Voel winfkt 1 ch. 7maligem Erſcheinen vom 1. Oftober
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Franfurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 292
Mittwoch, den 22. Oktober 1930. 193. Jahrgang
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Rellame=
zeile 2.00 Reſchemart. Alle Preiſe in Reichemart
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der
Unzeigen=
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder gerichtlicher Beltreibung fäal eder
Kabatt weg. Banſkonto Deutſche Banl und
Darm=
ſädter und Natlonalbant.
ſechtbare Grubenkataſtrophe bei Nachen.
rpnlion eines Oynamiklagers durch Sprengſtoff=Enkzündung. — Bis jeht 50 Tole, 72 Verletzte geborgen.
ie Bergungsarbeiken ununkerbrochen in Gang. — Hoffnung auf Rekkung der Eingeſchloſſenen.
Aachen, 21. Oktober.
s)e Wilhelm=Schacht der Grube Anna II bei Als=
Arorf ſurde heute früh durch eine Exploſion eines
Dyna=
itſgers auf der 200 Meter=Sohle zerſtört. Die
xpilſion verſchüttete mehrere hundert
Berg=
um Der Förderturm wurde umgelegt, und mehrere Häuſer
hur Allsdrf wurden zerſtört. Die Detonation war in einem Um=
eis kun vielen Kilometern vernehmbar. In der Grube kam ein
undpremaoffmagazin zur Exploſion, wodurch die geſamte Gru=
Igenamige zerſtört wurde. Das Fördergerüſt iſt eingeſtürzt,
nde ſtbindung nach außen iſt abgeſchnitten. An
im uſniegenden Siedlungsbauten ſind zahlloſe Fenſterſcheiben
Ftrütmart und Dächer abgedeckt worden. Sanitätskolonnen
md iſterwehr aus dem ganzen Landkreis Aachen eilten ſofort
r Imnlücksſtelle. Man ſchätzt die Zahl der Toten und
Weriüglückten auf 200.
„Neut berirdiſche Bekrieb ein wüſtes Trümmerſeld.
Die Mousoorſchaft.
Die Zahl der Token und Berunglückken
auf 200 geſchähl.
2MExploſion erfolgte um 7.20 Uhr. Allem Anſchein nach
andaltz ſich um eine Dynamitexploſion. Der geſamte
Schacht=
au iſih der darauf ſtehende Förderturm mit den in der
nähe=
en ich weiteren Umgebung befindlichen Maſchinenhäuſern,
Baſahramen uſw. ſind eingeſtürzt. Unter den Bürogebäuden
efanwich ein Benzollager, das ebenfalls in die Luft flog und
as ſüze Gebäude mitriß. Zur Zeit der Exploſion waren in
Mem ckäude etwa 30 Beamte tätig. Bis zur Stunde ſind zwei
„ſote gorgen. Die übrigen Beamten ſind mehr oder weniger
hwen erletzt. Im oberirdiſchen Betriebe iſt die ganze Stätte
inwſtes Trümmerfeld.
ein Arbeiter mit ſolcher Wucht gegen das Kopfende der Balken
gepreßt, daß ſein Körper die Balken genau in der Körperform
verſchob. Dem Unglücklichen wurden dabei der Kopf völlig
zer=
trümmert. Im Verwaltungsgebäude wurde ein Beamter, der
vor dem offenen Geldſchrank ſtand, mit ſolcher Gewalt gegen
die Tür des Geldſchrankes, gepreßt, daß er tot liegen blieb. Die
Straßen ſtehen voller Menſchen, die mit beſorgten Mienen auf
Nachricht von ihren Angehörigen warten. Abſperrmannſchaften
aus den benachbarten Orten und aus Aachen unterſtützten die
Ortsbeamten.
Schwierige Bergungsarbeiten bei eingeſkürzken
Skollen.
Der Umfang der Kalaſtrophe.
Aſum 11.20 Uhr waren von den durch die ſchwere
Gru=
enkaſturophe auf dem Wilhelmſchacht der Grube Anna II
be=
reffeine Bergleuten 22 Tote und 30 Verletzte geborgen
vordet /Weitere 150 Bergleute werden noch vermißt.
die hungsmannſchaften gehen jetzt durch einen Stollen der
Aruhle Naria zur Grube Anna, um die Verunglückten zu
ber=
heie. Ae bisher feſtgeſtellt wurde, iſt weiter ein Fahrſteiger tot.
Ein ! criebsführer und drei Grubenbeamte, die ſich in
Lebens=
ſefahlr efinden, ſind ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die
Eoten) erden im Knappſchafts=Ledigenheim in Alsdorf
aufge=
ſahrtg Die Verletzten werden in das Knappſchaftskrankenhaus
n Wmenberg und in die Krankenhäuſer in Eſchweiler und
Aachetn zebracht.
en 1 In. Soweit feſtgeſtellt werden konnte, iſt die
Wetter=
ühgmg in Ordnung. Rettungsmannſchaften und die
Bilfsimanſchaften der Feuerwehren der Nachbarſchaft waren
chonnſer früh zur Stelle. Mannſchaften der vom Unglück be=
Toffelm Grube fahren zu Tage, die ſchon die Verbindung der
bruhl untereinander erreichen konnten. Viele davon haben
ich ſu ſſich nach Hauſe begeben, ſo daß zur Stunde eine
Ueber=
ſcht 1hr die Zahl der Geretteten und der noch Eingeſchloſſenen
EAlt.h 5s iſt anzunehmen, daß die Hauptſtätte des Unglücks
ſas 4der Nähe des Verwaltungsgebäudes liegende
Spreng=
koffllige war, deſſen Entzündung die ganze Anlage des Wil=
eim Hachtes zerſtörte. Der Förderturm knickte in ſich
zu=
ſammc uand fiel auf einen Teil des Verwaltungsgebäudes;
er, urden auch die erſten Toten geborgen, und zwar ein Be=
Tiebichhrer, ein Maſchinenfahrſteiger und eine im Verwal=
Angssſſäude beſchäftigte Frau. Im Gegenſatz zu einer frühe=
Een 29dung wird feſtgeſtellt, daß die Nachtſchicht bereits aus=
Dlay R war und daß von dieſer Mannſchaft nur wenige Leute,
De 1 dn Waſchräumen zurückblieben, die gleichfalls zerſtört
vordgſind, vom Unglück betroffen wurden.
An der Unglücksſtätte.
Unglücksſtätte auf dem Schacht Anna II iſt nur auf
en zu erreichen. Die dem Förderturm zugewandte Außen=
tches Verwaltungsgebäudes ſteht nur noch ſoweit, als ſie
A ſie umgebenden Schuttmaſſen gehalten wird. Der
rturm ſelbſt, der etwa 30 Meter hoch war, hat ſich
Sie geneigt und dabei einen Zementſockel beſchädigt. An
ſte lle knickte der Turm ſeitlich ein und ſtürzte auf
rwaltungsgebäude, das gleichzeitig von
ſrerirdiſchen Exploſion erſchüttert wurde
A größten Teil in ſich zuſammenſank. Der Schutthaufen
I. als das Erdgeſchoß. Zwiſchen Turm und Gebäude
Sampenraum, den das Fördergerüſt vollkommen zer=
Drt hat. In dieſem Lampenraum befanden ſich, wie mau
E At, moch Leute der Nachtſchicht, die hier infolge Verfahrens
herſtunden oder verſpäteter Ausfahrt zurückgeblieben
2bier wurden die erſten Toten geborgen. Von den
Er=
n über Tage ſind einige erſchütternde Einzelheiten
be=
ewvorden. In einem dem Förderturm des Wilhelms=
/ beſonders nahe gelegenen, Stapel Grubenholz wurde
Die Trümmer der benachbarten Gebäude geben ein Bild
da=
von, was ſich unter der Erde abgeſpielt haben mag. Von den
Ver=
letzten hört man, daß die Rettungsarbeiten dadurch erſchwert
wer=
den, daß die Stollen an vielen Stellen
eingebro=
chen ſind. Die Rettungsmannſchaften ſind mit dem Freimachen
der Zugangswege beſchäftigt. Die dritte Sohle des Schachtes
Anna II iſt mit 460 Metern Tiefe die tiefſte des Reviers. Dort
lag in etwa zehn bis zwanzig Meter Entfernung vom Schacht ein
Dynamitlager, deſſen Exploſionsſtichflammen bis hoch über den
Förderturm ſichtbar geweſen ſind. Dem Vernehmen nach ſoll die
Entzündung des Dynamitlagers, das die furchtbare
Grubenkata=
ſtrophe verurſachte, auf eine Gasexploſion zurückzuführen ſein, die
in der Nähe des Dynamitlagers erfolgte. Die Gewalt der
Dyna=
mitexploſion war furchtbar. Im Förderſchacht Anna I kommen in
kleineren Zeitabſtänden Verletzte zutage, die ſofort von den
Sani=
tätern betreut werden. Sie berichten über einen dumpfen Schlag
und den Einſturz der Gebirge. Von den geretteten Bergarbeitern
waren einige mit hellem Geſteinsſtaub bedeckt, und man will
daraus ſchließen, daß automatiſch auch die Geſteinsſtaubſicherung in
Tätigkeit getreten iſt. Trotzdem reichte ſtellenweiſe die Wirkung
der Exploſion recht weit. Noch 250 Meter von der Unglücksſtätte
entfernt wurden Tote geſehen, die aber noch nicht geborgen
wer=
den konnten.
Inzwiſchen ſind auch in den ſchwerbeſchädigten und teilweiſe
zerſtörten Schacht Wilhelm VI. ſchon Rettungsmannſchaften bis
zum Herd vorgedrungen. Die Rettungsarbeiten haben
zur Zeit zwei Ziele: Von den Nachbarſchächten und dem
Unglücks=
ſchacht ſelbſt aus verſucht man, an die eingeſchloſſenen
Bergleute heranzukommen, und außerdem arbeitet eine
ſtarke Kolonne über Tage an der Aufräumung des
Schut=
tes des Verwaltungsgebäudes, auf dem der
Förder=
turm liegt.
Inzwiſchen ſind auch Rettungsmannſchaften von der Ruhr und
vom Niederrhein an der Unglücksſtelle eingetroffen, und die
Mann=
ſchaft der Zeche Rhein=Elbe aus dem Ruhrrevier iſt um 3 Uhr
nach=
mittags eingefahren. Zur Stelle ſind außerdem noch Mannſchaften
der Zeche Sophia=Jakoba in Hückelshoven und der Zeche Friedrich=
Heinrich in Moers. Die einheimiſchen Rettungsmannſchaften
hat=
ten den Hilfsdienſt ſofort mit 50 Geräten bei wechſelnder
Mann=
ſchaft aufgenommen. Durch Selbſthilfe haben ſich an einer Stelle
14 Mann retten können. Zwiſchen einem niedergeſtürzten
Stollen=
ſtück hatten 15 Mann eine Lücke mit ihren Jacken zugeſtopft, um
das Eindringen der Brandgaſe zu verhindern. Von dieſen
konn=
ten die Rettungsmannſchaften 14 Mann noch lebend bergen.
Einer konnte tot geborgen werden.
Noch über 200 Mann eingeſchloſſen.
Die Verwaltung der Grube Anna II hatte, ſobald die erſte
Verwirrung und Hilfeleiſtung es zuließ, die zutage geförderte
Mannſchaft zählen laſſen und feſtgeſtellt, daß auf den Leitern
des Unglüclsſchachtes vier Mann aus der 250=Meter=Sohle
her=
aufgeſtiegen waren. Bis 16,30 Uhr waren auf Grube Anna I
144 Mann, auf Grube Anna II 60 und auf Grube Adolf 178
Mann der Belegſchaft von Anna II ausgefahren. Vor der
Zäh=
lung waren ſchon mehrere andere Leute ausgefahren und hatten
ſich nach Hauſe begeben. Durch den Weſtdeutſchen Rundfunk ließ
die Verwaltung um 4,10 Uhr nachmittags alle Mann der
Beleg=
ſchaſt, die ſich nach Hauſe begeben hatten, auffordern, ſich zu
mel=
den. Bis 19 Uhr waren ſchon 26 Mann dieſer Aufforderung
ge=
folgt. An Toten ſind bis jetzt gezählt: Auf den oberirdiſchen
Be=
trieben, in der Hauptſache aus dem Verwaltungsgebäude und
den Nebengebäuden 19, aus der Grube zutage gefördert 31. In
den Krankenhäuſern Bardenberg und Eſchweiler ſind vier
Ver=
letzte geſtorben, ſo daß die bis 16,30 Uhr feſtgeſtellte Geſamtzahl
der Toten 35 betrug. In den Krankenhäuſern Bardenberg und
Eſchweiler befinden ſich 72 Verletzte. Eingefahren waren 667
Mann und nach der Bergung der 422 buchmäßig Feſtgeſtellten,
ſind immer noch über 200 Mann eingeſchloſſen. Ueber die
Aus=
ſichten zu ihrer Bergung kann noch nichts geſagt werden, weil
die Stollen teilweiſe eingeſtürzt ſind. Soweit ſie
noch beſtehen, konnte ihnen bereits eine Stunde nach dem Unglück
wieder Luft zugeführt werden. Gegen mittag war auch die
Waſſerzufuhr in Betrieb genommen.
Keine Anhaltspunkke über die Arſache der
Kakaftrophe.
Schon früh am Vormittag war es einem Betriebsführer,
ſpäter auch einem Beamten der Bergaufſichtsbehörde und einem
Direktionsmitglied gelungen, von Grube Anna I nach Anna II
durchzugehen und bis zum Unglücksſchacht ſelbſt vorzudringen.
Sie konnten aber keine Anhaltspunkte über die
Ur=
ſache der Kataſtrophe feſtſtellen. Alle Annahmen über
Kohlenſtaub=, Sprengſtoff= und Schlagwetterentzündung ſind bis
auf weiteres bloße Vermutungen. Richtig iſt, daß das
Spreng=
ſtofflager auf der 30=Meter=Sohle, das allgemein als Herd der
Kataſtrophe galt, noch unverſehrt vorgefunden wurde.
* Polikiſche Bilanz.
Mit einer ſtarken Mehrheit ſind in der Nacht vom Samstag
auf Sonntag ſämtliche Mißtrauensvoten gegen das Kabinett
Brüning niedergeſtimmt worden, und da ſich gleichzeitig der
Reichstag bis Anfang Dezember vertagte, hat die Reichsregierung
nunmehr freie Bahn für die Inangriffnahme des von ihr
geplan=
ten umfangreichen Reformwerks. Zweifellos ein eindeutiger Sieg
der Reichsregierung, ein Sieg auch der politiſchen und
wirtſchaft=
lichen Vernunft. Die Optimiſten haben Recht behalten, und
darüber wollen wir uns freuen, auch wenn natürlich das
Ergeb=
nis der vergangenen Woche noch keine endgültige Löſung
dar=
ſtellt. Eine Regierung hat ſich parlamentariſch durchgeſetzt, die
entſchloſſen an ein großzügiges Reformwerk herangeht, und die es
ablehnte, durch vorherige Einzelverhandlungen mit den
verſchie=
denen Parteien und Gruppen den Sinn ihrer Reformen von
vorn=
herein ins Gegenteil verkehren zu laſſen. Auch bei ſeiner
pro=
grammatiſchen Reichstagsrede hat der Reichskanzler noch einmal
ſcharf betont, daß er wohl bereit ſei, über Einzelheiten zu
verhan=
deln, daß aber etwaige Aenderungen im Einzelnen den Sinn des
Ganzen in keiner Weiſe gefährden dürften. Dieſer entſchloſſene
Wille hat ſich durchzuſetzen vermocht, und dieſer entſchloſſene
Wille, dieſe zähe Energie, mit der der Kanzler ſein Ziel verfolgte,
haben in dieſer Zeit größter politiſcher Verworrenheit ihren
Ein=
druck auch auf die Maſſen nicht verfehlt. Im Lande fühlte man
ebenſo wie im Reichstag ſo etwas wie einen Führerwillen, den
man bereit iſt, anzuerkennen.
Anfang einer Beſſerung? Beginnt auch dem deutſchen Volke
die Erkenntnis aufzudämmern, daß politiſche Führung etwas
mehr verlangt als demagogiſchen Stimmaufwand? Wenn alle,
die am 14. September ihren Wahlzettel in die Wahlurne
gewor=
fen, die Reichstagsverhandlungen der letzten Woche hätten
mit=
erleben können, würden wir wahrſcheinlich weiter ſein.
Segens=
reich, wenn alle deutſchen Wähler einmal die Erwählten des
Vol=
kes „bei der Arbeit” hätten beobachten können. Die Tumulte des
alten polniſchen Reichstags, über die vergangene Generationen
ihre Witze gemacht haben, waren eine höchſt harmloſe
Angelegen=
heit gegen das Schauſpiel, das Nationalſozialiſten und
Kommu=
niſten im Deutſchen Reichstag des Jahres 1930 aufzuführen
ver=
ſuchten, und das jede ernſthafte Verhandlung ausgeſchloſſen hätte,
wenn nicht ein höchſt gewandter und energiſcher
Reichstagspräſi=
dent es verſtanden hätte, wenigſtens den Schein der Ordnung noch
mühſam aufrechtzuerhalten. Gewiß, Zwiſchenrufe gehören nun
einmal zu einer erregten parlamentariſchen Debatte, aber ſie
haben doch nur dann einen Sinn, wenn ſie ſich auf die
Verhand=
lungen, auf die Ausführungen der verſchiedenen Redner beziehen.
Bei Sprechchören und melodiſchen Geſangsübungen während
Ver=
handlungen, bei denen es ſich um Wohl und Wehe der Nation
handelt, hört die Politik auf, und es beginnt die gewiſſenloſe
Albernheit. Dem deutſchen Zuſchauer aber ſteigt die Schamröte
ins Geſicht ob dieſes phantaſtiſchen Schauſpiels, das die politiſche
Vertretung eines alten Kulturvolkes der Welt bietet. Wahrlich
angebrachter erſcheint es, hier von nationaler Würdeloſigkeit zu
ſprechen, als dann, wenn der Außenminiſter eines geſchlagenen
Volkes mit zuſammengebiſſenen Zähnen Opfer über Opfer bringt,
um den Wiederaufſtieg einer noch fernen Zukunft vorzubereiten.
Bei unendlich vielen Gelegenheiten, bei faſt allen ſeinen
gro=
ßen Reden hat ſich Dr. Streſemann bemüht, das
zuſammengebro=
chene Nationalgefühl des deutſchen Volkes wieder zu erwecken,
weil er ſo ſtark wie wenig andere davon überzeugt war, daß hier
die „ſtarken Wurzeln unſerer Kraft” liegen. Aber er wußte auch,
daß wahrhaftes Nationalgefühl ſich nicht nur in tönenden Worten
äußern darf, ſondern daß es praktiſche Mitarbeit am Staate
er=
fordert, und daß es ſtete Opferbereitſchaft vorausſetzt zum Wohle
der Volksgeſamtheit, zum Wohle der Nation. Noch ſind wir leider
nicht ſo weit, daß ein ſolches wahrhaftes Nationalgefühl alle
Kreiſe und Schichten unſeres Volkes erfaßt hätte. Diejenigen
aber, die heute ſtändig das Wort national im Munde führen, ſind
ganz gewiß nicht die eigentlichen Träger eines ſtarken,
wahr=
haften Nationalgefühls.
Herr Brüning hat ſeinen Sieg unſtreitig auch zum Teil der
ſtarken perſönlichen Zurückhaltung zu verdanken, die er und ſein
Kabinett ſich während dieſer ſturmbewegten Reichstagswoche
auf=
erlegt haben. Das hat zweifellos eine ſtarke perſönliche
Selbſt=
überwindung in vielen Fällen gekoſtet. Man muß ſich nur
ein=
mal vergegenwärtigen, wie viele Beſchimpfungen, zum Teil
un=
erhörteſter Art, von kommuniſtiſcher und nationaliſtiſcher
Seite auf dieſe Weiſe verſchiedene Miniſter haben über ſich
er=
gehen laſſen müſſen, ohne darauf antworten zu können. Trotzdem
war die Taktik der Reichsregierung ſicherlich richtig, denn ſie
rech=
nete offenbar mit dem, was man die Pſychoſe dieſes Hexenkeſſels
nennen könnte. Es iſt geradezu verblüffend, und für den
Außen=
ſtehenden geradezu unfaßlich, mit welcher Plötzlichkeit im
Deut=
ſchen Reichstag die Stimmung umſchlägt, mit welcher Plötzlichkeit
ſachliche Erwägungen von Wochen gelegentlich einfach über Bord
geworfen werden. Typiſch dafür waren die Vorgänge bei der
Wahl des Reichstagspräſidenten. Die Frage, ob
eine gemeinſame politiſche Arbeit mit den Nationalſozialiſten
möglich ſein werde, war von den Parteien der Mitte ſchon
als=
bald nach der Wahl eingehend und ſorgfältig geprüft worden,
und das Ergebnis dieſer Erwägungen läßt ſich wohl dahin
zu=
ſammenfaſſen, daß eine ſolche gemeinſame politiſche Arbeit aus
Gründen der Außen= und der Innenpolitik unmöglich erſchien,
trotz der ziemlich allgemeinen Ueberzeugung, daß ein ſolcher
Ver=
ſuch einer praktiſchen Zuſammenarbeit aus den verſchiedenſten
Gründen ſehr nützlich ſein würde. So war die Lage geblieben bis
zu dem Augenblick, in dem die nationalſozialiſtiſchen Führer bei
Herrn v. Stauß im Hotel Adlon frühſtückten und dann im
wei=
teren Verlauf Herrn Dr. Scholz das Reichstagspräſidium anboten.
Plötzlich bekamen die Dinge ein anderes Geſicht. Man ſprach im
Reichstag einen Tag lang von der großen burgerlichen Rechten,
die zum erſter Male in Erſcheinung treten müſſe, und ſtellte
Herrn Dr. Scholz als Präſidentſchaftskandidaten auf. Vergeſſen
waren ſcheinbar alle früheren Erwägungen, und man tat ſo, als
ob man die Abſicht der Nationalſozialiſten, auf dieſem Umweg
die Regierung Brüning zu torpedieren, überhaupt nicht erkenne.
War man ſich wirklich während dieſer 24 Stunden im Deutſchen
Reichstag nicht darüber klar, daß derjenige, der A geſagt hat, auch
B ſagen muß, daß alſo eine Wahl Dr. Scholz mit Hilfe der
Stim=
men von den Nationalſozialiſten bis zum Zentrum mit logiſcher
Notwendigkeit auch politiſche Folgerungen gehabt hätte, die man
bar angeſehen? Herr Dr. Scholz
vorher mit Recht als u
Seite 2
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Nummer 2‟
wurde dann bekanntlich nicht gewählt. In welche Schwierigkeiten
aber man ſich um ein Haar hineinmanönriert hätte, erwieſen
als=
bald die Anträge, die die Nationalſozialiſten dem Reichstag
unter=
breiteten, und auch die Haltung, die ſie dem inzwiſchen
ausgebro=
chenen Berliner Metallarbeiterſtreik gegenüber einnahmen.
Die Kommunalwahlen im Hamburger Landgebiet, die als
die erſten Wahlen im Reich nach dem 14. September ein erhöhtes
Intereſſe beanſpruchen, beweiſen durch den erheblichen Rückgang
der nationalſozialiſtiſchen Stimmen, daß ſich zum mindeſten in den
Hamburger Landgemeinden die nationalſozialiſtiſche Welle bereits
überſchlagen hat. Beginnt es zu dämmern?
Vor ſchweren Aufgaben ſteht die Reichsregierung trotz ihres
erſten parlamentariſchen Sieges. Sie wird in entſchloſſener
prak=
tiſcher Arbeit nunmehr den Nachweis zu erbringen haben, daß ſie
fähig iſt, ihr Reformwerk, das ſie angekündigt und in Angriff
genommen hat, auch wirklich durchzuführen. Sie wird den
Nach=
weis erbringen müſſen, daß ſie, getragen von wahrhaftem
Natio=
nalgefühl, auch vor unpopulären Maßnahmen nicht zurückſchreckt,
und daß ſie lediglich das Wohl der Volksgeſamtheit, im
Auge hat. Noch ſtehen wir erſt am Anfang der Entwicklung, und
doch geht etwas wie eine Erleichterung durch das deutſche Volk.
Zu übergroßem Peſſimismus liegt wahrlich keine Veranlaſſung
vor, aber gefährlich wäre es, wenn man ſich in Illuſionen wiegen
A.
wollte.
Vom Tage.
Die Beſprechungen des Reichskanzlers und
Reichsfinanz=
miniſters mit den Finanzminiſtern von Bayern, Württemberg,
Baden und Heſſen in Stuttgart dauerten von 11 bis 19 Uhr und
haben zu einer weitgehenden Uebereinſtimmung über
das Finanzprogramm geführt.
Offener Brief des Reichswehrminiſters
an von Oldenburg=Januſchau.
Berlin, 21. Oktober.
Der Preußiſche Landtag beſtätigte die vom Ausſchuß
vorge=
ſchlagene Kürzung der Diäten, lehnte die Anträge auf Auflöſung
des Landtages ab und vertagte ſich auf den 4. November.
Im Lohnſtreit der Berliner Metallinduſtrie hat der
Reichsarbeitsminiſter die Parteien auf den 23. Oktober zu
Nach=
verhandlungen über den Antrag der Verbindlichkeitserklärung
des Schiedsſpruches vom 10. Oktober 1930 eingeladen.
Den am letzten Sonntag erneut in Straßburg zum Stadtrat
ge=
wählten Autonomiſten Schall bedroht wiederm d—2 Damokles”..
der Unwählbarkeit wegen ſeiner Verurteilung als Autonomiſt. Der
Präfekt des Niederrheins hat bei dem Verwaltungsgericht ein Geſuch auf
Annullierung der Wahl eingereicht.
Die Zahl der Arbeitsloſen in England iſt in der
vergangenen Woche um 12841 geſtiegen. Die Geſamtzahl der
Erwerbsloſen in England beträgt zur Zeit 2 188 672 und iſt um
973 623 höher als zur gleichen Zeit des Vorjahrs.
Die belgiſche Regierung hat in einem Miniſterrat
Maßnahmen gegen das ruſſiſche Dumping beſchloſſen
Der zweitgrößte Staat Bräſiliens, Matto
Groſſo, iſt zu den Aufſtändiſchen übergegangen.
Die Bundestruppen in Matto Groſſo, die unter dem Oberbefehl
des Oberſten Silva ſtanden, ſollen gemeutert und ſich den Rebellen
angeſchloſſen haben. Oberſt Silva befinde ſich auf der Flucht nach
Bolivien.
Heſſiſche Polikik.
Der Geſehgebungsausſchuß des Heſſiſchen Lanc
befaßte ſich geſtern mit zwei Anträgen der Regierung auf
verfolgung des kommuniſtiſchen Abg. Sumpf. In einem
der perſönlichen Beleidigung eines Schutzmannes aus
ſtimmte der Ausſchuß der Strafverfolgung zu, da es ſich
hie=
um ein politiſches Vergehen handelte. Im zweiten Fall. in
Sumpf wegen Vergehens gegen das Republikſchutzgeſetz v
verden ſoll, lehnte der Ausſchuß die Strafverfolgung ab.
ſtimmig abgelehnt wurde ein Antrag der Kommuniſtiſchen
ſition, über das Haushaltsgeſetz, Beamtenbeſoldung, Steuer:
Volksbegehren und Volksentſcheid in Heſſen zuzulaſſen. Im
gen beſchäftigte ſich der Ausſchuß mit Eingaben, die
entſpm=
der Regierungsantwort für erledigt erklärt bzw. abgelehnrt!
den. Der Ausſchuß ſetzt ſeine Beratungen heute fort.
Die neue heſſiſche Gemeindeordnung.
Da infolge der Vertagung des Reichstages
Reichswehr=
miniſter Groener nicht mehr die Möglichkeit hat, vor dem
Reichstag die unerhörten Angriffe des Abgeordneten von
Olden=
burg=Januſchau zurückzuweiſen, hat der Reichswehrminiſter an
den deutſchnationalen Abgeordneten v.
Olden=
burg=Januſchau einen offenen Brief gerichtet,
in dem die erhobenen Angriffe zurückgewieſen werden. Groener
ſagt darin u. a.:
Zunächſt muß ich einige Irrtümer richtig ſtellen. Sie
haben dem Generaloberſten Heye vorgeworfen, daß er Soldaten
zur Uebergehung des Beſchwerdeweges
aufgefor=
dert habe. Dieſe Angabe betrifft eine mißverſtandene Aeußerung
des Generaloberſten Heye zu Truppenteilen der erſten Diviſion
im Jahre 1926, die ſich nur auf entlaſſene Soldaten bezog.
So=
bald General Heye dieſes Mißverſtändnis zu Ohren kam, hat er
der Armee durch einen beſonderen Erlaß die Innehaltung des
Befehlsweges ausdrücklich eingeſchärft. Groener bedauert, daß
von Oldenburg=Januſchau es vorgezogen habe, trotz ſeiner lang=
Xhrigen perſönlichen Beziehungen zu Heye dieſem die
Ange=
legenheit von der Reichstagstribüne herab vorzuwerfen.
Der zweite Irrtum betreffe den ſogenannten
Uhren=
erlaß. Der Miniſter zitiert noch einmal wörtlich den
authen=
tiſchen Wortlaut des Erlaſſes. Sein Erfolg zeige ſich darin, daß
im Jahre 1930 bereits elf Kommuniſten feſtgenommen und zu
erheblichen Strafen verurteilt werden konnten. Anerkennungen
dieſer Art ſeien ſchon lange vor Groeners Amtsführung
ausge=
ſprochen worden und ſeien ein Glied in dem ungbläſſigen Kampf,
den die Reichswehr ſeit ihrer Gründung gegen alle diejenigen
führen müſſe, die ſich beſtreben, die Diſziplin der Truppe zu
untergraben. „Kreiſe, die Ihnen nah ſtehen, dürften ſich von
dieſem Erlaß nicht getroffen fühlen. Um ſo bezeichnender iſt es,
daß die Nationalſozialiſten gegen ihn Sturm laufen.”
