Einzelnummer 10 Pfennige
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TAT
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
igspreis:
gem Erſcheinen vom 1. April
Keichsmart und 22 Pfennis.
ſt 225 Reichsmar”, durch die
narl ſrei Haus. Poſibezugspreis
2 eid monatiſch 2.45 Reichsmark.
Aufnahme von Anzelgen an
zas rd nicht Ubernommen.
Nicht=
u nmern infolge höherer Gewalt
er nſcht zur Kürzung des
nngen und Abbeſtellungen durch
ſchkelt für uns. Poſiſcheckkonto
rta. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 107
193. Jahrgang
Donnerstag, den 12. April 1930.
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breit)2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeile 3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw erliſcht
ſede Verpflichlung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichticher Beſtreibung fäll jeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
* England und das Londoner Ergebnis.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
Reichsrat für den Panzerkreuzer B.
iSausſchüfſe befürworken den Bau des Panzerkrenzers. — Preußen gegen den Panzerkreuzer.
Der preußiſche Streichungsankrag im Reichsrak abgelehnk.
Zupfum den Panzerkreuzer B.
Dex ichsrak bewilligk die erſte Rake.
Berlin, 16. April.
Vr igten Reichsratsausſchüſſe haben am Dienstag
üchſics f die Lage der Provinz Oſtpreußen die Einſtel=
SBaurate für das Panzerſchiff B beſchloſſen. Am
och —=dann im Reichsrat ein preußiſcher
An=
ate für das Panzerſchiff „B”, die die
loſſen haben, wieder aus dem Haushalt
mit 29 gegen 29 Stimmen, alſo mit
Stim=
it bei fünf Stimmenthaltungen
ab=
treichungsantrag ſtimmten mit dem Preußiſchen
im, die Stadt Berlin, Niederſchleſien, Weſtfalen,
Baden, Heſſen, Hamburg, Braunſchweig,
An=
beck und Schaumburg=Lippe. Dagegen ſtimmten
Oſtpreußen, Brandenburg, Pommern, Sachſen,
ein, Hannover, Rheinprovinz und die Länder
1, Thüringen, Mecklenburg=Schwerin und
Olden=
ſich die Provinzen Grenzmark und Oberſchleſien,
r Württemberg, Bremen und Mecklenburg=Strelitz
rIhielten.
ir Abſtimmung kam, beſchäftigte ſich der Reichsrat
haushaltsplan für 1930. Dabei berichtete
Mini=
r. Brecht u. a. auch über den Haushalt der
der die größte Vermehrung aufweiſe. Um ihn
Ausſchüſſen heftige Kämpfe ſtattgefunden. Durch
uß ſeien Abſtriche von 3,4 Millionen beſchloſſen
der Mitte des Reichsrates ſei die Einſetzung
Reichsrate für den zweiten
Panzer=
tragt worden. Die Reichsregierung habe erklärt,
g ſelbſt zu übernehmen, ſie würde ſeine Annahme
eußen habe ſich gegen den Antrag ausge=
Rückſicht auf die Erklärung der Reichsregierung
hrheit der Reichsratsausſchüſſe
be=
ir das Panzerſchiff B 29 Millionen
Shalt einzuſetzen. Der gleiche
Be=
den anderen Schiffsbauten geſtrichen
ellungnahme der Reichsregierung
zur Panzerkreuzerfrage.
Berichterſtatter verwies der Reichsfinanzminiſter
ter zu der Einſtellung der erſten Baurate des
Treuzers durch die Reichsratsausſchüſſe auf die
Sirung vom 1. April, in der Reichskanzler Dr.
S vom Kabinett Müller aufgeſtellten Haushalts=
Aert übernommen habe. Daraus ergebe ſich die
der Regierung auch zur Panzerkreuzerfrage. Die
Serung halte, ſo betonte der Miniſter, an dem
chen Haushalt feſt und könne erſt nach
gen der endgültigen Stellungnahme
9iats zur Frage einer Doppelvorlage
ehmen. Die Regierung lehne es ab,
Itibe zu ergreifen, oder eine Beein=
Auszuüben. Sie richte an den Reichsrat die
enem Ermeſſen und freien ſachlichen Erwägungen
Tellung nehmen zu wollen und ſich insbeſondere in
on der Reichsregierung beeinfluſſen zu laſſen.
2 Ausſprache über den Wehretal.
79 miniſter Groener beantragte dann bei der
r den Wehretat die Wiedereinſetzung der von den
trichenen Beträge bei den Ausgaben für militä=
1I, für Gebäudeunterhaltung und Bauten. Der
ike, ſein Antrag entſpringe nicht ſchwäbiſcher
Dick=
ern rein ſachlichen Gründen. Nach dem vom
Ka=
mmenen Abſtrich von 50 Millionen ſeien weitere
licht möglich, wenn nicht der geregelte Betrieb der
* lon empfindlich geſtört werden ſolle. Bedenklich
Is Streichungen bei der Gebäudeunterhaltung. Aus
en und aus Gründen der Diſziplin ſei es äußerſt
Nitgliedern der Reichswehr für die Dauer ihrer
Dienſtzeit ein behagliches Heim zu ſchaffen.
cer Staatsſekretär, Dr. Weismann
en Miniſter, ob er damit einverſtanden wäre, wenn
trag der Streichungen von 3½ Millionen aufrecht
Ohne daß die Streichungen auf beſtimmte Poſten
Ten.
ehrminiſter Groener erklärte, darauf
eingehen.
ekretär Dr. Weismann erklärte: Ange=
1en Streichungen beim Sozialetat und auch ſonſt bei
een Ausgaben können wir es nicht verantworten,
len beim Wehretat zu verzichten.
nanzminiſter Dr. Moldenhauer
er=
ſcweren Kämpfen hat ſich das Reichskabinett ent=
Pehretat mit 700 Millionen zu bewilligen. Unter
den kann ich dem Antrag Groener nicht
Den. Als Vorſitzender ſtellte darauf Miniſter Dr.
lelt, daß der Antrag Groener ohne Widerſpruch an=
Nunmehr beantragte Staatsſekretär Dr. Weismann die
Wiederherſtellung der Regierungsvorlage beim Panzerkreuzer,
alſo die Streichung der von den Ausſchüſſen eingeſetzten erſten
Baurate für den neuen Panzerkreuzer.
Der Antrag Preußens wurde, wie bereits oben gemeldet,
in namentlicher Abſtimmung mit Stimmengleichheit, bei fünf
Stimmenthaltungen, abgelehnt. Der Reichsrat bewilligte alſo die
erſte Rate.
Der Wehretat ſelbſt wurde in der von den Ausſchüſſen
be=
antragten Form mit den von Miniſter Groener beantragten
Er=
höhungen genehmigt.
Das Reichskabinekt macht ſich die Beſchlüſſe
des Reichsrals zu eigen.
Berlin, 16. April.
Amtlich wird mitgeteilt: Unter dem Vorſitz des
Reichskanz=
lers Dr. Brüning fand am Mittwoch nachmittag in der
Reichs=
kanzlei die letzte Kabinettsſitzung vor der Oſterpauſe ſtatt. Das
Reichskabinett beſchäftigte ſich neben einer ganzen Anzahl
lau=
fender Fragen in erſter Linie mit dem heute vom Reichsrat
ver=
abſchiedeten Haushaltsplan für das Jahr 1930. Hinſichtlich der
vom Reichsrat bewilligten 1 Million RM. für Kinderſpeiſung
und die an Stelle anderer Ausgaben des Marineetats eingeſetzte
erſte Baurate für das Panzerſchiff B beſchloß das Kabinett, die
Reichsratsbeſchlüſſe dem Reichstag als Grundlage ſeiner
Bera=
tungen zuzuleiten.
*
* Mit dem Beſchluß des Reichsrates, 2,9 Millionen in den
Etat als erſte Baurate für den Erſatzbau Panzerkreuzer B
einzu=
ſtellen, iſt ein neuer Zankapfel in die innere Politik
hineinge=
worfen, der von den Sozialdemokraten mit großer Freude
be=
grüßt wird. Sie ſehen bereits große politiſche Schwierigkeiten
voraus. Nicht ganz mit Unrecht. Die Regierung Müller hatte
auf die Einſtellung einer entſprechenden Rate in den Etat wegen
des Notjahres verzichtet. Herr Groener hatte ſogar nicht einmal
die Anerkennungsgebühr von 100 000 RM. durchſetzen können.
Der ganze Fall ſchien alſo für dieſes Jahr erledigt. Jetzt iſt er
plötzlich akut geworden und die Regierung hat durch
ihre unſichere Haltung viel dazu beigetragen,
daß die Dinge auf ein falſches Gleis geſchoben
wurden. Im Ausſchuß hatte der Reichswehrminiſter ſich ſehr
warm für den Antrag eingeſetzt. Im Reichsratsplenum hat der
Finanzminiſter eine Erklärung abgegeben, worin er ſich
einer=
ſeits darauf feſtlegte, daß die Regierung den Beſchluß gefaßt
habe, den urſprünglichen Reichshaushaltsplan des früheren
Ka=
binetts in allen ſeinen Teilen zu übernehmen, andererſeits aber
ſich auf die Formel zurückzog, der Reichsrat möge ganz nach
eigenem Ermeſſen entſcheiden und ſich in keiner Weiſe durch die
Reichsregierung beeinflußt fühlen. Zu gleicher Stunde aber
ſchrieb die „Germania”, das Organ des Reichskanzlers, „daß die
Regierung ſich nicht zu Maßnahmen verleiten laſſen wird und
kann, die jetzt nicht getroffen werden können. Dazu gehört auch
der Panzerkreuzer B”.
Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden alſo drei
verſchiedene Aeußerungen: die Zuſtimmung des
Reichswehrminiſters, die „Ja=Nein”=Erklärung des
Finanz=
miniſters und die Ablehnung des Organs des Reichskanzlers. Die
Oppoſition witterte Morgenluft und ſah der
Kabinetts=
ſitzung, die am Mittwoch abend als letzte vor den Oſterferien
angeſetzt war, mit großer Spannung entgegen. Es ſcheint auch
im Kabinett ziemlich lebhaft zugegangen zu ſein. Jedenfalls hat
die Beratung über vier Stunden gedauert, mit dem Ergebnis,
daß beſchloſſen wurde, keine Doppelvorlage zu
machen, die Forderung nach dem Panzerkreuzer
alſo in den Etat aufzunehmen. Das amtliche
Commu=
niqué iſt reichlich ungeſchickt, indem es als Feigenblatt für den
Panzerkreuzer auch die Einſetzung eines Betrages von 1 Million
mehr für die Kinderſpeiſung anführt, während doch alle ſachlichen
Gründe für den Erſatzbau des Panzerſchiffes ſprechen. Wir
müſſen immerhin mit gewiſſen Möglichkeiten im Oſten rechnen,
müſſen insbeſondere dann die Verbindung zu
Oſt=
preußen auf dem Waſſer ſichern, und dazu ſind
die Panzerkreuzer ein Mittel. Es wäre beſſer
ge=
weſen, wenn Reichswehrminiſter Groener dieſen Standpunkt in
aller Offenheit ſchon im früheren Kabinett dargelegt hätte.
220 Millionen Ausfuhr=Aeberſchuß
im März.
Skeigerung der Fertigwaren=Ausfuhr.
Berlin, 16. April.
Der deutſche Außenhandel zeigt für den Monat März im
reinen Warenverkehr einen Ausfuhrüberſchuß von 220 Millionen
RM. Gegenüber Februar ſtieg die Ausfuhr um 77,7 Millionen,
die Einfuhr verminderte ſich um 98 Millionen bzw. iſt ſie nach
Ab=
ſetzung des Zollabrechnungsverkehrs bei den Februarziffern
unge=
fähr gleich geblieben. Die Ausfuhrſteigerung im März iſt faſt
aus=
ſchließlich auf die Ausfuhrerhöhung von Fertigwaren
zurückzufüh=
ren. Die Verminderung der Lebensmitteleinfuhr von 64,8
Mil=
lionen RM. entfällt hauptſächlich auf Weizen, Gerſte, Kaffee und
Fiſche, die der Rohſtoffeinfuhr von 30,4 Millionen RM.
haupt=
ſächlich auf Mineralöle. (Näheres ſ. Handelsſeite.)
G. P. London, 15. April.
Die Engländer ſind ein Volk, das ſich ſtets bemüht mit
Optimismus in die Zukunft zu blicken. Demnach iſt jetzt auch
das Verhalten der engliſchen öffentlichen Meinung zum Ergebnis
der Londoner Seeabrüſtungs=Konferenz. Dieſe hat mit
einem nur halben Erfolg geendet. Die Abmachungen,
zu denen die fünf, an der Londoner Konferenz teilnehmenden
Staaten nach monatelangen Beratungen gelangt ſind, ſind ſehr
wweit von jenem Ziel entfernt, das man ſich am Anfang geſtellt
hatte. Die Gegenſätze, in denen ſich vor allem die drei
euro=
päiſchen Mitglieder der Konferenz befinden, konnten nicht und
ſind nicht überbrückt worden. Die Schuld hierfür trifft die, von
ihnen ſelbſt geſchaffene „neue Ordnung” Europas, die keine
wirk=
liche Abrüſtung zuläßt. Doch das ſind für die Engländer zu
un=
bequeme und düſtere Betrachtungen. Sie fragen nur nach dem
„Plus und Minus” der Londoner Ergebniſſe. Ihrer Berechnung
nach fällt hierbei trotz alledem etwas wie ein „Plus” heraus. Das
genügt ihnen für den Moment.
Als Hauptgewinn betrachten die meiſten engliſchen Blätter
die Tatſache, daß — ihrer Anſicht nach — im Ergebnis der
Lon=
doner Uebereinkunft von nun ab das Wettrüſten zwiſchen
England, Amerika und Japan aufhören werde. Der
in London zuſtande gekommene „Drei=Mächte=Pakt”, ſagen ſie,
legt für England, Amerika und Japan ein Flottenprogramm
feſt, das weſentlich niedriger iſt, als alles, was 1921 in Waſhington
und ſelbſt 1927 in Genf je in Ausſicht genommen war. Es
wer=
den nicht nur ganze 26 Schlachtſchiffe, die die drei Mächte, gemäß
dem Vertrage von Waſhington, in der Zeit von 1930 bis 1936
zu bauen das Recht hatten, nun nicht gebaut, ſondern außerdem
werden noch 9 weitere Schlachtſchiffe, deren Lebensdauer erſt
1934 ablaufen würde, nun von den drei Mächten ſofort
ab=
gebaut werden. Die Zahl der Kreuzer und Zerſtörer iſt für jede
Macht auf ein relativ ſehr niedriges Maß feſtgeſetzt worden. Und
was die Unterſeeboote anbelangt, ſo iſt beſchloſſen worden, daß
jede Macht drei Unterſeeboote, vom Typ der neuen „Ueber=
U=Bogte” bauen darf und daß die Größe der übrigen 1=Boote
2000 Tonnen Rauminhalt nicht zu überſteigen hat. Desgleichen
ſind eine Reihe von Regeln zwecks einer „humaneren Ausübung
des Unterſeeboot=rKrieges ausgearbeitet worden. Soweit — die
Vorteile des Londoner Konferenz=Ergebniſſes.
Wendet man ſich nun den Nachteilen zu, ſo dürfte es vor
allem ratſam ſein, an jene Forderungen zu erinnern,
die zu Anfang der Konferenz von der engliſchen
öffentlichen Meinung und Preſſe faſt einſtimmig aufgeſtellt
wur=
den und von denen das meiſte nun keineswegs erfüllt worden iſt.
Die großen Schlachtſchiffe, dieſe „völlig nutzloſen See=Elefanten,
die nur noch zur Befriedigung der Eitelkeit der Admiralitäts=
Bonzen gehalten werden”, ſo las man es im Januar, „müſſen
reſtlos für immer verſchwinden‟ Eine Einigung über die
völlige Abſchaffung der Dreadnoughts bezeichnete damals ſelbſt
ein ſo vorſichtiges Blatt, wie die „Times”, als „nicht ſchwer
er=
reichbar”. Stattdeſſen iſt nun im Laufe der Konferenz zuerſt
die Möglichkeit einer Abſchaffung dieſer Schiffsklaſſe auf eine
recht ſonderbare Weiſe gänzlich aus dem Bannkreiſe der
Bera=
tungen verſchwunden und iſt nun in der zuſtandegekommenen
Abmachung mit keinem Worte mehr erwähnt worden. Die
Klaſſe der Kreuzer wird — im Ergebnis der Konferenz — gar um
ein Weſentliches vergrößert werden müſſen: da Amerika Parität
mit Großbritannien zugebilligt erhalten hat, aber bisher viel
wewiger Kreuzer als letzteres beſaß, darf es ſich nun die ihm
zur Parität noch fehlenden Kreuzer, wenn es will ſofort bauen
laſſen. Die Koſten dieſer, dem Paritäts=Prinzip zu Liebe zu
bauenden Kreuzer=Flotte werden auf nicht weniger als 1000
Millionen Dollar beziffert. In bezug auf die Unterſeeboote ſteht
es noch ſchlimmer. Zu Anfang der Konferenz ſchlugen England
und Amerika eine gänzliche Abſchaffung der Unterſeeboote oder,
für den Fall, daß dieſes nicht möglich ſein ſollte, ein Verbot
des Bauens von Unterſeebooten mit mehr als 2000 Tonnen
Rauminhalt vor. Nui hat in dieſer Frage der Wille
Frank=
reichs einen vollen Sieg davongetragen. Nicht nur, daß es jede
Diskuſſion einer Abſchaffung der Unterſeeboot=Flotten ablehnte,
es weigerte ſich gleichfalls auf jenen Typ der „Ueber=U=Boote‟
mit 2880 Tonnen Rauminhalt, den es in den letzten Jahren zu
bauen begonnen hat, zu verzichten und zwang damit die übrigen
Mächte gleichfalls, je drei von dieſem neuen Typ von U=Booten in
ihre Bauprogramme aufzunehmen. Endlich ſind die von der
Londo=
ner Konferenz feſtgelegten Regeln über eine „humanere Handhabe
der Unterſeeboot=Waffe” derartig vage und derart unbeſtimmt
ge=
halten, daß ihnen kaum eine ernſte Bedeutung beigemeſſen
wer=
den kann. Von ihnen bemerken ſelbſt die optimiſtiſchen
Eng=
länder, daß dieſe Regeln „einen Rückſchritt zur Mentalität von
1914 darſtellen: im Kriegsfalle wird ſie niemand beachten; im
Frieden ſind ſie gänzlich überflüſſig.”
Wie ſteht es nun mit jenen „moraliſchen Gewinnen”, welche
die Londoner Konferenz angeblich ergeben hat? Die meiſten
Londoner Blätter meinen — die Londoner Abmachungen legen
zwiſchen den 5 Seegroßmächten „ein genau umriſſenes
Kräfteverhältnis” feſt und ſeien daher auf dem Weg
zur albgemeinen Abrüſtung ein großer Schritt vorwärts. Leider
iſt aber auch dieſes Ergebnis recht anfechtbar. Iſt die Feſtlegung
eines „genau umriſſenen Kräfteverhältniſſes” in der Tat
gelun=
gen? Durch das Fernbleiben Frankreichs und Italiens iſt im
Gegenteil, die ſo lange erſtrebte Feſtſetzung allgemein=gültiger
Rüſtungsregeln, eine „Generaliſierung”, der ſich alle Mächte beim
Bau ihrer Kriegsflotten zu unterwerfen hätten, nicht erfolgt.
Welche Konſequenzen muß das notwendigerweiſe nach ſich ziehen?
Da Frankreich dem Pakt nicht beigetreten iſt, iſt es nun frei, ſo
diele Kreuzer, Zerſtörer, Unterſeeboote uſw. zu bauen, wie ihm
beliebt. Vor der Hand will es dieſes allerdings nicht tun.
Be=
ginnt aber Frankreich eines Tages ſein volles
Flottenbaupro=
gramm zu verwirklichen, ſo wird die engliſche öffentliche
Mei=
nung in Geſtalt ſeines Parlaments und ſeiner Adwiralität, kaum
dafür zu haben ſein, einen Pakt mit Amerika und Japan zu
beſtätigen, der das ſtete Anwachſen der franzöſiſchen Kriegsflotte
Seite 2
Donnerstag, den 17. April 1930
außer Acht läßt. Und behält ſich dann England das Recht vor,
ſeine navalen Streitkräfte im Verhältnis zu denjenigen
Frauk=
reichs zu erhöhen, ſo wird natürlich der geſamte „Drei=Mächte=
Pakt” einem Kartenhauſe gleich, in ſich zuſammenfallen müſſen.
Diejenigen, an Zahl ſehr geringen engliſchen Blätter, wie
zum Beiſpiel die „Fortnightly Review”, welche die Lage
einſich=
tiger beurteilen, ſind geneigt, die Schuld für den ſo
wenig befriedigenden Ausgang, der Londoner
Konferenz der Tatſache zuzuſchreiben, daß Macdonald nach
ſeinem Regierungsantritt zu ausſchließliche Beachtung der
Pflege der engliſchen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten
ſchenkte, es dagegen in leichtfertigſter Weiſe unterlaſſen hatte, ſich
vorher in genügender Weiſe mit Frankreich zu verſtändigen. Vor
Maedonalds Amerika=Reiſe, ſo heißt es jetzt, hätte ſelbſt Stanley
Baldwin ſeinem Nachfolger anempfohlen, den Weg nach
Waſhing=
ton unter allen Umſtänden via Paris einzuſchlagen und ſelbſt
Präſident Hoover hätte ſeinen engliſchen Gaſt auf die
Wünſch=
barkeit einer vorherigen reſtloſen Ausſprache mit Frankreich
auf=
merkſam gemacht. Die Londoner Konferenz, ſagen dieſe Leute,
wurde in zu großer Haſt einberufen. Sie war allerdings
weſent=
lich beſſer vorbereitet, als die meiſten bisherigen Konferenzen.
Doch eine genügende Verſtändigung mit Frankreich über deſſen
Verhalten zur Frage der Seeabrüſtung war ihr trotzdem nicht
vorangegangen uſw.
Wir Kontinentaleuropäer wiſſen es beſſer. Den Grund zum
Fernbleiben Frankreichs und Italiens vom Drei=Mächte=Pakt
ſehen wir ſchwerlich in einer „Nicht genügenden Vorbereitung”
zur Londoner Konferenz oder im „böſen und ſtörriſchen Willen”
dieſer beiden rivaliſierenden Mächte. Iſt nicht vielmehr die
chaotiſche Lage im heutigen Europa, jener Wirrwarr,
in welchem die Schöpfer der ſogenannten „Friedensverträge‟
unſeren Kontinent hinterlaſſen haben, die Haupturſache, die es
den beiden, untereinander in unüberbrückbare Gegenſätze
ver=
ſtrickten Mächte einfach nicht geſtattet, auf ihre in London
ge=
ſtellten Forderungen zu verzichten? Dieſes Chaos Europas iſt
es allein, das ihnen nicht die Möglichkeit gibt, ſich der
Abrüſtungs=
politik jener Mächte anzuſchließen, die außerhalb dem verhexten
Kreiſe Nachkriegseuropas ſtehen. Mittel= und Oſt=Europa bluten
aus tauſend Wunden. Ueberall — Gefahren neuer kommender
Kriege. Jenſeits der Weichſel — das Geſpenſt des, alle mit
Ver=
derben bedrohenden Bolſchewismus. Iſt es möglich, an die
Abrüſtungsfrage mit Ausſicht auf wärklichen Erfolg
heranzutre=
ten, da ihr in Europa noch eine unüberſichtliche Menge von
un=
gelöſten Problemen aller Art als unüberwindliches Hindernis im
Wege ſtehen? Wir Kontinentaleuropäer würden gerne der
Zu=
kunft ebenſo „optimiſtiſch” entgegenſchauen, wie es die Engländer
bei Beurteilung der Londoner Ergebniſſe tun. Nicht unſere
Schuld iſt es, daß wir es beim beſten Willen nicht zu tun
ver=
mögen . . .
* 7n
MiiderWande hiche Mpannangen.
Unzufriedenheit unker den Parkeien.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 16. April.
Die Lage der franzöſiſchen Regierung iſt wieder ſchwieriger
geworden. Eigentlich war ſie es bis heute ſchon immer, da die
Frage der Mehrheit ungelöſt iſt. Nach London aber und am
Vor=
abend der Kammerferien ſollte ſie logiſcherweiſe gut ſein. Denn
die franzöſiſche Regierung braucht wegen der Londoner Ereigniſſe
die öffentliche Meinung nicht zu fürchten, im Gegenteil. Das
ganze Land ſteht in dieſer Frage hinter Briand und Tardieu.
Von dieſer Seite beſteht alſo für die Regierung keine Gefahr. Und
das Budget iſt ſchon erledigt, nur das Pendeln zwiſchen Kammer
und Senat wegen der Regelung der Penſionen iſt noch übrig
ge=
blieben. Aber die Kammer hat noch ſehr viel zu tun. Ja, rein
phyſiſch iſt es beinahe unmöglich, all die Aufgaben, die ihrer noch
harren, in der kurzen zur Verfügung ſtehenden Zeit zu erledigen.
Vor allem die Votierung der Steuerherabſetzungen, die nationale
Ausrüſtung — das eigentliche Inventionsprogramm Tardieus —
die ſozialen Verſicherungen und ein Petroleumgeſetz, welches, wie
alles, was mit Petroleum zuſammenhängt, feuergefährlich iſt..
Das iſt ungeheuer viel. Die Kammer muß in einer beinahe
unerträglichen Atmoſphäre in aller Haſt ihr Programm erledigen.
Eine Reihe von perſönlichen und ſachlichen Detailfragen werden
noch behandelt werden müſſen, Fragen, die für den
Außenſtehen=
den als gar zu unintereſſant und eigentlich bedeutungslos ſcheinen,
die aber erfahrungsgemäß für die Regierungen gefährlich werden
können.
Für die Oppoſition bietet ſich jetzt alſo eine gute
Gelegen=
heit, Tardieu Schwierigkeiten zu machen. Die Stimmung in der
Kammer iſt eigentlich nicht gegen die Regierung. Aber manche
Parteiführer ſind unzufrieden. Der Kampf zwiſchen den
Radikal=
ſozialiſten und den Sozialiſten hat die Gemüter erregt; die
Radikalſozialiſten machen eine Kriſe des Peſſimismus durch, und
das macht ſie als Oppoſition nicht weniger gefährlich. Die ge=
Vom Tage.
Im Reichsetat 1930 betragen die Aufwendungen
für die Reichstagsabgeordneten 4,3 Mill. RM. Für
Freifahrten auf der Bahn ſind 1,2 Mill. RM., für Schlafwagenplätze
25 000 RM., für Luftfahrten 4000 RM. eingeſetzt.
Auch im Laufe des Jahres 1930 ſoll wieder eine
Induſtrie=
ſtatiſtik durchgeführt werden unter Einbeziehung aller Betriebe, die
bisher noch nicht erfaßt wurden.
Im Reichsetat 1930 ſind für das Römiſch=
Ger=
maniſche Muſeum in Mainz 93350 RM. und für den
Neubau des Finanzamtes in Mainz die reſtlichen 376 500
RM. eingeſetzt.
Botſchafter v. Dirckſen hat ſich von Moskau auf die
Reiſe nach Berlin gemacht, um über laufende Angelegenheiten mit
der Reichsregierung zu ſprechen.
Die diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Oeſter=
reich und Mexiko wurden jetzt wieder aufgenommen.
Der Staatsanwalt beim Appellationsgericht in Kattowitz hat
gegen das freiſprechende Urteil im Ulitz=Prozeß das weitere
Rechtsmittel der Kaſſation beantragt, ſo daß der Oberſte
Ge=
richtshof in Warſchau ſich noch einmal mit dem Prozeß zu
be=
faſſen haben wird.
Der griechiſche Senat hat den Geſetzentwurf zur
Ratifi=
zierung der Haager Abkommen mit großer Mehrheit
ange=
nommen.
Der Generalſekretär der Kroatiſchen Nationalvertretung in
Agram, Dr. Krnjevie, har dem Völkerbundsſekretariat im
Namen der kroatiſchen Nationalverſammlung eine
Beſchwerde=
ſchrift überreicht, in der er unter Anführung zahlreicher
Einzel=
fälle gegen die abſolutiſtiſche Regierung des Königs von Serbien
Ein=
ſpruch erhebt.
Der ſpaniſche Kabinettsrat genehmigte die
deutſche Konzeſſion für die Luftpoſtlinie
Bar=
zelona—Sevilla—Cadiz und ferner von Cadiz nach den
Ka=
nariſchen Inſeln. Weiter wurde beſchloſſen, die deutſchen
Be=
ſtrebungen zur Verlängerung dieſer Luftfahrtlinien nach Südamerika
in Zukunft in jeder Weiſe zu unterſtützen.
Zum neuen amerikaniſchen Vertreter beim
Ständigen Internationalen
Schiedsgerichts=
hof im Haag iſt nach Ankündigung im Weißen Haus
Ro=
and Boyden vom Präſidenten Hoover ernannt worden.
Zwiſchen den Generälen Yen und Feng iſt eine
vollſtändige Einigung über ihre
Zuſammen=
arbeit gegen die Nanking=Regierung erzielt
worden. General Feng wird den Oberbefehl über alle
Streit=
kräfte übernehmen.
legentlichen — nicht einmal ſo gelegentlichen — Wahlbündniſſe
der Katholiken mit den Sozialiſten gegen ſie haben ſie ganz
be=
ſonders verbittert.
Kammer, Senat und Regierung ſind ſich nicht über alle
Fra=
gen einig. Und im Senat arbeitet die Oppoſition ebenſo energiſch
wie in der Kammer, wenn auch mit anderen Mitteln. Die
Situation läßt alſo viele Möglichkeiten offen.
Das franzöſiſche Parlament hat geſtern
endgül=
tig das Budget 1930 verabſchiedet. Die Regierung
verlangte, daß noch vor den Ferien die Abänderungsvorſchläge
zur Sozialverſicherung und die Steuerermäßigungen erledigt
werden.
ZieGegenſaßevelden geuttehnartondlen
Hugenbergs Oppoſikion um jeden Preis.
Der Vorſtand der Deutſchnationalen Volkspartei, der
ur=
ſprünglich am 1. Mai in Berlin zuſammentreten ſollte, iſt jetzt
ſchon für Freitag nach Oſtern einberufen. Die Parteileitung
ſcheint alſo auf eine möglichſt raſche Klärung Gewicht zu legen.
Durch die Vorverſchiebung ſoll vielleicht auch nur erreicht
wer=
den, daß inzwiſchen die Auseianderſetzungen zwiſchen den beiden
Fraktionshälften nicht weiter an Schärfe zunehmne. Daß die
Be=
mühungen um einen Ausgleich jetzt noch Erfolg haben ſollten, iſt
daher unwahrſcheinlich, weil die Gruppe Hugenberg auf
die Oppoſition um jeden Preis gegen das Kabinett
feſtgelegt iſt. Die Gruppe Weſtarp, die nun ja dem Schieleſchen
Agrarprogramm zugeſtimmt hat, muß nun dem Miniſter eine
gewiſſe Schonfriſt zur Durchführung ſeiner Hilfsmaßnahmen
zu=
geſtehen. Darüber hinaus bleiben aber die ſachlichen Gegenſätze
innerhalb der Fraktion auch nach Oſtern die gleichen, weil
ver=
mutlich das Oſtprogramm in ähnlicher Form mit dem Etat
ver=
koppelt werden wird und muß, wie die Agrarvorlagen mit den
Steuergeſetzen. Es iſt alſo nicht ſo, daß die beiden
Fraktions=
gruppen ſich zu einer einheitlichen Haltung gegenüber dem
Ka=
binett Brüning zuſammenfinden könnten. Die Einſtellung zu den
politiſchen Tagesfragen wird vielmehr verſchieden bleiben, und ſo
ganz von ſelbſt ſich eine Teilung der Fraktion herausbilden.
Gedenkkage.
Von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio.
