Ginzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 25
Samstag, den 25. Januar 1930. 193. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streil zſw., erliſcht
jede Verpflichtung au Erfüllung der Ar
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auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerichtlicher Beitrelbung fäll jeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbant.
Die Kaſſenlage des Reiches.
Im Augenblick keine Schwierigkeiken. — Ende März Fehlbekrag von 140 Millionen. — Aliimoſchwierigkeifen
nicht zu erwarken. — Sinkende Steuereinnahmen und Arbeitsloſenverſicherung unſichere Zaktoren.
Akimo Juni 273 Millionen Defizik. — Die Nolwendigkeit der Kreuger=Anleihe.
Hilferdings Erbſchaft.
Zingäzginiſter Moldenhauer vor dem
Haushalls=
ausſchuß des Reichstages.
* Berlin, 24. Januar. (Priv.=Tel.)
Im Haushaltungsausſchuß des Reichstags hat der
Reichs=
finanzminiſter am Freitag eine Ueberſicht über die
Kaſſen=
lage des Reiches im laufenden und in der erſten Hälfte
des neuen Etatjahres gegeben. Viel erfreuliches konnte er nicht
ſagen. Er hat eine ſehr ſchwere Erbſchaft übernommen,
die erſt allmählich liquidiert werden kann.
Das Weſentliche der Zahlen haben wir bereits mitgeteilt. Das
Ergebnis läßt ſich dahin zuſammenfaſſen, daß für Ende
März mit einem Fehlbetrag von 140 bis 150
Mil=
lionen gerechnet werden muß, während die Monate Januar
und Februar ſich ausgleichen. Zur Abdeckung des Fehlbetrags
ſtehen 80. Millionen zur Verfügung. Der Miniſter hofft aber,
auch den Reſt noch flüſſig machen zu können, ſo daß dann
Ulti=
moſchwierigkeiten nicht zu erwarten wären, wenn
nicht die ſinkenden Steuereinnahmen und die
Arbeitsloſenverſicherung, die einen unſicheren
Faktor bilden, neue Beträge verlangen. Danu kann ſich
aller=
dings das Bild um weitere 100 Millionen verſchlechtern,
wo=
durch die Kaſſenlage Ende März ſchwierig würde. Indeſſen
laſſen ſich über dieſe Entwicklung erſt in der Mitte des nächſten
Monats Schätzungen ermöglichen. Für das erſte Halbjahr 1930
ſtellt ſich das Bild ſo, daß im erſten Vierteljahr ein Fehlbetrag
von etwa 273 Millionen ausgewieſen wird, während ſich im
zweiten Vierteljahr ein Ueberſchuß von 96 Millionen ergibt.
Rechnet man dazu die erſte Rate der Kreuger=
An=
leihe mit 195 Millionen und das Freiwerden des bisher für
den Recoverhact feſtgelegten Deviſenfonds von 14 Millionen, ſo
würde ſich Ende September ein Kaſſenbeſtand von etwa 40
Mil=
lionen ergeben nach Abdeckung des Fehlbetrages aus dem erſten
Vierteljahr. Dabei ſind die 50 Millionen, die allmonatlich dem
Tilgungsfonds zur Abdeckung der kurzfriſtigen Schulden
zuge=
führt werden müſſen, bereits einbegriffen, ſo daß der
Ueber=
brückungskredit von 300 Millionen, der von den Banken zur
Verfügung geſtellt wurde, abgedeckt werden kann. Für die
Zeit bis zum 1. Oktober iſt alſo an eine
Steuer=
ſenkung gar nicht zu denken. Es wird vielmehr
ſtar=
ker Diſziplin auch bei Aufſtellung des neuen Etats bedürfen
um das Gleichgewicht zu halten und die Sünden der
Ver=
gangenheit einigermaßen abzutragen. Wir entnehmen aber
dar=
aus, daß Dr. Moldenhauer ſich nur bis zum 1. Oktober
gebun=
den hat, daß er ſelbſt an der Hoffnung feſthält, nach dem
1. Oktober die Schwierigkeiten ſoweit überwunden zu haben,
um ernſtlich auch an die Steuerſenkung oder zum
mindeſten an den Steuerumbau herangehen zu können.
Moldenhauers Kaſſenüberblick.
Im einzelnen führte Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer bei der
Begründung des Geſetzentwurfes über das Zündwarenmonopol über
die Kaſſenlage des Reiches u. a. folgendes aus:
Mit Hilfe des Ende Dezember von den, Banken gegebenen
Ueber=
brückungskredits in Höhe von 350 Millionen RM. iſt es gelungen, den
Ultimo Dezember ohne weitere Schwierigkeiten zu überwinden. Der
Betriebskredit der Reichsbank konnte am 31. Dezember 1929, wie es im
Bankgeſetz vorgeſehen iſt, reſtlos abgedeckt werden. Inzwiſchen iſt durch
die im Januar fälligen Steuereinzahlungen eine Verbeſſerung der
Kafſenlage in dem Maße eingetreten, daß im Augenblick Schwierigkeiten
nicht beſtehen. Am 31. Januar wäre ein Bankenkredit in Höhe von
200 Millionen Mark zur Rückzahlung fällig; inzwiſchen iſt aber dieſer
Kredit auf etwa 6 bis 9 Monate verlängert worden. Somit iſt für die
Monate Januar bis März mit folgenden Ueberſchüſſen oder
Fehlbeträ=
gen zu rechnen:
Für Januar: Ueberſchuß von 117 Millionen Mark,
für Februar: Fehlbetrag von 117 Millionen Mark,
für März: Fehlbetrag von 140 Millionen Mark.
Die Monate Januar und Februar werden ſich alſo ungefähr
ausglei=
chen; Ende März wird ein Fehlbetrig von etwa 140 bis 150 Millionen
borhanden ſein. Zur Deckung dieſes Fehlbetrages werden rund 55 bis
60 Millionen Mark aus der Abrechnung mit dem Generalagenten bzw.
mit der Reichsbahn nach Inkrafttreten des Youngplanes verfügbar
werden, die jetzt infolge der nachträglichen Zahlung des
Reichsbahn=
anteils an der Dawes=Annuität vom Generalagenten noch
zurückbehal=
ten werden. 20 Millionen werden aus dem Verkauf von Effekten flüſſig
gemacht werden können. Ueber die Deckung des dann noch verbleibenden
Fehlbetrages ſind Verhandlungen eingeleitet worden, von denen ich hoffe,
daß ſie zu dem gewünſchten Erfolge führen werden. Die Berechnungen
laſſen ſich im voraus natürlich nicht ſo genau anſtellen, daß ſie als
ab=
ſolut richtig angeſprochen werden können. Hält die in den letzten
Mo=
naten beobachtete Steuerdeprefſion noch länger an und verſchärft ſich die
ungünſtige Lage des Arbeitsmarktes noch über das erwartete Maß
hinaus, dann können dieſe beiden Punkte, eine Verſchlechterung der
Kaffenlage um etwa 100 bis 120 Millionen Reichsmark herbeiführen.
Ob mit einer ſolchen Verſchlechterung aber tatſächlich gerechnet werden
muß, wird ſich kaum vor Mitte Februar überſehen laſſen.
Die Kaſſenpläne für 1930.
Nach den für das erſte Halbjahr des Rechnungsjahres 1930
aufge=
ſtellten Kaſſenplänen ergeben ſich für die einzelnen Monate folgende
Ueberſchüſſe oder Fehlbeträge:
Für April 1930: Ueberſchuß von 5 Millionen,
für Mai 1930: Fehlbetrag von 194 Milllonen,
für Juni 1930: Fehlbetrag von 84 Millionen,
für erſtes Vierteljahr 1930:
Fehlbetrag von 273 Millionen,
für Juli 1930: Ueberſchuß von 197 Millionen,
für Auguſt 1930: Fehlbetrag von 17 Millionen,
für September 1930: Fehlbetrag von 84 Mill’onen,
für zweites Vierteljahr 1930:
Ueberſchuß von 96 Millionen.
Dieſer Betrag erhöht ſich durch die erſte Rate der Kreuger=Anleihe
um 195 Millionen, durch die Aenderung des Recoverh=Act=Verfahrens
(Freiwerden eines jetzt in Deviſen gebildeten Reſervefonds) um 14
Mil=
lionen.
Jm zweiten Vierteljahr wird alſo kaſſenmäßig ein Ueberſchuß von
305 Millionen vorhanden ſein, mit dem der Fehlbetrag des erſten
Viertel=
jahres abgedeckt und Kredite in Höhe von rund 40 Millionen
zurück=
gezahlt werden können.
In den veranſchlagten Ausgaben für die Monate April bis
Sep=
tember ſind hierbei monatlich je 50 Millionen Reichsmark zur
Ab=
deckung des von den Banken gegebenen Ueberbrückungskredits von 350
Millionen enthalten, ſo daß dieſer Kredit Ende September mit 300
Mil=
lionen abgedeckt ſein wird.
Der Miniſter verwies darauf, daß vorſtehende Rechnungslegung auf
der Annahme des Youngplanes beruhe. Die Rechnung beweiſe jedoch
eindeutig, daß trotz der Annahme des Youngplanes die Kaffenlage des
Reiches nach wie vor äußerſt angefpannt bleibe. Er ſehe zur
Ueberwin=
dung des Ultimos Juni mit einem Fehlbetrag von 273 Millionen
kei=
nen Weg, uenn die Kreuger=Anleihe nicht zuſtande komme.
Die Beralung des Zündholzmonopolgeſetzes.
Dr. Haus Kraemer gab zunächſt die Erklärung ab, daß er
ledig=
kichſt als Vorſitzender des Wirtſchaftspolitiſchen Ausſchuſſes des
Reichs=
wirtſchaftsrates den Auftrag bekommen habe, die Verhältniſſe der
deut=
ſchen Zündholzinduſtrie zu unterſuchen. Lediglich in dieſer Eigenſchaft
ſei er ſpäter Vorſitzender des Aufſichtsrats des Syndikats geworden.
Auch gehöre er keineswegs dem Aufſichtsrat des Schwedentruſtes an.
Der Schwedentruſt werde heute auf 2,6 Milliarden Mark geſchätzt. Gegen
ihn ſei ein Kampf unmöglich. Der Schwedentruſt habe nahezu 75
Pro=
zent der deutſchen Zündholzfabriken aufgekauft, doch ſei mit ihm, der
ſich durch weitere Ankäufe leicht ein Privatmonopol verſchafft haben
könnte, die Verſtändigung erzielt, daß ſein Anteil auf 65 Prozent und
ſein Abſtimmungsverhältnis innerhalb des Syndikats auf 50 Prozent
feſtgelegt wurde. Dieſe Verſtändigung ſei auf Wunſch der Schweden
und der Deutſchen durch das Sperrgeſetz ſanktioniert worden. Die
Auf=
faſſung, daß durch eine Verteuerung die Aermſten der Armen getroffen
werden, ſei gänzlich abwegig. Zu 75 Prozent werden Zündhölzer von
den Rauchern, die heute allein 32 Milliarden Zigaretten im Jahre
kon=
ſumierten, verbraucht. 30 Prozent des geſamten Konſums entfielen auf
ruſſiſche Zündhölzer, die zu Dumpingpreiſen eingeführt werden. Für
das Monopol hätten ſich nicht nur die Schweden, ſondern auch die
deut=
ſchen Zündholzfabrikanten mit alleiniger Ausnahme der unerlaubt
Fa=
brizierenden eingeſetzt.
Alsdann berichtete, der Direktor der Reichskredit=Geſellſchaft, Dr.
Ritſcher, vertraulich über die Leitgedanken bei den Verhandlungen, die
die mit dem Zündholzmonopolgeſetz zuſammenhängende Anleihe
be=
treffen.
Hierauf vertagte ſich der Ausſchuß auf Samstag, weil die
Mitglie=
der des Ausſchuſſes zunächſt mit ihren Fraktionen Fühlung nehmen
wollen.
Parkeiverhandlungen über das Zündholzmonopol.
Berlin, 24. Januar.
Nach Beendigung der Sitzung des Haushaltsausſchuſſes
tra=
ten im Reichstag Vertreter, der Koalitionsparteien zu einer
interfraktionellen Beſprechung über die Geſtaltung des
Zünd=
warenmonopolgeſetzes zuſammen. In der achten Abendſtunde
wurde die Beſprechung beendet. Eine Einigung iſt darüber
er=
zielt worden, daß in der Frage der Qualität der Zündhölzer die
Regierung Beſtimmungen erlaſſen ſoll, und daß der in der
Vor=
lage feſtgeſetzte Höchſtpreis als Normalpreis gelten ſoll. In der
Frage der Vorzugsbeſtimmungen für die Produktion der
Kon=
ſumgenoſſenſchaften wurde feſtgeſtellt, daß eine Beſeitigung
die=
ſer Ausnahmebeſtimmungen nicht möglich ſei ingeſichts der
Not=
wendigkeit, die Kreuger=Anleihe zu erhalten und aus dieſem
Grunde die rechtzeitige Verabſchiedung des Geſetzes nicht durch
neu= Verhandlungen mit dem Schweden=Truſt zu geführden, die
bei einer Streichung der Vorzugsbeſtimmungen unvermeidlich
ſeir würden.
Skundnig der Golddiskonibankkredite.
Berl.n, 24. Januar.
Wie die Deutſche Rentenbank=Kreditauſtalt (Landwirtſchaftliche
Zen=
tralbank), Berlin, mitteilt, hat ſie angeſichts der ſchwierigen
Verhält=
niſſe in der Landwirtſchaft und der ungünſtigen Lage des
Kapital=
marktes, die ſich ſeit langem insbeſondere in einem höchſt
unbefriedigen=
den Abſatz von Pfandbriefen auswirke, beſchloſſen, den mit der
Weiter=
leitung der Goldiskontbankkredite betraut geweſenen Inſtituten einen
Betrag von insgeſamt 30 Millionen Reichsmark mit der
Maßgabe zu ſtunden, daß ſie einem Teil der Darlehensnehmer in
glei=
cher Höhe Stundung zu gewähren haben. Die Deutſche Rentenbank=
Kreditanſtalt hat ſich ſchon jetzt grundſätzlich bereit erklärt, dieſe 30
Mil=
lionen Reichsmark im Juli 1931 in langfriſtigere Darlehen
umzuwan=
deln, falls nicht inzwiſchen eine weſentliche Erleichterung auf dem
Ka=
pitalmarkt eingetreten ſein ſollte.
Der Zinsſatz für den geſtundeten Betrag beträgt 8 Prozent zuzüglich
Prozenk Verwaltungskoſtenbeitrag und ½ Prozent einmalige
Stun=
dungsproviſion für die Inſtitute.
* Sachſen und der Reichsfinanzausgleich
Von unſerem ſtändigen ſächſiſchen Mitarbeiter,
Dresden, Ende Januar.
Es geſchieht nicht allzu oft, daß eine Länderregierung in
einem ſo umfangreichen Memorandum zu öffentlicher
Verteidi=
gung der Landesintereſſen übergeht, wie es die Regierung des
Freiſtaates Sachſen ſoeben gegenüber Vorſchlägen des Münchener
Profeſſors Nawiaſky zum großen Problem des
Reichsfinanz=
ausgleichs getan hat, die auf der Länderkonferenz im Juni 1929
gemacht worden ſind. Ohne Zweiſel aber erklärt ſich die Initiative
der ſächſiſchen Regierung aus der Dringlichkeit des Intereſſes,
das Sachſen an einer wirklichen Verbeſſerung des bisherigen
Reichsfinanzausgleichs beſitzt. Iſt doch Sachſen neben den
Hanſe=
ſtädten derjenige Staat, der bei relativ ſtärkſtem Druck der
Reichs=
ſteuern durch die Eigenart des gegenwärtigen
Verteilungs=
ſchlüſſels bei den Reichsüberweiſungen nahezu am ſchlechteſten
abſchneidet. Um aus dem Tabellenwerk der Regierungsbroſchüre
zu ſchöpfen, ſo kamen im Rechnungsjahr 1927 in Sachſen auf den
Kopf der Bevölkerung 68,06 Mk. Einkommen= beztl.
Körperſchaſts=
ſteuer gegen 52,37 Mk. in Preußen, 35,82 in Bayern, 48,19 Mk.
in Württemberg, 46,62 Mk. in Baden und 39,62 Mk. in
Thürin=
gen, während der Reichsdurchſchnitt auf 51,93 Mk. lag. Auch
ſummenmäßig war Sachſen mit 339 785 000 Mk. nach Preußen der
deutſche Eliedſtaat mit dem höchſten Aufkommen an Einkommen=
und Körperſchaftsſteuer. Dagegen erhielt es im Wege des
Reichs=
finanzausgleichs insgeſamt nur 265 600 000 Mk. oder 53,20 Mk.
auf den Kopf der Bevölkerung aus dieſen Steuerarten
über=
wieſen. Mehr als 70 Millionen Mark, die aus der
Einkommen=
ſteuerkraſt der ſächſiſchen Bevölkerung ſtammten, dienten mithin
licht ſpeziell ſächſiſchen Landesaufgaben. Ein ähnliches Bild
der Unzulänglichkeit ergibt auch der Vergleich zwiſchen dem
Zu=
ſchußbedarf des Landes Sachſen für Verkehr, Wege, Straßen
und Waſſerſtraßen und dem Anteil des Landes und der
Gemein=
den an der Kraftfahrzeugſteuer, wiederum in Relation geſtellt zu
dem, was andere Länder erhalten. Im Jahre 1925 beirug der
ſo geartete Zuſchußbedarf auf den Kopf der ſächſiſchen
Bevölke=
rung 11,58 Mk., während der Kraftfahrzeugſteueranteil ſich auf
0,62 Mk. pro Kopf der Bevölkerung ſtellte. Für Preußen waren
die entſprechenden Vergleichsziffern 9,94 Mk. Zuſchußbedarf und
0,91 Mk. Kraftfahrzeugſteueranteil, für Mecklenburg=Schwerin
ſogar 9,20 Mk. und 1,62 Mk. Profeſſor Nawiaſky fordert nun in
ſeiner „grundſätzlichen Betrachtung über die finanzielle
Aus=
einanderſetzung zwiſchen Reich und Ländern” einen vollſtändigen
Neuaufbau des Finanzausgleichs. Er will dabei auf dem
geſam=
ten rein ſtaatlichen Zuſchußbedarf aufbauen und den Bedarf der
Gemeinden und Gemeindeverbände mit geringfügigen
Ausnah=
men der landesmäßigen Regelung zuweiſen. Der ſtaatliche
Zu=
ſchußbedarf, als welcher die Kriegslaſten und der
Verwaltungs=
aufwand von Reich und Ländern in Betracht kommt, ſoll durch
Steuern des Reiches und der Länder in angemeſſener
Vertei=
lung der Steuererträge, ohne Trennung der Steuerquellen
zu=
gunſten des Reiches oder der Länder voneinander, gedeckt
wer=
den. Der Schlüſſel, nach dem die Verteilung zu erfolgen hat, ſoll
auf der Grundlage der Verteilung der Aufgaben gefunden
wer=
den und die Verteilung unter die einzelnen Länder ſelbſt
dem=
entſprechend vom Bedarf des einzelnen Landes ausgehen. In
dieſem Sinne denkt Nawiaſky daran, den Schlüſſel aus einer
Kombination von Bevölkerungsziffer, Bodenfläche und
Steuer=
aufkommen zu errechnen und nach Maßgabe der
Verwaltungs=
bedeutung des einzelnen Landes evtl. Zuſchläge feſtzulegen.
Gegen dieſe Grundgedanken der Nawiaſkyſchen Vorſchläge wendet
ſich die ſächſiſche Regierung mit bemerkenswertem Nachdruck, dem
aber zweifellos volle Berechtigung zukommt. Was zunächſt den
Schlüſſel anlangt, ſo verurteilt ſie an ihm, daß er die
Eigenſtagt=
lichkeit eines Landes, das ſich ja aus eigener Kraft erhalten
müßte, untergräbt, weil er wirtſchaftlich ſchwächere Länder oder
Länder mit geringerer Steuerkraft zu Koſtgängern der
wirtſchaft=
lich ſtärkeren ſtempelt. Ebenſo zutreffend iſt es, wenn ſich Sachſen
unter Hinweis auf die Begründung zum Landesſteuergeſetz
darauf beruft, daß die Eigenſtaatlichkeit jedem Lande das Recht
gibt, an den Ueberweiſungsſteuern nach Maßgabe der eigenen
Steuerkraft beteiligt zu werden. Die verfaſſungsmäßige
Möglich=
keit der Herbeiführung eines Laſtenausgleiches zwiſchen den
Län=
dern verneint die ſächſiſche Regierungsdenkſchrift mit dem
Hin=
weis auf den rein prophylaktiſchen Charakter des Artikels 8 der
Reichsverfaſſung, der das Reich verpflichtet, auf die
Lebensfähig=
keit der Länder Rückſicht zu nehmen, der ſich aber nicht ſo
aus=
deuten läßt, als wäre das Reich berechtigt, die Länder ſteuerlich
zu kommunaliſieren und ſomit auf Umwegen zu entſtaatlichen.
Auch die tatſächlichen Vorausſetzungen für die Herbeiführung
eines Laſtenausgleichs, die im annähernd gleichen Aufbau der
Verwaltung und in der Rechtsgleichheit liegen müßten, ſind nicht
vorhanden. Ihr Eintritt hängt ab von einer entſprechenden
Reform der ſtaatsrechtlichen und verfaſſungsrechtlichen
Grund=
lagen, deren Durchführung in unbeſtimmter Ferne liegt. Sehr
richtig iſt es auch, wenn Sachſen gegen den von Profeſſor
Nawiaſky vorgeſchlagenen Laſtenausgleich das zweifellos zu
er=
wartende Desintereſſement der Länder am örtlichen
Steuerauf=
kommen der Ueberweiſungsſteuern ins Feld führt. Wenn einmal
der Anſporn, auch möglichſt hohe Ueberweiſungsſteuererträgniſſe
zii erzielen, gefallen iſt, wie er bisher durch die Bindung der
Ver=
teilung an das örtliche Aufkommen vorhanden war, dann muß
ſolgerichtig auch ein tatſächlicher Rückgang des Steuerertrages
eintreten. Deshalb iſt die Einbeziehung der Bevölkerungszahl
und der Gebietsgröße in den Länderſchlüſſel, die ja doch nur dazu
dienen ſoll, dem territorial am weiteſten ausgedehnten,
ziffern=
mäßig am ſtärkſten bevölkerten Lande höchſte Anteile an den
Ueberweiſungsſteuern zuzuſichern, unbedingt abzulehnen. Letztlich
macht die ſächſiſche Regierung gegen den Nawiaſkyſchen Vorſchlag
des Laſtenausgleichs zwiſchen den Ländern nach Maßgabe eines
Bedarfsſchlüſſels geltend, daß er ſich als ſchwerer Feind der
Sparſamleit auswirken würde, weil dann die Länder den
größ=
ten Anteil erhalten würden, deren Bedarf am höchſten iſt und
die Erſparniſſe des Landes nicht dem Lande ſelbſt zugute
kom=
men. Auch dem Beweis der Unmöglichkeit des
Verteilungs=
ſchlüſſels für den Laſtenausgleich, der, wie erwähnt, eine Kombi=
Samstag, den 25. Januar 1930
ſummer 25
Seite 2
nation zwiſchen Bevölkerungsziffer, Steueraufkommen und
Bodenfläche bilden ſoll, widmet die Regierungsdenkſchrift
umfangreiche Feſtſtellungen. Die Einbeziehung der Gebietsgröße
wird inſonderheit deshalb abgelehnt, weil ſie zu einer einſeitigen
Be=
günſtigung und Subventionierung der ſchwach bevölkerten
Län=
der auf Koſten der dicht bevölkerten Länder führen müßte. Sachſen
und die Hanſeſtädte würden auf dieſe Weiſe einfach ruiniert
wer=
den. „Weilaus der größte Teil des Betrags”, ſo lautet es im
ſächſiſchen Memorandum, „den Sachſen und die Hanſeſtädte bei
einer Verteilung der Einkommenſteuer nach dem von Profeſſor
Nawiaſky vorgeſchlagenen Landſchlüſſel verlieren würde, würde
dem Lande Bayern zufallen (für 1928 waren es rund 82,7
Millio=
nen Reichsmark). Auf 100 bezogen, würde der Mehranteil an
der Einkommenſteuer bei Bayern rund 41 v. H., bei Mecklenburg=
Schtverin rund 115 v. H. und bei Mecklenburg=Strelitz rund 225
v. H. ſeines jetzigen Anteils betragen.‟ Die Heranziehung der
Bevölkerungszahl als Grundlage des Verteilungsſchlüſſels iſt
vom ſächſiſchen Standpunkte aus deshalb abzulehnen, weil der
Zuſchußbedarf des Landes und der Gemeinden ſtark von ihrer
Bevölkerungsdichte abhängt. Sachſen würde 14 v. H., Hamburg
und 27,6 v. H., Bremen rund 29,6 v. H., und Lübeck rund 10,5
t. H. ihres gegenwärtigen Einkommenſteueranteils verlieren,
wenn die reine Bevölkerungszahl nach dem Vorſchlag. Nawiaſkys
in den Länderſchlüſſel einbezogen würde. Mit Rückſicht hierauf
fordert die ſächſiſche Regierung die Zugrundelegung des örtlichen
Aufkommens der Ueberweiſungsſteuern bei Feſtſtellung des
Län=
derſchlüſſels. Sie ſtützt dieſe Forderung auch darauf, daß die
Einkommenſteuer und Vermögensſteuer in den verſchiedenen
Län=
dern eine ganz verſchiedene Rolle geſpielt haben, in Sachſen aber
von ausſchlaggebender Bedeutung geweſen ſind. Die
Einkommen=
ſteuer und Ergänzungsſteuer, die Sachſen im Jahre 1913
aufzu=
weiſen hatte, umfaßten 11,25 v. H. der Einnahme des Landes
aus dieſen Steuern. Sie würden nach dem Nawiaſkyſchen
Schlüſſel 1928 nur noch 7,49 des Anteils aller Länder an der
Einkommenſteuer betragen haben. Wenn der Verfaſſer der
baye=
riſchen Denkſchrift den Bedarf der Gemeinden und
Gemeinde=
verbände aus dem Reichsfinanzausgleich ausſcheiden will und
die Finanzwirtſchaft der Gemeinden durch Zuſchlagsrechte zu
Einkommen= und Körperſchaftsſteuer ſichern will, ſo wird
ſächſiſcherſeits dagegen geltend gemacht, daß die geforderte
Feſt=
jegung von Zuſchlagshöchſtgrenzen den Vergleich des
Zuſchuß=
bedarfs des Reichs, der Länder und Gemeinden bedingen, daß
lſo die Gemeinden und Gemeindeverbände aus der
Reoxgani=
ſierung des Reichsfinanzausgleichs gar nicht ausgelaſſen werden
können. Aus der Gewährung eines Zuſchlagsrechts an die
Gemein=
den, wie es Profeſſor Nawiaſky anregt, folgert die ſächſiſche
Denk=
ſchrift bündig den Zwang zur Gewährung eines ebenſolchen
Rechts an die Länder, die ſonſt in Gefahr geraten, finanziell unter
das Niveau der ſteuerlichen Autonomie von Gemeinden und
Ge=
meindererbänden herabzuſinken. Würden nur die Gemeinden
und Gemeindeverbände ein Zuſchlagsrecht erhalten, ſo wäre es
den Ländern unmöglich gemacht, die Gemeinden zu entlaſten
und wiederum zugunſten, der Gemeinden gewiſſe Aufgaben und
Gebiete, wie Schule, Polizei, Wegebau, landesmäßig zu
zen=
traliſieren.
Man darf geſpannt ſein, wie ſich das Reich und vor allem
auch Vayern zu den ſächſiſchen Widerlegungen der Nawiaſkyſchen
Reichsfinanzausgleichsvorſchläge ſtellen wird.
Lie Kauplſchwierigkeit: der engliſch=franzöſiſche
Gegenſak.
EP. London, 24. Januar
Ueber die zwiſchen der engliſchen und franzöſiſchen
Dele=
gation laufenden Beſprechungen, die ſich beſonders mit dem
eugliſch=franzöſiſchen Gegenſatz über die Ait der Beſchränkung
der Tonnenzahl beſchäftigen, wird auf beiden Seiten ſtrenges
Stillſchweigen beobachtet. Bekanntlich will Frankreich die
Rüſtungsbeſchränkung durch eine
Verminde=
rung der Geſamttonnage erreichen, während
Eng=
land eine Beſchränkung der einzelnen
Schiffs=
kategorien vorzieht. Zum Schluß einer am Freitag
vormittag bei Macdonald abgehaltenen Unterredung zwiſchen der
engliſchen und franzöſiſchen Delegation wurde ein offizielles
Communigué veröffentlicht, in dem als Gegenſtand der
heuti=
gen Beſprechungen der Bericht eines
Sachverſtändigenaus=
ſchuſſes bezeichnet wurde. Dieſer Expertenbericht weiſe, der
offi=
ziellen Darſtellung zufolge, in verſchiedenen Fragen recht
zufrie=
denſtellende Ergebniſſe auf. Es wurde daher in der Sitzung
be=
ſchloſſen, daß die Sachverſtändigen ihre Arbeiten fortſetzen
ſoll=
ten. Obwohl in der offiziellen Bekanntgabe über die
Zuſam=
menſetzung des Sachverſtändigenausſchuſſes nichts Näheres ent=
Vom Tage.
Der Geſchäftsordnungsausſchuß des Reichstags beſchloß, die
IJmmu=
nität des kommuniſtiſchen Abg. Schneller, dem insbeſondere auch
Zer=
ſetzungsarbeit in Reichswehr und Schutzpolizei vorgeworfen w.rd, ſofort
aufzuheben.
Den Vorſitz in der Volks=Konſervativen
Ver=
einigung, die bekanntlich am 28. Januar erſtmalig mit einer
Kund=
gebung im Herrenhaus an die Oeffentlichkeit tritt, wird
Reichs=
miniſter a. D. Dr. v. Keudell übernehmen.
Der amtierende Ratspräſident Zaleſki hat an den
Ge=
neralſekretär des Völkerbunds ein Telegramm gerichtet, in dem er ihn
bittet, die Regierungen von Bolivien und Paraguay
an das nach der Dezembertagung des Rats vom Jahre 1928
angenom=
mene friedliche Verfahren für die Regelung ihres Streitfalles
zu erinnern. Der Generalfekretär hat das Telegramm an die beiden
Regierungen weitergeleitet und den Ratsmitgliedern zur Kenntnis
ge=
geben.
Der Oberſte Gerichtshof Sowjetrußlands
verur=
teilte im Leningrader Monarchiſtenprozeß vier
ehemaligen Zarenoffiziere, darunter den Hauptangeklagten
Schiller, wegen Spionage und Vertriebs gefälfchter Tſcherwonzen, z um
Tode. Der fünfte Angeklagte wurde zu zehn Jahren Gefängnis
ver=
urteilt.
Nach Mitteilungen von informierte Seite tritt der Pakt über
die Oſtreparationen in Kraft, wenn er von vier
Staa=
ten ratifiziert worden iſt. Sobald dies der Fall ſein wird,
wird Oeſterreich augenblicklich die bereits begonnenen
Verhand=
lungen mit Morgan über eine Anleihe ihrem Abſchluß
entgegenführen.
Der japaniſche Botſchafter in Paris Adatſchi wird
Mitte Februar ſich zu einem längeren Urlaub nach Japan begeben
und Anfang Juni zurückkehren. Da Adatſchi ſeine Kandidatur
für die Wahl zum Richter im Internationalen
Haa=
ger Gerichtshof aufzuſtellen gedenkt, dürfte — dem Matin
zu=
folge — die japaniſche Regierung bald einen Nachfolger für den
Pari=
ſer Poſten ernennen.
General Hertzog erklärte im Sübafrikaniſchen Parlament im
Ver=
lauf einer Anſprache, er ſehe die ſchließliche Beſtimmung
Süd=
weſtafrikas darin, ſich mit der Südafrikaniſchen
Union zu vereinigen. Er zweifle nicht daran, daß dieſe
Ver=
einigung eines Tages erfolgen werde.
halten iſt, verlautet, daß es ſich um einen rein engliſch=
franzöſi=
ſchen Ausſchuß handelt. Die Aufgabe des Komitees beſtehe in
einem Ausgleich des engliſch=franzöſiſchen
Ge=
genſatzes in der Frage der
Rüſtungsbeſchrän=
kung, die Frankreich durch Reduzierung der
Globaltonnage und England nach
Schiffsklaſ=
ſen durchgeführt ſehen möchte.
Eine weitere Unterredung fand in Maedonalds
Amtsräu=
men in der Downingſtreet zwiſchen der engliſchen und
italieni=
ſchen Abordnung ſtatt. Ueber die ausgedehnte Konferenz wurde
kein offizieller Bericht ausgegeben.
Die allgemeine Lage wird von halbamtlicher
Quelle derart dargeſtellt, daß zwiſchen Amerika und
England, von einigen Detgilfragen abgeſehen,
Einverſtändnis beſtehe, und daß Japan und
Ita=
lien in den Verhandlungen keine großen
Schwierig=
keiten bieten.
Macdovald begibt ſich heute nach Chequers, wo er morgen
die Delegierten der engliſchen Dominions empfangen und mit
ihnen mehrere Unterredungen über die Sonderbedürfniſſe und
Wünſche ihrer Regierungen führen wird. Tardieu, der
anfäng=
lich während des kommenden Wochenendes nach Paris zu reiſen
beabſichtigte, will wegen des Fortſchrittes in den
Verhand=
lungen in London bleiben.
Der Kampf um die Reichsbank.
Am Maukag PBarkeiführer-Beſprechungen
über die Reichsbank.
Die Sozialdemokraten geben keine Ruhe. Sie
wol=
len ihren Kampf gegen den Reichsbankpräſidenten
Dr. Schacht zu Ende führen und dazu eine Aenderung des
Reichsbankſtatutes erzwingen. Für den kommenden Montag
iſt eine Beſprechung mit den Regierungsparteien
vorgeſehen, woran die miniſteriellen Mitglieder der Haager
Delegation teilnehmen und offenbar über ihre Erfahrungen
be=
richten wollen. Auch die Regierung legt entſcheidendes Gewicht
darauf, daß künftig eine perſönliche Politik des
Reichsbankpräſi=
denten, die ſich gegen die Politik der Reichsregierung richtet,
ausgeſchaltet ſein muß, wobei allerdings der
Reichs=
finanzminiſter jeden Eingriff, in die völlige
Unabhängigkeit der Reichsbank und ihres
Präſidenten ablehnt und ſchon im Haag einen
derar=
tigen Verſuch mit ſeiner Rücktrittsdrohung beantwortet hat. Die
Formulierung wird alſo nicht leicht ſein.
