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herr.
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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z mallgem Erſcheinen vom 1. Novembei
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Franfſurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtliſcher mit * verſebenen Original-Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geffattet.
Nummer 330 Donnerstag, den 28. November 1929. 192. Jahrgang
A mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfs.
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breit 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſtw., erliſcht
ede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſurs oder gerſchtlicher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
Kädter und Nationalbank.
Biederbeginn des Reichstags.
flächen im Parlamenk. — Starke Oppoſikion gegen den deutſch =polniſchen Liguidakionsverkrag.
jarlamenkariſchen Auseinanderſehzung mit Hugenberg. — Lakenke Kriſe bei den Deutſchnakionalen.
Aus dem Reichskag.
alikik in der Wandelhalle.
Verlin, A. November.
Der Deutſche Reichstag nahm am Mittwoch mittag um 3 Uhr ſeine
Mſtagung des Reichskages har begonnen. Arbeiten wieder auf.: Zu Beginn der Sitzungiteilte Präſident Loebe
* Berlin, 27. Nov. (Priv.=Tel.)
ichstag hat am Mittwoch ſeinen kurzen
Tagungs=
r bis zu den Weihnachtstagen dauern ſoll, begonnen.
der große Komplex des Young=Planes und der
m gemeinſam mit dem Etat bis zum Januar
zurück=
den muß, ſo ergeben ſich trotzdem noch genügend
sflächen, die zu Entladungen führen können.
gesordnung der erſten Sitzung iſt ſchon ziemlich
um=
der wie das alter Brauch iſt, mehr Kuliſſe, um den
die Gelegenheit zur Fühlungnahme zu geben. Es
Spezialintereſſen, die zur Beratung ſtehen: Verträge
der Türkei und dem Hedſchas, dazu Geſetzentwürfe
ſſe des Reiches für Landarbeiterwohnungen und um
er die Rechtslage bei den Bergmannsſiedlungen zu
ie Vorlagen gehen meiſt nach kurzer Beratung an
olitiſche Intereſſe liegt inzwiſchen mehr
andelhalle, wo die aktuellen Tagesfragen
rchgeſprochen werden. Da iſt zunächſt einmal die Be=
Auswärtigen Ausſchuß über den
deutſch=
n Liquidationsvertrag. Der Reichsaußen=
Curtius hat ſelbſt geſprochen. Auch der Warſchauer
Rauſcher hat eine längere Rede gehalten, die
offen=
k gemacht hat. Die Ausſprache ſoll erſt am Don=
Ende geführt werden. Eine Befchlußfaſſung wird
rmieden. Es iſt aber doch unverkennbar, daß es
erung gelang, eine große Reihe von
1 auszuräumen. Allerdings beſtehen noch
rheiten im Vertrag, die aber hoffentlich durch
authen=
retation noch beſeitigt werden können. Es beſtehen
uriſtiſch=techniſche Schwierigkeiten, weil verfaſſungs=
Frage nicht geklärt iſt, inwieweit die Regierung die
Staatsbürger gegen Polen in dieſer Form aufgeben
nwieweit daraus klagbare Anſprüche der einzelnen
ſegen das Reich abgeleitet werden können. Die
Ent=
dieſer Forderungen kann für Deutſchland noch ſehr
erden. Die vom Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding
Erklärungen waren ausweichend und ungenügend.
in der Außenminiſter damit rechnen, daß er
ſchließ=
hrheit für den Vertrag findet, wenn es ihm gelingt,
ng mit den noch laufenden Verhandlungen über den
rag Zugeſtändniſſe von den Polen
herauszu=
das deutſche Siedlungsrecht
einwand=
rſtellen. Vorläufig, bis dafür Gewähr
ge=
bleibt eine ſtarke Oppoſition auch bei
erungsparteien gegen den Vertrag
be=
zweite Hauptthema iſt
45 „Freiheilsgeſek” Hugenbergs,
itag zur Beratung geſtellt werden ſoll. Wenn die
nalen jemals gehofft haben ſollten, daß es ihnen
rde, für ihre Aktion aus anderen Parteien noch
ekommen, ſo ſind ſie damit kläglich geſcheitert. Es
entlich von vornherein kein Zweifel darüber beſtehen,
Freiheitsgeſetz, mit oder ohne 8 4, eine Mehrheit
yimen ſein würde. Wahrſcheinlich werden ſich kaum
9 Stimmen von den insgeſamt 490 zuſammenfinden,
ſtimmen werden. Die Ablehnung iſt alſo ſicher, und
heinlich in der Form, daß es nicht einmal zur
drit=
ommt, ſondern daß ſchon in der zweiten Leſung die
aragraphen abgelehnt werden, wodurch dann das
ögelehnt gelten würde.
entliche Bedeutung der jetzigen Reichstagsſeſſion
darin liegen, daß das „Freiheitsgeſetz” zur Klärung
liſſe innerhalb der Deutſchnationalen führte.. Auch
tete Abgeordnete wollen wiſſen, daß die Spaltung
itſchnationalen, ſo gut wie vollzogen ſei, daß eine
gruppe, deren Stärke zwiſchen 20 und 30 Mann
jeden angegeben wird, feſt entſchloſſen ſei, den § 4
zulehnen, ſondern dieſer Ablehnung auch eine
Moti=
jeben, die durch ihren Wortlaut die Scheidung von
ationalen Fraktion bedeuten müßte. Graf Weſtarp
T aue Mühe, die Einigkeit in ſeiner Fraktion aufrecht
und hofft, daß es ihm gelingen wird, die
Minder=
bewegen, daß ſie ſich vielleicht bei der Abſtimmung
* aus dem Saal entfernt, aber jedenfalls alles
ver=
zu einem offenen Konflikt führen könnte. Soweit
können, wird er vielleicht mit dieſer Taktik Erfolg
weil jeder einzelne in der Minderheit ſich ſcheut,
hir dem Parteivorſitzenden Hugenberg vor verſam=
AStäg aufzunehmen. Damit iſt natürlich die Kriſe
Er Deutſchnationalen noch nicht beigelegt, ſie wird
aug nehmen und müßte früher oder ſpäter doch zu
lühren, wenn der Parteivorſitzende Hugenberg nicht
9erung zieht, künftig mehr in den Hintergrund zu
den Augenblick wäre dann aber weniaſtens das Ge=
und darauf ſcheint es den Deutſchnationalen in
Wäukommen, ſchon um die erzwungene Fortſetzung
* um das „Freiheitsgeſetz” bis zum Volksentſcheid
Een. Indeſſen, in den 48 Stunden bis zur
Abſtim=
e linzelnen Paragrapben kann ſich noch allerlei
türlich auch eine feſtere Gruppierung der vorläufig
Feinander hergehenden Minderheitselemente.
mit, daß von den Parlamenten der verſchiedenen Länder
Beileids=
ſchreiben anläßlich des Ablebens Dr. Streſemanns dem Reichstag
zu=
gegangen ſeien.
Der deutſch=perſiſche Handels= und Freundſchaftsvertrag und der
Freundſchaftsvertrag mit dem Königreich des Hedſchas wurden dem
Auswärtigen bzw. dem Handelspolitiſchen Ausſchuß überwieſen. Dann
wurde das Opumgeſetz in erſter Leſung erledigt. Anſchließend folgte
die erſte Beratung des Geſetzes über die Ausfuhr von Kunſtwerken.
Abg. Dr. Schreiber (Ztr.) begründet eine Entſchließung,
wo=
durch die Reichsregierung erſucht wird, in Erwägung zu ziehen, mit
Oeſterreich über die Ausfuhr deutſcher Kunſtwerke in Verbindung zu
treten mit dem Ziele, eine Uebereinkunft im Sinne möglichſt
umfaſſen=
der Erhaltung des geſamten deutſchen Kunſtbeſitzes zu erreichen. Der
Redner betonte, eine Zuſammenarbeit mit Oeſterreich ſei auf dieſem
Gebiete unbedingt notwendig.
Miniſterialdirektor Pellengar gab die Anſicht der Regierung
bekannt, die dahin gehe, daß der Schutz für Kunſtwerke heute enger
ge=
zogen werden könne, und zwar könne man ſich auf wirklich deutſche
Kunſtwerke beſchränken. Die Regierung werde prüfen, inwieweit eine
Möglichkeit der Zuſammenarbeit mit Oeſterreich gegeben ſei.
Abg. Scholz=Bremen (Soz.) verwies auf die Note der deutſchen
Künſtlerſchaft und meinte, die Regierung müſſe dieſer Notlage in
irgend=
einer Weiſe ſteuern.
Abg. v. Lindeiner=Wildau (Dntl.) beantragte die
Ueber=
weiſung der Vorlage an den Rechtsausſchuß. Im übrigen begrüße er
die Entſchließung Dr. Schreibers. — Die Vorlage wurde dann an den
Rechtsausſchuß überwieſen. Das Haus beriet dann in erſter. Leſung
das Geſetz über Reichszuſchüſſe für
die Aufiedlung von Landarbeitern.
Nach dem Geſetzentwurf iſt das Reich ermächtigt, Zuſchüſſe auf die
Dauer bis zu 10 Jahren zu leiſten. Dieſe follen nur gewährt werden,
wenn der neue landwirtſchaftliche Kleinbetrieb als Neichsheimſtätte oder
unter gleichartiger Bindung gegründet wird.
Abg. Behrens (Dntl.) übt Kritik an, der bisherigen Praxis der
Landarbeiterſiedlung. Man müſſe mehr Rückſicht auf die Wünſche und
Bedürfniſſe der Siedler ſelbſt nehmen und auch den örtlichen
Verhält=
niſſen Rechnung tragen. Anſchließend gab der Redner eine
Inter=
pellation ſeiner Fraktion bekannt, in der ſich die Deutſchnationalen
gegen die Sperrung der Mittel aus der produktiven
Erwerbsloſenfür=
ſorge für den Bau von Landarbeiter=Eigenheimen wenden und die
Aufhebung der Sperre ſowie Entſchädigung der Siedler verlangen.
Reichsarbeitsminiſter Wiſſell erwiderte, die im Etat
vorhandenen Mittel hätten nicht ausgereicht, um den
Förderungs=
anträgen zu entſprechen. Um die dringendſten Anträge berückſichtigen
zu können, habe man ſchon auf die Mittel des nächſtjährigen Etats
vor=
greifen müſſen. Mit einem Koſtenaufwand von 160 Millionen
Reichs=
mark ſeien ſeit 1921 bis jetzt im ganzen 55 330 Landarbeiterwohnungen
erſtellt worden. Das vörliegende Geſetz wolle nur Grundlinien geben,
während die Regelung im einzelnen den Ausführungsbeſtimmungen
vorbehalten bleiben ſoll.
Abg. Schmidt=Köpenick (Soz.) ſprach ſich für die Vorlage aus.
Im alten deutſchen Staat ſeien in den Jahren von 1908 bis 1918 im
ganzen nur 420 Landarbeiterwohnungen errichtet worden. Dieſe
Sün=
den des früheren Regimes müſſe jetzt der ärmere neue Staat
gut=
machen.
Abg. Hoernle (Komm.) polemiſiert gegen das Geſetz. — Die
Ausſprache wurde darauf geſchloſſen und die Vorlage an den
Siedlungs=
ausſchuß überwieſen. — Es folgte die Beratung des Geſetzentwurfs über
Bergmannsſiedlungen.
Nach einer kurzen Ausſprache, in der auch Reichsarbeitsminiſter Wiſſell
das Wort ergriff, ging die Vorlage an den Wohnungsausſchuß. —
An=
ſchließend wurde der Geſetzentwurf über die Entſchädigung auf Grund
des Branntwein=Monopols ohne Debatte an den Steuerausſchuß
ver=
wieſen.
Abg. Gräf=Dresden (Komm.) begründet dann einen Antrag
ſei=
ner Fraktion auf Auszahlung einer Winterbeihilfe aus Reichsmitteln
an die Erwerbsloſen, Sozial= und Kleinventner ſowie an alle
Fürſorge=
berechtigten.
Reichsarbeitsminiſter Wiſſell betont in dieſem Zuſammenhang,
daß im Jahre 1927 die Weihnachtsbeihilfe trotz der kleinen Beträge
für den einzelnen einen Koſtenaufwand von 27 Millionen Reichsmark
verurſacht habe. Die Regierung habe es daher vorgezogen, ſtatt
ein=
maliger Beihilfe die Renten dauernd zu verbeſſern. Als daraufhin bei
den Kommuniſten Unruhe bemerkbar wurde und Zurufe fielen, erhielten
die kommuniſtiſchen Abgeordneten Jadaſch, Berg und Raedel
Ordnungs=
rufe. Der Miniſter fuhr fort, indem er erklärte, das Reich habe mit
Zuſtimmung der Kommuniſten 150 Millionen Reichsmark zur
dauern=
den Aufbeſſerung der Sozialrenten bewilligt. Der vorliegende Antrag
der Kommuniſten, der im übrigen nur unzureichende einmalige Beihilfen
verlange, würde zur Deckung 170 bis 180 Millionen Mark erfordern.
Dies ſei ein Betrag, den die Reichskaſſe nicht leiſten könne.
Abg. Raedel (K.) beſtritt, daß durch die Regierungsmaßnahmen
eine dauernde Beſſerſtellung der Sozialrentner erreicht worden ſei.
Nach einer kurzen Erwiderung des Miniſters wurde dann der
kom=
muniſtiſche Antrag gegen die Stimmen der Antragſteller abgelehnt.
Der Reichstag verragte ich gegen 6 Uhr auf morgen mittag 2 Uhr.
Während auf der morgigen Tagesordnung nur kleinere Vorlagen ſtehen,
ſoll die erſte Leſung des Geſetzes „Freiheitsgeſetz” am Freitag
vor=
genommen werden.
Weikere Zunahme der Arbeitsloſigkeit.
Berlin, 27. November.
In der erſten Hälfte des November iſt die Zahl der
Haupt=
unterſtützungsempfänger in der Arbeitsloſenverſicherung wieder
um 126 000 oder 14,2 vom Hundert geſtiegen. Die Geſamtzahl
be=
trug am 15. November rund 1 016 000, davon 808 000 Männer und
208 000 Frauen. Die Zunahme belief ſich bei den Männern auf
16,2 v. H., bei den Frauen auf 7 v. H.. Auch die Zahl der
Haupt=
unterſtützungsempfänger in der Kriſenfürſorge iſt in der gleichen
Weiſe geſtiegen, und zwar um 6900 Perſonen oder 4 v. H. Auch
hier war die Zunahme bei den Frauen geringer als bei den
Männern. Die Geſamtzahl der Hauptunterſtützungsempfänger in
der Kriſenfürſorge betrug am 15. November rund 178 500.
* Eine Regierung wird geſuchk.
Komplikakionen um die Regierungsbildung
in der Tſchechoſlowakei.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, Ende November.
Zu einem Komödienſpiel in mehreren Aufzügen hat ſich das
Problem der Bildung einer tragfähigen Regierung in Prag
aus=
gewachſen. Mehr als vier Wochen ſind ſeit dem Abſchluß der
parlamentariſchen Wahlen vergangen, und immer noch haben
die Bemühungen des deſignierten Miniſterpräſidenten, ein
regie=
rungsfähiges Kabinett zu ſchaffen, keinen Erfolg gehabt.
Be=
greiflich, daß die vor mehr als vier Wochen gewählten
Parlamen=
tarier aller Lager nervöſer werden von Tag zu Tag — denn es
ſtehen nicht zuletzt auch ihre Novemberdiäten auf dem Spiel, die
immerhin die ganz hübſche Summe von faſt drei Millionen
Tſchechokronen erreichen. Sie ſind übrigens, wie es ſcheint, die
einzigen, die wegen der ſtändigen Verzögerung der
Kabinetts=
bildung mit Unruhe erfüllt ſind, denn die Bevölkerung ſowohl
auf tſchechiſcher wie auf deutſcher oder ſlowakiſcher Seite trägt
gegenüber den jetzigen Flick= und Kleiſterungsverſuchen in Prag
eine Gleichgültigkeit zur Schau, die ihre Erklärung darin findet,
daß man einerſeits ſeit langem mit den autokratiſchen Methoden
Prags ſich abzufinden gewöhnt hat und andererſeits der
parla=
mentariſchen Tätigkeit deswegen kein ſtärkeres Intereſſe
entgegen=
zubringen vermag, weil ſie insbeſondere in den letzten Jahren
alles eher denn volkstümlich geweſen iſt.
Ueberblickt man die Bemühungen des mit der
Regierungs=
bildung betrauten Miniſterpräſidenten, ſo ergeben ſich die im
Fol=
genden kurz umriſſenen Abſchnitte: eine Woche nach Beendigung
der Wahlen tauchte der Plan einer Wiedererrichtung des
frühe=
ren Bürgerblocks auf, obwohl ſchon eine flüchtige mathematiſche
Prüfung des durch die Wahlen weſentlich nach links verſchobenen
Kräfteverhältniſſes der Parteien die Unmöglichkeit einer ſolchen
Konſtruktion ergab; die Notwendigkeit des Verhandelns mit den
überraſchend ſtark aus den Wahlen hervorgegangenen
ſozialiſti=
fchen Gruppen ließ ſich nicht umgehen. Dieſe Verhandlungen
nun nahmen einen bezeichnenden Auftakt inſofern, als ſie von
vornherein auf der in dieſem Staate üblichen tſchechiſchen Baſis
fußten, das heißt, wie bei früheren Gelegenheiten auch diesmal
ohne Berückſichtigung der Deutſchen durchzuführen verſucht
wur=
den. Bekanntlich ſind die deutſchen Sozialdemokraten aus den
letzten Wahlen als die ſtärkſte deutſche Partei hervorgegangen;
ſie haben aus ihrer Bereitwilligkeit, unter gewiſſen
Voraus=
ſetzungen in die Regierung einzutreten, kein Hehl gemacht, und
dieſe Geneigtheit wurde noch deutlicher, als auch von tſchechiſcher
ſozialiſtiſcher Seite — von nationalſozialiſtiſcher ſowohl wie von
ſozialdemokratiſcher — nach dem Wahlausgang der Wille zur
Mitarbeit ſich ſtärker als ſonſt manifeſtierte. Der Plan des
Mini=
ſterpräſidenten, der zugleich Vorſitzender der ſtärkſten bürgerlichen
tſchechiſchen Gruppe, der Agrarier, iſt, ging dahin, wohl die
Sozialdemokraten in die Regierung einzubeziehen — aber nur
die tſchechiſchen. An Stelle der deutſchen Sozialdemokraten
gedachte der Miniſterpräſident die bisherigen aktiviſtiſchen
deut=
ſchen Parteien, und zwar den Bund der Landwirte, und die
Chriſtlichſozialen, in das Kabinett einzubeziehen. (Wer um die
venig volksbewußte Haltung dieſer beiden deutſchen Gruppen
innerhalb der gemiſchtnationalen Koalition weiß, der vermag
leicht die Abſicht zu durchſchauen, die dieſer Kombination
zu=
grunde lag; denn tatſächlich würde der Eintritt der deutſchen
Sozialdemokraten in die Regierung unter der Vorausſetzung, daß
ſie den grundſätzlichen nationalen Forderungen ihres
Program=
mes treu bleiben, eine Verſtärkung der dem alltſchechiſchen Syſtem
Prags gegenübergeſtellten Oppoſition bedeuten.) Bezeichnend iſt
nun der Umſtand, daß der Plan des Miniſterpräſidenten an dem
Widerſtand der tſchechiſchen Sozialdemokraten ſcheiterte. Zum
erſten Mal in der Geſchichte der Tſchechoſlowakei haben die
tſchechiſchen Sozialdemokraten mit den deutſchen Genoſſen eine
gemeinſame und — dies iſt das überraſchende Moment hierbei
— gegen das bisherige alltſchechiſche Syſtem gerichtete Linie
be=
zogen. Bei früheren Anläſſen war dies anders. denn wenn auch
bei manchen Gelegenheiten Verbrüderungsfeſte der deutſchen und
tſchechiſchen Genoſſen gefeiert wurden — im Ernſtfalle, d. h., wenn
es ſich um die Wahrung der nationalen Vorherrſchaft der
Tſchechen handelte, haben die tſchechiſchen Sozialdemokraten meiſt
auch ihre Internationalität vergeſſen ..
Diesmal alſo, haben ſie überraſchender Weiſe ſtatt „Ja” ein
feſtes „Nein” ausgeſprochen — ohne dabei aber, wie feſtgehalten
werden muß, ein direktes Bekenntnis zu den deutſchen Genoſſen
abgelegt zu haben. Denn die Dinge entwickelten ſich
folgender=
maßen: der Miniſterpräſident berief den tſchechiſchen
ſozialdemo=
kratiſchen Führer zu ſich und ſchlug ihm vor, ohne die deutſchen
Parteigenoſſen in die Regierung einzutreten. Die Antwort war
die Gegenforderung, daß in dieſem Falle auch die deutſchen
Land=
bündler und Chriſtlichſozialen ausgeſchieden werden müßten.
Und daraufhin geſchah, was bei den aktiviſtiſchen deutſchen
Par=
teien wie ein kalter Waſſerſtrahl empfunden werden mußte: der
Miniſterpräſident ſicherte den tſchechiſchen Sozialdemokraten für
den Fall ihres Eintrittes in das kommende Kabinett ohne
deutſche Genoſſen die Ausſchiffung der
bis=
herigen zwei deutſchen Regierungsgruppen,
der Landbündler und der Chriſtlichſozialen zu.
Um den Preis einer alltſchechiſchen Koalition, um den Preis der
Wiederkehr eines längſt als überlebt angeſehenen
Regierungs=
ſyſtems alſo hätte man die ihre Staatstreue ſo oft bewieſen
habenden deutſchen Aktiviſtengruppen kaltgeſtellt — als Erfola
jahrelanger Mitarbeit in der Regierungslaube! Das „Nein!”
der tſchechiſchen Sozialdemokraten ſetzte den Herrn
Miniſterpraſl=
denten in nicht geringe Verlegenheit — den deutſchen Genoſen
freilich war es Anlaß, triumphierend auf die Solidarität
hinzul=
weiſen, von der dieſe Abſage zu künden ſcheint. Sei dem
jedoch=
wie immer. Es ſcheint die Möglichkeit der Wiederkehr der alten
allnationalen Koglition zu unterbinden, deren Neuerweckung in
den letzten Tagen im Vordergrunde aller Beratungen geſtanden
iſt und, wie angedeutet, bei den bisherigen deutſchen
Regierungs=
parteien außerordentliches Befremden hervorgerufen hat. Auch
Ceite 3
auf iſchechiſcher Seite werden gegen das Beſtreben der
Wieder=
einſetzung des alltſchechiſchen Blocks Bedenken geäußert; ſie
grün=
den ſich insbeſondere auf die Tatſache, daß die Beteiligung der
Deutſchen an den Staatsgeſchäften ein nicht zu unterſchätzender
Vorteil für die Republik in außenpolitiſcher Hinſicht war und
bleiben würde. Schließlich bliebe noch das Bemühen zu
erwäh=
nen, ein ſogenanntes Konzentrationskabinett zu bilden, in dem
alle regierungswilligen Parteien Platz finden wollten, deſſen
Realiſierung jedoch ebenfalls erhebliche Schwierigkeiten im Wege
ſtehen. Gelingt es alſo dem deſignierten Miniſterpräſidenten
oder, falls er ſeine Miſſion zurücklegt, dem Führer der
zweit=
ſtärkſten tſchechiſchen Gruppe, dem Sozialdemokraten Hampl. bzw.,
wenn dieſer ablehnen ſollte, dem Außenminiſter Beneſch als
Re=
präſentant der tſchechiſchen nationaliſtiſchen Partei auch in den
nächſten Tagen nicht, eine tragfähige Regierung zu bilden, dann
dürfte der ganze große Apparat der letzten Wahlen inſofern
ver=
geblich in Bewegung geſetzt worden ſein, als ein Beamtenkabinett
zur Erledigung der aktuellen Vorlagen — Budget und
Woh=
nungsgeſetze — eingeſetzt und dann wieder aufgelöſt werden wird,
worauf die Tſchechoſlowakei im Frühjahr neuerlich
Wahlen zu verzeichnen hätte.
DAg ve rchndessstsestte Gigemamk.
Neue Liguidakionsverhandlungen mit England.
* Berlin, 27. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Bemühungen der Reichsregierung in der Frage der
Liquidationsverhandlungem mit England ſind nicht ohne Erfolg
geblieben. Snowden hat ſich bereit erklärt, an den
Verhand=
lungstiſch zu kommen. Man wird abzuwarten haben, wie das
engliſche Angebot ausfällt. Da Snowden den Engländern keine
finanziellen Belaſtungen auferlegen will, wird man gut tun, die
verausgabten Ueberſchüſſe aus den Liquidationen nicht
zurückzu=
erwarten. Günſtiger liegen allerdings die Dinge bei der
Frei=
gabe der noch nicht liquidierten deutſchen Werte, die einen
Be=
trag von etwa 110 Millionen ausmachen. Hier iſt es nicht
aus=
geſchloſſen, daß Snowden unter dem Druck der Freigabekampagne
in der Preſſe und im Unterhaus endgegenkommt.
Zu der Frage der Liquidation des beſchlagnahmten
Eigen=
tums von Angehörigen ehemals feindlicher Staaten wurde im
engliſchen Oberhaus von Lord Buxmaſter an die Regierung eine
Anfrage gerichtet. Lord Buxmaſter ſuchte zu erfahren, ob die
durch die Liquidation erzielten Beträge zu irgendeinem anderen
Zwecke als zur Befriedigung der Anſprüche engliſcher
Privat=
perſonen verwendet worden ſeien. Weiter ſtellte Lord Buxmaſter
die Anfrage, ob das Verſprechen der engliſchen Regierung, das
bisher noch nicht liquidierte Eigentum freizugeben, ſich ſowohl
auf Mobilien als auf Immobilien beziehe; ſchließlich wünſchte
der Interpellant Aufklärung darüber, ob geplant ſei, den
Ueber=
ſchuß aus den Liquidationen der deutſchen Regierung
bedin=
gungslos oder auf der Grundlage von gegenſeitigen Abmachungen
zurückzuerſtatten. In Beantwortung der Anfragen Lord
Bux=
maſters erklärte Lord Parmoor, daß die Liquidationsbeträge
auch zu anderen Zwecken als zur Befriedigung der Forderungen
engliſcher Privatperſonen an fremde Staaten verwendet worden
ſeien. Ein Unterſchied zwiſchen mobilem und immobilem
Be=
ſitztum werde nicht gemacht werden und eine Rückgabe des
Liquidationsüberſchuſſes an die deutſche
Re=
gaerung ſei nicht geplant.
Der Auswärkige Ausſchuß zum deutſch=polniſchen
Abkommen.
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstags behandelte heute
vormittag unter Vorſitz des Abg. Scheidemann (S.) die
Polen=
frage. Außer dem Reichsaußenminiſter waren auch
Reichs=
finanzminiſter Hilferding, Reichsjuſtizminiſter von Guérard und
Geſandter Rauſcher anweſend. Dr. Curtius erſtattete über die
deutſch=polniſchen Verhandlungen und die damit
zuſammenhän=
genden politiſchen Probleme ein ausführliches Referat. Als
erſter Diskuſſionsredner nahmen Abg. Ulitzki (Zentrum) und
Abg. Hoetzſch (Deutſchnatl. das Wort. Die Sitzung dauert noch
an. Nach kurzer Diskuſſion berichtete Geſandter Rauſcher über
die einzelnen Phaſen der deutſch=polniſchen Verhandlungen und
deren Ergebniſſe. Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding und
Mini=
ſterialdirektor Dr. Dorn behandelten die finanzpolitiſche Seite
des Problems. Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt. Weiterberatung
Donnerstag.
Forderungen der Volksparkei zu den Polen=
Verhandlungen.
Die Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei hat dem
Reichskanzler durch ihren Vorſitzenden folgende Forderungen be=
Donnerstag den 28 November 1929
Voit Tage.
Im Preußiſchen Landtag haben die Regierungsparteien
eine Saar=Interpellation eingereicht, die von der Regierung noch
in dieſer Seſſion beantwortet werden ſoll. Man wird daher annehmen
dürfen, daß Herr Braun noch einige Wirkungen auf die Pariſer
Ver=
handlungen auszuüben gedenkt.
Die Regierungskommiſſion des Saargebietes
hat dem Landrat einen Geſetzentwurf zugehen laſſen, nach dem die
Lohnſteuer von bisher 6 Proz. auf 5 Proz. mit
Wir=
kung vom 1. Januar 1930 ab herabgeſetzt werden ſoll.
Desgleichen ſoll nach zwei anderen Geſetzentwürfen eine Aenderung der
Gewerbe= und der Umſatzſteuer eintreten.
Die Führer der deutſch=franzöſiſchen
Saardele=
gation haben geſtern die Arbeitsmethoden der
Aus=
ſchüſſe feſtgelegt, ſo daß der Wirtſchafts= und der Gruben=
Aus=
ſchuß in den nächſten Tagen zu arbeiten beginnen. Man rechnet mit
langwierigen Verhandlungen, die bis anfangs Januar dauern werden.
Die mexikaniſche Regierung hat offiziell das
Staats=
departement von der Annahme des Kelloggpaktes durch Mexiko in
Kenntnis geſetzt. Damit hat der 55. Staat den Kelloggpakt
ratifiziert.
züglich des deutſch=polniſchen Handelsvertrages übermitteln
laſſen:
1. Sofortige Fühlungnahme mit den landwirtſchaftlichen
Or=
ganiſationen zwecks Neuernennung eines landwirtſchaftlichen
Sachverſtändigen;
2. Garantien dafür zu ſchaffen, daß nach Abſchluß des
Ver=
trages polniſche Exportprämien uſw. ausgeſchloſſen ſind:
3. Uebertragung der Verwaltung und Regelung des
Veteri=
närpolizeiweſens vom Innenminiſterium auf das
Ernährungs=
miniſterium.
Befreiungsfeier am Deutſchen Eck.
Am 30. November verſchwinder der letzte
Beſahungs=
ſoldak aus der zweiten Zone.
In der Nacht vom kommenden Samstag auf Sonntag findet
die Befreiungsfeier der Stadt Koblenz ſtatt. Endgültige
Dis=
poſitionen ſind noch nicht getroffen. Infolgedeſſen iſt auch die
Reichsregierung ſich noch nicht ſchlüſſig, wie ihre Beteiligung
ausfallen ſoll. Man kann allerdings jetzt ſchon beſtimmt ſagen,
daß der Miniſter für die beſetzten Gebiete, Dr. Wirth, anweſend
ſein wird, ebenſo wie der preußiſche Miniſterpräſident Braun.
Andere Reichsminiſter werden nicht fahren, auch nicht der
Reichs=
kanzler. Es iſt überhaupt nicht beabſichtigt, dieſer Feier den
Rahmen der Kölner Befreiungsfeier zu geben, weil die
Be=
ſetzung der 3. Zone noch andauert und die letzte Entſcheidung
über die damit verbundenen außenpolitiſchen Fragen noch nicht
gefallen iſt, ſich daher auch jetzt ſchon große Feierlichkeiten
ver=
bieten. Nach einem vorläufigen Programm beginnt die
Koblenzer Feier am Samstag, um 23.30 Uhr, mit der
Beleuch=
tung des Deutſchen Ecks. Daran ſchließen ſich an große Feuer
an Rhein und Moſel, Läuten aller Glocken, Anſprache des
Ober=
bürgermeiſters, Hiſſen der Reichsflagge auf dem
Oberehrenbreit=
ſtein und patriotiſches Volkskonzert in der Stadthalle. Für
Sonntag ſind u. a. vorgeſehen: Feſtgottesdienſte, Feſtakte in den
Sälen der Stadthalle, Einzug der Schutzpolizei unter Vorantritt
der Kölner Schupokapelle, großes Konzert im Saale der
Stadt=
halle und eine Feſtvorſtellung im Stadtheater mit „Wilhelm
Tell.”
Die Gewerkſchaftsverkreter beim
Reichswirtſchafts=
miniſſer.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Moldenhauer empfing am
Mittwoch die Vertreter der Freien Gewerkſchaften, der
Chriſt=
lichen Gewerkſchaften und des Gewerkſchaftsringes.
In ſeiner Anſprache betonte der Miniſter, er lege auf die
vertrauensvolle Zuſammenarbeit mit den Gewerkſchaften den
größten Wert, denn ſein Miniſterium ſei kein Miniſterium für
die Arbeitgeber, ſondern für die geſamte Wirtſchaft. Er habe die
Abſicht, ſich von Zeit zu Zeit mit den Führern der Gewerkſchaften
über ſchwebende Fragen der Wirtſchaftspolitik auszuſprechen.
Die Wortführer der Freien Gewerkſchaften, Eggert und
Graßmann, dankten dem Miniſter für ſeine Ausführungen und
wieſen ihn beſonders auf die erneute Verſchärfung am
Arbeits=
markt hin.
Im Namen der Chriſtlichen Gewerkſchaften beklagte Baltruſch,
daß in letzter Zeit die Gewerkſchaften zurückgeſetzt worden ſeien,
ſo z. B. bei der Reparationskonferenz.
Für den Gewerkſchaftsring ſprachen die Reichstagsabg.
Lem=
mer und Schneider ſowie das Mitglied des
Reichswirtſchafts=
rates, Neuſtedt. Der Miniſter nahm zu allen Fragen, die
ange=
ſchnitten wurden, Stellung und ſtellte in Ausſicht, ſich laufend
und rechtzeitig mit den Gewerkſchaften über ihre Erledigung
aus=
zuſprechen.
* Um Anton Aupinſtein.
Von Emmi Pfeiffer.
Rubinſtein, von Liſzt der „bedeutendſte”, ſpezifiſche Muſiker,
Klavierſpieler und Komponiſt” ſeiner Zeit genannt, gab am
22. März 1855 ſein erſtes Konzert in Wien. Mit welchen
Schhvierigkeiten er in ſeiner Jugend zu kämpfen hatte, zeigen
nachſtehende Zeilen von ihm an Liſzt:
„Wien, 24. März 1855.