Zur Frage, weshalb überhaupt ein gerichtliches
Verfahren gegen die jungen Offiziere
ange=
ſtrengt wurde wiederholt Groener im weſentlichen die
Gründe, die er auch in ſeinem Briefe an den Grafen von der
Goltz angeführt hatte. Der entſcheidende Grund war,
daß die Offiziere bei ihrer Vernehmung durch
die Vorgeſetzten wiſſentlich die Unwahrheit
geſagt hätten. Ein weiterer Irrtum betreffe die Art der
Verhaſtung der Ulmer Offiziere. Auch hier verweiſt Groener
auf die in ſeinem Briefe an den Grafen von der Goltz gegebene
Darſtellung, wonach die Offiziere durch den
Abteilungskomman=
deur von einem Dienſt abgerufen wurden, an dem faſt nur
Offi=
ziere und nur ganz wenige Mannſchaften teilnahmen, und
ab=
ſeits dem Beauftragten des Reichsgerichtes übergeben wurden.
Eine noch weniger auffällige Form für dieſe Verhaftung zu
fin=
den, ſei nicht möglich geweſen. Irgendeine Beeinfluſſung des
Oberreichsanwaltes oder des Unterſuchungsrichters ſei
ausge=
ſchloſſen geweſen, wie überhaupt ſeit der Aufhebung der
Militär=
gerichtsbarkeit im Heere keiner militäriſchen Stelle ein Einfluß
auf die Ausübung der Gerichrsbarkeit und die Durchführung
eines Strafverfahrens mehr zuſtehe.
Wörtlich fährt Groener fort: „Sie haben mit vollem Recht
die Verdienſte des Generaloberſten a. D. von Seeckt um die
Reichswehr hervorgehoben. In der Zeit, in welcher General
von Seeckt Chef der Heeresleitung war, hat es aber auch ihm
nicht an Anfeindungen gefehlt. Dieſelben infamen,
per=
ſönlichen Verdächtigungen, denen jetzt meine Mit=
Die Mukdenregierung fordert Fengjuhſiang
und Yenhſiſchang zum Verlaſſen des Landes auf.
ſonſt würden die Truppen zur Säuberung der Provinzen Schanſi
und Tſchenſi eingeſetzt werden.
arbeiter und ich ausgeſetzt ſind, ſind im Jahre 1923 und
1924 auch Herrn von Seeckt nicht erſpart
geblie=
den. Auch ſeine vaterländiſche Geſinnung iſt von den
national=
ſozialiſtiſchen Blättern angezweifelt worden. Alldeutſche Kreiſe
haben ihn auf das ſchärfſte angegriffen, weil er damals ihren
Diktaturplänen nicht zugeſtimmt hat und die „Deutſche Zeitung”
hat auch damals den Standpunkt vertreten, daß es der Truppe,
d. h. den jüngeren Offizieren, Unteroffizieren und Mannſchaften,
nicht verdacht werden könnte, wenn ſie der „weltfremden”
Heeres=
leitung des Generals von Seeckt den Gehorſam aufſagten und
nach ihren eigenen Anſchouungen handelten. Wenn Ihuen jetzt
das Werk des Generals von Seeckt und des Reichswehrminiſters
Geßler Anerkennung abnötigt, ſo darf ich hoffen, daß Sie in
ſpäterer Zeit auch das verſtehen werden, was Generaloberſt Heye
und ich in Fortführung des Werkes unſerer Vorgänger getan
haben. Sie haben in Ihrer Rede die Diſziplin geprieſen, mit
der es ſich nicht verträgt, daß Vorgänge innerhalb einer Truppe
zum Gegenſtand von Erörterungen an anderer Stelle gemacht
werden und glauben andererſeils, die Haltung der jungen
Offi=
ziere verteidigen zu müſſen, welche im Heere und außerhalb des
Heeres gegen ihre höchſten Vorgeſetzten Stimmung zu machen
und einen Zuſammenſchluß gegen ſie zu organiſieren verſuchten,
Sie machen ſchließlich einen Unterſchied zwiſchen. Diſziplin und
Gehorſam. Ich bin dagegen der Anſicht, daß es nur eine Art
von Diſziplin gibt und daß ſich dieſe mit dem unbedingten
Ge=
horſam deckt, und ich ſtimme mit Ihnen vollkommen überein, daß
die Reichswehr verloren iſt, wenn die Baſis der
Diſziplin, der Kameradſchaft, der Ehre und des
Wehrwillens verlaſſen wird. Gerade das iſt ſtets
die Richtſchnur meiner Tätigkeit geweſen und ich habe die
Pflicht, darüber zu wachen, daß die Grundlage
nicht dadurch zerſtört wird, daß politiſche
Strö=
mungen ſich zwiſchen Führer und Truppe
ein=
ſchieben und die Reichswehr zu Parteizwecken
mißbrauchen. Das deutſche Heer iſt ſtets das ſcharfe und
gehorſame Werkzeug ſeines Staates geweſen. Als ſolches gedenke
ich es trotz aller Anfeindungen, woher ſie auch kommen, zu
er=
halten.”
Seeckt im Auswärkigen Ausſchuß.
Im Auswärtigen Ausſchuß, der am Montag nachmittag
geſeſſen hat, ſind die Ergebniſſe der Genfer Ratstagung
behan=
delt worden. Da die Beratungen ſtreng vertraulich ſind,
er=
fährt die Oeffentlichkeit von ihnen ſo gut wie nichts. Ein
Ber=
liner Blatt behauptet nun, daß Herr v. Seeckt eine große
Auf=
rüſtungsrede vom Stapel gelaſſen hat. Ob das richtig iſt, wiſſen
wir nicht. Dagegen iſt bekannt, daß Seeckt ein Anhänger des
Aufrüſtungsgedankens iſt, woraus er niemals ein Hehl gemacht
hat. Es iſt alſo leicht möglich, daß er im Anſchluß an die
Ausführungen des Außenminiſters über die Genfer
Abrüſtungs=
beſprechungen ſich dafür eingeſetzt hat, unſere Wehrmacht
aus=
zubauen und aus der Tatſache, daß ſich die Siegerſtaaten den
Abrüſtungsverſprechungen nicht unterwerfen, die Konſequenzen
zu ziehen.
Amtlich wird mitgeteilt:
Der heſſiſche Miniſter des Innern hat ſoeben den 2.
wurf einer neuen heſſiſchen Gemeindeordnung der Oeffa
keit übergeben. Der Entwurf ſtellt eine Referenterm
dar, die vor der endgültigen Faſſung und Zuleitung an 2.
ſetzgebungskörperſchaft den intereſſierten Behörden und 2
ſationen zur Stellungnahme überſandt und gleichzeitig au
Fraktionen des Landtäges einſtweilen zur Kenntnis ge
worden iſt. Er macht den Verſuch, das bisher in zwei G
(Städteordnung und Landgemeindeordnung) getrennte
Re=
heſſiſchen Gemeinden in einer einzigen Gemeindeordnung 5
einigen und es gleichzeitig zeitgemäß fortzubilden.
Der 75 Artikel umfaſſende Entwurf hält, der Entw
der allgemeinen Rechtsauffaſſung in Deutſchland
entſpr=
an der bisherigen Bürgermeiſtereiverfaſſun=
und beſeitigt auch für die Städte das Recht zur Einfüüſ
der Magiſtratsverfaſſung, von dem übrigens bisher in
Falle Gebrauch gemacht worden iſt. Er regelt in ſeinemy
Teil das Gemeindeverfaſſungsrecht in ſeinem zweiten Tal
Gemeindeverwaltungsrecht. Der Verfaſſungsteil aufümſthone
neben Beſtimmungen allgemeiner Natur (Begriffsbeſtinz / hührung
Einteilung der Gemeinden, Namen, Wappen und Dienſſt
ſolche über das Gemeindegebiet, die Gemeindeangehörige-
Rechte und Pflichten, ſowie über das Recht der Ortsſi,//
Der Verwaltungsteil handelt in feinem erſten AEZul ſrhorheben
von Stadtrat und Gemeinderat, vom Entwurf zuſammenunküve ergreif
als „Rat” bezeichnet, in einem zweiten Abſchnitt vom X.
meiſter und den Beigeordneten und zuletzt von den Ausſau
die er in Ratsausſchüſſe und Verwaltungsausſchüſſe (bis/MMMiage
Deputationen) einteilt.
Da das Gemeindewahlrecht und das Gemeindebeamt
bereits in beſonderen Geſetzen vorweg geregelt ſind, enth u,
Entwurf hierüber keine Beſtimmungen. Er wird als Tiſ
wurf bezeichnet, weil außer der Regelung der Staatsaufſicn
beſondere auch die Beſtimmungen über die Ver:
tung des Gemeindevermögens und die
meindeabgaben noch ausſtehen. Die einſtweilin
kanntgabe erfolgt, um die von dem Landtag gewünſckte
ſchleunigte Vorlage des Geſetzentwurfes zu ermöglichen!
den intereſſierten Stellen die Gelegenheit zu nehmen, ſchan
Einbringung des Entwurfs zu ihm Stellung nehmen zu An/u
Muft. A1
Abgelehnte Auflöſung in Preußen.
* Berlin, 21. Oktober. (Priv=
Im Preußiſchen Landtag iſt am Dienstag unter koml
ſtiſchen Lärmſzenen ein Antrag der Wirtſchaftspartei, Er/46u einem
mit einem kommuniſtiſchen Antrag deckte und die Auflöſu- =)) Mlo
Landtags herbeiführen wollte, abgelehnt worden. Eine 30n Unb
zählung der Stimmen hat nicht ſtattgefunden, weil eine n — uhnd
liche Abſtimmung nicht beantragt war. Infolgedeſſen wei / tm
nur, daß die Weimarer Koalition, die Deutſch=HannoveramEſm idn
die beiden Aufwertungsparteiler gegen die Auflöſung gen
haben. Der Antrag der Wirtſchaftspartei hatte von vorn
nur agitatoriſche Bedeutung. Die Weimarer Koalition n4
im Preußiſchen Landtag über eine knappe Mehrheit. S
kein Bedürfnis nach Neuwahlen, weil dieſe beſtimmt zuuc
vollſtändigen Verſchiebung der Macht führen würden. Stal
und Nationalſozialiſten wollen nun ein Volksbegehren eir !9
Hal
umme
hürz des an
Beileid des Reichspräſidenken zum Grubenungli
Der Reichspräſident hat an den preußiſchen Regierung!
denten in Aachen folgendes Telegramm gerichtet: Die Mg
von dem Exploſionsunglück auf Grube Anna bei Aachen haf
tief erſchüttert. Hoffentlich gelingt es, die noch eingeſchl 1ſt My
Bergleute zu retten. Den Angehörigen der bei ihrer Arbe
unglückten bitte ich den Ausdruck meiner aufrichtigen ERN
nahme, den Verletzten meine beſten Wünſche für baldige Ge-”
zu übermitteln. (gez.) von Hindenburg, Reichspräſident.
Adalberk Stifker.
Zur 125. Wiederkehr ſeines Geburtstage
am 23. Oktober.
Von Dr. Erich Jeniſch.
In einer Zeit, deren Dichtung die Empörung der Jugend
gegen das Alter, den Mord des Vaters durch den Sohn
prokla=
miert, ſcheint die Erinnerung an Adalbert Stifter wie die
Be=
ſchwörung einer Geſtalt aus gründlich vergangener
Vergangen=
heit. Iſt doch der Jüngling, der beſcheiden, zuchtvoll und ſtill
zum Leben antritt, der ehrfürchtig vor dem Alter ſteht, eine
typiſche Geſtalt ſeiner Dichtung. Jean Pauls heroiſche
Jüng=
linge erleben in Stifters Werk ihre Auferſtehung zu einer neuen
Lebensform. Unzeitgemäß neben einer auf Aktualität und
Akti=
vität gerichteten Literatur erſcheint Stifters Werk noch in einem
anderen Sinne. Nicht die laute Wirkung, ſondern das ſtille
„fanfte Geſetz” ſucht ſeine Kunſt. „Das Wehen der Luft, das
Rieſeln des Waſſers, das Wachſen des Getreides, das Wogen
des Meeres, das Grünen der Erde, das Glänzen des Himmels,
das Schimmern der Geſtirne halte ich für groß; das prächtig
ein=
herziehende Gewitter, den Blitz, welder Häuſer ſpaltet, den
Sturm, der die Brandung treibt, den feuerſpeienden Berg, das
Erdbeben, welches Länder verſchüttet, halte ich nicht für größer
als obige Erſcheinungen, ja, ich halte ſie für kleiner, weil ſie nur
Wirkungen viel höherer Geſetze ſind”, ſagt er in der Vorrede
zu den „Bunten Steinen” Wie in der Natur ſucht er auch
im Menſchen jenes „ſanfte Geſetz” welches Natur und Menſch
beherrſcht. Ein Leben voll Berechtigkeit und Einfachheit,
Wirk=
ſamkeit und Selbſtbeherrſchung, verbunden mit einem heiteren
gelaſſenen Streben, hält er für groß. Es erſcheint ihm größer
als ein Leben, das durch mächtige Bewegungen des Gemütes
und einen raſtloſen Geiſt beherrſiht wird, welcher umreiß= und
zerſtört.
Wenn dennoch kultivierte Künſtler wie Hermann Bahr und
Hugo von Hoffmannsthal und Gelehrte vom Range Auguſt
Sauers und Joſeph Nadlers Stifter wieder „entdeckt” haben,
wenn Friedrich Nietzſche den „Nahſommer” unter den wenigen
deutſchen Werken nannte, die ſeit Goethe als bleibend gelten
dürften, ſo beſteht trotz dieſes Gegenſaßes zum Geiſte unſerer
Zeit offenbar auch eine tiefere Nähe zwiſchen Stifter und uns
Dieſe Beziehung iſt es, die uns zwingt, immer wieder Stifters
„Studien” oder „Bunte Steine” ſeinen „Nachſommer” oder
„Witiko” aufzuſchlagen in Stunden ſtiller Beſinnung und Ruhe.
Denn wir ſpüren, daß in dieſen Erzählungen, die auf den
erſten Blick ſo unmodern zu ſein ſcheinen, der Geiſt einer großen
Kulturtradition bis in unſere Zeit lebendig fortwirkt. Im
„Witiko” und im „Nachſommer” verklären ſich noch einmal das
ilberne und das goldene Zeitalter unſerer Dichtung, Herders
und Goethes Geiſt.
Im Böhmerwald, im Dorfe Oberplan, wurde er am 23.
Oktober 1805 geboren. Die Landſchaft ſeiner Heimat prägte ſich
ſo tief in die Seele des Knaben, daß ſie immer wieder in ſeiner
Dichtung zum Ausdruck kommt. Dieſe Natur iſt in ſo hohem
Maße der Inhalt ſeiner Dichtung, daß Zeitgenoſſen ſeine
Schrif=
ten mit Landſchaftsbildern vergleichen konnten, in denen die
Menſchen nur als unweſentliche Staffage hineinkomponiert ſind.
Gewiß iſt dieſe Formulierung überſpitzt, denn Menſchen und
ihr Schickfal bedeuten in ſeinem Werke ebenſoviel wie die Natur.
Die Natur wird zur Grundſtimme in der Melodie des
menſchlichen Daſeins. Vor ihr vergehen menſchliche Kräfte und
Leidenſchaften. Sie iſt in ihrer Größe und Geduld das „
Blei=
bende”, ſie allein bildet den Menſchen ganz, wenn ſie auch ſein
perſönliches Glück oder Unglück nicht achtet. „Gott iſt nicht im
Erdbeben oder im Feuer, ſondern im ſtillen Saufen, .. . . die
unaufdringliche Majeſtät iſt in der Tiefe, in der Ruhe, im
Bleibenden” — dieſes Bibelwort iſt die Grundlage ſeiner
be=
tont chriſtlichen Kunſtlehre, die er den Benediktinern von
Krems=
münſter verdankt.
Jean Pauls Kunſt wirkt ſtark auf Stifter. Seine
Werke, die „Studien” die in den vierziger Jahren des 19.
hunderts, und die „Bunten Steine”, die 1853 erſcheinen,
zwiſchen Jean Paul und Goethe. Stifter, der von ſeiner J.7
liebe durch fremden Willen geſchieden wurde, und übereſ.
gleichgültige Ehe einging, offenbart in dieſen Geſchicht -io
Seele eines einſam Gewordenen. Vom Weſen und WcZMucr
Ehe, vom Auseinanderleben und Wiederfinden der Ehe
MAuchide=
vom Kind als dem Mittel der Trennung und Wiederne. n
gung ſprechen dieſe ſtillen Erzählungen, die von den Man
Herders und der „Wahlverwandtſchaften” und des „Me M0M
Meiſters” durchdrungen ſind. Dann folgte der „Nachſara
in dem Goethes Geiſt am deutlichſten erkennbar wird. ſ
ein Buch der Erziehung und Bildung zu einem Kunſtmern0.
Lebens, das Liebe und Maß, Güte und Zucht geſtalter! Ein.
iſt ein äußerſt kultiviertes Leben, dem nichts unbedeutenr 04M0
gleichgültig iſt, das ſeinen Kreis mit einem einheitlichen -R
zu erfüllen ſucht. Das letzte Werk Stifters, der große hiſtu-c
Roman „Witiko”, der im mittelalterlichen Böhmen ſhu
E=
nicht ſo ſehr der Roman eines Einzelnen als eines Volkes.
Menſchen und Natur tritt nun in Stifters Weltanſchauur) ſch
dritte große Macht die Erkenntnis der Geſchichte. Stiſte*
in den Völkern im Sinne Herders große Naturprodukte, "
der Hand des Schöpfers hervorgegangen ſind. Ihre ge*.0
lichen Schickſale ſtellen die Abwicklung eines rieſigen G27.
dar, das auch über dem Menſchen als Einzelweſen B*
und dann Sittengeſetz genannt wird. Die Umwälzungs /0
Völkerleben ſind Verklärungen dieſes Geſetzes. Natur W2 0
ſchichte ſind Offenbarungen derſelben Mächt. Weil Süim
„Witiko” nicht Menſchen=, ſondern Völkergeſchichte erzähler
muß er die Figuren des Romans typiſieren, damit in ſchſ.
Volk ſo rein als möglich ſich darſtellen kann. Sprachlich A.
poſitionell iſt auch dieſes Werk in ſeiner epiſchen Anſchal:
und Zuverläſſigkeit eine Meiſterleiſtung.
Der würde Stifter falſch ſehen, der in ihm nur eine‟
riſchen Reaktionär erblickte. Gewiß ſpiegeit ſich in ſeinen."
Adel und Bürgertum des vormärzlichen Oeſterreichs. ."
Geiſt der Jahrzehnte um 1800. Aber dieſer Geiſt del *
die in ihm ihren Nächſommer erlebte, war ihm kein M.”
haftes Kultivieren einer abgeſchloſſenen Vergangenheil, e
fortwirkende Wirklichkeit. Den Geiſt der neuauftommeuve
ſpürte Stifter wohl; er ſah das Zeitalter der Nauurwille.
ten voraus und nannte ſie ein beſonderes, zweites Gecle
großen Weltenuhr. Aber er wünſchte, daß auch in der d:
der Geiſt nicht verlorengehe, der in ſeinem „Nachſommie.
Satz prägen konnte: „Bewegung regt an, Nuhe erfuuh
entſtehr jener Abſchluß der Seele, den wir Schönheit N‟
292
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Seite 3
Wemennt ver Mormioklaing Gerachie.
Re engliſche Regierung weiß nichts von einem amerikaniſchen Vorſchlag zur Gewährung eines
Morakoriums für die inkernalionalen Schuldenzahlungen.
Frankreich und die Morakoriumsgerüchke.
Keine Inikiakive der engliſchen
EP. Paris, 21. Oktober.
Regierung.
Die aus Waſhington und London kommenden Nachrichten
über Beſprechungen wegen Gewährung eines Moratoriums für
die Youngplanzahlungen oder gar eine Reviſion dieſes Planes
Enlgegenkommen Amerikas eine rein inner- werden hier ſehr ſchlecht aufgenommen. — Der „Exeelſior” teilt
Lplitiſche Frage der Bereinigken Staaken”
EP. London, 21. Oktober.
a ly Telegraph” und „Morning Poſt” laſſen ſich aus
hätcton melden, daß für die Gerüchte über ein mögliches
zurum für die internationalen Schuldenzahlungen keine
mase vorhanden ſei. Wie der „Morning Poſt”=Korreſpon=
=ärt, beſteht nach Anſicht aufmerkſamer Beobachter in
ſeron nur geringe Ausſicht, daß ein
derarti=
chritt von den amerikaniſchen Behörden
rommen wird. Das Haupthindernis für eine ſolche
hihrne der amerikaniſchen Regierung bilde die Haltung
ſſtngreſſes, in dem die Meinung vorherrſche, daß
Rikabereits zu große Zugeſtändniſſe in der
ſie der Kriegsſchulden gemacht habe. — Der
wpendent des „Daily Telegraph” meint, daß bei einem
e. Demokraten bei den nächſten Wahlen zum
Repräſen=
anyanlauts eine geringe Möglichkeit beſtehe, daß ein Vorſchlag
luf et entgegenkommendere Haltung der amerikaniſchen
Re=
ſeun ſien der Schuldenfrage in Waſhington günſtig
aufgenom=
ſenxſetde.
ſiengliſchen offiziellen Kreiſen weiß man
ſiohß von einem amerikaniſchen Vorſchlag zur
„eſch)rung eines Moratoriums für die
inter=
ſaſtit alen Schuldenzahlungen. Wie die engliſche
glian g aus Anlaß der Gerüchte über dieſen Gegenſtand
noch=
naluel vorheben läßt, werde ſie von ſich auskeine Ini=
„Kalltbe ergreifen, da nach ihrer Anſicht ein
Ent=
eſütſ ommen Amerikas eine rein
innerpoli=
iſſtchFrage der Vereinigten Staaten darſtelle.
Iakere engliſche Skimmen zum Reparakions=
und Kriegsſchuldenproblem.
ſemlten Rede des Vorſitzenden des Banken= und
Währungs=
u Slſſaſſes des amerikaniſchen Repräſentantenhauſes MeFadden,
n ſteir für eine Verminderung der deutſchen
Reparations=
ingnele nheiten oder für eine Suspendierung der Zahlungen,
buteür eine „großmütigere Haltung der Vereinigten Staaten
ſeglknwber den Alliierten” eintritt: Wenn ſich auch vieles
zu=
ſun Ses Planes MeFaddens ſagen läßt, iſt es doch äußerſt
heA wetliha ft, ob ſeine Landsleute und ihre Vertreter im Kongreß
ſch xſon klar darüber ſind, ein wie großes Hindernis für die
Erhſung des amerikaniſchen Ausfuhrhandels der Strom der
unt Feßllatſonszahlungen bildet. Wenn die Zuſtimmung des
Kon=
bitshau Freniſ zr einem ſolchen Plan fehlt, hat eine günſtige
Stellung=
di Au tahlen Mellons und der Regierung wenig Wert. Angeſichts
rden, iher kſüicken Unpopularität des Präſidenten
Hoo=
eilikem oird dieſe güinſtige Stellungnahme vielleicht ſogar die
eſn Ronhtßrnitglieder daran verhindern, ſich mit dem Plan an=
Pfuig den.
iuancial Times” ſchreibt: Den Erörterungen des Pro=
„Aenlder Schulden an Amerika darf im Augenblick keine zu
broſſt Bedeutung beigemeſſen werden, und vielleicht wird es
ſuchy ir politiſch zweckmäßig gehalten werden, ſie zu
demen=
ſerusnaber gewiſſe Einzelheiten des gemeldeten Plans machen
den Eid ruck eines Anfangs ernſtlicher Erörterungen. Es wird
nu ir
Mkai=
Früdf ar Fit
öffi
iädr
Uera1
ſie Möglichkeit eines Moratoriums für die
tten Schuldenzahlungen ins Auge
ge=
täelleicht würde das für den Anfang genügen. Die
ſſtliche Meinung ſollte ſchon auf die
Mög=
lit vorbereitet ſein, daß Deutſchland
frü=
hewder ſpäter in die Lage kommt, ſeine
Repa=
nsverpflichtungen nicht erfüllen zu
kön=
ſoh Mnen= Die Kriegs= und Reparationsſchulden
ihil ſtella der Erholung der Welt im Wege.
ſeinen Leſern „ſein Erſtaunen und ſeine Unruhe beim Leſen
ſolcher Nachrichten” mit. — Der „Figaro” hält die Tatſache, daß
Dr. Schacht von neuem von ſich reden mache, für beunruhigend.
Der „Excelſior”, deſſen Informationen ſcheinbar aus der
glei=
chen Quelle ſtammen, wie die des „Figaro”, da ſie dem Sinne
nach vollkommen mit denen des letzteren Blattes
übereinſtim=
men, erklärt, bis auf weiteres glaube er nicht, daß die
franzd=
ſiſche Regierung irgendein Intereſſe daran habe, zu Manövern
die Hand zu bieten, die auf eine Verminderung der alliierten
Schulden hinausliefen und die ein Moratorium und eine
Revi=
ſion des Youngplans zur Grundlage hätten. Die Frage ſtelle
ſich nicht; ſie ſei übrigens bisher auch nicht von verantwortlichen
deutſchen Perſönlichkeiten geſtellt worden. Deutſchland allein ſei
durch die Beſtimmungen des Youngplanes ermächtigt, die
Ini=
tiative einer Forderung nach einem Zahlungsaufſchub zu
er=
greifen. Es ſei alſo zum mindeſten ſonderbar, daß die
Gläu=
biger mehr Eifer zeigten, die Einberufung des beratenden
Aus=
ſchuſſes des Youngplanes zu verlangen, der mit der Prüfung
der Frage nach einem Moratorium beauftragt werden müßte.
Der „Excelſior” drückt die Meinung aus, daß es Deutſchland
ganz gut möglich ſein werde, mit Hilfe der BJZ ſeine
Finan=
zen wieder aufzurichten, wie dies Frankreich unter ganz
anders=
artigen Umſtänden ohne ausländiſche Hlife im Jahre 1926
ge=
tan habe. Dies ſei ganz einfach eine Frage des guten Willens.
In Erwartung dieſer Wiederaufrichtung der deutſchen
Finan=
zen, die möglichſt wünſchenswert ſei, ſei es einſtweilen nicht gut,
die Frage der alliierten Schulden an Amerika aufzurollen, eine
Frage, die übrigens ſehr unpopulär in den Vereinigten
Staa=
ten ſei.
„Alles hängk von Amerika ab"
EP. Paris, 21. Oktober.
In ſeinem heutigen Leitartikel nimmt der „Temps” zum
Re=
parationsproblem wie folgt Stellung: „Die Sondierungen und
Manöver zugunſten einer Reviſion des Youngplanes verlangen die
ernſteſte Aufmerkſamkeit. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß ein
Deutſch=
land zugeſprochenes Moratorium für die aufſchiebbaren
Jahres=
zahlungen des Youngplanes als notwendige Gegenleiſtung die
ſiyancial News” ſagt in einem Leitartikel zu der geſtern unter gleichen Bedingungen zu erfolgende Aufhebung der
alliier=
ten Schuldenzahlungen an Amerika zur Vorausſetzung haben müſſe.
Wenn man nicht bloß ein einfaches Moratorium, ſondern eine
Reviſion der Schuldenzahlungen in Erwägung zöge, ſo müßte die
Reviſion der interalliierten Schulden ebenfalls durchgeführt
wer=
den. Entwickelt ſich die Aktion Dr. Schachts in Waſhington in
dieſem Sinne? Deutſchland würde natürlich in dieſem Falle allen
Gewinn haben, da im Haag feſtgeſetzt worden iſt, daß es an jeder
Verminderung der effektiven alliierten Schuldenzahlungen an
Amerika teilnehmen ſoll. Alles hängt in dieſer Frage
von Amerika ab, das bisher weder vom Geſichtspunkt einer
politiſchen Entſpannung noch einer Geſundung der Finanzen in
der ganzen Welt ſich zu einer proportionierten Annullierung der
Kriegsſchulden und =Laſten aufgeſchwungen hat. Der
ameri=
kaniſche Standpunkt in dieſer Angelegenheit iſt immer
von innerpolitiſchen Rückſichten beeinflußt
wor=
den. Man kann nicht ſagen, daß die gegenwärtige Lage dazu
ge=
eignet iſt, den Geiſteszuſtand Amerikas entſcheidend zu ändern.
Gewiß legen ſich die Amerikaner Rechnung darüber ab, daß die
Verarmung Europas ihre eigene Proſperität
kompro=
mittieren würde und daß im großen und ganzen von ihnen die
politiſche, finanzielle und wirtſchaftliche Wiederaufrichtung der
Welt abhängt. Aber es gibt vorgefaßte Meinungen. Man müßte
in ein ſofortiges Opfer einwilligen in der Ausſicht auf einen
ſiche=
ren, aber nur indirekten Gewinn, deſſen ganzen moraliſchen und
materiellen Wert die amerikaniſche Maſſe nicht begreifen wird.
Nichts beweiſt, daß die amerikaniſche öffentliche Meinung ſich in
dieſer Hinſicht ernſtlich geändert hat. Daher iſt größte
Reſerviert=
heit am Platze angeſichts dieſer Kampagne, die zum mindeſten
unter ſehr delikaten Bedingungen begonnen hat, einer Kampagne,
für die wir keinerlei Verantwortung übernehmen und für die
wir die Koſten keineswegs tragen wollen. Ihr Verlauf wird ſehr
genau verfolgt werden müſſen, wenn man ſich nicht von gewiſſen
politiſchen Seiten des Problems überraſchen laſſen will.”
Dr. Schacht zum Reparakionsproblem.
CNB. New York, 21. Oktober.
Dr. Schacht hielt geſtern abend vor etwa 600 Perſonen in
der Foreign Policy Aſſociation einen Vortrag über die
ökono=
miſchen Zuſammenhänge und Auswirkungen des Youngplans,
in dem er u. a. erklärte: Die Frage der Annuitäten werde in
kürzeſter Zeit als eines der ernſteſten ſozialen Probleme erkannt
werden, da die deutſche Arbeiterſchaft einzuſehen beginne, daß
die Aufbringung der Reparationen ihren Lebensſtandard
empfindlich beeinträchtige. Das Transferproblem ſei nicht zu
löſen, wenn nicht die anderen Länder Deutſchland einen
größe=
ren Anteil am Welthandel einräumten. Durch Anleihen und
Kredite werde das Problem nur immer ernſter, da Deutſchland
unter allen Umſtänden die Anſprüche ſeiner privaten Geldgeber
reſpektieren werde und ſie nicht durch immer erneute
Zahlun=
gen an ſeine politiſchen Gläubiger gefährden dürfe. Die
Tat=
ſache, daß der Youngplan die Möglichkeit vorſehe, den
beraten=
den Sonderausſchuß der B.J.Z3. jederzeit einzuberufen, auch
ohne daß eine ſofortige Einſtellung der Zahlungen erfolge, gebe
die Möglichkeit, eine friedliche Löſung
herbei=
zuführen, ohne die Weltwirtſchaft in Unruhe
zu verſetzen. Das deutſche Volk könne nicht mehr tun, als
die Welt über ſeine wahre Lage aufzuklären.
