Einzelmmmmer 10 Pfemnige
Armſtädtt
Tatt
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Thegspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
imaner 4rſcheinen vom 1. November
mber 1y 4 Teichsmark und 22 Pfent
25 Reichemart, durch
bezugsprei
Frei Haus. P
monaliſch 27s Reſchemar.
ei ſtiſtiunahme von Anzelgen a
niſcht übemommen. Nich
Tag
jöherer Gewalt
jnrn in
Kürnung d
mich
und Abbeſtellungen dmre
N Be
für und. Poſtſchecfonte
M 1304
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAnſtrierte Beilage: „Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit v verſebenen Original-Aufſätze und elgenen Nachrichten vur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 314 Donnerstag, den 13. November 1930. 193. Jahrgang
A mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfg.
Finanz=-Anzelgen 40 Reſchepfg. Reilamezelle (92 mn
reil 2 Reichsmark. Anzelgen von auswärte 40 Reichepfg.
finanz=Anzelgen 60 Reſchepfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 100 P
ſchsmart. Alle Preiſe in Reichemark
Doſlor.
430 Markt
Im Falle böberer
Gewalt, wie Krieg. Aufrubr, Strell vſw. erliſch
g. der
Anzeigen=
ſede Verpſiſchtung au Erf
hadenerſatz. Bel
ufträge und Teiſtung v
Konlurs oder gerſchtliſcher Beitreibung fäl
Rabatt weg. Banffonto Deutſche Banl und
Darm=
fädter und Nationalbane
1
abbau=Offenſive der Reichsregierung.
eehung iees Ausſchuſſes zur Zörderung der Preisſenkung. — Die Preisſenkung ſoll mit aller Energie
weikergekrieben werden.
„Hdinker mit den Preiſen!”
Au dictpl ung des Brüning-Kabinekks.
* Berlin, 12. November. (Priv.=Tel.)
Reuſüt egierung hat in ihrer geſtrigen
Nacht=
inen / sſchuß zur Förderung der Preisſenkung
denſſh aus dem Kanzler, dem
Finanz=
r,uſArbeitsminiſter, dem ſtellvertre=
Reuſſswirtſchaftsminiſter, dem
preußi=
danhöll’sminiſter und dem
Reichsbankprä=
n aummenſetzt. Der neugebildete
Preisſenkungsaus=
am Yynerstag nachmittag, um 4 Uhr, zu ſeiner erſten
uſammtreten. Aufgabe des Ausſchuſſes iſt es,
dlachttenlan zur Fortſetzung der Preisabbauaktion auszu=
Er ſiwd ſehr eingehend zu unterſuchen haben, was auf
ſete „AFreisabbaues bereits geſchehen iſt, wie ſich die
nen nußf ahmen zur Senkung bereits ausgewirkt haben
e Eißet, noch auf ſich warten laſſen. Weiter wird er
ſen glief, an welchen Stellen der Abbauhebel in den
Cagein hen anzuſetzen iſt und welche Wege beſchritten
lüſſenam möglichſt raſch namentlich die Preiſe für
gengünde des täglichen Bedarfs herunterzu=
Grund zur Annahme zu haben, daß der
Aus=
binett noch vor Ablauf der Woche einen
umfaſ=
uenen wird, der aber
Iitmur die Lebensmitkkelpreiſe
nditi s inſicht wurde vom Reichsernährungsminiſterium
arbel ſe reiſtet. In den nächſten Tagen wird das
Mini=
ſachütz es die Bäcker, Schlächter und
Milch=
z u eſtändniſſen bewogen hat, mit den Organiſa=
Lühsrnittelhandels in Verbindung treten und für
hläſſeh kgen. Es wird dabei nicht außer acht gelaſſen,
ot un /Fleiſch Hauptnahrungsmittel der
ickkerny ſänd, und daß die erreichten Zugeſtänd=
I.—Mt.
barer Zeit erweitert werden müſſen.
ndehupirkungsvoll zur Beſchleunigung des
1M Preisabbaus hält man öffentliche
—ileſlifdie Geſchäfte, die ſich an die getroffenen
er3h amgem lien oder von ſich aus noch weitere
Preisab=
ornelm Dadurch ſollen die noch zögernden Geſchäfte
berVom inteltehmungen unter Druck genommen
wer=
uf der tlungsaktion anzuſchließen.
Au der.
nuere die Maike werden erneuk aufgeforderk
wiche, mögtlf räglich die Größe der Handelsſpanne
be=
pioſchie jebenAv Die Namen der Lebensmittelgeſchäfte durch
An=
er ducnde Zeitungen zu veröffentlichen, die ſich auf dem
isFenkung beſondere Verdienſte erworben haben.
hoültza die engliſche Regierung vor einigen Jahren,
hniſchn Situation, mit erheblichem Erfolg angewandt.
Auch der Rundfunk zur Bekanntgabe von billigen
n bckt worden. Auf der anderen Seite können dieſe
uzung durch deutliche Preisbekanntgabe in den
ternl uſeraten uſw. unterſtützen. Es iſt ganz
ſelbſtver=
daſlß rot=, Fleiſch= und
Gemüſeverbilli=
nichausreichen, den Etat des kleinen
bar zu entlaſten. Das Augenmerk des
imfolgedeſſen auch darauf gerichtet ſein müſſen,
SSyaben der Bevölkerung zu verringern. An den
79baaben für Steuern, Krankenkaſſen= und
Arbeits=
ſicherisheiträgen läßt ſich zunächſt nichts ändern. Da=
S Mnig.
Wieter Gas-, Waſſer= und Elekkrizikätswerke
Nrudrchatn. Hier haben meiſt die Städte die ausſchlag=
DE Stillg, rum Preisſenkungen durchzudrücken. Ebenſo iſt
n Mi ermäßigungen der Straßenbahnen
nNſce. Die Städte haben allerdings ein oft ent=
Seiette /K urreſſe, da ſie die Einnahmen aus dieſen Quellen
der 3/9 %eil für ihre Haushalte eingeſtellt haben. Es
ſch 18 von ſelbſt, daß auch ſie ſich der Preisabbauaktion
cen Wen. Dabei muß auch beachtet werden, daß eine der
eburhe lges Gelingens der Aktion die Rückkehr zur Pfen=
Nung Wenn z. B. der Straßenbahntarif 25 Pfg.
be=
nd Ehcentung auf 20 Pfg. ausgeſchloſſen ſein ſollte, ſo
Aa2 grprüft werden, ob nicht eine Verbilligung des
53 Pfg. erreicht werden kann. In dieſem
Zu=
encka uct natürlich auch die Möglichkeit neuer Drei=
„achd ſierpfeß yſtücke wieder auf. Auch von der
Meichsbahn und Reichspoſt
Sra 3 Imnß ſie ſich der Preisſenkungsaktion anſchließen.
T1a ſchon grundſätzlich bereit erklärt, eine Ver=
* Wertzeichen, der Telephon= und
Dus bühren vorzunehmen. Sie wollte damit
eänige Zeit warten, wird nun aber doch ge=
Men jetzt an die Verringerung der Sätze
heranzu=
ſchwierig liegen die Verhältniſſe bei der
Reichs=
ein großes Defizit zu erwarten iſt. Sie hat ſich
att, für gewiſſe Waren Frachtvergünſtigungen
D. Der Kabinettsausſchuß wird gerade der Frage
Leine beſondere Aufmerkſamkeit widmen müſſen,
Der Reichspräſident empfing geſtern den Reichskanzler Dr.
Brüning und den Reichsminiſter für Ernährung und
Landwirt=
ſchaft Dr. Schiele zu einer gemeinſamen Beſprechung über die
Durchführung der zum Schutze der Landwirtſchaft ſowie zur
Durch=
ſetzung der Lebensmittelpreisſenkung von der Reichsregierung in
Ausſicht genommenen weiteren Maßnahmen.
R
Aitwirkung der Skädke durch Preisberichkerſkakkung
und =ſenkung.
Der Vorſtand des Deutſchen Städtetags hat bereits in
ſei=
ner Sitzung äm 8. d. M. auf die untrennbaren Zuſammenhänge
zwiſchen dem Gehalts= und Lohnabbau und der beſchleunigten
Senkung der Preiſe für wichtige Gegenſtände des täglichen
Be=
darfs hingewieſen. Der Präſident des Deutſchen Städtetages,
Dr. Mulert, ſetzt die Aktion des Städtetags durch ein
Rund=
ſchreiben an die Oberbürgermeiſter der im Deutſchen
Städte=
tag vereinigten Städte fort. Es heißt darin u. a.: Es muß
mit allem Nachdruck verſucht werden, die
über=
höhten Gewinnſpannen, insbeſondre auch
durch örtliche Einwirkung, herabzudrücken. Es
iſt heute nötiger als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten
Jahren örtlich für eine klare
Preisberichterſtat=
tung zu ſorgen und die Oeffentlichkeit von den
tat=
ſächlich beſtehenden Preisunterſchieden in
ge=
eigneter Form zu unterrichten. Beſonders geeignet
erſcheinen hierfür laufende Veröffentlichungen der Brot= und
Gebäck= ſowie der Kartoffel= und ſonſtigen Preiſe, und zwar
namentlich der niedrigſten Preiſe unter Nennung des
betreffen=
den Stadtteils und der betreffenden Straße, wo die Feſtſtellung
getroffen war. Ebenſo iſt es erforderlich durch
Verhand=
lungen mit den Innungen, Händlerorganiſationen und
Kon=
ſumvereinen zu einer Klarſtellung und Senkung der
Bruttoverdienſtſpanne zu kommen und die
gegen=
wärtigen Spannen durch Vergleich von Stadt
zu Stadt nachzuprüfen. Gleiche Maßnahmen
erſcheinen auch hinſichtlich der Mehl= und Kartoffel=
Ein= und Verkauſspreiſe und der Preiſe
an=
derer wichtiger Lebensmittel nötig. In
einzel=
nen Städten haben bereits erſolgreiche Verhandlungen zwiſchen
Stadtverwaltung, Gewerbe, Handwerk und Handel
ſtattgefun=
den; es gilt, gleiches überall zu erreichen. Die Städte werden
ſich dieſer überaus wichtigen Frage mit aller Energie annehmen
und rufen die Oeffentlikheit, insbeſondere die Verbraucher
ſelbſt, die es am unmittelbarſten angeht, auf, ſie in dieſer
Frage, die Stadt und Land in gleicher Weiſe
angeht und nur von Stadt und Land gemeinſam gelöſt
wer=
den kann, nach Kräften zu unterſtützen.
Preisabbau für Karkoffeln.
Die in den letzten Tagen im Reichsminiſterium für
Er=
nährung und Landwirtſchaft mit dem Kartoffelgroß= und
Klein=
handel unter Mitwirkung der Erzeuger= und
Verbraucher=
organiſationen, insbeſondere den Hausfrauenvereinen, über die
Senkung der Kartoffelpreiſe geführten Verhandlungen haben
ergeben, daß auch der Kartoffelhandel bereit iſt,
der allgemeinen Wirtſchaftslage Rechnung
tragend einen Abbau der Preiſe vorzunehmen.
Der Kartoffelkleinhandel wird in Berlin im allgemeinen
für Speiſekartoffeln bei Abgabe von zehn Pfund
ſol=
gende Preiſe berechnen: für weiße Kartoffeln 23 Pfennig, für
rote und blaue Kartoffeln 25 Pfennig, für gelbe Kartoffeln
30 Pfennig. Bei zentnerweiſer Abgabe wird ein entſprechender
Abſchlag gewährt.
Bei Bemeſſung dieſer Preiſe iſt von einem durchſchnittlichen
Erzeugerpreis für Kartoffeln ab märkiſcher Station von 1,40
bis 1,50 RM. für den Zentner ausgegangen worden. Die
durchſchnittliche Geſamtbruttohandelsſpanne iſt bei
zehnpfund=
weiſem Verkauf durch den Kleinhandel gegenüber der im Oktober
d. J. berechneten Geſamtſpanne um 60 Pfennig für den Zentner
ermäßigt worden.
Die Konſumgenoſſenſchaften und Warenhäuſer haben ihre
Preiſe für Kartoffeln ebenfalls ermäßigt.
Die oben genannten Preiſe ſind Tagespreiſe und hängen ab
von den Anfuhren (Erzeugerpreiſe) und der Entwicklung der
klimatiſchen Verhältniſſe.
Preisſenkung in der Elekkro=Induſtrie.
Die Preisſtelle des Zentralverbandes der deutſchen
elektro=
techniſchen Induſtrie hat geſtern folgenden Beſchluß gefaßt: „Die
elektrotechniſche Induſtrie hat im Verfolg ihrer „Ankündigung
vom 13. Oktober beſchloſſen, ſchon mit Wirkung vom 13.
Novem=
ber 1930 ab die Liſtenpreiſe für Maſchinen, Motoren,
Transfor=
matoren, Zähler, Apparate, Inſtallationsmaterial und
Haushalts=
gerät um 5 Prozent zu ſenken. Dieſer Beſchluß ſetzt baldige
Sen=
kung der Preiſe der Zulieferanten voraus und iſt erfolgt, obwohl
der Schiedsſpruch für die Berliner Metallinduſtrie erſt am 19.
Januar nächſten Jahres in vollem Ausmaße in Kraft tritt. Die
außerhalb Berlins liegenden Betriebe der elektrotechniſchen
In=
duſtrie haben ſich dieſer Preisſenkung angeſchloſſen, in der
Er=
wartung, daß auch bei ihnen eine Lohnſenkung erfolgen wird. Die
elektrotechniſche Induſtrie iſt hiermit bewußt auf dem Wege des
Preisabbaues weitergeſchritten, den die ſchlechte Konjunktur
be=
reits in ſtarkem Ausmaße erzwungen hat, ohne vorläufig mit
einer weſentlichen Verminderung ihrer Selbſtkoſten rechnen zu
können. Es wird erwartet, daß dieſer Schritt zu einer
Erleichte=
rung der Wirtſchaftslage beitragen wird.”
* Danzig vor den Wahlen.
17 Liſten.
Von Rolf Wingendorf, Danzig.
Am 15. November ſind es genau 10 Jahre, daß der damalige
Vertreter der alliierten Mächte in Danzig im Danziger
Par=
lament die Errichtung der Freien Stadt Danzig verkündete und
feſtſtellte, daß die Verfaſſung der Freien Stadt unter den Schutz
des Völkerbundes geſtellt ſei. Jetzt nach 10 Jahren, am 16.
No=
vember, finden in Danzig unter gänzlich veränderten olitiſchen
Umſtänden, auf Grund einer in wichtigen Punkten geänderten
Verfaſſung, Volkstagswahlen ſtatt, bei denen man die traurige
Erfahrung machen muß, daß 10 Jahre gemeinſamer Sorge,
gemeinſamer Not, gemeinſamen Abwehrkampfes anſcheinend
nicht zur Vereinigung, ſondern zur Zerſplitterung führen.
Während in der Verfaſſunggebenden Verſammlung 6 große
Parteien vertreten waren, die ſich auf 120 Abgeordnetenſitze
ver=
teilten, ſind für dieſe Wahl 17 Wahlvorſchläge angemeldet, von
denen der größte Teil höchſtens Ausſicht hat einen Kandidaten
durchzubringen. Dieſe Zerſplitterung wirkt ſich um ſo ſchwerer
aus, als der Volkstag nach der Verfaſſungsänderung jetzt nur
noch aus 72 Abgeordneten beſteht.
Von den Zerfallserſcheinungen iſt auch in Danzig, ebenſo
wie im Reich, in erſter Linie die Bürgerliche Mitte betroffen, die
etwa 12 Liſten aufſtellt. Bei dieſem Miniaturſtaatsweſen von
400 000 Einwohnern oder 220 000 Stimmberechtigten wirkt eine
ſolche politiſche Zerklüftung geradezu grotesk, und es iſt ſchwer,
keine Satire zu ſchreiben. Nicht nur, daß Liberale und
Natio=
nalliberale ſich nicht zuſammenfinden können, nein, um ſie
her=
um gruppieren ſich: Eine Hausbeſitzerpartei, eine
Wirtſchafts=
partei, eine Mieterpartei, eine Rentnerpartei, 2 Beamtenparteien
— denn dort gehen die Eiſenbahner wiederum für ſich alleine
und außerdem hat die Volksnationale Vereinigung noch eine
Stadt= und eine Landliſte eingebracht, obgleich Danzig Stadt
und Land ein einziger großer Wahlkreis iſt.
Außerdem gibt es noch eine Reihe kleiner Splitterparteien.
In Danzig hat nicht einmal das Zentrum den
auseinander=
ſtrebenden Kräften widerſtehen können. Auch dort haben ſich die
materiellen Intereſſen ſtärker gezeigt, als die gemeinſame
Grund=
lage der Weltanſchauung. Eine Gruppe, in der ſich
hauptſäch=
lich Arbeitgeber und Hausbeſitzer befinden, hat eine eigene
Par=
tei aufgemacht. Auch von den Deutſchnationalen ſind Splitter
abgegangen, bei denen es jedoch noch nicht feſtſteht, ob ſie als
Volkskonſervative ſelbſtändig in die Wahlen gehen oder ſich mit
den Volksnationalen vereinigen werden. Auf jeden Fall muß
man die betrübliche Feſtſtellung machen, daß das Bürgertum
allen Einigungsbeſtrebungen zum Trotz, den ſozialiſtiſchen
Kräf=
ten von rechts und links in ſehr geſchwächter Stellung
gegen=
überſteht.
Wenn man der Urſache für dieſe ſtarken Zerſplitterungen
nachzugehen verſucht, ſo kommt man zu dem Schluß, daß in
Danzig einerſeits die Kleinheit des Staatsweſens, indem ein
Mitbürger dem anderen viel zu ſehr in den Topf gucken kann,
andererſeits aber auch die wirtſchaftliche Lage daran die Schuld
trägt. Der Gegenſatz zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern,
zwiſchen Stadt und Land, zwiſchen Gewerbetreibenden und
Be=
amten, zwiſchen Hausbeſitzern und Mietern, Schuldnern und
Gläubigern, iſt infolge der allgemeinen wirtſchaftlichen Not ſo
zugeſpitzt, daß große Teile der Wählermaſſe in Verkennung der
Bedeutung der Parlamentsarbeit die Wahl nicht mehr als
Be=
kenntnis zu einer Weltanſchauung, zu großen Richtlinien
an=
ſehen, ſondern als Kampf um perſönliche Intereſſen.
Als Kennzeichen dafür mag die Tatſache gelten, daß nicht
nur eine, ſondern mehrere wirtſchaftliche Organiſationen vor der
Aufſtellung der Kandidatenliſten an verſchiedene Parteien, die
politiſch ganz anders geſchichtet ſind, Schreiben gerichtet haben,
in denen die betreffende Intereſſenvertretung der Partei, die
ihre Organiſation an ausſichtsreicher Stelle auf der Liſte
berück=
ſichtigt, die Unterſtützung der Mitglieder dieſes
Intereſſenten=
kreiſes zuſagt.
Bis zu einem gewiſſen Grade ſind die alten politiſchen
Par=
teien alle ein Opfer ihrer Taktik geworden, indem ſie jahrelang
verſucht haben, mit der Ausnutzung der Intereſſen von
wirt=
ſchaftlichen Gruppen politiſche Geſchäfte zu machen. Es iſt daher
nicht erſtaunlich, wenn auch in Danzig der Nationalſozialiſtiſchen
Partei, in der beſonders jüngere Kreiſe des Bürgertums heute
eine neue Weltanſchauung verkörpert ſehen, ein Sieg bei den
Wahlen vorausgeſagt wird, der den Erfolg in Deutſchland noch
übertreffen kann. Die Zeitſpanne zwiſchen der Reichstagswahl
und der Wahl in Danzig iſt zu kurz, als daß inzwiſchen ſchon
die ruhige Ueberlegung die Leute zur Vernunft gebracht haben
könnte.
Dazu kommt, daß in Danzig der Boden für eine ſolche
Be=
wegung wie die der Nationalſozialiſten beſonders günſtig iſt,
weil zu den Erſcheinungen der allgemeinen wirtſchaftlichen Not
hier noch die nationale Sorge kommt, die Abwehrſtellung gegen
die immer ſtärker ſich bemerkbar machenden
Poloniſierungs=
verſuche. Dieſe beſondere außenpolitiſche Lage Danzigs, die
einem Anwachſen der nationaliſtiſchen Welle günſtig iſt, macht
aber gleichzeitig dieſe Bewegung zu einer viel größeren Gefahr,
als ſie im Reich werden konnte. Ausſchreitungen, die in Berlin
Fenſterſcheiben gekoſtet haben, können in Danzig die Exiſtenz
der Freien Stadt gefährden. Bekanntlich hat der in Danzig
reſidierende Hohe Kommiſſar des Völkerbundes in dem Falle,
daß die Danziger Polizei bei Unruhen nicht ausreicht, das Recht,
polniſches Militär nach Danzig zu beordern. Man ſtelle ſich nun
einmal vor, daß vor dem Volkstag, hundert Schritte von der
polniſchen diplomatiſchen Vertretung entfernt, Demonſtrationen
ſtattfinden, daß die nationale Erregung dazu führt, auch eine
drohende Stellung gegenüber der polniſchen Vertretung
einzu=
nehmen, und daß dann die polniſche Regierung von dem
Völker=
bundskommiſſar das Recht verlangt, ihre Soldaten nach Danzig
zu ziehen.
Gerade wegen der außenpolitiſchen Lage würde Danzig
nichts ſo ſehr brauchen, wie ein ſtarkes, in ſich feſt
zuſammen=
geſchloſſenes Bürgertum, das die ſicherſte Stütze des Danziger
Deutſchtums wäre. Dieſe Wahlen werden das wohl kaum
bringen und der augenblickliche Fieberzuſtand in der Politik
muß dazu erſt überwunden ſein.
Eine gewiſſe Genugtuung für Danzig kann es ſein, daß auch
die polniſche Seite von den Krankheitserſcheinungen nicht ver=
Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 2
ſchont geblieben iſt. Die polniſche Minderheit in Danzig, die
bisher drei von 120 Abgeordneten ſtellte, hat ſich trotz ihrer
Kleinheit auch noch in zwei Gruppen geſpalten, die in ſcharfer
Fehde zueinander ſtehen. Hier, bei dieſer kleinen Gruppe in
Danzig, ſpiegelt ſich der Kampf um Pilſudſki in Polen wider.
Man rechnet daher damit, daß die Polen bei dieſer Wahl infolge
der Verkleinerung der Abgeordnetenzahl höchſtens 2
Kandi=
daten, wahrſcheinlich aber nur einen und im günſtigſten Fall
gar keinen durchbringen und damit den deutlichſten Beweis
da=
von geben, daß Danzig trotz aller Zerſplitterung und trotz aller
Not und Sorge deutſch geblieben iſt und bleiben wird.
Die Enkſcheidung über die Zuli=Rokverordnungen
verſchoben.
Berlin, 12. November. (Priv.=Tel.)
Der Hauptausſchuß des Reichstags iſt am Mittwoch
zuſammen=
getreten, hat aber vor den eigentlichen politiſchen Entſcheidungen
eine neue Kunſtpauſe eingeſchoben. Er will ſich in dieſer Woche
mit einer Reihe von kleinen Anträgen beſchäftigen, die
Bera=
tung der Juli=Notverordnungen und der dazu
ge=
ſtellten Anträge früheſtens zu Beginn der
kommen=
den Woche in Angriff nehmen.
Am Mittwoch ſpielte in den Beratungen ein
kommuniſti=
ſcher Antrag eine große Rolle, der für Erwerbsloſe,
Sozial= und Kleinrentner eine Winterbeihilfe
verlangte. Das Finanzminiſterium hatte ausgerechnet, daß dieſer
Antrag insgeſamt mindeſtens 335 Millionen erforderlich machen
würde, angeſichts des Rieſendefizits im Etat eigentlich gar nicht
diskutabel war. Trotzdem haben die Nationalſozialiſten dafür
geſtimmt. Sie haben ſich die Deckungsfrage ſehr leicht gemacht,
in=
dem ſie vorſchlugen, daß als Ausgleich dafür die Börſengewinne
der letzten drei Jahre weggeſteuert werden ſollten, wozu,
abge=
ſehen von allen anderen Schwierigkeiten, feſtgeſtellt wurde, daß
die Börſengewinne der letzten Jahre, bei dem dauernden
Ab=
ſacken der Kurſe kaum mehr in die Größenordnung von 100
Mil=
lionen hineingehören. Die Sozialdemokraten haben
vernünftiger=
weiſe gegen den kommuniſtiſchen Antrag geſtimmt, der
infolge=
deſſen der Ablehnung verfiel.
In den nächſten Tagen will der Ausſchuß ſich mit der
Not=
lage in den Hochwaſſergebieten und den
Bergwerks=
kataſtrophen beſchäftigen, damit die Regierung inzwiſchen noch Zeit
für weitere politiſche Verhandlungen gewinnt.
Preisſenkung für Obft und Gemüſe.
In Fortführung der von der Reichsregierung eingeleiteten
Preisſenkungsaktion fand am 12. November 1930 im
Reichs=
ernährungsminiſterium unter dem Vorſitz von
Mini=
ſterialdirektor Streil eine Beſprechung über die
Preis=
bildung für Obſt und Gemüſe ſtatt, an der u. a. auch
Vertreterinnen der Hausfrauen teilnahmen.
Die Verbände des Handels, der Waren= und Kaufhäuſer ſowie
der Konſumvereine haben ihre Bereitwilligkeit erklärt, keine
Opfer zu ſcheuen, um die Preiſe auch für Obſt und Gemüſe zu
ſenken, und damit der allgemeinen Notlage zu ſteuern und zu
einer nachhaltigen Beſſerung unſerer allgemeinen wirtſchaftlichen
Verhältniſſe zu gelangen. Die Verbände haben ſich entſchloſſen,
unverzüglich auf ihre Unterverbände und Mitglieder einzuwirken,
daß dieſe unter Berückſichtigung der Einkaufspreiſe und der auf
den Waren ruhenden Laſten ſowohl im Groß= wie im Kleinhandel
ſchärfſtens kalkulieren, um die Handelsſpanne
beträcht=
lich zu ſenken. Da die Handelsſpannen bei den zahlreichen
verſchiedenartigen Erzeugniſſen nicht einheitlich beurteilt werden
können, haben ſich die Verbände freiwillig bereit
er=
klärt, im Zuſammenwirken mit der
Reichsfor=
ſchungsſtelle für landwirtſchaftliches
Markt=
weſen und unter Hinzuziehung der ſtädtiſchen
Markthallendirektion, des Reichsverbands des
deutſchen Gartenbaues und einer Vertretung
der Hausfrauen die Preisbildung und =
Bewe=
gung für die derzeit wichtigſten Gemüſe= und
Obſtarten einer fortlaufenden genauen
Prü=
fung zu unterziehen und deren Ergebniſſe der
Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Die Arbeiten ſind
bereits in Angriff genommen.
Es iſt zu erwarten, daß auch auf dieſem Gebiet die Senkung
der Preiſe, die nach Behauptung der Verbände von ihnen ſchon
vor etwa 14 Tagen freiwillig eingeleitet iſt, einen weiteren
Fortgang nehmen wird.
Vom Tage.
In den Ausſchüſſen des Reichsrats wurde das
Gehaltskürzungsgeſetz in 2. Leſung angenom
nen. Der Termin des Inkrafttretens, für den in der
Vor=
age der 1. April beſtimmt iſt, wurde nicht geändert.
An=
träge auf eine Vorverlegung dieſes Termins ſind überhaupt nicht
geſtellt worden.
Der am 12. November in Berlin verſammelte erweiterte
Bei=
rat des Deutſchen Metallarbeiterverbandes nimmt in einer
länge=
ren Entſchließung gegen den im Berliner Metallkonflikt gefällten
Schiedsſpruch Stellung.
Wie in einer von dem Arbeiterrat der Opelwerke
einberu=
fenen Vertrauensmännerverſammlung der Geſamtbelegſchaft
mit=
geteilt wurde, ſind die Lohnverhandlungen in den
Opel=
werken zum Abſchluß gekommen. Das Abkommen
baſiert nicht mehr, wie früher, auf
Altersklaſ=
en und Fachgruppen ſondern auf der
Arbeits=
eiſtung, Geſchicklichkeit Gewiſſenhaftigkeit und
Verantwortung des Arbeiters. Die Stundenrichtlöhne
bewegen ſich zwiſchen 85 Pfg. und 1.60 RM., während
Akkord=
arbeiter pro Stunde 95 Pfg. bis 1.15 RM. zuzüglich des
Ueber=
verdienſtes erzielen können. Die Vertrauensmännerverſammlung
ſtimmte der neuen Lohnregelung zu.
In Oſtoberſchleſien ſind die Aufſtändiſchen jetzt dazu
überge=
gangen, einen planmäßigen Terror=Feldzug gegen die deutſchen
Zeitungen zu führen.
In der Berliner Univerſität, in der es bereits am
Montag anläßlich der Verteilung eines Aufrufes des Deutſchen
Stu=
dentenverbandes zu Zuſammenſtößen zwiſchen den
An=
gehörigen der verſchiedenen politiſchen Richtungen
gekommen war, ſetzten ſich dieſe Zwiſchenfälle am Dienstag vormittag
fort.
Das elſäſſiſch=lothringiſche Verwaltungsgericht hat dem Antrag des
Präfekten des Departements Niederrhein Folge gegeben und die
Wahl des Autonomiſten Schall zum Straßburger
Stadtrat annulliert.
Die Arbeitervertreter der belgiſchen Metallinduſtrie haben ſich vor
der Gemiſchten Schiedskommiſſion mit der von den Arbeitgebern
vor=
geſchlagenen 5prozentigen Lohnherabſetzung einverſtanden erklärt.
Dem=
gemäß werden die Löhne am 1. Dezember und am 1. Januar um je
2,5 Prozent gekürzt.
Bei einer Feier in der Albert=Hall aus Anlaß des
Waffenſtillſtands=
tages ſagte der Prinz von Wales, daß niemand in England einen
Krieg wolle und daß England es ſich nicht einmal leiſten
könne, einen Krieg auch nur in Rechnung zu ſtellen. Die Engländer
müßten alles tun, um ihn zu vermeiden.
Im engliſchen Oberhaus brachte der Kolonialminiſter Lord Paßfield
einen Antrag ein, in dem die Einſetzung eines aus Mitgliedern
beider Häuſer beſtehenden Ausſchuſſes zur Unterſuchung
der Frage eines engeren Zuſammenſchluſſes der
engliſchen oſtafrikaniſchen Beſitzungen vorgeſchlagen
wird. Der Antrag wurde ohne Abſtimmung angenommen.
Eine ausgedehnte Debatte über die neue
Paläſtina=
politik der engliſchen Regierung wird, wie
Premier=
miniſter Macdonald im Unterhaus auf eine Anfrage Lloyd Georges
erklärte, am Montag oder Dienstag der kommenden Woche ſtattfinden.
Der engli ſche Zollkommiſſar in Tientſin.
Simp=
ſon, der am 1. Oktober von drei Chineſen überfallen und durch
meh=
rere Revolverſchüſſe verletzt worden war, iſt nunmehr ſeinen
Ver=
letzungen erlegen.
