Einzelnummer 10. Pfennige
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Franiſurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 304
Samstag, den 2. November 1929.
192. Jahrgang
Amm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reſchspfg. Rellamezele (92 mm
breit/2 Reichsmark. Anzeigen von auowärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reſchsmarl. Alle Preiſe in Reichsmark
4 Dollar — 420 Martl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ede Verpfliſchtung au Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Kondurs oder gerſchtiſcher Beltreſbung fäll jeder
RNabatt weg. Banſkonto Deutſche Bani und Darme
Kädter und Nationalbanl
Porfriede mit Polen.
polikiſchen Ausgleich Ankurbelung des Wirkſchaftsverkehrs. — Abmachungen über das polniſche
Wiederkaufsrecht, die Liguidgkionen und die Abgleichung der gegenſeikigen Forderungen.
Deutſche Opfer. — Auch der Schiedsſpruch um die Chorzower Werke werklos?
Das deutſch=polniſche Abkommen.
Tach Beſeitigung der polikiſchen Schwierigkeiten
jederaufnahme derHandelsverkragsverhandlungen
Das deutſch=polniſche Abkommen, von dem in der letzten Zeit
ſiel geſprochen wurde, iſt nun am Donnerstag abend in
War=
au unterzeichnet worden. Es handelt ſich dabei aber nicht um
Handelsvertrag ſelbſt. Der Zweck war vielmehr,
Verhand=
igsſchwierigkeiten zu beſeitigen, die ſich dem eigentlichen Han=
Svertrag in den Weg ſtellten, alſo durch politiſchen
1sgleich den Wirtſchaftsverkehr in Gang zu
ingen. Das Abkommen umfaßt drei Fragenkomplexe, die
begrifflich mit dem polniſchen Wiederkaufsrecht,
Liquidation und der Abgleichung der
gegen=
itigen Forderungen definieren laſſen.
In dem Wiederkaufsrecht begründet der polniſche Staat ſeine
rderung, daß Polen als Nachfolger Preußens auch die Rechte
Anſiedlungskommiſſion miterworben habe, die von den
An=
olern erworbenen Grundſtücke zurückzukaufen. Das war eine
r gefährliche Waffe in der polniſchen Hand. Es handelt ſich
Sei um 12 000 Anſiedler, alſo um rund 80 000 Deutſche, die der
fahr der Enteignung ausgeſetzt waren und deren Verdrängung
lade im Korridor den unwiederbringlichen Verluſt deutſchen
dens bedeutet hätte. Polen hat auf das Recht des
iederkaufs nicht endgültig verzichtet, aber
ch für den Erbgang im erſten und zweiten
ied, alſo für die nächſten drei Generationen
etwa 100 Jahren. Auf längere Zeit brauchten wir aber
hl kaum Vorſorge zu treffen. Iſt alſo dieſe Regelung ein ſtar=
Erfolg Deutſchlands, ſo haben wir dafür in den anderen
nkten ſchwere Opfer bringen müſſen. Bei den
Liqui=
tionen nur zum Teil. Hier bleiben die Deutſchen
undeigentümer, ſoweit ſie noch auf ihrem
rtſitzen auch dann, wenn ſchon in dritter
In=
nz die Liquidation beſchloſſen ſein ſollte.
irüber hinaus verzichtet Polen auf die
Durch=
hrung weiterer Liquidationen, die es trotz der
ipfehlung der Young=Plan=Sachverſtändigen bisher
abge=
hnt hatte. Auf der anderen Seite ſpielt dieſe Frage auch
die Abgleichung der gegenſeitigen
Forderun=
n hinein, und hier hat Deutſchland die geſamten
ſten übernehmen müſſen. Die enteigneten Deutſchen
en ſich an das Internationale Schiedsgericht gewandt, im
gan=
in etwa 80 Fällen. Dieſe Anſprüche werden annulliert, und
utſchland übernimmt es, die deutſchen
Klä=
r zu befriedigen, und zwar über den Rahmen der im
iegsentſchädigungsgeſetz gezogenen Grenzen. Dazu kommen
in noch die fiskaliſchen Forderungen, die auf beiden Seiten zu
em Nattenkönig von Prozeſſen geführt hätten. Die Regelung
Penſionen, die Verteilung der Gelder der
Verſicherungs=
ſen, aber auch die Auseinanderſetzung der Gemeinden und
ovinzen, die durch die Grenzziehung in zwei Teile zerſchnitten
rden, gehören hierher. Um welche Summen es ſich hierbei
Idelt, läßt ſich ſchwer taxieren. Die Schätzungen auch der
amt=
ven Stellen gehen ſehr weit auseinander.
Injedem Fall aber hat hier Deutſchland ſehr, ſtarke
nanzielle Opfer gebracht. Auch der nach jahrelangem
mpf für uns günſtig ausgefallene Schiedsſpruch um die
Yorzower Werke iſt jetzt wohl wertlos. Wir
erkau=
daſür, daß die in Polen noch vorhandenen deutſchen
Kultur=
mente erhalten bleiben. Ob der Preis nicht viel zu hoch iſt,
it ſich, ſolange die Einzelheiten des Abkommen noch nicht
be=
int ſind, ſchwer ſagen. Die Rechnung darüber wird wohl im
ichstag aufgemacht werden. Sie wird vielleicht auch bedingt
Ech
die weitere Enkwicklung des Handelsverkrages.
Die deutſche Landwirtſchaft betrachtet die deutſch=polniſchen
iidelsvertragsverhandlungen mit großer Sorge, denn
anſchei=
id ſind die deutſchen Unterhändler auf dem beſten Wege, einen
ißen Teil der Forderungen der deutſchen Landwirtſchaft an
len preiszugeben. Es wirkt geradezu wie ein Alarmſchuß,
rin jetzt der landwirtſchaftliche Sachverſtändige, der dem
Ge=
idten Rauſcher als Sachverſtändiger beigegeben war, Herr
Hippel, jetzt von ſeinem Poſten zurückgetreten iſt, offenbar,
il er ſich nicht mehr imſtande fühlt, die ihm anvertrauten
land=
rtſchaftlichen Intereſſen im Rahmen des augenblicklichen Ver=
7dlungsprogramms weiter zu vertreten. Das würde darauf
deuten, daß wir in der Tat den Polen ein unbegrenztes
riſtbegünſtigungsrecht zugeſtehen wollen, was auf Koſten unſe=
Landlpirtſchaft gehen würde, denn dem billigen Angebot der
ne ſozialpolitiſche Belaſtung und mit geringen ſteuerlichen
Saßen arbeitenden polniſchen Landwirtſchaft wären die
deut=
en Agrarier mindeſtens bei den Schweinen und Kartoffeln
1t gewachſen. Die Landwirtſchaft ſcheint allerdings noch einen
7 Verſuch machen zu wollen. Die 4 Vertreter der ſogenann=
Grünen Front, der Zuſammenfaſſung der großen
landwirt=
aſtlichen Verbände, unter ihnen auch Miniſter a. D. Hermes,
ja früher die Verhandlungen mit Polen leitete, haben ſich
* Mittwoch vormittag beſprochen und ſind dann gemeinſam
m Reichspräſidenten gegangen, um ihm einen Vortrag über
Notlage der Landwirtſchaft zu halten, und in dieſem
Zu=
mmenhang iſt zweifellos auch das Thema Polen behandelt
rden. Der aus der Grünen Front kommende Proteſt
gegen die Opferung der deutſchen
Landwirt=
ſchaft hat zwar zum Erfolg gehabt, daß die innere Verbindung
zwiſchen dieſem Vertrag und dem eigentlichen Handelsvertrag
von deutſcher Seite geleugnet wird. Da bis zu dem Abſchluß
des eigentlichen Handelsvertrages noch einige Wochen verſtreichen
werden, ſteht jedoch zu hoffen, daß man ganz andere
Bedin=
gungen handelspolitiſcher Art herausſchlagen wird, als ſie ſchon
vage angedeutet wurden.
2as Volksbegehren.
Auf des Meſſers Schneide.
Berlin, 1. November.
Nach den beim Reichswahlleiter bis um 12 Uhr am 1.
Novem=
ber eingegangenen Meldungen ſtellt ſich das Ergebnis der
Ein=
tragungen zum Volksbegehren wie folgt: Zahl der
Stimmberech=
tigten 36 689 048, Zahl der Eintragungen 3 571 356. Mithin
Be=
teiligung 9,73 Prozent. Gemeſſen an der Geſamtzahl der
Stimmberechtigten (41 278 897) liegen die Eintragungsziffern
aus etwa 88,88 Prozent des Reichsgebietes vor. Die oben ge=
Geſamtergebniſſe für 25 Stimmkreiſe, ſowie Teilmeldungen für
die übrigen 10 Stimmkreiſe. Teilmeldungen ſtehen noch aus aus
Weſtfalen=Nord und Niederbayern, die eine geringe
Eintra=
gungsziffer erwarten laſſen. Das Endergebnis wird ſomit bis
zum letzten Augenblick zweifelhaft ſein, obwohl aus Mecklenburg,
Potsdam I, Weſſer=Ems noch für das Volksbegehren günſtige
Reſultate einlaufen können. Der Prozentſatz der
Geſamteintra=
gungen ſchwankt entſprechend den jeweils vorliegenden, ſehr
ver=
ſchiedenen Eintragungsergebniſſen in den einzelnen Wahlkreiſen.
Einer amtlichen Meldung zufolge, waren um 17.00 Uhr 3 608 039
Eintragungen zum Volksbegehren von 37 273 667
Stimmberech=
tigten feſtgeſtellt worden. Das ergibt eine Beteiligung von
9,68 v. H.
Las 6. vorläufige Ergebnis.
Nach den beim Reichswahlleiter bis zum 1. November,
22 Uhr, eingegangenen Meldungen, ſtellt ſich das Ergebnis der
Eintragungen zum Volksbegehren wie folgt:
Stimmberech=
tigte 38 178 837, Eintragungen 3 729 205,
mit=
hin Beteiligung 9,78 Prozent. Gemeſſen an der
Ge=
ſamtzahl der Stimmberechtigten (41 278 897) liegen die
Ein=
tragungsziffern aus 97, 83 v. H. des Reichsgebiets vor.
Teilmeldungen ſtehen noch aus den Wahlkreiſen Oſtpreußen,
Weſer —Ems, Weſtfalen=Nord, Heſſen=Naſſau, Oberbayern —
Schwaben, Niederbayern, Württemberg, Baden und
Mecklen=
burg aus.
Ob das Volksbegehren des Reichsausſchuſſes die erforderliche
Mindeſtzahl von 4,127 Millionen Eintragungen erreicht hat, iſt
immer noch ungewiß. Infolge des katholiſchen Feiertages ſind
am Freitag die abſchließenden Zahlen aus dem
Weſten und Süden des Reiches beim Reichswahlleiter
noch nicht eingelaufen. Es fehlen noch rund
½ Million, bei 5,5 Millionen
Stimmberechtig=
ten, darunter Weſtfalen=Nord, Berlin,
Nieder=
bayern und Baden. Auf der anderen Seite aber auch
Oſtpreußen und Weſer=Ems, wovon nach den
bis=
bringt. Jedenfalls kommt die Stimmzahl an die Mindeſtgrenze
ſehr nahe heran, und es kann ſchon ſein, daß erſt die letzten
10000 oder 20 000 Stimmen die endgültige
Entſchei=
dung bringen. Damit iſt aber wahrſcheinlich vor Montag
nicht zu rechnen.
einer volksnakionalen Reichsvereinigung.
Der Hochmeiſter des Jungdeutſchen Ordens, Arthur
Mah=
raun, veröffentlicht den angekündigten Aufruf zur Bildung einer
neuen Partei, in dem erklärt wird, daß die Aktion des
Volks=
begehrens, durch die der nationale Gedanke zum Spielball
nied=
rigen Zankes gemacht worden ſei, die völlige Zerrüttung der
Front des nationalen Widerſtandes zur Folge gehabt habe. Die
bürgerlich=nationale Parteifront ſei zerſtört. Die
Volksgemein=
ſchaft ſei durch den glatten Kampfgedanken bürgerlicher und
pro=
bieten. Zu dieſem Zweck ſchlägt Mahraun die Bildung einer
volksnationalen Reichsvereinigung vor, in der ſich die
Jung=
deutſchen mit allen national und ſozial empfindenden
erneue=
rungswilligen Perſonen zu einer politiſchen Gruppe vereinigen Finanzbedarf für die öffentliche Verwaltung im Deutſchen Neich
wollen, um die Bildung einer großen Partei der nationalen Er=
Volksgemeinſchaft und zum Volksſtaat verbinden. Der Aufruf
enthält eine Reihe weiterer Programmpunkte, betreffend die
Neu=
gliederung des Reiches, Finanzreform, Ueberwindung des
Klaſ=
ſenkampfes und Schutz der nationalen Wirtſchaft. Außenpolitiſch
fordert er eine Bündnispolitik, deren Ziel die Beſeitigung der
einſeitigen Entwaffnung Deutſchlands, die Befreiung von den
Feſſeln und Laſten des Verſailler Diktats und die Neuregelung
der deutſchen Oſtgrenze ſein ſoll.
* Zum Problem der Finanzreform.
—Es gibt wohl heute niemand in Deutſchland, der nicht von
der Notwendigkeit überzeugt iſt, daß die Reichs=, Länder= und
Gemeindefinanzen von Grund auf neu geordnet werden müſſen.
Die Erkenntnis dieſer Notwendigkeit iſt inzwiſchen Allgemeingut
geworden, weil man geſehen hat, daß alle Verſuche der letzten
Jahre um den Finanzausgleich, um die Steuervereinheitlichung,
um die Senkung der Realſteuern uſw. vergeblich geweſen ſind.
Die Ungewißheit über die deutſche Reparationsbelaſtung iſt durch
den Young=Plan beſeitigt, und, wenn er erſt nach ſeiner
Rati=
fizierung in Kraft treten wird, dann entfällt auch der letzte
Ein=
wand der Unüberſehbarkeit der deutſchen Reparationsleiſtungen
als Argument gegen eine ſofortige Finanzreform. Daß dieſe
Finanzreform eins der ſchwierigſten Werke der Nachkriegszeit iſt,
zeigt die Vielſeitigkeit dieſes Problems, für deſſen Inangriffnahme
und Verwirklichung nicht nur reparationspolitiſche, wirtſchaftliche,
ſoziale und politiſche Gründe ſprechen, ſondern vor allem die
gegenüber der Vorkriegszeit vollkommen veränderte
wirtſchaft=
liche Struktur Deutſchlands. Dieſe veränderte Struktur
ver=
langt, was bisher eigentlich nie ſo recht bei den verſchiedenſten
Erörterungen über die Finanzreform beachtet worden iſt, einen
Umbau des Spſtems in dem Sinne, daß den neuen Formen der
Wirtſchaft und der wirtſchaftlichen Geſtaltung auch ein neues
Gewand in finanz= und ſteuerpolitiſcher Hinſicht gegeben wird.
Es ſoll damit geſagt ſein, daß überhaupt ein genereller Abbau
der Belaſtung der Wirtſchaft, auf die Länge der Zeit geſehen,
ſeinen Zweck nur dann erfüllt und infolgedeſſen nur dann von
dauerndem Werte iſt, wenn mit dieſem Abbau gleichzeitig das
wohl ebenſo große Ziel des der veränderten wirtſchaftlichen
Ge=
nannten Zahlen enthalten die vorläufigen, nahezu vollſtändigen ſamtſtruktur entſprechenden Umbau des Syſtems erreicht wird.
Wenn man an die Neuordnung der öffentlichen Finanzen
vernünftig herangehen will, ſo darf in erſter Linie eins nicht
unberückſichtigt bleiben, nämlich die Frage, wie weit und in
wel=
chem Umfange die Ausgaben des Neiches, der Länder und der
Gemeinden für Verwaltungszwecke notwendig ſind. Ein Urteil
über dieſe Frage iſt ſehr ſchwer, weil man über das, was
not=
wendig und was entbehrlich iſt, verſchiedener Meinung ſein kann;
Die Entſcheidung wird aber gerade deswegen ſchwieriger, weil
eben ein Abbau der Belaſtung auf jeden Fall eintreten muß,
wenn nicht überhaupt das gegenwärtige Syſtem ſchließlich
zu=
ſammenbrechen ſoll. Sicherlich bietet ein Vergleich mit dem
Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltung des Auslandes
wert=
volle Anhaltspunkte, weil man aus dieſem Vergleich erſieht, was
in anderen Ländern für notwendig erachtet wird, und weil man
daran nachprüfen kann, ob der deutſche Finanzbedarf einen
Ver=
gleich mit dem der öffentlichen Verwaltung des Auslandes
aus=
hält. Das Statiſtiſche Reichsamt hat eine umfangreiche
Unter=
ſuchung über den Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltung nach
Gebietskörperſchaften im Deutſchen Reich, in den Vereinigten
Staaten von Amerika, England und Wales, Schweden, Belgien
und Polen aufgeſtellt, deren Wert bei Betrachtung des
Pro=
blems der deutſchen Finanzreform gerade deswegen beſonders
groß iſt, weil ſich aus der international vergleichenden
Darſtel=
lung wichtige Aufſchlüſſe ergeben, die das Gegenteil von dem
bezeugen, was man bisher im allgemeinen angenommen hat.
Das Statiſtiſche Reichsamt hat verſucht, möglichſt für das Jahr
1925 international einen Ueberblick über den Finanzbedarf der
öffentlichen Verwaltung zu geben und dabei ein Bild von den
ſtrukturellen Verſchiedenheiten des gebietskörperſchaftlichen
Auf=
baues zu zeigen. (Vgl. Wirtſchaft und Statiſtik, Heft 19.) Der
gebietskörperſchaftliche Aufbau dürfte in dieſem Zuſammenhange
nicht ſo ſehr intereſſieren, obwohl nicht verkannt werden ſoll,
daß Finanz= und Zuſchußbedarf der öffentlichen Verwaltung
herigen Ergebniſſen Oſtpreußen einen erheblichen Ueberſchuß er= durch die Flächengröße der Gemeindeverbandsgebiete und der
Bevölkerungsdichte in ſtarkem Maße beeinflußt werden. Denn
wachſende Bevölkerungsdichte, die meiſt eine Folge der
Indu=
ſtrialiſierung eines Landes iſt, macht bei zugleich wachſendem
Volkseinkommen die fortſchreitende Erweiterung der öffentlichen
Aufgabengebiete ſowohl nach der Zahl wie nach dem Umfang
erforderlich. Dieſe Zunahme geht ſogar im allgemeinen über
Ein Aufruf des Jungdeuiſchen Ordens zur Bildung das Maß der Bevölkerungsſteigerung hinaus. Intereſſant iſt,
daß dieſe Tendenz nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in den
anderen Staaten, die von der Unterſuchung des Statiſtiſchen
Reichsamtes erfaßt worden ſind, ſeſtzuſtellen iſt. Selbſtverſtänd=
Berlin, 1. November. lich enthält die Unterſuchung einige Fehlerquellen, die ſich,
ab=
geſehen von den Schwierigkeiten einer ſolchen internationalen
Ueberſicht überhaupt, aus der Lückenhaftigkeit des Materials,
ferner aus der verſchiedenen methodiſchen Anlage der Statiſtiken
ergeben. Trotzdem iſt es aber möglich geweſen, ein
vergleich=
bares Einheitsſchema herzuſtellen, und, wo nicht anders möglich,
durch Einſetzung von Schätzungsziffern wichtige
Zahlenergeb=
niſſe von praktiſchem Werte zu erhalten.
Daß die Vereinigten Staaten von Amerika den ſtärkſten
Ver=
letariſcher Prägung bedroht. Nur eine große und willensſtarte, waltungsfinanzbedarf je Kopf der Bevölkerung aufweiſen, muß
Sammlungsbewegung könne der weiteren Zerſetzung Einhalt ge= überraſchen, weil man bisher der Anſicht geweſen war, daß
ge=
rade die öffentliche Verwaltung in den Vereinigten Staaten mit
verhältnismäßig geringen Mitteln auskommt. Während der
insgeſamt 10,99 Milliarden RM. nach der Unterſuchung beträgt,
neuerung zu erſtreben. Die neue Partei ſoll auf der Grundlage werden für die Vereinigten Staaten von Amerika in RM.=
Kauf=
chriſtlicher Weltanſchauung und in Anerkennung geſunder kon= kraft 1925 35,54 Milliarden angegeben, d. i. auf den Kopf der
ſervativer und liberaler Ueberlieferung mit dem Bekenntnis zur Bevölkerung berechnet in Deutſchland 180,4, in den
Vereinig=
ten Staaten 303,4 RM. Man muß dabei berückſichtigen, daß die
Bevölkerung der Vereinigten Staaten nur etwa doppelt ſo groß
iſt als die Deutſchlands, während der Finanzbedarf, für die
öffentliche Verwaltung in Amerika nicht das Doppelte, ſondern
das 3½foche des deutſchen Finanzbedarfs ausmacht. Dies iſt
nach Anſicht des Statiſtiſchen Reichsamtes zum großen Teil auf
die im Verhältnis zu den europäiſchen Währungen geringe innere
Kaufkraft des Dollar zurückzuführen. Die außerordentlich hohen,
Seite 2
Samstag, den 2. November 1929
alle übrigen Vergleichsſtaaten übertreffenden Gemeindeausgaben
in den Vereinigten Staaten ſind erheblich durch die in Europa
ohne Beiſpiel bleibende Zuſammendrängung von ſehr
heteroge=
nen Menſchenmaſſen auf kleinſtem Raume mitbedingt.
Anderer=
ſeits iſt die Finanzwirtſchaft der amerikaniſchen Bundes= und
Gliedſtaatenverwaltung zuſammengenommen in ihrem Anteil am
Geſamtverwaltungsbedarf um etwa 20 Prozent kleiner als die
von Reich und Ländern in Deutſchland. Dabei bleibt der Anteil
des Bundes nur gering, der Anteil der Einzelſtaaten dagegen
bedeutend hinter dem Anteil der entſprechenden deutſchen
Ge=
bietskörperſchaften zurück. Abſolut je Kopf der Bevölkerung iſt
der Verwaltungsbedarf der amerikaniſchen Einzelſtaaten kleiner
als der der deutſchen Länder, wohl eine Folge des Fehlens
einer territorialen Untergliederung der ſtaatlichen Verwaltung.
England und Wales liegen auch in ihrem geſamten Finanzbedarf
je Kopf der Bevölkerung mit 244 RM. nicht unerheblich über
Deutſchland mit 180 RM. Die Verteilung auf die einzelnen
Gebietskörperſchaften iſt in England eine grundlegend andere,
weil ein großer Teil der Aufgaben, der in Deutſchland dem Reich
und den Ländern obliegt, von den Gemeinden und
Gemeinde=
verbänden verſehen wird. Der geſamte Finanzbedarf der
öffent=
lichen Verwaltung Englands beträgt in RM.=Kaufkraft 1925
9,51 Milliarden. Ein Vergleich mit den für die anderen Länder
errechneten Zahlen (Schweden pro Kopf 250 RM., Belgien 118
RM., Polen etwa 50 RM.) dürfte von nur geringem Werte ſein,
weil im Jahre 1925 Belgien und Polen eine annormale
Wirt=
ſchaftslage aufzuweiſen hatten und weil Schweden ein
aus=
geſprochen wohlhabendes Land iſt.
Bei einem Vergleich der ausländiſchen Verhältniſſe mit
Deutſchland zeigt ſich als Ergebnis die ausgeſprochene
Mittel=
ſtellung des deutſchen Verwaltungsbedarfs je Kopf zwiſchen den
durchſchnittlich wohlhabenderen Ländern, den Vereinigten
Staa=
ten von Amerika, England und Schweden einerſeits und dem
agrariſchen Polen andererſeits. Natürlich kann die Frage der
größeren oder geringeren Wirtſchaftlichkeit der Verwaltung bei
dem vorliegenden Vergleich nicht geſtellt und beantwortet werden,
weil das Maß der Befruchtung des privaten und
marktwirtſchaft=
lichen Lebens in den einzelnen Ländern nicht geprüft werden
kann. Es läßt ſich aber ſagen, daß Deutſchland (Reich und
Län=
der zuſammengenommen) den höchſten ſtaatlichen
Verwaltungs=
aufwand unter den von der Unterſuchung erfaßten Ländern hat,
während der gemeindliche Verwaltungsbedarf je Kopf von allen
Ländern mit Ausnahme Polens übertroffen und von Belgien
nahezu erreicht wird. Beim Vergleich der Anteile des
Ver=
waltungsbedarfs der verſchiedenen Gebietskörperſchaften am
Ge=
ſamtverwaltungsbedarf zeigt Deutſchland ein Gleichgewicht der
ſtaatlichen und der Selbſtverwaltungsinſtanzen, während bei den
anderen Ländern, mit Ausnahme Polens, der gemeindliche
An=
teil ganz bedeutend überwiegt. Was nun den Zuſchußbedarf
an=
belangt, ſo darf aus dem verhältnismäßig niedrigen
Zuſchuß=
bedarf in einem Lande nicht ohne weiteres die ſtärkere
Heran=
ziehung von beſonderen Deckungsmitteln (
Verwaltungseinnah=
men) zur Deckung des Bedarfs gefolgert werden. Auch muß auf
die landesmäßig verſchiedene finanzwirtſchaftliche
Gemeinde=
organiſation Rückſicht genommen werden. Der Zuſchußbedarf
der Gemeinden liegt in allen Ländern etwa zwiſchen 67 Prozent
(England) und 86 Prozent (Polen). Allzugroß ſind alſo die
Abweichungen in der Deckung des Finanzbedarfs nicht.
Deutſch=
land und Schweden halten mit etwa 75 Prozent die Mitte
zwi=
ſchen Polen und England, die Vereinigten Staaten und Belgien
weichen mit 80 Prozent nicht ſehr von Deutſchland ab.
Bei Beurteilung der Frage, ob nun die deutſche
Staatsver=
waltung teurer iſt als in anderen Ländern, muß vor allem in
erſter Linie der Unterſchied in der Verteilung der Aufgaben und
Ausgaben beachtet werden. Jedenfalls kann aber aus den
Er=
gebniſſen der Unterſuchung des Statiſtiſchen Reichsamtes über
den Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltung des Auslandes
der Schluß gezogen werden, daß die Ausgaben der öffentlichen
Verwaltung in Deutſchland nicht höher ſind als in anderen
Län=
dern. Gewiß ſind andere Länder (Amerika, Schweden, England)
wohlhabender und können daher mehr ausgeben. Wenn man
aber die Forderung auf eine Herabſetzung der Ausgaben des
Reichs, der Länder und der Gemeinden ſtellt, um die Belaſtung
der Wirtſchaft abzubauen, ſo darf nicht unterlaſſen werden,
dar=
auf hinzuweiſen, daß, da nun einmal der Finanzbedarf der
deut=
ſchen Verwaltung eine ausgeſprochene Mittelſtellung gegenüber
den anderen Ländern einnimmt, eine Herabſetzung der
Aus=
gaben mit einer Einſchränkung der der öffentlichen Hand
geſetz=
ten Aufgaben gleichbedeutend wäre, Aufgaben, deren Erfüllung
durch die öffentliche Verwaltung in anderen Ländern als
not=
wendig erachtet wird. Es zeigt ſich alſo mit aller Deutlichkeit,
daß durch die Reparationsbelaſtung, die nun einmal als etwas
Feſtes hingenommen werden muß, ein Abbau der Ausgaben der
öffentlichen Verwaltung nur möglich iſt, wenn ihr Aufgabenkreis
enger gezogen wird.
Nummer 30
Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Reichsminiſter Severing
gegen den Führer der Deutſchnationalen Volkspartei, Dr.
Hugen=
berg, Strafantrag geſtellt, weil in ſeinen Artikeln kurz nach
dem Abſchluß des Volksbegehrens gegen die mit der Ermittelung des
Ergebniſſes betrauten Beamten beleidigende Aeußerungen gebraucht
zvorden waren.
Beim „Ablauf der Einreichungsfriſt zu den Berliner
Magiſtratswahlen ſind nicht weniger als 21
Vor=
ſchläge eingereicht worden. Neben den alten Parteien gibt es
an Neuerſcheinungen einen Freibund des Handwerks, Kleinhandels und
Gewerbes, einen Evang. Volksdienſt, eine Evang. Wählerliſte,
Unab=
hängige Sozialdemokraten, Linke Kommuniſten, eine Chriſtlichſoziale
Reichspartei, eine Mietsreformpartei, und eine Nationalrevolutionäre
Volkspartei. Schließlich im Zeichen des Sklarekfkandals eine
Links=
radikale Antikorruptionspartei.
Oberbürgermeiſter Dr. Böß iſt am Donnerstag abend nach
Berlin zurückgekehrt. Am Bahnhof und vor ſeiner
Dienſt=
wohnung iſt er mit Radau und Pfeifkonzert empfangen worden.
Der Zentralausſchuß der Reichsbank iſt für den
2. November, 11 Uhr vormittags, einbeufen worden.
Anſchei=
nend ſteht die Frage einer Diskontermäßigung zur Erörterung.
Durch Verfügung des Oberpräſidenten iſt der Berliner
kom=
muniſtiſche Stadtrat Gäbel im Zuſammenhang mit dem
Sklarek=Skandal ſeines Amtes entſetzt worden.
Premierminiſter Macdonald traf am Freitag wieder
in London ein und wurde von einer großen
Menſchen=
menge, unter der ſich Mitglieder des Kabinetts und andere
promi=
nente Perſönlichkeiten befanden, mit Hochrufen begrüßt.
Die Neuwahlen in Aegypten ſollen am 21.
Dezem=
ber durchgeführt und das Parlament am 11. Januar 1930 eröffnet
werden. Alle Artikel der ägyptiſchen Verfaſſung, die bei Auflöſung
des Parlaments im Juli vorigen Jahres außer Kraft geſetzt wurden,
erlangen wieder Gültigkeit.
Der amerikaniſche Präſident Hoover wandte ſich in
einer Erklärung gegen die Verzögerung der
Zollbera=
tung im amerikaniſchen Senat. Man müſſe in geſunder
Weiſe ſowohl die Landwirtſchaft als auch die Induſtrie für den Fall
ſchützen, daß Aenderungen in der wirtſchaftlichen Lage des Landes
ſchnellſte Hilfe notwendig machten.
germrng verder Beiliner Beämnenbant
Die 2-2-Bank greift ein.
* Berlin, 1. Nov. (Priv.=Tel.)
Durch die Zahlungseinſtellung der Bank für Deutſche Beamte
ſind i der Reichshauptſtadt Tauſende von Beamten geſchädigt
worden. Allein 6000 Polizeibeamte in Berlin und im übrigen
Preußen waren an der Bank intereſſiert. Allen Beamten konnte
bisher das Monatsgehalt vom 1. November noch nicht
ausge=
zahlt werden, ſo daß ſich deren Familien in größter Notlage
be=
finden. Auch am Freitag blieben die Schalter der verſchiedenen
Kaſſen der Bank für Deutſche Beamte in Berlin geſchloſſen.