Wahlen in Norwegen.
Schwere Verluſte der Arbeikerparkei und der
Kommuniſten.
Oslo, 21. Oktober.
Die Wahlen zum Storthing ſind im ganzen Lande ruhig
ver=
laufen. Die Wahlbeteiligung war ſehr ſtark. Infolge der ſtarken
Wahlbeteiligung haben alle Parteien einen Stimmenzuwachs zu
verzeichnen mit Ausnahme der Kommuniſten, die eine ſchwere
Nie=
derlage erlitten und vorausſichtlich alle drei Mandate, über die ſie
im alten Storthing verfügten, verlieren werden. Abgeſehen von
drei Wahlbezirken, aus denen das endgültige Ergebnis noch nicht
vorliegt, iſt das bisherige Geſamtergebnis folgendes:
Arbeiter=
partei 52, Konſervative 38, radikale Linke 32, Bauernbund 25. Die
Konſervativen gewinnen bisher acht Sitze, die radikale Linke
ge=
winnt zwei Sitze, der Bauernbund dürfte einen Sitz verlieren, und
die Arbeiterpartei hat neun Sitze verloren und einen gewonnen.
Die bürgerliche Preſſe betont, daß die ſchwere Niederlage der
Ar=
beiterpartei auf die ſehr radikalen Grundſätze zurückzuführen ſei,
die einige ihrer Führer während des Wahlkampfes vertreten
hät=
ten. Vier Mitglieder des Kabinetts ſind bisher wiedergewählt.
Eine ſpaniſche Zinanzdelegakion in Paris.
EP. Paris, 21. Oktober.
In Paris befindet ſich zurzeit eine ſpaniſche Delegation unter
Führung des Gouverneurs der Bank von Spanien, die laut „
Ex=
celſior” in den letzten Tagen mit dem Gouverneur der Bank von
Frankreich, Moret, dem Präſidenten der B. J.3., Mac Carrah, und
dem Generaldirektor dieſer Bank, Quesnay, Fühlung genommen
hat. Das Blatt glaubt zu wiſſen, daß der gegenwärtig von der
ſpa=
niſchen Regierung in Erwägung gezogene Auslandskredit durch
die Goldreſerven der Bank von Spanien, die bekanntlich ſehr hoch
ſind, geſichert werde, und zwar in der Weiſe, daß das Gold nur
dann aus Spanien ausgeführt werden ſoll, wenn bei Fälligwerden
der Rückzahlungen dieſe nicht in ausländiſchen Deviſen geleiſtet
werden könnten.
Verſammlungsverbot in Baden.
Karlsruhe, 21. Okt.
Der Miniſter des Innern veröffentlicht im „Badiſchen
Staats=
anzeiger” eine Bekanntmachung, wonach bis auf weiteres für das
Land Baden alle Anſammlungen und Verſammlungen unter freiem
Himmel wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche
Sicher=
heit verboten ſind. Anlaß zu dieſer Anordnung haben die
erheb=
lichen Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit
gege=
ben, die in den letzten Tagen im Anſchluß an politiſche
Verſamm=
lungen an verſchiedenen Orten erfolgt ſind. Ferner hat das
Mini=
ſterium die örtlichen Polizeibehörden angewieſen, auch
Verſamm=
lungen in geſchloſſenen Räumen zu verbieten, falls die
Ausſchrei=
tungen auch dort nicht unterbleiben.
21 Kleiſtpreis 1930 für Reinhard Goering.
Um Bureau des Heſſiſchen Landestheaters wird uns ge=
„üſchriten. Die Intendanz des Heſſiſchen Landestheaters darf
ſthodie Aſtſcheidung der Kleiſt=Stiftung, die den Kleiſtpreis 1930
ſin unghelt dem Dichter Reinhard Goering für ſein Schauſpiel
M„Oiesüdpolexpedition des Kapitän Scott”
zu=
erkehm und dem Bühnenwerk „Die Portugaleſiſche
Schlcht” von Ernſt Penzoldt eine ehrenvolle Erwähnung
Zutel verden läßt, mit beſonderer Genugtuung begrüßen, da dieſe
Entſſadung die Spielplanabſichten des Heſſiſchen Landesthea=
9 tersſ hr ſam unterſtreicht. Goerings Schauſpiel „Die
Südpol=
esbehion des Kapitän Scott iſt bereits in der vorigen Spiel=
Zeit EMDarmſtadt zur Aufführung gebracht worden als ein
Vor=
ſtoßé Dramatiſches Neuland und weſeutlicher Beitrag zur
geiſt im Neuorientierung des Thcaters. „Die Südpolexpedition
des ſpitän Scott” war nach Meinung der Darmſtädter
Büh=
henſchung eine bedeutſame Anregung, die von einem Theater,
e das 7 9 Entwicklung und nicht den Augenblickserfolg im Auge
hat,A ichr übergangen werden durfte. Der Dichter Reinhard
Soerng hat der Darmſtädter Aufführung ſeines Werkes zwei=
Malg gewohnt und dem Heſſiſchen Landestheater in ausdrück=
F lichch In erkennung dieſer Aufführung ſeine neue Bühnendich=
We Züugy8u m Wohl, Helga!” und ein ſoeben mit dem jungen
Dich=
ter Nän. ter Rieß beendetes Maskenſpiel „Trö” zur
Urauf=
fühnay angeboten. Die Intendanz des Heſſiſchen
Landes=
i9egus iſt ebenfalls erfreut über die ehrenvolle Erwähnung,
Die 7X diesjährige Kleiſtpreisrichter Dr. Ernſt Heilborn dem
Dichn Ernſt Penzoldt für ſeine Komödie. Die Portugaleſiſche
Schplnt” hat zukommen laſſen, da das Heſſiſche Landestheater
Ma As Se deutſche Bühne das Aufführungsrecht für dieſes Werk
Frnnatzn hat. Inzwiſchen haben ſich auch die Staatstheater in
Zer) und München zur Annahme der „Portugaleſiſchen
Schcht entſchloſſen. Die Uraufführung des Werkes findet
dorgſichtlich im Januar 1981 in Darmſtadt ſtatt.
DM0 1. Beeihoven-Abend des Drumm=Quarkekks.
Beethovens Sinfonien im ganzen dem Publikum beſſer
be=
y. als ſeine Kammermuſik, ſo iſt die eine Urſache dieſer
Er=
daß der Meiſter ſich als Sinfoniker populärer gibt, denn als
naſiker. Die andere liegt in dem Umſtand, daß die Sinfonien
dern ſo beliebten vierhändigen Spielen auf dem Klavier beſſer
IS zum Beiſpiel die Quartette, beſonders die „letzten”. Und
Nn jemand, der dieſe Quartette nicht kennt und liebt, Beethoven
Denn gerade in dieſen Werken, die ja nicht wie die Sinfonien
19e Maſſe, ſondern an den engen Kreis befreundeter Hörer wen=
den, gibt der Tonſetzer von Zuſtänden, Empfindungen, Leidenſchaften
ſo zarter und perſönlich geheimer Art Kunde, wie dies in den
Sinfo=
nien nicht der Fall ſein kann und darf. „Es iſt dankbar zu begrüßen,
daß unſer treffliches Drumm=Quartett ſämtliche Beethoven=Quartette in
einer Reihe von Spielabenden zu Gehör zu bringen die Abſicht hat.
Dieſer Beethoven=Abend bringt ſogleich eine Ueberſicht über die drei
Perioden von des Meiſters Quartettkunſt. Das P=Dur=Quartett
Opus 18 trägt ausgeſprochen jugendlichen Charakter, ſowohl in der
Energie, mit der im erſten Satz der Rhythmus des Anfangsmotios ſich
tummelt, wie in dem ſchönen Pathos des langſamen Satzes, in dem
balladesken Gebaren des dritten Satzes und der ſprudelnden Heiterkeit
des Finales. Und doch; wie würdig iſt auch dieſes Werk ſchon des
großen Namens Beethovens! Wie mancher Zug läßt uns ſchon hier das
aus den ſpäteren Werken des Meiſters ſo vertraute Antlitz ſchauen.
Das B=Moll=Opus 59 entſtammt den reifen Meiſterjahren und trägt
durchweg ausgeprägten Beethoven=Stempel. Etwas elegiſch, doch auch
energiſch, ſpricht ſich der erſte Satz aus. Das erhabene Adagio könnte
die Ueberſchrift tragen: Gebet unter dem geſtirnten Himmel. Der
tanz=
artige dritte Satz, ſehr eigentümlich rhythmiſiert, ähnelt in der
Grund=
ſtimmung dem erſten. Der Mittelſatz iſt auf ein ruſſiſches
Original=
thema aufgebaut. Das Finale beginnt frech und froh, nicht in der
Ori=
ginaltonart, ſondern in C=Dur, wendet ſich aber bald nach E=Moll. Ohne
aus dem etwas elegiſchen Geſamtcharakter des Quartetts zu fallen, hat
der Schlußſatz etwas Zündendes und Hinreißendes und ſchließt das
Werk außerordentlich wirkſam ab. Das Es=Dur=Quartett Opus 127
iſt nun ſchon eines der „letzten” Quartette. Wenn der Hörer dieſen
Werken mit einer gewiſſen Scheu und der Befürchtung naht, ſie ſeien
ſchwer verſtändlich, ſo iſt dies nur bedingt begründet. In demienigen,
was unter „Form” im Sinne von Anordnung der muſikaliſchen
Be=
ſtandteile des Ganzen ſowohl, wie der einzelnen Sätze verſtändlich wird,
unterſcheiden ſich dieſe Stücke nicht von den früheren. Nur iſt der
Meiſter hier noch mehr als in den älteven Werken beſtrebt, die
Konſtruk=
tion zu verhüllen und den Anſchein einer freien, ungebundenen
Impro=
viſation zu erwecken. Der erſte Satz des Es=Dur=Quartetts wird
eröff=
net durch ein pathetiſches Maeſtoſo von ſechs Takten, worauf ſogleich
das Allegro einſetzt, deſſen erſtes ſequenzartiges Thema mit Richard
Wagners ſchön geprägtem Ausdruck als tief und zart leidenſchaftlich zu
bezeichnen iſt. Es folgt, noch zur erſten Themengruppe gehörig, eine
mehr rhetoriſch ſich gebärdende Melodie, nach deren Abſchluß in der
Haupttonart eine kurze intereſſant motivierte Ueberleitung zur zweiten,
in G=Moll ſtehenden, Gruppe führt. Eine edel elegiſche Weiſe bildet
den Hauptinhalt, und den Abſchluß der Themenerpoſition führen
Wiederanklänge an das erſte Hauptmotiv der Hauptgruppe herbei. Im
übrigen ſpielen ſich Durchführung Repriſe und Coda in gewohnter
Ordnung ab. Der zweiſtimmige Satz baut ſich auf eine Melodie auf,
die durch Variationen entwickelt wird. Hier werden dem Hörer letzte
und tiefe Geheimniſſe der Seele offenbart. Der Charakter des Satzes
iſt Entzücktheit. Das folgende Scherzando vivace bringt uns von den
im Adagio erflogenen ſphäriſchen Höhen wieder auf die Erde zurück,
auf der wir uns im letzten Satz behaglich umſehen und einrichten.
Frei=
lich iſt die hier ſich ergebende derbe Behaglichkeit nicht die des Philiſters,
ſondern eben diejenige eines Geiſtes, der ſich vom Fluge in höchſte Höhen
herabgelaſſen hat. Die liebevolle Heiterkeit, mit der er die irdiſchen
Dinge beſieht und behandelt, behält immer den Charakter lächelnder
Überlegenheit. So ſchlicht, ja ſo derb die Themen dieſes Satzes ſich
ge=
bärden, ſo gewinnen ſie doch durch die künſtleriſche Behandlung einen
gewiſſen ätheriſch entrückten Ausdruck, beſonders noch in der Coda. So
könnte man denken, daß ein abgeſchiedener Geiſt von ſeliger Höhe aus
Mendelsſohn.
die Erde betrachtet.
Kunſt. Wiſſenſchaft und Leben.
— 250 Jahre Comédie Frangaiſe. Am Montag abend feierte
die Comédie Frangaiſe mit einer Feſtvorſtellung ihr 250jähriges
Beſtehen. Die Comédie Francaiſe iſt 1680 von Ludwig XIV.
ge=
gründet. 1689 erwarb die Truppe ein eigenes Theater, und ſeit
1799 iſt das Palais=Royal ihr Heim. Die künſtleriſche Eigenart
der Comédie beſteht in der Achtung vor nationaler Tradition.
So ſetzt ſich das Repertoire faſt nur aus Werken franzöſiſcher
Klaſſiker zuſammen. Frankreich beſitzt in der Comédie Frangaiſe
ein Nationaltheater, wie es in dieſer zentraliſierten Form nur
in Frankreich entſtehen konnte.
— Verein Freunde der Plafſenburg e. V. Kulmbach. Die
diesjäh=
rige Hauptverſammlung, findet am Samstag, den 25. Oktober,
nachmittags 4.30 Uhr, in den Räumen des Künſtlerheims auf der
Plaſ=
ſenburg ſtatt. Abends veranſtaltet der Verein im Saalbau Wittelsbach
in Kulmbach einen Werbeabend. Geheimrat Prof. Bodo Ebhardt=
Berlin wird einen Vortrag (mit Lichtbildern) über „Die Baugeſchichte
der Plaſſenburg” und Profeſſor für Lichtbildweſen Dr. Fritz Limmer
(Darmſtadt) einen Vortrag (mit Lichtbildern) über „Allerlei von der
Plaſſenburg und Kulmbach” halten. Alle Heimatfreunde ſind hierzu
herzlich eingeladen.
Der Verein hat für Verdienſte um die Plaſſenburg (neben dem
Ehrenzeichen) auch eine Plaſſenburg=Münze in Bronze und
in Silber anfertigen laſſen. Ein Exemplar der von Bildhauer Johs.
Seiler=Nürnberg geſchaffenen Plaſſenburg=Münze iſt derzeit im
Schau=
fenſter von „Kunſt und Handwerk‟. Darmſtadt, Ludwigsplatz 8½ (Ecke
Schul= und Schützenſtraße), ausgeſtellt.
Walter von Rummel: Das Welfenerbe. Roman. Reclams Univerſal=
Bibliothek Nr. 7031—33. Geheftet 1,20 Mark, gebunden 2 Mark.
Von Peiting und Schongau, den beiden heute verſchwundenen
Wel=
fenburgen am Fuße der Allgäuer Berge, ausgehend, entwickeln ſich in
raſchem Fluſſe die packendſten Geſchehniſſe deutſcher Geſchichte, vor
allem der gewaltige und erbitterte Kampf zwiſchen Kaiſer Barbaroſſa
und Papſt Alexander III. um die Weltherrſchaft. Markſteine ſind da
die Schlacht von Tuskulum, der ſchwere Sturm auf Rom, die
Kaiſer=
krönung und mit ihr faſt gleichzeitig die gänzliche Vernichtung des
deutſchen Heeres durch eine Seuche. Wer Sinn und Liebe für unſere
Vergangenheit und die kraus verſchlungenen Runen der Geſchichte hat,
wer Teilnahme und Verſtändnis für die ſchweren Herzens= und
Gewiſ=
ſenskonflikte beſitzt, unter denen die damalige Welt litt — ſie leidet
heute noch daran —, wird dieſen packenden Roman freudig begrüßen.
Seite 4
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Nummer 232
Die engliſche Paläfting=Polikik.
Ein Schrikl auf dem Wege zur Gewährung
der Helbſtverwaltung.
EP. London, 21. Oktober.
Die mit großer Spannung erwartete Erklärng der engliſchen
Regierung über ihre zukünftige Politik in Paläſtina iſt geſtern
abend vom Kolonialamt veröffentlicht worden. England erklärt
ſich eingangs darin bereit, die von ihm als Mandatsmacht
gegen=
über den beiden Teilen der Paläſtina=Bevölkerung
übernomme=
nen Verpflichtungen zu erfüllen und appelliert an Araber und
Juden, durch bereitwillige Zuſammenarbeit mit der Paläſtina=
Regierung dieſe Aufgabe Englands zu erleichtern. Es folgen
dann die Geſichtspunkte und Ziele, von denen ſich die engliſche
Regierung in ihrer Politik in Paläſtina leiten laſſen wird. Als
erſte Aufgabe der engliſchen Verwaltung in Paläſtina wird die
Aufrechterhaltung von Frieden, Ruhe und einer geordneten
Re=
gierung bezeichnet. Die engliſche Regierung weiſt mit Nachdruck
darauf hin, daß ſie alle Verſuche, Unruhen oder Mißſtimmungen
unter der Bevölkerung hervorzurufen, gleichgültig von welcher
Seite ſie auch kommen mögen, ſtreng beſtrafen werde. Die
Macht=
mittel der Regierung in Paläſtina ſollen, ſoweit ſich dies als
notwendig erweiſe, verſtärkt werden, um eine wirkſamere
Be=
kämpfung ſolcher „gefährlichen und unverantwortlichen Verſuche‟
zu ermöglichen.
In der Frage der konſtitutionellen Entwicklung Paläſtinas
hält die engliſche Regierung die Zeit für gekommen, wo ein
wei=
terer Schritt auf dem Wege der Gewährung der
Selbſtverwal=
tung an das paläſtinenſiſche Volk in Uebereinſtimmung mit den
Mandatsbeſtimmungen unternommen werden könne. Die
eng=
liſche Regierung ſchlägt deshalb vor, einen geſetzgebenden
Aus=
ſchuß zu konſtituieren, der aus dem engliſchen Oberkommiſſar
und 22 Mitgliedern beſtehen ſoll. Zehn dieſer Mitglieder ſollen
Beamte und die reſtlichen zwölf inoffizielle Mitglieder ſein. Die
inoffiziellen Ausſchußmitglieder ſollen nach dem normalen
Wahl=
recht gewählt werden. Der Oberkommiſſar wird aber auch
weiter=
hin die notwendigen Machtbefugniſſe beſitzen, die eine Erfüllung
der Mandatsverpflichtungen, die Einführung dringend
notwen=
diger Geſetze und die Aufrechterhaltng von Ruhe und Ordnung
in Paläſtina garantieren.
Auf dem Gebiete der wirtſchaftlichen und ſozialen
Entwick=
lung Paläſtinas erklärt die engliſche Regierung, daß die Lage
der Fellachen in Paläſtina viel zu wünſchen übrig laſſe und
des=
halb eine Land= und Siedlungspolitik notwendig ſei, um die
Lebensbedingungen der Fellachen zu verbeſſern. — Im Gegenſatz
zu der jüdiſchen Bevölkerung, die den Vorteil von Kapital,
Wiſ=
ſenſchaft und Organiſation, habe, habe die Sterblichkeitsziffer
unter den Arabern beträchtlich zugenommen, während
anderer=
ſeits das den Fellachen zur Verfügung ſtehende Land ſich
erheb=
lich verringert habe. Es müſſe daher die Politik der
Mandats=
verwaltung ſein, darauf hinzuwirken, daß die Stellung „anderer
Teile der Bevölkerung” nicht durch die jüdiſche Einwanderung
beeinträchtigt werde. — Es werden dann Pläne zur Erhöhung
der Ertragsfähigkeit des Bodens durch künſtliche Bewäſſerung
und Maßnahmen zum Schutz der Fellachen entwickelt. In der
Einwanderungsfrage werde die engliſche Regierung von nun an
ſchärfere Kontrollmaßnahmen ergreifen. Das ganze
Einwande=
rungsproblem ſoll ünftighin in engem Zuſammenhang mit den
Fragen der Arbeitsloſigkeit und der Landſiedlung in Paläſtina
behandelt werden. Die Aufhebung der
Einwanderungserlaub=
nisſcheine für Juden im Mai dieſes Jahres bezeichnet die
Re=
gierung als durchaus gerechtfertigt.
Rückrikt des Präſidenken der Zioniſten=Organiſatiag
zum Prokeſt gegen die neue engliſche Paläſtinapolian
Als Proteſt gegen die neue Politik der engliſchen Regierum 760
in Paläſtina, wie ſie in der vorſtehend veröffentlichten Erklärmm”
des Kolonialamtes niedergelegt wurde, hat der Präſident
do=
zioniſtiſchen Organiſation und Vorſitzende der jüdiſchen Agentzu
Dr. Weizmann, beſchloſſen, ſeinen Poſten niederzulegen. ga
Weizmann gab dieſe Abſicht in einem Schreiben an den Kolonio,
miniſter Lord Paßfield bekannt, das er gleichzeitig auch der Pre=
zugehen ließ. Darin bezeichnet Dr. Weizmann die Politik dor ſtu
engliſchen Regierung als eine fundamentale Aenderung ihrer „a
der Erklärung vom Jahre 1922 eingenommenen Haltung geger.
über der Errichtung einer jüdiſchen Heimſtätte in Paläſtina O.
wohl der Bericht Sir John Simpſons über die Landſiedelurm
von der jüdiſchen Agentur nicht in allen Punkten angenommm,
werden könnte, hätte er jedoch als Grundlage für ein 39=/
ſammenarbeiten mit der engliſchen Regierung dienen könnea=Run
Die neue Regierungserklärung ſtelle jedoch keine
Aufforderung-
an die Juden zur Mitarbeit dar, da ſie ihnen das Recht auf eiüer
nationale Heimſtätte in hohem Maße verſage.
In der Mitteilung an die Preſſe beſchuldigt Dr. Weizmag
die Regierung, eine mit ihren früheren Erklärungen und mit do=
Mandatsaufgaben im Widerſpruch ſtehende Politik zu betreibe
Dr. Weizmann erklärt, daß die Abſicht der engliſchen Regierun
die jüdiſche Einwanderung aus Rückſichtnahme auf die he
ſchende Arbeitsloſigkeit unter den Arabern zu beſchränken, eimm
ungerechtfertigten Angriff auf die Zioniſtenarbeit in
Paläſtiü=
darſtelle und bezeichnet es als wünſchenswert, eine Round Tabd,
Konferenz zwiſchen Juden und Arabern abzuhalten.
Statt Karten.
Ihre Vermählung geben bekannt
Alfred v. Burſtin
Leutnant im 10. (Preuß.) Reiter=Regiment
und Frau Annemarie, geb. Heher.
Kirchliche Trauung: Mittwoch, den 22. ds. Mis. um 12 Uhr
in der Johanneskirche zu Darmſtadt.
Am 24. Oftober begehen die Eheleute
Auguſt Geſemann und Frau
Käthchen, geb. Schlander,
Kranich=
ſieinerſtraße 8, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Aliceſtr. 19½
Darmſitadt
Heidelbergerſtr. 69
Nach kurzem, ſchwerem Leiden entſchlief
heute unſere liebe, gute Mutter
Frau Käthe Wolf
Witwe des Fabrikdirektors Wilh. Wolf.
Michelſiadt (Heſſen), Dortmund,
den 20. Oktober 1930.
Rechtsanwalt und Notar Otto Bolf
und Frau Thea, geb. Lombard
Reichsbankrat Paul Schnur n. Fran
Mathilde, geb. Wolf.
Die feſerliche Einſegnung vor der Elnäſcherung) findet
ſtatt am Donnerstag, den 23. Oktober 1930, 10½ Uhr,
in der öſilichen Halle des Hauptfriedhofes zu Dortmund.
Dſe Beiſetzung geſchſeht ſpäter in aller Stille in
Darmſiadt.
(15480
Todegs=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben guten Mann, mein treuſorgender Vater,
Schwie=
gervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Karl Günther
Alt=Veteran 1870/74
im Alter von 81 Jahren, von ſeinem langen, ſchweren,
mit größter Geduld ertragenem Leiden, durch ſanften
Tod zu erlöſen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelmine Güntber, geb. Jourdan
Wilhelm Günther, Schmiedemeiſter.
Arheilgen, den 21. Oktober 1930.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Oktober,
nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhauſe
Darmſtädter=
ſtraße 4 ſtatt.
Heute nacht verſchied unerwartet meine liebe
Frau, unſere gute, treubeſorgte Mutter,
Schwie=
germutter und Großmutter
(15511
Frau Johanne Gakhmann
geb. Ehrenberg
im 76. Lebensjahr.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Harkwig Gathmann.
Groß=Umſtadt, den 21. Oktober 1930.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den
den 23. Oktober, um 1 Uhr ſtatt.
Wir bitten, von Beileidsbeſuchen abſehen zu wollen.
Sonntag, den 26. Oktober begehen die
Eheleute Georg Diehl, Schaffner
und Frau Agnes, geb. Wehner in
Reinheim das Feſi der
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen!
(15500
Für erwleſene Aufmerkſamkeiten zu
meinem 90. Geburtstag danke ich
hier=
mit herzlichſt.
Frau K. Heibert
Moosbergſtr. 12.
Biſorund Deutche Cualitats-Leppiche
Das grosse Spegialhaug
mit den billigen Beiſen
TEPPICHHAUS
RHARD
FRANKFURT A-M- NEUE MAINZERSTR 22 ECKE FRIEDENSSTR
Aaln S die Hirn annde nrnonan Snn Hannnae prananni
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme von hier und auswärts bei dem Heimgang
meines lieben Mannes unſeres guten Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters und Urgroßvaters
Herrn Mader sr9 .
ſprechen wir hiermit unſeren herzlichſten Dank aus.
Insbeſondere danken wir Herrn Pſarrer Erkmann
für die troſtreichen Worte, dem Krieger= und
Militär=
verein, dem Geſangverein Liederkranz für die
ehren=
den Nachrufe und Kranzniederlegung, ſowie letzterem
für den erhebenden Grabgeſang, ſowie Allen für die
zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharine Lotz, geb. Loß
Wilh. Lotz und Frau
Familie Georg Fretz TV.
nebſt Enkeln und 1 Arenkel.
Arterienverkalkung
Ihre Vorboten und Beglelterscheinungen wle; mte ſit
nober Blutdruck, 9temmot, Schwindelanf 1ie, Bers,
beschwerden, Schlaflosig et, Gicht, Rheuma 1iht
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Aus der Landeshaupkſkadk.
Darmſtadt, den 22. Oktober.
Besung in den Ruheſtand. Der Gendarmeriemeiſter
atuz Hartmann in Eichelsdorf tritt mit Wirkung vom
Nrmiper 1930 auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand.
uciläum. Der Betriebswerkmeiſter Leonhard Müller,
zhönzuy 145 wohnhaft, iſt am 23. Oktober 25 Jahre im Dienſte
ei dimc iſenbahn=Wagenwerk dahier.
Mie geplante Ausſtellung „Plakat” im Heſſiſchen
Landes=
nuſeriwhnt ſich infolge Anwachſens wichtigen Materials ſo
aus=
jeſtal ind andererſeits iſt die Beſchaffung des noch fehlenden
Natems, ſo ſchwierig geworden, daß die Eröffnung um 1½
Vochtenirſchoben werden muß. Der endgültige Eröffnungs=
Vernn” iſt nunmehr der 12. November. Die Plakatſchau
ann ra ieſe Weiſe wirklich ausreifen und das werden, was ihr
ſrgayoſtor Dr. Freund und ſein Helfer Wilhelm Fornofſ
grau=saven machen wollen, nämlich ein grandioſes Zeit= und
Ge=
hichtysh), dargeſtellt mit der Affiche, dem Maueranſchlag.
sſumſtausſtellung in der Bücherſtube Alfred Bodenheimer.
Alſtellung des Darmſtädter Malers W. C. Richter, die
ut behr iſt, wird Ende dieſer Woche geſchloſſen. Die geplante
sſtzelng des hieſigen Malers Georg Breitwieſer wird aus
ichr Grunden erſt nach Weihnachten eröffnet. Ab Montag,
10ſtober, wird eine umfaſſende Ausſtellung von Piper=,
füengel= und Bruckmann=Drucken (ſämtlich
ge=
i)e eigt, die einen intereſſanten Ueberblick geben über das,
fe drei Verlage in der Vervielfältigungstechnik der
weſent=
ia Verke europäiſcher Kunſt leiſten.
ſionorenſchule. Wir weiſen darauf hin, daß das Luſt=
„in Sommernachtstraum” heute abend in der Turnhalle
r Sche wiederholt wird.
hlkshochſchule. Wir machen alle Intereſſenten darauf
auf=
erkſcky d aß die in unſerem Arbeitsplan angezeigten Vorträge
n Sen Dr. Zeh=Heppenheim bis auf Mitte November
zurück=
rlegſt urden ſind. Genaue Anzeige erfolgt ſpäter.
