Darmstädter Tagblatt 1929


10. Dezember 1929

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Hinzelnmmmer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche jünſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 342
Dienstag, den 10. Oezember 1929. 192. Jahrgang

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Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.

Der Skreik um die Formel.
mInnerskag Großkampfkag im Reichskag.
Berlin, 9. Dezember.
dass ichskabinett, das am Montag vormittag zuſammen=
un
er die Grundzüge der geplanten Finanzreform und
dies ſtaltung der in dieſer Woche über die Finanzfrage
ben Regierungserklärung zu beraten, vertagte ſich am
nittag zu einer kurzen Abendpauſe. Um 20.30 Uhr
Beratungen wieder aufgenommen.
eichskabinett hat am Montag mit einer kurzen Mittags=
den
Abend hinein getagt, um zu einer Verſtändigung
ianzprogramm und die Regierungserklärung zu kom=
D irgebnis ſoll am Dienstag vormittag den Parteifüh=
ſors
zt werden, die wieder ihren Fraktionen berichten ſol=
der
oßkampftag im Reichstag iſt auf den Don=
glieder
noch nicht vollzählig beiſammen haben, zum
uch. Wunſch der Regierung, um die Möglichkeit zu haben,
rge1 5 der Fraktionsberatungen noch in die Regierungs=
ing
reinarbeiten zu können. Entſcheidend wird ſein, wie
ierung und die Regierungsparteien ſich binden möch=
ſie
ialdemokraten wollen ſich keine Feſſeln anlegen laſſen
ſchei ach einer Hintertür, durch die ſie ſpäter ausbrechen
cheint ihnen daher auch unbedenklich, wenn ſie eine
unglucken, worin die Ausführungen der Regierung ledig=
ebil
werden. Sie verweiſen nicht mit Unrecht darauf, daß
Biygungsvoten tatſächlich als ein parlamentariſch=
ſuchlTi
eworden ſind. Diesmal aber iſt mit ſolchen Behelfs=
r
., mehr zu arbeiten. Alle Parteien müſſen Farbe
gen / trauensvotum zuſammenfinden, das gleichzeitig die
bflicht; der Annahme des von der Regierung vorgelegten
am in allen Einzelheiten enthält.
dd lichtung werden wahrſcheinlich Zentrum, Demokraten
Volk! tei einig gehen. Sie können die Sozialdemokraten
nr) rus der Zange laſſen. Merkwürdig, wenn gerade da=
r
Seite die Berufung auf den verſtorbenen Außen=
Streſemann erfolgt, der behauptet haben ſoll, Finanz=
ur
) tat dürften erſt nach der Haager Schlußkonferenz den
ſtag chäftigen. Sekbſt wenn Dr. Streſemann einmal im
ſett tas derartiges geäußert haben ſoll, ſo darf man doch
dergl t, daß Dr. Streſemann bis zu ſeinem Tode geglaubt
E ſchlußkonferenz im November ſtattfinden werde. Dann
jar Zeit für die Reichstagsverhandlungen im Dezember.
Szverhandlungen der Diplomaten vielleicht bis in den
in) eichen werden, ſo iſt es für unſere Finanzen zu ſpät,
ſarten. Wir glauben daher vorläufig auch nicht, daß
Aungen zwiſchen der Regierung und den Fraktionen
eix! geſtalten werden, weil in den bürgerlichen Regie=
vorläufig
noch der feſte Wille beſteht, die endgültige
das Finanzprogramm jetzt ſchon durchzuführen.
Eun einer polikiſch bewegken Woche.
Berlin, 9. Dezember.
9Stag fanden am Montag weder Ausſchuß= noch
ons ngen ſtatt. Nur das Reichskabinett hat unendlich
Die Zentrumsfraktion hat für Dienstag abend
* anberaumt. Auch die Fraktionen der übrigen
run-V rteien werden wahrſcheinlich abends zuſammen=
2)emokraten haben für Freitag ihren Reichspartei=
Berlin berufen. Vor der Vollſitzung am Diens=
* Uhr beginnt, halten Deutſchnationale, Demokraten
tspartei Sitzungen ab, die ſich jedoch in der Haupt=
mett
Fragen der Tagesordnung beſchäftigen dürften.
arſitzung ſelbſt ſteht die Frage des Ladenſchluſſes
iber zur Entſcheidung. Vorausſichtlich wird es bei
Agen des Ausſchuſſes bleiben, wonach allgemein der
hluß, für Lebens= und Genußmittelgeſchäfte der
hluß vorgeſchrieben wird. Am Dienstag vormit=
Aur ußerdem der Strafrechtsausſchuß ſeine Beratungen
* *e Republikſchutzgeſetz.

Kapikalfluchk oder Skeuerſenkung? Eile kuk nok.
* Berlin, 9. Dezember. (Priv.=Tel.)
Ein kluger Beobachter hat kürzlich unſere wirtſchaftspolitiſche
Lage mit dem letzten Jahr vor der Inflation verglichen. Das iſt
übertrieben, aber etwas Wahrheit ſteckt doch darin. In allen
Lagern macht ſich eine Nervoſität, teilweiſe ſogar eine an
Stumpfheit grenzende Müdigkeit bemerkbar, die den Kampf mit
den gewöhnlichen politiſchen Mitteln für ausſichtslos hält und
nach Diktatur ruft. Ausgangspunkt iſt dabei unverkennbar
die Wirtſchaft im weiteſten Sinne, die unter den ge=
genwärtigen
Zuſtänden zuſammenzubrechen
fürchtet. Die ſteuerliche Belaſtung iſt ſo groß geworden, daß
ſie nicht mehr getragen werden kann. Es will doch etwas ſagen,
wenn ein ſo weit links ſtehendes Blatt wie das Berliner Tage=
blatt
ſich zum Wortführer des Kampfes um die Finanzreform
macht und Zahlen bringt, wonach einem Unternehmen heute
über 70 Prozent des Gewinnes weggeſteuert werden. Die ſelbſt=
verſtändliche
Folge iſt nicht nur die Unmöglichkeit der
Kapitalneubildung, ſondern auch die allgemeine
Kapitalflucht. Man kann dieſe Kapitalflucht moraliſch
Rta erlegt worden, zum Teil auf Wunſch der Fraktions= verwerflich nennen. Menſchlich begreiflich iſt ſie aber, und es
gibt kaum eine Möglichkeit, ſie mit den Mitteln der Steuerher=
ddirchten, daß ſie wegen der Reichstagspauſe am Diens= abſetzung zu verhindern. Die Induſtrie hat damit den Anfang
gemacht, indem ſie ihre Holdings= und Dachgeſellſchaften ins
Ausland verlegte, nach Luxemburg, Holland und der Schweiz.
Dieſe Länder profitieren natürlich von den Fehlern der deut=
ſchen
Steuergeſetzgebung. Aber auch die einzelnen Steuerzahler
ſind dieſem Beiſpiel gefolgt. Es iſt ſchon vor Monaten davon ge=
ſprochen
worden, daß eine große Anzahl ſchweizeriſcher Rechts=
anwälte
in Berlin lebt, die vermögende Leute beſuchen und
ihnen vorrechnen, daß ſie bei einem ganz geringen Verbrauch
die einzelnen Schweizer Kantone gehen jetzt ſchon auf 10 000
Franken herunter nur dieſen Verbrauch in der Schweiz zu
verſteuern haben während ſich im übrigen niemand um ihr Ver=
mögen
kümmern würde. Tatſächlich wird von dieſem Ausweg
ſcherorſatz für Vertrauensvoten bei uns längſt in großem Stil Gebrauch gemacht. Es hat eine Völkerwande=
rung
im kleineren Maßſtab natürlich eingefetzt: die Schlaf=
wagenzüge
nach Konſtanz ſind überfüllt von Leuten, die in der
ennn und das iſt nur möglich, wenn ſie ſich in einem Schweiz wohnen und nur gewiſſermaßen zum Wochenende‟
zur Erledigung ihrer Geſchäfte nach Berlin kommen. Ein be=
kannter
Schriftſteller, der mit ſeinem jüngſten Buch 1½
Million Mark verdient hat, ſollte davon Hunderttauſende an
Steuern zahlen. Er hat mit der Schweiz akkordiert für einen
Bruchteil dieſer Summe und lebt nun in der Schweiz ſehr be=
haglich
von den Zinſen deſſen, was er in Deutſchland allein an
Steuern hätte zahlen müſſen! In Zürich allein werden
wie uns dieſer Tage ein bekannter Abgeordneter, der ſich mit
dieſem Problem befaßt hat, verſicherte bei einer Bank
zurzeit 45 000 deutſche Konten geführt. Das iſt die
Einwohnerzahl einer kleineren Stadt. Rechnet man dazu, was
an Geldern in Baſel, Bern, in Holland und Dänemark ver=
ſchwindet
, dann ſind es ganz erhebliche Summen, die ſich auf
dieſe Weiſe dem Zugriff der Steuerverwaltung entziehen. Nicht
aus Angſt vor einer Inflation, ſondern in der Notwehr gegen
den Steuerdruck. Sollten nicht endlich auch die Sozialdemokra=
ten
einſehen, daß hier einmal Halt gemacht werden muß, daß
tatſächlich eine erhebliche Senkung der Steuern mehr heraus=
bringt
, wenn dieſe Millionen im Lande bleiben.

Die deutſchnakionale Sezeſſion.

Weikere Auskrikke
aus der Deukſchnakionalen Volksparkei.
Berlin, 9. Dezember.
Die deutſchnationalen Vertreter der chriſtlich=nationalen Ge=
werkſchafts
= und evangeliſchen Arbeitervereinsbewegung, Bal=
truſch
, M. d. RWR., Rudolph, Thränert, Blum, Adolph ver=
öffentlichen
folgende Erklärung: Die lataſtrophale Entwicklung,
die die D.N.V.P. unter der Führung ihres derzeitigen Vorſitzen=
den
, Geheimrat Hugenberg, genommen hat, insbeſondere das
Vorgehen gegenüber unſeren Freunden Hartwig, Lambach und
Hüſer, veranlaßt auch uns, das Band zwiſchen uns und der Par=
tei
zu zerſchneiden. Es erſcheint uns für Chriſten und ſozial
denkende Menſchen unmöglich, dieſer Partei noch länger Gefolg=
ſchaft
zu leiſten. Wir haben uns ehrlich um die Durchſetzung
einer Volksgemeinſchaft in und durch die Partei bemüht; es war
umſonſt. Nun iſt die Bahn frei für eine deutſche chriſtliche und
ſoziale Bewegung aus den breiten Schichten des Volkes heraus.

* Der Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungen wird zei=
gen
müſſen, ob es dem deutſchnationalen Parteiführer gelungen
ſchnationale Arbeitsgemeinſchaft beabſichtigt, im iſt die Sezeſſion zum Abſtoppen zu bringen oder ob nach weitere
des jenstag, ihre konſtituierende Sitzung abzuhalten. Abſbliterungen erfolgen. Der Parteigparat iſt hichſt betrieb=
der
Platzverteilung im Plenarſitzungsſaal ſind bis ſan. Er überſchütet, die Preſſe mit Vertnauenstundgebungen
genommen worden. Sie werden wahrſcheinlich erſt größerer der lleinerer Organiſationen. Das Bild iſt aber na=
türlich
nur einſeitig. Als Gegenſtück macht der Jungdeutſche‟
er Spannurguseht man der Donnerstagsſitzung ine Statiſtik auf, daß unter der Kundgehung Hugenbergs füinf
hal abei bedeutend in ſeiner ſtarken Wirkung. Deuahros Landesberhände, und zwar bor allem Verbände des rheiniſch=
S klang geſelte ſich ebenbürtig das vorzügliche Sl) weſtfäliſchen Rehiers fehlen, alſo dem Parteiführer die Gefolg=
r
Vereinsmitalieder A. Gruß, K. Darmſtädter, 0 ſchaft verſagt hätten. Auch der politiſche Gewverſchaftszeitungs=
Zick bei., Herrlich ſang dann Heinrich Hölzlin=Wie dienſt behaubtet, daß die Bewegung erſt angefangen habe, und
Mahlerlieder mit Orcheſter. Sein edles, ſononesdaß die Zahl der Austritte weder in den Parlanenten, noch im
aſt noch mächtiger geworden, wundervoll weich und Lande bendet ſei. Er küindigt auch die Bildung feſter politiſcher
ch bin der Velt abhanden kommen die Höhe, und Brutben im Lande an, Ihne alerdings Tatſachen dafür anzeigen
Nhothmit und herber Kraſt hörten wir dann die ſ können. Die Parteileitung der Deutſchnationalen Vollspartei
velgel. Immer wieder erſchütert der tiefe Ernſt der jicht allerdings darauf, daß die ausgeſchicdenen Abgeordneten
in Geſänge aufs neue, immer wieder ergreiſt die un= 1 1 Nandat niederlegen, da ſie hnr den Vahlen eine eniſpre=
dde
Erklärung unterſchrieben hätten, im Falle des Austrittes
=hialität ſeiner Orcheſterfarben.
tten drei umfangreiche Geſänge für Männerchor und aMandat niderzulegen. Die Ausgeſchiedenen berweiſen dar=
heſter
von Siegmund von Hauseger. Wer dieſen 1 daß Graf Weſtan in der Fration unter allgemeiner Zu=
mung
erklärt habe, dieſer Verzicht habe keine Geltung, wenn
e ganze Gruppe von Abgeordneten ausſcheide.

I ſich die neue Vereinigung gebildet hat.

* Rückkehr zum Boung =Plan. Ordnung
im Reichshaushalk!
Der Reichsbankpräſident Dr. Schacht hat ſich mit einem
Memorandum an die deutſche Oeffentlichkeit und an die zuſtän=
digen
Stellen gewendet, das bei dem großen. Anſehen Dr.
Schachts ſowohl im Inlande als auch im Auslande weitgehende
Beachtung gefunden hat. Seine Denkſchrift ſtellt im weſentlichen
feſt, daß zwei Vorausſetzungen für die Annahme des Young=
planes
, den er ſelbſt in Paris als erſter Sachverſtändiger
Deutſchlands unterzeichnet hat, nicht erfüllt ſeien und auch fer=
nerhin
nicht erfüllt zu werden drohen, nämlich erſtens keinerlei
zuſätzliche, über den Pariſer Plan hinausgehende Belaſtungen
Deutſchlands, zweitens entſprechende finanzielle und wirtſchaft=
liche
Reformen innerhalb des Reiches. Damit hat Dr. Schacht
eigentlich nichts Neues geſagt, ſondern er hat nur das in der
ihm eigenen konzentrierten und klaren, darum vielleicht etwas
ſcharf anmutenden Art zuſammengefaßt, was in den Kund= der Wirtſchaft in der letzten Zeit zum Ausdruck ge=
bracht
worden iſt. Daraus geht hervor, daß er ſich in weit=
gehender
Uebereinſtimmung mit allen befindet, denen dara
liegt, die Vertrauenskriſe der Wirtſchaft zu beſeitigen und dies
um ſo mehr, als wir uns vor der zweiten Haager Konferenz
befinden, die endgültig über die Annahme des Youngplanes
und damit zu einem weſentlichen Teil über die Grundlagen
und Vorausſetzungen der weiteren wirtſchaftlichen und auch
politiſchen Entwicklung Deutſchlands die Entſcheidung bringen
wird. Reichsbankpräſident Dr. Schacht hat in ſeiner Eigenſchaft
als politiſch unabhängiger Hüter der deutſchen Währung und
als politiſch unabhängiger erſter Sachverſtändiger Deutſchlands
in der Reparationsfrage ſeine warnende Stimme erhoben. Da
die Reparationsfrage für Deutſchland und die deutſche Wirtſchaft
eine lebenswichtige iſt, da ſich Deutſchland zudem heute in einer
Situation befindet, in der es gilt, Fragen des Taktes und der
Form hinter lebenswichtigen Entſcheidungen zurücktreten zu
laſſen, in der es darauf ankommt, den Willen zur Abkehr von
den verkehrten Methoden der Wirtſchaftspolitik nicht nur zu be=
kunden
, ſondern auch in die Tat einer rettenden Aktion umzu=
ſetzen
, kann man den Schritt des Reichsbankpräſidenten, die
Warnung vor einer Erhöhung der Laſten des Youngplanes und
die Mahnung zur ſchnellſten Durchführung durchgreifender Re=
formen
, nur als die Forderung der Stunde auffaſſen. Die Frage,
ob dieſer etwas ungewöhnliche Schritt Dr. Schachts politiſcher
Korrektheit und Form entſprach, hat dabei keine Rolle zu ſpielen.
Es entſpricht durchaus der Sachverſtändigkeit Dr. Schachts, daß
er gleichzeitig an dem Verhalten der ausländiſchen Regierungen
ſcharfe Kritik geübt hat, die ihren Einfluß nicht verfehlen wird.
Der engliſche Reparationsſachverſtändige und Teilnehmer an der
Pariſer Reparationskonferenz, Sir Joſiah Stamp, hat auch erſt kürz=
lich
an dem Verhalten des engliſchen Schatzminiſters Snowden in
der Angelegenheit der Zurückgabe des deutſchen liquidierten
Eigentums eine Kritik dahingehend geübt, daß dieſes Verhalten
mit dem Sinne des Youngplanes nicht vereinbar ſei.
Nach all dieſem handelt es ſich alſo nicht und kann es ſich
nicht darum handeln, ob der Schritt Dr. Schachts formell korrekt
war, ſondern es kommt bei dem leider nun einmal ausgebroche=
nen
Streit um die Denkſchrift Schachts darauf an, ob ſeine
Kritik für den Augenblick und für die Zukunft, beſonders aber
im Hinblick auf die im Januar ſtattfindende zweite Haager Kon=
ferenz
, berechtigt war, und zwar in rein ſachlicher Beziehung.
Dabei muß man aber davon ausgehen, daß die deutſche Wirt=
ſchaft
ſich in einer Vertrauenskriſe befindet, die im Grunde ihren
Ausgang von der ungünſtigen Lage der öffentlichen Finanzen
genommen hat. Gerade die Tataſache, daß die deutſche Wirt=
ſchaft
in produktionstechniſcher Hinſicht auf der Höhe iſt und ſich
gegenüber der Konjunkturdepreſſion recht widerſtandsfähig ge=
zeigt
hat, daß alſo, wie es auch der Reichsverband der deutſchen
Induſtrie in ſeiner kürzlich veröffentlichten Denkſchrift Aufſtieg
oder Niedergang ausführt, die beſtehenden großen Schwierig=
keiten
in den einzelnen Induſtriezweigen und vor allem auch in
der Landwirtſchaft nur in geringem Ausmaß auf Einflüſſen der
Konjunktur beruhen, verpflichtet dazu, die öffentliche Finanzpolitik
zu kritiſieren und die Gefahren der ungünſtigen Lage der öffent=
lichen
Finanzen für die Wirtſchaft und auch in außenpolitiſcher
Hinſicht aufzudecken. Zu dieſer Kritik fühlte ſich Dr. Schacht be=
rechtigt
und durch das ewige Hinauszögern der Bekanntgabe
des Finanzprogramms ſeitens des Reiches veranlaßt, und für
den Zeitpunkt der Veröffentlichung ſeines Warnungsrufes
ſpricht auch der Umſtand, daß Dr. Schacht als Fachmann wohl
die Schwierigkeiten der Kaſſenlage des Reiches zum Ultimo des
Jahres zu überſehen weiß. Es ſei daran erinnert, daß
gerade die Kaſſenlage des Reiches bei der erſten
Haager Konferenz einzelne deutſche Delegierte
in ungünſtigem Sinne beeinflußt hat. Es wird
jetzt von beſtimmter Seite behauptet, daß der verſtorbene Reichs=
außenminiſter
Dr. Streſemann der Auffaſſung geweſen ſei und
ſich auch dahingehend ausgeſprochen habe, die Sanierung der
deutſchen Finanzen ſolle erſt nach der zweiten Haager Konferenz
vorgenommen werden. Abgeſehen davon, daß Dr. Streſemann
ſeinerzeit mit der Abhaltung der zweiten Haager Konferenz
mindeſtens Ende Oktober bzw. im November rechnen mußte,
widerſpricht dieſer Behauptung der Aufruf, den der verſtorbene
große Staatsmann nicht nur einmal, ſondern wiederholt an die
deutſche Oeffentlichkeit gerichtet hat, ſobald wie nur
irgendmöglich unſere geſamte Wirtſchafts= und Finanz=
politik
umzuſtellen. Kann man, wenn man ſich dieſen Appell vor
Augen hält, überhaupt daran denken, daß Dr. Streſemann für
eine Fortſetzung der Defizit=Politik im öffentlichen Finanzwelen
bis zur zweiten Haager Konferenz geweſen wäre, die heutte
jeder bekämpft, der die dringende Notwendigkeit der Sanierung
der öffentlichen Finanzen erkennt? Man ſollte ſich auch darüber
klar ſein, daß auch das Ausland, beſonders aber unſere Reha=
rationsgläubiger
, die Fehlleitung der deutſchen Finanzpolitik
genau kennen, und daß infolgedeſſen für das Ausland die Kritik
Schachts an der deutſchen Finanzpolitik und ſeine Kennzeichnung
des öffentlichen Finanzelends ſehr wohl verſtanden wird, denn
auch bei unſeren Reparationsgläubigern herrſcht die Ueberzeu=

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Dienstag, den 10. Dezember 1929

Geite 2

gung, daß eine richtig angewandte und in die wirtſchaftsent=
laſtende
Bahn geleitete deutſche Finanzreform die weſentliche
Vorausſetzung für die Leiſtungsfähigkeit Deutſchlands nach den
Erforderniſſen des Youngplanes und infolgedeſſen für ſeine Er=
füllbarkeit
iſt. Nicht allein infolge der Kriegslaft, ſondern auch
durch die öffentlichen Ausgaben von Reich, Ländern und Ge=
meinden
iſt die deutſche Wirtſchaft ſo ſchwer belaſtet, und es
liegt daher auf der Hand, daß das Schickſal der deutſchen Wirt=
ſchaft
und des deutſchen Volkes nicht nur von den bevorſtehen=
den
Entſcheidungen in der Reparationsregelung, ſondern viel,
viel mehr von einer Geſundung der deutſchen Finanzverhältniſſe
durch eine auf die Bedürfniſſe und Intereſſen der deutſchen Wirt=
ſchaft
in ihrer Geſamtheit als der eigentlichen Trägerin der
Reparationslaſten umgeſtellte Finanzpolitik abhängig iſt. Damit
ſoll nicht geſagt ſein, daß nun etwa eine Million mehr oder
weniger Reparationsbelaſtung nicht von Belang iſt, im Gegen=
teil
, jede einzelne Million, die zu der ſchon ſo großen Belaſtung
der Wirtſchaft tritt, iſt von Bedeutung. Deswegen ſieht ja auch
Dr. Schacht als erſter Reparationsſachverſtändiger Deutſchlands
Sinn und Zweck des Youngplanes, der doch Deutſchland ent=
laſten
ſollte, als gefährdet an, wenn die Gläubigerregierungen
verſucht haben, über den Youngplan hinaus weitere finanzielle
und wirtſchaftliche Leiſtungen aus Deutſchland herauszupreſſen,
und wenn bereits jetzt eine Fülle von Verzichten vorhanden iſt,
die die deutſche Regierung ohne entſprechende Gegenleiſtung den
an ſie herantretenden Gläubigern zugebilligt hat oder zuzubilli=
gen
erwägt. Nach den Erfahrungen des Liquidationsabkom=
mens
mit Polen, für deſſen Abſchluß ein reparationspolitiſcher
Grund nicht vorlag, ſo daß hieraus nicht der ungünſtige Eindruck,
den es deutſcherſeits gefunden hat, herabgemindert werden kann,
muß allerdings dafür eingetreten werden, daß nicht alle in dem
Pariſer Sachverſtändigen=Gutachten offengelaſſenen und noch
nicht endgültig geklärten Fragen in den Haager Schlußverhand=
lungen
zu Ungunſten Deutſchlands entſchieden werden, und die
auch von den ausländiſchen Sachverſtändigen als Höchſtmaß
anerkannte Belaſtung Deutſchlands aus dem Youngplan noch
um mehrere 100 Millionen ſteigern.
Man hätte gewünſcht und es wäre ſicherlich erfreulicher ge=
weſen
, wenn der Schritt Dr. Schachts nicht nötig geweſen wäre.
Man kann aber hoffen, daß die Aktion Schachts nicht zum Scha=
den
Deutſchlands, ſondern, auf weite Sicht geſehen, zum Nutzen
Deutſchlands dienen wird. Die Regierung hat gegenüber dem
Angriff Dr Schachts zwei Entſcheidungen von ausſchlaggebender
Bedeutung angekündigt; ſie wird am Mittwoch dem Reichstag
ihr Finanzprogramm bekannt geben, wenigſtens in ſeinen
Grundzügen, und auf Grund dieſes Finanzprogramms die Ver=
trauensfrage
an das Parlament ſtellen. Es iſt ſomit endlich er=
reicht
, daß das Reichsfinanzminiſterium ſeine Reformmaßnah=
men
der Oeffentlichkeit unterbreitet, die die deutſche Wirtſchaft
in die Lage verſetzen ſollen, nicht nur aus der gegenwärtigen
Vertrauenskriſe herauszukommen, ſondern auch die dem Young=
plan
entſprechende Leiſtungsfähigkeit zu ſichern. Die Regierung
hat damit ſelbſt die in Deutſchland, äußerſt ſeltene Initiative
ergriffen, um ſich Klarheit über das ihr entgegengebrachte Ver=
trauen
zu ſchaffen. Wenn ſie eine Reform vorſchlägt, die über
das, was man bisher von den Vorſchlägen des Reichsfinanz=
miniſters
gehört hat, bis zu einem ſolchen Grade hinausgeht,
daß der gegenwärtigen ſchlechten Reichsfinanzwirtſchaft ein
Ende bereitet wird, dann wird ſie das Vertrauen einer breiten
Mehrheit erhalten. Je klarer und eindeutiger dieſes Reform=
programm
iſt, je mehr man von ihm erwarten kann, daß es,
den Zuſammenhang zwiſchen Reparationen und Finanzpolitik
berückſichtigend, gegenwärtige und zukünftige Verbeſſerungen
über das unter dem Drucke der Gegenwart nur Mögliche
hinausbringt, umſomehr wird es die Stellung der gegenwärtigen
Regierung ſtärken. Da die Regierung ihre wichtigſten Vertreter
zur Haager Konferenz entſendet, ſo bedeutet das zugleich eine
Stärkung ihrer Poſition bei dieſen Verhandlungen, die auf kei=
nen
Fall weitere Verſchlechterungen des Youngplanes bringen
dürfen. Das Memorandum Schachts mit ſeiner Forderung:
Zurück zum Youngplon, die ein Mann von internationaler
Autorität und im In= und Auslande anerkannten Sachverſtänd=
nis
in der Reparationsfrage erhebt, kann aber dabei den deut=
ſchen
Unterhändlern nur eine wertvolle Hilfe ſein.

Darmſtadt, 9. Dez.
In einer Kleinen Anfrage des Abg. Dr. Wolf (V.R.P.) heißt es
u. a.: Nach in Mainz umlaufenden, ſich hartnäckig erhaltenden Gerüch=
ten
ſollen vor einigen Wochen gelegentlich einer Hausſuchung bei dem
ehemaligen Separatiſtenführer Czapek auch genaue Liſten der ehedem
der ſeparatiſtiſchen Bewegung angehörenden Perſonen aus Mainz und
Umgebung in bisher noch nicht gekannter Vollſtändigkeit vorgefunden
und beſchlagnahmt worden ſein, in denen auch die Namen einer ganzen
Reihe noch heute im öffentlichen Leben ſtehender und eine Nolle ſpie=
lender
Perſonen enthalten ſein ſollen. Es bedarf wohl keiner näheren
Begründung, daß die breiteſte Oeffentlichkeit ein Intereſſe daran hat,
zu erfahren, welche Perſönlichkeiten ſeinerzeit das hochverräteriſche

Vom Tage.

* Die eigene und die fremde Meinung.
Ueber das Zuſammenleben von Menſchen und Ueberzeugungen.
Von Wilhelm Michel.
Worauf begründet Leſſings Ringfabel (im Nathan) die
Pflicht zur Duldung fremden Glaubens und Denkens?
Letzten Endes darauf, daß alle drei Ninge falſch ſind.
Können wir dieſe Pflicht heute noch in gleicher Weiſe be=
gründen
?
Nein. Wir müſſen ſie darauf begründen, daß alle drei Ringe
in einem höheren Sinne echt ſind.
Was heißt das?
Das heißt, daß wir glauben müſſen, die höchſte Juſtanz
ſelbſt gleichviel, wie wir ſie nennen habe das Auseinander=
treten
der Bekenntniſſe und Ueberzeugungen verordnet, gleich=
wie
ſie das Auseinandertreten des Lebens in viele Geſtalten
verordnet hat. Das heißt ferner, daß wir uns mit unſerem
eigenen Glauben und Denken ernſtlich im ungeheuren Zuſam=
menhang
der von einem Leben überwölbten Menſchheit füh=
len
müſſen, ſo daß wir das Unſrige nur denken und glauben
können, inſofern der Andere das Seinige denkt und glaubt.
Würde unter der Herrſchaft dieſes Gedankens nicht aller
Meinungskampf aufhören?
Keineswegs. Unſer Glauben und Meinen iſt ein Stück des
uns anvertrauten Lebens. Wir haben nicht nur ein Recht, ſon=
dern
eine Pflicht, dieſes Stück Leben kräftig in die Welt zu
ſtellen. Niemand kann wiſſen, ob ſein Meinen und Glauben,
wenn nicht heute und hier, ſo doch morgen und dort im Sinne
des Ganzen gebraucht wird. Das Leben der Gruppe, der wir
angehören, und erſt recht der Geſamtmenſchheit muß zu verſchie=
denen
Zeiten aus verſchiedenen Kräften, Denk= und Gefühls=
weiſen
beſtritten werden. In jedem Glauben, der unter Men=
ſchen
lebt, erſcheint eine beſtimmte menſchliche Kraft und Mög=
lichkeit
. Kaum eine derſelben liegt ſo weit von uns ab, daß
wir ſagen dürften, ſie gehe uns nichts an. Sie alle müſſen leben,
damit ſie im rechten Augenblick zum Einſatz bereit ſind.
Soll das heißen, daß alle Ueberzeugung gleichviel wert ſind?
Durchaus nicht; wenigſtens nicht für alle Zeiten, Lagen und
Perſonen. Die Trennungen haben auf Erden denſelben guten
Sinn wie die Vereinigungen. Wir kehren einen ehrwürdigen
Spruch um: Was Gott geſchieden hat, ſoll der Menſch nicht mut=
willig
vermiſchen. Wir wiſſen heute über die zwangsläufige
Verbindung gewiſſer Raſſen, Menſchentypen, Erdzonen, Land=
ſchaftscharaktere
mit beſtimmten, dazugehörigen Denkweiſen beſſer

Nach einer Meldung aus Berlin ſoll die Frage der Tarif=
erhöhung
der Reichsbahn einſtweilen bis Januar
vertagt worden ſein. Sie ſoll erſt nach Abſchluß der Haager
Konferenz wieder aufgerollt werden.
Mit dem ſiebenten Transport deutſchſtämmiger Flüchtlinge ſind jetzt
insgeſamt 3100 über Land gekommene Flüchtlinge in
Deutſchland. Dazu kommen die 600 über Hamburg bzw. Swine=
münde
Angekommenen. Man rechnet damit, daß noch im Laufe dieſer
Woche alle Flüchtlinge hier ſein werden. Insgeſamt wird mit 5000 bis
5500 Perſonen gerechnet.
Die Juriſtenkonferenz beginnt, wie wir von unterrich=
teter
Seite erfahren, heute in Brüſſel. Deutſchland wird durch
Miniſterialdirektor Gaus vertreten. Es handelt ſich um die letzte For=
mulierung
und Vorbereitung für die Haager Konferenz.
Die Tagung des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion
wurde geſtern geſchloſſen, nachdem der Staatsetat in Höhe von
11600 000 000 Rubel genehmigt worden war. Im Laufe
ſeiner Tagung beſchloß das Zentralexekutivkomitee die Schaffung eines
Ackerbaukommiſſariats der Sowjetunion und beſtätigte Jakowleff als
Ackerbaukommiſſar.
Der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, iſt in Beglei=
tung
des Vize=Gouverneurs in Rom eingetroffen, wo ſie Beſpre=
chungen
mit dem Gouverneur der Bank von Italien über die
Bildung der Internationalen Zahlungsbank von
Baſel auf Grund des Young=Plans haben.
Die Konferenz für die Beſeitigung der Ein= und
Ausfuhrbeſchränkungen hat die für Montag vorgeſehene
Vollſitzung ausfallen laſſen, da anſcheinend die Sonderbeſprechungen,
in denen Polen und die Tſchechoſlowakei zur Ratifizierung der Kon=
vention
bewogen werden ſollen, noch kein Ergebnis gezeitigt haben.
Die Lage auf Haiti wird als ruhig bezeichnet, obwohl die
Spannung im Lande weiter anhält. Zur Verhütung und Bekämpfung
weiterer Unruhen iſt das amerikaniſche Flugzeugmutterſchiff Wright
mit Marineſoldaten, Flugzeugen und Munition an Bord nach der Inſel
unterwegs.

Treiben der Separatiſten billigten und unterſtützten, damit dieſelben
endgültig wenigſtens aus dem öffentlichen Leben ausgemerzt werden.
Iſt die heſſiſche Regierung bereit, die fraglichen Liſten zu veröffent=
lichen
? Was gedenkt die Regierung gegen diefenigen belaſteten Per=
ſönlichkeiten
zu tun, über die ſie z. B. diſziplinäre Gewalt hat? Iſt
die heſſiſche Regierung überhaupt bereit, zur gegebenen Zeit das ihr
über die ſeparatiſtiſche Bewegung und ihre Anhänger allgemein bekannt
gewordene Material zu veröffentlichen? Die Regierung antwortet
nun darauf: Es iſt richtig, daß vor einigen Wochen bei dem Kaufmann
Karl Czapek in Mainz eine Hausſuchung ſtattfand im Zuſammenhang
mit verſchiedenen ſtrafbaren Handlungen, die in Groß=Gerau und
Mainz begangen worden waren. Bei dieſer Hausſuchung wurden
einige Schriftſtücke beſchlagnahmt. Separakiſtiſche Mitgliederliſten be=
fanden
ſich nicht darunter. Die Beantwortung der übrigen Punkte der
Kleinen Anfrage erübrigt ſich danach. Es erübrigt ſich auch eine Be=
handlung
der Fragen, die die Londoner Amneſtievereinbarungen vom
16. Anguſt 1924 und das Koblenzer Abkommen vom 10. September
1926 berühren.

EP. Paris, 9. Dezember,
Die Regierung Tardieu hat mit ihrem erſten Arbeitsſonntag
der Kammer geſtern keine beſonders guten Erfahrungen gemacht.
Nachdem morgens und nachmittags bereits das Budget des
Miniſteriums für öffentliche Arbeiten zur Diskuſſion ſtand, die
erfreulicherweiſe dadurch weſentlich verkürzt wurde, daß zahl=
reiche
Redner, vor allem auch der Oppoſition, auf das Wort ver=
zichteten
, ſtellte Miniſterpräſident Tardieu zum Schluß der Nach=
mittagsſitzung
kurz nach 9 Uhr noch die Vertrauensfrage über
einen an und für ſich nicht beſonders wichtigen Punkt. Ein So=
zialiſt
fand das Minimalgehalt für die Bahnwärter nicht hoch
genug und verlangte die Zurückverweiſung des darauf bezüg=
lichen
Artikels an die Finanzkommiſſion zwecks Erhöhung des
Poſtens auf mindeſtens 8000 Franken im Jahr. Sehr über=
raſcht
war die Regierung vor allem, als das Neſultat der Ab=
ſtimmung
verkündet wurde: 295 Stimmen für die Regierung und
272 dagegen. Ganze 23 Stimmen Mehrheit für die Regierung
iſt gewiß nicht viel, wenn man bedenkt, daß allein 24 Miniſter
ihre Stimme für die Regierung abgaben. Der Kammerpräſi=
dent
zog es darauf vor, keine Nachtſitzung abzuhalten. Als
Moral dieſer Geſchichte läßt ſich wohl ſagen, daß Sonntags=
ſitzungen
, wie ſie Tardieu wünſcht, zwar ausgezeichnet ſind, um
das Budget durchzupeitſchen, höchſt gefährlich aber werden, ja
Ueberraſchungen bringen können, falls die Regierung nicht
größte Wachſamkeit zeigt.