In=
zwiſchen iſt auch bereits angeblich von ſeiten der penſionierten
Beamten Antrag auf Konkurseröffnung geſtellt
worden. Die Leiter der Bank bemühen ſich noch immer
ange=
ſtrengt, Wertpapiere und Forderungen zu Geld zu machen, aber
ſie werden wit dieſem Beginnen kaum Glück haben. Durch die
Kurseinbrüche der letzten Zeit haben auch die im Beſitze der
Bank befindlichen Papiere ſtark nachgegeben, und die
ausſtehen=
den Forderungen ſind ſelbſtverſtändlich nicht von heute auf
mor=
gen einzutreiben. So wird es doch wohl darauf abkommen, daß
im Intereſſe der geſchädigten Beamten Hilfe von außen
kommt. Die neue Großbank D=D hat auch bereits ihre
Bereitſchaft zu erkennen gegeben. Es ſchweben im
Augenblick Verhandlungen, die darauf abzielen, die Konten der
Beamten auf die Deutſche und Disconto=Bank zu übernehmen
und den Beamten einſtweilen dadurch zu helfen, daß ihre Konten
bevorſchußt werden. Die Entſcheidung war bis zum Augenblick
noch nicht gefallen. In den Räumen der verkrachten Bank ſitzen
Kriminalbeamte, in deren Gegenwart die Bankangeſtellten
ver=
ſuchen, einen Status aufzüſtellen. Man tappt noch völlig im
Dunkeln, in welcher Höhe Verbindlichkeiten beſtehen.
Vermut=
lich iſt auch der Haftſummenanſpruch der Bank gegenüber den
Genoſſen nicht ſehr raſch geldbringend. Die Genoſſen haben zwar
eine Garantie von 5,6 Millionen eingegangen, doch verteilt ſie
ſich natürlich auf Tauſende von Beamten, die ſich faſt durchweg
in knappen Verhältniſſen befinden.
die Heiſe in Zruntreic.
Tardieu nimmt endgülkig an.
EP. Paris, 1. Novem
Tardieu hat den ihm geſtern ſpät abends erteilten A
zur Regierungsbildung endgültig angenommen. Er hat
Vormittag die üblichen Unterredungen mit dem Senats
dem Kammerpräſidenten ſowie mit mehreren politiſchen
den, dann im Innenminiſterium mit Maginot, und bege
um 11½ Uhr zum Präſidenten der Republik, um ihm ſeine
ſätzliche Zuſtimmung zu überbringen.
Tardieu, der ſich ſchon geſtern abend der Mitay
Briands verſichert hatte, ſtattete heute mittag den ehem
Miniſterpräſidenten Barthou, Leygues und Pain
Beſuche ab. Ferner frühſtückte er mit einigen Politikern.
ter Briand und Loucheur. Am Nachmittag empfing
nächſt Clémentel. Er wird im Laufe des
Nachmittag=
mit etwa 15 radikalen Abgeordneten und Senatoren Fü
nehmen. — Der radikale Abgeordnete Heſſe teilte der Preſſ
daß Tardieu der Radikalen Partei wieder Po
feuilles angeboten habe, und daß die Fraktion
dieſes Angebot heute abend Beſchluß faſſen werde. J.
Wandelgängen der Kammer, ſowie in der überwiegend
eingeſtellten Nachmittagspreſſe werden
die Ausſichken Tardieus
nach wie vor günſtig beurteilt, wozu allerdings nicht wen
allgemeine Kriſenmüdigkeit beiträgt. In parlamentar
Kreiſen erwartet man, daß es Tardieu gelingen werde, g
Elemente der Linken und Rechten, die aus außenpolit
Gründen ſich von der früheren Mehrheit losgelöſt hätten, n
zu gewinnen, indem er ſofort nach Zuſammentritt der Ka
Erklärungen über die allgemeine, und insbeſondere die 9
politik ſeiner Regierung abgibt. Auf der Rechten wird vor
der Anſicht Ausdruck gegeben, daß Tardieu als Miniſterprä
von vornherein eine ſichere Gewähr für die zähe Verteid
der franzöſiſchen Intereſſen bieten würde.
Eine Anzahl von Rechtsabgeordneten, die vor zehn !
gegen Briand geſtimmt und dadurch deſſen Sturz verurſach
en, haben bereits für Anfang nächſter Woche eine Sitzung
rufen, um eine Entſchließung zu faſſen, in der ſie der neue
gierung für den Fall, daß ſie die gewünſchten Erklärungen
ihre Außenpolitik, vor allem über die Räumung der d
Zone, die Internationale Zahlungsbank, die deutſch=franzöſ
Saarverhandlungen und das nichtliquidierte deutſche Eige
ablehnen ſollte, eine entſchloſſene Oppoſition ankündigen.
In einer heute vormittag abgehaltenen Verſammlung
radikalen Fraktion kam es zu einer ſtürmiſchen Auseina
ſetzung über die Rolle, die einige Mitglieder der Partei, in
Linie Daladier und Montigny, beim Scheitern der Regiert
bildung Clémentels geſpielt haben. Daladier konnte die
nahme einer Entſchließung, die ſein Verhalten mißbilligt,
dadurch verhindern, daß er mit ſeiner Demiſſion als P
präſident drohte.
und rechnek auf die Radikalen.
Tardieu hat den ganzen Freitag nachmittag über mit
Senatoren und Abgeordneten der Radikalen Partei konfe
Offenbar iſt er bemüht, die Radikalen zur Annahme der
angebotenen Portefeuilles — man ſpricht von ſechs oder ſiebe
zu bewegen. Ob ihm dies gelingen wird, erſcheint zur.
noch fraglich.
Wie verlautet, ſoll Tardieu bereit ſein, das V
gramm Clémentels anzunehmen, jedoch un
Vorbehalten hinſichtlich der politiſchen Am
ſtie. Gegebenenfalls wäre er auch bereit, auf das Innenmit
rium zu verzichten, falls die Radikalen ſich an der
Regierun=
teiligen wollen, ohne irgend eine andere Partei davon au
ſchließen: mit anderen Worten, Tardieu wirft den Radikalen
Portefeuille des Inneren als Lockſpeiſe hin für den Fall, da
zuſammen mit der Gruppe Marin in ſein Kabinett eintreten.
radikale Fraktion hat heute nachmittag eine neue Sitzung (
halten, in der aber kein endgültiger Beſchluß gefaßt wurde.
Sitzung hinterließ jedoch den Eindruck, daß die Radikalen
grundſätzlich gegen eine Beteiligung an der Regierung Tau
ſind. Die radikalen Parlamentarier, die von Tardieu zu Be
chungen eingeladen ſind, haben ſich verpflichtet, etwaige Ange
zunächſt der Partei zu unterbreiten, die daraufhin ihre Stel
feſtlegen wird.
Großes Haus. — Freitag, den 1. November.
Der Troubadour.
Oper von G. Verdi.
Luiſe Löffler=Scheyer aus Nürnberg, die als
Leo=
nore auf Anſtellung gaſtierte, war in dieſer Rolle eine nicht leichte
Prüfung in geſanglicher Hinſicht auferlegt, die ſie jedoch trotz
einer Indispoſition höchſt anerkennenswert beſtand. Aber gerade
dieſe ſchwer einzuordnende Rolle kann keinen rechten Aufſchluß
geben über die Eignung für einen Aufgabenkreis, die eine
Nach=
folgerin Roſe Landwehrs zu übernehmen hat. Die techniſch völlig
ausgereifte, offenbar nicht mehr junge Künſtlerin beſitzt eine große,
in der Höhe füllige, frei ausladende Stimme von weichem Klang,
der freilich die innere Beſeelung und das ſtarke Temperament
fehlt. Die äußere Erſcheinung iſt gut, die Geſtaltung konventionell
und ohne perſönliche Note. Die „intereſſante Perſon”, die geſucht
wird, iſt ſie jedenfalls nicht.
Es war vorauszuſehen, daß Joachim Sattler, der als
Manrico ſein drittes Gaſtſpiel gab, in dieſer mehr lyriſch
gefärb=
ten Rolle, wie ſie den Helden der italieniſchen Oper kennzeichnet,
ein Gebiet findet, das ſeiner Begabung am meiſten entſpricht. So
gipfelte ſeine ſchone und anerkennenswerte Leiſtung im fünften
Bild, in der einzigen Arie und der anſchließenden Stretta. Aber
auch heute traten die Mängel ſeines Könnens und ſeiner
künſt=
leriſchen Veranlagung ebenſo deutlich hervor, wie in ſeinen
vori=
gen Gaſtſpielen. Der junge Künſtler iſt ſtimmlich, techniſch und
in der Geſtaltung noch unfertig und unausgereift Es zeigten ſich
Ungleichheiten in der Tongebung, Intonierung. Phraſierung, die
nicht ſo ſchnell zu beſeitigen ſein werden und durch die Vorzüge
ſeiner guten Erſcheinung und ſeines ſympathiſchen Auftretens nicht
ausgeglichen werden können. Seine Anſtellung jetzt und für
unſere Bühne kann nach wie vor nicht empfohlen werden. v. HI.
Ihr erſter bleibender Eindruck war die Volumnia im „
Corio=
lan” und die Klytämneſtra in der „Oreſtie‟
Faſt zum Zentrum des Werkes wird ihre Lady Milford.
Weib=
liche Weichheit liegt auch ihr nicht, ihrem düſteren, geiſterhaft
vibrierenden Tragödinnenorgan ringt ſie die Süße der Koketten,
ihrer intellektuellen Erſcheinung Schönheit mühevoll ab. Aber
wenn ſie wieder Tragödin ſein darf, wenn ſie in ihren dunklen
Von Leo Rein.
Die berühmte Berliner Darſtellerin Agnes
Straub gaſtiert heute, Samstag, im Kleinen
Haus des Landestheaters mit Georg Kaiſers
Schauſpiel in vier Akten „Die Flucht nach
Venedig”
Wie Werner Krauß von Albert Baſſermann, wie die farbige
Glut expreſſioniſtiſcher Bilder von der Fahlfarbe des
Naturalis=
mus. — ſo hebt ſich die Tragödin des heutigen Stils von der
Tra=
gödin des geſtrigen Stils: die Straub von der Durieux. Beide
voll hohen Intellekts; aber hier die zergliedernde Bewußtheit bei
der Durieux — dort, bei der Straub, die zuſammenſchweißende
Intuition. Bei der Durieux die Fahlfarbe des Realismus, bei der
Straub die farbig=phantaſtiſche Glut.
Tönen, in ſozialer Erbitterung, in revolutionärem Ingrimm ihrem
Fürſten aufkündigt, ſo leuchten einfache, geniale Züge, und eine
abgeſpielte Geſtalt ſteht in neuer, ſeltſam farbiger Beleuchtung
vor uns.
Geſpenſtiſche Geſtaltung gab ſie der Jſabeau. Eine
furien=
hafte Amazone. Eine ſeltſam leuchtende Hexe. Eine funkelnde
Erſcheinung des Böſen, mit wütend krächzender, ausdrucksreicher
Stimme.
Von ähnlichen Strömungen getragen, aber minder ſtiliſiert
als Werner Krauß, nähert ſie ſich etwas mehr dem Leben. Ihre
geiſtige Dialektik und ihre ſinnliche Belebung empfiehlt ſie
Hebbel=
geſtalten. Als Mariamne iſt ſie nicht nur intellektuell packend, nicht
nur geiſtig intereſſant, ſondern trägt die Tragik der Geſtalt,
charaktergehärtete Makkabäerfürſtin.
Oft ſcheuen wir die Verkörperung ſolch phantaſtiſch großer
Geſtalten aus Furcht vor Enttäuſchung. Aber Agnes Straub iſt
z. B. eine Judith, wie ſie größer nicht gedacht werden kann. Sie
erfüllt alle Träume von der Größe und dem Inhalt der Geſtalt
mit dem Weſen ihres dämoniſchen Heldenmädchens. Das iſt aus
einem Guß, und der Atem des Schickſals in dieſem entſetzlich
großen Werk wird ſpürbar.
Für junge Dichter ſetzt ſie ſich mit ganzer Kraft ein; oft gab
ſie Beſtes in Matineen. Brennend unvergeßlich, wie ſie in Bron=
nens Vatermord die Frau Feſſel gab, aufgelöſt, zerſchlagen.
Geſtaltung aus der tiefſten Tiefe der Menſchen.
Den Zauber des geiſtigen Weibes haben ihre Geſtaltu
intellektueller Frauen. Ihre Anna Mahr, ihre Hanna Elias
Sie liebt es. mancher ihrer Geſtaltungen leiſe mannweib
Reize zu geben. Sie ſtößt vor aus engem weiblichen Bezit
umfaſſenderen Bereichen.
Den ſeltſam verwirrenden Zauber des Zwitterhaften,
Mannweiblichen zeigt auch ihre George Sand in Kaiſers „Fl1
nach Venedig”. Hier iſt eine berauſchende Gelegenheit, in
Geſtalt einer zugleich ſehr geiſtigen, zugleich ſehr ſinnlichen,
gleich ſehr männlich entſchloſſenen Frau ihre geiſtige Dialektik
leuchten zu laſſen, das funkelnde Klingenkreuzen des Intell
das ſie ſtets mit ihrem Partner führt. Die ſeltſame Anmut
Zwitterhaften, des leis Perverſen hat es, wenn ſie in Man
kleidung dem Florett des Gegners ſteht. Und letzte Hingege
heit bedeutet es, wenn ſie einmal, mit einer wundervollen C.
die Arme ausbreitet, dem unendlichen Schickſal entgegen.
gehend im All.
In vielem, auch in ihrer Vielſeitigkeit iſt ſie das Gegen
zu Werner Krauß. Sie iſt eine einzige Frau. Sie kann die
fache, großlinige Tragödin ſein, und ſie iſt die ebenbürtige
ſtalterin der myſtiſch ragenden Frauen Hebbels. Sie hat den
ber des geiſtigen Weibes. Sie iſt als Ganzes, als Perſönlich
bewundernswert. Sie ſpielt nicht mit ihrer Rolle. Sie
lieber zu ſtark als zu ſchwach. Künſtlerin iſt ſie von heillg
Ernſt. Sie iſt Spitze und Erfüllung, denn ſie will und kan
faſt alles.
Varieté und Operette.
Das Winterprogramm des Orpheums hat geſtern
viel=
ſprechend eingeſetzt. Die Direktion Fink gibt ſich wirklich
Mühe, für jeden Geſchmack etwas zu bringen. Für’s erſte iſ
ein Programm, das eine kleine Auswahl beſter Varietékunſt,
am Schluß dann eine ganz reizende Operette bringt, die
Recht Schlager=Operette genannt wird: „Fräulein! Pard
Ich glaube, wir kennen uns ſchon. . Eine ſehr nette In
haltung, die ſehr viel Tanz, ſehr viel Geſang und eine 2
beſter Laune bringt. Wir kommen eingehender auf die Aul
rung zurück.
Das ſenſationelle Künſtlerpaar aus dem Varietéprogral
die zwei Hortons, werden ihren Balance=Akt heute mit!
½1 Uhr auf dem Dach des „Schiller=Eck” am Marktp!
ausführen.
Runft. Wiſſenſchaft und Leben.
Der Nobelpreis für Medizin. Stockholm.
Nobelpreis für Medizin für das Jahr 1929 wurde dem engliſ”
Profeſſor Sir Frederic Hopkins ſowie dem holländiſchen Proſe
Chriſtian Eijkman von der Univerſität Utrecht je zur Hälfte
liehen.
Nammer 304
Samstag, den 2. November 1929
Seite 3
PMmtſce Hroplenie dei Tabogliegerang.
Mationalifierung der Kohlengruben. — Berhandlungen über ein nakionales Lohngbkommen. — Die Regierung
fößt auf den Widerſtand der Grubenbeſiher und der Bergarbeiler. — Der Bericht
der Simon=Kommiſſion. — Indien ſoll dominion werden.
fakian der engliſchen Kohlen=
Indufkeie.
ebeneinhalbſtündige Arbeikszeil. — Berſtagklichung.
Enkſchädigung der Grubenbeſiher. — Ein
Kohlen=
verkaufsſyſten.
EP. London, 1. Nov.
Die endgültigen Vorſchläge der engliſchen Regierung zur
Keorganiſation der engliſchen Kohleninduſtrie ſind nunmehr
ſo=
vohl den Vertretern der Bergarbeiter wie auch der
Gruben=
jeſitzer bekanndgegeben worden. Die Maßnahmen der
Regierung, mit denen ſie die künftige Entwicklung der
ebenswichtigen engliſchen Kohleninduſtrie ſichern will, ſehen die
Sinführung der ſiebeneinhalbſtündigen
Ar=
deitszeit ab April 1930 vor, weiter die Verſtaatlichung
der Bergbaugerechtſamen, Entſchädigung der
Hrubenbeſitzer und ſchließlich die Einführung eines
Verkaufsſyſtems für Kohlen, das mit dem nächſten
Jahr in Kraft treten ſoll. Mit Einführung und Ausbau dieſes
Kohlenvertriebsſyſtems glaubt die Regierung eine einheitliche
Breisgeſtaltung und gewiſſe Ueberſchüſſe erzielen zu können, die
die Einführung der verkürzten Arbeitszeit ohne Lohnherabſetzung
ermöglichen würde. Eine Anſpielung auf den
Ab=
chluß neuer Lohnabkommen oder eines von den
Bergarbeitern geforderten nationalen
Abkom=
nens wird in dem Regierungsbericht nicht
ge=
nacht. Es dürfte ſicher ſein, daß ſich die Bergarbeiter über die
Außerachtlaſſung dieſer für ſie wichtigen Frage unzufrieden und
nttäuſcht zeigen werden.
Die Stellungnahme der
arbeiler zu den R‟
und Berg=
Die bereits für Donnerstag erwartete Erklärung des
Präſi=
genten des Handelsamtes, Graham, über die
Reorganiſations=
oläne der Regierung in der Kohleninduſtrie kann nach einer
Er=
lärung Snowdens im Unterhaus erſt zu einem ſpäteren
Zeit=
punkt abgegeben werden, da die Verhandlungen der Regierung
mit den Vertretern der Bergarbeiter und der Grubenbeſitzer noch
ticht zum Abſchluß gebracht worden ſind. Es ſcheint ſich damit zu
deſtätigen, daß die Regierungsvorſchläge nur unter Annahme
ge=
wiſſer Zuſatzbeſtimmuigen ſowohl von den Bergarbeitern wie
ruch von den Grubenbeſitzern angenommen werden. Bis jetzt
haben die Vorſchläge der Regierung ſowohl bei den
Brubenbeſitzern als auch bei den Bergarbeitern nur kühle
Aufnahme gefunden und lebhafte Kritik hervor=
Ferufen. Die Grubenbeſitzer befürchten nachteilige Folgen
ruf den Kohlenexport, während die Bergarbeiter erklären, daß
Jie geplanten Maßnahmen der Regierung keineswegs die
Ein=
haltung der ihnen gegenüber eingegangenen Verpflichtungen
rärſtellen. Am Donnerstag hat zwiſchen dem Kohlenausſchuß
des Kabinetts und den Bergarbeitervertretern eine dreiſtündige
Lonferenz ſtattgefunden, in der die Bergarbeiterführer
m einzelnen folgende Mängel an den Regierungs=
Zorſchlägen feſtſtellten: 1. Das völlige Fehlen eines
Hinweiſes darüber, daß der Verkürzung der Arbeitszeit keine
Herabſetzung der Lohnſätze folgen würde, 2. daß eine
Anſpie=
ung auf die Ausſetzung von Penſionen für ältere und
arbeits=
infähige Bergleute völlig fehlt, und 3. daß die Einführung der
gerkürzten Arbeitszeit erſt im April nächſten Jahres erfolgen ſoll.
Angeſichts der Haltung der Bergarbeiterführer hat der
Koh=
enausſchuß eine Einladung an die Grubenbeſitzer
rgehen laſſen, in einer gemeinſamen Sitzung mit den
Berg=
rrbeitervertretern über den Abſchluß eines
rationalen Lohnabkommens zu verhandeln.
Englands künfkige Polikik in Indien.
EP. London, 1. November.
Die Frage über das zukünftige Verhältnis zwiſchen
Eng=
land und Indien iſt durch die in England erfolgte
Veröffent=
lichung eines Briefwechſels zwiſchen dem Vorſitzenden der Simon=
Kommſſion, Sir John Simon, und dem engliſchen
Miniſterprä=
ſidenten in den Vordergrund des allgemeinen Intereſſes getreten.
Wie aus dieſer Korreſpondenz hervorgeht, iſt nach einer
Befra=
gung Macdonals die Aufgabe der Simon=
Kommiſ=
ſion dahin erweitert worden, daß der Ausſchuß
ebenfalls die Beziehungen von Britiſch=
In=
dien zu den einzelnen indiſchen Staaten in
ſeine Unterſuchung einbeziehen ſoll. — Die
Unter=
ſuchungen der Kommiſſion ſind nach Erblärungen Sir John
Si=
mons nunmehr in ihr letztes Stadium getreten, ſo daß der
Ausſchußbericht, für die nächſten Tage im
Aus=
ſicht geſtellt werden hann. Inzwiſchen iſt
eine Erklärung des Bizekönigs von Indien,
Lord Irvin,
über die zukünftige Politik der engliſchen Regierung in Indien
geſtern in einer Sonderausgabe der „Gazette of India”
ver=
öffentlicht worden. Der Vizekönig führt darin aus, daß es vor
Fertigſtellung des Berichtes der Simon=Kommiſſion unmöglich
und nach Anſicht der engliſchen Regierung im Augenblick
unan=
gebracht ſei, etwas über die Aenderung der indiſchen Verfaſſung
vorauszuſagen. Um aber alle Zweifel über dieſen Punkt zu
be=
ſeitigen, verſichert Lord Irvin, daß das natürliche Ziel
für den Fortſchritt und den Ausbau der
in=
diſchen Verfaſſung die Erreichung des
Domi=
nion Status ſei, wie dies bereits in der Erklärung der
eng=
liſchen Regierung vom Jahre 1917 angekündigt wurde. Die
Er=
weiterung der Unterſuchungen der Simon=Kommiſſion, die ſich
nunmehr gleichfalls auf die zukünftigen verfaſſungsmäßigen
Be=
ziehungen von Britiſch=Indien zu den einzelnen anderen
Staa=
ten erſtrecken ſoll, iſt nach den Erklärungen Lord Irvins im
voll=
ſten Einverſtändnis mit der engliſchem Regierung erſolgt. Zum
Schluß der Erklärung gibt der Vizekönig die Abſicht der
eng=
liſchen Regierung bekannt, nach der Veröffeytlichung
des Berichts der Simon=Kommiſſion und dem des
indiſchen Zentralausſchuſſes eine Konferenz einzuberufen,
ander die Vertreter der verſchiedenen Parteien
und Intereſſen Britiſch=Indiens mit den
Ver=
tretern der indiſchen Staaten zuſammentreffen ſollen,
um über die Vorſchläge zur Reformder indiſchen
Verfaſſung zu beraten.
Die Zührer Indiens mit der Erhebung Indiens
zum Dominion einverſkanden.
Die Erklärungen Lord Irvins über Englands
künf=
tige Politik in Indien haben bei der Mehrzahl
der politſſchen Führer Indiens, eine gute
Auf=
nahme und volle Zuſtimmung gefunden. Auf
einer Verſammlung, an der zahlreiche indiſche Politiker aller
Richtungen teilnahmen, bildete die Ankündigung Lord Irvins
den Gegenſtand von Erörterungen, deren Ergebnis ſchließlich
in einer Erklärung zuſammengefaßt wurde. Es heißt darin, daß
die Verſammlungsteillnehmer nach eingehender Prüfung der
Ausführungen des Vizekönigs zu der Ueberzeugung gelangt
ſeien, daß der Hinweis, daß das natürliche Zielder
ver=
faſſungsmäßigen Entwicklung Indiens die
Er=
reichung des Dominion=Status ſei, als durchaus
zufriedenſtellend bezeichnet werden könne. Auch die
Ab=
ſicht der engliſchen Regierung, eine Konferenz zur Prüfung der
Vorſchläge hinſichtlich der Erhebung Indiens zum
Do=
minion einzuberufen, wurde von der Verſammlung begrüßt.
Konzerk.
Bernd Zeh hat eine Vortragsfolge geſtern für ſein Konzert
gewählt, die mitten hinein führt in die Wirrniſſe, in die Pro=
Ilematik der neuen und neueſten Muſik. Wer hat das Recht, zu
ſagen: das iſt gut, weil es atonal iſt;, wer: das iſt ſchlecht, weil
2s atonal iſt? Letzten Endes entſcheidet die Perſönlichkeit; und
die ſetzt ſich durch, ob ſie in dem Lager ſteht oder im andern.
Wir ſehen es ja an Hindemith, deſſen Muſik von einer Vitalität
erfüllt iſt, daß zwingender Eindruck von ihr ausgeht. — Aber ob
Joſ. Matth. Hauer, von dem geſtern das „Lied der Liebe”, für
Frauenſtimmen aufgeführt wurde, auch eine ſo zwingende
Per=
ſönlichkeit iſt, dus glaube ich zunächſt nicht. Dieſer Muſik eignet
ein Fanatismus, eine Verbohrtheit, ein Verrennen in eine Idee,
das auf die Dauer unerträglich wird. Ich kenne das theoretiſche
Gebäude, von dem der Komponiſt ausgeht; ich kenne ſein „Melos
der Intervalle; kenne ſeine Theſe, „daß immer alle zwölf Töne
der gleichſchwebenden Temperatur abgeſpielt werden”, ich habe
auch Achtung vor dem unleugbaren Ernſt und dem Glauben an
ſein Werk, das aus ſeinen Tönen klingt — aber überzeugt, ge=
Zwungen hat es mich nicht. Kühle, kalte, unfrohe Gedankenarbeit
zu Hölderlinſchen Worten, die jauchzende Muſik für ſich allein
ſchon ſind. Das iſt unmöglich der Weg, der ins Freie führt; da
iſt ein Ende, wo kaum noch ein Anfang war.
Die Romantik iſt noch lange nicht tot; ohne ſie wird es
viel=
leicht überhaupt nie eine Kunſt geben, und daß ein Schuß
Roman=
tik ſich mit modernen Muſikprinzipien ſehr wohl verträgt,
bewie=
ſen gerade geſtern Werke von Hans Gäl, Bodo Wolff und dem
dirigierenden Bernd Zeh; ſie alle bekennen ſich zur Moderne; ſie
alle ſind — mehr oder weniger natürlich — glücklicherweiſe
roman=
riſch genug, den Text nicht totzukomponieren, ſondern die Stimmung
des Gedichts aufzuſpüren und in Tönen wiederzugeben. Großen
Cindruck vermittelte die Motette für Frauenchor (nach Grimms
Märchen) von Bodo Wolff. Hier iſt durchaus perſönliche Sprache
in Tönen, hier ſchwingt auch ein Unterton von Herzlichkeit, hier
ſind rührende und geheimnisvolle Klänge (ganz prachtvoll die
biſionär vertonten Worte des Kindes aus dem Grabe: „Ach,
Mutter, höre auf zu weinen”), daß der Eindruck ein zwingender
wird; das war das ſchönſte des ganzen Abends. Und von Bernd
Zeh, dem feinſinnigen und feinnervigen Leiter der „Vereinigung
Darmſtädter Soliſtinnen”, hörte man dann ein Lied: „Hinter
meinen Augen ſtehen Waſſer” (Elſe Lasker=Schüler), das
abſo=
lut hochwertig iſt. Dieſe Muſik — durch und durch modern
empfunden — kommt nicht aus dem Kopfe, ſondern aus dem
Herzen; das ſpürt man aus jedem Takt, und man hätte das Lied
gerne zweimal gehört. Nach dieſer Probe gehört Zeh zu den
muſikaliſchen Köpfen Darmſtadts. — Von den drei Liedern von
Haus Gal ſchien uns das wertvollſte das kleine „Regenlied”
während „Der Schnitter” und mehr noch die „Erhebung” zu ſehr
Spekulationsmuſik zu ſein ſcheinen, als daß ſie unmittelbar
wirken könnten. — Schließlich iſt das alles aber nur ganz
per=
ſönlicher Eindruck; nach einmaligem Hören iſt es ſchwer, ja
un=
möglich, Endgültiges zu ſagen; und ſchließlich möge ſich jeder, der
ſich für Muſik intereſſiert, mit ihr und ihren Problemen
perſön=
lich auseinanderſetzen.
Die 10 Damen meiſterten die teilweiſe haarſträubenden
Schwierigkeiten (ich denke hier namentlich wieder an das „Lied
der Liebe” von Hauer) in virtuoſer Weiſe.
Bernd Zeh, dem Dank gebührt, dieſen Abend zur Diskuſſion
geſtellt zu haben, wurde mit den Ausführenden, zu denen ſich
bei Hauer Auguſt Niebergall (Harmonium) und Eliſabeth Klaus
(Klavier) in verdienſtlicher Weiſe geſellten, durch reichen Beifall
und Blumen geehrt.
O.
* Berdun.
Der Léon=Poirier=Film im Helia.
Dem Heldentum zweier Völker ſoll dieſer Verdun=Film
Preis ſingen. Im Rahmen des filmtechniſch und regiekünſtleriſch
Möglichen iſt der Film — der reichlich ſpät zu uns kommt —
ein Werk, das Bewunderung abringt. Vorweg: Obwohl
fran=
zöſiſche Arbeit, iſt anzuerkennen, daß dieſe Verdun=Darſtellung
ſo objektiv wie möglich filmiſch gezeichnet wurde. Der Film
trägt keine Spuren mehr vom Haß der Völker, von der
Propa=
ganda gegen den deutſchen Soldaten. Der Feldgraue und der Poilu
ſind die unperſönlichen und doch ſo furchtbar aktiven
Verkör=
perer des Heldentums der beiden Völker, für die das Ringen
um Verdun zu einem Schickſal ward, zu einem Widerſpiegeln
des großen Grauens, das der Weltkrieg in Flammen= und
Blut=
ſchrift über die Erdteile trug.
Erinnerungen tauchen auf an furchtbarſtes Geſchehen,
grauen=
hafteſtes Erleben, das, würde ein gütiges Geſchick ihm nicht
Ver=
geſſen geben, zu einer Leben überdauernden Wahnſinnsqual
wer=
den müßte. Erinnerungen an die Hölle von Verdun, an die
Kämpfe um Douaumont und Vaux, die einen Höhepunkt
kriege=
riſchen Erlebens bildeten, in ſeiner ganzen Größe, in ſeiner
gan=
zen Furchtbarkeit, von niemand zu erfaſſen, der ihn nicht
mit=
erlebte. Freilich, das Grauſigſte in dieſem gigantiſchen Ringen,
die furchtbaren ſeeliſchen Nöte, das durch Wort und Bild nicht
zu ſchildernde Innenleben der „Helden” auf beiden Seiten, die
ſchlechthin Soldaten waren, das kann auch der Film nicht
ſchil=
dern. Aber was er geben kann, das iſt das Widerſpiegeln des
tauſendfachen Todes aus Tauſend Schlunden und tauſend
Ge=
wehren, aus Stahl und Eiſen, aus Gift und Gas, aus Flamme
und Waſſer, aus Hunger und Durſt. Bilder kann er geben, die,
wirklichkeitsnahe, auch dem Laien zeigen, wie Wochen um Wochen,
Monate um Monate Menſchen leben mußten, die vordem Glieder
Ueberraſchung und Beſtürzung in London.