ſer Deutſche Frauenverein vom Roten Kreuz für die
olonnie ſchreibt uns: Als nach dem Weltkrieg unſere
vertrie=
nenn blonialdeutſchen in die Heimat zurückkehrten und
merk=
u. muieng hier inzwiſchen der Platz geworden war, da ſtrebten
ele eug ihnen ſo ſchnell wie möglich aus dieſer Enge wieder
rauu Ihr alter Wagemut und ihr Tatendrang regte ſich. Sie
utem u ihre kolonialen Erfahrungen und rafften die wenigen
itte), ie ſie flüſſig machen konnten, zuſammen. Wenn ſie nur
r Aſueiſe und zum erſten Anfang reichten dann — ſo hofften
— urden ſie „draußen” wohl wieder aufbauen können. Und
zogue denn viele wieder hinaus. Nur war diesmal nicht
utiſſes Gebiet ihr Ziel, nicht unter deutſchem Schutz
ünd lig ſie das neue Heim. In aller Herren Länder verſtreuten
diſſtatkräftigen Männer und Frauen. — So ſah denn auch
s Hiound Libello, in Portugieſiſch Angola, an der Weſtküſte
rikals ine Reihe von alten Oſtafrikanern heranziehen, die mit
end ier Geduld und Mühe den Buſch rodeten und das Land
bar unchten, um erſt Baumwolle, und, als das mißlang, Kaffee
er ( zl anzubauen. Unter den ſchwerſten Verhältniſſen
ſchaff=
a ſiſſe h wieder eine beſcheidene Lebensmöglichkeit. Doch
zu=
eich im der Kunde, daß ſie draußen Fuß gefaßt hatten, kam in
alne) imat die Nachricht: „Wir ſind hier in Krankheitszeiten
nz ugſen; auch, wenn ein Kindchen dem Licht der Welt
ent=
genſuzat, iſt niemand da, der ſich der jungen Mutter annimmt.
innm zu. uns nicht eine Pflegerin, eine Schweſter ſchicken?
ich zudem „Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutſche über
e” nag dieſer Hilferuf, und hier war er an die richtige Stelle
kommm. Denn die Aufgabe dieſes Vereins iſt es ja, den
aus=
ndslzeſchen Kranken und Wöchnerinnen beizuſtehen. So wurde
nn zu etwa drei Jahren die erſte Rotkreuzſchweſter nach
ngolle fnausgeſchickt, gut ausgerüſtet mit Medikamenten und
legehnterial. Es war ein verantwortungsvoller Poſten, den
übelmhm. Denn der nächſte Arzt wohnte weit ab, und an ihr
innaind ihre Entſchlußfähigkeit wurden ganz beſonders hohe
fforieungen geſtellt. — Vom Hafenplatz Loanda aus erreichte
imnlto ihre Station in 1½ Tagen. Ein Lehmhäuschen mit
rohiſlo und geſtampftem Lehmboden war ihre Unterkunft, und
er rute ſie anfangs manchen Pflegebefohlenen aufnehmen,
inn ſ nicht auf die einzelnen Siedlungen zur Pflege gehen
Intetz. 5päter wurde ein. Hoſpital” gebaut, das man allerdings
gnicht „u europäiſchem Maßſtab beurteilen darf. Es iſt ein
Mſt lange, ſtrohgedeckter Lehmbau, der als größten Luxus
n 3nentfußboden und eine Zementbadewanne enthält! Im
hic) 1929 konnte das Hoſpital eröffnet werden, und im
pril ſin hier der erſte deutſche Junge zur Welt! — Viel
häu=
ger I ſolche freudigen Ereigniſſe ſind leider die Fälle von
ebensrankungen, vor allem Malaria und Schwarzwaſſerfieber.
uugu eidetnr /h das ganze Land unter der Plage der Malaria=Mücke,
uwe dem Inſteckungsſtoff verbreitet. Auch Fälle von
Schlafkrank=
ſzullit klmen vor. — Durch ihre hingebende Pflege konnte die
zal chweſte ſchon manches Leben retten, manchem Kranken die
eſunheht wiedergeben. Auf jeden Fall muß deshalb dieſe
flegeruion erhalten werden. Auch wird es notwendig ſein in
in Güno=Bezirk, wo ähnliche Verhältniſſe vorliegen, demnächſt
ſch eim Schweſter auszuſenden. Wer hilft, die Mittel für dieſe
Iterſauung unſerer Auslandsdeutſchen zuſammenzubringen?
„er Gitenverein vom Roten Kreuz. für Deutſche über See iſt
Amnkbafr ür jede Spende, die ihm für dieſen Zweck überwieſen
ird ſcheckkonto 3100 Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.) — Un=
Fe Milieder erinnern wir an den heutigen Lichtbildervortrag
ön OMtltn. a. D. v. Ramſay, einem der erfahrenſten und älteſten
rikauk über Oſtafrika und Kamerun.
—=Gangsfeſt in der Stadtkirche. Das in der Stadtkirche vom
Pangglhen Sängerbund veranſtaltete Geſangsfeſt hatte die
Er=
ſtyſartumgn der Gäſte weit übertroffen. Schon lange vor Beginn
eſer ſanglichen Feierſtunde ſtrömten die Maſſen in das
Gottes=
zus. inktlich mit dem letzten verhallenden Glockenton ſetzte
Pſinenchor zur Einleitung mit dem erhebenden
Vortrags=
ſick „„lls, was Odem hat, lobe den Herrn” markig ein. Auch
hſt beſtigte ſich der Poſaunenchor durch die Begleitung der
Femeijaſgeſänge. Der Bundeswart des Evangeliſchen Sänger=
Undess derr Rechnungsrat Geiß=Darmſtadt, ſprach nach der
criftierleſung und der herzlichen Begrüßung der erſchienenen
Ahörakr as Eingangsgebet. Als würdiger Auftakt des
geſang=
hen, Iles kam der Choral „Dir, dir, Jehova, will ich ſingen”
ſich den Bachſchen Satze mit jubelnder Freude zum Vortrag.
grangſloſſen ſich die Frauen= und Männerchöre, nebſt einigen
t hli, ſingen von Herrn Bundeswart Geiß, die alle fein und
undruWoll zu Gehör gebracht wurden. Als Beſtleiſtung des
achmaugs muß wohl der Männerchor „Ruſſiſches Lied”
ange=
ochens terden, das mit ſeinem erſterbenden pianiſſimo
ehrfürch=
ges weigen auslöſte. Im Mittelpunkt der Feier ſtand die
znſpra=c des Herrn Studienrats Knöpp=Darmſtadt. Es wurde
gimer ſungen, aber das Singen, das aus der Gottesbegegnung
ſraus goren wird, hat einen beſonderen Klang und eine
über=
zältiglee Tiefe. An Männern wie Paulus, Luther und Zinzen=
Pri fiut dieſe Wahrheit ihren Beweis. Nach der Anſprache
Algtem och einige Lieder, deren Vortrag von viel Verſtändnis
d paſnlichem Miterleben der „Mitwirkenden zeugte. Das
chlußſuct hatte Herr Prediger Bringmann=Darmſtadt von der
Dangel Stadtmiſſion. Einer beſonderen Erwähnung bedarf noch
e vomſliche Leitung des Maſſenchors durch Herrn Lehrer
Oſt=
imen=Bberſtadt. Alle Mitwirkenden gehorchten in ſtraffer Zucht
den Fckungen ſeines Dirigentenſtabes, wodurch die Schönheit
er eiülinen Lieder ſowohl in ihren dynamiſchen Wirkungen als
ch jüchnen feinen Abtönungen zur vollen Geltung kam.
We
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Seite 5
Snnt der nedelent Muierel iin Beif Lanvesnäſenin.
Eine notwendige Neuordnung.
Bisher nannten wir ihn den „Saal der Iphigenie”, weil
in ſeiner Erſcheinungen Flucht der große Feuerbach vom Jahr
1862 der ruhende Pol war. Und doch war es gerade dieſes
Bild, welches wie ein Stein des Anſtoßes, wie eine fatale
Piece de résistance ſeit 12 Jahren den öſtlichen Oberlichtraum zu
einem wahren Sorgenkind für uns Muſeumsbeamte gemacht hat.
Denn als Point de vue auf eine Fernſicht von gut 50 Metern
gehängt, dabei von Türrahmen und Heizkörper ſo überſchnitten,
daß man auf 2 Schritte an das Rieſenformat herangehen mußte,
um es in ſeiner ganzen Höhe zu überſehen, galt dies Hauptwerk
der deutſchen Spätklafſik als unberührbar an ſeinem Platz und
jeder Verſuch, es endlich einmal da einzureihen, wo es ſachlich
und geſchichtlich hingehörte, ſtieß bei Gelehrten und Laien, bei
geſchmackvollen und geſchmackloſen Leuten auf unbeſiegbaren
Widerſtand. Dabei rückte es, alternd von Jahr zu Jahr, immer
fremder von ſeiner Umgebung weg, ein peinlicher
Anachronis=
mus gegen die Kunſt des Ein de siecle und des 20.
Jahrhun=
derts, deſſen Farbzauber ſeinetwegen ein Leben in der
Ver=
bannung von unzugänglichen Treppenhäuſern und Büros friſten
mußte. Endlich faßten wir uns ein Herz und der Feuerbach
zog aus; mit ihm naturgemäß der 2. Feuerbach der Galerie,
die „Amazonen auf der Wolfsjagd”, ein Geſchenk des Freiherrn
von Hehl, und der famoſe Henneberg aus den 50er Jahren;
wie denn die geſchilderte Hängung in geringerem Maß auch
Aenderungen in den Kabinetten nach ſich zog, welche demſelben
Grundſatz der Zuſammenfügung des Zuſammengehörigen
unterlagen. Die Feuerbachſche Iphigenie alſo zog aus. Endlich
prangt ſie am richtigen Ort, im beſten Licht, völlig zu ſehen und
unter den kleineren der Genoſſen des Jahrhunderts, welchem
ſie angehört.
Mit dem Auszug des Giganten aber fiel der bisherige
Albdruck und war die ſach= und zeitgemäße Hängung des
Saales für die Bilder der letzten 50 Jahre nicht nur
vorgezeich=
nete Pflicht, ſondern auch wie von ſelbſt gegeben und ſpielend
leicht zu löſen, wenn ſich nur Kenntniſſe, Erfahrung, geſchultes
Auge, Wertgefühl und klarer Leitgedanke geſellten. Die
Ge=
mälde des Heinz Heim rückten zuſammen und ſchloſſen mit dem
Wahlſchüler des frühverſtorbenen Darmſtädters, mit Hoelſcher,
zu einem Dokument heimiſcher Malerei auf. Die 2 Bantzer
hängen nebeneinander, nebeneinander hängen der Frankfurter
Burnitz, ein ſpäterer Zögling der Schule von Barbizon (Wald
von Fontaine=Bleau) und der dunkle Karlsruher Lugo.
Die deutſchen Impreſſioniſten Liebermann, Slevogt,
Corinth, Kalckreuth ſtehen ihren wilderen und glühenderen
Nachfolgern, den Pechſtein, Moll, Rösler, Nolde, dem nordiſch
einſamen und genialen Munch herausfordernd zum Vergleich
und Urteil gegenüber, und dieſe wieder ſetzen ſich auf der
Schluß=
wand des Saales mit Ewald, Weisgerber und den beiden
Altherr fort. Als Auftakt für das ganze aber und als
An=
ſchluß an den Saal des 19. Jahrhunderts figurieren die 2
Len=
bachs der 80er und 90er Jahre, heute altmeiſterliche Stücke der
Gründerzeit, Vertreter jener bereits verſchollenen Jahrzehnte, in
welchen die Kultur außerhalb von Tag und Gegenwart ein
rauſchhaftes Abenddaſein führte.
So nun iſt die Abfolge der Geſchichtsvorgänge ſtreng
be=
wahrt, die Abfolge und Getrenntheit der Generationen und Stile
ſorgſam unterſtrichen, ſo iſt ferner jedes Einzelwerk ſeiner Art
und Güte gemäß deutlich hervorgehoben und dem Beſchauer
dar=
geboten, ſo ſind endlich die Künſtlerperſönlichkeiten aufs
vorteil=
hafteſte betont. Ob der Verſuch, einen halbhundertjährigen
Ab=
ſchnitt der deutſchen Malerei großzügig und überſichtlich
aus=
zubreiten und im gleichen Atem jedem Gemälde den Ort zu
ſichern, welcher es wie einen Schmuckſtein faßt und herausholt,
wirklich geglückt iſt, darüber entſcheide die Kritik unſerer
Galerie=
beſucher. Sie auch mag die nicht zu vermeidende Bruchſtelle, die
Naht gewiſſermaßen und den Verſchlußhaken des durchlaufenden
Gurts erraten und uns vorhalten. Wie ſchön, wenn die neue
Hängung des modernen Saals vorläufig ſein könnte, das aber
heißt, wenn die Mittel des Muſeums, des Staates und
Zu=
wendungen teilnehmender Bürger ſo fließen möchten, daß durch
Ankäufe von Werken der Lebenden das Totalbild der Zeit reicher
und koſtbarer geſtaltet und mit dem Weitergang der Malerei,
ſofern es ſich lohnt, gleicher Schritt gehalten werden könnte.
Freund.
Gemeinnützige Beratungsſtelle, für alle Hausfrauen. Heute
von 3—5 Uhr Beratung: „Welche Stoffe wählt die Hausfrau
beim Wäſcheeinkauf für den ſoliden Haushalt?” Kleiner Vortrag
und Vorführung von in Frage kommenden Stoffen. Die
Be=
ratung iſt jedermann zugänglich und findet in den Räumen des
Hausfrauenbundes. Heidelbergerſtraße 47 (Eingang
Wilhelm=
ſtraße), ſtatt.
Für die
Gesundheit!
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7. Tel. 45
— Paulusgemeinde. Unſer Frauenverein weiſt auch an dieſer
Stelle hin auf den erſten Teeabend, den er in dieſem Winter am
Donnerstag, dem 23. Okt., veranſtalten will. Herr Prof.
Miſch=
lich wird einen Lichtbildervortrag halten über das Thema: „Nach
dem Weltkrieg wieder in Afrika‟. Die muſikaliſche Ausgeſtaltung
des Abends haben in liebenswürdiger Weiſe Frau Heinemann und
Herr Arnold übernommen. Wir glauben, daß nicht nur unſere
Frauen, ſondern auch Männer ſich für den Vortrag, der uns nach
Verluſt unſerer Kolonien beſonders angeht, intereſſieren werden,
und laden jedermann herzlich dazu ein.
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfegenig
erhältlich.
Orpheum. Das nur noch bis Sonntag, 26. Oktober,
wäh=
rende Gaſtſpiel der exotiſchen Groß=Revue „Kaleidoſcope
Braſi=
leiro” mit ſeinen rund 45 Künſtlern aus aller Herren Länder
hat, wie überall, ſo auch in Darmſtadt ſtarkes Intereſſe und
Bei=
fall gefunden — Wieder ſei auf die Vielſeitigkeit und enorme
Fülle dieſes Raſſenprogrammes hingewieſen, das in vollen drei
Stunden 62 Bilder in kaleidoſkopartiger Schnelligkeit vorführt.
(Siehe Anzeige.)
Vfe
Prasset-Kafee msch geröstet Bchulstr. 10
Diebſtähle aus Perſonenkraftwagen. Am 10. Oktober 1930
gegen 24 Uhr wurde aus einem in der Rheinſtraße aufgeſtellten
Perſonenkraftwagen eine dunkelbraune und dunkelgrau gefütterte
Lederjacke geſtohlen. Für die Herbeiſchaffung der Jacke wird eine
Belohnung von 20 Mark von dem Eigentümer zugeſichert. Aus
einem in der Bleichſtraße aufgeſtellten Auto wurden am 13.
Ok=
tober 1930 zwei wollene Decken, graublau mit dunkelblauen Roſen
gemuſtert, und ein waſſerdichter beigefarbiger Mantel, mit Gürtel
und Knöpfen von gleicher Farbe, geſtohlen. Perſonen, die
ſach=
dienliche Mitteilungen machen können, wollen auf Zimmer 3 des
Polizeiamts vorſprechen.
Fahrzeugdiebſtähle. In der Nacht vom 8. auf 9. Oktober
1930 wurde aus einer Werkſtätte in Darmſtadt ein Motorrad
„Marke T.U.” mit dem polizeilichen Kennzeichen V 8 8955,
Num=
mer der Maſchine 11 610 und Fahrgeſtellnummer 11 528, von
unbe=
kanntem Täter geſtohlen.
— Zweites Sinfoniekonzert. Die Vortragsfolge des am
Mon=
tag, den 27. Oktober, unter der Leitung von Generalmuſikdirektor
Dr. Karl Böhm ſtattfindenden 2. Sinfoniekonzertes führt in das
Bereich zeitgenöſſiſcher Muſik. Drei Wexke gelangen zur hieſigen
Erſtaufführung: Ernſt Tochs Bunte Suite, E. N. von
Rez=
niceks Tanzſinfonie und die B=Moll=Sinfonie des jungen
Ruſ=
ſen D. Szoſtakowicz. Ueber dieſes Werk ſchreibt die „
All=
gemeine Zeitung” u. a.: Ebenſo verblüffend wie das
Geburts=
datum (Szoſtakowicz iſt 1906 geboren) iſt das Werk. Ein
pracht=
voller Aufbau. Endlich ein Junger, der große und
entwicklungs=
fähige Themen aufblühen läßt, um ſie mit verblüffend reichem
Können feſſelnd und intereſſant zu verarbeiten. Ein Erfinder von
der Kühnheit eines Berlioz oder Mahler, ein Geſtalter vom Ernſt
eines Brahms — das muß einen überwältigend guten
Zuſammen=
klang geben” Im „Neuen Wiener Journal” leſen wir: „Als
Kom=
poſitionsleiſtung eines kaum Zwanzigjährigen (1928 geſchrieben)
iſt dieſe Sinfonie eine Talentprobe ungewöhnlicher Art. Es iſt
Tempo in dieſer Muſik.” In ähnlichem Sinne äußern ſich die
ſonſtigen Kritiken.
— Jugendherbergs=Verband. Am nächſten Sonntag, den 26.
Oktober, wird in Heppenheim „Die Eulenburg”
ein=
geweiht. Wir laden alle Bünde Gruppen und Freunde dazu ein.
Samstag; Fackelzug und Abendfeier im Amtshof. Sonntag
vor=
mittag Weihe. Nachm. fröhliches Treiben. Wünſche und Zuſagen
für Uebernachtung uſw. an den Gau Südheſſen e. V. Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße 34, und an die Bürgermeiſterei Heppenheim
(Bergſtraße).
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus D Mittwoch,22. Oktober 19 30—22 Uhr
Ein Sommernachtstraum
Ks Bühnen Volksbund
Preiſe 1—10 Mk. 20—21.30 Uhr
Erſter Beethoven=Abend
des Drumm=Qugrtetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk. Donnerstag,
23. Oktober 19 30—22 Uhr
Kabale und Liebe
Miete unbeſtimmt
Preiſe 1—10 Mk. 20—22.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Zuſatz=Miete III2
Preiſe 1 20—6 Mk Freitag,
24. Oktober Keine Borſtellung 20—22 Uhr
In neuer Einſtud. u. Inßzenierg.
Lucia von Lammermoor
Bſ.=M. 10 3 Pr. 1.5 —7.50 Samstag,
25. Oktober 19.30—22 Uhr
Ein Sommernachtstramm
H8 Bühnen=Volksbund
Preiſe 1—10 Mk. 20—82 Uhr
Der G’asſchrank
Heſſiſche Spielgemeinſchaf
Preiſe 0.50——2 50 Mk. Somtag,
28. Oktober 15—17.30 Uhr
Schwanda, der du elſachpfeifer
Heſſenlandgem II1, III2
Preiſe 040—8 Mk.
20—22.45 Uhr
D6. die Herzogin von Chieago
Preiſe 1—10 Mr. 20—22 Uhr
Magdalena
Gaßſpiel der Ludwig=Thoma=
Bühne (Egern)
Preiſe 1.20—6 Mk. Montag,
27. Oktober 20—22 Uhr
Zweites Sinfonie=Konzert
Preiſe 1 20—8 Mk. 20 bis gegen 22 Uhr
Zweites Gaſtiſpiel der Ludwig
Thoma=Bühne. Magdalena
Preiſe 1.20—6 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Shakeſpeares „
Sommernachts=
traum” wird heute, Mittwoch, in der Inſzenierung Renato
Mordos (Bühnenbild: Lothar Schenck v. Trapp) mit der Muſik
von Mendelsſohn=Bartholdy unter Leitung von Fritz Bohne mit
Nürnberger. Richter, Knott, Kutſchera, Conradi, Keim, Schmitz,
Gallinger, Hinz, Pfaudler, Baumeiſter, Keßler, Maletzki, Jürgas,
Weſtermann, Flemming und Saggau im Großen Haus wiederholt.
— Die morgen Donnerstag, im Großen Haus ſtattfindende
Auf=
führung von Schillers Trauerſpiel „Kabale und Liebe‟
findet für die Schülermieten braun, gelb und rot ſtatt. Für den
freien Verkauf ſtehen an der Tageskaſſe Karten in genügender
Anzahl zur Verfügung. — Eine Nachmittagsvorſtellung der
Volks=
oper Schwanda, der Dudelſackpfeifer” von Jaromir
Weinberger findet unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria
Zwißler Sonntag, den 26. Oktober, im Großen Haus ſtatt.
Mitte November veranſtalten Franz Tibaldi und Maria Kienzl,
die ſchon in der vorigen Spielzeit mit ihrem erſten gemeinſamen
Konzert einem heiteren Wiener Abend, großen Erfolg hatten,
einen Lieder= und Arien=Abend.
Infolge der ungeheuer großen Zahl von Einsendungen zum Namen-
Preisaus-
schreiben für den neuen Opel-Lastwagen kann das Ergebnis erst später
be-
kanntgegeben werden. Achten Sie auf weitere Mitteilungen in diesem Blatt.
Seite 6
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Nummer 20
60-Jahr-=Feier der Sekkion Darmſtadk des Deukſchen
und Oeſterreichiſchen Alpenvereins.
Die Sektion Darmſtadt feierte am Samstag abend in der
Vereinigten Geſellſchaft ihr 60jähriges Beſtehen. Nach einem
ein=
leitenden Muſikſtück ergriff der Vorſitzende, Herr Dr. Tenner, das
Wort zur Begrüßung der zahlreich erſchienenen Gäſte,
insbeſon=
dere der Vertreter der auswärtigen Sektionen. Er betonte dabei,
daß auch heute noch wie vor 60 Jahren die Sektion im Sinne der
Gründer von ihm weitergeleitet werde, frei von jeder Politik,
lediglich zur Förderung der alpinen Touriſtik und der Wiſſenſchaft.
Hierauf erfolgte die Verleihung der Abzeichen für 25jährige
Mit=
gliedſchaft an die Herren: Reg.=Oberbaurat Ewald, Kaufmann
Karl Mahr, Apotheker Paul Ramdohr, Prof. Dr. Steuer, Reg.=
Baumeiſter Dr. Erich Wittmann. Eine ſeltene Ehrung wurde
dem perſönlich erſchienenen Geh. Oberfinanzrat Karl Krebs zuteil,
indem demſelben das Ehrenzeichen für 50jährige Mitgliedſchaft
überreicht werden konnte. Nach einem abermaligen Muſikvortrag
ſprachen die zur Feier erſchienenen Vertreter ihre Glückwünſche
aus. Zuerſt gedachte der Ehrenvorſitzende Herr Profeſſor Dr.
Maurer der Entwicklung der Sektion, beſonders des erſten,
lang=
jährigen Vorſitzenden, Herrn Geh.=Rat Jgnaz Metz, und des
lang=
jährigen Rechners, Herrn Wilhelm Dieter. Ein Bild dieſes
be=
rühmten Bergſteigers, der als erſter Darmſtädter den Mont Blanc
beſtiegen hat, überreichte Herr Maurer der Sektion. Im Namen
der Stadt ſprach Herr Oberbürgermeiſter Mueller. Er rühmte die
Verdienſte der Sektion, die den Namen der Stadt auch im
Aus=
land würdig vertrete. Für den Hauptausſchuß in Innsbruck und
Namens der Sektion Frankfurt ſprach Herr Dr. Wirth. Das Buch
von Kugy: „Aus dem Leben eines Bergſteigers” überreichte Herr
Dr. Mang Namens der Sektion Weinheim.
Die Glückwünſche der Schweſterſektion Starkenburg
über=
brachte Herr Miniſterialrat Guntrum. Für den Odenwaldklub
redete Herr Prof. Dr. Köſer, der in launiger Weiſe den
Odenwald=
klub mit der Vorſchule, den Alpenverein mit der Hochſchule
ver=
glich. Für den Skiklub Darmſtadt ſprach Herr Ober=
Regierungs=
rat Krebs. Damit war die Reihe der Begrüßungen beendet und
Herr Oberſtudiendirektor Dr. Lauteſchläger hielt die Feſtrede
„Ueber die Darmſtädter Hütte und ihr Arbeitsgebiet”. Nach einer
poetiſchen Einleitung brachte er an Hand von ſehr zahlreichen und
vorzüglichen Lichtbildern eine Schilderung der herrlichen Lage der
Hütte im oberen Moostal, der Zugangswege von St. Anton am
Arlberg ſowie der vielen Gipfel, die die Hütte rings umrahmen.
Er brachte Hinweiſe auf die botaniſchen und geologiſchen
Verhält=
niſſe des Ferwall und gedachte auch dankbar der vorzüglichen
Be=
wirtſchaftung der Hütte durch den Bergführer. Hans Birkl und
deſſen Tochter Theodora Birkl, die die weite Reiſe von St. Anton
nach Darmſtadt nicht geſcheut hatte um an dem Ehrentag der
Sektion teilzunehmen. Eine vorzügliche Wiedergabe des Trio
Nr. 1 von Haydn beſchloß würdig den offiziellen Teil der Feier.
Bei dem darauf folgenden Feſteſſen hielt Herr Oberbürgermeiſter
Dr. Mueller die Damenrede und danach blieben die Teilnehmer
noch einige Stunden bei Muſik und Tanz vereinigt. Zum Schluß
ſei noch erwähnt, daß der Bücherwart der Sektion, Herr Apotheker
Dr. Schwalm, aus Anlaß der 60=Jahrfeier eine Denkſchrift
heraus=
brachte, die eine Ueberſicht über die letzten drei Vereinsjahre
ent=
hält ſowie zwei wertvolle Beiträge aus der Feder zweier
Fach=
leute über die botaniſchen und geologiſchen Verhältniſſe des
Hüttengebiets.
* Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Die Große Strafkammer hatte am Dienstag in der
Be=
rufungsinſtanz gegen zwei Nationalſozialiſten zu
ver=
handeln, die am 17. September vom hieſigen Bezirksſchöffengericht
wegen Widerſtands in Tateinheit mit Körperverletzung zu zwei
Monaten und einer Woche bzw. zu zwei Monaten Gefängnis
ver=
urteilt worden waren. Am 25. April fand im Bürgerhof in der
Eliſabethenſtraße eine Parteiverſammlung der Kommuniſten ſtatt
Da die Verſammlung außerſt unruhig verlief, wurde die Polizei
gebeten, den Hof von den dort befindlichen Nationalſozialiſten zu
räumen. Dem einen Polizeibeamten wurde jedoch von drei
Leu=
ten Widerſtand entgegengeſetzt. Zwei davon ſind die Angeklagten,
der Dritte konnte nicht ermittelt werden. Die Angeklagten hatten
gegen das Urteil des Bezirksſchöffengerichts Berufung eingelegt,
zu der der zweite Angeklagte jedoch verſpätet erſchien, ſo daß ſeine
Berufung zurückgewieſen wird. Es wird dann gegen den erſten
Angeklagtn verhandelt, der nach wie vor behauptet, vollkommen
unſchuldig zu ſein. Er behauptet, gleich zu Anfang, auf
Ermah=
nungen des Vorſitzenden hin, er wolle, wie ſtets nur die reine
Wahrheit ſagen, verwickelt ſich jedoch ſehr bald in recht
bedenk=
liche Widerſprüche zu ſeinen früheren Ausſagen. Die beiden
Poli=
zeibeamten wiederholen ihre in der Vorinſtanz gemachten
Aus=
ſagen, und auch die übrigen Zeugen können nichts neues zur
Ent=
laſtung des Angeklagten vorbringen, ſo daß das Gericht die
Be=
rufungen des Angeklagten und des
Staatsan=
waltsverwirft und das Urteil des Bezirksſchöffengerichts in
vollem Umfang beſtätigt. Der Vorſitzende führt aus, daß der
An=
geklagte der die Dreiſtigkeit gehabt habe zu behaupten, er ſage die
reine Wahrheit, ſelbſt ſein beſter Ankläger geweſen ſei. Es
be=
ſtehe ſogar der dringende Verdacht, daß der Angeklagte gemeinſam
mit den beiden anderen Angreifern vorgegangen ſei, man habe ihn
jedoch wegen Mangels an Beweiſen nicht dahingehend verurteilen
können.
— Evangeliſche Arbeitervereine. Der Mittelrheiniſche
Ver=
band evangeliſcher Arbeitervereine, der die evangeliſchen
Arbeiter=
vereine aus Heſſen, Naſſau und dem Rhein=Nahegebiet umfaßt,
hält ſeine 40. Verbandstagung am Sonntag, dem 26.
Ok=
tober 1930, in Darmſtadt ab. Vormittags 10 Uhr findet der
Feſt=
gottesdienſt in der Stadtkirche ſtatt. Feſtprediger iſt der
Vor=
ſitzende des Geſamtverbandes evangeliſcher Arbeitervereine,
Pfar=
rer Werbeck= Berlin. Um 11.15 Uhr folgen geſchäftliche
Bera=
tungen. Nachmittags 2.30 Uhr findet im Vereinshaus „
Feier=
abend”, Stiftsſtraße 51, die Vertretertagung des Verbandes ſtatt.
Nach Eröffnung und Begrüßung durch Verbandsvorſitzenden
Pfar=
rer Heß wird der Geſamtverbandsvorſitzende Pfarrer Werbeck=
Berlin ſprechen über das Thema: „Welche Aufgaben ſtellt die Zeit
den evangeliſchen Arbeitervereinen als evangeliſchen
Standesorga=
niſationen?
Anſchließend folgt der Bericht über: „40 Jahre
E.A. V.=Arbeit am Mittlerhein” den Verbandsſekretär Laufer
erſtatten wird. Abends 7 Uhr veranſtaltet der Evangeliſche
Ar=
beiterverein Darmſtadt ebenfalls im „Feierabend” zur Feier
ſei=
nes 40jährigen Jubiläums eine Feſtfeier mit beſonderem
Pro=
gramm. Die Mitglieder und Freunde der evangeliſchen
Arbeiter=
vereine ſind zu allen Veranſtaltungen herzlich eingeladen.
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Ein neuer Triumph des deutſchen Tonfilms.
Ein kraſſerer Gegenſatz wie der geſtern beſprochene
Amerika=
film und der deutſche Luis=Trenker=Tonfilm „Der Sobn
der weißen Berge” iſt kaum denkbar Zum Vergleich
for=
dern beide heraus, weil ſie zum größten Teil beide in Eisregionen
ſpielen.
Der Tonfilm hat nun auch in das „ewige Schweigen” ſeinen
Ton hineingetragen, und es ſind nicht immer ſympathiſche Töne.
