Darmstädter Tagblatt 1930


02. April 1930

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Ginzelnummer 10 Pfennigs

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 92
193. Jahrgang
Mittwoch, den 2. April 1930.

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Das Kabinett Brüning vor dem Reichstag.
Jolle Klarheit über Brünings Abſichken. Löſung der lebensnokwendigen Aufgaben in kürzeſter Briſt.
Durchführung des Moldenhauerſchen Haushaltsplans und Deckungsprogramms. Ein leßker
Verſuch mit dieſem Reichskag. Anwendung aller verfaſſungsrechllichen Mikkel.

Die Regierungserklärung.
Brüning über die Aufgaben der nächſten Zukunfk.
Vier Stunden lang hat das Kabinett ſein Programm beraten.
as iſt für eine aus ſo verſchiedenen Lagern zuſammengeſetzte
egierung nicht viel. Kein Wunder, wenn die Fama behauptete,
ne Einigung gerade über die wichtigſten Punkte ſei nicht mög=
h
geweſen und infolgedeſſen würde ſich die Regierungserklä=
ing
mit allgemeinen Redewendungen über alle Klippen hinweg=
Ifen. Jedenfalls aber hat der Reichstag ſelten eine Regierungs=
klärung
mit ſo großer Spannung erwartet wie diesmal.
Der Reichstag war am Dienstag beſetzt wie ſonſt nur bei
mentlichen Abſtimmungen. Auch die Tribünen waren über=
Ut, die Loge des diplomatiſchen Korps voll beſetzt, wenn auch
* Botſchafter ſelbſt nicht erſchienen waren, ſondern ihren
ttachés die Vertretung überließen. Die Vertreter der Län=
r
waren vollzählig anweſend, und der Chor der Geheimräte
iter den Regierungsbänken wirkt beängſtigend in ſeiner drang=
U fürchterlichen Menge.
Das iſt verſtändlich, denn neben dem politiſchen Intereſſe
auch ein gut Stück Neugier dabei. Herr Dr. Brüning gehört
ebenſo wie Miniſter Treviranus der Kriegsgeneration an,
d zählt, obwohl er ſchon ein gutes halbes Jahr die Leitung
r Zentrumsfraktion führt, nach außen hin zu den weniger
annten Abgeordneten. Er iſt ſelten auf der Tribüne erſchie=
n
und hat mehr in den Ausſchüſſen gearbeitet. Jedenfalls hat
n von ſeinem geiſtigen Profil, kaum aber von ſeinem Geſicht,
e klare Vorſtellung. Redner freilich iſt er nicht. Dazu fehlt
1. vor allem die Stimme, vielleicht auch das Temperament.
n der Reichstag nicht über die Lautſprecheranlage verfügte,
rde ſein Organ kaum über die erſten Reihen hinausdringen,
nal er mit etwas bewußter Eintönigkeit ſeine Rede ablieſt.
iſt eine bei ihm wiederholt feſtgeſtellte Eigenheit, über eine
che ausführlich zu ſprechen, um die Quinteſſenz und das poli=
h
Entſcheidende in einem kleinen Nebenſatz zu ſervieren.
Die Regierungserklärung hat keine Ueberraſchung gebracht.
9s ſollte ſie ja wohl auch nicht. Dieſe Regierung will kein
Yogramm auf lange Sicht, ſie will nur die Aufgaben der
uchſten Zukunft löſen, ſie will aber auch keinen
Zbeifel über die Mittel laſſen, die ſie anzuwen=
an
bereit iſt. Sie iſt keine Kampfrede, die Tonart
mehr verſöhnlich geſtimmt. Der Kanzler will dem
Achstag noch einmal die Hand reichen. Aber er ſagt offen,
Hßesderletzte Verſuch mit dieſem Reichstag iſt.
1 Satz iſt unmißverſtändlich, daß die Regierung gewillt
1d in der Lage ſei, alle verfaſſungsmäßigen
Aittel für die ſchleunige Durchführung ihrer
Arſchläge und Maßnahmen einzuſetzen, d. h. auf
Deutſch, wenn der Reichstag nicht will, wird die Regierung
Di Reichspräſidenten die Auflöſung vorſchlagen, und ſie hat von
Hrn v. Hindenburg die Zuſage, daß er dieſem Antrag ent=
19chen wird.

Brünings Programm.

Berlin, 1. April.

Die Tagesordnung der Dienstagsſitzung des Deutſchen Reichstags
f4 nur die Entgegenahme einer Erklärung der Reichsregierung vor.
Aſident Loebe teilte zunächſt die Mandatsniederlegung der Abge=
vlieten
Dr. Wunderlich (D.V.P.) und Schiele (Dntl.) mit
9 verlas dann die Ernennung des neuen Kabinetts durch den Reichs=
plidenten
. Noch ehe die Regierung, deren Mitglieder vollzählig er=
ſcnen
waren, ſich mit ihrer Erklärung präſentieren konnte, wurde ihr
v) der kommuniſtiſchen Oppoſition die Bezeichnung Kabinett des Aus=
bl
erblocks gegeben.
Reichskanzler Dr. Brüning, von den Kommuniſten als Hunger=
kAler
begrüßt, führte ſodann aus: Das neue Reichskabinet iſt ent=
hend
dem mir vom Reichspräſidenten erteilten Auftrag an keine
ition gebunden. Doch konnten ſelbſtverſtändlich die politiſchen Kräfte
s hohen Hauſes bei ſeiner Geſtaltung nicht ubeachtet bleiben.
das Kabinett wurde gebildet mit dem Zweck, die nach all=
emeiner
Auffaſſung für das Reich lebensnotwendigen Auf=
aben
in kürzeſter Friſt zu löſen. Es wird der letzte Verſuch
ein, die Löſung mit dieſem Reichstag durchzuführen. (Hört!
hört! bei den Kommuniſten.) Die neue Regierung wird
deutſchlands Lebensintereſſen in organiſcher Weiterentwick=
lung
der bisherigen Außenpolitik aktiv vertreten.
onales Selbſtbewußtſein, Vertrauen in die innere Kraft des Staa=
ind
die Grundlagen, ebenſo wie die Erkenntnis, daß der Wieder=
Uieg Deutſchlands nur im friedlichen Zuſammenwirken mit allen
ern erreichbar iſt. Lohale Durchführung der internationalen Ver=
trungen
(Hört! Hört!), Klärung und weiterer Ausbau unſeres
ältniſſes zu allen Staaten, zu denen wir in freundſchaftlichen, ver=
Wichen und wirtſchaftlichen Beziehungen ſtehen, Förderung inter=
aid
naler Zuſammenarbeit, insbeſondere auf wirtſchaftlichem Gebiet,
UErleichterung der ſchwierigen Lage der eigenen mit der Welt=
chaft
eng verknüpften Wirtſchaft, das ſind die Grundlagen dieſer
nvolitik. Endzel iſt und bleibt, ein wirtſchaftlich geſundes, ein
iſch freies und gleichberechtigtes Deutſchland, das ſeinen Wieder=
zu
im Schutz des Friedens vollenden kann und das ein unentbehr=
Faktor in der Staatengemeinſchaft ſein muß. (Beifall bei den
rungsparteien.)
ſeſonders herzlich gedenkt in dieſer Stunde die Reichs=
gierung
der Rheinlande, deren endliche Befreiung von
er Beſetzung unmittelbar bevorſteht. Nicht vergeſſen bleibt
ie Treue der Bevölkerung der beſetzten Gebiete in ſchwerſten
I tunden, nicht zu Ende geht die Fürſorge für ihre Notlage.
Beifall.) Alsbaldige Rückgliederung des Saargebietes

zur Vollendung des begonnenen Befreiungswerkes iſt das Ziel der von
der Reichsregierung tatkräftig zu fördernden Verhandlungen. Angeſichts
der ſozialen und wirtſchaftlichen Notſtände und der mit ihnen verbunde=
nen
radikalen Strömungen gibt unſere Lage innnenpolitiſch Anlaß zu
beſonderer Wachſamkeit. Dieſe Strömungen müſſen in erſter Linie
durch wirtſchaftliche Aufbauarbeit behoben werden. Die Reichsregierung
fühlt ſich ſtark genug, mit den Mitteln, die das Grundgeſetz unſerer
ſtaatlichen Ordnung, die Weimarer Verfaſſung, der deutſchen Republik
zur Verfügung ſtellt, allen gefahrvollen Drohungen entgegenzuwirken.
(Beifall.) Mit tiefem Ernſt nimmt die Reichsregierung die
Mahnung zur nationalen Einigung
auf, die der Herr Reichspräſident mit ſeiner Kundgebung an das deutſche
Volk gerichtet hat. (Beifall.) Erbitterte Kämpfe um außenpolitiſche Fra=
gen
haben das deutſche Volk zerriſſen. Nach der Entſcheidung dieſer
Kämpfe wollen wir das Werk der Verſöhnung in Angriff nehmen.
(Zwiſchenrufe der Kommuniſten.) Der Blick muß auf die gemeinſame
Not und die gemeinſam zu beſchließende Abhilfe gerichtet ſein. Alle
infolge der langjährigen Verhandlungen über den Youngplan noch
nicht erledigten finanziellen und wirtſchaftlichen Maßnahmen müſſen
ſofort durchgeführt werden.
Sanierung der Finanz= und Kaſſenlage, Unterſtützung der
Länder und Gemeinden in ihrer ſchwierigen finanziellen
Lage iſt das Dringendſte. Ohne eine ſchnelle Ordnung der
Kaſſen= und Finanzlage fehlt die Gewähr der dringend not=
wendigen
Entlaſtung der Wirtſchaft und der Milderung der
Arbeitsloſigkeit. (Sehr richtig! im Zentrum.) Durch Ueber=
nahme
des von dem jetzigen Reichsfinanzminiſter aufgeſtell=
ten
Entwurfes eines Reichshaushaltsgeſetzes für das Rech=
nungsjahr
1939 können die Arbeiten des Reichsrats in den
feſtgeſetzten Friſten durchgeführt werden. Die Reichsregierung
übernimmt das zu dieſem Haushaltsplan gehörende
Deckungsprogramm.
Dieſe Deckungsvorlagen ſind in der Form des letzten Vergleichsvor=
ſchlages
der bisherigen Regierungsparteien mit der finanziellen Sicher=
heit
der Arbeitsloſenverſicherung (Ruf bei den Kommuniſten: Abbau),
der geſetzlichen Feſtlegung der Steuerfenkung und Ausgabenerſparnis
ein einheitliches Ganzes. Neue Steuerlaſten zur Sanierung der Kaſſen=
lage
ſind nur tragbar, wenn ſie im Rahmen eines auf weite Sicht ge=
ſtellten
, Schritt für Schritt durchzuführenden Geſamtprogramms ſtehen.
Eingehende Sparvorſchläge auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens
werben in kürzeſter Friſt ſeitens der Reichsregierung den zuſtändigen
Körperſchaften unterbreitet werden (Zwiſchenrufe und Lachen bei den
Kommuniſten. Glocke des Präſidenten. Ruf: Aprilſcherz. Abg.
Ewers und Abg. Neubauer werden zur Ordnung gerufen). Sie haben
lediglich den Zweck, ihrerſeits zur Sanierung der Steuern, zur Hebung
der Produktivität der Wirtſchaft, zur Stärkung der Kreditwürdigkeit
Deutſchlands beizutragen. (Beifall.) Sie wollen Raum ſchaffen für
die Senkung der auf dem Handwerk und dem geſamten Mittelſtand des
Landes beſonders ſchwer laſtenden Realſteuern. Die Regierung iſt von
ernſter Sorge erfüllt über die Notlage des gewerblichen Mittelſtandes.
Die Notwendigkeit einer planmäßigen, auf Wirtſchaftlichkeit und Er=
ſparniſſe
gerichteten
Vereinfachung auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung
ſchafft die Garantie und die Vorausſetzung für die Weiterverfolgung
der Sozialpolitik, die als eine ſtaatliche Notwendigkeit von der neuen
Reichsregierung unbedingt anerkannt wird (Rufe bei den Kommuniſten:
Heuchelei). Finanzielle, ſoziale und wirtſchaftliche Aufgaben müſſen
von einheitlichen Geſichtspunkten aus angefaßt werden. Gerade von
dieſem Standpunkt aus iſt das Rettungswerk unſerer in ſchwerſtem
Ringen um die Exiſtenz kämpfenden Landwirtſchaft vordringlich.
(Zwiſchenrufe der Kommuniſten.) Die Agrarkriſe hat insbeſondere be=
drohten
Landesteilen den Charakter einer allgemeinen Volks= und
Staatskriſe angenommen. Die Landwirtſchaft hat wie jeder andere
Stand das Recht auf die Hilfe des Staates.
Stützung und Wiederbelebung der ländlichen Wirtſchaft iſt
das wirkſamſte Mittel zur Droſſelung der Landflucht und
zur Schaffung neuer Abſatz= und Arbeitsmöglichkeiten für
Gewerbe und Arbeiterſchaft. (Sehr richtig! im Zentrum.)
Von hier aus muß der Druck auf den Arbeitsmarkt und die ſtändige
Bedrohung der Lebenshaltung des deutſchen Volkes beſeitigt werden.
Deshalb iſt die Regierung entſchloſſen, in Fortführung und Erweite=
rung
der von dem bisherigen Reichsernährungsminiſter bis in die
letzten Tage getroffenen Maßnahmen
ein umfaſſendes und durchgreifendes Hilfsprogramm
für die Landwirtſchaft
ſchleunigſt zu verwirklichen. Sie ſcheut dabei angeſichts der ernſten
Lage nicht vor außergewöhnlichen Mitteln zurück (Zuruf bei den Kom=
muniſten
: Hungerregierung!). Die Regierung hat bereits mit der
Ausarbeitung notwendiger Geſetzesvorlagen begonnen. Dieſe Maß=
nahmen
ſchaffen allein nicht die Gewähr, um das deutſche Volkstum in
der Oſtmark wieder feſter mit ſeiner Heimat und ſeiner Scholle zu
verbinden.
Durchgreifende und umfaſſende Oſthilfe,
Zug um Zug mit dem allgemeinen Agrarprogramm iſt hier beſondere
Notwendigkeit. Umſchuldung und Entſchuldung, Zins= und Laſten=
ſenkung
, Ordnung der Kreditverhältniſſe ſtehen im Vordergrund. Feſti=
gung
und Erhaltung der beſtehenden wirtſchaftlichen Betriebe ermög=
lichen
erſt eine zielbewußte Bauern= und Arbeiterſiedlung. Zur
Deckung dieſer nontwendig werdenden Ausgaben wird die Reichsregie=
rung
ohne den Steuerzahler neu zu belaſten eine beſondere Vor=
lage
unterbreiten.
Geſundung der öſtlichen Landwirtſchaft iſt die Grundlage
nationaler und volkspolitiſcher Rettung des deutſchen Oſtens.
(Sehr wahr! bei den Regierungsparteien.)
Die Reichsregierung wird an ihren Vorſchlägen unter allen Umſtänden
feſthalten. Parteipolitiſche Erwägungen müſſen in dieſer Stunde in
den Hintergrund treten. Sachliche Einſtellung zu dieſem Proaramm
des Kabinetts allein ſichert die Zukunft des deutſchen Volkes. (Beifall
bei den Regierungsparteien. Pfuirufe bei den Kommuniſten.)
Nach kurzer Ausſprache um den Zeitpunkt der nächſten Sitzung,
in der die Parteien zu der Regierungserklärung Stellung nehmen
ſollen, vertagte ſich der Reichstag gegen 16.30 Uhr auf Mittwoch 12 Uhr.

Das Gukachken des Reichs=
ſparkommiffats
.
II.*)
Unter den im allgemeinen Teil des Gutachtens erörterten
beamtenpolitiſchen Fragen wird zunächſt darauf hin=
gewieſen
, daß ſeit 1914 die Stellen für planmäßige Beamte von
3541 auf 12383 geſtiegen ſind. Dieſe durch die Uebernahme der
Volksſchul= und Polizeilaſten weſentlich hervorgerufene Stellen=
vermehrung
hat aber, wie hervorgehoben wird, nicht bloß eine
entſprechende Steigerung der Perſonalkoſten, ſondern darüber
hinaus eine Verteuerung dieſer Koſten deshalb bewirkt, weil der
Perſonalkörper ſparſam und billig verwaltet wurde, ſolange die
Gemeinden ſelbſt für die Koſten aufzukommen hatten, aber mit
der Uebernahme der Koſten auf den Staat die Forderungen auf
Vermehrung des Perſonals einſetzten und auch zum Teil bewilligt
wurden. So wurden ſeit 1914 Beamtenſtellen geſchaffen, wo es
nicht geboten war, wie auch die Teilung der Miniſterien in 5
ſtatt bisher 3 nicht durch einen entſprechenden Arbeitszuwachs
bedingt war.
Das Gutachten erörtert dann grundſätzlich die Frage, in
welchen Fällen Beamtenſtellen zu ſchaffen ſeien und in welchen
Fällen Perſonal im Angeſtellten= und Arbeiterverhältnis genüge.
Es vertritt dabei den Standpunkt, daß es im Intereſſe des Be=
rufsbeamtentums
liege, den Beamtenkörper nicht allzuſehr an=
wachſen
zu laſſen, und daß Beamte nur da nötig ſeien, wo es
ſich um Durchführung von Hoheitsaufgaben handele, daß ſich
aber ſonſt z. B. im Kanzlei=, Fernſprech=, Amtsgehilfendienſt das
Angeſtellten= und Arbeiterverhältnis empfehle, wie dies nament=
lich
auch bei den Betriebsverwaltungen am Platze ſei. Dabei
kann es der Sparkommiſſar nicht unterlaſſen, ſich darüber luſtig
zu machen, daß die Oberköchin in heſſiſchen Heilanſtalten zur
Beamtin gemacht würde, die mit den Oberaſſiſtenten und Sekre=
tären
gleichgeſtellt iſt. Das Gutachten will die akademiſche Vor=
bildung
auf die Stellen beſchränkt wiſſen, wo ſie notwendig iſt;
es hält ſie für den höheren Verwaltungsdienſt als die zweck=
mäßigſte
und ſieht in der Verwendung auch befähigter Nichtaka=
demiker
eine Verteuerung der Verwaltung, weil deren Verwend=
barkeit
immer nur beſchränkt ſei. Es wird zwar zugegeben, daß
die Eingruppierung der Beamten der meiſten Dienſtlaufbahnen
in Heſſen im allgemeinen derjenigen im Reich und in Preußen
entſpricht, aber auch hervorgehoben, daß nicht ſelten Höherein=
ſtufungen
vorgenommen würden, wie namentlich bei den ver=
ſtaatlichten
Beamtenkörpern die Bezüge vor und nach der Ver=
ſtaatlichung
außerordentliche Gehaltserhöhungen aufweiſen.
(Beiſpiel der Polizeibeamten von Bensheim und Lampertheim.)
Das Gutachten findet, daß die Berufsorganiſationen der Beam=
tenſchaft
einen ſehr weitgehenden Einfluß auf die Neugeſtaltung
des Beſoldungsweſens geübt haben, ſo daß vielfach die Stellen
zu hoch bewertet worden ſeien. Es verlangt, daß in der ganzen
Staatsverwaltung eine neue Dienſtpoſtenbewertung vorgenom=
men
werde, wodurch feſtzuſtellen wäre, welche Beſoldungsgruppe
dem Werte der Tätigkeit eines jeden Beamten entſpricht. Das
ſtärkſte Verteuerungsmoment für die Perſonallaſten des Landes
ſei die unzweckmäßige Handhabung der Perſonalpolitik. Ein Be=
amtenabbau
ſoll nur durch Unterlaſſung von Neueinſtellungen
erreicht werden. Im ganzen wird eine Verringerung des Per=
ſonalbeſtandes
um etwa 10 v. H. vorgeſchlagen. Zur Erweite=
rung
des Geſichtskreiſes der Beamten wird Austauſch mit ande=
ren
Ländern empfohlen.
In finanzwirtſchaftlicher Hinſicht wird bean=
ſtandet
, daß der Rechnungsabſchluß im Staatshaushalt viel zu
ſpät erfolgt, daß alſo ſeine Ergebniſſe nicht rechtzeitig verwertet
werden können. Im ganzen betrachtet, zwinge der Staatshaus=
halt
zu dem Urteil, daß zum mindeſten die Ausgaben für die
Schulen, die Hochſchulen, die Ruhegehalte und das Theater in
ihrer jetzigen Höhe und in ihrer vorausſichtlichen weiteren Ent=
wicklung
die finanziellen Kräfte des Landes überſteigen. Es ſei nötig,
daß eine Neuverteilung der Aufgaben und Laſten zwiſchen Staat,
Gemeinden und Berufsverbänden erfolge, wobei als leitender
Geſichtspunkt gelten müſſe, daß jeder die finanziellen Leiſtungen
für die Aufgaben zu übernehmen habe, die ihm zukommen, oder
aus denen er den Nutzen zieht. Eine unrichtige Verteilung der
Aufgaben ſei ſtets ein ſtarkes Verteuerungsmoment, durch wel=
ches
regelmäßig der Staat in Mitleidenſchaft gezogen werde.
Seien mehrere Intereſſenten für beſtimmte Aufgaben vorhan=
den
, ſo müſſe die Laſtenverteilung nach Maßgabe des Intereſſes
erfolgen. Der innere Finanz= und Laſtenausgleich zwiſchen
Staat und Gemeinden müſſe dazu führen, daß den Gemeinden
hinſichtlich Gendarmerie, Polizei und Schulweſen Mehrbekaſtun=
gen
zugemutet würden, von denen nur diejenigen im Schulweſen
erheblicher Natur ſeien; im ganzen würden hierdurch die Ge=
meinden
neu belaſtet mit Beträgen, die 45 v. H. ihrer Geſamt=
ausgaben
ausmachten, alſo Summen, die ihnen zugemutet wer=
den
könnten. Die heſſiſchen Gemeinden brauchten für den allge=
meinen
Verwaltungsbedarf weſentlich mehr als die Gemeinden
anderer Staaten, könnten alſo Erſparniſſe durch Verwaltungs=
reformen
erzielen; ſie hätten auch in der Inflationszeit und
nachher vielfach Vermögenswerte erworben, die unwirtſchaftlich
ſeien und zum Teil abgeſtoßen werden ſollten, um Schulden zu
decken; Wertzuwachs= Vergnügungs= und Getränkeſteuern ſeien
nicht derart ausgenützt, wie in anderen Ländern. Allerdings
wird betont, daß die Realſteuern gerade in Heſſen geſenkt werden
müßten.
Nach dieſen Ausführungen allgemeiner Art wird an Hand
der einzelnen Kapitel des Staatsvoranſchlags eine Begutach=
tung
der größeren Verwaltungszweige im ein=
zelnen
vorgenommen und dabei mit der Kameral= und
Forſtverwaltung begonnen. Die hier vorgeſchlagene Ver=
minderung
der Zahl der Forſtamtsbezirke iſt in Durchführung
begriffen. Das Gutachten verſpricht ſich von der Vergrößerung
der einzelnen Bezirke und der dadurch bedingten Vermehrung
des Büroperſonals eine freiere Stellung des Amtsvorſtandes,
der bisher zu viel von Aufgaben in Anſpruch genommen worden

*) Vergl. den erſten Aufſatz in unſerer Nummer 21 vom 1. Wpril,

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Seite 2

ſei, die eine akademiſche Bildung nicht erforderten, und der ſich
in Zukunft mehr mit Fragen der Rentabilität ſeines Bezirks,
der Verbeſſerung der Arbeitsmethoden und mit all dem beſchäf=
tigen
könne, was die eigentliche Aufgabe des höheren Beamten
ſei. Dem Leiter des Amts ſoll aber auch mehr eigene Entſchei=
dungsfreiheit
gelaſſen werden, es ſoll nicht mehr ſo viel regle=
mentiert
werden wie bisher. Bei Beſprechung des Siedlungs=
weſens
wird auf die eigenartigen Verhältniſſe hingewieſen, unter
denen die heruntergewirtſchaftete Standesherrſchaft Ilbenſtadt
erworben und verpachtet wurde, wobei der mit dem Bistum
Mainz (Benediktiner=Orden) abgeſchloſſene, für den Staat äußerſt
ungünſtige Pachtvertrag hervorgehoben und der Verkauf der
Herrſchaft angeregt wird.
Die beiden Waſſerbauämter in Mainz und Worms
ſollen nach Auffaſſung des Sparkommiſſars miteinander ver=
einigt
werden, wobei der Sitz nach Mainz verlegt werden ſoll.
Das Gutachten ſetzt ſich hier eingehend mit den Maßnahmen aus=
einander
, die mit Rückſicht auf die von dem Landesdienſt für
das Reich am Rheinſtrom zu leiſtenden Geſchäfte notwendig er=
ſcheinen
, und kommt zum Ergebnis, daß der bisherige Vertei=
lungsſchlüſſel
zugunſten Heſſens und zu Laſten des Reichs ab=
zuändern
ſei.
Von den beiden ſtaatlichen Badebetrieben will der
Sparkommiſſar nur den mit erheblichen Ueberſchüſſen arbeitenden
in Bad=Nauheim in der Verwaltung des Landes weitergeführt,
dagegen den unrentablen in Bad Salzhauſen, wenn nicht ganz
abgeſtoßen, ſo doch an einen zuverläſſigen Pächter (etwa einen
ſozialen Verſicherungsträger) abgegeben haben, um die Zuſchüſſe
zu beſeitigen.
Den Nöten des Landestheaters widmet das Gutachten
ein längeres Kapitel. Als weſentlich ſei daraus hervorgehoben,
daß die gegenwärtig ſtarke Spezialiſierung des darſtellenden Künſt=
lertums
, wie ſie auch aus dem Darmſtädter Perſonalbeſtand her=
vorgehe
, für ungeſund angeſehen wird. An Bühnen, die gezwungen
ſeien, mit dem Spielplan öfter zu wechſeln, müßten die Künſtler
ſo gewählt werden, daß ſie möglichſt vielſeitig Verwendung finden
könnten. Das ſei bei einer Anzahl Darmſtädter Künſtler nicht
der Fall. Bei Stichproben habe ſich ergeben, daß eine Anzahl
Künſtler und Künſtlerinnen in einem Monat nur zwiſchen 49
Mal in 27 Rollen aufgetreten ſeien; eine derartig geringe Be=
ſchäftigung
des Perſonals ſei nicht tragbar. Weiter trete dadurch
eine Belaſtung ein, daß der Spielplan nicht nur den Bedürfniſſen
der Bevölkerung und der Erzielung hoher Einnahmen diene,
ſonderr auch der Förderung junger Künſtler und der künſtleri=
ſchen
Entwicklung des Perſonals. Infolge der Vielſeitigkeit des
Spielplans und der künſtleriſchen Leitung des Theaters wurden
nämlich begabte junge Kräfte angezogen, weil ſie hier eine För=
derung
ihrer Fähigkeiten erhofften; die Kehrſeite ſei jedoch, daß
eine ſolche künſtleriſche Hochſchule Laſten verurſache, die leiſtungs=
fähigeren
Ländern überlaſſen werden müßten. Das Gutachten
verlangt außer kleineren Erſparniſſen in der Verwaltung des
Theaters Herabſetzung des Gehaltes des Intendanten, das mehr
als dasjenige des Staatspräſidenten beträgt, Kräfteerſparnis
an Dramaturgen, künſtleriſchen Beiräten, Regiſſeuren, weiter
Herabſetzung der Zahl der Orcheſtermitglieder unter Heranziehung
von Hilfskräften für beſondere Bedarfsfälle, Bezahlung der Büh=
nenarbeiter
nach den Sätzen der ungelernten Arbeiter, während
ſie jetzt wie gelernte Handwerker entlohnt werden, Verringerung
der Koſten der Inſzenierungen, auf die jetzt zu viel Wert gelegt
werde, während doch nicht verkannt werden dürfe, daß die Haupt=
aufgabe
des Theaters in der Leiſtung des darſtellenden Künſtlers
beruhe. Es wird endlich angeregt, daß nur im großen Haus ge=
ſpielt
werden ſolle, und daß für Opernvorſtellungen durch Gaſt=
ſpiele
des Frankfurter Theaters geſorgt werden könne. Ein Zu=
ſchuß
von mehr als 400 000 Mark jährlich wird nicht für vertret=
bar
gehalten.
Als eines der wichtigſten Probleme im Rahmen der Ver=
einfachungs
= und Sparmaßnahmen betrachtet der Sparkommiſſae
die Senkung der Ausgaben für Ruhegehalts= und
Hinterbliebenenverſorgung. Dieſe Ausgaben bewie=
ſen
deutlich, daß Angeſtellte immer billiger ſeien als Beamte,
wenn ſie auch augenblicklich größere Koſten verurſachten. Es ſei
nach Durchſchnittserfahrungen anzunehmen, daß die Penſions=
laſten
in Heſſen für ſeine 12383 Beamten im Kulminationspunkt,
der ſpäteſtens 1946 eintreten werde, 22 bis 27 Millionen Mark
betragen würden. Das ergebe Verſorgungslaſten, die auf die
Dauer nicht tragbar ſeien. Erſparniſſe könnten hier nur erzielt
werden durch Verringerung der Beamtenſtellen, durch Verſagung
der Penſionsberechtigung gegenüber Staatsdienſtanwärtern und
überplanmäßigen Beamten, durch Abſchaffung der Ueberführung
von Angeſtellten in das Beamtenverhältnis nach einer beſtimmten
Zahl von Jahren. Die Heraufſetzung der Altersgrenze wird nicht
unbeditgt empfohlen, weil ſie, obgleich dadurch fühlbare Erſpar=
niſſe
, im Ruhegehalt erzielt würden, erhebliche Unwirtſchaftlich=
keit
an anderen Stellen in ſich berge. Jedenfalls müſſe die Er=
höhung
der Altersgrenze mit der Möglichkeit der Zwangspenſio=

Mittwoch, den 2. April 1930

Wegen der erheblichen Arbeitsüberlaſtung des Reichsgerichtes hat
ſich die Gründung eines neuen Zivilſenates erforderlich
gemacht, der unter Zuziehung von Hilfsrichtern gebildet worden iſt
und am 1. Avril ſeine Tätigkeit unter der amtlichen Bezeichnung als
IX. Zivilſenat aufgenommen hat.
Der Geſetzgebungsausſchuß des thüringiſchen
Landtags verabſchiedete in zweiter Leſung das Schul=
aufbaugeſetz
das mit den Stimmen der Bürgerlichen, mit Aus=
nahme
der Deutſchnationalen, die im Ausſchuß nicht vertreten ſind,
gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommuniſten angenom=
men
wurde.
Im ſächſiſchen Landtag wurde der kommuniſtiſch
Antrag auf Landtagsauflöſung in zweiter Leſung gegen
die Kommuniſten und Nationalſozialiſten abgelehnt. Es herrſchte
große Erregung im Hauſe und auf den Tribünen. Präſident Weckel er=
teilte
mehrere Ordnungsrufe und drohte mit Räumung der Tribünen.
Der engliſche Premierminiſter Macdonald erklärte im
Unterhaus auf verſchiedene Anfragen, daß England nicht die Ab=
ſicht
habe, ſich an einem Mittelmeerpakt zu be=
teiligen
.
Bei einer Kundgebung für den paſſiven Widerſtand kam es in
Kalkutta zu blutigen Zuſammenſtößen. Nach einem
vergeblichen Verſuch, die Demonſtranten zu zerſtreuen, gab die Polizei
mehrer Schüſſe in die Menge ab. Nach den bisherigen Feſtſtellungen
wurde ein Inder erſchoſſen, und vier europäiſche Unteroffiziere wurden
verletzt.

nierung verbunden werden; mit letzterer würde aber eine be=
trächtliche
Verwaltungsarbeit verknüpft ſein. Richtiger wäre
deshalb der Ausbau der ſchon beſtehenden Vorſchrift, daß voll
brauchbare Beamte auch über das 65. Lebensjahr hinaus im
Dienſt behalten werden könnten.
Von den ſtaatlichen Sozialverſicherungen will das Gutachten
die Betriebskrankenkaſſe durch Verwaltungsmaßnah=
men
wirtſchaftlicher geſtaltet, die Beamtenkrankenkaſſe
aufgehoben und den Zuſchuß zu der Verſicherungsanſtalt
für gemeindliche Beamte beſeitigt haben. (Letzteres
iſt ein Punkt des Sofortprogramms geworden.)
Bei der Oberrechnungskammer ſollen durch Gebüh=
renerhöhungen
und Organiſationsänderungen und eventuell
durch Uebertragung der Prüfung der Gemeinde und Kirchen=
rechnungen
auf die Kreisämter Erſparniſſe gemacht werden.
Der Verwaltungsgerichtshof ſoll einer anderen
Behörde räumlich angeſchloſſen, das Staatsarchiv mit der
Landesbibliothek in Verbindung gebracht werden.
Speotator.
Eine außerordenklich wichkige Reichs=
gerichtsentſcheidung
:
Gewerkſchafken bei Verlehzung der karifverkraglichen
Friedenspflicht ſchadenerſahpflichtig.
Der Deutſche Induſtrieſchutzverband, Dresden, ſchreibi uns:
In der ſeit beinahe ſechs Jahren ſchwebenden Schadenerſatz=
klage
unſerer Mitgliedsfirma Steinkohlenwerk Floreniin Kaeſt=
ner
u. Co., Reinsdorf bei Zwickau gegen den Bergarbeiter= Ver=
band
den Metallarbeiter=Verband, den Zentralverband der Ma=
ſchiniſten
und Heizer und den Chriſtlichen Bergarbeiter=Verband
hat nunmehr das Reichsgericht im Urteil vom 18, 3. in endgül=
tiger
Entſcheidung des Rechtsſtreites die Schadenerſatzpſlicht der
Gewerkſchaften bei ſchuldhafter Verletzung der tarifvertraglichen
Friedenspflicht feſtgeſtellt, die beklagten Gewerkſchaften als Ge=
ſamtſchuldner
zum Erſatze des dem beſtreikten Betriebe erwach=
ſenen
Schadens verurteilt.
Durch einen für verbindlich erklärten Schiedsſpruch war im
Mai 1924, die Geltung der bis dahin im Zwickau=Oelsnitzer
Steinkohlen=Revier beſtehenden Arbeitszeitregelung bis zum 31.
Juli 1924 verlängert worden. Die Bergarbeiter verweigerten
aber trotz der Verbindlicherklärung die Befolgung des Schieds
ſpruches, verlangten Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde
und traten hierwegen in einen mehrere Monate dauernden Streik.
Die tarifvertragliche Pflicht, auf die Arbeiter dahin einzuwir=
ken
, daß dieſe das rechtswidrige Verhalten unterließen, wurde
von den Gewerkſchaften nicht erfüllt, viehmehr iſt das Vorgehen
von ihnen unterſtützt und ſind die Arbeiter im Beharren auf
ihren rechtswidrigen Standpunkt beſtärkt worden.
Nachdem nunmehr die Schadenserſatzpflicht der Gewerkſchaf
ten grundſätzlich feſtgeſtellt iſt, dürfte damit zu rechnen ſein, daß
auch die übrigen beſtreikten Kohlenwerke in gleicher Weiſe Scha=
denerſatzanſprüche
geltend machen.