Beſcheid als frühere Geſchlechter. Zum Oſten ſtehen Buddhis=
mus
und Hinduismus, Tao=Lehre und Konfuzianismus ſo
jatürlich wie das Chriſtentum zum Abendland. Was den jun=
gen
Menſchen zu radikalen Meinungen, den alten Menſchen zu
einem mehr beſtätigenden Weltblick treibt, kann heute faſt als ein
phyſiologiſcher Zwang begriffen werden. So gehört mir nicht
jede Meinung in gleichem Maße zu. Was euch das Innre
ſtört, dürſt ihr nicht leiden. Und doch bleibt daneben beſtehen,
daß mich alles menſchliche Meinen angeht, daß es eine Beziehung
auf mich hat, daß ich, während ich aus dem mir eigenen Denken
lebe, doch zugleich durch das fremde Denken lebe.
Inwiefern geht mich alles menſchliche Meinen an?
Den Hauptgrund habe ich ſchon genannt: ich kann mein Eige=
nes
nur denken, wenn und weil der Andere das Seinige denkt.
Man kann ſich dieſe Verflochtenheit der verſchiedenen Meinun=
gen
ganz konkret vorſtellen. Sprechen wir in politiſcher Sprache.
In jeder politiſch zuſammengefaßten Gemeinſchaft muß ſowohl
die Beharrung als auch die Erneuerung gedacht, geglaubt und
betrieben werden. Der Erneuerungsgläubige iſt nur möglich,
inſofern der Beharrungsgläubige ſich zu ihm ſtellt. Beide ver=
danken
einander ihr Leben. Beide entlaſten einander, ſie helfen
einander, ſie ermöglichen ſich gegenſeitig die Eigenart ihres Da=
ſeins
. Beweis? Kommen erneuerungsgläubige Parteien aus
der Oppoſition (der ungeſtörten Eigenheit) zur Macht (zur vol=
len
Verantwortung für das Ganze), ſo müſſen ſie alsbald in
ihrem eigenen Schoße konſervative Tendenzen entwickeln; und
umgekehrt. Damit in einer Gemeinſchaft Leben ſei, muß alles
Menſchliche in ihr gedacht, gefühlt, betrieben werden. Die
fremde Meinung ſteht alſo zu der meinigen komplementär. Der
Gegner gehört mir ebenſo innig zu wie der Meinungsfreund;
ja, er ſtellt mir ernftlicher als dieſer das Daſein des Ganzen
vor Augen, das mein Leben hält und trägt. Die eigentlichſte Be=
kundung
des Lebens im Ganzen, hat Hölderlin geſagt, iſt
der Zwiſt.
Der Menſch neigt immer zum Abfall ins Uneigentliche, ins
Geſpenſtiſche. Er neigt dazu, aus aller geiſtigen Errungenſchaft
einen dinglichen Beſitz zu machen, Leben in Sache ( Tod) zu
verkehren. Immer ſpricht da die fremde Meinung die noch in
ihm ſchlummernde Möglichkeit des Lebendigbleibens an. Alles
was Menſch heißt, braucht den Widerſacher. Ein großes Mene
ſchengefühl ſcheint mir deswegen derjenige verſäumt zu habe=
den
nicht einmal die Liebe zum Feind angewandelt h
das buchſtäbliche Glück über das Vorhandenſein des Meinung
gegners, der mir gerade durch ſeine Fremdheit zur Bezeugu
des lebendigen Gottes wird; Liebe zum Feind, nicht obwo
er Feind iſt, ſondern weil er es iſt. Wir reden heute viel 4

Die Gäyeriſthen Hietoetteihn
Der Verſaſſungsſtreit zwiſchen Bayern und
vor dem Skaalsgerichkshof.
Leipzig, 9.
Vor dem Staatsgerichtshof für das Deutſche 2
dem Vorſitz des Reichsgerichtspräſidenten Dr. Bumre
Montag die Anfechtung der Praxis der Titelverle
Bayern durch das Reich verhandelt. Nach Artkel u
der Reichsverfaſſung dürfem Titel nur verliehen we
ſie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen. Das Reichs
des Innern beantragt zu entſcheiden, daß die Verl
Ehrentiteln, die die bayeriſche Staatsregierung vor
dieſer Beſtimmung nicht vereinbar iſt. Bayern ſtellt
Standpunkt, daß die verliehenen Titel den Erforde
Reichsverfaſſung durchaus entſprechen, erklärt den
Reiches für unzuläſſig, da nach Artikel 15, Abſatz 3
verfaſſung die Reichsregierung zunächſt eine formulier
rüge an die bayeriſche Staatsregierung hätte richten
beſtreitet der Reichsregierung das Recht, den Staate
gemäß Artikel 19, Abſatz 1 in dieſer Frage anzurufen
um keinen Streit um geltend gemachtes und umſtrit
handele. Der Reichsregierung liege der Nachweis
einzelnen beanſtandeten Titel nicht ein Amt oder einer
zeichnem.
In der lebhaften und ausgedehnten Ausſprache
treter der Parteien wollte der bayeriſche Staatsrat pl=
dem
Klageantvag der Reichsregierung eine gewiſſe Ur
keit gegen Bayern erblicken. Für das Reichsminiſt
Innern erklärte Miniſterialrat Dr. Kraiſenberg, die
Staatsregierung ſei von den im Jahre 1926 ſchweben
ten der Reichsregierung, die Sache im Geſetzgebun
regeln, unterrichtet geweſen. Weihnachten 1928 habe 11
kanzler in Berlin mit dem bayeriſchen Miniſterpräſt
Held die Frage der bayeriſchen Titelverleihung beſp
neut auf ihre Unzulänglichkeit hingewieſen und um
nahme erſucht. Der bayeriſche Miniſterpräſident habe e
rung der bayeriſchen Staatspraxis nicht in Ausſicht
nen und die Aprufung des Staatsgerichtshofes anhe
Im weiteren Verlauf der gemeldeten Verhandli
ſtierte der bayeriſche Vertreter, Staatsrat von Jan
daß ein privates Geſpräch des Miniſterpräſidenten
mit dem Reichskanzler, von dem ihm nichts bekannt
Gegenſtand der Verhandlungen gemacht werde. Wenn
artige interne Unterhaltungen hereingezogen würden
ſeinerſeits feſt, daß Miniſterpräſident Dr. Held mit
ßiſchen Miniſterpräſidenten Braun ein Geſpräch gehab
dem dieſer dem bayeriſchen Miniſterpräſidenten erklär
ſelbſt habe den Anſtoß zur Aktion gegen Bayern gege
nicht etwa, weil er die bayeriſche Titelpraxis für be
widrig halte, ſondern weil er im Gegenteil den Wun
habe, von höchſter Stelle anerkannt zu ſehen, daß ſie
faſſung entſpreche. Miniſterialrat Kraiſenberg erklärt
genüber, daß es ſich bei dem Geſpräch des Miniſterp
Held mit dem Reichskanzler um ein Staatsgeſpräch,
um eine private Unterhaltung gehandelt habe, dageger
Geſpräch Dr. Helds mit dem Miniſterpräſidenten Brau
reines Privatgeſpräch. Der preußiſche Miniſterpräſiden
ſeinem Schreiben vom 28. Dezember 1928 aber ganz e
auf die unzuläſſigen baheriſchen Titelverleihungen hin
ſich alſo offiziell im gegenteiligen Sinne geäußert.
dann Staatsrat b. Jan über die Grundſätze, nach 1
Bayern bei der Verleihung von Titeln verfahren wi
künfte gegeben hatte und verſchiedene praktiſche Beiſ
örtert worden waren, wurde in die Mittagspauſe ei!
Der Staatsgerichtshof hat nach längerer Beratung
tag abend entſchieden: Die Verleihung von
zur Auszeichnung einzelner Beamten und nicht beamte
ſonen (Ehrentitel) iſt mit Artikel 109, Abſatz
Reichsverfaſſung nicht vereinbar.
der Wirklichkeit und ihrer nüchternen Erkenntnis: wer
Meinungsfeind als eine notgedrungene Funktion inner.
gemeinſamen Ganzen begriffen hat, dem iſt das Wn
Wirklichen noch nicht aufgegangen.
Es gibt zweifellos Situationen, in denen das Leben
kämpferiſche Auseinanderſetzung zwiſchen Meinung und 2
zuläßt. Dieſe kriegeriſchen, dieſe ſoldatiſchen Situato!
im realen Menſchenleben ſogar bei weitem die häuficſle
kommen weder in der Politik, noch in der Erziehung, nde.
kulturellen Kämpfen aus ohne gelegentliche Geltendmachn!
rer faktiſchen, gleichſam phyſikaliſchen Kräfte. Kampl II
aus menſchenwürdig. Aber es iſt ihm auch ein menſchent.
Maß geſetzt. Worin liegt es? Es liegt darin, daß ig 2
ner wohl im Sinne des Ganzen beſtreiten, ihn zur 2
rufen, ihn von einer angemaßten Stelle vertreihen 00l
ich ihn aber nicht böſe und tief verneinen, nicht mit A
Haßkräften ablehnen darf, weil ich damit eben auch P0e
ablehne, aus dem ich ſo gut lebe wie er. Jeder Alt eiſes
unbedingten und daher hölliſchen Haſſes wendei ſich !
gegen den Feind, ſondern zugleich gegen den Herrn de=
der
ihn mir zugeſellt hat, und damit ſehr ernſthaſt. Me
mich ſelbſt. Es iſt das tiefſte und wahrſte Wort, da8 De
über ſich ſagen kann, wenn er die Wendung brauchlti:.
mich ſelbſt zerreißen. Er tut dies wirklich. Er gehl.
gegen das Lebensganze, in das er mit dem Feind ücht
geſchloſſen iſt. Haß dieſer ernſten, abgründigen A.*
Gegner böſe und tief verleugnet, iſt immer in ſchweiſt.
zur Auflehnung gegen die Welt überhaupt zu werdel.
dagegen hat wenn ſie Tat, nicht Schäche iſt M.
wandtſchaft zu jener Geduld, der ſich das Leben in Mie
rer Fülle ſchenkt.
Wir dulden, indem wir den Nebenmenſchen Nüche
Endes nicht ihn, ſondern Go
Wohn= oder Geſchaftsß
Techel
i. gut. Zuſtand, nächſt Oſtbahn
evtl. in Roßdorf, Gr.=Zimmern, Welt
hillexplatz 3

(19448

Ang. an Druckerei Oeffentl. Me.
Mart. HIndraern H0 Hſſi
Bauplätze

an fertiger Straße innerhalb der e gs
freiem Fernblick auf Woogsan
Näheres durch
Archit:
MartinEidenmüller,
Darmſtadt, Friedrichſtr., 1. Zelefon de

[ ][  ][ ]

Dienstag, den 10. Dezember 1929

Seite 8

ner 342

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Hi gedenkt der Berdienſie Hindenbur=

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Berlin, 9. Dezember.
räſident von Hindenburg empfing am heutigen Vor=
apoſtoliſchen
Nuntius Monſignore Pacelli zur Ent=
ſeines
Abberufungsſchreibens. Der Nuntius war
hef des Protokolls Graf Tattenbach im Wagen des
hspräſidenten abgeholt worden; bei der Einfahrt in
es Reichspräſidentenpalais erwies eine Ehrenwache
Ehrenbezeugungen. An dem Empfang nahmen
Umgebung des Reichspräſidenten der Reichsminiſter
ixtigen, Dr. Curtius, ſowie Staatsſekretär Schubert
Nuntius hielt folgende Anſprache:
Reichspräſident! Nach langen, ereignisreichen, für
Staat hoch bedeutſamen Jahren ſchlägt für mich die
nde von Deutſchland.
ille meines erhabenen Souveräns Seiner Heiligkeit
Pius XI. ruft mich zurück in die Ewige Stadt.
rdnung gehorchend, ſtehe ich hier zum letzten Male
Herr Reichspräſident, um Ihnen in feierlicher Form
eufungsſchreiben zu überreichen und meine
zu beenden. Bei dieſer Gelegenheit iſt es mir
ide und mit Freuden wahrgenommene Pflicht, Ihnen
eutſchen Reichsregierung ergebenſten Dank auszu=
r
die verſtändnisvolle Förderung, die Sie meiner
der deutſchen Reichshauptſtadt angedeihen ließen.
hmen und von ehrendem Vertrauen getragenen Be=
die
mich mit der vevehrungswürdigen Perſon Eurer
ets verbanden, werden mir auf meinem weiteren
immerfort als beglückende Erinnerung vor der Seele
vor langen Jahren zum erſten Male den Fuß auf
oden ſetzte, ſtand Europa unter dem düſteren Zei=
rieges
. Heute, wo ich, dem Rufe Seiner Heiligkeit
ine Schritte nach der Tiberſtadt zurücklenke, kann ich
em erhebenden Bewußtſein, daß trotz aller Hemmun=
ſwierigkeiten
das Verſtändnis für die hehre Sache des
i allen Völkern fühlbare Fortſchritte gemacht hat.
tſchland in dieſem Ringen um die ſtei=
rwirklichung
des Friedens= und Ver=
ngsgedankens
heute bereits beachtenswerte und
are Erfolge zu verzeichnen hat, ſo weiß
welch ſtarkem Maße dieſe erfreuliche, durch die weit=
aatskunſt
früherer Führer von langem her grund=
vorbereitete
Weiterentwicklung in ihrem jetzigen
der abgeklärten Weisheit Eurer
z zu verdanken iſt, wie auch der bis zum
ährten Hingabe desjenigen, den in die=
devermiſſen
zu müſſen, mir ein aufrich=
merz
iſt. Ich möchte von dieſer Stelle
eiden, ohne des verſtorbenen Herrn
ßenminiſters Dr. Streſemann in Trauer
u haben.
ich mich von Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräſi=
erHohen
Reichsregierung verabſchiede, wünſche ich aus
zen Ihnen und dem Ihrer Führung anvertrauten
olk eine gedeihliche, friedvolle und gottgeſegnete

r Reichspräſident erwiderte mit folgenden Worten:
ius! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer
s Schreiben entgegenzunehmen, wodurch Seine Hei=
apſt
Sie von Ihrem Poſten als apoſtoliſcher Nuntius
beruft, um Ihnen die hohe Würde des Kardinalrates
Es iſt mir ein aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen zu
tit wie herzlichem Bedauern wir alle Sie von hier
n. Neun Jahre ſind vergangen, ſeitdem mein Vor=
Exzellenz hier als den erſten bei der Reichsregierung
Botſchafter willkommen hieß. Es war die ſchickſals=
als
die Arbeit des Wiederaufbaues und die Be=
im
einen wahren Frieden einſetzten. Sie haben alle
es Ringens inmitten des deutſchen Volkes durchge=
dieſes
auf ſeinem ſchweren Weg allezeit mit aufrich=

ſel ert im Großen Haus des Landeskheakers

du
ſte
achte
dkun 1
r ni=
eich
-
1

Der
3
tte
Te
ir

Montag, den 9. Dezember 1929.
re ſchon ſind verfloſſen, ſeit Kapellmeiſter Friedrich
Leitung des Mözart=Vereins übernahm, der zwar
als einer der älteſten Geſangvereine Darmſtadts
eine führende Rolle ſpielte, unter Rehbock aber da=
ganz
beſonderen Aufſchwung nahm, daß er ſich zum
der Literatur zuwandte, die dem Männerchor in
mit dem Orcheſter größere und größte künſtleriſche
Ult. Dieſe neue Aufgabenſtellung lag nahe, weil Reh=
ſeine
langjährige Tätigkeit als Operndirigent dem
r nahe ſtand und ſich als Vorkämpfer der Bewegung
die dem Männerchor anſtelle der alten gemütlichen
öhere und größere Aufgaben zuzuführen gedachte.
ur der Dirigent Friedrich Rehbock wurde heute durch
ſlumen= und Lorbeergrüße und Hervorrufe gefeiert,
h der liebenswürdige Künſtler und Menſch, der als
vorbildlicher Konzertbegleiter Tauſenden unvergeß=
en
der Erhebung bereitet hat und der treuſorgende
2 Lehrer, der ſein beſtes Können den zahlreichen
übermitteln ſuchte, die ſich ſtets um ihn ſcharten.
ngjährigen Ueberlieferung des Mozart=Vereins ge=
auch
das Jubiläumskonzert nur Kompoſitionen von
* Kunſtwert, wobei man allerdings ſtaunte, daß der
ir ein Feſtkonzert allzu düſter gehalten war. Große
* itete es, wieder einmal die große Chorballade Das
Iſento von Willem de Haan zu hören, ein Werk von
Haltung, überaus klarer Form und edlem Gedan=
Ibei bedeutend in ſeiner ſtarken Wirkung. Dem präch=
lang
geſellte ſich ebenbürtig das vorzügliche Solo=
* Vereinsmitglieder A. Gruß, K. Darmſtädter, E.
Sick bei. Herrlich ſang dann Heinrich Hölzlin=Wies=
Mahlerlieder mit Orcheſter. Sein edles, ſonoves
aſt noch mächtiger geworden, wundervoll weich und
mſch bin der Welt abhanden kommen die Höhe, und
Rhythmik und herber Kraft hörten wir dann die
belge‟. Immer wieder erſchüttert der tiefe Ernſt der
A Geſänge aufs neue, immer wieder ergreift die un=
nialität
ſeiner Orcheſterfarben.
Iken drei umfangreiche Geſänge für Männerchor und
Zeſter von Siegmund von Hausegger. Wer dieſen

tiger Anteilnahme begleitet. Ich empfinde dies beſonders ſtark
aus den freundlichen Worten, die Sie an mich zu richten die Güte
hatten, und in gleicher Weiſe aus Ihrem freundſchaftlichen Ge=
denken
an den Mann, der durch einen leider ſo frühen Tod un=
längſt
aus dem Amte des Reichsminiſters des Auswärtigen ab=
berufen
worden iſt.
Wenn die Verſtändigungsbereitſchaft all=
mählich
an Boden gewinnt, ſo iſt dies nicht zuletzt dem
unermüdlichen Wirken Ihres erhabenen Souveräns zu verdan=
ken
, der keine Gelegenheit unbenutzt läßt, um ſeinerſeits zum
Frieden zu mahnen. Aber auch was Eure Exzellenz während
Ihrer hieſigen Tätigkeit an vorbildlicher Friedensarbeit geleiſtet
haben, wird Ihnen unvergeſſen bleiben, wie alles, was Sie für
die Erhaltung und Feſtigung der freundſchaftlichen Beziehungen
zwiſchen dem Heiligen Stuhl und Deutſchland getan haben.
Ich freue mich, aus Ihren Worten entnommen zu haben,
daß Sie ſich Ihrer Berliner Amtstätigkeit und Ihrer hieſigen
Freunde gern erinnern werden. In gleicher Weiſe werden alle,
die mit Ihnen in amtliche und geſellſchaftliche Beziehungen zu
treten Gelegenheit hatten, mit Genugtuung an die von weiſer
Sachlichkeit, unbeirrtem Gerechtigkeitsſinn und warmherziger
Menſchlichkeit getragene Berufsauffaſſung zurückdenken, mit der
Sie Ihr hohes Amt auch als Doyen des Diplomatiſchen Korps
verwaltet haben. Ich bitte Sie, meine wärmſten und aufrichtig=
ſten
Wünſche für das Wohlergehen ſeiner Heiligkeit des Papſtes
und für Ihre eigene Zukunft entgegennehmen zu wollen.
An den Empfang ſchloß ſich eine längere Unterhaltung, die
von beſonderer Herzlichkeit getragen war und in deren Verlauf
der Herr Reichspräſident dem Nuntius ſein Bild zur perſönlichen
Erinnerung überreichte. Bei ſeiner Abfahrt wurden dem Kir=
chenfürſten
die gleichen militäriſchen Ehrenbezeugungen wie bei
ſeiner Anfahrt erwieſen.

Berlin, 9. Dezember.
Der päpſtliche Nuntius D. Pacelli ſtattete am Montag dem
preußiſchen Miniſterpräſidenten Dr. Braun ſeinen Abſchiedsbeſuch
ab und überreichte ihm ſein Abberufungsſchreiben. Der Nuntius
wurde von Staatsſekretär Dr. Weismann empfangen und zum
Miniſterpräſidenten geleitet. Wie der Amtliche Preußiſche Preſſe=
dienſt
mitteilt, hat Nuntius Pacelli in ſeiner Unterredung mit
dem Miniſterpräſidenten dieſem für das vertrauensvolle Zu=
ſammenarbeiten
des preußiſchen Staates mit ihm während ſeiner
Berliner Tätigkeit ſeinen Dank ausgeſprochen. Miniſterpräſident
Dr. Braun wünſchte dem ſcheidenden Nuntius beſte Erfolge für
ſeinen neuen Wirkungskreis in Rom. Die preußiſche Staatsregie=
rung
wird Nuntius Pacelli als Erinnerungsgabe ein wertvolles
Erzeugnis der Staatlichen Porzellanmanufaktur überreichen, auf
dem die Hedwigs=Baſilika dargeſtellt wird. Nach beendetem Be=
ſuch
wurde der Nuntius von Staatsſekretär Dr. Weismann bis
nach der Nuntiatur begleitet.

* Berlin, 9. Dezember. (Priv.=Tel.)
Das Intereſſe für die Arbeiten des Unterſuchungsausſchuſſes
des Preußiſchen Landtags in der Sklarek=Affäre hat abgenom=
men
. Am Montag wurden auch lediglich die Mitglieder des
Kreditausſchuſſes der Berliner Stadtbank vernommen, unter
denen der Stadtverordnete Roſenthal von der Demokratiſchen
Partei, Mohrchen genannt, über den Verluſt ſeines eigenen
Geſchäfts klagte, da er bei den Sklareks 118000 Mark ſtehen
hat, die wohl kaum einzutreiben ſind. Aber für kreditfähig hat
er die Sklareks gehalten, weil er auch annahm, daß ſich der
Stadtkämmerer über die Kreditaktion freuen würde, weil an=
geblich
die Sklareks von der Stadt größere Beträge zu bekom=
men
hatten. Als im Auguſt bebannt wurde, daß der Umſatz der
Sklareks auf monatlich 12 Millionen geſtiegen war, als der
Monopolvertrag mit der Stadt bis zum Jahre 1935 verlängert
wurde, und noch dazu vor dem Ablauf, wurde der Kredit auf
10 Millionen erhöht und natürlich dann auch in Anſpruch ge=
nommen
. Warum der Monopolvertrag überhaupt abgeſchloſſen
wurde, das wußte der kommuniſtiſche Stadtrat Göbel nicht zu
ſagen. Mit dem bisherigen Ergebnis unterbricht der Ausſchuß
ſeine Arbeiten bis zum 16. Dezember.

Meiſter als Dirigenten und Komponiſten gehört hat, empfindet
ſtets die herbe Ausdruckskraft und die Vornehmheit ſeiner Künſt=
lerſchaft
, die innere Notwendigkeit ſeines Schaffens. Der erſte
der Geſänge Schmied Schmerz hinterließ tiefſten Eindruck. Mit
monumentaler Größe erſteht ein muſikaliſches Bild, in breiten
Pinſelſtrichen gemalt, alle Epiſoden ſtehen in engſtem Zuſammen=
hang
mit dem Hauptgedanken, wundervoll ſind zwei Soloſtimmen
einbezogen, die von den Herren Gruß und Roth geſanglich und
künſtleriſch ausgezeichnet geboten wurden. Den Schlachtgeſang
auf den alten Volksliedtext Kein ſchön’rer Tod, iſt wuf der
Welt fanden wir ähnlich herb, faſt holzſchnittähnlich, wenn auch
nicht ganz ſo plaſtiſch wie den Schmied Schmerz, dem der
Totenmarſch dagegen wieder ſehr nahe ſtand. Der ſchwer ein=
herſchreitende
, faſt ſchleppende Marſch wird abgeſchloſſen durch
das von Heinrich Hölzlin erſchütternd geſungene. Solo des
Todes alte Totentänze leben in dieſem Chor auf unheim=
lich
ſind die letzten Rufe des Chors, und dann folgt wunderſam
verſöhnend ein verklärtes Orcheſternachſpiel, der Gedanke Tod
und Verklärung in einer beſonders poetiſchen Geſtalt.
Zuletzt erklang als Erſtaufführung für Darmſtadt der vor
Jahresfriſt in Wien uraufgeführte Liederzyklus für Männerchar
und Orcheſter Die Tageszeiten, Werk 76 von Richard Strauß.
So ſchön im einzelnen die Muſik iſt, ſo klangſchwelgeriſch ſich
Strauß in die vier Gedichte vertieft, ſo ſchön die Inſtrumentation
in allen Einzelepiſoden iſt, das Werk als Ganzes enttäuſcht doch
etwas. Es fehlen zu ſehr die Gegenſätze, da alle Gedichte, der
Morgen, Mittagsruh, der Abend, die Nacht eine ähnlich ruhige
und betrachtende Lyrik enthalten. Intereſſant iſt der Verſuch des
Meiſters eine engere Verbindung von Männerchorklang und
Orcheſter zu erreichen, der Chor vertritt an vielen Stellen ſozu=
ſagen
ein beſonders warm abgetöntes geſondert aufgeſtelltes
Bläſerorcheſter, aber auch hier ſind wir der Anſicht, daß dieſer
Verſuch nicht überall zu glücklichen Ergebniſſen führt, daß dem
Chor dadurch oft ſehr große Schwierigkeiten und nicht immer
dankbare Aufgaben zugemutet werden. Daß die melodiſche Linie
oft berückend ſchön iſt, daß eine gewählte, recht komplizierte
Rhythmik die einzelnen Chorſtimmen faſt wie Soloſtimmen be=
handelt
, daß in den mehr akkordiſchen Teilen farbenreiche Modu=
lationen
echt Straußiſcher Art an die Muſikalität der Sänger
ſehr hohe Anforderungen ſtellen, iſt kaum nötig zu erwähnen.
Formell wird der ganze Zyklus durch die umſpannende Haupt=
tonart
B=Dur zuſammengefaßt, an Anfang und Ende ſtehen
außerdem zwei Epiſoden, die den Chor à capella hervortreten
laſſen. Den ſtärkſten Aufſchwung bietet der erſte Satz. die größ=

EP. Schanghai, 9. Dezember.

Die zahlreichen Gerüchte über Nücktrittsabſichten oder den
bereits erfolgten Rücktritt des chineſiſchen Präſidenten ſind geſtern
von Dſchiang=Kai=ſchek in einem Interview entſchieden demen=
tiert
worden. Dſchiang=Kai=ſchek erklärte, daß er nicht daran
denke, im gegenwärtigen Augenblick zurückzutreten, da dann ehr=
geizige
chineſiſche Generäle und Kommuniſten China in neue
Verwirrung und neues Elend ſtürzen würden. Dſchiang=Kai=ſchek
betonte weiter, daß die national=chineſiſche Regierung die Lage
in China durchaus in der Hand habe und bald mit den einzelnen
Revolten fertig zu werden hoffe.
Inzwiſchen iſt während des Wochenendes in der Stadt
Tſchangtſchou eine neue Erhebung ausgebrochen. Ungefähr 1500
Mann der Garniſon zerſtörten die Telegraphenverbindungen,
unterbanden den Eiſenbahnverkehr zwiſchen Nanking und
Schanghai und plünderten die Stadt. Gegen Zahlung einer
beträchtlichen Geldſumme verließen die Aufſtändiſchen die Stadt
in ſüdlicher Richtung auf Itſching.
Als weitere Erſchwerung der an und für ſich prekären Lage
der Nankingregierung wird aus Hankau die Meldung beſtätigt,
daß Oſchiang=Kai=ſcheks füherer Vertrauter
General Tangſengſchi mit 39 anderen Generälen in der
Provinz Honan zu den Truppen der Kuomintſchun
übergegangen iſt. General Tangſengſchi hat ſich in den
Beſitz des rollenden Materials der Eiſenbahulinie Peking
Hankau in der Stadt Tſchangtſchau geſetzt. In Hankau herrſcht
angeſichts dieſer neuen Entwicklung große Beunruhigung und
Beſorgnis.
In Schanghai iſt wie in Nanking der Belage=
rungszuſtand
verhängt worden, um den Behörden ein Mit=
tel
zum Vorgehen gegen radikale Elemente zu geben. Zum
Schutze der Ausländer in Nanking iſt ein engliſcher Kreuzer nach
Nanking abgegangen. Ein engliſcher Kreuzer und drei Zerſtörer
haben Befehl erhalten, ſich von Hongkong nach Schanghai zu be=
geben
. Ein amerikaniſches Kanonenboot befindet ſich gleichfalls
auf dem Wege von Tſingtau nach Nanking, um den Schutz der
amerikaniſchen Einwohner in der chineſiſchen Hauptſtadt zu über=
nehmen
.

Während die bisherigen zahlreichen Meutereien in verſchiedenen
Gebieten Chinas als voneinander unabhängig angeſehen wurden, deu=
ten
die letzten Berichte darauf hin, daß es ſich um einen einheitlichen
Plan handelt. Wer der Urheber dieſes Planes iſt, iſt allerdings vor=
läufig
unklar. Für die Nankingregierung wird die Lage ſtündlich
ernſter, und ein privater Hinweis deutet bereits auf die Möglichkeit
der Verlegung der Regierung von Nanking nach Tſchekiang hin. Ueber
die letzte Entwicklung wird aus Schanghai berichtet: Der engliſche
Kreuzer Suffolk iſt am Sonntag von Schanhai nach Nanking aus=
gelaufen
, um dort zunächſt die engliſchen Frauen und Kinder an Bord
zu nehmen. Gleichzeitig iſt auch ein amerikaniſches Kanonenboot nach
Nanking beordert worden. Unter den in Nanking anſäſſigen Auslän=
dern
befinden ſich etwa 20 engliſche Frauen und Kinder. Wie es ſcheint,
iſt beabſichtigt, im Notfall ſämtliche 80 Ausländer an Bord des Suf=
folk
zu nehmen. In Itſchang ſind alle ausländiſchen Frauen und
Kinder an Bord eines Flußkanonenbootes gebracht worden, da eine
ſtarke Aufſtändiſchenſtreitkraft die Stadt umzingelt hat. Von der eng=
liſchen
China=Station wird angeſichts der außerordentlich ernſten Ent=
wicklung
der Lage die Entſendung eines zweiten Kreuzers und dreier
Zerſtörer in Ausſicht genommen. In Schanghai ſelbſt iſt die Lage vor=
läufig
für die Nanking=Regierung noch günſtig.

Der Beikeikk Amerikas zum Haager Gerichtshef.
FP. Genf. 9. Dezember.
Der Geſchäftsträger der Vereinigten Staaten in Bern, Moffat,
unterzeichnete im Völkerbundsſekretariat drei Schriftſtücke, wo=
durch
der Beitritt Amerikas zum Haager Gerichtshof vollzogen
wird. Das wichtigſte Dokument enthält die Vorbehalte des ameri=
kaniſchen
Senats, wonach jedesmal, wenn von dem Völkerbund
ein Gutachten des Gerichtshofes eingeholt werden ſoll, die Wa=
ſhingtoner
Regierung davon in Kenntnis zu ſetzen iſt. Hierdurch
erhalten die Vereinigten Staaten genau dasſelbe Mitſprechrecht
wie die Mitgliederſtaaten des Völkerbundes und die jeweiligen
Mitglieder des Völkerbundsrates. Der amerikaniſche Senat muß
nunmehr die Unterzeichnung der drei Protokolle noch ratifizieren,
womit ſie endgültig in Kraft treten.

ten Schwierigkeiten und lyriſchen Klangſchwelgereien enthalten
die beiden Mittelſätze, in denen auch eine geringe Ermüdung des
Chores fühlbar wurde. Wir glauben nicht, daß Richard Strauß
mit dieſer man möchte faſt ſagen Gelegenheitskompoſition
die Männerchorliteratur weſentlich bereichert hat, und halten
die im erſten Teil gebodenen Männerchöre für bedeutender.
Der heute ganz beſonders ſtarke Chor des Mozartvereins
tat alles, um den Abend beſonders feſtlich zu geſtalten. Es wurde
mit größter Hingabe, ſchönſter Klanggebung und feinem Vortrag
gefungen, die ruhige, überlegene Stabführung Rehbocks gab der
Aufführung die gewohnte große Sicherheit und Vornehmheit der
Wirkung, die jeder Uebertreibung und Effekthaſcherei grundſätz=
lich
abhold iſt, und das Kunſtwerk nur durch ſich wirken laſſen
will. Daß das Landestheaterorcheſter durch ausgezeichnetes
Spiel den neuen Werken zu ſtarker Wirkung verhalf, und daß es
mit beſonderer Freude am Ehrentag Kapellmeiſter Rehbocks
muſizierte und ſich mit großer Herzlichkeit an den dem Jubilar
zuteil werdenden Ehrungen beteiligte, zeigte, wie großer Ver=
ehrung
ſich Rehbock auch bei dieſen Künſtlern erfreut. F. N.

p. Ein Theater mit Einheitspreiſen. Nach der Baſler Nat.
Zeitung ſoll im nächſten Jahre in Oslo ein Theater eröffnet
werden, das auf dem Prinzip des Einheitspreiſes aufgebaut
werden ſoll. An dem Thegter ſind zu gleichen Teilen die nor=
wegiſche
Regierung und die Stadt Oslo beteiligt. Das Theater
ſoll mit allen Mitteln woderner Bühnentechmik ausgeſtattet
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haben zuſammen 181 Millionen Bücher. Auf Europa entfalle
davon 669 Bibliotheken mit 119 600 000 Bänden, auf Nord
amerika 314 Bibliotheken mit 54 100 000 Bänden, auf Süd= uni
Zentralamerika 22 Bibliotheken mit 3 900 000 Bänden, ar
Auſtralien 7 Bibliotheken mit 1 100 000 Bänden, auf Afrika
Bibliotheken mit 200 000 Bänden. In Europa verteilt ſich de
Buchbeſitz folgendermaßen: Deutſchland 160 Bibliotheren And
29 500 000 Bände, England mit 111 Bibliotheken und 17 Melt
lionen Bände, darunter die Bücherei des britiſchen Mufeums
zu London, die mit ihren mehr als 4 Millionen Bänden die großr
Bibliothek der Welt iſt, Italien 85 Bibliotheken und 13 3001 000
Bande, Oeſterreich 32 Bibliotheken und 5 200 000 Bände, Belgien
19 Bibliotheken und 3 Millionen Bände. Polen 14 Bibliotheken
und 2 800 000 Bände, Spanien 14 Bibliotheken und 2 500 000

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Seite 4

Dienstag, den 10 Dezember 1929

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mmer 342

Dienstag, den 10. Dezember 1929

Seite 3

Darmſtadt, 10 Dezember.
m ben Ruheſtand verſetzt wurden: Am 3. Dezember: der Rektor
Wolksſchule zu Pfeddersheim, Kreis Worms, Philipp Hack=
F ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1980 an; am
her; der Bektor an der Volksſchule zu Lollar, Kreis Gießen,
ab auf ſein Nachſuchen vom 1. Januar 193d an. Auf
es 8 1 des Gefetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten
(uli 1923 bzw. 19. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes
Irtober 1925 (Reg.=Bl. S. 249) tveten am 1. Januar 1930 in
Itand: der Lehrer Franz Diehl an der Volksſchule zu Darm=
hauptamtliche
Fortbildungsſchullehrerin Maria Henne=
im
der Fortbildungsſchule zu Weiſenau, Kreis Mainz.
füſches Landestheater. Grillparzers Luſtſpiel Weh dem,
4 gelangt heute Dienstag, um 20 Uhr, im Großen Haus mit
reichen Premierenbeſetzung (Knott, Hinz, Baumeiſter, Gallin=
etti
, Weſtermann) zur Aufführung. (Miete 4.)
Hochzeit in Cremona, Tanz=Pantomime mit Muſik
a, und La vida breve, Kurzoper von Manuel de Falla,
eute Dienstag, um 20 Uhr, im Kleinen Haus zur Wieder=
Hmmen. (Darmſtädter Volksbühne P 4, Gruppe I und II.)
ächſte Aufführung des mit großer Begeiſterung aufgenomme=
nachtsmärchens
Peterchens Mo

rieſengroßen Zeppeline zur Verteilung.
pens Fidelio gelangt morgen Mittwoch, um 19,30 Uhr,
zr Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm zur
g. In den Hauptrollen: Varena, Grahl, Stumpf (Prag)
zmann, Biſchoff, Overlack. (Miete B.)
Fanny und die Dienſtbotenfrage, eine ganz
ce Geſchichte von Jerome K. Jerome, der Senſationserfolg
u Hauſes, wird morgen Mittwoch, um 20 Uhr, mit der her=
m
Premierenbeſetzung unter abermaliger Mitwirkung der
e wiederholt. (Zuſatzmiete I und Miete T, Gruppe 2 und 3.)
ichſte Vorſtellung der beliebten Oskar=Straus=Operette Ein
raum wird Donnerstag, den 12. Dezember um 20 Uhr,
r Haus ſtattfinden. Der Vorverkauf an der Tageskaſſe des
Sruſes hat lebhaft eingeſetzt.
ihnachtsmiete für die Akademie=Konzerte. Nach dem großen
nt Erfolg des letzten Akademie=Konzerts mit Paula Lindberg
r wurde der Leitung von verſchiedenen Seiten die Bitte aus=
für
die reſtlichen fünf Akademie=Konzerte noch eine Miete
Die Leitung der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt trägt
nſchen durch Auflegen einer Weihnachtsmiete gerne
Dieſes Entgegenkommen wird ſicher von weiteſten Kreiſen
begrüßt werden, als, wie bekannt, für die in die zweite
Winters fallenden Konzerte als Vorſeier des im Jahre 1930
en 600jährigen Jubiläums der Stadt Darmſtadt ganz her=
Soliſten gewonen wurden. So ſpielt am 9. Januar nach
ziger Pauſe Wilhelm Backhaus wieder einmal in un=
und zwar fünf der bedeutendſten Klavierſonaten von Beet=
30. Januar findet die hieſige Erſtaufführung des Klavier=
2=Moll von Rachaminoff durch Hans Beltz (Berlin) und
phonie von Dvorak ſtatt. Es folgen im Februar ein So=
d
von Adolf Buſch und Nudolf, Serkin (u. a.
Kreutzer=Sonate) und im März Profeſſor Carl Fleſch
t den Violinkonzerten von Mas Bruch (Nr. 1) und Paga=
Abſchluß der 10 Konzerte bildet ein Mozart=Abend mit
dreaſſon als Soliſt, der das ſelten geſpielte G= Dur=
d
die Haffner=Serenade mit Orcheſter zu Gehör bringen
3 iſt ſomit jedem Gelegenheit gegeben, ſeinen Angehörigen
Niete eine beſondere Weihnachtsfreude zu bereiten, zumal
etpreis für Platz und Konzert nur auf 1,25 bis 4 RM.
2 bis 7 RM.) ſtellt. Die Miete liegt nur bis zum 94. De=
Thr, im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
eraße 36. (Fernſprecher 3500) auf und kann in fünf Raten
rden. Nach dieſem Zeitpunkt werden Meldungen nicht mehr
twvaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Jagende Wolken, ſich
einanderfließend, zerflatternd, dann wieder zu dunklen
zuſammenballend, luſtiger, wirbelnder Wind, lachender
r und hlauer Himmel waren die Begleiter der 13., der letz=
ung
des Klubs in dieſem Jahre. Unverhofft nahm gar
der Wind, der luſtige Geſell, ein Wanderhütlein, wirbelte
durch die Luft und ſpielte auf einem Acker mit ihm, nicht
der Beſitzer des Hutes beſtrebt war, dem neckiſchen Spiel
rde zu machen, um ſo mehr unbegreiflich, wo doch auch ſo
nderer ihre Freude an dem Fangſpiel ihres Klubfreundes
ht friſch war es noch bei Beginn der Wanderung in Eber=
gleich
der Aufſtieg zum Frankenſtein beſeitigte das leiſe
d dann ſorgten der Weitermarſch und die wärmende Sonne
Sgleich. Ueber Ober=Beerbach, Steigerts, Schmal=Veerbach
Beedenkirchen, woſelbſt bei Klubmitglied Emich, Gaſthaus
reer, Frühſtücksraſt gehalten wurde, dann weiter zur Kur=
Melibokus nach Alsbach. Hier war der Schluß der Wan=
die
wohlverdiente Endraſt. Gaſtwirt und Klubmitglied
te ſich beſondere Mühe um ſeine Darmſtädter Gäſte. Sein
lieferte den Braten, ſein bekannter Weinkeller den
eine kleine Schar Muſikanten ſorgte für Unterhaltung. Bot
ng mit ihren prächtigen Bildern Genüſſe für Geiſt und Ge=
es
nicht unerfreulich, da, wie bereits unzählige Male feſt=
geder
die unendlichſte Liebe, noch die ſchönſte Luft allein
genn auch der Magen, der grimme Geſell, zu ſeinem Recht
* der Leitung ihres neuen Dirigenten, des Herrn Lehrers
die Geſangsabteilung des Klubs ſchöne Heimatlieder. Den
ern der wohlvorbereiteten und ſehr gut durchgeführten
den Herren Becherer und Gaubatz, ſprach Herr Schött,
angsabteilung und ihrem Leiter Herr Rektor Hch. Schäfer
S. Dank gebührt auch noch dem zugunſten eines Führers
eim! Führeramt zurückgetretenen Herrn Jean Groß, der die Vor=
mitmachte
und half, alles zum Gelingen vorzubereiten.
bo gen die Stunden. Autobuſſe brachten die Wanderer zum
n, und kurz nach 7 Uhr konnten ſie wieder am heimatlichen
ſt3
2 Schwimmklub Jung=Deutſchland teilt mit: Der Hochſchuſ=
ks
gen Univerſität Köln heute abend mußte wegen Erkrankung
jeſten Schwimmer abgeſagt werden. Die Uebungsſtunden
Ver2 finden daher wie gewohnt ſtatt.
* hutzverein. Profeſſor Dr. Baſtian Schmidt, München,
Fref? den 13. Dezember, 80 Uhr, im Hörſaal 326 der Techniſchen
ſchuly m Lichtbildervortv v über Das Seelenleben der
ken wird, iſt einer Ver heutigen Führer in der Tierſeelen=
Lehrerkreiſen iſt er als erſter Leiter der Zeitſchrift Natur
cS (ſpäter Monatshefte für den naturwiſſenſchaftlichen Unter=
2t, und weithin durch zahlreiche Aufſätze in wiſſenſchaft=
Uuiſtrierten Zeitſchriften, durch verſchiedene Werke, wie Das
der Tiere‟. Das Tier und wir (Kosmosbicher) u. a.,
ge in vielen Städten Deutſchlands und Oeſterreichs, auch
Gs wird ein beſonderer Genuß werden, den berufenen
er Wiſſenſchaft, die in den letzten Jahren einen ſo bedeu=
hwung
genommen hat, über ſein eigenſtes Arbeitsgebiet
ören. Der Eintritt iſt frei,
Ghutz. Hiermit ſei nochmals auf den heute abend im Pro=
er
Ludwigs=Obervealſchule (Kapellplatz) ſtattfindenden Licht=
über
Vogelſchutz hingewieſen. Der Eintritt iſt frei.

Bas muß praktiſch geſchehen!
Ein Appell des V.D.A. für die Rußlanddeutſchen.)
Der Vorſtand des Vereins für das Deutſchtum im Ausland hat den
nachſtehenden Rettungsappell, der ſich in erſter Linie an die Reichs=
regierung
und die internationalen Fürſorgeorganiſationen richtet, be=
ſchloſſen
:
Nach ruſſiſchen Meldungen ſollen von den 13 000 deutſchen Bauern,
die bei Moskau zuſammengeſtrömt waren, 9000 wieder in den ruſ=
ſiſchen
Winter zurückgeſchickt werden. Es handelt ſich um
diejenigen Bauern, die zurzeit noch keine Ueberfahrtmöglichkeit nach Ka=
nada
oder Braſilien haben. Das ganze deutſche Volk und darüber hin=
aus
die Weltöffentlichkeit, die Kreiſe um den Genfer Völkerbund und
beſonders auch die öffentliche Meinung Amerikas ſind von banger und
berechtigter Sorge um das Schickſal dieſer Deutſchen erfüllt, die auf kei=
nen
Fall in ihrer völligen Hilfloſigkeit ihrem Schickſal überlaſſen wer=
den
dürfen. Auch von deutſchen amtlichen Stellen iſt die Ueberzeugung
zum Ausdruck gebracht worden, daß der Rücktransport für den größten
Teil dieſer nun entwurzelten Menſchen den Untergang
bedeuten würde. Der Verein für das Deutſchtum im
Ausland, der als eine Volksbewegung von Millionen von Menſchen
in Deutſchland und in Oeſterreich in nunmehr einem halben Jahrhundert
praktiſcher Arbeit den großen Gedanken der Hilfsverbundenheit aller
Deutſchen ohne Unterſchied der Staatsangehörigkeit vertritt, dankt
der Reichsregierung, daß ſie ſich im Sinne dieſer ſelbſtver=
ſtändlichen
Volksverbundenheit tatkräftig für die deutſchen Volksgenoſ=
ſen
in Rußland eingeſetzt hat. Der V.D.A. richtet die dringliche Bitte
an die maßgebenden Stellen, durch geeignete Maßnahmen der inter=
nationalen
humanitären Fürſorge das Schickſal dieſer in
unmittelbarer Todesgefahr ſchwebenden Deutſchen zu überwachen. Der
V.D.A. erhebt ebenfalls die Aufforderung, nötigenfalls dieſen anſchei=
nend
dem Untergange preisgegebenen deutſchen Bauern, die jahrhunderte=
lang
Volksart und Väterglauben unter den ſchwierigſten Verhältniſſen
bewahrt haben, Siedlungsland im deutſchen Oſten zur
Verfügung zu ſtellen. Die Möglichkeit, eine ſolche mit ſparſamſten
Mitteln vor ſich gehende Oſtſiedlung durchzuführen, iſt gegeben, wie ſich
nach eingehenden Verhandlungen der Fachleute erwieſen hat. Das
deutſche Volk wird ſich niemals damit abfinden, daß Tauſende deutſcher
Bauern elend zugrunde gehen, während der deutſche Oſten auf Siedler
von der Art und Geeignetheit dieſer Rückwanderer geradezu wartet.