„Der Sohn der weißen Berge” aber iſt, ein ſo ausgezeichneter
Film, daß ſelbſt die fürchterlichſten Heultöne, die Schneeſtürme
vortäuſchen ſollen, den guten Eindruck nicht ſtören konnen. Im
übrigen aber iſt, abgeſehen noch von Jazzmuſik, die zu Szenen
ſpielt, die in höchſten Eisregionen abrollen, auch die Vertonung,
d. h. Sprache und Geſang, auch Zurufe in den Eisgletſchern und
dergleichen, ſehr gut und trägt viel zum Verſtändnis der
Hand=
lung bei. Der letzte Teil dieſes wundervollen Films, das Länder=
Skirennen, iſt wohl der ſpannendſte Sportſtreifen, der je gedreht
wurde. — Im Mittelpunkt der Handlung ſteht das überragende
Spiel Luis Trenkers, des beſten deutſchen Skiläufers und
Hoch=
touriſten, der ſich nunmehr ganz dem Film verſchrieben hat und
dem auch die Idee zu dieſer Filmhandlung zu verdanken iſt. Sein
charaktervolles ſcharf geſchnittenes Geſicht, ſein derb=ſympathiſches
Lachen, ſein blitzendes Auge, kurz das Sympathiſche der ganzen
Perſönlichkeit, die ſich nicht mehr wie notwendig in den
Vorder=
grund ſtellt, nehmen immer wieder für Luis Trenker gefangen.
Für den ſportlichen Teil dieſes Films hat er ſich zwei
Führer=
geſtalten gewählt, mit denen zuſammen er ein einzigartiges Trio
in Maske und Spiel, wie in der ſkiſportlichen Betätigung bildet.
Mario Bonnard’s Regie hat ſeine Filmidee ſehr gut und ſehr
lebendig zu geſtalten verſtanden. Viele Szenen ſind von ſtarker
dramatiſcher Wucht, ohne je Uebertreibungen anheimzufallen.
„Das Geheimnis von Zermatt” iſt der Untertitel des Films.
Dieſes Geheimnis iſt ein Gauner, der hoch in den Bergen den
Führer (Luis Trenker) entläßt und dann ſeinen Tod vortäuſcht,
um die Verſicherungsſumme zu erhalten. Der Führer wird wegen
Mordverdacht verhaftet, gerade einen Tag bevor er Deutſchland
bei den Meiſterſchaften vertreten ſoll. Es gelingt ihm die letzte
Nacht, unter Mithilfe des Gefängniswärters, den angeblich Toten
zu finden. Im Triumph ſchleppt er ihn, gebunden auf den Skiern,
zur Polizei; „Renate Müller — ſeine ſympathiſche, hübſche
Partnerin — fährt ihn mit dem Motorrad, nachdem er den
Ge=
fangenen abgeliefert, im Skijöring im ſauſenden Tempo zum
Startplatz, wo er gerade in dem Augenblick eintrifft, als ſein
Erſatzmann abgelaſſen werden ſoll. Schnell wird die Nummer
gewechſelt, und der letzte Teil des Films zeigt das gewaltige
Rennen, in dem Luis Trenker ſelbſtverſtändlich ſiegt. — Zermatt
und Matterhorn, wundervoll im Lichte der Magneſiumfackeln,
tauſendfach glitzernde Eisgletſcher, geben der Handlung einen
prachtvollen Hintergrund. Bewundernswert iſt die Phototechnik
dieſes deutſchen Films.
* Palaſt=Lichtſpiele.
Ein Doppelprogramm. Und ſogar ein recht gutes. Im erſten
Teil wieder mal Tom Mix. Als „Schrecken der
Poſträu=
ber” und nebenbei noch als Retter eines hübſchen Mädels, das
bedauerlicherweiſe die Nichte des Bandenführers iſt. Da der erſte
Kuß erſt am Ende des Films ſteht, iſt die eingeflochtene
Liebes=
handlung erträglich und vergrößert die Spannung. Zum Schluß
ein aufregendes Wettrennen zwiſchen Auto und Pferd, Kampf im
raſenden Automobil und Rettung im letzten Augenblick. Dieſer
Tom Mix=Film iſt wieder echt,
Dann läuft ein ernſter Film „Talu” der den
unbegreif=
lichen Untertitel „Das Rätſel im Weibe” führt. Der Film
han=
delt von dem tragiſchen Geſchick eines jungen Halbbluts, der
Toch=
ter eines weißen Kapitäns und einer Eskimofrau. Zwiſchen
beiden Welten hin und hergezogen, findet ſie nirgends ein
Zu=
hauſe. Von Weißen ins Unglück geriſſen, will ſie zurück zu den
Eskimos, aber unterwegs ſtirbt ſie. Und Lanak, ihr Mann, ein
Eskimohäuptling, trägt die Tote nordwärts dem Nordlicht
ent=
gegen. Der Film iſt in Regie und Darſtellung gut. Leonore
Ulric iſt der Rolle der Talu voll gewachſen. — Nur der Titel
kaw.
hätte anders lauten müſſen.
Zeugen geſucht. Am 12. Oktober 1930 ereignete ſich gegen
14—15 Uhr auf der Straße zwiſchen Wolfskehlen und Griesheim
bei Darmſtadt ein Autounfall. Ein kleiner B.M.W.=Wagen, der
ſich auf der Fahrt von Wolfskehlen nach Darmſtadt befand und
mit 2 Männern beſetzt war, iſt vermutlich kurz vor der Stelle wo
die Bahnlinie die Straße kreuzt, gegen einen Baum gefahren,
wobei ein Inſaſſe ſchwer verletzt wurde und in ein Darmſtädter
Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Die beiden rechten
Kot=
flügel des Autos wurden beſchädigt und die rechte Türe
abge=
riſſen. Perſonen, die ſachdienliche Angaben über den Unfall machen
können, werden gebeten, auf dem Polizeiamt Darmſtadt,
Hügel=
ſtraße 31—33, Zimmer 3, vorzuſprechen oder ihre Wahrnehmungen
ſchriftlich oder auch telephoniſch der Kriminalpolizei Darmſtadt,
Telephon 3356, mitzuteilen.
Aus den Parkeien.
Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei.
Vortrag Schmidt um 8 Tage verſchoben. Heute Unterhaltungs=
Abend im „Gutenberg”.
Lokale Veranſtalkungen.
—Der Chriſtliche Verein junger Männer e. V.
ladet wieder zu ſeiner Männerbibelrunde heute abend im Heim,
Alexanderſtraße 22 (Infanteriekaſerne), ein. Wer dieſe Stunden
beſucht hat, weiß, daß in dieſen Stunden ernſthaft um die
Wahr=
heit gerungen wird. Jeder Teilnehmer kann und ſoll ſic an
Frage und Antwort beteiligen und ſo dazu beitragen, daß die
Stunde zu einem Erlebnis wird. Gäſte ſind immer willkommen.
— Sportplatz=Reſtaurant und Café am
Böllen=
falltor. Heute ſowie jeden Mittwoch und Samstag Kaffee=
und Kuchentag. Nachmittags Konzert. Abends Geſellſchaftstanz.
Tageskalender für Mittwoch, den 22. Oktober 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19,30 Uhr, K 3: „Ein
Sommernachtstraum” — Kleines Haus, 20 Uhr: 1.
Beethoven=
abend des Drummquartetts. — Orpheum 815 Uhr:
Bra=
ſilianiſches Kaleidoſkop. — Konzerte: Schloßkeller, Café
Oper, Zum Datterich, Reſt. Bender, Maxim, Rheingauer
Wein=
ſtube, Ludwigshöhe 4 Uhr nachm. — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Spielſchar der
Eleonorenſchule, 20 Uhr, in der Turnhalle: „Ein
Som=
mernachtstraum”.
Aus Heſſen.
Zahrpreisermäßigung zugunſten der Jugendpfe=
Die nach dem deutſchen Eiſenbahn=Perſonen=, Gepäck= unötz
preßgut=Tarif Teil 1 8 11 allgemeine Ausführungsbeſtimmungen b2,
den Jugendpflegevereinen für die Jahre 1929 und 1930 ausgeſtzn
Beſcheinigungen auf hellblauen Karten über die behördliche
Ango=
nung verlieren mit Ablauf des Jahres 1930 ihre Gültigkeit. Füff
zwei folgendem Jahre 1931/32 wird bei Gewährung der Fahrt
ermäßigung die Beſcheinigung auf weißer Karte verlangt.
Sämtliche Jugendpflege treibenden Vereine, die die Fahrr
ermäßigung zugunſten der Jugendpflege für die Jahre 1931/32 gloel
in Anſpruch nehmen zu dürfen, werden hiermit erſucht, ihre Antru
für Beſcheinigungen bis zum 1. Dezember 1930 dem 2
ſterium für Kultus und Bildungsweſen. Darna=
Wilhelminenſtraße 3. einzureichen.
Um den Reichsbahndirektionen am Anfang des Jahres 19zun/
genaue Liſte über die anerkannten Jugendpflegevereine überſend=g
können, iſt die Einhaltung des Termines unbedingt erforderlich.
Die Führerausweiſe behalten nach wie vor ohne Zeitbeſchrär.
Gültigkeit. Neue Führerausweiſe werden von den Vereinen ſelbſttin
geſtellt und ſind von den Ortsbehörden zu beglaubigen.
F. Eberſtadt, 20. Okt. Evang. Gemeindeabend.
Dienſt des Gemeindeabends ſtellte ſich der Kirchenchor, der mit
ſchönen Geſang des 121. Pſalms: „Hebe Deine Augen auf” das i
gramm eröffnete und unter Leitung ſeines Dirigenten Pfeiffer im
der Veranſtaltung eine Reihe andächtiger, Frieden und Segen
heißender Chöre vortrug. Daneben wirkten die Jugendgruppen ing
reichen Ausleſe von Darbietungen an der Geſtaltung des Abends
Geſang, Tänze und Spiele löſten ſich in ununterbrochener Folge a.u
öffneten der Freude die Türen zum Herzen. So wurde aus dem 2
durch das Zuſammenwirken aller dabei tätigen Kräfte ein Gemeindern
im beſten Sinne des Wortes: ein Abend, getragen von dem Bewun
echter und wahrer Gemeinſchaft im Geiſte Gottes, die uns in einer 17
den Leidenſchaften der Welt ſo durchfurchten Zeit lebenden und gan.
ten Menſchen dringend not tut. Pfarrer Weißgerber, der ſelbſtvera)
lich zu den Anweſenden über den Sinn und Zweck des Abends †
zeigte ſich wieder als der vielſeitige Geiſtliche, der das Programn
weſentlichen nicht nur vorbereitet hatte, ſondern es auch mit beg /// Iule
dernswerter Umſicht und ohne jede Hilfe leitete und überall Ham
anlegte. Man fühlte, daß ihm die Jugendarbeit in beſonderem
am Herzen liegt und er dieſer ſeine ganz beſondere Fürſorge ange :0
läßt. Nachdem dann die 200 Tombolagewinne ihre beglückten Abmu
gefunden hatten, beſchloß die Jugend mit dem „Abendlied” die imu 4‟
Teilen ſchön verlaufene Feier. — Dekanats=Miſſions;
Am geſtrigen Sonntag wurde in der evangeliſchen Kirche das Del.1
Miſſionsfeſt des Dekanats Eberſtadt gefeiert. In einem am Nach-,19 ſh
ſtattgefundenen Feſtgottesdienſt, zu dem ſich die Gemeindegliederr —uſchliſchke
zahlreich eingefunden hatten, predigte Miſſionar Ittmann (Grocdw 40h0g,
ſtadt). Der Gottesdienſt erhielt beſondere Weihe durch drei vor ? PMwne
Kirchengeſangverein unter der trefflichen Leitung ſeines Diri im*
Pfeiffer vorgetragene Chör. Im Verlaufe des Gottesdienſtes mhr
auch Dekan Vogel (Gernsheim) eine Anſprache an die Verſammſt
Nach einer Kaffeepauſe fand in der Kirche eine Nachverſammlungx7, ſch 2n
die der engeren Fühlungnahme und Beſprechung ſchwebender 7510wſt ſch weſe
mit den Angehörigen der Kirchengemeinde gewidmet war. — Va mlig beigtich
lieder=Abend des Geſangvereins „Frohſinn” (11A— H0t
Im Volkslied liegt eine ungeheure Anziehungskraft, und wenn innur zmeiche Beſt
ſchöpferiſche Geſtalt verliehen wird, wie es dem gut geſchulten Ch F/Mricht, Gen
Geſangvereins „Frohſinn” unter der Leitung ſeines vortrefflichen 194 In ſe An
genten, Lehrer Born=Darmſtadt, gelang, kann die Wirkung un= m ltel
Erfolg nicht ausbleiben. Das geſangliche Programm fügte ſich 7: Fhum und
von einer Abteilung der Kapelle „Edelweiß” geſchaffenen muſikau/f0=uihlung iſt
Rahmen ein. Nach einer Begrüßungsanſprache des Vereinsvorſig/ an die ſtrafre
Ludwig Brückner wies Herr Heinz Heinrich Roth in einer Anf =0 lm der Be
auf das Volkslied und ſeine kulturelle Bedeutung hin. Im erſte Mrg=Pr
der Vortragsfolge ſang der Chor: „Das Volkslied” von W. Bie2
„Ade” (Volksweiſe), „Beim Holderſtrauch” von H. Kirchner, Umr
von Fr. Glück. „Die drei Röſelein” (Volksweiſe) und „Liebesklage/
W. Neumann. Im zweiten Teil hörten wir: „Tritt zu” (Volls=
„Liebesentzücken” von W. Zuccalmaglio, „Gruß” (Volksweife),
Käfer und die Blume” von W. H. Veit und „Hänſel und Gretel
Franz Bauer. Als eine recht angenehme Abwechſlung wurde das
wirken eines Darmſtädter Knabenchors empfunden. Eine Miſchurr
Starkem und Zartem. Wie ſchmetterten die 80 Heinerbuben ihre
für die Eberſtädter Premiere einſtudierten fröhlichen Lieder ih
Saal! Es war helle Luſt, ſie ſingen zu hören! Hier ihr Progr;
„Bundeslied” von W. A. Mozart, „Aus der Jugendzeit” von R. M
„Ein getreues Herz” von Joſ. Gersbach, „Unter Linden” (Volls,/
Wann wir ſchreiten Seit an Seit” von W. Englert, „Männla‟
Walde” (Volkslied), „Der Gänſedieb” (Volkslied), „Der weiße 8.
von K. Kreutzer, „Jäger aus Kurpfalz” (Volkslied) und „Lieäl.”
Dackel” von G. D. Kahſe. Daß dieſe junge Sängerſchar eine 4
mſchung war, erhellt aus dem oft nicht endenwollenden, zu mi)
Ovationen geſteigerten Beifall.
Cp. Pfungſtadt, 21. Okt. Proteſt der Gemeindebeam
Die Ortsgruppe Pfungſtadt der Gewerkſchaft heſſiſcher Gemeindebein
nahm dieſer Tage in einer Sitzung eine Entſchließung an, in Be
gegen die im Gemeinderat beantragte Herabſetzung der Gehälteraß
lung nimmt.
f. Roßdorf, 21. Okt. Rauchverbot für landwirtſch
liche Betriebe. Die Bürgermeiſterei weiſt in einer ortsül””
Bekanntmachung darauf hin, daß das Rauchen in landwirtſchaff.
Betrieben, insbeſondere Scheunen, Stallungen und dergleiche=
Strafe verboten iſt. — Standesamtliches. Im Sept
1930 wurden regiſtriert: 8 Geburten, 4 Eheſchließungen und 3 S
fälle. — Säuglingsberatungsſtunde. Am Donne
den B3. Oktober, nachmittags von 3—4 Uhr, findet Säuglingsberam
ſtunde in der Kleinkinderſchule ſtatt; Herr Dr. med. Heck wird/
anweſend ſein.
Ch. Hainſtabt, Kr. Erbach i. Odw., 21. Okt. Glück im
glück. Der Reichspoſt=Omnibus, welcher alltäglich die Arbein—
von Lützel=Wiebelsbach. Neuſtadt, Hainſtadt nach Obernburg (Glar2
Fabrik) verbringt, geriet heute morgen gegen 6 Uhr zwiſchen
Wiebelsbach und Mühlhauſen von der Fahrbahn ab und fuhr
Rain hinunter. Ein Starbſtrommaſt wurde hierbei erfaßt und
drückt. Der Maſt verhinderte jedoch das Umſtürzen des Wagens,
nur Sach= und kein Perſonenſchaden entſtanden iſt.
— Hirſchhorn, 21. Okt. Waſſerſtand des Neckar:
D. Oktober: 1.45 Meter; am 21. Oktober: 137 Meter. (Morg. 531.*
— Gernsheim, 21. Okt. Wafſerſtand des Rhein=
20. Oktober: 2,25 Meter; am 21. Oktober: 1.95 Meter. (Morg. 5c0
Da. Haen den Uiner seinten
2wisenen Genlase uife
Wenig bekannt ist, daß man den Geschmack und den Nährwert
aller Gemüse heben kann, wenn man Glücksklee-Milch dazu
nimmt. Glücksklee ist reine, konzentrierte Milch, doppelt
gehalt-
voll, ergiebig und sparsam. Glücksklee gibt jedem Gemüse, sei
es frisch oder aus Dosen, einen besonders delikaten Geschmack.
Kinder und auch Erwachsene werden manches Gemüse, das
sie sonst verschmähen, mit Genuß essen, wenn es mit
Glücks-
klee-Milch zubereiter ist. Ein Versuch wird Sie überzeugen.
Lootstteet
Beste Milch von Hofsteiner Kühen
Milcb — friccbe
Kuh-
milcb in reinster Farm
— das int Glücksklee-
Konzentriert — obne
jeglichen Zusatz.
Steri-
lisiert — daber keimfrei.
In der verscblossenen
Do-
se unbegrenzt bhaltbar.
Achten Sie
auf das
rot-weiße
Eeikerr!
Pom volkstümlichen Büchereiweſen in Heſſen.
=Zu den Kräften der Stille, die unbeirrt durch alle Schwierig=
„lwen uneigennützigen Dienſt allen leiſten, die danach verlangen.
ſſe wie Leiter unſerer volkstümlichen Büchereien. Sie waren am
etzuch Samstag zu einem Kurſus zuſammengekommen, zu dem die
e Landesberatungsſtelle für das volkstümliche Büchereiweſen in
wemgeladen hatte. Im März vorigen Jahres gegründet, hat die
ubre ſammelnde und beratende Vorarbeit nunmehr ſoweit
voran=
uu., daß die erſte perſönliche Fühlungnahme in größerem Kreiſe
Tonnte.
ulrat Haſſinger übermittelte den Gruß des Miniſteriums
„ſtrs und Bildungsweſen an etwa 40 Leiter volkstümlicher
Büche=
neFens. Selbſtloſigkeit und Hingabe an die Sache kennzeichne die
„Elu ter Volksbibliothekare, und dafür gebühre ihnen Dank und
grit uung durch die Allgemeinheit. Vor zehn Jahren ſind von
Heſ=
durch den ſüdweſtdeutſchen Volksbüichereitag ſtarke Anregun=
Sas neuzeitliche Büchereiweſen Deutſchlands ausgegangen, und
4. auch die großen Hoffnungen von damals nicht erfüllten, ſo
rimmdis Arbeit doch ihren Fortgang, dank der Treue der Mitarbeiter,
die 1n X uchdienſt ein Kernſtück der Volsbildungsarbeit ſehen.
9 Roellenbleck=Darmſtadt, der die Beratungsſtelle leitet, die
ſit aſDarmſtädter Stadtbibliothek verbunden iſt, ſtellte das Wirken
dlksbücherei in Zuſammenhang mit unſerer Zeitepoche
und ſehr. Kriſen= und Uebergangserſcheinungen. Bei allen
gegenwär=
tigeng ſütren — auch und beſonders bei den ſozialen — handelt es ſich
ſ zugliel am menſchliche Notſtände. Daher bleibt es notwendige
Auf=
gabeu + Volksbildung, ſich des Menſchen anzunehmen. Ihr entſteht die
iſchzum Optimismus, der Wille, allen ernſthaft Wollenden alle
quglle u erſchließen, um das neue Ziel vorbereiten zu helfen. Der
Biblioekar muß ſeine Perſönlichkeit und ſeine Anſchauung
zurück=
gu önnen und von der Perſönlichkeit ſeines Leſers und von der
ur ſeiner Leſergemeinde ausgehen. Er iſt der Diener, der in
zneuguin eter „weltanſchaulicher Neutralität” helfend beiſeite ſteht,
weillg e an die Macht des Verbindenden glaubt.
Drerr Roellenblecks programmatiſche Ausführungen ſchon unter=
miſätzut uiſ Hinweiſen organiſatoriſcher Art, ſo führte das Referat ſei=
nes Mitarbeiters Dr. Fuhr in die praktiſche Arbeit der
Beratungs=
ſtelle ein. Dr. Fuhr ſprach über die Lage des volkstümlichen
Büchereiweſens in Heſſen. Einen Hinweis auf die mehr
offiziöſe Art der Büchervermittlung, wie ſie ſchon frühzeitig in Heſſen
betrieben wurde, gab die Einleitung. Leſevereine ſtanden am
An=
fang. Vor hundert Jahren iſt in Beerfelden der erſte auf heſſiſchem
Boden noch beſtehende errichtet worden. Es folgte in den 70er Jahren
die Arbeit der Geſellſchaft zur Verbreitung der Volksbildung, die durch
den Darmſtädter Oberbürgermeiſter Ohly ſtarke Förderung erfuhr.
Die Leſezirkel hatten — namentlich in Oberheſſen — enge Verbindung
mit der evangeliſchen Kirche. Daneben entſtanden die Büchereien des
katholiſchen Borromäusvereins und die der ſozialiſtiſchen
Arbeiterbewegung. Inmitten des Zuſammenbruches hat der
heſſiſche Staat dann durch die Zentralſtelle für Volksbildung und
Jugendpflege ſeine kulturelle Aufgabe erkannt. Ueber 25 000 Bücher
ſind durch ſie an die Büchereien der verſchiedenſten Richtung gelangt.
Ein Ueberblick über die Ausdehnung der volkstümlichen Büchereien iſt
durch eine unter Mithilfe der Kreisämter zuſtande gekommene Umfrage
ermöglicht worden. Danach beſtehen in über der Hälfte der heſſiſchen
Gemeinden öffentliche Büchereien, nämlich 6B in 551 Orten. Davon
wiederum ſind 232 in gemeindlicher Verwaltung. Bemerkenswert iſt,
daß gute und vielbenutzte Büchereien gerade in kleinen Landorten
vor=
handen ſind. Notwendig erſcheint, das Nebeneiander dort zugunſten
einer Zuſammenfaſſung aufzuheben, wo es irgend möglich iſt. Eine
Reihe Hinweiſe auf Möglichkeiten der Zuſammenarbeit und auf die Art
der Tätigkeit der Beratungsſtelle — für jede Bücherei Heſſens
unent=
geltlich — leitete zur Ausſprache über, die am Sonntagmorgen
fort=
geſetzt wurde, und zwar bei der Beſichtigung der Darmſtädter
Stadt=
bibliothek, die als Experimentierbücherei für das volkstümliche
Büchereiweſen gilt.
Die Zuſammenkunft als erſte ihrer Art hat allen Teilnehmern
An=
regung und Förderung für die Arbeit gegeben. Ein
Mitteilungs=
blatt hält die weitere Fühlungnahme aufrecht. Alle Freunde des
volkstümlichen Büchereiweſens können es erhalten, wenn ſie ihre
An=
ſchrift der Landesberatungsſtelle, Darmſtadt. Pädagogſtraße 1. mitteilen.
4u6 Urkeil im Hochheimer Heparaliſtenprozeß.
Dit Bahrheitsbeweis für die ſevaratiſtiſche Betätigung Haenleins
erbracht.
ſio dreitägiger Verhandlungsdauer, und nachdem das Urteil für
ſechs igs ausgeſetzt worden war, endete der Hochheimer Separatiſten=
APromweinit der Freiſprechung der Angeklagten, die dem Weinhändler
mWß, Henlein, einem prominenten Zentrumsmitglied, den Vorwurf
ſndtider fſaratiſtiſchen Betätigung gemacht hatten. Der Privatkläger, der
fnm frühſn treußiſche Zentrumsabgeordnete W. Haenlein hatte gegen
chmweir ag ſehene Bürger von Hochheim, den Spediteur Ballmann
eins und iie früheren Beigeordneten Piſtor, beide aus Hochheim.
Privat=
ettnglagen ugen übler Nachrede und Beleidigung, begangen durch die
Be=
ſie Awaurun. Haenlein ſei Separatiſt geweſen, erhoben. Die Beklagten
verſmrboteſich, den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptung zu erbringen.
huetmeEs lſtielte ſich weſentlich darum, feſtzuſtellen, ob Haenlein ſich noch
dur, ſepamiſch betätigt habe, nachdem der Dorten=Putſch und der
Haft=
hfüuſefekil er Reichsregierung gegen Dorten bekannt geworden war. Durch
und wie zum greiche Beweisaufnahme ſah der Einzelrichter am Hochheimer
ſchunAlmtnuicht, Gerichtsaſſeſſor Keil, dieſen Beweis für erbracht und ſprach
manmfolin ſſen die Angeklagten frei. Die Koſten fallen dem Kläger zur
Mayaſt. ” ie Urteilsverkündung erfolgte unter anhaltend ſtarkem Andrang
ſim von 1Phikum und Preſſe am Mittwoch, vormittags 11 Uhr. Die
enn „rtenllegründung iſt ſehr eingehend. Sie zerfällt in vier Teile.
Zu=
elächfit ſito die ſtrafrechtliche Seite des Prozeſſes eingehend dargelegt,
m8 m4r lann der Begriff des Separatismus, ähnlich wie in dem be=
MaynngAimbourg=Prozeß im Jahre 1928, definiert. Es folgte ein ein=
gehendes Referat über die Beweisaufnahme und ſchließlich eine
Beweis=
würdigung. Von den entſcheidenden Geſichtspunkten der
Beweiswürdi=
gung ſind hervorzuheben, daß die Beweisaufnahme ergeben hat, daß
ſich Haenlein im Jahre 1923 durchaus ablehnend gegen den
Separatis=
mus verhalten hat. Mit dieſer Feſtſtellung iſt aber der Beweis einer
Gegnerſchaft gegen den illegalen Separatismus des Jahres 1919 nicht
erbracht. Nach der Hochheimer Dorten=Verſammlung mußte Haenlein
unbedingt den Eindruck gewinnen, daß Dorten ein Hochverräter war.
Er mußte ſich in aller Entſchiedenheit gegen Dorten wenden, was aber
nicht geſchah. Im Gegenteil, Haenlein hat auch nach der Verſammlung
noch Beziehungen zu Dorten unterhalten. Es geht daraus hervor, daß
er den Beſtrebungen Dortens nicht ablehnend gegenüberſtand. Als
feſt=
ſtehend wird erachtet, daß er gegenüber der Dortenſchen Bewegung zu
Zeiten und unter Umſtänden eine abwartende Haltung einnahm, wo er als
aktiver Politiker (Haenlein war preußiſcher Zentrums=
Landtagsabgeord=
neter und Mitglied des preußiſchen Staatsrates und iſt auch heute noch
prominentes Zentrumsmitglied) zur Abwehr verpflichtet war. Es geht
daraus hervor, daß er die Dortenſche Bewegung billigte und ſie in den
Dienſt ſeiner eigenen politiſchen Ziele, die die Errichtung eines
ſelb=
ſtändigen Rheinſtaates zum Gegenſtand hatten, ſtellte. Dadurch wurden
ſeine Beſtrebungen zum illegalen politiſchen Separatismus, der unter
Ausnutzung der Tatſache, daß die Autorität der deutſchen Regierung im
beſetzten Gebiet geſchwächt war, und daß die Franzoſen allen
ſonder=
bündleriſchen Beſtrebungen ihre beſondere Förderung angedeihen ließen.
zum Ziele gelangen wollte. Es wird in der Urteilsbegründung noch
weiter ausgeführt, daß Haenlein offenbar ſpäter ſein Verhalten als irrig
erkannt hat und durch entſchiedene Ablehnung des 19B3er Separatismus
wieder gut zu machen ſuchte.
Der Abſchluß einer Lebensverſicherung
kurz vor dem Tode.
(Nachdruck verboten.)
js. Lebensverſicherungsgeſellſchaften machen die Wirkſamkeit der
abgeſchloſſenen Verſicherung gewöhnlich von dem Umſtande abhängig,
daß der Antragſteller in der Zeit zwiſchen ſeiner für den Abſchluß der
Verſicherung maßgebenden ärztlichen Unterſuchung und der Zahlung
der erſten Prämie nicht erheblich erkrankt. In bezug auf die
Begriffs=
beſtimmung der „erheblichen Erkrankung” iſt eine neue
grundſätz=
liche Reichsgerichtsentſcheidung von größter Bedeutung.
Der Ehemann der Klägerin, ein Bankprokuriſt in Hattingen,
hatte am 24. Mai 1927 bei der beklagten Leipziger
Lebensver=
ſicherungs A.=G. in Leipzig eine Lebensverſicherung in Höhe
von 20 000 RM. beantragt. Die vorgeſchriebene ärztliche Unterſuchung
fand am 8. September 1927 ſtatt. Daraufhin hat die Beklagte am
14. September 1927 den Verſicherungsantrag angenommen. Am 16.
Sep=
tember 1927 abends, iſt die erſte Prämie telegraphiſch gezahlt
wor=
den. Bereits am 12. September 1927 hatte ſich der Verſicherte wegen
einer kleinen wunden Stelle an der linken Stirnſeite in die Behandlung
eines Facharztes für Hautkrankheiten bei den ſtädtiſchen Krankenanſtalten
in Eſſen begeben, welcher die Wunde zunächſt mit Kompreſſen
be=
handelte und am 15. September ein kleines Geſchwür, das ſich gebildet
hatte, durch einen Einſchnitt ſpaltete. Der Facharzt zog nun einen
Fach=
chirurgen zu, der am 16. September, abends, eine Operation des
Furun=
kels vornahm und den entzündlichen Herd in ganzer Ausdehnung
öff=
nete. Vom 17. bis 20. September war der Verſicherte bei gutem
Be=
finden, am 21. September traten die Erſcheinungen einer
Hirnhautent=
zündung auf, an welcher er am 22. September geſtorben iſt. Der Klage
auf Auszahlung der Verſicherungsſumme hält die Beklagte ihre
Allge=
meinen Verſicherungsbedingungen entgegen, in denen u. a. beſtimmt iſt,
daß Vorausſetzung für die Leiſtungspflicht der Beklagten iſt, daß der
Verſicherte zur Zeit der erſten Prämienzahlung noch lebt und daß er
ſeit der ärztlichen Unterſuchung bis zur Zahlung der erſten Prämie
nicht erheblich erkrankt iſt.