Die Linke bringk zwei Mißkrauensankräge en.
Entſcheidung bei den Deutſchnakionalen. Bo.
Auseinanderfallen der Deukſchnakionalen Parke.
Mit ihrer Regierungserklärung hat die Regierung Brünin.
nun volle Klarheit geſchaffen. Der Reichstag weiß, daß
es um ſein eigenes Schickſal geht, wenn er der Re=
gierung
in den Arm fällt. Ob die Drohung etwas helfen wird?
Niemand vermag das zu ſagen, obwohl die Regierung ſelbſt
einen ſtarken Optimismus zeigt. Die Sozialdemokraten
haben ſich freilich ſehr beeilt, ihr einen Korb zu geben. Sie haben
gegen 15 Stimmen beſchloſſen, ein unmotiviertes Miß=
trauensvotum
gegen das Kabinett einzubringen,
ebenſo wie die Kommuniſten, ſo daß alſo das Aneinandervo= bei=
ſtimmen
durch wechſelnde Mehrheiten zur Unmöglichkeit wird.
Die Entſcheidung liegt damit bei den Deutſchnatio=
nalen
. Bekennen ſie ſich zu einem unmotivierten Mißtrauens=
votum
, dann iſt die Niederlage der Regierung in dieſem Reichs=
tag
entſchieden. Ein motiviertes Mißtrauen würde wohl ſchon
genügen, daß ein Teil der Fraktion abſpringt und das ſozial=
demokratiſche
Mißtrauensvotum niederſtimmen hilft. Der offi=
zielle
Parteiapparat behauptet zwar, daß den Deutſchnationalen
die Entſcheidung ſchwer fallen werde, daß ſie unter allen Um=
ſtänden
gegen die Regierung ſtimmten. Aber die Tatſachen reden
doch eine etwas andere Sprache. Die Deutſchnationalen haben
beantragt, die Ausſprache über die Regierungserklärung möge
auf den Donnerstag verſchoben werden. Gegen ihren Wunſch
ſoll ſie ſchon am Mittwoch ſtattfinden. Die Deutſchnationalen
haben alſo offenbar Zeit gewinnen wollen, um bei ihren Lan=
desorganiſationen
herumzuhören, die zu rebellieren beginnen.
In der Fraktion ſetzt das Ringen Hugenbergs gegen
Graf Weſtarp noch einmal mit aller Kraft ein. Die Frage,
ob die Deutſchnationalen bedingungsloſe Oppoſition treiben oder
zu poſitiver Mitarbeit bereit ſind, ob ſie wenigſtens dem Kabi=
nett
eine Chance geben ſollen, kann wie ſie auch entſchieden
wird den Bruch der Partei bedeuten, weil Herr
Hugenberg mit dem Kampf gegen jede Regie=
rung
, in der die Deutſchnationalen nicht maß=
gebend
ſind, ſich ſoweit feſtgelegt hat, daßer auch
nur eine Duldung dieſer Regierung als eine
ſchwere perſönliche Niederlage empfinden
müßte.
Auf der anderen Seite aber ſind die landwirtſchaftlichen Ge=
genden
daran intereſſiert, daß die Deutſchnationalen dem veuen
Kabinett einen gewiſſen Spielraum von einigen Monaten geben.
Es wird erzählt, daß die pommerſche Landesorgani=
ſation
bereits erklärt hat, ſie würde geſchloſſen
aus der Partei abwandern, wenn die Regie=
rung
ſofort geſtürzt werden ſollte. Es wird alſo
nicht ganz einfach ſein, die Fraktion ſo zu führen, daß ſie ohne
ſchweren Schaden in ihrem Beſtande aus dieſer Sache heraus=
kommt
. Verſuche ſcheinen im Gange zu ſein, einen Antrag vor=
zubereiten
, der die Regierungserklärung zur Kenntnis nimmt
und über alle anderen Anträge, zur Tagesordnung übergeht.
Wenn dieſer Antrag mit deutſchnationaler Unterſtützung ange=
nommen
würde, wäre die Auflöſung vermieden. Aber auch die
Bedeutung für die Politik Hugenbergs wäre ein Miß=
erfolg
, den er baum mehr tragen kann. Wahrſcheinlich alſo
daß die Deutſchnationalen, die am Dienstag nachmittag bereits
mit ihren Beratungen begannen, ſo raſch nicht zu einem Schluß
kommen werden, ſondern mit verfänglichen Fragen im Laufe der
Ausſprache der Regierung Fallen ſtellen wollen, vielleicht in der
Hoffnung, wenn ſie den Kampf in die Außenpolitik hinüberſpie=
len
, dadurch doch noch eine geſchloſſene Linie für die Fraktion
zu erreichen.
Das vorläufige Endergebnis der Bekriebsräkewahlen
im Ruhrbergbau.
Eſſen, 1. April.
Bei den Betriebsrätewahlen im Ruhrbergbau beteiligten
ſich der Gewerkverein Chriſtlicher Bergarbeiter in 185 Betrie=
ben
. In dieſen Betrieben wurden insgeſamt 277 426 Stimmen
abgegeben. Davon haben erhalten Gewerkverein Chriſtlicher
Bergarbeiter 77 392 (im Vorjahre 72 978), Freie Gewerkſchaften
118 569 (145 974), Polniſche Berufsvereinigung 294 (433), Ge=
werkverein
Hirſch=Dunker 3 809 (3 555), Kommuniſten und Syn=
dikaliſten
68324 (35 262), Gelbe 9032 (8034).

* Coſima Wagner .
Einem ſchon ſo oft totgeſagten, nach langem Leiden und hal=
ber
Bewußtloſigkeit, in den letzten Jahren nun plötzlich er=
loſchenen
Menſchenleben von höchſter Eigenartigkeit und ſellenem
Reichtum gilt es, ein tiefgefühltes Wort der Liebe, der Bewun=
derung
und Danlbarkeit nachzurufen.
Ein Leben voll Hingabe und großen Glückes, ein Leben des
Glaubens und der Weihe, aber auch ein Daſein der Gcſtaltung
in der praktiſchen Welt, das Daſein einer Perſönlichkeit von
hohem Wollen und Können hat in ſeiner körperlichen Geſtalt das
allem Irdiſchen vorgezeichnete Ende gefunden. Sein Inhali wird
unter uns bleiben, gegenwärtig allen denen, die mit dem Worte
Bayreuth einen lebendigen Begriff verbinden, denen dieſe Stätte
Wagnerſcher Kunſt mehr iſt als irgendeine Beſonderheit unter
den Theatern.
Wie die Schönheit und Hoheit in Antlitz und Geſtalt das
Auge bei Betrachtung der Bilder Coſima Wagners als Mäd=
chen
, als junge Frau und als Herrin des Hauſes Wahnfried
immer wieder mit Bewunderung erfüllt, ſo erfaßt Dankbarkeit
und Liebe den Verehrer Wagnerſcher und überhaupt deutſcher
Bühnenkunſt, wenn er ſeine Gedanken dem kunſterzieheriſchen
Wirken dieſer Frau zuwendet.
Welche Fülle der Fähigkeiten zeichnete ſie aus! Wie voll=
ſtändig
hat ſie Wagner verſtanden vielleicht als einzige
Frau , ihn angeregt und beglückt, wie hat ſie ihn durch Teil=
nahme
an allen praktiſchen Arbeiten beim Werden des Bay=
reuther
Feſtſpielwerkes unterſtützt und mehr und mehr die
Hauptlaſt der Repräſentation auf ſich genommen! Welchc Ideen=
und Schafſenskraft hat ſie vor allen Dingen aber nach dem Tode
des Meiſters entfaltet, als ſie die Einzige war, die die Feſtſpiele
retten, ihren beſonderen, auf alle Bühnen Deutſchlands wirken=
den
Stil nach dem Willen Wagners erſt aus den Anfängen her=
aus
weiter entwickeln und ſie zu glanzvoller Höhe führen konnte.
Wer die ſchwere Aufgabe kennt, mit einer ſo großen Zahl
darſtellender Künſtler zu verhandeln, jeden richtig zu nehmen
ihn an die rechte Stelle zu ſetzen und dem Ganzen als treues,
verſtändiges, nur dem Werke dienendes Glied einzuordnen, wer
ahnt, welche unendliche Mühe es gekoſtet haben muß, den Egois=
mus
aller Stars hier am Feſtſpielorte mit ſeiner in der Oper
ganz neuen Idee vom Bühnenkunſtwerk auszuſchalten, der erſt
hat einen Begriff von den Vorausſetzungen, die die einzigartige
Regietätigkeit dieſer Leiterin erforderte.
Man muß wohl vom Gegenwartsempfinden ausgehen, um

dieſe Seite des nicht nur nachſchaffenden Wirkens, der großen
Frau richtig zu kennzeichnen! Denke ich an Wagners leiden=
ſchaftlichſtes
und wohl wunderſamſtes Werk, an Triſtan und
Jſolde, ſo befällt mich noch mehr als ſonſt eine Angſt vor dem
Theater. Ich könnte dieſes Kleinod herrlichſter künſtleriſcher See=

lenformung in tauber Tradition gewöhnlichen Geſchehens oder
in einer weſensfremden Klügelei, in gewolltem Verſuch, wo
nichts zu verſuchen iſt, an mir vorübergehen laſſen müſſen, ſtatt
das Drama in hingebungsvoller Erfüllung des doch alle Aus=
legungskünſte
ſo himmelweit überragenden Meiſterwillens von
Menſchen, die in ſich erleben, was hier von einem ganz Großen
gefühlt wurde, geſtaltet zu ſehen und zu hören. Statt die Wie=
dergabe
dieſes hohen Kunſtwerkes aus der erfüllten Hingabe von
Menſchen auf mich wirken zu laſſen, die in der Aufführung ſelbſt
Dichtung, Muſik und Sehnſucht werden! So verſteht mon das,
was es in Bayreuth gerade am Triſtan in den achtziger Jahren
zuerſt von innen heraus zu geſtalten, in beinahe greifbare Dra=
matik
zu gießen galt.
Alle Größe kommt von Treue. Und die Größe Coſima
Wagners liegt vor allem in ihrer Treue gegenüber der Idee vom
großen deutſchen Geſamtkunſtwerk, ihrer Treue zum Bayreuther
Gedanken.

Dieſer Bayreuther Gedanke, den die nun Verſtorbene ſ.
überzeugt vertrat, iſt der deutſche Gedanke in der eigenartigen,
weltweiten Formung Richard Wagners, Uraltes und ganz Neues
Leben aus der Tiefe eigenen Gewordenſeins. Auf die Kunſt be
zogen das Gegenteil von dem, was die glaubensloſe Gaffet
menge der eleganten Welt zu faſſen verwag, und etwas, den
der Patriotismus der Aeußerlichkeiten niemals nahekommt.
Aber Coſima Wagner kam aus jener eleganten Welt, i
der ihr Vater ausübender Künſtler mit göttlicher Verehrung war,
Doch wie Franz Liſzt ſein leidenſchaftliches Temperament und
ſeine allumfaſſende Muſikalität hinwegtrug über die Banalitä
der Großſtadt, ſo erlebte ſein hochbegabtes Kind aus glühende
innerer Kraft der Liebe ein Werden, dem an der Seite Wagner
die Vollendung wurde. Durch des Bayreuther Meiſters Umgan
und ſeine Schriften und Werke drang ſie in das deutſche Weſei
ein, deſſen Ewigkeit das Schaffen Wagners alkeine galt. I
Nachruf für Gobineau zeigt uns, wie ſehr ſie bald mit dem Re
generationsgedanken verwachſen war, dieſem Kern einer wuche
haften deutſchen Lebensauffaſſung, fern allem äſthetiſierende
Verfall.
Und doch war der ſo überaus glücklich Beanlagten auch di
nun einmal ſo wichtige Fähigkeit gegeben, in der Geſellſcha
des äußeren Glanzes, ohne die die Feſtſpiele heute noch nie
(und vielleicht weniger denn je) beſtehen können, als liebenswü
dige, allbewunderte Fürſtin der deutſchen Gralsburg der Kun
zu repräſentieren und um der Sache willen auch hier jeden z
nehmen, wie er genommen werden muß.
Herwegh hatte der jungen Frau einſt ins Album geſchrieben
Auf jedes Menſchen Angeſicht
Liegt leiſe dämmernd ausgebreitet
Ein ſanfter Abglanz von dem Licht
Des Sternes, der ſein Schickſal leitet:
Der Genius der Harmonie
Wird Dich mit ſeinen Wundertönen
Umrauſchen und Du wirſt Dich nie
Mit der verſtimmten Welt verſöhnen.
Es gab und gibt ſicher vieles, allzu vieles, mit dem ſich di
hochbedeutende Frau, eine der größten, die je gelebt haben,
ſtimmt nie verſöhnen oder auch nur abfinden konnte. Durch ih
Liebe zum Ewigſchönen, durch ihre Treue zur Idee und duß
die Kraft ihres Willens hat ſie aber gewiß dazu beigetragen, d
Welt des nach Innerlichkeit ſtrebenden Menſchen manche 9
harmonie zu nehmen und ihn durch wunderſame, aus ihrer Hal
verſchenkte Töne glücklich zu machen.
Dr. Werner Kult

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ausführ
ſter für
Anträge
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[ ][  ][ ]

Nummer 92

Mittwoch, den 2. April 1930

Seite 3

Debatte um die Aufhebung des Miniſteriums. Die Abſtimmung verkagl.

Die Sihung des Finanzausſchufſes.
* Der Finanzausſchuß des heſſiſchen Landtages begann
geſtern mit der Beratung des Haushaltes des Miniſteriums für
Arbeit und Wirtſchaft. Der Haushalt zeigte in ſeinen 24 Einzel=
kapiteln
an Einnahmen 2 601070 RM., an Ausgaben 8824 460
RM., alſo einen Zuſchuß von 6 223 390 RM.
Entſprechend dem neugefaßten Beſchluß des Ausſchuſſes be=
gann
heute die Generalausſprache, zu der auch die nicht
dem Ausſchuß angehörenden Antragſteller geladen waren, die
ausführlich ihre Abänderungsvorſchläge begründeten. Der Mini=
ſter
für Arbeit und Wirtſchaft, Korell, erklärte auf verſchiedene
Anträge, die ſich mit einer weiteren Stundung von Hagel=
krediten
, vermehrten Zuſchüſſen an Klein= und
Sozialrentner uſw. befaßten, daß es zurzeit unmög=
lich
ſei, dieſen Anträgen nachzukommen. Er werde die Wünſche
im Auge behalten und bei einer Beſſerung der finanziellen Ver=
hältniſſe
des Landes auf ſie zurückkommen.
Bei der nun folgenden Beratung des Kapitels 75,
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft, das an
Einnahmen 1 200 RM. und an Ausgaben 525 022 RM., (107 160
RM. mehr als im Vorjahre) vorſieht, legte der Miniſter die un=
bedingte
Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Miniſteriums
dar. Das Reſſort ſei mit einer Reihe von Aufgaben be=
traut
, denen heute beſondere Bedeutung zukomme. Ein Teil
von Aufgaben, die eigentlich dieſem Reſſort zufielen, würden noch
vom Miniſterium des Innern erledigt. Die Entwicklung unſerer
Wirtſchaft und die Geſtaltung der Arbeiter= und Angeſtelltenver=
hältniſſe
bedürfen ſtändig ſorgfältiger Beobachtung und ange=
ſichts
der Verſchärfung der Gegenſätze in der Wirtſchaft und in
der ſozialen Struktur des Volkes einer ausgleichenden Hand zur
Vermeidung von Schädigungen des Gemeinwohles.
Die volksparteilichen Vertreter beantragten, mit
Nückſicht auf die Finanzlage des Landes
das Miniſkerium aufzuheben
und ſeinen Aufgabenbereich wieder dem Innenminiſterium an=
zügliedern
mit der Maßgabe, daß Bodenverbeſſerung und Waſſer=
verſorgung
auf das Finanzminiſterium übertragen werden ſollen.
Das Beiſpiel des größeren Baden zeige, daß eine Verminderung
der Miniſterien wohl möglich iſt. Die Uebertragung der
Arbeiten der Kulturbauämter in der Feldbereinigung auf das
Finanzminiſterium ſei zweckmäßig, um eine einheitliche Organi=
ſation
des Vermeſſungsweſens durchführen zu können. In der
gleichen Zeit, da man der Bevölkerung durch das Sofort=
Sparprogramm außerordentliche Laſten aufer=
lege
, dürfe man an den Zentralbehörden nicht vor=
beigehen
. Hier befinde ſich die Volkspartei in guter Geſell=
ſchaſt
des Reichsſparkommiſſars, der in der gleichen
Weiſe die Aufhebung des Miniſteriums empfohlen habe. Die
volksparteilichen Vertreter betonten, daß es ſich hier nicht um
einen perſönlich gerichteten, ſondern durchaus ſach=
lich
begründeten Antrag handele in Konſequenz der ſeit=
her
von der Volkspartei eingenommenen Haltung. Die Aufgaben=
übertragung
vieler Geſchäfte von der Zentrale auf die Lokal=
behörden
ſei ein gangbarer Weg, um Erſparniſſe zu machen. In
der Feldbereinigung, dem Vermeſſungsweſen und der Fürſorge
beſtünden ja heute in der Zentrale ſchon Doppelſtellen.
Der Landbund beantragt einen allgemeinen Stellenabbau,
der etwa 25 Prozent aller Stellen vom Miniſterialdirektor bis
zu den Amtsgehilfen auf den Inhaber ſetzen will. Auch ſoll die
Regierung Auskunft geben über die ſeit 1924 zur Verteilung ge=
laugten
außerhalb der regelmäßigen Steuerüberweiſungen
Heſſen zugewieſenen Reichsmittel für Landwirtſchaft, Handel und
Gewerbe. Der volksparteiliche Antrag auf Aufhebung des Wirt=
ſchafts
= und Juſtizminiſteriums ſei ein politiſcher Antrag, der
der Regierung als Material für die kommenden Koalitionsver=
handlungen
zugewieſen werden möge.
Miniſter Korell
erklärte, daß er ſich zu dem Antrag der Volkspartei nur mit
allergrößter Zurückhaltung äußern könne, weil davon ſeine Per=
ſon
zu ſtark betroffen werde. Die Begründung, daß die Zahl

der Miniſterien in anderen deutſchen Ländern eine
Aufhebung des Arbeits= und Wirtſchaftsminiſteriums rechtfertige,
treffe nicht zu. Tatſache iſt, daß in Württemberg 5 Mini=
ſter
und 1 Miniſter ohne Portefeuille vorhanden ſind, wobei die
vor einigen Monaten erfolgten kolalitionspolitiſchen Abmachun=
gen
eine gewiſſe Rolle geſpielt haben, an denen die Deutſche
Volkspartei nicht unbeteiligt war. Baden hat 4 Miniſterien
(3 Miniſter und 1 Miniſter ohne Portefeuille), Thüringen,
ein Land von ungefähr derſelben Größe wie Heſſen, hat 5 Mini=
ſterien
(3 Miniſter und 5 Miniſter ohne Portefeuille), Braun=
ſchweig
, halb ſo groß wie Heſſen, hat 6 Miniſterien (mit 8
Miniſtern), Oldenburg mit 545 000 Einwohnern hat 3 Mini=
ſterien
(3 Miniſter), Mecklenburg=Schwerin hat 5 Mini=
ſterien
(3 Miniſter), obwohl es mit 674 000 Einwohnern nur halb
ſo groß iſt wie Heſſen. In Heſſen beſteht kein Ueberfluß an
Miniſterien. Man kann ſich ſehr wohl denken, daß das Arbeits=
und Wirtſchaftsminiſterium beſeitigt werden könnte, aber dann
zu einem Zeitpunkt, wo die ſozialen Fragen nicht mehr ſo
brennend ſind wie im Augenblick. Heute iſt dieſes Miniſterium
das Miniſterium der Not, nicht nur der ſozialen Not,
ſondern auch der Wohnungsnot und der Wirtſchaftsnot. Die
Volkspartei mag entſcheiden, ob ſie es verantworten zu können
glaubt, gerade jetzt im Höhepunkt der Not das Arbeits= und
Wirtſchaftsminiſterium aufzuheben. Im letzten Jahre ſind 60 000
Einläufe bearbeitet worden, alſo kaum weniger als im Innen=
miniſterium
, das zuſammen mit der Geſundheitsabteilung 63000
Einläufe zählte. Im gleichen Jahre ſind zur perſönlichen Rück=
ſprache
bei dem Arbeitsminiſter 1 793 Perſonen erſchienen. Außer=
dem
ſind noch durch den Miniſter bzw. ſeinen Sekretär 1928 883,
1929 875 perſönliche Geſuche erledigt worden. Es handele ſich
hier nicht um perſönliche Arbeitsleiſtung, aber dieſe Statiſtik ſei
das Barometer für die Notlage draußen im
Lande. Der Antrag des Landbundes wegen der Stellenein=
ſparungen
komme in der Wirkung dem volksparteilichen Antrag
gleich. Würde er durchgeführt, ſo gliche, um es draſtiſch auszu=
führen
, das Miniſterium einem gerupften Gickel, der keine Federn
zum Fliegen mehr hätte. Im übrigen ſei für die Einſparun=
gen
an Stellen vom Miniſterium aus bereits
alles getan, was verantwortlich im Rahmen des ganzen
Reſſorts getan werden könne. Insgeſamt werden 15 Akademiker=
ſtellen
auf Inhaber geſetzt, von Nichtakademikern 17 bzw. 47 mitt=
lere
und untere Beamte, wenn der Vorſchlag der Aufhebung des
Landgeſtüts angenommen wird. Ueber die Verwendung der
Reichsmittel will der Miniſter durch den Referenten Auskunft
geben laſſen, bittet aber um vertrauliche Behandlung.
Von ſozialdemokratiſcher Seite wurde der volks=
parteiliche
Antrag abgelehnt, da er keine weſentlichen Ein=
ſparungen
bringe. Die Beamten des Miniſteriums würden ja
dann einfach dem Innenminiſterium unterſtellt. Die Vereinigung
des Vermeſſungsweſens mit dem Finanzminiſterium ſei notwen=
dig
und könne ohne weiteres durchgeführt werden. Um die Zen=
trale
nicht völlig lahmzulegen, müſſe bei dem Abbau, worüber
für die Sozialdemokratie das letzte Wort noch nicht geſprochen
ſei, mit Vernunft vorgegangen werden. Im gegenwärtigen
Moment müſſe das Miniſterium ein beſonderes Augenmerk der
Belebung der Wirtſchaft und damit des Arbeitsmarktes zu=
wenden
.
Auch der Zentrumsvertreter wandte ſich gegen die
Aufhebung des Miniſteriums, da der Antrag der D.V.P. rein
politiſch ſei und keine Einſparungen bringe. Ueber die Einſpa=
rungen
in der Zentrale werde noch geſprochen werden.
Die Abſtimmung über die verſchiedenen Anträge wurde auf
heute Mittwoch berſchoben.

* Orpheum.
Edgar=Wallace=Premiere. Gaſtſpiel der Berliner Senſations=
Bühne.
Im Orpheum wurden gerade in der letzten Zeit eine Reihe
unterhaltender und ſpannender Bühnenſtücke aufgeführt. Mit dem
Kriminalſtück Der Mann, der ſeinen Namen än=
derte
von Edgar Wallace, das geſtern abend von dem En=
ſemble
der Berliner Senſationsbühne erſtaufgeführt wurde,
wurde wiederum ein ſtarker Erfolg erzielt, und zwar ein ähn=
licher
Erfolg, wie ſeinerzeit mit dem Kriminalſtück Der Hexer
Wallace verſteht es, unerhörte Spannungen zu ſchaffen, einzu=
dringen
nicht nur in die Pſychologie des Verbrechers in jeder
Form, ſondern auch die geheimſten menſchlichen Inſtinkte zu er=
kennen
, zu erfaſſen und richtig zu zeichnen. Und durch dieſe
Fähigkeit erreicht er, daß überreizte Nerven im Spiel wie im
Zuſchauerraum phantaſtiſche Kombinationen über den Ausgang
ſeiner Bühnenſtücke, hier über den mutmaßlichen Verbrecher, an=
ſtellen
laſſen. Im Spiel gewollt, denn in der Handlung des
Stückes wird bis zum Schluß das Geheimnis des großen Un=
bekannten
gewahrt. Anita Clive, die mondäne Frau des Groß=
grundbeſitzers
, erkennt den Verbrecher nicht. Bei den Zu=
ſchauern
ſind dieſe Kombinationen ungewollt, zwangsläufig,
denn unwillkürlich glaubt man den Verbrechertyp erkannt zu
haben, um dann bald wieder von der Unwahrſcheinlichkeit ſeiner
Anſicht überzeugt zu ſein. So ſchwankt die Meinung nach der
inen und anderen Seite, die Spannung wird bis zum Schluß
auf der Höhe gehalten, bis endlich Die Maus in der Falle iſt
die Löſung des Rätſels keinem recht gibt. Die Zuſchauer wer=
den
im Intereſſe der Beſucher gebeten, über den Inhalt des
Stückes, bzw. die Löſung, Stillſchweigen zu bewahren, lautet
ine Anmerkung des Programms, und um den Beſuchern dieſe
Spannung nicht zu nehmen, wollen auch wir, die Pointe nicht
erraten.
Das Enſemble ſpielt erſtmalig in Darmſtadt zuſammen. Es
nuß anerkannt werden, daß ſich alle Mitwirkenden in den Geiſt
es Stückes ausgezeichnet hineingeſpielt haben und ihre Rollen
ebensecht und ſehr wirkungsvoll durchführen. Da iſt zunächſt
Ziggi Clewe als Frau Anita zu nennen, eine charmante, tem=
eramentvolle
Frau, eine Künſtlerin, die als Gattin und lie=
ende
Frau alle Gefühle und Erlebniſſe in Mimik und Spiel
o wiederzugeben verſteht, daß ſie ungekünſtelt einfach, lebendig
rſcheinen und dadurch ihr Spiel packt und mitreißt. Die
Tuggeſtive Kraft des Verbrechers ſchwebt über der ganzen Darſtel=
ung
. Paul Herm als Selby Clive ein hervorragender
öchauſpieler arbeitete ſtark den Gatten und Mann heraus,
ber deſſen Charakter uns der Zuſammenhang der Handlung

täuſchte. Otto Albrecht beherrſcht ausgezeichnet die ſchwere,
wechſelvolle Rolle des Jugendfreundes O’Ryan. Charakteriſtiſch.
traten daneben B. Roſen als Rechtsanwalt Miller, A. Engel
als Sir Whitcomte und G. Paulſen als Diener hervor.
Die Handlung vollzieht ſich in dem Gutshauſe Clives. Paul
Herm hat als Spielleiter in den Aufzügen die intereſſanteſten
und ſpannendſten Momente ausgezeichnet herausgearbeitet, das
Publikum folgte in erwartungsvoller Stille dem Spiel und ſpen=
dete
am Schluß der Aufführung lebhaften, wohlverdienten
* *
Beifall.

Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Darmſtadt: Rektor und Senat der Techniſchen Hochſchule haben dem
urd. Profeſſor der Ingenieurwiſſenſchaften und Vorſtand des Bautech=
uiſchen
Laboratoriums an der Techniſchen Hochſchule in München Dipl.=
Ing. Heinrich Spangenberg in Anerkennung ſeiner hervorragen=
den
Verdienſte um die Konſtruktion und Ausführung weitgeſpannter
Maſſivbrücken die Würde eines Dr.=Ing. Ehrenhalber verliehen.
Frankfurt a M.: Der Privatdozent für innere Medizin in der
mediziniſchen Fakultät Dr. Paul Spiro iſt beauftragt worden, in der
genannten Fakultät die Lungentuberkuloſe in Vorleſungen und Uebun=
gen
zu vertreten. Der a. v. Profeſſor für Soziologie in der wirt=
ſchafts
= und ſozialwiſſenſchaftlichen Fakultät Dr. Gottfried Salomon
iſt beauftragt worden, in der genannten Fakultät die franzöſiſche Staats=
und Geſellſchaftskunde in Vorleſungen und Uebungen zu vertreten.
Heidelberg: Ernannt wurde Profeſſor Dr. Richard Hartmann
zum ordentlichen Profeſſor der orientaliſchen Philologie an der Uni=
verſität
Göttingen als Nachfolger des Geheimrats M., Lidzbarski.
München: Ernannt wurde Profeſſor Dr. Georg Hohmann zum
ordentlichen Profeſſor der orthopädiſchen Chirurgie an der Univerſität
Frankfurt a. M., als Nachfolger von Profeſſor K. Ludloff.
Kiel: Der Ordinarius für deutſches bürgerliches und Handelsrecht
Dr. Karl Auguſt Eckhardt ſcheidet zum 1. April 1930 aus dem
preußiſchen Staatsdienſt. Dr. Eckhardt übernimmt den an der Berliner
Handelshochſchule neu errichteten Lehrſtuhl für Privatrecht und Ver=
kehrsrecht
.
Heidegger nach Berlin berufen. Wie der amtliche Preußiſche
Preſſedienſt mitteilt, hat der preußiſche Kultusminiſter den Ordinarius
für Philoſophie in Freiburg i. B., Profeſſor Martin Heidegger, an die
Berliner Univerſität berufen. Heidegger iſt Nachfolger auf dem ſeit
vielen Jahren verwaiſten Lehrſtuhl des verſtorbenen Ernſt Troeltſch.
Mit der Neuernennung hat Kultusminiſter Grimme den jahrelangen
Streit um die Neubeſetzung des Lehrſtuhls in durchaus anerkennens=
werter
und ſachlich begründeter Weiſe gelöſt. Martin Heidegger, ein
Schüler Huſſerls, iſt einer der markanteſten und originellſten Köpfe der
jüngeren Philoſophengeneration. Augenſcheinlich iſt bei ſeiner Be=
rufung
der Gedanke maßgebend geweſen, daß der preußiſche Kultus=
miniſter
, der ebenfalls ein Huſſerl=Schüler iſt, der neuen phänomeno=
logiſchen
Richtung in der Philofophie nun auch in der Reichshauptſtadt
Raum gewähren will.

Zum Beſuch Dekerdings in Paris.
Vermukungen der Pariſer Preſſe.
EP. Paris, 1. April.
Der geſtrige, bereits kurz gemeldete Beſuch des eng=
liſchen
Petroleumkönigs Deterding hat in den
Abendſtunden zu mancherlei Gerüchten Anlaß gegeben, die heute
morgen in einem Teil der Preſſe ihren Niederſchlag finden.
Der Matin macht in geheimnisvoller Weiſe eine Andeu=
tung
auf eine offiziöſe Unterſuchung der franzöſiſchen Gerichte
und meint damit die Kutjepow=Affäre.
Der Excelſior wird deutlicher, indem er ſchreibt, es ſei viel=
leicht
nicht unnütz, bei dieſer Gelegenheit daran zu erinuern, in=
dem
man ſich auf die Zeitungen und Broſchüren der letzten Jahre
ſtützt, daß Deterding insbeſondere ſeit 1927 eine unverhüllte
Aktion bei den europäiſchen Regierungen unter=
nahm
, um ſie zum Abbruch der wirtſchaftlichen
Beziehungen zu Rußland zu beſtimmen.
Kommenkare in polikiſchen Kreiſen.
Die Reiſe des engliſchen Petroleummagnaten Sir Henry
Deterding nach Paris und ſein Beſuch bei dem franzöſiſchen
Miniſterpräſidenten Tardieu wird in politiſchen Kreiſen viel
kommentiert. Es verlautet, daß der Hauptgrund dieſes
Beſuches die Frage der Ratifizierung der Kon=
vention
zwiſchen dem franzöſiſchen Staat und
der franzöſiſchen Petroleumgeſellſchaft von
Moſſul durch das franzöſiſche Parlament geiveſen
ſei. Dieſe Geſellſchaft, an der der franzöſiſche Staat ſtark betei=
ligt
iſt, wurde während der Kartellregierung und nach Anerken=
nung
der Sowjetregierung durch die franzöſiſche Regierung ge=
gründet
. Das Parlament hat bisher jedoch die Konvention zwi=
ſchen
der Geſellſchaft und dem franzöſiſchen Staat noch nicht ge=
nehmigt
. In politiſchen Kreiſen wird aber auch nicht
geleugnet, daß die Frage der franzöſiſch= ruſſi=
ſchen
Beziehungen, die durch die Affäre Kutjexow in ein
ſehr aktuelles Stadium eingetreten iſt, bei dieſer Unterredung
ebenſalls geſtreift wurde. U. a. ſoll Tardieu auch die Frage
der Petroleum=Verſorgung Frankreichs im
Falle des Abbruches der diplomatiſchen Be=
ziehungen
zu Rußland angeſchnitten haben. Deterding
habe dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten verſichert, daß er für
eine weitere Belieferung Frankreichs die Gewähr übernehme.
Zwei Miniſterien!
* Berlin, 1. April. (Priv.=Tel.)
Der Fall des Stahlwerkes Becker iſt wohl allgemein bekannt.
Das Unternehmen iſt wirtſchaftlich in ſchwerer Bedrängnis und
muß geſchloſſen werden, weil es ein Ding der Unmöglichkeit iſt,
die bisherige Verluſtwirtſchaft fortzuſetzen. Nun hat die Beleg=
ſchaft
Arbeiter und Angeſtellte ſich bereit erklärt, auf einen
Teil ihres tariflichen Einkommens zu verzichten, um das Werk
am Leben zu erhalten und damit Arbeitsmöglichkeit zu haben.
Gegen dieſes Abkommen haben die ſozialiſtiſchen Gewerkſchaften
Einſpruch erhoben. Sie haben damit einen Strich durch die
Hoffnungen der Belegſchaft gezogen, die nunmehr zur Entlaſſung
kommt, weil das Werk ſtillgelegt wird. Dadurch geraten nicht nur
viele hunderte Familien in Not. Auch die Gemeinden, die vom
Stahlwerk Becker leben, werden mit ihrer Bevölkerung ſchwer
benachteiligt. Es lag alſo ein allgemeines und ſtarkes Intereſſe
vor, die Beſtrebungen der Arbeitnehmerſchaft des Stahlwerkes
zu unterſtützen. Zwei Miniſterien kamen in Frage, ſich dieſer
Angelegenheit anzunehmen. Zunächſt das Wirtſchaftsminiſterium,
das dafür zu ſorgen hat, daß die Wirtſchaft bei Kräften bleibt
und nicht zuſammenbricht. Es hätte alſo ſofort gegen das un=
glaubliche
Verhalten dieſer Gewerkſchaften Front machen müſ=
ſen
. Das iſt nicht geſchehen. Das Wirtſchaftsminiſterium ſteht
vielmehr auf dem Standpunkt, daß es ſich bei der Stillegung um
eine Rationaliſierungsmaßnahme handelt, was nur bedingt rich=
tig
iſt. Es beſtand die Möglichkeit, das Werk vor
der Stillegung zu bewahren, weil die Arbeit=
nehmerſchaft
in eine Lohnherabſetzung ein=
gewilligt
hatte. Im Reichswirtſchaftsminiſterium hat
man alſo den Dingen freien Lauf gelaſſen, was gerade nicht
für das Miniſterium ſpricht. Genau das Gleiche iſt beim Reichs=
arbeitsminiſterium
der Fall, das doch die beſtimmte Pflicht ge=
habt
hätte, die Arbeiterſchaft vor der Erwerbsloſigkeit zu be=
wahren
. Aber im Arbeitsminiſterium hat man keine Luſt, es mit
den Gewerkſchaften zu verderben, die hier Arbeitsloſigkeit kom=
mandiert
haben, obwohl ſie ſo tun, als wären ſie die einzigen
Verfechter der Intereſſen der werktätigen Maſſen. Das Reichs=
arbeitsminiſterium
erklärt ſchlicht und einfach, daß keine Veran=
laſſung
zum Eingreifen beſtehe, es ſei denn, eine der in Frage
kommenden Parteien rufe die Hilfe des Miniſteriums an.

Ap. Zwiſchen den Ufern. Erzählungen, Sagen und Legenden von
Lina Staab. Herausgegeben mit Unterſtützung des Pfälziſchen Ver=
bandes
für freie Volksbildung und des Literariſchen Vereins der Pfalz.
In Halbl. geb. 2,50 RM. Verlag Jul. Waldkirch u. Cie., m. b. H.,
Ludwigshafen a. Rh. Die Erzählungen und Sagen der pfälziſchen
Autorin wurzeln in ihrer pfälziſchen Heimat. Die Erzählungen Zwi=
ſchen
den Ufern. Die Heimkehr, Trauriges Schäferſpiel ſind Ka=
binettsſtücke
der Erzählungskunſt und, obwohl auf den tragiſchen Ton
geſtimmt, gemildert durch die Schönheit der Sprache und die auf all=
gemein
menſchlichen Motiven und Handlungen beruhenden Schickſale
der Perſonen. Die Legenden und Sagen ſind echt poetiſche Erzeugniſſe,
die in vergangene Zeiten führen. Als ein Gedicht in Proſa kann man
die ſchöne Legende vom Marienhaar bezeichnen. Ergreifend iſt die
Sage von dem rauſchenden Kelch, in der wie bei den anderen die hilf=
reiche
Mutter Gottes eine Hauptrolle ſpielt. Als Meiſterin des Stils
und der Stimmungsmalerei bewährt ſich die Verfaſſerin in der Sch.
derung der pfälziſchen Landſchaft und ihren Naturſchönheiten.
Ap. Lawrence H. Desberry: Im Schatten des elektriſchen Stuhls.
Roman. Aus dem amerikaniſchen Manuſkript überſetzt von Hervynia
zur Mühler (Merlin=Verlag, Baden=Baden).
Brutale Selfmademanmethoden amerikaniſchen Unternehmertums
auf der einen, proletariſch=revolutionäre Gärung auf der anderen Seite.
Das Geſpenſt des Bolſchewismus, aufgepeitſcht von dem Schatten Sak=
kos
und Vanzettis, erhebt ſich gegen den amerikaniſchen Kapitalismus,
zwingt ihn zu Konzeſſionen und fördert in unerbittlicher, zäher Kamp=
fesweiſe
die wetumſpannende Macht der Komintern. Der Titel des
Romans gründet ſich auf eine mit der Handlung in enger Beziehung
ſtehende aufregende Gerichtsſzene, in der ein wegen Mordes Angeklag=
ter
auf Grund von Indizienbeweiſen unſchuldig zum Tode durch den
elektriſchen Stuhl verurteilt, aber nachträglich rehabilitiert wird. Das
Buch iſt ein kraſſer Tendenzroman, ausgeſprochen auf amerikaniſch=
angelſächſiſche
Verhältniſſe zugeſchnitten. Die Handlung wickelt ſich,
ähnlich bolſchewiſtiſchen Propagandafilmen, in grellen Bildſtreifen ab,
deren Tempo und Spannung ſich überſteigern.
Ap. Felix Emmel: Die Raſende Landſchaft, Orientreiſe. Mit 24 ganz=
ſeitigen
Illuſtrationen. Verlag der Merkur=Buchhandlung Dr. Ekke=
hart
Staritz, Berlin W. 50. Ganzleinen 6 RM.
Das Buch gibt das lebendige Nacheinander einer Schnellreiſe durch
Italien, Griechenland, die Türkei, Kleinaſien, Paläſtina und Aegypten
wieder. Die Schnellreiſe, ſagt der Verfaſſer, iſt ein Kind unſerer Zeit.
Dem modernen Menſchen iſt nur noch die Schnellreiſe möglich mit
ihrer Fülle und ihrem Tempo. Sie hat eine doppelte Spielart: Das
Erraffen des räuberiſch Genießenden und das Schauen und Ausein=
anderſetzen
mit dem Gegebenen. In dieſem zweiten Sinne hat er im
Hochſommer 1927 eine ſchnelle Reiſe von wenigen Wochen in den vor=
deren
Orient gemacht. Der Einwand, daß eine ſolche Schnellreiſe ober=
flächlich
ſein muß, widerlegt er ſelbſt, indem er eine anſchauliche und
dramatiſch=lebendige Schilderung der Kulturwelt Italiens, Griechen=
lands
des Iſlams, Paläſtinas und Aeghptens gibt, die dem Buch ſeine
Bedeutung und ſeinen Wert als einem neuzeitlichen Reiſebuch und
geiſtigen Führer für Orientreiſende verleihen. Die ſchönen Abbildungen
bilden eine wünſchenswerte Ergänzung des Textes.

[ ][  ][ ]

Mittwoch, den 2. April 1930

Nummer 92

Zionemonferens und Sclerbune.
Die Rolle der franzöſiſchen Diplomakie.
Amerikaniſcher Druck auf England und Frankreich.
Von unſerem A.=Korreſpondenten.
Paris, 1. April.
Frankreich hat ſich ſcheinbar mit ſeinem letzten Vorſchlag in
London manche behaupten, auf amerikaniſchen Druck (2) hin
zu einer letzten Konzeſſion entſchloſſen. Denn für Frankreich han=
delt
es ſich um eine Konzeſſion, und viele Franzoſen werden ſich
nicht ſonderlich freuen, wenn die franzöſiſchen Wünſche in London
in Erfüllung gingen.
Es geht um die zukünftige Rolle und Bedeutung
des Völkerbundes: ob der Völkerbund ſich in engliſchem
oder in franzöſiſchem Sinne entwickeln ſoll. Um dieſen Preis
würde ſich Briand ſchweren Herzens zu einer Beſchränkung der
franzöſiſchen Flotte entſchließen. Aber für England bedeutet,
eigentlich mehr aus prinzipiellen Gründen, die Erfüllung der fran=
zöſiſchen
Wünſche ein großes Opfer.
Frankreich würde ſeine Flotte reduzieren, wenn England der
franzöſiſchen Auslegung des 16. Artikels des Völkerbundscovenants
zuſtimmen würde. Frankreich verlangt alſo, daß England ſich be=
reit
erkläre, an militäriſchen Sanktionen gegen einen Staat, der
einen Angriffskrieg beginnt, auf Anweiſung des Völkerbundsrates
teilzunehmen. Niemals wollten ſich die Engländer in dieſem
Punkte binden. Wenn ſie jetzt Frankreich nachgeben, dann wird
der Völkerbund tatſächlich über Sanktionsmöglichkeit verfügen.
Man macht in Frankreich übrigens kein Hehl daraus, daß
in dieſem Falle vielen beſonders die Möglichkeit eines
italieniſchen Angriffes auf Frankreich vor=
ſchwebt
. Die franzöſiſche Diplomatie erzwingt engliſche Garan=
tien
für alle Fälle. Man hat hier ein wunderbares Vertrauen zu
der Stärke jenes Englands, dem man diplomatiſch und manchmal
auch finanzpolitiſch ſo leicht beikommen kann
Man ſoll aber die Aenderung, welche in der Situation des
Völkerbundes durch die präziſe Auslegung des 16. Artikels ein=
treten
würde, nicht überſchätzen. Der Völkerbundsrat
müßte in einem präziſen Falle einſtimmig be=
ſchließen
, die militäriſchen Sanktionen zu empfehlen. Aller=
dings
hätte dann dieſe Empfehlung einen bindenden Charakter.
Und es iſt ſchwer, ſich vorzuſtellen, wie man in Genf im Falle
eines ernſten Krieges zur Einſtimmigkeit kommen könnte.
Für England iſt es ein großes Opfer ſeine bisherige Haltung
dem Völkerbunde gegenüber zu ändern. Für Frankreich bedeutete
eine auf dieſem Wege erzielte Garantie gegenüber einem ſagen
wir es frei heraus, italieniſchen Angriffe nicht viel. Es ſcheint,
daß jetzt in London alles im Zeichen des amerika=
niſchen
Druckes im Intereſſe des Anſehens der Konferenz
ſteht. Dieſer Druck wird aber auf England genau ſo ſtark aus=
geubt
wie auf Frankreich.

Japans Ankwork auf die amerikaniſchen Abrüſtungs=
vorſchläge
.
London, 1. April.
Nach zuverläſſigen Tokioter Meldungen kann es nun als
ſicher gelten, daß die neuen Weiſuwgen der japaniſchen Regierung
an die japaniſche Abordnung auf der Londoner Flottenkonferenz
im Laufe des Dienstag abend nach London abgehen werden.
Admiral Kato, der Chef des japaniſchen Flottenſtabes, erklärte
am Montag gegenüber Vertretern der japaniſchen Preſſe, daß er
es ablehnen müſſe, die Frage des künftigen Stärkeverhältniſſes
Japans gegenüber Amerika zu einer politiſchen Angelegenheit
zu machen, ſolange die Regierung nicht die endgültigen Beſchlüſſe
gefaßt habe.
Jadan wird die amerikaniſchen Vorſchläge unter zwei Vor=
behalten
annehmen: 1. Daß eine Uebereinſtimmung erzielt wird,
nach der Japan bei Abſchluß eines Vertrages mit den Vereinig=
ten
Staaten für die Dauer von fünf Jahren grundſätzlich an
ſeiner Forderung auf ein Stärkeverhältnis von 7:10 gegenüber
Amerika in der Klaſſe der 8=Zoll=Kreuzer feſthalten darf, 2. daß
Japan zwar die von Amevika vorgeſchlagene Tonnage an Unter=
ſeebooten
annimmt, ſich aber das Recht vorbehält, zur Beſchäfti=
gung
ſeiner Schiffswerften einen früheren Erſatz veralteter Boote
vorzunehmen. Beide Fragen werden nach Anſicht unterrichteter
Kreiſe in London keine ſehr erheblichen Schwierigkeiten bereiten.
Von amerikaniſcher Seite hat beſonders die letzte Erklärung
des Vorſitzenden des Flottenausſchuſſes des Repräſentanten=
hauſes
, Britton, große Beachtung gefunden, der darauf hinwies,
daß die Hoffnungen für einen Fünfmächte=Vertrag nun ſo gut wie
aufgehoben ſeien und ſtatt deſſen ein Dreimächtevertrag abge=
ſchloſſen
werden ſollte. Im Augenblick gehen die Verſuche noch
weiter, wenigſtens ein Abkommen in den techniſchen Fragen her=
beizuführen
und einen Sondervertrag der drei Flottenhaupt=
mächte
abzuſchließen.
Abreiſe der amerikaniſchen Marineſachverfkändigen.
Als ein Anzeichen für den baldigen Abſchluß der Londoner
Konferenz betrachtet man in Konferenzkreiſen die heutige Ankün=
digung
, daß die drei amerikaniſchen Marineexperten Moffatt,
Pringle und Yarnell am 12. April nach Amerika zurückkehren
werden. In offiziellen amerikaniſchen Delegationskreiſen wurde
jedoch betont, daß der Abreiſe der drei Sachverſtändigen keine Be=
deutung
beizumeſſen ſei, da ihre Expertenarbeiten auf der Kon=
ferenz
beendet ſeien.
In offiziellen engliſchen Kreiſen legt man heute wieder grö=
ßeren
Optimismus an den Tag und erklärte, daß eine Wendung
zum Beſſeren eingetreten ſei. Am heutigen Nachmittag fand
eine Unterredung zwiſchen Henderſon und Briand ſtatt, in der
die politiſche Seite der Konferenzprobleme weiter erörtert wurde.

Ronioliclerang in Ahuis=
Die gefährlichſte Klippe umſchiffk. Die Mehrheits=
frage
nach wie vor ungelöft.
A Paris, 1. April.
In der franzöſiſchen Innenpolitik ſpricht man jetzt von einer
gewiſſen Konſolidierung. Das Budget iſt votiert, und die Regie=
rungspartei
will darin einen Sieg erblicken. Tardieu iſt es tat=
ſächlich
gelungen, bei der Beratung des heikelſten Punktes ein
Vertrauensvotum zu erringen. Die Kredite für die neugeſchaf=
fenen
Miniſterien ſind votiert, und die gefährlichſteKlippe
iſt damit umſchifft. So wenig auch, objektiv geſehen, die da=
für
vorgeſehenen Summen im Staatshaushalt bedeuten, ſo iſt
es doch ſehr leicht, gerade in dieſem Punkt eine wirkſame Agi=
tation
vor den Maſſen zu entfalten. Die Oppoſition hat dieſe
Möglichkeit auch ſehr geſchickt auszunützen verſtanden.
Die Regierungsmehrheit ſechzig Stimmen war über
Erwarten hinaus ſtark. Das iſt um ſo bemerkenswerter, als die
Regierung bei dem Budget in Detailfragen, wo die Vertrauens=
frage
nicht geſtellt war, öfter in der Minderheit blieb.
Die Mehrheitsfrage iſt nach wie vor unge=
löſt
. Die Regierung Tarideu iſt noch immer Ueberraſchungen
ausgeſetzt. Aber man hofft jetzt im allgemeinen auf eine poli=
tiſche
Windſtille.
Großes Defizit im engliſchen Haushalt.
EP. London, 1. April.
Das engliſche Finanzjahr 1929/30 iſt geſtern mit einem Defi=
zit
von 14 523 263 Pfund Sterling anſtelle des von Churchill ver=
anſchlagten
Ueberſchuſſes von 4239 124 Pfund zu Ende gegan=
gen
. Das Defizit iſt teils auf erhöhte Arbeitsloſenunterſtützungen,
teils auf das Zurückbleiben verſchiedener Steuern hinter der
veranlagten Summe zurückzuführen. So iſt zum Beiſpiel die
Einkommenſteuer um zwölf Millionen Pfund hinter dem Vor=
anſchlag
zurückgeblieben. Anſtelle der von dem früheren Finanz=
miniſter
Churchill errechneten 31 Millionen Pfund für die Stem=
pelgebühren
ſind nur 25,5 Millionen eingegangen. Für dieſen
erheblichen Ausfall wird in der Hauptſache die Depreſſion der
engliſchen Wirtſchaft verantwortlich gemacht. Das neue Budget
Snowdens dürfte zuſammen mit dem Defizit des abgelaufenen
Finanzjahres um etwa 44 Millionen Pfund Sterling höher ſein
als das letzte Budget Churchills.

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[ ][  ][ ]

Nummer 92

Mittwoch, den 2. April 1930

Seite 5

Aus der Landeshauptfkadk.
Darmſtadt, den 2. April.
Neuordnung der Angeſtellkenvermikklung.
Einrichtung eines Abenddienſtes.
Das Arbeitsamt teilt uns mit: Die Eingliederung der Arbeits=
imter
in die Reichsanſtalt brachte vor allem für die Arbeitsvermittlung
Neugeſtaltungen von tief einſchneidender Bedeutung. Um den Bedürf=
niſſen
der Wirtſchaft in jeder Hinſicht gerecht werden zu können, hat
ich ein planmäßiger Ausbau der Arbeitsvermittlung vollzogen. Die
Maßnahmen erſtrecken ſich beiſpielsweiſe auf den fachlich organiſatoriſchen
Ausbau (u. a. Bildung von Fachabteilungen, fachliche Gliederung der
einzelnen Vermittlungsſtellen); auf den Ausbau in perſoneller Hinſicht
fachlich geſchultes Vermittlerperſonal für den Innen= und Außendienſt
nit reichen Kenntniſſen und Erfahrungen in der Praxis); auf den Aus=
jau
der techniſchen Hilfsmittel (zweckmäßige Vermittlungskartei uſw.),
ind ſchließlich noch auf den räumlichen Ausbau der Vermittlungsſtellen.
So wurde auch die Vermittlung für Angeſtellte ſeit längerer Zeit
iner gründlichen Neuordnung unterzogen. Zunächſt iſt die Vermitt=
ung
für Angeſtellte in zweckentſprechenden Räumen im 1. Stock, Lui=
enplatz
4, untergebracht worden. Sodann wurden wichtige inner=
rganiſatoriſche
Maßnahmen ergriffen. Durch die allgemeine Einfüh=
ung
der Pendelkartei wurde es ermöglicht, die Berufsmerkmale
ſes Arbeitnehmers Henntniſſe, Fähigkeiten, bisherige Tätigkeit
iſw. durch zweckmäßige Farbſtiftmarkierungen derart vorzumerken,
ſaß die Geeignetheit des Bewerbers für die offene Stelle binnen weni=
fer
Minuten feſtgeſtellt werden kann. Nicht unerwähnt ſoll die vorbild=
iche
Neufaſſung der den Arbeitgebern vorzulegenden Bewerbungsbogen
lleiben. Dieſe ſind in kaufmänniſches und techniſches Perſonal einge=
eilt
und weiſen innerhalb dieſer Berufsgruppen die notwendige fach=
iche
Gliederung auf. Mit einem Blick ſind Können und Wiſſen des
Bewebers zu überſchauen, zeitraubendes Durchleſen weitſchweifiger Be=
verbungen
wird vermieden. Auf eine weitere bedeutungsvolle Einrich=
ung
ſoll in dieſem Zuſammenhang ebenfalls hingewieſen werden.
Das Arbeitsamt hat für alle noch in Stellung befindliche Angeſtellte
inen Abenddienſt eingerichtet. Wie aus der beſonderen Anzeige
rſichtlich, findet dieſer zunächſt allwöchentlich Mittwochs bis 20
Ihr ſtatt. Allen, denen es während der allgemeinen Büroſtunden nicht
nöglich iſt, vorzuſprechen, iſt hierdurch Gelegenheit zur Rückſprache ge=
ſeben
. Der Abenddienſt ſoll Rat und Auskunft vermitteln, ſei es, daß
s ſich um einen beabſichtigten Stellenwechſel handelt, der insbeſondere
ür die fachliche Weiterbildung des jungen Angeſtellten von großer Be=
entung
iſt, ſei es auch nur, um Auskunft über die Arbeitsmarktlage zu
rhalten. Die Vermittlung für Angeſtellte innerhalb der geſamten
keichsanſtalt bietet Gewähr für eingehende Beratung über die Lage an
Ien Orten Deutſchlands und ſelbſt über die Grenzen unſeres Vater=
andes
hinaus.
Die mit Spezialkräften beſetzte, nach rein kaufmänniſchen Grund=
ätzen
aufgebaute Vermittlung für Angeſtellte iſt heute im beſten
Sinne des Wortes eine den Belangen der Wirtſchaft angepaßte Fach=
ermittlung
.

