pinſel, die in ſehr mondäner Art geſteckt werden
liche Gelegenheiten ganz beſonders dekorativ ſind.
ſehen am beſten in Schwarz aus, weil ſie de m
bieten, neutral zu ſein und zu jedweder Aufma
werden zu können. (Oberes Mittelbild.)
Wäi,

Name und Adreſſe mit Tinte aufgezeichnet iſt.
wird dieſe ſchmale Viſitenkarte im Gebrauch nis!n
aber auch bei gewolltem Vertauſch nicht
werden.
Modefragen bilden den Hauptgeſprächsſtoff
Geſellſchaftsſaiſon. Gilt doch den kleineren und de
ſellſchaftskleid, das der nimmermüden Phantaſie der
weiteſten Spielraum gewährt, die beſondere Symp-u
Und das heute um ſo mehr, als weiblicher Stil undA
heit der Linie dem Bild der abendlichen Mode
ſonderen Charme verleihen. Die mannigfachen 2nd
das ſoeben erſchienene neue Heft der Eleganten Ai
Gebiet in ſo reichem Maße gibt, dürften deshalb
beſonders wertvoll ſein.

Es bieten ſich hier weit meEr Bl
als bei echtem Fell; da ſich das Plügel
züglich verarbeiten läßt und in 7/0N
machung prächtige Effekte ergibt."
Kein Wunder alſo, wenn es inro
ſcheint und die Mode in allen R=bel
flußt, ſo daß ſich ſogar die garrh
Situation ergibt, daß eine Garni c)
der Trotteur= wie in der Nachmitteſ
Abendmode erſcheint.
Für den erſten Moment wird.
vielleicht befremden, aber vielleic
erſcheinen, wenn wir verſuchen, dies
einige Skizzen zu illuſtrieren.
Am ſelbſtverſtändlichſten iſt die
Breitſchwanzplüſches für die Garni .

Aehnlich liegt der Fall bei den verſchiedenen Breitſchwanz=
plüſchen
, die urſprünglich dem allergrößten Widerſtande begeg=
neten
und heute einſtimmig als vollendet elegant und reſtlos ſchick
betrachtet werden. Allerdings ſind dieſe Plüſcharten ſo weich
und ſchmiegſam, daß ſie echtem Breitſchwanz täuſchend ähn=
ich
ſind.

Promenadenkoſtüms, von deſſen m7
ſich ausgezeichnet abhebt. Ein gen
Schößel=Modell, haben wir im *
feſtgehalten.
Daß in ähnlicher Weiſe auch 7.
Nachmittags=Mäntel beſetzt wer?
greiflich und ſogar der Abendmante.
derartigen Garnierung die allerſ
Die vorletzte Skizze veranſchauli9
Abendumhülle, bei der anſtelle de
Maſche aus Breitſchwanzplüſch vom!
mit übereinſtimmend werden auch
dieſem dekorativen Materiale hoch= unter flügelartig erweiterk-
ärmeln
hervor.
Natürlich iſt es möglich, den
nur in entſprechender Länge, oder A
gemeſſener Kürze für die Promeng=
Wie ſchön dieſes Modemateri
teuraufmachung zur Geltung kom
erſtes Bild, ein ſchickes Kleid au.
oder aus Seide, mit übergeſchlag!
Rockpartie, die kaſak=ähnlich verkuts
wird Breitſchwanzplüſch als abnehm
ſowie in Form der hohen, mit eing
gerandeten Stulpe verwertet.
Dem Phantaſiereichtum der 9"
es überdies auch noch, dieſes Gem=
halben
ſo viel Aufmerkſamkeit gen
abendlichen Mode dienlich zu machen. Als Beiſtk.
im letzten Bilde ein ſtilartiges Kleid in Stuſenſch.
der mit Zacken aus dieſem Plüſch gekantet, h.
zwiſchen dem leichten Bienenwabentüll und dee
ähnlichen Beſatzgewebe ein ausgezeichneter un
Robert K
Kontraſt ergibt.