Bismarck=Gemeinde. Die letzte Zuſammenkunft (regelmäßig jeden
erſten Freitag in den Monaten mit gerader Zahl, Brauerei Grohe,
Karlsſtraße) erfreute ſich eines guten Beſuchs. Der Vorſitzende hielt
unter Ausſchaltung jeder Parteipolitik eine Anſprache, in welcher er in
großen Zügen unſere derzeitige Lage im Weſten und Oſten darlegte. Er
wies auf die erfolgte Näumung der zweiten Zone im Rheinlande hin,
die gerade die Mitglieder der Bismarckgemeinde beſonders begrüßen
müßten, da ſie uns hoffentlich einen Schritt näher der Errichtung des
Bismarck=Denkmals bei Bingen brächte, die alsbald beginnen ſolle, wenn
auch dort die feindliche Beſatzung abgezogen ſei. Immerhin dürften wir
aber auch bei der Räumung die beſtehenbleibenden Einſchränkungen un=
ſerer
Souveränität nicht vergeſſen, wie wir auch über den Weſten den
Oſten nicht vergeſſen dürften, der ſtark gefährdet und beeinträchtigt er=
ſcheine
, was der Redner näher darlegte. Auch hier müßten wir in Bis=
marcks
Bahnen wandeln, welcher der Oſtmarkenpolitik ſeine ganze Auf=
merkſamkeit
und Tatkraft zugewandt hätte.
Tagesordnung zur Sitzung des Provin=jal=Ausſchuffſes am 14. Dez.
1929, vorm. 9 Uhr. 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbands Mainz=Stadt
gegen den Bezirksfürſorgeverband Groß=Gerau wegen Erſatz von Pflege=
koſten
für Wilhelm Powalla. 2. Klage des Bezirksfürſorgeverbands
Darmſtadt=Stadt gegen den Bezirksfürſorgeverband Dieburg wegen Ab=
ſchiebung
des Willi Mademann. 3. Geſuch des Wilhelm Ort zu Darm=
ſtadt
um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft
mit Branntweinausſchank im Hauſe Mathildenplatz 10. 4. Geſuch des
Philipp Waldmann zu Darmſtadt um Erteilung der Erlaubnis zum
Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe
Darnheimerweg 72. 5. Klage des Georg Stenner zu Groß=Zimmern
gegen den Beſcheid des Kreisamts Dieburg vom 2. Oktober 1929 wegen
Nichterteilung eines Wandergewerbeſcheins, 6. Klage des Adam Lind,
Darmſtadt, Beſſungerſtraße, gegen den Beſcheid des Kreisamts Darm=
ſtadt
vom 6. November 1929 wegen Nichterteilung eines Wandergewerbe=
ſcheins
.

Nur in
dies. Woche

21110S GOTNOIUO Mühelminenstr. 33.

Blumen u. Kunst

(19411a)

Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
erinnern hierdurch nochmals an unſere Saarkundgebung am
kommenden Donnerstag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaal bei Chriſt (Grafenſtraße) mit Herrn Maler=
meiſter
Schmelzer aus Saarbrücken, Mitglied des Saarländiſchen
Landesrates und Handwerkskammer=Vorſitzender, als Redner. Niemand
ſollte verſäumen, den durch zahlreiche Lichtbilder noch befonders an=
ſchaulich
gemachten Vortrag des bekannten Handwerker= und Heimatfüh=
rers
zu beſuchen! Mit Rückſicht auf den zu erwartenden großen An=
drang
iſt am Donnerstag abend im Fürſtenſaal keine Reſtauration, ſon=
dern
es ſind Stuhlreihen vorgeſehen. Auch ſonſtige Freunde des Saar=
gebietes
ſind zu unſerer Veranſtaltung bei freiem Eintritt herzlich will=
kommen
!
Neudeutſchland, Darmſtädter Gruppen. Auf vielſeitigen Wunſch
wind die Spielſchar der Neudeutſchen am Donnerstag, dem 12. Dezem=
ber
1929, 20 Uhr, in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Ein=
gang
Karlſtraße, Das Apoſtelſpiel von Mag Mell nochmals
zur Aufführung bringen. Die feſſelnde Stückfabel, von einem zeitgenöſ=
ſiſchen
Dichter entworfen, ſpielt ſich vor dem Zeithintergrund der jüng=
ſten
Gegenwart ab. Dem Drama gehen muſikaliſche und deklomatoriſche
Darbietungen voraus (Sprechchor, Inſtrumentalmuſik und Gruppen=
geſang
). (Siehe heutige Anzeige.)
Alldeutſcher Verband. An Stelle unſerer nächſten Monatsver=
ſammlung
findet am Donnerstag, dem 12. d. M. abends 8.15 Uhr, im
Perkeo (Alexanderſtraße 12) ein öffentlicher Vortrag des Geſchäfts=
führers
des Alldeutſchen Verbandes, Dr. Graf Brockdorff, über Der
Youngplan als Gefahr für die deutſche Mark ſtatt.
(Siehe Anzeige.) Wir fordern unſere Mitglieder und Freunde, ſowie
alle Intereſſenten zu zahlreichem Beſuche auf. Die Monatsverſamm=
lung
am 17. d. M. fällt aus.
Weihnachtsfeier. Am Sonntag, dem 15. Dezember, nachmittags
5.30 Uhr, veranſtaltet der Verein Freundinen junger Mädchen in der
Petruskirche (Beſſungen) ein Weihnachts=Weihe=Spiel. Ihre
gütige Mitwirkung haben unter anderem in dankenswerter Weiſe zu=
geſagt
: Herr Studienrat Borngäſſer, Frau Anni von Stoſch, Herr
Kurt Weſtermann. Zur Aufführung gelangen: Orgel=Paſtorale, Weih=
nachtsarie
und =lieder, ein Weihe=Spiel, Chöre, Engelquartett, Engel=
Linderchor. Das weihnachtliche Programm und die künſtleriſchen Dar=
bietungen
verſprechen eine erhebende Feier, die trotz des Haſtens und
Treibens unſerer Tage ſicher viele beſinnliche Zuhörer vereinigen wird.

Zum Beſten des Roien Kreuzes in Darmſtadt
Nachtragend können wir mitteilen, daß der materielle Erfolg des
Abends ein über Erwarten guter war. Das Erträgnis dürfte ſich um 25 bis
30 Prozent höher ſtellen wie bei der gleichen Veranſtaltung vor 2 Jah=
ren
. Dieſes gute Ergebnis iſt um ſo bemerkenswerter, als inzwiſchen
die wirtſchaftlichen Verhältniſſe erheblich ſchwieriger geworden ſind.
Es darf als ein Beweis dafür angenommen werden, daß das Verſtänd=
nis
für den ſchönen und edlen Zweck der Veranſtaltung in weiten Kroi=
ſen
erfreulich gewachſen iſt.
Wir veröffentlichen weiter unten die Liſte der Geſchäfte und Ge=
ſchäftsinhaber
, die durch freundliche Spendungen dazu beigetragen
haben, die Tombola ſo reichhaltig auszuſtatten. Auch ihnen gebührt
nochmals öffentlich Dank.
Es ſei weiter nachgetragen, daß Herr Tanzmeiſter Buchner und
Gattin (vom Euroyäiſchen Hof in Heidelberg) die Tanzleitung liebens=
würdigſt
übernommen hatten und im Laufe des Abends auch mehrfach
durch Tanzvorführungen, die die muſtergültige Ausführung moderner
Tänze zeigten erfreuten. Endlich ſei mitgeteilt, daß auch eine große
Anzahl von Studenten und Mitgliedern der Sanitätskolonne ſich zur
Mitarbeit aufopfernd zur Verfügung geſtellt hatten.
Eine Anzahl von Gewinnen zur Tombola ſind noch nicht abgeholt
worden. Dieſe Gewinne können bis zum 12. ds. Mts. einſchließlich
beim Alice=Frauenverein in der Diehurger Straße in Empfang ge=
nommen
werden gegen Abgabe der Loſe. Von Gewinnen, die bis dahin
nicht abgeholt werden, wird angenommen, daß die Gewinner darauf
verzichten. Dieſe Gegenſtände werden dann zu Zwecken des Feſtes
verwertet.
Die nachſtehenden Firmen haben anläßlich des Nikolausmarktes des
Heſſiſchen Roten Kreuzes (Landesverein vom Roten Kreuz und Alice=
Frauenverein) durch Stiftung zur Tombola und ſonſtige Hilfen zu deſſen
Gelingen beigetragen: Adelmann, Sporthaus; Alicebazar; Alice=
Frauenverein; Arheilger, Karl; Arnold, Karl und Sohn; Beck, Robert,
Gärtnerei; Becker, Wäſchehaus; Becker, Johanna; Benderſche Druckerei;
Bergſtraeßer, Buchhandlung; Brachat, Delikateſſengeſchäft; Buchdahl,
Bettenſpezialhaus; Bodenheimer, Bücherſtube; Cartharius, Photohaus:
Darmſtädter u. Nattonalbank; Darmſtädter Volksbank: Deutſche Bank
und Disconto=Geſellſchaft; Dornbuſch, Bürſtenwaren; Dürerhaus; Ge=
neraldirektion
des Heſſ. Landestheaters; Ehape, Warenhaus; Ehrhardt,
Tapetenhaus; Eichberg, Schokoladenhaus; Eichberg Nachf., Wäſche;
Epting, Pelzwaren; Fais Söhne, Spielwaren; Frank, Parfümerie;
Fratſchner, Gardinenhaus; Gedeck, Lampenhaus; Geiger, Kurzwaren;
Geller, Karl, Confitüren; Gerber, Edmund Zigarren; Gieſelberg,
Papierhandlung; J. Glückert, Möbel; Carl Graeger, Sektfabrik, Hoch=
heim
; Grimm, Geflügelhandlung; Graßmann, Konditorei; Hags u.
Bernhard, Automobile; Hachenburger, Herz, Trikotagen: Hardt, Lina,
Blumen; Hartmüller, Wilhelm, Gärtnerei; Haury, Zimmermeiſter;
Heinmüller, Gummiwaren; Helia, Lichtſpiele; Hellmuth, Blumenhand=
lung
; Henkel, Sektkellerei, Biebrich; Herdfabrik u. Emailliierweuk; Heſſ=
Eiſenbahn A.=G.; Heſſ. Girozentrale; Heß, Ph., Kleidergeſchäft; Hös=
lein
, Damenkonfektion; Hohmann, Druckerei; Horn, Georg, Gärtnerei;
Horſt, Karl, Gärtnerei; Horſt, Ludwig, Gärtnerei; Hublitz, Wilhelm,
Eiſenhandlung; Hübner, Robert, Büchſenmachermeiſter; Hufeld, Samen=
handlung
; Hufnagel, Lederwaren; Ibel u. Lotz, Plakatinſtitut; Jäger,
Karl, Uhrmacher; Jeſche, Max, Gärtnerei; Jordan, Karl, Schirmfabrik;
Joſeph, S., Zigarren; Kalbfuß, Kaufhaus; Karp, Georg, Uhren und
Goldwaren; Koch, Alexander, Verlag; Knopf, Geſchwiſter; Kühn, Lud=
wig
, Gärtnerei; Kühn, Willi, Gärtnerei; Kuntze. Wilhelm, Optiker;
Lautz, Papierhaus; Lehmann=Ott, Konditorei; Lehrbach, Korb= und
Spielwaren; Leske, Druckerei; Leuthner, Papierwaren; Logel, Drogerie;
Loß, Auguſt, Gärtnerei; Frau Gottlieb Lortz Wwe.; Luſt, Metzgerei;
Macholt, Juwelier; Matzelt, Delikateſſen; Maher, Metzgerei; Merck,
chem. Fabrik; Meyer, Heinrich, Teppichhaus; Müller, Robert, Juwelier;
Niemann, Saalbaureſtauration; Nietſchmann, Küchenartikel; Noack,
Porzellan; Nöſinger, Ludwig, Fiſchhandlung; Nohl, Elektriſche An=
lagen
; Ohnacker, Lotterie=Einnehmer; Odenheimer, Frankfurt a. M.;
Olitzſch, Ernſt; Opel, Adam, Rüſſelsheim; Oſtertag, Brauerei; F. A.
Vertſch; Rehfeld u. Co., Damenkonfektion; Rehfeld, J. Wäſchegeſchäft;
Reitinſtitut Runkel; Reich, Färberei; Rheinelectra, Elekt. Fabrik; Röth,
Ludwig, Stahlwaren; Roeder, Gebr. Herdfabrik: Roether, E., Buch=
druckerei
; Nöhm u. Haas, A.=G.; Röver, Gebr., Färberei; Roſenhöhe,
Gärtnerei; Roſenthal, Hermann, Porzellan; Rothſchild, Gebr., G. m.
b. H.; Rück, A. Tapetenhaus; Rühl u. Schneider, Gärtnerei; Brauerei
Rummel; Sallwey u. Co., Elektr. Inſtitut; Sans, Lederwaren;
L. Saxer Autobedarf; Schaaf, Philipp, Küchengeräte; Schad, K. Leder=
waren
; Schäfer, Friedrich, Drogerie: Schembs, Schuhwaren; Schlapp,
Buchhandlung; Schmidt, Juwelier; Schmidt, Karl, Gärtnerei; Schnei=
der
, Heinrich, Gärtnerei; Schnitzler, Konditorei; Schroth, Heinrich,
Buchhandlung; Schurig, Albin, Autoreifen: Steinmetz, Friſeur; Scholl,
Philipp, Gärtnerei; Schubkegel, Georg, Textilwaren; Schuck, Robert,
Gärtnerei; Schürmann u. Co., Damenkonfektion; Schulenburg, Blumen=
haus
; Schultz, Ernſt, Blumenhandlung; Schulz, Hermann, Gärtnerei;
Schulz, Karl, Friſeur; Schwab, Willi, Herrenkonfektion; Schwebel,
Georg, Kunſtſchloſſer; Schwinn, Drogerie; Simon, L., Druckerei; Sittig,
Artur, Modewaren; Soeder, Schuhwaren; Speier, Schuhwaren; Spe=
zialhaus
für Betten, Schulſtraße; Städt. Betriebe; Stadtgärtnerei;
Stemmer, Theodor; Strauß u. Maher, Modehaus; Streckert, Hans,
Friſeur; Stützer Nachf., Tapetenhaus; Tietz, Leonhard, A.=G.; Trier,
Gebrüder; Trier, Joſef, Möbelfabrik; Tritſch u. Heppenheimer, Tapeten=
handlung
; Ullmann, A., Spielwaren; Volz, E., Seidenhaus; Weicker,
Ludwig, Gärtnerei; Wenz, C. J., Eiſenhandlung; Waitz, Schreibwaren;
Wiegmann, Karl, Tapezierer; Brauerei Wiener; Wilk, Auguſt, Elektro=
handlung
; Winkel, Karl, Bürohaus: Winter, Ferd. Karl, Weißwaren;
Wittich, L. C., Druckerei; Wolf, Mathilde, Putzgeſchäft; Wondra, Phil.,
Juwelier; Württemberg, Metallwarenfabrik, Zachmann, Adolf, Dro=
gerie
; Zetſchke, Spielwarenhaus; Zimmer, Hugo, Eifenhandlung; Zim=
mermann
, Klavierhaus; Zorn, Handſchuhe.

Verein ehem. 6ler Artilleriſten. Am Sonntag hielt der Verein
ehem. 6ler Artilleriſten ſeine Weihnachtsfeier ab. Eine gut zuſammen=
geſtellte
Feſtfolge fand ſtarken Beifall. Sie begann mit dem von Herrn
Gottmann verfaßten und von Fräulein Herta Hufnagel in ſehr ſchöner
Weiſe vorgetragenen Prolog. Die von Fräulein Viktoria Müller vor=
getragenen
Lieder, welche von Herrn Geſangspädagogen F. Müller be=
gleitet
wurden, fanden lebhaften Beifall. Cine von dem 1. Vorſitzen=
den
Herrn Major a. D. Hertel gehaltene Anſprache brachte, den
richtigen Kontakt zur Weihnachtsfeier. Zur Ergänzung ſpielten die
unſeren Mitgliedern bekannten jungen Violinſoliſten Herr Sperb
und Herr Aßmuth. Alle ſpendeten reichen Beifall. Unſerem Vor=
ſitzenden
, Herrn Major a. D Hertel, welcher zur Verſchönerung der
Feſtfolge drei Lieder für Bariton ſang, ſei beſonderer Dank geſagt.
Die muſikaliſche Umrahmung der geſamten Feſtfolge lag in den bewähr=
ten
Händen unſeres ehem. Obermuſikmeiſters Matthias Weber und
war ein Hochgenuß. Großen Lacherfolg und Beifall erntete, das in
Darmſtädter Mundart aufgeführte und von Kamerad, Riehle ein=
ſtudierte
Theaterſtück Die Brieftaſch verfaßt von Herrn Rüthlein.
Der große Augenblick trat ein, als alle anweſenden Kinder auf der
Bühne verſammelt dem Nikolaus entgegenſahen, und die Freude war
groß, als ſie dann mit beladenen Händen den Eltern entgegeneilten.
Feſt der Technik. Die Teilnehmer am Feſt der Technik am
Samstag, dem 14 Dezember, werden gebeten, ihre Feſtkarten rechtzeitig
an der Kaſſe der Heag, Luiſenſtraße 10, Erdgeſchoß, Schalter 6, abzu=
holen
, damit am Feſtabend jeder Andrang und Verzögerung vermieden
wird. Auch ſollten die Anmeldekarten alsbald noch an den Feſtausſchuß
abgeſandt werden.

Ischen in allen Ländern hat Sanatogen ihr volles Wohlbefnden zum Ausdruck.
ickgegeben, das sie durch Krankheiten verschiedenster Art, durch
Srarbeitung, Sorge, Gram oder auch durch allzu große Belastung
Besellschaftlichen Pflichten eingebüßt hatten.
die Prrte die Bedeutung des Sanatogens schötzen, kommt in Segen des Janatogens an sich selbst oder ihren Angehö-
* weniger als 24000 empfchlenden ärztlichen Gutachten, darunter

Hen Sie verspüren, wenn Sie Sonatogen nehmen. Unrähligen eingehenden Abhandlungen bekannter Universitätsprofessoren, klar
Wünschen Sie eine energische Belebung Ihrer körperlicken
und geistigen Kräfte, wolien Sie Ihre Hrbeits- und Lebers-
freude
erhöhen und festigen, so hören Sie auf den Rat der
Berufenen und folgen Sie dem Beispiel so vieler, die den
rigen erfahren haben!
Nähr- und Kräftigungsmittel für Körper und Nerven.
eErhältlich in allen Apotheken u. Drogerien in Packungen verschicd. Größe v. M 1,80 an.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Denstog, den 10 Dezember 1929

Numnet

Fsroll die Zelk.
II. Teil der Familienchronik der Buchnerz:)
Vor einiger Zeit haben wir in d. Bl. den erſten Band von Marie
Buchners Aus Urgroßeltern Zeit angezeigt und auf
ſeine Bedeutung für die Darmſtädter Familiengeſchichte hingewieſen.
Wir lernen darin Bettina von Armim, Tinck, Ludwig Uhland, Geibel,
Ferdinand Freiligrath in Verbindung mit den damaligen Darmſtädter
Dichtern Luiſe von Ploenies, Heinrich Künzel u. a.
m. im Verkehr mit dem Hauſe Buchner kennen. Die Zeit von 1810 bis
1857 rollt an uns vorüber. In dieſer Fortſetzung der Chronik lernen
wir einen der erſten in der Geſchichte eine Rolle ſpielenden Buchner
kennen, den zu Dresden 1532 geborenen PaulBuchner, einen biel=
erfahrenen
Kriegsmann, der in Deutſchland, Italien, den Niederlanden
und Frankreich gedient und beſonders tüchtig im Geſchützweſen war.
Kaiſer Rudolf II. verlieh ihm 1596 eine Gnadenkette und den Adels=
brief
. In Dresden, wo er als Oberzeugmeiſter mit der Leitung des
Geſchützweſens betraut war, heiratete er die Tochter des Bürgermei=
ſters
Koes. Hier wurde ihm am 2. November 1591 ſein Sohn Auguſt
Buchner geboren, der, während ſeine Vorfahren an die zweihundert
Jahre das Kriegshandwerk, mit großem Erfolg ausgeübt hatten, ein
Profeſſor zu Wittenberg wurde. Sein Leben wird ausführlich geſchil=
dert
, auch ſein Bildnis mit der Umſchrift: Auguſtus Buchnerus poeta
et orator Wittenbergenſis wird mitgeteilt. Eine der reinſten Freuden
meines Lebens iſt mir der Briefwechſel mit Martin Opitz von
Boberfeld, meinem Freunde, geweſen. Den großen Dichter haben ſie
rühmend den Boberſchwan geheißen, und nach ſeinem Tode nannten ſie
mich den Elbſchwan. Auch mit Paul Flemming war er befreundet.
Seit 1694 trat er der Fruchtbringenden Geſellſchaft näher. Zum
Schluß ſeiner Lebensfkizze iſt ein Gedicht, Morgenandacht, von ihm
abgedruckt (es findet ſich auch im Liederbuch von Bethel.
Dorette Rein, das Rehlein, deren prächtiges Kinderbildnis im
1. Band der Chronik uns entgegentritt, ſchreibt nach ihrer Vermäh=
lung
mit Wilhelm Buchner, deſſen farbiges Bild dieſen Band
ſchmückt, aus Crefeld, wo ihr Mann Direktor der Höheren Mäd=
chenſchule
war, entzückende Briefe an ihre Mutter und Tante, Wilhelm
Buchner an ſeine Eltern in Darmſtadt. Den Beſchluß dieſes Abſchnitts
bilden Gedichte Wilhelm B. In einem 2. Teil folgen Brieſe des ſpä=
teren
Profeſſors Wilhelm Rein aus ſeiner Entwicklungszeit 1866
bis 1870 mit Seitenblicken auf andere hervorragende Pädagogen, wie
Volkmar, Stoy und Ziller. Ganz reizend iſt das in einem
Brief vom 25. Januar 1871 erzählte Vorkommnis der Dorette Rein und
der Frau von Fritz Reuter, der Loviſing R. im Bahnhof von
Eiſenach. Im 3. Teil, den ein Brief Wilhelm Buchners an ſeinen
Bruder Adolf, den Konſiſtorialpräſidenten in Darmſtadt einleitet, wird
ſeine Italienfahrt im Jahre 1875 eingehend geſchildert. Im 4. Teil
tritt ein Sohn von Wilhelm, Otto B., in den Vordergrund. Ur=
ſprünglich
, trotz ſeiner großen muſikaliſchen Begabung, Buchhändler ge=

worden, ſtudiert er ſpäter Kunſtwiſſenſchaft, ſtirbt dann aber bald, nach=
dem
er den Doktorhut erworben und Aſſiſtent an den Kunſtſammlungen
in Jena geworden war. Ganz wunderſchön wird zum Schluß das
Tänti, eine Tochter von dem alten Darmſtädter Karl Buchner, in
ihrer blauen Grotte geſchildert. Dieſe Chronik der Familie Buchner
iſt ein wertvoller Beitrag zur deutſchen Kulturgeſchichte und Darm=
ſtädter
Familiengeſchichte.
K. Noack.
*)Marie Buchner Es rollt die Zeit:. Mit 3 Bildniſſen.
B3 S. E. Salzer, Heilbronn 1939. Preis geb. 5 Mk., ungeb. 3,50 Mk.

Zikrone oder Eſig?

Man ſchreibt uns: Seit längerer Zeit wird von gewiſſen Kreifen
die Verwendung der Zitrone gegenüber dem Gſſig als Würzmittel für
Speiſen und Salate ſtark propagiert. Es wird in der Hauptſache auf
die Schädlichkeit des Eſſigs auf den menſchlichen Organismus hinge=
wieſen
und die geſundheitsfördernde Fähigkeit der Bitrone betont. Als
letzten Trumpf ſpielt man den Bitamingehalt der Zitrone aus, ein
augenblicklich ſehr beliebtes Mittel, um dem Publikum die Unerſetzlich=
keit
eines beſtimmten Nahrungsmittels klar zu machen. Es iſt notwen=
dig
, dieſer einſeitigen Propaganda entgegenzutreten.
Beſchäftigen wir uns zunächſt mit der Wirkung des Gärungseſſios
im menſchlichen Körper. Der Hauptakt der Verdaung beginnt be=
kanntlich
damit, daß die von den Magendrüfen ausgeſchiedene Salz=
ſäure
zuſammen mit dem ebenfalls abgeſonderten Verdauungsſtoff, dem
ſogenannten Pepſin, die imn der Nahrung enthaltenen Eiweißſtoffe löſt
und zerſetzt und dadurch für die Aufnahme in die Körperſäfte vorbe=
reitet
. Der Gärungseſſig, als organiſche Säure, hat nun die Fähigkeit,
die vom Magen gebildete Salzſäure teilweiſe zu zerſetzen und mit dem
Pepſin zuſammen dieſelbe Verdauungsarbeit zu leiſten. Hieraus er=
gibt
ſich alſo, daß der Gärungseſig die Verdauung fördert und damit
zur Hebung des Geſundheitszuſtandes beiträgt. Dr. med. Muchow
weiſt in ſeinem Werk Der Eſſig als Mittel der Geſundheitspflege für
Menſch und Tier auf Seite 16 nach, daß der Gärungseſſia in ſeinem

muiß natfrlich auch ein deser Scle geſict werhen, docß bei genſe.
Erkrankungen, die beſtimmte Diäkt erfordern, z. V. ſchwerem Nieren=
leiden
, die Verwendung von Eſſig unter Umſtänden zu vermeiden iſt.
In dieſen Fällen wird ſchon der Arzt die notwendigen Anweiſungen
geben.
Was nun den ſo gern angeführten Vitawingehalt der Zitvone be=
trifft
, ſo kommt dieſer praktiſch überhaupt nicht in Frage. Der von
der Zitrone zur Verwendung kommende Saft enthält etwa nur ein
Zehntel des tatſächlichen Vitamingehalts der Zitrone, während die reſt=
lichen
neun Zehntel Vitamine unbemutzt unter der Schale zurückbleiben.
Alſo auch dieſes Hauptargument der Zitronenfreunde iſt nichts weni=
ger
als ſtichhaltig. Was die Vitamine enthält, ſind die Speiſen ſelbſt,
wie hauptſächlich Tomaten oder grüner Salat, und nicht die kleine
Menge Zitronenſaft, die bei der Zubereitung zur Verwendung kommt.
Vom Geſichtspunkt des Geſchmacks aus wird ein Feinſchmecker ſtets
einem guten Gärungseſſig den Vorzug geben, da der intenſive Frucht=
geſchmack
der Zitrone die zarten Geſchmacksſtoffe der Salate nicht zur
Geltung kommen läßt. Bedenken wir ferner, daß unſer Gärungseſſig
außer ſeiner konſervierenden Wirkung ein brauchbares, von den Aerzten
empfohlenes Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten, Fieberzuſtände
und Neſſelſucht iſt und desinfizierende Eigenſchaften hat. Ich verweiſe
hier auf die Säuretherapie, von Prof. Knapp, und das bereits oben
erwähnte Werk von Dr. med. Muchow. Gerlag der Aerztlichen Nund=
ſchau
, Otto Gmelin, München.)
Unſer Gärungseſſig fſt ein Produkt, das von deutſchen Fabriken
aus einheimiſchen Erzeugniſſen unſerer Landwirtſchaft hergeſtellt
wird. Die Zitrone dagegen iſt ein Einfuhrartikel, der unſere
ohnehin paſſive Handelsbilanz weiter ſtark belaſtet. Wäre es nicht
ſchon aus dieſem Grunde im Intereſſe unſerer Volkswirtſchaft erwünſcht,
dem Gärungseſſig gegenüber der Zitrone den Vorzug zu geben?
Natürlich gibt es Fälle, wo ſich die Verwendung der Zitrone nicht
vermeiden läßt, aber überall, wo Eſſig benutzt werden kann, ſollte man
den guten, billigen deutſchen Gärungseſſig bevorzugen.
Piseator=Bühne im Orpheum. Heute Dienstag, 10., morgen
Mittwoch, 11. und Donnerstag, 12. Dez., finden die drei letzten Wie=
derholungen
des Schauſpielkollektivs 8 218 ſtatt. Der Anfang der
Vorſtellung iſt pünktlich auf 8.15 Uhr feſtgeſetzt. Die Preiſe ſind mäßig,
von 1,25 Mark an.
Markusgemeinde. Unſere Adventsfeier in Form eines Familien=
Abends wird Donnerstag, 12. Dezember, abends 8 Uhr, im Gemeinde=
haus
, Kiesſtraße 17, gehalten. Herr Profeſſor Dr. E. E. Becker wird
über Advent und Weihnachten ſprechen, Fräulein J. von Selzam
ausgewählte Lieder ſingen und Mädchen des Jugendbundes werden
Adventsgedichte vortragen. Teekarten zum Preiſe von 30 Pf. ſind bei
dem Hausmeiſter des Gemeindehauſes zu haben; es wird gebeten, ſich
rechtzeitig damit zu verſehen, da der Saal nur eine beſtimmte
Anzahl von Perſonen ſaßt.

Schnikeliagd des Darmftädker Rellervereins.
Am Sonntag vormittag hatte ſich die ſtattliche Reiterſchar von 19
Damen und Herren zu einer Schnitzeljagd zuſammengefunden. Gs war
ein wunderſchöner Spätherbſttag, der über dem Wald= und Sandplatz=
gelände
zwiſchen Darmſtadt und Griesheim lag. Strahlender Sonnen=
ſchein
erglänzte noch einmal recht lebhaft; wohl, um allen den Ab=
ſchied
vom ſchönen Neiten in der Natur recht ſchwer zu machen. So
war denn auch die Stimmung unter den Beteiligten und Zuſchauern
ſichtlich ausgezeichnet. Das Feld ging anfangs in flottem. Tempo
über den Reitplatz an der Bahn und verſchwand dann im Walde. Einige
Stürze, die beobachtet wurden, verliefen glücklicherweiſe recht harmlos.
Der Fuchs wurde von Herrn Dr. Denser geritten. Als Maſter
bzw. als Vizemaſter führten Herr Oberltn. Rettig und in alter
Friſche Herr San.Rat Dr. Nebeltau das Feld an, in dem mon
verſchiedene recht ſchneidig reitende Damen beobachten konnte. Hervor=
zuheben
iſt auch das gute Pferdematerial der hieſigen Neitinſtitute
Schott und Runkel. Nach geraumer Zeit leuchteten am Waldes=
rand
die erſten Reiter um den Fuchs zu ſtellen‟. Nachdem dieſer
hinter einem Hügel aufgeſtöhrt war, ſetzte auf dem Reitplatz eine ſcharfe
Verfolgung ein; für heimliche Beobachter ein ſchönes Bild. Der zum
Schluß fortgeworfene Fuchsſchwanz wurde von dem jugendlichen Neiter
Herrn Fitting erbeutet. Beim Halali wurden von Herrn Landſtall=
St. C.
meiſter a. D. Schörke die Brüche verteilt.

Weikere Berſteifung des kaufmänniſchen Skellen=
markkes
.
Die Hoffnung auf eine Belebung des kaufmänniſchen Stellenmarktes
durch das Weihnachtsgeſchäft hat ſich nicht erfüllt. Die Lage des
Einzelhandels iſt infolge der geringen Kaufkraft des Publikums
ungünſtiger als in der gleichen Zeit der letzten Jahre. Aushilfskräfte
für das Weihnachtsgeſchäft wurden nur ganz vereinzelt angefordert.
Viele Firmen behelfen ſich mit Ueberſtundenarbeit, um die Einſtellung
neuer Kräfte zu umgehen.
Die Widerſtandsfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft ſcheint allgemein
geſehen zwar anzuhalten. Eine einheitliche Tendenz für die Ge=
ſtaltung
der Wirtſchaft iſt jedoch nicht zu erkennen. Der Arbeitsmarkt
jedenfalls wird in vielen Wirtſchaſtszweigen immer noch von Nationali=
ſierungsmaßnahmen
ungünſtig beeinflußt. In der chemiſchen In=
duſtrie
, deren gegenwärtige Lage an ſich ungünſtig iſt, wurde der
Perſonalabbau fortgeſetzt. Zahlreiche Kündigungen und Entlaſſungen
waren in der Eiſen= und Metallinduſtrie zu beobachten,
deren Beſchäftigungsgrad in vielen Zweigen erheblich zurückgegangen
iſt. Beſonders in Sachſen waren die Entlaſſungen in der Auto= und
Motorradbranche nicht ohne Einfluß auf die gefamte Wirt=
ſchaft
. Auch im Bankgewerbe erfolgten weitere beträchtliche Kün=
digungen
. Im Privatbankgewerbe, wo eine Inſolvenz der anderen
folgt, iſt eine ausgeſprochene Kriſis eingetreten. In der Textik=
induſtrie
war eine geringe Beſſerung nur in beſtimmten Zweigen
zu beobachten, ſo in der Woll=, Leinen= und Seideninduſtrie.
Die Stellenloſigkeit nahm nach Mitteilung des Deutſchnationalen
Handlungsgehilfen=Verbandes weiter zu. Sie iſt erheblich größer als
in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Entſcheidungen der Firmen
über Neueinſtellungen fallen nur ſehr zögernd. Die Nachfrage bezog
ſich in der Hauptſache auf jüngere Kräfte für allgemeine Büro=
tätigkeit
, von denen teilweiſe buchhalteriſche Kenntniſſe verlangt wur=
den
. Nach wie vor gefragt ſind tüchtige jüngere Stenotypiſten.

Der Weiſnachlsbanm ſit de.
Wer von und wüßte ſich erhaben über das ſeltſam umm
Herzen hochſchlogende Freudegefühl, wenn wir in den Wo
nachten zum erſten MMale wieder irgendwo einen brenne
baum auftauchen ſehen? Mitten im Straßengewühl,
eines Geſchäfts, im Vorgarten eines Reſtaurants, gleicht
wegs iſt es nur eine gedanklich Ealendariſche Ewwägun
geſichts ſolch erſten Weichnachtsverkünders anſtellen, etwa
nun gehts ja ſchon wieder auf Weihnachten zu, wie de
geht oder ſo ähnlich. Nein, tatſächlich erleben wir
nachtsbäume im Jahr rein gefühls= und ſtimmungsmä
geſtehen wir’s uns nur ein, immer noch ein wenig um
Zauber, der noch aus Kinderzeiten her ſich für uns mit de
Weihnacht verbindet. Und mehr oder weniger geht es un
die ganzen Wochen vor dem Feſte hindunch ſo, angeſichts den
des leuchtenden Weihnachtsbaumes ſtehenden Ausſtellun
nachtlichen Aufmachung der Geſchäfte und Gaſtlokale
weihnachtlich belebten Straßenbildes: eine gewiſſe gehei
freude beſchwingt uns; und wenn wir als reife, erw
es auch ſchon ſo und ſo oft erlebten, daß hier, wie bei
Dingen, die Vorfreude meiſt das Schönſte iſt, möchten
Vorfreude gerade u mnichts weniger miſſen. Unſer
ſtets aufs neue an dem Weihnachtsbaum im Straßenbilde
echte Feüerlichkeit kann unter Umſtänden davon ausgehen.
auf einem freien öffentlichen Platze, in der Halle de
auch mitten im bewegten Treiben der Straße aus gumen
leuchtendes Weihnachtslicht zu uns ſpricht. MManchem auch
kein eigener Weihnachtsbaum brennt, wird der Baum.
alls bereit iſt, doch etwas von dem Weihnachtserleben
dam ſich in dieſen Tagen ſchließlich jeder, ſelbſt der ſonſt h.
Skebtiker ſehnt. Zu Weihnachten werden wir nun
ſentimental!
Wie iſt es heute ſo leicht, dieſer unſerer Schnſuch
Weihnachteln im Straßenbild im weiteſten. Ausmaße
Seit wir nicht mehr auf das feuergefährliche und ſtetz g.
heiſchende Wachkslicht für den Weihnachtsbaum angewieſen
die elektriſchen Weihnachtskeuzen beſitzen, ſtets der öffentlicher
des ſtrahlenden Weihnachtsbaumes, ja nirgends mehr etwe
Auch zwiſchen den ſo leicht entzündbaren Dekorationen des
können die Geſchäftsleute den elektriſch brennenden Ve
aufſtellen, umd mitten auf der Straße, ſelbſt, ſwo ſich der loh
kehr abſpielt, erwächſt aus dem elektriſch illuminierten Ba.
geringſte Gefahr.
Aber geben denn die elektriſchen Kerzen auch wirkli
Weihnachtslicht her, das uns von den Wachslerzen vert,
von der Weihnachtsſtimmung untrenmbar iſt? Wer einm
Osram=Weihnachts=erzen brennenden Baum geſehen hat.
der Oeffentlichkeit oder auch bei der häuslichen Weihnacht
nicht mehr fnragen. Denn tatſächlich ſind dieſe elektriſchen
Wachskerzen zum Verwechſeln ähnlich, nicht nur in der
gelben Wachsfarbe und der durchſcheinenden Struktur des
ſondern insbeſondere auch in dem typiſchen Lichtſchein: das
liche Licht der Wachskerze mit ſeinem feierlich ſtill verhalten
ſcheint geradezu in dem Osram Weihnachts=Kerzen eingefar
eine ganz wundervolle Antaſſungsfähigkeit und ein überr
volles Eingehen der modernem Technik auf alte Pietätswver
darin und geuade darauf wollen wir ja bei unſerem We
keinesfalls verzichten.

Die
eit
durch rAlofen
1W
der Märkte u.

Darüber hinaus boten ſich für Verkäufer verhältnismäßig günſtige
Vermittlungsmöglichkeiten, beſonders in der Manufakturwaren=, Zigar=
ren
= Möbelbranche und im Eiſenhandel. Auf dem Lehrſtellenmarkt
zeigt ſich bereits jetzt eine ſtarke Nachfrage nach Lehrlingen
zum Oſtertermin. Den Anforderungen konnte vorerſt nur zum Teil
entſprochen werden.

