mmer 10 Pfenälge
W
N4
Ta
W
*.
A
*
R
A
Tat
Bezugspreis.
Hefſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
ſichentlich 7 maligem Erſcheinen vom 4.Novembei
zo Neember 2.48 Reichsmark und 22 Pfennie
ſggzeblhf, abgeholt 2.25 Neichemari, durch die
ntüuen 240 Reſchsmark frei Haus. Poſibezugspreis
ſovbr, ohne Beſtellgeld monatlich 2.45 Reichsmarl.
ſnwortſchkelt für Aufnahme von Anzeigen an
mmien Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
ſnen einzeſner Nummern infolge höherer Gewaltl
bügt den Bezſeher nicht zur Kürzung des
ſatbreſet. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
fü ohne Verbindlichkeit für uns. peſiſcheckonie
Franfurt a. M. 1304.
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illaſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämilicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 313
Montag, den 11. November 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspſg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breitl2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Reklame=
zeiſe 3,00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmart
(41 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Sireit uſw., erliſcht
ede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerichtlicher Beitreibung fälli jeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bant und Darme
Kädter und Naionalbant.
die Tardieu=Rede in franzöſiſcher
Beleuchkung.
Der Miniſterpräſidenk berichkigk ſich.
EP. Paris, 10. November.
Die Reden Briands und Tardieus ſind, ſoweit ihre
außen=
iſche Seite in Frage kommt, von der franzöſiſchen Preſſe
jachtet gelaſſen, um nicht zu ſagen: totgeſchwiegen worden.
iſo bleibt die Pariſer Preſſe bisher ihre Antwort auf die
ſchen Kommentare ſchuldig, die mit Recht Zweifel daran
ge=
rt hatten, inwieweit die außenpolitiſchen Erklärungen
Tar=
mit den Ausführungen Briands und den Abmachungen
dem Geiſt der Haager Abkommen ſich deckten. Mit Erſtaunen
en alle Kammerbeſucher des letzten Freitags den über
Ber=
ekannt gewordenen offiziellen Text der Rede Tardieus
ge=
haben, erſtaunt darüber, an dieſem Abend nicht ähnliche
ge zu vernehmen, vielmehr deutlich von Tardien zu hören,
jie Friſten der Räumung noch nicht liefen und die Räumung
30. Juni daher nicht feſtſtehe.
lus dem ſtenographiſchen Bericht der Kammerſitzung, den
Temps” in ſeinem Leitartikel als Grundlage benutzte, zog
Blatt den Schluß, daß die von Tardieu geſprochenen Worte
derlegbar ſeien. Heute bringt das franzöſiſche
Regierungs=
an derſelben Stelle den Text des Amtsblatts, worin es
„Es iſt augenſcheinlich, daß in der gegenwärtigen
Situg=
wo noch keinerlei Ratifizierung und keinerlei Inkraftſetzung
Young=Planes) a kortjori herbeigeführt worden iſt, nichts
nt. Wenn dagegen, wie es Herr Briand ausſprach, die
Be=
uigen erfüllt ſind und man räumt, dann beſteht kein
Inter=
aran, die Dinge in die Länge zu ziehen.”
dieſer Text ſieht weſentlich anders aus, als der in der
Kam=
gehörte und im Verlauf der Sitzung herausgegebene. Der
ps” gibt dazu folgenden Kommentar: Das Datum des
uni 1930 als äußerſte Grenze des Zeitraumes, in dem die
ung vollendet ſein ſoll, gilt natürlich nur, wenn ſie einen
e Zurückziehung der Truppen normalen Zeitraum nach der
zierung und der Inkraftſetzung des Young=Planes übrig
Vom Tage.
Zur elften Wiederkehr des Jahrestages des
Anſchluß=
bekenntniſſes der öſterreichiſchen parlamentariſchen Körperſchaften
ver=
anſtaltete der Oeſterreichiſch=deutſche Volksbund gemeinſam mit der
Arbeitsgemeinſchaft deutſcher Landmannſchaften am Sonntag im
Reichs=
tag eine Anſchlußkundgebung.
reſt erfährt, wird die rumäniſche Regierung den deutſchen
des von Deutſchland überreichten Vertragsentwurfs fordern.
Der Generalſekretär des Völkerbundes Sir Erie
Drum=
mond, hat ſich geſtern nach längerem Aufenthalt in Bosnien und
Dalmatien in Spalato nach Trieſt eingeſchifft, um die Rückreiſe ſyſtem des Reiches ein großer Teil der notwendigen
Selbſtver=
nach Genf anzutreten.
geſtern mit einer Anſprache des Präſidenten der Parkei, Vandervelde,
innerpolitiſche Lage Belgiens die Gründe dar, weshalb er nicht an
einen bevorſtehenden Abbruch einer Regierungskriſe glaube.
Die „Morning Poſt” erklärt zur Frage der Ernennung
des engliſchen Botſchafters in Moskau, daß der
wieder=
holt genannte Diplomat Hodgſon den Botſchafterpoſten in Moskau nicht
übernehmen werde. — Gerüchte, daß der kürzlich zum Botſchafter in
Braſilien ernannte Sir Edmond Owey für den Poſten in Moskau aus= nahme; ſie konnte ihre Aufgabe deshalb nicht voll erfüllen, weil
erſehen ſei, werden bisher nicht offiziell beſtätigt.
Wie aus Moskau gemeldet wird, ſind in Charbin wiederum
150 ſowjetruſſiſche Staatsbürger verhaftet worden.
die chineſiſchen Behörden gerichtete Unruhen geplant zu haben.
Der Generalſekretär des Außenminiſteriums erklärte
Preſſevertre=
tern, daß Rumänien in den nächſten Wochen Handelsver=
und Italien aufnehmen werde.
Ein peinlicher Zwiſchenfall, der dielleicht ein diplomatiſches
Nach=
ſpiel haben kann, ſpielte ſich in einem Belgrader Nachtlokal ab. Der
Attaché für Flugweſen an der italieniſchen
Geſandt=
ſchaft, Caſetta, geriet mit einem Serben in einen
Wort=
wechſel, der in Tätlichkeiten ausartete. Außenminiſter
Marin=
kowitſch verſprach dem Geſandten, der im Außenminiſterium proteſtierte,
eine ſtrenge Anterſuchung dieſes= Vorfalls.
Der König und die Königin von Italien werden dem
Papſt am 5. Dezember einen offiziellen Beſuch abſtatten.
fenbar hat Miniſterpräſident Tardieu, als er den
ſteno=
chen Bericht ſeiner Nede las, eingeſehen, daß dieſe von ihm
em Kammerplenum geſprochenen Worte im Ausland
Be=
en hervorrufen würden und hat ſie deshalb abgeſchwächt.
Worte haben nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in
nd Anſſehen erregt, und es iſt wohl kein Zweifel, wenn der
he Premierminiſter Maedonald geſtern in beſtimmteſtem
un 30. Juni) geräumt ſein.
Ngedonald hat von den vorgeſtrigen Erklärungen Briauds
nis genommen,” ſchreibt der „Soir”, „er hat zu gleicher
errn Tardien die von Frankreich in dieſem Sommer
unter=
ten Verpflichtungen ins Gedächtnis zurückgerufen. Der
benn auch freundlich, nicht weuiger präziſe.”
Bichtige Grklärungen Masdonglds
zur Räumungsftage.
EP. London, 10. November.
as diesjährige Bankett des Bürgermeiſters von London
Guildhall geſtaltete ſich geſtern wieder zu einem großen
haftlichen und politiſchen Ereignis. Der engliſche
Premier=
er Macdonald in Hoftracht an der Seite ſeiner Tochter,
en dem Bankett bei. Der Bürgermeiſter kündigte zu
Be=
in daß Miacdonald und Snowden zu Ehrenbürgern der
London ernannt worden ſeien.
odann erhob ſich der Premierminiſter Macdonald, um in
in Worten einen Rückblick, auf die bisherigen großen
NSwerke zu werfen und für die Zukunft den definitiven
u und die Weltabrüſtung zu prophezeien. „In dieſem
blick kehren unſere Truppen nach England zurück. Zwei
ſind ſchon aus dem Rheinland zurückgezogen worden,
e ührigen werden bis zum 15. Dezember Deutſchland
ver=
haben. Bis dahin werden auch unſere franzöſiſchen
de die zweite Zone volſtändig geräumt haben. Die dritte
wird Mitte nächſten Jahres geräumt ſein. Der
Völker=
hat ſeine moraliſche Autorität vermehrt. Ein
Stiru=
n des Völkerbundes wird bald mehr gefürchtet ſein als
kytion in Waffen. Wenn dieſer Tag angebrochen ſein
wird der Friede endgültig geſichert ſein.
gedonald kam dann auf die engliſch=amerikaniſchen
labrüſtungsverhandlungen zu ſprechen und meinte, er
ſich, nicht nur zwiſchen Ensland und Amerika die Baſis
Linigung zu finden, ſondern zwiſchen allen Nationen.
Schluß erklärte er die Gerüchte, daß England die
Diskuſ=
er die Freiheit der Meere auf der nächſten
Seeabrüſtungs=
nz vorſchlagen werde, für völlig falſch. England werde
herlich nicht tun.
Gemeinderakswahlen in Niederöfferreich.
ſtern fanden in ganz Niederöſterreich
Gemeinderats=
ſtatt. Der Wahltag verlief trotz ungemein lebhafter Be=
9 bhue jede Störung. Da es ſich um 1700 Gemeinden
wird eine Ueberſicht über den Wahlausgang erſt heute
ſein.
wir von kompetenter Stelle erfahren, haben die Ge=
(atswahlen in den Induſtrieorten. Niederöſterreichs
che Verſchiebungen zugunſten der bürgerlichen Parteien
bracht wvogegen die Sozialdemokraten in zahlreichen
en Gemeinden, in denen ſie zum erſten Male mit
eige=
te kandidierten, Erfolgs erzielt und Mandate gewonnen
ſollen.
Aus Verzweiflung über ungeheure Verluſte, die er in den
letzten Wochen anläßlich der kataſtrophalen Baiſſe an der New Yorker
Börſe erlitten hat; beging das einflußreiche Mitglied der
Demokrati=
ſchen Partei, J. J. Riordan Selbſtmord. Riordän war
Präſi=
dent des Bankhauſes New York County Truſt Cy.
ausſprach, die dritte Zone werde Mitte nächſten Jahres Genugluung in der Schweiz über die Wahl der Skadk
Baſel als Siß der Inkernakionalen Bank.
Die Wahl Baſels zum Sitz der Juternationalen
Zahlungs=
bank wird von allen politiſchen und wirtſchaftichen Kreiſen der
ſpruch zwiſchen den Reden Briands und Tardieus iſt vom Schweiz mit größter Genugtuung aufgenommen. Die Preſſe
be=
i Office aufgegriffen worden, und der Premierminiſter tont, daß in dieſer Wahl eine Vertrauenskundgebung der
inter=
nationalen Welt in die politiſchen, finanziellen und nicht zuletzt
auch in die währungspolitiſchen Verhältniſſe der Schweiz zu
erblicken ſei. Auch die Baſler Finanzkreiſe ſind von der Wahl
ſehr befriedigt, da die Internationale Zahlungsbank infolge ihres
beſchrändten Aufgabenkreiſes für die Baſler Finanzinſtitute keine
Konkurrenz darſtellt, dagegen durch ihre Anweſenheit die
Be=
deutung Baſels als internationaler Finanzplatz heben würde.
Der Juternationalen Zahlungsbank wird, ein Gebäude im
Baſ=
ler Bankenviertel zur Verfügung ſtehen. Sie wird, wie aus
Bern berichtet wird, vom Finanzdepartement der
Bundesregio=
plomatiſche Korps und mehrere Mitglieder der Regierung jung alle erforderlichen Steuererleichterungen erhalten. Die
Wahl Baſels, zum Sitz der Internationalem Bank, worüber
be=
reits ſeit einiger Zeit mit dem Komitee in Baden=Baden die
Fühlung aufgenommen worden iſt, wird in der Schweiz damit
erklärt, daß Zürich als Sitz der nationalen ſchweizeriſchen
No=
tenbank und Genf als politiſcher Sitz des Völkerbundes nicht
als Niederlaſſungsort für die Internationale Zahlungsbank in
Frage kommen könnte.
Eine bedeukſame Programmrede des kürkiſchen
Miniſterpräſidenken.
Miniſterpräſident Ismet Paſcha hat geſtern vor dem
Par=
lament eine große Programmrede über die innere und äußere
Politik der Regierung gehalten, worauf das Parlament der
Regierung einſtimmig das Vertrauen ausſprach.
Der Miniſterpräſident betonte die Freundſchaft, die die
Tür=
kei zu dem Nachbarlande Bulgavien, zu der Sowjetrepublik und
zu Ungarn habe. Mit Italien würden ſich die Beziehungen
weiter entwickeln. Auch die Streitfragen mit Frankreich ſeien
aus der Welt geſchafft worden. Der Beſuch der engliſchen Flotte
in den türkiſchen Gewäſſern zeuge von guter Freundſchaft
zwi=
ſchen den beiden Völkern. Die Verhandlungen mit Griechenland
ſeien infolge einiger eingetretenen Schwierigkeiten weniger
ſchnell vom Fleck gekommen. Man dürfe jedoch hoffen, daß die
jetzigen Führer Griechenlands aufrichtig bemüht ſeien, gute
Be=
ziehungen mit der Türkei herzuſtellen.
Mit allen übrigen Nationen, insbeſondere auch mit
Deutſch=
land, unterhalte das Land die freundſchaftlichſten Beziehungen.
— Der Miniſterpräſident kam dann auf die innere politiſche
Lage des Lanoes zu ſprechen. Die Moderniſierung ſchreite fort,
das Budget ſei trotz der erheblichen Ausgaben für die
Konſoli=
dierung der inneren und äußeren Schuld und der Kriegslaſten
ins Gleichgewicht gebracht worden. Das Projekt der Errichtung
einer Staatsbank werde zurzeit von der Regierung geprüft.
* Die kommungle Anleihe=Polikik.
Von
Arthur Zmarſly.
Die finanziellen Schwierigkeiten zahlreicher Städte erſtrecken
Wie das Abendblatt der „N.F.P.” aus zuſtändiger Quelle in Buka= ſich heute nicht mehr allein auf kleine und mittlere Kommune,
Vorſchlag, die Handelsvertragsverhandlungen mit ſondern auch viele Großſtädte ſehen ſich gezwungen, ihre Aus=
Deutſchland noch im Laufe dieſes Monats in Berlin zu gaben wirtſchaftlich durch Sperrvorſchriften und die Einſtellung
beginnen, annehmen, jedoch die Abänderung einiger Beſtimmungen aller Neubauten zu droſſeln. Die Städte haben ihre
Leiſtungs=
fähigkeit verkannt und überſpannt. Dieſe mangelhafte
Voraus=
ſicht hat das Vertrauen zur kommunalen Finanzpolitik noch
ſchär=
fer erſchüttert. Den Kommunen iſt durch das falſche
Steuer=
antwortung, die erſte Vorausſetzung der Selbſtverwaltung, ge=
Der ſozialiſtiſche Landeskongreß Belgiens wurde nommen worden, die Staatspolitik hat auch oft genug die
Finanzlage der Städte nicht berückſichtigt. Das muß anerkannt
eröffnet. Vanderbelde legte in einem langen Expoſé über die werden. Darüber hinaus haben aber auch die meiſten
Kommu=
nalverwaltungen eine ziemlich hemmungsloſe
Ausgabenwirt=
ſchaft getrieben, was einmal zur Kriſis führen mußte.
Die Städte verſuchen nun, die Schuld an der Kriſis auf die
Politik der Anleiheberatungsſtelle zu ſchieben. Das iſt nur
be=
dingt richtig. Die Beratungsſtelle war ſicherlich eine halbe
Maß=
die notwendige Ergänzung durch eine ſchärfere
Ausgabenkon=
trolle fehlte. Das auf zwei Jahre befriſtete Mandat der Bera=
Ihnen wird zur Laſt gelegt, am Jahrestag der Oktoberrebolution gegen tungsſtelle läuft nun ab, und es ſind bereits Beratungen über
ihr ferneres Schickſal eingeleitet worden. Die Freunde und
Gegner dieſer Einrichtung ſind ſich darüber einig, daß ſie in
ihrer heutigen Form verſchwinden muß. Im Mittelpunkt ſteht
tragsverhandlungen mit Jugoſlawien, Ungarn die Frage, ob das Mandat der Beratungsſtelle bis zur großen
Finanzreform verlängert und was ſpäter an ihre Stelle treten
ſoll, denn die Herbeiführung der alten Zuſtände kann bei dem
Anleihehunger der Städte nicht gut verantwortet werden.
Die Notwendigkeit, das Tempo der kommunalen
Verſchul=
dung zu hemmen, ergibt ſich aus dem rapiden Auſteigen der
ſtäd=
tiſchen Anleihen und dem großen Kapitalmarlt. Für das Jahr
1913 iſt die langfriſtige Anleiheverſchuldung der Städte mit mehr
als 25 000 Einwohnern auf rund 6 200 000 Mark zu ſchätzen. Die
kurzfriftige Verſchuldung war unbedeutend. Nach dem Stande
vom 31. März 1929 betrugen die langfriſtigen Schulden 3,201
Milliarden, die kurzfriſtigen Kredite 823,8 Millionen. Däzu
kommen die Aufwertungsſchulden in Höhe von 681,2 Millionen
Reichsmark. Die jetzige Neuverſchuldung iſt alſo in fünf Jahren
auf 66,36 v. H. der geſamten Vorkriegsverſchuldung gewachſen.
Einſchließlich der Altverſchuldung ſind bereits 77,35 v. H. der
Vorkriegsverſchuldung erreicht. Infolge des hohen Zinſenſtandes
müſſen die ſtädtiſchen Haushalte für den Zinſendienſt der
Neu=
verſchuldung die gleichen Beträge aufbringen, wie für die
Vor=
kriegsanleihen. Der Anleihedienſt betrug damals rund 260
Mil=
lionen, heute rund 370 Millionen Mark. Es iſt leicht einzuſehen,
daß dieſes ſchnelle Anſteigen der kommunalen Anleihen den
ſchwachen Kapitalmarkt in außerordentlicher Weiſe in Anſpruch
nimmt.
Die bisherige Anleihepolitik der Städte verurſacht eine ſtarke
Verknappung des Geldmarktes für die Bedürfniſſe der
produzie=
renden Stände, auf denen die Steuerlaſten rithen. Der heutige
Zuſtand hat weiterhin zu einer gewiſſen Konkurrenz unter den
Kommunalverwaltungen bei gleichzeitiger Anleiheaufnahme
ge=
führt. Es iſt längſt kein Geheimnis mehr, daß der „ſchwarze
Mann”, die Beratungsſtelle für Auslandskredite, ihre Aufgabe
nicht mehr in vollem Umfange erfüllen kann, weil ſie oft
um=
gangen wird. Städtiſche Anleihen, die von einem
Bankenkonſor=
tium übernommen und zur Zeichnung aufgelegt werden, finden
ihren Abfatz hauptſächlich im Auslande. Das Inland beteiligt
ſich daran ſo gut wie gar nicht, und auch die Sparkaſſen nehmen
nur einen ſehr geringen Teil auf. Das Ausland iſt aber über
das Steueraufkommen ſowie über die ſonſtigen Einnahmequellen
der Städte, die eine Anleihe ausgeben, genau unterrichtet. Die
vorhandenen Mängel werden oft durch exorbitante Bedingungen
erſetzt, um dem Auslande Anreiz zu bieten. Der Wettbewerb
unter den Städten tut noch ein Uebriges, die Bedingungen zu
erhöhen.
Bei dieſer Lage der Dinge iſt der Forderung nach
unbe=
grenzter Offnung der Auslandsgeldmärkte für kommunale Anleihen
nicht beizupflichten. Die Aufhebung der Beratungsſtelle würde
einen ſolchen Andrang von Anleihegeſuchen verurſachen, daß,
abgeſehen von den Währungsſchwierigkeiten, die Zinsſätze eine
unerträgliche Höhe erreichen und der Kurs noch weiter ſinken
müßte. Der Druck, den der zurückgeſtaute Bedarf von 824
Mil=
lionen Mark kurzfriſtiger Kredite verurſacht, kann nicht allein
durch Kurspflege und Bekämpfung des Vermittlerunweſens
ver=
mindert werden. Auch die Mahnung des Deutſchen Städtetages,
bei der Anleiheaufnahme Selbſtdiſziplin zu üben, wird wenig
nützen, denn der Begriff „allerdringendſter Bedarf” iſt viel zu
dehnbar und ſchließt nicht den Zwang ein, die Bedarfsdeckung
der Geldmarktlage anzupaſſen. Hier liegt aber einer der
Haupt=
gründe für die Forderung, die kommunale Anleihepolitik auf
eine neue Baſis zu ſtellen.