Der ſpaniſche Miniſterrat hat beſchloſſen, die Kammerwahlen
am 1. März und die Senatswahlen am 15. März kommenden
Jahres ſtattfinden zu lafſen.
Am Dienstag hat in der Nähe von Nanking eine
Zuſam=
menkunft des Marſchalls Tſchang=Hſüliang mit
Oſchiang Kaiſchek ſtattgefunden. Man erwartet von dieſer
Be=
ſprechung eine Klärung der chineſiſchen Verhältniſſe.
Landkagszuſammenkrikk am 24. November.
* Landtagspräſident Delp hat die Abgeordneten
infor=
miert, daß das Plenum des Landtages am Montag, den 24.
No=
vember zu einer Sitzung einberufen werden wird. Die
Tages=
ordnung wird demnächſt noch feſtgelegt werden. Der
Finanz=
ausſchuß wird in den nächſten Tagen noch einmal
zuſammen=
treten.
Konſtikuierung der Staaisparkei in Heſſen.
Am kommenden Sonntag tritt in Frankfurt a. M. der
Landesvorſtand der Demokratiſchen Partei Heſſens zur letzten
Sitzung zuſammen. Nach einem Referat des Vorſitzenden,
Land=
tagsabgeordneten Schreiber, ſoll die Auflöſung der
Demo=
ratiſchen Partei Heſſens beſchloſſen werden. Am Nachmittag
ſprechen Oberſtaatsanwalt Dr. May=Darmſtadt und
Reichs=
tagsabgeordneter Dr. Weber über die Tagung der
Staats=
partei in Hannover, woran ſich die Konſtituierung der heſſiſchen
Staatspartei anſchließen wird.
*
Würiendrs deoen.
Von Hermann Dreyhaus.
Ueberkommenes Blut .." ich habe immer die Eiſenbahn
als beſeelt, als Leben empfunden. Das war, als ich jung war
und an ihr aufwuchs, das war, als ich mit ihr groß wurde . .
wie in jedem Jahr ſie ſich reckte, wie der Fahrplan ſich
dehnte . . . und das iſt noch jetzt, wo ich mit ihr durch die
deut=
ſchen Lande eile, zwar nicht mehr getragen von der Freude ihres
Aufſtiegs und eigener Hoffnung, aber mitfühlend, mitleidend,
jedoch nicht verzweifelnd.
Wartendes Leben ſcheint es mir, das auf einem unendlichen
Schienenmeer in Reſerve ſteht, noch voll Hoffnung auf ein nicht
zu fernes Abrollen, noch . . . ſage ich, wenn es auch gerade um
dieſe Jahreszeit das ungewohnteſte Bild darſtellt. Der Herbſt
bedeutete ſtets für den Eiſenbahngüterverkehr eine Zeit höchſter
Anſpannung, wenn die Beförderung ſich allerorts mit
Winter=
vorräten an Kohlen und Kartoffeln vorſah, wenn die Zuckerrübe
den Raffinerien zurollte, kurzum, wenn die ganze Wirtſchaft ſich
für die verkehrsſchwierige Winterzeit rüſtete. Da war kein
Wagen müßig, keine Lokomotive feierte, alles war in
fieber=
hafter Tätigkeit. So war das Normalbild.
Und heute? Ich ſah, was ich noch nie geſehen, als ich
durch die wichtigſten Wirtſchaftsgebiete Mittel= und
Weſtdeutſch=
lands in dieſen Wochen reiſte. Da ſtanden auf den Abſtellgleiſen
der größeren Bahnhöfe ganze Reihen offener Güterwagen,
gerade ſie, die ſonſt im Herbſt am eheſten fehlten, ſie ſtanden
ſetzt müßig. Zwar in einem tadelloſen Zuſtande, das
Unter=
geſtell friſch geſtrichen, überall merkte man die pflegende und
orgende Hand. Ja, es tauchte die Empfindung auf: die
Wagen=
werkſtätten haben an ihnen mehr getan als üblich, weil die
Ar=
beit geſtreckt werden mußte, weil ſonſt Entlaſſungen
unvermeid=
lich geweſen wären. Und ſo iſt man nicht erſtaunt, wenn man
auf einem andern Bahnhof auch eine ſtattliche Reſerve bedeckter
Güterwagen in ebenſolchem ausgezeichneten Zuſtande findet,
alles wie geleckt, die Schrift klar und deutlich, und alles wartet,
wartet . . . Am ſchmerzlichſten berührte jedoch ein Bild auf
dem Verſchiebebahnhof in Kaſſel. Da ſieht man lange Züge
ſtehen von Güterzugpackwagen. Wer die ſtürmiſche
Aufwärts=
entwicklung des Verkehrs in den erſten Jahrzehnten dieſes
Jahrhunderts noch in Erinnerung hat, weiß, wie damals
der Waggonbau das Bedürfnis nach ſolchen Wagen nur
mangelhaft befriedigen konnte, und ſo mußte ſich das
Fahr=
perſonal oftmals mit einem notdürftig eingerichteten gedeckten
Güterwagen begnügen. Und heute dieſe Wagen in langen
Reihen müßig. — Zu dieſem Bilde paßt recht die Aufſtellung
beſchäftigungsloſer Lokomotiven, die man überall im Reich
wahrnehmen kann: auf einem Nebengleis ſtehen ſie, wenn es
gut geht, den Schornſtein mit einem Brettchen, darauf ein Stein
zum Beſchweren, bedeckt, oft aber ſtehen ſie verwahrloſt da,
wverdendes Schrott. — Jedenfalls ſcheint überall ein Ueberfluß
an Lokomotiven zu ſein. Und dann mußte man jüngſt von den
langwierigen Verhandlungen über die Neubeſtellungen der
Reichsbahn leſen, die wohl mehr zur Behebung oder
Verhin=
derung der Arbeitsloſigkeit geſchehen, als aus techniſchen
Not=
wendigkeiten. Wieviel Lokomotiven werden aber dann herum
ſtehen, wenn die neuen leiſtungsfähigeren erſt die alten, aber
längſt nicht veralteten verdrängt haben werdens
Da.s iſt das Bild des rollenden Materials. Naturgemäß
müſſen die fiſiſtehenden Eiſenbahnanlagen dem entſprechen.
Denn beide zuſammen bilden ja den lebendigen Körper
Eiſen=
bahn. Und auch hier eine unheimliche Stille. Wie oft habe ich
auf einem Stellwerk geſtanden und auf großen
Verſchiebebahn=
höfen dem Spiel am Ablaufberg zugeſchaut, wo ſtundenlang
die Güterwagen herabrollten, bald dieſen, bald jenem Zuge zu.
Mir ſchien, als wäre er aus der Mode gekommen, denn
nirgend=
vvo ſah ich ihn in Tätigkeit. Nach der Urſache zu fragen, wagte
ich nicht. Ich hatte auf andere Fragen ſchon zuviel bittere
Ant=
wvorten bekommen. Ueberhaupt der ganze Rangierbetrieb, wie
man früher ſagte! Er gehörte zum Charakteriſtikum meines
Elternhauſes, deſſen Rückſeite nach einem Bahnhof ging, durch
den täglich gegen dreihundert Züge fuhren. Das war ein
Leben! Die wichtigſten Züge dienten uns durch das jedem
eigentümliche Dröhnen oder Rattern als Zeitmeſſer, wonach wir
uns richteten. Hatten wir Beſuch, ſo konnte der natürlich nicht
ſchlafen, denn der Lärm ebbte nur zwiſchen zwei bis vier Uhr
nachts ab, die übrigen Stunden waren eine ununterbrochen
ſchwingende und brauſende Muſik.
Wie würde es jetzt ſein? war die Frage, als ich aus dem
Saargebiet über die Eifel im Dunkel der Nacht der Ruhr
zu=
ſtrebte. Von Duisburg bis Dortmund, wieviel Ruhrdichter
haben dieſe Nachtfahrt verherrlicht als den Hymnus auf Leben
und Arbeit! Doch wie anders war dieſe Fahrt! Fernab ſchien
alle Arbeit zu liegen. Eſſen lag wie verträumt, auf dem
Bo=
chumer Verein in Bochum flammte nur hin und wieder ein
Feuerſchein, und Langendreer erſt mit den Drahtwerken und der
gewaltigen Zeche Bruchſtraße und ſeinem ungeheuren Bahnhof,
von dem aus täglich all die zahlreichen Kohlenzüge nach Mittel=
und Süddeutſchland über die Ruhr=Siegſtrecke gingen, ſie alle
ſchienen erſtorben. Da war dann das Elternhaus keine
Ueber=
raſchung mehr. Wohl rollten noch leichte Perſonenzüge
vor=
über, doch ſo leiſe, als ſchämten ſie ſich, aber von jenen ſchweren
Güterzügen vernahm ich nichts, nur im Traume tauchten ſie
wieder auf und weckten mich gewohnheitsgemäß, nur ſchlief ich
nicht gleich wieder ein wie früher, die Stille bedrückte mich.
Es fehlte überall die gewaltig ſummende Melodie, die zur
Ruhr=
arbeit gehört, es fehlte das Brauſen, das unter und über der
Nu
unstags.
Deulſchſeindliche Rede des likauiſchen Goande
Memel, 12.2)
Der neugewählte memelländiſche Landtag iſt am I
mittag in Anweſenheit ſämtlicher Abgeordneter um
Zuhörer durch den litauiſchen Gouverneur mit einere
eröffnet worden. Aus der Rede ging deutlich
Litauen ſeine deutſchfeindliche Politik auch weiter
willt iſt. Der Gouverneur richtete unerhörte Anklo,
Memelländer und warf ihnen Illoyalität gegenübe= vor. Er betonte, daß der litauiſche Staat (
ländern viele Vorrechte verliehen hätte und er inff
die Erfüllung der übernommenen Pflichten verni
Insbeſondere bemängelte er die bisher angeblich
ſtellung der autonomen Organe, den faſt ausſchließn z
der deutſchen Sprache bei Gericht, das bisher nu
chende Präſidium des Landtags, die zahlreichen da
im Gebiet, die es auch verſchuldet hätten, daß der
memelländiſchen Schulen hinter dem der litauiſchen
ben ſei. (2) Der Gouverneur wünſchte ferner, daßz)
deutſchen Geſetze abgeſchafft und neue nicht mehr sin
den, und betonte, daß die Kownoer Regierung 7
Dinge im Memelgebiet verfolgen werde. Nach da
von der Verſammlung ſchweigend entgegengenonm
war, verließen Gouverneur Merkys und Reisgyss
zuſammen im Sitzungsſaal erſchienen war, den
1½ſtündiger Unterbrechung wurde die Wahl der
und des Büros vorgenommen. Zum Präſidenten 1n
gewählt von Dreßler (Landwirtſchaftspartei), zum
präſidenten Meyer (Volkspartei) und zum zweites
ten Borchert (Litauer), nachdem dieſer die Erklärn,
hatte, daß ſich die litauiſchen Parteien zu einer 8i
mengeſchloſſen haben.
Die belgiſche Regierungskriſet
EP Brüſſel, 11.
König Albert hat heute vormittag den bis
miniſter im Kabinett Jaſpar, Hymans, und den
von Brüſſel, Max, beide Parteiführer der Libern
einer Beſprechung über die Regierungskriſe emmt
bar beabſichtigt der König, der bekanntlich die G
ion des Kabinetts noch nicht ange
ſich zunächſt durch Unterredungen mit den am Au
beteiligten Perſönlichkeiten Klarheit über deren
über den Ernſt der gegenwärtigen Lage zu verſit
wiſſen politiſchen Kreiſen neigt man zu der Am
König den Verſuch machen wird, die faſt unlöss
Kriſe, die unter Umſtänden zu Neuw,
kann, überhaupt zu vermeiden. Allgemein wirk.
Rücktritt der Regierung entſtandene Lage als 5
betrachtet, da die Möglichkeit der Au
tung der gegenwärtigen Koalition
liken, Chriſtlich=Demokraten und den Liberalen di
Regierung der Nationalen Union und das Zuſtan=
Mehrheit aus Chriſtlich=Demokraten und den
ausſichtslos erſcheinen läßt. Auch von eines
Kammer verſpricht man ſich wenig. Unter die
glaubt man, daß Katholiken und Liberale doch
Kompromiß gelangen und die jetzige Regierung /=
Schiedsſpruch im Ruhrbergbu
Eſſen,
Im Arbeitszeitkonflikt des Ruhrbergbaus f5
terkollegium unter dem Vorſitz des Regierungs”
Brahn, am Mittwoch abend einen Scki
durch den das bisherige Arbeitszeitab.
verändert bis 30. September 193
Kraft geſetzt wird. Das Abkommen iſt ermi
1931 zum 30. September 1931 kündbar.
Uebe=
auf den heißen Zechen, insbeſondere über die Zi
7½=Stundenſchicht auf dieſen Zechen werden b.
tungsverhandlungen in der nächſten Zeit ſtattffi
klärungsfriſt zum Schiedsſpruch läuft bis 17.
Nachverhandlungen wegen der Verbindlichkei?
Schiedsſpruchs werden vorausſichtlich in der
I-
woche in Berlin ſtattfinden. Die Gewerkſchal/
Freien als auch die Chriſtlichen, werden, wie mn
Schiedsſpruch ablehnen. An der Annahme de:
durch den Zechenverband dürfte kaum zu zweif ft
Erde die Menſchen in Spannung hielt, wenn na
gen im Bergwerk die Erde erdröhnte und das*
es fehlte der Heimatlaut, der gigantiſche
Arbeit. —
Sterbendes Land? Der Gedanke quälte m
Wohl waren in der Nachbarſchaft alte, mir wokt.
bis auf ihre Schlackenhalden ſpurlos verſchwunz
vom nahen Gußſtahlwerk nur müde und veren
fahnen, aber, Gott ſei Dank, es war ja noch
nicht mehr den Abbau lohnende Kohle fand
Erſatz in den Waſſern der Ruhr, man will T
Bei Hagen iſt der Verſuch ſchon geglückt: mit AI
teln, der Not der Zeit entſprechend, hat man
ſtaut in dem Hengſtey=See. Die weiße Kohle rn
erſetzen und die für die Fabrikbetriebe notwend”
Elektrizität iſt die neue Loſung! Und zweima
die Ruhr abſtauen, bei Wetter und bei Herbede.
nun komme ich zu dem großen Wenn! Warteel
ich die aufgeſpeicherte Kraft bei der Eiſenbahm!
tendes Leben iſt auch, was in dieſen Plänen
tendes Leben . . . Ich kenne kein ſchmerzliche.
jenes gewaltige Viadukt, das ſchon ſeit me
Jahren das Ruhrtal bei Witten überſpannt,
großen Schienenweg ins Wuppertal aufzune9
heute noch nicht fertig, die Brücke aber warteh:
Wartet auf Freiheit, Freiheit des deutſche:
was ich auf deutſchen Bahnen als nicht der
geſehen, es war Symbol der Unfreiheit, der
Güterwagen, die Packwagen, die Lokomotiben,
berge, die ſchweigenden Bahnhöfe und Zechen
Ruhrviadukt, ſie alle ſind in ihrer ehernen
einziger Schrei nach Freiheit! Sie wollen nicht.
iſt ihr einziger Gedanke. Sollen ſie ein 2—
Wartendes Leben — ein verwartetes Leben
des deutſchen Volkes Weg wäre dann der gleb
— Wandel der Gefelligkeit? Wird es hier eine*
Oder kehrt das Alte ſtändig wieder? Dieſe für ſE0e
eſſanten Fragen behandelt ein amüſantes Preisausle.
ten Monatsblattes „die neue linie” (Verlag.”
Ihrem Programm getreu, wandelt die Zeitſchrif M
winken Preiſe, die jedem modernen Hauſe zur Ziel‟
feinſtem Kunſtverſtändnis und größter Liebe zur S‟."
Auch das Preisausſchreiben ſelbſt iſt in ſeiner 50.
2W Ser
und witzig. Authentiſche Berichte von Feſter
ilt um
Jahren 1630, 1730, 1830, 1930 ſind ausgew
Sprache übertragen worden. Vier zeitgenöſſiſch —
auch auf die Gegenwart umgezeichnet — den 2r2
die November=Nummer, die zum Preiſe von 1 2
notfalls auch vom Beher=Verlag, Leipzig, zugelehee
Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 3
Indiens künftige Verfaſſung.
ieich Gewährung des ſelbſtändigen Dominion=Skakuks. — Indiens Ausſichken: Enkweder
Revolukion oder friedliche Berſtändigung mit England.
mehr religiöſen Sekten. Vom großen Gegenſatz zwiſchen Hindus
Fffnung der „Tafelrunde‟=
und Mohammedanern ganz zu ſchweigen. Mehr als ein Orittel
des indiſchen Geſamtgebiets, mit einer Bevölkerung von 72
Mil=
lionen Menſchen, wird von über 300 mehr oder weniger unab=
Konferenz.
hängigen Fürſten beherrſcht. Und über 93 vom Hundert der
Be=
völkerung ſind Analphabeten.
Fohſſerem (D=Korreſpondenten.
All dieſe Tatjachen hat man ſich vor Augen zu halten, wenn
London, 11. November. man der Forderung nach Gewährung eines
abſo=
luten Dominion=Status gedenkt, die ſelbſt vom
ge=
ch, den 12. November wurde hier im St. James mäßigteren Teil der indiſchen Vertreter als gonditio sine aua
den König von England die mit der Aus= non einer jeden friedlichen Uebereinkunft mit England aufge=
ſ länftigen Verfaſſung Indiens betraute „
Tafel=
eröffnet. So benannt nach der
urſprüng=
uie Delegierten möglichſt aller Hauptſchichten der
asrung mit den Vertretern der britiſchen
Re=
ſ cher Beſprechung „um den runden Tiſch berum=
(Hen. Und der inmitten des Sitzungsſaales
auf=
gonpt) ztiſch iſt in der Tat nicht nur in übertragenem
) einst eefelrunde”, ſondern auch wirklich von runder
Ho rährend die britiſchen Veranſtalter der eigen=
N. Bemmurig der Konferenz bis in dieſe Einzelheit
getreu=
en hu ſbhgegwer ſind, iſt es ihnen im Weſentlichſten dennoch
die
flüscterr Namen „Round Table Conference” zu
recht=
oi: dily uwtſächlichſten Vertreter der indiſchen nationalen
jaſtsputzu ung, /11 Mitglieder des Nationalkongreſſes, die
Swara=
un nd mallem Mahatma Gandhi, die beiden Nehrus und
ſerems fü rer der indiſchen Nationaliſten ſind bei ihrer
eien u zu ung u hhurrt und werden an der Konferenz nicht teil=
1Mis wird ſomit in London Mittwoch nicht eine
undts ondern höchſtens eine „halbe Tafelrunde‟=
Mtinz ſirumentreten.
eſch e Gfurtzahl der Delegierten iſt etwa 90.
D hü ſinhuler die Hälfte Vertreter von Britiſch Indien.
rmittan z, ſindftt ſämtliche der bekannteſten Maharadſchas — etwa
als Vertreter der unabhängigen indiſchen
er
2 tümſthreſshienen. Die britiſche Delegation zählt 25 Köpfe
t ench ſin Viertel aller Konferenzteilnehmer dar. Die
e unſche Delegation iſt ſo zuſammengeſetzt, daß ſie,
jeſi insglich geweſen, die verſchiedenſten politiſchen,
lichcht Seligiöſen und raſſenmäßigen Schichten der
in=
zemtürung vertritt. In ihrer Mitte ſind nicht wenige
gemtymepräſentanten der indiſchen Parteien, ſo ſelbſt
9e A Swſ4 naheſtehenden Sir Tej Bahadur Sapru, M. R.
Gn W Wr, Shataſa Saſtri und andere mehr zu ſehen. Und
die ſ0 Awt Nſih die Zahl der zu einer Zuſammenarbeit mir
Mad bezwet, und zur Konferenz erſchienenen indiſchen Poli=
Augeme mer) (lls etwas größer erwieſen, wie man anfänglich
Me Lu4 (hmeu neigt war.
itder is üßty bleiben der Swarajiſten und Gan=
Koalilſſnhyiger iſt gewiß ein großer Schönheitsfehler. Doch
Aſeile
und dus 1
en und M
ſeſtzui, iſt unter den obwaltenden Umſtänden nur
be=
tnen: ſolange dieſe Extremen unter den indiſchen
auf ihrem Beſchluß verharren, Indien völlig
Auch vo Etifthö lfe verwalten zu wollen, können ſie logiſcher=
han einer Konferenz teilnehmen, deren Aufgabe
Liberale W
rim beſteht, eine britiſche Verfaſſung für
In=
jige Reuir ſezulſiten; Verhandlungen mit dieſen extrem geſinnten
len= für die Engländer nur verlorene Liebesmüh
Gſ- für den Fall, daß ſie an der Konferenz teil=
Rithuf
ſen wäre der Nutzen ihrer Anweſenheit vom
eng=
nutckt überaus zweifelhaft geweſen: ſie hätten ohne
H.
geelrunde” als ein Podium für ihre
Unabhängig=
hrberzlud
ſudi- benutzt und nur wenig zum praktiſchen Er=
Reu
bienz beigetragen. Daher glaubt man es gern,
einen
erfährt, daß der britiſchen Regierung die
Ab=
eitsie ſit iiuertremgeſinnten Nationaliſten durchaus nicht ſo
ember
ht wie ſie dieſes im erſten Augenblick glauben
eite
undbar.
hiewer der Tafelrunde=Konferenz werden es aber
dere ibe ſne öruungen von nationaliſtiſch=indiſcher Seite
kei=
chen wertt
jaht haben, die ihnen geſtellte Auf=
ſten Zeit *
läuft dif
Verb
uM
Gemict t
werdel. !”
iffolg zu Ende zu führen. Bei den zu
läſſen über die zukünſtige Verfaſſung Indiens
allergrößten politiſchen, religiöſen und
raſſen=
häätze zu überbrücken haben. Beſteht doch In=
Seſamtbevölkerung von 320 Millionen Menſchen
grr als 120 verſchiedenen Völkerſchaften und noch
ſtellt wird. Die Terminologie „Dominion=Status” iſt überaus
vage und unbeſtimmt. Die Verfaſſungen der britiſchen
Domi=
nions ſind untereinander keineswegs gleich. Und einige indiſche
Vertreter haben es denn auch ratſam gefunden, ſich hierüber
etwas näher zu äußern: ſie haben erklärt, daß ihnen die
Ver=
faſſung des Dominions Kanada als die ideale Löſung der
zu=
künftigen Ordnung in Indien vorſchwebt.
Außer den Forderungen von indiſcher Seite werden der
Konferenz noch der Simon=Bericht und ein
Memo=
randum des Vizekönigs vorliegen. Die drei Anſichten
weichen nicht unweſentlich voneinander ab. Doch allen dreien
gemeinſam iſt der im Simon=Bericht angeregte Gedanke einer
Neuordnung Indiens auf föderativer Grundlage, d. b.
Ver=
wandlung der Provinzen in autonome Einheiten und
Errich=
tung einer mit großer Machtbefugnis ausgeſtarteten zentralen
Regierung. Das von Lord Irwin ausgearbeitete Memorandum
geht noch einen weſentlichen Schritt weiter als der Simon=
Bericht; es befürwortet mit allem Nachdruck die baldige
Ein=
ſetzung einer der Legislative gegenüber voll verantwortlichen
Zentralregierung und wünſcht die bis zu dieſer endgültigen
Regelung führende Uebergangsperiode möglichſt kurz bemeſſen
zu ſehen; der Vizekönig ſoll ſich dahin geäußert haben, daß im
Falle eines geringeren britiſchen Angebotes, kaum ernſthafte
Ausſichten beſtünden, die Konferenz zu einem erfolgreichen
Ab=
ſchluß zu bringen; für die Uebergangszeit ſieht Lord Irwin
einen Zuſtand vor, bei welchem ein Teil der Miniſter ſchon
jetzt der Legislative gegenüber verantwortlich ſeien, einige
an=
dere dagegen, ſo vor allem die Miniſter für Krieg, Polizei und
Finanz, vor der Hand noch eine Ausnahmeſtellung einnehmen
ſollten. Dieſes Syſtem — eine Dharchie — hätte ſich in einigen
Provinzen bereits bewährt und es beſtünden keinerlei ernſtliche
Bedenken, es auch auf die Zentralregierung in Anwendung zu
bringen.
Von einiger Bedeutung für den Beginn der Konferenz iſt
die Tatſache, daß die Lage in Indien ſich in den
letz=
ten Monaten etwas gebeſſert hat. Selbſt in Gujarat,
von wo Gandhi mit ſeiner Kampagne der „friedlichen
Gehor=
ſamsverweigerung” begann und wo es ſtets am ſchlimmſten
her=
gegangen war, haben die Dinge äußerlich ein normales
Aus=
ſehen angenommen. Es mag wahr ſein, was einzelne Kenner
der indiſchen Verhältniſſe behaupten, daß ganz Indien ſich zur
Zeit im Zuſtande einer latenten Revolution befindet. Doch
ebenſo wahr iſt es, daß die unfruchtbare und wirtſchaftlich
ſchädliche Proteſtbewegung mit der Zeit ſelbſt gewiſſe
nationali=
ſtiſche Kreiſe ermüdet hat. Ein Mitglied der indiſchen
Dele=
gation, der mit Gandhi befreundete Sir Taj Bahadur Sapru, hat
es bei ſeiner Landung in England ausgeſprochen, was, ohne es
offen einzugeſtehen, ſicher viele ſeiner Geſinnungsgenoſſen
den=
ken mögen. „Ich glaube nicht an die Möglichkeit einer
prak=
tiſchen Anwendung der Gandhiſchen Lebensweisheit”, hat er
ge=
ſagt, „für mich und für viele meiner Freunde erſcheint Gandhis
Philoſophie nichts anderes, als eine Neuausgabe der alten
Hindu=Doktrin der Selbſtverneinung, die unſerem Volke in
ſei=
ner langen Leidensgeſchichte ſchon ſo unendlich geſchadet hat.
Von der Theorie der friedlichen Gehorſamsverweigerung und
der ſogenannten gewaltloſen Revolution hat ein anderer
Swaraj mit Recht geſagt, daß ſie einem „vegetariſchen Tiger”
vergleichbar wäre. Daher gibt es für uns nur eine Wahl —
entweder eine wirkliche Revolution mit all ſeinen
Schreckniſſen und all ſeinem Blutvergießen oder eine
fried=
liche Verſtändigung und Zuſammenarbeit mit
England.”
Die Ausſichten der Tafelrunde=Konferenz werden indeſſen
vom größeren Teil der indiſchen Delegierten recht peſſimiſtiſch
eingeſchätzt. Es iſt wahr, ſie trat unter der Aegyde einer
Arbeiter=Regierung zuſammen; die Labour Regierung
iſt es geweſen, die dem Vizekönig Vollmacht gegeben hat, gegen
die Unruheſtifter mit feſter Hand vorzugehen; und weitere
Zu=
geſtändniſſe als jene, welche die Labour=Regierung im
Ver=
laufe der Tafelrunde=Konferenz den indiſchen Aſpirationen
ma=
chen wird, hätten die Inder wahrſcheinlich von keiner anderen
zukünftigen britiſchen Regierung ſo bald zu evwarten. Doch
niemand weiß, wie lange die Labour=Regierung noch am Ruder
bleiben wird und welches der praktiſche Wert all ihrer
Zuge=
ſtändniſſe an Indien wäre. Ja, weiß ſie es ſelbſt? Sie hat
es bisher unterlaſſen, vor Zuſammentritt der Konferenz ein
eigenes klarumriſſenes Programm über die künftige Verfaſſung
Indiens bekannt zu geben, mit der Begründung, daß ein im
voraus erfolgtes Sichfeſtlegen der britiſchen Regierung auf
einem beſtimmten Plan, dem Sinn der Konferenz widerſprochen
hätte, deren Zweck doch gerade in einer freien Ausſprache
be=
ſtehe. Dieſe Erklärung iſt indeſſen nicht allen einleuchtend
er=
ſchienen. Und der Eindruck läßt ſich nicht von der Hand weiſen,
daß der britiſchen Regierung ſelbſt vor den Schwierigkeiten
graut, die ihr beim Verſuch einer Regelung des ſo überaus
komplizierten und verfahrenen indiſchen Problems jetzt
be=
vorſtehen.
Die Indien=Konferenz vom engliſchen König eröffnet
London, 12. November.
Heute mittag wurde mit einer Rede des engliſchen Königs
die Round Table=Konferenz in der königlichen Galerie des
Oberhauſes eröffnet. Zum erſten Male in der Geſchichte der
bri=
tiſchen Verbindung mit Indien führte ein König von England
als König und Kaiſer von Indien den Vorſitz in einer
Konfe=
renz, die zuſammengetreten war, um ein für das britiſche und
in=
diſche Reich gleich bedeutſames Problem zu behandeln. Die
hiſto=
riſche Halle war bis zur äußerſten Faſſung gefüllt. Vor dem
Oberhaus und in den dem Oberhaus benachbarten Straßen
drängten ſich dichte Menſchenmengen. Unmitelbar zur Rechten
des Thrones ſaßen die regierenden indiſchen Fürſten und ihre
Miniſter, zur Linken der Premierminiſter und andere
Staats=
würdenträger. Vor dem Thron hatten die britiſch=indiſchen
Dele=
gierten Platz genommen. Die indiſchen Fürſten trugen
gewöhn=
liche ſchwarze Anzüge, und die Leute, die eine Schauſtellung ihrer
hiſtoriſchen Juwelen erwartet hatten, waren tief enttäuſcht. Um
punkt 12 Uhr traf der König in der Halle ein, und alle
Anweſen=
den erhoben ſich von ihren Sitzen.
Der König eröffnete die Indienkonferenz mit einer
An=
ſprache, in der er zunächſt die Mitglieder der Konferenz
willkom=
men hieß. Zehn Jahre, ſo fuhr der König fort, ſind im Leben
jeder Nation eine kurze Spanne Zeit. Das letzte Jahrzehnt iſt
nicht nur in Indien, ſondern auch in allen Nationen, die das
bri=
tiſche Reich bilden, Zeuge einer Entwicklung von Gedankengängen
und nationalen Beſtrebungen geweſen, die ſehr ſchnell vor ſich
ge=
gangen iſt. Es iſt deshalb nicht erſtaunlich, daß es ſich jetzt als
notwendig erwieſen hat, die Ergebniſſe dieſer vor zehn Jahren
begonnenen Entwicklung zu prüfen und für die Zukunft
vorzu=
bauen. Er werde den Verlauf der Verhandlungen nicht ohne
Be=
ſorgnis, aber mit noch größerem Vertrauen verfolgen. Er zweifle
nicht daran, daß die wahre Grundlage jeder
unab=
hängigen Selbſtregierung die
Zuſammenfaſ=
ſung aller verſchiedenartigen Forderungen ſei,
und hoffe, daß die auf einer ſolchen Grundlage errichtete künftige
Regierung Indiens allen ehrlichen Beſtrebungen des Landes
Ge=
nüge tun werde. „Mögen die Beſprechungen der Konferenz”, ſo
ſchloß der König, „dazu führen, dieſes Ziel zu erreichen, und
mögen die Namen der Konferenzmitglieder von der Geſchichte
verzeichnet werden als die Namen derer, die Indien gute Dienſte
geleiſtet haben und deren Bemühungen zum Glück und zur
Wohl=
fahrt meines geliebten Volkes gereichen werden.”
