Darmstädter Tagblatt 1930


15. November 1930

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Eingelnmmmer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Erſchelnen vom 1. November

Reichsmark und 22 Pfennig
2.25 Reichsmar, durch die
frei Haus. Poſibezugspreie.
o monatich 2.78 Reichemart.
ſuFnahme von Anzelgen an
eig micht übernommen. Nicht=
jinern
inſolge höherer Gewalt
die nicht zur Kürzung des
mr und Abbeſtellungen durch
öeit für und Poſſcheckonto
M. 1301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſebenen Origial=Auffätze ud eigenen Nachrichten nur mit Quelſenangabe Darmſt. Tagbl. geſfattet.
Nummer 316
Samstag, den 15. November 1930. 193. Jahrgang

Z7 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Deichepfz.
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breit) 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärte 40 Reichspfr.
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zeile
3.00 Reichsmark. Alle Preiſe m Reichemartk
4 Dolſar 420 Markl. Im Falle höbener
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., ertiſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=

aufträge und Leiſſung von Schadenerſatz. Bel
Konturs oder gerichtlicher Belſtrelbung fäal ſeder
Nabatt weg. Banffonto Deutſche Bani und Darm
ſtädter und Nationalband.

* virerte Seradfehung des Keiegsmateriats.

Euf wirkliche Beſchränkung des im Dienſt und in Reſerve befindlichen ungeheneren Kriegs=
makerials
abgelehnf.

ier Abftimmungen in Genf.
blands Ankrag abgelehnt.
* Genf, 14. November. (Priv.=Tel.)
nrsvorausſchuß des Völkerbundes iſt am Frei=
ige
langer Auseinanderſetzung endlich zu einer
uimung über die Frage Tatſächliche
e bare Beſchränkung des Kriegs=
derlediglich
Feſtſetzung der Heeres=
ngt
. Obwohl die Militärſtaaten einer klaren
ier wieder auszuweichen ſuchten, mußte der
or doch ſchließlich nach drei Stunden fruchtloſer
ruſſiſchen Antrag zur Abſtimmung ſtellen, der
räſtungs=Vorausſchuß beſchließt, daß das ein=
wende
Mittel zur Herabſetzung und Beſchrän=
Wtraterials die unmittelbare Herabſetzung und
Arten von Kriegsmaterial iſt, ebenſo wie die
gr Heeresausgaben für die einzelnen Waffen=
e
Grundſätze müſſen in allen Ländern, einer
geeichmäßig angewandt werden.
ürtrag ſtimmten Deutſchland, Rußland, Italien,
Türkei; dagegen ſtimmten Frankreich, Belgien,
urnänien, die Tſchechoſlowakei, England, Jugo=
Finnland, Griechenland und Spanien. Fünf=
uainter
die Vereinigten Staaten und China,
rStimme.
At für die deutſchen und ikalieniſchen
Ankräge.
Abſtimmungskampf wurde dann auch ein ita=
mit 11 gegen 9 Stimmen bei 5 Stimmenthal=
Bt, der die Anwendung der ziffernmäßigen Her=
Mr Ausgabenbeſchränkung auf das Kriegsmaterial
AsenMMAu- Reſerve verlangte. Ebenſo fand ein deut=
Ahe Mehrheit, der zum Ausdruck brachte, daß
Adus unmittelbare Herabfetzungsverfahren des
6 uls die geeignetſte Methode zur Rüſtungs=
Archtet. Für dieſen deutſchen Antrag ſtimmten
mn), Kanada, die Vereinigten Staaten, Italien,
A, Rußland, die Türkei und Venezuela; da=
RTrankreich, Belgien, Finnland, Japan, Perſien,
ſen, die Tſchechoſlowakei und Jugoſlawien, wäh=
Nd China, Irland, Spanien, Norwegen, Griechen=
ſutgen
der Stimme enthielten. Der deutſche An=
W Beſchränkung des Kriegsmaterials war damit
Re keine Mehrheit gefunden hatte. Es iſt das
m. vorbereitenden Abrüſtungsausſchuß ein deut=
Mm mengleichheit erreichte.
ni Abſtimmungen hat mithin der Ausſchuß alle
Ael nt, die zur einer wirklichen Beſchränkung des
iin Reſerve befindlichen ungeheuren Kriegs=
Anlkönnte. Die endgültige Konferenz wird dem=
ger
die Beſchränkung des Kriegsmaterials auf
Wege der Feſtſetzung der Rüſtungsausgaben
Dill hren, das alle Verſchleierungen zuläßt und das
Mene Kriegsmaterial vollkommen außer Betracht
der holländiſche Vertreter in der Ausſprache
Micth, allerhöchſtens die Neuanſchaffung an Kriegs=
ſes
kann.
Mungsausſchuß lediglich für gewiſſe
10e F Hhänkung der Heeresausgaben.
Meurigsausſchuß hat am Freitag nach der Ableh=
D4sitalieniſch=ſowjetruſſiſchen Anträge auf direkte
M: Beſchränkung des geſamten Kriegsmaterials
D Antrag mit 16 gegen 3 Stimmen bei 6 Enthal=
nmten
, nachdem ſich der Ausſchuß auf den Stand=
daß
eine Herabſetzung des Kriegs=
*diglich durch eine gewiſſe Beſchrän=
ie
resausgaben möglich ſei. Im übrigen
genommene engliſche Antrag feſt, daß gewiſſe
Eue dirette Erfaſſung des Kriegsmaterials, andere
e Verbindung der beiden Methoden fordern.
ncen Antrag ſtimmten Deutſchland, Italien und

Akkenkak auf den japaniſchen Premier.
Der Miniſterpräſidenk ſchwer verlekl. Der Täker
verhaftei.
PE. Tokio, 14. November.
Auf den japaniſchen Miniſterpräſidenten Hamaguſchi iſt heute
früh auf einem Bahnhof in Tokio ein Attentat verübt worden.
Als der Miniſter einen bereitſtehenden Zug beſteigen wollte,
feuerte ein Mann einen Revolverſchuß auf ihn ab, der ihn in den
Leib traf. Der Zuſtand Hamaguſchis ſoll ſehr ernſt ſein. Der
Attentäter wurde verhaftet, ehe er noch einen zweiten Schuß auf
den Miniſterpräſidenten abfeuern konnte. Hamaguſchi war im
Begriffe, von Tokio abzureiſen, um den Manövern des japani=
ſchen
Heeres beizuwohnen.
Die Aerzte, die den bei einem Attentat ſchwer verletzten Mi=
niſterpräſidenten
Hamaguſchi behandeln, hoffen, daß der Miniſter=
präſident
mit dem Leben davonkommen wird, wenn keine Kompli=
kationen
eintreten. Die Blutübertragung, für die ſich der zweite
Sohn des Miniſterpräſidenten zur Verfügung geſtellt hatte, iſt
gut verlaufen. Der Kaiſer, der von Tokio abweſend iſt, läßt ſich
fortlaufend über den Zuſtand des Miniſterpräſidenten unterrich=
ten
. Der Attentäter hat nach ſeiner Verhaftung erklärt, daß er
Hamaguſchi habe töten wollen, da er den Miniſterpräſidenten für
die ſchlechte wirtſchaftliche Lage Japans verantwortlich machen zu
müſſen glaubte. Der Reichskanzler hat die herzlichſte Anteil=
nahme
der Reichsregierung ausgeſprochen.
Keine deutſche Schuld.
Die beiden großen amerikaniſchen Sabokageprozeſſe
zugunſken Deutſchlands enkſchieden.
Berlin, 14. November.
In den zwei großen Sabotageprozeſſen, die ſeit mehreren Jah=
ren
vor der deutſch=amerikaniſchen Gemiſchten Kommiſſion ſchweb=
ten
und in denen Schadenserſatzanſprüche gegen das
Deutſche Reich in der Höhe von etwa 40 Millio=
nen
Dollar geltend gemacht wurden, iſt nunmehr die Ent=
ſcheidung
zugunſten Deutſchlands gefallen.
In dem erſten der beiden Prozeſſe, der unter dem Namen
Black Tom=Fall bekannt iſt, handelt es ſich darum, daß am 30.
Juli 1916 auf dem Frachtbahnhof einer amerikaniſchen Geſellſchaft
im Hafen von New York, der den Namen Black Tom Termi=
nal
führt, eine große Exploſion zahlreicher mit verſchiffungs=
bereiter
Munition beladener Eiſenbahnwagen ſtattfand. Der
zweite Prozeß, der ſogenannte Kingsland=Prozeß, bezog ſich auf
die Zerſtörung einer Munitionsfabrik, die am 11. Januar 1917
in dem nahe New York gelegenen Orte Kingsland erfolgte. In
beiden Fällen wurde von den Geſchädigten die Behauptung aufge=
ſtellt
, die Zerſtörungen ſeien das Werk deutſcher Agenten ge=
weſen
, die von deutſchen amtlichen Stellen den Auftrag erhalten
hätten, Sabotageakte in den Vereinigten Staaten auszuführen.
Die Kommiſſion, die aus dem amerikaniſchen Juriſten
Chandler P. Anderſen als amerikaniſchem Schiedsrichter, dem
jetzigen Oberlandesgerichtspräſidenten am Hanſeatiſchen Oberlan=
desgericht
in Hamburg, Dr. Wilhelm Kieſſelbach, als deutſchem
Schiedsrichter, und dem früheren Beobachter der Vereinigten
Staaten bei der Reparationskommiſſion, Roland W. Boyden, als
Unparteiiſchem beſteht, hat nunmehr einſtimmig feſtge=
ſtellt
, daß Deutſchland für die beiden Sabotage=
fälle
nicht verantwortlich gemacht werden kann.
und hat daher die beiden Klagen zugunſten
Deutſchlands entſchieden.
In den Gründen der Entſcheidung ſtellt die Kommiſſion aus=
drücklich
feſt, daß im Kingsland=Fall die Exploſion nicht von deut=
ſchen
Agenten verurſacht worden iſt, und daß im Black Tom=Fall
das geſamte von den Klägern beigebrachte Beweismaterial bei
weitem nicht ausreiche, die Richter zu überzeugen, daß die Ex=
ploſion
deutſchen Agenten zur Laſt gelegt werden könne.

Nakionale Würdeloſigkeit!

Der amerikaniſche Botſchafter Gibſon enthielt
Antrag, der neun gegen neun Stimmen er=
Mgemein bemerkt wird, durch die Haltung des
urwegiſchen Geſandten in Paris, Colban, den
Dr der Abrüſtungsabteilung des Völkerbunds=
Wall gekommen.
Der Sitzung gab der Vorſitzende des Ausſchuſſes,
RSen Abſcheu des Ausſchuſſes gegen das ver=
Ngentat gegen den japaniſchen Miniſterpräſiden=
Ausdruck, beglückwünſchte jedoch den japaniſchen
Ia Ausſchuß zu den Nachrichten, daß das Be=
Naeuichen Miniſterpräſidenten wieder beſſer ſei.

* Eine Abordnung des Stahlhelm des Bun=
des
der deutſchen Frontſoldaten, weilt z. Zt. in Rom und hat
dem italieniſchen Miniſterpräſidenten Muſſo=
lini
das Abzeichen des Stahlhelms überreicht
und ihn damit zum Ehrenmitglied ernannt. Der
Jungdeutſche richtet deshalb einen ſcharfen Angriff gegen den
Stahlhelm, dem er nationale Würdeloſigkeit vorwirft. Wie
ein Bund deutſcher Frontſoldaten es vor den toten
Kameraden des Weltkrieges, vor den Leiden des deutſchen Vol=
kes
und vor den Frontſoldaten verantworten will,
einen Mann, der einer der ſchlimmſten Hetzer
gegen das deutſche Volk geweſen iſt und der als
führender Staatsmann die deutſchen Brüder in
Südtirol bis aufs Blut peinigen läßt, zu ſei=
nem
Mitglied zu machen, iſt einfach unver=
ſtändlich

In und um Rom.
Von unſerem ;=Korreſpondenten.
Rom, im November.
Augenblicklich ſteht das Schickſal Deutſchlands in ſolch erhöb=
tem
Maße im Mittelpunkt der europäiſchen Geſchichte, daß man
auch in der italieniſchen Preſſe in ſtillen und lauten Zeiten
ſowieſo ſchon ein Muſter von Beſcheidenheit als weſentlichſtes
Thema der Berichterſtattung Nachrichten und Kommentare zur
deutſchen Entwicklung lieſt. Selbſtverſtändlich nur in den kurzen
Zwiſchenpauſen, in denen ſeit dem 28. Oktober kein italieniſcher
Feiertag zu begeiſterten Reden und Leitartikeln aufforderte.
Beſonders ſchön war die Rede, die offiziell in Rom zur Feier
des 4. November gehalten wurde. An dieſem Tage haben die Ita=
liener
bekanntlich, den Endſieg beim Dorfe Vittorio Veneto
errungen, als ſie, nach Norden vordringend, die Oeſterreicher ge=
fangen
nahmen, die ihre Waffen bereits geſtreckt hatten. Die
Soldaten Habsburgs hatten nämlich im guten Glauben bereits
Waffenſtillſtand gemacht, während die Italiener inzwiſchen noch
ein bißchen Krieg ſpielten. Das war der Endſieg von Vittorio
Veneto. In den erſten Jahren nach dem Kriege war die Tat=
ſache
des Sieges den Italienern nur noch nicht ſo ganz zur Kennt=
nis
gekommen. Aber jetzt iſt man ſchon offiziell und ſchulgemäß
ganz feſt vom Siege überzeugt. Daß dann ein Unterſtaatsſekretär
als Feſtredner zum Siegestage in redneriſche Aufregung und heroi=
ſchen
Uebereifer gerät, das muß neben anderem Unglück aus den
Friedensverträgen ertragen werden.
Aber neben den Feſtfeiern und dem Rätſelraten über Deutſch=
lands
Zukunft gehen ein paar Nebengeräuſche in der Außenpolitik
einher, über die man wenig berichten kann, für die es zunächſt
vielleicht auch genügt, daß man ſie überhaupt aufzählt. Denn ſie
betreffen in weiterem Umfang die Mittelmeerpolitik. Und da=
bei
weiß man nie ganz genau, wie weit Muſſolini ſeine Finger
in der Sache hat, oder wie weit er wenigſtens wünſcht, daß man
glaubt, er habe ſeine Finger darin.
Zu dieſen Stichworten der Mittelmeerpolitik gehört außer der
Verſöhnung zwiſchen Athen und Angora auch der Beſuch des unga=
riſchen
Staatsmannes Graf Bethlen. Es wird nun verſichert, daß
dieſer Beſuch in Angora, der mit der Anweſenheit von Venizelos
in der türkiſchen Hauptſtadt zuſammenfiel, wirklich zufällig und
unpolitiſch geweſen ſei. Ob das wahr iſt oder nicht, iſt gleichgültig.
Wahr iſt ja doch auf jeden Fall, daß bei den intimen Beziehungen
zwiſchen Italien und Ungarn auch ein zufälliges Zuſammentreffen
zwiſchen Griechenland, der Türkei und Ungarn in den Perſonen
ihrer maßgebenden Politiker beſtimmt dazu beitragen wird, daß
die italieniſchen Intereſſen gewahrt werden. Schade, daß kein
Geld da iſt, um dieſe Gelegenheit noch mehr im italieniſchen Sinne
auszunutzen.
Auch von der ſogenannten Balkankonferenz in Athen weiß
man hier nicht allzuviel. Sie wurde etwas von den Feiern (ſiehe
oben) und den großen Berichten über das Hochzeitsfeſt über=
wuchert
, das mit der italieniſchen Königstochter auf dem Bul=
garenthron
gerade zur rechten Zeit für die Athener Beſprechungen
kam. Für Jugoſlawien waren alle dieſe Ereigniſſe nicht beſon=
ders
bequem. Ebenſowenig wie Muſſolinis neuer Sturmruf, be=
treffs
der Reviſion der Friedensverträge. Uebrigens ſcheint der
darauf bezügliche Teil der Rede des Duce mehr Eindruck in
Deutſchland gemacht zu haben, als er in Rom ſelbſt beachtet wurde.
Man weiß eben hier ſehr genau, daß der Wille zur Reviſion beim
Duce ſich nur im Sinne der italieniſchen Intereſſen bewegt, und
daß es töricht wäre, aus der muſſoliniſchen Forderung ohne wei=
teres
eine Unterſtützung deutſcher Wünſche zu erhoffen. Allerdings
muß man Muſſolini, auch wenn er den Braten nur für ſeine Küche
haben will, immerhin dankbar ſein, daß er in des gleiche Horn
ſtößt wie Deutſchland, wenn ſeine Tonart auch eine andere iſt als
die deutſche.
Die Mißſtimmigkeit der gemeinſamen Melodie wird ſchon noch
früh genug in den Ohren klingen. Aber zwei Leute können mehr
Lärm machen als einer allein. Gerade bei der Muſik weiß man
außerdem, daß es immer etwas Zeit braucht, bis eine neue Ton=
art
ſich durchſetzt. Es iſt ja ſchon ein großer Erfolg, daß die Welt
ſich daran gewöhnt, die Friedensverträge nicht als unabänder=
liches
Schickſal zu betrachten. Daß dazu Muſſolini beiträgt, wird
ihm als gute Tat angerechnet werden. Nur muß man in Deutſch=
land
ſich damit abfinden, ihn zwar als Herold zum Turnier ein=
zuſchätzen
, aber nicht als Recke auf dem Kampfplatz. Den deutſchen
Anteil an der Beute wird man gegen, nicht mit Italien er=
ringen
müſſen.
Während dieſer Teil der europäiſchen Politik, der bald eine
amerikaniſch-europäiſche Politik ſein kann, in Bewegung gehalten
wird, wurde der Verſuch gemacht, zur Glättung der internatio=
nalen
ſüdweſtlichen Wogen die leidige Flottenfrage zwiſchen Ita=
lien
und Frankreich durch einen neuen Anſtoß auf eine beſſere
Ebene der Verſtändigung zu bringen. Der Beſuch des Amerikaners
Gibſon in Rom wurde zunächſt mit einigen nicht unfreundlichen
Artikeln in Italien begrüßt. Während Gibſon in Rom war, hat
er die üblichen Unterhaltungen, auch mit Muſſolini, gehabt, und
als er nach kurzem Aufenthalt die Ewige Stadt verließ, hat die
Preſſe ihm einige liebenswürdige Worte nachgeſandt. Aber eswar
ein beſcheidenes Begräbnis ohne viele Kränze, das der amerika=
niſche
Diplomat erhielt. Auch Unbegabte hatten die Empfindung,
daß der Beſuch in Rom keine nennenswerten Früchte getragen hat.
In diplomatiſchen Kreiſen wird auch offen zugegegeben, daß Gib=
ſons
Aufenthalt nichts genutzt habe. Der Zank oder die Feind=
ſchaft
zwiſchen Rom und Paris in der Flottengeſchichte ſcheint alſo
noch weiterbeſtehen zu ſollen.
Man täuſche ſich in Deutſchland aber nicht. Muſſolini will
hinter Frankreich nicht zurückſtehen. Das iſt klar. Er hat zwar
kaum noch die Mittel, um ſeine Waffen weiter in vollem Glanz
zu halten, aber der Staat Italien tut ſein Möglichſtes, um durch=
zuhalten
. Einem Krieg wird der Duce ſo lang als möglich aus
dem Wege gehen. Aber wenn es eines Tages die Zeiten erin=
nern
in vielem an das Jahr 1912 hart auf hart gehen wird,
und wenn Deutſchland köricht genug ſein ſollte, ſich auf Italien
Frankreich gegenüber zu verlaſſen, ſo wird man ein neues 1914
erleben, in dem Italien Deutſchland nicht unterſtützen wird, weil
es dafür eine Verſtändigung mit Frankreich erhalten kann. Der
italieniſche Fascismus iſt nicht international geſinnt.

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Seite 2

Samstag, den 15. November 1930

Nru

Das bisherige Ergebnis der Preisſenkung.
Eine Verlankbarung des Kabinektsausſchuſſes für Arbeits= und Preisfragen.
tung. Trotzdem iſt aber auch für ihn gleich wichtig, wenn die Ur=
ſtoffe
der Wirtſchaft verbilligt werden. Daher ſteht die inzwiſchen
Warum Preisabbau?
erreichte Herabſetzung der Kohlenpreiſe um 6 Pro=
zent
im Vordergrunde. Sie wird ſich für den Verbraucher in
Amiliche Förderung der rückläufigen Preisbewegung allen Richtungen auswirken. Ferner ſind die Holzpreiſe um

Berlin, 14. November.
Die von dem Kabinettsausſchuß für Arbeits= und Preis=
fragen
geſtern in Ausſicht geſtellte Verlautbarung hat folgen=
den
Wortlaut:
Wie die Reichsregierung in ihrem Wirtſchafts= und Finanz=
programm
betont hat, iſt die Herabſetzung der Preiſe
auf der ganzen Linie eine Notwendigkeit. Durch
Verbilligung von Erzeugung und Verbrauch muß die Wirtſchaft
neu belebt werden. Verbilligung des Verbrauchs,
Senkung der Lebenshaltungskoſten ſind insbeſon=
dere
auch geboten, um die Wirkungen abzuſchwächen, die ſich aus
der Kürzung der Beamtenbezüge und aus Lohnſenkungen erge=
ben
. Ihr Ziel ſei ebenfalls, die Laſten zu ermäßigen, die
auf der Erzeugung ruhen.
Niemand darf und wird ſich auf die Dauer dieſer zwangs=
läufigen
Entwicklung entziehen können. Sache der Regierung iſt
es, ſie mit allen Kräften zu fördern, damit die Schäden und
Nachteile der Uebergangszeit zum Ausgleich von Angebot und
Nachfrage, von Preiſen und Kaufkraft abgekürzt und das Mil=
lionenheer
der Arbeitsloſen ſo raſch wie möglich der ſchaffenden
Tätigkeit wieder zugeführt wird.
Die ungezählten und vielgeſtaltigen wirtſchaftlichen Vorgänge
des täglichen Lebens können nun aber nicht durch

ſtaaklichen Zwang

in dieſem Sinne einheitlich und plötzlich geſtaltet werden.
Zwang iſt geboten, wenn der wirtſchaftlichen Entwicklung
wider beſſere Erkenntnis Hinderniſſe bereitet werden, die anders
nicht zu beſeitigen ſind. In dieſem Sinne fördernd dieſe Verbil=
ligungstendenzen
zu ſtützen, iſt die Aufgabe des Kabinettsaus=
ſchuſſes
für Arbeits= und Preisfragen.
Faſt noch wichtiger aber als Zwang iſt neben den
Verhandlungen des Staates zu glücklicher Löſung der Fragen der
Druck der Verbraucher und der öffentlichen Mei=
nung
auf Widerſtrebende. Wenn
durch die Hand der Hausfrau
jährlich etwa 25 Milliarden deutſchen Volkseinkommens gehen, ſo
iſt es vornehmlich auch ſie, die auf die Preishaltung
ſtärkſten Einfluß nehmen kann. Sie kann die Ver=
käufer
und Waren bevorzugen, durch die ſie bil=
liger
und beſſer bedient wird als durch andere.
Die öffentliche Meinung braucht es nicht zu dulden, daß durch
Zurückhaltung im Preisabbau einzelne unberechtigte Vorteile
haben, wenn andere in richtiger Erkenntnis der Lage Opfer
bringen. Sie kann und muß auch hier der Gerechtigkeit zum Sieg
verbelfen. Der Preſſe jeder Richtung und Größe, beſonders auch
den Zeitungen auf dem Lande, ſind hier wichtige volkswirtſchaft=
licke
Aufgaben erwachſen, die verdienſtvoll gelöſt werden können.
Gerechtigkeit kann insbeſondere der Landwirt fordern, deſſen
Preiſe weit unter dem Stand derer anderer Waren hinabgeglit=
ten
ſind. Wird dieſer Bewegung Einhalt geboten, wird verſucht,
in angemeſſenen Grenzen die Preiſe der Agrarerzeugniſſe unter
anderen Waren einander anzunähern, dann braucht daraus für
die Lebenshaltungskoſten der breiten Maſſe keinerlei Nachteil
zu entſtehen. Denn die rückläufige Bewegung der Preiſe, die der
letzte Verbraucher zu zahlen hat, muß dadurch auch weiter mög=
lich
ſein, daß ſich der Unterſchied der Preisſpannen
in gerechter Weiſe auf die Zwiſchenglieder verteilt.
Ueberſicht über die Abwärksbewegung der Preiſe
in den einzelnen Wirtſchaftsgebiefen.
Die folgende knappe Zuſammenſtellung ſoll eine gewiſſe Ueber=
ſich
darüber geben, welche Fortſchritte die Abwärtsbewe=
gung
der Preiſe in letzter Zeit auf einzelnen
Wirtſchaftsgebieten, meiſt infolge der ſtaatlichen Maß=
nahmen
, gemacht hat. Gewiß ſind an ſich die Lebenshaltungs=
koſten
für den Verbraucher unmittelbar von ſinnfälligſter Bedeu=

17 bis 20 Prozent, die Preiſe für Walzwerkpro=
dukte
um 3 Prozent ermäßigt worden. Von den Bau=
ſtoffen
ſind im Durchſchnitt Zement um 10 Prozent,
Ziegel um 10 bis 15 Prozent, Fenſterglas um 22
Prozent und Platten um 35 bis 40 Prozent im Preiſe
geſunken. Der Index der geſamten Baukoſten iſt ſeit. Januar
dieſes Jahres um 11 Prozent zurückgegangen.
Wenn ſo die Preiſe in den Grundlagen der Wirtſchaft wei=
chen
, dann muß davon der ganze Preisaufbau beeinflußt werden,
der darauf ruht. Aehnliches gilt von den Koſten für Nahrungs=
mittel
, die für den realen Wert des Lohnes von entſcheidender
Bedeutung ſind. Von den Nahrungsmitteln iſt der Brotpreis von
50 Rpf. auf 46 Rpf. für das Normalbrot herabgeſetzt worden unter
gleichzeitiger Erhöhung des Gewichtes von 1225 Gramm auf 1250
Gramm. Das bedeutet eine Ermäßigung um 10 Prozent. Fer=
ner
ſoll in Zukunft das Brot einheitlich nach Gewicht verkauft
werden. Damit wird einem lange gehegten Wunſche der Bevöl=
kerung
Rechnung getragen.
Das Pfund Schweinefleiſch iſt um 5 Rpf. billiger geworden.
Der Preis für Kartoffeln hat ſich auf 23 bis 30 Rpf. für je 10
Pfund geſenkt gegenüber einem Preiſe von 40 bis 45 Rpf. im
Oktober d. J. Der Lieferpreis für Milch iſt für Berlin um
1 Rpf. auf 29 Rpf. geſenkt worden. Im Oktober 1929 betrug er
noch 32 Rpf. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß durch Einführung
der Qualitätsbezahlung für Milch dem Handel Mehraufwendun=
gen
entſtanden ſind, auf deren Einrechnung in den Milchpreis er
bei den Verhandlungen verzichtet hat. Bei Gemüſe und Obſt
haben die Verkäufer eine Preisſenkung grundſätzlich zugeſagt.
Die Einzelheiten werden noch im Benehmen mit der Markfor=
ſchungsſtelle
geregelt.
Zunächſt gelten dieſe Vereinbarungen nur
für Berlin. Das preußiſche Handelsminiſterium hat bei ihrem
Zuſtandekommen mitgewirkt. Es wird dafür ſorgen, daß auch die
zuſtändigen Behörden im Lande in gleicher Weiſe eingreifen. Mit
den Regierungen der anderen Länder wird die Reichsregierung
ſelbſtverſtändlich ebenfalls in dieſem Sinne zuſammenarbeiten.
Bedeutſam iſt in dieſem Rahmen, daß der Deutſche Städte=
tag
in Unterſtützung der amtlichen Aktion inzwiſchen ſämtliche
Stadtverwaltungen zu tatkräftigſter Mitarbeit an dieſer wich=
tigſten
volkswirtſchaftlichen Aufgabe aufgerufen hat. Es iſt nicht
zu zweifeln, daß im Zuſammenwirken aller Behörden die Bewe=
gung
eine ſtarke Stütze findet, die auf die allgemeine Preisſen=
kung
gerichtet iſt. Als weitere Beiſpiele für die Abwärtsbewe=
gung
der Preiſe ſeien erwähnt
die Preisrückgänge der einzelnen Markenarkikel
auf dem Nahrungsmittelgebiete, wie Malzkaffee, Honig, Makka=
roni
um 5 bis 12,7 Prozent. Auch einige andere Markenartikel
ſind dieſer Bewegung bereits gefolgt, dies im Ausmaße von 5
bis 20 Prozent.
Auf dem Gebiete der Eiſenverarbeitung beträgt die Preis=
ermäßigung
bei einer Anzahl von Waren 3½ Prozent bis 10
Prozent, bei Meſſing= und Kupferfabrikaten 25 bis 40 Prozent,
bei Aluminium 10 Prozent und den Erzeugniſſen daraus 8 Pro=
zent
. Gummireifen weiſen eine Preisermäßigung von 10 Pro=
zent
, Linoleum im Durchſchnitt von 5,3 Prozent, einzelne Sorten
von Zündhölzern von 8 bis 20 Prozent. Papier von 8 bis 10
Prozent auf. Orthopädiſche Hilfsmittel haben einen Preisabſchlag
von 8 Prozent, für orthopädiſches Schuhwerk einen ſolchen von 10
Prozent erfahren.
In manchen dieſer und anderen Fälle werden ſich die Ab=
ſchläge
vom Preiſe im Einzelhaushalt nur, in
Pfennigbeträgen auswirken. Wer ſich der Inflations=
gewohnheiten
noch nicht entwöhnen kann, auf 5 oder 10= Pfennig=
beträge
abzurunden, der wird genug Gelegenheit haben, den Er=
folg
der Preisſenkungen zu verkleinern. Tatſäch=
lich
aber iſt die Zeit dazu zu ernſt. Auch der Bruch=
teil
eines Pfennigs gewinnt in der Volkswirt=
ſchaft
mehr Bedeutung denn je. Darum muß der
Pfennig als Rechnungseinheit anerkannt und
gewertet werden. Die erforderlichen Maßnahmen ſind in