Die Vorſchläge, das ganze Genehmigungsverfahren zu
än=
dern, dringen tiefer in den Kern des ganzen Fragenkomplexes
ein, als die Anregung, Richtlinien für die Anleihepolitik der
nächſten Zeit feſtzuſetzen. Richtlinien ſind gut, aber die
Markt=
lage entſpricht oft nicht den Richtlinien. Es wird damit nicht viel
geändert, wenn Kommunglanleihen nur dann begeben werden
ſollen, wenn ſie einen von einem beſonderen Ausſchuß
feſtzu=
ſetzenden Zinsſatz nicht überſchreiten und wenn ſie einen von
der gleichen Stelle feſtzuſetzenden Emiſſionskurs nicht
unter=
ſchreiten. Auch die Zeitfolge der Auflegung ſoll damit feſtgelegt
werden, d. h. die unbedingt dringlichen, unaufſchiebbaren
Au=
leihevorhaben ſollen zunächſt berückſichtigt werden. Es iſt ſehr
fraglich, ob dieſe Unterſcheidung möglich iſt und von den
ein=
zelnen Kommunen auerkannt wird. Dieſe Richtlinien ſtehen und
ſallen mit dem Maß der Selbſtdiſziplin, das die Beteilizten auſ
bringen. An Selbſtdiſziplin hat es aber bisher ſchon immer
ge=
fehlt, und es kann nicht einmal behauptet werden, daß es immer
Seite 2
Montag, den 11. November 1929
an gutem Willen mangelte. Das Problem der kommunalen
An=
leiheverſchuldung wird von der politiſchen Seite aus beeinflußt.
Hier nützen aber die beſten Richtlinien nicht viel.
Die Aenderung des Genehmigungsverfahrens bietet, ſchon
eher Ausſichten, etwas mehr Ordnung in die Anleihepolitik der
Städte zu bringen und die Rückſichten auf den Kapitalmarkt in
den Vordergrund zu ſtellen. Der heutige Inſtanzenzug in
Preußen: Bezirksausſchuß, Regierungspräſident, Oberpräſident,
Innen= und Finanzminiſterium, iſt viel zu lang. Die
Vorweg=
genehmigung des Bezirksausſchuſſes ſtellt die letzten Inſtanzen
meiſtens vor vollendete Tatſachen. Es wird niemand behaupten.
wollen, daß der Bezirksausſchuß die geeigente Stelle iſt,
derar=
tige Entſcheidungen zu treffen. Der Vorſchlag von
Stadtkäm=
merer Duhmer=Stettin, in Preußen die Genehmigung auch der
Provinzialanleihen" für mehrere Provinzen gemeinſam einem
kleinen Ausſchuß zu übertragen, der aus den Oberpräſibenten,
den Vertretern der öffentlich=rechtlichen Kreditinſtitute und
Ver=
tretern der Selbſtverwaltung zuſammengeſetzt iſt, erſcheint
inſo=
fern beachtenswert, als er ein ſchnelleres Arbeiten und eine
gleichmäßige Behandlung der Anleihewünſche gewährleiſtet. Die
Berückſichtigung der Verhältniſſe auf dem Kapitalmarkt dürfte
aber in dieſer Regelung nicht mit eingeſchloſſen ſein, da er die
Beteiligung der für das Kreditgeſchäft in Betracht kommenden
Stellen ſtark einſchränkt.
Die Löſung der vielen, das Anleiheproblem bildenden
Fra=
gen wird wohl auf dem Wege gefunden werden müfſen, daß
Ur=
ſache und Wirkung zunächſt getrennt von einander behandelt
werden. Das Recht der Anleiheaufnahme iſt ein Beſtandteil der
kommunalen Selbſtverwaltung, die von politiſchen Intereſſen
getragen wird. Dieſes Recht greift aber in ſeiner Wirkung weit
über den Rahmen der Selbſtverwaltung hinaus und ſchöpft aus
den Quellen, welche die gefamte Wirtſchaft ſpeiſen. Die
Selbſt=
verwaltung wird ſich in dieſem Falle alſo gewiſſe
Einſchrän=
kungen auferlegen müſſen. Der Anfang jeder Kreditkontrolle
liegt in den kommunalen Verwaltungskörperſchaften ſelbſt. Die
einfache Mehrheit läßt ſich aber in ihren Beſchlüſſen allzuleicht
von politiſchen Rückſichten leiten. Dieſe Rückſichten ſind für viele
kommunale Aufgaben von Uebel. Am folgenſchwerſten wirken
ſie ſich aber in der Tendenz zur Verſchuldung aus. Hier muß
zunächſt ein: Hemmung eingeſchaltet werden. Die
Anleiheermäch=
tigung und die Anleihebeſchaffung ſind zu trennen, damit ſich die
Verwaltungen daran gewöhnen, einen vollſtändigen
außerordent=
lichen Etat rechtzeitig aufzuſtellen. Die Genehmigung der
be=
ſchloſſenen Anleihe könnte durch einen Ausſchuß erfolgen, der für
einen größeren Bezirk zuſtändig iſt und in dem Mitglieder der
Selbſtverwaltung, der ſtaatlichen Aufſichtsbehörden und der
wirtſchaftlichen Körperſchaften, der Handels= und
Handwerks=
kammern und der öffentlich=rechtlichen Kreditinſtitute vertreten
ſind. Der Ausſchuß brauchte nicht mehr als 7 Köpfe zu umfaſſen.
Die Genehmigung darf aber nicht mit dem Recht
der Beſchaffung gleichgeſetzt werden. Die
Anleihe=
beſchaffung iſt abhängig zu machen von dem Spruch eines
Gre=
miums, das die Verhältniſſe auf dem Kreditmarkt und das
An=
leihebegehren der öffentlichen Hand in ganz Deutſchland
über=
blickt. In einem derartigen Ausſchuß müßte aber nicht nur, wie
Dr. Kleiner vorſchlägt, der Deutſche Städtetag und der Deutſche
Sparkaſſen= und Giroverband vertreten ſein, ſondern auch
Ver=
treier der Privaten Kreditwirtſchaft. Die Arbeit des
Beſchaf=
fungsausſchuſſes darf ſich nicht darauf beſchränken, Richtlinien
aufzuſtellen, ſondern ſie muß die Anleihepolitik der Städte führen
und leiten. Erſt dann wird die notwendige Ordnung in die
Kre=
ditlage der Städte kommen, die heute direkt und indirekt der
geſamten Wirtſchaft unnötige Laſten aufbürdet. Dieſe
Refor=
men könnten mit wenig geſetzgeberiſchem Aufwand geſchaffen
werden.
Nummei
Aus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, 11. November.
Jubiläumsfeier im V. W.A.
Mit einer Feſtfeier des 40. Jubiläums des Verbandes weiblicher
Handels= und Büroangeſtellter verband die Ortsgruppe Darmſtadt des
V.W. A. zugleich ihr 10. Gründungsfeſt. Im „Fürſtenſaal” hatten ſich
zahlreiche Mitglieder der Ortsgruppe Darmſtadt eingefunden, um an
dem Feſt teilzunehmen. Die ſorgfältig zuſammengeſtellte
Vortrags=
folge wurde mit der Sonate von Händel von den Herren H. Müller
(Violine) und K. Willmann (Klavier) eröffnet. Die zweite
Vor=
ſitzende, Fräulein M. Gottwald, ſprach einen ſinnigen Prolog und
begrüßte, nachdem das Siziliano et Rigaudon von Kreisler und das
Menuett von Mozart auf Violine und Klavier tonrein zu Gehör
ge=
bracht worden waren, die Gäſte, insbeſondere die anweſenben Ehrengäſte,
mit herzlichen Worten. Sie gedachte in ehrenden Worten der
lang=
jährigen Vorſitzenden Frau A. Kraſinſky, die leider krankheitshalber an
dem Feſt nicht teilnehmen konnte. Im Jahre 1919 wurde die
Orts=
gruppe Darmſtadt im V.W.A. gegründet, man trat, getreu den
Satzun=
gen und Zielen des Verbandes, allzeit für die Belange der Mitglieber
ein und konnte viel erreichen. Die Ortsgruppe, die bei Gründung vor
nunmehr 10 Jahren im Fürſtenſaal 56 Mitglieder zählte, hatte nach
kurzer Zeit über 500 Mitglieder. Weiter ſchilderte Fräulein Gottwald
Ehrungen im Hefſiſchen Jagdklab.
kurz die Entſtehung und Arbeiten der Ortsgruppe ſowie deren allgemeine
Tätigkeit und Entwicklung. Sie ſchloß mit dem Wunſche, der V.W.A.
Zur Berhaftang des Schriffſtellers Lampel.
Der verhaftete Schriftſteller Lampel iſt am Samstag
vormit=
tag in das Liegnitzer Unterſuchungsgefängnis eingeliefert
wor=
den. Iu der gleichen Angelegenheit iſt ein Diplomingenieur aus
Bochum verhaftet worden. Der gegen eine dritte Perſon
erlaſ=
ſene Haftbefehl konnte noch nicht vollſtreckt werden, da ſie ſich
anſcheinend verborgen hält, oder flüchtig geworden iſt. Der
er=
mordete Köhler iſt, wie Zeugen bekundet haben, von den jetzt
der Tat verdächtigen Perſonen als unliebſamer Kamerad und
als des Landesverrats verdächtig bezeichnet worden. Die Leiche
Köhlers iſt bisher noch nicht gefunden worden. Der Leichenfund
im Kunitzer See hängt mit der Angelegenheit nicht zuſammen.
Di: Tat ſelbſt dürfte nicht, wie urſprünglich behauptet worden
iſt, bei Kohlhöhe, im Kreiſe Striegau, ſondern in Neuſtadt in
Oberſchleſien verübt worden ſein. Ueber das Ergebnis der
Ver=
nehmung verweigerte der Unterſuchungsrichter jegliche Auskunft,
da die Vernehmungen und Gegenüberſtellungen weitergehen.
möge weiter blühen und gedeihen als Mithelfer am Wiederaufbau des
Vaterlandes zu einer glückhaften Zukunft,
Den Abend verſchönte durch einige mit wohllautender Stimme
vor=
getragene und mit lebhaftem Beifall aufgenommene
Geſangsdarbietun=
gen Fräulein Ellen Kiesling. Die Feſtanſprache hielt die
Gau=
leiterin Frau Frieda Habicht=Frankfurt a. M., die zunächſt auf
die Vierzigjahrfeier des Verbandes der weiblichen Handels= und
Büro=
angeſtellten hinwies, die in ganz Deutſchland, wo Ortsgruppen
beſtän=
den, feſtlich begangen würde. Von kleinen Anfängen hat ſich der
Ver=
band zu ſeiner heutigen Große und Macht mit 85000 Mitgliedern
ent=
wickelt. In Abwehr gegen unwürdige Verhältniſſe, im Kampf um
Erringung eines menſchenwürdigen Daſeins hätten ſich die weiblichen
Angeſtellten zuſammengeſchloſſen und viel erreicht. In den männlichen
Verbänden wurden zur Zeit der Gründung des V.W.A. weibliche
Mit=
glieder nicht aufgenommen, daher habe man ſich mit dem Willen zur
Selbſthilfe zuſammengeſchloſſen. In manchen Städten ſei das
Selbſt=
bewußtſein ſpäter erwacht, aber heute ſtelle man mit der bedeutenden
Mitgliederzahl und den zahlreichen Ortsgruppen eine ſtarke Macht dar.
Die Rednerin ging nun auf die Tätigkeit des V.W.A. im einzelnen ein,
ſtreifte die Krankenhilfe und ſozialen Einrichtungen, die Handelsaufſicht,
die Tarifverhandlungen und die Arbeiten im Schlichtungsweſen und die
Tätigkeit der Führerinnen des Verbandes in den Arbeitsgerichten und
im öffentlichen Leben uſw. Die Mitglieder könnten mit freudigem
Stolz auf ihren Verband ſehen, der ſeine umfangreiche und
ſegens=
reiche Arbeit der treuen Anhänglichkeit und Mithilfe ſeiner Mitglieder
zu danken habe. Auch in der Altersverſorgung habe man dure
Herab=
ſetzen der Altersrentengrenze vom 55, auf das 50. Lebensjahr
weit=
gehendſt die Intereſſen der Kolleginnen gewahrt. Durch
Samm=
lung konnte man der Ehrenpräſidentin eine Jubiläumsſpende von 38000
Mark überreichen. Zum Schluſſe betonte die Rednerin, es dürfe nicht
ſo werden, daß mit ber Rationaliſierung reſtlofe Mechaniſierung komme,
die menſchliche Arbeitskraft ſei keine Ware, eine vernünftige
Ratio=
naliſierung müſſe gefordert werden. Man ſtehe auch heute vor ſchweren
Aufgaben, die man löſen müſſe, um den berufstätigen Frauen einen
würdigen Lebensrhythmus zu ſchaffen. Die Anſprache wurde mit
großem Intereſſe und ſehr beifällig aufgenommen. — In Darmſrädter
Mundart verlas Fräulein Käthe Horn eine originelle
Verbands=
chronik. An die Vortragsfolge ſchloß ſich ein Tanz, der die Mitglieder
noch einige vergnügte Stunden zuſammenhielt.
— Geiſtliche Abendmuſik. Schon heute wird darauf hingewieſen,
daß die Kurrende und die Streichmuſik der Jugendbünde der
Johannes=
gemeinde im B.D.J. am Donnerstag, den 14. November, abends 8 Uhr,
in der Johanneskirche eine Geiſtliche Abendmuſik veranſtaltet.
Es werden alte Choräle mit teilweiſer Inſtrumentalbegleitung von
Hch. Schütz, H. L. Haßler, M. Vulpius u. a. m. zu Gehör gebracht.
Die Kirche iſt geheizt. Der Eintritt iſt frei.
— Volkshochſchule. Am kommenden Dienstag, den 12. November,
wird in der Vortragsreihe über Elektrotechnik, gehalten von Dipl.=Ing.
Scriba, ein Film „Licht und Kraft” vorgeführt, welcher die
Ausnützung der Waſſerkräfte zur Elektrizitätsgewinnung und modernſte
Werksanlagen behandelt. Zu dieſem Film ſind allen Intereſſenten, auch
Nichtmitglieder oder =Hörer der Volkshochſchule, eingeladen. Der Eintritt
iſt frei. Beginn der Vorführung 2.15 Uhr im großen Hörſaal des
Elektrotechniſchen Inſtituts der Techniſchen Hochſchule.
Rothirſche (freie Wildbahn):
Goldenes Schild: Dr. Fritz von Opel=Rüſſelsh
Max v. Heyl zu Herrnsheim=Rennhof, Konſul Herman=
Wiesbaden, Karl Henkel=Wiesbaben. — Silbernes Sch
Hommel=Darmſtadt, Konſul Hommel=Wiesbaden, Fritz Eich
bach. — Bronzenes Schild: Hans v. Opel=Oberurſel,
von Heyl=Rennhof, Karl Hommel=Darmſtadt, Konſul Ho
baden.
Rothirſche (Gatter):
Goldenes Schild: Erbgraf Alexander zu Erba
Profeſſor Fr. Hohlweg=Köln. — Silbernes Schild:
direktor Pfotenhauer=Darmſtadt. — Bronzenes Schil
Alexander zu Erbach=Erbach, Profeſſor Zimmer=Darmſtadt.
Rothirſche — Ausland:
Zwei Goldene Schilder und Große Goldene Medaille
Hirſch der Ausſtellung: Fritz Hildebrandt=Pfungſtadt.
Damhirſche:
Silbernes Schild: Aug. Werner=Hannover. —
nes Schild: Prinz Diether von Iſenburg=Büdingen.
Keiler:
Goldenes Schild: Curt Hofmann=Mainz.
Auerhahn:
Goldenes Schild: H. Uhlenberg=Bensheim.
Bartgams:
Goldenes Schild: Otto Hofmann=Mainz, Konſu
Wiesbaden. — Silbernes Schild: Frhr. Max vo
Herrnsheim, Rennhof. — Bronzenes Schild: Forſtr.
Raunheim.
Rehböcke:
Goldenes Schild: Herm. Wiener=Darmſtadt,
Miltenberg, F. Genzel=Frankfurt a. M., außerdem für beſte Kock
Ausſtellung die Goldene Klubmedaille, A. Kauff=Mainz, Har
Oberurſel, Aug. Werner=Hannover, Chr. Görlich=Büttelb
Jeß=Gießen, K. Maſt=Frankfurt. — Silbernes Schild
nier=Darmſtadt, Direktor Vonte=Darmſtadt, Gg.
Schellhaas=
i. Odw., Frhr. M. von Heyl=Rennhof, Kellerhof=Gladenbach,
Weinheim, C. Arens=Frankfurt. — Bronzenes Se
Wiener=Darmſtadt, Direktor F. Bonte=Darmſtadt, Hans v.
urſel.
*
2.
B
ten
D:
ek=CN
Die Heſſ. Jagdklub=Medaille wurde auf Beſchluß des
mit ehrenden Worten von Herrn Prof. Zimmer an Oberr
Weber verliehen.
rftand
kmei
Schnupfen
kann man nicht immer verhüten, aber
immer erfolgreich bekämpfen mit —
Forman
— Heſſiſches Lanbestheater. Heute Montag, den 11.
wird um 20 Uhr im Großen Haus im Rahmen des
Sinfonie=Konzertes unter mu” er Leitung vo
muſikdirektor Dr. Karl Böhm Beethovens berühmte Paſtor
und die Sinfonia domestica von Richard Strauß zur Auf
bracht.
Kleiſts „Amphitryon” kommt morgen Dienstag u
im Großen Haus zur Aufführung. In den Hauptrollen
tigt: Baumeiſter, Nürnberger, Minetti, Pfaudler, Conradi,
Volks= und Schülervorſtellung „Entführ
dem Serail”. Mozarts „Entführung aus dem Serail”,
gen Dienstag um 19.30 Uhr als Volks= und Schülervor
Szene gahen. Muſikaliſche Leitung: Carl Bamberger. T
lung iſt außerdem der Miete I (Gruppe 3, 6, 7. 8) zugetei
— Heſſiſches Künſtlertheater. Schillers Trauerſpiel „Die
rung des Fiesko zu Genua”, von Intendanten Hans Meißn
arbeitet und inſzeniert, gelangte im Rahmen des zweiten d
Auslandsgaſtſpieles am 7. und 8. November in Luxembu
theater) und Eſch=Alzette zur Darſtellung. Die Aufführung
den einmütigen Beifall von Preſſe und Publikum.
— Orpheum=Groß=Gaſtſpiel Fratellini. Heute, Montag,
ber, beginnen die weltberühmten Muſikal=Clowns Freres Fr ſim/e
fünftägiges Gaſtſpiel in Darmſtadt mit eigenem großem Pro
Es hieße die Wirkung beeinträchtigen, wollte man über die
der Fratellini, welche in der erſten Reihe der Künſtler von A
wie Grock und Raſtelli ſtehen, vorweg noch etwas ſagen. —
ſeiner Art, ſind dieſe die Könige der Spaßmacher. Die Fratel
gen übrigens ein ganz erſtklaſſiges eigenes Programm m
dem Gaſtſpiel in ſeiner Geſamtheit den Charakter als ein Er
Saiſon ſichern wird. — Das Gaſtſpiel dauert nur fünf Tag
bei de Waal, Rheinſtraße 14, Verkehrs=Büro, Ernſt=Ludwigs=9
günſtigungen ſind aufgehoben. (Siehe Anzeige.)
Feſtnahme eines Motorraddiebes. In der Nacht zu
tag wurde in der Heidelbergerſtraße — als er ein Motort
vvollte — der 20jährige Ludwig Holzhauer aus Fernsdorf (Be mi)
genommen. Er befand ſich nicht im Beſitze von Papieren fi
ihm gefahrene Maſchine IVB 40894 (Ardiemaſchine) und mu
lich zugeben, daß er das Motorrad in Mannheim U I vor e
ſchaft geſtohlen hatte. H. wurde dem zuſtändigen Richter
und die Maſchine beim Polizeiamt ſichergeſtellt, wo ſie inzw
dem Eigentümer, der in der Nähe von Mannheim wohnhaft
abgeholt wurde.
Herrenloſes Perſonenauto. Vor dem Hauſe Kaſin
wurde am Sonntag vyrmittag ein B.M.W.=Perſonentraftwag
zeichen I T 60974) führerlos aufgefunden. Ob der Wagen
geſt=
aus einem ſoſtigen Grunde von ſeinem Führer verlaſſen wur
noch nicht feſtgeſtellt werden.
eit
Beite
Sinfe
ng
30
be
ga
dm
ang
Vorſ
erſcht
teit
ährt
(Sta
fand.
No
arm.
eutuk=
gelty
tbe
B
zei
ris !
Kart
ie
ſchlie
A
gefülln
2
tvie
Fr 50
Eonn
Hefſiſches Langesthegter.
Großes Haus. — Sonntag, den 10. Novembe:
Ein Walzerkraum.
Operette von Oskar Strauß.
Wenn eine Operette 20 Jahre überdauert, ſo muß ſie, ſo glaubt
man, Eigenſchaften beſitzen, die ſie über das gewöhnliche Maß
erheben. Beim Walzertraum — der Titel iſt ſchon ſehr flau —
liegen dieſe wohl kaum auf künſtleriſchem Gebiet, denn der Stoff
und ſeine Behandlung ſind ſchablonenhaft und verjährt, auch
die Muſik, ſüß und rührſelig, iſt veraltet und für die Gegenwart
belanglos. Was bleibt, iſt die bühnengeſchickte Mache, die
Wir=
kung ſzeniſcher und muſikaliſcher naiver Effekte auf ein
an=
ſpruchsloſes, wenig modern eingeſtelltes Publikum, das zum
Teil auch dankbar in Erinnerungen ſchwelgt. Es iſt ferner die
fein inſtrumentierte, einſchmeichelnd nach Wiener Rezepten
ge=
machte Partitur romantifch=illnſioniſtiſcher Prägung. Nach dem
Erfolg, den die Operette heute im übervollen, viele
Wieder=
holungen verlangenden Hauſe fand, und nicht nur ihrer guten
Aufführung, ſondern offenbar ihrem ganzen Genre verdankt,
muß geſchloſſen werden, daß unſere Zeit und ſonderbarerweiſe
ainh unſere Jugend noch viel romantiſcher eingeſtellt iſt, als
vielfach angenommen wird. Der mehr oder minder
qualifi=
zierte Fitſch in konkreter Geſtalt gefällt ihnen beſſer, als das
intellektuelle Neue in abſtrakten Formen. Das wirklich
Fort=
ſchrittliche und Zukunftweiſende ſchreitet freilich immer und
überall auf ſchmaler Bahn nur langſam vorwärts. Wollte man
das ſo geſchilderte Publikum befriedigen, dann hätte ſich aber
vielleicht doch eine Novität jüngerer Zeit finden laſſen, die von
aktüellerem Intereſſe geweſen tüäre.