Landgericht Dortmund und Oberlandesgericht Hamm
ver=
urteilten die Beklagte zur Zahlung der Verſicherungsſumme. Das
Oberlandesgericht geht davon aus, daß mit Rückſicht auf die
Unbeſtimmt=
heit des Ausdrucks, erhebliche Erkrankung” und die unbegrenzten
Krank=
heitsmöglichkeiten ſich eine allgemein gültige Begriffsbeſtimmung nicht
aufſtellen laſſe; es genüge, wenn zur Zeit der erſten Prämienzahlung
mit einem tödlichen Ausgang des ärztlichen Krankheitsbefunds nicht zu
rechnen war. Das Reichsgericht hat der Reviſion der Beklagten
ſtattgegeben, das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben und
die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entſcheidung an einen
anderen Senat des Oberlandesgerichts zurückverwieſen. Der
erken=
nende 7. Zivilſenat iſt der Anſicht, daß für die Begriffsbeſtimmung der
„erheblichen Erkrankung” ein allgemeiner Standpunkt gefunden werden
müſſe. Das entſpräche dem Sinn und Zweck der
Verſicherungsbedingun=
gen. Es müſſe die Erkrankung und die daran anſchließende Krankheit
als etwas Einheitliches betrachtet werden. Allerdings müſſe die
Erkrankung zur Zeit der erſten Prämienzahlung ſchon in Erſcheinung
getreten ſein. Wer zu dieſem Zeitpunkt bereits erkennbar erkrankt war
und im Verlaufe der Krankheit ſtirbt, der muß zur Zeit der
Er=
krankung ſchon als „erheblich erkrankt” bezeichnet werden. Eine
andere Beurteilung iſt nur dann möglich, wenn der Verſicherte von der
erſten Erkrankung völlig geneſen war und der Tod Urſache einer anderen
Erkrankung iſt. „Reichsgerichtsbriefe‟. (VII 6/3—. — 23. September
1930.)
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Aug. Wilke
Schützenſtraße Nr. 7.
Seite 8
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Nummer 297
Reich und Ausland.
Die Hilfsakkion für die Hinkerbliebenen
des Koblenzer Unglücks abgeſchloſſen.
Koblenz. Die Hilfsaktion zugunſten der
Hinterbliebenen der Brückenkataſtrophe bei der
Befreiungsfeier im Juli d. J. iſt nunmehr
ab=
geſchloſſen. Insgeſamt ſind von 44 Spendern
75 063,07 Mark eingegangen, davon 55 100 Mark
von amtlicher Seite. Da die Opfer der
Brücken=
kataſtrophe nicht nur aus Koblenz, ſondern auch
aus anderen Teilen des Rheinlandes ſtammen,
dürfte es intereſſieren, wie die Verteilung dieſer
Spenden vorgenommen worden iſt. Zur
Linde=
rung der erſten Not wurden kurz nach dem
Un=
glück 5105 Mark verausgabt. Die Beſchlußfaſſung
über die Verwendung der Spenden wurde von
der Stadtverwaltung mit Zuſtimmung des
Re=
gierungspräſidenten einem Kuratorium
übertra=
gen, dem Vertreter der Verwaltungen der
be=
nachbarten Landkreiſe, der Stadtverordneten, der
Geiſtlichkeit und der Hinterbliebenen angehören.
Die Verteilung war bei der großen Zahl der
Opfer und der Verſchiedenartigkeit der zu
berück=
ſichtigenden Verhältniſſe der Hinterbliebenen
nicht einfach. Grundſätzlich wurde beſchloſſen, daß
die Spenden nur den Hinterbliebenen der
Todes=
opfer zugute kommen ſollten, daß aber aus
Bil=
ligkeitsgründen auch diejenigen Perſonen, die
ſich an dem Rettungswerk nachweisbar
beteilig=
ten und hierbei Schaden erlitten haben,
Beihil=
fen erhalten und Koſten für Arzt und
Apo=
theker erkrankten Perſonen zu gewähren ſind.
Es wurden Beihilfen gewährt für
Sach=
ſchaden: Rettungsperſonal in 24 Fällen 1300
Mark, für Geſundheitsſchäden
Gerette=
ter in 36 Fällen zuſammen 3000 Mark. Die
Hinterbliebenen erhielten Zuwendungen
von 300—3500 Mk., je nach dem Grade der
Be=
dürftigkeit und der Eigenſchaft des Verſtorbenen,
als Ernährer, Miternährer oder dergleichen. In
einem Falle, in dem wegen Vorhandenſeins von
fünf Kindern eine beſondere Bedürftigkeit
vor=
lag, wurde eine höhere Beihilfe gewährt. Die
urſprüngliche Abſicht, einen beſtimmten Betrag
zurückzulegen und hieraus laufende Erziehungs=
und Berufsbildungsbeihilfe für die
hinterblie=
benen Kinder zu gewähren, wurde in der Form
durchgeführt, daß der Anteil der bedürftigen
Kinder, die noch minderjährig ſind, als
Mündel=
gelder angelegt und der Aufſicht der
Vormund=
ſchaftsgerichte unterſtellt werden. Im übrigen
wurden die Zuwendungen, von einzelnen Fällen
abgeſehen, nicht in bar gemacht, ſondern auf ein
Sparkonto überwieſen.
Gerüſteinſturz beim Neubau Tietz.
Frankfurt a. M. Das Kaufhaus Tietz läßt
zurzeit in der Großen Eſchenheimer Gaſſe und
den dahinterliegenden Höfen ein paar alte
Häu=
ſer abreißen, um dort einen großen Neubau zu
errichten. Geſtern nacht gegen 3,30 Uhr ſtürzte
nun ein Teil des Gerüſtes, das die ſchon beim
Dach abgetragenen Häuſer umgibt, aus noch nicht
geklärter Urſache ein. Die herabfallenden
Bret=
ter und Balken riſſen Steine und Schutt mit, ſo
daß ſchließlich auch der Reſt des großen Gerüſtes
in ſich zuſammenbrach und herunterſtürzte. Der
Bauzaun, der nach der Straße hin aufgeſtellt iſt,
wurde dabei ſtark beſchädigt. Die herabfallenden
Bretter, Balken und Steine fielen teilweiſe auf
die Straße, doch konnte der Verkehr ungehindert
weitergeleitet werden. Perſonen wurden
glück=
licherweiſe nicht verletzt, da ſich. um dieſe Zeit
niemand auf der Abbruchſtelle befand und auch
die Straße menſchenleer war. Der Sachſchaden
iſt nicht erheblich. Die Einſturzmaſſe konnte
be=
reits Dienstag früh, als die Abbrucharbeiter ihre
Arbeit anfingen, beſeitigt werden.
Furchtbare Familientragödie in Nürnberg.
Nürnberg. Am Dienstag erſchoß der
Kaufmann Staufer in ſeiner Wohnung ſeine
Ehefrau. Als kurz darauf ſein zwölfjähriger
Sohn von der Schule heimkam, tötete er auch
dieſen. Hierauf brachte er ſich ſelbſt einen
lebens=
gefährlichen Schuß bei. Der Grund zur Tat iſt
in wirtſchaftlicher Notlage zu ſuchen. — Wie zu
der Familientragödie in Nürnberg ergänzend
gemeldet wird, ſtand Staufer im 46. Lebensjahr
und war Geſchäftsführer und Kapikän a. D.
Seine Ehefrau, die im 32. Lebensjahr ſtand,
wurde durch einen Schuß in den Hinterkopf
ſo=
fort getötet. Der Sohn, der einen Schuß in die
Schläfe erhalten hatte, ſtarb, während der Vater
von den Sanitätern verbunden wurde, und
Staufer ſelbſt, der ſich einen Schuß durch den
Mund beigebracht hatte, verſchied kurz nach
ſei=
ner Einlieferung ins Krankenhaus.
Kraftwagen und Chauffeur in Flammen.
Mayen. An dem Motor eines Lieferwagens
entſtand infolge mangelhafter iſolierter
Kabel=
drähte Kurzſchluß. Das Benzin geriet in Brand
und Auto und Chauffeur ſtanden ſofort in hellen
Flammen. Der Chauffeur wälzte ſich am Boden
und die Umſtehenden warfen Decken über den
Unglücklichen. Mit lebensgefährlichen
Verletzun=
gen wurde er ins Krankenhaus gebracht.
Legationsrat v. Biel auf der Jagd tödlich
verunglückt.
Schwerin. Am Montag nachmittag
verun=
glückte auf einem Jagdausgang der durch ſeine
Tätigkeit in der Deutſchnationalen Volkspartei
bekannte Legationsrat Rittergutsbeſitzer v. Biel=
Kalkhorſt. v. Biel wollte einen Rehbock ſchießen
und ſaß in einer Grabenböſchung auf dem
An=
ſtand, während ſein Jäger in den Bruch
ge=
gangen war. Plötzlich hörte der Jäger einen
Schuß fallen. Er eilte zu ſeinem Herrn zurück
und fand ihn auf dem Rücken liegend tot auf.
Eine Gerichtskommiſſion weilte an der
Unglücks=
ſtelle und ſtellte einwandfrei Unglücksfall als
Urſache des tragiſchen Vorfalles feſt.
Unfall in einem Prager Laboratorium.
Prag. Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich in
einem hieſigen militäriſchen Laboratorium.
In=
folge mangelhafter Abdichtung einer Glasbombe,
die 10 Kilogramm Chlor enthielt, ſtrömten
gif=
tige Gaſe aus. Ein Stabshauptmann, drei
Sol=
daten, ein Ingenieur und ein Angeſtellter
muß=
ten mit Vergiftungserſcheinungen ins
Kranken=
haus eingeliefert werden.
Die Steuben=Gedenkfeier im Reichskag.
Die Feier im Reichstag. Am Rednerpult Geheimrat Prof. Dr. Kühnemann (Porträt oben rechts).
Links unten; General von Steuben, der Nachkomme des Freiheitshelden.
Zum 200. Geburtstag des großen deutſchamerikaniſchen Freiheitskämpfers General Wilhelm” von
Steuben fand im Reichstagsgebäude in Berlin eine große Feier ſtatt, bei der Univerſitätsprofeſſor
Dr. Kühnemann die Gedenkrede hielt. v. Steubens Nachkomme, General v. Steuben (Berlin), war
bei der Feier anweſend.
Zur Kaiſerkrönung in Abefſinien.
Ras Tafari, der Regent Abeſſiniens,
bei einem Beſuch der deutſchen Geſandtſchaft in Addis Abeba. — Rechts und links die
Wachen unſerer Geſandtſchaft.
Vorbereitungen für die europäiſchen Gäſte:
Verſchönerungsarbeiten am Vorplatz des Bahnhofes von Addis Abeba.
Am 2. November findet die Krönung des Regenten Ras Tafari zum Kaiſer von Abeſſinien ſtatt.
Zum Krönungsfeſt, das mit größter Pracht gefeiert werden wird, rüſtet ſich Addis Abeba, die
Hauptſtadt des Landes, um die ausländiſchen Gäſte zu empfangen. Täglich treffen neue Geſchenke
aus den Ländern Europas ein; Reichspräſident v. Hindenburg hat 500 Flaſchen alten Rheinweins
nach Abeſſinien geſchickt.
Furchtbare Schneeſtürme in den Vereinigten
Staaten.
New York. Schwere Schneeſtürme wüten
in zwölf Staate.;, namentlich im Oſten und im
Norden. New York iſt teilweiſe unter
Schnee=
maſſen begraben. Es iſt der kälteſte Oktober ſeit
Menſchengedenken. Das Thermometer ſank
ſtel=
lenweiſe auf 35 Grad Froſt.
Tod eines deutſchen Amateurboxers im Ring.
New York. Der deutſche Amateurboxer
Karl Baldus aus Recklinghauſen mußte nach der
dritten Runde eines Boxkampfes mit einem
be=
rufsmäßigen Schwergewichtler tot aus dem Ring
getragen werden. Der Tod iſt anſcheinend auf
ſchwere Körperhiebe zurückzuführen. Der Kempf
war bis zur dritten Runde unentſchieden.
Gaukag des B. W.A. in Wiesbade
Der „Verband der weiblichen Handels==
Büroangeſtellten, E. V.”, Gau Frankfurt a.
verſammelte eine ſtattliche Anzahl ſeiner:
glieder aus dem Gau Frankfurt zu ernſter:1
beit und froher Feſtſtimmung. Am Samp
abend 7.30 Uhr wurde der Gautag Franx,
a. M. unter Vorſitz von Frau Habricht (Fru 7/
furt a. M.) eröffnet, der als Arbeitstagungsd
Arbeits= und Kaſſenbericht, Aenderungen imdr.
Geſetzgebung und innere Angelegenheiten zun) au
raten hatte. Am Sonntag vormittag 11 Ich
folgte im vollbeſetzten großen Saale des genznt
ten Hotels die öffentliche Kundgebung mitto ſo
ladenen Gäſten. Mit Mendelsſohn=Barthw)
„Hebe deine Augen auf”, von V.W. A.=Mituſ
dern geſungen, begann die anſprechende R5
Der einſtündige und hochſtehende Feſtvonnorseit
„Die weiblichen Angeſtellten im deutſchen V8)xz
und Wirtſchaftsleben” durch reichhaltiges o
lenmaterial erläutert, aus gründlichem Anü
geſchöpft, hielt die erſte Vorſitzende des V.A%u
Frau Katharina Müller (Berlin), dem die Icn oſt ud
weſenden bis zum Ende mit Intereſſe foll
Nach Schilderung der weſentlichen Aufgabern)
Verbandes, beſtehend in ſachlicher, ideeller
wirtſchaftlicher Intereſſenförderung der
Mitt=
der bei Ablehnung des Klaſſenkampfes im (.
chriſtlich=nationaler Geſinnung, bot die Redrur
eine ſcharfſinnige Verteidigung der Frauenay
als notwendigen und ethiſchen Faktor im TAN
ſchaftsleben. Die Rednerin ſprach ferner
die Frage der Arbeitsloſigkeit, beſonders in fü
Auswirkung für die älteren Angeſtellten unzd 20
Jugend. Auch die Maßnahmen der
Regierurn=
den Notverordnungen im Hinblick auf die Fu ch.
beitnehmerſchaft wurden geſtreift. Die ſoziignoit Auc=
Einrichtungen des Verbands wie Unterſtützumseie !0
Altershilfe, „Krankenkaſſe, Rentenverſichemnde D0ſ. 9=
Ausſteuerhilfe, Sterbegeld daneben als ſegrn
reich zu betonen, ergab ſich von ſelbſt. Aber,gMalſen Ri
all dieſen materiellen Notwendigkeiten wurd0ge kelligel
Schluß doch die Menſchenbildung als die H.h 12 Snobel
leiſtung des Verbandes geprieſen. Der Voi kedei, und
genden wurde langanhaltender Beifall geſpe/S
Es folgten die offiziellen Begrüßungen ien
ſprachen unter warmer Anerkennung der —i8.,
des Verbandes, wie ſie der Vortrag ſelten
herausgeſtellt habe, u. a. Frau Bezirksfürſ.
rin Schmidt für den Regierungspräſidenten,
rodirektor Schäfer für den Landeshauptmd
Stadtrat Dr. Jovy für den Oberbürgermoit
und die Stadt Wiesbaden, Polizeirat Beutküfe4hen ſe
die Polizeiverwaltung, Frl. Garth für die iFArfen mit
beitsämter Heſſen und Wiesbaden, Herr Sch
cetzu=
für die Handelslehranſtalt. Wiesbaden, 8 (meroder
Reben für die Vereine für Frauenbeſtrebu-hf Kohnd
Heſſen=Naſſaus. Sie alle übermittelten dem Krn und Johle
band herzliche Glückwünſche. Den Beſchlußsſte zunnt.
Kundgebung brachte Beethovens „Trio B=TIIm von Se
Ein gemeinſames Mittageſſen vereinte im 5ᛋ nührt
geren Kreiſe die Feſtgenoſſinnen, die ſich T=Mx ein
nittags 5 Uhr noch einmal zum Feſtabend afar z hoben.
lich der 25=Jahrfeier der Ortsgruppe Wiesb /40 wid mit
im „Metropole” zuſammenfanden.
Nt. So ftiebt
leichen der
Schwere Exploſion in einer tſchechoſlowakiſſis Mkim raſt.
MJufen auf
Munitionsfabrik.
A Näulern,
7 Tote, 1 Schwerverletzter.
m Auger
Preßburg. In der Tſchechoſlowaki i4 in Schluß.
Munitions= und Metallfabrik ereignete ſichag mchiet, der d
Montag nachmittag eine ſchwere Exploſion. 3m Beginn ih
inem Arbeitsraum, in dem Leuchtpatronen, —
zeugt werden, ſprang von einer Kapſelpreſſe
Kapſel ab und flog in den Sprengſtoff, den
plodierte. Die Kleider der in dem Raumy
ſchäftigten ſieben Arbeiterinnen fingen Fa=
und, obwohl es ihnen gelang, ſofort ins Ei
zu entkommen, wo ihnen die brennenden Kleu.
vom Leibe geriſſen wurden, erlitten ſie don
ſchwere Verletzungen, daß inzwiſchen ſechs iü
Verletzungen erlagen. Auch der Zuſtand demi
benten Verletzten iſt überaus ernſt.
Bekannter franzöſiſcher Kriegsflieger abgeſt*:,
Paris. Das franzöſiſche Militärflugso
das, wie gemeldet, bei Lüttich abſtürzte, wo
geſteuert von dem bekannten Kriegsflieger Oldl:
Happe, der im Jahre 1915 zahlreiche Bomn”
angriffe gegen elſäſſiſche und badiſche Städte
w=
tuch gegen die Werftanlagen des Zeppelinkke:
in Friedrichshafen unternahm. Happe und
Bordmechaniker wurden bei dem Unfall ſad
getötet.
Ein ganzes Dorf durch Feuer zerſtört.
Mailand. Das Gebirgsdorf Cereſe
Trentino iſt durch ein nächtliches Großfeuer! zerſtört worden. Dreißig Bau.
häuſer wurden in kurzer Zeit ein Raub‟
Flammen. Ein Hausbeſitzer und zwei Fer
wehrleute wurden durch einen einſtürzerge=
Kamin verſchüttet. Der Hausbeſitzer war ſ0/
tot, während die beiden Feuerwehrleute in!
nungsloſem Zuſtand geborgen wurden.
dem ganzen Dorf ſind nur drei Häuſer
ſn=
geblieben. Der Sachſchaden überſteigt 80.—
Lire.
„D. 2000” in Athen.
Athen. Das deutſche Großflugzeug ,„D.30
das am Dienstag früh um 7 Uhr den
Flug=
von San Stefano in Stambul verlaſſen Ne
landete um 11 Uhr unter dem Jubel einel
ßen Menſchenmenge auf dem Athener Fluge
Tatoi. Das Flugzeug wird vorausſichtlic, //M
Tage in Athen bleiben, um dann nach
weiterzufliegen. Die griechiſchen Behördel.
die geſamte Bevölkerung bringen dem deit=
Großflugzeug ſtärkſtes Intereſſe entgegell.
Unfall eines Arbeiteromnibuſſes.
20 Verletzte.
Tourcoing. Ein mit Arbeitern vol.
ſetzter Omnibus ſtieß am Montag hier gegel.
Fabrikmauer. 20 Arbeiter wurden verleß.
davon ſehr. ſchwer.
650 Tote in Wutſchau?
London. Nachrichten aus Kanton 20
ſollen beim Brande in Wutſchau 650 Chſſ.
ums Leben gekommen ſein. Der Brand”ſ
dem Teehausbezirk der Stadt.
Mmer 292
Dörfliches Feſt.
Von unſerem ſtändigen
v. Gss. Madrid, Oktober 1930.
Zes ſpaniſche Dorf hat einen Heiligen oder Schutzpatron, ſchmückten Häuſern eingeſäumten Platz, der nach allen Seiten
emu/Ehren einmal im Jahr die ſogenannte „Fieſta” veran= hin abgeſperrt iſt. Starke Holzwände ſind ringsum
taltzsvoird. Die Feier dauert in der Regel drei Tage und ſetzt aufgerichtet zum Schutz der Zuſchauer, die auf
not=
ſch a Eirchlichen und weltlichen Akten zuſammen, wobei der dürftig zuſammengehauenen Gerüſten dichtgedrängt ſitzen. Die
Dortyſtlampf die Hauptrolle ſpielt. Während der Feſttage Veranden der Häuſer und die Fenſter des Rathauſes ſind die
ſeht*y ganze Ort auf dem Kopf, alle Arbeit bleibt liegen, und Vorzugsplätze. Rot=gelb=rote Fahnen und Tücher bilden den
ie ſieſt ſo nüchternen Leutchen ſcheinen von einem Freuden= Hintergrund für die viertauſend Menſchen, die ſich
zuſammen=
auſuch fallen. Alt und jung, arm und reich ſteht unter der pferchen wie das Vieh, fiebernd vor Aufregung und freudiger
devinſih eraus aus dem Alltag‟. Die Tavernen, in denen man Erwartung. Kein freies Plätzchen iſt zu ſehen, aus jeder Ritze
onſtuhhftens einmal zwei oder drei Gläschen von dem herben ſchaut ein Kopf, auf jedem Dach ſitzen Menſchen, an jeder Säule
antymt trinkt, ſind voll von Männern und jungen Burſchen, klebt ein Kerl. Dumpf brauſt das Stimmengewirr über den
ie Aſböden zittern von verhaltener Leidenſchaft, in den Platz bis plötzlich ein Trompetenſtoß ertönt und zwei feſtlich
Berichterſtatter.
unk u Winkeln tuſchelt und flüſtert es, Liebesgeſtändniſſe
ſtei=
en uu um ſternenbeſäten Nachthimmel, und der Mond wird
ſeugn orr heiligen Schwüren. Das Leben bricht durch mit
al=
r Hfſt und fordert ſein Recht.
eßen wird dem Beobachter dieſes Typiſchſte am Spanier
klaſuve hier, dieſes ſtändige Leben in Kontraſten, dieſe
ſel=
ne /uſchung von naivſter Religioſität und weltlicher
Aus=
laſſiyevart. Es iſt ein rührender Anblick, dieſe einfachen
Men=
henn) der Prozeſſion zu ſehen, wenn ſie ihre Madonna
be=
ſeitetuun der ſie hängen wie Kinder an der Mutter. An der
chöuzht der Statue berauſchen ſie ſich, ſie ſchmücken ſie mit dem
oſtbeſſnin, Schmuck, der im Dorfe aufzutreiben iſt, ihr zuliebe
genzſſich Opfer auf und Entbehrungen. Man iſt verſucht zu
ſchelynnd doch kann man es nicht, dieſer unermeßliche Glaube
nerr imen Menſchen überwältigt, und man kann ſich der
ührſuy kaum verſchließen, wenn ein forſcher junger Burſche
änzuenenr Auges fragt: „Iſt ſie nicht die ſchönſte,
uim ſ iſſr Madonna?” Nehmt dazu eine warme Herbſtnacht,
ßt I0 Duft der reifen Trauben auf euch wirken, der von den
Veldeſmn hereinſtrömt in die feſtlich geſchmückten Straßen, hört
In ymffen Klang der Trommeln, ſchaut das Lichtmeer, das
it 1AHeiligen aus dem Dunkel der Nacht hervorbricht und
ſurch Straßen zieht, erfaßt den tiefen Sinn der
ſehnſüch=
ſigen leder, und ihr werdet euch der Myſtik dieſer Stunde
üllecht ſierziehen können.
Dazweite Tag bringt das eigentliche Feſt, den
ttüſrampf, dem der „encierro” — das Einfangen und
gintritzllen, der Kampfſtiere — vorausgeht. Morgens ſechs Uhr
ämmmel es ſchon auf den Straßen, die Jugend rennt ſingend
ndesſeid ſchiend zum Ortsausgang zum Empfang der Stiere, bei
verdum iſei geweſen zu ſein, Ehrenſache iſt. Mit Scherzen aller
ein ert u ereiben ſie ſich die Zeit, während die Aelteren ſämtliche
ih u eitemſtaßen mit großen Weinfäſſern und Wagen abſperren und
heue ſenitzonslüſterne Weiblichkeit ſich hinter den Eiſengittern
beshuhr Ferer oder innerhalb der proviſoriſchen Barrikaden einen
beuleitenn gbbachtungsplatz ſichert. Da plötzlich ertönt raſendes
chreſie und Johlen, zu Hunderten kommen ſie die Dorfſtraßen
runueerannt, mit erhitzten Geſichtern, eine merkwürdige
iſchtag von Schneid und Angſt — dahinter im geſtreckten
glotzu geführt von berittenen Hirten mit langen Lanzen, die
ampſſtre, eingerahmt von glockentragenden Ochſen, die dafür
ſonnze haben, daß die ſtarken Brüder nicht ausbrechen. Jeder
erſuchwird mit einem unſanften Rippenſtoß der „Zahmen”
ſtrart So ſtiebt es dahin wie die wilde Jagd, ohrenbetäuben=
8 Kiſchen der Weiber macht Vieh und Menſchen verrückt.
hoſns ſhplikum raſt, eigens zu dieſem Zweck mitgebrachte dünne
töckelye ſauſen auf die Rücken der Tiere hernieder, die, Schaum
r dinMäulern, dahinraſen, wie wenn der Teufel hinter ihnen
äre.” m Augenblick iſt das Bild vorüber, zwei neue Reiter
lderx en Schluß. Auf dem Marktplatz iſt ein proviſoriſcher
tall ſerichtet, der die Opfer bis zum Nachmittag aufnimmt —
s zun Beginn ihres Martyriums.
Heiße Nachmittagsſonne brennt auf den von feſtlich
ge=
aufgemachte Reiter in die Arena ſprengen, um den Platz zu
ſäu=
bern. Neues Signal, die Militärmuſik ſetzt ein mit einem
ſchneidigen Marſch, die Tore öffnen ſich und hereinmarſchiert der
Feſtzug, begrüßt mit ohrenbetäubendem Lärm. Toreros,
Ban=
derilleros, Picadores Knechte und das prächtig geſchmückte
Maultiergeſpann, deſſen Aufgabe das Hinausſchleifen der toten
Stiere iſt, ſo marſchiert es die Runde herum. Das blitzt und
funkelt, ſtrahlt und gleißt und die Tauſende ſcheinen verrückt
vor Freude, ſie klatſchen ſich die Hände wund und ſchreien ſich
die Kehlen heiſer. — Plötzlichwirdesruhig, der Platz
liegt leer. Nur der Torero und ein paar ſeiner Leute ſtehen
irgendwo an der Wand. Da, ein neues Trompetenſignal und
aus dem engen Käfig raſt der Stier in die Arena, groß, wuchtig,
mächtige Hörner ſchlagen wie im Spiel ins Holz, daß es kracht
und ſplittert, ein=, zwei=, dreimal. Plötzlich ſtoppt der Lauf,
gierig ſaugt das Tier die Luft ein, wütend ſtampfen die Hufe
den Sand, ſein ſcharfes Auge hat den Gegner erkannt, der ſich
langſam loslöſt von der Wand — der Kampf beginnt. Seine
verſchiedene Phaſen ſollen hier nicht beſchrieben werden, wohl
aber die Stimmung des Volkes. Ueber zwei Stunden ſcheint
es keine Einzelindividuen mehr zu geben. Wie vom elektriſchen
Strom erfaßt, ſo hängen ſie zuſammen, beſeſſen von einer Idee,
hingeriſſen von einer Leidenſchaft, betrunken vom
Kampf=
ſpiel. Wie ein Mann ſchreien ſie Hoch und Nieder, wie ein
Mann jubeln ſie einer eleganten, mutigen Bewegung zu. Sie
alle erleben das Geſchehen mit, Angſt, Schneid, Stolz, Wut, jede
Regung prägt ſich auf ihren Geſichtern gleich aus, ſo als ob ſie
es wäre, die fiebernde Maſſe, die da unten mit dem Tode ſpielte.
Mitleid und Erbarmen kennen ſie nicht, wehe dem Stier, wehe
dem Torero, der feige iſt! Der Bann weicht erſt, wenn mit dem
Tode des letzten, des ſechſten, Stieres das Drama ſein Ende
erreicht hat. Dann bricht es herein in den Platz von allen
Sei=
ten, geſtikulierende Menſchen drängen ſich auf dem Sand, der
kurz vorher noch der Schauplatz des Todes war.
Die hereinbrechende Nacht lockt zum Tanz, Gitarren
ertö=
nen, und aus den Tavernen erklingen ſchwermütige Lieder.
Immer nur einer ſingt, die anderen hocken an den Wänden
und lauſchen. Gar oft zuckt es verräteriſch in den harten, von
der ſchweren Arbeit durchfurchten Geſichtern, andächtig folgen
ſie dem Vorſänger, der ihnen erzählt von der Mutter und vom
Vaterland — ein zarter Windhauch dringt herein in die
ver=
qualmte Stube und trägt das hohe Lied hinaus in die
tief=
blaue Herbſtnacht.
* Zeppeline auf Schienen.
Die „fliegende Zeppelinbahn” bei Glasgow. — Oeſterreichiſche
Pläne. — Die Zukunft der deutſchen „Schienen=Zeppeline‟. —
„Blitz=Züge” neben D=Zügen.