Das hätte ſich der Lübecker Drucker Johann Ballhorn auch
nicht träumen laſſen, daß er einmal Unſterblichkeit erlangen
wwerde, nicht durch die zahlreichen Druckſchriften, die aus ſeiner
Werk=
ſtatt hervorgingen und heute noch in vielen großen
Bücherſamm=
lungen zu finden ſind, ſondern durch mancherlei
Eigenmächtigkei=
ten, unangebrachte Aenderungen und Zuſätze, die er in den von
ihm gedruckten Werken anzubringen ſich erdreiſtete. Von ſeinen
Lebensverhältniſſen wiſſen wir nur, daß er 1530, alſo vor
vier=
hundert Jahren, geboren ward und 1603 ſtarb, aber ſein Geiſt
lebt weiter, und ſein Name muß herhalten als Sündenbock für
allerlei Miſſetaten übereifriger, beſſerwiſſen=wollender,
quer=
köpfiger und willkürlicher Neuerungsluſt. Schon 1656 wird er
in einer Sammlung von Schnurren, die unter dem Titel „Luſtige
Geſellſchaft” erſchien, als ſich blähender Halbwiſſer mit der von
ihm mehr ſchlecht als recht verfertigten Ueberſetzung eines
jäger=
lateiniſchen Gedichts dem Spotte preisgegeben. Ein paar Jahre
ſpäter wird er von dem humorvollen Satiriker Joh. Balthaſar
Schuppius aus Gießen und von dem Geſchichtſchreiber der
Frucht=
bringenden Geſellſchaſt Georg Neumark, dem Verfaſſer des
Lie=
des „Wer nur den lieben Gott läßt walten”, in einer Weiſe
genannt, die ſeine verſchlimmbeſſernde Wirkſamkeit als bekannt
vorausſetzt. Eine ſich mehrende Literatur über Ballhorn und
allerlei Ballhornerei, die nur mit dem Geſpött über Doktor
Eiſen=
bart verglichen werden kann, ſorgte dafür, daß der Name des
Lübecker Druckers immer mehr der Lächerlichkeit verfiel und
ſchließlich ſprichwörtlich ward für jedes Verbeſſern, das
eigent=
lich ein Verböſern iſt. Weniger ſeine tatſächlichen, nachweisbaren
Sünden als die luſtigen Sagen über ſeine vergeblichen Streiche
haben dem Uebereifrigen bei der Nachwelt zum Ruhme eines in
ſeiner Beſchränktheit ſeligen Dummkopfes verholfen. Daß er ſich
gerne einen gelehrten Anſtrich gab, indem er bei neuen Auflagen
ſtatt „vermehrt und verbeſſert” auf küchenlateiniſch „auctior et
sorrestior” aufs Titelblatt ſetzte, hat man ihm vergeſſen und
verziehen; daß er ſeinen Drucken gerne grotesk=phantaſtiſche
Buch=
ſtabengrade und =formen lieh, iſt ihm nicht weiter übel vermerkt
worden; auch die Eigenmächtigkeiten, die er in einer Ausgabe
ges lübiſchen Stadtrechts vom Jahre 1586 ſich geleiſtet haben
foll, zählen nicht zu den eigentlichen Ballhornereien.
Ausſchlag=
gebend für den üblen Nachruhm des Druckers war die von
Ge=
ſchlecht zu Geſchlecht ſich fortpflanzende Kunde, er habe ein A=b=e=
Buch „vermehrt und verbeſſert durch Johann Ballhorn”, neu
herausgegeben, deſſen Vermehrung aber in weiter nichts als iu
der Anwendung der Doppelbuchſtaben ff, UI, tt und ſſ und deſſen
Verbeſſerung nur darin beſtanden habe, daß er auf der letzten
Seite ſtatt des bis dahin üblichen geſpornten Hahns einen großen
Kükrükü=Hahn ohne Sporen geſetzt und dieſem Tier einen Kork
mit Eiern untergelegt habe mit der Unterſchrift:
„Steht auf, ihr Kinder, zieht euch an!
Die Klock ſchlägt ſechs, euch weckt der Hahn!“
Dieſe Fibel iſt noch keinem von allen Forſchern über
Ball=
horn zu Geſicht gekommen. Iſt ſie verloren gegangen oder
ge=
hört die Fibel ins Reich der Fabel? Man möchte es faſt glauben,
wenn man im 28. Kapitel von Karl Arnold Kortums berühmter
„Jobſiade” (1784) die ganze Schnurre von Ballhorns
Buch=
ſtabenvermehrung und ſeinem entſpornten Gockelhahn dem
hoch=
weiſen Kandidaten Jobs in ſeiner Eigenſchaft als
Dorfſchul=
meiſter zugeſchoben findet. Da leſen wir:
Gleich bey dem Antritt der Schulregierung
Fand Hieronimus, mit äußerſter Rührung,
Daß das eingeführte Abe=Buch
Nicht für die Kinder ſey faßlich genug.
Deun da bisher die Mägdchen und Kuaben
Gebraucht hatten die Ballhornſchen Ausgaben,
So nahm Hieronimus hier und dar
Darinnen verſchiedene Fehler wahr.
Nachdem er nun bey ſich zu Rate gegangen,
Hat er zu veranſtalten angefangen,
Unter folgendem Titel, davon
Eine nagelneue Edition:
Neues Abe=Buch, verbeſſert
Und mit verſchiedenen Zuſätzen vergrößert,
Von dem Autor Hieronimus
Jobs, Theologiä Kandidatus.
Zu den ſchon längſt bekannten Buchſtaben,
Welche wir im Alphabete haben,
Setzte er noch das fft,
Inngleichen das ſch und ſp.
Die Sporen des Hahns auf der letzten Zeiten
UInd mehr andre ſolche Kleinigkeiten
Ließ er hingegen, weislich und klug,
Aus dem nagelneuen Abe=Buch.
Er fügte aber unterdeſſen nicht minder,
Zur Ergötzung für die lernende Kinder
Ein Neſtlein mit einem großen Ey
Dem ungeſpornten Hahnen bey.
Am die Breaßemroälien.
Fraklionsverhandlungen über die
Regierungs=
umbildung. — Das Zenkrum für Bekeiligung
der Volksparkei.
* Berlin, 24. Jan. (Priv.=Tel.)
Die öffentliche Unterhaltung über den Umbau der
preußi=
ſchen Regierung iſt plötzlich wieder in Fluß gekommen. Warum
und wieſo, das iſt ziemlich ſchwierig feſtzuſtellen, weil niemand
es geweſen ſein will. Feſt ſteht nur, daß die Volkspartei
vor=
läufig nicht im Geheimnis iſt. Ihre Fraktion hat zunächſt
ein=
mal jede Unterhaltung abgelehnt, weil ein offizielles Angebot
noch gar nicht vorliegt und es deshalb keinen Sinn hat, eine
Ausſprache ins Blaue hinein zu führen. Ebenſo feſtſteht, daß
die Demokraten die Alarmglocke geſchlagen haben, daß alſo
inner=
halb der Weimarer Koalition irgendetwas vorgehen muß. Früher
lagen die Dinge ſo, daß die Demokraten den Eintritt der
Volks=
partei wünſchten, weil ſie ſich rein zahlenmäßig gegen Zentrum
und Sozialdemokraten nicht durchſetzen konnten. Die beiden
anderen Regierungsparteien waren zwar rein theoretiſch mit dem
Eintritt einverſtanden, praktiſch aber ſuchten ſie ihn zu ſabotieren,
weil ſie ſich in der angenblicklichen Lage ſo wohl fühlten, die ihnen
geſtattete, in ſämtlichen Aemtern eine Perſonalpolitik zu treiben,
die nur ihren Wünſchen angepaßt war. Da muß ſich etwas
ge=
ändert haben. Es iſt zweifellos richtig, daß der Sozialdemokrat
Heilmann und der Zentrumsführer Heß die Koalitionsfäden nen
angeſponnen und dabei von den Demokraten ſehr erhebliche
Opfer gefordert haben. Die Demokraten ſollen das
Handels=
miniſterium freigeben. Der ihnen naheſtehende Kultusminiſter
Dr. Becker ſoll geopfert werden, und zwei bisher von Demokraten
beſetzte Oberpräſidien werden jetzt frei, die ihnen auch genommen
werden ſollen. Das ſcheint ihnen der Opfer zu viel. Daher haben
ſie durch die Flucht in die Oeffentlichkeit Hilfe geſucht. Intereſſaut
iſt dabei, daß für die beiden anderen Koalitionsparteien
offen=
bar ganz andere Gründe maßgebend waren. Die
Sozialdemo=
kraten haben den Ehrgeiz, das Kultusminiſterium in ihre Hände
zu bringen. Sie wollen alſo die Volkspartei ins Miniſterium
hereinnehmen, wenn ſie das Kultusminiſterium dafür bekommen.
Das Zentrum wieder fürchtet, offenbar unter dem Einfluß des
Parteivorſitzenden Kags, daß im Reich die Sozialdemokraten
Seitenſprünge machen und mit dem Austritt aus der Regierung
drohen könnten. Deshalb ſoll jetzt plötzlich die Volkspartei auch
in Preußen Regierungspartei werden, um dann eine
Arbeitsge=
meinſchaft der bürgerlichen Regierungsparteien im Reich wie in
Preußen ſchließen zu können, die den Sozialdemokraten auch in
Preußen mit dem Hinauswurfe droht, falls ſie etwa im Reiche
die notwendige Steuerpolitik nicht mitmachen wollen. Aus dieſen
ſo verſchiedenartig gelagerten Triebkräften eine richtig geleitete
politiſche Aktion zu machen, iſt nicht ganz einfach, zumal, da der
Miniſterpräſident Braun ſich vorläufig noch ganz im Hintergrund
hält. Falls man etwa der Volkspartei dasſelbe Angebot
wieder=
holt, das ſie im vorigen Jahre abgelehnt hat, iſt der Fall
natür=
lich von vornherein ausſichtslos. Es ſcheint aber, daß man ihr
diesmal etwas weiter entgegenkommen und neben einem
Reſſort=
miniſterium ein Miniſterium ohne Portefeuille, ſowie auch
meh=
rere höhere Verwaltungspoſten anbieten will, ſo daß ſie dann in
der Lage wäre, ihren Einfluß innerhalb des Kabinetts und in
der Verwaltung durchzuſetzen. Ob aber der Fraktion ein ſolches
Angebot genügt, iſt vorläufia zweifelhaft. Es liegt unter dieſen
Umſtänden daher wenig Anlaß zu dem Optimismus vor, der
ſchon um die Mitte der nächſten Woche die neue Regierung vor
dem Landtag ſehen möchte.
Von den heutigen Fraktionsverhandlungen im Preuß.
Land=
tag, in denen man ſich mit der Frage der Regierungserweiterung
beſchäftigte, ſcheint den Verhandlungen der Zentrumsfraktion
di=
größte Bedeutung zuzukommen, Wie wir aus parlamentariſchen
Kreiſen hören, iſt im Zentrum der einhellige Wunſch
geäu=
ßert worden, der preußiſche Miniſterpräſident
Braun möge nunmehr ſelbſt die Verhandlungen
mit dem Ziel des alsbaldigen Eintritts der
Deutſchen Volkspartei in das Preußenkabinett
aufnehmen. Das Zentrum will alſo offenkundig, daß die
bisherige unverbindliche Fühlungnahme den Chrakter offizieller
Beſprechungen erhält. Es liegt nunmehr an dem preußiſchen.
Miniſterpräſidenten, darüber zu entſcheiden, ob er nunmehr dem
Wunſche des Zentrums Folge leiſten wird. Iu
parlamentari=
ſchen Kreiſen wird die Situation ruhig und durchaus nicht
un=
günſtig beurteilt.
Einerlei, ob Kortum die Schnurre vom Hörenſagen gekannt
und durch Uebertragung auf ſeinen Helden erſt recht in Umlauf
gebracht hau oder ob ſein komiſches Epos die Quelle des
Schwan=
kes iſt, an Ballhorn blieb der lächerliche Streich hängen. Als
fingerfertige Bearbeiter, wie der Berliner Plümicke, in den
Zei=
ten des geſetzlich nicht verbotenen Nachdrucks, die Schillerſchen
Jugenddramen verwäſſerten und verhunzten, da konnte man von
Verballhornungen reden, und ein halbes Jahrhundert ſpäter klagte
Heine reſigniert: „So konnte ich mir auch wohl manche
erſchreck=
liche Nachqual der Umarbeitung und Verballhornung meiner
Ar=
tikel gefallen laſſen.” Verballhornen, verballhorniſieren iſt
ſprich=
wörtlich geblieben für jede Art von Verſchlimmbeſſerung. Wie
manches Stück wird auch heute noch, wenn auch nicht mehr durch
den Druck oder die Zenſur, ſo doch durch die Willkür von
Bühnen=
gewaltigen verballhornt! Auch in Schulleſebüchern lebt er noch,
der unverwüſtliche Johann Ballhorn. Wie einſt die alten Klaſſiker
für den Gebrauch des Dauphin von den Erziehungshöflingen
Ludwigs XIV, zurechtgeſtutzt worden ſind, ſo werden auch heute
noch Bücher und Werke großen und kleinen Kindern moral= und
mundgerecht gemacht, Verballhornungen, über die vor etwa
dreißig Jahren der auf „die deutſche Erbſünde, die Schule”
ei=
boſte Literarzigeuner Peter Hille ſchalt;
„Törichte Menſchheit, in usum delphini lieſt du die Erde:
Gerade den herrlichſten Satz nimmt der Magiſter dir weg!“
Guſtav Menſching, Buddhiſtiſche Symbolik. Leopold Klotz Verlag, Gotha.
Religiöſe Symbolik entſteht aus dem Drang, das Unfaßbare zu
ver=
anſchaulichen und im Bild gleichnishaft faßbar zu machen. Zu den
Lehren des Buddha ſteht der künſtleriſche Geſtaltungstrieb, wie der
Lebenstrieb in ſeiner Geſamtheit in Widerſpruch; jedoch ſo wenig wie
gegenüber jeder geiſtigen Lehre und noch weniger hahen ſich die
Men=
ſchen fähig gezeigt, die Idee des Buddha in ihrer Reinheit anzunehmen.
Im Verlauf ſeiner Ausbreitung über die verſchiedenſten Gegenden
Aſiens wurde der Buddhismus, urſprünglich die Anweiſung zu einer
radikalen geiſtigen Haltung ohne Gottesvorſtellung, zur organiſierten
Religion, Buddha zum göttlichen Kultheros und ſeine Lehren zu einer
Reihe kultiſcher Vorſtellungen und Symbole, die ihren Ausdruck nun
guch im Kunſtſchaffen fanden.
Dieſer Umſetzung buddhiſtiſcher Ideen in Kunſtformen geht das
Buch Menſchings nach, indem es die hauptſächlichen Symbole der Lehre.
der Legende, der Kultgegenſtände, der Tempel und Tiere aufzeigt und
erläutert. Der Verfaſſer beſchränkt ſich auf die allgemeinen Formen
und fußt auf den vorliegenden Handbüchern. Sachlich wird alſo kaum
Neues geboten, und für eine vorläufig abſchließende Zuſammenſtellung
iſt das beigebrachte Material zu klein. Mit dieſen beiden
Einſchränkun=
gen iſt die Darſtellung gut und inſtruktio; ſie wird durch 68 photo=
Dr. Natte.
graphiſche Tafeln unterſtützt und ergänzt.
Samstag, den 25. Januar 1930
Nummer 25
Der Hilferuf des deutſchen Oſtens.
Wirkſchaftlicher Riedergang im deutſchen Oſten. — Unaufhallſam fortſchreikender Zerſehungsprozeß. — Die
finanzielle Lage der Selbſtverwalkungen erſchütkerk. — Die Gefahr der flawiſchen
Ueberflukung infolge ſpärlicher Beſiedlang und ſtändiger Abwanderung.
unterſchätzende Gefahrenmomente geſchaffen habe
Aakionaler Notſchrei.
An die geſamte deutſche Oeffentlichkeit richte ſich der Appell, dem
deutſchen Oſten diejenige Beachtung und Hilfe zuteil werden zu
laſſen, die eine Reonganifation der deutſchen Oſtgebiete zum
Eine Denkſchrift von Nok und Gefahr. — Das Schickſal Wohle des geſamten deutſchen Volkes auf die Dauer
gewähr=
leiſten. In umfaſſenden Darlegungen werden dann an Hand
der Oſtmark, das Schickſal des deutſchen Volkes. zahlreicher ſtatiſtiſcher Aufſtellungen und Karten
die Schäden der brukalen Grenzzerreißung,
Berlin, 24. Januar.
Um der immer drückender werdenden Notlage des deutſchen
Oſtens zu ſteuern, haben ſich, wie bereits kurz gemeldet, die
Lan=
deshauptleute der Provinzen Oſtpreußen, Grenzmark Poſen=Weſt= die Verluſte an Land und Leuten, die wirtſchaftliche Notlage und
preußen, Pommern, Brandenburg, Niederſchleſien und Oberſchle= ihre verheerenden Folgen aufgezeigt. Eine hart um ihre Exiſtenz
ſien zu einer gemeinſamen Aktion
zuſammengeſchloſſen. Zu dieſem
Zwecke iſt dem Reichspräſidenten. Die Landeshaupkleute der Oſtprovinzen berichten dem Reichspräſidenken.
dem Reichskanzler den
Innen=
miniſtern von Reich und Preußen.
den Präſidenten des Reichstags
und preußiſchen Landtags und den
parlamentariſchen Vertretern von
Reich und Preußen eine
Denk=
ſchrift übergeben worden, durch
die die Aufmerkſamkeit der
ver=
antwortlichen Stellen ſowie der
geſamten deutſchen Oeffentlichkeit
in letzter Stunde auf die große
wirtſchaftliche
Bedräng=
nis und die ſchwere
natio=
nale Gefahr im Oſten
ge=
lenkt und Mittel zu ihrer
Ab=
hilfe in Vorſchlag gebracht werden.
Im Zuſammenhang mit dem
Empfang der Landeshauptleute
der deutſchen Oſtprovinzen beim
Herrn Reichspräſidenten ſind in
einem Teil der deutſchen Preſſe
Aeußerungen des Herrn
Reichs=
präſidenten mißverſtändlich
wie=
dergegeben worden. Die
Unter=
haltung, die bei dieſem Anlaß
geführt wurde und eine von den
Vertretern der deutſchen
Oſtpro=
vinzen überreichte Denkſchrift
be=
traf, hat ſich
ausſchließ=
lich mit der
wirtſchaft=
lichen Notlage der
deut=
ſchen Oſtprovinzen
be=
ſchäftigt und politiſche
Fragen überhaupt nicht
berührt. Der Herr
Reichs=
präſident hat bei dieſer
Gelegen=
heit zum Ausdruck gebracht, daß
er der Notlage des deut=
Die Landeshauptleute der Provinzen Brandenburg, Niederſchleſien, Oſtpreußen Grenzmark Poſen
ſchen Oſtens und insbeſon=
und Weſtpreußen überreichten dem Reichspräſidenten eine gemeinſame Denkſchrift über die
kul=
dere Oſtpreußens ein
war=
turelle und wirtſchaftliche Notlage des deutſchen Oſtens.
mes Verſtändnis entgegenbringe
und mit allen Kräften verſuchen Unſer Bild zeigt von rechts nach links: Direktor Müller, Landeshauptmann von Thaer,
Landes=
werde, den bedrängten Oſtprovin= direktor von Winterfeldt=Menkin, Landeshauptmann Dr. Caspari, Landeskämmerer Werner vor
zen eine durchgreifende Hilfe
zu=
dem Reichspräſidentenpalais.
teil werden zu laſſen.
Die denkſchrift.
hauptleute in der gegenwärtigen Lage, in der ſich die ihnen an=
kämpfende Landwirtſchaft, ſchwerringende Juduſtrien, eine
Ab=
drängung des Handels von den alten Abſatzgebieten, ſteigende
Die ſoeben der Preſſe übergebene 31 Seiten ſtarke Deukſchrift Arbeitsloſigkeit und hohe Abwanderungsziffern. Das ſind die
entwirft ein eindrucksvolles Bild der Notlage, von der die Oſtpro= Erſcheinungen des wirtſchaftlichen
Nieder=
vinzen in allen ihren Teilen erfaßt ſind. Wenn die Landeshaupt= ganges, die ſich in den Oſtgebieten allgemein bemerkbar machen.
leute, ſo heißt es in der Denkſchrift, als die von ihren Provin= Dieſer unaufhaltſam fortſchreitende
Zerſetzungs=
ziallandtagen gewählten Vertreter der Bevölkerung in der Oſt= prozeß zeigt ſeine unheilvollen Auswirkungen in
mark ſich zu dieſem gemeinſamen Schritt entſchloſſen haben, nach= allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Die
dem von ihnen in zahlreichen Eingaben während der letzten Jahre finanzielle Lage der Selbſtverwaltungen iſt ſo
auf die beſonderen Nöte der einzelnen Provinzen hingewieſen erſchüttert, daß ſie ihren Verpflichtungen namentlich auf
worden iſt, ſo geſchehe dies aus dem Grunde, weil die Landes= ſozialem und kulturellem Gebiet nicht mehr nachkommen können.
vertrauten Provinzen befänden, ein läugeres Schweigen mit ihrer Beſonders eindringlich wird auf die Gefahr der ſlawi=
Amtspflicht und ihrem Gewiſſen nicht mehr verantworten zu ſchen Ueberflutung, der deutſchen Oſtmark
in=
können glauben. Opfervoll habe der deutſche Oſten bisher ſein, folge ihrer ſpärlichen Beſiedlung und der
ſtän=
ſchweres Los getragen. Laſtete auf Deutſchlands Weſten bisher dig anhaltenden Abwanderung hingewieſen. In der
eine ſichtbare Beſatzung, ſo auf dem deutſchen Oſten die deutſchen Oeffentlichkeit müſſe ſich immer mehr die Ueberzeugung
unſichtbare Beſatzung ſchwerſter Wirtſchafts= durchſetzen, daß das Schickſal der Oſtmark auch das
not, die die Bewohner dieſer Landesteile im Ringen für Schickſal der Nation ſei. Die zur Kataſtrophe treibende
das gemeinſame Wohl zermürbt, eine dem Staatsgan= Not der Oſtmark erfordere eine zielbewußte einheitliche
Staats=
zen abträgliche Reſignation und damit nicht zuſpflege, damit altes deutſches Kulturland ſeine geſchichtliche
Heſſiſche Spielgemeinſchaft.
Kleines Haus. — Freitag, den 24. Januar 1930.
Drei Einakker
von Nerking, Rüthlein, Büchner.
Ein heiterer Abend in Darmſtädter Mundart durch zwei
Jahrhunderte!
1800: „Der Kaktusfreund”, ein Luſtſpiel von Dr. H.
Nerking. Das Bild von Spitzweg ſteht ihm Pate und gibt
ihm den Rahmen. Stachelig, wie ſeine Pflanzen, iſt der alte,
verſchrullte Kaktusfreund. Doch es bekommt ihm ſchlecht.
Nach=
dem er ſeine Angehörigen weggeekelt, muß er ſich das
Abend=
eſſen ſelbſt kochen — und verbrennt ſich die Finger. So zieht
er die Krallen ein und gibt dem jungen Liebespaar den Segen.
Das Spiel iſt gefällig; Handlung und Sprache ſind manchmal
gekünſtelt und papieren.
Doch es wurde flott geſpielt: Julius Harres, der
ver=
ſchrullte Privatier, Georg Rodenhäuſer, ſein dickwanſtiger
Freund Wanſt, Elſe Schopp und Hans Harres, das
Lie=
bespaar, Elſe Lauckardt, die tatkräftige Tante.
Kräftiger und friſcher im Darmſtädter Boden ſteht Heinrich
Rüthleins Poſſe „Der gute Rat‟. Ein ſchlagkräftiger,
ſaftiger Humor! Den guten Rat gibt der Kanzliſt Krauthacker:
um ſeinen Freund von der Verlobten loszubinden, macht er ihr
den Hof und läßt ſich von dem Freund überraſchen! Es gibt
köſtliche Szenen von draſtiſcher Komik. Die Heiterkeit ſetzt nicht
aus. Es iſt der wirkungsvollſte Schlager unter den dreien!
Die bewährten Kräfte der Spielgemeinſchaft wirkten mit:
Georg Rodenhäuſer ſehr amüſant als Krauthacker, Elſe
Schopp ein reizender Backfiſch, Elſe Schäfer und Marie
Lamp als zungenfertige Freundinnen, J. Harres und E. L.
Stöſſel. Zeit und Kleidung: 1874.
In die Gegenwart führte „Der erſte Hochzeitstag‟
eine heitere Mundart=Poſſe von Dr. Georg Büchner. Das
junge Paar würde den erſten Jahrestag ſeiner Hochzeit recht
zärtlich feiern, wenn nicht die beiden Schwiegermütter die
Streitaxt in den feſtlichen Kaffee würfen. Doch die verſtändigen
Väter löſchen mit Dürkheimer Feuerberg und Sekt den Brand.
Diesmal waren Elſe Schäfer und Guſtel Spieß die
weiblichen Kampfhähne, während. Marie Lamp ooſſenhaft
kräftig eine dienſtbare Unſchuld vom Lande vorführte. R.
Hinz und F. Arras verkörperten die trinkfrohen Väter, Lolo
Schieferdecker und H. Harres das geſtörte
Hochzeits=
paar.
Ein ſolcher Abend der Spielgemeinſchaft bereitet ſtarke,
un=
gemiſchte Freude. Er war von Eugen Göbel außerordentlich
liebevoll und geſchmackſicher vorbereitet. Die hübſchen
Dekora=
tionen waren von Elli Büttner gezeichnet. Der Abend
be=
deutet für die Spielgemeinſchaft einen neuen, ſchönen Erfolg,
den lebhafter Beifall begleitete.
Muſeen.
Von Georg Haupt.
Unſere Muſeen aller Art ſtehen in einer Kriſis. Ueberall
macht man ihnen die Rechnung, ob ihr Beſuch im Verhältnis
ſteht zu ihren Koſten. Man kann in Berlin wertvolle und
be=
rühmte Sammlungen beſuchen, ohne einen Menſchen zu treffen.
In anderen Großſtädten und Verkehrszentren iſt es nicht anders.
Sobald man davon ausgeht, daß unſere Muſeen da ſind, um
einem Bedürfnis großer Maſſen zu genügen, ſind ſie verfehlt. Ein
ſolches Bedürfnis iſt nicht vorhanden, am wenigſten heute. Soll
dieſer Geſichtspunkt entſcheidend ſein, ſo werden viele Muſeen,
auch ſolche mit wertvollem Beſtand, ſich nicht behaupten.
Aber iſt die Zahl der Beſucher wirklich ſo beſtimmend? Wir
dürfen uns gerade heute an den Urſprung unſerer öffentlichen
Muſeen erinnern. Sie ſind aus privaten Sammlungen
her=
vorgegangen. Der Name bezeichnet eine Stätte geiſtiger
Samm=
lung, fern vom Getriebe des Tages. Fauſt nennt ſein
Studier=
zimmer ein Muſeum. In Göttingen trägt der Leſeſaal einer
literariſchen Geſellſchaft wohl noch heute dieſen Namen. Die
Aufklärung brachte den Gedanken, daß geiſtige Schätze Gemeingut
ſind. Deutſche Fürſten gaben ihre Bibliotheken und
Sammlun=
gen der öffentlichen Benutzung frei. Klöſter und Kirchen folgten
in beſchränktem Umfang. Aber der Gedanke an Maſſenwirkung
lag doch noch ſehr fern. Hier in Darmſtadt wurde von der
Landesbibliothek die große Menge wertvoller und ſeltener Drucke
erworben, als für die Benutzung nur ein recht
beſchränk=
ter Kreis von Leſern in Betracht kam. Auch der Ruhm des
Landesmuſeums als einer Pflegeſtätte erleſener Kultur
wurde begründet, als die Zahl der Beſucher ſehr gering war. Es
iſt aber ſchwer zu ſagen, ob die Wirkung, die damals von dieſen
beiden Zweiganſtalten des ehemaligen landgräflichen Muſeums
ausging, nicht ebenſo tiefgreifend geweſen iſt, wie heute im
Ver=
kehr mit größeren Maſſen.
Die heutige Entwicklung enthält zwei Gefahren. Sie kann dahin
führen, daß den Muſeen der Etat entzogen wird oder daß ſie
ganz eingehen. Sie kann aber auch bewirken, daß die Mufee
ſich ſelbſt immer mehr auf den Tageserfolg einſtellen und ihr
Seite 3
Aufgabe im Dienſte Deutſchland und Europas weiter zu erfüllen
in der Lage ſei. Die Denkſchrift ſchließt mit folgenden
14 Forderungen,
die als Inhalt und Ziel dieſer Staatspflege bezeichnet werden.
1. Erſchließung des Oſtens durch Schaffung neuer Kunſtſtraßen
und Verbindungswege ſowie durch Erweiterung des
Eiſenbahn=
netzes, 2. Ausbau der öſtlichen Waſſerſtraßen im gleichen Schritt
und für den gleichen Verkehr wie im Weſten, 3. Beſeitigung der
Wirtſchaftsferne der Oſtprovinzen durch ſtärkſte Verkürzung der
Frachtbaſis für den Oſten, 4. Maßnahmen zur Wiederherſtellung
der Rentabilität der Landwirtſchaft, 5. Höhere Zuweiſung von
Mitteln für Wirtſchaftsverbeſſerungen, insbeſondere
Melioratio=
nen, 6. Förderung der Bauern= und Landarbeiterſiedlung,
7. Maßnahmen zur Erhaltung und Stützung der oſtdeutſchen
In=
duſtrie, des Handels und des Handwerks, 8. Zuſammenfaſſung
und weſentlich verſtärkte Hinleitung der Reichs= und
Staatsauf=
träge ſowie der Reichsbahn= und Reichspoſtaufträge in die
Oſt=
provinzen, 9. ſtarke Kulturpolitik von Reich und Staat, 10.
erheb=
lich weitergehende Berückſichtigung aller Kommunen der
Oſtpro=
vinzen im Finanzausgleich, 11. Sonderdotation für die öſtlichen
Provinzialverwaltungen, 12. ſtärkere Berückſichtigung der
Oſtpro=
vinzen bei der Verteilung der Kraftfahrzeugſteuer, 13. mehr
Zu=
teilung von Hauszinsſteuermitteln, 14. gerechte Verteilung der
Schullaſten. Den Abſchluß bilden ſtatiſtiſche Angaben und
Kar=
ten, die eine wertvolle Unterſtreichung der in der Denkſchrift
auf=
geſtellten Angaben und Forderungen darſtellen.
Kommuniſtiſche Vorbereikungen
für den Bürgerkrieg.
Moskauer Agenken in Deutſchland. — Lebhaffe
Propaganda in Großſkädken und Induſtriebezirken.
Das Demonſtrationsverbot in Preußen hat nicht viel
ge=
nützt. Blutige Zuſammenſtöße zwiſchen Kommuniſten und
Nationalſozialiſten und mit der Polizei, Ueberfälle auf
Anders=
denkende ſind nach wie vor an der Tagesordnung. Die
kom=
muniſtiſchen Agitatoren entfalten im ganzen Lande
eine intenſive Propagandatätigkeit und ſuchen namentlich die
Großſtädte und Induſtriebezirke heim, wo
kommu=
niſtiſche Verſammlungen ſich aneinanderreihen. In der Arbeit
der Kommuniſten liegt, das läßt ſich nicht mehr beſtreiten,
Syſtem. Es wird immer deutlichen, daß ſie auf
gewalt=
ſame Auseinanderſetzungen mit den
Sicher=
heitsorganen des Staates hinarbeiten. An
die Stelle des Roten Frontkämpferbundes
ſind ſogenannte Antifasciſtiſche Garden getreten,
die ebenfalls militäriſch einexerziert werden und im Falle von
Unruhen als Stoßtruppen dienen ſollen. Die Beſchlagnahme
von Waffen in kommuniſtiſchen Verſammlungen hat übrigens
gezeigt, daß die K. P. D. für eine ſehr gute Bewaffnung ihrer
Mitglieder geſorgt hat, auf die ſie ſich bei ihren ins Auge
ge=
faßten Aktionen verlaſſen kann. Wie die Revolten aufgezogen
ſverden ſollen, ſteht noch nicht genau feſt. Es läßt ſich aber
be=
reits erkennen, daß man vorher an ernſte blutige
Zuſammen=
ſtöße mit der Polizei denkt. Hierfür werden auch verſchiedene
Termine genannt, der 1. Februar und dann der 1. Mai. Wir
haben bereits geſagt, daß im Falle eines Verbotes der
kommu=
niſtiſchen Preſſe oder der Partei für den illegalen Kampf
um=
fangreiche Vorarbeiten getroffen ſind. Bemerkenswert iſt
außerdem, daß die Sowjets wieder allerlei Vertrauensleute
nach Deutſchland geſchickt haben. Aus dieſem Grunde iſt in
der letzten Zeit ein großer Zuſtrom von Rußlandreiſenden
feſt=
zuſtellen. Auch Max Hölz iſt wieder zurückgekehrt.
Er wird wohl mit der Aufgabe betraut ſein, die revolutionäre
Erhebung vorzubereiten.
Kommuniſtiſche Wühlereien in der Reichswehr.
Die Kommuniſten haben ſich im Rahmen ihrer geplanten
Bürgerkriege auch wieder ſtärker in die Propaganda unter
der Reichswehr geſtürzt. In letzter Zeit gerade
beobach=
tete man eine auffallend große Anzahl von Agitatoren in
den Garniſonsſtädten, die den Verſuch machten,
Flug=
zettel unter den Mannſchaften zu verteilen. Sie haben
mit ihrer Propaganda, die im weſentlichen auf die Bildung
von Soldatenräten und Abſetzung der
Vorgeſetz=
ten hinausläuft, kein Glück gehabt. Soweit die Soldaten
ver=
mochten, wurden die Zettelverteiler verhaftet und die
Vorgeſetz=
ten wurden von ſolchen Verſuchen regelmäßig in Kenntnis geſetzt.
Die verhafteten Agitatoren haben nun ein Verfahren wegen
Aufforderung zum Ungehorſam zu erwarten.
eigentliche Aufgabe vergeſſen. Beide Gefahren ſind ſchon heute
aktuell, und m. E. iſt die an zweiter Stelle genannte weitaus die
größte. Ein Muſeum, das ernſthafte Arbeit leiſten will, iſt heute
in vielen Fällen darauf angewieſen, gegen den
Strom zu ſchwimmen. Die Werte, die es zu bieten hat,
ſind nicht überall willkommen. Weder die wiſſenſchaftliche
Ge=
nauigkeit eines naturwiſſenſchaftlichen Muſeums noch die tiefe
Wirkung einer guten künſtleriſchen Sammlung ſind auf die Maſſe
berechnet. Menſchen mit offenem Sinn für das, was geboten
wird, gibt es in allen Kreiſen. Aber ſie ſind eine Minderheit.
Breitere Wirkungen ſind in vielen Fällen nur durch Anpaſſung an
die Maſſe zu erreichen. Wege dafür laſſen ſich finden, aber ſie
führen nur ſcheinbar zum Erfolg. Die Beſucherzahl ſteigt, aber
der geiſtige Gehalt der Muſeen zerrinnt.
Die Schwierigkeit der Muſeen iſt ja nur ein allgemeines
Schickſal unſerer Kultur. Alle Bildungsanſtalten werden
ent=
nervt und ausgehöhlt durch den Kampf mit der Zahl. Paſſen
ſie ſich der Maſſe an, geſchieht es auf Koſten des Gehalts. Tun ſie
es nicht, ſo fehlt der äußere Erfolg. Aber die Mufeen ſtehen
auf vorgeſchobenem Poſten. Ihr Verhalten kann für
künftige Entſcheidungen von Bedeutung ſein.
Wer über dieſe Dinge ehrlich ſpricht, ſteht in Gefahr, daß
man ihn mißverſteht. Die Bedeutung der Beſtrebungen, die auf
Verbreiterung der Baſis wiſſenſchaftlicher und künſtleriſcher
Kul=
tur gerichtet ſind, wird nicht beſtritten. Nur um die eine Gefahr
handelt es ſich, die mit ihnen verbunden iſt: Mit der
Ausbrei=
tung dieſer volkstümlichen Bewegung hat ſich ungewollt auch eine
Umwertung geiſtiger Güter vollzogen. Gewiß oft mit Recht. Es
ſind manche Geſichtspunkte hervorgetreten, die früher unbeachtet
blieben. Aber zugleich hat die Statiſtik eine ungeahnte
Be=
deutung gewonnen. Geiſtige Zuſammenhänge laſſen ſich nun aber
einmal zahlenmäßig nicht erſchöpfen. Bei ſolchen Verſuchen wird
das Wichtigſte immer unter den Tiſch fallen.