Die heutige Vorſtellung, in hübſcher Infzenierung der
Herren Rabenalt und von Schenck, hatte Schwung und
Laune. Den Vogel ſchoß ReginaHarre ab. Zum erſtenmal
bei uns in der Operette beſchäftigt, zeigte ſie ſich in dieſem
leich=
ten Fahrwaſſer wie zu Hauſe, packte das reizende Röllchen feſch
an, ſprudelte über von ſpritzigem Temperament und bewies
einen natürlichen Humor von feinen Nüancen. Gegenüber
die=
ſer ausgelaſſenen Franzi enttäuſchte Sylveſter Bunſel als
Niki durch unangebrachte Zurückhaltung in Spiel und Geſang.
Warum ließ der bildſauber ausſchauende Künſtler, der ſo gut
zu ſingen verſteht und ſicher daſteht, ſeinem Temperament ſo
wenig Lauf? Neben ihm wie aus dem Ei gepellt der Leutnant
Montſchi des Franz Tibaldi, friſch und elegant.
Aus=
gezeichnete Typen des Flauſenthurniſchen Hofes Hans Ney
Paul Maletzki und Martha Liebel, einzeln und in
den Enſembles. In kleinen Rollen von draſtiſcher Komit
Eugen Vogt — in fabelhaft getroffener Maske — Hugo
Keßler, und unbeſchreiblich packend Käte Gothe. Flott
auch die Damenkapelle und die anderen Chöre. Die Helene
ſang Inge van Heer als Gaſt, raſſig in Ausſehen und
Auf=
treten, mit ſicherer Operettenroutine. Die muſikaliſche Leitung
hatte Karl Bamberger. Er ſcheint für Operetten nicht
der rechte Mann zu ſein. Es fehlt der Schmiß. Und wenn
denn einmal Schmalz ſein muß, dann lieber gleich fingerdick,
Es gehört aber eine ſtärkere Orcheſterbeſetzung, als wie ſie heute
war, dazu, wenn Geigen ſingen ſollen.
F. II.
Kleines Haus. — Sonntag, den 10. Rovember 1929.
Lieder=Makinee Pauline Jack.
Pauline Jack, vor 5 oder 6 Jahren für kurze Zeit als
jugendlich dramatiſche Sängerin am hieſigen Landestheater tätig,
gab vor beider und unverdienterweiſe leerem Hauſe eine
Lie=
dermatinee am geſtrigen Sonntag vormittag. Sie ſang ruſſiſche
Volkslieder, dann aus den Kinderliedern von Mouſſorgſki,
hier=
auf vier Lieder von Prokofieff und ſchloß mit ſieben
Zigeuner=
melodien von Dvorak. Wir halten die Auswahl und Zuſammen=
ſtellung der Vortragsfolge für ausgezeichnet, über den meiſten
Liedern und Geſängen lagerte die Schwermut und Melancholie
der ruſſiſchen Volksfeele, die mamentlich in ihren Volksliedern
ſo ergreifend durchklingt und ſie weſensverwandt erſcheinen läßt
den unſrigen. Doch tauchen da und dort leidenſchaftliche Akzente
und Steigerungen auf, wie z. B. im zweiten Volksliede „Von der
Inſel dort” als Grundton aber hören wir immer ein „Moll”
klingen in dieſen Liedern, Klage und Trauer, wie ſie das be= Wolgalied in ſo eindrucksvoller Weiſe vermittelt. Vom
ſelben Geiſte ſind die Prokofieffſchen Lieder, von denen das erſte
„Melodien” betitelt, ſchon dadurch merkwürdig iſt, daß die
Singſtimme von Anfang bis zum Ende keine Worte ſingt,
ſon=
dern nur den Vokal a hält, trotzdem quillt eine Welt von
Stim=
mung aus dieſen Tönen. Es folgten dann „Sonne warm ins
Zimmer flutet”, „Erinnerung an die Sonne” und „
Beſchwö=
rung von Feuer und Waſſer”; alles höchſt eigenartige und
reiz=
volle, auch das Klavier mit wichtiger Untermalungsaufgabe
be=
denkende Klangbilder. Wir freuen uns immer wieder, die
Kin=
berlieder von Mouſſorgſki zu hören. Sie ſind ſo kunſtvoll und
kindlich zugleich, ſo herrlich und aus dem Verſtehen der
Kinder=
ſeele geſchaffen, daß es jedesmal Freude erweckt, ſie zu hören.
Die Zigeunerlieder Dvoraks haben all die Vorzüge der
Dvorak=
ſchen Muſik überhaupt, die Muſizier= und Klingfreudigkeit, aber
auch das ein wenig an der Oberfläche Haftende; man muß
ini=
iner daran denken, daß Brahms Zigeunerlieder geſchrießen hat.
geſtrichenen G tadellos, frei und voll, darüber hinaus
uns da und dort kleinere, wohl nur momentane Hei
der Tongebung vorhanden zu ſein. Im Forte klangen
höchſten Töne ganz frei, klar und leuchtend. Frl. Jac
in den Stimmungsgehalt der verſchiedenen Lieder re
zuleben verſtanden, und ſie traf die Schwermut der V.
ebenſo ſicher, wie ſie den ſchalkhaften Humor der Kinder
bringen verſtand. Ihr ungemein ſympathiſcher Vortrag
ihr ſofort die Fühlung mit dem Publikum, das ihr zur
mit herzlichem Beifall dankte; ihr und ihrem ganz vor
Begleiter am Flügel Paul Meyer, ber die nicht
techniſchen Schwierigkeiten des Klavierparts ebenſo
wie es ihm gelang, den Stil dieſer ruſſiſchen Muſik zu
und der Sängerin ein anſchmiegſamer Begleiter zu ſein
äene
ange
Ehd
Et
F
Tied
er z.
Bani
chluß
Eiche
E=
1
Vormikkagsmaſik des Richard=Wagner=Berbt
deutſcher Frauen.
Ortsgruppe Darmſtadt.
Und nun zur Sängerin: Ihr Können und ihr Vortrag
hiuter=
ließ günſtigſten Eindruck. Die Stimme ſitzt bis zum zwei=
In den gaſtlichen Räumen des Herrn Oberſtleut:
Selzam lauſchte man dem Geſang von Fräulein Wal
Herrn Komregg vom Landestheater. Erſtere begann
ſchwierigen und anſpruchsvollen Konzertarie „No, u0,
sei Capace” von Mozart, einem Beiſpiel betont virtuoſ
geſangs, das ſie mit techniſcher Meiſterſchaft vortrug.
E=
ſpäter eine Reihe der Kompoſitionen, die Wagner 183
Paris ſchrieb, um in den dortigen muſikaliſchen Kreiſen
zu werden. Sie zeigen den Meiſter noch weſentlich in
zeitgenöſſiſcher Lied= und Chanſonkunſt, die von dem
geſchmack damaliger Zeit nicht unbeeinflußt iſt, aber dod
zelnen perſönlichen Wendungen verſchiedenſter Art an
Meiſterwerke ſchon Vorahnungen enthalten. Am höchſ
unzweifelhaft das Wiegenlied „Schlaf ein, holdes Kind‟
großen Form und den zahlreichen dramatiſchen Akzenten
ſiert der gleichweit von Lied und Opernſzene entfern
ſchied der Maria Stuart”, Herr Komregg ſang zuerſt d!
Schubertlieder, von denen „Die Stadt” die genialſte Vo
ſpäteren romantiſchen Stils bei Schubert darſtellt. Sang
für unſer Empfinden zu objektiv, ſo waren die beiden
von Guſtav Mahler bei ihm um ſo beſſer aufgehoben,
entfaltete in ihnen die ganze Farbigkeit ſeiner ſtimmlich
tel. Zum Schluß brachte er zwei Wotanſoli aus „N9‟
und „Siegfried”. Ganz vorzüglich und feinfühlig wurde
Soliſten durch Herrn Simon am Flügel begleitet.
ſpannter Aufmerkſamkeit und mit herzlichem Dank
Künſtler folgten die Hörer den intereſſanten und volle!
botenen Gaben.
Montag, den 11. November 1929
Seite3
Zummer 313
Heb an, Martin....
Von E. Oberbeck.
„nter den Tagen des Jahres, die auch heute noch mit beſonderen
w ſichen Genüſſen verknüpft ſind, ſteht an erſter Stelle der St.
Mar=
tag. In unſerer Zeit fehlt es im allgemeinen an Geld und
Stim=
i„ zu einem fröhlichen Martinsſchmaus, wie er bei unſeren
Alt=
ern Sitte war. Die Martinshörner, die heute noch in vielen
Fa=
m auf den Tiſch kommen, und ſelbſt ein knuſprig gebratener
Mar=
zogel erinnern nur noch ſchwach an die Schmauſereien ſchon lange
augeuer Zeiten, die in einem alten Volkslied lebendig erhalten
worin es heißt:
Herbei, herbei zur Martinsgans!
Herr Burckhardt mit den Brezeln — jubilemus,
Bruder Urban mit der Flaſche — cantemus,
St. Barthel mit den Würſten — gaudeamus,
Sind alle ſtarke Patrone zur Martinsgans.
der Heilige Martinus, Biſchof zu Tours, geſtorben im Jahre 400,
nicht gern das Patronat übernommen haben, aber er konnte es
verhindern, daß das Volk ſeinen Todestag mit Schmaus und
„ feſtlich beging und mit ſeinem Namen verband. Die bekannten
sſagen über den Urſprung des Martinstages ſtimmen nicht mit=
„der überein. Sie haben nur das eine gemeinſam, daß in allen von
en die Rede iſt. Martinus, der ehemals ein germaniſcher
Reiters=
war, ſo erzählt die eine Sage, flüchtete, als er hörte, daß man
zum Biſchof machen wollte, in einen Stall, wo er ſich verſteckte.
Gänſe waren ſehr erboſt über den Eindringling und ſchnatterten
ut, daß die Sucher, die dicht hinter ihm her waren, ihn in ſeinem
eck fanden. Es erſcheint nicht ganz klar, ob man die zankſüchtigen
I aus Dankbarkeit in geſottenem und gebratenem Zuſtande
ver=
weil ohne ihr Geſchrei Martinus vielleicht nie Biſchof geworden
oder aus Strafe, weil ſie den frommen, beſcheidenen Reitersmann
eten. Nach einer anderen Sage ſoll der Biſchof Martinus, müde
ſeiſtlichen Würde, in einen Wald geflüchtet ſein, um hier einſam
ſieſt ſeiner Erdentage zu verleben. In der Nähe ſeiner Hütte
be=
ſich aber ein Gänſeſtall, deſſen Inſaſſen durch Zank und Streit
Hinſamen, der die Stille geſucht hatte, im Gebet ſtörten. Da hat
inus, ſchnell entſchloſſen, ſich Ruhe und Frieden verſchafft und
Dieſer Gänſe Büberei gerochen,
Schlachtet er ſie alleſamen,
Brät ſie dann an heißen Flammen,
uſßt in altes Volkslied erzählt. Wie dem auch ſei, der Biſchof
Mar=
war ſicherlich ein großer Tierfreund, der im Andenken des Volkes
Beſchützer des Geflügels, des Viehs und der Hirten wurde. Die
ſe über einen guten Gänſebraten iſt zweifellos viel älter, und der
iche Brauch, den Martinstag mit einem großen Feſtſchmaus zu
en, in deſſen Mittelpunkt ein gebratener Gänſeleib ſtand, geht
cheinlich auf eine Sitte der alten Germanen zurück, die um dieſe
ihr Ernteopferfeſt begingen, das Wodan, als dem Spender der
züchte, geweiht war. Dabei wird man auch die vollen
Federvieh=
von den älteren Bewohnern befreit und dem jüngeren Nachwuchs
Bewegungsfreiheit gewährt und das Winterfutter geſichert haben.
s ſcheint, daß bald nach dem Tode des heiligen Martinus die
chnung „Martinsgans” in Umlauf kam; denn auf den altnor=
Runenſtäben der chriſtlichen Zeit wurde der 11. November durch
Bans bildlich dargeſtellt. Die Gans als ſymboliſche Erſcheinung iſt
in den mittelalterlichen Heiligenbüchern und in den älteſten Ti=
Bauernkalendern zu finden. Die erſte Urkunde, die von einer
am Martinustage berichtet, ſtammt von dem Corveyer Mönch,
der in ſeinen handſchriftlichen Annalen aus dem Jahre 1171 eine
ſil=
berne Gans erwähnt, die ein Herr Othelrieus von Spalenberge am
Feſt des heiligen Martinus zum Geſchenk gemacht habe.
Es iſt bekannt, daß die alten Germanen ihre Feſte gern über
meh=
rere Tage ausdehnten und neben dem Eſſen das Trinken nicht
ver=
gaßen. Beim Ernteopferfeſt wurde auch ein kräftiger Wodanstrunk
ge=
tan, der ſich ſpäter in den „Martinstrunk” umwandelte. Auf die
Trink=
gelage zur „Martinsgans” beziehen ſich viele Trinkſprüche, die wohl
zum größten Teil von den arbeitſamen, aber auch trinkfrohen
Kloſter=
brüdern erdacht waren. Poſt Martinum bonum vinum! (Nach dem
Martinstag guter Wein) hieß es bei ihnen, denn um dieſe Zeit ſetzte
die Lieferung des neuen Kloſterweines ein, deſſen Güte erprobt
wer=
den mußte. Die trinkfeſten Brüder leerten dabei manches alte und
neue Faß, und da ſie nach dem alten Spruch handelten:
Heb an Martini,
Trink Wein per cireulum anni!
alſo das ganze Jahr hindurch, mußte der Bruder Kellermeiſter dafür
ſorgen,, daß der Keller nicht ganz austrocknete. Um das ganze Jahr
hindurch einen kräftigen Labetrunk zu haben, zog ein Kloſterbruder,
als Martinus verkleidet und hoch zu Roß, von ſeinen Brüdern
be=
gleitet, durch die Dörfer und ſammelte neue Gaben ein.
Beim Martinsſchmauſe, der ſchon am Vorabend des Gedenktages
begann und nach altgermaniſchem Brauch meiſtens einige Tage in
An=
ſpruch nahm, fehlte natürlich auch der Geſang nicht. Die Sangesfreude
der Germanen, die, nach Tacitus, gerade kein Ohrenſchmaus für die
fremdländiſchen Römer geweſen ſein ſoll, ging im chriſtlichen Zeitalter
nicht verloren. Zu allen Feſten wurden leicht ſingbare Lieder gedichtet,
und ſo auch zum Martinstag. Einige der Martinslieder ſind uns
er=
halten geblieben, ihr Sinn ſtimmte faſt immer überein und brachte
Ge=
nuß= und Lebensfreude zum Ausdruck, wie in einem der älteſten, worin
es heißt:
Martin, lieber Herre, nun laß uns fröhlich ſein
Heut zu Deiner Ehre und durch den Willen Dein.
Die Gans ſollſt Du uns verehren und auch den kühlen Wein;
Geſotten und gebraten: ſie müſſen all herein!
An Feſtlichkeiten mit kulinariſchen Genüſſen iſt ja auch unſere Zeit
nicht arm; Regierungen und Stadtverwaltungen ſind recht
gaſtfreund=
lich, oft mehr, als es dem einfachen Bürger nötig erſcheint. Das war
auch früher ſo, und man ließ nicht gern einen Anlaß zu einer
reich=
lichen Schmauſerei vorbeigehen. Im Mittelalter war es zwiſchen
Für=
ſten und Städten Sitte, am Martinstage Abordnungen, ſog.
Geſandt=
ſchaften, auszutauſchen, die gut bewirtet wurden. Bei einem guten
Braten und Trank zu Ehren St. Martins ließen ſich beſſer politiſche
Streitigkeiten ſchlichten und diplomatiſche Geſchäfte abſchließen, und der
Zorn des Landesherren wurde dabei oft noch durch ein Geſchenk
ge=
dämpft. Der Brauch, am Martinstage dem Landesfürſten nahrhafte
Geſchenke zu machen, hielt ſich in vielen Gauen Jahrhunderte hindurch.
Der Martinstag war ein Tag der Lebensfreude. Alle Feld= und
Gartenfrüchte waren eingeerntet, und der harte Winter ſtand bevor,
ja, er brach oft in die Feſtfreuden mit Schnee und Eis herein. Dann
hieß es, St. Martin kömmt auf dem Schimmel geritten. Das war
kein gutes Wetterzeichen, wie die alte Wetterregel beweiſt: Wenn um
Martini die Gänſe auf dem Eiſe gehen, ſo müſſen ſie oft um
Weih=
nachten im Kote ſtehen.
Das wollen wir für dieſes Jahr weder uns, noch den ſchmackhaften
Vögeln wünſchen.
Der Gabelsberger Stenographenverein (gegr. 1861) Darmſtadt
nſchule) veranſtaltete ſein Herbſtwettſchreiben, das eine ſchöne
igung aufwies und ſchöne Leiſtungen zeitigte. Insgeſamt
betei=
ſich 125 Mitglieder. Bei der Preisverteilung konnten zuerkannt
n 95 erſte Preiſe, 17 zweite Preiſe und 4 dritte Preiſe. Von den
Preisträgern konnten 24 für beſonders hervorragende Leiſtungen
hrengaben bedacht werden. Die Höchſtleiſtung ſchrieb Fräulein
me Göriſch mit 280 Silben. Beſonders ſchöne Leiſtungen wur=
„sbeſondere auch in den Abteilungen gezeitigt, die für die
Ge=
praxis hauptſächlich in Frage kommen. Die Preiſe wurden den
ägern an einem Familienabend am vergangenen Samstag im
rdiaſaal überreicht. Der Verein, der als ſeine beſondere Aufgabe
rrachtet, tüchtige Geſchäfts= und Verwaltungsſtenographen
heran=
en, hat auch mit dieſen hervorragenden Erfolgen bewieſen, daß
ner Aufgabe in vollem Umfange gerecht wird. Uebrigens war der
r auch bei der Handelskammerprüfung an erſter Stelle ſowohl
1 tlich der Zahl der Teilnehmer als auch hinſichtlich der Zahl der
idenen beteibigt. Bei dieſer Gelegenheit ſei auf die bereits
ange=
i, am Montag, dem 11. November, abends, in der Ballonſchule
tenden bewährten Anfängerkurſe des Vereins in der
Reichskurz=
gleichzeitig hingewieſen.
Kleinhandels=Tagespreiſe vom Wochenmarkt am Samstag (pro
bzw. Stück in Pfg.): Gemüſe: Kohlrabi 5—10, Erdkohlraben
Gelbe Nüben 8—10, Rote Rüben 12—15, Weiße Rüben 12—15,
irzwurzeln 40—50, Spinat 20—25, Römiſchkohl 12—15, Rotkraut
) Weißkraut 6—8, Wirſing 10—12, Roſenkohl 40—45, Zwiebeln
Knoblauch 80, Tomaten 25—30, Kaſtanien 25—30, Feldſalat
0, Endivienſalat 10—15, Kopfſalat 12—15, Blumenkohl 30—120,
9910—15, Meerrettich 80—100, Radieschen 8—10; Kartoffeln 5—6:
Tcfeläpfel 12—20, Wirtſchaftsäpfel 8—15, Falläpfel 5—8. Tafel=
10—20, Wirtſchaftsbirnen 8—15, Quitten 15—18, Trauben 35
) Nüſſe 45—55, Zitronen 8—15, Bananen 45—55; Eßwaren:
ahmbutter 230—250, Landbutter 200—220, Weichkäſe 30—35, Hand=
—5, friſche Eier 17—19; Hühner 130—170, Tauben 80—90, Haſen
Hans Grahl
Oarl Heerdegen
Lleder- und Arlenabend.
17778
Donnerstag,
19. November 1929
Imn Klelnen Haue
Prels 1—4.00 Mk.
(Cs. redakt. Notlz)
Gelödiebſtahl. In einem größeren Geſchäft in der Rheinſtraße
wurde unter erſchwerten Umſtänden ein Geldbetrag aus der
Regiſtrier=
kaſſe geſtohlen. Die Unterſuchung iſt eingeleitet.
Feſtnahme. Auf Grund eines Haftbefehls der Staatsanwaltſchaft
wurde ein 21jähriger Hilfsarbeiter — in der Pankratiusſtraße
wohn=
haft — in ſeiner Wohnung feſtgenommen und in das
Landgerichts=
gefängnis eingeliefert.
— Feſtgenommene Fahrraddiebe. Wegen Fahrraddiebſtahls wurde
Heſer Tage der Fürſorgezögling H. H. von hier und der Tiſchler F. V.
von Bullenheim feſtgenommen. Während H. in Fürſorgeerziehung
kam, wurde V. dem Richter vorgeführt.
Die Süddeutſchlandfahrt des „Graf Zeppelin”.
Landung und zweiſtündiger Aufenthalt in Frankfurt a. M.
Enthüllung eines Zeppelin=Gedenkſteins. — Glatte Rückfahrt
und Landung in Friedrichshafen.