In den Ruheſtand tritt auf Grund des Artikels 14 des Polizei=
eamtengeſetzes
vom 31. März 1928 der Gendarmerie=Inſpektor Karl
Necks zu Groß Gerau mit Wirkung vom 1. Mai 1930.
25jähriges Berufsjubiläum. Herr Architekt Eugen Seibert,
er Mitinhaber der hieſigen Architektenfirma Markwort u. Seibert,
eiert ſein 25jähriges Berufsjubiläum. Die Firma hat während dieſer
ſeit eine anſehnliche Reihe von Bauten, und zwar ſowohl für wirt=
haftliche
Unternehmungen als auch Private, durchgeführt, Bauten, die
nſerer Stadt zur Zierde gereichen. Möge es dem von allen ſeinen
reunden und Bekannten hochgeſchätzten, jugendfriſchen Jubilar ver=
önnt
ſein, noch recht lange Jahre für ſeine Firma wirken zu können.
Jubiläum. Die Firma Auto=Fiſcher, Riedeſelſtraße 66,
inn ihr 30jähriges Jubiläum feiern. Das Geſchäft hat ſich in dieſen
9 Jahren ſtark entwickelt. Die Wagen der Firma ſtanden Tag und
tacht der Bevölkerung zur Verfügung, die Wünſche aller Kreiſe wur=
en
ſtets pünktlich und gewiſſenhaft erfüllt. So wird es der Firma an
rem Jubiläumstage auch an Glückwünſchen für ihre Zukunft nicht
hlen.
90. Geburtstag. Samstag, den 5. Appil, feiert Frau Pfarrer
ſernbeck, geb. Trautwein, Mathildenſtraße 14, ihren 90. Geburtstag
i geiſtiger Friſche.
Betriebsratswahlen bei der Firma Merck. Am Montag wurde
ei der Firma E. Merck, chem. Fabrik, die Betriebsratswahl durchge=
ihrt
. Die Wahlbeteiligung bei den Angeſtellten betrug 90 Prozent.
nsgeſamt wurden 754 Stimmen abgegeben, von denen 9 ungültig
laren. Hiervon entfielen 328 Stimmen auf die Liſte 1, aufgeſtellt vom
D.A., Z.D.A. und Werkmeiſterbund, während die Liſte 2, aufgeſtellt
om Gedag (Bund angeſtellter Akademiker, Verband der weiblichen
andels= und Burequangeſtellten und Deutſchnationalen Handlungs=
ehilfen
=Verband) 417 auf ſich vereinigte. Die Mandate für den An=
eſtelltenrat
verteilen ſich demnach wie folgt: Liſte 1 fünf Sitze,
iſte 2 ſechs Sitze. Bei der diesmaligen Wahl wurden zum erſten
tale getrennte Wahlvorſchläge eingereicht.
Kirchenmuſikaliſche Abendfeier in der Johanneskirche. Heute
Littwoch, den 2. April, abends 8 Uhr, findet in der Johanneskirche eine
aſſionsandacht ſtatt, die reich muſikaliſch ausgeſchmückt iſt. Es wirken
ibei außer dem Organiſten Niebergall mit: Frau Marie Pfuhl=
löring
(Violine) und Herr Heinrich Möbus (Tenor), Letzterer
igt zwei Lieder von Joh. Seb. Bach und zwei Paſſionslieder von J. W.
ranck (16141688) und Phil. Em. Bach (17141788). Frau Pfuhl=
löring
wird eine Grave von Friedemann Bach und das Adagio aus
m E=Moll=Violin=Konzert von Joh. Seb. Bach ſpielen. Außerdem
mmt zum Vortrag die Bachſche Arie für Tenor mit obligater Violine:
Seht, was die Liebe tut. Herr Niebergall ſpielt u. a. Präludium und
uge in E=Moll von Joh. Seb. Bach. Der Eintritt iſt frei. Pro=
amme
mit dem Text der Lieder ſind zu 20 Pf. am Eingang zu haben.
5 wird gebeten, die Geſangbücher mitzubringen.)
Konzert der Geſangsſchule Maria Franke. Am Donners=
ag
, den 3. April, gibt die Geſangsſchule Maria Franke ihr zweites
onzert im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Ein
nfangreiches Lieder= und Arienprogramm und die Mitwirkung von
un Schülerinnen und Schülern der bekannten Geſangspädagogin, von
nen mehrere bereits im vorigen Jahre vor die Oeffentlichkeit getreten
id, verſprechen dem muſikliebenden Darmſtädter Publikum einen inter=
anten
Abend. Leider iſt Charlotte Maſſenburg, die hochdramatiſche
ängerin der Mainzer Oper, durch plötzlich angeſetzte Oberon= Auffüh=
ng
an ihrer Bühne, verhindert, in dieſem Schülerkonzert die ange=
ndigte
große Gluck=Arie zu ſingen. Am Flügel wirken: Elſe Hucke=
toh
und der Chordirektor des Heſſiſchen Landestheaters, Herr Emil
iſelitz. Karten bei Konzert=Arnold und an der Abendkaſſe.
Viertev Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts. Am
reitag, dem 4. April, veranſtaltet das Schnurrbuſch=Quartett ſeinen
erten und letzten. Abend in dieſem Konzertwinter. Die Auffüh=
ng
der Kammerſinfonie für zehn Blas= und Streichinſtrumente und
avier von Dr. E. Wolf=Ferrari dürfte beſonderes Inteveſſe erregen.
tpellmeiſter Zwißler übernimmt den Klavierpart. Es kommt noch zu
ehör: Hindemith: Streichquartett in E=Moll, und Reger: Trio D=Dur
. 77 für Flöte, Violine und Viola.
Liederkranz=Konzert am Donnerstag in der Turnhalle am
oogsplatz. In ſtattlicher Reihe enthält die der neuzeitlichen
hormuſik gewidmete Vortragsfolge Werke anerkannter Meiſter
ier Richtung, die in der Nachromantik ihre Begründung findet. Der
Capella=Geſang, vom vierſtimmig einfachen bis achtſtimmigen Doppel=
r
, wird dargeboten. Das inſtrumental begleitete Chorwerk iſt eben=
18 berückſichtigt. Von unſerem Darmſtädter Meiſter Carl Beines
rmittelt Schöpfungen der Chor und die Frankfurter Altiſtin Elſa
ampmann. Die Leitung hat Kapellmeiſter Friedel Fiſcher.
nen feſtlichen Charakter wird dem Konzert die Anweſenheit verſchie=
ner
Komponiſten geben.
Unter den Kannibalen. Es wird hier nochmals auf den Vortrag
ngewieſen, der heute abend 8,30 Uhr, im Heim des Chriſtlichen Ver=
is
Junger Männer. Alexanderſtraße 22 (Infanteriekaſerne, Hof
iks), ſtatfindet. Herr Miſſionar Richter, der als einziger Europäer
tter den Wilden Auſtraliens lebte, wird über ſeine Erlebniſſe unter
n Kannibalen ſprechen. Jedermann hat freien Zutritt.
Der Segelflug. Am Donnerstag, dem 3. April, 20,15 Uhr, ver=
ſtalten
Volkshochſchule und Heſſenflieger, gemeinſchaftlich einen
ortrag des bekannten Segelfliegers Kronfeld über ſeine Flüge
der Rhön (Weltrekord) und an der Rax. Den erſten Teil des Vor=
iges
hielt Kronfeld unter allgemeinem Beifall auf der Rhön= Roſſitten=
igung
Anfang März dieſes Jahres. Der Vortrag iſt erweitert um die
tereſſanten Flüge an der Rax bei Wien. Karten für Mitglieder der
olkshochſchule, Heſſenflieger und für Nichtmitglieder auch an der
bendkaſſe.

Burauf Wede menſchheil ſaon gereingeſanen ..

Kurioſe Aprilſcherze.
Woher der Brauch kommt, am 1. Apvil die lieben Mitmen=
ſchen
zu verulken, iſt heutzutage nicht mehr mit Sicherheit feſt=
zuſtellen
. Man weiß nur, daß bereits im frühen Mittelalter
Aprilſcherze in recht derben Formen, wie es den Zeitgebräuchen
entſprach, gang und gäbe waren und man glaubt, daß die Oſter=
feſtſpiele
nicht ganz unſchuldig daran ſind. Zu Oſtern wurden
in faſt allen Städten Feſtſpiele aufgeführt, die durchweg die
Paſſion Chriſti zum Hintergrund oder direkten Gegenſtand hat=
ten
, und ſo wird angenommen, daß eine Nachahmung des Hin=
und Herſchickens Chriſti von Hannas zu Kaiphas und von Pila=
tus
zu Herodes zur Einführung des Aprilſcherzes geführt habe.
Andere ſind der Anſicht, daß die Aprilſcherze auf das launige
Wetter dieſes Monats zurückgehen. Mit Beſtimmtheit weiß man
das aber nicht, und die Gelehrten werden ſich wohl auch nicht
mehr einig werden können.
Im Laufe der Jahrhunderte konnte es nicht ausbleiben, daß
die Sucht, den Mitmenſchen einen Streich zu ſpielen, zu ſeltſamen
Auswüchſen führen mußte. So iſt der Bau der Jungfraubahn
nur auf einen Aprilſcherz zurückzuführen. Im Jahre 1893 ſchrieb
ein Schweizer Pfarrer in einer Berner Zeitung, es ſei geplant,
eine Zahnradbahn auf das Jungfraujoch zu bauen, und es werde
wohl nicht mehr lange da tern, bis alte Damen und wackelige
Greiſe ſich dort ein Stelldichein gäben, ohne einen Schritt in den
Schnee getan zu haben. Alle Welt lachte, denn die Nummer er=
ſchien
am 1. April. Nur einer lachte nicht, das war der Züricher
Finanzmann Guyer=Zeller, der in der Bahn auf die Jungfrau
Geſchäft witterte und nicht eher ruhte, bis ihm 1894 die Erlaub=
nis
zum Bau erteilt wurde. Heute hat die Bahn eine Jahresein=
nahme
von 150 000 Francs und iſt längſt auf eine Mark abge=
ſchrieben
, alſo ein rentables Geſchäft.
Man ſoll es nicht für möglich halten, was die Menſchen alles
glauben, wenn ſie es ſchwarz auf weiß leſen. Im Jahre 1908
hatte ſich ein Witzbold erlaubt, in der Saarbrücker Zeitung am
1. April einen Proteſt gegen die unvernünftige Saarbrücker
Jugend zu veröffentlichen die in der vergangenen Nacht die im
Schloßhof ſtehenden zwei chineſiſchen Geſchütze auf die Spicherer
Höhen gefahren hatten. Allein der Rücktransport koſte viele
Tauſend, und es ſei zu hoffen, daß die Rädelsführer bald er=
wiſcht
und zur Rechenſchaft gezogen würden. Da der 1. April auf
einen Sonntag fiel, pilgerten Tauſende nach den Spicherer
Höhen, ohne darüber nachzudenken, daß ein paar Jungens nie=
mals
dieſe Geſchütze dorthin hätten fahren können.
Daß der unglückliche König Ludwig II. von Bayern ſich des
öfteren tolle Späſſe am 1. April erlaubt hat, iſt bekannt. So ließ

er einmal in Gegenwart mehrerer Beſucher einen Soldaten durch
den Schloßhof laufen und ſchoß ihn dabei tot. Als die entſetzten
Zuſchauer flüchten wollten, lachte ſie Ludwig aus, und auch der
Soldat, der die Szene vorher mehrfach hatte proben müſſen,
durfte aufſtehen und reich belohnt nach Hauſe gehen. Auch Peter
der Große hat einſt dicht vor den Toren ſeiner Stadt ein rie=
ſiges
Feuer anlegen laſſen, und empfing die Bewohner Peters=
bungs
, die zu Hunderten aus den Toren gelaufen kamen, weil ſie
glaubten, die Stadt ſei in Brand geraten, mit den Worten: Ihr
Narren! April! April!
Die größten Liebhaber der Aprilſcherze ſind aber bis auf
den heutigen Tag die Engländer geblieben, ſchon deshalb, weil
ſie ſehr leichtgläubig ſind und man ſie mit ihrer Neugier für
Sport, Rekord und allerlei Ausſtellungen ausgezeichnet foppen
kann. Das tollſte Stückchen leiſtete ſich 1925 eine Londoner Vor=
ortzeitung
, welche folgende Nachricht brachte: Am morgigen Tag
wird die größte Eſel=Ausſtellung der Welt in der Muſikhalle er=
öffnet
. Eintritt frei, Beginn der Ausſtellung 10 Uhr morgens.
Nicht weniger als vierzehntauſend Menſchen ſind damals zu der
Muſikhalle gepilgert, wo ſie allerdings feſtſtellen mußten, daß
ſie ſelber die Eſel waren und daß die Zeitung mit ihrer Anzeige
nicht ſo ganz Unrecht hatte. Einer, der beſonders unter dem
1. April zu leiden hatte, war bekanntlich Otto von Bismarck, der
an dieſem Tage Geburtstag hatte. So lang er lebte, wurden
ihm an jedem 1. April hunderte von luſtigen und oft biſſigen
Zeitſchriften zugeſchickt, aber dieſer große Geiſt wußte ſein Geſchick
mit Würde und Humor zu tragen.
Auch auf anderes iſt die Menſchheit ſchon hereingefallen. Auch
unſere Leſer haben erfahren müſſen, daß geſtern der 1. April war.
Hereingefallen waren die, ſo die Feſthalle elektriſch geheizt
ſehen wollten, um ſich an der letzten Arbeit unſeres verehrten
Bürgermeiſters Buxbaum zu erfreuen. Die Halle wird leider einſt=
weilen
noch ungeheizt bleiben.
Die wichtige Neuerung bei der Heag, die die Straßenbahn
mit Lautſprechern verſehen ſollte, iſt ebenfalls etwas verfrüht,
einſtweilen werden wir immer noch auf das mehr oder weniger
liebenswürdige Ausrufen durch die Schaffner angewieſen ſein.
Unſer großes Waſſer der Woog hat keine neuen Motorſchnell=
boote
erhalten. Es lagen uns noch eine ganze Reihe guter April=
ſcherze
vor, die wir aber leider nicht alle veröffentlichen konnten.
Die Bewohner vieler Landgemeinden werden manche originelle
Neuerung in ihren Heimatorten, die wir geſtern ankündigten,
vergeblich geſucht, und ſich über ihren harmloſen Hereinfall am 1.
April gefreut haben.

Neue Glanzleiſtung im Höhenflug.
Mit dem Flugzeug D. 18 der Akademiſchen Fliegergruppe zu
Darmſtadt gelang es geſtern mittag dem kühnen Piloten Johannes
Nehring, eine Höhe von 8050 Meter zu erreichen. Die Maſchine
iſt eine Konſtruktion von Dipl.=Ing. Fecher von der Akademiſchen
Fliegergruppe Darmſtadt, die ſich durch ihre hervorragenden Flug=
eigenſchaften
bereits einen berühmten Namen gemacht hat. Be=
kanntlich
nahm Nehring mit ihr auch am letztjährigen Europa=
Rundflug für Leichtflugzeuge teil.
Die geſtrige Höhenflugleiſtung iſt außerordentlich beachtlich
und konnte ſelbſtverſtändlich nur unter Zuhilfenahme eines Sauer=
toffapparates
durchgeführt werden. Den deutſchen Höhenflug=
rekord
für einſitzige Leichtflugzeuge hielt bisher Bäumer mit 7600
Metern; er war zugleich internationaler Rekord, da die Höhen=
flugleiſtung
eines Franzoſen, die bei ca. 8200 Meter liegt, noch
nicht anerkannt iſt.
Die Akademiſche Fliegergruppe zu Darmſtadt, die ſich in der
Welt des Flugſportes größten Anſehens erfreuen darf, insbeſon=
dere
aber der bekannte Meiſterflieger Joh. Nehring ſowie der
erfolgreiche Flugzeugkonſtrukteur Fecher dürfen zu der geſtrigen
Glanzleiſtung auf das herzlichſte beglückwünſcht werden.

* Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Ein nationalſozialiſtiſcher Student hatte gegen den Preſſe=
referenten
des heſſiſchen Innenminiſteriums Privatklage wegen Belei=
digung
erhoben. Am 17. Oktober 1929 hat im Bergſträßer Hof in
Eberſtadt eine Verſammlung der Nationalſozialiſten ſtattgefunden, zu
dem die Veranſtalter, um unerwünſchte Gäſte fernzuhalten, das Ein=
trittsgeld
ſo hoch feſtgeſetzt hatten, daß es den Mitgliedern anderer
Parteien unmöglich war, die Veranſtaltung zu beſuchen. Der Beklagte
hatte mit einem Parteigenoſſen den Saal betreten, und als er merkte,
daß einige Sozialdemokraten die Fenſter geöffnet hatten und durch
dieſelben einſtiegen, wandte er ſich zu dem Kläger und ſagte zu ihm:
Nun ſeid ihr am A . . .". Daraufhin ſoll der Kläger den Beklagten
ermahnt haben, andere Töne anzuſchlagen, er werde ihn noch feſt=
nageln
. Der Beklagte habe darauf erwidert: Gehen Sie weg, oder
ich trete ſie vor den Leib‟. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht
fand vor acht Tagen ſtatt. Der Beklagte beſtritt den zweiten Aus=
ſpruch
. Die erſte Bemerkung könne er allenfalls geſagt haben. Sie
habe überdies keinerlei beleidigenden Charakter, da ſie im Volke gang
und gäbe ſei. Am geſtrigen Dienstag wurde folgendes Urteil gefällt:
Wegen öffentlicher Beleidigung erhält der Beklagte 20 Mark Geldſtrafe
oder bei Nichteinbringung zwei Tage Gefängnis. Dem Beleidigten
wird die Befugnis zugeſprochen, den entſcheidenden Teil des Urteils
acht Tage an der Bekanntmachungstafel der Gemeinde Eberſtadt aus=
zuhängen
. In der Begründung des Urteils wird als feſtgeſtellt er=
achtet
, daß der Beklagte die beiden Ausſprüche getan hat. Die erſte
Aeußerung ſei beleidigend, weil ſie von Gegner zu Gegner getan wurde.
Nur unter Freunden könne man eine beleidigende Abſicht und Wir=
kung
nicht annehmen.
Stets
Prassel-Aaffee trisch geröstet Sokulstr. 10 g
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Unter der bewährten
Führung unſeres Mitglieds Val. Seibert und des Jungführers Heinr.
Eckhardt, der ſich bei dieſer Wanderung die erſten Führerſporen ver=
dienen
will, beginnt die nächſte Wanderung am kommenden Sonntag
in Bockenrod und endigt in Kirch=Beerfurth. Da der fahrplanmäßige
Zug, der um 6,43 Uhr in Reinheim eintrifft, keinen Anſchluß an das
Lieschen hat, bringt ein Sonderzug die Wanderer zum Ausgangs=
punkt
nach Bockenrod. Bietet eine Fahrt durch das hübſche Gerſprenztal
ſchon einen Genuß, um wie viel mehr erfreut ſich das Auge an dem
Anblick der ſich anmutig an den Bach ſchmiegenden Dörfer von der
Höhe aus, die ſich von hier aus leicht gewinnen läßt. Auf ſanft anſtei=
genden
Pfaden gelangen die Wanderer zum Lärmfeuer und von da nach
Ober=Moſſau, wo das Frühſtück, das nach 2½ſtündiger Wanderung wohl
verdient iſt, bei Freund Schmucker trefflich mundeh ſoll. Nach kurzer
Raſt geht es weiter, und auf einigen, dem großen Verkehr noch nicht
reſtlos erſchloſſenen Wegen treffen wir nach 2½ Stunden Marſchzeit auf
den Vierſtöck ein, wo das gemeinſame Mittageſſen bei Klubmitglied
Weber eingenommen wird. Hieran ſchließt ſich nochmals ein kleiner
Spaziergang von ½4 Stunden an, und wir ſind wieder im Gerſprenztal
in Kirch=Beerfurth. Von da bringt uns das brave Lieschen, das in=
zwiſchen
ſchon ſein neues Frühjahrskleidchen angezogen hat, wieder nach
Reinheim, wo uns ſeine große Schweſter aufnimmt zur Rückkehr nach
unſerer Vaterſtadt. Karten für den Sonderzug müſſen bei Mitglied
Bergmann oder abends im Klublokal gelöſt werden; dasſelbe gilt auch
für die Tiſchkarten. (Siehe Anzeige.)
Verkehrsunfälle. Geſtern mittag gegen 12 Uhr verunglückte Ecke
Klappacher= und Jahnſtraße ein Motorradfahrer. Der Fahrer erlitt
einen Schlüſſelbeinbruch und eine Gehirnerſchütterung, der Soziusfahrer
trug eine Beinverletzung davon. Beide Verunglückten wurden von der
Städt. Rettungswache in das Herz=Jeſu=Hoſpital verbracht. Die Urſache
des Unfalls iſt noch nicht feſtgeſtellt. Um 4,45 Uhr wurde in der Frank=
furter
Straße, in der Nähe des Rhönrings, ein Fuhrmann von einer
Elektriſchen angefahren. Er erlitt eine leichte Gehirnerſchütterung und
wurde nach ſeiner Wohnung in der Wienerſtraße verbracht,

Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Am kommenden Sonn=
tag
, dem 6. April, findet die vierte Wanderung im laufenden Wander=
jahre
ſtatt. Sie führt wieder in die nähere Umgebung unſerer Stadt,
ſo daß es allen Mitgliedern möglich ſein dürfte, an derſelben teilzu=
nehmen
. Weiterhin wird jetzt ſchon auf die am 14. und 15. Juni
dieſes Jahres in Mainz ſtattfindende Hauptverſammlung des Geſamt=
V. H. C. aufmerkſam gemacht. Mit derſelben iſt eine ſchöne Rheinfahrt
verbunden, die ſehr lohnend zu werden verſpricht und daher niemand
verſäumen ſollte, da ja gerade eine herrliche Rheinfahrt ihre beſonderen
Reize hat. Hierzu iſt erforderlich, daß ſich die Teilnehmer rechtzeitig in
der bei Mitglied Neudecker Ernſt=Ludwig=Straße, aufgelegten Teil=
nehmerliſte
einzeichnen. Näheres iſt aus der Anzeige im heutigen Blatte
erſichtlich. Um rege Beteiligung bei beiden Veranſtaltungen wird ge=
beten
.
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Drioabend Roſenſtock,
Weyns Eichhorn. Der Kartenverkauf für den im Rahmen der
Veranſtaltungen der Bücherſtube ſtattfindenden Trioabend am 24. April
im Kleinen Haus des Landestheaters beginnt heute. Karten von 1,50
bis 5 Mark in der Bücherſtube erhältlich. Nähere Auskunft wird bei der
Bücherſtube gerne erteilt.
Heſſiſches Landestheaker.

Großes Haus Kleines Haus Mittwoch,
2. April 2022 Uhr
Die Südpolexpedition des
Kapitän Seott
B 18
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Donnerstag,
3. April 19.3022 Uhr
Schwanda
der Dudelſackpfeifer
E 20. T. Gr. 7 u. 8
Preiſe 1.0010.00 Mk. 2022 Uhr
Zweiter Konzert=Abend
der Geſangsſchule
Maria Franke
Preiſe 1,00, 2.00, 8.00 Mk Freitag,
4. Aplil 19.3022.30 Uhr
Die Affäre Dreyfus
K 13 (Bühnenvolksbund)
Preiſe 1.0010.00 Mr. 2082 Uhr
4. Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Quartetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk. Samstag, 14.3017 Uhr
Heſſenlandmiete 1 10
Tiefiand
Preiſe 1.0010.00 Mk.
2022 Uhr
5. April Die Südpolexpedition des
Kapitän Seott
L 20 M4u S9 (Darmſtädt.
Volksb.) Gr. ITV
Preiſe 1.0010.00 Mk. 2022.30 Uhr
Dreimal Offenbach
3 komiſche Opern von
Jaques Offenbach
E 19*
für E=Mieter, die Zuſatz=
Miete V haben.
Preiſe 1.507.50 Mk. Sonntag,
6. April

19.30 22.15
Der Tronbadour
D 19, T=Gruppe 6
Preiſe 1 0010.00 Mr. 1517 Uhr
Der Poſtillon v. Lonfumean
U 3 Darmſt. Volksb. Gr. I-IV
Preiſe 1.206.00 Mk.
2022 Uhr
Die andere Seite
W.6 . Gr. 1 u. 2
Darmſtädter Volksbühng
Preiſe 1.206.00 Mk. Montag,
7. Aprit 2021.45 Uhr
7. Sinfonie=Konzert des
Landestheater=Orcheſters
Preiſe 1.0010.00 Mr. Keine Vorſtellung

Heſſiſches Landestheater. Die Südpolexpedition deg
Kapitäns Scott Spiel in drei Teilen von Reinhard Goering,
gelangt heute Mittwoch, 20 Uhr, in Anweſenheit des Dichters im Großen
Haus zum erſten Male zur Aufführung. Die erſte Wiederholung den
Südpolexpedition findet Samstag, den 5. April, ſtatt.
Verdis Troubadour gelangt in der erfolgreichen Inſzenie=
rung
von Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking Sonntag, den
6. April, unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler zun
Wiederaufführung.
Die für das 7. Sinfonie=Konzert am Montag, dem 7. April, ange=
kündigte
Ouvertüre von Berthold Goldſchmidt muß wegen der Länge
der an dieſem Abend zur Aufführung gelangenden Simon=Sinfonie ins
8. Sinfoniekonzert verlegt werden. Das übrige Programm beider Kon=
zerte
bleibt unverändert.
Der außerordentliche Erfolg des Operettenabends Sitta Müller=
Wiſchin/Hans Sylveſter Bunſel und die ſtarke Nachfrage nach einer
Wiederholung veranlaſſen ein Matiee am kommenden Sonntag, vor=
mittags
11 Uhr, im Kleinen Haus. Das Programm wird verſchiedene
Aenderungen erfahren. Die mit großem Jubel aufgenommenen Lieder,
Duette und Muſikſtücke werden am Sonntag wiederholt. Der Vorver=
hruf
beginnt heute Mittwoch an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes.

[ ][  ][ ]

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Landesbibliokhel.
Neue Erwerbungen (Auswahl)
bom 31. März 1930 an 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Abderhalden, Emil: Handbuch der biologiſchen Arbeits=
methoden
. Abt. VIII. T. 1. Berlin 1930; Biegeleben, R. Frhr.
v.: Ludwig Frhr. von Biegeleben. Zürich 1930; Burckhardt, J.:
Geſamtausgabe Bd. 5: Renaiſſ. Berlin 1930; Cheſterton, G. K.:
Der unſterbliche Menſch. Bremen 1930; Forſchung, Deutſche. Heft
10. Berlin 1929; Freud, S.: Das Unbehagen in der Kultur. Wien
1230: Führertum 25: Lebensbilder von Feldherren aller Zeiten.
Berlin 1930: Geſchichte der Muſik in Bildern. Leipzig 1929;
Gläſer, Ernſt: Fazit. Hamburg 1929; Groth, Otto: Die Zei=
tung
. Mannheim 1930; Handbuch der Rationaliſierung. 2. Aufl.
Berlin 1930; Haubenſack, Otto: Urſprung und Geſchichte der
Geige. Marburg 1930; Kinkel, O.: Deutſche Staatsbürgerkunde.
Gießen 1930; Lehmann=Haupt, Hellmut: Schwäbiſche Feder=
zeichnungen
. Berlin 1929; Loewenwarter, V.: Wegweiſer durch
das B.G.B. 10/12. Aufl. Berlin 1929; Maltzahn, H.: Karl Lud=
wig
von Knebel. Jena 1929; Fürſtenbriefe an Napoleon. Bd.
1. 2. Stuttgart 1929; Plaut, P.: Die Pſychologie der produktiven
Perſönlichkeit. Stuttgart 1929; Pückler=Limburg, Siegfr.
Graf: Der Klaſſizismus in der Deutſchen Kunſt. München 1929,
Rheinbaben, Rochus Frhr. v.: Streſemann, der Menſch und der
Staatsmann. Dresden 1930; Schrenck=Notzing A. Frhr. v.:
Geſ. Aufſätze zur Parapſychologie. Stuttgart 1929; Schweinfurth,
Ph. Geſchichte der Ruſſiſchen Malerei im Mittelalter. Haag 1930.
Sieburg, Frdr.: Gott in Frankreich? Frankfurt 1929; Zehn Jahre
Verſailles. Bd. 3. Berlin 1930.
Außerdem die neueſten gebundenen Zeitſchriftenbände.
Vom 14. April an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaal entgegengenommen.

Neuerwerbungen der Stadtbücherei
(außer Romanen):
Erinnerungsbuch an die Dreihundertjahrfeier des Ludwig=
Georgs=Gymnaſiums zu Darmſtadt. 1929. 5Hd. Bergſtraße
Neckartal und Umgebung. Führer. 1929. 15 H. Die Deutſche.
Glocke. Das Volksbuch der deutſchen Heimat. 5. Jahrgang. 1929.
1Ke 48. Auguſt Rupp, Hamburg. (Das Geſicht der Städte.) Mit
Abbildungen. 70 Cz 119. Erwin Stein, Hagen (Monographien
deutſcher Städte). Mit Abbildungen. 1928. 30 Cz 127. Alfons Pa=
get
: Im kommuniſtiſchen Rußland. Briefe aus Moskau. 1919. 15 Vf.
362. Guſtave Flaubert: Aegypten 18491850. Mit Abbildun=
gen
. 5Ca 40. Hans Krieg: Indianerland. Bilder aus dem Gran
Chaco. Mit Abbildungen. 1929. 30 Cm 277. Jak. Waſſermann:
Chriſtoph Columbus, der Don Quichote des Ozeans. 1930. 5 L 1272.
E. von Kapherr: Radha, der Sohn des Dſchungels. 20 Ca 398.
Paul Vetterli: Wald und Wild. Mit Abbildungen. 1928. 10Dz
190. Hans Wolfgang Behm: Vor der Sintflut. Bilderatlas aus
der Vorzeit der Welt. 40 D35. Hans Sikorski: Wohin? Rat=
geber
zur Berufswahl der Abiturienten. 1930. 1 Pb 118.- R. Du Mou=
lin
=Eckart: Geſchichte der deutſchen Univerſitäten. 1929. 60 Pa 45.
Max Picard: Das Menſchengeſicht. 1929. 20 Ps 255. Max Frey=
han
: Georg Kaiſers Werk. 1925. 50 Kl. 1712. N. Berdiajew:
Die Weltanſchauung Doſtojewſkifs. 1925. 50 Kl 595. Leopold Zieg=
ler
: Der ewige Buddha. 1922. 1Ph 2365. Theodor Litt: Ge=
ſchichte
und Leben. Probleme und Ziele kulturwiſſenſchaftlicher Bil=
dung
. 1925. 1 Pa 502. Martin Grabmann: Die Philoſophie
des Mittelalters. 1921. 10 Ph 150. Wilhelm von Humboldt:
Ideen zu einem Verſuch, die Grenzen der Wirkſamkeit des Staates zu
beſtimmen. 1Ph815. Meiſter Eckhart, Auswahl von Joſef
Bernhart. 10 Rc 68. Johann Tauler: Predigten. Auswahl. 1923.
10 Rc 362. Jakob Böhme: Schriften. Auswahl von Hans Kayſer.
Mit Biographie. 1923. 10 Rc31. Johann Amos Comenius:
Ausgewählte Schriften zur Reform in Wiſſenſchaft, Religion und Poli=
tik
. 1924. 1Pa 128. Taten der Technik. Ein Buch unſerer Zeit.
Herausgegeben von Hanns Günther, 2 Bände. 1923. 10 E 180/181.
Beiträge zur Geſchichte der Technik und Induſtrie.
Jahrbuch des V.D.J. Band 1018. 1920199 30 E4.
Aenderung der Oeffnungszeiten der Stadtbücherei: Im Sommer=
halbjahr
, 1. April bis 30. September, iſt die Ausleihe Montag und
Donnerstag von 1720 Uhr ſtatt ſeither 1620 Uhr geöffnet. Die
übrigen Oeffnungszeiten für Ausleihe und Leſezimmer bleiben unver=
ändert
.

Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Union=Theater.
Karneval des Lebens, ein geſellſchaftlicher Großfilm,
ſpielt in der Hauptſache in Venedig, bringt märchenhaft prächtige Feſt=
bilder
aus der Lagunenſtadt und als Inhalt die wirbelnde Suche nach
der Unbekannten, einer Frau, die nach ſchweren, entbehrungsreichen
Erlebniſſen endlich ihr Glück findet. Die Regie Mario Almirantes
ſchuf außerordentlich wechſelvolle Bilder, die das Leben in großen und
feudalen Hotels, in den Straßen der Lagunenſtadt, am See und in
modernen Badeorten bringen. Karneval des Lebens iſt ſymboliſch ſehr
gut im Karneval von Venedig herausgearbeitet. Das Auf und Nieder,
das wechſelnde Schickſal im Leben eines Menſchen, Glück und Verzweif=
lung
werden in der Handlung ſtark unterſtrichen und von den Dar=
ſtellern
treffend gezeichnet. Maria Jacobini und Malcolm Tod
in den Hauptrollen verlebendigen durch ausgezeichnetes Spiel den Kar=
neval
des Lebens. Im Beiprogramm läuft ein intereſſanter Kulturfilm
Wie man in Indien färbt und eine zweiaktige Groteske Drunter und
*
Drüßer.
In unſerer geſtrigen Heliabeſprechung iſt im letzten Abſatz richtig
zu leſen Kapellmeiſter Ernſt.
Maſchinenſchreiben und Stenographie. Der Maſchinenſchreib=
Unterricht in der Karlſtraße 23, Erdgeſchoß, iſt täglich von 59
Uhr nachmittags geöffnet und können die Uebungsſtunden nach Wunſch
belegt werden. Auskunft wird daſelbſt gerne erteilt und Anmeldungen
entgegengenommen. Die Unterrichtserteilung liegt in bewährten Hän=
den
. Am Freitag, dem 4. April, abends 7 und 8 Uhr, beginnen
neue Kurſe ſowie Fortbildungskurſe in Reichskurzſchrift
unter fachkundiger Leitung im Unterrichtslokal Handwerker=
ſchule
der Stenographen=Vereinigung Gabelsberger, Ecke Karl= und
Nieder=Ramſtädter Straße. (Siehe geſtrige Anzeige.)
Unfall. Gegen 7,30 Uhr ſtürzte geſtern ein Möbeltransport=
arbeiter
in der Eſchollbrücker Straße, ſo daß er ſich einen Knöchelbruch
zuzog. Die Städtiſche Rettungswache mußte den Verletzten nach dem
Stadtkrankenhaus verbringen.
Aus den Parkeien.
Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler.
Umgruppierung der politiſchen Kräfte Teilnahme der jungen Gene=
ration
das ſind die Fragen, mit denen ſich zur Stunde jeder politiſch
Intereſſierte beſchäftigt. Der Führer der Reichsgemeinſchaft junger
Volksparteiler ſpricht über dieſe Fragen am kommenden Freitag in
einer öffentlichen Kundgebung, welche von der Darmſtädter Gruppe der
R. j. V. veranſtaltet wird. Hören Sie Frank Glatzel, den Führer
der jungen Generation! Alle ſind herzlichſt eingeladen der Eintritt
iſt frei. (Siehe auch heutige Anzeige.)
Jugendgruppe der D.V.P. Heute Abendſpaziergang nach
dem Oberwaldhaus. Treffpunkt 20 Uhr, Odenwaldbrücke. Bei
ſchlechtem Wetter 20.15 Uhr, Oberwaldhaus.
Arbeitergruppe der D.V.P. Der zweite Sprechabend für
die Mitglieder findet am Donnerstag, 20 Uhr, auf der Geſchäftsſtelle
ſtatt. Anfragen, Auskünfte werden durch den Vorſtand erteilt und
weiterbearbeitet.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquſitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeſt
Youngplan in der franzöſiſchen Kammer. Wir haben über die An=
nahme
des Youngplans in unſerer Dienstagnummer nicht berichtet,
weil wir dies bereits in unſerer Ausgabe vom Montag früh (Seite 1)
getan hatten, nachdem wir bereits in unſerer Sonntagsausgabe die der
Annahme vorangegangene Debatte in der franzöſiſchen Kammer außer=
ordentlich
ausführlich behandelt hatten. Sollten Sie am Montag früh
vielleicht keine Zeit für die Zeitungslektüre gehabt haben?

Tageskalender für Mittwoch, den 2. April 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr, B 18: Die Süd=
polexpedition
des Kapitän Scott. Kleines Haus: Keine Vorſtel=
lung
. Orpheum, 20½ Uhr: Der Mann, der ſeinen Namen
änderte‟. Konzerte: Schloßkeller Theater=Reſtaurant, Re=
ſtaurant
Hottes, Tropfſtein. Sportplatz=Reſtaurant, Sportkaffee, Spa=
niſche
Bodega, Alter Ratskeller. Kinovorſtellungen:
Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Pglaſt=Lichtſpiele.

Rummer 92
Mittwoch, den 2. April 1930
die Waſſerverſorgung des Rodgaues.

Dazu wird uns geſchrieben:
Bh. Bekanntlich iſt der Rodgau eine der Gegenden, deren Ge=
meinden
zum weitaus größten Teil noch nicht mit einer Waſſerleitung
verſehen ſind. Der Bau eines Gruppenwaſſerwerks für den Kreis
Dieburg, wodurch noch die ſüdlichen Rodgaudörfer in den Genuß
einer Waſſerleitung kommen werden, hat erneut die Aufmerkſamkeit der
übrigen Rodgaudörfer auf dieſe lebenswichtige Einrichtung gelenkt.
Auch die Gemeinde Dietzenbach hat im vorigen Jahre unter gro=
ßem
Koſtenaufwand ein eigenes Waſſerwerk errichtet. Bei den übrigen
Gemeinden handelt es ſich meiſt um große Dörfer mit 2000 und mehr
Einwohnern. Es iſt eine bekannte Tatſache, daß auch in dieſen Ge=
meinden
der Wunſch nach einer zeitgemäßen Waſſerverſorgung ſehr
groß iſt. Die meiſten Gemeindeparlamente haben ſich ſchon mit dieſem
Problem befaßt. In einer Gemeinde wurde vor zwei Jahren durch den
Gemeinderat der Beſchluß gefaßt, eine Waſſerleitung zu bauen. Aber
weiter gediehen die Vorarbeiten nicht, da die Widerſtände innerhalb
der Gemeinde zu groß waren. Es iſt begreiflich, daß es unter den
heutigen finanziellen Verhältniſſen einer einzelnen Gemeinde unmöglich
iſt, eine Waſſerleitung zu bauen. Nur der Zuſammenſchluß mehrerer
Gemeinden oder eines ganzen Kreiſes zur Errichtung eines Gruppen=
waſſerwerks
kann hier zuu Ziele führen. Der Kreis Dieburg hat hier=
bei
ein Vorbild gegeben. Es wäre wünſchenswert, wenn auch der Kreis
Offenbach für ſeine Gemeinden ein Gruppenwaſſerwerk errichten
wüirde. Freilich werden vorerſt die finanziellen Verhältniſſe der Aus=
führung
eines ſolchen koſtſpieligen Projektes ſehr hinderlich ſein. Aber
es müßte doch wohl einmal ein Anfang gemacht und geeignete Pläne
ausgearbeitet werden. Sicher würde ſich in den meiſten Gemeinden
eine Mehrheit für die Errichtung eines Gruppenwaſſerwerkes finden.
Es ſind ſchon ſeit Jahren einige Projekte erörtert worden, ſo beiſpiels=
weife
das Kahlgrundprojekt. Die Stadt Offenbach ließ vor mehreren
Jahren in der Nähe von Dudenhofen nach neuen Quellen boh=
ren
. Bei den angeſtellten Pumpberſuchen ſtellte es ſich heraus, daß
in Dudenhofen faſt alle Brunnen vertrockneten. Dieſes Beiſpiel ſcheint
zu lehren, daß die Entnahme ſo großer Waſſermaſſen aus dem Rodgau

ſelbſt mit großen Gefahren für den Beſtand der Landwirtſchaft ver=
bunden
iſt. Das Offenbacher Projekt mußte auch damals wegen des
Widerſtandes der Landwirte aufgegeben werden. Der Rodgau iſt eine
z. T. waſſerarme Gegend. Die wenigen Bäche, wie die Rodau, ver=
trocknen
im Sommer ganz. Allerdings ſteht an manchen Orten der
Grundwaſſerſpiegel ſehr hoch.
Schon aus Gründen des Feuerſchutzes wäre eine zeitgemäße
Waſſerverſorgung dringend erwünſcht. Die zahlreichen Feuersbrünſte
in den letzten Jahren haben gezeigt, daß die beſten Feuerlöſcheinrich=
tungen
und =geräte zur Ohnmacht verurteilt ſind, wenn es an Waſſer
fehlt. Dieſer Fall iſt in dem letzten heißen Sommer und auch in den
vorhergehenden Jahren öfter eingetreten. Auch aus hygieniſchen
Gründen müßte die Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwaſſer
verſorgt werden. Mancher Brunnen iſt nur 23 Meter von der Jauche=
grube
oder von dem Düngerhaufen entfernt. Wir oft ſind die Brunnen
nicht ausgemauert und oben ungenügend verſchloſſen, ſo daß allerlei
Unrat und Ungeziefer Zutritt hat.
Die Kreisgeſundheitsämter, ſollten ſich der Sache an=
nehmen
und eine Prüfung des Trinkwaſſers ſämtlicher Brunnen vor=
nehmen
. Es würde ſich da herausſtellen, daß das Waſſer von vielen
Brunnen nicht genießbar iſt. Solche Brunnen müßten unbedingt ver=
ſchloſſen
werden. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, gegen der=
artige
Gefahren geſchützt zu werden. Der Einzelne kann natürlich nicht
erkennen, ob das Waſſer ſeines Brunnens keimfrei iſt.
Die idealſte Löſung der Trinkwaſſerfrage iſt und bleibt die Waſſer=
leitung
. Wenn auch die Zeiten ſchwer ſind und die Beſchaffung der
nötigen Kapitalien ebenſo ſchiver iſt, ſo ſoll das nicht der einzige Hin=
derungsgrund
ſein, uns techniſche Errungenſchaften zu eigen zu machen,
die heute zu den unbedingten Lebensnotwendigkeiten zählen. Wo ein
Wille iſt, da iſt auch ein Weg‟. Dieſe Frage berührt auch das Ar=
beitsloſenproblem
. Hunderte von Arbeitern könnten bei dem
Bau eines Gruppenwaſſerwerkes längere Zeit Beſchäftigung finden,
und das wäre im wahrſten Sinne produktive Erwerbsloſenfürſorge. S.

Aus Heſſen.
Jaßieshaupiverſammlung des Ziſchereivereins
für Heſſen.
Die diesjährige Jahreshauptverſammlung des Fiſchereivereins
für Heſſen, mit dem Sitz in Worms, in Gernsheim a. Rh. fand am
Sonntag im Saalbau Darmſtädter Hof ſtatt. Dieſer Verſammlung ging
im gleichen Lokal, vormittags um 11 Uhr, eine Sitzung des geſchafts=
führenden
Vorſtandes voraus. Der erſte Vorſitzende, Herr Freiherr Lud=
wig
Heyl zu Herrnsheim, eröffnete die Tagung und wies in
ſeinen Eingangsworten auf die ſorgenvolle Lage der Berufsfiſcher hin,
gab aber auch dem Wunſche Ausdruck, daß die Berufsſache ein Stück
weiter gebracht wird und ermahnte hauptſächlich diejenigen Berufs=
fiſcher
, die den B ſtrebungen des Vereins noch fernſtehen, zum Eintritt
zwecks gemeinſchaftlicher Förderung und Löſung aller die Fiſcherei be=
treffenden
Fragen. Der Verſammlungsleiter begrüßte den erſten Vor=
ſitzenden
des Heſſiſchen Anglerbundes, Herrn Inſpektor Laun, der der
Tagung namens des Anglerbundes beſten Erfolg wünſchte, Herrn
Univerſitätsprofeſſor Dr. Scheuring von der Univerſität Munchen, der
gleichzeitig auch Leiter der dortigen Unterſuchungsanſtalt für Fiſcherei
iſt, Herrn Baurat Pabſt vom Waſſerbauamt in Worms und Herrn
Oberforſtmeiſter Gillmer=Hirſchhorn in ſeiner Eigenſchaft als Regie=
rungsvertreter
. Als Vertreter des Gernsheimer Gemeinderats waren
anweſend Herr Kaufmann Theodor Bauer, Küfermeiſter Jakob Kauth
und Glaſermeiſter Friedrich Brand. Leider war die Verwaltung nicht
vertreten. Verſchiedene Begrüßungstelegramme, die inzwiſchen einge=
laufen
waren, gelangten zur Kenntnis der Verſammlung. In ehrenden
Worten gedachte der Vorſitzende der im Jahre 1929 verſtorbenen Mit=
glieder
, insbeſondere des verſtorbenen Vorſtandsmitgliedes Wermuth,
Worms. Die Anweſenden erhoben ſich zum Gedenken von den Sitzen.
Sodann wurde zur Tagesordnung geſchritten und zu Punkt 1: Be=
richt
über die Tätigkeit des Vereins, referierte in ſehr eingehender
Weiſe Herr Oberforſtmeiſter Gillmer; den Kaſſenbericht erſtattete der
Schatzmeiſter des Vereins, Herr Direktor Dinges=Worms und gab Auf=
ſchluß
über die Finanzverhältniſſe. Die Einnahmen betrugen 2815,08
RM., die Ausgaben 2578,66 RM., ſo daß ein Ueberſchuß verbleibt von
236,42 RM. Der Mitgliederſtand betrug Ende des Jahres 138 Per=
ſonen
. Die Jahresrechnung wurde von den Kaſſenprüfern Wermuth
und Rink=Worms in Ordnung befunden und Entlaſtung erteilt. Der
Voranſchlag für 1930 ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit insgeſamt
1857 RM. ab. Einſtimmig wurde derſelbe angenommen. Der Redner
hebt insbeſondere hervor, daß in den Einnahmen ein voranſchlags=
mäßiger
Zuſchuß des Staates enthalten ſei. Zum Fiſchereiausſchuß
wurden die Herven Oberforſtmeiſter Gillmer, Fiſchmeiſter Burkhardt,
Hofmann=Mainz und der Vorſitzende gewählt. Als Vertreter zum deut=
ſchen
Fiſchereitag 1930 in Bonn werden Freiherr v. Heyl und Direktor
Dinges gewählt. Es folgt dann Ausſprache über die Fiſchereiverhält=
niſſe
, hier: Antrag auf a) Bewilligung erhöhter Mittel bei der heſſi=
ſchen
Regierung zum Ausſetzen von Fiſchen; hierzu erklärte Herr Ober=
forſtmeiſter
Gillmer, daß über die beantragten Mittel ſeitens des Heſ=
ſiſchen
Landtags noch keine Entſcheidung gefallen ſei. b) Ueber die
Frühjahrsſchonzeit gab der vorgenannte Redner ebenfalls Aufſchluß.
Die nächſtjährige Hauptverſammlung findet in Mainz=Ginsheim ſtatt.
Betr. den Bau einer Fiſchbrutanſtalt in Seligenſtadt ſprach Herr Ober=
forſtmeiſter
Gillmer zunächſt über die Vorgeſchichte des Projekts und
gab über die Einzelheiten, insbeſondere über den Betrieb der Anſtalt
in Zukunft, genauen Aufſchluß. Zu Anträgen aus der Verſammlung
nahm bezüglich des Antrags des Fiſchereivereins Offenbach Herr Ober=
forſtmeiſter
Gillmer Stellung. Nähere Aufklärung über den einge=
brachten
Antrag brachte der Offenbacher Vertreter, und zwar dahin=
gehend
, daß die Polizeibeamten genügend inſtruiert werden müßten
über die einzelnen Angelarten, da gerade auf dieſem Gebiete noch große
Unklarheiten herrſchten. Der Wunſch, daß die Kreisämter Angelkarten
nur ausſtellen dürften nach vorheriger Anhörung eines Vertrauens=
mannes
vom Anglerbund, iſt ſehr berechtigt und zu begrüßen. Der
Vorſitzende des Anglerbundes, Herr Laun, nahm bezüglich der Ausfüh=
rungen
des Offenbacher Vertreters auch das Wort und unterſtrich, daß
man die Räuber, d. h. die rüchſichtsloſen und wilden Angler, bekämpfen
und beſeitigen müſſe. Sehr intereſſant waren auch die Ausführungen
der Groß=Steinheimer und Seligenſtädter Delegierten über das Erb=
recht
auf dem Gebiete der Ausſtellung von Fiſchereierlaubnisſcheinen,
das ihnen durch ein Geſetz aus dem Jahre 1911 genommen worden
ſei. Die Redner verlangten, daß ihnen die alten Rechte wieder ver=
liehen
würden. Dem Antrag, daß eine Aenderung des heſſiſchen Fiſche=
reigeſetzes
in einem gewiſſen Punkt vorgenommen werden müſſe, wurde
einſtimmig zugeſtimmt. Ueber kleinere Anfragen wurde noch verhandelt
und Abhilfe, ſoweit dies möglich iſt, zugeſagt. Der Vorſitzende ſchloß
mit einem Petri Heil die intereſſant verlaufene Verſammlung, die noch
durch einen Lichtbildervortrag des Herrn Prof. Dr. Scheuring über die
Wanderung der Fiſche bereichert wurde.

Entfettungs=Kuren im Frühling
ſind beſonders empfehlenswert. Nehmen Sie dreimal täglich 23 To=
luba
=Kerne, die fettzehrende Stoffe enthalten. Die echten Toluba=
Kerne erhalten Sie in Apotheken.
(T K6 1835

Griesheim, 1. April. Das Konzert des evang. Kirchengeſang=
vereins
und des evang. Poſaunenchors unter freundlicher Mitwirkung von
Frau Langner=Jäger und Kerrn Kugler, Darmſtadt, war ſehr gut be=
ſucht
. Jeder Zuhörer empfand ſo recht, wie es vorwärts ſtrebt im Geiſte
zum kirchlich=frohen Lied und zur kirchlich=frohen Muſik. Es kann hier
nur von einem guten Sinn und fröhlicher Art die Rede ſein, die beide
Veranſtalter als Grundſtein benutzen. Die herrlichen Lieder von Frau
Langner=Jäger und Herrn Kugler=Darmſtadt ſowie die zwei Duette
wurden dankerfüllt und freudig aufgenommen, und Herrn Ernſt Reifen=
rath
gebührt alle Anerkennung für ſeine Begleitung am Flügel. Die
diesjährige thepretiſche Prüfung der im Frühjahr und Herbſt nach den
geſetzlichen Beſtimmungen aus der Lehre tretenden jungen Handwerker
findet wie folgt ſtatt: Mittwoch, 2. April, für das Metallgewerbe,
Formſtecher, Bäcker und Weißbinder; Donnerstag, 3. April: Maurer,
Zimmerleute und Schreiner. Die Prüfung findet im Saale der Berufs=
ſchule
über der Bürgermeiſterei ſtatt, und zwar in der Zeit von vor=
mittags
8 Uhr ab. Lehrmeiſter, Prüfungsmeiſter und Prüfungsgeſellen
ſowie Eltern und ſonſtige Intereſſenten ſind hierzu eingeladen.
42. Eberſtadt, 1. April. Ein Güterwagen in Brand
geraten. Auf dem hieſigen Vahnhof geriet am Montagabend ein
mit Torf beladener Güiterwagen in Brand. Das Feuer konnte bald
gelöſcht werden.

Cp. Pfungſtadt, 1. April. Der Frauenverein veranſtaltete.
am Mittwoch abend im Saalbau Vögler eine Filmvorführung. Zur
Aufführung gelangt ein Film nach der Sudermannſchen Novelle Son=
neuaufgang
.
G. Ober=Ramſtadt, 1. April. Brennholzverſteigerung.
Am Donnerstag, den 3. April ds. Js., vormittags 9 Uhr, werden im
neuen Rathaus, Zimmer 18, noch ca. 16 Rm. Scheiter= und Knüppelholz
ſowie etwa 2400 Buchen=, Eichen= und Kiefern=Wellen verſteigert. Es
iſt dies die letzte Brennholzverſteigerung dieſes Jahres.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 1. April. Freiwillige Feuerwehr,
Am letzten Samstag abend fand im Gaſthaus Zur Linde die dies=
jährige
Jahresverſammlung ſtatt. Der Geſchäftsbericht ergab, daß das
Intereſſe welches die Einwohnerſchaft der Feuerwehr entgegenbringt,
ein von Jahr zu Jahr regeres wird und daß ſich gerade in den letzteren
Jahren immer mehr Leute in den Dienſt der guten Sache ſtellten. Der
Uebungsplan für das Jahr 1930 wurde in der ausgearbeiteten Weiſe an=
genommen
. Bürgermeiſter Jährling übereichte alsdann noch dem
Feuerwehrmann Jean Blum die Verdienſtmedaille für 20jährige aktive
Zugehörigkeit zur Freiw. Feuerwehr. Die Medaillen für 25= und
40jährige Dienſtzeit konnten noch nicht überreicht werden, es wird dies
bei einer anderen Gelegenheit geſchehen. Elektriſche Straßen=
bahn
. Dem Streit über die Linienführung ſoll dem Vernehmen nach
dadurch ein Ende bereitet werden, daß von berufener Stelle aus einfach
angeordnet wird, wie die Bahn gebaut wird. In Ausſicht genommen
iſt vor allen Dingen die Linie über den Luftkurort Traiſa, durch
ganz Nieder=Ramſtadt hindurch, mit Halteſtellen an jeder Gaſtwirtſchaft,
alsdann noch Ober=Ramſtadt, und zwar dorten aus gewiſſen Gründen
durch die Wehrſtraße. Auf dieſe Weiſe wird allen Beteiligten Rechnung
getragen und der ewige Streit über den Plan der Linienführung iſt ein
für allemal erledigt.
G. Ober=Ramſtadt, 1. April. Der evangeliſche Jugendverein Ober=
Ramſtadt veranſtaltete in Gemeinſchaft mit dem Poſaunenchor am letzten
Sonntag im Saale Zum Löwen einen Thaterabend, den der Poſaunen=
chor
mit einem Muſikvortrag eröffnete. Herr Pfarrer Nürnberger hieß
hierauf die Erſchienenen herzlich willkommen und dankte für den über=
aus
zahlreichen Beſuch. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch dieſer
Abend dazu beitragen möge das Zuſammengehörigkeitsgefühl unſerer
Evang. Gemeinde weiter zu feſtigen und zu ſtärken. Nun brachten Mit=
glieder
der genannten Vereinigungen das Stück Das erſte Grab am
neuen Friedhof zur Aufführung. Ernſten Charakters und gut geſpielt,
verfehlte das Stück ſeine Wirkung nicht. Nach weiteren Dankesworten
unſeres Ortspfarvers an alle Mitwirkenden beſchloß der Poſaunenchor
den Abend mit einem Vortrag.
j. Von der Bergſtraße, 1. April. Selbſtmord. Die 34 Jahre
alte Schneiderin Anna Wetzel von Weinheim, Nördliche Hauptſtr. 36,
verübte durch Einatmen von Leuchtgas Selbſtmord. Als Urſache nimmt
man Notlage und Nevvenzerrüttung an.
Aa. Offenbach, 1. April. Unfall. Während ein 15jähriger Rad=
fahrer
im Vorort Bieber Luft auf ſein Fahrrad pumpte, wurde er von
einem vorbeifahrenden Auto angefahren. Der junge Mann erlitt eine
Gehirnerſchütterung und mußte in bewußtloſem Zuſtand ins Kranken=
haus
gebracht werden.

Oberheſſen.

Schlitz, 1. April. Volksparteiliche Großkampftage
in Oberheſſen. Zu einer machtvollen und erfolgreichen Kund=
gebung
für den volksparteilichen Gedanken geſtaltete ſich die Ober=
heſſen
=Fahrt der Landtagsabgeordneten der Deut=
ſchen
Volkspartei, an welcher ſich der trotz wichtiger ſchwebender
Verhandlungen aus Berlin herbeigeeilte Reichstagsabgeordnete Rechts=
anwalt
Dingeldey beteiligte. Die Kundgebungen wurden für die
Beteiligten Redner wie Zuhörer zu einem Erlebnis. Gerechtig=
keit
und Wahrheit ſiegten auf der ganzen Linie. Zur rechten Zeit und
Stunde wurde ein rechtes Wort geſprochen. Dingeldey zerriß in
zwei klaren, mit tiefem Empfinden vorgetragenen Reden den Nebel, den
ſinn= und maßloſe Agitation der nationalſozialiſtiſchen Sturzwellen vor=
übergehend
erzeugen konnte. Vor 600 Menſchen in Schlitz ( Ober=
heſſen
) kennzeichnete Reichstagsabgeordneter Dingeldey das Programm
der Nationalſozialiſten als eine Idee, die wohl die Befreiung eines ein=
zelnen
Menſchen vermag, aber noch lange nicht die Freiheit eines
Volkes. Der Kernfehler des Nationalſozialismns
ſei die Sünde wider den nationalen heiligen Geiſt,
den er predige Bruderkampf ſtatt einer Wehr ſtil=
ler
Geſchloſſenheit. Bei Berührung des Oſtproblems wurde
dem Redner das Wort Polenabkommen zugerufen. Unter brauſen=
dem
Beifall erwiderte Dingeldey, daß man dem Abkommen zugeſtimmt
habe, weil es galt, die Deutſchen jenſeits der Grenzen zu erhalten,
ſtatt ſie den Poloniſierungsbeſtrebungen des Nach=
barn
auszuliefern. Dieſe deutſchen Anlieger ſeien wich=
tiger
als eine Geldfrage. Man ſolle denjenigen
keinen Kampf anſagen, die glaubten, durch die Un=
terſchrift
die Freiheit der Deutſchen jenſeits der
Grenze zu retten. Die Verwilderung gegenüber jedem Anſtands=
gefühl
hätte bei den Nationalſozialiſten nicht einmal vor der ehrfürch=
tigen
Geſtalt des Reichspräſidenten Halt gemacht. Es gibt keine Worte
der Empörung, wenn man im Heſſenhammer, dem offiziellen
Parteiorgan, der heſſiſchen Nationalſozialiſten, Hindenburg vorwirft,
er hätte gegen Geld die Freiheit des deutſchen Vol=
kesverkauft
. Im ſelben Augenblick bringe dieſe Partei einen An=
trag
auf Aenderung des Schutzgeſetzes ein, wonach derjenige mit Zucht=
haus
und körperlicher Züchtigung beſtraft wird, der einen toten oder
lebenden Nationalhelden, Heerführer oder Inhaber hoher deutſcher
Orden beſchimpft oder beſudelt!! ! Dieſes Geſetz wird hoffentlich durch=
gehen
und zuerſt Anwendung bei denienigen finden
die es gefordert haben. Dingeldey konnte in klarer, vor=
nehmer
Form auf die Angriffe erwidern, die ein Nationalſozialiſt in
der Diskuſſion machte. Es wurde ihm ein ſtarker, langan=
haltender
und ehrlicher Beifall zuteil. In beiden
Kundgebungen ſprachen über heſſiſche Finanzpolitik und Sparmaßnal=
men
der heſſiſchen Regierung die Landtagsabgeordneten Dir. Dr. Kel=
ler
=Büdingen und Bürgermeiſter. Dr. Niepoth=Schlitz. Zimmer=
meiſter
Haury=Darmſtadt, M. d. L., referierte über Mittelſtands=
fragen
und Bürgermeiſter Schott=Uffhofen, fand bei der Alsfelder
Kundgebung warme vaterländiſche Worte für die beſetzten Gebiete. H‟
*
Waſſerſtandsnachrichten vom 1. April. Rhein: Hüningen 0./
Kehl 1,95, Maxau 3,73, Mannheim 2,52, Mainz 0,38, Bingen 1,54, Kau)
1,66, Köln 1,72 Meter. Main: Schweinfurt 0,87, Würzburg 084
Lohr 1,27, Steinheim 2,37, Frankfurt 2,27, Koſtheim Staatsp. 0,04, d0.
Waſſertiefe 2,02. do. Fahrtiefe 1,72 Meter.
Gernsheim, 1. April. Waſſerſtand des Rheins an
31. März 0,28 Meter, am 1. April 0,40 Meter, morgens 5.30, 19

[ ][  ][ ]

grüßen als Verlobie.
Sprendlingen, Spenglerſtraße 35
b. Offenbach a. M.

ir die mir an meinem 90. Geburtstag
teil gewordenen Glückwünſche und Ge=
enke
ſage ich auf dieſem Wege meinen
rzlichſten Dank.
Konrad Wenzel
Frankfurterſtr. 39.

Statt Karten
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
Hochſchätz ung und Verehrung anläßlich
ines 80 Geburtstages ſage ich hiermit
en Freunden und Bekannten meinen
Fzl. Dank.
umſtadt. März 1930 Ph. Sachs
Wienerſtr. 58

Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht,
daß geſtern Nacht
Frau
Karoline Aeckerlin Vwe.
frühere Beſitzerin der Beſſunger
Weinſtube Beſſungerſtr. 9
n dem Herrn entſchlafen iſt.
J. A.:
Familie Eckert
Beſſungerſtr. 9.
Die Beerdigung findet Donners=
ag
nachmittag ½3 Uhr auf dem
Waldfriedhof ſtatt.

am Marienplatz

Fr. Harkmann
appr. Heilgehilfe.
Grafenſtr. 20, II. lks.
Telefon 1454. (278a

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Heute rief Gott meine liebe Gattin, unſere
gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Htuu Aomnd Aummer
geb. Seib
wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten
nach kurzem, ſchweren Teiden zu ſich in die
Ewigkeit.
Darmſtadt, Wiesbaden, den 31. März 1930.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
philipp Rummel, Bleichſtraße 41.
Ludwig und Zuſtina Jochim, geb. Rummel
Jakob Rummel und Eliſabeth, geb. Haas
Albert und Anna Crämer, geb. Rummel
und 3 Enkelkinder
Die Beerdigung findet ſtatt auf dem Waldfriedhof am
Donnerstag, den 3. April 1930, nachmittags 4 Uhr.
Das Seelenamt wird gehalten Samsiag, den 5. April
in der St. Fideliskirche, morgens 7 Uhr. 5465

Dankſagung.

