Einzelnummer 10 Pfennige
h Tmaligem Erſcheinen vom 1. April
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Bezieher nicht zur Kürzung des
Beſiellungen und Abbeſtellungen durch
Verbindlſchkelt für uns. Poſiſcheckonio
Franfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 99
193. Jahrgang
Mittwoch, den 9. April 1930.
Zmm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reklamezelle (92 mm
breit) 2Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rekiame=
zeile 300 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
ſ4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
jede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teſſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beſtrelbung fälli ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Naiſonalbank.
Die Finanzreform vor dem Reichstag.
Mjauer drängk auf ſchnelle Berabſchiedung der Deckungsvorlagen. — Inikiakivankrag der Regierungs=
21 zur Arbeitsloſenverſicherung. — Infolge Ablehnung der Mineralwaſſerfteuer, der Tabakſteuer und
Freilaſſung des Pekroleums durch den Skeuerausſchuß 67 Millionen Skeuerausfall
im Deckungsprogramm der Regierung.
Das polikiſche Problem.
Aung der Agrarreform mit der Finanzreform.
7 leutſchnakionglen erneuk am Scheideweg.
1leichstag hat wieder einmal ein Lebenszeichen von ſich
Es iſt ihm gelungen, das Gaſtſtättengeſetz
1er Leſung zu verabſchieden. Ob er ſich damit
onders populär gemacht hat, iſt eine andere Frage. Dann
r lin mit der erſten Leſung der Vorlage über
läufigen Finanzausgleich und die vor=
Finanzreform und die
Ergänzungsge=
der eigentlichen Steuerreform, die ja ſchon
dI im Ausſchuß liegen. Der Reichsfinanzminiſter hielt
Ide. Da er ſchon wiederholt über das Thema geſprochen
nicht viel Neues. Nur um den Sozialdemokraten den
den Segeln zu nehmen, hielt er es für richtig, von ſich
e eigenartige Konſtruktion hinzuweiſen, daß in der Re=
)rlage zur Arbeitsloſenverſicherung die
ht, die durch den letzten Kompromißantrag unter dem
Müller abgeändert werden ſollte, ſo daß alſo bei der
Beratung die Sozialdemokraten als Oppoſitionspartei
Srungsvörlage verteidigen werden, während die
Regie=
bereit erklärt hat, einem Initiativantrag der
richen Parteien zuzuſtimmen, der gerade dieſen
Edern will. Auf ein wenig mehr oder weniger
durchein=
mt es ja auch nicht an, denn die Lage iſt nach wie
eklärt.
teuerausſchuß ſind inzwiſchen die
Mineral=
euer und die Beſtimmungen über die
Verkür=
r Zahlungsfriſten bei der Tabakſteuer
int worden, ſo daß nur noch die Erhöhung der Zölle
1rn für Benzin und Benzol, ſowie die Aenderung
erſteuer übrig geblieben ſind. Die Entſcheidung
Uhuſſes über das Kernſtück der Vorlage, die Bier=
1wird erſt am Mittwoch fallen. Die
Finanz=
iſt aber im Augenblick nicht mehr ein ſachliches, ſondern
itiſches Problem. Es handelt ſich ja eigentlich
ſarum, ob die Regierung es fertig bekommt, die Agrar=
1t oder ohne Junctim ſo mit der Finanzreform zu
ver=
aß der agrariſche Flügel der Deutſchnationalen ſich der
sſetzt, auch die Agrarreform zum Scheitern zu bringen,
t vorher oder mindeſtens gleichzeitig die Finanzreform
mmt. Darum allein geht jetzt eigentlich noch das Spiel.
ADeutſchnationalen wird vorläufig noch ſtark mit
rbeitet. Sie werden es aber kaum verhindern können,
Inde der Woche vor genau der gleichen Zwangslage
der ſie beim Mißtrauensvotum ſtanden, und wieder
2h darum handeln, ob die Fraktion einig in der Oppoſition
seinanderbricht oder um der Agrargeſetze willen auch
Steuern bewilligt.
ahme des Gaſtſtätken=Geſekzes durch den
Reichskag.
Berlin, 8. April.
Dienstagsſitzung des Reichstags erfolgten zunächſt die
Ab=
zur zweiten Beratung des Gaſtſtättengeſetzes. Abgelehnt
ächſt der Antrag der Bayeriſchen Volkspartei, wonach die
von Nichtlinien für die Bedürfnisprüfung bei der Erteilung
konzeſſionen den Ländern überlaſſen bleiben ſoll. Abgelehnt
1 der Antrag Kahl auf Streichung der Beſtimmung, daß
ion nicht erteilt werden ſoll, wenn zu erwarten iſt, daß der
er die Arbeiterſchutzbeſtimmungen nicht befolgen werde.
ommen wurde mit den Stimmen der Linken und der
Deutſch=
ein Antrag Dr. Strathmann, wonach bei Schul= und
en, ſowie bei Sportfeſten, an denen überwiegend Jugendliche
id, ein vorübergehendes Bedürfnis für den Ausſchank
geiſti=
ike nicht anzuerkennen iſt.
14. der die Polizeiſtunde einheitlich auf 1 Uhr feſtſetzt,
wur=
hungsanträge der Wirtſchaftspartei abgelehnt. Abgeſebnt
2 der ſozialdemokratiſche Antrag auf Streichung der
Beſtim=
beim Vorliegen beſonderer örtlicher Verhältniſſe Ausnahmen
bberſte Landesbehörde zugelaſſen werden können. — § 14
der Ausſchußfaſſung angenommen.
* nun folgenden dritten Beratung wandten ſich die Abgg.
W.P.) und Sparer (Dem.) gegen die Beſtimmungen über
erſchutz und der Volksparteiler Biches gegen Uebertreibun=
Schilderung der Ausdehnung des Alkoholismus in Deutſch=
Oampe Dntl.) trat nochmals für den Antrag Kahl ein auf
der Beſtimmung über eine Konzeſſionsverweigerung beim
er Unzuverläſſigkeit des Gaſtwirts hinſichtlich der
Arbeiter=
mungen.
ammelſprung wurde der Antrag Kahl auf Streig der
utzklauſel bei der Konzeſſionserteilung mit 173 gegen 154
auch in dritter Beratung abgelehnt. — Abgelehnt wurde
Antrag der Wirtſchaftspartei, der die Straußwirtſchaften der
r in den Wintermonaten zulaſſen will. — Zum 8 15 wurde
ußfaſſung wieder hergeſtellt. Die in der zweiten Beratung
Ausnahmebeſtimmung für den Kleinhandel an
Schnapsver=
iſt alſo wieder geſtrichen.
brigen wurde das Gaſtſtättengeſetz in der Faſſung der zweiten
auch in der Schlußabſtimmung der dritten Beratung gegen
fen der Wirtſchaftspartei und der Kommuniſten angenommen.
wurde dem Antrag des Geſchäftsordnungsausſchuſſes gemäß
igung zur Strafverfolgung der Abgg. Dr. Goebbels
Feder (Nat.=Soz.), Blenkle (Komm.) Wagner
d Straſſer (Nat.=Soz. erteilt.
Einbringung der Finanzreform=Borlage durch
Moldenhauer.
Es folgte dann die erſte Beratung der Vorlagen zum vorläufigen
Finanzausgleich zur Vorbereitung der vorläufigen Finanzrefrom.
Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer wies darauf hin, daß
in der Vorlage der Finanzreform die Regelung der
Arbeitsloſenverſiche=
rung noch nach der urſprünglichen Regierungsvorlage enthalten ſei, die
vom Reichsrat angenommen wurde. Dieſe Regelung finde aber nicht
die Zuſtimmung der jetzigen Regierungsparteien, die vielmehr die von
den Sozialdemokraten abgelehnte Kompromißregelung vorgeſchlagen
hätten. Die neue Regierung lege ihren urſprünglichen Entwurf vor,
ſtimme aber der Kompromißregelung zu, die auf Grund eines
Aende=
rungsantrages der in der Regierung vertretenen Parteien an die Stelle
der in der Regierungsvorlage vorgeſehenen Regelung der
Arbeitsloſen=
verſicherung treten ſoll. Das ſei gewiß eine außergewöhnliche
Maß=
nahme, ſo ſchloß der Miniſter, aber er ſei auch zu außergewöhnlichen
Maßnahmen bereit um einer guten Sache willen. Im Ausſchuß habe
er heute ſchon betont, daß die ſchnelle Verabſchiedung der
Deckungsvor=
lagen notwendig iſt, wenn die Reichskaſſe nicht in große Schwierigkeiten
geraten ſoll. Der Reichstag habe die Pflicht, durch ſchnelle
Verabſchie=
duug der Vorlagen ſolchen Schwierigkeiten vorzubeugen.
Abg. Dr. Wiſſell (Soz.) erklärte die neue Regierung betone
bei jeder Gelegenheit ihren Führerwillen, ſie ſpiele manchmal ſogar mit
dem Gedanken der Diktatur. Hier aber bringe ſie eine Vorlage ein und
warte gleichzeitig auf einen Antrag, der den Hauptteil dieſer Vorlage
zerſchlage. Die Kompromißregelung der jetzigen Regierungsparteien
könne für die Sanierung der Arbeitsloſenverſicherung gar keine andere
Löſung finden als den Leiſtungsabbau im Herbſt. Die Rechte habe für.
die Not der Arbeiterſchaft und der Arbeitsloſen kein Verſtändnis. (
Un=
ruhe rechts.)
Abg. Dr. Pfeffer (RVP.) bedauerte die Ausführungen des Abg.
Wiſſell. Dieſe Kampfesweiſe ſei weder ritterlich noch ſachlich. Man
habe ſchon Milliarden für die Sozialpolitik ausgegeben, für die
Arbeits=
loſenverſicherung, die Kriſenfürſorge uſw. im Jahre 1929 allein 560
Millionen. (Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Die Wirtſchaft könne die
Steuern nicht mehr aufbringen. Man ſchaffe gerade künſtlich
Erwerbs=
loſe. Es gebe Bergleute, die weniger Einkommen haben als die
Er=
werbsloſen im gleichen Bezirk.
Gegen 19 Uhr wurden die Verhandlungen auf Mittwoch 15 Uhr
vertagt.
Der Skeuerausſchuß verſagk.
Der Steuerausſchuß des Reichstages ſetzte am Dienstag die
Beratung des Tabak= und Zuckerſteuergeſetzes fort. Angenommen
wurde ein deutſchnationaler Antrag, wonach die
Verwaltungsab=
gabe für die Tabakſteuerläger ſtatt ein Prozent nur ein halbes
Prozent betragen ſoll. In der Geſamtabſtimmung wurde
je=
doch die Tabakſteuervorlage in der Faſſung des
Kom=
promiſſes der Regierungsparteien abgelehnt. Die
Zucker=
ſteuer wurde in der Faſſung der urſprünglichen
Regierungsvor=
lage angenommen; der Geſetzentwurf ſoll am 1. Mai in
Kraft treten. Bei Beratung der Vorlage über die
Wieder=
einführung der Mineralwaſſerſteuer, deren Ertrag
den Gemeinden zufließen ſoll, erklärte Miniſter Moldenhauer, ſchon
jetzt ſei durch die Ausſchußbeſchlüſſe zur
Tabak=
ſteuer und auf Freilaſſung des Petroleums ein
Ausfall von 27 Millionen von dem urſprünglichen
errech=
neten Geſamtertrag entſtanden. Es könne alſo auf die
Mine=
ralwaſſerſteuer nicht verzichtet werden. Schließlich wurde nach
längerer Ausſprache die Mineralwaſſerſteuer
abge=
lehnt. Damit beträgt der Steuerausfall 67 Millionen RM..
Der Reichsfinanzminiſter über die Kaſſenlage
Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer berichtete ſodann über
die Kaſſenlage des Reiches. Der Fehlbetrag Ende März betrage
222 Millionen. Dieſem Fehlbetrag ſtanden Deckungsmittel in
Höhe von 267 Millionen gegenüber, ſo daß Ende März noch ein
verfügbarer Beſtand bei dem Betriebskredit von 45 Millionen
vor=
handen war. Durch inzwiſchen erfolgte Kredit= und
Anleiheregu=
lierungen und ferner durch das neue Finanzprogramm haben ſich
die früher aufgeſtellten Finanzierungspläne im weſentlichen
ge=
ändert. Sie führen nunmehr zu folgendem Ergebnis: Für April
Ueberſchuß von 125, für Mai Fehlbetrag von 228
Millionen, für Juni Fehlbetrag von 117
Millio=
nen, für das erſte Vierteljahr alſo ein Fehlbetrag
von 110 Millionen; für Juli Ueberſchuß von 198
Millionen, für Auguſt Ueberſchuß von fünf
Mil=
lionen, für September Fehlbetrag von 38
Mil=
lionen, für das zweite Vierteljahr alſo
Ueber=
ſchuß von 165 Millionen, für das dritte
Viertel=
jahr Fehlbetrag von 123 Millionen. Hiernach würde
Ende Dezember ein Fehlbetrag von rund 70
Mil=
lionen vorhanden ſein. Der Schwerpunkt der Bilanz liegt
im Monat Mai, in dem ein Fehlbetrag von 228 Millionen
eintritt, zu deſſen Deckung nur 125 Millionen Beſtände aus April
vorhanden ſein werden, ſo daß im Mai noch etwa 100 Millionen
fehlen werden. Außerdem wird nach den Vereinbarungen, die mit
dem Bankkonſortium getroffen ſind, der Reſtbetrag des
De=
zemberkredites in Höhe von 300 Millionen
künd=
bar. Verhandlungen über Streckung der Kündigungsfriſt und
über die Deckung des Fehlbetrages für Ende Mai ſind im Gange.
Für das Ergebnis dieſer Verhandlungen wird die Bewilligung
der Mittel zur Ordnung des Etats von Bedeutung ſein. Die
Bilanz zeigt einen erfreulichen Fortſchritt in der
Sanierung der Kaſſenlage, die aber auch jetzt noch
derart angeſpannt iſt, daß ſie durch eine mit einem
Steuerausfall verbundene Verzögerung in der
Verabſchie=
dung der Deckungsvorlagen erneut gefährdet werden würde.
* Spiel mit dem Zeuer.
Von unſerem +=Korreſpondenten.
Rom, Anfang April.
Der grobe Unfug in London, den man
Flottenabrüſtungs=
konferenz nennt, wird von der italieniſchen Preſſe in ſehr
kon=
ſequenter Weiſe immer wieder unter dem Motto „Parität mit
Frankreich” in einer von der Regierung doſierten Art beſprochzen.
Das Ergebnis aller Kritiken und Bemerkungen iſt dabei dann
ſtets, daß der italieniſchen Welt gezeigt wird: „Seht das böſe
Frankreich; es iſt an allem ſchuld”.
Dieſer Leitſatz „böſes Frankreich” geht durch die geſamte
Preſſe, und dieſe ſeit Jahr und Tag immer wiederholte
Mah=
nung hat ihre Früchte auch in der öffentlichen Meinung getragen.
Vollſtändig hatte ja eigentlich nie die Gegnerſchaft des
italieni=
ſchen Volkes gegen die lateiniſche Schweſter, gegen Frankreich,
aufgehört. Sie war vor dem Kriege zuletzt durch die vorzügliche
Arbeit und die ungezählten goldenen franzöſiſchen Franken des
genialen Botſchafters am Quirinal Barrere zurückgedrängt, ſo
daß in den entſcheidenden Tagen des Herbſtes 1914 der ſtille Haß
und der laute Neid auf das Frankreich, das ſich Nizza als
Beute=
preis hatte geben laſſen, zum Schweigen kam, und die
anti=
deutſche Propaganda einſetzen konnte. Aber ſchon im Krieg ſelbſt
flackerte der Gegenſatz zwiſchen Frankreich und Italien in den
Heeren ſelbſt und bei der Bevölkerung auf, und als bei
Kriegs=
ende die Franzoſen nicht mit Unrecht darauf pochten, daß es
franzöſiſche Truppen geweſen waren, die nach Karfreit Italiens
Zukunft gerettet haben, da wuchs der Groll und der Neid auf
Frankreich wieder im vollen Maße empor. Schon im Jahre 1919
und dann erſt recht 1920 und ſpäter konnte man in Mailand oder
Nom in Kinos bei der Darſtellung von „verbündeten”
Truppen=
teilen Aeußerungen aus dem Publikum hören, die laut und
deut=
lich auf die lateiniſchen Brüder ſchimpften. In Neapel wurde
man im Mai 1919 von italieniſchen Freunden gebeten, lieber
deutſch als franzöſiſch auf der Straße zu reden. Denn Frankreich
war mehr denn je verhaßt.
Dieſe typiſche Familienfeindſchaft iſt unter der Muſſoliniſchen
Herrſchaft nicht geringer geworden. Immer und immer wieder
ſindet man ganz vernünftige Menſchen in Rom, die den Krieg
an ſich verneinen, aber bei dem Gedanken, daß ein Krieg ſich
gegen Frankreich richten könne, mit Eifer und Feuer bereit ſind,
auch ihrerſeits in dieſem Falle wieder an die Front zu gehen.
Es herrſcht eine ganz merkwürdige Pſychoſe nach dieſer Richtung
in Italien, das in künſtleriſcher und ſonſtiger kultureller
Hin=
ſicht immer noch in ſtarker Abhängigkeit von Paris lebt. Zwar
hat ſich bei vielerlei kulturellen, und ziviliſatoriſchen Einflüſſen
aus dem Auslande das „deutſche Weſen” in ganz erſtaunlicher
Weiſe vorgedrängt und römiſche Sitten und Gewohnheiten in
ab=
ſonderlicher Weiſe beeinflußt — man wird darüber gelegentlich
berichten dürfen —, aber ſchließlich bleiben die Franzoſen und
Italiener eben doch Romanen.
Trotzdem kann man nach der Geſamtlage zu dem Schluſſe
kommen, daß ſich in London bei einer weideren Halsſtarrigkeit
der italieniſchen und franzöſiſchen Politiker eine internationale
Lage vorbereitet, die ohne eine Auseinanderſetzung mit den
Waffen zwiſchen Paris und Rom kaum noch zu löſen möglich
erſcheint. Wenn die Dinge wirklich ſo lägen, wie ſie ausſchauen,
ſo müßten die Leute recht behalten, die in Italien von der
Un=
abwendbarkeit eines Krieges mit Frankreich reden. Oberflächlich,
eigentlich ſogar rein ſachlich betrachtet, deutet auch wirklich alles
darauf hin, daß ſich bei dem gordiſchen Knoten, den heute die
italo=franzöſiſchen Beziehungen bilden, wahrlich nur noch das
Schwert als Löſungsmittel zu bieten ſcheint.
Der Gegenſatz zwiſchen Rom und Paris, der ſeit Kriegsende
ſich zunächſt in der Beuteverteilung abzeichnete, ſich dann in
der berüchtigten Tunis= und Saharafrage äußerte, ſich durch die
Politik Italiens in Albanien verſchärfte, ihren gefährlichſten
Aus=
druck in den Beziehungen Rom-Belgrad hat, und der ſchließlich
nach all den Unſtimmigkeiten im Mittelmeer und Balkan jetzt
in London bei den Abrüſtungsverhandlungen vor aller Welt
mit bedenklicher Offenheit ſich zeigt, ſcheint nur durch ein
Nach=
geben mit Preſtigeverluſt der einen Seite lösbar, wenn nicht
Ge=
walt gegen Gewalt geſtellt werden ſoll. Wer dieſe Lage
recht=
zeitig erkennen konnte, weil ihm die Unterlagen der italieniſchen
politiſchen und kulturellen Zuſtände nicht verborgen blieben, der
konnte wie alle vernünftigen italieniſchen Politiker eine friedliche
Löſung eigentlich nur von einem Mittelmeerpakt als Parallele
zu Locarno erhoffen. Die Vorfühlungen nach dieſer Richtung ſind
denn auch reichlich und mit Eifer erfolgt. Sie ſind aber immer
noch nicht über die Sondierungsbeſprechungen hinaus bis zu
tatſächlichen Verhandlungen gediehen, weil wiederum beide Teile
das Preſtige über die Nützlichkeit ſtellen. Italien will nicht
ein=
mal den Schein erwecken, daß ein Mittelmeerabkommen für
Muſſolinis Reich wertvoller iſt als für das geſichertere
Frank=
reich. Muſſolinis Politik erlaubt ihm nicht als der Intereſſiertere.
zu erſcheinen, und ſeine allzu oft und allzu laut verkündete
An=
ſchauung von den ſogenannten demographiſchen Prinzipien
er=
ſchweren die Verſtändigung in all jenen Punkten, in denen
Be=
völkerungsfragen, wie in Tunis, zur Erörterung ſtehen.
Zu dieſen vielfach recht äußerlichen Dingen kommt die
ſchwer=
wiegende Tatſache, daß Italien ſeine Verhandlungen mit
Frank=
reich von dem Standpunkte aus führen will, daß Paris ein
Ent=
gegenkommen zeigen müſſe, weil die Beute aus dem Kriege nicht
den Friedensverträgen entſprechend verteilt worden, und Italien
betrogen worden ſei. Dabei ſpielt die Mandatsfrage eine
beſon=
ders wichtige Rolle.Hier aber kann Paris ſeinerſeits nur ſchwer
ein Entgegenkommen zeigen. Denn die Ausführung der
Friedens=
verträge jetzt nachträglich als fehlerhaft anerkennen, hieße auf
dem Wege über Italien dieſe Verträge noch mehr als bisher in
eine für Frankreich ungemein gefährliche Diskuſſion ziehen. Bei
der Mandatsfrage würde überdies mit ihrem Anſchneiden in
Rom für Deutſchland ein nicht unangenehmes Thema zur
Be=
ſprechung geſtellt werden, an der im Völkerbund dann
Deutſch=
land ein Wort mitzuſprechen hätte.
Aber gerade ohne dieſe Mandatsgeſchichten würde eine
Mit=
telmeerpakt=Beſprechung zwiſchen Paris und Rom zwecklos und
ſvertlos bleiben. Man ſieht alſo, daß die einzige Löſung, die
Mittwoch, den 9. April 1930
beim Streit der lateiniſchen Schweſtern auf friedlichem Wege
mög=
lich erſcheint, ungemein durch Komplikationen erſchwert wird, die
über das einfach Praktiſche hinausgehend reine Preſtigefragen
ſind und obendrein außer Paris und Rom noch andere Mächte
angehn würden. So erſcheint es tatſächlich faſt undenkbar, eine
Löſung des Gegenſatzes Rom-Paris zu finden, ohne daß die
Waffen ſprechen ſollen.
Man verſteht alſo, wenn gerade in Rom ſich immer mehr
Stimmen erheben, die verlangen, daß man den Krieg gegen
Frankreich jetzt ſchon propagandiſtiſch vorbereiten und die
Sinnes=
art des Volkes noch mehr nach dieſer Richtung einſtellen müſſe.
Man hält es deshalb auch für richtig, daß ſich Italien in
Lon=
don derart halsſtarrig verhält, wie es die ganze Zeit über
ge=
ſchieht, und daß zugleich eine erhöhte Flottenpropaganda
aufge=
zogen wird. So hat der fasciſtiſche Großrat ſoeben beſchloſſen,
daß am Rekrutierungstag der fasciſtiſchen Jugend (Balilla und
Avanguardiſten) eine intenſive Flottenpropaganda veranſtaltet
werde. Am gleichen Tage ſollen vier neue Schiffseinheiten, zwei
Kreuzer und zwei Aufklärungsſchiffe, vom Stapel laufen.
So ſehen die Dinge aus. Der Krieg könnte vor der Tür
ſtehen. Nur eins fehlt: Geld. Frankreich hat es, Italien aber
nicht. Da Frankreich aber einen Krieg zur Erhaltung ſeiner
Vor=
machtſtellung gegenüber Italien gar nicht nötig hat, ſo will es
offenbar auch gar nicht gegen Rom zu Felde ziehen. Die Gefahr
droht ja auch nur von Italien. Nach der alten Weisheit aber
gehört zum Kriegführen dreierlei: Erſtens Geld, zweitens Geld
und drittens noch einmal Geld. Das fehlt in Rom. Kluge und
erfahrene Diplomaten erklären deshalb auch immer wieder, man
ſolle ſich nicht durch das gefährliche Ausſehen der Dinge
irrefüh=
ren laſſen. Ein italieniſcher Krieg gegen Frankreich werde nicht
kommen, ſolange die wirtſchaftlichen Verhältniſſe in Muſſolinis
Reich derart ſchlecht ſeien, als ſie es jetzt ſind. Italiens Politik
ſei nur ein Spiel nuit dein Feuer. Andere Mächte müßten ſich
nur hüten, dieſes Spiel etwa bei ihren Berechnungen einſetzen
zu wollen. Im entſcheidenden Augenblick werde obendrein in
Rom ſogar bei vollem Geldbeutel die Liebe zur lateiniſchen
Schweſter größer ſein als die zankſüchtige Abneigung des Alltags.
Vom Tage.
Günſtige Konjunkkurſympkome.
Die hohe Ziffer der Arbeitsloſigkeit, der überſteigerte
Zins=
fuß, der trotz der Senkung des Reichsbankdiskontes auf 5 Prozent
noch immer zwiſchen 8 und 10 Prozent beträgt, der nicht nur
ſaiſonbedingte Konjunkturrückgang in einzelnen Induſtrien hat
die deutſche Oeffentlichkeit in der letzten Zeit ſtark beunruhigt,
Kaſſandrarufe über den Niedergang der deutſchen Wirtſchaft
er=
tönen an allen Ecken und Enden.
Iſt dieſe peſſimiſtiſche Stimmung berechtigt?
Die Frage ſtellen heißt ſie verneinen. Wer ſich die Mühe
nimmt, die deutſche Reichsſtatiſtik und die Produktionsſtatiſtik
der großen Konzerne genauer zu verfolgen, wird feſtſtellen können,
daß die deutſche Wirtſchaft heute mehr leiſtet als ſie es jemals
in den 10 erſten Nachkriegsjahren tat. Selbſt gegenüber 1913 iſt
in manchen Gewerben ein Fortſchritt zu verzeichnen. So betrug
beiſpielsweiſe die deutſche Kohlenförderung im heutigen
Reichs=
gebiet im Jahre 1913 monatlich 13 345 000 Tonnen, im Oktober
1929 dagegen 18 401 000 Tonnen, im November 1929 17 695 000
Tonnen. Auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet betrug der
Kohlenverbrauch 1913 86, im November 1929 dagegen 114,1: mit
anderen Worten: der Kohlenverbrauch iſt ungefähr um ½⁄=
geſtie=
gen. Die Arbeitsleiſtung pro Schicht und Kopf der
Untertage=
arbeiter hat ſich von 1161 Kilogramm im Jahre 1913 auf 1552
Kilogramm im September 1929 gehoben. Auch die
Eiſen=
erzeugung (Roheiſen und Rohſtahl) liegt prozentual heute höher
als im Jahre 1913. Damals betrug ſie im Monatsdurchſchnitt
1 198 000 Tonnen, im November 1929 dagegen 1 508000 Tonnen.
Die Arbeitsleiſtung im deutſchen Maſchinenbau ſtieg, wenn man
das erſte Vierteljahr 1925 — 100 ſetzt im Jahre 1929 auf 142, die
Zementfabrikation von 100 im Jahre 1913 auf 174 im Jahre 1928.
Die deutſche Elektrizitätserzeugung betrug 1925 20,3 Millionen
Kilowatt, 1927 dagegen 28 Millionen. Die deutſche
Aluminium=
produktion iſt heute fünfmal ſo hoch wie 1913. In der deutſchen
chemiſchen Induſtrie wurden 1924 für 3 Milliarden RM. produ=
ziert, 1928 jedoch für 4 Milliarder
RM. Die Produktionsſteigerung
der Jahre 1925—1928 hob ſich
von 100 bis auf 150. Die Produktion an Zeitungspapier betrug
1913 1981000 Tonnen, 1927 dagegen 2 714000 Tonnen. In der
Kunſtſeideninduſtrie wurde 1925 11,8 Millionen Kilogramm
Kunſtſeide erzeugt, 1928 bereits 23,8 Millionen Kilogramm. Die
deutſche Maſchineninduſtrie konnte von 1925 bis 1928 den Wert
ihrer Produktion von 2,9 Milliarden auf 4 Millarden RM. heben,
alſo im Verhältnis von 100 zu 138. Der geſteigerten Produktion
entſpricht auch der gehobene Konſum, der bei den meiſten
Kon=
ſumgütern die Vorkriegshöhe wieder erreicht hat. Seit der In=
Die thüringiſche Regierung hat den Regierungswechſel
im Reich und vor allem im Innenminiſterium zum Anlaß genommen,
von ſich aus den erſten Schritt zur Beilegung des
Kon=
fliktes mit dem Reich zu tun. Dr. Baum, der Vorſitzende des
Weimarer Kabinetts, wird in den nächſten Tagen perſönlich mit dem
Kanzler und dem Innenminiſter in Fühlung treten und verſuchen, einen
Ausgleich herbeizuführen.
Die beſſarabiſchen Parlamentarier, 54. Abgeordnete
und 16 Senatoren, haben nach zweitägiger geheimer Verhandlung
be=
ſchloſſen, im Parlament eine beſſarabiſche Gruppe zur
Wahrung der Intereſſen Beſſarabiens zu gründen.
Die Mitglieder dieſer Gruppe werden aus der Nationalen Bauernpartei
nicht austreten und auch ihre Mandate nicht niederlegen.
Am Dienstag ratifizierte der belgiſche Senat die
Haa=
ger Abkommen mit 109 gegen eine Stimme bei einer Enthaltung.
Der franzöſiſche Senat hat das zwiſchen Deutſchland und
Frankreich am 31. Dezember 1929 zuſtande gekommene
Liquida=
tionsabkommen über die ehemaligen deutſchen
Gü=
ter in Frankreich, Elſaß=Lothringen und Marokko ohne Debatte
an=
genommen.
Montague Norman wurde Dienstag auf ein weiteres
Jah=
zum Gouverneur der Bank von England
wiederge=
wählt. Die jetzige Wiederwahl ſtellt den Beginn des 11. Jahres
ſeiner Amtszeit dar.
Die engliſche Arbeitsloſenziffer, die mit dem
In=
krafttreten des neuen Erwerbsloſen=Verſicherungsgeſetzes eine erhebliche
Zunahme erfahren hatte, iſt auch weiterhin im Steigen begriffen und
betrug am 31. März 1 677 500. Die Zunahme gegenüber der Vorwoche
beträgt 38 701.
Der amerikaniſche Senat hat einen Kredit von 10
Mil=
lionen Dollar für den Ausbau der Flottenbaſen an
der Weſtküſte und auf den Hawaii=Inſeln bewilligt.
Die Vorlage iſt dem Repräſentantenhaus übermittelt worden.
20 in London lebende Rufſen, die bis vor kurzem Angeſtellte der
ſowjetruſſiſchen Handelsvertretung waren, ſind aufgefordert worden,
nach Rußland zurückzukehren, andernfalls ſie die Beſchlagnahme ihres
Vermögens und die Erſchießung innerhalb von 24 Stunden nach
Wieder=
betreten ſowfetruſſiſchen Bodens zu gewärtigen hätten.
flation, die zu einem völligen Zuſammenbruch des Sparvermögens
des deutſchen Volkes führte, haben wir rund 9 Milliarden neu
geſpart.
Dieſe Ziffern laſſen nicht darauf ſchließen, daß die deutſche
Wirtſchaft dem Verfall entgegen treibt. Die Amerikaner pflegen
den öffentlichen Peſſimismus mit optimiſtiſchen Aufſchriften in
rieſigen Lettern zu bekämpfen, die ſie auf den Bahnhöfen, auf
der Straße und an ſonſtigen öffentlichen Plätzen anbringen.
In dieſer Beziehung könnte Deutſchland von Amerika manches
lernen.
Die Grundfkücksgeſchäfte der Berliner
Stadiverwalkung.
gegen Oberbürgermeiſter Böß.
* Berlin, 8. April. (Priv.=Tel.)