Wir können aus der Vergangenheit lernen, daß ein inhaltlich
gediegenes Muſeum von Bedeutung iſt, auch wenn ſeine
Wir=
kung nicht durch Zahlenerfolge belegt wird. Guter Kulturboden
behält ja auch in Jahren des Mißwachſes ſeinen Wert. Gerade
in der ärmſten Zeit, vor und nach den Freiheitskriegen, hat
Heſſen Bibliothek und Landesmuſeum aufgebaut, ohne den
Ge=
danken an äußeren Erfolg, aber im Vertrauen auf das
ſtille Wachstum unſichtbarer Kräfte. Und von den
Früchten dieſer Denkweiſe zehren wir noch heute. Im Wettkampf
mit Kino, Radio und Sport wird ein Muſeum immer verlieren,
innerlich am meiſten. Aber es kann ſich beſcheiden und kann
ver=
ſuchen, denen (t:=as zu bieten, die für ſeine Arbeit Sinn haben.
ſind dann gerade die, auf welche
es 1e
zufgiumt
Seite 4
Samstag, den 25. Januar 1930
Nummer 25
Ihre Vermählung geben bekannt
Willi Langjahr und Frau
Gretel, geb. Wagner
Darmſtadt, Inſelſtraße 19
Kirchl. Trauung: Sonntag, 26. Jan., 2½ Uhr, Stadikapelle
Jakob Veith
Anna Veith
geb. Brquer
Vermählte
Trauung: Sonntag, den 26. Januar, 2 Uhr, Schloßlirche.
Heute entſchlief ſanft nach langem, ſchweren Leiden mein
innigſtgeliebter Mann, mein guter, treuer Vater, unſer
lieber Bruder
Ruuolf Sander
im 71. Lebensjahr.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Richchen Hander
Ernſt Sander.
Darmſiadt, den 23. Januar 1930.
Georgenſiraße 12.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. Januar 1930. vormittags
11 Uhr, vom Portal des iſrgel. Friedhofs aus ſiatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Verſtorbenen.
Radio
4 Röhr., Low=Los,
la Fernempfänger,
bill. zu verkaufen. (*
Grafenſtr. 26, I. r.
Nach langem, ſchweren Leiden verſchied am 21. Januar im
Alter von 71 Jahren mein lieber Mann, unſer lieber Vater
Reichsbahn=Vorſchloſſer i. R.
im Eliſabethenſtift. Auſ Wunſch unſeres lieben Verſtorbenen
fand die Beerdigung in aller Stille auf dem alten Friedhof ſtatt.
Es iſt uns ein Bedürfnis, den Heiren Dr. Holzmann und
Dr. Sattler für ihren ärztlichen Beiſtand, Herrn Pfarrer
Waldeck vom Eliſabethenſtift für ſeinen ſo wohltuenden Troſt
am Krankenbeit, und den lieben Schweſtern des Stifts für
ihre liebevolle Pflege nochmals herzlich zu danken. Ferner ſagen
wir unſeren innigſten Dank Herrn Pfarrer Köhler, für ſeine
troſtreichen Worte am Grabe des lieben Entſchlaſenen.
Herz=
lichen Dank auch für alle Blumen= und Kranzſpenden.
In tiefer Trauer:
Eliſe Haas und Robert Müller.
Darmſtadt, den 24. Januar 1930.
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Georg Hofmann
Miniſterialamtsobergehilfe i. R.
ſowie für die vielen Kranz= und Blumenſpenden
ſagen wir innigen Dank. Beſonderen Dank Herrn
Pfarrer Rückert für ſeine tröſtenden Worte am Grabe,
Herrn Dr. Hein, ſowie den Brüdern des Herz=Jeſu=
Hoſpitals ſür ihre liebevolle Pflege, ferner der
Turn=
gemeinde Beſſungen, ſeinen Schulkameraden, ſeinen
früheren Kollegen für die dargebrachten Choräle und
allen denen, die dem Verſtorbenen die letzte Ehre
erwieſen haben.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Mehrere faſt neue
Todes=Anzeige.
Der Herr über Leben und Tod hat es beſchloſſen, meine
innigtigeliebte Frau, die treuſorgende Mutter meines
Kindes, unſere herzensgute Tochter, Schweſier, Schwägerin
und Tante
Frau
Hiever geuadt
geb. Els
nach kurzem ſchweren Teiden, wohlverſehen mit den hl.
Sterbeſakrainenten, im Alter von 26 Jahren zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.
Friedrich Jouaux und Kind
Maria Hildegard
Familie Richard Els
Familie Konrad Zouaux.
Gau=Algesheim, Mainz, Bad Homburg, Erfurt,
den 21. Januar 1930.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. Januar, 1 Uhr, vom
Trauerhauſe in Gau=Algesheim a. Rh., Ingelheimerſtraße aus ſtatt.
Feierliches Seelenamt: Montag, den 27. Januar 1930, vormittags
dar. 2 erſte Marken,
billigſt. (B1665
Neue Pianos;
För=
ſter, Müller,
Schied=
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die Glaspaſſage.
Anna Bauer,
Dentiſtin.
Joſef Bauer,
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ſchäftsſt. erb. (16
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ſchrank in gut. Zuſt.
zu kauf. geſ.
Preis=
ang. u. O. 20 Gſch.
6½ Uhr.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen, ſowie
für die zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden ſagen
wir hiermit herzlichen Dank. Ganz beſonders danfen
wir Herrn Pfarrer Weiß für die troſtreiche
Grab=
rede, ſowie der Freiwilligen Feuerwehr, der Tapezierer=
Innung und ſeinen Schulkameraden für die ehrende
Teilnahme und Kranzniederlegungen und herzlichen
Dank Allen, welche ihm die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Kath. Weinmann Wwe.
geb. Trumpfheller
Darmſtadt, den 24. Januar 1930.
Beſſungerſtraße 15
Goldenes Armband
mit blauem Saphir
Donn. Abd. v.
Ro=
quetteweg bis vo
od. im Theater ver=
Wormſer Oſen
loren. Abzug. geg.
ſehr bill. zu verkauf. gute Bel. b. Brink,
Speſſartring11, pt. * Roquetteweg 8. (*
Dankſagung.
Für die pielen wohltuenden
Be=
weiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Heimgange unſerer lieben
Mutter ſagen wir hiermit
unſe=
ren innigten Dank.
Für die trauernden Sinterbliebenen:
Jakob Müller
Mühlenbeſitzer.
Ober=Ramſiadt, den 24. Jan. 1930.
Wie ich einen
Millionär
beiratete
ohne eine Mifgift zu haben. Der
auf=
regendſie Augenblick meines Lebens
FI
„Ein Arzt ſagte mir eines Tages, daß
es nicht das Alter iſt, ſondern die
Unter=
ernährung der Haut, die tatſächlich einen
welken Teint, Falten eingeſchrumpfte
Hautgewebe und ſchlaffe, hervortretende
Geſichtsmuskeln verurſacht. Auf ſeinen
Rat begann ich ſogleich die nunmehrige
roſafarbige Creme Tokalon Hautnahrung
zu benützen, die unter einer Garantie
von 100 000 Francs jene äußerſt
nahr=
haften und beſonders bereiteten
Nähr=
ſtoffe enthält, welche laut Ausſage von
Spezialiſten Ihre Haut verlangt, um
ſich rein, friſch, geſchmeidig und frei von
Falten zu erhalten. Jener Millionär,
den ich armes, mitgiftloſes Mädchen
ſpäter heiratete, fühlte ſich durch meinen
ſchönen Teint angezogen, und mein Gatte
erklärt, daß er mich ohne meine
wunder=
volle Haut das zweitemal kaum unter ſo
vielen hübſchen Frauen bemerkt hätte.
Ich gebrauche noch immer täglich die
verühmte Pariſer Creme Tokalon
Haut=
nahrung, und obwohl ich bereits
Fami=
lie habe, ſehe ich, wie meine
Freundin=
nen ſagen, nicht älter als 23 Jahre aus.”
Anmerkung des Verfaſſers: Die in
Frage ſtehende Dame wünſcht, wegen
ihrer hohen Stellung in der internatio=
ſer Geſchichte wird jedoch durch den
Ver=
faſſer bezeugt. Die Spezialiſten empfeh.
len den Gebrauch der roſafarbigen Creme
Tokalon Hautnahrung vor dem
Schlafen=
gehen und jenen der weißen, nicht
fet=
tenden Creme Tokalon Hautnahrung am
Morgen. Die Herſteller garantieren
er=
folgreiche Reſultate in jedem Falle oder
Ihr. Geld wird Ihnen rückerſtattet,
hältlich in einſchlägigen Geſchäften.
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Nummer 25
Samstag, den 25. Januar 1930
Seite 5
Weltmeiſterſchaften der Studenten
1. bis 10. Auguſi 1930.
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 25. Januar.
Erſier wiſſenſchafllicher Kongreß für Segelflug.
7.—10. März 1930 in Darmſtadt.
Als erſte größere Tagung internationaler Prägung aus Anlaß des
600jährigen Stadtjubiläums findet in Darmſtadt der 1.
Wiſſen=
ſchaftliche Kongreß für Segelflug vom 7. bis 10. März
d. Js. ſtatt.
Aitläßlich des 10. Rhön=Segelflug=Wettbewverbs iſt der Gedanke
auf=
getreten, die Segelflugintereſſeuten im Frühjahr zu einer
wiſſeuſchaft=
lichen Tagung zuſammenzurufen. Der Gedanke hat allſeits freudigen
Widerhall gefunden. Der 1. Segelflugkongreß wird nunmehr in
Darm=
ſtadt, dem Sitz des Forſchungsinſtituts der Nhön=Roſitken=Geſellſchaft,
ſtattfinden. Auf dieſer Tagung ſollen die aktuellen wiſſenſchaftlicheu
Probleme des Seſlflugs von namhaften Sachverſtändigen beſprochen
und aus den Vorträgen neue Anregung gewonnen werden.
Insbe=
ſondere werden hierbei auch die Beziehungen zwiſchen dem Segelflug
und dem Motorflug in ihren zahlreichen Wechſelwirkungen zur Sprache
kommen. Weiterhin werden die praktiſchen Fragen des Segelflugs und
der Segelflugſchulung behandelt werden. Eine Reihe in der Luftfahrt
bekannter Perſönlichkeiten hat ſich bereits zur Uebernahme von
Vor=
trägen bereit gefunden. Es iſt zu erwarten, daß auch aus dem
Aus=
lande, woſelbſt der Segelflug ſich mehr und mehr einbürgert, Vertreter
zu dem Kongreß kommen werden.
In dieſem Zuſammenhange wird es intereſſieren, daß Herr Prof.
Georgii, Direktor des Forſchungsinſtituts der Rhön=
Roſittengeſell=
ſchaft, eine Einladung von der Königl engliſchen geronautiſchen
Ge=
ſellſchaft und von der Königl. engliſchen meteorologiſchen Geſellſchaft
erhalten hat. Profeſſor Georgii wird Ende Februar in England
Vor=
träge aus ſeinem Fachgebiet halten.
— Ernaunt wurde am 21. Januar der außerordentliche Profeſſor
Dr. Wilhelm Nudolph aus Tübingen zum ordentlichen Profeſſor
für altteſtamentliche Wiſſenſchaft au der theologiſchen Fakultät der
Landesuniverſität Gießen, mit Wirkung vom 1. April 1930 an.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: am 18. Januar der
Krimi=
nalſekretär Philipp Noßmann zu Viernheim auf ſein Nachſuchen
mit Wirkung vom 1. Februar 1930 au: am 21. Januar: der Rektor
an der Volksſchule zu Worms Philipp Schadt und der Lehrer an der
Volksſchule zu Weſthofen (Kreis Worms) Philipp Mahlerwein auf
ihr Nachſuchen vom 1. Februar 1930 an. — Am 17. Januar 1930 wurde
der Obervermeſſungsſekretär bei dem Vermeſſungsamt Groß=Gerau
Hugo Hermann Müller zu Bretzenheim auf ſein Nachſuchen vom
1. Februar 1930 an bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit in den
Nuheſtand verſetzt.
— Uebertragen wurde durch die Kirchenregierung dem Pfarrer
Guſtav Sattler zu Alsheim die dritte evangeliſche Pfarrſtelle an
der Johanniskirche zu Mainz (Dekanat Mainz).
Kunſthalle am Rheintor. Die Jubiläumsausſtellung für Prof.
Adolf Beher erfreute ſich auch am vergangenen Sonntag und in der
abgelaufenen Wochke eines beſonders guten Beſuchs. Der Beifall, den
die Geſamtſchau, die das Lebenswerk des Jubilars bringt, hier findet,
iſt ein erfreulicher Beweis für die große Anerkennung, die der Künſtler
in den Reihen der Kunſtfreunde genießt. Der Kunſtverein hat die
Aubeiten: „Am Lago di Santa Maſſenza”, Aquarell, „Brücke zu Schloß
Scheibenhardt” Kreidezeichnung, „Am warmen Ofen”, Federzeichnung,
„Waldrand”, Studie aus Schönberg, Kohlezeichnung, und „
Mädchen=
kopf”, Rötelzeichnung, für die Weihnachtsverloſung erworben und hofft
beſtimmt, damit den Gewinnern eine Freude zu bereiten. Die
Aus=
ſtellung iſt geöffnet Werktags von 11—16 Uhr und Sonntags von 10.30
bis 13.30 Uhr.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute Samstag gelangt
„Der Noſenkavalier”, Oper von Richard Strauß, zum erſten
MMale in dieſer Spielzeit unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl
Böhm um 19 Uhr im Großen Haus zur Aufführung. In den Haupt=
Tollen: Varena, Landwehr. Herrmann, Biſchof, Stoſch, Harre, Liebel,
Bogt und Stadelmaier. (Miete B.)
„Lady Fanny und die Dienſtbotenfrage”, eine ganz
gut mögliche Geſchichte von Jerome K. Jerome, wird heute Samstag
urm 20 Uhr im Kleinen Haus in der erfolgreichen Inſzenierung Renato
Mordos unter Mitwirkung der Tanzgruppe wiederholt. Lady Fannh:
Beſſie Hoffart. In den übrigen Hauptrollen: Jürgas, Hinz, Gothe,
Wigandt, Maletzki, Keßler, Flemming, Conradi, Mosbacher, Schindler.
(Darmſtädter Voltsbühne Gemeinde N. Gruppe 1—4.)
„Florian Geyer” von Gerhart Hauptmann wird morgen
Sonntag im Großen Haus um 14.30 Uhr als
Nachmittagsvor=
ſtellung (Heſſenlandmiete I und Darmſtädter Volksbühne,
Gemein=
den L und U, Gruppe 1—4), ſowie um 19 Uhr als
Abendvorſtel=
lung (Miete B) in Szene gehen. Als Florian Geher gaſtiert in
bei=
den Aufführungen Fritz Valk vom Düſſeldorfer Schauſpielhaus
„Fra Diavolo” komiſche Oper von Auber, wird uorgen
Sonn=
lag um 20 Uhr im Kleinen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Carl
Bamberger mit der erfolgreichen Premierenbeſetzung (Grahl, Harre,
Bunſel, Liebel, Gerlach, Vogt, Neh, Overlack) wiederholt. (
Zuſatz=
miete I.)
Die nächſte Wiederholung der mit ſtärkſtem Beifall aufgenommenen
Puccini=Oper Die Boheme”, findet Mittwoch, den 29. Januar,
unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler im Großen Haus
ſtatt.
Enſemble=Gaſtſpiel Lil Dagover. Uebermorgen, am
Montag, findet um 2 Uhr im Kleinen Haus außer Miete das mit
Spannung erwartete einmalige Gaſtſpiel, der berühmten deutſchen
Filmſchauſpielerin Lil Dagover als „Wera Mirzewa” ſtatt. Wie
der rege Vorverkauf beweiſt, bringt auch das Darmſtädter Publikum
dem Auftreten Lil Dagovers auf der Sprechbühne ein
außergewöhn=
liches Intereſſe entgegen. Die begeiſterten Berichte über den bisherigen
ſenſationellen Verlauf der Gaſttournee Lil Dagovers ſtellen ein
künſt=
leriſches Ereignis allererſten Ranges in Ausſicht.
— Kulturfilmbühne Kleines Haus: „Die neuen Herren”, ein
Filmluſtſpiel des bekannten Regiſſeurs Jacques Feyder, gelangt am
Dienstag, den 28. Januar, bis einſchließlich Donnerstag, den 30. Jan.,
jeweils um 16 und 20 Uhr, im Kleinen Haus des Landestheaters zur
Vorführung.
— Strandfeſt bei Nacht! Tja, nun wäre der große Tag
herange=
kommen. Heute abend verſammelt ſich die Geſellſchaft Darmſtadts in
den Räumen des Saalbaues, um das Stiftungsfeſt des Schwimmklubs
„Jung=Deutſchland” würdig zu begehen. Meine Damen und Herren,
ein Wort beiſeite, wußten Sie ſchon, daß Konzertmeiſter Drumm eine
Jazzband eigens für dies Feſt zuſammengeſtellt hat? Die oberen Räume
des Saalbaues ſind in eine Sektdiele verwandelt, und hier ſpielt die
Drumm=ſazz für die Creme der Geſellſchaft. Hier werden auch weiter
in zwangloſer Folge künſtleriſche Darbietungen gebracht, was und wie,
das mögen Sie heute abend ſelbſt ſehen und begutachten. Und jetzt
nur noch eine kleine Indiskretion: Sie ſollen ſich doch heute abend
überraſchen laſſen: Die Rutſchbahn im roten Saal als Hauptattraktion
aller großen Kinder, die ſich gern austoben wollen. Aber auch ſchnöde,
geſvpinnfüchtige Seelen kommen auf ihre Rechuung. Die Tombola iſt
diesmal derartig reich mit wertvollſten Gewinnen beſchickt, daß hier der
Sammelpunkt aller Materialiſten ſein wird. Doch es geht nicht au,
alles vorwveg zu nehmen. Meine Dauen und Herreu heute abend
ſehen wir uns im Saalbau wieder. Sorgen Sie ſich für Ihre
Ein=
trittskarten, die Sie gegen Vorzeigen Ihrer Einladung bei L. B.
Mül=
ler (Schulſtraße 14) und Sporthaus Adelmann (Rheinſtraße 12½)
er=
halten. Die Studiker wenden ſich, wie bekannt, an das Vergünſtigungs=
In einer Beſprechung, die zum erſten Male den lokalen
Preſſeaus=
ſchuß zuſammenführte, gab Herr Fiſcher, der die ehrenamtliche
Geſchäftsführung für die große Veranſtaltung übernommen hat, ein
kurzes Referat über dieſes Ereignis. Er betonte, daß ſportliche
Wett=
kämpfe in dieſem Ausmaß bisher überhaupt noch nicht in Deutſchland
ſtattfanden. Deutſchland hatte Gelegenheit, die großen olhmpiſchen
Wett=
ſpiele im Jahr 1916 durchzuführen, doch es wurde dies damals durch
den Krieg unmöglich gemacht. Es beſteht in abſehbarer Zeit keine
Aus=
ſicht, daß Deutſchland als Austragungsland für dieſe olympiſchen Spiele
in Betracht kommt. Die Weltmeiſterſchaften der Studenten ſind ein
Er=
eignis von ungefähr gleich großer Bedeutung. Dies unter der
Berück=
ſichtigung deſſen, daß ſich ein Großteil der Welthöchſtleiſtungen in
Hän=
den von Studenten befindet. Heute ſchon kann geſagt werden, daß von
den 32 Mitgliednationen der Confédération Internationale des
Etu=
diguts zumindeſt 20 Nationen an den Start gehen. Wenn es tatſächlich
zu einem leichtathletiſchen und ſchwimmeriſchen Zweikampf zwiſchen
Ja=
pan und Amerika kommen ſollte, in dem beſonders in der Leichtathletik
Deutſchland ein gelvichtiges Wort mitredet, ſo würde die ſportliche
Tragweite der Darmſtädter Veranſtaltung von einer ganz
außerordent=
lichen Bedeutung ſein. Leiſtungen wie ſie die japaniſchen Studenten
in der Leichtathletik und im Schwimmen und wie ſie die Amerikaner
in der Leichtathletik aufweiſen, dürften kaum von einem anderen Land
erreicht wverden. Es iſt kein Geheimnis, daß ſich die ſtudentiſchen
Sport=
verbände der einzelnen Länder bereits jetzt ſchon ſehr eifrig mit der
Frage der Entſendung einer möglichſt ſtarken Mannſchaft nach
Darm=
ſtadt beſchäftigen. 3. B. Frankreich, die Schweiz, Ungarn und ganz
be=
ſonders Italien, das ſich von der Beſchickung wirklich bedeutender
Sport=
feſte eine ſehr große Propaganda=Wirkung verſpricht. So ſind eigentlich
alle Figuren geſtellt, um das Spiel in Darmſtadt in vollem Umfange
zu gewvinnen.
Es iſt klar, daß in Darmſtadt, welches vom Hauch der großen
in=
ternationalen Welt weniger berührt wird, eine ganze Reihe von
Auf=
gaben herantreten, die es nicht ohne weiteres löſen kann. Jedoch wird
hier guter Wille und vor allen Dingen die Bereitwilligkeit für dieſe
Sache auch Opfer zu bringen, die Wege ebnen.
Die großen Schwierigkeiten werden ſich bei der Unterbringung der
einzelnen Nationen ergeben, da dieſelben, jede für ſich, geſchloſſen in
einem Hotel untergebracht werden muß. Dieſes ſchon aus dem Grunde,
Ueber 16 000 Beſucher
haben die Veranſtaltungen des G.D.A. im Laufe des Jahres 1929
be=
ſucht, wie der Vorſitzende in der Jahreshauptverſammlung des
Gewerk=
ſchaftsbundes der Angeſtellten berichtete. Dies iſt wohl der beſte
Be=
weis, daß die Arbeit der Ortsgruppe Darmſtadt in allen Kreiſen
an=
erkannt wird. Dann wies der Berichterſtatter weiter darauf hin, daß
alle Gebiete, die für den Angeſtellten von Intereſſe ſind, beachtet
wur=
den. Daß der Berufsausbildung die größte Aufmerkſamkeit geſchenkt
wurde, ſei ſelbſtverſtändlich. Daneben fanden aber auch Veranſtaltungen
ſtatt, die der Allgemeinheit dienten.
Der Geſchäftsführer berichtete dann eingehend über die
ſozialpoli=
tiſche Arbeit. Als wichtigſte Arbeit wurde bei Beginn des Jahres die
Schaffung des Lehrlingtarifvertrages betrachtet. Sehr ſchwierig waren
die Verhandlungen über die Erhöhung des Tarifvertrages für die
An=
geſtellten. Durch gerichtliche und außergerichtliche Verhandlungen
wur=
den für die Angeſtellten insgeſamt 13 955 Mk. erſtritten und über 2200
Rechtsauskünfte erteilt. Ebenſo wurde ein lebhafter Kampf für den
5=Uhr=Ladenſchluß am Heiligenabend geführt uſw. Bei allen dieſen
Ver=
handlungen war der G.D.A. führend gebeſen. Auch im kommenden
Jahr wolle en durch ſeine Arbeit beweiſen, daß er die Intereſſen der
Angeſtellten vertritt.
Nachdem noch der Kaſſierer und die verſchiedenen Gruppenführer
berichtet hatten, ſetzte eine ſehr lebhafte Ausſprache ein, die zeigte, welch
großes Jntereſſe die Mitglieder beſitzen. Die Ausſprache endete mit
herzlichen Dankesworten für den Vorſtand und bewies, daß zwiſchen dem
Vorſtand und der Mitgliedſchaft das größte Vertrauen beſteht.
Ein=
ſtimmig wurde Entlaſtung erteilt. Dann erfolgte die Neuwahl des
Vorſtandes. Mit lebhaftem Beifall wurde der bisherige Vorſitzende A.
Jayme wiedergewählt. Die Wahl der anderen Vorſtandsmitglieder
er=
gab einige Verſchiebungen, da zum bisherigen Vorſtand noch einige
jüngere Mitglieder hinzugewählt wurden, was als wertvolle Ergänzung
bezeichnet wurde.
Trotz der Ueberfüllung des G.DA.=Heimes nahm die
Verſamm=
lung einen würdigen und glänzenden Verlauf.
— Kultur — Ziviliſation. Man ſchreibt uns: Am Abend des 23.
Januar fand im Rahmen des jüdiſchen Frauenbundes im kleinen Saal
des Saalbaues ein ſehr intereſſanter Vortrag ſtatt, betitelt „Kultur und
Ziviliſation‟. Die Vortragende, Frau Ollendorf=Breslau, erklärte
dieſe ſo viel und gern beſprochenen Schlagwörter” unſerer Zeit ſo lebend
und bunt, daß man nur zu gern ihr Glauben ſchenkte. Sie beleuchtete
an Hand von großen Kulturträgern, wie bei Beginn der Renaiſſance
Dante und am Ende Shakeſpeare, dieſe Begriffe Kultur und
Zivili=
ſation ſo klar, daß man nur ja dazu ſagen konnte. „Die Philiſter ſind
die größten Gegner der Kultur, da ſie ihre Perſönlichkeit ganz in den
Vordergrund ſtellen und dabei das wichtigſte, den „Mitmenſchen”,
voll=
kommen überſehen.‟ Die Ziviliſation macht die Menſchen einförmig,
die Kultur verſchieden. — Technik, Sport, Luxus ſind Dinge der
Zivili=
ſation, Kunſt, der Glaube an etwas Hohes, Religion ſind Träger der
Kultur. Die Kulturkriſe und die Gefahr derſelben beſteht in dem
Drang, alles Geiſtige als das aus dem Körper Gewordene hinzuſtellen.
Wie die heutige, ſo viel betonte Individualpſychologie. Neinl ſagt
Frau Ollendorf. Es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut. Falſchen
Schein ablegen, das Sein erkennen. Forme ſich jeder ſein Leben nach
einem Ideal und beharre auf ſeinem eigenen Lebensſtil! Finden wir
den Weg nach innen, ſo ſind wir auf der richtigen Fährtel — Noch
einmal ſei geſagt, daß wir Frau Ollendorf ſehr dankbar ſind für ihren
H. St.
Vortrag, der auf hohem geiſtigen Niveau ſtand.
— Der Deutſche Oſtbund e. V., Ortsgruppe Darmſtadt, der ſich die
wirtſchaftliche und kulturelle Förderung des Deutſchtums unſerer
Oſt=
probinzen und die Unterſtützung der Landsleute jenſeits der Grenze
an=
gelegen ſein läßt, der ſich zum Ziel geſetzt hat, das Ju= und Ausland
aufzuklären über unſer Recht auf die uns entriſſenen Oſtgebiete und
über die unbedingte Notwendigkeit eiuer Neuordnung der Verhältuiſſe
im Oſten, ladet die hieſige Bevölkerung ohne Unterſchied der Partei,
Konfeſſion und des Standes zu einer Veranſtaltung am Sonntag, den
26. Januar 1930, abends 8 Uhr, im „Weißen Saal” bei Chriſt,
Grafen=
ſtraße, ein. Es iſt eine Stunde des Gedenkens an die vor 10 Jahren
ſtattgefundene Losreißung der Oſtgebiete. Im Mittelpunkt ſteht ein
Vortrag des Herrn Major a. D. Appuhn: „Die Wiedererwerbung
der Deutſchen Oſtmark durch Friedrich den Großen‟. Eintritt frei.
(Vergl. Anzeige.)
weil z. B. Frankreich und auch Italien erklärt haben, daß ſie mit
Rück=
ſicht auf die Leiſtungsfähigkeit ihrer Aktiven eigene Küche mitbringen
müſſen. Eine Forderung übrigens, die bei der Weltolympiade in
Amſterdam 1938 gleichfalls geſtellt und ohne weiteres erfüllt wurde.
Wenn man in Betracht zieht, daß allein zirka 600 ausländiſche
Studenten als Wettkämpfer kommen, daß ungefähr nochmal 400 deutſche
Studeuten kommen, die allerdings in Privatquartieren untergebracht
würden, und daß große Scharen auswärtiger Beſucher in Darmſtadt
Unterkunft haben müſſen, ſo wird man ermeſſen können, wie große
Schwierigkeiten gerade dieſer Punkt bereitet.
Die Aufgabe des Preſſe=Ausſchuſſes erblickt Herr Fiſcher darin, daß
ſich insbeſondere, die Darmſtädter Tageszeitungen vollſtändig in deu
Dienſt der Sache ſtellen und mit dazu helfen, daß für dieſe
Veranſtal=
tung eine Atmoſphäre des Vertrauens und der Sympathie geſchaffen
werde. Er wies darauf hin, daß in einem neulich erſchienenen Artikel
betont wurde, dieſe Veranſtaltung ſei nicht diejenige einer beſtimmten
Klaſſe, ſondern der Studeut von heute ſei ein Teil des Volksganzen und
ſei ſich dieſer Tatſache voll bewußt. Es ſoll nicht ſo ſein, daß die
Ver=
anſtaltung als ſportliches Ereignis für ſich wirkt — dies ſei, bei der
internationalen Beſetzung, bei der Leute mit Namen anweſend ſeien,
eine Selbſtverſtändlichkeit —, ſondern es ſoll und müſſe ſo ſein, daß die
Stadt Darmſtadt und ihre Bevölkerung den Weltmeiſterſchaften der
Studenten mit Freundſchaft entgegenkomme. Darmſtadt als Stadt einer
weltberühmten Techniſchen Hochſchule habe gerade in dieſer Nichtung
beſondere Verpflichtungen, denen es ſich ganz ſicher nicht eutziehen wird.
Die Darmſtädter Preſſe hat ſich bisher immer noch, wenn es galt,
wirk=
lich große Dinge zu vertreten, reſtlos in deren Dienſt geſtellt, und ſo
wird es auch wohl in dieſem Falle ſein. Die Weltmeiſterſchaften der
Studenten, denn das ſind ſie tatſächlich, bilden für Darmſtadt eine große
Chance und machen unſere Stadt mit einem Schlag in aller Welt
be=
kannt.
Herr Fiſcher gab ſodann noch einen kurzen Ueberblick über die Art
und Zielſätze der Propaganda und ſchloß ſein Referat mit dem Wunſche,
daß der vorläufig lokal zuſammengeſetzte Preſſe=Ausſchuß eine
frucht=
bare Tätigkeit entfalten möge.
Als Vorſitzender des Preſſe=Ausſchuſſes wurde Herr Redakteur Max
Streſe gewählt. Anſchließend fand eine kurze Debatte über
verſchie=
dene Fragen ſtatt.
Wir leben heute in einer Zeit wiſſenſchaftlicher und techniſcher
Fortſchritte, und die Schule muß, will ſie nicht rückſtändig erſcheinen,
dieſe für ihre Zwecke nutzbar machen. Radio, Lichtbild und Film ſind
ſolche techniſchen Neuerungen, an denen die Schule nicht achtlos
vor=
übergehen kann. Sie ſind Bildungsfaktoren geworden, mit denen die
Schule rechnen muß. Lichtbild und Film ſind heute Lehrmittel, deren
Wert und Bedeutung nicht mehr angezweifelt werden kann. Wenn
auch noch hie und da eingewendet wird, daß das Objekt ſelber immer
noch das beſte Anſchauungsmaterial biete, ſo muß dem doch
entgegen=
gehalten werden, daß das in vielen Fällen nicht ſtimmt, und daß es
dem Lehrer in manchen Fällen ſehr ſchwer, ja ſogar unmöglich iſt, an
die zu betrachtenden Gegenſtände heranzukommen. Selbſtverſtändlich
wird es keinem vernünftigen Lehrer einfallen, da einen Erſatz
anzu=
wenden, wo er das Objekt ſelber haben kann, und wo es ihm alles
bietet, was er für ſeinen Unterricht braucht. Aber, fragen wir uns,
wie iſt es, wenn z. B. in Geograbhie ausländiſche Gebiete behandelt
werden ſollen? Da bleibt nichts anderes übrig, als neben guten
Reiſe=
beſchreibungen und Vergleichen mit der Heimat auch Bilder zur
Klä=
rung der Begriffe und Vorſtellungen zu verwenden, und was wäre
dann geeigneter als Photographien, die man mit Hilfe des
Projektions=
apparates epiſkopiſch oder diaſkopiſch vergrößert an die Wand werfen
kann?. Wie iſt es weiter mit den Vorgängen, die doch ſo lebenswichtig
und lebensnotwendig ſind, ſich aber hinter Fabrikmauern ebſpielen?
Hier wird es kaum möglich ſein, die Anſchauungen an Ort und Stelle
zu ſammeln. Hier muß wieder, wenn der Unterricht auf Anſchauung
aufgebaut ſein ſoll, das Bild einſpringen, ſei es als Stehbild oder
Laufbild. Dieſe beiden Beiſpiele, die nur Glieder einer faſt unendlichen
Kette ſind, mögen genügen. Es wurde ſchon angedeutet, daß der
Ge=
genſtand ſelbſt nicht immer des beſte Anſchauungsmaterial bietet, was
mit dem nachfolgenden Beiſpiel bewieſen werden ſoll. Nehmen wir an,
es ſoll in der Naturkunde vom Igel geſprochen werden. Wenn auch der
Lehrer auf vorbereitenden Gängen einen Igel entdeckt hat, ſo iſt es
doch noch nicht ſicher, daß er ihn dann auch mit der Klaſſe zu Geſicht
bekommt. Außerdem wird weder der im Freien aufgeſuchte Igel, noch
das aus der Lehrmittelſammlung geholte Exemplar all das vormachen,
was der Lehrer gern beobachten laſſen möchte. Wie einfach iſt dies
aber im Film. Ein einzelner Menſch, der mit den Lebensgewohnheiten
des Tieres vertraut iſt, kann es in monatelanger Arbeit belauſchent
und photographieren, und man iſt nun nach Belieben imſtande, alle die
Vorgänge, die wichtig erſcheinen, im Film oder Stehbild an den Augen
der Schüler vorüberziehen zu laſſen. Mit Hilfe der Zeitungen= und
Zeitaufnahmen iſt es ferner möglich. Vorgänge zu veranſchaulichen, die
in Wirklichkeit infolge ihrer allzu raſchen oder allzu langſamen zeitlichen
Aufeinanderfolge nicht beobachtet werden können. Aus all dieſen
Gründen hat auch das Kreisſchulamt Darmſtadt geglaubt, Lichtbild und
Film den Schülern des Kreiſes nicht weiter vorenthalten zu ſollen. Es hat
zu dieſem Zweck die Lichtbildſtelle des Kreisſchulautes
ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ſein ſoll, dem Lichtbild noch uehr
wie ſeither Eingang in die Schulen des Kreiſes zu verſchaffen. Neben
der Anlage einer Lichtbildſammlung wird ſie in gewiſſen Zeitabſchnitten
gute Lehrfilme vorführen. Wenn dies aus finanziellen Gründen
vorerſt auch nur Maſſenvorführungen ſein können, ſo werden ſie doch,
wenn die Schüler vorher darauf eingeſtellt ſind, viel Stoff und
Au=
ſchauungsmaterial für läugere Zeit bieten. Als erſter Lehrfilm ſoll in
der Zeit vom 28. Januar bis 1. Februau „Simba, der König der Tiere”
laufen. Es iſt dies der neueſte, größte, naturwahrſte und ſpannendſte
Film über das Tierleben in Afrika.
(gez.): Lortz, Lehrer,
Leiter der Lichtbildſtelle des Kreisſchulamtes
Darmſtadt.
— Hefſiſcher Oberförſter=Verband. Der 29. ordentliche
Ver=
bandstag des Oberförſterverbandes wurde bei recht guter
Beteili=
gung in Frankfurt a. M. abgehalten. Beſonders eingehend wurde die
wiſſenſchaftliche Fortbildung der höheren Forſtverwaltungsbeamten und
die große Bedeutung der Forſtwirtſchaft für Wirtſchaft und Volk
beban=
delt. Die reichhaltige Tagesordnung wurde reibungslos und zur
allge=
meinen Zufriedenheit durchgeführt. Um 6 Uhr ſchloß der Vorſitzende,
Forſtmeiſter Rauſch, die Sitzung.
— Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt. Aus Anlaß des
Ab=
lebens des Herrn Prof. Völſing iſt Herr Oberſtudienrat Profeſſor Du.