* Wie ich Anna Ekhel kennen lernke.
Zum 80. Geburtstag, 15. November 1930.
Als ſie und ich in perſönlich freundliche, ja freundſchaftliche
Beziehungen zueinander traten, ſtand ſie nicht mehr auf der
Bühne, und ich hatte nichts mehr mit der Theaterrezenſion zu tun.
Wir konnten unbefangen einen Verkehr, ein gegenſeitiges Sich=
kennenlernen
aufnehmen, nachdem bisher die Verbindung nur
durch die Beziehungen zum Theater erfolgt war. Anna Ethel
ging in denſelben Familien aus und ein, bei denen auch ich
häufig Gaſt war: bei Kammerhern Karl von Schenk= Wälders=
hauſen
, deſſen Haus dank der reizenden Geſelligkeitskunſt ſeiner
Gattin Lilly, viele Jahre hindurch einen Mittelpunkt des Darm=
ſtädter
geiſtigen Lebens bildete, und bei der hervorragend intel=
ligenten
Präſidentin der Aliceſchule Frau Marie v. Hombergk=
Vach. Wegen ihrer guten Formen und anregenden Unterhal=
tungsgabe
war Anna Ethel in dieſen Kreiſen ſehr geſchätzt.
Ich kann wohl ſagen, daß ich immer mit ganz beſonderer An=
teilnahme
der Bühnenlaufbahn dieſer Künſtlerin gefolgt bin,
weil mich gleich von Anfang an in dieſer ein ſeeliſches Problem
feſſelte: den immer von neuem mit unausgeſetzter Energie auf=
genommenen
Kampf gegen ſogenannte höhere oder niedere Ge=
walten
, die den Aufſtieg torpedieren. Nach Anlage und geiſtiger
Vorbildung beſaß Anna Ethel das Anrecht auf erſte Rollen. Aber
nach kurzen, durchaus geglückten Probeverſuchen wurden ihr dieſe
zum großen Teil wieder genommen, vielleicht nur, weil die neu
engagierte jugendliche Kraft eine größere ſtimmliche Tonfülle
einzuſetzen hatte, wenn ſie ſich auch ſonſt in keiner Weiſe mit ihr
meſſen konnte, denn Anna Ethel hatte ſich für ihren Beruf nicht
nur techniſch gedrillt, ſondern auch geiſtig geſchult. Sie wußte, daß
Goetheſche Proſa anders zu ſprechen ſei als die von Leſſing oder
Schiller. Von ihren inneren Kämpfen hat ſie, ſolange ſie im Ge=
ſchirr
war, außer ihrer Mutter, niemanden erzählt. Aber ich
fühlte, daß es keine Kleinigkeit war, um den zugehörigen Boden,
das zugeſicherte Aufgabenfeld immer in jeder Saiſon erringen zu
müſſen. Erſpart geblieben iſt ihr zwar das, was man mit dem
landläufigen Ausdruck als Theatermiſere bezeichnet. Als Groß=
herzögliche
Hofſchauſpielerin nahm ſie in der Bühnenwelt immer
eine feſte Stellung ein, um die Außenſtehende ſie beneiden konn=
ten
. Großherzog Ludwig IV. hatte beſonderes Gefallen an ihrem
Spiel, die Fürſtin Marie Erbach=Schönberg ebenfalls, und die
Königin Viktoria von Großbritannien und Irland nahm bei ihrer
häufigen Anweſenheit in Darmſtadt bei Privatvorſtellungen im
Palais auch Anlaß, die ſcharmante Darſtellerin in Luſtſpielrollen
durch einige freundliche Worte auszuzeichnen.
Mit der Zeit nämlich hatte Anna Ethel ſich zu einer Eck=
Kale im Enſemble entwickelt. Sie war die meiſt beſchäftigſte und

verwendbarſte ſchauſpieleriſche Kraft geworden. Nie verdarb ſie
etwas, immer bot ſie ein Ganzes und blieb keinem Zug ihrer Auf=
gabe
etwas ſchuldig. Ob ſie nun die Fenella in Aubers
Stumme von Portici tragierte, oder im Walkürenenſemble
mitwirkte, oder im klaſſiſchen Repertoire (Recha Maria Beau=
marchai
, Leonore Sangitale) auftrat. Eigenartig packte mich ein=
mal
der von ihr in der letztgenannten Partie geſprochene Satz:
der Lorbeer iſt, wo er dir erſcheint, ein Zeichen mehr des
Leidens als des Glückes! Es klang ſo perſönlich, faſt wie ein
Bekenntnis.
Viel zu früh für ihre Wünſche und ihr Können ſchloß die
Bühnenlaufbahn für Anna Ethel ab. Auch das wurde verſchmerzt
und tapfer niedergerungen. Zum Abſchied hatte man ihr die
alternde ſchmachtende Kokette in den Zärtlichen Verwandten,
von Benedix gegeben, die ſie glänzend durchführte. Erſt gegen
Ende des Stückes merkte man ihr die innere Bewegung an, die
ſie durchzitterte.
Nun aber kam eine Seite ihrer Begabung zum Durchbruch,
die ſich bisher nicht hatte entfalten können: die rezitatoriſche.
Sie konnte ſich nun die ihr zuſagenden Dichtungen wählen und
all ihre Stimmungen in feinſter Schattierung erklingen laſſen.
Die Selbſtbeherrſchung, die zu üben ſie lange Jahre gewohnt war,
leitete ſie auch bei der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen
(Vierzig Jahre im Dienſt der Kunſt), in denen alles vermieden
und übergangen iſt, was irgendwie an erlebte Enttäuſchungen
und bittere Kämpfe gemahnen könnte. Die Verfaſſerin hat es
mit ſich und den Leſern gut gemeint, als ſie ihren Blick nur auf
den angenehmen Seiten, auf den lichtumfloſſenen Gipfeln ihrer
Lebensarbeit ruhen ließ.
Anknüpfend an dieſe Tatſache haben wir manch längeres
Geſpräch darüber geführt, in welchem ich ihrer fließenden Er=
zählergabe
nur unbedingtes Lob ſpenden konnte. In Darmſtadt
und in Berlin, wo ſie mich zweimal aufſuchte, zuletzt ſchon im
Weltkrieg, ergaben die vielen gemeinſamen Beziehungen und Er=
innerungen
dem Gedankenaustauſch ſtets neue Nahrung.
In Wien war durch Vermittlung der Fürſtin Erbach Anna
Ethels hübſches Märchenſtück Königin Schneewittchen zur Auf=
führung
gelangt, und die Verfaſſerin durfte bei ihrer Kenntnis
der Bühnenanforderungen wohl hoffen, auch in Berlin oder an=
deren
deutſchen Theatern mit ihren Sachen Anklang zu finden.
Aber das iſt ein Kapitel für ſich! Ein hieſiger Bühnenleiter hat
mir einmal geſagt: Stücke ſchreiben, iſt das wenigſte!, ſie
anbringen, das iſt die Hauptſache.
Ich glaube kaum, vielmehr, ich weiß es, daß Anna Ethel die=
ſen
Fehlſchlag nicht ſchwer genommen hat. An ihrem Lebensabend
ſind ihr ſo viele Beweiſe der Freundſchaft und Anhänglichkeit
entgegengebracht worden, daß ſie ſich doch zu den von der Vor=
ſehung
begünſtigten und begnadeten Menſchen rechnen darf.

Vorbereitung, die es ermöglichen ſollen, dem aucs
verkehr Rechnung zu tragen.
So wird der Kabinettsausſchuß für Arbeitt,
fragen mit allem Nachdruck an die weitere Entlagy
ſchaft durch Preisermäßigungen herangehen.
Das Gukachken des Reichswirkſchaffsra
Frage der Preisſenkung für Marken
UNB. Berlin,
Der Reichswirtſchaftsrat veröffentlicht jetzt
das ſein mit der Prüfung der Preisbindungsfrauuf
artikel beauftragter Ausſchuß erſtattet hat. Der
zu ſeiner Unterſuchung auch die beteiligten Wirtt:h
zugezogen. Er hat folgende Warengebiete unterfun
Kaffee=Erſatzmittel, Schokolade, Backpulver und
Zahnpflegemittel, Schuhputzmittel, Seifen,
triſche Bedarfsgegenſtände (z. B. Staubſauger, B8.
lampen), Schallplatten. Schätzungsweiſe kann dor
gebundener Markenartikel am Geſamtumſatz de.
auf 350 bis 400 Millionen angenommen werde
der preisgebundenen Waren an den Haushalt.
auf etwa 7 bis 10 Prozent geſchätzt. Bei der LuN
Handelsſpannen iſt der Ausſchuß zu dem Ergc=
daß
ſie im Durchſchnitt im Einzelhandel mit Lese
Kolonialwaren zwiſchen 15 und 25 Prozent, im
zwiſchen 15 und 33½½= Prozent und im Drogern
25 und 50 Prozent liegen dürften. Die Grotf
dürften im Durchſchnitt 10 bis 12 Prozent betr.g
Der Ausſchuß hat das Ergebnis ſeiner Urnc
einer Entſchließung zuſammengefaßt, die in ihranf
die Reichsregierung erſucht, unverzüglich den Vaſ
die Senkung der Preiſe für die Markenwaren,
Lebensmittel und andere Gegenſtände des täülu
durch Zuſammenwirken von Erzeugern, Großlzy
zelhandel in dem auf den einzelnen Gebieten .
ſcheinenden Umfang zu ſichern. Das Ausmaßr /o
folgten Preisſenkungen, die in der Regel 10 P
verkaufspreiſes überſchreiten, könne als Richtlirn
deſtmöglichkeiten des Preisabbaues angeſehen w.l
ten Abſatz empfiehlt die Entſchließung der Reiocse
Verbänden der in Frage kommenden Erzeuguß
kurze Friſten zu ſetzen, in denen die Preis!
reichendem Maße geſichert ſein müſſe. Soweit ᛋe
ſer Friſten nicht gelingt, die erforderlichen P-u
erreichen, empfiehlt der Reichswirtſchaftsrat der 79ß
auf Grund ihrer Vollmachten auf dieſen Gebe/d
bindungen im Wiederverkauf für Markenartikel
derlichenfalls aufzuheben.
Die Entſchließung enthält noch einen drireſſt
den aber Einſtimmigkeit nicht erzielt werdem!t
Teil der Ausſchußmitglieder volkswirtſchaftlic--h
z. B. Preisſchleuderei von ſeiner Durchfi
Dieſer Teil der Entſchließung empfiehlt, falls ial
ſierende Verfahren als nicht genügend wirkſam All
undurchführbar erweiſen würde, die allgemeinuci
Preisbindung für Markenartikel, da ſie in de
deſtens für die nächſte Zeit als das geringere
der Gefahr einer Preishochhaltung auf den G ion
kenartikel anzuſehen ſei. Für dieſen Abſatz hMff
Stimmen ergeben, während 16 Mitglieder gecſn
haben.

Die Reichsdruckerei iſt damit beſchäftigt, ein neu
druckverfahren auszuprobieren. Wie verlaut 1,
nuar 1931 die neuen Noten, und zwar zuerſt 202764
gegeben. Die alten Scheine werden dann langſam Wke
gezogen, ſo daß allmählich nur noch die gegen FäuF.
geſchützten neuen Stücke im Umlauf ſind.
Die Reichsratsausſchüſſe ſetzten am Zd
beratungen fort. Erledigt wurden die Etats eki
miniſteriums, des Auswärtigen Amtes und des Rei l
ſteriums. Darauf wurde die Einzelausſprache uM
Reichswehrminiſteriums fortgeſetzt. Die Entſcheiduuß
liegenden Anträge erfolgt erſt bei der zweiten Leſum)
nachmittag in Ausſicht genommen iſt.
In der Freitags=Sitzung des Oldenburgiſ R
wurde der Kandidat des Landesblocks, Regierurb!
Caſſebohm=Eutin, mit 22 von 35 abgegebenen ſu
Miniſterpräſidenten gewählt. 13 Stimnne
beſchrieben.
Die britiſche Reichskonferenz hielt Frutb)
ſitzung ab. Hinſichtlich ihrer Wirtſchaftsbeſprechnr
Konferenz mit der Feſtſtellung, daß nach der Ueberiin
genaue Studium der einzelnen Fragen von großem?
Die Konferenz ſei in einer Zeit großer Schwierigkei=
ten
, aber man hoffe, daß die Arbeit der Konferuſ
Wert für alle Teile des Britiſchen Reiches ſein were‟
Dem Theater bleibt nach wie vor ihre gi
wandt, und, wenn ſie ſich körperlich friſch genugz
keinen intereſſanten Abend entgehen.
Mir aber iſt es immer eine beſondere See
Briefumſchlag mit ihren feſten eleganten Schriftlu/
Schreibtiſch liegt.
Dr. Cl4
Berlin.
Heſſiſches Landestheaken
Kleines Haus. Freitag, 14. A.f
XN3
Spiel zu Dreien von Klabux
Wenn die Erinnerung nicht täuſcht, ein ne 400
von Klabund. Jedenfalls: ein nachlaſſendes Alf
Ein Spiel zu Dreien? Ein Spiel der Un
lichkeiten!
Ein ſteckbrieflich geſuchter Hochſtapler ſchw=
jungen
Gräfin als der erwartete gräfliche Bräu
die Gräfin noch ſonſt jemand erkennt den öſtlick-!e
Hochſtapler! Heirat. Der wirkliche Graf tritt.
Paar als Diener in Stellung, enthüllt den Has,
mit der Gräfin vier Wochen, auf die Hochze: 2
Gräfin des Grafen müde, ſinkt wieder in die B=
lich
geſuchten Verbrechers! X 3: alles vert.)
Eine Unwahrſcheinlichkeit überſteigert die ard
vierung wird ſchon gar nicht verſucht. Die Ham),
Gerüſt für eine gefällige Unterhaltung. Klad
Liebe und Liebelei, über Kavaliere und Diener
Dinge amüſant dahin. Im übrigen füllen zweit
kurzen Theater=Abend.
Beſſie Hoffarth war die Gräfin von 18
Hand, rechter Hand leichthin vertauſcht. M
Künſtlerin nach langer Krankheit ſo friſch um
Bühne zu begrüßen. Sie ſpielte ſcharmant das
leon und hätte in dem eleganten neuen, 14
Schlager von der Eliſabeth mit Recht ſingen
Ihr zur Seite ſtellte die ſorgſame S‟
Pfaudlers die Herren W. Hinz und S.
der erſtere der bewegliche, amüſante Hochſtapl
problematiſcher Graf.
In ſolchem Kreiſe darf der unvergleichlich wi
diener von Richard Jürgas nicht fehlen. D
ſcheinung auf dem Gefilde der Darmſtädten
redende Buddha als Lautſprecher mit der mon
Stimme Hans Baumeiſters. So trug 1"
zum Erfolg des Abends bei.

[ ][  ][ ]

Samstag, den 15. November 1930

Seite 3

neue komiſche Opern.

er Regierung im Ausſchuß.
uäe Angleichung der Friſchfleiſch=
die
Gefrierfleiſchpreiſe.
* Berlin, 14. Nov. (Priv.=Tel.)
tuß des Reichstages wurde am Freitag über
fygefrierfleiſcheinfuhr und der Ver=
Friſchfleiſch abgeſtimmt. Dabei hat die
ſioerlage erlitten. Obwohl der Reichsfinanz=
ſtike
, daß er keinen Pfennig mehr bewilligen
ſſürner Vorlage eingeſetzten 20 Millionen, und
orrtung Ausdruck gab, der Ausſchuß möge ſo=
rbewußtſein
beſitzen, keine Neuausgaben ohne
ſ eſen, wurde ein kommuniſtiſcher An=
men
, der die Reichsregierung
ſchfleiſch zum Preis des früheren
ge führten Gefrierfleiſchkontin=
ebürftigen
Bevölkerungskreiſen
ht zu ſtellen. Nach einer Berechnung des
ſie iums würden dafür, wenn alle Erwerbsloſe,
mientner, ſowie alle Fürſorgeberechtigten be=
mehr
als 16 Millionen Menſchen
wofür dann ein Betrag von über 600
ſh. aufzubringen wäre. Trotzdem fand
ſiftr den kommuniſtiſchen Antrag zuſammen, die
buiſozialiſten, Sozialdemokraten, Landvolk und
zuſammenſetzte, während die Deutſchnationalen
ſte bielten.
ſe enheit hat ſich im Ausſchuß zum erſten Male
hich it der Kommuniſten, Nationalſozialiſten und
uſammengefunden, diesmal noch verſtärkt durch
ᛋHlichſoziale. Man braucht die Bedeutung des
äiberſchätzen. Der Antrag muß zunächſt noch
E end enthält zudem nur ein Erſuchen an die
ſirn nicht zu entſprechen braucht. Man könnte
e Finanzminiſter alle Urſache habe, mit die=
sielen
zu ſein, weil er nun die 20 Millionen, die
il gung zur Verfügung ſtellen wollte, ſpart, da
net, die halbe Milliarde aufzubringen,
Mᛋtationsgründen auszugeben be=
le
, die aber gar nicht vorhanden
igrnden werden alſo unmittelbar diejenigen
penen die Regierung mit der Verbilligungs=
ar
. Es bleibt aber doch von ſymptomatiſcher
us die Sozialdemokraten ſich an dieſem Be=
monſinn
beteiligt haben, obwohl ſie genan
eelmittel nicht vorhanden ſind und nicht auf=
örnen
. Der Kanzler wird ſehr vorſichtig ope=
tt
er ſich gegen dieſe negative Mehrheit durch=

KEionsausſchuß des Landtages
ſutuniengetreten und ſtimmte einem Antrag Dr.
9 mi, der Maßnahmen gegen Firmenver=
kſuwerte
. Ein kommuniſtiſcher Antrag wegen
Reirriſter für Arbeit und Wirtſchaft hierzu im
Marruſig abgeben will. Der Antrag des Abg.
e Verkaufsſonntage vor Weihnachten von jetzt
rmiſtädter Mieter= und Wohnungsſuchenden=
neeung
der bereits in Kraft getretenen Miet=
Rurd der Regierung als Material überwieſen.
ſhi der Ausſchuß die Regierung, den Städten
fſtn Zukunft Mieterhöhungen ohne
Praft durchzuführen. Durch dieſe Entſchei=
eſſenrnuniſtiſcher
Antrag, der in gleicher Nichtung
irklärt. Der Ausſchuß befaßte ſich dann noch
Mven Eingaben, die kein allgemeines Intereſſe
Mumt.
IBebungsausſchuß noch einmal zuſam=
Mermten die Regierungsparteien noch über einen
Reus, dem auch die Regierung zuſtimmen kann.
Awe des Landes in dieſem Jahre ungleich ſchwie=
MSrrjahre, ſoll die Winterbeihilfe in ihren Aus=
Eſ vollkommen geklärt ſein.

Soter in derfeien Hotent.
Nach Briands hoffnungsvollen Ansführungen Tardieus innenpoliliſche Erwägungen.

ſatsoper in Dresden kamen am gleichen
Fke zur Uraufführung, eines von einem 70 jähri=
eurem
28jährigen Komponiſten: Emil Nikolaus
Ku Mark Lothar treffen ſich auf der Suche nach
um, heiteren Opernſtil. Der Alte ſtellt beſchei=
und erfüllt ſie. Der Junge kommt mit großen
Ndas Ergebnis bleibt hinter den Erwartungen
ei ehens wird die gewollte Heiterkeit von aktu=
lgedroht
, die weder gelöſt noch mit Witz leicht
Spiel oder Ernſt von Reznicek liegt
von Paul Knudſen zugrunde. Das Stück
uernbühne, während einer Probe zu Roſſinis
. Tenor hat die Kritik zwar ſchöne Stimme zu=
darſtelleriſche
Begabung abgeſprochen. Zur Be=
Als will der Korrepetitor dem Tenor wirkliche
ben, und das g.
6 die

LAllo ihr Verhältnis zum Baſſiſten eingeſteht. So
ſrrnſt. Doch ſchließlich geht alles gut aus.
hut Reznicek mit erfahrenem Können in eine
a0d rezitativiſche, bald arioſe Muſik gefaßt. Alles
rcht in ſeiner harmloſen, kultivierten und wirk=
Urt einwandfrei Freude. Die Pointen ſind ge=
Sr beluſtigend wirkt ein frenetiſcher Haßgeſang
die Kritiker; und es gibt ſogar eine überaus
te gerung: Die Worte Mit einem Baſſiſten be=
Tenor werden (Gipfelpunkt und Moral des
uls Fuge geſungen, wodurch ſie wie eine letzte
köſtlich=eindringlichem Ernſt erſcheinen. Und
* in rauſchende Wiener Walzertakte über. Das
Twemacht! Da ſich nun auch einige leichte, wohl=
Ansſentimentale Melodien, beſonders das helle
um Schluß auf die reine, lichte Welt des The=
Zyismus) finden, wurde das Stück und der
Miſt mit ſtarkem und herzlichem Beifall begrüßt.
Weiakter Lord Spleen, die Geſchichte vom
La von Mark Lothar benutzt einen hübſchen
Hugd F. Koenigsgarten frei nach Ben
ei hat. Der lärmſcheue Lord ſucht ein ebenſo lärm=
aur
Frau. Dies aber wird von ſeinem Neffen
Merbt der Onkel den Neffen. Große Intrige des
an den Alten mit Hilfe eines Freundes: Dieſer
als Kupplerin, dann als Pfarrer verkleidet
E* Alten mit dem Mädchen (das ſich garantiert
zuſtande. Aber dann bricht der Lärm herein:
ene Hochzeitsfeſt, Tänzerinnen. ſchließlich
Des altmodiſchen, ſtillen Hauſes, die neue Zeit
en verzweifelten Lord mit Bar, Jaz. Neger=
ned
Lokomotiven (ilmiſch dargeſtellt) fahren auf
) der Onkel mürbe, ſchenkt dem jungen Paar
De gen, un ſeine Ruhe wiederzuhaben. Vieles
nung des luſtigen Stoffes gut gelungen. Aber
DeEims en mier Jahrhundert; dach recht ernſt

Frankreichs Außenpolikik.
Ein Berfrauensvolum der franzöſiſchen Kammer
für Tardieu.
EP. Paris, 14. November.
Die große Debatte über die Interpellationen zur Außen=
politik
der franzöſiſchen Regierung iſt am Freitag morgen um
5 Uhr beendet worden. Die Kammer ſchenkte der Regierung
mit 323 gegen 270 Stimmen das Vertrauen. Die
Sitzung verlief im großen und ganzen ruhig, wenn man von
einem Zwiſchenfall abſieht, den Miniſterpräſident Tardieu, der
im Laufe dieſer Nachtſitzung das Wort ergriff, durch eine Be=
merkung
, die der radikale Abgeordnete Francois Albert als eine
perſönliche Beleidigung auffaßte, heraufbeſchwor. Die Redner,
die die Debatte beſtritten, waren ſämtlich hervorragende Per=
ſönlichkeiten
des franzöſiſchen Parlaments.
Zunächſt kam der Sozialiſt Grumbach nach einer
kurzen Bemerkung über die Außen= und Locarno=Politik, die
er fortzuſetzen empfahl, auf ſeine Heimat, das Elſaß, zu ſprechen,
über das man in Deutſchland in einer für ihn beunruhigenden
Weiſe zu ſprechen beginne. Reden, wie ſie bei der
Stahlhelmkundgebung in Koblenz und am letz=
ten
Sonntag auf dem Parteitag der Staatspar=
tei
gehalten worden ſeien, ſeien abſolut un=
annehmbar
. Man ſpreche gegenwärtig in Deutſchland von
einer Reviſion der Verträge in einem Geiſte, der nichts
mit dem Friedensgeiſt zu tun habe. Nur in einem Geiſt des
Friedens würden die franzöſiſchen Sozialiften die Diskuſſion
über dieſe Frage annehmen. Frankreich habe die Pflicht, die
Initiative zu Gunſten des Friedens zu ergreifen. Dann ſprach
Miniſterpräſident Tardien,
deſſen größte Sorge es war, ſeine Solidarität mit Briand und
des Außenminiſters Solidarität mit ihm zu ſchildern. Die
Affäre Tardieu-Briand ſei geſchloſſen. Im weiteren Verlauf
ſeiner Rede griff Tardien in die Vergangenheit zurück, um zu
beweiſen, daß alle Parteien im Verlauf der Jahre über die
Außenpolitik widerſprechende Haltungen eingenommen hätten.
Beſonders ausführlich ging er auf die Geſchichte der franzöſiſhen
Außenpolitik ſeit ſeiner Uebernahme der Regierungsmacht ein
ſowie auf den deutſchen Reviſionsfeldzug. Die
Deutſchen glaubten, daß die Schwierigkeiten, an denen die Welt
leide, die Folge des Friedensvertrages ſeien. Dieſe Uebel ſeien
aber in Wirklichkeit die Folge des Krieges. Der Friede habe
teſſiſchen Bevollmächtigten im Reichsrat bei, dieſe Folgen nicht aus der Welt ſchaffen können. Die Frage
ge Mieter= und Wohnungsfragen wird zurück= der territorialen Einteilung Europas wieder
aufzurollen, würde, ob man wolle oder nicht,
den,Krieg und die Reyolution bedeuten. Wenn
ſeien, wird mit 5:4 Stimmen abgelehnt. Eine man das wolle, ſolle man es ſagen. Frankreich wünſche es
jedenfalls nicht. Der Reviſionsfeldzug ſei ein Irrtum
für die Welt und für Deutſchland. Auf die Abrüſtung
eingehend betonte er, daß Deutſchland ſich auf ein angebliches
Recht ſtütze, das in Wirklichkeit gar nicht beſtehe. Es gebe eine
Abrüſtung, die Deutſchland durch den Verſailler Vertrag auf=
erlegt
ſei und daneben einen Verſuch der Alliierten, in voller
Freiheit ihre Rüſtungen einzuſchränken. Frankreich habe hier=
mit
bereits 1925 begonnen, als Deutſchland noch nicht allen
menden Woche treten der Finanzausſchuß Klauſeln des Verſailler Vertrages nachgekommen ſei. Frank=
Nrmusſchuß wird ſich dabei mit einem Antrag reichs Heer zähle heute 183000 Mann weniger als das Italiens
ſiner Winterbeihilfe an Erwerbsloſe und 185 000 Mann weniger als das Englands. Die Heeres=
I9er wahrſcheinlich im vorjährigen Ausmaß be= ausgaben ſeien um ein Viertel gegenüber den Vorkriegsjahren
zurückgegangen. Zum Schluß beſchwor der Miniſterpräſident
die Kammer, der Regierung Vertrauen zu ſchenken und ſie nicht
über die Außenpolitik zu Fall zu bringen, denn die Würde
Frankreichs, die Politik Frankreichs ſtehe auf dem Spiel.
Schwergewicht, das wohl nur durch geiſtvolle Satire wieder aus=
gewogen
werden könnte. Hieran fehlt es; und es fehlt meiſt auch
an einer wirklich heiteren Muſik, die über den Zwieſpalt hinweg=
tanzen
könnte. Zwar hört man zum Beginn eine rechte, lockere
Luſtſpielouvertüre mit einem leichtflüſſigen Hauptthema, und auch
der Hymnus iſt wirkungsvoll geſteigert. Aber von einigen ge= auch außerhalb der Kunſt gegen die flachen und zerſtöreriſhen
und ſubſtanzlos. Und ſo wäre auf weite Strecken hin Langeweile
unausbleiblich, ſorgte nicht eine glänzende Ausſtattung für optiſche
Ueberraſchungen. Auch dies Werk fand herzlichen Beifall.
Beiden Stücken wurde unter Leitung von Fritz Buſch mit
Max Lorenz, Angela Kolniak, Curt Taucher, Robert Burg. Erna
Berger, Martin Kremer in den Hauptrollen, eine ausgezeichnete,
entzückend belebte Aufführung zuteil. Hellmuth Pattenhauſen.
Vom Oſebergſchiff zur deutſchen Gegenwark.
In ſeinem vorgeſtrigen Schlußvortrag unternahm es Dr.
Zeh aufzuzeigen, wie ſich der Gegenſatz von germaniſcher und
Formulierung herausgeſtellt hatte, im Lauf der Jahrhunderte ſuchung in Konflikte mit ſich ſelbſt und zwiſchen Pflicht und Liebe ge=
erhalten
und in immer neuen Abwandlungen manifeſtiert und
ausgedrückt habe. Natürlich konnte es ſich hierbei nicht um eine zeugt. Sie hatte den Sachverhalt verſchleiert, um einen Skandal zu ver=
Geſchichte der geſamten Beziehungen zwiſchen germaniſchem
Norden und romaniſchem Süden handeln, obwohl gerade eine ſchuld gründete ſich auf eine Ausſage einer Dienerin, die ſie vor Gericht
ſteigerung der zugrunde gelegten Antitheſe abgegeben hätte.
Der geiſtige Schwerpunkt lag denn auch mehr in der Darſtel=
lung
der ununterbrochenen Fortentwicklung germaniſcher Kunſt=
prinzipien
vom Oſeberg über gotiſche Dome bis zum Chilehaus
Högers. Hinter den Schleiern der Zeitſtile hat ſich deutſche
Weſenheit, im altgermaniſchen Ornament erſtmalig groß vor=
gebildet
, immer wieder Ausdruck verſchafft: in der Tier= und
Bandornamentik germaniſcher Volkskunſt, im Schlingwerk mit=
telalterlicher
Handſchriften und Initialen, im Linienreichtum des
Iſenheimer Altars oder des Sakramentshauſes von Adam
Krafft in der Nürnberger Lorenzkirche, in der Kontrapunktik
Dürerſcher Holzſchnitte, noch einmal aufs deutlichſte im Rokoko
und endlich in vereinzelten Erzeugniſſen der Volkskunſt des Wander=Kalenders 1931, Wilhelm Limpert=Verlag, Dresden=A. 1,
letzten Jahrhunderts. Denſelben Durchbruch altgermaniſchen mit ein und hebt erwartungsvoll das erſte Blatt und blättert
Kunſtwillens wies der Vortragende in der Architektur auf. Die
weltenweite Verſchiedenheit einer ſtatiſchen, rational gegliederten,
ſimultan faßbaren von einer dynamiſchen, funktionell geſpann=
ten
, nur ſukzeſſiv vom wandernden Auge zu erfaſſenden Architek=
tur
wurde verdeutlicht durch die Gegenüberſtellung eines antiken
Tempels mit der Faſſade des Straßburger Münſters; die ent=
ſprechende
Verſchiedenartigkeit in der Auffaſſung des Innen=
raums
wurde z. B. belegt durch Lionardos Abendmahl auf der
einen, durch ein Altdorferſches Bild anf der anderen Seite. In