Im Ausſchuß des Preußiſchen Landtages beſchäftigt man ſich
zurzeit ſehr eingehend mit den Grundſtücksgeſchäften der
Berliner Stadtverwaltung beſonders aber mit den
Anordnungen des früheren Grundſtücksdezernenten Dr. Buſch, über
die die Beratungen recht intereſſante und bezeichnende Einblicke
in die ſozialiſtiſch=kommuniſtiſche Mißwirtſchaft in Berlin ergaben.
Aber auch Bürgermeiſter Scholz iſt von ſich aus auf die Klärung
dieſer undurchſichtigen Geſchäfte bedacht und hat neue
Ermitte=
lungen angeſtellt. Die Vernehmungen ſind noch nicht abgeſchloſſen.
Das Diſziplinarverfahren gegen Oberbürgermeiſter Böß dürfte
früheſtens im Mai vor dem Bezirksausſchuß Berlin zur Verhandlung
kommen. Die Anklage wirft dem Oberbürgermeiſter vor, daß er
ſich in der Angelegenheit des Pelzkaufes nicht ſo benommen habe,
wie es die Würde ſeines Amtes gefordert hätte, und daß er an
dem Betrug der Stadtbank auch einen Teil der Schuld trage, da
er ſich nicht genügend um dieſen Zweig der Stadtverwaltung
ge=
kümmert habe. Der Oberbürgermeiſter wird hier lediglich von
einem leitenden Beamten der Stadtbank beſchuldigt, der in dem
gegen ihn ſelbſt eingeleiteten Diſziplinarverfahren die Behauptung
aufgeſtellt hatte, daß er, als die Sklarek=Kredite bedrohlich
an=
wuchſen, Böß direkt mündliche Mitteilungen habe machen wollen,
daß es ihm aber niemals gelungen ſei, vorgelaſſen zu werden, und
daß der Oberbürgermeiſter gelegentlich einer telephoniſchen
Unter=
redung die Angelegenheit nicht ernſt genug behandelt hätte.
Ober=
bürgermeiſter Böß hat bei ſeinen bisherigen Vernehmungen den
Standpunkt vertreten, daß die Beaufſichtigung der Stadtbank in
erſter Linie Sache des Kämmerers geweſen ſei, und daß er gar
nicht die Möglichkeit gehabt hätte, ſich als Oberhaupt der Stadt
um alle Zweige der Verwaltung zu kümmern.
Verfländigung im Reichskabinett über die ſoforfi
Beſeiligung der landwirtſchafklichen Rokftände
* Berlin, 8. April. (Priv.=Tel
Die Beratungen des Reichskabinettes über die Grundge
zum Schutze der Landwirtſchaft ſind am Dienstag noch nicht al
ſchloſſen worden. Sie haben aber in allen Grundfragen doch
Verſtändigung gebracht, ſoweit ſie für die ſofortige g
ſeitigung der Notſtände der Landwirtſchaft,
geſehen ſind. Darunter iſt in erſter Linie die Ermächtigu
zu verſtehen, die der Ernährungsminiſter erhalten
die Zölle für die vier Hauptgetreidearten und für Schweine
Verordnungswege den Wirtſchaftsverhältniſſen anzupaſſen, au
dem eine Ermächtigung, im Benehmen mit dem Finanzmin
die Einfuhrſcheinwerte feſtzuſtellen, wobei gleichzeitig die
Ver=
barkeit der Einfuhrſcheine auf Getreide und Kartoffeln und 9
ſowie deren Erzeugniſſe ausgedehnt wird. Auch die Einigung
die Wiedereinführung des § 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes und da
die Beſeitigung des Gefrierfleiſchkontingentes iſt geſichert.
gegen ſollen die Beratungen noch fortgeſetzt werden über alle
Maßnahmen, die vom Reichsernährungsminiſter ins Auge ge
ſind, um die Landwirtſchaft künftighin wieder auf eine geſu
Grundlage zu ſtellen. Hier kommen in erſter Linie die Zölle
Erbſen, Kartoffeldextrin und Kartoffelſtärke, für Speck, Schm
Margarine, Eier und Wein zur Schaumweinbereitung in Fr.
wobei aber zu berückſichtigen iſt, daß dieſe Zölle im Augen
handelsvertraglich feſtgelegt ſind. Die Anträge würden alſo
eine entſprechende Empfehlung an die Regierung bedeuten.
nächſter Gelegenheit eine Aenderung dieſer Zollpoſitionen her
zuführen. Der Ernährungsminiſter wird am Mittwoch die Pat
führer empfangen, und, wenn ihr Einverſtändnis erzielt iſt, de
Sorge tragen, daß die entſprechenden Anträge auſ dem Wege
Initiativgeſetze ſchon am Mittwoch im Reichstag eingebracht 1
den, ſo daß noch im Laufe dieſer Woche die Erledigung in a
drei Leſungen und auch im Reichsrat möglich iſt.
eutn
Was wird aus der Skrafrechtsreform?
Berlin, 8. April. (Priv.=Tel
Die Möglichkeit einer Auflöſung des Reig
tages läßt ſich noch immer nicht verneinen. Wie ernſt die
im Kreiſe der Abgeordneten beurteilt wird, zeigt die Diens
ſitzung des Strafrechtsausſchuſſes. Man ſprach über einen ?
trag des volksparteilichen Vorſitzenden Prof. Dr. Kahl,
man wohl den Vater der Strafrechtsreform nennen kann, won
mit Hilfe eines Ueberleitungsgeſetzes die b
herigen Arbeiten an der Strafrechtsreform
rettet und dem künftigen Reichstag zur Fortſetzy
überwieſen werden ſollen. Im allgemeinen iſt es
daß nichterledigte geſetzgeberiſche Arbeiten einfach von der B
fläche verſchwinden, ſobald ein neuer Reichstag in die Erſchein
tritt. Aber ſchon vor der letzten Reichstagswahl iſt durch
Ueberleitungsgeſetz beſtimmt worden, daß die bisherigen Er
niſſe der Strafrechtsreform vom neuen Reichstag anzuerken
wären, weil ja Vorarbeiten geleiſtet ſind, die bis in)
Jahr 1902 zurückgehen, vor allem aber weil die Verhe
lungen mit Oeſterreich wegen Angleichung des beiderſeit
Strafrechtes recht erfreuliche Ergebniſſe erzielt haben. P1
Kahl wollte zunächſt allgemein durch ein Uebe
leitungsgeſetz für alle noch kommenden Reid
tage dieſe Verhandlungsergebniſſe retten.
gegen erhob ſich aber Widerſpruch, ſo daß er
damit einverſtanden erklärt, daß das Uebeile
tungsgeſetznurfürden nächſten ReichstagGültf
keit haben ſoll. Die Abſtimmung über dieſen Antrag
in einer der nächſten Sitzungen nachgeholt werden, und es iſtn
als ſicher anzunehmen, daß ſich unter den Juriſten eine Mehl
finden wird, ſo daß mit einem entſprechenden Initiatipantig
Reichstag gerechnet werden kann.
Der 2. H. J. zu Tardieus Erklärungen.
Der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=Verband veranſte
Samstag und Sonntag in Frankfurt a. M. eine Führertagung, 30
90 Vertrauensmänner des rhein=mainiſchen Wirtſchaftsgebietes en
nen. Behändelt wurden hauptſächlich die kulturellen und organd
riſchen Aufgaben des Verbandes, worüber noch zu berichten ſein
Als die aufſehenerregenden Ausführungen Tardieus bekannt wun
beſchloß man einſtimmig, folgendes Telegramm an Reichskanzler 4
ning zu ſenden:
„Vertrauensmännertagung des Deutſchnationalen Handlungs9
fen=Verbandes des beſetzten Gebietes bittet die Deutſche Reichsc
rung, beunruhigt durch die aufſehenerregende Erklärung Tarde
reſtloſes Eintreten für Räumung am 30. Juni, worauf Deutſicl
nach Annahme des Youngplanes Anſtuuch hat.”
Arbchtiggang der Jante ver Beisgern.
II.
Der zweite Tag ſah wiederum den Grafen Keyſerling
ſſelbſt zuerſt am Rednerpult. Thema ſeines Vortrages war
Freundſchaft als Lebensbafis.
Wiederum knüpfte der Graf an ſeine letzten Amerikareiſen,
beſonders an die nach Südamerika an und gab ſomit einen
wei=
teren intereſſanten Ausbau ſeiner geſtrigen Ausführungen. Die
Charaktereigenſchaften von Volk und Erde, führte der Graf aus,
wirken auf den Fremden, auf den, der ſie ſtudieren will, am
ein=
dringlichſten, wenn er direkt auf den Gegenpol ſtößt. Der Süden
wird alſo am beſten und ſchnellſten dem ſein Innerſtes zeigen, der
von Norden kommt. So auch ging es Graf Keyſerling, der
von Nordamerika direkt nach dem Süden kam, der ihm ſeine
ſchroffen Gegenſätze gegenüber Nordamerika alsbald offenbarte.
Rein materiell prägt ſich der Gegenſatz ſchon darin aus, daß der
Nordamerikaner alles auf Gelderwerb, Geldbeſitz, richtet,
während der Südamerikaner (Buenos Aives) ſein Vermögen das
nenut, was wir Schulden nennen. Er fühlt ſich ſoviel wert, als er
Kredit hat. Und er fährt gut damit, denn es paſſiert ihm
ſchließ=
lich nichts, wenigſtens ſolange er vom Kreis einer Freundſchaft
getragen wird. Will man den Südamerikaner ganz verſtehen,
muß man ſich ganz loslöſen von den eigenen Begriffen. Man
kann den Südamerikaner nur von der Seele, von der
Ge=
mütsſeite faſſen. Auch das iſt der ſpaniſche Einfluß. Wort
und Begriff „Willen” gibt es dort nicht. Aus dieſem Grunde
konnte in Spanien der Jeſuitismus entſtehen, dieſes reinſte
Willensſyſtem. Es regieren die Kraft des Glaubens der
Herois=
mus in Südamerika, nicht der Willen. Der Südamerikaner kann
etwas tun oder kann es nicht tun, niemals aber will er etwas
tun oder nicht tun. Daher in allem oft ein Stagnieren, ein
Stilleſtehen ohne Fortſchritt, bis irgendeine Exploſivkraft einen
gewaltigen Impuls ſchafft. Daher in allem der dem unſeren
ganz fremde gewaltige Rhythmus. Es gibt nur Freund
und Feind. Nichts dazwiſchen liegendes. Ein unbedingtes
weiteſtgehendes Eintreten für ſeine Freunde oder ein ganz
ſpontaner vernichtender Haß gegen die Feinde. Das iſt im
Materiellen ſo, wie in der Liebe. Dabei iſt es ſeinem Charakter
ganz ſelbſtverſtändlich, daß Liebe in Haß umſchlagen kann, auch
Haß in Liebe. Ein Begriff „deutſche Treue”, der im
Weſent=
lichen ja nur das Innehalten eines Kontraktes iſt, iſt dort fremd.
ähnlich dem der Verwandtſchaft, die ſehr ſtark gefühlsmäßig
ausgeprägt iſt.
Aus dieſen Grundeinſtellungen heraus iſt verſchiedenes zu
verſtehen, dem mam mit unſerer geiſtigen Einſtellung nicht
näher kommt. Die Freundſchaft (ganz gleich, ob
gleichgeſchlecht=
lich, oder zwiſchen Mann und Frau) geht ſoweit, daß der Freund
ganz ſelbſtverſtändlich idealiſiert wird, daß er abſolut iſt und
daß man ſich ebenſo ſelbſtverſtändlich für ihn töten läßt.
Aller=
dings kann ſpontan aus irgendeinem Grunde dieſe Freundſchaft
in Haß ſich wandeln. Jedenfalls iſt ſie aber von Ausſchlag auf
allen Gebieten des Lebens innerhalb und außerhalb der Familie.
Und geht von dieſer aus in das Zuſammenleben der Völker und
mit anderen über. Dementſprechend iſt die letztliche „
Erkennt=
nis” eine weſentlich andere als bei uns. Der Menſch dort,
erd=
näher wie wir, lebt auch viel näher dem Tode. Nicht das Leben,
der kommende Tod hat den ſtärkſten Einfluß auf Tun und
Handeln. Dabei ſind ſie dem Urquell des Lebens unendlich nahe.
Was aber kann aus dieſen Völkern werden, wenn das geiſtige
Prinzip einmal eindringt? (Beachte die geſtrigen Ausführungen
Graf Hardenbergs.) Die Griechen geben dafür lehrhaft Beiſpiel.
Auch ihre Kultur war eine rein erotiſche oder Freundſchaftskultur,
gebildet allerdings aus einer geradezu phantaſtiſchen Begabung.
Wahrheitskulturen und Schönheitskulturen gingen
niemals zuſammen, ſie ſind grundverſchiedene Begriffe. Das
prägt ſich am ſchärfſten aus bei dem Südamerihaner, der einen
Menſchen, der ihm unſympathiſch iſt, vor allem „häßlich” findet.
Die Gegenſätze zwiſchen Schönheit und Wahrheit ſind primitiv
bedingt durch die Datſache, daß Schönheit doch immer anzieht,
während Wahrheit oft abſtößt. Hieraus ſind die Anfänge des
ſüdamerikaniſchen Denkens zu verſtehen, deſſen erſter Ausdruck
äſthetiſch iſt. Es beſteht alſo im Südamerika die Möglichkeit
einer neuen Kultur, deren Urſprung vollkommener, wahrhaftiger
Urtrieb, und deſſen Ideal letzte Schönheit iſt. (Lebh. Beifall.
Am Nachmittag ſprach zuerſt Dr. Otto Gmelin=
Solin=
gen über
die Auflöſung des Bildungsbegriffes.
Um in das Bildungsproblem, wie es uns heute beſchäftigt,
einzuführen, erzählte der Vortragende zur Einleitung zwei kleine
perſönliche Erlebniſſe mit Schülern höherer Klaſſen. Zunächſt:
im Anſchluß an eine kurze gelegentliche Beſichtigung der Mona
Liſa. Die Schüler blieben nicht etwa bei dieſer ſtehen, ſie
ſam=
melten ſich vielmehr angeregt disputierend vor einer —
Schalt=
tafel! Dann: Es wurde ein Beethoven=Konzert gegeben, zu dem
die Schüler für 30 Pfg. gehen konnten und dann ſchulfrei hatten.
Ein Schüler fragte, ob er nach Erlegung der 30 Pfg. auch — z1
Das iſt, ohne verallgemeinern zu wollen, in gewiſſeme
typiſch. Der Bildungsbegriff iſt verſchieden definierbar.
anders als ehedem. Vielfach wird Bildung fälſchlich mit 9
und Können verwechſelt. Ein typiſches Beiſpiel für einen
ſchen unſerer Zeit war einer unſerer Heerführer im Krieſ
ein ungeheures, aber einſeitiges Können hatte, aber keſſ
Bildung im eigentlichen Sinne, ſo daß er ſtets verſagte, id
ſeine einſeitige Begabung allein in Frage ſtand. Typiſch ſind
manche Dinge aus ſtudentiſchen Korps. All das zeigt, d0
nicht auf Form und nicht auf Wiſſen und Können auſ0
ſondern allein auf die Herzensbildung. Dieſe Erkenſ
darf natürlich nicht dazu führen, daß man nun einfach un
Es genügt natürlich nicht, weder Wiſſen noch Form zu
um „gebildet, zu ſein. Geradeſowenig, wie es bei den
ſchätzern der akademiſchen Bildung gemügt, Nichtalade
zu ſein, um tüchtig und begabt zu ſein!
Unter ähnlich ſatiriſche Lupe nahm der Vortragende 9e
derungen der modernen Schulausbildung, die Volkshochſe
uſw. Es gibt demnach ungeheure Bildungs möglichte
Man hat auch verſucht, um Bildung zu erleichtern, die
ſchaft populär zu machen. Was dann natürlich zu einel
flachung, wenn nicht Fälſchung führen mußte. Die Folde
daß eine Unmenge Wiſſen verbreitet wurde, mit dem d‟
Maſſe kaum etwas anfangen kann. Das geht bis in die
der Wiſſenſchaft, der Gelehrten, hinein. Es hat ſich aber 190
anderer Typus herausgebildet, der Praktiker, der ſympſ
Typ. Das iſt der Techniker, der Wirtſchaftler, der Polihkel
ſoweit er nicht Anſpruch erhebt „gebildet” zu ſein. (Hei
Es kommt alſo bei der Leitung von Staat und Wirtſchaſl
aus nicht auf „Bildung” an, ſie iſt ſogar manchmal hiſe.
Führer genannter Art haben den Erfolg auf ihrer Seite,
der Ausdruck der Zeit. Sie ſind auch ohne A
naturgemäß wertvoller als Menſchen, die glauben „g2b
ſein oder behaupten es zu ſein, es aber nicht ſind. Keiſ
tiker wird einſehen, daß er klaſſiſche Bildung ſich aneigne.
Der Begriff „Bildung” alſo hat, ſich gewandelt.
muß doch einſt geweſen ſein, unumſtritten geweſſ,
Forſcht man geſchichtlich nach, ergeben ſich die
lagen und Grundwerte der Bildung im griechiſch=koſſ
Altertum. Plato hat ſie zuerſt wohl bewußt gepſiel
Humanismus lebte dieſe Bildungspflege weiter in
land. Bildung, wie wir ſie heute in Deutſchland verſtel
alſo erſt geboren aus deutſchem Geiſt und griechiſchen.!
werten. Der Menſch iſt der Mittelpunkt dieſes Bic
ideals. Um den Menſchen, allein geht es in ihr.
Menſchen herum iſt die Natur. Manchmal auch in ihm.
und unteilbarer Wert der Welt iſt allein der Menſch. *
Mittwoch, den 9. April 1930
Seite 3
Nur er 99
England gegen neue Verpflichkungen. — 2as Dreimächke=Flokkenabkommen geſichert.
Jkalien beſtehk auf der Parikät mit Frankreich.
eine Entſpannung in Paris.
Tat eus Mißton in den deutſch=franzöſiſchen
ziel ngen. — Berzweifelle Berſuche zur Rekkung
der Londoner Konferenz.
ſon unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. April.
der oungplan iſt angenommen — die Ratifizierung durch
übri Mächte iſt keine politiſche Frage —, aber leider kam
bei dr Gelegenheit zu keiner beſonderen Entſpannung. Das
hhne beifel auf die Worte Tardieus zurückzuführen.
Nichts=
bwenr herrſcht aber in Paris die Anſicht vor, daß es zu
nen Aera der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen kommen
I wichtigſte praktiſche Problem iſt jetzt die Placierung
Rep tionsanleihe.
n. inkreich iſt man etwas beunruhigt, und zwar darüber,
denn anzöſiſchen Platze eine allzugroße Tranche der Anleihe
n offizieller Seite wird deshalb mit beſonderer
Be=
die Rolle der Neutralen und insbeſondere auf die
A rikas bei der Aufnahme der Anleihe hingewieſen.
rika iinfluß iſt jetzt überhaupt auf allen Gebieten zu ſpüren.
Lon! arbeitet man unter amerikaniſchem Druck, und das
hit ſi für das Schickſal der Konferenz günſtig auszuwirken.
vorläufig unmöglich, über die Londoner Entwicklung
Urte zu geben. Die Informationen über den letzten Vor=
Moonalds ſind noch mangelhaft. In Frankreich iſt man
unz jeden, da es wahrſcheinlich ſcheint, daß Frankreich auf
wei en Ausbau ſeiner Flotte größtenteils wird verzichten
en u dafür nur die neue Auslegung des ſechzehnten Artikels
Völ bundscovenants erhalten wird. Das Nachgeben
an in der Frage der Unterſeeboote trübt
be=
franzöſiſchen Ausſichten.
Ein eeimächteabkommen iſt ſchwer durchführbar; denn
Eng=
mu auf die Rüſtungen Frankreichs Rückſicht nehmen. Ein
mäch tbkommen könnte ſcheitern an der franzöſiſchen
Be=
ung rch Italien. Zuletzt kehrt man immer wieder zu dem
veift n Verſuch zurück, ein Fünfmächteabkommen zu erzielen.
Aus ten ſind jetzt, wie verlautet, beſſer. Angeblich ſogar das
öſiſe talieniſche Verhältnis. Freilich iſt das eine ſehr relative
run ,Die italieniſche Diplomatie übernimmt jetzt Methoden,
e bljetzt der fasciſtiſchen Preſſe eigen waren”, ſchrieb „Le
dieſen Tagen. Eine ſolche Aeußerung im offiziöſen
Or=
uai d’Orſay beſagt Bände. Das ſchwerſte Pro=
5 London iſt jetzt die Ueberbrückung des
ita=
franzöſiſchen Gegenſatzes. Aber, wenn man
auch) London mit Not überbrückt, bedeutet das doch noch
da die Verſtimmung nach der Konferenz ſich nicht noch
31 auswirken wird.
ngliſche Auffaſſung über Arkikel 16 der
Völkerbundsſahung.
EP. London, 8. April.
ige, ob England zur Herbeiführung einer Einigung auf
lotz konferenz neue Verpflichtungen durch eine veränderte
legur des Artikels 16 der Völkerbundsſatzung übernehmen
teht nmer noch im Vordergrund des politiſchen Intereſſes.
chſten Tagen dürfte eine ausführliche Erklärung des
liery iſters Macdonald über die Verhandlungen in dieſer
al geben werden. Daß die engliſche Regierung unter
U tänden bereit iſt, neue Verpflichtungen einzugehen,
ausſr Ankündigung Macdonalds hervor, daß er gewillt ſei,
ihrern der beiden Oppoſitionsparteien ſich über die
erweiterten Auslegung des Artikels 16 des
Völker=
ab zu beraten. Eine Zuſage, daß ein Abkommen auf
dis Artikels auf der Flottenkonferenz nur mit der
Zu=
ung ’s Unterhauſes oder anderen Ratsmächten abgeſchloſſen
enude, könne er nicht geben. Sir Samuel Hoare und Lloyd
f. die Konſervativen, bzw. Liberalen nahmen die
Ein=
g 2 donals zu Beſprechungen über dieſe Frage an, wobei
Ge ſe aber erklärte, daß der Text eines ſolchen Abkommens
org; ig abgefaßt werden müſſe.
Erfolgreiche engliſch=amerikaniſch=japariſche
Beſprechungen.
EP. London, 8. April.
Der Weg für den Abſchluß eines Dreimächteabkommens
zwiſchen Amerita, England und Japan iſt in einer heutigen
Sitzung der Delegierten der drei Mächte weiter geebnet worden.
Der offiziellen Ankündigung zufolge war die heutige Beſprechung
recht erfolgreich, und es dürfte wahrſcheinlich nur noch kurze
Zeit dauern, bis ein Dreimächteabkommen völlig geſichert iſt.
Nach Darſtellung aus japaniſcher Quelle haben ſich die drei
Mächte in allen Punkten mit Ausnahme der Frage eines
Ton=
nagetransfers von Zerſtörern auf Unterſeeboote, wie es von
Japan gewünſcht wird, geeinigt. Dieſe letzte Frage ſoll auf einer
morgen abzuhaltenden Konſerenz der Delegationsführer der drei
Mächte weiter behandelt werden.
Während ein Dreimächteabkommen nunmehr unter allen
Umſtänden auf der Konferenz zuſtande kommen dürfte, ſind die
Ausſichten für einen Fünfmächtepakt zurzeit noch recht ungewiß.
Briand, der heute nachmittag in London wieder eintraf, hatte
kurz nach ſeiner Ankunft eine Unterredung mit Macdonald, über
deren Inhalt bis jetzt noch nichts verlautet. — Auf eine Anfrage
im Unterhaus erklärte Macdonald heute nochmals, daß die
eng=
liſche Regierung auch weiterhin bemüht ſei, den Abſchluß eines
Fünfmächteabkommens auf der Konferenz zu ermöglichen.
Ikalieniſche Erklärungen zur Blokkenkonferenz.
London, 8. April.
Der geſtrige Beſuch Grandis bei Macdonald erfolgte, wie
ver=
lautet, aus dem Grunde, weil der italieniſche
Außen=
miniſter ſo bald wie möglich, nämlich Ende dieſer oder
Anfang nächſter Woche, nach Rom zurückkehren möchte, da
die Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes bevorſteht.
Wei=
ter verlautet, daß Grandi wiederum Italiens Bereitſchaft
ver=
ſicherte, einer Baupauſe für Schlachtſchiffe zuzuſtimmen, wodurch
Frankreich eine Ueberlegenheit an Schlachtſchiffen von etwa 100 000
Tonnen erhielte, ferner die Bereitſchaft, Frankreich eine
Ueber=
legenheit an Spezialſchiffen zu gewähren. Dagegen habe Grandi
eine theoretiſche Parität mit Frankreich
ge=
fordert, gleichgültig, wie hoch die Tonnenzahl ſei, wenn auch
Italien nicht verſuchen wolle, dieſen Schiffsraum wirklich zu bauen.
Der Wortführer der italieniſchen Delegation erklärte, wenn eine
Einigung über irgend eine Interpretationsformel erzielt werde,
ſo ſei dies eine rein engliſch=franzöſiſche Angelegenheit, an der
Italien nicht beteiligt ſei und die keinen Beſtandteil eines Fünf=
Mächte=Abkommens bilden könne, ſoweit Italien in Betracht
komme. Die Italiener dächten jedöch optimiſtiſch über die
Mög=
lichkeit eines Fünf=Mächte=Abkommens in weniger wichtigen
Fra=
gen, worauf dann das beſondere italieniſch=franzöſiſche Verhältnis
direkt zwiſchen den beiden Ländern zu einem Zeitpunkt erörtert
werden könne, wo eine Einigung leichter möglich wäre.
Gandhi noch nicht verhafkel.
EP. Bombay, 8. April.
Der Führer der indiſchen Unabhängigkeitsbewegung, Gandhi,
iſt entgegen den allgemeinen Erwartungen auch heute nicht
ver=
haftet worden. Obwohl Gandhi ſelbſt ſeine Gefährten bei der
ungeſetzlichen Salzgewinnung anführte, nahm die Polizei nicht
die geringſte Notiz von ihm. Ueber 8000 Inder waren aus der
Umgebung von Dandi zuſammengeſtrömt. Gandhi ſoll
beabſich=
tigen, Mitte dieſer Woche die in der Umgebung gelegenen Dörfer
zu beſuchen und die Bevölkerung zu einem Maſſenboykott der
Salzgeſetze aufzufordern. Gandhis Sohn, Ram Das Gandhi,
der am Samstag wegen der Verletzung des Salzmonopols
ver=
haftet worden war, iſt heute zu ſechs Monaten Gefängnis
ver=
urteilt worden. Vier ſeiner Anhänger erhielten ähnliche Strafen.
In Kalkutta wurden heute als Proteſt gegen die Verurteilung
des Nationaliſtenführers Nariman zu einem Monat Gefängnis
alle Geſchäfte geſchloſſen. 2000 Schüler beteiligten ſich an dem
Proteſtſtreik.
Hoeſch bei Briand.
Keine Hinderniſſe für die Räumung. — Deutſchland
erwarket die Einhaltung des Räumungskermins.
Die geſtrige Unterredung zwiſchen dem deutſchen Botſchafter
von Hoeſch und dem franzöſiſchen Außenminiſter Briand, über
die wir bereits kurz berichtet haben, hat ſich, wie an zuſtändiger
Stelle beſtätigt wird, in erſter Linie auf die durch die jüngſte
Rede Tardieus aufgeworfenen deutſch=franzöſiſchen
Probleme, alſo auf die Sanktionenfrage und die
Räumung der dritten Zone, bezogen.
Auf deutſcher Seite vertritt man nach der geſtrigen
Beſpre=
chung den Standpunkt, daß die
Sanktionsbeſtimmun=
gen des Verſailler Vertrages von Frankreich
praktiſch aufgegeben ſeien, da ſie undurchführbar geworden
ſind. Die franzöſiſche Regierung habe damit klar auf alle
Zwangsmaßnahmen militäriſcher Art verzichtet. Im übrigen
ſei nicht anzunehmen, daß der ganz Streit um die „
Handlungs=
freiheit” Frankreichs jemals eine praktiſche Bedeutung erhalten
werde.
In der Räumungsfrage beſtehen nach
deut=
ſcher Anſicht trotz der von Tardieu im Senat
abge=
gebenen Erklärungen keine weſentlichen
Mei=
nungsverſchiedenheiten. Wie ſchon Tardieu ſelbſt
betonte, hat die franzöſiſche Regierung kein Intereſſe daran,
durch eine Verlängerung der Beſetzung um wenige Wochen die
deutſch=fronzöſiſchen Beziehungen zu trüben. Es iſt alſo mit
Beſtimmtheit anzunehmen, daß die Räumung,
wenn erſt einmal die im Haag feſtgeſetzten Vorbedingungen —
Ratifizierung des Youngplans, Inkraftreten der
Internationa=
len Zahlungsbank und Uebergabe der deutſchen Zertifikare an
die B. J. Z. — erfüllt ſein werden, bis zu
demurſprüng=
lich feſtgeſetzten Termin am 30. Juni 1930
durch=
geführt werden wird, falls dies techniſch überhaupt
mög=
lich iſt. Irgendwelche Hinderniſſe für die
Erfül=
lung der Vorbedingungen ſind nicht zu
erwar=
ten, da die Ratifizierung der Haager Abkommen durch Belgien,
England und Italien in aller Kürze erfolgt ſein dürfte, die
B.J.Z. höchſtwahrſcheinlich am 1. Mai ihre Tätigkeit aufnehmen
wird und die Uebernahme der deutſchen Schuldverſchreibungen
eine reine Formalität iſt.
Einige Ueberraſchung hat bei den amtlichen
deut=
ſchen Stellen Tiardieus Ankündigung hervorgee
rufen, daß erdie deutſche Regierungdurch eine
Note auffordern wolle, die Zerſtörung der
Be=
feſtigungen im Rheinland zu beſchleunigen. In
dem vom „Journal Officiel” veröffentlichten Text ſeiner Rede
hat der Miniſterpräſident die Wendung ſelbſt ſchon inſofern
ab=
geſchwächt, als dort nur von einer freundſchaftlichen Mitteilung
die Rede iſt. Es handelt ſich bekanntlich um die Beſeitigung
ge=
wiſſer Eiſenbahnſtrecken und Kriegsrampen, ferner um die
Zer=
ſtörung gewiſſer Feſtungswerke in Kehl und Mainz. Alle dieſe
Arbeiten ſind bereits im Gang und werden innerhalb der
verein=
barten Friſt zu Ende geführt werden. Die von Deutſchland
über=
nonrmene Verpflichtung, gewiſſe von der Beſatzung hinterlaſſene
militäriſche Anlagen einer zivilen Verwendung zuzuführen, iſt
zwiſchen Deutſchland und Frankreich ſchriftlich fixiert worden
und wird nach dem Abzug der Beſatzungstruppen ebenfalls
er=
füllt werden. Eine diesbezügliche Demarche der
fran=
zöſiſchen Regierung iſt bisher an zuſtändiger
deutſcher Stelle nicht unternommen worden.
Unüberbrückbare Gegenſähe in den
Sgar=
verhandlungen.
Die Saarverhandlungen ſind wieder einmal auf dem totcm
Punkt angelangt, obwohl in letzter Zeit von deutſcher Seite
im=
mer wieder behauptet worden iſt, daß flott verhandelt würde.