Ludwig Spilger zum Schriftführer und Schriftleiter der Agemeinen
Tierſchutzeitſchrift ernanut wvorden. Alle Mitteilungen, welche den
Inhalt der Zeitſchrift betreffen, ſind von jetzt ab an Herrn Profeſfor
Dr. Spilger Darmſtadt — Heinrichſtraße 156 I. — zu richten. Die
Geſchäftsführung des Vereins und der Zeitſchrift erfolgt in der
ſeit=
herigen Weiſe durch Schriftführer Herrn Oberrechnungsrat N. Kratz,
Darmſtadt, Beckſtraße 55.
aut der Techniſchen Hochſchule.
Wer aussthedtensheah Kiader hirn mitt
e den Ret einer Muiter die uns schreiKt (M Mraftan Mun Mmß Bauut Cea Ma MMufiftie Wincht. Biar
Aichlanfihe dat was fürsat Kanaat kachke Aus
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Mchr 19 4 Mim TWhng aß, Kaahm fadsshea wructaff
1 Pfund 55 Pfennig
Jabnsniten vin Sohnakachn!
Daher nur,Seeligs kandierten Kornkatfee” das gesunde deutsche Familiengetränk
Die Verwendung von Lichtbild und Film in der Schule
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Samstag, den 25. Januar 1930
Nummer 25
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landeskheakers.
Großes Haus
Sonntag, 26. Januar. Anfang 14.30 Uhr, Ende 17.30 Uhr.
Heſſen=
landmiete Is und P=, U. Darmſt. Volksbühne Gruppe I—TV.
„Florian Geyer. Schauſpiel von Gerhart Hauptmann.
Preiſe 1,20—12 Mk.
Anfang 19 Uhr, Ende vor 22 Uhr. B 13. „Florian
Geyer” Schauſpiel von Gerhart Hauptmann. Preiſe 1,20
bis 12 Mk.
Montag, 27. Januar: Geſchloſſen.
Dienstag, 28. Januar. Anfang 19 Uhr, Ende vor 22 Uhr. A 14.
Miete T, Gruppe 1. „Florian Geyer”. Schauſpiel von
Gerhart Hauptmann. Preiſe 1—10 Mk.
Mittwoch, 29. Januar. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr.
F 6. (Darmſtädter Volksbühne) Gruppe I—TV. „Die
Bohsme”. Oper von Puccini. Preiſe 1—10 Mk.
Donnerstag, 30. Januar. Anfang 20 Uhr, Ende vor 22 Uhr. C 13.
Miete T, Gruppe 4. „Eine Nacht in Venedig”.
Komiſche Oper von Joh. Strauß. Preiſe 1—10 Mk.
Freitag, 31. Januar. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. K 9 (
Büh=
nenvolksbund). „Weh’ dem, der lügt”. Luſtſpiel von
Grillparzer. Preiſe 1—10 Mk.
Samstag, 1. Februar. Anfang 20 Uhr, Ende vor 22 Uhr. So Ml=
(Darmſtädter Volksbühne) Gruppe I—TV, Miete T, Gruppe
5, 6, 7 und 8. „Eine Nacht in Venedig”. Komiſche
Oper von Joh. Strauß. Preiſe 1—10 Mk.
Sonntag, 2. Februar. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. A 15. Nen
einſtudiert: „Don Giovanni”. Oper von Mozart. Preife
1,20—12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 26. Januar. Anfang 20 Uhr, Ende n. 22.30 Uhr.
Zuſatz=
miete Is. „Fra Diapolo”. Oper von Auber. Preiſe 1,50
bis 7,50 Mk.
Montag, 27. Januar. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Außer
Miete. Gaſtſpiel Lil Dagover mit Enſemble: „Wera
Mir=
zewa”. Schauſpiel von Urwantoff. Preiſe 1,50—7,50 Mk.
Dienstag, 28. Januar. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kulturfilm=
bühne: „Die neuen Herren”. Filmluſtſpiel von Jacques
Seyder. Preiſe 0,80—2 Mk.
Mittwoch, 29. Januar. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kulturfilm=
bühne: „Die neuen Herren”. Filmluſtſpiel von Jacques
Seyder. Preiſe 0,80—2 Mk.
Donnerstag, 30. Januar. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kulturfilm=
bühne: „Die neuen Herren”. Filmluſtſpiel von Jacques
Seyder. Preiſe 0,80—2 Mk.
Freitag, 31. Januar. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr.
Zu=
ſatzmiete I. „Fra Diavolo”. Oper von Auber. Preiſe
1,50—7,50 Mk.
Samstag, 1. Februar. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatz=
miete Vs. Zum erſten Male: „Reporter‟. Ein Stück
in 3 Akten von Ben Hecht und Charles Mac Arthur. Preiſe
1,50—7,50 Mk.
Sonntag, 2. Februar. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatz=
miete IIIz. Zum erſten Male wiederholt: „Reporter”.
Ein Stück in 3 Akten von Ben Hecht und Charles Mac
Arthur. Preiſe 1,50—7,50 Mk.
— Im Schloßmuſeum ſind jeden Tag um 11 und 11.30 Uhr
vor=
mittags Führungen. Die Holbeinſche Madonna kann auch geſondert
von den Führungen beſichtigt werden.
— Autoliſten. Soeben iſt Autoliſte Nr. 31 erſchienen. Dieſe
ver=
zeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraftfahr=
zeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des Volksſtaates
Heſſen (Kennzeichen V8, VR, V0) für die Zeit vom 1. bis
15. Januar 1930. Die Autoliſten enthalten die Angaben in
der=
ſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraftfahrzeugbeſitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm (evtl.
PS), Art des Fahrzeuges. Fabrikneue Wagen ſind durch † kenntlich
gemacht. Die Meldungen ſind geordnet nach den drei Provinzen, (VS.,
VR, VO) und Kreiſen, und innerhalb dieſer nach
Polizeierkennungs=
nummern. Abgemeldete Wagen werden beſonders geführt. — Die
Auto=
liſten ſind eine wichtige Ergänzung des Autoadreßbuches
(Adreßbuch der Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe
1929, und unentbehrlich, weil ſie laufend neueſtes
Adreſ=
ſenmaterial liefern. Sie erſcheinen all 14 Tage, alſo monatlich
zwei Liſten. Die am 10. eines Monats ausgegebene Liſte enthält die
Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und
die am 25. eines Monats ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis
15. des gleichen Monats. Wegen des Bezugspreiſes vgl.
An=
zeige! Anfragen richte man an den zuſtändigen Verlag, L. C. Wittich
in Darmſtadt.
— Terofal=Gaſtſpiel im Orpheum. Heute Samstag, abends 8.15
Uhr, ſowie morgen Sonntag, abends 8 Uhr, wird das Zugſtück der
Schlierſeer: „Die Liebes=Schaukel”, das ſich eines täglich
ſtei=
genden Erfolges erfreut, wiederholt. — Sonntag, nachmittags 3.30 Uhr,
iſt die einzige Volks= und Fremdenvorſtellung bei, ganz
kleinen Preiſen, und zwar gelangt ein weiterer Schlager der
Schlier=
ſeer: „Der ewige Rockzipfel”, erſtmalig zur Aufführung. Der
Karten=
verkauf für die genannten Vorſtellungen iſt im Verkehrsbureau und bei
Hugo de Waal, Rheinſtraße 14. (Siehe auch heutige Anzeige.)
— Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterr. Alpenvereins.
Au Freitag, den 31. Januar, wird der bekannte Hochtouriſt und alpine
Schriftſteller Dr. Julius Kugg aus Trieſt in der Aula des Ludwig=
Georgs=Gymnaſiums an Hand von Lichtbildern über das Leben eines
Bergſteigers ſprechen.
— Die Aufbauſchule für Mädchen zu Darmſtadt iſt eine
voll=
beuechtigte ſtaatliche höhere Lehranſtalt und entläßt
ihre Schülerinnen ebenſo wie das Gymnaſium oder die Studienanſtalt
mit dem Zeugnis der Reife (Abitur), das zum vollen
akade=
miſchen Studium berechtigt. Während aber in die übrigen
höyeren Schulen die Kinder nach 4jährigem Beſuch der Grundſchule
ein=
tretex müſſen, iſt die Aufnahme in die Aufbauſchule erſt nach
min=
deſtens 7jährigem Schulbeſuch (4 Jahre Grundſchule und 3 Jahre
Volksſchule) möglich. Trotzdem ſollen die Schülerinnen die
Reife=
prüfung ohne Zeitverluſt und in dem gleichen Alter ablegen, wie
die=
jenigen, weſche unmittelbar aus der Grundſchule in die Sexta einer
höheren Schule eintreten. Deshalb können das Ziel der Aufbauſchule
Reifeprüfung nach 6 ſtatt 9 Jahren — nur wirklich
be=
gabte und körperlich widerſtandsfähige Kinder erreichen. An ſolchen
Kindern aber fehlt es weder in der Stadt, noch auf dem Land. Der
Aufſtieg dieſer wertvollen Volksſchichten liegt nicht nur im Intereſſe der
Kinder ſelbſt, ſondern iſt von größter Wichtigkeit für das Volksganze.
In Dorf und Kleinſtadt hat unſer Volk einen Jungbrunnen, aus dem
es ſich immer wieder erneuert. Die Aufbauſchulen ſind gerade für
dieſe begebten Kinder geſchaffen worden, denn ihnen iſt nun durch die
Aufbauſchule und das damit verbundene „Heim”, wo die Kinder für
300.— RM. jährlich volle Wohnung und Verpflegung erhalten, die
Möglichkeit einer höheren Schulbildung gegeben, ohne daß ſie zu früh
dem Elternhaus und ihren heimiſchen Verhältniſſen entriſſen werden
müſſen. Das Schulgeld iſt das gleiche wie an den übrigen höheren
Schulen, doch kann es bei guten Leiſtungen und Bedürftigkeit der
Eltern erlaſſen werden. Für beſonders begabte und bedürfte
Schülerin=
nen trägt der Staat auch die Koſten des Heims. Nähere Auskunft
wegen Anmeldung uſw. erteilt die Direktion der Aufbauſchule
Darm=
ſtadt (Lagerhausſtraße, 7).
— Volkshochſchule. Die Führungen durch die geologiſch
Abteilung unſeres Landesmuſeums finden am Sonntag, de
26. Januar, 10.15 Uhr, unter Leitung von Dr. Diehl ihre Fortſetzung
Es wird dabei beſonders auf die Tierwelt des rheiniſchen Tertjärmeeres
die Funse von Meſſel, Münzenberg, Salzhauſen und Eppelsheim ur
die eiszeisliche Tierwelt unſerer Heimat Bezug genommen. Letzte Füh
rung Sonntag, den 2. Februar.
— Turcgefellſchaft Darmſtadt 1875. Wir machen unſere Mitglieder
nochmals x:f die am Sonntag, den 26. Januar, nachmittags 3 Uhr,
ſtattfindende Hauptverſammlung aufmerkſam. Die Tagesordnung
er=
fordert ein zahlreiches Erſcheinen.
— Vom alten Frieshofe. Unſere Leſer werden auf die heutige
Bekanntmachung des Oberbürgermeiſters, betreffend das Einebnen von
Reihengräbern, beſonders aufmerkſam gemacht.
Die Straßenbahn Böllenfalltor—Ober=Ramſtadt.
Von der Bürgermeiſterei Traiſa wird uns geſchrieben:
Aus den Verhandlungen zu oben erwähntem Projekt iſt auch von
der Heag ſtets zum Ausdruck gebracht worden, daß die einzelnen Fragen
(Linienführung, Garantieübernahme uſw.) im Einvernehmen mit den
verſchiedenen Gemeinden gelöſt werden ſollten, was bei der Wichtigkeit
der Sache eigentlich auch ganz ſelbſtverſtändlich iſt. — Von dieſer
Ab=
machung beliebte nun die Heag inſofern abzugehen, als ſie vor kurzem
mitteilte, daß ſie die Linienführung ſüdlich der Provinzialſtraße
Böllen=
falltor bis zum Steinbruch der Hartſtein=Induſtrie in Betracht gezogen
habe. Eine ſolche einſeitige Entſcheidung, welche alle Intereſſen des
hieſigen Ortes kalt beiſeite ſchiebt und der naturgemäßen
Weiterentwick=
lung des Luftkur= und Ausflugsortes Traiſa geradezu Hohn ſpricht,
muß deshalb von hier mit allerſchärfſtem Proteſt abgelehnt und die in
Ausſicht geſtellten Zugeſtändniſſe wegen Geſtellung des Geländes, der
Garantieſumme uſw. zurückgezogen werden, ſelbſt auf die Gefahr hin,
daß das ganze Straßenbahnprojekt in die Brüche ginge. — Was nutzt
Traiſa eine Straßenhahn, die den eigentlichen Ort gar nicht berührt,
ſondern ganz abſeits liegen läßt? — Damit ſich die breite Oeffentlichkeit
ein Urteil bilden kann, welche Verhältniſſe hie= ſpielen, betrachten wir
uns dieſe beiden Linien in folgendem einmal etwas näher:
A. Chauſſeelinie — 3,4 Kilometer lang. (Böllenfalltor
ſüd=
lich und längs der Provinzialſtraße bis zu dem Steinbruch (Hartſtein=
Induſtrie.)
1. Bei dieſer Trace bedarf es eines Landerwerbs durch den ganzen
Wald hindurch, wobei der angenehme, ſtaubfreie Waldpfad zum größten
Teil zum Opfer fallen dürfte, was namentlich die Darmſtädter
Spazier=
gänger ſehr bedauern würden und ſoſtwohin führen wird.
2. Gegen den Ausgang des Waldes bis zur jetzigen Halteſtelle
Trautheim wären zunächſt nennensſverte Abhebungen, dann vom
Traut=
heim bis zur Halteſtelle Traiſa unter Wegnahme des Onkenſchen
Vor=
gartens große Aufſchüttungen und von da bis zum Steinbruch ganz
gewaltige Abhebungen nötig.
3. Durch letztere wäre es nicht ausgeſchloſſen, daß die Häuſergruppe
auf der Höhe infolge der ſtändigen Erderſchütterung bei den
Spren=
gungen in dem ganz nahen Steinbruch direkt gefährdet wären.
Wie=
weit die angeblich vorgeſehene, mehrere Stockwerk hohe Stützungsmauer
bei Erdlockerung und Erdrutſch, die vermutlich alles überrannte, Schutz
zu bieten vermag, ſei dahin geſtellt. Jedenfalls wird die zuſtändige
Behörde auf dieſen Gefahrenpunkt ganz beſonders hingewieſen, da nicht
allein die fraglichen 5 Häuſer, ſondern auch ihre Einwohner gefährdet
erſcheinen.
B. Traiſaer Linie, ebenfalls 3,4 Kilometer lang. (
Böllen=
falltor—Alte Ober=Ramſtädter Straße — Kinderheim Waldeck—
Röder=
ſtraße Traiſa—Steinbruch.)
1. Daß dieſe Linie nicht von der Hand zu weiſen iſt, wird dadurch
bewieſen, daß ſie von der Heag genau ſo ausgemeſſen und planmäßig
feſtgelegt worden iſt, wie die Linie A. — Hätte die Linie B wirklich
die Mängel, die ihr von der Gegenſeite angedichtet werden, ſo erſcheint
es geradezu unverſtändlich, wie die Heag ihr gutes Geld und die koſtbare
Zeit für dieſe Arbeiten vergeuden konnte. Ein Sachverſtändiger muß
die Brauchbarkeit oder Nichtbrauchbarkeit doch ſchon vor der
Bearbei=
tung erkennen. Wenn in der jüngſten Verhandlung in Ober=Ramſtadt
die Steigung im Traiſaer Feld als hinderlich hingeſtellt wurde, ſo iſt
zu entgegen, daß letztere nur einen Bruchteil der Steigung am
Kapell=
platz in Darmſtadt ausmacht. Uebrigens iſt dieſe angebliche
Schatten=
ſeite ja ganz leicht zu umgehen; wenn ſich die Heag für die
Linienfüh=
rung Eiſenbahnbrücke (Kilometer 2,0), Bahnwärterhaus Nr. 8 (Fornoff)
und durch die Wieſe nach der Röderſtraße entſchließt, welche ſogar noch
etwa 100 Meter kürzer — alſo die kürzeſte aller Linien — iſt.
2. Die Traiſaer Linie würde die ſeit Erbauung der neuen Chauſſee
Böllenfalltor—Nieder=Ramſtadt—Ober=Ramſtadt für den
Fuhrwerksver=
kehr ganz brachliegende alter Ober=Ramſtädter Straße benutzen, die
hinlänglich breit und in ihrem Unterbau größtenteils befeſtigt iſt. Von
der Eiſenbahnbrücke nahe dem Waldausgang würde ſie nach dem
Kin=
derheim abbiegen, längs dem naheliegenden alten Steinbruch (Kaus)
in die Nähe des Ortes führen, dann, nach rechts ſich wendend, in die
Röde=” aße einmünden, durch dieſe neben der Chauſſee hin und durch
die Bahnüberführung verlaufen und jenſeits der letzteren die Linie 4
wieder treffen.
3. Hierbei wären ein Geländeankauf durch den Wald ſowie
nennens=
werte Erdbewegungen erſpart.
4. Sie würde unſeren Intereſſen vollauf Rechnung tragen und die
naturgemäße Entwicklung von Traiſa als Ausflugs= und Luftkurort
nicht für ewige Zeit unterbinden.
5. Nach dem Plan der Heag iſt die Linie B genau ſo lang
wie die Linie 4, bis zum Steinbruch je 3,4 Kilometer, durch die Traiſaer
Wieſe noch kürzer.
6. Dieſe Traiſaer Linie würde, da ſie diel leichter zu bauen und
nicht länger, ſogar noch kürzer iſt, eine Koſtenerſparnis von angeblich
60 000 RM. bedeuten. Wie unter ſolchen Umſtänden die Wahl der Heag
auf die Linie A fallen konnte, entzieht ſich völlig unſerem Urteil,
Würde die Liuie von der Eiſenbahnbrücke bei Kilometerſtein 2,0, wie
oben ſchon erwähnt, an dem Bahnwärterhaus Nr. 8 (Fornoff)
vorbei=
geführt werden und daſelbſt eine Halteſtelle errichtet, einerſeits für den
oberen Teil Traiſas, andererſeits für die etwa 150 Einwohner zählende
Nieder=Ramſtädter Kolonie Trautheim=Wildnis, ſo rückte dieſer
Halte=
punkt bis auf 5. Wegeminuten an die jetzige Halteſtelle „Trautheim”
(auch bei Linie A vorgeſehen) heran. Und dieſer 5 Wegeminuten und
den 150 Einwohnern der Kolonie wegen ſollen.
a) die Intereſſen von Traiſa mit 1200 Einwohnern völlig an die Wand
gedrückt und ſeine künftige Entwicklung, die nur zwiſchen Röderweg
und Darmſtädter Straße gegen den Wald zu möglich iſt, für ewige
Zeiten unterbunden werden?
b) die ganz gewaltige Erdbewegung vorgenommen, 5 Häuſer mit ihren
Bewohnern gefährdet werden, wenn dies alles leicht vermieden
wer=
den kann?
c) die angeblichen Mehrkoſten der Linie A ohne jeglichen einleuchtenden
Grund in den Wind geſchlagen werden, nur weil es der geringen
Einwohnerzahl der Kolonie Trautheim=Wildnis gelungen iſt, bei der
Heag ein willigeres Ohr zu finden, als dem geradezu vergewaitigten
Ausflugs= und Luftkurort Traiſa mit ſeinen 1200 Einwohnern?
In den Zeitungen wird die Linienführung immer als etwas ganz
Nebenſächliches hingeſtellt. — Gut! Dann iſt ja gar kein Grund mehr
vorhanden, Traiſa die Linie vorzuenthalten und das ganze
Bahn=
projekt zu Fall zu bringen.
Für uns iſt die Linienführung der allerwichtigſte, lebensnotwendige
Punkt, von dem die ganze Zukunft des hieſigen Ortes abhängt. Hat
doch die Errichtung der Autobuslinie uns ſchon einen nennenswerten
Ausfall im Fremdenverkehr gebracht! Ohne die Berührung des
ge=
ſchloſſenen Ortes iſt das Straßenbahnprojekt für Traiſa nicht mehr
weiter diskutabel. Solange die hieſige Gemeinde noch die Wieſe
jen=
ſeits der Halteſtelle Traiſa beſitzt, über die die Straßenbahn geführt
werden müßte, hat der Ban der Linie 4 noch lange gute Wege.
Was den Artikel in Nr. 19 des Darmſtädter Tagblatts vom 18.
ds. Mts. anbelangt, ſo geſtatten wir uns folgende Ausführungen:
Die Linienführung in Nieder=Ramſtadt berührt uns nicht. Aber
was dort recht iſt, muß auch in Traiſa billig ſein. Weiter wurde zum
Ausdruck gebracht, daß ſowohl die maſſive Sandſteinbrücke der Alten
Ober=Ramſtädter Straße, wie die Bahnunterführung unterhalb des
Ortes für die Straßenbahn verboten würde. Beide Brücken ſind für
öffentliche Straßen ohne jegliche Einſchränkung im Fuhrwerksverkehr
erbaut worden.
Das angebliche Benutzungsverbot der zwei Brücken (Ueber= und
Unterführung) durch die Eiſenbahndirektion Mainz, für welche die
Ge=
nehmigung des Reichsverkehrsminiſteriums ebenfalls maßgebend ſein
dürfte, ſcheint ein weiterer, an den Haaren herbeigeführter Grund zu
ſein, um die Erbauung der Straßenbahn einſeitig zu beeinfluſſen. Daß
keine triftigeren Gründe vorgebracht werden können, beweiſt, wie
günſtig die Linie B iſt.
Bevor man mit einer Vergleichung der Entfernungen zwiſchen den
einzelnen Teilen beider Orte und der Straßenbahn kommt, ſollte man
umfangreicheres Material fammeln.
Schließlich iſt es ein Ding der Unmöglichkeit, die Straßenbahn
jedermann vor die Ha ustüre zu führen.
Die Angelegenheit iſt den zuſtändigen Behörden mit der Bitte
unterbreitet worden, die beiden Linien auch ihrerſeits einer eingehenden
Betrachtung zu unterziehen und dafür zu ſorgen, daß dem allgemeinen
Wohl zu ſeinem Recht verholfen wird.
Darmſtadt lehnf die Ruhr=Gas=Verkräge ab.
Der Stadtrat beſchäftigte ſich in einer Dauerſitzung, die bis abends
11 Uhr währte, in der Hauptſache mit der Frage des Abſchluſſes der
von der Hekoga vorgelegten Vertragsentwürfe mit der Ruhr= und Saar=
Gas=A.G. über die Ferngasveyſorgung. Oberbürgermeiſter Mueller
machte gegen die derzeitigen Vertragsentwürfe ſchwere Bedenken
kom=
munalpolitiſcher Art geltend. Auch die Preisfrage ſei ungenügend
ge=
klärt, und für die Verbraucherſchaft ſei kaum mit einer Preisverbilligung
zu rechnen, da er den Optimismus über die Ausdehnung des
Gasver=
bräuchs für die Raumheizung nicht zu teilen vermöge. Auch die Stadt
Darmſtadt erleide direkte Nachteile, da das hieſige Gaswerk
leiſtungs=
fähig ſei und der Stadtkaſſe einen ganz erheblichen Betrag zuführe.
Bürgermeiſter Ritzert, der Vorſitzende des Vorſtandes der Hekoga,
ver=
ſuchte dieſe Bedenken zu widerlegen. Mit ihm ſetzte ſich die D.V.P.
für den Vertragsabſchluß ein, während die anderen Fraktionen ſich
da=
gegen ausſprachen. In der Abſtimmung gelangte denn auch der Antrag
der Verwaltung, den Vertragsabſchluß mit der Ruhr abzulehnen, zur
Annahme, während die Anträge der Volkspartei und der
Sozialdemo=
kraten der Ablehnung verfielen. In der Verſammlung wurde von der
Verwaltung mitgeteilt, daß die ſoeben ſtattgefundene eingehende
Revi=
ſion der Städtiſchen Sparkaſſe alles in beſter Ordnung vorgefunden habe.
der Provinzialausſchuß Skarkenburg lehnk ebenfalls
die Hekoga-Berkräge ab.
Wie die Provinzialdirektion Starkenburg mitteilt, trägt das von
dem Vorſtand der Hekoga vorgelegte Vertragswerk über die
Gasfern=
verſorgung durch Ruhr und Saar den in dem Beſchluß vom 16. Mai
1929 enthaltenen Bedingungen, daß der Provinzialausſchuß ermächtigt
iſt, nur einer Löſung der Frage der Gasfernverſorgung zuzuſtimmen,
die die gemeinwirtſchaftliche Erzeugung und Verteilung des Gaſes um er
Beteiligung Heſſens an der Produktion regelt, keine Rechnung.
Abge=
ſehen davon, daß daher aus grundſätzlichen Erwägungen die Annahme
des Vertragswerkes nicht möglich iſt, kann auch aus anderen
weſent=
lichen Geſichtspunkten den vorliegenden Verträgen nicht zugeſtimmt
werden. Es werden dann an den fünf Verträgen im einzelnen
Beden=
ken erhohen.
Kusten ,Keiserkeit KNatarck.
Ka1
Rat
I,St.89
Das Splelzeug als Lehr= und Werbemitkel.
Mit einem geheimnisvollen, Frage= und Antwortſpiel, das den
Cha=
rakter eines geiſtreichen geographiſchen Lehrmittels über den
Schwarz=
wald trägt, wirbt der Badiſche Verkehrsverband für den Beſuch dieſes
ſchönen deutſchen Waldgebirges. Wenn in aufgeklapptem Zuſtand eine
der auf der drehbaren Scheibe im Innern des Spielzeugs aufgedruckten
Fragen an der Zeigermarke eingeſtellt wird, ſo zeigt nach dem Schließen
des Spieles ein Zeiger ſelbſttätig auf der Vorderſeite die richtige
Ant=
wort. Fragen und Antworten behandeln die geographiſchen,
wirtſchaft=
lichen und touriſtiſchen Verhältniſſe des Schwarzwaldes. Das kleine
Zauberſpielzeug bereitet beſonders der Jugend großes Entzücken. Dabei
prägen ſich durch die unwillkürliche Nachprüfung, „ob’s auch ſtimmt”
der Schwarzwald, ſeine Berge und Orte, Flüſſe und Wege dem Spieler
in unaufdringlicher, aber wirkſamer Weiſe ein. Das reizende Spielzeug
wird durch die Geſchäftsſtelle des Badiſchen
Verkehrsverban=
des, Karlsruhe, zum Preiſe von 0.30 RM. erhältlich.
— Vortrag der Freireligiöſen Gemeinde Darmſtadt. Der
Welt=
friedenskongreß in Athen war das Thema, über das Herr
Aſſeſſor Schramm aus Offenbach in der Aula des Realgymnaſiums
ſprach. Dazu wird uns geſchrieben: Herr Schramm, der als Delegierter
dem Weltfriedenskongreß in Athen im Herbſt vorigen Jahres
beige=
wohnt hatte, erzählte zunächſt von dem großen Elend in Griechenland.
Der Krieg hatte auf dem Balkan bis 1922 gedauert und vor dem
Welt=
krieg war dort ſchon Krieg. Der Weltfriedenskongreß wurde nach Athen
gelegt, weil in dieſem Land die größte Sehnſucht nach Frieden beſteht.
Die Arbeit des Kongreſſes lag in der Hauptſache in der Bildung von
Kommiſſionen, die ſich beſchäftigen mit der Föderation der Völker, dem
Kelloggpakt, dem Waffenſtillſtand und verſchiedenen Einzelfragen, wie
Recht der Minderheiten, Weltmünze, Beſeitigung der Zöllſchranken.
Das Problem des Völkerbundes wurde aufgerollt; alle Länder ſollten
ihm angehören. Außerdem wurde eine europäiſche Union befürwortet.
Der Kernpunkt des Kongreſſes war die Frage der Balkanunion. Mit
beſonderer Freude wurde hierbei die Zuſtimmung des türkiſchen
Ver=
treters begrüßt. Die Bildung eines Balkan=Inſtitutes, das mithelfen
ſoll, daß ſämtliche Balkanſtaaten jährlich in Verbindung mit dem
Völ=
kerbund die Balkanfragen friedlich regeln, war das Poſitive des Athener
Kongreſſes. Der Kongreß erfuhr von ſeiten des griechiſchen Volkes und
der griechiſchen Regierung eine Ehrung und Unterſtützung (freie Fahrt
1. Klaſſe für die Kongreſſiſten), wie es noch nie bei einem ſolchen
pri=
vaten Friedenskongreß geweſen war. Alles wurde auf den Kongreß
eingeſtellt: Behörden, Zeitungen, ſportliche Veranſtaltungen, die Jugend.
Der intereſſante Vortrag wurde durch Lichtbilder ergänzt: prächtige
Bilder von der Landſchaft, der Baukunſt, der Geſchichte des Landes und
nicht ſelten humorvolle Bilder aus dem Leben des griechiſchen Volkes.
Starker, lang anhaltender Beifall dankte dem Redner für die
genuß=
zeichen Stunden.
— Alice=Eleonorenſchule Die fachgewerblichen Kurſe für
Weiß=
nähen, Weißſticken, Schneidern, gekürzter Schneiderkurſus, Stopfen,
Flicken und Bügeln, Kunſthandarbeiten und Kochen beginnen am 98.
April. Der Alice=Verein für Frauenbildung und Erwerb hat mit
Be=
ginn des Sommerſemeſters Abendkurſe für Maſchinennähen, Schneidern
und Kochen für berufstätige Frauen und Mädchen eingerichtet. Es wird
auf die heutige Anzeige in dem Inſeratenteil verwieſen. Die
Anmel=
dunegn werden ſchriftlich oder Montags und Freitags in den
Sprech=
ſtunden im Schulhauſe, Friedrichſtraße 4, entgegengenommen.
— Herr Georg Bauer und deſſen Gattin Amalie, geb. Wunder, aus
dem deutſchen Dorfe Podſoſnowa in Weſtſibirien, wohnhaft in irgend
einer Ortſchaft von Heſſen=Darmſtadt, wird geſucht von Johannes
Gras=
mück, der, aus Sibirien nach Deutſchland geflüchtet, ſich gegenwärtig im
Prenzlauer Flüchtlingslager befindet. Anſchrift: Prenzlau, Provinz
Brandenburg, Flüchtlingslager. Die Preſſeorgane von Heſſen=
Darm=
ſtadt werden höflichſt erſucht, obige Anfrage freundlichſt abzudrucken.
Herr Georg Bauer hielt ſich als Kriegsgefangener in Podſoſnowa auf
und vermählte ſich dort mit ſeiner obengenannten Gattin. — Der
Prenzlauer Lagerpfarrer.
Lokale Veranſtaltungen.
— Deutſcher Offizierbund. Wir ſind vom Deutſchen
Oſtbund zu einer Gedenkſtunde der Deutſchen Oſtgebiete: „10jährige
Wiederkehr ihrer Losreißung” Sonntag, den 26. Januar, im Weißen
Saale (bei Chriſt) eingeladen.
— Hauptverſammlung der Turngemeinde
Darm=
ſtadt 1846 am Samstag, den 25. Januar. Die Mitglieder werden
um zahlreiches Erſcheinen gebeten.
— Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſt.
Alpenvereins. Donnerstag, den 30. Januar, abends 8.15 Uhr,
im Mozartſaal: Lichtbildervortrag Otto Titze: Bergfahrten in
Wal=
lis” Mitglieder der Sektion Darmſtadt und Gäſte willkommen! (Pgl.
Anzeige.
— Im Hotel Prinz Heinrich findet heute Samstag und
morgen Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt
beſtens zu empfehlen.
Tageskalender für Samstag, den 25. Januar
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 19 Uhr, E 13: „3
Rofenkavalier”. — Kleines Haus, 20 Uhr, R 8: „Lady Fanny und
die Dienſtbotenfrage‟. — Orpheum, 20½4 Uhr: Schlierſeer
Bauerntheater: „Die Liebesſchaukel”. — Konzerte: Schloßkaffee,
Schloßkeller, Hotel Schmitz Reichshof, Waldſchlößchen, Hotel Prinz
Heinrich, Kaffee Monopol, Sportplatz=Reſtaurant Kaffee Jöſt,
Neckar=
tor, Zum Schloßgarten. — Kinovorſtellungen: Union=
Thegter, Helia, Pglaſt=Lichtſpiele.
Nummer 25
Seite 7
— Hahn, 24. Jan. Der Sportverein „Olympia” veranſtaltet am
lebenswahr geſchildert wird, zur Aufführung gebracht. Einige
Cou=
plets und ein Terzett vervollſtändigen das Programm.
AI. Höchſt i. Odw., 24. Jan. Der Odenwaldklub (Ortsgruppe Höchſt
i. Odw.) hält am Samstag, den 25. Januar, im Saale des Gaſthauſes
„Zur Burg Breuberg” ſein Auszeichnungsfeſt für das
Wander=
jahr 1929 ab. Eine reichhaltige Spielfolge bürgt für einen
genuß=
reichen Abend. Herr Profeſſor Dr. Köſer=Darmſtadt, deſſen reizendes
Luſtſpiel „Rivieraveilchen” ebenfalls über die Bretter gehen wird, hat
als Vertreter des Hauptausſchuſſes fein Erſcheinen zugeſagt. —
Aus=
ſtellung. Am Samstag und Sonntag veranſtaltet die zweite Klaſſe
der hieſigen Volksſchule (5. und 6. Schulfahr) eine Ausſtellung von
Zeichnungen im Schulhaus. Die kleinen Künſtler bitten die Bewohner
von Höchſt und Umgegend, ſich doch einmal anzuſehen, was ſie ſich ſelbſt
ausgedacht und aufs Papier gebracht haben.
Cd. Michelſtadt, 23. Jan. Odenwaldklub. Seine
Jahres=
hauptverſammlung hielt der Odenwaldklub ab. Ober=Poſtinſpektor
Seip eröffnete die gut beſuchte Verſammlung und verlas zunächſt den
Jahresbericht des Odenwaldklubs. Bei dieſer Gelegenheit ſurde auch
der im abgelaufenen Jahre verſtorbenen Wanderf;
des Jung=Odenwaldklubs wurde verleſen und beide Berichte ohne
Ein=
wendungen angenommen. Der nächſte Punkt berraf Rechnungsablage.
Die Rechnung für das Jahr 1929 des Odenwaldklubs ſowie auch des
Jung=Odenwaldklubs wurden durch die Herren H. Keidel und Weirauch
geprüft und gaben keinen Anlaß zu Beanſtandungen, ſworauf dem
Vor=
ſtand Entlaſtung erteilt wurde. Die nun folgende Vorſtandswahl
er=
gab den ſeitherigen Vorſtand, beſtehend aus den Herren Seip. Fild,
Klein, Löffler, Hartmann, Haſenzahl, Michel, Valentin und Frau Dr.
Staebtler. Eine vege Unterhaltung erforderte dann die Aufſtellung des
Wanderplanes für 1930, eine ganze Anzahl ſehr ſchöner Touren
wur=
den feſtgeſetzt, u. a. im Monat Auguft eine ſolche in den Taunus, zur
Saalburg, Bad Homburg uſw. Weiter ſwurde bekauntgegebem, daß das
Fahresfeſt am 8. Februar im Städt. Saalbau ſtattfindet. Das
Pro=
gramm desſelben enthält Muſikſtücke, Theateraufführungen.
Darbie=
tungen der Jugendgruppe, Liedervorträge. Die Dekorierung ſoll von
einem Herrn des Hauptausſchuſſes vorgenommen werden. Unter
Ver=
ſchiedenes ſuurde dann noch über Mitgliederwerbung geſprochen, auch
erfolgte auf Anregung des Herrn Amtsanwaltes Stiebel die Gründung
einer Ortsgruppe der Bergwacht, die es ſich zur Aufgabe geſtellt hat,
der Verſchmdelung der Natur, wie Abbrechen von Blüten und
Sträu=
chern, Zerſtörung von Ruhebänken uſw, durch Aufklärung und
War=
ung entgegenzuarbeiten. Mit dem Wandergruß „Friſch auf!” ſchloß
dann die intereſſant verlaufene Tagung. — Kriegerverein
MMichelſtadt. Am Samstag, den 25. Januar veranſtaltet der
Krie=
gerverein Michelſtadt im Vereinslokal „Schmerkers Garten” ſein 58.