Die Erklärung Lord Irvins über Eniglands künfüige Politik
in Indien hat in Londoner politiſchen Kreiſen große
Ueber=
raſchung und eine gewiſſe Beſtürzung hervorgerufen. Das
eng=
liſche Unterhaus, das an Freitagen ſonſt nur Fragen von
poli=
tiſch untergeordneter Bedeutung zu verhandeln pflegt, hatte
in=
folgedeſſen am Freitag einen großen Tag. Zahlreiche Anfragen
an den Miniſter für Indien, Wedgwood Benn, und lebhafte
De=
batten kennzeichneten die heutige Sitzung.
Auf eine Anfrage Lloyd Georges, ob die Simon=
Kommiſſion über den wichtigen Plan in der
Er=
klärung Lord Irvins, der als letztes Ziel der indiſchen
Verfaſſungsreform die Erhebung Indiens in den Dominial=
Sta=
tut bezeichnete, befragt worden ſei, mußte der Miniſter
für Indien die aufſeheverregende Mitteilung
machen, daß dies nicht der Fall geweſen ſei. Der
Vizekönig von Indien hatte aber andererſeits die volle
Ermäch=
tigung der engliſchen Regierung erhalten, ſeine Erklärung in
der veröffentlichten Form abzugeben. Zur Beruhigung des
Hauſes führte Wedgwood Benn weiter aus, daß politiſche
Fra=
gen, die gewiſſe Aenderungen des gegenwärtigen Statuts
Ju=
diens einſchließen, nicht vor Veröffentlichung des Berichtes der
Simon=Kommiſſion und dem des indiſchen Zentralausſchuſſes
in Erwägung gezogen werden würde. Lloyd George erklärte
ſich mit dieſer Antwort Wedgwood Benns vollauf zufrieden, da
ſie eindeutig die Abſicht der Regierung zum Ausdruck
bringe, daß ſie nicht der Simon=Kommiſſion vorgreifen wolle.
Die allgemeine Aufregung über die Erklärung Lord Irvins
war weiter durch die Veröffentlichung eines Interviews zwiſchen
dem früheren Premierminiſter Baldwin und Lord Irvin
wäh=
rend ſeines Londoner Aufenthalts erhöht worden, in dem ſich
Baldwin gegen die Gewährung des Dominialſtatuts an Indien
ausgeſprochen haben ſollte. Zur größten Ueberraſchung des
Hau=
ſes erklärte Baldwin, daß dieſes Interview unwahr und die
darin angeführten Tatſachen unzutreffend ſeien.
Die Debatte über die indiſche Politik der Regierung wird
auf konſervativen Antrag am Donnerstag nächſter Woche durch
den Führer der Oppoſition, Baldwin, eröffnet werden, der
ſo=
wohl eine perſönliche Erklärung abgeben, wie auch zu dem Plane
der Regierung Indien gegenüber Stellung nehmen werden
wird.
Der Liquidakionskampf mit England.
Die engliſche Regierung hat das deutſche Erſuchen um
Rück=
gabe der Liquidationsentſchädigungen gemäß dem Beſtimmungen
des Young=Planes abgelehnt.
* Im Auswärtgen Amt iſt ein längeres Telegramm des
Londoner Botſchafters über den Beſchluß der engliſchen
Regie=
rung eingegangen. Es beſtätigt im weſentlichen die bereits durch
die Preſſe gegangenen entſprechenden Mitteilungen. Das
Reichs=
kabinett wird ſich wahrſcheinlich ſchon in einer ſeiner nächſten
Sitzungen mit der Frage beſchäftigen. Man kann natürlich jetzt
noch nicht vorausſagen, ob es zu irgendwelchen Beſchlüſſen
kom=
men wird und wie ſie ausſehen werden. Soviel ſcheint aber jetzt
ſchom feſtzuſtehen, daß die Reichsregierung die engliſche
Ableh=
nung nicht ohne Entgegnung hinnehmen wird. Die
Liqui=
dationsverhandlungen laufen ja weiter, ſo daß
ſich alſo Gelegenheit genug ergibt die Londoner Regierung auf
die Empfehlungen der Pariſer Sachverſtändigenkonferenz
auf=
merkſam zu machen und ihr erneut nahezulegen, die
Liqui=
dationsüberſchüſſe zurückzuzahlen. Viel Ausſicht ſcheint eine
ſolche Aktion allerdings bei der bebannten Einſtellung des
eng=
liſchen Schatzkanzlers zurzeit nicht zu haben. Dagegen gibt man
ſich in Berliner diplomatiſchen Kreiſen der Hoffnung hin, daß
die Liquidation in England ſelbſt eingeſtellt wird, und begründet
dieſe Erwartung mit dem Hinweis auf das Verhalten der
Ame=
rikaner, die dabei einen ſtarken Preſtigeerfolg errangen, was
namentlich in engliſchen Handels= und Wirtſchaftskreiſen nicht
ohne Einfluß geblieben iſt. Es iſt auch nicht ausgeſchloſſen, daß
der in der engliſchen Oeffentlichkeit noch nicht zu Ende gekämpfte
Kampf um dieſen Punkt dem Standpunkt der vernünftigen
Ele=
mente zum Durchbruch verhilft.
Macdonald wieder in London.
Premierminiſter Macdonald und ſeine Begleitung ſind am Freitag
mittag nach ihrer Reiſe nach den Vereinigten Staaten und Kanada
wie=
der in London eingetroffen. Der Preſſe erklärte Maodonald, daß er
von ſeiner Reiſe nach den Vereinigten Staaten und Kanada ſehr
befrie=
digt ſei, die die beiden engliſch ſprechenden Völker um ein gutes Stück
näher gebracht und die gegenſeitige Verſtändigung außerordentlich
ge=
fördert habe. Macdonald gab weiter ſeiner Ueberzeugung Ausdruck,
daß er mit ſeinem Beſuch in Amerika auch den Weg für andere Mächte
geebnet habe, um in wirkſamer Zuſammenarbeit den Frieden der Welt
und ſeine Aufrechterhaltung zu ſichern.
unſeres Kulturlebens, in Erdhöhlen, in Schlamm und Moder,
bei primitivſter Ernährungsmöglichkeit, vor Augen den
tauſend=
fachen Tod, in den glühenden Herzen aber immer das große und
reine Heldentum, das ihnen ward in der Ueberzeugung, das
Erduldete ſei heilige Pflicht, ſei Schutzwehr Heim und Herd,
Vaterland!
Von all dem gibt Verdun Viel und Großes. So Großes,
daß man vor der filmtechniſchen Leiſtung allerhöchſte Hochachtung
haben muß, ebenſo wie vor der des Regiſſeurs, der dieſe Bilder
und Bildfolgen aneinander reihte und ſie formte zu einer großen
Symphonie des Sterbens und Werdens.
Wir ſehen angeſichts der Größe der filmiſchen Leiſtung gern
davon ab, zu beanſtanden, daß einige Sentiments, einiges
Kit=
ſchige, das der franzöſiſchen Einſtellung zu Dingen entſpricht,
nicht der Schere zum Opfer fiel. Es iſt erfreulich wenig und
wird erdrückt von der Gewalt und der vernichtenden Wucht der
Kriegsdarſtellung. Nebenſächlich auch, irgendwelche Darſteller
zu erwähnen. Es ſind gute Typen auf beiden Seiten darunter,
Die Aufnahmen wurden faſt 2 Jahre hindurch an den hiſtoriſchen
Stätten um und bei Verdun hergeſtellt. Die Rekonſtruktion der
Kämpfe um und in Kaſematten, in den Trichterfeldern und
Schützengräben, die keine mehr waren, iſt ebenſo ausgezeichnet
wie die geſchickte Einfügung von Filmſtreifen, die offenbar
wäh=
rend des Krieges ſelbſt entſtanden ſind.
Als Beifilm läuft „Schneeſchuhbanditen”, einer der
wenigen Luſtſpielfilme norwegiſcher Abſtammung. Dieſer hübſche
Film iſt in der Regie von Uwe Jens Krafft von der
nor=
wegiſchen Superfilm A.=G. hergeſtellt. Er bringt eine Reihe
köſtlicher Schnee= und Hochgebirgsbilder, eine feſſelnde, an
Zwi=
ſchenfällen reiche Jagd auf Schneeſchuhen zwiſchen Militär und
Salonbanditen, zeigt Sprungſchanzen und das Austragen von
Sprungkonkurrenzen, durch ſchwere Lokomotiven betriebene
Eiſen=
bahn=Schneepflüge, und er zeigt endlich eine den
Durchſchnitts=
rahmen erfreulich überſteigende Handlung, in der Uwe Jens
Krafft, Egede Niſſen, Paul Richter, Fritjof Mjöen,
Friedrich Schumann mit einer Reihe weiterer Darſteller ſehr
gute Schauſpielkunſt zeigen. Das Ganze ein Programm von
*
lang entbehrter Qualität.
Um Glauben und Gewiſſen.
Zum Reformationsfeſtſpiel im Städtiſchen Saalbau.
Der Evangeliſche Bund Darmſtadt hat als Reformationsfeier
und zur Erinnerung an das 400=Jahr=Gedenken der Proteſtation
von Speyer das Feſtſpiel, das an Pfingſten dieſes Jahres
auf=
geführt wurde, durch ſeine Mitglieder einüben und darſtellen
laſſen. Die Vorſtellung war ſehr erfolgreich. Wir werden morgen
auf die Darſtellung zurückkommen.
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Nummer 304
Samstag, den 2. Rovember 1929
Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſiadt, 2. November.
Zum Reformalionsſonnkag.
Es gibt in den über tauſend Jahren deutſcher Weltgeſchichte kein
Sreignis, das von ſo einſchneidender Bedeutung geweſen iſt, als jene
Bewegung, die mit dem 31. Oktober 1517 begann und die wir die
Refor=
nration zu nennen gewohnt ſind. Ein Wendepunkt der deutſchen
Ge=
chichte, wie er vorher und nachher nicht erlebt wurde. Freilich wird
ſeutzutage die Frage geſtellt, ob dieſe Umgeſtaltung eine Wendung zum
Segen oder zum Unſegen, zum Heil oder zum Unheil gebracht habe.
Nan ſagt, daß durch die Reformation die Einheitlichkeit der deutſchen
Lultur zerſtört worden iſt. Man überſieht, daß die geiſtige Haltung des
eutſchen Volkes im ſpäteren Mittelalter alles andere als einheitlich
Jar, und vergißt, daß etwa um das Jahr 1550 als Folge der
Reforma=
on das deutſche Volk einen gemeinſamen Ausdruck für ſein
religiös=
eiſtiges Leben gefunden wie nie zuvor. Erſt die Folgezeit hat hier
jeles geändert. Die Reformation ein Segen oder Unſegen? Denken
„ir nur einmal gradlinig das Mittelalter fortgeſetzt bis in die
Gegen=
zart und fragen wir uns, was aus unſerem deutſchen Volkstum
ge=
jorden wäre ohne alle die geiſtigen Impulſe, die von der Reformation
usgingen, oder erſt durch die Roformation zur Entfaltung gelangen
znnten!
In einem Doppelten liegt die Gegenwartsbedeutung unſerer
Re=
umationsbetrachtung: Dieſes Größte der deutſchen Geſchichte ſchuf die
ſerſönlichkeit. Der eine war es der die Zeit meiſterte. Und
enn freilich auch vielerlei Umſtände zuſammenwirken, ſo geſchah die
(uslöſung all der mancherlei Kräfte durch die Tat des einen Deutſchen:
Nartin Luther. In der Zeit des Materialismus überſehen wir das
u leicht. Und das andere iſt das, daß dieſer eine nur um deſſenwillen
im Offenbarer des deutſchen und des chriſtlichen Wiſſens werden
unnte, weil er ganz und gar handelte aus der Tiefe des Religiöſen
naus und nichts anderes wollte als das eine: das Evangelium.
— Ernannt wurde: Am 30. Oktober: der Finanzpraktikant Friedrich
Vagner aus Roßdorf zum Oberrechnungsreviſor bei der 1. Abteilung
es Reviſionsamts der Oberrechmungskammer mit Wirkung vom 1.
Ok=
ober 1929 an.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des Geſetzes über die
ltersgrenze der Staatsbeamten tritt der Pflegemeiſter Peter Bräuer
ei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Heppenheim am 30. November
929 in den Ruheſtand.
— Erledigt iſt eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer oder
ne katholiſche Lehrerin an der Volksſchule zu Aſtheim, Kreis
roß=Geran; Dienſtwohnung iſt vorhanden und frei.
— Heſſiſches Landestheater. Enſemble=Gaſtſpiel Agnes
Itraub. Heute Samstag findet im Kleinen Haus um 20 Uhr das
tit Spannung erwartete einmalige Gaſtſpiel der berühmten Berliner
darſtellerin Agnes Straub mit Georg Kaiſers Schauſpiel „Die
lucht nach Venedig” ſtatt. Die Künſtlerin ſpielte bereits vor
rehreren Jahren in dieſem Stück bei der Erſtaufführung in den
Ber=
ner Kammerſpielen die Rolle der George Sand und hat dabei
unge=
eure Erfolge erzielt. Eine wundervolle Leiſtung voll Wärme und
lamme, voll weiblicher Ueberlegenheit und Sprunghaftigkeit, die auch
7s Darmſtädter Publikum in hohem Maße feſſeln dürfte. Eröffnung
r Abendkaſſe um 7 Uhr.
„Fidelio” von Beethoven wird heute Samstag, um 19.30 Uhr,
n Großen Haus zum erſten Male in dieſer Spielzeit zur Aufführung
=bracht. Muſikaliſche Leitung Generalmuſikdirektor Dr. Böhm. In
in Hauptrollen Elſa Varena, Hans Grahl, Regina Harre, Eugen Vogt,
heo Herrmann, Hans Komregg, Ernſt Overlack. Wahl= und
Tauſch=
rtſcheine haben keine Gültigkeit.
Morgen Sonntag geht im Großen Haus zum erſten Male in die=
* Spielzeit Verdis Oper, „Auda” in Szene. Muſikaliſche Leitung
arl Maria Zwißler. Die Aufführung iſt der Miete I. zugeteilt und
ginnt um 18,30 Uhr. Für dieſe Vorſtellung gelten Wahlgutſcheine
wvie ſolche Tauſchgutſcheine, die für eine Sonntagsoper ausgeſtellt
urden.
„Die andere Seite”, Schauſpiel von Sheriff; gelangt morgen
Sonntag im Kleinen Haus zur Erſtaufführung. Die Beſetzung iſt
fol=
ende: Stanhope: Minetti; Osborne: Weſtermann; Trotter: Gallinger;
ibbert: Wemper; Raleigh: Hinz; Oberſt: Jürgas; Feldwebel:
Bau=
eiſter; Maſon: Pfaudler; Hardh: Maletzki; ein deutſcher Soldat:
chindler. Die Inſzenierung leitet Günter Haenel (Bühnenbild: Ernſt
Unmel). Die Erſtaufführung iſt der Zuſatzmiete II zugeteilt und
eginnt um 19,30 Uhr.
— Heſſiſche Verwaltungsakademie in Darmſtadt. Am 28. und 29.
ktober d., J. fand in der Höheren Landesbauſchule die erſte freiwillige
bſchlußprüfung für die Abſolventen des erſten Sechsſemeſter=
Lehr=
auges der Heſſiſchen Verwaltungsakademie in Darmſtadt ſtatt. Die
rüfungskommiſſion beſtand aus den Profeſſoren Dr. Hollatz=
Darm=
adt, Dr. Gerloff=Frankfurt a. M. und Dr. Roſenberg=Gießen. Von
zu Prüflingen erwarben 32 das Akademieſtundienzeugnis, darunter 6
rit der Note „mit Auszeichnung‟. Das Geſamtergebnis der Prüfung
arf als durchaus befriedigend bezeichnet werden. Damit lieferle die
rüfung zugleich den Beweis, daß es der Anſtalt in vollem Maße
ge=
rngen iſt, diejenigen mittleren und oberen Beamten, die ſich in
ein=
ringlichem Streben nach fachlicher und perſönlicher Vervollkommnung
ar ſie geſchart haben, in ihrer Erkenntnis von Staat, Necht und
Wirt=
haft in beachtenswerter Weiſe zu fördern. In dieſem Ergebnis ſieht
te Verwaltungsakademie das bedeutendſte Ziel aller Rationaliſierungs=
„ſtrebungen, denn jede Rationaliſierung muß fehlgehen, die nicht in
ſter Linie den wichtigſten Faktor jedes Verwaltungsapparates, den
Leuſchen, als geiſtiges Weſen würdigt und erfaßt. — Am Samstag,
m 2. November d. J., abends 7.45 Uhr pünktlich, veranſtaltet die Heſ=
(he Verwaltungsakademie in Darmſtadt in der Otto=Berndt=Halle
Eingany Alexanderſtraße 22) die Schlußfeier ihres erſten
Sechsſemeſter=
ehrganges. Herr Reichsminiſter a. D Schiffer, der
hervor=
rgendſte Führer der verwaltungsakademiſchen Bewegung und Präſident
er Verwaltungsakademie Berlin, wird die Feſtrede halten. Muſikaliſche
darbietungen der Madrigalvereinigung unter Leitung des Herrn
Pro=
fſors Dr. Noack und des Schnurrbuſth=Quartetts des Heſſiſchen
Landes=
geaters werden die Feier umrahmen. Neben den Hörern der Akademie
it ihren Damen hofft die Anſtalt, die geſamte geiſtig intereſſierte
Be=
enitenſchaſt Darmſtadts als Gäſte begrüßen zu können. Der Eintritt
* ſrei.
Wie ſich die Stadtbilder ändern.
Alk= und Neu=Darmſtädkiſches.
Der Schillerplak.
Unſere Stadt hat erſt ſeit 14. Oktober 1803 einen Schillerplatz.
Hier, wo ſich jetzt zwei moderne, großſtädtiſche Geſchäftsbauten erheben
— das im neueſten Stil umgebaute Geſchäftshaus der altbekannten
Firma „Kleiderheß”, und auf der anderen Ecke das gut
moderni=
ſierte Schuhhaus der Firma Jacob —, ſah es ehedem anders aus.
Hier war die Eingangspforte zum alten Darmſtadt, und manche traute
Erinnerung knüpft ſich hier an verſchwundene Straßenzüge und
Häu=
ſer. Der ganze Straßenzug vom Marktplatz an bis hinauf zur
Ober=
gaſſe hieß in den allerälteſten Zeiten die Herrn=, die Fahr= und auch
die Sonnengaſſe. Herrn= und Fahrgaſſe deshalb, weil ſie in damaliger
Zeit die bedeutendſte und vornehmſte Straße war, und auch die
Haupt=
fahr= und Verkehrsſtraße; der Namen Sonnengaſſe war dem hier ſtehenden
altrenommierten Gaſthaus zur Sonne entlehnt. Dann erſcheint eine
Zeitlang der Name Holzſtraße, weil hier die Holz feilbietenden Bauern
ihren Stand hatten. Im älteſten Darmſtädter Adreßbuch, von 1819,
finden wir unter Diſtrikt D. die Marktſtraße, eigentlich Schirngaſſe
nach der Fleiſchſchirn (Schlachthaus), die Schirmgaſſe, das
Nittergäß=
chen und die Nummern 2—21 Am Schloßgraben verzeichnet. Ein Teil
der alten Straßennamen und auch ein Teil der ehemals verzeichneten
Häuſer ſind im neuen Adreßbuch längſt nich mehr vertreten. Als in
den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Gebanke einer
Schloß=
freiheit” hier in Darmſtadt auftauchte und man für die Altſtadt mehr
Licht und Luft ſchaffen wollte, wurde ein großer Baublock niedergelegt.
In der Marktſtraße fielen die Häuſer Nr. 4 (Metzger Nungeſſer
ge=
hörig), Nr. 6 (Bäcker Sprengel), was zugleich das Geburtshaus unſeres
Landsmanns des Landſchaftsmalers Auguſt Lucas geweſen iſt, der hier
am 4. Mai 1808 als Sohn des Damenſchneiders Georg Friedr. Aug.
Lucas geboren wurde. Nr. 6 (Haus des Galanteriewarenhändlers
Herm. Jungmann) und Nr. 10 (Haus des Kaufmanns W. Buxmeier).
In der Schirmgaſſe, deren Namen im Adreßbuch nicht mehr erſcheint,
fiel das große Eckhaus Nr. 1, das ſchon erwähnte Gaſthaus zur Sonne,
das noch dadurch eine Berühmtheit erlangt hatte, weil in ihm vom 23.
bis 29. Dezember unſer Dichter Friedrich Schiller wohnte, als dieſer
dem erbprinzlichen Hofe den erſten Akt ſeines „Don Carlos” vorlas
und von Herzog Karl Auguſt von Weimar am 27. Dezember zum Rate
ernannt wurde. Die Schiller=Gedenktafel, die an dieſem Hauſe
an=
gebracht war, hat im Stadtmuſeum Aufnahme gefunden. Wohin die
für das „Schillerzimmer” in der „Sonne” geſtifteten Gegenſtände nach
dem Abbruch des Hauſes kamen, iſt dem Schreiber unbekannt. In der
Nittergaſſe, deren Namen auch verſchwunden iſt, wurden abgebrochen
die Häuſer Nr. 2 (Kaufmann Friedrich Schorlemmer), Nr. 3 (
Kamm=
macher Fr. Thomas), Nr. 4 (Gaſtwirt Wilh. Hüter, „Gaſthaus zum
Ritter”). Am Schloßgraben mußten weichen die Häuſer Nr. 1, das aus
dem „Datterich” (1. Akt 2. Szene) berühmt gewordene „Betze Eck”; wo
Niebergall den einen Handlanger, ſagen läßt: „Gell, ich hob’s eich
ge=
dermt.! — Werth=er mit ins Betze Eck gange, do hette mer dehm
Scheppe do ſein Geburtsdook äwe ſo gut feiern kenne; jetzt kannſt=de
bleche, Hannes”; (Beſitzer Gaſtwirt H. Betz, ſpäter Gaſtwirt Schober
und zur Zeit des Abbruches Gaſtwirt K. Ph. Müller), Haus Nr. 3
(Schloſſermeiſter Hauff), Nr. 5 (Haus des Handelsmanns L. Simon).
Hier am Schloßgraben war ebenfalls der Geſchirr= oder, wie die
Darmſtädter ſagten, „de Dippemarkt‟. Durch die Freilegung bzw. den
Abbruch der angegebenen Häuſer entſtand der Schillerplatz, aber keine
vollſtändige „Schloßfreiheit”; ein Häuſerblock blieb ſtehen, darunter
das ehemalige alte „Herrenhaus”, ein Gebäude, das ſchon unter
Land=
graf Ludwig V. erwähnt wird; es wurde von demſelben mit ſeinen
Brüdern Philipp und Friedrich dem Landſchreiber Joh. Weitzel 1603
abgekauft. Nach dem Schloßbrand 1715 nahm Ernſt Ludwig eine
Zeit=
lang darin Aufenthalt, unter Ludwig IK. kam es in Privatbeſitz des
Apothekers Ehrhardt und wurde Hofapotheke. Heute hat auch dieſe
Ecke ein vollſtändig anderes Geſicht bekommen; in den 8der Jahren
des vorigen Jahrhunderts waren hier noch neben der Hofapotheke das
Verkaufsgeſchäft des Seifenfabrikanten Gutenberg und das Haus des
J. Volz.
Nun hat der Schillerplatz durch die entſtandenen Umbauten der
beiden Geſchäftshäuſer ein anderes Bild bekommen. Neues iſt in das
alte eingeordnet, ohne ſtörend zu wirken. Aus dem Stammhaus der
„Merckſchen Apotheke (Engelapotheke), die hier im Jahre 1654 von Joh.
Samuel Boeckler gegründet und 1668 von Jakob Friedrich Merck aus
Schweinfurt erworben wurde — wo unſer berühmter Landsmann, der
Freund Goethes und der „Großen Landgräfin”, Johann
Hein=
rich Merck, geboren wurde — iſt durch allerlei Umbauten ein
moder=
nes Geſchäftshaus, das Schuhhaus der altbekannten Firma Jacob,
ge=
worden. Auf der anderen Ecke des Schillerplatzes, wo früher die Häuſer
Nr. 13 und 15, das Haus des Kaufmanns L. Paſſet und des
Reſtau=
rateurs G. Dittmann, ſtanden, erhebt ſich ein weithin ragender Bau
der landauf und =ab bekannten Firma „Kleiderheß”. An beiden
Stellen iſt Neues in Altes eingefügt, das ſich aber doch mit der
Um=
rahmung ganz gut verträgt und dem ſtillen Beſchauer zeigt, wie die
Zeit auch in der Baugeſchichte unſerer Städte vorwärts ſchreitet, ohne
aber dabei der Geſchichte Abbruch zu tun.
Ph. Weber.
Anmerkung: Hoffentlich werden die Erinnerungsſtücke (Tafeln)
an die alte Engelapotheke, die über der Torfahrt ſich befanden, nach
dem Umbau des Hauſes Jacob wieder angebracht und damit der
ge=
ſchichtliche Charakter des Hauſes gewahrt.
Der Verfaſſer.
Erklärung der Hefiſchen Beamkenbank Darmſtadt
zum Zuſammenbruch der Bank für Deukſche Beamte,
Berlin.
Von der Heſſiſchen Beamtenbank, Darmſtadt, wird uns mitgeteilt:
Die in Berlin in Schwierigkeiten geratene Bank für deutſche Beamte
ſcheint das Opfer einer Geſchäftspraxis geworden zu ſein, die ihre
Be=
tätigung auf einem über das reine Beamtengeldgeſchäft hinausgehenden,
ihr fremden Gebiete geſucht hat. Demgegenüber vertritt die Hefſiſche
Beamtenbank zu Darmſtadt in Uebereinſtimmung mit allen anderen
Be=
amtenbanken der Süddeutſchen Zentralkaſſe und des Deutſchen Beamten=
Genoſſenſchaftsverbandes den Standpunkt, daß eine Ausdehnung des
Ge=
ſchäftsbetriebes einer Beamtenbank auf Nichtbeamte unter allen
Um=
ſtänden zu unterbleiben hat. Die inſolvente Berliner Bank gehörte
auch nicht dem Reviſionsverbandes des Deutſchen Beamten=
Genoſſen=
ſchaftsverbandes an, war alſo eine Außenſeitergründung, mit der die
Heſſiſche Beamtenbank in gar keiner geſchäftlichen oder organiſatoriſchen
Verbindung ſtand. Zu irgendwelcher Veunruhigung iſt daher kein
Anlaß, um ſo weniger, als auch Vorſtand und Aufſichtsrat jede Gewähr.
für einwandfreies Geſchäftsgebaren übernehmen; das hat auch die erſt
vor 4 Wochen vorgenommene unvermutete Reviſion ſeitens des
General=
verbandsreviſors erneut feſtgeſtellt. Geldverkehr beſteht nur mit
Be=
amtenmitgliedern, ſowie öffentlichen, öffentlich=rechtlichen Inſtituten und
genoſſenſchaſtlichen Zentralbanken.”
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— Orthſcher Männerchor. Wie beliebt die Veranſtaltungen des
Orthſchen Männershors ſind, bewies wiederum der überfüllte Saal der
Beſſunger Turnhalle am vergaugenen Sonnteg anläßlich des
Rhei=
niſchen Abends. Das Programm, deſſen Leitmotiv dev Rhein,
das Rheinlied und der Rheinwein waren, bot aber auch allen Beſuchern
wieder Vorzügliches, was bei den einzelnen Aufführungen durch
ſtürmi=
ſchen Beifall zum Ausdruck kam. Einzelne Darbietungen
hervorzu=
heben, wäre verfehlt, denn jeder der Mitwirkenden war wirklich
erſt=
klaſſig und übertraf ſich ſelbſt. Ein flotter Tanz und frohbewegtes Leben
in den oberen Näumen ſchloß nach Beendigung die überaus glänzend
verlaufene Veranſtaltung, auf die der Orthſche Männerchor jederzeit mit
Stolz zurückblicken kann.
— Volkshochſchule. Am Montag, den 4. November, beginnt Herr
Dr. Günther ſeine Vorleſung über das Thema: „Streifzüge
durch Bau und Tätigkeit unſeres Körpers”. An etwa
fünf Abenden wird der bekannte Homöopath, Anatomie und
Phyſio=
logie des menſchlichen Körpers in den weſentlichen Zügen behandeln.
Die Vorleſungen finden von 20.—21 Uhr in der Techniſchen Hochſchule
ſtatt. Anmeldungen zur Teilnahme erfolgen auf der Geſchäftsſtelle der
Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
Kein Höhenluftforſchungsinſtikuk in Darmſtadk.
— Den beiden an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
beſtehen=
den Lehrſtühlen für Luftfahrt ſollte bekanntlich ein Höhenluft=
For=
ſchungsinſtitut angegliedert werden, das erſte dieſer Art überhaupt.
Die deutſche Verſuchsanſtalt für Luftfahrt Berlin=Adlershof ſollte dazu
ihren 9500 Kubikmeter faſſenden Freiballon „Bartſch von Sigsfeld”,
den größten Freiballon der Welt, zur Verfügung ſtellen, der in Höhen
bis zu 10 000 Meter aufſteigen und dem Studium meteorologiſcher,
motortechniſcher und mediziniſcher Fragen in dieſen für die Zukunft
der Luftfahrt wichtigen Regionen dienen ſollte.