„Graf Zeppelin” iſt Sonntag früh 7.54 Uhr zu der
Süddeutſch=
landfahrt aufgeſtiegen. An Bord befanden ſich etwa 40 Paſſagiere. Es
wurde von Friedrichshafen Kurs auf Stuttgart genommen und von dort
über Bruchſal, Heidelberg, Darmſtadt nach Frankfurt gefahren.
Um 10 Uhr war
„Graf Zeppelin” über Darmſtadt.
Das bekannte Brummen der Propeller kündete das Nahen des
ſtolzen Luftſchiffes und ließ für Minuten allen Verkehr in den Straßem
ruhen. Menſchen ſtanden auf Dächern, ſchauten aus den Fenſtern, um
ſich das ſeltene Schauſpiel nicht entgehen zu laſſen. Leider waren die
Umriſſe des Luftrieſen infolge des dichten Nebels nur ganz ſchwach —
für viele gar nicht — zu ſehen. In raſcher Fahrt wurde die Stadt
üüberflogen, und „Graf Zeppelin” entfernte ſich in Richtung Frankfurt
am Main. Ueber die dortige Landung und die Zeppelin=Gedenkſtein=
Weihe erhalten wir folgende Einzelheiten: Das tagelang erhoffte
Er=
eignis war alſo Tatſache geworden. Am Sonntag morgen flutete eine
unüberſehbare Menſchenmenge zum Flugplatz Rebſtock, zu Fuß und zu
Wagen. Wer ſich nicht rechtzeitig auf den Weg gemacht und ſich
dar=
auf verlaſſen hatte, ein Auto oder auch nur einen Platz in der
Elek=
triſchen zu erhalten, verpaßte den Anſchluß, da alle Gefährte reſtlos
überfüllt waren. Den Flugplatz umſäumten Zehntauſende und
Aber=
zehntauſende von Menſchen, die von der Frankfurter Schutzpolizei nur
mit großer Mühe von dem eigentlichen Landeplatz zurückgehalten
wer=
den konnten. Kurz nach 11 Uhr erſchien das Luftſchiff, das vom
Kapi=
tän Flemming geführt wurde, aus dem Nebel und landete ohne
Schſvierigkeit, nachdem es unter dem Jubel der Menge einige
Schlei=
fen geflogen hatte. Dr. Dürr, Flemming — Eckener war nicht
mitgekommen — und Lehmann verließen die Gondel, begaben ſich,
begeiſtert begrüßt, nach dem Flugbahnhof und fuhren dann zum
Ge=
denkſtein, der zur Erinnerung an die erſte planmäßige Landung eines
Zeppelins am 31. Juli 1909 in Frankfurt a. M. enthüllt wwerden ſollte.
Der Vorſitzende des Komitees, Walther vom Rath, übergab
mit einer kurzen Anſprache den Stein, der eine Gemeinſchaftsarbeit von
Prof. Elſäſſer und dem Bildhauer Stock iſt, der Stadt, für die ihn
Bürgermeiſter Gräf übernahm, als Symbol deutſchen
Vorwärts=
ſtrebens und des Willens, das Werk des alten Grafen der Menſchheit
zu erhalten und weiter zu fördern. Kapitän Flemming dankte im
Namen Dr. Eckeners für den herzlichen Empfang der Frankfurter
Be=
völkerung und ſprach die Hoffnung aus, daß in Zukunft Frankfurt
häufiger das Luftſchiff auf ſeinem Flugplatz wird begrüßen können.
Dann gab die Stadt in der Kantine des Flugplatzes für einen kleinen
Kreis ein Frühſtück, bei dem eine Reihe von Herren, deren Namen mit
dem Erinnerungstag verknüpft iſt, eine Bronzplakette, die den Stein
darſtellt, überreicht wurde. Auch Dr. Eckener erhielt dieſes
Gedenk=
zeichen. Der Oberpräſident hatte in einem Telegramm die Grüße der
Provinz Heſſen=Naſſau übermittelt. Um 13 Uhr begaben ſich die Gäſte
wieder zu dem Luftſchiff, das dann ſehr bald ſich in die Lüfte erhob,
um Friedrichshafen noch vor der Dunkelheit zu erreichen.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” iſt abends 17.07 Uhr von der
Süd=
deutſchlandfahrt in Friedrichshafen wieder glatt gelandet. Auf der
Rückfahrt ſtattete „Graf Zeppelin” auch der Stadt Marbach aus
Anlaß des 170. Geburtstages Friedrich von Schillers einen Beſuch ab.
Die Rückfahrt ging über Ludwigsburg—Stuttgart.
Warum waschen Sie noch selbst?
Sie waschen selbst zu teuer!
Hering wäscht z.B. Pfund-Naßwäsche
15 30 45 Pfund
Jahnstraße 4
zu Mk. 3— 525 6.75
Keinerlei Nebenspesen.
Telefon 3949/50
(17776)
— Hausfrauenbund Darmſtadt. In Fortſetzung der begonnenen
Vortragsreihe ſprach am Freitag abend Dr. Pabler von der
Land=
wirtſchaftskammer über das Thema „Landwirtſchaft und
ſtäd=
tiſche Hausfrau” Ausgehend von der wirtſchaftlichen
Bedeu=
tung der Landwirtſchaft, wurde der Wert der landwirtſchaftlichen
Er=
zeugung an Hand von Lichtbildern dargeſtellt. Für 9—10 Milliarden
Mark Nahrungsmittel werden nach Abzug der in den
landwirtſchaft=
lichen Betrieben ſelbſt verbrauchten Erzeugniſſe für die Verbraucher
zur Verfügung geſtellt. Auf dem Wege bis zum Verbraucher ſelbſt
verteuert ſich jedoch ihr Wert auf 18 Milliarden Mark. Dieſe
Preis=
ſpanne iſt viel zu groß. Sie muß verringert werden, um einerſeits
dem Landwirt einen beſſeren Preis zu ſichern, und andererſeits auch
die Lebenshaltung der ſtädtiſchen Verbraucher nicht zu verteuern. Die
Landwirtſchaft erhält für ihre Erzeugniſſe nicht den Wert, welcher zum
mindeſten dem Betriebsaufwand entſpricht. Der Preisdruck wird
ver=
ſtärkt durch die ſtarke Einfuhr aus dem Ausland. Die ſtädtiſche
Haus=
frau als Hauptkäuferin muß mehr als bisher zu deutſchen Erzeugniſſen
greifen. Redner ſchildert die Fortſchritte auf dem Gebiete der
Stan=
dardiſierung von Milch, Butter, Eier, Obſt, Gemüſe uſw. Wird der
Abſatz dieſer Erzeugniſſe nicht ermöglicht, ſo geht die Verſchuldung
der Landwirtſchaft weiter und wird eine große Gefahr für die geſamte
Wirtſchaft. — In der anſchließenden Ausſprache wies Herr Direktor
Dr. Hamann an Hand von beredten Beiſpielen auf die Preisſpanne
hin: Tiroler Aepfel werden in Deutſchland mit 1 Mark pro Pfund
verkauft, — die einheimiſchen Landwirte müßten ihre guten Aepfel als
Schüttelobſt für 3 Mark pro Zentner verkaufen. Für gebrochenes Obſt
bietet der Händker 6—7 Mark, ein Preis, welcher kaum die Erntekoſten
deckt. Im Ried wurde ein großer Teil der geernteten Gurken
unter=
gepflügt, weil ſie unverkäuflich waren. Statt unſerer guten
einheimi=
ſchen Weine werden ſolche aus Südrußland und aus Chile verkauft.
— Der nächſte der volkstümlichen Vorträge des Hausfrauenbundes
findet Montag, den 11. November, abends 8.15 Uhr, im Kaiſerſaal
(Grafenſtraße), ſtatt. Herr Thümend=Berlin ſpricht über das
Thema: „Der Kunde und der Verkäufer”. — Am Dienstag, den 12.
November, abends 8 Uhr, im Muſikſaal des Saalbaues ſpricht Herr
Dr. Zeiger. Direktor der Handelsſchule, üben das Thema: „Was
muß die Frau vom Geldweſen wiſſen?”
die neue 5-Pfg.-Zigarette, ist ganz
lisch, sie ist intolge scharter Ratona-
HISteruns von schr geptiegter
Gualf-
kät und 5 mm länger. Nur noch ein
Sorte wird in dieser Preislage herge
Stellt. Auch Sie werden sparsam und
bei doch schr suf rauchen wollen.
NAt6
[ ← ][ ][ → ]Seite 4
Montag, den 11. November 1929
Aus den Parkeien.
Numme
—Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. — Der ſtarke
Be=
ſuch der Mitgliederverſammlung am 6. November zeugte von der regen
Anteilnahme, die die Frauen der Deutſchen Volkspartei den Fragen der
Gemeindeverwaltung entgegenbringen. Die beiden Mitglieder des
Stadtrats, Frl. Pfnor und Frau Brückner, hatten es übernommen, die
Zuhörerinnen in ihre Tätigkeit auf dem Stadthauſe einzuführen und
entledigten ſich dieſer Aufgabe in vorzüglicher Weiſe. Ihre gründlichen
Ausführungen gaben einen klaren Ueberblick und eine Umgrenzung der
Arbeitsgebiete, die fraulicher Weſens= und Eigenart beſonders
ent=
ſprechen, in denen ſie ſich beſonders ſtark zum Wohle des Ganzen aus
wirkt. Als Mitglieder zahlreicher Ausſchüſſe und Deputationen
berich=
teten die beiden Rednerinnen über die Bedeutung und den Umfang ihrer
Mitarbeit in den einzelnen Körperſchaften, wie Schulausſchuß,
Unter=
ſtützungsausſchuß und anderer. Ihre Worte hinterließen den tiefen
Eindruck, daß die Mitarbeit der Frau in der Gemeindeverwaltung in
unſeren Tagen, in denen ſo viele und ſchwierige Fragen erzieheriſcher,
kultureller und ſozialer Art der Löſung harren, zu einer ſtarken
Not=
wendigkeit geworden iſt. Eine lebhafte Ausſprache, in der noch mancher
Wunſch und manche Anregung erörtert wurde, beſchloß die anregende
Verſammlung.
— Deutſchnationale Frauengruppe. Nächſten
Mitt=
woch, den 13. November, nachmittags 4 Uhr, geſelliges Zuſammenſein
bei Sitte. Alle unſere Frauen werden dringend gebeten, zu erſcheinen.
Unſere Stadtverordneten, Herr Oberrechnungsrat Schneider und Frau
Nick, werden ſprechen. Gäſte willkommen
— Wählerverſammlung. Von der Volksrecht=Partei wird
uns geſchrieben: Die Volksrecht=Partei (Reichspartei für
Volks=
recht und Aufwertung) trat am Donnerstag abend mit einer gut
be=
ſuchten Wählerverſammlung im Füeſtenſaal in den Wahlkampf ein.
Landtagsabgeordneter Dr. Wolf=Mainz hielt zunächſt einen
feſſeln=
den, nach Form und Inhalt gleich ausgezeichneten Vortrag über „
Mit=
telſtandsfragen‟ Er zeigte, wie zwei Feinde ſchon lange am
Untergang des einſt ſo blühenden Mittelſtandes gearbeitet haben: das
Großkapital und der Sozialismus. Trotzdem beſaß er bis zum
Welt=
krieg noch mehr als die Hälfte des deutſchen Volksvermögens, aber die
139 Kriegsgeſellſchaften höhlten ihn aus, indem ſie ihm für ſein
Ver=
mögen Kriegsanleihen gaben, die dann unter dem Einfluß des
Groß=
kapitals bis auf einen kümmerlichen Reſt für durch die Inflation
ent=
wertet erklärt wurden. So wurden die Urheber der Inflation und
Ab=
wertungsgeſetze auch die Totengräber des Mittelſtandes, der ſich zum
größten Teil nur allzu geduldig ſein trauriges Schickſal bereiten ließ.
Seitdem jagt ein Skandal den andern, und die Wirtſchaft geht zurück,
weil die hohen Zinsſätze auch die alten, ſoliden Geſchäfte ruinieren und
die innere Kaufkraft unſeres Volkes unheilvoll gelähmt iſt. Daher
haben führende Wirtſchaftler es erkannt und ausgeſprochen, daß
Deutſch=
land nur geſunden kann, wenn das Recht wieder hergeſtellt wird. Im
Inland herrſcht kein Vertrauen mehr zu Staat und Gemeinden, wie
der Mißerfolg der letzten Reichsanleihe zeigt, und auch das Ausland iſt
mißtrauiſch geworden. Darum muß Deutſchland, um wieder geſund
zu werden, wieder ehrlich werden. Wir kommen aus dem Sumpf, von
dem die verſchiedenen Skandale ein Zeugnis ſind, nur heraus, wenn
dem Mittelſtand wieder ſein Recht wird, auch in der Aufwertungsfrage,
wie der Schweizer Gelehrte Guſtav Büſcher u. a. es ausgeſprochen
haben. Darum gilt es für das Recht zu kämpfen, auch am Wahltag,
und bis dahin ſoll ein jeder ein Apoſtel des Rechtes ſein. Starker
Bei=
fall dankte dem Redner für ſeine echt vaterländiſchen Ausführungen. —
Danach ſprach Frl. Walz, die Spitzenkandidatin der Volksrecht=Partei
auf der Stadtratsliſte, über Fragen der Kommunalpolitik und der
Nentnerverſorgung ſowie die Pflichten der in den Stadtrat zu
wählen=
den Vertreter im Hinblick auf die Lage und Politik der Stadt
Darm=
ſtadt. Auch dieſe Rednerin erntete für ihre Ausführungen, die von
ſcharfem Blick für vorhandene Schäden, einem warmen Herzen für die
Nöte des Volkes und dem ernſten Willen, zu helfen, zeugten, reichen
Beifall. — Zum Schluß ſprach Oberlandesgerichtspräſident i. R. Dr.
Beſt. M. d. R. u. d. L., auf Wunſch der Verſammlung noch über die
Sparkaſſenaufwertung in Heſſen, die Anträge der Abgeordneten der
Volksrecht=Partei hierzu und die bisherige Verhandlung im
Geſetz=
gebungs=Ausſchuß. Auch ihm wurde herzlicher, reicher Beifall zuteil. —
Mit dem Hinweis auf die nächſte Verſammlung am 14. November im
Saalbau, wo Landtagsabgeordneter Hagel=Stuttgart, ein
hervor=
ragender Redner, ſprechen wird, ſchloß der Vorſitzende die
Verſamm=
lung.
— Heute Montag Verſammlung der
Nationalſvzia=
liſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei in der
Woogsturn=
halle. (Siehe heutige Anzeige.)
Briefkaſten.
G. B. Wenden Sie ſich an den Schwimmklub Jungdeutſchland
oder Turngemeinde Darmſtadt, auch an das Amt für Leibesübungen.
Tageskalender für Montag, den 11. November 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr: 2.
Sinfonie=
konzert des Landestheatevorcheſters. — Kleines Haus: Keine
Vor=
ſtellung. — Oupheum, abends 20,15 Uhr: Gaſtſpiel Fratellini
und Revue. — Konzerte: Schloßkaffee. —
Woogsturn=
halle abends 8 Uhr: Maſſenverſammlung der Nat.=Soz. Dtſch.
Arbeiterpartei (Hitlerbewegung). — Kinoborſtellungen:
Union=Theater, Helia.
Schweres Eiſenbahnunglück bei Oefſ
Deſſau. Auf dem Deffauer Bahnhof ereignete ſich
kurz vor 8 Uhr ein ſchweres Eiſenbahnunglück. Der
Magdeburg—Leipzig, der infolge eines Umbaues auf der
Güterbahnhof durchfahren mußte, entgleiſte. Zwei Reiſer
Heizer wurden getötet, drei weitere Perſonen ſchwer v
Lokomotivführer hat Selbſtmord verübt.
Zu dem Eiſenbahnunglück bei Deſſau teilt die Prr
Reichsbahndirektion Salle mit: Am 10. November um 7.5
der Perſonenzug 402 Magdeburg—Leipzig wegen. Umbau ſeite
Gleis Deſſau—Raguhn ein anderes Gleis befahren. In dieſ
der Zug mit der Lokomotive und den vorderen neun Wag
beſchädigt wurden. Die Verletzten befinden ſich im Krei=
Deſſau. Die Urſache der Entgleiſung wird noch ermittelt
chen ſtanden für die Ablenkung richtig. Der Lokomotivf Ee
mann aus Magdeburg=Rothenſee wurde eine Stunde nach
im Bremshaus eines Leerzuges erhängt aufgefunden.
Hilfe und die Feuerwehr waren nach ſieben Minuten zur
halbe Stunde nach dem Unfall waren ſämtliche Verletzten
Getötet wurden: Landwirt Karl Handrich aus Ragöße=
Auguſt Zander aus Detershauſen, Lokomotivheizer Or
aus Magdeburg. Schwerverletzt ſind: Emma Dietrich ſs
Frl. Maria Voigt, aus Zerbſt (Magdeburgerſtraße 36 — Pau
Handrich aus Ragößen, Fleiſcher Artur Wagner au Bitte
(Grünſtraße 3), Gertrud Kirz aus Zerbſt, wozu noch ei ge 9
verletzte kommen.
Chroniſche Stuhlverſtopfrſig.
Von Dr. med. Stadion, Halle.
Bei chroniſcher Stuhlverſtopfung oder Hartleibigkeit w ſen
ausbleibenden Stuhlgang die unbrauchbaren Beſtar
Nahrung zu lange im Darm zurückgehalten. Der Dar
daher übermäßig an und übt auf andere Organe ein /läſt
Druck aus, der häufig Beklemmungen und allgemeines ſbeh.
hervorruft. Außerdem gelangen Gärungs= und Fäuln koff
dem Darminhalt in das Blut, verbreiten ſich im gan Fe
und können ebenfalls viele Beſchwerden verurſachen. C ſiſt de
ratſam, Hartleibigkeit rechtzeitig zu bekämpfen, und a=
Gebrauch eines rein pflanzlichen Abführmittels, wie edie
fach bewährten Apotheker Richard Brandt’s Schweizer len
die man in allen Apotheken erhält. Sie bewirken in Ider
doch zuverläſſiger Weiſe, daß der Stuhlgang regelmäßi ſnd
reichend erfolgt.
Leibbinden
und Korsetts kaufen Sie
am billigsten und unter
gleichz. fachm. Beratung im
Spezialgeschäft lohanna Fuchs
früher Sauerborn, Schulstr. 4
Wß.
Stühle
werden von 1 ℳ an
geflochten, Korbmöb.
und Körbe repariert.
Arbeit w. abgeholt,
Karte genügt., Frau
M. Pfleger,
Fuhr=
mannſt. 10, Hth., I.,I.*
i Cammol.
AGrossmutter
Pseit vielenl
kennt Cdlmot Jahren
und
Sie
nimmt
nur LarmOl.weiss.
Carmof
teit wohl,
Iindert Schmerzen!
Karmelitergeist Carmol, das altbewährte Hausmittel bei
Rhouma, Gicht, Hexenschnß, Krenz-, Kopf-,
Zahn-
schmerzen, Hautlucken kostet nur Mk. 1,50 die Flasche.
Man verlange ausdrücklich das echte Carmol der
Carmol-Fabrik Rheinsberg (Mark)
Heltertrauben
Pfund 20 Ptg.
Faßbender, Ludwigſtr. 6
(17777)
Sälnet. Meols. Mitekänsähet
Drog. Secher Nchf., Ludwigshöhſt. 1. Tel. 244 (B15259
durcb Sabol-Spezial-Shampoon für blondes u. dunkles Haar,
wit Haarglanzpul. 1Pak. f. 2 Wasch. 30. Beachten Sie uns. Weitbewerb.
O
Statt beſonderer Anzeige.
Heute abend wurde meine liebe Frau, unſere
treuſorgende Mutter und Großmutter
Frau Johanna Schulz
geb. Pagt
durch einen fanften Tod von ihrem ſchweren
Leiden erlöſt
(17779
Heinrich Schulz
Marie Vogel, geb. Schulz
Dr. phil. Hanna Schulz
Dr. Ing. Joſ. Vogel.
Darmſiadt, den 9. November 1929.
Ohlyſtr. 70
Auf Wunſch der Entſchlafenen ſindet die Beiſetzung in
aller Stille ſtatt.
Geſunder Nachwuchs
tut uns not. Richtige Ernährungsweiſe der
werdenden und ſtillenden Mütter ſind dazu
Haupterfordernis. Ein wirklich kräftigendes
milch= und blutbildendes Getränk iſt das ſo
wohl=
bekömmliche „Köſtritzer Schwarzbier”. Wem zu
herb, ſüße mit Zucker nach. Vertretung: Gg.
Herth, Stiftſtr. 89, Fernſprecher 1244, H Oſtertag,
Hügelſtr. 27, Fernſprecher 2468. (I.Mgd.426
Spielwaren
Fachgeschäft
Stofftiere, Marke Steiff u. andere
Fa=
brikate, Teddy=Bären, Stoff= u, Cell.=
Puppen, Straßenroller,
Helbſtfah=
rer, Dreiräder u. Autos, Schaukeln,
Turnapparate, Puppenwagen und
Schaukelpferde, Puppenküchen,
=Stuben u. Kaufläden, Kinder= u.
Puppenmöbel.
Ernſt=Lud=
LetaSche, wigſtr. 19.
BeiAnzahlung werden gewünſchte Artikel
bis zum Feſte aufbewahrt.