Macdonald, Vorſihender der engliſch=indiſchen
Konſerenz.
Auf Vorſchlag des Maharadſchahs von Patiala, des
Vor=
ſitzenden der indiſchen Fürſtenkammer, wurde Miniſterpräſident
Macdonald alsdann einſtimmig zum Vorſitzenden
der Konferenz gewählt. Macdonald nahm die Wahl
an und eröffnete nach kurzen einleitenden Worten und nach
einer von der Verſammlung mit Beifall aufgenommenen
Er=
gebenheitsadreſſe an den König die Verhandlungen. Nachdem
noch verſchiedene Delegierte der Fürſten und von Britiſch=
Indien das Wort ergriffen hatten, erfolgte entſprechend einem
Vorſchlag von Macdonald die Wahl eines
ſechzehnglie=
drigen Ausſchuſſes zur Beſtimmung der
Tages=
ordnung und des Arbeitsprogramms der Konferenz. Dieſer
Ausſchuß nahm bereits am Nachmittag ſeine Arbeit auf.
aum 1
D
P ſiſches Landeskheaker.
hielt,
huie W EAb hes Hans. — Mittwoch, 12. November.
gigrntt
Der Barbier von Bagdad.
nite Mi
ſiſtzhe Oper von Peter Cornelius.
M
nicke Wraufnahme des ſeit 1925 hier nicht mehr
gegebe=
ein Verſuch, ihm neue Freunde zu gewinnen. Die
chlechtes Horoſkop. Alle paar Jahre wird ſie her=
Jei Kapellmeiſter will ſie dirigiert, jeder Baſſiſt die
ſagen haben. Alle paar Jahre verſchwindet ſie,
MNc)i, Kraft beſitzt, ſich dauerhaft auf dem Spielplan
7r dünne Stoff, der allzu literariſche Text, die
eene Komik, die farblos gezeichneten Figuren
ver=
hühlagende Wirkung, während die Schönheiten der
„ih ginalität der Erfindung, die Feinheit der In=
Mee erſt nach vielfachem Anhören dem tiefer Ein=
M2 Benthu Hließen.
dcher auch diesmal fraglich bleibt, ob der Erfolg
iſt das Verdienſt, dieſe klaſſiſchſte der deutſchen
in erneut von der Bühne ſprechen zu laſſen, um ſo
Ppentksrter.
un heute zum erſtenmal die Oper in der
Mottl=
mg gegeben. Zweifellos iſt ſie in dieſer „ver=
PASe
M
EI Miſtung bühnenwirkſamer. Das Original aber wird
maltigt. Denn das 10 Jahre vor den Meiſter=
Enaß deme Werk ſchrieb Cornelius unabhängig von Wag=
— ſich trotz naher Freundſchaft nie beeinfluſſen
wffenbar die Abſicht, der komiſchen Oper einen
ſchaffen über die Linie Lortzing, Nicolai hinaus,
vollig ſelbſtändige Wege. Dieſe Abſicht wird
Shä itung verwiſcht.
Mung unter großzügiger Leitung Dr. Böhms
Samut und Lyrik. Das Orcheſter und die
wich=
bewährten ſich gut. Die Titelrolle liegt Theo
D Aulsgezeichnet. Er füllt ſie mimiſch und
darſtelle=
elwas zu temperamentvoll beweglich — wirkſam
e birtuos. Er iſt der beſte Barbier, den ich hier
De zunz auf der Höhe war heute Max Adrian in
S Lnangenehm und undankbar, geſchriebenen Rolle
Sein SDoch hatte er im zweiten Akt viele ſchöne
Mo=
von Stoſch war als Margiana vollkommen.
Nie vortreffliche Boſtana Anna Jacobs — nur
em Koſtüm. Karl Stralendorf als Kalif,
als Muſtapha gut am Platz. Der zweite Akt mit
Shſembles, Chören und dem einprägſamen Schluß
Lellſte Muſik,
v. H.
Pfa Lieder= und Sonaken=Abend.
Muſikvereinsſaal. — Mittwoch, den 12. November.
Suſanne Horn=Stoll, die bei den Aufführungen der Großen
Meſſe von Peterſen als führende Stimme des Soloquartetts
ſich ganz beſondere Anerkennung errang, ſang im Saal des
Muſikvereins vor einer großen Zahl muſikverſtändiger Hörer
eine intereſſante, wertvolle und reiche Vortragsfolge. Im
Ver=
gleich zu früheren Jahren iſt ihre ſympathiſche Stimme noch
größer und ausgeglichener geworden, vor allem aber ſchien uns
der Vortrag großzügiger und bewegter. Bewundernswert iſt
die gleichmäßig vollendete Behandlung aller Lagen der Stimme,
deren einziges negatives Element eine zuweilen auftretende
Un=
ruhe in der Tongebung iſt. Die Künſtlerin ſang, von Fräulein
Eliſabeth Klauß ſehr rückſichtsvoll, ſchmiegſam und
ausdrucks=
voll begleitet, Arien von Mozart und Händel und Lieder von
Schubert, Joſ. Haas und Joſ. Marx. So fein und
ausdrucks=
voll auch die älteren Kompoſitionen wiedergegeben waren, den
ſtärkſten Eindruck und die größte Vollendung in der
künſtleri=
ſchen Darſtellung vermittelten die Lieder von Haas und Marx,
wertvollſte Kompoſitionen gemäßigt moderner Prägung.
Schu=
berts „Jüngling an der Quelle” und die Lieder „Und geſtern
hat er mir Roſen gebracht” und das reizende „Der beſcheidene
Schäfer” wurden durch beſonders herzlichen Beifall da can
verlangt, aber auch die „Geſänge an Gott” aus Op. 68.
hinter=
ließen tiefſten Eindruck. Wie wundervoll die Stimme der
Künſt=
lerin im großen Raum trägt, das konnte man allerdings
kürz=
lich im Theater noch ſtärker empfinden.
Zwiſchen den Geſängen ſtanden zwei Sonaten für Viola
und Klavier, die der Gatte der Sängerin, Herr Kammermuſiker
Willy Horn mit Fräulein Klauß vortrug. Größere Gegenſätze
als den alten Singſpielkomponiſten Carl Ditters von
Ditters=
dorf, den Zeitgenoſſen Mozarts und Paul Hindemith kann man
ſich allerdings kaum vorſtellen. Des Erſteren Es=Dur=Sonate
atmet die Friſche, Gemütlichkeit und Lebensfreude, die den
dra=
matiſchen Werken und Sinfonien ihres Schöpfers eigen iſt,
wenn auch der Violaklang in den ruhigeren Sätzen ſattere
Far=
ben in die Beſchaulichkeit trägt. Hindemiths Sonate Op. 11,
Nr. 4 intereſſiert wie alle ſeine Werke durch bedeutende
Origi=
nalität, ihre Formſchönheit verhilft zu großer Geſchloſſenheit.
Willy Horn beherrſchte das Techniſche ebenſo vorzüglich wie er
die beiden ſo verſchiedenen Werke zu geſtalten verſtand, Fräulein
Klauß begleitete nicht nur, ſondern ſchuf ſelbſtändig in gleicher
Ausdrucksſtärke mit. Beſonders gut traf ſie den Stil der neuen
Werke, eine künſtleriſche Leiſtung, die große muſikaliſche Reife
verrät. Auch die Inſtrumentaldarbietungen wurden mit
rei=
chem Beifall bedacht, wie überhaupt der Abend in jeder
Be=
ziehung, nicht zum mindeſten aber durch das fein gewählte Pro=
F. N.
gramm künſtleriſch auf der Höhe ſtand.
* Mexiko erwacht. Von Prof. Dr. Adolf Reichwein. Mit 15 Karten
und 48 Abbildungen im Text. 80 286 Seiten. Verlag
Bibliogra=
phiſches Inſtitut A. G., Leipzig. In Leinen 8,50 RM.
Dies Buch iſt eine wirkſame Ergänzung zu dem im gleichen Verlag
erſchienenen Werk „Lateinamerika” von Dr. Hans Lufft. Wenn
U. S. Amerika das in der Monroedoktrin niedergelegte Programm
ver=
folgt, in dem es die anderen Staaten dieſes Kontinents unter ſeine
Botmäßigkeit zu bringen ſucht, ſtößt es zuerſt mit ſeinem Grenznachbar
Mexiko zuſammen. Reichwein, der das Land aus eigener Anſchauung
kennt, zeigt uns, wie dieſes Land um ſeine Selbſtändigkeit kämpft, was
es will, was es erreicht hat und welche Möglichkeiten es birgt. Wir
kennen es faſt nur aus den Schlagzeilen der Zeitungen, die von
Revol=
veranſchlägen, Oelbohrungen und ſeinem Kampf gegen die katholiſche
Kirche ſprechen. Er zeigt uns die Hintergründe: die zahlreiche
In=
dianer= und Miſchbevölkerung, die abſichtlich in Unbildung und
Ab=
hängigkeit von Wenigen gehalten wurde, und nun erſt ſelbſtändig
wirt=
ſchaften lernen muß; die großzügige Agrarpolitik des letzten
Menſchen=
alters, die die Großgrundbeſitzer zugunſten von Bauernhöfen und
india=
niſchen Dorfkommunen einſchränkte; die Arbeiterbewegung, die mit
der Negierung gemeinſam Arbeitszeit und Löhne reguliert; den Kampf
um die Vorherrſchaft zwiſchen Staat und Kirche, die der größte
Grund=
beſitzer iſt, und hier viele Parallelen zu dem Kulturkampf Frankreichs
im Anfang unſeres Jahrhunderts hat; den Kampf um den Oelbeſitz,
der ſich durchweg in ausländiſchen Händen befindet. Endlich macht er
uns mit den bedeutenden Perſönlichkeiten des letzten Menſchenalters
bekannt. Wir kommen zu der Erkenntnis, daß das indianiſch=ſpaniſche
Volks= und Kulturleben Mexikos zweifellos eigene Werte und eigenes
Lebensrecht hat, daß ſich dort ein neuer Staat, der anders iſt und ſein
will als ſein nördlicher Nachbar, konſolidiert. Es iſt ein gutes ſachliches
Buch, das ſeinen Leſerkreis finden wird.
Dr. W.
Franz Wolter: Wie ſah Chriſtus aus? Hugo Schmidt Verlag, München.
Die frühen Chriſten ſcheuten ſich, Chriſtus darzuſtellen und hielten
damit an der jüdiſchen Anſchauung feſt. Unter helleniſtiſchem Einfluß
finden wir Chriſtus bartlos, als Knaben oder Jüngling abgebildet, erſt
im vierten Jahrhundert wird die Darſtellung mit langem geſcheitelten
Haupthaar und längerem oder kürzerem Bart allgemein. — Vor etwa
25 Jahren nun wurde in München ein 11 Zentimeter hoher Kopf aus
gelbem Alabaſter von einem griechiſchen Händler erworben; in ſeinem
ſeeliſchen Ausdruck wie im Formalen entſpricht dieſer ungewöhnliche
Kopf der Vorſtellung von Chriſtus, wie ſie ſeit langem uns geläufig iſt.
Der Archäologe Furtwängler hat die Plaſtik vom erſten Drittel des
er=
ſten Jahrhunderts datiert, der Mineraloge Prof. Dr. Paul Groth hat
als Herkunft des Materials Paläſtina oder Oberägypten bezeichnet.
Ob dieſe Feſtſtellungen wiſſenſchaftilch allgemein anerkannt und
unbe=
ſtritten ſind, ſagt d er Verfaſſer nicht. Sein Buch (mit 12
ausgezeich=
neten Wiedergaben) und der Fund ſind bedeutſam für die Geſchichte
der Bilddarſtellungen Chriſti, aber ſie beſagen nichts für die Leben=Jeſu=
Forſchung, was Wolter nicht mit nötiger Klarheit trennt.
Zu der ganzen Frage wäre grundſätzlich zu ſagen, daß die
Vorſtel=
lungen, die Chriſtüs, als geiſtige und religiöſe Realität von höchſter
Wirkungskraft, in den Zeiten entzündet und geſchaffen hat, viel
wich=
tiger ſind als ein angeblich geſchichtliches Porträt, über das Auguſtin
eine Anſchauung hatte, die für den Forſcher wie für den Gläubigen noch
heute Gültigkeit hat: daß wir über das Ausſeen des Herrn, als er im
Dr. I.
Fleiſche wandelte, nichts wiſſen.
Seite 4
Donnerstag, den 13. November 1930
Neuer Vorſtoß Bernſtorffs in Genſ.
Genaue Angaben über den Rüſlungsſtand geforderk
Genf. 12. November.
Die deutſche Delegation bei den Genfer
Abrüſtungsverhand=
lungen hat einen Antrag auf Offenlegung der
be=
ſtehenden Rüſtungen geſtellt.
In dem Antrag, der heute dem Vorbereitenden
Abrüſtungs=
ausſchuß eingereicht wurde, heißt es, daß der Ausſchuß die Aufgabe
habe, die künftige Abrüſtungskonferenz ſo vollſtändig wie nur
mög=
lich vorzubereiten. Dazu gehöre es, daß die Konferenz ſich auch
eine genaue Vorſtellung von dem Zuſtand der augenblicklichen
Rüſtungen aller Staaten mache, denn über die Tragweite einer
Begrenzung und Herabſetzung könne die Konferenz nur klar
wer=
den, wenn ſie vollſtändige und genaue Angaben über den
Rüſtungszuſtand beſitze. Die Londoner Konferenz habe nur
des=
halb zu einem Ergebnis geführt, weil man ihr am Eröffnungstag
eine mit größter Genauigkeit ausgearbeitete Liſte aller
Seekriegs=
mittel der beteiligten Staaten vorgelegt habe. Ueber die Marine
gebe es genug offizielle Quellen zur Ausarbeitung einer ſolchen
Liſte. Bei den Landrüſtungen jedoch ſeien die offiziellen Angaben
äußerſt gering, und auch das Militärjahrbuch des Völkerbundes
müſſe ſich auf vage Angaben beſchränken. Deshalb ſei es
notwen=
dig, daß alle Regierungen der künftigen Konferenz von ſich aus
offiziell ihren Rüſtungsſtand offenlegten.
Die deutſche Delegation hat dieſem Antrag Liſten beigefügt,
in denen ſowohl genaue Angaben über das im Dienſt befindliche,
wie über das gelagerte Reſervematerial nach den einzelnen
Waf=
fengattungen gemacht werden ſollen: Jagd=, Bomben=, Beobach=
tungsflugzeuge, große Tanks, kleine Tanks, Langrohrkanonen,
Haubitzen, Geſchütze von 7,5, 10 und 15 Zentimeter, ſowie von
größerem Kaliber, ſchwere und leichte Maſchinengewehre uſw.
Der Skandpunkk der einzelnen Mächke zur Erfaſſuns
des gelagerten oder im Dienſt befindlichen
Kriegsmakerials.
Im Abrüſtungsausſchuß des Völkerbundes bemühten ſich die
Vertreter der Militärmächte, bei der Auseinanderſetzung über die
Begrenzungsmethoden für Kriegsmaterial im Dienſt und in
Re=
ſerve nachzuweiſen, daß die direkte Herabſetzung und
Beſchrän=
kung des Materials unſinnig, gefährlich, überflüſſig und nicht
durchführbar ſei, obwohl ſie ſelbſt im Verſailler Vertrag
Deutſch=
land eine derartige Abrüſtung auferlegt haben.
Der belgiſche Vertreter Bourquin legte dar, daß eine
Herabſetzung der Rieſenrüſtungen an Tanks, Flugzeugen, ſchwerer
Artillerie vollſtändig nutzlos ſei, weil die Möglichkeit beſtehe, daß
in Zukunft noch andere Kriegsmaſchinen erfunden würden, die
man heute noch nicht kenne. Eine Beſchränkung des gelagerten
Kriegsmaterials ſei ebenſo wertlos, weil die Staaten dann
ein=
fach ihre Bombenflugzeuge oder Tanks auseindernehmen und als
„Erſatzſtücke” betrachten würden. Eine direkte Herabſetzung ſei
außerordentlich ſchwierig, weil man dabei eine höchſt verwickelte
Unterſcheidung zwiſchen Angriffs= und Verteidigungswaffe machen
müſſe. Der einzige erfolgverſprechende Weg ſei die Begrenzung
der militäriſchen Ausgaben.
Der holländiſche Vertreter Rutgers hielt dem
ent=
gegen, daß man mit einer Beſchränkung der Ausgaben ja nur
die Neuanſchaffungen an Kriegsmaterial erfaſſen könne, die in
Zukunft erfolgen ſollen, während das geſamte Reſerve= und
Dienſtmaterial, das in einigen Staaten ungeheure Ziffern
er=
reiche, vollkommen außer Betracht bliebe. Die Begrenzung der
Ausgaben allein werde Holland deshalb
nich=
nicht mindeſtens auch für die gefährlichſten
Wo=
direkte Beſchränkung erfolge.
Auf den Standpunkt, daß man wenigſtens
fen, wie Tanks, ſchwere Artillerie und Flug
Budgets beſchränken müſſe, ſtellte ſich auch X
Vertreter. Litwinow verlangte die
Anwendun=
der indirekten Methode, weil nur ſo überhau un
Abrüſtung zuſtande käme.
Der japaniſche Vertreter Sato, ebenſo
Rumäniens und der Tſchechoſlowal
gegen die direkte Materialbeſchränkung und Hü
der Budgetausgaben aus, jedoch müſſe, wie Sat
auf die Ablehnung dieſes Grundſaz
amerikaniſchen Vertreter Gibſon
direkte Beſchränkung auf alle Länder
gleich=
werden.
Der franzöſiſche Vertreter Maſſigli
Kriegsmaterial die große Rolle zukomme, dig
Ausſchuß beilege. Das heutige internationale
keine Kontrolle über die Durchführung den
beſchränkungen. Der einzige Weg ſei, die A1
Vom deutſchen Standpunkt aus ü:
ken: Die Ausgabenbeſchränkung dürfte niem an
lichen Herabſetzung der Rüſtungen führen, da
Falle Frankreichs das gelagerte und im Diemt
rial, d. h. ungefähr 5000 Tanks, 19 000 Flu.3
ſchwere und 50 000 leichte Geſchütze und etwa
gewehre, nicht herabſetzen würde, während Fi
alle Türen offen ließe, durch Verteilung de
auf andere Miniſterien, zum Beiſpiel die nn
beſchaffung über das Ernährungsminiſterium
über den Haushalt des Miniſteriums der Oe=
und die militäriſchen Wege= und Bahnbauten
miniſterium auszuführen, wie dies in Frankr-”
hren große
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Sondikus Dr. Albert Moeßner
und Frau Edith, geb. Gutjahr.
Darmſiadt, den 12. November 1930.
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Statt Karten.
Wilhelm Becker
Pfatrer
Lina Kredel
Vermählte
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Ernsthofen i. O.
Darmstadt
Jahnstr. 8.
Kirchl. Trauung: Donnerstag, den 13. November 1930,
½12 Uhr, in der Bessunger Kirche,
Dankſagung.
Für die überaus vſelen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die vielen Kranz= und Blumenſpenden bei dem
Helmgange unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Margarethe Keller, geb. Lotz
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Marx für ſeine troſireſchen Worte,
der Schweſter (Eliſabeth der Johannesgemeinde für die
liebevolle Pflege, ſowie dem Fahrbeamtenverein Darmſiadt=
Kranſchſtein und den Frauen des Kriegervereins „Graf
Haeſeler” für die Kranzniederlegung.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen
Wilhelm Keller.
Darmſiadt, den 12. November 1930.
Für die vielen freundlichen Glück.
wünſche, Blumenſpenden und
Ge=
ſchenke anläßlich meines 80.
Ge=
burtstages ſage ich hiermit
herz=
lichſten Dank.
Frau Margarete Volz
geb. Scheerer.
Darmſtadt, den 12. November 1930.
Erbacherſtr. 67.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang
unſerer lieben EEntſchlafenen
ſagen wir hiermit Allen unſeren
innigſien Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Oelp
Schuknechtſtr. 59.
Zum Schluß der Tranben=Saiſon, ſolange
Vorrat: Prachtvolle
Süße Tiroler Trauben
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Ludwigſtraße 6, Tel. 700, Saalbauſtr. 38,
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ſtand auf dem Markt.
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Reingold
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Telephon 786
Telephon 736
Marktpaſſage
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Hine genau auf Firma und Straße zu achten
Am Dienstag, den 11. ds. Mts. verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden mein innigſt geliebter Mann, unſer
guter Vater, Großvater, Onkel, Bruder, Schwager=
und Schwiegervater
„
Hert J. B. Kling
Rechtskonſulent
im 57. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Luiſe Kling, geb. Weber.
Darmſtadt, Kaupſtr. 52, den 12. November 1930. (*
Die Beerdigung findet Freitag, den 14. November,
vormittas 11 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Bratnocharack:
leidende Arterienverka kung — Schlag
anfalt) sollten lesen: MLinderung des
Blutdruckes auf natürlichem Wege.
Frankozusendung durch Dr. A Helle,
Charlotten burg 5154.
(TV14996
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteil=
nahme beim Heimgang unſeres teuren,
un=
vergeßlichen Entſchlafenen, ſowie für die
überaus zahlreichen Blumen u. Kranzſpenden
ſagen wir unſeren aufrichtigſien Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Geſchwiſter Otto.
Darmſtadt, Tübeck, den 12. November 1930.
Gutenbergſtr. 28
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Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 5
der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 13. November.
everbungen der Stadkbücherei
(außer Romanen).
„hl: Pädagogiſche Aufſätze. 2. Auflage 1930.
Gaudig: Die Schule im Dienſte der
wer=
breit. 3. Aufl. 1930. 1 Pa 300. Eduard
Spran=
ſue Bildungsideal der Gegenwart in
geſchichts=
ſt euchtung 1929. 1 Pa 883. Paul Natorp:
Neue Richtlinien ſozialer Erziehung. 1922.
ine
vor Litt: Führen oder wachſen laſſen.
„ädagogiſchen Grundproblems. 2. Aufl. 1929.
Kaeſtner; Kraft und Geiſt unſerer deutſche
Aafl. 1928. 20 Pa 388. Jugendkunde und
segeben vom Zentralinſtitut für Erziehung und
Pa 413. A. Buſemann: Die Jugend im
Eine Unterſuchung zur Jugendkunde 1926.
m Fronemann: Das Erbe Wolgaſts. Ein
Ddie heutige Jugendſchriftenfrage. 1927. 15 Pa
tagogiſche Gegenwartsfragen.
Ueber=
ſuſikpädagogik vom Kindergarten bis zur
Hoch=
geiseben vom Zentralinſtitut für Erziehung und
5 Km 188 E. Heywang: Jugendbühne
15 Pa 170. Heinrich Geffert. Das
29.
Werk Hermann, Heſſes. Erziehungswiſſen=
Pa 689.
Marie=Anne Kuntze
1927. 12
Sein Weg und ſein Werk. 1930. 12 Pa 615.
Schulgeſundheitspflege 1926 50 Dh 585.
rt. Ueber Binet=Simon=Teſte. 1927. 45 Ps 62.
us. Die Gefühlswerte. Grundriß einer Pſy=
Ps 470. Erwin Wexberg, J
1927. 1
Syſtematiſche Darſtellung. 1928. 1 Ps 625.
Der Behaviorismus. 1930. 1 Ps 620.
Handſchrift und Charakter.
Lehr=
mühl:
ftenbeurteilung. 2. Aufl. 1929. 20 Ps 308.
aratminiſterium hat am 6. November 1930 mit
chen Tage Hern F. Diflo in Darmſtadt, Drei=
Idie Dienſtverrichtung eines Dolmetſchers und
rietzers der engliſchen Sprache für die geſamte
waltung übertragen. Der bisher als
Dol=
ſomſetzer der engliſchen Sprache beſtellte Herr Pro=
DDarmſtadt iſt auf Nachſuchen von ſeinen
Oblie=
hum worden.
rrurden: Am 4. November: der Kanzleigehilfe bei
minz Bernhard Diehl aus Trebur zum
Kanz=
g vom 1. November 1930 an; am 5. November:
ſu g des Miniſters für Arbeit und Wirtſchaft die
everendare Dr. agr. Heinrich Enders in Darm=
Unton Flörſch in Darmſtadt und Dr phil.
dt in Darmſtadt zu Landwirtſchaftsaſſeſſoren;
” der Kanzlei=Oberſekretär beim
Staatspräſi=
ler zum Miniſterialkanzlei=Inſpektor bei dem
hr=Kultus und Bildungsweſen, mit Wirkung vom
900 an.
rarde: Am 7. November: der Förſter Hermann
Kugenheim a. d. B. in gleicher Dienſteigenſchaft
Falltorhaus, Forſtamt Groß=Gerau.
riürgermeiſter der Stadt Darmſtadt wünſcht keine
hugen ſeiner ſtädtiſchen Beamten und
Angeſtell=
ecbt uns: Die ſtändig wachſende. Notlage der
männiſchen Angeſtellten hat den Deutſchnationalen
ſſirt=Verband veranlaßt, dem Herrn Oberbürger=
Darmſtadt den Antrag zu unterbreiten, den
men und Angeſtellten jegliche Nebenbeſchäftigung
den ſtellenloſen Angeſtellten keine auch noch ſo
möglichkeit zu nehmen. Die Stadtverwaltungen
Mannheim zum Beiſpiel ſind in dieſer Frage
vor=
angen. In der unterm 7. November erteilten
der Herr Oberbürgermeiſter u. a.: „Ihre An=
Anlaß gegeben, die mir unterſtellte Verwaltung
von Ihnen geſchilderten Verhältniſſe
hinzuwei=
aich ein allgemeines Verbot jeglicher
Nebenbetä=
der erwähnten Verhältniſſe zu meinem Be=
Anſen kann, weil Fälle eintreten können, in denen
um der Sache liegenden Gründen davon
abgegan=
we,ſo wird doch jeder einzelne ſolcher Fälle eben
dart.
der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters. Die
Samstag techniſcher Schwierigkeiten wegen lei=
Stunde abgeſagte Klabund=
Gedächtnis=
ſchen Landestheaters findet nunmehr beſtimmt
u mstag, den 15. November, im Kleinen
zwar, um die Mitwirkung Hermine
Kör=
öö ichen, als Nachtveranſtaltung, um 22.30 Uhr
be=
ſtchon ausgegebenen Einlaßkarten behalten ihre
weitere Kartenausgabe findet ab Donnerstag
Großen Haus ſtatt, wo auch weitere
Neuanmel=
lügliedſchaft entgegengenommen werden.
hmurrbuſch=Quartett veranſtaltet ſeinen erſten
Kam=
mm Samstag, den 15. November, 20 Uhr, im
ges Landestheaters. Zur Aufführung kommen
mon, Steinmar Peterſen und Arnold
m. Hans Simons Opus 5, Phantaſtiſche Sätze
bigett, drei loſe aneinander gefügte, in ihrem
ant ſehr unterſchiedliche Stücke, deutet ſchon ſtark
hung zur Oper hin. Arnold Mendelsſohns Streich=
W iſt in Form und Inhalt als eine meiſterhafte
ſmit. Zwiſchen dieſen beiden Werken ſteht ein reiz=
Karl Steinmar, das ſeinerzeit bei ſeiner Erſt=
Publikum und Preſſe einen großen Erfolg hatte.
VSeterſen, deſſen wundervolle Meſſe noch in aller
ſommt eine Sonate für Violine und Klavier zur
ſie der Komponiſt am Flügel ſelbſt begleitet. Die
nunmehr an der zweiten Violine Alfred Fill=
Enlo Hans Andrä angehören, bringt mit dieſem
Mimiſcher Künſtler, die ſicher ſtarkes Intereſſe
fin=
ſeuung früherer Leibgardiſten Darmſtadt. Wir
Mitglieder auf die am Samstag und Sonntag
Veranſtaltungen der Train=Vereinigung Nr. 18
anläßlich ihrer Denkmalseinweihung im
Oran=
elieten werden. An der Denkmalsenthüllung ſelbſt
Platzverhältniſſen Rechnung tragend, nur eine
2 teilnehmen, dagegen bitten wir unſere Mit=
Weranſtaltungen am Samstag abend im
Rummel=
onntag nachmittag im Städtiſchen Saalbau recht
unshmen.
Feſtfeier anläßlich des 25jährigen Beſtehens
der kirchlich=poſikiven Vereinigung in Heſſen.
An Luthers Geburtstag, 10. November 1930, feierte die
kirch=
lich=poſitive Vereinigung für Heſſen in Darmſtadt die 25.
Wie=
derkehr ihres Gründungstages. Den würdigen Auftakt gab ein
ſtark beſuchter Feſtgottesdienſt in der Kirche des Eliſabethenſtifts,
in welchem Pfarrer Ausfeld=Gießen predigte. Die ſich
an=
ſchließende Mitgliederverſammlung im „Feierabend” wurde durch
den ſtellvertretenden Landesvorſitzenden, D. Dr. Freiherr
Cor=
nelius Heyl zu Herrnsheim eröffnet, worauf der Schriftleiter des
gemeinſamen Blattes „Für Bibel und Kirche” Pfarrer Schrimpf,
Dieburg, den rückſchauenden Feſtbericht gab. Als neuer
Vorſitzen=
der der Vereinigung wurde der von ſeiner früheren Tätigkeit in
der inneren Miſſion in Heſſen wohlbekannte Oberpfarrer
Schä=
fer=Michelſtadt gewählt. An der abſchließenden Ausſprache
betei=
ligten ſich der an der ganzen Tagung ebenfalls teilnehmende
Prä=
ſident der badiſchen Landeskirche, D. Wurth=Karlsruhe, ſowie der
Vertreter der naſſauiſchen Freunde für Bibel und Bekenntnis,
Pfarrer Karl Schmidt=Wiesbaden. Die abends 8 Uhr, im großen
Saal des Feierabend, ſtattfindende öffentliche Feſtverſammlung
erfreute ſich allſeitiger Teilnahme, ſo daß die anſchließenden
Räume geöffnet werden mußten. Die Mitglieder der heſſiſchen
Kirchenregierung und des Landeskirchenamts, unter Führung des
Herrn Prälaten D. Dr. Diehl und des Vizepräſidenten Dr.
Dah=
lem, waren faſt vollzählig erſchienen, ſoweit nicht dringende
Berufsgeſchäfte dies unmöglich machten. In dem ſinnig
geſchmück=
ten Saal herrſchte Feſtſtimmung, als der neue Vorſitzende die
Loſung der Vereinigung in einer Reihe von markanten Sätzen
vortrug. Nach der Begrüßung der erſchienenen Ehrengäſte und
der Zuſammenfaſſung der zahlreichen warmherzigen ſchriftlichen
Beglückwünſchungen von hoch und niedrig, die ſpäter durch den
Schriftleiter ergänzt wurden, ſprach Prälat D Dr. Diehl im
Rahmen von wertvollen grundſätzlichen und geſchichtlichen
Streif=
blicken, im Auftrag der Kirchenregierung und des
Landeskirchen=
amtes ſeine herzlichen Segenswünſche aus. Der Präſident des
Evangeliſchen Landeskirchentags, Archivdirektor D. Herrmann
Darmſtadt, ſchloß ſich in gleichem Sinne an, worauf weitere
Feſt=
grüße folgten. Der Vortrag von Univerſitätsprofeſſor D.