. . . Am 22. habe ich mein erſtes Konzert hier gegeben;
ich habe mein Konzert in F=Dur geſpielt, einige Salonſtücke,
und meine Symphonie in B=Moll aufführen laſſen. Es
waren ſehr wenig zahlende Leute da, dagegen viel
nicht=
zahlende; im allgemeinen iſt es unmöglich, hier einen Saal
leer zu ſehen, da die Kritiker und Künſtler/erſten Ranges in
ſo großer Zahl vertreten ſind, daß ſie die Hälfte des Saales
einnehmen. Außerdem hat jeder Künſtler hier einige
Fami=
lien, die ihn ſeit langer Zeit kennn und ihn auf dem Arm
getragen haben und ihm ein aufrichtiges — aber kein
zahlen=
des Intereſſe entgegen bringen; dies macht drei Viertel des
Saales aus. Es bleibt alſo nur der vierte Teil für die
mild=
tätigen Seelen, die aus Müßiggang in ein Konzert gehen;
aber die jetzige Zeit iſt ſo ernſt und nimmt jedermann ſo
ſehr in Anſpruch, daß bei mir dieſer letzte Teil des Saales
nur ſehr ſchwach vertreten war, ſo daß ich für dieſes Konzert
aus meiner Taſche 260 Gulden bezahlen mußte . .
Trotzdem konnte Rubinſtein mit ſeinem Erfolg als
Klavier=
ſpieler zufrieden ſein; nicht aber als Komponiſt. Die Kritiker,
außer Zellner”, fielen über ihn her und machten ihn ſchlecht.
Die ganze Nichtachtung ſeiner Zeitgenoſſen an ſeinen
Kompo=
ſitionen ſpiegelt ſich in Seroffs” Worten an Franz Liſzt wider:
„Petersburg, 2. (14.) April 1859.
Aber wir haben auch eine Ueberſchwemmung von
Un=
ſik gehabt — ich ſpreche von Rubinſteins Werken. Ich finde
s alles „abſcheulich” und erkläre es offen in meiner Zeitſchrift,
(bſt auf die Gefahr hin, daß alle (männlichen und weiblichen)
läcene gegen mich erbittert ſein werden, ſowie die ganze
Repti=
nſchar, die um unſeren berühmten (!) Virtuoſen und
Kompo=
ſten herum ſich ſchnell vermehrt.
Ich kann mir einen Wiener Kritiker nicht erklären: dieſen
Ulner! Er ſchreibt eine Broſchüre über Ihre Meſſe, er
anäly=
rt Ihren Dante, Ihren Fauſt — er verſteht die Werke eines
erlioz, eines Wagner — und er erhebt Lobreden über jedes
Werk von Rubinſtein!! — Ueber dieſem Spektakel gemeiner
Stellen, über dieſen Ocean” von Akkorden, die nichts ſagen, über
dieſe Melodien, die nicht ſingen (alles ſo grob und ſo dünn!)
über dieſen „aufgewärmten” Mendelſohn — doch ohne das
Talent und die Poeſie des Schöpfers vom „Sommernachtstraum”
Und das Unglück iſt, daß die ganze Muſik in Petersburg
monopoliſiert, d. h. lahmgelegt wird durch jenes Individuum,
Anton Rubinſtein.
deſſen größte Fähigkeit (vielleicht die einzige) eine „Arroganz,
ein Eigendünkel” ohne gleichen iſt.
So ſchwer Rubinſtein es nach alledem hatte, ſich als
Kom=
poniſt durchzuſetzen, ſo ſehr wurde er im Laufe der Jahre als
Klaviervirtuoſe gefeiert. Er konnte ſich über Seroffs Worte
tröſten. Erhielt er doch allein für ſein Petersburger Konzert
die ſelbſt für damalige Verhältniſſe hohe Summe von 3000 Rubel!
1 Muſikſchriftſteller und Komponiſt.
2) Ruſſiſcher Muſikſchriftſteller und Komponiſt (1820—71).
2) Anſpielung auf Rubinſteins Ozeanſymphonie, erſtmalig in
Leip=
zig am 16. November 1854 aufgeführt.
Das geheimnisvolle Reichsbahnge
Warum ſchweigt die Reichsregierung
Auch in puncto Reichsbahngeſetz rächt ſich die (
tuerei der Reichsregierung bereits bitter. Von der „K
Zeitung” waren ins einzelne gehende Mitteilungen
licht und auch von uns wiedergegeben worden, die die
Stellen inzwiſchen als unwahr zurückgewieſen haben.
jenen Paſſus, der ſich auf die Rechte und Pflichten des 4
bezog. Jetzt ſtoßen die Gewerkſchaften mit einer
Veröffentlichung nach, die gerade das Gegenteil
behauptet, was in der „Kölniſchen” zu leſen war. Darng
Reich mit ſeinen Wünſchen und Forderungen glatt an d
gedrückt worden. Das Aufſichtsrecht des Reiches ſei ſo
ſuliert, daß keine Regierung, kein Reichsverkehrsmini
tiſch mit dieſem Recht etwas anfangen könne. Da die
Stellen es ablehnen, ſich zu dieſer Behauptung, wonach
in Paris eine ſchwere Niederlage erlitten habe, zu äuf
ein Dementi vom Stapel zu laſſen, darf man wohl a.
daß ſie den Tatſachen entſpricht, mindeſtens ihr
weſen=
kommt. Die Reichsregierung glaubt, obwohl aus den
denſten Quellen alarmierende Mitteilungen durchſicker
Paris eingegangenen Verpflichtungen beachten zu mü
nach beide Parteien erſt dann die Gefetze der Oeff
übergeben dürfen, wenn das letzte Wort im Haag da
ſprochen iſt. Wenn aber jetzt geſagt wird, daß dem 9
kehrsminiſterium das Recht auf Teilnahme an den
des Verwaltungsrates und ſeinen Ausſchüſſen nicht zu
worden iſt, er aber einen zur Schweigepflicht gebundene
ter entſenden darf, dann ſollte man den Schleier lüfte
auch die franzöſiſche Preſſe ſehr eingehende Mitteilu
bracht hat. Die Reichsregierung wird es erleben, daß
dieſer Reichsbahnverhandlungen genau ſo ins Kreuz
nommen wird, weil nach dem Abſchluß des Vertrages
Zerſtörung rheiniſcher Eiſenbahnlinien und wegen d
ſchen Liquidationsvertrages. Die oben wiedergegebene
tung vom Ausſchluß des Reichsverkehrsminiſters aus
waltungsrat, wodurch das Reich gleichzeitig jede Einf
auf die Tarifgeſtaltung und andere wichtige, mit de
zuſammenhängende Fragen verlieren würde, iſt doch ſ
ſam, daß es in der Tat angebracht wäre, ſchleunigſt
Reſerve herauszutreten und reinen Wein einzuſchenken
Einzelhandel und Zündholzmonopolgeſt
Die Haupigemeinſchaft des deutſchen Einzelhande
einem an den Reichswirtſchaftsminiſter, Reichsſinal
preußiſchen Miniſter für Handel und Gewerbe und an d
tagsavgeordneten gerichieten Schreiben dagegen be
Proteſt erhoben, daß in dem Enrwurf des Zundwarer
geſetzes den Konſumvereinen erhebliche Vergünſtigung
räumt werden. Das Schreiben lautet:
Der vom Herrn Reichsfinanzminiſter dem V.
Reichswirtſchaftsrat vorgelegte Enrwurf eines Zündwe
polgeſetzes ſieht eine Bevorzugung der Großeinkaufs
deutſcher Konſumvereine m. b. H. (GEG.) und der Gro
und Produktions=A.=G. deutſcher Konſumvereine (Ge
damit der von dieſen Organiſationen belieferten
Konſ=
gegenüber der privatwirtſchaftlichen Erzeugung und Tf
von Zündwaren vor. Die Bevorzugung beſteht vornel
rin, daß die beiden genannten Einkaufs= und Pr.
zentralen berechtigt ſein ſollen, Zündwaren eigener F
in beſtimmten, reichlich bemeſſenen und jährlich zu ert
Mengen an die angeſchloſſenen Genoſſenſchaften für de
Bedarf ſelbſtändig abzuſetzen, während die private
erzeugung ihre für beſtimmte Zeitabſchnitte feſtgeſetzt
tion reſtlos an die Monopolgeſellſchaft abzugeben h.
Beſtimmung iſt umſo bedenklicher, als die Großeint
Produktions=A.=G. deutſcher Konſumvereine (Gepag.)
keine eigene Zündwarenerzeugung beſitzt und erſt auf C
ſer in Ausſicht geſtellten Bevorzugung die Abſicht hat, e
holzfabrik zu erbauen.
Der Einzelhandel hat grundſätzlich Bedenken g
Monopol, weil es dem von ihm ſtets vertretenen P
freien Wirtſchaft widerſpricht, und weil es im vorlieger
die dem Monopol unterworfenen Waren um etwa 2/
verteuert. Wenn aber aus ſtaatspolitiſchen Gründen d
pol für notwendig gehalten wird, dann fordert der
Ei=
eine gleichmäßige Behandlung aller Wirtſchaftsgrupp
Monopol muß dann ein gſchloſſenes ſein mit zentr
teilung der geſamten Produktion, zentralgeſicherter Pr
und zentral geſicherter Qualität der gelieferten
Ware=
jede Bevorzugung oder Sonderſtellung der Produktio
der beiden Großeinkaufsorganiſationen der Konſumbe
gleichzeitig eine Bevorzugung aller dem Zentralverband
Reichsverband deutſcher Konſumvereine angeſchloſſene
ſenſchaften in ſich ſchließt, erhebt der Einzelhandel unter
auf Artikel 164 der Reichsverfaſſung ſchärfſten Proteſt.
Süuft in gräntteic.
Von Dr. Philipp Krämer.
Als Edmond Roſtand, der mit ſeinem Cyrano de
einen der ganz großen Welterfolge franzöſiſcher dr
Kunſt des 20. Jahrhundert errungen hatte, im Dezer
ſtarb, war er mit Entwürfen beſchäftigt zu einer nach
Ueberſetzung von Goethes Fauſt. Sarah Bernhardt
einer Aufführung den — Mephiſto ſpielen ſollen. Im 7.
iſt zum letzten Male Goethes Fauſt in einer ſchlechte
ſetzung über die Bretter des Odéontheaters in Paris
Dieſes literariſche Experiment mißglückt in Frankreich
hundert Jahren. Es wird für alle Zeiten mißglücke!
in der Reſtaurationszeit, in der Fauſt ein „gefragter 1!
Modeartikel” war, mißglückte das Experiment.
Geht man den Urſachen dieſes Mißlingens nach
man zu den tiefſten Quellen franzöſiſcher und deutſch
heit vor.
Für die einen iſt der Fauſt nur ein „phantaſtiſches 2r
einer abſtruſen, magiſch=märchenhaften Handlung, ein
Opernſtoff mit Schlußapotheoſe und romantiſcher
Lhrik=
anderen ein unaufführbares Gedankendrama eines
Philoſophen, der keine künſtleriſche Formdiſziplin hal
Einfälle ohne Konzentration Ineinanderreiht, das
romaniſcher Klarheit und gebändigter Strenge.
Hamlet und Alceſte ſind wenigſtens Charaktere, Me
Laſſerre, aber iſt es dieſer ewig philoſophierende 5"
Er iſt nur ein Schemen, ein Sprachrohr Goethes fül.
habene Gedanken. Nur in der Gretchentragödie iſt Gee
ſchengeſtalter. Fauſt als Lebemann und Verführe”
lebensnah, iſt dramatiſch, das kann den Pinſel Yoi
reizen. Alles andere iſt inneres Drama, bühnenſe!
verſchwommen, ein Gedicht in der Zwitterform zuſcu.s
lage und Dialoge, wie bei Byrons Manfred.
Schon Balzae hatte Mephiſto als eine Figur Veie”
magerer ſei als irgendeiner der Kammerdiener des !""
Luſtſpiels, denn dieſe handelten doch wenigſtens berlt.
geweckt und mit Logik. Und Fortoul erklärt in der Lie
moderne Fauſt als Muſterbeiſpiel eines Genies 990
Typus der Menſchen, die ohne Zukunft ſeien.
Für Frankreich hat Frau von Stael in ihrem 2
buch den Fauſt entdeckt. Für ſie und für ihren Freüſ.
Conſtant iſt Mephiſto die Hauptgeſtalt der Dichit.
Lamennais iſt noch dieſer Meinung. Die romgntiche.
Donnerstag, den 28. November 1929
Seite 3
er 330
Tafſſce Mouſiont i ber Manbſchhren
or Appel an den Völkerbund und an die Unkerzeichner des Kellogg=Pakkes. — Die Imerbemtione:
ken des Völkerbundes. — Keine Enkſendung einer Unkerſuchungskommiſſion in die Mandſchurei.
Henderſon hielt es im übrigen für angebracht,
ZeiAce Schint deinn Bolterbund. im gegenwärtigen Augenblick die Entwicklungder Dinge
ralſekrekär des Völkerbundes ſagt „volle
Unkerſtühung” zu.
EP. Genf, 27. Nov.
jetrufſiſche Einbruch in die Mandſchurei hat heute
ten vorbereitenden Schritt des chineſiſchen Geſchäfts=
Zern, Woo=Kayſing, beim Völkerbund geführt. Im
s Berliner chineſiſchen Geſandten General Tſchang
ſtändiger Delegierter Chinas beim
Völ=
hat Woo=Kayſing dem Generalſekretär des Völker=
Erie Drummond, und dem ſtellvertretenden Ge=
Avenol Mitteilung von der durch den ruſſiſchen
in die Mandſchurei geſchaffenen Lage gemacht
ie durch den Völkerbungspakt und den Kelloggpakt
Notwendigkeit eines Eingreifens des
ndes in den Konflikt hingewieſen. In
ung, die über eine Stunde dauerte, wurden die im
pakt vorgeſehenen Möglichkeiten für eine
tion des Völkerbundes in dem Konflikt
ſen, wobei von ſeiten des Generalſekretärs zum
Aus=
twurde, daß China bei einer Demarche auf die volle
des Völkerbundes rechnen könne. Nach dem
Völ=
kann der Generalſekretär:, in einem derartigen
Kon=
m ruſſiſch=chineſiſchen, unverzüglich auf Antrag des
iedes den Rat einberufen oder auf Grund der Ar=
17 kann der Rat die Frage eines ſolchen Konfliktes
esordnung ſeiner nächſten Tagung, in dieſem Fall
agung, ſetzen und ſie dann erörtern. Es ſteht der
tegierung jedoch auch frei, durch Unterbreitung alles
Materials über die bisherigen Vorgänge und
Ver=
zwiſchen China und Rußland den Völkerbund über
der Angelegenheit zu unterrichten. —
ieſe drei Möglichkeiten iſt zwiſchen dem chineſiſchen
und den leitenden Beamten des
Völkerbundsſekre=
en worden, und auf Grund dieſer Ausſprache wird
Geſandte in Berlin der Nanking=Regierung Bericht
deren Wahl als Völkerbundsmitglied es dann ſteht,
drei Wege ſie in ihrer Demarche bei den Sowjets
vill. Es iſt anzunehmen, daß in gleicher Form
den Unterzeichnermächten des Kelloggpaktes
unter=
rden. Von der Entſendung einer
Unterſuchungs=
des Völkerbundes an Ort und Stelle in die Mand=
Feſtellung der Verhältniſſe, von der Gerüchte wiſſen
orläufig nicht die Rede.
19-Pakt bieket nach engliſcher Auffaſſung
Indhabe zu einem Eingreifen der Mächke.
ſiſche Offenſive in der Mandſchurei bildete in der
engliſchen Unterhauſes am Mittwoch den Gegenſtand
Anfragen an den Außenminiſter Henderſon. Das
erhausmitglied Harris interpellierte den
Außen=
die engliſche Regierung angeſichts der militäriſchen
der Ruſſen und in Anbetracht der Tatſache, daß
ſo=
als auch Rußland den Kelloggpakt unterzeichnet hät=
Regierungen der übrigen Siguatarmächte in
Füh=
ten beabſichtige, um auf eine friedliche Beilegung
eruſſiſchen Konfliktes hinzuwirken. — Henderſon
er=
ieſe Anfrage, daß der Kelloggpakt keine
e für den Fall biete, daß eine
offen=
oder wahrſcheinliche Verletzung der
enthaltenen Beſtimmungen vorliege.
ambel zum Kelloggpakt heiße es lediglich, daß einem
t. der zur Verteidigung ſeiner nadionalen Intereſſen
übergehe, die Vorteile und Wohltaten des
Kellogg=
annt würden.
abzuwarten, die ſich aus dem chineſiſchen Schritt beim
Völ=
kerbund ergeben würde.
Auf eine Anfrage Chamberlains, ob zwiſchen der engliſchen
und amerikaniſchen Regierung ein Gedankenaustauſch in dieſer
Frage ſtattgefunden habe und ob Vorſchläge für eine
gemein=
ſame Intervention gemacht worden ſeien, teilte Henderſon mit,
daß dies bisher nicht der Fall geweſen, die Angelegenheit aber
in einer Kabinettsſitzung in Erwägung gezogen worden ſei.
Japan greift in der Mandſchurei nichk ein.
EP. Tokio, 27. Nov.
Die offiziellen Kreiſe Japans betrachten die Ereigniſſe in
der Mandſchurei ohne jegliche Anzeichen von Erregung. Wie die
japaniſche Heeresleitung bekannt gibt, treffe ſie keinerlei
Vor=
bereitungen zur Entſendung von japaniſchen Truppen in
Ge=
biete außerhalb der japaniſchen Zone. Die japaniſchen
Staats=
angehörigen, die an der oſtchineſiſchen Eiſenbahn wohnen, ſollen
gegebenenfalls nach Charbin gehen, falls die Lage in ihren
Wohngebieten unſicher werden ſollte.
will Ching den Frieden?
Es verlautet, daß die chineſiſche Regierung den
mandſchu=
riſchen Oberbefehlshaber Marſchall Tſchang Hfue=liang
beauf=
tragt habe, unverzüglich mit der ſowjetruſſiſchen Regierung
Ver=
handlungen einzuleiten, um einen Abbruch der Grenzkämpfe und
eine Regelung über die Frage der oſtchineſiſchen Bahn
herbei=
zuführen. Dem Marſchall wurden alle Vollmachten gegeben, um
ſelbſtändig die Bedingungen zu beſtimmen, unter denen Moskau
ſich bereitfinden laſſen würde, den Frieden zu ſchließen. Dieſe
Nachricht klingt beinahe wie ein Notſchrei der mandſchuriſchen
Armee, jedoch müſſen weitere Meldungen abgewartet werden,
ehe man an den Ernſt des chineſiſchen Vorſchlages glauben darf.
Moskau hat ſich denn auch im Zuſammenhang mit dieſen
Ge=
rüchten ſofort bereit erklärt, über die Beilegung des
ruſſiſch=
chineſiſchen Konfliktes zu verhandeln, jedoch will Moskau
ſelbſt=
verſtändlich den Friedensvorſchlag der Chineſen nur unter der
Bedingung annehmen, daß ſämtliche ruſſiſchen Forderungen, die
in der Note vom 31. Mai 1929 aufgeſtellt waren, von den
Chi=
neſen anerkannt werden. Es handelt ſich dabei um die
Wieder=
herſtellung des status auo an der oſtchineſiſchen Bahn, ferner um
die ſofortige Befreiung der ruſſiſchen Gefangenen in den
chine=
ſiſchen Konzentrationslagern und Gefängniſſen, um die
Auswei=
ſung der weißgardiſtiſchen ruſſiſchen Elemente aus dem Bereich
der Oſtbahn und endlich um die Ernennung eines ruſſiſchen
Direktors zum Leiter der chineſiſchen Bahn. China hatte dieſe
Bedingungen zurückgewieſen, und es erſcheint im höchſten Grade
unwahrſcheinlich, daß es ſich jetzt bereit erklären wird, die
ruſ=
ſiſchen Forderungen zu erfüllen, denn das würde einer vollen
Niederlage der Chineſen in der Mandſchurei gleichkommen.
Der chineſiſche Bruderkrieg.
EP. Hongkong, 27. November.
Zwiſchen Präſident Dſchiang Kai=ſchek und verſchiedenen
nationalchineſiſchen Generälen hat eine längere Konferenz
ſtatt=
gefunden, in der über die Maßnahmen der Regierung zur
Be=
kämpfung der Erhebung im Süden Chinas beraten wurde wo
Schan=Fatbwai ſich auf dem Vormarſch befindet. Präſident
Dſchiang Kai=ſchek ſoll den Oberbefehl über die
nationalchineſi=
ſchen Streitkräfte, die gegen Schan=Fatkwai und die
aufſtän=
diſchen Kwangſi=Generäle aufgeboten worden ſind, übernehmen.
In Kanton mache ſich wachſende Nervoſität angeſichts des
Vor=
marſches Schan=Fatkwais bemerkbar. Es ſind bereits alle
Vor=
bereitungen für die Räumung der Stadt durch die Ausländer
getroffen worden. Insgeſamt ſollen 80 000 Mann der Kwangſi=
Truppen an den Grenzen der Provinz Kwantung
zuſammenge=
zogen worden und bereit ſein, in die Provinz einzumarſchieren.
Zu dem plötzlichen Abbruch der Kampfhandlungen in
Nor=
den wird von der Nanking=Regierung ofſiziell erklärt, daß ſie
als Sieger aus den Kämpfen hervorgegangen ſei. In gut
unter=
richteten Kreiſen verlautet aber, daß bisher nur ein
Waffenſtill=
ſtand, abgeſchloſſen worden ſei, dem eine Konferenz zur endgül=
tigen Regelung des Konflikts folgem ſoll.
), die vom Werther her mit weltſchmerzlichem
Peſſi=
ährt war, kam der Aufnahme des Fauſt entgegen.
ie Generation von 1820 bis 1840 entdeckte neben
ch Fauſt ſelber und ſtellte ihn neben Don Juan zu
Verführern. Alfred de Muſſet ſchreibt in ſeinen
en eines Kindes ſeiner Zeit”: „Nachdem uns Goethe
erther die Leidenſchaft gemalt hatte, die zum
Selbſt=
geſtaltete er in Fauſt die dunkelſte Geſtalt, die je
id das Unglück in ſich vereinigte.”
jählich bahnt ſich eine vertieftere Deutung in
Frank=
erſt bleibt man noch in der Allegorie ſtecken. Dann
3 wird der Symbolgehalt entdeckt. Ein wahrhaft
geimnis. Fauſts Wiſſender war Gerard de Nerval,
ſetzung auch heute noch nicht überholt iſt und als
nkt für alle noch kommenden Ueberſetzer wird dienen
eſer unglückliche Dichter, den man eines Morgens
iternenpfahl in Paris erhängt fand, war wie Fauſt
le der Geſichte geblendet, und er wußte, warum er
berſetzte. Aber er hat nie davon geſprochen, und ſo
Beheimnis mit ins Grab genommen.
Urice Barres lieſt man, Fauſt ſei eine ſolide, in der
Zewurzelte dichteriſche Konzeption, die frei ſei bis zur
Id zuchtvoll wie nur irgendein Werk, das aus der
Immt.” Welch eine Urteilsänderung. Und Anatole
einmal aus: „Fauſt, das biſt du, bin ich, das iſt
Glechthin. Und wenn ich ſage, der Menſch, ſo meine
* Elite des Menſchengeſchlechts, den Menſchen par
en, der, wie man in Fauſts Sprache ſelber ſagt, den
rokosmos in ſich trägt, die geiſtige und ſinnliche
ung des Weltalls.”
I bald hundert Jahren läßt der Fauſt die beſten
kreichs nicht los. Laſſerre bekennt von ſich: „Fauſt hat
beſchäftigt. Zum erſtenmal las ich ihn im Frühling
r 1896 in Heidelberg in den Anlagen des Schloſſes.
lelug Deutſch, um nicht bei der Lektüre zu ermüden.
Stunden!” Und von nun an begleitet ihn der Fauſt
erioden ſeines Lebens. Er ringt mit ihm. Er weiß,
Iööſiſche Publikum kaum je mehr in dieſer Dichtung
Oonnen, als ein geniales Gedicht, ein Auchdrama, ein
(der es wird nie ergriffen werden. Es wird das
Ien wie etwas Unheimliches, ihm Weſensfremdes,
rücktes. Es wird ewig die Cyranos, die Chanteclers
1I9 Mephiſto vorziehen, die nicht ihres Blutes ſind,
Nerre iſt der Fauſt für die Deutſchen ein Erziehungs=
Veshalb für die Franzoſen keinen Sinn habe, weil
kaufhin Goethe die Deutſchen erziehen wollte, ſeit
Jahren als etwas ſelbſtverſtändliches beſäßen: den
Die Ke
daken für den Friedens=Robelpreis.
Kellogg,
der frühere amerikaniſche
Außenminiſter, Vater des
Kellogg=Paktes.
Söderblöm,
der ſchwediſche Erzbiſchof,
Vorſitzender der
Welt=
kirchenkonferenz.
Lindhagen,
Stockholms
Oberbürgermei=
ſter, der ſich bei dem
fried=
lichen Aufbau der
ſchwe=
diſchen Hauptſtadt und als
Gaſtgeber zahlreicher
Frie=
denskonferenzen
auszeich=
nets.
Elſa Brandſtröm,
Tochter des einſtigen
ſchwe=
diſchen Geſandten in
Lenin=
grad, die durch ihre
Für=
ſorge für die deutſchen
Kriegsgefangenen in
Sibi=
rien ſich den Namen des
„Engels von Sibirien”
er=
warb.
Die belgiſche Kriſe.
Eine neue Auflage der kakholiſch=liberalen Regierung
unker Jaſpar?
FP. Brüſſel, 27. November.
In der Regierungskriſe iſt bisher kein neues Moment
einge=
treten. Allgemein glaubt man, daß nur ein Kabinett Jaſpar der
letzten Regierung Jaſpar folgen kann. Die ideale Löſung der
Kriſe wäre eine Regierung der nationalen Einigkeit, die die
Katholiken, die Liberalen und die Sozialiſten umfaßt. Da die
Sozialiſten jedoch durch einen Beſchluß auf ihrem letzten
Partei=
kongreß gebunden ſind, vor irgendeiner Beteiligung an einer
Regierung ihre Mitglieder zu befragen, ſind die Ausſichten für
das Zuſtandekommen einer ſolchen Regierung der nationalen
Einigkeit ſehr gering. Eine Kombination der Katholiken und
So=
zialiſten würde auf gleiche Schwierigkeiten ſtoßen. Bleibt alſo
eine neue Auflage der katholiſch=liberalen
Re=
gierung unter Führung Jaſpars. Ob die Liberalen
nochmals ihre Haltung ändern und erneut in der Sprachenfrage
Zugeſtändniſſe machen werden, iſt noch ungewiß.
Die Frage der Verflamung der Univerſität Gent bildet einen
alten Streitpunkt im politiſchen Leben Belgiens. Mit Recht
for=
dern die Flamen, die gegenüber den 2,5 Millionen Wallonen die
überwiegende Mehrheit in dem zweiſprachigen belgiſchen
Staats=
weſen ausmachen — die Flamen ſind ein Volk von 4,5 Millionen
Seelen — eine Hochſchule, auf der in ihrer Mutterſprache
unter=
richtet wird. Die ganz in franzöſiſchem Fahrwaſſer ſchwimmende
belgiſche Politik knebelte bisher aber die Flamen, die Mehrheit
des Staatsvolkes, in einer Weiſe, daß dieſe gewiſſermaßen als
Staatsbürger zweiter Klaſſe angeſehen wurden. Die Frage der
Flamiſierung der Hochſchule in Gent bildete alſo nur den
Teil=
ausſchnitt des weit größeren Problems der Beziehungen zwiſchen
Wallonen und Flamen. Die franzöſiſch gebildeten, franzöſiſch
ſpre=
chenden und franzöſiſch orientierten Wallonen bekleiden die
höch=
ſten Aemter im Staate und beſitzen den ganzen Einfluß, während
die Flamen jahrzehntelang vergebens um die Gleichberechtigung
kämpften. Der Gegenſatz zwiſchen den beiden Teilen des belgiſchen
Volkes iſt in der Kriegszeit beſonders kraß in Erſcheinung
ge=
treten, als man von walloniſcher Seite den meiſten Führern der
Flamen wegen angeblicher Deutſchfreundlichkeit den Prozeß machte,
ſie zu Zuchthausſtrafen und ſelbſt zum Tode verurteilte.
Insbe=
ſondere die in dem „Rat von Flandern” vertretenen Flamen, die
bei den deutſchen Okkupationsbehörden für die Anerkennung der
Selbſtändigkeit Flanderns kämpften, wurden als
Vaterlandsver=
räter behandelt. Todesſtrafen ſind zwar nicht vollſtreckt worden,
der anerkannte Führer der Flamen, Dr. Borms, iſt aber, wie
er=
innerlich, erſt im verfloſſenen Jahr aus dem Zuchthaus entlaſſen
worden, nachdem er als Abgeordneter ins Parlament gewählt
worden war.
Die Partei des Miniſterpräſidenten, die Katholiken, mußte
ſich aus Rückſicht auf ihre flämiſche Wählerſchaft ein Zugeſtändnis
an die Flamen angelegen ſein laſſen. Deshalb hat Jaſpar den
Geſetzentwurf der Flamiſierung der Genter Univerſität
ausge=
arbeitet, mit dem aber die zweite Regierungspartei, die
Libe=
ralen, die in der Mehrzahl walloniſchen Anhang beſitzen, nicht
einverſtanden war. — Die Löſung der Regierungskriſe wird
wahr=
ſcheinlich nicht leicht ſein und lange auf ſich warten laſſen.
Frag=
lich iſt auch, ob die Katholiken Konzeſſionen an die Liberalen
machen werden. Wie man ſieht, wird die Kriſe nicht leicht zu
löſen ſein, und das Geſpenſt der Auflöſung der Kammer erhebt
ſich bereits am Horizont.
Die Bemühungen König Alberks um die Löſung
der Kabinettskriſe.
EP. Brüſſel, 27. Nob.
König Albert hat am Mittwoch morgen ſeine Beſprechungen
mit den da='amentariſchen Perſönlichkeiten des Landes
begon=
nen. Er empfing nacheinander die Präſidenten des Senats und
der Kammer, Magnette und Tibbaud, ſowie den Staatsminiſter
van de Vyvere von der katholiſch=flämiſchen Partei und den
liberalen Staatsminiſter Maſſon. In pariamentariſchen Kreiſen
glaubt man nicht, daß der König vor zwei b’s drei Tagen eine
Perſönlichkeit mit der Neubildung der Regierung beauftragen
wird. Den ganzen Tag über hielten die verſchiedenen Parteien
Sitzungen gb. Einen grundſätzlichen Beſchluß faßte nur die
Sozialiſtiſche Partei, die ihre früheren Forderungen aufrecht
er=
hielt und hinſichtlich der Spracherfrage recht vage Forderungen
zur Aufrechterhaltung der uationalen Einheit ſtellte.
Humanismus, der für ſie nicht mehr zur Diskuſſion ſtehe. Nur
ein Franzoſe kann, wie er, ſchreiben: „Die ſchöne Epiſode mit
Helena im zweiten Teil des Fauſt, empfiehlt (den Zuſchauern
oder Leſern) die Aneignung des Geſchmacks und der Leiſtungen
der Alten. Unſre Elite hatte ſich dieſe ſchon vor zweihundert
Jahren angeeignet und die beſten Früchte unſerer Literatur ſind
von dieſem Saft erfüllt. Wer unſeren Landsleuten eine ſolche
Weisheit verkündete, müßte auf ſie den Eindruck eines Mannes
machen, der offene Türen einrennt, der ſie in einer Kunſt
unter=
richten will, der ſie in die Lehrlingsjahre einer Kunſt
zurück=
ſchrauben will, die ihnen ſchon zur zweiten Natur geworden iſt.
Wenn man etwas auswendig kann, braucht man es nicht mehr
zu buchſtabieren. Wenn ein Volk mitten in der Ernte ſteht,
braucht man ihm nicht mehr die Grundelemente der
Landwirt=
ſchaft klarzulegen.”
Die Zeit, da Satanismus und Magie in Frankreich Mode
waren, war dem Fauſt immer günſtig. Aber gerade dieſe Seite
iſt uns Deutſchen ja nicht die wichtige, nicht einmal die
kenn=
zeichnendſte. Aber dieſe Zeit, die für Frankreich immer eine
romantiſche iſt, ſcheint heute vorbei. Der philoſophiſche Gehalt
ſteht im Vordergrund. Aber über eine geiſtige Oberſchicht
hin=
aus wird der Fauſt in Frankreich nie hinausdringen. Und auch
dieſe wird ihn mehr verwundert beſtaunen als ergriffen
bewun=
dern, Fauſt iſt das klaſſiſche Denkmal des modernen
Individualis=
mus germaniſcher Prägung. Das Ringen um Erkenntnis
der Wahrheit iſt kein Thema franzöſiſcher Dramatik. Liebe und
Ehre, die Auseinanderſetzung des Menſchen mit ſeiner konkreten
Umwelt, das ſind die Inhalte franzöſiſcher Weltgeſtaltung im
Bühnenwerk. Der Fauſt wird in Frankreich immer Verſuch
bleiben auf der Bühne, wie Cid und Athalie in Deutſchland. Eine
Beſchäftigung mit der Wirkung dieſes unſres eigenartigſten
Werkes weltliterariſcher Prägung in Frankreich führt zu den
überraſchendſten Einſichten über die künſtleriſchen
Weſensverſchie=
denheiten der beiden Völker, die ſich aber immer wieder befruchtet
haben.
Der deutſche Einfluß in Frankreich gehört nicht, wie Louis
Neynaud meint, nunmehr der Geſchichte an. In dem geiſtigen
Austauſch, dem ſich heute kein Volk mehr entziehen kann, ohne
ſelbſt Schaden zu nehmen, wird auch der Fauſt immer aufs Neue
eine große Rolle ſpielen. Freilich wird er in einem Lande, in
dem die Kenntnis der deutſchen Sprache nur einer kleinen
Ober=
ſchicht vorbehalten iſt, erſt dann ſeine volle Wirkung tun können,
wenn eine Ueberſetzung vorliegt, die ſich mit den deutſchen
Shake=
ſpeareüberſetzungen meſſen kann an Treue und Genialität.