Wie wir von amtlicher Stelle erfahren, hat ſich die Verwendung
des Freiballons „Bartſch von Sigsfeld” inzwiſchen als zu koſtſpielig
herausgeſtellt, und der Verſuchsanſtalt für Luftfahrt wurde mitgeteilt,
daß für ihn in Darmſtadt keine Verwendung mehr beſtehe. Ein
Höhen=
luftforſchungsinſtitut gibt es in Darmſtadt alſo nicht. Den Lehrſtuhl
für Luftfahrt hat Profeſſor Gberhardt inne. Der tägliche
meteoro=
logiſche Flugwetterdienſt unter Leitung von Profeſſor Georgii konnte
in ſeinem Weiterbeſtand für Darmſtadt gerade in den jüngſten Tagen
geſichert werden.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Wer unter den
Wan=
dersleuten möchte nicht gerne einmal von dem höchſten deutſchen
Alpen=
berg, der Zugſpitze, den Blick über die herrliche Alpenwelt ſchweifen
laſſen? Es ſcheint zwar im Zeitalter der Bergbahnen eine einfache
Sache zu ſein; aber es gelingt für den, der nicht den überaus
anſtren=
genden Aufſtieg zu Fuß machen will, nicht immer. Denn wer mit
der Bergbahn die Zugſpitze erreichen will, der muß Zeit haben. Die
Auffahrt dauert zwar nur etwa 20 Minuten; aber der ſich zu dieſer
drängenden Menſchen ſind ſo viele, daß man, wie es auch dem
Schrei=
ber dieſer Zeilen ging, ſchon früh morgens auf den nächſten Tag
der=
tröſtet wird, weil „für heute” bereits ausverkauft iſt. Da iſt es dann
eine Entſchädigung, wenn man in Darmſtadt Gelegenheit hat, die
ganze Anlage der Zugſpitzbahn mit der umgebenden Bergwelt in ſo
klaren Lichtbildern zu ſehen, wie ſie Herr Oberſtudiendirektor
Kif=
ſinger in der Aula des Reglaymnaſiums vorführte. Herr
Ober=
ſtudiendirektor Kiſſinger iſt in den Sommerferien aus der Wandererrolle
gefallen. Er hat ausnahmsweiſe und wohl der Wiſſenſchaft halber
die Zugſpitze mit der Bahn erreicht. Die lebensfrohe Schilderung der
Fahrt, die durch prächtige Lichtbilder, welche die Direktion der
Zug=
ſpitzbahn geſtellt hatte, ergänzt wurde, war ein Ereignis für die
Wan=
derfreundinnen und Wanderfreunde, die den Saal bis zum letzten
Platz füllten. — Der zweite Vorſitzende der Ortsgruppe, Herr Profeſſor
Dr. Köſer, ſprach unter dem Beifall der Anweſenden dem
geſchätz=
ten Redner den wohlverdienten Dank aus.
— Kunſthalle am Rheintor. Die Gedächtnisſchau für Profeſſor
Albert Hartmaun erfreut ſich auch weiter eines ſehr guten Beſuchs. Mit
beſonderer Befriedigung kann immer aufs neue feſtgeſtellt werden, daß
die Ausſtellung den hohen Beifall aller Beſucher findet. Auch in der
ab=
gelaufenen Woche iſt wieder eine Neihe von Verkäufen zum Abſchluß
gekommen. Es gingen noch in Pritatbeſitz über die nachſtehenden
Ar=
beiten: die Aquarelle „Comburg bei Schwäbiſch=Hall”. „Bei Michelſtadt”,
die Radierungen „Bäume am See‟, „Nhein bei Gernsheim” und „Prinz=
Georg=Palais”, Außerdem wurden von dem Heſſiſchen Landesmuſeum
die Aquarelle „Michelſtadt, Schloßgaſſe” und „Mühle Fürſtenau”, die
Radierungen „Motiwb aus Lich” und der große Linoleumdruck „Schloß
Fürſtenau” erworben. Es ſteht zu hoffen, daß auch der kommende
Sonntag vegen Beſuch und weitere Ankäufe bringt.
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Seite 6
Samstag, den 2. November 1929
Nummer 304
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheakers.
vom 3. bis 10. November 1929.
Großes Hau s.
Sonntag, den 3. November. Anfang 18,30 Uhr, Ende 22 Uhr.
D 7. „Aïda”, Oper von Verdi. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Montag, den 4. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Oeffentliche Hauptprobe zum 1. Konzert des
Muſikver=
eins „Die Jahreszeiten” von Joſeph Haydn. Preiſe
1 bis 3,50 Mk.
Dienstag, den 5. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
1. Konzert des Muſikvereins „Die
Jahres=
zeiten” von Joſeph Haydn. Preiſe 1,50 bis 7 Mk.
Mitwoch, den 6. November. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr.
B 7. „Amphitryon”. Luſtſpiel von Kleiſt. Preiſe 1 bis
10 Mk.
Donnerstag, den 7. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach
22 Uhr. C 7. „Tosca”. Oper von Puccini. Preiſe 1
bis 10 Mk.
Freitag, den 8. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30
Uhr. D 8. „Der fliegende Holländer”. Oper von
Richard Wagner. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, den 9. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen
22.15 Uhr. Darmſtädter Volksbühne (Miete wird noch
be=
ſtimmt). „Fidelio”. Oper von Beethoven. Preiſe 1 bis
10 Mk.
Sonntag, den 10. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
E 8. Neueinſtudierung: „Ein Walzertraum”.
Ope=
rette von Oskar Strauß. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Kleines Hau s.
Sonntag, den 3. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatzmiete IIz. Zum erſten Male: „Die andere Seite‟
Schauſpiel von R. C. Cheriff, Deutſch von H. Reiſiger.
Preiſe 1,50 bis 7.,50 Mk.
Montag, den 4. November. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 5. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatzmiete Is. „Die andere Seite”. Schauſpiel von
R. C. Cheriff, Deutſch von H. Reiſiger. Preiſe 1,50 bis
7,50 Mk.
Mittwoch, den 6. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
S 2 (Darmſtädter Volksbühne), Gruppe 1—4. „Martha”.
Komiſche Oper von Flotow. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Donnerstag, den 7. November. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatzmiete V.. „Die andere Seite‟. Schauſpiel von
R. C. Cheriff, Deutſch von H. Reiſiger. Preiſe 1,50 bis
7,50 Mk.
Freitag, den 8. November. Anfang 20 Uhr, Ende 21.30 Uhr.
Zweiter Kammermuſikabend des
Schnurr=
buſch=Quartetts. Preiſe 1, 2 und 3 Mk.
Samstag, den 9. November. Anfang 15.30 Uhr, Ende 17.30 Uhr.
Heſſenlandmiete I2. „Aufgang nur für
Herrſchaf=
ten”, Kleine Komödie von Siegfried Geyer. Preiſe 1 bis
5 Mk.
Anfang 20 Uhr. Revolutionsfeier, veranſtaltet vom
Kulturkartell der Gewerkſchaften. Einheitspreis 50 Pfg.
Sonntag, den 10. November. Anfang 11.30 Uhr, Ende gegen
13 Uhr. Liedermatinee Pauline Jack. Lieder von
Mouſſorgſky, Prokofieff, Dvorak, Ruſſiſche Volkslieder.
Preiſe 0,50 bis 3 Mk.
Anfang 19 Uhr, Ende gegen 21.30 Uhr. Heſſenlandmiete IIz.
„Die andere Seite”. Schauſpiel von R. C. Cheriff,
Deutſch von H. Reiſiger. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Wir entnehmen der „Freib.
Ztg.” u. a: Fränlein Lili Hickler (Darmſtadt) hat es
verſtan=
den, all das fröhliche Leben auf der Bühne zu wecken, das uns die
Er=
innerung an die Kinderſtube zurückruft. Da gibt es keine
Sentimen=
talitäten. „Herzhaft und keck!“ — Das iſt ſcheints die Deviſe dieſes
an Geiſt und Gemüt gleich geſunden Menſchenkindes. Und dieſes
kern=
geſunde Zugreifen iſt es, das auch die Wangen des Jüngſten, ja
Zwei=
jährigen, erglühen läßt und den Tateneifer wachruft, der zum erſten
Male die Bühne, in Angriff nimmt”. Ob da nun der wirklich lebende
Haſe der ſieben Schwaben bekriegt wird, oder man bei Tante Lotte
ſeine Prügel faßt, ob geheiratet wird oder es nur zu Kaffeeklatſch und
Tänzchen geht, man iſt immer zu haben. — Ein köſtlicher Gedanke,
die=
ſes Zuſammenlegen der Kinderſtuben; die Dame müßte Ehrenmitglied
werden im Verein der Kinderreichen; ſie zeigte ſich ihrem Häufchen
ge=
wachſen. Da purzelts und hopſt3, da tanzt es und freit; auf köſtliches
Durcheinander folgt ſtrenge Kleider= und Geſellſchaftsordnung,
zier=
liche Etikette. Da und dort blickt der kleine Gernegroß durch. — Und
der Eifer bei der großen Wäſche: ſo urſprünglich geſunde Freude an
der Arbeit; ja, wenn wir Großen die noch hätten! Wie wichtig dieſe
köſtlichen Kleinen! Wie glücklich ihre Mütter, die Kinder drunten im
Zuſchauerraum, und wie jung das Herz auch der Aelteſten bei dieſem
Getriebe!
— Im Schloßmuſeum finden jeden Tag, vormittags 11 und 11.30
Uhr, Führungen ſtatt. Die Madonna von Holbein kann in der
Zeit von 10.45 Uhr bis 11.45 Uhr vormittags ſtets geſondert von den
Führungen geſehen werden.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Am Sonntag, dem 3.
Novem=
ber, bleiben unſere Räume für die Ausſtellungen Endner und
Seck=
bach von 11,30—1,00 Uhr geöffnet. Maler Karl Deppert wird
ein=
führende Erläuterungen geben zu den Plaſtikarbeiten der Bildhauerin
Seckbach. (Siehe heutige Anzeige.)
— Auf die Aufführung des Oratoriums „Die Jahreszeiten” von
Joſeph Haydn durch den Muſikverein unter Leitung von
Gene=
ralmuſikdirektor Dr. Böhm am Dienstag, den 5 November, 19,30
Uhr, im Großen Hauſe des Landestheaters wird nochmals
aufmerk=
ſam gemacht. Die öffentliche Hauptprobe findet am Montag um 19.30
Uhr ſtatt. Als Soliſten wirken mit: Thea Boehm=Linhard, Darmſtadt,
Ventur Singer=Köln und Hermann Scheh=Berlin. Karten zum Konzert
und zur Hauptprobe ſind noch zu haben bei Konzert=Arnold,
Eliſa=
bethenſtraße.
— Herr Willy Hutter, Lehrer der Ausbildungsklaſſen an der
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, konnte kürzlich auf eine 25jährige
Tätigkeit als Meiſterpianiſt und Lehrer an der früher Prof.
Schmitt=
ſchen, ſeit 1922 Städtiſchen Akademie zurückblicken. Aus dieſem Anlaß
wurden dem um das Darmſtädter Muſikleben hochverdienten beliebten
Jubilar eine Reihe Ehrungen zuteil. So überreichte ihm Herr
Ober=
bürgermeiſter Mueller die Silberne Preismünze der Stadt. Weiter
wurde ihm die Silberne Erinnerungs=Plakette des ehemaligen
Groß=
herzogs verliehen; das Lehrerkollegium brachte ſeine Glückwünſche
unter Ueberreichung namhafter Geſchenke dar, ebenſo das Sekretariat
der Anſtalt und die Schüler. Desgleichen ſprach der Reichsverband
Deutſcher Tonkünſtler ſeine Glückwünſche aus.
— Vereinigung der Freunde des Humaniſtiſchen Gymnaſiums. Am
nächſten Mittwoch, 6. November, 20 Uhr, wird Univerſitätsprofeſſor
Dr. Laqueur=Gießen über das Thema „Griechenland und Nom im
Nahmen der antiken Weltgeſchichte” ſprechen. Der Vortrag, mit dem
die Vereinigung ihre Winterveranſtaltungen einleitet, findet im
Feſt=
ſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums ſtatt.
— Märchen=Theater im Orpheum. Für die Winterſpielzeit 1929/30
ſind im Orpheum eine Anzahl Märchenvorſtellungen vorgeſehen, die
Samstag= und Sonntagnachmittag ſtattfinden. Als erſtes Märchen
ge=
langt morgen, Sonntag, 3. November, nachmittags 3.30 Uhr: „
Schnee=
wittchen und die ſieben Zwerge” zur Aufführung, mit Elſe Fiderlin, der
reizenden Kinderdarſtellerin, als Schneewittchen. Die Einſtudierung
liegt in den Händen von Herrn Alois Ausfelder ſen, (vormals
Landes=
theater). Wer ſeinen Kleinen und Kleinſtem eine Freude bereiten will,
ſchicke ſie in die Märchenvonſtellungen im Orpheum! Gintrittspreiſe
von 40 Pfg. bis 1.50 RM. Karten im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigs=
platz.
— Erhöhung der Brikettpreiſe. In einer gemeinſamen Sitzung des
Reichskohlenverbandes und des Großen Ausſchuſſes des Reichskohlenrats
wurde ein Antrag des Rheiniſchen Braunkohlenſyndikats auf Erhöhung
der Briketkpveiſe um 1 Mark je Tonne angenommen. Der
Bevollmäch=
tigte des Reſchswirtſchaftsminiſters ſah davon ab, gegen den Beſchluß
Einſdruch zu erheben, und zwar mit der Begründung, daß die
Er=
höhung der Preiſe im Rheiniſchen Braunkohlenſyndikat aus
gemein=
wirtſchaftlichen Erwägungen nicht beanſtandet werden könne. Der jetzt
beſtehende Preisunterſchied im Vergleich zu anderen Syndikaten müſſe
unter den in dieſem Einzelfalle gegebenen Verhältniſſen auf die Dauer
zu Erſcheinungen am Abſatzmarkte führen, die nicht im Rahmen der im
Rohlenwirtſchaftsgeſetz vertretenen Gedankengänge lägen.
Mar venn Beuensatashan der awaherpſtängen.
Vortrag von Privatdozent Dr. Hans Heil!
Nalurwiſſenſchaftlicher Berein zu Darmſtadk.
350. Sitzung am 29. Oktober 1929.
Die Lehre von dem Lebenshaushalt der Organismen gründet ſich
auf die Unterſuchung der aufgenommenen und abgegebenen Stoffe und
Energien unter Berückſichtigung des von dem Organismus in
irgend=
welcher Weiſe umgearbeiteten Reſtes. Iſt zum Beiſpiel bei einer
Pflanze die Waſſeraufnahme gerade ſo groß wie die Waſſerabgabe,
d. h., verſteht die Pflanze gut zu bilanzieren, dann ſpricht man von
dem Bilanztyp. Iſt dagegen die Waſſeraufnahme zu gewiſſen Zeiten
größer als die Abgabe, dann muß das Waſſer irgendwo in dem Körper
verbleiben. Es werden Reſervoire angelegt, aus denen die Pflanze in
Trockenzeiten ſchöpfen kann, ſo daß dann die Abgabe die Aufnahme
zu überſteigen vermag. Dieſen zweiten, den ſogenannten
Sukkulenten=
typ, repräſentieren die dickblättrigen und =ſtengligen Pflanzen, wie
zum Beiſpiel die Mauerpfeffer= und Kakteenarten.
Die Lehre vom Lebenshaushalt der Pflanzen, die Oekologie
(vom griechiſchen vikos — Haushalt), hat als modernes Teilgebiet der
Biologie neben der rein wiſſenſchaftlichen auch eine ungeahnte
prakti=
ſche Bedeutung bekommen. Mit Hilfe der ſich immer mehr
verfeinern=
den Unterſuchungsmethodik verſteht man es z. B. in den Vereinigten
Staaten, den Ertrag einer Baumwollernte mit großer Sicherheit ſchon
ein Vierteljahr eher abzuſchätzen, als dies bisher durch die
landwirt=
ſchaftlichen Beobachter geſchehen konnte. In land= und
forſtwirtſchaft=
lichen Betrieben wird man durch das Studium der Standortsfaktoren
die geeignetſte Bepflanzungsart auszuwählen verſtehen. Andererſeits
wird man die Umwelt, ſoweit es möglich iſt, noch mehr den
Bedürf=
niſſen der Kulturpflanzen anpaſſen können als ſeither.
Als Beiſpiel einer ökologiſchen Betrachtung wurden an Hand einer
größeren Anzahl von Lichtbildern die Lebensverhältniſſe der
Altwaſſer=
vegetation beſprochen.
Ein Altwaſſer kann entſtehen, wenn eine Stromſchleife durch
irgendwelche Kataſtrophe durchgeriſſen und dadurch als Anhängſel von
dem nun verkürzten Strombett ſeitwärts ſtillgelegt wird. Der Rhein
neigt bei ſeinem äußerſt geringen Gefälle zwiſchen Speher und Mainz
zu Schlingen= und dadurch zu Altwaſſerbildungen. So entſtand 1801
der Altrhein bei Lampertheim. Der Strom hat ſich dadurch ein
natür=
liches Durchbruchsbecken, das Welſche Loch, geſchaffen. Dieſe Altwaſſer
ſind vorübergehende Erſcheinungen, da bei jedem Hochwaſſer neue
Sinkſtoffe durch den Fluß hineingebracht werden, die als Sedimente
nach und nach das ehemalige Flußbett auffüllen. Vom Ufer her
drin=
gen auf dem ſich ſtets erhöhenden Boden die Röhrichte in das Innere
vor, die auch ihrerſeits zur weiteren Verengung des Waſſerraumes
beitragen. So vergehen die Altwaſſer wieder durch den Prozeß der
Verlandung.
In dieſem eigenartigen Lebensraum entwickelt ſich eine ganz
charakteriſtiſche Pflanzengeſellſchaft. Als typiſche Gruppen
wuchern in den tieferen Waſſerſchichten die untergetauchten
Waſſer=
pflanzen, die Submerſen, ſo z. B. das Hornkraut und die Laichkräuter.
Etwas flachere Stellen bevorzugen die Schwimmpflanzen, die teils
un=
abhängig vom Untergrund frei auf der Waſſeroberfläche treiben, teils
mit ihren Wurzeln im Schlamme verankert ſind. Dieſe werden
ver=
treten durch die Seeroſen, die Seekanne und die ſeltene und in ihren
Lebensanſprüchen ſonderbare Waſſernuß. An dem Rande der ſich
hebenden und ſenkenden Waſſerfläche wachſen die amphibiſchen Pflan
zen, die ſich durch die Vielgeſtaltigkeit ihres Körpers bald auf Land
bald auf Waſſerleben einſtellen können, wie z. B. der Waſſerknöterick
Die äußerſte Zone auf dem nur ſeltener überſchwemmten feuchten Ufer
rande nehmen die Sumpfpflanzen ein, vor allem die Arten des Röh
richts, wie Schilf und Simſen.
Das Leben dieſer Pflanzen ſteht unter dem ſtändigen Einfluß eine
Menge von für den Standort typiſchen Umweltfaktoren.
Das Waſſer hängt mit ſeinem Steigen und Fallen aufs innigſt
von den Hoch= und Niederwaſſerperioden des Stromes ab, ſolange
no=
eine Verbindung beſteht. Allerdings können einzelne Teile der Aft
waſſerarme bis zu einem gewiſſen Grade durch zahlreiche eigene klein
Quellen geſpeiſt werden.
Das Quellwaſſer verſorgt gleichzeitig die Waſſerpflanzen mit de
für die Kohlenſtoff=Aſſimilation notwendigen Kohlenſäure, ir
dem es dieſe dem ſtehenden Waſſer entweder direkt zuführt, oder dure
ſie die in den Altrheinen in größerer Menge befindlichen Karbonat
in für die Pflanze beſſer aufnehmbare Bikarbonate überführt. Mel
ſungen haben ergeben, daß das Waſſer in dem ſo gut wie waſſerpflan
zenfreien Welſchen Loch keine freie Kohlenſäure enthält, während da
eines ſchmalen Altrheinarmes, der ſich kurz vor ſeiner Einmündung i.
das Welſche Loch durch überaus üppige Vegetation auszeichnet, ein
ziemliche Menge freier Kohlenſäure führt. Auf die Erſcheinung de
Kohlenſäurezufuhr durch Quellwaſſer wird auch das prächtige Gedeiher
der Waſſernuß auf dem Kalkboden zurückzuführen ſein, was im Wider
ſpruch zu ſtehen ſcheint mit den Angaben aus der Literatur, wonge
die Waſſernuß zu den kalkfeindlichen Pflanzen gehören ſoll. Nicht da
Kalzium wird hier als Gift wirken, ſondern die bei der mühſamer
Zerlegung des einfachen Karbonates in doppelter Menge freiwerdender
Hydroxylionen. Vielleicht ſpielt auch eine gewiſſe Unterernährun
durch den Kohlenſäuremangel in karbonatreichen Gewäſſern mit.
Auch die Temperatur des Waſſers wird durch die Quelle,
für wärmebedürftige Pflanzen günſtig beeinflußt. Bei minus 12 Grgl
Lufttemperatur hatten die Waſſernußſtandorte im Januar 1929 offene
Waſſer von etwa plus 10 Grad. Durch das geringe Wärmeleitvermö
gen des Waſſers befinden ſich die oberflächennahen Teile der Schwimm
pflanzen in einer anderen Wärmeſchicht als die Wurzeln; Verhältniſſe
die ſich während des Verlaufes eines Tages umkehren. Außerdem wirk
die wärmeklimatiſch bevorzugte allgemeine Lage günſtig auf den Stand
ort bei Lampertheim ein, was aus der phänologiſchen Karte vor
Ihne ohne weiteres hervorgeht. Der Lampertheimer Altrhein lieg
nahe bei dem Gebiet der erſten Zone von Worms.
Unterſuchungen über die Verdunſtungskraft der Atmo
ſphäre mittels Evaporimetern zeigten das unterſchiedliche
Verhal=
ten der oberflächennahen Luftſchichten über Waſſer und Land. Ver
bunden mit Tranſpirationsmeſſungen an Schwimmpflan
zen ergaben ſich Schlüſſe auf deren Waſſerhaushalt. Nach ihrer
Tranſpirationsintenſität laſſen ſie ſich ſinngemäß in die ſeither bekannte
Gegenüberſtellung eingliedern. Die geringſte relative Tranſpiration
weiſen die erika=artigen Gewächſe auf, dann folgen die krautblättrigen,
danach die Sumpfpflanzen, und am meiſten tranſpirieren die
Schwimm=
pſlanzen.
Die Fülle der Probleme iſt groß; noch manche vertiefende
Unter=
ſuchung über den Lebenshaushalt der Altwaſſerpflanzen könnte au
dem angebahnten Wege zur weiteren Klärung beitragen.
— Die Vereinigung ehemaliger 97er Darmſtadt wendet ſich mit
fol=
genden Aufruf an alle Angehörigen früherer reichsländiſcher
Regimen=
ter: Von der Annahme ausgehend, daß auch in Heſſen viele Angehörige
ehemaliger reichsländiſcher Truppenteile wohnen, die ohne jede
Verbin=
dung untereinander und ohne Anſchluß an Kameradenvereine ſind,
nehmen wir Veranlaſſung, all intereſſierten Kameraden zu bitten, uns
wenigſtens vorläufig ihre Adreſſe nebſt früherem Truppenteil
anzu=
geben, damit eine Zuſammenkunft vereinbart werden kann. Kein
An=
gehöriger der tapferen und überall ſiegreichen ehemaligen elſaß=
lothrin=
giſchen Regimenter darf fehlen! Zuſchriften an den Schriftführer:
Julius Crummenauer, Darmſtadt, Karlſtraße 41.
— Die wenigſten Darmſtädter kennen die Feſträume der hieſigen
Freimaurerloge, Sandſtraße Nr. 10. Es lohnt ſich daher für alle, die
für Familienfeſte, Vorträge, Verſammlungen uſw. geeignete
Räumlich=
keiten ſuchen, dem altehrwürdigen Bau Meiſter Mollers einen Beſuch
abzuſtatten. Völlige Abgeſchloſſenheit der nunmehr ganz neu
hergerich=
teten Näume, vorzügliche Bewirtung, ein auserleſener Weinkeller, eine
kleine Bühne und für die tanzluſtige Jugend friſches Parkett dürften
genug des Anziehenden bieten. Im übrigen verweiſen wir auf die
An=
zeige in heutiger Nummer.
F
Erhältunngs-Gelahn
Austen Heiscrkeit,Hatarrf
Mie
Ret
USt-Caramel
wehr aie 15000 Zeugnisss. Lu hsben in Lpcthelien Drogerien und no Plaſare Schedos
Beutel 40 Pfg.— ROBé 96 Pfg
ISt 2731
Ap. Was in der elektriſchen Bahn alles vergeſſen wird, davon legte
die geſttige Verſteigerung der in den Jahren 1925—27 in den Betrieben
der elektriſchen Straßenbahn gefundenen Gegenſtände Zeugnis ab:
Schirme und Spazierſtöcke an hundert Stück, Hüte, Mützen, Schuhe,
Kleidungsſtücke aller Art, vom Cape bis zum Nachthemd, Handkoffer,
Portemonnaies, Operngläſer, goldene Uhren mit und ohne Armband,
Proſchen, Roſenkränze, Milchkannen, Gießkannen und andere
Gebrauchs=
gegenſtände. Schirme wurden viel gekauft, im Preiſe von 1,20—2,50
Mark; das höchſte Gebot von 3,20 Mark wurde auf einen modernen
Damenſchirm abgegeben. Für Spazierſtöcke, je 4, wurden 1,20—1,60 Mk.
bezahlt. Wäſcheſtücke wurden meiſtens in Ballen verſteigert, für 20
Taſchentücher wurden u. a. 30 Pf. geboten, für 8 Mützen 50 Pf. Je 10
Portemonnaies erzielten 30—50 Pf., ein guter Handkoffer 2,50 Mk.
Operngläſer und Uhren gingen wegen der hohen Einſchätzung weniger
ab, das höchſte Gebot war 15 Mark für eine goldene Damenuhr. Für
die Wäſcheſtücke intereſſierten ſich hauptſächlich die Frauen, die unter
den Bietenden zahlreich vertreten waren.
Skiamen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Deröffentiſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Nedaltion leinertei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 8 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgefandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Wenn man öfters in unſere Darmſtädter Wälder Spaziergänge
unternimmt, ſo hat man Gelegenheit, feſtzuſtellen, daß vom Beginn des
Waldes bis tief in die einzelne Waldbezirke Ruhebänke aufgeſtellt
ſind. Warum aber gerade die Dianaburg und der Georgenbrunnen ſo
ſchlecht mit Bänken verſehen ſind, erſcheint mir unberechtigt, da doch
gerade dieſe beiden Plätze zu den beliebteſten Spaziergängen gehören
(auch von älteren Leuten). Wohl ſteht an der Dianaburg eine einzige
Bank, doch iſt dieſe ſo morſch und verfallen, daß von einem Sitzen
dort kaum noch die Rede ſein kann. Man könnte erwidern, im
hin=
teren Roßdörfer Wald ſei dies ähnlich. Stimmt nicht! Erwähnt ſeien
nur Küchler= und Ludwigstempel, Diebsbrunnen, Ludwigseiche und
Jägermeiſtersteich; „Plätze, an denen ſogar viele Nuhebänke ſtehen.
Könnte die zuſtändige Forſtbehörde da nicht beſſernd eingreifen? G.
Zur Schulgelderhöhung. — Einſt und jetzt!
In meiner Schulzeit betrug das Schulgeld 60 Mk. und 30 Mk.
und 0 Mk. — 90 Mk. im Jahre bei drei Geſchwiſtern. Heute bezahle
ich für drei Kinder 192 Mk. und 156 Mk. und 156 Mk. — 504 Mk.
Ciris.
Freie Bahn dem Tüchtigen?!
Briefkaſten.
Irder Anfrage iſt die lohzte Bezussgulitung beizufügen. Anentme Anfragen weiden
nicht beantwortet. Die Beattwortung erfelgt obne Reckisverbindlichtell.
L. R., hier. Wenden Sie ſich an die Deutſche Landwirtſchafts=
geſellſchaft in Berlinz Abteilung Seidenraupenzucht=
— Kaninchen=Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Die Kaninchenzucht
wird in Deutſchland ſchon ſeit über 50 Jahren von Tauſenden von
Züichtern betrieben; heute haben wir 34 anerkannte Kaninchenraſſen.
Dieſe verteilen ſich unter die Züchter, je nach deren Geſchmack, für die
eine oder andere Raſſe, wie Belgiſche Rieſen, Deutſche Rieſen=Schedke,
Deutſche Widder; der andere liebt mittelgroße Raſſen, als da ſind
her=
vorzuheben Angora, Blaue Wiener, Weiße Wiener, Chinchilla und
Caſtorrex=Kaninchen. Die letztgenannte Raſſe iſt ganz beſonders
ge=
eignet zur Edelzucht. Die Rohfelle dieſer Raſſe werden heute mit 2
bis 25 Mark pro Stück, wenn dieſe in der Fellblüte, in den Monaten
Dezember bis Februar, geſchlachtet werden, bezahlt. Dieſe Raſſe wid
daher in den nächſten Jahren am meiſten gezüchtet werden, da ſ
Naſſe eine in den letzten Jahren herausgezüchtete neue Raſſe iſt u0.
ſehr viele Liebhaber hat. Die Nachfrage nach ſolchen Tieren iſt ſehl
groß, und infolgedeſſen ſind die Tiere auch noch ſehr hoch im Preiß.
Ein Paar gute Jungtiere im Alter von zehn Wochen koſten 60—ut
Mark je nach Qualität; ausgewachſene Tiere koſten pro Stück 100 b6
300 Mark. In einigen Jahren, wenn von dieſer Raſſe mehr Tiere
vorhanden ſind, wird der Preis etwas niedriger werden; unter 30—4
Mark wird man aber auch dann kein Tier bekommen, weil ja das Fell
allein ſchon 20—25 Mark wert iſt. Es wäre daher zu empfehlen daß
ſich jeder, der über etwas Platz verfügt, mit der Züchtung dieſer Nanint
chenraſſe befaßt. An eine Ueberproduktion von Fellen iſt gar nicht zu
denken. Deutſchland führt pro Jahr für 25 Millionen Mk.
Kaninchen=
felle ein, aus England, Frankreich und Amerika. Dieſe Felle werden
alle in Deutſchland veredelt und zu den geſchmackvollſten Pelzen
ver=
arbeitet. Daß gerade Caſtorrex=Kaninchenfelle einen ſolchen hohen
Preis erzielen, hat ſeine Urſache darin, weil dieſe Felle eine ebenſo
dichte Unterwolle beſitzen wie die edelſten Marder in der Wilduis,
Wenn zum Beiſpiel ein Landwirt 1,3 Tiere zur Zucht einſtellen würde
und würde damit je drei Würfe pro Jahr erzielen, dann bekäme er
zirka 50 Jungtiere. Dieſe im Alter von acht bis zehn Monaten
ge=
ſchlachtet, würden zirka drei Zentner Fleiſch und für 1000—120 Marl
Felle liefern. Die Arbeit für Pflege und Fütterung wird nicht mehr
ſein, als wie eine ebenſo große Anzahl von Hühnern. Es könnte ſich
auf dieſe Art jeder, der über etwas Platz und das nötige Kapital
zur Anſchaffung von einigen Tiere verfügt, ein ſchönes
Nebenein=
kommen ſichern. — Sämtliche oben angeführten Tiere können auf der
Ansſtellung bei den vereinigten Darmſtädter Kleintierzüchtern
am 2. und 3. November d. Js. im „Noſengarten” (Frankfurter Straße)
beſichtigt werden.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. Die Mitglieder werden
noch=
mals auf die heute abend ſtattfindende Monatsverſammlung
aufmerk=
ſam gemaht. Zwei Lichtbildervorträge werden geboten: „Unſere
Zeppelinluftſchiffe von 1—177” und „Die Weltreiſe des Graf Zeppelin”,
— „Liedertafel”, Bunter Abend heute 20 Uhr im großen
Saale des Städtiſchen Saalbaues. Außer dem bereits
bekanntgemach=
ten Programm kommt der von Matthias Weber komponierte und der
Darmſtädter Liedertafel gewidmete Marſch. Die Liedertäfler” erſtmalig
zur Aufführung. Zum Ball wird Herr M. Weber mit ſeinem ganz
modern umgeſtalteten Orcheſter überraſchen.