Stiftungsfeſt. Das Programm umfaßt Muſikſtücke, zwei
Theaterauf=
führungen, Ehrung verdienter Kameraden durch den 1. Präſidenten der
Kriegerkameradſchaft Haſſia, Herrn Generalleutnant v. Oidtmann,
ſo=
wie Ergebnisverkündigung des Abſchlußſchießens der K.K.S.=Albteilung.
Anch die Tanzluſtigen werden zu ihrem Recht kommen.
b. Erbach i. O., 24. Jan. Theater (Feſthalle). Das hier
beſt=
bekannte Volkstheater Darmſtadt gibt am kommenden Sonntag in
Erbach in der Städtiſchen Feſthalle eines ſeiner beliebten Gaſtſpiele. Die
Geſellſchaft gibt das Volksſtück „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht”
Die Nachmittagsvorſtellung iſt unſerer Jugend gewidmet und bringt
das Märchenſpiel „Dornröschen”. — Eiſenbahnbrückenbau.
Die Eiſenbahn=Ueberführungsbrücke in der Neckarſtraße, deren
Stütz=
mnauern in jahrelanger Bauarbeit vollkommen neu erſtanden ſind und
den heutigen Anforderungen angepaßt wurden, wurde in der Nacht von
Dienstag auf Mittwoch durch eine neue Brücke erſetzt. Ein mächtiger
Kran hob nachts gegen 1 Uhr die alte Brücke (Gewicht ca. 20 Tonnen)
aus ihrer Lage auf einen bereitſtehenden Eiſenbahnwagen. Im Laufe
der Nacht wurde dann die neue Brücke eingebaut, bereits morgens um
6.15 Uhr paſſierte der fahrplanmäßige Perſonenzug die neue Brücke
als erſter. Mit dieſem Bau und mit der Herſtellung der Straße am
Bahnhof hat die Reichsbahn — das ſei ausdrücklich anerkannt —
be=
wieſen, daß der Odenwald und ſeine Verbindung doch nicht ſo ganz
Stiefkind ſind, wie man dies nach der jahrelangen Vernachläſſigung
aunehmen mußte. Hoffentlich bekommt im Laufe der nächſten Jahre
auch unſer Stationshaus ein der Neuzeit entſprechendes Geſicht.
Freiwillige Feuerwehr. Gelegentlich des Kommerſes, der
im „Schüitzenhof” ſtattfand, wurde eine Anzahl alter Feuerwehrleute
durch den Vorſitzenden der Erbacher Wehr, Herrn Bürgermeiſter
Deng=
ler, durch Ueberreichung eines Diploms mit entſprechender Widmung
ausgezeichnet. Es ſind dies die Kameraden W. Rieſinger, Gg. Michel.
Wilh. Schweickert, Val. Wacker, Georg Reimherr, Friedr. Hering, Fried.
Nicklas. Jakob Neff, Georg Keller, Leonhard Rexroth, Adam Mohr
und Johann David Volk. Sie wurden gleichzeitig zu
Ehrenmitglie=
dern der Erbacher Wehr ernannt „Gut Wehr!” — Karneval.
Der Karnevalverein „Ult”, Erbach, eröffnet den Reigen ſeiner
när=
riſchen Veranſtaltungen durch einen bunten Abend, der am Sonntag,
den 9. Februar, abends 8.11 Uhr, im großen Saal des „Schützenhof”
ſteigt. Die bekannten Büttenredner der Vorjahre haben ſich wieder
zur Verfügung geſtellt, und wird den Beſuchern Mutterwitz und
ge=
jünder Humor für angenehme Unterhaltung und Stärkung der
Lach=
muskeln ergiebig ſorgen. Zur Vervollſtändigung des Programms ſoll
noch ein ausſärtiger Künſtler engagiert werden, der ſich hier ſchon in
beſter Verfaſſung gezeigt hat.
b. Erbach i. O., 24. Jan. Vorgeſtern hielt der Obſt= und
Gartenbauverein, Ortsgruppe Erbach, eine Verſammlung bei
(Haſtwirt Keil „Zum Neckartor” ab. Der Vorſitzende, Rentamtmann
Steinert, teilte mit, daß die Landwirtſchaftskammer für Heſſen eine
fahrbare Spritze zur Schädlingsbekämpfung zur Verfügung geſtellt hat.
Mit dieſer und mit den beiden Rückenſpritzen, die im Eigentum der
Ortsgruppe ſich befinden, ſoll rechtzeitig eine intenſive
Schädlings=
bekämpfung, die tunlichſt die ganze Gemarkung Erbach umfaſſen ſoll,
in Angriff genommen werden. Die Verſammlung nimmt mit größtem
Intereſſe von den Mitteilungen und Vorſchlägen Kenntnis und gibt der
Landwirtſchaftskammer ihre Anerkennung kund. Lebhaft wurde
be=
dauert, daß man in Erbach trotz vielfacher Bemühungen noch nicht zu
einem Ortsſtatut kommen konnte, das wie z. B. im benachbarten Vad=
König die Schädlingsbekämpfung auf eine geſetzliche Baſis ſtellt. Nur
auf dieſe Weiſe iſt eine alles umfaſſende und wirkſame Bekämpfung auf
die Dauer möglich. Zur Durchführung der Schädlingsbekämpfung
wurde eine Kommiſſion gebildet, der die Beſchaffung der Spritzmittel,
die Werbetätigkeit und die Ausführung der Bekämpfung übertragen
wurde. Anmeldungen können bei dem Vorſitzenden Rentamtmann
Steinert oder bei Baumwärter Peter Lorz erfolgen. — Im Intereſſe
der Durchführung einer intenſiven Obſterzeugung, die allein in der
Lage iſt, unſere heutige Produktion, die bei weitem den Bedarf des
Inlandes nicht decke, zu ſteigern, ſoll mit der Umpfropfung der
Obſt=
bäume in der Gemarkung fortgefahren werden. Die Nachbehandlung
der im letzten Jahre umgepfropften Bäume wird eingehend beſprochen.
Die Umpfropfung der Bäume erfolgt ausnahmsweiſe mit von der
Land=
wirtſchaftskammer für Heſſen vorgeſchriebenen Sorten. Man geht
heute von der Erkenntnis aus, daß bei auf den Markt zu bringenden
Erzeugniſſen nicht viele Sorten den Ausſchlag geben, ſondern daß
ein=
zelne Sorten, die gute haltbare Ware darſtellen und durchgezüchtet ſind,
allein den Zweck erreichen, den man von allen Beſtrebungen zur Hebung
des Obſtbaues erhofft. Hoffentlich erkennt man in den Kreiſen der
Landwirtſchaft — hier beſonders unſerer Odenwälder Landwirtſchaft —
balb, daß ein intenſiver Obſtbau dann den erſehnten Gewinn bringen
wirb, wenn der deutſche Markt erobert iſt und die Einfuhr von Obſr
nus dem Auslande auf ein Bruchteil der heutigen Mengen geſunken iſt.
Wenn auch die Einfuhr in den erſten elf Monaten des letzten Jahres
gegen die gleiche Zeit des Vorjahres um ein weniges geſunken iſt, ſo
giör die Tatſache, daß imier noch für 412 500 000 RM. Obſt und
Süd=
früchte eingeführt werden mußten, Aufſchluß darüber, welch großen
Teile des deutſchen Volksvermögens durch die Einfuhr fremden Obſtes
jährlich verloren gehen, die dem deutſchen Bauer und damit der
Wirt=
ſehaft bei intenſiver Arbeit nach einiger Zeit erhalten bleiben könnten.
Eise lebhafte Ausſprache entſpinnt ſich über den Anbau einer
Apfel=
ſorte, die ſeither irrtümlich mit „Siqne Tilliſh” bezeichnet wurde, und
als zum Anbau für unſere Gegend beſonders geeignet, ſehr empfohlen
twirb. Es handelt ſich um einen Tafelapfel von beſonderer Haltbarkeit
und ſehr gutem Geſchmack. Es iſt jetzt einwandfrei feſtgeſtellt, daß es
ſieh um die vorgenannte Sorte nicſt handelt, daß es aber vermutlich
der „Gasgogner Roter Sämling” iſt. Ermittelungen, die zur endgül.
tigen Beſtimmung der Sorte fſihren, werden angeſtellt und deren Er
gebnis ſpäter bekanntgegeben. Bei dem K=eisobſtbauverein ſoll Antrug
auf baldige Einberufung einer Hauptverſammlung geſtellt werden. Am
Schluß der ſehr gut beſuchten Verſammlung wurden verſchiedene
Gartengeräte und Baumwaché verloſt.
Samstag, den 25. Januar 1930
Siraßenbericht
für die Woche vom 26. Jaunar bis 1. Februar 1930.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Keine Sperren gemeldet.
Sonſtige Straßen in Heſſen=
Lauterbach—Schlitz (Ortsdurchfahrt Schlitz) vom 13. bis 27. 1. ge
ſperrt. Umleitung: Salzſchlirf-Landenhauſen.
Heuchelheim—Atzbach und Heuchelheim-Kinzenbach (Ortsdurchfahet
Heuchelheim) vom 27. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Rod=
heim a. Bieber.
— Niedernhauſen, 24. Jan. Sonntag, den 26. ds. Mts., beginnend
abends um 8 Uhr, hält der hieſige Männergeſangverein „Eintracht”
ſeinen diesjährigen Vereinsball im Vereinslokal des Gaſtwirts
Gg. Philipp Röder ab.
— Lützelbach, 23. Jan. Der Kriegepverein Lützelbach=Neunkirchen
hält am kommenden Sonntag, den 26. Januar, abends beginnend,
ſei=
nen Jahresball ab.
— Reichelsheim i. O., 24. Jan. Am Samstag, den 25., und
Sonn=
tag, den 26. Januar, abends pünktlich 8 Uhr, veranſtalter die Freie
Turngemeinde im Vereinslokal „Zum Goldenen Hirſch” (bei Jakob
Weimar) einen Theaterabend Zur Aufführung kommt. Dort
unten in der Mühle”, Schauſpiel in 4 Akten von Hans Beckenbach.
Ag. Lindenfels, 24. Jan. Geſtern abend fand hier ſchon die
zweite Gemeinderatsſitzung ſtatt, die ebenfalls wieder
voll=
zählig beſucht war. Die Rechnung des Verſchönerungs= und
Verkehrs=
vereins E. V., ſowie deſſen alljährlicher Voranſchlag, wird der
Ge=
meindeverwaltung alljährlich zur Begutachtung vorgelegt. Bekanntlich
fließen vier Fünftel aller Einnahmen in die Kaſſe des Vereins, während
ein Fünftel in der Gemeindekaſſe verbleibt und dort wiederum für
Verkehrspflege Verwendung findet. Die Rechnung nebſt aller dazu
ge=
hörigen Belege war vorher ſchon von der Kommiſſion geprüft und für
richtig befunden worden. Wir hörten hierbei, daß das Schwimmbad
allein über 1679 RM. Einnahmen hatte. Es iſt dies ein
Einnahme=
poſten, an den früher niemand geglaubt hätte. Die Kurtaxe erbrachte
über 8665 RM. und mit anderen Einnahmen, wie Mitgliedsbeiträgen,
Veranſtaltungen uſw., ſind im Rechnungsjahr 1929 über 13 291 RM.
verbucht worden. Die Ausgaben belaufen ſich auf rund 16000 RM., ſo
daß rund 3000 RM. mehr verausgabt wurden. — Die
Sozialdemokra=
tiſche Fraktion ſtellt nunmehr durch ihren Gemeinderat Steinmann den
Antrag, daß bei Verteilung der Kommiſſionen ihr früheres Mitglied
bei der Kurkommiſſion wieder mitwirken wolle. Es ſtehe der Fraktion
in jeder Kommiſſion Sitz und Stimmrecht zu. Nach kurzer Ausſprache
wird der Punkt auf die nächſte Tagesordnung geſetzt. — Auf Antrag
von Gemeinderat Böhringer werden für die Folge die
Kurtaxe=
gelder direkt an die Gemeindekaſſe abgeführt. Seither ſind dieſe
Gelder durch die Bürgermeiſterei vereinnahmt worden, was aber § 171
der Landgemeindeordnung verſagt.
Cf. Birkenau, 24. Jan. Arbeitsloſigkeit. Die überaus
ſtarke Zunahme der Arbeitsloſigkeit im ganzen Reichsgebiet iſt auch hier
in erſchreckendem Maße fühlbar. Nach dem Stand der letzten
Aus=
zuhlungswoche ſind in der Gemeinde Birkenau 91
Arbeitsloſenunter=
ſtützungsempfänger, 26 Kriſenunterſtützungsempfänger und 69
Sonder=
fürſorgeempfänger, zuſammen 186 Arbeitsloſe vorhanden. Hinzu
kom=
men noch 12 ausgeſteuerte und von der Gemeinde unterſtützte
Arbeits=
loſe. Zur gleichen Zeit im Vorjahre betrug der Stand der
Arbeits=
loſen noch 130 Mann; während der Stand um die Jahreswende 1928/29
200 Mann betrug.
m. Beerfelden, 24. Jan. Wandererehrung. Die hieſige
Ortsgruppe des Odenwaldklubs verbindet mit ihrer erſten Wanderung
am kommenden Sonntag die Auszeichnung ihrer eifrigſten Wanderer
Nach Erledigung des Weges Hirſchhorner Höhe—Scheibengrund wird
Einkehr gehalten bei Klubmitglied Daub in Falken=Geſäß. Hier ſpielt
ſich in gemütlicher Runde das ab, was man ſonſt Dekorierungsfeſt
nennt. Ein Wanderbericht, Vorträge und ſonſtige —gende
Darbie=
tungen werden die gute Stimmung erhalten, und dabei werden die
Wanderluſtigſten die übliche Ehrung erfahren. Der Odenwaldklub hat
es ſtets verſtanden, ſeinen Mirgliedern genußreiche Stunden zu bereiten,
und ſo wird auch dieſe Veranſtaltung ſich den früheren gemeinſamen
Feiern würdig anſchließen. Zu dem Entſchluß, die Wandererehrung in
der angegebenen Weiſe zu begehen, haben die zurzeit beſtehenden
miß=
lichen Saalverhältniſſe am hieſigen Platze mitgewirkt.
WV. Heppenheim a. b. B., 24. Jan.
Stadtverordneten=
ſitzung. Unter dem Vorſitze des Herrn Bürgermeiſters und in
An=
weſenheit ſämtlicher Beigeordneten und aller 18 Stadträte fand die
erſte öffentliche Sitzung des Stadtrates ſtatt. Zunächſt erſtattete der
Bürgermeiſter Bericht über die vergangene Stadtratsperiode, um dann
nach einer Begrüßung die Einführung und Verpflichtung der
neu=
gewählten Stadtratsmitglieder vorzunehmen. Die Bildung der
ein=
zelnen Ausſchüſſe, Deputationen und Kommiſſionen ſchloß ſich an, wobei
die Vorſchläge, die von den Fraktionsführern in zwei Vorberatungen
gemacht wurden, angenommen wurden. Zu verſchiedenen Bauvorhaben,
die von den Vorſchriften des Ortsbauſtatuts abweichen, wurde Diſpens
erteilt. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung wurde vom Vorſitzenden
die Faſſung und Abſendung einer Reſolution an das Miniſterium
vor=
geſchlagen bezüglich der Veränderungen, die durch die Sparmaßnahmen
in Heſſen bevorſtehen. — Kreisausſchuß. Da die Wahl der
Provinzialausſchußmitglieder auf Samstag, den 8. Februar, anberaumt
worden iſt, wurde der Termin zur Wahl der Kreisausſchußmitglieder
auf Dienstag, den 11. Februar, vormittags 10.30 Uhr, verlegt.
Infanterie=Regiment 117. Die Vereinigung ehemaliger
117er beteiligt ſich am kommenden Sonntag, den 26. ds. Mts., an einer
Verſammlung der Ortsgruppe Bensheim bezüglich der
Wiederſehens=
feier am 5., 6. und 7. Juli ds. Js. In dieſer Verſammlung wird der
erſte Vorſitzende des Verbands, Herr Oberſtleutnant Henriei, anweſend
ſein. Die nächſte Verſammlung der hieſigen Ortsgruppe findet am
16. Februar ſtatt. — Geflügelzuchtverein Heppenheim.
Bei der Bundesausſtellung in Offenbach a. MM. konnten ſämtliche Tiere,
die von den hieſigen Mitgliedern des Kaninchen= und
Geflügelzucht=
vereins dorthin gebracht worden waren, mit Preiſen ausgezeichnet
werden.
Bb. Beusheim, 24. Jan. Auch in Beusheim hat der Verein für
das Deutſchtum im Ausland es ſeinen zahlreichen Mitgliedern
ermöglicht, aus dem Munde des Herrn Paters Dominikus Dietrich,
Prior des Praemonſtratenſer=Stifts Wilten bei Innsbruck, ſich
unter=
richten zu laſſen über die Not und Bedrückung, denen das
Deutſchtun=
in Südtirol jetzt durch die italieniſche Herrſchaft ausgeſetzt iſt. Eine
große Zuhörerſchaft füllte den Gartenſaal des Bahnhofshotels und
folgte gebannt und mit lebhaftem Intereſſe den erſchütternden
Aus=
führungen des Redners, der die Bedrängnis der Deutſchen Südtizols
in allen ihren Einzelheiten darzutun verſtand. Herr Oberſtudiendirektor
Kraemer leitete den Vortragsabend mit herzlichen Begrüßungsworten,
die er beſonders an den Herrn Prior richtete, ein und gab in kurzen
Zügen von der Tätigkeit des Vereins Kenntnis, er dankte auch nach dem
einſtündigen Vortrag dem Redner beſonders für ſeine Ausführungen.
Die Schüler der Oberklaſſe er Aufbauſchule umrahmten den Vortrag
durch den Geſang von Chören. — Kammermuſikabend. Frl.
Ida Biel, die hochgeſchätzte Pianiſtin, eine geborene Bensheimerin, jetzt
in Frankfurt a. M. am Hochſchen Konſervatorium als Lehrerin tätig,
wird am Sonntag, den 2. Februar, im Verein mit den beiden
Frank=
furter Konzertmeiſtern Franz Engert und Hermann Kraus im Saale
des Hotels „Deutſches Haus” hierſelbſt einen Kammermuſikabend
ver=
anſtalten, dem eine Muſikfolge unterlegt werden wird, die für jeden
Menſchen, den Kenner wie auch den Liebhaber eoler Muſik von hohem
Werte ſein wird. — Aufgeklärter Einbruchsdiebſtahl=
Gs iſt den Bemühungen der Polizei gelungen, in Biblis das Verſteck
eines Teiles jener Gegenſtände ausfindig zu machen, die hier aus einer
Villa der Gartenſtraße durch Einbruch entwendet wurden. Der
Haudt=
täter, ein gewiſſer Heinrich Zinſel aus Hochheim, wurde in Lorſch, wvo
er an einem weiteren Einbruch beteiligt war, feſtgenommen. —
Feſt=
nahme. Ein in Augsburg gebürtiger Gärtnergehilfe, der ſeit 192:
hier wohnhaft iſt, wurde feſtgenommen. Er entwendete bei
übernom=
menen Gartenarbeiten Sträucher und Bäume, die er wieder verkaufte
er ſoll auch Gelder, die ihm zum Ankauf übergeben wurden, für ſich
verſvendet haben. — Die Zahl der Exwerbsloſen iſt ohne
Hinzurechnung der Riedorte, welihe den Arbeitsämtern Mannbeim und
Worms zugeteilt ſind, zurzeit auf 2700 der Kontrolle des bieſigen
Au=
beitsamtes unterliegenden Arbeitsloſen geſtiegen. Von den
Ausgeſteueu=
ten beſ häftigr die Staötverwaltung liber 100 Mann mit Notſtands
arbeiten, ſo bei Holzfällungen, Wezeaufbeſſerungen und dergleichen,
wohei in erſter Linie diefenigen, die eine Familie zu erhalten und zu
ernähren haben, berückſichtigt werden. Man iſt ernſtlich bemüht, ſolveit
als irgend möglich iſt, die Nor von den Erwerbsloſen fernzuhalten.
Gernsheim, 24. Jan. Wafſerſtand des Rheins am
28. Jan. —0.11 Meter, am 24. Jan. —0,20 Meter, morgens 5.30 Uhr.
— Sirſchhorn. 24. Jan. Waſſerſtand des Neckars an
3. Januar 1,08 Meter, am 24. Januau 1,03. Meter, morgens 5.30 Uhr.
D. Biblis, 24. Jan. Generalverſammlung der
hieſi=
gen Turngemeinde. Zum Jahresabſchluß hatten ſich die
An=
hänger der Turngemeinde im „Weißen Löwen” zuſammengefunden. Nach
kurzer Begrüßung des 1. Vorſitzenden P. Dölger ging man zur
Tages=
ordnung über. Verſchiedene Punkte wurden zur Diskuſſion geſtellt;
darauf wurde nach dem Rechnungsbericht dem Kaſſenwart Müller nach
Prüfung durch die Turner Th. Reis und Ph. Seib Entlaſtung erteilt,
Hierauf trat der geſamte Vorſtand zurück, und Turner Seib übernahm
den proviſoriſchen Vorſitz. Die Neuwahl des Vorſtandes ergab
folgen=
des Reſultat: 1. Vorſ. P. Dölger; 2. Vorſ. Hch. Gansmann;
Schrift=
wart Dr. Max Dreyfus; Kaſſenwart J. Müller; Preſſewart Ph. Seib;
Ehrenturnwart H. Hebling; 1. Turnwart Joſ. Herbert; 2. Turnwart
Valent. Kunz; Sportwart Joſ. Wolf. Vertreter der aktiven Turner:
Nik. Wachtel und Gg. Dörr. Vertreter der paſſipen Turner: Valent.
Müller und Gg. Helbrich. Zeugwarte wurden Barth. Reis und Rud.
Kunz. Die Turnſtunden wurden für Turner und Zöglinge nach beſtem
Ermeſſen feſtgelegt. Es wäre zu wünſchen, daß der Turnbetrieb, wenn
auch langſam, ſo doch ſtetig vorwärts geht. Vor allem wird Wert auf
Ordnung und Pünktlichkeit der Turner gelegt werden. Nach lebhafter
Diskuſſion über Punkt Verſchiedenes wurde die Verſammlung geſchloſſen.
Bm. Hofheim (Ried), 24. Jan. Weggang unſeres
Rek=
tors. Herr Rettor Wilhelm Seum varläßt anfangs Februar ſein ihm
liebgewordenes Arbeitsfeld, um nach dem benachbarten Worms=
Hoch=
heim überzuſiedeln. Herr Rertor Seum kam als 25jähriger
Schulver=
walter an die hieſige evangeliſche Volksſchule (im Jahre 1890). Zwei
Jahre ſpäter wunde er als Lehrer angeſtellt und hat ſich hier
ver=
heiratet. Seine reiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Volks= und
Fort=
bildungsſchule gereichte einer großen Anzahl der Einwohner zum Segen
und mancher heute in guter Stellung befindlicher Bürger verdankt ihm
ſein Fortkommen. Infolge rheumatiſcher Erkrankung wurde er ab
20. ds. Mts. beurlaubt urd erſolgt wegen Erreichung der Altersgrenze
(65 Jahre) am 1. Mai ſeine endgültige Ruheſtandsverſetzung. Main
wird ſeitens der Schule dem ſcheidenden Rektor eine Abſchiedsfeier
ver=
anſtalten.
WSV. Erfelden (Kreis Groß=Gerau), 23. Jan. Mit Kanvuen
auf Entenjagd am Naturſchutzpark. Seit einigen Tagen
beobachtet man hier einen Angehörigen der Beſatzung, der auf einem
Kahn den Altrhein, an den Ufern des Narurſchutzparkes der Jnſel
Kühropf, befährt und auf Enten Jagd qnacht. Vielleicht iſt die
Aus=
übung des Jagdrechtes hier nicht zu verhindern; die Art jodoch, wie
es ausgeübt wvird, iſt verwerflich. In dem Kahn iſt eine kleinkalibrige
Kanone montiert, die der Jäger mit Pulper und Schrot ſtopft, um aus
einer Entfernung von etwa 200 Meter auf die Entengruppe zu feuern.
Der ſo entſtehende Maſſenmord hat uatürlich nicht nur zur Folge, daß
eine Anzahl der Enten ſvirklich und mit einemmal getötet werden,
fon=
dern ſchlimm iſt auch, daß viele Tiere angeſchoſſen werden und ſpäter
umkomien.
Ck. Eroß=Gerau, 24. Jan. Holzverſteigerungen. Am
Samstag, den 25. Januar, vormittags, wird im „Adler” zu Groß=Geran
vom Hefſiſchen Forſtamt Groß=Gerau aus dem Oberwald Nutz= und
Brennholz verſteigert. — Die Bürgermeiſterei Groß=Gerau läßt am
Montag, den 27. Januar, vormittags 9,30 Uhr, im gleichen Lokal aus
dem Stadtwald Eichen=, Buchen= und Kiefernſtämme verſteigern. —
Generalverſammlungen. Die Sport= und Sängervereinigimg
e. V. Groß=Gerau hält am Sonntag, den 2. Februar, in ihrem
Eigen=
heim ihre Generalverſammlung ab. — Der Biochemiſche Verein Groß
Gerau hat ſeine Generalverſammlung am Samstag, den 25. Januar,
in ſeinem Vereinslokal Ploch. — Der Odenwaldverein Groß=
Gerau änderte in ſeiner Generalverſammlung ſeine Satzungen dahin,
daß auch Nicht=Landsleute, die Intereſſe am Wandern haben, als
Mit=
glieder aufgenommen werden können. — Das Finanzamt Groß=
Geran gibt bekannt, daß die Einreichung von Belegen üiber den
Steuer=
abzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1929 bis ſpäteſtens zum
15. Februar 1930 erfolgen muß.
K. Zellhauſen, 24. Jan. Gemeinderatsſitzung. Das
Kreis=
amt ſtellre an die Gemeinde das Erſuchen, ein neues Spritzenhaus zu
erbnuen oder das alte zu erweitern. Die Baukommiſſion wurde durich
den Gemeinderat beauftragt, entſprechende Vorſchläge auszuarbeiten
Als Wahlmänner für die Kirchenvorſtandswahl wurden mit je acht
Stimm m die Gemeinderatsmitglieder Aloys Diſſer, J. A. Wießmann
und J. K. Simon gewählt. Der Fa. Rieth u. Kopp wurden auf deren
Antuag die Gewerbeſteuern um je 100 Mark dro Ziel herabgeſetzt. Der
Manlwurfsfang ſoll an Wenigſtnehmenden vergeben werden. Der
An=
trag des Erwerbsloſenaneſchuſſes um Aufnahme eines Veatreters der
Etwerbsloſen in die Fürſorgekommiſſion wurde abgelehnt. Die zweite
Rate der Winterbeihilfe ſoll am 15. Februar zur Auszahlung kommen.
Die Ausgeſtenerten ſollen dier Tage in der Woche an der
Erweite=
rung der Gemeindeweidenkultur beſchäftigt werden. Die Verrechnung
dieſer Ausgaben ſoll im Rechnungsjahr 1930 vorgenommen wverden.
. Offenbach, 21. Jan. In der Januarverſammlung der Deutſchen
(liberalen) Volkspartei ſprach Stadtratsmitglied Becker über „
Beſtrebun=
nen zur Verminderung der Parteien”. Eingangs ſeines Vortrags er
innerte der Redner daran, daß der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete
von Kardorff ſchon längere Zeit bemüht ſei, durch Wort und Schrift zur
Parteivereinfachung und Parteiverminderung beizutragen. In den letzten
Monaten machte der Aufruf eines Rheinländers viel von ſich reden, der
allen Ernſtes vorſchlug, ein Volksentſcheid ſolle feſtlegen, wieviel
Par=
teien künftig zuzulaſſen ſeien. Er dachte an eine Reihte (Konſervative),
die Mitte (Staatspartei) und die Linke (Sozialiſten). Sollten fünf
Par=
teien gewünſcht werden, ſo ſei noch eine undikale Reihte und eine
eben=
ſolche Linke anzugliedern. In der Staatspartei hätten Deutſche
Volfs=
partei und Demokraten, das Zentrum und auch Teile der
Deutſchnatio=
nalen und der Sozialdemokratie aufzugehen. Lehne das Zentrum ab.
ſo hätte auch eine Evangeliſihe Partei Daſeinsbe echtigung. Ohne die
Zuſtimmung der Sozialdemokratie und des Zentrums ſei ein ſolcher
Volksentſcheid heute allerdings zum Scheitern verurteilt. Komme (s
aber auch nicht zum Volksentſcheid, ſo habe ſich doch mancher brathönre
Gedanke aus den Erörterungen herausgeſchält. Da ſei vor allen Dingen
der Vorſchlag, in der Volksvertretung keine Partei zuzulaſſen, die bei
der Wahl nicht mindeſtens ein Zehutel der abgegebenen Stimmen auf
ſich vereinigt habe. Vor der Wahl müſſe, ſchon jede Partei angeben,
wem ihre Stimmen zuzurechnen ſeien, wenn ſie die Mindeſtzahl an
Wäh=
lern nicht auf ſich dereinige. In der Ausſprache wurde betont, daß fi
der amtliche Stimmzettel und das Verhältniswahlrecht zweifellos
be=
währt hätten. Er habe jede Partei an jeden Wähler herangebracht. Der
koſtenloſe Stimmzettel maihe den Parteien aber auch keine Mühe, und
in der Koſtenfreiheit und in der Entbindung von jeder Verteilungsarbeit
ſcheine der große Anreiz zum Aufmachen neuer Splitterparteien zu
liegen. Mancher klage über Parteizerſplitterung und helfe gleihzeitig,
eine weitere Partei aus der Taufe zu heben. Der Staat ſolle vor allem
die Unentgeltlichkeit des amtlichen Stimmzettels abſchaffen und ſämtlihe
Wahlunkoſten zu gleichen Teilen auf alle Parteien verteilen, dazu das
Wahlalter wieder auf 25 Jahre erhöhen. Oeſterreich ſei bereits wieder
auf 21 Jahre gegangen. Der Schriftführer maehte ſodann noch die Mit
teilung, daß am 10. Februar üiber die „Reichsgemeinſchaft junger Volks
parteiler” geſprochen werde. Ein Film, die Fahrt Graf
Zeppelin=
um die Erde darſtellend, werde im Auftrage der Partei im März laufen
iheinheſſen.
Mainz, 24. Jan. Die Reichsgemeinſchaft jungs=
Volkspaxteiler, Guuppe Mainz, hält am 30. Januar im
Reſtaurant „Bürgerhof” Mainz einen Werbeabend ab. Es ſpricht
Rechts=
anwalt Du. Mattern=Darmſtadt über Werden, Wollen
und Wieken der R. i. V.‟ — Der preußiſche kommuniſtiſche
Ab=
geordnete Müller, der bei den Unruhen in Worms verhaftet worden
und ins Landgerichtsgefängnis Mainz eingeliefert worden war, iſt gegen
Stellung einer Kaution auf freien Fuß geſetzt worden. — Ein
16jähriger Schloſſerlehrling beſtieg in Mainz eine
Auto=
droſchke zu einer längeren auswärtigen Fahrt. Bei der Rüickkehr in
Mainz geſtand der jugendliche Fahrgaſt dem Chauffenr, daß er ohne
Barmittel ſei und den Fahrpreis nicht bezahlen könne. Es erfolgte
Au=
zeige bei der Polizei, die den Jungen feſtnahm. — Bei Nierſtein ſprang
abends der Heizer eines dort ankernden Schiffes in den Rhein und e
trank, ehe man ihn retten konute. — Die „Kommiſſion für
die Beiträge zur Geſchichte der Stadt Mainz” hat zwei
neue wiſſenſchaftliche Werke veröffentlicht. Es handelt ſich um
Stadtauf=
nahmen von 1568 und 1594, von 1657 und 1687, d. h. die Beſchreibung
der Gebänlichkeiten und die Verzeichniſſe ihrer Eigentümer, die in den
bezeichneten Jahren bei Durchſoanderung der Straßen und Gaſſen von
iner Kommiſſion aufgeſchrieben wurden. Zweifellos bilden die jetzt
int überſichtlicher Anordnung gedruckt vorliegenden und damit allgemein
benutzbaren Stadtaufnahmen einen Markſtein in der Mainzer Geſchichte
uud dürfen als eine außerordentlich wichtige Quellensublikation auge
brochen werden. Bei der Bearbeitung hat ſich der Mainzer Forſih
f. Dr. Schrohe große Verdienſte erivorbei
Wafferſtandsuachrichten vom 24. Januar 1930. Rhein;
n. 0,75, Kehl 2,02. Maxan 3,84, Mannheim 2 72, Mainz 0.55, Bingen
71. Caub 1.,84, Köln 2,11 Meter. — Main; Schweinfurt 1,I
(rzhury 1.12, Lohr 1.50, Groß=Steinheim 2,36, Frankfurt 2,30,
Koſt=
im Staatspegel 0,19, dto. Waſſertiefe 2,18., dto. Fahrtiefe 1,88 Meter.
Seite 8
Das Erdbeben in Lahngegend.
Frankfurt a. M. Wie uns das
Meteoro=
logiſch=Geophyſikaliſche Juſtitut in Frankfurt a. M.
mitteilt, wwerden von ihm alle Nachrichten aus dem
Bezirk, wvo das Erdbeben verſpürt wurde,
geſam=
melt, um einer eingehenden Arbeit unterzogen zu
werden. Allgemein läßt ſich ſagen, daß ſolche kleinen
Beben häufiger in Zonen ſtattfinden, wo
Gebirgs=
maſſibe an Niederungen augrenzen, wie es die
Main=
ebene gegen den Taunus tut. Sie beruhen auf den
Bewegungen, die längs der großen Abbrüche, mit
denen ſich die Gebirge gegen die Niederungen
ab=
ſetzen, noch ſtattfinden. Daß hier am Südrand des
Taunus eine Reihe ſolcher Brüche durchgehen,
be=
weiſen auch die vielen heißen Quellen in den
ver=
ſchiedenen Badeorten Im allgemeinen erreichen dieſe
Beben aber nirgends eine Stärke, die gefährlich
werden könnte.
Feſtnahme eines Hochſtaplers.
Auch in Frankfurt Geſchädigte?
An der öſterreichiſchen Grenze iſt, wie die
Mün=
chener Polizei mitteilt, ein Hochſtapler verhaftet
worden, der in vielen Städten Süddeutſchlands
zahl=
reiche Leute um teilweiſe erhebliche Beträge
ge=
ſchädigt hat. Der Gauner ſchwindelte den Leuten
vor, daß ſie eine Erbſchaft in Höhe von 75 000 RM.
von einem verſtorbenen Vewvandten zu erhalten
hätten. Dabei legte er einen Wechſel einer
Bank=
firua aus Berlin über 75 000 RM. und amtliche
Schriftſtücke vor, die natürlich, ebenſo wvie der
Wech=
ſel, gefälſcht waren. Er forderte dann als „
Ueber=
mittlungsgebühr” Beträge von 70 bis 80 Mark, die
ihm auch von einzelnen Leuten ausbezahlt wurden.
Er ſoll dieſe Schwindeleien in Frankfurt a. M.,
Nürnberg, Stuttgart, Augsburg, Ulm, München und
anderen Städten ausgeübt haben. Ueber ſeine
Per=
ſonalien konnte noch nichts Genaues feſtgeſtellt
wver=
den; es ſoll ſich um einen Ausländer, vermutlich
Jugoſlawvier, handeln.
Rrn 2
Samstag, den 25. Januar 1930
Der deutſche Dampfer „Monke Cervankes” auf Felſen gelaufen.
Das deutſche Paſſagierſchiff „Monte Cervantes”.
Paſſagiere und Mannſchaft der geſcheiterten
„Monte Cervantes” gerettet.