André Gide iſt derjenige lebende franzöſiſche Dichter, der dem
Einfluß Goethes am tiefſten offenſteht. Ob wir von ihm
ein=
mal eine Fauſtüberſetzung erwarten dürften?
TEONMRT
AKTIEN-GE.
Seite 4
Donnerstag, den 28. November 1929
Nummer 3
Neuordnung der Amksbezeichnung für die
Lehrer-
ſchaft. — Die Kindeeſpeiſungen in Heſſen.
Die geſtrige Sitzung wurde um 10,20 Uhr durch den
ſtellvertreten=
ben Präſidenten Blank eröffnet. Die Regierung war durch
Staats=
präſident Dr. Adelung und die Miniſter Leuſchner und
Ko=
rell vertreten.
Zur Tagesordnung ſtand zunächſt die Regierungsvorlage betr.
Be=
willigung von Berufungsforderungen bei Beſetzung des durch die
Eme=
ritierung von Prof. Dr. Elbs frei gewordenen ordentlichen Lehrſtuhls
für Chemie an der Univerſität Gießen, über die Abg. Storck Bericht
erſtattete. Die Vorlage wurde angenommen.
Der Antrag der Abgg. Frau Heraeus und Böhm (Dntl.) wird von
der Abg. Frau Heraeus begründet. Sie fordert, daß die Jugend
mehr über das Unrecht von Verſailles aufgeklärt werde.
Abg. Reiber (Dem.) empfiehlt der Regierung, ſich mit
ver=
ſchiedenen Reden zu befaſſen, die z. B. auch am Totenſonntag gehalten
worden waren. Es würde leider noch allzuviel und allzu deutlich zur
Aufreizung der Jugend getan, während man dieſe im Geiſte der
Ver=
ſöhnung der Völker erziehen ſolle.
Abg. Kaul (Soz.) erklärt, man könne dem Antrag der
Deutſch=
nationalen zuſtimmen, wenn damit erreicht würde, der Jugend die
Fürchterlichkeit des Krieges klar zu machen, ſo daß ſich der Gedanke,
nie wieder Krieg, durchſetze.
Miniſterialdirektor Urſtadt ſtellt dazu feſt, daß in den heſſiſchen
Schulen, wie auch an jedem Gedenktag, hinreichende Aufklärungen und
Hinweiſe gegeben würden. Mit dieſer Regierungsantwort wurde der
Antrag erledigt.
Den Antrag der deutſchnationalen Fraktion, betr. die
Amtsbezeich=
nungen der an den Volksſchulen tätigen Lehrkräfte, begründet Abg,
Böhm (Dntl.) damit, daß ſeither gerade für die Amtsbezeichnung der
Volksſchullehrer nichts getan worden ſei, während für alle anderen
Berufsgruppen zur Unterſcheidung der Dienſtalter und Berufsgruppen
Unterſchiede in den Amtsbezeichnungen gemacht würden.
Abg. Kaul (Soz.) will dem Antrag zuſtimmen, wenn man, wie
bei den Forſtbeamten Förſter, Oberförſter, Forſtmeiſter, ſo
Volksſchul=
lehrer, =Oberlehrer und =Meiſter ſagen würde.
Abg. Winzer (Ztr.) wendet ſich gegen eine ſolche ſpöttiſche
Be=
handlung eines Antrages, der den weiteſten Wünſchen der heſſiſchen
Lehrerſchaft entſpreche. Er trat für den Antrag ein.
Abg. Reiber (Dem.) unterſtützt den Antrag.
Abg. Frl. Birnbaum (D.V.P.) findet es ungeheuerlich, daß
die Amtsbezeichnungen in allen möglichen Variationen wieder
auf=
tauchten. Da dies aber nun der Fall ſei, ſehe ſie gar nicht ein,
warum man den Lehrern gerade die Abſtufung vorenthalten wolle. Mit
ihrem Vorredner erklärte ſie ſich einverſtanden. Im übrigen frage ſie
an, was mit dem Beſchluß des Landtags, gewiſſen Gruppen die
Amts=
bezeichnung Handelsſtudienrat zu verleihen, geworden ſei.
Abg. Kaul (Soz.) erklärt, ſein Eintreten für die Lehrerſchaft und
ſeine Beamtenfreundlichkeit ſei wohl bekannt. Aber es ſei geradezu eine
Titelwut eingeriſſen, dagegen habe er ſich wenden wollen.
Abg. Hammann (Komm.) lehnt für ſeine Fraktion den
An=
trag ab.
Staatspräſident Dr. Adelung weiſt darauf hin, daß der
Kultus=
miniſter eben ſo große andere Sorgen habe, daß die Regierung gerne
gehabt hätte, wenn eine Neuordnung für die Lehrer mit einer
gene=
rellen Regelung Hand in Hand gegangen wäre. Es herrſche eben in
den einzelnen Ländern eine ſolche Verwirrung in den
Amtsbezeich=
nungen, daß unbedingt Ordnung geſchaffen werden müſſe. Eine
gene=
relle Regelung auch im Einvernehmen mit den anderen Ländern ſei
vor allem zu erſtreben. Das gelte auch ſür den Handelslehrer. Die
Regierung wolle keine einzige Beamtengruppe benachteiligen.
Der von dem Ausſchuß mit Mehrheit angenommene Antrag, den
Lehrern in Gruppe 4a und 45 die Amtsbezeichnung „Oberlehrer” zu
geben, wurde angenommen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten
und Kommuniſten. Der Antrag wird an die Regierung überwieſen.
Es wird nun über die Anträge der Abgg. Hammann u Gen., die
Einrichtungen ſanitärer Anlagen in den heſſiſchen Volksſchulen und die
Schulſpeiſung in den heſſiſchen Volksſchulen und Fortbildungsſchulen,
beraten. Außer Abg. Hammann, der den Antrag begründet, ſpricht
hierzu u. a. Abg. Winter (Ztr.) und erklärt, daß ſeines Wiſſens
kein Kind, das ſich zur Schulſpeiſung melde, abgewieſen werde. Abg.
Werner regt an, daß Antröge, die bereits oft vor dem Plenum
behandelt wurden, nicht immer wieder zu agitatoriſchen Zwechen von
den Kommuniſten eingebracht werden könnten.
Miniſterialdirektor Urſtadt gibt bekannt, daß die
Kinderſpeiſun=
gen unter weitgehendſter Berückſichtigung ſozialer Verhältniſſe in
Heſſen durchgeführt würden, und daß auch im Rahmen der finanziellen
Möglichkeit alles für die ſanitären Einrichtungen in den heſſiſchen
Volksſchulen getan ſei, und wo noch Mängel beſtünden, dieſe beſeitigt
würden. Unter dieſen Geſichtspunkten werden die Anträge abgelehnt.
Der Antrag der Abgg. Keller u. Gen., das Geſetz über das
Straßenweſen in Heſſen vom 15. Juli 1926 betreffend, und des Abg.
Ritzel, betr. Ausbau der D=Straße im Odenwald, ferner die Anträge
des Abg. Hammann, die ſich mit den Anſchaffungskoſten für
Ortsverkehrs=
tafeln und Verkehrszeichen, und der Antrag des Abg. Gußmann, der
ſich mit dem Abwerfen von Reklamezetteln aus Flugzeugen befaßt,
wer=
den entſprechend den Ausſchußbeſchlüſſen erledigt.
Eine längere Debatte entſpinnt ſich über den Antrag des Abg. Eberle
u. Gen, über die Förderung des Abſatzes heimiſcher Produkte, hier:
Hinweis in den Schulen.
Wirtſchaftsminiſter Korell nahm zu dieſer Frage Stellung. Ein
Wirtſchaftschauvinismus liege ihm fern, aber das alte Erzübel, daß
man ausländiſche Produkte beſſeren und billigeren inländiſchen
Produk=
ten vorziehe, müſſe rückhaltlos bekämpft werden. Er regt an, bei der
Neuauflage von Schulbüchern mit den in Frage kommenden 9
in Verbindung zu treten, um das in dem Antrag Gewünſchte
wirklichen.
Abg. Müller wünſcht, die Regierung möge beim Stag
Unterricht in den Schulen öfters auf den vermehrten
Verbrau=
ſcher Erzeugniſſe hinweiſen. Das heimiſche Produkt müſſe ab
Zollſchranken geſchützt werden.
Abg. Dr. Werner (wild) ſtimmt dem Antrag zu.
Abg. Schott (D.V.P.) anerkennt den Wert der Schüleran
Wichtiger ſei die Aufklärung der Erwachſenen. Zollmaßnahm
nicht zu entbehren. Der Redner beklagt die geänderte Geſchmach
der Verbraucherſchaft.
Abg. Steffan (Soz.) erklärt die Zuſtimmung ſeiner
Der Antrag wird der Regierung als Material überwieſen
Auf eine kleine Anfrage erklärt die Regierung, daß nach
handlungen mit den bayeriſchen Stellen an den Bau einer
brücke bei Seligenſtadt nicht zu denken ſei.
Abg. Böhm (Dntl.) fragt wegen der Durchſuchung
vo=
helmmitgliedern nach Waffen in Darmſtadt am 31. Mai e
weſſen Veranlaſſung und auf Grund welcher Beſtimmungen d
gehen erfolgt ſei. Die Regierung erklärt, daß die Durchſug
Anordnung des Polizeiamtes Darmſtadt wegen des Verdachtes
waffnung der Stahlhelmmitglieder ſtattfand.
Auf eine kommuniſtiſche kleine Anfrage wegen Beſchul
gegen den Bürgermeiſter Singer in Seligenſtadt erklärt die 9
daß die eingeleiteten Ermittelungen noch nicht abgeſchloſſen f
von Kreisdirektor Werner=Offenbach geführten Ermittelungen
parteiiſch und korrekt geführt worden und die gegen ihn erhobe
würfe unbegründet.
Auf eine deuſchtnationale Anfrage wegen der Vorfälle
Verſammlung des Reichsausſchuſſes in der Darmſtädter
Tun=
klärt das Innenminiſterium, daß es das Verhalten der Vo
ihres Führers, der die Verſammlung ſchließlich auflöſen mußt
Vizepräſident v. Helmolt ſchließt die Verſammlung a
Uhr. Tagesordnnug für Donnerstag vormittag 10 Uhr:
der Beratungen.
Der Zall Lampel.
Die wegen des Fememordes von Wackenau ve
Lampel und Schweninger ſind geſtern den Förſtereheleu
und ihrer Tochter, die früher in Kohlhöhe wohnten, ge
geſtellt worden. Die Zeugen erkannten Lampel und &
ger als die Offiziere wieder, die damals den Köhler v.
höhe mitgenommen haben. Lampel und
Schweninge=
dies zu, wollten ihn aber nur nach Dittersdorf gebrad
wo er wegen Unterſchlagung vernommen werden ſollt
Lampel und Schweninger beſtreiten aber noch wie
die Abbeförderung des Köhlers von Kohlhöhe den Zwe
habe, ihn beiſeite zu ſchaffen. Daß Köhler Spion wa
bisher nicht feſtgeſtellt werden, wohl aber ſteht feſt, daß
mehreren Eigentumsdelikten mit Zuchthaus vorbeſt
und daß er zur zweiten Klaſſe des Soldatenſtandes gehl
Ermittlungen nehmen ihren Fortgang. Am Donners
Lampel nach Berlin abreiſen.
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Aus der Landeshauptſtadi.
Darmſiadt, 28. November.
Braphologie in Erziehung und Fürſorge.
vas zur Beſeitigung menſchenzerſtörender Maſſenabrichtung
jehung und zur pfleglichen Herausentwicklung der Perſön=
— Eindämmung geſellſchaftswidriger und eigenſchädlicher
en beiträgt, ſollte unter Einſatz aller Kräfte gefördert
wer=
nun Fräulein Lilly Jannaſch am Ende ihres Vortrags
g des Realgymnaſiums vor dem Allgemeinen Deutſchen
n. der Frauenliga für Freiheit und Frieden, dem
Darmſtäd=
inenverein und dem Deutſchen Verband der
Sozialbeamtin=
ründung einer Arbeitsgemeinſchaft von Lehrern und Aerz=
„te, welche die graphologiſchen Erfahrungen in den Dienſt
ng und Fürſorge ſtellen ſoll, ſo iſt das ein höchſt erfreulicher
er einer breiten Durchführung dieſer Pläne ſich leider ent=
und wenn der Zweck wirklich erreicht werden ſoll, muß auf
Linie gearbeitet werden), das deutete die Vortragende
un=
hon ſelbſt an. Da die Graphologie, wie ſie ſagt, in der
zen Kunſt und Wiſſenſchaft ſteht, da zu ihrer Ausübung
jon vonnöten iſt, genauer geſagt, die Fähigkeit, ſich in
envorgänge hineindenken zu können, kann ſie eigentlich nur
en weniger, wirklich Befähigter Erſprießliches leiſten. Und
blichem Dilettantismus kann nicht genug gewarnt werden.
ſogiſierende Erzieher, der nach ſeinem Urteil über einen
Maßnahmen beſtimmt, mit denen er ihn, den jungen
ein=
bildet, wagt genau ſo viel wie der Arzt, der auf unſichere
n behandelt. Und noch eins: Die Arbeit iſt ungeheuer
nuß dabei mit Sorgfalt ausgeführt werden, und man weiß,
das wirkungsvolle Eingehen auf perſönliche Eigenart in
ig faſt ganz und gar von dem guten Willen des einzelnen
hing.
stragende umgrenzte die Ausſagemöglichkeiten der Schrift
ährlicher Weiſe, indem ſie den Schriftausdruck als die
Ge=
e der Seele, als die Kundmachung innerer Vorgänge
be=
atſächlich nun kann eine einzelne Schrifteigenart, ja eine
ze von Schrifteigenarten, an ſich durch eine ganze Anzahl
gen Urſachen bedingt ſein, von denen vielleicht nur eine
die möglicherweiſe im zu beurteilenden Fall garnicht in
imt, ſeeliſcher Art iſt. Was in der Schrift zum
Aus=
iſt die geſamte, unter dem Einfluß der Außenwelt ſtehende
körperliche Lage im Augenblick des Schreibens. Es iſt
s dieſem Bild nun den feſten Beſtand an Veranlagung her=
Je mehr die Graphologie wiſſenſchaftlich und beobachtend
ſo mehr wird ſie ſich ihrer Schwierigkeiten bewußt.
annte Fehlerquelle hatte ja die Vortragende in ſpäteren
ſelbſt, wenigſtens teilweiſe, zu meiden geſucht, indem ſie
neben der Schriftprüfung Beobachtungen der Aerzte und
Irteil mitbilden ſollen. Ferner, und das iſt das Sicherſte,
ftproben von demſelben Zögling in großer Anzahl
vor=
phologiſchen Beurteilung kann zuverläſſig dienen nur die
dem achten oder neunten Lebensjahr, außerdem noch das
der Schulzeit. Frau Minna Becker hat in ihrem Buch
chung der Kinderſchrift wertvolle Hinweiſe gegeben. Durch
der Schriftentwicklung konnte ſie aus den konſtanten
Eigen=
ſte Gut von Anlagen beſtimmen, und daneben konnte ſie
woh den zeitweiligen Situationen erkennen. Fräulein Jannaſch
iges in vielen Lichtbildern und erläuterte es.
1er Schrift alle Veranlagungen ſchon in ihren Anſätzen ſich
ollte ſich der Erzieher wirklich die Grophologie als
wich=
ittel zunutze machen, aber mit der nötigen Sorgfalt und
R. Gl.
Sches Landestheater. Grillparzers Luſtſpiel „Weh dem,
wird heute Donnerstag, um 20. Uhr, im Großen Haus
greichen Neuinſzenierung Günter Haenels und Wilhelm
lit der hervorragenden Premierenbeſetzung (Knott, Hinz,
jaumeiſter, Minetti, Weſtermann) wiederholt. (Miete C,
uppe 1, 2, 3. Nr. 1—150.)
ebte Straus=Operette „Ein Walzertraum”, wird
tag, um 20 Uhr (Miete D), und übermorgen Samstag
agsvorſtellung, um 15 Uhr (Heſſenlandmiete I), im Großen
ne gehen. In den Hauptrollen: Regina Harre, Ellen Phi=
Liebel, Hans Sylveſter Bunſel, Franz Tibaldi, Hans Ney,
i, Käthe Gothe Eugen Vogt, Hugo Keßler, Grete Saggau.
zpantomime „Die Hochzeit in Cremona”, Muſik
Handlung und Inſzenierung von Cläre Eckſtein, kommt
Samstag, um 19,30 Uhr, im Kleinen Haus zur Urauffüh=
Anſchluß daran findet die Erſtaufführung der Kurzoper
reve” von Manuel de Falla in der Inſzenierung Arthur
2nalts und Cläre Eckſteins ſtatt. Muſikaliſche Leitung bei=
Carl Bamberger. Bühnenbilder: Wilhelm Reinking.
beech ns „Fidelio” kommt Sonntag, den 1. Dezember, um
Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl
en Damen Elſa Varena, Regina Harre und den Herven
* Theo Herrmann, Hans Komregg, Eugen Vogt. Ernſt
Aufführung. Heute Donnerstag beginnt der Vorverkauf.
Sfoniekonzert. Die muſikaliſchen Kreiſe Darmſtadts
rit großer Freude begrüßen, im nächſten Sinfowiekonzert
dem 2. Dezember, Adolf Buſch wieder einmal als Soliſt
dre— Der gefeierte Künſtler ſpielt das unvergleichlich ſchöne
MrF rt von Mozart und die A=Moll=Sonate von Bach. Unter
Dr. Karl Böhm ſpielt das Landestheaterorcheſter außer=
Dur=Sinfonie von Mozart und das 3. Brandenburgiſche
Bach. Morgen Freitag Beginn des Vorverkaufs.
Kammermuſikabend des Drumm=Quartetts am Freitag, den
im Kleinen Haus. Kaminſki: Heinrich Kaminſki, ge=
2 s Sohn eines badiſchen Schwarzwaldpfarrers zu Waldshut
eader) d heute bei München lebend, iſt ein Schüler des heute noch
—undvergeſſenen Wolfrum, ſpäter auch in Berlin bei Kaun
vo ſeine ſtarke Begabung eine gründliche und
ausgezeich=
g erfahren hat. Kaminſki iſt ein hochbegabter und
ernſt=
ſenngleich oft eigenwilliger Künſtler, deſſen tiefſter Quell
ligiöſen Triebkraft fließt, der eine Reihe ſeiner ſchönſten
vollſten Werke entſtammen. Und auch das Ringen um eine
Neubelebung namentlich vor=Bachſcher und
mittelalter=
oner Elemente entſpringt dem gleichen Grunde. Der Nach=
Schaffens liegt auf ſeiner Kammer= und Chormuſik, in der
Sgeprägte, reife Individualität offenbart. —
Szyma=
arol von Szymanowſki, geboren 1883 in der Ukraine, jetzt
anſäſſig, dürfte neben Chopin der bedeutendſte polniſche
in, dem er auch künſtleriſch, namentlich in ſeinen früheren
rfach naheſteht, ſo etwa in der überaus feinſinnigen
Kla=
ammerkunſt, deren impreſſioniſtiſcher Einſchlag wiederum
nationale Erbverbindung mit Frankreich weiſt. Dann aber
Strauß einen ſtarken Einfluß, als ſich Szymanowſki der
rcheſtermuſik zuwandte, in der er den Darmſtädtern kein
iſt. Fand doch ſeine Oper „Hagith” am Heſſ. Landestheater
eutſche Uraufführung. Seither iſt Szymanowſki mehr und
(ßerſten Modernismus gefolgt, nicht immer zu ſeinem
Vor=
er eine außerordentliche ſchöpferiſche Kraft verratend, die
eiſe das Intereſſe an ſeiner Perſönlichkeit und Entwicklung
kum. Frl. Irene Meher, die in „Schwarzwaldmädel” die
ſpielte, war auf dem Programm mit falſchem Namen
2ie heißt in Wirklichkeit Irene Senger.
Das Beſatzungsleiſtungsgeſetz.
p. Es erſcheint an der Zeit, eine Darſtellung der im Reichsgeſetze
vom 5. April 1927 enthaltenen Vorſchriften um ſo mehr zu geben, als
in den Zeitungen amtliche Aufforderungen zur Anmeldung bezüglicher
Anſprüche enthalten ſind.
Als Beſatzung gelten die im beſetzten rheiniſchen Gebiet
ſtehenden Beſatzungstruppen und die interallierte
Rheinlandoberkom=
miſſion, die von ihnen eingerichteten Dienſtſtellen ſowie die einzelnen
Angehörigen und das Gefolge der Truppe und der genannten
Dienſt=
ſtellen.
Der Vergütungsanſpruch gegen das Reich iſt gegeben für
Vermögensnachteile, die entſtanden ſind: 1. als Folge einer
unmittelbar gegen den Geſchädigten gerichteten Anforderung oder
Beſchlagnahme ſeitens der Beſatzung für deren Zwecke; 2. als
Folge eines ſonſtigen unmittelbar gegen den Geſchädigten gerichteten
Eingriffs der Beſatzung, der ſich nicht als Anforderung
oder Beſchlagnahme darſtellt; 3. durch Aufwendungen,
durch die ein zu vergütender Vermögensnachteil
gemin=
dert worden iſt, ſoweit die Aufwendungen die eingetretene Minderung
der Vergütungsverpflichtung des Reichs nicht überſteigen.
Als Vermögensnachteil gilt insbeſondere die Bewirkung von
Leiſt=
ungen, die im freien Verkehr regelmäßig nur gegen Bezahlung bewirkt
werden. Nicht vergütet werden Nachteile, die entſtanden ſind: 1. durch
Verhängung des Belagerungszuſtandes; 2. durch Verhängung von
Ver=
kehrsſperren aller Art und von Ein= und Ausfuhrverboten; 3. durch
Maßnahmen auf dem Gebiete des Melde=, Paß= und Ausweisweſens
des Vereins= und Verſammlungsweſens und der Briefzenſur; 4. durch
das Verbot der Herſtellung oder Verbreitung von Zeitungen (
Zeitſchrif=
ten), oder Verbreitung von Werken der Literatur und Tonkunſt ſowie
von Werken, der bildenden Künſte und der Photographie; 5. durch
Ausweiſung, Aufenthalts= und Zuzugsverbote und
Aufenthaltsbeſchrän=
kungen; 6. durch Maßnahmen, die die Ernennung, Verſetzung oder
Ab=
ſetzung von deutſchen Beamten betreffen; 7. den in Unterſuchungs= oder
Strafverfahren Beſchuldigten.
Hat bei Entſtehung des Nachteils ein Verſchulden des Geſchädigten
mitgewirkt, ſo finden die Vorſchriften des 8 254 BGB. über
Schadens=
verteilung Anwendung.
Nicht gewährt auch wird eine Vergütung, wenn Antragſteller durch
wiſſentlich falſche Angaben über eine für die Entſcheidung erhebliche
Tatſache oder durch unzuläſſige Beeinfluſſung von Zeugen,
Sachver=
ſtändigen oder einer mit Bearbeitung ſeines Antrags dienſtlich befaßten
Perſon eine ihm nicht zuſtehende Vergütung zu erlangen verſucht. Eine
Vergütung wird ferner inſoweit nicht gewährt, als Antragſteller der
Beſatzung gegenüber die nicht zutreffende Erklärung abgegeben hat,
daß er einen Vermögensnachteil nicht erlitten habe, es ſei denn, daß die
Abgabe dieſer Erklärung dem Antragſteller nicht als Verſchulden
an=
zurechnen iſt.
Ein Vergütungsanſpruch beſteht inſoweit nicht, als der Geſchädigte
anderweitig (von der Beſatzung oder aus Verſicherungsverhältnis)
Er=
ſatz erhielt, oder ohne erhebliche Schwierigkeit erlangen kann. Soweit
dem Geſchädigten ein Anſpruch gegen einen Dritten zuſteht, geht der
Anſpruch in Höhe der geleiſteten Vergütung auf das Reich über.
Eine angemeſſene Vergütung wird in Geld gewährt. Bei einem
Eingriff in einen Betrieb wird auch eine angemeſſene Grund= Kapital=
und Arbeitsrente ſowie Vergütung der toten Unkoſten gewährt.
Ent=
gangener Gewinn (auch Unternehmergewinn) wird nicht vergütet.
Die von den Landestegierungen oder deren Stellen für beſtimmte
Leiſtungen aufgeſtellten allgemeinen Vergütungsſätze ſind
für Bemeſſung der Vergütung maßgebend, es ſei denn, daß
der tatſächliche Wert der Leiſtung in offenbarem Mißverhältnis zu dem
allgemeinen Vergütungsſatze ſteht. Zahlungen, die bereits von einer
deutſchen Körperſchaft des öffentlichen Rechts geleiſtet wurden, ſind auf
die feſtgeſtellte Vergütung anzurechnen.
Die Gemeinden können gegen ſie gerichtete ſchriftliche
Anforderun=
gen der Beſatzung an einen Dritten mit der Aufforderung zur
Ausfüh=
rung weiterleiten. Der Dritte erwirbt aber alsdann keinen Anſpruch
an die Gemeinde, ſondern an das Reich, nach Maßgabe dieſes Geſetzes.
Die feſtgeſtellte Vergütung wird vom erſten Tage des auf die
Beendi=
gung der Leiſtung oder auf den Eintritt des ſchädigenden Ereigniſſes
oder auf die Aufwendung folgenden Monats ab mit 5 Prozent
jährlich verzinſt; die Zinſen werden zugleich mit der Vergütung bezahlt.
Der Anſpruch auf Vergütung iſt übertragbar und
ver=
erblich. Er iſt inſoweit unpfändbar, als der Geſchädigte der
Ver=
gütung bedarf, um die Erſatzbeſchaffung oder die
Wieder=
herſtellung von Sachen vorzunehmen, die nach 8 811 Zibil=
prozeßordnung bei ihm unpfändbar ſind. Unpfändbar iſt
auch der Betrag einer als Arbeitsrente oder für Leiſtung von Dienſten
zu zahlenden Vergütung, der als Arbeits= oder Dienſtlohn unpfändbar
ſein würde. (§ 850 Zivilprozeßordnung.) Kann eine Vergütung nach
dieſem Geſetz für einen Beſatzungsſchaden nicht gewährt werden, ſo
kann (nicht muß), wenn in der Verſagung eine beſondere Härte liegt,
der Reichsminiſter für die beſetzten Gebiete eine Vergütung gewähren.
Sehr wichtig für die noch beſetzten Teile des Reichsgebietes iſt 8 18:
„Die Anmeldung des Vergütungsanſpruchs hat bei Vermeidung des
Ausſchluffes innerhalb eines Monnats nach Beendigung der Leiſtung
oder nach Eintritt des ſchädigenden Ereigniſſes, oder nach der
Aufwen=
dung bei einer Feſtſtellungsbehörde oder bei einer Gemeindebehürde
ſchriftlich oder zu Protokoll zu erfolgen; die Gemeindebehörden können
Vergütungsanſprüche nur bei einer Feſtſtellungsbehörbe anmelden. Iſt
der Anſpruchsberechtigte an der rechtzeitigen Anmeldung durch einen
von ihm nicht zu vertretenden Umſtand verhindert worden, ſo kann er
die Anmeldung nur innerhalb eines Monats nach Wegfall des
Hinder=
niſſes nachholen. Den Nachweis der Verhinderung und des Zeitpunktes
ihres Wegfalles hat der Anſpruchsberechtigte zu führen.
Es will uns denn doch ſcheinen, daß dieſe Ausſchlußfriſt ſowohl wie
die Friſt zur Nachholung einer verſäumten Anmeldung entſchieden zu
gering bemeſſen iſt. Das Reich müßte hier den von Schäden
Betrof=
fenen entſchieden ein größeres Entgegenkommen beweiſen, da zu
befürch=
ten iſt, daß ſo kurz geſtellte Friſten in den Kreiſen der Intereſſenten
nur dazu angetan ſein dürften, böſes Blut zu machen und Verärgerung
hervorzurufen, die man beſſer hintanhielte.
Ueber das Verfahren wäre noch Nachſtehendes zu ſagen:
Ent=
ſcheidende Behörden ſind die Feſtſtellungsbehörden und das
Reichswirt=
ſchaftsgericht, die das Verfahren von Amtswegen zu betreiben haben.
Die Feſtſtellungsbehörde iſt zuſtändig, in deren Bezirk der
Vermögens=
nachteil eingetreten iſt. Gerichts= und Verwaltungsbehörden haben
Nechtshilfe zu leiſten. Die mündliche Verhandlung findet in
nicht=
öffentlicher Sitzung ſtatt. Die Feſtſtellungsbehörde entſcheidet nach ihrer
freien, aus dem geſamten Inbegriff der Verhandlungen und Beweiſe
geſchöpften Ueberzeugung. Die Entſcheidung ſelbſt hat eine Begründung
und die Belehrung über das zuläſſige Rechtsmittel zu enthalten. Das
Nechtsmittel der Beſchwerde iſt innerhalb eines Monats nach
Zuſtel=
lung des Feſtſtellungsbeſcheides bei der Feſtſtellungsbehörde ſchriftlich
oder zu Protokoll einzulegen; die Friſt iſt auch gewahrt, wenn
inner=
halb dieſer Friſt von 1 Monat die Beſchwerde beim
Reichswirtſchafts=
gericht eingelegt iſt.
Die Wiederaufnahme eines rechtskräftig abgeſchloſſenen
Ver=
fahrens iſt zuläſſig:
1. wenn die Unterlagen, auf denen der Feſtſtellungsbeſcheid beruht,
un=
richtig oder unvollſtändig waren, und der die Wiederaufnahme
Be=
treibende (Reich oder Anſpruchsberechtigter) ohne ſein Verſchulden
außerſtande war, im früheren Verfahren bis zum Ablauf der
Be=
ſchwerdefriſt die Berichtigung oder Vervollſtändigung der Unterlagen
herbeizuführen;
2. wenn der ergangene Beſcheid durch eine ſtrafbare Handlung
herbei=
geführt wurde, und wenn wegen dieſer eine rechtskräftige
Verurtei=
lung ergangen iſt, oder die Einleitung oder Durchführung eines
Strafverfahrens aus anderen Gründen als wegen mangels an
Be=
weis nicht erfolgen kann.
Der Antrag iſt innerhalb zweimonatiger Friſt bei der
Feſtſtellungs=
behörde zu ſtellen. Nach Ablauf von 2 Jahren ſeit der Rechtskraft des
Feſtſtellungsbeſcheides iſt er unſtatthaft.
Das Reichswirtſchaftsgericht entſcheidet nach dem in der
Verord=
nung vom 21. Mai 1920 in der durch Verordnung vom 30. Juli 1921
abgeänderten Faſſung vorgeſchriebenen Verfahren. Gegen das von
einem Senat des Reichswirtſchaftsgerichtes erlaſſene Urteil iſt
Rechts=
beſchwerde an den Großen Senat dieſes Gerichtes zuläfſig, die binnen
1 Monat nach Urteilszuſtellung einzulegen iſt. Für ſie iſt
Anwalts=
zwang vorgeſchrieben, ſoweit nicht das Reich das Rechtsmittel verfolgt.
Im letzteren Falle muß die Rechtsbeſchwerde vom Vertreter des Reichs
beim Reichswirtſchaftsgericht unterzeichnet ſein.
Das Verfahren vor der Feſtſtellungsbehörde iſt koſtenfrei. Für das
Verfahren vor dem Reichswirtſchaftsgericht gelten die Vorſchriften der
Verordnung vom 13. Februar 1924.* Die außergerichtlichen Koſten
werden dem Antragſteller inſoweit erſtattet, als ſie durch unbegründete
oder unzuläſſige Anträge oder Beſchwerden des Vertreters des Reichs
erwachſen ſind und zur zweckentſprechenden Rechtsverfolgung
notwen=
dig waren.
Das Geſetz iſt am 22. April 1927 in Kraft getreten.
— Zentralverband deutſcher Kriegsbeſchädigter und
Kriegerhinter=
bliebener e. V., Ortsgruppe Darmſtadt. Auf die am Samstag, den 30.
November, abends 8 Uhr, in der Reſtauration „Kleber”, Ludwigsplatz,
ſtattfindende Monatsverſammlung machen wir hiermit nochmals
auf=
merkſam. Der Wichtigkeit halber wird um vollzähliges und pünktliches
Erſcheinen gebeten.
Sonntag, vormittags 11½ Uhr. Karl Heerdegen Preise 1—2 Rm. Weimar
(18666
— Orpheum — Märchentheater. Am kommenden Sonntag, den
1. Dezember, gelangt nun das von den Kindern ſo langerwartete
Mär=
chen „Froſchkönig” in 3 Akten von Agnes Komendea zur Aufführung.
Das Märchen, das überall ausverkaufte Häuſer erzielte, dürfte auch
ſicher hier ſeinen Erfolg nicht verfehlen. Die Hauptrollen werden durch
Frl. Anni Born Elsbeth), Frl. Erna Volz (Prinzeſſin Salome) und
durch Herrn Hans Ausfelder jr. (Prinz Freudenreich, der Froſchkönig)
beſtens dargeſtellt. Der Vorverkauf der Karten beginnt ab heute im
Verkehrsbüro und Hugo de Waal, Rheinſtraße, und empfiehlt es ſich,
da rechtzeitig gute Plätze zu ſichern.
— Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Darmſtadt veranſtaltet ihr
Dekorierungsfeſt am 11. Januar 1930. Namhafte Künſtler
haben ihre Mitwirkung bereits zugeſagt. Gäſte in allen Teilen des
Klubgebiets werden in großer Zahl erwartet.