Die Tatſachen ſprechen allerdings eine andere Sprache. Seit der
Aufnahme der Verhandlungen über die vorzeitige Rückgabe des
Saargebietes und der Saargruben hat man eigentlich immer nur
die Feſtſtellung machen können, daß in Paris mehr Pauſen
ein=
gelegt, als Verhandlungen geführt werden. Die Zurückhaltung
der deutſchen amtlichen Stellen in der Berichterſtattung über den
Verhandlungsſtand iſt begreiflich, weil man Störungen von
außen vermeiden möchte. Inzwiſchen haben aber die Franzoſen
ihren Preſſeapparat in Bewegung geſetzt. Es kann wohl keinem
Zweifel mehr unterliegen, daß die Forderungen der
Franzoſen viel zu überſpannt ſind, als daß man
ernſthaft darauf eingehen kann. Bleiben die
Gegen=
ſätze weiterhin unüberbrückbar, dann wird wohl nichts anderes
übrigbleiben, als die Volksabſtimmung im Jahre 1935
abzu=
warten, über deren Ergebnis ſich wohl kein Franzoſe mehr einer
Täuſchung hingibt.
bun Idt ſagte, er erhebe nicht Anſpruch darauf, ein Ge=
71 ein, ſondern nur darauf, ein Menſch, ein „Gebildeter”
wurde zunächſt gar nicht daran gedacht oder darnach
und wie der Erfolg ſei. Einzig die möglichſte
s Menſchen, ſeine Umgeſtaltung zum vollendeten
Avar Ziel. Das Wiſſen mußte vollſtändig in die Per=
Mn, ſo erſt erreichte der Menſch „Totalität”.
Vollen=
n war die Bildung des klaſſiſchen Altertums. Die
wurde dabei zum Kosmos. So kam es, daß Goethe
iſchaft treiben konnte, die vom heutigen Stand der
1 ſchaft kaum noch zu begreifen iſt. Ebenſo iſt es mit
der Phyſik gegenüber. Das Leben war von innen
hei ht. Alles von außen Kommende wurde aufgenom=
und jarbeitet. So konnte man damals glauben, den
Men=
äſth ſch erzielen zu können.
Slles iſt heute anders geworden. Es iſt falſch zu
daliegt an den wirtſchaftlichen Verhältniſſen. Auch daß
Gik es verurſacht habe, iſt falſch. Die Technik iſt ja erſt
Mis des geänderten Geiſtes. Der Menſch iſt eben
9mehr der Mittelpunkt des Seins. Die Wiſſenſchaft iſt
Dr groß geworden, daß ſie ſich ſelbſt ſtändig übertrifft,
ſelbſt „veraltet‟. Es geht nicht, die Welt, das Sein
durch mathematiſche Formeln und Errechnungen.
nur der etwas, der vergeſſen hat, daß er ein Menſch
ichter und Denker” iſt zur lächerlichen Figur
gewor=
che Bildung hindert die Teilnahme an der Ak=
Führer aus Technik, Wirtſchaft und Politik ſind,
ſie und ihre Taten eingehendſt, im Grunde ihrer
Tb. Nur ſo können ſie ſo aktiv ſein, wie ſie in
heu=
ein müſſen.
J3 im alten Begriff iſt alfo tot! Aber auf den Geiſt
Dnin der Bildung. Und der Geiſt kann ſich ja anders
uc als durch den alten Begriff der Bildung. Aufgabe
es muß es ſein, die Fühlung nach der
prak=
ix eite zu finden. An der Formung der geiſtigen
(Al liegt es alſo, daß das wirkliche Leben wieder Füh=
7Yem Geiſt gewinnt.
ſt eines der Ziele der Schule der
Weis=
ingt es, dieſes Ziel zu verwirklichen, wird der neue
ildungsbegriff geprägt ſein. (Lebh. Beifall.)
Helbar darnach ſprach Oskar A. H. Schmitz=
Salz=
ie Schuhbedürftigkeit des Rganes.
Wirzen Betrachtungen über den Inhalt der vorange=
Jorträge kam der Vortragende auf die Gründungen
von Männerbünden in Wien und England zu ſprechen, Dinge,
die wir nur mit einem Lächeln aufnehmen können, weil war uns
den Mann. den Träger des Geiſtprinzips, nicht
vor=
ſtellen können als von der Frau unterdrückt, bekämpft,
ausge=
nutzt. Gewiß kann das vorkommen und kann beklagenswert
wir=
ken. Führt das aber zu Maſſenverbindungen, wirkt es
kläg=
lich! Richtig iſt, daß das Verhältnis zwiſchen Mann und Frau
heute völlig zerſtört ſcheint. Das hat zur Klage, Anklage und
Widerklage geführt. Aus Anklagen aber kann und ſollte man
lernen. Die Angriffe der Frau gegen den Mann laſſen ſich auf
eine gewiſſe Formel bringen. Die Frau beſtreitet, daß der
Mann der Herr der Schöpfung ift, ſie behauptet, er ſei das nur
mit der Frau zuſammen. Wir ſind tief in die Erdentfremdung
hineingeraten, weil die Frau nicht allein rebelliert hat, mit einem
beſtimmten klaren Ziel, weil ſie nur Gleichberechtigung erſtrebt,
ohne ſich über den Begriff dieſer völlig klar zu ſein.
Es wird heute ſelbſtverſtändlich vom Manne anerkannt, daß
die Frau heute intellektuell ſein kann. Da liegt der erſte Fehler.
Die Frau kann nicht Trägerin vom Sinn und der Ordnung des
Lebens ſein. Die Frau wird immer perſönlich ſein. Der
Mann iſt alſo von ſeiner herrſchenden Stellung zurückgetreten
und die Frau iſt ihm gefolgt. Darum iſt aus dieſem Kampf
nichts herausgekommen. Es iſt verkannt worden, daß die Frau
Träger des Erosprinzips bleiben muß, der Mann Träger des
Geiſtprinzips. Es wird vergeſſen, daß im Augenblick, da der
Geiſt ſich zurückzieht, auch der Eros ſich zurückzieht. Das führt zu
Verhältniſſen, wie ſie Amerika zeigt, dem Lande der reinen
Frauenherrſchaft. Beide Teile fühlen ſich heute ſchon nicht mehr
ſehr wohl in dem heutigen Zuſtand und ſuchen nach Hilfe aus
Nöten, in die ſie beide hineingeraten, ohne es zu wollen.
An der Techniſierung des Mannes iſt die Frau nicht ſchuld.
Sie kann nichts dafür, daß der Mann aus Dingen, die
ſegens=
reich hätten wirken können, Werke ſinnloſer Zerſtörung machte.
Sie ſah nur, daß der Mann immer aufgeblaſener und dümmer
ſwurde und dachte mit Recht, ihm in dieſer Richtung
gleichberech=
tigt werden zu können.
Die Schutzbedürftigkeit des Mannes iſt von Natur bedingt.
Der Mann iſt der phyſiſch Schwächere! Das ſehen wir
in der Natur und ſehen es täglich im praktiſchen Leben. Der
Frau hilft ſcheinbar immer und überall die Natur, der Mann
ſteht allein und ohne Hilfe. Allerdings braucht die Frau den
Mann, und da ſie ſich Tatſachen immer a pa;t, kommt ſie ſo
durch den Mann wieder dem Geiſtprinzip nahe.
Der Eros des Mannes iſt ſtark im Verlangen, das beweiſt
ſeine erotiſche Not. Beim Mann iſt alles Kampf um Anpaſſung
und Selbſtbehauptung. Die geſunde Frau braucht dieſen Kampf
nicht, ſie wird von der Natur ſelbſt „eingeordnet” angepaßt. Der
Mann iſt problematiſch, die Frau problemlos. Darum ſucht der
Mann Schutz bei der Frau, die leichter ohne Geiſt leben kann,
wie der Mann ohne Eros. Der Mann bezahlt ſeine
Schöpfer=
kraſt mit innerer Zerriſſenheit. Das Naturglück, das der Frau
genügt, muß er entweder durchgeiſtigen oder er zerſtört es. Der
Mann braucht alſo Schutz vor ſeinem eigenen erdflüchtigen
Geiſt und er ſucht dieſen Schutz beim Eros. Aber er braucht
auch Schutz gegen die Frau ſelbſt, gegen ihren mächtigen
erd=
gebundenen Eros.
Die Schutzbedürftigkeit der Frau iſt überall und in allen
Kreiſen der Männerwelt anerkannt. Das weiß die Frau. Die
Schutzbedürftigkeit des Mannes aber iſt unbewußt und nicht
anerkannt. Darin gründet der gewaltige Unterſchied. Der Mann
braucht den Eros, weil ohne dieſen auch ſein Geiſt abnimmt,
deſſen Prinzip=Träger er iſt. Darum iſt er abhängig von der
Frau, wenn auch unbewußt, darum iſt er ſchutzbedürftig. (Lebh.
Beifall.)
Lebhaft begrüßt, betrat dann außerhalb des Vortragsplanes
noch Herr Dr. Groddeck=Baden=Baden das Rednerpult zu
einem Schlußwort, in dem er die Frage aufwarf, was eigentlich
hier gemeint ſei. Es iſt die Rede von Geiſt und Seele und Erde.
Es fehlt da noch der Körper. Die größte Leiſtung des
Men=
ſchen iſt das befruchtete Ei. Niemand kann ſagen, ob dieſes Geiſt
hat. Ob ein Säugling Geiſt hat! Und ein Säugling iſt doch ein
Menſch! Die Begriffe Intelligenz, Wirklichbeit, Realität uſw.
ſtellt Redner in Frage. Auch die Feſtſtellung, daß der Menſch
nicht mehr im Mittelpunkt der Welt ſteht. Alles iſt ingendwie
und iſt doch nicht. Es iſt auch nicht die Hauptſache, daß wir
ſtre=
ben, daß wir anders werden ſollen. Es iſt zunächſt wichtiger, zu
erkennen, was und wer wir ſind. So lange wir ſtreben, gehen
wir den Phariſäerweg. „Wer immer ſtrehend ſich bemüht,” ſagt
der Böſe (!) — Was Geiſt und was Seele iſt, möge Graf
Keyſerling zunächſt ſagen. (Beifall.)
Graf Keyſerling antwortete kurz, keiner weiß ſo gut
wie Groddeck, was Geiſt und Seele ſind. Weiß, daß es da keine
Definitionen gibt, nur Begriffe. Wenn wir das alles erklären
könnten, würde nichts in uns ſein. Richtig iſt, daß der Arzt wohl
ſchneiden, aber nicht heilen kann. Aber wenn er nicht ſchneiden
würde, würde der Kranke ſich nicht ſelbſt heilen können. Er iſt
alſo Vorbedingung der Heilung. So iſt es auch auf geiſtigem
Gebiete.
AI. St.
Seite 4
Mittwoch, den 9. April 1930
Die einteeralangen in Minanzausſchan=
Am Mikkwoch Ende der 1. Leſung?
* Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtages iſt am
Mon=
tag in Gießen geweſen und hat dort zuſammen mit den
De=
kanen und dem Rektor der Univerſität über mögliche
Spar=
maßnahmen bei der Univerſität geſprochen. Dabei ſoll es zu recht
intereſſanten Bemerkungen zwiſchen einigen
Ausſchußmitglie=
dern und den Profeſſoren gekommen ſein — ein von allen
Ein=
ſichtigen erwartetes Ereignis. Wir würden uns daher nicht
wun=
dern, wenn man von der geplanten gleichartigen Beſprechung
mit den Leitern der hieſigen Techniſchen Hochſchule Abſtand
neh=
men würde. Das Ergebnis von Gießen liegt in einigen
umfang=
reichen Anträgen des Landbundes vor, der „aus Rache” noch
einige 100 000 RM. abſtreichen will.
Am Dienstag begann der Ausſchuß mit der Beratung des
Etats des Finanzminiſteriums. Kap. 108, Miniſterium,
weiſt 1 131 409 RM. Ausgaben (176 319 Mk. mehr als im
Vor=
jahre) und 65 539 RM. Einnahmen (18368 RM. mehr als im
Vorjahre) auf. Von ſeiten der Volkspartei und des Landbundes
wurde beantragt, zahlreiche Miniſterialſtellen auf Inhaber zu
ſetzen. Die Anträge wurden jedoch abgelehnt. Der
Finanzmini=
ſter wies darauf hin, daß gerade jetzt dieſe Beamten notwendig
ſeien, um die umfangreichen Arbeiten aus dem Spargutachten
zu erledigen. Eine Lahmlegung des Miniſteriums nur
pſycho=
logiſcher Wirkungen wegen könne nicht verantwortet werden.
Das Kapitel wurde genehmigt, ebenſo Kap. 109,
Hausver=
waltung, mit 102 798 RM. Ausgaben und 3025 RM.
Ein=
nahmen Bei Kap. 110, Hauptſtaatskaſſe, mit 493 271
RM. Ausgaben wurde ein volksparteilicher Antrag der
Regie=
rung als Matevial überwieſen, der die Wiederherſtellung der
ſeitherigen Beamtenſtellen verlangt. Es ſind verſchiedene Aus=
hilfskräfte in das Beamtenverhältnis überführt worden. Von
den meiſten Parteien wurde dabei angeregt, daß in Konſequenz
dieſes Antrages von der automatiſchen
Ueberfüh=
rung von Hilfskräften in das
Beamtenverhält=
nis in Zukunft Abſtand genommen werden ſoll. Es ſoll
ſtets eine genaue Prüfung der Notwendigkeit erfolgen, was von
der Regierung zugeſagt wurde.
Bei Kap. 111, Vermeſſungsweſen, mit 1856 599 RM.
Ausgaben und 1 119 000 RM. Einnahmen begann nochmals eine
eingehende Ausſprache über die Höhe und Berechnung der
Ge=
bühren der Vermeſſungsämter. Ein volksparteilicher Antrag,
„jede Gebührenerhöhung im laufenden
Rech=
nungsjahr 1930 hat zu unterbleiben” wurde
ein=
ſtimmig angenommen. Die im Etat angeſetzten
verſtärk=
ten Gebühreneingänge, ſollten nach Erklärung der Regierung
durch vermehrte Arbeitsleiſtung, aber auch durch
Gebühren=
erhöhung erzielt werden. Von Regierungsſeite wurde auch
dar=
gelegt, daß die Aemier zurzeit mit 30000 Arbeitstagen im
Rück=
ſtand ſind. Die Gebührenberechnung erfolge neben der
Berech=
nung der aufgewendeten Zeit unter Berückſichtigung des
Boden=
wertes. Anträge des Landbundes und der Volkspartei auf
In=
haberverſetzung verſchiedener Stellen, wurden zum Teil
abge=
lehnt. Die Regierung ſagt eine Prüfung mancher zum Ausdruck
gekommenen Beanſtandungen zu. Es ſoll verſucht werden, durch
Zuſammenlegung der beiden Stellen für Vermeſſungsweſen im
Arbeits= und im Finanzminiſterium eine Vereinfachung zu
er=
reichen.
Bei Kap. 112, Hochbauweſen (1556 583 RM. Ausgaben
und 536 0477 RM. Einnahmen), wurde die ſtarke Beſetzung der
Hochbauämter mit Akademikerſtellen und die Nebenarbeit
der Beamten bemängelt. Von Regierungsſeite wurde
er=
klärt, kaß die Nebenbeſchäftigung allgemein unterſagt ſei. Der
Miniſter wies an Hand einer Aufſtellung nach, daß die
betreffen=
den Fälle von keiner beſonderen Tragweite ſeien.
Nummer
Ohne Debatte werden die Kap. 112a, Rheinſchiffe
(44200 RM. Ausgaben), Kap. 113, Brücken und Ue
fahrten (131 511 RM. Ausgaben, 43 075 RM. Einnahr
Kap. 114, Wetter= und Gewäſſerkunde (36 773
Ausgaben, 2520 RM. Einnahmen), genehmigt. Bei Kap.
Privateiſenbahnen, Kraftwagenverkehr, L.
verkehr, mit 66 000 RM. Ausgaben und 25 000 RM. Eir
men wird von ſozialdemokratiſcher Seite ar
regt, die 40 000 RM. Subvention für den F
verkehr zu ſtreichen. Regierung und Volkspartei bee
gen, es bei dem ſeitherigen Zuſtand zu belaſſen. Das K
wird dann einſtimmig in der Regierungsvorlage geneb
Debattelos werden Kap. 116, Stellvertretungs= und Aus
koſten (100 499 RM. Ausgaben, 1800 RM. Einnahmen),
117, Poſtgebühren, 175 000 RM. Ausgaben (30 000 Mk. mek
im Vorjahre), Kap. 118, Anleihen und Staatsſd
(4 418 715 RM. Ausgaben, 1 903 445 RM. Einnahmen), Kar
Forſt= und Kameralgüter (243 500 RM. Ausgaben
die Erneuerungsarbeiten am Darmſtä
Schloß), Kap. 124, Bad Salzhauſen (6700 RM.
gaben), Kap. 125, An= und Verkauf von Staatsgü
(100 000 RM. Ausgaben) genehmigt. Hier erklärt die Regi
auf volksparteiliche Anfrage, ob es richtig ſei, daß man fü
neuen Provinzialdirektor in Mainz ein
kaufen wolle, obwohl geeignete Räumlichkeiten vorh
ſeien, daß Verhandlungen ſchwebten, ein Haus abzuſtoßer
dafür ein Gebäude für den Provinzialdirektor zu erwerben
Ausſchuß beſchließt, daß die Regierung in Zukunf
Ankäufen in der Regel den Finanzausſchuß anh
ſoll. Kap. 126, Reſte aus früheren Jahren, findet ebenfall
nehmigung. Der Ausſchuß will am Mittwoch mit den reſ
Kapiteln und den zurückgeſtellten Anträgen fertig werden,
noch in dieſer Woche die zweite Leſung begonnen und mie
zu Ende geführt werden kann.
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Darmſtadt, den 9. April.
Heſſiſche Arbeitsminiſterium zur Roklage der
kaufmänntichen Angeftellten.
große Notlage der Kaufmannsgehilfen, insbeſondere der älteren
Uten, hat jetzt auf Artrag des Deutſchnationalen Handlungs=
=Verbandes dem Heſſiſchen Miniſterium für Arbeit und Wirt=
Zepanlaſſung gegeben, die heſſiſchen Miniſterien zu bitten, durch
re Rundſchreiben auf die unterſtellten Behörden in dem Sinne
rken, daß bei Einſtellung von Hilfskräften auf die wirtſchaftliche
jale Lage der Einzuſtellenden gebuhrende Rückicht zu nehmen
ſollen alleinige Ernährer von Familienmitgliedern bei gleicher
g ſolchen Perſonen vorgezogen werden, bei denen die genannten
ſetzungen nicht gegeben ſind. Im gleichen Sinne hat das
Heſſi=
nenminiſterium die Provinzialdirektionen und Kreisämter
ange=
dafür zu ſorgen, daß auch die Gemeinden Kreiſe und
Provin=
berechtigten Forderungen der älteren Angeſtellten Rechnung
verlängerte Arbeitszeiten hält das Heſſiſche Miniſterium für
und Wirtſchaft mit Rückſicht auf die tariflichen Regelungen eine
che Ueberarbeit für unzuläſſig. Es bleibt zu wünſchen, daß alle
dieſen wohlmeinenden Anweiſungen in vollem Umfange
Rech=
agen, um ſo der Notlage der älteren Angeſtellten im Nahmen
glichen abzuhelfen.
Ernannt wurde durch Entſchließung des Miniſters des Innern
April 1930 der Referendar Dr. Philipp Groß in Gießen zum
ngsaſſeſſor.
gjähriges Dienſtjubiläum. Ihr 40jähriges Jubiläum in der
hanſtalt feierte geſtern Fräulein Weber. Die treuen
1 der Jubilarin durch vier Jahrzehnte wurden durch reiche
Blu=
den, viele Glückwünſche und Geſchenke der Großherzoglichen
und der Hofverwaltung anerkannt.
tsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
er=
unſere Mitglieder ſowie ſonſtige Freunde von Handwerk und
an unſeren morgigen Vortragsabend, im Gelben Saal
e abends um 8 Uhr. Es dürfte ſich empfehlen, pünktlich zu er=
Sbenwalöklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Bei einer kaum
geahn=
nehmerzahl von 160 Wanderern fand am vergangenen Sonntag
rte planmäßige Wanderung im Wanderjahr 1930
in Sonderzug des „Lieschens”, am Sonntag auch „
Gerſprenz=
genannt, brachte die frohe Waaderſchar nach Bockenrod. Still
träumt lag das ſchöne Gerſprenztal vor unſeren Blicken, und
träumter ſchauten die Einwohner der an der Bahnſtrecke
liegen=
ernhäuſer aus ihren Fenſtern, glaubten ſie doch, ſie hätten es
Sweiſe verſchlafen, da doch um die frühe Stunde noch gar
von Reinheim her fällig wäre. Kopfſchüttelnd ſahen ſie dem
enen Lieschen nach, das höhniſch bimmelnd ſogar durch die
en zog und, ohne anzuhalten, Ort um Ort hinter ſich ließ, bis
ch ſein Endziel für die heutige Frühtour mit Bockenrod erreicht
luf ſchönen Feldwegen, von denen wunderbare Blicke auf das
genießen waren, ging es auf die Höhe, wo uns der Wald in
ürzigen Friſche aufnahm. Meiſt ſeither uns noch ziemlich un=
Wege führten uns zum Lärmfeuer, von wo nach kurzem
Aus=
der Abſtieg nach Ober=Moſſau zur Frühſtücksraſt erfolgte.
ich die große Geſellſchaft in drangvoll fürchterlicher Enge bei
Schmucker untergebracht war, ſo ſchmeckte dennoch das
Mitge=
nd die einheimiſchen Erzeugniſſe in Geſtalt von Rippchen, von
rbier und Feuerwaſſer aus Quetſche ganz vorzüglich. Um 12 Uhr
Weitermarſch, ebenfalls wieder durch herrlichen Hochwald auf
Stöck ſtatt. Im neuerbauten Saale empfing uns das
Klubmit=
ber zu einem vorzüglichen Mittageſſen. Die Führer Eckhardt
Siert hatten wirklich nicht zu viel verſprochen; es klappte alles,
A gute Petrus konnte ſich den Bitten des Jungführers Eckhardt
ſchließen indem er gegen Mittag ſeine liebe Sonne ſchickte, ſo
lg der Führer vollſtändig zu machen. Herr Profeſſor Köſer
n beiden Herren den wohlverdienten Dank aus. Nach dem offi=
21chluß um 4 Uhr zogen Gruppen und Grüppchen von der Höhe
im Tal, nach Kirch= und Pfaffen=Beerfurth, von wo die
Heim=
etreten wurde. Der Bitte des Vorſtandes entſprechend, hatten
on der Wanderung kommend — noch einige Unentwegte im
eingefunden, um der Ortsgruppe Frankfurt, die anläßlich
nderung rund um Darmſtadt hier weilte, noch einige Stunden
ft zu leiſten. Profeſſor Köſer und Heinz Gutkäſe ſtellten ihre
2 den Dienſt der guten Sache und trugen weſentlich zur Unter=
1er lieben Gäſte bei. Um 10 Uhr ſchlug die Trennungsſtunde.
Aiges „Friſch auf!” war das Begleitwort für die Frankfurter
A Abmarſch.
ogelsberger Höhen=Club, Zweigverein Darmſtadt. Frühlings=
Aütenduft, waren die Begleiter der Wanderer, die am Sonn=
6. April, die vierte Wanderung mitmachten. Einige
rind Hecken mit ihrem jungfräulichen Grün, der Wald und die
=Uiit ihren erſten Blumenkindern, die Felder mit der
aufſproſ=
r1 rat, die munter dahineilenden Bächlein mit ihrem ebenſo
kla=
ir laſſen die Natur gerade jetzt beſonders reizvoll erſcheinen.
1r Geſang der Vögel ſchöner als in den ſtillen Morgenſtunden,
Getriebe der Stadt. Allen Sorgenballaſt zu Hauſe gelaſſen,
Ohr der Schönheit der Natur gewidmet, bietet Wanderer,
Und bergab, der Sonn” entgegen, Freude und Erholung. Der
gegen ging die Wanderung, die vom Oſtbahnhof aus über die
Marien= und Willbrandshöhe, Eberſtadt, Kohlberg nach
2 mſtadt führte. Reizvolle Wege wurden gegangen und herr=
Auicke genoſſen. Alle Wanderer waren von der prachtvollen
ig entzückt. Einkehr zur vollſten Zufriedenheit wurde
gehal=
erſtadt im Gaſthaus „Schweizerhaus” und in Nieder=Ramſtadt
ied Breidert. In Nieder=Ramſtadt beſchloſſen noch ein paar
harmoniſchen Zuſammenſeins den Tag. Den Führerinnen
bC.=Schweſtern Decker und Schneider — wurde durch VHC. herzlicher Dank für ihre Leiſtungen geſagt. — Auf
zſchluß am 10. April für die im Juni d3. 73. ſtattfindende
1t wird nochmals aufmerkſam gemacht.
* Chriſtliche Verein Junger Männer Darmſtadt e. V. ladet zu
innerbibelſtunde heute abend, in welcher Herr
Stadt=
ſpektor Semmel ſprechen wird, ein. Die Bibelſtunde findet
um 8.30 Uhr im Heim, Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne,
ſtatt. Gäſte ſind willkommen.
Mittwoch, den 9. April 1930
Fafua n de Naut md Zuſfan.
Alle Anzeichen des Frühlings werden ſichtbar. Die Wieſen beginnen
zu grünen, in Wäldern, Gärten und Feldern, zeigt ſich ſchüchternes
friſches Sprießen und Blühen. Neues Leben entfaltet ſich überall,
auch im Tierreich. Neuer Lebensmut und neue Hoffnung zieht mit
der milderen Frühlingsluft auch in des Menſchen Herz und Gemüt. Die
Freude an Vogelſang und Blütenpracht in dieſem Frühlingszauber läßt
die Menſchen in voller Bewunderung die Weisheit Gottes erſchauen.
Die wärmenden Strahlen der höher ſteigenden Frühlingsſonne
locken auch die Schläfer des Winters aus ihrem Verſteck. Der grüne
Gras= und Waſſerfroſch verläßt auch ſein feuchtes Bett am Grunde der
Tümpel und Teiche, reckt und ſtreckt ſeine Glieder und fährt mit
kräf=
tigem Rucke zum Lichte, des lauen Frühlings, zur Waſſeroberfläche
empor.
Der Ahnungsloſe! Er kennt die Gefahren, die Qualen nicht, die
ſeiner harren. Nun beginnt er zunächſt die Jagd nach jenem läſtigen
Getier, Fliegen und Schnaken, deſſen der Menſch allein nicht Herr zu
werden vermag. Geräuſchlos holt er mit ſeinem breiten Maule die
Verderber unſerer Kulturen von Blatt und Zweiglein; keines Dankes
harrend ſchafft er Nutzen früh bis ſpät. Allein auch ihm bleibt die
Erkenntnis der Wahrheit des alten Satzes nicht erſpart: „Undank iſt der
Welt Lohn”. Ja, wäre es nur Dank; Grauſamkeit in der häßlichſten
Form wird ihm widerfahren.
Knaben in ihrem jugendlichen Uebermut ziehen an den Teich mit
Stöcken und Steinen bewaffnet, um alle Fröſche, die ſich ihnen zeigen,
zu ſchlagen oder zu bewerfen. Zu Tode getroffen, zatzheln dieſe armen
Geſchöpfe dann hilflos im Graſe umher, bis ſie nach qualvollen Leiden
jämmerlich verenden.
„Froſchſchenkel gefällig!” ſo ſchreit der Verkäufer auf dem Markt,
um das Ergehnis ſeines ſchändlichen Gewerbes für überſatte
Fein=
ſchmecker und Schlemmer anzubieten.
Wer je das ſcheußliche Handwerk des Froſchfängers am Teich und
die gräßlich zuckenden Froſchkörper, denen die Hinterſchenkel
abgeſchnit=
ten worden ſind, auf der nahen Wieſe geſehen hat, dem ſteigt die
Scham=
röte ins Geſicht.
Das Vorderteil der armen Tiere beſtehend aus Kopf, Bruſt und
Vorderbeinen, wird auf einen Haufen geworfen. Da die Tiere
be=
kanntlich ein zähes Leben haben, bietet ſich dem Beſchauer ein Bild, wie
es ſcheußlicher nicht gedacht werden kann. Stundenlang kriecht und
zappelt die ſchleimige Maſſe, bis die verſtümmelten Tiere unter
entſetz=
lichen Qualen verenden. Es wäre zu wünſchen, daß die Liebhaber von
Froſchſchenkeln ſolchem Gemetzel nur einmal beiwohnten, der Wunſch
nach Froſchſchenkeln würde ihnen für immer vergehen.
Dem ſchändlichen Treiben iſt nur dadurch zu ſteuern, daß alle
ver=
nünftigen und mitfüihlenden Menſchen die Marktfrauen und
Delikateſſen=
geſchäfte, die Froſchſchenkel anbieten, volſtändig meiden.
Wo keine Nachfrage iſt, da hört auch die Anlieferung auf. Möge
auch Frühling allgemein in die Herzen der Menſchen einziehen und
Barmherzigkeit für die Leiden der Geſchöpfe der Natur erzeugen, damit
auch das ſcheußliche Handwerk des Froſchfanges für immer unterlaſſen
wird.
N. Kratz.
— Der Mann, der ſeinen Namen änderte — gelangt heute Mittwoch
um 8 Uhr 15 Min, letztmalig durch das hervorragende Enſemble der
Berliner Lach= und Senſationsbühne zur Aufführung. — Um allen
Kreiſen den Beſuch dieſes ſpannenden Meiſterwerks von Edgar Wallace
zu ermöglichen, gelten heute ganz kleine Preiſe von 1 Mark an für nicht
jumerierte und 1.50 Mark für numerierte Plätze. — Dieſe
ungewöhn=
liche Preisvergünſtigung für eine ganz erſtklaſſige Aufführung dürfte
einen regen Beſuch erwarten laſſen. Es empfiehlt ſich daher, Karten im
Vorverkauf (Verkehrsbureau und de Waal, Rheinſtraße 14) zu
ent=
nehmen. — Morgen Donnerstag gelangt als zweites und letztes Stück
des obigen Enſembles der ausgezeichnete Schwank „Sie muß heute
nochraus!” in drei Akten von Otto Härting zur Aufführung. Im
Gegenſatz zum erſten Stück iſt dieſes ganz auf Lachen und
Situations=
komik geſtellt. (Siehe Anzeige)
Mff
Prassel-Kaffee fisch geröstet Bokulstr. 10
Hanlcein en er ire ernachr u 2
Engler=Frankfurt a. M., ſpricht am kommenden Donnerstag, abends,
im „Bürgerhof”. Die Stellenloſigkeit unter den Angeſtellten hat in den
letzten Wochen und Monaten einen immer größeren Umfang
angenom=
men. Beim Arbeitsamt Darmſtadt ſind augenblicklich weit über 1100
männliche und weibliche kaufmänniſche Angeſtellte als ſtellenlos gemeldet.
Viele von ihnen ſind Opfer der Rationgliſierung. Damit wird die
Unterbringung der vom Schickſal ſo ſchwer betroffenen Angeſtellten zu
einem Problem. Dem Zentralverband der Angeſtellten iſt es gelungen,
den vorgenannten Referenten für eine Mitgliederverſammlung, zu der
auch Gäſte eingeladen ſind, zu gewinnen. Auf den intereſſanten
Vor=
tragsabend ſei nochmals hingewieſen. (Siehe Inſerat in der Mittwochs=
Ausgabe.)
— Neuntes Akabemie=Konzert. Es ſei an dieſer Stelle nochmals auf
das am Donnerstag, den 10. April, 17 und 2 Uhr, im Großen Saal
des Städtiſchen Saalbaues ſtattfindende neunte Akademie=Konzert (
Mo=
zartabend) aufmerkſam gemacht. Als Soliſt wurde der hier allgemein
beliebte feinſinnige Geiger Göſta Andreaſſon gewonnen, der
das ſelten gehörte Konzert G=Dur mit Begleitung des Orcheſters zum
Vortrag bringen wird, ſowie die Solo=Violine der reizenden Serenade
Nr. 7 D=Dur (Heffner=Serenade) übernommen hat. Außerdem wird
der Inſtrumentalverein (Orcheſter der Städtiſchen Akademie, für
Ton=
kunſt) unter Leitung des Städtiſchen Muſikdirektors W. Schmitt noch
die Ouvertüre zu Idomeneo und die Maureriſche Trauermuſik zu
Ge=
hör bringen. — Zu dem Nachmittagskonzert ſtehen noch Plätze aller
Art zur Verfügung, während für den Abend nur noch einige wenige
Karten im Sekretariat der Städtiſchen Akademie (Eliſabethenſtraße 36)
erhältlich ſind.