Franklin=Bouillon hielt es darauf für nötig, noch einmal in
längeren Ausführungen zu erklären, warum er der Regierung
nicht das Vertrauen ſchenken könne, nämlich eben darum, weil
ein Mann wie Briand im Außenminiſterium ſitze.
Paul=Boncour als letzter Diskuſſionsredner wiederholte ſo
ziemlich ſeine Anſprache, die er am letzten Sonntag vor ſeinen
ſozialiſtiſchen Freunden in Bourges gehalten hatte.
Nach einer nochmaligen eindringlichen Beſchwörung des
Hauſes durch Tardien, die Regierung über alles Mögliche, nur
nicht über die Außenpolitik zu Fall zu bringen, ſchritt das Haus
zur Abſtimmung.
* Man darf gewiß von der außenpolitiſchen Debatte in der
franzöſiſcher Kammer nicht allzuviel erwarten . . So ſchrieben
wir noch vor wenigen Tagen. Der Verlauf der Dinge hat uns
recht gegeben. Die franzöſiſche Kammer iſt, was ſehr ſelten in
Frankreich geſchieht, über die franzöſiſche Außenpolitik zweierlei.
Meinung. Das hat die Abſtimmung in der franzöſiſchen Kam=
mer
am Freitag morgen klar und deutlich gezeigt. In Erkenut=
nis
dieſer Tatſache hat die franzöſiſche Regierung offenbar mit
auswechſelbarem Programm geſpielt. Die Nede Tardieus
mußte nach den hoffnungsvollen Ausführungen Briands vom
Dennerstag wie ein Reif wirken. Tardieus Non poſſumus.
in der Abrüſtungsfrage und in der Frage der Nachprüfung ge=
wiſſer
territorialer Beſtimmungen des Verſailler Vertrages
ſcheint alle Hoffnungen zu vernichten. Beſonders verſtimmen
muß die Auslegung des Art. 19 des Völkerbundspaktes, wie ſie
ſich Tardieu zu eigen gemacht hat. Offenſichtlich aber haben
bei Tardieus Rede ſehr ſtark innenpolitiſche Momente
mitgeſpielt, zumal die Erörterung auswärtiger Fragen in der
franzöſiſchen Kammer oft nur ein Vorwand für die innenpoli=
tiſche
Auseinanderſetzung iſt. Bekanntlich ſchwebt ſeit langem
ſchon das Damoklesſchwert einer Kriſe über der franzöſiſchen
Kammer, deren Ausbruch den Sturz der Regierung Tardieu
nach ſich ziehen würde. Um die Gruppe Marin bei ſeiner Mehr=
heit
zu erhalten, hat Tardieu offenbar das gleiche Manöver
wiederholt, das er ſchon einmal vor der Räumung der Rhein=
lande
anwandte, wo er ſich bewußt in ebenſo ſchroffen Gegenſatz
zur Politik Briands ſtellte wie diesmal. Ganz offenſichtlich
ſtand ſeine Rede aber auch unter dem Eindruck der
Genfer Abrüſtungsverhandlungen, die in ihrem
gegenwärtigen Stadium ſicherlich nicht der deutſch=franzöſiſchen
Annäherung dienlich ſind. An Berliner amtlicher Stelle jeden=
falls
war man über Tardieus Ausführungen ſehr verblüfft, und
es verſtärkt ſich immermehr der Eindruck, daß Tardieu ſo ziemlich
alles Porzellan gründlich zerſchlagen hat. Die Politik einer
friedlichen Verſtändigung zwiſchen Frankreich und Deutſchland
hat durch franzöſiſche Schuld erneut einen ſchweren Rückſchlag
erlitten. Das darf uns jedoch nicht den Blick in die Zunkunft
trüben. Jedenfalls wird es die nächſte Aufgabe unſerer Außen=
politik
, insbeſondere der deutſchen Diplomatie, ſein, die Möglich=
keiten
einer deutſch=franzöſiſchen Verſtändigung ſchleunigſt zu
klären. Vor allen Dingen ſchon um deswillen, weil die Rede
des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten, die die Haltung des offi=
ziellen
Frankreichs widerſpiegelt, mehr als alle in den letzten
Tagen in der Kammer gehaltenen Reden geeignet iſt, berechtigte
Beunruhigung im deutſchen Volke hervorzurufen. br,
Neues Berkrauenspokum für die franzöſiſche
Regierung.
EP. Paris, 14. November.
Die Interpellationsdebatte über die Finanz= und Börſenkriſe
wurde heute abend kurz vor 10 Uhr mit einem Vertrauensvotum
zugunſten der Regierung mit 318:271 Stimmen beendet. Im Ver=
laufe
des Abends ſprachen der unabhängige republikaniſche So=
zialiſt
Chambrun und der Sozialiſt Vincent Auriol. Erſterer for=
derte
den Rücktritt des Juſtizminiſters Peret, denn er frage ſich,
ob ein Juſtizminiſter noch qualifiziert ſei, die von der Regierung
eingeleiteten Schritte zum Schutze des Publikums gegen die Bör=
ſenmanöver
zu verfolgen. Tardieu erwiderte ihm u. a., es ſei
nicht ſein Fehler, wenn ein Abgeordneter=Rechtsanwalt von einer
Geſellſchaft gebeten werde, deren Rechtsberater zu ſein. Er werde
dem Verlangen gewiſſer Abgeordneter wegen Ausſchiffung des
Juſtizminiſters nicht ſtattgeben. Vincent Auriol erwiderte Tar=
dieu
, dem Miniſterpräſidenten liege der Beſtand des Kabinetts
näher als das Wohl der Oeffentlichkeit. Darauf wurde die Ab=
ſtimmung
mit obigem Ergebnis vorgenommen.
haft und wichtig geſungen wird, bekommt das Stück ein aktuelles / der Gegenwart ſieht der Vortragende dieſe Antithetik verkörpert
etwa im Widerſtreit der Auffaſſungen eines le Corbuſier mit
denen eines Höger ſeelenloſe, abſtrakte Norm auf der einen
Seite, auf der anderen die Vereinigung von Zweckmäßigkeit und
elementarer eigenwüchſiger Kunſtgeſinnung. Dieſe Geſinnung
lungenen Liedern abgeſehen iſt das übrige oft ſehr blaß, farb= Kräfte der Zeit zu verteidigen und zu bewahren, war die Mah=
nung
, mit der der Vortragende ſchloß auch ſolcherart be=
zeugend
, daß es ihm bei ſeinen lebendigen, phantaſievollen Aus=
führungen
um anderes als nüchterne Teilwiſſenſchaft zu
tun war.
n.
Ap. Otto Rudorff. Der Unterſuchungsrichter und der Prozeß der
Lotte Grell. Der Lebensroman eines Juriſten. (Carl Reißner=Verlag,
Dresden N 6.) Der erſte Juſtizroman der Nachkriegszeit aus der Feder
eines hohen Nichters, glänzend geſchrieben und mit Spannung geladen.
Ein verwickelter, phantaſtiſch verſchleierter Kriminalfall, in dem die
Frau des von einem perſönlichen Feinde erſchoſſenen Gutsbeſitzers Grell
der Mitſchuld an dem Morde angeklagt wird, bildet den Mittelpunkt
antiker Kunſt, den er im Vorangegangenen in ſcharf zugeſpitzter der Handlung. Die Vorunterſuchung führt der Landgerichtsrat Wein=
holt
, der Jugendgeliebte der Angeklagten, der im Laufe der Unter=
rät
, der ſie für ſchuldig hält, ſich aber dann von ihrer Unſchuld über=
hüten
und den Jugendgeliebten zu ſchonen. Die Anklage wegen Mit=
ſolche
Betrachtung einen wirkſamen Schutz gegen eine Ueber= widerrief. Daraufhin wurde die Anklage fallen gelaſſen. Nach dem
Freiſpruch der Angeklagten, der nach einer eingehend geſchilderten ſpan=
nenden
Gerichtsverhandlung erfolgte, legt der Landgerichtsrat ſein Amt
nieder und heiratet die Jugendgeliebte. Im Rahmen der Geſchehniſſe
werden das ganze berufliche und geſellſchaftliche Milieu der Nachkriegs=
juſtiz
und alle aktuellen Probleme, die Abſchaffung der Todesſtrafe, das
Verhältnis der Juſtiz zur Preſſe und die Gerichtsberichterſtattung unter
Anlehnung an Aeußerungen von Autoritäten in Geſprächen und Dar=
legungen
behandelt, die ſich zu förmlichen Abhandlungen über dieſe
Fragen erweitern. Dadurch erhält der Roman eine weit über das
Kriminelle hinausgehende Bedeutung.
Wenn wir ſchreiten Seit an Seite und die alten Lieder
ſingen. . . ." So klingt es durchs Herz, wenn man die ſingenden
Wanderburſchen auf dem buntfarbigen Titelblatt des Deutſchen
betrachtet. Und wer ſich noch jung und wanderfroh fühlt, ſtimmt
weiter und freut ſich an all, dem Wunderbaren von Berg und
Wald, von Strom und See und muß ihn haben! Deutſches
Wandern iſt und bleibt der ewige Jugendquell unſeres Volkes,
der die Schäden unſerer Unkultur hinwegſpült und ihm dreierlei
ſchenkt: einen geſunden Körper, einen friſchen Geiſt, ein reines
Herz! Wohlan ihr aber tauſend lieben Wandersleute, greift zu!
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Seite 4

Samstag, den 15. November 1930

* Die brikiſche Armee in Indien.
Zweierlei Gefahren: Neue Grenzkriege oder Gehor=
ſamsverweigerung
der Truppen. An die
revolukionäre Bewegung glanbt der
Oberſtkommandierende nichl.
Von unſerem (=Korreſpondenten.
London, 13. November.
Am gleichen Tage, da in London die Tafelrunde=
Konferenz zuſammentrat, ſchiffte ſich in Marſeilles der
neuernannte Oberkommandierende der britiſchen Truppen in
Indien, General=Major Sir Philip Chetwode ein. Ein noch
junger, doch kluger und energiſcher Reitergeneral, hat er wäh=
rend
der letzten Jahre einen beſonders unruhigen Militär=
bezirk
Vorderindiens befehligt und kennt ſich in den indiſchen
Verhältniſſen gut aus. Sir Philip weilte in England einige
Monate auf Urlaub, während welchen unſer Korreſpondent
mehrere Mal Gelegenheit hatte, mit dem General in deſſen
ſchönen Londoner Heim, in St. Johns Wood zuſammenzutref=
fen
und ſich mit ihm eingehend zu unterhalten. Einiges aus den
gewiß nicht gänzlich unparteiiſchen, doch dafür kompetenten An=
ſichten
des Generals ſei hier, als inſtruktives Gegenſtück zu
den gegenwärtigen Verhandlungen über die künftige Verfaſſung
Indiens, in Kürze wiedergegeben.
Sir Philip Chetwode meinte zu allererſt, daß er, auf Grund
ſeiner langjährigen Erfahrungen, nicht an die Wahrſchein=
lichkeit
einer ernſten revolutionären Bewe=
gung
in Indien glaube. Vom Standpunkt eines nüch=
tern
urteilenden Adminiſtrators, ſagte er, gibt es in Indien
nur zweierlei Gefahren: die eine iſt die Möglichkeit

neuer Grenzkriege mit den wilden Grenzſtämmen; dieſe Drohung
hätte kürzlich beinahe ernſtere Formen angenommen; doch zur
Zeit kann ſie, Dank den ſofort unternommenen energiſchen
Gegenmaßnahmen, als endgültig überwunden betrachtet werden.
Die andere Gefahr beſtehe in einer Gehorſamsverweigerung der
zur britiſchen Armee gehörenden indiſchen Truppen. Doch auch
an die Möglichkeit dieſer zweiten Gefahr will Sir Philip nicht
glauben. Er hat den Geiſt der indiſchen Truppen genau ſtudiert
und meint, daß ſie, wie bisher, ſo auch in Zukunft dem britiſchen
Kommando durchaus lohal bleiben werden.
Sir Philip Chetwode entwarf dann folgende Schilderung
von den in Indien ſtationierten militäriſchen
Kräften. Großbritannien hat, ſagte er, in Indien, in dieſem
Kontinent mit einer Bevölkerung von faſt 320 Millionen
Menſchen und einem Gebiet von 1 800 000 Quadrat=Meilen, nur
eine Armee von etwa 185 000 Mann. Ueber 125 000 Mann ſind
hiervon farbige Truppen. In der Hauptſache beſtehen dieſe aus
Gurkhas, Punjabis, Pathans, Jats, Sikhs und anderen nor=
diſchen
Raſſen. Doch gibt es unter ihnen auch Vertreter aller
222 großen und kleinen Völkerſchaften Indiens. In den letzten
Jahren ſind ſie von einer beharrlichen nationaliſtiſchen Propa=
ganda
bearbeitet und durch die Ereigniſſe auf eine harte Probe
geſtellt worden. Sie haben dieſe Probe bisher gut beſtanden.
Die Regierung wird aber nie in der Lage ſein, den farbigen
Soldaten in 222 Sprachen Räſon zu predigen und der revolu=
tionären
Propaganda innerhalb der Armee kann
auf die Dauer nur durch eine ftarke und zielſichere Regierung
begegnet werden.
Ueber die allgemeinen Ausſichten in Indien
befragt, ſagte der General abſchließend noch Folgendes: Als ich
vor einigen Monaten nach jahrelangem Aufenthalt in Indien
wiederum in England eintraf, da fiel mir in erſter Linie auf,
daß man hier zu Lande die Lage in Indien weſentlich ſchwärzer
ſieht, als ſie es in Wirklichkeit iſt. Viele Leute ſagen es hier
offen heraus das Britiſche Reich wird in Stücke gehen, Eng=
land
iſt unten durch, England wird Indien verlieren und ähn=

liches mehr. Nun, ich ſage es: England
nicht verlieren! Die in Indien dro=
werden
hier entſetzlich übertrieben. Die in
weißen, ſowie die farbigen Truppen, ſind biss
loyal. Das Oberkommando hat vollkommene
Die Vorſchläge der engliſchen M
zur Indien=Konſerenz.
Die Arbeiten der Indien=Konferenz ſind n=
den
Stadium. Die nächſte Vollſitzung der Konf=
kommenden
Montag wieder zuſammentreten.
Staatsſekretär für Indien in Form eines 2
richt des Vizekönigs Lord Irwin und der Me
dien zur Round Table=Konferenz veröffentlickk.
der nicht weniger als 256 Seiten umfaßt, mu
zu allen konſtitutionellen Fragen, ſoweit ſich
Indien, d. h. auf den von Delhi aus direkrt
Indiens, beziehen, Stellung. In der Fra,
der Provinzen ſtimmt der Bericht zumeiſt m=
der
Simon=Kommiſſion überein, dagegen gem.
gen, die die Zentralregierung betreffen, erheb:
ſtändniſſe hinaus, die die Simon= Kommiſſio
war. So befürwortet der Bericht vor allens
von Indern zur Zentralregierung, behält jel
die ausſchließliche Verwaltung der Reſſorts
Innern, der Armee und der Zölle vor. 7
ſollen die weitgehenden Befugniſſe, die er
großen Teil auch weiterhin beſtehen bleiber
der Mitglieder der Legislativen Verſammlu=
richt
das direkte Wahlſyſtem vor. Der Bericst,
Schaffung eines einheitlichen politiſchen Körpm
ein, der ſowohl Britiſch=Indien wie auch die in
tümer umfaſſen ſollte. Die natürliche Entwiclt
dieſem Wege dürfe auf keinen Fall durch kin
gehemmt werden.

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Anton Otto, Ferke-)
bei Bleleg
Aan mene ange
freiw. Dankſchreibet-

[ ][  ][ ]

Samstag, den 15. November 1930

Seite 5

der Landeshaupkſtadk.

B
inal=Drd

Bw.=St
ſtr. dkaß

Darmſtadt, den 15. November.
iche und Arbeitsleſennot.
r0 rliche Hilfe von Menſch zu Menſch.
üsrlichen Dienſt an unſeren arbeitsloſen Volksgenoſ=
alausſchuß
für die Innere Miſſion der deutſchen
in einer beachtenswerten Kundgebung an die ihm
f. Die Hilfe der Arbeitsloſenverſicherung, öffent=
rgänzt
werden durch die ganz perſönliche Hilfe von
von Familie zu Familie. Jeder, der noch arbeiten
ſich zur Hilfe verpflichtet fühlen an einem, der keine
7.Hilfe kann ein Aushelfen ſein in mancherlei kleinen
hu aber ſoll der Arbeitsloſe perſönliche, echte innere
Inneren Halt zu bringen, ſeeliſche Wiederauf=
iſt
allgemeiner chriſtlicher Bruderdienſt. Auf dieſer
Fa ch die evangeliſchen Verbände und Einrichtungen
Zeit ihre beſondere Arbeitsloſenhilfe aufgebaut in
jrrſen, Umſchulungsbetrieben, Arbeitsſtätten und
3 ellen mancherlei Art. Dieſe Arbeit foll weiter aus=
iſt
zu begrüßen, daß die Innere Miſſion der evan=
iit
ſolchem Dienſt mitten hineinſtellt in die augen=
nſeres
Volkes entſprechend der Kundgebung des
ſisen Kirchentages in Nürnberg.
Großh. Heſſ. Train=Bataillons. Wenn heute,
November, abends, die Flammen der Opfer=
ass
der beiden Großherzöglich Heſſiſchen Drago=
mun
Himmel lodern, ſo grüßen hier die beiden
Arräßlich der Denkmalseinweihung in Darmſtadt
elörigen des Großherzöglich Heſſiſchen Train=
8 in herzlicher Kameradſchaft; gedacht ſei hier
mn Kameraden vom Train unter ihnen auch
wte und weiße Dragoner , die in treuer,
=ſtillung ihr Leben ließen für uns und unſer
hſtlbiläum. Frau Marg. Ewald geb Beringer,
ſymn heute das ſeltene Jubiläum der 50jährigen
ü lerin auf dem Darmſtädter Markt ſowie ihren
Mürn.
endelsſohns 75. Geburtstag zu Ehren werden in
e ganze Reihe von muſikaliſchen Veranſtaltungen
hAftakt dazu bildet die Aufführung ſeiner Deut=
u
nächſten Sonntag den 16. November, um 18
ſockirche, durch den Beethovenchor aus Ludwigs=
ſriße
Oratorienverein hat ſich in dankenswerter
füimg des Ev. Kirchengeſangvereins bereit finden
heimer und Ludwigshafener Aufführung hier
er über 200 Sänger ſtarke Chor gehört zu den
Dratorienvereinen Deutſchlands. Das Kon=
Orgelvorträgen Studienrats Borngäſſer eine
in. Karten ſind bei Chriſtian Arnold am weißen
e enſo Programme mit dem Text der Meſſe.
oas am Samstag, dem 15. November, in Aus=
Rilitarkonzert des Muſikkorps der Gießener
. Inf.=Regt. 15 (Leitung: Obermuſikmeiſter
letzter Stunde abgeſagt werden. Der Grund
daß der Kommandeur des Bataillons die Er=
licken
glaubte nicht geben zu können, weil der
erband gegen das Konzertieren der Reichs=
ſoraich
erhoben hatte und weil der Herr Oberbür=
emaligen
Garniſonſtadt Darmſtadt in dem Spie=
Eis eine Beeinträchtigung der ſtellungsloſen
trvon der Hand weiſen konnte. Um den Wohl=
rider
Veranſtaltung nicht zu gefährden, hat ſich
Schlupp vom Stadtorcheſter in anerkennens=
tnanderen
Muſikern, einer 70 Mann ſtarken Ka=
ur
, unentgeltlich das Programm ohne Aenderung
Aurchzuführen. Der Reinertrag dieſer Veranſtal=
bs
in die Kaſſe der Hinterbliebenen der Gruben=
Luff.
ſuchquartett. Auf den am Samstag, dem 15. No=
13ehhr, im Kleinen Haus ſtattfindenden Kammer=
Schnurrbuſchquartetts (Darmſtädter
ilhiermit nochmals hingewieſen. Zur Auffüh=
rke
von Simon, Peterſen. Steinmar. Arnold
Mmten an der Kaſſe des Großen Hauſes und an

Freund in Wiesbaden. Am Mittwoch hielt
ſſauiſchen Kunſtverein eine Vorleſung über Die
rie‟. Obwohl Darmſtadt von Wiesbaden nicht
arankfurt, ſind ſeine herrlichen Kunſtſchätze in
wenigen bekannt, und eine Einführung in die=
Mrwrinzipiell begrüßt werden. Dr. Freund brachte
imes Lichtbildmaterial. Seine zuweilen in dich=
ſach
ſteigernden Ausführungen, wären wohl wert,
Ak1 zu werden. Man möchte wünſchen, daß gelegent=
Woeier Kunſtfreunde eine Führung durch die Darm=
Aſtattfände.
M. E.

Wie man früher Preiſe abbaute.

Wenn das Begehren des Einzelnen mit den wahren Bedürfniſſen
des ſittlichen Menſchen zuſammenfiele, das heißt alle vollkommen wären,
ſo könnte der Marktpreis des Lebens dem ſittlichen Werte gleich= und
nahekommen. Da dies nicht der Fall iſt, ſo zeigt die nationalökono=
miſche
Waage leicht ein falſches Gewicht. Dieſe Worte von Trendelen=
burg
enthalten eine Wahrheit, die wir heute ebenſo empfinden wie das
kaufende Publikum zu allen Zeiten. Stets hat man über Teuerung,
über zu hohe Preife, über ungerechte Gewinne der Händler geklagt, und
zweifellos haben Eigennutz und Begehrlichkeit, die nun einmal tief im
Menſchen wohnen, ſich ſtets den Verſuchen entgegengeſtellt, einen Ge=
rechten
Preis für jede Ware durchzuſetzen. Trotzdem iſt es immer das
Ziel der Regierungen und der Volksführer geweſen, die Lebensbedürf=
niſſe
zu verbilligen, und dieſe ſchwierige Aufgabe, an deren Löſung man
fetzt wieder ſo viele Kräfte verwendet, iſt durch geſetzliche Beſtimmungen,
durch Vereinbarungen, durch gewaltſame und moraliſche Mittel immer
wieder erſtrebt worden. Bei den älteſten Kulturvölkern kam mit der
Entſtehung der Märkte ein amtliches Taxweſen auf, das die Preiſe für
die wichtigſten Waren feſtſetzte. Doch bei dem Fehlen eines ſtarken Er=
werbstriebes
, bei den leicht zu überſehenden Verhältniſſen genügten ſchon
dieſe Maßnahmen, um allzu ſchwere Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Erſt
mit dem Chriſtentum, das eine neue ſittliche Weltordnung ſchaffeit wollte,
trat die Forderung nach dem gerechten Preis in den Mittelpunkt der
Weltanſchauung. Damals, in den wirren und unſicheren Verhältniſſen
des römiſchen Weltreiches, waren Wucher und Uebervorteilung ſehr im
Schwange, und daher wenden ſich die Kirchenväter mit leidenſchaftlichen
Beſchwörungen gegen die ungerechten Händler, die künſtlich den Preis
des Getreides und der anderen Lebensmittel ſteigern. Vaſilius der
Große zum Beiſpiel nennt ſie Räuber und Diebe und bezeichnet es al3
eine furchtbare Sünde, ein Bedürfnis dazu auszunützen, um dem Be=
dürftigen
einen höheren Preis abzunötigen. Von der natürlichen Gleich=
heit
aller Menſchen ausgehend, fordert dieſe chriſtliche Lehre einen feſten
obiektiven Preis, der durch die Herſtellungs= oder Beſchaffungskoſten be=
ſtimmt
wird. Dieſe Lehre blieb während des ganzen Mittelalters in
Geltung, ohne ſich freilich durchzuſetzen, da ſie zu ſehr der menſchlichen
Natur widerſprach. Aber ſie gewann auch Einfluß auf die Preispolitik
der römiſchen Kaiſer, die ſchon ſeit Tiberius immer wieder als Gegen=
mittel
gegen die Teuerungen die Lebensmittel zu verbilligen ſuchten.
Die wichtigſte Maßnahme dieſer Art war der große Preistarif des
Kaiſers Diokletian vom Jahre 301 n. Chr. durch den im Namen der
Gerechtigkeit für Hunderte von Waren und Leiſtungen feſte Preiſe an=
geſetzt
wurden. Von ſpäteren Kaiſern wurden beſonders die Biſchöfe

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Evang. Schloßgemeinde. Wie älljährlich im November,
veranſtalten auch in dieſem Jahre unſere Gemeindevereine wieder
am nächſten Sonntag, dem 16. d. M., abends, im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, einen Familienabend. Derſelbe wird mancherlei
Anregungen bieten. Ein Filmvortrag wird in ein wichtiges Ge=
biet
chriſtlicher Liebestätigkeit, die Welt der Gefangenen ein=
führen
und in Wort und Bild das Leben hinter den Mauern zei=
gen
, an denen wir ſo oft achtlos vorübergehen. Muſikaliſche Vor=
träge
haben bereitwilligſt zugeſagt der neuberufene Lehrer für
Cello an der Städtiſchen Akademie, Herr Pietſch, ſowie als
Sängerin uns wohlbekannt Frl. Elſe Nagel. Eine Teepauſe
wird Gelegenheit zu leiblicher Erfriſchung bieten. Alle Gemeinde=
glieder
ſind zu dieſer Veranſtaltung herzlich eingeladen, auch Gäſte
willkommen.
U.T. Ungarn die Pußta und Budapeſt ſind die Schau=
plätze
des großen Silva=Tonfilms Die Cſiskosbaroneß, der im
Union=Theater ab 15. November laufen wird. Den Mittelpunkt
der in Ungarn gedrehten Außenaufnahmen bildet ein großes
Volksfeſt ſowie ein echtes Volksrennen, ein ſogenannten Cſikos=
rennen
, zu dem Tauſende von Zuſchauern aus der näheren und
weiteren Umgebung herbeigeſtrömt waren.

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Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag
und an allen Wochentagen vormittags um 11 und 11.30 Uhr. Die
Kaſſe iſt von 10,45 bis 11,45 Uhr vormittags geöffnet. In dieſer
Zeit kann die Madonna von H. Holbein d. Jg. getrennt von den
Führungen beſichtigt werden.
Kunſtverein. Die derzeitige Ausſtellung der Kunſthalle am
Rheintor begegnet lebhaftem Intereſſe. Es ſind auch eine Reihe
von Verkäufen zuſtande gekommen. Von der Künſtlerin Milly
Marbe=Fries hat das anſprechende Oelbild (ſüdliche Landſchaft)
einen Liebhaber gefunden. Aus der Nachlaß=Ausſtellung von
Maria Mendelsſohn hat das Landesmuſeum die Arbeiten. Der
Garten, Waldrand und Schnee, der Kunſtverein für ſeine
Weihnachtsverloſung die Radierungen Rheinüberſchwemmung
und Altrhein käuflich erworben. Da der kommende Sonntag
der letzte dieſer Ausſtellung iſt, da ſie nur bis zum 19. d. M. ge=
öffnet
bleiben kann, wird empfohlen, deren Beſuch nicht zu ver=
ſäumen
.
Zum Konzert von Berenys ungariſchen Zigeuner= Sinfo=
nikern
in Darmſtadt. Die Wiener und Berliner Preſſe bezeichnet
Henry Bereny, den Dirigenten der ungariſchen Zigeuner= Sinfo=
niker
und Komponiſten des berühmten Mimodramas Die Hand
als den Toscanini der Zigeuner, und das Orcheſter als die Phil=
harmoniker
des Zimbals, die Donkoſaken der Pußta. Intereſſie=
ren
dürfte noch, daß das geſamte Programm von den Zigeuner=
Sinſonikern auswendig vorgetragen wird.

angewieſen, darüber zu wachen, daß die Verkäufer nur den gerechten
Preis verlangten; ſie konnten die Widerſätzlichen mit Kirchenſtrafen
belegen. Bei einer großen Teuerung, die von Bauern, Kaufleuten und
Schiffern ausgenutzt worden war, erließ Kaiſer Juſtinian ein ſtrenges
Verbot, mehr zu verlangen als früher üblich geweſen war. Aus der
Zeit des byzantiniſchen Kaiſers Leo des Weiſen ſtammt das ſogenannte
Buch des Präfekten, in dem Art und Weiſe, Zeit und Ort des Ein=
kaufs
ſowie die Preife für den Verkäufer und der Gewinn für den
Wiederverkäufer genau geregelt wurden. Dieſe Preisfeſtſetzungen wur=
den
auch von den germaniſchen Reichen übernommen, und in der Ver=
waltung
unter Karl dem Großen ſpielt die Beaufſichtigung der Markt=
preiſe
eine wichtige Nolle. Freilich hatten dieſe feſten Preiſe im Mittel=
alter
die Schattenſeite, daß ſie ſchließlich zu Monopolpreiſen wurden.
die die Händler den Käufern aufzwangen, auch wenn der gerechte Preis,
hätte niedriger angeſetzt werden müſſen. Zu dieſer in der Stadtkultur
beſtändig anwachſenden Jagd nach Gewinn trug viel die Auslegung des
Begriffes vom gerechten Preis durch den maßgebenden Kirchenlehrer
Thomas von Aquin bei. Er betonte nämlich, daß der Händler nach
ſeinem Stande und zur ſtandesgemäßen Unterhaltung ſeines Hauſes
berſchiedenartige Aufſchläge berechnen und die Güter über dem Preis der
eigenen Beſchaffung verkaufen könne, wenn ſie ihm mehr wert ſeien.
Damit wurde eine willkürliche Preisbeſtimmung ermöglicht, die ſich be=
ſonders
die Großhändler zunutze machten, ſo daß ein Jakob Fugger
ſagen konnte, er vvolle gewinnen, ſoviel er könne. In der Renaiſſance
gewann beſonders in Italien das römiſche Recht wieder an Geltung.
das jedem geſtattete, einen Gegenſtand nach einem beliebigen Preis zu
verkaufen, wenn er einen Abnehmer finde. So wurde das Taxweſen,
das vom 13. bis 16. Jahrhundert in Deutſchland eine ſehr weite Ver=
breitung
hatte und ſtets für einen Abbau der zu hoch geſtiegenen Preiſe
ſorgte, allmählich durchlöchert. Das Volk aber verlangte immer wieder
danach, daß Brot und Fleiſch. Bier und Wein vor willkürlicher Preis=
ſetzung
geſchützt würden, und die führenden Perſönlichkeiten, wie Luther
und Calvin, Leibniz und Thomaſius. Friedrich der Große und Fichte,
ſind ſtets dafür eingetreten. Erſt mit der Gewerbefreiheit und dem Frei=
handel
fielen dieſe Schranken, die gegen zügelloſe Gewinngier und un=
nötige
Verteuerung aufgerichtet waren; das Mittel der Preisfeſtſetzung
geriet in die Hände der Warenerzeuger, die damit ſelbſtſüchtige Abſich=
ten
verknüpften, und bei den heutigen komplizierten Verhältniſſen, bei
denen Löhne und Gehälter, Rohſtoff= und Halbſtoffpreiſe, die umſtänd=
lichen
Wege des Handels und Verkehrs berückſichtigt werden müſſen, iſt
es für die Obrigkeit unendlich ſchwieriger, die Preiſe abzubauen, als in
ck.
den alten Zeiten.