OG
Boce
gegen
Husten,
Heiserkeit
VI15589
p. Der Landfriedensbruch in Pfungſtadt vor der Großen
Straf=
kammer. Das Urteil. Das geſtern nachmittag verkündete
Ur=
teil lautet dahin: Die Berufung der Staatsanwaltſchaft
und der Angeklagten werden zurückgewieſen. Das Gericht
erachtet, wie näher ausgeführt wird, den Tatbeſtand des 8 125 St. G.B.
als erfüllt. Die geringere Menge der Nationalſozialiſten erſchien als
der angegriffene Teil. Unzweifelhaft hatte ſich eine große Menge
zu=
ſammengerottet. Die Angeklagten hatten an dieſer Zuſammenrottung
ſich beteiligt und waren in der Menge mitgegangen. Tätlichkeiten
wur=
den gegen einzelne Nationalſozialiſten begangen. Zwei Gruppen ſind
in dieſer Zuſammenrottung zu unterſcheiden. Die Nationalſozialiſten
ſuchten als Angegriffene auf Kommando Rückendeckung an der Mauer
zu nehmen. Bei Jak. Haſſenzahl iſt es bei der Freiſprechung der erſten
Inſtanz geblieben. Hch. Huxhorn 2 iſt in keiner Weiſe als Rädelsführer
hervorgetreten. 8 2N St.G.B. (Schlägerei) kam nach Anſicht des
Ge=
richts nicht zur Anwendung.
Ausſtellung Makhilde Skegmayer.
Als Mathilde Stegmaher das Ergebnis ihrer Pariſer Reiſe
bor=
zeigte, war es erſtaunlich. Sie hatte es verſtanden, das
Farbengetüm=
mel dieſer Stadt zu malen und ihre verwirrende Regſamkeit
darzu=
ſtellen. Sie hatte jene Luft von Paris wiederzugeben vermocht, die
heiter, in der Sonne glänzend wie ein greifbarer Stoff, ſeltſam
elektri=
ſierend über den Dingen und den Menſchen liegt.
Die Aquarelle, die Mathilde Stegmayer zurzeit in der Bücherſtube
Bodenheimer ausſtellt, halten den Vergleich mit der Pariſer Ernte
nicht ganz aus. Während die Künſtlerin das Temperament der
Welt=
ſtadt in allen Nüancen ſeiner Stimmung trefflich zu ſchildern gewußt
hatte, vermochte ſie das bei den Landſchaften des Luganer Sees nicht in
gleicher Vollendung zu erreichen. Dennoch ſind die Blätter friſch=farbig
und lebendig. Immer klingt bei Mathilde Stegmayer Zeichnung und
Farbe zur Schönheit zuſammen. Die Landſchaften ſind mit jener
Ge=
ſchicklichkeit gemalt, die ja von jeher die Arbeiten der Künſtlerin
aus=
gezeichnet hat, wenngleich auch das Charakteriſtikum der Landſchaft des
Südens mit dem flammenden Farbenſpiel und der unſerer Gegend mit
ihrer Herbheit hmter dieſer „Schönheit” der Blätter zurückbleiben
mußte.
— Goldene Hochzeit. Der 25. November geſtaltete ſich für das
Ehe=
paar Oberlandesgerichtsrat i. R. H. Sandmann und Frau Johanna,
geb. Seitz, zu einem hohen Freuden= und Ehrentag. Konnten ſie doch
die ſo ſeltene Feier einer harmoniſchen glücklichen 50jährigen Ehe in
beneidenswerter körperlicher und geiſtiger Friſche im Kreiſe von 4
Kin=
dern, 4 Schwiegerkindern, umgeben von einer Schar von 12 Enkeln
und lieben Verwandten, fröhlich begehen. Auch an zahlreichen
Ehrun=
gen von fern und nah, von Kollegen und Bekannten fehlte es nicht,
die ſchon am Morgen die Wohnräume in einen Blumengarten
verwan=
delten. Se Königliche Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwig ſandte
mit einem Glückwunſchſchreiben ſein Bild mit eigenhändiger Unterſchrift,
im Namen der Stadtverwaltung gratulierte Oberbürgermeiſter Mueller,
Prälat D. Dr. Diehl übermittelte die Segenswünſche des Evangeliſchen
Landeskirchenamts, Pfarrer Rückert brachte als Hochzeitsgabe der
Paulusgemeinde einen ſchönen Bibeldruck, der Verband Alter
Wingol=
fiten und die aktiven Verbindungen in Gießen und Darmſtadt ſowie
der hieſige Wingolfſtammtiſch erfreuten das Jubelpaar mit ſinnigen
Ge=
ſchenken, eine Deputation des Kriegervereins 1874 unter Führung von
General von Hartmann ehrte das langjährige Mitglied wit einem
prächtigen Blumenarrangement, und eine Freude ganz beſonderer Art
bildete die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten, von
Hinden=
burg. Kurz, es war für das verehrte Jubelpaar ein „Feſttag hell und
klar, ein wunderſchöner Tag im Jahr‟! — Möge ihm noch manches
frohe Jahr beſchieden ſein!
— Das Stiftungsfeſt des Darmſtädter Schwimmklubs „Jung=
Deutſch=
land” findet am 26. Januar ſtatt.
Uberwinde Schwäche und Abgespanntheit mit Sanatogen:
es gibt neue Kraft.
Dr. med. Bodenstein in Steinach schreibt:
„Sanatogen leistet in Rekonvaleszenz nach verschiedenen
Krankheiten geraderu Erstaunliches in punkto Kräftigung des
der Nervensubstanz.
Organismus.*
Ein anderer Arzt, Dr. med. Steiner in
Krems, sagt in seinem Urteil über
Aanatz
Sanatogen:
Die Patzenten blähten förmlich auf. Nähr-n. Kräftigungsmittel für Körper md Nerven, und Wohlergehen ab.
So energlsch und deutlich fühlbar ist die stärkende und belebende Einwirkung
des Sanatogens auf den geschwächten Organismus bei Erschöpfungsruständen
jeder Art. Sie findet ihre Erklärung durch das Zusammenwirken der lebens
wichtigen Bestandteile des Sanatogens: Eiweiß — reinster, höchstwertlgen
Nährstoff — und Glycerophosphat, nstürliches und ursprüngliches Baumiſtel
Verbessere auch Du Deine Gesundheit, beotuns
heute Sanatogen zu gebrauchen, dann wirst Dn bald
v neue Kraft und Lebensfreude gewinnen, und von
Deiner Gesundheit hängt doch Dein ganzes Cidd
Seite 6
Donnerstag, den 28. November 1929
Aus der Tierſchutzbewegung.
(Vergleiche Nr. 322 vom 20. November.)
II.
Eine weitere, nicht minder wichtige Aufgabe — nicht bloß für
Tier=
freunde und Tierſchützer, ſondern auch für den praktiſchen Landwirt —
iſt die Pflege ſeines Rindviehes, der Schweine und Ziegen, des
Haus=
geflügels, ſowie von Hund und Kätzchen. Wenn wir hier auch nach
Natur der Sache mehr den tierſchützleriſchen Standpunkt vertreten,
ſo greift derſelbe doch in mehr als einer Beziehung auf die
nutzbrin=
genden und wirtſchaftlichen Geſichtspunkte über. „Tiere pflegen und
ſchützen, heißt Menſchen nützen.” Ich weiß dieſen Ausſpruch nicht beſſer
zu deuten, als wenn ich mich zum Interpreten der in Tierſchutzkreiſen
beſtens bekannten Tierchützerin und Tierſchriftſtellerin Frau
Oberbür=
bürgermeiſters Hedwig Rodatz=Maß mache, die in einem mir zugeſandten
Artikel etwa das Folgende ausführt:
„Mehr Stallhygiene! Durch die rationelle Bewirtſchaftung und
Ausnutzung des Bodens wird leider den Nutztieren (Rind, Ziege, Schaf,
Schweine, Gänſe) der Weidegang immer mehr entzogen. Auch ſteht
die verfeinerte Ziviliſation unſerer Zeit dem Austreiben des Viehes
auf die Weide ablehnend, ja feindlich gegenüber, der eine beklagt ſich
über den verurſachten Schmutz und Geruch, der andere über das
mun=
tere Treiben der Tiere. So ſind ſie alſo jahraus, jahrein an den
dumpfen, oft lichtloſen Stall gefeſſelt. Geſundheitlich und
volkswirt=
ſchaftlich betrachtet, bedeutet dies für das Vieh und ſeine Beſitzer einen
eminenten Schaden, denn die Folgen dieſer unnatürlichen Lebenshaltung
ſind unüberſehbar und rächen ſich über kurz oder lang bitter:
Tuber=
kuloſe, Knochen= und Hufkrankheiten, Viehſeuchen u. a. m. ſind die
un=
ausbleiblichen Begleiterſcheinungen. Die beſte Heilerin iſt und
bleibt die Natur ſelbſt, die Einwirkung von Licht, Luft und
Sonne draußen auf der Weide, wo das Tier ſeine Bewegung hat und
keine Krankheitsſtoffe im Körper aufſpeichert. Mit Impfungen und
Medikamenten allein werden wir der Viehſeuchen nicht Herr.”
Ich las jüngſt einen Ausſpruch eines Stadtrats über das Stadion:
„Was wir hier für das Stadion ausgegeben haben, das werden wir
doppelt und dreifach an Krankenhäuſern ſparen.” Und die Parallele:
Weil man den Kuhhirten aufgegeben hat, darum überall Schildchen:
Maul= und Klauenſeuche! Darum ſchafft Tummelplätze nicht bloß für
die Menſchen, ſondern auch für das Vieh! Es muß noch Raum
vorhan=
den ſein auf dieſem Planeten für jedes Lebeweſen, das für den erſteren
leidet.
Außer dem Aufenthalt im Freien iſt natürlich auch vor allen
Din=
gen Reinlichkeit in den Ställen nötig, denn die Seuchenfrage iſt in
erſter Linie eine Frage der Stallhygiene! Warum ſind die
Menſchen=
ſeuchen in den letzten Jahrzehnten auf ein Minimum geſunken? Weil
die Hygiene, die Reinlichkeit privater= und behördlicherſeits gründlich
eingeſetzt hat. — Wie ſieht es aber oft in den Ställen aus? Sie
ſtrotzen vor Unſauberkeit; ihre Feuchtigkeit, Lichtloſigkeit und die Luft
verpeſtenden Gerüche ſind wahre Brutſtätten für Bakterien aller Art.
Kommen dann die Tiere einmal an das Tageslicht, dann tappen ſie
umher, linkiſch und unbehölfen wie in einer fremden Welt, „ſtallblind”,
wie man auf dem Lande zu ſagen pflegt. Und nach kurzem Aufatmen
in freier Luft wieder zur kurzen Kette im dumpfen Stall! Man mache
ſich doch einmal klar, was das für ein junges, geſundes Tier bedeutet!
Das alles gilt auch für Schweine und Ziegen. Letztere, ein munteres,
übermütiges Tier, das auf den grünen Matten der Alpen die ſteilſten
Felſen erklettert, hier Tag für Tag an kurzer Kette, oft in einem Raum,
in dem es ſich kaum drehen kann. Iſt das nicht ein bejammernswertes
Bild!
Zwar iſt es bei den Großökonomen in unſerer und auch in anderen
Gegenden ſchon etwas beſſer geworden; man beginnt auch hier zum
— Fünftes Akademie=Konzert. Das Donnerstag, den 5. Dezember
d. J., 20 Uhr, im großen Saal des Städt. Saalbaus ſtattfindende
5. Akademie=Konzert iſt als Orcheſterkonzert Meiſtern des 17. und 18.
Jahrhunderts gewidmet. Soliſtiſch tritt die Berliner Altiſtin Paula
=Lindberg auf, die dem Darmſtädter Publikum durch ihre Erfolge
bei der Jubiläumstagung des Reichsverbands Deutſcher Tonkünſtler
und Muſiklehrer im vorigen Jahre nicht mehr unbekannt iſt. Paula
Lindberg wird eine Altkantate von Benedetto Marcello mit Begleitung
des Orcheſters hier erſtmalig zu Gehör bringen und in der zweiten
Ab=
teilung am Flügel, unterſtützt von Hofrat Paul Ottenheimer,
Lieder von Phil. Emanuel Bach und Joh. Seb. Bach. Der
Inſtrumen=
talverein (Orcheſter der Städt. Akademie für Tonkunſt) trägt unter
Lei=
tung des Städt. Muſikdirektors W. Schmitt eine Tanzſuite von
Gréty in der Bearbeitung von Felix Mottl und eine reizende
Sym=
phonie von Johann Chriſtian Bach vor. Alles in allem ſteht den
Be=
ſuchern ein äußerſt genußreicher Abend bevor. Karten von 1,50—6 Mk.
im Sekretariat der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr. 36,
Fernruf 3500.
— Mozart=Verein. Das Jubiläum der 25jährigen
Dirigententätig=
keit des Kapellmeiſters Friedrich Rehbock im Mozartverein gibt
dem Verein Veranlaſſung, ſeine Mitglieder, Freunde und die
muſik=
liebende Gemeinde Därmſtadts zu einem Feſtkonzert zu laden.
Dieſes findet am Montag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Großen
Hauſe des Landestheaters ſtatt. In einem erleſenen Programm tvill
der Mozart=Chor im Bunde mit dem Landestheater=Orcheſter ſeinem
Meiſter Ehre machen. Der Chor veranſtaltet am Samstag, den 14.
Dezember, im Mozart=Haus ſeinem verdienten muſikaliſchen Führer
einen Ehrenabend.
— Verein für das Deutſchtum im Ausland. Die Akademiſche
Orts=
gruppe, die eine immer regere Tätigkeit entfaltet, lädt die
Studenten=
ſchaft und alle Kreiſe der Bevölkerung ein zu einem Vortrag, der eine
ſachliche Belehrung geben ſoll über die für das Deutſchtum wichtige
Anſchlußfrage. Es iſt in hohem Grade feſſelnd, von einem
füh=
renden Politiker Oeſterreichs dieſe Frage beleuchtet zu ſehen. Es kommt
hinzu, daß der Vorſitzende, Staatsſekretär Enderes aus Wien, ein
hervorragender Redner iſt. Der Vortrag findet am Dienstag, den 3.
Dezember, im Saal 330 der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Eintritt 50 Pf.
(Siehe Anzeige.)
— Die Freireligiöſe Gemeinde veranſtaltet am 1. Dezember, abends,
im Mozart=Saal (Schulſtraße) eine Sonntagsfeier. Pred. Guſt.
Tſchion=Wiesbaden ſpricht über das Thema: „Zwiſchen Totenfeſt
und Weihnachten”. Muſik und Geſang umrahmen die Veranſtaltung.
Jedermann iſt freundlichſt eingeladen! Unkoſtenbeitrag 50 und 30 Pfg.
Mitglieder freien Eintritt. (Siehe Anzeige.)
— Volkshochſchule. Nach dem ſchönen Verlauf unſeres
Volkshoch=
feſtes wollen wir auch den Kindern unſerer Mitglieder und Hörer eine
Freude bereiten. Am Samstag, den 30. November, nachmittags
4 Uhr, wird Frau Joſie Jacob im Feſtſaal des Realgymnaſiums,
Kirchſtraße 22, Märchen (mit Lichtbildern) erzählen. Der
Ein=
tritt iſt frei. Auch Erwachſene haben Zutritt.
— Skikurſe des Skiklubs Darmſtadt=Obenwald. Für den
kommen=
den Winter ſind neben kleineren Sonntags=Skikurſen wie in den
Vor=
jahren verſchiedene größere Kurſe geplant. Die Jugend=Skikurſe
wer=
den in den Weihnachtsferien im ſüdlichen Schwarzwald durchgeführt.
Da der Andrang zu dieſen Kurſen vorausſichtlich wieder ſehr groß
ſein wird und die Darmſtädter Hütte für einen Kurſus von etwa 70
bis 80 jugendlichen Teilnehmern nicht genügend Raum bietet, ſo
wer=
den zwei getrennte Kurſe in Steig bei Hinterzarten und Falkau bei
Altglashütten dürchgeführt. Beide Orte liegen 1000 Meter hoch, ſo
daß man bei entſprechender Wetterlage vorausſichtlich mit günſtigen
Schneeverhältniſſen rechnen kann. Die Darmſtädter Skihütte bleibt über
die Weihnachtsfeiertage und die anſchließenden Ferien hauptſächlich für
Erwächſene vorbehalten. Nach Bedarf finden in dieſer Zeit Führungs=
und Anfängerkurſe ſtatt. Ferner iſt auf der Darmſtädter Skihütte für
die Zeit vom 19. bis 25. Januar 1930 ein Kurſus für Anfänger und
Fortgeſchrittene vorgeſehen. Der zweiwöchige Hauptſkikurſus des Klubs
wird in der Zeit vom 2. bis 15. Februar 1930 in Riezlern bei
Oberſt=
dorf im Algäu durchgeführt. Als Unterkunft der Kurſusteilnehmer
dienen dort das neue Haus der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ſowie
verſchiedene Hotels. Die Anmeldungen für die Weihnachtsferienkurſe
in Steig, Falkau und Darmſtädter Hütte ſind bis zum 8. Dezember,
für den Kurſus auf der Darmſtädter Skihütte vom 19. bis 25. Januar
1930 bis zum 8. Januar 1930 und für den Hauptſkikurſus in Riezlern
bis zum 15. Januar 1930 im Sporthaus Adelmann, wo auch nähere
Auskunft erteilt wird, in dort aufliegende Liſten einzutragen.
— Wanderklub „Falke‟. Nächſten Sonntag, den 1. Dezember, findet
die 13. Wanderung, welche die letzte Wanderung für dieſes Jahr iſt,
ſtatt. Es iſt, wie alljährlich, eine Halbtagswanderung und führt in die
nähere Umgebung Darmſtadts. Der Weg führt uns diesmal auf
Um=
wegen durch die Waldkolonie, über den Gehaborner Hof nach
Weiter=
ſtadt. Daſelbſt findet im Gaſthaus von Herrn Gg. Linnert die
Früh=
ſtückspauſe ſtatt. Von hier geht der Heimmarſch über die Täubches
Höhle nach Darmſtadt. Näheres über Abmarſch und Rückkehr ſiehe
Anzeige.
alten guten Brauch zurückzukehren und gibt den Tieren wieder die
Frei=
heit auf luftigen, ſonnigen Weiden. „Iſt’s irgendwo ein Paradies
für Tiere, nun, ſo iſt es dies!” Wie ſtolz und ſelbſtbewußt iſt doch das
Alpenvieh, wenn es ſeine Glocke trägt und ſich frei auf ſonniger Weide
tummelt! Hoffentlich bricht ſich auch in unſeren ländlichen Kreiſen
die Erkenntnis immer mehr Bahn, den Tieren nach Möglichkeit das
koſtbarſte Gut zu geben: die Freiheit! —
Und geht es den übrigen Tieren nicht ähnlich? Kaninchen, Gänſen,
Enten und nicht zuletzt dem Kettenhund! Eine alte Kiſte in einem
finſteren Winkel, davor ein Drahtgitter und drinnen 12 oder mehr
Ka=
ninchen! Stinkender, jauchedurchtränkter Bodenbelag, auf den ihr
kärg=
liches Futter hingeworfen wird. Oft werden ſie auch ganz vergeſſen.
Und wie ſieht es mit den Gänſen zur Zeit der Maſt aus? Nicht ſelten
mit den Füßen aufgenagelt (1), ſitzen ſie in Käſten, unbeweglich,
wochen=
lang, gequält mit „Stopfen und Nudeln” bis ſie endlich der Tod
er=
löſt. Und das alles wegen der krankhaft angeſchwollenen Leber und
dem nach ritueller Vorſchrift zu verwendenden Fett! Wann werden
endlich dieſe Qualen und Martern, dieſe Art des Gänſemäſtens und
Stopfens polizeilich und geſetzlich verboten?
Wie oft haben wir ſchon an dieſer und anderen Stellen das
trau=
rige und bejammernswerte Los des Kettenhundes beklagt, qualvoll im
Sommer wie im Winter. Immer wieder müſſen wir verlangen, daß
ihm die Freiheit gegeben wird, und daß er in ſeiner Hütte gegen
jeg=
liche Unbill der Witterung — Hitze und Kälte — geſchützt und ihm
vegelmäßig Nahrung gereicht wird. Und auch du, Schäfer und Hirte,
wenn du kein Mietling ſein willſt, vergiß deinen Wachter nicht, der
Tag und Nacht treu bei dir aushält; ſorge ihm für ein warmes,
ge=
ſchütztes Nachtlager und für ausreichende Nahrung! —
Noch vieles wäre zu ſagen, doch der zur Verfügung ſtehende Raum
gebietet Einſchränkung und läßt uns das große Gebiet nur ſkizzenhaft
und andeutungsweiſe behandeln; für den Einſichtigen dürfte es jedoch
reichen. Soviel ſteht aber feſt: Wenn wir nicht die Unterſtützung, den
Schutz und die Mitwirkung der landwirtſchaftlichen Kreiſe, der
Behör=
den und der Aufſichtspolizei erlangen, daß Stallreviſionen,
Beaufſich=
tigung und Kontrolle im großen Maßſtabe ſtattfinden, ſolange iſt
durch=
greifende Beſſerung und Wandel zu ſchaffen unmöglich. Möge deshalb
auch endlich bei uns wie ſchon längſt in anderen Städten bei hoch und
niedrig, bei führenden Männern und der breiten Maſſe das warme
Intereſſe ſich regen, das dieſe große Kulturaufgabe erheiſcht!
Und nun zum Schluß noch ein kurzes Wort für Hund und Kätzchen
und für die uns ferner ſtehenden Tiere. Wir richten wiederholt an
alle Hunde= und Katzenbeſitzer die ebenſo herzliche wie dringende Bitte,
keines dieſer Tiere dem furchtbaren Schickſale des Ausſetzens und
ſo=
mit einem grauſamen Hungertode preiszugeben. Vor allem ſei man
barmherzig gegen die jungen Tiere und gebe ihnen, wenn nicht anders
möglich, einen ſchnellen und ſchmerzloſen Tod. (Kätzchen durch
Chloro=
form, Hunde eventuell durch einen Schlag auf den Kopf.)
Die Zeit des harten Winters naht! Drum Tierfreunde, Weidmann
und Forſtmann, vergeßt eure Pflicht nicht gegen die gefiederte
Vogel=
welt und die Tiere des Feldes und Waldes und deckt ihnen den Tiſch
auch in der kargen Jahreszeit, ſie werdens euch lohnen! Beweiſt durch
die Tat das Bibelwort: „Laſſet uns Gutes tun an jedermann, — auch
an den Tieren!” Wer Tiere pflegt und ſchützt, der hat auch ein
war=
mes Herz für ſeine Mitmenſchen; wer dagegen hartherzig gegen Tiere
iſt, wird nie Nächſtenliebe üben. Denn die Hauptaufgabe iſt nicht nur
Tierſchutz als ſolcher, ſondern die: Durch den Tierſchutz den
Volks=
charakter zu läutern, den Einzelnen ſittlich zu heben und mit ihm die
Nation, das Volk ſelbſt zu veredeln.
— Jubiläumskonzert der Sängerluſt 1849 am 30. November, abends
im Konkordiaſaal, Waldſtraße 33. Die Vortragsfolge dürfte
Muſik=
liebhaber und Muſiker in hohem Maße intereſſieren, Chöre und
Lie=
der vertreten die jetzt ſich ſtark durchſetzende Richtung der kurzen
Lied=
form. Arnim Knab iſt bereits anerkannt. Franz Willms=Mainz
ſtellt ſein Schaffen zum erſten Male zur Diskuſſion. In ſeinen
Be=
arbeitungen alter Lieder für Männerchöre verrät er eine meiſterliche
Beherrſchung des Kontrapunktes und eine ſeltene Vertrautheit mit dem
Männerchorweſen. Seine Gattin ſingt die von ihm komponierten
Solo=
lieder, deren Begleitung am Steinway ſind Son=Flügel bei dem Autoren
ſelbſt ſicher in den allerbeſten Händen liegt. Von großem Intereſſe
dürfte weiterhin ſein, daß beide Autoren der Vortragsfolge bei dem
Konzert anweſend ſind. Karten ſind in den Muſikalienhandlungen von
K. Arnold Sohn, Wilh. Heß und Chriſtian Arnold zu haben.
Aut Aatz
Haden Hande
fühlen Sie sich als neuer Mensch. Die
erschlaff-
ten Zellen wiederbeleben sich rasch, die
ur-
sprüngliche Energie kehrt wieder zurück und
gibt ihnen Lebensfreude und Schaffenskraft.
Aalieks
der köstliche, erfrischende Nährtrank aus
Voll-
milch, gemälzter Gerste und Weizen, ersetzt
die Substanzverluste sofort.
Horlicks ergänzt die tägliche Kost.
Millionen Menschen trinken regelmaßig Horlicks.
Es gibt nichts Besseres für Kinder, Sportsleute
und Rekonvaleszenten. • Auch Sie sollten
ein-
mal eine Woche lang Horlicks probieren.
Sie können Horlicks auch in Tabletten
als köstliche Näscherei stets bei sich
führen. (Nicht auflösen.)
/ zu haben in Apotheken und Drogerlen in
F Packungen zu Mk. 4.—, 2.20 und 1.—.
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Horlicks-Vertriebsgesellschaft m. b. H., Frankturt a. Main
— Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft E. V. unternimmt
am kommenden Sonntag, den 1. Dezember, ihre letzte Wanderung
im Vereinsjahre 1929. Der Abmarſch erfolgt Ecke Rhönring und
Kra=
nichſteinerſtraße nach dem Jagdſchloß Kranichſtein, Dianaburg,
Bayers=
eich, Forſthaus Krauſe=Buche nach Langen. Marſchzeit 3 Stunden. Die
Führung haben die Herren Peter und Franz Heiligenthal übernommen.
(Näheres in der Geſchäftsſtelle.)
— Chriſtlicher Verein Junger Männer, Darmſtadt, e. V. In
Fort=
ſetzung unſerer Betrachtung des Lebens Jeſu nach den Richtlinien, die
der Weltbund für die ganze Erde herausgegeben hat, behandeln wir
heute abend in unſerer Bibelbeſprechſtunde das Thema „Der Adel des
Dienſtes” (Matth. 20, Vers 25—28). Alle jungen Männer, die ſich in
das Leben Jeſu vertiefen wollen, ſind herzlichſt dazu eingeladen.
Lokale Beranſtalkungen
— Ortsgewerbeverein und
Handwerkervereini=
gung Darmſtadt. Heute abend um 8 Uhr ſpricht Herr Dr.
v. Gerhardt aus Frankfurt a. M. in unſerer 2.
Winterverſamm=
lung im „Fürſtenſaal” (Grafenſtraße) über das hochintereſſante Thema:
„Entſtehung und Weſen des Geldes in ſeinem
Ver=
hältnis zum Wert und Preis der Güter”.
Tageskalender für Donnerstag, den 28. November 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr, C 9: „Weh dem,
der lügt” — Kleines Haus, 20 Uhr: Konzert zu Gunſten der
Arbei=
terwohlfahrt. — Orpheum, 20.15 Uhr: „Schwarzwaldmädel”.
Konzerte: Schloßkaffee, Rheingauer Weinſtube. —
Oden=
waldilub, 20.15 Uhr, in der Aula des Realgymnaſiums:
Licht=
bildervortrag. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia.
Aus heſſen.
Cp. Pfungſtadt, 27. Nov. Odenwaldklub. Die hie
gruppe des Odenwaldklubs hielt dieſer Tage eine Verſammlu
ſich u. a. mit der Feſtlegung des Wanderplanes für das
neu=
faßte. — Die Stadtkaſſe weiſt darauf hin, daß die B
elektriſchen Strom und Zählermiete für November bis zum 9.
zu entrichten ſind.
(k) Roßdorf, N. Nov. Säuglingsberatungsſtu
Donnerstag, den 28. d. M., nachm. von 3—4 Uhr, findet
beratungsſtunde in der Kleinkinderſchule ſtatt. Herr Dr.
mann wird ebenfalls anweſend ſein. — Einwinteru
Waſſerleitungen. Die Bürgermeiſterei fordert die
auf, die Waſſermeſſer vor Eintritt von Froſt rechtzeitig
ſor=
zuwintern, um ſich vor Wiederholungen von Schäden, wie ſie
Winter vorgekommen ſind, zu ſichern. — Bautätigkeit.
tätigkeit in unſerer Gemeinde, die in dieſem Jahre anfär
ſchwach einſetzte, hat erfreulicherweiſe doch noch einen zufriede
Umfang angenommen. Insgeſamt wurden 8 Gebäude erſtellt,
6 bezugsfertig wurden. Außerdem wurde eine Anzahl Neut
Wohngebäuden vorgenommen und dadurch neue Wohnungen
was ebenfalls zur Entlaſtung des Wohnungsmarktes beitrug.
licher Unfall. Am Montag nachmittag wurde der A1jä
wig Reiß aus Ober=Ramſtadt, z. Z. in Zeilhard wohnhaft,
bruch des Baſaltwerks Roßdorf der Odenwälder
Hartſtei=
tödlich verletzt. Reiß zwickte mit einem 1,60 Meter langen
in Höhe von etwa 2 Meter über der Bruchſohle eine losſtel
Meter hohe Steinſäule ab. Dem gelöſten Steinmaterial kont
raſch genug entweichen und wurde von einem etwa 3 Zentne
Stein im Rücken getroffen, der ihn derart verletzte, daß
de=
bald eintrat.
* Roßdorf, 27. Nov. Am nächſten Sonntag, den 1. Ad
mittags und abends veranſtaltet der hieſige Frauenverein zu
Herſtellung der Kirche in den Räumen des Gaſthauſes „Z.
einen großen Verkaufstag. Die wochenlangen, umfangreichen
tungen haben eine Fülle von wertvollen Spenden aller Art
guten Zweck zuſammengebracht, ſo daß ſich Hunderte mit Sc
Nützlichem, namentlich für Weihnachtsgeſchenke, verſeher
Neben dem Vielen, was die Gemeindeglieder beſchert und
ſelbſt gearbeitet haben, haben auswärtige Firmen und Fr
Verkaufstag mit ihren Spenden bedacht, ſo daß die Verkaufsſ.
lich ausgeſtattet ſind. Mit den Verkaufsräumen werden Kaf 5
und Bierſtuben verbunden. Die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G.
triſche Kochherde und Kochmaſchinen freundlichſt zur Verfügu
Geſang, Gedichtvorträge, Kinderſpiele und Reigen ſollen
Unterhaltung dienen.
G. Ober=Ramſtadt, N. Nov. Gemeinderatsſitzu
nerstag, den 28. November, abends 8 Uhr, findet auf dem Re
öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
Cd. Michelſtadt, 27. Nov. Odenwälder Vereinig
Kunſt und Wiſſenſchaft. Vor einer erfreulicherweiſe
reichen Zuhörerſchaft ſprach am vergangenen Freitag Herr
direktor Dr. Kaiſer aus Stuttgart über Hormone. Der A
erläuterte zunächſt einmal die Begriffe „Hormone” und „Orge
Trotzdem die Anſchauungen, daß beſtimmte Organe ganz typi
ſchaften und Wirkungen haben, die man ſich durch Einnehr
Organe zunutze machen kann, uralt ſind, hat ſich die wiſſ
Medizin mit der intenſiven Erforſchung dieſer Tatſachen erſt
25 Jahre näher abgegeben. Nach eingehender Würdigung de
lichen Entwicklung dieſes Fragenkomplexes kam der
Vortrage=
wichtigſten bekannten Hormone (Adrenalin und Interenin),
drüſen= und Nebenſchilddrüſenhormon (Thyroxin und Par
das Pankreashormon (Inſulin), die Hypophyfenhormone (V
Hinterlappenpräparate), die Keimdrüſenhormone, die Inkrete
musdrüſe und der Zirbeldrüſe, ſowie anſchließend einige
mehr ſynthetiſcher Natur (Sekretin, Leberhormone, Hab
Herzhormon), wobei beſonders der hormonartigen Wirkung
und deren einſchneidender Bedeutung — ausführlich gedac
Immer wieder ſtellte der Vörtragende die großen Erfolge der
ſcher und deutſcher Induſtrie in den Vordergrund ſeiner Er.
Der =Boxtrag ſelbſt wurde durch Vorweifung zahlreicher en=
Präparate und Beſprechung der ihnen zukommenden Wirk
dem Laien verſtändlich gemacht. Reicher Beifall lohnte die
und bis zum letzten Augenblick feſſelnden Ausführungen de
Am nächſten Freitag ſpricht Herr Dr. Menninger aus
über: Weſen und Geſchichte des neuen Theat
Vortrag findet mit Lichtbildern ſtatt.
— König i. Odw., N. Nov. Die hieſige Freiwillige Feu
geht am 12., 13. und 14. Juli nächſten Jahres das 50jähr
feſt ihres Beſtehens. Vor jetzt 50 Jahren waren es eine ſta.
achtbarer Männer unſerer Gemeinde, darunter der ſpäte
meiſter Büchner, der Gemeindeaufſeher Fleckenſtein, Le.
mermann u. a. m., welche als Erſte den Wert und die Bed G
Feuerwehr erkannten und die Wehr gründeten. In dieſer I
hat ſich die Wehr jederzeit zur Zufriedenheit der Gemeink
getreu ihrem Wahlſpruche „Gott zur Ehr und dem Nächſten
Aus Dankbarkeit und Anerkennung nimmt die ganze Gem
und freudig Anteil an der Feier, deren Vorarbeiten jetzt
ginnen, in der angenehmen Erwartung, daß viele auswärtig Re
den und Vereine den feſtgebenden Verein und unſer HF
befuchen.
Cf. Birkenau, V. Nov. Geſellenprüfung. Se
Heſſ. Handwerkskammer Darmſtadt fand am Sonntag die erſt
prüfung innerhalb des neugegründeten Ortsgewerbevereins
ſtatt. Die Prüfung ſelbſt ſtand unter der Leitung des Vorſ
fungsausſchuſſes, Herrn Friſeurmeiſter Adam Schmitt 0
wurde in Gegenwart des Syndikus Dr. Kollbach der Heſſ.
kammer durchgeführt. Sämtliche ausgeſtellten Geſellenſtücke
gemein Anerkennung. Anſchließend an die Prüfung fand
reichung der Geſellenbriefe ſtatt. Die Feier wurde von Schre
Ph. Jakob 1., dem 1. Vorſ. des Ortsgewerbevereins Birkena,
Hierauf ergriff Herr Dr. Kollbach=Darmſtadt das Wort un
mahnende Worte an die Junggeſellinnen und Junggeſell
Handwerk unerſchüitterliche Treue zu halten. Nach Herrn Bil
Jakob und einem von Junggeſelle Dietrich=Nieder=Liebersbad
genem Gedicht überreichte der Vorſitzende des Prüfungsaus!