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die
Beck=
ſtraße zwiſchen Erbacher Straße und Darmſtraße bis auf weiteres
für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
Lelale Beranfialtungen.
Di Mererater erfthainenden Notizmt ſind ausfchließlich als Ainweik euf Knpsi gen m BekrMtt
in bisrm Falle Farndwie als Veſprichung eder Krtik.
— Heute abend 8 Uhr Wiederſehensfeier der 8./110
im Mathildenhöheſaal, Dieburger Straße 26.
— Tanzabende. Der Beſuch der Tanzabende am Samstag
und Sonntag im Hotel Prinz Heinrich iſt beſtens zu empfehlen.
— Schloß=Café. Als Neuerung iſt, vielen Wünſchen des
Publikums entſprechend, vom Montag, 4. d. M. ab, während des Kolle
zertprogramms Gelegenheit zum Tanz geboten. Das Sſchloß=Caſe=
Enſemble unter Leitung des Kapellmeiſters Curt Fiſcher wird
abwegl=
ſelnd Konzertſtücke und die neueſten Tanzſchlager bringen. 1Siehe
heu=
tige Anzeige.)
Aus den Parkeien.
Frauengruppe des D. D. B. Auf vielſeitigen Wunſch
Zu=
ſammenkunft der Damen bereits Dienstag, den 5. November, 4 Uhr
nachmittags, im Herrngarten=Kaffee.
Tageskalender für Samstag, den 2. November 1929.
ſ. Landestheater, Großes Haus, 19.30 Uhr, E 7: „Fidelio”=
Nheingauer Winſtube, Neichshof. Alte Poſt, Bismarckecl, Kaffe
Monopol, Bockshaut, Hotel Prinz Heinrich, Waldſchlößchen, Kaffee
Jöſt, Darmſtädter Hof, Sportplatz=Reſtaurant, Haferkaſten,
Reichs=
krone. Zum Schwanen, Weinſtube Stolzenfels, Zum Hubertus, Stadt
Malagg, Frankfurter Hof. — Liedertafel, 20 Uhr, im Städr=
Saalbau: Bunter Abend. — Kinovorſtellungen: Union=
Thegter, Helig.
Nummei 304
Samstag, den 2. Lovember 1929
Seite 7
Von der Ackerbau= und Grünlandabteilung der Landwirt=
Haftskammer wird uns mitgeteilt:
Nach einjähriger Unterbrechung fand in den Tagen vom 7. bis
3. Oktober in Berlin die 25. Deutſche Braugerſten= und
Hopfen=
usſtellung ſtatt. Die Ausſtellung war auch dieſes Jahr zahlreich
eſchickt mit Gerſten aus allen deutſchen Anbaugebieten
Beſon=
ers ſtark vertreten waren die Hauptanbaugebiete: Provinz
Sach=
n. Thüringen, Unterfranken, Mittelfranken und Bayeriſche Pfalz.
luch aus Heſſen waren 43 Gerſten ausgeſtellt. Nach dem jetzt
vor=
egenden Ergebnis der Bonitierung und des Preisbewerbs ſind
zuf die heſſiſchen Gerſten zwei 1. Preiſe von je 100 RM. und als
zſatzpreis zwei Staatspreismünzen des Heſſiſchen Miniſteriums
fallen, und zwar auf die Gerſten, von Auguſt Biegler,
Dorn=
ürkheim, und Ferdinand Knauff, Monsheim, ferner drei 3. Preiſe
nd fünf Anerkennungen. Von insgeſamt 617 aus allen deutſchen
nbaugebieten ausgeſtellten Gerſten haben nur vier Gerſten bei
er Geſamtbonitierung 60 Punkte aufzuweiſen (1 Gerſte aus der
rovinz Sachſen. 2 aus Thuringen und 1 aus Heſſen, F. Knauff=
Tonsheim). Als die beſte deutſche Braugerſte wurde mit 61
unkten die „Heſſengerſte” von Gutsbeſitzer Auguſt Biegler,
Dorn=
üirkheim in Rheinheſſen. feſtgeſtellt. Bedauerlich iſt, daß die in
üheren Jahren von dem Preußiſchen Miniſterium für
Landwirt=
haft, Domänen und Forſten geſtiftete ſilberne Medialle" „für die
iſte deutſche Braugerſte”, die bekanntlich bei den beiden letzten
usſtellungen auf Heſſen entfiel, dieſes Jahr nicht vergeben wurde.
ieſe hohe Auszeichnung würde in 1929 auf die „Heſſengerſte‟
s Herrn Biegler, Dorn=Dürkheim. gefallen ſein.
Dieſes Ergebnis zeigt, daß die heſſiſchen Braugerſten auch auf
r diesjährigen deutſchen Braugerſtenausſtellung wieder einen
hönen Erfolg errungen haben, beſonders wenn wir die erreichten
hen Bonitierungspunkte beachten. Heſſen hat nicht nur auch
r dieſem Jahre wiederum die beſte, mit 61 Punkten
höchſtboni=
erte deutſche Braugerſte, ſondern auch neben 11 prämiierten
erſten noch 23 Ausſtellungsmuſter aufzuweiſen, denen, trotz ihrer
ohen Bewertung von 45 bis 54 Punkten, zwar keine
Anerken=
ung mehr zufiel, wie dies in anderen Anbaugebieten noch der
all war, mit dieſem Ergebnis aber wiederum den Beweis
liefer=
n, daß unſer heſſiſches Anbaugebiet neben der Pfalz. Franken,
achſen und Thüringen die beſten Braugerſten erzeugt.
An. Arheilgen, 30. Okt. Gemeindgratswahl. Für die am
November d. J. ſtattfindende Gemeinderatswahl wurden hier bier
Zahlvorſchläge zugelaſſen und zwar: 1. Wahlvorſchlag:
Kenn=
ort: Thomas Eißler (Sozialdemokratiſche Partei): 1. Eißler, Thomas,
eſſelſchmied: 2 Klöß, Konrad, Angeſtellter: 3. Nikolaus, Peter,
chreiner; 4. Wolf. Jakob 2., Glaſer; 5. Kunz, Karl, Gcometer:
Barnewald Johann, Schriftſetzer; 7. Germann, Georg, Former;
Pfeiffer, Chriſtian, Lackierer; 9. Fink, Friedrich, Schriftſetzer; 10.
jeter, Hermann, Weißbinder; 11. Jüngling, Wilhelm. Schloſſer; 12.
enz, Wilhelm 12., Schriftſetzer; 13. Löſch, Adam, Verw.=Oberſekretär;
Gräf, Heinrich 2., Lackierer; 15. Götz, Philipp, T. L. Aufſeher; 16.
raſer, Heinrich 5., Spengler: 17. Krämer, Heinvich, Lackierer; 18. Lein,
einrich, Landwirt. — 2 Wahlvorſchlag: Kennwort: Handwerk
ud Gewerbe: 1. Benz, Franz 3., Maurermeiſter; 2. Andreas, Karl 2.,
penglermeiſter; 3. Luther, Wilhelm, Schreinermeiſter; 4. Brücher,
Homas 4., Kaufmann; 5. Schmitt, Johannes, Schloſſermeiſter; 6.
Wal=
r, Adam, Weüßbindermeiſter. — 3. Wahlborſchlag: Kennwort:
ommuniſtiſche Partei: 1. Damm, Karl Schloſſer; 2. Fändrich,
Hein=
ch. Lackierer; 3. Beck, Ludwig, Schloſſer; 4. Kober, Friedvich,
chmied. 4. Wahlvorſchlag: Kennwort: Bürgerliche Vereinigung:
Benz, Georg 14., Landwirt; 2. Becker, Heinrich 2., Werkmeiſter;
Merlau, Georg 2., Landwirt; 4. Rühl, Gg. Peter, Steueraſſiſtent;
Schneider, Bernhard 3., Landwirt; 6. Hatzcwberger, Georg, Bank=
=amter; 7. Andres, Wilhelm 4., Landwirt; 8 Lotz, Georg, Architekt;
Becker, Ludwig 1., Landwirt; 10. Göbel, Chriſtoph 3., Kalkulator;
Nuf, Ludwig, Landwirt; 12. Lügenbiehl, Adam, Kaufmann; 13.
Terlau, Leonhard 4., Landwirt: 14. Benz, Georg 18., Lobomotivführer.
An Vor= und Nachkirchweih dürfen die Ladengeſchäfte bis
achmittags 6 Uhr, mit Ausnahme der für den öffentlichen Gottesdienſt
iſtgeſetzti Zeit offen gehalten wverden. — Für das Volksbegehren
urden hier 21 Einträge getätigt.
J. Griesheim, 1. Nov. Gemeinderatsbericht. Verſchie=
„ne kleinere Baugeſuche wurden genehmigt. Der Stadt Darmſtadt
uurde die Erlaubnis zur Einlegung der Röhren für die nach
Groß=
erau zu führende Gasfernleitung in den der Gemeinde gehörigen Teil
s Dornheimerwegs — zirka 360 Meter lang — erteilt. Die von der
tädt. Darmſtadt zu entrichtende Anerkennungsgebühr wurde auf 1 Mt.
Eo Jahr feſtgeſetzt. Die Gemeinde übernimmt gegenüber der Deutſchen
au= und Bodenbank A. G. in Berlin für Philipp Wilhelm Poſeiner 1.
Geleute eine Bürgſchaft in Höhe von 7000 RM. gegen Rückſicherheit.
erner übernimmt die Gemeinde gegenüber der Heſſiſchen Landesbank
Darmſtadt für je einen Zwiſchenkredit für Wilhelm Gärtner und
jeter Merker 4. in Höhe von 6500 RM. und 5000 RM. die Bürgſchaft.
dem hieſigen Kleintierzuchtverein wurde für ſeine am 29. November
leſes Jahres ſtattfindende Provinzialausſtellung ein Beitrag von 50
Kark aus der Gemeindekaſſe bewilligt. Der Beigeordnete Feldmann
urde beauftragt, unter den Wohlfahrtsempfängern eine Perſon
auszu=
achen und dieſe dem Feldſchützen Hofmann als Hilfe während der
Er=
ankung des Feldſchützen Beſt beizugeben. Die Bezahlung des Hilfs=
Idſchützen erfolgt gegen Stundenlohn. Das Geſuch der Apotheker Karl
uidwig Adolf Auguſt Leber Erben auf Verzichtleiſtung des der
Ge=
einde Griesheim teſtamentariſch zuſtehenden Legats wurde abgelehnt.
der Kreisfürſorgeſchweſter Emma Wecker wurde zur Veranſtaltung einer
Veihnachtsfeier für die die Säuglingsberatungsſtunde beſuchenden
ſtillen=
en Mütter ein Beitrag von 40 RM. au3 der Gemeindehaſſe bewilligt.
J. Griesheim, 1. Nov. Der in der heutigen Nummer erſchienene
Fericht über das aus dem Fenſter geſprungene Mädchen iſt inſofern
4 berichtigen, als der Sprung nicht in einem Anfall geiſtiger Störung,
ondern aus unbegründeter Angſt erfolgt iſt. Das Mädchen hat dabei
inen Knöchelbruch erlitten, ſonſtige Verletzungen aber nicht
davon=
etragen.
F. Eberſtadt, 31. Okt. Odenwaldklub. Die hieſige Ortsgruppe
ſes Odenwaldklubs unternimmt am kommenden Sonntga ihre 12.
Wan=
verung im Wanderjahr 1929. Vorgeſehen iſt ein ſüdlicher Grenzgang
er Gemarkung Eberſtadt. Abmarſch nachmittags 2 Uhr. Treffpunkt
Ecke Pfungſtädter= und Aliceſtraße. — Turnverein 1876 e. V. Der
Turnverein 1876 e. V. unternimmt am 3. November ſeine diesjährige
1. Wanderung, die über den Prinzenberg und die Ludwigshöhe und
Heimwärts durch das Villenviertel führt.
für die Woche vom 3. bis 9. November 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Wiebelsbach — Höchſt i. Odw. (Klm. 28,2—34,39) vom 7. 10. bis
10. 11. geſperrt. Umleitung: Zipfen—Ober=Nauſes und Schloß Nauſes.
Groß=Umſtadt—Wiebelsbach (Km. 23,8—25,2) vom 28. 10. bis 12. 11.
geſperrt. Umleitung: Lengfeld-Zipfen—Ober=Nauſes.
Roßdorf—Gundernhauſen (Km. 10,30—10,95) vom 28. 10. bis 9. 11.
geſperrt. Umleitung: Einſiedel oder Gundernhauſen—Tannenmühle—
Ober=Ramſtadt.
Kailbach bis Drehplatzbrücke Km. 1,0—2,446 (Landesgrenze) vom 29.
10. bis 10. 11. geſperrt. Umleitung: Gaimühle—Strümpfelbrunn—Ober=
Scheidental—Mudau.
Groß=Rohrheim-Biblis Klm. 26,0—29,1 vom 28. Oktober bis 28.
November geſperrt. Umleitung: Jägersburg—Groß=Hauſen-Lorſch.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Kolmbach-Fürth (Ortsdurchfahrt Schlierbach) vom 14. Oktober bis
10. November geſperrt. Umleitung: Lindenfels.
Ortsdurchfahrt Wallertheim (Neuſtraße zwiſchen Schimbsheimer=
und Bahnhofſtraße) vom 30. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Schimbsheimer=, Geſellchen= und Bahnhofſtraße.
Genſingen—Gau=Bickelheim (Km. 8,3—13,0) vom 7. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Planig-Boſenheim-Pfaffen=
Schwaben=
heim.
Vom Bahnhof Großen=Linden-Leihgeſtern vom 2. 9. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Gießen bzw. Lang=Göns.
Ortsdurchfahrt Echzell in Richtung Biſſes vom 29. 8. bis auf
weiteres geſperrt Umleitung; Grundſchwalheim.
Nieder=Wöllſtadt—Chauſſeehaus—Ilbenſtadt vom 2. 9. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung nach Ilbenſtadt erfolgt über Kloppenheim—
Groß=Karben, desgleichen nach Aſſenheim über Bruchenbrücken
Ortsdurchfahrt Bindſachſen in Richtung Gelnhaar und Büdingen
vom 2. Sept bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Kefenrod reſp.
Wenings.
Heldenbergen=Bahnhof vom 4. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung erfolgt über eine Notbrücke auf eigene Gefahr.
Gonterskirchen—Ruppertsburg vom 26. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Laubach.
Nieder=Ohmen-Bernsfeld vom 1. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Atzenhain.
Ortsdurchfahrt Aſſenheim Bahnhofſtraße zwiſchen dem Deutſchen
Haus und dem Bahnhof, Wirtsgaſſe von der Nieder=Wöllſtädterſtraße
zum Marktplatz, Hauptſtraße vom Marktplatz, ſowie der Wöllſtädter
Straße für den geſamten Durchgangsverkehr gemäß Polizeiverordnung
vom 16. Oktober geſperrt.
Aa. Eberſtadt, 29, Okt. Frankenſtein=Bergturnfeſt 1930.
Auf einer am Sonntag in Trebur abgehaltenen Tagung des Main=
Rod=
gaues wurde beſchloſſen, auch im nächſten Jahre auf dem Frankenſtein
ein Bergturnfeſt abzuhalten. Als Termm der Veranſtaltung iſt der
25. Mai 1930 in Ausſicht genommen. Die örtlichen Vorbereitungen ſind
der Turngeſellſchaft E. V. Eberſtadt übertragen worden. Auch der
nächſt=
jährige Herbſtwaldlauf des Main=Rodgaues findet in Eberſtadt ſtatt.
Aa. Eberſtadt, 31. Okt. Frauenabend. Die Ortsgruppe
Eber=
ſtadt der Arb.=Wohlfahrt hielt Mitte der Woche einen Frauenabend ab,
bei dem in erſter Linie über die Invaliden= und
Hinterbliebenenverſiche=
rung referiert wurde. — Bei der am Samstag abend ſtattfindenden
Gründungsfeier des „Kraftſportvereins 1929 Eberſtadt”, die im „
Berg=
ſträßer Hof” ſtattfindet, wirken dem Vernehmen nach der Athletik=
Sport=
verein 1895 Darmſtadt und „Rot=Weiß‟ Darmſtadt mit. Der feſtgebende
Verein für Schaukämpfe vor.
F. Eberſtadt, 31. Okt. Kraftſportverein 1929. Der
Kraftſportverein 1929 veranſtaltet anläßlich ſeiner Gründungsfeier am
Samstag, den 2. Nov., im Saale des Gaſthauſes „Zum Bergſträßer
Hof” (Fiſcher) einen Groß=Kampftag im Boxen, Stemmen und
Ningen. — Freie Turnerſchaft. Am gleichen Tage
veran=
ſtaltet die Freie Turnerſchaft im Saalbau „Zum Schwanen” ein „
Mo=
dernes Turnen im Bühnenbild”. Beide Veranſtaltungen beginnen um
8 Uhr.
F. Eberſtadt, 31. Okt. Herbſtkonzert Geſangverein
„Frohſinn‟. Der Geſangverein „Frohſinn” veranſtaltet am
Sonn=
tag (3. November) im Saale des Gaſthauſes „Zum Bergſträßer Hof”
(Fiſcher) ſein diesjähriges Herbſtkonzert. Die Liederfolge umfaßt im
erſten Teile meiſt durchkomponierte Chöre, für deren Auswahl die
Be=
griffe: Heldentum und Heimat die Leitgedanken waren. Der zweite
Teil des Programms, eingeleitet durch den „Rabenauer Jägersmann”
von E. Schmidt, bringt Volks= und Liebeslieder ernſten und heiteren
Inhalts, deren Wiedergabe beim Publikum ſicher große Freude wecken
wird. Die Darbietungen des Chors werden umrahmt ſein von
Inſtru=
mentalvorträgen eines Darmſtädter Quintetts, das u. a. Lieder von
Schubert und Weber bringen wird. Ein Androaſſonſchüler wird noch
außerdem durch Solovorträge auf der Violg das Programm bereichern.
F. Eberſtadt, 31. Okt. Inſpektion der Feuerwehr. Die
hieſige Freiwillige Feucrwehr wird am Sonntag (3. November),
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Eleonorenſchulhof einer Inſpektion durch den
Kreisfeuerwehrinſpektor und einen Vertreter des Kreisamtes unterzogen
werden. Im Anſchluß daran findet eine Angriffsübung auf die
Pro=
vinzial=Pflegeanſtalt ſtatt, bei der auch die Kreismotorſpritze zugezogen
werden wird. Die Wehr tritt am Sonntag zu dieſer Inſpektion um
115 Uhr auf dem Rathaushof an. — Anlieferung von
Dick=
wurzeln und Kartoffeln. Die Anlieferung von 80 Zentnern
Dickwurzeln für das Gemeinde=Faſelvieh und 15 Ztr. la Speiſekartoffeln
für die Evangeliſche Schweſternſtation iſt auf dem Submiſſionswege zu
vergeben. Angebote ſind bis ſpäteſtens 4. November, nachmittags 4 Uhr
bzw. 3 Uhr, bei der Bürgermeiſterei einzureichen. — Vergebung
von Arbeiten. Die Anfertigung von Schulmöbeln und das
Ein=
rahmen von Bildern für die Schule iſt ausgeſchrieben worden. Angebote
ſind bis 5. November 1929, nachmittags 3 Uhr, bei der Bürgermeiſterei
einzureichen. Angebotsunterlagen ſind auf dem Gemeindebauamt
erhält=
lich. — Prüfung der Waſſerleitungsanſchlüſſe. Die
Haupthahnen der Waſſerleitungsanſchlüſſe ſind durch das Gemeinde=
Waſſerwerk einer Nachbrüfung unterworfen worden. Waſſerabnehmer,
die nunmehr noch weiter über Undichtigkeiten an Haupthahnen oder
Waſſermeſſern zu klagen haben, wollen dies unverzüglich bei dem
Waſſer=
werk melden, damit die Schäden noch vor Eintritt des Winters behoben
werden können.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 1. Nob. Feueralarmſirene. Am
kommenden Samstag wird die Feueralarmſirene auf ihre
Gebrauchs=
fähigkeit ausprobiert.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 1. Nov. Obſt= und Gartenbauverein.
Es wird jetzt mancherorts die Beobachtung gemacht, daß Obſtbäume
Setzlinge) im Umherziehen feilgeboten werden. Nach § 56 Abſ. 10 der
Gewerbeordnung iſt dies verboten. — Die durch die Vermittlung des
Vereins beſtellten Obſtbäume treffen in Kürze ein. — Das Anlegen von
Leimringen geht bis jetzt noch ſehr langſam vonſtatten. Die
Baum=
beſitzer überſehen offenbar, daß für die hieſige Gemeinde eine
Polizei=
verordnung beſteht, wonach das Anlegen der Ringe, wie überhaupt die
ganze Schädlingsbekämpfung eine Zwangsmaßnahme iſt, und daß
Nicht=
befolgung der Aufforderung Weiterungen nach ſich zieht. Wenn das
An=
legen der Leimringe überhaupt einen Wert haben ſoll, dann muß dies
unbedingt vor Auftreten des erſten Froſtes geſchehen. Es iſt ſomit keine
Zeit mehr, zu verlieren. — Gemeinderatswahl. Auf Grund
einer Bekanntmachung des Gemeindewahlvorſtehers ſind für die hieſige
Gemeinde insgeſamt zwei Wahlvorſchläge zur Gemeinderatswahl
zuge=
laſſen, und zwar Wahlvorſchlag I mit dem Kennwort: „
Sozialdemokra=
tiſche Partei”, beginnend mit dem Namen Bertſch, Adam, und
Wahl=
vorſchlag II mit dem Kennwort: „Vereinigte bürgerliche Wählerſchaft”,
beginnend mit dem Namen Müller 5., Heinrich.
G. Ober=Ramſtadt, 31. Okt. Grenzgang. Die
Gemeindever=
waltung hat zu einem Grenzgang auf Sonntag, den 3. November,
öffentlich eingeladen. Der Rundgang beginnt an der Nieder=
Ram=
ſtädter Straße, führt über den Sprung, Finſterhöllenberg, Kätzenwald,
Strieth, Hölzernloch und Rauberg. Eine Veſpewauſe wird in
Waſchen=
bach eingelegt. Die Teilnehmer treffen ſich mittags 12.45 Uhr an der
„Linde‟. Abmarſch pünktlich 1 Uhr daſelbſt. Rege Beteiligung
er=
wünſcht. — Hohes Alter. Samstag, 2. Nov. vollendet Herr
Friedrich Schuchmann V. hier, Brückengaſſe, ſein 86.
Lebens=
jahr. HeHrr Schuchmann erfreut ſich trotz dieſes hohen Alters noch
einer bewundernswerten geiſtigen und körperlichen Friſche.
— Traiſa, 1. Nob. Die „Freiwillige Feuerwehr” hielt ihre
Schluß=
übung ab, welche zur allgemeinen Zufriedenheit ausfiel. In deren
An=
ſchluß findet wie alljährlich eine Familienfeier ſtatt, welche am Samstag,
dem 9. November, in den Lokalitäten „Zur Starkenburg” (Heß)
abge=
halten wird. — Der Turnverein (D.T.) hält am kommenden
Sonntag=
abend bei Mitglied Walter, „Heſſiſcher Hof”, ſeinen 1. Familienabend ab.
* Roßdorf, 1. Nov. 70 Jahre alt und noch aktiver
Sän=
ger iſt unſer Mitbürger Herr Peter Roſignol, welcher am
Mon=
tag, den 4. November, in geiſtiger und körperlicher Friſche ſeinen
Ge=
burtstag feiern kann. Mit 11 fungen Männern gründete Herr Roſignol
im Jahre 1881 den Geſangverein „Sängerluſt” Roßdorf, deſſen 1.
Vor=
ſitzender er 28 Jahre lang war. In Würdigung ſeiner großen Verdienſte
um den Verein wurde Herr Roſignol zum Ehrenvorſitzendem des Vereins
ernannt, in deſſen activen Reihen er heute noch ſſeinen Baß ſingt und
keine Singſtunde verſäumt.
— Höchſt i. Odw., 1. Nov. Man ſchreibt uns: Herr Kunſtmaler
Karl Wittislingen, der während der Sommer= und Herbſtmonate
längere Zeit hier weilte, und ſich in Höchſt und Umgebung künſtleriſch
betätigte, hat unſer Mümlingſtädtchen dieſer Tage verlaſſen, um den
Winter über in einer Großſtadt Aufenthalt zu nehmen. Indem wir
ſein Scheiden aufrichtig bedauern, können wir nicht umhin, Herrn
Wit=
tislingen bei dieſem Anlaß die Gefühle unſerer lebhaften Anerkennung
zum Ausdruck zu bringen. Zahlreiche maleriſche Punkte des öſtlichen
Odenwaldes hat Herr Wittislingen mit Feder und Pinſel in einer
Weiſe künſtleriſch feſtzuhalten gewußt, die in der Wiedergabe
Oden=
wälder Landſchaften wohl zu dem Beſten zu rechnen iſt, was auf
die=
ſem Gebiet je geleiſtet wurde. Die farbenfrohen Töne, das leuchtende
Kolorit, das ſeinen Schöpfungen zu eigen iſt, ſichern dieſen dauernden
Wert und bleibende Beachtung im Kreiſe der Odenwälder
Kunſtlieb=
haber. Hauptſächlich ſind es Burgen, Durchblicke, lauſchige Ecken und
Winkel, die W. zu ſeinen Motiven erwählte, und dabei ein ſtarkes
Empfinden, verbunden mit einer ungewöhnlichen ſchöpferiſchen Kraft,
an den Tag legte. Auch in der Tiermalerei hat Wittislingen
Nam=
haftes geleiſtet. Viele werden Arbeiten von ihm zurückbehalten, die
ihnen dauernde Freude bereiten. Eine beſonders ſchöne Leiſtung hat
Herr W. in der Glasveranda der Luſtſchen Gaſtwirtſchaft am Bahnhof
geſchaffen, wo er im Freskenſtil die Burg Breuberg, die Burg
Otz=
berg, den Kloſterhof, die vordere Anſicht der Pfarrkirche nebſt Aufgang,
ſowie den „Baum im Odenwald” in leuchtenden Herbſtfarben zur
Dar=
ſtellung brachte.
Cp. Rodau, 1. Nov. Todesfall. Altbürgermeiſter Philipp Becht,
der ſich erſt vor kurzem einer ſchweren Operation unterzogen hatte, iſt
im Alter von 73 Jahren geſtorben.
Ca. Lorſch, 1. Nov. Verhaftung. In Verbindung mit dem
am letzten Sonntag hier ausgebrochenen Brande wurde die Beſitzerin
des betr. Anweſens in Haft genommen. Die Unterſuchung iſt im Gange.
— Hirſchhorn, 1. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
31. Oktober 0,65 Meter, am 1. November 0,74 Meter, morgens 5.30 Uhr,
WSN. Worms, 1. Nov. Ein Märchen im Jahre 1929. Es
klingt unglaublich. Aber man wird ſich daran gewöhnen müſſen, daß es
immer wieder das Leben iſt, das die tollſten Märchen dichtet. Kam da
geſtern vormittag in ein hieſiges Geſchäft ein wohlhabendes Bäuerlein
aus der Pfalz. Er kaufte groß ein und erzählte folgende wunderſame
Geſchichte: Es mag ein Jahr her ſein, da ſtand eines Tages ein Bettler
vor der Tür ſeines Gehöftes und bat mit heiſerer Stimme um ein
Mit=
tageſſen. Der Landwirt ſchlug dieſe Bitte zunächſt ab. Aber ſeine Frau
fuhr ihn kräftig an, ob er kein Herz habe, und ob er ſich etwa nicht
erlauben könne, einen armen Menſchen zu beköſtigen. Der Bettler wurde
zu Tiſch geladen. Er hieb kräftig ein und erzählte die Geſchichte eines
— Patentes, an dem er arbeitete. Nun, Patente, mit deren
Verwer=
tung ſich heruntergekommene, kirchenmausarme Elektrotechniker tragen,
mag es viele geben. Vielleicht hätte ein geriſſener Geſchäftsmann dieſe
Patentgeſchichte belächelt. Nicht ſo der Bauer. Er begann ſich zu
in=
tereſſieren, er raffte ſich ſogar dazu auf, zweimal je 500 Mark für die
kleinen letzten Verbeſſerungen, die das Patent noch nötig hatte, für das
Modell und für die Anmeldung beim Patentamt vorzuſtrecken. Der
Er=
finder aber blieb ganz bei dem Landwirt, ſchlief und aß dort, wurde
immer kränker und ſtarb ſchließlich an Kehlkopfſchwindſucht. Zuvor aber
vermachte er teſtamentariſch unſerm Bäuerlein das Verwertungsrecht
für das Patent. Nun, das Patent wurde akzeptiert, Verhandlungen
mit einer großen deutſchen Firma dieſer Branche waren ſchon
einge=
leitet, das Bäuerlein bekam ein Angebot von beſagtem Werk auf eine
Lizenz für ganz Deutſchland, ein Abſchluß über 600 000 Stück des
Appa=
rates wurde getätigt und mit 6 Mark pro Stück ſollte das Bäuerlein
beteiligt ſein. 600 000 Stück A 6 Mark! Der Bauer iſt Millionär. Der
Erfinder iſt tot. Trägt Wohltun manchmal Zinſen — diesmal trug es
Kapital! Es handelt ſich bei dem Apparat um einen Verhinderer des
Kurzſchluſſes bei Starkſtromleitungen, alſo um eine höchſt praktiſche
Sache.
Seite 8
Samstag, den 2. oveintber 1929
Nachrichken des Skandesamks Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 24. Oktober: Kurt Willi Fiſcher, Pallaswieſenſtr. 7.
Eliſabeth Bohland, 1 Tag, Arheilgerſtraße 50. Eliſabeth Roeder, geb.
Nicolaus, 77 J., Witwe des Kommerzienrats, Rheinſtraße 95. Antonie
Steger, geb. Wähtler, 56 J., Ehefrau des Kaufmanns, Moſerſtr. 11.
Am 22. Oktober: Maria Charlotte Katharina Schlegel, 29 J., ledig,
Viktoriaplatz 2. Am 25. Okt.: Otto Kronauer, Friſeur, 57 J.,
Moos=
bergſtraße 95. Daniel Rückert, Schuhmachermeiſter, 73 J., Soderſtr. 43.
Regina Friedmann, geb. Zelten, 60 J., Ehefrau des Weißbindermeiſters
in Büttelborn, hier Erbacherſtr. 25. Johanm Philipp Nungeſſer,
Schnei=
der, 76 J., Moosbergſtraße 70. Wilhelm Paul Sartorius, Rechtsanwalt,
49 J., Hobrechtſtr. 8. Am 26. Oktober: Arthur Konrad Auguſt
Anton, Kaufmann, 58 J., Herrugartenſtr. 33. Am N. Oktober: Ottilie
Scholderer, geb. Werkam, 82 J., Erbacherſtraße 17. Am 26. Oktober:
Karl Gottfried Wilhelm Affemann, Kanalapbeiter, 58 J.,
Landwehr=
ſtraße 35. Am 28. Oktober: Ludwig Schlubdibir, Obertoſtſekretär i. R.,
66 J., Wendelſtadtſtraße 32. Am 26. Oktober: Eliſabetha Finſer, geb.
Senger, 53 J., Ehefrau des Hausdieners, Nieder=Ramſtädterſtraße 13.