(17552b
Kaudaasiantt
das vornehme Prinzip
eines guten Geschäftsmannes,
Ab heute Montag, den 11. November bis
Samstag, den 16. November lassen wir
in unserem Verkaufsraum
Ernenerungs-
arbeiten vornehmen. Um unserer werten
Kundschaft in dieser Zeit etwas
Beson-
deres zu bieten gewähren wir auf alle
Waren (mit Ausnahme einiger
Marken-
artikel) einen Rabatt von
Der Herbstputz hat
begonnen-
decken Sie Ihren Bedarf zu unseren
niedrigen Preisen mit einem Sonderrabatt
So find unſere Preile!
Kernseife, gr. Blockst. 25 8
Steckenpferd-Seife. . . . 25₰
Köln. Wasser-Seife . . .408
Waschbürste, handliche
Form . . . . . . . . . . . . . 198
Lamperiebürste, fest . . 259
Schrubber, la Fiber . . . 358
Handfeger, echt Cocos. 50 ₰
Stielbesen, echt Cocos .50₰
Piasavabesen ... . . . . .95₰
Putztücher, stark. . . . . 35 ₰
Putztücher, beste Qual. 488
Bohnertücher . . . . . . . . 588
Qualitätsmop
in 7 Ausführungen
durch Großeinkauf
besonders billig
Seifenhaus am Schillerplatz
Inhaber Hans Knos — Fernruf 2073
Das gute Spezial-Geschäft aller Wasch-
(17737
und Putzartikel
Speiſezim.
Gelegenheit,
billig zu verkaufen.
Büfett, Kredenz,
großer Auszugtiſch,
6 Stühle, St.=Uhr,
großer Diwan
zum Spottpreis v.
650 ℳ. Heidelberger
Str. 35. pt. (17707b
Die Schriften
Priedrich Rittelmevers
und die Bücher der
Christengemeinschaft
(17778
Buchhändler Ludwig Saeng
Kirchstraße 20
Ope
Lieferwagen
1 Tonne, ſehr gut
erhalten, preiswert
abzugeben. (17227a
Donges & Wieſt.
Eiſ., guterhaltener
Roederherd (rechts)
und einige eiſerne
Oefen zu verkaufen
Näheres Beckſtraße
Nr. 57, 1. Stock. (
Guterhaltener
Kinderwagen
zu verk. Kiesſtr.
Zwei noch gut erk.
billig zu verk.
Wilhelmſtr. 28, pt.
Unzuſehen vormitt.
19—10 Uhr. (17772
Chemiscl
Anerkannt erstk
Ausführung, kurz
Lieferung, mäßl
Färberei Reict
Fabrik: Pallaswie
R
Laden: Ernst-Lud
weiß. Turm. Tel. 1
Kinde ſge
Puppe bagin
am biſten
elegante Ausführung, guter Sitz Euef!
Paßformen. Echte warme Ke Thag
ſchuhe und Gummiüberſchuhe k. ki
vorteilhaft und preiswert im
Schuhhaus Eidemi er
Ecke Soder= und Wienerſtra
Tafelobſt
Pfd.15 J, Rollmöpfe
u. Bismarck=Heringe
Stück nur 12 H, große
Eier 10 Stück 1.68 ℳ
Feldbergſtraße 30,
(17627b
Laden.
Bond
Lieferwagen
1½ To., ſehr billig
abzugeben. (17225a
Donges & Wieſt.
A
4000 Mk.
als 1. Hypothe
auf ein Wohnhaus
(Wert 8000 ℳ mit
Grabgarten)
geſucht.
Angeb. unter P. 50
d. Geſchſt. (*go
Möbl.
ab 16. 11.
gerem
He=
amter) zu
geſucht. An
unter O. 1
Geſchäftsſt.
Perſ. Vorſp
Kaufe ge
Kleider
und W.
H. Zwern, 4
Nr. 33. Poſ
At
WElB
Tüchtige
ſucht Stell.
ſtadt o. Un
Eckhardt. C
a. d. B., Friel
auf der Mathildenk
inmitten eines großen prächtige
tens gelegen, wird zu günſtigen
gungen verkauft. Das nach allen
freiliegende Haus mit ſchönem 7
hat 14 Zimmer mit allem 2
Zentralheizung, Gas, elektriſche=
Einbegriffen ſind zahlreiche ein
Möbel. — Ernſte Reflektanten e
Näheres bei der Firma
Sebgſtian Eckler.
Rheinſtraße 1234, Fernſprecher
Die ſäddeutſchen Zußbaul=Punktekämpfe.
Zum eigentlichen Spielverlauf iſt zu ſagen, daß Wiesbaden
gleich mit dem Angriff die Gäſte zu überrennen verſuchte. Aber
drei Tabellenführer geſchlagen.
r 10. November brachte bei den Fußball=
Meiſterſchafts=
in Süddeutſchland, die ſich jetzt langſam dem Ende
zu=
noch einmal einige ſehr kräftige Ueberraſchungen. Drei
nführer verloren wertvolle Punkte.
Württemberg ließ ſich der V. f. B. Stuttgart in
eim 3:2 ſchlagen. Die Stuttgarter ſtehen jetzt nach
Ver=
kten mit Germania Brötzingen, die in Stuttgart die
eunde 3:0 beſiegte, gleich; es kann hier noch einen ſehr
iden und in ſeinem Ausgang offenen Endkampf geben.
Chancen hat auch noch Union Böckingen, das diesmal
Birkenfeld 4:2 gewann.
Baden erlitt der führende Freiburger F.=C. in
Karls=
urch den KFV. mit 3:2 Treffern ſeine erſte Niederlage.
FV. liegt jetzt nur noch mit zwei Punkten hinter dem
zurück, und da die Freiburger auch noch einige andere
Spiele vor ſich haben, kann man noch nicht ſagen, wie
s Endergebnis ausſehen wird. Phönix Karlsruhe und
ſillingen fielen durch Unentſchieden gegen S.=C. Freiburg,
pog. Freiburg etwas zurück. Raſtatt fertigte Schramberg
ſe knapp 1:0 ab.
dritte Favoritenniederlage gab es in Heſſen, wo ſich
zellenführer Wormatia Worms in Mainz durch FSV. 05
agen ließ. Trotzdem iſt aber der Wormatia der Titel
Iſenburg konute in Bingen nur 0:0 ſpielen und mußte
eiten Platz mit dem S.=V. Wiesbaden tauſchen, der den
Darmſtadt 3:1 abfertigte. Alemannia Worms beſiegte
4:0.
der Gruppe Main kann die Meiſterſchaft als
ent=
betrachtet werden. Die Eintracht hat nach ihrem glück=
:0über den Fußballſportverein und nach der überraſchen=
„Niederlage von Union Niederrad in Hanau ſechs Punkte
ug vor dem Tabellenzweiten, ſie braucht aus vier noch
inden Spielen nur drei Punkte heimzubringen, um end=
Neiſter zu ſein.
der Gruppe Saar hat der führende F.=K.
Pirma=
rch einen 2:1=Sieg über den Tabellenzweiten Sportfreunde
ücken ſeinen Vorſprung ebenfalls vergrößert, die
Pirma=
ſürften vom erſten Platz nicht mehr zu verdrängen ſein.
izweiter iſt jetzt mit fünf Punkten Abſtand die Boruſſia
chen, die den V. f. R. Pirmaſens 4:2 bezwang. F.=C.
ücken ſchlug Idar 2:1, Saar 05 und V. f. R.
Kaiſerslau=
elten 1:1.
der Gruppe Rhein fiel der V. f. R. Mannheim durch
Niederlage gegen Sandhofen weiter zurück. Eine große
ſchung war das 3:3 aus dem Spiel zwiſchen Rohrbach
önis Ludwigshafen. Der V. f. L. Neckarau behauptete als
rführer ſeinen knappen Vorſprung vor dem S.=V.
Wald=
ch einen 4:2=Sieg über Mannheim 08. Waldhof fertigte
iheim knapp 2:1 ab.
Südbayern büßte Bayern München im 2:2=Spiel
keutonia einen Punkt ein, was aber den mit großem
Vor=
führenden „Bayern” weiter nicht weh tat. Jahn=Regens=
1id München 1860, die Kandidaten für die Plätze”,
trenn=
mit einem 1:1. Wacker beſiegte den DSV. 2:1.
Nordbayern hat die Sppg. Fürth den Titel jetzt
ſicher, da ſie mit einem 4:0=Sieg aus Würzburg heim=
Die Fürther können es ſich jetzt ſogar leiſten, das letzte
ſegen den „Club” zu verlieren. Der 1. F.=C. Nürnberg
zu Hauſe den Tabellenletzten Sppg. Hof
erwartungsge=
ch 6:1. Der ASV. Nürnberg ließ in Hof mit einem 3:3
„Bahern” einen Punkt. Der V. f. R. Fürth ließ ſich zu
* von Bahreuth 2:0 ſchlagen.
Verbandsſpiele der Gruppe Heſſen.
Wormakia Worms geſchlagen!
Gruppe Heſſen hatte an dieſem Sonntag ihre Senſation
berdienten 1:0=Niederlage ihres präſumptiven Meiſters
Mainz 05. Für Mainz kann unter Umſtänden dieſer Sieg
Sſchlaggebender Bedeutung für die Beſetzung des dritten
hein, da Iſenburg gegen Haſſia Bingen nur mit viel
Nit einem 0:0 davonkam. Daß S.=V. Wiesbaden
Darm=
mit 3:1 und Alemannia Worms den F.=C. Langen mit
Ide ſchlagen, kam nicht unerwartet. Darmſtadt und Langen
Ss jetzt unter ſich ausmachen, wer abſteigt.
Verein Wiesbaden — Sporkverein Darmſtadt 98
3:1 11:0).
Altberein Darmſtadt mußte zu dieſem Spiel ohne Rupp,
Ad Hebeiſen antreten, während der Sportverein
Wies=
ane ſtärkſte Mannſchaft aufgeboten hatte. Man hatte aus
Okunde den Darmſtädtern von vornherein keine Chancen
Deſes Spiel auf des Gegners Platz zu gewinnen. Wenn
2s dennoch verſtanden, ihrem Gegner ein gleichwertiges
* liefern, es ſogar bei etwas mehr Ruhe, Ueberlegung
uc in der Hand hatten, dem Spiele einen anderen, für
Keren Ausgang zu geben, ſo iſt das darauf
zurückzufüh=
die eingeſtellten Erſatzleute ſich gut einfügten und daß
Inſchaft mit größtem Eifer bei der Sache war. Nur zeigt
ter und immer wieder, daß unbedingt eine Verbeſſerung
Merſpiels angeſtrebt werden muß. In der Läuferreihe
Seonders Kratz als Mittelläufer ein gutes Spiel. Dem
Schann wirkenden rechten Läufer mangelt das für einen
ierläßliche Kopfſpiel. Das Schlußdreieck ſchlug ſich gut.
„SShaden hatte man mehr erwartet. Den Sieg verdankt
ZE einem entſprechenden beſſeren Können, als einer grö=
Ils Glück ſowie dem Vorteil des eigenen Platzes und
worn durch die zahlreichen Zuſchauer.
es zeigte ſich, daß die Läuferreihe und Verteidigung der
Darm=
ſtädter verhältnismäßig leicht mit den Angriffen der Platzherren
fertig wurde. Die erſte klare Torchance hatten die 98er, aber der
Schuß ging ins Aus. Bei der dritten Ecke der Platzherren
ver=
mochte der Linksaußen, der einen Moment ungedeckt war, den
Ball aus nächſter Nähe einzulenken. Eine gute
Ausgleichsmög=
lichkeit wurde vom Sturm der 98er infolge mangelnden
Zu=
trauens vergeben. Kurz nach der Halbzeitpauſe ſprach der im
allgemeinen nicht gut amtierende Schiedsrichter den
Darm=
ſtädtern einen Foul=Elfmeter zu. Auch dieſe Ausgleichschance
wurde vergeben. Als Konzeſſion an die tobenden Zuſchauer gab
es dann einen Elfmeter gegen Darmſtadt wegen angeblichen
Handſpiels, der verwandelt wurde. Die 98er ließen ſich jedoch
nicht irre machen, und ein ſchöner Angriff führte durch den
Links=
außen, der den Ball mit Ueberlegung einlenkte, zu dem einzigen
Tor. Kein Wunder, daß bei dem Beſtreben der Darmſtädter, den
Ausgleich nunmehr zu erzwingen, das vorher ſchon harte Spiel
noch härter wurde. Aber der Ausgleich kam nicht. Im
Gegen=
teil, Wiesbaden kam noch zu einem billigen Erfolg durch ein
halbes Eigentor der Darmſtädter und hatte damit den Sieg
ſicher.
Vor dieſem Spiel ſchlugen die Reſerven des Sportvereins
Darmſtadt diejenigen des Sportvereins Wiesbaden 2:1.
5.5. V. Mainz 05 — Wormakia Worms 1:0 (1:0).
Dieſer Sieg der Mainzer gegen Wormatia Worms hat wohl
manchen ihrer Anhänger mit den ſchlechten Leiſtungen verſöhnt,
die Mainz in dieſer Saiſon ſo oft gezeigt hat. Dazu kommt
noch, daß der Mainzer Erfolg vollauf perdient war, daß Worms
es nur der bravouröſen Arbeit ſeines Torhüters Gisbert zu
verdanken hat, wenn ſeine erſte Niederlage ſo knapp ausfiel.
Denn nach dem Spielverlauf der erſten Halbzeit war ein höheres
Reſultat zu erwarten. Das entſcheidende Tor wurde in der
18. Minute der erſten Halbzeit erzielt. Eine Flanke von links
kam zu dem Rechtsaußen Müller, deſſen Kopfſtoß für Gisbert
unhaltbar war. Das überaus ſchnelle und auch taktiſch richtige
Spiel der Mainzer brachte in der Folgezeit das Wormſer
Hei=
ligtum noch ſehr oft in Gefahr, ohne daß ein weiterer Erfolg
glücken wollte. Die zweite Spielhälfte ſah Worms etwas beſſer
in Fahrt. Doch eine verſtärkte Verteidigung der Mainzer ließ
ſie nicht zum Ausgleich kommen. — Vor 6000 Zuſchauern wurde
das Spiel von Happ=Hanau einwandfrei geleitet.
Alemannig Worms — 5.C. Langen 4:0 (1:0).
Vor 700 Zuſchauern erkämpfte ſich Alemannia Worms gegen
die erſatzgeſchwächten Langener einen vollauf verdienten Sieg.
Konnte ſich Langen in der erſten Halbzeit auch noch
einiger=
maßen behaupten, ſo klappte es in der 2. Spielhälfte ziemlich
zu=
ſammen, um ſo mehr, da ſein Linksaußen, der einem Gegner
eine Ohrfeige applizierte, hinausgeſtellt worden war. Die Tore
für Worms ſchoß Drott, Enders und Chriſt, der zweimal
erfolg=
reich einſenden konnte. Schiedsrichter Brehm=Bürgel gefiel
aus=
gezeichnet.
Haſia Bingen —B. f. 2. Neu=Iſenburg 0:0.
Bingen zeigte ſich diesmal wieder in einer überraſchend
guten Form, die Iſenburg kaum zu Wort kommen ließ. Für
die große Ueberlegenheit ſpricht auch die Zahl der Ecken, die
11:0 für Bingen beträgt. Wenn Bingen trotzdem zu keinem
Er=
folg kam, ſo liegt dies in erſter Linie an dem Iſenburger
Ver=
teidigungstrio, das nicht zu ſchlagen war. Immer wieder
zer=
ſchellten alle Angriffe an den ſtabilen Verteidigern oder an dem
ballſicheren Torhüter der Gäſte. Bedauerlicherweiſe unterlief
dann dem Schiedsrichter Birk=Frankfurt eine Fehlentſcheidung,
die zum Platzverweis eines Bingener Spielers führte. Trotzdem
Bingen nur noch mit 10 Mann ſpielte, hielt ſeine
Ueberlegen=
heit an. Nur vieles Glück verhinderte eine verdiente Niederlage
Zußball=Ergebniſſe.
Süddeutſchland.
Gruppe Nordbayern: F. V. 04 Würzburg — Sp.Vg. Fürth 0:4.
Bayern Hof — A.S.V. Nürnberg 3:3. V. f. R. Fürth — F.C.
Bayreuth 0:2. 1. F.C. Nürnberg — Sp.Vg. Hof 6:1.
Gruppe Südbayern: Teutonia München — Bayern München 2:2.
Wacker München — D. S.V. München 2:1. Jahn Regensburg
— 1860 München 2:2.
Gruppe Württemberg: Sportfreunde Stuttgart — Germania
Brötzingen 0:3. 1. F.C. Pforzheim — P. f. B. Stuttgart 3:2.
Union Böckingen — F.C. Birkenfeld 4:2.
Gruppe Baden: Karlsruher F. V. — Freiburger F.C. 3:2. S.C.
Freiburg — Phönix Karlsruhe 1:1. F.C. Villingen — Sp.Vg.
Freiburg 3:2. F.V. Raſtatt — Sp.Vg. Schramberg 1:0.
rzppe Rhein: F. V. Mundenheim — S.V. Waldhof 1:2. Sp.Vg.
Sandhofen — V. f. R. Mannheim 5:3. V. f. L. Neckarau
F. C. 08 Mannheim 4:2. F.Vg. Rohrbach — Phönix
Ludwigs=
hafen 3:8
Gruppe Saar: F.C. Pirmaſens — Sportfreunde Saarbrücken
2:1. Boruſſia Neunkirchen — V. f. R. Pirmaſens 4:2. F.V.
Saarbrücken — F.C. Idar 2:1. Saar 05 Saarbrücken —
V. f. R. Kaiſerslautern 1:1.
Gruppe Main: F. S. V. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 0:1.
Sp.Vg. 02 Griesheim — Kickers Offenbach 1:5. Rot=Weiß
Frankfurt — Germania Bieber 1:0. F. C. 93 Hanau — Union
Niederrad 2:1.
Gruppe Heſſen: Haſſia Bingen — V. f. L. Neu=Iſenburg 0:0.
F. S. V. 05 Mainz — Wormatia Worms 1:0. S.V. Wiesbaden
— S.V. 1898 Darmſtadt 3:1. Alemannia Worms — F.C.
Langen 4:0.
Berlin.
Abteilung A: Hertha/B.S.C. Pol. S.V. Berlin 6:3.
Span=
dauer S.V. — Halley/Concordia 1:1. Südſtern — Kickers
Schöneberg 4:3. B.V. Luckenwalde — Norden=Nordweſt 3:5.
Abteilung B: Tennis=Boruſſia — Wedding 12:2. Union
Ober=
ſchöneweide — Minerva 1:4. Weißenſee — B.F.C. Preußen
4:1. Viktoria 89 — Union Potsdam 4:3.
Geſellſchaftsſpiele: Adlershofer B.C. — F.C. Neukölln 2:0.
Wacker 04 Tegel — Berliner S. V. 92 2:4.
Baltenverband.
Titania — Komet Berlin 10:2. Preußen — V. f. B. Stettin 2:1,
Schupo Danzig — S.V. 05 Elbing 6:0. Viktoria Stolp —
B. E. V. Danzig 7:4. Preußen — 19 Fahrwaſſer 1:1. Preußen
Inſterburg — Raſtenburger S. V. 2:5.
Weſtdeutſchland.
Rheinbezirk: V. f. B. Köln — Tura Bonn 1:7. Sp.Vg. 07 Köln=
Sülz — 03 Düren 5:0. S.C. M.=Gladbach — Bonner F.V.
5:2. Alemannia Aachen — Kölner B.C. 10:4. Viktoria Rheydt
— Boruſſia M.=Gladbach 1:3. Blau=Weiß Köln — Rheydter
S.P. V. 1:5.
Mittelrheinbezirk: S. C. Neuwied — Koblenz 00/02 1:1. T.V.
Mayen — V. f. B. Lützel 2:1. Sp.Vg. Andernach — S.C.
Neuenahr 2:2. F.V. Neuendorf — S. V. Engers 4:0.
Niederrheinbezirk: F.V. 08 Duisburg — Homburger Sp.V. 4:1.
V. f. B. Ruhrort — Duisburg 99 3:2. Sp.Vg. Oberhauſen—
Meiderich 06 1:4.
Vergiſch=Märkiſcher Bezirk: Fortuna Düſſeldorf — 04
Düſſel=
dorf 3:0. Eller 04 — S.S.V. Barmen 2:0. S.S.V.
Elber=
feld — Ratingen 04 1:1. Schwarz=Weiß Barmen — Tura
Düſſeldorf 4:3.
Ruhrbezirk: F.C. 04 Schalke — Eſſen 99 2:0. B.V. Alteneſſen
— Schalke 96 4:2. M.B.V. Linden — Germania Bochum 2:1.
Alemannia Dortmund — Eaſtrop 02 2:0. Horſt=Emſcher —
Schwarz=Weiß Eſſen 2:7.
Weſtfalenbezirk: Sp. Vg. Herten — V. f. L. Osnabrück 2:3. Sparta
Nordhorn — Sp.Vg. Hamm 1:1. Boruſſia Rheine — V. f. B.
Bielefeld 2:5.
Heſſen=Hannover: S.C. 03. Kaſſel — Kurheſſen Kaſſel 5:2.
Kur=
heſſen Marburg — Herm. Kaſſel 2:2.
Zußbalſporkverein-Einkracht Frankfurk 0:1 10:1).