Geſellenbriefe. Den Geſellenbrief erhielten: 3 Schneiderinne
ler und Tapezierer, 1 Schneider, 4 Schreiner, 1 Bildhauer,
1 Maſchinenſchloſſer, 2 Schloſſer.
— Waldmichelbach i. Odw., 27. Nov. Man ſchreibt uns
Abſchluß der vergangenen Woche trat hier eine vollſtändige 9
der ev. Lehrerſtellen an der hieſigen Schule ein. Der hier ſel.
ſehene Lehrer Vogel wurde lt, höheren Beſchluß nach Ober=
Oppenheim) und der Lehrer Hauburger nach Ilbenſtadt (1
berg) verſetzt. Wir ſehen dieſe Herren, welche hier im beit
nehmen mit der evang. Gemeinde ſich die Herzen der Kinder 3
gewußt haben, ungern ſcheiden, wünſchen ihnen aber in i9
Wirkungskreis ein ſegensreiches Fortkommen und höffen, og
in ihrem neuen Wirkungskreis dieſelbe Anerkennung finden
Durch die Verſetzung der beiden Lehrer nach hier wurde der
meinde die Gewißheit gegeben, daß auch die Schulbehörde imt
nis hat von der beſonders ſchweren Lage der evang. Gemeino!
michelbach, und wollen wir hoffen, daß auch die kommenden
als wahre Vertreter des Volksſtaates erweiſen und gar hal”
zu dem Herzen der Gemeinde finden.
A. Ober=Laudenbach, 27. Nov. Vortrag. Einen ſehr
ten Vortrag über die deutſchen Koloniſten in Rußland Me=
Hand von Lichtbildern der Deutſchruſſe Klaſſen. Ergriſe.
Schickſal und den Kämpfen dieſer Koloniſten, mag manch..
ſich ein Bild von dem Elend unſerer Stammesgenoſſen in. 2
macht haben, die trotz allen Anfechtungen ſich ihr Volksthn.
42. Wimpfen, 2. Nov. Gefellenprüfung. Dieſer
die Ueberreichung der Geſellenbriefe ſeitens des Ortsgei”
ſtatt. Sämtliche Prüflinge, acht an der Zahl, hatten die
ſtanden. Im Zuſammenhang mit der Ueberreichung der Oe
richteten u. a. Bürgermeiſter Sailer, Bäckermeiſter Feverade.
der Handwerkskammer) und Rektor Blitz von der Forchl
mahnende Worte an die Junggeſellen. Mit der kleinen Vel
Ausſtellung der Geſellenſtücke verbunden. — Die Einde!"
Wimpfen im Tal wird Ende der Woche Gegenſtand einer. bi
prechung ſein, zu der u. a. der Kreisdirektor des Kreiſ
erwartet wird.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 27. November. Rh
0,47, Kehl 1,64, Maxau 3,31, Mannheim 1,85, Maint. —N
ſchweinf
104, Kaub 100, Köln 1.10 Meter. — Main:
Würzburg 0,70, Lohr 1,00, Groß=Stetnheim 2,94, Frahill
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imer 330
Donnerstag, den 28 November 1929
Seite 7
ſe verhängnisvolle Autofalle bei Frei=Weinheim.
„eeinzigen Stelle auf dem linken Rheinufer, die auf dieſer
für das Verſchwinden der Koblenzer Zahnärzte und der
überhaupt in Betracht kommen konnte, ſofern man voraus=
der Rhein im Zuſammenhang mit dem Unglück ſtand, iſt
rück auch tatſächlich vorgekommen. Zwiſchen Mainz
im biegt nach dem Anfahren von Nieder=Ingelheim und Paſ=
Fhemiſchen Fabrik Boehringer nach einem geringen Anſteigen
Landſtraße nach Frei=Weinheim ab. Dieſe führt an einem
aſſerturm, der hier ſteht, vorbei. Ebenſo geht eine Verbin=
Sie von der Seite von Bingen her, alſo auf der anderen Seite
irm vorbei. Gs handelt ſich alſo um die ſchnurgerade
Land=
inzBingen und die abzweigende Straße nach Frei=
Wein=
n ihrem Beginn durch den Waſſerturm aus zwei Teilen
be=
dieſen drei Straßen entſteht ein kleiner Platz und dieſer
um ſo leichter irre, als gleich vornean an der Straße nach
ſeim einige Häuſer ſtehen und auf der anderen Seite der
ſern dſtraße ein dunkler, dichter Nadelholzwald ſteht. Durch den
Wald und das Abzweigen der zu Beginn außerordentlich breit
r Frei=Weinheimer Straße, kann der Antofahrer
ichtigem Wetter irregeführt werden, nie=
Ser bei klarem, gutem Wetter. Bei Nebel iſt es
zuieh hr leicht ſogar, daß ein Autofahrer, der von Mainz oder
rherankommt, und auf der Seite, wo die Straße abzweigt,
weiteres in dieſe hineinpaſſiert, auch getäuſcht durch die
viel=
s mriſſen undeutlich ſich erkennbar gebenden Gebäude. Dann
Füich ein Unglück ſehr leicht möglich, denn die ſchöne, breite,
g aufende Landſtraße nach Frei=Weinheim führt geradewegs in
. Sie geht bis an die abfallende Rollmauer des Rheinufers
yt in der Nähe der Fähre nach Oeſtrich=Winkel und der Lande=
Nöln—Düſſeldorfer Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft. Wer ſich auf
ſ, den er für den richtigen, den Rhein entlang, hält, befindet
orn zeiteres geradeaus fährt, kann nur unmittelbar in den Rhein
3 iſt nicht das erſtemal, daß ein Auto an
die=
le in den Rhein gefahren iſt. Etwa vor drei
Jah=
ſryn Auto in den Rhein. Da aber die Uferböſchung eine Un=
51fwies, blieb es hängen und die Sache ging noch glimpflich
luto= oder Motorfahrer ſich an dieſer Stelle irrefahren, iſt
Siheit, allerdings, wie ſchon geſagt, nur bei unſichtigem
Wet=
gt die Strecke gut zu überſehen und ein Irrefahren nicht ſo
ch. womit freilich nicht geſagt ſein ſoll, daß nicht des Weges
Hſich auch in ſolchen Fällen verfahren, weil ſie einfach meinen,
2 Leiſe wieder an den Rhein zu gelangen, der ja ſonſt hier
*fernt iſt. Denen aber kann bei ſichtigem Wetter nicht ſo
1 paſſieren. In der letzten Woche iſt beinahe wieder ein Auto
effenden Stelle in den Rhein gefahren. Man brachte es
am Rheinufer zum Stillſtand. Es iſt hier tatſächlich die
Ue zwiſchen Koblenz und Mainz, die es ermöglicht, in der
einfachſten Weiſe zu verunglücken und es iſt tatſächlich ratſam, daß an
dieſer Stelle etwas geſchieht, damit nicht nachts oder bei Nebel oder
Regen weitere derartige Unglücksfälle ſich ereignen. Im übrigen wurde
bereits am vergangenen Samstag durch die Polizei an der genannten
Stelle nach dem Auto geſucht, es wurde aber nichts gefunden. Beſtimmt
iſt, daß ein Auto, das einmal auf die ſchiefe Ebene der Rollmauer
ge=
langt, einfach ſchon durch ſein Eigengewicht rettungslos verloren iſt,
wenn keine Hemmung des Bodens es feſthält. Weſentlich wäre
auch, wenn an dieſer Stelle des Rheins ein ganz
ſta=
biles, ein maſſives und feſtes Geländer befeſtigt
würde, das geeignet wäre, einen anfahrenden Wagen
aufzuhalten. Bei Nacht und Nebel fahren die Autos ohnehin
ſchon nicht ſo ſchnell, daß ſie ein ſolches Hindernis überrennen. Der
dauernde Wechſel zwiſchen Beleuchtung und Dunkelheit, der
Beleuch=
tung in Nieder=Ingelheim, dann der Dunkelheit der Landſtraße, der
folgenden knappen Beleuchtung in dem Ortsteil von Frei=Weinheim,
der durchfahren wird, und die dann wieder folgende Dunkelheit täuſchen
ebenfalls ſtark.
Im Nachgang unſerer geſtrigen Meldungen über den Unfall bringen
wir noch den Binger Polizeibericht:
„Dienstag nachmittag zwiſchen drei und vier Uhr hat der
Feld=
ſchütze Berlenbach aus Frei=Weinheim und der Gendarmerie=
Haupt=
wachtmeiſter Bormuth aus Ober=Ingelheim im Rheine unmittelbar
neben der Landebrücke der Köln-Düſſeldorfer
Dampfſchiffahrtsgeſell=
ſchaft gelotet, wobei ſie auf einen Widerſtand ſtießen, der die Annahme
rechtfertigte, daß ein Fahrzeug etwa 4,50 Meter unter Waſſer lag.
Durch Stangen, die in das Waſſer hinabgelaſſen wurden, konnte man
feſtſtellen, daß es ſich um ein Auto handelte. Mittels Anker, Tauen
und Motorboot konnte man nach längerer Arbeit das vermißte Auto
ans Ufer bringen. In dem Auto befanden ſich die ſeit etwa einer Woche
Vermißten. Die Kriminalpolizei Koblenz hatte die Polizeiverwaltung
Bingen geſtern nachmittag erſucht, an den Ermittelungen teilzunehmen.
Bald darauf erſchienen die Kriminalpolizei in Koblenz ſowie
Ver=
wandte der Vermißten, u. a. der Direktor der Deutſchen Botſchaft in
Paris, Herr Dr. Heinzmann, um zwiſchen Mainz und Bingen
Nach=
forſchungen anzuſtellen. Inzwiſchen war jedoch bei der
Polizeiverwal=
tung Bingen die Mitteilung von der Auffindung der Leichen in Frei=
Weinheim eingetroffen. Die Vorgenannten ſowie Polizeioberinſpektor
Duffre=Bingen und die Polizeihauptwachtmeiſter Ruſt und Augſtein
daß die Verunglückten infolge des an dem Unglückstage herrſchenden
Nebels von der Hauptſtraße Bingen—Mainz-Koblenz abgeirrt ſind und vereinigt, und den ſchlechten Sitz eines Hutes könnte ſeine
Be=
in einer Ausſchleife neben der genannten Landebrücke in den Rhein
fuhren. Die Leichen wurden nach dem Friedhof in Frei=Weinheim
ver=
bracht und wurden am Mittwoch nach Koblenz überführt.
due iftang des Ehemanues für den
Gefälligkeits=
wechſel (eier Frfl.
(Nachdruck verboten.)
te Ehefrau war in dem Färbereigeſchäft ihres
eben dieſem mit einer gewiſſen Selbſtändigkeit tätig.
uch verſchiedentlich Wechſelerklärungen, jedoch mit
aus=
i. Zuſtimmung ihres Mannes, abgegeben, indem ſie mit
ien unterſchrieb. In Abweſenheit ihres Mannes war
ndete Firma an ſie herangetreten und hatte ſie gebeten,
ſel über 4000 RM. zu girieren, um das Papier
reichs=
zu machen. Die Ehefrau war dem auch nachgekommen
gefälligkeitshalber mit dem Namen ihres Ehemannes
en. Als dieſer ſpäter in Anſpruch genommen wurde,
er die Zahlung. — Das Landgericht Chemnitz
ſegen den Ehemann erhobene Zahlungsklage ab, das
gericht Dresden war der Anſicht, die Ehefrau habe
andlungsvollmacht im gewöhnlichen Sinne (8 54 HGB.)
dern ſei als Geſchäftsführerin „gleich einem General=
Wechſelverbindlichkeiten. Da dieſer Anſchein nach außen erweckt
worden ſei müſſe er auch dafür einſtehen. Das Reichsgericht
hat die Stellungnahme des Oberlandesgerichts Dresden nicht
ge=
billigt, ſondern die Klage endgültig abgewieſen. Aus
den reichsgerichtlichen Gründen ſind die folgenden Ausführungen
von größtem Intereſſe: Wenn der Beklagte ſeiner Ehefrau bei
ihrer Betätigung in ſeinem Färbereigeſchäft freie Hand ließ und
ihre im alltäglichen Geſchäftsbetrieb vorgenommenen Verfügungen
als für ihn bindend anerkannte, ſo entſprach dies der Uebung, wie
ſie in weniger bedeutenden Betrieben namentlich für den Fall der
Verhinderung des Ehemannes eingehalten zu werden pflegt. Die
Befugnis der Ehefrau geht aber damit nicht weiter als die eines
Handlungsbevollmächtigten, die grundſätzlich die Eingehung von
Wechſelverbindlichkeiten nicht deckt und erſt recht nicht dann, wenn
es ſich um eine reine Gefälligkeitsunterſchrift handelt. Dadurch
aber, daß der Beklaggte die Betätigung ſeiner Ehefrau als
Ge=
ſchäftsführerin duldete, hat er nicht ſeinen Willen dahin kund
ge=
geben, daß ſie grundſätzlich auch zur Eingehung von
Wechſelver=
bindlichkeiten ermächtigt ſein ſolle. Gerade der Umſtand, daß der
Beklagte ſeine Ehefrau in einzelnen Fällen zur Abgabe von
Wechſelerklärungen beſonders ermächtigt hat, läßt den Mangel
igten” zur Führung aller Handelsgeſchäfte des Ehe= des Willens zu einer allgemeinen derartigen Bevollmächtigung
rmächtigt geweſen, alſo auch zur Uebernahme vondeutlich erkennen. „Reichsgerichtsbriefe”, (II 192/29.
G
Bekleidungsfehler, die jede Frau beſeiligen ſollke.
Von Wilhelmine Hädicke.
Mit den Fehlern, die wir hier rügen möchten, verhält es ſich ſo,
daß es wohl auch nicht eine Frau gibt, die nicht den einen oder andern
ſchon beging und damit ihr Aeußeres, ohne daß ſie es ſelbſt wußte,
beeinträchtigte.
Da iſt zunächſt der ſtändig rutſchende Achſelträger der
geſam=
ten Unterkleidung zu nennen. Immer wieder kann man beobachten, wie
bald hier, bald da eine zarte Frauen= oder Mädchenhand in den
Aus=
ſchnitt des Kleides oder der Bluſe fährt, um die hinabgeglittenen
Trä=
ger wieder an die richtige Stelle zu rücken. Wie leicht iſt aber dieſem
.=Uebelſtand abgeholfen, wenn an der Achſelnaht, an ausprobierter Stelle,
einer der käuflichen oder ſelbſtgefertigten Trägerhalter mit
Druckknopf=
verſchluß befeſtigt wird und nun mit einem Schlag dieſen Uebelſtand
beſeitigt.
Kaum minder auffällig und ſtörend an der Kleidung wirkt ein
Gürtel, der nur umgelegt und nicht durch feine Seiden= oder
Stoff=
ſchlingen an der gewünſchten Stelle feſtgehalten wird, oder durch zu
große Gürtelſchließe beſchwert, vorn oft handbreit hinabſinkt und
natür=
lich die Anſatznaht zwiſchen Rock und Leibchen ſichtbar macht.
In ähnlicher Weiſe verdehnt oder verzerrt eine zu ſchwere
Broſche oder Ziernadel eine duftige Seidenbluſe oder ein leichtes
Sommerkleid am Halsabſchluß. Muß hier unbedingt eine Nadel
ge=
tragen werden, um auf dieſe Weiſe guten Halt zu bekommen, ſo
ver=
wende man eine ſolche von leichteſtem Metall.
Faltig ſitzende oder um das Bein ſich ſpiralartig drehende
Strümpfe ſind der ſichtbare Beweis für den Gebrauch eines
aus=
gedehnten und ſchlechten Strumpfhalters, und der loſe flatternde
Schirm mit offenem Stäbchenrand beſagt, daß hier das einengende
Gummibändchen fehlt, das ſämtliche Stäbe feſt um den Schirm
gruppiert.
Verſchieden lange Vorderteile eines Mantels ohne ſichtbaren
begaben ſich ſofort nach Frei=Weinheim, wo feſtgeſtellt werden konnte, Schluß in der Taille verraten, daß hier ein größerer Druckknopf fehlt,
der die beiden Vorderteile unſichtbar und dabei doch korrekt miteinander
ſitzerin raſch in das Gegenteil wandeln, wenn ſie rückwärts, vom Nacken
her bis über die Ohren, eine ſchmale, bleiſtiftſtarke Rolle von braunem
oder ſchwarzem Samt zuſammendrehte und hier befeſtigte, wodurch die
große Weite des Hutes verengt würde.
Auch der durchgegriffene Finger an feinen Seiden= oder
Trikothandſchuhen. ſind ein Beweis für die Nachläſſigkeit ihrer
Beſitzerin. Würde dieſe den neuen Handſchuh vor Gebrauch gleich von
links in links in dichten Reihen mit größeren Stichen von paſſender
gnopflochſeide durchziehen oder von getragenen Handſchuhen, vor allem
an den Nagelſtellen, auf unterlegtem Guttapercha mit heißem Eiſen
kleine Schutzflecke aufbügeln, dann wäre ſie vor derartigen
Beſchä=
digungen ihrer Handſchuhe ſicher und erſparte zudem manche Ausgabe
für einen Erſatz derſelben.
Schließlich dürfen auch die Schuhe als Verräter großer
Nachläſſig=
keit nicht unerwähnt bleiben. Wie raſch ſind dunkle Flecke an den
hell=
farbigen Schuhen durch Ueberreiben mit Watte und entrahmter Milch,
evtl. mit etwas Benzin vermiſcht, entfernt und ein paar völlig entfärbte
Schuhe nach vorherigem Reinigen mit 1 Teil Salmiak und 1 Teil
Waſſer, durch Ueberpinſeln mit Lederfarbe in irgendeinem modernen
Farbton, wieder aufzufriſchen. Die ſehr häßlichen Querfalten über den
Spann weg ſind gründlich zu beſeitigen, wenn der Schuh mit lauem
Waſſer gründlich abgerieben, dann über gutſitzende Schuhleiſten
ge=
ſpannt, getrocknet, ehe er von neuem geeremt oder wie angegeben,
neu=
gefärbt wird.
Es ſind ja doch eigentlich nur alles kleine Fehler, die zu ihrer
Beſeitigung nur geringer Mühe bedürfen. Gerade deshalb ſollten ſie
aber auch ſo raſch wie möglich ausgemerzt werden, denn ſie ſind es
in Wahrheit, die der Perſönlichkeit ihren Stempel aufdrücken.
Geschäfts-
Haus
OAANAM T Aau
Darmstadt
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Donnerstag, den 28. November 1929
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Seite 9
III.
aus China.
Im chineſiſchen Kolonialand.
bwar es gelungen, in Harbin den beſonderen Paß=
ISt einer kleinen Reiſe in das Innere der Mandſchurei
vn. „Iſt der Gauliang ſchon geſchnitten?” fragte der
eliebenswürdige Beamte ſeinen Untergebenen. „Nein,
„Dann iſt’s übel!‟ Er ſpielte damit darauf an, daß
mit der mehr als doppelte Menſchenhöhe erreichen=
: Hirſe” dafür bekannt ſind, den Hunghutſe den mand=
3 Räubern, ein vorzügliches Verſteck zu bieten. Das
denken entſprang der gegenwärtig außerordentlich
ge=
zage zwiſchen Chineſen und Ruſſen, der begreiflichen
über die ſoeben bekannt gewordenen Fliegerüberfälle
enzſtation Saifenho (Pograntſchmaja). „Wer kann es
ſehen, daß Sie keine Ruſſe ſind?‟ Keinem Ruſſen
zu raten, ſich jetzt irgendwo ſehen zu laſſen, wo ſein
auffallen mußte, namentlich nicht in der Nähe
chineſi=
aten. Wenn die chineſiſche Behörde mich ſchließlich
ließ — „auf Ihre eigene Gefahr” —, ſo war das
da=
btert, daß die Eiſenbahnverwaltung mir
liebenswür=
einen ihrer Angeſtellten zur Verfügung geſtellt hatte,
n Verhältniſſen im Innern wohl vertraut war, und
ky nich mit dem genanuten Beamten auf die Fahrt nach
begeben, zu der mir die Bahnverwaltung ſogar eine
usſtellte. Es ſchloſſen ſich noch 2 junge chineſiſche Ge=
Shanghai und aus Nanking an, die auch auf einer
e in die Mandſchurei begriffen ganz ähnliche
Intereſ=
wie ich ſelbſt. Mir war es darum zu tun, das ſo
Faktum der letzten Jahre, mit dem heute faſt jede
yüber die Mandſchurei anfängt, nämlich die
Koloni=
weiten mandſchuriſchen Landes durch die
Einwan=
den Provinzen Schantung (in erſter Linie) Chili und
f1 auch aus Honan, nicht nur in Statiſtiken ſondern an
telle lebendig kennen zu lernen.
eis Wukimiho iſt etwa 5 Stunden Schnellzug=Bahn=
Yarbin in der Richtung auf Wladiwoſtok hin entfernt.
eits in den Anfängen des Berglandes, das den
Rei=
de auf der Oſtſeite der Chineſiſchen Oſtbahn in eine
ſenerie hineinführt. Neben den Bahnſtationen bildete
rktflecken. Vor 3 Jahren wurde er zur Kreisſtadt
ein entſprechender Kreis — in China der Größe
plnem unſerer Regierungsbezirke entſprechend — mit
kerung von etwa 80 000 Menſchen abgeſondert.
ue chineſiſche Kreisſtadt im Kolonialland! Wie ſehr
gegen die ahrwürdigen Gebilde im eigentlichen
en Stempel der Jahrhunderte, des Mittelalters und
n ſich tragen. Vor allem: es fehlen die impoſanten
2 Zinnen, es fehlen die Tore mit den turmartigen
ind der Brücke, die über den Wallgraben führt; es
inern die aus den niedrigen Häuſern hervorragenden
Ahnenhallen, der Tempel und des Yamens, des
18 in der Mitte. Ein Yamen iſt auch hier für den
ten und die Kreisregierung gebaut, aber außerhalb;
ers anmutendes graues Sandſteingebäude mit einem
m Mittelbau. Beibehalten aber iſt der alte
Grund=
gangstor, an dem jetzt immer Soldaten
herum=
den hintereinander liegenden Höfen mit frei
ſtehen=
bäuden. Eigenartig, daß vor dem Toreingang auch
1e Mauer beibehalten iſt, die „Geiſtermauer”. Aber
Drachentier ſieht man mehr darauf, nicht böſen
ſie mehr den Zutritt verſperren, ſondern nüchtern
die Negierungsverordnungen und amtlichen
Mit=
gellebt.
Eaßenbild überraſcht hier zweierlei. Einmal der
Zu=
raßen ſelbſt. Ich habe noch keine ähnlichen geſehen;
mit ſolchen Löchern und Gruben, daß es hier ganz
bird, daß bei den ſtarken Regengüſſen des Sommers
dTiere auf der Straße ertrinken können. Mit viel
Hieben muß manchmal der Bauer ſeine 5—9 Pferde
e Beſpannung, denn auch draußen ſind die Wege
führen oft durch Flußbetten hindurch — vor dem
Karren antreiben, die in einem ſolchen
Straßen=
eblieben ſind. Um notdürftig für die Fußgänger
auch bei Regenwetter möglichen Weg herzuſtellen,
te Holzbrücken längs der Straßenfront einher. Das
vor allem in der Hauptgeſchäftsſtraße auffällt, iſt
mes, ſondern gerade die völlige Beibehaltung des
der Läden, beſonders das ſtarke Hervortreten der
in die Straße hineinhängenden Embleme und
die beſondere Art des Geſchäfts, der Fabrikation
ieſe Embleme bilden ein reizvolles Studium für
lich iſt auch ein Werk mit Illuſtrationen darüber er=
G. Avenarius: The Chineſe Guilds. Harbin 1928).
kannt dafür, wie originell man ſie dort beobachten
dieſe moderne Kreisſtadt ſchien mir Peking noch zu
man die Stadt, ſo befindet man ſich auch ſofort auf
unter Feldern und Gehöften. Es iſt unmittelbar
e. Die Felder hier haben um ihrer
Mannigfaltig=
itheit willen, zumal im hügeldurchzogenen Gelände,
1), was an Kraft und Schönheit den Eindruck
hei=
er noch übertrifft. Die Hirſe und der Gauliang in
Variationen, bald kupfern rot, bald golden in der
Sonne glänzend, die ſtarken großblättrigen Maiskolben, die
Boh=
nen, der jüngſte und berühmteſte Sproß des mandſchuriſchen
Bodens, ebenfalls in einer Menge farbig machſender Arten, in
ihrer Herbſtfärbung, wenn ſie an einem Abhang ſtehen, den
Eindruck unſerer Weinberge wachrufend. Dazwiſchen nun die
unſcheinbaren, meiſt recht ärmlichen Häuschen und Gehöfte der
fleißigen Bebauer dieſes Bodens, die hier — wie auch in den
meiſten anderen Kreiſen — durchgängig aus armen
Shantung=
bauern beſtehen. Obwohl jetzt im Herbſt durchaus nicht die
Zeit der Einwanderung iſt, bot ſich uns doch zufällig der
An=
blick ſolcher Flüchtlinge aus heimiſcher, mannigfaltiger Not.
Mann und Frau, die letztere mit einem Kind auf dem Arm und
unter dem Herzen; alle in Lumpen; der Mann ſeine ganze
Habſeligkeit in dem zuſammengewickelten Pugai (Schlafzeug)
über die Schulter gehängt. Ein Neffe hatte geſchrieben, er ſolle
kommen, aber er wußte nun doch nicht recht, wo dieſer ſteckte
und war auf der falſchen Station ausgeſtiegen.
Für die Art der Beſiedelung hier iſt es charakteriſtiſch, daß
es kaum Dörfer gibt. Jede Familie, auch 2—3 Familien
zu=
ſammen, hat ſich dort häuslich eingerichtet, wo ihr ein Stück Land
zugewieſen war, um es aus Steppenland in Ackerland
umzuwan=
deln. Dabei zahlen die Anſiedler dann 5 Jahre lang keine Pacht
und keine Steuern. Die eigentlichen Beſitzer des Bodens ſind
meiſt Beamte und Kaufleute, die ſich rechtzeitig für geringes
Geld große Flächen erworben haben. Bodenſpekulation! Die
Namen von ſolchen werden genannt die 10 000—15 000 Hektar
beſitzen. Es gäbe viele Streitigkeiten zwiſchen den Bauern und
den Beſitzern. Es komme vor, daß einer es ſich in jahrelanger
Arbeit hat ſauer werden laſſen, ein Stück Land urbar zu machen,
es als ſein erworbenes Eigentum betrachtend, nichts ahnend
von einem Grundherrn, bis auf einmal dieſer erſcheint, ſein
Necht geltend zu machen. Durchgängig fängt aber der
Shantung=
gaſt nicht gleich als Pächter und Beſitzer an, ſondern verdingt
ſich für mehrere Jahre als Arbeiter auf größeren Betrieben.
Denn die Arbeiter ſind geſucht in der Mandſchurei; darum ja
ſchon in früheren Jahren die Tauſende von Saiſonarbeitern aus
Shantung. Ein Beiſpiel dafür, wie ein armer Kerl, wenn er
nur ſonſt ein Kerl iſt, ſein Glück hier zimmern kann, bot ſich uns
in dem Hauſe eines „Vorſtehers über 100 Familien”, das wir
beſichtigen konnten. Als 18jähriger Burſche war er aus der
Nähe von Tſinanfu ſchon vor etwa 30 Jahren ganz allein
hier=
her gekommen; wpar mehrer Jahre Arbeiter und verdiente
zu=
gleich etwas durch Holzverkauf, bis er ſo viel hatte, um ſich ein
Stück Land zu kaufen. Deſſen Grenzen hat er im Laufe der
Jahr” ſo erweitert, daß ihm jetzt über 600 Morgen Land
ge=
hören (40 Hektar), von dem er ein Drittel ſelbſt bewirtſchaftet,
das andere verpachtet hat. Auch Haus und Hof hat er ſich ſelbſt
erbaut.
Dem Hunghutſe, den „Rotbärten” (genannt nach der Maske,
mit der ſie ſich früher unkenntlich machten) begegnet man im
Ge=
ſpräch in Stadt und Land immer wieder. Faſt kann man ſagen,
ſie gehören zum Charakter der Landſchaft. Jedenfalls hat das
Leben ſich überall auf ſie einzuſtellen. Wie Inſektenplagen in
einem Jahr ſtärker, im anderen ſchwächer auftreten, ſo auch ſie.
Ich fragte den Kreisbeamien, wie es mit ihnen ſtünde. Er
meinte, es ſei viel beſſer geworden. In dem Jahre, vor dem er
auf ſeinen Poſten kam, (d. h. vor 4 Jahren) wären in dem Kreiſe
an 40 Meuſchen von ihnen gefangen genommen worden; in
dieſem Jahre ſeien es nur 10 geweſen. Die chineſiſchen Räuber
gehen ja bekanntlich weniger auf Güterraub aus als darauf,
„gewichtige” Perſonen zu fanger, für die ſie dann ein hohes
Löſegeld erpreſfen. Sie werden vielfach nicht anders empfunden
als eine der mannigfachen Steuerſchrauben, denn gegen eine
be=
ſtimmte Summe kann man ſich von ihnen loskaufen. So
er=
fahre ich von einer in den Oſthergen tätigen Holzgeſellſchaft,
die regelmäßig einen Brief oder einen telephoniſchen Anruf
er=
hält, durch den ſie zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten auf
den bald fälligen Termin aufmerkſam gemacht wird, die „
Ver=
ſicherungsſumme” zu zahlen.
Was aber die Gemüter zur Zeit am ſtärkſten beſchäftigt, das
iſt die ſchon anfangs erwähnte Spannung den Ruſſen gegenüber.
Wie ſie auch auf dem Land wirrſchaftliche Folgen zeitigt, ganz
abgeſehen von den ſchweren Verluſten, die hier alle Export= und
Importfirmen erleiden, erfuhr ich aus einem erregten Geſpräch,
das im Hauſe eben jenes Großbauern aus Shantung über den
Pfandhausbeſitzer geführt wurde. Die Pfandhäuſer, gewöhnlich
die größten und feſtungsartig geſicherten Gebäude der Stadt,
ſpie=
len ja eine Hauptrolle im chineſiſchen Wirtſchaftsleben. Die
Er=
regung bezog ſich darauf, daß der Pfandhausbeſitzer um der
un=
ſicheren Lage willen (yer fürchtet dabei nicht ſowohl die Ruſſen,
als die Hunghutſe und die Soldaten” ergänzte mir einer der
chineſiſchen Begleiter) zunächſt den Zinsfuß von 3 Prozent auf
4 Prozent erhöht hatte (immer monatlich in China gemeint)
und nunmehr überhaupt die Abholung der Einlage binnen 14
Tagen verlangt, widrigenfalls er die Sachen verkaufen würde.
So wirken dem erfreulichen Anblick, den dieſes
mandſchuri=
ſche Land in ſeiner Umwandlung zu einem blühenden
Feld=
fruchtgarten bildet auch andere Eindrücke entgegen, zu denen
gerade die Spannung zwiſchen großen Landherren und Pächtern,
der grauſame Zinsfuß und die Plage der Hunghutſe zu rechnen
ſind. Ohne Zweifel liegen hier tiefere allgemeine ſozial=
wirt=
ſchaftliche Probleme verborgen — von dem politiſchen
Verhält=
nis zu Japanern und Ruſſen ganz abgeſehen —, von deren
Ge=
ſtaltung auch das Schickſal dieſes prachtvollen Neulandes, wie
die Feſtigung des ganzeu Staatsweſens, um die China eben
ringt, entſcheidend beſtimmt werden wird.
Die deukſche Spitbergen=Erpedikiontge5
Zum erſten Male nach dem Kriege wurde im Sommer 1925
eine deutſche Expedition unter Leitung von Dr. Mar Grotewahl=
Kiel zur Erforſchung Nordweſt=Spitzbergens ausgeſandt. Eine
beſondere Bedeutung hat die Expedition dadurch, daß ſie von
Deutſchen, mit deutſchem Mitteln und mit Unterſtützung der
Marine, der Geographiſchen Geſellſchaft und einiger
Univerſit=
täten durchgeführt wurde.
Es gelang die Durchquerung von Weſt nach Oſt bis zur
Liefdebucht, dem dritten Fjord der Nordküſte. Hochintereſſantes
wiſſenſchaftliches Material, hat die Expedition bei ihrer
For=
ſchungsreiſe geſammelt. Daneben brachte ſie eine reiche
photo=
graphiſche Ausbeute, weit über 100 Lichtbilder, und einen
pracht=
vollen Film mit nach Hauſe.
Dieſer Film wird am 5. Dezember in der Turnhalle gezeigt.
Dr. Grotewahl, der Leiter der Expedition, wird perſönlich den
Vortrag dazu übernehmen. Der Film wird folgendes zeigen:
Mit dem Dampfer „München” wird zuerſt Island ein kurzer
Beſuch abgeſtattet. Ein Ausflug macht mit Land und Leuten
bekannt, dem Fang, Trocknen und Verſenden der Klippfiſche,
den heißen Quellen, die als natürliche Waſchküche dienen, den
geborſtenen Lavamaſſen und rieſigen Waſſerfällen. In der
Mag=
dalenenbucht auf Nordweſt=Spitzbergen wird die Expedition
aus=
gebootet. Zelte und Lagerplatz werden hergerichtet. Eine
Radio=
anlage hält die Verbindung mit der Heimat aufrecht. Mit ihrem
Empfangsgerät kann die Expedition jeden Mittag das genaue
Zeitſignal aufnehmen von Nauen auf 7000 Kilometer
Entfer=
nung. Nun gehts an die Forſchungsarbeit. Die geographiſche
Lage wird genau beſtimmt. Meſſungen des Waſſerſtandes
mit=
tels des ſchwimmenden Pegels werden vorgenommen, auf
zu=
ſammengekoppelten Booten wird durch Lotungen Tiefe und
Be=
ſchaffenheit des Meevesgrundes unterſucht. Im Klepperfaltboot
geht es ins Eismeer hinaus, vorwärts durch ſcharfkantiges
Treibeis, inmitten der zutraulichen Tierwelt, vorbei an
glitzern=
den Eisbergen im famtſchwarzen Meer, heran an die turmhohen
Stirnwände der gewaltigen Gletſcher, die unmittelbar ins Meer
abfallen. Wunder ungeahnter Schönheiten der einſamen Eis=
und Gebirgswelt eröffnen ſich im Glanze der Mitternachtsſonne.