Schlägereien in der Reichsbanner=Berſammlung.
Auf unſere Anfrage gibt uns das Polizeiamt Darmſtadt
über die Vorfälle bei der Reichsbannerkundgebung in der
Woogsturnhalle folgende Sachdarſtellung:
Am 13. November fand in der Woogsturnhalle eine Kund=
gebung
des Reichsbanners ſtatt, in der Major a. D. Anker über
das Thema Hitler auf der Anklagebank ſprach.
Die Verſammlung war ſtark überfüllt und mußte poli=
zeilich
geſchloſſen werden. Sie war nicht nur von An=
gehörigen
des Reichsbanners, ſondern auch von etwa 400 pöli=
tiſch
Andersdenkenden beſucht. Bereits vor Beginn der Ver=
ſammlung
kam es zu einem Zwiſchenfall, weil 2 Perſonen aus
dem Saal gewieſen wurden.
Vor der Woogsturnhalle bildeten ſich Anſammlungen von
Leuten, die nicht mehr eingelaſſen werden konnten, da der Saal
überfüllt war. Der kommuniſtiſche Landtagsabgeordnete Ham=
man
nahm die Gelegenheit wahr und verſuchte an die Menge
eine Anſprache zu halten. Dies wurde von der Polizei im
Hinblick auf das Verbot von Kundgebungen unter freiem Him=
mel
bei Nachtzeit unterbunden. Während der Ausführungen
des Major Anker kam es infolge von Zwiſchenrufen zu einer
Reihe von Zuſammenſtößen innerhalb des Saales. Es entſtan=
den
ſogar Schlägereien, bei denen Stühle als Waffen
benutzt wurden. Die Bereitſchaftspolizei griff energiſch ein,
wobei ſie auch von dem Gummiknüppel Gebrauch machen
mußte. Es gelang ihr, nachdem eine Reihe von Perſonen aus
dem Saal verbracht waren, die Ruhe wieder ſoweit herzuſtellen,
daß die Verſammlung zu Ende geführt werden konnte.
Da ſich vor dem Saal erneut eine größere Menſchenmenge
angeſammelt hatte, die dort Kundgebungen veranſtalteten,
räumte die Polizei den Woogsplatz und die anſchließenden
Straßen. Hierbei wurde von einzelnen Gruppen Widerſtand
geleiſtet. Vier Perſonen wurden ſiſtiert, zwei davon hatten im
Saal mit Stühlen geworfen, die beiden anderen ſollen die
Menge aufgefordert haben, der Polizei Widerſtand zu leiſten.
Die Siſtierten wurden nach Feſtſtellung ihrer Perſonalien als=
bald
wieder entlaſſen.
Sichergeſtellte und gefundene Fahrräder: Herrenrad,
Marke unbekannt, Nr. 51 109; Herrenrad, Marke Matador, Nr.
1151 123: Herrenrad, Marke Görricke, Nr. 718 306; Herrenrad,
Marke Saalburg, Nr. 178 680.

Zraune Spangenschuhe.
Zweifarb. Trotteurschuhe.

Herbstschuh.

Weitere Beispit
räftig. Rindbox-Knaben-
Stiefel, Gr. 36/39 7.85,
34/35 7.35, 31/33 6.85,
429/30 6.35, 27128
Mädchen-Lack-Spangen-
Schuhe, Gr. 34/35 6.85,
31/33 6.35, 29/30 5.85,
27128
Schwarze und braune
Kinderstiefel, 23/24 3.60,
3.85, Größe 25/e6 3.85,
Damen-Uberschuhe,
grau meliert
Damen-Kamelhaer- Um-
schlag
-Schuhe, Wolle mit
Baumwolle, Ledersohle

Und hierzu die billigen
Liwera-Strümpfe

8 ClE.
AG.
BURG
M.

Verkaufsstelle
Conrad Tack & Cie.

I.Bin.Sog
G. m. b. H.

DARMSTADT
Ludwigstraße U, Fernruf 2131

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 15. November 1930

Därnung vor Teppichhauſerhandiern.
Der Verband deutſcher Teppich= und Möbelſtoff=
händler
teilt mit:
In letzter Zeit ſind uns wieder eine Reihe Beſchwerden von Privat=
leuten
über den Hereinfall beim Kauf echter Teppiche von ſogenannten
Teppichhauſierern zugeleitet worden. Auch mußten wir dieſerhalb meh=
rere
Anzeigen bei den zuſtändigen Staatsanwaltſchaften wegen Betrugs
gegen Teppichhauſierhändler erſtatten. Faſt immer liegt hierbei der
gleiche Tatbeſtand zugrunde. Unter irgend einem Vorwand werden die
Privatleute von den Teppichhauſierern mit echten Orientteppichen auf=
geſucht
und unter Vorſpiegelung aller möglichen Behauptungen, die ſich
nachher als unwahr herausſtellen, zum Kauf von Orientteppichen veran=
laßt
. Die Teppiche werden meiſtens als beſonders wertvoll, antik oder
ſogar aus Schlöſſern ſtammend bezeichnet, und zu geradezu phantaſtiſchen
Ueberpreiſen angeboten. Nachher ſtellt ſich dann meiſtens heraus, daß
die Käufer einem aufgelegten Schwindel zum Opfer gefallen ſind und
umfangreiche Prozeſſe führen müſſen, um überhaupt wieder zu ihrem
Gelde zu gelangen. Auffällig iſt, daß auch hochgeſtellte Perſönlichkeiten
immer wieder auf die Schwindeleien dieſer fliegenden Teppichhändler
hereinfallen. Ein Beweis, mit welcher Raffineſſe dieſe Leute zu arbeiten
verſtehen. Die Schädigungen des Publikums ſind inzwiſchen ſo groß
geworden, daß die Reichsregierung ſogar dem Reichstag ein Geſetz zu=
geleitet
hat, welches für die Zukunft den Teppichhandel mit orientaliſchen
Teppichen verbietet. Da anzunehmen iſt daß die Teppichhauſierhändler
verſuchen werden, noch möglichſt viele Ware an den Mann zu bringen,
bis das vorbereitete Geſetz in Kraft tritt, iſt jetzt doppelte Vorſicht am
Platze. Wir warnen deshalb vor einem Ankauf von Orientteppichen bei
fliegenden Teppichhändlern, den ſogenannten Teppichhauſierern.

Skraßenberichk

Bildtelegraphie mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Am 16. November wird der Bildtelegraphendienſt zwiſchen
Deutſchland und den Vereinigten Staaten über London aufgenom=
men
. Zugelaſſen ſind Bilder jeder Art, die kleinſte noch zuläſſige
Höhe der Buchſtaben iſt 2 Millimeter, die der Zahlen 4 Millimeter.
Die Gebühr für das gem Bildfläche beträgt 165 Rpf., die Min=
deſtgebühr
für ein Bildtelegramm 247,50 RM. Auskünfte erteilen
die Poſtanſtalten.
Kriegerverein Darmſtadt. Die Monatsverſammlung er=
freute
ſich eines recht guten Beſuchs. Im geſchäftlichen Teil wurde
zunächſt der verſtorbenen Kameraden gedacht und deren Andenken
durch Erheben von den Plätzen geehrt. Anſchließend wurden die
Einladungen zur Provinzialtagung der Kb. und Kh. zu Darm=
ſtadt
am 9., zu der Denkmalsweihe der Train=Vereinigung 18
am 15. und 16. und zur Teilnahme an dem Gedächtnisgottesdienſt
für die Gefallenen im Weltkrieg am 23. d. M., vormittags 8 Uhr,
in der Stadtkirche ſeitens des Verbandes der Regimentsvereine
bekannt gegeben und die Kameraden aufgefordert, dieſen Ein=
ladungen
in recht großer Zahl nachzukommen. Sodann erfolgte
die Ehrung für Verdienſte um das Kriegervereinsweſen und lang=
jährige
Mitgliedſchaft, und zwar erhielten das Haſſia= Ehren=
kreuz
die Altveteranen Barth und Dr. Berchelmann, das Ab=
zeichen
für 40jährige Mitgliedſchaft die Kameraden
Klipſtein und Reitz, und für 25jährige Mitgliedſchaft
die Kameraden Nachtigall, v. Oettinger, Th. Schneider, W. Schnei=
der
, Kunkelmann, Güſſefeld, Schimpf, Süffert, Wenner und Kahl.
Muſterhafte Muſikvorträge und Rezitationen umrahmten die Ver=
anſtaltung
und boten eine recht angenehme Unterhaltung.
Orpheum Märchentheater. Auf die am Sonntag,
16. November, nachmittags 3.30 Uhr, ſtattfindende Kinderkomödie
Der Struwelpeter von Hermann Jobſt ſoll hier an dieſer
Stelle nochmals beſonders hingewieſen werden. Die ganz ent=
zückende
Einſtudierung verlebendigt im Traum uns das Hoff=
mannſche
Bilderbuch und zeigt ſo richtig, wie ein böſer Junge auf
den Weg der Beſſerung geführt wird. Kein Märchen ſorgt ſo für
Unterhaltung und Erziehung der Kleinen und Kleinſten, auch die
Erwachſenen werden dabei auf ihre Rechnung kommen, zumal die
Preiſe, von 30 Pf. an, ſo niedrig ſind, daß alle Eltern ihren Kin=
dern
mit dem Beſuch der Vorſtellung größte Freude bereiten. Vor=
verkauf
an den bekannten Stellen Hugo de Waal, Verkehrsbüro
und telephoniſch 389. (Siehe Anzeige.)
Finden Sie, daß der Stingelhans ſich richtig benimmt?
Dieſe überaus heitere Geſchichte am ſchönen Tegernſee in 3 Akten
von L. Meggendorfer, gelangt erſtmalig heute abend 8.15 Uhr
durch das treffliche Terofal=Enſemble zur Aufführung. Die Novi=
tät
, die in Nürnberg. München und in weſtdeutſchen Großſtädten
freundlichen Beifall fand, wird vermittels der vorzüglichen Dar=
ſtellung
des anerkannt beſten Bauerntheaters auch den Darm=
ſtädter
Freunden einen angenehmen und genußreichen Abend bie=
ten
. Das Gaſtſpiel währt nur noch einige Tage.
Gedenkfeier des Landestheaters für Siegfried Wagner im
Kleinen Haus am Sonntag, dem 16. November, vormittags 11.30
Uhr. An der Spitze der bereits bekannt gegebenen Vortragsfolge,
die neben einer Gedächtnisrede Tonſtücke von Richard und Sieg=
fried
Wagner bringt, ſteht das hier ſeit einer längeren Reihe
von Jahren nicht gehörte Siegfried=Idyll, Bekanntlich brachte
Richard Wagner dieſe herrliche Tondichtung ſeiner Gattin Coſima
zu ihrem Geburtstag am 25. Dezember 1870 als Huldigung und
Dank für den ihm geſchenkten Sohn dar. Für ihn und dich
durft ich in Tönen danken Wie gäb es Liebestaten hold’ren
Lohn? heißt es in dem Widmungsgedicht. Und ſo ſtellt ſich das
erſt ſpäter ſo genannte Siegfried=Idyll zugleich als ein einzig=
artiges
, erhabenes Wiegenlied für Siegfried Wagner dar. Das
zarte ſymphoniſche Gewebe baut ſich auf Themen auf, die der
Muſik zum Ring des Nibelungen entnommen ſind. Die Son=
nenſtrahlen
blicken auf die Wellen des lächelnden Sees, und mit
der ſüßen Ruhe in der herrlichen Natur harmoniſiert das heitere
Lächeln des ſpielenden Kindes, dem ſein großer Vater das wun=
derbare
Wiegenlied ſingt (Pohl). Die Gelegenheit, dieſes wun=
dervoll
abgeklärte Tonſtück, das weit höher zu bewerten iſt als
eine gewöhnliche Gelegenheitskompoſition, nach langer Zeit ein=
mal
wieder zu hören, dürfte allein ſchon viele Muſikliebende ver=
anlaſſen
, die Feier zu beſuchen, zumal der Eintrittspreis, der
lediglich die Unkoſten decken ſoll, auf nur 0,50 RM. angeſetzt iſt.

Heſſiſches Landeskheater.

Großes Haus Kleines Haus Samstag,
15, November 2022.45 Uhr
Die Herzogin von Chieago
Außer Miete zu halb Preiſen
Halbe Preiſe 0,505 Mk. 1517.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Heſſenlandmiete I, III,
Preiſe 1.206 Mk.
20, Ende vor 22 Uhr
Erſter Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Qua tetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
22.30, Ende nach 23.30
Klabund=Feier
Preiſe 1, 2, 3 Mk. Sonntag,
16. November 19 3022.15 Uhr
Die ſchöne Helena
Heſſenlandmiete IV,
Preiſe 110 Mk.
11.3013 Uhr
Siegfried=Wagner=Gedenhfeier
2022 Uhr
Der Glasſchrank
Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0.502 50 Mk. Montag,
17. November Keine Vorſtellung Keine Vorſtellung Dienstag,
18. November 20, Ende nach 22 Uhr
Der Barbier von Bagdad
A 8, T, Gruppe 5
Preiſe 110 Mr. 2022.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
T, Gruppe 1, 3 und 4
Preiſe 1.206 Mk.

Heſſiſches Landestheater. Eine Nachmittagsvorſtellung
Meine Schweſter und ich findet heute Samstag im Klei=
nen
Haus unter muſikaliſcher Leitung von Fritz Bohne mit der
erfolgreichen Premierenbeſetzung ſtatt. Kalmans Schlager= Ope=
rette
Die Herzogin von Chicago wird heute Samstag
im Großen Haus außer Miete bei halben Preiſen wieder=
wiederholt
. Infolge Erkrankung von Frau Harre wird die Titel=
partie
von Marga Mayer=Wiesbaden geſungen werden. Bei
der heute Samstag, um 22.30 Uhr, im Kleinen Haus ſtattfinden=
den
Klabundfeier werden Hermine Körner und Carl Ebert
Lyrik und Proſa von Klabund zum Vortrag bringen; Carl Wercks=
hagen
ſpricht einleitende Sätze über Klabund und die deutſche
Dichtung . Die Klabundfeier ſoll die Werbung des Vereins der
Freunde des Heſſiſchen Landestheaters unterſtützen; Mitglieder
des Vereins haben freien Zutritt. Offenbachs Operetet Die
ſchöne Helena gelangt morgen Sonntag im Großen Haus
unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler mit Bun=
ſek
. Walter. Pfaudler, Kuhn, Karzau. Ney, Vogt, Gallinger, Keß=
ler
in den Hauptrollen zur Aufführung. Die Heſſiſche
Spielgemeinſchaft gaſtiert morgen Sonntag im Kleinen
Haus mit Heinrich Rüthleins unterhaltſamer Lokalpoſſe Der
Glasſchrank bei kleinen Preiſen.

für die Woche vom 16. bis 22. November 1930.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hanptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Kirchheimbolanden Weſthofen (Ortsdurchfahrt Flomborn in der
Richtung Weſthofen) vom 31. 11. bis 15. 12. geſperrt. Umleitung:
Eppelheim.
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: EichenOſtheim.
GrünbergGießen (Ortsdurchfahrt Grünberg) vom 1. 9. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Londorferſtraße in Grünberg.
FriedbergHanau zwiſchen IlbenſtadtKaichen vom 18. 9. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Aſſenheim-Bönſtadt-Kaichen.
BüdingenGelnhauſen vom Abzweig nach Vonhauſen bis zum Ab=
zweig
nach Haingründau bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Von=
hauſen
, Diebach a. Haag, Alt= und Neuwiedermus, Nieder=Gründau.
FriedbergWetzlar (zwiſchen Pohlgöns-Niedergleen bis zur Lan=
desgrenze
) vom 6. 10. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Langgöns
Frankfurter Straße in Vilbel vom 16. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Nieder=Erlenbach-Harheim-Bonames.
GrünbergHungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Ortsſtraße an der neuen Schule vorbei.
Klein=Linden-Wetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Garbenheim-DorlarAtzbach
HeuchelheimGießen.
NiederdorfeldenGronau vom 6. 11. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: von Niederdorfelden: nach Frankfurt a. M. über Bergen, nach
Friedberg über Rendel, Klein=Karben. Umleitung: von Gronau nach
Frankfurt a. M. über Vilbel. Nieder=Erlenbach, Harheim, Bonames.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Auerbach-Balkhauſen (Ortsdurchfahrt Auerbach, vom Eingang der
Ludwigſtraße bis zum Rathaus) vom 10. 10. bis 22. 11. geſperrt. Oert=
liche
Umleitung.
Lampertheim-Hüttenfeld am Uebergang 2 der Bahn Mannheim
Frankfurt am 18 November von 716 Uhr geſperrt. Umleitung: Bahn=
übergang
19.
Mainz=Zahlbach-Mainz=Bretzenheim in dieſer Richtung vom 28. 10.
auf drei Wochen geſperrt. Umleitung: Von der Straße Wildgraben
in Mainz=Zahlbach durch die Lanzelhohl und Römerſtraße.
Ortsdurchfahrt Sprendlingen (Rhh.), St. Johanner Straße, vom
11. November bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Wolfsheim, Gau=
Weinheim, Wallertheim, Gau=Bickelheim.
Freilaubersheim-Hackenheim Klm. 36,038,35 vom 10. November
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: VolxheimWöllſtein.
NösbertsGrebenhain vom 1. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umlei=
tung
: Weidmoos
Ortsdurchfahrt Wieſeck vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Rödgen und LollarDaubringen.
Grund=Schwalheim-Bad=Salzhauſen vom 18. 9. bis auf weiteres
geſperrt Umleitung: Unter=WiddersheimSteinheimRodheim a. d.
Horloff-Nidda.
Butzbach-Hochweifel vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Nieder=WeiſelOſtheim.
GießenDaubringen vom Abzweig der Straße Gießen-Lollar bis
Daubringen vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lollar=
Großen=Buſeck.
Das sind
ie Pachungen
Husten, Heiserkeit,
Katarrh bewährten
Caramellen
44Z
Brusl
O
Kaiser
Prhältlich In Apothoken, Drogerlen und wo Plakate sichtbar.

Zum Abban der Karkoffelpreiſe.
In Preſſemitteilungen iſt von intereſſierter Seite ausge=
führt
worden, daß eine Senkung der Preiſe für Speiſe=
kartoffeln
von einer vorherigen Senkung der Kartoffel=
frachten
abhängig gemacht werden müßte. Von zuſtändiger
Seite erfahren wir, daß die Wagenladungsfrachten für
1 Zentner Speiſekartoffeln nach den derzeitigen Gütertarifen
z. B. beim Bezug
von Lengfeld nach Mainz.,
0.,12 RM.
Groß=Umſtadt nach Mainz
0.12
Freinsheim (Pfalz) nach Mainz 0.13
Magdeburg nach Mainz . . . . 0,51
alſo im Durchſchnitt 0,22 RM. für den Zentner betragen. Die
genannten Orte liegen 57 bis 461 Kilometer von Mainz entfernt.
Unter Zugrundelegung eines Großhandelspreiſes von 2,50
RM. für den Zentner beträgt der Frachtanteil durchſchnittlich
alſo nur 9 Prozent. In den Kleinhandelspreis von 3 RM. für
den Zentner, der nach den Mainzer Wirtſchaftsberichten in Mainz
durchſchnittlich gezahlt wird, beträgt der Frachtanteil für die ge=
ſamten
Beförderungsſtrecken ſogar nur 7.1 Prozent. Selbſt eine
20prozentige Frachtſenkung würde wenn ſie trotz der finan=
ziellen
Lage der Reichsbahn durchführbar wäre die Fracht=
koſten
von 0,22 RM. nur auf 0.18 RM. ſenken. Der Frachtanteil
am Großhandelspreis würde ſich alſo von 9 Prozent nur auf 7.2
Prozent ſenken, und ebenſo der Frachtanteil am Kleinhandelspreis
von 7 Prozent auf 6 Prozent.
Der Hausfrau wird alſo eine Preisſenkung, wenn ſie von
niedrigeren Frachten abhängig gemacht werden ſoll, ſelbſt bei
einer erheblichen Frachtenkürzung von 20 Prozent nur 4 Pfennige
Erſparnis auf den Zentner Kartoffeln bringen. Die zur Preis=
ſenkung
berufenen Kreiſe müßten ſich alſo ſchon überlegen, wie
durch andere Maßnahmen die Kartoffelpreiſe geſenkt werden
können.
Der Skiclub Darmſtadt=Odenwald hatte die Anhänger des
Weißen Sports zuſammengerufen, um einen Lichtbildervortrag
des bekannten Sportſchriftſtellers C. L. Luther=München an=
zuhören
. Der Name dieſes vielſeitigen Sportsmannes und Mei=
ſterphotographen
hatte Zugkraft genug, trotz Unterlaſſens jegli=
cher
Reklame die Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums zu
füllen; in zweiſtündigem Vortrag, der von einzigartig ſchönen Bil=
dern
begleitet war, führte der Redner ſeine Zuhörer durch die
Pracht der winterlichen Landſchaft und zeigte ihnen die weiße
Höhenwelt, die er ſo innig liebt, ſo gründlich kennt und ſo pla=
ſtiſch
zu ſchildern weiß. Während die Niederungslandſchaft, ſo
führte Luther aus, in der kalten Jahreszeit durch Dunſt und
Nebel vom Sonnenlicht abgeſperrt iſt, liegt droben in den Höhen
eine helle, ſonnendurchſtrahlte Welt der Freude, die ſich dem
Menſchen erſt recht erſchloß, als der Ski in unſeren Breiten be=
kannt
wurde; erſt der Ski machte die winterliche Gebirgswelt
zum Paradies für den naturfrohen, lichtliebenden Sportmenſchen
der Jetztzeit. Luther illuſtrierte ſeine Ausführungen mit einem
reichen Lichtbildmaterial aus der Wunderwelt des Schnees, und
zeigte, was der aufmerkſame Photograph, der ſeine Strahlenfalle
mit offenem Auge und feinem Gefühl handhabt, ſelbſt aus der
einfachſten Landſchaft herausholen kann; er erläuterte an inſtruk=
tiven
Beiſpielen, wie man durch glückliche Wahl der Ausſchnitte
aus ein und derſelben Aufnahme zu den verſchiedenartigſten Bild=
wirkungen
gelangt; er zeigte, wie dankbar ſelbſt die beſcheiden=
ſten
Motive ſind, die der durchſchnittliche Amateurphotograph als
ſolche gar nicht anſprechen würde, und da er hierzu auch photo=
graphiſch
=techniſche Erläuterungen gab, bot er nicht nur einen
Sportvortrag ſchlechthin, ſondern gleichzeitig eindrucksvolle licht=
bildneriſche
Belehrungen und Anregung, die den Photographen
unter den Skiläufern (und das dürfte die Mehrzahl ſein!) in der
kommenden Sportzeit ſehr wertvoll ſein dürfte. Weil die Skiläu=
fer
zur Sommerszeit faſt durchweg dem Kanuſport huldigen,
fügte Luther zum Schluß noch einige hübſche Bilder aus der Welt
des Waſſerwanderns hinzu, die gleich dankbar aufgenommen
wurden.
Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Die erſte Wiederholung der
erfolgreichen Neueinſtudierung von Rüthleins Glasſchrank
findet am kommenden Sonntag 16. November, 8 Uhr, bei
kleinen Preiſen im Kleinen Haus ſtatt. Da der Vorverkauf ſchon
ſtark eingeſetzt hat, empfiehlt ſich rechtzeitige Kartenbeſchaffung.
Mittellos aufgegriffen. Am 12. November wurde in einer
bieſigen Schule ein Mädchen aufgegriffen, das nicht zu bewegen
war, Angaben über ſeine Perſon und ſeine Herkunft zu machen.
Das Mädchen wurde deshalb in das Stadtkrankenhaus verbracht
und dort in Gewahrſam genommen. Inzwiſchen konnte feſtge=
ſtellt
werden, daß es ſich um die 16jährige H. B., Tochter eines
Lederwarenhändlers, aus Magdeburg handelt. Das Mädckzen war
in einem Heim in der Nähe Darmſtadts untergebracht, wo es
durchgegangen war.

Aus dem Gerichksſaal.

Aw. Ein paar nette Früchtchen ſaßen am 7.
klagebank des Bezirksſchöffengerichts. Ein 22i75
ner und ein 25jähriger Bäcker, beide
arbeitslos, fingen im Frühjahr an, ſich durch 9.
Geld zu beſchaffen, angeblich um ihren Hungen
neten ſich mit Sperrhaken die Türen, meiſt war
Dienſtmädchen, und ſuchten in Schubladen um
kiſſen, bis ſie mehr oder weniger wertloſe Gege
an ſich nahmen. Der älteſte, der entſchieden em
malen Eindruck macht er iſt von einer au
ſchwätzigkeit und ſcheint nicht viel Hemmunger;
ſchuldigt den zweiten, der zu allem angeleij=
andere
beſchuldigt ihn. Er überreicht dem Vorf
Liſte ihrer Straftaten, und es ſtellt ſich hera,
genau Buch geführt hatte, wie ſein Kumpam
lernten dann einen 20jährigen Bauſchloſſer ken:
zur Anfertigung der Sperrhaken gerade recht
ein paar Mal mitgenommen wurde. Sie verſi.
Auto zu holen, denn der Bäcker hatte anſchein=
denſchaft
fürs Autofahren, wie der junge Schl
des Auto geſehe hot, war er ganz ſchlächt
doch von ihrem Vorhaben ab, da ſie vor erin
den Polizeiſtreife Angſt bekamen. Der Sta
antragt alle drei wegen fortgeſetzten:
lichen Einbruchsdiebſtahls zu beſtra=
Schreiner mit einem Jahr und vier Mona=
der
anſcheinend am wenigſten beteiligt war,
ein einfacher Diebſtahl hinzukommt, mit einenn
ten und zwei Wochen, und den Bäcker, der ihm
erſcheine, mit einem Jahr und fünf Monaten,
ger des Schloſſers iſt der Anſicht, daß man diäſ
des einfachen Diebſtahls und im übrigen wegeer
könne, den er ſei von den beiden anderen veme
ſolle in Anbetracht ſeiner Jugend auf eine mögs
erkennen und den Haftbefehl aufheben. Das E.
beiden Aelteren zu je einem Jahm=
naten
Gefängnis, wobei bei dem Schreä
3 Wochen Unterſuchungshaft in Abrechnung kom
ben einen gemeingefährlichen Charakter haue
beſtraft werden müſſe. Der Jüngſte erhärl
und einen Tag Gefängnis, abzüglich eijen
ſuchungshaft, da er ja zwar weniger aktiv, ch
täter handelte. Der Haftbefehl gegen ihn rin

Feſtnahme eines Sittlichkeitsverbreche-3
1930 zwiſchen 17 und 18 Uhr, wurde im Fraute
ein fünfjähriges Mädchen von Spaziergängen
verletzung angetroffen. Das Kind gab an, voo
einem Meſſer geſtochen worden zu ſein. Nach
in Frankfurt a. M. der Arbeiter Wilhelm 7
alt, als der Tat dringend verdächtig feſtgen m
iſt geſtändig und hat nach eigenen Angabem=
Wald gelockt und dort unzüchtige Handlunse
nommen. Da das Kind geſchrieen hat und S
deckt zu werden, hat er dem Kind den Mund
ſeinem Taſchenmeſſer ihm einen Stich in den
ſeinen weiteren Angaben hatte er die Abſicht.48
Die Unterſuchungsbehörde ſteht auf dem Stam
berger auch anderwärts gleichartige oder ähmiS
gangen hat und teilt mit, daß er ſich Anfang Ah
Worms, Mannheim, Heidelberg, Weinheim,
ſtadt und Langen auf Wanderſchaft befundern
Mitteilungen werden bei der Kriminal=Sei
Hügelſtraße 3133, Zimmer 3, entgegengenom.),
Eigentümer geſucht= Durch die Krimirnnt
wurde am 12. November 1930 ein heller Trama)
ſchlagnahmt, der vor etwa 4 bis 5 Monaten mnd
Alexanderſtraße, im Gelben Höfchen, aus an
Perſonenkraftwagen geſtohlen worden iſt. E
werden gebeten, den ſichergeſtellten Mantel Rin
auf Zimmer 2, einzuſehen und gegebenenfa. /=
nehmen
.
Diebſtahl von Fahrrädern und Fahrraun
vember ein Herrenrad, Marke Frankold, Fa rſ
7. 11. ein Herrenrad ohne Markenaufſchrift, 14
hellblauem Steuerkopf; am 7. November ein
Saalburg, Fabr.=Nr. 160 976. Am 12. Novemor
lenſchwimmbad von einem Fahrrad eine Em
Berko entwendet; am gleichen Tage aus de nſ
beſchule in der Karlsſtraße von einem Fahmei
Fahrradlampe, Marke Berko.
Wegen Diebſtahls im Kaufhaus Ehaw n!
riges Hausmädchen aus Darmſtadt feſtgenomme
richtigen Perſonalien feſtgeſtellt waren ſi
den Namen L. Schmidt beigelegt wurde ſi /01
Fuß geſetzt.
Lokale Veranſtalkungen.
Vortrag im Heylshof. Am Di ag.
vember wird im Heylshof, Weyprechtſtraße ſrau
Staff einen Vortrag mit Lichtbildern halten, enn
die Arbeit des Frauenbundes der Kolonialgeſſ0M
und Oſtafrika haben wird. Die ſympathiſche Minn
reiche intereſſierte Zuhörerinnen finden, um H.9
zeigten Lichtbilder von ihr ſelbſt aufgenommen
Krieger= und Militäverein N0
ſtadt. Wir machen unſere Kameraden nochmalul
die am 16. November, vormittags ſtattfinn
weihung der Großh. Heſſ. Train=Abteilung 2
zeige.)
Biochemiſcher Verein Darmſiu
unſerer Ernährung iſt das Thema des Lich-
Montag, dem 17. November, im Fürſtenſaal
trag ſoll gezeigt werden, was beachtet werden
unſere Ernährung krankheitsverhütend wirke
man kann ruhig ſagen, daß ein ſehr großer TraMe1
Beſchwerden auf fehlerhafte Ernährung zurück.u:5
deshalb für jedermann wichtig, daß er die k5n
flüſſe unſerer Nahrungs= und Genußmittel k aun
wie er Ernährungsſchäden verhüten und beſeit zu
mediziniſche Wiſſenſchaft erkennt die Grundſä=e
mer immer mehr an. Alle Freunde einer gne
gemäßen Lebensweiſe ſind herzlich eingeladem
tigen Anzeigenteil.
Brauerei Schul, Schloßgaſſe.=
und Sonntag, den 16. November, findet in elin
Metzelſupp und Konzert ſtatt, ausgeführt vruche
des Städt. Orcheſters. Bekannt gute Küche /9
Im Hotel=Reſtaurant Poſt anz?
det heute und morgen Spezial=Wildeſſen ſtat.
chende Preiſe bei erſtklaſſiger Qualität und
8 Uhr abends Konzert im großen Reſtauration?
den Tagen. (Siehe heutige Anzeige.)
Kunſtnokizen.
Ueber Werte, Künffler oder künffieriſche Veranſtaltungen, deren im.
geſchieht. behält ſich die Redaltion ihr Art-
Märchentheater Perkeo. Mo 1
unſerer Jugend ein großer Genuß geboten din
reizenden Märchens mit Geſang und Tanz 9
tel. Viele Worte der Empfehlung bedarf .
die beiden erſten Vorſtellungen des Volksthe‟
ſen, daß dasſelbe gewillt und imſtande iſt, unſ
freunden angenehme, genuß= wie auch lehrrel
ten. Wir wünſchen der Direktion beſten Eric
gend einen vergnügten Nachmittag. Kartende-
im
Perkeoſaal.
Tageskalender für Samstag, den 15. N
Heſſ. Landestheater, Großes Haus,
Kleines Haus, H
zogin von Chicago".
Meine Schweſter und ich. 20 Uhr: I.
des Schnurrbuſchquartetts. 22.30 Uhr
Orpheum, 20.15 Uhr: Finden Sie, Ve=
ſich
richtig benimmt? Konzerke
Oper, Zum Datterich, Reſt. Bender, Maxill.
niſche Bodega. Kinovorſtellunge
und Palaſt=Lichtſpiele Städt. Saal
tätigkeitskonzert. Rummelbräu,
feier. Städt Akademie für 20*
Oeffentlicher Vortrag.