15—16 000 Zuſchauer hatte auch diesmal wieder das
Frank=
furter Derby angezogen, trotz Zeppelinbeſuch und obwohl die
Eintracht mit großem Vorſprung vor den Leuten aus Bornheim
führte. Die Maſſen brauchten den Beſuch des Spieles nicht zu
bereuen, denn es gab, wenigſtens in der erſten Halbzeit, einen
ſehr ſchönen, raſſigen Kampf. Ausgezeichnete Kombinationen
und Angriffsaktionen ſcheiterten auf beiden Seiten an ſehr
guten Hintermannſchaften. Das Spiel war ziemlich
ausgegli=
chen, die beſſeren Torchancen lagen allerdings beim
Fußball=
ſportverein. Zwei Minuten vor der Pauſe fiel die
Entſchei=
dung. Vollmerg im Tor der Bornheimer wehrte zu kurz ab,
und Gramlich, der Halbrechte der Eintracht, konnte den
Nach=
ſchuß zwiſchen die Pfoſten ſetzen. Nach der Pauſe lag
überwie=
gend der Sportverein im Angriff. Das Spiel nahm an
Fein=
heiten ab, es wurde zeitweilig viel gebolzt und auch hart
ge=
ſpielt. Der Eintracht gelang es ſchließlich trotz zahlreicher
heik=
ler Situationen, den knappen und keineswegs verdienten Sieg
zu behaupten. Der Sportverein war daran geſcheitert, daß ſich,
ſeine kleinen Stürmer gegenüber der phyſiſch ſtark überlegenen
Abwehr der Eintracht nicht durchſetzen konnten. Eine gute
Lei=
ſtung bot der Schiedsrichter Keller=Karlsruhe.
Herkha-B.5. C. legi Beruſung ein.
In einer am Freitag abend abgehaltenen
Mitgliederver=
ſammlung des Berline Fußballmeiſters Hertha/BSC. kam das
Urteil zur Sprache, das der Deutſche Fußball=Bund gegen
Kraus 1., Domſcheidt und Genoſſen gefällt hat. Die
Verſammlung bemängelte die ſpäte Zuſtellung des Urteils. Die
Strafen im Falle Kraus 1. und Leinberger wurden als zu milde
und im Falle Domſcheidt als zu hart empfunden. Bedauert
wurde ferner, daß im Falle Schulz das von zwei Aerzten
ein=
gereichte Beweismaterial nicht als Unterlage gedient habe. Der
Vorſtand von Hertha/BSC. wurde beauftragt, gegen das
Ur=
teil beim Deutſchen Fußball=Bund Reviſion zu erheben.
Aruguay und die Welkmeifterſchaft 1930.
Uruguah hat in der letzten Zeit als Veranſtalter der
Fuß=
ball=Weltmeiſterſchaft 1930 von den europäiſchen Verbänden eine
Abfage nach der anderen erhalten. Die Südamerikaner
ver=
ſuchen nun, auf diplomatiſchem Wege die Verbände doch noch
zu der Entſendung von Repräſentativmannſchaften zu bewegen.
So hat jetzt auch der Ungariſche Fußball=Verband von dem in
Wien ſitzenden uruguahiſchen Geſandten für Mitteleuropa ein
Schreiben erhalten, worin gebeten wird, doch die Frage der
Teil=
nahme an der Weltmeiſterſchaft noch einmal zu überprüfen. —
Im Gegenſatz zu den meiſten anderen europäiſchen Verbänden
hat übrigens Holland ſtarke Neigung, im nächſten Jahre noch
Montevideo zu fahren. Die Techniſche Kommiſſion des
Hollän=
diſchen Verbandes ſoll eingehend die Möglichkeit überprüfen,
ob eine ſpielſtarke Mannſchaft nach Uruguay entſandt werden
kann.
Seite 6
Kreis Starkenburg.
Germania Pfungſtadt — S.=V. Münſter 0:1 (0:1).
Spvgg. Arheilgen — Union Darmſtadt 4:0 (2:0).
F.=V. Sprendlingen — S.=V. Mörfelden 2:3 (1:2).
Rot=Weiß Darmſtadt — Viktoria Griesheim 2:5 (0:2).
Germania Oberroden — Pol.=S.=V. Darmſtadt: ausgefallen.
Viktoria Walldorf — F.=C. 03 Egelsbach 1:0 (0:0).
Der geſtrige Sonntag brachte wieder harte Kämpfe auf der
ganzen Linie, wobei in drei von fünf Fällen der Gaſtverein
beide Punkte mit heimnehmen konnte. Selbſtverſtändlich ſtand
der 10. November auch an Ueberraſchungen nicht zurück.
Die größte Senſation erlaubte ſich Sprendlingen, das auf
eigenem Platz von Mörfelden 3:2 geſchlagen wurde. Der Eifer
der Gäſte und die verfehlte Aufſtellung Sprendlingens gaben
den Ausſchlag. Münſter eroberte ſich in Pfungſtadt durch einen
knappen Sieg die Tabellenführung. Die Germanen können
ſchein=
bar auswärts mehr wie daheim! Arheilgen landete
erwartungs=
gemäß gegen die geſchwächte Union Darmſtadt einen glatten
4:0=Sieg, und faſt ebenſo glatt holte ſich Viktoria Griesheim auf
dem Platz des Tabellenletzten mit 5:2 beide Punkte. Damit
dürfte Rot=Weiß verloren ſein — — —! Walldorf hatte mehr
Mühe wie anzunehmen war, um den erwarteten Sieg über
Egelsbach zu landen. Dies war das dritte Spiel
hintereinan=
der, das Egelsbach mit einem Tor Unterſchied verlor! Das Spiel
in Oberroden wurde von der Behörde abgeſetzt.
Münſter hat nun die Führung übernommen. Walldorf
ver=
ringerte den Abſtand, während Union Darmſtadt einen
mäch=
tigen Rutſch nach unten machte. Mörfelden und Arheilgen holten
Terrain auf; die untere Tabellenhälfte blieb faſt unverändert.
Die Tabelle:
Spiele gew. un. verl Tore Punkte S.=V. Münſter 32:16 15 Viktoria Urberach. 34:18 13 Germania Oberroden 2 24:13 13 Viktoria Walldorf 16:8 12 Sportv. Mörfelden 2 24:18 11 Spogg. Arheilgen 4 26:16 11 Union Darmſtadt 26:26 10 F.=V. Sprendlingen 10 24:23 Germania Pfungſtadt 10 18:18 Pol.=Spp. Darmſtadt 3 18:18 F.=C. Egelsbach 10 20:29 Viktoria Griesheim. 10 15:33 Rot=Weiß Darmſtadt 10 12:53 Sporkvereinigg. 94 — Union Darmſtadt 4:0 (2:0).
Union hätte auch bei Mitwirkung der disqualifizierten
Spie=
ler geſtern keine Gelegenheit gehabt, ihre Poſition zu verbeſſern.
Wohl hatten die Darmſtädter in ihrer Hintermannſchaft mit dem
Torwächter ein ſchwer überwindliches Hindernis, doch war der
Sturm manchmal geradezu hilflos. Die 1. Mannſchaft der
Sportvereinigung hatte wieder einmal einen beſſeren Tag, aber
auch hier fehlte es manchmal am Zuſpiel und Freiſtellen, und
ganz beſonders am Schuß vor dem Tore. Waren es bei den
Hieſigen geſtern Becker und Bauer und nicht zuletzt
Schleim=
koffer, die hervorragten, ſo waren es bei dem Gegner Rückert
und dann der Torwächter Aßmuth, der eine höhere Niederlage
verhütete. Das Spiel im allgemeinen, abgeſehen von einigen
Kleinigkeiten, blieb immer in den Grenzen des Erlaubten,
ſvoran der Schiedsrichter, Flügel=Ludwigshafen, einen großen
Anteil hatte.
Gleich die erſten Minuten brachten für Arheilgen zwei
ſhöne Torgelegenheiten, die jedoch durch allzulanges Zögern
nicht ausgenützt wurden.
In der 10. Minute leukte Groth vorbildlich den Ball am
Torwächter vorbei zum 1. Tor, dem Murmann in der 35.
Mi=
nute, angeblich vorher Hand, das 2. folgen ließ. Die erſte
Spiel=
hälfte ſah man Arheilgen dauernd im Angriff. Zu Anfang der
2. Hälfte ging Union mächtig vor, doch waren die Ausbeute
nur zuei Strafſtöße, die, ſcharf geſchoſſen, von Schleimkoffer
miit Bravour gemeiſtert wurden. Langſam, aber ſicher, findet
ſich Arheilgen wieder und kann auch noch zweimal auf
wunder=
bare Vorlagen von Bauer zu Erfolgen kommen. Zum Schluß
ſieht es aus, als ob Union noch zu ihrem Ehrentor kommen
ſollte, aber die Mühlches=Verteidigung war zu aufmerkſam.
Vor dem Spiel zeigten die Liggerſatzmannſchaften in einem
recht intereſſanten Kampf ihr Können, bei dem die Arheilger mit
5:0 Sieger blieben. Die Ligaerſatzmannſchaft der Arheilger
führt jetzt mit 2 Punkten Vorfprung die Tabelle.
Spotiv. 98 Darmſtadt 3. — 1. Mannſch. 5. 0.
Fin=
fracht Darmſtadt 4:1 (2:0).
B=Klaſſe=Verbandsſpiel.
Obige Mannſchaften trafen ſich am Sonntag mittag zum
fälligen Verbandsſpiel auf dem Stadion, das die aus lauter
jungen Spielern beſtehende 23er=Mannſchaft für ſich entſcheiden
konnte. Das Spiel konnte nicht immer dem ſportlichen
Cha=
rakter gerecht werden, ſo daß ſich der Schiedsrichter gezwungen
fah, bereits beim Stande von 2:0 von jeder Mannſchaft einen
Spieler herauszuſtellen, und kurz dor Schluß, als das
Endergeb=
nis feſtſtand, noch einen Eintracht=Spieler des Feldes zu
ver=
weiſen. Das Reſultat entſpricht ungefähr dem Spielverlauf.
Hocken.
Betlin ſchlägt Brankfurk in Hockeykampf 5:1.
Frankfurt ohne Theo Haag.
Trotzdem Frankfurt in der Reichshauptſtadt ohne ſeinen
beſten Hockeyſpieler, den Mittelläufer Theo Haag, antrat, fiel die
Niederlage doch nicht ſo hoch aus, wie im Vorjahre auf eigenem
Platz. Immerhin gibt aber auch der 5:1 (2:0)=Sieg der Berliner
noch Zeugnis davon, wie ſtark die Hockey=Ueberlegenheit Berlins
gegenüber der Provinz iſt.
Das Spiel wurde bei herrlichem Herbſtwetter auf dem Rot=
Weiß=Platz in Grunewald ausgetragen. Der Beſuch war mit
2000 Zuſchauern für ein Hockey=Städteſpiel ganz ausgezeichnet.
Berlin war ſchon in der erſten Halbzeit überlegen, jedoch
ver=
teidigten die Frankfurter ſo gut, daß erſt in der 18. Minute der
erſte Treffer fiel. Scherbarth ſchoß einen zu ſchwach abgewehrten
Ball ein. Wenig ſpäter ſtellte Müller den Halbzeitſtand von 2:0
her. Nach der Pauſe ſteigerte ſich die Ueberlegenheit der
Ein=
heimiſchen noch etwas. In gleichmäßigen Abſtänden erzielten
Mehlitz und Scherbarth (zwei) noch drei Treffer. Die Zuſchauer
ſetzten bereits mit dem Abmarſch ein, als es dem Frankfurter
von der Heide bei einem Durchbruch noch gelang, wenigſtens den
Ehrentreffer zu erzielen.
Frankfurt ſtellte eine ſehr gute Verteidigung, die ihr
Men=
ſchenmöglichſtes tat, um die Niederlage nicht zu hoch werden zu
laſſen. Recht gut waren auch der rechte Läufer und der Erſatz
ſür Theo Haag, Hamburger. Der Sturm hingegen bildete
wie=
der das Schmerzenskind der Elf. — Berlin hatte einen techniſch
hervorragend ſpielenden Sturm, der auch mit dem Torſchuß nicht
fackelte. In der Hintermannſchaft überragte der Verteidiger
Zan=
der. — Vor dem Spiel fand der alte Internationale Boche eine
beſondere Ehrung. Boche lieferte mit dieſer Partie ſein 40.
Reprä=
ſentativſpiel für Berlin. Trotz ſeines Alters iſt Boche auch heute
noch immer einer der beſten deutſchen Hockeyſpieler,
Montag den 11. November 1929
Handball=Verbandsſpiele im Beziek
Main=heſſen.
Die Spiele in der Gruppe A
5.5.). Frankfurt — 2. 5.J. Langen 6:2.
Dieſes Spiel war eines der häßlichſten, das man je in
Frank=
furt geſehen hat. Langen zeigte eine unfaire Spielweiſe, die viel
härter hätte beſtraft werden müſſen, als es der nachſichtige
Schidsrichter Rompf=Kaiſerslautern tat, der zwei Langener vom
Platz ſtellte. Es kam ſchließlich ſo weit, daß der Frankfurter
Mittelſtürmer bewußtlos vom Platze getragen werden mußte.
Spieleriſch war Frankfurt ſeinem Gegner überlegen und konnte
nur infolge der beiſpielloſen Härte der Langener dieſe
Ueber=
legenheit nicht zum Ausdruck bringen. Der 6:2=Sieg der Blau=
Schwarzen iſt vollauf verdient.
Sporlv. Darmſtadt 1898-Kickers Offegbach 3:1 (3:0)
Für die Handballer der 98er war es ſchon immer ſchwer,
auf dem Platze der Offenbacher Kickers zum Siege und damit
zu den Punkten zu kommen. Das geſtrige Spiel bildete davon
keine Ausnahme. Wohl war die erſte Halbzeit eine glatte Sache
für die Darmſtädter, die ſich in dieſer Zeit auch durch 2 Tore
von Freund und einem gedrückten Drehball von Allwohn mit
3:0 in Führung bringen konnten. Die zweite Hälfte dagegen
brachte ein völlig ausgeglichenes Spiel, wobei ſich die
Darm=
ſtädter Angriffsreihe nur ſelten durchſetzen konnte, allerdings
auch ſtarkes Wurfpech hatte, während die Stürmer des Gegners,
die bei einem Kombinationsangriff des Innentrios ein. Tor
aufholen konnten, durch die tadelloſe Abwehrtätigkeit von Henß
im Darmſtädter Tor um die Frucht ihres Eifers gebracht wurden.
Die Kickers=Mannſchaft vollbrachte im geſtrigen Spiel eine
wveit beſſere Leiſtung als in dem dor einigen Wochen in
Darm=
ſtadt ſtattgehabten Vorſpiel. Beſonders augenſcheinlich war die
Formverbeſſerung der geſamten Hintermannſchaft, die durch
energiſche und ſchnelle Abwehrarbeit viele gut angelegte
Gäſte=
angriffe abſtoppen konnte. Durch dieſe Hintermannſchaft wird
noch mancher Verein an einer ergiebigeren Torausbeute
gehin=
dert werden. Weniger gut war die Leiſtung der Offenbacher
im Sturm, da man hier diel zu ungenau ſchoß und auch
allzu=
viel Einzelſpiel bevorzugte.
Aus dem knappen Reſultat iſt zu erſehen, daß die 98er unter
Form ſpielten. Dies gilt allerdings weniger hinſichtlich der
Leiſtung der Deckung, die, von wenigen Ausnahmen abgeſehen,
durchaus genügen konnte, als von der Spielweiſe des Sturmes.
Für die anläßlich ihrer repräſentativen Tätigkeit gegen
Weſi=
deutſchland verletzten Fuchs und Fiedler war Allwohn als
Rechtsaußen und Wehr als Mittelſtürmer eingeſetzt worden. Da
letzterer bald nach Spielbeginn die Hand ſtark verſtauchte,
tauſch=
ten die beiden Erſatzleute ihre Poſten. Die ungewohnte
Auf=
ſtellung wird es wohl veranlaßt haben, daß nur ſelten die ſonſt
ſo ausgeprägre Kombination klappte. Bei dem einen oder dem
anderen der Stürmer mag auch zu der ſchlechteren Leiſtung der
Umſtand beigetragen haben, daß man allzuſehr den Kampf mit
der robuſten gegneriſchen Verteidigung zu vermeiden ſuchte.
Der Schiedsrichter, ein Herr aus Wiesbaden, hatte
gegen=
über der Regelunkenntnis des nur in kleiner Anzahl
erſchiene=
nen Offenbacher Publikums einen ſehr ſchweren Stand.
Trotz=
dem ſetzte er ſich reſtlos durch, wobei er auch genötigt war, den
Offenbacher Mittelſtürmer gegen Spielende wegen
Schieds=
richterbeleidigung herauszuſtellen.
Rol=Weiß, V. ſ. R. — Schwanheim 3:0 (2:0).
Was ſelbſt Optimiſten kaum für möglich gehalten hatten,
war geſtern der Rot=Weiß=Handballiga gelungen. Durch einen
beiſpielloſen Opfergeiſt, gepaart mit Zähigkeit und Energie,
konnte ſie ihren Gegner mit 3:0 ſchlagen, und ſich dadurch nicht
nur ein moraliſches Plus, ſondern auch zwei ſehr wertvolle
Punkte erwerben. Man konnte als erfreuliche Tatſache feſtſtellen,
daß die Mannſchaft ihre Kriſe voll und ganz überwunden hat,
und es iſt zu hoffen, daß ſie mit dieſem Geiſte ſich aus der
Ge=
fahrenzone herausſchafft. Mit Rettig im Sturm, der
voraus=
ſichtlich demnächſt wieder mitwirken wird, ſollte ſich auch das
ſpieleriſche Niveau wieder heben. Leider hat, Rot=Weiß den Sieg
ſehr teuer erkaufen müſſen. Hanſen, der ſympathiſche linke
Ver=
teidiger, wurde bei einem unglücklichen Zuſammenprall verletzt.
Glücklicherweiſe erwies ſich die Verletzung als nicht gefährlich.
Immerhin wird er vielleicht einige Zeit ausſetzen müſſen. Wir
ſpüinſchen ihm baldige Beſſerung.
Zum Spiel ſelbſt folgendes: Schwanheim erſcheint nur mit
zehn Mann. Rot=Weiß kann dieſen Vorteil zunächſt nicht
aus=
nützen. Nach zehn Minuten Spielzeit muß Hanſen infolge
Ver=
letzung ausſcheiden, ſo daß beide Mannſchaften wit 10 Mann
kämpfen. Rot=Weiß verdoppelt ſeinen Eifer und in der 15.
Mi=
nute kann Schäfer mit einem wunderſchönen Doppler, für die
Darmſtädter Mannſchaft das 1. Tor buchen. Bald ſendet Rot=
Weiß durch Roſenau den zweiten Treffer ein, den Bender
paſſie=
ren laſſen muß. Nach der Pauſe haben die Einheimiſchen noch
mehrere Torchancen, die aber unausgenutzt bleiben. Ein 3. Tor
wird aus unbekannten Gründen nicht gegeben. Schwanheim
kämpft nun ſim Endſpurt um den Ausgleich. Aber die
Darm=
ſtädter Hintermannſchaft iſt auf nie geſehener Höhe. Meyer im
Tor übertrifft ſich ſelbſt. Moog, der rechte Verteidiger, iſt nächſt
Mayer der Beſte auf dem Platz. Bald erzielen die Darmſtädter
durch einen geſchickten Durchbruch das 3. Tor endgültig, ſo daß
ſich Schwanheim geſchlagen gibt. Mit dem Schlußpfiff verlaſſen
die Darmſtädter unter dem Jubel der zahlreichen Zuſchauer als
verdiente Sieger den Platz.
In der Kritik ſirgendeinen hervorzuheben, hieße den anderen
zurückſetzen. Die Hinterwannſchaft arbeitete einſchließlich
Läufer=
reihe geſchickt und vorteilhaft. Das 3:0Ergebnis ſtellt ihr letzten
Endes das beſte Zeugnis aus. Was uns im Sturm beſonders
angenehm cuffiel, war die Art und Weiſe, wie die einzelnen
Stürmer ſich freizuſtellen verſtanden, was man ſeither nie in
dieſem Maß beobachten konnte; nur fehlt noch der Erfolg in
Form des raffinierten Torſchuſſes.
Die Schwanheimer ſpielten wohl nicht im Höchſtform.
Im=
merhin kämpftn ſie in der zweiten Halbzeit mit E iengie um den
Numſer?
Ausgleich. Der Repräſentative Bender im Tor ze
Paraden. Eines der beiden Tore hätte; er allerdi
mehr Glück halten können. Meyer im Rot=Weiß
am geſtrigen Tage überlegen.
Als erfreuliche Tatſache ſei feſtgeſtellt, daß ſü
heimer Mannſchaft bemühte, fair zu ſpielen.
Me=
tigen Härten buchen wir auf das Konto „Uebereit
Publikum verhielt ſich gerecht. Hoffen wir, daß
Mannſchaft am kommenden Sonntag gegen den
verein Frankfurt mit den gleichen Leiſtungen au
werden ſich auch die Zuſchauer wieder in erhöht
ſtellen.
Rot=Weiß, V. f. R., 2. Mſchft. — A. S.C. 1. M
die
che b
e R.
Fußba
warte
Me
Polizei=Sporkverein Darmſtad
Ff.
Sämtliche Spiele der aktiven Mannſchaften
mu=
dienſtlichen Gründen abgeſagt werden.
und in der Gruppe B.
Hier ſiegte der Spitzenreiter F. S. V. Mainz 0.