ür die Anhänglichkeit und liebevolle Teilnahme, die
urch die vielen Ehrungen und Blumenſpenden, während
erKrankheit und beim Hinſcheiden unſerer lieben Ent=
hlafenen
, bezeugt wurden, ſagen wir hiermit unſeren
erzlichſten Dank. Ganz beſonders danken wir Herrn
farrer Heß für die wohltuenden Worte am Grabe der
ntſchlafenen, den Aerzten und Schweſtern des Stadt=
ankenhauſes
für die aufopfernde Pflege, dem evang.
rauenverein für die Kranzniederlegung, den Beamten
erOberpoſtdirektion und Oberpoſtkaſſe und allen denen,
e ihr das letzte Geleit gaben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
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5449) Reformhäusern

Heda-Prüchtewürſel

Der tapfere Arminlus
hat Hühneraugen an dem Fuss.
Thugnelda tat sie ihm besohneiden,
darum der Held gar arg muss leiden.
Ein Trost nur, dass in heut’ger Zeit
Uns Lebewohl‟ davon befreit.
(*Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten
empfohlene Hühneraugen-Lebewohl mit druckmilderndem
Eilzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Fußsohle, Blechdose (8 Pflaster 75 Pfg., Lebewohl-Fußbad
gegen empfindliche Füße u. Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder)
50 Pfg., erhältlich in Apotheken u. Drogerien, sicher zu haben bei:
Palais-Drog. P. Pohl, Ecke Zimmer- und Elisabethenstr.; Engel-
Drog. H. Schaub. Karlstr. 28: Germania-Drog. K. Steinhäuser,
Nieder-Ramstädterstr.; Gebr. Vierheller, Drog., Schustergasse 14;
A. Zachmann, Merkur-Drog., Bleichstraße 46.
(II. Dr. 2893
In Roßdort: Drog. A. Löffler.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Reich und Ausland.
Aufklärung eines Raubüberfalles.
Frankfurt a. M. Der von der Kriminal=
polizei
zur Aufklärung eingeſetzte Streifendienſt hat
zwei Täter, die für den Raubüüberfall in der Ha=
nauer
Landſtraße in Frage kommen, feſtgenommen.
Wie in vielen Fällen, ſo iſt auch im vorliegenden
Falle der Raub an einer ſtark angetrunkenen Per=
ſon
ausgeführt worden. Der Ueberfallene hatte in
der Trunkenheit Geld und Wertſachen öffentlich
gezeigt und dadurch die beiden Feſtgenommenen zu
dem Ueberfall angeregt.
Eine Falſchmünzerwerkſtatt entdeckt.
Wiesbaden. In einem Garten vor der
Stadt wurde in einem Lattenverſchlag eine kom=
plette
Einrichtung zur Herſtellung falſcher Mark=
ſtücke
aufgefunden. Man fand dabei noch einge=
ſchmolzenes
Blei und Zinn. Von den Falſchmün=
zern
ſelbſt fehlt jede Spur, doch betreibt die Poli=
zei
ihre Nachforſchungen mit großem Eifer.
Ein gefährliches Pferd.
Bad Kreuznach. Ein Gutsbeſitzer in
Eckenroth hatte ſich mit dem Kauf eines Pferdes
eine gefährliche Beſtie in den Stall gebracht. Das
Tier ließ keinen Menſchen an ſich heran. Der Knecht,
der es warten wollte, wurde von ihm ſo heftig ge=
biſſen
, daß er ſchwer verletzt ins Krankenhaus ge=
bracht
werden mußte. Am Tage darauf wurde der
Nachfolger des Knechts ebenfalls durch Biſſe ſo zu=
gerichtet
, daß er gleichfalls ins Krankenhaus geſchafft
werden mußte. Die Polizei ordnete die Erſchießung
des Tieres an.
Jakubowſki=Prozeß.
Neu=Strelitz. In der Dienstag= Verhand=
lung
im Jakuboſſki=Prozeß wurde als erſter Zeuge
Wilhelm Nogens vernommen. Er machte von ſei=
nem
Ausſageberweigerungsrecht Gebrauch. Darauf
wurde Frau Ida Kreutzfeldt vernommen. Sie be=
kundet
, daß ihr Mann an jenem 9. Nobember nach
Belendorf gereiſt iſt. Dann wird Paul Kreutzfeldt
ſelber vernommen. Er beſtreitet, daß er viel mit
Jakubowſki zuſammengekommen iſt. Er habe viel=
mehr
ſeine Eltern beſucht. Ebenſo wie im vorigen
Prozeß, ſtellt auch jetzt wieder der Zeuge alle von
Zeugen und Angeklagten über ihn gemachten Aus=
ſagen
als Lügen hin. Rechtsanwalt Dr. Brandt, der
Vertreter der Nebenklage, beantragt, Paul Kreutz=
feldt
wegen dringenden Tatverdachts unvereidigt zu
laſſen. Das Gericht verkündet darauf den Beſchluß,
daß das Ehepaar Kreutzfeldt wegen Begünſtigung
unvereidigt bleiben ſoll. Der ſodann vernommene
Vater des Zeugen Paul Kreutzfeldt, der Landwirt
Chriſtian Kreutzfeldt, der noch heute Beſitzer des
Heidekaten in Palingen iſt, ſagt aus, daß Jaku=
bowſki
viel zu ihm gekommen ſei, da dieſer ſich ver=
mutlich
für ſeine Tochter Luiſe intereſſiert habe.
Er habe ſich gut mit Jakubowſki verſtehen können.
Der Zeuge glaubt auch, daß Jakubowſki viel von
dem kleinen Ewald gehalten hat.
Ein ſchlechter Aprilſcherz.
Eine Höllenmaſchine mit Blumenerde.
Berlin. In der vorbergangenen Nacht, ge=
gen
12½ Uhr, fand ein Pförtner des Berliner Rat=
hauſes
an der noch offen ſtehenden Tür des Haupt=
einganges
in der Königſtraße ein in hellgraues
Packpapier gehülltes Paket und nahm es mit in
ſeine Pförtnerloge. Als er das Packpapier entfernt
hatte, vernahm er ein verdächtiges Ticken, das ihn
auf den Gedanken brachte, es könnte ſich um eine
Höllenmaſchine handeln. Er alarmierte die Polizei
und die Feuerwehr. Die Straße wurde abgeſperrt,
da ſich auf das Gerücht von der Auffindung einer
Höllenmaſchine ſehr ſchnell eine Menſchenmenge an=
geſammelt
hatte. Die Feuerwehr öffnete den Kar=
ton
und fand zwei große Granitſteine ſowie zwei
Konſervenbüchſen. In einer der Büchſen befand ſich
eine Steckuhr oder vielleicht auch eine elektriſche
Zähleruhr, deren Zeiger auf 0,4 und 6 geſtellt
waren, ſo daß man annehmen mußte, daß eine
Exploſion um 4 Uhr 6 Minuten vorgeſehen war.
Dieſe Uhr war durch Kabeldrähte mit zwei gewöhn=
lichen
Taſchenlampen und mit der anderen Konſer=
venbüchſe
verbunden. Da es ſich nach der ganzen
Aufmachung allem Anſchein nach um eine Höllen=
maſchine
handelte, wurde auch die politiſche Polizei
unterrichtet, von der mehrere Beamte erſchienen und
eine genaue Durchſuchung des vorgefundenen Mate=
rials
vornahmen. Dabei entdeckten ſie nach Oeffnen
der zweiten Büchſe, daß dieſe nicht mit Pulver,
ſondern mit gewöhnlicher Blumenerde gefüllt war.
Auf dem Kartondeckel befindet ſich ein Adreſſenzet=
tel
, der mit ſchwarzem Eiſenlack vollſtändig über=
ſtrichen
iſt, ſo daß man die Adreſſe nicht erkennen
kann. Es wird auf chemiſchem Wege verſucht wer=
den
, den Lack zu entfernen, um ſo die Adreſſe frei=
zulegen
. Das Paket ſcheint von einem Mann an
die genannte Stelle gelegt worden zu ſein, der ſich
an den Pförtner mit der Frage gewandt hatte, wo
er übernachten könne. Der Mann machte einen ver=
wahrloſten
Eindruck. Der üble Aprilſcherz dürfte
ſeinen Erfinder teuer zu ſtehen kommen.
Ein Arzt Opfer einer Eiferſuchtstragödie.
Berlin. Der Arzt am Hygieniſchen Inſtitut
der Univerſität Kiel Dr. Jochimſen wurde, wie Ber=
liner
Blätter aus Kiel berichten, am Montag abend
in ſeiner Wohnung erſchoſſen aufgefunden. Eine
Frau wurde verhaftet, weil ſich verſchiedene Ver=
dachtsmomente
gegen ſie richten.
Unterſchlagungen im Wiener Gendarmerie=
Kommando.
Wien. Das Neue Wiener Journal meldet,
das Landes=Gendarmeriekommando hat am Diens=
tag
die Anzeige erſtattet, daß der Angeſtellte Bela
Hovvat im Amte nicht mehr erſchienen iſt und Un=
terſchlagungen
in Höhe von 46 000 Schilling
(28 250 Mark) begangen hat. Horvat, der der Sohn
achtbarer Eltern iſt, iſt ſeither nicht mehr nach
Hauſe gekommen und geflüchtet. Die Eltern mut=
maßen
, daß er ſich nach Deuiſchland gewendet hat,
da er die Bekanntſchaft eines reichsdeutſchen Mäd=
chens
gemacht habe. Er kann aber auch nach der
Türkei oder nach Südamerika geflüchtet ſein.
Zu dem Unglück auf dem Ochrida=See.
Belgrad. Von den neun Opfern des Un=
glücksfalles
auf dem Ochrida=See wurden vor=
geſtern
die Leichen von fünf der Ertrunkenen ge=
borgen
. Der ſtellvertretende Außenminiſter Dr. Ku=
manudi
hat dem tſchechoſlowakiſchen und dem grie=
chiſchen
Außenminiſterium telegraphiſch ſein Beileid
über den Tod des tſchechoſlowakiſchen und griechi=
ſchen
Konſuls in Korica ausgeſprochen.

Mittwoch, deu 2. April 1930

Nummer 92

Der Winter wird verbrannt.

Alljährlich findet in Eiſenach das Jahrhunderte alte Feſt des Frühlingsgewinns ſtatt. Ein fröhlicher
Umzug durch die Straßen der Wartburgſtadt und die Verbrennung einer Strohpuppe, die den

Winter vorſtellt, feiern den Wiederbeginn der warmen Zeit.

Vor dem Papſt und dem Kardinalskollegium wurde zum erſten Male wieder ſeit 1910 ein Konzert
in den Feſtraumen des Vatikans gegeben.

Das wandelnde Telephon.

Der Beamte mit dem transportablen
Telephon wartet auf den einlaufenden Zug.

Ein Reiſender telephoniert im Gang
des Eiſenbahnzuges.

luf dem Bahnhof in Neapel iſt zur Bequemlichkeit der Reiſenden ein wandelnder Telephondienſt
ingerichtet worden. Ein Beamter wartet mit einem Steckdoſenapparat auf dem Bahnſteig und
ietet rufend die Möglichkeit, vom Zuge aus mit einem Anſchluß in der Stadt zu telephonieren.

200 franzöſiſche Deportierte geſtorben.
Paris. Nach einem Brief, den ein Einwohner
r Stadt La Rochelle von einem Angehörigen der
Zerwaltung der Strafinſel Salut in Guayana er=
alten
hat, ſind von den im November nach St.
Nartin de beförderten 673 Strafgefangenen
0 geſtorben. Der Pariſer Goldwarenhändler Me=
torino
, der ebenfalls zu dem Transport gehört
abe, wurde am 3. März, wahrſcheinlich bei einem
luchtverſuch, von Haifiſchen aufgefreſſen.

benachbarten Stationsvorſteher, der zwei aus ent=
gegengeſetzter
Richtung kommende Züge rechtzeitig
aufhalten und damit eine Kataſtrophe verhüten
konnte.

Ausdehnung der Ueberſchwemmung
in Oklahoma.

Dammrutſch an der Bahnſtrecke Calais
Boulogne.
Paris. Nach einer Meldung aus Boulogne
ir Mer ereignete ſich am Montag vormittag an
er Bahnſtrecke Calais-Boulogne ein ſchwerer
ammrutſch. Mehrere hundert Kubikmeter Erd=
laſſen
löſten ſich los und ſtürzten auf die Eiſen=
ahnſtrecke
. Ein Streckenwärter benachrichtigte den

Oklahoma. Infolge Aenderung der Wind=
richtung
hat der von der Oelquelle ausgehende
Sprühregen nunmehr die äußeren Stadtteile er=
reicht
. Alle Fenſter mußten geſchloſſen werden;
ebenſo mußten alle Feuer im Umkreis von drei
Kilometern um die Oelquelle gelöſcht werden. Eine
Anzahl entfernt gelegener Fabriken wurden benach=
richtigt
, daß ſie ihre Keſſelfeuer im Notfalle ſofort
löſchen müßten, da befürchtet wird, daß in der mei=
lenweit
mit Petroleum beſprengten Umgebung der
Oelquelle ein Brand von unüberſehbaren Aus=
maßen
entſtehen könnte.

Ein inkernalionaler Bekrüger ſchädigt

Hamburger Kaufleute um 1 Mill. Mk.

Hamburg. Nach einer Meldung Hamburger
Blätter iſt in Tournay in Belgien ein inter=
nationaler
Betrüger feſtgenommen worden, der

viele Firmen, u. a. auch ſolche in Hamburg, um
erhebliche Summen geſchädigt hat. In Hamburg

allein ſollen ihm etwg eine Million Mark in die

Hände gefallen ſein. Der Feſtgenommene iſt zum
Teil geſtändig. Es handelt ſich um einen in
Griechenland geborenen Chriſto Caryfalis, der
ſich bei ſeinen Betrügereien, die verſchiedenſten
Namen zulegte. In Hamburg iſt er beiſpiels=
weiſe
als Sir John Kerr aufgetreten, hat ſich
als Vertreter einer engliſchen Papiergroßfirma
ausgegeben und als ſolcher Lieferungsverträge
mit Hamburger Kaufleuten abgeſchloſſen. Nach
geraumer Zeit erſchien er dann mit Konoſſe=
ments
, Verſicherungspolicen uſw. und zog die
Gelder für die noch nicht gelieferten Waren ein.
Dem Betrüger ſind auf dieſe Weiſe nachweisbar
in 127 Fällen Auftraggeber ins Garn gegangen,
die dabei eine Geldſumme von einer Million
Mark einbüßten. Solche und ähnliche Betrüge=
reien
wurden von Caryfalis auch in anderen
Ländern begangen. Die Nachforſchungen der
internationalen Kriminalbehörden laſſen ver=
muten
, daß Caryfalis das Haupt einer weitver=
zweigten
Betrügerbande iſt. Nach den Helfers=
helfern
wird gefahndet.

Die Dividende eines engliſchen Automobil=
fabrikanten
für wohltätige Zwecke geſtiftet.
London. Der Genevaldirektor der bekannten
Morris Automobilwerke, Sir William Morris, in
deſſen Händen ſich die geſamten 40 Millionen Mark
betragenden Aktien des Konzerns befinden und der
zum erſten Male in dieſem Jahre eine Dividende
entnahm, hat den Geſamtbetrag in Höhe von 4 Mil=
lionen
Mark wohltätigen Zwecken zugeführt.

Stürmiſche Heimreiſe der Europa.
New York. Nach einem Funkſpruch von
Bord des Lloyddampfers Europa hatte der
Dampfer auch am zweiten Tag ſeiner erſten Oſtfahrt
gegen Sturm und eine bewegte See anzukämpfen.
In den 25 Stunden Schiffszeit von Sonntag nach=
mittag
bis Montag mittag legte der Dampfer 635
Meilen zurück, was einem Stundendurchſchnitt von
25,4 Seemeilen entſpricht. Am Montag nachmittag
um 2 Uhr paſſierte die Europa den gleichfalls oſt=
wärts
fahrenden Lloyddampfer Berlin,

Mue
ſäre d
Riviera

Keine Ausſicht für Rettung der Verſchütteten
in der Pioneerbuchtmine in Kentucky.

New York. Die am Samstag in der Pioneer=
buchtmine
bei Pineville, im Staate Kentucky, ver=
ſchütteten
16 Bergarbeiter ſind wahrſcheinlich ſämt=
lich
getötet worden oder in den letzten 48 Stunden
erſtickt. Bisher konnten nur fünf Leichen geborgen
werden.
Eine mexikaniſche Stadt abgebrannt.

ragt
E1

Mexiko=Stadt. Die im mexikaniſchen
Erdölgebiet liegende Stadt Mendez iſt durch eine
Feuersbrunſt völlig zerſtört worden. Dabei ſind nach
den bisherigen Feſtſtellungen mindeſtens zuvölf Per=
ſonen
umgekommen. An den Petroleumquellen und
den Vorräten fanden die Flammen ſo reiche Nah=
rung
, daß eine Bekämpfung unmöglich war.

Rieſenbrand in Toledo.
400 Automobile verbrannt.

Toledo (Ohio). Eim rieſiges Schadenfeuer
iſt auf dem hieſigen Güterbahnhof ausgebrochen. Bei
dem Brande wurden über 400 neue Automobile, d
auf den Abtvansport warteten, vernichtet. 2
Sachſchaden wird auf annähernd 2 Millionen Mark
geſchätzt.

Fra

Die vermißten AuſtralienEngland=Flieger
aufgefunden.

Sydney. Die beiden auſtraliſchen Flieger
Smith und Shiers, die mit ihrer Maſchine City
of Sydney einen Flug nach England beabſichtigten,
aber in unbewohnter Gegend in Nordweſtauſtralien
notlanden mußten, ſind von einer Hilfsexpedition
wohlbehalten aufgefunden worden.

Keſſelexploſion auf der ſüdmandſchuriſchen
Eiſenbahn.

Tokio. Bei einer Keſſelexploſion auf einet
Station der ſüdmandſchuriſchen Eiſenbahn bei Muk=
den
ſind vier Arbeiter getötet worden. Bei Ver=
ſuchen
mit einem neuen Heizverfahren explodiertt
ein Dampfkeſſel von etwa zwei Tonnen Inhalt,
durchſchlug das Dach des Keſſelhauſes und wurde
etwa 60 Meter weit fortgeſchleudert. Bei den Getö=
teten
handelt es ſich um drei Chineſen und einen
Japaner.

er ü
Fgeh.

Der Preis der deutſchen Dichker=
akademie
für Friedrich Schnack.

Friedrich Schnack,
der Autor von Das Leben der Schmetterlinge‟
und Sebaſtian im Wald erhielt den 5000=Mk.
Preis der deutſchen Dichterakademie für ſein Ge
ſamtwerk. Lyriſche Stimmungszeichnungen und
ſtarkes Naturempfinden zeichnen ſeine dichteriſchei
Schöpfungen aus.

[ ][  ][ ]

Geſchichten aus aller Welt.

Das iſt New York.

(a) New York. Wiſſen Sie, was New York iſt und was
New York hat? Hören und ſtaunen Sie: New York

Jagd auf Pferdehaare.

(y) Moskau. In Ruſſiſch=Turkeſtan findet zurzeit eine lebhafte
gd ſtatt und zwar eine Jagd auf Pferde. Aber die Pferde werden
chher wieder laufen gelaſſen, in die Freiheit, in der ſie ſich auch lieber
zumtummeln. Sie ſehen freilich nachher etwas verändert aus. Man
ihnen die Mähne gebobbt und die Schweife geſtutzt. Dieſe merk=
rdige
Neuheit iſt auf einen Erlaß der ruſſiſchen Regierung zurüick=
ühren
, die den Bauern von Turkeſtan mitteilen ließ, daß die Zukunft
Landes im Traktor liege. Nun ſeien dieſe Maſchinen teuer, jedoch
nten ſie leicht verdient werden durch Pferdehaare, die bekanntlich
den verſchiedenſten Induſtrien ſehr geſucht ſind. Für 1000 Pferde=
hnen
nebſt den dazu gehörigen Pferdeſchweifen kann man ſchon einen
aktor haben. Da vorerſt 25 Traktoren benötigt werden, müſſen alſo
Bauern 25 000 Pferde fangen, ihrer Haare berauben und dann wie=
laufen
laſſen. Anderwärts mag man mit der PS.=Bewertung eines
aktors ſeine Zugkraft meinen. Hier wird der Traktor nicht nach
rdeſtärken, ſondern nach Pferdeſchweifen bemeſſen.
Wem gehört der Mondſchein?
Paris. Boulevard Hausmann. Verniſſage. Monſieur La=
beehrt
ſich, rund fünfzig Gemälde auszuſtellen. Sämtlich Riviera=
idſchaften
mit Mondſchein. Monſieur Chanabian, ein anderer be=
nter
Kunſtmaler der franzöſiſchen Hauptſtadt, empört ſich hierüber
r alle Maßen Riviera=Stimmungsbilder mit Mondſchein= Phanta=
ſeien
ſeit Jahren ſeine Spezialität. Seine wohlbehütete eigene
te‟ Geſetzlich geſchützt. Man muß das wiſſen: im Seine=Paradies
eiten nicht weniger als vierzigtauſend Künſtler nach ihrem ureigen=
Syſtem. Jeder iſt auf ſeine Eigenart ſtolz und läßt ſich nicht ſo
e weiteres ins Handwerk pfuſchen. Chanabian beſah ſich die Bilder
nachempfinderiſchen Kollegen und lief zum Kadi. Er verlangte
htsſchutz für ſeinen Mondſchein, den er ſeit Jahr und Tag auf die
nwand malte. Die Gemälde des jüngeren Mondliebhabers wurden
ferhand beſchlagnahmt. Einſtweilige Verfügung: die Sachverſtän=
mögen
entſcheiden, ob Frau Luna das privilegiſierte Jagd= be=
ungsweiſe
Malgebiet des empfindlichen Meiſters bildet. Zwei ange=
ne
Mitglieder der Akademie, Hourticg und Laurent, vertraten den
ndpunkt des älteren Mond=Nutznießers; was ſoll aus den Arrivierten
den, wenn die junge Generation ihren Stil kopiert? Die Vereini=
g
. der bildenden Künſtler iſt natürlich gegenteiliger Meinung: es
me nicht auf das Was, ſondern lediglich auf das Wie an. Das
e doch gelacht, wenn in Zukunft kein Maler den Mond über die
iera=Landſchaft verewigen dürfte, nur weil Monſieur Chanabian
er hiervon lebte! Freie Bahn und freien Mondſchein dem Tüch=
a
!. Der große Streit, viel Lärm um nichts, iſt in vollem Gange.
dem Mond=Schlachtfeld gibt es täglich etwas Neues. Die Ueber=
eilichen
weiſen allerdings darauf hin, daß Chanabian ſelbſt ein
giator ſei. .. . Was auf jeden Fall herauskommt, iſt Reklame.

Was der Ludelſack pfeift.

(k) London. Die Taxe fährt ſchnurſtracks an einen Baum. Zer=
9t in Stücke. Der Fahrer blutet aus tauſend Wunden. Dennoch
ter, halb ohnmächtig, ſeinen Gaſt: Sind Sie noch am Leben, mein
r? Kaum hörbar antwortet dieſer: Ich werde gleich nachſehen.
len Sie aber auf alle Fälle die Uhr ab! Er war ein Schotte. . . .
Ein Firmenſchild fällt auf Jimmys Kopf. Wochenlang ſchwebt der
unglückte zwiſchen Leben und Tod. Der Arzt beſucht ihn jeden Tag.
lich iſt er wieder hergeſtellt und ſagt zu dem Doktor: Ich bin Ihnen
los dankbar, daß Sie mich gerettet haben und bedaure außerordent=
daß
ich Sie nicht angemeſſen honorieren kann. Nanu? ſtaunt
Mediziner, haben Sie etwa kein Geld zu Hauſe? Oh doch,
idert Jimmy, fünfhundert Pfund ſind da. Die ſind aber für unvor=
ſeſehene
Ausgaben vorgeſehen!
Tommy lieſt auf einem Spaziergang folgende Reklame des größten
attungsinſtituts am Orte: Heute Ausnahmetag. Den nächſten

Kunden beerdigen wie unentgeltlich! Ohne wit der Wimper zu zucken,
zieht Tommy ſeinen Revolver hervor und ſchießt ſich mauſetot. . .
Dr kleine Bob meldet erfreut ſeinem Vater: Papa, ich habe heute
fünf Pennys erſpart. So iſt’s richtig, mein Junge. Wie haſt Du
das bloß gemacht? Ich fuhr nicht mit der Straßenbahn, ſondern
lief hinter ihr her. Warum biſt Du nicht hinter einem Kraftwagen
gelaufen, dummer Bub? Da hätteſt Du gleich fünf Schillinge erſparen
können!
Jonny wollte ein Haus bauen. Sammelte zu dieſem Zweck herren=
loſe
Beſtandteile. Endlich war er ſo weit und ſchrieb an das Baubüro
folgenden Brief: Ich bin im Beſitz von genügend Ziegelſteinen und
ſonſtigem Baumatevial. Würden Sie mir gütigſt zum Häuſerbau einige
Freimaurer zur Verfügung ſtellen?
Eine ſonderbare Buchſammlung.
(f) London. In London wurde kürzlich die ſonderbarſte
Buchſammlung verſteigert, die jemals exiſtierte. John Bagford,
geboren 1650 in der engliſchen Hauptſtadt, geſtorben 1716 daſelbſt,
machte ſich zur Lebensaufgabe, die ſeltenſten, koſtbarſten Bücher zu
erwerben, ſchenkte ſie aber unverzüglich ſeinen Bekannten und be=
hielt
lediglich die Titelblätter. Die Sammlung des kurioſen
Bibliophilen vererbte ſich von Generation zu Generation. Der
jetzige Inhaber letzter Sproß des Geſchlechts ſah ein, daß man eine
dermaßen ſinnloſe Bibliothek gerade in der heutigen Zeit am
beſten verwerten könnte, wandte ſich an die richtige Adreſſe und
fand auch einen amerikaniſchen Kunſtförderer dem der Spaß
tauſend Pfund wert war. So wanderte die inhaltloſe Bibliothek
nach dem Lande, wo ſie hingehört . .
Mumienkulk in Aegypken.
(g) Kairo. In Aegyptens zweitgrößter Stadt, dem nach
dem Eroberer Alexander dem Großen benannten Alexandrien,
werden augenblicklich durchgreifende Verſchönerungsarbeiten aus=
geführt
Ganze Straßenzüge werden auf mehrere Meter Tiefe
aufgeriſſen, Häuſer abgebrochen, um breiten Alleen, zu beiden Sei=
ten
von modernen Wohnpaläſten flankiert. Platz zu machen. Herr
Howard Carter, mit Lord Carnavon der Entdecker Tutanchamons,

dieſer alten Hafenſtadt zu beſchäftigen. Das Glück war ihm auch
hier hold, denn ſchon bald ſtieß er auf eine prächtige Granitſäule
von 7 Metern Höhe und 75 Zentimetern Durchmeſſer. Die Archao=
logen
glauben, daß dieſe Saule ein Teil des Grabgewölbes Ale=
rander
des Großen iſt, deſſen Gruft bisher unguffindbar war.
Man grub weiter und fand in unmittelbarer Nähe einen Sarko=

reicher Antiquitätenhändler in Alexandrien hat nach vielen Ver=
handlungen
dieſe ſeltene Mumie erſtanden, die auf dem Wege
dazu iſt, Weltruf zu erlangen. Im Gegenſatz zu allen anderen
Mumien der alten Pharaonen hat ſich nämlich um dieſe Prinzeſſin
die Legende geſponnen, daß ſie all denen, die ſie berühren, Glück
bringt und ihre Wünſche erfüllt. Zu Hunderten ſtrömen ſeit
einiger Zeit fromme Pilger in den Laden des Händlers, der als
geſchickter Kaufmann jedem ein Ebenbild des Sarkophags in
Miniaturausführung für teures Geld mit auf den Weg gibt. Die
Prinzeſſin Omar Tuſſum, die leibliche Schweſter der derzeitigen
Königin von Aegypten, und hohe politiſche Perſönlichkeiten haben
ſich unter den Schutz der Mumie geſtellt, der man ſelbſt wunder=
bare
Heilungen zuſpricht. Hier und da tauchen nunmehr auch
die nicht zu vermeidenden Spiritiſten auf, denen es gelungen iſt,
mit dem Geiſt der kleinen Prinzeſſin in Verbindung zu treten.
Die Eindrücke, die ſie mit ihr über das Leben von damals und
heute austauſchten, verkaufen ſie teuer an die naiven Beſucher
des prähiſtoriſchen Fundes, der zu einem wahren Mumienkult in
Aegypten führen wird.

hat mehr. als 5,6 Millionen Einwohner, von denen 2 Millionen
auswarts geboren ſind,
hat mehr Italiener als Rom, mehr Iren als Dublin, mehr Deutſche
als Bremen und ein Zehntel aller Juden der Welt,
hat die fünf größten Brücken der Welt; jede iſt länger als 1,5 Km.,
hat mehr als 2000 Theater und Kinos,
hat mehr als 1500 Kirchen für alle möglichen Bekenntniſſe und
Sekten,
hat in ſeinen Mauern ein Privatvermögen von 8,5 Milliarden
Dollar, das zur Steuer herangezogen werden kann,
hat durchſchnittlich 300 000 Fremde täglich zu Beſuch, die die Stadt
beſichtigen wollen,
hat alle 52 Sekunden einen abgehenden Perſonenzug,
hat jede 13. Minute eine Heirat,
hat jede 6. Minute eine Gebuxt,
hat alle 10 Minuten eine geſchäftliche Neugründung zu verzeichnen,
hat alle 51 Minuten ein neues Gebäude zu eröffnen und
hat jede Stunde einen Mord
Das iſt New York!

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 2. April. 11.15: Schulfunk. O 13.30: Schallplattee.
O 15: Jugendſtunde H Gäfgen: Der Märchendichter Hans Chr.
Anderſen. Aus dem deutſchen Liederkranze. Volksſchulklaſſe 1a
der Schule in Mamz=Biſchofsheim. o 16: Volksbildungsheim
Frankfurt: Konzert. Kompoſitionen von Wagner. Vorſpiel zu
Lohengrin, Lohengrins Ermahnung. Einleitung zum 3.
Akt und Brautchor aus Lohengrin Gralserzählung aus
Lohengrin. Vorſpiel zum dritten Akt aus Die Meiſterſinger
von Nürnberg‟ Einzug der Gäſte aus Tannhäuſer. Preis=
lied
aus Die Meiſterſinger von Nürnberg‟ Humperdinck: Fan=
taſie
aus Hänſel und Greiel e 18.05: H. Ramm: Der Volks=
ſchullehrer
. O 18.35: Stuttgart: E. Franzſeph: Plauderei über das
Bier. O 19.05: Stuttgart: E Wache: Auf Tierfang für Hagenbeck
in Senegambien. 19.30: Stuttgart: Genoveva. Oper in vier
Akten. Von Rob. Schumann. o 21: Konzert. Mozart: Streich=
quartett
in B=dur. Debuſſy: Streichquartett in G=moll. O 22:
Ein Kaufhaus gerüſtet zur Frühjahrsſaiſon.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 2. Aprtl. 9.30: Dr. Bethge: Vom
rechten Umgang mit den Tieren 6 10: Dr Hajek: Deutſche Mundarten.
O 10.35: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes o 14.45: Kinder=
ſtunde
. O 15.45: Marie v Hollmann: Heiteres aus Prentice Moul=
ford
für die Hausfrau. O 16: Prof. Dr. Hildebrandt: Vernehmung

mburg: Konzert O 17.30: April.

Dr. Michaelts Helga Thorn, O. Beſemfelder. 0 17.55: Dr. Tibur=
tius
: Stand der Berufsausſichten des Volkswirtes. O 18.20: Dr.
Löſer: Auf Urlaub m Braſilien. 18.40: Spaniſch für Anfänger,
S 19.05: Gutes Deutſch O 19 30: Oberreg.=Rat Teieſſy: Die Straf=
löſchung
m den Perſonalakten und ihre Bedeutung für den Beamten.
O 20: München: Konzeri des Schrammeltrios Theo Eitele. O 20.30:
Der Herrgottsflucher von Maria=Stein Oberbayeriſches Volksſtück
von Waldort=Ec 6 21: Konſervatorium. Leipzig: Sinfonie=Konzert.
Honegger: Slating rink. Bloch: Amerika e Anſchl.: Zeit, Wetter.
O 22.30: Karten=Spiele. O Danach: Tanzmuſik.
Haupnchriftleitung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann:
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Nette;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuhle,
Druck und Verlag.: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 14 Geiten

WElBLICH

es jung. Fräul.,
fortbildungs=
frei
, w. 3 Jahre
Büro war, ſucht
ingsſt. a. Ver=
erin
gl. welcher
iche, evtl. auch
hilfe bei Büro=
iten
, Angeb. u.
a. d. Gſchſt. (*

eherin,perf eng=
ſ
. Stelle ganze
Tage. Engl.
. m. Kindern.
u. P. 23 Gſch.

htige, ſaubere
ausfrau
Beſchaftigung,
) welcher Art
ſe Ritzert
iesſtraße 5.