Kaſimir Edſchmid hat dieſer Tage von lebendigen
Mu=
ſeen geſchrieben; ſo wie ſchon von lebendigen Archiven und
Bibliotheken in dieſen Blättern geſchrieben worden iſt. Das rein
Künſtleriſche und das Hiſtoriſche in ihnen iſt Speiſe für den
Fach=
mann und Globetrotter; den Menſchen von heute, deſſen Tempo
und deſſen Liebe das Auto diktiert, intereſſiert nur das
Leben. Es gibt Anſätze dazu in den Darmſtädter Muſeen; ſo
könnte im Sinne Edſchmids durch eine beredte Gruppierung und,
wenn es ſein muß, Plakatierung, die Antike und der
Sport in eine ganz gegenwartsnahe und verſtändliche Sprache
gerückt werden. Gleich, ob die Menſchen hineingehen oder nicht,
Muſeen ſollen erhalten werden, ſie ſind die koſtbarſten Schätze, über
die die Menſchheit verfügt. Nicht zu vergeſſen Derer, die ſie
ge=
ſchaffen haben. Daß uns heutigentags ſo raſch entgeht, wie wir
auf anderer Leute Schultern ſtehen, auch wenn dieſe oft wenige
Jahre vor uns wertvolle Arbeit leiſteten, liegt im Zug der
nivel=
lierenden, das Perſönliche löſchenden Zeittendenz begründet; ſollte
aber nicht hindern, daß wir willig anerkennen, wenn 100 und
mehr Jahre zwiſchen einſt und uns ſelber liegen. Aber auch da ſind
wir undankbar geworden: es ſcheint heute, bei aller
Konſidera=
tion politiſcher Rückſichtnahmen, mehr Mut an offiziellen Stellen.
zu denen auch Vereine zu zählen ſind, zu gehören, unbeeinflußt
vom Tageslauf politiſchen Geſchehens, geſchichtliche Verdienſte zu
„feiern”, als vor dem Krieg im roten Großherzogtum Mut dazu
gehörte, ſich als Offenbacher Beigeordneter vom Großherzog
empfangen zu laſſen!
Ich rede nicht den Jubiläen mit Feſteſſen und Feſtreden das
Wort; es handelt ſich auch nicht um Wünſche von verdächtigem
Servilismus oder krankhaftem Hiſtorizismus. Wer aber aus der
Beſchäftigung mit heſſiſcher Geſchichte an den Quellen — die Akten
reden ja trotz Staub! — miterlebt, wie ſo manches um uns
her=
um, als etwa Bibliothek und Muſeum, nicht wäre oder
weit bedeutungsloſer wäre, wenn nicht.. ., ja, wenn ſich nicht
der erſte Großherzog, begünſtigt durch eine großangelegte
Erziehung und vererbte Neigung, auch um dieſe Dinge gemüht
hätte. Daß er dabei einen ſo verſtändigen und regen, vielſeitig
intereſſierten Mann, wie den alten Schleiermacher, als ſeine
rechte Hand neben ſich ſetzte, war beſondere Fügung. Mit Goethe,
Merck, Klinger, Lenz, Hoepfner und andern Großen des Sturmes
und Dranges war Schleiermacher als junger Student
zuſammen=
gekommen; faſt 40 Jahre ſpäter, 1814/15, ging der alte Goethe
durch die Darmſtädter Sammlungen des erſten
Groß=
herzogs, dem er ſeit der gleichen Zeit verbunden war, und be=
wunderte die Anordnung (nach Schleiermachers Syſtem) und die
Bedeutung des Muſeums, das heute getrennt als Landesmuſeum
und Landesbibliothek fortbeſteht.
Wunder nimmt es, daß man ſich über die Leiſtung des
Menſchen, ebenſoſehr wie über die des Fürſten ſo völlig am
6. April ausſchwieg; waren es doch 140 Jahre, daß Ludwig K.
zur Regierung kam, nachdem er ſchon ſeit 1777 als Erbprinz in
Darmſtadt durch ſeine muſiſchen Neigungen dem ſpäteren Ruhm
des Theaters vorgearbeitet hatte, und waren doch 100 Jahre ſeit
ſeinem Tod verfloſſen! Man kann ſich ausmalen, was alles unter
andern politiſchen Verhältniſſen zur Feier dieſes Tags
geſchehen, was alles und von wem es geſchrieben worden wäre!
So war es ſtill im Land; vielleicht fielen einem oder dem andern
die Kränze am „langen Ludwig” auf.
Am Tage danach ſprach im Hiſtoriſchen Verein
irgend=
wer über Grünewald. Grünewald iſt ein deutſcher Kopf, der
wohl verdient, daß wir „mehr um ihn wiſſen”, wenn auch mancher
„nur” ſeine Gemälde im Kopf, ja im Herzen trägt und vielleicht
noch darüber ſinnt, was für ein Weib ihm Gott als „Gnade” oder
„Strafe” zu ſeiner Kunſt gelegt haben möchte. Ketzeriſcherweiſe
hätten wir etwas über Ludwig I. hören ſollen: etwa über ſeine
Politik unter Napoleon, beſonders von 1806—1814, oder ſeine
Verfaſſung, oder ſein Theater. Man hätte darüber allerlei
ſagen können — ohne Lobhudelei — feſtſtellend, anerkennend,
kriti=
ſierend. Aber dieſes Schweigen?! Gewiß, man wird es
ver=
teidigen können; aber vielleicht wird man auch das nicht einmal
wollen. Doch die Säule am Luiſenplatz wird weiter künden:
Lu=
dewig I. ſein dankbares Volk!
Elf Tage nach Ludewig I. ſtarb ſein Bruder, Landgraf
Chriſtian, dem Friedrich Ritſert in ſeinen Erinnerungen eines
50jährigen freundliche Worte widmet, und dabei ſeine Umſicht,
Entſchloſſenheit und Humanität lobt. Als vor 2 Monaten an
dieſer Stelle des 100jährigen Todestages der Herzogin Luiſe von
Weimar gedacht wurde, habe ich zahlreiche Stellen aus den
un=
gedruckten Briefen des Landgrafen Chriſtian an ſeine Schweſter
in Baden, Markgräfin Amalie, jene kluge, unterrichtete, ſtolze
Frau, mitgeteilt. Heute ſeien einige weitere veröffentlicht,) die
außer über den erſten Landtag, auch über Zeitggnoſſen
vor 100 Jahren intereſſante Bemerkungen enthalten:
8. November 1820.
Unſere Sitzungen in der erſten Kammer beginnen intereſſant
zu werden. Emil ſpricht dort als ein Mann von Geſiſt; Ludwig
ſpricht weniger, aber auch recht geſcheit. Was mich betrifft, ſo bin
ich oft der Anſicht meiner Neffen, aber ich gebe nur meine Stimme
ab, da ich kein Talent zum reden habe, auch nicht genügend Sach=
*) Die Originale ſind franzöſiſch geſchrieben.
Num
Der Reichshaushalksplan für
Bor orm Keichstal.
Ein Sparprogramm auf lange 5it
Berlin,
Der Reichsrat beſchäftigte ſich am Mittwoch mit
Reichshaushaltsplan für 1930. Der Berichterſtatter
direktor Dr. Brech, ſtellte feſt, daß der Haushalt ſol;
ſei, aber keine großen Erſparniſſe bringe. Die
G=
gaben ſeien gegenüber 1929 um 354 8
ſtiegen. Die Geſamtnettoausgaben betrüe
Mill. RM. Die Reichsrats=Ausſchüſſe hätten die 9
des Miniſteriums für die beſetzten 6
teſtens bis 1. Oktober d. J. beſchloſſen. Im Ar
bereits bewilligten 10 Millionen ſei ein Weſtfoy
teren 10 Millionen bewilligt worden, daneben für ko
ſorge der beſetzten Gebiete und für andere Zwecke. 2
Auch ein Oſtfonds von 22 Mill. ſei bewillio
weiterer Ausführung des vorjährigen Geſetzes ſe
preußen 29,3 Mill., für die weſtliche und nördliche
12 Millionen und zur Verhinderung des
Ausfalle=
dungskrediten eine Million vorgeſehen. Bei der
verſicherung ſei ein Antrag auf Beitragserhöhung 1.
heit der Ausſchüſſe abgelehnt und der vom Reiche
Zuſchuß von 150 Millionen eingeſetzt worden. Die
tilgung hätten die Reichsratsausſchüſſe von 4
Millionen erhöht. Für die Ausfuhrwerbr
ziger Meſſe ſeien 800 000 RM., für die Techn. Nothilfe
RM. und für Kinderſpeiſung 1 Million eingeſetzt
der Einnahmeſeite ſeien die neuen Geſetze zugrund E
den. Zuſammenfaſſend erklärte der Berichterſto
Haushalt zwar die Wiederkehr des Vertrauens in
lität rechtfertige, vom Standpunkt der Sparaktio
ermutigend ſei. Nur in Höhe von rund 200
ſei die Entlaſtung des Haushalts für
wirklich fundiert. Alles weitere hängt von
lichen Entwicklung, von Anleihemöglichkeiten u
Sparprogramm auf lange Sicht ab.
Ausſchüſſe beantragte der Berichterſtatter dann e
Entſchließungen.
Auflöſung des Miniſteriums für die beſekz
zum 1. Okkober.
In der nun folgenden Einzelberatung der ei
halte wurde beim Reichsinnenminiſterium ein von
Staatsregierung unterſtützter Antrag der Reichs
Wiederherſtellung des im Ausſchuß geſtrichenen
120 000 Mark für das Berliner Philharmoniſche O
gegen 2 Stimmen abgelehnt. Beim Miniſterium
Gebiete beantragte der Vertreter der Rheinprovin;
löſung dieſes Miniſteriums bis nach der Räumu
Da man dieſen Termin noch nicht kenne, ſolle
1. Oktober für die Auflöſung des Miniſteriums fe
ſagen: „Zum erſtmöglichen Zeitpunkt, ſpäteſte
1. Januar 1931.” Auch
Stimmen abgelehnt.
dieſer Antrag wurde m
Vorlegung des Ausgabenſenkungs=P
nach Oſtern.
Beim Kriegslaſtenhaushalt beantragten Bay
land größere Mittel für ihre notleidende
biete. Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer e
dieſen Anträgen nicht zuſtimmen, doch werde die
im Rahmen des Oſtprogramms an den Nöten
Grenze Bäyerns nicht vorbeigehen.
Der bayeriſche Antrag auf Bewilligung von
teln für die bayeriſchen Grenzgebiete wird mit 35
men abgelehnt. Nach Bewilligung de
Haushalts erklärte Dr. Moldenhaue
regierung werde nach Oſtern den En
Ausgabenſenkungsgeſetzes vorlege
Ferner genehmigte der Reichsrat das Gaſt;
deutſch=ſchweizeriſchen Rheinregulierungsvertrag
Ausdehnung des deutſch=engliſchen Auslieferungs
die Konſularverträge mit der Türkei und Bulgari
Aenderungen wurde dem Entwurf eines Ein
zum allgemeinen Strafgeſetzbuch und zum St
zugeſtimmt.
Mäm
kenntniſſe. Aber es macht mir indeſſen beſonde
Matadoren zuzuhören, wenn ſie disputieren. Ma
daß die Stände bis Weihnachten tagen; dann wi
allerdings zu ſpät werden, noch nach Brüſſel zu r
30. N
Emil iſt ſehr begabt, und ich glaube, daß er 1
gezeichnete Rolle ſpielen wird. Er iſt jung, hat E
ſich nützlich und unentbehrlich machen. Ich mach
aus Staatsgeſchäften; bei meinem Alter iſt man nick
genug, einen neuen Beruf zu ergreifen.**) Auch iſt
nem Geſchmack, mich um Sachen zu kümmern, die n
nichts angehen. Ich komme mir manchmal recht
erſten Kammer vor und freue mich, wenn 4
Sitzungen zugegen iſt, um mich nach ſeinen Anſicht
mir meiſt durchaus gerecht erſcheinen.
23.
Bis jetzt darf man mit den Ständen wirklie
die Sitzungen dauern lang in der zweiten Kamn
in dieſer Hinſicht weniger aktiv; ſie wartet auf
zweiten.
Ich hoffe morgen den älteren Sohn Schle
Theologen) und den Prälaten Schmidt von C
Dieſer Prälat iſt Mitglied unſerer erſten Kamn
Original, ein bißchen ſpöttiſch, aber ſehr gelehrt,
Herren zuſammen ſind, machen ſie ganz in Gelel
kannſt mir glauben, daß meine Rolle nur dar
hören und zu ſchweigen.
Der Erbprinz reitet 3 bis 4mal in der Wo
die Wälder; er hat ſchon 64 Schneiſen abgeritten.
lich, mir einmal in der Woche auf ein paar Stu
zu leiſten zuſammen mit meinem Vetter Ludwi
Söhne des alten Schleiermacher, dem Bibliother
uns mit den neueſten Erſcheinungen der Literal
der Sitzung, die etwa 2 Stunden dauert, laſſe
mit diverſen Salaten ſervieren.
Meine Schwägerin (Großherzogin Luiſe)
Auerbach mit zweien oder dreien ihrer Hofdamen
wird auch mitgehen; ſie hat ohne Zweifel Talen
Flügel bewundert. Man verſicherte mir, ſie ſpiele v0
Leute, wenigſtens die meiſten, behaupten, daß
tanzt. Ich fand, daß ſie beim Tanzen zuviel mont
man hat mir gewaltig auf den Mund gegeben
große Mode. Und um graziös auszuſehen, müſſe
weiſe — mani fester le postärieur,
**) Landgraf Chriſtian war alter Militär,
[ ← ][ ][ → ]er 107
Donnerstag, den 17. April 1930
Seite 3
Mplogrunitt U
gus kprogramm der Reichsregierung.
zirn gnahme zwiſchen den bekeiligken Reſſorks.
M
Berlin, 15. April.
Oſtprogramm der Reichsregierung erfährt die
Tele=
grathes ion von authentiſcher Seite folgende Einzelheiten:
eſtrechungen zwiſchen dem Reichsernährungsminiſter
und d2 keichskanzler unter Zuziehung anderer Reſſortminiſter
Laufe des Dienstags auf Grund der ſeinerzeit bei
Mschieles ntritt in die Reichsregierung formulierten Grundlagen
hren ing genommen. Die Vorlage iſt ſoweit gefördert,
aß ay ner Verabſchiedung des Kabinetts
voraus=
chty in der erſten Kabinettsſitzung nach
ſter rechnet werden kann.
der dem Reichsrat ſeit einiger Zeit vorliegenden
Zenlſcch des alten Kabinetts enthaltenen allgemeinen
Geſichts=
nſte das Oſtprogramm dürften nur zum Teil in die neue
ernommen werden. Ein grundlegender Unterſchied be=
Fo darin, daß nach dem alten Plan auf zehn
ahme Mittel im Geſamtbetrage von etwa 350 Mill. Mark
werden ſollten, von denen als erſte Rate in dem
ent.: Haushalt bereits 22 Millionen Mark eingeſtellt ſind,
jähre z ie neue Vorlage auf einen
Fünfjahres=
an beſchränkt. Dabei iſt nach den ſchon beim
Ein=
iit Ses in die Regierung feſtgelegten Geſichtspunkten mit
mz lich höheren Beträgen ſowohl in der Geſamtſumme,
zmui den einzelnen Jahresraten zu rechnen.
Haupkpunkke des neuen Programms
6 d ſonders auf die Landwirtſchaft zugeſchnittene
Laſten=
ntunze Beſitzbefeſtigung und die Umſchuldung. In dieſer
ezieln geht die Vorlage weit über den alten Plan hinaus.
der =s dürften die alten Pläne in zahlreichen Einzelfragen
Versregelung, der ſozialen Hilfe uſw. nicht übernommen
der1’s iſt jedoch wohl damit zu rechnen, daß dieſer Teil
alten Etat im ordentlichen Haushalt, alſo unter
Ab=
von der ſpeziellen Oſthilfe beſtehen bleibt, wobei ſich
änden der Betrag von 22 Millionen Mark etwas ver=
—rfte. Weiter ſieht der neue Plan ein geographiſch
ſenm größeres Wirtſchaftsgebiet als der alte Plan vor, der
au= uf einen verhältnismäßig ſchmalen Grenzſtreifen
be=
änz Es kann damit gerechnet werden, daß das neue
Oſt=
gra die ſechs preußiſchen Oſtprovinzen, beide Mecklenburg
aizenden Gebiete umfaſſen wird. Im Gezenſatz zu der
er Praxis iſt auch bei derBearbeitung der neuenOſtvorlagen
N miniſterium für Ernährung und Landwirtſchaft
feder=
ſeer ährend das bei der früheren Vorlage das
Reichsinnen=
niſt 1a war.
Aie Telegraphen=Union weiter erfährt, dürfte im Rah=
„m2Oſtprogramms, das bisherige beſondere
Oſtpreußen=
um 1 at überflüſſig werden. Die Ueberwachung der
Durch=
hru es Oſtprogramms dürfte unter der Oberleitung der
mirr le in Berlin in die Hände autonomer
Provinzialaus=
egt werden.
gibt der „Conti” folgende offiziöſe Mitteilung: In
I— Tagen ſind von zwei verſchieden Seiten Mitteilungen
der eſſe veröffentlicht worden über das neue Oſtprogramm.
hierzu von zuſtändiger Stelle hören, trifft keine von
eEdungen in ihrem ganzen Umfang zu. Bei der einen
— ſich um eine Veröffentlichung, die noch vom alten
Ka=
et2 3gearbeitet worden iſt. Federführend war dabei das
ſchsl enminiſterium. Der Entwurf umfaßte Maßnahmen
2virtſchaftshilfe, ſoziale Maßnahmen und
Verkehrsmaß=
me/ Das Reichsinnenminiſterium überließ die Ausarbei=
Landwirtſchaftsmaßnahmen dem Reichsernährungs=
NſtIn, die ſozialen Aufgaben dem
Reichsarbeitsmini=
ur1nd die Maßnahmen zur Verbeſſerung der
Verkehrsver=
mi em Reichsverkehrsminiſterium.
Aer von einer Nachrichtenagentur verbreiteten Meldung
neuen Entwurf handelt es ſich lediglich um den Teil,
Reichsernährungsminiſterium bearbeitet. Dieſer Teil
urfs enthält das alte Programm unter weſentlichen
ngen. Tatſache an der Meldung iſt, daß eine
Füh=
e ſtattgefunden hat zwiſchen den beteiligtem Reſſorts
em Kabinett demnächſt eine neue Vorlage über dieſes
9
Ernſt von Wolzogen.
Ein Aufruf zum 75. Geburtstage.
Von Dr. Fritz Flechtner.
3. April wird Ernſt von Wolzogen 75 Jahre. Zwar
nicht zu unſeren größten Dichtern, aber er hat doch
s geſchaffen und vor allem durch ſeine ſprudelnde
inen urwüchſigen Humor ſo vielen Freude bereitet, daß
A berdient, wenn man ſeiner an dieſem Tage gedenkt.
mal iſt ein Gedenken nicht nur in Worten, ſondern auch
notig, lebt doch Wolzogen ſeit langer Zeit in
kümmer=
erhältniſſen. Eine Sammlung, die man vor mehreren
*Aür ihn veranſtaltete, hat, wie dies meiſt der Fall iſt,
Angenden Erfolg gehabt, und ein neuer Verſuch wäre
Dcklos geweſen. Aber es gibt eine andere und viel ehren=
N: indem man an dieſem 75. Geburtstage eins ſeiner
It, das man aber nicht aus der Bibliothek entliehen,
ſch gekauft hat. Auf dieſe Weiſe könnte dem alten Dich=
Töloſer Lebensabend bereitet werden. Vielleicht denken
9rößeren Theater daran, ſein bedeutendſtes Luſtſpiel
Zeſindel” neu einzuſtudieren. Wenn dies auch in der
gehenden Saiſon nicht mehr möglich ſein dürfte, ſo
doch dem Jubilar große Freude bereiten, zu erfahren,
I2 ſo viele Bühnen eine Aufführung in der kommenden
beabſichtigen.
aue diejenigen, bei denen Wolzogen in den letzten
Jahr=
n Vergeſſenheit geraten iſt, ſei folgende Lebensſkizze
Freiherr von Wolzogen wurde am 23. April 1855 in
Als Sohn eines Regierungsaſſeſſors, des ſpäteren
In=
des Schweriner Hoftheaters geboren. Er trat in das
widmete ſich aber bald ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit. In
lebte er in den 80er Jahren die „Revolution der Lite=
Lurde durch mehrere Romane, vor allem „Die Kinder
Lenz” (88) und „Die tolle Komteß” (89) ſowie durch die
Odie „Lumpengeſindel”, (92) bekannt. 1893 ging
Nunchen. Hier brachte ihm der köſtliche Muſikerroman
*5 Weimarer Zeit „Der Kraft=Mayr” und die Novelle
TTayoſe” einen großen Erfolg; berühmt aber ward er
9 „Das dritte Geſchlecht”, eine Satire auf die Blau=
(eNkte er nach Berlin zurück, um einen Plan zu
ver=
der ihn ſchon ſeit Jahren beſchäftigte und zu deſſen
9 er endlich die finanziellen Mittel erlangte: Die
8 eines künſtleriſch veredelten Varietés. Das „
Ueber=
e er ſeine Schöpfung nannte, erzielte anfangs große
n0 Agrarreform.
Oſtprogramm zugehen wird. Soweit ſich dieſe Meldung auf
das Oſtpreußenkommiſſariat erſtreckt, das für überflüſſig erklärt
wird, beruht ſie auf reiner Erfindung.
Falſch iſt die Meldung, daß das Oſtprogramm bis
Mecklen=
burg und Schleswig hinübergreifen ſoll. Auch für dieſe Gebiete
aber ſollen Hilfsmaßnahmen ins Auge gefaßt werden, die jedoch
in beſonderen Vorlagen berückſichtigt werden. Für die
Aus=
arbeitung des ganzen Oſtprogramms iſt das
Ernäh=
rungsminiſterium federführend, wenn auch Verkehrs= und
Bau=
fragen hineinſpielen. Herr Schiele wird für das
Oſtpro=
gramm im erſten Jahr einen Betrag von rund 200
Millionen fordern, wovon für raſche Verwendung
50 Millionen zur Verfügung ſtehen ſollen. Das Programm
iſt auf die Dauer von fünf Jahren geplant. Mit Rückſicht
auf die finanzielle Lage ſoll jedoch von einer
lang=
friſtigen Feſtlegung Abſtand genommen werden.
Wie die Finanzierung überhaupt erfolgen ſoll, darüber
iſt eine Entſcheidung noch nicht gefallen. Der Kanzler hat ſich
darauf feſtgelegt, daß der Etat durch das Oſtprogramm nicht über
den Haufen geworfen werden darf. Es iſt zwar auch an den
Ver=
kauf mancher reichseigenen Grundſtücke gedacht, wenn wir aber
recht unterrichtet ſind, hat ſchon Herr Dr. Luther, als er bei der
Gemeinſchaftsgruppe deutſcher Hypothekenbanken tätig war, ein
Hilfsprogramm für den Oſten aufgeſtellt, das im weſentlichen auf
der Heranziehung von kommunalen
Obliga=
tionen aufgebaut war und auf das man jetzt wohl
zurück=
greifen wird. An ein Generalmoratorium iſt dabei nicht
gedacht, ſondern lediglich an ein Moratorium für
öffentliche und halböffentliche Abgaben.
Polen prokeſtiert gegen die Agrargeſekze.
* Berlin, 16. April. (Priv.=Tel.)
Amtlich wird jetzt zugegeben, daß Polen am Montag durch
den Berliner Geſandten Roman Knoll eine Proteſtnote
gegen die beabſichtigten Agrarvorlagen
über=
reicheniließ. In der Begründung des polniſchen
Schrit=
tes wurde geſagt, daß durch die neuen
Zollerhöhun=
gen der vor kurzem unterzeichnete, aber noch
nicht ratifizierte deutſch=polniſche
Handels=
vertrag in ſeinen Grundlagen verſchoben würde,
daß außerdem die Genfer Abmachungen über die
Zollherabſetzungen verletzt würden. Durch die
Zoll=
erhöhungen werden aber nur gewiſſe polniſche Produkte betroffen.
Die Genfer Abmachungen über den Zoll=Abbau enthalten
aber eine Beſtimmung, daß die Abmachungen keine
Anwen=
dung finden beim Vorliegen dringender
Um=
ſtände, die aber bei dem drohenden
Zuſammen=
bruch der geſamten deutſchen Landwirtſchaft
unzweifelhaft gegeben ſind. Auch der Hinweis auf
den Handelsvertrag iſt nicht berechtigt. Die Polen werden ſich
hüten, irgendwelche Forderungen daraus abzuleiten, weil ſie in
dem Vertrag noch immer gut abſchneiden. Sie wollen aber durch
dieſen Schritt vermutlich über ihre innerpolitiſchen Schwierigkeiten
wegen dieſes Vertrages hinwegkommen, die eine Ratifizierung
durch den Seim erſchweren. Die deutſche Regierung hat dagegen
erklärt, daß ſie im Mai bereits den Handelsvertrag dem
Reichs=
tag zur Ratifizierung unterbreiten werde. In dieſem Sinne wird
ſie kurz nach Oſtern der Warſchauer Regierung antworten,
wo=
durch dieſe „Proteſtnote” erledigt ſein wird.
Zu den Warſchauer Ankündigungen des Proteſtes der
pol=
niſchen Regierung gegen die deutſchen Zollerhöhungen
veröffent=
licht die „Deutſche Rundſchau in Polen” einen Kommentar, der
geeignet iſt, die Situation intereſſant zu beleuchten. Das Blatt
ſchreibt: Dieſer Proteſt iſt ein äußerſt geſchickter Schachzug der
Warſchauer Regierung. Er verdeckt nämlich die weit größeren
Schwierigkeiten für den Handelsvertrag, die aus innerpolitiſchen
Gründen in Warſchau entſtanden ſind. Da die neu ernannte
pol=
niſche Regierung das Parlament einen ganzen Sommer lang nicht
einberufen möchte, kann die Ratifikation des deutſch =polniſchen
Wirtſchaftsvertrages überhaupt nicht erfolgen. Da bleibt es ſich
praktiſch natürlich gleich, ob ein Teil dieſes Wirtſchaftsvertrages
durch das Agrarprogramm des Reichsminiſters Schiele belaſtet
erſcheint oder nicht. Aber die Wilhelmſtraße hat wegen der
Ge=
ſamtgefährdung des Vertrages durch die Nichteinberufung des
Seims keine Note nach Warſchau geſchickt (das hätte in den Augen
aller Beteiligten „die Atmoſphäre verdorben”), ſondern Warſchau
hat wegen einer ſpäteren Teilgefährdung proteſtiert.
Erfolge, aber bald ward dem Meiſter das Heft aus der Hand
ge=
nommen, und er mußte bieten, was ſein Publikum verlangte:
Läppiſches, Lüſternes, Süßliches. Im zweiten Jahr brach das
Unternehmen zuſammen. Wolzogen ſelbſt erlitt ſchwere Verluſte.
Er ging nach Darmſtadt. Nach einigen humoriſtiſchen
Wer=
ken, darunter die prachtvolle Novelle „Der Topf der Danaiden”
gab er 1908 Perſönliche Anſichten und Ausſichten” heraus. Mit
der dramatiſchen Trilogie „Der Weg des Kreuzes” und dem
Roman „Der Erzketzer” (1911) ſchuf er ernſte Gedankenwerke.
1910 führte ihn eine Vortragsreiſe, zu der er von einer
deutſch=
amerikaniſchen Geſellſchaft eingeladen war, durch die
Vereinig=
ten Staaten. Den Weltkrieg machte der 60jährige als
Land=
wehroffizier mit. 1921 folgten ſeine „Lebenserinnerungen”
Wolzogen iſt einer der vielſeitigſten deutſchen Dichter. Seine
ſcharfe Beobachtungsgabe und die Möglichkeit, in vielerlei
Lebenskreiſen zu verkehren, ſchafften ihm eine reiche Fülle an
Stoff und eine erſtaunliche Kenntnis der verſchiedenartigſten
Menſchen und Milieus. Dazu kam eine glänzende
Darſtellungs=
gabe, ein liebenswürdiger, oft auch burſchikoſer Humor,
geiſt=
reiche Satire.
Ap. Walter Grieg, Sechs um Arila. Eine Nordlandgeſchichte
(Alexander Dunker=Verlag, Weimar). Frau Arila, die in vielen
Län=
dern gelebt und viele Schickſale erfaßt hat, hat ſich unweit der
nor=
wegiſchen Grenze in einer ſchönen Gegend eine Skihütte erbauen
laſſen, um ſich in die Einſcmkeit und Stille der Berge mit ihren
end=
loſen Schneeweiten, verſchneiten Tannenwäldern und den die Landſchaft
überragenden Gletſchern zurückzuziehen. Hier wohnt ſie mit ſechs
Ge=
fährten verſchiedener Nationalität, geiſtig eingeſtellter Menſchen, die
das Schickſal ein wenig durchgerüttelt hat. Jeder der Sieben erzählt an
Abenden, da Winternebel die Hütte umſchleichen und eine große Stille
im Raume herrſcht, beim Tee Geſchichten aus ihren bewegten Leben,
in denen ſich die meiſterhafte Erzählungs= und Schilderungskunſt des
Verfaſſers offenbert. Nicht die Erlebniſſe ſelbſt nehmen in dieſen
Er=
zählungen, bei denen auf ein happy end kein Gewicht gelegt wird, das
Hauptintereſſe in Anſpruch, ſondern die Art der Schilderung iſt es, die
die Leſer feſſelt. In dieſem Sinne bilden die Erzählungen des Ruſſen
und der Frau Arila den Höhepunkt. In jener werden wir auf
einer Schlittenfahrt durch die ſchneebedeckte Landſchaft Sibiriens
ge=
führt, worauf eine meiſterhafte Schilderung des bewegten Lebens und
Treibens auf der Meſſe von Irbit gegeben wird. Dieſe ſpielt in der
Welt der Schären, deren wundervolle Einſamkeit und
abwechſlungs=
reichen landſchaftlichen Reize und Schönheiten in prachtvollen
Einzel=
bildern vor unſerem geiſtigen Auge erſtehen. In ihren Schilderungen
iſt der Verfaſſer unerſchöpflich. Alte nordiſche Sagen werden mit dieſen
Naturſchilderungen ſinnvoll verknüpft. Ein Idyll auf einer einſamen
„Schäreninſel iſt die Erzählung des Malers, der ſich als armer Fiſcher
ausgab und die Liebe eines auf ihrer Jacht dort gelandeten
Stadt=
fräuleins gewinnt. Neben den herrlichen Naturſchilderungen ſind es
die tiefgründigen, geiſtige Probleme behandelnden Geſpräche, die den
Leſer feſſeln. Das ſchöne Buch bildet eine anregende und genußreiche
Lektüre.
Deicheanttgang der Säurverhänolangen
Aufſtellung eines Arbeitsprogramms.
EP. Paris, 16. April.
Wie ein heute von der deutſchen und der franzöſiſchen
Saar=
delegation ausgegebenes Communiqué beſagt, beſteht die Abſicht,
nach Oſtern die Verhandlungen in beſchleunigtem Tempo
weiter=
zuführen. Die Verzögerung, über die in gewiſſen deutſchen
Krei=
ſen bis jetzt geklagt wurde, iſt zum größten Teil auf Gründe
zu=
tückzuführen, die von den beiden Delegationen nicht abhängen;
hauptſächlich iſt ſie auf die Miniſterkriſe in Frankreich
zurückzu=
führen, die ſelbſtverſtändlich eine Unterbrechung der
Verhand=
lungen nach ſich gezogen hatte. Von Oſtern ab ſollen jedoch nach
der heutigen Ausſprache die beiden beſtehenden Ausſchüſſe, der
Grubenausſchuß und der Zollausſchuß, in eine Erörterung
ein=
treten, für die nunmehr ein beſtimmtes Arbeitsprogramm
auf=
geſtellt worden iſt. Das Arbeitsprogramm umfaßt folgende
Punkte:
In der Grubenkommiſſion wird zunächſt die Frage
erörtert werden, ob und unter welchen Bedingungen
die Pachtderträge, welche die franzöſiſche
Grubenverwal=
tung abgeſchloſſen hat, nach Wiederherſtellung der deutſchen
Souveränität über das Saargebiet beibehalten werden
können. Es handelt ſich dabei im weſentlichen um die beiden
Warndt=Verträge der Firma de Wendel und Sarre et Moſelle.
Die deutſche Delegation hat ſich auf franzöſiſchen Wunſch hin
damit einverſtanden erklärt, über dieſe Frage zu verhandeln, was
ihr um ſo eher möglich war, als in einer eingehenden
Beſprechung der deutſchen Delegation mit den
Saarſachverſtändigen völlige
Uebereinſtim=
mung darin beſtand, daß man die Foriführung
dieſer Verträge für eine beſchränkte Anzahl
von deutſchen Zonen im Intereſſe der in dieſen
Gruben beſchäftigten 5000 bis 6000 Arbeiter
aus dem Saargebiet ins Auge faſſen könne.
Wei=
terhin wird die Grubenkommiſſion über den Zeitpunkt für die
Beſichtigung der Bergwerke, über die Höhe des Verkaufspreiſes
und über die Zahlungsmodalitäten dieſes Preiſes zu beratem
haben.
In der Zollkommiſſion ſteht vor allem die Frage
zur Behandlung, ob im Saargebiet auch nach der völligen
poli iſchen Rückgliederung bis 1935 das bisherige
Zoll=
ſyſtem aufrecht erhalten bleiben kann. Ferner hat
die Zollkommiſſion die Frage zu prüfen, wie die
wirt=
ſchaftlichen Beziehungen zwiſchen dem
Saarge=
biet und Frankreich nach dem Jahre 1935 geſtaltet
werden ſollen.