[ ][  ][ ]

Samstag, den 15. November 1930

Seite 7

4. Nov. Gefallenen=Ehrung. Zu Ehren
verſtorbenen Kameraden veranſtaltet die Ortsgruppe
uhsbundes der Kriegsbeſchädigten, Kriegsteilnehmer
Tiebenen alljährlich am Totenſonntag auf dem Fried=
Teilnahme der geſamten Bevölkerung eine Toten= Ge=
ziar
in dieſem Jahre beginnt, wie immer, nachmittags
eſes Mal hat der Männergeſangverein Liederzweig
Veiſe ſeine Mitwirkung zugeſagt. In anerkennens=
arnt
auch die Kapelle Anthes wieder an der Feier
13. Nov. Neues Gemeinderatsmitglied.
chorbenen Gemeinderats Gußmann tritt nach der Vor=
mdwirt
Jakob Joſt in den Gemeinderat ein.
6. 13. Nov. Todesfall. Spengler und Inſtalla=
ff 1. iſt im Alter von 76 Jahren geſtorben. Der
nckaltet unter Leitung von Kapellmeiſter Lutz am
ag im Rheiniſchen Hof ein Inſtrumentalkonzert.
3 Nov. Weihnachtsfeier. Der Spar= und Koh=
w
.ia beſchloß in ſeiner Hauptverſammlung die Ab=
ſa
Weihnachtsfeier am 13. Dezember, die von Muſik=,
Lvorträgen umrahmt werden ſoll. Die Ausgabe von
mit Rückſicht auf die geldarme Zeit fallen gelaſſen.
4rennmaterial zum Geſtehungspreis berechnet werden
jer ſind gleichmäßig behandelt. Weiter wurde beſchloſ=
us
kürzlich verunglückten Bergleute 50 Mark zuzufüh=
kahnomnibus
. Das hier aufgetauchte Gerücht
zr enſtoß des Reichsbahnomnibuſſes mit einem Laſtauto
y traße Roßdorf-Darmſtadt entbehrt jeglicher Grund=
ſer
jedoch die ſchlechten Straßenverhältniſſe auf der
1niHabitzheim erwähnt. Wer dieſe Fahrſtrecke ein=
arn
ſich ein Bild davon machen, welche Schwierigkeiten
ſt mitzumachen hat und in welcher Weiſe das Fahrzeug
llcilfe wäre am Platze.
Murmſtadt, 14. Nov. Autounfall. Auf der Provin=
Amſtadt nach Eberſtadt verunglückte in den geſtrigen
Spengler und Inſtallateur Maul aus Darmſtadt
9rſonenkraftwagen. Der Lenker des Wagens fuhr an
ian Straßenecke gegen einen Chauſſeebaum, der Wagen
ſur nzende Wieſengelände und muß ſich dabei überſchla=
r
ſtand nach dem Unfall in Richtung Nieder=Ramſtadt.
ut Beſchädigungen des Autos ging der Unfall für den
clich ab. Anſcheinend hat er nur kleine Hautabſchür=
manen
. Odenwaldklub. Das diesjährige Deko=
it
mm Samstag, den 15. d. M., im Saale des Klub=
H mr Poſt, ſtatt.

üüken des Skandesamts Darmſtadt.
Em 5. Nov.: Eiſenbahn=Oberſekretär i. R. Wilhelm
zhnſinoſtraße 12: Reinhold Johann Keil, 1 Monat,
Eliſabeth Cläre Baſtian geb. Berg, 80 J., Witwe
üBenſtr. 14. Am 6. Nov.: Margarete Delp geb.
itwe des Privatiers, Hamburg, hier Erbacherſtr. 25,
eusarete Delp geb. Mahr, 82 J., Witwe des Schuh=
inter
Str. 19. Am 6. Nov.: Wilhelm Matthes,
Ayn Ober=Ramſtadt, hier Erbacher Straße 25. Am 4.:
u Shriſtian Seelbach, 18 J., ledig, Hermannſtraße 5.

hufhaus Ein

ſſtyeberſekretär i. R. Johann Otto, 72 J., Gutenberg=
Hiler Johann Heinrich Kern II., 56 J., von Schlierbach
hier Erbacher Straße 25. Am 9.: Anna Katharina
e 77 J., Ehefrau des Schreiners, Landwehrſtraße 39;
r geb. Lotz, 66 J., Ehefrau des Zugführers i. R.,
59. Am 8.: Gaſtwirt Oswin Petzold, 51 J., von
ſiier Erbacher Straße 25. Am 9.: Privatmann Franz
Theenemann, 79 J., Rhönring 30; Landwirt
75 J., Oſannſtraße 47. Am 10.: Eiſenbahnarbeiter
. 4 J., Roßdörfer Straße 17; Suſanna Crößmann
Ehefrau des Buchhalters, Rhönring 52; Hermann
23 J., ledig, Reinheim (Kreis Dieburg), hier Her=
garl
Herbext, Schüler, 10 J., von Groß=Zimmern,
ſee.. Am 11.: Schuhmacher Nikolaus Walter, 75. J.,
M: Margarete Manl, ohne Beruf, ledig, von Bicken=
Msreim), hier Grafenſtraße 9. Am 11.: Emilie Luiſe
ever, 74 J., Ehefrau des Oberſten a. D., Hobrechtſtr. 8;
ATing, Rechtskonſulent, 57 J., Kaupſtr. 52; Schmied
kann, 63 J., von Zwingenberg (Kreis Bensheim), hier

Kirchliche Nachrichken

5mntag nach Trinitatis (16. November),
Svangeliſche Gemeinden.
. Samstag, 15. November, abends 8.30 Uhr: An=
ftug
16. Nov vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kle=
1115 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lau=
Der Abendgottesdienſt fällt aus wegen des Kir=
Abends 6 Uhr: Aufführung der Deutſchen Meſſe
ſedelsſohn durch den Kirchenchor von Ludwigs=

ſeſiſt wochentags von 94 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Wegen Wiederherſtellungsarbeiten geſchloſſen.
ge. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
uenſaal im Schloß. Dienstag, 18. Nov., abends
eu=vereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch,
u, 22. Nov nachm. 24 Uhr: Handarbeitsſchule
de. Freitag, 21 Nov., abends 8 Uhr: Jugend=
Stadtgemeinde, Poſaunenchor. Samstag. 22.
Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde,
aais (Kiesſtraße 17). Sonntag, 16. Nov., vorm.
hndergottesdienſt der Stadtkapelle. Pfarrer Vogel.
eer: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
wer Schloßgemeinde. Montag, 17. Nov., abends
bund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung).
ſaov., abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche.
Enigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung)
ia ung der Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.).
. Nov., nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadt=
Awends 6 Uhr; Bibelſtunde. Pfarrer Heß.
r: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche.
Wer Markusgemeinde (ält. Abteilg.) Mädchen=
Reformationsgemeinde (ältere Abteilung)
Frauenverein der Lukasgemeinde. (Guſtav= Adolf=
herstag
, 20 Nov., abends 8 Uhr: Frauenverein
umde (Nothilfe=Kreis) Jugendbund der Lukas=
Meke Abteilg.). Freitag, 21. Nov., abends 8 Uhr:
er Stadtgemeinde. Jugendbund der Markus=
ere
Abteilung). Jugendbund der Kaplanei=
Duangen an Auswärtigen: Pfarrer Vogel.
eße durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonen=
nger
Straße 21: Fernſprecher 2883.
Nrhrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorder=
Sprechſtunden vormittags von 10 bis 12 Uhr und
Mßer Samstags) von 5 bis 6 Uhr. Fernſpr. 4584.
Te Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Landes=
Heats. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Noe Weſt. Pfarrer Beringer. Abends 6 Uhr:
Non, abends 8 Uhr; Bibelſtunde im Mar=
e
1: Vergebung der Sünden. Abends 8 Uhr:
n/ Gemeindehaus. 1. Moſe 1.
meinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag,
P 8 Uhr. im Martinsſtift: Kirchenchor; im Ge=
Agendvereinigung. Donnerstag. 20. Nov., abends
runsſtiſt: Mädchenvereinigung Oſt; im Gemeinde=
Fereinigung Weſt: Mauerſtraße 5: Poſaunenchor.
Jh abends 8 Uhr. im Martinsſtift: Mütter=
u
Demeindehaus: Mütterabend (Weſt); Jugend=
ſlltere
Abteilung).
Mlische Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
We, 1.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Montag, 17.
Nr: Helferſitzung des Südhezirks. Abends
Stndoor und Mütterabend. Mittwoch. 19. Nov,
Sdelſtunde im Gemeindehaus Pfarrer Goethe.
J Nop, abends 8 Uhr: Vortragsabend des

Berkehrsverhälkniſſe im Fiſchbachkal.
Man ſchreibt uns: Wenn man die Verkehrsverhält=
niſſe
unſeres Fiſchbachtales, das eine der ſchönſten Ge=
genden
des nördlichen Odenwaldes erſchließt, näher betrachtet, ſo
kommt man zu dem Ergebnis, daß ſie in keiner Weiſe mehr den
heutigen Erforderniſſen entſprechen. In dankenswerter Weiſe hat
zwar die Reichspoſt eine gut funktionierende Kraftpoſtlinie
bis Steinau und im Sommer bis Lützelbach eingelegt, die Ver=
bindung
krankt aber daran, daß ſie in Groß=Bieberau
vorzeitig abgeſchnitten iſt, während die naturgemäße
Linienführung doch die wäre, daß man bis zum Bahnhof nach
Reinheim fährt, an die Hauptbahnlinie, die ſowohl
nach Darmſtadt wie in der Richtung nach Wiebelsbach=Heubach
Anſchluß hat, dann aber auch, was nicht minder bedeutungsvoll
iſt, den unmittelbaren Verkehr nach der Kreisſtadt Dieburg ganz
weſentlich erleichtert. Der Grund dieſer unzulänglichen Linien=
führung
ſoll darin liegen, daß die Süddeutſche Eiſen=
bahngeſellſchaft
der Weiterführung bis Reinheim Wider=
ſpruch
entgegenſetzt. Eine ſolche einſeitige Einſtellung
mag vom egoiſtiſchen Standpunkt dieſes Bahnunternehmens aus
verſtändlich ſein, den allgemeinen Verkehrsintereſſen
unſerer ſchnellebigen Zeit entſpricht ſie in keiner
Weiſe mehr. Es geht wirklich nicht an, daß die beteiligten
Gemeinden jedes Jahr mit einem großen Fehlbetrag herange=
zogen
werden, weil ein Privatunternehmen wie die Süddeutſche
Eiſenbahngeſellſchaft ſich einer zeitgemäßen Entwicklung hemmend
in den Weg ſtellt. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die
Kraftvoſtlinie Fiſchbachtal ein Vielfaches des jetzigen Verkehrs
aufweiſen wird, wenn der naturgemäße Anfangs= und Endpunkt
in Reinheim=Bahnhof anſtelle der jetzigen unzweckmäßigen End=
ſtation
Groß=Bieberau gewählt wird. Dringend zu wünſchen wäre
es, wenn die für die Entwicklung eines zeitgemäßen Verkehrs in
unſerem ſchönen Odenwald zuſtändigen Stellen ſich einmal die
Verkehrsverhältniſſe unſeres Tales näher anſähen. Sie kommen
ſicherlich zu dem Ergebnis, daß hier mit aller nur denk=
baren
Beſchleunigung grundlegend Wandel ge=
ſchaffen
werden muß.
Nieder=Ramſtadt, 13. Nov. Am Sonntag, den 16. November,
unternimmt die hieſige Ortsgruppe des Junglandbundes und der Nei=
tergruppe
einen Spaziergang nach Traiſa mit anſchließender gemüt=
licher
Unterhaltung bei Muſik und allerlei Darbietungen im Gaſthaus
Zum Heſſiſchen Hof (Beſitzer Mitglied Walter).

führt ab, es wirkt sehr
milde, versuch es, und
BiGDu bist im Bilde

Männervereins im Gemeindehaus. Pfarrer Meier= Salzkam=
mergut
.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.305 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. Vor=
mittags
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen. Dienstag, 18. Nov., abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch 19. Nov., abends 8.15 Uhr: Ge=
meindeabend
. (Paul=Gerhardt=Abend.) Donnerstag, 20. Nov.,
abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarrer Irle. Kollekte für evangeliſche Gemeinde=
häuſer
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, 16. Nov., abends 8.15
Uhr: Jugendvereinigung. Montag, 17. Nov., abends 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung. Mittwoch, 19. Nov., abends 8 Uhr:
Bibelſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus über Perſon
und Briefe des Johannes, Pfarrer Weiß. Für den Weſtbezirk
im Bibelſtundenſaal der neuen Trainkaſerne über Warum und
wozu Evangelium? Pfarrer Irle. Donnerstag, 20. Nov.,
abends 8 Uhr: Mütterabend. Abends 8.15 Uhr: Mädchen=
vereinigung
: Heimabend der Gruppe II. Freitag, 21. Nov.,
abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8.30 Uhr: Kirchenchor,
Samstag, 22. Nov., abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr= Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 16. Nov., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 17. Nov., abends 8 Uhr: Jugend=
bund
. Dienstag, 18. Nov abends 8 Uhr: Kirchenchor,
Mittwoch, 19. Nov. abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Müller.
Donnerstag, 20. Nov abends 8 Uhr: Mütterabend.
Jugendbund. Freitag, 21. Nov., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Samstag, 22. Nov., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Hickel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Evang. Sonn=
tagsverein
: Nachm. 4 bis 7 Uhr Vereinsſtunden. Donners=
tag
, 20. Nov., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Bringmann. Abends 8 Uhr: Eltern=
abend
mit Vortrag von Herrn Stadtmiſſionsinſpektor Bring=
mann
. Thema: Was Eltern von den ſittlichen Nöten und Ge=
fahren
ihrer großen und kleinen Kinder wiſſen müſſen. Eintritt
frei! Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. Abends
8.30 Uhr: Kriegerdankbund. Dienstag, nachmittags 4 Uhr:
Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor. Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Bringmann. Freitag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger=
ſtraße
80. Prediger Bringmann. Samstag, abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr 24). Sonntag, nachm. 2.30
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer Nachm. 4.45 Uhr:
Bibelbeſprechung für junge Mädchen. Dienstag, abends 8.30
Uhr: Jugendbundſtunde für junge Mädchen. Prediger Bring=
mann
. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.15
Uhr: Freundeskreis für junge Männer. Donnerstag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links), Sonntag, 16. Nov., nachm 3 Uhr:
Zwangloſes Beiſammenſein. Abends 8 Uhr in der Aula des
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karlsſtraße 2: Männervortrag von
Herrn Dr. Happich: Die ſexuelle Not. Mittwoch, 19. Nov.,
nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde. Abends 8.30 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Donnerstag, 20. Nov abends 8.30 Uhr: Jungvolk=
Abend. Freitag, 21. Nov., abends 8.15 Uhr: Turnen in der
Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule.
B.=K. Darmſtadt, im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Alexander=
ſtraße
22. Samstag. 15. Nov., nachm. 4 bis 5.30 Uhr: Spielen
und Singen, anſchließend Andacht. Sonntag, 16 Nov.: Tages=
fahrt
in den vorderen Odenwald. Treffen 9 Uhr Tierbrunnen.
Mittwoch, 19 Nov., abends 8 Uhr: Treuburg im Heim. Don=
nerstag
, 20. Nov., abends 8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Die Chriſtengemeinſchaft. (in der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße). Sonntag, 16. Nov vorm. 10 Uhr:
Menſchenweihehandlung mit Predigt. Vorm. 11.20 Uhr: Kinder=
Sonntagshandlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 16. Nov., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Abends
8.15 Uhr: Jugendſtunde. Mittwoch, den 19. Nov abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 21. Nov., abends 8.30 Uhr:
Gebetsſtunde.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag vormittag Kin=
derunterricht
, abends Lichtbildervortrag. Montag Heimabend.
Mittwoch Tabeaabend. Freitag Elternverſammlung.
Samstag, vormittag von 9.3011.30 Uhr: Sabbatſchule und
Predigt. Nachmittags Jugendſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian. Science
Society). Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3. Gottes=
dienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm.
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündi=
gung
. Mittwoch. abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. Freitag,
abends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
, Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. Sonntags, vormittags
10 Uhr: Kinderverſammlung.
Methodiſtengemeinde (Evang. Freikirche) Wendelſtadtſtr. 38.
Sonntag, 16. November, vormittags 11 Uhr; Sonntagsſchule,

Aa. Nieder=Ramſtadt, 14. Nov. Autobus=Genoſſenſchaft.
Ueber das Vermögen der Nieder=Beerbacher Autobus=Genoſſenſchaft G.
m. b. H. iſt das Konkursverfahren eröffnet worden. Die Genoſſenſchaft
betreibt bekanntlich die Omnibuslinie DarmſtadtEberſtadtMühltal
Nieder=Beerbach.
G. Ober=Ramſtadt, 14. Nov. Gemeindeabend. Am Sonntag,
den 16. November, findet im Saale Zum Löwen der erſte evangeliſche
Gemeindeabend für dieſen Winter ſtatt, in deſſen Dienſt ſich die Jugend=
vereine
geſtellt haben. Nach den vorjährigen Gemeindeabenden zu ſchlie=
ßen
, werden auch jetzt wieder die Jugendvereine ihr Beſtes hergeben
und einige erhebende und frohe Stunden bereiten.
Gernsheim, 14. Nov. Waſſerſtand des Rbeins am
13. November 2,21 Meter, am 14. November 1,97 Meter.
Hirſchhorn, 14. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
13. November 1,56 Meter, am 14. November 1.48 Meter.

* Mainz, 14. Nov. Chronik. Das Dornierflugboot
Do. 8 überflog auf ſeiner Fahrt nach Holland Mainz. Do. S‟
iſt eine der neueſten Konſtruktionen der Dorniermetallbooten. Das
Flugboot hat dier Motore, eine Flügelſpanne von 31 Metern und faßt
bequem 25 Fahrgäſte. Von Holland aus wird das Flugboot nach Paris
überführt, wo es auf der am 27. November beginnenden internationalen
Luftfahrtausſtellung in Paris ausgeſtellt werden ſoll. Im öſtlichen
Rheinheſſen ſind in der Nierſteiner Gemarkung nun auch die letzten
Spätleſer mit dem Herbſten fertig geworden. Bei dieſen Spätleſen
ergaben ſich ſehr ſchöne Moſtgewichte, ein Beweis dafür, daß die Quali=
tät
der länger hängengelaſſenen Trauben merkliche Aufbeſſerungen er=
fahren
hatte. In dieſen Tagen begeht ein bedeutendes Binger Unter=
nehmen
, das in ſeiner Branche an hervorragender Stelle ſteht, die Firma
A. Racke, Weineſſigfabrik, Weinbrennnerei und Likörfabrik, ihr 75 jäh=
riges
Beſtehen. Die Frage nach dem Standort des beabſichtig=
ten
Reichsehrenmals iſt noch immer nicht gelöſt. Ein wohldurchdachtes
und eingehend begründetes Profekt, das als Standort für das Reichs=
ehrenmal
die Mariannen=Aue im Rheingau vorſieht,
iſt jetzt mehr in den Vordergrund getreten. Der ſchönſte Platz für dieſes
Symbol deutſcher Trauer, aber auch deutſchen Tatwillens und Zukunfts=
glaubens
wäre eine der ſtillen bewaldeten Rheinauen, die von den
Fluten des deutſchen Schickſalsſtroms beſpült, in enger Naturverbunden=
heit
und doch nicht weltverſteckt daliegen. Keine Rheininſel aber ſo
führt die vom Arbeitsausſchuß ausgearbeitete Denkſchrift aus er=
ſcheint
für den gedachten Zweck geeigneter als die 750 000 Quadratmeter
große Mariannen=Aue zwiſchen Erbach und Hattenheim auf preußiſcher
und Heidesheim und Ingelheim auf heſſiſcher Seite des Rheins. Die
entſprechenden Pläne, Zeichnungen und Bilder, von fachmänniſcher Seite
ausgeführt, werden zurzeit in Mainz ausgeſtellt.
Abends 8 Uhr: Predigt. Thema: Unſere Botſchaft von der
doppelten Erlöſung. Prediger Hermann Mann, Frankfurt a. M.
Anſchließend Feier des Heiligen Abendmahls. Mittwoch, 19.
November, abends 8 Uhr; Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger:
E Bültge. Freitag, 21. November, abends 8 Uhr: Frauen=
Miſſionsverein.

Prediger: Wiechert=Karlsruhe; Rößler=Pforzheim.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 3 Uhr: Gebets=
ſtunde
des Jugendvereins; abends 8 Uhr: Predigt. Montag,
abends 8.15 Uhr: Jugendverein (Quellwaſſerbeſprechung).
Dienstag, nachm. 3 Uhr: Frauenmiſſionsverein; abends 8.15 Uhr:
Singſtunde. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Katechetiſcher Unter=
richt
Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Möttlinger Freundeskreis. Mittwoch, den 19. November,
abends 8 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 8 Uhr:
Gebetsſtunde: 10 Uhr: Heiligungs=Verſammlung; 11.30 Uhr:
Komp.=Verſammlung; nachmittags 3 Uhr: Wegweiter=Unterricht;
nachm. 5 Uhr: Kinder=Verſammlung; abends 7 Uhr: Frei= Ver=
ſammlung
am Paradeplatz; 8 Uhr: Oeffentl. Heils=Verſammlg.
Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. Dienstag, abends 8 Uhr:
Mitglieder=Verſammlung. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Liebes=
bund
; nachm. 5 Uhr: iKnder=Verſammlung; 5.30 Uhr: K.K.;
abends 8 Uhr: Heils=Verſammlg. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Heimbund. Freitag, 5 Uhr: Kinder=Verſammlung; abends
8 Uhr: Heiligungs=Verſammlung.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße,
ehem. Kaſino) Sonntag, den 16. Nov., vorm. 9.30 Uhr, nachm.
4 Uhr, und Mittwoch, 19. Nov abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54).
Sonntag, den 16. Nov., vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mitt=
woch
, den 19. Nov., abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Eberſtadt. Sonntag, den 16. November,
vorm. 9.45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Orth. Anſchließend
Kindergottesdienſt. Montag: EJG. Mädchenjungſchar I;
Jungenabend. Dienstag: Frauenabend. Mittwoch: nachm.
5.30 Uhr: EJG. Bubenjungſchar. Abends 8 Uhr: Kirchenmuſi=
kaliſche
Abendfeier. Donnerstag: EJG. Mädchenjungſchar II;
Mädchenabend. Freitag: EJG. Führerkreis.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, vormittags 10 Uhr:
Gottesdienſt. Prediger Neuber.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 16. Nov., 10 Uhr:
Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. 13 Uhr:
Kindergottesdienſt der Kleinen. Montag: Singabend der Mäd=
chengruppe
. Mittwoch: Bubengruppe. Donnerstag: Bibel=
ſtunde
.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 16. Nov.,
vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger: Kandidat Born=
gäſſer
. Kollekte für den Evang.Bund. Nachm. 1.30 Uhr: Predigt=
gottesdienſt
. Prediger: Kandidat Schleiermacher. Dienstag:
Jungmädchenverein. Mittwoch: Kirchenchor und Jugendver=
einnigung
. Donnerstag; Frauenverein. Im ev. Vereinshaus
Vortrag von Schweſter Lydia Roth aus Nonnenweier.
Evang. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 16. Nov., vorm. 10
Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr:
Gemeindeabend im Löwen‟ Montag: Jugendverein.
Dienstag: Bibelſtunde. 67 Uhr: Bücherausgabe. Mittwoch:
Kirchenchor. Donnerstag: Poſaunenchor. Freitag: Mädchen
verein. Samstag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag 16. Nov vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Miſſionar Keller (Baſeler Miſſion), Kollekte
für die Miſſion. Vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre und Jugendgottes=
dienſt
. Schriftenverkauf. Nachm. 2 Uhr: Miſſionsv.rtrag über
Kamerun, Land und Leute, Sitten und Gebräuche. Kollekte.
Montag: Frauenverein. Dienstag: Kirchengeſangverein und
Poſaunenchor. Donnerstag: Jungmädchenverein. Freitag:
Jugendbund Wartburg.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35),
Sonntag, den 16. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
20. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädterſtr. 14.
Sonntag, den 16. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
20. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtr. 25).
Sonntag, den 16. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
20. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauerſtraße 3).
Sonntag, den 16. Nov., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 19. Nov.,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburgerſtraße 22).
Sonntag, den 16. Nov., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 19. Nov.,
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt (Bahnhofſtraße 22)
Sonntag, den 16. Nov., nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den
20. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eber=
ſtadt
, Pfungſtädter Straße 7I (Reſtauration zur Harmonie):
Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Rein=
beim
i. O., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibel=
ſtudium
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auer=
bach
, Darmſtädterſtraße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung. Ortsaruppe Bicken=
bach
, Darmſtädterſtraße 69. Jeden Donnerstag, abends 2 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 15. November 1930

Nrr

PDem Südersick

für die ein wirkliches Bedürfnis vorhanden ſei. Für dieſes Buch
war ohne Zweifel ein Bedürfnis vorhanden. Wir alle haben tat=
ſächlich
auf ſo ein Buch gewartet, das leicht und unterhaltſam ge=
ſchrieben
, ſprühend von Witz und urwüchſigem, wenn auch manch=

* Paul Wiegler: Geſchichte der deutſchen Literatur. Seiner Geſchichte
der Weltliteratur läßt Paul Wiegler jetzt ein umfaſſendes Werk über
das literariſche Schaffen der Deutſchen folgen, eine zweibändige Ge=
ſchichte
der deutſchen Literatur, von der der erſte, von der Gotik bis
zu Goethes Tod reichende Band, jetzt vorliegt. (Verlag Ullſtein. Ber=
lin
. 1. Band Gzl. 22. Mark.)
Wieglers neues Werk geht bei noch umfaſſenderer Geſamtanlage
von derſelben Grundabſicht wie ſeine Geſchichte der Weltliteratur
aus. Es will micht totes Wiſſen geben, ſondern die literariſche Entwick=
lung
im großen Lebenszuſammenhang darſtellen. Aus der Unzahl der
überlieferten Namen iſt das Schaffen derjenigen ſchöpferiſchen Perſön=
lichkeiten
ausgewählt, deren Gedächtnis heute noch im Bewußtſein oder
Unterbewußtſein des deutſchen Volkes lebt. Dieſe Tendenz iſt ſchon in
der Behandlung der früheſten Jahrhunderte erkennbar. Sie ſteigert
ſich in der Wiedergabe des 17. und 18. Jahrhunderts, der Erhebung der
deutſchen Literatur zur Höhe des Klaſſizismus. Keine Literatur weiſt
ſo viele problematiſche, zur Genialität ſich durchringende Dichter= Charak=
tere
auf wie die deutſche. Das tritt in Wieglers Arbeit ſo ſtark wie
kaum in einer andeven hervor. Jedes Dichterleben wird unter Be=
nutzung
des Materials an Briefen, Tagebüchern. Erinnerungen erzählt,
die Produktion wird auf die Zeugniſſe verwandter Naturen der Mit=
und Nachwelt bezogen. So haben viele Kapitel in ihrer vackenden
Prägnanz die Stimmung eines Lebens=Romans.
Jeder, der am literariſchen Schaffen intereſſiert iſt, wird das Werk
mit innerer Anteilnahme leſen. Schriftſteller und Germaniſten, Schüler
und Studenten, Philologen und Philoſophen werden jeder auf ſeine Art
aus dieſem Buch Nutzen ziehen. Es wird kaum ein Werk geben, das
bei gleich reicher Ausſtattung mit in den Text eingedruckten Illuſtratio=
nen
, Porträts, Fakſimiles und beſonderen Tafeln als Kompendium zur
Examensvorbereitung beſſere Dienſte leiſten könnte. Denn hier wurde
keine kritiſche, ſondern eine geſtaltende Literaturgeſchichte geſchrieben.
Bayriſches A=B=C. H. Hugendubel=Verlag, München. Preis
kart. 4,00 Mk., in Leinen 5,50 Mk.
Es wird oft mit Recht geſagt, daß zu viel Bücher erſcheinen
und daß in Zukunft nur mehr die Bücher verlegt werden dürften,

Eetelch e ei e
gnügen leſen wird und das jeder vollbefriedigt aus der Hand
legen wird.
Kurzgefaßte Deutſche Literaturgeſchichte. Von den Anfängen bis in
die Gegenwart. Ein Volksbuch von Eduard Engel. 37., neu=
bearbeitete
und ergänzte Auflage. 7677. Tauſend. Leipzig, Heſſ
u. Becker Verlag. Groß 80, 447 Seiten. Mit 77 Bildiſſen und 33
Handſchriften. Geheftet 8 RM., in Ganzleinen 10. RM.
Der bekannte Literarhiſtoriker Eduard Engel hat mit ſeiner Kurz=
gefaßten
Deutſchen Literaturgeſchichte ein treffliches Hand= und Haus=
buch
geſchaffen. Ein feiner Kenner macht hier gleichſam Indentur und
breitet vor dem Leſer all die Schätze aus, die uns Deutſchen niemand
rauben kann. Ein ganz beſonderer Vorzug des Buches iſt es, daß Engel
nicht bloß berichtet, ſondern auch allerlei Proben gibt: Gedichte, Aphoris=
men
, Briefſtellen u. a. Dadurch erhält ſein Werk eine Farbigkeit die
vielen gelehrten Literaturgeſchichten fehlt. Dankenswert iſt das Ver=
zeichnis
leſenswerter Bücher, dankenswert auch das ausführliche Regiſter.
Der Preis iſt bei Würdigung des gebotenen reichen Inhalts als mäßig
zu bezeichnen.
Hans Friedrich Blunck: Erwartung. Neue Gedichte. (Eugen Diederichs
Verlag, Jena. Preis 2,40 RM.)
Der als Verfaſſer mehrerer Romane, namentlich der Romane von
Auslandsdeutſchen und ſeine Märchen von der Niederelbe beſtens be=
kannte
Dichter hat eine Sammlung Gedichte herausgegeben, die vielfach
ein Schlüſſel zu ſeinen früheren Werken ſind und in denen alle Erſchei=
nungen
des täglichen Lebens und der Natur mit Augen und Emp=
finden
des Dichters geſchaut und behandelt ſind. In den mehr als 100
Gedichten ſpiegelt ſich das reiche Empfindungsleben des Dichters wider,
der die alten und neuen Formen der Lyrik mit rhythmiſcher und ſprach=
licher
Beherrſchung vereinigt. Etwas Neues bieten die Gedichte aus
Ueberſee, für deſſen Deutſchtum der Verfaſſer in ſeinen Romanen ein=
getreten
iſt.
Ap.