— Lohnſtreit im Schneidergewerbe. Vom
Bekleidungsarbei=
terverband (Filiale Darmſtadt) wird uns geſchrieben: Seit
Sams=
tag 5. April, befinden ſich die in der Herren= und Damenmaßſchneiderei
beſchäftigten Schneider im Abwehrkampf gegen einen zugemuteten
Lohn=
abbau. Von einem unparteiiſchen Kollegium wurde nach mehrtägigen
Lohnverhandlungen in Braunſchweig vor ungefähr drei Wochen ein
Generbenuſeun.
Lur iertlſflalt. Auice D eredhin de. Sim Sde un
97 auf 10 Pfg. in Darmſtadt eine mehrprozentige Lohnreduzierung
bedeuten. Die im Abwehrkampf ſtehenden Arbeiter haben die beſte
Hoff=
nung, den Kampf für eine gerechte Sache ſiegreich zu beenden. (Siehe
Anzeige.)
Der Darmſtädter Maler Anton Hartmann, der in den
letz=
ten Jahren durch die Ausmalung der Fideliskirche beſonders bekannt
geworden iſt, hat in den letzten Wochen an 12 Abenden in der
Techni=
ſchen Hochſchule einen Zeichenkurſus abgehalten. Der Gang
dieſes Kurſus dürfte für Zeichner und Zeichenlehrer von Intereſſe ſein.
Das Gewerbemuſeum verſucht, ihn deshalb durch eine Ausſtellung
an=
ſchaulich zu machen.
An jedem Uebungsabend werden zum Beginn in flotter Arbeit eine
Anzahl von Zeichnungen nach einfachen Körpern angefertigt. Die
Ob=
jekte werden als Stilleben geordnet und in den verſchiedenſten Anſichten
gezeichnet. Die Darſtellung iſt rein linear. In dieſer einfachen
Dar=
ſtellungsweiſe muß ſich der Zeichnende aber mit Formen und Maßen
der Gegenſtände, mit ihrem Verhältnis zueinander und mit dem
Auf=
bau der Gruppe in ſeiner Beziehung zur Senkrechten und Waggerechten,
völlig vertraut machen. Die Gegenſtände werden deshalb dargeſtellt,
als ſeien ſie durchſichtig, unter Berückſichtigung auch der abgewandten
Seiten und mit Einzeichnung der Querſchnitte.
An Lieſe einleitende Uebung ſchließt ſich an jedem Abend als zweite
und dritte Aufgabe das Zeichnen nach Kopfmodell und Akt. In beiden
Fällen wird das Modell zunächſt ſchematiſch aufgefaßt. Nur die
weſent=
lichſten Formen werden beobachtet und in vereinfachter Darſtellung in
ihrem Verhältnis zueinander feſtgelegt. Wie bei der erſten Uebung
wer=
den auch hier die Querſchnitte eingezeichnet, um eine völlige
Beherr=
ſchung der plaſtiſchen Form zu erreichen. Erſt dann folgt eine
detail=
lierte Darſtellung von Kopf und Körper.
Die nächſte Aufgabe befreit den Schüler von dem Zwang formaler
Auffaſſung und gibt individueller Beobachtung Raum. Die
Schluß=
übung verlangt dann eine Körperzeichnung aus der Vorſtellung — ohne
Modell.
Wie die ausgeſtellten Proben zeigen, bedeutet dieſe Art des
Unter=
richts zum wenigſten eine ausgezeichnete künſtleriſche Gymnaſtik. Die
Vorſtellungskraft wird aufs ſtärkſte angeſpannt, um ſich zum Schluß
wieder zu befreien. Die Schüler werden zu einem ſtraffen Arbeiten
genötigt, deſſen Erfolg ſich in einer ſchnell wachſenden Sicherheit von
Auge und Hand äußert. Auch bei weniger begabten Schülern muß
dieſe Uebung wenigſtens, ſchwächliche und ungeſunde Neigungen
unter=
dricken. Gerade im Rahmen der Techniſchen Hochſchule ſcheint uns
ſolche Art des zeichneriſchen Unterrichts beſonders zu begrüßen. Das
Gewerbemuſeum benutzt die Gelegenheit zu der Ausſtellung mit nicht
ganz uneigennütziger Freude. Denn es iſt doch wohl kein Irrtum, daß
die Art handwerklicher Arbeit, die im Muſeum zur Anſchauung kommt,
dem Geiſt dieſes Zeichenunterrichts recht nahe verwandt iſt.
I.
— Gewerbemuſeum. Eine Ausſtellung in den vorderen Räumen
des Muſeums gibt einen Einblick in den Zeichen=Unterricht,
den Herr Anton Hartmann in ſeinen Privatkurſen an der
Tech=
niſchen Hochſchule erteilt. Im Lichthof des Muſeums ſind mehrere
Gruppen für eine Weihnachtskrippe ausgeſtellt, die Frau Dr.
Malzan in den Modellierkurſen der Volkshochſchule geſchaffen hat. Die
Gruppen ſind aus gebranntem Ton hergeſtellt und koloriert.
— Epangeliſcher Arbeiter= und Handwerkerverein. Die Mitglieder
werden auf die am Mittwoch, den 9. April, im Vereinshaus (Feierabend,
Stiftſtraße 51) ſtattfindende Monatsverſammlung aufmerkſam gemacht.
Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert zahlreiches Erſcheinen.
Heſſiſches Landestheaker.
9.April. re
Im weißen Röß’!
B 19
Preiſe 1.00—10.00 Mk. Keine Vorſtellug Donnerstag,
10. April 20—22 Uhr
Die Südpolexpedition des
Kapitän Seott
C 19
Preiſe 1.00—10,00 Mk. 19.30—94 Uhr
Dreimal Offenbach
3 komiſche Operetten von
Jagues Offenbach
L. 21.
Preiſe 1.50—7.50 Mk. Freitag,
11. April 19.30—22.15 uhr
Don Giovanni
D 20, T, Gr. 1, 7 u. 8
Preiſe 1.00— 10.00 Mk. r
Tanzgaſtſpiel
Niddy Impekoven
Preiſe 1.00 — 5.00 Mk. Samstag,
12. April 19.80—22.30 Uhr
Die Fledermaus
Volksvorſtellung.
Preiſe 0.60—6.00 Mk. 20—22.30 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
R12 (Darmſtädter Volks=
bühne) Gruppe 1—4.
Preiſe 1.20—8.00 Mk. Sonntag,
13. April 18—22 Uhr
Lohengrin
H 11 (Bühnenvolksbund)
Preiſe 1.20—12.00 Mr. 20—g3 uhr
Die andere Seite
R 10, 8 10 (Darmſtädter
Volksbühne), Gruppe1 u. 2,
Preiſe 1.20—6.00 Mk. Montag.
14. April Merdt Wiche
Konzert der Liedertafel Keine Vorſtellung
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. „Dreimal Offenbach”,
der mit ſenſationellem Erfolg aufgenommene Operettenabend des
Klei=
nen Hauſes, wird morgen Donnerstag zum erſten Male wiederholt.
Niddy Impekoven, iſt von einer erfolgreichen
Auslands=
tournee zurückgekehrt und wird Freitag, 11. April, im Kleinen Haus
das Darmſtädter Publikum mit ihren neuen Tanzſchöpfungen
bekannt=
machen. — Die begeiſterte Aufnahme, die das vorjährige Tanzgaſtſpiel
Niddy Impekovens finden konnte, empfiehlt die rechtzeitige
Inanſpruch=
nahme des Vorverkaufs an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes.
„Die Fledermaus”, die volkstümliche Joh. Strauß=Operette,
wird Samstag, den 12. April, außer Miete als Volksvorſtellung
zu halben Preiſen in Szene gehen. Heute Mittwoch Beginn des
Vor=
verkaufs.
Solgmander brindt wieder
ZUM FRUHYAHR
eine Auslese der schönsten Damen-
Und Herrenschuhe in Vielseltiger
Ausführung in den bekannt gufen
Gudlitäten und Preislogen
allen unseren Verkautsstellen führen wir erstklassige Strumpte u. Socken in dllen mod. karben
UDWIGSTRASSE 13
DARMSTADT
LUDWIGSTRASSE 13
5903
Seite 6
Mittwoch, deu 9. Nyril 1930
Hefſiſches Landeskheaker.
Eroßes Haus. — Dienstag, den 8. Aprik.
* Die Boheme.
Oper von G. Puccini.
Es iſt eine Freude, zu beobachten, wie ſich die Fähigkeiten
von Maria Kienzl, die heute zum erſten Male die Mimi
ſang, in aufſteigender Linie entwickeln. Neben dem ſympathiſchen
Weſen, das ihrer Perſönlichkeit eigen iſt, und einer natürlichen
Naivität, Eigenſchaften, die beide der heutigen Rolle ſehr
zu=
ſtatten kamen, iſt es hauptſächlich die Schönheit ihrer warmen,
tragenden Stimme, die für ſie wirbt und ſie im Soubrettenfach,
mehr noch auf einem dem jugendlich=dramatiſchen Fach
angrenzen=
den Gebiet ſchon öfter ſich bewähren ließ. So war auch ihre Mimi
eine mit reizvollen Zügen ausgeſtattete, bewundernswert ſichere
Leiſtung, die, wenn erſt ausgereift, vollauf befriedigen wird.
Der aus Köln gaſtierende Tenor Dr. Heinrich
Allme=
rod, der den Rudolf ſang, iſt ein bereits ausgereifter Künſtler.
Eine offenbar große Begabung iſt ſofort ſpürbar. Intelligenz,
Muſikalität, Auftreten und Geſchmack empfehlen ihn. Zumeiſt
aber, weil die Hauptſache, ein mühelos anſprechendes Material,
wie es ſo leuchtend und ausgeglichen heute bei Lyrikern ſelten iſt.
Auch ſein Spiel iſt beweglich und überzeugend. Sollten
Anſtel=
lungsabſichten beſtehen, wäre, ein zweites Gaſtſpiel anzuraten.
v. H.
Kleines Haus. — Dienstag, den 8. April.
* „der Lumbe=Awend”
in der Dr. Georg Büchner und Robert Schneider den gut
bild zu zeichnen, harmlos, aber treffend und ſehr unterhaltend. Wie in der erſten Gruppe, ſo waren auch bei den ſlawiſchen
Lie=
fand geſtern abend eine ausgezeichnet gelungene Wiederholung.
Die Autoren haben durch ſehr aktuelle Zuſätze und Einſchaltungen
(Dr. Sortana!) das Stück ganz zeitgemäß gehalten, und die
Mit=
glieder der Spielgemeinſchaft haben ſich ſo frei geſpielt, daß ihre
flotte Darſtellung kaum hinter der von Berufskünſtlern
zurück=
ſteht, denen ſie aber die einwandfreie Beherrſchung des Dialekts,
die für die letzte Wirkung ausſchlaggebend iſt, voraus haben.
Vor allem ſind es die Herren Hans und Julius
Har=
res, Georg Rodenhäuſer und die Damen Marie Lamp,
Elſe Schopp, Lolo Schifferdecker und Elſe Lauckardt,
die ihre umfangreichen Aufgaben mit einer Routine löſen, als
ſeien ſie daheim auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die
zahlreichen Mitglieder der Spielgemeinſchaft geſtatten es dieſer,
auch die kleineren Rollen gut zu beſetzen, ſo daß eine abgerundete
— Regie Eduard Goebel! — Geſamtaufführung herauskommt.
käſe und einige weitere, deren Namen hinter einem Pſeudonym=
*
verborgen ſind, heiſchen in dieſer Richtung Erwähnung.
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Die drei Kinotheater haben das Programm gewecheſlt. — Im
Helia
läuft der erſte deutſch=engliſche Gemeinſchaftsfilm: „Priscillas
Fahrt ins Glück” mit Mady Chriſtians in der Hauptrolle. Man
kann nur wünſchen, daß dieſe Gemeinſchaftsfilme ſich in bezug auf
Hand=
lung, Darſtellung — und Spiel noch erheblich beſſern. — Das
UnionTheater
bringt einen neuen Harry Liedtke=Bildſtreifen: „Donauwalzer”.
Derartig ewia ſich wiederholende jugendliche Liebhgber=Filme Liedtkes,
der jetzt in Vaterrollen ſicher beſſer paſſen würde, ſind Geſchmackſache
und können nur ſeinen überzeugteſten Anhängern vielleicht noch ſtark
imponieren. — Das zweifellos beſte Programm bietet
Palaſt=Lichtſpiele
mit dem Kriminalfilm „Alibi”, der eine aufregende
Verbrecherent=
larvung mit den lebenswahren Schilderungen aller Begleiterſcheinungen
aus der amerikaniſchen Verbrecherwelt bringt. Die beiden
Hauptdar=
ſteller, Eleanor Grif ith und Cheſter=Dorris, erreichen
durch ausgezeichnetes Spiel und Mimik eine ſtarke Wirkung auf die
Zuſchauer. Die Regie hat es verſtanden, durch treffende
Milieuſchilde=
rungen, obwohl mit äußerſt ſparſamen Mitteln — die Handlung ſpielt
in der Hauptſache in einer amerikaniſchen Bar —, die Filmwirkung
noch zu erhöhen. Die amerikaniſche Verbrecherwelt, die gerade in den
letzten Monaten namentlich in Chikago durch ihre unglaublich tollen
und dreiſten Raubüberfällen von ſich reden machte, iſt hier ſo lebendig
gezeichnet, daß ſich von dieſem „Kampf im Dunkel einer Großſtadt”
je=
der Laie ein anſchauliches Bild machen kann. Die atemloſe Spannung
hält bis zum Schluß an. Selten iſt ein Detektiv= und Kriminalfilm
gleich gut und gleich echt wie dieſer. — Als Beifilm läuft ein Schwank
in drei Akten: „Kataſtrophe auf hoher See”, mit Charlie Chaplin in
Fx
der Hauptrolle.
— Bund der Kaufmannsjugend im D.H.V. Wir verweiſen unſere
Mitglieder ſowie die Mitglieder der Gehilfenabteilung unſerer
Orts=
gruppe noch einmal auf den heute abend 8.15 Uhr im Saale des Perkeo
ſtattfindenden „Eltern= und Freundesabend‟. Wir erwarten ein
zahl=
reiches Erſcheinen unſerer Mitglieder. Der Eintritt iſt frei. (Siehe
auch heutige Anzeige.)
— Matthäuspaſſion am Karfreitag. Wie bereits mitgeteilt, wird
der Muſikverein am Karfreitag die Matthäuspaſſion von Johann
Seba=
ſtian Bach nach einer Pauſe von acht Jahren zum erſten Male wieder
in der Stadtkirche zur Aufführung bringen, und zwar unter Leitung
von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm und unter Mitwirkung des
Landes=
theaterorcheſters. Als Soliſten ſind verpflichtet worden: Frau Martha
Heinemann aus Wetter (Ruhr), Frau Erna v. Hößlin aus Barmen=
Elberfeld, Herr Hans Hoefflin aus Mainz, Herr Theo Herrmann aus
Darmſtadt und Herr Peter Schäfer aus Darmſtadt. Die Cembalopartie
hat Herr Profeſſor Dr. Noack, die Orgelpartie. Herr Lehrer Niebergall
übernommen. Der mitwirkende Knabenchor ſteht unter Leitung von
Herrn Lehrer Eidenmüller. Die Chöre ſind von Herrn Kapellmeiſter
Fritz Bohne neu einſtudieri. Die öffentliche Hauptprobe findet am
Gründonnerstag ſtatt. Der Kartenverkauf beginnt morgen. (Näheres
ſiehe heutige Anzeige.)
Der deutſche Muttertag wird auch in dieſem Jahre wieder am
zwei=
ten Maiſonntag (11. Mai) in allen Teilen Deutſchlands gefeiert. Der
Ausſchuß Muttertag, Berlin W. 30, Motzſtraße 22,
ver=
ſendet auf Wunſch vorbereitende Schriften, die über die Grundgedanken
des Muttertages unterrichten (0.30 RM. pro Stück), ein Heft mit
Bei=
ſpielen von Veranſtaltungen „Wie feiern wir den Muttertag?” von
Hans Harmſen und Trude Grünthal (0,50 RM.), ſowie Flugblätter,
Poſtkarten und Materialüberſichten und erteilt gem weiteve Auskunft.
— Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft e. V.
macht nochmals auf die am kommenden Freitag, den 11. ds. Mts., in
ihren eigenen Unterrichtsräumen, Ecke Wieſen= und
Schleier=
macherſtraße (am Amtsgericht), beginnenden Kurſe in
Reichskurz=
ſchrift und Maſchinenſchreiben aufmerkſam. Die Kurſe ſtehen unter
bewährter Leitung und findet der Unterricht nicht in einem Schulhauſe
ſtatt. Die Geſchäftsſtelle der genannten Geſellſchaft erteilt auch während
der Tagesſtunden bereitwilligſt Auskunft.
Rotatiscrein Oacesftesl.
Skimmen der Völker in Liedern.
Der Mozart=Verein hatte ſich für ſein Frühlingskonzert eine
Vortragsfolge erwählt, die nordiſche, ſlawiſche und deutſche Lieder
in Gegenſatz ſtellte, wobei nicht nur die Kompoſitionen, ſondern
auch die Dichtungen charaktervoll ausgewählt waren. Unter den
Chören nordiſcher Komponiſten war allerdings „Gebrochene
Stimme” von Sibelius der einzige, bei dem die Kompoſition
weſentlich anderen Charakter aufwies als der typiſch romantiſche
Stil, der den anderen eigen war. Sibelius benutzt leere, herbe
Klänge und ſchließt ſich darin zum Teil an Grieg an, von dem
dann Sololieder geſungen wurden. Die Chorbearbeitung von
„Sternennacht” gibt die Liedweiſe Soloſtimmen, die in den Chor
eingewoben ſind. Dieſe vier erſten Chöre wurden ganz
hervor=
ragend geſungen, klangrein, vorzüglich in Ausdruck und Vortrag.
Vielleicht konnte Södermanns „Bauernhochzeit” etwas ſtärker
belebt werden.
Die ſlawiſchen Chöre waren zwar ohne Ausnahme
Bearbei=
tungen deutſcher Chorkomponiſten, aber die Eigenart der ſlawiſchen
Volksmuſik tritt auch in ſolchem Gewand klar hervor. Beſonders
klangſchön iſt Karl Kämpfs Faſſung des bekannten Veſpergeſangs
mit dem wogenden Jubilate, „Auf dem Raſen” iſt ein beſonders
raſſiges Tanzlied in Moll, voll Karl Senn ſehr hübſch mit
Dudel=
ſackquinten geſetzt, Othegraven bringt, wie es ſeine Art iſt, auch
in dem Liebeslied „Seh ich dich” eine gewiſſe Auflockerung des
Satzes durch leichte Anſätze zu Polyphonie, und die „Falſche
Ver=
mutung” von Hans Sitt, ein nettes Scherzlied, iſt in typiſchem
Liedertafelſtil bearbeitet, gefiel daher natürlich ſehr. Aber
Fried=
rich Rehbock wiederholte es trotz ſtarken Beifalls nicht, ſondern
Die Dialektpoſſe „Der Lumbe=Awend” oder „Mann is Mann”, gab zwei Strophen des Veſpergeſangs zu. Bei dieſer zweiten
Gruppe mußten ſich die Sänger erſt etwas wiedereinſingen, dann
gelungenen Verſuch machen, auf humorvoll=ſatiriſche Art ein Zeit= aber ließ Klangſchönheit und Ausdruck nichts zu wünſchen übrig.
dern die Sologeſänge charakteriſtiſcher als die Chöre.
Die deutſchen Chörlieder ſpiegelten etwas ſtark die gute alte
Zeit des Chorgeſangs wieder. Kremſers „Wenn zweie ſich gut
ſind” iſt ein alter Lieblingsbeſitz der Männerchöre, Wolfram bringt
in ſeinem Ständchen etwas charaktervolleren Satz, und der „
Maien=
tanz”, des alten Johannes Dürrner iſt ſogar ein recht wertvolles
Stück, ſehr nett mit einem von Herrn Alfred Gruß ausgezeichnet
geſungenen, vom Chor begleiteten Solo beginnend, und ſchließlich
wirkungsvoll mit friſchem Chorrefrain ſchließend. Auch dies Lied
wurde da capo verlangt. Wie ſchon angedeutet, zeigte ſich der
Chor ganz auf der Höhe. Es iſt gediegenſte Chorkultur, die in
den Konzerten des Mozart=Vereins geboten wird. Herr
Kapell=
meiſter Friedrich Rehbock ſtudiert jedes Werk mit allergrößter
Sorgfalt und Eingehen auf alle Kleinigkeiten des Ausdrucks und
der Klangfarbe ein, ſo daß die Konzertleiſtung ſtets den Eindruck
Maria Schäfer, Fritz Arras, Richard Hinz, Heinrich Gut= ſtärkſter Sicherheit und völliger Zuſammenarbeit zwiſchen Chor
und Dirigent hervorruft. Und die Ruhe, mit der Rehbock dirigiert,
iſt dazu angetan, dieſe Sicherheit bei den Sängern noch zu
er=
höhen. So war es wieder ein hoher Genuß, die Chöre ſo ſchön
geſungen zu hören, und der reiche Beifall war in jeder
Be=
ziehung berechtigt.
Die vier Lieder der erſten Gruppe, noch um eine Zugabe
ver=
mehrt, ſang Anny von Stoſch. Grieg liegt ihr gut, ſie ſang mit
weicher, geſchmeidiger und modulationsfähiger Stimme, fühlte ſich
ſehr zart den ſentimentalen Liedern Griegs an, und errang ſich mit
dieſen den ſtärkſten Beifall. Ganz beſonders gut gelang aber auch
der wechſelnde Ausdruck des „Monte Pincio”. Hans Grahl hatte
ſich eine ſehr ſchwere Aufgabe geſtellt, die ſchwierigen und ſpröden
Lieder von Mouſſorgſky zu geſtalten. Sie gehören unſtreitig zu
dem Wertvollſten, was wir von ruſſiſcher Lyrik beſitzen, und
ver=
langen nicht nur einen vortrefflichen Sänger, ſondern auch einen
vollendeten Vortragskünſtler. Kraftvoll, metalliſch trug Grahl das
Spielmannslied vor, unſeres Erachtens ein wenig zu abgeſetzt, und
auch in der „Nacht” fehlte uns trotz ſehr ſchönen Geſanges das
Letzte an Geſtaltung. Vorzüglich lagen ihm die anſprechenden und
ſchwungvollen Zigeunermelodien von Dvorak, in denen er
Gelegen=
heit hatte, den vollen Glanz ſeiner Stimme zu entfalten. Noch
ein drittes folgte als Dank für den begeiſterten Beifall. Als
deut=
ſcher Komponiſt kat' exochen figurierte Schumann mit ſeinen
Duetten, einem Schatz herrlichſter romantiſcher Hausmuſik. Zuerſt
das zarte Idyll „Familiengemälde”, in dem Grahl an
begleiten=
den Stellen zu ſehr hervortrat und bei beiden Künſtlern das
wirk=
lich blühende im Geſang fehlte, dann „Er und Sie”, bei dem der
Stil ſehr gut getroffen wurde. Das „Tanzlied” ſchien uns etwas
zu unbeſchwingt, vor allem gefiel dann zum Schluß das zweimal
geſungene „Wer iſt vor meiner Kammertür?” Bei den
Schu=
mannliedern fiel uns beſonders auf, wie weit unſere heutigen
Künſtler von dieſem Stil idealer Hausmuſik entfernt ſind. Herr
Kapellmeiſter Rehbock begleitete mit ſeiner bekannten Meiſterſchaft.
F.N.
Heute
Kinder-Mittwoch
Im
s595a
Schiller-
ShuAhaas latop piatzs
— Hausfrauenbund. Unſere Kleiderſtelle, Woogsplatz 3, hat zurzeit
großen Bedarf für Anzüge, auch einzelne Hoſen und Röcke ſind ſehr
erwünſcht. Ebenſo iſt die Nachfrage für Frauenmäntel und Kleider
ſehr groß. Annahme und Verkaufszeit Montags, Mittwochs und
Frei=
tags von 9—12 Uhr und 15—18 Uhr.
Bogelſchuk und Kirchkürme.
Es mehren ſich die Klagen, daß auf Kirchtürmen die Schleiereulen
immer mehr verſchwinden, weil die Schall= und andere Fluglöcher
ver=
ſchloſſen werden, oder weil bei neuen Kirchenbauten die Türme ſo
aus=
geführt werden, daß die Anſiedlung von Schleiereulen, Turmfalken,
Mauerſeglern und Dohlen ausgeſchloſſen iſt. Dies hat zur Folge, daß
namentlich die nützlichſte Eulenart, die Schleiereule, in ihrem Beſtand
ſtändig zurückgeht. Die Abnahme dieſer ſchönſten deutſchen Eulen iſt
aber nicht nur vom Standpunkt des Naturſchutzes, ſondern auch von
dem der Landwirtſchaft zu bedauern. Dabei kommt es ſogar auch noch
vor, daß die Schleiereule von Bauern getötet ſtatt gehegt wird. Die
Schleiereule iſt ein glänzender Mäuſevertilger, der täglich 10 bis 15
Mäuſen den Garaus macht. Es ſollte mindeſtens ein Flugloch auf den
Kirchtürmen offen gelaſſen wenden. Bei Neubauten könnte durch
An=
bringen von Mauerlöchern für Turmfalken, Dohlen und Mauerſegler,
ſowie durch Einbau von Verſchlägen Niſtgelegenheit für Eulen
ge=
ſchaffen werden.
Nummer
Aus dem Gerichtsſagl.
Aw. An der Kreuzung der Dieburger Straße und des
Rof=
wegs ſtießen am 6. November vorigen Jahres ein Perſonen
und ein Straßenbahnwagen zuſammen. Die
Füh=
beiden Wagen hatten ſich am Dienstag wegen fahrläſſiger
Tra=
gefährdung vor dem Amtsgericht 1 zu verantworten. Der Auto
ein Bezirksdirektor aus Darmſtadt, hatte nicht genügend aufgebal
als er die Bahn ſah, war es ſchon zu ſpit, um Verhütungsmaßt
zu treffen. Der Straßenbahner war zu raſch gefahren und konn
nicht mehr rechtzeitig abbremſen. Beide wurden zu je 30 Mk.
ſtrafe verurteilt. Sie haften gemeinſam für die Auslagen (9
turen).
Ein Kraftwagenführer aus Darmſtadt fuhr am 3.
ber 1929 früh, als es noch dunkel war, in der Blumenthalſtro
ſeinem Laſtkraftwagen einen Streißenreiniger an, der dort mit
Handwagen fuhr. Der Straßenreiniger kam unter das Auto zu
dadurch wurde eine Nervenkrankheit, an der er leidet, weſentli
ſchlimmert. Den Kraftwagenführer trifft eine Geldſtrafe
60 Mark.
Im September 1929 hatte ein Dienſtmädchen im Stadtr
haus einer mit ihr im gleichen Zimmer wohnenden Kollegin e
berne Armbanduhr aus der Nachttiſchſchublade geſtohlen. Außerd
ſie ſich einen leihweiſe überlaſſenen Schirm angeeignet, und mil
Schrankſchlüſſel den Schrank einer anderen Kollegin geöffnet uu
Handtaſche und Wäſcheſtücke daraus entnommen. Das Mädchen
anderen Umſtänden und war ihr deshalb vom Stadtkrankenhaus
digt worden. Auch das Nachhauſekommen war ihr unterſagt.
deshalb in ihrer Not den dritten Diebſtahl ausgeführt. Da weger
ſchweren Diebſtahls eine Mindeſtſtrafe von drei Monaten vore
ben war, ſo meinte der Vertreter der Staatsanwaltſchaft, daß be
ſenbeſtellungen, für Inſtitute häufig ein Schlüſſel zu verſch
Schränken paſſe. Er wertete daher die Tat als einfachen Diebſta
da ſie ganz offenbar in Not getan, für Notdiebſtahl. Da aber
antrag des Beſtohlenen vorliegen muß, der hier nicht vorlag, ſo
Gericht in dieſem Fall zu einem Freiſpruch. Im übrigen ver
es die Angeklagte wegen einfachen Diebſtahls (der Armband
50 Mk. und (Aneignung des Schirms) 25 Mk. Geldſtra
Eine Althändlerin aus Darmſtadt gab im Herbſt 1929 einer
furter Kunſthändlerin ein Oelgemälde zum Weiterverkauf für 9
und erhielt von ihr als Sicherheit einige Wäſcheſtücke. Als de
lange auf ſich warten ließ, verkaufte ſie die Wäſche für 138 M
benachrichtigte die Kunſthändlerin, daß ſie das Pfand für 90 9
kauft habe. Das zog ihr einen Strafantrag der Kunſthändlerin
ſie die Wäſche nicht hätte verkaufen dürfen, ohne vorher anz
Der Vertreter der Staatanwaltſchaft beantragte 100 Mark Ge
Das Gericht billigte ihr aber guten Glauben zu und verurteilte
wegen Unerſchlagung des Mehrerlöſes zu einer Geldſtraf
50 Mark.
Eine junge Haushälterin aus Darmſtadt meldete ſich im Se
1928 auf dem Polizeirevier an. Sie erzählte abends ihrem Brä
der zugleich ihr Arbeitgeber war, der Beamte auf dem Revier k
unſchickliche Anträge gemacht. Als ſie dem Beamten gegenübe
wurde, will ſie ihn nicht wiedererkannt haben. Die Folge wo
ſchließlich alle an dem Tage dort tätigen Revierbeamten Stre
ſtellten. Die Angeklagte wurde wegen Beleidigung zu 100 Mau
ſtrafe oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Unrichtigkeit ih
hauptungen ſtehe feſt. Sie wollte ihren Bräutigam wohl etwo
ſüchtig machen. Verleumdungsabſichten wurden nicht angenom
Laßt Kinder nicht allein in den Wald gehen! Ein 18
Schloſſer von auswärts wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen, b
an einer ſechsjährigen Schülerin im Wald an der Nieder=Ra
Straße, in der Nähe vom Herrgottsberg feſtgenommen und den
gericht 1 zugeführt.
— Räuberiſcher Ueberfall. Kürzlich zwiſchen 23 und 24 Uh.
im Roquetteweg, kurz vor der Kreuzung der Ohlyſtraße, ein ?
von einem bis jetzt unbekannten Straßenräuber angefallen, der
Handtaſche zu entreißen verſuchte. Auf die Hilferufe des A
kam ein Herr von der nächſten Halteſtelle der Straßenbahn herl
Räuber hat daraufhin, ohne ſeinen Vorſatz erfüllt zu haben,
Richtung Herdweg die Flucht ergriffen. — Beſchreibung:
1,60 Meter groß. Der Täter ſoll einen für ſeine kleine Figur
gen wachstuchähnlichen Mantel und auch eine ſolche Mütze
haben. Perſonen, die in dem vorliegenden Falle ſachdienliche
nehmungen gemacht haben, oder einen anderen Hinweis geben
werden gebeten, dies der Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31/33,
Nr. 29, mitzuteilen. Es wird beſonders gebeten, daß ſich der 6
dem Mädchen zu Hilfe kam, als Zeuge meldet, da ſein Name au
der ſeitherigen Ermittelungen nicht in Erfahrung gebracht,
konnte.