Die Hauykſtreitfrage, die Sorderung der franzöſiſchen
Regierung nach einer weiteren Bekeiligung
an den Saargruben.
iſt aus dieſem Programm herausgelaſſen worden. Das bedeutet
aber keineswegs, daß die franzöſiſchen Unterhändler auf dieſe
Forderung verzichtet hätten, ebenſowenig wie aus der Tatſache,
daß die deutſche Delegation ſich zu Beſprechungen über gewiſſe
andere Punkte bereit gefunden hat, der Schluß gezogen werden
darf, daß die Deutſchen in dieſem Punkte ihre grundſätzliche
Einſtellung aufgegeben hätten. Vielmehr haben beide
Dele=
gationsführer ſich ausdrücklich völlige
Verhand=
lungs= und Entſchlußfreiheit ſowie das Recht
vorbehalten, diein dem gegenwärtigen
Arbeits=
programmnicht enthaltenen Fragen ſpäter
wie=
der vorzubringen. Das gilt von deutſcher Seite beſonders
für das Zollſyſtem des Saargebietes bis 1935. Die deutſche
Delegation ſteht grundſätzlich auf dem Standpunkt, daß
mit der Herſtellung der deutſchen Souveränität
im Saargebiet auch die Rückgliederung ins
deutſche Zollgebiet erfolgen müſſe. Andererſeits
iſt nicht zu verkennen, daß die franzöſiſche Delegation mit
Zähig=
heit die Aufrechterhaltung des jetzigen Zuſtandes fordert, mit
der Begründung, daß das Saargebiet eines der wichtigſten
Ab=
ſatzländer für Frankreich iſt. Frankreich will vor allem auch
den Schutz behalten, der den zollfrei eingeführten franzöſiſchen
Waren dadurch zuteil wird, daß die deutſche Einfuhr nach dem
Saargebiet einem Zoll unterliegt. In dieſem Punkte iſt alſo
noch mit außerordentlichen Schwierigkeiten bei den weiteren
Verhandlungen zu rechnen. — Bei der Regelung des
Wirtſchafts=
ſyſtems nach 1936 ſpielt die Frage der Kontingente für die
fran=
zöſiſche Einfuhr nach dem Saargebiet, wie für die ſaarländiſche
Ausfuhr nach Frankreich, eine Hauptrolle. Deutſcherſeits wird
vorausſichtlich angeſtrebt werden, ſehr raſch abfallende
Kontin=
gente feſtzuſetzen.
* Oſterbilderbücher für unſere Kleinen und Kleinſten legt der
Ver=
lag J. F. Schreiber, Eßlingen a. N., vor, die ſicher viele Freude
bereiten werden, wo ſie bei Oſtereierſuchen oder als Belohnung für
Bravheit und Wohlverhalten Verwendung finden. Luſtige bunte Bilder
und hübſche Verſe machen bekannt mit der „Häschen=Familie‟
(Karl Rober) und geben noch Gelegenheit, ſich ſelbſt im Kolorieren zu
üben. Von „Oſterfreude” bietet Gertrud Kopp=Römhildt hübſche
und ſinnige Bilder und Reime, und von luſtigem, ausgelaſſenen
„Oſterhaſen=Schabernack” erzählen die Verſe eines anonymen
Bilderbuches, das ſelbſt in Form eines großen Oſtereies erſchien. —
Auch die Neue luſtige Bilderreihe wird, wenn auch nicht zum Oſterfeſt
direkt gehörend, viel Freude bereiten. „Bei Müller Klut und die
bei=
den Flieger”, „Max Schlummerpunſch und der kleine Pipifax” und
„Nachtgeſpenſt und Auguſtin auf dem Jahrmarkt” heißen die hübſchen
luſtigen Bildfolgen im Wilhelm=Buſch=Stil.
„Pantheon”, Aprilheft 1930. (Verlag F. Bruckmann A.=G.,
Mün=
chen.) Das Aprilheft dieſer Monatsſchrift für Freunde und Sammler
der Kunſt bietet in der bekannten glänzenden Ausſtattung wieder eine
Fülle intereſſanten und wertvollen Bildermaterials. Da „Pantheon”
nahezu das einzige Organ iſt, das ſich ausſchließlich älterer Kunſt widmet,
iſt die herzliche Aufnahme, die ihm bei den Freunden alter Kunſt zuteil.
wird, verſtändlich, um ſo mehr, als die lebendigen Behandlungen des
textlichen Stoffes auch den kunſtſinnigen Laien durchaus zu feſſeln
ver=
mag. Im Aprilheft finden wir einen mit mehreren ganzſeitigen
Ab=
bildungen, darunter einer farbigen Kunſttafel, geſchmückten Beitrag über
eine Wandteppichfolge mit bildlichen Darſtellungen aus der Geſchichte
Ottos von Wittelsbach. Ueber die Herkunft eines italieniſchen
Humani=
ſtenporträts von der Wende der Hochrenaiſſance, über unbekannte Werke
El Grecos, eine Architekturphantaſie zum Dresdner Zwinger uſw.
berichten andere, ebenſo glänzend illuſtrierte Beiträge. Die aſiatiſche
Kunſt iſt durch eine Abhandlung, die ſich mit Lüſtervaſen und
Stuck=
dekorationen der perſiſchen Mongolenzeit befaßt, vertreten. Im
Ge=
ſamteindruck ein reichhaltiges und intereſſantes Heft.
W. Douglas Burden: „Drachen — Echſen”. Geh. 6.— RM.,
Ganz=
leinen 7.— RM. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig.
Titel und die Aufmachung verſprechen mehr, als das Buch hält.
Es ſchildert im Beginn kurz eine Reiſe durch das China der
Bürger=
kriege, bevor die Expedition im Südſeearchipel, beſonders auf Bali und
Komodo, beginnt, die ſich mit der Erforſchung der Lebensweiſe von
Schlangen und den ſogenannten „Drachen” beſchäftigte. Was der
Ver=
faſſer aber als fürchterliche Drachen und Ungeheuer hinzuſtellen ſucht,
ſcheinen meines Erachtens recht harmloſe Eidechſen zu ſein, die im
übrigen ſchon ſeit langen Jahren bekannt ſind und die keinem Menſchen
etwas Böſes tun wollen. Die Expedition iſt ſehr großartig und
gefahr=
voll geſchildert, es iſt aber alles derartig übertrieben, wie ſich
heraus=
ſtellt, wenn man zu Ende lieſt, daß man ſich nicht des Eindruckes
er=
wehren kann, daß ſie eher eine gefahrloſe Vergnügungsreiſe als etwas
anderes war. Amerikaniſches Publikum läßt ſich ſolche Fabel=Geſchichten
mit dem Anſpruch auf Wahrheit vielleicht vorſetzen; für uns dürfre das
nicht geeignet ſein. Auch iſt man heute gewöhnt, an Abbildungen aus
dieſen Ländern größere Anforderungen zu ſtellen, als ihnen hier genügt
wird, insbeſondere ſcheinen die Bilder der „Drachen” alle ſtark ver=
Dr. W.
größert.
Seite X
Statt Karten
Die Verlobung ihrer Tochter
Ruth mit Herrn Diplom=
Land=
wirt Walther Voigt zeigen an
Poſtrat A. Dornbuſch
u. Frau Julie, geb. Kaeß
Grüner Weg 26
Darmſiadt
Ruth Dornbuſch
Walther Voigt
Diplom=Landwirt
Verlobte
Martinsſtraße 42
Oſtern 1930.
6418
SIATT KA R TE0.
Dr. Grete Bauer
prakt. Zahnärztin
Dr Hanns-Erich Schönig
Chefzahnarzt
Darmstadt
Wilhelminenstr. 33
Verlobte
Ostern 1930
Ebingen
(Württbg.)
Adolf Küster
Käthe Küster geb. Biri
Vermählte
Ferienreiſe! Jg.geb.
1Dame ſucht paſſ.
Ge=
fährtin z. gemeinſ.
Urlaubsreiſe (Juni).
Reiſeziel n.
Ueber=
einkunft. Zuſchr. u.
V. 15 a. d. Gſchſt.
Wiesbaden
Rheinstraße 67
Darmstadt
Lichtenbergstr. 16
Kirchliche Trauung am 1. Feiertag, 2½ Uhr nachmitt.
in der Martinskirche
Uhre Vermählung geben bekannt
Fred Voelkel
Wia Voelkel, geb. Oreter
Darmstadt
Fuhrmannstr. 4
Dieburgerstr. 14
Um in die Höhe zu
komm., empf. (6115b
Donnerstag, den 17. April 1930
Für die anläßlich unſerer
Silberhochzeit
entgegengebrachten
Aufmerkſam=
keiten und Geſchenke ſagen wir
iermit unſeren innigſien Dank.
Dieter Beckerle u. Frau.
* Darmſtadt, Liebigſtraße 69.
Für die zu unſerer ſilbernen Hochzeit
zuteil geſvordenen Glückwünſche und
Geſchenke ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.
Heinrich Schnauber
und Frau Käthe, geb. Volz
Reinheim i. O. (6483
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, am Dienstag abend 9 Uhr
meine liebe Frau, unſere liebe
Mutter
Margarete Fink
geb. Schimpf
nach langem, mit Geduld
ertrage=
nem Leiden zu ſich zu nehmen,
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Fink nebſt Kinder
Ludwigshöhſtr. 61.
Die Einäſcherung findet Samstag,
10 Uhr vormittags ſtatt.
Von Blumenſpenden bittet man
Abſtand nehmen zu wollen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die zahlreichen Kranzſpenden bei dem
Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Herin
Wilhelm Vöglein
Zimmermeiſter
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Vöglein, Zimmermeiſter
Eliſabeth Vöglein.
Eberſiadt b. D, den 16 April 1930. (6436
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
beim Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen
ſprechen wir hiermit unſern tiefgefühlten Dank
aus. Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Köhler für die troſtreichen Worte und den
Schweſiern des Eliſabethenſtitts für die
auf=
opfernde Pflege. Der Firma Merck für die
er=
wieſene Autmerkſamkeit ebentalls unſern Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eva Herbert.
ange
Große, f
deut
Land
Met.4
Siede
von 7 P
Eierſpezia k
Pede
Holzſtraße
Dam
Hi
in großer
in modern
u. Former
ligſten Pre
Sie in der
Hutzen
Auguſte*
Darm
Saalbauſt:
Fernruf
Eigene Fa
Kirchliche Trauung: 20. April 1930, nachmittags 4 Uhr,
in der Martinskirche.
Heute früh entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem,
mit großer Geduld ertragenen Leiden meine liebe
Frau, unſere gute Mutter und Großmutter
Frau Marie Fiedler
geb. Mohr
nach kaum vollendetem 58. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Wilhelm Fiedler, Reichsbahnoberſekretär
Karl Fiedler
Philipp Störtzel und Frau, geb. Fiedler
Karl Heinz Störtzel
Karl Franz und Frau, geb. Fiedler.
Darmſtadt, den 16. April 1930.
Dieburgerſtr. 74,
Die Beerdigung findet Samstag, den 19. April,
2 Uhr nachmittags, auf dem Friedhofe an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Todes-Anzeige.
Unſer liebes, gutes
Paulchen
iſt nach kurzem, ſchwerem
Lei=
den heute nacht nach faſt
voll=
endetem 10. Lebensjahre
ein=
gegangen zu ſeinem himmliſchen
Vater.
(6426
Im Namen der
tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Philipp Greim I.
Fränk.=Crumbach, 16. April 1930.
Die Beerdigung findet am
Kar=
freitag nachmittag 1 Uhr ſtatt.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme bei dem
Heimgang unſerer geliebten Mutter, meiner lieben
Schweſter, unſerer guten Großmutter, Urgroßmutter
und Tante
Frau Charlotte Weiler
geb. Graeff
danken wir herzlichſt.
Luiſe Ficus, geb. Weiler
Georg Weiler
Lollo Weiler
Leny Anſpach, geb. Weiler
Emmy Weiler, geb. Wittich
Carl Ficus
Robert Anſpach.
Darmſtadt, Frankfurt a.
den 16. April 1930.
Dankſagung.
M.,
(6481
Trauergarderoben
werden in einigen Stunden ſchwarz gefärbt
Reinoold
Eliſabethenſtr
Kranichſteinerſtr. 28
(Huthaus Titze)
Telephon 736
Telephon 736
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und Früchteſtand auf dem Markt. (6488
1890
Ksssee
1930
Jahre
Bei der Ausübung ſeines Berufes als
Flug=
zeugführer der Wetterflugſielle verunglückte
unſer liebes Mitglied
Cand. mach.
Juhumnes kehling
am Mittwoch, den 16. April tödlich.
Alle ſeine und unſere Freunde wiſſen, was
wir, an ihm verlieren. Als einer unſerer
älteſten und treueſten Kameraden, als unſer
beſter Flieger wird er in unſerem Andenken
fortleben. Seine glühende Begeiſierung für
die Fliegerei wird uns immer ein leuchtendes
Vorbild ſein
Akademiſche Fliegergruppe Darmſtadt E. V.
Lechniſche Hochſchule.
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Für die vielen Beweiſe herzliche
nahme und die zahlreichen B
ſpenden beim Heimgange unſere=
Entſchlafenen
Johannes Bo
ſagen wir allen unſeren innigſier
Ganz beſonders, danken wir
Pfarrer Köhler für die troſ
Worte, den Gemeindeſchweſie
die liebevolle Pflege.
Die tieftrauernden Kinterhlie
Darmſiadt, den 17. April 19:
Geh. Medizinal
Di. Dan=
Sandſtraße 18
hat ſeine Täkigkeit w.
aufgenommen.
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auch in den hartnäckigſten Fälle
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W.Poollet ig Iand
Seite 5
„ür anveshänprftadt.
Darmſtadt, den 17. April.
mutkerkag 1930.
des Mutttertages iſt in ſtändigem Wachſen begriffen.
reine in Stadt und Land, Berufs= und
Fortbildungs=
en Lehranſtalten und Volksſchulen und viele andere
eten alljährlich Muttertagsfeiern am zweiten
Mai=
hinaus iſt der Muttertag zu einem Feſt der Familie
m Jahre hat der „Ausſchuß Muttertag” bei der Ar=
—ür Volksgeſundung die zentrale Vorberitung für den
m; ag übernommen. Eine neue Schrift „Wie feiern wir
to von Hans Harmſen und Trude Grünthal gibt an
—.Beiſpiele vielfältige Anregung zur Ausgeſtaltung von
rtage. (Preis 50 Pf.) Die grundlegenden Gedanken
m z ag in ſeiner Bedeutung für Familie und Volk ſind
„rhrs ten für 1928 und 1929 niedergelegt, die in beſchränkter
gy von 30 Pf. noch zu haben ſind. — Femner erſcheinen
ferm jre wieder die „Michtlinien” und „Zehn Gebote für den
. ugblatt (100 Stück 2,25 Mk.), Die „Materialüberſicht”,
Nem „i guten Ueberblick über das zum Muttertag erſchienene
tum wu telt (100 Stück 2,25 Mk.), ſowie eine
Poſtkarten=
vit 6 Krn von Rudolf Schäfer im Umſchlag (50 Pf.). Zu
n heinm sſchuß Muttertag, Berlin W 30,
Motz=
arnary uurde: Am 12. April: der Landgeſtütsaufſeher
Her=
eys m Amtsgehilfen am hygieniſchen Inſtitut der
Landes=
zu en, mit Wirkung vom 1. April 1930 an.
der iheſtand verſetzt wurde: Am 4. April: der Lehrer an
Osſchu u eßen Heinrich Hahn auf ſein Nachſuchen vom 1. Mai
Ant n Nachſuchen tritt der Kulturbauoberinſpektor
Wil=
ſeim Kulturbauamt Mainz mit Wirkung vom 1. Juli
den Fn and. Auf Grund des § 1 des Geſetzes über die Alters=
— beamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 tritt
hütsobe — fe Heinrich Ey bei dem Kreisamt Heppenheim mit
von: Nai 1930 in den Ruheſtand.
biläu — m 20. April d. J. iſt Herr Philipp Klöß,
Emil=
urv rbrochen 45 Jahre in der Herbertſchen Druckerei
Koch) als Schriftſetzer und Korrektor tätig, und
Schaffensfreudigkeit.
und Deutſche Kriegsgräberfürſorge e. V., Orts= und
rmſtadt, Neckarſtraße 3, veranſtaltet in den nächſten
imelliſten eine Hausſammlung, und bittet die
Bevölke=
durch freiwillige Beiträge das A beitswerk des
Bun=
erſtützen. Die eingehenden Mittel werden für
Her=
mückung der Gräber unſerer lieben Gefallenen im
et. Welche Arbeit in dieſer Richtung noch zu leiſten iſt,
e Ausſtellung der Kriegsgräberfürſorge in der
Kunſt=
nur zu deutlich gezeigt. Das Gefühl
unauslöſch=
gegen unſere Gefallenen verlangt von uns, daß wir
Volksbundes nach beſtem Können unterſtützen.
Da=
den Sammlern die Türe. Gebe ein jeder nach
ſei=
de Gabe iſt willkommen. Viele Wenige machen ein
zu Oſtern. Zur Verbeſſerung der beſtehenden
Zug=
den für den Ausflugsverkehr an den beiden
Oſter=
en Worms und Weinheim folgende
Sonder=
nfahrt: Worms ab 17.04, Weinheim an 17.55 Uhr;
im ab 21.36, Worms an 22.24 Uhr. Letzterer
ver=
m ß von den ab 20. April verkehrenden Zügen 3320/3366
und Wahlen, Weinheim an 21.25 Uhr. Fahrkarten
erkehrs haben Gültigkeit. Näheres, auch über die
t aus den Aushängen in den Bahnhöfen erſichtlich.
reitags=Konzert des Muſikvereins wird uns
geſchrie=
nochmals darauf aufmerkſam, daß die Aufführung der
ſion von Joh. Seb. Bach in dieſem Jahre in der
attfindet und, ebenſo wie die Hauptprobe am Grün=
Uhr beginnt, und daß am Abend der Hauptprobe
ng Eintrittskarten nur in der Einhornapotheke zu
der im Vergleich zum Theater geringeren Zahl von
Stadtkirche zur Verfügung ſteht, empfiehlt es ſich,
verkauf bei Konzert=Arnold (Eliſgbethenſtraße) ſich
inmal dein Herz verſchenkſt—” Wie ſchon erwähnt,
ſpielplan des Orpheums ein ſehr luſtiges
Harry Waldau, das ſicherlich viele Freunde
fin=
die bunte Mannigfaltigkeit der prächtigen (22) Bilder
* Faden” eine nette Geſchichte von liebenden Herzen.
egt bei einem gut eingeſpielten Enſemble in beſten
gut, ſich rechtzeitig Karten im Vorverkauf (Verkehrs=
) zu ſichern. Die Preiſe ſind nicht erhöht. (Siehe
tierung.)
ſtſc onaler Handlungsgehilfen=Verband. Wir verweiſen
i auf den am Donnerstag, den 17. April, abends 8.30
Heim (Rheinſtraße 35) ſtattfindenden Vortrag
Friedrich Weimar über das Thema: „Mahn= und
—en Beziehungen zum BGB., HGB. und zur ZPO.”
onders jeder Buchhalter, iſt zu dieſem Vortrag des
r als tüchtiger Praktiker auf dieſem Gebiete bekannt
artett. Im Anhang an unſere Beſprechung des
letz=
bends berichtigen wir, daß das Herrn Kapellmeiſter
Lob Herrn Geiger gebührt, der nämlich die
Klavier=
rn Zwißler in letzter Stunde übernommen und
glän=
olonialgeſellſchaft, Abteilung Darmſtadt, Wilhelm=
Wir geben unſeren Mitgliedern ſowie allen
Kolo=
fl. Kenntnis, daß in der Konditorei Graßmann,
Wil=
die beiden Kolonialzeitſchriften „Ueberſee= und
Kolo=
die „Afrika=Nachrichten” von jetzt ab aufliegen. Da
gen, über die politiſchen und wirtſchaftlichen
Verhält=
beſonders unſerer ehemaligen Kolonien, vorzüglich
nft geben, können wir jedem Intereſſenten die
Ein=
eitſchriften beſtens empfehlen. Die neueſte Nummer
hten enthält wertvolle Aufſätze, u. a. über Farmen
die Diamantfunde in Deutſch=Oſtafrika uſw.
ſiſches Landeskheaker.
Großes Haus
Kleines Haus
16. April bis Samstag, den 19. April Geſchloſſen.
12—22 UhrTannhäuſer
L 22
Preiſe 1.20—12 Mk. 19.30—21.30
Die andere Seite
F 10, S10. Gruppe 3 u. 4
Darmſtädter Volksbühne
Preiſe 1.20—6.00 Mk. 19—22 Uhr
Figaros Hochzeit
B 20
Preiſe 1—10 Mk. 19 30—22 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Heſſenlandmiete II 10
Preiſe 1.20—6.00 Mk. 20—22 Uhr
Im weißen Röß:!
Darmſt. Volksb. Gr. 1-4
Freiſe 1.00—10.00 Mk. 19.30—22 Uhr
Dreimal Offenbach
3 komiſche Operetten von
Jagues Offenbach
Zuſatzmiete 1 9
Preiſe 1.50—7,50 Mk.
agners Oper „Tannhäuſer”, die neu einſtudiert
Elonntag, den 20. April, im Großen Haus zur
Auf=
no die Hauptrollen wie folgt beſetzt: Tannhäuſer:
2: Stoſch; Wolfram: Stralendorf (alternierend: Ti=
Derrmann; Venus: Varena; Walter von der Vogel=
(Für dieſe Vorſtellung ſind nur Wahlgut=
Seite”, das ergreifende Kriegsdrama von R. C.
Slerſonntag, den 20. April, im Kleinen Haus zum
* Aufführung. Es iſt dies die höchſte
Aufführungs=
eiel in dieſer Spielzeit erreichen konnte.
Donnerstag, den 17. April 1930
Zehannes Nening 1
„Der bekannte Flieger Johannes Nehring,
Iu=
haber mehrerer Welt= und deutſcher Rekorde im
Segelflug und Klein=Motorflug, iſt heute vormittag
gegen 9 Uhr am Kühkopf abgeſtürzt. Während ſein
Begleiter, der Meteorologe Dr. Steinhäuſer,
durch Fallſchirm=Abſprung ſich retten konnte, wurde
Nehring unter den Trümmern ſeines Flugzeuges
begraben und konnte nur als Leiche geborgen
werden.”
Die kurze Meldung, die der Draht geſtern vormittag in die
Welt trug, erſchütterte nicht nur die perſönlichen Freunde und
Sportkameraden des jungen Darmſtädter Rekord=Fliegers, die
Akademiſche Fliegergruppe Darmſtadt, ſie riß jäh alles mit,
ſo=
weit das Fliegen, der Flugſport, der Segelflugſport und die
Vom Polizeiamt Darmſtadt, das gleich nach
Be=
kanntwerden des ſchweren Flugzeugunglücks eine Abteilung
Polizeibeamter nach dem Unglücksort entſandte, wurde folgende
Darſtellung gegeben: „Der Pilot Nehring der hieſigen
Reichs=
wetterflugſtelle ſtieg heute früh 8.23 Uhr zu einem Meßflug mit
der Junkersmaſchine A 35 auf dem hieſigen Flugplatz auf. Um
9 Uhr befand er ſich über dem Kühkopf. Infolge der
ſchlech=
ten Witterung verlor er die Sicht und ging zum
Sturzflug über, um ſchnell tiefer zu kommen. Ueber dem
Wald bei der Oberförſterei Knoblauchau fing er die
Maſchine auf, wobei die Tragflächen und die
Steue=
rung brachen. Sein Begleiter, Dr. Steinhäuſer, wurde
bei dem Abſturz aus der Maſchine geſchleudert, ſein
Fallſchirm entwickelte ſich jedoch ſofort, ſo daß er
unver=
letzt landen konnte. Der Flugzeugrumpf mit Nehring
ſtürzte zwiſchen die Bäume in den Wald, Nehring ſelbſt
wurde unter dem Flugzeug liegend, tot aufgefunden.”
Nehring befand ſich alſo in 3000 Meter Höhe noch in einer
dichten Wolkenſchicht. Er ging, um aus dieſer Schicht
heraus=
zukommen, im Gleitflug mit ſteil geſtellter Maſchine herunter,
zog dann die Maſchine an, wobei wohl der Flügel ſich
ab=
montierte, nach hinten fiel und den Schwanz des
Flugzeuges mit den Steuervorrichtungen
ab=
ſchlug. Das Wrack’ ſchnellte dadurch nach vorn und kippte
gleichzeitig, wobei Dr. Steinhäuſer herausgeſchleudert
wurde. Seine Gurte, mit denen er feſtgeſchnallt war, riſſen
und im Fallen entfaltete ſich der Fallſchirm, der ſeine Rettung
war. Nehring war entweder durch das Vorſchnellen mit dem
Kopf gegen die Bordwand geflogen und ohnmächtig oder er
konnte in der Sekundenſchnelle des Unfalls ſeine Gurte nicht
löſen, ſo daß er mit dem Flugzeugrumpf in die Tiefe ſtürzte. Er
war wohlſoforttot!
Die Unfallſtelle
liegt — ziemlich ſchwer zugängig — im Walde in der Nähe des
Forſthauſes Knoblauchsau, zwiſchen Erfelden und der
„Schwedenſäule‟. Eine große Menge Menſchen aus der näheren
und weiteren Umgebung ſtrömte geſtern vormittag und auch noch
nachmittags zur Unfallſtelle. Der Erkennungsdienſt mit Profeſſor
Dr. Georgii und Dipl.=Ing. Lange trafen ſchon gegen 11
Uhr an der Unfallſtelle ein. Nehrings Leiche lag teilweiſe unter
dem Rumpf des Flugzeuges. Ein erhebliches Stück entfernt
liegt der abgebrochene rechte Flügel hoch an einen Baum ge=
Das zertrümme
Flugwiſſenſchaft die Welt in einem hehren Ziel, der
Menſch=
heit zu dienen, eint. Nehring war ein Name, der in der
Welt bekannt war und mit Achtung genannt wurde in allen
Kreiſen, die Flugſport treiben und fördern. Verlor in dieſem
ſeltener Menſchen und vorbildlichen Kameraden die Akademiſche
Fliegergruppe ihren Führer, ſo die Fliegerei überhaupt einen
ihren Beſten, Erfolgreichſten, der erſt vor wenigen Tagen noch die
Welt aufhorchen ließ durch einen neuen Rekordflug, den des
Welt=Höhen=Rekords für Klein=Motorflugzeuge, der mit 8050
Meter Höhe den bisherigen Rekord Bäumers mit 7682 Meter um
faft 400 Meter überbot.
Dieſen Erfolg flog Nehring mit der kleinen von der
Aka=
demiſchen Fliegergruppe erbauten Doppeldecker=Maſchine D. 18,
deren ausgezeichnete Qualität vielfach erprobt, Nehring Anlaß
gab, in den nächſten Tagen alle beſtehenden Rekorde
anzugreifen, und zwar mit beſter Erfolgsausſicht. Im
Som=
mer dann ſollte die Teilnahme an der großen meteorologiſchen
Grönland=Expedition folgen, auf die Nehring ſich ſo ſehr
freute!
Nun hat ein Sturz im Beruf aus 3000 Meter Höhe all
dieſen Plänen ein jähes Ende bereitet. Ein Herz ſteht ſtill,
das Leben eines Menſchen erloſch, der ſo oft ſich, kühn und
gottvertrauend, aus Erdenſchwere und Erdengebundenheit
los=
löſte im beſten Sinne des Wortes, und frei im freien Aether
ſchwebte gleich Adler und Falken. Ein Jünglingsleben aber auch
— er war mit 28 Jahren noch Jüngling! — das ſich in den
Dienſt einer Sache geſtellt, die ſeit Jahrtauſenden größte der
Menſchheitsideen iſt, einer Sache, der er gedient hat mit Erfolgen
wie kaum einer, und die menſchlicher Vorausſicht nach noch viel
von ſeiner kühnen Tatkraft, von ſeiner Sachkenntnis zu erwarten
hatte.
Alle, die um Nehring, den Flieger, trauern, beklagen
auch den Verluſt des Menſchen. Kein Redner, kein Preis,
kein begeiſtertes Feiern konnte die Grundzüge ſeines Charakters,
liebenswürdige Beſcheidenheit, ungünſtig beeinfluſſen. Sein
Sportgeiſt, ſeine Sportkameradſchaft waren vorbildlich. Davon
zeugen Nachrufe von Freunden und von der Akademiſchen
Flie=
gergruppe, davon auch die der Zeitungen jeglicher politiſchen
Ein=
ſtellung.
Wie der Unfall ſich zugetragen,
bleibt im weſentlichen der Rekonſtruktion überlaſſen, die ſich auf
ſpärliche Ausſagen des Mitfliegers Dr. Steinhäuſer ſtützt.
rte Flugzeug.
lehnt. Nicht weit davon hängt in den Baumkronen der
Fall=
ſchirm, der Dr. Steinhäuſer rettete. Weit um die Einſturzſtelle
zerſtreut liegen Einzelteile des zertrümmerten Flugzeuges, das
abgeſchlagene Schwanzſteuer uſw.
Nehrings Rekordflüge.
Ueber die bedeutſamſten Flüge und Rekorde, die Johaunes
Nehring im Segelflugzeug und Kleinflugzeug flog, haben wir
jeweils berichtet. Auch über ſeine mehrfachen Verſuche, die
Bergſtraße zu einer anerkannten Segelflugſtrecke zu machen. Er
iſt mehrfach bei Alsbach geſtartet, um ſeinen Weitflug=Rekord
zu überbieten, und ihn Kronfeld, der ihn mit 150 Km. hielt, zu
entreißen.
Im Jahre 1927 ſtellte Nehring mit ſeinem Segelflugzeug
„Margarethe” einen Segelflug=Weltrekord auf, indem er mit
Fluggaſt 5 Stunden und 50 Minuten in der Luft blieb und
damit den bisher von einem Franzoſen gehaltenen Rekord mit
4,41 Stunden bedeutend überbot. Beim Segelflugwettbewerb in
der Rhön 1928 flog er mit 72 Kilometer gerader Entfernung
einen Welt=Weitrekord im Segelflugzeug „Darmſtadt‟ Dieſen
Weltrekord konnte er im April 1929 ſelbſt noch um 800 Meter
überbieten, ebenfalls auf „Darmſtadt”. Zu gleicher Zeit wandte
er ſich auch dem Fliegen mit Kleinmotorflugzeug zu und
konnte erſt vor 8 Tagen einen Höhen=Rekordflug mit 8050 Meter
fliegen, Bäumers Rekord mit 7682 Meter erheblich überbietend.
Dieſem Rekordflug wollte Nehring heute oder morgen die
flug=
behördliche Anerkennung durch Wiederholung verſchaffen. Die
Kommiſſion war ſchon hier eingetroffen. Er hatte weiter die
Abſicht, mit der leiſtungsfähigen B. 5 („Hols der Teufel) alle
anderen Rekorde anzugreifen. Vor allem aber freute ſich der
Meiſterflieger auf die im Sommer d. J. erfolgende große
meteorologiſche Grönlandexpedition, an der er
her=
vorragend als Pilot Anteil nehmen ſollte.
Beileidsbezeugungen.
Staatspräſident Dr. Adelung hat den Angehörigen
Neh=
rings und der Akademiſchen Fliegergruppe Darmſtadt in einem
Beileidsſchreiben die wärmſte Teilnahme der Regierung
ausge=
drückt.
Innenminiſter Leuſchner richtete an den Vater, Rektor
Nehring, Bad=Homburg, folgendes Schreiben:
„Tief erſchüttert durch die Nachricht von dem tödlichen
Ab=
ſturz Ihres Sohnes, ſpreche ich Ihnen und Ihren Angehörigen
Donnerstag, den 17. April 1930
Seite 6
Numn
meine herzliche Anteilnahme aus. Mit Johannes Nehring
ver=
liert das deutſche Flugweſen nicht nur einen unſerer
erfolg=
reichſten Piloten, deſſen Name weit über den engeren Kreis
ſeines Wirkens hinaus mit Achtung genannt wird. Wir alle, die
ihn näher kannten, betrauern in ihm auch den ſchlichten,
beſchei=
denen, zuverläſſigen Menſchen, der ein Vorbild für die
akade=
miſche Jugend und alle Jungflieger ſein konnte. Ich ſelbſt habe
an ſeiner fliegeriſchen Entwicklung und ſeinen bedeutenden
Er=
folgen auf dem Gebiete des Segelfluges und des wiſſenſchaftlichen
und Sportfluges ſtets mit beſonderem Intereſſe Anteil genommen.
Sein Wirken im Dienſte der deutſchen Fliegerei wird unvergeſſen
bleiben.”
Ebenſo hat Miniſter Leuſchner der Akademiſchen
Flieger=
gruppe und der Rhön=Roſitten=Geſellſchaft ſein Beileid
ausge=
ſprochen.
Oberbürgermeiſter Mueller widmete dem toten
Meiſter=
flieger in der geſtrigen Stadtratsſitzung einen warmen Nachruf.