Ein Kind iſt da. Die frühe Kindheit im Bilde deutfce
wahl und Vorwort von Peter Bauer. Mit 3o
von Erich Retzlaff. (Düſſeldorf, Pädagogiſcher Verl

Ap. Das ſchöne Buch enthält über 100 Gedichte derr
älteren und neuzeitlichen Dichtern und Dichterinnen,
des Kindes von der Wiege bis zum frühzeitigen Grabe
Dialektdichtungen ſind in die Sammlung mit einbezoan.
ſtrahlende Dur des Glückes, ſo ſagt der Verfaſſer in
beherrſcht alle Motive der hier geſammelten Gedicht
kleinen Teil, die mit wehmütigen Mollſtimmen von Leiz
Eltern künden. Des Werden und Wachſen des Kinst;
und körperliche Entfaltung ſoll aus möglichſt vielen m)
neuen Beobachtungen und Erlebniſſen in blutvoller
Leſer ſprechen. Viele Gedichte werden dem Blück der
kere Reſonanz geben, andere werden ſie zu neuen FA
leiten oder ihnen auch über Stunden der Kümmerniſfſ
raſcher hinweghelfen. Alles, was das Leben des 8u
kommt in dieſen mit ebenſoviel Geſchmack wie liebeb.!
ausgewählten Gedichten, die von Kind und Kindheit
die Erwachſenen gerichtet ſind, als Huldigungen an 71.
und ſeine Mutter zum Ausdruck. Die beigegebenem
entzücken wie die Gedichte ſelbſt durch ihre herzerfriſch=

Gottfried Kellers Lebensraum 75 Bilder.
Eduard Korrodi und erläutert von Rudolf. Biu
Schaubücher, herausgegeben von Emil Schaeffe=
leinen
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Die Schaubücher ſollen ſich allmählich zu eim=
in
trefflichen Bildern entwickeln, und auch dieſem?
der Verlag die Verſprechungen ſeines Proſpektes u
Titel, den Eduard Korrodi, als Herausgeber
findſt du nit dieſem Bande gegeben hat iſt
Wohlbedachtheit; die ſämtlichen Werke des Dich
ein rieſiger Wundergarten, in welchem die Phamu
ten deutſchen Geſtalters ſeit Goethes Tagen ſich luun
Schaubuch hingegen erſchließt uns den eng umrſt
raum des Handwerkerſohnes, der von ſeinen 72 Duſ
Dutzend im alten Zürich verbracht, niemals dem (
ſchaut hat und niemals über oder durch den Gott.0

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3 Uhr, in der St. Eliſabethenkirche.
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Am 11. November verſchied unſere
liebe Schweſter, Schwägerin, Nichte
und Kuſſne

Gretel

plötzlich durch einen Unglücksfall.

Anläßlich meines 80. Geburistages ſind mir ſo
zahlreiche Glückwünſche, Blumenſpenden und Ge=
ſchenke
zugegangen, daß ich nicht in der Tage bin,
jedem Einzelnen zu danken. Ich bitte daher
meinen aufrichtigen Dank auf dieſem Wege ent=
gegen
nehmen zu wollen.

Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Möſer.
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Franffurt a. M, den 13. November 1930.

Die Beerdigung ſindet Samstag, den 13. November,
nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Friedhofs an
der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſſatt. usssg

Die Krankenkaffe für Landwirte und ſelbſtändige Gewerbetreibende.
Böchentlicher Beitrag Mark 1.20 für die ganze Famille.
Tauſende von Belegen über Unterſtützungsaus=
zahlungen
beſtätigen die Reellität der
Nothilfe‟
Anerkennungen und Empfehlungen liegen laut Beleg
vor aus den Bezirken Darmſtadt, Provinz Starken=
burg
, Rheinheſſen, Oberheſſen uſw. Die Nothilfe
wirkt im gemeinnützigen Sinne für ihre Mitglieder
bereits 5 Jahre bei Krankheit und Unfällen gegen
dieſen geringen Beitrag.
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Auskunſt erteilt: Bezirks=Direktion Darmſtadt,
Wilhelmſtraße 53 und die Ortsvorſteher,

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[ ][  ][ ]

ie über die Beſchießung
M-Dampfers Baden
Hs. Die Hamburger Nachrichten
ee, aus einem Privatbrief des
r. Einzelheiten über die Be=
Sag=Dampfers Baden in der
o. Janeiro zu veröffentlichen. In
12ktober d. J. datierten Brief
pttän u. a.:
m 4. Oktober in Rio um 6.30 Uhr
ud lief unbehindert in den Hafen
viheſae Ladung zu löſchen begannen
AMyere für Rio landeten. Gegen
muss hieß es; daß ein Fort die rote
Se, und daß der Präſident auf=
ſwei
, ſei, ſein Amt in einer halben
ſitituegen, andernfalls die Stadt be=
Ss fielen dann auch einige
ie man als Schreckſchüſſe abge=
d
bald darauf war die Stadt in
: Aufſtändiſchen. Gegen 17 Uhr
em Löſchen der Ladung fertig.
Auslaufen erforderlichen Papiere;
n um 15 Uhr an Bord. Ich be=
u
. daß man mir eine vom Hafen=
Rtellte Erlaubnis beſorge, damit
efigkeiten beim Auslaufen hätte.
Ay die Extraerlaubnis in aller
Alt und fuhr nun um 17 Uhr aus
trallen Flaggen in den Toppen.

grüßte alle Forts und Kriegsfahrzeuge beim
Paſſieren, und unſer Gruß wurde von allen Sei=
ten
erwidert. Beim Paſſieren des Forts Santa
Cruz, das bei der Einfahrt zum Hafen liegt,
war kein Signal für uns gegeben, und ſo dampf=
ten
wir weiter, nicht Böſes mehr erwartend.
Als wir ſo zehn Minuten weitergefahren
waren, hörten wir eine Detonation, und nach
weiteren fünf Minuten wieder eine ſolche. Wir
konnten nicht ausmachen, aus welcher Richtung
der Schall kam, und es war auch nirgends eine
Rauchwolke ſichtbar. So nahmen wir an, daß es
Salutſchüſſe ſeien, da man die ſiegreiche Revo=
lution
hier würdig feierte. Als wir etwa vier
Seemeilen weit von der Hafeneinfahrt entfernt
waren und gerade ein letztes Fort beobachteten,
ob von dort vielleicht etwas für uns ſignaliſiert
wurde, erfolgte eine furchtbare Erſchütterung im
Schiff. Wir hatten einen Volltreffer in den
Hintermaſt bekommen, der den Maſt über Bord
riß. Durch die Granatſplitter einer 24= bis 28=
Zentimeter=Granate wurden die Menſchen, die
auf dem Hinterdeck ſtanden und ſich die Land=
ſchaft
anſahen, niedergemäht. Das Hinterdeck
glich einem Schlachtfeld, 26 Tote, einigen war
der Kopf und anderen die Beine glatt weg=
geriſſen
. Weiter fanden wir da etwa 35 Ver=
wundete
. Ich drehte ſofort um und lief in den
Hafen zurück, wo wir wieder an den Kai gingen
und nachts unſere Toten und Verwundeten
landeten.

Die Waſſer des Medelſer Quellfluſſes in der
Schweiz, die bisher durch den Rhein zur Nord=
ſee
gingen, werden zur Adria abgeleitet. Der
Fluß wird durch eine techniſch komplizierte, teils
unterirdiſche Kanalführung zum Ritomſee ab=
geleitet
, wo er für das neue Ritom=Kraftwerk
der ſchweizeriſchen Bundesbahnen nutzbar ge=
macht
wird. Von dort wird er durch einen künſt=
lichen
Abfluß an das Stromgebiet der Adria
angeſchloſſen.

Verwegener Seeräuberüberfall.
London. Auf der Fahrt von Swatau nach
Hongkong iſt der norwegiſche Dampfer Hi=
rundo
(1943 Tonnen) von Seeräubern über=
fallen
worden. Sie batten ſich als Fahrgäſte
eingeſchifft. Während der Fahrt ſtürzten ſie auf
ein gegebenes Zeichen auf die Kommandobrücke
und in den Maſchinenraum. Sie überwältigten
die Mannſchaft, die ſich ergab. Mehrere Per=
ſonen
wurden verletzt. Die 300 chineſiſchen Fahr=
gäſte
des Dampfers haben ihr ganzes Gepäck
verloren. Die Räuber zwangen den Koch, ihnen
ein Feſteſſen aufzutragen. Beim Verlaſſen des
Schiffes nahmen ſie den 1. und den 3. Offizier
als Gefangene mit.
Eine etwa dreißigköpfige Rauſchgifthändler=
Organiſation in New York verhaftet.
New York. Im Laufe der Nacht hat die
Polizei in den Stadtteilen Manhattan und
Brooklyn ſowie auf dem gegenüberliegenden
Ufer des Hudſon eine der größten Organiſa=
tionen
von Rauſchgifthändlern geſprengt. In
Manhattan allein wurden 25 Männer und
Frauen verhaftet. Die Organiſation bezog ihre
Rauſchgifte aus Südeuropa und benutzte chine=
ſiſche
Wäſchereien, große Reſtaurants und aus=
ländiſche
Läden als Verkaufsſtellen. Unter den
Verhafteten befinden ſich drei Frauen und 20
griechiſche Seeleute, die das Rauſchgift an Land
gebracht haben ſollen, und ein halbes Dutzend
Orientalen.

General Friedrich Wilhelm v. Steuben
wurde am 15. November 1730 in Magdeburg
geboren. Seiner ſtrategiſchen Hilfe als General=
inſpektor
der Armee ſeit 1778 verdankte Amerika
mit ſeinen Sieg im Unabhängigkeitskriege.
Rache an einem Arzt.
Rom. Die Polizei von Tivoli hat nach
Verhaftung und Wiederfreilaſſung verſchiedener
Unſchuldiger endlich den Mann ermittelt, der
den berühmten Chirurgen des Bürgerſpitals,
Prof. Antoni Parrocciani auf der Straße er=
ſchoſſen
hat. Es handelt ſich um einen 27 Jahre
alten Mann, der die Tat eingeſtanden und da=
mit
begründet hat, daß er von dieſem Arzt vor
zehn Jahren durch eine fehlerhafte Operation in
ſeiner Arbeitsfähigkeit dauernd geſchädigt wor=
den
ſei. Er habe ſich deshalb rächen wollen.
Aufklärung eines Mordes nach 18 Jahren.
Lonay (Kanton Waadt). Auf Grund von
Gerüchten nahmen die Gerichtsbehörden eine
Unterſuchung vor, die zur Auffindung der Leiche
des im Jahre 1912 auf geheimnisvolle Weiſe
ums Leben gekommenen Dienſtknechtes Henri
Michot führte. Die Leiche war im Keller eines
Bauernhofes vergraben. Unter dem dringenden
Verdacht des Mordes wurden zwei Söhne der
Familie, die damals den Bauernhof bewohnte,
verhaftet. Ein dritter Sohn iſt der Mittäter=
ſchaft
verdächtig.

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Samstag, den 15. November 1930

Lagekarte und Ueberſichtskarte Lyons.
(Der Pfeil weiſt auf die Unglücksſtätte.)

Schwerer Raub in einer Poſtnebenſtelle.
Ludwigshafen. Ein ſchwerer Raub
wurde in Ludwigshafen am Donnerstag abend
in der Poſtnebenſtelle am Rupprechtplatz ver=
übt
. Zwei noch unbekannte Täter drangen in
den Hofraum ein, bemächtigten ſich einer zum
Abtransport bereitſtehenden und verſchloſſenen
eiſernen Geldkaſſette, die 6000 RM. enthielt und
ergriffen die Flucht. Sie wurden von Paſſan=
ten
verfolgt, konnten aber entkommen.
Urteil im Darlehensſchwindlerprozeß Goers
und Genoſſen.
Berlin. Nach faſt dreimonatiger Verhand=
lungsdauer
wurde in dem großen Darlehens=
ſchwindelprozeß
Goers und Genoſſen vom Schöf=
fengericht
Schöneberg das Urteil verkündet. Es
wurden wegen fortgeſetzten, teils vollendeten,
teils verſuchten gemeinſchaftlichen Betrugs ver=
urteilt
: der Kaufmann Bruno Goers zu drei
Jahren ſechs Monaten Gefängnis und 5000 RM.
Geldſtrafe oder weiteren 50 Tagen Gefängnis
und drei Jahren Ehrverluſt, der Kaufmann Gu=
ſtav
Riefenſtahl zu einem Jahr ſechs Monaten
Gefängnis, der Privatlehrer Erich Banſe und
der Bankkommiſſionär. Paul Zech zu je ſechs
Monaten Gefängnis. Der Haftbefehl gegen
Goers wurde aufrecht erhalten, bei Riefenſtahl
aber aufgehoben.
Ein betrunkener Chauffeur verurſacht ein Auto=
unglück
.
Brandenburg. In Groß=Behnitz, an
der Strecke Berlin-Hannover, verurſachte am
Donnerstag abend die Trunkenheit eines Chauf=
feurs
ein ſchweres Kraftwagenunglück. Das mit
drei Perſonen beſetzte Auto fuhr zunächſt im
Zickzack durch das Dorf. Sogar die Fußgänger
auf den Bürgerſteigen mußten flüchten, um nicht
überfahren zu werden. Beim Bahnhof Groß=
Behnitz geriet dann der Wagen ins Schleudern.
Die Hinterachſe prallte dabei mit großer Wucht
gegen einen Baum, der Wagen ſchlug um und
die Inſaſſen wurden auf die Straße geſchleudert.
Der Kaufmann Fritz Reuter aus Berlin erlitt
dabei ſo ſchwere Kopfverletzungen, daß er auf
dem Transport nach dem Krankenhaus ſtarb.
Die Kaufleute Merz aus Berlin und Peters
aus Nauen trugen ſchwere Gehirnerſchütterungen
davon und mußten in bedenklichem Zuſtande
ebenfalls in Krankenhaus gebracht werden.
Große Verbrecherjagd mit Feuergefecht.
Bremen. Am Donnerstag abend, iſt es
der Landjägerei Bremerförde gelungen, den
Händler Johann Oltmann aus Düppel (Kreis
Jever) feſtzunehmen, der im Teufelsmoor einen
Mann niedergeſchoſſen und beraubt hat. Die
alarmierte Bevölkerung der Gemeinde Deinſtedt
insgeſamt 150 Perſonen beteiligte ſich an
der Jagd auf den Verbrecher, der dabei auf
einen Oberlandjäger mehrere Schüſſe abgab. Es
entſpann ſich eine lebhafte Schießerei. Bei dem
Verhafteten wurde ein Revolver mit etwa 50
Schuß Munition vorgefunden.
Eiſenbahnunfall im Hauptbahnhof Warne=
münde
.
Roſtock. Ein Zugzuſammenſtoß ereignete
ſich geſtern früh um 6.30 Uhr auf dem Haupt=
bahnhof
in Warnemünde dadurch, daß der nach
Hamburg abgehende D=Zug auf einen Güterzug
auffuhr. Der Zuſammenſtoß war ſo ſtark, daß
die beiden Lokomotiven ſowie der Pack= und der
Schlafwagen des D=Zuges entgleiſten und ſchwer
beſchädigt wurden. Ob bei dem Zuſammenſtoß
Perſonen zu Schaden gekommen ſind, hat noch
nicht einwandfrei feſtgeſtellt werden können.
Die Einſturzkataſtrophe in Lyon.
Paris. Sechzehn Häuſer ſind, wie ſich aus
den Berichten der Morgenpreſſe ergibt, in Lyon
durch die Einſturzkataſtrophe vernichtet worden,
zehn weitere ſollen noch vom Einſturz bedroht
ſein. Die Zahl der Toten iſt, wie bereits ge=
meldet
, bisher mit etwa 30 feſtgeſtellt worden,
wobei jedoch nicht ſicher iſt, ob noch weitere
Leichen unter den Trümmern begraben liegen.
Bürgermeiſter Herriot hat gemeinſchaftlich mit
dem leitenden Stadtarchitekten die Unfallſtelle
beſichtigt. Beide gaben Erklärungen über die
möglichen Urſachen der Kataſtrophe ab. Ihrer
Anſicht nach kommt die topographiſche Beſchaf=
fenheit
des in Mitleidenſchaft gezogenen Stadt=
teils
in Frage und auch der Schaden, der durch
die Regengüſſe der letzten Wochen angerichtet
worden iſt. Die Kathedrale, die auf einen Fel=
ſen
erbaut iſt, glaubt man nicht unmittelbar be=
droht
.

Blick auf das betroffene Stadtviertel von Lyon am Abhang des Hügels Fourviere.

Der Pfeil weiſt auf die Kathedrale von St. Jean, die im Mittelpunkt des zerſtörten Häuſerblocks ſteht. Bisher werden mehr
opfer gemeldet, die die furchtbare Einſturzkataſtrophe in Lyon forderte.

ing in Rom.
Deutſche Stahlhelt

Die Stahlhelmer nach der Kranzniederlegung am Denkmal des Unbekannten Soldaten in Rom.

Wieder iſt in Rom eine Abordnung deutſcher Stahlhelmmitglieder eingetroffen, die die Stätten
der alten abendländiſchen Kultur beſichtigten und am Grabe des Unbekannten Soldaten einen
Ehrenkranz niederlegten.

Ein ganzes Dorf wird abgebrochen.

Der Abbruch des Dorfes Runſtädt bei Merſeburg.

Der ſeltene Anblick der Abtragung eines ganzen Dorfes bietet ſich in der Merſeburger Gegend.
Hier wird das Dorf Runſtädt mit allen Häuſern ſamt Kirche und Gutshof abgebrochen, um die
unter dem Dorf befindlichen großen Braunkohlenlager heben zu können.

Ein Marſeiller Stadtrat als Paßfälſcher
und Betrüger entlarvt.

Paris. Große Senſation erregt in Mar=
ſeille
die Verhaftung des Stadtrats Schurrer,
der bereits einmal Vorſitzender des Stadtrats
war. Der Verhaftete wird beſchuldigt, gegen
Schmiergelder gefälſchte Päſſe ausgeſtellt und
Gelder, die für Rentenempfänger beſtimmt
waren, mit Hilfe gefälſchter Quittungen ſelbſt
einkaſſiert zu haben. Die Affäre kam durch
die Verhaftung von fünf Individuen ans Licht,
die im Beſitz falſcher Päſſe waren. Einer von
ihnen beſchuldigte Schurrer, ihm gegen 800
Franken Entſchädigung einen falſchen Paß be=
ſorgt
zu haben.

D. 2000 in Paris gelandet.

Paris. Das Junkersgroßflugzeug D. 2000
iſt Freitag nachmittag 14.10 Uhr franzöſiſcher
Zeit nach einem Fluge von drei Stunden fünf
Minuten auf dem Flugplatz Le Bourget glatt
gelandet. Das Flugzeug wurde von einem Ver=
treter
des franzöſiſchen Luftfahrtminiſteriums,
dem Vertreter der Deutſchen Lufthanſa, einem
Mitglied, der deutſchen Botſchaft herzlich be=
grüßt
. Dr. Böhm, von den Junkerswerken, ſprach
ſich ſehr anerkennend über den herzlichen Emp=
fang
, den das Flugzeug in Bordeaux gefunden
hat, aus. Die D. 2000 hat etwa 8000 Kilo=
meter
zurückgelegt und wird ſich ein bis zwei
Tage in Paris aufhalten. Es ſteht noch nicht
feſt, ob der Weiterflug über London oder direkt
nach Deſſau führen wird.

N0.I

London. Das Flugſch-fb
11.45 Uhr engliſcher Zeit vorne
deaux geſtartet. Nachdem deaßt
infolge des dichten Nebels u5
war, wurde die Maſchine um 8. Das Flugboot ful er
konnte aber anſcheinend nichst b
der Start um eine weiterg in
wurde. Außer der Mannſchhrug
zieren befinden ſich elf Perſm
zwölfte Paſſagier war im Anzli
nicht zugegen) und nach für
Warten ging das Flugboot
zweiter verſpäteter. Ankömm!
mann Baird. Er kam gerade=
an
, als Do. K über das Wif
dem Flugſchiff mit einem Mo0M
im letzten Augenblick gelang vshn
boot einzuſteigen, worauf di
Waſſer erhob.

Reiſepech von Do. K.

Die beiden Preſſevertretzric
Hay und Kark von Wiegange
näch Bordeaux fliegen wolltei/!
ausgeſtellt hat, nicht mitgek men
zuſammen mit einem wei-
Southampton im Kraftwagerr/4M
fahren. Unterwegs gerieten 7ed
Nebel und verirrten ſich,
Southampton zurückkehren mit.
teten ſie einen Dampfer, rund
Do. K zu gelangen. Infol.es
ten ſie jedoch das Flugſchifn it
ſich der Nebel gehoben hatte, delen
Aerger gerade noch ſehere
flog. Sie kehrten nach LonZomdrt
len im Flugzeug nach Parä 0/
Bordeaux nachreiſen. Dr. Zoeir
dem Start, daß die endgült.Wle
Atlantikflug nicht eher gemcklütind
Liſſabon erreicht ſei. Sie rümſ.
Wetterlage entweder den nöid
ſüdlichen Weg wählen und dnſch
hierüber entſchieden habe, d iſtut
bereitungen zur Brennſtof ſtülld
Die Schwierigkeiten, die NK1
in Calshot hatte und die ſi er!
feſthielten, werden von den end
erklärt, daß das Waſſer, w0
Wetter häufig der Fall. iſt. u
das Flugſchiff daher gewiſſ eſe)
klebte.
D0. T zwiſchenuicht

EP. Pari
Nach einer Meldung der Itku
Rochefort hat die drahtloſe 50
ſpruch aufgefangen, wonack
Höhe der Sable d’Olonne uI
lich der Inſel aufs W=ſhM
ſei und ſich auf dem Waſſee./ſüd
tung fortbewege. Sable d-che
90 Kilometer von Rochefort 17.
meter von Bordeaux entferat
Urſprünglich war der Sei
Waſſerung ins Auge gefaßt.
dort aber nur etwa 2 Mete-
dieſer
Platz als ungeeignet
den ſämtliche Funkſtationer
gefordert, Do. K mitzutei m
Gewäſſer in der Nähe vaid
reitet ſei. Anſcheinend hat
Führer der Maſchine vera.!
ändern. Man nimmt an, au
der Dunkelheit vom Weitea!
um bei einer Landung auf
in der Dunkelheit den A=
fährden
.
N0. 1 in ea-Mill.
Havas berichtet: Die Kr‟‟
Bouscat hat 21.40 Uhr fo B
geben: Deutſches Flugſchif
bei La Rochelle angekomm.
bei ſeinem Ankerplatz ver 2
vormittag Flug fortſetzen.

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Seite 12

Samstag, den 15. November 1930

Mar

Opoll, Spier und Tarnen.

Schwimmen.
Klub=Zweikampf Jung=Deutſchland Rol=Weiß.

Wie bereits gemeldet, findet am kommenden Donnerstag, den
20. November, abends 8 Uhr, der Klubzweikampf zwiſchen den bei=
den
Darmſtädter Lokalkonkurrenten Jungdeutſchland und Rot=Weiß ſtatt.
Bereits die erſte Meldung über dieſen beabſichtigten Schwimmzwei=
kampf
hat bei allen Darmſtädter Schwimmſportintereſſenten lebhaftes
Echo hervorgerufen. Nicht nur die Tatſache, daß die beiden Vereine
erſtmalig mit ihrer geſamten Wettkampfmannſchaft zuſammentreffen,
ſondern auch das Programm an ſich haben ſtarke Aufmerkſamkeit ge=
funden
.
Eingeleitet wird der Klubzweikampf mit einer 4 mal 200 Meter=
Kraulſtaffel. Dieſe olympiſche Staffel gilt allgemein als der ſportlich
wertvollſte Schwimm=Wettkampf. Jahrelang dominierte Jungdeutſch=
land
in Süddeutſchland allein in dieſer Diſziplin. Durch den Wegzug
erſter Kräfte hat der Klub den Vorrang an Nürnberg abgeben müſſen.
In dem jugendlichen Weicker ſcheint Jungdeutſchland jedoch einen
neuen Mittelſtreckler von Format gefunden zu haben, während Rot=
Weiß in dem veranlagten Schmalbach ein Talent entdeckt hat, das
zu Hoffnungen berechtigt. Beide ſollen bereits im Training die 200
Meter unter 2.40 Min. zurückgelegt haben.
Ebenſo intereſſant dürfte ſich die Staffel über 10 mal 100 Meter
Kraul geſtalten. Auch hier hört man aus den beiderſeitigen Trainings=
lagern
von neuen Kräften mit Zeiten von unter 1,10 Min. Es iſt alſo
nicht nur der Ausgang der Staffel von Intereſſe, ſondern auch die
Frage, ob endlich auch in Darmſtadt wieder Schwimmerhoffnungen
geboren werden.
Intereſſant wird auch die 15 mal 50 Meter=Kraulſtaffel werden.
Dieſer Wettkampf wird den Beweis erbringen, welcher Verein zurzeit
über den beſten Durchſchnitt verfügt.
Es wurde vereinbart, die Teilnehmer der 4 mal 200 Meter=Staffel
bei dieſer großen 15 mal 50 Meter=Staffel beiderſeits nicht mitſchwim=
men
zu laſſen, um Ueberanſtrengung zu vermeiden.
Im Waſſerball treffen ſich die erſten Jugend= und Herrenmann=
ſchaften
der beiden Vereine. Die Rot=Weiß=Jugend war im letzten
Sommer gut in Form und galt als die beſte im Gau; wie ſie ſich in
der Halle gegen die Jungdeutſchlandfugend bewährt, bleibt abzuwarten.
Die Rot=Weiß=Liga iſt zurzeit ein unbeſchriebenes Blatt, während die
Schwimmklubsliga vor kurzem in Mannheim ein ganz hervorragendes
Spiel leiſtete.
Ueber die Mannſchaftsaufſtellung und die Einlagewettkämpfe kom=
men
wir noch zuriſck. Der Eintrittspreis iſt volkstümlich gehalten.

Fußball.
Sporkverein Darmſtadt 1898.

Für den morgigen Sonntag ſtehen der aktiven Fußballabteilung des
Sportvereins Darmſtadt 1898 vier Spiele bevor. Liga= und Liggerſatz=
mannſchaft
fahren gemeinſam nach Worms, um dort die beiden fälligen
Verbandsſpiele gegen Alemannia Worms auszutragen. Nach den bis=
herigen
unglücklichen Spielen der Ligamannſchaft wagt man kaum noch
auf ein erfolgreiches Abſchneiden in den noch ausſtehenden Spielen zu
hoffen, zumal ja der Gegner, der ja begründete Anwartſchaft auf die
Teilnahme an der Troſtrunde hat, alles aufbieten wird, um ſich die
Punkte zu ſichern. Wenn die 98er ſich jedoch durch die ſeitherigen Miß=
erfolge
nicht aus dem Konzept bringen laſſen und mit allem Eifer bei
der Sache ſind, dann iſt ihnen jetzt vielleicht das Glück einmal hold, ſo
daß ſie mit einem günſtigen Reſultat aus Worms heimkehren können.
Wir wünſchen auf jeden Fall der Mannſchaft, die zweifellos mehr kann,
als ſich aus ihrem Tabellenplatz ergibt, das Beſte für das bevorſtehende
Treffen. Die Liggerſatzmannſchaft bat das Vorſpiel glatt gewonnen;
ſie ſollte beſtrebt ſein, auch das Rückſpiel für ſich zu entſcheiden. Die
3. Mannſchaft ſpielt gegen die 2. Mannſchaft des hieſigen Reichsbahn=
ſportvereins
auf dem Platze des Gegners. Die 4. Mannſchaft empfängt
in Darmſtadt die 3. Mannſchaft von Starkenburgia Heppenheim.