Vekein für naturgemäße Lebens= und Heilweiſe. Wie im Vor=
jahve
, lud die Jugendgruppe des Vereins für natuvgemäße Lebens=
und Heilweiſe zu einem Nikolausfeſt im Feierabend ein. Ein ſicher ge=
ſpielter
ſechshändiger Mazurka von Kramer eröffnete die Vortrags=
folge
. Dann ſchilderte Adda Bär in einem ſchönen Vorſpruch die fröh=
liche
, ſelige Adventszeit und die Erwartung des heiligen Abends. Die
Kleinſten ernteten mit ihren ſchönen Reigen und Gedichten rauſchenden
Beifall und mußten noch Dort unter der Linde als Zugabe tanzen.
Ganz reizend war der von den größeren Mädchen und Jungen vor=
geführte
Reigen Frau Holle‟. Fräulein Mager erfreute die Anweſen=
den
durch Lieder zur Laute und Erwin Göltz und Theo Mannmann
zeigten ſich als angehende Violinkünſtler. Dann kam aber etwas für
klein und groß gleich Schönes: Die Märchentante, von Frau Enders=
Kuhlmann dargeſtellt. Nichts rührte ſich im Saale, und hunderte glän=
zende
, Kinderaugen ſtrahlten zu ihr empor. Nur leider viel zu früh
endeten die in vollendeter Kunſt vorgetragenen Märchen. Nach der
Kaffeepauſe trug Theo Schmanck jr. einen eindrucksvollen Vorſpruch:
Was wir treiben vov und brachte damit einen ſchönen Rückblick auf
das vergangene Jahr, In einem kleinen Theaterſtück Der Weihnachts=
markt
zeigte ſich am Ende noch einmal vereinigt die ganze Jugend=
gruppe
. Bevor Knecht Rupprecht die Kinder beſchenkte, richtete der
Jugendführer Herr Fiſcher an die Eltern und Kinder das Wort und
forderte ſie auf, auch fernerhin treu zuv guten Sache zu ſtehen und
Jugendgruppen=Abende und =Nachmittage zu beſuchen zum tieferen Ver=
ſtändnis
unſerer Lehre.
Turngemeinde Beſſungen 1865. Als letzte Zuſammenkunft im
alten Jahre hält die Tgde. B. 1865 am Samstag, den 14. d. M. einen
Geſelligen Abend im Kneipſaal der Beſſunger Turnhalle ab,
wobei eine Ausſprache erfolgt über Vereinsangelegenheiten zur General=
verſammlung
. Es darf daher erwartet werden, daß der Teilnehmer=
kreis
ein recht großer wird.
p. Kirchenſteuer. Das Geſetz vom 14. Dezember 1928 hatte die
Steuererhebung in Art. 3 davon abhängig gemacht, daß eine aus den
Mitgliedern der Religionsgemeinde oder bei Religionsgeſellſchaften aus
dieſen gewählte Vertretung (Steuervertretung) dem im Voranſchlag vor=
geſehenen
Steuerbedarf zugeſtimmt und die Steuerſätze beſchloſſen hat.
(Steuerbeſchluß.) Art. B, Abſ. 2 hatte für 1929 die ſeither beſtehenden
Vertretungen als Steuervertretungen zugelaſſen, nun ſollen ſie als ſolche
auch für 1930 weiter tätig ſein dürfen, wie der Landtag jüngſt be=
ſchloſſen
hat. Bei Abfaſſung des Geſetzentwurfs im Jahre 1928 glaubte
man, daß ein Jahr für die beſteuerungsberechtigten Religionskörper=
ſchaften
genüge, ſich eine Steuervertretung zu ſchaffen. Die inzwiſchen
gepflogenen Verhandlungen haben jedoch ergeben, daß bei den verſchie=
denartig
gelagerten Verhältniſſen in den einzelnen Religionsgemeinden
evangeliſche und katholiſche Ortskirchengemeinden ſcheiden hier aus
die Bildung einer Steuervertretung und insbeſondere die Heraus=
gabe
einer Muſterſatzung ſchwierig iſt. Namentlich machte ſich bei den
iſrgelitiſchen Religionsgemeinden das Fehlen einer Organiſation, in der
die einzelnen Religionsgemeinden zuſammengefaßt ſind, beſonders ſtörend
bemerkbar. Deshalb machte ſich die Uebergangsvorſchrift auch für 1930
notwendig.

Evangeliſcher Arbeiter= und Handwerkerverein. Di
werden auf die am Dienstag, den 10. Dezember, abends,
haus Feierabend, Stiftsſtraße 51, ſtattfindende Monats
aufmerkſam gemacht. Die Wichtigkeit der Tagesordnung e=
zähliges
Erſcheinen.
7 Weihnachts= und Neujahrsverkehr bei ber Poſt. Di
mit der Verſendung der Weihnachtspakete möglichſt früh=
ginnen
, ſonſt ſtauen ſich die Pakete in den letzten Tagen
und gelangen mit Verzögerung in die Hände der Empfän
wird gebeten, für die Pakete recht dauerhafte Vermckungs
wenden, die Aufſchrift haltbar anzubringen und den Nau
ſtimmungsortes, unter näherer Bezeichnung ſeiner Lage be
und kräftig niederzuſchreiben. Auch darf nicht unterlaſſen
dem Paket die vollſtändige Anſchrift des Abſenders anzug
das Paket obenauf ein Doppel der Aufſchrift zu legen. G.
die Päckchen haltbar verpackt und gut verſchnürt werden, e
räume ſind mit Holzwolle oder anderem Füllſtoff auszu
die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim.
eingedrückt werden können. Sie müſſen deutlich als 9
oder Päckchen bezeichnet ſein. Am Dienstag, den 2
wird bei den Poſtanſtalten wie in den Vorjahren der Di
kehr mit dem Publikum eingeſchränkt. Unter anderem
Poſtſchalter im allgemeinen nur bis 16 Uhr offengehalten
Tlegramm=Annahme= und Fernſprechdienſt treten keine Be
ein. Auch der Verkehr am Jahreswechſel wickelt ſich glat
die Neujahrsbriefſendungen möglichſt frühzeitig aufgelief
vollſtändiger Anſchrift des Empfängers (Straße, Hausn
bäudeteil, Stockwerk, Poſtbezirk und Zuſtell=Poſtanſtalt) b
den. Durch die Angabe der Zuſtell=Poſtanſtalt auf den B.
nach Berlin und anderen Großſtädten wird deren Ankun
beſchleunigt. Es wird auch dringend empfohlen, die Fre
Neujahrsbriefe nicht erſt am 30. und 31. Dezember, ſonder
her einzukaufen, damit im Schalterverkehr keine Stockung
Aus den Parkeien.
Frauengruppe der Deutſchen Vollspa
mit ſei nochmals mitgeteilt, daß unſere Adventsfeier am W
11. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Saalbau Muſkſo
Niedeſelſtraße 7) ſtattfindet. Märchenſpiele, Kindertanze
liſche Darbietungen werden uns einige weihevolle Stunden
unſere mitwirkenden Kinder iſt eine Kinderkaffeetafel gedeckt
auf einen recht zahlreichen Beſuch und begrüßen auch Gäſt
Reichsgemeinſchaft junger Volksp
Gruppe Darmſtadt. Die vor kurzem gegründete
Gruppe hielt in der vorigen Woche ihre zweite Mitgliek
Das ſtarke Intereſſe, das die Arbeit der R.j.V. bei der jur
tion findet, wird am beſten durch die Tatſache illuſtriert,
Sitzung mehr Beſucher erſchienen waren, als Einladung
worden waren. Es kann feſtgeſtellt werden, daß die Grubzz
der R.iV. in den drei Wochen ihres Beſtehens die Mitgſiel
Gründungsverſammlung mehr als verdoppelt hat. De
Vorſitzende, Herr Nechtsanwalt Dr. Mattern, berichte
Reichstagung, die die R.iV. am 24. November in Eiſenac
hatte. Dort wurde der jungen Bewegung die Organiſat
Führung gegeben und in Referat und Ausſprache der ideet
halt und alles das, was vom Wolleslund Ziel der jungen
zu ſagen iſt, feſtgelegt. An den B=Eicht von Dr. Matter
eine ſehr rege und lebendige Ausſprache an, in der der
Ausdruck kam, baldmöglichſt innerhalb der Darmſtädter C
allgemeinen Ausſpracheabend abzuhalten.: Dieſer wurde a.
tag, den 12. Dezember, abends 8.15 Uhr, zu Sitte, Aa
geſetzt. Es wird erneut darauf aufmerkſam gemacht, daß al
jüngeven Perſönlichkeiten zwiſchen B und 40 Jahren.
Boden der DV.P. ſtehen, auch ohne deren Mitglied zu ſein
Arbeit der RiV. beteiligen können. Meldungen werden
neralſekretariat der D.V.P. Darmſtadt, Zimmerſiraße 1.21
Tageskalender für Dienstag, den 10. Dezember
Heff. Landestheater, Großes Haus, 9 Uhr 4
dem, der lüigt. Kleines Haus, 20 Uhr, N. 4: n94
und Die Hochzeit in Cremong. Orpheum. 9.1
ſpiel der Piseator=Bühne. Konzerte: Schloßlaffe=
Rheingauer Weinſtube. Kinovorſtell4nge7
Thegter, Helia.

ger Grund der Kriſis
wemmung des deut
ders mit ausländiſchen
uns durch Unterbie
jetzt, uns durch
und Grßhandelsfäh
zu derdrängen. Um den
viederzugewinnen,
m Rahnen des Mög
Er
ſer auch techniſche
ung auf den Markt wit
uifl ſoll dem Landwirt
utert ſodann an
zndardiſſerung. Unſer
S
undardiſierung und Qua.
Mracie Aufband an Koſt
c Produftes ſeinen
mift Lreis zu gewinnen, 1
F bdt Prugern, das genoſ
e ſich Landwirte
ſchränken derſut
ſche Form des
icht, grundſätz
auen und es einer h
Wirtſchaft
Fruil.
jrun

EEn
ſen
EI.

Helfer für sparsames Wirtschaften,

MAGGR Würze
für Suppen, Soben, Gemüse usw.
in Flaschen von 20 Pfg. an.

MAGGL Supven
in Würfeln. Kochferüig. 26 Sortea.
1 Hürfel für 2 Teller 13 Pg.

MAGGF Fleischbrühe
Bie Bouillon für alle Znecke.
für 1 Liter 4 P.

[ ][  ][ ]

er 342

Dienstag, den 10 De ember 1929

Seite 7

Lndwietſchliches Genoſſenſchaftsweſen.
Zweiter Bbeim Landw. Inſtitut der Landesuniverſität.

1. Tag (Schl
nittag des erſten Tages ſarungen und Demon=
onen
-/ Agrikulturchemiſchen Inſtit Dr. Kleberger), im
tFi lichen Inſtitut (Prof. Dr. E,
wi

O. A Chirurgiſchen Veik Geheimrat Pfeif=
kflichen
Veterinärklinik (Pduſt), im Veterinär=
Inſtitut (Geheimrat Olt), färanatomiſchen In=
at
Martin) und im Tierſeu ut (Prof. Dr. Zwick).
2. Tag.
Tn des zweiten Tages reſetr Diplomlandwirt
4=Srüber:
der dea tige Stand der Viehverwermenſchaften unter
onder Berückſichtigung des Frankfuachtviehmarktes.
die Tng von preisbeſtimmenden Kund Syndikaten in
Indur3 hat auch in der Landwirtſckähnliche Bewegung
elöſt, den meiſten landwirtſchaftlich niſſen iſt der Ein=
auf
O4 reisbildung den ſehr unzuvereien Märkten mit
perim ſen Schwankungen überlaſſen. m Zuſtand einiger=
n
zu ignen, ſucht die Landwirtſchaſodukte gemeinſam
ſerwer; u. a. durch Viehverwertungshaften.
DFine niſation von Viehverwertungſchaften iſt nicht
weitss in allen Gebietsteilen möglicherſchußgebieten iſt
Micht, E1 uſchußgebieten iſt ſie weſentlicher, weil dort nicht
ſtmäßie den Zentralmärkten verkauftkann, ſondern an
he A mer und Konſumenten verkauf muß. Im allge=
en
wi. ur bis zu 25 Prozent (z. B. bejen) auf dem Zen=

enoſſenſchaften, z. B. Konſumgeften, ein Vieh=
etrieben
werden kann.

Redner ſprach Herr Direktor Gt=Berlin über:
be Abſatzorganiſation der deutnöwirtſchaft.
ger Grund der Kriſis der deutſcwirtſchaft liegt
Eſwemmung des deutſchen Marktes ändiſchen Pro=
rs
mit ausländiſchen Qualitätst Verſuchte das
zr, uns durch Unterbietung im Perzukonkurrie=
zt
es jetzt, uns durch Ueberbietun Qualität, der
and Großhandelsfähigkeit der ang Produkte von
E verdrängen. Um den z. T. an dind verlorenen
viederzugewinnen, muß auch die Landwirtſchaft
m Rahmen des Möglichen Quali zu erzeugen.
ſti aber auch techniſche Neuorientieruer Landwirt=
ing
auf den Markt wird hierzu nöen; aber auch
der itik ſoll dem Landwirt zu Hilfe ko
läutert ſodann an verſchiedenen 2 Weſen und
andardiſierung. Unſere Landwirte uns auf dem
dardiſierung und Qualitätsverbeſſer dann folgen,
9te Aufwand an Koſten und Arbeitiſe des land=
Produktes ſeinen Niederſchlag find Einfluß auf
Z eis zu gewinnen, müſſen wir die Bahbieter weit=
ingern
, das genoſſenſchaftliche Angeblgrößern und
die ſich Landwirte und Genoſſenſchfach machen,
nzuſchränken verſuchen.
or; ſatoriſche Form des Zuſammenſchluſe Genoſſen=
biei
lt es nicht, grundſätzlich Neues zu ſondern Be=
des
a tbauen und es einer veränderten Manzupaſſen.
übrige Wirtſchaft ihre Kräfte zuſamßt, um ſo

ſärkte3 rkauft; dieſe 25 Prozent beſtin Preis für die
ſen 72 ozent. Die geſamte Landwirtſdaher ein außer=
eſtlich
aftes Intereſſe an einem gütyrdnungsmäßigen
uf aru n Zentralmärkten, an deren Re und Preisnotie=
hie
ß bemüht ſein, wachſenden Einſen Zentralmärk=
en
durch reſtloſen ZuſammenſchZiehverwertungs=
mit ſtrenzer Lieferpflicht, die Zentralorgani=

E ntration des Angebots und gye, dem Konſum
hickung der Märkte vornehmen.

etungsgenoſſenſchaften beſtehen aüßigſten als aus=
e
Viehverwertungsgenoſſenſchafteauch ſchon durch

die Landwirtſchaft ihr auf dieſem Aen, will ſie
aufen, mit ihren 3 Millionen Einzel zerrieben
Dr. Mombert begann ſeine Ausf: über den
Kilbedarf und die Kapitalbildung in Do=
en
über die Verſchuldung der Landw und über
eutung, die eine billige Kapitalverſorr ſie hat.
nn, warum der Kapitalbedarf der deWirtſchaft
als vor dem Kriege und wies auf die enen For=
hin
, in denen ſich heute die Kapitalneu vollzieht.
daß die Kapitalneubildung nach den Berech=
letzten
Jahren ſehr anſehnlich geweſen ſ, ſie auch
genug geweſen wäre, um den Kapitalbeldeutſchen
zu decken. Der Redner ging ſodann aurage ein,
* Kapitalbedarf ſei und von wem eigent uns die
tanſpruchnahme herrühre. Er betonte dales nötig
Ulmarkt gegenüber ſich die größte Enthalt aufzuer=
dies
namentlich für die öffentlichen Kören gelte,

die bisher dieſe Rückſicht auf die knappen Mittel am Kapitalmarkt hätten
vermiſſen laſſen. Gerade eine unverſtändige Kapitalinanſpruchnahme
könne nur ſteigernd auf den Zinsfuß wirken. Angeſichts der bei uns
herrſchenden Kapitalknappheit müſſe man das verfügbare Kapital den
Zweigen der Wirtſchaft zuführen, bei denen es wirtſchaftlich den größten
Nutzen ſtifte. Das gelte aber nicht unter allen Umſtänden von dem
Finanzbedarf der öffentlichen Körperſchaften. Zum Schluß ſeiner Dar=
legungen
ging der Verfaſſer vor allem auf zwei für die deutſche Kapital=
verſorgung
wichtige Fragen ein, einmal auf die Kapitalauswanderung,
die bei uns ſtattfände und die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gelte,
und dann auf die Frage, die Kapitalneubildung bei uns auf allen
Wegen, beſonders auf ſolchen ſteuerlicher Natur, zu unterſtützen.
Direktor Liebmann, Vorſitzender des Verbandes Südweſtdeut=
ſer
Konſumvereine, ſprach als letzter Redner dieſes Tages über:
Die Bedeutung der Konſumvereine für den Abſatz landw. Erzengniſſe‟.
Es geht uns zurzeit im deutſchen Lande nicht gut, beſonders die
Landwirtſchaft leidet unter den ganz anders entwickelten Zeitverhält=
niſſen
. Bei der Bedeutung der landwirtſchaftlichen Produktion für die
Ernährung des deutſchen Volkes iſt es Aufgabe aller genoſſenſchaftlichen

Organiſationen, zu ihrer Hebung beizutragen. Die bedeutende Einfuhr
von Butter, Eier, Käſe, Obſt und Gemüſe gibt uns den Fingerzeig, wo
eingeſetzt werden muß. Da muß leider feſtgeſtellt werden, daß die Pro=
duktion
unſerer landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe hinter dem Bedarf zu=
rückbleibt
und das Ausland uns an Güte der Ware teilweiſe überflügelt
hat. Bei näherer Ueberprüfung der Verhältniſſe ergibt ſich, daß wir
organiſatoriſch in weitem Ausmaß hinter dem Ausland zurückſtehen.
Die Landw. Zentralgenoſſenſchaften ſind ſeit längerer Zeit mit Er=
folg
bemüht, den erforderlichen Unterbau für eine geregelte Produktion
und Verteilung anzubahnen mit Hilfe der organiſierten Verbraucher.
Die Großeinkaufsgeſellſchaft deutſcher Konſumvereine (G. E. G.), der 1033
Konſumvereine angeſchloſſen ſind, unterhält zurzeit im Reich 16 eigene
Läger. Im Prinzip ſind die Konſumpereine dafür, in erſter Linie die
Erzeugniſſe der deutſchen Landwirtſchaft zu bevorzugen, wenn ſie den
von den Verbrauchern geſtellten Bedingungen gerecht werden. Die Nach=
frage
nach Qualitätsware iſt außerordentlich groß; ihr muß auf alle
Fälle Rechnung getragen werden. Die großen Verbraucherorganiſatio=
nen
ſind gerne bereit, mit den landwirtſchaftlichen Erzeugerorgani=
ſationen
Hand in Hand zu gehen. Sie dienen damit dem Gemeinwohl.
Allerdings darf man dabei nicht mit der Parteiſchablone arbeiten. Stadt
und Land müſſen ſich in gütigem Geiſte der Gemeinſamkeit zuſammen=
finden
. Ueber dem Einzelwillen hat das Intereſſe der Geſamtheit zu
ſtehen.
Am Nachmittag des zweiten Tages beſichtigte eine Gruppe der Kur=
ſusteilnehmer
das Gießener Lagerhaus der Raiffeiſen= Hauptgenoſſen=
ſchaft
, eine andere Gruppe unternahm eine Fahrt nach Butzbach zur
Beſichtigung der dortigen Vereinsbank, e. G. m. b. H., und nach Oſt=
heim
, um ſich dort die vorbildlichen Einrichtungen der Molkereigenoſſen=
ſchaft
Oſtheim-Niederweiſel anzuſehen.

Perkehrsfragen des Odenwaldes.
lichen und mittleren Odenwald von beſonderer Bedeutung iſt, wurde
feſtgeſtellt, daß ein Hauptgrund für die nicht immer ausreichende Be=
Mauptangang des Boenoat Beitectse nitzung der Verhindungen der ſei, daß die Tarife noch immer al
zu hoch empfunden würden. Aus der Mitte der Verſammlung wurde
bezeichnenderweiſe darauf hingewieſen, daß der größere Teil der Be=
bundes
.
völkerung die Fußwanderung vorziehe, um die hohen Beförderungs=

Unter lebhafter Beteiligung der Mitglieder und zahlreicher Gäſte
u. a. waren vertreten das Württembergiſche Wirtſchafts=
miniſterium
und das Heſſiſche Miniſterium für Ar=
beit
und Wirtſchaft fand am vergangenen Freitag im
Sitzungsſaal des Kreisamtes zu Erbach die diesjährige Haupt=
tagung
des Odenwald=Verkehrsbundes ſtatt. Unter den
Gegenſtänden, die zur Behandlung gelangten, nahmen naturgemäß die
Fragen des Eiſenbahnverkehrs, einen beſonderen Raum ein.
Die Verſammlung gab der beſtimmten Erwartung Ausdruck, daß die
Eilzugsverbindungen von Darmſtadt und von Frank=
furt
-Offenbach-Hanau über den öſtlichen Odenwald,
Eberbach und den Neckar entlang nach Heilbronn und Stutt=
gart
im nächſten Fahrplan endlich den dringend gebotenen Ausbau
in Geſtalt des zweiten Paares Odenwald=Neckar= Eil=
züge
finden. Wenn dieſe Forderung, die ſeit Jahren erhoben wird,
immer wieder auftaucht, ſo erhellt hieraus klar, daß die Einrichtung
dieſer Verbindung einem lebenswichtigen Erfordernis der
Beteiligten entſpricht, dem ſtattzugeben auch im wohlverſtandenen In=
tereſſe
der Reichsbahnverwaltung liegt.
Weiter wurde aus der Verſammlung der dringende Wunſch ge=
äußert
, bei der im Gang befindlichen allgemeinen Ueberprüfung der
Fahrzeiten der Reiſezüge die Aufenthalte auf dem Bahnhof
Wiebelsbach-Heubach ſtark abzukürzen. Gerade der Zeit=
verluſt
, der bei einer großen Anzahl von Verbindungen in Wiebelsbach=
Heubach entſteht, wird als beſonders läſtig empfunden.
Im übrigen wurde beſchloſſen, hinſichtlich des Fahrplans der heſſi=
ſchen
Odenwaldbahn zurzeit keine weiteren Wünſche zu äußern, um der
Reichsbahn die ſchleunige Erfüllung des dringlichſten
Wunſches nach Einführung des zweiten Paares Oden=
wald
=Neckar=Eilzüge zu erleichtern.
Die Verbindungen zwiſchen Frankfurt ſowie Offenbach und
dem mittleren Odenwald werden dadurch aufs ungünſtigſte be=
einflußt
, daß die Fahrzeiten der Nebenbahn Offenbach-Ober=Roden
DieburgReinheim allzu lang ſind. Für die Strecke Offenbach- Rein=
heim
von 40 Km. werden nach dem derzeit gültigen Fahrplan im gün=
ſtigſten
Falle 134 Stunden benötigt. Es wurde beſchloſſen, wiederholt
an die Reichsbahn mit dem Wunſch heranzutreten, im nächſten Fahr=
plan
ein Paar beſchleunigter Sonntagszüge von
Frankfurt über Offenbach-Ober=RodenDieburg nach Rein=
heim
und zurück einzulegen. Bei geeigneter ſchneller Durchführung
dieſer Züge könnten durch Wegfall von zehn bis zwölf Zwiſchenhalten
in jeder Richtung an Fahrzeit etwa 40 Minuten eingeſpart werden. Auf
günſtige Anſchlüſſe der Nebenbahn Reinheim-Reichelsheim wäre in
beiden Richtungen Bedacht zu nehmen.
Beſonders bewegte Klagen wurden laut hinſichtlich der unzeit=
gemäßen
Betriebsführung der Nebenbahn Rein=
heim
Reichelsheim. Es wurde feſtgeſtellt, daß die derzeitigen
von der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft getroffenen Verkehrsanord=
nungen
auch nicht annähernd den Erforderniſſen an ein ſchnelles Beför=
derungstempo
gewöhnten Zeit entſprechen. Die beteiligten Verkehrs=
intereſſenten
ſind nicht in der Lage, ſich mit dem bisherigen Zuſtand
länger abzufinden. Die Hauptverſammlung beſchloß, entſprechende
Schritte in die Wege zu leiten, die auf eine grundlegende Aenderung
des unhaltbaren Zuſtandes abzielen.
Zur Frage des Kraftwagenverkehrs, der mangels jeglicher
durchgehender Oſt=Weſt=Verbindungen im Odenwald gerade für den öſt=

koſten der Kraftwagenlinien zu erſparen. Die Verſammlung gab ihrer
Ueberzeugung Ausdruck, daß ſich die Benützung der Kraftwagenlinien
im Odenwald, nicht zuletzt der Linien der Reichspoſt, ganz weſentlich
werde heben laſſen, wenn hinſichtlich der Tarifgeſtaltung ein
großzügiges Entgegenkommen gezeigt werde. Ein Ver=
ſuch
, die Fahrpreiſe der Kraftwagenlinien denjenigen der zweiten Klaſſe
der Reichsbahn mit 5,6 Pfg. für den Kilometer anzupaſſen (gegenüber
jetzt 10 bzw. 8 Pfg.), werde zweifellos, zumal wenn mit der Herabſetzung
des Tarifs eine entſprechende Werbung verbunden ſei, ſeine Wirkung
nicht verfehlen.
Als ein beſonderer Wunſch weiteſter Kreiſe wurde es bezeichnet,
wenn im kommenden Sommer die Reichspoſt es zum erſten Male
unternehmen würde, eine flott durchgeführte Durchgangsverbin=
dung
von der Bergſtraße über den mittleren und hinteren Oden=
wald
nach dem bayeriſchen Maintal einzuführen. Die Tatſache, daß
die für eine ſolche durchgehende Odenwald=Querverbindung in weſtöſt=
licher
Richtung in Frage kommenden Strecken nunmehr einheitlich von
der Oberpoſtdirektion Darmſtadt betrieben werden, dürfte die Erfüllung
dieſes Wunſches erleichtern.
Mit Genugtuung wurde feſtgeſtellt, daß der Ausbau der Pro=
vinzialſtraßen
auch im Odenwald weſentliche Fortſchritte
gemacht hat. Die Hauptverſammlung iſt der Auffaſſung, daß die zur=
zeit
bei Hetzbach endende D=Straße in nordſüdlicher Richtung zweckmäßig
über Beerfelden und das Gammelsbacher Tal bis zum Neckar durchge=
führt
wird; dieſe Löſung der für den Odenwald ſo wichtigen Frage
werde den allgemeinen Verkehrsintereſſen am beſten gerecht.
Weiterhin wurden Werbemaßnahmen behandelt, die in
engem Einvernehmen mit dem Heſſiſchen Verkehrsverband
erfolgen ſolle. Nach Einführung des zweiten Paares Odenwald=
Neckar=Eilzüge ſoll in Gemeinſchaft mik den anderen, an dieſen
Zügen beteiligten Organiſationen, namentlich auch mit dem Neckar=
Verkehrsverband eine großzügige, einheitliche
Werbung für die durch die Eilzüge erſchloſſenen
Teile des Odenwaldes und des Neckartales in die
Wege geleitet werden,
Kennzeichen ausländiſcher Aepfel in Dänemark.
Auf Grund der amtlichen däniſchen Beſtimmung vom 5. Auguſt 1929
dürfen Aepfel, die während der Zeit vom 15. September bis 31. Dezem=
ber
aus dem Auslande eingeführt werden, im Kleinverkauf nur verkauſt
oder feilgeboten werden, wenn auf der in Betracht kommenden Waren=
menge
augenfällig ein weißes Schild angebracht wird, auf dem ſich mit
ſchwarzen Buchſtaben aufgedruckt oder aufgemalt das Wort Ausländiſch
befindet. Findet der Verkauf oder Feilbieten von einem Laden aus
ſtatt, ſo müſſen die verwendeten Buchſtaben mindeſtens 2 Zentimeter
hoch und mindeſtens 3 Millimeter breit ſein. Findet der Verkauf oder
das Feilbieten anderweit ſtatt (von Schiffen, Wagen, Torwagen, Stand=
plätzen
oder dergleichen aus), ſo müſſen die Buchſtaben mindeſtens acht
Zentimeter hoch und mindeſtens 1 Zentimeter breit ſein.
Werden däniſche und ausländiſche Aepfel gemengt verkauft oder
feilgehalten, ſo muß die Ware als Ausländiſch gekennzeichnet ſein.
Die Kennzeichnung iſt unnötig, wenn ſonſtwie unzweideutig an=
gegeben
iſt, daß die Ware ausländiſchen Urſprunges iſt.
Uebertretung der gegenwärtigen Bekanntmachung wird von Amts=
wegen
verfolgt und mit Geldſtrafen bis zu 1000 Kronen geahndet.

eileh

18t Hsion

K

Rauchen ist nur IIlusitber ist IIlusion nicht das
erschönste im Leben wihöner als die Wirklichkeit?
g auch das Grau-in-Grat Alltags bleiben (und wir
WSen ja, es bleibt) wenn nur dann und wann ihm
G ein paar kurze Minuten jehen können wenn nur
o paar kurzen Minuten dieslusion die Sorgen und die
DTekeine Macht über uns In -, Es gibt nichts Schö-
Hes als: Die IIIusion!
U 1wenn diese IIlusion vollknen ist so vollkommen,
V. der Genuß der Kolibric-kette sie verschafft -dann
STauch die 5 Pfg., die sie kosticht umsonst gewesen /

it
en
ei,
d=

nd
de
er
ir=
I=
n
n=
er
er=
ſer

er

[ ][  ][ ]

Seite 8

Bezirksſchöffengerichl.
p. Ein Händler von Weinheim fuhr am 15. Auguſt d. J. im Mor=
gengrauen
mit ſeinem Lieferauto in Richtung Mannheim. Nahe Viern=
heim
, auf der Straße nach Mannheim, ſtieß er auf einen wegen Repa=
ratur
dort haltenden Bulldogg, der zwei vollbeladene, nicht abgebremſte
Heuwagen (Autos) langſam fortzubewegen hatte. Ein Landwirt Götz
von Mörlenbach geriet durch den Zuſammenſtoß unter das Rad und
ſtarb infolge Beckenbruchs und Verblutung. Der Händler ſteht unter
der Anklage der fahrläſſigen Tötung. Der Sachverſtändige betont, daß
der Schleppzug im Lichte der eigenen Scheinwerfer des Lieferautos ge=
ſehen
werden mußte; die Kurve, an der der Bulldogg hielt, war voll=
kommen
überſichtlich. Das Verſchulden des Angeklagten wird, ſo führt
der Staatsanwalt aus, auch nicht dadurch gemildert, daß der Getötete
in der Nähe des Bulldoggs ſtand, um ſich zu wärmen. Der Vertei=
diger
beſtreitet ein Verſchulden, beſondere Vorſchriften des Automobil=
geſetzes
ſeien nicht verletzt. Angeklagter habe ſich ſtrategiſch richtig auf
der rechten Seite gehalten und nur mit der hinteren Seite ſeines Wa=
gens
den Laſtzug angefahren. Zweifelhaft ſei, ob der letztere gehörig
beleuchtet geweſen ſei. Die damalige Dunkelheit habe einen Ueberblick
unmöglich gemacht. Angeklagter habe nicht vorausſehen können, daß ſich
im Auguſt 1929 ein alter Mann am Bulldogg wärme. Es wird um
Zuerkennung einer Geldſtrafe im Falle der Verurteilung gebeten, primär
wird die Freiſprechung beantragt. Urteil: 3 Monate Gefängnis.
Nr. 100 000 wird verloſt.
Eine ganz eigenartige Lotterie findet dieſer Tage in ganz Deutſch=
land
ſtatt. Die Adam Opel A.=G. in Rüſſelsheim ſtellt den 100000.
4 PS=Wagen irgendeinem glücklichen Bürger zur Verfügung. Bei jedem
Opelhändler werden am 9., 10., 11., 12. und 13. Dezember Loſe an Er=
wachſene
für dieſen Wagen verteilt. Das gewinnbringende Los für die
einzelne Stadt wird von dem jeweils zuſtändigen Herrn Bürgermeiſter
am 14. Dezember gezogen. Die Reſultate der erſten Ziehung gehen dann
nach Rüſſelsheim am Main, wo Herr Bürgermeiſter Müller am 18. De=
zember
das endgültige Los ziehen wird. Das Reſultat wird in den
Zeitungen bekanntgegeben.

Dienstag den 10. Dezember 1929

Heſſiſche Bereinigung für Volkskunde.

undere Eigenart des dru

Numme

v. Lauterbach, 8. Dez. Die auf dem Gebiete der Heimatforſchung
ſehr rührig tätige Heſſiſche Vereinigung für Volkskunde, die unter dem
Vorſitz von Oberſtudiendirektor Dr. Faber (Friedberg) ſteht, hielt
geſtern und heute ihre von Kreisſchulrat Lorentz ſehr gut vorbereitete
Hauptverſammlung ab, die ſehr gut beſucht war, vor allem aus den
Kreifen Lauterbach und Alsfeld. Für den am Erſcheinen verhinderten
Vorſitzenden der Vereinigung leitete Prof. Keller (Friedberg) die Ta=
gung
, die ſich mit wichtigen Fragen der Heimatforſchung beſchäftigte.
Das Hauptreferat erſtattete Lehrer Bernhard (Heimertshauſen). Der
Redner, der ſich in 30jähriger Forſchung mit den Aeußerungen des
Volksglaubens gründlich beſchäftigt hat, bot feſſelnde Einblicke
in die Volksſeele und das Volksleben, und belegte ſeine Ausführungen
mit intereſſanten Sprüchen aus Segenbüchlein (ſogen. Geſane‟),
die er in der Umgebung von Alsfeld geſammelt hat. Lehrer Oßwald
(Vad=Nauheim) führte anregend in das in Heſſen noch wenig beachtete
Gebiet der ſogen. Volksbotanik ein. Er forderte die Sammlung
des ſehr gefährdeten botaniſchen Volksguts, wie es in den volkstüm=
lichen
Pflanzennamen, im Kinderfpiel, in der Volksmedizin, in kirch=
lichen
und ſonſtigen Bräuchen überliefert iſt. Auch die Flora altheſſiſcher
Bauerngärten und Friedhöfe wurde in den Kreis der Betrachtung ge=
zogen
. Redner forderte die Teilnehmer der Tagung zu lebhafter Mit=
arbeit
an der geplanten volksbotaniſchen Durchforſchung
Heſſens auf. In der eigentlichen Hauptverſammlung wurde nach Er=
ſtattung
des Jahresberichts die von Studienrat Oßwald (Friedberg)
vorgetragene Rechnung genehmigt. Beſchloſſen wurde die Drucklegung
einer Flurnamenſammlung von v. Hahn (Darmſtadt), nachdem mitgeteilt
war, daß die von Studienrat Kraft beſorgte Flurnamenſammlung von
Beſſungen ſich zurzeit im Druck befindet. Druckfertig iſt auch ein
Heſſiſches Volksliederheft, das Oberſtudiendirektor Dr. Fa=
ber
(Friedberg) für die bekannte Sammlung landſchaftlicher Volks=
lieder
bearbeitet hat. Es bringt 70 der ſchönſten heſſiſchen Volkslieder
der einzelnen Landesteile mit Notenſatz und Bildern. Den würdigen
Abſchluß der Dagung bildete ein Abendvortrag von Prof. Keller
(Friedberg) üiber Das Weſen der Kunſt in den Kunſtwerken der Heimat,
Der Redner wies zunächſt die Berechtigung eines kunſtgeſchichtlichen
Vortrags auf einer volkskundlichen Tagung nach und behandelte dann

in feinen Gedankengängen pirken nebeneinander
Erderſinn und Ewigkeitsdr überwiegt ſtets die
tum. Aber bei anderen Wen in die Weite, wie
entweder das grenzenloſe Feſter Lebensformen,
und Ruſſen, oder das GeſtIn dem deutſchen M
chen, Römern und Franzgeglichen nebeneinande
unvermittelt, gleich ſtark, wfinden wir etwas al=
Gegenſätze zuſammenwirkeeutſche Kunſt hindurch
Zweiheit geht auch durch /s offenbart die deutſche
Ausdruck deutſchen Weſenzrbildern, wie es m

konnte, ferner an heimiſch8, wie auch unſer Inne=
gebotenen
Bilder bekunden Werken deutſcher Kun
und ſich erfreuen kann aneutſcher Innerlichkeit.
barern deutſchen Weſens
ſtarken Beifall.
tie Mord im Odenwe
Der unduigtren endlich eine Spur?
Nach in Walde zwiſchen Mörlenbag
j. Weinheim, 9. Dezleiche einer Frauensperſon auf
fand man vor 3 Jahrenner erſchlagen worden. Die Se
anſcheinend mit einem K Wochen vor ihrer Ermord=
ergeben
, daß die Frau us heutigen Tages nicht gela=
haben
muß. Da es ab’ſo wurden die Nachforſchungen
tität der Toten feſtzuſtch erſchwert. Jetzt endlich iſtes
Täter dadurch außerordgaltspunkte ausfindig zu mache
Gendarmerie gelungen, zu ermitteln. Es ſoll ſich un
Perſonalien der Ermor Frauensperſon handeln, die vor
auswärts hier zugewanwand. Im Zuſammenhange dar
ren von hier ſpurlos ᛋmherziehen, der auch unter
ein hieſiger Händler is ſteht, verhaftet und nach
eines Sittlichkeitsverbrirt. Der Verhaftete ſteht in den
Unterſuchungshaft eing! Die Unterſuchung iſt im vollen
ren und iſt hier verheinz=

Die Geburt ihrer Tochter Frieda
zeigen hocherfreut an
Otto Krebs u. Frau
Herta, geb. Moeller.
Darmstadt, 7. Dezember 1929.
Toni Döbert
Grete Döbert, geb. Bernhard

Offenbach a.
Speverstr. 21

Vermählte.
M.

Todes=Anzeige.
Nach langem Leiden entſchlief heute morgen 6 Uhr
unerwartet meine liebe Frau, unſere gute Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwä=
gerin
und Tante
Frau
Lina Hofferbert

Das richtige F

im Alter von 53 Jahren.
(19500
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joſef Hofferbert und Kinder.
Rodau, Ober=Modau. Darmſtadt, Frankfurt a. M.,
Eſchersheim, Ta Chaux de ſonds, den 9. Dez. 1929.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Dezember,
nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.

t-Geschenk!

sehr gut

Darmstadt
Schützenstr. 12

Kirchliche Trauung: Mittwoch, den 11. Dezember, vor-
mittags
11½ Uhr, in der Stadtkapelle.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute verſchied unerwartet mein lieber Mann,
unſer lieber Vater und Großvater
Beorg Gränig
Bauoberinſpektor i. R. bei der Heſſ.
Brandverſicherungskammer
in noch nicht vollendetem 69 Lebensjahr
In tiefem Schmerz:
Eliſe Grünig, geb Helfrich
Fritz Norkauer und Frau
Gretel, geb. Grünig.
Alsbach a. d. Bergſtr., den 8. Dez. 1929.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Dezember
1929, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe aus ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die Kranzſpenden bei dem Heim=
gang
meiner lieben Frau, unſrerlieben, guten
Mutter undSchweſter danken wir recht herz=
herzlich
. Beſonderen Dank der Schweſie
für die liebevolle Pflege und Herrn Pfarrer
Meiſinger für die troſtreichen Worte am
Grabe.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Adam Kappes
Stationsmeiſter i. W.

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Kirchsty

Heute verſchied nach längerem, mit großer Ge=
duld
ertragenem Leiden meine liebe Frau, unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter
dran goſehhe Hann
geb. Bichler
im vollendeten 72. Lebensjahre.
Joſef Hahn, Polizei=Oberſekretär i. R.
Darmſtadt, Kiesſtraße 64.
Familie Joſef Hahn, Kaufmann, Mannheim.
mit Kindern.
Familie Franz Abel, Bez.=Direktor, Frank=
furt
a. M., mit Kindern.
Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Dezember
1929, nachmittags 15 Uhr, vom Hauptportal Fried=
hof
an der Nieder=Ramſtädter Straße ſtatt.
Totenmeſſe Donnerstag /49 Uhr in der Ludwigs=
kirche
.
Von Beileidsbeſuchen bitten abzuſehen. (1

Danrſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Mtt gc. gegensatſer
ſagen wir allen unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Marg. Beßendörfer, geb. Sieferk.
Habitzheim, den 10. Dezember 1929.