Der Stadtrat ehrte ſein Andenken in üblicher Weiſe,
Die Leiche Johannes Nehrings wurde geſtern Nachmittag
nach Darmſtadt verbracht. Sie wird vorausſichtlich zur
Bei=
ſetzung nach Homburg überführt werden.
M. St.
Die Akademiſche Fliegergruppe Darmſtadt
widmet ihrem Kameraden und Führer folgenden Nachruf: In
Ausübung ſeines allmorgendlichen Wetterfluges fand Johannes
Nehring den Fliegertod. Die letzte Entſcheidung, ob trotz irgend
einer beſonderen Wetterlage geflogen werden ſoll, lag bei
Neh=
ring ſelbſt. In eiſernem Pflichtgefühl hat er kein Wetter ge= ordnung des tödlich verunglückten Vekordfliegers Joh. Nehring.
den — bis ihn eine höhere Macht abberief. Mit Nehring ſank
aber nicht nur ein Mann der Pflichterfüllung, der Berufsfreude Geſchäftsordnung ab. Eine
und genialer fliegeriſcher Begabung dahin; wir, ſeine Freunde
und Kameraden, betrauern in ihm einen in jeder Hinſicht edlen,
ritterlichen Menſchen. Das erſt hat die Bande der Freundſchaft hat ſich ſeither niemals als nötig erwieſen. Insbeſondere ſind
förm=
zu jenem letzten, innigen Bündnis gefeſtigt, das auch ſein Tod liche Ordnungsrufe kaum vorgekommen. Es genügte die Beanſtandung
geweſen, mit viel Freude an allem Guten und Schönen. Trotz
ſeiner vielen Erfolge blieb er im Grunde ein einfacher, ſchlichter,
froher Charakter, der ſich im Fluge die Herzen aller gewann, mit
denen er zu tun hatte. Sein Einſatz für Kameraden, die ſeiner
Hilfe bedurften, kannte keine Grenzen; nun iſt er unſerem lieben. Würde hat und ſich bewußt iſt, daß ihre Verletzung auch auf ihn ſelbſt
und ihm ähnlichen Hermann Hofmann (k Auguſt 1929 in Orly) zurückfällt. Es iſt kein gutes Zeichen, wenn der Stadtrat eine Leitung
nachgefolgt.
Nehring kam 1921 an die Techniſche Hochſchule und zur Flie=
Startüberhöhung und Landung auf etwa Starthöhe. Das war wird meiſt da angewendet, wo dem Redner die ſachlichen Erwägungen
damals eine Großtat. In weiteren Jahren verbeſſerte er ſeine
Streckenrekorde und gewann den Rhönwettbewerb 1928 mit ſetzungen das Verhandlungsniveau ganz erheblich herab.
Bergſtraße eine ähnliche Strecke und erreichte eine Höchſtleiſtung ernſt genommen zu werden. Ich werde aber inzwiſchen von den
Rech=
von 1209 Meter Höhe über Start. Seine größte motorfliegeriſche t
Leiſtung dürfte wohl die Regelmäßigkeit ſeiner meteorologiſchen n
Aufſtiege ſein, was ſich allerdings nicht mit Begriffen wie Rekord
und ähnlichem umſchreiben läßt. In ganz ausgezeichneter Weiſe würde ich mir Vorſchläge auf Ergänzung der Geſchäftsordnung nach
führte Nehring den Europarundflug durch, der leider durch die dem Muſter der parlamentariſchen Geſchäftzordnungen des Reichstages,
Tücke des Objekts ein vorzeitiges Ende fand. Nun ſind ſeine, bafür ſind vorſorglich ſchon getroffen.
Flügel gebrochen, um ihn trauert Vater, Mutter und Schweſter,
die Fliegergruppe und eine große Zahl von Freunden und
Be=
kannten.
Lebhafte
Gasdebakken. — Erleichkerung der
berechtigungskarken. — Die Str
Der geſtrige Stadtrat hatte in einer ſeiner gewohnten
Dauer=
ſitzungen eine reichhaltige Tagesordnung zu bewältigen, wobei eifrig
und reichlich debattiert wurde, ſo daß öfters Anträge auf Schluß der
Debatte geſtellt wurden. Aus der Tagesordnung iſt beſonders zu
be=
merken, daß einer Abwälzung des Waſſergeldes auf den Hausbeſitz
(Punkt 1) nicht zugeſtimmt wurde, ferner daß die
Mietberechtigungs=
karten verſuchsweiſe in Darmſtadt eingeführt werden. Dem
Gasver=
tragsabſchluß mit Groß=Gerau wird zugeſtimmt und die Arbeiten in
Kürze aufgenommen. Ueber eine Tariferhöhung der Straßenbahn
konnte man ſich nicht einigen, ſo daß dieſer Punkt zunächſt zurückgeſtellt
wurde. An der Sitzung nahm von der Stadtverwaltung nur
Ober=
bürgermeiſter Mueller teil, da Bürgermeiſter Delp durch Krankheit dem 1. d. M. abſchlägig beſchieden.
verhindert und Bürgermeiſter Ritzert beurlaubt iſt. — Wir verweiſen
auf den ausführlichen.
des Landtages und anderer Städte vorbehalten. Die Vorbereitungen
Darauf verlas Oberbürgermeiſter Mueller folgende
Erklärung:
Herr Stadtratsmitglied Schneider II. hat in der heutigen Nummer
der „Heſſiſchen Landeszeitung” unter der Ueberſchrift „Immer neue
ſchwere Anklagen gegen Bürgermeiſter Ritzerts Amtsführung”, einen
offenen Brief an den Bürgermeiſter der Stadt Darmſtadt gerichtet. Im
Baden=Baden, das ſchönſte aller Schwarzwaldbäder, ließt am erſten Teil des offenen Briefes droht er, an die Oeffentlichkeit zu tre=
Sonderzug nach Baden=Baden.
Schnittpunkt der großen Verkehrslinien Berlin—Italien und Wien— ten, wenn der Oberbürgermeiſter es nicht für nötig erachte, im Rahmen
Paris, in einem beſonders geſegneten Talkeſſel, der faſt ſüdländiſche des ihm überſandten Expoſés zu handeln. Ich bemerke hierzu, daß Herr
Vegetation aufweiſt. Das ſeit Römerzeiten berühmte Heilbad iſt um=
Schneider Mitglied der vom Rechtsbeirat und Betriebsausſchuß
einge=
rahmt von ſanften Hängen, die in ihrer maleriſchen Lieblichkeit an
Italien erinnern. Dieſer einzig große Garten wird umſchloſſen von ſetzten Kommiſſion zur Unterſuchung des Streitfalles Ritzert—Nuß iſt.
einem rieſigen Bollwerk endloſer Laub= und Nadelwälder, die bis zu Dieſe Kommiſſion hat am 9. April ds. 38. ein Gutachten zu dieſem
einer Höhe von 1000 Meter anſteigen und auf den begnadeten Erden= Streitfalle erſtattet, zu dem der Rechtsbeirat und Betriebsausſchuß in
fleck herabgrüßen. Baden=Baden bietet eine Fülle von kulturellen, hiſto, einer auf den 24, ds Mt3. anberaumten gemeinſchaftlichen Sitzung
Stel=
riſchen und landſchaftlichen Sehenswürdigkeiten. In erſter Linie ge= lung nehmen werden. Auf Grund dieſer Stellungnahme liegt es
ſo=
hört hierzu; das Kurhaus, deſſen Geſellſchafts=, Leſe=, Konzert=, Bühnen= dann dem Oberbürgermeiſter ob, ſeine Entſcheidung in der vorliegenden
und Reſtaurationsſäle mit außergewöhnlichem Luxus ausgeſtattet ſind. Angelegenheit im Diſziplinarwege zu treffen. Herr Schneider hat aus=
Weiter wäre zu erwähnen die in den Jahren 1839—1842 erbaute Trink= weislich des Protokolls der Kommiſſionsſitzung vom 9. April ds. Js.
halle, deren Säulenhalle mit Fresken geziert ſind, die Sagenſtoffe aus dem übrigens einſtimmig gefaßten Beſchluß der Kommiſſion zugeſtimmt.
dem Schwarzwald darſtellen. Von Bädern wäre insbeſondere das nach wonach die Kommiſſion unterſtellt, daß die Herren Bürgermeiſter Ritzert
dem Muſter eines Römerbades angelegte, mit Zuhilfenahme modern= und Direktor Nuß — ein jeden von ſeinem Standpunkt aus — das Beſte
ſter Mittel ausgeſtattete Friedrichsbad und das in italieniſchem Renaiſ= für die Stadt zu erreichen zu können glauben, und daß ſie keinem der
ſanceſtil erbaute Auguſtusbad zu erwähnen. Neben dieſen Sehenswür= Heryen den guten Glauben abzuſprechen vermag. Herr Schneider hat
digkeiten aus alter und neuer Zeit gibt es noch viele ſchöne öffentliche trotz ſeiner Zuſtimmung zu dieſem Beſchluß dem letzteren einen Schrift=
und private Bauwerke, wie das neue Schloß, das Rathaus, mehrere ſatz beigegeben, deſſen ganzer Inhalt ſchwere Vorwürfe gegen Herrn
Kirchen uſwp,, eingebettet in herrliche, von Natur= und Menſchenhand Bürgermeiſter Nitzert enthält und den Oberbürgermeiſter auffordert,
geſchaffene Anlagen. Schon die allernächſte Umgebung bietet Augen= Herrm Ritzert wegen groben Mißbrauchs ſeiner Amtsgewalt angemeſſen
weiden und Genüſſe ſeltener Art. Beliebte Ausflugsziele ſind der durch zu beſtrafen, ihn auch zum ſofortigen Austritt aus dem Hekoga=Vorſtand
eine kühne Bergfahrt leicht zu erreichende Merkur (700 Meter) und die zu veranlaſſen und ein Diſziplinarverfahren gegen ihn einzuleiten, falls
impoſante Ruine Hohenbaden und die Battertfelſen mit keltiſchem er es nicht gegen ſich ſelbſt beantrage. Aus dem eingangs von mir
Ge=
ſagten geht hervor, daß ich gar nicht in der Lage bin, in der vorliegen=
Ningwall.
Nach dem ſchönen Schwarzwaldweltbad wird am Sonntag, den Angelegenheit Stellung zu nehmen, ehe der Rechtsbeirat und der
den 4. Mai 1930, ein Sonderzug 3. Klafle mit Sitzplätzen Betriebzausſchuß ihrerſeits Stellung zu dem Gutachten der Kommiſſion
für alle Teilnehmer fahren. Die um 331 Prozent ermäßigten Fahr= genommen haben. Ich lege aber ſchon jetzt Verwahrung ein gegen die
koſten zu dieſem mit Schnellzugfahrzeiten verkehrenden Sonderzug lie= in der Zuſchrift des Herrn Schneider mehrfach enthaltenen ganz
unbe=
gen bei den Fahrkartenausgaben auf. Auch können ſie bei den Mittel= wieſenen beleidigenden Behauptungen gegenüber Herrn Kollegen Ritzert.
Ich habe auch keinen Anlaß, Herrn Ritzert zum ſofortigen Austritt aus
europäiſchen Reiſe= und Verkehrsbureaus bezogen werden.
dem Hekoga=Vorſtand zu veranlaſſen.
Oſtafrikaner! Angalieni!
Wartburgtreffen aller Oſtafrikaner Deutſchlands! Im April dieſes
Jahres werden es zehn Jahre, ſeit das letzte Häuflein Oſtafrikaner nach
langen, harten Jahren der Trennung wiederum in die Heimat
zurück=
kehrte.
Im zweiten Teil ſeines offenen Briefes teilt Herr Schneider mit,
daß dem Provinzialtag Oberheſſen die vom Aufſichtsrat der Hekoga
ge=
nehmigten Ruhrgasverträge 48 Stunden vor ſeiner Sitzung zugeſtellt
und unter Stimmenthaltung einer erheblichen Minderheit angenommen
worden ſeien. Er ſtellt die Frage an den Oberbürgermeiſter, ob der
Stadtrat genau ſo überraſcht werden ſolle, wie der Provinzialtag in
Gießen. Anſcheinend iſt er zu dieſer Frage, durch meine vor einigen
Tagen erfolgte Mitteilung veranlaßt worden, daß ich noch nicht im Be=
Dieſe Schar müder, zermürbter Menſchen mit bangem Herzen und ſitze der neuen Nuhrgasverträge geweſen bin. Ich habe die Verträge
in=
brennenden Augen betrat doch mit friſch erwachtem Lebensmut und neuer zwiſchen erhalten und feſtgeſtellt, daß bis auf die Provinz Oberheſſen
Hoffnung wieder heimatlichen Boden.
noch keine der Mitgliedskörperſchaften der Hekoga die Verträge zuge=
Nur zu bald mußten wir Heimkehrer erkennen, daß es nicht mehr
das alte liebe Geſicht der Heimat war, das uns hier mit fremden Augen
anſah, etwas Weſensfremdes. Niegekanntes, Verzerrtes trat uns da
entgegen. Wir fühlten uns alle wie in einem fremden Hauſe, denn die
Grundpfeiler deutſchen Weſens — Tveue und Glauben und Lauterkeit —
ſchienen verſchwunden zu ſein. Das Schickſal hat uns alte Kolonial=
Kameraden in alle Winkel des Reiches zerſtreut. Viele der
heimgekehr=
ten Oſtafrikaner ſind wieder hinausgezogen, um ſich eine neue Heimat
zu ſuchen. Nichts iſt uns geblieben als eine tiefe Sehnſucht nach dem
Lande, das uns einſt zweite Heimat geworden war, und der Wunſch,
einmal im Leben mit all den Menſchen wieder zuſammenzutreffen, die
dort drüben in guten wie in ſchlimmen Tagen Freud und Leid gemeinſam
gekoſtet haben. Gemeinſames Schickſal, gemeinſame Not und das gleiche
Wollen hat uns Oſtafrikaner zu einem Ganzen zuſammengeſchweißt.
Nun ſoll endlich nach einem Jahrzehnt der Trennung wenigſtens
der Gedanke eines Wiederſehens aller noch im Reiche befindlichen
Oſt=
afrikaner Wirklichkeit werden! Zum 31. Mai und 1. Junt dieſes Jahres
ladet ein Ehrenausſchuß zum erſten Reichstreffen der Oſtafrikaner im
Herzen Deutſchlands — auf der Wartburg — ein. Wir wollen durch
zahlreiches Erſcheinen zeigen, daß wir uns heute wie ehedem
verbun=
den fühlen zu gemeinſamem Wollen und Handeln. Drum angetreten,
Oſtafrikaner zum erſten Appell Unſer Treffen an ehrwürdiger Stelle
ſoll und muß eine machtvolle Kundgebung für den kolonialen Gedanken
geben!
An diefem Tage wollen wir aber auch in Treue und Ehrerbietung
derer gedenken, die der grüne Naſen auf ehemalig deutſch=oſtafrikanie
ſcher Erde deckt. — Unſerem Jambo beim erſten Treffen auf der
Wart=
burg darf nur ein Kwaheri folgen, das ein Wiederſehen aller, die ſich
mit Stolz Oſtafrikaner nennen, in ſich ſchließt!
Stehe keiner von uns zurück, wenn der Ruf an uns ergeht, uns zu
gemeinſamem Tun und Handeln zuſammenzufinden! Auf Wiederſehen
auf der Wartburg!
Alle Auskunft zum Wartburgtreffen der Oſtafrikaner betr.
Teil=
nahme, Unterkunft uſw. erteilt gern Herr Gonv=Sekretär. Ludwig
Dietz, Darmſtadt. Wilhelm=Gläſſing=Straße 3. (rüher Steinſtr. 3).
Auch werden Anmeldungen entgegengenommen.
ſtellt erhalten hat, da dies bei der immerhin erheblichen Zeit, die für
die Abſchriften eines ſo umfangreichen Werkes nötig iſt, noch nicht
mög=
lich war. Die Provinz Oberheſſen erhielt die Verträge vorher auf ihren
beſonderen Wunſch, der damit begründet wurde, daß die Sitzung des
Provinzialtags bereits angeſetzt war und die nächſte Sitzung erſt im
Herbſt ſtattfinden konnte. — Ich denke ſelbſtverſtändlich nicht daran, dem
Stadtrat nicht die nötige Zeit zu laſſen, ſich mit dem Vertragswerk zu
beſchäftigen. Zu der von Herrn Schneider=ausgeſprochenen Vermutung,
daß ich dem Stadtrat eine überſtürzte Vekabſchiedung zumuten würde,
liegt daher nicht der geringſte Anlaß vor.
Im letzten Teil ſeines offenen Briefes beſchwert ſich Herr Schneider
barüber, daß der Erweiterungsbau des Gaswerks und der
Ferngas=
anſchluß Groß Gerau nicht auf der Tagesördnung ſtünden. Abgeſehen
davon, daß die letztere Angelegenheit tatſächlich auf der Tagesordnung
ſteht, habe ich zu bemerken, daß auch der Erweiterungsbau des
Gas=
werks in den Ausſchuß=Sitzungen bereits behandelt worden iſt. Ich
habe lediglich Bedenken getragen, ihn auf die Tagesordnung der
heu=
tigen Stadtratsſitzung zu ſetzen, weil Herr Bürgermeiſter Ritzert bis
Oſtern beurlaubt iſt, und eine Entſcheidung über dieſe eminent wichtige
techniſche Frage in Abweſenheit des techniſchen Dezernenten nicht
der=
antwortet werden kann — eine Auffaſſung, die auch von mehreren Par
teien des Stadtrats geteilt wird. Herr Bürgermeiſter Ritzert hat ſeinen
Urlaub übrigens, ebenſo wie 14 Tage vor ihm Herr Bürgermeiſter Delp,
mit meiner Zuſtimmung angetreten. Durch die Verzögerung der
Ent=
ſcheidung bis zur nächſten Stadtratsſitzung werden die Intereſſen der
Stadt in keiner Weiſe herührt.
Es wird vor Eintritt in die Tagesordnung von Stadtrat
Wieſen=
ecker noch ein Dringlichkeitsantrag betr. Grweiterung des Ofenblockes
im Gaswork. mit dem man ſich in der letzten Finanzausſchußſitzung
be=
ſchäftigt habe geſtellt. Man möge dieſen Punkt in der heutigen Sitzung
behandeln. Weiter hemerkte er, die Gründe, die der Herr
Oberbürger=
meiſter in ſeiner Erklärung gegeben habe, halte er nicht für ſtichhaltig.
— Es wurde von einem Stadtratsmitglied erklärt, er habe Herrn
Bür=
germeiſter Ritzert heute in Darmſtadt geſehen. Oberbürgermeiſter
Mueller betonte, er wiſſe nicht, daß Bürgermeiſter Ritzert, der ſchon vor
der Erkrankung des Bürgermeiſters Delp beurlaubt wurde, ſich heute
in Darmſtadt aufgehalten habe.
wirkſchaft durch verſuchsweiſe Einführung
hung zunächſt zurückgeſtellt. — 400 000 Ma
ligt. — Die endgülligen Skeuerſätze für 1924
Nach Eintritt in die Tagesordnung erſtattet Stadt,
Bericht über die
Erhebung des Waſſergeldes für 1930.
Es handelt ſich dabei um folgendes: Durch Beſchluß des
N. Juni bzw, 11. Juli wurde die Erhöhung des Woſe
auf 30 Pf. unter der Vorausſetzung genehmigt, daß das
ſterium die Umlegung des 21, Prozent der
Friedensmi=
den Waſſergeldes auf die Nutzungsberechtigten genehwige
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft hat dieſe Genehm
1929 ausgeſprochen. Die Eingabe der Verwaltung auf
behaltung der ſeitherigen Regelung bis Ende Juni d. 9
Oberbürgermeiſter Mueller gedachte vor Eintritt in die Tages, erſucht worden, dem Herrn Miniſter für Arbeit und Wirt
ſcheut und war ein ſicherer, erfahrener Wetterflugpilot gewor= Der Stadtrat ehrt den Verſtorbenen in der üblichen Weiſe. — Dann gibt breiten.
der Oberbürgermeiſter eine Erklärung zur ſchärferen Handhabung der
ſcharfe Handhabung der Geſchäftsordnung
und Zurückweiſung einzelner Ausdrücke oder Wendungen. Die
Erfah=
nicht löſen kann. Nehring iſt ein ganz tiefer, ſeelenvoller Menſch rungen der letzten Zeit, insbeſondere der Verlauf der letzten Sitzung ſeitherigen Weiſe keinen Zweck habe, wenn der Antrae
hat aber deutlich gezeigt, daß mit dieſen Methoden nicht mehr auszu= waltung durchgehe. Man wehre ſich dagegen, daß die HoI
kommen iſt. Ich bedaure das um deswillen, weil es immer beſſer iſt, die Waſſergeldephöhung tragen müſſen; auch einer Miete
wenn der Stadtrat ſelbſt auf die Wahrung ſeiner Würde bedacht iſt,
wenn jedes einzelne Mitglied des Stadtrats ein ſicheres Gefühl für dieſe
braucht, die ihn auf dieſe Dinge hinweiſen muß. Es macht auch nach
außen einen ſchlechten Eindruck, wenn die von der Bevölkerung
gewähl=
ten Perſonen ihres Vertrauens nicht Maß zu halten verſtehen. Die nach Ablauf der letzten Friſt angeſchnitten werde.
gergruppe. Von ſeinen vielen fliegeriſchen Leiſtungen ſeien hier Bürgerſchaft hat dafür ein ſehr feines Gefühl. Eine Beleidigung oder
nur einige markante Leiſtungen genannt, ſo ſein Segelflug im Herabſetzung des politiſchen Gegners oder einer dieſem oder der Allge= Schuld der Verwaltung ſei.
Jahre 1925 in der Krim mit 25 Kilometer Strecke, 400 Meter meinheit heiligen Einrichtung iſt immer ein ſchlechtes Argument; ſie
ausgehen. Abgeſehen davon, drücken dieſe Beleidigungen oder Herab=
Ich hoffe, daß es nur dieſes Appells an den Stadtrat bedarf, um
einem Streckenflug von über 72 Kilometern. 1929 flog er an der der Verſammlung das Anſehen zurückzugewinnen, das ſie braucht, um erfolge, wohl angenommen werden könne.
Oberbürgermeiſter Mueller hat mit dem Miniſterfum.
Wirtſchaft perſönlich verhandelt und die Zuſage erhalten.
beſitzer als Aequivalent für Erhöhung von Grundſteuer
eine Mieterhöhung zugeſprochen werden ſoll. Die Ange
jedoch für die größeren heſſiſchen Städte gemeinſam ge
Der Heſſiſche Städtetag ſei daher von dem Herrn Ob
gabe der heſſiſchen Städte unter Darlegung der Verhält
Bis zur Beſchlußfaſſung könne jedoch auf eine Erhebu
geldes nicht verzichtet werden. Auch eine Erhebung des f.
geldes von B Pf. ſei umöglich, da die Aufwendungen f.
rung des Waſſerwerks verzinſt werden müſſen. Die V.
daher den Antraa, daß das Waſſergeld von 30 Pf bis
Feſtſetzung der Mieterhöhung weiter erhoben werden k
Stadtrat Haury (OV.P.) ſtellt feſt, daß die Erh
vorgeſchlagenen Form werde man nicht zuſtimmen. Eir
laſtumg könne keineswegs zugeſtimmt werden.
Oberbürgermeiſter Mueller erklärte, wenn die
lung nach dem Antrag der Verwaltung abgelehnt wer
Waſſerleitungsbauten nicht weitergeführt werden.
Stadtrat Haury hält es für merkwürdig, daß dief
Oberbürgermeiſter Mueller bemerkt dagegen,
Stadtrat Goſenheimer (Dem.) erklärt, daß er
Fraktion dem Antrag nicht zuſtimmen könne; denſel
habe er im Finanzausſchuß vertreten.
Stadtrat Wieſenecker (Soz.) iſt der Auffaſſun
trag, dahingehend, daß eine vorläufige Abwälzung au
Stadtrat Fröba (Kom.) lehnt die Vorlage der
wieder eine Maſſenbelaſtung der Mieter darſtelle.
Stadtrat Geißner (3.) kann der Vorlage ebenfe
men, an der Verbeſſerung durch Ausbau der Waſſerle
ganze Bevölkerung teil, er ſehe alſo nicht ein, daß die 6
die Belaſtung tragen. Eine beſondere Belaſtung ſei
die Mieter nicht entſtanden, da der Waſſerverbrauch in
haltungen vorſichtiger gehandhabt wurde.
Stadtrat Schneider (Dn.) betont, er ſei kein 4
er würde es als eine beiſpielloſe Unbilligkeit empfinden,
beſitz in dieſem Falle allein belaſtet werde.
Stadtrat Haury (2.V.) betonte, daß, wenn der
Mehrkoſten tragen müſſe, der Waſſerverſchwendung 7i
öffnet ſei.
Oberbürgermeiſter Mueller bat wiederholt zuzu
Waſſergeld vorbehaltlich einer endgültigen Regelung
beſitzern getragen werde.
Bei der Abſtimmung wurde der Antrag der
abgelehnt. (Für den Antrag der Verwaltung
Sozialdemokratiſche Partei.)
Stadtrat Rudolf referierte dann über die
Einführung von Mietberechtigungskarte
Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei hat die
Mietberechtigungskarte in Darmſtadt beantragt. Ebenſ
ſtädter Hausbeſitzerverein einen gleichen Antrag an
gerichtet.
Das Wohnungsamt erfordert zur Zeit nach dem
das Rechnungsjahr 1929 einen jährlichen Aufwand v.
mark. Trotz angeſtrengter Arbeit und unendlicher Pl.
Tätigkeit des Wohnungsamtes unfruchtbar bleiben, ſ.
baut wird. Wenn ſich daher eine Möglichkeit zu ein
muß die Verwaltung ſchon aus finanziellen Gründen
Das Mietberechtigungskartenſyſtem beſteht darin, daß
tigungskarten an alle Bewerber um eine Wohnung
den. Mit dieſer Karte ſucht ſich der Berechtigte dann
nung. Die verfügbaren Wohnungen müſſen an beſon!
Aushang bekanntgegeben werden. Die Tätigkeit des
beſchränkt ſich auf eine Regiſtrierung der Vermietung
Die Wohnungen dürfen indeſſen nur mit Genehmigun
amtes bezogen werden, da ja die Beſtimmungen des 9
und des Reichsmietengeſetzes unberührt bleiben. 2
hat den Bauausſchuß beſchäftigt.
Es wird beantragt, der Einführung der Mietbere
zuſtimmen und die Verwaltung zu ermächtigen,
Satzung zu erlaſſen.
Der Berichterſtatter hält die Einführung der Mie
ten für ſehr ungünſtig. Der Bauausſchuß habe die
lehnt, da niemand mehr in der Lage ſei, Wohnungen
ſei gegen die Einführung.
Stadtrat Haury (D.V.) hält die Anſicht für
Zahl von Städten habe Mietberechtigungskarten ein
noch ein Mieterſchutzgeſetz. Gerade von den Mietern
beſitzern Verſprechungen gemacht,
Der Berichterſtatter und die Mitglieder der Po
Einführung der Mietberechtigungskarten für ſehr un
Bauausſchuß habe ſich in der Erwägung, daß es dan
ſei, eine Wohnung zu bekommen, gegen die Einführt
Stadtrat Haury (O.V.P.) macht demgegenübe.
einer großen Anzahl von Städten die Mietberechtigur
ßem Erfolg eingeführt ſeien. Es gebe ja auch noch
Gerade von Mietern würden den Hausbeſitzern ſehr
geſtändniſſe gemacht. Auch Erſparungen im Wohnune
treten. Nach einem Vierteljahr würden ſchon zwei
werden können. Heute habe man eine ganze Rehe
gar nicht unterbringen könne. Er bitte dringend,
karten einzuführen. In Worms und Gießen liegen a
Wo die Karten eingeführt worden ſeien, würden ſie
ſchafft.
Stadtrat Freudel (PA.) gibt zu, daß die
nungsausſchuß mit zu den unangenehmſten gehöre,
Amt los bekäme, würde er ſich freuen. Er ſehe aber
der Mietberechtigungskarten nur Nachteile. Er geht
die Ausführungen des Stadtrats Haury ein und komt
daß die Einführung einer Mietberechtigungskarte nick
Stadtrat Bempel Soz,) glaubt, daß die Einf
Vorſtoß gegen die wirtſchaftlich Schwachen ſei. Wen
elend und der Wohnungsbedarf behoben ſeien, könne
rung zuſtimmen. (Zuruf: Dann brauchen wir keine
berechtigungskarte dürfe nicht zur Einführung komm
Stadtrat Goſenheimer (Dem.) erklärt, ſeit
der Einführung zuſtimmen, da es ja nur eine Pro
ſich nicht jedem Verſuch einer Neuerung entgegenſe
grundſätzlich zu, da alle Mieter im Rahmen der geſe
gen untergebracht würden. Er halte eine Lockerun
zwangswirtſchaft im Intereſſe der Mieter und Vern
Stadtrat Fröba (Komm) ſpricht ſich gegen d
Karten aus.
Stadträtin Walz V.R.P.) möchte die Mietbe
in ihrem Intereſſe trete ſie für die Mietberechtigungt
los ſei für die Wohnungsſuchenden dieſe Einführunt
Stadtrat Dr. Kollbach (H. u. G.) betrachtet
Standpunkt der Parität für Mieter und Vermieter.
Einführung würde man unter keinen Umſtänden zuſ
einer brobeweiſen Einführung, um feſtzuſtellen, ob 94
Donnerstag, den 17. April 1930
Erleichterung eintrete. Man ſei ſich allerdings klar
ſich nur um ein Hilfsmittel handele, de
erhebenden ſtaatlichen Steuerſatz ausmachen und
hebenden ſtaatlichen Steuerſatz ausmachen.
Kreis und Gemeinden haben ſich in dieſe Steuerſätze entſprechend
zu teilen.
den Voranſchlag für das Rechnungsjahhr 1929 eingeſtellte Geſamtum= wurde. Seine Fraktion enthalte ſich der Stimme.
lagenbedarf von 3 988 000 RM. nahezu — bis auf eine Differenz von
26 835 RM. — gedeckt.
zu IIIg. ein Steuerſatz von 47,93 RPfg. auf je eine RM. endgültiges / der Arbeitsloſen dem Prozeß der Arbeit zurückzuführen. Er freue ſich,
ſtaatliches Sondergebäudeſteuerſoll 1929, da 77 RPfg. — 47,93 daß der Antrag im allgemeinen hier in Darmſtadt ſo warmen Anteil
v. H. aus 160,65 RPfg. — dem im Rechnungsjahr 1929 zu gefunden habe. Stadtrat Abt (N,S.A.P.) betonte, man müſſe
klar=
ſtellen, warum ein Notopfer verlangt werde. Das Geld wolle man
zu IIIb. ein Steuerſatz von 54,90 RPfg. auf je 1 RM. endgültiges hereinbekommen, um den Verpflichtungen gegenüber dem Ausland
nach=
ſtaatliches Sondergebäudeſteuerſoll 1929, da 70 RPfg. — 54,90 kommen zu können. Stadtrat Schneider 1 (Dn.) erklärte das
Not=
v. H, aus 127,50 RPfg. — dem im Rechnungsjahr 1929 zu er= opfer für ein Unrecht und verfehlt, weil es für den Umbau der
Arbeits=
loſenverſicherung Verwendung finden würde.
Stadtrat Altendorf bezeichnet das Problem als viel zu ſchwierig,
als daß es hier ſo kurzerhand behandelt werden könne. Er habe für
Durch die Feſtſetzung der Steuerausſchlagsſätze für Grund=, Ge= ſeine Fraktion nur zu erklären, daß der vorliegende Antrag durchaus
werbe= und Sondergebäudeſteuer in der ſeitherigen Höhe wird der in gegenſtandslos ſei, da im Reichstag ein ſolcher Antrag bereits abgelehnt
Nachdem Antrag auf Schluß der Debatte geſtellt worden war und
die Stadträte Ziegs und Weſp noch kurz zu dieſem Punkt geſprochen
hatten, wurde der Antrag auf Anregung zur Erhebung eines
allgemeinen Notopfers im Reich bei Stimmenthaltung der
D.V. P. mit Stimmenmehrheit angenommen.