Donnernd löſen ſich gewaltige Blöcke von den Gletſcherwänden,
ſtürzen aufſchäumend ins Waſſer und ziehen dann langſam als
neugeborene Eisberge ins Weltmeer hinaus. Zu den hoch an
ſteilem Berghang niſtenden Eismöven und Krabbentauchern
führt der Weg der Forſcher über hängende Moore und über
Steingeröll. Sehr kleine zarte Blumen des kurzen nordiſchen
Sommers grüßen die einſamen Wanderer. Selbſt ein
neugie=
riges Polarfüchslein beſtaunt die unbekannten Lebeweſen und
wird gefangen. Hochintereſſante Bilder zeigen die Jagden auf
Seehunde und Waſſervögel mit den leichten Booten durch die
ſcharfkantigen Eisſchollen. Mehrfach wird der Kinoapparat auf
das Faltboot geſchnallt. Das Faltboot als Kinoſtativ. So wird
der erſte deutſche Polarfilm gedreht.
Eine weſentliche Aufgabe der Expedition iſt die
Durchque=
rung des noch unerforſchten Nordweſt==Spitzbergen. Mit
Schlit=
ten und Schneeſchuhen, zuletzt mit Seil und Steigeiſen, müſſen
ſich die kühnen Forſcher bei denkbar ſchlechteſtem Wetter durch
Nebel und Schneeſtürme ihren Weg bahnen. Die höchſten
An=
forderungen ſtellt dieſer Marſch über verſchneite Gletſcher und
endloſe Schneefelder an die Teilnehmer. Endlich wird das Ziel,
die Red= und Liefdebucht, erreicht. Noch einmal treten die
ver=
ſchiedenen wiſſenſchaftlichen Inſtrumente in Tätigkeit und dann
gehts in eiliger Fahrt heimwärts zum Lager.
Die Arbeiten ſind abgeſchloſſen, die Zeit zur Heimreiſe iſt
herangerückt, die Polarnacht droht, noch kein Dampfer zeigt ſich,
man macht ſich auf das Schlimmſte gefaßt. Endlich ſteigt Rauch
am Horizont auf. Anſtatt des erwarteten Dampfers erſcheint
jedoch ein deutſches Kriegsſchiff, der Fiſchereikreuzer „Zieten”
um die Expedition abzuholen. Einen letzten Abſchiedsgruß ſchickt
man zurück in das neu erforſchte Gebiet, das gefährliche, aber ſo
unendlich fchöne Polarland.
Das nähere über den Filmportrag wird noch in den
An=
zeigen dieſer Zeitung bekanntgegeben.
Miſter Coolidge hat ſich verbeſſerk.
(a) New York. Wiewohl es ganz gewiß keine zu
unter=
ſchätzende Poſition iſt, das Staatsoberhaupt der Vereinigten
Staa=
ten von Amerika zu ſein, braucht ſich Miſter Coolidge beſtimmt
nicht darüber zu ärgern, daß er Präſident der U.S.A. war und
ſich ſeit den Neuwahlen lediglich als — Schriftſteller betätigt. Der
Beruf eines Schriftſtellers iſt nämlich dem eines Präſidenten
un=
bedingt vorzuziehen. Zumindeſt vom materiellen Geſichtspunkte
aus, und wenigſtens, ſoweit es ſich um einen ehemaligen
Präſiden=
ten handelt. Coolidge vertreibt ſeine Zeit damit, daß er für
ame=
rikaniſche Zeitungen und Zeitſchriften Erinnerungen aus ſeines
Lebens großer Zeit fabriziert. Ohne Ruh’ und ohne Raſt: Tag
für Tag, Woche für Woche. Mit ſo großem Erfolg, daß er vom
1. März bis zum 30. September für, nicht weniger als runde
hunderttauſend Dollar Reminiſzenz=Aufſätze abſetzte. In derſelben
Zeit hätte er als aktiver Präſident für die Regierung des
reich=
ſten Landes der Erde nur — 37 500 Dollar bekommen. Alſo um
annähernd zwei Drittel weniger. Da verlohnt es ſich ſchon, ſich
lebenslänglich der Schriftſtellerei zu widmen. Vorausgeſetzt, daß
die Quelle der Erinnerungen nicht verſiegt. — Aber auch Frau
Coolidge kann ſich diesbezüglich nicht beklagen; die penſionierte
„erſte Frau der Staaten” verwertet ebenfalls in netten kleinen
Feuilletons die Epiſoden ihrer Regierungszeit. Sie verdient
damit, wie Statiſtiker ſoeben ausgerechnet haben, ſoviel, daß,
wenn ſie das Einkommen bei einer Verzinſung von fünf Prozent
bei einer Bank anlegen würde, allein die Zinſen den jährlichen
Garderoben=Etat der geſchickten Frau decken könnten. Was bei
Frau Coolidge, die eine anerkannt elegante Dame iſt, ſchon
aller=
hand heißen will.
Bte Vorsicht beim Einkauf von Uhren geboten!
Eine ſchwindelhafte Reklame treibt fortgeſetzt ihre Blüten. Die große Menge Schundware, die in der Schweiz nur für unſolide
H- und Versandgeschäfte, Hausierer und Pfandscheinschieber
hergeſtellt wird, ſoll und muß an den Mann gebracht werden, vielfach unter der Anpreiſung „Gelegenheitskauf”,
Ib Augen auf beim Einkauf von Uhren!
Man kaufe reelle Uhren im Fachgeſchäft. Hier iſt die Garantie kein wertloſes Verſprechen und nur das Fachgeſchäft allein iſt tatſächlich imſtande, etwajge
Mängel ſelbſt zu beſeitigen.
zen Sie Ihren Bedarf in reellen Geschäften am Patze.
uſt Baum
örferſtraße 49
nand Karl
berſtraße 10
er Meitzler
und Marſtallſtraße
en=Techel
hillerplatz 8
Carl Beyer
Kiesſtraße 8
Gg. Karp
Ludwigſtraße 20
Ernſt Nickol
Karlſtraße 7
Paul Wolf
Karlſtraße 29
Jacob Echſtein
Große Ochſengaſſe 1
Emil Kehmptzow
Karlſtraße 115
Ludwig Oehmke
Heinheimerſtraße 50
Otto Wurz
Dieburgerſtraße 8
Laum vor Betrug zu ſchützen, verbietet der 8
56 der Gewerbeordnung das Feilbieten von Taſchen= und Armbanduhren ſowie von Gold= und Silberwaren,
im Umherziehen. Im eigenen Intereſſe weiſe man den Hauſierern die Tür.
P. Grünfeld
Große Ochſengaſſe 30
Ad. Kolb
Ghe
Eliſabethenſtraße 31
Georg Schmitt
Soderſtraße 44
Konrad Stein
Ecke Grafen= und Bismarckſtraße
K. Jäger
Rheinſtraße 33
Richard Macholdt
Alexanderſtraße 18
A. Sperber
Kirchſtraße 8
Schmuckſachen und Bijouterien
(18654
Seite 10
Donnerstag, den 28. November 1929
Numn
Reich und Ausland.
Aufftellung des neuen Frankfurter Etats.
Frankfurt a. M. Die ſtädtiſchen Amtsſtellen
ſind zurzeit damit beſchäftigt, ihre Etats für das Jahr
1930/31 aufzuſtellen. Für die Etatiſierung iſt ihnen
größte Sparſamkeit aufgegeben worden. Ausgaben,
die nicht zwangsläufig ſind, ſollen unter keinen
Um=
ſtänden im Etat Eingang finden. Trotzdem iſt aber
kaum damit zu rechnen, daß der neue
Etatvoran=
ſchlag in ſeiner Höhe hinter den bisherigen
zurück=
bleiben wird. So wird ſich vor allem an den
wich=
tigſten Poſitionen, Verwaltungsausgaben und
Wohl=
fahrtsetat, kein Abſtrich vornehmen laſſen. Wie man
hört, ſoll der Wohlfahrtsetat, für den in dieſem Jahr
12 Mill. RM. angeſetzt ſind, die aber vorausſichtlich
um 3 bis 4 Mill. RM. überſchritten werden, im
kom=
menden Jahr eine Erhöhung erfahren.
Vor der Stillegung der Frankfurter Gaftſtätten?
Frankfurt a. M. Am 15. November war
für das Frankfurter Hotel= und Gaſtwirtegewerbe ein
Schiedsſpruch gefällt worden, der von den
Arbeit=
gebern als untragbar erklärt wurde. Eine
Verſamm=
lung der Frankfurter Hotel= und Gaſtſtättenbeſitzer
hat nun am Dienstag einſtimmig beſchloſſen, am
30. November allen Angeſtellten zu kündigen und
ihre Betriebe am 15. Dezember zu ſchließen.
Ausbruch aus dem Freiendiezer Gefängnis.
Limburg. Aus dem Zentralgefängnis
Freien=
diez iſt in der Nacht zum Dienstag der
Straf=
gefangene Krapp aus Bamberg ausgebrochen. Er
kratzte mit einem Eiſen, das er von ſeiner Bettſtelle
abriß, in der nach dem Hof gehenden Zellenwand
den Mörtel aus den Fugen der Sandſteine und brach
in Bruſthöhe nacheinander eine Anzahl Steine
her=
aus, bis ein Mquerloch entſtand, durch das er gerade
ſchlüpfen konnte. Krapp war Schuhmacher von
Be=
ruf und hatte in ſeiner Zelle ein Regal zum
Auf=
ſtellen von Schuhleiſten. Die Latten dieſes Regals
verband er mit Schuſterdraht zu einer Steigleiter,
mit deren Hilfe er die vier Meter hohe
Umfaſſungs=
mauer des Gefängnishofes überkletterte. Der
Aus=
reißer, der nur mit Hemd und Unterhoſe bekleidet
war, wurde eine halbe Stunde ſpäter von einem
Polizeiaufgebot von etwa 70 Beamten verfolgt. Erſt
Mittwoch nacht gegen 1 Uhr wurde der flüchtige
Krapp an der Malzfabrik in der Graupfortſtraße in
einer dunklen Ecke von einem Poſten der Wach= und
Schließgeſellſchaft geſtellt und feſtgenommen. Der
Ausreißer trug Frauenkleider. Bei ſeiner
Verneh=
mung gab er an, er habe ſich in der Nacht auf
Diens=
tag, zwiſchen 2 und 3 Uhr, in ein Haus in der
Wie=
ſenſtraße eingeſchlichen, auf dem Dachboden ſich die
Frauenkleidung verſchafft und ſich dann den ganzen
Tag über verborgen gehalten. Der Verhaftete wurde
ſofort in das Gefängnis in Freiendiez wieder
ein=
geliefert
Drei Schwerverletzte bei einem
Kraftwagen=
unfall.
Haßloch (Pfalz). Am Mittwoch früh, gegen
8 Uhr, platzte an einem von Speyer kommenden
Kraftwagen in der Nähe der Haßlocher
Trainier=
anſtalt der Reifen des linken Hinterrades. Das Auto
geriet, da es mit großer Geſchwindigkeit fuhr, ins
Schleudern und rannte gegen einen Baum, an dem
es zerſchellte. Die drei Inſaſſen, der Sohn des
Speyerer Bahnſpediteurs Merdian und zwei
Ar=
beiter, wurden ſchwer verletzt zwiſchen den
Auto=
trümmern gefunden. Nach Anlegung von
Notver=
bänden wurden ſie dem Speyerer Krankenhaus
zu=
geführt.
Eine badiſche Schwarzbrennerei vor dem
Reichs=
gericht.
Leipzig. Das Landgericht Offenburg (Baden)
hatte am 20. Dezember 1928 den Brennereibeſitzer
Karl Hoferer und ſeinen Arbeiter Zink wegen eines
beſonders raffiniert ausgeführten Vergehens der
Branntweinmonopolhinterziehung zur Rechenſchaft
gezogen. Dabei wurde feſtgeſtellt, daß Hoferer,
un=
terſtützt von Zink, im Jahre 1926 nicht weniger als
23889 Liter Branntwein mehr in den Handel
ge=
bracht hat, als ſich trotz ſchärfſter Betriebskontrolle
ſeitens der Zollbehörde buchmäßig nachweiſen ließ.
Ferner wurde Hoferer überführt, daß er zu dieſem
Zweck ſowohl an der Eingangstür des unter
Zoll=
verſchluß ſtehenden Sammelbehälters, als auch an
dieſem ſelbſt die Zollplomben abgenommen und
durch falſche Plomben erſetzt hat, was den Tatbeſtand
des Verſtrickungsbruches und der Urkundenfälſchung
darſtellt. Die Strafkammer erkannte daher gegen
beide Angeklagte auf je 44 295 RMM. Geldſtrafe, auf
je 11000 RM. Werterſatz und auf Gefängnisſtrafen,
die für Hoferer auf vier Monate und für Zink auf
vier Wochen lauteten. — Gegen dieſes Urteil hatten
beide Angeklagte Reviſion beim Reichsgericht
einge=
legt, die aber jetzt vom erſten Strafſenat als
un=
begründet verworfen wurde.
Die Zunahme der Eheſcheidungen.
In Nordamerika zählte man im Jahre 1925
175 449 Ehetrennungen, das ſind 152 auf 100 000
Ein=
wohner. Rußland hatte 116 586 Ehetrennungen, d. i.
166 auf 100 000 Einwohner im gleichen Jahr. In
den übrigen Ländern ſtellt ſich die Zahl der
Ehe=
löfungen auf 100 000 Einwohner im Jahre 1926 (die
eingeklammerte Zahl bezieht ſich auf das Jahr 1913):
Deutſchland 54,3 (24,9), Belgien 29,9 (12,9),
Großbritannien und Irland 6,9 (1,6), Frankreich
49,1 (37,7), Oeſterreich 84,5 (14,4), Holland 29,8
(18,2), Schweden 29,4 (13,7), Schweiz 55,9 (41,6),
Ungarn 69,6 (42,6), Japan 82,8 (112,8). Japan macht
alſo allein eine Ausnahme bei der Steigerung der
Zahl der Eheſcheidungen.
Mord.
Paderborn. Bei Fürſtenberg, im Kreiſe
Büren, wurde am Dienstag nachmittag die W3jährige
Gutsbeſitzerstochter Eliſabeth Schäfer erſchoſſen
auf=
gefunden. Es liegt Mord vor. Von den Tätern hat
man noch keine Spur.
Schwere Bluttat beim Viehkauf.
Brekendorf (Kreis Eckernförde). Am
Diens=
tag war der Schlächter Jeß mit zivei Begleitern bei
dem Landwirt Peters erſchienen, um ein Kalb zu
kaufen. Plötzlich ſtürzte ſich Peters wit einer Axt
auf Jeß und verſetzte ihm einen furchtbaren Schlag
über den Kopf. Jeß brach zuſammen und wurde in
hoffnungsloſem Zuſtand in das Schleswiger
Kran=
kenhaus befördert, wo er nach kurzer Zeit ſtarb. Wie
es zu der Tat gekommen iſt, konnte noch nicht
ge=
klärt werden. Peters wurde verhaftet und nach Kiel
gebracht.
Die ſurchlbare Explofionskakaſtrophe in Eſſen.
Die Trümmerſtätte auf dem Weberplatz in Eſſen.
Deutſchlands neueſter Rieſentreſor,
bei deſſen Anlage 400 000 Kilo Treſorſtahl verwendet wurden. Die Tür allein wiegt 35 000 Kilo
hat eine Panzerſtärke von rund einem Meter und weiſt erſtmalig einen runden Eingang von zwei
Meter Durchmeſſer auf.
Ein Geldbriefträger überfallen.
Karlsruhe. Als der Geldbriefträger Joſt
am Mittwoch vormittag ſim Hauſe Kaiſerſtraße 122
gerade von einem Beſtellgang im Büro eines
Rechts=
anwalts zurückkam, wurde er im Hausgang von einem
Mann angefallen, der ihn mit einem Totſchläger am
Kopf verletzte und ihm die Geldtaſche zu entreißen
ſuchte. Der Ueberfallene ſetzte ſich tapfer zur Wehr,
und mit Hilfe hinzukommender Leute gelang es, den
Räuber feſtzunehmen und der Polizei zu übergeben.
Verbrecherjagd in Berlin W.
Berlin. Ein dreiſter Raubüberfall wurde am
Mittwoch vormittag in einem Hauſe der Bahreuther
Straße verübt. Dort wurde die Haushälterin
Wiechert von zwei jugendlichen Burſchen in ihrer
Wohnung überfallen und ſchwer verletzt. Durch die
erſten Hilferufe der Ueberfallenen waren die
Ange=
ſtellten einer im erſten Stochwerk des Hauſes
gele=
genen Penſion auf den Vorfall aufmerkſam
gewor=
den, die nun gewaltſam in die Wohnung eindringen
wollten. Als die beiden Räuber bemerkten, daß ſie
durch Hausbewohner geſtört wurden, ergriffen ſie
die Flucht und ſtießen die vor der Eingangstür
ſtehenden Leute zurück. Die Räuber liefen, durch die
Baßkeuther Straße nach der Tauentzienſtraße,
ver=
folgt von einer großen Menſchenmenge. Am
Wit=
tenbergplatz gelang es den beiden Räubern, im
dich=
ten Verkehr ſich ihren Verfolgern zu entziehen. Auf
dem Treppenflur haben die Räuber zwei
Quittungs=
karten verloren, die jedenfalls zu ihrer ſchnellen
Feſt=
ſtellung führen werden.
Raubmord in der Schnitterkaſerne.
Pyritz (Pommern). In der nahe gelegenen
Ortſchaft Siebenſchloß wurde am Dienstag die
dreißigjährige Ehefrau eines Vorſchnitters, Eliſabeth
Gerecca, mit eingeſchlagenem Schädel in einer
Schnit=
terkaſerne tot aufgefunden. Der Mörder hatte alle
Behältniſſe durchwühlt und außer 500 Mark barem
Geld, ein Fahrrad und Kleidungsſtücke geraubt. Im
Verdacht der Täterſchaft ſteht der R Jahre alte
Mel=
ker Julius Buſch, der aus Wolhynien ſtammt und
ſeit der Tat verſchwunden iſt.
Vom Stiefvater erſchlagen.
St. Ingbert. Wie berichtet wird, wurde der
Bergmann Joham Ruffing in der Nacht zum
18. November im Walde bei St. Ingbert in einer
Blutlache liegend mit ſchweren Verletzungen
bewußt=
los aufgefunden. Er iſt ſpäter, ohne das Bewußtſein
wiedererlangt zu haben, im Krankenhaus verſtorben.
Einige Tage ſpäter wurde Rufſings Stiefvater, der
Metzger Odenwälder aus Spieſen, unter dem
Ver=
dacht, die Tat begangen zu haben, verhaftet. Unter
dem Druck des gegen ihn angeſammelten
Beweis=
materials hat Odenwälder nunmehr die Tat
einge=
ſtanden. Odenwälder hatte mit Ruffing, mit dem er
ſich im allgemeinen nicht gut ſtand, die St.
Ingber=
ter Kirchweihe beſucht, ihn gehörig betrunken gemacht
und dann auf dem Nachhauſeweg erſchlagen. Er
hatte ſeinen Stiefſohn durch mehrere eingegangene
Zeitungsabonnements gegen Unfall derſichert.
Das Revolverakkenkat in der
Pekers=
kirche.
Rom. Die Vatikanſtadt ſteht noch immer unter
dem Eindruck des dramatiſchen Zwiſchenfalls vom
Sonntag in der Peterskirche. Es ſteht nun feſt, daß
der Titularbiſchof Monſ. Smith Fräulein Gudrun
von langer Zeit her kannte. Sie war ihm nach Rom
gefolgt und hat ihn wiederholt um Unterſtützung
gebeten. In ihrem Verhör beſtand Frl. Gudrun
dar=
auf, daß Monſ. Smith ihr in ihrer Heimat
ver=
ſprochen habe, in Rom für ſie bei einer Adelsfamilio
oder in einem religiöſen Orden eine dauernde
Be=
ſchäftigung zu beſorgen. Aus dieſem Grunde ſei ſie
nach Nom gekommen. Sie ſei in Nor geraten, weil
ſie der Biſchof nicht genügend unterſtützt habe. In
ihrer Verzwveiflung habe ſie beſchloſſen, Selbſtmord
zu begehen. Vorher aber habe ſie durch eine
Auf=
ſehen erregende Geſte die öffentliche Aufmerkſamkeit
auf ihren Fall lenken wollen. Sie habe nicht
beab=
ſichtigt, den Prälaten zu töten, ſondern nur einen
Schuß in der Kirche abgeben wollen. Man habe ihr
verſichert, daß viele veligiöſe Orden ſich verführter
Frauen annähmen, und ſie habe gehofft, daß die
vati=
kaniſche Polizei ſie nach ihrer Tat einem dieſer
In=
ſtitute übergeben würde. Der Unterſuchungsrichter
des vatikaniſchen Zivilgerichts, Rechtsanwalt Angilini,
ſetzt die Erhebungen über den Zwiſchenfall fort und
hat Monſ. Smith neuerdings verhört. Wie man in
vatikaniſchen Kreiſen verſichert, wird die Attentäterin
in der Vorunterſuchung als geiſtesgeſtört erklärt und
freigeſprochen werden. Man erwartet ihre
Ausliefe=
rung an die italieniſchen Behörden zur
Zurückſchaf=
fung in ihre Heimat. Sie wird jetzt in einem
Zim=
mer neben der Kaſerne der Schweizer Garde in Haft
gehalten, von einem Schweizer=Gardiſten bewacht und
von zwei Schweſtern verpflegt.
Drei Todesopfer durch Gasvergiftung
auf der Rombacher Hütte.
Rombach (Lothringen). Zwei Arbeiter waren
am Dienstag nachmittag damit beſchäftigt, auf der
Rombacher Hütte eine undicht gewordene Gasleitung
auszubeſſern. Durch die ausſtrömenden Gaſe wurden
ſie betäubt. Auch ein Sanitäter und der
Abteilungs=
leiter, die den beiden Avbeitern zu Hilfe kommen
wollten, wurden ein Opfer des Gaſes. Nur der
Sanitäter konnte im Krankenhaus ins Leben
zurück=
gerufen werden, während die beiden Arbeiter und
der Abteilungsleiter den Tod fanden.
Kein Amerikaflug mehr in dieſem Jahr.
Berlin. Die Meldung eines Berliner
Mit=
tagsblattes, in Deſſau würden bei den
Junkers=
werken zurzeit Vorbeveitungen getroffen für einen
neuen Amerikaflug mit dem amerikaniſchen Flieger
King als Führer, entſpricht, wie die „T.=U.” erfährt
nicht den Tatſachen. Es ſei zwar richtig, daß King
ſich dieſerhalb an Junk u3 gewandt habe, das
An=
gebot ſei aber der dorgeſcrittenen Jahreszeit wege
abgelehnt worden.
Schweres Grubenu
in Humooin.
Waſſereinbruch auf einer Sche
Dier Toke und ſieben Schw.
Duisburg=Hamb=
Geſtern abend zwiſchen 6 und
ſich auf der Schachtanlage 3 bis
Gewerkſchaften in Hamborn ein
unglück. Durch Waſſereinbruch g
Strecke zu Bruch.* Eine Anzahl 8
verſchüttet. Bisher wurden drei
Schwerverletzte feſtgeſtellt. Ein
Ver=
noch vermißt. Zu dem Grubenunglüc
noch, daß das Unglück auf einen
zurückzuführen iſt, der auf der 5. Sok
Bergarbeiter, die an der betreffenden
tigt waren, wurden durch die Waſſ
riſſen, und ihre Verletzungen, von
tödlich waren, rühren daher, daß
Verunglückten gegen die Wände,
Ver=
geſchleudert wurden. Der als v
Bergmann iſt inzwiſchen tot gebore
daß ſich die Zahl der Todesopfer
Die Zahl der Verletzten beträgt
ach=
ſtelle konnte kurze Zeit nachher
werden. Die Bergbehörden trafen
dem Unglück an der Unfallſſtelle e
ſich auch nach Mitternacht noch dor
ſuchung über die Entſtehungsurſache
abgeſchloſſen.
Aufdeckung eines Millionenſchmug
Warſchau. In Wilna wurd
Schmugglerbande entdeckt, an deren
Wilnger Pelzhändler und der eheme
dent der Wilnger Zolldirektion ſtan
Beamte ſind in die Angelegenheit ve
wurden zahlreiche Verhaftungen vorg
Geſamtſchaden, den der polniſche E
Tätigkeit der Bande erleidet, beläuft
fähr 10 Millionen Bloty.
Maßregelung eines Arztes wege
Unfruchtbarmachung
Graz. In der Hauptvevſamml
Steiermark des Vereins deutſcher A.
reich wurde das bisherige Vereinsmi
Schmerz einſtimmig aus dem Verein
In der Begründung heißt es, Prof
ſich „durch ſeine die Zukunft des d
ſchädigenden Entmannungseingriffe
den ethiſchen Anſchauungen des deutſ
des geſetzt.‟ Eine große Anzahl
hatte ſich durch Prof. Schmerz künſt
machen laſſen, um den wirtſchaftliche
Vaterſchaft aus dem Wege zu gehen.
Eliſabeth Simon, „Miß Eur
hat ſich verlobt.
Budapeſt. Fräulein Elifabe
Schönheitskönigin Miß Europa 1929,
einzigen Sohn des reichen Budape
Eduard Brammer berlobt. Sie ha
Wochen die Bekanntſchaft des jung
macht.
Das deutſche Geſchenk an de
Rom. Das von der deutſchen
läßlich des Jubeljahres dem Papſt ge
Tafelſervice für 60 Perſonen iſt gegen
Saal des Vatikans ausgeſtellt. Zu
Kandelaber ergänzen das Geſchenk,
Botſchafter geſtern dem Papſt überre
Die Heuſchreckenplage in 29
Caſablanca. Der Zug der
in einer Breite von zwei Kilomete
langſam nach Norden vordringt, dro
taſtrophe zu werden. Vorgeſtern 1
Heuſchrecken Settai und flogen dar
auf Caſablanca weiter. Der Weg
wird durch eine Verwüſtung jeder
gekennzeichnet. Die Einwohner verſu E
liche, um dem verderblichen Strom
bieten.
Schweres Bauunglück. — 3m Schr Pe
New York. Beim Bau eine EEe.
im Stadtteil Long Island brach pl.
Schacht, in dem 200 Arbeiter beſchäfti
aus, das in den Stützbalken reiche Na ſ
ſich ſo ſchnell ausbreitete, daß es eine
beiter nicht mehr möglich war, ins Fr
Zwei Arbeiter verbrannten bei lebend
dreißig mußten, zum Teil mit ſchwe
den bedeckt, ins Krankenhaus gebrach /
Der Enkdecker des Tukankha
ſucht die Grabftätke Aler
Großen.
Howard Carter,
einſt der Leiter der Expedition,
deckung des Tutankhamon=Grabes
von der inzwiſchen neun Mitglie
klärliche Weiſe ums Leben
kamen=
zurückſchrecken. nun auch nach dem
ders des Großen zu ſuchen. Nal
ger Geſchichtsſchreiber iſt Alexan
Sarg aus reinem Gold in Alexal=
er 330
Donnerstag, den 28. November 1929
Geite 11
dem Büuert
jentage. Erzählung für die Jugend von Ernſt Eimer.
ten Bildern und 12 Schwarzweiß=Zeichnungen des
Ver=
ederleichtes, holzfreies Alfa=Papier. Format 17X23 om.
Ganzleinenband 3,50 RM.
nnter Schulmam, Rektor Hanns Gieſeler= Berlin
einſichtmahme des Manuſkripts: „Der heſſiſche Maler=Poet
überraſcht uns mit einem Band köſtlicher Dorfgeſchichten.
ene Jugendſchriftſtellerei nun zur Genüge, die der Jugend
möchte, was ihrem kindlichen Sinn entſpricht, ohne aber
„tümlich zu ſein. Hier kommt nur einer von ganz abſeits
ſchriftſtellerei und ſchreibt auf, was er in ſeiner Jugend
erlebte. Und er tut es mit einer unbändigen Freude am
tut es ganz ohne jedes Pathos und ohne jede Abſicht auf
enſt Eimer gehört nicht zur Zunft der Jugendſchriftſteller,
darum iſt ſein Buch ein wirkliches Kinderbuch, echt und
in Heimatbuch, aus der Liebe zu ſeinem Heſſenlande
ge=
ſe Kinder werden es mit der gleichen Luſt und Liebe
auf=
ſie ſich ſelber darin wiederfinden. Was aber dieſes Buch
s wertvoll macht, iſt, daß der Dichter es ſelber mit einer
und ſchwarzer Bilder ſchmückte. Sie laſſen das noch
ein=
werden, was der Erzähler zu berichten und zu ſagen weiß.
wird in der Geſchichte der Jugendbücher ſeinen Platz
er=
jehalten. Es gehört nicht nur in jede Jugendbücherei,
ſon=
auch in alle Klaſſenbüchereien aufgenommen werden. Kurz:
ein Volksbuch werden müßte!”
Um Grönlands Norden. Aus dem Däniſchen von Elſe
lander=Loſſow. Mit 76 Abbildungen auf Tafeln
Karte. 209 Seiten. Groß 8‟ In Ganzleinen 8 Mark.
rg Weſtermann, Braunſchweig, Berlin, Hamburg.
ch eines Wiſſenſchaftlers, eines Forſchungsreiſenden, ein
inliches Buch überreich an ſtarken Eindrücken. Wie einen
Koman verfolgt man dieſe Reiſe nördlich um Grönland
empfinden nicht, daß wir belehrt werden, ſondern wir
Uen Zügen die reine, ſtarke und klare Luft, die dieſe
Män=
umgibt. Mit Recht iſt Dr. Koch für ſeine Verdienſte um
Forſchung von der Deutſchen Geſellſchaft für Erdkunde
Ritter=Medaille ausgezeichnet worden.
anſen: Ottilie. Roman. Berechtigte Ueberſetzung aus
hen von Elſe von Hollander= Loſſow. 475 Sei=
Ganzleinen gebd. 10 Mark. Verlag Georg Weſtermann,
ig, Berlin, Hamburg.
kes, ſchönes Lebensgemälde iſt dieſes Buch, reiz= und
wert=
dadurch, weil es das Schickſal von Urgroßmutter und
Ur=
einanderſtellt. Ottilie hieß die Alte wie die Junge;
ähn=
leben in beiden, aber ihr Schickſal iſt ſo verſchieden, wie
al zweier Menſchen iſt, die durch ein Jahrhundert getrennt
ers den Frauen wird dieſes Buch viel zu ſagen haben, da
t in die verborgenſten Wege des weiblichen Fühlens.
lz ſind die beiden Frauen, die beide nicht das volle Glück
ſoch einen Reichtum der Gaben, des Verſtandes und
Her=
der ſie hoch hinaushebt über den Durchſchnitt.
Gewiſſer=
it ſich alles, was die Frau im letzten Jahrhundert gedacht
ſat, in dieſem Buche ab, obwohl es nicht von „
emanzipier=
handelt, oder vielleicht gerade deshalb.
w Frenſſen, Dummhans. Roman. (Groteſche Sammlung
zeitgenöſſiſcher Schriftſteller Bd. 181). Geheftet 5 RM.
Brote. — Ein neuer Frenſſen! „Es iſt ſo große Not in
ind großer Verfall des Glaubens an das Gute und alle
Hwigkeit ... und Unzählige glauben, daß es nichts in der
Geld und Schlechtigkeit”, ſo charakteriſiert der große
hol=
ihler ſeine Zeit, der er auch im dieſem Buche das
ent=
s uns allen geblieben iſt, und ihm vornehmlich das Höchſte
iſtändigkeit, die Liebe zur Scholle. Auch dieſer neue
Ro=
s, der von dem Kampf und der Not des „Dummhans”
ein Schickfal zwingt und Freiheit und Lebensglück gewinnt,
tgen Verbundenheit des Dichters mit dem deutſchen Volke
Schickfal entſtanden und geeignet, dem deutſchen Volke in
Herz und Sinn zu ſtählen; und es in der Zuverſicht auf
Zukunft zu ſtärken. In dieſem Sinne begrüßen wir den
hinreißende Erzählungskunſt mit eindrucksſtarker Darſtellung und
ſpan=
nender Handlung vereinigendend Roman als den eines aufrechten und
hoffnungsfrohen Deutſchen.
Ap. Im Verlag von Th. Knaur, Berlin W 50, erſchien Knaurs
Weltatlas. Herausgegeben von Dr. Johannes Riedel. — Der neueſte
Miniaturatlas in Buchform, ſorgfältig bearbeitet und auf den neueſten
Stand gebracht. Dem Kartenwerk, enthaltend 40 große farbige Haupt=
und Nebenkarten und 90 ſtatiſtiſche und Spezialkarten, iſt ein
ausführ=
licher geo=politiſcher Teil ein Staatenbrevier” im gedrängter Kürze
beigefügt. Wer ſich ſchnell orientieren will und einen häuslichen Führer
braucht und wer ſich keinen teuren Atlas kaufen kann, wird
zweckent=
ſprechend dieſen kleineren benutzten. Dem Atlas ſelbſt iſt ein
vollſtän=
diges Namen= und Ortsverzeichnis von über 20000 geographiſchen
Namen angefügt.
Sproſſenwand=Uebungen von Guſtav Käferle. Zweite verbeſſerte
und erweiterte Auflage, mit 25 Zeichnungen und 16 Lichtbildern;
80 Seiten; Preis 2,50 RM. Wilhelm Limpert=Verlag,
Dres=
den =A. 1.
Aus dem Büchlein der erſten Auflage iſt ein Buch geworden.