E Diebſtahl einer Platinſchale. In der Techniſchen Hochſch
wurde vor einiger Zeit eine Platinſchale aus dem Chem.=elektr.
entwendet. Die Schale hat einen Durchmeſſer von zirka acht 3
und eine Höhe von 4 Zentimeter bei einem Gewicht von zirka
Irgendwelche Anhaltspunkte, die auf den Diebſtahl oder den Ern
Schale ſich beziehen könnten, bittet man, der Kriminalpolizei,
ſtraße 31/33, auf Zimmer 3, mitteilen zu wollen.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (ei
lich Deutſch=Auſtral= und Kosmos=Linie). Abgeſchloſſen am 4. Ap=
Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten. Nach New
D. Hamburg ab Hamburg 10. 4., ab Cuxhaven 11. 4. D. Clebe
Hamburg 15. 14., ab Cuxhaven 16. 4. D. Albert Ballin ab 6
17. 4., ab Cuxhaven 18. 4. D. New York ab Hamburg B. 4.,
haven 25. 4. M.S. St. Louis ab Hamburg 29. 4. D. Reliance
burg 1. 5., ab Cuxhaven 2. 5. D. Hambung ab Hamburg 8. 5,
haven 9. 5. M. S. Milwaukee ab Hamburg 13. 5., ab Cugxhabe
Nach Boſton, Philadelphia, Baltimore, Norf
Hamburg: D. Legie 18. 4. D. Bochum 2. 5. D. Amaſis 16. 5. N/
Weſtküſte Nordamerika ab Hamburg: M.S. Tacome
M.S. San Francisco 3. 5. M.S. Dakland 17. 5. D. Vaneouve
Nach Kanada ab Hamburg: D. Kings County 11. 4., D. C.
16. 4. D. Kent County B. 4. Nach Weſtindien, Weſtküf
Zentralamerika ab Hamburg: M.S. Mimi Horn 12.
Orinoco 19. 4. D. Witell 26. 4. D. Rugia 3. 5. M. S. Preſidente
10. 5. M.S. Magdalena 17. 5. M. S. Patricia 24. 5. Nachden
indiſchen Inſeln ab Hamburg: D. Adalia 22. 4. M.é
traut Horn 6. 5. D. Feodoſia 20. 5. M.S. Henry Horn 3. 6.
Cuba ab Hamburg: D. Albingia 3. 5. D. Kiel 4. 6. M.S.
5. 7. Nach Mexiko ab Hamburg: D. Palatia 19. 4. D. N0l
land 1. 5. D. Artemiſia 13. 5. M.S. Rio Bravo 24. 5. Na
Oſtküſte Südamerika ab Hamburg: D. Iſerlohn 12.4
neral Belgrano 17 4. D. Württemberg 23. 4. D. Liguria B.4
neral Artigas 1. 5. D. Eifel 3. 5. Nach der Weſtküſte,
amerika ab Hamburg: D. Ruhr 9, 4. D. Targis 16. 4. 2.,
19. 4. D. Wasgenwald 23. 4. Nach
Niederländiſch=
ab Hamburg: D. Lüneburg 9. 4. D. Eurymedon 23. 4. D.
Rotterdam 29. 4. D. Nordmark ab Hamburg 7. 5. Nach Auſt!
ab Hamburg: D. Neckar 17. 4. D. Hanau 3. 5. D. Moſel 14.
Dampfer 24. 5. Nach Südafrika ab Hamburg: D. Eſſe
D. Dortmund 10. 5. D. Rendsburg 14. 6. Nach Oſtaſien
burg: M.S. Ermland 15. 4. M.S. Burgenland 26. 4. D.
3. 5. M. S. Rheinland 10. 5. M.S. Friesland 17. 5. M.S.
94. 5. Hamburg=Rhein=Linie ab Hamburg: D.
12. 4. D. Straßburg 15. 4. D. Köln 19. 4. Hamburg=29
Linie: Wöchentlich drei Abfahrten. Mitgeteilt durch die hie
tretung, Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſenplatz 1, Tel. 1306
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzie Bezugsguſttung beizufügen. Anonhme Anfragen *
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichteit
E. 1. Nach einer Anordnung des Oberbürgermeiſters,
Ausführung des Reichsmietengeſetzes und der zugehörigen
Ausführungsverordnung vom 13. Juni 1922 ergangen iſt,
Nichtſchnur angenommen, daß ein Wohnzimmer nach 12 %
Schlafzimmer nach 15 Jahren der vollſtändigen Herſtellung be
Die Hilfe gegen Gicht und
Rheumatismus.
Sie wiſſen kein ſicheres Mittel gegen dieſe Plagegeiſter?
Ein=
reibungen, Packungen, Bäder, Salben uſw. lindern meiſtens nur
für einige Zeit die Schmerzen, aber ſie packen nicht immer das
Uebel an der Wurzel.
Im empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie
ſollen es ſelbſt verſuchen, ohne daß es Sie etwas koſtet; aber ehe
ich Ihnen mehr ſage leſen Sie die folgenden B=i
Seit mehreren Jahren habe ich mit Rheumatismus zu tun
gehabt, ſo daß mir das Laufen vor Schmerzen ſehr erſchwert wurde.
Daher kann ich jetzt mit Freuden bekunden, daß mir die von
mir eingeſchlagene Kur mit Gichtoſint=Tabletten äußerſt gutgetan
hat und ich von meinen heftigen Schmerzen gänzlich befreit bin.
Jedem Rheumatismuskranken kann ich dieſe Kur nur empfehlen.
Hochachtungsvoll A. R. in M.
Ich ſpreche Ihnen heute meinen beſten Dank für Ihre
vor=
züglich wirkenden Gichtoſint=Tabletten aus. Nach 14tägigem
Ge=
brauch ſpürte ich ſchon eine Beſſerung und konnte Nachts ſchlafen.
Nach Gebrauch der erſten Sendung war ich wie von neuem
ge=
boren. Nochmals beſten Dank. Hochachtungsvoll P. Sch. in N.
Ich will Ihnen hiermit von dem überraſchenden Erfolg Ihrer
Gichtoſint=Tabletten berichten und dankbar ſein. Ich habe zehn
Jahre mit Rheumatismus zu tun gehabt, ſo daß ich vor Schmerzen
hald uicht mehr gehen konnte, hauptſächlich im Winter. Jetzt kann
ich mit Freuden berichten, daß ich keine Schmerzen mehr habe.
Nochmals meinen beſten Dank.
Hochachtungsvoll Frau M. H. in O.
Solche Briefe beſitze ich Tauſende, und nun hören Sie
Gicht und Rheumatismus können nur von innen herat
lich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieſes
unreinigt durch zurückgebliebene harnſaure Salze, und de‟
heraus, ſonſt nützt alles Einreiben und Warmhalten nicht
Zur Beſeitigung der Harnſäure dient das Gichtol!
Sie können das glauben oder nicht aber Sie ſollen
Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie ſich überzeugt haben.
Teilen Sie uns Ihre Adreſſe auf einer Poſtkarte
und adreſſieren Sie dieſe an: Generaldepot der Viktoria=9
Berlin 4 219, Friedrichſtr. 19: es geht Ihnen dann v0
koſtenfrei eine Probe Gichtoſint mit weiteren Aufkläru//
genauer Gebrauchsanweiſung zu.
Bestandteile: Jodnat. 008‟, Bromnat. 0,03‟, Nat. Chlor. -%0, 4i/
Ka. sulf, 42/, Magn. sulf, 3‟/., Cal, sult. 6‟,, Kohleusar-, ca. 7Io
Mittwoch, den 9. April 1930
mmer 99
Vorkräge des G.2.A. im Winker 1929 30.
reiches Programm hatte der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten
für dieſen Winter zuſammengeſtellt. Am Ende des
Winter=
urchgeführt wurde, ſondern auch in allen Teilen die größte
Auf=
des Herrn Stadtverordneten Geßner aus Frankfurt a. M. über
fü en und Ausbau der Angeſtelldenverſicherung, beſchäftigte ſich der
fehr eingehend mit allen Fragen, die für Deutſchlands Wirt=
F zen von Bedeutung ſind. Allen aktuellen Fragen wurde die
behandelt. Wichtig hierbei iſt, daß auch die Anweſenden ſich
haft an der Ausſprache beteiligten.
über hinaus wurden auch die anderen Fragen nicht zurückgeſtellt.
ſch Herr Gouvernementsſekretär a. D. L. Dietz über: „Der
Kaufmann im Lichte kolonialer Kulturtätigkeit‟ Er zeigte,
Zedeutung der deutſche Kaufmann für unſere Kolonien hatte.
Ureichen und ſchönen Lichtbildern war der Vortrag begleitet.
Schulrat Weißenſtein ſprach über Schickſalsfragen des deutſchen
Das Oſtprogramm der Reichsregierung, das der Herr
Reichs=
forderte gibt zu erkennen, wie dringend notwendig heute dieſe
r Deutſchland iſt. Auch hier zeigte ſich wieder, daß der G.DA.
ſchlands lebensnotwendige Fragen nicht nur Intereſſe hat,
ſon=
auch eingehend mit dieſen Dingen beſchäftigt. Der Deutſche
hat dem G. D.A. dafür ganz beſonders gedankt.
einem großen Filmvortrag des Herrn Dr. Grotewahl, Leiter
übs für Polarforſchung, wurde der deutſchen Polarforſchung
Man hört in letzter Zeit viel von der Erforſchung der
nörd=
ebiete ſehr wenig aber davon, was Deutſchland hierbei leiſtet.
hundert Schüler folgten begeiſtert ſchon am Nachmittag den
fl ungen des Redners. Abends fand dann der Hauptvortrag ſtatt,
alls einen großen Zuhörerkreis feſſelte.
Akteur Max Streeſe gab einen Einblick in die Werkſtatt einer
Die Preſſe, die neue Großmacht, nimmt heute in unſerem Leben
le ein, die dieſe Bezeichnung vollkommen rechtfertigt. Wenige
ber wiſſen, was für den Aufbau einer Zeitung notwendig iſt.
reeſe entpuppte ſich als ein glänzender Redner, der mit Liebe
ſeinem Berufe dient.
ben fanden noch in den Gruppen Vorträge ſtatt, die ſich mit
agen uſw. beſchäftigten So wurden über „Wie leſe ich den
eil einer Zeitung”. „Der Mitteldeutſche Braunkohlenbergbau
Bedeutung für Deutſchland‟, Deutſchland eine wirtſchaftliche
uſw. Vorträge gehalten. Weitere Vorträge über
Wanderun=
der deutſchen Heimatkunde dienten uſw. folgten.
eere Beſichtigungen, wie Grube Meſſel uſw., fanden eben=
1.
.
ben wurden auch die Geſelligkeit und gute Unterhaltung ge=
Karl Ettlinger („Karlchen”) und Dr. Fortner brachten guten
nden Humor zur Geltung. Beſonders hervorzuheben iſt hier,
G. D.A. den größten Wert darauf legte, zu zeigen, wie man
ſche Vorträge bringt, die frei ſind von allen Zweideutgkeiten
leichen. Mehrere Unterhaltungsabende dienten ebenfalls der
it. Die Kleinen bekamen in mehreren Lichtbildervorträgen
vönen deutſchen alten Märchen zu ſehen, wozu die Märchen=
Märchen erzählte.
dem großen Berufswettkampf, der in ganz Deutſchland 24 500
er zuſammenführte, trat der G.D.A. an die Jugend heran und
ſie auf, ein Bekenntnis zum kaufmänniſchen Angeſtelltenberuf
Freudig und gerne iſt die Jugend dieſem Rufe gefolgt. Der
sbildung wurde die ganz beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt.
er Tradition des G. D.A. entſpricht. Die Scheinfirmenarbeit
dige und begeiſterte Mitarbeit bei der Jugend. Hier darf de=
9nit Stolz ſagen, daß er es war, der dieſe Arbeit wie auch den
ttkampf als neue Ausbildungsmöglichkeit ins Leben gerufen
erſt ſtand man dieſer Methode des G.DA. ablehnend
gegen=
bezeichnete ſie als Spielerei. Heute iſt dieſe Methode auch
r übernommen worden, die ſie erſt abgelehnt haben. Im
übri=
n verſchiedene Handelsſchulen ebenfalls die Scheinfirmen als
von Anfang an anerkannt und haben ſie ſpäter als Lehrfach
nen.
einem großen Berufsberatungsabend wurde den Eltern und
mit Rat und Tat zur Seite geſtanden bei der großen und
Frage der Berufswahl. Herr Direktor Dr. Zeigen ſowie Herr
1h von der Berufsberatung und Herr A. Jayme ſprachen über
zungen zum kaufmänniſchen Beruf und Ausſichten dieſes
r Bericht zeigt, welche Bedeutung der Gewerkſchaftsbund der
en (G. D.A.) im öffentlichen Leben einnimmt.
30. April findet noch ein beſonderer Vortrag als Abſchluß der
beit ſtatt. Herr Oherſtaatsanwalt Dr. May ſpricht über die
1 Gefangenen. Der Eintritt iſt frei.
Aus den Parkeien.
eutſche Volkspartei, Frauengruppe. Wir
er=
chmals an das geſellige Zuſammenſein heute Mittwoch, nach=
2 30 Uhr, auf dem Heiligen Kreuz und bitten um rege
Betei=
eutſche Volkspartei, Jugendgruppe. Heute
abends 8 Uhr, im Reſtaurant „Krone‟ (Grünes Zimmer)
bend. Herr Kampf wird über Südamerika ſprechen.
Tageskalender für Mittwoch, den 9. April 1930.
andestheater, Großes Haus, 20 Uhr B 19: Im
1: Rößl” — Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Or=
9 m, 20.15 Uhr: „Der Mann, der ſeinen Namen änderte‟.
onzerte: Schloßkeller, Theater=Reſtaurant, Spaniſche
a. Zum Tropfſtein, Sportkaffee. — Ludwigshöhe,
r: Konzert. — Fürſtenſaal 20.15 Uhr:
Monatsver=
ung der Deutſchen Bau= und Siedlungs=Gemeinſchaft.
vorſtellungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele,
=Lichtſpiele.
J. Griesheim, 8. April. Zu einem Elternabend ganz
beſon=
es kann nun feſtgeſtellt werden, daß dieſes Programm nicht nur, derer Art hatten die Volksſchulklaſſen 6a und 6e in den Darmſtädter
keit gefunden hat. Neben ſozialpolitiſchen Vorträgen, wie der Schüler dem Rufe gefolgt. Der geräumige Saal war bis auf den letzten ſtaltungen beſtimmen werden. — Staatliche Fachſchule. Die
Platz gefüllt. Der Abend ſtand unter dem Zeichen des
Mundharmonika=
ſpiels. Man hat in den letzten Jahren erkannt, daß der Muſikpflege, beginnt ihr neues Semeſter am Montag, dem 28. April 1930.
Anmel=
auch in der Volksſchule eine höhere Bedeutung gebührt, als man es dungen für Schüler, die die Elfenbein= oder Holzſchnitzerei oder das
Alufmerkſamkeit geſchenkt. In 12 Ausſpracheabenden wurden dieſe zur Hebung des Muſikverſtändniſſes und des Geſangs in der Schule
gilt die nach Noten zu ſpielende KonzertMundharmonika. Trotz der der
Eigenart dieſes Inſtruments anhaftenden Mängel kann man ſich nur
lobend über die Klangſchönheit und =fülle des von Herrn Lehrer Hopp
zuſammengeſtellten und einſtudierten Orcheſters ausdrücken, beſonders
wenn man bedenkt, daß die Ausführenden erſt 8 Jahre alt ſind und erſt
ſeit 5 Monaten ihr Inſtrument ſpielen. Nach kurzer Begrüßung durch
Herrn Rektor Schütz eröffnete Herr Hopp mit ſeiner Klaſſe den Abend
durch zwei ſchneidig geſpielte Marſchlieder. Sie und die folgenden mit
Begeiſterung von der jugendlichen Schar vorgetragenen Lieder fanden. Erbach ſehr überzeugend.
den ungeteilten Beifall der Zuhörer. Manche Stücke mußten wiederholt
und mehrere Lieder zugegeben werden. Die Vorträge zeugten nicht nur
von beharrlichem Fleiß der kleinen Buben, ſondern auch von der
Tat=
unterbrochen wurden die Muſikvorträge durch kleine Tänze und Reigen,
geſpielt von Mädchen aus der Klaſſe von Fräulein Schminke.
Brauſen=
der Beifall und zahlreich geforderte Wiederholungen ehrten die
klei=
nen Tänzerinnen und Sängerinnen, bewieſen die Schönheit der Dar=
Schminke bewies wieder ihre künſtleriſche Geſchicklichkeit im Aufbau und
im Einüben dieſer zum Teil von ihr ſelbſt geſtalteten Reigen. Am
Flü=
gel begleitete Herr Lehrer Hering die meiſten Darbietungen in
form=
vollendeter Weiſe. Möge der Erfolg des Abends der jugendlichen Schar
ein Anſporn ſein zu höheren Leiſtungen in der Pflege edler Kulturgüter.
Cp. Pfungſtadt, 8. April. Geſellenprüfung. Im Anſchluß
an die diesjährige Frühjahrsgeſellenprüfung fand am Sonntag die
feier=
kervereinigung richtete dahei Vorſitzender Jakob Haſſenzahl eine
An=
ſprache an die Junggeſellen. Auch Zimmermeiſter P. Seeger hielt eine
Anſprache. Außerdem ergriff nach Verteilung der Geſellenbriefe
Bür=
lingen beherzigenswerte Worte mit auf den Weg gab. Die Feier war von auswärts.
von muſikaliſchen und geſanglichen Darbietungen umrahmt. Letztere
hatte die „Sängervereinigung” in dankenswerter Weiſe übernommen.
vollbeſetztes Haus zu verzeichnen. Schneidig geſpielte Militärweiſen
der beliebten Kapelle Gruß ſowie der packende Vortrag des Herrn
Refe=
renten Knothe=Darmſtadt, welcher als Chefpilot und Kampfflieger weit 400 000 Goldmark, gewähren alſo eine abſolute Sicherheit. — Wirt=
Vogel=Perſpektive. Für viele ein ungewohntes Bild — aber für unſere
Helden der Lüfte ein ſelbſtverſtändlich gewordenes. Das Schickſal ſo
manchen Kampfliegers zog am geiſtigen Auge der ſo ſhan.
den Menge vorüber.
ſchule aus. Letzten Freitag abend fand zu Ehren der beiden Jub’lare ßen, von Peter Kaſel. Die Vorſtellung hatte wie immer ein volles
ſchienenen und beſonders Herrn Kreisſchulrat Storck ein herzliches Will= fall. — Der Sportklub Olympia Lorſch hatte ſich zu einem Privatſpiel
nem Griff. Der Herr Kreisſchulrat dankte für die erwieſene Ehrung eſſanten Spiel einen 2:1 Sieg buchen.
und zollte den Jubilaren im Auftrag des Kreisſchulamts und des Herrn
Provinzialdirektors herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes
treue und wünſchte ihnen eine ſonnige und freudebolle Zukunft. Inl wurde von einem Auto erfaßt und überfahren. Mit ſchweren
Verletzun=
ſtert ein. Auch die Herren Bürgermeiſter Rückert und Pfarrer Nürn= den, wo er bedenklich niederliegt. Db und wieweit den Fahrer eine
berger gaben den Jubilaren noch ſchöne Geleitworte mit auf den
weite=
ren Lebensweg. Tiefgerührt dankten die beiden Jubilare für die erhal= Schuld trifft, muß die polizeiliche Unterſuchung ergeben.
tenen Wanderſtäbe und vielſeitige Ehrung. Muſikaliſche, geſangliche,
theatraliſche Darbietungen trugen weſentlich zum Gelingen der feltenen 7. April: 10,50 Meter, am 8. April: 0,67 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
Feier bei. Dieſe ſind auf das Konto der Kolleginnen Fräulein Lehr,
Schmidt und Jäger und der Kollegen Würtenberger und Ludwig zu 7. April: 1,42 Meter; am 8. April: 1.25 Meter. (Morg. 5.30 Uhr.)
buchen. Herr Kollege Hofmann entbot die herzlichſten Glück= und
Segenswünſche des Bezirkslehrervereins Ober=Ramſtadt, reizte die
Lach=
muskeln der Anweſenden durch eine humoriſtiſche Anſprache an die
bei=
den Herren Jubilare und fügte den Wunſch an, daß ſie durch
Arbeits=
verſcheuchende Stunden verlebt zu haben, auf den Heimweg.
1900 e. V. Erbach kann in dieſem Jahre auf eine 30jährige Beſtehens= einem ſcharfen Inſtrument angekratzt ſind. Es zeigt ſich, daß die
Be=
zeit zurückblicken. Die Jubiläumsfeier ſoll, dem Ernſt der Zeit entſpre= ſeitigung des ſchmiedeeiſernen Schutzgeländers entſchieden zu voreilig
er=
chend, in einfachem würdigem Rahmen ſtattfinden. Sie wird im Rah= folgte — In Eich (Rheinheſſen) ſteht ein altes Häuschen aus dem 17.
halten. Am Abend ſchließt ſich dann die offizielle Jubiläumsfeier mit gelegentlich abſtieg. Als man nun dieſer Tage die Jauchegruhe
aus=
anſchließendem Feſtball an. Der Verein iſt der älteſte des Odenwald= ſchachtete, ſtieß man auf die Skelette eines Menſchen und eines Pferdes.
gaues im Bund Deutſcher Radfahrer. Auf dem Gebiete des Radſports Ob dieſe Ueberreſte von einem Verbrechen, das vielleicht der Räuber
hat er vorbildliche Pionierarbeit im Odenwald geleiſtet. Auch hat er ausgeführt hat, ſtammen, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
Seite 7
bei bielen Gelegenſeten und auf aen Gebieten des Naodſporis größte
Erfolge errungen. Die Ausſchreibungen zum Jubiläums=Saalſportfeſt
enthalten folgende Konkurrenzen; 6er Jugendreigen, 6er=N=
Kunſtrei=
gen, 8er=N=Schmuckreigen, 1er=N=Kunſtfahren, der=A=Kunſtfahren, Zer=
Nadball (Kl. 4 und U), der=Radball, Kl. B. Schon jetzt ſind dem
Ver=
ein zahlreiche und wertvolle Ehrenpreiſe zur Verfügung geſtellt, die
Hof” eingeladen. Und zahlreich waren die Eltern und Freunde der viele unſerer Nachbarvereine zur Teilnahme an den
Jubiläumsveran=
ſtaatliche Fachſchule für Elfenbeinſchnitzerei und verwandte Gewerbe
früher für nötig hielt. Als eines der am beſten geeigneten Inſtrumente. Kunſtdrechſergewerbe erlernen wollen, ferner für Lehrlinge der
Schreiner=
abteilung müſſen rechtzeitig erfolgen. Außer dem planmäßigen
Unter=
richt findet während des Sommerhalbjahres, und zwar Mittwoch
nach=
mittags, ein freiwilliger Zeichen= und Modellierkurſus für ſchulpflichtige
Kinder ſtatt. Das halbjährliche Schulgeld hierfür beträgt 6 RM. —
Fußball. Die Erbacher 1. Elf hatte geſtern die 20 Mannſchaft der
Frankfurter „Eintracht”, mit der den V.f.R. langjährige
Freundſchafts=
beziehungen verbinden, zu Gaſt. Die Gäſte wußten die im vorigen
Jahre erlittene Niederlage auszugleichken. Sie gewannen gegen die
erſatzgeſchwächten Gaſtgeber 6:3. Als Schiedsrichter wirkte Herr Bauer=
Ct. Heubach, 8. April. Glockenweihe. Mit Eintreffen der
katholiſchen Kirchenglocken iſt nun unſer heimatliches Kirchengeläute
wie=
kraft und dem Geſchick des Herrn Lehrers Hopp. In lieblicher Weiſe, der vollzählig beieinander wie zur Vorkriegszeit. Am Freitag
nachmit=
tag verſammelten ſich die Ortseinwohner, an der Spitze
Kirchenvor=
ſtände, Gemeinderäte, das Ortsoberhaupt Herr Bürgermeiſter Brücher
und Herr Pfarrer Adelbauer. Unter Vorantritt der Heubacher Muſiker
wurden durch einen Viererzug die feſtlich geſchmückten Glocken durch
bietungen und belohnten den Fleiß und die Mühe der Kinder, Fräuleim die Ortsſtraßen bis zur Höhe der Kirche gebracht. Dortſelbſt hielt der
den hieſigen Kirchendienſt verſehende Geiſtliche eine Anſprache zum
Willkommensgruß der neuen Glocken und dankte nicht nur der
katholi=
ſchen, ſondern inſonderheit den beiden evangeliſchen Gemeinden für ihre
Bereitwilligkeit und Opferfreudigkeit. Der Weihegottesdienſt fand am
Sonntag nachmittag ſtatt. Eingeleitet durch einen Choral der
vereinig=
ten Kapelle, hielt Herr Rektor Rauch vom Konvikt Dieburg die
Feſt=
anſprache. Unter dem Hinweis des katholiſchen Weiheaktes ſchilderte er
den Zweck der Glocken für das Glaubensleben der Chriſten. Der
Weihe=
liche Ueberkeichung der Geſellenbriefe ſtatt. Im Namen der Handwer= akt ſelhſt wurde durch Herrn Geiſtl. Nat Dekan Keilmann (Zellhauſen)
vorgenommen. Nach dem Geſang eines gemiſchten Chores folgte die
Feſtandacht mit Segen, und den Schluß bildete das gemeinſame Lied
„Großer Gott wir loben Dich‟. Die Teilnahme der Einwohnerſchaft
germeiſter Schwinn das Wort zu einer Anſprache, in der er den Prüſ= war ſehr gut, das herrliche Wetter brachte auch einen ſtarken Beſuch
Ca. Lorſch, 7. April. Die Bilanz über das verfloſſene Geſchäftsjahr
der Volksbank Lorſch. e. G. m. b. H., in Lorſch, ſchließt mit einem Soll
* Nieder=Ramſtadt 8. April. Der Krieger=und Veteranen= und Haben von 233 750 /49 RM. ab. Während die Mitgliederzahl im
Verein Nieder=Ramſtadt=Waſchenbach hatte bei ſeinem Vorjahre 322 betrug, iſt ſie im verfloſſenen Jahre auf 302 zurückgegan=
Lichtbilder=Vortrag, betitelt „Als Kampfflieger an der Ypernfront”, ein gen. Die Mitgliederbewegung iſt folgende: Beigetreten ſind 19 Genoſſen,
ausgeſchieden ſind durch Tod, Aufkündigung und Ausſchluß insgeſamt
39. Geſchäftsanteile, Reſerven und Haftſummen betragen zuſammen
über Heſſens Gaue bekannt iſt, verliehen dem Abend, eine beſondere ſchaftsvergebung. Die Bierbrauerei J. A. Guntrum in Bens=
Note. Die Lichtbilder veranſchaulichten die Gegend um Ypern aus der heim ſucht für das von ihr kürzlich erworbene Gaſthaus. Zum Lamme
dahier (Wirtſchaft mit Saal und Laden in guter Lage) tüchtige
kautions=
fähige Wirtsleute. — Aus den Vereinen. Der Odenwaldklub
unternahm geſtern eine Tageswanderung über Bensheim nach Baßmann
Knoden, Lindenfels—Heppenheim. Günſtiges Wetter war Voraus=
(. Ober=Ramſtadt, 7. April. Infolge Ueberſchreitung der geſetzlich ſetzung für eine zahlreiche Beteiligung. — Der Theaterverein
Drama=
feſtgelegten Altersgrenze treten die Herren Lehrer Kraußmüller und tia” veranſtaltete geſtern abend im Gaſthaus „Zum Lagerhaus” einen
Weyrauch in Kürze in den dauernden Ruheſtand und ſcheiden mit Theaterabend. Zur Aufführung gelangte „Wodan” oder „Durch Nacht
Schluß des Schuljahres aus dem aktiven Dienſte an der hieſigen Volks= zum Licht” Schauſpiel in ſechs Aufzügen aus der Zeit Karls des
Gro=
im Gaſthaus „Zum Heſſiſchen Hof” dahier eine ſchlichte, aber prächtige Haus zu verzeichnen. — Der Turnverein Lorſch hatte zu einem Bühnen=
Abſchiedsfeier ſtatt. Außer dem Lehrerkollegium und Familienmitglie= Schau= und Werbeturnen eingeladen in das Gaſthaus „Zum goldenen
dern haben auch die Herren Kreisſchulrat Storck. Pfarrer Nürnberger Stern‟. Ein umfangreiches Programm, beſtehend in Vorführungen von
und Bürgermeiſter Rückert und Schulvorſtandsmitglieder der an ſie ere Bodengymnaſtik. Stabübungen, Keulenübungen Frejübungen.
Stuhl=
gangenen Einladung Folge geleiſtet. Herr Rektor Lehr bot allen Er= akrobatik Marmorgruppen, Muſterriegen und Neigen, fand reichen
Bei=
kommen, widmete den Jubilaren wärmſte Abſchiedsworte und überreichte, die hier gern geſehene Liga=Erſatzmannſchaft vom Verein für
Raſen=
denſelben als Geſchenk der Kollegenſchaft je einen Wanderſtab mit ſilber= ſpiele Mannheim verpflichtet, und konnte nach einem ſchönen und inter=
Bm. Bürſtadt, 7. April. Ueberfahren. Ein tragiſcher Unfall
für die weit über vier Jahrzehnte bekundete Arbeitsleiſtung und Pflicht= ereignete ſich geſtern unweit unſeres Ortes auf der Kreisſtraße von hier
nach Lorſch. Das ſiebenjährige Söhnchen des Landwirts Haßlöcher
das auf die Jubilare ausgebrachte Hoch ſtimmten die Anweſenden begei= gen mußte der Junge ſofort ins Wormfer Kranbenhaus gebracht wer=
—Gernsheim, 8. April. Waſſerſtand des Rheins am
Hirſchhorn, 8. April. Waſſerſtand des Neckars am
Rheinheſſen.
* Mainz, 8. April. Rheinheſſiſche Chronik. In
Mainz=
millen zu echten, friedfertigen Unruheſtändlern auswachſen möchten. Mombach kam es in einer Familie zu Streitigkeiten, wobei der Vater
Sein Hoch galt dem Herrn Kreisſchulkat. Die Fidelitas, welche einen, von der Ajährigen Tochter durch einen Meſſerſtich in die Hand verletzt
hohen Grad erreichte, ſetzte auch das Tanzbein unermüdlich in Be= wurde und ins Krankenhaus überführt werden mußte. — Der herrliche
wegung. Gut gebrauten Kaffee und vorzüglichen Kuchen ließen ſich Mainzer Marktbrunnen, der unter Denkmalſchutz ſteht, iſt in
vanda=
die Feiernden trefflich munden. Wein und Rauchwaren wurden in frei= liſtiſcher Weiſe beſchädigt worden. Die kupferne Bedachung des
Brun=
giebigſter Weiſe von den Jubilaren geſtiftet. Erſt in vorgekückter nens iſt unter Anwendung von Handwerkszeug teilweiſe abgedeckt und
Stunde begaben ſich die Feſtgäſte mit dem Bewußtſein, einige grillen= die Metallteile geſtohlen worden. Damit begnügte ſich aber der
vanda=
liſtiſche Dieb nicht. Er ſchmierte auch den Brunnen mit Farbe an, auch
b. Erbach i. O. 7. April. Jubiläum. Der Radfahrerverein ſieht man Stellen in der reichen Ornamentik des Brunnens, die mit
men eines Saalſportfeſtes am Sonntag, dem 25. Mai 1930, hier abge= Jahrhundert, in dem ſeiner Zeit der Räuberhauptmann Schinderhannes
aa nen
OR
Ruln
IMis
Hu ne
Ne
Net
chel.
Seite 8
Mittwoch, den 9. April 1930
Lina Petri
Georg Knecht
grüßen als Verlobte.
Sprendlingen b. Offenbach a. M
Spenglerſtr. 35.
Buchdruckerei-Besitzer
Wilhelm Strübing
Martha Strübing
geb. Müller
zeigen ihre
Ver-
mählung an
Darmstadt, im April 1930
(5899
Gott der Herr hat heute abend
7½ Uhr unſeren lieben,
treu=
beſorgten Onkel, Bruder und
Schwager
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und die
zahlreichen Blumenſpenden anläßlich des Ablebens
unſerer lieben, unvergeßlichen Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante
von ſeinem langen, ſchweren
(5940
Leiden erlöſt.