8021a)

A

Baumkuchen
f. Marzipan.

ten werden in den Au
E= Umſtadt, 9. Dez.
himeſters wurden in
chler in die zweite Kla
ten, wurden dieſe ſechs
zuewieſen. Herr Landn
uch Heppenheim verſe
ach, 8. Dez. Feuer,
uſe gingen, ben
Landwirts Pe
rten ſofo
trnie
ſettto
Nur die gut verſchl
4ſes Brandes verhinde
4Awurde die Feuerwe
hun den Brand zu
40s Brandes ke
unheimt,

1604

Am 7. Dezember beging Herr Bruno
Bittermann und deſſen Ehefrau
Anna, geb. Eckſiein, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
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r 342

Dienstag, den 10. Dezember 1929

Seſte 9

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ebt. 9. Dez. Reichselterntag. Die Ortsgruppe des
ber Kindereichen zum Schutze der Familie veranſtaltete
Bounz m Saale des Gaſthauſes Zur Roſe‟ (Hill) anläßlich des
s eine öffentliche Werbeverſammlung.
rſitzende der Ortsgruppe, Löwer, begrüßte die zahlreich
zeſonders die Vertreter von Kirche und Schule und
Srationen und betonte die Forderung: Staatliche
kür Kinder:. Mit dieſer Forderung wird ſich die
ichkeit am Reichselterntag beſchäftigen. Anſchließend an
I aufgenommene Referat ergriff Pfarver Braun, das
ikte für die Einladung, der er gerne Folge geleiſtet habe,
der Kinderreichen, wie wenige Bünde der gegenwärtigen
hohe Ziele verfolge. Daß er gegründet worden ſei, be=
notwendig
gewefen wäre. Die kathol. Kirche ſchätze die
des Bundes hoch ein und grüße ihn mit Ehrerbietung.
ch ſollte den Eltern des Bundes, die trotz der Sorge und
Kinder wahrhaſt glückliche Menſchen ſeien, weil ſie mit
zum Kinde Mut gezeigt und Opferwilligkeit geoffenbaret
S/und Unheil ſei aus der Lehre entſtanden, daß das Glück
Menſch dann geſichert ſei, wenn nur wenige Kinder vorhanden
am. R): Storck ſprach namens der Schule. Auch er dankte für
und gab ſeiner Freude Ausdruck, daß zwiſchen der Orts=
derreichen und der Schule ein guter Kontakt beſtehe der
ändniſſe anfkommen laſſe. Er hoffe, daß aus dieſem
en zwiſchen Schule und dem Bunde der Kinderreichen
gen erwachſe und überbringe die beſten Wünſche. Mit
die beiden Sprecher und alle Erſchienenen und der Auf=
alle
Fernſtehenden, dem Bunde beizutreten, ſchloß der
ſirkungsvolle Veranſtaltung.
bt, 9. Dez. Sängerehrung. Dieſer Tage konnte der
Geſangvereins Germania Eberſtadt, Friedr. Kölſch,
r. Tätigkeit als Vereinsvorſitzender zurückblicken. Glech=
er
dem Verein, der vor 35 Jahren ins Leben gerufen
ſſen Gründung an. Aus dieſem Anlaß wurde dem vei=
enden
anläßlich einer Familienfeier, die am Samstag
haus Zur Noſe ſtattfand, eine beſondere Ehrung zuteil.
Vereins überreichte ihm Ehrenmitglied Heinz Heinrich
Jeine enurkunde und ein wertvolles Geſchenk. Der alſo Ge=
dig
überraſcht und dnakte in bewegten Worten. Er ver=
h
auck iterhin ſeine ganzen Kräſte dem Verein zu widmen. Bei
und muſikaliſchen Darbietungen nahm die Familienfeier
gen Verlauf.
Fp. Pſtadt, 9. Dez. Säuglingsfürſorge. Die nächſte
ſe für Mutter= und Säuglingsfürſorge findet am Diens=
nachm
5i, 10. Dezember, in der Handwerkerſchule ſtatt. Beginn
Uhr. Der Krieger= und Militärverein
itag vormittag ein Preisſchießen ab. Daran beteiligten
pwohl. Jung=, als auch die Altſchüitzen. Abends fand ein gemüt=
nenſein
ſtatt, das mit der Verteilung der Ehrentafeln
f. 9. Dez. Am 11. Dezember feiert der altbekannte Gg.
ge=ber dem Beſſungen Forſthaus, in voller körperlicher und
Sie ſeinen 85. Geburtstag.
tamſtadt, 9. Dez. Am Mittwoch, den 11. Dezember,
findet auf dem Nathaus eine Gemeinderats=
Auf der Tagesordnung ſteht u. a. die Prüfung der
Waſſevwerksrechnung für das Rechnungsjahr 1988.
ruſen, 8. Dez. Bezirksgeflügelſchau. Kommen=
und Sonntag (14. und 15. Dezember) findet hier im
tſcher Hof die 3. große Bezirksgeflügelſchau ſtatt, ver=
geleitet
von unſerem hieſigen rührigen Geflügelzuchtver=
3 Vereine des Bezirks verbürgen eine gute Beſchickung.
ert Nummern aller Artden von Geflügel, Hühner, Tau=
r
werden in den Ausſtellungskäfigen zu ſinden ſein.
Umſtadt, 9. Dez. Sparmaßnahmen. Mit Beginn
eſters wurden in der hieſigen Landwirtſchaftlichen Schule
ſer in die zweite Klaſſe aufgenommen. Um nun eine Lehr=
, wurden diefe ſechs Scküler der benachbarten Schule in
ewieſen. Herr Landwirtſchaftsrat Dr. Görlach wurde in=
9 Heppenheim verſetzt.
ch, 8. Dez. Feuer. Als geſtern abend Arbeiter von der
9 Hauſe gingen, bemerkten ſie, wie aus dem Obergeſchoß
es des Landwirts Peter Bitſch dicke Rauchſchwaden her=
ie
glarmierten ſofort den ahnungsloſen Beſitzer. Als man
de hingufſtürmte und die Stube öffnete, war alles voll
Bettwerk, die Balken= und ſonſtiges Holzwerk waren in
Gli Nur die gut verſchloſſenen Fenſter und Türen hatten die
ung 3 Brandes verhindert. Nun ſchlugen aber die Flammen
wurde die Feuerwehr glarmiert. Durch Tür und Fenſter
den Brand zu löſchen, was endlich auch gelang. Ueber
3 Brandes konnte man noch nichts erfahren.
B3, N eim, 9. . Die Viehzählung am 1. Dezember
gendes Ergebnis: 156 Pferde, 544 Stück Rindvieh, 1080
Ziegen; Federvieh: 4098 Gänſe, Enten und Hühner;
er und 117 Hunde Aus dem Gemeinderat.
arbeiten am Beamtenwohnhaus werden dem Foſeph Her=
au
, die Spenglerarbeiten dem Johann Georg Berg in
ihren Angeboten übertragen. Die Gemeinde iſt bereit,
r entſtehenden Koſten zur Schulkinderſpeiſung 1929/30 zu
Die Auswahl der bedürftigen Kinder wird den Lehrern
er Gemeinderat lehnt wiederholt die Uebernahme der
rſtellung eines Kanals beim neuen Pfarrhauſe ab. Der
ber Herſtellungen in der Kirche mit 1 zu 180. RM.
liche Gemeinde wird genehmigt. Die Mehraufkommen an
im Jahre 1988 mit 1000 RM., ſollen zur Schuldentilgung
ide Vewwendung finden.
heim, 9. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
0,88 Meter, am 9. Dezember 0,94 Meter.

Die Hekogaverträge.

Inhalt und Bedeukung.


Darmſtadt, 9. Dezember 1929.
Ueber den Verlauf der heute ſtattgehabten Aufſichtsratsfitzung der
Hekoga wird folgendes bekanntgegeben:
Der Aufſichtsrat hat die Vertragsentwürfe zur Kenntnis genommen
und mit ihrer Beſprechung begonnen. Zur Fortſetzung der Beſprechung
und zur Beſchlußfaſſung wird die Sitzung am Montag, den 16. Ifd. Mts.,
15.30 Uhr, fortgeſetzt.
Die Generalverſammlung ſoll auf den V. Januar 1930, 15.30 Uhr,
einberufen werden.
Die Ferngasverträge, zu denen der Aufſichtsrat der Hekoga Stel=
lung
genommen hat, ſind das Ergebnis eingehender Verhändlungen des
Vorſtandes, bei denen nach Lage der Dinge zahlreiche Gegenſätze aus=
zugleichen
und auseinanderſtrebende Intereſſen in Einklang zu bringen
waren. Wie bereits bekannt, ſtellen ſie den Verſuch dar, durch Gleich=
ſtellung
von Ruhr und Saar; bei der Gaslieferung die großen volks=
wirtſchaftlichen
und nationalpolitiſchen Geſichtspunkte zu wahren. Dem=
entſprechend
ſind die jetzt im Wortlaut vorliegenden Vertragsentwürfe
ſo gehalten, daß neben der Ruhrgas=Aktiengeſellſchaft die Ferngasgeſell=
ſchaft
Saar m. b. H. als vollberechtigter Vertragspartner vorgeſehen
iſt. Dem Beſtreben, den berechtigten Intereſſen der angrenzenden Wirt=
ſchaftsgebiete
ſoweit wie möglich gerecht zu werden, gilt in erſter Linie
die in Ausſicht genommene Südweſtdeutſche Fernleitungs=
geſellſchaft
(SFG.), die den Bau der Hauptverſorgungsadern zu
übernehmen hat. Im Gründungsvertrag dieſer Geſellſchaft verpflichtet
ſich die Hegoka, aus ihrem 5oprozentigen Anteil unter gewiſſen Voraus=
ſetzungen
ie 2 Millionen Kubikmeter Gasabnahme, Beitritt innerhalb
der nächſten zwei Jahre) an andere größere Abnehmer des geſamten
Wirtſchaftsgebietes Anteile abzutreten.
Den Kern des Vertragswerkes bildet der Gaslieferungsvertrag und
der Mantelvertrag. In beiden iſt die Vertragsdauer auf 30 Jahre feſt=
gelegt
, da ein kürzerer Zeitraum angeſichts, der erheblichen in Leitungs=
bauten
zu inbeſtierenden Kapitalien den Intereſſen der Hekogakommunen
widerſprechen würde. Aus dem Gaslieferungsvertrag geht hervor, daß
die Qualität des Ferngaſes in jeder Beziehung den neueſten Anfor=
derungen
gerecht wird, in mancher Hinſicht dem jetzigen normalen ſtädti=
ſchen
Gas ſogar noch überlegen iſt. Der Bezugspreis für Kommunalgas
ermäßigt ſich bei ſteigender Bezugsmenge von 4,32 Rpf. (bei 60 Mil=
lionen
Kubikmeter) auf 3.72 Rpf. je Kubikmeter bei einer jährliechen
Entnahme von über 200 Millionen Kubikmeter. Er ſetzt ſich zuſammen
aus einem mit ſteigender Menge ſinkenden Grundpreis, deſſen Staffel
von 1,38 bis auf 0,78 Rpf. fällt (bei einer Entnahme von über 200 Mil=
lionen
), aus einem feſten Zuſchlag von 02 Rpf. je Kubikmeter ſowie
aus zwei weiteren Beträgen, von denen der eine an eine Kohlenklauſel
und der andere an eine Lohnklauſel gebunden iſt. Insgeſamt kann mit
einer bei ſteigender Menge ſtark ſinkenden Preistendenz gerechnet wer=
den
. Für die endgültige Geſtaltung des Preiſes iſt diejenige Vertrags=
beſtimmung
von beſonderer Bedeutung, nach welcher die Hekoga nicht
bloß die von ihr, ſondern auch die von den angrenzenden Gebieten ab=
genommenen
Gasmengen auf ihre Preisſtaffel angerechnet bekommt.
Wenn auch das Gas nicht ohne weiteres zu den obengenannten niedrigen
Preiſen an die Mitgliedskommunen weitergegeben werden kann, da es
ja noch mit den internen Verwaltungskoſten der Hekoga ſowie mit ge=
wiſſen
zuſätzlichen Transportkoſten belaſtet iſt, ſo kann es doch auf alle
Fälle weſentlich günſtiger abgegeben werden, als es den örtlichen Werken
zu erzeugen möglich iſt. Insbeſondere entwickelt ſich eine gewaltige Ent=
wicklungsmöglichkeit
durch die Abgabe von Raumheizgas zu ſtark ver=
billigten
Preiſen. Ebenſo weſentlich iſt die Bezugsmöglichkeit von In=
duſtriegas
, zu dem beſonders verbilligten Geſamtpreis von zurzeit 3,57
Npf. je Kubikmeter für die Hekoga. Als Induſtriegasverbraucher gelten
ſolche gewerbliche oder induſtrielle Abnehmer, die im Laufe eines Ab=
rechnungsjahres
125000 Kubikmeter Gas bezogen haben. Dieſer Vor=
zugspreis
für Induſtriegas iſt für die Erhaltung und Neuanſieblung
ſelbſtändiger Wirtſchaftszweige im Bereich der Ferngasbezieher und in
der Nähe der Ferngasleitungen, von nicht zu unterſchätzender Bedeu=
tung
. Beſonders günſtig wirkt ſich hierfür der im Gaslieferungsvertrag
garantierte höhere Lieferdruck von weit über dem Hundertfachen des
jetzt bei den ſtädtiſchen Gaswerken üblichen Druckes aus, durch den die
Fortleitung des Gaſes auf große Strecken weſentlich verbilligt wird.
Durch ſogenannte Druckregler (ähnlich den Transformatoren der Elektri=
zitätswerke
) kann dieſer Druck leicht den örtlichen Anforderungen ange=
paßt
werden. Nach Anſicht des Vorſtandes iſt durch den Gaslieferungs=
vertrag
eine nach Preiſen und techniſcher Ausgeſtaltung vorteilhafte
Verſorgung gewährleiſtet.
Die Geſichtspunkte, nach denen die Beſtimmungen des Gaslieferungs=
vertrags
durchgeführt werden ſollen, ſind im Mantelvertrag rechtlich
geregelt. Er bildet die Grundlage für die Zuſammenarbeit zwiſchen
den Lieferanten und der Hekoga. Gleichzeitig iſt er das Bindeglied zwi=
ſchen
dieſen und den übrigen großen Gasintereſſenten des geſamten Wirt=
ſchaftsgebietes
und ſoll einer einheitlichen Entwicklung in der Gasverfor=
gung
Südweſtdeutſchlands den Weg ebnen. Ueber den Leitungsbau iſt
im Mantelvertrage folgendes beſtimmt: Die Hauptverſorgungsleitungen,
die zugleich einen großen Teil des Gebietes unmittelbar aufſchließen,
werden von den Lieferanten gebaut. Sie ziehen ſich von Siegen ( Weſt=
falen
) über Oberheſſen bis zur Südgrenze des Volksſtaates Heſſen mit
Abzweigungen nach Mainz und Gießen. Nur die zuſätzlichen Stichleitun=
gen
, die zum Teil ſchon beſtehen, ſind von der Hekoga zu erſtellen, ſo
daß größere Leitungsbauten in eigener Negie für die Hekoga alſo nicht
mehr in Frage kommen. Die interne Tarifgeſtaltung iſt Sache der He=
koga
, die ſich zu einer großzügigen Werbung bereit erklärt, zu deren
Unterſtützung die Lieferanten verpflichtet ſind. Im Mantelvertrag iſt

auch das Verhältnis zwiſchen den Lieferanten, Hekoga und den angren=
zenden
Gebieten im Sinne der grundſätzlichen wirtſchaftlichen Gleichſtel=
lung
des geſamten Gebietes geregelt. Zuſammen mit einer Meiſtbegün=
ſtigungsklauſel
, die das geſamte Gebiet praktiſch davor ſchützt, ſchlechter
behandelt zu werden als etwaige neu hinzutretende Ferngasabnehmer
außerhalb, ſind damit die Grundlagen für die einheitliche Regelung der
Gasverſorgung im geſamten Wirtſchaftsgebiet gelegt. Schließlich iſt auch
noch die Tatſache berückſichtigt, daß bei techniſchen Umwälzungen, Er=
findungen
oder ſonſtigen Neuerungen für die Hekoga, durch Neufeſt=
ſetzung
der Preiſe die Möglichkeit; der Nutznießung der techniſchen Ent=
wicklung
gegeben iſt. Der Manteltertrag ſoll gleichzeitig mit dem Gas=
lieferungsvertrag
am 31. Dezember 1960 endigen, wenn er ſpäteſtens
5 Jahre vorher von einer Vertragspartei gekündigt wird. Andernfalls
läuft er jeweils bei ebenfalls Hjähriger Kündigung 10 Jahre weiter.
Das dritte wichtige Glied des Vertragswerkes bildet der Gemein=
ſchaftsvertrag
, in dem für den Bau der Hauptdurchgangsleitungen nebſt
Abzweigungen zwiſchen Ruhrgas, Saargas und Hekoga die bereits er=
wähnte
Südweſtdeutſche Fernleitungsgeſellſchaft m. b. H. (kurz SFG‟
genannt) errrichtet wird. Auch dieſe Geſellſchaft iſt ſo aufgebaut, daß
die maßgebenden Intereſſen des ganzen Gebietes zu Worte kommen kön=
nen
. Betrieb und Unterhaltung ſoll für die Dauer des Gaslieferungs=
vertrages
der Ruhrgasgeſellſchaft übertragen werden. Das Stamm=
kapital
beträgt, 6 Millionen und wird je zur Hälfte von Hekoga, Ruhr=
gas
und Saargas übernommen. Durch das Zuſammenarbeiten mit der
SFG. iſt eine weitere Senkung des Gaspreiſes möglich.
Der Geſchäftsbetrieb der SFG. iſt im Geſellſchaftsvertrag geregelt.
Insbeſondere iſt hier die Möglichkeit zu jederzeitiger Liquidation von
Intereſſe, die nur mit qualifizierter Mehrheit der Anteile erfolgen kann,
wenn gleichzeitig zwiſchen den Gaslieferungen und Gasbeziehern eine
Vereinbarung über ein gegenſeitiges Mitbenutzungsrecht an den Anlagen
zuſtande kommt. Dadurch iſt Vorſorge getroffen, daß nach Ablauf des
Vertrages keine Zwangslage zuungunſten der Gasbezieher entſtehen
kann.
Die Zukunft des Mainzer Gaswerks iſt in einem beſonderen Pacht=
vertrag
mit der Ruhrgas=A.=G. allein geregelt. Die Hekoga iſt an die=
ſem
nur inſoweit beteiligt, als darin Beſtimmungen zu ihren Gunſten
enthalten ſind. Dies bezieht ſich vor allem darauf, daß das Nuhrgas
das Mainzer Werk als örtlichen Stützpunkt ausbauen und weiterbetrei=
ben
muß, ſo daß in Mainz weiterhin eine erhebliche Menge kommungler
Gaskoks anfällt.
Ferner iſt Ruhrgas nach dem Mainzer Vertrag verpflichtet, in
Mainz betriebsbereite Reſerveanlagen zu ſchaffen, die in Verbindung
mit der lebendigen Neſerbe des Mainzer Werkes und mit anderen Ne=
ſerveanlagen
des Gebietes in der Lage ſind, notfalls den geſamten
Stadtgasbedarf zu decken. Zu der doppelten Sicherheit durch zwei Berg=
baugebiete
tritt alſo als dritter Sicherheitsfaktor die Möglichkeit ſofor=
tiger
Erzeugung innerhalb des Gebietes.
9berheſſen.
* Gießen, 9. Dez. Schwere Bluttat in Gießen. Am
Samstag nachmittag ereignete ſich hier eine furchtbare Tragödie, die erſt
heute nachmittag entdeckt wurde. Die in der Mitte der Der Jahre
ſtehende ledige Lukas aus Worms tötete durch einen Schuß in den
Kopf den 33jährigen Kaufmann Hübner, gleichfalls aus Worms, mit
dem ſie gemeinſam eine Großhandlung in chirurgiſchen Inſtrumenten
in Gießen betrieb. Sie ſelbſt brachte ſich gleichfalls einen Schuß bei,
der jedoch nicht tödlich wirkte. Als am Sonntag die Eltern des Mäd=
chens
ihre Tochter beſuchen wollten, war dieſe nirgends aufzufinden.
Am Montag vormittag wurde das Geſchäft des Hübner nicht geöffnet,
worauf der Laden gewaltſam exbrochen wurde. Man fand die beiden
in dem Geſchäftsraum liegen. Während der Mann bereits tot war,
lebte das Mädchen noch. Das Geſchäft Hübners, das in den Geſchäfts=
kolonnaden
Schwarz am Bahnhof untergebracht iſt, erfreute ſich eines
guten Rufes. Hühner, der geſchieden iſt, trieb das Geſchäft gemeinſam
mit der Lukas, die früher an einer Wormſer Bank tätig war. Die
Lukas war mit der Geſchäftsführung Hübners nicht ganz einverſtanden
weshalb es ſchon wiederholt zu Auseinanderſetzungen kam. Inwieweit
Eiferſucht bei der Tat mitgeſpielt hat, muß die Unterſuchung ergeben.
UBER MAGENLEIDEN
Verdauungsstörungen. Newvosität, Rheuma und vlele andere
Krankheiten, deren Ursachen und was man degegen zu tun hest.
berichtet ihnen der Guter Rat, Sie erhälten dleses 98
Seſten starke Ruch umsonst in ihrer Drogarils. Wo nloht or=
bflittigh
.
Jiin, El. astr. 26129,
Bekterbericht.
Die Zyklonentätigkeit nimmt unverändert ihren Fortgang. Immer
neue Störungen verurſachen durch ihre Südſeiten unbeſtändiges und
regneriſches Wetter. Nachdem der heute über dem Nordmeer liegende
Wirbel kühlere Luft nach Deutſchland brachte, ſo daß ein allgemeiner
Temperaturrückgang wahrzunehmen iſt, dringt durch den neuen Wir=
bel
weſtlich von Irland wieder wärmere Luft vor. Mit dem wechſel=
haften
Witterungscharakter werden auch die Temperaturen Schwan=
kungen
unterworfen ſein. Stärkere Bewölkung und zeitweiſe Nieder=
ſchläge
treten zunächſt auf, ſpäter jedoch dürfte die Wolkendecke wieder
durchbrochen werden.
Ausſichten für Dienstag, ben 10. Dezember: Unbeſtändiges Wetter
mit ſchwankenden Temperaturen und zeitweiſen Niederſchlägen.
Ausſichten für Mittwoch, den 11. Dezember: Wenig Aenderung der

Wetterlage.

FPIDOEBEK UaMtMrKI

ESGIBT KEINE WEITE..
2700 Kilometer hat dieser Serienwagen in 5 Tagen in den Alpen, über die höchsten Pässé
Europas, in weit überlegener, schneller und regelmäßiger Fahrt siegreich zurückgelegt.
Das ist der Reisewagen für den Menschen
der Gegenwart. Seine Zuverlässigkeit über-
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Seite 10

Dienstag, den 10.Dezember 1929

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[ ][  ][ ]

42

ß gegen Graf Stolberg=

Der dritte Verhandlungstag im
Grafen Chriſtian Friedrich zu
rode, an dem man mit Spannung
Mutter des Angeklagten und der
lbeamten erwartet, begann mit der
Unterſüchungsrichters, Landgerichts=
das
erſte Verhör des jungen
nach der Tat. Ueber das Verhör
e Darſtellung, die ſich mit den
des Angeklagten und der üb=
s
folgte eine umfangreiche
die Frage der Hinzuziehung
s zu dieſem Verhör und über
Oberſtaatsanwalt auf Grund
it bei der Vernehmung in der An=
fen
hat. Der Zeuge Thomas wie=
die
Angaben des Angeklagten zu=
us
glaubwürdig hielt. Der Unter=
kundete
weiter, er habe nicht den
daß der Angeklagte im Unter=
ihm
ein Geſtändnis ablegen
lagte habe ſich ſpäter unter großer
gen ſeines Lügens entſchuldigt.
ge wird Kriminalkommiſſar Drey=
Der Zeuge erklärt, daß er den
ändnis bringen wollte. Die Gräfin
i Chriſtian Friedrich ſich jemand
ar; rüßte er ſich das Leben nehmen.
+des Vorſitzenden, ober der Ange=
e
Tat aus Liebe zu ſeiner Mutter
ihr den Weg frei zu machen, er=
zt
, es ſtehe für ihn das eine feſt,
riedrich nie einen Mord begehen
rrdigen Motiven. Der Vorſitzende
den Angeklagten die Frage, ob er
henzeit mit guten Freunden zuſam=
die
ihn darin beſtärkten, vor Ge=
ſen
. Der Angeklagte erwiderte dar=
ſtellung
, die er vom erſten Tage
an gegeben habe, abſolut der
Im weiteren Verlauf der
g wird ein Fräulein Krauß, Leh=
eiziehungsheim
Liegnitz, vernom=
geklagten
bis zum Herbſt 1915 als
treut und erzogen hat und von
Lehrerin in Jannowitz war. Sie
riſtian Friedrich Erlebniſſe ſtets
itaſie ausſtattete. Beſonders viel
von Einbrechern.

Dienskag, den 10 Dezember 1929

Seite 11

t eines Jugendlichen.
n. In dem Kreisort Ahl hat ſich
ittat zugetragen. Wegen einer
en der 16 Jahre alte Rüffer und
e Wiederſpahn in Streit geraten,
Rüffer eine Zaunlatte ergriff und
iner über den Kopf ſchlug. Wie=
bei
eine ſo ſchwere Verletzung; daß
eintrat. Der jugendliche Täter
ſier Selbſtmorde an einem Tag.
n. In der Selbſtmord=Statiſtik
ntag die hohe Ziffer von vier
In einer Bar erſchoß ſich ein
us Heidesheim, ein kriegsbeſchä=
vergiftete
ſich in ſeinem Garten,
Mann mit einem jungen Mäd=
Tod auf den Schienen.

Umannſchaft mit dem Auto
Ein Toter, fünf Verletzte.
n Fußballklub aus dem benach=
I weilte zu einem Geſellſchafts=
od
. Die Fahrt wurde in einem
er hieſigen Fabrik zurückgelegt.
trannte der Laſtwagen zwiſchen
Lauterbach in voller Fahrt gegen
1 wurde zertrümmert. Sechs der
wu)t ſo ſchwer verletzt, daß ſie ins
haus ich Lauterbach überführt werden
Eixz von ihnen verſchied nach einigen
er) veiter ſchwebt in Lebensgefahr.
Verletzu n der anderen geben zu Beſorg=
einen
/ laß. Vier der Leichtverletzten
nackh ilegung eines Notverbandes die
ten. Der Chauffeur blieb un=
im
Mordprozeß Reither.
zn Jahre Zuchthaus.
Der Mordprozeß Reither fand
ſeine- bſchluß. Der Staatsanwalt hatte
ſta=1 Jahre Zuchthaus beantragt. Das
zog ſT odann über die Mittagsſtunden zur
zu und verkündete am Nachmittag fol=
teil
.) der Angeklagte wird zu 10 Jahren
u 110 Jahren Ehrverluſt verurteilt.
5 re man allgemein ſehr großes In=
bracht
. Das Urteil wurde allent=
1 aufgenommen.
S Raubmordes nach 16 Jahren.
g. Der Raubmord, der ſich am
13 im Delmenhorſt abgeſpielt und
u einer Verurteilung der drei An=
2 Schmidt, Engelbert Schmidt und
hir) u je 14 Jahren Zuchthaus durch
enh- Schwurgericht geführt hatte, iſt
g a)lärt worden. Nachdem das Olden=
Schn richtsurteil durch Entſcheidung des
ichts chtskräftig geworden war, haben
Sdt und Lehning ſchon vom Zucht=
Fe ind ſpäter, nachdem ſie durch Gna=
2. 1921 aus dem Zuchthaus entlaſſen
Deit: urch ihren Verteidiger den Kampf
* Au d geführt. Das Wiederaufnahme=
abgelehnt
, ebenſo die Beſchwerde
hnung. Die Ausſetzung einer Be=
MS tikel in der Preſſe haben nun zu
Wies Bremers gegen die wahren =
Verhaftung zweier Perſonen iſt
Bremen durch den Oldenburger
ſammen mit einem Kriminalbeam=
beiden
jetzt Verhafteten haben in.
en am Samstag und Sonntag die
der Tat bereits eingeſtanden und
en Täter genannt. Die beiden noch
Täter werden inzwiſchen durch
der Kriminglpolizei im Reiche ge=

Der Entwurf von Prof. Fahrenkamp=Düſſeldorf

wird für die geplante Erweiterung des Reichsta gsgebäudes neben den gleichfalls preisgekrönten
Entwurfen von Prof. Schmidthenner=Stuttgart und Prof. Holzbauer=München in engſte Wahl

gezogen.

Die Schule der Milikärpferde.
Aus der Reichswehrkavallerieſchule Hannover.

Oben: Die Pferde werden ans Geſchützfeuer gewöhnt.
Unten: Das Pferd muß ſeinem Reiter als Deckung dienen können.

Es fällt kein Meiſter vom Himmel. In ſchwerer Arbeit müſſen die jungen Militärpferde lernen,
allen Anforderungen des Krieges gewachſen zu ſein. Genau wie der Menſch verlangt jedes Pferd
eine individuelle Behandlung. Mit viel Geduld und Mühe werden den jungen Tieren alle Stel=
lungen
beigebracht, werden ſie an Strapazen und den Lärm der Geſchütze gewöhnt.

Verhaftung des Förſters der Gebr. Sklarek
in Waren.
Schwerin. Am Samstag nachmittag wurde
in Waren in der Jagdbilla der Gebr. Sklarek ein
Einbruchsdiebſtahl entdeckt. Am Montag wurde im
Laufe des Vormittags der Förſter der Gebr. Sklarek,
Ebner, verhaftet unter dem dringenden Verdacht, in
der Zeit ſeit dem Einbruch bis heute Gegenſtände
aus der Villa entwendet zu haben, die bei Aufnahme
des Tatbeſtandes durch die ſtädtiſche Polizei noch in
der Jagdvilla vorhanden waren. Der Förſter
Ebner war am 1. November entlaſſin worden,
ſeit dieſem Tage aber mit der Bewachung der Villa
beauftragt. Dieſen Auftrag führte er aber nicht aus,
wohnte vielmehr ſeit ſeiner Entlaſſung in ſeiner
Wohnung in Waren. Weiterhin wird berichtet,
daß weder der Konkursverwalter, noch ſonſt irgend=
ein
Beauftragter aus Berlin in Waren erſchienen
war, um die Einzelheiten des Einbruchsdiebſtahls
genau feſtzuſtellen.
Ueberfall auf eine Stationskaſſe.
Münſter. Die Preſſeſtelle der Reichsbahn=
direktion
Münſter teilt mit: Montag morgen, gegen
4.30 Uhr, fand ein Grubenarbeiter, der ſich zur
Schicht begeben wollte, den dienſthabenden Beamten
des Bahnhofs Laggenbeck, der Strecke Osnabrück
Rheine, ſchwer verletzt dicht an der Beamtenwoh=
nung
im Graben liegend auf. Der ungefähr 1.50
Meter vom Fundort entfernt liegende Dienſtraum
war geöffnet und zeigte die Spuren eines erbitterten
Kampfes. Anſcheinend haben mehrere Verbrecher
den dienſthabenden Beamten in der Zugpauſe zwi=
ſchen
2 und 4 Uhr morgens überfallen, um den
Geldbeſtand des Bahnhofes zu rauben. Den Tätern
ſind etwa 370 RM. in die Hände gefallen. Nach
dem ärztlichen Befund ſind die Verletzungen des Be=
amten
ſchwer. Der Beamte iſt in das Krankenhaus
Ibbenbüren überführt worden. Die Polizei und der
Fahndungsdienſt der Reichsbahn haben, ſofort die
Unterſuchung aufgenommen.
Telephonverkehr BerlinLeningrad.
Kowno. Nach einer Meldung aus Moskau
teilt die Taß mit, daß in nächſter Zeit der Tele=
phonbeikehr
zwiſchen Berlin und Leningrad aufge=
nommen
werden wird. Die erſten Verſuche haben zu
guiten Ergebniſſen geführt. Offen bleibt zunächſt die
Frage, ob der Telephonverfehr, auch für Privat=
geſpräche
zur Verfügung geſtellt, oder nur den amt=
lichen
Zwecken dienſtbar gewwacht wird.

Geſtändnis des Hamburger Mörders.
Hamburg. Der unter dem dringenden Ver=
dacht
des Mordes an dem Laboranten Hermann
Soltau verhaftete 23jährige Hafenarbeiter Alwin
Glueſſe hat in der Nacht zum Montag ein Geſtänd=
nis
abgelegt. Glueſſe will lediglich aus Eiferſucht
und gewiſſermaßen in Notwehr gehandelt haben.
Brandkataſtrophe in Bad Pyrmont.
Bad Pyrmont. In der Nacht zum Sonn=
tag
entſtand hier eine große Feuersbrunſt, durch
die nicht nur das große Hotel Waldecker Hof nebſt
Hintergebäuden vollkommen in Aſche gelegt, ſondern
auch ein benachbartes Wohnhaus gänzlich dem Erd=
boden
gleichgemacht wurde. Die Feuerwehren von
Pyrmont und den Nachbarorten, ſowie von Hameln
waren ſehr raſch zur Stelle und taten zur Bekämp=
fung
der Flammen alles, was im Bereich der Mög=
lichkeit
war, mußten aber erſt, um genügend Waſſer
zu haben, eine 800 Meter lange Schlauchleitung nach
dem Schloßteich legen. Um an den im Erdgeſchoß
befindlichen Brandherd gelangen zu können, war
die Niederlegung einer ſehr hohen Giebelmauer mit
Schornſtein erforderlich. Drei Hotelgäſte konnten
nur durch die Fenſter gerettet werden. Da bei dem
herrſchenden ſtarken Wind ein feiner Feuerregen ſich
über die ganze Nachbarſchaft ergoß, beſtand die Ge=
fahr
, daß auch angrenzende Wohnhäuſer Feuer
fingen. Dies konnte jedoch verhindert werden.
Staatsanwalt und Polizei aus Hannover ſind zur
Unterſuchung der Brandkataſtrophe nach Pyrmont
gekommen, jedoch ließ ſich die Urſache des Brandes
bis zur Stunde noch nicht ermitteln. Die ausgedehnte
Brandſtätte bildet einen gewaltigen rauchenden und
ſchwelenden Trümmerhaufen, aus dem immer wie=
der
Flammen emporzüngeln. Die Ablöſcharbeiten
nahmen noch die ganze Nacht in Anſpruch
Verbrennungstod eines Brandſtifters.
Konſtanz. In Bodman, am Ueberlinger See,
war in der Nacht zum Samstag das Anweſen eines
Landwirts durch Brandſtiftung ein Raub der Flam=
men
geworden. Als Brandſtifter kam ein früher
bei dem Landwirt beſchäftigt geweſener Knecht in
Frage, der die Tat aus Rache, weil er nicht wieder
eingeſtellt worden war, begangen hatte. Als er am
Sonntag morgen im die noch unverſehrt gebliebene /
Scheune des Landwirts eindrang und Feuer legte,
konnte der Brandſtifter nicht mehr rechtzeitig das
Freie gewinnen. Er verbrannte in der mit reichen
Futtervorräten gefüllten Scheune.

Der Skurm in England und auf dem
Aklanlik.
London. Der Sturm, der ſeit nunmehr fünf
Tagen über England und dem Atlantik wütet, iſt
der heftigſte, der in England je verzeichnet wurde.
Wie das Wetterbüro ankündigt, dürfte der Sturm,
verbunden mit Regenfällen, zum mindeſten an der
Südküſte vorläufig noch andauern. Der Kanalver=
kehr
wurde trotzdem geſtern vormittag wieder auf=
genommen
. Im Golf von Biskaya geriet der 5000
Tonnen große italieniſche Dampfer Casmona in
Seenot. Die Beſatzung wurde von dem britiſchen
Dampfer Arlanza übernommen, während der
deutſche Dampfer Hanſa den Kapitän der Cas=
mona
übernahm. Der italieniſche Dampfer wurde
in ſinkendem Zuſtand aufgegeben. Der Dampfer
Britannia befindet ſich an der Küſte von Pem=
brokeſhire
in gefährdeter Lage. Schlepper und Fiſch=
dampfer
ſind ihm zu Hilfe geeilt, konnten ihn jedoch
noch nicht ins Schlepptau nehmen, da ſich die Mann=
ſchaft
der Britannia bei dem furchtbaren Sturm
nicht auf das Vorderdeck wagen kann, um die Troſſe
feſtzumachen. Auf dem Lande ſind mehrere Perſonen
durch umſtürzende Bäume und umgewehte Schorn=
ſteine
gerötet worden. Die ſchweren Regenfälle ha=
ben
die Lage in den vom Hochwaſſer heimgeſuchten
Gegenden, beſonders im oberen Tal der Themſe,
noch verſchlimmert.
Der Sturm wütet weiter.
Vier Todesopfer.
London. Der Sturm hält unvermindert an.
Von dem engliſchen Torpedobootszerſtörer Wal=
pole
, der am Sonntag von Portsmouth nach
Chatham in See gegangen war, wurden zwei Mann
über Bord geſpült, während ein Offizier ſchwer ver=
letzt
wurde. Der White=Star=Dampfer Homeric
der am Sonntag mit 24 Stunden Verſpätung aus
New York in Southampton eintraf, berichtet von
allerſchwerſten Stürmen über dem Atlantik; die teil=
weiſe
über das Schiff hinweggehenden Wellen rich=
teten
großen Schaden an. Mehrere Paſſagiere und
Matroſen wurden verletzt. Durch den Sturm ſind
ſelbſt die Wale aus ihren üblichen Bezirken vertrie=
ben
worden. Sie wurden in größerer Zahl an der
Walliſer Küſte geſichtet, wo auch einer an Land ge=
trieben
wurde.
Kopenhagen. Der ſchwere Sturm, der über
Dänemark wütet, verurſachte am Sonntag viele
Verzögerungen im Schiffsverkehr. Am ſchlimmſten
lagen die Verhältniſſe in der Nordſee. Wie aus
Esbjerg berichtet wird, hat der Dampfer Jylland,
der das däniſche Königspaar aus England abholen
ſoll, Harwich erſt mit fünfzehnſtündiger Verſpätung
erreicht.
Paris. In Haubourdin, in der Nähe von
Lille, forderte der ſchwere Sturm, der ſeit 48 Stun=
den
wütet, zwei Todesopfer. Drei Schweſtern wur=
den
auf dem Heimweg von einem Beſuch bei Be=
kannten
unter den Trümmern einer zuſammenſtür=
zenden
Mauer begraben. Die Jüngſte von ihnen im
Alter von 16 Jahren war ſofort tot, die zweite ſtarb
auf dem Wege ins Krankenhaus. Die Aelteſte der
drei Schweſtern liegt mit ſchweren Verletzungen
darnieder.
Italieniſche Kunſtſchätze in Sturmgefahr.
Paris. Nach den hier eingetroffenen Mel=
dungen
hat der italieniſche Dampfer Leonardo da
Vinci, der für die italieniſche Gemäldeausſtellung
in London eine wertvolle Sammlung italieniſcher
Meiſter an Bord hat, ſchwer mit dem Sturmwetter
zu kämpfen. Nachdem man über 30 Stunden keiner=
lei
Nachricht über das Schickſal des Dampfers er=
halten
hatte, deſſen Ladung einen unſchätzbaren Wert
darſtellt, empfing am Sonntag abend der General=
ſekretär
, der italieniſchen Ausſtellung in London
einen Funkſpruch, wonach der Leonardo da Vinci
auf der Höhe des Kaps Finiſtere gegen einen
furchtbaren Sturm anzukämpfen hat. In italieni=
ſchen
Kreiſen iſt man ſehr beunruhigt über das
Schickſal des Dampfers, was verſtändlich iſt, wenn
man bedenkt, daß ſich in der Sammlung die bekann=
teſten
Werke Raffaels, Michelangelos, Tizians und
anderer italieniſcher Meiſter befinden.
Eiſenbahnattentat in Braunſchweig.
Braunſchweig. Auf die Reichsbahnanlagen
in Braunſchweig iſt, wie bereits kurz gemeldet, ein
neues Attentat verſucht worden. Ein Beamter der
Bahnſtreife ſah am Samstag abend, wie auf der
Strecke Braunſchweig-Breutzen ein Mann einen
Stein auf die Schienen wälzte. Der Attentäter ging
gegen den Beamten vor und verletzte den Beamten
durch einen Schuß ins Bein. Der Streckenvärter
bei der nahen Gasfabrik hatte die Schüſſe gehört
und leiſtete dem Verletzten die erſte Hilfe. Das
Ueberfallkommando wurde ſofort alarmiert und
nahm die Verfolgung des Attentäters auf. An=
ſcheinend
handelt es ſich um mehrere Täter.
Heldentat zweier belgiſcher Eiſenbahner.
Paris. Eine Tat treueſter Pflichterfüllung
vollbrachten am Samstag ein belgiſcher Lokomotiv=
führer
und ſein Heizer. Ein Perſonenzug hatte
Brüſſel verlaſſen, als der Lokomotivführer plötzlich
ein Halteſignal bemerkte. In dem Moment, als er
den Zug zum Stehen bringen wollte, platzte ein
Dampfrohr, und der heiße Dampf ziſchte ihm und
dem Heizer direkt ins Geſicht. Unter den furcht=
baren
Schmerzen ließen ſie die Bremſen los. In
Erkenntnis der großen Gefahr kletterte jedoch der
Führer auf den Tender, um von dort aus die
Bremſe in Tätigkeit zu ſetzen. Die Schmerzen
überwältigten ihn jedoch, und beſinnungslos fiel er
von dem mit 60 Kikometer Geſchwindigkeit dahin=
ſauſenden
Zug auf die Schienen. In dieſem Augen=
blick
drohte ein in kurzer Entfernung auftauchender
anderer Zug dem Perfonenzug in die Flanke zu
fahren. Unter Aufbietung ſeiner letzten Kräfte klet=
terte
nun der Heizer auf den Tender, und es ge=
lang
ihm auch noch, den Zug zum Stehen zu bringen
und damit ein unüberſehbares Unglück zu vermei=
den
. Der lebensgefährlich verletzte Lokomotivführer
und der Heizer wurden bald darauf ins Kranken=
haus
überführt. Der belgiſche Eiſenbahnminiſter
hat ſofort Anordnungen getroffen, um den beiden
heldenmütigen Männern eine entſprechende Ehrung
zuteil werden zu laſſen.
Abſturz eines Segelflugzeuges.
San Franzisko. Bei einem Segelflug
über dem Hafen von San Franzisko ſtürzte der Vor=
ſitzende
des Kaliforniſchen Segelfliegerklubs ab. Er
war ſofort tot. Seit 18 Monaten hatte er an der
Verwirklichung ſeines Zieles gearbeitet, die Bucht
von San Franzisko im motorloſen Flugzeug zu
überfliegen.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Dienstag, den 10 Dezember 1929

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ſch Kriegsmaterie
ſt hatt, konnten
er Hinfahrt war
ie Funkſtation
ſt ausbeſſerte,
ahe kam. Nach
Kilometer zurüc
Nan denke daran,
8 Graf Zeppe
auf ſch angewie
keine Wetternachr
ſich feindlichen
N Am 7. April
he den Augen des Unt
In die Adria, 14 F.
Uenetern darſtellten,
Wegeührt.
Oufien und noch anderer
1n berichtet der Ingenit
TAtenden dieſer Fahrter
Gtinnerung an jene
noch von ihnen?
Mait

Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des 1. Georg Fey XVl., 2. Eliſabeihe Fey, geborene
Nöller zu Pfungſtadt, als Geſamtgut der Errungenſchafts=

gemeinſchaft im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Mittwoch, den 18. Dezember 1929, nachmittags 3:/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht auf dem Rathaus zu Pfung=
ſtadt
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. September 1929
in das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
derung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(19482
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 21. Oktober 1929.
Heſſiſches Amtsgericht II.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Pfungſtadt, Band 34, Blatt 2614

Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Betrag der
Schätzung 2. I 624.o Grasgarten (Ziergar= tenmit Pavillon) auf die Eberſtädterſtr. 653 3000 RM. 8. 1 624., Hofreite daſelbſt 218 33 000 RM. 4. I 624,, Straße daſelbſt 46 ohne Wert ß. I 625, Hofreite daſelbſt 366 6000 RM.