Zu der erſten erfolgreichen Probefahrt des „Schienen=
Zeppe=
lin” bei Hannober wird uns von unterrichteter Seite
geſchrie=
ben: Es ſind kaum drei Monate her, daß in Schottland in der
Nähe von Glasgow ähnliche Verſuche gemacht wurden, wie
jetzt in Hannover. Der engliſche Ingenieur Georg Bannie
hat allerdings ein anderes Prinzip durchgeführt, nämlich eine
Hängebahn mit „Zeppelinen”. An einer Leitſchiene, die auf
eiſernen Trägern von 28 Meter Höhe befeſtigt iſt, hängen
zeppe=
linartige Wogen, die durch Propeller angetriebem werden ſollen,
und bei Probefahrten angeblich eine Geſchwindigkeit von 220
Kilometer in der Stunde erreicht haben. Es engabb ſich, daß durch
die Flugwirkung der Wagen die Reibung der Laufräder faſt
völlig aufgehoben wurde. Auch in Oeſterreich hat man ähnliche
Propellerbahnen konſtruiert und in Ausſicht genomen. Der
deutſche Schienen=Zeppelin” des Ingenieurs Kruckenberg fährt
in der Art der gewöhnlichen Eiſenbahnen auf Schienen. Er
be=
ſteht aus einem ſehr günſtig auf Verminderung des
Luftwider=
ſtandes berechneten Wagen, deſſen beide Achſen bei einer
Ge=
ſamtlänge des Wagens von 26 Metern ungefähr 20 Meter
aus=
einanderliegen. Die Wagen faſſen 40 Perſonen. Wie verhalten
ſich nun die Vor= und Nachteile der „fliegenden Eiſenbahnen”
und „Schienen=Zeppeline‟?
Beide Syſteme haben dem Vorzug großer Geſchwindigkeiten,
die von normalen D=Zügen kaum erreicht werden können. Dem
deutſchen „Schienen=Zeppelin” hat man nun den Vorwurf
ge=
macht, daß er in Kurven noch nicht erprobt iſt und kam
glück=
lich durch die Schienenkrümungen bei einer Geſchwindigkeit
von 150—170 Kilometer in der Stunde hindurchkommen kann.
Man wird aber mit Recht erwarten dürfen, daß von dem
Er=
finder dieſe Schwierigkeit behoben werden konn. Der „fliegende
Eiſenbahnzug” des engliſchen Konſtrukteurs hängt feſt in der
Rolle der Laurfſchiene und kann aus dieſem Grunde auch die
ſchärfſten Kurven mit der größten Geſchwindigkeit nehmen, ohne
das Fahrzeug zu gefährden. Allerdings wird hier die
Schwung=
kraft eine ſtarke Verlagerung des Wagens hervorrufen, ſo daß
gegen die Beläſtigung der Fahrgäſte Maßnahmen getroffen
wer=
den müſſen. Während anzunehmen iſt, daß es der Technik nicht
allzu ſchwer werden dürfte, die Gefährdung der „Schienen=
Zeppe=
line” in ſcharfen Kurven zu verhüten, hat der deutſche Wagen
vor dem engliſchen einen ſehr bedeutſamen Vorteil voraus: Er
kann nämlich überall auf jeder Bahnſtrecke in Tätigkeit treten.
Es ſind nicht neue und koſtſpielige Beuten notwendig. Für
die Zukunft des Schnellverkehrs mit Propeller=Bahnen iſt dieſer
Umſtand aber von größter Wichtigkeit. Der „Schienen=
Zeppe=
lin” muß ſich in den beſtehenden Fahrplan einarbeiten
laſſen. Nur dann wird er für die Umwälzung unſeres bisherigen
Verkehrs von Bedeurung werden. Die bisherige
Geſchwindig=
keit unſerer D=Züge entſpricht nicht den großen Anforderungen,
die heute an die Zeiterſparnis geſtellt werden müſſen.
Anderer=
ſeits ſind die bisherigen Schnell= und D=Züge auf
Maſſenver=
kehr berechnet und können aus techniſchen, wirtſchaftlichen und
Verkehrsgründen ihre Geſchwindigkeiten nicht weſentlich erhöhen.
Es würde aber durchaus möglich ſein, durch Einführung
beſon=
derer kleiner „Blitzwagen”, wie ſie die neuen „Schienen=
Zeppe=
line” darſtellen, für eilige Fahrgäſte die Verkehrszeit erheblich
zu beſchleunigen. Dieſe Blitzwagen könnten mit ihren
Verkehrs=
zeiten leicht in dem beſtehenden Fahrplan eingeordnet werden,
ſo daß dadurch beſondere Schwierigkeiten nicht entſtehen
wür=
den. Ueberall, wo der Schienenweg für Züge mit großer
Schnel=
ligkeitsbelaſtung eingerichtet iſt, könnten auch dieſe Blitzwagen
verkehren. Es kämen dafür naturgemäß hauptſächlich große
Entfernungen zwiſchen Hauptſtädten wie Berlin—Breslau oder
München—Königsberg uſw. mit den entſprechenden Anſchlüſfen
von Nebenlinien in Betracht. Die Abfahrtzeiten könnten ſo
ein=
gerichtet werden, daß Fahrgäſte aus Städten, die nicht an dem
Schienenweg der Blitzwagen liegen, ohne Verzug an den
Blitz=
wagen Anſchluß erhalten könnten. Auf dieſe Weiſe könnte durch
ganz Deutſchland ein Schnellverkehr geſchaffen werden, der auch
großen Anſprüchen genügt, zumal bei der geringen Zahl vom
Fahrgäftem und bei dem Fehlen von Laſten die Aufenthaltszeiten
auf den einzelnen Stationen ſehr eingeſchränkt werden könnten.
In dieſem Sinne kann der „Schienen=Zeppelin” für den
Schnell=
verkehr der Zukunft eine umwälzende Bedeutung erlangen. j.
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(11459a)
Seite 10
Mittwoch, den 22. OFtoher 1930
Rr 6
Sport, Spiel und Turnen.
Geſchäftliches.
Die Bombe geplahlt.
Der Deukſche Profeſſional=Fußballverband gegründet.
Aus Köln wird gemeldet: Die Kriſe im deutſchen Fußball
nähert ſich anſcheinend ihrem Höhepunkt. Nachdem der Deutſche
Fußball=Bund in ſeiner Berliner Samstagsſitzung eine Amneſtie
für Verſtöße gegen die Amateurbeſtimmungen erlaſſen hatte, wurde
am Montag abend in Köln die reinliche Scheidung zwiſchen Pro.
fitum und Amateurismus vollzogen:
Im „Reichshof” wurde der Profeſſional=Fußball=Verband
ge=
gründet. Der Vorſtand des neuen Verbandes ſetzt ſich vorläufig
aus den nachſtehenden Herren zuſammen: Rechtsanwalt
Straus=
berg=Köln, geſchäftsführender Vorſitzender: Kaufmann Sonje=
Köln, erſter Vorſitzender: Michels=Wuppertal:
Gerichts=
aſſeſſor Nolden=Köln; Baumeiſter Dreyfuß=Köln;
Offer=
manns=Köln=Kalk; Rechtsanwalt Dr. Haubrich=Köln.
Der neue Verband tritt für eine gerechte und offizielle
Ent=
lohnung der Spieler ein. Er hat bereits telegraphiſch der
„Fifa” ſeinen Beitritt erklärt und auch mit den
übri=
gen internationalen Profiverbänden ſoll der Spielverkehr
einge=
leitet werden. Aufnahmegeſuche gehen durch den neuen Verband,
der das ſogenannte Managertum” ſtrikte ablehnt. Mit
Aus=
nahme des Geſchäftsführers ſollen ſämtliche Verbands= und
Vereinsämter ehrenamtlich erledigt werden.
Beigetreten ſind dem neuen Verband bis jetzt die
fol=
genden Vereine: Fußballſportverein Köln (durchweg Spieler der
rechtsrheiniſchen Vereine), 1. F.C. Köln (Swatoſch und andere
Spieler von Köln=Sülz), 1. F.C. Wuppertal F.C.
Mün=
chen=Gladbach=Rheydt (hauptſächlich Spieler von S. C.
und Boruſſia M.=Gladbach), „des Weſtens Meiſter” (
kom=
plette ehemalige Ligaelf von Schalke 04) Ferner ſollen noch
An=
meldungen aus Düſſeldorf und Krefeld vorliegen, ſo daß ſich
die Zahl der Profimannſchaften wohl noch weſentlich vermehren
dürfte.
Die weſtdeutſche Profiliga ſoll in zwei Klaſſen zu je zehn
Ver=
einen mit Auf= und Abſtieg um die Meiſterſchaft kämpfen.
Kegeln.
Klubkämpfe um den Konzelmann=Wanderpokal.
Im Laufe der Woche und am Sonntag haben die Kämpfe um
den Konzelmann=Wanderpokal ihr Ende erreicht. Einen ſcharfen
Endkampf gab es um den erſten Platz. Hier ſtanden ſich „D.K.
1911 — BV.” und „Haſſia” gegenüber, die beim Vorkampf nur 24
Holz von einander lagen. Es gelang D.K. 1911 — BV. — mit
19 Holz Vorſprung, den Sieg zu erringen. Im ganzen hatten ſich
13 Klubriegen an den Wettkämpfen um den wertvollen Pokal
beteiligt. Außer dem erſten Sieger erhalten die vier folgenden
Beſtleiſtungen Erinnerungsbecher.
Das Ergebnis der Kämpfe iſt folgendes: 1. „D.K. 1911 —
BV. — 3031 Holz — Pokalſieger. 2. „Haſſia 1919‟ — 3012 Holz —
Becher. 3. „Zwölfer TG. D. 46” — 2918 Holz — Becher. 4. „L.L.
08” — 2886 Holz — Becher. 5. „Kranz‟ Darmſtadt — 2886 Holz
Becher.
Fechten.
Zum Fechter=Städtewettkampf und Schaufechten
am Sonntag, den 26. Oktober d. J., vormittags, im großen Saale
der Turngemeinde Darmſtadt 1846, Woogsplatz (Veranſtalter:
Fechterſchaft der T. G.D, 1846) iſt nachzutragen: Die drei Städte
Offenbach, Offenbach=Bürgel und Darmſtadt, ſtellen je eine
Mann=
ſchaft von 4 Fechtern, die ſich im Freundſchaftskampf ſpannende
Gefechte auf leichten Säbel liefern werden. Der deutſche Meiſter
Heim=Offenbach wird in ſeiner bekannt ruhigen und glänzenden
Manier mit beachtlichen Gegnern die hohe Kunſt des Fechtens
zeigen, u. a. mit ſeinem Vereinskameraden, dem früheren D.T.=
Meiſter Thomſon. Die D.T.=Meiſterin Frau Oelkers=Offenbach
wird u. a. mit Fechtmeiſter Gazerra=Offenbach Proben ihres
Kön=
nens ablegen. — Die Fechterſchaft der Turngemeinde Darmſtadt
1846 wird durch ihren Meiſter Kötting und einige jüngere Fechter
die Schule der Fechtkunſt vor Augen führen. Schließlich werden
auch die Meiſter Gazerra und Kötting zu exakten Gefechten die
Klingen kreuzen.
Ein Rugby=Auswahlſpiel Süd= gegen Norddeutſchland findet
am 9. November in Hannover ſtatt.
Als Nachfolger des italieniſchen Sportdikators Turatti wurde
der Deputierte Bacci=Fiume zum General=Kommiſſar des
italieni=
ſchen olympiſchen Komitees ernannt.
P
2 e e
N
Hes W e
TMch.13540
Handball im Odenwaldgan der 2. T.
Der 19. Oktober brachte folgende Ergebniſſe:
Meiſter=
klaſſe: König 1. — Groß=Zimmern 1. 1:3; Groß=Umſtadt 2.
Michelſtadt 1. 2:8; A.=Klaſſe=Nord: Richen 1. —
Gundern=
hauſen 1. 5:3. A.=Klaſſe=Süd: Kirch=Brombach — König 2. 8:2;
B=Klaſſe: Hainſtadt 1. — Michelſtadt 2. 3:1; Wald=Amorbach —
Mümling=Grumbach 2:8; Heubach 1. — Langſtadt 1. 0:2; Altheim 1.
— Reinheim 1. 7:6; C=Klaſſe: Richen 2. — Groß=Umſtadt 3. 1:7:
Reinheim 2. — Spachbrücken 1. 0:2; Hergershauſen 2. —
Gundern=
hauſen 2. 4:0; Altheim 2. — Langſtadt 2. 5:4;. Schaafheim 2. —
Schlier=
bach 1. 1:1; Freundſchaftsſpiele: Heubach 2. — Reinheim Jgd.
3:2; Höchſt 1. — Zell 1. 3:4: Steinbach 1. — Steinbuch 1. 2:4.
Vor einer ſehr zahlreichen Zuſchauermenge wurde in König ein
offenes, hartes, aber faires Spiel ausgetragen, das Groß=Zimmern
ver=
dient gewann, weil es einen Sturm ins Feld führte, der prachtvoll
arbeitete. Königs Stärke lag in der Verteidigung und hier vor allem
bei ſeinem Tormann, der ſchwerſte Sachen unſchädlich machte. Wann
ſtreift der Königer Sturm ſeinen alten Fehler: Spiel nach der Breite,
anſtatt nach vorn, ab? Michelſtadt war ſeinem Gegner jederzeit
über=
legen. Das beſſere Schußvermögen brachte Richen den Sieg. Königs 2.
hielt ſich in Kirch=Brombach ſo lange ſehr gut, bis ſein Tormann
wegen Verletzung ausſcheiden mußte. Das ausgeſprochene Flankenſpiel
ſichert Kirch=Brombach die Punkte. Obwohl Michelſtadts 2. techniſch
die beſſere Elf war, muß ſie ſich beugen, weil ſie Mängel im Torſchuß
zeigt. Abgeſehen von einem kurzen Drängen von ſeiten Wald=
Amor=
bachs war Mümling=Grumbach immer der Angreifer. Infolge
Ueber=
kombination kam Heubach zu keinen Erfolgen. In Altheim trafen
gleichſtarke Gegner aufeinander, ſo daß es zu harten Kämpfen kam, die
Altheim beidemal ſiegreich beenden konnte. Groß=Umſtadts 3. war
körperlich und ſpieleriſch Richen überlegen. Das hohe Torergebnis
ent=
ſpricht dem Spielverlauf. Spachbrücken holte ſich zwei weitere Punkte.
Ein ſehr anſtändiges Treffen lieferten ſich Schaafheim und Schlierbach.
Am 26. Oktober ſpielen: Meiſterklaſſe: Erbach 2. — Groß=
Umſtadt 2., 3 Uhr: Nieder=Klingen 1. — Groß=Zimmern 1., 3 Uhr;
Michelſtadt 1. — König 1., 3.15 Uhr; A.=Klaſſe=Nord:
Hergers=
hauſen 1. — Klein=Umſtadt 1., 3.30 Uhr; Sickenhofen 1. — Lengfeld 1..
3 Uhr: A=Klaſſe=Süd: Kirch=Brombach 1. — Steinbuch 1., 3.30
Uhr: Momart 1. — König 2., 3.30 Uhr; B=Klaſſe, Gruppe 1:
Michelſtadt 2. — Wald=Amorbach 1., 1.45 Uhr; Hainſtadt 1. —
Stein=
buch 1., 3 Uhr; Gruppe 2: Langſtadt 2. — Klein=Umſtadt 2., 3 Uhr;
Gruppe 3: Groß=Zimmern 2. — Altheim 1., 3 Uhr: C=Klaſſe,
Gruppe 1: Momart 2. — Erbach 3., 2 Uhr; Zell 2. — König 3., 3 Uhr;
Kirch=Brombach 2. — Steinbuch 2., 2 Uhr; Gruppe 2: Rimhorn 1. —
Reinheim 2., 3 Uhr; Spachbrücken 1. — Lengfeld 2., 3 Uhr; Gruppe 3:
Schaafheim 2. — Hergershauſen 2., 3 Uhr; Schlierbach 2. — Altheim 2.,
3 Uhr.
In der Meiſterklaſſe ſteigen drei Treffen. Auf Grund der
Vorſpiel=
ergebniſſe darf man Erbachs 2., Groß=Zimmern und König als Sieger
erwarten. Klein=Umſtadt wird ſich auch in Hergershauſen nicht ſchlagen
laſſen. Kirch=Brombach wird ſeinen Siegeszug fortſetzen. Momart, als
Platzverein, holt ſich die Punkte, ebenſo glauben wir an einen Erfolg
Lengfelds.
T.V. König—T. V. 1863 Groß=Zimmern 1:3.
Wie vorauszuſehen, konnte Groß=Zimmern gegen König einen
klaren Sieg davontragen. Zu Beginn waren die Spieler auf beiden
Seiten etwas nervös, bis in der zehnten Minute Groß=Zimmern durch
ſchönes Zuſammenſpiel den Führungstreffer erzielen konnte. König
fand ſich nun beſſer zuſammen und konnte auch kurz darauf den
Aus=
gleich herſtellen. Die Gäſte waren den Einheimiſchen überlegen und
konnten bis zur Halbzeit auf 2:1 erhöhen. Nach dem Wechſel liefen die
Gäſte zu großer Form auf, konnten aber durch Glanzleiſtungen des
gegneriſchen Torhüters nur noch zu einem weiteren Tore kommen. Der
Hüter ſchützte die Einheimiſchen vor einer höheren Niederlage. Auch
der Gäſtetorwart war voll und ganz auf der Höhe. Der Groß=
Zim=
merer Mannſchaft gebührt ein Geſamtlob. Groß=Zimmern führt mit
ſechs Spielen — 12 Punkten (43:9) die Tabelle.
Tagung der 2. T.-Schiedsrichker in Groß=Gerau.
Erſtmalig wurde der Verſuch unternommen, in die
Pflicht=
ſpielreihe einen freien Sonntag hineinzulegen, der der Ausſprache
über den ſeitherigen Verlauf dienen ſollte. Obmann Müller hielt
ein ausgiebiges Referat über die Punkte, die zu unliebſamen
Vor=
kommniſſen auf den Spielplätzen führen können. Ergänzungen gab
der erſte Gauſpielwart Lehr. Durch die Anweſenheit des geſamten
Gauſpielausſchuſſes und faſt aller Schiedsrichter konnte noch
manche Frage geklärt werden, ſodaß ſich die Ausſprache bis in die
Mittagsſtunden hinzog. Das geplante gemütliche Beiſammenſein
war leider ſehr ſchwach beſucht, obwohl größere Ueberraſchungen
geboten wurden.
Die von der weltbekannten Wollſpinnerei Schachenm=
Salach zurzeit ausgeſtellten Modelle aus der mottenſie
Schachenmayr=Nomotta=Wolle finden den ungeteilten Beifal!
überaus zahlreichen Beſucherinnen.
Dieſe in bezug auf Farbenauswahl und neuzeitliche 20)
bildung vorbildlichen Wollhandarbeiten ſind nur noch heut.”
morgen zur unverbindlichen Beſichtigung im Wollhaus
Hag=
burger, Rheinſtraße 1. ausgeſtellt, da ſie am Freitag ſchän
Mainz gezeigt werden ſollen. (Siehe Anzeige.)
30 Gramm — 2 Pfund! Die Firma Knorr bringt jetzt Bratzt
in Würfeln heraus. — Ein Würfel Knorr=Bratenſoße gibt ſoviells
wie 2 Pfd. Braten. Die Hausfrau hat es nicht mehr nötig, ba
vielen Fleiſchgerichten, die wenig oder gar keine Soße geben (Be—
Bratwurſt, Schnitzel, Leber uſw.), erſt mühſelig eine Tunke zuzubesn
Knorr=Bratenſoße enthält alles — von der Mehlſchwitze bis zum fin
Gewürz — und ſchmeckt auch ohne Fleiſch vorzüglich.
„Wie ſtark das Intereſſe an dem neuen Laſtwagen der TS/
Opel A.=G. iſt, zeigt das Ergebnis des von der Firma veranſt :”
Preisausſchreibens, mit dem das Publikum zur Beteiligung a
Wahl eines Namens aufgefordert wurde. Die Opel=Werke err/
binnen vier Tagen nicht weniger als 1 500 000 Löſungen.”
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 22. Oktober.
10.20: Schulfunk. Deutſch. Auf Wunſch eine Auswahl Balladenng
dem Leſebuch „Deutſcher Blütenreigen”
15.00: Stunde der Jugend.
16.00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters.
18.05: Heinz Herten: „Vondel”
18.35: Stuttgart: Eſperanto=Unterricht.
19.30: Was iſt aktuell? Geſpräch zwiſchen Alfons Paquet, B7
von Scholz und Paul Laven.
20.00: Stuttgart: Slawiſche Muſik. Philharmoniſches Orcheſte= m
21.15: Adalbert Stifter (zum 125. Geburtstag am 23. Okt1u
„Die Narrenburg”
21.45: Von der Liebighöhe, Gießen: Militärkonzert des MuſirzChaff neiſe
des 1. (Heſſ.) Grenadier=Bataillons 15. Inf.=Regts.
22.45: Vorleſung aus einem neuen Roman und Begrünku
Wolfgang Weyrauch.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 22. Oktober.
9.00: Schulfunk. Mit dem Mikrophon in einem Fernſpreckn
10.35: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes.
11.30: Ob.=Landw.=Rätin Dr. Wolff: Die ländliche Hauswirt!/
und ihre Bedeutung für die Volkswirtſchaft.
15.00: Kinderſtunde. Märchen und Geſchichten.
15.45: Eva Förſter: Landfrauenarbeit in der D. L. G.
16.00: Ob.=Stud.=Dir. Dr. Walther Hofſtaetter: Die heutige
des Deutſchunterrichts.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Ziergeſang. Dr. Marie Louiſe Hiller (Einführung), Au,
Steen (Geſang), Selma Honigberger (Flügel).
18.00: Prof. Dr. Prion: Die internationalen Kapitalmächte.
18.30: Prof. Dr. Reichenbach: Das phyſikaliſche Weltbild
Gegenwart.
19.00: Dr. Joh. Günther: Deutſch für Deutſche.
19.30: Steueramtmann Votzel: Rationelle Steuerverwaltung.
20.00: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Emil Rooſz.
20.30: Leipzig: Drei Szenen von Strindberg. „Paria”,
Stärkere‟. „Samum”
21.15: Leipzig: Alte Rundtänze. Leipziger Funkorcheſter.
Danach: Tanzmuſik. Kapelle Oito Kermbach.
Wekkerbericht.
Ausſichten für Mittwoch, den 22. Oktober: Wechſelhaftes, teils mI
teils aufheiterndes Wetter, etwas kühler, gelegentlich auch iM
ſchauer.
Ausſichten für Donnerstag, den 23. Oktober: Keine weſentliche=/1
rung der Wetterlage.
Verantwortlich für Pollilk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feullleion, M
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl B0MN
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Ban/
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Reile
für den Inſeratenteil und geſchäfttiche Mitteilungen: Willv Kuhls
Druck und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernem:
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
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Herren ſoi.
Franzöſiſcher Wirkſchaftsbrieſ.
9 on unſerem /=Korreſpondenten.
Paris, 19. Okt.
—rzlich erfolgten optimiſtiſchen Erklärungen Hoovers und
werden in den hieſigen Wirtſchaftskreiſen viel kom=
Sie vermochten aber die peſſimiſtiſche Stimmung nicht
gen. Charakteriſtiſcherweiſe verurſacht die amerikaniſche
tſch=Ekriſe die meiſte Beunruhigung, man hält ſie für viel
ſteht, es in Amerika zugegeben wird. Und man glaubt
„ die Möglichkeit einer vollkommenen Geſundung in
roncuwor ſich die Verhältniſſe in Amerika nicht zum Beſſeren
Es mag ſein, daß man in Frankreich neuerdings allzu
ſiſch iſt. Wahrſcheinlich wird hier auch die Bedeutung des
n.wings überſchätzt, wenn es auch der franzöſiſchen
Land=
einen Augenblick ernſte Sorgen verurſachte.
hiß eldpolitik erfuhr keine Aenderung, da ſie weiter
ruf die geplante Konverſion der Staatsrenten
hinarbei=
ſua mit zuſammenhängende niedrige Zinsfuß gereicht aber
ſuwvirtſchaft nicht zum Wohle.
EFfektenbörſe erlebte wieder unruhige Tage
haupt=
folge der außenpolitiſchen Alarmſtimmung und des
kata=
n Rückganges der Metallpreiſe.
uK ohlenmarkt iſt deprimiert, der Rückgang der
indu=
ſellteAtipität macht ſich immer mehr bemerkbar. Durch die
rſchylt rung der Lage in der Textil= und Automobilinduſtrie
manuächt bei der letzteren von der Fuſion von drei führenden
rmazn; ſowie der chemiſchen Induſtrie, wird die
Schwerindu=
uner mehr von der Kriſe betroffen. Die Lage der
fran=
iſch)mechwerinduſtrie hat ſich übrigens ſeit einigen Wochen
ſebli terſchlechtert. Der Exportmarkt ſtagniert ſeit langem,
Ihynarkt konnte ſich bisher dank der Beſtellungen der
ſenlomem und der Schiffbauwerfte behaupten. Nun blieben
er lzülſch dieſe Beſtellungen aus, und die übrigen Käufer decken
nunü den täglichen Bedarf ein. In manchen Betrieben ſind
on rotzt Vorräte aufgehäuft. Eine Herabſetzung der Preiſe iſt
yuff erfolgt, abgeſehen von den Halbprodukten und einigen
vatſilereinbarungen.
Dſie Preispolitik — ſie wird nicht nur von der
Schwerindu=
je gult — wird vielfach für verkehrt gehalten. Sie ſoll ihren
unü einer hartnäckigen Haltung der Produzenten haben, in
irklläcir verſtimmt ſie nur die Käufer, die mit ihren
Beſtellun=
a tyſſallem auf die Preisherabſetzungen warten. „Die meiſten
eisſcharlſetzungen erfolgen zu ſpät, ſo daß ſie ſchon nichts mehr
tzen/ drieb ein führendes Wirtſchaftsorgan,
Dſießniſſe der Metalle war geradezu kataſtrophal. Nach dem
laſiym dauernden Tiefſtand der Preiſe hielt man ſchon einen
itene Preisſturz für ausgeſchloſſen. Er iſt trotzdem erfolgt
um erner Heftigkeit ohne gleichen. Am ſchlimmſten ſah es
Aürmnarkte aus; ſeit 1896 war der Preis des Kupfers nicht
nindg. Die Situation iſt in den Vereinigten Staaten am
wiemitim. Dort haben die Vorräte ſich ſeit einem Jahre
ver=
eifgrch DDie Amerikaner ſchränkten die Produktion in den
Ver=
ſigt Etaaten und in Mexiko ein, eine Maßnahme, die aber
ht tl geholfen hat, da die Minen in Kanada, Chile und Peru
erſmif die Produktion erhöhten.
23 inkmarkt liegt ebenſo deprimiert wie früher, und
Pree ſind ſehr niedrig. Die kleinen und mittleren Minen
bemy m Betrieb ſchon eingeſtellt, und wenn die Bleipreiſe
ſitenn hn ſollten, ſo würden auch diejenigen Minen geſchloſſen,
denſte ink mit Blei zuſammen vorkommt, da ſie nur durch die
sbeming des Bleies rentabel waren. Die Bleipreiſe zeigten
eiſer Wochen allerdings eine relative Feſtigkeit, und auch
deinetten Tagen des panikartigen Preisſturzes wurden ſie
*)Baiſſe nicht ſo mitgenommen wie die übrigen Metalle
DMtZEnnpreiſe erreichten dagegen ganz erſtaunliche
Tief=
ndstzorbe. Die Vorrate häufen ſich weiter auf und die
Nach=
ge üſehr gering. Der Rückgang der Produktion iſt aber eben=
1s iſt erheblich, ſo daß man innerhalb einiger Monate doch
üſBeſſerung der Marktlage rechnen kann.
Andem Kautſchukmarkte erreichte die Baiſſe ebenfalls neue
ekor edre alle Verausſehungen der ärgſten Peſſimiſten noch
ſertmin. Die Zukunft des Kautſchukmarktes erſcheint wenig
fnwitzvoll. Die Beſtrebungen für die Einſchränkung der
Pro=
nchſocten keinen vollſtändigen Erfolg und der Abſatz
ent=
kelſz’ch nicht in dem Maße, wie es erwartet wurde.
Insbeſon=
re mit dies für Amexika zu, wo die Abſatzmöglichkeiten
beſon=
imünſtig ſind und wo man ſehr wenig Hoffnung auf eine
ſevy der Lage hegt. Nach den Schätzungen der Statiſtiker
dic ie sjährliche Produktion den Abſatz hunderttauſend
Ton=
in üſwäegen, was ein entſprechendes Anwachſen der an ſich
von rarzem Vorräte bedeutet. Die Rubber Growers Aſſociation
Vereutyung der engliſchen Plantagenbeſitzer) arbeitet jetzt einen
guems ſan aus, um die Geſundung des Marktes zu verwirklichen,
DſPropaganda der Plantagenbeſitzer von Franzöſiſch=
Indo=
ſina aſ die Schaffung eines Schutzzolles für den indochineſiſchen
autſiht der die Konkurrenz mit dem Produkte der engliſchen
Iſwändiſchen Kolonien kaum aufnehmen kann, blieb ohne
1m Angeblich wird man verſuchen, die Kautſchukplantagen
ſlch ina durch Steuerermäßigungen und Krediterleichterun=
ſelage am Petroleummarkte iſt ungünſtig. Die
Ueberpro=
uitieh leibt nach wie vor das große Uebel, es iſt keine Ausſicht
orhatwn, daß ſie aufhört. Trotz der Anſtrengungen der
Ameri=
iner Xh), die diesjährige Produktion nur um vierzig Millionen
ſarilündriger ſein als die von 1929, eine Ziffer, die aber in der
ſraxit ichts zu ſagen hat.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Blfnge der Erleichterung des Kalibezuges. Zu einer Meldung
isterung des Kalibezuges durch Frachtermäßigung erfahren
bereits ſeit längerer Zeit Erwägungen bei der Kaliinduſtrie
wie man der ſchwer kämpfenden Landwirtſchaft den
Kali=
eicſtern kann. Die Kaliinduſtrie iſt in dieſer Beziehung mit
n an die deutſche Landwirtſchaft herangetreten. In welchem
NAſund zu welchem Zeitpunkte dieſe Erwägungen zu einem poſi=
Ge führen werden, läßt ſich zur Zeit noch nicht abſehen.
Ayeritige Einſchränkung der Zinkproduktion? Ueber die mor=
Blug der Zinkkartelle will die „Information” aus zuverläſſiger
Eufzoren haben, daß auf der Tagesordnung der Sitzung die
Her neuen europäiſchen Produktionsherabſetzung um 30 Proz.
an uar 1931 ab ſtehe, und zwar unter der Bedingung, daß die
„Aſchen Produzenten gleichzeitig ihre Produktion um 15 Proz.