In tiefem Schmerz:
Familie Adam Daum
und Geſchwiſter.
Ober=Beerbach, den 7. April 1930.
Frau Gertrud Stößel
geb. Peiri
ſagen wir hiermit herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
bei dem Ableben unſeres lieben Verſtorbenen,
des
Oberpoſtſchaffners i. R.
Karl Treiber
ſprechen wir unſeren herzlichen Dank aus.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Luiſe Treiber, geb. Haag.
Darmſiadt, den 7. April 1930.
(5906
Darmſtadt, Karlsruhe, den 8. April 1930.
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tag nachmittag 2 Uhr ſtatt.
Berein ehem 6ler Artilleriſten.
Wir erfüllen hiermit die traurige
Pflicht, unſere Mitglieder von dem
Ableben unſeres lieben Kameraden
Herrn
Heinrich Bletz
Oberpoſtaſſiſtent
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Beiſetzung: Mittwoch, 9. April,
nachmittags 3 Uhr, auf d.
Wald=
friedhof Treffpunkt 2½ Uhr am
Friedhofsportal.
Der Vorſtand.
Krieger=Verein
Darmſtadt
Am Sonntag verſchied unſer lieber
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Be=
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[ ← ][ ][ → ] nächſt ſeien zwei Ereigniſſe erwähnt, die in dieſem
ut von allgemeinem aſtronomiſchen Intereſſe ſind.
id dies eine Mondfinſternis am 13. April
none Sonnenfinſternis am 28. April.
Mondfinſternis am 13. dauert von 6 Uhr 21 Min.
is Uhr 36 Min. morgens und kann im ſüdweſtlichen
Fei zuropas, im Nordweſten Afrikas und in Amerika
beg htet werden. In Deutſchland geht der Mond
be=
eiz ſor Beginn der Finſternis unter, ſo daß uns dieſes
him iſche Schauſpiel entgeht.
h die zweite Finſternis, die Sonnenfinſternis am
bei uns nicht zu beobachten. Das Gebiet ihrer
d rrkeit erſtreckt ſich hauptſächlich über Nordamerika,
Finſternis in der Gegend von San Franzisko faſt
Eoſt und daher die größte Beachtung verdient.
nn uns die Verfolgung dieſer beiden Finſterniſſe
iſt, ſo bleibt uns doch ein drittes, beſonders
her=
orz ebendes Ereignis zur Beobachtung, nämlich die
ders günſtige Konjunktion des Planeten Merkur
irr Venus. Während die Planeten Venus, Mars,
ur= und Saturn alljährlich für längere Zeit bequem
cht ſind, kann Merkur ſtets nur auf einige Wochen,
Und bſt dann nicht während der Nacht, ſondern nur in
mmerung erkannt werden. Dieſe Schwierigkeiten
ab zur Folge, daß nur wenige den ſchnellwandernden
lc en, der den Namen des geflügelten Götterboten
echiſchen Sage trägt, geſehen haben.
ckur iſt im letzten Drittel des Monats faſt eine
tuz lang am weſtlichen Abendhimmel ſichtbar. Dort
us nach Sonnenuntergang zunächſt die hellglänzende
err auf, und je dunkler es dann wird, um ſo
deut=
che oird rechts oberhalb von ihr der geſuchte Planet
Merkur ſichtbar. Am 30. tritt zu dieſem Planetenpaar
noch die junge Mondſichel hinzu, ſo daß die Verfolgung
dieſer himmliſchen Begegnungen, wie wir das ſo gelehrt
klingende Fremdwort „Konjunktionen” überſetzen wollen,
jedem Sternfreund einen hohen Genuß bieten wird.
Von den übrigen Planeten iſt abends nur Jupiter
im Sternbild des Stiers zu beobachten. Er leuchtet noch
am weſtlichen Himmel, wenn Merkur und Venus bereits
untergegangen ſind und es vollſtändig dunkel geworden iſt.
Wir finden Anfang des Monats um 22 Uhr, Mitte
des Monats um 21 Uhr, und Ende des Monats um
20 Uhr die Sternbilder in den Himmelsrichtungen, wie
ie unſere Sternkarte angibt. Im Weſten ſtehen
horizont=
nahe Orion und Stier, darüber Kleiner Hund,
Zwil=
linge und Fuhrmann. Im Norden ſind Kaſſiopeia,
Kepheus und Schwan erkennbar. Es ſchließen ſich nach
Oſten an: Leier, Herkules, Krone, Schlange und Bootes.
Der Südteil des Himmels wird eingenommen von
Jung=
frau, Rabe, Löwe und Waſſerſchlange. Um den Zenit
lagert ſich der Große Bär. Den Himmelspol gibt der
Kleine Bär mit dem Polarſtern an. Die Höhe des
Polarſterns über dem Horizont entſpricht der
geographi=
ſchen Breite des Beobachtungsortes. So ſteht er in
Nord=
deutſchland höher als in Süddeutſchland; am Nordpol
der Erde würde er ſenkrecht über dem Beſchauer ſtehen.
Der Mond zeigt ſich am 6. April im erſten Viertel,
am 13. findet der mit einer Finſternis verbundene
Voll=
mond ſtatt. Es iſt dies der Oſtervollmond, da es der
erſte Vollmond nach Frühlingsanfang iſt. Das Oſterfeſt
fällt ſomit auf den folgenden Sonntag, am 20. April.
Letztes Viertel des Mondes iſt am 20., Neumond am
28. April.
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untücke: Gemarkung Darmſtadt, Blatt 289:
1u. Nr. 1041, Grabgarten, Kiesſtr., 65 am, Schätzung: Bäche, zuſammen 494,77 Hektar,
1) RM.;
Nr. 1092, Hofreite Nr. 66, Kiesſtraße, 258 gm
Sitzung: 38 500 RM.
Peiimer: Eheleute Wilhelm Gaſſert, Kaufmann, und
a trina, geb. Heil, deſſen Ehefrau, zu je einhalb. Gänswieſe und Erzhauſen, begrenzt von
Tmſtadt, den 25. März 1930.
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ſen am Mittwoch, den 16. April 1930,
vormittags 10 Uhr in der Wirtſchaft
„Zum Saalbau” (Avemary),
Bahnhof=
ſtraße 5. auf eine Beſtandszeit von 9
Jahre, beginnend mit dem 1. Februar
1930, öffentlich verpachtet:
1. Jagdbezirk II, Wieſental,
umfaſſend den Staatswaldforſtort
Wie=
ſental in den Gemarkungen Wieſental
und Mörfelden, ſowie Teile der Ge=
markungen Gänswieſe und
Schneppen=
hauſen, begrenzt von der Straße
Mör=
felden—Gräfenhauſen, den Gemarkungen
Schneppenhauſen und Worfelden, der
Herzwieſenſchneiſe und der Mörfelder
Feldgemarkung, 465,72 Hektar Wald,
29 05 Hektar Waldwieſen, Feld und
2. Jagdbezirk III, Sensfelder Tanne,
umfaſſend die Staatswaldforſtorte
Sens=
felder Tanne, Hegberg und Krötſee in
den Gemarkungen Wieſental und
Erz=
hauſen, ſowie Teile der Gemarkungen
der Straße Mörfelden—Gräfenhauſen,
den Gemarkungen Mörfelden,
Egels=
bach, Erzhauſen und Gräfenhauſen,
291,93 Hektar Wald, 48,82 Hektar
Wie=
ſen und Bäche, zuſammen 340,75 Hektar.
Die beiden Jagdbezirke werden
zu=
nächſt für ſich allein und dann
zuſam=
men ausgeboten.
Es werden nur geſchäftsfähige
phy=
ſiſche Perſonen als Jagdpächter
ange=
nommen, von denen zu erwarten iſt,
daß ſie die Jagd weidmänniſch und den
beſtehenden Vorſchriften gemäß
aus=
üben. Unbekannte Jagdliebhaber
wol=
len ſich vor der Verſteigerung den
Forſtamt gegenüber über ihre Qualiff
(5912
kation ausweiſen.
Mörfelden, den 7. April 1930.
Heſſ. Forſtamt Mörfelden.
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Seite 10
Mittwoch, den 9. April 1930
Die geprellte Verſicherungs=Geſellſchaft.
Frankfurt a. M. Im Juni 1929 ertrank
angeblich ein gewiſſer Georg Ibing beim
Boots=
fahren im Main. Vorſichtshalber hatte der
junge Mann ſein Leben verſichert. Die Leiche
des angeblich Verunglückten konte trotz eifrigen
Suchens nicht gefunden werden. Verſicherung
und Staatsanwaltſchaft traten in Tätigkeit, ohne
einen ſicheren Abſchluß in der Angelegenheit zu
finden. Nach 34 Jahren hat ſich jetzt der Schleier
gelüftet. Der angeblich Verunglückte Gg. Ibing
iſt in Halle wieder aufgetaucht und dort wegen
ſchweren Diebſtahls feſtgenommen worden.
Schwerer Verkehrsunfall.
Ein Toter und zwei Verletzte.
Neuwied. Ein tödlicher Unfall ereignete
ſich an einer Straßenabzweigung der Chauſſee
Straßenhaus—Rengsdorf auf dem Weſterwald.
Der 58jährige Schneidermeiſter Jakob Meyer
aus Bonefeld wollte mit ſeinem Fahrrad in
einen Seitenweg einbiegen, als ihm ein
Motor=
radfahrer plötzlich in das Rad hineinfuhr. Zu
gleicher Zeit kam aus entgegengeſetzter Richtung
ein anderer Motorradfahrer, der auf die am
Boden Liegenden ſtürzte. Meyer war auf der
Stelle tot. Der eine der Motorradfahrer erlitt
bedenkliche Kopfverletzungen, während der
an=
dere einen Beinbruch davontrug.
Eine Geldſtiftung fünfmal abgelehnt.
Trier. Ein vor Jahren verſtorbener
Rent=
ner hatte der Stadt Trier teſtamentariſch 90 000
Mark vermacht mit der Beſtimmung, daß dafür
ein Krematorium errichtet werden müſſe. Er
be=
ſtimmte ferner, daß im Falle der Ablehnung der
Stiftung die Stadtverordnetenverſammlung in
fünf aufeinanderfolgenden Jahren über die
An=
nahme ſeiner Stiftung abſtimmen müßte. In
dieſem Jahre wurde zum fünften Male
abge=
ſtimmt, und zwar wurde, wie in den
vorher=
gehenden Jahren die Ablehnung beſchloſſen. Jetzt
tritt die weitere Klauſel des Teſtaments in
Kraft, nämlich, daß für das Geld ein Volkspark
angelegt wird. Zwar konnte ſich die letzte
Stadt=
verordnetenverſammlung über die Wahl des
Platzes noch nicht einigen, die Stiftung zu dem
umgeänderten Zweck wurde aber nun einſtimmig
angenommen.
Raubüberfall bei Trier.
Trier. Zwei Knechte, die ſich mit vier
Pfer=
den auf dem Wege zu einem Käufer befanden,
wurden auf der Weſtbergſtraße an einer
Wege=
kreuzung kurz hinter dem Helenenberg bei
Welſch=
billig plötzlich beſchoſſen, aber nicht getroffen.
Als ſie in ſcharfem Tempo weiterreiten wollten,
ſprangen vier Männer aus dem Straßengraben
und riefen ihnen zu „Hände hoch!”. Als die
Wegelagerer merkten, daß es ſich um
Pferde=
knechte handelte, die kein Geld bei ſich hatten,
ließen ſie von ihrem Ueberfall ab. Einer rief
den Knechten noch nach: „Wenn ihr Geld
ge=
habt hättet, wäre es euch ſchlecht ergangen.”
Die Verbrecher ſind noch nicht gefaßt.
Tragiſches Ende eines alten Drehorgelſpielers.
Vorder= und Rückſeite der neuen Medaille der Staatlichen Münze,
die die Profilbildniſſe Bismarcks und Hindenburgs trägt mit der Umſchriftung „Des Deutſchen
Reiches Begründer und Beſchirmer”. Die Rückſeite zeigt die 25 Wappen der deutſchen Länder.
Präſident des Norddeutſchen Lloyd Dr. Heineken (1), Kapitän Johnſon (2) und Geheimrat
Stimming (3) vom Norddeutſchen Lloyd bei der Begrüßung an Bord der „Europa”.
Trier. Ein in den 60er Jahren ſtehender
Drehorgelſpieler, bekannt im ganzen Trierer
Land als „Der alte Roſenzweig” wurde dieſer
Tage auf der Straße Trier—Wittlich, in der
Nähe des Hofes Breit, gegen Abend ſchwer
ver=
letzt auf ſeinem Hundefuhrwerk liegend
aufge=
funden. Er war auf dem Wege nach Wittlich
von einem Auto überfahren worden, deſſen
Führer ihn neben ſeine Orgel auf das
Hunde=
fuhrwerk legte und bis in die Nähe des Hofes
ſchaffte. Dann machte ſich der gewiſſenloſe
Auto=
fahrer von dannen. Man ſchaffte den
Schwer=
verletzten nach dem Kreiskrankenhaus in
Witt=
lich, wo er nach einigen Tagen ſeinen ſchweren
Verletzungen erlag.
Ein Feuerwehrhauptmann als Brandſtifter
zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.
Hannover. Vor dem Schwurgericht in
Verden hatte ſich der 25 Jahre alte Kaufmann
Johann Roſe aus Leeſte wegen Brandſtiftung zu
verantworten. Er war in der Freiwilligen
Feuerwehr ſeines Heimatortes ſtellvertretender
Hauptmann geworden, und offenbar hatte es
ihn danach gelüſtet, ſich im Glanz ſeiner
Haupt=
mannsuniform zu ſpiegeln, denn ein anderer
Grund iſt bei der Unterſuchung nicht zutage
ge=
fördert worden. Der Angeklagte hatte in fünf
Fällen Brandſtiftungsverſuche unternommen.
Beim ſechſten Male gelang ihm die
Brand=
ſtiftung, der ein Fachwerkhaus in ſeinem
Heimat=
ort zum Opfer fiel, ſowie ſämtliches Mobiliar
und 10 Stück Großvieh. Das Gericht verurteilte
den jungen Mann zu vier Jahren Zuchthaus.
Rätſelhafte Vergiftungen.
Das Poſtſlugzeug London-Berlin abgefkürzk.
Das Junkersflugzeug „D 1649” vor dem Abflug.
Unten rechts der tödlich verunglückte Pilot Karl Weſſel.
Ueber England ſtürzte das flugplanmäßige deutſche Poſt= und Frachtflugzeug „D 1649” kurz nach
dem Abflug ab und verbrannte. Die beiden Inſaſſen, der Pilot Weſſel und der Bordfunker
Kommert, fanden den Tod.
Großwitz (Kreis Freyſtadt). Unter
Symp=
tomen ſchwerer Vergiftungen iſt hier eine
An=
zahl von Kindern erkrankt. Zwei Kinder ſind
bereits geſtorben, weitere 20 befinden ſich in
äußerſt bedenklichem Zuſtande. Die
Staatsan=
waltſchaft hat zuſammen mit der Landjägerei
und dem Kreisarzt eine Unterſuchung der
An=
gelegenheit eingeleitet, wobei ſich herausgeſtellt
hat, daß die Vergiftungen höchſtwahrſcheinlich
auf Blauſäure oder Arſenik zurückzuführen ſind.
Die amtsärztliche Obduktion der Leiche eines
der verſtorbenen Kinder hat auf dieſe Spur
hin=
gelenkt. Auf welche Weiſe die Kinder zu dem
Gift gekommen ſind, iſt indeſſen rätſelhaft. Die
Unterſuchungsbehörden vermuten, daß die
Kin=
der Oſtereier oder anderes Zuckerwerk genoſſen
haben, das gifthaltig war. Doch hat die
Unter=
ſuchung nach dieſer Richtung hin noch kein
Er=
gebnis gezeitigt. Der Bevölkerung hat ſich eine
ſtarke Aufregung bemächtigt; die Schule wurde
auf drei Wochen geſchloſſen.
Poſtraub in Hohenſalza.
Poſen. In Hohenſalza drangen am Montag
und zwei Banditen in das Poſtgebäude ein,
rohten die beiden anweſenden Beamten mit
Revolver, feſſelten und knebelten ſie und
ubten aus der Poſttaſche rund 63 000 Zloty.
gelang ihnen, ohne behelligt zu werden, zu
hten.
Selbſtmord eines Briefträgers nach der
Verhaftung.
Berlin. Der 40 Jahre alte Briefträger
Karl Gauſe von einem Poſtamt im Nordweſten
der Stadt, der ſeit einiger Zeit im Verdacht
ſtand, Briefe unterſchlagen zu haben, wurde am
Dienstag vormittag auf ſeinem Beſtellgange auf
Veranlaſſung der Oberpoſtdirektion von einem
Beamten der Kriminalpoſtdienſtſtelle beobachtet,
der Gauſe auf friſcher Tat ertappte. Gauſe ſollte
zur Klärung ſeiner Verfehlungen dem Beamten
zum Amt folgen. Auf dem Wege dorthin riß ſich
Gauſe los, ſtürmte die Straße bis zur
Hanſa=
brücke entlang und ſtürzte ſich in die Spree. Die
Feuerwehr ſuchte das Waſſer nach dem
Ertrun=
kenen ab, konnte aber die Leiche noch nicht
ber=
gen. Bei der Verhaftung hatte Gauſe die
Unter=
ſchlagungen zugegeben.
Eine Mädchenhändlerbande verhaftet.
Warſchau. In Wilna iſt die Polizei durch
Zufall einer zahlreichen und über das ganze
Wilnaer Gebiet ausgedehnten
Mädchenhändler=
bande auf die Spur gekommen. Zahlreiche
Per=
ſonen wurden verhaftet, darundr auch einige
Frauen, die hierbei Kupplerdienſte leiſteten.
Schweres Bergwerksunglück in Nordſpanien.
40 Bergleute eingeſchloſſen.
Paris. Ein ſchweres Bergwerksunglück
er=
eignete ſich, wie das „Journal” aus Madrid
meldet, in einem Kohlenbergwerk bei Llano in
der Nähe von Santander in Nordſpanien. Ein
Stollen brach zuſammen und begrub 40
Berg=
leute. Von Santander aus und aus der ganzen
Umgebung ſind Hilfsmannſchaften nach der
Un=
glücksſtelle entſandt worden. Bis zum Abend
konnte nur eine Leiche geborgen werden. Ein
einziger Bergarbeiter iſt der Kataſtrophe
ent=
ronnen; er wurde ſchwer verletzt. Man befürchtet,
daß die übrigen 38 Arbeiter ſämtlich ums Leben
gekommen ſind. Nach einer weiteren Meldung iſt
der einzige Ueberlebende des Unglücks ſeinen
ſchweren Verletzungen inzwiſchen erlegen.
Das Portal einer Kirche eingeſtürzt.
40 Frauen unter den Steinmaſſen
begraben.
NewYork. In Lowell im Staate
Maſſa=
chuſetts ſtürzte das Portal der katholiſchen St.
Joſephs=Kirche ein. Etwa 40 Frauen wurden
unter den Steinmaſſen begraben. 21 Frauen
wurden ſchwer verletzt.
Nummer
Ba. Wiesbaden. Bereits am M
dem Eröffnungstage, hatten ſich rund 940
bis zum Abend in die
Anweſenheitskarto=
im Paulinenſchlößchen eintragen laſſen.
rechnet damit, daß insgeſamt über 1200
aus aller Herren Länder, ebenſo wie im
jahre, dem Kongreß beiwohnen werden. V.
kannten deutſchen Aerzten ſind u. a. anw
Prof. Dr. Volhard=Frankfurt (der diesie
Kongreßpräſident), Prof. von Bergmann=B
Prof. Dr. Arnsberger=Dresden, Prof. 2.
Beſſau=Leipzig, Prof. Dr. Böttner=Bonn,
Dr. Magnus=Alsleben=Würzburg, Geheimre
Friedrich von Müller=München und Dr.
mann=Cannſtatt. Von ausländiſchen Ae
konnte man u. a. bemerken: Dr. Frederik
mann=Helſingfors, Dr. B. von Tilburg=Gr
hage (Holland), Dr. Went=Amſterdam, Dr.
Werſen=Möſſeber (Schweden), Dr. Joſ.
heimer=La Cornua (Spanien), Dr. E. von
Chateau, Prof. Dr. Max de Crinis=Graz
Prof. Dr. Jugic=Wien. Auch Japan hat u
zwei Vertreter entſandt, ebenfalls ſind au
Schweiz, England, Amerika und Norwegen?
anweſend. — Die Ausſtellung erſtreckt ſic
den neuangebauten Teil des Paulinenſchlöß
Hier konnte man in der Wandelhalle die
dukte verſchiedener Bäder bemerken. Das
badener Brunnenkontor und die Mineralw
Großhandlung F. Wirth, ſowie die Bäder
gentheim, Dürkheim, Salzſchlirf, Neuenahr
die Sodener Mineral=Geſellſchaft=Frankfurt
waren vertreten. Im Rundſaal hatten die
parate und Inſtrumente großer Firmen Au
lung gefunden. Die Städte Berlin, Dre
Leipzig, Hamburg, München, Kaſſel und
Wiesbadener elektromedizin. Apparate=F
Braun zeigten ihre Erzeugniſſe. In den ol
Räumen des alten Baus, deſſen mittelſter
ein prächtiges Blumenrondell aufweiſt, hatt
chemiſch=pharmazeutiſche Induſtrie ausge
Von bedeutenden Firmen ſah man u. a. O1.
Co.=Frankfurt, Sächſiſche Serumwerke=Dre
Jaffé=Berlin, Ch iſch.=Pharmazeutiſche
Bad Homburg, Allgemeine Radium=A.=G.
lin, Deutſche Maizena=Frankfurt, R.
Reiß=
lin, Dr. O. Weil=Frankfurt, Mova G. m.
Wiesbaden, Dr. Freſenius=Frankfurt, Chen
Werke Albert=Wiesbaden=Biebrich, Dr. 2
Mainz, Lyſſia=Werke=Wiesbaden, Bero F.m.
Darmſtadt, E. Uhlhorn=Wiesbaden=Biebrich
Merck=Darmſtadt, ſowie die Daſk C
Therapeutiſk, Selskab=Kopenhagen, Parke 7
u. Co.=London und die Deutſch=amerikaniſche
troleumgeſellſchaft. In der Eingangshalle
alten Baus hatten die Buchhandlungen Fell
Gecks=Wiesbaden und Hirſchfeld=Berlin t
ziniſche Bücher zur Schau geſtellt. — Im
linenſchlößchen, das ſeit dem Umbau wohl
vollkommenſte Lautſprecheranlage Deutſchl
(Siemens u. Halske) beſitzt, ſind jetzt in
oberen Räumen verſchiedene kleinere
ſprecher angebracht, durch die die Vorträge
im großen Saal ſtattfinden, auch hier ge
werden können. Dieſe Lautſprecher können
Beiieben an und abgeſtellt werden.
Stürmiſche Atlantik=Ueberfahrten.
New York. Auf dem Nordatlantik t
zurzeit ſchwere Frühjahrsſtürme, und faſt
Dampfer haben große Verſpätungen zu vert
nen. Der Paſſagierdampfer „America” der
ted States Lines traf mit 2½tägiger Verſpä
in New York ein. Der Kapitän dieſes Damt
berichtete, daß unterwegs ſtellenweiſe Sti
mit einer Geſchwindigkeit von 170 Stunden
metern herrſchten. Gewaltige Seen ſeien auf
ganzen Ueberfahrt über das Schiff herei
brochen. Faſt alle Paſſagiere waren ſeekran
Der deutſche Ozeandampfer „Bremen”, der
Mittwoch in New York eintreffen wird,
gleichfalls 24 Stunden Verſpätung aufzuwe
Exploſion auf einem engliſchen Kriegsſchi
Vier Tote.
Hongkong. Dienstag vormittag ereig
ſich auf dem britiſchen Zerſtörer „Sepoy”
Exploſion, durch die vier Mann getötet
drei verletzt wurden.
Schweres Fährunglück in Korea.
Tokio. Auf dem Fluſſe Yalu in Korea
eignete ſich am Montag ein ſchweres Fäh
glück. Infolge eines heftigen Sturmes kent
eine Fähre, auf der ſich 23 Bauern mit 4
reichen Pferden befanden. Alle fanden den
in den Fluten. Der ſtarke Sturm machte
tungsmaßnahmen unmöglich.
Berlins Kandidakin für die Wahl !
„Miß Deutſchland” 1930.
Daiſy d’Ora,
die bekannte Filmſchauſpielerin, ging aus
zahlreichen Bewerberinnen um den Titel
Schönheitskönigin von Berlin als Siegerin
vor und wird ſich zuſammen mit den Erwal
der übrigen deutſchen Städte nun auch um
Titel der „Miß Deutſchland” 1930 bewerbe
.
1.
3e
9
1r
2n
d
e
11.
H.
2
Nummer 99
Mittwoch, den 9. April 1930
Seite 11
Der „moderne Robinſon” Dr. Rikker aus Wollbach bei Lörrach.
Eine überraſchende Aufklärung ſeines Aufenkhalkes auf den Galapagos=Inſeln.
Die „Robinſonade” des Dr. med. Friedrich Ritter (nicht Carl
er, wie in einigen Zeitungen irrtümlich gemeldet), die vor
igen, Wochen in aller Munde war und — namentlich in
rika — die Spalten der großen und kleinen Zeitungen füllte,
et bei näherer Unterſuchung an unterrichteten Stellen eine
raſchende, aber höchſt
na=
iche Aufklärung, die dieſen
derling doch in einem etwas
eren Licht erſcheinen läßt.
kann feſtgeſtellt werden, daß
Ritter durchaus nicht aus
liſationshaß oder gar aus
jöſen Motiven die
Einſam=
der Galapagosinſeln
aufge=
hat, ſondern es ſind rein
enſchaftliche Probleme, die
rſchung der Geheimniſſe der
ährung und neuer
Arznei=
el. zu deren Löſung die Ar=
Dr. Ritters dienen ſollte.
Ritter hat, ebenſo wie
rzeit Hindhede und Ragnar
9y, ſchon ſeit langem an ſich
Ernährungsverſuche an=
AIt und dabei wichtige
Tat=
ſin entdeckt, namentlich in
g auf die
Verdauungs=
ältniſſe zwiſchen Eiweiß,
ke und Fett. Die bisher
ndenen Ergebniſſe wollte
Ritter nun in dem
wär=
n Klima der
Galapagos=
n näher erforſchen, da er
beſſere Bedingungen
hier=
zu finden glaubt. Im
be=
eren gilt die Forſchung
n Endes der Bekämpfung
Krebs und ähnlichen
Lei=
die bisher ſo gut wie
er=
r der Nährmittel=Induſtrie
loß Bergfried” in Lörrach, Herrn Friedrich Bronner,
ner, und es ſollte in Bälde eine Arbeit auf Grund der bereits
auf der einſamen Inſel gemachten Erfahrungen und Forſchungen
erſcheinen. Es handelt ſich alſo — wie auch aus den uns zur
Einſicht vorgelegten Briefen des Dr. Ritter einwandfrei
hervor=
geht — keineswegs um einen Narren, ſondern um einen
D.
zeſuch auf Galapagos.
Vincent Aſtors Expeditionsyacht,
mit der der amerikaniſche Multimillionär zu wiſſenſchaftlichen Forſchungen nach den
Galapagos=
os bekämpft wurden. Dr. Inſeln aufbrechen will. Im Kreis links Dr. Ritter und ſeine Begleiterin, die deutſchen Robinſons
ter hat auf Anraten vom auf Galapagos, die jetzt „reichen” Beſuch erhalten. — Im Kreis rechts Vincent Aſtor und Frau.
de die Galapagosinſeln gewählt und ſeine Arbeiten,
e ſeine Forſchungsergebniſſe werden von der
Nährmittel=
ſtrie ausgewertet, im Benehmen mit einem Neffen von Dr.
er. Herrn Dr. med. Hieber, dem Leiter des Inſtituts für
eal=diätiſche Therapie in Wiesbaden und zugleich während
Sommermonate Leiter des großen Kurſanatoriums
Wald=
in Villingen im Schwarzwald. Dr. Ritter hat bereits vorher
volle Arbeiten geliefert auf Grund der erzielten Ergebniſſe;
kurz vor ſeiner Abreiſe hat er noch eine längere Abhandlung
Krankheitsurſachen und Stoffwechſelſtörungen geſchrieben,
ereits zur Zeit der Entdeckung der „Robinſonade” im Schloß
fried=Verlag erſchienen iſt. Während ſeines bisherigen
nthalts auf den Galapagosinſeln ſtand Dr. Ritter in ſtändigem
ſwechſel mit dem Leiter von „Schloß Bergfried”, Herrn Bron=
Forſcher, der mit vollem Ernſt beſtrebt iſt, Mittel und Wege
zu finden, die Menſchen aus Krankheitsnot und
Ernährungs=
ſchwierigkeiten herauszuführen.
r.
Im ewigen Eis.
De Grönlanderpedilion von Profeſſor Wegener.
DD. Am 1. April hat bekanntlich die Grönland=Expedition von
Profeſſor Afred Wegener=Graz an Bord des Grönlandfahrers. Disko”
Kopenhagen verlaſſen. Auf dem Platz der grönländiſchen
Handels=
kompagnie hatten ſich zum Abſchied neben zahlreichen Preſſevertretern
viele an der arktiſchen Forſchung intereſſierte Perſönlichkeiten, darunter
der Neſtor der Polarforſcher. Einar Nikkelſen, eingefunden.
Es iſt nicht das erſte Mal, daß Profeſſor Wegener mit einer
Ex=
pedition nach Grönland geht. Das erſte Mal nahm er in den Jahren
1912/13 an der Expedition des däniſchen Oberſt Koch teil, der quer über
das Inlandeis zog. In den ſpäteren Jahren leitete Profeſſor Wegener
mehrere Expeditionen, die ſämtlich als Vorbereitung der gegenwärtigen
Profeſſor Wegener (rechts).
gedacht waren. Die gegenwärtige Expedition, deren Durchführung
zu=
nächſt an der Geldfrage zu ſcheitern drohte, zählt insgeſamt 14
Mit=
glieder, darunter Meteorologen, Glaciologen, Aerologen, Geophhſiker
und Geodäten, ſowie einen Ingenieur, der die notwendigen
Sprengun=
gen und Bauarbeiten leiten ſoll. Auf ſeiner Reiſe läuft „Disko”
zu=
nächſt Retkjavik an, wo 25 isländiſche Pferde an Bord genommen
wer=
den. Dieſer Pferde harrt ein trauriges Schickſal, inſofern, als ſie nach
Erfüllung ihrer Pflicht, dem Transport von etwa 3600 Kilogramm
Laſten aller Art auf einer Strecke von 300 Kilometern, den Hunden als
Fraß dienen ſollen. Von Reykjavik geht die Reiſe nach Holſtenborg,
wo die Expedition an Bord des „Guſtav Holm”, des eigentlichen
Ex=
peditionsſchiffes, geht. Die Neiſe wird dann nach dem Kamaruiukfiord,
einem Seitenarm des Igneritford, fortgeſetzt, wo der größte Teil der
Expedition an Land geht. Die erſte Station und gleichzeitig der
Haupt=
ſtützpunkt der Expedition wird in etwa fünf Kilometer Entfernung von
der Küſte in 900 Meter Höhe errichtet werden. Dieſer erſten Gruppe
gehören neben Profeſſor Wegener ſelbſt noch weitere neun
Expeditivns=
mitglieder an. Eine zweite Gruppe unter Leitung von Dr. Georgi
wird 300 Kilometer landeinwärts vordringen und in der Mitte des
In=
landeiſes in etwa 2500 bis 3000 Meter Höhe eine Station anlegen. Eine
dritte Gruppe unter Leitung von Dr. Kopp endlich wird Mitte Juli von
Kopenhagen nach Oſtgrönland abgehen, und im Scoresbyſund in etwa
etwa 3000 Metern feſtſtellen zu können. Die Meſſungen werden mit Hilfe
70. Grad nördlicher Breite auf einer Strecke von 800 Kilometern die
drei Gruppen ihre Zelte aufgeſchlagen haben, wird mit der Arbeit
be=
gonnen, die ſich bis in den Herbſt 1931 hinziehen ſoll. Dieſe Arbeit
gilt Unterſuchungen und Meſſungen verſchiedenſter Art. Das größte
Intereſſe wendet ſich der Feſtſtellung der Dicke des Inlandeiſes und
deſſen Beſchaffenheit zu. Derartige Meſſungen wurden bisher nur auf
einer Strecke von etwa 40 Kilometern von der Küſte aus vorgenommen.