Born=
häuſer=Marburg über „Luther auf der Koburg während des
Reichstages zu Augsburg” hielt die Verſammlung faſt eine Stunde
in Spannung und erfriſchte wohltuend durch edle
Volkstümlich=
heit auf wiſſenſchaftlich ernſter Grundlage. Im Schlußwort dankte
Pfarrer Schrimpf=Dieburg allen herzlich, die an der äußeren und
inneren Zurüſtung des Feſtes beteiligt waren, beſonders auch
dem rührigen Ortskomitee. Der Luthergeiſt der Koburg klang
erhebend aus in dem Lutherlied der Reformation, deſſen vier
Strophen die Verſammlung ſtehend ſang.
Im Zeichen der Preissenkung:
Moderne Mäntel
in jugendlichen- und Frauen-Größen
19.50 bis 19.00
Einige dieser Mäntel sind in unserer Passage
ausge-
stellt, noch mehr finden Sie an unserem Lager.
Soblb
Ludwigsplatz 9
Fe
16577
— 30 Jahre Frauenturnen der Turngemeinde Beſſungen 1865.
Am Sonntag, dem 16. d. M., feiert die Frauenabteilung der
T. G.B. 1865 ihr 30jähriges Beſtehen. Aus dieſem Grunde findet
am Jubiläumstage nachmittags ein großes Schauturnen der
ver=
ſchiedenen Abteilungen ſtatt. Ein kleines Feſtſpiel von Herrn
5. Wenderoth geht dem Schauturnen voraus. Abends findet zu
Ehren der Turnerinnen ein Bunter Abend mit anſchließendem
Tanz ſtatt. Das Programm wird durch Rundfunk übertragen.
Bekannte große Kanonen werden auffahren, u. a. unſere beliebte
Solotänzerin Frl. Aenne Reiß vom Landestheater. Der Abend
verſpricht, den Vorbereitungen, nach, ein glänzender zu werden.
Die Leitung der Chöre hat Herr Kapellmeiſter Friedel Fiſcher
übernommen. Als Anſager fungiert Herr H. Chr. Liebig. Alles
Nähere in der Anzeige Samstag, den 15. d. M.
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Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.
— Konzert der Reichswehrkapelle Gießen. Es wird darauf
hingewieſen, daß das Konzert der Gießener
Reichswehr=
kapelle am Samstag, dem 15. November, abends 8 Uhr, im
Städtiſchen Saalbau ſtattfindet. Der Veranſtalter iſt das Harko,
Heſſ. Autobus=Reiſe= und Konzertbüro. Luiſenplatz 4/1. Dieſes
hat in Anbetracht der momentan ſchlechten wirtſchaftlichen. Lage
Karten zu 0,80 RM. eingeſchoben. Da die Nachfrage ſehr ſtark
iſt, empfiehlt es ſich, ſich rechtzeitig mit Karten einzudecken. Die
Verkaufsſtellen ſind aus den aushängenden Plakaten erſichtlich.
Bekanntlich findet das Konzert zugunſten der Hinerbliebenen der
Grubenkataſtrophe in Alsdorf ſtatt.
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
Erwerbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte,
Kriegshinterblie=
bene, Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Samstag, dem
15. d. M., vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
—4. Akademie=Konzert. Mit der Programmfolge die Alfred
Hoehn, Frankfurt a. M., Montag, den 17. d. M., 20 Uhr, im
Städtiſchen Saalbau zum Vortrag bringen wird, hatte der
her=
vorragende Künſtler in Wien, München, Hamburg und Warſchau
die größten Triumphe gefeiert. Als Höhepunkt des Abends
be=
zeichnet die Preſſe Beethovens 4s=Dur=Sonate, Op 110. Der
Künſtler wurde als einer der erſten deutſchen Pianiſten gefeiert,
der wahrhaft große künſtleriſche Eindrücke hinterließ. „Der
Flü=
gel klingt und ſingt unter ſeinen Händen in glühender Pracht,
ſein Ton iſt ungemein modulationsfähig, die Technik von idealer
Vollkommenheit; eine ungeheure muſikaliſche Energie gibt ſeinem
Vortrag Richtung und Format” ſchreiben die „Münchener
Neueſten Nachrichten”. Aehnlich äußerte ſich die Preſſe aller
Rich=
tungen der genannten Städte. Mit größtem Intereſſe ſieht
des=
halb das muſikaliſche Publikum dieſem Abend entgegen. — Karten
im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt.
Eliſa=
bethenſtraße 36, Fernſprecher 3500 (Stadtverwaltung); auch
kön=
nen dort noch Mieten für die reſtlichen Konzerte unter
Abrech=
nung der erſten drei Konzerte abgeſchloſſen werden, wodurch eine
Erſparnis bis zu 50 Prozent für das Konzert eintritt.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die in den Räumen der
Bücherſtube ſtattfindende Ausſtellung der Piper=
Bruck=
mann= und Hanfſtaengl=Drucke wurde durch ungemein
treue Wiedergaben von vier ſehr intereſſanten v. Gogh=
Bil=
dern ergänzt. Dabei zeigt ſich wieder, daß die fotochemiſch=
mecha=
niſche Reproduktion heute eine Originalnähe erreicht, die ſelbſt
jede winzige ſtoffliche Textur und Delikateſſe der Pinſelführung
mit außerordentlicher Sorafalt bucht Und doch macht ſie
grund=
ſätzlich Halt vor jeder Fälſchung, Irreführung und
Unterſchie=
bung. Die Ausſtellung, die beſonders ſtark beſucht iſt, kann
täg=
lich von 9 bis 7 Uhr unentgeltlich beſichtigt werden.
—Walter von der Vogelweide. „Wer ſein vergäße, der tät
uns leide”, ſingt Hugo von Trimberg, und bis auf den heutigen
Tag iſt von den Minneſängern einzig er als „Sanges Meiſter”
anerkannt geblieben. Heuer ſind es 700 Jahre, daß er in
Würz=
burg zu Grabe getragen wurde. Der Deutſche
Sprach=
verein veranſtaltet am Donnerstag, den 20. November, eine
Feier zu ſeinem Gedenken, bei der Herr Studienrat Dr.
Büchner über Walters Bedeutung ſpricht. Dazu tragen
Schülerinnen der Viktoriaſchule Gedichte Walters vor und ſingen
Lieder. Lichtbilder werden das Dargebotene ergänzen. Näheres
ſpäter durch Anzeige.)
Heſſiſcher Blindenbund. Hier tagte eine
Delegiertenver=
ſammlung der Blindenvereine von Darmſtadt, Mainz und
Worms zwecks Gründung eines heſſiſchen Blindenbundes. Der
Zweck dieſes Bundes iſt die Herbeiführung eines engeren
Zuſam=
menſchluſſes und die Vertretung der Belange der Blinden den
Behörden gegenüber. Alle Blinden von Heſſen, die ſich noch keiner
Organiſation angeſchloſſen haben, werden erſucht, ſich in eigenem
Intereſſe dieſem Bund anzuſchließen und ſich dieſerhalb an den
Vorſitzenden, Herrn Johannes Horn, Darmſtadt, Alexanderſtr. 4,
zu wenden.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Donnerstag,13. November 19.30, Ende nach 22.30 Uhr
Eliſabeth von England
C9 Preiſe 1—10 Mk. 20, Ende gegen 2= Uhr
Lieder= und Arien=Abend
Franz Tibaldi und Maria Kienzl
Preiſe 1, 2 und 3 Mk. Freitag,
14. November 20, Ende gegen 22 Uhr
Der Barbier von Bagdad
E8 Preiſe 1—10 Mk. 20, Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male: XTZ
Zuſatzmiete 10
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag,
15. November 20—22.45 Uhr
Die Herzogin von Chieago
Außer Miete zu halb Preiſen
Halbe Preiſe 0.50—5 Mk. 15—17.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Heſſenlandmiete 1, III.
Preiſe 1 20—6 Mk.
20, Ende vor 22 Uhr
Erſter Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Qugr tetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
22.30 Ende nach 23.30
Klabund=Feier
Breie 1, 2, 3 Mk. Sonntag,
16. November 19 30—22.15 Uhr
Die ſchöne Helena.
Heſienlandmiete UV,
Preiſe 1—10:Mk. 11.30, Ende gegen 12.30 Uhr
Siegfried=Wagner=Gedenkfeier
80—22 Uhr
Der Glasſchrank
Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0.50—2 50 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Donnerstag findet im
Großen Haus die 5. Aufführung des Schauſpiels „Eliſabeth
von England”, von Ferdinand Bruckner, mit Hermine
Kör=
ner als Gaſt in der Titelrolle ſtatt. Frau Körner wird nach
Be=
endigung ihres Gaſtſpiels als Eliſabeth von England in
Darm=
ſtadt noch die Titelrolle der Komödie „Die erſte Mrs.
Selby
ſpielen, deren Erſtaufführung am 21. November im
3‟
Kleinen Haus ſtattfindet. — Klabunds Spiel zu Dreien „X93
gelangt morgen, Freitag, im Kleinen Haus, in der Inſzenierung
von Franz Pfaudler (Bühnenbild: Elli Büttner) zum erſten
Male zur Aufführung. Mitwirkende: Hoffart, Hinz, Nürnberger
und Jürgas. — Bei der Klabund=Feier, die übermorgen,
Samstag, um 22.30 Uhr, im Kleinen Haus ſtattfindet, werden
Hermine Körner und Carl Ebert Lyrik und Proſa von Klabund
vortragen. Die Klabund=Feier findet als Werbeveranſtaltung
des Vereins der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters ſtatt:
Mit=
glieder des Vereins haben freien Zutritt und können ihre Karten
gegen Vorweis der Mitgliedskarte an der Tageskaſſe des Großen
Hauſes abholen. — Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft
bringt Sonntag, den 16. November, im Kleinen Haus Heinrich
Rüthleins beliebte Lokalpoſſe „Der Glasſchrank”
bei
kleinen Preiſen zur Aufführung. Allgemeiner Vorverkauf an der
Tageskaſſe des Großen Hauſes, ſowie bei Verkehrsbüro, Harko
und C L. Külp
— Zu der Aufführung „Die Herzogin
von Chicago” am Samstag, den 15. November, findet auch
Kartenverkauf beim Verkehrsbüro, Harko und C. L. Külp ſtatt.
Als nächſte Schauſpielneuheit des Großen Hauſes gelangt die
Komödie „Der raſende Sperling
von Paul Schurek,
Mittwoch den 19. November zur Aufführung — Das
Japa=
niſche Theater unter Leitung des berühmten
Schauſpie=
lers Tokujiro Tſutſui, wird einmalig, Donnerstag, den 20. Nov.,
im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters gaſtieren. Die
japaniſchen Schauſpieler ſind in erſter Linie Tänzer und Mimiker,
ſo daß ihre Darſtellung unabhängig von der Sprache ohne
wei=
teres verſtändlich iſt; außerdem aber wird jede Szene von einem
deutſchen Anſager vorher erläutert werden, ſo daß die Beſucher
mit einem vollen Verſtändnis der Darbietungen rechnen können.
Das Japaniſche Theater hat in allen Weltſtädten enthuſiaſtiſche
Erfolge errungen.
et
Wer emplindliche Haut bosondens
Sopofältig Foinigen und piloven will
Diesen Rat gibt
56
wählt Palmolive-Beife.”
ENGBART in BERLINI.
Josef Engbart, der erfahrene
Leiter seines bekannten
Schönbeitssalons in Berlin,
Unter den Linden.
die echte Palmolive
Nichts kann die Haut von Staub und Schmutz besser befreien als Wasser
und Seife. Doch muß die Seife mild sein. Sie muß die Haut nicht nur rei- Bestehm Sie durant
nigen, sondern auch pfiegen und schützen. Daher empfehlt Herr Engbart m bekemmen — vur
die milde Palmolive, denn zu ihrer Herstellung werden Pfanzenöle verwendet, in grünen Papier
die schon seit Jahrtausenden die erfolgreichsten Schönheitsmittel sind. nit schrurzem Band.
„Massieren Sie Ihr Gesicht zweimal täglich mit dem Schaum der
Palmolive-Seife, spülen Sie dann nach — erst mit
warmem, dann mit kaltem Wasser. Diese einfache
Sethtetetntens uit de eat un iet usct. Gwelr bes wdie, er
lich frisch erhalten.”
Unter den Linden 592
R
R
40 Pf.
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Donnerstag, den 13. November 1930
Maluemiſenſchaficher Bereint zu Durmfaol.
357. Sitzung am 11. November 1930.
Dr. med. Wilhelm Jockel ſprach über „Die
Behand=
lung der Lungentuberkuloſe‟.
Unter kurzer Darlegung der Tuberkuloſe als Entzündung
wird die Liegekur als die Lunge ruhigſtellende Maßnahme
beſon=
ders hervorgehoben. Es wird betont, daß die Sauerſtoffaufnahme
und die Kohlenſäureausſcheidung bei körperlicher Arbeit bis
8—9mal die bei körperlicher Ruhe überwiegt; daß das Liegen eine
große Schonung der Lunge bedeutet, erhellt zur Genüge daraus.
Als ein zweiter Faktor von nicht weniger großer Bedeutung
er=
ſcheint die Maſtkur. Hierbei wird erwähnt, daß beſonders Kranke,
die an einer beginnenden leichten Tuberkuloſe leiden, noch einen
relativ guten Ernährungszuſtand haben. — Im Anſchluß daran
wurde über die Sauerbruch=Herrmannsdorferſche ſowie die
Ger=
ſonſche Diätbehandlung geſprochen. Beides ſind verſchiedene
Koſt=
formen. Sie weiſen ſogar recht erhebliche Unterſchiede auf.
Be=
tont wurde weiter, daß faſt ausſchließlich nur Erfahrungen über
die Herrmannsdorferſche Koſt geſammelt ſind und daß, entgegen
den Erfahrungen Herrmannsdorfers, die Tuberkuloſeärzte faſt
aus=
ſchließlich einen ablehnenden Standpunkt einnehmen. Im
Gegen=
ſatz dazu befinden ſich die Erfahrungen über Haut= und
Knochen=
tuberkuloſe, die von allen Nachunterſuchungen faſt einſtimmig als
von glänzenden Erfolgen begleitet dargeſtellt werden. Ueber die
Wirkungsweiſe der Koſt iſt noch nichts Poſitives bekannt. Ferner
wird feſtgeſtellt, daß Höhenſonnenbehandlung der Tuberkuloſe bei
kritikloſer Anwendung mit erheblichen Gefahren verknüpft iſt.
In der
Verſchlechterungen ſind häufig beobachtet worden.
Folge werden nun die einzelnen operativen Maßnahmen, die heute
bei Lungentuberkuloſe gebräuchlich ſind, beſprochen und ihre
Wir=
kungsweiſe ſowie Indikationsſtellung kurz erläutert. Es werden
beſprochen: Einſeitiger und doppelſeitiger Pneumothorax (
Luft=
einblaſung in den Bruſtkorb zum Zwecke der Ruhigſtellung und
Ausheilung kranker Teile), die Strangdurchbrennung mittels
elektriſchen Brenners bei ſtrangartigen Verwachſungen, der
Ner=
venſchnitt zwecks Stillegung des Zwerchfells, die Entknochung der
Bruſtwand zwecks Einengung des Bruſtkorbs und zum Schluſſe
die Plombierung tuberkulöſer Höhlenbildungen mittels Paraffin.
An Hand von Röntgenbildern, Skizzen und Zeichnungen, die
projiziert wurden, wurden die Darlegungen dem „Verſtändnis
näher gebracht.
— Vogelsberger Höhenclub, Zweigverein Darmſtadt. Das
Endziel der am vergangenen Sonntag ausgeführten. November=
Wanderung war Griesheim. Der Wettergott hatte Einſehen und
ließ einen regenfreien Tag vorüberziehen. Früh morgens herrſchte
dichter Nebel, welcher aber bis zum Mittag verſchwunden war.
Das Wetter war, der Zeit entſprechend, etwas kühl. aber zum
Wandern wie geſchaffen. Der Wald prangte noch vielfach in
ſei=
nem prächtigen Herbſtgewand. Die Führer, Frau Moog und Frl.
Schminke, hatten gut paſſierbare Wege und Pfade gewählt. Dem
Gehaborner Hof wurde ein Beſuch abgeſtattet. Herr. Inſpektor
Schmidt hatte in liebenswürdiger Weiſe die Führung
übernom=
men und waren alle Teilnehmer nach erfolgter Beſichtigung über
die muſtergültige Einrichtung vollauf befriedigt, Frau Moog hielt
über den Gehaborner Hof von der Entſtehung bis zur Jetztzeit
einen ſehr intereſſanten Vortrag, der beifällig aufgenommen
wurde. Von Herrn Schmidt ſchied man unter Dankesworten mit
einem kräftigen Friſchauf. Dann wurde der Weitermarſch
ange=
treten. Am Lagereingang begrüßte uns die Ortsgruppe des
Odenwaldklubs von Griesheim und marſchierte man gemeinſam
nach dem Endziel „Darmſtädter Hof” in Griesheim, wo recht bald
ein fröhliches Treiben nach echter V.HC.=Art einſetzte. Daſelbſt
fanden durch die Vorſitzenden gegenſeitige herzliche Bearüßungen
ſtatt. Die kleine Wanderſchweſter Becker ſprach den Willkomm=
Gruß. Ein ſehr intereſſantes Zwiegeſpräch brachten die kleinen
Wanderfreunde Theo Moog von Darmſtadt und Otto Müller von
Griesheim, wonach Griesheim demnächſt eine Großſtadt mit
Welt=
flughafen zu werden verſpricht.
Der Tanz „Die Grieſemer
Zwiwwel und de Grieſemer Kuckuck” war vorzüglich einſtudiert
und ſehr gut ausgeführt. Das Zwiegeſpräch und der Tanz
wur=
den von Frl. Schminke geleitet. Weiter trugen zur Unterhaltung
bei Frl. Reiß und Theo Moog am Klavier, die
Geſangsabtei=
lung des Odenwaldklubs von Griesheim ſowie die
Geſangsabtei=
lung des V.HC. Darmſtadt, die Herren Schmidt und Müller und
ernteten ſämtliche durchweg großen Beifall. Auch ein Tänzchen
kam wieder einmal zu ſeinem Recht. Die Führer hatten alles
aufs beſte vorbereitet und auch recht gut durchgeführt. Der
wohl=
verdiente Dank wurde ihnen in reichem Maße ausgeſprochen.
Feſtgemeinſchaft 1930/31. Im kommenden Jahre begehen
vier hieſige Geſangvereine ihr goldenes bzw. ſilbernes
Vereins=
jubiläum. Es ſind dies Männerquartett Arion” (1906),
„Darmſtädter Männergeſangverein” (1881) „Harmonie‟ (1881)
und „Lyra” (1901). Dieſe vier Vereine haben in zwei harmoniſch
verlaufenen, gemeinſamen Ausſchußſitzungen beſchloſſen, angeſichts
der ungünſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe ihre Jubiläen
ge=
meinſam zu begehen, um in der Lage zu ſein, das
Jubiläums=
feſt zu einem geſanglichen und muſikaliſchen Ereignis Darmſtadts
zu geſtalten. Die zur Durchführung des Feſtes erforderlichen
Ausſchüſſe ſind gewählt und an der Arbeit, um dem Feſt einen
der Zeit entſprechend einfachen, dem Ehrentag der vier Vereine
jedoch würdigen Verlauf zu geben. Zum 1. Vorſitzenden der
Feſt=
gemeinſchaft wurde Herr Paul, Höchſt, Schriftführer im Gau
Darmſtadt des Heſſiſchen Sängerbundes, einſtimmig gewählt. Für
die Abhaltung des gemeinſamen Jubiläumsfeſtes iſt die zweite
Hälfte des Monats Juli 1931 in Ausſicht genommen.
— Coué=Experimentalvortrag im Konkordiaſaal, Waldſtraße,
heute Donnerstag. Es ſei nochmals auf dieſen intereſſanten
Vortrag hingewieſen, der in Berlin, Leipzig, Dresden, Köln und
vielen anderen deutſchen Städten ſtets ein ausverkauftes Haus
und begeiſtertes Publikum fand. Die Preſſe der
Univerſitäts=
ſtadt Bonn ſchreibt: Der Vortrag bot den Zuhörern ein
Lebens=
elixier, das man nicht in Apotheken kaufen kann. Von den
Ex=
verimenten gelangen die mit Sprachfehlern am
augenſcheinlich=
ſten. Wenn eine Perſönlichkeit von ſolcher Ueberzeugungskraft
und ſuggeſtiver Wirkung ſich in den Dienſt einer Sache ſtellt, wird
der Erfolg wahrſcheinlich, ſogar ſelbſtverſtändlich.
Außerdem
ſpricht Hardt in ausgezeichneter, aufklärender Weiſe über „Das
Rätſel von Konnersreuth” ohne dabei wie z. B. die „Münchener
Neueſten Nachrichten” bemerken, den letzten Worten der
Wiſſen=
ſchaft und der Kirche vorzugreifen, ſowie über neue Methode in
Gallſpach (Zeileis).
— Die Helia=Lichtſpiele bringen heute und folgende Tage eine
der zündendſten Filmgrotesken, die Buſter Keatons
unvergleich=
liche, Komik zu vollſter Durchſchlagskraft verhilft und eine Fülle
komiſcher Köſtlichkeiten aufweiſt: „Die unvollkommene Ehe” mit
Buſter Keaton und John Byron. Regie: Edward Sedgwick.
— Berenys ungariſche Zigeuner=Sinfoniker in Darmſtadt.
Berenys ungariſche Zigeuner=Sinfoniker, das weltberühmte
Zi=
geuner=Orcheſter, das aus 40 erleſenen Soliſten beſteht, bildet
zur=
zeit die Senſation der europäiſchen Konzertſäle. Auch in
Deutſch=
land haben die Zigeuner in allen großen Städten Triumphe
ge=
feiert. Das Konzert iſt am Dienstag.
Arnold=Mendelsſohn=Zeier in Rakibor.
Wie uns mitgeteilt wird, hat der Evangeliſche
Kirchenmuſik=
verein Ratibor, die Geburtsſtadt Profeſſor Arnold
Mendels=
ſohns, unter Leitung von Kantor John kürzlich eine große
Arnold=Mendelsſohn=Feier veranſtaltet, die auch durch die Sender
Gleiwitz und Breslau übertragen wurde. Ein Feſtgottesdienſt
gab Gelegenheit, auf das Weſen der kirchenmuſikaliſchen
Kompo=
ſitionen Mendelsſohns hinzuweiſen. Chöre und Choräle von
Mendelsſohn wurden während des Gottesdienſtes geſungen, bzw.
geſpielt.
Im Stadttheater fand eine Morgenfeier ſtatt, in deren
Mittelpunkt Liederkompoſitionen, gemiſchte Chöre und
Solo=
geſänge von Arnold Mendelsſohn ſtanden. Die zur Feier
erſchie=
nenen offiziellen behördlichen Vertreter wurden in der Pauſe von
Bankdirektor Rieſe, dem Vorſitzenden des Kirchenmuſikvereins,
begrüßt mit dem Hinweis darauf, daß ganz Oberſchleſien mit
Stolz auf ſeinen großen Sohn an dieſer Feier teilnehme. Nach
der Feier wurde am Eiſenbahnbetriebsamt, wo Mendelsſohn
ſeine Jugend verlebte, eine Ehrentafel angebracht mit folgender
Inſchrift: „Arnold Mendelsſohn, geboren am 26. Dezember 1855.
bekannter Komponiſt, verlebte in dieſem Hauſe ſeine Jugend”
Nachdem fand in der evangeliſchen Kirche ein Kirchenkonzert
ſtatt, in dem hervorragende Soliſten mitwirkten.
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten für
nachfol=
gende Veranſtaltungen ermäßigte Karten auf unſerer
Geſchäfts=
ſtelle: Lieder=und Arienabend Tibaldi—Kienzl am
Don=
nerstag; Kammermuſik=Abend des Schnurrbuſch=
Quar=
tetts und Klabund=Feier am Samstag. Wagner=Feier und
„Glasſchrank” am Sonntag.
— Orpheum. Xaver Terofals Schlierſeer bringen
heute Donnerstag und morgen Freitag zwei Feſtvorſtellungen
zum Gedächtnis Ludwig Anzengrubers dieſes Meiſters wuchtigſtes
Volksſchauſpiel in ſieben Bildern „Der Meineidbauer”.
Das von Hofſchauſpieler Konrad Dreher gegründete Theater im
Theaterdorf Schlierſee unter Leitung Taver Terofals bürgt für
eine einzigartige Aufführung. Es wird beſonders darauf
hinge=
wieſen, daß nur dieſe beiden Aufführungen ſtattfinden. Es dürfte
ſomit vielen Wünſchen des Publikums Genüge geleiſtet ſein.
Bereits am Samstag. 15. November, findet die Erſtaufführung
eines neuen Terofal=Schlagers ſtatt. Es verſäume niemand die
Aufführung des Volksſchauſpiels „Der Meineidbauer”, Sichern
Sie ſich Plätze im Vorverkauf bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14
Verkehrsbüro, Zeitungsſtand in der Hauptpoſt, telephoniſch
unter 389. (Siehe Anzeige.)
— Orpheum — Märchentheater. Sonntag, den 16.
Novem=
ber, nachmittags, wird der lang erſehnte Wunſch aller
Darm=
ſtädter Kinder in Erfüllung gebracht. Es kommt als
Erſtauffüh=
rung die Kinderkomödie „Der Struwelpeter” in vier Bil=
Bild:
„„Der böſe
dern von Hermann. Job zur Darſtellung.
Peter”, 2. und 3. Bild: „Ein Traum”, 4. Bild: „Gebeſſert‟
Han=
delnde Perſonen ſind: Anton Büttel, Frau Weigel, Paulinchen
mit dem Feuerzeug, der Struwelpeter, der Suppenkaſpar, der
Daumenkonrad, Meiſter Joſeph, der grüne Jägersmann, Barbara,
ſeine Frau, der Zappelphilipp, Hans Guckindieluft, der große
Ni=
kolaus, der rabenſchwarze Moor, der Schneider, der gute und der
böſe Geiſt, die Teufelchen. Dieſe Neueinſtudierung wird den
Kin=
derherzen 2½ Stunden lang Freude über Freude bereiten, zumal
der Märchenonkel die Preiſe von 30. 50, 60, 80 Pf. 1 Mk. und
1,25 Mk. gehalten hat, um jedem Kinde den Beſuch zu
ermög=
lichen. Vorverkauf bei Hugo de Waal, Verkehrsbüro und
tele=
phoniſch 389. Sichern Sie ſich jetzt ſchon Plätze für die einzige
Aufführung des „Struwelpeter”, denn Sie bereiten ſich und Ihren
Kindern eine große Freude.
STAAN.
Mrrches
Prstm
NCyuds.
Heilwirkend!
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7. Tel. 45
Polizeibericht. Unerlaubte Sammlung. Anfangs
November 1930 bot ein Hermann Höh aus Leipzig=N. 21,
Geibel=
ſtraße 13, ein Werk „Deutſchlands Köpfe der Gegenwart über
Deutſchlands Zukunft” mit Urkunde zur Linderung
ſchwerleiden=
der Kriegsopfer bei verſchiedenen Perſönlichkeiten in Darmſtadt
an und forderte als Preis für das Werk und zugleich Spende für
die Kriegsopfer Beträge von 60 und 200 RM., die auch teilweiſe
gezahlt wurden. Eine behördliche Genehmigung zum Sammeln
von Spenden iſt dem Höh nicht erteilt worden. Bei ſeinem
er=
neuten Auftreten wird gebeten, ſofort die Kriminalpolizei oder
den nächſten Polizeibezirk zu verſtändigen. — Hotelbetrüger.
Ende Oktober und Anfang November 1930 wohnte in einem
hie=
ſigen Gaſthaus ein angeblicher Student v. Bötticher, der in
Mar=
burg ſtudiert haben wollte und dort bei den Germanen geweſen
ſei. Der Gaſtwirt der ſtets auf Zahlung drängte, wurde jeden
Tag vertröſtet, daß der übliche Monatswechſel eintreffen würde
und dann Zahlung geleiſtet werde. Am 10. November verſchwand
v. Bötticher unter der Vorſpiegelung, er wolle Geld auf der Poſt
holen. Der Flüchtige wandte ſich nach Worms, wo er unter dem
Namen Erwin Kolbe, geboren am 21. März 1900 in Gießen,
über=
nachtete. Als Beruf hatte er Kaufmann angegeben. Der
Betrü=
ger ſucht vornehmlich Lokale auf in denen Angehörige der
NS.DA.P. verkehren, und gibt ſich ſelbſt als Nationalſozialiſt
aus. Seine Mutter hat angeblich ein Gut Luiſental” bei
Preu=
ßiſch=Eylau, Beſchreibung: 30—35 Jahre alt. 180 Meter
groß, kräftig, volles, friſches Geſicht, braune Augen, ſchwarz
ge=
ſcheiteltes, etwas lockiges Haar geſtutzten ſchwarzen Schnurrbart,
Stumpfnaſe rechte Stirnſeite Narbe. Bekleidet mit grünlicher
Windjacke und ähnlicher Hoſe. Führt braune Aktentaſche bei ſich,
die er nicht im Stich läßt. Erzählt von Motorrad, das nie
ge=
ſehen wurde. Beim Auftreten des angeblichen v. Bötticher wird
um Benachrichtigung der nächſten Polizeibehörde gebeten.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt dire letzte Dezugsanittung behufügen. Hnenyms Arfnagen
Ma Hdn Hlann H v H
Dde
E. T. 1. Sie werden ſich mit dem Vermieter wegen
raten=
weiſer Tilgung auf irgend eine Weiſe zu einigen verſuchen müſſen.
2. Da Sie im Zahlungsverzuge waren, werden Sie auch die Koſten
des erwirkten Zahlungsbefehls tragen müſſen. Mit dem Eintritt
der Fälligkeit des Mietzinſes waren auch die Folgen des Verzugs
gegeben.
Bezirksſchöſtengerichl.
Aw Vor dem Bezirksſchöffengericht wurdo
gegen einen 52jährigen früheren
Eiſg=
ſeinen 24jährigen Sohn wegen Betrug
beiden hatten im November 1929 als Vertreter 0
Bauſparkaſſe ein Vermittlungsgeſchäft für Hypa.‟
darlehen begonnen. Zunächſt ging es unter
Sohnes, dem aber, anſcheinend auf Grund ſeinen
ſtrafen, der Betrieb des Geſchäfts verboten wa.
nachten übernahm der Vater dann das Geſchä.
Sohn als Angeſtellten auf. Es wird ihnen nu.
gemeinſchaftlich den Darlehnsſuchern falſche
Am=
haben, oder ihnen unter Verſchweigung der
dingung, nämlich, daß der Kunde ein Fünftel
Darlehens in bar ſelbſt aufzubringen habe, ehe
lehen erhalten konnte, Vorſchüſſe abverlangt zu.