Toren gegen den Reichsbahn=F. S. V. Wiesbaden.
waren die meiſte Zeit ihrem Gegner ſtark überles
Schiedsrichter Rompf=Kaiſerslautern tat, der zwei
ſpielt hat, mußte ſich mit Wormatia bei einem 5
die Punkte teilen. — Dagegen konnte die Polize
vor wenigen Tagen noch heißer
Meiſterſchaftsfav=
ſagen, daß es gegen die in letzter Zeit ſtark aufgeko
noch das unentſchiedene 3:3 halten konnte. — Durd
6:1=Sieg gegen die ſtark zurückgegangene Alemann
kämpfte ſich S.V. Wiesbaden jetzt den dritten Tab=
cher
Die
t.
angen
Ergel
Worn
t, vo
mene
ſinen
Süddeutſchland.
Gruppe Nordbayern: Bar Kochba Nürnberg —
0:8. Pfeil Schweinau — Frauken Nürnberg
Nürnberg — Bayreuth 12:1. S.C. Nürnberg —
berg 5:3.
Gruppe Südbayern: S.S. Ulm — Heidenheim 5:‟
chen — Ulm 94 6:2. Jahn München — D.S.V.
Main=Heſſen, Gruppe 4: Kickers Offenbach — 98
F. S. V. Frankfurt — T.u. Sp.V. Langen 6:2.
Main=Heſſen, Gruppe B: Mainz 05 — Reichsba=
4:0. Polizei Wiesbaden — Wormatia Worms
Worms — Hakoah Wiesbaden 1:6. S.V. Wies
mannia Worms 6:1.
Gruppe Rhein: Mannheimer T.G. — Phönix 9
:.
olt
17
Mün
armi
.5.
03 Ludwigshafen — F.V. Frankenthal 5:5.
nuhe
Gruppe Saar: Polizei Trier — Bous 3:3. Saar
Saarbrücken 3:0. Sportfreunde Saarbrücken
his
Berlin.
Siemens — Deutſchen S.V. 13:5. Atos Steglitz
6:10. Deutſcher H.C. — S.V. Zehlendorf 12:5
lottenburg — Berliner T.S.V. 2:2. V. f. L
burg Berlin 5:6. Berliner S.V. — Deutſche
C. S. Charlottenburg — D.Fr. S.C 4:2.
Norddeutſchland.
Hannover 96 — Braunſchweig S.C. 14:1.
Pommern=Meiſterſchaft: S.C. Stettin — P.S.V E
Greif Stettin — Gr. Schwerin 2:1.
T.- d. Spo. Btaanshatdi 1. — Sp. Cl. Bikt
heim 1. 7:0 (2:0).
Zu dieſem Spiel, das letzte in der Vorrunde,
in Braunshardt. Die Platzmannſchaft hatte
Anſt=
verpuffte. Trotz mancher lichter Momente wollte
pen. Schlechtes Fangen und ſchlechtes Zuſpiel war
fälligſten. Hieran mag wohl die Näſſe des Platzes
les z. T. ſchuld geweſen ſein. Griesheim fand ſich
ab und enttäuſchte angenehm. Trotz eifrigem St
aber nicht verhindern, daß Braunshardt bis zur
Tore vorlegte. Nach dem Wechſek tvaren beide
weſentlich beſſer. Beſonders der Gaſtgeber kam in
Fahrt. Die Erfolge konnten uuter dieſen Umſtäng
bleiben; 5 weitere Tore mußte Griesheim trotz tap
wehr noch hinnehmen. Die unterlegene Mannſch
auch 1—2 Tore, aber die Verteidigung auf der (
zeigte hierfür keine Gegenliebe. Beide Maunſchafte
ſich einer fairen Spielweiſe, wodurch dem Schie
Amt ſehr erleichtert wurde. Herr Förſter=Darmſtau
mit der einwandfreien Leitung des Spiels ein grof
afN.
der
nid
am
d de
ermit
kon
Pauſe
annſe
er be
nich
ſter
ber
eren
befle
ichte
erwa
Turngemeinde Beſſungen 1.—Bickenbach 1
Unter einem ſehr guten Schiedsrichter trafe
Mannſchaften zum fälligen Rückſpiel. Trotz mehr
bot Bickenbach eine ausgezeichnete Leiſtung; flink un
verteidigte ſie ihr Tor. Ein hervorragender Torh
es, die beſtgemeinten Würſe der Beſſunger unſchädl
ſelbſt einen 13=Meterwurf kannte er meiſtern. Beſſt
mer müſſen ſich unbedingt eine rationellere Spi
wöhnen. Den Torchancen nach wäre ein 3:1 für B
dient geweſen, aber dann muß man auch ſchießen
nicht erſt warten, bis der Gegner das Tor verbau
hatte vecht, daß es ſo ſpielte, tatſächlich war nur
erreichen. Jedenfalls, der Held des Tages war *
von Bickenbach; ihm allein kann es ſeine Mannf
daß ſie einen Punkt mitnehmen konnte. Die Hau
Punkte vertrug man ſich, und machte es dem Schied
allzu ſchwer.
2. Mannſchaft — Turngeſellſchaft 1875 4:1.
Jugend — Seeheim 9:0.
11
ſich
ſem
auft
*
zun
en=
Eeiſe
Enge
aneit
Schwimnen.
Inkernakiongles Schwimmfeſt in Amſt Al
Der erſte Tag des Internationalen Schwim
Het=Y in Amſterdam brachte den beteiligten Schwim
ner Sparta einige ſchöne Erfolge. Im 200 Meter Bru/
konnte Budig den holländiſchen Meiſter und Rekor
perſhoek infolge ſeiner beſſeren Wendetechnik knapp
ſchlagen. In recht guter Verfaſſung war auch Deri
die 100 Meter Freiſtil in 1:03,2 Beſchlag legte. Da
Plumanns im Kunſtſpringen eine knappe Niederlas
In der Beſetzung Budik—Skampfer—Derichs brachtet
die 3 mal 50 Meter Staffel an ſich, erlitten aber in
eine kataſtrophale 7:2=Niederlage, die hauptſächlich au
der ſehr ſchwachen Hintermannſchaft zu ſetzen iſt.
100 Meter Freiſtil: 1. Derichs (Sparta Köln) 1:0‟
Eſſen (Het=9) 1:05,2.
200 Meter Bruſt: 1. Budig (Sparta Kölz) 2:52,4.
ſhoek (Rotterdam) 2:58,2.
3 mal 50 Meter Staffel: 1. Sparta Köln 1:40. 2. He
dam 1:43,4.
Kunſtſpringen: 1. Mette (Het=Y) 54,38, Punkte. 2
(Köln) 50,36 Punkte.
Waſſerball: Het=Y Amſterdam — Sparta Köln 7:2 4=
313
Montag, den 41. November 1929
Seite 7
zurnkag des Main=Rheingaues 9.T.
mmelbach i. O. ſtand am 9. und 10. November ganz im
zes diesjährigen außerordentlichen Gauturntages des
1
obzjugaues der Deutſchen Turnerſchaft. Bereits am
Vor=
bes eigentlichen Turnjages hatte ſich der Gquvorſtand
zue große Anzahl der Vertreter aus den Gauvereinen
„melbach eingefunden, um gemeinſam mit den dortigen
ereinen einen Turn= und Werbeabend für die Deutſche
fache zu veranſtalten. Den Auftakt des Abends bildete ein
lortigen Turnverein veranſtalteter Lampionszug. Im
Ver=
ol folgte hierauf der Werbeabend, der zu einem
tur=
gen Erlebwis wurde. Nach einer Begrüßung durch den
ngen, Turner Steinmann, der die turneriſche Arbeit im
ben Odenwald in kurzen Strichen zeichnete, folgte eim gut
für gebrachter Vorſpruch von Turnerin Katzenmayer.
Gau=
er Noth hielt hierauf eine diefgründende Eröffnungsrede
pleuchtete die Ziele der Deutſchen Turnerſchaft. Von Jahn
ßeſd ſchilderte der Redner die Entwicklung der
Turner=
ſis zu deren letztem Werk, der Errichtung der Deutſchen
chuſe in Berlin, und ſtreifte die Verhandlungen des Deut=
Furntages im Oktober. Mit großem Beifall wurde eine
ſtberreihe, welchſe die Arbeit an der Deutſchen Turnſchule
deren Einrichtungen veranſchaulichte, von der zahlreich
er=
men Zuſchäuermenge aufgenommen. Auch wurde im
Licht=
ſe Arßeit des Gaues gezeigt, was ebenfalls lebhaftes
In=
bei den Erſchienenen erweckte.
ſe zurneriſchen Darbietungen des Turnvereins
Hammel=
mit Schüler und Jugendturnern ſowie der Turner= und
gimenabteilungen verrieten eine ſehr gute Schulung und
Verſennen, daß auch im ſüdlichen Odenwald Jahnſches
n eine gute Pflegeſtätte gefunden. Turnkunſt in höchſter
bung zeigte die Turnriege des Turnvereins Rüſſelsheim,
zur Ausgeſtaltung des Werbeabends, mit Turnen am
Barren und Pferd zur Verfügung ſtellte und damit
ſſonderes Lob und Anerkennung findem konnte. In den
n des Werbeabends ſügten ſich die vortrefflich zu Gehör
ſen Chöre des Geſangvereins „Germania”, die volle
An=
ung fanden und von einer diſziplinierten Schulung
Zeug=
legten. Weiter verſchönten den Abend die Vorleſungen
genen Werken unſeres Heimatdichters Gg. Löffler. Ein
deutſcher Turnerabend, der ſeinen Werbezweck für die
ſchaft nicht verfehlt haben dürfte, wird noch lange in
Er=
ig derer bleiben, die ihn ſchauen konnten. Mit
turneriſchen Darbietungen der Turner Hammelbachs
der Abend beſchloſſen. Möge er zur Fort= und
Weiter=
ung der Turnerei im ſüdlichen Teile des Main=
Rhein=
voll und ganz beigetragen haben.
Turntag des Gaues leitete Gauvertreter K.
Roth=
wdit mit einer ſinnigen Gedenkrede zum Gedächtnis derer,
Laufe des Jahres das Zeitliche geſegnet haben, ein. Tiefge=
Dank muß allen denen geſagt werden, die geholfen haben,
ſchick in der D.T. zu lenken und leiten. Ihr Geiſt er ſei
t ihr Geiſt lebe weiter und ſoll die Turnerſchaft
beſtär=
ihrem Sinn weiter zu arbeiten. In dieſem Gedanken
den Verſtorbenen ein ſülles Gedenken geweiht. Im
der Gemeinde begrüßte Herr Bürgermeiſter Röth die
jelten Turner und dankte für die Uebertragung des
ntages an den Turnberein Hammelbach und wünſchte den
llungen des Main=Reingaues in den Mauern der
Ge=
vollen Erfolg zum Wohle des geſamten Volkes. Nach
virkungsvoll vorgetragenen Vorſpruch und einem Chor
angvereins „Germania”, der ſich, wie am Vorabend,
wie=
den Dienſt der deutſchen Turnſache ſtellte, trat man in
jandlungen ein. Dem Jahresbericht des Gauleiters war
ehmen, daß es wieder einen Schritt vorwärts gab, und
weiter ſo vorwärts gehe, dazu dienen die Ausſprachen
Verhandlungstagen. Opferwillig ſtellen ſich Turnerin=
Turner in den Dienſt der Volksgeſundheit. Im
Sitz=
e des Reichstages in Berlin tagten vor nicht allzu langer
Abgeordneten der geſamten Deutſchen Turnerſchaft und
en über die Schickſale des Großverbandes, und ſo
ent=
auch der Turntag des Gaues über zukünftige Arbeit.
uer Richtung iſt der Gau im abgelaufenen Jahre
vor=
gangen. Der Geiſt deutſcher Schöpfung, Wirken und
r möge in unſerer Jugend lebendig bleiben und wachſen.
ichen des Dankes verlieh der Mittelrheinkreis dem
frü=
züvertreter Jakob den Kreisehrenbrief. Neu
aufgenom=
ige einiger Vereine mußten von der Verhandlung
aus=
daß die Ziele der einzelnen Kreiswinterwanderungen
Ilen.
einzelnen Feſte für 1930 wurden an folgende Orte
ge=
auturnfeſt, Männer, Groß=Gerau; Gaufrauenturnen
ngen; Frühjahrswanderung Zotzenbac;
Gauſchwimm=
dorf; Gauſtromſchwimmen Gerusheim;
Gaujugend=
en Krumbach; Frühjahrsturutag Darmſtadt (Tgſ. 1875)
feſt Darmſtadt; Gauwaldlauf Darmſtadt (Tgſ. 1875
prbehalt).
Hauptbunkt der Tagesordnung fand die Beratung des
au=Grundgeſetzes, welches die Neuorganiſation des
kankert, ſtatt. In turnbrüderlicher Weiſe wurden alle
zuturntag.
ſich nach Ablauf der 20 Minuten mit einem Punktſieg begnügen
mußte. 5:0.
Leichtgewicht: Siegriſt=Darmſtadt gegen Feyl=Frankfurt. In
den erſten zehn Minuten führten beide einen lebhaften, aber
voll=
ſtändig ausgeglichenen Kampf, welcher keinem der Ringer einen
Vorteil bnachte. In der Zuſatzrunde muß Siegriſt zuerſt zu
Boden, der Frankfurter erfaßt blitzſchnell eine Blöße ſeines
Geg=
ners und ſiegt in 11½ Minuten 5:3.
Weltergewicht: Keitel=Darmſtadt gegen Ceſanne=Frankfurt.
Der Darmſtädter, welcher geſtern nicht in ſeiner gewohnten Form
war, eröffnete ſehr lebhaft den Kampf, doch gab der Frankfürter
in nichts nach. Nach Ablauf der erſten zehn Minuten ſtanden
beide mit je einer kleinen Wertung gleich. In der Zuſatzrunde
holte Keitel durch Ausreißer noch etwas heraus. Nach dem
Wechſel gelang Ceſanne eine Ueberrumpelung, wodurch er den
Darmſtädter auf beide Schultern drückte. Zeit 24 Min. 5:6.
Mittelgewicht: Zapf=Darmſtadt gegen Gerber=Frankfurt.
Der Darmſtädter lieferte dem Kreismeiſter Gerber einen ſehr
guten Kampf. Erſt in der Zuſatzrunde gelang dem Frankfurter
ein Armzug, durch welchen er Zapf in 12 Minuten auf die
Schul=
tern brachte. 5:9.
Halbſchwergewicht: Heß=Darmſtadt gegen Rauu Frankfurt.
Hier rechnete Frankfurt auf einen ſicheren Sieg, demm Rau iſt
ein ſehr guter Ringer und Heß an Gewicht überlegen. Er
er=
öffnete auch ſehr lebhaft den Kampf, doch gab ihm Doniel”
nichts nach. Der Darmſtädter brachte Rau ſogar zuerſt in die
Bodenlage. Hier verſuchte letzterer ſich mit Armzügen, und bei
einer ſolchen Gelegenheit fing Heß gut ab und drückte Rau in
8 Minuten auf beide Schultern. 8:9.
Schwergewicht: Veith=Damſtadt gegen Grätſoß=Frankfurt.
Der Darmſtädter ging ſofort ſchwer ins Zeug und beförderte
ſeinen bedeutend ſchwereren Gegner durch Hüftſchwung in 1½
Minuten auf beide Schulterm. 11:9.
Möchte dieſer ſchöne Sieg den Darmſtädtern ein Anſporn
ſein für die folgenden Kämpfe, aber auch zugleich eine Lehre
da=
hingehend, daß es ohne geregeltes Training keine guten
Kampf=
reſultate gibt.
Das Kampfgericht, welches unter der Leitung von Liller=
Dieburg ſtand, funktionierte einwandfrei, ſo daß es von beiden
Seiten zu keinerlei Klagen kam.
Freier Akblekik=Sporkverein 1891 Darmſtadt.
In Fortſetzung der Serienkämpfe trafen ſich am Sonntag
Darmſtadt und Offenbach. Offenbach war bis jetzt
Tabellen=
führer, und kam auch mit dem Willen nach Darmſtadt, es zu
bleiben, aber die Darmſtädter Mannſchaft war diesmal komplett
angetreten und konnte den Sieg mit 12:2 Punkten an ſich
bringen und dadurch ſeinen Stand in der Tabelle aufwärts
ver=
beſſern. Nun ſtehen drei Vereine mit gleicher Punktzahl an der
Spitze, und zwar Neu=Iſenburg, Offenbach und Darmſtadt. In
der Vorſchau haben wir vorhergeſagt, daß es techniſch ſchöne
und wertvolle Kämpfe zu ſehen gebe. Wir haben nicht zu viel
verſprochen. Das zahlreich anweſende Publikum kam voll und
ganz auf ſeine Koſten. Der Verlauf der einzelnen Kämpfe war
folgender:
Fliegengewicht: A. Götz, Darmſtadt — Lehmann, Offenbach,
Sieger Darmſtadt, 1.30 Minuten.
Bantam: Gg. Schnauber, Darmſtadt — Schmidt, Offenbach,
unentſchieden.
Federgewicht: J. Bauer, Darmſtadt — K. Hammer, Offenbach,
Sieger Darmſtadt, 1.05 Minuten.
Leichtgewicht: K. Scharf, Darmſtadt — A. Hammer, Offenbach,
Sieger Darmſtadt 2.40 Minuten.
Leichtmittelgewicht: F. Zapf, Darmſtadt — Halbleib, Offenbach:
unentſchieden.
Schwermittelgewicht: H. Kratz, Darmſtadt — Schäfer, Offenbach,
Sieger Darmſtadt, 1 Minute.
Schwergewicht: J. Zulauf, Darmſtadt — Bellof, Offenbach,
Sieger Darmſtadt, 0.25 Minuten.
Man kann ſchon jetzt auf den letzten Kampf in der
Vor=
runde geſpannt ſein, der nächſten Sonntag in Sprendlingen
ſtattfindet.
Mberein Darmſtadt 1910 — Akhlekik-Sporkp.
Staukfutt 86 11:9.
bigem Kampf im Mannſchaftsringen der Oberliga des
des Deutſchen Athletikſportverbandes von 1891,
ſtan=
im Bürgerhof zu Frankfurt die beiden erſten Mann=
Veſer Vereine gegenüber und lieferten ſich hartnächige
2bſvohl die Frankfurter Mannſchaft am Ende der
E9t, gaben Kenner ihr mehr Ausſichten für einen Sieg
Armſtädter Mannſchaft. Hatte ſie doch gegen den
mehr=
deutſchen Meiſter Athl. Sp.Vg. Kreuznach nur ganz
toren, und auch ſonſt noch gute Reſultate erzielt. Die
E weiſt keinen ſchwachen Puukt auf, und ſind
beſon=
iſhkittleren Gewichtsklaſſen vorzüglich. Jedenfalls wird
Im Schluß der Kümpfe ſicher in der Spitzengruppe
ein. Wenn den Zehnern doch der Sieg gelang, ſo iſt.
12 höher zu werten, und es entſchädigt ſie etwas für
iI borhergehenden Kämpfen gehabte Pech. Die Mann=
D un ihrer bekannten Aufſtellung, nur daß Heß, der
Deit ziemlich Gewicht anſetzte, im Halbſchwergewicht
E IIm auch zu verdanken, daß, als der Kampf ſchon
Men, er die Lage wieder beſſerte. Die einzelnen
ekliefen folgendermaßen:
Gewicht: Boropſky=Darmſtadt gegen Albert=Frank=
*SHerer nicht antrat, wurde der Darmſtädter kampflos
EDicht: Schwarz= Darmſtadt gegen Schweickert=Frank=
5 griff mächtig an, doch verteidigte ſich Schweickert
5 er über die ganze Zeit kam, und der Darmſtädter
3. mie er in der Eroberung der Luft zum Ausdruck Lechn. Hochſchule Darmſtadt — 2. Mannſchaft S. C. 89
Frankfurk.
Vor zahlreichen Zuſchauern fand ein Freundſchaftsſpiel
zwi=
den Gau wurde der Turnverein Hüttenfeld. Dringlich= ſchen der Darmſtädter Mannſchaft und der 2. Mannſchaft des
S.=C. 80 Frankfurt a. M. ſtatt. Die Frankfurter Mannſchaft ge=
Ein Antrag, den Ausbau eines Kreisheimes auf der nießt einen guten Ruf in Rugbykreiſen und wird von ihren
durch den Mittelrheinkreis ſofort vorzunehmen wird Gegnern ſehr gefürchtet. Für die Darmſtädter Mannſchaft iſt
n des Main=Rheingaues gefordert. Außerdem wird ge= dieſes Spiel ein ſchöner Erfolg. Ein vorzüglicher Geiſt beſeelte
die Spieler, wobei ſich die Neulinge in der Mannſchaft über
twerden und nicht immer nach ein und demſelben Platze / Erwarten gut mit den erfahrenen Rugbyſpielern zu einer
aus=
geglichenen Mannſchaft zuſammenfügten.
Spielbericht.
Die Darmſtädter Mannſchaft ſpielte in folgender Aufſtellung:
ſchaft das Wort zu einer Anſprache, die in einem Koch auf die
deutſch=japaniſchen Sportbeziehungen ausklang.