Nachſtehende Verordnung bringe ich auftragsgemäß zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1929.
(St.19514
Der Oberbürgermeiſter.
Mueller.
will, das mit Ja, der Stimmberechtigte, der ſie verneine
das mit Nein bezeichnete Viereck durchkreuzt, möglichſt in de=
Auf Grund des § 4 des Geſetzes über den Volksentſcheid vom
8 4.
27. Juni 1921 (RGBl. S. 790) und des 8 18 der Reichsſtimmordnung
Die Stimmliſten und Stimmkarteien ſind auszulegen von
vom 14. März 1924 (RGBl. 1 1924 S. 173) wird auf Beſchluß der
einſchließlich 15. Dezember 1929 in Bayern und in Thüringe
Reichsregierung hiermit verordnet:
12. bis einſchließlich 15. Dezember 1929.
81.
Die Gemeindebehörde kann die Auslegung ſchon früher be
Nachdem der Reichstag in ſeiner Sitzung vom 30. November 1929 laſſen.
den im Volksbegehren verlangten, aus der Anlage erſichtlichen Ent=
Berlin, den 30. November 1929.
wurf eines Geſetzes gegen die Verſklavung des deutſchen Volkes
Der Reichsminiſter des Innern.
abgelehnt hat, wird dieſer Geſetzentwurf zum Volksentſcheid geſtellt.
Gegenſtand des Volksentſcheids iſt die Frage, ob der im Volks=
Severing.

begehren verlangte, vom Reichstag abgelehnte Entwurf eines Ge=
ſetzes
gegen die Verſklavung des deutſchen Volkes‟ Geſetz werden ſoll.

Die
ſtatt.

Abſtimmung findet

8 2.
am Sonntag,
8 3.

dem 22. Dezember 1929,

Der Stimmzettel erhält folgenden Aufdruck:

Anlage.
Entwurf eines Geſetzes
gegen die Verſklapung des deutſchen Volk
Das deutſche Volk hat auf Volksbegehren im Vollseniſch
ſolgende Geſetz beſchloſſen, das hiermit verkündet wird.
8 1.

Soll der im Volksbegehren verlangte Entwurf eines
Geſetzes gegen die Verſklavung des Deutſchen Volkes
Geſetz werden?
Nein
Ja

völkerrechtlich unverbindlich iſt.
82.

Die Reichsregierung hat den auswärtigen Mächten uwe
in feierlicher Form Kenntnis davon zu geben, daß das eyw
Kriegsſchuldanerkenntnis des Verſailler Vertrags der geſchle
Wahrheit widerſpricht auf falſchen Vorausſetzungen deide

R

mlich außer Kraft geſetzt w
Sie hat ferner darauf hinzuwirken, daß die beſeten

nunmehr unverzüglich und bedingungslos, ſowie umte.
jeder Kontrolle über deutſches Gebiet geräumt werden, Mc.
von Annahme oder Ablehnung der Beſchlüſſe der Haggi Ko

8 3.

Auswärtigen Mächten gegenüber dürfen neue Loßel.
pflichtungen nicht übernommen werden, die af dem Loes
anerkenntnis beruhen.
Hierunter fallen auch die Laſten und Verpflichtze) mae
Grund der Vorſchläge der Pariſer Sachverſtändigen i
daraus hervorgehenden Vereinbarungen von Deutſchland de.
werden ſollen.
8 4.
.
Reichskanzler Reichsminiſter und deren Bevolnge aspe

Die Stimmabgabe erfolgt
Stimmberechtigte, der die zur

Aan4
Abſti

immung

in der
geſtellte

Weiſe, daß der
Frage bejahen

Vee

Dieſes Geſetz tritt mit ſeiner Verkündung

imn Kraſte

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſie Nachrichten

10. Dezember 1929

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ſentzier
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nnend
gange
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Heldem
Ueben
s die
weiß

treiſe des Graf Zeppelin ruft die Erinnerung an
nfahrt vor 12 Jahren zurück. Im Sommer 1917
Deutſchland den Beſchluß, ein Luftſchiff zu bauen,
ſein ſollte, um in ihm den in Afrika unter Lettow=
ofenden
Truppen Kriegsmaterial und Arzneien zu
Unter vielen Mühen wurde das Rieſenluftſchiff*
ie Aufgabe gebaut, wobei man es eingerichtet hatte,
cwendete Material nach etwaiger Abmontierung in
r anderweit verwendet werden konnte, die Baum=
Mullbinden, andere Teile der Hülle für Kleidung
ſaszellen für Schlafſäcke, das Gerüſt als Funkturm
tlaſt kam dem Inhalt von vier Eiſenbahnwaggons
hrer wurde der bewährte Kapitänleutnant Bock=
t
. Nach Ueberwindung größter Schwierigkeiten und
n Havarie kam das Luftſchiff von Staaken nach
Bulgarien. Am 16. November trat man den Flug
in, aber ſchlechteſtes Wetter und unerhörte Stürme
3. Luftſchiff zur Umkehr. 1434 Kilometer waren
tigſten Umſtänden in 32 Stunden zurückgelegt wor=
November ſtartete L 59 mit ſeinen 22 Mann Be=
ung
vwieuem. Ueber Kleinaſien flog es hinaus aufs Mit=
ein
fürchterliches Gewitter ihm ſchwerſte Gefahren
ber die Lybiſche Wüſte bis in die tropiſche Zone
ndekreis des Krebſes fuhr es und war ſchon über
aus, als ein gefälſchter Funkſpruch der Admiralität
turde: Letzter Stützpunkt Lettow=Vorbecks, Re=
i
gegangen. Ganzes Makondehochland im Beſitz der
eile Lettows gefangen. Reſt nördlich hart bedrängt.
hren. Schweren Herzens mußten die Tapferen
unterdeſſen Lettow durch einen Sieg über die
ſich Kriegsmaterial und Arzneien in reichſten
hafft hatte, konnten natürlich die in der Luft nicht
der Hinfahrt war durch einen Bruch der vordere
die Funkſtation außer Gebrauch geſetzt, bis man
uft ausbeſſerte, und auch auf der anſtrengenden
hte einmal ſchwerſte Gefahr, als man einem =
ahe
kam. Nach einer Fahrt von 95 Stunden, auf
Kilometer zurückgelegt hatte, landete man wieder
Man denke daran, wie die ganze Welt ſich bemüht
des Graf Zeppelin zu unterſtützen. L. 59 war
auf ſich angewieſen, hatte keine Landungsmöglich=
keine
Wetternachrichten, ſondern mußte ſogar noch
ſich feindlichen Fliegern und Abwehrmaßnahmen
Am 7. April des nächſten Jahres verunglückte
ſen Augen des Unterſeebootes U 53 und ſtürzte
die Adria. 14 Fahrten, die eine Geſamtſtrecke von
etern darſtellten, hatte L 59 bis zu ſeinem Un=
geführt
.
en und noch anderen ergreifenden Taten unbekann=
richtet
der Ingenieur Goebel **), einer der weni=
enden
dieſer Fahrten. So iſt uns durch ihn wenig=
nnerung
an jene Helden erhalten geblieben; aber
t noch von ihnen?
Abikmeter, Länge 226,5 Meter, Breite B3,9 Meter, Leer=
Kilogramm. Nutzlaſt 52 000 Kilogramm, 5 Maybach=
40 PS.
el, Afrika zu unſeren Füßen. Lettow=Vorbeck entgegen
heimnisvolle Luftſchiffahrten. Unter Mitarbeit von Dr.
ſt 100 intereſſanten Luftaufnahmen. K. F. Koehler, Ver=
Banzleinen 6 RM.

bei



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demi
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tiory

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5

erſchutzklauſel. Bei der Abwägung des Dawes= und des
wird vielfach auf den Transferſchutz hingewieſen, der
n vorgeſehen war und im Young=Plan für einen gro=
Millionen, der Jahreszahlungen wegfällt. Wenn jedoch
sferſchutz des Dawes=Planes als einen Vorzug hinge=
iſt
nachzuweiſen, daß der Transferſchutz durch die dem
aufende Anwendung niemals wirkſam geworden iſt. Der
inktionierte bekanntlich nur durch die Auslandsanleihen,
echend kam der ſogenannte unechte Transfer zur An=
m
nicht aus Ueberſchüſſen der deutſchen Wirtſchaft, ſon=
aus
den Auslandsanleihen ſtammenden Deviſen trans=
Außerdem enthielten die Transferſchutzklauſeln des
die Gefahren, daß ſie Deutſchland ziemlich von der
chen Anſicht des Reparationsagenten und ſeines Komi=
machten
, die jederzeit deutſche Finanzmanöver als
ransferſchwierigkeiten anführen konnten. Nach dem
* Deutſchland nicht nur für die Aufbringung, ſondern
ebertragung verantwortlich. Für, den ungeſchützten Teil
lungen hat Deutſchland das Recht des Transferſchutzes
zwei Jahre und des Zahlungsaufſchubes für ein Jahr.
bekannt, daß die deutſche Leiſtungsfähigkeit für die vor=
lungen
nicht ausreicht; fremdes Geld wird auch weiter=
ich
genommen, der unechte Transfer fortgeſetzt werden
n liegt aber zugleich die Folgerung einer unumgänglich
keviſion, ſoll der weltwirtſchaftliche Unſinn der Repara=
zu
einem allgemeinen Verfall führen. Die Vernunft
Streichung der alliierten Schulden und der Repara=
Wird ſie ſich auch durchſetzen? Dr. O. Leibrock
* Nummer 21 vom 1. Nov. der Zeitſchrift des Arbeits=
utſcher
Verbände Der Weg zur Freiheit die Transfer=
2, die nicht beachtet hat, wie der Transferſchutz des
in der Anwendung durch den Reparationsagenten zu
ſung des Wirtſchaftsbildes geführt hat.
Bmöglichkeiten für Frauen ohne Berufsausbildung. Hun=
on
Frauen, die früher nicht daran dachten, einmal ihren
Sundh It verdienen zu müſſen, ſind heute darauf angewieſen.
itt der Fall ein, daß Frauen und junge Mädchen ſich
ſt ſuchen müſſen, ohne für einen beſtimmten Beruf aus=
r
. Allen dieſen Frauen wird ein neues Buch willkommen
en im Verlag von Wilhelm Köhler, Minden i. Weſtf.
heißt Verdienſtmöglichkeiten der Frau
r für nicht vorgebildete Frauen aller Stände, von Frida
en.
eutſches Inſtitut für techniſche Arbeitsſchulung lautet die
eichnung. Eine Einrichtung, die bezweckt, in analoger
terſuchungsſtätten für Material, techniſche Prüfungsſtellen
Arbeitsfaktor Menſch arbeitstechniſch zu unterſuchen und
das Inſtitut hat eine neue Zeitſchrift herausgegeben, die
kel Arbeitsſchulung erſcheinen wird und die neueſten
im Dinta geleiſteten Arbeit veröffentlicht.
chauer körnigen Eiſes künden allmählich den Winter an,
E, in den Betrieben daran zu denken, die Vorbereitungen
rden zu treffen. Wiebereite ich mein Gebäude
nter vor? lautet der Titel eines Artikels von Regie=
J. Sokolowſki, Induſtriearchitekt, Berlin=Halenſee, mit
eft, 3. Jahrgang der Zeitſchrift Der Werksleiter, Halb=
für
neuzeitliche Fabrikanlage, Betriebsführung und Or=
Ghriftleitung Dr.=Ing. Richard Koch und Dr.=Ing. Otto
in, Verlag: Deutſche Verlags Anſtalt, Stutrgart), eine
öffnet wird, die den Betrieb im Winter zuſam=
Praktiſche Winke und Anregungen ſollen in dieſen Bei=
werden
, die Maßnahmen vorſchlagen, Gebäude, Waſſer=
anlagen
, den Kraftwagenpark, ſowie empfindliche Leitun=
nſtände
vor Kältegefahren zu ſchützen. Dipl.=Ing. E.
rtenburg, faßt ſeine Ratſchläge in den kategoriſchen Im=
men
: Schützen Sie Ihre Betriebseinrich=

erlin, mehr ſpezialiſiert und Laſtkraftwagen im Winter
nd ſeiner Betrachtung nimmt. Ein auch bildlich überaus

intereſſanter Aufſatz iſt die Arbeit Schatten und Kontraſte
erleichtern das Sehen von Ingewieur Ernſt Weiß, Leipzig.
In Beiſpiel und Gegenbeiſpiel wird von J. Löffler, Darmſtadt, die
heutige Anordnung von Arbeitsſitz und Arbeitstiſch er=
läutert
. Ueber den Wert der Lebendigen Reklame ſpricht
Herbert Gröning, Berlin, und verweiſt auf das immer noch unerreichte
Vorbild amerikaniſcher Blätter. Ganz beſonders fällt bei dieſem Heſte
die vorzügliche Bebilderung auf als Ergänzung der Aufſätze, die ſich
wie immer bei dieſer Zeitſchrift mit den verſchiedenſten Dingen beſchäf=
tigen
und allerhand Fragen, die für den Betriebsleiter von Wichtigkeit
ſind, behandeln. Für den Abonnementspreis von vierteljährlich 5 Mk.
(ſechs Hefte), Einzelheft 1 Mk., kann man die wertvolle Zeitſchrift durch
jede Buchhandlung oder Poſtanſtalt beziehen. Probehefte koſtenlos,
aber nur direkt vom Verlag.

Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. J. G. Cottaſche Buchhandlung,
Nachfolger, Stuttgart.
Der Cotta=Verlag hat es ſich angelegen ſein laſſen, Bismarcks Ge=
danken
und Erinnerungen, die drei Bände in einem Band, in einer
frattlichen wohlfeilen und dennoch geſchmackvollen Leinenausgabe her=
auszubringen
, um ſie weiteſten Kreiſen des deutſchen Volkes zugänglich
zu machen. Das Buch erſchien gerade zur rechten Zeit, um zu Weih=
nachten
allen eine Freude zu machen. Es bildet die Zierde eines jeden
Gabentiſches und verdient, daß ſich recht viele mit dem Leben und
Wirken des Eiſernen Kanzlers vertraut machen. Bismarcks Gedanken
und Erinnerungen, die politiſche Bibel der Deutſchen, ſollte in keiner
Familie fehlen.
Hans Prinzhorn: Nietzſche und das 20. Jahrhnndert. Niels Kamp=
mann
Verlag, Heidelberg.
In kraftvoller, an Klages geſchulter Sprache, feiert Prinzhorn in
dieſen zwei Neden Nietzſche als den Präger eines neuen Menſchenbildes
und den Begründer einer neuen Pſychologie. Zumal die zweite Rede
enthält eine dankenswerte Zuſammenſtellung der Hauptſtellen, in denen
Nietzſche die Entlarvung der automatiſchen Selbſttäuſchungen anbahnte
und damit in der Tat der Begründer einer neuen Wiſſenſchaft von der
Seele wurde. Als die ſtärkſten Auswirkungen, die Nietzſches Werk in
lebendigen Perſönlichkeiten gehabt hat, ſieht Prinzhorn Freud, George
und Klages. Natürlich gilt ihm Klages als der legitime Erbe und
wahrhafte Vollender Nietzſches. Ebenſo unausweichlich ſteigt am Schluß
das bekannte, nachgerade peinlich an Bajazzo erinnernde Lied vom
Kampf des Geiſtes für das Leben gegen den Geiſt.

Das beste Geschenk für jede Gelegenheit
Ist eine Orlginalradlerung oder ein
Reichsdruck
Radlerungen von 3., Relchsdrucke schon
von 80 Pfg. an in relcher Auswahl vorrätlg
bel
(19524a
Heinrich Schroth, vorm. Karl Buchner
Hofbuchhandlung
Rheinstraße 15

Popp, Joſef, Die Technik als Kulturproblem. München, Verlag Georg
D. W. Callwey. Karton. 2,50 Mark.
Daß uns die rapid fortſchreitende Technik übermächtig bedrängt
und ſich anſchickt, unſer Leben gänzlich zu beherrſchen, weil es uns bis=
her
nicht gelungen iſt, ſie unſ rem geiſtigen Kulturbeſtand dienend ein=
zuordnen
, empfinden wir allenthalben; die einen in hoffnungsvollſtem
Glauben an die unbegrenzten Möglichkeiten der Technik, die anderen in
zweifelnder Skepſis und banger Sorge um die durch die Vorherrſchaft
der Technik bedrohte geiſtige Kultur. Die vorliegende Schrift ſieht eine
der größten Aufgaben der heutigen Kulturmenſchheit darin, die Welt
der Technik in den Bereich unſerer Geſamtkultur überzuführen und
Wege zu finden, auf denen ihre möglichſt vielſeitige und fruchtbare Aus=
wirkung
innerhalb einer für die Menſchheit wohltätigen Kultur erreicht
wird.
Wie unſere Maſchinen arbeiten! Der zweite Band Dampfmaſchi=
nen
des Sammelwerks. Wie unſere Maſchinen arbeiten aus der
Feder des bekannten populärtechniſchen Schriftſtellers W. de Haas er=
ſchien
ſoeben im Verlag Dieck u. Co. Stuttgart. Konnten wir ſchon
den erſten Band Meßverfahren und Maſchinenelemente unſeren
Leſern beſtens empfehlen, ſo ſtellen wir auch diesmal gern feſt, daß der
Verſuch, das reine Fachwiſſen vom Werden und Wirken der Dampf=
maſchinen
in einer für die Allgemeinheit verſtändlichen Form darzu=
ſtellen
, durchaus geglückt iſt.
Neues Handbuch der Reklame. Unter Mitwirkung namhafter Autoren
herausgegeben von Johannes Schmiedchen DWK. Erſchienen bei Rein=
hold
Wichert, Verlagsanſtalt Soll und Haben, Berlin=Lichterfelde 1.
1929. In Ganzleinen gebunden 10 RM.
Dieſes Buch iſt voll und ganz von Praktikern geſchrieben und aus
der Praxis geſchöpft. Johannes Schmiedchen, bekannt geworden als
Gründer und langjähriger Präſident des Deutſchen Werbeklubs, als
Herausgeber der Werberundſchau und als Dozent der Freien Hoch=
ſchule
, hat es verſtanden, ein Werk zu ſchaffen, das den Namen eines
Handbuches der Reklame mit vollem Recht verdient.
Bierhoff=Dehmlow: Kraftfahrkunde. Teil II: Fahrgeſtell und Aufbau,
mit 224 Zeichnungen. M. Du Mont=Schaubergſche Verlagsbuchhand=
lung
, Köln. Preis 3,20 RM.
Wenn der zweite Teil dieſes Werkes erſt nach Jahresfriſt erſcheint
(der erſte Teil erſchien 1928), ſo haben die Verfaſſer die daran geknüpf=
ten
Erwartungen in reichem Maße erfüllt. Im Sinne des erſten Teils
bringt die Fortſetzung neben dem bewährten Verfahren, auf breiter,
allgemein=verſtändlicher Grundlage aufzubauen, alles, was bis zu dem
heutigen Tage an bedeutſamen und techniſch=bewährten Errungenſchaften
hervorgebracht wurde.
Wetter und Menſch. Von Dr. P. Perlewitz. Leipzig, Heſſe n.
Becker Verlag (Prometheus=Bücher). 280 Seiten mit 72 Abbildungen
und Seekarten. In Leinen gebunden 4,80 RM.
Perlewitz, der Direktor der Deutſchen Seewarte in Hamburg, be=
handelt
in dieſem Buche die wichtigen Fragen der Wetterbeobachtung
und der Wettervorherſage in volkstümlicher und doch ſtreng wiſſen=
ſchaftlicher
Weiſe. Als hervorragender Fachmann und Praktiker führt
er den Laien in die mannigfachen Probleme der Wetterkunde ein und
gibt ihm die nötige Anleitung zu ſelbſtändiger Beobachtung.
Zehn Jahre Gasmaske. Die Auer=Geſellſchaft Berlin, die während
des Krieges die Herſtellung von Gasmasken übernommen hatte, hat die
Verfertigung dieſes Kriegsgeräts auch weiterhin beibehalten, da ſich
zeigte, wie außerordentlich nützliche und wertvolle Dienſte dieſes
Kriegsinſtrument auch im Frieden zu leiſten imſtande iſt. Man denke
nur etwa an den Rauchſchutz für Feuerwehrleute, oder an den Gasſchutz
für Hochofenarbeiter. Anläßlich des zehnjährigen Beſtehens der
Friedensgasmaskenfabrikation hat die Auergeſellſchaft ein Heft unter
obenſtehendem Titel herausgegeben, in dem manches Intereſſante und
Wiſſenswerte aus dem betreffenden Fachgebiet zuſammengetragen iſt.
Sprich richtig deutſch. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis 1 Mk.
Das vorliegende Büchlein will namentlich jüngere Leute, aber auch
Handwerker, Gewerbetreibende u. a. unterſtützen, damit dieſelben ſich
ihrer Mutterſprache in rechter Weiſe bedienen. Es enthält nicht das
ganze Gebiet der Sprachlehre, vielmehr wird nur dasjenige, wogegen
leicht und vielfach gefehlt wird, behandelt. In einfacher Weiſe werden
Beiſpiel und kurze Erklärungen dargelegt. Das Büchlein wird ſeinen
Zweck erfüllen.
Einkommenſteuergeſetz vom 10. Auguſt 1925 mit den neuen Beſtimmun=
gen
über Lohnabzug und Verluſtvortrag vom 29. Juni
1929. Preis 2 Mk. 50 Pfg. Verlagsbuchhandlung Max Galle,
Berlin W. 8, Wilhelmſtraße
Die kleine Br
nderzeitigen Stand des Geſetzes
dar. Die
igs iſt in gut gewählten Beiſpielen
gemeinverſtändlich erläutert. Gewerbetreibende wie Landwirte werden
wegleitende Belehrung daraus zu ſchöpfen vermögen.
*

Bd. 3 (BLE-CHE)
(776 Seiten, Preis in Ganzleinen GM. 26., bei Umtauſch eines
alten Lexikons GM. B,50.)
Die längſte Brüche der Welt finden wir nicht etwa in Europa oder
in Amerika, das aller Welt in der Technik voran iſt, ſondern in dem
alten Kulturland China; es iſt der Viadukt von Chaohing, ein Bau=
werk
aus Holz von der ſtattlichen Länge von 144 Kilometer, das ſich
über eine flache Talſenkung hinzieht. Ueber dieſes techniſche Kurioſum
berichtet der neue dritte Band des Großen Brockhaus unter dem
Stichwort Brücken, das nicht weniger als 17 Spalten Text und 39
Abbildungen umfaßt und als Muſterbeiſpiel eines techniſchen Artikels
genannt werden kann. Dieſer Band beweiſt von neuem die Ausführ=
lichkeit
und Sorgfalt, mit der das Gebiet der modernen Technik, das für
unſer Leben ja mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, dargeſtellt wor=
den
iſt; man ſchlage nur einmal Stichwörter nach wie Braunkohle‟.
(mit 2 Bildtafeln), Brauerei (13 Textſpalten und 19 Abbildungen),
Buchdruck (35 Abbildungen). Bremſen (13 Abbildungen). Dabei ſind
die Texte ſo geſchrieben, daß ſie jedem Laien verſtändlich ſind und auch
dem Fachmann durch überſichtliche Darſtellung das Geſuchte bringen.
Man kommt aus dem ehrlichen Staunen über die Fülle des Stoffes
nicht heraus. Die Stichwörter, die mit Blut zuſammenhängen, um=
faſſen
43 Textſpalten und 4 Tafelſeiten (davon 2 bunte). Befonders
intereſſieren werden die Angaben über Erſte Hilfe bei Blutungen
oder der Artikel Blutgruppenunterſuchung, der in kurzer und treffen=
der
Weiſe über eine Frage unterichtet, die gerade in den letzten Jahren
immer mehr allgemeine Beachtung gefunden hat. Die zahlreichen bun=
ten
Kunſtdrucktafeln und Einklebebilder, die auch dieſem Band wieder
beigegeben ſind, ſind glänzende Beweiſe für die Höhe der modernen
Druckkunſt. Die 6 Tafelſeiten zu dem Stichwort Buch werden jeden
entzücken, Bühnenbild gibt eine eindringliche Ueberſicht über die Stil=
wandlungen
auf der Schaubühne von der Uraufführungsdekoration zu
Schillers Räubern in Mannheim bis zu den modernen Entwürfen eines
Ludwig Sievert und den Inſzenierungen Piscators. Zahlreiche bunte
Landkarten ſchmücken den Band als Muſterbeiſpiel ſei nur die
beſonders inſtruktive Karte über Aufbau und Entwicklung des Briti=
ſchen
Weltreichs genannt. Daneben farbige Stadtpläne mit Straßen=
verzeichniſſen
: Braunſchweig, Bremen, Breslau, Brüfſel, Budapeſt,
Buenos Aires, Chemnitz, im Text eingeſtreut viele Lagepläne (um
nur einige wahllos aus der Menge herauszugreifen: Bonn, Brünn,
die neue Hauptſtadt Auſtraliens Canberra, Caſablanca, Charkow). Der
heutigen Sportbegeiſterung wird der Artikel Boxen gerecht, der neben
zwei ganzſeitigen Abbildungstafeln eine Ueberſicht über die Weltmeiſten
ſeit 1897 bringt. Bodengymnaſtik, Buddhismus, Börſe, Branntwein=
monopol
, Brotbereitung, Chamberlain, Bürgerliches Geſetzbuch man
kann keine Stelle des Buches aufſchlagen, ohne auf einen intereſſanten
Artikel zu ſtoßen. Nach Carmen Sylvas Ausſpruch gehört ein Lexikon
nicht in den Bücherſchrank, ſondern ins Wohnzimmer, das heißt: ſtets
zur Hand, in engſtem Zuſammenhang mit unſerem täglichen Leben.
Gerade ein Werk wie Der Große Brockhaus, das nicht nur
wie manche frühere Nachſchlagewerke eine trockene Anhäufung vom
Wiſſensſtoff bringt, ſondern ſich durch bewußte Betonung der praktiſchen
Verwendbarkeit mitten hineinſtellt in die heutige Zeit, iſt für jeden
vorwärtsſtrebenden Menſchen ſchlechthin unentbeehrlich. Der vorliegends
dritte Band beweiſt dies von neuem und glänzend.

Mehers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig nen bearbeitete Auflage.
Ueber 100 000 Artikel und Verweiſungen auf etwa A1 000 Spalten
Text mit rund 5000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text; dazu
etwa 755 beſondere Bildertafeln (darunter etwa 100 farbige) und 280
Kartenbeilagen und Stadtpläne ſowie 200 Text= und ſtatiſtiſche Ueber=
ſichten
. Band 9 (Oncken bis Recherche) in Halbleder geb. 30 RM.
Verlag Bibliographiſches Inſtitut A.G. in Leipzig.
Wer ſich mit dem erſchienenen, von Oncken bis Recherche reichen=
den
9. Vand von Meyers Lexikon etwas eingehender beſchäftigt,
der wird befriedigt feſtſtellen: dieſes Lexikon iſt durchaus auf der Höhe.
Das ſieht man ſchon aus der Art, wie es den Zeitgenoſſen gerecht wird.
Von ihnen ſeien z. B. herausgegriffen: die Maler Max Pechſtein und
Leo Putz, die deutſchen Schriftſteller bzw. Dichter Joſef Ponten, Alfons
Paquet, Albert Rauſch; Pirandello, der vielgeſpielte italieniſche Drama=
tiker
, der Franzoſe Paul Raynal, der Verfaſſer vom Grab des unbekann=
ten
Soldaten, der öſterreichiſche Heerführer Pflanzer=Baltin, Hugo
Preuß, von dem der Entwurf der Reichsverfaſſung ſtammt, Walter
Rathenau, Ludwig Queſſel, Raymond Poincaré, Lord Reading, 192126
Vizekönig von Indien, die ſüdſlawiſchen Politiker Stjepan und Pavle
Radic, der ſpaniſche Anatom und Nobelpreisträger Ramon y Cajal.
Vielerörterte Tagesfragen behandeln die Artikel Paneuropabewegung,
Pazifismus, Pſychoanalyſe (im Artikel Pſychotherapie), Raketenantrieb,
Rationaliſierung (als zweckmäßige Geſtaltung des Arbeitsverfahrens),
Raumkunſt mit prächtigen Schwarztafeln, Dinforwate (in Papierfabri=
kation
), Puppenſpiele, Ultraviolettbeſtrahlung (Ergoſterin) als Mittel
gegen Rachitis, Protoplasma, Pflanzenphyſiologie. Entſprechend ihrer
Bedeutung im heutigen Leben ſpielen auch Naturwiſſenſchaft und Tech=
nik
im vorliegenden Bande wieder eine große Rolle; man betrachte nur
die Artikel Ozon, Parfümerie, Phenol, Phosphor, Platin, Queckſilber,
Radioaktive Stoffe, Opium, Papier, Pelzwaren (mit Bunttafeln), Po=
lariſation
des Lichtes und Radioaktivität, Räder= und Riemengetriebe,
Rammen, Pumpen und Pyrometer, Projektionskunſt und Photographie
bringen in Text und Bildern Neues und Neueſtes, namentlich die Tafeln
zur Photographie. Ueberhaupt müſſen die Bilderbeilagen wie=
der
beſonders hervorgehoben werden, von denen natürlich die farbigen
vor allem in die Augen ſtechen; ſeien es die Farbentafeln Orchideen,
Orden, Ornamente, Pelze, Pilze, Raubvögel (ganz prächtig), die ſchwar=
zen
Tafeln; Papiergeld, Pferderaſſen, oder die ſchönen Karten und
Stadtpläne, die nach wie vor die Kartographiſche Anſtalt des Verlags
auf beachtlicher Höhe zeigen. Die Planetenkarten treten uns in völlig
neuer, eindrucksvoller Darſtellung vor Augen. Alles in allem: der
9. Band ſetzt die vornehme Tradition der neuen Auflage in unvermin=
derter
Güte fort. Da ſie nun ſchon zu drei Vierteln fertig vorliegt,
wird der Anreiz, ſie zu beſitzen, ſtändig wachſen. Wer ſie erwirbt, wird
Freude daran erleben.

Spork=Likerakur.

Das Jahrbuch der Turnkunſt 1930 amtliches Jahrbuch der
Deutſchen Turnerſchaft, tritt zum 24. Male ſeine Weltreiſe an. Es iſt
ein Prachtband neben ſeinen Vorgängern. Schon beim Durchblättern
kann man ſich über den vielſeitigen, auserleſenen Inhalt, die gute Bil=
derauswahl
und über die gediegene Ausſtattung freuen. Wenn man
ſich aber erſt in den Inhalt vertieft hat, möchte man nicht wieder auf=
hören
und alles auf einmal in ſich aufnehmen. Es führt ein in die
Geſtaltung der D.T., in ihr Weſen und Wollen und ihre Umwelt und
führt hin zu den Zukunftsaufgaben. Der billige Stückpreis von 1,50 Mk.
für das broſchierte, 240 Seiten ſtarke Buch wird ſeine Verbreitung ſehr
fördern. Das Jahrbuch iſt in jeder Buchhandlung oder direkt beim
Wilhelm Limpert=Verlag in Dresden=A. 1 zu beziehen.
Einführung in das Weſen unferer Geſten und Bewegungen, von Bi(
Green. Mit 257 Abbildungen. Preis 8 MM. Oeſterheld o. Co.,
Verlag, Berlin W 15.
Die Bewegungslehre, das Fundament des Tängzers und des Schau=
ſpielers
, hat ſich bisher vorwiegend mit dem anatomiſchen Bau des Kör=
pers
befaßt. Die bisher über dieſes wichtige Thema erſchienenen Abhand=
lungen
waren hauptſächlich für Pſhchiater und Pädagogen geſchrieben.
Es fehlte eine kurzgefaßte Auseinanderſetzung der Faktoren des ſeeliſchem
Lebens, deſſen Regeln und Geſetze, durch ſpeziell für Bühnemkünſtler aus=
geſuchte
Beiſpiele weiter entwickelt und erklärt. Dieſer praktiſchen Fon=
derung
entſpricht durchaus das neue reich illuſtrierte, aufs vornehmite
ausgeſtattete Buch der bekannten Künſtlerin Lüli Green, das von Ec. D.
Lenepp herausgegeben worden iſt.
Dr. Julius Jüthner: Körperkultur im Altertum. Verlag Guſtad
Fiſcher, Jena.
Eine mit einer Reihe ſchöner Abbildungen verſehene Schilderung
der Körperkultun von Aegypten bis zum ſpäten Rom. Badeweſen,
Ringkampf, Athletik, Körperpflege, Hygiene, Berufsſport uſw. in dieſen
Seiten wird ſorgſam und mit manchen intereſſanten Neuigkeiten dar=
geſtellt
und dürfte in der heutigen Zeit der wieder aufblühenden Kör=
verkultur
beſondere Beachtung finden.

[ ][  ][ ]

Nummer 18

Tiieratur und Kunſt

10. Dezember

Murf Taßelbrumm
heißt das neueſte Werk des rühmlichſt bekannten Jagd=
ſchriftſtellers
Egon v. Kapherr, das der Brunnen= Ver=
lag
(Karl Winckler), Berlin SW. 48. (Preis: Brofch.
5 Mark, Leinen 7,50 Mark) ſoeben herausbringt. In
machtvollen Schilderungen läßt der Autor die gigantiſche
Melodie des ſibiriſchen Urwaldes erbrauſen, erzählt er
vom Untergang der gewaltigen Wälder am Ural, vom
Verſinken einer paradieſiſchen Welt. Aus den 40 Kapi=
teln
, von denen jedes einzelne nicht nur für den Natur=
und Tierfreund, ſondern für alle, die ſpannende Lel=
türe
lieben, ein Erlebnis iſt, entnehmen wir mit Ge=
nehmigung
des Verlages die nachſtehende Probe:
Wie Breitſchaufel Silberlauf zur Welt kam.
Nicht weit von der Heimat der Bären fließt durch große
Grasmoore und ſchwarzen Urman, den ſibiriſchen Fichten= und
Zirbelwald, ein ſtiller, breiter Fluß; die Ogutjecha. In einem
Schilfdichicht am Rande des Moores unweit des Fluſſes hatte
ſich Muffel, die Elchkuh, einen Platz ausgeſucht, um dort ihrem
Kälbchen das Leben zu geben. Es war zur Mückenzeit, als der
kleine Elchhirſch das Licht der Welt erblickte. Es war ein
ſchweres Kreißen geweſen, nach dem harten, langen Winter und
uach all der Not; denn Muffel war ſchwach geworden auf ihren
großen Winterreiſen, die ſie tief in den Süden geführt hatten.
Dort, am Rande des Ackerlandes waren Wölfe geweſen, und
auch die Bauern mit ihren Hunden hatten das arme Wild gehetzt.
Darum ſind Muffels Flanken mager und ihr Hals dünn. Die
böſen Hautbremſen, die im vorigen Sommer ihre Eier unter die
Haut der Elche und Renntiere gelegt hatten, verurſachten im
Frühling große Plage; denn ihre Maden krochen aus der Haut Grnſt Liffauer: Die britte Tafel. Band 304 der Weltgeiſt=Bücher
hervor und bildeten eiternde Schwären. Als nun das Winter= Verlags=Beſellſchaft m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2.
haar in großen Flocken vom Leibe der gepeinigten Elchmutter
geſallen war, ſah ſie aus zum Erbarmen, als hätte ſie eine tiefinnerlichem Erlebnis getragene künſtleriſche Viſionen mit großar=
Weiden= und Eſpenſprößlinge ſchlugen aus die Birben kamen in ehrwürdiges ſeeliſches Altertum. Die Muſik der Sprache atmet die
Saft, überall ſproß junges Grün. Die Kiefern zeigten friſche Nuhe der Feierlichkeit.
Triebe und die Fichten junge Kerzen. im Sumpfſee und im
Fluſſe gab es reichlich ſaftiges Froſchlöffelkraut, und die Stengel geb. in Ganzleinen 3 RM. Echterverlag Würzburg.
der Waſſerlilien rankten ſich aus dem Grunde der Gewäſſer an
die Oberfläche. Da konnte ſich Muffel allmählich erholen und geb. in Ganzleinen 3 RM. Echterverlag Würzburg.
ſetzte wieder Wildpret an. Sie kräftigte ſich bei der guten Koſt,
beſſer.
näſiges, langbeiniges Geſchöpf mit nach hinten abſchüſſigem
Kreuz und überlangen Gehören. Faſt wie ein Eſel ſah der liebt; das iſt ſein Dichtergeheimnis. So wie Feh aus dem Erlebnis
junge Elch aus, aber wie ein ſehr häßlicher Eſel. Der Mutter
nachte das nichts. Sie fand ihr Kind ſchön, unbeſchreiblich
ſchön. Das iſt ja ſo Mütter Art. Sie ſehen das Häßliche an
ihren Kindern nicht, wenn ſie gute Mütter ſind. Andererſeits
ausfehen, und daß im Herbſt das rote Kleid verſchwunden ſein
und richtiger Elchfarbe Platz gemacht haben würde.
Rätſch, der Häher, und Kolk, der Rabe, machten ſich aller=
dings
mitunter, wenn ſie in der Gegend waren und an der
Kinderſtube vorbeiflogen, über die kleine Elchbarikatur luſtig.
Nätſch, in boshafter Eichelhäherart und geſchwätzig wie immer, biete. Text und Bild ergänzen ſich in jeder Weiſe; dem Werk ſind 25
Kolk aber in der Art des alten Freundes und Biedermannes:
Na, Muffel, da haſt du ja was Schönes zur Welt gebracht,
meinte Kolk eines ſchönen Abends, als er auf der Spitze einer
benachbarten, hohen Edeltanne ſaß. Sieh nur zu, daß dein
kleines Scheuſal mit dürrem Heidekraut ober trockenem Gras
nicht in Berührung kommt; denn das könnte einen Waldbrand
geben. Und dann dieſe Glotzaugen und dieſe Naſe! Die ſieht
aus, als ob drei Dutzend Horniſſen hineingeſtochen hätten. Und
die Ohren und die langen Beinel und der wackelnde Gang!
Aber Muffel, eine ſo ſchöne Frau wie du! Was würde dein
Gatte, der ſtolze Breithaupt wohl ſagen, wenn er ſeinen Jüng= nötige Achtung zu verſchaffen.
ſten ſehen würde?
Lieber Kolk, antwortete die Elchmama freundlich abweiſend,
ich weiß es ja, Sie meinen es gut. Aber nun laſſen Sie ge= private Intrigen zwiſchen Chineſen und Koloniſten zur Folge haben,
fällig das Läſtern und Höhnen! Elch iſt Elch, das genügt mir,
und außerdem iſt Breitſchaufel Silberlauf mein Kind. Warten
Sie nur ein paar Monate, dann wird der Kleine ſchön ſchwarz=
braun
ſein und ſilbergraue Läufe haben und anſtelle der Glotz=
Kinder ſchön, und ſchöne Kinder im Alter gewöhnlich häßlich,
Ausnahmetiere; denn ihr werdet als Scheuſale geboren und zogen und auch heute wie jedes echte Kunſtwerk von ſeiner Wirkung und
bleibt auch im Alter häßlich!
Na erlaube mal liebe Muffel, entrüſtete ſich Kolk. Ich
und häßlich? Ich habe einen ſchönen, ſchwarzen Frack, der ſchienen. Aber bei dieſer Neuausgabe die den volſtändigen Text dieſer
Mein Schnabel iſt groß und glitzert wie poliert, und meine
Augen".
herzen, meinte Muffel.
Da lachte Kolk ſein fröhliches Rabenlachen, flog davon, über= von Profeſſor Walter Tiemann.
purzelte ſich einmal in der Luft und rief zum Abſchied ein
fröhliches Klong, klong!