Marie Eliſabethe Hofferberth, geb. Karg, 38 J., Ehefrau des Drehers,
König i. Odenwald, hier Grafenſtraße 9. Am 27. Oktober: Agnes
Klein, geb. Straub, 69 J., Witwe des Eiſenbahnaſſiſtenten,
Heidelberger=
ſtraße 26. Am 28. Oktober: Auguſt Heinrich Orlemann,
Kohlenhänd=
ler, Beckſtraße. Am 29.*Oktober: Friedel Müller, 2 Monate,
Waſchen=
bach, hier. Heinheimerſtraße 21. Sophie Eberhardt, geb. Löwer, 66 J.,
Ehofrau des Schreiners, Ludwvigshöhſtraße 13. Georg Friedrich
Hein=
ziuger, Maurer, 44 J., Karlſtraße 115. Marie Martha Morlock, 6 Tage,
Ludwigshöhſtraße 31. Noſa Rodemer, geb. Leidel, 50 J., Witwe des
Landwirts, Babenhauſen, hier Erbacher Straße 25. Ingeborg Anna
Wrzeciono, 7 Monate, Mathildenplatz 7. Philipp Becht, Landwirt, 73
Jahre, Rodau, hier Grafenſtraße 25. Am 30. Okt.: Rudolf Brunner,
13 Tage, Kiesſtraße 15. Am 31. Oktober: Emilie Marie Gärtner, geb.
Kreß, 52 J., Ehefrau des Dachdeckers, Michaelisſtraße 16.
Kirchliche Nachrichten
Epangeliſche Gemeinden.
23. Sonntag nach Trinitatis (3. November).
Reformationsfeſt.
Kollekte in allen Kirchen für den Heſſiſchen Hauptverein der Guſtav=
Adolf=Stiftung.
Stadtkitche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Samstag, 2. November, abends 8.30 Uhr: Andacht.
— Sonntag, 3. November, vorm. 8.45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lauteuſchläger. — Vorm. 10.15 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heibigen Abendmahls. Pfarrer Heß. — Vorm. 11.45 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Kloberger. — Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Wagner.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Dekan Zimmermann. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 5. November, abends 8 Uhr;
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 6. November,
und Samstag, 9. November, nachmittags 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule
der Stadegemeide. — Samstag, 9. November, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 3. November, vormittags
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt der Stadtkirche. Pfarrer Lautenſchläger.
Nachm. 2.30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Heß. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde. — Montag, 4. November, abends 8 Uhr:
Männerver=
einigung der Lukasgemeinde: Monatsverſammlung: Aus der Geſchichte
der Burg Frankenſtein. Vortrag von Oberbahnſtkretär Anton.
Mit=
teilungen über die Wiederherſtellung der Stadtkirche. Pfarrer
Kleber=
ger. — Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung). — Dienstag,
5. November, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. —
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Refor=
mationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 6. November, nachm.
2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde — Nachm. 4 Uhr:
Frauen=
verein der Lukasgemeinde, Geuſtw=Adolf=Kreis. — Abends 6 Uhr:
Vibelſtunde (1. Petrusbrief) Dekan Zimmermann. — 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkapelle nud Schloßkirche. — Jugendbund der
Mar=
kusgemeinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung der
Refor=
mationsgemeinde (älter Abteilung). — Donnerstag, 7. November, abends
8 Uhr: „Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Jugendbund der
Lukasgeminde (jüngere Abteilung). — Freitag, 8. November, abends
8 Uhr: Mütterabend der Markusgemeinde (jüngere Abteilung). —
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2888.
Ep. Bohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderhaus,
1 Treppe. Fernſpr. 2379. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr:
Jugend=
fürſorge, Jugendgerichtshilfe Soziale Gerichtshilfe,
Rechtsauskunfts=
ſtelle (auch für Steuer= und Verſicherungsangelegenheiten), Beratung in
Wohnungsangelegenheiten, Eheberatung, Trinkerfürſorge, Wanderer=
und Gefangenenfürſorge.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Hinterhaus. Geſchäftsſtunden vormittags von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379. (Dienstags und
Freitags nachmittags geſchloſſen.)
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtraße 51):
Nechtsauskunftsſtelle. Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr.
Fern=
ſprecher 2288
Martinskirche. (Kollekte für den GuſtavAdolf=Verein.) Vorm.
10 Uhr: Feſtgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer
Beringer. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. — Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt der Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer
Abendmahls. Pfarrer Bergér. Anmeldung von 5.30 Uhr an in der
Sakriſtei.
Montag, 4. November, abends 8 Uhr: Bibelbeſprechung im
Klein=
kinderſchulgebäude, Liebfrauenſtr. 6. — Mittwoch, 6. November, abends
8 Uhr: Bibelſtunde im Martiusſtift. (2. Artikel: Gekreuzigt, geſtor=
ben.) — Abends 8 Uhr: Vibelſtunde im Gemeindehaus.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, den 4. November,
abends 8 Uhr im Martinsſtift: „Monatsverſammlung der Helferinnen Uhr: Sonntagsſchile. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. — Mitt=
Nummer 30=
des Frauenvereins. — Dienstag, den 5. Nowember, abends 8 Uhr im
Martinsſtift: „Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. —
Donnerstag, den 7. November, abends 8 Uhr im Martinsſtift:
Mädchen=
vereinigung Oſt; im Gemeindehaus: Mädchewvereinigung Weſt;
Mauer=
ſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, den 8. November, abends 8 Uhr
im Martinsſtift: „Mütterabend Oſt; im Gemeindehaus: Mütterabend
Weſt; Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt wit heiligem
Abendmahl und Vorbereitung. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11.30 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Nachm. 5.30 Uhr: Gottesdienſt mit heiligem
Abendmahl. Pfarrer Marx. — Montag, 4. November, abends 8 Uhr:
Kirchenchor und Mütterabend im Gemeindehaus. — Mittwoch, den
6. November, abends 8 Uhr: Bübelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer
Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30—5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Dienstag, 5. November, abends 8,15 Uhr:
Bibel=
ſtunde. — Donnerstag, 7. November, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Guſtav=Adolf=
Verein.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſten: Lie. zur Nieden. — Morgens und
Abends Anmeldung zum heiligen Abendmahl ½9 Stunde vorher in der
Sakriſtei.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Nov., abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 4. Nov., nachm. 3 Uhr:
Vorſtands=
ſitzung des Frauenvereins. — Abends 8 Uhr: Konzert des
Frauen=
vereins. — Dienstag, 5. November, abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. —
Mittwoch, 6. Nov., nachm. 2.30 Uhr: Herbſtverſammlung des Verbandes
ebang.=kirchl. Frauenvereine im Rummelbräu. — Abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus. Pfarrer Weiß: „Perſon
und Briefe des Petrus”. — Abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den
Weſt=
bezirk im Saal der neuen Trainkaſerne. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden:
„Aus der Welt der Propheten” — Donnerstag, 7. Nob., abends 8 Uhr:
Mütterabend. — Abends 8.15 Uhr: Monatsverſammlung der
Männer=
dereinigung mit Vortrag und Lichtbildern von Dr. Lorenz: „Meine
Eindrücke in Amerika” — Freitag, 8. Nov., abends 8 Uhr:
Mädchen=
chor. — Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. — Abends 8.15 Uhr:
Aelteren=
kreis der Jugendvereinigung. — Samstag, 9. Nov., abends 8 Uhr:
Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für die Guſtav=Adolf=Stiftung.) Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller. Feier des heiligen
Abend=
mahls mit Vorbereitung. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei.
Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarred Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Nov., abends ½8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 4. Nov., abends 8 Uhr: Jugendbund.
(Reformationsfeier: Lichtbilder.) — Dienstag, 5. Nob., abends 8 Uhr:
Kirchenchor. — Donnerstag, 6. Nov., abends 8 Uhr: Tecabend des
Frauenvereins mit Vortrag des Seniors Baron aus Marbuva an der
Drau. — Freitag, 7. Nov., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag,
8 Nov abends 8 Uhr: Turnen der J. P. D.
Stiftskrche. Samstag, den 2. Nov., obends 8 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 3. Nov., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit hl.
Abend=
mahl. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11.4 Uhr: Kindergottesdienſt. —
Evaugeliſcher Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, den 7. November, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24. Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. Vormittags 11½4 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachmittags
31 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Montag, nachmittags
4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8.30 Uhr: Kriegerdankbund.
— Dienstag, nachm 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mituvoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor.
Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. —
Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſunger=
ſtraße 80. Prediger Kleinſchmidt. — Samstag, abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C., Mühlſtraße 24. Somtag, nachmittags
2,30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 4/45 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für junge Mädchen. — Abends 8.30 Uhr: Weiheſtunde.
Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, abends
8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtl. Verein junger Männer, Darmſtadt, Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne. Sonntag, den 3. Nobember: Fahrt nach Meßbach.
Ab=
fahrt Oſtbahnhof ab 8 Uhr. — Montag, den 4. Nobember, abends 8,30
Uhr: Familienbibelſtunde. — Mittwoch, den 6. November, abends 8,30
Uhr: Jungmännerbibelſtunde. — Donnerstag, den 7. November,
abends 8,30 Uhr: Jung=C.=Heimabend. — Freitag, den 8. November
abends 8 Uhr: Turnen (Ludwigs=Oberrealſchule)., 8 Uhr: Frauenkreis
(im Heim). — Samstag, 3—5 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22.
In=
fanterie=Kaſerne, Hof links). Samstag, 2. Nov., nachm. 4.30—5.30 Uhr:
Spielen im Heim; 5.30 —6.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, 6. Nov.,
abends 8 Uhr: Heimabend für Aeltere. — Donnerstag, den 7. Nov.,
abends 8 Uhr: Heimabend für Jüngere.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, 3. Nov., vormittags 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt. Vorm. 11.20 Uhr: Kinder=
Sonntags=
handlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vormittags
10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt.
— Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein (Fragekaſten). — Dienstag,
abends 8½ Uhr: Singſtunde. — Mittwoch, nachmittags 3 Uhr:
Frauen=
miſſionsverein; katechetiſcher Unterricht; Mädchenbund; 5 Uhr: Knaben=
Köhler. — Abends 6 Uhr: Jugendgottesdienſt mit Feier des heiligen kund. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gebetsſtunde. Jedermann
iſt freundlich eingeladen. P. Schanz, Prediger.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 4. November, abends 8.30
Uhr im Feierabend (Stiftſtraße 51): Bibelſtunde.
Chriſtlich wiſſenſchaſtliche Vereinigung (Chriſtian Science Soctety)
Aula der Landesbauſchile, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch im Monat, abends
8.15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
lvoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr: 9
betrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Interuationale Bibelforſcher=Vereinigung (Ortsgruppe. Darmſ
Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal). Jeden Dienstag abend 8 Uhr Bibelſt
mit Diskuſſion. Jedermann herzlich willkommen. Sonntags vormi
10 Uhr: Kinderverſammlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag
3. November, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. Nachm. 4 Uhr: Evangeli
verkündigung, anſchließend Jugendbudſtunde. Mittwoch, abends
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Methodiſtengemeinde (Ev. Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38 e
tag, den 3. November, nachm. 4,30 Uhr: Erntedankfeſt, Geſangs=
G=
dienſt unter Mitwirkung des Gewiſchten Chors, Muſikchors und So
chors Frankfurt a. M.=Ginnheim. Gedichte, Muſikſtücke, Geſänge
ſprachen. — Mittwoch, den 6. Movember, abends 8 Uhr: Bibel=
Gebetsſtunde. Prediger E. Bültge. Zu allen Veranſtaltungen iſt j
mann herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße
Sonntag, den 3. November, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11
Sonntagsſchule. Nachmittags um 4 Uhr: Predigt. (Prediger 9
hold.) Abends 8.15 Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, den 6. 5
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Zu allen Verſammlungen iſt jederr
freundlichſt eingeladen.
Heilsarmee (Schulzengaſſe 3). Sonntag, vormittags 8 Uhr:
betsverſammlung; 10 Uhr: Heiligungsverſammlung; 11½ Uhr:
pagnie=Verſammlung für Kinder. Nachmittags 3 Uhr” Kinderverſo
lung: 5 Uhr: Kinderverſammlung. Abends 8 Uhr: Oeffentl. Heil
ſammlung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. — Diens
abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Mittwoch, abends 8
Heilsverſammlung. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund. —
tag, abends 8 Uhr: Heiligungsverſammlung. Jedermann herzlich
geladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I., Hindenburgſtr. (ehem. Kaſ
Sonntag, den 3. November, vormittags 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr,
Mittwoch, den 6. November, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II., Bismarckſtraße
Sonntag, den 3. November, vormittags 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr,
Mittwoch, den 6. November, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkapelle Kranichſtein. Sonntag, den 3. November, vormit.
10 Uhr: Predigtaottesdienſt. Pfarrer Marx=Darmſtadt.
Evangeliſche Gemeinde zu Traiſa. Sonntag, den 3. Nobem
Reformationsfeſt Vormittags 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Vorm. 111
Kindergottesdienſt der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Alc
— Donnerstag 20 Uhr: Frauenabend.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag den 3. Nobem
Reformationsfeſt. Vorm. 10 Uhr: Reformationsfeſtgottesdienſt. Ve
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag: Wartburgverein. — Di
tag: Frauenverein. — Mitwoch: Kirchenchor. — Donnerstag: A
chenvereinigung. — Freitag: Poſaunenchor.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, den 3. Nowember, n
mittags ½2 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde zu Roßdorf. 24. Sonntag nach Trinito
3 November. Reformationsfeſt. Vormittags 10 Uhr: Gottesdie
Mitwirkung des Poſaunenchors. Predigt Pfarrer SchweickardtDa
ſtadt. Kollekte für Guſtav=AdolfVerein. — Dienstag: Kirchengeſe
verein. Poſaunenchor.
Evangeliſche Kirche zu Ober=Ramſtadt. Sonntag, 3. Noveml
Reformationsfeier. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. Mitwirkm
des Poſaunen= und des Kirchenchors. (Kollekte.) 11 Uhr: Kindergot
dienſt. — Montag: Jugendverein. — Mittwoch: Kivchenchor. — 9
nerstag: Poſaunenchor. — Freitag: Mädchenverein. — Samste
Jugendverein.
Evangeliſche Gemeinde zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 3. N
Reformationsfeſt. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitn
kung des Kirchenchors. Kollekte für den Guſtav=Adolf=Verein in Heſſ
— Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. — M.
woch: Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenberein.
Evang. Kirche zu Erzhaufen. Sonntag, den 3. Nov., vormitt
10 Uhr: Gottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchenchors. 11 Uhr: 8
dergottesdienſt. 8 Uhr: Mädchenvereinigung. — Montag: Frauench
— Dienstag: Frauenabend. — Mittwoch: Jungmannſchaft. — D
nerstag: Kirchenchor. — Freitag: Mädchenvereinigung (Bibelkreis),
Samstag: Jungmannſchaft.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburger Straße. Nr. 4
Sonutag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, d
7. November, abend 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt (Bahnhofſtraße Nr. 2
Sonntag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, d
den 7. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße
Sonntag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag,
den 7. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße Nr. 3
Sonntag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, 4
den 7. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neugpoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Straße
Sonntag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag,
den 7. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte=Darmſtädterſtraße
Sonntag, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, d
den 7. November, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Katholiſcher Gottesdienft.
St. Liebfrauenkirche (Klappacherſtr. 44). Samstag um 17 ud 1
20 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, vorm. von 6 Uhr a.
GZelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilut
der hl. Kommunion vor und i der hl. Meſſe. Generalkommunion d
Jünlinge. Um ½00 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorher Austeilun
der hl. Kommunion. Nachm. um 14½ Uhr Andacht. Werktags: hl. Meſ
um 684 Uhr. Montag und Freitag abend 8 Uhr: Jugendverſammlmn
Hermannſtraße 43.
Martinskapelle (Ecke Herdweg und Bruchwieſenſtraße). An alle
Sonn= und Feiertagen 8 Uhr hl. Meſſe und Predigt. Um 7,45 UI
Beichtgelegenheit. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Roll
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Darmſtadt Wohnung: Traiſa b. D.
Lauteſchlägerftr. 24
Ludwigſtr. 130
Am 2. November 1929.
Todes-Anzeige.
Unſer lieber Vater und Bruder
Georg Keller
wurde heute Nacht ½12 Uhr von
ſeinem langen, ſchweren Leiden
erlöſt.
Im Namen der Trauernden:
Frau Math. Keller Bwe.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1929.
Schützenſtr. 10.
1417189
Die Beerdigung findet Samstag
Mittag um 94 Uhr von der
Ka=
pelle des Waldfriedhofes aus ſtatt
Sat Karten.
Fritz Walter und Frau
Emma, geb. Gröning
Vermählte
Darmſtadt
Tannenſtr. 17
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 3. Nov.,
nachmittags 3 Uhr, in der Petruskirche.
Krieger=Verein
Darmſtadt
Geſtern verſchied unſer lieber
Ka=
merad und langjähriges, treues
Mitglied.
Franz Friedrich Müger
Veteran von 1870/71.
Die Beerdigung, findet am
Mon=
tag, den 4. ds. Mts nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger
Fried=
hof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Der Vorſtand.
17185)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben
Gatten, Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater,
Schwager und Onkel
Herrn
Franz Friedrich Müger
Altveteran von 1870/71
heute Nachmittag im Alter von 82½. Jahren zu ſich zu
IMei. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
Chriſtine Müger, geb. Eichner.
Darmſiadt, den 31. Oktober 1929.
(17186
Sandbergſir. 66.
Die Beerdigung ſindet Montag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr.
vom Portale des Beſſunger Friedhofes aus ſiatt.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß meine liebe Frau, unſere
gute Mutter, Schwiegermutter und
Groß=
mutter
Srau Eliſabethe Sbäth
geb. Marx
nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden
im 50. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Späth
Anna Späth
Familie Wilh. Hoffmann.
Asbach i. Odw., den 1. November 1929.
Die Beerdigung findet Sonntag mittag um
2 Uhr ſtatt.
(17196
Heute morgen entſchlief nach langem ſchweren
Leiden meine liebe Frau, die treubeſorgte Mutter
meiner Kinder, unſere liebe Schweſter, Schwägerin,
Schwiegertochter, Nichte und Tante
Frau Marie Helmer
geb. Regenbogen
im 39. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Albrecht Helmer.
Darmſtadt, den 1. November 1929.
Soderſtraße 89
Die Beerdigung findet Montag, den 4. November,
vormittags 11 Uhr, vom Portale des alten Friedhofes
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man Abſtand zu nehmen.
Guterh. Kd.=Klapp=/Faſt neues ſchwarz.
Akkumulakor
wagen, Herd, Honig=
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ſchleuder zu verk. (*
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Umſtadt, a. Bahnhf. Wo? ſagt d. Gſchſt.* Rhönring 54, I. r. (*
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme, die reichen
Blumenſpenden und die ehrende Begleitung
zur letzten Ruheſtätte unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir innigſien Dank.
Lina Schlubdibir
und Kinder.
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Seite 10
Samstag den 2 November 1929
Tautt.
Fiv hit gtſtt
Rummer 304
Der Spoek am Wochenende.
Süddeutſchlands Fußballmannſchaft in Agram. — Städteſpiel
Frankfurt gegen Nürnberg/Fürth. — Vorrunde um den
Handball=
pokal der D.S.B.: Süd gegen Weſt in Mülheim. —
Sechstage=
rennen in Berlin und Stuttgart.
— Der erſte Novemberſonntag ſteht faſt ganz im Zeichen des
Na=
ſenſports, in dem Großbetrieb herrſcht. Im Fußball, Handball, Hockey
und Rugby nehmen die Verbandsſpiele meiſt ihren Fortgang. Für
einige Vereine ſind ſie durch Abſtellung zu größeren repräſentativen
Ereigniſſen unterbrochen. Süddeutſchlands Fußballer, dehnen ihre
Reiſe nach Serbien aus und treffen in Agram auf eine jugoſlawiſche
Vertretung. Die Vertretung der Hochburg Nürnberg=Fürth weilt in
Frankfurt a. M. zu Gaſt. Die Handballer beſtreiten die erſte Nunde
um den D.S.B.=Pokal, der bedeutend mehr begehrt iſt, als
beiſpiels=
weiſe der Pokal des Deutichen Fußball=Bundes, wie die ſtarken
Mann=
ſchaften beweiſen. Jm übrigen herrſcht in Berlin und Stuttgart
Sechs=
tageſtimmung mit dem üblichen Betrieb.
Fußball.
Die ſüddeutſche Mannſchaft trifft, von Budapeſt
kom=
mend, am Sonntag in Agram auf eine Vertretung des kroatiſchen
Unterverbandes. Die Mannſchaft der Jugoſlawen, meiſt aus den
be=
kannten Vereinen Gradjanski und Hask gebildet, wird trotz des
heimi=
ſchen Bodens gegen die ſüddeutſchen Vertreter kaum beſondere
Chan=
cen haben. Die Spielkultur der Jugoſlawen ſteht auf keiner
beſonde=
ren Höhe. — Ein zweites in Süddeutſchland ſtark intereſſierendes
Fußballereignis geht in Frankfurt a. M. mit einem Städteſpiel
Frankfurt=Nürnberg=Fürth in Szene. Die Mainſtadt
hat ſich im Fußball in den letzten Jahren ſehr gut entwickelt, und die
Spitzenvereine haben des öfteren mit den Mannſchaften der Hochburg
erfolgreich die Klingen gekreuzt. Mit großer Spannung ſieht man
deshalb dieſem Treffen entgegen. Man wird aber von dem Ergebnis
wohl enttäuſcht werden, denn einer ſehr ſtarken Nürnberg=Fürther
Vertretung ſteht eine Mannſchaft gegenüber die man cetroſt als
„Frankfurter Reſerve” bezeichnen kann, zumal damit zu rechnen iſt,
daß noch einige Abſagen kommen. Frankfurt wird alſo kaum
unge=
rupft aus dieſem Treffen hervorgehen, und es beſteht, ſogar die
Mög=
lichkeit, daß die Einheimiſchen ſehr viel Federn laſſen müſſen. —
Ver=
anlaßt durch die Spiele in Budapeſt bzw. Agram und Frankfurt,
wur=
den einige Verbandsſpiele abgeſetzt, ſo daß noch 26
Begeg=
nungen zum Austrag kommen, die ſich wie folgt verteilen:
Nordbayern: ASV. Nürnberg—VfR. Fürth, Bayern Hof—1. FC.
Bayreuth; Südbayern: DSV. München—Schwaben Augsburg, FV.
Ulm 1894—Teutonia München. — Württemberg: VfN. Heilbronn—
VfB. Stuttgart. Kickers Stuttgart—Union Böckingen, Sportfr.
Stutt=
gart—1. FC. Pforzheim, Germania Brötzingen-FC. Birkenfeld.
Baden: FV. Raſtatt-Karlsruher FV. Phönix Karlsruhe—FC.
Vil=
lingen, SpVgg. Schramberg—VC. Freiburg, SC. Freiburg—SpVgg.
Freiburg. — Rhein: Mannheim 68—SV. Waldhof. VfR. Mannheim—
SpVgg. Mundenheim, Phönix Ludwigshafen—VfL. Neckarau, SpVgg.
Sandhofen—FG. Rohrbach. — Saar: Spfr. Saarbrücken—Saar
Saar=
brücken FK. Pirmaſens-FV. Saarbrücken, VfR. Kaiſerslautern—VfN.
Pirmaſens, 1. FC. Idar-Boruſſia Neunkirchen. — Main: Rotweiß
Frankfurt—SpVgg. Griesheim, Kickers Offenbach-Germania Bieber.
Heffen: „Wormatia Vorms—Alemennia Worms. FSV. Mainz G5—
SV. 98 Darmſtadt, VfL. Neu=Iſenburg—SV. Wiesbaden, FC.
Lan=
genHaſſia Bingen.
Die Handballer
beſtreiten die Vorrunde um den DSB.=Pokal, der diesmal
von Mitteldeutſchland verteidigt wird. Süddeutſchland trifft
in der Aufſtellung: Bender; Bernhard, Denzer; Henninger, Gebhardt,
Otto; Fiedler, Werner, Fuchs, Zacherl, Koch in Mülheim auf den
Weſten. Der Pokalverteidiger Mitteldeutſchland empfängt in Halle
die Vertreter des Baltenverbandes, und Norddeutſchland—Schleſien
treffen ſich in Hannover. Als mutmaßliche Sieger wird man
Süd=
deutſchland, Mitteldeutſchland und Norddeutſchland anſprechen dürfen.
Zuſammen mit dem ſpielfreien Brandenburg beſtreiten die Sieger der
Vorrunde dann die Zwiſchenrunde. — In Süddeutſchland werden die
Verbandsſpiele fortgeſetzt. Lediglich die Vereine SpVgg. Fürth,
1. FC. Nürnberg, Polizei Darmſtadt und Darmſtadt 98 ſind wegen
Spielergeſtellung zum Süd=Weſtſpiel befreit. Es ſpielen: Barkochba
Nürnberg.Nürnberger SC., Pfeil Schweinau-Bamberg, Bahreuth—
ASV. Nürnberg, DSV. München—Ulm 24, SSV. Ulm—1860
Mün=
chen, ASV. München—Jahn München, FC. Villingen-Polizei
Frei=
burg, Konſtanz—SC. Freiburg, Mannheim 07—MTG. Mannheim,
FV. Frankenthal-Mannheim 08, Phönix Ludwigshafen—03
Ludwigs=
hafen, Polizei Mannheim-Pfalz Ludwigshafen, TV. Neulußheim—
SV. Waldhof, VfR. Kaiſerslautern I—VfR. Kaiſerslautern II, FV.
Kaiſerslautern-Kreuznach 02, Boruſſia Neunkirchen—Reichsbahn
Kai=
ſerslautern, FV. Saarbrücken-Bous, Spfr. Saarbrücken—Saarlouis,
Trier G5-Polizei Trier, Arheilgen—FSV. Frankfurt, VfR.
Schwan=
heim—Rotweiß Frankfurt, Mainz G5-Polizei Worms, Hakoah
Wies=
baden-Wormatia Worms. — Im
Hockey
gibt es wieder zahlreiche intereſſante Treffen. So empfangen die
Damen des SC. 1880 Frankfurt an der Adickes=Alle die Damen von
Notweiß Köln. Die Herren von 1880 haben den Heidelberger HC. zu
Geſt. Weißblau Aſchaffenburg gaſtiert mit Herren und Damen in
Heidelberg bei der TG 78. Der FSV. Frankfurt beſucht den SC. 1908
Stuttgart, den HC. Höchſt weilt in Bad=Dürkheim und die Herren
und Damen der Turn= und Sportgemeinde Höchſt beſuchen den 1. FC.
Idar an der Nahe. — Im
Rugby
werden nach mehrfacher Unterbrechung die Verbandsſpiele wieder
fort=
geſetzt. Neben zahlreichen Spielen der verſchiedenen ſüddeutſchen
Kreiſe intereſſiert das Rückſpiel des Heidelberger Rugbyklubs in
Straß=
burg. In Frankfurt hat der SC. 1880 den deutſchen Rugbymeiſter
Viktorig Hannover zu Gaſt. Hannover 78 ſpielt in Diion ein zweites
Spiel der Frankreichreiſe. — Im
Schwimmen
gibt es wieder einige recht wichtige Ereigniſſe in der Hallenſaiſon.
In Ruhrort findet ein Internationales Feſt ſtatt, bei welchem u. a.
auch Reni Erkens und ihr Verlobter, Ernſt Küppers, an den Start
gehen. Damen des Münchener Schwimmvereins nehmen an dem
In=
ternationalen Danubia=Schwimmfeſt in Wien teil. In Offenbach
ver=
anſtaltet der SC. Moenus ſeinen Herbſtſtaffeltag, der auch eine
aus=
gezeichnete Beſetzung aufweiſt. Im Reich gibt es noch verbandsoffene
Feſte von Breslau, Jena und Berliner SC. Delphin.
Die nicht in ſtärkſter Aufſtellung angetretene ſüddeutſche
Mann=
ſchaft wurde in Budapeſt geſtern 7:1 (2:0) geſchlagen.
Im Fußball=Städteſpiel München gegen Nürnberg=Fürth in
Mün=
ſten trennte man ſich 1:1 (:1).
Zußball.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Die Liga= und die Liggerſatzmannſchaft der 98er fahren morgen
gemeinſchaftlich nach Mainz um die fälligen Verbandsrückſpiele gegen
Mainz 05 zum Austrag zu bringen. Das Vorſpiel der Ligamannſchaften
wurde bekanntlich von den Darmſtädtern 3:1 gewonnen. Die Mainzer
werden beſtrebt ſein, durch einen Sieg auf eigemem Platze die
Nieder=
lage des Vorſpieles auszugleichen. Für die Darmſtädter würde
anderer=
ſeits ein Punktgewinn im morgigen Spiel eine weitere Abſchwächung
der Abſtiegsgefahr bedeutzn. Es ſollte daher auf dem Sportplatz am
Fort Bingen zu einem reizvollen Treffen kommen, von dem zu erhoffen
iſt, daß es in demſelben freundſchaftlichen Geiſte wie das Vorſpiel
ab=
gewickelt wird. Die Darmſtädter ſind durch Verletzungen genötigt, im
Sturm eine Umſtllung vorzunehmen. Das Angriffsquintett der 98er
wird das Spiel mit Hebeiſen, Frey, Ruppel 2, Müllmerſtadt, Geher
be=
ſtreiten. — Die 3. Mannſchaft tritt am Böllenfalltor gegen Germania
Eberſtadt, 2. Mannſchaft, an; auch die Junioren ſpielen in Darmſtadt,
und zwar gegen Eintracht Frankfurt, 3. Mannſchaft.
Von den Jugendmannſchaften ſind die 3., 5. und 6. Jugend ſpielfrei,
ſo daß das Pvogramm wie folgt ausſieht:
1. Jugend — 1. Jugend Eberſtadt (dort).
2. Jugend — 2. Jugend Fußballſportverein Frankfurt Ghier 3410).
4. Jugend — 1. Jugend Griesheim (dort, Abfahrt 12 Uhr, Feſthalle)=
1. Schüler — 1. Schüler Griesheim (dort, Abfahrt 9 Uhr, Feſthalle)
2. Schüler — 1. Schüler Roßdorf (dort, Abf. 139 Uhr, Oſtbahnhof).
Sporlv. Mörſelden — Rol=Weiß, V. ſ. R.