New York. Ueber Buenos Aires wird
ge=
meldet: Während eine frühere Meldung die
Schwie=
rigkeiten betonte, die ſich der Feſtſtellung
entgegen=
ſtellten, ob alle Paſſagiere und Angehörige der
Be=
ſatzung des geſcheiterten Motorſchiffes „Monte
Cer=
vantes”, gerettet wären, und hinzufügte, daß der
Transporter „Vicente Lopez” die Beagle=Bucht auf
der Suche nach verlorenen Rettungsbooten
durch=
kreuze, gibt das argentiniſche Marineamt nunmehr
eine Meldung der Marineſtation Uſhugia bekannt,
daß ſämtliche Paſſagiere und die Mannſchaft der
„Monte Cervandes” gerettet ſind.
Die Strandung der „Monte Cervantes”.
Hamburg. Ueber die Uvſache der Strandung
des Motorſchiffes „Monte Cerwantes” liegen bei der
Reederei in Hamburg beſtimmte Nachrichten noch
nicht vor. An Bord des Schiffes befanden ſich
zur=
zeit des Unfalles drei ortskundige Lotſen, die dem
Kapitän zur Führung beigegeben waren. Die
Aus=
ſetzung der Paſſagiere in die Boote ging in
voll=
kommener Ruhe und Ordnung vor ſich.
der Leiter des Leonhard Tieß=Konzerns
Generaldirektor Alfred Leonhard Tietz,
der Leiter des bekannten weſtdeutſchen
Waren=
haus=Konzerns Leonhard Tietz, wurde anläßlich
des 50jährigen Geſchäftsjubiläums ſeiner Firma
von der Univerſität Köln zum Dr. h. c. ernannt.
Der deutſche Höhenflugrekord bleibt beſtehen.
Paris. Der Franzöſiſche Aevoklub hat den
franzöſiſchen Höhenrekond, den der Flieger
Le=
moigne aufgeſtellt hat, beſtätigt. Er erreichte 11 797
Meter. Der Weltrekord des deutfchen Fliegers
Neuenhofen mit 12 789 Metern iſt demnach nicht
geſchlagen worden.
Skelette deutſcher Soldaten bei Reims
gefunden.
Die Gründer:
Der heutige Leiter:
Werner v. Siemens, Heinrich v. Stephan, Prof. Dr. Karl W. Wagner,
der große Phyſiker und der Generalpoſtdirektor der Leiter des Heinrich=
Ingenieur.
des deutſchen Poſtweſens. Hertz=Inſtituts für
Schwin=
gungsforſchung.
In dieſen Tagen begeht der Elektrotechniſche Verein in Berlin die Feier ſeines fünfzigjährigen
Beſtehens. Er entſtand in jener Zeit, in der die junge Elektrotechnik ihren erſten großen
Auf=
ſchwung nahm. Weittragende Probleme wurden von den hervorragendſten deutſchen Gelehrten,
Erfindern und Induſtriellen hier zum erſten Male beſprochen und von hier aus in die Tat umgeſetzt.
Gemeine Myſtifizierung.
Die Familie des europäiſchen Generaldirektors
der Fox=Filmgeſellſchaft Julius Außenberg wäre, wie
die „B. Z3.” meldet, beinahe das Opfer eines
über=
aus gemeinen Schurkentricks gewvorden. Herr
Außen=
berg war am Dienstag nach Bremerhaben gereiſt,
um ſich mit der „Bremen” nach New York
einzuſchif=
fen. Da rief vorgeſtern plötzlich jemand bei Frau
Außenberg an, der ſich als Beauftragter des Nordd.
Lloyd ausgab und ihr mitteilte, daß ihr Gatte einem
ſchweren Schlaganfall erlitten habe und noch vor
Be=
treten des Schiffes in ein Sanatorium in Bremen
gebracht werden mußte. Frau Außenberg war eben
im Begriff, mit ihren Kindern in entſetzlicher
Auf=
regung nach Bremen zu reiſen, als zum Glück einem
Freunde des Hauſes Zweifel aufſtiegen. Er ſetzte ſich
auf radiotelegraphiſchem Wege mit der bereits auf
hoher See befindlichen „Bremen” in Verbindung,
mit dem Erfolg, daß der ſchwer krank geſagte
Direktor Außenberg ſelbſt ſich erſtaunt und bei beſte=
Geſundheit am Apparat meldete. Es kann keinem
Zweifel unterliegen, daß von dem Urheber des
ſchändlichen Bubenſtreiches ein Racheakt oder ein
Einbruch in die Außenbeugſche Villa nach der
Ab=
reife der Angehörigen beabſichtigt war.
Die Droſchke des „Eiſernen Guſtav”
ver=
brannt.
Berlin. Die Droſchke, mit der der
Droſchken=
kutſcher Guſtav Hartmann, der „Eiſerne Guſtov”,
ſeinerzeit die berühmte Fernfahrt Berlin-Paris—
Berlin unternommen hatte, iſt geſtern nacht bei
einem Schadenfeuer auf dem Grundſtück Hartmanns
in Wannſee in der Wagenremiſe verbrannt.
Ozeanflug bolivianiſcher Flieger.
Deſſau. Die beiden bolivianiſchen
Flieger=
offiziere Luizaga und Vazquez ſind Freitag
vormit=
tag hier um 10.50 Uhr mit ihrer Junkers=Maſchine
vom Brementyp zu dem beabſichtigten Etappenflug
über den Ozean geſtartet. Die Bolivianer fliegen
zunächſt nach Paris. Bis dahin werden ſie vom
Junkerspiloten Kneer begleitet. Von Afrika aus wird
der Ozean überflogen werden.
Gerichtliches Nachſpiel zur Schlagwetter=
Kataſtrophe in Nieder=Hermsdorf.
Waldenburg. Die ſchwere
Schlagwetter=
kataſtrophe vom 29 Juli 1929 im Schweſternſchacht
der „Glückhilf=Friedens=Hoffnungs Grube”, in
Nie=
derhermsdorf, bei der 33 Bergleute den Tod fanden
und zwei ſchwer verlitzt wurden, wird nunmehr ein
gerichtliches Nachſpiel finden. Gegen den Leiter und
den Betriebsführer der Grube wird Anklage
erho=
ben. Ferner werden ſieben weitere Angeſtellte
ange=
klagt. Die Anklage ſelbſt wird auf ſahrläſſige
Tö=
tung, im Zuſammenhang mit Vergehen und
Ueber=
tretungen der bergpolizeilichen Beſtimmungen lauten.
Der Dinkelſcherbener Prozeß,
Augsburg. Am 5. Verhandlungstage wegen
des Dinkelſcherbener Eiſenbahnurglücks wurde
zu=
erſt Oberregierungsrat Schmidt vernommen, der u.
a. angab, daß ein Stellwerk von der Art des
Un=
glücksſtellwerks im ganzen Beßirk nicht mehr zu
fin=
den ſei. Der Zeuge Dr. Frey, Vorſtand des
Be=
triebsamts Neu=UUlm, gibt Auskunft über das von
hm eingeführte Meldeſyſtem zwiſchen dem Stellwerk
und der Station Dinkelſcherben, das aufgenommen
wurde, um einem techniſchen Mangel des Apparates
entgegenzuarbeiten. Bei der Betriebsübengabe hätten
ſich keinerlei Unregelmäßigkeiten gezeigt.. Der Zeuge
Rechtsanſwalt Hirſchberg macht die wichtige
Feſtſtel=
lung, daß ſich in den Fahrdienſtvorſchriften inſofern
eine Lücke befinde, als aus ihnen nicht klar
erſicht=
lich ſei, von wem aus die Initiative zur Freigabe
der Fahrſtraße zu gehen habe.
Schweres Autvunglück.
Neuſtadt (Schwarzwald). Infolge ſtarken
Ne=
bels iſt abends der Kraftwagen eines Metzgermeiſters
eine Böſchung hinuntergeſtürzt. Dabei wurde der
Metzgermeiſter ſchwer verletzt, ſein Mitfahrer getötet.
Eine Zugentgleiſung im Saargrenzgebiet.
Saarbrücken. Die Lokomotibe eines von
Völklingen kommenden Kohlenzuges, der für das
Hüttenwerk Hagendingen beſtimt war, entgleiſte
beim Paſſieren einer Weiche an der
Bahnunterfüh=
rung nach Metz. Die Lokomotive rollte längere Zeit
auf dem Schotter, bis ſie zum Halten kam. Die
Kohlenwagen, etwa eine Million Kilogramm,
drück=
ten den leichten Pachwagen mit einer ſolchen Wucht
gegen den Anhänger, daß ſeine Trümmer gegen den
Brückenbogen geſchleudert wurden. Der Zugführer,
der ſich im Packwagen befand, wurde durch die Decke
des Wagens auf den Tender der Lokomotiwe
ge=
ſchleudert. Er erlitt glücklicherweiſe nur leichte
Ver=
letzungen. Der Materialſchaden iſt bedeutend.
In die Hochſpannung geraten und getötet.
Wien. Auf dem Bahnhof von Salzburg
ereig=
nete ſich ein gräßlicher Unglücksfall. Ein
Lockomotw=
führer kam, als er das Dach der Lokomotive beſtieg,
der Hochſpannungsleitung zu nahe, geriet in den
Stromkreis und ſtürzte brennend herab. Als die
Aerzte zur Stelle waren, konnten ſie nur noch den
Tod des Mannes feſtſtellen.
Falſche Dollarnoten auch in der Schweiz.
Baſel. Laut Erkundigungen der „N.=3.” bei
einer Baſeler Großbank ſtellte ſich heraus, daß dieſe
bereits ſeit geraumer Zeit von den in Umlauf
befind=
lichen gefälſchten Dollarnoten Kenntnis hatte, und
daß beiſpielsweiſe die erwähnte Großbank eine ganze
Menge derartiger gefälſchter Noten erhalten und
weitergeleitet hat. Erſt während des letzten
Donners=
tag ſind derartige Falſchnoten feſtgeſtellt worden.
Eine Stadt in Konkurs.
In der letzten Stadtverordnetenberſammlung
von Gräfenhainichen wurde, laut einer
Leip=
ziger Meldung des „L.=A.”, beſchloſſen, den Etat
für 1929 abzulehnen und das Konkursverfahren über
die Stadt zu beantragen. Ein Antrag, die
Selbſt=
verwaltung der ſtädtiſchen Betriebe aufzulöſen, wurde
gleichfalls angenommen. Außerdem wurde
beſchloſ=
ſen, die Beſoldungsordnung aufzuheben und mit
Rüchſicht auf die Finanzlage der Stadt eine
Neuein=
ſtufung vorzunehmen.
„Medizin=Pillen” aus Ton.
Großes Schwindelunternehmen im Weſterwald.
Vallendar. Drei junge Burſchen von hier
haben in einer Reihe von Weſterwalddörfern ſich
als Aerzte ausgegeben und zahlreiche Perſonen auf
alle möglichen Beſchwerden hin behandelt. Für die
einzelne „Konſultation” nahmen die Schwindler
Be=
träge von 1.80 bis 4.00 RM. und verſchrieben den
„Kranken” Pillen, die zu einem erheblichen Betrag
von einem angeblichen Apotheker in Koblenz
vertrie=
ben wwurden. Wie feſtgeſtellt wurde, waren die
Pil=
len aus Ton hergeſtellt und mit einer
Schokolade=
maſſe überzogen. Viele „Patienten” wurden nach
dem Einnehmen der Pillen wirklich krank und
muß=
ten ſchleunigſt die Hilfe eines richtigen Arztes in
Anſpruch nehmen. Die Pillen wurden gegen
Nach=
nahme verſandt. Die Schwindler ſcheinen ein recht
gutes Geſchäft gemacht zu haben.
Rieſenſchiebungen auf dem Zollamt Packhof.
Berlin. Auf dem größten Berliner Zollamt
Packhof hat der Zollexpedient Gerhard Hackbart
ge=
meinſam mit dem Walter v. Komorowſki ſeit
meh=
veren Jahren das Seidenhaus Michels um etwa
60 000 RM. und die Speditionsfirma Gerhard u.
Hey um 30000 RM. geſchädigt. Da Hackbart jede
Verfehlung beſtritt, wunde er in Unterſuchungshaft
genommen. Von Komorowſki geſtand, gemeinſam
mit Hackbart die Betrügereien verübt zu haben.
Dar=
auf gab Reichtsanwalt Mendel im Auftrage von
Hackbart den Tatbeſtand zu. Da Hackbart ſchwer
lungenleidend iſt, wurde er gegen Kaution aus der
Haft entlaſſen. Der zweite Angeſchuldigte, der
ur=
ſprünglich auch in Haft genommen worden war,
wurde nach einigen Monaten ebenfalls aus dem
Ge=
fängnis entlaſſen,
42 000 Mark für einen Zinnkrug.
50 Jahre Elektrokechniſcher Verein.
Ein Zinnkrug mit figürlichen Darſtellungen
uus dem 15. Jahrhundert wurde auf einer
Ber=
ner Auktion für den Rekordpreis von 42 550
Mark an einen Stuttgarter Sammler verkauft.
dies iſt der höchſte Preis, der in den letzten
Jahrzehnten für ein Zinnſtück bezahlt wurde.
Paris. Bei Feldarbeiten in der Näche bon
Exermont bei Reims wurden die Skelette wehrerer
deutſcher Soldaten gefunden, die beim Rückzug 1918
gefallen ſind.
14 Jahre Zuchthaus für Hatry.
London. In dem Prozeß gegen Hatry und
Genoſſen wurde heute unter größter Spannung
der Oeffentlichkeit das Urteil verkündet. Die
Angeklagten wurden der Fälſchung und des
Be=
truges für ſchuldig befunden und zu ſchweren
Zuchthausſtrafen verurteilt.
Hatry erhielt insgeſamt 14 Jahre Zuchthaus.
die Mitangeklagten Daniels 7 Jahre. Dixon
5 Jahre und Tabor 3 Jahre Zuchthaus. Vor
Verkündung des Urteils hatten ſämtliche
Ange=
klagte zur größten Ueberraſchung der
Anweſen=
den ihre Anträge auf Freiſpruch zurückgezogen.
Bei der Beantragung des Urteils erklarte der
Generalſtaatsanwalt, daß die vier Angeklagten
über den gewaltigen Umfang ihrer Betrügereien
hinaus dem Vertrauen der Oeffentlichkeit einen
ſchweren Stoß verſetzt und den Bemühungen zur
Wiederherſtellung der engliſchen Proſperität
un=
erhörten Schaden zugefügt hätten. Obwohl als
Urheber der großen Fälſchungen der nach Italien
geflüchtete Direktor Gialdini betrachtet werden
müſſe, hätten Hatry und die Mitangeklagten ſich
ſpäter in hohem Maße an den betrügeriſchen
Manipulationen beteiligt.
Die Stadt Chieago vor dem Bankerott.
New York. Nach engliſchen
Blättermel=
dungen ſteht die amerikaniſche Großſtadt Chicagv vor
dem Bankerott. Die ſtädtiſchen Haſſen ſind
vollkom=
men leer. Die Beſoldung der Polizei und der
Feuerwehr iſt gefährdet. In zahlreichen Schulen
ſind die Lehrer ſeit einem Monat ohne Gehälter
geblieben. Die Schulden der Stadt ſollen rieſenhafte
Ausmaße haben. Dies iſt vor allem auf die
rück=
ſichtsloſe Finanzpolitik der letzten Jahre
zurückzu=
führen. Die Lage wird als ſo ernſt bezeichnet, daß
ohne finanzielle Hilfsmaßwahmen in der allernächſten
Zeit mit einer Schließung der Krankenanſtalten und
Pflegeheime zu rechnen iſt.
Neuer Entdeckungsflug Byrds.
New Yoxk. Admiral Byrd hat einen neuen
Flug ausgeführt, um die Ausdehnung der Felſen
iber der Eisbarriere der Discoverybucht näher zu
erforſchen und nach dem viele Meilen ſüdlich des
Randes der großen Eisbarriere vermuteten neuen
Land Ausſchau zu halten. Infolge der Blockierung
der „City of New York” mußte der Forſcher für
dieſes Jahr auf dem Plan verzichten, das Land
ſüd=
lich der Discoverybucht zu entdecken.
Der Bruder des Sowietkommiſſars
Litwinoff als Wechſelfälſcher vor den
Pariſer Richkern.
Savelli Litwinoff auf der Anklagebank.
Savelli Litwinoff, der Bruder des
Sowjetkom=
miſſars Litwinoff, ſteht vor den Pariſer
Rich=
tern unter der Anklage, in Höhe von 25
Mil=
lionen Francs falſche Wechſel ausgeſtellt zu
haben, die auf die ruſſiſche Handelsvertretung in
Berlin lauteten.
Samstag, den 25. Januar 1930
Nummer 25
Seite 9
Auf neuen chineſiſchen Straßen.
Von Prof. Dr. Wilhelm Schüler.
China iſt bekauntlich noch ſehr arm an Eiſenbahnen. Dazu
entfallen von ſeinen rund 15 000 Kilometer etwa die Hälfte
al=
lein auf die Mandſchurei. Indes iſt für dieſen Mangel im Laufe
der letzten 10 Jahre ein teilweiſer Erſatz durch die Autoſtraßen
geſchaffen worden. Ueber ihren Umfang kann man ſich durch
die von den Poſtverwaltungen der einzelnen Provinzen
heraus=
gegebenen Karten orientieren; auch ſind ſie in den neueſten
chine=
ſiſchen Atlanten eingezeichnet. In beiden Fällen jedoch nicht mit
der wünſchenswerten Zuverläſſigkeit. Teils beſteht ſchon mehr,
als es danach erſcheint, teils ſind Projekte bereits als Wirklichkeit
genommen, oder es ſind auch Straßen ſchon wieder verfallen.
Denn man darf den Zuſtand dieſer Straßen nicht an dem der
weſtländiſchen meſſen. Einen ſoliden Unterbau findet man in
den ſeltenſten Fällen. Meiſt handelt es ſich nur um aufgehäufte,
feſtgeſtampfte, wohl mit etwas Steinſchlag belegte breite
Land=
wege. Da graben ſich denn auch die Rillen der Räder merklich
in die Straßen ein, und wie der Fußgänger bei Regenwetter die
trockenen, ſo muß der Fahrer ſich die jeweils ebenen Stellen
aus=
ſuchen. Desgleichen gibt es nur wenige wirkliche Brücken. Es
handelt ſich ja auch bei den chineſiſchen Flüſſen, zumal denen
des Nordens — von den ganz großen abgeſehen — für den
größ=
ten Teil des Jahres lediglich um rieſig breite Sandbetten, durch
die nur ein ſchmales Rinnſal fließt. So beſtehen denn auch die
Brücken z. T. nur darin, daß man einen gepflaſterten Weg durch
das Flußbett geführt hat, oder es ſind klappernde Holzbohlen
auf zahlreiche niedrige Pfeiler gelegt. Die Regenzeit bedeutet
unter dieſen Umſtänden in vielen Bezirken völlige Einſtellung
des Verkehrs. Im Gebirgsland, wo wirkliche Schluchten zu
über=
winden ſind, hat man natürlich ſolider bauen müſſen. Auch auf
anderen Wegen ſieht man die Arbeit an beſſeren Brücken im
Gang; wenigſtens da, wo es ſich um kurze, aber tiefe
Zwiſchen=
räume handelt. Einſtweilen fährt da das Auto noch mit tollem
Kopſſturz in die Tiefe, wenn es nicht einen weiteren Umweg
ein=
fach in das Ackerland hinein macht.
Die Straßen laufen, wenn es das Terrain irgendwie
zu=
läßt, ſchnurgerade durch die Landſchaft, ſelbſt durch Gräberfelder.
Ortſchaften, auch Städte, bleiben mit wenigen Ausnahmen
ab=
ſeits liegen; natürlich ſo, daß ſie von der Autohalteſtelle aus noch
leicht erreichbar ſind. Kein anderer Wagenverkehr iſt auf den
neuen Straßen geſtattet; nur Rikſchas dürfen ſie außer
Fuß=
gängern benutzen. Ein Vergnügen iſt das Autofahren bei dem
Zuſtand ſowohl der Wege als der Wagen nicht. Man muß
mög=
lichſt die Strecke vor ſich ſelbſt im Auge behalten, um durch die
Sprünge des Autos nicht zu unangenehm berührt zu werden.
Ein ſolcher Sprung erfolgt ſchon bei jedem der zahlreichen
Ueber=
gänge von Landwegen; denn die ſcharfen Karrenräder des
Land=
manns haben ſich tief in die weiche Erde eingegraben. Es
emp=
fiehlt ſich, eine gute Kopfbedeckung zum Schutz zu haben. Hatten
wir doch einmal einen durch das Auffliegen an die hölzerne
Kante der Wagendecke regelrecht mit langem Riß der Kopfhaut
Verwundeten. Dabei auillt gleichzeitig bei jedem ſolchen Stoß
der dicke Staub auch von unten her in den Wagen. Kein
Wun=
der, daß es bei dieſer Art des Fahrens viele Pannen gibt, wozu
noch die ungenügende Pflege und Achtſamkeit auf das Material
kommt. Die amüfante Aufſchrift, die manche Wagen tragen:
„Heute beſtimmt noch ankommen” iſt daher mehr ein Hinweis
darauf, wie gefährdet dieſe Hoffnung iſt. Doppelt peinlich für den
Ausländer, der ſich der Täuſchung hingab, am Abend wieder in
ſeinem Heim zu ſein oder einen Gaſtfreund zu erreichen, und ſtatt
deſſen in einer beliebigen Herberge auf dem Kang ſchlafen oder
wachen muß. Begreiflicherweiſe gibt es auch keinen Fahrplan
mit Zeitangabe. Schon die Abfahrt von der erſten Station zögert
ſich in der Regel eine Stunde und mehr über die angegebene
Zeit hin. Und wenn alles verſtaut iſt und die Paſſagiere wohl
auch noch das Einſchieben von Benzoltanks zwiſchen ihre Beine
erduldet haben, muß doch noch vielleicht gewartet werden auf
irgendeinen „geehrten Gaſt” „Auch iſt man ſo menſchlich, wie
ich es einmal erlebte, einige Minuten nach der Abfahrt einem
Paſſagier, der etwas vergeſſen hatte, zu erlauben, noch einmal
zurückzulaufen.
Wohl keine andere Provinz hat ſo viele Autoſtraßen
ge=
ſchaffen wie Shanſi unter dem Regiment Yen Hſi=ſhans. Die
erſte war die von Taiyuanfu, der Hauptſtadt, nach Tatung im
Norden, zwiſchen dem inneren und dem äußeren Ring der großen
Mauer; ſie beſteht ſeit 1923 und iſt von Soldaten als Arbeitern
gebaut; Länge zirka 250 Kilometer, Fahrzeit zirka 10 Stunden.
Es folgt die von Taiyuanfu nach Südweſten, die weſtlich im Tal
des Fen=ho verläuft, dann nach Feng=ling=tu gegenüber
Tung=
kuan (Prov. Shanſi) umbiegt, entſprechend der uralten
Verkehrs=
ſtraße, die dann nach Ueberſchreitung des Huangho bei jener
berühmten Enge von Tung=kuan nach Sianfu (Prov. Shenſi)
und dem ferneren Weſten weiterführt; Länge zirka 450 Kilometer.
Eine dritte nach der Südoſtecke der Provinz hat vor kurzem
Chin=cheng (früher Tſechow) erreicht. Direkt nach Weſten zu
über die ſchöne Tempelanlage von Chin=ſi mit ihren
pracht=
vollen Quellen und dem dadurch in der Umgegend ermöglichten
Reisbau iſt Fenchow der jetzige Endpunkt der Autoſtraße, Länge
zirka 120 Kilometer; ſie war freilich ſchon weiter bis Liulin und
bis an den Gelben Fluß nach Chün=tu gebaut. Aber dieſe letzte
Strecke haben ſich entgegen dem ſonſt beachteten Verbot die
Land=
leute erobert, die bisher für ihre Karren nur einen kümmerlichen
Weg gehabt hatten. Das bedeutet aber, daß nunmehr Autos
dort einſtweilen nicht mehr fahren können. Dieſe ganze Linie iſt
im erſten Teil von dem Shanſi=Komitee zur Bekämpfung der
Hungersnot, in dem zweiten Teil vom amerikaniſchen Roten
Kreuz gebaut worden. Auf der Bahnſtrecke Taiyuanfu—
Shih=
chiachuang (dem Anſchlußpunkt an die Peking—Hankau=Bahn)
läuft etwa von der Mitte von Yang=chüan ab eine Autoſtraße
in ſüdlichem Bogen durch das kohlenreiche Gebirgsland bis
Liauchow; Länge zirka 120 Kilometer. Eben jetzt ſoll von Geldern
des erwähnten Shanſi=Komitees eine Linie von Chiangchow am
Unterlauf des Fen (mit Anſchluß an die große Südweſtſtraße) zu
deſſen Seite in weſtlicher Richtung nach Ho=chin und bis zu dem
berühmten Yü=men bzw. Lung=men (Drachentor) am Gelben
Fluß gebaut werden. Namentlich bei der erſten der genannten
Straßen iſt auch der hohe ſtrategiſche Wert erſichtlich, den ſie zur
Landes= bzw. Provinz=Verteidigung haben.
Alle Autolinien wurden urſprünglich nur von der Regierung
ſelbſt betrieben. Seit dem Beginn dieſes Jahres ſind ſie der
privaten Unternehmung freigegeben. Es bildeten ſich ſofort mehrere
Autobus=Geſellſchaften, deren Zahl jetzt auf 70 angewachſen iſt.
Ja, es iſt ein wahres Gründungsfieber von Autobus=
Geſellſchaf=
ten ausgebrochen, da noch etwa ebenſoviele Konzeſſionsanträge
bei der Regierung vorliegen. Dabei haben die Geſellſchaften
eine hohe Steuer (im Monat 100 Dollar pro Wagen) zu
ent=
richten. Bisher verfügen ſie zuſammen über nicht viel mehr
als 500 Wagen; dazu kommen 300 der Regierung gehörige. Es
iſt den Geſellſchaften auferlegt, denſelben Tarif innezuhalten,
den die Regierung aufgeſtellt hatte. Offenbar aber verhält es
ſich bei den Preiſen wie bei ſo vielem in China nach dem Wort:
Meyo idingdi, „es gibt keine feſte Regel‟. Es ſtehen auf dem
Fahrplan beſtimmte Preiſe, aber die einzelnen Kunden werden
individuell behandelt, gewiß auch in Rücſicht auf die Konkurrenz.
Das erwähnte „Gründungsfieber” entſpringt dennoch dem
ganz richtigen Gefühl, daß es in China, wenn nur die
Verkehrs=
möglichkeiten geſchaffen werden, an Verkehr ſelbſt nicht fehlen
wird. Dieſer Tatbeſtand drängt ſich einem bei Reiſen im
Inne=
ren immer wieder auf. Und wenn der Gouverneur Yen Hſi=ſhan
mir gegenüber die Verluſte bedauerte, die dadurch entſtänden,
daß die Autos ſowohl wie das Benzin vom Ausland gekauft
werden müßten, ſo darf doch der große poſitive Wert nicht unterſchätzt
werden, den dieſe Belebung des Verkehrs für das geſamte
Wirt=
ſchaftsleben der Provinz bzw. Chinas haben wird, und um ſo
mehr, je beſſer und zahlreicher die Straßen und die Wagen
werden. Einſtweilen handelt es ſich bei dem Autoverkehr zu
90 Prozent nur um Perſonenbeförderung. Die Autos ſelbſt
ſtammen übrigens zum überwiegenden Teil aus Amerika (viele
leichte Fordwagen) und auch aus Frankreich. Dabei wird meiſt
nur die Maſchine gekauft, während das hölzerne Wagengeſtell
in China aufgeſetzt wird.
Sind die Mängel und Unbequemlichkeiten nicht zu
ver=
ſchweigen, die einſtweilen noch dem Verkehr auf den neuen
Auto=
ſtraßen anhaften, ſo wird doch gerade der Weſtländer, der nach
China gekommen iſt, um möglichſt viel zu ſehen und zu erleben,
außerordentlich dankbar ſein für die ihm jetzt zu dieſem Zweck
gegebenen Möglichkeiten. So erlebte ich es gerade in der
Pro=
vinz Shanſi, in der ich länger als geplant verweilen mußte, weil
der Weg nach Süden durch den gerade wieder ausgebrochenen
Krieg zwiſchen Feng Yü=hſiang und Chiang=Kai=ſhek
ausge=
ſperrt war. Einige Bilder dieſer Fahrten und von
Wau=
derungen abſeits der neuen Straßen ſeien einem weiteren
Be=
richt vorbehalten.
der „geangelle” Skraßenräuber.
(a) New York. Die Filmdiva Bebe Daniels iſt in ganz
Holly=
wood als leidenſchaftliche Anglerin bekanns. Sie pflegte in ihrer
dienſt=
freien Zeit das Leben der Forellen zu gefährden, die ſich in einem vom
Filmparadies ziemlich weit entfernten Bache befanden. Bebe opferte
gern die anderthalbſtündige Autofahrt bis zur vorzüglichen Anglerſtelle
und ließ dabei ganz außer Acht, daß ſie neben dem der kleinen Forellen
auch ihr eigenes Leben aufs Spiel ſetzte. In der unmittelbaren
Um=
gebung von Hollywood „arbeiten” nämlich ſcharenweiſe die
Straßen=
banditen, die es ausgerechnet auf die nicht gerade unbemittelten
Film=
ſtars abgeſehen haben. Eines Sonntags, als Bebe Daniels mit ihrer
ausnehmend reichhaltigen Anglerbeute den Heimweg nach Hollywood
an=
trat, machte ſie nun bebenden Herzens die Wahrnehmung, daß ihr
klei=
ner Spoxtwagen von einem ſehr verdächtig ausſehenden Tourenauto
verfolgt und auch bald eingeholt wurde. Da ſprach das
geiſtesgegen=
wärtige Mädchen ganz reſolut den Inſaſſen ſelbſt an: „Entſchuldigen
Sie, mein Verehrter, vielleicht können Sie mir einen kleinen
Kavalier=
dienſt erweiſen. Ich habe eine fürchterliche Angſt vor den Banditen, die
angeblich auch auf dieſer Straße ihr Unweſen treiben ſollen. Würden
Sie mich nicht gütigſt nach Hauſe begleiten?” — Der Straßenräuber
ſtierte Bebe an, ſtotterte unverſtändliche Worte und erklärte ſich bereit,
dem Wunſche der ſchönei Miß zu entſprechen. Was blieb dem
hoch=
genommenen Kerl ſonſt übrig? Einer alleinſtehenden Dame den Schutz
zu verweigern, gilt in Amerika als eine der Erzſünden; ſchlimmer als
der Vatermord. Die ſchlaue Filmſchauſpielerin kam denn auch, von
dem hereingelegten Banditen eskortiert, wohlbehalten in Hollywood an,
bedankte ſich mit bewegten Worten bei dem chevaleresken Gentleman
und verehrte ihm eine Einladung zur Intereſſenten=Uraufführung des
näclſten Bebe=Daniel=Films. Dieſe Karten ſind für Geld überhaupt nicht
zu haben, und ſo kam der wohlerzogene Bandit zuguterletzt doch auf
ſeine Koſten. Er dachte nämlich nicht daran, von der Einladung
Ge=
brauch zu machen, ſondern verkaufte ſie weiter an zwei kapitalkräftige
Kinoſchwärmer . .
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Staot Ma nz, von 9—4 Uhr und am
Verſt jgerungstage im
Berſteigerungs=
lokal von 9 Uhr vorm. ab. Angragen
u. Telephonanruf Mainz 76. (1V.1643
Aus den Amtsverkündigungen des Krelsamts
Darmſtadt und den Bekauntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 weiße eiſerne
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bettſtelle, 1 Portemonnaie mit Inhalt,
graue Herrenſtricktveſte, 1 Herrenfahrrad
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Auto, 1 Seifendoſe, 1. Radioverſtärker,
8 Mützen, 6 Paar Handſchuhe 7 enzelne
Handſchuhe, 3 Taſchentücher, 1 Roſenkranz;
1 Perlenkette, 1 Damenſchirm, 4
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handtaſchen, 1 weißſeidener Schal, zwei
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menpelz, 1 Armbanduhr, 1 Latz für
Kinder=
rock, 1 Brille mit Futteral, 2
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futterale, 1 Broſche (Kleeblatt), 1 Doublé=
Armband, 1 Opernglas, 1 Krawattennadel,
Broſche, 1 Kamm.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
nerkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet ſind. Intereſſenten
können die Fundgegenſtände während der
Büroſtunden auf Zimmer 1 beſichtigen.
Die Reihengräber der Abteilung IV A.
auf welchen vom 19. Okober 1900 bis
18. Mai 1914 Kinder im Alter von 2
bus 10 Jahren und die Reihengräber der
Abteilung 1 k1, auf welchen vom 22. Mai
1908 bis 26. Auguſt 1909 Erwachſene
beſtattet wurden, ſollen eingeebnet und
zn Wahlgräbern aufgeteilt werden.
Gemäß 8 20a der Friedhofsordnung
können die erſtgenannten Gräber gegen
eine Gebühr von 15.— Mk. auf weitere
15 Jahre, letztere gegen eine ſolche von
20.— Mk. auf weitere 20 Jahre erhalten
bleiben. Hierbei wird vorausgeſetzt, daß
die Gräber ordnungsmäßig gepflegt
werden.
Anträge auf Erhaltung ſind bis
ſpäte=
ſtens am 1. März ds. J8., bei dem
Fried=
hofsamt, Marktplatz 8 (Rathaus)zu ſtellen.
Daſelbſt ſind bis zu dieſem Zeitpunkt
auch etwaige Anträge auf anderweite
Verwendung der Grabzeichen auf nicht
angekauften Gräbern vorzubringen.
Andernfalls gehen die Grabzeichen in
das Eigentum der Stadt über. (Sd. 1670
Darmſtadt, den 24. Januar 1930.
Der Oberbürgermeiſter.
Holzberſteigerung M. 7.
Montag, den 27. ds. Mts., von
vorm. 9Uhr ab werden in der
Turn=
halle am Woogsplatz hier aus den
ſtädtiſchen Förſtereien Beſſ. Laubwald
(Vorderwieſenſchlag 27, Los Nr. 540
bis 659) und Heiligkreuz (
Kahle=
berg 55, Nr. 1129—1225,
Wildſcheuer=
teil 18 — nur die Buchenloſe)
ver=
ſteigert:
Scheiter, rm: 364 Buche, 15 Eiche
5 Eſche; Knüppel, rm: 92 Buche,
7 Eiche, 5 Eſche und 8 rm
Buchen=
reiſigknüppel.
(et1531
Darmſtadt, den 21. Jan. 1930.
Städt. Güterverwaltung.
Donnerstag, den 30. Januar,
vorm. 9 Uhr, werden in der
Turn=
halle am Woogsplatz aus den
Di=
ſtrikten Klipſteinseiche 7a, Dachsberg 9e,
4. Dommerberg 122, 1 2. Kirchſchlag 182,
Pelz 43b und Diſtr Verſch. der Förſterei
Böllenfalltor verſteigert:
Scheiter, rm: Buche I. Kl. 506, II. Kl.
21. Eiche 47, W. ymouthskiefer 2;
„Knüppel, rm: Buche 89, Eiche 27, Birke
2. Aſpe 3. Kiefer 3;
Reiſer I. Kl., rm: Buche 32:
Reiſer II. Kl., rm: Kiefer 50;
Reiſer III. Kl., Wellen: Buche 770.
Blau unterſtrichene Nummern
kom=
men nicht zur Verſteigerung.
Kauflieb=
habern wird empfohlen, das Holz vor
der Verſteigerung zu beſichtigen, da
ſpä=
tere Einwendungen wegen Qualität und
Menge nicht berückſichtigt werden können.
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Benſel zu Forſthaus, Böllenfalltor,
Fernruf 3445.
(1673
Darmſtadt, den 23. Jan. 1930.
Heſſiſches Forſtamt Darmſtadt.
Dutzodelſteigerang N. 0.