Der zweite Teil der neuen Auflage iſt neu hinzugekommen. Das
Fremdwort Gymnaſtik iſt weggefallen. Neben der Aufzählung und
Bezeichnung der Uebungen an der Sproſſenwand finden ausführliche
Darlegungen Platz über Sinn und Zweck dieſer Uebungen und der
verſchiedenen Bauarten von Sproſſenwänden. Während man früher
nur die an der Wand befeſtigte Sproſſenwand, die ſogenannte feſte
Sproſſenwand, kannte, iſt heute die freiſtehende bewegliche
Sproſſen=
wand, und damit neben der ſenkrechten auch die ſchräge Sproſſenwand
ſchon mancherorts bekannt. Die Beſchreibung der einzelnen
Sproſſen=
wände, der jeder Bauart charakteriſtiſchen Uebungen und der
prakti=
ſchen Verwendbarkeit der einzelnen Geräteteile ſind ſo ausführlich
er=
folgt, daß jeder Turnlehrer, Vereinswart und Selbſtübende Klarheit
findet und Freude an dieſem Gerät erlebt. Neben ſtrengen
Uebungs=
formen finden Bewegungen des natürlichen Turnens und der Spiele
größte Berückſichtigung. Die bildliche Ausſtattung iſt ſehr zweckmäßig.
Neben 25 Zeichnungen veranſchaulichen die 16 großen
Sammellichtbil=
der allein 72 Uebungen. Dieſe zweite Auflage iſt auch rein äußerlich
wieder eine Glanzleiſtung. Das Buch iſt broſchiert und durch jede
Buchhandlung zu beziehen oder direkt vom Wilhelm Limpert=Verlag
in Dresden.
Weltpolitiſche Bücherei, herausgegeben von Dr. Adolf Grabowſky, im
Zentralverlag, G. m. b. H., Berlin. Bände 11 und 12, 1929.
*Am. Die ganz ausgezeichnete „Weltpolitiſche Bücherei”, deren erſte
10 Bände an dieſer Stelle vor einiger Zeit ausführlich gewürdigt
wur=
den, hat zwei neue Bände erſcheinen laſſen. Band 11 der grundlegenden
Reihe (braune Bände) „Die Entſtehung
desmodernenWelt=
ſtaatenſyſtems” von Profeſſor Dr. Walther Vogel, und Band
12 der länderkundlichen Reihe (blaue Bände) „Spanien und
Por=
tugal” von Profeſſor Dr. Pauk Herre.
Der erſte Band zeigt dem politiſch intereſſierten Deutſchen auf, wie
das moderne Weltſtaatenſyſtem entſtanden iſt und wie insbeſondere
durch den Weltkrieg das Geſicht des alten Europa geſprengt wurde.
Deutſchland freilich iſt in ſeiner Machtloſigkeit in das neue
Weltgleich=
gewicht=Syſtem nicht eingegliedert und nimmt nicht die Stellung ein, auf
die es kraft ſeiner Zahl, ſeiner geographiſchen Lage, ſeiner Energie und
ſeiner techniſch=geiſtigen Bildung Anſpruch hat. Das Werk, das auch die
Ueberſee= und Kolonialgeſchichte des vergangenen Jahrhunderts in
knap=
per, klarer Form behandelt, enthält ein ausführliches
Literaturverzeich=
nis und wird ergänzt durch ſehr wirkſame Karten=Zeichnungen.
Der zweite Band, Spanien und Portugal, iſt heutzutage beſonders
aktuell, wo Spanien, von deſſen Wiederaufſtieg die Weltausſtellung in
Barcelona nicht am wenigſten Zeugnis ablegt, die Aufmerkſamkeit der
Welt auf ſich lenkt. Die Abſchnitte Volkstum und Geſchichte,
Wirt=
ſchaftsleben und Verkehrsweſen, Kolonien und Kulturleben, um nur
einige wichtige zu nennen, zeichnen in überſichtlicher Darſtellung die
Probleme des alten und des neuen Spaniens. In gleicher Einteilung
wird anſchließend Portugal behandelt, das durch ſeinen großen
Kolonial=
beſitz in die Weltpolitik einbezogen iſt und deſſen Anſchluß an Spanien
in Form der Gleichberechtigung auf Grund mannigfacher Anzeichen in
einer nicht ſo fernen Zukunft gar nicht ſo ausgeſchloſſen erſcheint.
Hackebeils 1 Mark=Bücher. In der beliebten Sammlung moderner
Romane erfchienen, foeben vier neue Bände: Band 11, Das verlorene
Ich, von Franz Kreibemann. Ein Abenteuerer=Roman aus un=
ſeren Tagen, mit verblüffender Kenntnis von Land und Leuten
Euro=
pas und Marokkos. Band 12, Die vier denkwürdigen Jahre der
Fami=
lie Pan der Velde, von Dr. Günther Panſtingl. Dieſes
merkwür=
dige Buch hat in Holland einen außerordentlichen Erfolg gehabt. Es iſt
mit einer koloſſalen Phantaſie ausgeſtattet, in der auch die
Originali=
tät nicht fehlt. Band 13, Er und Sie und ſehr viel Schwindel, von
Ludwig von Wohl. Luſtig und heiter wie alles, was Ludwig von
Wohl ſchreibt, iſt dieſer ſpannende Senſationsroman. Was die
Privat=
ſekretärin des Generaldirektors Stavrides auf ihrer Reiſe in wichtiger
Miſſion nach dem Balkan alles erlebt, erfährt der Leſer in wirbelndem
Tempo und luſtiger Buntheit. Band 14. Das Mädchen von Arizona,
von W. C. Platts. Ein Roman aus Wildweſt, aus der Gegend der
großen Viehdiſtrikte. Reizvolle Handlung wie in einem modernen
Film. Cowboys, Diebſtähle, Hinterliſt, Rache und glückliches Ende;
dabei ſpannend und mit gefundem Humor geſchrieben.
„Weiterbildung bringt vorwärts!‟ Der bekannte Leipziger Verlag
Friedrich Brandſtetter hat es ſich zur Aufgabe gemacht hervorragende
deutſche Wörterbücher herauszubringen. Hoffmanns Wörterbuch
der deutſchen Sprache, neu bearbeitet von Dr. G. Mohr, gibt
mit ſeinen 36 000 Stichwörtern, Wortverbindungen und Redensarten
zuverläſſige Auskunft auf mancherlei Fragen hinſichtlich Schreibweiſe,
Bedeutung und Anwendung eines Wortes. Preis des 620 Oktavſeiten
umfaſſenden Buches gut in Leinen gebunden, 7 Mark. Ein kleinerer
Natgeber für den mündlichen und ſchriftlichen Sprachgebrauch iſt
Hoff=
manns Praktiſches grammatikaliſches Wörterbuch,
neubearbeitet von Ernſt Lüttge. Es dürfte keinen knifflichen Fall geben,
über den es nicht Auskunft erteilte. 10. Auflage, 379 Seiten
Taſchen=
format, gebunden 3 Mark. Die feinen Unterſchiede im Sinn der
nahe=
verwandten oder ähnlichen Worte zeigt Hoffmanns volkstümliches
Wörterbuch der deutſchen Synonyme, 1929, von Prof.
Wilhelm Oppermann neubearbeitet. 254 Seiten, gebunden 3,75 Mark.
Hoffmanns altbewährtes gedrängtes vollſtändiges
Fremdwörter=
buch zur Erklärung und Verdeutſchung aller in der Wiſſenſchaft,
Schrift= und Umgangsſprache gebräuchlichen fremden Wörter und
Redensarten liegt in 26., neu bearbeiteter Auflage von Prof. Theod.
Matthias vor und koſtet gebunden 4 Mark.
Wolfgang Goetz: Muſpilli. Erzählung. Mit Zeichnungen von Alfred
Kubin. Buchausſtattung von Prof. Edmund Schaefer. 260
Seiten Oktav. Geheftet 4 Mk., gebunden 6 Mk. Verlag von Adolf
Bonz u. Comp. in Stuttgart.
Das Buch verdankt ſeine Entſtehung einer Künſtlerlaune. Drei
fröhlich=ernſte Geſellen: Goetz, Kubin und Schmitz, ſaßen beim Wein
und es ſprang die Frage auf: was würde geſchehen, wenn heute
plötz=
lich nur noch ein Menſchenpaar am Leben bliebe, wenn eine neue
Sintflut die Menſchheit dahinraffte und ſich ein „Muſpilli” erneuerte?
Wie würde ſich männliche und weibliche Urnatur offenbaren und wie
würden beide mit den veränderten Dingen der Erde und
Ewigkeits=
fragen fertig werden? Die Antwort geben Dichter, Denker und Maler
auf ungemein geiſtreiche und witzige Weiſe in dieſem als „Erzählung”
bezeichneten Buche.
Ap. Hermann Löns” Mannesfahre. Sein Leben und Schaffen bis
zum tragiſchen Ende. Erzählt von ſeinem Bruder Ernſt Löns (
Ver=
lag von Wilhelm Köhler, Minden, Preis geb. 6 RM.). — Der
Heraus=
geber hat mit dieſem ſeinem vor zwei Jahren erſchienenen erſten
Band der Löns=Biographie „Hermann Löns” Jugendzeit” einen zweiten
und Schlußband folgen laſſen, in dem ſich vor dem Leſer ein Wild vom
Leben des berühmten Dichters entrollt, und das ſich wie ein ſpannender
Roman lieſt. Hermann Löns iſt tot und ruht in unbekanntem Grabe,
aber ſeine Seele lebt in den Herzen ſeines Volkes weiter. Sein
Ge=
dächtnis wach zu halten und zu ehren, iſt dieſes ſchöne Buch vor allem
geeignet. Beſonders wichtig wird es durch die Fülle bisher unbekannten
Materials. Auch ſind dem Buch vier Bildtafeln nach zum Teil noch
unberöffentlichten Photogvaphien beigegeben.
Rudolf Leonhard: Beate und der große Pan. Band 332/33 der
Welt=
geiſt=Bücher Verlags=Geſellſchaft m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2.
Durch dieſes zarte, muſikaliſch empfundene Idyll von großer
ſeeli=
ſcher Weite offenbart ein tiefbegeiſterter Dichter den ganzen
elemen=
taren, zugleich großartigen und furchtbaren Reiz des lebendigen,
ſinn=
lichen Atems des Natur, wie er den wenigen Auserleſenen ſpürbar
wird, deren Augen geſegnet ſind, ihn liebend wahrzunehmen. Der
Rhythmus einer von innerer Spannung erfüllten Sprache weiht diefe
koſtbare Probe großen Könnens.
is ſpäteſtens Samstag
nt haben will, kommt der
meiner noch im Auftrage
ehenden
n, der jetzigen Not
ent=
n Preiſe zum Verkauf.
rechnungen können von
ſen 2. Dezember ab
er=
a.
(18625
t, den 28. Nov 1929.
Crößmann jr.
nator und Taxator.
lokal: Kiesſtraße 25.
itag, den 29. Nov. 1929,
S 3 Uhr, verſteigere ich in
teigerungslokal, hier,
Hügel=
chrank, 1 Schreibtiſch, eine
itrine, 1 Bauerntiſchchen.
T Ort u. Stelle verſteigere ich:
bile, 1 Dreſchwagen, eine
erſtrohpreſſe, verſchiedene
I.
7 an Ort und Stelle:
uſpiegel, 1 Büfett, 1
Kre=
klavier (Kaim & Günther),
chine (Singer).
(1866, den 28. Nov. 1929.
*
Portner
vollzieher in Darmſtadt.
gerungs=Anzeige.
eitag, den 29. Nov. 1929
* 10 Uhr, ſollen in meinen
gslokale Luiſenſtr. 32
fol=
er zwangsweiſe gegen
Bar=
ſteigert werden: (1866.
9rank, 1 Warenſchrank, eine
1 Vertiko, 1 Schreibtiſch
mit Lederſitz, 1 Nähtiſchchen,
er Art u. and. m.
gieran im Anſchluß an Or
Zuſammenkunft Ecke Lud
4d Moosbergſtraße:
Oiwan 1 Schreibmaſchine
kleiner Bücherſchrank.
hieran im Anſchluß an Ort
Becherſtraße 23:
Vertiko, 1. Nähmaſchine
taſchine.
idt, den 27. Nov. 1929.
jungermann
Svollzieher in Darmſtadt.
Hergleichen Sie die Preise
und Sie werden finden, daß Sie für die bei mir
ver-
tretenen ersten Fabrikate wie, Bechstein, Blüthner,
Grotrian-Steinweg, nicht viel mehr zahlen, als
für manches unbedeutende Fabrikat. Ein erstes
Weltfabrikat bietet ungeahnte Vorzüge. Sie
er-
halten unverbindliche Beratung und Vorschläge
18632
AOTAHL MTERIAAMM
Darmstadt, Orafenstraße 21, nächst Rheinstraße (Inhaber: Ludwig Schweisgut)
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsverigerks auf den Namen
der Eheleute Althändter Andreas Failer und Eliſe, geb.
Schneider, zu je einhalb im Grundbuch eingetragen waren,
ſollen
Dienstag, den 4. Februar 1930, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Die Verſteigerungsvermerke ſind am 12. September 1929
und am 8. November 1929 in das Grundbuch eingetragen
worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren.
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
ſorderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht.
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(1861½a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 21. November 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Blatt 105
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
III 114
Grabgarten
Schwanen=
ſtraße
Hofreite Nr. 1, Ia und 3
daſelbſt
443 8000 RM.
365 6000 RM.
Arbeitsamt Darmſtadt
Die Sprechſtunden für
Berufsberatung und
Lehrſtellen=
vermittlung
werden von Dezember ab wie folgt
feſt=
geſetzt:
1. bei der Hauptſtelle für
Berufsbe=
ratung, Darmſtadt,
Bismarch=
ſtraße 70 (Tel. 2002) täglich von 10
bis 12 und 13—16 Uhr, mit Ausnahme
des Samstags.
2. bei den Nebenſtellen:
a) in Erbach, Kreisamt (Tel. 511):
jeden Dienstag nachmittag von 13
bis 16 Uhr;
b) in Dieburg, Ringſtraße (Tel. 286):
jeden Donnerstag nachmittag von
13—16 Uhr;
c) in Bensheim, Wambolterhof (Tel.
400) jeden Freitgg nachmittag von
13—16 Uhr.
Der Vorſitzende.
st18342)
Oetſteigerangs Anzeige.
Freitag, den 29. Novemb. 1929,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich im Vokale
Hügelſtraße 27 öffentlich zidangsweiſe
gegen Barzahlung:
(1866=
1 Sofa, 2 Klaviere, 2 Gram.nophone
3 Schreibtiſche, 1 Photo=Appatat 9/12,
1 Laſtkraftwagen (Chevrolet) und eine
Benz=Limouſine.
Darmſtadt, den 27. Nov. 1929.
Metzger
Gerichtsvollzieher.
TIAIAO
SCHIEFEN
Erholung und Freude!
Schenken Eine Leereise mit der
Sie
Lieben
Hamburg-Amerika Linie
Ihren ist ein beglückendes
Weihnachtsgeschenk!
einen GUTSCHEIN
Der Beschenkte kann nach,
seiner eigenen Wahl reisen.
Mittelmeer- und Orientreisen.
Januar bis April
Mai bis August
Nordland- und Ostseefahrten
Auch mit Westindienreisen.
Weltreisen, Studienreisen.
sogar mit jeder Fahrt im
überseeischen Liniendienst
der HAPAG können
Gut=
scheine verrechnet werden.
Verlangen Sie Prospekte und Auskünfte von der
HAMBURG-AMERIKALINIE
ODER DEREN VERTRETUNGEN
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N. S. U.=Einzylinder,
500 ccm. faſt neu,
N
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mit all. Schikanen,
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für 600 Mk. z. verk
Kahlertſtraße 13. (*
Seite 12
Donnerstag, den 28. November 1929
Sport, Spiel und Zurnen.
Hansoar.
Die ſüddeukſche Liga.
Ein Blick auf den Stand der Meiſterſchaftskämpfe.
Von den 74 Mannſchaften, die in der erſten Klaſſe in elf
Abtei=
lungen die Vorkämpfe um die ſüddeutſche Handball=Meiſterſchaft
auf=
nahmen, beſitzt nur noch ein gutes Dutzend Ausſichten, ſich durch
Er=
ringung der Gruppenmeiſterſchaft für die Endſpiele zu qualifizieren.
Ohne Punktverluſt haben ſich bis heute noch 6 Mannſchaften halten
können, davon vier in den Hauptgruppen: Sp.Vg. Fürth (Nordbayern),
SV. 98 Darmſtadt (Main=Heſſen A), SV. 1860 München (Südbayern)
und Stuttgarter Kickers (Württemberg). Das beſte Torverhältnis
zei=
gen mit 154:20 die Fürther. Während die Stuttgarter und Münchener
bereits als Meiſter ihrer Gruppen angeſehen werden können, haben die
Fürther und Darmſtädter noch die ſchweren Rückſpiele gegen ihre
ſchärf=
ſten Rivalen, 1. FC. Nürnberg bzw. Polizei=SV. Darmſtadt, zu
be=
ſtehen. In reſpektablem Abſtand hinter dieſen Großen, der ſüddeutſchen
Sonderklaſſe, kämpfen am Main FSV. Frankfurt und V.f. R.
Schwan=
heim, in Württemberg V.f.B. Stuttgart und Sp.Vg. 03 Tübingen,
in Nordbayern 1. FC. Bayreuth und Polizei=SV. Bamberg und
in Südbayern ASV. München und SSV. Ulm mit den günſtigſten
Ausſichten um die Plätze. Zwvei weitere Vereine haben ſich in kleineren
Teilgruppen bis jetzt ohne jede Einbuße behauptet, FV. 04 Raſtatt und
Polizei SV. Freiburg. Die Raſtatter ſind ſogar ſchon Meiſter. Sie
haben ſich die Würde in Mittelbaden zum erſtenmal errungen.
Es war nicht beſonders ſchwer. Von den fünf Bewerbern gaben drei
das bald ausſichtsloſe Rennen vorzeitig auf, ſo daß ſchließlich nur noch
der Titelverteidiger, Karlsruher FV., zu bezwingen war, was gelang.
In dem ſpielſchwachen Fünferfeld Südbadens werden die
Freibur=
ger Poliziſten ſehr wahrſcheinlich wieder an der Spitze bleiben. Gefahr
droht ihnen höchſtens noch von der Spielabteilung 23 Konſtanz.
Die weſentlich ſtärkeren nordbadiſchen Mannſchaften kämpfen in der
Gruppe Rhein in zwei Abteilungen. In der erſten liegt die
Mann=
heimer TG. vorne, kann aber von FC. 08 Mannheim noch eingeholt
wer=
den. Phönix Mannheim ſchlug ſich lange Zeit mit den beiden in ſtetem
Wechſel um die Führung, iſt nun aber durch die unerwartete Schlabpe
gegen den Tabellenletzten, Sp.Vg. 07 Mannheim, zurückgefallen. In der
zweiten Abteilung ſtrauchelte V.f.R. Mannheim, der bereits als ſicherer
Sieger galt, kurz vor dem Ziel. Er verlor ſein erſtes Spiel gegen die
einzige Elf, die ihm noch gefährlich werden konnte, Pfalz Ludwigshafen,
1:8. Die Pfälzer ſind nun bis auf einen Punkt aufgerückt, und es
kommt darauf an, wie die beiden Konkurrenten am übernächſten
Sonn=
tag in ihren letzten Spielen gegen die Vertreter des Mittelfeldes, Polizei
Mannheim bzw. SV. Waldhof, abſchneiden. In der Pfalz und an
der Saar liegen die ſeitherigen Meiſter nicht mehr in Front.
Wäh=
rend der V.f.R. Kaiſerslautern ſich erſt jetzt durch eine 1:4=Niederlage
von dem erſten FC. 02 Kreuznach, mit dem diesmal beſtenfalls noch
ein dritter Gang um den Titel ausgefochten werden könnte, verdrängen
ließ, ſtand es um den alten Handballpionier S.u. S.Vgg. Saarlouis
von vornherein ſchlecht.
Trier iſt Handball=Vorort in der Weſtmark geworden, und es iſt
kaum möglich, daß der SV. 05 Trier, der ungeſchlagen, mit nur zwei
negativen Zählern aus unentſchiedenen Treffen, die Spitze hält, noch
überholt wird. Der Altmeiſter, der ſich endlich wieder gefunden zu haben
ſcheint, kann höchſtens noch FV. Saarbrücken oder Polizei Trier den
zweiten Rang ſtreitig machen. Glücklicher ſchlug ſich der
Heſſen=
meiſter, FSV. Mainz 05. der auch nur langſam in Fahrt kam, nun
aber bereits wieder mit klarem Vorſprung führt. Es iſt
unwahrſchein=
lich, daß Hakoah und Sportverein Wiesbaden oder Polizei Worms, die
gegenwärtig dicht geſchloſſen hinter ihm liegen, noch vor ihn kommen.
die Gäſteelf in Geltung bringen und damit zeigen, daß die frühere
große Widerſtandskraft ihnen erhalten geblieben iſt. Schwanheim und
Fußballſportverein nehmen zuſammen den 3. und 4. Tabellenplatz ein.
So, wie ſie ein ziemlich erheblicher Punktunterſchied von den beiden
Tabellenerſten trennt, konnten ſie ſich von den Tabellennächſten einen
großen Punktevorſprung verſchaffen. Tatſächlich ſind es denn auch nur
Schwanheim und Fußballſportverein Frankfurt, die den Tabellenerſten
gefährlich werden können. Die 98er haben das Vorſpiel in Schwanheim
knapp (4:2) gewonnen. Man erſieht ſchon aus dieſem Reſultat, daß
Schwanheim vortrefflich zu kämpfen verſteht. Sie werden ſich auch durch
den für Darmſtadt beſtehenden Vorteil des eigenen Platzes nicht
irri=
tieren laſſen, ſondern mit der der Schwanheimer Mannſchaft
eigen=
tümlichen Aufopferung und Härte den Kampf beſtreiten. Die 98er
wer=
den alſo, wenn ſie nichts von ihrer zurzeit ſehr günſtigen Poſition
ein=
büißen wollen, mit allem Können bemüht ſein müſſen, dieſe
Widerſtands=
kraft zu brechen. Das Spiel beginnt nachmittags 3 Uhr. Von den
unteren aktiven Mannſchaften iſt nur die Liggerſatzelf beſchäftigt, die
auf dem Hochſchulplatz gegen die 1. Mannſchaft des Akademiſchen
Sportklubs antritt. Die Jugendabteilung hat ihr wichtigſtes Spiel in
der Begegnung der 1a=Jugend mit der 1. Jugend der Sportvereinigung
Arheilgen. Die 3. und 4. Jugend tragen ein vereinsinternes Spiel aus.
Geräfewektkampf Groß=Zimmern — Darmſtadk 1875
Sporkverein Darmſtadk 1898 — B. f. R. Schwanheim.
Die Handball=Ligamannſchaft des Sportvereins Darmſtadt 1898 ſetzt
am kommenden Sonntag mit dem Spiel gegen V. f. R. Schwanheim die
Serie der Verbandsſpiele fort. Auch in dieſem Jahre konnte ſich bisher
Kommenden Sonntag, den 1. Dezember, ſtehr Groß=Zimmern im
Zeichen eines äußerſt ſpannenden Gerätewettkampfes, zu welchem der
Turnverein Groß=Zimmern 1863 die Darmſtädter Turngeſellſchaft 1875
verpflichtet hat.: Es ſtehen ſich hier Vertveter zweier Gaue — Main=
Rhcſin= und Odenwaldgau — gegenüber, deren Leiſtungen jeweils in
ihrem Gau bereits bekannt ſein dürften. Beſtimmt für den
auszutra=
genden Kampf wurden je zwei freigeſählte Uebungen an den
Haupt=
geräten Reck, Barren und Pferd. Erweitert iſt der Wettkampf durch
eine Freiübungsgruppe, die von der Geſamtmrannſchaft zu turnen iſt.
Auf Wunſch des Tv. Groß=Zimmern bleibt der Wettkampf nicht nur,
wie üblich, auf die Turnerklaſſe beſchränkt, ſondern es treten hierzu
auch Altersturner und Turnerinnen an und ſetzt ſich jede Mannſchaft
aus fünf Turnern, zwei Altersrurnern und drei Turnerinnen zuſammen.
Am Wetrkampf nehmen für Groß=Zimmern teil: a) Turner: Müller,
Joſ., Federlin, H., Lorz, Gg., Klein, Ldw., Haller, Aug.; b)
Alters=
turner: Juda, R., Steinbrecher, L; c) Turnerinnen: Windhaus, Elſe,
Rückrich, Liesbeth und Dietrich, Sofie. Unter genannten befinden ſich
mit erſte Sieger innerhalb des Odenwaldgaues ſowie ehemalige
Kreis=
feſtſieger. Der Mannſchaft von Groß=Zimmern ſtehn von der
Darm=
ſtädter Turngeſellſchaft 1875 folgende Teilnehmer gegenüber: a) Turner:
Knopf, Fr., Kuhn Gg., Kunz, W., Schärtl, Andr., Schneider, Hch.;
b) Altersturner: Niebel, W., Schneider, Ph.; c) Turnerinnen: Engel,
Käthe, Wannemacher, Dina und Aßmuth, Marie. Letztere Mannſchaft
birgt in ihrer Reihe nicht nur Gau= und Kreisfeſtſieger, ſondern auch
ſolche, welche ſchon auf Meiſterſchaftsturnen und deutſchen Turnfeſten
den Siegerkranz erringen konnten. Wenn auch im Voraus der
Darm=
ſtädter Mannſchaft ein Plus zugeſprochen iſt, ſo dürfte immerhin Groß=
Zimmern als Gegner nicht zu unterſchätzen ſein, und der Wettkampf
wird erſt ergeben müſſen, ob nicht auch Groß=Zimmern auf dem Gebiete
der Geräteturnkunſt ſeinen Mann zu ſtellen weiß und ſcheint
wettkampf, der in erſter Linie eine Werb=veranſtaltung für das deutſche
Geräteturnen ſein ſoll, dem Beſſeren den Sieg bringen, dem
Unter=
legenen, zum Anſporn dienen, damit wird er ſeinen Zweck erfüllen.
Allen Freunden und Intereſſenten der Turnkunſt aber ſei der Beſuch
dieſes Turnabends auf das Wärmſte empfohlen.
Turnerſchaft und Sporlbehörde.
Nach dem Beſchluß des Deutſchen Turntages, daß die Deutſche
Turnerſchaft bereit iſt, mit den Sportbehörden in
Einigungsverhand=
lungen einzutreten, wurde in deutſchen Sportkreiſen eine
Stellung=
nahme der Deutſchen Sportbehörde für Leichtathletik erwartet. Man
geht wohl nicht fehl, wenn man einen offiziellen Schritt der D. S.B.
von der am 15. Dezember in Frankfurt a. M. ſtattfindenden
Hauptaus=
ſchußſitzung erwartet, die in dieſem Jahre an die Stelle der
Wahlver=
ſammlung tritt. Ob es ſchon vorher zu Verhandlungen kommt, iſt noch
nicht bekannt. Immerhin hat ſich während der Reichsaus
in Berlin Gelegenheit zu einer unverbindlichen Ausſprache
Vorſitzenden der beiden Organiſationen, Staatsminiſter a. 3
ind Rechtsanwalt Lang, ergeben.
Geſchäfliches.
Stoffmalerei. — Eine intereſſante
Veranſtaltung. Die bekannte Firma=Drogen=Liebig
iſt auf den glücklichen Einfall gekommen, dem hieſigen
Einführung in die leichte Technik dieſer entzückenden
erleichtern. Eine Berliner Kunſtgewerhlerin iſt beauftrag
30. November in kurzen Vorträgen und im praktiſchen Un
die notwendigen Anleitungen und Anregungen zu geben.
den eine große Anzahl der reizenden Malereien gezeigt.
kiſſen, Schals, Handtaſchen, Deckchen, zierliche Taſchentüche
der und vieles andere mehr. Auf einem Stückchen Papi
wird der erſte Verſuch gewagt, und danach kann man Kiſſe
mit farbenfreudigen Muſtern belehen. (Siehe heutige A
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 28. Nov. 12.15: Schallplatten: Ouv
Vorſpiele zu Wagners Opern und Muſikdramen. O 15.1
ſtunde. Welche Bücher wünſche ich mir zu Weihnachte
Konzert des Funkorcheſters. O 18: Kaſſel: Zehn Minut
18.10: H. Jacob: Die Aufgaben des Dolmetſchers n
Vollverſammlung des Völkerbundes. O 18.30: Eſperanto
Nur Frankfurt: Wanderratſchläge des Taunusklubs.
Xylophon= und Tubaphon=Konzert: Erna Reuter. 20:
Soliſten=Konzert. 22: Stuttgart: Darbietungen werde
kanntgegeben. O 23: Stuttgart: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 28. Nov. 9: Stadt
Wie gehts in New York auf der Straße zu. o 10:
Von zärtlichen und groben Tiereltern. O 10.35:
Verbandes der Preuß. Landgemeinden. o 12: Schallplatt
Jugendſtunde: Dr. A. Berger: Fred Wintons Abente
chineſiſchen Seeräubern”, 15: Magiſtrats=Oberſchulrat
Arbeitsgemeinſchaften für Lehrerfortbildung. o 15.47
ſtunde: Elli Heuß=Knapp: Allerhand zum Nachdenken
Sitte und Aberglauben. o 16: Magiſtrats=Oberſchu
mann: Welche Forderungen ergaben ſich aus den Lebens
der jugendlichen Arbeiter ohne erlernten Beruf für i
richt in der Berufsſchule? o 16.30: Dr. Joh. Günthe
der Fabel. O 18: Prof. Dr. Lampe: Geſtalt und Sch
Entdecker: Alexander von Humboldt. o 18.30: Spaniſe
geſchrittene. O 18.55: Bayeriſcher Miniſter Prof. Dr.
und beſte Milch ein Wunſch des Landwirts. O 19.20:
Verkaufsgeſpräche. S 20: Wovon man ſpricht. O 20.3
Muſikaliſches Bilderbuch einer Stadt von Karl Sczuke
Anton Rubinſtein. Ausf.: Frieda Klink (Alt), Ewel Ster
Joſ. Schwarz (Klavier und Flügel). O 22.30:
Funk=
richt. Walter Carlos. O 0.30: Tanzmuſik. Ben=Ber
Wetterbericht.
Ausſichten für Donnerstag, den 28. November. Stellen
tagsüber teils wolkig, teils heiter, kühler,
Temperatu=
den Gefrierpunkt, meiſt trocken.
Ausſichten für Freitag, den 29. November: Anfänglich wen
jedoch ſpäter wieder milderes Wetter wahrſcheinlich.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Verantworſich für Polliſk und Wiriſchaft= Rudeif Mauve; für Feu
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eug
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andre
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeraienteil: Will
und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſiadt
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Die heutige Nummer hat 16 Gei=
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vorha
u. u.
Donnerstag, den 23. Nor
Hiner 330
die Arbeitsmaekklage im Reich.
beitsloſigkeit ſtieg in der Zeit vom 18. bis 23 November
raſcher, als in der Vorwoche. Die Zahl der
Hauptunter=
ofänger in der verſicherungsmäßigen Arbeitsloſenunter=
A. als Gradmeſſer für die allgemeine Bewegung benutzt wird,
rund 74 360 000 in der Vorwoche zu. Sie dürfte am 23.
ei 1050 000 liegen, gegen etwa 870 000 am gleichen Stichtag
fes. Da in der Vorwoche die Mehrbelaſtung des
Arbeits=
senüber dem Vorjahr noch rund 200 000 betrug, hat ſie ſich
wenigſtens in dieſer Woche verringert. Am ungünſtigſten,
dem Stand des Vorjahres, war die Lage in Sachſen,
Schle=
as deutſchland, Heſſen und Nordmark. Vergleichsweiſe am
gün=
ſie in Weſtfalen, dem in größerem Abſtand Bayern, Rhein=
Sußen und Pommern folgen. Der Beſchäftigungsrückgang
wie in den Vorwochen überwiegend ſaiſonüblichen
Charak=
a„s urde verſchärft durch die Entlaſſungen aus der
Metall=
cie zum Teil auf jahreszeitliche Gründe zurückgeführt werden
ie ſaiſonmäßige Aufnahmefähigkeit der
Verbrauchsgüter=
oar nahezu erſchöpft. Einzelne Berufsgruppen, wie das
gewerbe, trugen ſchon erheblich zur Belaſtung des Arbeits=
ſutz, A.=G., Maſchinenfabrik und Keſſelſchmiede, Darmſtadt.
ern nachmittag ſtattgefundenen Generalverſammlung wurde
beſchloſſen, von der zunächſt beabſichtigten Auflöſung der
Abſtand zu nehmen. Man kam ſchließlich zu dem Ergebnis,
ſaft auf Grundſtücksverwertung umzuſtellen, doch ſoll eine
nzuberufende GV. darüber noch näheres beſchließen. Der
ufſichtsrat legte mit einer Ausnahme (das A.N.=Mitglied
weilt zurzeit in Rußland) ſein Amt nieder. Die Neuwahl
jjederwahl von Bankdirektor Brink (Danatbank Darmſtadt),
Jahl von Bankier Wolf. (Jakob Wolf=Frankfurt a. M.),
aiſer, Landgerichtsrat Raab=Darmſtadt und Rechtsanwalt
=Darmſtadt, ſowie eines Kaſſeler Fabrikanten.
Volksbank. In der zweiten Gläubigerverſammlung der
gkeiten geratenen Wormſer Volksbank machte ein Vertreter
ſerausſchuſſes die Mitteilung, daß nun doch mit einem
echnen iſt. Man rechnet mit einer Quote von 75 Prozent,
h etwas darunter. Ein Teil der Außenſtände iſt als
un=
anzuſehen. Die Verſammlung ſtimmte dem Vorſchlag zu,
vergleichverfahren einzuleiten.