Am kommenden Sonntag begibt ſich die Liga ſowie
Raſervemann=
ſchaft des Rot=Weiß, V. f. R., nach Mörfelden, um das fällige
Verbands=
ſpiel dortfelbſt auszutragen. Mörfelden beſitzt auch dieſes Jahr wieder
eine ausgezeichnete Mannſchaft, und wird ſehr wahrſcheinlich ihren
der=
zeitigen Platz in der oberen Hälfta der Tabelle feſthalten können. Rot=
Weiß, V. f. R. iſt wieder etwas ſtänker in ſeiner Aufſtellung und wird
verſuchen, ſo gut wie nur möglich abzuſchneiden. Ueberhaupt ſcheint es,
daß dieſes Jahr die Elf auswärts mehr zuſtande bringt, als auf eigenem
Gelände. Die anſtändige Spielweiſe beider Mannſchaften dürfte
jeden=
falls einen intereſſanten Kampf zeitigen.
Beide Mannſchaften fahren mit dem Autobus 11.45 Uhr ab
Mar=
ſtall am Mathildenplatz.
Jugendabteilung.
Laut Terminliſte ſind ſämtliche Jugendmannſchaften am 8.
Novem=
ber 1929 ſpielfrei.
Freie Turngemeinde Darmſtadt C. V.
Am kommenden Sonntag tritt die 1. Mannſchaft zu einem der
ſchwerſten Spiele in Pfungſtadt gegen den dortigen F.V. an. Es iſt dies
das erſte Spiel in der Nachrunde. Die Vorrunde konnte Darmſtadt
ohne einen Punktverluſt bei 7 Spielen mit einem Torreſultat von 35:8
abſolvieren. Pfungſtadt iſt eine Kampfmannſchaft, welche nicht ſo ſchnell
die Waffen ſtreckt. Auch im Vorſpiel in Darmſtadt konnte die
Mann=
ſchaft erſt nach größter Gegenwehr mit 5:1 bezwungen werden. Jedoch
ſteht ein Sieg Darmſtadts außer Zweifel. Die Mannſchaft hat das
Zeug in ſich und iſt ſich des Ernſtes des Spieles wohl bewußt.
Darm=
ſtadt ſtellt eine Mannſchaft, welche in allen Teilen gut beſetzt iſt und
keinen ſchwachen Punkt aufzuweiſen hat. Der Sturm. unterſtützt von
einer guten Läuferreihe, iſt wohl der beſte Teil der Mannſchaft. Die
Hintermannſchaft iſt vielleicht die beſte in der ganzen Gruppe. Die
Mannſchaft tritt in folgender Aufſtellung an:
Pfleger
Schäfer, J.
Schäfer, D.
Trumpfheller
Schmidt, H.
Günther
Schmidt, P. Bernhard Mühlbach Weiker Porzel, Ed.
Auch die zweite Mannſchaft ſpielt gegem Pfungſtadt dort. Es iſt
dies auch ein Spiel um die Spitze, wvelches wir jedem ſich anzuſehen
empfehlen. Spielbeginn für 1 Mannſchaſt 2.30 Uhr, für 2. Mannſchaft
12,50 Uhr. Die 1. Jugend ſpielt auf dem Sportplatz am Müllersteich
gegen Weiterſtadt.
Handball.
Sporlverein Darmſtadt 1898.
Die Ligamanſchaft iſt morgen ſpielfrei, da Fiedler, Werner und
Fuchs in der Süddeutſchen Mannſchaft gegen Weſtdeutſchland
mitzu=
wirken haben. Die Ligaerſatzmannſchaft fährt nach Braunshardt zum
Tabellenzweiten der A=Runde. Hier wird es den 98ern nur bei größter
Anſtrengung gelingen, die Tabellenführung zu behaupten. Die dritte
Mannſchaft ſpielt in der Runde der B=Klaſſe in Dietzenbach.
Auch die Jugendmannſchaften weilen auswärts, und zwar
ſpielen:
1. Jugend — Braunshardt (dort, Abfahrt 12.41 Uhr Hauptbahmh.),
2. Jugend — Babenhauſen (dort. Abfahrt 7.44 Uhr. Hauptbahnh.),
3. Jugend — Arheilgen (dort, Abf. mit Rad 12 Uhr Riegerplatz),
4. Jugend — Griesheim (dort Abfahrt mit Nad 10 Uhr, Feſthalle).
Die 5. Jugend und die 1. Schülermannſchaft tragen ein
vereins=
internes Spiel aus.
Polizei=Sporkverein Darmſtadt — Turn= u. Spork=
Weei Leuden.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 2 Uhr, tritt die Polizei zu
ihrem letzten Spiel in der Vorrunde gegen Langen auf ihrem Platz
an. Ueber die Spielſtärke der Langener braucht man nicht viel zu
ſagen. Sie verſtehen auf alle Fälle zu ſpielen, was ſie ja erſt am
letz=
ten Sonntag hier unter Beweis geſtellt haben. Langen verfügt über
eine ſehr flinke und eifrige Mannſchaft, die Polizeimannſchaft wird gut
tun, gleich von Aufang alle Regiſter ihres Könnens aufzuziehen,
zu=
mal Kochl und Anton am kommenden Sonntag in der Süddeutſchen
Mannſchaft ſpielen. Hoffen wir, daß die Erſatzleute ſich gut in das
Mannſchaftsgefüge einpaſſen, damit ein techniſch einwandfreies Spiel
gewährleiſtet iſt.
Die 2. Mannſchaft Polizei iſt am Sonntag ſpielfrei, weil Rot=Weiß
die 2. Mannſchaft zurückgezogen hat.
Damen Groß=Gerau-Damen Polizei.
Die Damenabteilung der Polizei muß am 3. November zum
Ver=
bandsſpiel nach Groß=Gerau. Hoffentlich zeigen die Damen den Eifer
wie gegen Arheilgen, in Verbindung mit der ſchönen Spielweiſe,
da=
mit auck, dieſe Punkte nach Darmſtadt kommen. Die Trainingsſpiele
finden nicht ſtatt, weil die Ringer um 9,30 und 11 Uhr ihre
Verbands=
kämpfe in der Polizeiſporthalle austragen.
Zußballſporkv. Frankfurk — Sp. B99. Arheilgen.
Obige Vereine treffen ſich zum fälligen Verbandsſpiel am
menden Sonntag am Arheilger Mühlchen. Die Gäſte werden
kaum gewillt ſein, in Arheilgen Punkte zu laſſen. Für die Arbei
die immer noch mit reichlich Erſatz antreten müſſen, jedoch durch
erſtmalig in den Verbandsſpielen mitwirkenden Mittelläufer ſtä
ſind, rückt der gefürchtete Abſtieg in greifbare Nähe. Auch den Arb
gern müßte es möglich ſein, einen Leonhardt zu halten und den 5
lanten Torwächter Irion zu ſchlagen; gelingt dies, dann iſt der A
gang des Spieles reichlich offen. — Das Spiel iſt mit Rückſicht auf
Kirchweihe auf vormittags 11 Uhr verlegt.
Schwimmen.
5. Hallenſchwimmfeſt der Waſſerſporkabkeilung
der Freien Turngemeinde Darmſtadk e. V.
Wie aus der geſtrigen Anzeige erſichtlich, veranſtalten die fre
Waſſerſportler Darmſtadts am Sonntag, den 3. November nachn
tags 2.30 Uhr, ihr fünftes Hallenſchwimmfeſt im Ste
Hallenſchwimmbad. Es darf ſchon jetzt geſagt werden, daß den
hängern des Schwimmſports einige intereſſante Ueberraſchungen bel
ſtehen, und jeder Einzelne damit rechnen kann, zufriedengeſtellt
werden. Von 15 auswärtigen Vereinen und Abteilungen haben
zirka 120 Wettkämpfer zum Start gemeldet, nicht erwähnt die auf
dem noch gemeldeten Mannſchaftskämpfe. Die techniſch auf der H
ſtehenden Anlagen unſeres hieſigen Hallenbades dürften ſicherſte
währ bieten, dem Feſt einen einwandfreien Verlauf zu ſichern.
Eintrittspreiſe, der Zeit entſprechend, dürften wohl, niemand z.
abhalten, das Schwimmfeſt zu beſuchen. Allen unſeren werten Gäſ
Freunden und Gönnern ein herzliches Frei Heil! und Willkomm
Kraftſpork.
Polizei — Hanau (Liga).
Polizei — Hetzbach (4=Klaffe).
Am kommenden Sonntag findet in der Polizei=Sporthalle Eſch
brücker Straße 24, eine doppelte Verbandsveranſtaltung im Nin
ſtatt. Es kämpft die 4=Klaſſe um 9.30 Uhr gegen Hetzbach und
Ligaklaſſe um 11 Uhr gegen Hanau. Beide Veranſtaltungen verſpree
intereſſante Kämpfe. Hanau iſt im zweiten Kreis ebenfalls ein
fürchteter Gegner, ſo daß der Ausgang des Kampfes auch hier wie
offen gehalten werden muß. Hetzbach ſelbſt iſt hier in Darmſtadt
unbekannt. Da die Eintrittspreiſe, für dieſe Doppelveranſtelt
niedrig gehalten ſind, bitten wir um einen zahlreichen Beſuch
Sportanhänger.
Geſchfliches.
Wecks=Tee. Tee iſt in vielen Ländern ſchon ſeit Jahrhunder
Vollsgetränk, ſo z. B. in China, Japan England Rußland und
land. Durch direkten Einkauf auf dem kürzeſten Wege, mit vorheri
allerſorgfältigſter Prüfung der einzelnen Partien kann, die Fſt
Aug. Wecks, Traiſa, das Beſte und trotzdem das Billigſte, was auf
Teemarkt zu haben iſt, bieten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt
Samstag, 2. Nov. 11.15: Schulfunk. Das Landsknechtslie
Geſang: E. Fleiſchhauer. 0 13.30: Schallplatten: Balladen. 8 15.0
Jugendſtunde Liedervorträge. Theobald=Ziegler=Schule, Chorleit,
Heinr. Taufkirch 8 16: Stuttaart: Konzert des Funkorch, Miy,
Ellen Beck (Sopran), M. v. Wiſtinghauſen (Bariton), A. Haagel
(Flügel) O 16.30: Stadthalle Stuttgart: Stand des Sechstage
rennens 6 16.50: Stuttgart: Tanztee der Kapelle Stanlen Wieſen
berg. 6 18: Aus dem Roman „Rot und ſchwarz” von Stendha
6 18.20: Unverſitätslektor Roedemener: Dichter des Herbſte
18.40: Dr. Henrik de Man: Die Stellung des Arbeiters zu
Maſchine. 8 19: Prot, Sittig: Der Himmel im November. 9i
verſchiedenen Arten der Geſtirne. 19.30: Unterhaltungskonier
0 20.15: Zeitberichte. 8 21: Konzert des Funkorch. 0 22: Zeil
genöſſiſche polniſche Literatur. 1: Stadthalle Stuttgart: Ueber
tragung aus dem Sechstagerennen. O 1.10: Tanzmuſik. Ueber
tragung aus dem Sechstagerennen.
Königswuſterhaufen
Deutſche Welle. Sonnabend 2. Nov. 12: Künſtleriſche Dar
bieiungen für die Schule: „Allerſeelen”. Mitw.: Prof. Dr. Moſ
Geſang), Dr. Fiſcher (Klavier), Käte Graber (Rezitationl. o 14
Zentralnſtitut für Erziehung. 8 15.45: Schulrat Wolf und S
Konetzky: Pſncholog. Schülerbeohachtung. O 16.30: Hambg.: Muſika
Anekdoten Norag=Chor und =Orch. O 17.30: Ober=Steuerinſpeitt
Potzel: Zehn Jahre Reichsſteuerverwaltung. 18: Zwiegeſprä
zwiſchen zwei Frauen aus ihrem Berufsleben. 0 18.30: Franzöſiſch fi
Anfänger, 8 18.55: Oberſtudiendir Dr. Oſt: Unſere europäiſche
Nachbarn; Frankreich 0 19.20: Prof. Dr. Saitſchick: Politiſct
Weisheit die uns nottut. 9 20: „Prozeß Sokrates”. Sendeſpi
in vier Akten von H. Kyſer. Regie: A. Braun. Danach: Tan
Muſik. Fred Bird=Tanz=Orcheſter. Pauſe: Bildfunk. 6 23.4
Um Mitternacht beim Sechstagerennen, Sportpalaſt.)
Größte Auswahl
Büssier Lmpt.
Fachmännische Ernst-ludwigsir 14
Tel. 2140 (Getia
AOTO Bedienug
Wekterbericht.
Ausſichten für Samstag, den 2. November: Teils wolkig, teils hei
nachts Temperaturen in Gefrierpunktsnähe, meiſt trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 3. November: Wieder Temperaturanſ
und Niederſchlagsneigung in Ausſicht.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maup=
Veranwornich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleion, R0
Augland und Geſſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Dr. Cugen Buhla”l
für den Handel: Dr. C. H. Que tſch für den Schlußdlenſt: Andreas Bout!:
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nettei für den Inſeratentell: Wlp Kublei *
und Verlag: C. C. Wlttich — ſämilich in Darmſſadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommet.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten
Hadkaunes kabnn das Wark!
Lin=
(
Eine Mutter schreibt uns:
UM Mrkäifzu, dün Mm iun de m Wkuffiteie Whe Rirn
AiHucdiche dat wa füirsatr Hdanat dahske. Aus
Nkufist Win (a W Mc. Min diar Mäln Hchn Haun fir
Wüchn Mf 4 Mim Winhan us Kaßm Kaadsche Wrufaff.
1 Pfund 55 Pfennig
Duheenitnes win Srchene brkhnnt!
Daher nur,Seeligs kandierten Kornkaffeel das gesunde deutsche Familiengetränk
Rummer 304
Samstag, den 2 November
Ueber 6o0 Mill. RM. Inſolvenzverluſte.
Im bisherigen Verlauf des Jahres 1929 ſind, wie das Inſtitut für
furnkturforſchung mitteilt, bereits mehr Zahlungseinſtellungen
er=
als im ganzen Jahre 1928. Nach dem leichten Rückgang der
Som=
monate haben ſich die Zahlungseinſtellungen ſeit einigen Wochen
er erhöht. Wenn man von der Saiſonbewegung im Sommer
ab=
hat ſich ſogar eine Verſchärfung der Lage herausgebildet, die ihren
jaren Ausdruck in der Häufung von Zuſammenbrüchen größerer
ren und der dadurch ausgelöſten Vertrauenskriſe während der letzten
den gefunden hat. Infolge erhöhter Kreditbeanſpruchung im Herbſt
tit einer ſaiſonmäßigen Zunahme der Zahlungseinſtellungen zu rech=
Für das geſamte Jahr 1929 wird ſich eine beträchtliche Zunahme
Hen, da im ganzen Jahr 1928 8120 Konkurſe und 3147
Vergleichs=
rhren eröffnet wurden, gegen 8034 Konkurſe und 3998
Vergleichs=
rhren im laufenden Jahr bis zum 26. Oktober. Die Zunahme der
Ivenzen bedeutet für die Gläubiger eine Erhöhung der Verluſte
Zahlungseinſtellungen nach roher Schätzung um mindeſtens 139
ionen Mark; ſie wird aber vermutlich hinter dem tatſächlichen
Um=
der Verluſtſteigerung beträchtlich zurückbleiben. Im Vorjahr
hat=
die Gläubiger Ausfälle von 470 Mill. RM. zu verzeichnen, die
dem=
im laufenden Jahr auf mindeſtens 600 Mill. RM. zu veranſchlagen
Die tatſächlichen Schäden ſind jedoch weſentlich höher, da bei
Ein=
einer Zahlungseinſtellung nicht nur die Verluſte, ſondern die
ge=
en Forderungen der Gläubiger nicht realiſierbar ſind. Infolge der
angen Abwicklungen der Inſolvenzen bedeuten die
Zahlungseinſtel=
fen eine Minderung der Betriebsmittel der Gläubiger auf
min=
us mehrere Monate in vollem Umfange der Forderungen. Die
Ge=
rſumme der Forderungen dürfte 1928 mehr als 700 Millionen
be=
en haben und im laufenden Jahr die Ziffer von ½4 Milliarden
über=
tten haben.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Bevorſtehende Diskontermäßigung in Berlin? Nach den
Diskont=
jäßigungen in London und New York ſowie in Amſterdam erwartet
auch in Berliner Börſenkreiſen eine Diskontermäßigung für
itſchland. Wie wir erfahren, hat ſich das Reichsbankdirektorium
eits mit der Frage befaßt. Bekanntlich muß der Beſchluß von dem
tralausſchuß der Reichsbank gefaßt werden, dem dann
Reichsbank=
ident Dr. Schacht ſeine Zuſtimmung erteilen könnte. Ueber das
maß der Senkung iſt näheres noch nicht bekannt. Möglicherweiſe
d der Diskontſatz wieder von 7½auf 6½ Prozent herabgeſetzt,
nach=
er im April dieſes Jahres um ein Prozent erhöht worden iſt.
Erhöhte Ausfuhr von Metallhalbzeug im September. Die
Aus=
von Metallhalbzeug aus Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink,
n und ihren Legierungen ſtellte ſich im September 1929 nach den
der „Metallwirtſchaft” veröffentlichten Berechnungen des
Zentral=
jandes der deutſchen Metall=Walzwerks= und Hütten=Induſtrie E. V.,
lin, auf 7899,7 To. im Werte von 15,392 Mill. RM. gegen 6217,5 To.
Werte von 12,379 Mill. RM. im Auguſt 1929 und 7154,4 To. im
te von 12,313 Mill. RM. im September 1928. Die Geſamtziffer für
Septemberausfuhr verteilt ſich auf die einzelnen Halbzeuggruppen
folgt: 410,6 To. Aluminiumhalbzeug, 391,6 To. Bleihalbzeug, 164,8
Zinkhalbzeug, 34,8 To. Zinnhalbzeug, 42,2 To. Nickelhalbzeug,
„7 To. Halbzeug aus Kupfer und Kupferlegierungen. In den erſten
n Monaten 1929 ſtellte ſich die geſamte Halbzeugausfuhr auf 65 802,2
im Werte von 123,167 Mill. RM. gegen 59 932,8 To. im Werte
102,959 Mill. RM. in der gleichen Zeit des Vorjahres.
Ein erſter deutſcher Metallkongreß im Jahre 1930. Der
Geſamtaus=
iß zur Wahrung der Intereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft hielt,
die „Metallwirtſchaft” berichter, kürzlich in Berlin unter Leitung
tes Vorſitzenden, Generaldirektor Dr, von der Porten, die 9. Sitzung
res Arbeitsausſchuſſes ab. Die=Veratungen erſtreckten ſich zunächſt
Grund eines einleitenden Berichtes des Vorſitzenden auf die
allge=
ne Wirtſchaftslage, wobei feſtgeſtellt wurde, daß zahlreiche
Einzel=
en zu einer ſorgenvollen Auffaſſung über die bevorſtehende Ent=
Eekung Veranlaſſung geben. Nachdem das Jahr 1929 auch auf dem
Ziete der Nichteiſenmetalle eine ſehr große Anzahl von Tagungen
racht hat, beſhloß der Arbeitsausſchuß einſtimmig, allen Verbänden,
einen, Geſellſchaften der Wirtſchaftsgruppe der NE.=Metalle, den
ſchlag zu machen, im Jahre 1930 nur eine gemeinſame größere
zung in Form eines erſten deutſchen Metallkongreſſes abzuhalten.
Die Saar=Elektrofrage. Die Bemühungen um eine endgültige
Be=
tigung in der Saar=Elektrofrage ſcheinen vor einem gewiſſen Abſchluß
ſtehen. Wie wir erfahren, hat das Präſidium des R.W.E. in ſeiner
en Sitzung beſchloſſen, die S. L.E. (Saar=Lothringiſche
Elektrizitäts=
ke) aufzufordern, dem Demarkationsabkommen zwiſchen Preußen und
RWE. bis zum Ende d. M. beizutreten, widrigenfalls der Beſchluß
RWE. vom März 1928 als erledigt zu betrachten ſei. Darüber
hin=
ſchlägt der RWE., falls die S. L.E. dem Demarkationsabkommen
kreten, vor, in einer Ausſprache mit dem Zweckverband Weiher=Zen=
Te, der Preag und der S. L.E. die übrige Saar=Elektrofrage zu
er=
ern. Dieſer Beſchluß des RWE. bedeutet, daß der Zweckverband
iher=Zentrale endgültig beim RWE. verbleibt, denn nach dem
er=
hnten Demarkationsabkommen gehört der Zweckverband, zu der
In=
eſſenſphäre des RWE. unter der Vorausſetzung, daß ſich die
ſtimm=
echtigten Mitglieder des Zweckverbandes für den Anſchluß an den
VE. ausſprechen. Das aber iſt bereits im Auguſt 1927 geſchehen.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 1. November ſtellten ſich für
upfer: Januar 137.75 (138.25), Februar 138.50 (138.75), März
3.75 (189.00), Alpril 139.00 (139.25), Mai 139.25 (139.50), Juni 139.50
:9.50), Juli 139.75 (139.75), Auguſt bis Oktober 139.75 (140.00),
No=
niber 137.25 (138.50), Dezember 137.50 (137.75). Tendenz: ſtetig.
er Blei: Janar und Februar 44.00 (44.50), März bis Mai 44.25
E.50), Juni bis September 44.25 (44.75), Oktober 44.50 (44.75), Nov.
00 (44.75), Dez. 44.00 (44.50). — Tendenz: behauptet. — Für Zink:
rnuar 43.00 (44.00), Februar und März 43.50 (44.50), Apru 43.75
4. 75), Mai 44.25 (45.25), Juni 44.50 (45.25), Juli 44.75 (45.00), Auguſt
75 (4.25), September und Oktober 44,75 (45.00), November und
De=
mber 42.00 (44.00). Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlem bedeuten
eld, die im Klammern Brief.
Rleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Privatdiskont an der Berliner Börſe wurde am Freitag um
Prozent auf 7 Prozent ermäßigt.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamts wurden im Oktober
29 durch den „Rei=hsanzeiger” 840 (im September 657) neue Konkurſe,
tie die wegen Maſſemangels abgelehnten Anträge auf
Konkurseröff=
ing, und 350 (364) eröffnete Vergleichsverfahren bekannt gegeben.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 30. Okto=
* auf 121,5 gegen 122,4 am B. Oktober, fiel alſo um 0,7 Prozent.
Iun der Angelegenheit André u. Herzog in Kaſſel iſt im Anſchluß an
vorgeſtrige Feſtnahme des Bankiers Ernſt Herzog noch am vor=
Die Direktion der Bayeriſchen Staatsſchuldenverwaltung güibt das
eizeichnis der am 28. Oktober d. J. bei der vierten Ziehung für das
ahr 1929 gezogenen Ausloſungsrechte der Bayeriſchen
Ablöſungs=
kleihe bekannt. Mit der Einlöſung wird am 2. Jamar begonnen.
In Amſterdam hat ſich ein Syndikat gebildet, das, unabhängig von
Margarine=Union, demnächſt eine neue Firma, die N. V.
Margarine=
uiduſtrie, zum Betrieb von Oel=, Margarine= und Fettfabriken und
en Handel in dieſen Stoffen in Holland und dem Auslande
grün=
en will.
Die Bank von England hat weitere 20 000 Lſtrl. gemünßtes Gold
11s dem Auslande angekauft. Die Verkäufe von Gold überſtiegen die
nkäufe um 785 023 Lſtrl. bei weitem.
Der Londoner Goldereis ſeit 30. Oktober 1929 betrug für eine
uze Feingold 84 sh 11384, für ein Gramm Feingold demnach 32,7736
ene
n Bern haben nunmehr die Verhandlungen zwiſchen Deutſchland
der Schweiz über den Abſchluß eines Abkommens betreffend die
e der Doppelbeſteuerung begonnen.
Als OPfer der New Yorker Börſe wird der Zuſammenbruch der
Naklerfirma John J. L. Bell gemeldet, die ihren Verpflichtungen nicht
rehr nachkommen konnte.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Framkfurt a. M., 1. November.
Schon im Vormittagsverkehr war die Stimmung weiter
freund=
lich. Zu Beginn des offiziellen Marktes nahm die Zuverſicht erneut zu,
und die Börſe war recht feſt. Die kräftige Erholung der geſtrigen New
Yorker Börſe war in euſter Linie hierfür ausſchlaggebend. Aber auch
die internationale Gelderleichterung und vor allem noch die
Diskont=
ermäßigung in New York von 6 auf 5 Prozent machſten einen
vorteil=
haften Eindruck und trugen zur Beſſerung der Stimmung bei. Das
Geſchäft war jedoch nur in einigen Werten etwas größer, da der heutige
katholiſche Feiertag geſchäftshindernd empfunden wurde. Die
Spekula=
tion zeigte wohl mehr Unternehmungsluſt, war aber doch zurückhaltend,
da hinſichtlich der Abſtimmung über das Volksbegehren Unſicherheit
be=
ſteht. Es ergaben ſich jedoch gegenüber der geſtrigen Abendbörſe in
Spezialwerten beträchtliche Beſſerungen, da ſich von Auslandsſeite
wie=
der einiges Intereſſe für deutſche Werte zeigen ſoll. Renten ſtill,
Aus=
länder etwas höher.
Im Verlaufe war die Tendenz weiter feſt, da man mit einer
even=
tuellen Ermäßigung des Reichsbankdiskontſatzes rechnet. Am
Geld=
markt war Tagesgeld mit 8 Prozent weiter geſucht. Am Deviſenmarkt
war der Dollar wieder etwas ſchwächer. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,1783, gegen Pfunde 20,395, London-Kabel 4,8805, Paris 123,85,
Madrid 34,10, Holland 12,09½. Schweiz 25,17½
An der Abendbörſe war die Stimmung freundlich, und neue
kleine Käufe bewirkten meiſt weitere leichte Kursbeſſerungen gegen den
Berliner Schluß. Das Geſhäft war jedoch wieder klein, da infolge des
Ausfalls der Auslandshörſen neue Anregungen fehlten. Die
Diskont=
frage wurde weiter diskutiert. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe auf
angeblich ſchwaches Amſterdam etwas ab.
Berlin, 1. November.
Nachdem es ſchon im heutigen Vormittagsverkehr ſtimmungsmäßig
auf die Diskontermäßigung in London, Amſterdam und New York feſter
war, zeigten auch die erſten offiziellen Notierungen überwiegend
Kurs=
beſſerungen. Die vorbörslichen Taxen wurden zwar nicht in allen Fällen
erreicht, doch betrugen die Gewinne immer noch 2—3 und bei
Spezial=
werten bis zu 6 Prozent. Das Geſchäft kam heute nur zögernd in Gang,
da bei den Banken, ſtark beeinflußt durch den hohen katholiſchen
Feier=
tag, ſo gut wie keine Orders vorlagen und die Umſatztätigkeit ſich
haupt=
ſächlich auf Deckungen der Spekulation beſchränkte. Die von einer
Mit=
tagszeitung als dicht bevorſtehend bezeichnete Einberufung einer
Aus=
ſchußſitzung der Reichsbank dürfte den Tatſachen etwas vorauseilen. Das
zwveite Geſprächsthema der Börſe waren die Ausſichten des
Volksbegeh=
rens, da endgültige Zahlen immer noch nicht vorliegen. Die Unſicherheit
hinſichtlich desſelben, Produktionseinſchränkungen bei der
Rohſtahlge=
meinſchaft und ein wenig befriedigender Monatsbericht des
Stahlwerk=
verbandes wirkten übrigens etwas geſchäftshemmend. Trotzdem ergaben
ſich auf den meiſten Marktgebieten 1—3prozentige Gewinne. Auch im
Verlaufe war die Tendenz bei ruhigem Geſchäft überwiegend weiter
an=
ziehend. Man wollte weitere Deckungen beobachten, die erneut zu drei=
und mehrprozentigen Gewinnen führten. Nach vorübergehender
Ab=
ſchwöchung ſetzte ſich im Verlaufe der Börſe an den Effektenmärkten
eine neue Aufwärtsbewegung durch.
Amerikgniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 129, März 136½, Mai 139½: Mais:
Dez. 91½, März 97½, Mai 99½; Hafer: Dez. 50, März 52½,
Mai 54½: Roggen: Dez. 107½, März 112½, Mai 114.
Schmalz: März 11,45, Mai 11,60, Dez. 10,72½, Jan. 10,30.
Speck, loko 11.00.
Schweine: leichte 9.00—9.40, ſchwere 8.60—9.40;
Schweine=
zufuhren: Chicago 19 000, im Weſten 69 000.
Baumwolle: Dezember 17.98, Januar 18.12.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 1. Nov.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 143¾, Hartwinter 137½;
Mais: 104½: Mehl: 5,65—5,95; Fracht: nach England 1,6 bis
2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 11.35; Talg, extra, loſe 8½.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſätze in Lots: 33; Loko: 10½1
November 9,79. Dezember 9,91, Februar 10,01, März 10,11,
Mai 10,24, Juli 10,39, Sept. 10,52.
Kräflige Erholung der New Yorker Börſe.
Diskonkermäßigung in New York.
Der New Yorker Börſenbeginn, brachte am Donnerstag keine
Fort=
ſetzung der bisherigen aufſehenerregenden Kursſtürze, da man in den
Vereinigten Staaten infolge der Londoner Diskontermäßigung einen
entſprechenden Schritt auch der maßgebenden amerikaniſchen Banken
er=
wartete, wurden aus dem ganzen Lande Kaufaufträge erteilt. Bereits
in der erſten halben Stunde wurden 2,5 Millionen Stück Aktien
umge=
ſetzt und um 1.30 Uhr amerikaniſcher Zeit war der Umſatz auf über
4½ Millionen Stück geſtiegen. Die Kurſe beſſerten ſich ſprunghaft bis
zu 30 Punkten. Allgemein herrſchte eine freundlichere und beruhigtere
Stimmung.
Im Laufe des Tages wurde die erwartete amerikaniſche
Diskont=
ſenkung überraſchend ſchnelk zur Wirklichkeit. Der Fédéral Reſerve
Board ſetzte die Diskontrate um ein volles Prozent von 6 auf 5 v. H.
herab. Im weiteren Verlauf der New Yorker Börſe konnten ſich die
höchſten Notierungen allerdings nicht ganz behaupten, ſondern es traten
wieder leichte Ermäßigungen bis, zu ſechs Punkten ein.
Nach der Baiſſe Hauſſe in New York.
Die hieſige Börſe erlebte geſtern eine Hauſſe, die zum Teil ebenſo
unnatürlich war wie die ungewöhnliche Baiſſe der Vortrage. Bei
Er=
öffnung der Börſe ſprangen die meiſten Induſtriepapiere rapid in die
Höhe, und ſie gewannen fünf bis dreißig Punkte. Die Kauforders, die
in Paketen von 10 000 bis 50 000 Stück abgegeben wurden, überſtürzten
ſich. Ein guter Teil dieſer Orders kam von Auslandshäuſern. Nach
einer Stunde trat dann auch prompt die Reaktion ein, und die Papiere
verloren wieder einen großen Teil ihrer Gewinne. Der Schluß der
Börſe zeigte jedoch wieder ein allgemeines Anſteigen der Aktien, die
gegen den Vortag erheblich geivonnen haben.
Produkkenberichke.