Freitag, den 31. Januar 1930,
vormittags 9 Uhr, wird in
Arheil=
gen (Wirtſchaft „Zum Schwanen”) aus
Forſtort V Hohes Hirtenhäuſer Hegſtück
21, 22, nachſtehendes Holz verſteigert:
Stammholz, fm: Buche 1,59 3.. 11,85
4. Fichte 4,16 1b, 7.00 2a, 2,97 2b;
Nutzſcheitholz, rm: Eiche 2 I. (geſpalt.),
2 II. (rund);
Scheitholz, rm: 900 Buche, 3
Hain=
buche, 82 Eiche, 24 Erle, 8 Fichte;
Knüppelholz, rm: 336 Buche, 1
Hain=
buche, 26 Eiche, 9 Erle, 4 Fichte:
Reiſerholz I. Kl., rm: 9,8 Buche, 5
Eiche, 1 Erle;
Reiſerholz III. Kl., Wellen: 8470 Buche;
Srochholz, rm: 302,4 Buche, 51 Eiche,
3 Fichte.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Mit A geſchlagene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Auskunft
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Kalk=
ofen (Tel. Meſſel 7) und unterzeichnetes
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(1674
Darmſtadt, den 24. Jan. 1930.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Dienstag, den 28. Januar 1930,
vormittags 9 Uhr beginnend, wird
aus dem Gemeindewald der Gemeinde
Arheilgen, Diſtrikt Leonhardstanne, das
nachverzeichnete Kiefern=Stammholz an
Ort und Stelle öffentlich verſteigert:
Klaſſe 2a 87 Stück — 22,31 fm
„ 2b 32 „ — 14,90 „
„ 3a 2 „ — 0,81 „
Kiefern=Nutzſcheit (Rollen) 36 rm.
Zuſammenkunft an der Kreuzung
Dreiſchlägerweg und Prinzeuſchneiſe.
Nähere Auskunft erteilt Förſter Heger
Forſthaus Kalkofen.
(1640
Arheilgen, den 23. Jan. 1930.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jung.
Für die Lieferung des
Kohlen=, Koks= und Brikett=Bedarfs
an die Hefſiſchen Staatsbehörden. =
Be=
triebe u.-Anſtalten für das Jahr 1930/31
(Heizperiode)
werden hiermit die Kohlenlieferanten zur
Abgabe von Preis= und Lieferangeboten
landieunterzei hneie „Staatliche
Brenn=
ſtoff=Beſchaffungsſtelle in
Darm=
ſtadt” aufgefordert. Die für die
einzel=
nen Dienſtſtellen und Orte erforderlichen
Sorten und Mengen, ſowie die
Liefer=
bedingungen ſind nach Einzahlung von
2.— RM. je Ort für Auslagen und
Ge=
bühren an unſer Poſtſcheckkonto Nr. 3435
beim Poſtſcheckamt. Frankfurt a. M. bis
ſpäteſtens 31. Januar 1930 ſchriftlich
dei uns anzufordern, wobei anzugeben
iſt, für welche Orte die Unterlagen
ge=
wünſcht werden.
Nach dem 31. Januar 1930
ein=
gehende Anforderungen können
nicht mehr berückſichtigt werden.
Darmſtadt, den 25. Januar 1930.
Staatliche Breunſtoff=Beſchaffungsſtelle
Darmſtadt. Mathlldenplatz 20. (1681
Holzverſteigerung.
Donuerstag, den 30. Januar,
vormit=
tags präzis 10 Uhr anfangend werden
im Gemeindewald Meßbach. Diſtr.
Ober=
wald, an Ort und Stelle öffentlich
ver=
ſteigert:
Stämme: Eichen 21 Stück Kl. 1—5 —
14.79 Fm. Buchen 13 Stück Kl. 4—6
—15.80 Fm.
Nutzſcheiter, Rm.: Kiefer 12 (rund).
Scheiter, Rm.: 58 Buchen.
Knüppel, Rm. 48 Buchen, 8 Eichen,
7 Erlen. 50 Kiefer.
Reiſig=Wellen: 2350 Büchen, 586
Er=
len. 270 Kiefer
Stöcke, Rm. 20 Buchen.
Unter den Eichenſtämmen befinden ſich
ſehr ſchöne Schnittſtämme. — Die
Zu=
ſammenkunft iſt in Meßbach. (1639
Billings, den 24. Januar 1930.
Bürgermeiſterei Billings.
Röder.
Soeben erschienen!
AoToerste M.st
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Keunzeichen: VS, VR,10)
für dle Zelt vom 1.—15. Januar 1930
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm (ertl.
PS), Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch 1
keuntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hlessen), Ausgabe 1922, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die Meldungen
vom 16.—30. (3l.) des voraufgegangenen Monats und die am 25.
eines Monats ausgegebene Liste die Meldungen vom 1.—15, des
gleichen Monats.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatllchen Pauschalprels von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleichob für einen oder mehrere Monate, zu
Staffel-
preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
L. C. WITTICH VERLAG - DARMSTADT.
*.
Verſteigerung.
Montag, den 27. Januar 1930,
nach=
mittags 2½ Uhr anfangend, wird aus
dem Stadtwald Pfungſtadt. Diſtrikt
Malchertanne Abt, 38b (Kahlhieb) das
nachverzeichnete Kiefern=Stammholz an
Ort und Stelle öffentlich verſteigert:
Klaſſe 2b, 25—29 cm. Durchm., 2 Stück
1.27 Fſtm; Klaſſe 3a 30—34 cm.
Durchm., 45 Stück — 31,77 Fſtm.: Kl. 3b
35—39 cm. Durchm., 24 Stück — 21.90
Fſtm.: Kl. 42, 40—44 cm. Durchm., 16
Stück — 19,62 Fſtm.: Kl. 4b. 45—49 cm.
Durchm., 9 Stück — 12.10 Fſtm.: Kl. 5
50—54 cm. Durchm., 3 Stück — 5.,32 Fſtm.
Zuſammen 99 Stück — 91,98 Fſtm.
Zuſammenkunft am
Bahnwärterhäus=
chen am Seeheimerweg. Gegen
Bürg=
ſchaft wird Zahlungsfriſt bis Martini
1930 gewährt.
Nähere Auskunft erteilt Förſter
Wein=
gärtner, Pfungſtadt, Bahnhofſtraße 16.
Bemerkt wird, daß das Holz unweit
der Heidelberger Chauſſee lagert und
daß es ſich um alten Beſtand mit ſelten
ſchönem Schnittholz handelt.
Pfungſtadt, den 20. Januar 1930.
Heſſ. Bürgermeiſterei. (1591b
Holzverſteigerung.
Dienstag, den 28. Januar,
vor=
mittags präzus 10 Uhr anfangend,
werden im Gemeindewald Billings an
Ort und Stelle öffentlich verſteigert:
Stämme:
Eichen 5 Stück Kl. 1—4 — 2,20 fm
Kiefern 22 „ „ 2a—3b — 14,63
Nutzſcheiter, rw: Kiefer 30 (rund);
Scheiter, rm: 106 Buchen, 16 Eichen;
Knüppel, rm: 42 Buchen, 18 Kiefer;
Reiſig=Wellen: 750 Buchen, 430 Kiefer;
Stöcke, rm: Kiefer 6.
Die Zuſammenkunft iſt im Diſtrikt
Steinwald.
(1638
Billings, den 24. Jan. 1930.
Heſſ. Bürgermeiſterei Billings.
Röder.
Die Jagd der Stadt Pfungſtadt,
ein=
geteilt in 8 Abteilungen, beſteyend aus
Wald, Feld und Wieſen, ſoll am
Mon=
tag, den 3. Februar 1930,
nachmit=
tags um 2 Uhr auf dem Rathauſe zu
Pfungſtadt auf neun Jahre öffentlich
verpachtet werden. Das Jagdrevier, das
zuſammen 3450 ha umfaßt, (5900 Morgen
Wald, 6600 Morgen Feld, 1300 Morgen
Wieſen nebſt der Torfgube=Pfungſtädter
Moor), hat ſchönen Wildbeſtand an Rehen,
Haſen, Hü mern, Enten ſguter Beſtand
z durch die Torforube=Moor und Modau),
Faſanen und ſonſtiges jagbares Wild,
zieht teilweiſe an der Main=Neckarbahn
und Nebenbahn Eberſtadt=Pfungſtadt
entlang, iſt ſomit in ſehr guter Lage und
nach allen Richtungen hin, den
Bahn=
höfen Darmſtadt=Süd Eberſtadt,
Bicken=
bach und Pfungſtadt, gut erreichbar.
Weitere Auskunft erteilt bereitwilligſt
unterzeichnete Bürgermeiſterei. (1671b
Pfungſtadt, den 23. Januar 1980.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Schwinn.
1. Memſoßz Derſteigerung.
Dienstag, den 28. Januar 1930,
nachmittags 2½= Uhr anfangend,
werden im Rathausſaale zu Pfungſtadt
aus dem Stadtw.ld Pungſtadt, Diſrikt
Klingsackertanne, Abt. 69
400 rm Knüppelholz ſowie
2020 Stück Bohnenſtangen
aus der Klingsacker= und Malchertanne
öffentlich verſteigert.
Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt
bis Martini 1930 gewährt.
(1672
Pfungſtadt, den 22. Jan. 1930.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Schwinn.
Fiſcherei=Verbachtung.
Samstag, den 1. Februar 1330,
nachmittags 2 Uhr, werden im
Gaſt=
haus. „Zur Krone; in Schöllenbach
i. Odw. die Gemeindefiſchwaſſer
öffent=
lich meiſtbietend auf weitere 12 Jahre
verpachtet; guter Forellenbeſtand iſt
vorhanden.
(1653
Schöllenbach, den 23. Januar 1930.
Heſſ. Bürgermeiſterei Schöllenbach
Schwinn.
Wünschen Sie eine gute Orange, so ver-
Jangen Sie nur die vorzüglichen
Aiid UitäEft
vollsaftig — süß — aromatisch
dede Fruchtist gestempelt
1684
holzverſkeigerung.
Aus dem Ober=Modauer
Gemeinde=
wald werden verſteigert:
Dienskag, den 28. Januar 1930,
vormittags 9 Uhr anfangend. aus den
Waldorten Birkenbuſch. Mühlwald und
Nothenſteiner Stück:
Scheiter, Rm.: 334 Buche, 30 Eiche,
107 Kiefern, Knüppel, Rm: 5 Buche,
24 Eiche 25 Kiefern, 17 Weißtannen.
Wellen 2. Kl.: 1374 Buche, 125 Eiche,
1425 Kiefern. Wellen 3. Kl.: 40 Buche,
150 Eiche, 85 Kiefern.
Donnerskag, 30. Januar 1930.
um 9 Uhr anfangend:
A. Nutzholz aus allen Waldorten:
Stämme: 8 Buchen 4. u. 6. Klaſſe mit
10.02 Fm. 48 Eichen 1. bis 4. Klaſſe
mit 20.27 Fm. (Wagnerholz) 22
Kie=
ſern Kl. 2b bis 4b mit 15.72 Fm
Derbſtangen: 83 Fichten 1. 2., 3. Klaſſe
mit 576 Fm., 4 Lärchen 1. u. 2. Klaſſe
mit 0.30 Fm.
Nutzſcheiter, Rm.: 2 Eiche.
Anſchließend: B. Brennholz
aus dem Waldort Hirſchberg:
Scheiter, Rm.: 22 Buche, 12 Eiche, 28
Kiefern, 13 Fichte. Knüppel, Rm
15 Eiche. 10 Kiefern, 16 Fichte.
Wel=
len 3. Kl.: 225 Eiche.
Zuſammenkunft an beiden Tagen auf
dem Leichenweg. Bei ungünſtiger
Witte=
rung finden die Verſteigerungen in der
Wirtſchaft von Friedrich Rüßler ſtatt.
Ober=Modau, den 23. Januar 1930.
Heſiſche Bürgermeiſterei.
Daum.
(1641b
Nummer 25
Saustag, den 25. Januar 1930
Spo Shiel und Tarnen.
Hudoall.
Sporlverein Darmſtadt 1898 — V. f. B. Kurheſſen
Marburg.
Wie wir ſchon mitgeteilt haben, tritt der Sportverein 1898 am
mor=
gigen Sonntag mit ſeiner Ligamannſchaft gegen einen Vertreter des
Weſtdeutſchen Spielverbandes, den V. f. B. Kurheſſen Maxburg, an.
Damit werden gute ſportliche Beziehungen, die die Darmſtädter ſeit
Jahren mit dem V. f. B. Marburg unterhalten, erneuert. Die
Sport=
vereinself beſtreitet das Spiel, deſſen Beginn auf 2.30 Uhr feſtgeſetzt iſt,
mit folgender Mannſchaft:
Wicklaus
Laumann
Reeg
Schäfer
Bärenz
Reick
Nupp
Geher
Eßlinger
Hebeiſe
Frey
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Jugend — 1. Jugend Sprendlingen, dort.
2. Jugend — 1. Jugend Dieburg, hier, 1.15 Uhr.
. Jugend — 3. Jugend Fußballſporto. Frankfurt, hier,
4. Jugend — 2. Jugend V. f. R. Rot=Weiß, hier, 10 Uhr
5. Jugend — 1. Schüler Union, dort, 9.45 Uhr.
1. Schüler — 1. Schüler Dieburg, hier, 1 Uhr.
2. Schüler — 2. Schüler Union, dort, 10.45 Uhr.
Polizeiſporkverein — Bikkoria Walldorſ.
10.1-
gültig als Kandidat für die Meiſterſchaft ausſcheidet, und entſcheidend
für den Platzbeſitzer, als er unbedingt Punkte braucht, um ſeinen
Ta=
bellenſtand zu verbeſſern. Das bekannte Geſpenſt des Abſtiegs rückt von
Sonntag zu Sonntag immer mehr heran. Beide Mannſchaften haben
ſich bis jetzt ſtets faire und anſtändige Kämpfe geliefert. Es iſt auch
anzunehmen, daß dieſer Kampf den vorausgegangenen würdig zur Seite
Spiels hierüber kein Zweifel beſtehen. Da dieſes Spiel übrigens das
einzige Verbandsſpiel, das nachmittags in Darmſtadt ſtattfindet, iſt
dürfte ſich ſchon ein Gang nach dem „Exert” lohnen. Wünſchen wir
noch einen guten Schiedsrichter, und alle Vorausſetzungen für einen
ſchönen Kampf ſind gegeben.
Rol=Weiß, V. f. R. — Bikkoria Urberach.
Obigen Gegner empfängt Rot=Weiß, V. f. R., am kommenden
Sonn=
tag zum fälligen Rückſpiel. Schon alle Jahre konnte man Urberach in
der Spitzengruppe finden, ohne daß jedoch die Mannſchaft auch nur
ein=
mnal zu den höchſten Ehren kam. Dieſes Jahr ſcheint es endlich klappen
zu wollen. Mit einem ſicheren Voxſprung führt zurzeit Urberach die
Tabelle und iſt, nach den letzten Spielen zu urteilen, nicht nur die
be=
ſtändigſte, ſondern auch die weitaus beſte Elf des Starkenburgkreiſes.
Rot=Weiß, V. f. R., iſt zweifellos auf dem beſten Wege, ſeine alte
Spiel=
ſtärke wieder aufzuholen, und wird ſelbſtverſtändlich gerade, bei dieſem
Spiel alles daran ſetzen, dies erneut unter Beweis zu ſtellen. Beide
MMannſchaften treten in ihrer ſtärkſten Aufſtellung an, und dürfte das
antereſſante Spiel einen guten Beſuch aufzuweiſen haben. Das Treffen
teigt auf den Plätzen an der Rheinallee bereits vormittags 11 Uhr.
Die Reſerven beider Vereine treffen ſich anſchließend, während die
2. Jugend auf dem Stadion der 4. Jugend der 98er gegenüberſteht.
1. 5. C. Union 1913 e. B.
Einen ſchwveren Gang geht die Ligamannſchaft am Sonntag. Sport=
Serein Mörfelden will ſich für die Vorſpielniederlage naturgemäß
revan=
hieren, was ihm auch gelingen kann. Union wird mit Erſatz, nun auch
für Aßmuth, antreten müſſen, der im Spiel gegen Rot=Weiß ernſtlich
verletzt wurde. Da noch drei Etatmäßige fehlen, wird es allerhand
An=
ſtrengung koſten, ein möglichſt günſtiges Reſultat, zu erzielen. — Die
3. Mannſchaft ſpielt um 10.30 Uhr auf dem Arheilger Mühlchen gegen
die gleiche der Spielvereinigung.
Tu. Woliskehlen 1. M. — Tv. Bensheim 1. M.
Wolfskehlen fährt am Sonntag mit ſeiner erſatzgeſchwächten erſten
Mannſchaft zu der ſpielſtarken Erſten des Tv. Bensheim. Wolfskehlen
ſpielt vorausſichtlich mit folgender Aufſtellung:
Fox
Schäfer 1.
Hammann 1.
Hammann 3.
Schäfer 2.
Hammann 2.
Schickert
Schaffner
Fuchs.
Schilling
Glock
Sporlvereinigung Arkeilgen — Sp. Cl. Bikkorig
Griesheim.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele hat die Sportvgg. im
Rückſpiel Sp.Cl. Viktoria Griesheim als Gaſt. Das Vorſpiel konnten
die Arheilger nach nicht gerade überzeugendem Spiel mit 3:0 für ſich
entſcheiden. Damals ſpielten die Mühlchen=Leute mit dem Eifer, den
ſie am letzten Sonntag gegen Münſter wieder einmal an den Tag
leg=
ten. Ob er allerdings anhält, muß der kommende Sonntag zeigen. Wenn
uicht alles trügt, kann die Sp.Vgg. ihre komplette Elf endlich wieder
einmal ſtellen, und mit dieſer Mannſchaft müßte unter allen Umſtänden
ein Sieg erfochten werden. Allerdings hat ſich inzwiſchen Griesheim
ganz gewaltig gebeſſert und wird für die Arheilger einen ſtarken
Geg=
ner abgeben. Griesheim wird ſchon deshalb alles aus ſich herausgeben,
da es ſich nahe an der Abſtiegsgrenze befindet. Das ſollte Arheilgen zur
Warnung dienen und den Gegner nicht zu leicht nehmen. — Von dem
Spiel hoffen wir, daß es ein ritterlicher Kampf wird, aus dem der
Beſſere als Sieger hervorgehen möge. Das Spiel beginnt um 2 Uhr,
wie immer, am Arheilger Mühlchen.
Freie Turngemeinde Darmſtadt — Trebur.
Um die Bezirksmeiſterſchaft.
Nach der vorſonntägigen Ruhepaufe greift Darmſtadt kommenden
Sonntag wiedeu in die Spiele um die Bezirksmeiſterſchaft ein. Im
Rlick=
ſpiel ſtehen ſie auf eigenem Platze dem Gruppenmeiſter Trebur
gegen=
über, der vergangenen Sonntag das Kunſtſtück fertig brachte, den
Be=
zwinger Darmſtadts, Dietzenbach, einwandfrei 4:3 zu ſchlagen, obwohl
das Spiel in Dietzenbach ſtattfand. Muß demnach der hohe Sieg
Darm=
ſtadts von 7:2 in Trebur nicht eine Ueberraſchung geweſen ſein? Nur
eine ausgezeichnete Mannſchaftsleiſtung brachte damals das hohe
Re=
ſultat zuſtande. Wird aber Darmſtadt dieſe Leiſtung im Rückſpiel
eben=
falls aufbringen? Verlieren die Darmſtädter, dann dürfte für ſie der
Titel „Beziuksmeiſter” wohl ſchwerlich in Frage kommen, und damit
endgültig der Weg zu den Aufſtiegsſpielen um die Kreisklaſſe verſperrt
ſein. Da auch der Geguer unter denſelben Vorausſetzungen ins Spiel
geht, iſt erneut mit einem intereſſanten Spiel zu rechnen, das beſtimmt
ſeine große Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Bei eingehender
Wür=
digung der Leiſtungen beider Mannſchaften kommt man zu dem
Er=
gebnis, daß die Chaucen für einen evtl. Sieg bei beiden Mannſchaften
gleich ſind.
Handhall.
Rol=Weiß Frankfurk- Polizei=Sporkverein Darmſtadt
Am letzten Sonntag mußte das Spiel aus dienſtlichen Gründen der
Polizei ausfallen. Dafür muß die Polizei am Sonntag nach Frankfurt,
um ihr vorletztes Verbandsſpiel auszutragen. Unter normalen
Umſtän=
den wird der Polizeiſportverein gewinnen. Die 2. Mannſchaft iſt
ſpiel=
frei. 2. Jugend Polizei—Tgf. Dietzenbach, vorm. 11 Uhr. 1. Jugend
trägt ein Privatſpiel aus.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Turngemeinde Befſungen 1. — Turngeſellſchaft Ober=Ramſtadt.
Obige Mannſchaften treffen ſich am Sonntag, 26. Januar, 15 Uhr,
zum Freundſchaftsſpiel auf der Rennbahn (Heidelberger Straße). Wenn
auch Ober=Ramſtadt eine Klaſſe tiefer wie die Beſſunger in den
Pflicht=
ſpielen, nämlich in der A=Klaſſe, ſpielen mußte, ſo geben ſie jedenfalls
doch einen ſehr beachtlichen Gegner ab. — Vorher, um 14 Uhr, ſpielt
die 2. Mannſchaft gegen die 1. von Tgde. Erzhauſen.
Kraftſpork.
Darmſtadt 1910 — 1884 Sachſenhauſen.
Heute abend 8 Uhr hat der Kraftſportverein Darmſtadt 1910
in der Turnhalle, Soderſtraße 30, den Athletenklub 1884
Sachſenhauſen zum fälligen Rückſpiel als Gaſt. Wie ſind nun die
beider=
ſeitigen Ausſichten bei dem heutigen Treffen? Zieht man Rückſchlüſſe
auf den Vorkampf, den die Hieſigen ohne Veith nur knapp mit 11:7
verloren, dann müßte die Möglichkeit gegeben ſein, da ſie diesmal
kom=
plett antreten können, zu ſiegen.
Schießſporl.
Heſſiſcher Schützenbunb, Sitz Darmſtadt.
Der Heſſiſche Schützenbund hielt am letzten Sonntag im Lokal der
Schützengeſellſchaft „Hubertus” ſeinen diesjährigen ordentlichen
Haupt=
bundestag ab. Der Beſuch der einzelnen Vereine ſowie deren
Dele=
gierten war ſehr rege. Der 1. B.=V., Herr Reuter, gröffnete pünktlich
nach Bekanntgabe der Tagesordnung mit herzlichen Worten die
Ver=
ſammlung und ſchilderte in kurzen, klaren Zügen die Erfolge vom ver=
floſſenen Jahre, die den Beweis erbrachten, daß der Bund im
Aufwärts=
ſtreben begriffen iſt, da wieder zwei Neuaufnahmen zu erledigen waren.
Eingedenk zweier verſrorbener Bundesmitglieder erhob die
Verſamm=
lung ſich von ihren Plätzen. Hierauf dankte Lehrer Friedrich mit
war=
men Worten dem 1. B.=V. für ſeine aufopfernde Bundestätigkeit
herz=
lich, anſchließend erſtattete er den Kaſſenbericht, der von den
Rech=
nungsprüfer geprüft und für richtig befunden wurde. Ihm wurde
ein=
ſtimmig Entlaſtung erteilt mit dem Dank der Verſammlung für die
ſaubere und überſichtliche Kaſſenbuchführung. Aufgabe des
Bundesvor=
ſtandes war, nach gehabter Vorſtandsſitzung, den Bund, der in letzter
Zeit gewachſen war, in drei Gaue zwecks glatter Abwicklung der
ver=
ſchiedenen Wettſtreite einzuteilen. Dem wurde auch ſtattgegeben und es
erfolgte die Gaueinteilung in Gau Darmſtadt, Gau Odenwald und
Gau Rodgau, die nur das jährlich ſtattfindende Bundesfeſt in
ſport=
licher Hinſicht vereinigt. Nach Erledigung noch verſchiedener wichtiger
Punkte, betreffs des diesjährigen Bundesfeſtes in Ober=Ramſtadt am
5., 6. und 7. Juli ſowie der verſchiedenen Anträge, erfolgte die
Vor=
ſtandswahl. Da der Geſamtvorſtand das Vertrauen ſeiner Mitglieder
beſaß, wurde er einſtimmig wiedergewählt, mit Ausnahme des 1 und
2. Schriftführers. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorſitzender:
Reuter, „Tell‟, Darmſtadt; 2. Vorſ. Stumpf, „Weidmannsheil”,
Roß=
dorf; 1. Rechner: Lehrer Friedrich, „Jägerluſt”, Ober=Nauſes; 2.
Rech=
ner: Eckert, „Jägerluſt”, Ober=Nauſes; 1. Schriftführer: Junck, „
Hu=
bertus‟. Darmſtadt; 2. Schriftf.: Schwab, „Tell‟ Darmſtadt; 1.
Rech=
nungsprüfer: Wieſt, „Tell”, Eppertshauſen; 2. Rechnungspr.: Schroth,
„Diana”, Ober=Roden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Saustag, 25. Jan. 11.15: Schulfunk. 13: Schallplatten.
O 14.15: Jugendſtunde. Liedervorträge Frankf. Schulen. O 16:
Stutt=
gart: Konzert. Funkorch. O. Straus: Walzerträume. — Aubry:
Der tanzende Mond. — Fall: Duett aus „Der liebe Auguſtin”.
— Komak: Wiener Volksmuſik. — Lincke: Der kleine Reiter. —
Kalman: Walzer aus „Die Czardasfürſtin”. — Schubert=Berté:
Duc. aus „Dreimäderlhaus”. — Komzak: Luſtiges
Marſchpot=
vourri. O 17:: Stuttgart: Tanztee. O 18.05: Hilfsſchullehrer
Schörberg: Dürfen wir lebensunwertes Leben vernichten? O 18.35:
Dr. Man: Menſch und Maſchine. 19.05: Spaniſch O 19.30:
Stuttgart: 1001 Nacht. Phantaſtiſche Operette von Leo Stein
und Carl Lindau. Muſik von Joh. Strauß. O 21.45: Am
Fern=
empfänger. 23: Schallplatten. O 24: Tanzmuſik. Kapelle
Char=
lie W.xhack.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 25. Jan. 12: Prof. Jöde und
Dr. ürzburger: Künſtleriſche Darbietungen für Schulen. o 14.30:
Kinderbaſtelſtunde O 15: Prof. Dr. Lampe: Aus der
germaniſtiſch=
geſchichtlich=geographiſchen Zeitſchriftenliteratur. O 15.45:
Funkpäda=
gogiſche Arbeitsgemeinſchaft. O 16.30: Hamburg: Der
Charakter=
fanz. Konzert O 17.30: Roſa Helfers, M d. L.: Die Frau im
Strafvollzug O 18: E. Lemmer, M.d.R.: Der Kampf der
Ge=
werkſdaft um Bodenreform. O 18.30: Franzöſiſch für Anf. o 19:
Stille Stunde: „Menſch unter Tage‟ o 19.25: Inhaltsangabe
und Perſonenverzeichnis zu nachf. Uebertragung. o 19.30: Kroll=
„Carmen” Oper von Bizet. O Danach: Tanzmuſik.
Größte Auswahl
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OAOTO Bedienung
Tel. 2140 (3600
Wekkerberichl.
Der ſüdöſtliche Hochdruckeinfluß hat im öſtlichen Teil Deutſchlands
eine Zunahme des Froſtes verurſacht, ſo daß dort die geſtrigen
Morgen=
temperaturen um — 5 Grad lagen. In unſerem Bezirk haben ſich
Temperaturen und Witterungscharakter wenig geändert. Mit der neuen
Atlantikſtörung gewinnt der Warmluftvorſchub auf dem Feſtland etwas
mehr Einfluß. Allmählicher Rückgang der ſeitherigen
Hochdruckwetter=
lage iſt dabei zu erwarten, ſo daß namentlich die Zemperaturen ſpätei
über Null zu liegen kommen werden. Auch einzelne Niederſchläge ſind
zu erwarten.
Ausſichten für Samstag, den 25. Januar: Uebergang zu milderem,
an=
fänglich neblig=wolkigem Wetter mit Aufklaren, dann wolkig mit
Niederſchlagsneigung.
Ausſichten für Sonntag, den 26. Januar: Teils wolkiges, teils
aufhei=
terndes Wetter, Temperaturen über Null, vereinzelte Niederſchläge
wahrſcheinlich.
Hauptſchriftlettung. Rudolf Mauve
Verontworiſich für Politſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel; Dr. C. S. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſplegel in Bild und Wort Dr. Herbert Nette;
für den Inſeratenteil und geſchäftſiche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — jämtlich in Darmſiadt
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Nummer 25
Samstag, den 25. Januar
Branzöfiſcher Wirkſchaftsbrief.
Von unſecem B=Korreſpondenten.
Paris, 22. Jan.
Zwei Faktoren charakteriſieren zurzeit das franzöſiſche
Wirtſchafts=
leben und ganz beſonders den Geld= und Effektenmarkt: die
Billig=
keit des Geldes und die Hauſſeam Rentenmarkte.
Aller=
dings war die Billigkeit des Geldes theoretiſch ſchon ſeit Jahren
vor=
handen, in der Wirklichkeit herrſchten aber Geldknappheit und ſchwierige
Kreditverhältniſſe. Dieſer Zuſtand hat ſich in den letzten Wochen
ent=
ſchieden geändert, infolge der allgemeinen Erleichterung am ganzen
Kreditmarkte und noch mehr wegen der Hauſſe der franzöſiſchen Renten,
welche die Hauſſe eines großen Teiles der Obligationen nach ſich zog.
Dadurch ermutigt, placierten die meiſten Induſtrieunternehmungen mit
mehr oder weniger Erfolg eine rieſige Menge von Obligationen. Die
Hauſſe der Renten= und Eiſenbahnobligationen iſt auf mehrere Gründe
zurückzuführen. Bekanntlich werden dieſe Anleihen täglich in großen
Mengen von der Amortiſationskaſſe aufgekauft. Es wird dadurch teils
eine großzügige Konvertierung, die im Jahre 1931 beendigt werden ſoll,
vorbereitet, teils Placierungsmöglichkeit für andere große ſtaatliche
Anleiheemiſſionen geſchaffen.
Die Lage des Handels iſt nicht beſonders günſtig, wenn ſie auch zu
keinen Sorgen Anlaß gibt. Man klagt aber beſonders darüber, daß,
während die Engrospreiſe beſtändig zurückgehen, ſich die Detailpreiſe
immer mehr erhöhen. Dieſe Erſcheinung iſt in vieler Hinſicht paradox.
Trotz dieſer Preisgeſtaltung hat der Detailhandel keinen Nutzen davon,
da eine Verminderung des Abſatzes die Folge iſt. Die Urſachen liegen
vvohl in den übertrieben hohen Transportkoſten, die der franzöſiſchen
Wirtſchaft viel Schwierigkeiten bereiten.
Die Lage des Rohſtoffmarktes iſt nicht befriedigend. Auch
der Kohlenmarkt iſt weniger feſt, als er noch vor kurzem war.
Die Urſache iſt teils der milde Winter, teils die ausländiſche,
insbeſon=
dere engliſche, Konkurrenz. Die engliſchen Kohlenlieferungen nach
Frankreich haben ſich in den letzten Monaten beſonders ſtark erhöht, die
neueften Statiſtiken ſchätzen die engliſche Kohleneinfuhr im vergangenen
Jahre — Dezember ausgenommen — auf 11 908 785 Tonnen gegenüber
7 599 813 Tonnen für denſelben Zeitraum von 1928. Die geſamte
Kohleneinfuhr 1929 machte 21 465 505 Tonnen aus gegenüber 15 889 174
Tonnen 1928. Dieſes Anwachſen der Einfuhr ging parallel mit der
Erhöhung der inländiſchen Produktion. Das verfloſſene Jahr war
über=
haupt ſehr günſtig für den Kohlenbergbau.
Die Lage des Eiſenmarktes iſt ſehr günſtig, insbeſondere des
Roheiſens, deſſen Preis bekanntlich erhöht wurde. Dagegen iſt der
Stahlmarkt viel ruhiger. Hier macht ſich nämlich der Rückgang
des Exports fühlbar. Die infolge der Beſchlüſſe des Kartells
ein=
getretene Produktionseinſchränkung wird wohl in nicht allzuferner Zeit
ihre Wirkung auf den Stahlmarkt ausüben und das Gleichgewicht
zwi=
ſchen Angebot und Nachfrage herſtellen. Die Nachfrage für
Halb=
produkte iſt ſehr lebhaft. Die Zukunft der franzöſiſchen
Schwer=
induſtrie wird mit viel Optimismus betrachtet. Es laufen für das
ganz Jahr große ſtaatliche Beſtellungen, ferner zahlreiche Beſtellungen
für die Eiſenbahngeſellſchaften. Allein die ſtaatlichen Beſtellungen
ſollen ſich auf mehr als drei Milliarden belaufen. Dazu kommen noch
die Beſtellungen der Kolonien, die allein für Weſtafrika mehr als zwei
Milliarden ausmachen.
Der Metallmarkt iſt nach wie vor deprimiert. Nur der
Kupfermarkt hat ſich etwas befeſtigt, da, wie verlautet, ſeit
Neu=
jahr in Amerika große Kupferkäufe ſtattfanden. Wie lange dieſe Käufe
anhalten, iſt aber fraglich. Der Zinnmarkt lag ſchwach. Die
Vor=
räte haben ſich während der letzten Woche wieder bedeutend erhöht.
Mehrere große Minenbeſitzer haben ſchon den Einſchränkungsplan
an=
genommen, es ſcheint wahrſcheinlich, daß dieſer Plan auch von den
anderen angenommen wird; in dieſem Falle wäre die Geſundung des
Marktes nur eine Frage der Zeit. Die Bleipreiſe ſind ſeit
Wochen unverändert. Es ſcheint auch, daß man mit Preisänderungen
nicht rechnen kann, da einerſeits die Vorräte im Wachſen begriffen
ſind, andererſeits die Ausſichten des Bleimarktes für die nächſte Zukunft
ſehr mäßig ſind. Die Zinkpreiſe lagen ſchwach. Die
Verhand=
lungen über die Wiederherſtellung des Kartells ſcheinen keine
Fort=
ſchritte zu machen. Amerika bereitet nach wie vor Schwierigkeiten.
Amerika verlangt jetzt auch unter anderen das Privileg eines großen
Teils der Weiterverarbeitung, welche bisher in Frankreich und Belgien
durchgeführt wurde.
Die Lage des chileniſchen Nitratenmarktes iſt nicht
beſonders günſtig. Man plant angeblich neue Maßnahmen, um die
Produktion einzuſchränken, da die nordamerikaniſchen Käufer — die
Ver=
einigten Staaten ſind bekanntlich die wichtigſten Käufer für das
chile=
niſche Nitrat — wegen der Agrarkriſe weniger Aufträge erteilen. Die
Produktion nimmt übrigens ab, wie dies die neueſten Statiſtiken
be=
weiſen: die chileniſche Nitratenproduktion belief ſich in der zweiten
Hälfte von 1929 auf 1575000 Tonnen gegenüber 1635000 Tonnen
während der zweiten Hälfte von 1928.
Der Abſatz am Phosphatenmarkte nimmt ebenfalls ab.