ält., i. Kochen
tushalt tüchtig.
chen ſucht Stell.
n. ruh. Haus=
in
Darmſtadt
Umgebung.
b. unter P. 52
Geſchäftsſt. (
ild. Mädchen,
ſucht tagsüb
ir gutem Hauſe
äftigung. Ang.
53 Geſchſt. E

4. Mädchen
Beſchäftigun.
dw Art. Ang
3 Geſchäftsſt

ge ehrl. Frau
ufſt. im Haus=
od
. Büro. Nah.
Höttmann
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[ ][  ][ ]

Seite 10

Mittwoch, den 2. Aprül 1930

Nummer 92

Sport, Spiel und Turnen.

Zur Enkſcheidung der Fußball=
Kreismeiſterſchaft.
1. 5. C. Union Viktoria Walldorf.
Nachdem Walldorf auch am Sonntag in Egelsbach beide Punkte
holen konnte und damit dem Tabellenführer Urberach bedenklich nahe
rückte, wartet man geſpannt auf das Treffen auf der Rennbahn. Unions
Aufgabe iſt, den Walldörfern zumindeſt einen Punkt abzuknöpfen und
damit Klärung in die Meiſterſchaftsfrage zu bringen. Bei den diesjäh=
rigen
Verbandsſpielen vermochte nur Oberroden in Beſſungen beide
Punkte mitzunehmen. Seitdem hat ſich die Spielſtärke Unions bedeu=
tend
gehoben, wie die letzten Reſultate beweiſen. Vor Wochen noch zu
den Abſtiegkandidaten zählend, hat ſich die Mannſchaft ſtetig nach
vorne gebracht, ſo daß ſie bei weiter guten Leiſtungen ſich den 4. Platz
in der Spitzengruppe erobern kann. Am Sonntag ſollte Union leichter
zu ſpielen haben, weil Walldorf auch das flache Paßſpiel pflegt, für
Unions kleine Stürmer unbedingt von Vorteil. Ob ſie ſich freilich
gegen die grundſolide Walldörfer Verteidigung durchſetzen können, muß
der Sonntag lehren. Zu Unions Hintermannſchaft kann man ſchon
Vertrauen haben, daß ſie Walldorfs Sturm hält. Bleibt noch die Läufer=
reihe
, die für Sonntag wieder ſtärker beſetzt iſt und wohl, neben der
Unterſtützung der Verteidigung, auch den Sturm mit brauchbaren Vor=
lagen
bedienen wird. Kämpft die Mannſchaft geſchloſſen, dann werden
vielleicht Walldorfs Hoffnungen auf der Rennbahn begraben. Das Vor=
ſpiel
wurde von Walldorf äußerſt knapp und erſt in den letzten Schluß=
minuten
gegen die durchweg mit 10 Mann kämpfende Union 3:2 ge=
vonnen
.
Sp.V. Lengfeld Eintracht Darmſtadt 1:0 (1:0).
In dieſem Spiel gelang es den Lengfeldern zum erſten Male, die
Eintracht zu beſiegen. Wenn der Sieg auch etwas glücklich war, ſo iſt
er doch nicht ganz unverdient. Trotzdem hätte vielleicht ein Unentſchie=
den
den tatſächlichen Leiſtungen eher entſprochen. Das einzige Tor fiel
in der 25. Minute durch den Rechtsaußen, der eine Flanke des Links=
außen
direkt einſchoß. Das Spiel war ungeheuer ſpannend und ab=
wechſlungsreich
von Anfang bis Schluß und wurde ſehr fair durchge=
führt
, wie man es von den beiden Mannſchaften von jeher gewöhnt iſt.
2. Mannſchaften 7:0 für Lengfeld.
Turn= und Sportverein Meſſel e. V. 1877.
Am 30. März hatte die 1. Elf die Reſerven von Oberroden
zu Gaſt und gewann 2:0 (1:0). Gleich von Anbeginn drückte Meſſels
1. Elf ſtark und war auch während der ganzen Spielzeit deutlich über=
legen
. Das Spiel war ſehr ſchnell und hart, blieb aber im Rahmen des
Erlaubten, dank der umſichtigen Leitung des Schiri. Meſſels Jgdm.,
mit 2 Erſatzleuten ſpielend, verlor gegen Seeheim 1:3 (1:1).
Treiſa Königſtädten 6:2 (4:1).
Wohl konnte Traiſa ſeine Niederlage vom Vorſpiel wieder wett=
machen
, hoffte man aber auf ein ſchönes Spiel, ſo war man enttäuſcht,
denn beide Mannſchaften ſpielten ſehr zerfahren, beſonders Traiſa ließ
das ſonſt ſchöne Zuſammenſpiel vermiſſen und konnte ſich nur ſelten
in einheitliche Aktionen finden. Es wäre zu begrüßen, wenn für die
Spielfähigkeit des Platzes recht bald etwas geſcheben würde. Traiſa
hatte zuweilen mehr vom Spiel. Die Königſtädter Elf iſt ſehr flink
und gut eingeſpielt. Bei Traiſa war die Verteidigung wieder ſehr
gut, Sturm und Läuferreihe konnten erſt in der zweiten Halbzeit ge=
fallen
. Das Spiel ſelbſt war im allgemeinen ein wirkliches Freund=
ſchaftstreffen
.

Boxen.
Rot=Weiß, VfR. Darmſtadt.

Am Samstag und Sonntag wurden die Meiſterſchaften des zweiten
Kreiſes im Deutſchen Athletik=Sportverband von 1891 in Aſchaffenburg
ausgetragen. Unter den 5060 Konkurrenten befanden ſich fünf Rot=
Weißler, die ihr ganzes Können aufwenden mußten, um ſich gut pla=
cieren
zu können. Dieſes iſt ihnen auch zum größten Teil gelungen.
Alfred Kuhn (Papiergewicht) erkämpfte ſich mit einem Punkt= und
einem k.o.=Sieg nun zum zweiten Male die Kreisjugendmeiſter=
ſchaft
in dieſer Klaſſe. Leider konnte ſich Fritz Staudt, der in der=
ſelben
Klaſſe kämpfte, nur einen dritten Preis erringen. Im Fliegen=
gewicht
konnte Heinrich Blum die zweite Meiſterſchaft für ſich buchen.
Erwin Eiſenberg (Federgewicht) war vom Pech verfolgt und ſchied ſchon
in der Vorrunde aus. Unter neun Konkurrenten und trotz einer Arm=
verletzung
erkämpfte ſich Heinrich Köhler im Mittelgewicht die
zweite Meiſterſchaft.
Die Madiſon Square Garden Geſellſchaft hat ſich jetzt an die Box=
kommiſſion
des Staates New York gewandt und gebeten, den Termin
für den Kampf um die Weltmeiſterſchaft zwiſchen Schmeling und
Sharkey offiziell auf den 12. Juni feſtzulegen.

Aus dem Main=Rhein=Gau der 9. T.
April=Arbeiksprogramm.
Neben der Lehrarbeit auf allen Gebieten der Leibesübungen inner=
halb
des Gaues ſtehen auch Wettkämpfe, obwohl dieſe über den Gau
hinausgehen, im Vordergrunde, und zwar iſt es zunächſt der Kreis=
Waldlauf der Mittelrheiner am 13., ſowie der D.T.=Waldlauf am 27.
April in Wiesbaden. Bei dem Kreiswaldlauf iſt es Hch. Fornoff,
Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt (Main=Rheingau), der erſtmals den
Titel Kreismeiſter gegen frühere Titelinhaber ſowie neue Anwärter
mit bisher ſehr beachtlichen Leiſtungen zu verteidigen hat. Von dem
Reſultat wird es abhängig ſein, wer aus dem Mittelrheinkreis berufe=
ner
Vertreter bei dem D.T.=Waldlauf ſein wird. Während der erſte
Aprilſonntag (6. April) innerhalb des Gaues nur eine Lehrſtunde
für Schiedsrichteranwärter im Handball in Beſſungen vorſieht, iſt der
zweite Sonntag (13. April) durch Gauübungsſtunden der Schwimmer in
Darmſtadt (Hallenbad), und ſolcher für Kunſtturner, ebenfalls in Darm=
ſtadt
(Turngemeinde 1846), ausgefüllt. Beſonders die Lehrſtunden für
Kunſtturner, deren fünf bis zum Herbſt ſtattfinden ſollen, ſind von ganz
beſonderer Wichtigkeit, nicht nur für die Turner ſelbſt, ſondern auch für
die breite Oeffentlichkeit. Sie ſind zugleich Ausſcheidungsturnen, in
welchen die acht beſten Geräteturner des Gaues feſtgeſtellt werden
ſollen, die am 14. September in dem ſogenannten Heſſenkampf im
Geräteturnen der drei heſſiſchen Gaue Main=RheinRheinheſſen und
Heſſen (Provinz Oberheſſen) antreten werden. Für den 13. April iſt
ein Handballſpiel der Gau=Auswahlmannſchaft in Bensheim durch die
Gauſpielleitung angeſetzt. Die Turnerjugend rüſtet für die Gau= Ferien=
fahrt
vom 18.21. April nach der Pfalz, die ſich zu einem beſonderen
Erlebnis der Jugend geſtalten dürfte. Vier verſchiedene Gau= Lehr=
ſtunden
am 27. April gelten den Vorbereitungen zu größeren Gau=
veranſtaltungen
. Die Vereinsfachwarte für Kinderturnen bereiten die
beiden Kinderturntreffen am vorgenannten Tage vor. Den Vorberei=
tungen
zum diesjährigen Gau=Frauenturnen (Turnerinnen) in Sprend=
lingen
gilt die Gaulehrſtunde der Leiter von Turnerinnenabteilungen,
und eine ſolche für Altersturner iſt dem Gau=Männerturnen, welches
am 5. und 6. Juli der Gau in Groß=Gerau veranſtaltet, vorbehalten.
Die drei genannten Gaulehrſtunden finden in der Turnhalle der Turn=
gemeinde
1846 Darmſtadt ſtatt. Die vierte der Uebungsſtunden dient
der Ausbildung von Volksturnern (Sport), die in Langen gleichfalls
am vorgenannten Tage ſtattfindet. Die Schiedsrichteranwärter für das
Handballſpiel ſind am 27. April in der Turnhalle der Beſſunger Turn=
gemeinde
zur Lehrſtunde verſammelt. Wie man hört, ſo ſteht für
Anfang Mai ein Gerätewettkampf zwiſchen der Turngeſellſchaft Darm=
ſtadt
1875 und einer Mannſchaft der Landes=Polizeiſchule in Ausſicht,
dem man mit großem Intereſſe ſchen dieſerhalb begegnen kann, als
dieſer Wettkampf der erſte für Darmſtadt dieſer Art iſt, in welchem ſich
Geräteturner aus zwei verſchiedenen Lagern (D.T. und D. S.B.) treffen.
Handball der Deutſchen Turnerſchaft.
Aufſtiegsſpiel Groß=Zimmern Bickenbach 4:2 (2:1).
Der Favorit Bickenbach mußte in der Aufſpielrunde ſeine zweite
Niederlage einſtecken. Ausgetragen wurde ein typiſches Punkteſpiel,
das an Härte nichts zu wünſchen übrig ließ. Die beſſere Geſamtleiſtung
bot Groß=Zimmern, deſſen neuer Tormann ſich ſehr gut bewährte.
Bickenbach hat Anſtoß. Aufgeregt wogt der Kampf hin und her. Groß=
Zimmern verſchießt zwei Bälle. In der 6. Minute kann es durch
einen Dreizehnmeter in Führung gehen. Groß=Zimmern iſt weiterhin
im Vorteil, ohne jedoch Torerfolge zu haben. Ein Eckball wird im
Gewoge von Bickenbach eingeſandt. Vor Halbzeit gelingt Daſcher
(Groß=Zimmern) ein weiteres Tor. Nach dem Wechſel wird von Bicken=
bach
mit allen Mitteln auf den Ausgleich gedrückt. Das Spiel nimmt
eine ſehr harte Note an. Ein Spieler Bickenbachs wird herausgeſtellt.
Bei zwei ſchönen Durchbrüchen kann Reinhold (Groß=Zimmern) jedes=
mal
ſauber den Ball ins Netz jagen. Bickenbach ſpielt in dieſer Periode
zerfahren und wenig zweckmäßig. Eine Minute vor Schluß gelingt
ihm das 2. Tor. Stand der Aufſpielrunde: alle 3 Vereine ſind jetzt
punktgleich.

Fechlen.

Weinheim a. b. B. Turngemeinde 1846 Darmſtadt.
Vier Mannſchaften (drei in Florett und eine in leichtem Säbel)
beider Vereine traten unter Leitung der Obmänner Kötting und Dr.
Brauns zum friedlichen Wettkampf an.
Die Reſultate ſind wie folgt: Anfänger=Florett: Weinheim 6 Siege;
Darmſtadt 10 Siege. Jungmannen Florett: Beide Mannſchaften er=
reichten
je 8 Siege, ſo daß erhaltene Treffer entſcheidend waren; mit
3 Treffern weniger fällt der T. G.D. 46 der Sieg zu. Altmannen=
Florett: Dasſelbe Ergebnis, nur fällt mit 3 Treffern weniger dem Turn=
verein
Weinheim der Sieg zu. Altmannen leichten Säbel: Weinheim
6 Siege: Darmſtadt 10 Siege. Während beide Mannſchaften in Florett
gleichwertig ſind, war die Mannſchaft der T. G.D. 46 im leichten Säbel
derjenigen der Weinheimer überlegen.

Im Rundfunk

hat Dr. Lawven mitgeteilt unſere Leſer haben e8 zum Teil mit
hört , daß das Spiel um die ſüddeutſche Handballmeiſt
ſchaft am 1. April nicht ausgetragen werden konnte, da ſich die St
ler geweigert hatten, anzutreten. Die DSB. hat jedoch von einer 2
qualifikation der Repräſentativen abgeſehen und das Spiel endgiil
auf kommenden Sonntag, 16.15 Uhr, auf dem Platz des 1. 7
Nürnberg feſtgelegt.
Dagegen bot geſtern abend die Rennbahn einen ſpannen
Kampf zwiſchen (genasführten) hieſigen und Arheilger Zuſchauern
den trainierenden Platzbeſitzern, die mitteilen mußten, daß ſich die
den kämpfenden Damen=Mannſchaften Polizei und Sp. V.
Arheilgen durch Nichterſcheinen die Punkte geteilt hatten
Ergebnis, das dem Spielverlauf vom geſtrigen Tage durchaus entſpri
Schlimmer iſt, daß der gemeldete Zuzug Pöttingers
Stuhlfauts nach der Woogs=Metropole mangels zugkräftiger
reize unterbleiben wird, und auch die Rot=Weiß=Fußballer beim V
zugsrat des DFB. keine Gnade fanden. Die verlorenen Spiele wer
vielmehr zu den unentſchieden ausgegangenen hinzuaddiert.
Beſtätigt hat ſich hingegen die Mitwirkung Afrikas bei der E
dentenolympiade, was im Zeichen der Schwarz=Weiß=Mode durch
zu begrüßen iſt. Erfrenlicherweiſe bleibt auch der bekannte Trainer
ſüddeutſchen Waſſerballmeiſters Jung=Deutſchland K.
Leherzapf, ſeinem Verein und damit Deutſchland erhalten, da die
von Ungarn zugeſtandenen Bedingungen ſich als ungenügend erwie
Schülerſporkkurſus des Rok=Weiß, V. ſ. R.
vom 5. April bis Ende Mai.
Der Verein für Leibesübungen Rot=Weiß, V. f. R., hält in der
vom 5. April bis Ende Mai 1930 einen Schülerſportkurſus ab, der
auf alle volkstümlichen Sportarten, wie Fußbe
Handball, Leichtathletik, Schwimmen und Gymna
erſtreckt. Zugelaſſen zu dieſem Sportkurſus ſind 1015jährige Schi
ſoweit ſie noch keinem Sportverein angehören. Die Uebungszeiten
die raſenſportlichen Betätigungen ſind Samstags und Mittwochs n
mittags von ½3½6 Uhr auf dem Rot=Weiß=Platz an der Rheinal
die Schwimmſtunden Dienstags abends von ½8½9 Uhr im ſtädtiſ
Hallenbad. Der Sportkurſus beginnt am kommenden Samstag, alſo
Tag des Schulſchluſſes. Mitzubringen ſind leichte Schuhe, Laufhoſe
evtl. Trikot. Die erſte Schwimmſtunde beginnt am Dienstag. Der
ſus iſt koſtenlos und beitragsfrei; ebenſo freien Eintritt zum Sport.
und zum Hallenbad, während des Kurſus auch zu allen ſportlichen
anſtaltungen. Den 3040 eifrigſten Schülern wird zum Anſporn in
Pfingſtferien ein ſechstägiger Ferienaufenthalt in ſeinem
erbauten Landheim am Altrhein gewährt.
Der Verein will mit dieſem Schülerſportkurſus in erſter Linie
jenige Jugend erfaſſen, die bis jetzt dem Sport noch fern ſteht.
kommt ihm dabei nicht darauf an, Sportgrößen heran
züchten, ſondern allgemeine und vielſeitige Körperausbildung ſ
Ziel und Richtung ſein. Erſt ſpäter ſollen ſich beſonders Begabtee
beſtimmten Sportart widmen. Durch Jugend= und Elternabende, 2
derungen und insbeſondere durch den am Schluſſe ſtattfindenden
rienaufenthalt im Landheim will der Verein auch in geiſtiger Beziel
erzieheriſch und naturgemäß auf die Jugend einwirken.
Durch ausgewählte Uebungsleiter iſt Gewähr geboten, daß die
gend in beſter Obhut iſt. Während des Sportkurſus werden ärz
Unterſuchungen und Körpermeſſungen vorgenommen. Beſonders
die Schuljugend ergeht daher der Ruf, zuſammen mit gleichge
ten Kameraden zu ſpielen, laufen, ſchwimmen, wandern und fröhlie
ſein. Deshalb tretet ein in die Armee der Sp=
jugend
und erſcheint zahlreich am kommenden Samstag oder
woch auf dem Rot=Weiß=Platz nud am Dienstag im ſtädt. Halle,

Schmeling wird in der Frankfurter Feſthalle am 11. April
ningskämpfe mit drei guten Schwergewichtlern zeigen. Das Ral
programm verſpricht recht gut zu werden. Für den Hauptkampf wurd
der Stuttgarter Schwergewichtsboxer Ernſt Gühring, der ſich
ſeinen Sieg über Schönrat für die Endausſcheidung um die De=
Schwergewichtsmeiſterſchaft qualifiziert hat verpflichtet. Gühring
in Frankfurt mit dem portugieſiſchen Schwergewichtsmeiſter,
Uebergewichtler Joſé Santa, gepaart werden.
Einen Box=Länderkampf Deutſchland Frankreich gibt es
30. Mai in Mainz.

Wekterberichk.

jahr
fand der
auf 8533
Pie Prod

Der hohe Druck hat die Vorherrſchaft behalten und in ſeinen
reich hat auch über Deutſchland das ſeitherige Wetter weiter ſta
halten, ſo daß die neue Atlantikſtörung ihren Einfluß noch nicht ge
machen konnte. Da ſie jedoch weiter an Energie gewonnen hat,
es allmählich zu dem bereits angekündigten Witterungsumſchlag kon
Ausſichten für Mittwoch, den 2. April: Anfänglich noch dunſtig und
heiternd, dann Bewölkungszunahme mit Niederſchlagsneigung,
ſüdweſtliche Winde.
Ausſichten für Donnerstag, den 3. April: Bewölkt mit zeitweiſen
derſchlägen, mild, jedoch ſpäter leichte Abkühlung.

Teleph. 7
Rauf

(33

(s ſchwer Lungentuberkuloſe=Kranker
mit Fieber, Huſten und Nachtſchweiß, verordnete mir mein behandelnder Arzt Ihren Armphoſan=Sirup, und ich war erſtannt über deſſen Wirkung.
Fieber und Nachtſchweiß ließen bald nach, der Kuſten befferte ſich, ſodaß ich jetzt wieder meiner Beſchäftigung nachgehen kann, werde aber den Sirup
weiter einnehmen, da er ein wirklich gutes Mtttel iſt. Auch habe ich ſelbigen ſchon Leidensgefährten empfohlen, bei denen er auch gute Dienſte leiſtet.
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Das Brot für Jedermann

Aus deutschem Roggenmehlhergestallt mit einem
Zusaiz der natürlichen Ouellsalze der Hubertusbader Kalzium-
Muttersole der stärksten chlorkalziumhaltigen Ouelle der Erde
des Huvertusbader Brunnen, Thale a. Harz.
Das Brot enthält die für den Autbau und die Gesunderhaltung
des Menschen wichtigsten Mineralsalze Kalk, ſod, Kieselsäure,
Brom usw. mit einer Radioaktivität von 150,99 Mache-Einheiten.
Aerztllch empfohlen.
Ein vorzüglich schmeckendes und
gesundheitförderndes Nährbrot!
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H. Jöst, Kranichsteinerstraße 15 A. Ber9, Nd.- Ramstädterstr. 31
W. Hofmann, Karlstraße 98 L. Ludwig, Mollerstraße 25
W. Emich an der Stittskirche K. Heider, Arheilgerstraße 48.
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Warum gerade
diese zeilung.

Warnm ich in der letzten Zeit gerade das Darm-
städter
Tagblatt als Insertionsorgan so stark bevor-
zuge
? Weil ich seinen Wert erst so recht kennen gelernt
habe, nachdem ich einmal längere Zeit mit meinem
Anzeigenfeldzug aussetzte ich wollte die hohen‟
Insertionstosten sparen. Der Erfolg? Mehr Unkosten
in dieser Zeit als sonst in einem Jahr damals er-
fuhr
ich, daß nichtinserieren teurer als inserieren ist:

[ ][  ][ ]

Nummer 92

Mittwoch, den 2. Aprit

Nach Mitteilung des Reichsfinanzminiſteriums haben die Einnahmen
alle Angaben in Mill. RM.) im ordentlichen Haushalt im Februar 1930
51,4 und für die Zeit vom 1. April 1929 bis 28. Februar 1930 8988,4
nd die Ausgaben 884,5 bzw. 9283,7 betragen, ſo daß ſich die Mehraus=
abe
auf 233,1 bzw. 295,3 beläuft. Im außerordentlichen Haushalt be=
rugen
die entſprechenden Ziffern für die gleichen Zeiträume in der
iinnahme 11 bzw. 354,0 und in den Ausgaben 7,3 bzw. 367,7, ſo daß
ir den Februar eine Mehreinnahme von 3,7 und für die Zeit vom
April 1929 bis 28. Februar 1930 eine Mehrausgabe von 13,9 entſtan=
en
iſt. Unter Berückſichtigung der Defizitvorträge aus dem Vorjahre
on 1058,9 ergibt ſich für beide Haushalte zuſammen ein Fehlbetrag
on 1368,1. Der Kaſſenbeſtand des Reiches betrug am 28. Februar 1930
743, von denen 1689 verwendet worden ſind, ſo daß ein Neſtbeſtand bei
er Reichshauptſtadt und den Außenkaſſen von 54 vorhanden war. Die
hwebende Schuld hat ſich am 31. Januar 1930 um 8,3 auf 1735,9 erhöht.

Lebhafter Stickſtoffmarkt im März. Im Inland hat die rege Nach=
age
nach Stickſtoffdünger im März angehalten. Die Zahl der einge=
angenen
Aufträge überſteigt diejenige des gleichen Monats des Vor=
hres
. Die Erzeugung verlief planmäßig, der Verſand ohne Störung.
n Nitrophoska J.G. I ſind die für dieſes Frühjahr verfügbaren Men=
e
verkauft. An ſeiner Stelle wird Nitrophoska J.G. III geliefert,
is ungefähr gleiches Nährſtoffverhältnis hat. In Leunakalk J. G. ſind
ine Mengen mehr verfügbar. Zur Erleichterung des Bezuges für den
eſtbedarf des Düngejahres werden vom 1. April ab Mengen von min=
ſtens
10 To. frachtfrei geliefert. Im Ausland war der Abſatz normal.
Ueber 1 v. H. Rückgang der Lebenshaltungskoſten i März 1930.
ie Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Heizung,
zohnung, Beleuchtung, Bekleidung und ſonſtiger Bedarf) beläuft ſich
ich den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den Durchſchnitt
S Monats März auf 148,7 gegenüber 150,3 im Vormonat. Sie iſt ſo=
it
um 1,1 v. H. zurückgegangen. Dieſer Rückgang iſt hauptſächlich auf
je weitere Senkung der Ernährungsausgaben zurückzuführen. Die
reiſe für Bekleidung haben ebenfalls wieder etwas nachgegeben.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
eue Verfahren. Darmſtadt: Kfm. Sigmund Salomon. Af.
4., GlV. 14. 4., Prft. 12. 5. Baugeſchäft Georg Heinrich Felger in
oßdorf. GlV. u. Prft. 10. 4., Af. 5. 4. Oppenheim: Fa. Simon
ayer, Inh. Arthur Mayer in Guntersblum, Rheinweinkellerei, Inh.
thur Mayer, Kfm. Arthur Mayer. Af. 31. 3., GlV. u. Prft. 9. 4.
eue Vergleichsverfahren. Offenbach: Uhrmacher Julius
ckauf. VerglT. 10. 4. Zwingenberg: Landwirt u. Hdl. Friedrich
auß. VerglT. 11. 4. Reinheim: Gutspächter Richard Adolf Bur=
in
Reinheim. VerglT. 2. 4. Aufgehobene Vergleichs=
rfahren
. Mainz: Max Simon, all. Inh. d. Fa. Groß u. Simon,
rrenkleiderfabrik. Grünberg: Fa. J. Juſtus Witwe in Nieder=Ohmen.
irmſtadt: Richard Adler in Fa. H. H. Adler u. Söhne.
Adam Opel A. G., Rüffſelsheim. Anläßlich einer Beſichtigung der
erksanlagen der Adam Opel A.G. durch die Preſſe wurden von der
rwaltung die Produktions= und Abſatzziffern mitgeteilt, die für das
te Vierteljahr 1930 gelten und gegen die gleiche Zeit des Vorjahres
ht unerhebliche Steigerungen aufweiſen. Dieſe Ziffern ſollen den
ſtimismus, den die Verwaltung hinſichtlich der zukünftigen Entwicke=
ig
des Automobilgeſchäfts in Deutſchland hegt, rechtfertigen. Wie
tgeteilt wurde, habe die Ablieferung der Händler an Kunden Januar=
ärz
1930 5714 Wagen betragen gegen 3512 Wagen im erſten Viertel=
r
1929; das entſpricht einer Zunahme um 62,7 Prozent. Der Ver=
id
der Fabrik an die Händler erhöhte ſich im erſten Vierteljahr 1930
8533 (erſtes Vierteljahr 1929: 7508) Wagen, alſo um 13,7 Prozent.
Produktion ſtieg in der angegebenen Zeit auf 8919 (8456) Wagen,
o um 5,5 Prozent. Gegenwärtig werden in den Opelwerken täglich
Automobile und 700 Fahrräder hergeſtellt. Die Belegſchaft betrage
zeit 8200 Arbeiter und 1400 Angeſtellte. Der Anteil der Opelwerbe
dem geſamten deutſchen Umſatz an Perſonenwagen der 4=PS=Klaſſe
je im März 1930 die Höhe von 60 Prozent erreicht gegen 48 Prozent
Monatsdurchſchnitt 1929. Der Anteil der Firma am Perſonen=
genumſatz
im allgemeinen erhöhte ſich im März dieſes Jahres auf
5 Prozent gegen 24,4 Prozent im ganzen Jahre 1929, der Anteil an
twagen auf 27,9 (22,5) Prozent.
Die Abfindung der Aktionäre der Favag. Auf Grund des zwiſchen
Franfurter Allgemeinen Verſicherungs A.=G. und den Mitgliedern
es Aufſichtsrates abgeſchloſſenen Vergleiches ſollen nunmehr die
ien der Geſellſchaft zum Preiſe von 60 RM. netto die Aktie an=
auft
werden. Die Aktionäre werden aufgefordert, ihre Aktien mit
fendem Gewinnanteilſchein bis 30. Juni 1930 gegen Zahlung des
afpreiſes einzureichen, wobei den Aktien jeweils die Erklärung bei=
igt
ſein muß, daß der betreffende Aktionär auf alle ihm etwa gegen
derzeitigen oder früheren Mitglieder des Aufſichtsrates der Geſell=
ft
zuſtehenden Regreßanſprüche Verzicht leiſtet. Börſenumſatzſteuer
der einreichende Aktionär nicht zu zahlen.
Frankfurter Hypothekenbank. Goldpfandbriefverloſung. Nachdem
dritte Teilausſchüttung in der Hauptſache durchgeführt iſt, wird, wie
von Verwaltungsſeite hören, die Bank demnächſt eine Verloſung
r Liquidationspfandbriefe vornehmen. Es kommen dabei rund
Nillionen Goldmark zur Verloſung, d. ſ. mehr als 4 Prozent des
amtumlaufs an Liquidationspfandbriefen der Bank. Die Ziehung
ſt wird vorausſichtlich Anfang nächſten Monats zum 1. Juli ſtatt=
den
.