Bisher konnte eine Dicke des Eiſes von 1200 Metern feſtgeſtellt werden.
Weiter ins Land hinein glaubt Profeſſor Wegener jedoch Schichten von
etwa 3000 Metern feſtſtellen zu können. Die Meſſungen werden mit Hilfe
von Dynamitſprengungen vorgenommen, wobei deren Wirkung auf die
Oberfläche des Eiſes und das Echo der Exploſionen aus der Tiefe von
Seismographen aufgezeichnet werden, was Anhaltspunkte für die
end=
gültige Beſtimmung der Stärke der Eisſchichten gibt. Die Sprengungen
erfordern natürlich bedeutende Mengen an Dynamit und Sprengſtoffen
aller Art. Nicht weniger als 550 Tonnen führt davon der „Diskol
neben vielen tauſend Litern Benzin mit. So iſt es erklärlich, daß auf
dem Dampfer ein ſtrenges Rauchverbot gilt.
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Seite 12
Mittwoch, den 9. April 1930
Nummer 99
Sport, Spiel und Zurnen.
Rund um die Süddeutſchen Waldlaufmeiſterſchaften.
Am kommenden Sonntag werden Süddeutſchlands beſte Langſtreckler
in Darmſtadts Mauern weilen, um denjenigen feſtzuſtellen, der würdig
iſt, im Einzellauf den ſtolzen Titel „Süddeutſcher Waldlaufmeiſter 1930‟
zü tragen, um zugleich die Vereinsmannſchaft feſtzuſtellen, die ſich
eben=
falls nach hartem Kampf dieſe höchſte Auszeichnung des Verbandes
zu=
legen darf!
Daß dieſer Kampf um die Landesverbandsmeiſterſchaft im Einzel=
und auch im Mannſchaftslauf beſonders hart und intereſſant zu werden
verſpricht, geht ſchon daraus hervor, daß in dieſem Jahre die
Meldun=
gen gegenüber dem Vorjahr wieder zahlreicher eingegangen ſind! Die
gute Lage Darmſtadts und die günſtigen Fernverbindungen mögen wohl
auch mit dazu beigetragen haben, allerdings darf man gerade in dieſem
Jahr ein Anwachſen des Intereſſes an der ſchönen Leichtathletik
er=
warten, das in Teilnahme und Beſuch leichtathletiſcher Veranſtaltungen
zahlenmäßig zum Ausdruck kommt.
Die Geſchichte der Süddeutſchen Waldlaufmeiſterſchaften iſt von
1926 an verknüpft mit den Namen der Städte Frankfurt, Kaiſerslautern,
Fürth, Göppingen und die Meiſtertitel fielen in dieſen Jahren im
Einzellauf an Sabjetzki=Freiburg, Auberle=Tübingen, Helber 1.=
Stuttgart, der damals noch die Farben des VfB. vertrat, im
Mann=
ſchaftslauf dagegen an Freiburg, Sportverein Darmſtadt 1898 und
VfB. Stuttgart. In den beiden letzten Jahren ſtellte alſo der VfB.
Stuttgart ſowohl den Einzel= als auch den Mannſchaftsſieger. Heute iſt
die Mannſchaft dieſes Vereins zerfallen, denn Helber 1. und ſein Bruder
ſind dem Reichsbahnſportverein beigetreten, der dadurch nunmehr zu
Nuhm und Ehre kommt.
Die bekannte Mannſchaft des Sportvereins Darmſtadt 1898 konnte
1927 in Kaiſerslautern zum zweiten Male die Meiſterſchaft erringen, in
einer Stadt des beſetzten Gebietes, die damals ſeitens des Verbandes
aus nationalen Gründen die Durchführung übertragen bekam. Dieſer
Gedanke des Nationalen, dieſes Verbundenſein mit unſeren deutſchen
Brüdern im beſetzien Gebiet, klingt auch in dieſem Jahre an, ſchickt
doch das Saargebiet in Ronald, Philippi, Jäckel und Staub ſeine
Meiſtermannſchaft vom SC. Saar 05=Saarbrücken, die ſich freut, einige
Stunden bei uns im freien Deutſchland, verbringen zu können! Das
Geſamtmeldeergebnis liegt noch nicht vor. Wir werden noch darauf
zurückkommen.
Hinſichtlich der einzelnen Klaſſen, die am Sonntag hier ſtarten,
er=
fahren wir, daß außer der Hauptklaſſe 1 eine Klaſſe 2 für Anfänger
und eine Klaſſe 3 für. Alte Herren” an den Ablauf geht. Die
Lauf=
ſtrecke der Meiſterklaſſe iſt etwas über 10 Kilometer lang, die der beiden
anderen Klaſſen 4,2 Kilometer. Die Strecken ſelbſt ſind für Waldläufe
glänzend geeignet. Auf die Markierung und Beſetzung der Strecken
wird beſonderer Wert gelegt, ſo daß auch in dieſer Hinſicht die Läufer
vollauf zufrieden ſein können. Der kommende Sonntag wird alſo
zweifel=
los ein wertvolles ſportliches Ereignis bringen!
Odenwaldgau der deukſchen Turnerſchaft.
Gauſpieltag in Langſtadt.
Um 9 Uhr eröffnete Gauſpielwart Horn den Gauſpieltag und
be=
grüßte die Erſchienenen, darunter auch den 1. Gauvertreter Dr. Spalt.
Von 32 Vereinen hatten 31 bevollmächtigte Vertreter geſchickt. Der
1. Vorſitzende des Tv. Langſtadt entbot in trefflichen Worten über Spiel
und ſeinen Wert ein „Gut Heil”. Im Spieljahr 1929/30 betrieben
7 Mannſchaften Fauſtball, 2 Schleuderball, 50 Handball. Klein=
Zim=
mern errang zum drittenmal den Gaumeiſter im Fauſtball und brachte
damit den Wanderpreis in ſeinen dauernden Beſitz. Im
Schleuder=
ball kam Ernſthofen an erſte Stelle, im Handball wurde Groß=
Zim=
mern ohne Punktverluſt Gaumeiſter. Zur Weiter= und Heranbildung
von Schiedsrichtern fanden 8 Lehrgänge ſtatt: Der Spielbetrieb
war rege, an Spielſtärke kann ſich der Gau neben jeden anderen ſtellen.
der Mehrheit weiterhin das Vertrauen ausgeſprochen. Der Arbeitsplan
für Sommer 1930 wurde aufgeſtellt. Die Preſſeberichterſtattung wird
beibehalten, die Unkoſten werden auf die Turnerſpielmannſchaften
umge=
legt. Schiedsgericht und Oberſchiedsgericht erhalten ihre endgültige Zu= nius=Köln, wohl der erfolgreichſte deutſche Bahnfahrer, mit ebenfalls
werden bekanntgegeben. Die neue K.Sp.O., die bald im Druck er= ſtimmt überboten werden, zumal auch Klein=Frankfurt, der Herkuleyns
ſcheint, anzuſchaffen, iſt Pflicht jeder Spielmannſchaft. Der Schieds= ſowie auch Soenius ſchlagen konnte, mit in den Spitzenkampf eingreift.
richter=Obmann legte anſchließend einige kitzliche Handball=Regeln aus.
Um halb 3 Uhr ſchloß der Spieltag und alles eilte zum Spiel der Aus= deutſche Fahrer, ſtellt den Vierten im Bunde, wodurch der Ausgang des
wahlmannſchaften, das 2:4 für die Meiſterklaſſen=Mannſchaft endete.
Die Kreisklaſſenſpieler fanden ſich nicht in die Platzverhältniſſe und
trugen damit viel zu ihrer Niederlage bei. Immerhin wurde dieſer
Nachteil dadurch ausgeglichen, daß die Meiſter=MNannſchaft viel bunter
zuſammengewürfelt war als die Kreis=Mannſchaft. Größerer Eifer, Nennbahn Montlhery zu einer Rekordfahrt. Den beiden deutſchen
Fah=
weniger eigenſinniges Spiel, war bei der Meiſter=Mannſchaft, auch im „rern von König=Fachſenfeld und F. Mayer gelang es, zahlreiche inter=
Fang war dieſe vielen Kreis=Spielern überlegen. Der Torhüter von nationale Nekorde zu brechen. So wurden u. a. in 24 Stunden 2.196,124
M. war etwas mehr beſchäftigt als ſein Gegenüber, hielt aber ſehr gut. Kilometer zurückgelegt, was einem Stundendurchſchnitt von 91,505 Km.
Der Sieg war verdient.
Kommenden Sonntag, den 13. April, ſpielen: Groß=
Vieberau 1. — Lengfeld 1. um 2,30 Uhr; Groß=Bieberau 2. —
Heu=
bach 1., 1.30 Uhr; Zell 1. — Höchſt 1., 2.,30 Uhr; Zell 2 — Höchſt Jgd.,
1,30 Uhr; Klein=Umſtadt 1. — Nieder=Klingen 1., 3 Uhr; Klein=
Um=
ſtadt 2. — Nieder=Klingen Jgd., 2 Uhr; Steinbuch 2. — Hainſtadt 1.,
2,15 Uhr; Klein=Zimmern 1. — Altheim 1., 3 Uhr; Hergershauſen 2.—
Groß=Zimmern 2., 3 Uhr; Erbach 2. — König 2., 3 Uhr; Richen 1. —
Umſtadt 2. — Sickenhofen 1., 4 Uhr.
Fußball.
Motorrad=Rennen im Frankfurter Stadion.
Am 13. April iſt die ſteilkurvige Stadionbahn zu Frankfurt a. M.
Schauplatz des 1. Motorrad=Groß=Kampfes, der Bahnrennſaiſon 1930.
Ueber Schiri=Fragen berichtete Emmerich, über Preſſe Deltau. Dem Die Rennen, welche vom Frankfurter Motorradklub (DMV.) in Szene
Gauſpielwart Horn wurde in geheimer Abſtimmung mit überwältigen= geſetzt werden, ſehen je ein ſolches der Maſchinen bis 175, 250 und 350
Kubikzentimeter vor.
U. a. ſtartet gegen den holländiſchen Meiſter Herkulehns, der bisher
ſchon über 200 Rennen gewann, der viermalige deutſche Meiſter
Soe=
ſammenſetzung. Verſchiedene Aenderungen der Gauzuſätze zur K.Sp.D. annähernd 200 Siegen. Der Bahnrekord von 125 Kilometern dürfte be=
Der Opelbahnrekordinhaber Zündorf, bekanntlich der ſchnellſite
Rennens noch ungewiſſer iſt. Die Rennen beginnen nachmittags 3 Uhr.
Neue deutſche Automobil=Rekorde.
Ein 500 Kubikzentimeter=D.K.W.=Wagen ſtartete auf der franzöſiſchen
entſpricht. Die höchſte Durchſchnittszeit ergab ſich mit 110,/461 Km. über
eine Strecke von 200 Km.
Für den Frankfurter Schmeling=Tag am 11. April, der neben den
Trainingskämpfen des Weltmeiſterſchaftsanwärters auch eine Reihe
erſt=
klaſſiger Rahmenkämpfe, u. a. Gühring—Santa, bringt, iſt jetzt der
Berliner Arzt Dr. Gutmann als Ringrichter verpflichtet worden.
Dr. Gutmann hat als internationaler Ringrichter einen guten Ruf, er
leitete vor kurzem auch zur allgemeinen Zufriedenheit den
Weltmeiſter=
ſchaftskampf Genaro=Pladner in Paris.
Frühjahrsvorbereitung für die Kraftfahrzeuge.
Frühjahrs=Schmierdienſt iſt jetzt erforderlich und umfaßt:
Schaafheim 1., 3.15 Uhr; Richen 2. — Schaafheim 2., 2.15 Uhr; Groß= Motor: Die Winterölfüllung im Kurbelgehäuſe, durch
Kraft=
ſtoff, Waſſer und Schmutz verdünnt und verunreinigt, muß
gewechſelt werden.
Getriebe: Getriebe und Achſenantrieb — mindeſtens zweimal
jährlich zu reinigen — ſind mit einer neuen Füllung zu
ver=
ſorgen.
Fahrgeſtell: Alle Schmierſtellen des Fahrgeſtells ſind vor
der erſten großen Fahrt gründlich abzuſchmieren.
Viele Fahrzeuge erfordern im Sommer auch ein anderes Oel
als im Winter. Zuverläſſigen Aufſchluß darüber gibt der
Gar=
goyle Wegweiſer, der auch für Ihr Fahrzeug die richtige Marke
Gargoyle Mobilöl angibt.
Eatid Dimefi Däni eite iu
ſchank. Nur bis Sonntag einſchließlich.
Union Wixhauſen 1. — SC. Niederrad Ligareſerve 3:2.
Am letzten Sonntag hatte Union Wixhauſen die Liga=Reſerve=
Mannſchaft des SC. Niederrad zu einem Freundſchaftsſpiel verpflichtet
und einen ſehr guten Griff getan. Niederrad konnte durch flottes Spiel
und gutes Zuſpiel allgemein gefallen. Union Wixhauſen, die ihre
älte=
ren Spieler durch jüngere erſetzt hatte, bot ebenfalls eine gute Leiſtung.
Obwohl ſich noch einige Mängel und Schwächen in bezug auf
Zuſammen=
arbeit und Verſtändnis zeigten, war der Eifer dieſer jungen Spieler
be=
wundernswert. Nach flottem, verteiltem Spiel konnte Wixhauſen mit
3:2 Toren als Sieger den Platz verlaſſen. Wird die Union=Elf
Wix=
hauſen einem eifrigen Training unterzogen, dann werden Erfolge nicht
ausbleiben. — Union Sondermannſchaft — Sp.V. Mörfelden
Sonder=
mannſchaft 9:0. — Handballmannſchaft — Poſt=Sp.V. Frankfurt
Liga=
reſerve 1:4.
Eintracht — Mainz 1:5.
In Mainz mußte Eintracht dieſe Niederlage hinnehmen, nachdem
Eintracht faſt das ganze Spiel mit nur 10 Mann beſtreiten mußte.
Durch Verletzung war ſchon in der 15. Minute der rechte Verteidiger
ausgeſchieden. Beſonderen Dank verdient VfB. Mainz für die
freund=
liche Aufnahme. — Die zweiten Mannſchaften ſpielten unentſchieden.
Die Handballmannſchaft verlor unverdient gegen die
kom=
binierte 1. und 2. Mannſchaft von Braunshardt 7:4. Das Reſultat
ent=
ſpricht nicht dem Spielverlauf. Bei Eintracht vermißt man noch
ge=
naues Zuſpiel. Der Schiedsrichter, ein Herr vom Pol.=Sportverein,
leitete ſehr korrekt.
Traiſa I.—Weiterſtadt I. 4:3 (0:2).
Mit dem Anſtoß entwickelte ſich ein flottes Spiel und ſieht man beide
Mannſchaften wiederholt im Vorteil. Weiterſtadt wird mit der Zeit
überlegen, ſpielt mit der Sonne und kann durch beſſeres
Zuſammen=
ſpiel bis zur Halbzeit mit 2 Toren in Führung gehen. Nach der Pauſe
ſpielt Traiſa beſſer zuſammen, und ſchon nach kurzer Zeit, ſteht das
Reſultat remis. Beide Mannſchaften ſpielen jetzt ſehr aufgeregt und
ſchöne Torchancen werden verpaßt. Leider mußte das ſonſt ſo ſchöne
Spiel ein frühzeitigeres Ende nehmen, da nach einem unhaltbaren Tor
der Ball wieder von einem Zuſchauer ins Feld zurückgetreten wurde.
Ein Weiterſpielen wurde durch die Entſcheidung des Schiedsrichters
unmöglich gemacht. Schiedsrichter konnte gefallen.
Traiſa (Jugend)—Weiterſtadt (Jugend) 1:3 (1:1).
Geſtern vormittag kam auf dem Truppenübungsplatz Wünſtorf die
Waldlaufmeiſterſchaft des Reichsheeres zum Austrag. Ihr wohnten bei
General der Infanterie Hafſe, Reichswehrgruppenkommando I, und
Geueral Frhr. v. Hammerſtein, Chef des Truppenamtes. Die Strecke
führte über 8 Km. Dem Starter ſtellten ſich 116 Mann. Sieger wurde
Gefreiter Schönfelder (Reiterregiment 17, Bamberg) in der
ausgezeich=
neten Zeit von 28:14,0 Min. Zweiter wurde, 50 Meter zurück),
Ober=
ſchütze Kraft (Infanterieregiment 10, Bautzen). Als nächſte folgten
Ge=
freiter Wagner (Infanterie=Regiment 19, Kempten), Gefreiter Völker
(Pionierbataillon 7, München) und Gefreiter Hildebrand (
Infanterie=
regiment 20, Paſſau). — Den Mannſchaftsſieg errang das 3. Bataillon
Infanterie=Regiment 5 (Roſtock), 87 Punkte, vor dem 2. Bataillon
In=
fanterieregiment 10 GBautzen), 98 Punkte, und dem 1. Bataillon des
Infanterieregimentes Frankfurt/Oder, 106 Punkte.
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Zu den Anordnungen zwecks Hörverbeſſerung bei Schn
hörigen zählt in erſter Linie der ſeit Jahren bekannte und
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Wege eine einwandfreie Uebertragung der Sprache bewirkt.
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ſondern auch die Sprache naturgetreu übertragen.
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und Hilfe wende man ſich an das Generaldepot der Viktoria=Apotk
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eine ausreichende Probe der Gichtoſint, das ſeit vielen Jahren bei
Behandlung von Gicht und Rheumatismus mit beſtem Erfolg Ann
dung findet.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 9. April. 15: Jugendſtunde. o 16: Kurhaus Be
Homburg: Konzert. Blon: Hand in Hand. — Maillart: Qu
„Das Glöckchen des Eremiten” — Puccmi: Fantaſie aus „9
Bohéme‟ — Benatzky: Liebe im Schnee. — Siede: Puppe u 6c
Hampelmann. — Götze: Potpourri aus „Ihre Hoheit die Tänzerin
— In der Pauſe: Vom Römer: Empfang des feierlichen Zuges d Bm
Meßfremden durch den Magiſtrat zur Erinnerung an die 600jährt Fat
Wiederkehr der Frankfurter Frühjahrsmeſſe. — Danach: Neue Tan polz
muſik. o 18.05: Dr. Höfer: Aufgaben und Praxis des Natu
ſchutzes. O 18.35: Dr. Lübbecke: Geſchichte und Bedeutung d
Frankfurter Frühjahrsmeſſe von 1330—1930. O 19.05: Mannheir Ra4
Dr. Craemer: Cecil Rhodes und Joſ. Chamberlain. o 19.30:
einem Bergwerk. Mikrophon=Reportage von W. Weyrauch und 2 he
Laven. o 20: Laienmuſizieren. Scheidt: Erſchienen iſt der herrlie
Tag. Choral. — Weber: Oſterſang. — Triller: Erſtanden iſt d
Herre Chriſt. — Buxtehude: O fröhliche Stunden. Solo=Kantat
— Gethſemane. Altes Paſſionslied. — Scheidt: O Lamm Gotte
— Es gingen drei heilige Frauen. Lied aus dem 15. Jahrh.
Bach: Choral=Vorſpiel. — Schubert: Sonatine in D=dur. — Schul
Serenate im Walde zu ſingen. 20.45: Dichtungen von Walt
Bauer. 0 21.30: Stuttgart: Klavierkonzert in C=moll von Mozat
2 21.55: Stuttgart: Zeitgenöſſiſche Muſik. Kauffmann: Suite f.
Orcheſter. — Toch: Fünf Stücke für Kammerorch. — Lopatnikof
Heitere Ouvertüre für Radio.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 9. April. 9.30: Reinhold Pa
Mettke: Erzählungen „Bauernbrot” und „Knickeier”. 0 10: Lied
und Geſchichten für Kinder. O 10.35: Mitteil. des Reichsſtädt
bundes. 6 14.45: Kindertheater. o 15.45: Anna Drewitz: Eie 6013n
und Oſtergerichte für den Abendtiſch. 16: Landgerichtsdi ka
Siegert: Vernehmung von Jugendlichen. e 16.30: Hambur
Konzert. O 17.30: von Gudenberg: Der Choral. O 17.55: Pre
Dr. Beckmann: Allgemeine Wirtſchaftskriſe und Landwirtſchal
O 18.20: Dr. Löſer: Aut Urlaub in Braſilien. O 18.40: Spanil
für Ant. 6 19.05: Dr. Prinzhorn: Was erwartet man von d
Plychologie? 0 19.30: Dr. Alice Salomon und A. Meure
Männer und Frauen in der Wohlfahrtspflege. o 20: Wov I
man ſpricht. 20.30: München: Konzert. Suppé: Ein Morge
ein Mittag, ein Abend in Wien. — Joh. Strauß: Märchen aus de E.
Orient, Walzer. — Granichſtaedten: Potp. aus. Der Orlow”
Ketelbey: Blaues Porzellan: An der blauen Waſſern von Hawa
— Görz=Schröder: Iriſcher Reitermarſch. O 21.35: „Reflexe‟, Kl.
nes Funkkabarett. 0 Anſchl.: Zeit, Wetter. O 22.30: Karten=Spie
Danach: Tanzmuſik.
Weiterbericht.
Unter allgemeinem weiteren Barometeranſtieg hat ſich die Wet
lage beruhigt, und nur in Schleſien verurſachte heute morgen die
ziehende Störung noch Niederſchläge. Wir liegen zurzeit im Ber
einer Hochdruckbrücke, welche ſich von dem Biskahahoch nach Ska
navien hin erſtreckt. Infolgedeſſen dauert die herrſchende Wetterl
fort und Niederſchläge treten vorerſt nicht auf. Außerdem bleibt es
wölkt, auch dunſtig, und die Temperaturen erfahren keine merkl
Aenderung. Jedoch dürfte ſpäter die neue Atlantikſtörung mit
Vorſchub warmer Luft zu Temperaturanſtieg führen und auch Ein
auf die Wetterlage gewinnen.
Ausſichten für Mittwoch, den 9. April: Weiterhin dunſtiges und we
ges Wetter mit Aufheiterung, trocken, Temperaturen noch we
verändert.
Ausſichten für Donnerstag, den 10. April: Wärmer, dunſtig und
wölkt, vorerſt noch trocken.
Emm
Veranwortich für polit und Wierſchaft: Rudolf Maupes, für Feulſteton. Nich
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bähma
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdlenſt: Andreas Bauek;
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nettei
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückiendung nicht übernommen.
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Mittwoch, den 9. April
1
Hanzonſcher Dierſchaftsorief.
Von unſerem H=Korreſpondenten.
Paris, 8. April.
Verſtimmung in den franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſen dauert an
an hofft nicht viel von den verſchiedenen Plänen der Regierung.
ſefürchtet, daß die geplanten, großzügigen Steuerherabſetzungen
jſam votiert werden und ihre Wirkung früheſtens in etwa zwei
fühlbar ſein wird. Beſonders in Bankkreiſen iſt man
dar=
unruhigt, da für ſie die Lage an der Effektenbörſe augenblicklich
ungünſtig iſt.
Ueberſchwemmungskataſtrophe in Südfrankreich hat bisher keine
ige Wirkung auf die Wirtſchaft ausgeübt. Deſto mehr
beun=
man ſich über die Weinkriſe, die täglich ernſter wird, ferner über
allen Teilen Frankreichs herrſchende Kartoffelkriſe. Ueberhaupt
Lage der Landwirtſchaft manches zu wünſchen übrig.
der Kolonialwirtſchaft ſieht man keine Beſſerung, wie dies in
urz der Kolonialwerte klar zum Ausdruck gelangt.
Lage des Rohſtoffmarktes iſt geringfügig gebeſſert.
tit einer gründlichen und ſchnellen Aenderung bei der in allen
en vorherrſchenden Wirtſchaftsdepreſſion iſt nicht zu rechnen.
Geſchäfte auf dem Kohlenmarkte ſind flau und die
Vor=
ſchſen immer mehr an. Für gewiſſe induſtrielle Kohlenſorten —
rs für die Schwerinduſtrie beſtimmten — iſt die Nachfrage befrie=
Die ſtatiſtiſchen Zahlen für die franzöſiſche Kohlenproduktion
nat Januar liegen vor, ſie beliefen ſich auf 4 998 138 Tonnen
er 4 465 682 Tonnen für Januar des Vorfahres. Die diesjährige
tion war alſo um 10 Prozent höher. Man behauptet, daß die
ſchen Kohlenunternehmungen, die Produktion nicht mehr ſteigern
um die Anhäufung von großen Vorräten zu vermeiden.
Eiſen= und Stahlmarkt war durch einen ſchwachen
Ge=
ing gekennzeichnet. Bekanntlich iſt der Exportmarkt ſchon ſeit
ſchwach infolge der ungünſtigen Wirtſchaftslage vieler über=
Länder. Am Innenmarkt iſt der Umfatz ſeit einigen Wochen
3 ſchwach. In den Schwerinduſtriekreiſen iſt man durchwegs
iſch; man iſt überzeugt, daß der ſchwache Geſchäftsgang am
arkte nur eine Uebergangserſcheinung iſt. Man rechnet auf
ufſchwung der Bautätigkeit, die in dieſem Frühjahr beſonders
ſein ſoll, ferner auf die großen Wiederaufbauarbeiten in
Süd=
ch. Die Preiſe ſind unverändert, infolge der Beſtimmungen und
men des Kartells. Bekanntlich wurde die Gültigkeitsdauer des
bis Oktober verlängert und das Tonnageprogramm für das
Vierteljahr 1930 beibehalten.
dem Kupfermarkt dauert der Kampf zwviſchen dem Kartell
Käufern weiter. In London ſchwankt der Preis des
Standard=
ſtark, und in New York koſtet es dem Kartell die größten
igkeiten, den „offiziellen” Preis aufrecht zu erhalten. Wie dieſer
ſich entſcheiden wird, iſt fraglich. Tatſache iſt nur, daß der
Ab=
verfloſſenen Monat — Februar — wieder ſtark zurückging. Die
gen betrugen 91 476 Tonnen gegenüber 100 290 Tonnen im
Es iſt allerdings richtig, die Produktion ging ebenfalls um
Prozent zurück, aber hier ergibt ſich doch ein Zuſtand, der nicht
thalten kann, da bei einer monatelang dauernden ſyſtematiſchen
eung zahlreiche Betriebe ſtillgelegt werden müſſen. Da der
npf nur von dem amerikaniſchen Kartell geführt wird, würden
* Prolongierung der jetzigen Lage die ſpaniſchen und
belgiſch=
n Minen die Nutznießer der Situation werden.
dem Zinnmarkte gab es wieder heftige
Preisſchwankun=
ach einem Erlaß der Niederländiſchindiſchen Regierung wird
den niederländiſchen Kolonien die Regelung der Produktion
ſch durchführen und die Preife ſtabiliſieren. Aehnliche
Be=
en ſind auch in den anderen zinnproduzierenden Ländern vor=
und ihr Erfolg ſoll nur eine Frage der Zeit ſein.
dem Zinkmarkte hatte eine ſtarke Baiſſe eingeſetzt. Die
dduktion bleibt nach wie vor ein beunruhigendes Problem. Die
uktion ſoll nämlich im Vorjahre gerade doppelt ſo groß
ge=
in, wie vor zwanzig Jahren. Es wird in Paris eine Konferenz
e Maßnahmen gegen die Ueberproduktion vornehmen wird.
Lage des Phosphatenmarktes blieb weiterhin günſtig.
chäftsgang blieb lebhaft, die Preiſe waren jedoch unverändert.
duktion des chileniſchen Nitrats für das letzte Halbjahr (Juli
Februar 1930) belief ſich auf 21 296 293 Quintals gegenüber
2 Quintals für den gleichen Zeitraum von 1928—1929. Die
während der gleichen Periode ging aber viel ſtärker zurück,
3 600 000 Quintals.
amerikaniſche Ueberproduktion drückt weiter auf dem Petro=
Markte. Die Lage verurſacht bereits in den
Wirtſchafts=
enſte Sorgen. Es gelang bis jetzt nämlich nicht, die
Ueberpro=
m Amerika auch nur beſcheidenerweiſe einzudämmen, im Gegen=
Produktion nimmt ſtändig zu. Die amerikaniſchen Produzenten
jetzt, die Arbeit in den Raffinerien auf wöchentlich fünf Tage
änken, dieſe Maßnahme erwies ſich in mehreren Gebieten der
* für wirkſam. Sie hat den Vorteil, auch leicht kontrollierbar
in dieſem Falle um ſo mehr, da faſt ſämtliche Raffinerien von
ſechs großen Gruppen kontrolliert werden.
Rumänien will die Regierung die Oelkriſe durch verſchiedene
r weniger ſtrenge Maßnahmen löſen. In den hieſigen
Wirt=
iſen begegnet aber das Vorgehen der rumäniſchen Regierung
hr ſkeptiſchen Beurteilung. Es gibt nämlich erhebliche lokale
iter denen die rumäniſche Produktion leidet. Es iſt nur ſchwer
en, daß mit den jetzigen Regierungsmaßnahmen an einem
be=
langem beſtehenden Zuſtand etwas geändert werden kann.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Aktienindex. Der vom Statiſtiſchen Reichsamt
errechnet=
ex (1924/26 gleich 100) ſtellt ſich für die Woche vom 31. März
ril 1930 auf 122,3 gegenüber 120,2 in der Vorwoche, und zwar
ruppe Bergbau und Schwerinduſtrie auf 121,9 (120,2), Gruppe
ende Induſtrie 111,1 (108,4) und Gruppe Handel und Verkehr
(140,5). Für den Durchſchnitt des Monats März 1930 iſt der
f 119,0 gegenüber 120,6 im Durchſchnitt Februar 1930 ermittelt,
in der Gruppe Bergbau und Schwerinduſtrie mit 118 (120,2),
verarbeitende Induſtrie mit 107,4 (109,1) und Gruppe Handel
ehr mit 139,5 (141,3).
wälder Hartſtein=Induſtrie A. G., Darmſtadt. Der Aufſichtsrat
der auf den 6. Mai einzuberufenden G.V. aus einem
Rein=
von 163 451 (133 244) RM. eine erhöhte Dividende von 8 (7)
auf die Stammaktien und wieder 6 Prozent auf die
Vorzugs=
rzuſchlagen. Die Abſchreibungen betragen 200 474 (170 126)
tzung einer Schlichtungsſtelle im Maßſchneidertarifſtreik. In
ifſtreik der Herren= und Damen=Maßſchneider Deutſchlands
der im Reichsarbeitsminiſterium bis in die ſpäten Abendſtun=
Montags abgehaltenen Nachverhandlung mit den Parteien
ver=
daß eine mit drei Unparteiiſchen beſetzte Schlichtungsſtelle einen
hiedsſpruch fällen ſoll. Dieſe Schlichtungsſtelle ſoll bereits am
in Berlin zuſammentreten. Es iſt daher zu erwarten, daß der
k und damit der Streik in wenigen Tagen beendet ſein wird.
Diehmärkke.