Bekanntlich haben aber die Phosphatenunternehmungen im Herſt 1929
glänzende Geſchäfte gemacht. Auch ſuar die Produktion in 1929 in Algier
und Tunis durchſchnittlich um 10 Prozent, in Marokko um 20 Prozent
höher als 1928. Die marokkaniſchen Phosphate wurden größtenteils
exportiert, vor allem nach Spanien, Italien und Dänemark. Der Plan
eines Phosphatenkartells iſt in den letzten Wochen wieder aufgetaucht,
ein lebhafteres Intereſſe hat er jedoch nur bei den tuneſiſchen Prodn
zenten gefunden.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die neue Siemens=Anleihe. Zu den Nachrichten über die neue
Sie=
mens=Anleihe erfahren wir von der Verwaltung: Daß der Siemens=
Konzern ſeit längerer Zeit Finanzierungsverhandlungen führt, iſt in
der Oeffentlichkeit bekannt und in der G.V. der Siemens u. Halske A. G
ausdrücklich beſprochen worden. Die Verhandlungen ſind aber noch nicht
abgeſchloſſen, ſo daß die Verwaltung noch nicht in der Lage iſt, näheres
mitzuteilen. Der verſchiedentlich genannte Betrag iſt aber
unzutref=
fend und geht ganz erheblich über die Summe hinaus, um die es ſich
vorausſichtlich handeln wird. Wie bei früheren Gelegenheiten, iſt
beab=
ſichtigt, neben der amerikaniſchen Tranche auch eine deutſche Tranche
auszugeben, die den Aktionären zu vorteilhaften Bedingungen zum
Be=
zuge angeboten werden ſoll.
— Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
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Langsdorf. Af. 1. 2., GlV. und Prft. 5. 2. Gießen: Firma Otto Bingel
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Greß, Schuhwarenhandlung. VerglT., 13. 2. Reinheim: Fa. Georg
Nikolaus Stühlinger III., Dampfſägewerk und Holzhandlung. Inh.
Frau Anna Gva Stühlinger geb. Weyrich. VerglT. 28. 2. Worms:
Baufirma Friedrich Zucker. VerglT. 1. 2. — Aufgehobene
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gleichsverfahren. Seligenſtadt (Heſſen): Joſef Jacob Krammig,
Zigarrenfabrikant in Klein=Krotzenburg.
Amerikaniſche Kabelnachrichken
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Jan.:
Getreide. Weizen: März 1223, Mai 126%, Juli 127¾4;
Mais: März 87½, Mai 91, Juli 93½; Hafer: März 45½,
Mai 47½, Juli 45½; Roggen: März 93½, Mai 9134, Juli
89½.
Schmalz: Januar 10,52½, Februar —, März 10,65, April
Mai 10,85, Juni —, Juli 10,75.
Fleiſch. Rippen —; Speck, loko 12,50; leichte Schweine
1025 bis 10,60, ſchwere Schweine 9,50 bis 10,25;
Schweine=
zufuhren: Chicago 38000, im Weſten 139 000.
Baumwolle: Januar 17,00, Februar —, März 17,19.
Es notietren nach Meldungen aus NewYork am24. Jan.:
Schmalz: Prima Weſtern 11,25; Talg, extra, loſe 7½.
Getreide. Weizen: Rotwinter n. Ernte 137½, Hartwinter
n. Ernte 12934; Mais 95; Mehl 5,60—6,00; Getreidefracht:
nach England 1,6 bis 2,0 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis
10 Cents.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſätze: 56; Loko: 9½; Februar
9,37, März 9,58, April —, Mai 9,97, Juni 10,10, Juli 10,24,
Auguſt 10/47, Dezember 10,19.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. Januar.
Nach freundlichem vorbörslichem Verkehr eröffnete die amtliche
Börſe erneut ſchwach. Ohne ſachliche Motivierung trat plötzlich
erheb=
liches Angebot am Elektromarkt ein, auf das für Siemens ein
Kurs=
rückgang von insgeſamt 4,5, Schuckert 3,5 folgte. Der angekündigte
Kapitalbedarf bei Siemens, der an ſich längſt bekannt iſt, wird als
Baiſſemotiv von der Börſe im Augenblick aufgefaßt. Dazu verſtimmt
die anhaltende rückläufige Bewegung am Farbenmarkt, da auch hierfür
ſachliche Gründe nicht erkennbar ſind und infolgedeſſen Vermutungen
zahlreicher Art offenſtehen. Die Baiſſepartei verweiſt auf die geſtern
ausgebliebene Londoner Diskontermäßigung, obwohl trotz dieſer
un=
verändert gelaſſenen Situation die Londoner und New Yorker Börſe
wieder feſt ſchloſſen. Durch die Siemens= und Farbenbewegung wurde
im Verlaufe die Geſamtbörſe ſchwach. Montanwerte, die zunächſt
rela=
tiv widerſtandsfähig waren, da die liquidere Bilanz vom Stahlverein
und die in Ausſicht geſtellte Dividende von Rheinſtahl hier Anregung
gaben. Auch für Montanwerte im Verlauf Kursrückgänge von über
1 Prozent. Zu Beginn nach Nachfrage nach Kali, Salzdetfurth 4 Proz.,
Aſchersleben 1 Proz. anziehend. Im Verlaufe konnten dieſe Kurſe
nicht ganz behauptet werden. Banken 0,25—1 Prozent ſchwächer. Am
Kunſtſeidemarkt verloren Bemberg 3, Aku 1,5. Zellſtoff Aſchaffenburg
gut gehalten, Waldhof um 3,5 gedrückt. Am Schiffahrtsmarkt betrugen
Kursrückgänge 1,5. Im einzelnen Süddeutſche Zucker, Rütgers und
Reichsbankanteile und Holzmann um je 0,5 höher; dagegen
Metall=
geſellſchaft 1, Deutſche Linoleum 1, Daimler Sſs, Zement Heidelberg 1
Prozent ſchwächer. Der Rentenmarkt lag außerordentlich ſtill bei aber
behaupteten Kurſen. Im Verlauf der Börſe waren mehrfach
Schwan=
kungen feſtzuſtellen. Die Stimmung war unſicher. Kursmäßig war
keine Erholung zu verzeichnen. Tagesgeld 6 Prozent, Monatsgeld 7¼.
Am Deviſenmarkt RM.—Pfunde 20.367/8, —Dollar 4.1850, London—
New York 4.8662½.
Die heutige Abendbörſe eröffnete bei ziemlich angeregtem
Ge=
ſchäft auf allen Märkten freundlicher. Die Spekulation ſchritt zu
Rück=
deckungen, auch lagen Aufträge aus dem Auslande und aus
Publikums=
kreiſen vor. Die feſte Haltung der Auslandsbörſen regte an, und man
hofft auch, daß auf einer heute nachmittag ſtattfindenden Sitzung des
Verwaltungsrats der Reichsbank eine weitere Diskontermäßigung
be=
ſchloſſen wird. Zum amtlichen Beginn eröffneten Farben ½ Prozent
feſter. Montanwerte in ſtärkerem Ausmaße gebeſſert und bis 2 Prozent
erholt. Auch Kaliwerte konnten auf franzöſiſche Käufe wieder anziehen,
ſo vor allem Salzdetfurth, die 334 Prozent feſter lagen. Bankaktien
eine Kleinigkeit befeſtigt. Im Verlaufe der Börſe blieb die freundliche
Stimmung erhalten. Die Kurſe ſchloſſen gut behauptet.
Berlin, 24. Januar.
Die angeblichen Kapitalbeſchaffungspläne der Verwaltung der
Sie=
mens A. G., von denen man durch die Preſſe auf dem Wege über das
Ausland erfahren hatte, waren für die heutige Börſe
tendenzbeſtim=
mend. Im einzelnen wollen die verbreiteten Meldungen von einer
langfriſtigen Auslandsanleihe in Form von Obligationen, deren
Aus=
gabekurs 233 Proz. betragen und für die eine 14prozentige Dividende
garantiert werden ſoll, wiſſen. An ſich wäre natürlich dieſe Art der
Kapitalbeſchaffung für die Geſellſchaft recht günſtig, da es ſich um einen
langfriſtigen Kredit zu einem recht mäßigen Zinsſatz (zirka 6 Prozent)
handeln würde. Für die Börſe bedeutet dies aber ein ungünſtiges
Moment, da der Aktionär ja vollkommen ausgeſchaltet und ein
Bezugs=
recht nicht zu erwarten ſein würde. Dieſe Ueberlegungen führten zu
ſtärkeren Angriffen auf die Siemensaktie. Die amtliche Feſtſetzung
ge=
ſtaltete ſich recht ſchwierig. Nach einiger Verzögerung notierte man
283½ Prozent, was einen Verluſt von 4½ Prozent gegen den geſtrigen
Schlußkurs bedeutet. Gegenüber dieſen Vorgängen lag der
Farben=
markt heute vernachläſſigt, doch ſcheinen hier die großen Ausgaben
vor=
läufig ein Ende gefunden zu haben. Montane eröffneten trotz des
gün=
ſtig interpretierten Stahlvereinsabſchluſſes ebenfalls 1 bis 2 Prozent
ſchwächer. Im Verlaufe zog die weiter ſchwache Halturg der
Siemens=
aktie beſonders Elektrowerte in Mitleidenſchaft, und ferner fielen
Ham=
urg=Süd mit minus 3 Prozent durch Schwäche auf. Später griffen
die Interventionsbanken kräftig ein, es traten Erholungen, die teilweiſe
über das Anfangsniveau führten, ein.
Produkkenberichte.
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Berliner Kursbericht
vom 24. Januar 1930
Deviſenmarkt
vom 24. Januar 1930
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GeTDBrief
10.51 10.53
58.83 58.25
12.373 12.39
73. 12 73.26
3.024 2.(30
168.00 169.241
111.69 111.9
111.83/ 112.05
12.19/ 112.41
20.362 20.38
1.676 1.68
4.1815 4.1895)
58.23 58.35
21.875 21.91.
16.415 16-455
Schweiz
Spanien
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Portugal
Athen
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Jsland
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Berliner Produktenbericht vom 24. Januar. An der
Produkten=
börſe herrſchte heute ruhigere Stimmung, zumal die
Auslandsmeldun=
gen keinerlei Anregung boten. Inlandsweizen kommt auf dem
gegen=
wärtigen Preisniveau etwas mehr zum Angebot, infolge des
unbefrie=
digenden Mehlgeſchäfts lauteten die Gebote 1—2 Mark niedriger. Der
Lieferungsmarkt folgte dieſer Preisbewegung. Am Roggenmarkt iſt
nach dem geſtrigen lebhaften Geſchäft eine merkliche Ernüchterung
ein=
getreten; die Marktlage iſt immer noch recht unſicher. Im Mittelpunkt
des Intereſſes ſtehen die Erörterungen über die Auswirkung des
deutſch=polniſchen Abkommens. Die in den letzten Tagen eingetretene
Preisbeſſerung hat vereinzelt das Inland bewogen, mehr Angebot an
die Märkte zu legen, jedoch waren geſtrige Preiſe nicht ganz
durchzu=
holen. Auch der Lieferungsmarkt ſetzte bis 1 Mark niedriger ein. Das
Mehlgeſchäft bleibt ſehr ruhig. Roggenmehle waren zu geſtrigen
Prei=
ſen ſchwer unterzubringen. Das Preisniveau für Hafer hat ſich wenig
verändert. Gerſte liegt weiter ſchwach.
Die Berline =Metalltermine vom 24. Januar 1930 ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 135.00 (138.00), Februar 134.00 (134.50), März bis
September 133.75 (134.00), Oktober 133.75 (133.75), November 133.75
(134.00), Dezember 133.75 (133.75). Tendenz: Luſtlos. — Für Blei:
Januar 4150 (42.50), Februar 41.75 (42.00), März 41.75 (42.25), April
42.00 (42.25), Mai und Juni 42.25 (42.50), Juli bis September 42.25
(42.75), Oktober und November 42.50 (42.75), Dezember 42.75 (43.00).
Tendenz: ſtill. — Für Zink: Januar 37.50 (39.50), Februar 38.25
(38.75), März 38.50 (40.00), April 38,75 (40.25), Mai 39.00 (40.50),
Juni 39.50 (40.75), Juli und Auguſt 40.25 (4125), September und
Okto=
ber 40.50 (42.00), November 41.25 (42.00), Dezember 41.50 (4200).
Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klam=
mern Brief.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Das Reichskabinett hat in ſeiner letzten Sitzung dem Antrag des
Reichsernährungsminiſters zugeſtimmt, wonach der Vermahlungsſatz
für Inlandsweizen auch für den Monat Februar auf 50 Prozent
feſt=
geſetzt wird.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 22. Jan.
auf 118,6 gegen 118,4 am 15. Januar, ſtieg alſo um 0,2 Prozent. Für
die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom 22. Jan. die
folgenden Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 127,5 (127,7), Blei 132,8
(132,8), Zink 81,1 (78,0), Zinn 93,2 (95,0), Aluminium 132,0 (132,0),
Nickel 107,7 (107,7), Antimon 87,4 (91,2).
In der Eiſeninduſtrie hat ſich die Lage wenig verändert. In der
Maſchinenfabrikation iſt eine Beſſerung des Auftragseingangs zu
ver=
zeichnen. Die Kaltwalzwerke klagen über geringe Preiſe. In den
Drahtziehereien war die Beſchäftigung uneinheitlich. Die Konkurrenz
des Auslandes tritt in letzter Zeit deutlicher in Erſcheinung.
Das Landgericht I Berlin hat auf Antrag des Reichsverbandes
Deutſcher Schuhhändler e. V. gegen die Firma des tſchechoſlowakiſchen
Schuhinduſtriellen Bata bzw. gegen deſſen deutſche
Zweigunternehmun=
gen eine einſtweilige Verfügung erlaſſen, in der dem Beklagten
unter=
fagt wird, weiterhin in Ankündigungen ſeiner Firmen die Behauptung
zu wiederholen, daß die Kleinverkaufspreiſe ſeiner Fabrikate
Fabrik=
preiſe ſeien und daß Schuhwaren, deren Oberteil unter Verwendung
von Wachstuch hergeſtellt worden iſt, Lackſchuhe ſeien.
Auf Anfrage teilt die Verwaltung der R. Friſter A. G., Berlin, mit,
daß das Geſchäft im abgelaufenen Jahre ſich befriedigend entwickelt und
das Unternehmen einen erheblich größeren Auftragsbeſtand als im
vergangenen Jahre in das neue Jahr übernommen hat. Ueber die
Höhe der für 1929 zu verteilenden Dividende (i. V. 7 Prozent) könnten
zur Zeit noch keine beſtimmten Angaben gemacht werden.
Die Gasverſorgung Magdeburg=Anhalt A.G., Magdeburg, die zu
den Gründungen der Deutſchen Continental Gasgeſellſchaft gehört, hat
mit der Landesgasverſorgung Sachſen A.G. einen
Gaslieferungsver=
trag abgeſchloſſen.
Die in Nürnberg eröffnete Spielwarenausſtellung mit den für das
Jahr 1930 erſchienenen Neuheiten hat einen erfreulichen Verlauf
ge=
nommen. Lebhaft eingeſetzt hat das Geſchäft in Sommerſpielwaren,
hauptſächlich ſolchen in Blech, während ſolche in Holz geringeren
Ab=
ſatz finden.
Der Londoner Goldpreis ſeit dem 22. Januar beträgt für 1 Unze
Feingold 84 Schill. 11 Pence, für 1 Gramm Feingold demnach 32,7616
Pence.
6%0 Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 ....."
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27
60 Bahern
Frei=
ſtaat v. 27
8% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28 ...."
8%
v. 29
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ..
O Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ....
7% Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27
Dtſche. Anl. Ausle
fungsſch. +
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub.
Dtſche. Schutzge
bietsanleihe .. ..
8% Bad.=Bad.v. 26
9 Berlin v. 24.
O‟ Darmſtadtv. 26
v. 28
Frkf.a. M. v. 26
8% Mainz v. 26 ..
8% Mannh. v. 26..
8% Nürnbergv. 26.
2 Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . . . .
8% Heſſ. Landesbk.
Goldobl. . . . . . .
½% Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liqnid.
Pfbr.. . . . .. ...
Preuß. Lds.
Pfbr.=Anſt. Gold=
Pfbr.. . . . . . . ..
Preuß. Lds.
Pfbr.=Anſt.
Gold=
obl. .. . .. .... "
3.1
85
85
83.5
84.5
85
96.5
93.25
77
97
94.5
83Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl
8
¾KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr..
8% Naſ). Landesbk.
Goldpfbr. . . . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
+ Ausl. Ser. I
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
Berl. Hyp.=Bk
4½%0 „Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.Bk..
% Lig. Pfb.
„Pfbr. Bk..
4½% „ Lig. Pfrb.
8½Mein. Hyp. Bk.
4½% „ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp. Bk.
4½% „ Lig.Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank ...."
2% „ Lia. Pfbr.
3½ Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr
8% Rhein. Hyp.B!
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=redi ...."
80 Südd. Bod.
Cred.=Bank. . . .
8% Württ. Hyp.=B
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v. 26 ..
8% Klöchner=Werke
Berlin v. 26 .. .
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Stahl=
werke v. 27....
48.75
65.5
18
96.5
81.5
96
81.5
96
82I.
98
83.45
96.5
80.6
95
83.n5
96.5
79.8
96.5
82‟,
94.5
97.5
96
71.25
96
84.75
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v. 26 ......"
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4½% Oſt.
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42
48 Türk. Admin.
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1914
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Gold= u. Silb
ſcheide=Anſtalt .
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Oyckerhoff u.
Wid=
mann .. . . . .. .."
27.5
36.3
10
15.25
7.8
23.25
26.25
113
112
197
87
68
116.5
46.5
326
150
38.5
111
70
102.
1471,
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203.5
33
169.5
80
122
26
135
165
67
54
130
80
118
89.5
246
135
211
116.25
257
0
12
190
104.25
Mansfeld Bergb...
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50.5
72
102.5
115
114.75
165
93.*
183
155.25
346
112
1101
15
*2.75
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Mitv. . . . . . . . ..
Mannh. Berſich. I
Le
149
112.75
149.5
1101
134
120
29.8
135.5
111.5
150
112
1015.
1102.5
203
N
83.25
105
17
121
153
Nummer 25
Seite 13
Din Maun der
Uassmalster Baumnr.
Roman von P. Wild.
Copyright by Marie Brügmann, München 19.
15)
Nachdruck verboten.
Ein Hebel bewegte ſich.
Taghell wurde der Raum erleuchtet. Die Kuppel war
ver=
ſchwunden, auch das Gewölbe. Alles war in ein Nichts
zer=
ſloſſen.
Vor ihr ſaß Nera Sulla in tadelloſer Empfangstoilette, das
Gekräuſel des ſorgfältig gepflegten Bubikopfs im Nacken leicht
aufgebauſcht, wodurch die Schönhit der Kopfform geſchickt zur
Geltung kam.
Zu jäh war der Wechſel.
Plötzlich lag Fremdheit und der Abſtand nüchternen Alltags
zwiſchen ihnen.
Ella mußte ſich auf ſich ſelbſt, auf die Gegenwart beſinnen.
War es nicht Hohn, als dieſe elegante Dame vor ihr mit ihr
geſchäftlich=kühl ſprach? Sie ſagte:
„Wenn Sie ein ſorgſältig durchgearbeitetes Horoſkop
wün=
ſchen, benötige ich weiterer Studien, muß mir zunächſt die
Epheme=
riden beſchaffen und eingehend durchſehen. Das würde den
Koſtenpreis erheblich erhöhen. Das einfache Horoſkop berechne
ich mit ſechzig Mark, ſchriftlich ausgeführt und begründet mit
hundertfünfzig Mark. Ich liefere auch Horoſkope mit allen
Stern=
mahnungen und Hinweiſe auf Verhalten zu beſtimmten Zeiten
und Gelegenheiten. Für fünf Jahre berechne ich für die
Aus=
führung fünfhundert Mark. Es gibt Ihnen Gewähr gegen jede
Ueberraſchung, wenn Sie es beachten.”
„Danke.”
Ella war zumute, als ſtürze ſie aus höheren Sphären in
eine entſetzliche Tiefe.
Auch hier, immer, überall dasſelbe: „Alles um Geld.”
Sie entnahm ihrer Börſe hundertfünfzig Mark, legte ſie auf
den kleinen Tiſch mit den unſichtbar gewordenen aſtrologiſchen
Beichen der jetzt eine ſtumpfe Politur zeigte. Nera Sulla ſchob
das Geld gleichgültig in die kleine Schublade unter der Tiſch=
Samstag, den 25. Januar 1930
platte, auf der ſoeben noch der „Tierkreis” geglüht hatte, notierte
die Chiffre, unter der Ella die Zuſendung der Ausführung
wünſchie.
Noch wogte in Ella die Miſchung von Prophetie und
Geld=
geſchäft wie eine Enttäuſchung. Sie faßte ſich an die Stirn. Sie
wollte noch eine Frage ſtellen. Welche nur?
Das dunkle Ereignis. —
Das Stubenmädchen trat in dieſem Augenblick zu der
Aſtro=
login hin und flüſterte ihr ein paar Worte zu.
„Verzeihung”, wandte ſich Nera Sulla an Ella. „Dringender
Beſuch. Herrſchaften, die auf der Durchreiſe einen Zug ſpäter
fahren, um die Sterne zu befragen. Entſchuldigen Sie mich,
bitte. Ich ſchicke Ihnen das Horoſkop bald zu. Marie wird Sie
hinausbegleiten. Auf Wiederſehen!“
Eine leichte Verbeugung.
Die kokette Kammerkatze begleitete Ella zum Ausgang.
In leichtem Erſtaunen bemerkte ſie, daß hinter ihr der Riegel
vor die Etagentür geſchoben wurde. Wie ängſtlich die Aſtrologin
war!
Dann ſtand Ella auf der Straße.
Menſchen fluteten vorbei. Großſtadtverkehr verſchluckte alle
myſtiſche Stimmung. War ihr Erlebnis denn Wirklichkeit, nicht
Traum?
Horſt Wanner ſaß in ſeinem Arbeitszimmer. Der Sekretär
hatte ihm einige Brieſſchaften und Geſchäftspapiere vorgeleſen
und zur Unterſchrift zurechtgelegt. Ein ſtark durchgedrückter
Punkt der Schreibmaſchinentype bezeichnete die Stelle, wo ſeine
Unterſchrift hingehörte. Mit kräftigem Schwung und breitem
Federſtrich ſetzte er ſeinen Namen an die vorgeſehene Stelle.
„Die Hypothek Sondermann iſt in bar ausbezahlt worden,
Herr Wanner. Elftauſendfünfhundert Mark zuzüglich der Zinſen.”
Der Sekretär legte die Summe in Papierſcheinen vor den
Blinden.
„Haben Sie nachgezählt, Tram?”
„Jawohl. Es ſtimmt.”
„Gut, dann löſchen Sie das Konto Sondermann im
Haupt=
buch. Einen Augenblick, ich zähle noch einmal durch.”
Mit geſchickten Bewegungen ließ er in eigentümlicher
Bewe=
gung die Scheine durch die Finger gleiten. Die Verſchiedenheit
von Druck und Format ließen ihn fühlbar erkennen, welche
Geld=
ſcheine er vor ſich hatte. Er zählte laut:
„Sechstauſendfünfhundert —
Ein Klopfen ſtörte ihn in ſeiner Beſchäftigung.
„Herein!“
Erich Bäumer betrat das Zimmer, nickte dem Sekretär
freundlich zu, ſchüttelte Horſt kräflig die Hand. Vor dem Blinden
ſtehend, ſtreiften ſeine Augen das Geld auf dem Tiſche.
„Wie geht’s alter Kaave?”, wandte er ſich leichthin an Horſt.
„Wie immer. UInd dir? Du biſt ſehr vergnügt”, ſagte der
Blinde lächelnd und gab dem Sekretär einen Wink. Dieſer ver
ließ den Raum.
„Ich habe einen famoſen Abend hinter mir .. ."
„Wo? Oder darf man nicht fragen?”
„Du wohl, Horſt. Geſtern war aſtrologiſche Sitzung.”
„Umgang in höheren Sphären, mit Sternen?”
„Und was für welchen! Erſter und zweiter Ordnung,”
ſtimmte Erich zu. „Die Aſtrologie hat es in ſich.”
„Oder die Aſtrologin,” lächelte Horſt. „Dn warſt alſp bei
der ſchönen Nera Sulla. Beneidenswert!“
„Das Vergnügen kaunſt du guch haben."
„Ich? Was ſoll ich dort
„Dich amüſieren.”
„TIch?‟
„Ja, du! Ihr Haus ſteht offen. Wer von guten Freunden
eingeführt wird, iſt willkommen. Daran wird es nicht fehlen.
Verlaß dich auf mich. Ich ſtehe augenblicklich hoch,
gewiſſer=
maßen im Zenit der Gunſt.”
„Scherz beiſeite. Zu ſolchen Dingen tauge ich wirklich nicht.”
„Einbildung!: Laß dein ewiges Grübeln. Spiele, tanze,
amüſiere dich wie die anderen, und du biſt wie ſie. Treibe
ſo=
viel planetariſche Genüſſe wie du willſt.”
„Welcher Art, Erich?"
„Na, höherer Art. Im allgemeinen hin ich allerdings mehr
für das Irdiſche. Unſer guter alter Planet Erde iſt gar nicht
ſo übel, ſchenkt uns vieles. Ich bleibe beim Irdiſchen.”
„Imier?”
„Ja. Bei dir iſt es ein anderes. Natürlich. Jeder nach
ſeiner Faſſon. Sei geſcheit! Verſuche es mal mit dem neuen
Leben. Was haſt du ſo? Das lebendige Leben rauſcht an dir
vorüber, und du vertrockneſt hinter Weisheit und Büchern, biſt
ernſt und geſetzt, alt, ehe du jung geweſen biſt. Iſt das nicht
ein Unrecht gegen dich ſelbſt?“
„Ich bin aus anderem Holz geſchnitten, Erich. Vergiß nicht,
ich bin blind.”
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„Das Schickſal
liegtinIhrer Hand!”
Nur Sonntag, 26. Jan. u. Montag, 27. Jan. 1930
Um weiteſte Volkskreiſe darüber
auf=
zuklären, ob und was von
„Handleſekunſt”
zu halten iſt, gebe ich bekannt, daß i*
an den obengenannten Tagen dort;
Hotel „Darmſtädter Hof” Grafenſtraße,
von 3—9 Uhr nachmittags
Sprech=
ſtunde halte. Ich gebe Belehrung über
Eharakter, Beruf, Ehe, Geſundheit
und alle ſonſtigen ſich evtl. aus den
Handlinien ergebenden Folgen.
Wich=
ig in allen Lebenslagen. — Zahlung
nach belieben, um Jedem Gelegenheit
zu geben, über dieſeFragenAufklärung
683
zu erhalten.
Fr. Maier
der bekanute Charakter=Beurteile!
z. Zt. „Darmſtädter cof‟, Darmſtadt.
Seite 14
Samstag, den 25. Januar 1930
Nummer 25
DA4
DM
ANA
NIaf
DaP2
IY—-m —-
Bis einschl. Montag
Ein Filmwerk,
welches seit seiner
Berliner Uraufführung mit
beispiel-
losem Erfolg in allen dentschen
Städten länft
Geschlecbt
in Eesseln
Ein Film von der Sexnalnot
ein-
samer Menschen, hergestellt uuter W
dem Protektorat der Deutschen
Liga für Menschenrechte.
Regie: Wilhelm Dieterle.
In den Hauptrollen:
Wilhelm Dieterle
Mary Johnson, Gunnar Tolnaes.
Aus Presseurteilen: Der packendste
Tendenzflm für Milderung des
Strafvollzngs kämpfend, darüber
hinaus ein menschlicher Protest
gegen überflüssige Grausamkeiten P
der Zivilisation.
Dazu reichhaltiges Beiprogramm.
Beginn
Werktags 3½ Uhr
Sonntags 2 Uhr
Bis einschl Montag
Lil Dagover
lwan Petrovich
in dem großen Prunkflm
Der Günstling
von Schönbrunn
Ein Spiel um höchste Gunst am
Wiener Kaiserhof.
Regie: Erich Waschneck.
In weiteren Rollen:
Vera Malinowskaja,
Ferdinand von Alten.
Curt Vespermann,
Alexander Murski,
Tack Mylong-Mütnz.
In der Handlung liegt die Anmut
der Rokoko-Sphäre. — Die zarten
Beziehungen der jungen Kaiserin
Maria Theresia, die von Lil Dagover
dargestellt wird, zu dem
Panduren-
oberst von Trenck, den Ivan
Petrovich spielt, bilden den
eigent-
lichen Inhalt des Films. (V.1666
Beginn: Werktags 3½ Uhr
Sonntags 2 Uhr
Bis einsehl. Montag
Im Doppelspielplan:
Der erste Film einer
neuen
Stuart Webbs-8erie:
SFUART WEBBS in:
Das
grüne Monokel
Ein moderner Detektiv-Film voll
Tempo und Spannung nach dem
gleichnamig. viel gelesenen Roman
von Guido Kreutzer. Der Diebstahl
eines geheimen Akten-Dokumentes
gibt Veranlassung zu einer wilden
Verbrecherjagd quer durch Europa
Als zweiter Schlager das neue
Film-Lustspiel:
Modellhaus Creuette
Eine ganz verdrehte Geschichte von
Liebe, Uebermut, Mode und Pelzen,
die nicht böse ausgeht. Nach der
Komödie von Leo Walter Stein.
In den Hauptrollen:
Dina Gralla, Albert Paulig,
Igo Sym.
Beglnn: Werktags 3½ Uhr
Sonntags 2 Uhr
Deutſch.Oſtbund
e. V.
Sonntag, 26. Jan.,
8 Uhr abends, im
„Weißen Saal” bei
Chriſt. Grafenſtr.
Vortrag mit
Licht=
bildern des Herrn
Major a. D. Appuhn
„Die
Wiedererwer=
bung der Deutſchen
Oſtmark
durchFried=
rich den Großen.”
Eintritt frei! Gäſte
herzl. willkommen!
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Luisenplatz
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Stimmungs-Musik
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Hallo!!!
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Im Ausschank: Vorzügl. hein- und Moselweine
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Morgen Sonntag
abend. Unterhaltungsmusik
M. Schnellbacher.
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Bleichstraße 43
Bleichstraße 43
Samstag bis O Uhr geöffnet
Sonntag bis 4 Uhr geöffnet
K
Schloß-Café
Rheinstraße 2
Heute abend 8½ Uhr:
Gesellschafts-
Abend
Täglich Künstler-Konzert
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Heskaurapt Reichshof
jeden
Samstag und Sonntag
Konzert
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Samstag und Sonntag
Konzert mit Tanz.
Hallo !!?
Heit wert ſich net lang beſunne, in die
Langgaß 28 miſt er kumie,
Hanna Berlieb
iſt ihr Name
Kappeobend
fer de Samstag leſt ſe ſage. Die
kapp will ſe euch noch ſchenke, deshalb
net lang bedenke.
Stimmung und Humor iſt dort,
in die Langgaß 28 wird gemacht.
mit humoriſt. Programm. — Stimmung wie
immer. — Parole: Lachen ohne Ende.
Programm=Anfang 8.11 Uhr.
Das Komitee.
Der Wirt.
Orangen Harke „Rose‟
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Spanischer Garien.
1470a)
Sonntag. 26. Januar 1930
vormittags 11½ Uhr
Einlaß 10.30 Ende 1 Uhr
Montag, 27. Januar 1930
nachmittags 3½ Uhr
Einlaß 2.30 Ende 5 Uhr
Nur zwei Vorführungen des an Großartigkeit
unüber-
trefklichen Ufa-Knlturälms
Die Alpen
Das Paradtes Europas-
Ein Kulturflm vom Schweizer Volk und seinen Bergen
in 4 Akten u. einem Vorspiel über Sage u. Geschichte
mit besonderer Musikbearbeitung für den Film
unter Mitwirkung des vollen Orebesters
Darsteller des Vorspiels:
Ch. W. Kaiser
Ekkehard.
W. Kaiser-Herl
Der Abt.
Dora Bergner
Herzogin Hadwig
Marie Parker
Praxedis
. Otto G=bühr
Zwingli
Hermann Leffer
Beding
. O. Kronburger
Arnold Winkelried ..
Bearbeitung Dr. Walter Zürn
Basel-Zürich-Luzern-Bern-Genf-Lausane-Montreux-
Lugano — Rheinfall bei Schaffhausen — Züricher See
Vierwaldstädter See — Rigi — Pilatus — Axenstraße
Thuner u. Brienzer See — Genfer See — Lago Maggiore.
Im Berner Oberlend
Meiringen-Die Aare-Schlucht- Inderlaken-Wetterhorn
Jungfrau — Mönch — Eiger
4166 m f. 0. I.
4105 m ü. d. M. 3975m ä. d.M.
Die lungfrau=bahn
Grindelwald.
Scheidegg.
Eigergletscher.
Eismeer.
Lauterbrunnen.
Jungfraujoch
3467 m ü. d. M.
Die höchste
Europas. Aletschhorn
4162 m ü. d. M.
Großer Aletsch-
gletscher, Rhone-
gletscher.
Grimsel-Hospiz.
Furka-Paß.
Finsteraarhorn
4275 m ü. d. M.
Bahnstation / höchster Berg d.
Bern. Alpen. Der
St. Gotthard
Oberalpstraße.
Andermatt.
Dle
St. Golthard-
Bahn
Murmeltiere
une
Gemsen. Zermatter
Eisriesen
Das Matterhorn
4405 m ü. d. M.
Der Lyskamm
4538 m ü. d. M.
Der Monte-Rosa
4638 m ü. d. M.
höchster Berg
der Schweiz.
Weißhorn.
Breithorn. Die Rhätische
und
Albula-Bahn
Die
„Vla mala‟
mit der alten
Splügenpost.
Arosa-
Davos. Die
Lötschberg-
Simplon-
Bann
Das Saaser-Tal
i. Kanton Wallis.
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2010 m ü. d. M.
Der Simplon
3368 m. Die
Gornergratbahn.
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Das Engadin Hochtal Europas.
Piz-Bernina / Piz-Palü Piz-Rosegg
4052 m ü. d. M. 1 3912 m ü. d. M. / 3942 m ü. d. M.
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5 Meter Neuschnee und Lawinenbrüchen.
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Das große Derby auf dem St. Moritzer See.-
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konkurrenz. -Bobrennen. -Eislauf. -Cresta-Run.-Ski-
Jöring-Samaden. -Pontresina.-Bernina-Paß 2230 m.
in sausender Skifahrt hinab ins Tal.
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1. Parkett 1.80, 2. Parkett 1.50, 3. Parkett 1.20 Mk.
Vorverkauf ab 20. Januar: Verkehrshäuschen am
Schloßplatz und an der Theaterkasse
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bindungen und
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und seine sämtlichen Vertretungen
In Darmstadt:
Anton Fischer, Frankfurterstr. 12/14
Am Haupt-Bahnhof
Im Kaffee-Restaurant
.
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Samslags ab 8 Uhr — Sonnlags ab 4 Uhr nachm.
Reſtaurant „Stadt Coburg”
Telefon 3463
Waldſtraße 2
Heute Samstag, den 25 Januar 1930
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Spez.: Schlachtplatten, ſowie alle
anderen Speiſen in bekannter Güte,
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Zur Reichskrone
Samstag und Sonutag
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Sonntag, den 26. Januar, 4 Uhr
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Im Hotel-Restaurant
Samstag, ab 8½ Uhr: großes Hasenessen
Sonntag, den 26. Januar, ab 4 Uhr
KONZERT
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Der Besitzer: Ernst Schneider
REST.ZUM SCHLOSSGARTEN
Schloßgarten =Straße 21
Heute abend
Grosser Kappen-Abend
Morgen Sonntag Künstler-Konzeri
Es ladet freund ich ein Franz Kratſch (*
Hotel
Behrens-Hufnagel
Telefon 1481
Traisa
Inhaber Kar / Behrens jr
Beliebter Ausflugsplatz bei Darmstadt
Mittagstisch von 12-2 Uhr
Empfehle meine Säle - sowie Vereins-
(287a
zimmer.
Rot=Weiß V.f. R.
Verein für Leibesübungene V.
Heneralversammlung
am Freitag, 7. Febr., abends 8½ Uhr
im Fürstensaal
Anträge ſind ſchriftlich bis zum
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tag, den 3. Februar an die
Geſchäfts=
ſtelle, Grafenſtraße 20/21, zu richten.
Der Vorſiand. 1656
Dr. m.d. Walther Brüning.
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Wue
Gutgeh., fahrbare
Holzſchneid=
maſchine zu vk.
Näh. Geſchſt. (1516b