Die Stadtratsfraktion der Gewerbe= und Handwerker=Vereinigung
hatte unterm 17. Februar Ifd. Js. in der Sitzung des Stadtrates vom
20. Februar Ifd. Js. folgenden Antrag eingebracht: „Wir beantragen,
der Stadtrat möge beſchließen,
die Ferngasleitung, von Darmſtadt nach Groß=Gerqu
auf Grund des zwiſchen den beteiligten Gemeinden bereits im Winter
1938/29 abgeſchloſſenen Gaslieferungsvertrages unverzüglich in Angriff
zu nehmen, um dadurch die Stellung des Darmſtädter Gaswerks als
Produktionsſtätte in materieller und rechtlicher Hinſicht zu ſtärken, die
bereits in der fertiggeſtellten Ortsrohrleitung in Groß=Gerau
brach=
liegenden Kapitalien nutzbar zu machen und insbeſondere auch durch
die Verlegung des größtenteils bereits ſeit längerer Zeit gelieferten
Rohmaterials ſofortige Möglichkeiten produktiver Erwerbsloſenfürſorge
zu ſchaffen.‟ Der Betriebs=Ausſchuß, der ſich mit dem Antrag in ſeiner
Samstag, vorm. 10 Uhr, aufgegeben ſein; es Sitzung vom 20. März Ifd. Js. beſchäftigt hat, hat folgenden Beſchluß
gefaßt: „Der Antrag der Fraktion der Gewerbe= und Handwerker=
Vereinigung des Stadtrates, betreffend Inangriffnahme der
Ferngas=
leitung von Darmſtadt nach Groß=Gerau, wird einſtimmig
angenom=
men, mit dem Zuſatz, daß an die Beſeitigung der noch beſtehenden
Hemmungen ſofort heranzutreten iſt.”
Nachdem Stadtrat Metzler Bericht erſtattet hatte, entſpinnt ſich auch
über dieſen Antrag eine längere Debatte, in der Stadtrat Berndt
(Dn. anregte, doch zu warten, bis die Sache mit der Ruhrgas A.=G.
entſchieden ſei, da man ja nicht wiſſe, ob die Leitungen im Falle eines
Abſchluſſes noch gebrauchsfähig ſeien.
Stadtrat Kollbach (H. u. G.) betonte, die Verlegung des
Rohr=
netzes liege im Intereſſe der Stadt. Außerdem denke Groß=Gerau nicht
daran, weiter zu warten, möglicherweiſe werde es ſich an Mainz
wen=
den, das große Anſtrengungen mache.
Stadtrat Geißner (3.) wünſcht eine Beſchlußfaſſung, man könne
nicht mehr länger warten.
Oberbürgermeiſter Mueller glaubt nicht, daß Bürgermeiſter Dr.
Lüdecke von Groß=Gerau ſich an Mainz wenden werde, wenn heute kein
endgültiger Beſchluß gefaßt werde, er habe mit ihm geſprochen.
Da=
gegen verlieſt Stadtrat Kollbach einen Brief, der doch Bedenken
aufkommen läßt und nach dem in Groß=Gerau eine endgültige
Ent=
ſcheidung erwartet wird. Auf eine Anfrage, woher Bürgermeiſter
Lüdecke (Groß=Gerau) die Berechtigung nehme, in öffentlicher
Ge=
meinderatsſitzung zu erklären, es ſei ihm von verantwortlicher Seite in
der Stadtverwaltung Darmſtadts nahe gelegt worden, mit dem
Gas=
vertrag mit Darmſtadt zu warten, bis Darmſtadt mit der Ruhrgas
A.=G. abgeſchloſſen habe, dann werde er das Gas billiger beziehen,
erklärte Oberbürgermeiſter Mueller, er werde die Perſönlichkeit
feſt=
ſtellen,
Zu dem Punkt äußern ſich noch die Stadträte Krug (D.V. P.),
Rich=
ter (Soz.), Zürtz (N. SA.,P.) Schneider (Dn.), Rudolph (P.A.) und
Geher (P. A.).
Der vorliegende Antrag wird ſchließlich mit großer Mehrheit
an=
genommen.
Die Errichtung von 60 Wohnungen zur Unterbringung
von Exmittierten
wird debattelos genehmigt.
Zur Unterbringung von Exmittierten iſt die Errichtung von
min=
deſtens 60 Wohnungen unbedingt erforderlich. Dieſe Wohnungen
ver=
urſachen bei ſparſamſter Ausführungsweiſe einen Koſtenauſwand von
Ka
fer Frage ſpricht noch Stadtrat Haury (D.V.P.) der be=
Wohnungsſuchenden könnten und würden durch Mietkarten
t. Der Mieter könne ſich nach Einführung der Karten die
ſuchen, die er wolle, auch eine Menge Prozeſſe würden
ver=
gt Kollbach beantragte Schluß der Debatte.
ider (Dn.) hält die Einführung der
Mietberechtigungs=
in ſich auch gewiſſe Mängel ergeben könnten, immerhin für
mtrag Wieſenecker, die Angelegenheit zurückzuſtellen, wird
Bei der Abſtimmung wurde die probeweiſe
Ein=
ſhr der Mietberechtigungskarten mit 24 gegen 22
mbei einer Stimmenthaltung) genehmigt.
Feſtſetzung der endgültigen Steuerausſchlagſätze
für das Rechnungsjahr 1929
ittelos genehmigt.
1989 bisher erhobene Grund=, Gewerbe= und
Sondergebäude=
ekanntlich nur eine vorläufige, auf den Beſteuerungsgrund=
Vorjahres feſtgeſetzte Steuer.
em Amtsblatt Nr. 4 des Heſſiſchen Miniſteriums des Innern
5. bruar 1930 muß nach Feſtſtehen der Veranlagungsergebniſſe
Si allen Gemeinden, Kreiſen und Provinzen nachträglich eine
„ndgis: Grundſteuer, Gewerbeſteuer und Sondergebäudeſteuer unter
uarnu gung der für 1929 neu feſtgeſtellten Steuerwerte beſchloſſen
Sin werden.
m)em Voranſchlag für 1929 beträgt der Umlagenbedarf der
mſtadt an
1. Grundſteuer . . . . . 1070 000 RM.
2. Gewerbeſteuer
798 000 RM.
3. Sondergebäudeſteuer . 2 120 000 RM.
zuſammen: 3 98000 NM.
Zugrundelegung dieſes Umlagebedarfs einerſeits und der
Finanzamt neu feſtgeſtellten Steuerwerte andererſeits ſind
tigen Steuerausſchlagſätze feſtzuſtellen und zu beſchließen.
Verwaltung beantragt Zuſtimmung zu den
nach=
geführten endgültigen Ausſchlagsſätzen für das Rechnungs=
und zwar:
ndſteuer für je 100 Mark Steuerwert
Grund= und Bauplätze
27 RPfg.
land= und forſtwirtſchaftlich oder gärtneriſch
utzten Grundſtücke.
36 RPfg.
rbeſteuer für je 100 Mark
Ertrag
„. 226,0 RPfg.
n Anlage= und Betriebskapital . . .. . 57,4 RPfg.
Zdergebäudeſteuer
bebauten Grundbeſitz mit einem Friedenswert von über
0Mk. den Satz von 77 RPfg. für je 100 Mark Friedenswert,
bebauten Grundbeſitz mit einem Friedenswert von nicht
edenswert.
In dieſem Sinne kommt in Betracht:
Die Oſternummer
unſeres Blattes erſcheint bereits mit der
Aus=
gabe vom 19 April vereinigt am Oſter=Samstag
und gelangt nachmittags ab 4 Uhr in der Stadt
durch die Trägerinnen zur Verteilung. Anzeigen
für die Oſier=Ausgabe müſſen ſpäteſtens bis
empfiehlt ſich, dies jedoch bereits heute zu tun
Der Verlag.
Ueber die Anträge der Fraktion der Sozialdemokratiſchen Partei,
die Erhebung eines allgemeinen Notopfers im Reich
betreffend, entſpinnt ſich eine längere Debatte. Dem kom. Stadtrat
Fröba wird auf Grund der verſchärften Geſchäftsordnung das Wort
wegen beleidigender Aeußerungen entzogen. Stadtrat Zürtz
(N. S. A. P.) ſprach gegen die Anträge, während Stadtrat Aßmuth
(Soz.) und Stadträtin Walz (A.W.), letztere unter gewiſſen Voraus=
Am Oſterſamstag
ſind unſere Kaſſenſchalter bei der Hauptſtelle Rheinſtr. 34
und der Zweigſtelle Hügelſtr. 22 von vormitjags 8—12Uhr
geöffnet.
(St 6404
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
hr als 7000 Mark den Satz von 70 RPfg. für je 100 Mark ſetzungen, für ein Notopfer eintritt. Sie beantragt ein einmaliges
Notopfer, insbeſondere für die von ihr vertretenen notleidenden Kreiſe.
er die Gemeindeſondergebäudeſteuer in der Weiſe veranlagt Stadtrat Weiß (3.) wies darauf hin, daß man ſie nur anregen, nicht
von der endgültig feſtgeſtellten ſtaatlichen Sondergebäude= beſchließen könne. Dieſes Volksnotopfer möge dann nicht nur für die
beſtimmter Hundertſatz als Sondergebäudeſteuer für die Ge= Arbeitsloſen, ſondern auch für die Landwirtſchaft verwandt werden. Er
S: Betracht kommt, ſo iſt der Steuerausſchlagsſatz, wie ſeit= bekenne ſich gerne zum Reichsnotopfer. Auch Stadtrat
Gofen=
ichspfennigen auf je 1 RM. des für das Rechnungsjahr 1929 heimer (Dn.) billigt die Anregung zur Erhebung eines Notopfers,
n endgültigen ſtaatlichen Sondergebäudeſteuerſolls zu be= er ſtimme zu. Stadtrat Friedrich (Soz.) definiert nochmals die
Zwecke des Notopfers, das verwendet werden ſoll, um das große Heer
U. K5.4956
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Donnerstag, den 17. April 1930
Nummer 7
rund 400 000 RM. gleich 6624 RM. pro Wohnung. Im Einvernehmen
mit dem Bauausſchuß wird beantragt, der ſofortigen Errichtung der
Gebäude zuzuſtimmen und den erforderlichen Kredit aus
Anlehensmit=
teln bereitzuſtellen.
Ueberdeckung der Terraſſe des Herrngartenkaffees.
Der Betrieb im Herrngarten=Kaffee läßt eine Ueberdeckung der
vorhandenen Terraſſe zur Unterbringung weiterer Gäſte auch bei
un=
günſtiger Witterung dringend erwünſcht erſcheinen. Die hierdurch
ent=
ſtehenden Koſten ſind zu 16 000 RM. veranſchlagt. Den Betrag von
12000 RM. will der Pächter des Kaffees zu 5 Prozent der Stadt zur
Verfügung ſtellen, ſo daß nur noch ein Betrag von 4000 RM. zu den
heutigen Zinſen zu beſchaffen wäre. — Im Einvernehmen mit dem
Bauausſchuß wird beantragt, der Ueberdeckung zuzuſtimmen.
Der Vorlage wird ohne Debatte zugeſtimmt.
Die Aenderung der Schlachthofordnung
wird genehmigt.
Nach Bericht der Direktion der Städtiſchen Betriebe hat ſich die
Notwendigkeit ergeben, den 8 2 der Schlachthofordnung durch folgende
Beſtimmung zu ergänzen: „Kinder unter 14 Jahren dürfen den
Schlachthof nicht betreten, auch dann nicht, wenn ſie ſich in Begleitung
von erwachſenen Perſonen befinden”.
Die Metzger=Innung hat dieſer Aenderung zugeſtimmt und die
Schlachthof=Deputation hat ſie in ihrer Sitzung vom 20. März Ifd. J3:
gutgeheißen.
Ueber die
Tariferhöhung der Straßenbahn
entſpinnt ſich eine längere Ausſprache. Man war ſich im allgemeinen
über die Notwendigkeit einer Tariferhöhung einig, jedoch nicht über
die Form der Tariferhöhung. Es lagen drei Tarifvorſchläge vor, über
die Stadtrat Moeßner (D.V.P.) Bericht erſtattete.
Die Städtiſchen Körperſchaften (Verkehrsausſchuß, Finanzausſchuß
und Stadtrat) haben ſich bereits Ende vorigen Jahres mit einer
Vor=
lage der Heag wegen Erhöhung der Straßenbahntarife beſchäftigt. Der
Stadtrat hat in ſeiner Sitzung vom 12. Dezember v. Js. beſchloſſen, die
Beſchlußfaſſung über die Anträge der Heag dem neuen Stadtrat zu
überlaſſen.
Die Heag hat nunmehr eine neue Vorlage vorgelegt mit dem
An=
trag, die Zuſtimmung der Städtiſchen Körperſchaften zu den von ihr
geforderten Tarifänderungen alsbald herbeizuführen. Die notwendige
Erhöhung: des Tarifs der Straßen= und Vorortbahnen wird damit
be=
gründet, daß der Straßenbahnbetrieb bereits nach Ablauf des
Kalender=
jahres 1929 mit einem jährlichen Fehlbetrag von rund 100 000 RM.
ab=
ſchließt, der auf die Dauer von dem Unternehmen nicht getragen wer=
1
den ann. Zur Beſeitigung dieſes Fehlbetrages ſchlägt die Heag eine
allgemeine Tariferhöhung vor.
Weitere Vorſchläge ſahen folgende Sätze vor:
Der neue Tarifvorſchlag I
unterſcheidet ſich von dem zurzeit gültigen Tarif wie folgt:
1. Bartarif: 1. Preisſtaffel 20 Pfg. (Fahrtſtreckenlänge 2500
Preisſtaffel von 2500 Meter Länge 10 Pfg. mehr. Teilſtreckenlänge, der Reichstag bei der Schlußabſtimmung über die Agrar= und Finanz=
833 Meter (zurzeit 750 Meter).
2. Zeitkarten:
Monatskarten . . 60 Prozent Rabatt (zurzeit 662½= Prozent Rabatt) in Kraft. Vom 1 April 1930 ab brauchen daher die genannten Per=
Schülerkarten . . 50 Prozent Rabatt (zurzeit 50 Prozent Rabatt) ſonenkreiſe keine Umſatzſteuer mehr zu zahlen, wenn ihre Einnahme
Fahrſcheinheftchen . 10 Prozent Rabatt (zurzeit 25 bzw. 20 Proz. Rab.) den Betrag von 18 000 RM. im Jahre nicht überſteigt.
errechnet auf den jeweiligen Bartarif.
3. Auf jeden Fahrſchein 1 Freiſchein für 1 Kind
vorgeſehen.
Tarifvorſchlag II.
Der Bartarif wird um 5 Pfg. erhöht.
Auf Fahrſcheinheftchen werden nur noch 10 Prozent Ermäßigung bis 12 Uhr geöffnet.
gewährt, ſo daß ſich der Preis für die roten bzw. blauen
Fahrſchein=
heftchen nunmehr auf 1,80 Mk. bzw. 2,25 Mk. ſtellt.
Ferner wird freie Fahrt für 1 Kind auf jeden Fahrſchein gewährt. geſehen von Eilbotenpaketen — die Paketzuſtellung.
Der Preis für Marktſcheine wird auf 30 Pfg. und derjenige für
Expresgutbeförderung auf 40 Pfg. für je 25 Kilogramm erhöht.
Zeitkartentarif. Der Tarif ſtellt ſich wie folgt:
Von ſozialdemokratiſcher Seite werden einige kleinere
Abänderun=
gen gewünſcht. — Stadtrat Berndt (Dem.) ſtellt eine
Rentabilitäts=
berechnung auf und tritt für Annahme des Tarif 2 ein. — Stadtrat
Freudel (P.A.) lehnt namens der Poſitiven eine Erhöhung der
Ta=
rife ab. — Stadtrat Bender (D.V.P.) erklärte die Notwendigkeit
einer Tariferhöhung und empfiehlt Annahme des Tarifs 1. — Stadtrat
Abt (N.S. A.P.) lehnt namens ſeiner Partei eine Erhöhung ab.
Stadtrat Dr. Kollbach (H. u. G.) regt an, die Tariferhöhung
zurück=
zuſtellen. Nach kurzer Debatte wird der Antrag auf Tariferhöhung
zurückgeſtellt. Es ſollen nochmals Beratungen und Verhandlungen in
den Ausſchüſſen ſtattfinden.
Die übrigen Punkte der Tagesordnung werden debattelos
geneh=
migt, und zwar: Die Freigabe der Frankenſteinſtraße ſüdlich der
Lands=
kronſtraße zum Anbau; die Fluchtlinienänderung Ecke Erbacher Straße,
Stiftsſtraße und Prinz=Chriſtiansweg; die Feſtlegung der Fluchtlinien
ſüdlich der Straße B 1 zwiſchen Freiligrath= und Ludwigshöhſtraße; die
Einrichtung eines Seminars für Sprecherziehung bei der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt; die Ergänzung von Schulvorſtänden: a) der
Volksſchulen, b) des Kuratoriums der Städtiſchen Handelsſchulen, c) des
Beirats für Kleinkinderſchulen, Horte und Krippen; die Bewilligung
einer Beihilfe zu dem von dem Landespferdezuchtverein für Heſſen
ver=
anſtalteten Pferdemarkt am B. April 1930; die Bereitſtellung von
Not=
ſtandsarbeiten für Wohlfahrtserwerbsloſe.
Schließlich wurde noch die Uebernahme zweier Schulſtellen, je einer
bei der Knabenarbeitsſchule und bei dem Kinderheim Waldeck bei Traiſa
(mit 6400 Mk.) auf die Stadt genehmigt. Nach einer weiteren allgemei=
nen Debatte wurde die Sitzung um 22,50 Uhr geſchloſſen.
Die Wormſer Unruhen vor Gerichk.
Plädoyers der Berkeidigung.
Darmſtadt, 16. April.
In den geſtern abend bis gegen halb 12 Uhr dauernden Plädoyers
der Verteidigung kam Rechtsanwalt Mannheimer=Mainz auf die
Vorgänge des 10. Januar zurück, die für die Beurteilung der ſpäteren
Ereigniſſe weſentlich ſein. Er ſei politiſch nicht intereſſiert und wolle
ruhig und objektiv ſprechen. Er behandelt zunächſt die Frage, ob es
nötig war, den Demonſtrationszug damals aufzulöſen, nachdem
Klapp=
roth ſelbſt bekundet, daß er noch in völliger Ordnung marſchiert iſt.
Polizeidirektor Dittmar habe ausgeſagt, daß die Polizei, wenn
mög=
lich, erſt verwarnt, ehe ſie einſchreitet. Es ſei nun nachgewieſen, daß in
Worms die Möglichkeit beſtand, den Zug ordnungsgemäß aufzulöſen.
Dadurch aber, daß die Polizei dreinſchlug, habe man am 13. Januar
von Polizeiterror geſprochen. Wem Unrecht geſchehe, der müſſe das
Recht haben, ſich darüber auseinanderzuſetzen. Die Marktverſammlung
ſei durch Mißverſtändnis eines Tatumſtandes, nicht durch einen
ſtraf=
rechtlichen Irrtum veranlaßt. Die Polizeimannſchaften hätten im
Hin=
tergrund ruhig zugeſehen, wie ſich die Leute auf dem Markt
verſam=
melten. Sie hätten Pflicht und Möglichkeit gehabt, den Leuten
mit=
zuteilen, daß ſie eine verbotene Handlung begehen. Die Dinge ſeien
ſchließlich ſoweit gekommen, weil höhere Polizeibeamte die Nerven
ver=
loren hätten. Die Qualifikation der Marktverſammlung als
Zuſam=
menrottung ſei nicht bewieſen. Darum müſſe er für die Angeklagten,
denen Zuſammenrottung zur Laſt gelegt wird, Freiſpruch beantragen.
Im übrigen befaßt ſich Mannheimer nun mit ſeinen Mandanten im
einzelnen und verſucht, ſie zu entlaſten. Daß man Roſſi nur mangels
Beweiſes freiſprechen will, erſcheint ihm im Intereſſe der Rechtspflege
längerer Ausführungen wert. Trotzdem die Verhaftung Roſſis auf den
fragwürdigen Ausſagen eines Zeugen beruhe und ihm nichts
nachzu=
wveiſen ſei, habe man den Schwerkranken über drei Monate in
Unter=
ſuchungshaft belaſſen. Der Verteidiger beantragt Freiſprechung wegen
Unſchuld und daß der Angeklagte eine erhebliche Entſchädigung
erhal=
ten ſoll.
Rechtsanwalt Steinſchneider führt die Verteidigung fort und
befaßt ſich vor allem mit der Perſon des Polizeidirektors Klapproth
und den Widerſprüchen ſeiner Ausſagen. Die Frage der Polizeieide
wird dann von dem Verteidiger angeſchnitten. Insgeſamt betont
Stein=
ſncheider, daß ſich Müller, Haas und Habermehl in gutem Glauben
be=
funden hätten. Die Menge habe erſt mit Flaſchen und Steinen
gewor=
fen, als der Markt längſt geräumt war. Genau wie der Drogiſt
Schön=
wald ein Spitzel ſei, ſei für die provokatoriſchen Rufe vor dem
Volks=
haus und auf dem Markt ein Spitzel, der Polizeiſpitzel Vogel,
feſtge=
ſtellt. Steinſchneider beantragt ſchließlich Freiſprechung von Müller,
Habermehl und Haas und erklärt, alle Mandanten hätten keinerlei
ſtraf=
bare Handlung begangen. Darauf kamen die Angeklagten zu Wort. Das
Urteil wird nächſten Dienstag vormittag verkündet.
— Erhöhung der Umſatzſteuerfreigrenze für Handelsvertreter. Wie
Meter), zurzeit 15 Pfg., Fahrtſtreckenlänge 1500 Meter; jede weitere der Zentralverband Deutſcher Handelsvertreter=Vereine mitteilt, hat
geſetze am 14. April beſchloſſen, die Umſatzſteuerfreigrenze für
Handels=
vertreter (gleichzeitig auch für Makler, Privatgelehrte, Künſtler, Schrift=
Wochenkarten . 40 Prozent Rabatt (zurzeit 331/ Prozent Nabatt) ſteller) auf 18000 RM. zu erhöhen. Das Geſetz tritt am 1. April 1930
* Unfall. In der Heidelberger Straße kam ein Motorrad=
Einige weitere Aenderungen ſind namentlich für Wochenkarten uſp. fahrer infolge der Näſſe ins Schleudern. Er zog ſich eine
Gehirn=
erſchütterung und erhebliche Handverletzungen zu. Er wurde von
der Sanitätskolonne ins Stadtkrankenhaus verbracht.
Das ſtädtiſche Leihamt iſt am Oſterſamstag in der Zeit von 8
Zuſtellung der Poſtpakete. Am Karfreitag und Oſterſonntag
werden die Pakete vormittags zugeſtellt. Am Oſtermontag ruht — gb=
Wekterbericht.
Das ſeitherige Tiefdruckgebiet hat durch mehr nördliche Verlagerung
ſeinen Einfluß weiterhin über Deutſchland geltend gemacht. Regneriſches
und trübes Wetter herrſcht allenthalben. Die Rückſeitenwirkung des
Tiefs verurſacht vorerſt noch wechſelhaftes, kühles Wetter mit Schauern.
Jedoch vollzieht ſich die bereits angekündigte Beſſerung der Wetterlage
durch den hohen Druck im Weſten mehr und mehr und mit Ausgang
der Woche und am Oſterfeſt iſt aufheiterndes und trockenes Wetter zu
erwarten.
Ausſichten für Donnerstag, den 17. April: Vorläufig noch kühles,
wech=
ſelnd wolkiges Wetter mit Schauern, doch ſpäter leichte Beſſerung.
Ausſichten für Freitag, den 18. April: Fortſchreitende Beſſerung der
Wetterlage.
Tageskalender für Donnerstag, den 17. April 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum: Geſchloſſen.
— Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele,
Palaſt=Lichtſpiele.
kunſt, Eliſabethenſtraße) Karfreitag, 18. April, 10 Ubr= A.
weihehandlung; 20.30 Uhr: Kultiſcher Predigtgottesdienſt: 9.
Chriſti am Kreuz” (Pfarrer H. Wetzel=Wiesbaden). — dar
Kirchliche Nachrichken.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauera=
Karfreitag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. — 1. Oſerfei
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchuf
tags um 4 Uhr Predigt (Chriſt= Worms). — 2. Oſtenf=
Ausflug der Jugend. — Mittwoch, 23. April, abends Aus
ſtunde. — Jedermann iſt freundlichſt eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9.
Karfreit=
mittags 10 Uhr: Predigt. — Oſterfeſt, vorm. 6 Uhr Fri
ſtunde; 10 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; gbends
Predigt. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Eingſtunde. —
Mita=
mittags 3 Uhr: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag, gbor
Uhr: Bibelſtunde. — Jedermann iſt freundlich eingeladen!
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademi=
10 Uhr: Menſchenweihehandlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Pro
18. April, vorm. 9.30 Uhr: Karfreitagsandacht. — Sonntaa d
Feiertag, vorm. 9.30 Uhhr: Oſterfeſtbotſchaft; nachmittags 3
Jugendbundſtunde; abends 8 Uhr: Cvangeliumsverkündigung
woch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. — Jedermann herzlich ei=
Methodiſten=Gemeinde (Evangeliſche Freikirche) Wendelſto
Oſter=Sonntag, vormittags 10.15 Uhr: Sonntagsſchule. Ab
Uhr: Predigt. Thema: Jeſus, der Sieger. Prediger: E. B
Mittwoch, 23. April, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde.
Evangel. Gemeinde Roßdorf. Gründonnerstag
8 Uhr: Paſſionsgottesdienſt. Feier des heil. Abendmahls.
Karfreitag: Vormittags 9.30 Uhr: Hauptgottesdier
wirkung des Mädchenchors. Feier des heil. Abendmahls. Nag
liturgiſche Karfreitagsfeier. Mitwirkung des Mädchenchors.
Oſterſonntag: Vorm. 9.30 Uhr Hauptgottesdienſt.
kung des Kirchengeſangvereins und des Poſaunenchors. Feie
Abendmahls. Nachm. 1.30 Uhr: Beichte zur Konfirmation.
Oſtermontag: Vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt.
mation. Feier des hl. Abendmahls. Nachm. 1.30 Uhr Danka=
Austeilung der Konfirmationsſcheine.
Briefkaſten.
Sch., hier. Sie ſvenden ſich am beſten an das Städtiſch
rungsamt (alter Lüdwigsbahnhof), da dort zur Berechnung de
rente die nötigen Unterlagen gegeben werden müſſen.
Geſchäflliches.
Kein Fleiſch und doch Bratenſoße.
„Man kann nicht jeden Tag Fleiſchſpeiſen machen”
Hausfrau; — „aber Kartoffeln, Makkaroni, Nudeln, Klöße u
ken, trocken gereicht, nicht gut‟ Da bedeutet Knorr=Brat
die geplagte Hausfrau eine erfreuliche Hilfe. Ein Würfel
gibt ſo viel Soße wie zwei Pfund Braten. — Dieſe Tunke,
enthalten iſt — von der Mehlſchwitze bis zum feinſten Ger
ausgiebig und nährhaft und ſchmeckt auch ohne Fleiſch vor
Rundfunk-Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag. 17. April. 15: Jugendſtunde. 0 15.2
Stunde. O 16: Kurhaus Bad Homburg: Konzert. Souſ
dem Sternenbanner. — Auber: Ouv. zu „Die Krondiama
Gounod: Fant. aus „Fauſt”. — Lindſay=Theimer: Vinete
— Kalman: Potp. aus „Gräfin Marizza‟. — Dann: Ne
muſik. 0 18.05: Zeitfragen. 6 18.35: Dr. Paquet:
Jeruſalem e 19.05: Franzöſiſch. O 19.30: Stuttgart:
Komponiſten=Stunde. 0 20.30: Stuttgart: Miſericordias
Bach: Choralvorſpiel. — Aus dem Markus=Evangelium.
hude: Aus den Abendmuſiken. — Andreas Gryphius:
auf die Vergänglichkeit. — Händel: Aus dem Leiden u
ben Jeſu. — Jak. Mich. Reinh. Lenz: Aus dem Fragn
das Leiden Chriſti. — Mozart: Miſericordias domini.
Pſalm. — Roſſini: Aus dem „Stabat mater”. — Wilhelt
Wenn über ſtiller Heide. — Liſzt: „Stabat mater” (für
Orgel) aus dem Oratorium „Chriſtus”. — Rilke:
Stundenbuch. — Wagner: Karfreitagszauber aus „Parſifa
Stuttgart: Violinſonaten. Delius: Sonate Nr. 2. — Elgai
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 17. April. 9:
10.35: Mitteilungen des Verbandes der Preuß. Land
o 14.30: Jugendſtunde. 0 15: R. Zündorf: Das neu
zimmer. o 15.45: Trude Herrmann: Tafelſorgen von
morgen. 6 16: Oberſchulrat Lic. Dr. Hartke: Das hu
Gymnaſiun o 16.30: Berlin: Konzert. 17.30: Bü
O 17.55: Prof. D. Althaus: Oſtern und die Gegenwart.
H. Marſchall: Das Ei im Volksglauben. o 18.40:
für Fortgeſchr. 6 19.05: Gutes Deutſch. 19.30: Dr
berg: Frühjahrsarbeiten auf Weiden und Wieſen. o 20
genden”, Sprecherin: Erika Dernburg. o 20.30: Breslau:
Hörfolge von Rudolf Mirbt. O 21.05: Dr. Wenzel:
lauer Dom. o Anſchl.: Zeit, Wetter.
Hauptſchriftienung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; ſür Feullet
Ausſand und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl.
für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert
ſür den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Ku
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Seite 9
Donnerstag, den 17. April 1930
Aus Heſſen.
ogenkagung in Bensheim.
hilologenverein hält ſeine diesjährige Haupt=
45. ſeit ſeinem Beſtehen, vom 24. bis zum
im ab. Am erſten Tag treten wieder die
Fach=
e zur Beratung wiſſenſchaftlicher und pädago=
—nmen, Für den Feſtvortrag in der öffentlichen
n der 2
r Profeſſor an der Univerſität Jena Dr. Bruno
mlung
. der über die erzieheriſche Bedeutung der
Kul=
ſerich=tzu n Beratungen der Mitgliederverſammlung am
laa fr5 man mit beſonderer Spannung entgegenſehen,
* eſſiſche Philologenſchaft zu den neueſten
Spar=
iheren Schulweſen Heſſens Stellung nehmen
en der Sehenswürdigkeiten von Bensheim,
und der Odenwaldſchule in Oberhambach
be=
amm der Tagung.
„hauſew. April. Die Turn= und Sportgemeinde 2.T. hielt
eirm ! „Zur Ludwigshalle” ein Schauturnen ab. Vor
—, enen entrollte ſich ein Bild turneriſcher Kraft und
rüßungsrede des erſten Vorſitzenden, Herrn
Voll=
eutſchen Volkstum im Geiſte Jahns und zur Treue.
*
S½heißt Dienſt am Volke. Mit dem Erwachen des
„Vemu nerinnen und Turner die dumpfe Halle verlaſſen
iſt auf ſonnigen Spielplätzen ſich erholen. Eine
„r Turner Köhres und Fräulein L. Trautmann in
hergeſtellt wurde, wurde geweiht und mit dem
warſchn iſch unſer Spiel”, das Turnen eröffnet. Reigen
runem: Schülerinnen, Boden= und Geräteturnen der Tur=
Ihres e folgten einander. Der Bruderverein, Turn=
Huunterſtützte durch ſeine Anweſenheit den Abend in
eshei m. April. Konzert. Der Muſikverein
veranſtal=
ſ-rtag im Gaſthaus „Zum Rebſtock” ein großes Kon=
Sig ſeines Mitgliedes, Herrn Ernſt Reifenrath. Da
nes Inſtrumentalkonzert gedacht iſt, wird es die
„ s ſein, mit reſtloſer Hingabe und Aufmerkſamkeit
ſtmöglichſte zu bieten. Nachdem dies bei früheren
iders auch beim Januarkonzert, bereits gelungen
n Sinne guter Muſik für dieſen Abend ſichergeſtellt
n iſt ſich bewußt, daß es keine leichte Aufgabe iſt,
nien mit einem reinen Orcheſterprogramm den
Be=
r Kunſtgenuß zu bereiten. Aber dafür wurde die
ſ=ibwechſelungsreich und möglichſt volkstümlich
zu=
auch dem verſchiedenartigſten Geſchmack gerecht
intrittspreiſe recht niedrig gehalten ſind, ſollte nie=
) rechtzeitig in dem verbilligten Vorverkauf eine
Ortsbauplan. Der nach Oſten, an der
Pro=
dt—Griesheim, erweiterte Ortsbauplan iſt
feſtge=
ſic me desſelben ſteht jedermann auf der
Bürger=
m—l frei. — Die Auszahlung der Unterſtützungen für
irentner für den Monat April findet am
Donners=
mittags von 3 bis 6 Uhr, bei der Gemeindekaſſe ſtatt.
— 17. April d. M., abends 8 Uhr, findet auf dem
ideratsſitzung ſtatt.