Wie ſehr man von den deutſchen Leichtathleten und ihren
Leiſtungen in Japan begeiſtert war, ergibt ſich aus dem Dank
ſchreiben, das Marquis Okuma, der Präſident des japaniſchen
Leichtathletik=Verbandes, an die deutſche Ländermannſchaft
ge=
richtet hat:
„Der deutſch=japaniſche Länderkampf iſt nun mit dem
er=
warteten großen Erfolg beendet. Der erfreuliche Verlauf hat
nicht nur das ſportliche Intereſſe in hohem Maße befriedigt,
ſon=
dern auch die hohen Erwartungen beſtätigt, die von Japanern
wie Deutſchen auf beiderſeitigen Leiſtungen geſetzt wurden. Der
ſchöne ſportmänniſche Geiſt, und die zwiſchen den blühenden
Jünglingen beider Gruppen getauſchten Händedrücke haben
dauernde Freundſchaften geſchaffen, die die Beziehungen beider
Völker befruchten müſſen und werden. Man möchte ſagen, je
ſportsmänniſcher dieſe Beziehungen entwickelt werden, deſto
in=
niger müſſen ſie werden. Denken Sie an die große Menge der
Zuſchauer!. Auf jedem Geſicht ſtand Freude und Anteilnahme
geſchrieben! Im Namen des japaniſchen Sportverbandes danke
ich auch herzlich den deutſchen Regierungsvertretern und den
anderen hier lebenden Deutſchen für die bereitwillige Hilfe, die
ſie der Veranſtaltung geliehen haben und die weſentlich zu dem
glänzenden Gelingen beigetragen hat. Ich hoffe, daß dieſer
kameradſchaftlich=ſportsmänniſche Geiſt, der dieſe Veranſtaltung
ausgezeichnet hat, ſich in Zukunft immer wirkſamer erweiſen und
damit der Dauerhaftigkeit des Völkerfriedens dienen wird.”
Pferdeſpork.
Rennen zu Strausberg.
1. Cſardas=Hürdenrennen. Verkaufsrennen. 2200 Marr,
3000 Meter: 1. R. v. Falkenhayus Fechter (Scharff), 2. Kif vif,
3. Turned up. Ferner: Stichelei, Countryſide, Ruzilo, Kili,
Sturmbraut, Heliade, Hazard, Spala, Mansbach. Tot.: 55, Pl.
25, 55, 52:10. 5—4 Lg.
2. Prunus=Jagdrennen. Für Dreijährige. 2200 Mark, 3000
Meter: 1. Stall Kosmos Der Muck (Majewſki), 2. Le, 3. Perſea.
Ferner: Winska, Grunhilda, Regan, Fatme, Ordensregel,
Spre=
kelia, Koralle, Sonate, Donar, Macks doll, Rimoſa. Tot.: 31,
Pl. 17, 28, 48:10.
3. Majeſtic=Jagdrennen. 2200 Mark, 3400 Meter: 1. Heinz
Stahls Panter (W. Wolff), 2. Oſiris, 3. Varasdin. Ferner:
Gourmet, Fonar, Altpreuße, Giezireh, Vertrau, Chatou, Arber,
Prüngs, Horeb, Begonie, Andromache. Tot.: 49, Pl. 20, 18,
25:10. 2½—3 Lg.
4. Preis von Schlenderhahn. Jagdrennen. Ehrenpreis und
3000 Mark, 4100 Meter: 1. F. Kempfs Kermak (Torke), 2.
Se=
nouſſi, 3. Lakl. Ferner: Ritornell, Manitou, Liebestraum,
Nordſee, Narr. Tot: 38, Pl. 17, 17, 27:10. Hals—½ Lg.
5. Wallenſtein=Jagdrennen. 2200 Mark, 3800 Meter: 1. M.
Geſchs Ledon (Hauſer), 2. Heiliger Narr, 3. Genius. Ferner:
Feuermal, Parſifal. Tot.: 12, Pl. 12, 19:10.
6. Abſchieds=Flachrennen. Verkaufsrennen. 2200 Mark,
1250 Meter. 1. Abteilung: 1. H. Ehrenfrieds Bonbonniere (
Ga=
bor), 2. Blocksberg, 3. Perlaudabalis. Ferner: Heimatliebe,
Kiß=
ling, Alter Schlag, Da es Salaam, Heideland. Tot.: 77, Pl. 14,
11, 12:10. 1½—1 Lg. — 2. Abteilung: 1. C. Schweizers
Bar=
denland (Staudinger), 2. Chivico, 3. Geralea. Ferner:
Preußen=
ſtolz, Parmenides, Finſteraarhorn, Allerweltsmädel, Alike,
Gri=
ſettchen. Tot.: 141, Pl. 35, 30, 29:10. Kopf—½ Lg.
7. Winter=Preis. 2200 Mark, 2000 Meter: 1. Dr. A.
Ba=
churs Ceaſarion (Printen), 2. Annchen, 3. Staroſte. Ferner:
Weltwanderer, Samum, Komm voran, Midgard, Octavia,
Mo=
jellauer, Horatius, Angelus. Tot.: 38, Pl. 18, 26, 27:10. Hals
bis Kopf.
—
HINNA Sschias,
Heren=
ſchuß, Nerven= und
Erkältungs=
ſchmerzen. — In Apotheken und
O
(00 Spirit, 100 Waß. Drogerien erhältlich.— u
Schwarz,
Haux, Botzong, Fiſchbach, Freyer 2,
Stein,
Volz,
Freher 1,
Steckmeier,
von Loehr,
Fiſcher,
Jwieniky,
Korell.
Hubmann,
Leux,
Am Anfang machte ſich die größere Spielerfahrenheit der
E Ider Meinungsverſchiedenheiten, die ſich in der Aus= Frankfurter bemerkbar, was ſich nach viertelſtündiger Spickzeit
ſöſhen, behoben. Nach einer reichen Ausſprache, die zur durch einen Verſuch des Frankfurter Blum ausdrückte. Allmäh=
Micklung des Gaues beitragen dürfte, ſchloß Gauver= lich kam die Darmſtädter Mannſchaft immer mehr und mehr auf.
I mit einem dreifachen „Gut Heil” den außerordent= Kurz vor Halbzeit gelang es Botzong, durch einen Dreiviertellauf
auszugleichen.
Eine Umſtellung im Darmſtädter Sturm machte ſich günſtig
bemerlbar und geſtaltete das Spiel ausgeglichener. Frankfurt
machte einen Stürmerverſuch (3:6), den Darmſtadt bald darauf
durch einen Strafſtoß ausglich (6:6). In letzter Minute erſt riß
Frankfurt durch einen weiteren Verſuch den Sieg an ſich.
Das Spiel überraſchte allgemein durch ſeine hohe Form und
bedeutet für die Darmſtädter Mannſchaft trotz der Niederlage
einen ſchönen Erfolg.
Die deukſche Japan=Erpedikion zurückgekehrk.
Der herzliche Empfang der Japanfahrer.
Die deutſche Leichtathletik=Mannſchaft, die in dem
Länder=
kampf gegen Janan ſo große Erfolge ſichern konnte und auch in
den weiteren Veranſtaltungen, an denen ſie ſich beteiligte, ganz
ausgezeichnete Reſultate erzielte, iſt am Samstag früh wieder
in Berlin eingetroffen. Neben den Spitzen der Deutſchen
Sport=
behörde und des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen
waren auch Vertreter des Auswärtigen Amtes und der
japa=
niſchen Botſchaft vertreten. Dazu hatten ſich auch die Freunde
der Japanfahrer ſowie zahlreiche Zuſchauer eingefunden, die den
Angekominenen begeiſtert zujubelten. Dieſe ſelbſt machten trotz
der Strapazen der weiten Reiſe einen überaus friſchen Eindruck
und freuten ſich ſichtlich über dieſen herzlichen Empfang.
Zu=
nächſt begrüßte Exz. Dr. Lewald die Japanfahrer im Namen
des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen und
beglück=
pünſchte ſie zu den großen Erfolgen, die ſie im fernen Oſten
er=
rungen haben. Dr. Diem, der die Expedition auf der Fahrt
be=
gleitet hatte, ſtattete den Dank der Ländermannſchaft ab. Zum
Schluſſe ergriff Botſchafsrat Sakura von der japaniſchen Bot=
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag, 11. Nov. 12.15: Schallplatten: Verdi. 15.15:
Ju=
gendſtunde: K. Hilberger: Durchs Land der Amalekiter. o 16:
Hausfrauen=Nachmittag des Frankfurter Hausfrauenzereins. 6 17:
Frau Dr. Käthe Neumark: Wie ſchütze ich mein Kind vor den
Gefahren des Winters? 6 17.30: Stuttgart: Konzert des Funkoich.
Mitw.: Hilde Keefer=Bluthardt (Sopran). H. Lingor (Tenor).
Flügel: W. Hahn. O 18: Oberſtudienrat Dr. Binder: Von
deut=
ſcher Hedekunſt. O 18.20: Engliſche Literaturproben. o 18.35=
Engliſcher Sprachunterricht. 19: Geſpräch zwiſchen Walter von
Molg und Univerſitätslektor Roedemeher, 19.30: Konzert von
Rex Ioſe auf Hawai=Gitarre. 20: Frankfurter Opernhaus:
—anda der Dudelſackpfeifer. Volksoper in zwei Akten. Muſik
von Jaromir Weinberger O 22.30: Kaſſel: Geſangskonzert. In
der Muſik durch Italien, Ungarn, Rumänien. Ausf.: Maria Pos=
Carloforti, B. Binder=Martinovska von Gombus. 0 23.30:
Tanz=
muſit, Kapelle Arthur Briggs.
Königswuſterhauſen.
Teutſche Welle. Montag, 11. Nov. 10: Margarete Jokl: Eine
Roſeggerſtunde. 8 12: Engliſch für Schüler. O 12.30: Schallplatten.
14: Spaniſch (literariſche Stunde). o 14.30: Kinderſtunde:
Märchen und Geſchichten. 15: Erziehungsberatung: E. Bulowa
und Dr. Eliſabeth Reichenbach: Der ſchweigende Lehrer. o 15.45:
Dr. Gerda Simons: Der Weg der Frau in die Politik. 16:
Franzöſiſch (literariſche Stundel. o 16.30: Berlin:
Nachmittags=
konzert. Ausf.: Rita Reiß (Sopran), Karl Schramm (Flügel).
17.30: Dr. Bock: Gottfried Keller in Berlin. 18: Prof. Dr.
Lampe: Marco Polo. o 18.30: Enaliſch für Anf. o 18.55:
Oberlandwirtſchaftskammerrat Viktor: Winterarbeiten am
landwirt=
ſchaftlichen Maſchinenpark. o 19.55: Inhalt und
Perſonenverzeich=
nis zu der nachf. Uebertragung. O 20: Kroll=Oper: „Hans
Hei=
ling. Romantiſche Oper. Muſik von Heinrich Marſchner. 22.30:
Funk=Tanz=Unterricht. Danach: Tanzmuſik. Kapelle. Herbert
Fröhlich.
AeHee
W rachmämische B08dol.
Ernst-Ludwigstr. 14
PHOTO Bedienung Tel. 2140 (6617a
Weikerbericht.
Ein neuer Ausläufer des Islandtiefs greift heute morgen bis
nach Frankreich hin vor. Barometerfall deutet darauf hin, daß er auch
unſeren Bezirt ſtreifen wird. Er wird daher vorübergehend
Erwär=
mung und Bewölkung auftreten, wobei vereinzelte Niederſchläge nicht
ausgeſchloſſen ſind. Jedoch folgen an der Rückſeite des
Tiefdruckaus=
läufers wieder kältere ozeaniſche 9—* aſſen nach, die ſpäterhin die
Temperaturen wieder zum Sinken bringen.
Ausſichten für Montag, den 11. November: Vielfach wolkig,
vorüber=
gehende Erwärmung, jedoch ſpäter wieder Temperaturrückgang,
zeitweiſe Niederſchlagsneigung.
Ausſichten für Dienstag, den 12. November: Teils wolkig, teils heiter,
wieder Nachtfroſtgefahr.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantworiſich für Pollik und Wirtſchaft: Rudalf Mauve; für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Stceeſei fir Sport: Dr. Eugen Buhlmanni
für den Hanbel: Dr. C. 6. Queiſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;, ſör
„Die Gegenwari”. Dr. Herberf Neite; ſür den Inſeratenteil: Willv Kuble: Diruck
und Verlag: T. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unveriangte Manuſteipte wird Garantie der Rückiendung aicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 8 Geiten.
[ ← ][ ]Seite 8
Montag, den 11. November 1929
Nun
drot-dastspiet
der weltberi
en (
A
Tatellini
DRUIM B Uhr T
ORPHEUIA BA UhT
Die Könige der Spaßmacher
STage vovember
ORPMEUM
11. bis 15.
Heute Montag, den 11. Hovember 1029, ersten
Dazu eine Revue internat. Attraktionen
Meeinfie uc
Vittorio
Mexik. Zigeunerlager
Lotte Mohr
Trapez-Künstlerin
4 Bartellys 4
komisch-seriöse Kunstradtahrer
Srlrio Heuny
und Otar
Der Maler und die Sängerin
dustaro
Ma.
Komische A
Baroni und
Luein
Al-Eurona in Lied und Tann
Prov. Mewu
die größte und neueste IIlusion
Königin Motreléte
das ägyptische Mysterium
Relda und
Partnerin
Krattiongleure
Gastspielpreise!
B!l
Karten: Verkehrsbüro — de Waal, Rheinstr. 14 — Alle Vergünstigungen auf hob
ORPMEUM
Geſchäftsempfehlung.
Einer ſehr geehrten Nachbarſchaft, ſowie allen Freunden
und Bekannten zur gefl. Nachricht, daß ich das von meinem
verſtorbenen Manne betriebene
Friseurgeschäft
weiter führe
Gleichzeitig teile ich höfl mit, daß ich wieder ein
reich=
ſortiertes Tabak=, Zigarren= und Zigarettenlager
ein=
gerichtet habe, ſowie alle in das Friſeurfach einſchl. Artikel
zum billigſten Preiſe führe.
Indem ich mich bemühe, einer ſehr geſchätzten Kundſchaft
in allen Wünſchen gerecht zu werden, bitte ich herzlichſt
um Ihre gütigſte Uinterſtützung.
Hochachtungsvoll
Frau Otto Kronauer Wwe.
Darmſtadt, Moosbergſtraße 95
(17695
Darmſtadt (17527b) Grafenſtr. 18
Bekannt für gute Schuhwaren: Arbeitsſchuhe
Marke Hertha, Winterſchuhe warm.
Fachgeschäft
Elektriſche Bahnen, Märklin=
Bau=
käſten, Dampfmaſchinen, Kinos,
chemiſche Spiele,Modellierarbeiten,
Druckereien uſw. (17279b
Ernſt=Lud=
Zetzsche, wigſtr. 19.
Bei Anzahlung werden gewünſchte Artikel
bis zum Feſte aufbewahrt.
KRAGEN-WASCHEREI
EWaldstraße 20
KORBUS Fernspr. 943 7300
Diri
3=Sitzer
3/15, tadellos, neu
1200 Mk. 17641b
Donges & Wieſt.
Uhp
im großen Saal des Städt. Saalbaues am Mittwoch, 13. Nob., 8)/, Uhr
Es werden ſprechen:
Reichstagsabgeordneter
Dr. Ludwig Haas=Karlsruhe
Die Spitzenkandidaten
des demokratiſchen Wahlvorſchlages für
die Kommunalwahlen.
Deutſche Demokratiſche Partei
Ortsgruppe Darmſtadt.
(17752b
Massenversammiung
Heute Montag, abends 8 Uhr, In der Woogsturnhalle
Biädftororu, dbmeinder rädktartann
spricht über das Thema:
Orruption nur in Berlin?
Saalöttnung
7 Uhr
Nat. Sox. Deutsche Arbeiterpartei
(Hitlerbewegung) Ortsgr. Darmstadt
Stenogranhie
Am Dienstag, den Nor
abends 7 und 8 Uhr ſginn
Ieue Kurse
in Reichskurzschrift
unterl.eitung staatl. / brütter
Lehrer d. Stenograpl inder
Handwerherschale
Ecke Karl- und Hieder=Rams ldter,
straße. — Anmeldung das bst,
Stenograpben-Vereinig ing!
Pianos zu vermicſen.
A. W. Zimmermann
Grafenstraße 21, nächst der Rhein fraße
Vee
Tüten u.
Beutel
beziehen Sie ſehr
billig (16293a
Baplergroßhandlung
Skürnik, Bleichſtr. 46
Telephon 1791
Für Mieter und Ha beſit
Weißbinder=, Maler= und A4nſtre
arbeiten, Herſtellen vor faſſad
reell und preiswI.
Zahlungserleichterungen gn
Koſtenanſchläge gr 8
Anton Horst, Weißb ſermell
Beſſungerir. 18
9152a) Felephn
er heutiges Programm dürfen wir als beachtenswert empfehlen:
„gsb nach der Novelle von Stefan Zweig, mit Gustav Fröl
gANASL Brund Kastner, Vinian Gibson.
Jorher „Ein Grab am Nordpolt
Ein glänzendes Dokument aus der Geschichte des Kampfes um den Nordpol.
Heute noch:
Mait Uar — der ausgeseichnete Detektirfilm — nnd
Das Feldgericht von Gorlice
eine Spionage-Affäre im Weltkrieg.
UV. 17768)
Beginn 3½ Uhr.
e
Fahrraddecken
und Schläuche
3 am billigſten bei
B. Orlo (12682a
Karlſtraße 14—16
Hehr denn je
legt die Hausfrau wert auf einen
schön gedeckten Tisch. Durch
besondere Preiswürdigkeit bester
Qualitäten ermöglichen wir die
Anschatfung schöner Bestecke
AIpA
St. Eßlöffel ..
St. Eßgabel.
St. Eßmesser
St. Kaffeelöffel
GCAs
0.95 0.30 0.50
0.95 0.80 0.50
1,60 1.50
0.70 0.60 0.30
1 St. Kuchengabel mit
scharfer Schneide 1.00 0.90 0.75
1 St. Dessertnesser 1.50 1.40 1.30
1 St. Dessertgabel
0.80 0.75
6.50 6.00 5.50
1 St. Vorleger
1 St. Gemüse- oder
4.00 3,50 3.00
Saueen!öff I
1 St. Zuckerzange 1.80 1.60 1.20
MKattlen
Abt. Stahlwaren, Rheinstraßs Wr. 3
Wer fert. erſtklaſſ.
Herren=
Maßanzüge
und hat. Intereſſe
für Kauf eiges
Klaviers
Angeb. unter P. 24
a. d. Geſchſt. (*go
Paßhilder
in 1 Stunde
billig und gut.
Thiele Nachſ.
nur Bleichſtraße 9.
Teleph.1912.(15574a
Wurz
Uhren
billig und gut.
Keinl.aden. /15576a
Dleburgerstr. 8
Beiladungen,
Umzüge
Frankfurt,Offenbach,
Gießen, Mannheim
werden angenomm.
Umzüge prompt
aus=
geführt.
(14158a
Herzog
teinackerſtraße 18.
Te eph. 4165
2.50 Mark
Dam.=Sohl. u. Fleck
3.50 Mark
Herr.=Sohl. u. Fleck
Wagner.
Alexanderſtraß: 11
118512a1
Brenngbor
6120 PS. Vierſitzer.
Ballonreifen, reich
ausgeſtattet, glänz.
laufend, 1260 Mark.
Müller &. Ober,
Rheinſtr. 39. (17677b
Hessisches
Landestheater
Montag
11. November 1922
Kleines Haus
2. Konzert
des Landestheater-Orchesters
Preise 1—10 Mk.
Keine Vorstellung.
Bettfedern=Reinigung!
Neueſte und modernſte Anlage am Platze
Barchente und Inletts in allen
Farben — Bettfedern u. Daunen
Matratzen — Metallbetten
A
Friedrich Bigenbrodt
Karlſtraße 66, an der Annaſtr.
Fernruf 1692
Herdweg 18
Stühle
werden von 1 Mk. an
eingeflochten, Körbe
u. Korbmöbel billigſt
repariert. Karte gen.
KLGSS
Heidelbergerſtr. 47.
Chaſſis
6/25, wie neu ſehr
(17701b
billig.
Müller & Ober
Rheinſtr. 39.
Havier-Hrnold
Eisabethenstr. 29
Vfe
A
Hachweis
möbl. Zimmer und
möbl. Wohnungen
in der Geſchäftsſtelle
b. Hausfrauenbundes,
Rheinſtr. 7, I. St., Tel.
4114. Sprechſt. von
10—12½ Uhr, außer
Samstag. 12368a
Heinrichſtr. 58, Erdg
gut möbl. Wohn= u.
Schlafz. evtl
Küchen=
ſen. bis 1. Dez. an
ruh. beſſ. Miet z vm. /*
Die ganz vorzügli en
Edelstahl-Rasierl ing4
Asradl
10 Stück zu 95 P
oekommen Sie nur
Parfümerie FFAN
Elisabethenstraße 9 (Al1 werka
Winter=Aepfel
(in Kiſten verpackt)
25 Pfd. 2,75 bis 5.ℳℳ,
1. Schelihaas
Karlſtr. 50 Tel. 1697. (*
zum (
an; Tie Sſtahl
E. AcI
ſtraße 2
Fauralrengra ſei
am billigsten bei
B. Orio,
Emmsée
Af
Ohrenzäpthie
gegen S
Ohrensau=
selbst in
zmtlich b
erkennung
Reichsam”
Mark 7.
Golhaer
Lebensversicherungsbank 2
Versicherung zum Selbstkostenpreis
Versicherten-Bividende 19
nach den Tarifen:A, B und a:
36,2% auf den Jahresbeitrag
und 3,7% auf das Ddckungekapital
nach Tariftbe
16 220 auf den Jahresbeitrag
und 3,7% auf das Deckungskapital
Auskunft und Prospekte durch die Bezirksdtt
Sebastian Eckler, Rheinstr. 1234, Eingang &
straße. Telep hon 243.