Freie Turngemeinde Darmſtadt

Ohne einen Sonntag Ruhepauſe muß mit dieſem Spiel Darmſtadt in
die Spiele um die Bezirksmeiſterſchaft eingreifen. Und
gleich hat Darmſtadt das Glück oder Pech, wie man es nun gerade
nennen will, auf einen der ſtärkſten Gegner zu ſtoßen. Man rechnet in
maßgebenden Kreiſen damit, in Egelsbach den Bezirksmeiſter und vor=
ausſichtlich
Kreismeiſter zu ſehen. Da der Bezirksmeiſter ſchon bis zum
1. Januar gemeldet ſein muß, können die Spiele nur im Einrunden=
ſyſtem
ausgetragen werden. Ein hartes, aber durch die übereilte Ein=
führung
der Einheitsklaſſe nicht zu umgehendes Syſtem! Im 1. Bezirk
(Darmſtädter Bezirk) haben ſich zum Gruppenmeiſter die Mannſchaften
von Urberach, Mörfelden, Egelsbach, Trebur, Darmſtadt, Stockſtadt, Ar=
heilgen
und Bürſtadt durchgeſpielt. Man ſieht alſo die Mannſchaften
der früheren Kreisklaſſe durchweg in Front! Das erſte Spiel, zumal
noch auswärts, ſteht für Darmſtadt, das mit Erſatz antreten muß, unter
keinem günſtigen Stern. Weitere Spiele ſind Egelsbach 2. Darm=
ſtadt
2., Dreieichenhain Jugend Darmſtadt Jugend. Darmſtadt 3.
Frankfurt (Fr. Sp.) 3., 10 Uhr vorm.

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Freiumſchlag erbet.
Frhr. v. Seckendorff,
Heidelberg.
(TV.15897)

SV. 1910 Weiterſtadt SV. Seebeim.
Im Verlaufe der weite en Verbandsſpiele empfängt Weiterſtadt die
1. von Seeheim am kommenden Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr. In
der diesjährigen Runde hat ſchon Seeheim manchen achtungsvollen Sieg
erzielen können. Auch konnte im vorigen Jahr bei dem Treffen beider
Mannſchaften Seeheim die Punkte erzielen. Weiterſtadt muß durch
Krankheit immer noch auf Joh. Becker. Greifenſtein und Ewald ver=
zichten
. Durch die zur Verfügungſtellung dafür wirkenden die alten Ver=
teidiger
Schuchmann wieder mit.
Um 12.45 Uhr trifft die 2. Mannſchaft auf 04 Arheilgen 3.
Die 1. Handballmannſchaft fährt nach Pfungſtadt, um dort das
fällige Verbandsſpiel auszutragen.
Die 1. Damenelf begibt ſich nach Offenthal zum Verbandsrückſpiel.
Beide Mannſchaften fahren um 12.30 Uhr vom Vereinswirt Linnert ab.

Handball.

Reichsbahn Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag fährt die 1. und 2. Mannſchaft zum fälli=
gen
Pflichtſpiel nach Auerbach. Abfahrt vom Hauptbahnhof II 11.46
Uhr, 1. Mannſchaft 13.32 Uhr. Alles pünktlich zur Stelle. Die Jugend
empfängt 9.30 Uhr auf eigenem Platz die Jugend von Heppenheim.
Für die 1. Mannſchaft iſt das Spiel in Auerbach von beſonderer Be=
deutung
, und wird die mit Erſatz antretende Rb.=Elf alle Regiſter ihres
Könnens aufziehen müſſen, um die in letzter Zeit gut aufkommende
Auerbach=Elf zu ſchlagen.
Sportabteilung Merck.
Auch am morgigen Sonntag finden auf dem Merckſchen Sportplatz
an der Maulbeerallee wieder beachtliche Spiele ſtatt. Um 3 Uhr wird
Arheilgen 1. gegen Merck 1. antreten. Bei den ſeitherigen Treffen die=
ſer
beiden Mannſchaften mußte ſich Merck ſtets einen knappen Sieg der
Arheilger Mannſchaft gefallen laſſen. Es bleibt daher mit Spannung
der Ausgang der neuen Begegnung zu erwarten. Um 2 Uhr wird
Merck 2. gegen Viktoria Griesheim 1. ſpielen.

SV. 98 Darmſtadt.
Handballiugend. Spiele am Sonntag, den 16. d. M.: 1. Ju=
gend
98 2. Jugend 98, 2 Uhr, Stadion; 3. Jugend 98 Vp.V. Ar=
heilgen
, 11 Uhr, Stadion; 1. Schüler 98 Polizei=Sportverein, 2 Uhr.
Polizeiplatz.
TG. Sprendlingen Tgde. Darmſtadt 1846.
Am kommenden Sonntag um 15 Uhr muß die Tgde, nach Sprend=
lingen
zum Tabellenzweiten fahren. Sprendlingen iſt mit Bensheim
und Darmſtadt der ernſteſte Anwärter auf die Meiſterſchaft. Gewinnt
die Tgde. 1846, ſo iſt Sprendlingen aus dem Rennen geworfen. Für
Sprendlingen gilt es, den Anſchluß an die Spitzengruppe nicht zu ver=
lieren
. Daß ſie es ſchaffen können, hat die Mannſchaft bewieſen. Eiſer=
ner
Siegeswille und flüſſiges, uneigennütziges Spiel, wie man es bei
dem Vorſpiel in Darmſtadt bewundern konnte, ſind für Darmſtadt ent=
ſcheidend
für den Ausgang des Spieles.

Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Am Sonntag fährt die 1. Mannſchaft zum erſten Spiel der Nach=
runde
nach Bauſchheim. Dabei fällt gleich eine Art Vorentſcheidung.
Bauſchheim iſt die einzige Mannſchaft, die Darmſtadt die Meiſterſchaft
noch ſtreitig machen kann. Abfahrt 1 Uhr ab Gewerkſchaftshaus mit
Auto. Nachmittags 1 Uhr ſpielt die 1b.=Mannſchaft am Müllersteich
gegen Dreieichenhain 1. Dieſelben haben ſich ſehr verbeſſert:
Darmſtadt muß ein beſſeres Spiel als am Sonntag zeigen, wenn es ge=
winnen
will. Die Jugend ſpielt 11.15 Uhr gegen Griesheim.

Clubfechken beim Darmſtädter Fecht=Club.

Alljährlich im November läßt der Darmſtädter Fechtelub die Kämpfe
um die von älteren Mitgliedern geſtifteten Wanderpreiſe und Erinne=
rungsgaben
austragen, um damit, ehe die Verbands= und deutſchen
Meiſterſchaften beginnen, das Stärkeverhältnis ſeiner Fechterinnen und
Fechter feſtzuſtellen und einen Maßſtab über die Fortſchritte der Jün=
geren
zu bekommen. Damit erhalten die Kämpfe auch den Charakter
als Klubmeiſterſchaften. Die Florettkämpfe der Damen und das Säbel=
fechten
der Herren werden am Sonntag, den 16. November, von 1012
Uhr im Fechtſaal, Soderſtr. 30, ſtattfinden; die Florett= und Degen=
kämpfe
der Herren am folgenden Samstag abend von 20 Uhr ab im
gelben Saal, Karlſtr. 15, Sitte. Es iſt eine beträchtliche Zahl von Mel=
dungen
abgegeben worden, und ſpannende Kämpfe ſtehen in Ausſicht,
bei denen intereſſierte Sportfreunde als Zuſchauer gern willkommen
ſind. Für die Anfänger und die Schüler der höheren Schulen finden
die Anfängerprüfungen im Florettfechten Anfang Dezember ſtatt.

Kraftſpork.
Vorwärts 05 Groß=Zimmern Oberſtein.

Am kommenden Sonntag ab 2 Uhr mittags treffen ſich im Schwa=
nenſaal
in Groß=Zimmern: Oberligc: Groß=Zimmern 1. Oberſtein 1.
Oberſtein iſt bis jetzt noch ohne Verluſtpunkte und hält die Spitze der
Tabelle. In der Ligaklaſſe kämpfen Groß=Zimmern 2. Hörſtein 1.
Die Bühne des Saales hat einen für die Ringkämpfe geeigneten Vorbau
bekommen, ſomit iſt vom letzten Platz des Saales Gelegenheit, die
Kämpfe zu verfolgen, auch iſt der Saal gut geheizt. Niemand verſäume,
einen Fritz Bräun (Europameiſter) und ſeine Mannſchaft im Kampfe
um die Führung der Tabelle zu ſehen.

Die ehemalige Tennis=Weltmeiſterin Suzanne
einigen Jahren zum Profeſſionalismus übertrat, hat /
Gaſtſpiel in Berlin die Kleinigkeit von 50 000 Frann=
Die große Berliner Tennishalle ſteht vor der Vo
Der italieniſche Europameiſter im Halbſchwergewi
Bonaglia, iſt von der Internationalen Box=Union 57
ſperrt worden.

Ein Schwimm=Städtekampf Nürnberg Göpvinn=
des
Winters ſtattfinden.

Geſchäftliches.

Format und Größe ganz nach Wu
gewinnt doppelten Wert, wenn ſie Hand in
gemäßem Fortſchritt geht. Generationen hindur
kanieken 4711=Original=Flaſchen unzähligen
edlen und echten Kölniſch Waſſers unentbehrl;
ebenſo werden künftige Generationen dieſſ
Flaſchenformen nicht miſſen wollen. Für beſtimn
ſo insbeſondere für Sport, Reiſe oder Autofa.:/
neue Flaſchen=Formen geſchaffen: 4711=Flau
handlichen praktiſchen und eleganten Formen dig=
den
raſch Freunde finden. Jeder erhält nun das
tentiſch oder das für Sport und Reiſe geeigne=;
findet in den neuen, ebenſo wie in den herkö=
Flaſchen die bekannte, immer begehrte, vorbildlßi
gehaltvolle Stärke der echten 4711.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Samstag, 15. November.
1.30: Gießen: Militär=Konzert des Muſikkorps de
nadier=Bataillons 15. Inf.=Regts. Gießen.
10.20: Schulfunk Muſikſtunde: Der Kanon.
.30: Stuttgart: Stunde der Jugend.
16.00: Zitherkonzert. Ausgef. von Heinz Mönch.
16.30: Stuttgart: Arienſtunde. Ausf.: Gertrud
17.00: Stuttgart: Tanztee der Kapelle Charly Witzt
18.05: Dr. Epſtein: Johannes Kepler zum 300
18.35: Furtwängler: Die Gewerkſchaftsbewegung dee
19.05: Spaniſcher Sprachunterricht.
19.30: Volkstümliches Richard=Wagner=Konzert. Al=
gende
Holländer. Lohengrin. Tannhau
Meiſterſänger von Nürnberg‟. Mitw.: Einn
(Sopran), Leo Slezak (Tenor), Rich. Breitenfelde
Rundfunk=Sinſonieorcheſter.
21.00: Bunte Stunde: Pflaumen, leicht gefärbt.
22.20: Sportpalaſt Berlin: Ball der Städt. Oper:
Weber.
Königswuſterhauſen.

Deutſche Welle. Sonnabend, 15. Novemb
12.00: Schulfunk. Eine Mozartſtunde.
15.0): Kinkerbaſtelſtunde. Die Neger beraten.
15.45: Frauenſtunde Von der Martinsganz zur
16.00: Schute und Wirtſchaft. Min.=Rat Prof. Rickk.)
kunft und Schichtung der Induſtriearbeiterſchaft.
16.30: Hanburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. G. Venzmer: 20 Jahre Salvarſan.
18.30: Franzöſiſ.i für Fortgeſchrittene.
18.25: Pror. Dr. Rob. Saitſchick: Goethes Fauſt.
19.0D: Stadtrai Herm Weiß: Der Gang ins A.
19.30: Volkstümliches Richard=Wagner=Konzert. Am
Holländer, Lohengrin, Tannhäuſer Die 7
Nürnberg. Ausf.: Rundfunk=Sinfonie=Orcheſter.
Bettendorf (Sopran), Leo Slezak (Tenor), Ri lcßE
(Bariton).
21.10: Wochenend und Sonnenſchein. Ein heitseſl
Comedian Harmoniſts.
22.30: Aus dem Sportpalaſt Berlin: Opernball Arßl
24.00: Aus den Feſträumen des Zoologiſchen Gart
deutſchen Filminduſtrie. (Filmball.)

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Ausſichten für Samstag den 15. November: Neblig
aufklarend, Temperaturen nachts um den Gefriemcr
Ausſichten für Sonntag, den 16. November: Zunänd
der herrſchenden Wetterlage.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport.
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: A ,0
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. H
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: W2
Druck und Verlag: L. C. Wittſch ſämtlich in Dar=
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung Ti/

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Der Poſten eines gewiſſenhaften Bericht=
erſtatters
für Darmſtadt iſt zu vergeben
Der betr. Herr müßte den Sitzungen der
Zivilprozeßkammern beiwohnen. Für ab=
gebaute
od. penſionierte Beamte, Gerichts=
ſeiretäre
guter Nebenverdienſt. Herren, die
am lieſigen Amtsgericht eingeführt ſind
und daſelbſt gute Beziehungen haben, be
lieben Angebote unter F. T. G. 423 an die
Geſchäft=ſtelle d. Bl. einzuſenden. / 1.16652

Heimarbeit
vergibt: H. Kirſch=
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einer hieſigen Verkaufs=
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Einkommen, feſte Zuſchüfſe, Kapital von
SC0. erforderl. Perſ., die Wert auf Dauer=
xiſtenz
legen, werd. geb", ſich m. Papieren
am Montag, den 17. Nov., i. Hot. Traube
zw 9-12 Uhr perſ. vorzuſt. Bei Bewerb.
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Frau Güſſefeld.
hier, Clemensſtr. 13.

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ſechn. gebildel.) vom Lande,
nicht unter 20 J.
Mikarbeiker w. ſchon in Stellg.
ſofort geſucht. Off. war, in kl. Geſch.=
Geſchäftsſtelle.

A

WEIBLICH

Aelteres Fräulein,
45 J., ſucht Stell. a.

Haushälterin
bei alleinſtehd. ält.
Herrn. Gute, lang=
jährige
Zeugniſſe
vorhanden. Angeb.
unter J. 117 a. die
Geſchäftsſtelle. E

Ein ält. Mädchen
ſucht f. mittags Ar=

beit, gl. welch. Art.
Näh. Geſchäftsſt. (
Veg. Wegzug ſuche
ich für meine durch=
aus
ehrl. u. fleißige
Lauffrau, d. 3Jahre
bei mir war, gute
Stellung halbtags=
weiſe
, übern. auch
abends Büroreinig.
Zu erfragen: Tele=
fon
3028. (16658
Junge Frau. tücht.

Köchin, empf. ſich i.
Kochen. Gefl. Ang.
u. J. 118 Geſch. (*

Fil
heu
Ed

1.

44

zu

kal

3i.
175

Bastard:

Hänfling, Stieglitz, Ze-
Ia Sän-
zu
verkar!

L.. Ohl

Darmstadt,

[ ][  ][ ]

un

Tatbllatsg.

Samstag, den 15. November

der deutſchen Maſchinen=
Hieie iin Biloder 1930.
tlechkerung. Preisſenkung. Kampf
en Helbſtkoſtenüberhöhung.
Deutſcher Maſchinenbau,Anſtalten, dem Spitzen=
imen
Maſchineninduſtrie, wird dem W. T.B.=Han=

ſehen:

ue Geſchäftslage der deutſchen Maſchineninduſtrie
ſer eine weitere Verſchlechterung. Der Eingang
us dem In= und Auslande war gleich unbefrie=
uynonat, die Anfragetätigkeit der Kundſchaft ließ
Eine ganze Reihe weiterer Betriebe ſah ſich zur
Kurzarbeit genötigt; in den ſchon früher davon
ewen mußte vielfach noch ſtärkere Arbeitszeitver=
mi
. Trotzdem waren auch weitere Entlaſſungen
ir an der tatſächlich geleiſteten Arbeitsſtunden=
gechäftigungsgrad
ging im Oktober auf etwa 48
Die durchſchnittliche Wochenarbeitszeit betrug
M unden.
gemen Zweigen der Maſchineninduſtrie machte ſich
y ber Lage faſt durchweg in gleichem Maße be=
ſuftragsbeſtand
iſt überall auf ein Minimum ge=
umder
, zum Teil dem September gegenüber noch
ſituagseingang war zu verzeichnen bei Werkzeug=
helmaſchinen
, Landmaſchinen, Lokomotiven, Kraft=
Geve rksmaſchinen, Kranen, Aufzügen und Trans=
vier
= und Druckmaſchinen, Nahrungs= und Genuß=
hund
=apparaten, Baumaſchinen, Transmiſſionen
In leider nur vereinzelten Fällen wurde aus=
härtsgang
in Pumpen, Walzwerksanlagen und
äir die Ausfuhr und einigen Sondermaſchinen,
nleum =und Gummiinduſtrie, gemeldet.
Hu5 Preiſe für Roh= und Halbſtoffe, die zuſam=
mis
70 Prozent der Selbſtkoſten der Maſchinen=
yh
n. ſind ebenſo wie die Steuern und Frach=
ie
immer weiter verſchärfenden Kriſe im weſent=
gelkin
geblieben, während das Niveau der efektiven
ſe: Maſchineninduſtrie ſeit mehr als einem Jahre

ſer ſchlechten Konjunktur ſchon erheblich geſenkt
ſe Preisſchere iſt der Hauptgrund für den Rück=
ſubllität
und Beſchäftigung der Maſchineninduſtrie.
ſeifck der Maſchinenbau beſonders lebhaft die bis=
ſungn
der Regierung für einen Abbau der über=
ſiten
und der verteuerten Lebenshaltung und er=
geres
tatkräftiges Vorgehen in gleicher Richtung.
eir eine baldige Ueberwindung der nun ſchon ſeit
ſeange befindlichen Wirtſchaftskriſe und der Ar=
iUhr
grich iſt.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
ielten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
nen. Gießen: Lohnkutſcher Karl Huhn ſen. An=
Släubigerverſammlung und Prüfungstermin 28. 11.
7m. Gebr. Buchsbaum, Zimmergeſchäft. Inh. Ludwig
aam. Anmeldefriſt 6. 12., Gläubigerverſammlung 27.
nn 18. 12. Bad Nauheim: Schneidermeiſter Michael
M+riſt 20. 11., Gläubigerverſammlung und Prüfungs=
Awß=Gerau: Ludwig Knoblauch 3., Tabakwaren= und
ſt ug in Mörfelden. Anmeldefriſt 29. 11I., Prüfungster=
Attz: Firma Friedrich Hinkel. Anmeldefriſt 25. 11.,
Brüfungstermin 3. 12. Bad Nauheim: Uhrmacher
w Tonſtantin Hoffmann. Anmeldefriſt 30. 11., Gläu=
uyrund
Prüfungstermin 3. 12. Beendete Kon=
ſa
. Rh.: Peter Johann Heide in Genſingen. Neue
ſefahren. Gießen: Schneidermeiſter Meier Harth.
1M2..11.
Aenäkliche Generalverſammlung der Eierverwer=
1Me G. m. b. H. Frankfurt a. M., hat dieſer Tage
ſſr. EM. getagt. Die Leitung der Verſammlung lag
t bes Aufſichtsratspräſidenten, Herrn Verbands=
RDarmſtadt. Anweſend waren Vertreter des Heſſi=
ſ
yeniniſteriums, des Verbandes der heſſiſchen land=
Genoſſenſchaften Darmſtadt, des Raiffeiſen=Ver=
6ankfurt a. M., der Landwirtſchaftskammern
rn=ſtadt und Kaſſel, des Deutſchen Landwirtſchafts=
leißindungsſtelle
Frankfurt a. M., des Wirtſchafts=
It Frankfurt a. M., der Landwirtſchaftlichen Zen=
Rſhart a. M., der Landwirtſchaftlichen Zentral=
M S. m. b. H. Darmſtadt, der Ländlichen Haupt=
We G. m. b. H., Frankfurt a. M. und die Staats=
us
den Berichten von Geſchäftsführung, Vorſtand
Ai weht hervor, daß das Unternehmen ſich trotz der
lechten Wirtſchaftslage im vergangenen Geſchäfts=
2r11929 bis 30. September 1930) günſtig entwickelt
M ederzahl iſt infolge intenſiver Werbearbeit auf
AMfin und Einzelmitglieder geſtiegen. Unter großen
unde eine gute Abſatzorganiſation geſchaffen; die
1½. Zentrale e. G. m. b. H., Frankfurt a. M., zählt
Ffirmen der Lebensmittelbranche und des Eier=
Frankfurt a. M. und Umgegend zu ihren Kun=
dus
neue Geſchäftsjahr wird eine günſtige Weiter=
Roft.
enuch in der rhein=mainiſchen Metallinduſtrie. In dem
Metallinduſtrie des Bezirks Mainz=Wiesbaden=Rhein=
NShrwöchiger Beratung folgender Schiedsſpruch gefällt:
wird im weſentlichen in ſeiner alten Form bis 31. De=
ſlagert
. Der Lohn wird in der Spitze, d. b. für den
e über 24 Jahre, vom 1. Dezember 1930 bis 31. März
ſetzt 84 Pfg.) geſenkt. Vom 1. April bis 30. Juni 1931
Ene Senkung um 2 Pfg. Die Akkordbaſis wird in der
ehrber 1930 bis 31. März 1931 auf 82 Pfg. geſenkt, dann
1931 auf 80 Pfg. Die Erklärungsfriſt läuft am 22.
d5.
A. Zellſtoff= und Papierfabriken A.=G., Aſchaffenburg.
heren Betrieb bekanntlich an die Zellſtoffabrik Aſchaf=
* iſt, weiſt für 1929/30 einen Reingewinn von 1200
hr den Gewinnvorträgen aus den Vorjahren erneut
Brodukkenberichte.
Aroduktenbericht vom 14. November. An den
Produktenmarktes hat ſich kaum etwas verändert.
Nen Inlandsbrotgetreide war recht mäßig und die
Provinz ſind wenig nachgiebig. Die Gebote für
zwar 1 Mark niedriger als geſtern, führten
Abſchlüſſen. Der Lieferungsmarkt ſetzte gleich=
er
* niedriger, ein, war im Verlaufe jedoch etwas
U8 behauptet, im Promptgeſchäft waren verein=
wdere
Preiſe als geſtern zu erzielen. Der Liefe=
2e hur unbedeutende Veränderungen auf. Weizen=
AI. werden zu unveränderten Preiſen für den lau=
Herauft. Hafer iſt ausreichend angeboten, aber im
I der Konſum einige Nachfrage zeigt. Das In=
hſriee
und Futtergerſte hat ſich erhalten, auch
Sien finden regere Beachtung als in der letzten
Mophäutemärkte. Das Geſchäft am Nohhäutemarkt ver=
in
Lerſteigerungen weiterhin ruhig. Die Käufer gaben
Drſichtig ab, ſo daß eher von einer ſchwächeren Ten=
ueroen
kann. Für die meiſten Gattungen Großvieh=
Ne die Preiſe wieder 510 Prozent nach unten. Bei
eI Die leichten und mittleren Gewichte nahezu letzte
Jndyrend ſchwverere Gewichte um die 5 Prozent herum
Schaßelen war die Nachfrage weiterhin ſchleppend, ſo
Eid hier etiwa 1015 Prozent verloren. Bei der Stutt=
Sißgen Großbiehhäute lebhafter als Kalbfelle, und die
Eicht nach. Farrenhäute waren allerdings ſchwächer.
L A den ſchweren Klaſſen einige Pfennige weniger, im
Dhrn bereinzelt letzte Preiſe.

Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. November.
Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr die Stimmung allgemein
etwas beſſer beurteilt wurde, griff zu Beginn des offiziellen Marktes
eine Enttäuſchung Platz. Im Zuſammenhang mit der feſteren geſt=
rigen
New Yorker Börſe hatte man in Börſenkreiſen mit Käufen des
Publikums und des Auslandes gerechnet, um ſo mehr, als ungünſtige
Momente nicht vorlagen. Die weitere Erhöhung des Kupferpreiſes hatte
nur für Kupferwerte einige Nachfrage zur Folge, während die übrige
Börſe kaum beeinflußt wurde. Die Spekulation verhielt ſich ſehr zu=
rückhaltend
und ſchritt eher zu Abgaben, zumal am Chemiemarkt grö=
ßeres
Angebot in Farbenaktien beſtanden haben ſoll. Die übrigen Märkte
wurden hierdurch etwas in Mitleidenſchaft gezogen, ſo daß gegenüber
der geſtrigen Abendbörſe meiſt Kursverluſte bis etwa 1 Prozent ein=
traten
. Die Rede Briands wurde viel beachtet und günſtig beurteilt.
Die Umſatztätigkeit hielt ſich allgemein in ſehr engen Grenzen. Einige
Nachfrage machte ſich aus dem erwähnten Grunde für Kupferaktien be=
merkbar
. Am Chemiemarkt waren J. G. Farben mehr angeboten, und
mit 1372/s nach vorbörslich 140½ Prozent, 1½ Prozent abgeſchwächt.
Die übrigen Werte dieſes Marktes büßten bis zirka 1 Prozent ein. Grö=
ßere
Verluſte ſtellten ſich am Montanmarkt ein, an dem Rheinſtahl und
Buderus bis 134 Prozent verloren. Auch Kaliwerte waren angeboten
und 1½ Prozent niedriger. Am Elektromarkt war das Geſchäft zu den
erſten Kurſen ebenfalls ſehr gering; die Kursentwicklung war hier
nicht ganz einheitlich. Während Siemens etwa 1 Prozent gewinnen,
konnten, gaben A. E. G. bis 1 Prozent nach. Bis 1½ Prozent niedriger
lagen noch Conti Gummi und die Mehrzahl der Bankaktien. Deutſche
Linoleum waren behauptet. Am Rentenmarkt konnten Neubeſitzanleihe
leicht anziehen, Altbeſitz waren gut behauptet. Von Auslandswerten
lagen Mexikaner weiter im Angebot; Goldmexikaner eröffneten 134 Nro=
zent
gedrückt. Im Verlaufe blieb das Geſchäft klein. Nach einer vor=
übergehenden
geringfügigen Beſſerung des Kursniveaus wurde die Ten=
denz
weiter ſchwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent
ſtark geſucht. Am Deviſenmarkt lag Madrid auf die Stabiliſierungs=
beſtrebungen
mit 41,9 feſt. Die neue Parität ſoll 40 Peſeten gegen
1 Pfund betragen. Sonſt nannte man Mark gegen Dollar 4,1970, gegen
Pfunde 20,383. London=Kabel 4,8565, Paris 123,65, Mailand 92,79,
Schweiz ſchwach 25,06. Holland 12,0778.
An der Abendbörſe konnte ſich die Stimmung leicht beſſern.
da ſich nach einigen Spezialwerten etwas Nachfrage bemerkbar machte.
J. G. Farben konnten 1 Prozent anziehen. Zement Heidelberg lagen
auf die Intereſſengemeinſchaft mit Schleſ. Zement erneut 1 Prozent
höher. Am variablen Markt erhielt ſich die Nachfrage nach Hirſch
Kupfer; ein Kurs kam mangels Materials zunächſt nicht zuſtande (Taxe
zirka 129 Prozent). Bankaktien blieben im allgemeinen gut behauptet.
Im übrigen blieb die Umſatztätigkeit gering bei wenig veränderten
Kurſen. Anleihen ohne Intereſſe. Auch im Verlaufe erfuhr das Ge=
ſchäft
keine Belebung.
Berlin, 14. November.
Die erſten Kurſe brachten der Spörſenſpekulation heute eine
Enttäuſchung. Vormittags hatte man auf Grund der weiter an=
ziehenden
Kupferpreiſe mit einer allgemein freundlichen Tendenz
gerechnet, zumal auch New York geſtern feſt ſchloß. Ungünſtige
Momente lagen nicht vor, und ſo taxierte man noch an der Vor=
börſe
ziemlich hohe Kurſe. Dieſe Erwartungen wurden jedoch zu
Beginn des offiziellen Verkehrs entäuſcht, was hauptſächlich auf
den Rückgang der Farbenaktie, die 139 Prozent nach vorbörslich
140½ Prozent notierte, zurückzuführen war. Angeblich kam an
dieſem Markte auf dem Wege über eine Großbank Auslands=
material
heraus. Die übrige Börſe wurde durch dieſe Vorgänge
in Mitleidenſchaft gezogen, und neben einigen Spezialwerten waren
nur die Kupferwerte befeſtigt. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe,
zunächſt, mit Ausnahme der Kupferwerte, langſam ab, ſpäter
konnten auch Otavi und Mansfeld ihren Höchſtſtand nicht be=
haupten
. Stärker gedrückt waren vor allem ſolche Werte, die ſich
im Beſitz amerikaniſcher Inveſtment=Truſts befinden. Etwas
freundlicher lagen lediglich Zementaktien, für die die Meldung
von der Intereſſengemeinſchaft zwiſchen der Schleſiſchen und Süd=
deutſchen
Zementinduſtrie anregend wirkte. Gegen 1 Uhr trat
eine leichte Beſſerung ein, angeblich, da zu den Kaſſakurſen der
Terminpapiere etwas Nachfrage beſtand. Teilweiſe wurden die
Anfangskurſe wieder erreicht. Anleihen behauptet. Pfandbriefe
völlig geſchäftslos, Reichsſchuldbuchforderungen ruhig, aber eher
etwas erholt. Am Deviſenmarkt war die Schweiz ſchwach, Pfunde
etwas leichter Madrid feſter. Der Geldmarkt zeigte zum Medio
eine leichte Verſteifung, Tagesgeld hörte man 4½ bis 6½ Pro=
zent
. Monatsgeld 6 bis 7½Prozent, Warenwechſel ca. 5½ Prozent.