ſie nicht berechtigt waren. Der Vater leugnet ic
Er habe ſich die redlichſte Mühe gegeben und ſſee
geweſen, die Vorſchüſſe zu erheben, man könne
arbeiten. Sie hätten ſtets Unkoſten gehabt, unde
ten immer gleich die Bedingungen mitgeteilt.
ſuchten meiſt, das bedingte Fünftel, auf Anrate=
Firma, in Wechſeln zu bezahlen, und daß die
waren und von der Firma infolgedeſſen nicht a
den, ſei nicht ſeine Schuld. Der Sohn
gibt=
öfteren unter falſchen Angaben Geld aus
der=
haben. Es werden in zirka vier Stunden
übe=
nommen. Etliche wollen ſehr bald den Schwind
andere fühlen ſich noch heute nicht benachteilig
wieder ſehen, mit welchem Leichtſinn manche
Geldgeſchäfte herangehen und Formulare untend
wiſſen, was da nun eigentlich drinſteht. Der St
iſt mit einem Zeugen, der, da er ein Mann au
mit juriſtiſchen Spitzfindigkeiten geſpickt”, wohll g
Empfinden gehabt habe, derſelben Anſicht, daß?
unter einer Decke ſteckten, und beantragt für derf
Zweifel raffinierter vorgegangen ſei, wegen fongt
ſchaftlichen Betrugs im Rückfall zwei Jahre Geſiys
erkennung mildernder Umſtände, für den Vate n
fortgeſetzten gemeinſchaftlichen Betrugs ein Jalltſ
Frau und Mutter der Angeklagten, die anſcheimnm
raum der Verhandlung beiwohnte, verſucht uuſ
dem Gericht klarzumachen, daß ihr Mann unſchal
hinausgebracht werden. Das Gericht ſpri.M
frei und verurteilt den Sohn wegen in
des Rückfallbetrugs und eines Verbrechens
de=
trugs und Betrugsverſuchs im Rückfall zu irnin
Jahr und neun Monaten Zuchthaus
Geldſtrafe. Das Gericht war der Anſicht, daß
ſeiner erheblichen Vorſtrafen nicht auf milder
kannt werden konnte. Die bürgerlichen Ehren
auf drei Jahre aberkannt und der Haftbefehl muſ
Verurteilte will Berufung einlegen.
—Stenographie und Maſchinenſchreiben. —
Vereinigung „Gabelsberger” Handwerkerſchule.
Nieder=Ramſtädter Straße, macht unter Hinwe=
Anzeige auch an dieſer Stelle darauf aufmerkſnck.
tag abend im vorgenannten Unterrichtslokal
Reichskurzſchrift unter Leitung ſtaatlich geprüd
Stenographie beginnen. Wie aus der Anzeie
iſt, findet der Maſchinenſchreibunterricht täglii,
ſtraße 23. Erdgeſchoß, unter fachmänniſcher Lei= Zehnfinger=Blindſchreib=Syſtem ſtatt.
niedrigſtes Honorar bei günſtigen Zahlungsboiw
zur Weiterbildung iſt bei dem genannten Vere=nt
L. Do. T (ix) oder Do. X (zehn)? Auf Anfm
Leſerkreis teilen wir mit, daß das Rieſenflu zb4ko
Do. 4 (ix) heißt, nicht Do X (zehn), Dr. Dormenl
Flugboot ſeinerzeit die Bezeichnung 1 (ix),
Größe, gegeben.
Lokale Veranſtalkungen
— Evangel.=kirchlicher Fraue
Petrusge meinde. Zu den Fragen, die
ſal unſeres Volkes entſcheiden, gehört zweife
64
Stelle die Alkoholfrage. Beſonders für das 2
Dene
Familie ſpielt ſie eine ſehr, wichtige Rolle.
ſtättengeſetz, deſſen Einzelheiten noch viel zu mi
hat die ganzen Probleme des Alkoholgenuſſes ve
Es iſt deshalb ſehr zu begrüßen, daß uns darüjeute
Munde Aufklärüng gegeben werden kann. Herudet
dem Frauenabend Dr. Sell von hier, der frü-eihk
Lungenheilſtätte Winterkaſten, einen Vortrag
koholfragen mit beſonderer Berückſichtigung 1.
geſetzes‟. Die Frauen unſerer Gemeinde ſeien a. bit
Beſuche eingeladen.
Verein Freundinnen junger N94
nahme der Mädchen an dem Vortrag des Herrun!
„Alkohol und Gaſtſtättengeſetz” im Beſſunger Smllde
nerstag abend. Der Heimabend in der Sandſt zfcällt
Die Heſſiſche Familiengeſchätiſſch
einigung hält ihre Monatsverſammlung cnDl!
dem 18. I. M., an gewohnter Stelle ab. Es
mtl=
feſſor Praetorius über „Georg Chriſtoph Lichnergg 1
Verwandtſchaft‟ „Gäſte können eingeführt
w=
ſind die Mitglieder der Vereinigung zu dem
dem 22. November, in der Otto=Berndt=S
Vortrag von Profeſſor Dr. Wöhler über „Darn
mie” eingeladen.
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei Ortsg
ſtadt. Am Freitag ſpricht in der „Eintracht”, 6b
im Rahmen einer erweiterten R.i.V.=Verſamn-”
Volkswirt W. Scheunemann=Gießen überſp!
Die Mitglieder der Ortsgruppe ſind herzlichſt ei d4en
führung von Gäſten erwünſcht.
Nat.=Soz. Deutſche Arbeiterpc”
ſammlung morgen Freitag in der Woogtstrülle.
Oberſtleutnant a. D. Ahlemann. (Siehe heutige=Rill”
Tageskalender für Donnerstag, den 13. M
Heſſ. Landestheater, Großes Haus.
— Kleines Hauss
„Eliſabeth von England”.
und Arienabend — Orpheum, 20.15 Um
bauer
Konzerte: Schloßkeller,
Café=
terich, Reſt. Bender, Marim, Rheingauer W”
Bodega.
Kinovorſtellungen: Ums
Palaſt=Lichtſpiele. — Concordiaſaal,,
mentalvortrag Hardt.
Realgymnal
Lichtbildervortrag Dr. Zeh. — Fürſte
Damenvortrag.
adf.
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Praktische Vorführungen am Freitag, den 14. und Samstag, den 15. November bei der Firma Ernst Olitzsch, Haus- und Küchergeräte Darmstadt, Ernst-Lndwiglidde ""*
am Montag, den 17. und Dienstag, den 18. Movember bei der Firma Philipp Schaaf, Eisenwaren, Darmstadt, Ernst-Lndwigstraße 20.
(1K
Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 7
Aus Heſſen.
Kov. Vortrag. Am Montag abend hielt im
enen Löwen” Herr Albert Heß im Auftrag der
Iber „Die Elektrizität im Haushalt‟. Der Beſuch
hmſtand es der Redner in ſeiner humoriſtiſchen und
hörer in jeder Weiſe zu feſſeln. Die praktiſchen
as Probekochen erweckten das größte Intereſſe und
manche Hausfrau veranlaßt, ſich die neuzeitlichen
„ das bevorſtehende Weihnachtsfeſt wird dazu be=
„end einen elektriſchen Apparat auf den Gabentiſch
ruß an den Vortrag fand eine Freiverloſung ver=
Saushaltungsgegenſtände ſtatt, wobei eine
vorzüg=
wete Gans zur Ausloſung kam. Filmvorführungen
onzert vervollſtändigten den Abend. Eine weitere
Geräte und eine Ausſtellung mannigfachſter Art
nachmittag die Veranſtaltung.
. Nov. Einen Unterhaltungsabend veranſtaltete
derkranz” im Saale des Gaſthauſes „Zur Traube‟,
Forxamm beſtand in Singſpielen, die nur von Damen
twurden. Die Darſteller zeigten in geſanglicher
Hinſicht große Leiſtungen. Das Publikum, das
„Eienen war, iſt von der flotten Aufführung
über=
ein und belohnte die Darbietungen mit reichem
Evangeliſcher Kirchengemeindekag zu Beusheim.
EPH. Zu dem am nächſten Sonntag, 16. Nov., zu
Bens=
heim ſtattfindenden evangeliſchen Kirchengemeindetag wird
nochmals mitgeteilt, daß der Feſtgottesdienſt um ½10 Uhr und
die Tagung um 2½ Uhr in der evangeliſchen Kirche beginnt. Es
wird eine große Anzahl von Abgeordneten der Kirchengemeinden
und der bürgerlichen Gemeinden der Bergſtraße, der Rheinebene
und der angrenzenden Odenwaldgemeinden erwartet und außer
ihnen eine große Schar derer, die ihre evangeliſche Kirche lieb
haben und ihr dienen möchten. Die Vorträge von Oberkirchenrat
Dr. Horre über „Kirchengemeinde und bürgerliche Gemeinde‟,
und von Direktor Röhricht über „Gegenwartsgefahren und
Gegenwartsaufgaben der evangeliſchen Kirche” ſind von größtem
Intereſſe. Es iſt zu erwarten, daß für alle Teilnehmer ebenſo
wie bei dem letzten Groß=Umſtädter Gemeindetag die
Darbietun=
gen und die darauffolgende freimütige Ausſprache zum Erlebnis
neuer Begeiſterung für ihre evangeliſche Kirche werden wird.
Die Bürger der Stadt Bensheim laden die auswärtigen
Teilneh=
mer zum Mittagstiſch ein; doch wird gebeten, ſich rechtzeitig bei
Dekan Zaubitz=Bensheim anzumelden.
z Nov. Der Geſangverein „Sängerbund”
veran=
he abend. Zur Aufführung gelangte die
Singſpiel=
umers Töchterlein” („Elslein von Caub”) in drei
Sorſt. Es erübrigt ſich, näher auf die Aufführung
n, doch dürfte hervorgehoben werden, daß Herr
Wlöckner von Caub und Fräulein L. Gerbig als
P. Joſt, Spielmann vom Rhein, und Herr W.
enen die Hauptrollen zugeteilt waren, den größten
auch den anderen Mitſpielern wurde die volle
An=
t Delloſe Leiſtung zuteil.
Nov. Am Donnerstag, den 13. November ds.
arf dem Rathaus eine Gemeinderatsſitzung
hgrtſche Zement=Bund” beabſichtigt, bei genügender
eſsger Gemeinde einen Eiſenbeton=Kurſus
1- Nov. Sängerehrung. Dem Mitglied des
8 „Sängerbund”, Herrn Weißbindermeiſter Peter
nür 40jährige aktive Sangestätigkeit vom Heſſiſchen
b ne Ehrennadel überreicht. Den Mitgliedern
des=
grrn Schuhmachermeiſter Jakob. Schmidt 2. und
earg Frank 1., die bereits vor zwei Jahren für 40 mit einem Diplom ausgezeichnet wurden, wurde
die ſilberne Ehrennadel verliehen. Wir
beglück=
e mit einem herzlichen „Glückauf” zum goldenen
der goldenen Ehrennadel. — Bei einer kürzlich
ab=
in dem Gemarkungsteil zwiſchen Groß=
Gerauer=
rruer Chauſſee wurden vier Rehe, 20 Haſen und
ſmſanen erlegt. — In einer der letzten Nächte wurde
am Beſſungerweg ein wertvoller Haſe, welcher auf
am Sonntag, 2. November d. J., einen erſten
Ak. Nieder=Ramſtadt, 12. Nov. Statiſtik der Obſternte
1930. Die vonliegenden ſtatiſtiſchen Erhebungen hatten folgendes
Er=
gebnis (die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten die
Ergeb=
niſſe des Vorjahres) Schätzungsweiſe beträgt der Ertrag in
Doppel=
zentnern: 1. Tafeläpfel 20 (200) 2. Wirtſchaftsäpfel 40 (190), 3.
Tafel=
birnen 15 (40), 4. Wirtſchaftsbirnen 40 (65), Zwetſchen und Pflaumen
50 (60), Kirſchen 25 (12), Aprikoſen 4 (3), Pfirſiche 8 (4).
Ausgenom=
men an Kernobſt ſind gegenüber dem Vorjahre ganz beträchtliche
Min=
dererträgniſſe zu verzeichnen, die ſich auch auf den Geſamterlös
weſent=
lich auswirken und auch durch die bedeutend beſſeren Preiſe nicht
wie=
der aufgeholt werden konnten.
DIIEEE
AUTOOEIE
heen. — Am Mittwoch, 19. November d. J., abends
hieſige Arbeiter=Samariter=Kolonne einen neuen
über erſte Hilfe. Derſelbe findet unter ärztlicher
nem langjährigen guten Brauch folgend, wird die
äm am Sonntag, den 16. November d. J., wieder
lick vor die Oeffentlichkeit treten. Diesmal kommt
arvergänglichen Darmſtädter Dichters E. E. Nieber=
„D” zur Aufführung. Altvertraute, uns
liebgewor=
iginale ziehen da an uns vorüber, waſchecht wird
Schwächen werden mit treffenden Ausdrücken
ge=
oas Ganze mit ſo goldenem Humor übergoſſen, daß
ritlachen können und unſere Alltagsſorgen weit
hin=
altbewährte Spielſchar der hieſigen Turnerſchaft
illes daranſetzen, der Aufführung zu einem vollen
Mache alſo jeder von der Möglichkeit, eine der
unſerer Heimatdichtung wieder neu kennen zu lernen,
S der Eintrittspreis der heutigen Zeit angepaßt iſt.
1. Nov. Die Riolarbeiten im Gemeindewald
fſamt hatten damit ungefähr 60 Arbeiter
vorüber=
g gefunden. Die Arbeiten wurden durchweg im
anne ausgeführt. — Die Holzmacherarbeiten im
Ge=
in der nächſten Woche. — An den
Plakatanſchlag=
ten Zeit Plakate des Reichsbanners abgeriſſen
wor=
g der Täter iſt eine Belohnung von 50 RM.
Nov. In einer von der Bezirksſparkaſſe
Zwingen=
rufenen öffentlichen Verfammlung, die
deon=Theater ſtattfand und ſehr gut beſucht war,
mtreter der öffentlichen Bauſparkaſſe
eſſen, Abteilung der Landeskommunalbank—
Giro=
n Darmſtadt, Herr Otto Hägert=Frankfurt a. M.
ß das Syſtem des kollektiven Bauſparens in den
Ländern ſeit vielen Jahrzehnten weite Verbrei=
Neben zahlreichen privaten Bauſpargeſellſchaften
entlichen Sparkaſſen das Bauſparen ein, und zwar
zweiſe in Angliederung an beſtehende öffentliche
mt die Schaffung eines neuen Verwaltungsapparates
Bauſparer durch die Mithaftung der öffentlichen
Gewährsverbände Sicherheit geboten werde. Allein
* ſtünden 35 öffentliche Sparkaſſen, 11 heſſiſche Kreiſe
umfaſſend 95 Prozent der Bevölkerung Heſſens, als
eibe. Redner ſchloß mit dem Wunſch, daß ein jeder
de, den Bauſpargedanken zu fördern. Er helfe nicht
önn er ſeinen Lebensſtandard verbeſſere, er helfe auch
manheit durch Bekämpfung der Wohnungsnot.
11. Nov. Erntedankfeſt. Am Sonntag wurde
Entedankfeſt gefeiert. Zur Verſchönerung des
Gottes=
chüder Kirchenchor, der Bläſerchor, die Chorſchule und
Bur Verfügung geſtellt. Geleitwort des Geiſtlichen
Serrn, denn er iſt freundlich und ſeine Güte währet
b) esfall. Bierbrauer Ludwig Fey 4. iſt im Alter
einem Herzſchlag geſtorben. Er war den ganzen
und hatte ſich äußerſt wohl gefühlt. — Die hieſige
Ctenwaldklubs beſchloß in einer am Samstagabend
ab=
mmlung, das diesjährige Dekorierungsfeſt am 7. De=
10. Nov. Druckſachenausſtellung. Die
adt des Bildungsverbandes der Deutſchen
Buch=
e am Sonntag eine ſehenswerte
Druckſachenausſtel=
on Eintritt viele Intereſſenten fand. Die Ausſtellung
r modernſter Aufmachung und eine größere Reihe
jaldrucke.
Nob. Am Samstag, den 15. November, feiert die
des Odenwaldklubs ihr neuntes Wanderer=
Es wirken dabei neben namhaften Künſtlern und
ſol=
erden wollen, die beiden Geſangvereine „Sängerluſt
Leit, deren Leiſtungen allein den Beſuch des Abends
Darmſtadt, 10. Nov. Freiwillige Sanitäts=
Eeſtoten Kreuz. Aus Anlaß einer unlängſt
ſtatt=
cung der hieſigen Kolonne, in dem benachbarten
die Anregung gegeben, auch der Gemeinde Waſchen=
Michleiten des Beſtehens einer Freiwilligen
Sanitäts=
am Kreuz zuteil werden zu laſſen. Dieſem Wunſche
mnſtaltet die hieſige Kolonne am kommenden
Donners=
abends 8 Uhr beginnend, in Waſchenbach (Rathaus)
Slehrkurſus. Unter Leitung eines der Herren
Ko=
heder=Namſtadt werden die Teilnehmer über erſte Hilfe
Lenau inſtruiert. Gerade für einen Ort, an dem kein
lann es nicht hoch genug eingeſchätzt werden, wenn
a ſind, die die nötigen Kenntniſſe in der
Heilbehand=
ſiuutreffen des Arztes beſitzen.
Das Tinterbeu-
SHELL AUTOOEL R
G. Ober=Ramſtadt, 10. Nov. Wanderer=Ehrungsfeſt des
Odenwaldklubs. Die Ortsgruppe Ober=Ramſtadt des
Odenwald=
klubs hielt im ſchön geſchmückten Saale des „Löwen” (Schneider) ihr
diesjähriges Wanderer=Ehrungsfeſt ab. Nach einem flotten
Eröffnungs=
marſch und einem ſchön vorgetragenen Vorſpruch eines kleinen
Wan=
derers begrüßte der 1. Vorſitzende, Herr Poſtmeiſter Weber, die
zahl=
reich Erſchienenen, insbeſondere auch die Mitglieder der befreundeten
Ortsgruppe Neinheim. Er ging in ſeiner Anſprache auf Zweck und
Ziele des Klubs im allgemeinen und einzelne, außerordentlich ſchön
ver=
laufene Wanderungen im abgelaufenen Jahre im beſonderen ein und
wünſchte dem heutigen Wanderer=Ehrungsfeſt, das leider in eine ſo
ſchwere Notzeit falle, einen recht gemütlichen Verlauf. Nach weiteren
Muſikvorträgen erſtattete Herr Poſtſekretär Kehr im Zwiegeſpräch mit
Frl. Gretel Ritſcher den Wanderbericht des abgelaufenen Jahres.
Köſt=
licher Humor und beſonderes Talent der Beiden für dieſe
Berichterſtat=
tung ſetzten die Lachmuskeln der Anweſenden recht oft in Bewegung.
Als Höhepunkt der Veranſtaltung kam alsdann die Auszeichnung der
14 Wanderer, die Herr Rektor i. R. Hofmann, ein alter, heute noch
eif=
riger Wanderer, mit launigen Widmungen vornahm. Daß Herr Rektor
Hofmann hierbei ſtets das Richtige getroffen, bewieſen die zahlreichen
Beifallskundgebungen. Mit einem Luſtſpiel von Hans Sachs. Der
Teufel und das alte Weib”, erfreuten, alsdann Mitglieder der hieſigen
Jugendvereinigung. Auch ihnen, die ſich ihrer Aufgabe glänzend
ent=
ledigten, wurde reicher Beifall gezollt. Eine reichhaltige
Tombolaver=
loſung brachte zwiſchendurch Vielen ſehr ſchöne und praktiſche Gewinne.
Die beſondere Ehrung mehrerer, dem Klub 25 Jahre angehörender
treuer Mitglieder nahm ebenfalls Herr Rektor Hofmann vor. In froher
Stimmung blieben die Anweſenden beim Tanz noch lange beiſammen.
Den muſikaliſchen Teil der Veranſtaltung beſtritt die rühmlichſt bekannte
Kapelle Breitwieſer=Roßdorf, als Xylophon=Soliſt wirkte. Herr K.
Weicker=Roßdorf. Das Wanderer=Ehrungsfeſt hat auch in dieſem Jahre
wieder bewieſen, daß im Odenwaldklub jedermann auf ſeine Rechnung
kommt, und mit einem kräftigen „Friſch auf” treten wir ins neue
Wanderjahr ein.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Nov. Klein= und
Sozialrentner=
fürſorge. Die Bezüge der Klein= und Sozialrentner für November
werden am Samstag, den 15. November, vormittags von 8—12 Uhr,
Säuglingsfürſorge.
bei der Gemeindekaſſe ausbezahlt.
Nächſten Montag, den 17. November, nachmittags von 2—3 Uhr, findet
im unteren Rathausſaal Säuglingsberatungsſtunde ſtatt.
f. Roßdorf, 11. Nov. Prämie. Wegen guter Haltung und Pflege
der Gemeindezuchttiere wurde der Faſelwärter Herr Friedrich Emig
anläßlich der Hauptkörung für eine Prämie in Vorſchlag gebracht, die
auch genehmigt wurde. — Freiwillige Sanitätskolonne.
Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz beginnt am
Don=
nerstag, den 13. Nov., ihren Uebungskurſus. Es wäre ſehr zu begrüßen,
wenn ſich Damen und Herren recht zahlreich beteiligen würden.
An=
meldungen werden im Gaſthaus „Zur Sonne” am vorgenannten Abend
entgegengenommen. — Evangel. Bund. Einen echten
proteſtan=
tiſchen Lutherabend hielt der Zweigverein des Evangel. Bundes am
verfloſſenen Sonntag abend im Saale „Zur Sonne” ab. Schon vor
Be=
ginn der Veranſtaltung war der geräumige Saal bis auf den letzten
Platz beſetzt, und viele mußten wegen Ueberfüllung umkehren. Die
Ver=
anſtaltung bewies, daß in Roßdorf trotz mancherlei Gegenſätze auf
kirch=
lichem Gebiet doch die Mehrheit noch von echtem Luthergeiſt beſeelt iſt.
Im Mittelpunkt des Abends ſtand ein Vortrag des Herrn Studienrats
Dr. Simon aus Offenbach der in trefflicher und ſehr verſtändlicher
Weiſe „Luther auf der Feſte Koburg” behandelte. In ſinniger Folge
umrahmten Weiſen des Poſaunenchors, Chöre des Kirchengeſangvereins,
Gedichtvorträge, gemeinſame Lieder, ſowie ein Lutherſpiel, das von der
Wartburg=Jugend geſchickt aufgeführt wurde, die in allen Teilen
wohl=
gelungene und erhebende Veranſtaltung.
Le. Groß=Umſtabt, 12. Nov. Nächſten Samstag wird die große
Jubiläums=Provinzial= und Allgemeine Geflügel=, Kaninchen= und
Ka=
narien=Ausſtellung dahier eröffnet werden, und zwar für den 15. und
16. November. Die Anmeldungen zu derſelben ſind ſo zahlreich
einge=
laufen, daß die Säle der beiden Gaſthäuſer „Zum Lamm” und „Zum
Weißen Roß” benötigt werden. — Der am verfloſſenen Sonntag
abge=
haltene erſte evangeliſche Gemeindeabend war gut beſucht. Herr Dr.
jur. Brauns=Darmſtadt ſprach im Gaſthaus „Zum Lamm” in einem
hochintereſſanten Vortrag über „Der Segen der Reformation‟. Der
Kirchengeſangverein verſchönte als treuer Weggenoſſe den Abend durch
den Vortrag einiger Lieder. — Ein hieſiger Arbeiter, der in den
Schwer=
ſpatwerken zu Klein=Umſtadt beſchäftigt iſt, wurde am Samstag abend
auf dem Wege nach Groß=Umſtadt in der Dunkelheit überfallen,
nieder=
geſchlagen und ſeines Wochenlohnes beraubt. Von den Tätern fehlt bis
jetzt noch jede Spur.
— Gernsheim, 12. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
11. November 2,64 Meter, am 12. November 2.46 Meter.
Hirſchhorn, 12. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
11. November 1,72 Meter, am 12. Novembr 1,64 Meter.
Au. Trebur, 10. Nov. Die Treburer Kaiſerpfalz.
Neue Forſchungsergebniſſe. Als Tagungsort mehrerer
karolingiſcher Reichstage hat Trebur ſeinen Namen in der Geſchichte.
Im Jahre 887 war ein Reichstag zu Trebur der Schauplatz der
Ab=
ſetzung Karls des Dicken, des Sohnes Ludwigs des Deutſchen, der das
Reich Karls des Großen nicht gegen die Normannen zu verteidigen
im=
ſtande war. Zwei Jahrhunderte ſpäter, im Januar 1066, zwangen die
Fürſten den ſechzehnjährigen König Heinrich IV. auf einem ſtürmiſchen
Tag zu Trebur, ſeinen Ratgeber, den Erzbiſchof Adalbert von Bremen,
zu entlaſſen, freilich ohne dauernden Erfolg; denn drei Jahre ſpäter,
1069, war er wieder im Beſitz ſeines früheren Einfluſſes. Auf
Ein=
ladung der Fürſten erſchien 1066 auch der tapfere Abt Udalrich von
Lorſch mit einem glänzenden Gefolge von zwölf Hauptvaſallen, deren
jeder hundert gewappnete Ritter mit ſich führte, zu Trebur. Der König
nahm alle gegen Lorſch erlaſſenen Verfügungen zurück und verſicherte
Udalrich ſeines königlichen Schutzes, beſtätigte und erweiterte die
Privi=
legien des Kloſters. In Trebur wurde auch Heinrich in demſelben Jahr
1066 ſeine Gemahlin Berta von Suſa angetraut. Als er ſie drei Jahre
darauf verſtieß, fand ſie eine Zufluchtsſtätte in dem Kloſter Lorſch, bis
Heinrich ſie auf päpſtlichen Schiedsſpruch hin wieder aufnehmen mußte.
Noch einmal wurde ein Reichstag von Trebur die Szene einer Abſetzung,
als die deutſchen Fürſten Heinrich IV. im Jahre 1076 bis zu ſeiner
Losſprechung vom päpſtlichen Banne ſuspendierten. Damit zwangen
ihn die Fürſten zu dem Gang nach Canoſſa im nächſten Winter
1077. — Sehr wenig iſt Trebur als Erinnerung an dieſe ſeine große
Zeit verblieben. Erſt in dieſem Jahre wurden einige Funde gemacht,
durch die die Denkmalspflege zu neuen Forſchungen angeregt wurde.
Unter Leitung von Denkmalspfleger Profeſſor Behn=Mainz iſt man
nun ſeit einigen Wochen in Trebur tätig, um den alten Spuren
nach=
zugehen. Auf Grund der Unterſuchungen von an der Kirchenmauer
und an anderen Stellen benutzten Steinen glaubt man annehmen zu
dürfen, daß die ehemalige Kaiſerpfalz nicht in dem jetzigen Trebur,
ſon=
dern dort, wo jetzt die Kirche von Aſtheim ſteht, ihren Standplatz
hatte. Auf dem Platz, wo jetzt die Treburer Kirche ſteht, vermutet man
vielmehr in der Römerzeit ein Römerkaſtell. Die bisherigen
Er=
gebniſſe der Unterſuchungen haben die Forſcher jedenfalls zu weiteren
Forſchungen ermutigt, und in nächſter Zeit ſollen auch Ausgrabungen
begonnen werden.
a. Offenbach, 12. Nov. Theodor Böhm †. Nach langem
Lei=
den ſtarb am Sonntag im hieſigen Stadtkrankenhaus Fabrikant Theodor
Böhm im Alter von über 68 Jahren. Mit dem jungen
Volkswirtſchaft=
ler Dr. Streſemann, ſpäter des Reiches Außenminiſter, gründete er vor
einem Menſchenalter den Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller. Beide
blieben dann bis zum Tode Streſemanns in Freundſchaft verbunden,
und auf Wunſch des Freundes ſprach hier auch einmal Dr. Streſemann
(B3. November 1921) in einer Wählerverſammlung. Bis zur
Staats=
umwälzung im Jahre 1918 war Theodor Böhm Vorſitzender des
Natio=
nalliberalen Vereins unſerer Stadt und der Partei im
Reichstagswahl=
kreiſe Offenbach=Dieburg. Durch ſeine Tätigkeit in den
Reichstagswahl=
kämpfen wurde er ſelbſt in den kleinen Odenwaldorten des Kreiſes
Die=
burg bekannt und volkstümlich. Seine Name war das Programm der
Partei. Der hieſigen Stadtverordnetenverſammlung gehörte er
gewiſſer=
maßen als Nachfolger ſeines Vaters, des ehemaligen nationalliberalen
Reichstagsabgeordneten Guſtav Böhm (1887—1890), von 1902 bis Ende
1910 an, und die Liſte, die er im Dezember 1901 zum erſtenmal führte,
ſiegte damals gegen die Sozialdemokratie mit mehr als 1000 Stimmen
Mehrheit. Bei dem politiſchen Wirrwarr und Durcheinander nach
Kriegsende ſchloß er ſich zunächſt der Demokratiſchen Partei an. Die
Wahl zur Nationalverſammlung fand ihn aber ſchon an der Spitze der
Deutſchen Volkspartei, die hier auf ſeinen Wunſch das Wörtchen „
libe=
ral” in ihr Namensſchild aufnahm. Als er im Jahre 1922 wegen
ge=
ſchwächter Geſundheit von der Parteileitung zurücktreten mußte, wurde
er Ehrenvorſitzender der Ortsgruppe. Seine Vorliebe für den Sport
er war langjähriger Vorſitzender und Ehrenvorſitzender der
Rudergeſell=
ſchaft „Undine” — verließ ihn nicht, ſo lange er denken konnte. Das
Schickſal hat dem wackeren Mann, den zwei Söhne überleben, übel
mit=
geſpielt. Seine junge Frau ſtarb nach kurzer und glücklicher Ehe, und
der Witwer konnte ſich nicht entſchließen, der Mutter ſeines Hauſes
eine Nachfolgerin zu geben, ſo daß er über 30 Jahre im Witwerſtande
verlebte. Er mußte auch den wirtſchaftlichen Zuſammenbruch ſeines
Hauſes — 1855 gegründet — überleben. Die Nachwirkungen des Kriegs
und geſchäftliche Verluſte im In= und Auslande ſtürzten ein
Unter=
nehmen, das jedem wirtſchaftlichen Mißgeſchick gewachſen zu ſein ſchien.
Daß der Name Böhm in der Handelskammer führend war, braucht
eigentlich nicht beſonders betont zu werden. Der beſcheidene und jeder
Ehrung abholde Mann ordnete ſchon vor Jahren an, daß ſeine
ſterb=
liche Hülle nur in Anweſenheit der nächſten Anverwandten feuerbeſtattet
werden ſolle. Die Deutſche Volkspartei hatte bei der Beſtattung
Ge=
legenheit, ihm als letzten Gruß an ſeiner Bahre einen Kranz mit der
Inſchrift niederzulegen: „Dem verdienten Führer der alten
National=
liberalen und dem unvergeßlichen Ehrenvorſitzenden unſerer
Orts=
gruppe.” — Offenbach hat einen ſeiner beſten und volkstümlichſten
Bür=
ger verloren!