Berliner Produktenbericht vom 1. April. Unbeeinflußt von den
hächeren Ueberſeemeldungen zeigte auch die heutige Produktenbörſe
feſtes Ausſehen. Das Inlandsangebot aus erſter Hand fehlt,
ientlich für Roggen und Hafer, faſt völlig, und da ſich andererſeits
beide Brotgetreidearten gute Mühlen= und Händlernachfrage zeigt,
en im Promptgeſchäft etwa 2 Mark höhere Preiſe als geſtern durch=
olen
. Am Lieferungsmarkt ſetzte Weizen 23 Mark, Roggen bis
kark feſter ein. Septemberweizen wurde zum erſten Male in dieſer
ſon mit einem Abſchlag von 13 Mark gegen Julilieferung notiert.
Weizenmehl iſt nur mäßige Konſumnachfrage zu verzeichnen, die
hlenforderungen ſind um etwa 25 Pf. erhöht, vereinzelt kommt etwas
* Material aus der zweiten Hand heraus. Für Roggenmehl lauten
Mühlenofferten infolge der ſchwierigen Verſorgungsmöglichkeiten
Rohmaterial bis 50 Pf. höher. In Hafer hat die ſtürmiſche Kauf=
zu
den jetzt erreichten Preiſen etwas nachgelaſſen. Bei feſten Offer=
waren
jedoch ebenſo wie für Gerſte erneut leichte Preisbeſſerungen
verzeichnen.
Viehmärkke.
Mainzer Viehhofmarktbericht vom 1. April. Auftrieb: 17 Ochſen,
Zullen, 482 Kühe oder Färſen, 315 Kälber, 30 Ziegen, 914 Schweine.
kverlauf: Bei Großvieh anfangs lebhaft, ſpäter abflauend, ge=
Unt; bei Schweinen ruhig. Es wurden pro 50 Kg. Lebendgewicht
ende Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen 5760, 4552, Bullen 4046,
e 4447, 3239, 2631, 1823, Färſen 5260, Kälber 6175, 59
61, Schweine 6872, 7174.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. April:
Getreide. Weizen: Mai 111½, Juli 110½, September 112½;
18: Mai 85½, Juli 8734, September 87½; Hafer: Mai 44½8,
i 44½, September 43; Roggen: Mai 65½, Juli 71, Septem=
74½.
Fleiſch. Rippen : Speck 13,50; leichte Schweine 9,50 bis
5: ſchwere Schweine 9,30 bis 9,85; Schweinezufuhren: Chi=
22 000, im Weſten 96000.
Baumwolle: Mai 16,32, Juli 16,46.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 1. April:
Schmalz: Prima Weſtern 10,95; Talg, extra, loſe 6¾8.
Weizen: Rotwinter n. Ernte 127½, Hartwinter n. Ernte
4: Mais 94½; Mehl 5,755,96; Getreidefracht: nach Eng=
1,6 bis 2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis 9 Cents.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umwſätze: 80; Loko: 9: April 8,65,
875, Juni 9,00, Juli 9,11, Auguſt September 9,40, Ok=
r
9,42, November , Dezember 9,34.

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. April.
Die Börſe eröffnete heute zurückhaltender, und es war ein Rück=
gang
der Geſchäftstätigkeit deutlich zu bemerken, was aber in der Haupt=
ſache
auf den ſehr geringen Ordereingang zurückzuführen war. Aber
auch die angeblich neuerlichen Betriebseinſchränkungen bei Aku verſtimm=
ten
, doch wurde die Allgemeintendenz weniger davon berührt, denn im
Grundton der Börſe war eine gewiſſe Freundlichkeit und Zuverſicht nicht
zu verkennen. Auf der anderen Seite boten die zumeiſt feſteren geſtri=
gen
Auslandsbörſen und die Ausſichten auf eine günſtige Zukunfts=
geſtaltung
der Geldmärkte eine Anregung. Material kam kaum an den
Markt. Nur Kunſtſeideaktien machten aus dem ſchon erwähnten Grunde
eine Ausnahme. Bemberg verloven 2 Prozent und Aku erneut 2 Pro=
zent
. Sonſt war gegenüber der geſtrigen Abendbörſe die Kursgeſtal=
tung
nicht ganz einheitlich, jedoch überwogen kleine Erhöhungen. Am
Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben gehalten, Rütgerswerke leicht er=
höht
. Am Elektromarkt waren Chadeaktien eher angeboten und 2 Mark
niedriger: Licht u. Kraft verloren 1½ Prozent. Dagegen beſtand für
A. E. G., Gesfürel, Schuckert und Siemens einiges Intereſſe bei Beſſe=
rungen
bis zu 2 Prozent. Conti Gummi verloren auf Gewinnmitnah=
men
1 Prozent. Bauunternehmungen waren zumeiſt etwas höher, nur
Cement Heidelberg leicht gedrückt. Auch heute war der Montanmarkt
vernachläſſigt. Notierungen kamen hier kaum zuſtande, nur Buderus
traten etwas hervor und gewannen 1 Prozent. Von Verkehrsaktien
konnten A.G. für Verkehrsweſen (plus 2½ Prozent) vermehrtes Inter=
eſſe
auf ſich lenken. Banken wenig verändert. Deutſche Linoleum zirka
3½ Prozent niedriger. Renten waren faſt ohne Geſchäft. Deutſche
Anleihen lagen teilweiſe leicht nachgebend, Ausländer wenig verändert.
Im Verlaufe war das Geſchäft ſtill; die innerpolitiſche Lage legte
der Kuliſſe weitere Zurückhaltung auf, ſo daß das Geſchäft faſt völlig
ſtockte. Teilweiſe konnten einige Spezialwerte weiter anziehen, wäh=
rend
das Gros der Aktien gut behauptet blieb. Die Tendenz war nicht
unfreundlich, nur in Kunſtſeideaktien kam weiter etwas Material heraus,
ſo daß weitere Verluſte eintraten. Die übrigen Werte wurden aber
auch jetzt hiervon nicht betroffen
Bei etwas Geſchäft lag die Abendbörſe feſter. Man iſt noch
zurückhaltend, doch wird die Situation angeſichts der Regierungs=
erklärung
optimiſtiſch beurteilt. Die Herabſetzung des Privatdiskont=
ſatzes
auf 4½ Prozent regte an. J. G. Farben ſtanden im Vorder=
grund
des Intereſſes, ſetzten 1½ Prozent höher ein und gewannen im
Verlaufe nochmals ¼ Prozent. Am Elektromarkt waren Siemens=
werte
bis 2 Prozent befeſtigt, auch die übrigen Elektrowerte freund=
licher
. Die ſonſtigen Märkte waren leicht erholt, auch Kunſtſeidewrte
wieder etwas befeſtigt. Am Rentenmarkt Liquidations=Pfandbriefe
weiter geſucht.
Bevlin, 1. April.
Für die Tendenz des heutigen Tages war die Politik von ausſchlag=
gebender
Bedeutung. Die Möglichkeiten für das Kabinett Brüning
wurden lebhaft diskutiert, und wenn die Ausſichten der Regierung auch
verſchieden beurteilt werden, ſo ſcheint es doch, als ob der zu erwartende
Mißtrauensantrag abgelehnt werden dürfte. Immerhin bekundet man
nicht nur an der Börſe, ſondern auch beim Publikum wenig Neigung,
ſich vor Klärung der Lage neu zu engagieren, andererſeits lag aber
bei den Banken keinerlei Verkaufsangebot vor, ſo daß in der Regel
keine nennenswerten Veränderungen eintraten und die Tendenz als
recht widerſtandsfähig bezeichnet werden mußte. Zu den erſten Kurſen
zogen Kunſtſeidewerte, die auf die gemeldeten Betriebseinſchränkungen
bei der Aku ſchwächer lagen, die Börſe etwas in Mitleidenſchaft. Nach
den erſten Kurſen gaben Kunſtſeidenwerte zunächſt weiter nach, wodurch
eine gewiſſe Unſicherheit ausgelöſt wurde, die ſpäter durch die weiter
feſte Haltung der Spritwerte überwunden wurde. Es kam allgemein
zu kleinen Beſſerungen, die allerdings nur bei Schultheiß und Oſt=
werken
, auf Hamburger Käufe, und bei AG. für Verkehrsweſen ein
Ausmaß von 23 Prozent annahmen. Gegen 13 Uhr ließ das Ge=
ſchäft
allgemein wieder nach, die kleinen Auslandsorders am Elektro=
und Farbenmarkt ſchienen ausgeführt zu ſein, die Kurſe gingen hier
wieder bis auf den Eröffnungsſtand zurück.

Die Berliner Metallnotierungen vom 1. April 1930 ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer auf 170.50 RM., Originalhüttenaluminium 190, des=
gleichen
194. Reinnickel 30, Antimon Regulus 5760, Feinſilber 57.50
bis 59.50 RM.

ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Trotz der Ermäßigung des Reichsbank=
diskontes
auf 5 Prozent will ſich die Geſchäftslage am Holzmarkt nicht
beſſern. Hier und da flackert die Nachfrage einmal auf, um dann aber
gleich wieder einer Unluſt neuen Unternehmungen gegenüber Platz zu
machen. Im Stammgeſchäft ſind die Zufuhren der Ruſſenblöcke einer
Beſſerung der Situation, was den Abſatz angeht, inſofern abträglich,
als eine größere Anzahl von Firmen, die früher fertiges Schnittholz auf
den Sägewerken kauften, dazu übergegangen ſind, dieſe Stammblöcke
rund zu kaufen und ſich ſelbſt Schnittholz herzuſtellen, was natürlich
weſentlich billiger wird als das auf den Werken zum Verkauf ſtehende
fertige Material. Man muß damit rechnen, daß durch dieſe Vorgänge
die Zahl der Abnehmer von Schnittholz außerordentlich verringert
wird. Hierbei iſt noch zu bedenken, daß es gerade die größten und ſol=
venteſten
Firmen des Platzholzhandels ſind, die nicht, wie ſonſt, Schnitt=
holz
, ſondern eben Rohholz zum Einſchnitt auf Lohnſägewerken kauf=
ten
. Ganz beſonders traurig ſieht es am Bauholzmarkt aus. Aufträge
liegen nur in beſchränkter Zahl vor, neue Unternehmungen ſtehen nicht
in Ausſicht oder doch nur in ganz beſchränktem Umfang. Aus dieſen
Gründen ſtockt namentlich der Abſatz von Balken, die Bauholzhändler
ſind nicht in der Lage, Liſten zur Verfügung zu ſtellen, den Sägewerken
fehlt es daher an Beſtellungen. Daß unter dieſen Umſtänden die Ter=
mine
in den Staatsforſten vielfach ergebnislos verlaufen, häufig genug
ſehr niedrige Preiſe für Bauholz bringen, iſt ſelbſtverſtändlich. Die
Verhältniſſe wirken ſich auch für den Privatwaldbeſitz leider ſehr un=
günſtig
aus, zumal, da auch der Schwellenmarkt darnieder liegt und
vom Grubenholzgeſchäft ebenfalls nur wenig zu erwarten iſt. Etwas
beſſer und geſünder iſt die Lage am Erlenmarkt. Die Sperrplatten=
fabriken
ſind einigermaßen beſchäftigt und in der Lage, ihre Produk=
tionen
abzuſetzen. In Polen hat ſich ſogar für Schälerlen eine Auf=
wärtsbewegung
ergeben. Es kamen Sperrholzfabrikanten aus der
Tſchechoſlowakei nach Wolhynien, um dort Roherlen für die Sperr=
plattenherſtellung
zu kaufen. In einem Fall wurden annähernd 60 Mt.
je Feſtmeter ab polniſcher Verladeſtation gezahlt.

An der Berliner Dienstags=Börſe wurde der Privatdiskont wieder
um /s v. H. ermäßigt. Der Satz ſtellt ſich jetzt auf 4¾ v. H. für
beide Sichten.
Die Gründung der Reichsmaisſtelle, die als Trägerin des Reichs=
maismonopols
dienen ſoll, iſt in der Form einer G. m. b. H., wie es
die Ausführungsbeſtimmungen zum Maisgeſetz vorſahen, vollzogen
worden.
Die Bankfirma L. u. E. Wertheimber in Frankfurt a. M., die früher
Majoritätsbeſitzerin der Deutſchen Vereinsbank, Frankfurt a. M., und
ſeit deren Fuſion mit der Effektenbank Großaktionärin der letzteren
war, hat ihr Aktienpaket von faſt 1. Mill. RM. an die Verwaltungs=
gruppe
Hahn veräußert. Der Kaufpreis ſoll über dem derzeitigen
Börſenkurs (112½ Prozent) liegen.
Die Teilſtillegung bei den ſächſiſchen Gußſtahlwerken, die ſchon
ſeit langem die breiteſte Oeffentlichkeit beſchäftigt, iſt nun Wirklichkeit
geworden. Aus den ſtillgelegten Betrieben Gießerei, Hammerwerk,
Federfabrik und mechaniſche Werkſtatt ſowie aus den im Zuſammenhang
damit ſtehenden Hilfsbetrieben werden 529 Arbeiter entlaſſen.
Die Tagung der Zinkproduzenten hat zu keinem Ergebnis geführt.
Es wurde beſchloſſen, ſpäter eine neue Sitzung einzuberufen. Die deut=
ſchen
Vertreter erklärten, daß ſie unmöglich einer Herabſetzung ihrer
Produktion, die bereits um 50 Prozent vermindert ſei, zuſtimmen könn=
ten
. Sie ſchlugen vor, europäiſche Zölle gegen die Einfuhr von
Eelektrolyt=Zink aus Amerika einzurichten.
Die Société d’Electrique et des Transports de PEuropa Central,
die einige tſchechiſche Eelektrizitätsunternehmungen zuſammenfaſſen
will, wird, wie verlautet, Anfang April mit einem Aktienkapital von
121 Millionen Franken gegründet. Unter den beteiligten Firmen wer=
den
genannt: Elektrobel, Unifet, Elektrotruſt, Vereinigte Elektrizitäts=
geſellſchaften
Wien und Niederöſterreichiſche Escompte Geſellſchaft in
Wien.
In dem größten Teil der Textilfabriken von Yorkſhire ſind die be=
ſtehenden
Lohntarife gekündigt worden. Die von den Fabrikbeſitzern
aufgeſtellten neuen Tarife ſehen eine Herabſetzung der Löhne um neun
Prozent vor und ſollen nach Ablauf von zwei Wochen in Kraft treten.
Angeſichts dieſer kurzen Zeitſpanne und der unnachgiebigen Haltung
der Arbeiterſchaft iſt die Gefahr eines Streikausbruches ſehr groß.

Berliner Kursbericht
vom 1. April 1930

Deviſenmarkt
vom 1. April 1930

Re H
Danatbank
Deutſche Ban zu
1
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti Eummi
Deutſche Cont. Eas
Deutſche Erdö

35.
150.375
F4.
110.r0
105.
167.
F4.50
144.75
2(3.25
66.
165.50
174.
104.50

Meie Meee
J. G. Zarben
Eelſenk. Beraw.
Geſ. f.elektr. Untern
Karpener Bergbau
Soeſch Eiſen
Phil. Kolzmann
Kali Aſchersleben
Klödnerwerke
Köln=Neueſſ. Bat
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Tberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppell

Md
173.75
141.-
181.75
13C.
111.25
1C5.50
215.
1C5.125
1Cs.50
107.50
50.
C2.
1C6.375
777.

Aae
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ke
Leonh. Tietz
Verein. Elanzſto
Verein. Stahlwerke
Veſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Lmz
Berl. Karlsr. Ind.
Kirſch Kupfer
Hohenlohe=Werle
Lindes Eismaſch.
Herm. Pvege
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Rf
15.3 50
150
C6.875
21.
35.
EE.25
89.
17.75
E7.50
44. Paris

S0. Helſingfor Ri
100 finn. Mk GeIdBrief
10.525 10.54
Schweiz Pährung
100 Franken GeId
80.395 370. Wien
00 Schilline 58.985 59.105
Spanien 100 Peſetas 52.17 Prag 00 Tſch. Kr 12.394 12.414
Danzig 100 Gulden 81.395 Budape 100 Pengö 73.05 73. 19 Japan 1 Yen 2.068
Sofia 100 Leva 3.037 3.(42 Rio de Janeiro Milreis 0.488
Holland 00 Gulden 167.91 168.25 Jugoſlawien 100 Dinar 7.387 77.75 Cslo
100 Kronen 112.00 112.2: Portuga) 100 Escudos 19.78 Kopenhage: 100 Kronen 112.05 112.27Athen 100 Drachm 5.42 Stockholm 100 Kronen 112.49 112.71 Konſtantinopell 1 türk. 4
133.50 London 1 T.Sta. 20.357 20.39 Kairo 1ägypt. 20.875 Buenos=Aires 1 Pap. Peir 1.607
1.611lKanada 1canad. Doll. 4.183 182. New York Dollar 4.1845/ 4. 1925
Uruguah 1 Goldpeſo 3.776 Belgien 100 Belge 58.37 58.49
Island 100 eſtl. Kr. 92.1
Italien 100 Lire 21.935/ 2:.975 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 111.52 100 Francs 6.375 16-415
Riga 100 Lats 180.,65

Brief
81.155
52.27
81.555
2.072
0.490
7.411
18.82
E.435
20.915
4.191
3.784
92.29
111-7a
80.81

Frankfurter Kursbericht vom 1. Ppril 1930.

7%Dtſch. Reichsanl.
Sie
6% Baden ......."
8% Bayern ...."
..
80 Heſſen v. 28
v. 2
6% Preuß. Staats=
anl
. .. . . . .. . ..
8% Sachſen ....
..
78 Thüringen ...
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. * 1
Ablöſungsanl. . .
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.
Deutſche Schutzge=
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141.25
188.5
55
347
164.75
260
40
118
75.25
104.75
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191

159
81.75
113
95
250
39
143
215
373
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170
211
262
92.5
130
256
41.5
160
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143.5
285.5
93
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[ ][  ][ ]

Seite 12

Mittwoch, den 2. Aprfl 1930

Nummer 92

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[ ][  ][ ]

Nummer 92.

Mittwoch, den 2. April 1930

Seite 13

Narker anß der det.

13)

Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.

Der Herr Staatsanwalt irrt! ſagte ſie dann ganz klar
und ruhig. Dr. Steinhoff iſt unſchuldig. Ich ſelbſt habe meinen
Batten getötet!
Eine ungeheure Aufregung entſtand.
Wie ein Mann war der ganze Saal aufgeſprungen, ſämtliche
Nenſchen ſprachen auf einmal gleichzeitig durcheinander.
Ich beantrage Ausſetzung der Verhandlung! übertönte
ndlich die ſchmetternde Stimme des Staatsanwalts den allge=
neinen
Tumult.
Der Vorſitzende ſchwang ſeine Glocke.
Das Gericht zieht ſich zur Beratung zurück. Ich erſuche
ie Anweſenden, wieder ihre Plätze einzunehmen!
In dieſem Augenblick entſtand an der Saaltür eine lebhafte
Zewegung.
Ein unterſetzter Herr drängte ſtürmiſch zum Richtertiſch.
Das Haar hing ihm wirr ins Geſicht, große Schweißtropfen
erlten ihm auf der Stirn.
Brandſtetter!
Die Angeklagten ſind beide unſchuldig! ſtieß er mit faſt
erſagender Stimme heraus. Karr hat ſich ſelbſt erſchoſſen.
ſch bringe den Beweis!
Der Vorſitzende wechſelte einen erſtaunten Blick mit dem
Itaatsanwalt.
Sie kommen ſehr ſpät, Herr Kommiſſar!
Ich hoffe, nicht zu ſpät, Herr Direktor. Dieſer Brief hier
oll für mich ſprechen!
Der Vorſitzende richtete ſich höher empor,
Wir treten noch einmal in die Beweisaufnahme ein! er=
ärte
er mit ruhiger Sachlichkeit; dann nahm er den Brief zur
and und prüfte ihn lange und ſorgfältig.
Woher ſtammt dieſes Schreiben, Herr Kommiſſar? fragte
endlich durch die atemloſe Stille.
Es iſt der Brief, den Herr Karr noch kurz vor ſeinem Tode
n Dr. Steinhoff nach Schlachtenſee gerichtet hat. Er galt lange.
(s verſchollen, erſt heute iſt es mir unter einigen Schwierigkeiten
elungen, ihn in der Villa Hartkort aufzutreiben. Er befand
Ich im Beſitz des Penſionsinhabers, der ihn ein paar Tage nach
er Unglücksnacht auf dem Schreibtiſch Steinhoffs vorgefunden
nd ohne Ahnung von der Bedeutung ſeines Inhalts an ſich
enommen haben will!
Der Vorſitzende nickte zuſtimmend.
Ich danke Ihnen, Herr Brandſtetter, Sie haben dem Gericht
nd dem Angeklagten einen unſchätzbaren Dienſt erwieſen.

Die heutige Verhandlung war bereits reich an Senſationen,
doch dieſer Brief iſt die größte Ueberraſchung, denn ſein Inhalt
ſcheint mir mit einem Schlage das ganze Schuldgebäude umzu=
ſtürzen
, um deſſen Errichtung wir uns heute ſo viele Stunden
lang gemüht haben. Er lautet folgendermaßen:
Herrn Dr. Steinhoff, Schlachtenſee.
Wenn Sie dieſe Zeilen erhalten, bin ich nicht mehr.
Ich habe das Spiel verloren und entlaſſe Sie aus un=
ſerem
Pakt.
Es war ein Unrecht, daß ich mir einſt mit meinem Gelde
die Blüte eines jungen Lebens erkauft habe.
Ich büße es damit, daß ich freiwillig das Todeslos wähle,
das mir die Vorſehung vor zwei Tagen verweigert hatte.
Sie ſind jung und ſtark, Dr. Steinhoff! Das Leben hat
Ihnen noch vieles zu bieten.
Knüpfen Sie da an, wo ich es verlaſſe.
Gute Nacht!
Alfred Karr.
Ein Rauſchen der Befreiung ging durch den Saal.
Jeder einzelne fühlte die Schickſalsgewalt eines Dramas,
deſſen Schatten auf einmal ſtumm und doch ſo beredt in die
Gegenwart hineinwuchs.
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Ein Zeuge aus dem Jenſeits war aufgeſtanden und hatte
für den Mann geſprochen, dem er ſelbſt unterlegen war in dem
urewigen Kampf zwiſchen Alter und Jugend.
Der Vorſitzende hatte den Brief wieder niedergelegt und
wandte ſich jetzt den Angeklagten zu.
Herr Dr. Steinhoff ſagte er. Sind Sie willens und
imſtande, zu dieſem Brief Karrs eine Erklärung abzugeben, die
die letzten Rätſel löſt?
Kurt erhob ſich.
Auf einmal war die Pforte der Erkenntnis groß und weit
in ihm aufgeſprungen und eine kriſtallene Helle drang wieder bis
in den letzten Grund ſeiner Seele.
Ich werde alles ſagen, was ich weiß! begann er mit feſter
Stimme. Jetzt, nachdem mir Karr mein Wort zurückgegeben
hat, habe ich nichts mehr zu verheimlichen.
Am Abend ſeiner Rückkehr aus England kam Karr zu mir
nach Schlachtenſee, um von mir Aufklärung über meine Beziehun=
gen
zu ſeiner Gattin zu fordern.
Ich ſtellte mich ihm zur Verfügung, doch er lehnte einen
Zweikampf in der herkömmlichen Form ab.
Dafür kam eine Abmachung zuſtande, daß das Los zwiſchen
uns entſcheiden ſollte.

Derjenige, dem das Todeslos zufiel, ſollte dem anderen frei=
willig
das Feld räumen.
Er hielt ſekundenlang inne, um die Erinnerungen zu ordnen,
die immer machtvoller auf ihn eindrangen.
Es war ſo ſtill, daß man eine Nadel hätte zu Boden fallen
hören.
Hier und da hatten ſich im Zuhörerraum vereinzelt dunkle
Geſtalten erhoben und ſchauten wie gebannt zur Anklagebank
herüber, auf der ſich die Tragik eines Menſchenſchickſals in ihrer
ganzen Unerbittlichkeit enthüllte.
Ich zog das verhängnisvolle Los, klang jetzt wieder Kurts
ruhige Stimme, und erbat und erhielt von Karr noch einen
Aufſchub von zwei Tagen, bis zur Uraufführung meines Bühnen=
werkes
.
Die Nacht danach ſollte die letzte meines Lebens ſein.
Ich fuhr vor Schluß der Vorſtellung noch einmal nach meiner
Wohnung und ſchrieb dort jenen Brief an Karr, der heute hier
gleichfalls beſprochen iſt.
Dann trieb es mich plötzlich nach Wannſee, ich wollte die
Frau, um die ich ſterben ſollte, vorher noch ein letztes Mal ſehen
und ſprechen.
Ich weiß jetzt, daß die Aufregungen jener Nacht meine geiſtige
Klarheit getrübt haben und doch ſteht das Schlafzimmer Karrs
auf einmal faſt greifbar deutlich vor mir.
Er lag erſchoſſen auf ſeinem Bett, ein Revolver neben ihm
auf dem Fußboden.
Ich nahm ihn auf, um bei Tagesanbruch irgendwo mit mir
das gleiche zu tun, und fuhr in der wachſenden Umnachtung
meines Denkens planlos ins Weite.
Dann kam das Autounglück; mein Aufenthalt im Sana=
torium
.
Als ich nach meinem Ausbruch aus der Anſtalt dann durch
die Zeitungen von der Verhaftung Frau Karrs erfuhr, war ich
ſofort entſchloſſen, mich freiwillig dem Gericht zu ſtellen und mein
ja doch verlorenes Leben für ſie einzuſetzen.
Denn damals, als alle dieſe Erkenntnis im Schacht meines
Bewußtſeins noch tief verſchüttet lag, glaubte ich, daß ſie wirk=
lih
, wie ſie vorhin erklärte, um mich zu retten, ihren Mann er=
ſchoſſen
habe!
Und Sie, Frau Karr?
Der Vorſitzende hatte den Blick zu Evelyn erhoben, ſein
großes, klares Auge lag forſchend auf ihrem weißen Geſicht.
Warum haben Sie vorhin eine ſo furchtbare Beſchuldigung
gegen ſich ſelbſt ausgeſprochen?"
Evelyn ſchreckte wie aus einem Traum empor; ein ganz
leiſes, hilfloſes Lächeln irrte um ihren Mund.
Ich weiß nicht! gab ſie ſtockend zurück.
Es war auf einmal etwas in mir, das ſtärker war als ich.
Ich mußte es ſagen, weil ich glaubte, daß ich Dr. Steinhoff
(Fortſetzung folgt.)
damit retten könnte!

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Sonntag, den 6. April 1930.
Vormittags, Anfang 11.15 Uhr
Einlaß 10.30 Ende 1 Uhr.
Montag, den 7. April 1930
Nachmittags, Anfang 3.15 Uhr
Einlaß 2.30 Uhr Ende 5 Uhr
Nur 2 Vorführungen des bedeutendsten
deutschen Ufa-Kulturfilms
Der Rhein
Von den Quellen bis zu den Mündungen, vom
Fels zum Meer in 6 Teilen u. einem Vorspiel
über Sage, Geschichte und Volkstum.
Mit besonderer Musikbearbeitung für den Film
unter Mitwrkung des vollen Orchesters.
In den Schweizer Alpen
Der Vorder-Rhein /1 Der Hinter-Rhein
entspringt im Gebiete // entspringt auf dem
Zapert-Gletscher
des Ft. dot hard (2900 m ü. d. MI.)
Der einsame Tomasee
Splügen.
(2344 m. ü. d. M.) Die Rofna-Schlucht.
Die Via mala, eine alte
Die Oberalp-Straße im / Römerstr. führt durch
Tale des Vorder-Rheins. // die wildzerklüftete und
Bei Flims wird das Tal // durch Lawinen gefähr-
dete
gewaltige Klamm
durch einen Bergsturz
des Hinter-Rheins.
eingeengt.
Die alte Splügenpost

Die kähne Solisbrücke üb, die in den Hinterrhein
mündende Albula (150 m lang, 85 m hoch)
Vorderrhein und Hinterrhein vereinigen
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Der Bodensee, Lindau. Friedrichshafen.
Konstanz. Rhein all bei Schaffhausen. Basel.
Schwarzwagd. Schwarzwaldmädel. Die
Mühle im Schwarzwaid. Spinnstube.
Die Vogesen. Straßburg. Freiburg.
Kar:sruhe. Mannheim.
Die M.ttelrheinische Tiefebene.
Hardt.
Rheinhessen.
Rneinsau. Ik-Heidelberg Odenwald
Worms. Mainz.
Muile Nalenheim. Weinhau am Rheim Oesſeieh. Winkel.

Das Rheinische
Schiefergebirge
Bingen. Bingerloch u.
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Rheinstein Die Falken-
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Rheinfels. Boppard.
Schloß Stolzenfels.
Goblenz. Am Deutsch.
Eck. Andernach.
Namedy. Re nagen.
Der Rolanzsbogen.
Bonn.

Der Niederwalg.
Rüdesheim. Ruine
Ehrenfels.
Das Nationaldenkmal.
ABmannshansen.
Lorch. Die Pfalz. Caub.
Ruine Gutenfels Die
Loreley. St. Goars-
hausen
. Die Burgen
Kaiz u. Maus. Brau-
bach
. Di. Marksbung
BurgLahneck. Festung
Ehrenbreitstein.
Kloster Heisterbach.
Das Siebengebirge
Linz. Honnef Ruine
Drachepfels. Königswinter

Der Niederrhein. Köin. Düsseldorf. Duishurg-Ruhrorl.
Die niederrheinlsche Schwerinduslrie
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[ ][  ]

Seite 14

Mittwoch, den 2. Aprfl 1990

Nummer *

Bis einschl. Donnerstag

Heute und folgende Tage:

Nur noch bis morgen=

Ein Grossfilm aus der
Lagunenstadt

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Sonntag, 6. April:
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Die erste döt
des Films

Der Film, der allen Ansprüchen
gerecht wird.

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REGIE FRED NIBL0

Die Suche nach der Unbekannten‟
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uns nach dem Venedig der Kar-
nevalszeit
und zeigt in reizvollen
Bildern, wie das Spiel des Lebens
einzelner Menschen einem
Karnevalstreiben gleicht.
Regie: Mario Almirante
Maria Jacobini, Malcolm Tod
Ly Jospanne

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Ein Film, den man gesehen haben muß.
Anfang 3½ Uhr.

Sahara, die von Räuhern übertallen
wird. Die Abenteuer einer reichen
Amerikanerin in Marokko ihre
Sucht nach Romantik und deren
Ende durch Ehefesseln
Regie: Gennaro Righelli
Glaire Rommer, eine junge Dame
von Welt.
Wladimir Gaidarow, der talsche
Scheich.

Dolly Davis, Ch. Charlia, A Wartan
Beiprogramm

Anfang 3½ Uhr.

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am 5. und 6. April 1930 in Darmſtadt

Samstag, den 5. April: abends 8 Uhr im Konkordiaſaal,
Waldſtr. 33, Begrüßungsfeier mit Konzert ehem.
Militärmuſiker unter Leitung v. Kamerad Böhme
Sonntag, den 6. April: vorm. 9 Uhr Generalverſammlung
im neuen Kronenſaal, Schuſtergaſſe 18
vorm. 11 Uhr Sammlung im hinter. Hof der alten
Dragoner=Kaſerne
vorm. 11½ Uhr Abmarſch zur Gefallenen=Ehrung
nach dem Denkmalin der Landgraf Philipp=Anlage
nachm. 3 Uhr Feſtakt in der Turnhalle der Turn=
gemeinde
Darmſtadt 1846, Woogsplatz 5 (5456

Alle Kameraden, Krieger= und Militärvereine u. Freunde
der ehem. heſſ. Garde=Dragoner ſind herzlich eingeladen

Vorverkauf der Abzeichen bei Kameraden Bertaloth
(Hochſtraße 2), Rauſch (Pankratiusſtraße 11), Stieler
(Sandſtraße 42) und Trinkaus (Luiſenſtraße, Heag)

Großes Haus

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Landestheater
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2. April 1930

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Donnerstag, 3. April, 20 Uhr, im R
estsaal der Turngemeinde (Woogsplatz)
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