Schwierigkeiten des Baukgeſchäfts. Wie wir erfahren, hatte
wierigkeiten geratene Bankgeſchäft Rudolf R. Bauer in
M. neben einer übermäßigen Hergabe von Darlehen Bürg=
Höhe von etwa 3 Mill. RM. übernommen. Die Geſtaltung
len Lage bei der Firma wird nun weſentlich davon
abhän=
eit dieſe Bürgſchaften evtl. in Anſpruch genommen werden.
die weitere Entwicklung iſt außerdem die Geſtaltung der
Wirtſchaftslage. Mit der Nachlaßpflegſchaft des
verſtor=
eninhabers iſt Juſtizrat Ederheimer betraut. Wenn auf
iften in erheblichem Umfange zurückgegriffen werden ſollte,
ich von einer Ueberdeckung der Paſſiven um etwa 1 Mill.
e jetzt buchmäßig vorhanden iſt, nicht mehr geſprochen
wer=
nuß man die Entwicklung abwarten. Es haben ſich jedoch,
mitgeteilt, verſchiedene Stellen zu der evtl. norwendig
wer=
filfe bereit erklärt. Wie wir noch erfahren, kommt dabei
vie die Eſſener Firma Simon Hirſchland in Betracht, die
ſchaftlichen Beziehungen zu der Firma Bauer ſteht. — Zu
ſichte des Falles hören wir noch, daß die Illiquidität der
* Hauptſache darauf zurückzuführen iſt, daß Bankier Bauer
itgeſchäft überengagiert hatte. Er hätte langfriſtige Därlehen
er durch Aufnahme kurzfriſriger Kredite finanzierte, ein
lſo zum Fall Frankfurter Allgemeine. Die Schwierigkeiten
ech ein, daß die Favag, der Bauer einige hunderttauſend
Verfügung geſtellt hatte, zuſammenbrach, ein allgemeiner
hwund eintrat, und die Naſſauiſihe Landesbank neben der
ig anderer Kredite, die der Firma Bauer gewährten Kredite
rter Börſenhandel. Zum Börſenhandel ſind 15 Mill. RM.
ſanweiſungsanleihe des Freiſtaates Sachſen von 1929, fällig
1932, zugelaſſen. Den Schatzanweiſungen, die die Bezeich=
II tragen, ſind Zinsſcheine beigegeben, die halbjährlich am
und 1. Juni jedes Jahres fällig ſind. Der erſte Zins=
1. Dezember 1929, der letzte Zinsſchein am 1. Juni 1932
Verzinſung der Schatzanweiſungen beginnt mit dem
9. Vom Tage der Fälligkeit der Schatzanweiſungen, dem
2 ab, hört die Verzinſung der nicht eingelöſten Stücke auf.
tweiſungen werden vom 29. November ab gehandelt und
hterte Beſchäftigung der Lahn=Induſtrie. Den bereits
vorigen Monats vorgenommenen Stillegungen in der
ie und den in den erſten Tagen des November erfolgten
hränkungen und Kurzarbeit in der Kalkinduſtrie im
Lahn=
valdgebiet, ſind in den letzten Tagen erneut
Betriebsſtill=
d Kurzarbeit gefolgt. So haben die Baſaltwerke Stöffel,
hainBetriebsſtillegungen vorgenommen, wobei erneut mehrere
eiter der Erwerbsloſenfürſorge anheim gefallen ſind. Auch
ke in Altendiez, die Kurzarbeit eingeführt hatten, waren
den Betrieb zu ſchließen. Hierdurch kam eine größere An=
* zur Entlaſſung. Die Buderus=Eiſenwerke in Staffel
irch die ſchlechte Wirtſchaftslage ebenfalls gezwungen, einer
naahl unverheirateter Arbeiter die Entlaſſung zuzuſtellen.
Bauinduſtrie hat ſich ein Ueberangebot an Arbeitern
be=
jacht.
endigung des Weſtdeutſchen Benzinpreiskampfes. Der
Preis=
dem deutſchen Betriebsſtoffmaukt ſcheint nunmehr ſeinem
ehen. Die Rheinland=Garagen G. m. b. H. in Köln, die
in des Kampfe, beabſichtigt mit Wirkung ab 1. Dezember
npreis auf den vollen Konventionspreis, d. h. auf 33 Rpf.
bringen. Veranlaßt iſt dieſe Maßnahme durch einen
Be=
leichsverbandes der Garagenbeſitzer, die Kampfpreiſe fallen
eine Haupturſache dürfte jedoch auch der Rückzug der beiden
* Importfirmen, der Texa Co. und der Atlantie Refining
urſchen Markt ſein, der auf Grund von Abmachungen mit
* Benzinkonvention mit Wirkung ab 30. November erfolgt.
ſche Außenhandelsſtatiſtik. Die amtliche
Außenhandels=
die Einfuhr nach Frankreich für die erſten zehn Monate
1920 mit 48 982 726 To. im Werte von 48 475 366 000 Franes
genüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Stei=
39 988 To. und um 5 083 123000 Fr. ausmacht. Die
Aus=
iſcher Waren belief ſich in den erſten zehn Monaten des
auf 33030 016 To. im Werte von 41 408079 Franes, was
em gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Verminderung
Tb. und um 582 089 000 Franes darſtellt.
Produktenbericht vom 27. November. Am hieſigen
Pro=
rſchte wieder ſtarke Zurückhaltung. Das Angebot von
lieb gering, aber nur Roggen konnte hiervon etwas
pro=
etwas feſter. Weizen mußte dagegen eine Kleinigkeit
Füttermittelmarkt beſtand für Roggenkleie Nachfrage
in bis zu einer halben Mark. Mais war dagegen
ver=
im Preiſe nachgebend. Der Mehlmarkt lag ſtill; die
ader gut behauptet. Weizen 26,50—26,75, Roggen 19,25
mergerſte 19,25—19,75, Hafer inl. 18, Mais für Futter=
Weizenmehl 38,50—39, niederrhein. 38,25—39, Roggen=
Weizenkleie 10,75, Roggenkleie 10,75.
Produktenbericht vom 27. November. Am Getreidemarkt
Drund der nunmehr offiziell erfolgten Veröffentlichung
„orlage über die Agrarfragen außerordentliche
Nervo=
unter der das Geſchäft ſtark leidet. Die Nominierung
Urmalbreiſe für die verſchiedenen Getreidearten
veran=
er zu größter Zurückhaltung, aber auch die Käufer=
Lüdere die Importeure von Roggen und Hafer wollen
nicht eingehen angeſichts der Unſicherheit über die Höhe
Rinwertes. Einige Umſätze finden lediglich in Weizen
Tohfrucht durch das Beſtehen des Vermahlungszwanges
ien durch die bevorſtehende Geſetzgebung weniger in
üng beeinflußt werden kann. FürWeizen wurden im Effek=
Verige Preiſe erzielt. Roggen, Hafer und Gepſte werden
MDminell liegen diePreiſe gegenüber geſtern unverändert:
mä
Am Lieferungsmarkt ergaben ſich nur unbedeutende Preisveränderungen
gegenüber den geſtrigen Schlußnotierungen, nachdem in den geſtrigen
Nachmittags= und heutigen Vormittagsſtunden für Weizen auf Grund
der ſchwachen Auslandsmeldungen Rückgänge von 2—3 Mark eingetreten
waren. Das Mehlgeſchäft wird von der allgemeinen Unſicherheit auch
beeinflußt, es finden faſt nur kleine Bedarfskäufe ſtatt.
Frankfurker und Berliner Effekfenbörſe.
Frankfurt a. M., R. November.
Auch nach der Ueberwindung des geſtrigen Liquidationstages
er=
öffnete die heutige Börſe in ſchwächerer Haltung, obwohl Material kaum
mehr herauskam. Nur in einigen Fällen wurden noch Verkäufe zur
Geldbeſchaffung vorgenommen. Die Stimmung war luſtlos und nervös.
Die andauernden Inſolvenzen riefen eine ſtarke Beſorgnis hervor und
hemmten jede Unternehmungsluſt. Auch die geſtrige ſchwache New
Yorker Börſe verſtimmte ſtärker, ſo daß ſich bei zunehwendem Angebot
nur ſchleppendes Geſchäft entwickelte. Gegenüber der geſtrigen
Abend=
börſe ergaben ſich in Spezialwerten erneut recht empfindliche
Kurs=
abſchwächungen. So vor allem bei Siemens, Zellſtoff Waldhof,
Aſchaffenburg und Aku, die von 3½ bis zu 5½ Prozent einbüßten.
Am Elektromarkt eröffneten AEG. 2½ Prozent, Felten, Elektriſche
Lieferungen und Schuckert je 2½ Prozent ſchwächer. Am Chemiemarkt
lagen J. G. Farben 234 Prozent und Deutſche Erdöl 2½ Prozent
ab=
geſchwächt, während Rütgerswerke leicht anziehen konnten. Deutſche
Linoleum büßten 3 Prozent ein. Am Montanmarkt blieben auch heute
die Abſchläge gering und gingen kaum über 1½ Prozent hinaus. Nur
Gelſenkirchen waren mit minus 2½ Prozent etwas mehr angeboten.
Eine Ausnahme machten Buderus; einiges Intereſſe für dieſe Papiere
bewirkte eine geringfügige Beſſerung. Schiffahrtswerte bis 134
Pro=
zent niedriger. Baunternehmungen gehalten. Auch am Bankenmarkt
prägte ſich die Luſtloſigkeit ebenfalls ſtark aus. Die Umſätze blieben
auch hier beſcheiden bei Einbußen bis zu 1½ Prozent. Danatbank
lagen im Angebot und 3 Prozent ſchwächer. Renten weiter abbröckelnd.
Auch im Verlaufe beſtand weiter große Luſtloſigkeit. J. G. Farben
blieben gehalten, da ſich plötzlich einiges Intereſſe einſtellte. Die
übri=
gen Werte gaben erneut bis zu 2 Prozent nach. Erſt gegen Schluß
der Börſe konnte ſich eine allgemein freundlichere Stimmung
durch=
ſetzen, die auf Deckungsbedürfnis der Kuliſſe zurückzuführen war. In
den Vordergrund traten Siemens, Schuckert, J. G. Farben und einige
Montanwerte. Es ergaben ſich durchweg Erholungen bis zu 3 Prozent
gegenüber dem Anfang. Das Geſchäft war etwas lebhafter. Am
Geld=
markt war Tagesgeld mit 6½ Prozent etwas leichter. Am
De=
viſenmarkt konnte ſich Spanien etwas erholen. Man nannte
Mark gegen Dollar 4,1784, gegen Pfunde 20,375, London-Kabel 4,8790,
Paris 123,87, Mailand 93,20, Madrid 35,00, Holland 12,09.
An der Abendbörſe blieb die Haltung im Anſchluß an die
freund=
lichere Stimmung des Mittaaſchlußverkehrs gut behauptet. Auf den
meiſten Marktgebieten wurden weitere Deckungskäufe vorgenommen,
doch war das Geſchäft im allgemeinen nicht umfangreich. Intereſſe
be=
ſtand vor allem für Montanwerte, Siemens und Zellſtoff Waldhof.
J. G. Farben, die nur knapp behauptet eröffneten, waren ſpäter
ziem=
lich lebhaft gefragt und etwa 1 Prozent feſter. Hiervon ausgehend,
wurde die Tendenz im Verlaufe allgemein etwas freundlicher, ohne
daß jedoch eine Belebung des Geſchäftes eintreten konnte.
Berlin, 27. November.
Obwohl die Novemberſchiebung offiziell für die Börſe vorbei iſt,
nahm der Liquidationsprozeß, den man ſchon ſeit Tagen beobachtet
hat, ſeinen Fortgang, und die Abgabenneigung blieb auch heute
vor=
herrſchend. Die Banken kennen ſeitens ihrer Kundſchaft wohl
über=
haupt nur noch eine Seite, und zu 95 Prozent iſt es das
Stützungs=
konſortium, das die herauskommende Ware aufnehmen muß. Es waren
einige neue ungünſtige Momente vorhanden. Zu den geſtrigen
In=
ſolvenzen (neue Firmen ſind glücklicherweiſe heute bisher noch nicht
bekanntgeworden) kamen die verſchlechterten Ausſichten für eine
Ver=
meidung eines Kohlenſtreikes in Mitteldeutſchland, beſchleunigt
zu=
nehmende Arbeitsloſenziffern, neue Kursrückgänge in New York,
Kurs=
einbrüche am Kali=Kuxenmarkt in Düſſeldorf ufw. Während man aber
vorbörslich noch mit verhältnismäßig behaupteten Kurſen rechnen zu
können glaubte, ergaben ſich dann zu Beginn des offiziellen Verkehrs
doch erhebliche Abſchwächungen. Die Reports per Ultimo Dezember, die
zu den geſtrigen Schlußkurſen hinzuzurechnen ſind, waren jedenfalls
von vornherein verloren. An den übrigen Märkten waren hauptſächlich
wohl auf ſtärkeres Hervorwagen der Baiſſedartei Kursrückgänge von
1 bis 3 Prozent und vereinzelt bis 4 Prozent eingetreten.
Bemerkens=
wert ſchwach lagen Karſtadtaktien, die gegen den Anfang 5¾ Prozent
verloren.
Mefallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 27. November 1929 ſtellten ſich
für. Elektrolytkupfer auf 170, Originalhüttenaluminium 190, desgl.
194, Reinwickel 350, Antimon Regulus 66 bis 70, Feinſilber 67.25 bis
39 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 27. November 1929 ſtellten ſich
für Kupfer: Januar 134.00 (135.00), Februar 134.25 (134.50), März
134.25 (134.75), April 134.25 (135.00), Mai 134.50 (135.50), Juni 134.75
(135.00), Juli 134.75 (135.25), Auguſt 134.75 (135.50), September und
Oktober 135.00 (135.25), November 132.00 (134.50). Dezember 134.25
(136.00). Tendenz: ſchwach. — Für Blei: Januar 40.75 (41.25),
Februar 40.75 (41.50), März 41.25 (41.75), April 41.50 (41.75), Mai
41.75 (42.25), Juni bis September 42.00 (42.50), Oktober 42.25 (42.75),
November 40.50 (42.50), Dezember 40.75 (40.75). Tendenz; ruhig.
Für Zink; Januar 39.50 (41.00), Februar 40.00 (41.50), März 40.25
(42.00), April 40.75 (42.50), Mai 41.00 (42.75), Juni 41.00 (42.50), Juli
41.25 (42.50), Auguſt 41.50 (42.50), September 41.75 (42.50), Oktober
41,75 (42.75), November 38.00 (41.00), Dezember 38.75 (40.00).
Ten=
denz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Nob.:
Getreide. Weizen: Dez. 123½, März 130½, Mai 135, Juli
135½; Mais: Dezember 87½, März 92½4, Mai 95, Juli 968;
Hafer: Dez. 45¾, März 487, Mai 50½; Roggen: Dez. 103½,
März 105, Mai 104½.
Schmalz: Dezember 10,35, Januar 11,02½, März 11,25, Mai
11,45.
Fleiſch. Rippen —: Speck, loko 9,75; leichte Schweine 8,70
bis 9,25, ſchwere Schweine 8,75 bis 9,30; Schweinezufuhren:
Chicago 22000, Weſten 92000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 27. Nob.:
Schmalz: Prima Weſtern 11,10; Talg, extra, loſe 8.
Getreide. Weizen: Rotwinter n. Ernte 141½, Hartwinter n.
Ernte 131½; Mais 101½; Mehl 5,90—6,25; Getreidefracht:
nach England 1,6 bis 2,0 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis
9 Cents.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſatz: 362; Loko: 9: Dezember
8,86, Januar 906, Februar 9,56, März 9,37, Mai 9,68, Juli
9,88, September 10,08.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Hauptausſchußſitzung des Reichsverbandes der deutſchen
Schuh=
induſtrie hat geſtern unter Teilnahme der Vertreter der anderen am
RStarifvertrag für die Schuhinduſtrie beteiligten Arbeitgeberverbände
in Frankfurt a. M. getagt und den Schiedsſpruch der Schlichterkammer
des Reichsarbeitsminiſteriums vom 20. November abgelehnt.
Wie wir aus einer Aufſichtsratsſitzung erfahren, hat ſich die
Ge=
ſchäftslage der Maſchinenbau=A.=G., Duishurg, 1929 befriedigend
ent=
wickelt. Beſonders günſtig ſeien bisher die Entwicklung der
Haupt=
beteiligungen der Demag und der Schies de Fries A.=G. geweſen.
Die Roſenheimer Gewerbebank, e. G. m. b. H., iſt gezwungen,
in=
folge der Verluſte aus dem Kontokorrentgeſchäft heute ihre Zahlungen
einzuſtellen. Beſtrebungen, um das Intereſſe ſämtlicher Einleger zu
wahren und voll zu befriedigen, ſeien erfolgreich im Gange.
Die Preiſe für Baumwollgarne und =Gewebe an der Induſtrie=
und Handelsbörſe Stuttgart ſind unverändert. Die nächſte Börſe
fin=
det am 11. Dezember ſtatt.
Der Schweizeriſche Bundesrat hat den Einfuhrzoll für Schweine im
Gewicht von über 60 Kg. für die Zeit vom 2. Dezember bis Ende
Dezember von 50 auf 30 Franken ermäßigt.
Laut „Libre Belgique” wird die Société Genérale de Belgique für
das Geſchäftsjahr 1929 eine Erhöhung der Dividende vornehmen können.
Für 1928 wurden 400 Franken (1927 650 Franken) brutto auf die Aktie
verteilt.
Die amerikaniſche Regierung hat die Einrichtung von 13
Seepoſt=
linien beſchloſſen. Die jährliche Ausgabe hierfür werde rund 10 Mill.
Dollar betragen. Für die Durchführung der Linien iſt der Bau von
40 Schiffen vorgeſehen, die ſchätzungsweiſe 250 Mill. Dollar koſten
werden.
Berliner Kursbericht
vom 27. November 1929
Deviſenmarkt
vom 27. November 1929
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſ.
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aire?
New York
Belgien
*3
Italien
3
Paris
Währung
100 finn. Mk./ 10.481
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö 173.02
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen /112.29
L.Stg.
1 Pap. Pe
1 Dollar
100 Belge
100 Lire 21.845
100 Franes 116.44
Ra
58.72
12.382
3.016
168.41
111.81
111.88
20.36
1.725
4.1735
58.365
Rie
0.50c
58.84
12.404
73.16
168.7
112.1
20.40
1.729
4. 1815
16-44
Schweiz
Spanien .
Danzig
Japan
3.C22/Mio de Janeiro
Jugoflawien 1100 Dinar
112.03/Portugal 100 Escudos
Athen
12.511Konſtantinopellt türk.
Kairo
R
Kanado
üruguay
58.485/Föland
1.885/ Tallinn (Eſtl.)
Riga
Währung
1100 Fran ten
1100 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
1 Milre:
100 Drachm
1ägypt. *
1 canad. Doll
1 Goldpeſo
100 eſtl. Kr.
100 eſtl. Kr
100 Lats
GeId
81.02
57.81
81.41
2.04
0.490
7.394
18.80
5.43
1.948
20.88
4. 126
4.006
92.15
111.73
0.48
Briei
81.18
57.93
81.57
2.045
0.492
7.408
8.84
5.44
1.952
20.92
4. 134
4.014
92.33
112.95
80.64
Lonmlsant, Kommanongefenfchaft
Frankfurter Kursbericht vom 27. November 1929.
% Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 .....
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 .....
60 Bahern
Frei=
ſtaat v. 27 ....."
80 Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28 ...."
v. 2
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ....."
% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. —F/=
Ab=
löſungsanl.. .
Otſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ....
80 Bad.=Bad.v. 2/
6‟ Berlin v. 24.
8% Darmſtadt v. 26
K3c
Frkf. a. M. v. 26.
8% Mainz v. 26.
80 Mannh. v. 26.
8% Nürnbergp. 26
80 Heſf. Landesbr.
Goldpfbr..
8% Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
4½% Heſſ. Lbs.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
89 Preuß. Lds.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfbr.
8% Preuß. Lds.
Pfbr.=Anſt.
Gold=
bio v......
87.4
76
84.5
89.5
91.4
Nf
96.5
93.25
8% Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl
8
½KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
8% Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser, I
*Ausl. Ser. III
Dt. Komm. Samm.
Abt. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½0 Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk.,
4:/,% „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr. Bk.,
41/,% Lia. Pfrb.
8% Mein. Hyp. Bk.
4:/, %au Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
4½% „Lig. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank
4½% „ Lig. Pfb.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bk.
„ Lig. Pfb.
4½
8% Rhein. Hyp. Bk.
4:/,%0 „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. . ..
3½ Südd. Bod.=
Cred.=Bank. . . .
8% Württ. Hyp.=B
5% Daimler Benz/
von 27 ...
8% Dt. Linol. Werke
glöckner=Werke
Berlin v. 26 ...!
Mainkrw. v,26
2 Mitteld.
Stahl=
werke v. 97...
46.5
64
96.5
25
96.5
97.5
78.5
96.5
97.5
97.25
81.5
82/,Salzmannu. Co.
v. 26 „
7%Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 26 .. . . ..."
J. G. Farben Bonds
v. 28. ......."
5% Bosn. L.E.B.
v. 1914 ..
4:/.%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914...
4%o Oſt. Goldrente
5‟overeinh. Rumän.
14
48
42 Türk. Admin.
40 „ 1. Bagdad
4% „ Zollanl
4½/,% Ungarn 191:
41/,% „ 1914
Goldr.
4%
Aktien
Accum=Berlin
Adlerw. (v. Kleher).
AEG. Stamm
AndreaeNoris Zahn
Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werke
Brown BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ...
Eemen: Heidelber
Karlſtad
Chem.Werke Albert
Chade
..
Contin. Gummiw.
Daimler=Benz ....!
Dt. Atl. Telegr. . ..
„ Eiſenh. Berlin.
Erdöl ........
„ Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt.
Linoleumwerk".
Dyckerhoff u.
Wid=
mann .. . . . . . .."
8.90
14.5
7.225
241I.
21.05
15
112
A4
112
87.5
59.5
117.5
164
43
86.5
134.5
229
78.25
Elektr. Licht u. Kraf
Liefer=Geſ.
Eſchw. Bergwert
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere.
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas .......
. Hof ........
Geiling & Cie...
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. elektr.
Unter=
nehmungen
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfbr
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm/205
Genüſſe
Junghan • Stamm
Kali Aſchersleben
Salzdetfurth . /290
Weſteregeln
Kammgarnſpinn..
Karſtadt, R.
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke
Lahmeyer & Co...
Lech. Augsburg,
Löwenbr. Münch../4
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt=Br. ....
Mannesm Röhren
159
198
30
212
165.5
64.5
(
AR
60.6
45.5
170
J
102
785
123.5
52.5
105
9:
87.5
Mansfeld Bergb..
MarswerkeNürnbg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau
Montecatini Maild
Motoren fb. Darmſt.
Reckarwerke Eßling.
Nicolah, Hofbr. ..
Oberbedarf..
Otavi Minen ..
Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb.
Rh. Braunkohlen..
„ Elektr. Stamm.
Stahlwerke
Riebeck Montan".
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ....
Sachtleben A. G. .
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel
Schuckert Elektr. ..
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halskel
Strohſtofſ. Ver.
Südd. Immobilien
„ Zucker=A. G...
Soenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tucher=Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ..
Beithwerle.
Ver. ſ. Chem. Ind.
Frankf.
Laurahütte.
Stahlwerke
Ultramarin. 1138
IIſt. Berlin 1110.25
bgtländ. Maſchin.
iat & Hgefſner. 222
152
139.5
103
66.75
165
268
92
110
172
151
269.5
110.5
U
69
50.5
99
Wayß & Freytag/
Wegelin Rußfabr.
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſchaffbg..
Memel . . . . . . .
„ Waldho .....
Allg. Dt. Creditanſt
Bk. f. Brauinduſtr
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank. . . .
„Eff.=u.
Wechſel=
ban
Diskonto=Geſellſe
Dresdener Ban1.
Frankf. Ban1 ...
Hyp. Ban1....
„ Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundlr. B
Mein. Hyp.=Bank
Nürnb. Vereinsbl
Oſt. Creditanſtalt".
Pfälz. Hyp.=Ban1..
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbl. .
Hyp.=Ban!.
Südd. Bob.=Cr. B
Wiener Banwerei
A.-G. t.Berkehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge.......
Hapag. .....
Nordd. Lloyd .."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.-Ge/ 110
Alltanz. u. Stuttg
Verſicherung ..
Frkft. Allg. Verſ.=C
Frankona Rück= u.
Mitv.
Mannh. Berſich.
181
132
115.5
171.5
114.5
133.25
149
Kän
114
145.75
143
100
121
12
119
115
145
30.25
129
109.5
141
139
12.5
114.5
85.25
97
96
2.85
Geite 14
Donnerstag, den 28. November 1929
Nummet
WeirWent
Ka
Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
56)
Nachdruck verboten
„Sie taxieren richtig. Hören Sie mich an, Herr Gouverneur.
Was ich Ihnen jetzt und künftig künde, das darf nicht mit einer
Andeutung einem Dritten gegenüber erwähnt werden, weder
direkt noch indirekt, denn ſonſt iſt die Ausrottung des Chicagoer
Berufsverbrechertums unmöglich.”
„Mein Wort. Woodland kann ſchweigen.
„So hören Sie, Mr. Woodland: Ich hatte doch Feete, den
Banknotenfälſcher, feſt.”
„Der im Krankenhaus geſtorben iſt?”
„Ja. Wir fanden under ſeinen Utenſilien eine Speiſekarte
von Eden. Sie kennen das Etabliſſemen? Gut! Ich habe
dar=
aufhin als Mr. Maggens Eden gebauft, denn Feetes letzte
Aeuße=
rung im Todeskampf wies uns nach dem Lobal. Und ich habe
nun feſtgeſtellt, daß die Verbrecherwelt unter dem Namen
Brü=
der vom ewigen Leben in einem ſchalldicht abgeſchloſſenen
Club=
zimmer regelmäßig Sitzungs abhält.”
„Nicht möglich!” ſagte Mr. Woodland aufgeregt. „Das haben
Sie feſtgeſtellt?”
„Ja, ſogar noch etwas weiter. Wir haben die heutige Sitzung
belauſcht und auf Platten gebracht. Haben Sie ein
Grammo=
phon im Hauſe, damit ich Ihnen dieſe Platten vorſpielen darf?"
Mr. Woodland ſtarrte George verſtändnislos an.
„Ja, wie haben Sie denn das fertiggebracht?”
„Wir haben in die Clubzimmer und in die Niſchen
Mikro=
phone eingebaut und können abhören umd auf die Platte
ban=
nen, was uns behagt.”
Nun ſtand Mr. Woodland auf und ging erregt im Zimmer
hin und her.
„Das ... das iſt alſo der neue Weg, den Sie gehen?”
„Ja.”
„Ein gefährlicher Weg, der die ganze öffentliche Meinung
gegen Sie aufputſchen wird.
„Wenn man es erfährt. Ja, gefährlich iſt alles.”
„Sie haben recht, ohne Skrupel kommen Sie nicht durch.
Doch jetzt kommen Sie in mein Schlafzimmer. Dort habe ich
einen kleinen, hübſchen Apparat, und da kann ſich die Platten
anhören.
Mr. Woobland war ſprachlos, als die Plotten die Sitzung
naturgetreu wiedergaben."
„Mr. George, es iſt gut! Wir gehen zuſamen durch dick
und dünn. Ich werde morgen dem Miniſter ganz höflich ſagen,
daß er ſich in die inneren Angelegenheiten des Staates Illinois
nicht einmiſchen ſoll. Verſtanden! Das wird zwar böſes Blut
in Waſhington machen, und eine weitere Intervention wird
fol=
gen, aber wir gewinnen Zeit. Darauf kommt es ſchließlich an.”
„Ja!” ſagte George. „Das macht es aus, Mr. Woodland.
Ich laſſe die Platten bei ihnen. Keiner wird ſie hier ſuchen.
Sie ſind ſo freundlich und nehmen ſie in den Treſor.”
„Einverſtanden. Und die folgenden Platten?”
„Kommen alle zu Ihnen. Wundern Sie ſich nicht, wenn ich
Ihnen in nächſter Zeit öfters Torten zuſende. Sie werden um
den Inhalt wiſſen.”
Mr. Woodland lachte. „Gute Idee! Packen Sie hin und
wieder ruhig eine Torte mit ein. Ich bin auch bein Koſtverächter.”
Fünf Minuten ſpäter rollte George=Maggens nach Eden
zurück.
Am nächſten Morgen war Mr. Maggens, der Wirt, nicht da.
Irving erwartete ihn vergebens.
Plötzlich rief in Mr. Tuller an und ſagte nur kurz: Mr.
Maggens iſt verreiſt. Er wird in zwei Tagen wieder da ſein.”
D
Irving war beruhigt und teilte es den einzelnen Stellen mit.
Es gab im Unternehmen keinen ſogenannten Vizechef oder
Geſchäftsführer. Mr. Huizenbroek hatte eine ſo prachtvolle
Ge=
ſundheit gehabt, daß er es nicht einen einzigen Tag nötig hatte,
dem Geſchäft fernzubleiben und ſich vertreten zu laſſen.
George Maggens hatte auch noch nicht an das Engagement
eines Geſchäftsführers gedacht.
Die Kellner wandten ſich drum an Irving mit der Bitte,
den Boß zu vertreten. Irving war einverſtanden und machte für
den Boß die Honneurs.
Der Tag war ruhig.
Gegen die dritte Stunde aber kam Mr. Oskot in Begleitung
einer Dame, die nach ihrem ganzen Auftreten zu ſchließen, der
ganz großen Welt angehörte.
Sie nahmen beide in einer Niſche Platz.
Irving ſetzte ſich ſofort mit dem Lauſcherzimmer in
Ver=
bindung.
„Niſche vier einſchalten!“
Beide hatten ihre Garderobe nicht abgegeben.
Irving, der ſich anſchickte, ihre Bedienung zu übernehmen,
fragte devot: „Darf ich die Garderobe der Herrſchaften
er=
ledigen?”
Die Dame entkleidete ſich daraufhin ſchweigend ihres
Pelz=
mantels. Auch Mr. Oskot zog ſeinen pelzbeſetzten Paletot aus.
Irving ſah mit raſchem Blick ein Bündel Briefe in der
inneren Paletottaſche des Ueberziehers.
Im Bruchteil einer Sekunde hatte er ſich alles
zuſammen=
gereimt.
Während er die beiden Ueberkleider über den Arm legte,
tieß er das Bündelchen mit den Briefen herausrutſchen. Er
fah, daß die Briefe von einer Dame geſchrieben waren, und
reichte das Bündel mit tiefer Verbeugung der Dame.
„Gnädige Frau, aus Ihrem Mantel iſt dieſes Bündelchen
gefallen. Vielleicht nehmen es gnädige Frau an ſich.”
Mr. Oskat ſaß einen Augenblick wie verſteinert.
Dann wollte er aufſpringen ,wollte ſagen, daß die Briefe ihm
gehörten, aber die Dame hielt die Briefe ſchon in den Händen.
Mr. Oskot ſah ihr an, daß ſie die Briefe nie wieder hergab.
Ein Skandal wäre die unausbleibliche Folge gew.
Und er fand ſich in die Situation.
Die Dame aber hatte ſich erhoben, das Bündel
an ſich gepreßt, und rief Irving zurück.
„Bitte, meinen Mantel wieder. Ich muß raſch wi
Irving half ihr mit dem denkbar ruhigſten Geſig
Welt in den Mantel.
Die Dame warf ihm einen grenzenlos dankbarer
den Irving mit dem größten Erſtaunen beantwortete.
ſeine Rolle muſterhaft.
Er fühlte zwar, wie Mr. Oskots Auge auf ihr
nicht von ihm abließ, aber er blieb ganz ruhig. Als
fort war, wandte er ſich mit dem liebenswürdigſten
Mr. Oskot und fragte demütig: „Haben der Herr gen
Mr. Oskot ſah ihn erbittert an, dann aber lachte
„Sie ſind ein Tauſendſaſſa! Meine Briefe gebe
Dame!”
Irving tat grenzenlos erſtaunt. „Ihre Briefe,
. .. ich verſtehe nicht. Die Dame hat ſie doch reklamie 5
haben Sie nichts dagegen geſagt? Ich... ich bede
mein, aber... das iſt mir furchtbar fatal!”
Mr. Oskot ſchien wieder ruhig geworden zu ſein.
„Pech!” ziſchte er zwiſchen den Zähnen. „Gut!e
nicht dafür. Warum muß ich auch wichtige Dokume fn
Paletot ſtecken? Bringen Sie mir .. . eine Limonade.
Der Kellner verbeugte ſich tief. „Doch ... vierz”
wie Sie es gewöhnt ſind, Sir?”
Mr. Oskot nickte gleichmütig.
George war wieder auf dem Polizeipräſidium.
Er wartete auf eine Nachricht von Irving.
Um elf Uhr kam ſie.
George atmete auf. Es war dem wackeren K1
gelungen, Etta Holl in Sicherheit zu bringen.
Das war alſo programmäßig gegangen.
Gegen halb zwölf Uhr rief Benn an und teilte il
ter Erregung mit, daß Kramer ſpurlos verſchwun
George raſte ſofort nach Mac Millans Werken
das ganze Büro in der größten Erregung.
Kramer, der ſonſt immer der erſte geweſen
wa=
bis 10 Uhr nicht eingeſtellt. Dann hatte man hinü
geſchickt, aber Mrs. Kramer, ſeine Mutter, erklärte, da
zu einer Veranſtaltung des Ruderklubs gegangen
ſchon ſeit Jahren angehöre. Die alte Dame war
geregt, aber ſie meinte, es ſei vielleicht etwas lebhaft
und ihr Sohn übernachte bei einem Freunde.
Benn aber fühlte das Unheil. Drum hatte er au
Bei dem Vorſitzenden des Ruderklubs hatte e
und erfahren, daß Mr. Krawer gegen ein Uhr mit
weggegangen ſei. Mr. Schatz wurde befragt, und er
er Mr. Kramer mit ſeinem Wagen bis zum Hafen m
habe. Dort ſei Mr. Kramer abgeſtiegen, um heimzu en
wollte einen klaren Kopf bekommen.
George ahnte genau ſo wie Benn, daß hier ir
geſchehen war.
Schon beſchloß er, mit Benn zuſammen nach 1
fahren, um Nachforſchungen anzuſtellen. Nun rief df
Krankenhaus an.
Mr. Kramer war eingeliefert worden.
(Fortſetzung folgt.)
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