Rheinheſſen.
* Mainz, 12. Nov. Chronik. Auf Einladung des
Oberbürger=
meiſters Dr. Külb fand Dienstag abend eine Beſprechung mit den
Vor=
ſtänden der Bäcker= und Metzgerinnung ſowie dem Konſumverein wegen
einer eventuellen Senkung der Preiſe für die wichtigſten
Lebensmittel ſtatt. Es wurde feſtgeſtellt, daß der Brotpreis in
Mainz mit 78 Pfg. niedriger liegt wie in ſämtlichen umliegenden
Städten. Die Verhandlungen wurden nicht abgeſchloſſen. Es wird mit
möglichſter Beſchleunigung eine genaue Preiskalkulation aufgeſtellt,
worauf die Verhandlungen fortgeſetzt werden. Die Metzgerinnung
er=
klärte, daß ſie auf Grund des Ergebniſſes der Verhandlungen des
Deutſchen Fleiſcherverbands mit dem Reichsernährungsminiſterium
be=
reit ſei, in den nächſten Tagen den Preis für Schweinefleiſch um 5 Pfg.
zu ſenken. — Noch nie hatte die Generalverſammlung des
Mainzer Karnevalvereins ſo große Bedeutung wie in
die=
ſem Jahr, ſollte ſie doch entſcheiden, ob 1931 in Mainz Karneval
abge=
halten wird oder nicht. Die von etwa 2500 Narrhalleſen beſuchte
Ver=
ſammlung wurde von Präſident Bender in ſeiner unnachahmlichen Art
geleitet. Er gab einen Ueberblick über die verfloſſene
Karnevalskam=
pagne und unterſtrich ihre verkehrswerbende Wirkung. Sein Hoch galt
dem vaterländiſchen Feſt, dem aus Liebe zur Vaterſtadt die Treue
ge=
halten werden müſſe. Die Abrechnung über die verfloſſene Saiſon gab
Herr Plenk. Einnahmen und Ausgaben balancieren mit 155 64784
RM., bei einem Ueberſchuß von 28 255,48 RM. Für wohltätige Zwecke
wurden etwa 6000 RM. ausgegeben. Für die Stadt ſprach
Stadtſyn=
dikus Dr. Schwahn. Die Stadt begrüße es, daß das vaterſtädtiſche
Feſt weitergeführt werden und in einer der ſchweren Zeit angepaßten
Weiſe gefeiert werden ſoll. Weiter ſetzten ſich noch für die Fortführung
des Karnevals Dr. Schmidt für den Verkehrsverein und Dr.
Stö=
ber für den Verein Mainzer Kaufleute ein, die auf die wirtſchaftliche
und verkehrswerbende Bedeutung des Karnvals in eindringlichen
Wor=
ten hinwieſen. Neben dem Ernſt kam auch der Humor in zahlreichen
pointenreichen Vorträgen der Narrhalleſen Gottron, Glückert, Mosner,
Gottlieb und Zimmer=Emden zu Wort, von denen wieder Joſef Glückert
mit ſeinen zeitpolitiſchen Gloſſen den Vogel abſchoß. Auch
Soliſten=
geſänge und Chorlieder ſchlugen mächtig ein. Das Wahlreſultat brachte
ſelbſtverſtändlich wieder den bewährten Führer Henry Bender und
ſeine alten Getreuen ins Komitee. Die Stimmung ließ nichts zu
wün=
ſchen übrig, ſie wurde im Verlauf des ſtimmungsvollen Abends recht
animiert, als feſtſtand, daß das vaterſtädtiſche Volksfeſt auch in dieſem
Winter der Not erhalten bleibt. Die Frage, ob ein Roſenmontagszug
ſtattfindet, iſt noch nicht entſchieden und bleibt der Entſcheidung des
Komitees vorbehalten, wird aber aller Vorausſicht nach bejaht werden.
Mainz wird alſo auch in dieſem Jahr ſeinen Karneval feiern, auch
ſchon deswegen, um den neidiſchen Nachbarſtädten Frankfurt und
Wies=
baden das Feld nicht kampflos zu überlaſſen. — In einem Anfall von
geiſtiger Umnachtung nahm eine 41jährige Frau ein größeres
Quantum Tabletten ein. Das Sanitätsauto brachte die Bewußtloſe in
das ſtädtiſche Krankenhaus, wo ſofort angewandte Gegenmittel die
Le=
bensgefahr beſeitigten — Zu dem Selbſtmord des 14jährigen
Schülers Jakob Elbert aus Sulzheim wird noch gemeldet, daß ſich
dieſer grobe ſittliche Verfehlungen, deren Verfolgung ihn in die
Er=
ziehungsanſtalt gebracht hätten, hatte zuſchulden kommen laſſen und
deshalb auch von ſeinem Vater des öfteren entſprechend gemaßregelt
worden war.
S
Auch ohne Fleisch
kräftige Suppen und schmackhafte Gemüse
zuzubereiten, ermöglicht auf einfache und sparsame Weise
Z
MAGGIS Würze
Probeg. N2
Reich und Ausland.
77
„00. 4 in England.
London. Das engliſche Luftminiſterium
erwägt, wie der „Daily Herald” wiſſen will, den
Kauf eines „Do. K‟. Das Flugſchiff ſolle mit
12 Rolls=Royce=Maſchinen ausgerüſtet werden,
falls der Auftrag zuſtande komme. Auch ein
amerikaniſcher Auftrag ſei möglich. Muſſolini
hätte bekanntlich bereits zwei „Do. K”=
Fahr=
zeuge beſtellen laſſen. Kapitän Chriſtianſen, der
ſeit acht Tagen nicht mehr von Bord gegangen
iſt, erklärte, daß das Großluftſchiff und das
Großflugſchiff Seite an Seite eine
bedeutungs=
volle Zukunft hätten, und zwar jedes in ſeiner
Art.
Der Prinz von Wales fliegt mit „N0. 1‟
TU. London, 12. Nov. (Funkſpruch.)
Der Prinz von Wales flog in der „Sare=
Cloud”, einem der größten Flugzeuge der Welt,
das für Land= und Seezwecke geeignet iſt, von
Hendon nach Colshot, um die „Do. 4” zu
be=
ſichtigen. Die Maſchine ging nicht weit von der
„Do. 4” auf dem Waſſer nieder. Auf der
„Do. K” wurde der Prinz von Dr. Dornier und
Kapitän Chriſtianſen empfangen. Der Prinz
von Wales machte ſodann einen Flug von 25
Minuten Dauer auf der „Do. X” mit.
Während ſeines Fluges auf der „Do. K”
über=
nahm der Prinz von Wales für zehn Minuten
das Steuer des Flugſchiffes. Der erſte Führer,
Horſt Merz, machte dem Prinzen das
Kompli=
ment, daß er ein ſehr guter Führer ſei.
Wäh=
rend des Fluges brachte der Prinz einen
Trink=
ſpruch auf den Kommandanten und die
Be=
ſatzung aus und wünſchte ihnen einen vollen
Erfolg für den Atlantikflug, worauf der
Kom=
mandant auf die Geſundheit des Prinzen trank.
Die „Do. 4” iſt ein wunderbares Flugſchiff, ſo
ſagte der Thronfolger zu Herrn Dornier, bevor
er das Flugſchiff verließ. Dem Kommandanten
gratulierte er zur geſchickten Leitung der „Do.X”.
Das Flugſchiff ſtieg kurz darauf noch einmal zu
einem kurzen Flug auf, um dem Prinzen das
Starten und Landen zu zeigen. Die Menge in
Colshot war wieder voll der Bewunderung für
das deutſche Flugſchiff.
Falls die Wetterverhältniſſe günſtig ſind, wird
„Do. X” am Freitag vormittag um 8 Uhr
eng=
liſcher Zeit nach Bordeaux weiterfliegen.
In Londoner Sachverſtändigenkreiſen, die der
Schiffahrt nahe ſtehen, hat die ruhige und
ſach=
liche Art, mit der Dr. Dornier die Ausſichten
eines Atlantikfluges beurteilt, ſehr beruhigend
gewirkt. Man hatte hier ſtärkſte Bedenken über
die Seefähigkeit des Flugſchiffes bei einer
etwaigen Landung und vor allem bei einem
Wiederaufſtieg vom Atlantiſchen Ozean, deſſen
Oberfläche ſelbſt bei ſogenanntem ſtillen Wetter
doch immer ſehr bewegt iſt. Da bei der jetzigen
Jahreszeit kaum günſtige Wettervorausſagen
ge=
macht werden können, ſo könne es nach Anſicht
der Sachverſtändigen beinahe als ſicher gelten.
daß die „Do. X” in dieſem Jahre die Fahrt
über den Atlantik nicht mehr antreten werde.
„D. 2000” in Bordeaux.
Paris. Das Junkers=Rieſenflugzeug „D.
2000” das am Dienstag ſeinen Weiterflug von
Liſſabon wegen unſichtigen Wetters in den
Pyrenäen durch eine Zwiſchenlandung in
Vito=
ria unterbrechen mußte, iſt am Mittwoch mittag
13 Uhr wohlbehalten auf dem Flugplatz
Méri=
gnac in der Nähe von Bordeaux eingetroffen.
Bankkrach in Bad Pyrmont.
Zwei Beamte unterſchlagen
190 000 Mark.
Bad Pyrmont. Die Pyrmonter Bank iſt
urch Unterſchlagungen zweier bei ihr
beſchäf=
ligter Beamten um ungefähr 190 000 RM.
ge=
ſhädigt worden. Die Erregung unter der
Be=
hölkerung iſt ſehr groß, da bei der Bank viele
lleine Sparer Einlagen haben. Eine
Stützungs=
ktion iſt durch die Städtiſche Sparkaſſe und die
Waldeckſche Bank eingeleitet worden. Man
ſofft, daß die Einlagen zu 80 v. H. gerettet
berden können.
Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 8
Das „Zdeal” eines Krankenhauſes.
in London.
Schwere Verwirrungen beim Einzug des neuen
kaufzug.
ie unruhigen Elefanten im Pru
neuen Oberbürgermeiſters von Lon=
Bei der alljährlich ſtattfindende
große Elefanten, die in dem Umzuge
mit=
don ereignete ſich diesmal ein ſchwerer Unfall. Vi
geführt wurden, brachen plötzlich aus und richteten unter den Zuſchauern große Verwirrung an.
Etwa 30 Perſonen wurden durch die Elefanten mehr oder weniger ſchwer verletzt.
Das Luftſchiff „Komſomolskaja Prawda”,
enannt nach der ruſſiſchen Jugendbewegung Prawda (Wahrheit), das erſte lenkbare Luftſchiff der
Sowjetunion, wird demnächſt ſeinen erſten Probeflug von Moskau über Tula und Kurſk nach
Charkow unternehmen. Die Länge der Strecke beträgt mehr als 900 Kilometer.
Kaſſeler Fahrkartenſchwindler in München
verhaftet.
Kaſſel. Vor einigen Tagen wurde in
München der Budrucker Landau aus Kaſſel und
ſeine Ehefrau bei einem Warenhausdiebſtahl
ertappt und feſtgenommen. Der Ehemann hatte
bei der Feſtnahme mehrere noch nicht benutzte
Reichsbahnfahrkarten bei ſich, die den Verdacht
aufkommen ließen, daß es ſich um gefälſchte
Kar=
ten handelte. Auf Erſuchen aus München nahm
die Kaſſeler Polizei eine Durchſuchung der
Lan=
dauſchen Wohnung vor. Das Ergebnis war
überraſchend. Außer einem Handdruckapparat,
mit dem Landau die Fahrkarten herſtellte,
wur=
den zahlreiche gefälſchte Fahrkarten von und
nach verſchiedenen Stationen und noch andere
Gegenſtände, die aus Diebſtählen herrühren
dürften, ſowie 1200 RM. Papiergeld
vorgefun=
den. Landau iſt bereits einmal wegen
Fahr=
kartenfälſchung vorbeſtraft.
Unter den fahrenden Zug geworfen.
Koblenz. Auf dem hieſigen
Hauptbahn=
hof wurde der Wagenmeiſter Bingel von
Horch=
heim von einem rangierenden Zug angefahren,
wobei er unter den fahrenden Zug fiel. Er
be=
ſaß jedoch die Geiſtesgegenwart, ſich zwiſchen den
Schienen platt niederzulegen und ſo ein
Ueber=
fahrenwerden zu verhindern. Mit einem
dop=
pelten Schlüſſelbeinbruch und äußeren
Ver=
letzungen kam Bingel noch ziemlich glimpflich
davon.
Ein Radfahrer von einem Motorradfahrer
überfahren.
Rettert. Auf der Landſtraße zwiſchen
Rettert und Holzhauſen wurde ein von
Holz=
hauſen kommender Radfahrer in einer Kurve
von einem aus entgegengeſetzter Richtung
da=
herfahrenden Motorradfahrer erfaßt und
über=
fahren. Der Motorradfahrer fuhr weiter, ohne
ſich um den Schwerverletzten, der Arm= und
Beinbrüche davontrug, zu kümmern. Zwei
Wanderburſchen, die den Verletzten hilflos auf
der Straße liegend fanden, bemühten ſich um
ſeine Unterbringung in das Emſer
Kranken=
haus.
Leichenfund im Walde.
Dernbach. Ein Einwohner aus Elgendorf
fand bei einem Spaziergang im Dernbächer
Wald die ſtark in Verweſung übergegangene
Leiche eines Mannes, der ſich durch Erhängen
das Leben genommen hatte. Der zur Tat
be=
nutzte Strick war im Laufe der Zeit durchgefault
und die Leiche zur Erde gefallen. Es handelt ſich
bei dem Toten wahrſcheinlich um einen ſeit
längerer Zeit vermißten Arbeiter aus Wirges
Schwerer Autounfall.
Friedland (Mecklenburg). Ein ſchwerer
Autounfall ereignete ſich am Dienstag abend bei
Friedland. Ein aus Alt=Landsberg bei Berlin
kommendes Auto mit fünf Perſonen fuhr
in=
folge der Regenglätte gegen einen Baum und
ſchlug um. Das Auto wurde zertrümmert.
Eine Perſon wurde als Leiche geborgen,
wäh=
rend die anderen vier mit leichteren
Verlet=
zungen ins Friedländer Krankenhaus
eingelie=
ſert wurden.
Noch immer Sturmflutgefahr in der Nordſee.
Hamburg. Auch die Abendflut brachte
dem Hamburger Hafen einen ziemlich hohen
Waſſerſtand. Um 20.30 Uhr, zur Zeit der höchſten
Flut, wurden ſieben Meter über Hamburger
Null gemeſſen, d. h. 190 Zentimeter über der
durchſchnittlichen Flut. Im Nordſeeküſtengebiet
dauert der orkanartige Nordweſtſturm an. In
der Deutſchen Bucht iſt die Fiſcherei
vollſtän=
dig zum Stillſtand gekommen. Soweit bekannt,
haben ſich Schiffsunfälle bisher nicht ereignet.
Wie die Deutſche Seewarte mitteilt, iſt im
Laufe des Mittwochs mit einer Beruhigung der
Wetterlage zu rechnen. Die Sturmflutgefahr
beſteht für die deutſche Nordſeeküſte jedoch
wei=
ter. Die Waſſerſtände werden noch etwa 1½ m
über Normal betragen.
Schweres Unglück bei Montagearbeiten.
Saarbrücken. Auf dem Gelände der
Burbacher Hütte ereignete ſich ein ſchweres
Montageunglück, bei dem ein Monteur getötet
und vier Arbeiter zum Teil ſchwer verletzt
wur=
den. Die Arbeiter befanden ſich auf einem
15 Meter hohen Gerüſt, das ſich plötzlich nach
einer Seite ſenkte und fünf Arbeiter in die Tiefe
riß.
Zahlreiche Unfälle am Waffenſtillſtands=Feiertag
in Liverpool.
London. In Liverpool ereigneten ſich
bei der Feier des Waffenſtillſtandstages an dem
Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges
zahlreiche Unfälle. In dem dichten Gedränge
erlitten viele Männer, Frauen und Kinder
Ohn=
machtsanfälle, und Dutzende von Frauen und
Kindern wurden mit verſtauchten Füßen oder
gebrochenen Rippen auf Tragbahren
davonge=
tragen. Bis Mitternacht hatten die
Sanitäts=
mannſchaften 500 erkrankte oder verletzte
Per=
ſonen behandelt.
Das erſte lenkbare Sowjek=Luftſchiff.
B=icke in den Fluß Dabei er 2Ek4
ſonen. Zwei konnten ſich E
retten
Induſtrieſpält
Chemiker vor iccht
Düſſeldoof
Vor dem hieſigen Schä
fſ=
geſtern ein neuer Induſtrie:
geklagt ſind der Chemiker De.
früher Berlin, zuletzt in deiſt
jetzt in Unterſuchungshaft
Chemiker aus Offenbach a.
ker aus Darmſtadt. Den Ar=
Laſt gelegt, Fabrikationsverk!
chemiſchen Induſtrie an
das=
bzw. verkauft zu haben. A1
1928 wurden vom Schöffenge.
Chemiker Guido Meiſel
(U. S. A.), zurzeit in Unterſuuh
ſeldorf, und zwei andere Ch im
land wegen Vergehens geg us
den unlauteren Wettbewerb
hatte im Auftrag amerikam!
Fabrikationsverfahren der
ſchen Induſtrie auf unlaute eſ
und wurde deshalb zu einer Jic
einem Jahr und einer Geldſt och
verurteilt. In dieſem Verfa 1g
und Genoſſen hatte ſich ergepldku
Arthur Buntrock Meiſel ſolcebör
fahren geliefert hatte. Den
mitangeklagten Chemikern wrürl
Dr. Buntrock die Fabrikatinf
fert zu haben.
Der Angeklagte Dr. Bunt puuku
Unterſuchungshaft vorgeführr ſrſt
Dr. Janſen war vom Erſich
während der Chemiker Dr. 2i127iſt
iſt. Als Nebenkläger ſind 2,
induſtrie zugelaſſen. Der a eghn
Dr. Buntrock, 60½ Jahre alt. heiite
fahrensvorſchriften zwecks LuxPren
werbs verſchafft zu haben. 1n
ſeinen Zeitſchriften veröffent
vorſchriften ſeien allgemein ERſ
keine Geheimniſſe dar
Der angeklagte Chemike:
60 Jahre alt, wird beſchuldf eckiſ
ſchriften der Firma Weiler znecher
rock geliefert zu haben. Liſ=7
Verfahrensvorſchriften, die e
deſſen Zeitſchriften lieferte.
ſondern allgemein bekannt am
Der protokollariſch vernomrtel
angeklagte Chemiker aus Darr
er Verfahrensvorſchriften an!
Veröffentlichung in deſſen Zeiigeten
habe. Er glaubte ſich hierzu
nur zu einer dreijährigen SM
pflichtet war.
Als erſter Zeuge, wurde derkite
kämpfung der Fabrikſpionage:
Merbeck, vernommen. Der 7*
Schilderung ſeiner Tätigkeit
ſuchung gegen den vor zwei 0
11
ten Fabrikſpion Meiſel und
bei Meiſel vorgefundenen cM
hervor, daß Buntrock an Mex
ſchriften lieferte. Eine bei T2ih/t
mene Hausſuchung förderte ve
rensvorſchriften zutage, die
gehörten. Auch bei Janſen ur. 000g
ſchlagnahmt. Die bei Dr. LF/
Hausſuchung verlief ergebnis-
Ein Schiffbrüchiger nach 72 34
Eureka (Kalifornien). 2/AOſ
Schoners „Brooklyn” der letx0eho
Port Humboldt kenterte, wurvEhen
treibend aufgefunden und gere!
lig erſchöpft und faſt bewußt-
Wrackſtück geklammert 72 Stti
rung und ohne Trinkwaſſer
müſſen. Man brachte ihn ins=Eecken
beſteht Hoffnung, ihn am L2-70
Ein Auto ſtürzt in ektl hod
Kowno. Ein ſchweres Aur99hih
ſiebe
auf der Chauſſee zwiſchen Kos
ereignet. Ein Wagen, in dern ſei erer
ſonen befanden, ſtürzte beim
der aufſtrebenden amerikaniſchen Großſtadt, ſtellt an Architektur wie an Inues
Gipfelpunkt eines modernen Krankenhausbaues dar. In 500 hellen, hygieniſch /
es alle Errungenſchaften neuzeitlicher Krankenpflege.
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Donnerstag, den 13. November 1930
*Auguſt von Goeben.
zan. — Zur Erinnerung an ſeinen Todeskag vor 50 Jahren am 13. November 1880.
)wanderten zwei müde Kinder der
Land=
ſnach ihrem äußeren Habitus aus, —
Darm=
einen lag ein langer Weg. Es war eine
g. Unter dem Hut ſah man eine hohe
echnittene Naſe, blaße Geſichtsfarbe, durch
unge Mann trug, machte er den Eindruck
tramme Haltung aber zeigte etwas nicht zu
ſſches. Der blaſſe Wandersmann kam aus
„Carliften=Armee” gefochten hatte. Nach
hatte er flüchten müſſen! Brombeeren
gerlang ſeine Nahrung; endlich gelangte er
Frankreich erhielt er nach damaliger Sitte
„abunden: für jede Meile drei Sous. Er
einen Ueinen Betrag zuſammen, ſo daß er
ufen konnte, ja, er behielt bei ſeinen
be=
noch etwas zurück. So kam er bis Lyon.
nicht mehr über ſich gewinnen, an einem
zu gehen, in deſſen Schaufenſter lockende
ruit ſeinen paar Erſparniſſen war es zu
ewotenen Eintritt in die franzöſiſche
Frem=
ſchroff ab; von Lyon wanderte er nach
uichen Boden, und nun führte ſein Weg die
uch Darmſtadt. Er fühlte ſich „elend und
us war der ſpäter ſo berühmte, ruhmvolle
Zriguſt von Goeben. Er ſtand bei ſeiner
un im 24. Lebensjahre. In ſeiner
anſpruchs=
härer dem Prinzen Heinrich von Heſſen, dem
io s Ludwig III., der als Major im Bonner
hment mit Goeben bekannt geworden und
hkäeges 1870/71 beſonders befreundet war,
hezählt. Danach hatte er, ganz ohne Mittel,
½u, noch von unreifem Obſt gelebt, das von
Sandſtraße abgefallen war, und die Nächte
iebracht. Im Eberſtädter Walde — der
ſich einem wandernden Bäckerburſchen an.
edisſem, er habe nun das ewige Schlafen
un=
urzlich ſatt und er wolle ſich in Darmſtadt
uidlich wieder einmal unter Dach und Fach
Stadt angelangt, meldete er ſich auch
wirk=
zus Vagabund, und hoffte nun hinter Schloß
wru werden und ein Stück Brot zu
bekom=
ſih nach ſeinen Papieren gefrogt, und da ſtellt
fe vollkommem in Ordnung ſind, wan ihn
ieſten Willen, nicht feſthalten kann. Ganz
n. und totmüde, muß er nun weiterziehen.
der Stadt im Vorübergehen an ein Fenſter
„es war mein Bäckergeſell”. Zwölf
Kreu=
in die Hand drückte, ermöglichten ihm ein
Handwerker=Herberge.
erſter Beſuch in Darmſtadt” ſchloß Goeben
Tas zweite Mal, im Jahre 1849, wurde ich
änzen von Preußen mit Hoſ=Equipage vom
uw das dritte Mal weilte ich nach beendigtem
r Heerführer in Darmſtadt. So wechſelvoll
ſein.” (Allgemeine Militär=Zeitung.
Darm=
farg 1883.)
äines elenden Daſeins haben ſo mächtig auf
eingewirkt, daß ſie ihn ſein ganzes Leben
Magefühl für fremdes Leid erfüllten, das er
rtſeine Kräfte, zu mildern verſucht hat."
en Erwartungen, mit denen der von
feuri=
fülte Goeben dem ſpaniſchen Kriegsſchauplatz
zugeeilt war, waren nur zum kleinen Teil erfüllt worden. Wohl
hatte ſein ungebändigter Tatendrang Befriedigung gefunden,
aber ſein ſpäteres, ſprichwörtlich gewordenes Glück hatte ihn im
Anfange ſeiner kriegeriſchen Laufbahn nicht begünſtigt. Einer
verlorenen Sache hatte er gedient und ſeine beſten Kräfte
ge=
opfert; Verwundungen, Leiden und Enttäuſchungen in großer
Zahl waren ihm zuteil geworden, und wie ein elender Bettler
war er heimgekehrt. Und doch ſind die vier ſchweren und
viel=
fach ſo unglücklichen Jahre in Spanien von unendlichem Werte
für Goebens Entwicklung geweſen. Als ein unfertiger
Jüng=
ling, ein unerfahrener Offizier war er fortgezogen, nur mit
ſeiner Begeiſterung und dem feſten Willen, etwas zu leiſten.
Gefeſtigt an Leib und Seele, vertraut mit allen Eindrücken und
Gefahren des Krieges, mit geſchärftem und erweitertem Blick
für des Krieges harte Forderungen und unberechenbaren
Wechſel=
fälle war er zurückgekehrt. Einen reichen Schatz hatte er als
Menſch und Kriegsmann in dieſer Vorſchule des Krieges
ge=
ſammelt. Eine feſte und bedeutſame Grundlage für ſeine
Lauf=
bahn als Feldherr war geſchafſen worden.
Bismarck hat einwal geſagt: „Unſere erfolgreichſten
Feld=
herrn, Blücher, Gneiſenau, Moltke Goeben, waren keine
preu=
ßiſchen Urprodukte, ebenſowenig im Zivildienſt Stein,
Harden=
berg, Motz und Grolman. Es iſt, als ob unſere Staatsmänner
wie die Bäume in den Baumſchulen zu voller Wurzelbildung
der Verſetzung bedürften.” Aus dieſen Worten geht die hohe
Wertſchätzung hervor, die unſer großer Kanzler dem General
von Goeben zuteil werden ließ, indem er ihn in die Zahl der
größten preußiſchen Feldherrn einreihte. Goeben war von
Ge=
burt Hannoveraner; er iſt am 10. Dezember 1816 in Stade als
der älteſte Sohn eines Majors in goßbritanniſchen Dienſten
ge=
boren. Die Familie, von älteſtem Adel, ſtammt aus dem
ehe=
maligen Stift Bremen; ihr Wahlſpruch war: prudenter et
sim-
plieiter (einfach und klug). Der Beginn ſeines Lebens ſchloß ſich
unmittelbar an die Befreiungskriege vom Joch Napoleons an.
Der angeborene kriegeriſche Sinn des feurigen Jünglings fand
in der auf die lange Kriegszeit folgenden, tatenloſe Stille in den
preußiſchen Heerführern, insbeſondere in dem genialen
Feld=
herrntum des großen Königs, Vorbilder, die ihn zur
Nach=
ahmung anſpornten. In Vorahnung der in ihm ſchlummernden
Kräfte empſand der junge Hannoveraner eine unwiderſtehliche
Sehnſucht nach Wirkſamkeit in dem größeren Verbande des von
ihm ſo hoch verehrten preußiſchen Heeres. So mächtig war
die=
ſer Drang, daß er trotz des lebhaften Widerſtandes ſeiner
Fa=
milie, trotz aller ihm entgegentretenden Schwierigkeiten den
Ein=
tritt in das preußiſche Heer durchſetzte. Im Jahre 1833 trat er
in das erſte Bataillon des Infanterie=Regiments Nr. 24 in Neu=
Ruppin ein. Im Jahre 1835 wurde er Leutnant. Um den Krieg
Praktiſch kennen zu lernen, trat er in die Armee des ſpaniſchen
Thron=Prätendenten Don Carlos ein. Vier Jahre kämpfte er auf
Spaniens Schlachtfeldern; im Jahre 1840 kehrte er, wie er
er=
zählt, zurück. Seine Erlebniſſe legte er in ſeinem Werk wieder:
„Vier Jahre in Spanien.‟ Das Buch lenkte die Blicke ſchnell
auf den jungen, tüchtigen Offizier. Insbeſondere war es der
damalige Prinz von Preußen, der helfend in Goebens Geſchick
eingriff. Mit dem ſcharfen, richtigen Blick, der den alten König
und Kaiſer Wilhelm I. die Perſönlichkeiten finden und an die
geeigneten Stellen ſetzen ließ, hatte der Prinz auch den Gehalt
dieſes jungen, vielverſprechenden Kriegers vorausſehend erkannt.
Er trug Sorge, daß der „aarliſtiſche Oberſtleumant” Goeben im
Jahre 1842 dem Generalſtabe als preußiſcher Sekonde=Leutnant
zugeteilt wurde. Goeben iſt bis zum General — mit kaum
ein=
jähriger Unterbrechung als Kompagniechef — im Generalſtab
geblieben. Das war für ſeine weitere Entwicklung von höchſter
Bedeutung! Zunächſt dadurch, daß ihn die ſchnellere
Beförde=
rung in jungen Jahren i höhere Stellen gelangen ließ, ſo daß
er im Vollbeſitz ſeiner Kräfte die ſeiner wartenden hohen
Füh=
reraufgaben erfüllen konnte, dann, weil ihm in dieſer Tätigkeit
amfaſſendere Gelegenheit geboten wurde zur Vorbereitung auf
kriegeriſche Leiftungen, nach denen ſein ganzes Dichten und
Trachten jederzeit ſtrebte! Von beſonderer Bedeutung war das
Zuſammenarbeiten des Haupumanns von Goeben im
General=
ſtabe des IV. Armeekorps in Magdeburg wit dem damaligen
Chef dieſes Generalſtabes, Major von Moltke. Dieſe beiden ſo
gleichgeſinnten Naturen traten ſich dabei ſehr nahe. Als ſie beide
in ernſten Zeiten in Stellungen von höchſter Bedeutung und
Verantwortung wieder zuſammenwirken mußten, ſollte dies
glückliche Verhältnis reiche Früchte tragen.
Glänzend iſt Goebens Laufbahn! Den Feldzug im Jahre
1849 gegen die Aufſtändiſchen in Baden machte er als
General=
ſtabsoffizier bei dem Oberkommando der von dem Prinzen von
Preußen befehligten Operations=Armee mit. Im Jahre 1864
ſetzte er, der unerſchrockene tapfere Soldat, in einem der erſten
Boote nach Aſen über. Die Verleihung des Ordens pour 18
merite war des Königs Anerkennung für die glänzende
Waffen=
tat. Prinz Friedrich Karl gab als Loſung und Feldgeſchrei aus:
„Goeben — kühn voran!‟ Die Truppen ſeiner treuen 26.
Bri=
gade ſtürzten ſich bei den Kämpfen mit dem Ruf: „Goeben,
Goe=
ben” auf den Feind. — Der Krieg von 1866 fand Goeben an der
Spitze der zur Main=Armee gehörigen 13. Infanterie=Diviſion;
er hatte wieder ſeine Weſtfalen unter ſeinem Kommando. Die
Gefechte bei Dermbach, Kiſſingen, Laufach, Aſchaffenburg, die
Beſetzung von Frankfurt, die Kämpfe an der Tauber=Linie, bei
Gerchsheim und um Würzburg waren neue Lorbeer=Blätter in
ſeinem Ruhmeskranze.