5. April. Todesfall. Landwirt Ludwig Rühl 4.,
ſigen Einwohner, iſt im Alter von 86 Jahren
ge=
ſt, 16. April. Auf die Beſtimmungen zur Be=
Naul= und Klauenſeuche weiſt die
Bürger=
ekanntmachung erneut hin; ſie können auch von
während der Dienſtſtunden auf dem
Bürgermei=
en werden. Der ungeheure Schaden, der durch
ieſer Seuche gerade bei der gegenwärtigen
Wirt=
kann, macht die genaue Beachtung der getroffenen
in Betracht kommenden Kreiſen zur beſonderen
„Met )t, 16. April. Kraftpoſtverkehr. Ab 17.
dies ftpoſt Darmſtadt-Brandau wieder bis Neunkirchen
ag und an den beiden Oſterfeiertagen werden die
els ausgedehnt. Der regelmäßige Betrieb auf der
A—rchen-Lindenfels wird am 15. Mai aufgenommen.
Mu
Bk. Groß=Zimmern, 16. April. Gemeinderatsſitzung.
Unter Mitteilungen gibt der Bürgermeiſter Reitzel bekannt, daß jetzt
alle Gemeindehäuſer im Heimſtättenviertel verkauft ſind. — Zu Punkt
2: Vergebung der Gemeindearbeiten, wird beſchloſſen, daß die
Ver=
gebung genehmigt wird, die Arbeiten aber ſo viel wie möglich von den
ausgeſteuerten Erwerbsloſen ausgeführt werden, und zwar zu den von
ihnen eingereichten Akkordſätzen. — Der Antrag der K.P.D., Proteſt
gegen das Revublikſchutzgeſetz, wird abgelehnt. — Die Gewährung von
Konfirmandenbeihilfe an 7 bedürftige Kinder wurde von der
Hauptkom=
miſſion erledigt. Es werden Gutſcheine zu 30 Mark ausgegeben, welche
bei hieſigen Geſchäftsleuten in Zahlung gegeben werden. Der
Antrag der Kommuniſten, die Beihilfe in bar auszuzahlen, wurde, um
Mißbrauch zu begegnen, abgelehnt. — Der berechtigte Antrag des
Land=
tagsabgeordneten Angermeier, Mißſtände bei der Gemeindekaſſe, wurde
begründet mit den vielen zu Unrecht ausgeſtellten Mahnzetteln und
Pfandbefehlen. Gemeinderat Michell gab weitere Fälle über
Ver=
buchungen von Schecks und Poſtſchecks bekannt. Von einer Beſchwerde
an das Kreisamt wurde abgeſehen und der Bürgermeiſter mit einer
ſchärferen Kontrolle beauftragt. — Der Antrag Angermeier 5., betr.
Mäuſeplage, wurde angenommen, die Bekämpfung der Mäuſeblage wird
daraufhin auch von der Gemeinde auf den Gemeindegrundſtücken und
Rainen durch das Feldſchutzperſonal durchgeführt. — Der Umwandlung
eines Darlehens von 31000 RM. bei der Bezirksſparkaſſe Groß=Umſtadt
in ein langfriſtiges wird zugeſtimmt. Für den gemeinſamen Straßenbau
Groß=Zimmern—Gundernhaufen—Spachbrücken wurde bei der
Ausfüh=
rung ein gemeinſames Darlehen von 30000 RM. aufgenommen. Der
Beantragung der Verwaltung auf Trennung des Darlebens auf die drei
Gemeinden wird zugeſtimmt. — Der Anſchluß der Gemeinde an die
Reichsverdingungsordnung wird genehmigt. — Der
Gemeinderats=
beſchluß, wonach bei Benutzung des Urnenhaines auf dem Friedhof
10 RM. bezahlt werden und jetzt auf Antrag des Kreisamts auf 30 RM.
erhöht werden ſoll, wird hochgehalten. — Der Antrag der K.P.D.,
Be=
werbung der Gemeinde um einen Zuſchuß zu dem Anteil der
Lehrer=
beſoldungen, wird angenommen, und ſoll der Bürgermeiſter die nötigen
Schritte unternehmen. — Gegen die Bebauung des Baugeländes am
Sportplatz hat die Reichsbahndirektion wegen Unüberſichtlichkeit
Beden=
ken; es wird beſchloſſen, daß vorerſt die Seite von der Bahn nach dem
Sportplatz bebaut werden ſoll.
Heilwirkend!
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7. Tel. 45
Bz. Reinheim, 16. April. Dienſtjubiläum. Am Dienstag,
den 15. April, waren zehn Jahre verfloſſen, daß Fräulein Chriſtine
Lautenſchläger aus Werſau bei Herrn Baron Karl von Willich (
Ill=
bacher Hof) als Köchin in Dienſten ſtand.
— Hirſchhorn, 16. April. Waſſerſtand des Neckars am
15. April 107 Meter, am 16. April 1,55 Meter.
Aa. Wimpfen, 15. April. Einweihung des
Kurmittel=
hauſes. Die Einweihungsfeier des Kurmittelhauſes iſt auf den
Sonntag nach Oſtern (27. April) verlegt worden. Der eigentliche
Feſt=
akt findet vormittags im Kurgarten ſtatt. Bürgermeiſter Sailer hält
die Begrüßungsanſprache. Daran ſchließt ſich die Uebergabe des Baues
durch die Architekten Mößinger und Beil an. Darauf folgt die
Ueber=
nahme des Baues durch die Stadt und die Uebergabe der Verwaltung
des Kurmittelhauſes an den Kurmittelhausarzt Dr. Engel. Schließlich
erfolgt die Uebernahme des Bades durch den Kurarzt. Außerdem wird
eine Gedenktafel errichtet werden. Nach dem offiziellen Feſtakt iſt das
Kurmittelhaus der allgemeinen Beſichtigung freigegeben. Abends ſindet
ein Bunter Abend im „Mathildenbad” ſtatt.
— Gernsheim, 16. April. Waſſerſtand des Rheins am
15. April —0,29 Meter, am 16. April —0,08 Meter.
Der Mainzer Ekal verabſchiedel.
820 000 RM. neue Steuern.
* Der Mainzer Haushaltsplan 1930 wurde Dienstag abend
endgül=
tig verabſchiedet. Als der Entwurf den Ausſchüſſen zur Prüfung
zu=
ging, ſchloß er mit einem Fehlbetrag von 1924 616 RM. ab. Durch die
Verwaltung wurden dann rund 510 000 RM. und bei den
Deputations=
beratungen weitere 250 000 RM. abgeſetzt, ſo daß noch ein Defizit von
1 166 180 RM. verblieb. Dieſes wurde in den Verhandlungen des
Ple=
nums auf 885 059 RM. herabgedrückt.
Die Verwaltung ſtellte in der Sitzung folgende Anträge: Erhöhung
der Ausſchlagsſätze für die Gebäudeſteuer von 60 auf 70 Rpfg.,
Mehr=
aufkommen 400 000 RM.; Erhöhung der Sätze der Landſteuer von 30
auf 50 Rpfg., Mehraufkommen 40 000 RM.; Erhöhung der
Gewerbe=
ſteuer vom Ertrag von 3,41 RM. auf 4,00 RM., Mehraufkommen 150 000
NM.; Feſtſetzung des Waſſergeldes von 32 auf 35 Rpfg.,
Mehraufkom=
men 150 000 RM.; Aenderung der Staffelung der Lichtſtromtarife.
Mehraufkommen 85 000 RM.; Streichung des Ergänzungsſtockes um
60 000 RM. Die Erhöhung der Gebäudeſteuer bringt eine
Mietpreis=
erhöhung von 2 Prozent.
In einer beinahe zweiſtündigen Unterbrechung der Sitzung berieten
die Fraktionen über dieſe Vorſchläge. Die Parteien nahmen vor der
Abſtimmung noch einmal das Wort. Für die Bürgerliche Rechte ſtellte
Dr. Stratemeyer den Antrag, an ſämtlichen Titeln des Etats, mit
Aus=
nahme des Wohlfahrtsetats, nachträglich noch 0,5 Prozent zu ſtreichen
und die ſich daraus ergebenden 150 000 RM. zur produktiven
Erwerbs=
loſenfürſorge zu verwenden. Abſchließend führte er aus, daß die
Ab=
lehnung der Deckungsvorſchläge ſowohl mit Rückſicht auf die
Gewerbe=
treibenden als auch auf die werktätige Bevölkerung nicht zu
verant=
ſworten ſei. Der Antrag der Bürgerlichen Rechten auf Streichung von
0,5 Prozent wurde mit großer Mehrheit gegen die Kommuniſten
an=
genommen. Die Deckungsvorſchläge der Verwaltung wurden gegen 27
Stimmen der Norgemeinſchaft des Mittelſtandes, des Zentrums und
der Kommuniſten mit 32 Stimmen der Bürgerlichen Rechten.
Demo=
kraten, Evangeliſchen Volksgemeinſchaft, der Sozialdemokraten und den
7 Stimmen der Verwaltung angenommen, ſo daß ſich eine Mehrheit
von 12 Stimmen ergab. Der Geſamtetat wurde dann mit großer
Mehr=
heit verabſchiedet.
Vor der Abſtimmung erklärte der Führer der Notgemeinſchaft,
Stadtrat Koch, die Stadtverwaltung, von ihrem großen Sparwillen
be=
ſeelt, müßte in erſter Linie mit gutem Beiſpiel vorangehen und auf 20
Prozent ihres Einkommens freiwillig verzichten. Wenn durch dieſes
gute Beiſpiel angefeuert, die 58 Beamten der Verwaltung mit über
10000 RM. Einkommen mit 10 Prozent Reduzierung folgen würden
und die übrigen Gruppen bis zu Gruppe 8 (alt) im Verhältnis folgten.
ſo wäre das Defizit faſt vollends ausgeglichen. Eine Härte könne darin
nicht erblickt werden, weil die ſtädtiſchen Gehaltsverhältniſſe höher ſeien
als die des Reiches und des Landes.
A-t. Gobdelau, 15. April. Waſſerleitungsbau. Der Bau
der für Gernsheim beſtimmten Fernwaſſerleitung ſchreitet raſch
vor=
wärts. Bekanntlich ſoll nach Vertrag die Stadt Gernsheim von
Darm=
ſtadt ihr Waſſer erhalten. Sie hat ſelbſt das Rohrnetz in den Straßen
der Stadt fertig, während die Fernleitung wegen Geldmangel auf ſich
warten ließ. Seit einigen Wochen arbeitet die Firma Nohl an der
Legung der Fernleitung. Dieſe iſt bereits fertig am Pumpwerk im
Eſchollbrücker Walde durch den Wald, das Crumſtädter Wäldchen, den
Sandbach entlang durch die ſogenannte Hohe Straße. Zurzeit wird in
den Ortsſtraßen von Goddelau gearbeitet. Wohl drei Wochen lang iſt
die eine Seite der Hoſpitalſtraße aufgebrochen. Daher iſt es nicht zu
verwundern, wenn während der Zeit bereits mehrere Zuſammenſtöße
von Autos und Fuhrwerken vorgekommen ſind. Wer die erlittenen
Schäden bezahlt, wird die Zukunft lehren. Jetzt hat man in der
Pfarr=
ſtraße begonnen, und iſt beim Graben auf verſchiedene alte Gräber
ge=
ſtoßen. Sie ſtammen von dem alten Kirchhof, der ſich früher rings um
die Kirche ausgedehnt hat. Er iſt nur noch auf der einen Seite
erhal=
ten, während der andere Teil von der Pfarrſtraße, die man etwa einen
Meter hoch aufgefüllt hat, überbaut iſt. — Odenwaldklub. Am
Sonntag unternahm die hieſige Ortsgruppe ihre 5. Wanderung. 30
Klübler fuhren morgens bis Nieder=Kainsbach, wo die Wanderung
be=
gann. Sie führte von da nach dem Schnellerts, über Böllſtein nach
Hum=
metrod. Nach einſtündiger Mittagsraſt ging es bei aufheiterndem
Wet=
ter nach dem Otzberg und über Hering nach Lengfeld. Wenn auch am
Morgen ein halbſtündiger Regen einſetzte, ſo war doch bald das beſte
Wanderwetter. Denn bei Sonnenſchein wäre es wohl manchem
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derer auf dem fünfſtündigen Marſche etwas warm geworden.
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Niedmannſchaft — Freie Turngde. Darmſtadt.
g ſieht die erſte Mannſchaft der Freien Turner in
Oi- dmannſchaft will vor ihrem ſchweren Oſterſpiel gegen
t noch einmal ein Probeſpiel abſolvieren. Daß für
e Darmſtadt auserſehen wurde, gibt erneut Zeugnis
Ansi ung der ſich in aufſteigender Linie bewegenden Lei=
EnMannſchaft. Darmſtadt wird das Treffen in
beſt=
a8 lung beſtreiten. Auch die 1. Jugendmannſchaft tritt
ſpir 3”, erſten Elf in Nauheim an.
B oß=Zimmern — SpV. Nieber=Noden 1:8 (0:2).
ſäll y Rückſpiel ſtanden ſich beide Mannſchaften am Sonntag
m gegenüber. Groß=Zimmern, das drei ſeiner beſten
mußte gegen den überaus ſtarken Gegner eine ver=
-inſtecken.
A=) hatte in ſeinem ausgezeichneten Mittelläufer eine
A. während die übrigen Spieler der Gäſte guten
Durch=
an. Die Einheimiſchen hatten in dem rechten Halb=
— ferteidigern ihre Beſten. — Der Schiedsrichter konnte
ß=Zimmern — 1. Jugend Germania Pfungſtadt 0:3.
Jenſeils der Grenzen.
internationale Fußball=Nundſchau.
meiſten Fußballverbänden des Auslandes ſtehen die
e zur Zeit auf ihrem Höhepunkt, in verſchiedenen
eſogar ſchon zum Abſchluß gebracht werden. So ſteht
its wieder einmal lange vor dem offiziellen Ende
en Glasgow Rangers der Meiſter feſt. Die Rangers
achkriegsmeiſter, und es ſieht kaum danach aus,
Seinen wirklich ernſthaften Nebenbuhler erhalten
ſoll=
rhat ſeinen Meiſter bereits. Es iſt der AC. Bilbao,
2 weiſe in dieſer Saiſon die großen Klubs aus
Bar=
konnte. Belgiens Meiſtertitel wurde ebenfalls ſchon
in CS. Brügge, alſo an einen Verein, der auch in
durch einige Gaſtſpiele bekannt geworden iſt. In
jiſchen Verbänden dauern die Punktekämpfe noch an.
Ländern, wo man während des ſtrengen Winters
r=Ruhepauſe einlegt, ſind ſie ſogar erſt im
Anfangs=
ikreich kämpft man in dieſem Jahre wieder nur in
en um die Titel, eine Landesmeiſterſchaft gibt es
konzentriert ſich wieder alle Aufmerkſamkeit auf die
Im Pokalwettbewerb hat ſich der FC. Cette bereits
alfiziert, während ſich Racing Club Paris und AC.
orſchlußrunde noch ein Wiederholungsſpiel liefern
Meiſterſchaften der Unterverbände iſt die Pariſer
ieg des Clubs Frangais entſchieden. — Holland ſieht
1meiſter Go Ahead Deventer, Willem II Tilburg,
en, Ajax Amſterdam und Blau=Wit Amſterdam im
Zeit führt in der nach Punktwertung ausgetragenen
Turnen.
rieb der aktiven Fußballabteilung an den
Oſter=
zt allzu rege. Es ſtehen hier insgeſamt nur zwei
Programm. Wie wir ſchon mitteilten, empfängt
inſchaft am 1 Oſterfeiertag Boruſſia
reundſchaftsſpiel. Der Spielbeginn iſt hier auf
ſo daß etwa um ½5 Uhr das Spiel der
Hand=
aft gegen V.f L. Mannheim ſeinen Anfang
ſußer der Ligaelf ſind dann noch die Junioren
en nach Kirchheimbolanden (Pfalz), um mit dem
er die Kräfte zu meſſen.
Iltiger iſt das Programm der Jugendabtei=
Sugendmannſchaft tritt am 1. Feiertag in
Nieder=
ws 1. Jugendelf an, um dann am 2. Feiertag gegen
inſchaft des Karlsruher Fußballvereins in
Darm=
m Auch die 3. Jugendmannſchaft tritt gegen
Union=
un. Die 4. Jugendmannſchaft hat am Vormittag
s die 1. Jugend von Hohenlohe=Oehringen zu
end betätigt ſich am 1. Feiertag in Neu=Iſenburg,
n Arheilgen gegen eine Jugendelf der dortigen
Die 1. Schülerelf hat die gleichrangige Mann=
Niederrad in Darmſtadt zum Gegner, während
in Michelſtadt antritt.
ßball im kreis Skarkenburg.
m Oſterſpielbetrieb der Kreisvereine.
pf unſerer Kreisvereine ruht über Oſtern auf der
— am 27. April geht es weiter mit den reſtlichen
Spie=
m. ſich einige Vereine auswärtige Gegner zu
Privat=
die hier kurz erwähnt werden ſollen. Den von am
en Gegner hat ſich Viktoria Griesheim verpflichtet,
Ned Star Zürich empfängt. Die Schweizer gehören
s otionsklaſſe, die unſerer Kreisliga entſpricht, an. In
zt man ebenfalls am 1. Feiertag den Sportklub 07
vürttembergiſchen Kreisligaverein. Die Heilbronner
tag in Groß=Gerau gegen den Sportverein 1911 an.
Sprenblingen hat ſich für den 2. Feiertag die
be=
isligamannſchaft Germania Friedrichsfeld eingeladen.
am 1. Feiertag die ſpielſtarke Mannſchaft der Spiel=
V. f. R.) Pirmaſens.
Plätzen ſpielen der SC. Haſſia Dieburg, der am
ainz=Weiſenau gegen den dortigen V. f. R. antritt,
. 03 Egelsbach, der die Spielvgg. 1913 Nieder=
Ingel=
itere Spiele ſind nicht bekannt geworden. Auffällig
iſtädter Kreisligiſten bisher nichts gemeldet haben.
— Sonntag ſind zwei Ergebniſſe unſerer Kreisligiſten
ortverein Münſter, ſchlug in Kleinheubach den Oſt=
Viktoria Erlenbach ſicher mit 3:1. Ein ſchöner
Er=
ürr, da Erlenbach daheim ſchwer zu ſchlagen iſt. Der
1endlingen unterlag in Heuſenſtamm gegen den
Süd=
mit 5:2. Die Niederlage iſt, wie man hört, etwas
Englands Amateur=Fußballmeiſterſchaft errang FC. Ilford mit
einem 5:1=Sieg gegen Bournemouth.
Sämtliche ſportliche Veranſtaltungen wurden jetzt in Berlin durch
eine Verfügung der Polizeibehörde am Karfreitag verboten, wodurch
zahlreiche bereits eingegangene Spielverpflichtungen hinfällig werden.
Mit 11:0 wurde die Fußballelf der Berliner Polizei in Wien von
Adamira Wien geſchlagen.
Zum Europa=Waſſerballturnier vom 25. bis 31. Auguſt in Nürnberg
hat Belgien als erſte Nation ſeine Meldung abgegeben.
Schwerakhlekik.
Schlußrunde Go Ahead mit 5:1 Punkten vor Veloeitas 4:4, Willem II
und Ajax je 3:3, ſowie Blau=Wit mit 1:5 Punkten. — Polens
Meiſter=
ſchaftskämpfe beginnen — ebenſo wie die in den nordiſchen Ländern —
erſt im Frühjahr. Nach den erſten Spielen haben ſich bereits die alten
Favoriten Cracovia und Warta Poſen in den Vordergrund geſchoben.
In Ungarn wird die Spitzengruppe der Tabelle zur Zeit von den
fol=
genden Mannſchaften gebildet: 1. Ujpeſt 32:4 Punkte, 2. Ferenevaros
28:6 Punkte, 3. Hungaria Budapeſt 22:12 Punkte, 4. III. Bezirk 20:16
Punkte, 5. Budai II 16:16 Punkte, 6. Kiſpeſti 16:20 Punkte. Für
den Meiſtertitel kommen alſo nur noch der Mitropa=Pokalſieger Ujpeſt
und der Altmeiſter Ferenevaros in Betracht. Dieſe beiden
Mannſchaf=
ten können auch als Vertreter Ungarns bei den diesjährigen Spielen
um den Mitropa=Pokal gelten. — Für die Tſchechoflowakei werden
höchſtwahrſcheinlich als ſtärkſte Mannſchaften Slavia und Sparta Prag
in die Mitropa=Pokalkämpfe entſandt. Viktoria Ziskow hat in dieſer
Saiſon wieder nachgelaſſen. — Ziemlich offen iſt noch die Frage nach
dem Meiſter von Oeſterreich. Vier Wochen vor Abſchluß der
Meiſter=
ſchaftskämpfe kommen hier für den Meiſtertitel noch fünf Mannſchaften
in Betracht, und zwar Rayid und Vienna mit je 22:10 Punkten,
Ad=
mira mit 21:9 P., WAC. mit 19:11 P. und Auſtria, mit 16:14 P. Es
ſteht alſo noch ein ſpannender Endkampf in Sicht. — Daß in England
der Meiſter der erſten Liga Sheffield Wednasdey heißen wird, daran
iſt kaum noch zu zweifeln. Huddersfield Town und Arſenal beſtreiten
am 26. April das Pokalfinale. — Die Vierländerkonkurrenz, die von
den Repräſentativmannſchaften der vier großbritanniſchen Länder
be=
ſtritten wird, iſt ſchon zum Abſchluß gebracht. Sieger blieb diesmal
England mit 6:0 Punkten vor Schottland mit 4:2, Irland mit 2:4 und
Wales mit 0:6 Punkten. — In der Schweiz heißen die drei
Regional=
meiſter Grashoppers Zürich (Oſtſchweiz), FC. Baſel (Zentralſchweiz)
und FC. Biel (Oſtſchweiz). Pokalſieger wurde der FC. Bern.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Das Oſterprogramm.
Der wohlgelungene Verſuch des vergangenen Jahres, die Oſterſpiele
auch dem geſelligen Verkehr zu widmen, hat lebhaften Anklang gefunden.
Daher haben in dieſem Jahre eine ganze Anzahl Vereine ſich Gegner
aus dem weiteren Kreisgebiet und noch darüber hinaus verpflichtet,
teil=
weiſe werden Doppelſpiele ausgetragen. Sprendlingen ſpielt daheim
gegen Güls. Bei ſeiner vorjährigen Rheinlandfahrt konnte
Sprend=
lingen das Spiel für ſich entſcheiden. Die Darmſtädter Reichsbahn hat
ſogar noch weiter gegriffen und ebenfalls zwei Reichsbahnmannſchaften
aus Recklinghauſen verpflichtet. Ober=Ramſtadt erwartet Gäſte aus
der=
ſelben Kante. Koblenzer Turnbrüder wollen die Bergſtraße beſuchen.
Seeheim erwartet Gäſte von der Saar aus Völklingen, die ſicherlich
nicht enttäuſcht ſind. In unſerer heſſiſchen Heimat haben folgende
Spiele ebenfalls große Bedeutung: Langen gegen Tv. 46 Gießen und
Lorſch gegen Bingen 1846. Zahlreiche Vereine kommen aus der
Frank=
furter Kante, ſo daß die Rivalität den Spielen einen erhöhten Anreiz
daß Spielabſchlüſſe an dieſer Stelle direkt veröffent= burg, Bickenbach mit der Erſten gegen Griesheim Elektron und der
Zweiten gegen Stockſtadt am Main, Langens Zweite gegen Tv.
Hau=
ſen 1. und Heppenheim, mit zwei Mannſchaften gegen Preungesheim.
Der Wartburg=V. Frankfurt macht eine zweitägige Reiſe ins Ried, wo
er am erſten Feiertag in Groß=Gerau und am zweiten Feiertag in
Worfelden ſpielt. Ebenfalls ins Ried fährt, der Tv. 1910 Worms und
ſpielt in Wolfskehlen und Erfelden. Auch im Gau ſind Spiele zuſtande bildet fertige Unterlagen für den Lehrer.
gekommen, die ihre Anziehungskraft gewiß nicht verfehlen. So erwartet
Egelsbach die Darmſtädter Turngeſellſchaft mit drei Mannſchaften,
Hüt=
tenfeld ſpielt gegen Crumſtadt, Erzhauſen gegen Büttelborn, Gernsheim Fällen die Eltern ſelbſt ſorgen, wenn ſie nur wiſſen, wann und wie
gegen Biebesheim, Zell gegen Alsbach und Wolfskehlen 2. gegen Arheil= ſie mit der Bekämpfung von Bein= und Fußſchwächen anfangen müſſen.
gen 3. Faſt bei allen Begegnungen ſpielen vorher die
Jugendmann=
ſchaften derſelben Vereine. Nun darf aber neben dem geſelligen Ver= hilft, hat ſchon ſchwerſtes Elend verſchuldet. Darum kann Eltern und
kehr nicht vergeſſen werden, daß die Gäſte auch einen guten Eindruck vom
Handball mit nach Hauſe nehmen ſollen, wie er im Main=Rhein=Gau geraten werden, ihre Kinder nach dem einfachen Shſtem vorbeugend
geſpielt wird! — Zur Berichterſtattung iſt die Preſſeſtelle nur am zwei= üben zu laſſen, das Neumann=Neurode, der Verfaſſer der bekannten
ten Feiertag beſetzt. (Tel. 50.)
Tv. Wolfskehlen.
geglichenen Spiel mit 7:3 42:1) Toren beſievn. Die Zweiten beider lag Quelle u. Meher in Leipzig erſchienen und koſtet broſchiert nur
Vereine trennten ſich 8:3 für die Platzherren.
Für die beiden Oſtertage hat ſich Wolfskehlen zwei beſtbekannte
Gegner, wie Tv. 1910 Worms (Kreisklaſſe) und den Gaumeiſter des Turneriſche Körperſchulung. Von Polizeihauptmann, Kreisoberturnwart
Untertaunusgaues, Turngemeinde Kriftel, verpflichtet. Am 2. Oſtertag
ſpielt die zweite Mannſchaft gegen Tv. Arheilgen 3. Das Spiel
be=
ginnt um 2.15 Uhr, das der beiden Erſten um 3.30 Uhr. Wolfskehlen
beſtreitet die Spiele in der ſtärkſten Aufſtellung mit Schilling; Schickert, bereitung auf Höchſtleiſtung, wie wir ſie beim rekordſüchtigen Spezia=
Hofmann 1.; Hammann 1., Hammann 2., Schäfer; Hofmann 2., Schaff= liſtentum finden, es iſt eine allſeitige Durchbildung des Körpers, die die
ner, Fuchs, Glock, Rühl.
T.Geſ. Ober=Ramſtadt — T. Geſ. Koblenz.
Oſterfeiertag in Ober=Ramſtadt. Koblenz ſtellt eine ſehr flinke
Mann=
ſchaft ins Feld, und man kann mit Recht ſchönes Spiel erwarten und fahrungen des Verfaſſers als Kreisoberturnwart des Turnkreiſes
Bran=
letzteres allen Handballanhängern empfehlen. Spielbeginn 4 Uhr.
Freie Tgde. Darmſtadt — Groß=Gerau.
Um den Titel zu erringen, muß die Darmſtädter Mannſchaft unbedingt ſelbſt planmäßig Körperſchulung treiben kann. Angenehm ſind die Leit=
Tabellenzweiten, ein Verluſt heißt alle Hoffnungen begraben, da das Lehrbuch und zuverläſſiges Nachſchlagewerk.
Spiel das letzte Serienſpiel iſt. Das Ziel, die Erringung einer
ſport=
zen Könnens zwingen. Gefühlsmäßig müßte ein Sieg des Gaſtgebers
im Bereiche des Möglichen liegen, da Darmſtadt ſchon im Vorſpiel einen
immerhin zahlenmäßig hohen Erfolg buchen konnte. Das Spiel, das be=
Kreis-Ringkämpfe in
Die Meiſter des 2. und 8. Kreiſes bei „Vorwärts 05‟ Groß=Zimmern.
Dem Athletenverein „Vorwärts” Groß=Zimmern wurde für Ende
April (Datum wird noch bekanntgegeben) der Mannſchaftskampf im
Ningen, 8. Kreis gegen 2. Kreis, übertragen. Da das
ringkampffreu=
dige Publikum von Groß=Zimmern, ſtets großes Intereſſe für
hoch=
ſtehende Ringkämpfe zeigte, hat ſich die Kreisleitung entſchloſſen, dieſen
Kampf nach Groß=Zimmern zu verlegen.
Es kämpfen in der Mannſchaft des 8. Kreiſes außer den
Kreismei=
ſtern noch Brendel 2. (Europameiſter), Leucht (Weltmeiſter) und
Lämmermann 2. (Deutſcher Meiſter), alle Nürnberg. Auch bei dem
2. Kreis ſehen wir den deutſchen Ringerkönig Bräun=Oberſtein,
die Deutſchen Meiſter Müller=Kreuznach und Ohl=Groß=Zimmern
auf der Matte. Auch Siefert=Kreuznach und Loch=Oberſtein ſind
Namen von Klang und haben den 2. Kreis immer mit gutem Erfolg
vertreten. Die genaue Mannſchaftsaufſtellung wird noch bekannt
ge=
geben. Beide Kreiſe ſind mit die beſten des Deutſchen Athl.=
Sportver=
bandes. Es werden alſo in Groß=Zimmern techniſch ſchöne Ringkämpfe
zu erwarten ſein, und wir machen ſchon jetzt die Anhänger des deutſchen
Ringſportes von nah und fern auf dieſen Kampf aufmerkſam.
An den Oſterfeiertagen fährt eine Mannſchaft von Groß=
Zimmern nach Aſchaffenburg=Damm, um dort einen Freundſchaftskampf
auszutragen. Hoffentlich mit gutem Erfolg.
Eine jährliche Prämie von 10000 Lire wurde von der italieniſchen
Negierung für den Studenten ausgeſetzt, der ſich im Laufe eines Jahres
als der beſte und erfolgreichſte Sportler erweiſt.
Eine Subvention von 200 000 Franes hat das franzöſiſche
Luft=
ſchiffahrtsminiſterium für die franzöſiſche Beteiligung am Europa=
Rundflug 1930 zur Verfügung geſtellt.
Zwiſchen Deutſchland und der Schweiz wurde ein Handball=
Länderſpiel vereinbart, das im Anſchluß an den Fußball=
Länder=
kampf Deutſchland — Schweiz am 31. Auguſt in Freiburg zur
Durch=
führung gelangen ſoll.
Zwei neue Weltleiſtungen über 200 und 300 Yards mit 2:20,6 bzw.
3:41,6 Min, ſtellte wiederum im Freiſtilſchwimmen die Amerikanerin
Madiſon auf.
„Humor beim Turnen”, Scherzübungen und Scherzſpiele von Real=
Oberlehrer Otto Wipper. 4. Aufl., 72 Seiten 30 Bilder. Broſch.
1,80 RM. Wilhelm Limpert=Verlag, Dresden=A. 1.
Ernſte Arbeit iſt auch im fröhlichen Spiel möglich. Die
Turn=
ſtunde muß von blühendem Leben und Treiben erfüllt ſein. Wie
glän=
zen die Augen der Schüler, wenn der Turnlehrer erſcheint, von dem
ſie wiſſen, daß er allezeit fröhlich und lebhaft iſt. Welche zähe
Aus=
dauer legen ſie an den Tag, wenn er ihnen durch Wechſel und Scherz
verleihen wird. Es ſind zu nennen: Zwingenberg gegen Tv. Neu=Iſen= bei den Uebungen die Turnſtunde angenehm macht. Dieſe Freude
ver=
mittelt das nun ſchon in vierter Auflage erſchienene Büchlein. Es iſt
für jeden Lehrer der Leibesübungen eine Handhabe zur anregenden
Geſtaltung des Unterrichts. Die Uebungen ſind für Knaben und
Mädchen. Nicht nur in der Schule, auch im Verein, bei Fahrten
und auf Ausflügen ſind dieſe Scherzübungen und Spiele für die Jugend
eine beſondere Freude. Die wertvolle Zuſammenſtellung der Uebungen
* „Gerade Beine und geſunde Füße für dein Kind”. Gerade Beine
und geſunde Füße bei ihren Kindern — dafür können in den meiſten
Der Irrtum, daß ſich auch in dieſer Hinſicht die Natur ſelbſt am beſten
Erziehern, denen kleine Kinder anvertraut ſind, nicht dringend genug
Säuglingsgymnaſtik, empfiehlt. Schon wenn man die inſtruktiven
Bil=
der dieſes Büchleins betrachtet, leuchtet ein, daß dieſes Verfahren
unſeren Kindern helfen wird, über Beinſchwächen hinwegzukommen,
Vergangenen Sonntag hatte Wolfskehlen die Meiſterklaſſenmann= und ihnen noch dazu Spaß macht, was gerade bei den Kleinſten von
ſchaft des Tv. Bürſtadt zu Gaſt und konnte denſelben nach einem aus= nicht zu unterſchätzender Wichtigkeit ſein dürfte. Das Buch iſt im Ver=
1,60 Reichsmark.
Ph. Kuhlenbeck. 2. Auflage. 189 Seiten. Kart. 4 RM., Leinen 5 RM.
Verlag Quelle u. Meher, Leipzig.