Dm. Unter den europäiſchen Produzenten ſei bereits eine
Eini=
elr worden, und man warte lediglich die Antwort der
ameri=
niſch MProduzenten ab.
2Wu. Engelhard, Werkzeugmaſchinen A. G., Offenbach a. Main.
* Bericht ſtand das Geſchäftsjahr 1929/30 im Zeichen einer
genden Reorganiſation der Betriebseinrichtungen zwecks An=
Dſer Produktionsmittel an die neueſten Arbeitsmethoden.
Awurden neben einer erheblichen Kapitalfeſtlegung in den An=
Me große einmalige Unkoſten verurſacht. Gleichzeitig wurden
Dag4er Umſtellung Sonderabſchreibungen auf
Werkſtatteinrichtun=
e7 Byommen. Der Umſatz 1929/30 konnte um 30 Prozent geſtei=
EF Rer; infolge der ſtarken Konkurrenz habe die Abwicklung der
miDoch häufig nicht die erwünſchten Verdienſte gebracht. Die
NemBerei war unzureichend beſchäftigt, ſo daß hier Feierſchichten
REumwurden. — Von dem Betriebsüberſchuß von 485 596 (315 147)
NDc Thſoruchten Steuern und ſoziale Laſten 267 658 (188 567) RM.,
Rü2:Aneibungen 216 700 (135 000) RM. Es verbleibt alſo einſchl.
Sortrſtin, kleiner Gewinn von 4526 (328) RM., der vorgetragen wer=
Eine Dividende wird auf das Aktienkapital von 2,4 Mill.
dee nicht verteilt. In der Bilanz (30. Juni) erhöhten ſich als
Aufwendungen für die Umſtellung Gläubiger auf 443 460
im 3ich Drmn, Baniſchalden auf B332 (141 382) RM. Neu erſcheinen
Sticem it 144 582 (—) RM., während Anzahlungen auf 125 728 RM.
NEN.) zurückgingen. Andererſeits ſtiegen, verurſacht durch den
ſtän. mſatz und Inanſpruchnahme längerer Zahlungsziele, Außen=
T31 670 (646 693) RM. Vorräte ſind mit 1.10 (1,00) Mill.
gen nach 494900 (177 950) RM., Zugängen mit 1,74 (1,49)
T ausgewieſen. Bürgſchaften betragen noch 10 978 (33 850)
deber die Ausſichten für das laufende Jahr könnten zur Zeit
Esſagen gemacht werden. Am 31. Dezember 1929 iſt das Vor=
N*d Direktor F. Niemeier nach 44jähriger Tätigkeit in den
Setreten
Frantfurter und verliner effettenborſe.
Frankfurt a. M., 21. Oktober.
Nachdem ſich an der geſtrigen Abendbörſe eine gewiſſe
Freundlich=
keit hervorheben konnte, war auch im heutigen Vormittagsverkehr im
Einklang mit der erneuten Befeſtigung der Mark und der erholten
geſt=
rigen New Yorker Börſe die Stimmung wieder recht zuverſichtlich. Die
Kurſe wurden mehrere Prozent über dem Niveau der geſtrigen
Abend=
börſe geſprochen. Zu Beginn des offiziellen Marktes jedoch trat eine
Neaktion ein, die wohl in erſter Linie auf die ſtarke Steigerung der
Papiere in den letzten Tagen zuvückzuführen war. Ein ſonſtiger Grund
war nicht zu erkennen. Aller Wahrſcheinlichkeit nach dürfte auch ein
Druck von der Baiſſepartei ausgegangen ſein. Der Ordereingang war
etwas kleiner, aber die Umſatztätigkeit war trotz der Zurüickhaltung der
Kuliſſe zufriedenſtellend. Die Grundſtimmung war im allgemeinen recht
zuverſichtlich; die erſten Kurſe bewegten ſich denn auch überwiegend
etwas über dem Stand der geſtrigen Abendbörſe, ohne daß jedoch die
hohen vorbörslichen Kurſe erreicht worden wären. Am Chemiemarkt
eröffneten J. G. Farben unverändert. Deutſche Erdöl und
Metallgeſell=
ſchaft gewannen bis zu 2 Prozent, dagegen lagen Rütgerswerke 1
Pro=
zent ſchwächer. Am Elektromarkt fielen Elektr. Lieferungen mit plus
1.5 Prozent auf. Geffürel gaben 1 Prozent nach, während die übrigen
Werte dieſes Marktes behauptet waren. Am Montanmarkt ergaben ſich
unter Führung von Mannesmann Beſſerungen um bis zu 1.5 Prozent.
Nur Rheinſtahl gaben etwas nach. Bauunternehmungen gehalten. Von
Banken traten Bayeriſche Hypthekenbank mit plus 3 Prozent mehr in
Erſcheinung. Am Rentenmarkt waren deutſche und ausländiſche Renten
anziehend. Pfandbriefe konnten ſich zum Teil weiter etwas beſſern.
Im Verlaufe ſchrumpfte das Geſchäft wieder ſtärker zuſammen.
Material wurde jedoch kaum mehr an den Markt gegeben, ſo daß die
Mehrzahl der Papiere gegen Anfang gut behauptet blieben. Gegen
Schluß der Börſe gaben die Kurſe leicht nach. Am Geldmarkt war
Tagesgeld mit 3,5 Prozent weiter etwas leichter. Am Deviſenmarkt
war die Mark weiter feſt. Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfunde
20,3850. London-Kabel 4,8610, Paris 123,81. Mailand 92,83, Madrid
46,90, Schweiz 25,03½/- Holland 12,06‟/.
Nach der letzttägigen feſteren Haltung war die Abendbörſe
allgemein abgeſchwächt. Einige Verkaufsorders aus Publikumskreiſen
zwecks Gewinnmitnahmen verſchärften die Abſchwächung. Auch die
Spekulation ſchritt zu größeren Realiſationen. So verloren Farben
1,25, Elektrowerte 1 Prozent niedriger. Auch Montanwerte und
Kunſt=
ſeideaktien in dieſem Ausmaße gedrückt. Kaliaktien 2,5 Prozent
abge=
ſchwächt. Im Verlaufe trat jedoch eine weitere Abſchwächung nicht ein;
die Kurſe blieben auf dem ermäßigten Niveau gehalten. Farben
ſchloſ=
ſen 146,75 Prozent. Von Kurſen ſind zu nennen: Deutſche 119, Danat
163, Buderus 56½ Gelſenkirchen 97,25; Harpener 94; Rheinbraun 186;
Stahlverein 71: Salzdetfurth 27: Nordlloyd 83,5: A. E.G. 127,75;
Schuckert 143: Siemens 187: Chade 280; Deutſche Linoleum 166,25;
Wayß u. Freytag 57,75; Waldhof 121: Aku 64.
Berlin, 21. Oktober.
Gegenüber den hohen vorbörslichen Taxen mußten die zur
Eröff=
nung des offiziellen Verkehrs, trotz der noch 1—2,5 Prozent über dem
geſtrigen Schluß liegenden Kurſe, etwas enttäuſchen. Hatte man
vor=
mittags die Diskuſſion über die eventuelle Gewährung eines
Welt=
moratoriums, die geſtern durch die neuen Neden Dr. Schachts in
Ame=
rika ausgelöſt wurde, fortgeſetzt und Momente, wie den ſehr feſten
Verlauf der New Yorker Börſe in den Vordergrund geſtellt, ſo neigte
man zu Börſenbeginn eher zu Realiſationen, wozu die Nachricht von
dem ſchrecklichen Bergwerksunglück bei dem Eſchweiler Bergwerksverein
ökonomiſch nicht ohne Einfluß blieb. Auch das Ausland hielt heute mit
Kaufaufträgen etwas zurück, und nur die Depoſitenkaſſenkundſchaft hatte
Ordersabgaben, die aber teilweiſe zu niedrig limitiert waren. Die
Mel=
dung eines Frühmittagsblattes, nach der zwiſchen Paris und Berlin
Geheimverhandlungen wegen eines Verkaufs deutſcher Aktienpakete nach
Frankreich geführt würden, um der Wirtſchaft indirekt einen Kredit
von zirka einer halben Milliarde zu verſchaffen, fand recht ſkeptiſche
Aufnahme. Die im Bergbaubericht für September ausgewieſenen
Eigenbeſtände von zirka 8,75 Millionen To. Ruhrkohle verſtimmten
etwas. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe um zirka 1 Prozent ab,
Spe=
zialwerte lagen bis zu 2 Prozent ſchwächer. Das Geſchäft war rubig.
Die Börſe neigte zu weiteren Abgaben. Anleihen leicht gedrückt, von
Ausländern waren Bosnier bis zu 1 Prozent ſchwächer, S rzentige
Mexikaner zogen im gleichen Ausmaße an. Auch Anatolier waren zirka
0,5 Prozent gebeſſert. Pfandbriefe zeigten bei kleinen Umſätzen
allge=
mein freundliche Veranlagung.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 21. Oktober ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm, für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung, für die
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) 96.25 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98—99
Prozent in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz oder Drahtbarren, 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel, 98
bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 49—52 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kg. fein) 49—51 RM.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 21. Oktober. Auftrieb:
32 Ochſen. 19 Bullen, 461 Kühe oder Färſen, 240 Kälber, 23 Ziegen,
1200 Schweine. Marktverlauf: Großvieh, ſchleppend, Ueberſtand;
Schweine ruhig, ausverkauft. Es wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht
folgende Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen 55—58, 42—47; Bullen 39—49;
Kühe 43—48, 32—41, 23—31, 18—23; Färſen 50—60; Kälber 61—73,
54—60; Schweine 55—58, 60—63.
Rindermarkt in Gießen. Der heutige Gießener Rindermarkt hatte
einen Auftrieb von 1745 Stück Großvieh und 228 Kälbern zu
verzeich=
nen. Nach ſchleppendem Handelsgeſchäft hinterließ der Markt
Ueber=
ſtand. Man bezahlte für Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qual.
550—600 Mk., 2. Qual. 300—500 Mk., 3. Qual. 200—350 Mk.
Schlacht=
kühe 150—400 Mk., ¼—¾jährige Rinder 125—225 Mark, 34—2jährige
Rinder 200—350 Mark, tragende Rinder 350—500 Mark und Kälber 50
bis 60 Pfg. je Pfund Lebendgewicht.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 21. Okt.:
Getreide. Weizen: Dezember 79, März 1931 82,75, Mai 84½,
Juli 85,25; Mais: Dezember 77,50 März 1931 79½, Mai 82,50,
Juli 83½; Hafer: Dezember 36,75. März 1931 38,50, Mai 39%;
Roggen: Dezember 49, März 1931 52½, Mai 54,50.
Schmalz: Oktober 11,20, November 10,85. Dezember 10,50,
Januar 1931 10.37½
Schweine: Leichte 9,00—9,35, ſchwere 9,35—9,60;
Schweine=
zufuhren in Chicago 35 000, im Weſten 101000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 21. Okt.:
Baumwolle: Oktober 10,34—10,38. Dezember 10,57
Getreide. Weizen: Rotwinter, neue Ernte 97½ Hartwinter,
neue Ernte 89½; Mais: loco New York 97,50: Mehl: ſpring
wheat clears 4,40—4,65; Fracht nach England 1,6—2,3 sh. nach
dem Kontinent 7—8 C.
Kakao: Tendenz willig, Umſätze 171. loco 6¾; Oktober 6.43,
November 6.47, Dezember 6.55, Januar 1931 6.64, März 6.82, Mai
7.00. Juli 7.17, September 7.34.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der vom Statiſtiſchen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924—26:
100) ſtellt ſich für die Woche vom 13.—18. Oktober 1930 auf 93,9 gegen
94.3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und
Schwer=
induſtrie auf 90,8 (90,2), in der Gruppe verarbeitende Induſtrie auf
82,2 (82,8), und in der Gruppe Handel und Verkehr auf 116,8 (117,8).
Aus der Halbjahresſitzung der Commerz= und Privatbank wird
mit=
geteilt, daß das Ergebnis des erſten Halbjahres befriedigend ſei. Die
Entwicklung im zweiten Halbjahr hinge weſentlich von der weiteren
politiſchen und wirtſchaftlichen Geſtaltung der Verhältniſſe ab.
In Frankfurt a. M. finden im nächſten Jahre Häuteauktionen an
folgenden Daten ſtatt: 21. Januar. 19. Februar, 18. März, 22. April,
2. Mai, 17. Juni, 21. Juli, 19. Auguſt, 16. September, 21. Oktober,
19. November und 16. Dezember.
Die der Frankfurter Genoſſenſchaftsbank naheſtehende Rhein=
Mai=
niſche A. G. für gemeinnnützigen Siedlungs= und Wohnungsbau,
Frank=
furt a: M., beruft eine außerordentliche Hauptverſammlung, die über
eine Eröhung des Aktienkapitals um 150 000 RM. Beſchluß faſſen ſoll,
auf den 12. November ein. Die Geſellſchaft hat bekanntlich im April
dieſes Jahres eine Erhöhung ihres Kapitals um 110 000 RM. auf
330 000 RM. beſchloſſen, über deren Durchführung noch nichts bekannt
geworden iſt.
Berliner Kursbericht
vom 21. Ollober 1930
Oeviſenmarki
vom 21. Oktober 1930
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Bant u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö!
134.25
163.25
119.25
118.75
83.25
84.—
129.125
65.50
74.875
146.—
39.25
137.50
123.56
73—
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Tali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppe
25.50
148.75
98.—
134——
95.—
87——
85.25
203.50
77.25
87.875
35.75
65.25
82.50
57.50
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſto
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.,=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werte
165.875
54.25
290.—
127.50
110.—
71.75
206.—
72.—
30.—
50.—
115.—
68——
196.50
69—
38.—
Helſingfor=
Wien
Prag
Budapeſt
Soſia
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London.
Buenos=Airet
New Yort
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schillingl
100 Tſch.Kr.
00 Pengo
00 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 4-Stg.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belgo
100 Lire
100 France
GeldBrief,
10.546/ 10.566
59.10 59.22
12.428 12.448
73.33 73.47
3.034/ 3.040
168.73/ 169.07
112.12/112.34
112.13/112 35
112.47/ 112.68
20.364 20.404
1.447 1.44
4.189 4.197
58.43 58.55
21.935/21.97
16 445/ 16.485
Schweiz
Spanier
Danzig
Japan
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Uruguay
Jsland
Rigo.
Währung
100 Franfen
1100 Peſetas
1100 Gulder
11 Yen
Rio de Janetrol1 Milreis
Jugoſlawien 1100 Dinar
Portugal 100 Escuvos
100 Drachm.
1 türt. 2
1 ägypt. *
1 canad. Doll.
1 Goldpeſo
1100 eſtl. Kr
Tallinn Eſtl.)/100 eſtl. Kr.,
100 Lats
Geld
81.365
44.00
81.44
2.074
7.427
18.80
5.43
20.89
4.1955
3 297
92.15
111.59
80.72
20.53
4.2035
3.303
92.33
111.81
80,88
Frankfurter Kurebericht vom 21. Oktober 1930.
A
6%
z% Baden .......
8½ Bayern....!.
....
6%
8% Heſſen v. 28
v. 2
6% Preuß. Staat:
8% Sachſen ......"
6% Sachſen ......"
7½ Thüringen ...
Otiche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +‟/.Ab=
(öſungsanl..
Otſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Driche.
Schutzge=
bietsanleihe ..
8% Baden=Baden.
6‟ Berlin .. . . . . .
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
890
7% Dresden ...
8% Frankfurt a. M.
Schätze. . . v. 29
79 Frankfurtv. 26
v. 26
6%
8½ Mainz......
8% Mannheim v. 2e
v. 27
6%
80 Munchen ....
8% Nürnberg
8½ Tiesbaden
2% Heſſ. Landesbi.
Goldpfbr.. . . . .
Goldpfbr
Goldoblig.
*
4½% Heſſ. Lds.-
Hyp.=Bk.=Liauid.
4/.% „Kom.-Obl.
8% Preuß. Lds
pfbr.=Anſt. G. Pf. ).
7½
2. Leboblig
Re
77.75
99.
83.75
87
89.25
99
98.!
82
55-75
7.1
73.5
85
78
95.5
82.5
85.25
n3.775
91.75
93.5
75.5
100
5
Wen4
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl.
8%Kaſſeler Land.
redit Goldpfbr.
7 Naf. Landesb
4½½ Bicu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=-Anl.
*Ausl. Ser. 1
*Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
8% Berl. Shp.-Bt.
7‟
4½%-Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk..
780
4½½ Bia. Pfbr
Pfbr.=Bf
86
7%
4½% -Lia. Pfrb..
8% Mein. Hyp.=B1
79
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfäk. Hhp.=Bk.
4½%0 Lig. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Ban!
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bant".
4½% — Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bk
½5 Bta. Pfr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bb.=Credit .. . . .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban
4½% Dia. Bfbr.
18% Württ. Hhp.=B.
67 Demle-Ben!!
98.5
98.5
165
83.75
R.
70
12.5
96.25
95
85
100
93.5
84.75
100
Mrk
87.25
99.5
95-25
100
88
99
88.5
99
84.25
100
92.5
86.75
97
97.5
95
98
8% Dt. Linol. Werke
8% Klöcner=Berte
7% Maintrw. v. 26.
7% Mittelb. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
7% Ber. Stahlwerle
8% BoigtckHäffner
J. G. Farben Bonds
—
5% Bocn. L. E.B.
L. Inveſt.
43% Sſt. Schätzer
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
4
4% Türk. Admm.
4½
1. Bagdad
4%
Zollanl.
4½% Ungarn 1913
1914
4½9
Goldr.
4%
1910
42
Aitien
Aig. Kunſtiide Unte
A. E. G..........
Andreae Noris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg J. P. ..
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen.
Cemen. Heidelbere
Karlſtadt
J. G. ehemie, Baſell174
Chem. Werke Albert
Chade ........"
Contin, Gummiw./137
Linoleum!
Dammler=Benz AG.
Dt. Atl. Telegr 1103
Erdöl".
Golb=u. Silber=
Hheite-Inſalt . Hd.75
92
81.9
79.5
87
83.75
91.5
96.5
39.25
26.75
14.4
7.175
4.65
24.25
19
64).
129.25
102
93
75.5
88
92.5
25.5
..! 72
Dt. Linoleumwerker.
Eiſenhandel. . .
Dhckerhoffu. Widm.
Eichbaum=Werger.
Eleftr. Lieferg.-Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert.
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnere
Faber & Schleiche
J. G. Farbeninduſt
Feinmech. (Jetter
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118.75
100
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V.15505
Reichsverband für Deutſche Jugendherbergen
Gau Südheſſen e. V. 15492
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Gesellschafts-Tar
V Nur bis Sonntag! 7
Seite 12
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
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(Der Unlergang des „Z 1044‟ am Südpol)
Die Katastrophe des Zeppelin 1044 am
Sädpol ist technisch bervorragend,
er-
schütteind in Bild und Sprache, der
Kampf der Mannschaften mit den
Natur-
elementen ist in solchem Ausmaße noch
nicht gesehen worden, wie der Sturmregen
hoch in den Wolken gegen das Luftschift
peitscht, wie der immer mehr vereiste
Luftriese auf die unendlichen Schnee-und
Eisfelder am Südpol niedergedrückt wird.
wie die Lawine sich löst und niederstürzt.
wie das Flugzeug endlich die beiden
Ueberlebenden findet, das eind Bilder
und Worte, die unvergeßlich bleiben.
Hente undl folgente Uage!
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45 Künstler: Weiße. gelbe, braune und
schwarze Menschen.
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(Das Rätsel im Weibe)
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n jagendem Tempo ziehen niegeschaute
Bilder an uns vorüber. — Sensationen
fesseln uns in diesem gewaltigen Alaska
film Flucht und Verfolgung eines
Ver-
führers über berstende Eismassen.
II. Teil:
er Schrecken der Posträuber
Ein Wildwestfilm mit TOM MIX, dem
kühnen Cowboy Amerikas
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Frauenverein
der Paulusgemeini
Donnerstag, 23. Oktober, abends 8 70h
im Gemeindeſaal
Teeabend mit Lichtbildervorr,
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„Nach dem Weltkrieg wieder in Afr 71g=
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Darmstadt
Beginn 3.30 Uhr.
(Das Geheimnis von Zermatt)
Regie: Mario Bonnard
Zermatt und sein Matterhorn sind der Hintergrund des
Eilmes — in das Reich des ewigen Schnees u. Eises führt
die Handlung. In eindrucksvoller Form schildert sie
des Menschen Kawpf mit den Naturgewalten, die kühne
Bezwingung höchster Gipfel, die Besteigung und
Ueber-
querung von Gletschern und Graten.
Das Finale des Filmes — ein aufpeitschendes Skirennen,
das so glänzend aufgenommen ist, daß der Zuschauer
den Atem anhält, um sich keine Phase dieses großen
Wettkampfes entgehen zu lassen.
Im Beiprogramm:
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[ ← ][ ][ → ]ner 292
Mittwoch, den 22. Oktober 1930
Seite 13
Ein Roman aus der Wirklichkeit
ampf im Dunkeln /
Don Theo vom Berge
(Nachdruck verboten.)
ſip das wird ihre nächſte Aufgabe ſein. — Machen Sie
auch
Poſtabfertigung darauf aufmerkſam. — Wir werden
venättt.
rvinkte ab. — Der Soldat, ein verkappter Spezialiſt,
Telephonzentrale zurück und lauſchte wieder in die
— Kaum hatte er abermals das ſeltſame Geräuſch
gehört, als er einigen wartenden Kameraden ein Zei=
— Sie verließen nach und nach in verſchiedener Rich=
Hotel und beſetzten unauffällig die Relaisſtationen.
deſſen hatte ein beſonderer Verbindungsgänger, dem
Uman ühedingt vertrauen konnte, das Paket gebracht. — Es war
einesi 1 üblichen Liebesgabenpakete, die von England über die
Schu oder Holland an eine Familie Didiot in Antwerpen
adretzüftt waren.
Frau „Doktor” öffnete kunſtgerecht die Umhüllung und
m legte 18 Packpapier zur Seite. — Auch von dem unſcheinbaren
Kartmſchnitt ſie ein Stück heraus.
ar den Fall, daß” — meinte ſie zu dem Chemiker, der die
mgenommene äußere Hülle gegen das Licht hob. — Er
Aſchüt ſte, den Kopf.
üht mehr zu ſehen. — Dachte es mir ja, daß
ausgerech=
met 1 0 beſchriebene Teil auf dem Transport verletzt wurde.”
agergriff das Kartonſtück und ging aus dem Zimmer. —
etisemr ihalt des Paketes widmete niemand ein Auge. — Es
tlwaremn u nur Lebensmittel, die man als bevorzugte Dienſtſtelle
„auch 118 noch genug hatte. — Die mochte irgendein Soldat
mitnuchrert.
laih IhBaboratorium, einem völlig abgeſchloſſenen Raum, in
em jeü baar elektriſche Lampen brannten, nahm der Chemiker
uus ei Glasſchrank eine Schale und verſchiedene Flüſſigkeiten.
Wachſtuig hielt er einen Meßzylinder gegen das Licht und
be=
bachte deren Miſchung, um ſie im geeigneten Augenblick auf
den Rtom fließen zu laſſen. — Langſam kam die Schrift zum
WVorſth:. — Das nun faſt völlig beſchriebene Papier wanderte
joch ſuch einige andere Löſungen und war dann fertig.
All die Frau Doktor im Verlauf einer Stunde das
chiff=
ſterteſ lriginal und die Ueberſetzung vor ſich liegen hatte, war
ie eyunuſcht. — Der Londoner Agent bat um Ueberſendung
ſon ver Formaltinte. — Außerdem teilte er einige
Schiffs=
ewetzugen mit. — Von Paris habe er noch keine Nachricht. —
Warom eine Mitteilungen auch von großem Intereſfe, ſo fielen
ſtie doſchmgeſichts der ſo dringend erwarteten anderen Nachrich=
„en eſmhs in den Hintergrund.
A Aulam ſelben Abend wurden draußen im Fort Merxem
in Mian und ſeine Frau ohne Gnade aus einem Laſtauto
ge=
errt zup von robuſten Soldatenhänden gegen die
Kaſematten=
hwandtitellt. — Der Mann hielt ſich tapfer. — Finſter und
ge=
aßt, zrie er auf ſeine Umgebung. — Nur um ſeinen Mund
uckteᛋ zuweilen ganz leicht. — Die Frau jammerte herzzer=
Frchatu
„Oh, mes pauvres enfants! Mon dieu, mon dieu — —!
Mein Gott, mein Gott, meine armen Kinder —
Ein graubärtiger Landſtürmler fuhr ihr ärgerlich über den
Mund.
„Gſindel, verdammtes, da hätt ihr eher dran denke ſolle
und nitt, wenns ze ſpät is.”
Er gehörte einem württembergiſchen Truppenteil an. — Der
Offizier hob den Degen.
„Achtung!”
Die Gewehre flitzten an die Backe. — Der Frau ſtanden
dicke Schweißtropfen der Angſt auf der Stirne. — In äußerſter
Verzweiflung ſtreckte ſie dem Leutnant die Arme entgegen. —
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Glas mit 50 Tabletten M. 1.75 in jeder Apotheke u. Drogerie.
„Oh, monſieur, pardon — — — haben Sie Gnade!”
Der Degen ſenkte ſich raſch. —
„Feuer!"
Ein peitſchender Schlag zerriß die Luft, begleitet von dem
dumpfen Fall zweier Körper.
Und als ein Soldat nachſah, ob noch Leben in ihnen ſei,
war es ihm, als flüſtere ein ſchmerzvoll verzerrter Frauenmund
noch im Erſtarren: mes pauvres enfants —
So ſchnell und rückſichtslos funktionierte der Spionage=
Ab=
wehrdienſt. — Seitdem hörte das Knipſen in der Leitung der
deutſchen Geheimzentrale Antwerpen auf. —
Aber, das waren nur ein paar kleine Sünder. — Die
größ=
ten und gefährlichſten liefen immer noch unbemerkt umher, und
die Frau Doktor zerbrach ſich den Kopf, wie man ihrer habhaft
werden könnte. —
2. Kapitel.
In einem ſchmalen Zimmer der großen, ſtillen Inverneß
Terrace zu London ſtand zu dieſer Stunde ein noch junger
Mann einem gereiften Fünfziger gegenüber. — Der ältere
drückte ihm freundlich die Hand.
„Alſo, dann gute Reiſe und viele Grüße an Ihren Onkel
in Antwerpen. — Wird ſich rieſig freuen, wenn Sie ſolche
Lie=
besgaben mibringen. — Der Krieg iſt ein Uebel. — Das habe ich
ſchon immer geſagt. — Hierzulande gehen die Geſchäfte auch
ſchlecht. — Es iſt nichts mehr zu verdienen. — Kohlenaktien
ſtehen miſerabel und Lloyd erſt recht”.
Er zwinkerte mit den Augen. — Man mußte rieſig
vorſich=
tig ſein, denn überall ſtanden Wächter mit Luchsaugen und
Ohren, die ſo fein waren, daß ſie das Gras wachſen hörten. —
Während er ſeinen ſeltenen Beſuch zum wartenden Wagen
be=
gleitete, ſprachen ſie über gleichgültige Dinge, aber mit
eigen=
artiger Betonung. — Das Auto fuhr durch eine Seitenſtraße zur
Oxford=Street, durch den dichtgedrängten Verkehr der City und
hielt bald darauf am Eingang zur Liverpool=Street=Station. —
Der junge Mann, hatte, während er gemütlich im Fond des
Wagens lehnte, genügend Zeit gehabt, die erhaltenen Aufträge
auswendig zu lernen.
Die rieſige Bahnhofshalle war düſter. — Schlechter,
ſchmutzi=
ger Kohlenqualm laſtete ſchwer in ihr. — Frauen beſorgten die
Geſchäfte der Bahnhofsbeamten. — In ihren Hoſenuniformen
ſahen ſie häßlich und faſt grotesk aus. — Kräftige, aber blaſſe
und ſchmierige Weiber aus Whitechapel ſchoben die Karren mit
den mannigfachſten Gepäckſtücken.
Männermangel! Und dennoch ſtand an allen Säulen und
Wänden rieſengroß der Anſchlag: Kitchener wants vou! Kitchener
ruft euch!
Ein par betrunkene Matroſen mit weiten, ſchlotternden
Blauhoſen ſtanden Arm in Arm vor einer ſolchen verwitterten
Inſchrift, die noch aus den Anfängen des Krieges ſtammen
mochte und ſangen gröhlend das Tipperary=Lied. — Ein dicker
Bahnhofspoliziſt lachte gemütlich dazu. —
Der junge Menſch lächelte. — Hat ſich was mit Kitchener. —
Den hatten die Aale ſchon lange verſpeiſt. — Seinerzeit, als er
auf dem Panzerkreuzer „Hampſhire” mit ſeinem Stabe bei den
Orkneys zu den Fiſchen geſchickt wurde.
Er kaufte ſich eine Zeitung und warf ſich in einem Abteil
ſeines Zuges in die Ecke.
Lichterlos lag der Hafen von Harwich. — Die peinlichen
Minuten der Paßreviſion gingen vorüber. — Langſam glitt die
Koningin Regentes in weiter Kurve auf den Kanal hinaus. —
Der Dampfer dieſer holländiſchen Linie war der einzige Kaſten,
der noch zwiſchen dem Feſtlande und der Inſel verkehrte. —
Englands Küſte verſank am Heck allmählich in Nacht und
Nebel. —
Der junge Mann atmete freier. — Ihm war, als trete er
durch das Tor des Todes wieder hinaus ins freie, ſonnige
Leben. Es war nicht angenehm, dauernd von neugierigen
Spähern auf Schritt und Tritt verfolgt und überwacht zu
wer=
den. — Dieſes Gefühl ewiger Hochſpannung hielten mit der
Zeit die beſten Nerven nicht aus. — In dieſer Nacht ſchlief er
ſeit langer Zeit zum erſten Male wieder gut und traumlos. —
Er dachte nicht an die Minen, die heimtückiſch hie und da
um=
herſchwammen. — Die Konigin Regentes war für ihn ſchon
neu=
traler Boden. — Und der war ſicher.
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