Goebens Verhalten in dieſem Feldzug zeigte wieder den
ſcharfen Blick und die unbeſiegbare Tatkraft dieſes glänzenden
Führers. Er war nicht nur im Rahmen ſeiner Diviſion, ſondern
weit über dieſen hinaus unbeſtritten die Seele des Feldzuges
der Main=Armee” geweſen. Beim Ausbruch des Krieges 1870
berief den General von Goeben das Vertrauen des greiſen
Kö=
nigs Wilhelm als kommandierenden General an die Spitze des
an der Saar dem Feind unmittelbar gegenüberſtehenden VIII.
Armeekorps, in dem er früher lange Jahre als Chef des
Gene=
ralſtabes gewirkt hatte: Goeben ſtand damals erſt im 53.
Lebens=
jahre. Als König Wilhelm ihn fragte: „Lieber Goeben, wie alt
ſind Sie jetzt?” antwortete Goeben: „Schon 53 Jahre, Majeſtät,
worauf der alte König ihm ſagte: „Wanm hat man bei uns je
einen Kommandierenden von 53 Jahren geſehen!” Neu glänzte
ſein Stern bei Spichern, Saint Hubert, Gravelotte, Amiens und
Saint Quentin (18. und 19. Januar 1871). Für dieſe Schlacht
hat Goeben das Großkreuz des Eiſernen Kreuzes erhalten; der
Sieg von St. Quentin beendete den Feldzug in Nordfrankreich.
In ſchwerem Ringen unter den ungünſtigſten Verhältniſſen hatte
Goeben die ſiegreiche Entſcheidung herbeigeſührt.
Zehn Jahre hat Auguſt von Goeben als Kommandierender
General des VIII. Armeekorps noch die Wacht am Rhei
ge=
halten. Wiederholt hatte er ſeinen Abſchied erbeten; Kaiſer
Wil=
helm aber erklärte einfach und beſtimt, ein ſo bewährter Führer
müſſe der Armee erhalten werden — und er blieb.
Am 13. November 1880 — vor fünfzig Jahren — ſtarb er
nach kurzer Krankheit an Diphteritis und Kopfroſe, im Alter
von 64 Jahren. Der achtzigjährige Feldwarſchall Moltke aber
ſprach das ſchöne bezeichnende Wort: „Warum bin ich es nicht
geweſen!” In Goeben hatte man vielfach den Nachfolger des
greiſen Feldmarſchalls geſehen.
Der kriegeriſche Feldmarſchall Walderſee ſchrieb m ſein
Tagebuch: „Ein ſchwerer Verluſt für die Armee; Goeben war
einer unſerer beſten Führer, vielleicht der beſte.”
Fünfzig Jahre ruht er jetzt in ſeinem ſtillen Grabe auf dem
Friedhofe auf der Karthauſe bei Koblenz. Unvergeſſen möge
allzeit bleiben der ſiegreiche Heerführer, der edle, hilfsbereite
Menſch Auguſt von Goeben, einer der edelſten Erſcheinungen
aus großer Zeit!
Dr. Ludwig Röth.
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Donnerstag, den 13. November 1930
Sport, Spiel und Zurnen.
Skreifzug durch die Deukſche Turnerſchaft
Hundonlt.
Polizei Larmffget — V. ſ. R. Schwankeim.
Kommenden Sonntag, 15 Uhr, hat die Ligaelf des Polizei=SV. hier
eines ihrer ſchwerſten Verbandsſpiele zu beſtehen. Gegen Schwanheim
werden die Ordnungshüter alle Regiſter ihres Könnens ziehen müſſen,
um zu Sieg und Punkten zu kommen. Die Gäſteelf iſt als äußerſt
ſpiel=
ſtark bekannt, die zu kämpfen verſteht und in ihrem repräſentativen
Torhüter Bender ihre Hauptſtütze hat. Polizei iſt gezwungen, für die
beiden bewährten Stürmer Schliffer und Koch Erſatzleute einzuſtellen.
Schliffer laboriert noch an einer in Mainz zugezogenen Verletzung.
Wenn ſich, was zu erwarten iſt, die Erſatzſtürmer gut in den
Mann=
chaftsrahmen einfügen, wird Bender im Gäſtetor alle Hände voll zu
tun bekommen, doch Bordt im Polizeitor will beweiſen, daß er ſeinem
Gegenüber in keiner Weiſe nachſteht.
Dem Spiel wünſchen wir einen untadeligen Leiter und fairen
Ver=
lauf. Vor dem Hauptkampf treffen ſich die Ligaerſatzmannſchaft der
Polizei und die erſte Elf von Braunshardt zum fälligen Verbandsſpiel.
Die Groß=Vereine und der 25b.
Der Geſchäftsſtelle des Deutſchen Fußball=Bundes iſt jetzt der Brief
zugeleitet worden, den die in Eiſenach vertretenen 17 deutſchen Fußball=
Vereine verfaßt haben. Da der DFB.=Vorſtand aber ſatzungsgemäß
nicht befugt iſt, die Landesverbände zu umgehen, wurde der Brief den
Unterverbänden übermittelt und eine Stellungnahme zu der von den
Vereinen geforderten Beſprechung verlangt. Es iſt anzunehmen, daß
die Antwort der Landesverbände zuſtimmend ausfallen wird, ſo daß
die Ausſprache in der nächſten Woche vor ſich gehen kann. Die
Groß=
vereine werden bei dieſer Beſprechung durch eine Kommiſſion, beſtehend
aus Graf Beroldingen (Frankfurt a. M.), Münſtermann (Schalke),
Haaſe (Leipzig), Dr. Carp und W. Wernicke (Berlin) vertreten ſein.
Die Kommiſſion hat folgende Richtlinien mit auf den Weg bekommen:
Maximalhöhe der Speſen für auswärtige Spiele 25.— Mk.; für
Spiele am Ort 15.— Mk. als Uebergangsmaßnahme. In wirtſchaftlich
beſſeren Zeiten ſollen dieſe Beträge durch Abbau auf die in Dresden
beſchloſſene Höhe gebracht werden. 2. Verlängerung der Sperrfriſt auf
zwei Jahre. 3. Ablehnung des Berufsſpielertums. 4. Begnadigung
von Schalke 04.
Kreisliga Südheſſen.
A=Klaſſe, Gau Ried.
Zwei Spiele — zwei Senſationen! Die Begegnung in
Biebesheim fiel den ſchlechten Platzverhältniſſen zum Opfer. Dies
ſind die Reſultate: „Bensheim — Bobſtadt 5:0! Hofheim
Auerbach 10:0!! Biebesheim — Klein=Hauſen ausgefallen. Das
größte Intereſſe brachte man der Begegnung in Bensheim
ent=
gegen. Obwohl man einen Sieg der Einheimiſchen am eheſten
erwartete, glaubte man doch nicht an ein ſolch überwältigendes
Ergebnis. Bobſtadt wurde ſeither als ſpielſtarker Gegner
ange=
ſprochen. Zweiſtellig geſchlagen wurde Auerbach nach Hauſe ge=
ſchickt. Hofheim hat mit Bensheim die beſte Möglichkeit, A=Klaſſen=
Meiſter zu werden. — Die Tabelle:
Spiele gew. un. verl. Punkte
Hofheim
Bensheim .
Bobſtadt
Groß=Rohrheim
Hüttenfeld
Auerbach.
Biebesheim
Klein=Hauſen
Zwingenberg
Bürſtadt (Priv.)
FC. Union — Viktoria Griesbeim.
Zum letzten Verbandsſpiel in der Vorrunde empfängt FC. Union
am kommenden Sonntag, 2.30 Uhr, auf der Rennbahn an der
Heidel=
berger Straße obigen Gegner. Obwohl die Beſſunger weiter mit Erſatz
antreten müſſen, wird die f.
Sonntag geſtellte Mannſchaft alles
auf=
bieten, um die beiden Punkte, die letzten in der Vorrunde, für ſich zu
buchen. Auch Griesheim wird verſuchen, ſeinen (bei einem Spiel
weni=
ger) letzten Tabellenſtand zu verbeſſern. Im vergangenen Jahr konnte
die Mannſchaft des FC. Union in überzeugender Manier einen 6:1=Sieg
an ihre Fahne heften. —
Die alten Herren werden ebenfalls wieder
auf dem Plan erſcheinen. Wir kommen an gleicher Stelle noch darauf
zurück.
Ans der ſüddenkſchen Leichkathlekik.
Termine 1981.
Der Leichtathletik=Ausſchuß des ſüddeutſchen Fußball= und
Leicht=
athletik=Verbandes gibt für das kommende Jahr die nachſtehenden
Ter=
mine bekannt:
Amtliche Veranſtaltungen:
Januar: T7. Hallenſportfeſt in Hannover; 24. Hallenſportfeſt in
Frankfurt. Februar: 1. Februar Hallenſportfeſt in Berlin; 15.
Hallen=
ſportfeſt in Breslau; am 21. Hallenſportfeſt in Stuttgart. März:
Früh=
jahrswaldläufe in den Gauen und Kreiſen; am 29. Gruppen=
Waldlauf=
meiſterſchaften. April: am 12. Süddeutſche Waldlaufmeiſterſchaft, am
26. Deutſche Waldlaufmeiſterſchaft in Hannover. Mai: am 3.
Jugend=
täg; am 16. Erſtlingswettkämpfe und Wettkämpfe für die Klaſſen III
und IV. Juni: am 14. Gauwettkämpfe und Gruppenkampf Bayern—
Vürttemberg und Rhein—Saar; am 21. Juni: Vierverbandskampf in
Leipzia; am 28. Juni Gruppenmeiſterſchaften. Juli: am 5. Wettkämpfe
des Poſt SV. Frankfurt.
Internationale Veranſtaltungenz
11./12. Juſi: Süddeutſche Meiſterſchaften (Bahn= und
Staffelmeiſter=
ſchaften. 1./2. Auguſt: Deutſche Meiſterſchaften für Frauen und
Män=
ner gemeinſchaftlich mit der D.T. (Männermeiſterſchaften in Berlin,
Frauenmeiſterſchaften vorausſichtlich in Magdeburg. 16. Auguſt:
Län=
derkampf Deutſchland — Frankreich in Paris. 30. Auguſt:
Länder=
kampf Deutſchland — England in Dresden oder Köln. 20. September:
Süddeutſche Meiſterſchaften im 25=Km.=Laufen und 50=Km.=Gehen.
Oktober: Deutſche Meiſterſchaft im 50=Km.=Gehen in München. 11.
Oktober: Querfeldeinlauf.
Nach 114 Stunden, in denen 2659,200 Kilometer zurückgelegt
wur=
den, liegt im Berliner Sechstagerennen das Paar Rauſch/Hürtgen an
der Spitze. Es folgen: 3 Runden zurück: 2. Piet van Kempen/Schön,
245 Punkte, 4 Runden zurück: 3. Rieger/Kroſchl und Ehmer/Tietz,
134 Punkte. 5. Manthey/Maczinſky. 94 Punkte. 6 Runden zurück=
Piinenburg/Braspenning, 197 Punkte. 7. Krüger/Funda, 173 Punkte.
Dincle/Tonani, 165 Punkte. 10 Runden zurück: 9. Lehmann/Petri,
139 Punkte.
Rapid Wien wurde, obwohl ſie am Mittwoch das Räckſpiel im
Wien gegen Sparta Prag mit 3:2 verlor, auf Grund des beſſeren
Tor=
ergebniſſes Mitropa=Cupſieger
Soeben iſt die Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs der Turnkunſt
er=
ſchienen. Zum 25. Male kommt das Jahrbuch heraus. Wie ſtets iſt auch
der Jubiläumsjahrgang eine Fundgrube ſtatiſtiſcher Angaben, die für
die Oeffentlichkeit ebenſo bedeutungsvoll ſind wie für die Turner ſelbſt,
und die Zeugnis ablegen von der Größe und der gewaltigen
volks=
erzieheriſchen Arbeit, die in der D.T. geleiſtet wird. Aus dieſen
An=
gaben ſeien einige von allgemeiner Bedeutung hervorgehoben:
Die D.T. zählte am 1. Januar 1930 insgeſamt 1 609 963
Vereins=
angehörige. Der größte deutſche Turnkreis war der Turnkreis Freiſtaat
Sachſen mit über 257 000 Vereinsangehörigen bei 1197 Vereinen an 950
Vereinsorten. An zweiter Stelle ſtand der Mittelrbeinkreis
init 192 000 Vereinsangehörigen vor dem Turnkreis Bayern mit 149 000
und Thüringen mit 106 000 Vereinsangehörigen. Die fünfte Stelle
nimmt der Turnkreis Brandenburg ein mit 103 000 Vereinsangehörigen.
Der kleinſte der 18 deutſchen Turnkreiſe iſt der Turnkreis Nordoſten,
der nicht ganz 20000 Mitglieder zählt. Am meiſten Turner hat der
Turnkreis Sachſen mit 145 434 Turnern. Auch die Zahl der
Turnerin=
nen iſt mit 47 485 bei ihm am größten. Knaben zählt er 31000 und
Mädchen 33000.
Am meiſten Turner hat die Reichshauptſtadt Berlin mit insgeſamt
37 603 Vereinsangehörigen; an zweiter Stelle ſteht Leipzig, die bekannte
Turnerſtadt, mit 29 952. Es folgen dann Dresden mit 20 000,
Frank=
furt a. M. mit 19 000, Hamburg mit 14 000 und München mit 12000.
Am wenigſten Vereinsangehörige unter den Städten über 100 000
Ein=
wohner haben Gleiwitz und Münſter. Die Zahl beträgt 1359 bzw. 1160.
Am meiſten Männerturner hat Berlin mit 19000, ebenſo am meiſten
Knaben mit 5395; desgleichen mit 8717 und 4241 die meiſten
Turnerin=
nen und Mädchen.
Aber auch in den Mittelſtädten wird außerordentlich ſtark geturnt,
oftmals, vergleicht man die Einwohnerzahl mit der Geſamtzahl der
Turner, in viel ſtärkerem Maße als in den Großſtädten ſelbſt. Dies
hat vor allen Dingen ſeine Begründung in der Tatſache, daß in den
Mittelſtädten die Entfernung zum Turnplatz nicht ſo groß iſt, wie in
den Großſtädten. An der Spitze der Mittelſtädte ſteht Pforzheim bei
einer Einwohnerzahl von 79 000 mit 4440 Vereinsangehörigen, damn
folgt Gera mit 4119 vor Würzburg mit 3932 und Heidelberg mit 3804.
Der größte Verein der D.T. iſt die Berliner Turnerſchaft, die
ins=
geſamt 5281 Vereinsangehörige zählt. Den zweiten Platz behauptet der
Mtv. München 1879 mit 4547 Vereinsangehörigen. Am dritten Platz
der Mammutvereine ſteht die Hamburger Turnerſchaft von 1816, der
älteſte deutſche Turnverein, mit 4045 Vereinsangehörigen, dann folgt
die T. S. G. 1848 Leipzig=Lindenau mit 3155 und der A. T. V. Leipzig
1845 mit 3134 Vereinsangehörigen. Die größte Zahl von Frauen und
Mädchen beſitzt die Muſterturnſchule Hannover, die, bei einer
Geſamt=
zahl von 2416 Vereinsangehörigen an 11. Stelle in der D.T. ſtehend.
insgeſamt nicht weniger als 2326 weibliche Mitglieder in ihren
Reihen hat.
Sehr erfreulich iſt das Ergebnis der Feſtſtellung der vereinseigenen
Turnhallen und Turnplätze, Schwimmbäder und Jugendherbergen in
der D.T. Insgeſamt beſitzen die Vereine der D.T. 1836 vereinseigene
Turnhallen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 102.
Vereinseigene Turnplätze hatten 9444 Vereine der D.T. Die Zahl der
Jugendherbergen der D.T. iſt auf 141 geſtiegen. Ebenſo iſt die Zahl
der Schwimmgelegenheiten auf 6584 im Sommer und 1117 im Winter
gewachſen. Mit Stolz kann die D.T. auf eine Anzahl von Mitgliedern
zurückblicken, die ſich als Lebensretter betätigt und ſomit ſchönſtes
Men=
ſchentum bewieſen haben.
Die höchſte Auszeichnung der D.T., die Shrenurkunde, erhielten
im Jahre 1930 16 Turner und eine Turnerin. Es iſt das erſtemal, daß
eine Turnerin dieſer hohen Auszeichnung teilhaftig wurde. Sie wurde
der Studienrätin Lia Maske in Lüneburg überreicht. Den Ehrenbrief
konnten 814 verdiente Turner erhalten. Erheblich iſt auch die Zahl der
Auszeichnungen, die an verdiente Führer von Staats wegen verliehen
worden ſind. So hat allein der rheiniſche Turnkreis über 90
Verleihun=
gen der Adlerplakette des Preußiſchen Miniſteriums für Volkswohlfahrt
zu verzeichnen.
Einen Ueberblick über die in der D.T. geleiſtete Arbeit gibt der
Bericht der Geſchäftsſtelle und nicht zuletzt auch der Auslandsabteilung
der D.T., die von der D.T. unterhalten wird, um dem
Auslandsdeutſch=
tum Hilfe und Unterſtützung auf turneriſchem Gebiet zu gewähren.
Hier offenbart ſich ſo recht die volkserzieheriſche Einſtellung der D.T.,
die auch an den Reichsgrenzen nicht Halt macht. Aus der turneriſchen
Arbeit ſei noch ermähnt, daß nehen den Meiſterſchaftskämpfen der D. T.
im Volksturnen, im Turn= und Sportſpiel, im Fechten und im
Schwim=
men auch ein großes Alterstreffen in Oſtpreußen durchgeführt worden
iſt; außerdem haben nicht weniger als 13 von den 18 deutſchen
Turn=
kreiſen der D.T. ihre eigenen Kreisturnfeſte gefeiert, teilweiſe unter
gewaltiger Beteiligung von Turnern und Turnerinnen. Die darüber
veröffentlichte Ueberſicht ergibt eine Geſamtzahl von 146 300
Kreisturn=
feſtteilnehmern. Groß iſt auch die Zahl der Feſtbeſucher bei dieſen
Kreis=
turnfeſten geweſen. Die Geſamtüberſicht weiſt eine Zahl von 370000
Feſtbeſuchern auf.
Alle dieſe Angaben zeugen von der rieſenhaften Arbeit, die im der
D. T. geleiſtet wird, und geben Zeugnis von ihrer Vielſeitigkeit und von
ihrem ernſten Streben nach Volksertüchtigung und Volksgeſundheit im
Dienſte der deutſchen Volksgemeinſchaft.
Schwimmen in der Denkſchen Turnerſchaft.
An großen Schwimmveranſtaltungen, offen für die geſamte D.T.,
finden im Jahre 1931 folgende ſtatt: 14. und 15. Februar: 9. Jahn=
Schwimmen in Halle a. S. 15. März: Ein gemeinſames
Hallenſchwimm=
feſt der D.T. mit dem D.S.V. im Lunabad zu Berlin. 10. Mai:
2. Georgii=Schwimmen im Stuttgarter Hallenbad. 22. und 23. Auguſt:
Schwimm=Meiſterſchaften in Halberſtadt. 31. Oktober und 1. November:
2. Goetz=Schwimmen in Leipzig. Am 2. und 3. Auguſt ſollen die
Kreis=
gruppenſpiele im Waſſerball ſtattfinden.
Robert Braun.
Die Fußball=Speſenſäte der 9.T.
Die Deutſche Turnerſchaft zahlt ihren Spielmannſchaften, auch den
Fußballern, keine Speſen, und ſofern Fahrtkoſten u0) Verpflegung in
Frage kommen, werden dieſe auf das äußerſte herabgemindert bzw. in
natura gegeben. Auf Grund der Speſenbeſchlüſſe des Dresdener
Bun=
destages des DFB. und der Tatſache, daß infolge des Arbeitsvertrages
mit dem DFB. die Turnerfußballer, wenigſtens zum großen Teil, als
Gaſtmannſchaften beim DFB. ſpielen, hat ſich auch die Kreisſpielwarte=
Tagung der D.T. mit der Speſenfrage beſchäftigt und eine Entſchließung
gefaßt, daß, ſoweit bei Reiſen der Wettkämpfer und Mannſchaften
über=
haupt Beihilfen in Frage kämen, dieſe nur in der Fahrkarte 3. Klaſſe
beſtehen und bei Barleiſtungen für Unterkunft und Verpflegung, ſoweit
nicht Freigartier und Freiverpflegung gewährt werde, folgende
Höchſt=
ſätze nicht überſchreiten dürfen: Für den ganzen Tag einſchl. aller
Nebenunkoſten 7,50 RM.; für den halben Tag bei Inanſpruchnahme
von weniger als 12 Stunden und mehr als 6 Stunden 5.— RM.; für
jede Uebernachtung 6.— RM. Für Spiele am Ort und für
Trainings=
ſpiele wird jede Vergütung abgelehnt. Es handelt ſich bei dieſer
Ent=
ſchließung nur um eine empfohlene Richtlinie, der auch eine Sitzung
der Kreisoberturnwarte zuſtimmte. Zu bindenden Beſchlüſſen wäre in
dieſer Frage erſt die Kreiswartetagung der D.T. zu Pfingſten in
Stral=
ſund in der Lage.
Sihung des Ausſchuſſes für das
und Sportabzeichen
Die fünfjährige Sperrfriſt, die für die Beda
Sportabzeichens gegeben iſt, läuft am 31. Dezem
Ausſchuß für das Deutſche Turn= und Sport,e
Reichsjugendabzeichen trat daher unter dem
einer Sitzung zuſammen, um die eingegangenss:
Der Ausſchuß faßte den Beſchluß, einer am 19.
findenden Sitzung die Aufnahme des Klein.
in den Bedingungen für Männer und Frauen. 5
für Männer und Jugendliche (Reichsjugendabzeicel
des Kegelns für Männer zu empfehlen. Vcrr
Motorradfahrens wurde Abſtand geno
nahme des Gepäckmarſches ſollen von dem
den Verbänden noch Erfahrungsberichte eingezoor
die Bedingungen zum Erwerb des Frauenabz
von Abänderungsanträgen vor, die einige Uebo.
einige erſchweren wollen. Endgültige Beſchluß=u
gleichfalls am 19. Dezember ds. Js. ſtatt.
Die deutſchen holen die Inkernal.
Die deutſche Mannſchaft (Oberleutnant Mon
Oberleutnant Freiherr v. Nagel auf „Dedo z
auf „Derby”) gewann im Internationalen Reitty
nale Militärtrophäe. Das überfüllte Haus brae
aus, als den Siegern unter den Klängen des
wertvolle ſilberne Trophäe überreicht wurde.
Einen Städtekampf gegen London werden dri
boxer am 21. Februar in der Londoner Alberthaln
Durch techniſchen k.o. ſiegte der Stuttgarter- 8
ring in New York gegen den Amerikaner Laroca=
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körperliches Wohlbefinden, ſondern auch unſer
Gefühle und Stimmungen von unſerer Verdauu =C5
den. Man darf bei ſeiner Tätigkeit nicht von
hängig ſein und braucht daher ein Mittel, um ſ7.
liches und geiſtiges Wohlbehagen zu ſichern. Kef
mittel ſind nicht angebracht.
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ganges und zur Verhüttung von Verſtopfung, d—25
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15.00: Stunde der Jugend: Die unzufriedeil
Märchen von Nachtigall, Roſe und Diſtel.
16.00: Von Gießen: Militärkonzert des Muwei
Grenadier=Bataillons 15. Inf.=Regts. Gießi
18.05: Zeitfragen.
18.30: Max Bartſch: Beethovens neunte Säſt.
18.45: Eine Viertelſtunde Deutſch.
Franzöſiſcher Sprachunterricht.
19.0
Hans Rosbaud: Die Inſtrumente des Aiteh
19.3
20.00: Unbekannte Strauß’ſche Tanzmuſik.
22.45: Saarbrücken: Tanzmuſik der Kapelle Birrdſe
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 13. Bch
10.00: Schulfunk. Warum werden die Blätte=
Plauderei über Clorophyll und andere FarEit
10.35: Mitteilungen des Verbandes der Pmu 9
Jugendſtunde. Neues vom Affen Meyer.
15.
Elly Heuß=Knapp: Die Frau und der
*
Schul= und Laienſpiel: Die Bedeutſam.0
*
16
Berlin. Nachmittagsonzert.
17.30: Hausmuſik (Arbeitsgemeinſchaft.
18.00: Min.=Dir Dr. Schlegelberger: Die neus ſi0
Pryt. Dr. Saitſchick: Goethes Fauſt.
18.25
19.00: Dr. Kirchhoff: Was halten Sie vom
19 3
Winke und Ratſchläge an die Waldh))
jährigen Holzeinſchla und Verkauf.
Strauß’ſche Tanzmuſik. Rumt
2.D): Unbekai.
22.00: Lette Stunde des Sechstagerennens.
Ca. 23.20: Tanzmuſik, Kapelle Mitia Nikiſch.
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Ausſichten für Donnerstag, den 13. November: HM
ſont meiſt heiter und klar, trocken mit Nachr
Ausſichten für Freitag, den 14. November: Vorz”
Hochdruckwetterlage.
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Deutſchlands Ein= und Ausfuhr bis zum 30. September 1930.
Die jetzt bekannt
gegebe=
nen Zahlen
unſererAußen=
handelsſtatiſtik zeigen
ge=
genüber der allgemeinen
ſchlechten Wirtſchaftslage
ein günſtiges Bild. Für
die erſten neun Monate
dieſes Jahres ergibt ſich
im reinen Warenverkehr
bei einer Einfuhr von 8,1
und einer Ausfuhr von
9,1 Milliarden Mark (
ein=
ſchließlich der 0,5
Milliar=
den betragenden
Repara=
tions=Sachlieferungen)ein
Ausfuhrüberſchuß von 1
Milliarde Mark.
Gegen=
über dem gleichen
Zeit=
raum des Vorjahres, für
den die Handelsbilanz
mit einem
Einfuhrüber=
ſchuß von 140 Millionen
abgeſchloſſen hatte, iſt der
Wert der Einfuhr um 2
Milliarden, der Wert der
Ausfuhr um 890
Millio=
nen zurückgegangen. Die
Urſache liegt hauptſächlich
darin, daß die Weltpreiſe
der Rohſtoffe, die
Deutſch=
land einführt, ſtark
ge=
ſunken ſind.
wurde die Tendenz ſchwächer. Die Spekulation ſchritt unter dem Druck
von Auslandsabgaben zu Glattſtellungen. Stärker gedrückt waren
Salz=
detfurth. Dt. Linoleum und Rhein. Braunkohle, die bis 6 Prozent
ein=
büßten. Im allgemeinen traten Rückgänge bis zu 2 Prozent ein. Der
Schluß der Börſe war ausgeſprochen ſchwach. Dt. Linoleum und Rhein.
Braunkohle gaben weiter nach. Auch an der Nachbörſe hielt die
Ab=
gabeneigung an.
An der Abendbörſe war die Haltung auf dem ermäßigten
Schlußniveau des Mittagsverkehrs gut behauptet, da in einigen Werten
Interventions= und Deckungskäufe erfolgten. Die ſchwächere New
Yorker Eröffnungstendenz ſtand jedoch einer Geſchäftsbelebung
ent=
gegen, und die Umſätze blieben gering. J. G. Farben, Bankaktien und
Elektrowerte konnten leicht anziehen. Außerdem lagen Mannesmann
1 Prozent höher.
Berlin, 12. November.
Die Börſe zeigte zu Beginn des Verkehrs ein vorwiegend
freund=
leicheres Ausſehen. Gegenüber dem ſehr ruhigen Vormittagsverkehr
war eine leichte Belebung eingetreten, zumal die Regierungsaktion
hin=
ſichtlich einer Preisſenkung günſtig aufgenommen wurde und man
dar=
auf hinwies, daß durch die Rede Prof. Caſſel wahrſcheinlich wieder
neue Reparationsdebatten in Fluß kommen würden, zumal
auch der Auswärtige Ausſchuß mit einer Ausarbeitung über dieſe Frage
nächſtens herauskommen will. Anleihen abbröckelnd. Ausländer
ge=
ſchäftslos. Bosnier, Anatolier und Mexikaner im Verlaufe ſchwä her.
Pfandbriefe bei kleinem Geſchäft uneinheitlich.
Reichsſchuldbuchfor=
derungen nach eher freundlichem Beginn wieder rückgängig. Deviſen
kaum verändert. Pfunde und Madrid feſter, Paris leichter. Der Satz
für Tagesgeld ermäßigte ſich heute auf 3½ bis 5½ Prozent, die übrigen
Sätze blieben unverändert.
Metallnokierungen.
Hum franzöſiſchen Finanzmarkk.
Maur Behebung der Verkrauenskriſe.
ſiſche Miniſterpräſident Tardieu hat mit dem
Fi=
wen Vertretern der Bank von Frankreich den
ſpät in die Nacht über die Kriſe auf dem
mamentlich über die Maßnahmen zur Stützung
beraten. Dieſe Verhandlungen führten, wie
ſonmuniqué mitteilt, zu dem Ergebnis, daß mit
BBank von Frankreich eine Gruppe großer
Kre=
utter die hauptſächlichſten Großbanken von Paris
ſich gebildet hat, um das Weiterbeſtehen der
ſichern und den Bedürfniſſen ihrer Kundſchaft
blich nachzukommen. Zu dieſem Zwecke wurde
ſichen der Banque Adam, dem gerichtlich
beſtell=
uw der neuen Geſellſchaft, die ſofort in Funktion
neue
Werwaltungskontrakt unterzeichnet.
über ein Kapital von insgeſamt 80 Millionen
Wirtſchaftliche Rundſchan.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
anſa Dampfſch.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
P Wer
u90
We
GV. der Frankfurter Hypothekenbank genehmigte
6Mill. RM. Von den zum Umtauſch gegen Pfand=
Verhältnis 1:1 erforderlichen Hypothekenbank=Aktien
EMill. RM. werden 2 Mill. RM. durch die
Kapital=
während 4 Mill. RM. anderweitig zur Verfügung Berliner Kursbericht
hurde der Beitritt der Frankfurter Hypothekenbanl
uppe deutſcher Hypothekenbanken beſchloſſen. Bei vom 12. November 1930
6 iſt nach Mitteilung des Vorſtandes ein
Perſonal=
fanges nicht beabſichtigt; in jedem Falle werde man Berl.Handels=Geſ.
ſüchichten auf die ſozialen Verhältniſſe der Angeſtellten / Danatban
943 Kalibezugs durch Frachtſenkung. In der Sitzung
wurde die Aenderung der bisherigen Frachtpari= Hapag
mührung eines regionalen Frachtenausgleichs für die
da utſchen Landwirtſchaft mit Kalidüngeſalz einſtimmig Nordd. Lloyzd
hwird eine neue einheitliche Frachtparität Sonders= A. E. G.