Wer kennt ſie nicht, die guten alten Münchener Bilderbogen!
Wir alle erinnern uns gerne, wie wir als Kinder mit hochgezogenen
Knien, rotem Kopf und einer Butterſchnitte in der Hand in irgend=
einem
Winkel ſaßen und Bogen für Bogen geleſen, nein, auswendig
gelernt haben. Nun teilt uns der Verlag mit, daß er dieſe Bilder=
bogen
, welche ſei 30 Jahren nicht mehr fortgeſetzt wurden, weiterführt.
Wir haben uns faſt genau ſo neugierig in die Lektüre dieſes neuen
51. Bandes vertieft wie damals, als wir zu Weihnachten ſchon ganz
ſelbſtverſtändlich die Münchener Bilderbogen zu allererſt in die Hand
nahmen. Das Buch iſt etmas größer geworden wie früher und enthält 12
doppelſeitig farbig bedruckte Bogen, die allerdings nicht mehr wie früher
in der Mitte abgeknickt werden, und deswegen viel leichter und be=
quemer
zu leſen ſind. Der Titel iſt von Profeſſor Dr. Emil Pree=
torius
in Anlehnung an den altgewohnten Einband neu geſchaffen
worden und heimelt uns ſo recht an, ohne das Gefühl des längſt Ver=
gangenen
in uns zu erwecken. Die einzelnen Bogen ſind von erſtklaſſigen
Künſtlern angefertigt. (Verlag Braun und Schneider, München).
Bertha Holſt: Vibe, ein Mädchenleben. Aus dem Däniſchen von Käthe
Miete. Hermann Schaffſtein Verlag, Köln a. Rh., Badſtraße 1.
Broſchiert 3.80 RM., Leinen 5.50 MMk.
Bertha Holſt erzählt das Leben einer bürgerlichen Familie der Gegen=
wart
mit all den aktuellen und doch zeitloſen Gegenſätzen zwiſchen alt
und jung., Stadt und Land, innerer Geſchloſſenheit und unruhigem
Schweifen, der Freiheit und der Freude am feſten Eigenbeſitz, dem allzu
ſpäten Ausſpringen aus ererbtem Beruf in den Gelderwerb und das
Leben der Großſtadt mit Geſellſchaft und Vergnügungen: Zwieſpältigkeit
und Spannungen, in denen ſchließlich Beſitz und Name auf dem Spiel
ſtehen und die Che der Eltern eines tapferen Mädchens zu zerreißen
droht.
Baſtelbuch für Väter. Bd. II. Mädchenſpielzeuge. Von Ingenieur
D. Griſſemann. 126 Seiten mit 143 Abbildungen. Franckh’ſche Ver=
lagshandlung
, Stutgart. Ganzleinwand 5,20 RMk.
Auch die Mädchen wollen ſolch ſchöne Spielſachen haben, wie ſie im
vorigen Jahre den nKaben angefrtigt werden konnten. Und man muß
ſchon ſagen: Die Mädchenwelt, kammt wirklich auf, ihre Koſten mit
dieſem Baſtelbuch (in Gzlw. geb. 5.3 NMk.; Franchiſche Verlagshand=
lung
Stuttgart), das ihr ſo viele ſchöne Dinge in Ausſicht ſtellt. An
alles, was ein Mädchenherz erfreuen kann, iſt hier gedacht worden.
Ernſt Wiechert: Die klein= Paſſion. Roman eines Kindes (Groteſc
Sammlung von Werken zeitgenöſſiſcher Schriftſteller Bd. 179). Geh.
5 RM., geb. in Ganzleinen 7 RM. G. Grote, Berlin.
In dieſen Buche ſteigt Wiechert wiederum hinab in den geheim=
misvollen
Brunnen ſeines eigenen Lebens und Erlebens. Weit rüchwärts

ſchauend, hinüber über die Kriegsjahre, formt er die kleine Paſſion,
das Leben und Hergnreifen eines Kindes in rauher und feindſeliger Um=
welt
. Der Heine Johonnes, Held und Dulder dieſes ungewöhnlich tiefen
Bildungsromanes, iſt freilich ein Ausnahmemenſch, ein Dichter nach
ſeinem Weſen. Die vielfältigen Ereigniſſe des Daſeins ſangen ſich tief
im Inneren des jungen Johannes wie in einem ungetrübten Spiegel.
Burkard Waldis: Aeſopus. Ausgewählt und ſprachlich erneuert von
Karl Pannier, Reelams Univerſal=Bibliothek Nr. 6999/93. Ge=
heftet
80 Pfg.
Die berühmte Fabelſammlung Aeſops iſt im 15. und 16. Jahr=
hundert
in vielen deutſchen Ausgaben erſchienen. Das Buch des heſſi=
ſchen
Franziskanermönchs und ſpäteren evangeliſchen Pfarrers Burkard
Waldis ſetzt ſich aus den verſchiedenſten Fabeldichtungen, alten deutſchen
Schwänken und Schildbürgerſtreichen zuſammen. Es enthält auch einige
Erlebniſſe aus dem reichbewegten Leben des Verfaſſers.
Der Gottesfreund. Taſchenformat 80 Seiten Text, zweifarbig. In
Leinen gebunden 2,40 Mk. Verlag Ars ſaera, Joſef Müller,
München 23.
Man hat in den letzten Jahren eine Wiederbelebung der deutſchen
Myſtik verſucht. Der ſchlichte große Geiſt dieſer Frömmigkeit ſollte
die komplizierten Seelen unſerer Kulturwelt mit demſelben weltüber=
legenen
Adel ſegnen, mit dem er vor ſechshundert Jahren Tauſende
des ſeeliſch gedrückten deutſchen Volkes geſegnet hat. Wer möchte ſagen,
daß dieſes Beginnen gelungen iſt. Die mancherlei Ueberſetzungen von
Seuſe. Tauler und anderen haben, wie es ſcheint, doch fremd ans heu=
tige
Ohr geklungen. Möglich, daß der Kern jener alten, deutſchen Reli=
gioſität
mehr und empfänglichere Freunde findet, wenn er von der
alten Umſchalung losgelöſt, in neuer knapper Form geboten wird. Eben
dies wird in den vorliegenden Sprüchen verſucht.

Dieſe prächtigen Dichtwerke Liſſauers bringen von ernſtem und
ſchwere Krankheit hinter ſich. Doch die Tage wurden beſſer; tiger Geſtaltungskraft zum Ausdruck. Moderne Religioſität durchleuchtet
Von fränkiſcher Art. Gedichte in mainfränkiſcher Mundart. Broſch. 2 RMM.,
Volkskunde. Erzählungen in mainfränkiſcher Mundart. Broſch. 2 RM.,
Die Mundartdichtung, die ſo gern geübt wird, iſt bei Nikolaus Fehz
und die friſche, ſaftige Nahrung ſchoß in die Milch. So gedieh Formwille einer reinen, gütigen Dichternatur geworden. Seine Dichtung
auch Breitſchaufel Silberlauf, der junge Elch, von Tag zu Tag iſt wahre Heimatkunſt, aus tiefſter Liebe zur Heimat erwachſen und ganz
von ſelbſt zu ihr hinleitend. Feh iſt einer jener Seltenen, Wenigen, die
berufen ſind, in der Sprache des Volkes zu ſprechen, ohne auch nur leiſe
Schön ſah er nicht aus. Er war ein bräunlich=rotes, dick= ans Bomale zu ſtreifen. Er iſt Mundartdichter im beſten Sinne des
Wortes. Er findet die Sprache des fränkiſchen Volkes, weil er das Volk
Heimat und Volk dichtet, hat die deutſche Seele immer geredet, wenn
ſie ihre eigenſte Form fand, von den Holzſchnitten der Altmeiſter zu
Dürers Zeiten bis heute und in alle Zukunſt.
Bitte, Platz nehmen! Eine Fibel für Reiſebefliſſene von Karl Lütge
aber ſagte ſie ſich daß alle Elche in ihrer erſten Jugendzeit ſo erſchien im Verlag von K. W. Schade, Leipzig (1 und Danzig 63
zum Preiſe von 2,85 RM. broſchiert, 4,85 RM. Ganzleinen, in far=
benprächtigem
, ſehr wirkungsvollem Umſchlag des Leipziger Künſt=
lers
Hugo Bernhardt.
Der Ruf des bekannten Reiſeſchilderers ſollte zum eigenen Vorteil
beherzigt werden. Mit ihm durcheilt man in den 38 feſſelnden Einzel=
darſtellungen
des Buches die ſchönſten deutſchen und ausländiſchen Ge=
ausgezeichnete
Aufnahmen beigegeben. Ein Buch, das jedermann mit
Gewinn leſen und immer wieder zur Hand nehmen wird.
Neue Ullſtein=Bücher. Daß Punks ein liebenswürdiger junger Mann
und Britta eine bezaubernde junge Dame iſt, und daß es eine Menge
Leute gibt, denen das genügt, daran wird keiner zweifeln, der Ludwig
von Wohls neuen Roman Punks kommt aus Amerika
geleſen hat. Trotzdem haben Punks und Britta ein paar merkwürdige
Proben ihrer Zuverläſſigkeit abzulegen, ehe eine verzwickte Angelegen=
heit
überraſchend gelöſt werden kann. Denn es iſt ſchwer, als ſchwarzes
Schaf der Familie, ſelbſt wenn man aus Amerika zurückkehrt, ſich die
Von der Atmoſphäre des fernen Oſtens iſt Arthur Mills aben=
teuerlicher
und gefühlsſtarker Roman Liebe in Hongkong des Bühnenvolksbundes Das Nationalthegter bringt
durchtränkt. Die Fremdheit der Raſſen, die ſo zahlreiche politiſche und
bilden den farbigen Hintergrund einer aufregend packenden Handlung.
Eine erfreuliche Erſcheinung bringt die G. Grote’ſche Verlagsbuch=
handlung
, Berlin, heraus. Der Verlag legt eine Volksausgabe von Gu= Verbrechen in der dramatiſchen Dichtung ſeit, der gnike
ſtav Frenſſens berühmteſtem Romane Jörn Uhl vor. Dieſer große ſpielt. Ueber Dichtkunſt und Drama ſchreibt E. G.
augen ſchöne, große, braune Lichter! Uebrigens werden häßliche Noman hatte bei ſeinem Erſcheinen einen gewaltigen Eindruck gemacht
und einen einzig daſtehenden Erfolg erzielt. Es war aber kein bloßer Aufſatz Lothar Schreyer. Ganz beſonders bemerker
nicht wahr, Onkel Kolk?. Bei euch Rahen iſt es anders, ihr ſeid Schlagererfolg; denn das Buch hat ſeitdem immer weitere Kreiſe ge= die Ausführungen Ernſt Wagners, die der Darſtelluu
ſeiner Leuchtkraft noch nichts eingebüßt.
Heinrich Feberers Roman Pilatus iſt in einer Vollsausgabe er= Georg Büchner, Kurt Karl Eberlein über T.
purpurn und grünlich glänzt, wenn die Sonne auf ihn ſcheint, großartigen, friſch geſchriebenen Erzählung ohne jede Kürzung enthält, Arthur Fiſcher=Colbrie,
iſt eigentlich nur der Preis ein anderer, und zwar ein ſehr billiger
(gebunden in Ganzleinen 280 Mk.). Im übrigen zeigt der Band die
gleiche vorzügliche Ausſtattung, die alle Erſcheinungen der G. Grote=
Sind klein und boshaft, wie eben Rabenaugen und Raben= ſchen Verlagsbuchhandlung, Berlin, auszeichnet: holzfveies, weißes wartete Situation, eine unangenehme Begebenheit, und man
Papier, ſauberſter Druck und ein ſchöner Ganzleinenband, entworfen Klemme. Durch zweckmäßige, geſchickt erläuterte Illuſtratione
Weißwafſer und Schwarzwafſer. Ein unwiſſenſchaftlicher Bericht über dern Beiſpiele und Gegenbeiſpiele und 100 Fragen und
zwei Jahre Abenteuer am Rio Beni und Rio Negro (mit 44 Abbil= bearbeitet von Beatrice E. Loeb; ſteif geheftet 5,.50 RM, reit
dungen und 1 Karte, Geh. 8,50 Mk., Leinen 10 Mk. F. A. Brockhaus den 8. MM., Verlag Dieck u. Co. Stutgart Sie vor jlat
in Leipzig.)
Die beſtausgerüſtete Expedition, die jemals New York verlaſſen man ſie beſtimmt nicht erwartet. Das Bild ſpricht zu Ihnet
hat, ſchrieben die amerikaniſchen Zeitungen, als Gordon Macſreagh Ihnen, wie man es machen oder nicht machen ſoll. So oder
und weitere ſieben hervorragende Zeitgenoſſen nach Südamerika auf= ſich mit jeder Gventualität in der Geſellſchaft, im Balſaale,
brachen, um einen unbekannten Fluß, einen ſagenhaften See und frag= vant und Weſgter auf der Straße im eigenen Heine kunz
liche Indianerſtämme zu entdecken. Daß die beſte Ausrüſtung großen= wan ſeine gute Erziehung zu beweiſen hat.
teils aus Ballaſt beſtand erfährt man erſt jetzt. MaeCreagh enthüllt
dies in ſeinem Buche Weißwaſſer und Schwarzwaſſer, der originell= Wie lerne ich ſpielend Bridge? Eine BridgeFibel zum Selb
ſten Nechenſchaft über eine Forſcherfahrt, die je geſchrieben wurde. Der
Auto ſchildert, wie ſich acht hervorragende Gelehrte im Urwald ſtrei=
ten
während Einigkeit nottut. Creaah iſt ein Daumier ins Schrift=
ſtelleriſche
übertragen. Er darf ſich ſozuſagen den erſten Pſychologen freut ſich einer ſtetig wachſenden Beliebtheit. Und das mit
unter den Forſchungsreiſenden nennen, der ſeine Kunſt nicht nur an es doch kein Spiel, das dem Spicler eine ſolche Fülle geiſtiger
den Wilden, ſondern reſpektloſerweiſe auch an ſeinen Reiſegefährten und fo viele wechſelnde Kombinationsmöglichkeiten bietet. Der
erprobt. Dieſes Buch wird berühmt werden und es bleiben, ſo lange Leiter der Bridge=Stube eines weltbekannten Bades, hat
die Donguichotterie und der Sinn für unfreiwilligen Humor in allen methode an vielen Anfängern mit Erfolg erprobt.
Lebenslagen fortdauert. Die Bilder atmen die Stimmung des Textes,
Carl Haenſel: Die letzten Hunde Oſchingis Khans. Roman aus der des Jahres in Offenbach und Frankfurt a. M. eine illuſtriert
Türkei., Stuttgart 1929, J. Engelhorns Nachf. Broſchiertes Billig= ſchrift, die in Nummer 33 einen beachtenswerten Artikel übe
Buch (BBB) RM. 3,80: Büchereiausgaben auf holzfreiem Pavier: großen einheimiſchen Dichter Ludwig Büchner, und ſei
Leinwand RM. 7,50, Halbleder RM. 10.50.
Zuſammenprall mit geheimnisvoll verhangenen, mit wilden Aben= ſcheinung Büchners als eine dichteriſche Perſönlichkeit zu n.
teuern und dumpfen Seltſamkeiten geladenen Orients mit der neuen weit in die Zukunft, ja über unſere Zeit hinaus fortwirt,
Zeit, mit weſteuropäiſcher Ziviliſation und Technik läßt die Ereigniſſe, in dem knappen Nahmen der Darſtellung als geglict bezeichnt
während der jungtürkiſchen Revolution in tollem Strudel durcheinander=
wirbeln
. Ein Schweizer Ingenieur wird durch Zufall hineingeriſſen Stenographie Gabelsberger. Von H. Roß. Verlag Wich. S*
und erlebt in Konſtantinohel die rückſichtsloſen Kämpfe und Intrigen Bonn. 1 Mark.
zwiſchen Jungtürken und Anhängern des Sultans. Die Liebe zweier
Frauen der ſchönen Sultanstochter und einer ungariſchen Journa= neu herausgebracht. In ſehr überſichtlicher Art verſtand
liſtin retten ihn wiederholt vor einem furchtbaren Ende. Carl, faſſer, den Lernenden in das Syſtem einzuführen und die gent
Högenſels neues Buch gehört zu den packendſten und an eindrucksvollen Lehrer zu übermitteln. Ein Schlüſſel zu dieſem Lehrbuch iſt b.
Bildern reichſten Romanen, die in den letzten Jahren geſchrieben wor= Der Mahnruf. Lernt ſtenograbhieren ergeht immer wöder.
den ſind.
Henrf van Bermeskerken: Unſer indiſches Heim. Roman. Autoriſierte kommen ſein.
deutſche Uebertragung von Albrecht Otto. Reelams Univerſal=
Bibliothek Nr. 69859f. Geheftet 1,20 Mk., in Ganzleinen gebunden Schreibe richtig deutſch! Zum Selbſtunterricht, Preis 1 Y0c=
2,00 Mark.
Henri van Wermeskerken gehört zu den gegenwärtig erfolgreich=
en
Autoren Hollands. Er iſt von deutſcher Herkunft; der Familien= dieſes ſehr brauchbare Büchlein zur Ausgabe. Gs wil ei0 D
ame lautete urſprünglich von Wermelskirchen. Seinen Erfolg ver= ſein, die richtige Schreibweiſe leicht und ſicher zu ebvo
ankt Henri van Wermeskerken wohl in erſter Linie ſeinen Romanen, Lernende ſoll die Kenntniſſe in der Rechtſchreibung e ich ſit
die viel Humor, bisweilen aber auch Tragik, vor allem aber feinſinni= zum Gebrauch und Fortkommen im Leben unenthehre,o
ges Empfinden zum Ausdruck bringen. Der vorliegende Roman ſpielt. Wert der richtigen Schreibweiſe ſpringt ſofort in die 1oge
in Java und intereſſiert uns ſchon deshalb beſonders, weil Java auch nur an die Aufſtellung von Briefen, Rechnungen, e=
bielen
tauſend Deutſchen zur zweiten Heimat geworden iſt und ſicherlich denkt. Auch über die richtige Zeichenſetzung iſt in dieſeh Ne.
noch werden wird.

Julien Green: Mont Eiere. Roman, 335 Seiten. F.6
Verlagsbuchhandlung. Wien and Leipzig, 198.
Schilling (4 RM.).
Mit kraftvoller Bildnerhand und kühlen Sinnes
Green dieſe Tvagödie des Geizes auf. Seltſam, daß ein
den Geiz, die unheimlichſte der menſchlichen Leidenſchzſt
heimſte, ſicherlich aber die zu jeder Gemeinſchaft am wer
als Romanvorwurf gewählt hat; ſeltſamer noch, daß er
darſtellt, als ſei er ſelber ein Unbeteiligter. Aber ein he
dieſen Stoff erlebt und ſein Geheimmis ſo tief wie das
litten haben, um unter Selbſtverleugnug in reiner
Weſen erläutern zu können.
* Seghers: Der Aufſtand der Fiſcher von St. Barbara.
venheuer Verlag, Potsdam.
Mit knappen, ſachlichen Worten entrollt Seghers ein ei
Bild von der kalten, freudloſen Dumpfheit, die das Leben die
volkes überſchattet, gegen die es ſich verzweifelt hie und da
bäumt, aber immer wieder unterliegt. Der Ablauf des So
zelner Aufrührer und der Geſamtheit iſt ergveifend dargſte
* Colette: Sieben Tierdialoge. Kiepenheuer Verlag, Potsdo
Der Hund Toby und der eingebildete Kater Kiki ſ.
feitig die Meinung, plaudern darüber, wie ſie die Menſch
Liebe, Kampf, die anderen Tiere und die Natur erleben.
geiſtvoll, mit feinem Humor, und bringt viel Lebench
Plaudereien. Zudem iſt es amüſant, zu leſen, wie ſich
der Katzen= und Hundeperſpektive ausnehmen.
Edmond Jalonx: Die Tiefen des Meeres. Berechtigte
aus dem Franzöſiſchen von Nanny Collin. Mit einem 9
Thomas Mann. Volksverband der Bücherfreunde. We,
G. m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2.
Dieſe ſchöm empfundene und aufrichtig, mit geſtändnis
nungsloſigkeit erzählte Künſtlergeſchichte voller Anbetung
und der Liebe entzückt durch die Zartheit ihrer Lebensdeu
die Intimität ihres Bekenntniſſes, ihre Weichheit und Str
ihre Stimmungen von Menſchenfehlbarkeit, Herzenspr

Di D Harhen Dck mn duifk Defri
mit dem lyriſchen Glement, den bewunderungswürdig erlieh.
ſüdlicher Landſchaft.
Billige und gute Bücher. In der Sammlung Die Se
(Leipzig, Geſſe u. Becker, Veplag), von der jeder Band, in Le
den 2,85 RM. koſſet, ſind gimige neue, bemerkenswerte Vüche,
D. S. Mereſchkowſki, der gerade jetzt im Mittelpunkt des Int
iſt mit ſeinem zweibändigen geſchicktlichen Roman Pe
Alexei vertreten, der den tragiſchen Gegenſatz zwiſchen
Großen und ſeinem Sohne Alexei behandelt und die ruſſiſche
beſſer Unkultur, zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit unül
Klarheit ſchildert. Ein prächtiges Buch iſt. Der Fürſtb
felſtein, vielleicht die beſte Gabe des mannhaften Pfarn
Hansjakob. Das Leben der wandernden Handwerksburſchen
weiblichen Anhangs läßt Hans Oſtwald im dem Boman
den an uns vorüberziehen, der hier in neuer, umgearbeite
vorliegt. Eckermanns Geſpräche mit Goethe und Bechſteins
buch ſind Geſchenlwuerke erſten Nanges und bedufen kein
Gmpfehlung.

Din Kitd Se He erehe erche
bewährtem Familienwitzblattes. Denn mit der erſten 9
neuen Jahres gibt der Verlag J. F. Schreiber, München, e
heraus, das die Vereinigung der von ihm bis jetzt verlegt
dorfer Blätter mit den von ihm neu übernommenen Flieg
tern danſtellt und den Titel Fliegende Blätter und Meggent
ter führen wird. Der neu vorliegende Band zeigt auf den K
und Griff wieder die gediegene Ausſhattung, die hervor
produktionstechnik, die den Meggendorfer Blättern ſet je
war. Die literariſchen Beiträge in Reim und Proſa dienen
und der Satire, wollen Fröhlichkeit und heſtere Stunden be
niemals ſich in Bahnen bewegen, die den Charakter des F
blattes je gefährden lönnte. Dieſe Tendenz beweiſt wie
der vorliegende Band und für ihre Fortführung bürgt der
die Vergangenheit der nun vereinigten beiden Witzblätter.

Das Nationaltheater‟. Das Dezember=Heft der Zwein
Sigrid Undfets demnächſt in deutſcher Uebertragung
den erſten dramatiſchen Werk, einem Märchenſpiel ,Det
Sonne und weſtlich des Mondes, den erſt
Werner Deubel befaßt ſich unter der Ueberſchrift 31
phyfik des Verbrechens mit der Rolle, die das
heher, über Das dramatiſche Wort in einem 1
ziehungen zwiſchen zeitlichem Lebensgefühl und ſzeniſcher K
Ferner enthält das Heft Beiträge von Paul Fechter ü!
maturgie des Großſtadttheaters, Otto Br
Tanzkoſtüm. Expeditus Schmidt, Oskar Riſchel, Felis
Fingerzeige für geſellſchaftlichen Erfolg. Wie oſt kommt
die beſterzogenen Menſchen ſtutzen und verlegen werden.
das neue, ſehr originelle und wwinklich ſehr mützliche Buch /S
Fingerzeige für geſellſchaftlichen Erfolg von L. Eichler imſt
wahven, die man ſo oſt unwiſſentlich begeht, meiſt gerade 1
von Max Weyergang. Obenſt a. D. 189 Seitenz
8.50 RM., Ganzleinen 4.B RM.
Bridge, von den Amerikanern das lönigliche Spiel. 94
Der neue Rundfunk. Unter dieſer Anſchrift erſcheint 1e
Woyzzeck bringt. Der Verſuch, der hier unternommen hir
Dieſes vollſtändige Lehrbuch zum Selbſtunterricht ha. b
Syſtem Gabelsberger erlernen möchte, dem wird dieſe Lei=

Wir mi
vernichtende
die Mittel eit
Doch n
uen wir auf unſere
Sie wird uns auch
en Lurchbruch in
fen unfere Gedank
Kauier heimgtliche 2.
die Schrauben, ſtan

Mernder Pracht treibt
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Nier zur willtommenen
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ſtig deutſchem

Wilh. Stollfuß, Bonn.

In der bekannten Sammlung Hilf dir ſelbſt beoſle
praktiſchen Hilfsbüchlein alles wichtige zu finden.

[ ][  ][ ]

Dienstag, den 10. Dezember 1929

Seite 15

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Ailet dei Magge besGigen ehre.

Zur 15. Wiederkehr des Falklandiages.
Von Kapitänleutnant Lietzmann.

an Backbord türmen ſich über grauwogender See
r. Ein eiſiger Nordoſt fegt in wirbelndem Reigen

(ocken einher. Nach mondelanger Fahrt in der tro=
ze
bereitet uns der Atlantik einen rauhen Empfang.
s mit mäßiger Fahrt vorwärtsſtrebenden Geſchwa=
ſich
in einen weißen Mantel. Bereift iſt auch die
eihnachtsſtimmung hält ihren erſten Einzug. Weih=
ng
, und damit die Sehnſucht nach der fernen, noch
Erdteile von uns getrennten Heimat!
Offiziersmeſſe S.M.S. Gneiſenau ſitzen wir bei
s Kap Horn traditionellen Feuerzangenbowle zu=
ne
Schar von Männern, die gemeinſames großes
einſamer Idealismus weit über das alltägliche Maß
Kameradſchaft und Freundſchaft zuſammengeſchmie=

nach fünfzehn Jahren, bei aller Erkenntnis auch der unbeſtreit=

leer ſind die Eiſenwände des ſonſt ſo behaglichen
lles Brennbare mußte ſeit den erſten Auguſttagen
digkeiten des Krieges weichen. Nur zwei Bilder
Ausnahme. Das eine, der Geiſt der deutſchen
in Valparaiſo zu uns gelangte Darſtellung aus der
illuſtrierten; das andere, der engliſche Panzer=
nouth, unſer einſtiger Gegner, über dem ſich jüngſt
ber bei Coronel die brandenden Wogen des Welt=
mmer
geſchloſſen haben."
rige beherrſchen wir ſeit jenem unvergeßlichen
e See. Doch wie lange noch? Harte Wochen in
ind Sturmesnot liegen hinter uns. Härtere noch
evor. Wir wiſſen es; denn England darf nichts
eine vernichtende Niederlage von Coronel wieder
und die Mittel eines Weltkrieges ſtehen ihm hier=
ügung
. Doch noch ſind wir die Sieger. Zuver=
ruen
wir auf unſere Führung. Die ſiegreiche Flagge
5pee wird uns auch fernerhin leiten, ſo Gott will bis
en Durchbruch in die Heimat.
eifen unſere Gebanken in die Zukunft. Leiſe ver=
avier
heimatliche Lieder. In gleichmäßigen Rhyth=
die
Schrauben, ſtampft das Schiff in der wogenden

ernder Pracht treibt tags darauf ein Eisberg vor=
id
uns zugleich ein mit Kohle vollbeladener eng=
zur
willkommenen Beute wird. Raſſelnd rauſchen
en Bucht des Feuerlandes die Anker in die Tiefe,
y der Beſatzungen zur letzten Raſt vor dem bit=

5

ge
inse
digem
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ſte es 8
Gel
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ſals
gerz
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litz
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*

ge ſpäter. Bei den Falklandsinſeln ſieht ſich das
hwader in hoffnungsloſem Vernichtungskampf einer
Uebermacht modernſter Großkampfſchiffe gegenüber.
o bewährtes Nachrichtenweſen hat uns dies eine,
im Stich gelaſſen. Nichts deutete in den vergange=
uf
die Anweſenheit ſolcher Schlachtrieſen hin. Doch
id hat uns hier nicht vermutet. In aller Haſt und
m von England entſandt, wollte er nach nur zwölf=
tſenthalt
in den Stillen Ozean eintreten, um uns
den bei Panama aufzuſuchen. Das Kriegsglück
ſers. Nach einer Fahrt halb um die Erde führte es
jader bei Falklands felſiger Einöde juſt innerhalb
Stunden dem übermächtigen Gegner in die Arme.
ten, das ſtärker iſt als menſchliches Vermögen.
nhaften Fontänen bäumt ſich die See unter den
tfſchlägen der Granaten, die im Gleichtakt aus hun=
Geſchützen hüben wie drüben dem Feinde ent=
Mit Scharnhorſt und Gneiſenau ſteht. Graf
mpfe mit den engliſchen Schlachtkreuzern. Er hat
des ungleichen Kampfes auf ſich genommen. Die
er ſollen verſuchen, zu entkommen. Doch weitab im
auch ſie ſich bald von überlegenen Streitkräften

baren Schattenſeiten eines Krieges all unſer Heldentum während
vierer langer Jahre vielfach zu verdunkeln und herabzuwürdigen
trachtet!
Um 4.17 Uhr findet die Scharnhorſt ihr naſſes Grab. Auf=
recht
, wie ſie uns ſtets vorangefahren, geht ſie in die Fluten.
Der vordere Geſchützturm aber feuert weiter, bis die herein=
brechenden
Wellen ſeinem Heldenwerk ein Ziel ſetzen. 900 brave
Kameraden ſind von uns gegangen, unter ihnen unſer ritter=
licher
Führer, der uns ein wahrer Vater war.
Wir ſind allein. Weiter geht die Schlacht, noch zwei volle
Stunden lang. Schwer mahlen die Schrauben, geben die
Maſchinen ihre letzten Umdrehungen her. In der glühenden
Unterwelt der Heizräume arbeitet das Perſonal fieberhaft. Ber=
ſtende
Detonationen, lodernde Flammen und Höllen unbarm=
herzigen
Dampfes machen ihm ſchwer zu ſchaffen. Doch Spee=
ſcher
Geiſt überwindet auch hier, wo Menſchenkraft ſonſt unter=
liegt
.
Wo kurz zuvor noch deutſche Geſchütze in muſterhafter Feuer=
diſziplin
ſo ganze Arbeit getan, zeugt nur noch zertrümmerter
Stahl von letztem, hoffnungsloſem Ringen. Unterdrücktes Stöh=
nen
Verwundeter überall. Allerorten aber auch die Frage nach
dem Fortgang des Kampfes, die bange Sorge um die Ehre
unſerer Flagge, der zerfetzten Flagge von Coronel, die einſt das
britiſche Weltreich in ſeinen Grundpfeilern erzittern ließ.
Dann, gegen 6 Uhr, gehts zu Ende. Von eigener Hand ge=
ſprengt
, neigt ſich unſere Gneiſenau ſchwer zur Seite. Noch
einmal bäumt ſie ſich auf, ſagt der blutrot untergehenden Sonne
Lebewohl. Dann ſinkt ſie in die Tiefe.
Doch noch iſt das Leben auf der eiſigen Waſſerfläche nicht
erſtorben. Trutzig dringt dem ſtaunenden Feinde aus dem Häuf=
lein
der ſchiffbrüchig treibenden Ueberlebenden das Flaggenlied.
entgegen. Nicht enden wollen die Hurras, mit denen die Leute,
Schaum vorm Mund, der fernen Heimt gedenken. So geht es
fort, bis der erſte Offizier zur Schonung der jetzt ſo notwendigen
Lungenkraft dem Einhalt gebietet. Befehl vom erſten Offizier,
ruhig ſein! Laufend wird es von Gruppe zu Gruppe weiter=
getragen
. Deutſches Soldatentum, auch ſſin dieſen ſchweren
Augenblicken.
In den ſpäten Abendſtunden ſanken mit wehender Flagge
auch Leipzig und Nürnberg. Nur Dresden gelang es, ſich
kämpfend der feindlichen Uebermacht zu entziehen.
Fünfzehn Jahre ſind ſeit jenem ſchickſalsſchweren Tage ver=
gangen
. Sonntäglich erklingen uns am 8. Dezember die Glocken.
Möge ihr Geläut die deutſchen Lande einen im Gedächtnis an die
lichte Geſtalt des Grafen v. Spee und an die Tauſende ſeiner
Getreuen, die im Glauben an Deutſchlands Zukunft mit ihm
dahingerafft wurden. Sie blieben auf der Walſtatt, fern der
Heimat noch im Tode vereint mit ihren Schiffen, deren Namen
auch den ihrigen mit dem Ruhm der Unſterblichkeit verklärt.
Nur ein Bruchteil durfte jenen letzten Kampf überleben.

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genwel

eldentur

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ſcher V
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8 war!
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um Stunde verrinnt. Mit ſeltſamer Langſamkeit
Vernichtungswerk fort. Wie war es doch bei Coro=
te
nach fünfzig Minuten den Gegner die Flut. Und
an Zahl und Stärke ebenbürtig!
dender Weiße zieht ein ſchlanker Segler ſeines Wegs.
hen den kämpfenden Linien führt ſein Kurs hin=
im
Zenith überfliegen ihn die panzerbrechenden
in merkwürdiger Gegenſatz zweier Welten, zwiſchen
ne Brücke, kein Verſtehen gibt.
verrinnen die Stunden. Stunden verzweifelter
aber auch eines mit Worten ſchwer zu ſchildernden
wie es in dieſer hehren Größe nur von deutſchen
bewieſen werden konnte, getragen von vaterlän=
iſterung
, von Opfermut und Hingabe, von ſoldati=
tgefühl
und treueſter Erfüllung des Fahneneides.
tſcher Geiſt, der Geiſt unſerer Väter und unſeres auf
feldern Europas tief in Feindesland ſtehenden Hee=
ſer
Hinſicht alſo gab es um mit ſpäteren Schlag=
reden
auch bei Falkland nichts Neues. Wie
rhaftig deutſchem Weſen doch das, womit man heute,

Einſt werden Früchte heldiſcher Tat
Gräbern des Ozeans erſtehen:
Coronel, Schwertkraft und Waffenruhm,
Falkland, Größe im Menſchentum,
Taten, die nimmer vergehen.

Eine frietliche Inſel und ihre Herrſcherin.

Zurzeit weilt in London Frau Dudley Beaumont. Dame of
Sark. Frau Beaumont hat vor zwei Jahren von ihrem Vater
William Collings die Herrſchaft über die kleine Inſel Sark im
Kanal, nordweſtlich der Inſel Guerneſey, geerbt. Die Zeitungen
beſchäftigen ſich anläßlich der Anweſenheit der Frau Beaumont in
London mit den eigenartigen auf den normanniſchen Inſeln herr=
ſchenden
ſtaatsrechtlichen Verhältniſſen. Das patriarchaliſche Herr=
ſchaftsverhältnis
auf der Inſel Sark, das einer abſoluten Herr=
ſchaft
gleichkommt, geht auf Privilegien aus der Zeit der Königin
Eliſabeth zurück und ſtellt heute ein in Weſteuropa einzigartiges
Ueberbleibſel abſoluter Monarchie dar. Allerdings iſt das Reich
der Frau Beaumont nicht allzu groß. Es zählt einige hundert
Einwohner, die zum größten Teil vom Hummerfang leben. Frau
Beaumont hat alle Regierungsgeſchäfte zuſammen mit wenigen
Beamten in der Hand: Geſundheitsweſen, Schulprüfungen Stra=
ßenbauten
, Hafenarbeiten, Fiſchereigeſetze Steuern. Ihr Einkom=
men
bezieht ſie größtenteils aus den ihr zuſtehenden Natural=
abgaben
. Außerdem gibt es eine Steuer, die in Geflügel zu ent=
richten
iſt, und zwar richtet ſich die Höhe dieſer Steuer nach der
Anzahl der Schornſteine, die jedes Haus hat. Niemand außer der
Dame of Sark hat das Recht, eine Hündin oder Tauben zu halten.
Kein Beſitz darf ohne die Zuſtimmung der Herrſcherin gekauft oder
verkauft werden, und bei jedem Verkauf erhält ſie eine Steuer in
Höhe des dreizehnten Teils des Verkaufspreiſes.
Frau Beaumont ſchildert, die auf ihrer Inſel herrſchenden
Verhältniſſe in den roſigſten Farben. Die Schulpflicht iſt auf der
Inſel früher als in England eingeführt worden, ſchon vor der
Regierungszeit der Königin Viktoria. Verbrechen gibt es nicht
auf der Inſel, und das kleine Gefängnis iſt dauernd leer Die
Dame herrſcht auch in kirchlicher Beziehung. Die Kirche die von
ihren Vorfahren errichtet worden iſt, iſt ihr Eigentum. Die Mehr=
zahl
der Bevölkerung kann engliſch ſprechen, doch iſt die Sprache
der Einheimiſchen das Normanniſche.

Geſchäftliches.
Sanduhren. Wer kennt nicht jenes bewühmte Bild von Dürer:
Ritter, Tod und Teufel, wo der Tod mit dem Stundenglaſe in der
Hand dargeſtellt iſt? Aber nicht von dieſer Sanduhr ſei hier die Rede,
ſondern von Uhren, die haargenau denen gleichen, die wir heute in Ge=
ſtalt
von Taſchen= und Armbanduhren tragen, und die der Volksmund
Sanduhren getauft hat.
Uhren werden gern gekauft, als Gebrauchs= und als Schmuckgegen=
ſtände
ſind ſie gleich beliebt, und gerade das Weihnachtsfeſt wird als
willkommener Anlaß für den Hauf einer Uhr benutzt, mag man anderen
eine Freude oder ſich ſelber damit ein Geſchenk wachen wollen. Was
Wunder, wenn die günſtige Gelegenheit Leute auf den Plan gerufen hat,
deren Geſchäftstüchtigkeit aus einer gehövigen Doſis Skrupelloſigkeit
beſteht. Auf dem Wege über Verſandhäuſer und Hauſierer vertreiben
ſie Uhren aller Art, die ſcheinbar konkurrenzlos billig ſind und ſomit
den Bedürfniſſen vieler entgegenkommen, deren Geldbeutel durch die
vielen Einkäufe ſchon erſchöpft iſt. Man iſt kein Fachmann, man kann
weder das Werk der angebotenen Uhr prüffen noch feſtſtellen, ob das
blendende Aeußere von langer Dauer ſein wird. Aber das Ver=
ſprechen
einer langjährigen Garantie verſcheucht auch dem Argwöhniſchen
den letzten Zweifel. So kommt es, daß man ſich durch die blendende
Aufmachung der Uhr Sand in die Augen ſtreuen läßt, und erſt nach
einiger Zeit entdeckt, daß nicht alles Gold iſt, was glänzt. Daß auch
das garantierte Uhrwerk nicht hält, was es verſprach, und die Koſten
für die notwendig werdenden Reparaturen bald den für die Uhr ange=
legten
Betrag überſteigen.
Der ſo Reingefallene muß dann mißvergnügt feſtſtellen, daß auch
die Garantie nur auf dem Papier ſtand. Hat er die Uhr gar vom
Hauſierer gekauft (das Hauſieren mit Uhren und Schmuckſachen blüüht
jetzt wieder, obwohl es verboten iſt), ſo iſt an die Einlöſung dieſes Ver=
ſprechens
erſt recht nicht zu denken, weil man den Verkäufer gar nicht
ausfindig machen kann. Und wer wollte ſich auch weiter mit der un=
erquicklichen
Angelegenheit beſchäftigen? Man zieht die notwendige Fol=
gerung
, geht zum ortsanſäſſigen Fachmann,, der wirklich für ſein Ga=
rantieverſprechen
gerade ſteht, und ſorgt im übrigen durch Aufklärung
unter Freunden und Bekannten dafür, daß jeder ſich vor dem Kauf einer
(III/82) ttch
Sanduhr hüttet!

Zeigen Sie mir Ihre Bilder,
die Sie gemacht haben, iſt eine ſtändig wiedenkehrende Frage, und er=
ſtaunt
hört dann der andere, daß man ſelbſt noch gar nicht photogra=
phiert
. Kaum glaublich! Ein Menſch, der modern angezogen iſt, ein
Menſch, der praktiſch mit beiden Füßen im Leben ſteht, ein Menſch, der
Sport treibt, womöglich Auto fährt und keinen photographiſchem Apparat
beſitzt!
Wenn Sie in Ihrem Freundes= und Bebanntenkreis einen modernen
Menſchen haben, der bisher noch nicht photographiert hat, oder darüber
nachdachte, daß er wirklich photogrgphieren muß, dem ſchenken Sie jetzt
eine Kamera.
Das Weihnachtsfeſt iſt die beſte Gelegenheit, um einem modernen
Menſchen ein modernes Geſchenk zu machen. Kaufen Sie nur in Spe=
zialgeſchäften
, wuar dieſe ſind verpflichtet, für jedem Apparat Garantie
zu leiſten.