Berliner Kursbericht
vom 14. November 1930

Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 14. November ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rot=
terdam
(Notierung der Vereinigung für die deutſche Elektro=
lytkupfernotiz
) auf 105 RM . Die Notierungen der Kommiſ=
ſion
des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen
ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und Be=
zahlung
) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium, 98= bis 99, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel, 98= bis
99proz. 350 RM., Antimon Regulus 4951 RM., Feinſilber
(1 Kilogramm fein) 49.5051.50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 14. November ſtellten ſich
für Kupfer: Nov. 100 (105.50), Dez. 100.50 (102), Jan. 101
(103), Febr. 101.25 (102), März 101.50 (102.5), April 101.25
(101.25), Mai 101.75 (102), Juni, Juli und Auguſt 101.50 (102),
Sept. 101 (101.50), Okt 102.50 (103). Tendenz: feſt. Für
Blei: Nov. 31.50 (33), Dez. und Jan. 32 (33), Febr. März und
April 32.25 (33.25), Mai und Juni 33 (33.25), Juli 33.25 (33.50),
Auguſt 33.50 (33.50), Sept. und Okt. 33.25 (33.75) Tendenz: feſt.
Für Zink: Nov 29 (31) Dez. 29 (30.25), Jan. 29.50 (31),
Febr. 30.50 (31.50), März 30.75 (32), April 31.25 (32.50), Mai
31.75 (32.75), Juni 32 (33.25), Juli 32.25 (33.25), Auguſt 32.75
(34), Sept. 33 (34.50), Okt. 34 (34.75) Tendenz: feſter. Die
erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Amerikaniſche Kahelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 73.25, März 74½, Mai 75½, Juli
76: Mais: Dez. 72. März 74½, Mai 76½, Juli 77.50; Hafer:
Dez. 31.75. März 33.75, Mai 34½; Roggen: Dez. 39.75, März 44,
Mai 45.75.
Schmalz: Nov. 10.25, Dez. 10.02½, Jan. 9.75, März 9.80.
Speck, loko 14.50.
Schweine: leichte 8.408,60, ſchwere 8.258.55; Schweine=
zufuhren
: Chicago 27 000, im Weſten 91000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 14. Nov.:
Schmalz: Prima Weſtern 11.50; Talg, extra, loſe 4.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter, neue Ernte 93.25, Hartwinter.
neue Ernte 85.25; Mais, loko New York 90; Mehl, ſpring wheat
clears 4.004.25: Getreidefracht: nach England 1,62,3 Schill.,
nach dem Kontinent 77,5 Cents.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Frankfurter Gasgeſellſchaft, Frankfurt a. M., berufk auf den
5. Dezember eine ao. GV. ein, in der über die Liquidation des Unter=
nehmens
im Zuſammenhang mit der beabſichtigten Zuſammenfaſſung
der Frankfurter Gasintereſſen Beſchluß gefaßt werden ſoll.
Die Süddeutſche Zinkblechhändler=Vereinigung, Frankfurt a. M., hat
ihre Preiſe mit Wirkung vom 13. d. M. um 1 Prozent erhöht, nachdem
am 10. d. M. eine Preisermäßigung um 124 Prozent vorgenommen
worden war.
Vom Beginn des kommenden Rechnungsjahres ab wird das Baden=
werk
die zweite Staffel des Kleinabnehmertarifs um 5 Pfg. und den
Kraftſtrompreis für die Landwirtſchaft und das Kleingewerbe von 25
auf 22 bzw. 20 Pfg. pro Kwſt. herabſetzen.
Der A.R. der Vereinigten Jute=Spinnereien und Webereien Ham=
burg
beſchloß die angekündigte Sanierung. Für 1928 wurde noch ein
Neingewinn von 0,77 Mill. RM. ausgewieſen und eine Dividende von
5 Prozent verteilt.
Mit einem A.K, von 700 000 Mk. iſt die Deutſche Hartpavierinduſtrie
A.=G. mit dem Sitze in Berlin gegründet worden. Gegenſtand des Un=
ternehmens
iſt die Herſtellung und der Vertrieb von Gefäßen und Be=
hältern
aus vergamentähnlichem und ſonſtigem Papier, der Erwerb und
die Verwertung von Schutzrechten und Verfahren aller Art, die Her=
ſtellung
von Maſchinen und Einrichtungen.
Die Portlandzementwerke Heidelberg=Mannheim=Stuttgart A.=G.,
Heidelberg, und die Schleſiſche Portlandzementinduſtrie A.=G. in Oppelm
ſchlagen in Verfolg des im Vorjahre getätigten Gegenſeitigkeitsvertrags
nunmehr den Abſchluß eines Intereſſengemeinſchaftsvertrages auf län=
gere
Zeit unter gleichzeitigem gegenſeitigem Tauſch eines Aktien=
pakets
vor.

Oeviſenmarkt
vom 14. November 1930

Mde
Danatbank
Deutſche Bank u. /.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyb
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Mee
49.25
108.
109.
72.
72.125
112.625
54.
67.50
132.
33.625
122.50
108.75
66.125

iee Hee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel

Ke
138.50
86.50
117.
83.50
75.
75.25
189.
69.25
80.
70.
35.
59.50
75.
46.

Mane
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln. Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Vee
48.25
260.50
98
68.
190.25
63.
Mfk 6
49.
123.
63
135
63.
33.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York.
Belgien
Italien
Paris

Währung ſGeldBrief
100 finn. Mk.)
100 Schilline
100 Tſch. Kr.
1100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.Stg.
1 Pap. Peſt=
Dollar.
100 Belga
100 Lire
100 Francs

10.551 10.571
59.035159.15*

12.43:
73.355
3.03
168.81
112.12
112.1
112.46
20.362
1.944
4.1825
58.45
21.94
16.94

12.452
73.495
3.04:
68. 95
11234
112.34
112.68
20.462
1.448l
Kaife
sa.55
21.98
168.98

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Mio de Janeirol=
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu.
Kairo
Kanada
Uruguay
Jöland.

Tallinn (Eſtl.)
Riga

Währung
100 Franken
00 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
1 Milreis
100 Dinar
100 Escudos
100 Drachm.
1 türk. 2
1 äghpt. 2
1 canad. Doll
Goldpeſo
100 eſtl. Kr.
00 eſtl. Kr.
100 Lats

GeldBrief
81.23 k:39
48.50 48.60
81.30 81.56

2.081
0.414
7.419
18.30

5.435/ 5.445

at
.196

22.03
111.5s

2.085
0.418
.432
8.34

N.9a5
4.204

3 327 3.233

92.21
U1.81

80.66 80.32

Frankfurter Kursbericht vom 14. November 1930.

77 Dtſch. Reichsanl
63 .
6% Baden ......"
8% Bahern ......
6%
..
8% Heſſen v. 28
v. 29
8%
6% Preuß. Staat
8% Sachſen......
6% Sachſen......
7% Thüringen ..
Otſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +ſ= Ab=
löſungsanl
.. . ..
Otſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
...
8% Baden=Baden.
6% Berlin ......"
8% Darmſtadtv. 26
v. 28
82
7½ Dresden ....."
8% Frankfurt a. M.
Schäße. v. 29
7% Frankfurt v. 26
v. 26
6%
8% Mainz......"
82 Mannheim v. 26
v. 27
GOl
.
88 München.....
89 Nürnberg ....
8% Wiesbaden ...
8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. ....
Goldpfbr.
8% Goldoblig
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Biquid.
4ſ.% Kom.=Obl.
8% Preuß. 2ds.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
82 Golbobligl

Mei
86.5
77.75
99
83.7
86.25
89
95.
98.
7
80.5

Kf
6.65

94.8
81.5
71
84.5
73.5
94
86

AJ
91.75
94
82.5
n5.

Na
E57

Wau
Bk. Girozentr. für
Heſſen Opldobl.
8½Kaſſeler Land. Goldpfbr.
3%0 Naſſ. Landesbk.
6
4½% Limn. Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser. I
FAusl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk..

4½s% Big. Pfbr.
8½ Pfbr.=Bk.
A
4½% Lig. Pfrb..
8½ Mein. Hyp.=Bk.
7%
4½
Lig. Pfbr..
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank ...."
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank
4½0 Lig. Pfbr
8% Rhein. Hyp. Bk.
7%0
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .....
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
7%
4½% Lig. Pfbr.
8% Württ. Hyp.=B.

6% Datmler=Benz 66

97.75
85
100
84
83.5

85
13
96
84
100
93.25
84.35
100
93
86
99.5
94.5
86.1
100
87.75
100.5
86.6
100.5
83.6
100
93
85.75
98
98.5
93
97.5

Dae
8% Klöckner=Werkel
7% Mainkrw. v. 26.
7% Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
7% Ver. Stahlwerke
8% BoigtckHäffner

J. 6. Farben Bonds
5% Bocn. 2.E.B.
5% L.Inveſt.
4½% Oſt. Schatze
42 Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½%
4%
4% Türk. Admin.
4% 1. Bagbad
4% Zollanl.
4½% Unganr 1913
4½½ 1214
Goldr.
4½
4½ 1910
Aktien
Alg. Kunſtziſde Unil 68.5
A. E. G...... ...."
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſto f
Bemberg, J. P...
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt.
J. G. Chemie, Baſell
Chem. Werke Albert
Chade .........."
Contin. Gummiw.
. Linoleum
Daimler=Benz....
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl ......
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt

Nife
83
91.5
81.5
79
Mac
93.5

91.5
20
37.5
86
14.1
61.

23.5

112.5
100
78.75

73
88
168.5
25
Aa
113.5

94
G5l.
132

Dt. Binoleumwerke
Eiſenhandel...
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Berger.
Eleftr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
Eßlingen Maſchinen
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher
J. 8. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Gnilleaum.
Frkft. Gas .......
Hof........"

Geiling & Cie. ....
Geſlenk. Bergwerk
Gef. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Lempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer... . .
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſel
Junghans.. . .

Kali Chemie. . . . ..
Aſchersleben..
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... . . .
Klein, Schanzlin . .
Klöchnerwerke ....

Lahmeyer & Co...!
Laurahütte .. . .
Lech, Augsnurg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.*

122),
195

3e
83:1,
185

[ ][  ][ ]

Seite 14

Samstag, den 15. November 1930

Kleiderstoff?

Crépe Marbcain
aus hochwerliger Kunsiselde, in vielen
modernen Forben. Ein guler Stoſf für
das prokllische Kleld. 95 cm breil, Meler
Crépe de Chine
seinselden. Eine unserer gulen Stamm-
guolllälen
, 96 cm breil, zum auger-
gewöhnlich
vorleilhollen Preis von. Meler
Flamingo
Kunstselde mit Wolſe, m welen moderten
Forben, hervorrogende, weichſlleßende
Quollial, der Lieblingssloff für Toges-
und Nochmillagsklelder, ca. 95 cm breil
..... . . . . Hele-

Tesgerhemd
chinesische Handklöppel-
spilze
u. Silckerel-
Einsole .... 12

Selbstbinder
Flguren- und Streifen-
must
., brelte Form

Herrenartike

Ein Roman aus der Wirklichkeit
Don Theo vom Berge
Rampf im Dunkeln

(Nachdruck verboten.)
23.
Aufatmend griff er an die leere Bruſttaſche, während er
gleichzeitig vorſichtig die Klinke zum Korridor niederdrückte und
in der Toilette verſchwand.
Die junge Dame, die Exzellenz v. Bevern als ſeine Nichte
vorgeſtellt hatte, war eine begehrte Perfönlichkeit. Die Herren
riſſen ſich um ſie. Deshalb war es ihr anfangs auch ganz ent=
gangen
, daß C 25 den Raum verlaſſen hatte. Kaum aber hatte
ſie ſeine Abweſenheit bemerkt, als ſie mit einem ſchnellen Blick
den General und Mattheſius verſtändigte und ebenfalls ver=
ſchwand
.
Der General und Mattheſius gingen langſam zum Saal=
eingang
und hielten mit zwangloſen Geſprächen jeden feſt, der
den Raum verlaſſen wollte.
Als die Dame den Korridor betrat, hörte ſie das Geräuſch
von Schritten zur Toilette und huſchte ſchnell in einen Seiten=
gang
. Dort kritzelte ſie angelegentlich auf einem kleinen Blatt
Papier, das, eigentümlicherweiſe, völlig weiß blieb.
C 25, der ahnungslos die Toilette verließ, ſah ſich plötzlich
zwei Augen in einem totfahlen Geſicht gegenüber, die ihn ent=
ſetzt
anſtarrten. Er hatte gerade noch Zeit, die in Ohnmacht
Fallende aufzufangen und im Nebenzimmer vorſorglich auf
einen Diwan zu betten. Ein paar Sekunden betrachtete er die
leblos Daliegende, dann ging er, um den Vorfall dem Haus=
herrn
zu melden.
Auf dem Korridor fiel ihm ein Gegenſtand auf, der dort
am Boden lag. Es war ein weißes Blatt Papier. Es fiel
ihm ein, daß, als er aus der Toilette trat, die Dame darauf
geſchrieben hatte, obwohl das Blatt völlig leer war. Das war
verdächtig.
Er hob es auf, um es eingehend in Augenſchein zu neh=
men
und fand daneben einen Bleiſtift, der eine beſondere Fül=,
lung hatte. Er erſchrak heftig. Das war doch einer jener
Geheimſtifte, mit denen die engliſchen Spitzel ausgerüſtet waren?
Haſtig verbarg er Blätt und Stift in der Taſche. Er atmete
tief, um ſich zu beruhigen, bevor er den Saal wieder betrat.
Dieſe Entdeckung hatte ihn zu ſehr überraſcht. Eine eng=
liſche
Spionin hier in dieſen Näumen? Das Weib mußte eine
tüchtige Portion Mut haben. Es war ſelbſtverſtändlich, daß er
ſie nicht verraten würde.
Schonend berichtete er dem General, daß er die junge
Dame ohnmächtig auf dem Boden gefunden und ins Wohn=
zimmer
getragen habe. Erſchrocken ließen ſich die Exzellenz und
Mattheſius zu ihr geleiten. Noch immer lag ſie totfahl in den
Kiſſen. Diskret zog ſich der Franzoſe zurück. Einer der Herren
telephonierte einem Arzt.
Nach einiger Zeit kehrten die beiden Herren wieder zu
ihren Gäſten zurück.
Die junge Dame ſah man zu aller Leidweſen an dieſem
Abend nicht mehr.
C 25 war es lieb ſo. Er hätte ihr doch nicht mehr ohne
eine gewiſſe Befangenheit gegenübertreten können. Zuhauſe
im Bett überdachte er noch einmal den Vorfall. Und, je länger
er nachdachte, deſto mehr kam er zu der Ueberzeugung, daß
hier etwas nicht in Ordnung ſei.
Seines Wiſſens beſchäftigten die Engländer nur Männer.
Ihr Arbeitsplan war ihm genau bekannt, und es erſchien ihm
höchſt unwahrſcheinlich, einen Engländer in Berlin zu treffen.
Um ſeiner eigenen Sicherheit willen kam C 25 zu dem Ent=
ſchluß
, den Vorfall dem Prinzen mitzuteilen. Er konnte hier

keine Nebenbuhler gebrauchen, ohne Gefahr zu laufen, ebenfalls
an den Galgen zu kommen, auch, wenn dieſer Nebenbuhler eine
ſchöne Frau war. Schade um ſie, dachte er, aber ceſt la guerre,
es mußte ſein. Zwar wollte er ihr Zeit laſſen bis morgen
vormittag. Vielleicht, daß ſie dann ſchon über alle Berge war.
Wenn nicht, na dann war es ihre eigene Schuld.
Am anderen Morgen, es war beim Frühſtück, platzte er
damit heraus.
Wie fanden ſie die Nichte Seiner Exzellenz?
Der Prinz lächelte vielſagend und tolerant.
Hat ſich was mit Nichte. Weiß der Teufel, wo der Alte
die aufgegabelt hat. Ein verflixt feſches Ding übrigens.
Auch Kapitänleutnant Gerſon, den der Prinz vom Feſte
aus als Gaſt mit nach Haus genommen hatte, beſtätigte das
mit fachmänniſcher Miene. C 25 tat geheimnisvoll.
Halten ſie es für ſchicklich, daß man die Kleine anruft?
Was wollen ſie von ihr? Sie haben ja doch keine
Chancen.

Moderne Leihbibliothek / Leſezirkel / Knierim, Gutenbergſtr. 58, 2. Stod
Buch pro Woche 30 5, Abonnem. billiger. Leſemappe von 10 H an. 14691b

Will ich auch gar nicht haben. Ich will ihr nur etwas zurück=
geben
, was ich geſtern abend erbeutet habe.
Sieh mal einer den Schwerennöter! Los! Erzählen!
C 25 zierte ſich erſt ein wenig, dann ließ er ſich bewegen und
ſchilderte ſeinen geſtrigen Fund. Der Prinz lachte aus vollem
Halſe.
Zeigen! Das iſt ja köftlich!
Er nahm den Stift in die Hand und bewunderte die feine
Arbeit. Spieleriſch drehte er den Mechanismus und legte eine
feine, faſt haardünne Spitze frei, die, ſeltſamerweiſe nicht, wie
üblich, ſchwarz, ſondern weiß war. Ganz wie Höllenſtein ſah
es aus.
Die anfänglich heitere Miene des Beſchauers wich einem
entſetzten Erkennen. Haſtig preßte er hervor:
Raſch! Haben ſie das Papier noch?
C 25 zog es aus der Taſche. Der Prinz ſtrich es vorſichtig
mit der flachen Hand glatt und betrachtete es eingehend mit
der Lupe. Jetzt ſah er deutlich eine Menge hauchdünner Linien
und Zeichen. Die beiden beobachteten die Veränderungen in
ſeinem Mienenſpiel mit erſtaunter Spannung.
Warum haben ſie mir das nicht geſtern abend gegeben?
Es war an den Franzoſen gerichtet und klang feindſelig
und bart. ( 25 tat verletzt.
Was iſt denn los damit?
Die Augen des Prinzen blitzten.
Sie iſt ein Spionin!
C 25 und Gerſon erſchraken programmäßig.
Himmel!
Unterdeſſen läutete der Hausherr ſeinem Diener.
Den Wagen! Aber dalli!
Eine Viertelſtunde ſpäter ſaßen die Drei Mattheſius gegen=
über
und berichteten ihre Entdeckung. Mattheſius verlor die
Nerven nicht. Er nahm den Hörer zur Hand und rief die
Exzellenz an. Aber er mußte erfahren, daß die Nichte bereits
abgereiſt ſei. Mit ſchonenden Worten machte er den alten
Herrn auf die Entdeckung aufmerkſam. Wie nicht anders zu
erwarten, kam vom anderen Ende des Drahtes ein Schwall
entſetzter Worte. Mattheſius verſuchte den General zu be=

ruhigen. Doch, erſt als der Prinz ſelſt mit ihm 5i
ſtiller. Nachdem Mattheſius noch eingehend mit 6
abteilung geſprochen hatte, fuhren die Herre=
Hauſe.
Wer die Partner des Herrn Mattheſius H
können, würde geſehen haben, daß Exzellenz
ſeine angebliche Nichte über den Ausgang des Gn
befriedigt waren. Ebenſowenig machte auch dri
beamte Anſtalten zur Verfolgung, ſondern a.
Kollegen einen Wink, worauf dieſer hinter diß
C 25 mit Rotſtift ein beſtimmtes Zeichen ſetzs
Das bedeutete in gutes Deutſch überſetzt ur
wie: ungefährlich, doch als Ausländer weiter z
18. Kapitel.

Bei der Zentrale der Poſtüberwachung z3.
Breisgau ging es zu wie in einem Taubenſchlag
ſchleppten die Beamten Poſtſäcke herbei, deren
gehend geprüft wurde, bevor man ihn weiter
ging es Tag und Nacht. Beſonders die Sendr,
land waren davon am meiſten betroffen. WZi
Inlandspoſt nur Stichproben genommen wurg
hier jeden Brief, jedes Paket mit Argusaugen au
In das Zimmer 2 ſtürmte ein Beamter,
knappen Da! einen Stoß Briefe auf den
wieder draußen. Der Herr am Tiſch ſah flücha
Aha! Sanatoriumspoſt für Davos.
Er nickte dem anderen grüßend nach und wru
anſtrengenden Lektüre zu.
Wenngleich er darin auch keine Spionagy
konnten die Briefe nach Davos immerhin Dine
im Sinne der Landesverteidigung unzuläſſig
Aber es war meiſt harmloſes Zeug. S
Kinder intereſſierten. Köſtlich war der Bries
Wiegand, in dem ihr irgendein Jugendfreunde
die drolligſten Sachen aus Schule und Kinde
Und ſo intereſſant waren dieſe luſtigen Zeiles
amte herzlich lachen mußte. Wohlwollend legy
wieder in den Umſchlag und klebte ihn, wie n
einem geſtempelten Papierſtreifen zu, auf dem
den: Geprüft und zu befördern.
In der Portierloge des Sanatoriums Dr. A.
ſaß ein noch junger Pförtner und ſichtete mit der
gegangene Poſt. An dem Brief für die feſche L.
ihm ein Loch auf, das irgendwo auf beiden
ſchlages ſichtbar war, als habe jemand mit einer:)
geſtoßen. Er nickte befriedigt. Blitzſchnell wa nd
in ſeine Schublade. Heute erhielt Liſa Wiecnt
Und, als der Pförtner hinterher in den P
Dr. Berner dieſem das präparierte Seidenfur
dieſer triumphierend lächelnde Franzoſe Telegym
GmbH. Schweizer Artikel Sitz Rue Frauge
ſyſtem Nachfolger Zimmermann. Beobaortmſ
hebet bis Zeichen gebe. Rückzug blenden!! He=
Das infolge des Krieges leerſtehende Hotellyt
zöſiſchen Geheimdienſt gemietet und unter dem a)
Schweizer Arztes darin ein Sanatorium für wyſe
ſche Kinder errichtet worden. Die Namen dum=
Kinder waren jederzeit in Paris bekannt unu be
adreſſen für die Poſt des C 25.
Ja, für die Spionage waren eben keine Ri
zu ſchade.
In der Folge langten ſolche Briefe am
wöchentlich ein. Sie kamen von der Weſtfront, Zuſ
zertrennlicher Begleiter des dankbaren Prinzoiſ
Stab reiſte.
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das eleganle reinseldene Kleld bevorzugt
rdhlt deren Soll Ca. 3 em breilt, Veie O‟

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von hervorrogender Güle, in den Farbe
der Salson, für das Sirapazlerkleld.
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reine Wolle mit Schallenkoros, in dieles
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Stropazierqualilät, 150 cm brei Meler
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karlert, gule Quolität, gesäumt und
gebändert, ca. 60780 cm 70,
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Malerlal, 130x160 cm groß . . . Slück
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[ ][  ][ ]

Seite 15

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ttrch Rundfunk übertragen.
IM en. II. Teil: Sketch, Hallo 1930.
L.I. Teil: Nachtkaffee.
Ims, nachmittags 0.50 M., abends Mitglieder
itmitglieder 1.00 Mk. Vorverkauf Papier-
Ihnel und beim Hansmeister Demmel.
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in 5 Akten.
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Geibel und Schiller
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Samstag, den 15. November 1930, 8 Uhr abds., im Städt. Saalbau Darmstadt
Herr Kapellmeister W. Schlupp
vom Städtischen Orchester spielt mit seiner 70 Mann starken Kapelle
(Darmstädter Berufsmusiker)
als Ersatz der nicht erscheinenden Reichswehrkapelle aus Gießen
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Vorſtellungen

Frauen=Verein Caritas
Montag, den 17. November
nachmittags s Uhr
General=Perſammlung
in der Freimaurer=Loge, Sandſtr. 10
Um zahlreiches Erſcheinen bittet.
Der Vorſtand.
Am Dienstag, 18. Nov., um 5 Uhr im
Heylshof, Weyprechtſtraße 6
Vortrag
mit Lichtbildern
von Frau Hecker=Staff, Berlin über:
Die Arbeit des Frauenbundes der
Kolonialgeſellſchaft in Südweſt=
und Oſt=Afrika‟
Eintritt frei.

E, ist bisher noch keine Statistik
aufgestellt worden, wieviel unge-
zählte
Millionen jährlich für Werbe-
methoden
verschleudert werden,
deren Erfolg gleich Null ist. Es gibt
s0 eigenartig es auch klingen mag-
immer
noch Kaufleute, die von Wert
und Wirkung der Zeitungsanzeige
nicht überzeugt sind, die nicht auf
die Stmmen der Wirtschaftsführer,
auf die bedeutendsten Inserenten,
hören, die den Aufstieg ihrer Unter-
nehmen
reger Werbung in guten
Organen verdanken.
Natürlich schaffen einige Anzeigen
noch keine
Goldgrube
der Erfolg einer Werbung liegtneben
geschmack voller Aufmachung der
Anzeigen in der Stetigkeit der Ver-
öffentlichung
begründet.
Wie oft haben Sie schon nach einem
Mittel
gesucht
den Umsatz zu steigern, versuchen
Sieesjetzt einmal mit einer Insertion
im Darmstädter Tagblatt, das schon
Tausenden von Firmen Erfolge ge-
bracht
hat!

des Volkstheaters
im Saale d. Perkeo,
Alexanderſtraße 14/Achtung!
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nachm. 3 Uhr:
Hänſelu. Grekel
Märchen m. Geſang/Mach Alsbach
u. Tanz in 5 Akten.
Preiſe:
Sperrſitz(num.,)503, Zur Räpenkerb!
Platz 30 3.
Einlaß 2 Uhr. Gaſthaus Darmſtädter Hof
Anfang 3 Uhr.
Es ladet freundlichſt ein.
Kartenverk. ab 11
Uhr im Perkeoſaal.
Direktion
Eliſabeth Werner. 17

Wo gehen wir Sonntag
hin?
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In uſrer Zeit möcht jedermann,
Auch wenn er ſich’s nicht leiſten kann,
Weil ſeine Börſe gar ſo klein,
Als Kavalier gekleidet ſein.
Ein kluger Menſch, der ſolches will,
Kommt heutzutage leicht zum Ziel:
Ins Univerſum geht er,
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Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 44
Worms a. Rh., Friedrichſtr. 20
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Schuhe, Kinder= und Sportwagen, Möbel,
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Teppiche uſw.
Alles auf leichte Teilzahlung!

[ ][  ]

Seite 16

Samstag, den 15. November 1930

Unisespulwernochsoroar
beim
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Samstag und Sonntag
Stimmungs-Konzert

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Es ladet treundlich ein
Emll Westerweller, Braustüble
Schustergasse 13
NB. Gleichzeitig emptehle ich mein
gut bürgerliches Mittagessen 90 Pfg.

ELIA

Film-Morgenfeier
am Sonntag, 16. November, vormittags 11.15 Uhr

AELIA

Ein Werk von ganz eigenartiger Schönheit:

Tiere sehen Bich an

Künstl. Regie: Paul Eipper
Im Gegensatz zu den meisten Expeditionsfilmen, deren Ausbeute an Tieraufnahmen mehr oder weniger von gnädigen

Zafällen abhängt, machte es sich Eipper, der verständnisvolle Tierfreund, zur Aufgabe, nach gründlicher und liebe-
voller
Beobachtung auf einem Bildstreifen die Situation festzuhalten, in denen sich die Tiere am charakteristischsten
ausdrücken, in denen sie uns nicht nur Gewohnheiten des äußeren Lebens, sondern Wesen und Seele verraten.
Wir erleben Wunder um Wunder. Die Tiere sehen uns an mit dem Blick der lebendigen Kreatur, der uns bald betroffen
macht, weil es Leben von unserem Leben zu sein scheint, bald nachdenklich stimmt, weil er rätselhaft u. unergrändlich ist‟

Ingendliche haben Zutritt.

Kartenvorverkauf an der Tageskasse.

Bpädtsene Bodega

Hügelstraße 35
Heute Samstag, morgen Sonntag
Ungdesindrunenfallomeri
ausgetührt durch das bekannte
Damen-Duo. (16668
Sonntags ab 5 Uhr sowie tägllch
von 8 Uhr ab KONZERT.

Heute die große Premtere!

Hente und folzende Tage!

Gretel Theimen

Beifall auf offener Scene durch-
braust
das Haus.

von der Staatsoper Wien, bekannt aus 2 Herzen
im I. Takt

In der entzückenden Tonfilm-Operette;

Rummelhräu-Festsaal
Telefon 2519
Rheinstraße 101
Sonntag. 16. November

UONT

8aalöffnung 7 Uhr (*) Eintritt frei!

Restaurant Reichshof

Spezlal-Ausschank
Würzburger Hofbräu
und Doppelbochbier

Sonntag
KONZERT

Das herrlichste was es im Grotesk-Film gibt.
Ein tolles Spiel von Mensch und Reguisit.

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Blücher

ladet ſeine Kameraden, zu der Denkmals=
einweihung
der Großh. Heſſ. Train= Ab=
teilung
Nr. 18 am 18. November, vor=
mittags
11 Uhr ein. Sammelpunkt Ecke
Hermann= und Beſſungerſtraße.
Um zahlreiches Erſcheinen wird gebeten

Regie: Gebrüder Fleck
lch hab im Traum Deine Lippen besessen und kann
bei Tag diesen Traum nicht vergessen so singt der
unbekannte stolze Csikos, der Sieger im großen Rennen
und seine Gastgeberin, die schöne Baroness Terka,
weiß wohl, wem dieses Lied gilt. Nur einer verstand
sie richtig zu nehmen ihr zu imponieren Unter
der Maske des siegreichen Reitknechts bricht er ihren
Stolz und wandelt die männerfeindliche Csikosbaroness
zu einer liebenden Frau.

Regie: Edward Sedgswick

Hine der sündendsten Fümgrotesken, die Baster
Keatons unvergleichliche Komik zu vollster
Durchschlagskraft verhilft.

Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr.

Die lustigste Brautwerbung, der unwahrscheinlichste
Polterabend und die haarsträubendsté Hochzeitsreise
sind die Vorstufen, bis Buster Keatons und Dorothy
Sebastians unvollkommene Ehe den Grad der
Vollkommenheit erreicht. (V.16677

Jugendllche haben Zutritt. Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr

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