Das Kaliſyndikat wird in Zukunft Mindeſtfrachten Bahr. Motorenw.
und Höchſtfrachten von 270 Kilometr berechnen. Alle
9 und 20 Kilometer werden um 10 Prozent ihrer Berl. Maſch.=Bau
eſenkt. Darüber hinaus tritt eine Ermäßigung je Conti=Gummi
ſüs zu 37 Prozent ein. Dieſer Frachtenausgleich be= Deutſche Cont. Gas
Entlaſtung für die weiter entfernten Bezieher, ins= Deutſche Erdöl
andesteilen Oſtpreußen, Grenzmark und Süddeutſch=
Arung ſoll am 1. Dezember in Kraft treten, jedoch hat
ſhat bereit erklärt, die Vergünſtigung den
landwirt=
wern ſchon jetzt zugute kommen zu laſſen.
Darmſti
erikaniſche Kabelnachrichten.
* nach Meldungen aus Chicago am 12. Nov.:
W
Weßzen: Dez. 72½, März 74½, Mai 76½, Juli 77.25; go=
Ei, März 74½, Mai 767, Juli 78; Hafer: Dez.
6% Baden ......"
R Mai 34.75; Roggen: Dez. 39.75, März 43.75, 8% Bahern ......
26
Heſſet
v. 29
DMev. 10,75, Dez. 10.52½, Jan. 10.15, März 10.22½. 9
Preuß. Staat.
14.50.
Sachſen....."
ſuchte 8.60—8.80, ſchwere 8.65— 8.85: Schweine= 2
Sachſen......
auo 28 000, im Weſten 105 000.
78 Thüringen ...
F: Dezember 11.22. Januar 12.40.
Dtſche. Anl. Auslo=
A nach Meldungen aus New York am 12. Nov.:
ſungsſch. 4/=
Ab=
löſungsanl.
ima Weſtern 12.01; Talg, extra, loſe 4.75.
Otſche. Anl. Ablk
Weeizen: Rotwinter, neue Ernte 92½, Hartwinter,
ſungsſch. (Neub.)
Mais, loko New York 90.50; Mehl, ſpring
N —4.50; Getreidefracht: nach England 1,6—2,3 Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ....
em Kontinent 7—8 Cents.
8% Baden=Baden.
Berlin ... ...
Produkkenberichte.
2 Darmſtadt v. 26
N erobuktenbericht vom 12. November. Am Frankfurter
v. 28
* Die Haltung ruhig, aber eher wieder etwas ſchwä= 7½ Dresden ....
Frankfurt a.2
NEinfluß der ſchwacken Auslandsmeldungen verhielten
Schäße. .
Ligemein ſehr zurückhaltend. Das Geſchäft war daher 730 Frankfurt v. 28
Nreiſe waren im allgemeinen unverändert, nur Weizen
v. 26
Mu gegen die hohe Montagsnotiz wieder nach. Der
Mainz .....
enl Sbezial 0 wurde um 25 Pfg. auf 42,25 RM. ver 87 Mannheim b.25
v. 27
hotierte Weizen 270-R1. Roggen 170 Sommer= 8
München.....
iecte 30-2u0, Hafer (inl.) 152,50—157.50, Weizenmehl 22 Rürmberg zu=
N hiederrhein, 41,25—42,25, Roggenmehl 2.B bis g8 Biesbaden.=
Ma 700, Noggenkleie 7B5.
Stndltienbericht vom 12. November. Am Produktenmarkt ge6 beſ. Landesb.
en Rückhängen der letzten Tage eine Erholung geltend.
Gold=
ere Noggen profitieren konnte. Das Inlandsangebot 79
Goldobligl 94
2 Hafer hat ſich wieder verringert, da die Land= 82
41% Heſſ. Lds.=
Nower tilbeife mit Feldarbeiten beſchäftigt iſt. Im
Bk.-Liquib. 82.75
we ſich etwas beſſere Frage, wobei für Weizen etwa
Rai
Ods.=
Nen 2 Mark höhere Preiſe als an der geſtrigen Börſe 80
N
Ses Mehlgeſchäft hat allerdings keine Belebung
er=
pfbr. Anſt. 6. Pf. 100
Herihgemarkte ſetzte Weizen 1—134 Mark höher ein. 77
„Goldoblig! 97
69
s oent wurden jedoch bald wieder Brief genannt.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. November.
Auch heute ſtand die Börſe wieder unter dem Druck mangelnder
Aufträge und Anregungen, ſo daß das Geſchäft nicht über den üblichen
Rahmen hinausging. Als verſtimmender Faktor wurde die geſtrige
ſchwankende New Yorker Börſe empfunden. Die Kuliſſe blieb
zurück=
haltend und ſchritt nur in einigen Werten zu Deckungen. Eine Stütze
erfuhr die Börſe durch die Frachtermäßigung für Kalifabrikate, wodurch
die Möglichkeit gegeben wird, eine Abſatzſteigerung für Kaliſalze
her=
beizuführen. Das Publikum und das Ausland hat ſich foſt gänzlich von
der Börſe zurückgezogen. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe war die
Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Im Grundton der Börſe war
jedoch eine gewiſſe Freundlichkeit nicht zu verkennen. Etwas mehr
her=
vortreten konnten aus dem ſchon vorerwähnten Grunde Salzdetfurth,
die 3 Prozent feſter eröffneten. Am Chemiemarkt lagen J. G. Farben
und Th. Goldſchmidt behauptet, während Dt. Erdöl um Bruchteile
eines Prozentes anzogen. Am Elektromarkt ergaben ſich meiſt kleine
Kursrückgänge, wovon A.E. G. und Chadeaktien betroffen wurden; die
Verluſte gingen aber nicht über 1 Prozent bzw. Mark hinaus. Siemens
eröffneten gut behauptet. Auch heute war die Umſatztätigkeit am
Mon=
tanmarkt äußerſt beſcheiden. Nur Buderus kamen bei etwas gedrücktem
Kurs zur Erſtnotiz. Banken lagen durchweg gut behauptet. Nur
Bar=
mer Bank lagen 1 Prozent niedriger. Conti Gummi und Dt. Linoleum
ſarter Hypothekenbamk—Frankfurter Pfandbriefbank verloren je 2 Prozent, Zement Heidelberg 1 Prozent. Am variablen
Markt konnten Junghans 1 Prozent anziehen. Schiffahrtswerte waren
rneſchlagene Fuſion mit der Frankfurter Pfandbrief= weiterhin angeboten und erneut 1 Prozent ſchwächer. Am Nentenmarkt
zu dieſem Zwecke notwendige Kapitalerhöhung um waren deutſche Anleihen faſt ohne Geſchäft, jedoch behauptet. Von
Aus=
ländern waren Türkenwerte bis ½ Prozent ſchwächer. Im Verlaufe
Die Berliner Metalltermine vom 12. November ſtellten ſich
für Kupfer; Nov. 88 (89.25) Dez. 88,25 (89), Jan., Febr.
und März 89 (89.25), April 89 (89.50), Mai und Juni 89 (89.25)
Juli und Auguſt 89.25 (89.50), Sept. 89.50 (89.75), Okt. 89.75
(89,75). Tendenz: feſter.
Für Blei: Nov., Dez., Jan. und
Febr. 3
30 (30.75), März, April und Mai 30 (30.50), Juni bis
Okt. 30.25 (30.50). Tendenz: luſtlos — Für Zink: Nov. 29 (30),
Dez. 29.75 (30.50), Jan. 30.25 (30.50), Febr. 30.75 (31), März
30.75 (31.50) April 31 (32), Mai 31.25 (32.25) Juni 31.50 (32.75),
Juli 32 (3.
75), Aug.
25 (33), Sept. 3.
75 (33), Okt 33 (33.25).
Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
An der Berliner Mittwochbörſe wurde ſeitens der
regulie=
renden Stelle auf Grund der lebhaften Nachfrage nach
kurzfriſti=
gem Material der Privatdiskont auf kurze Sicht um ½
4½ v. H. ermäßigt. Der langfriſtige Privatdiskont bleibt zunächſt
unverändert 434.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat den Preis für
Wei=
zenmehl Spezial 0 um 25 Pf. auf 42,25 RM. pro 100 Kilogramm
ab Mühlenſtation ermäßigt.
Der Heſſiſchen Landesbank (Staatsbank) in Darmſtadt hat
das Finanzminiſterium die Genehmigung zur Ausgabe von
acht=
prozentigen Goldſchuldverſchreibungen im Betrage von 3
Mil=
lionen Goldmark erteilt.
Die Fachgruppe des Arbeitgeberbundes für die
Metallindu=
ſtrie in Herford und Minden hat die zurzeit beſtehenden Lohn=
und Rahmentarife zum 31. Dezember d. J. gekündigt.
Die im Reichsverband des deutſchen Tiſchlergewerbes
zu=
ſammengeſchloſſenen Tiſchler=Landesfachverbände haben beſchloſſen,
ſoweit ſie unter die Wirkungen des Mantelvertrages für das
deutſche Holzgewerbe fallen, den geltenden Manteltarif mit
Wir=
kung vom 15. Februar 1931 zu kündigen.
Der franzöſiſche Saarbergfiskus beabſichtigt, mit Wirkung
vom
Dezember 1930 die Kohlenpreiſe entſprechend dem
deut=
ſchen Vorgehen um 6 Prozent herabzuſetzen.
An dem Metallarbeiterſtreik in Madrid und Umgebung ſind
insgeſamt 15 000 Arbeiter beteiligt.
Die däniſche Nationalbank ſetzt ab heute den Wechſeldiskont von
4 auf 3½ Prozent herab.
Oeviſenmarkt
vom 12. November 1930
129.75
150.25
110.—
110.—
2a
70.5o
114.—
5.—
33.2r
*5
1o9.6es
66.875
Meie ee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.felektr. üntern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Aiinguee
Köln=Neueſſ. Baw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
114.75
138.50
86.50
118.—
81.50
76.125
65.—
192.—
70.—
80.50
70
35.—
46.375
Manee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoffl,
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln. Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlör. Inb.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke
Nacch
49.125
263.—
100.—
68-25
193.
25.375
48.75
63.—
134.25
33.50
Helſingfors
Wien
Brag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
openhagen
Stocholm
ondon
Währung
100 finn. Mk.
00 Schilling
100 Tſch. gr.
100 Pe
100 9
100 Gulben
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.Stg.
Buenos=Aires 1 Pap. Peſo
New Yorl
*
Belgie
Italien
Paris
Dollar
ſto0 Belga
100 Lire
100 Franes
Gelde
10.551
3.035
12.
29
Sune
2. 12
2.13
12.41
20.365
1.44
4.uga5
3o.47
21.945/4
16 us6
Brieſ
10.571
59.1:
12.
7.40
3.0.
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119
11.
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21.985
18.506
Schweiz
Spanien
Danzie
Japan
Rio de Janeir=
Jugoflawien 100 Dinar
100 Escudos
Portugal
100 Drachm.
ſtambu
türk. 2
Kairo
ägypt. *
anad. Doll
Lanada
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1 Goldpeſo.
Fslan
100 eſtl. Ar
Tallinn (Eſtl.)100 eſtl. Kr.
100 Lats
Riga
Bährung
100 Franken
100 Peſetas
0 Gulden
Yen
Milreis
Geld”
81.34
48.57
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2.081
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18.80
5.435
Aei
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Ceg
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70
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5.445
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4.
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H1. e6
80.6c 80.24
Frankfurter Kurebericht vom 12. November 1930.
53‟.
K4
25.
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5.25
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73.
93.5
86
99
91.75
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W. Mu
Bk. Girozentr. f.
deſſen . Goldol
Kaſſeler
kredit Goldpfbr.,
88 Naſſ. Landespr.
82
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Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=An
*Ausl. Ser.
Ausl. Ser. II
Dt. Kor
n. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
70
4½% „Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk.
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4½% — Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
72
4½0 „Lig. Pfrb
8% Mein. Hhp.=Bl
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Pfb.
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Bank.
Dia Pfr.
4.
Breuß. Centrl
Bodener.=Bank.
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8% Rhein. Hyp.Bk.
Lig. Pfbr..
323 Rheim=Beſft.
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Bo. Gr
. Bod.=
Cred.=Bank.
½2 Lig. Pfbr
82 Bürtt. Hyp.=B.
6% Daimler=Benz
97.75
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OI.
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100.s
87.75
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70
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B.s
98
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öckner=Werke
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J. G. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
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5 Türk. Admin.
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45
Aktien
Alg. Kunſtziide Uni
A. E. G.......
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſto f
Bemberg. J. P.
El.=Werk
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Buderus Eiſen....
Eement Heidelbere
Karlſtadt
F. G. Chemie, Baſel
Chem.Werke Abert
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*
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Contin.
Linoleum
Daimler=Benz..."
Dt. Atl. Telegr.
rbdöl ..
Hold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt
75
Dt. Linoleumwerke
Eiſenhanbel.
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
93.25 EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerei),
91!l.
8a5
85
232.
18.2
78
69.25
169.5
25
122.25
118
23.25
133.5
Faber & Schleicher
J.6.Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas .......
„ Hof.........
Geiling & Cie. ...
—
Geſlenk. Bergwer
Geſ.f.elektr. Untern. /119.5
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
*
Grün & Bilfinger, 156
Hafenmühle Frkft. /115
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh. /160
Harpener Bergbau/ 81
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfb=
83
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . .. /117
Hochtief Eſſen
63.5
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm/21
Genüſſe
Junghans. . . . . . . . / 28
Kali Chemie. . . . . . 1123
Aſchersleben.
Kammgamſpinn.
Karſtadt, R... ...
13.5
Klein, Schanzlin ..1120
Klöchnerwerke ... .! 69.25
Lahmeyer & Co. .
urahütte . . .
83.25
Lech, Augsnt
br. Münch.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt. 12.75
J
74,
120.5
(
Mie Reue
Mainz. Akt.=Br. ...
Mannesm.=Röhren!
Mansfelb Bergb.
Netallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf ......
Phönix Bergban ..
Reiniger, Gebb. ..
Rh. Braunkohlen".
Elektr. Stamm.
Metallwaren ..
Stahlwerke ....
Riebeck Montan.
Roedergb. Darmſt.
Rütgerswerke ....
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind.,
Schramm. Lackfab=
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. ..
hwarz=Storche
Siem. Glasinduſtr
Siemens & Halskel;
Südd. Immobilien
Zucker=A. G. =
Spenska Tändſticks
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ..
Lietz Leonhard ...
Tucher=Brauerei.
Unterfranken .....
Beithwerke ......
Ver. f. Chem. Int
werke.
Ste
hſtoffabr.
Ultramarin
Bogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
87
44.5
56.25
65.25
*.
8
2
A.
Bayß & Frentag.:
Wegelin Rußfak
Weſteregeln Kali
Zellſtoff=Verein. ..
Waldhof. . ..."
Memel ......
Allg. Dt. Creditanſt.
Zadiſche Bank
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein
Baver. Hyp. n. W.
Berl. Handelsgeſ.
Hypotherb
omm. u. Privat
armſt. u. Nt.=Bk.
Dt. Bank und Dis
Dt. Eff. u. Wechſe
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank.. .
„ Hyp.=Bank ...
Pfdbr.=Bk... .
ein. Hyp. Bank ..
Ereditanſtalt .
„Hyp. Bank..
ſichsbank=Ant.
hein. Hyp.=Bank.
idd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Banwer
Württb. Notenbank
A..G. f. Verkehr=
IIg. Lokalb. Kra
Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ..........
Nordd. 2
d..
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung.
Verein. Verſ.
FrankonaRück= u. M
Mannh. Verſich. ..
Otavi Minen
Schantung Handelsl
54.5
192.25
59
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80.5
100.5
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„a
14
151.5
Bas
5
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273
133
50
97.25
63
1173.5
2
92.5
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Donnerstag, den 13. November 1930
Gonoor dia-Saal-Halästr.
Hiente Ionnerstag. 8 Uhr
abends: Psychologe LeonHardt,
der einzige deutsche Schüler
von Coué, in seinem
Experimental-Vortrag
„Wunder der Sus gestion
demonstriert das weltbekannte
Film-Morgenfeier
EIA
EIA
am Sonntag, 16. November, vormittngs 11.15 Uhr
Ein Werk von ganz eigenartiger Schönheit:
Tiere sehen Bieh
System
16587
sowie Eindt ücke vom Besuch
in Honnersrenih und
Galiennch /Zeileist.
Ingendliche haben Zutritt.
Hartenvorverknuf an der Tageskasse.
Karten 1.—, 1.80 und 2.50 Mk,
bei Klavier-Arnold,
Elisabethen-
str. 2 ,„ und an der Abendkasse.
II5
EE
A
ud
Ab bente da3 I.achschiazerprozramm!
Nur nocb 2 Tage!
Hotel-Restaufant Po3t
am Hauptbahnhof
Heufs Sohlachifssl.
Das herrlichste was es im Grotesk-Film gibt.
Ein tolles Spiel von Mensch und Beguisit.
KS
Die erste Tontilmparodie — und
gleich-
zeitig auch die lustigste.
Café-Restaurant
Lar Boldenen Kose
Schloßgasse 2
Telephon 2400
Jeden
vonherstag d
Mittwoch, Samstag und Sonntag
bis 3 Uhr geöffnet.
A. Schwinn
Alexanderſtraße 7
R
A
PAatn
MUL MORSAN
RL. IGKEN
—
eisEid Wegseziß
MaklAnde graul
Annag
O
Reichhaltiges Lager in
Erſatzteilen. — Größte
Aus rahl in
Puppen=
perücken. Cell.=Baby
25%= — Reparaturen
16574b
M
Regie: Edward Sedgswick
Eine der zündendsten Filmgrotesken, die Buster
Keatons unvergleichliche Komik zu vollster
Durchschlagskraft verhilft.
„Das Kabinett des Dr. Larifari” birgt Gebeimnisse,
die auf schnurrige Weise enthällt werden.
Ca 6, Tee, Cacao, Schok. Tasse 259
sowieKuchen u. Torten 1e255 per St.
Außerdem empfehle meine Backwaren
aller Art.
(16556
Gafé Ludwig Jung
Riegerplatz 3
Die lustigste Brautwerbung der unwahrscheinlichste
Polterabend und die baarsträubendste Hochzeitsreise
sind die Vorstufen, bis Buster Keatons und Dorothy
Sebastians unvollkommene Ehe den Grad der
Vollkommenheit erreicht.
Einmal etwas ganz anderes. Etwas zum Lachen
und doch weder ein Lustspiel voch eine Komödie,
oder eine Posse oder ein Schwank — sondern ein
Spaß wie ihn der Film noch nie gebracht hat.
Juzendliche haben Zutrit. Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr.
Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr.
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Die Herrin und ihr Kneel
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Das tragische Schicksal der Schloßherrin von Markhenen
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C9
Landestheater
Donnerstag
13. November 1930
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Lieder- und Arien-Abend
Maria Kienzl und Franz Tibaldi
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Künstl. Regie: Paul Eipper
„Im Gegensatz zu den meisten Expeditionsfilmen, deren Ausbeute an Tieraufnahmen mehr oder weniger von gpädigen
Zufällen abhängt, machte es sich Eipper, der verständnisvolle Tierfreund, zur Aufgabe, nach gründlicher und
liebe-
voller Beobachtung auf einem Bildstreifen die Situation festzuhalten, in denen sich die Tiere am charakteristischsten
ausdrücken, in denen sie uns nicht nur Gewohnheiten des äußeren Lebens, sondern Wesen und Seele verraten. —
Wir erleben Wunder um Wunder. Die Tiere sehen uns an mit dem Blick der lebendigen Kreatur, der uns bald betroffen
macht, weil es Leben von unserem Leben zu sein scheint. bald nachdenklich stimmt, weil er rätselhaft u. unergrändlich ist‟
Kt
S
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anzus
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Zu 5
Schni
Zwetsc
in der
in Kist
Preislis
Kühne
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Tägl.fr
Tägl. f
Tägl. f.
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rahm, Fll
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Parku=
Nähm
Otto Urſch
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F=
F.
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Grdie Sch.
Ma Kaune
AII. Herst. Seil
Zu haben ir
sicher beir E
Elisabethenst
kost, Schustel
Langjähr. Gara
meine hervorr
Stand=, Wand
Taſchen= u. Armb
Oberstleutnant a. D. Ahlemann Berlin
spricht morgen Freitag, abends
8.15 Uhr, in der Woogsturnhalle
über das Thema
Hiiers schänter aber Boalsentäna
Saalöffnung
7 Unr
Mat. Soz. Deutsche Arbelkerpartel
(Hitkerbewegung) Ortsgr. Darmstsdt
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Am weißen Turm
(15538a)
V
ofenfertig.
Zentner 1.70 4.
Peter Seeger II.,
Pfungſtadt
Bergſtr. 100. (16576b
Samstag, den 15. November, abends 8 Uhr, im Städ.7
Wohltätigkeits-Kon
ausgeführt durch die 32 Mann starke
Gießener Relchswehrkapelle in U70
Leitung: Obermusikmeister Löber, I. Bat., 15. Infanterſ”/72"
Numerierter Platz 1.75, unnumerierter Platz 1.25. unnumerierter Platz 0.84
Programm an der Abendkasse. Karten bei HARKO, Lulsenplatz 4,I
Sonstige Vorverkaufsstellen sind in den aushängenden Plakaten ersichtllel
Donnerstag, den 13. November 1930
Seite 13
pfim Dunkeln
Ein Roman aus der Wirklichkeit
Don Theo vom Berge
btroße n
Mieß
Aufen. Me
Zeräke, M
eilzahluas
Anfragen u /
eschälleie
juderst auf
iehgenwack
bekaugten
iien von zMl=
Ste und
Gent=
neräbe
chein (8n
(Nachdruck verboten.)
21.
splänen haben ſie nicht richtig angefangen. Sie
anfertigen und mit dieſen verſchwinden
müſ=
von Unfall vortäuſchten. Es gibt da ſo viele
Beiſpiel einen Badeunfall in der Seine
Hätte man Ihre Kleider gefunden, ſie für tot
Sache wäre erledigt geweſen.”
ich doch wenigſtens die Originale.”
eute keinen Sous mehr gebe. Ihre Richtig=
Burzeit von unſeren Ingenieuren nachgeprüft.
Drohung? Warum ſah ihn die Frau plötzlich
war es nur Schein, eine Angſtpſychoſe in
unge=
r eitete ſein Gehirn. Er, der ſonſt um keine
uiskunft verlegen war, ſah ſich am Ende ſeiner
glückliches Wort, das dieſe heikle Situation
lte ihm einfallen.
zien gar nicht darauf zu warten. Mit einem
Fächeln wandte ſie ſich an den Prinzen. Es
Tnerkennung und der Freude über ſeine
glück=
die lehnte jedoch ab und rückte immer die
Ver=
en Freundes ins beſte Licht.
ia nicht geweſen wäre, wär’s um mich geſchehen
Mefſer, die beim Anblick des Franzoſen ein frem=
Son dem ſie ſich ſelbſt keine Rechenſchaft geben
ntiv mißtrauiſch. Dennoch blieb ſie
liebens=
u— inſoweit, als es im Rahmen des Geſprächs
Frage, Herr Roggier. Haben Sie ſchon einmal
cretes zu tun gehabt?"
fttes? — — Ja, aber nur indirekt. In unſeren
=Angeſtellter dieſes Inſtituts als Kontrolleur
Spionageabwehr.
unbefangen den Kopf.
vorkommen, daß ſich unter den Arbeitern Ver=
I. ßerdem lagen in den Treſſors wichtige Pläne.
ne Pauſe und lächelte vielſagend.
n Freund.
nas eigentümlich. Der Prinz ſchaute erſtaunt
kte, daß er einen Taktfehler begangen hatte.
ſich im geheimen, und war wütend auf die Frau,
Fragerei allgemach auf die Nerven fiel. Aber
ſewillt zu Hilfe.
Sie das?
eSeſen, der durch ſeine heimlichen Meldungen
an die Front bewirkte, obwohl er mein Freund
leteuerte. Von ihm kannte ich die Sicherungen
und habe mich durch den Diebſtahl an ihm
rmrde er ſofort abberufen und kalt geſtellt, aber
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ich hatte nicht bedacht, daß ich mir ſelbſt dabei einen Strick gedreht
hatte. Als mir die ganze Schwere meiner Tat zu Bewußtſein
kam, bin ich geflohen.”
„Dabei haben Sie in der Ausführung nicht gerade viel Geiſt
bewieſen.
C 25 verbeugte ſich zuſtimmend vor der Frau.
„Sie hatten ſchon einmal die Ehre, mich darauf aufmerkſam
zu machen. Anfänglich hatte ich ſogar vor, nach Abberufung des
Kontrolleurs die Pläne wieder an ihre Plätze zurückzulegen. Aber
das Geſchrei, das man wegen ihres Verſchwindens anſtimmte, hat
mich über die Gefährlichkeit meiner Lage aufgeklärt.
Die Frau verzog geringſchätzig ob ſolcher Naivität den Mund.
Der Prinz ärgerte ſich darüber und miſchte ſich ins Geſpräch.
„Um ſo mehr Mut und Ueberlegung hat er bei meiner
Be=
freiung bewieſen.
Frau Doktor, die ſich durch dieſe Worte betroffen fühlte,
bekam harte Augen.
„Ich bin ganz ihrer Anſicht, Hoheit!”
Gegen den Franzoſen gewandt fuhr ſie fort.
„Kennen Sie die Herren des franzöſiſchen Spionagedienſtes?”
25 überlegte blitzſchnell. Von ſeiner Antwort hing viel ab.
Vielleicht konnte er einige Namen erfahren, die ſchon ſeit langem
als unſicher galten, denen man jedoch nichts Definitives
nach=
weiſen konnte. Deshalb log er.
„Perſönlich nicht. Aber wenn Sie mir einige der Herren
nennen wollten, wäre es vielleicht möglich, daß mir die Namen
einfielen.
Die Augen der Frau blitzten ſekundenlang.
„Wir kennen ſie alle. Nur über eine Perſon ſind wir noch im
Unklaren. Es iſt der Leiter des feindlichen Nachrichtenweſens
hinter unſerer Weſtfront, bekannt unter der Nummer 25. Unſer
Pariſer Agent berichtet, daß er ſich zurzeit im Auslande befindet.
Himmel! Nur jetzt nicht zögern und verlegen werden, ſonſt
ging es um Hals und Kragen. Wie ſie ihn alle anſtarrten,
Mattheſius, dieſes Teufelsweib, die Frau Doktor und der Prinz.
Wußten ſie es ſchon, daß er, dieſer C 25, hier bei ihnen im
Zim=
mer ſaß, den Freund Deutſchlands mimend, und den feſten Willen
hatte, das ihm entgegengebrachte Vertrauen zu mißbrauchen?
Eine Blutwelle wollte ihm zu Kopfe ſchießen. Tapfer kämpfte
er ſie nieder. Er hatte ſogar ein bedauerndes Lächeln.
„Nein, der Name iſt mir nicht bekannt.”
„Danke ſehr!“
Die Frau machte eine abſchließende Bewegung. Die beiden
Herren erhoben ſich, um ſich zu verabſchieden. Frau Doktor und
Herr Mattheſius reichten auch dem Franzoſen freundlich die Hand.
Sie wollten keinen Argwohn merken laſſen. Vielleicht taten ſie
Unrecht. Aber das lag nun einmal in ihrem Beruf, der ſtets
äußerſte Vorſicht und deshalb hinter jedem fremden Geſicht einen
Angehörigen der gegneriſchen Zunft witterte.
Aus dieſem Grunde war es ſelbſtverſtändlich, daß ſie ihre
Be=
obachtungen fachlich beſprachen, als die beiden Herren die Türe
hinter ſich geſchloſſen hatten. Der Prinz war über jeden Zweifel
erhaben. Da man aber noch nicht wußte, welche Rolle der Fran=
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zoſe geſpielt hatte und noch weiter ſpielen würde, wollte man ihn
erſt auf die Probe ſtellen.
Das Ergebnis dieſer Stunde war, daß in Berlin plötzlich eine
bildhübſche, junge Dame auftauchte, die Geſchicklichkeit und
Charme genug hatte, um den Weg des Franzoſen mit
erfolgver=
ſprechender Ausſicht zu kreuzen. Es war eine neue Agentin der
deutſchen Spionageabwehr, von deren Exiſtenz ſelbſt der Prinz
nichts wußte und die immer für ſolche Fälle, wie die des
fran=
zöſiſchen Technikers Roggier, in Bereitſchaft gehalten wurde.
Ebenſo erhielt Böhm über Genf den Auftrag, die
Geheim=
niſſe des Falls Roggier einmal genau auszukundſchaften.
XIII. Kapitel.
Am anderen Morgen kam der Prinz mißgelaunt von einem
Beſuch beim Generalkommando und in der Königgrätzerſtraße
zurück. Aergerlich warf er ſich in einen Seſſel und brütete vor ſich
hin. Der Franzoſe ſchaute ihn forſchend an. Da muß etwas
paſſiert ſein, dachte er. In dieſer Verfaſſung hatte er den
Prin=
zen noch gar nicht geſehen. Aber er wagte nicht, ihn in ſeinem
Sinnen zu ſtören.
Der andere erhob ſich, durchmaß mit großen Schritten das
Zimmer und blieb plötzlich ſtehen.
„Morgen in acht Tagen gehts an die Front.”
Er preßte es faſt wütend hervor. C 25 tat erſtaunt.
„Und deshalb ſind Sie ſo erregt?”
„Soll ich denn nicht, wenn man mir für Sie den Paß
ver=
weigert?‟
Jetzt war der Franzoſe wirklich intereſſiert.
„Für mich einen Paß?
— Was hat das mit der
Angele=
genheit zu tun?"
„Nicht mehr und nicht weniger, als daß ich Sie bei mir
be=
halten möchte. Sie werden mich überall hin begleiten, ſelbſt wenn
ich zum Kaiſer gehe. Dafür ſtehe ich zu tief in Ihrer Schuld!“
Wenngleich C 25 nichts anderes erwartet hatte, war er doch
von der Aufrichtigkeit der Geſinnung des Prinzen angenehm
berührt und beſchämt.
„Ihr Vertrauen ehrt mich, aber, was nicht ſein darf, darüber
ſoll man ſich keine grauen Haare wachſen laſſen. Ich werde nach
Ihrer Abreiſe in die Schweiz reiſen und dort mein Geld verleben.
„Würden Sie nicht gerne einen Poſten bei der Firma
Neu=
burg u. Co. in Genf annehmen? Sie ſind doch der geeignete
Mann dazu.
„Was vertreibt die Firma?‟
„Es iſt eine GmbH. für Schweizer Handelsartikel, im Grunde
genommen aber unſere Zentrale für die Belieferung von
Frank=
reich und Italien.”
C 25 horchte auf. Er wußte ſofort, was der Prinz meinte,
aber er ſtellte ſich dumm.
„Wieſo? Unterhält Deutſchland denn im feindlichen
Aus=
land Handelsinſtitute? Das iſt aber komiſch!“
Der Prinz dämpfte ſeine Stimme zum Flüſterton.
„Der Hauptzweck dieſer Geſellſchaft iſt die Spionage. Unter
meiner Regie taten das fingierte Grafen, Weltenbummler in
Form von Reportern und neutralen Gelehrten. Heute ſind unſere
Agenten alles Angehörige dieſer Firma, deren Hauptſitz in Paris
in der Rue Francois iſt. Für Italien müßte dieſe Organiſation
noch ausgebaut werden. Wäre das kein Geſchäft für Sie? Es
wirft viel ab, das wiſſen Sie ja.”
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