Ferkelmarkt in Groß=Gerau fällt mit Rückſicht auf die Gefahr
erberbreitung der Maul= und Klauenſeuche bis auf weiteres aus.
izer Viehhof=Marktbericht vom 8. April. Auftrieb: 27 Ochſen,
n, 556 Kühe oder Färſen, 30 Ziegen, 903 Schweine. Markt=
Bei Großvieh anfangs lebhaft, ſpäter abflauend; langſam
ge=
bei Schweinen ruhig. Es wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht
Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen: 57—60, 45—52; Bullen 40—48;
—47, 32—39, 2—31, 18—23; Färſen 52—60; Kälber 64—78,
Schweine 68—72, 71—74,
kfurter Pferdemarkt vom 8. April. Auf dem geſtrigen
Pferde=
ren nur 470 Pferde ſowie einige Fohlen und Maultiere ange=
Der Handel und Tauſch ſetzte am frühen Vormittag
befrie=
n und wenn auch diesmal vorwiegend Kauf=Abſchlüſſe unter
euten und Großkäufern erfolgten, ſo traten auch
Fuhrunter=
ind Landwirte zahlreich als Intereſſenten auf. Trotz der herr=
Geldknappheit war die Nachfrage nach guten Pferden rege und
u hohe Preiſe gefordert, welche auch ſtabil blieben.
Schlacht=
urden im Preiſe etwas anziehend gehandelt. — Der nächſte
rrkt findet am 12. Mai ſtatt.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 8. April.
Vor dem amtlichen Beginn ſetzte man mit ziemlich freundlichen
Kurſen unter Bevorzugung von J. G. Aktien ein, toobei die
Veröffent=
lichung über den neuen Stickſtoffpakt anregte. Im Verlaufe lagen
ziem=
liche Verkäufe aus Publikumskreiſen vor. Auch die Spekulation gab
ſtärker ab angeſichts der geübten Zurückhaltung wegen der
bevorſtehen=
den Reichstagsbeſchlüſſe über die Regierungsvorlage. Sehr verſtimmte
der anhaltende Rückgang von Waldhof auf die Dividendenkürzung.
Da=
zu trat auf ungeklärte Dividendenausſichten ein Kurseinbruch von
Rüt=
gers, die bis 75 Prozent nach 79 nachgaben. Daraufhin wurde die
Haltung allgemein ſchwächer. Farben gaben bis auf 175 nach.
Montan=
werte durchweg 1 Prozent, Schiffahrtsaktien 1—2, Banken 0,5—0,75
Pro=
zent ſchwächer. Auch Kunſtſeidewerte wieder gedrückt. Aku 1,5 Prozent
uiedriger. Kaliwerte ſehr ſtill, aber ſchwächer geſprochen. Von
Einzel=
werten Zement Heidelberg und Conti Gummi bis 0,5 höher, dagegen
Holzverkohlung um 1,75, Wayß und Freytag 1,25 Prozent,
Metallgefell=
ſchaft 0,5 Prozent niedriger. Am Rentenmarkt waren Neubeſitz
ſchwächer. Von fremden Renten Caiſſe Communewerte 0,25—0,5
ſchwächer. Rumänen bis 0,2 feſter. Türken behauptet. Der Verlauf
der Börſe blieb weiter zurückhaltend und ſchwächer. Am Geldmarkt war=
Tagesgeld leichter und 4 Prozent. Am Deviſenmarkt nannte man
Pfunde—Mark 20,377/8, Dollar—Mark 4,1893, London-New York
4,8647.
An der Abendbörſe war die Haltung weiter abgeſchwächt, da
die Verſtimmung über die Ungewißheit hinſichtlich des Rütgers=
Ab=
ſchluſſes und den ſtarken Kursrückgang von Waldhof anhielt. In
Wald=
hof=Aktien kam erneut Angebot an den Markt, und der Kurs ging
um 2,5 Prozent zurück. Rütgers gaben weiter 1 Prozent nach, Deutſche
Erdöl waren in Mitleidenſchaft gezogen, und ebenfalls 1 Prozent
ſchwächer. Auch J. G. Farben und Elektrowerte lagen im Angebot
und bis 1,5 Prozent gedrückt. Lediglich Bankaktien blieben behauptet.
Anleihen ſtill. Neubeſitzanleihe 11½/, Barmer Bankverein 133,75, Berl.
Handelsgeſ. 175. Danatbank 241, Dresdner Bank 154,75, Reichsbank
293, Buderus 75,5, Gelſenkirchen 141,5, Harpener 125,5, Aſchersleben
215,5, Mannesmann 109 Rheinſtahl 117,25, Stahlverein 100,25, Aku
111,25, AEG. 172, Daimler 41. Deutſche Erdöl 104, Deutſche Linoleum
250, Licht und Kraft 176, J. G. Farben 173,5, Geſfürel 183, Rheag 148=
Rütgerswerke 72—71, Schuckert 191, Siemens 259,5, Zellſtoff Waldhof
190,5, Hapag 109,75—109, Lloyd 109,75—109.
Berlin, 8. April.
Die heutige Börſe eröffnete in ſehr ruhiger Haltung. Das
Inter=
eſſe des Auslandes und der Provinz hatte zwar im Vergleich zu geſtern
eher etwas zugenommen, die bei den Banken eingetroffenen Kauforders
waren aber noch ſehr klein und erſtreckten ſich nur auf einige
Spezial=
gebiete. Da ſich aber die Auffaſſung über die innerpolitiſche Situation
nach der grundſätzlichen Einigung betr. der Agrarfragen in der geſtrigen
Kabinettsſitzung gebeſſert hat, ſchritt die Spekulation heute eher zu
Rückkäufen. Schon vormittags war eine freundliche Grundſtimmung
er=
kennbar und die erſten Notierungen lagen dann auch wirklich bei
aller=
dings ſehr geringem Geſchäft gut behauptet. Nach den erſten Kurſen
war es zunächſt ſehr ruhig und kaum verändert. Säter trat auf Grund
der Geſchäftsſtille allgemein eine rückläufige Bewegung ein. Die
Haupr=
ſpekulationspapiere verloren bis zu 2 Prozent und Werte wie
Salz=
detfurth, Bemberg und Polyphon gingen um 2.5 Prozent zurück.
Zell=
ſtoff Waldhof büßten nach einer widerſtandsfähigen Eröffnung auf die
bekanntlich nur 12proz. Dividendenerwartung 3.25 Prozent ein.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metall=Termine vom 8. April ſtellten ſich für
Kupfer: Januar, Februar 131,75 (132,25), März 132 (132,25),
Aprik 131,25 (133), Mai,, Juni 131,50 (132,50), Juli 132 (132,50),
Auguſt, September 131,75. (132,50), Oktober, November 131,75
(132,25), Dezember 131,75 (132). Tendenz: ſtetig. Für Blei;
Januar, Februar, März 36,75 (37), April 36,50 (36,50), Mai 36,25
(36,50), Juni 36,25 (36.25), Juli 36,25 (36,75), Auguſt, September,
Oktober, November, Dezember 36,50 (36,75). Tendenz; ſtetig.
Für Zink: Januar 38,75 (39), Februar 39 (39,25) März 39
(39,50), April 35 (37), Mai 35,50 (37), Juni 36 (37,50), Juli 37
(37,25), Auguſt 37,50 (38,25), September 37,75 (38,50), Oktober
38,25 (38,75), November 38,50 (38,75), Dezember 38,75 (39),
Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern beigefügten Brief.
Die Berliner Metallnotierungen vom 8. April ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer 170,50 RM., Original Hüttenaluminium 190
RM., desgleichen 194 RM., Reinnickel 350 RM., Antimon
Re=
gulus 58—61 RM., Feinſilber 57,25—59,25 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 8. April:
Getreide: Weizen, Mai 113½, Juli 114½, Sept. 117. Dez.
121½; Mais, Mai 85½, Juli 87½, Sept. 88½, Dez. 82½; Hafer,
Mai, Juli 44½, Sept. 43½; Roggen, Mai 66½, Juli 71¾,
Sept. 76.
Schmalz: Mai 10,425, Juli 10,625, Sept. 10,805.
Leichte Schweine 10,10—10,70, ſchwere Schweine 10—10,55:
Schweinezufuhren Chicago 19 000, im Weſten 95 000.
Chicago Baumwolle: Mai 16,18, Juli 16,22.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 8. April:
Schmalz: Prima Weſtern 11,05, Talg, extra loſe 6½.
Getreide: Weizen, Rotwinter n. Ernte 129½, Hartwinter n.
Ernte 127½; Mais 95½; Mehl 5,75—5,90; Getreidefracht nach
England 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 8—9 C.
Kakao: Tendenz willig, Umſätze 48, Loco 9, April 8.42, Mai
8.60, Juni 8.73, Juli 8.87, Sept. 9.18, Okt. 9.25, Dez. 9.11, Jan.
1931 9.19, März 9.41.
Rieine Wiriſchaftsnagrichten.
Die internationalen Verkaufsverbände des Rohſtahl=Kartells ſind
am Montag in Brüſſel zu einem Meinungsaustauſch über Preis= und
Verkaufs=Fragen zuſammengetreten. U. a. wurde feſtgeſtellt, daß die
Klagen über Verſtöße gewiſſer Mitglieder gegen die Satzungen und
ins=
beſondere gegen die offiziellen Mindeſtpreiſe übertrieben ſeien und daß
die Organiſation gegenwärtig in durchaus zufriedenſtellender Weiſe
arbeite.
Die Spareinlagen bei den 2600 ſtatiſtiſch erfaßten deutſchen
Spar=
kaſſen haben im Februar bei 635,6 Mill. RM. Einzahlungen, wovon
15,2 Mill. RM. auf Aufwertungen und rund 61 Mill. RM. auf
Zins=
zuſchläge entfallen, ſowie andererſeits 446,4 Mill. RM. Auszahlungen
eine Erhöhung auf 9 547,8 Mill. RM. gegenüber 9358,8 Mill. RM.
Ende Januar bzw. 7 655,5 Mill. RM. Ende Februar 1929 erfahren.
Von der Syndikatsgeſchäftsſtelle der Rheiniſchen Kies= und
Sand=
ſyndikat G. m. b. H., Duisburg, wird mitgeteilt, daß die Preiſe eine
weſentliche Ermäßigung erfahren haben. Je nach den einzelnen Kies=
und Sandſorten iſt eine Herabſetzung zwiſchen 5—9 RM. je 10 Tonnen
erfolgt.
Wie wir erfahren, haben ſich die Raab=Katzenſteinwerke
außer=
gerichtlich mit ihrem Gläubigern geeinigt und den Vergleich
zurückge=
zogen. Die Firma wird nach Krefeld verlegt und führt jetzt den Namen
„Rheiniſche Luftfahrt G. m. b. H., Krefeld, vorm. Naab=Katzenſtein=
Werke‟
Wie die Golo=Schuhfabrik A.=G., Frankfurt a. M., ihren
Gläubi=
gern durch Rundſchreiben mitteilt, hat ſich eine Garantie für einen
Ver=
gleich mit 30 Prozent nicht erreichen laſſen. Durch den Verkauf der
Aktiven an die Firma J. u. C. A. Schneider, Frankfurt, (worüber wir
bereits berichtet haben), iſt die Geſellſchaft jedoch in den Stand geſetzt
worden, den Gläubigern einen Vergleich auf der Baſis von 30 Prozent
anzubieten.
Der A.=R. der Helvetia, Konſervenfabrik A.=G., Groß=Gerau, ſoll
in der in dieſen Tagen ſtattfindenden Bilanzſitzung eine
Dividenden=
kürzung, wenn nicht ganz Dividendenausfall für das abgelaufene
Ge=
ſchäftsjahr beſchließen. Im Vorjahre 8 Prozent auf 2 Mill. RM. A.=K.
Die Verwaltung der Sektkellerei Wachenheim A.=G. ſchlägt die
Ver=
teilung einer auf 4 Prozent (8 Prozent) herabgeſetzten Dividende auf
das A.=K. von 450 000 RM. vor. Letzter Tageskurs in Stuttgart zirka
60 Prozent.
Die Bankfirma Guſtav Forſcher, Biberach, hat die Eröffnung des
gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragt. Die
Gläubigerverſamm=
lung findet am 10. April ſtatt.
Der Betrieb in ſämtlichen Fabriken der Soenska Taendſticks
Aktie=
bolaget wird bis auf weiteres auf 5 Tage in der Woche beſchränkt. Dieſe
Maßnahme, von der etwa 5500 Arbeiter betroffen werden, wurde wegen
vorübergehender Verminderung des Auftragsbeſtandes getroffen.
Berliner Kursbericht
vom 8. April 1930
Deviſenmarkt
vom 8. April 1930
Disconto=Geſ. 150.— Dresdner Bank (154.— Hapag 108.625 Hanſa Dampfſch. 159.50 Nordd. Lloyd 108.75 A. E. G.
* 171.50 Bahr. Motorenw. 28.— J. P. Bemberg 150.- Bergmann Elektr. 198.50 Berl. Maſch.=Bau S6.— Conti Gummi 181.— Deutſche Cont. Gas 173.— Deutſche Erdöl 103.50
Me ee
J. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Speſch Ciſen
Phil. Kolzmann
Kali Aſchersleben
Klöcnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppel
N
142.—
82.—
125.50
114.50
1C7.75
215.50
1C6.—
112.50
1C9.—
49.625
C2.-
110.25
79.625
Me
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Lmz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Ve
25
6750
158.—
70.—
100.-
16.—
8.25
37.75
C6.50
113.275
20.—
187.—
18.
C6.—
48.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
*
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenus=Aires
New York
Belgien
*.
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 E.Stg.
1 Pap. Peſol
1 Dollar
00 Belge
100 Lire
100 Francs
DBrieft
525/ 10.54:
975 58,095/Spanien
394/ 12.4 14/Danzig
7 73.21
34/ 3.C40
09 168.4:
„03/ 112.25
08/ 712.30
47/ 112.69
541/ 1.645
85 4. 193
951 58.515
135 21.97!
Schweiz
K
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
A
Konſtantinopel
55/ 20.385/Kairo
Kanada
Uruguay
fsland
Tallinn (Eſtl.
Riga
7% Dtſch. Reichsanl.
6% Baden ....."
8% Bayern .....
„.
80 Heſſen v. 28
v. 2
680 Preuß.
Staats=
anl. .. . . . . . . .."
8% Sachſen ....."
„.
720 Thüringen ..
Jf
87.1
78
98.75
79
91:.
93
A
78
79.25
Dtiche. Anl.
Auslo=
jungsſch. +
Ablöſungsanl.
Ttſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub
15
11.1
Teutſche
Schutzge=
bietsanleihe .
3.25
Baden=Baden
Berlin. . . . . . .!
80 Darmſtadtv. 20
v. 28
Frankf. a. D
38 Mainz....
80 Mannheim. .
8% Nürnberg
M.7
86.5
12.85
8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . .
Goldobl.
4½ % Heſſ. Lds.,
Hyp.=Bk.- Liquid.
Pfbr.. . . . . .
90 Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt. Gold=
Pfbr. . . . . . . . . .
„ Goldob!
89 Darmſt. Komm
Landesbk. Goldobl
8%
KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
97
92.25
80.75
B
94.5
94
96.5
8% Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . .
Sbl.
4½% „
Dr. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser.
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz
80 Berl. Hyp.=Bk
4½½ „Ligu.=Pfbr.
8% Frkf. Shp. Bk.
4½% „ Lig.Pfbr
„Pfbr. Bk.,
4½%0 Lig.Pfbr.
8% Mein. Eyp. Bk.
4½% „Lig.Pfbr
Pfälz. Khp. Bk
4½% Lig.Pfbr
18% Preuß.
Boden=
cred.=Bank ...."
½% „ Lia.Pfbr.
07 Preuß. Centrl.,
Bodencr.=Bk.
4½% „ Lig.Pib=
% Rhein.Syp.B
½% „ Lig. Pfbr.
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ....
3½ Südd. Bod.
Cred.=Bank. . . . .
4½% Lig. Pfbr.
18% Württ. Hyp.=Bk
6% Daimler Ben=
8% Dt. Linol. Werk
18% Klöckner=Werl”
% Mainkraftwerke
% Mitteld.
Stahl=
werke ...
8% Salzmann u. C.
7% Ver. Stahlwerk
8% VoigtckHäffner!
Frankfurter Kursbericht vom 8. April 1930.
97.
81.5
53.25
21.5
16
98
97.5
83.8
97.5
85.4
97.5
84.25
S8
84.75
97.5
85.2E
S8
811/
88
85
98
98
98
72.5
98
82
96
86.75
89.5
88
89.25
96.5
. G. FarbenBonds /108.7!
5% Bosn. L.E.B.
L.Inveſt.
4½% Oſt.
Schatz=
anw. . . . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
5‟overeinh. Rumän.
4½%0
490 Türk. 2 dmin.
„ 1. Bagdad
„ Zollanl.
2% Ungarn 1913
1914
Eoldr
1910
Rktien
Rlg.Kunſtziide Unie
ACG. Stamm .. .
AndregeNoris Zahn
Baſt Nürnberg ....
Bemberg J. P....
Bercmann. . . . . .
Bronn BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Ciſen ...
emen: Keidelberg
Karlſtad
J. C.Ckemie, Baſel
Chem. Aerle Albert
Chade ......... ..
Tontin Eummilr
Linoleum
Daimler=BenzA.
Dt. Atl. Telegr. . ..
Eiſenh. Berlin
Crdöl .. .....
Gold= u. Silb.=Anſtalt.
Linplcumwert.
Dhckerhoff u.
Wid=
mann
ichbaum=Werger
Elektr. Licht u. Kraft!
Liefer=Geſ.*
46.75
10
16.4
8.3!
258
111.5
172
115
180
148
128.5
76.1
132.25
144
190.2*
354.5
120
258
40.25
127
73
104.25
154.75
250
97.5
159
177
210
34.1
210
74.5
103
110
50
32
Eſchw. Bergwerk.
Eßlingen Maſchinen
Ettlingen Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frift. Gas
..
Hof.
Geiling & Cie
Gelſenl. Bergwert
Geſ. f. elektr. Unter
nehmungen .. .."
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinge
Hafenmühle Frkft..
Hammerſen.
urpener Bergbau
Henninger, Kempf
ilpert Armaturfb=
Sinderichs=Aufferm
birſch Kupfer.....
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil...
olzveik.-Induſtrie
e Bergk. Stamml
Genüſſe
Junghans Stamm
KaliChemie.
Aid ersleben..
Salzbetſurth.
„ Aeſteregeln"
Kammaarnſpinn. .
!
Karſtadt, 9.
Klein, Schanzlin ..
Klöcnernerke
Pahmeher & Co.”.
Lech, Augsburg.
Löwenhr. Münche.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt=
Mainkr.=W. Höchſt. 98
Mainz. Akt.-Br. . .
182
70
41
193
126
108
84.5
113
98
1C8.5
85.5
121.21
37
148
214.5
365
218
103
135.5
116
171.2
262.5
59
11
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf..
Miag. Mühlenbau
Montecatini Maild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!
Micolan, Hofbr.
Nürberger Brauh.
Oberbedarf.
Otavi Minen
Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb..
Rh. Braunkohlen..
Elektr. Stamm
Stahlwerke .. .
Riebeck Montan ..
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerle
Sachtleben A. 6...
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Scriftg. Stempel.
Schuckert Eleltr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe
Strohſto f. Ver...
Südd Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau
Thür. Liefer.=Geſ.
Tucher=Brauerei..
Unterfranlen
Beithwerke.
Ver, f. Ehem. Ind.
„ Laurahütte. .
Stahlwerke
ultramarin. ...
„ Zellſt Berlin
Bogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
Nee
109.5
131
53.25
50.25
A
60.75
113
146
118.5
105
102.5
170
211
268.5
85.3
132.5
260.5
197
52
160
109.5
108
141.5
100
82
13
Wayß & Frehtag
Wegelin Rußfabr.
Zellſtoff. Aſchaffbg..
Memel. . 1140
Waldho
Allg. Dt. Crebitanſt. 116.5
Badiſche Bank
Bank f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Berl. Handelsgeſ...
„ Hypothefenbk./200
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Dt. Ban jund Disk.
Deutſche Effekten
und Wechſelbank
Dresdener Ban!
Frankf. Bank ..../104
Shp. Ba
Pfdbr.=B1.
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Baut
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank.
Rhein Eyp
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
Württb. Notenbanl
A.=G.f. Verkehrsw.
Allg. Lo lalb. Kraftw
Dt. Reichsbahr
Vorzge
Kapag..
1:
Nordd. Lloyd
Schan tung=Eiſenb.
Südd. Ciſenb.=Ceſ.
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung. .
Verein. Verſ.. 1201.5
Frkſt. Allg. Verſ.=G
Rüdverſich.
Fran lona Rück= u.
Mitv. . .. . . . . . .
Mannh. Verſich. ..!
91½
106
150.25
190
47
133.5
174
161
239.5
151
112.5
154
7a0
150.5
120
141.75
29.8
135
294
150
139
1177
128
108
108
141
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Mittwoch, den 9. Axril 1930
Heute und tolgende Tase: WHeute und tolgende Tage: / HIeute und tolgende Tage:
Der erste deutsche-englische
Gemeinschafts-Film:
Der große Erfolg:
Peggy Norman und
HARRV LIEDTKE Mady Christians
Donauwalzer
Janson.
Reg
Iy 7 beiteren Akten erzählt der
FIm von übermütigen
Ballett-
mädeils, gestohlenen Damanten
und der Liebe eimes Tanslehrers
z0 einer jungen Her z0gin. —
Ein Märehen aus unseren Tagen.
1on beschwimgter Anmut. dureh.
Togen vom tanztrohen Rrthmus
der Wiener Walzer.
Neben den genannten sind:
Ernst Verebes, Harry Hardt, Ferdinand
Bonn, Adele Sandrock, Hermann
Picha und Paul Biensfeld die weiteren
Mitwirkenden.
Dazu das bunte Beiprogramm.
Priseilla’s Fahrt
ins Glück
Nach einer Norelle von Lady
Russel unter der Regie von
Anthony Asguith, dem Sohn
des ehemaligen englischen
Ministerpräsidenten.
Der Film zeigt vornehmlich
englisches Leben und englische
Menschen und bringt eine
Reihe der interessantesten
Außenaufnahmen mitten im
brandenden Verkehr in den
Straßen Londons
In der weiblichen Hauptrolle:
Mady Christians
voll Heiterkeit und Grazie,
mit einem Ensemble
promi-
nenter englischer Darsteller.
ROLAND WEST
ALIBI
nach dem Melodrama
„NIGHTSTICK‟
Ein nervenpeitschender Kriminalfilm
aus der amerikanischen
Verbrecher-
welt, den der New-Vorker
Polizei-
präsident als den größten u. echtesten
Kriminalfilm bezeichnete.
Eleanor GrißFith
und Chester Morris,
zwei bekannte amerikanische
Schauspieler, erschüttern durch die
Phantastik des Wirklichen. — Ihre
Gestaltungskraft vermittelt das Letzte
an schauspielerischer Möglichkeit und
erzielt Wirkungen ganz besonderer Art
Dazu als zweiter Schlager:
Charlie Chaplin
Katastrophe
Bund der Kaufmannsjugend im D.A.I.
Ortsgruppe Darmstadt
Mittwoch, dem 9. April 1930 im Saale des „Perkeo‟, Alexanderstraße
Elternn und Freundesabeng
mit der Vortragsfolge:
„Ernsles und Heiteres aus dem Kaufmannslehen”
Alle Kaufmannslehrlinge sowie deren Eltern sind herzlich eingeladen.
Eintritt frei.
Beginn 8½ Uhr.
Bäckerei
Artikel:
Spring=, Kranz=,
Rehrücken=,Banille=,
Königskuchen=,
Streußelkuchen=
formen.
Garnier=
ſpritzen,
Konfekt=
ſpritzen, Tüllen,
Spritzſäcke,
Bäcker=
meſſer,
Torten=
zerteiler, empfiehlt
Ernſt Crämer
Marktſtraße 1
Marktplatz/ 122112
Dazu das bunte Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn 3½ Uhr. (V.5926
Heute, sowie jeden Mittwoch und
Samstag
Der bekannte billige
Hafee- 1. Auchentag
m.
Café Reinfurt
(596
(am Ostbahnhok).
Gelegenheils=
Kauf!
Skähl. Spaken
mit Stiel,
ſolange Vorrat
reicht zu ℳ 1.50 u.
N 1.— per Stück
liefern
(5914
Mayer & Cie.,
Darmſtadt,
Liebig=
ſtraße 15. Tel. 263.
ORPHEUM
Hente Uftngch, abends 84 Uar
Volks-Vorstellung
(Zum letzten Male)
Dar Mann, ar
Minen Naman
änderte!
Kee
Nichtnnmer.
Numerierte
Plätze:
Plätze:
1.00
1.50
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Mittwoch, den 9. April 1930
Seite 15
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Nachdruck verboten.
icht ſo ſchnell, Charlie!” vief das junge Mädchen. „Wir
wver”, entweder verunglücken oder verhaftet werden.”
as iſt noch gar nichts gegen das Tempo, das ich auf
eine inderen Gebiete demnächſt einſchlagen werde, wenn alles
ſo k9 nt, wie es jetzt ausſieht”, antwortete er. „Ich hatte keine
„Ahrr””, daß es ſchon ſo ſpät iſt. Ein Glück, daß ich dich
ge=
roff habe, ich wüßte nicht, was ich ſonſt getan hätte.”
elleicht wäre deine Eile dann garnicht notwendig
gewe=
n”, widerte ſie, ſchelmiſch lächelnd. „Komm nachmittags zum
ee mir, und erzähle wir, um was es ſich handelt.”
r um eine halbe Stunde verſpätet betrat Charlie das
zür er Rechtsanwälte, unbewußt, daß einige Schmutzſpritzer
ein ſicht zierten.
enn ich Sherlock Holmes wäre, würde ich ſagen, daß Sie
beir izierengefahren ſind”, begrüßte Grant ihn.
1e würden ſich irren, Mr. Grant”, erwiderte Charlie. „Ich
ſin ogen. Was für Nachrichten haben Sie aus Montana?”
ſigte in nervöſer Haſt hinzu.
nt legte ihm eine Anzahl Depeſchen vor, die auf ſeine
ſleg; hiſchen Anfragen eingelaufen waren, und die Jones
An=
abe; ber die Höhe von Selwicks Vermögen beſtätigten.
„d Jones?” fragte der junge Mann weiter. „Was hörten
1 ihm?”
ine Antwort iſt ſo lang und ausführlich wie ein
Preſſe=
legy m”, erwiderte Grant. „Offenbar wollte er nichts dem
wei überlaſſen. Es freut mich, Ihnen mitteilen zu können,
aß Sie mit den Telegrammſpeſen belaſtet hat. Hier, leſen
ſt.”
C rlie nahm das Schriftſtück, das aus einer Anzahl von
eleg timformularen beſtand, zur Hand und las:
Gnt u. Ripley, Manhattan Gebäude, New York.
Die ganze Sache iſt meinem Ermeſſen anheimgeſtellt.
S haben mir wöchentlich über die Lebensführung des Erben
erichten. Der Wunſch meines Freundes Selwick war es,
Erbſchaft Edwin Barkers zuvorzukommen. Da dies
mehr möglich iſt, muß dieſe Erbſchaft verſchwinden.
werde ſtrikte darauf ſehen, daß dies geſchieht, denn
Sel=
war mein beſter Freund und ſein Vermächtnis iſt mir
Gg. Aus Achtung vor dem Andenken des Toten darf der
(niemanden ins Vertrauen ziehen. Ich will nicht, daß
OZeute Selwick für verrückt halten. Er war alles andere
a das. Hiermit gebe ich Ihnen einige der wichtigſten
Ver=
erSamnſ. h) ungsmaßregeln für den Erben.
Kein ſinnloſes Haſardſpielen.
Keine aufgelegt unſinnigen Börſenſpekulationen.
Keine Stiftungen irgendwelcher Art, da ſolche ſpäter
allenfalls nutzbar gemacht werden könnten.
Keine Almoſen und Geldzuwendungen größeren
Um=
fanges. Dabei will ich aber nicht, daß der Erbe geizig
iſt. Geizige Menſchen kann ich nicht leiden. Dasſelbe
galt von Selwick. Auch allzu tugendhafte nicht, genau
ngest
muss es ſein,
Tahteehle
1-beltebtgen
Malzkaßfee.
nrr Onadt man 8
ſo wie Selwick. Beide haben wir zuweilen tüchtig über
die Schnur gehauen. Aber andererſeits keine
Aus=
ſchweifungen.
Ich weiß, daß es nicht leicht iſt, eine Million auszugeben,
und werde keine unangemeſſenen Forderungen an den Erben
ſtellen. Er darf aber ſein Geld nicht verſchleudern, ſondern
muß es ſo ausgeben, daß er etwas dafür hat. Wenn er das
zuwege bringt, wird er auch Selwicks Millionen zweckmäßig
verwerten. Wenn der Erbe auf dieſe Bedingungen eingeht,
ſoll er ſich ſofort daranmachen. Ein Jahr iſt keine Ewigkeit.
Laſſen Sie mich jedenfalls ſeine Entſcheidung ſofort wiſſen,
J. Jones.
„Nun?” fragte Grant, nachdem Charlie mit dem Leſen zu
Ende gekommen war. „Die Bedingungen kennen Sie jetzt. Wollen
Sie ſich entſchließen?”
Charlie ſchwieg eine Weile und ſtarrte auf den Fußboden;
Ein harder Kampf wogte in ſeinem Innern.
„Es iſt ein großes Lotevieſpiel”, ſagte er endlich, „aber ich
will es wagen. Vielleicht tue ich damit Unrecht gegen meinen
Großvater, aber ich glaube, er ſelber würde mir dazu geraten
haben. Telegraphieren Sie Jons in Gottes Namen, daß ich die
Erbſchaft antrete.”
Noch am ſelben Abend begann Charlie Barker ein Leben,
das ſeinen ganzen weiteren Freundeskreis in Staunen verſetzte.
Als getreues Mitglied des Klubs der „armen Söhne” eröffnete
er es mit einem Feſtmahl für dieſe, bei dem ſie die Augen
auf=
riſſen.
„Echter franzöſiſcher Sekt”, rief Harriſon, als er ſich zu Tiſch
ſetzte. „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich den letzten
ge=
trunken habe.”
„Selbſtverſtändlich kannſt du das wicht,” bemerkte Allan.
„Wahrſcheinlich konnteſt du dich danach überhaupt an nichts mehr
erinnern”
Nach Tiſch erklärte Charlie, daß er vorhabe, eine große Rolle
in der Geſelkſchaft zu ſpielen, und dazu der Mitwirkung aller
ſeiner engeren Freunde bedürfe. Harriſon wurde zum
Geſchäfts=
führer, Gardner zum Schatzmeiſter und Allan zum Privatſekretär
beſtellt. Die übrigen ſollten im Laufe der Zeit ähnliche Poſten
erhalten.
„Ich will die eleganteſte Wohnung, die du auftreiben kannſt,
Harriſon,” befahl er, „Koſtenpunkt Nebenſache. Gilbert ſoll ſie
vollſtändig neu ausſtatten. Richtet einen hochherrſchaftlichen
Haushalt ein, mit Dienerſchaft und allem, was dazu gehört. Und
dann, Kinder, ſoll es hoch hevgehen.”
5. Kapitel.
Ein neuer Graf von Monte Chriſto.
Vierzehn Tage ſpäter hatte Charlie eine Wohnung, genau
bis zum 22. September des folgenden Jahres gemietet, zum
Preiſe von 23000 Dollar. Eigentlich hätte ſie 30 000 Dollar koſten
ſollen, aber es gelang dem tüchtigen Geſchäftsführer Harriſon,
gegen Vorauszahlung 7000 Dollar abzuhandeln. Als er dieſes
Stück kaufmänniſcher Tüchtigkeit Charlie mitteilte, war er
über=
raſcht, bei dieſem anſtatt freudiger Anerkennung, ein unmutiges
Stirnrunzeln zu finden.
„Der Junge hat keine Ahnung vom Wert des Geldes,” ſagte
er zu Gilbert, „darum müſſen wir ſcharf auf ihn aufpaſſen.”
(Fortſetzung folgt.)
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