Unſerer heutigen Auflage für Darmſtadt und Ungebung liegt ein
Proſpekt der Firma Heinrich Lautz, Darmſtadt, Rheinſtraße 1234
bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen. (19503

Bald läuten die Veihnachtsglocken. Fünſorgende
Liebe ſinnt, mit welchen Gaben ſie Freude bereiten hann. In heutiger
ſchwerer Zeit wird man in erſter Linie zum praktiſchen Geſchenk greifen.
Nennen wir z. B. nur Maggi’s bewährte Erzeugniſſe: Maggi’s Würze,
Maggi’s Suppen, Maggi’s Fleiſchbrühwürfel, die jedem Haushalt will=
kommen
ſind. Durch ihre vielſeitige Verwendbarkeit helfen ſie nicht nur
das teure Fleiſch, Kohlen und Gas ſparen, ſſondern erleichtern außer=
dem
der Hausfrau die Kochapbeit,

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dieustag, 10. Dez. 11: Schallplatten. 13.30: Schallplatten.
(Ruſſiſche Muſik). O 15.15: Jugendſtunde. Dr. Höfer: Der Mikro=
benjäger
: Vom Bazillenvater Robert Koch. O 16: Konzert des
Städt. Kurorch, Wiesbaden. 0 16.50: Stockholm: Verteilung des
Nobelpreiſes. 6 19.05: Stuttgart: W. Draſcher: Aus dem Leben
der Ueberſeedeutſchen auf der Mine. a 19.30: Stuttgart: Bunte
Stunde. Ausf.: W. Weiß (Tenor), Funkorcheſter. 20: Karls=
ruhe
: Don Pasquale. Kom. Oper von Donizetti. O 22.20: Mann=
heim
: Hebräiſche Geſänge. 6 23.15: Mannheim: Jazz auf zwei
i. Ausf.: Lili Koppel, R. Schickle.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Dienstag, 10. Dez. 9: Stadtrat Rektor Genſch:
Welche Bücher wünſche ich mir noch ſchnell zu Weihnachten? o 10:
Prof. Jöde: In der Werkſtatt der Muſik. o 12: Franzöſiſch
für Schüler. 6 12.30: Schallplatten. 14.30: Tanzturnen für
Kinder. 15: Jugendſtunde. Dr. H. Lebede: Wir bauen, ein
Theater 15.45: Frauenſtunde. Künſtleriſche Handarbeiten.
6 16.30: Leipzig: Dr. Martens: Begegnung mit Thomas Mann.
17.30: Dr. W. Mahrholz: Bücherſtunde. 6 18: Uebertr.
der Nobelpreisverteilungsfeier aus Stockholm. 18.55: Prof.
Dr. Heller: Das neue Italien. 20: Prof. Dr. Schünemann:
Muſik der Gegenwart. 20.30: Uraufführung: Vom Leben
Eine poetiſche Leſung mit Muſik nach Worten von Friedrich
Hölderlin, von Joſef Matthias Hauer. Dirigent: Generalmuſikdir.
Scherchen. Sprecher: Gerda Müller, Soliſten: Herta Kluſt ( So=
pran
) Hildegard Gajewska (Alt), A. Peters (Tenor), Rob. Korſt
(Baßbariton). Berliner Funk=Orcheſter. O. Anſchl.: Dr. Räuſcher:
Preſſeumſchau des drahtloſen. Dienſte

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortſich für Polliik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Mas Sireeſei für Sport: Dr. Eugen Buhimann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienkk: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willy Knble; Druck
und Verlag: L.C. Wittich ſämtlich ia Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.

Die heutige Nummer hat 20 Geiten.

(VI.208

[ ][  ][ ]

Geite 16

Dienstag, den 10. Dezember 1929

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März 1930, vormitt
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t
bei
Konkursve
Mitſchaftlich
ont der Tabakeinfuhr bet
ſen noch etwa 20 Milli.
ues dieſem 20=Millionen
ſrigte, die einen Geſamt
mn. Daran iſt der Staat
der Tabakſteuer und dem
wommen hat. Der St
Tabaks rund das 3,
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[ ][  ][ ]

rüfungskermin im Konkurſe Nauheint.

D

Verwalter ſetzte zunächſt den Bericht über den Stan!
wort. Schon 1928 werden ſo gut wie keine
rehr verdient: die Zahlungseinſtellung muß
ſb. n längere Zeit zurückliegen, zumal auch Depots an=
ffeny
id lombardiert wurden, welche Handlungen ſchon
zurückliegen. In der Maſſe liegt zurzeit ein Bar=
125 000 Mark. Die Dubioſen ſind um rund 100 000
en. 500 Depots ſind an die Kundſchaft ausgeliefert.
mcbeit bildet aber die Regulierung der Stückekonti.
Few zur Prüfung der Wertdepots muß auf geraume
werden. Ausſichtsreiche Verhandlungen wegen
r des Hauſes ſchweben. Wohl nur ein Barverkau=
ern
imt in Betracht. Das Auto iſt verkauft. Die be=
yiden Lebensverſicherungen mit 40 000 Mark ſind ge=
r
Rückkaufswert derſelben wird auf 20003000 Mark
e Verſicherungen ſind auf den Todesfall geſchloſſen.
Maſſe ſchweben gegen die Unionbank und gegen
c rter Firma; daneben laufen noch Wechſelklagen.
Barforderungen können jetzt zur Prüfung gelangen.
Frir y der Wertpapierforderungen muß vorerſt zurückge=
wer

min zur Prüfung der angemeldeten Forderungen
teren Berichterſtattung über den Stand der Maſſe iſt
n. März 1930, vormittags 9.30 Uhr, verlegt.
eigyt ſei, daß Guthmann ſich immer noch in der Gieße=
ſeil
)id Pflegeanſtalt befindet, was natürlich die Er=
gkeit des Konkursverwalters weſentlich behindert.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

der Tabakeinfuhr beträgt im Jahre etwa 250 Millionen.
ſor noch etwa 20 Millionen aus der Ernte an deutſchem
dieſem 270=Millionen=Rohſtoffwert macht das Tabak=
I kate, die einen Geſamtkleinhandelswert von rund 2,8 Mil=
Daran iſt der Staat mit ungefähr 35 Prozent beteiligt,
Tabakſteuer und dem Zoll rund 950 Millionen im letzten
mmen hat. Der Staat erhält alſo durch die Abgaben=
Tabaks rund das 3½fache des Rohſtoffwertes.
JE l.=G., Fabrik gefärbter Leder in Raunheim (Heffen). Der
RAnStSalonuß A 1. Mai weiſt bei einem Aktienkapital von 1,2 Mill. RM.
Reir=i inn von 76 162 RM. aus, über deſſen Verwendung keine
icht ſind. Von dem 753 762 RM. betragenden Brutto=
rten Betriebs= und Handlungsunkoſten 644 366 RM., Ab=
bungy
zurden in Höhe von 33 234 RM. vorgenommen.
ſelios lgemeine Rückverſicherungs A.=G., Frankfurt a. M. In
Laegraungeſtrig außerordentlichen Generalverſammlung, in der 27 Aktio=
In allen Griten u 1,642 II. RM. Aktien vertraten, wurde ein von der Süddeut=
er
s= und Treuhand=A.=G., Mannheim, aufgeſtellter vor=
3 per 31. Oktober ds. Js. vorgelegt, der nach Abzug von
Abwicklungskoſten mit einem Verluſt von 5,06 Mill. RM.
a9ſ
er dem als verloren zu betrachtenden Aktienkapital von
. Die Paſſiven betragen insgeſamt 10,52 Mill. RM., dar=
1sade
2,64X ditoren, 3,82 Reſerven und 3,9 Mill. RM. Nachzahlungs=
(Neben Farlin flichtr* auf nom. 5,2 Mill. RM. Favagaktien (75 Prozent).
Aktiva laufen ſich auf 5,61 Mill. RM., darunter 4,32 Mill. Debi=
undd
Mill. Forderungen an Aktionäre (ausſtehende Einzahlung
om. 1 ill. RM. Aktien). Der Status verſteht ſich ohne Berück=
ing
1 möglichen Einwirkungen auf den Stand der Geſellſchaft
beſch=ol", die im Favagkonzern auf den Namen der Helios getä=
ord
.o nd, für die die Helios aber anſcheinend nur als Treu=
gei
ſoll und die in den Büchern der Helios nicht verbucht
iei Swirkung der noch rückſtändigen Abrechnungen aus dem
ſicherungsgeſchäft iſt nach Schätzung berückſichtigt. Da
imi ital in voller Höhe verloren ſein dürfte, wurde in der
S mlung Mitteilung gemäß § 240 H.G.B. gemacht. Das
rgleichsverfahren iſt beantragt worden. Wie mitgeteilt
te Entſcheidung des Amtsgerichts jedoch noch nicht er=
ß
der Punkt Beſchlußfaſſung über die Liquidation der
.b Beſtellung von Liquidatoren von der Tagesordnung
en mußte. Sodann erfolgte auf Antrag einer Minder=
54 H. G.B. die Verleſung des Poolvertrages über die
Die Verſammlung verzichtete auf die beantragte Ein=
Reviſionskommiſſion, da die Verwaltung darauf verwies,
onskommiſſion der Favag auch die Verhältniſſe bei der
en habe und die Wahl einer weiteren Kommiſſion daher

Produkkenberichke.

Produktenbericht vom 9. Dezember Unter dem Ein=
Zigten Offerten von Nordamerika und Argentinien ver=
efe
bei Zurückhaltung des Konſums weiter in ruhiger
en 12,30 Uhr nannte man im nichtoffizellen Verkehr in
* 100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 27, ausl.
fen inl. 2020,25, Hafer inl. 17,5018, Braugerſte, ba=
ebergiſche
und rheinheſſiſche 221, Pfälzer Gerſte 20,50
tergerſte 16,7517,75, Mais mit Sack 19,25, ſüdd. Weizen=
SI Null, 39,50, ſüdd. Weizenauszugsmehl 43,50, ſüdd. Weizen=
), ſüdd. Roggenmehl, je nach Ausmahlung und Fabrikat,
Veizenkleie 10,2510,50, Biertreber mit Sack 15,7516,75.
Frank) er Produktenbericht vom 9. Dezember. Der hieſige Pro=
ſenmar
) röffnete die neue Woche im Einklang mit den ſchwachen
ands s ungen in ſchwacher Haltung. Aber auch der Rückgang
Vehk/ äftes und das ſtarke Angebot von Inlandsbrotgetreide
S ie Stimmung, ſo daß durchſchnittlich Preisverluſte bis zu
Nar ttraten. Lediglich Roggenmehl und Weizenkleie konnten
ind gut behaupten. Weizen 26,2526,50, Roggen 19,50,
19,75, Hafer 18,00, Weizenmehl ſüdd, und niederrhein.
Roggenmehl 2,5030,00, Weizenkleie 10,2510,50, Rog=

Piehmärkke.

Yan ger Viehmarkt vom 9. Dezember. Dem heutigen Groß=
ſie
gen zugefahren: 209 Ochſen, 155 Bullen, 337 Kühe, 389
* kälber, 28 Schafe, 3003 Schweine, 95 Arbeitspferde, 98
7 Ziegen. Bezahlt wurden für Ochſen 3660, für Bullen

Uhe 1649, für Färſen 4462, für Kälber 5485, für
für Schweine 6682, für Arbeitspferde 8001700, für
50140, für Ziegen 1224 RM. Markwerlauf: Mit
NeB kelmäßig, geräumt, mit Kälbern lebhaft, ausverkauft; mit
le2 haft, ausverkauft; mit Schlacht= und Arbeitspferden mittel=
Rhu er Viehmarkt vom 9. Dezember. Der Auftrieb des heuti=
Ttes beſtand aus 1505 Rindern, darunter 375 Ochſen, 51
kühe, 431 Färſen, ferner 471 Kälbern, 112 Schafen und
en. Verglichen mit dem Auftrieb des Hautmarktes der
Woche, waren heute 29 Rinder, 24 Schafe und 1068
Eiger angetrieben, während 80 Kälber mehr zum Verkauf
rktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand; Schweine, Kälber
*ege, ausverkauft. Bezahlt wurde pro Zentner Lebend=
en
al) 5658, a2 ) 5255, b) 4851, Bullen a) 5457,
hea) 4648, b) 4245, c) 3541, 0) 2734, Kälber b) 77
6, d) 6872, Färſen a) 5760, b) 5256, c) 4851,
des geringen Auftriebs nicht notiert, Schweine b) 8082,
8082, e) 7881. Im Vergleich mit den Notierungen des
der bergangenen Woche waren Rinder im Preiſe unver=
Deine lagen dagegen bis zu 7 Mark teurer. (Am vergange=
rag
waren Schweine nicht notiert.) Gegenüber den Notie=
etten
Nebenmarktes blieben Kälber ganz unverändert.
delspreiſe: Ochfenfleiſch 1 90100, dto. 2 8030, Kuh=
(0, dto. 3 5060, Bullenfleiſch 8690, Kalbfleiſch 2 105
weinefleiſch 1 106108, dto. 2 (ausl.) 102106. Gefrier=
nicht
notierk. Bekanntmachung: Wegen der
Ertage wird der Markt vom Donnerstag, dem 26. Dezem=

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 9. Dez.
Die Stimmung war zu Beginn der neuen Woche an der Börſe
freundlich, obwohl Anregungen im großen und ganzen fehlten. Die
feſte New Yorker Börſe vom Samstag genügte vollkommen, um eine
Beſſerung herbeizuführen. Das Geſchäft war ſehr klein, da Aufträge
kaum eingetroffen waren. Nur in einzelnen Spezialwerten kam das
Intereſſe etwas mehr zum Ausdruck, die auch ganz anſehnliche Kurs=
beſſerungen
gegenüber den Schlußkurſen vom Samstag aufzuweiſen
hatten. Die Spekulation verhielt ſich zurückhaltend und nahm nur
vereinzelt Meinungskäufe vor. Die nicht gerade vorteilhaften deut=
ſchen
Geldmarktverhältniſſe wirkten geſchäftshemmend. Stärker in den
Vordergrund traten am Elektromarkt Chadeaktien, die 10 Mark ge=
winnen
konnten. Durch Feſtigkeit zeichneten ſich hier noch Gesfürel mit
plus 4 Prozent und Schuckert mit plus 3 Prozent aus. A. E. G. lagen
1½ Prozent gebeſſert. Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben
2½ Prozent und Rütgerswerke 1½ Prozent höher. Zellſtoffaktien
gewannen von 1½ bis 3½ Prozent. Kali Aſchersleben zogen 3½ Pro=
zent
an. Montanwerte bis zu 1½ Prozent feſter. Banken leicht ge=
beſſert
. Eine Ausnahme machten Kunſtſeidepapiere. Ohne das größe=
res
Angebot herauskam, gaben Bemberg 2 Prozent und A.K.U. 1½
Prozent nach. Die übrigen Märkte lagen leblos; zur Erſtnotiz kamen
nur wenig amtliche Notierungen zuſtande. Renten bei ſtillſtem Ge=
ſchäft
eher nachgebend.
Im Verlaufe blieb das Geſchäft, nachdem vorühernd eine Be=
lebung
eingetreten war, ſtill. Die Kurſe lagen gegen Anfang wenig
verändert. Nur Kunſtſeideaktien waren ſtärker gedrückt und verloren
bis zu 7 Prozent, konnten ſich jedoch zum Schluß der Börſe um etwa
2 Prozent erholen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Prozent
unverändert. Am Deviſenmarkt lag die Mark weiter feſt. Mark gegen
Dollar 4.1738, gegen Pfunde 20.389. London=Kabel 4.8830, Paris
123.99, Mailand 93.23, Madrid 35.38, Lolland 12.098
An der Abendbörſe war die Stimmung luſtlos. Die Spekulation
bekundete kaum Unternehmungsluſt, da Anregungen und Aufträge nicht
vorhanden waren. Gegenüber den Berliner Schlußkurſen ergaben ſich
kaum nennenswerte Veränderungen. Im Grundvon war die Börſe
widerſtandsfähig. Am Kunſtſeidemarkt eröfſneten Aku 1 Prozent ſchwä=
cher
. J. G. Farben lagen gut behauptet. Am Elektromarkt waren
AEG. 1 Prozent niedriger. Bei den ſonſtigen, in ſpärlichem Umfange
zur Erſtnotiz gelangten Papieren gingen die Veränderungen kaum über
½ Prozent nach beiden Seiten.
Berlin, 9. Dez.
Wieder zeigte die Börſe zu Beginn der neuen Woche ein ruhiges
Ausſehen, nachdem ſchon der Vormittagsverkehr faſt völlig geſchäftslos
lag. Bei den Banken lagen zu den erſten Notierungen wenig Orders
vor, und auch die Spekulation legte in Erwartung des Finanzpro=
gramms
der Regierung eine größere Zurückhaltung an den Tag und
zeigte nur für einige Spezialwerte etwas Intereſſe. Die Feſtigkeit der
New Yorker Samstagsbörſe konnte aus den genannten Gründen eine
nur geringe Anregung bieten. Die erſten Kurſe geſtalteten ſich nicht
einheitlich, doch hielten ſich die Veränderungen nach beiden Seiten im
Rahmen von eins bis zwei Prozent. Nach den erſten Kurſen wurde es
auf den Hauptmärkten etwas belebter und feſter.
Amerikaniſche Kabelngchrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 9. Dez.:
Getreide. Weizen: Dezember 122½, März 129½, Mai 133½,
Juli 133½; Mais: Dezember 89, März 95½, Mai 96½, Juli
98½; Hafer: Dezember 46, März 49, Mai 50½; Roggen: De=
zember
106½, März 105¾, Mai 104¾4.
Fleiſch. Rippen: : Speck, loko: 10,50; leichte Schweine
9,009,50, ſchwere Schweine 9,009,55; Schweinezufuhren:
Chicago 46 000, im Weſten 156 000.
Baumwolle: Dezember , Januar 17,13.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am9. Dez.:
Schmalz: Prima Weſtern 11,25; Talg, extra, loſe 8.
Getreide. Weizen: Rotwinter 141, Hartwinter 132½: Mais:
103: Mehl 6,056,40: Getreidefracht: nach England 1,62,0
Schilling, nach dem Kontinent 89 Cents.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz 31: Loko 9½: Dezember
907, Januar 9,22, Februar 9,37, März 9,55, Mai 9,87, Juli 10,07,
September 10,32.

Vom Holzmarkt
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Geſchäftslage iſt infolge der wirt=
ſchaftlichen
Zuſammenbrüche, die in letzter Zeit in faſt allen Gewerben
eintraten, wenig erfreulich. Allgemeine Zurückhaltung im Einkauf von
Schnittholz und vorſichtige Beurteilung der weiteren Entwicklung der
wirtſchaftlichen Verhältniſſe hatten ihren ſtarken Einfluß auf die Unter=
nehmungsluſt
. Während in anderen Jahren um dieſe Zeit ſich nament=
lich
in Polen aus allen Gegenden Deutſchlands Holzkäufer einfanden,
die zu Abſchlüſſen mit Waldbeſitzern und Händlern zu gelangen ſuchten,
iſt jetzt von ſolchen Verſuchen nichts zu ſpüren. Vor allen Dingen ſtehen
die Preiſe am innerpolniſchen Markt für Rohholz erheblich über den
Preiſen, die die deutſche Sägeinduſtrie zu zahlen imſtande und bereit
wäre. Freilich ſind auch in Polen die Umſätze beſcheiden, weil die Geld=
kalamität
dort noch größer iſt als in Deutſchland. Insbeſondere iſt es
bisher unmöglich geweſen, nennenswerte Mengen von Stammblöcken
abzuſetzen. Von lebhaftem Intereſſe ſind die Verſuche der Sowjetregie=
rung
, durch ihre Holzverkaufsvereinigungen neuerdings auch Schnittholz
für Tiſchlerzwecke in unbeſäumter Ware nach Deutſchland abzuſetzen.
Einige Werke ſind in Rußland in Betrieb genommen worden, die den
Schnittholzexport dieſer Art nach Deutſchland pflegen wollen. Bisher
ſind größere Abſchlüſſe nicht getätigt worden, da die an ſolchen Liefe=
rungen
intereſſierten Kreiſe ſich vor den Schwierigkeiten des Abtrans=
portes
, der rechtzeitigen Lieferung und der gehörigen Pflege des Ma=
terials
ſcheuen. Die Lage des mitteldeutſchen Holzmarktes iſt ebenfalls
unüberſichtlich. In Leipzig geht das Geſchäft ſchleppend, die Stamm=
kiefer
wird zwar nicht ſtark angeboten, aber die Verbraucher machen
den Händlern das Leben ſchwer, da ſie überſteigerte Anſprüche an die
Beſchaffenheit ſtellen. Aſtreine Seiten wurden hier und da gekauft, die
Preiſe waren ſehr gedrückt, man zahlte frei Bentſchen, ohne Zoll, etwa
80 Mark je Kubikmeter für blanke Ware.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
An der Montagsbörſe wurde der Privatdiskontſatz um ½ auf 6¾
Prozent ermäßigt.
Die Verhandlungen zwiſchen der Deutſchen Tuchkonvention e. V.,
Düſſeldorf, und den Abnehmerverbänden über die Verkaufsbedingungen
der Konvention ſind, nachdem ſie ſeit April dieſes Jahres ſchwebten und
nun unmittelbar vor dem Abſchluß zu ſtehen ſchienen, in letzter Stunde
geſcheitert.
Die bekannde Holzgroßhandlung Roſenmeher in Kaſſel wendet ſich
an ihre Gläubiger in einem Nundſchreiben zur Durchführung eines.
gerichtlichen Vergleichsverfahrens. Durch die Zahlungseinſtellung
zweier hieſiger Banken iſt die Firma in Zahlungsſtockung geraten.
Nach vorſichtigen Schätzungen liegt der augenblickliche Beſchäfti=
gungsgrad
der Oberſteiner Bijouterieinduſtrie rund 50 Prozent unter
dem Durchſchnitt des Vorjahres. Der größte Teil der ſonſtigen auslän=
diſchen
Weihnachtsaufträge iſt ausgeblieben, während der Inlands=
markt
infolge der allgemeinen Kapitalknappheit nicht aufnahmefähig iſt.
Die Abſatzverhältniſſe der Induſtrie der Steine und Erden im
Weſtrichgebiet und in der Nordpfalz haben ſich weiterhin verſchlechtert.
Ein großer Teil der Steinbruchbetriebe hat die Arbeiten eingeſtellt.
Zwei der größten Betriebe haben beim Arbeitsamt Oberſtein Antrag
auf Stillegung geſtellt.
Ueber das Vermögen der Bluſen= und Kleiderfabrik Wilhelm Ell=
wein
in Stuttgart wurde das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt
Dr. Faber=Stuttgart wurde als Konkursverwalter beſtellt. Erſte Gläu=
bigerverſammlung
am 28. Dezember.
Am 14. Dezember hält die Türkiſch=Deutſche Handelskammer in
Frankfurt a. M. ihre diesjährige Generalverſammlung ab, in der der
Botſchafter der Türkiſchen Republik, General Kemalettin Paſcha, eine
Anſprache halten wird. Außerdem ſpricht das Vorſtandsmitglied der
Handelskammer Geheimrat Dr. H. Bücher über Deutſche Wirtſchafts=
beziehungen
zur Türkei.
Wie wir erfahren, ſtehen die Verhandlungen mit dem einzigen
Außenſeiter des Süddeutſchen Zementverbandes wegen Beitritts oder
ſonſtiger Einigung mit dem Verbande, der Portland=Zement= und Kali=
werke
Wülzburg A.G., Weiſenburg in Bayern, unmittelbar vor dem
Abſchluß.
Das von der Bayeriſchen Staatsregierung gewehmigte General=
abfindungsangebot
der Bayeriſchen Vereinsbank von 29 Prozent iſt
von den Pfandbriefgläubigern endgültig angenommen worden.
Die Kohlenproduktion in Frankreich belief ſich im Monat Oktober
auf 4 971 234 Tonnen in 27 Arbeitstagen gegen 4 392849 Tonmen im
September in 25 Arbeitstagen.

Berliner Kursbericht
vom 9. Dezember 1929

Frafg

Deviſenmarkt
vom 9. Dezember 1929

M
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Kapag
Kanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.

Bahr Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl Paſch.=Bau
Conti Gummt
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Ae
234.
147.75

146.
99.
142.75
98.
159.125
84.75
5o.
201.50
61.25
144.
155.50
93.

Mie ehe
3. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ. f.elettr. Untern.
Harpener Bergbau
Soeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Ludw. Loewe
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle.
Sberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppell

7
79,621
124.50
159.50
134.50
108.75
83.
186.50
91.-
Riee
158.
91.50
40.
90.
85.875

Menne Re Rütgerswerke 69.50 Helſingfors Salzdetfurth Kali 319. Wien Leonh. Tietz 148.25 Prag
Verein. Glanzſtoff 156. Budapeſt Verein. Stahlwerke/103.50 Sofia Weſteregeln Alkali 192. Holland Agsb.=Nrnb. Maich.
Baſalt Linz Lslo 30125 Kopenhagen Berl. Karlsr. Ind. 67.875 Stockholm Hirſch Kupfer 118 25 London Hohenlohe=Werke 83. Buenos=Aires Lindes Eismaſch 154.75 New York Herm. Poege 22.75 Belgien Vogel Telegr. Draht 65. Italien 70. Wanderer=Werke 45. Paris 7ä hrungſßeId 100 finn. Mk. 10.486 100 Schilline 158.71 100 Tſch. Kr. 12.376 100 Pengo 73.045 100 Leva 3.017 100 Gulden 168.35 10c Kronen 111.82 100 Pronen 111.96 100 Kronen 112.50 1 9 Sta" 20.36! 1 Pap. Peſo 1.718 1 Dollat 4.1710 100 Belge 58.38 100 Lire 21.835 1100 Francs 16.425

Re
10.506
73. 185
112.18/Athen
20.405/Kairo
16.465/Riga

Schweiz
58.83 Spanien
12.39c8Danzig
Japan
3.C23/Rio de Janetro
168.69 Jugoſlawten 1100 Dinar
12.04/ Portugal
112.72/Konſtanttnope
1.722/Kanada
1.1790Uruguah
58.50 Bsland
21.875/ Tallinn (Eſtl.) 1100 eſtl. Kr.

Währung Geld Briel 100 Franten 81.07 s1.21 100 Peſetas 57.57 57.69 1100 Gulden 81.39 81.56 1 Yen 2.041 2.045 Milreis 0.487 0.489 7.402 7.418 100 Escudos 18.80 6.94 1100 Drachm. 5.43 5.44 11 türk. 2 1.928 1.932 M1ägypt. 4 20.885 20.325 11 canad. Doll. 4. 131 g.134 1 Goldpeſo 3.986 4.994 100 eſtl. Kr. 92.14 92.32 111.691 171.21 1100 Lats 80.45 s0.s1

Frankfurter Kursbericht vom 9. Dezember 1929.

6% Dtſche. Reichs=
anl
. v. 27 ....."
60 Baden Frei=
ſtaat
v. 27 ....
6% Bayern Frei=
ſtaat
v. 27 ....."
8% Heſſen Volks
ſtaat v. 28 ...."
v. 29
620 Preuß. Staats=
anl
. v. 28 . ..."
6% Sachſen Frei=
ſtaat
v. 27
7%0 Thüringer Frei=
ſtaatv
. 27
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +:I= Ab=
löſungsanl
.. .
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.
Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe

% Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24 ..
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
Frkf.a. M. v. 26.
Mainz v. 26
80 Mannh. v. 26.
8% Nürnbergv. 26
8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
3% Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
Heſſ. Lds.

Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr
D Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt. Gold=
pfbr
.
8% Preuß. Lbs.,
Pfhr.=Anſt. Gold=

72.9
76
84
89.5
91.4
75
50
8l=
3.30

83.5
81.25
85.5

96.5
93.25
74.7
98
35

8% Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
8 ½KaſſelerLandes=
kredit
Goldpfbr.
8½ Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+* Ausl. Ser.
* Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½% Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk..
4:/,% Lig. Pfbr.
8% Pfbr. Bk..
41/,% Lig. Pfrb.
8% Mein. Hyp. Bk.
41), %n Lig.Pfbr.
8% Pfälz. Hhp. Bk.
4½% Lig. Pfbr
8% Preuß Boden=
cred
.=Bank.
4½% Lig.Pfb.
80 Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bk.
Lig. Pfb.
41
z Rhein. Hnp. Bk
4:/,% Lig. Pfbr..
O Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bani. . .
8% Württ. Hyp.=B.
%. Daimler Benz
von 27 ......"
Dt. Linol. Werke
v. 26
Klöckner=Werke
Berlin v. 26 .
Mainkrw. v,26.
% Mitteld, Stahl=
werke
v. 27 ..

94.5
96
96
46.6

18
97
96.5
75.4
96.5
797
957
76.25

78.6
76
97.5
75.2
73.3
96.5
97.5
97.25

66
91.5
86.5
80
80.25

8½½ Salzmann u. Co.
v. 26
7%Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26
8% VoigtcHäffner
von 26 .......
J. G. Farben Bondsl
v. 28........
5% Bosn. L.E.B.
b. 1914
41.% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914...
4% Oſt. Goldrente
52lovereinh. Rumän.
4½%
4% Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4% Bollanl
41/,% Ungarn 191:
1914
42/,20
Goldr.
42
Aktien
Accum=Berlin
Adlerw. (v. Kleher).
AEG. Stamm /160.75
AndregeNoris Zahn
Baſt Nürnberg....
Bergm. El. Wer
Brown BoverickCieſz17
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen ...
Cemen: Heidelberg!
Karlſtadt
Chem.Werke Albert
Chade ... .. ..."
Contin. Gummiw.
Daimler=Benz
Dt. Atl. Tele
Eiſenh Berlin.
Erdöl
Gold= u.
ſcheide=Anſtalt /141.5
Linoleumwerk
Dyckerhoff u. Wid=
mann
...

79
89.5
105:,

8.80
14.05
Nefe
7.20
20.75
24.5

115
205.5
85
61
117

41
143.5
97
92.5
R44
79

Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Eſchw. Bergwerk..
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas .......
Hof=
.
Geiling & Cie.....
Gelſen k. Bergwer!
Geſ. elektr. Unter=
nehmungen
.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft..
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau/134
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfbr
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer .. . . .
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamml
Genüſſel123
Junghan. Stamml 48
KaliAſchersleben
Salzdetfurth ..!"
Weſterege

Kammgarnſpinn..
Karſtadt, R.
I
Klein, Schanzl. . ..
Klöcknerwerke
Lahmeyer & Co.
Lech. Aug
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metall/ 65
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannetm. Röhren

160
158
200
215
179.5

m
22
125
161.5
62.1
47
166.5

167
102
116.5
74.*
84.25
79.5
213
320.5
190
123
131
125.75

103.2
273
105.9
205

Mansfeld Bergb...
MarswerfeNürnbg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau
Montecatini Maild.
Motoren fb. Darmſt.
Neckarwerke Eßling.
Nicolay, Hofbr.
Oberbedarf. ....."
Otavi Minen ..
Phönix Bergbau .
Reiniger, Gebb.,
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm.
Stahlwerke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ...
Sachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel
Schuckert Elettr. . .
Schwarz=Storchen.!
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Strohſto ſſ. Ver...
Südd. Jmmobilien
Zucker=A. G...
Svenska Tändſticks
Tellus Vergbau
Thür. Liefer.=Geſ.
Tucher=Brauerei..
Anterfr. Krs.= Elei=
tr
.=Verſ.
Beithwerle.
Ver. ſ.Chem. Ind
Frankf.
Laurahütte.
Stahlwerke 1103
Ultramarin.. /134
Zellſt. Berlin .1100
Bogtländ. Maſchin. / 74
Boigt & Haeffner.

43.5
114
121.75
52.75
48
125.5
68
54.5

98
140
im
70.75
164
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148
94

[ ][  ][ ]

Seite 18

Dienstag, den 10. Dezember 1929

VOR
Tarr iull
NAFEANG MANKEN
Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
67)
Nachdruck verboten
George lächelte etwas müde.
Sie verlaſſen Chicago wieder, Herr Miniſter? fragte er
dann höflich.
Ich muß. Der Aufenthalt war mir ſehr wertvoll. Ich bin
Ihnen für Ihre offenen Worte ſehr dankbar. Habe ſie mir gründ=
lich
überlegt und werde Gelegenheit nehmen, dem Präſidenten
darüber zu berichten.
Es wird wenig nützen, Mr. Henderſon ſagte Geörge. Der
Herr Präſident iſt unter dem Zeichen der Prohibition gewählt
worden, und er kann nicht einen Schritt zurück. Davon bin ich
überzeugt.
Ich bin ein abſolut überzeugter Anhänger der Prohibition.
Ich bleibe es unter allen Umſtänden. Aber Sie haben recht.
Vielleicht wäre es doch richtig geweſen, die Prohibition ſchritt=
weiſe
durchzuführen und nicht ſo ſchroff?
Georges Miene wurde weicher.
Ich freue mich dieſer Einſicht, Herr Miniſter. Ich bin über=
zeugt
, früher oder ſpäter wären Sie doch auf dieſen Weg ge=
kommen
.
Bebberly trat mit Papers ein.
Als ſie ſahen, daß Beſuch da war, wollten ſie ſich ſofort
zurückziehen, doch George winkte.
Was gibt es?
Die geſtern verhafteten Verbrecher ſind im Vorzimmer. Sie
wollten ſie ſelbſt verhören."
Allerdings, das wollte ich. Einen Augenblick. Ich laſſe
ſie ſofort ein.
Bebberly und Papers zogen ſich zurück.
Henderſon ſprach noch ein paar herzliche Sätze mit Robert
George, und dann zog er ſich mit dem Gouverneur zurück.
Und Robert George ließ ſich die ſieben Verbrecher, die an
dem Verſuch, die Quebec zu torpedieren, mitgewirkt hatten,
vorführen.
Er verhörte ſie ſelber, und Bebberly ſchrieb das Protokoll.
Es war mehr als ein Verhör, es war eine grandioſe Aus=
einanderſetzung
, eine Abrechnung zwiſchen dem unbeirrbaren
Vertreter des Rechtes und Menſchen, denen nichts heilig war,
die ohne Erbarmen achtzehn Mann in den Tod jagen wollten.
Keiner wäre in dem eiskalten Waſſer in der Lage geweſen,
von ſeiner Schwimmfähigkeit Gebrauch zu machen.
Die Verbrecher gaben widerwillig Antwort. Jedes Wort
mußte George förmlich aus ihnen ziehen, jeden Satz mußte er
ſich erkämpfen.
Das Verhör war eine Strapaze für ihn, der es in einer un=
geheuer
temperamentvollen Weiſe führte. Aber die Verbrecher
wurden langſam mürbe.
Als er zum Schluſſe die Frage an ſie richtete: Was wißt
ihr von Silver, dieſem Ungeheuer, das mit euch nach Belieben
ſpielt? da zitterten ſie und ſahen George mit erſchreckten
Augem an.

Ihr habt loohl Angſt vor dieſem Schreckgeſpenſt? Ihr wun=
dert
euch wohl, daß ich ihn ... ihn .. . den Herrn kenne? Warum
habt ihr denn Angſt vor ihm? He.. glaubt ihr drei Mörder,
daß er es unterläßt, euch zu retten, wenn ihr ihn jetzt verratet?
Silver wird nichts zu eurer Befreiung tun können, das ſage ich
euch. Aber Robert George gibt euch ſein Wort, daß er denjeni=
gen
, der ihm hilft, Silver zu faſſen, frei machen wird! Nun,
reizt euch das nicht?
Der Mörder A Brown trat mit geballten Fäuſten au
George zu.
Du... ſchweig von Silver! Kannſt reden, was du magſt.
Wir wiſſen, daß es einen Silver gibt! Aber frag uns nicht
noch einmal.
George mickte ruhig.
Ihr ſeid wie eine blinde Hammelherde, die ſich treiben
läßt ganz nach Gefallen. Er befiehlt, und ihr gehorcht. Ihr
wißt nicht, warum ihr gehorcht, aber ihr tut es.

n

Wir wiſſen, warum wir es tun! ſagte Al Brown. Glaubſt
du, ich hätte mich vor dir ſolange verbergen können, ohne ſeine
Hilfe?
Ja, das glaube ich. Ihr bildet euch nur ein, daß Silver
nötig iſt.
Von da ab ſprachen ſie kein Wort mehr.
George ſchloß das Verhör.
Keiner wollte unterſchreiben, aber ſchileßlich zwang ſie
Robert George doch dazu.
In Mac Millans Fleiſchwerben war alles in Aufregung.
Man hatte erfahren, was ſich ereignet hatte, und die Be=
wunderung
und Begeiſterung für den Chef und für Benn wuchs
in ungeheurem Maße.
Man fühlte ſich eins wit ihnen.
Und eines war allgemein: Man ſagte offen, daß man glaube,
daß hinter dieſer hundsgemeinen Schufterei die Konkurrenz
ſtecke. Man war ſich auch darüber klar, daß ſicher weiter Aktio=
nen
folgen würden. Towler und der Kreis um ihn hatte ſeine
Intereſſenſphäre erweitert. Man ſprach offen davon, daß er die
Willington=Fleiſchwerke aufgekauft habe, und daß es nur noch
eine Frage der Zeit ſei, bis alles in Towlers Hand vereinigt
ſein werde.
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wie das Mac Millanſche Unternehmen.
Towler war auf alle Fälle ein ſchlauer Fuchs, der ſich nicht
in die Karten gucken ließ.
Um fünf Uhr nachmittags, kurz vor Feierabend, ließ Benn
die Meiſter zu einer Konferenz zuſammenrufen.
Er erzählte ihnen den wahren Gang des Geſchehniſſes vom

Vortage und knüpfte daran die Warnung, die Au=
halten
.
Bedenken Sie, meine Herren, ſagte er ernſt
iſt unſer aller Exiſtenz. Wir müſſen ſie uns erhalte
men, was da will. Wir wiſſen genau, daß Mac Mi
werke, die außerhalb des Truſtes ſtehen, dem Truſt
Auge ſind. Augen auf, meine Herren! Ueber u
Freund und Mitſchaffer Willy Kramer kann ich Ihne
den, daß er dank ſeiner unverwüſtlichen Natur da
überwunden hat. Er iſt über den Berg und wird
ganz zuverſichtlich, bald wieder unter uns ſein.
Im Eden.
Von vier Uhr ab war Robert George wieder
von Magens im Eden und mimte den Wirt.
Irving gratulierte ihm zunächſt und unterricht,
daß ſich nichts Neues ereignet hatte.
Mr. Oskot ſei wieder auf der Bildfläche erſ,
nachdem er eine halbe Stunde allein dageſeſſen hab
der gegangen.
Im Clubzimmer der Brüder vom ewigen Lebe=
alles
ſtill geweſen.
George blieb etwa zwei Stunden, dann fuhr
Amt zurück.
Dort erfuhr er als neueſte Nachricht, daß man
ermorder aufgefunden hatte.
George war ſich ſofoit klar, was zu dem To
Mannes geſührt hatte. Er war beobuchtet worder
beſuchte, und man hatte angenommen, daß Eddu A
etwas verraten hattc.
George fühlte keinerlei Trauer um des Alten
hatte er ihn zu ſehr gehaßt, denn zu ſchlecht war
geweſen.
Wieder im behaglichen Heim.
Die beiden Poliziſten, die außen wachten, fro=
waren
George dankbar, daß er ſie einlud, doch ein
lieber die großen Lampen einzuſchalten, die weit un
erleuchteten.
Benn war ſchon zu Hauſe.
George grüßte herzlich und nahm am Abend
Freunde gegenüber Platz.
Benn atmete auf.
Er ſah deutlich, daß in Georges Antlitz eine
eingetreten war. Noch immer herrſchte ein tiefer Er
das Strenge des Antlitzes war doch verſchwunden.
George blieb ſchweigſam bis nach dem Abendb
aber zu ſchmecken ſchien.
Schließlich fragte Benn: Was gab es heute 9
Nichts ſagte George achſelzuckend. Doch,
Pflegevater Eddu Pakker iſt ermordet aufgefunden 1
hat ihn ſicher im Verdacht gehabt, daß er mir ett
hat.
Das tat er ja auch, aber nicht das, was ſie gl
Robert, weißt du auch, wer der unverſöhnliche
Millans geweſen iſt, wer ihn ein Leben lang geh mit
wer auch ſchuld daran iſt, daß du nie Vater und M.
haſt?
Ja!
Benn fuhr überraſcht hoch. Nicht möglich!
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mit denjenigen des Rasiera
1. Die in diesen Apparaten befindliel
hohlgeschliffenen Rasiermeeser M1
benlang D. R.P frasieren sowohlde.
Bart als auch die empfindlichste H.
und sanft aus.
2. Bleiben ein Leben lang brauchh
mehr als 1000 fache Haltbarkeil
gleich zu dünnen Klingen.
3. Verletzen unmögl. Tausende Anerk
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