Turneriſche Körperſchulung, das iſt mehr als eine einſeitige Vor=
Vorausſetzung für jede gute Leiſtung von Dauer bildet. Daher ſollte in
jedem Turnverein, in jeder Schule eine planmäßig aufgebaute
Körper=
ſchulung betrieben werden. Eine wertvolle Anleitung hierzu gibt das
Obige beide Vereine treffen ſich zu einem Handballſpiele am erſten vorliegende Buch, das mit Recht als ein kleines Kompendium aller
tur=
neriſchen Uebungen bezeichnet werden kann. Die reichen praktiſchen
Er=
denburg und als Lehrer der preußiſchen Polizeiſchule für Leibesübungen
haben hier einen greifbaren Niederſchlag gefunden. Das Buch umfaßt
das Geſamtgebiet der Freiübungen ſowie das deutſche und ſchwediſche
Geräteturnen. An Hand von mehr als 150 Zeichnungen und Bildern
erläutert Verfaſſer alle Uebungsmöglichkeiten, ſyſtematiſch vom Leich=
Das entſcheidende Spiel, um die Bezirksmeiſterſchaft! teren zum Schwereren fortſchreitend, ſo daß jeder mit Hilfe dieſes Buches
gewinnen. Schon ein Unentſchieden bringt Punktegleichheit mit dem ſätze für die Vorturnerausbildung und für den Riegenbetrieb; alſo ein
lichen Würde, ſollte die Darmſtädter Mannſchaft zum Einſatz ihres gan= Meiſter der Leibesübungen. Von Oberſtudienrat Dr. F. W. Taube.
179 Seiten. Kart. 3,80 Mk., Leinen 4,60 Mk. Verlag von Quelle
u. Meyer, Leipzig.
Der heutige Betrieb der Leibesübungen in Schule und Verein baut
ſtimmt wieder zahlreiche Handbalfreunde, anziehen wird, findet am ſo vollſtändig auf den führenden Ideen und den jetzt noch gültigen Leh=
Karfreitag um 3 Uhr auf dem Sportplatz „Müllersteich” ſtatt, ren der großen Meiſter der Leibesübungen auf, daß eine Beſchäftigung
mit der Geſchichte der Leibsübungen gleichbedeutend iſt mit einem
Stu=
dium ihrer Methodik. In dieſem Sinne iſt das vorliegende Bändchen
als ein wertvoller Beitrag zur theoretiſchen Grundlegung des
Turnbe=
triebes dankbar zu begrüßen. Es iſt erſtaunlich, wie viele der Wünſche
und Forderungen unſerer Tage die einſtigen Führer der Turnbewegung
mit geradezu verblüffender Konſequenz vorweg genommen haben. Der
Verfaſſer hat auch aus ihrem Lebenswerk eine Fülle goldener Wahrheiten
ausgewählt und macht uns ſo mit den tragenden Gedanken dieſer Männer
bekannt. Beſonders die Turnlehrer, von denen ausreichende Kenntnis
in der Geſchichte der Leibesübungen verlangt wird, werden das Werkchen
mit Nutzen verwenden können.
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Nammer 107
Donnerstag, den
Der deutſche Außenhandel im März.
Sleigerung der Ausfuhr. — Erhöhle Ausfuhr von Ferkigwaren. — Gleichbleibende Einfuhr, jedoch kül
Tendenz der Einfuhr von Lebensmitkeln. — 170 Millionen Akkivſaldo der Handelsbilanz.
Warengruppen. Vielmehr ſtellt ſich das Ergebnis als ein Ausgleich
zwiſchen einer rückläufigen Bewegung der Einfuhr von Lebensmitteln
Zu Minionen Ausfagr geserſchäf
und Rohſtoffen und einer Zunahme der Einfuhr von Fertigwaren dar.
Die Lebensmitteleinfuhr ſank um rund 20 Mill. RM., die
Rohſtoff=
einfuhr blieb ſich gleich (ſank alſo im Tagesdurchſchnitt), während die
im Murz.
Fertigwaveneinfuhr um mehr als 23 Mill. RM. ſtieg.
Im einzelnen gilt folgendes: In der Gruppe Lebensmittel ſetzte
SuT 005 erſte vierteljahr 1930 noch 10 Millionen / Weizen mit — B,8 Mill. RM. ſeine bereits im Februar in Erſcheinung
getretene rückläufige Bewegung fort und gleicht damit die Einfuhrüber=
Die deutſche Außenhandelsſtatiſtik ſchließt für den Monat März
mit einem Ueberſchuß der Ausfuhr über die Einfuhr
von 220 Mill. RM. ab. Die Ausfuhr ſtieg gegenüber
Februar um rund 80 Mill. RM., die Einfuhr iſt ſich
un=
gefähr gleich geblieben: 883,6 Mill. RM. im März gegen 880,6 Mill.
RM. (nach Abſetzung des Zollabrechnungsverkehrs) im Februar. Die
Ausfuhrſteigerung entſpricht annähernd der größeren Anzahl von
Tagen im Monat März, das Gleichbleiben der Einfuhr verwandelt ſich
unter dieſem Geſichtspunkt in eine ſtärkere Einfuhrſenkung. Auf den
Tag umgerechnet ergeben ſich in der Tat bei der Ausfuhr für Februar
36,6 Mill. RM., für März 35,6 Mill. RM., bei der Einfuhr für
Fe=
bruar 31,4 Mill. RM. für März 28,5 Mill. RM.
Die tatſächliche Einfuhr für März liegt ebenſo wie ſchon für die
Monate Januar und Februar infolge des noch nicht gemeldeten
Zoll=
abrechnungsverkehrs um 50 Mill. RM. höher als ausgewieſen.
Der Aktivſaldo der Handelsbilanz im März beläuft
ſich alſo auf rund 170 Mill. RM.
Für das erſte Vierteljahr 1930 ergibt ſich damit, nach
Berſickſichtigung der durch die Zollabrechnungen erforderlichen
Korrek=
turen, ein Ausfuhrüberſchuß des deutſchen Außenhandels von
rund 230 Mill. RM.
Die Steigerung der Ausfuhr im März wird nahezu ausſchließlich
durch die Erhöhung der Ausfuhr von Fertigwaren bewirkt. Dieſe ſtieg
von Februar auf März um 77,6 Mill. RM. Bei Berückſichtigung des
Unterſchiedes in der Länge der beiden Monate bedeutet dies, daß ſich
die Fertigwarenausfuhr im März ungefähr auf derſelben Höhe wie im
Februar gehalten hat, während die Ausfuhr von Lebensmitteln,
Ge=
tränken, Rohſtoffen und halbfertigen Waren ſich zahlenmäßig gleich
geblieben, alſo tatſächlich zurückgegangen iſt
Das Sichgleichbleiben der Einfuhr, das bei Berückſichtigung des
Tagesunterſchiedes als Abſinken zu werten iſt, gilt nicht für alle
höhungen im Januar und Februar, ſoweit ſie durch die Zolländerung
und die Zollabrechnungen bedingt waren, zum Teil wieder aus. Eine
nennenswerte Zunahme zeigen nur Südfrüchte mit 3,5 Mill. RM.
Schaltet man den Einfluß der Zollabrechnungen, ſoweit wie möglich,
aus den Ergebniſſen aus, ſo ergibt ſich bei der Gruppe Lebensmittel
eine ſtärkere Mindereinfuhr insbeſondere für Eier: 4 Mill. RM.
Gerſte: 3,8 Mill. RM. Kaffee: 4,1 Mill. RM., Fiſche und
Fiſchzube=
reitungen: 3,4 Mill. RM., Weizen: 24,4 Mill. RM.
Die zahlenmäßige Abnahme bei der Einfuhr von Rohſtoffen und
halbfertigen Waren verteilt ſich auf eine Reihe von Waren und erſcheint
bedeutend nur bei Mineralölen (— 23,3 Mill. RM.) Sie iſt in
Wirk=
lichkeit nicht ſo groß, wenn man auch hier den Einfluß der
Zollabrech=
nungen (mit — 17,5 Mill. RM.) ausſchaltet, die bei dieſer Ware im
Januar und Februar eine beſonders große Rolle ſpielten. Eine
be=
merkenswerte Zunahme zeigen nur die Delfrüchte und Oelſaaten mit
10,8 Mill. RM.
Bei der Ausfuhr zeigen in der Gruppe Rohſtoffe und halbfertige
Waren eine bemerkenswerte Zunahme Felle zu Pelzwerk (+ 4,5 Mill.
RM.). Von den Waren, die eine Abnahme der Ausfuhr zeigen, iſt
Kupfer zu erwähnen (— 5,1 Mill. RM.).
Bei der Fertigwarenausfuhr verteilt ſich die Zunahme auf eine
große Anzahl von Gruppen, insbeſondere ſind daran beteiligt Pelze
und Pelzwaren (+ 7,9 Mill. RM.), Maſchinen (—½ 7,1. Mill. RM.),
Kleidung und Wäſche (— 6,3 Mill. RM.), Stab= und Formeiſen
(+ 5,4 Mill. RM.), ſonſtige Eiſenwaren (—½ 4,1 Mill. RM.),
baum=
wollene Gewebe (+ 4,5 Mill. RM.).
Die Reparations=Sachlieferungen ſind in der Ausfuhr mit 61,2
Mill. RM. vertreten gegen 64,5 Mill. RM. im Vormonat. Es werden
mithin 3,3 Mill. RM. weniger als im Februar nachgewieſen. Dabei
entfällt auf den Abſchnitt Rohſtoffe und halbfertige Waren eine
Mehr=
ausfuhr von 3,3 Mill. RM. und auf den Abſchnitt Fertigwaren eine
Minderausfuhr von 6,1 Mill. RM.
ger, während Barmer Bank und Dresdener Bank leich
ten. Zelſtoff Waldhof plus 1 Prozent. Von Autoakti”
ler leicht ein. Am variablen Markt traten Junghons
zent etwas hervor. Renten ruhig. Deutſche Anleiße
Ausländern Türken weiter etwas zur Schwäche neigend
Im weiteren Verlaufe nahm eine Verſtimmung
auf erneut auftauchende Gerüchte, die von
Arbeiterentl=
mens infolge Konjunkturrückganges wiſſen wollten
loren insgeſamt zirka 4 Prozent. Auch an den übrig
Material heraus, doch blieben die Rückgänge hier klein
neigte zur Schwäche. Akuaktien konnten ſich wieder etm
echluß ſetzte ſich wieder eine etwas freundlichere
Te=
es kam zu kleinen Erholungen. Am Geldmarkt war
4½ Prozent leicht erhöht. Am Deviſenmarkt nannte.
Dollar 4,1898, gegen Pfunde 20,3758, London-Kabel
124.02. — Mailand 92,77. — Madrid 38,80,
— Holland 12,09½.
An der Abendbörſe verſtärkte ſich die Zurüe
faſt vollkommenen Geſchäftsſtille. Der Ordermangel n
intenſiv bemerkbar. Kursveränderungen waren kaun
Am Bankenmarkt konnten Danatbank und Dresdner
anziehen. Metallgeſellſchaft lagen dagegen etwas n
Farben blieben vollkommen unverändert.
Am Donnerstag, den 17. April, findet 1
börſe ſtatt.
Be
Infolge der bevorſtehenden viertägigen Unterbredh
geſchäfts zu Oſtern war die Tendenz nach einem g
mittagsverkehr auch an der Vorbörſe ſehr ruhig. Gür
ſtige Momente hielten ſich etwa die Waage; ſo ſtand d
der Bewag=Anleihe in New York und den deutſchen G
don eine Verſtärkung der Feierſchichten beim Stahl
A. E.G. waren bei kleinem Intereſſe ſchon vorbörslic
veranlagt. Die Kursfeſtſetzung geſtaltete ſich zu
Be=
herrſchenden Ordermangels recht ſchleppend. Gegen der
ergaben ſich meiſt nur geringfügige Veränderungen n.
eine ausgeſprochene Tendenz war nicht erkennbar. Na
ſen wurde es ſchwächer, obwohl die Außenhandelsziffer
März einen Aktiv=Saldo von rund 170 Millionen M
daß ſich bei Berückſichtigung der durch die Zollabrec e
lichen Korrekturen für das erſte Vierteljahr 1930 ein 5
von rund 230 Millionen Reichsmark ergibt. Die
Meld=
blattes, wonach 2000 Siemensarbeiter infolge des Kor
entlaſſen ſein ſollen, fand ſtärkere Beachtung; es er
allen Märkten Verluſte bis zu 2 Prozent. Deviſen
leicht verſteift. Tagesgeld 3—5½ Prozent, Monatsge
zent, Warenwechſel zirka 434 Prozent.
Darmſtädter Viehmarkt vom 16. April. Auftr
8 Schafe. Preiſe für Kälber a) 77—83, b) 70—76, c) 6
verlauf: ſchleppend.
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenbericht vom 16. April. Die Tendenz an der
Frankfurter Getreidebörſe war ruhig. Es wurden bezahlt: Weizen
Hek=
tolitergew., von 78 Kg. gut, geſund und trocken 285—287, Roggen do.
von 72 Kg. 185—187,50, Sommergerſte für Brauzwecke 200—205, Hafer
(inländ.) 185—190, Weizenmehl ſüdd. 41,25—42,25, do. niederrhein. 40,75
bis 42, Roggenmehl 77,25—28,50, Weizenkleie 9, Roggenkleie 10—10,25.
Berliner Produktenbericht vom 16. April. Trotz der überwiegend
ſchwächeren Auslandsmeldungen war an der heutigen Börſe wiederum
eine feſtere Grundſtimmung feſtzuſtellen. Das Inlandsangebot von
Weizen war ſehr gering, und da man mit einer Zollerhöhung rechnet,
waren ſowohl im Prompt= als auch im handelsrechtlichen
Lieferungs=
geſchäft bei mäßigen Umſätzen Preisbeſſerungen um 1½ bis 2½ Mark
zu verzeichnen. Roggen iſt etwas mehr als in den letzten Tagen
offe=
riert, die Promptpreiſe waren etwa behauptet, dagegen ſpätere
Liefe=
rung befeſtigt, ſo daß ſich die Reports erneut erweitert haben. Weizen=
und Roggenmehle haben bei unveränderten Mühlenofferten ſchleppendes
Geſchäft. Hafer iſt in den erſthändigen Forderungen etwa 3 Mark höher
gehalten. Während der Konſum ſtärkere Zurückhaltung bekundet, ſind
im Exporthandel leicht erhöhte Preiſe durchzuholen. Der
Lieferungs=
markt ſetzte etwa 3 Mark feſter ein. Gerſte ruhig.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 16. April ſtellten ſich
für Elektrolytkupfer auf 170.50 RM., Originalhüttenaluminium
190, desgl. 194 Reinnickel 350, Antimon Regulus 60 bis 62,
Fein=
ſilber 58—60 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 16. April ſtellten ſich für
Kupfer: Januar und Februar 115.75 (116), März 116 (116.25),
April 116.75 (117.50), Mai 116 (116.50), Juni 115.75 (115.50),
Juli und Auguſt 115.25 (115.75), September 115.50 (115.75),
Okto=
ber, November und Dezember 115.75 (115.75). Tendenz: flau.
Für Blei: Januar und Februar 36.75 (37.25), März 37 (37.25),
April 36.50 (37.25), Mai und Juni 36 (37). Juli 36.50 (37.25),
Auguſt 36.50 (37) September, Oktober und November 36.75 (37),
Dezember 36.75 (37.25), Tendenz; ruhig. — Für Zink: Januar
und Februar 36.50 (38), März 37 (38.50). April 33 (35.25). Mai
34 (36) Juni 34.50 (37), Juli 34.50 (37.50) Auguſt 35.50 (37.75),
September 36 (38), Oktober 36.50 (38.50), November und
Dezem=
ber 36 (33). Tendenz: abgeſchwächt. — Die erſten Zahlen
bedeu=
ten Geld, die in Klammern Brief.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die außerordentlichen Hauptverſammlungen der Hapag und des
Norddeutſchen Lloyd haben in getvennten Sitzungen den vor einigen
Wochen abgeſchlofſenen Interefſengemeinſchaftsvertrag genehmigt.
Siemens u. Halske haben im Einvernehmen mit der
Gewerbeauf=
ſichtsbehörde unter Berückſichtigung der derzeitigen Geſchäftslage,
haupt=
ſächlich auf dem Gebiete des Fernſprechweſens, die Genehmigung
erhal=
ten, in den nächſten Wochen bis zu 2000 Mann entſprechend dem
Rück=
gang der Aufträge zu entlaſſen.
Die Bilanzſitzung der A.G. für Zellſtoff= und Papierfabrikation,
Aſchaffenburg, findet am 28. d. M. ſtatt. Entſprechend frühever
Ver=
waltungsankündigung iſt wohl mit dem unveränderten
Dividendenvor=
ſchlag von 12 Prozent für 1929 noch zu rechnen.
Die Bilanzſitzung bei der zum Intereſſenkreis der Dyckerhoff u.
Söhne, Wiesbaden, gehörenden Geſellſchaft Portlandzementwerk
Karl=
ſtadt A. G., Karlſtadt a. M., findet, wie der Fwd. erfährt, am 30. d. M.
ſtatt. Für 1929 werden wieder 10 Prozent Dividende in Vorſchlag
gebracht.
Die G.V. des Pforzheimer Bankvereins A. G., Pforzheim, beſchloß
die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent aus einem Reingewinn
von 58 436 Reichsmark auf das 500 000 Reichsmark betragende A. K.
Die Firma Gebr. Hepp in Pforzheim hat unter dem Namen Gebr.
Hepp G. m. b. H., Pforzheim, Filiale Zürich, eine Zweigniederlaſſung
errichtet, die Metallwaren, insbeſondere Tafelgeräte und Beſtecke aus
Alpakka, herſtellen und vertreiben ſoll. Das Stammkapital der
Geſell=
ſchaft beträgt 900 000 RM.
Bei der Etatsberatung im Chemnitzer Stadtparlament erklärte der
Oberbürgermeiſter zur Liquidation der Sächſiſchen Maſchinenfabrik Rich.
Hartmann, daß mit dr Werksleitung der Firma Beſprechungen
ſtatt=
gefunden hätten, deren Ergebnis ſei, daß, ſelbſt wenn die Stadt
Chem=
nitz 4 bis 6 Millionen Reichsmark 4 fonds perdu den Werken zur
Ver=
fügung ſtellen werde, ſich dieſe höchſtens nur ein Jahr halten könnten
und dann die Liquidation notwendig wäre. Die Werke würden
umge=
wandelt, ſo daß alle Teile als neue Geſellſchaft entſtünden und die
Ar=
beiterſchaft teilweiſe weiter beſchäftigt bleibe.
Der Kanton Baſel=Stadt hat eine 4½prozentige Anleihe von 25
itz4bis6MillionenReichsmarkn
foll in erſter Linie zur Konvention bzw. Rückzahlung der am 31. Mai
1930 fälligen 5prozentigen Staatsanleihe von 1914 (25 Millionen
Schwei=
zer Franken) und der 6prozentigen Staatsanleihe von 1929 (10
Millio=
nen Schweizer Franken) dienen. Der Zeichnungspreis iſt auf 98,40
Pro=
zent zuzüglich 0,60 Prozent eidgenöſſiſcher Titelſtempel abzüglich Zins
zu 4½ Prozent vom Tage der Einzahlung bis 31. Mai 1930 feſtgeſetzt.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 16. April.
Tendenz: ſchwächer. Im Vormittagsverkehr war das Geſchäft in
Anbetracht der Unterbrechung des Börſenverkehrs durch die
bevorſtehen=
den Oſterfeiertage minimal. Aufträge waren wieder kaum eingetroffen,
doch war die Stimmung infolge der nicht beſtätigten Gerüchte, die an
der geſtrigen Böyſe in Umlauf geſetzt wurden, wieder etwas
zuverſicht=
licher. Die Kuliſſe zeigte ſpäter einiges Deckungsbedürfnis, aber auch
nur in Spezialaktien, ſo daß in dieſen Werten gegenüber der geſtrigen
Abendbörſe vereinzelt kleine Beſſerungen zu verzeichnen waren. Im
großen und ganzen war die Kursgeſtaltung nicht einheitlich. Auf der
anderen Seite gaben die weiter günſtigen Geldmarktverhältniſſe, trotz
des Medios liegt Tagesgeld ſehr leicht, dem Grundton der Börſe eine
nicht zu verkennende Widerſtandskraft. Lebhafteres Intereſſe beſtand
am Elektromarkt für A.E. G., die auf Auslandskäufe 1½ Prozent
ge=
wannen. Licht u. Kraft leicht erhöht. Von Kunſtſeideaktien waren Aku
angeboten und 1½ Prozent ſchwächer. Montanwerte vernachläſſigt.
Otavi=Minen verloren 134 Mark, was aber in erſter Linie auf die
er=
neute Kupferbaiſſe zurückzuführen war. Phönis gut behauptet. Kali
knapp gehalten. Schifffahrtswerte leicht gedrückt. Am Bankenmarkt
waren Berliner Handelsgeſellſchaft angeboten und 2½ Prozent niedri=
Berliner Kursbericht
vom 16. April 1930
Es notierten nach Meldungen aus Chicag
Getreide. Weizen: Mai 108, Juli 109½,
Dezember 116½; Mais: 84, Juli 85½, Septem!
ber 81½; Hafer: Mai 44, Juli 44½, September
Mai 62, Juli 68½, September 72½.
Schmalz: Mai 10,35, Juli 10,60, September
Fleiſch. Rippen —; Speck, loko 13,75; leich
bis 10,45, ſchwere Schweine 9,75 bis 10,25, S
Chicago 21 000, im Weſten 82000.
Baumwolle: Mai 15,86, Juli 16.
Es notierten nach Meldungen aus NewYo
Schmalz: Prima Weſtern 11,05; Talg, ext:
Getreide. Weizen: Rotwinter n. Ernte 19
112: Mais 94, Mehl 5,75—5,96. Getreidefrach
1,6 bis 2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis
Kakao. Tendenz: feſt; Umſätze: 78; Loko:
Mai 8,26, Juni 8,43, Juli 8,58, September 8,
Dezember 8,85.
vom
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Gef. 1
Dresdner Bank
Hapag
.
Hanſa Dampfſch.
Nordd= Lloyzd
A. E. 6.
1
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg.
Bergmann Elektr. 1
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas/1
Deutſche Erdöl 1
ife
230.—
150.75
1145.—
112.875
161.25
112.625
74.50
87.50
146.50
199.—
67.
186.50
173.50
101.875
Miee ee
G. 6. Farben.
Gelſenk. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
HarpenerBergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöcherwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
„Wiee
175.25
140.75
181.—
125.125
1o9.5o
226.—
101.50
110.50
108.25
49.25
93.50
108.75
80.—
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt ſ=
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkaliſ,
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
*
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
V
71.125
390.—
153.—
157.—
98.50
229.—
77.—
35.—
66.50
113.—
86.—
186.75
17.25
66.50
51.25
Helingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo.
Kopenhagen
Stockholm.
London
Buenos=Aires
New York.
Belgien
Italien
Paris
Währungſ”
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Stg.
1 Pap. Peſo
t Dollar.
100 Belga
100 Lire
100 Franes
GeldBrief
10.539 10.559
58.277 59.097/8
12.397 12.41
3.13 73.27
3.0341 3.040
168.27 168.8
112,.06 112.28
112.07 112.2
112.51 112.75
20.358 20.398
1.630/ 1. 634/4
4. 1855/ 4. 1935
58. 425 58.545
21.95 21.99
16.41 16.45
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Nio de Janeroſt M
Jugoflawien
Bortugal
Athen
Konſtantinopel
Kairo
Kanada
Uruguah
Fsland
Tallinn (Eſtl.
Riga
ſto0
1o0
100
It tür
ſt ägl
teat
Baraftadter ans Härsohatbant, Koulmanditgefeafwaftauf Altien,e
Frankfurter Kursbericht vom 16. April 1930.
72Dtſch Reichsanl.
6%
6%o Baden.. ....)
82 Bahern....
8% Heſſen b. 28
8%
v. 29
6% Preuß.
Staats=
anl.. . .
8% Sachſen ...
....
77 Thüringen .
Dtſche. Anl. Auslo=!
ſungsſch. — 1.
Ablöſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe „.
8% Baden=Baden
69 Berlin .....
8% Darmſtadt v. 26
v.28
720 Frankf. a. M.
880 Mainz......
82 Mannheim..
8%0 Nürnberg...
8½ Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
8% „ „Goldobl.
4½% Heſſ. Ods.
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr. . . . . . . ..
8%0 Preuß. Lds..=Anſt. Gold=
Pfbr. ..
8%0 „ „ Goldobl.
88 Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldohl
89Kaſſeler Land. Goldpfbr.
87.1
78.5
73.2
90.5
94
931,
982,
78.5
80.75
3.15
90.5
3.
80
851),
88),
97.25
92.5
18% Naſſ.Landesbk.)
Goldpfbr.
4½% „ Sbl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser.
„ Ser.II
Ot. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½% „Ligu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk.
14½% „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr.=Bk.
½0 „Lig. Pfbr.
8½ Mein. Hyp.=Bk.
4½%n Lig. Pfbr..
82 Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% n Lig.Pfbr.
82 Preuß.
Boden=
ered.=Bank ..."
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bank.
4½0 „ Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hhp. Bk.
½%0 „ Lig. Pfbr.,
9 Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .....
182 Südd. Bod.=
Cred.=Bank.
1½% n Lig. Pfbr.
8% Württ. Hhp.=B.
6% Daimler=Benz
18% Dt. Linol. Werke
% Klöckhner=Werkel
% Mainkraftwerkel
7% Mitteld.
Stahl=
werke .......!
2 Salzmannu. Co
79Ver. Stahlwerke
8%0 BoigteHäffner
97.5
80.75
53.5
72
16
98
83.5
98
84.9
98
85.85
98
85.5
98
84.75
98
86.25
98.5
81.15
98
85.4
28.5
98
82.75
98
90
88
89.5
96.5
13. 0.Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
L.Inveſt.
44½% Oſt.
Schatz=
anw... . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½% „
/420 Türk. Admin.
42 „ 1. Bagdad
% „ Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½ „ 1914
„ Goldr.
1910
Aktien
Halg. Kunſtzüde Uni
AEG. Stamm.
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Bemberg J. P..
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BrownBoverickCie.
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Karlſtadt
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NChem. Werke Albert
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(SDaimler=Benz A. G.
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„ Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt,
„ Linoleumwerk
Ohckerhoff u.
Wid=
mann ...
ſEichbaum=Werger
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Mee
31.5
31.5
44
27.25
25.625
21
117
174
133.5
143
191.75
355
180
259
124.5
25.5
101.25
154,25
Fa
chw. 9
gwerk
EßlingenMaſchinen
EtlingenSpinnereil
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas.
Hof.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Berawerk
Geſ. f. elektr.
Unter=
nehmungen ...."
Goldſchmidt Th.
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Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft..
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
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Hirſch Kupfer. ....
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtrie
3lſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Chemie. ..
Aſchersleben
„ Salzdetfurth
Weſteregeln .
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R..
Klein, Schanzlin ..
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Lahmeyer & Co. ..
ch, Augsburg ..
wenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . . .
211
33.5
210
175.05
97.5
zu0
50
36
140
1807.
As
125.5
107.5
85.5
97
108.25
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39.5
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224.5
227.5
103
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116.5
172.2!
106
256
59
11
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„Mannesm.=Röhren!.
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1o0
07.5
130.5
53
50
115.25
54.75
114
149
105
103.5
R
171
215
269
84.5
132.,5
190.6
136
161
109
110.5
100
20
80.75
98
100
218
[ ← ][ ][ → ]
Oster=Ongebote
herseugen Sie davon, daß gute Ronfektion nicht
nbedingt teuer sein muß.
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hreibt: „Großes Autsehen aut der Leipz ger Messe hat
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SSiiltate waren geradezu sensationell. An einem Tage
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Seite 15
MNAnd Ausland.
Spanienflug des „Graf
Zeppelin=
roßfeuer in Grünau.
derboote verbrannt.
In Grünau brach gegen Mitter=
Bootshaus aus noch nicht
auf=
he Feuer aus, das ſich mit großer
eſiates uf zwei benachbarte Bootshäuſer
te otzdem fünf Löſchzüge mit fünf=
Noh y das Feuer bekämpften, ſind die
Boots er mit insgeſamt 180
Ruderboo=
jg ichtet worden.
erbury ng der Leiche Eva Cecchinis.
Auf dem Friedhof in Weißenſee
de geſctt vormittag die Leiche der vor eini=
Tagem) atteten Frau Eva Koppel=Cecchini
ſyweſet t von Vertretern der
Staatsan=
der Kriminalpolizei exhumiert.
unen Ausg ung erfolgte auf Verlangen der
tsanny haft in Bellinzona. Die ſchweize=
Behr hatte das zuſtändige Amtsgericht
dux ektion die Todesurſache
einwand=
feſtſten zu laſſen. Nach der Obduktion
ſe in aller Stille wieder beſtattet.
uraſch Aufklärung eines angeblichen
Raubmordes.
hurg „Spreewald. Eine überraſchende
fruns id der angebliche Raubmord an
Molke ſpektor Appelt, der am Dienstag
r 5en in ſeiner Wohnung
aufgefun=
des ſährend man urſprünglich eine
vm 0000 RM. vermißte und auf
tirdnung in den Büroräumen
an=
daß brecher am Werk geweſen ſeien,
e Ber Kriminalpolizei feſtgeſtellt, daß
erſchr ene Geld in der Wohnung
ver=
ar, daß Selbſtmord vorliegt. Die
Zer nirz ſich der Inſpektor erſchoſſen hat,
Jauchegrube auf dem Hof des
ücks r ein Meter von der Leiche
ent=
aufer den. Appelt ſoll angeblich eine
erſ5 ung abgeſchloſſen haben, die im
ötzlichen Ablebens an ſeine Frau
den ſollte.
Sex ordverſuche an einem Tage.
en n Dienstag haben 22 Menſchen
„ſord iche unternommen. Neun iſt
die=
ha gelungen, die andern dreizehn,
meiſten aus Not oder Krankheit
n, hat man dem Leben erhalten
Ilt dies einen Selbſtmordrekord
in Wien dar.
Feſt+ über Horty zuſammengebrochen.
jähr. 6. Als Reichsverweſer Horty der
ſein 1ig für eine Gedächtniskirche in
nd Aülßeres ranzſtadt beiwohnte, wurde das
ve nem plötzlich einſetzenden ſtarken
P
ſec riſſen. Horty ſelbſt blieb unver=
HTaujähr) aus ſeiner Umgebung mehrere
en etzungen erhielten. Horty
betei=
han den Arbeiten, die Verletzten
Poularük z mengebrochenen Zelt zu befreien.
Kapa/
LLsehla fih4
ast-Hälleb-
SuppetZ
ront.M 21.
Fü
re Flugzeugkataſtrophe.
ein ſchweres Flugzeugunglück er=
Mittwoch vormittag über
Cha=
i Militärflugzeuge ſtießen / bei
flug in 800 Meter Höhe
zuſam=
n ab. Die beiden Inſaſſen ſowie
den getötet. — Das eine
Flug=
indecker, das von einem
Flieger=
ert war, ſtürzte mitten in die
Platz der Republik und ging in
Der Führer fiel bereits während
is dem Sitz und blieb mit
zer=
liedmaßen auf dem Dach eines
s liegen. Das andere Flugzeug
ich eines Hauſes und fing
eben=
s ſich raſch über das ganze
Ge=
ete. Der Führer wurde mit
ab=
e im Hofe aufgefunden. Eine im
* alte Frau kam in den Flam=
rEMiſtral über Südfrankreich.
eber Marſeilles und dem geſam=
Evütet ſeit Dienstag ein ſcharfer
de uf dem Lande wie im Hafen
Scnangerichtet hat. Faſt ſämtliche
hüte ſie Marſeilles vor Anker liegen,
er=
der weniger ſchwere
Beſchädi=
nützel. De ahnhofsvorſteher einer bei
Mar=
legn Station wurde, als er infolge
& Sturmes das Herannahen des
men und 8e2 erhörte, überfahren und getötet.
Sch es Unwetter in Italien.
brstö0
Karwoche kündigt ſich in Italien
et ud 9 Eis ſewitter, Hagelſchläge und
Platz=
von einem Temperaturſturz
be=
n der vergangenen Nacht wurde
lic on einem ſchweren Sturm heim=
Adem beſonders Neapel zu leiden
einigen Schäden in der Stadt
nſturz einer Villa am Strande zu
Wogen über das Ufer gepeitſcht
ter Kaſerne in Cuneo wurde ein
Zlitz getötet.
Blick auf Sevilla, dem Ziel der Spanienfahrt des „Graf Zeppelin”.
Im Vordergrund Sevillas berühmte Kathedrale. Oben rechts „Graf Zeppelin”.
„Graf Zeppelin” in Sevilla gelandel.
Nach einer Meldung aus Sevilla iſt das
Luftſchiff auf dem Flugplatz Huelva glatt
gelandet. Die Landung hatte eine
unüber=
ſehbare Menſchenmenge aus der Stadt und der
Umgebung angelockt.
Der König, der ſich bekanntlich auf das
eifrigſte für die Zeppelinfahrten intereſſierte
und ſtets auf dem Laufenden halten ließ, wurde
auch jetzt wieder dauernd über die
Poſitions=
meldungen benachrichtigt. Als die
Schiffslei=
tung funkte, daß das Luftſchiff mit großer
Wahrſcheinlichkeit die Landung vornehmen
werde, hat ſich der König entſchloſſen, ſofort
nach Sevilla abzureiſen. Die
Flug=
platzleitung hatte mit der Ankunft des Königs
gerechnet und eine Tribüne errichtet. Auf dem
Flugplatz ſtanden 200 Soldaten bereit, das
Luft=
ſchiff zu halten. Da ſie aber für dieſe
Halte=
manöver nicht ausgebildet ſind, wurde eine
große Anzahl ſchwer beladener Laſtwagen
angefahren, an denen die Halteleinen
vor=
ſorglich befeſtigt wurden. Die Landung
voll=
zog ſich nach den vorliegenden Meldungen glatt.
und die Soldaten erledigten ihre ungewohnte
Aufgabe exakt und raſch. Der König war zur
Landung nicht rechtzeitig eingetroffen. Als er
in ſeinem Sonderzug von der bereits erfolgten
Landung hörte, ließ er die Luftſchiffleitung
erſuchen, mit dem Aufſtieg möglichſt nicht vor
ſeiner Ankunft zu beginnen. Unter der
Voraus=
ſetzung, daß ſich die Wetterlage in den nächſten
Kapitän Lehmann,
Stunden nicht verſchlechtern werde, wurde König
der Führer des „Graf Zeppelin” auf der
Alfons die Erfüllung des Wunſches zugeſagt.
Spanienfahrt.
Aus ganz Spanien, ſowie aus Spaniſch= und
Franzöſiſch=Marokko, ſind viele Flugzeuge mit „Braſilien bereitet ſich zum Empfang des „Graf
hochgeſtellten Perſönlichkeiten eingetroffen, um
Zeppelin” vor.
der Landung des „Graf Zeppelin” beizuwohnen.
Rio de Janeiro. Dem für Mitte Mai
Ganz Sevilla iſt überfüllt, da der
Fremdenzu=
ſtrom zur Heiligen Woche in Sevilla in dieſem geplanten Südamerikaflug des „Graf Zeppelin”,
Jahre beſonders ſtark iſt und der Zeppelin eine wird hier allgemein mit größtem Intereſſe
ent=
gegengeſehen. Auf dem Landeplatz von
Pernam=
weitere große Anziehung bildet.
buco ſind alle Vorbereitungen in vollem Gange,
und es wird bereits an der Errichtung der not=
„Graf Zeppelin” überflog auf ſeiner Spa= wendigen Baulichkeiten und des Ankermaſtes
nienfahrt Bordeaux in der Mittwochnacht. Das gearbeitet, der ebenſo wie Gasgeneratoren, Be=
Luftſchiff paſſierte Cap Finiſterre um 1.40 Uhr triebsſtoff und Luftſchifferſatzteile eingetroffen
morgens, Kap Ortegal um 4 Uhr und zog über iſt. Die Regierung unterſtützt die Vorberei=
Liſſabon, lebhaft begrüßt, gegen 10 Uhr mehrere, tungen für den Empfang des „Graf Zeppelin”,
Schleifen, um dann ſeine Fahrt in ſüdlicher durch die Anlage von Straßen, Waſſer= und
Richtung fortzuſetzen.
Stromleitungen uſw.
Selbſtmord in der Kirche.
Paris. Nachdem vor kaum 14 Tagen die
Pariſer Kirche St. Philippe du Roule der
Schau=
platz eines Selbſtmordes war, ereignete ſich am
Dienstag ein ähnlicher Fall. In der
Dreifaltig=
keitskirche befanden ſich nur wenige Gläubige,
als plötzlich Hilferufe die Kirche durchhallten.
Hinter dem Hauptaltar, zu Füßen eines
Marien=
ſtandbildes, wälzte ſich eine elegant gekleidete
Frau mit ſchmerzverzerrten Zügen am Boden.
Mit Hilfe eines Poliziſten wurde ſie eiligſt in
ein Krankenhaus gebracht. Dort ſtellte ſich her=
aus, daß ſie ein Fläſchchen mit Opium
ausge=
trunken hatte. Der Grund zu der Tat ſoll darin
zu ſuchen ſein, daß die Frau von ihrem
Lieb=
haber verlaſſen worden iſt.
Der Telephonverkehr Berlin—Moskau.
Moskau. Die Telegraphenagentur der
Sowjetunion veröffentlicht folgende Erklärung:
Die Mitteilung der Zeitungen, trotz der
Her=
ſtellung einer Telephonverbindung Berlin —
Moskau könnten Preſſemeldungen nur auf dem
üblichen telegraphiſchen Wege übermittelt
wer=
den, entſpricht nicht den Tatſachen. Der
Tele=
phonverkehr ſteht den Journaliſten offen in der
gleichen Weiſe, wie der Telegraphenverkehr.
Bibel.
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merik
Dr. Otto Vollbehr,
der ſeine Sammlung dem amerikaniſchen Staat
verkaufte.
Die Gutenberg=Bibel uus der Sammlung Vollbehr.
g des in Amerika anſäſſigen deutſchen Sammlers Dr. Otto Vollbehr, die eine der größten Raritäten, nämlich die erſte Gutenberg=Bibel,
jetzt vom amerikaniſchen Staat erworben. Vollbehr bot die Sammlung für die Hälfte ihres Wertes mit 1½ Millionen Dollars an.
Erfolgreiche Erkundungsflüge
eines Dornier=Wal=Flugbookes.
Berlin. Das Dornier=Wal=Flugboot
„D1647, Bremerhaven” iſt am Dienstag von
ſeinem Erkundungsflug nach den Canariſchen
Inſeln wieder in Cadiz gelandet. Die letzte
Strecke Las Palmas—Cadiz (1300 Kilometer)
wurde bei ſtarken Gegenwinden in neun
Stun=
den zurückgelegt. Nachdem das Flugboot vor
zwei Wochen in Las Palmas eingetroffen war,
wurden Erkundungsflüge unternommen, u. a.
nach Teneriffa und ſüdwärts nach Villa
Cis=
neros in Spaniſch=Weſtafrika. Im
Zuſammen=
hang mit dem letztgenannten Abſtecher ging eine
franzöſiſche Falſchmeldung durch einen Teil der
Preſſe, wonach das Flugboot an der
afrikani=
ſchen Küſte notgelandet ſei. — Wie der Leiter
des Unternehmens, Bertram, mitteilt, iſt jedoch
das geſamte Unternehmen, auf dem im
Strecken=
flug 7180 Kilometer in 43 Flugſtunden
zurück=
gelegt wurden, ohne den geringſten Zwiſchenfall
verlaufen. Die Durchſchnittsgeſchwindigkeit der
Maſchine betrug 167 Kilometer in der Stunde.
Das Flugboot wird vorläufig in Spanien
blei=
ben, denn die Lufthanſa beabſichtigt, weitere
Verſuchsflüge zur genauen Erkundung aller
Vor=
bedingungen für einen regelmäßigen Flugdienſt
nach den Canariſchen Inſeln durchzuführen.
Verbrecheriſche „Schabgräber”.
Paris. Eine Angelegenheit, die lebhaft
an einen Verbrecherroman erinnert, beſchäftigt
die Gerichte von Evreux. Ein 50jähriger
Kauf=
mann hatte vor mehreren Monaten ein in der
dortigen Gegend gelegenes großes Schloß
ge=
mietet, das er mit ſeinem Stiefſohn bewohnte.
Nach und nach verkaufte er die wertvollſten
Möbel des Schloſſes. Er hätte die Diebſtähle
ſicher noch weiter fortgeführt, wenn nicht der
Schloßgärtner der in Paris wohnenden
Haus=
beſitzerin Mitteilung davon gemacht hätte. Vater
und Sohn wurden daraufhin verhaftet. Im
Ge=
fängnis gab nun der Sohn aufſehenerregende
Einzelheiten des verbrecheriſchen Treibens im
Schloß bekannt. Vater und Sohn waren in die
Familiengruft der ehemaligen Beſitzer geſtiegen.
hatten dort die Särge geöffnet und die Leichen
ſämtlicher Schmuckſachen beraubt, um ſie in
Paris zu verkaufen. Aus einem Buch, das ſie in
der Bibliothek des Schloſſes fanden, glaubten ſie
zu entnehmen, daß an einer gewiſſen Stelle
un=
ter dem Schloß ein koſtbarer Schatz verſteckt ſei.
Sie gruben weite unterirdiſche Gänge, ohne
je=
doch irgend etwas zu finden. Als ſie bei einem
ihrer nächtlichen Ausflüge vom Gärtner des
Schloſſes und deſſen Frau überraſcht wurden,
verſuchten ſie, ſich dieſer beiden Zeugen dadurch
zu entledigen, daß ſie einen Giftmordverſuch
un=
ternahmen, der glücklicherweiſe mißlang. Ein
ſiebenjähriges uneheliches Kind des Vaters, das
den beiden Unmenſchen im Wege ſtand,
vergif=
teten ſie und meldeten es als verſtorben an.
Un=
begreiflicherweiſe wurde ihnen ſeinerzeit die
Begräbniserlaubnis erteilt. Die Gerichte haben
nunmehr die Ausgrabung der Leiche des Kinde
angeordnet.
Selbſtmord des ruſſiſchen Lichkers
Majakowſki.
Wladimir Majakowſki,
der in jüngſter Zeit viel genannte ruſſiſche
Dich=
ter, der Führer des ruſſiſchen Futurismus und
Weggenoſſe des Regiſſeurs Meyerhold, verübte
wahrſcheinlich aus Familiengründen —
Selbſtmord.
Internationaler Kongreß für pſychiſche Hygiene
in Waſhington 1930.
Für den erſten internationalen Kongreß für
pſychiſche Hygiene, der vom 5. bis 10. Mai 1930
in Waſhington (U. S.A.) unter Anteilnahme
zahlreicher Vertreter aller Staaten der Welt
ſtattfinden wird, hat die Deutſche
Reichsregie=
rung den Begründer der pſychiſchen Hygiene,
Geh. Rat Prof. Dr. Sommer, Direktor der
pſy=
chiatriſchen Klinik an der Univerſität Gießen
und 1. Vorſitzenden des Deutſchen Verbandes für
pſychiſche Hygiene, zum Führer der deutſchen
De=
legation ernannt. Geh. Rat Sommer gehört ſchon
ſeit Jahren dem vorbereitenden Komitee an und
iſt Ehren=Vizepräſident des Weltkongreſſes.
Ferner ſind von der Reichsregierung als
Ver=
treter der 2. Vorſitzende des deutſchen
Ver=
bandes, Prof. Dr. D. W. Weygandt, Direktor der
Pſychiatriſchen Klinik an der Univerſität
Ham=
burg, und der Geſchäftsführer, Obermedizinalrat
im badiſchen Staatsminiſterium Dr. Roeſer=
Il=
lenau=Achern, beſtimmt worden. Eine
ent=
ſprechende Note iſt zwiſchen dem Deutſchen
Aus=
wärtigen Amt und der amerikaniſchen Botſchaft
ausgetauſcht worden. An dem Kongreß nehmen
außerdem eine Reihe deutſcher Gelehrter und
Intereſſenten teil. Bekanntlich hat Präſident
Hoover das Ehren=Präſidium des Kongreſſes
übernommen. Gelegenheit zur Teilnahme iſt
ferner durch rechtzeitige Anmeldung bei dem
Führer der Delegation geboten.
Seite 16
Donnerstag, den 17. April 1930
Nummer
Ein Meer liegt im Skerben.
Reiſe an die Zuiderſee. — Deutſch=holländiſche Mißverſtändniſſe.
— Das Projelt von der Trockenlegung der ſüdlichen Nordſee.
In der elektriſchen Pumpmühle von Medemblik.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Vor drei Wochen wurde mit der
Entwäſ=
ſerung des nordweſtlichen Teiles der
Zuider=
ſee begonnen, der bereits im Auguſt d. J. zur
Gänze trocken gelegt ſein wird. Unſer
Son=
derberichterſtatter ſchildert im folgenden ſeine
Eindrücke bei der Beſichtigung dieſes größten
Waſſerbauwerkes der Gegenwart.
Dr. G. St. Medemblik, 1. April 1930.
Es hat ſchon eine tiefere, pſychologiſche Urſache, wenn man
gerade in Deutſchland den Trockenlegungsarbeiten an der
Zuider=
ſee, die jetzt in ein neues Stadium getreten iſt, eine beſondere
Aufmerkſamkeit zuwendet. Was bezweckt man mit der
Trocken=
legung dieſes ausgebreiteten Meeresteiles? Land zu gewinnen,
Ackerboden und Siedlungsfläche für ein kleines Volk, das,
ob=
gleich es große, blühende Kolonien beſitzt, ſich auf ſeiner
Heimat=
ſcholle ausbreiten will und wohl auch muß, wenn man die
Zu=
ſpitzung der politiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe in den
indiſchen Kolonien in Rückſicht zieht.
Deutſchland aber beſitzt heute trotz ſeiner immer mehr
an=
wachſenden Bevölkerung keine Kolonien, die das überſchüſſige
Menſchenmaterial aufnehmen können, es kämpft ſeit Jahren mit
dem Hungergeſpenſt der Arbeitsloſigkeit und braucht Land und
wiederum Land.
Die Holländer, ſeit Jahrhunderten im zähen Kampf mit der
See haben uns einen Weg gewieſen, wie in friedlicher
Arbeit neuer Boden gewonnen werden kann,
in=
dem man ihn dem Meere abtrotzt. Und in dem letzten Jahrzehnt,
welches das gigantiſche Projekt von der Trockenlegung der
Zuider=
ſee zur Durchführung brachte, haben auch wir in Deutſchland
im kleinen Verſuche unternommen, Meeresgrund in Ackerboden
umzuwandeln. Doch nicht genug damit! Die Pläne werden
im=
mer größer, manchmal erſcheinen ſie uns ſchon phantaſtiſch, ſo deihen auf den Weiden und auf den kaum überſehbaren
wenn man erfährt, daß ſeit Monaten deutſche Gelehrte und
In=
genieure an der Ausarbeitung eines Projektes arbeiten, durch das
die ganze ſüdliche Nordſee trocken gelegt werden
will man auf dieſe Weiſe ſchaffen, um Millionen von Volks=
Quadratkilometer zu gewinnen, müßte man von der Spitze
Jüt=
lands nach Weſten bis zur Doggerbank und weiter bis zur
Länge ziehen, eine heute noch faſt unmöglich erſcheinende Idee,
ſolche Maſchinen zu bauen vermögen, die den Vorausſetzungen
dieſes Projektes entſprechen. Der holländiſche Ingenieur
Ver=
hey, der in Medemblik die elektriſche Pumpſtation errichtete und
die Trockenlegungsarbeiten an dieſem Teil der Zuiderſee leitet,
erklärte mir, er halte das Projekt von der Trockenlegung des
ſüdlichen Teiles der Nordſee derzeit für unmöglich, für
undurch=
führbar vor allem vom Standpunkt der Technik aus. Aber er be= 9
ſtreitet nicht, daß in zehn oder zwanzig Jahren Maſchinen
er=
ſichtsloſe Projekt einer Verwirklichung näher führen. Denn die
ganze Nordſee ſtellt bekanntlich ein „flaches Baſſin” dar, deſſen
Boden von Norden nach Süden ſich langſam erhöht. Nördlich
der Doggerbank mißt man beiſpielsweiſe noch Diefen von 200
und mehr Metern, hingegen beträgt in dem für die Trockenlegung
vorgeſehenen Becken die größte Tiefe nur noch 60 Meter. Der
Durchſchnitt überſteigt aber nur höchſt ſelten 15 Meter. Das iſt
im Vergleiche zur Zuiderſee, die eine durchſchnittliche Tiefe von
4—6 Metern aufweiſt, noch ganz beträchtlich, zumal. Dammbauten
bei Tiefen von 15 Metern mit den heute zur Verfügung ſtehenden
Maſchinen der Waſſerbautechnik nur ſehr ſchwer durchzuführen
ſind. Aber in der Nähe der Küſten, im ſogenannten „
Watten=
meer” iſt die See ſo flach, daß der Meeresboden bei Ebbe frei
liegt.
Bei der geplanten, großen Trockenlegung — die, wie betont
werden muß, noch ſehr in den Wolken liegt — will man natürlich
dieſe Gebiete zuerſt in Angriff nehmen, und zwar nach den
gleichen Grundſätzen, wie dies bei der Zuiderſee, dem Dollart
und der frieſiſchen Küſte geſchieht. Man beabſichtigt, die geſamte
Fläche in unabſehbar viele, durch Deiche geſchützte Felder
einzu=
teilen und ſodann durch den Rieſendamm einzufaſſen. Aber die
Verwirklichung dieſes kühnen Projektes, das Europas politiſche
und wirtſchaftliche Landkarte völlig umgeſtalten müßte, liegt noch
in ſehr weiter Ferne. Eine Probe aufs Exempelindes
bieten die Arbeiten an der Zuiderſee, und darum
verlohnt ſich wohl eine Fahrt dahin ..."
Wird man aus Berlins überhitzter Atmoſphäre plötzlich in
die ruhige Behaglichkeit der holländiſchen Landſchaft verſetzt, dann
beſchleicht einen etwas wie Neid, dann wird auf einmal die
Sehnſucht nach Ruhe und Beſinnlichkeit übermächtig. Gar erſt,
wenn der Frühling an allen Ecken und Enden lacht und jubiliert.
Der Winter in Holland iſt nicht eben ſchön. Die ewigen Nebel
laſten auf der Seele, und auch das kräftigſte holländiſche
Früh=
ſtück mit dem fünferlei Gebäck, dem ungeſalzenen Weißbrot, dem
köſtlich ſchmeckenden Braunbrot, dem ſüßen Korinthenbrot, dem
ſich noch der runde Zwieback, „Beſchuit” genannt, und ein
hold=
ſeliger Honigkuchen hinzugeſellt, kann einen über das drückende,
feuchte Grau nicht hinwegtröſten. Deſto herrlicher empfindet
man das Erwachen der Natur, das plötzliche Blühen und Ge=
Blumenfeldern, ſobald der Monat April ſeinen Einzug
hält. Auch in Holland iſt er wie bei uns in Deutſchland ſehr
wetterwendiſch, aber der raſche Wechſel von Sonne und Regen ſind zwei Ingenieure und ein paar Maſchinenmeiſte
ſoll. Nicht weniger als 300 000 Quaratkilometer Neuland hat ſeinen eigenen Reiz, die Landſchaft ſpielt in tauſend Farben, Betrieb der Pumpmühle zu überwachen haben. Tag
Farben, die in der dunſtigen Atmoſphäre der Niederlande
ſelt=
genoſſen Raum, Arbeit und Heimat zu geben. Um dieſe 300 000 ſame Leuchtkraft beſitzen und einen wundervollen
Zuſammen=
klang ergeben.
Gewiß fällt es dem Deutſchen, der zum erſten Mal nach
Themſemündung einen Rieſendamm von rund 725 Kilometer Holland kommt, nicht ſchwer, in ſeiner Mutterſprache ſich in dem
ſtammverwandten Lande zu verſtändigen. Zwei Drittel aller
weil wir bei dem gegenwärtigen Stand der Technik noch nicht Holländer verſtehen wenigſtens einige Brocken deutſch. Aber
man darf der Verwandtſchaft der beiden Sprachen nicht
allzu=
ſehr vertrauen, will man nicht ungngenehmen Verwechſelungen
zum Opfer fallen. Davon einige unterhaltſame Beiſpiele. Wer
in Holland vor einem „Gaſthuis” etwa einer Wirtin
wunder=
mild zu begegnen hofft, wird raſch enttäuſcht werden, denn in
dem holländiſchen „Gaſthuis” waltet der Spitalsarzt ſeines
Amtes, der einem gern ein Rezept, aber keine Speiſekarte geben
wird. Und gerade im Frühling ſieht man auf den Weiden eine, gelegten Meeresgrunde befindliche Salzſchicht auflöſen
funden und konſtruiert werden könnten, die das heute noch aus= Unmenge vergnügter Zicklein herumſpringen. Nähert man ſich
nun einem Gebäude, das die Aufſchrift „Stadsziekenhuis”
führt, ſo meint manch ahnungsloſer Neiſende aus 9—
daß ſich hier der ſtädtiſche Ziegenſtall befindet. Er mi
ſicher den Wohnungslurus, deſſen ſich die niederläudiche
erfreuen, nach Gebühr beſtaunen und erſt bei näherene
gewahren, daß die Aufſchrift „Städtiſches
Kranlenhaus=
net. Und wieviele unſtrer Landsleute bleiben verwuz
einem „Melkſalon” ſtehen und denken ſch: „Nonu
wird einem wohl das Melken beigebracht?‟ Nichts dat
handelt ſich um ein Milchgeſchäft. Und findeſt du he
Haufe die Tafel. Niet bellen!, ſo geht dieſe
keinesfalls die Hunde, ſondern dich an. „Niet
bellenl=
nämlich ſoviel wie „Bitte nicht läuten!‟. Derlei Wortf
gibt es eine Menge. Mancher Deutſche geht frohgemut
Laden, der die Aufſchrift „Schoenmaker” trägt
raſieren, maniküren oder ſonſt ſchön machen zu laſſen.
dann ſeltſame Augen, wenn man ihm bedeutet, daß ein
maker” in Holland kein Friſeur, ſondern ein Schuhn
Und wieviele aus deutſchen Gauen, die der holländiſcher
unkundig waren, glaubten, Holland müſſe das Land
ſein, weil es da ſo viele kleine Gebäude mit der vie l=
Bezeichnung „Tol=Guis” gibt. Aber ſo ein Tollhäusche
man Verrückte vermutet, entpuppt ſich höchſt proſaiſe l
„Zollhaus” und wer mit ſeinem Auto heranfährt, 1I.
oder übel in die Taſche greifen, um ſeinen Wegzoll zu
Aber genug davon! Erſt der Tatſachenbericht, dan
ſinnliche, dem man ſich bei einer holländiſchen Reiſt
entziehen vermag. Der Generaldirektor der Zuiderſe
Haag hat mich an den leitenden Ortsingenieur von
verwieſen, der mir die elektriſche, ſeit einigen Wochen
geſetzte Pumpſtation zeigen ſoll, durch
jetzt durch einen großen Damm abgeſch
Wieringer Meer entwäſſert wird. Ingeniet
der Erbauer des Pumpwerkes, empfängt mich am Ba
führt mich ſogleich in das einſam am Meeresſtrand
Wieringer Meer und der Zuiderſee gelegene, weißgeſt:
bäude, in dem injeder Minute 400 Kubikme
ſer aus dem Wieringer Meer in die Zuiderſee gebum
Nur wenige Menſchen ſind zu ſehen. Die Arbeiterkol
vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal hier weilte,
Geſchäftigkeit den Deich zwiſchen Wieringen und Med
lendeten, ſind ſeit einigen Wochen noch Norden zun
großen 30 Kilometer langen Abſchlußdammes zwiſchen
und der frieſiſchen Küſte abkommandiert worden. Zuri
ſenkt ſich der Spiegel des Wieringer Mel
2 Zentimeter, das Pumpwerk ſteht ununterbroe
trieb, gelegentliche Defekte und Störungen, die im And
meidlich ſind, werden ſofort behoben, drei mächtige S
holen das Gewäſſer aus dem immer niedriger werdende
Meer, das im Auguſt dieſes Jahres ſchon Wierin
heißen wird. Denn bis dahin hofft man das Wier
zur Gänze ausgepumpt zu haben. Zwanzigtauf
tar neuer Ackerboden und Weideland
dieſe Weiſe noch in dieſem Jahr dem M
riſſen und trocken gelegt. Das Arbeitsten
Zuiderſee iſt atemberaubend geworden. Allerdings
dieſer neugewonnene Boden noch nicht für den Ank
müſſen vergehen, bis Sonne und Regen die auf
liches Leben, das bekanntlich auf Salzboden höchſt
deiht, ſich entwickeln kann.
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[ ← ][ ]Donnerstag, den 17. April 1930
Seite 17
„Pand stinn Misliennn.
Roman von Richard Graeves.
nch Feuilleton=Verlag H. O. Herzog, Berlin=Halenſee,
Eiſenzahnſtraße 62.)
Nachdruck verboten.
ſich nachholen”, kicherte der Mann mit dem Revol=
ruchen mir nur zu ſagen, wann Sie wieder hier
kon
unſes ſchäft wäre ein Vergnügen, wenn wir lauter ſolche
denhö, wie Sie” bemerkte der Zweite, während er
Char=
zaas reuhr in ſeine Taſche gleiten ließ. „Wir laſſen
ven eir Nickel zum Nachhauſefahren. Für Schmuck haben
wohl viel übrig? Sind die Hemdknöpfe echt?”
gat beſte orientaliſche Perlen”, antwortete Charlie
elnd.
gnor, ſagte der Mann. „Nimm ſie heraus Bill.”
Aber ſichtig” wandte Charlie ein, „ich gehe noch ins
ter uy jöchte nicht das Hemd wechſeln.”
wirc nacht. So, das wäre geſchehen. Soll ich Ihnen
Wag chicken? Herr?”
ganxuh gehe zu Fuß” erwiderte Charlie und wandte
coi nach einigen Schritten blieb er jedoch ſtehen und
ſte zu Bſwei Männern zurück.
mir ein leichtfertiges Pack”, ſagte er. „Keiner
Euch, meine Ueberrocktaſchen nachgeſehen, wo ich eine
ſtaſche= tauſend Dollar ſtecken habe.”
vie bo. Männer ſahen ihn verwirrt und ungläubig an.
Er mins zum beſten halten, Bill”, ſagte der eine.
Beſti x. nicht”, erwiderte Charlie. „Hier haben Sie das
rws in ſeine Taſche greifen, aber einer der zwei Räuber
ihm Arm feſt.
Haſtwſchte er. „Das möchte Ihnen wohl paſſen. Sie
n eing kevolver in der Taſche.”
Frtr entgegnete Charlie. „Sehen Sie ſelbſt nach.”
die z3 Räuber wurden aus dem Verhalten ihre Opfers
muſterten den jungen Mann zweifelnd.
ſch — mich hängen laſſen, wenn ich verſtehe, was das
uuten 7 brummte Bill. „Er iſt nicht betrunken und auch
verrict Iſt das wahr, was Sie ſagten?”
Sie —en ſich ja ſelbſt überzeugen davon. Faſſen Sie
in S Taſchen.”
„ſch 2 nicht, „ſagte der Mann, ſein Kinn kratzend, „die
kon mir verdächtig vor.”
Fodarpatte er einen Einfall.
Ziehes jie den Rock aus und geben Sie ihn uns. Dann
verden aber den Rock an der nächſten Ecke liegen
laſſen. Es iſt kalt und Sie brauchen ihn notwendiger als wir.
So, bleiben Sie jetzt ruhig ſtehen und verhalten Sie ſich
mäuschen=
ſtill, bis wir fort ſind.”
Charlie fand ſeinen Rock an der nächſten Ecke und ſetzte,
luſtig pfeifend, ſeinen Weg fort, während er im Kopf den Wert
des ihm geraubten Eigentums berechnete. Er bezifferte ihn auf
etwa 5 000 Dollar.
11. Kapitel.
Weihnachtsgeſchenke.
Charlies Freude über ſein Abenteuer mit den
Straßen=
räubern war von kurzer Dauer. Am nächſten Morgen wurde
er vom Polizeipräſidium angerufen und gebeten, ſofort
vorzu=
ſprechen.
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Man führte ihn in ein Zimmer, in dem vor einem langen
Tiſch ein Polizeibeamter ſaß. Auf dem Tiſch ſah Charlie,
ſäuber=
lich ausgebreitet die Gegenſtände, die Bill und deſſen Freund
ihm am Abend vorher abgenommen hatten. Der Beamte klingelte,
und kurz danach trat Bill in Begleitung eines Gefängniswärters
ein.
Sodann eröffnete der Beamte die Verhandlung.
„Dieſer Mann wurde geſtern im Beſitz der Wertſachen, die
Sie hier auf dem Tiſch ſehen, ergriffen, weil er ſich über deren
rechtmäßigen Erwerb nicht ausweiſen konnte”, ſagte er. „Die
Uhr trägt Ihr Monogramm, Mr. Barker. In dem Geſchäft,
aus dem ſie ſtammt, wurden Sie uns als Käufer benannt. Iſt
ſie und ſind die anderen Gegenſtände Ihr Eigentum?”
Charlie konnte nur bejahen, wobei er bemerkte, daß Bill
ihm einen flehentlichen Blick zuwarf.
„Der Gefangene behauptete”, fuhr der Beamte fort, „die
Wertſachen und das Geld von einem anderen Manne, vermutlich
dem gewiſſen großen Unbekannten, in Verwahrung genommen
zu haben. Wie ſind ſie Ihnen abhanden gekommen?”
Charlie erzählte kurz und wahrheitsgetreu, was ihm am
Abend vorher zugeſtoßen war.
„So haben wir uns die Sache auch vorgeſtellt”, ſagte der
Beamte. „Dieſer Mann iſt natürlich einer der Räuber.
Er=
kennen Sie ihn?”
Bill war der Unterredung mit verbiſſenem Grimm gefolgt.
Zu ſeiner Ueberraſchung ſah er in dem Geſicht des Beſtohlenen,
als dieſer ſich ihm zuwandte, nicht Groll oder Rachſucht ſondern
ein freundliches, ermutigendes Lächeln.
Charlie bet achtete den Gefangenen eine Weile eingehend,
dann ſchüttelte er den Kopf. „Nein”, ſagte er, „ich habe den
Mann nie im Leben geſehen. Unter keinen Umſtänden war er
einer der beiden Räuber.”
„Sind Sie ſicher?” fragte der Beamte.
„Unbedingt”, log Charlie mit Nachdruck.
Der Beamte wandte ſich ſeufzend dem Wärter zu.
„Der Gefangene bleibt bis zur Aufklärung des Falles in
Haft”, ſagte er, „außer wenn er eine Bürgſchaft in der Höhe von
1000 Dollar ſtellt. Der Nächſte.”
Eine Viertelſtunde ſpäter trat Bill aus der Tür des düſteren
Polizeigefängniſſes. Ein geheimnisvoller Wohltäter hatte für
ihn die geforderte Bürgſchaft hinterlegt. Am Ausgang traf er
Charlie.
„Vielen Dank, Herr”, ſagte er. „Unſereiner trifft nicht oft
Menſchen, wie Sie. Sind Sie vielleicht der —
„Vſt”, erwiderte Charlie, „nicht ſo laut. Sagen Sie mal,
Bill, wieviel Geld haben Sie mir geſtern geklaut?”
„Es waren ſo an die 1500 Dollar alles in allem”, erwiderte
Bill. „Einen Teil davon haben wir aber ſchon geſtern klein
ge=
macht, bevor die Bullen mich erwiſchten, das übrige —
„Schon gut” fiel Charlie ihm ins Wort. „Freut mich, wenn
Sie ſich einen luſtigen Abend gemacht haben damit. Aber hören
Sie mir zu. Wenn Sie nochmals gefragt werden ſollten, wieviel
es war, ſagen Sie zehntauſend Dollar. Hier haben Sie die
Differenz. Sie langt dazu, daß Sie einen ehrbaren Beruf
er=
greifen können. Tun Sie das, Freund, es wird Ihr Schaden
nicht ſein.”
Bill war anfangs ganz betäubt von dieſem Sturzbach aus
dem Füllhorn des Glücks und konnte nicht recht daran glauben,
aber die Rolle Banknoten, die Charlie ihm in die Hand drückte,
überzeugte ihn.
„Ich werd’s verſuchen, Herr,” antwortete er überglücklich.
„Und wenn Sie wieder einmal ein paar Batzen loswerden
wollen, kommen Sie ruhig zu mir. Aufs Nehmen verſteh ich
mich aus dem F.=F.”
Leichten Herzens fuhr Charlie in einem Auto davon. Er
hatte es verſtanden, ſeinen „Gewinn” vom Abend vorher anſtatt
ihn abbuchen zu müſſen, zu verdoppeln, und war ſehr zufrieden
mit ſich über das Geſchick, mit dem er ſich aus der Sachlage
ge=
zogen hatte.
Als er an dem Hauſe der de Mille vorbeikam, ließ er halten,
ſtieg aus und gab dem Diener auf, ihn der Dame des Hauſes zu
melden. Sie kam ihm in einem Hauskleid aus dünnem,
zart=
lila Crepe entgegen, das ihre ſchlanke Geſtalt in das beſte Licht
rückte. Charlie betrachtete ſie bewundernd.
„Sie ſehen heute wieder fabelhaft aus”, ſagte er einleitend.
„Das Kleid ſteht Ihnen ausgezeichnet.”
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