Mannheimer Produktenbericht vom 31. Oktober. Das Angebot von
Inlondsweizen iſt weiter klein. Die Auslandsforderungen ſind infolge
der ſtark avancierten Börſenkurſe erhöht, doch ſind die Käufer
zurück=
haltend. Die Börſe verkehrte in ruhiger Haltung. Man nannte im
nichtoffiziellen Verkehr gegen 12,30 Uhr in RM. per 100 Kilogramm
waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 26—26,25. ausl. M—32, Roggen
inl. 19,50, Hafer inl. 18—19, Braugerſte (adiſche, württembergiſche und
fränkiſche 21—21,50, pfälziſche 22—23,50, Futtergerſte 18—19, Mais mit
Sack 19,50—19,75, ſüdd. Weizenmehl, Spezial Null 38,25, dto. 2. Sorte
36,75, füdd. Weizenauszugsmeh: 42,25, ſüdd. Weizenbrotmehl 28,25,
ſüdd. Roggenmehl 28—33,50, feine Kleie 10—10,25, Biertreber mit Sack
16,50—17,75, Leinſaat 47.
Berliner Produktenbericht vom 1. November. Die Produktenbörſe
eröffnete heute in matterer Haltung. Der Roggenmarkt wurde
ins=
beſondere durch die geſtrige Bekanntgabe über Gewährung von
Export=
prämien an die polniſche Landwirtſchaft ungünſtig beeinflußt. Die
Aus=
landsofferten für Weizen waren von Nordamerika zwar ermäßigt,
Plata=
weizen wurde dagegen teurer als geſtern angeboten. Kaufluſt für
Aus=
landsgetreide iſt ſehr gering. Inlandsweizen zur Kahnverladung wird
zu Preiſen offeriert, die hier nicht zu erzielen ſind, die Mühlen decken
angeſichts des ſchleppenden Mehlgeſchäfts ihren kleinen Bedarf in
Wag=
gonware zu etwa 2 Mk. niedrigeren Preiſen als geſtern. Roggen ſtand
reichlicher zur Verfügung und fand angeſichts der oben erwähnten
ſchär=
feren Konkurrenz Polens im Export nur zu 2—3 Mk. niedrigeren
Prei=
ſen Unterkunft. Am Lieferungsmarkt ſetzte Weizen 1½ Mk. ſchwächer
ein, die Roggennotierungen lagen bis 2½ Mk. unter geſtrigem Niveau.
Für Mehl verſuchen die Mühlen geſtrige Preiſe zu halten, finden jedoch
beim Konſum wenig Gegenliebe. Hafer iſt namentlich in mittleren
Qualitäten reichlicher und zu entgegenkommenden Preiſen angeboten.
Auch in Gerſte liegt reichliches Offertenmaterial vor.
Viehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 31. Oktober. Dem heutigen
Klein=
viehmarkt waren zugefahren: 104 Kälber, 49 Schafe, 108 Schweine, 578
Ferkel und Läufer. Bezahlt wurden für Kälber 80—84, 72—78, 62—68,
für Schafe 52—56, Schweine nicht notiert, Ferkel bis 4 Wochen 22—28,
darüber 30—40, Läufer 44—58. Marktverlauf: Mit Kälbern
mittel=
mäßig, geräumt; mit Ferkeln und Läufern mittelmäßig.
Berliner Kursbericht
vom 1. November 1929
Deviſenmarkt
vom 1. November 1929
Me
Danatbank
Deutſche Bank
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti Gummi
Deutſche Cont. Gas/175.25
Deutſche Erdöl
286. Maeie Meeee
J. G. Farben 184,5o Ra
Rütgerswerke Ve Helſingfors 100 finn.Mk rung Fe
10.48‟ Bri
10.50
Schweiz Währung
100 Fran ien / 80.815 Geld 157.75 Gelſenk. Bergw. 128.25 Salzdetfurth Kali 325— Wien 100 Schillin 58.72 58.84
Spanien 100 Peſetas 59.34 157.75 Geſ. f.elektr. Untern 176.25 Leonh. Tietz
166.— Prag
100 Tſch. Kr. 12.372 12.39 Danzig 1100 Gulden 181.45 150.— Harpener Bergbau 138.— Verein. Glanzſtoff 229.— Budapeſt
00 Pengö 72.99 73. 13 Japan 1 Yen 2.013 110.75 Hoeſch Eiſen
120.— Verein. Stahlwerk 107.50 Sofia 1100 Leva 3.C24 3.C3 Rio de Janeiro 1 Milrei? 0.48c5 147.— Phil. Holzmann 28.50 Weſteregeln Alkali 207.50
Holland 100 Gulden 168.44 168.74 Jugoſlawien 100 Dinar 7.386 103. 875 Kali Aſchersleben 204.75 Agsb.=Nrnb. Maſch 81.— Oslo 100 Kronen 111.84 12.0c Portugal 1100 Escudos 18.78 171.— Klöcknerwerke 98.75 Baſalt Linz 35.— Kopenhagen 100 Kronen 111.85 112.0 Athen 100 Drachm. 5.425 84.75 Köln=Neueſſ. Bgw. 115.— Zerl. Karlsr. Ind. 60.— Stockholm 100 Kronen 112.10 12.32 Konſtantinopel 1 türk. 2 1.978 219.— Ludw. Loewe Hirſch Kupfer 126.50 London 1 E=Stg. 20.363 20.40- Kairo r ägypt. * 20.88 201.— Mannesm. Röhr. 161,5o Hohenlohe=Werke 90.— Buenos=Aires 1 Pap. Pe vl 1.729 1.732
Kanada 1 canad. Doll. 4. 121 61.— Maſch.=Bau=Untn 4f Lindes Eismaſch. 152.25 New York Dollar 4.1735 g. 181: Uruguay 1 Goldpeſo / 3.s96 188.50 Nordd. Wolle 105.50 Herm. Poege 23.50 Belgien 100 Belgo 58.40 58.52 Fsland 100 eſtl. Kr. 92. 16 Oberſchleſ. Kolsw 96.50 Vogel Telegr. Drah 69.75
Italien
4
Paris 100 Lire 21.855 21.895 Callinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 111.92 99.— /Orenſtein & Koppel 73.— Banderer=Werke 41.25 100 Francs 16.45 16.49 Riga
00 Lats 80.215
Brief
1.075
59.46
81.61
2.017
0.4915
7.400
18.82
5.425
1.982
20.92
4. 129
4.004
92.34
112.14
81.075
Hondtoant, Koumangitgefeäftäft
Frankfurter Kursbericht vom 1. November 1929.
620 Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 ....."
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 ....
69 Bahern
Frei=
ſtaat v. 27 ....."
8% Heſſen
Volks=
ſtaat. . . . . v. 28
v. 24
8‟,
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ...
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 .....
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + 4.
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe .. .
8% Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24..
8½ Darmſtadtv. 2/
Sio
b. 21
%o Frkf. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26 ..
8% Mannh. v. 26.
% Nürnbergv. 26
8‟) Heſſ. Landesbk
Goldpfbr.. .
8‟1, Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
41,%, Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
ſ. Preuß. Lds.
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfbr.
82 Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt.
Gold=
vbl. ... . . . . . . ..
87.25
76.5
85.25
89
91.4
75.5
50.1
9.55
4.05
85.75
85
81.5
87
96.9
93.5
74
98
95
. Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
8‟/„
KaſſelerLandes-
kredit Goldpfbr.
82). Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . .. . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. 1
* Ausl. Ser, I.
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
Berl. Hyp.=Bk.
4½=‟, „Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk..
41/,? — Lig. Pfhr
Pfbr. Bk..
4½,
Lig. Pfrb.
3% Mein, Hyp. Bk.
4:/,% „ Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp. Bk.
Lig. Pfb.
8I. Preuß.
Boden=
cred.-Bk...
Lig. Pfb.
4½/.-1.
8eſ. Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bk.
14½.. Lig.Pfbr
8‟/=Rhein. Hyp.=B.
4½,% „Lig. Pfb.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. . . .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank. . . . .
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
von 27 ........"
18‟. Dt. Linol. Werke
v. 26
82 Klöckner=Werkel
Berlin v. 26 ...
Mainkrw. v, 26.
2o Mitteld.
Stahl=
werke v. 27 ....
Ar e
65.25
20
97
Bss
Ro
771
75.25
97
96.5
97.5
97.25
G6
8‟1, Salzmann u. Co.
v. 26...."
72 Ber. Stahlwerke
mit Opt. v. 26
8% VoigtckHäfmer
von 26 .... ...
3. G. Farben Bonds
v. 28 ....
5% Bosn. L.E.B.
v. 1914
42.% Sſt.
Schatz=
anw. v. 1914..
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän.
4½2
14% Türk. Admin.
„ 1. Bagdad
„Bollan!
O ungar 1913
A4
Goldr
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Accum.=Berlin. .
Adlerw. (v. Kleher).
AEG. Stamm ..
AndregeNoris Zah=
Baſt Nürnberg..
Bergm. El. Aerke.
Brown BoverickCie
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[ ← ][ ][ → ]Bamstag, den 2. November 1929
ohne Landung.
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Die „Känguruh=Anlage” bei den Verſuchen auf dem Tempelhofer Feld, Berlin.
Auf dem Flughafen Tempelhof wurde eine Vorrichtung ausprobiert, die es ermöglicht, Poſt und
Fracht zielſicher abzugeben und gleichzeitig ohne Landung Poſt und Fracht aufzunehmen. Die
Anlage beſteht aus zwei hohen Galgen, deren Greifer durch ein Kabel ausgelöſt werden, das aus
dem Flugzeug mit dem abzugebenden Poſtſack herabgelaſſen wird. Die abzugebende Poſt wird dem
Kabel abgenommen, während die mitzunehmende Fracht angehängt wird.
Neuer Angeiff auf den Welkrekord im Auke=Dauerfahren.
Der Weltrekord=Anwärter an der Tankſtelle der Berliner Avus.
Ein Chryslerwagen macht auf der Berliner Avus=Bahn ſeit einem Monat ernſthafte Angriffe auf
den Weltrekord im Dauerfahren. Die Weltrekordſtrecke beträgt 45 000 Kilometer. 43 000 Kilometer
gelang es dem Auto bereits zu erreichen.
Die Himmelskanone ſchießt Bild und Schrift in die Wolken.
Die Himmelskanone in einem Ediſonſchen Verſuchslaboratorium.
In einem Verſuchslaboratorium der Ediſon=Geſellſchaft in Chicago wurde eine Kanone hergeſtellt.
in deren Rohr ein Scheinwerfer von drei Millionen Kerzenſtärke eingebaut iſt, der ſeine Strahlen
1000 Fuß in die Höhe wirft. Bilder und Schrift können durch dieſe neue Erfindung von der Erde
aus auf die Wolken projiziert werden.
Tummer 304
Reich und Ausland.
Einſturzunglück auf einem Neubau.
Saarbrücken. In Bübingen ſtürzte an
—r Neubau des Giſenbahnſchloſſers Nikolaus
S mracher eine Betondecke ein, wobei ein Maurer
Sier Stelle getötet und der Bauherr ſelbſt ſchwer
St wurde. Die Betondecke des Erdgeſchoſſes,
EUnterverſchalung abgenommen worden war,
— 28 ſich offenbar noch nicht feſt genug. Als der
2yerr und der Maurer einen ſchweren
Quader=
m. zum weiteren Aufbau des zweiten Stochwerkes
w ezogen und auf die Betondecke niederließen,
m dieſe zum Teil ein. Die beiden ſtürzten mit
— eren anderen Arbeitern in die Tiefe. Während
— brigen Abgeſtürzten mit Hautabſchürfungen
da=
wrmen, gerieten der Maurer und der Bauherr
m: den ſchweren Stein. Dem Maurer wurde der
— zermalmt. Schumacher erlitt einen Oberſchenkel=
und ſchwere innere Verletzungen.
Sprengſchuß=Unglück.
Witten (Ruhr). In einem Steinbruch bei
um ging vorgeſtern nachmittag ein Sprengſchuß
cüüh los. Ein Schießmeiſter und ein Arbeiter ge=
T unter die Geſteinsmaſſen. Der Arbeiter wurde
geborgen, während der Schießmeiſter noch unter
Trümmern liegt.
Tödlicher Unfall eines Polizeimajors.
Breslau. Der 43jährige Polizeimajor Fritz
Brochem, der Führer der berittenen Schutzpolizei
Breslau, nahm am Donnerstag nachmittag an
Geländereitübung der Reichswehr teil. Beim
rſpringen eies Grabens ſprang das Pferd zu
und ſtürzte. Das Pferd des nachfolgenden
Rei=
ſtürzte ebenfalls und trat auf den am Boden
inden Polizeimajor. Dieſem wurde der Bruſtkorb
edrückt, ferner erlitt er eine Nierenzerreißung.
v der Einlieferung ins Krankenhaus trat der Tod
Von Brochem war im Kriege Generalſtabsoffi=
Seit Februar 1921 war er in Bveslau
Polizei=
ir und zugleich Leiter des Provinzial=
Reit=
ganges.
eiWarſchauer Schwerverbrecher in Graudenz
verhaftet.
Graudenz. Der Polizei iſt es gelungen,
Warſchauer Schwerverbrecher, die hier vor eini=
Tagen zugereiſt und in den vornehmſten Hotels
niglicher Hof” und „Zentral=Hotel”, abgeſtiegen
en, dingfeſt zu machen. Es handelt ſich um einen
iſſen Franz Kowalſki und um einen Wladislaus
anowſki. Beide wurden ins Gefängnis eingelie=
Dort verſuchte Kowalſki zweſimal, Selbſtmord zu
iben. Das eine Mal knüpfte er ſich an einer
nur auf, die ſich jedoch als zu ſchwach erwies
riß, und das andere Mal benutzte er
Kleidungs=
ſe als Strick. Sein Vorhaben wurde jedoch noch
*zeitig von dem Gefängnisaufſeher beme t und
Tat verhindert.
ößere Unregelmäßigkeiten bei einer Steuer=
Kaſſe.
Liegnitz. Bei der Steuernebenkaſſe Karthaus
größere Veruntreuungen aufgedeckt worden,
n Höhe die Stadt auf 12300 RM. beziffert. Der
uerkaſſenſekretär Eitner wurde in
Unterſuchungs=
genommen. Das Strafverfahrem iſt im Gange.
ver hat gemeinſchaftlich mit einem bereits
abge=
eilten Vollziehungsbeamten 6300 RM. veruntreute
Uerbeträge fälſchlich als an die Kaſſe abgeführt
Jucht, außerdem für weitere 6000 RM.
Steuer=
räge Kaſſenquittungen am die Steuerſchuldner
ſerbucht ausgehändigt. Weiterhin hat Eitner in
Berem Umfange von Hausfrauen und
Gewerbe=
benden erhebliche Darlehen erſchwindelt. Es
kur=
en in Liegnitz Gerüchte, daß die Stadt im ganzen
18 000 RM. geſchädigt ſein ſoll.
Raubüberfall auf eine Sparkaſſe.
Königsberg. Wie die Blätter berichten,
ngen am Donnerstag, gegen 6.30 Uhr abends,
ri mit Piſtolen und Dolchen bewaffnete, maskierte
rnner in die Zweigſtelle Palmnicken der
Kreis=
arkaſſe Fiſchhauſen ein und raubten die Kaſſe aus.
2 erbeuteten 7000 RM. Während der eine Räuber
r Geldſchvank plünderte, hielt der zweite den im
enſtrqum anweſenden Rendanten und eine
Beam=
mit der Piſtole im Schach und deckte auch den
Eckzug. Die Räuber konnten mit ihrer Beute in
Dunkelheit unerkannt entkommen, obwohl die
rfolgung ſofort aufgenommen wurde.
Die Trauerſeier für Arno Holz.
Fernhard Kellermann und Walter von Molo,
er Präſident der Deutſchen Dichter=Akademie,
erlaſſen das Berliner Krematorium nach der
Trauerfeier für den Dichter Arno Holz.
Neuer Verſuchsflug des „R. 101‟.
London. Das Luftſchiff „R. 101” iſt Freitag
vormittag um 9.40 Uhr zu ſeinem dritten
Verſuchs=
flug aufgeſtiegen. Der Zweck des Fluges, der je nach
den Witterungsverhältniſſen ſieben bis acht Stunden
dauern ſollte, galt einer Erprobung der Maſchinen
bei Höchſtgeſchwindigkeit. An Bord befand ſich auch
der frühere Luftfahrtminiſter Sir Samuel Hoare.
Ein engliſcher Dampfer geſunken.
London. Nach einer in New Yorr
einge=
gangenen Mitteilung aus Neu=London hat das
Küſtenboot „Gahoone” verſehentlich den engliſchen
Dampfer „Yames B.” gerammt, wovauf dieſer
in=
nerhalb 15 Minuten ſank. Acht Mitglieder der
Be=
ſatzung des geſunkenen Schiffes wurden von dem
Küſtenkutter gerettet.
Seite 15
„Das Ei des Kolumbus”
der Kalenderreform.
Ueber 400 Vorſchläge zur Reform des
Grego=
rianiſchen Kalenders ſind dem Völkerbund
zuge=
gangen. Vor kurzem noch ein amerikaniſches Projekt,
das eine Teilung des Jahres in 13 Monate zu je
vier Wochen vorſah, zu denen jährlich ein
ſogenann=
ter „blanker Tag”, im Schaltjahr deren zwei, treten
ſollte, Tage, an denen die amerikaniſchen Erfinder
Friedensfeſte gefeiert wiſſen wollten. Dieſer
Vor=
ſchlag, für den ſich die meiſten der befragten
amerika=
niſchen Organiſationen ausgeſprochen hatten, wurde
jedoch in Europa, in erſter Linie von den Kirchen,
dann aber auch von allen Kreiſen abgelehnt, denen
an der tvaditionellen Einteilung des Jahres in zwölf
Monate und an der wirtſchaftlich günſtigen
Unter=
teilung in Halb= und Vierteljahre gelegen iſt.
Nunmehr hat ein deutſch=ſiebenbürgiſcher Baron
Bedeus dem Völkerbund ein Projekt eingereicht, das
in ſeiner Einfachheit verblüffend iſt und deshalb von
Sachverſtändigen auf dem Gebiet der Kalenderreform
als das „Ei des Kolumbus” bezeichnet wird. Bedeus
behält die Zwölfmonatsjahre bei, teilt ſie jedoch in
Monate zu vollen Wochen ein, und zwar erhalten
Januar, April, Juli und Oktober, alſo die erſten
Monate eines jeden Vierteljahres, fünf Wochen,
wäh=
rend ſämtliche anderen Monate je vier Wochem
um=
faſſen. Auf dieſe Weiſe würde das Vierteljahr ſeine
bisherige Durchſchnittslänge von 91 Tagen behalten.
Die durch den neuen Vorſchlag eintretende
Verkür=
zung des Jahres auf 52 Wochen oder 364 Tage wird
in jedem ſechſten Jahr durch Einfügung einer „
Schalt=
woche” ausgeglichen, die dem Dezember angehängt
wird. Außerdem wird jedes 45. von 90 Jahren, außer
dem jeweils 2994. Jahr, ein Schaltjahr ſein. Durch
dieſe Einfügung wird das mathematiſche Jahr wit
dem aſtronomiſchen Jahr, die ſich beide unter dem
Gregorianſchen Kalender ebenfalls nicht decken,
wie=
der in Einklang gebracht. Die Recheneinheit des
neuen Jahres für die Lohn=, Gehalts=, Zins= und
ſtatiſtiſchen Rechnungen wird die Woche als
gleich=
bleibende Größe. Sämtliche Monate beginnen am
Montag, und alle Monatstage fallen auf den gleichen
Wochentag. Durch dieſe Einteilung würde auch der
richtige Termin für die Feſtlegung des Oſterfeſtes,
der 7. April, ſtets auf einen Sonntag und ſämtliche
von Oſtern abhängige Feiertage dementſprechend auf
einen Sonntag oder auf einen Samstag bzw.
Mon=
tag fallen, ſo daß die Arbeitswoche ſelber wie
zerriſ=
ſen würde. Der mathematiſche Ausgangspunkt für
das neue Jahr bleibt der 1. Januar des erſten
Jahres nach Chriſti Geburt. Als Tag des
Inkraft=
tretens ſchlägt Bedeus den 1. Januar 1934 vor, weil
dieſer auf einen Montag fällt und ſich ſo alte und
neue Zeitrechnung lückenlos einander anſchließen
würden.
Erdbeben in Bulgarien.
Sofia. Freitag vormittag um 9 Uhr wurden
hier drei heftige vertikale Erdſtöße verſpürt. Nach
Angabe der meteorologiſchen Station liegt das
Zen=
trum des Bebes im Kreiſe Burgas, wo es ſich
außerordentlich ſtark bemerkbar machte. Berichte
über die Schäden ſtehen noch aus.
Schwerer Verkehrsunfall.
Paris. Wie Havas aus Madrid meldet, iſt ein
Autoomnibus, der den Dienſt zwiſchen Madrid und
den Arenen von San Pedro verſieht, unweit des
Dorfes San Martin de Valdeigheſias in einen Fluß
geſtürzt, und zwar infolge Bruches der Steuerung.
19 Reiſende wurden ſchwer verletzt.
Wieder ein Schiffszuſammenſtoß auf dem
Michigan=See.
London. Auf dem Michigan=See iſt es am
Donnerstag zu einem neuen ſchweren Schiffsunglück
gekommen, dem dritten innerhalb einer Woche. Der
Dampfer „Marquette” ſtieß mit dem Dampfer „
Se=
nator” zuſammen, wobei der letztere in ganz kurzer
Zeit ſank. — Zu dem Zuſammenſtoß zwiſchen dem
Dampfer „Marquette” und dem Dampfer „Senator”
auf dem Michigan=See, bei dem der letztere ſank,
wird ergänzend aus Milwaukee berichtet, daß
16 Ueberlebende an Bord eines anderen Dampfers
aufgenommen wurden. Insgeſamt ſind 20 von 28
Mitgliedern der Beſatzung des „Senator” gerettet
worden. Die noch vermißten acht Perſonen gelten
als ertrunken.
Weltflieger v. König in Kanada.
New York. Wie aus Hamilton im Staate
Ontario berichtet wird iſt dort am Donnerstag
Freiherr v. König=Warthauſen, der ſich mit einem
Kleinflugzeug auf einem Fluge um die Welt
befin=
det, eingetroffen. Die Strecke über den Stillen
Ozean legte von König=Warthauſen mit einem
Dampfer zurück. Er wird ſich von New York nach
Deutſchland auch wieder einſchiffen.
Wieder ein Bank Zuſammenbruch.
Die „Bank für Deutſche Beanit= hat ihre Kaſſen
geſchloſſen.
Geite 16
Samstag, den 2. November 1929
Herzog Wenzel und Alexander der Große.
Die polikiſchen Legenden der Tſchechen.
Von Werner Crome.
Die Prager Wenzelfeiern haben den Tſchechen Gelegenheit gegeben,
ein Jahrtauſend tſchechiſcher Geſchichte und Kultur zu feiern. Die
Bedeutung des Volksſtammes, ſein Anſpruch auf die Herrenſtellung
im Tſchechenſtaate konnte vor der Welt nicht eindrucksvoller beleuchtet
werden, als es jetzt in Prag in Feiern und Anſprachen, in Wort und
Bild geſchehen iſt. Zwar iſt manches noch recht dunkel und unklar
in der tſchechiſchen Vergangenheit, aber tſchechiſche Patrioten hat das
nie geſtört. Wo die Forſchung des Hiſtorikers verſagte, war die
Phan=
taſie ſtets bereit, die Lücke zu ſchließen und die Mängel der
Über=
lieferung durch Legenden zu erſetzen. Dieſe Legenden wurden nicht
nur geglaubt — ſie wurden gewiſſermaßen geradezu zur Staatsidee
erhoben. Wie Präſident Maſaryk bei der Wenzelfeier offen
ausge=
ſprochen hat: „Und wenn die Hiſtoriker noch nicht wiſſen, was hiſtoriſche
Tatſache und was Legende iſt, dann möchte ich ſagen, daß auch die
Legende die Ideale des Volkes ausſprechen kann, und das iſt für
mich auch eine hiſtoriſche Tatſache!”
So iſt Herzog Wenzel, der dreizehnte aus dem Geſchlecht der
Przeinyſliden, der am 28. September 929 von ſeinem Bruder
Boris=
lau ermordet wurde, zum Heiligen, zum Märtyrer geworden. Der
treue Vaſall des deutſchen Kaiſers und Reiches erhielt in der
Über=
lieferung den Glorienſchein des Kämpfers für tſchechiſches Volksrecht
gegen deutſche Bedrückung, er wurde zum Schutzpatron des „
böh=
miſchen” Staates, zum Symbol tſchechiſcher Freiheit und dynaſtiſcher
Ebenbürtigkeit mit den Mächtigen des Deutſchen Reiches. Wenzel
wird der nationale Herrſcher, der im Himmel wohnt, während auf
der Prager Burg, dem Hradſchin, ein Fremder gebietet. St. Wenzel
vermiſcht ſich mit der Geſtalt des St. Georg und mit der
Kyffhäuſer=
ſage — er wird mit auf dem Weißen Verg geſchlagen und lebt
ſeitdem auf dem Berge Blanik, aus dem er einſt mit ſeinen Rittern
hervorreiten werde, um dem Volke die Freiheit zu bringen. „Ritter
aus dem Berge Blanik” — ſohat man dietſchechoſlowakiſchen Legionen,
die im Weltkrieg auf Seiten der Entente gekämpft hatten, bei ihrem
Einzus in Prag begrüßt; die St.=Wenzel=Legende iſt damit, im
Sinne Maſaryks, „hiſtoriſche Tatſache” geworden.
Die Tſchechen haben ſich keineswegs mit Legenden begnügt, wenn
ſie für ihre nationalpolitiſche und=kulturelle Bedeutung zeugen wollten.
Ein deutſcher Hiſtoriker hat ſie, hart, aber nicht ganz unberechtigt,
als eine „Nation von Urkundenfälſchern” bezeichnet. Am bekannteſten
ſind die berühmten Königinhofer und Grünberger Handſchriften, die
Anfang des vorigen Jahrhunderts entdeckt” wurden. Aber während
ihr Verfertiger, Wenzel Hanka (1791—1861), ſich damit begnügt
hatte, „uralte” tſchechiſche Heldenlieder mit ausgeſprochen
deutſch=
feindlicher Tendenz zu dichten, hat ſich ein mittelalterlicher „Kollege‟
dieſes Mannes ein weſentlich praktiſcheres Ziel geſtellt. Er fälſchte
ein angebliches Teſtament Alexanders des Großen, in dem das
tſchechiſche Volk — zum Univerſalerben des Mazedonierkönigs
ein=
geſetzt wurde. Abſchriften dieſer Handſchrift finden ſich in einigen
Archiven Vöhmens und Mährens. Das Orginal ſollen einſt ſlawiſche
Mönche aus dem Fernen Oſten mitgebracht und in einem Kloſter
der Prager Neuſtadt ſorgfältig aufbewahrt haben. Bis zum 17.
Jahrhundert glaubte man ſteif und feſt an die Echtheit der Urkunde,
obwohl der gelehrte Balbin (1621/1688) ſchon ſchüchterne Zweifel
ausgeſprochen hatte. Erſt nach langem Sträuben haben die
tſchechi=
ſchen Patrioten zugegeben, daß es ſich hier wieder um eine kleine
Urkundenfälſchung handelte.
In dem Teſtament, auf das nach dem Kriege erſtmalig eine
ſudetendeutſche Zeitung die Aufmerkſamkeit der Politiker gelenkt hat,
ſpricht Alexander der Große als ſein letztes Vermächtnis aus: „Die
ganze Welt von Mitternacht bis in die wälſchen Länder ſoll frei,
erblich und für ewige Zeiten den Slawen gehören.” Und er verfügte
weiter, daß in ſeinem fernen Kronland Böhmen „niemand anders
wohnen oder ſich niederlaſſen dürfe, denn allein die Slawen. Dafern
ſich aber jemand anderer daniederlaſſen würde, derſelbe ſolle ihr
Knecht, und ſeine Nachkommen ſollten ihren Nachkommen dienſtbar
ſein und ewig bleiben.” Und damit das Ganze auch den gehörigen
notariellen Amtscharakter habe, heißt es am Schluß: „Gegeben in
der neuangefangenen Stadt Alexandria an dem großen Waſſer Nilo
ge=
legen, im 12ten Jahre unſerer Reiche.‟ Dahinter Unterſchrift und Siegel.
Dem Mittelalter iſt dieſe Fälſchung nicht ſo plump erſchienen wie
dem heutigen Menſchen. Die Geiſter waren damals noch naiv und
nahmen alle Unmöglichkeiten willig hin. Zudem hat die Perſon
Alexanders in der mittelalierlichen Romantik und beſonders in
Böhmen eine große Ro llegeſt ielt. Hier ſchrieb Ulrich von Eſchenbach
ſeine berühmte „Alexandreis”, einen Bandwurm von nicht weniger
als 30 000 langatmigen deutſchen Verſen, und auch tſchechiſche Epiler
haben den Stoff nach dem Muſter der deutſchen Ritterſagen geſtaltet.
Wenn alſo Alexander ſein Teſtament im Stile der Prager
Hof=
kanzlei abfaßte, ſo iſt das damals durchaus zeitgemäß geweſen!
Die Mär von der großen Erbſchaft, die Alexander ſeinen Tſchechen
hinterlaſſen habe, verbreitete ſich — nicht zuletzt durch die vielgeleſene
Lügenchronik des berühmten Hajek von Liebotſchau (geſt. 1553) — in
allen Kreiſen des tſchechiſchen Volkes und iſt zu einem feſten
Beſtand=
teil der nationalen Legende geworden. Und ſelbſt der genannte Balbin
hat es auch nur über ſich gebracht, ſein gewiß nicht unberechtigtes
Erſtaunen darüber auszuſprechen, daß Alexander der Große, der
das Jahr 323 — alſo jenes in dem Teſtament genannte „12te Jahr
unſerer Reiche” — nachweislich in Meſopotamien verbrachte, eigens
der Tſchechen wegen in die „neuangefertigte” Stadt Alexandria
gekommen ſei.
Aberwieiſt Alexander der Großegerade auf die Tſchechen verfallen?
Auch dieſe Frage bietet der tſchechiſchen Legende nicht die geringſten
Schwierigkeiten, — ſind doch die Tſchechen das eigentliche Urvolk
der Welt; die tſchechiſche Sprache bildet geradezu die Enkelin der Sprache
Homers. So hat der tſchechiſche Gelehrte A. F. Liebelt 1868 ein
Buch geſchrieben, in dem er den erſtaunten Zeitgenoſſen ernſthaft
den dringenden Nat erteilt, man möchte an den Gymnaſien als
Vorbereitung für den griechiſchen Unterricht zunächſt einmal das
ſtammverwandte Tſchechiſch betreiben. Das Wort Slawen, von
dem griechiſchen ſyllambano abgeleitet, bedeute im übrigen die „
Bei=
ſtehenden”, die „Hilfreichen” — was jeder Tertianer beim Studium
der griechiſchgrammatikaliſchen Anfangsgründe dankbar beſtätigen
werdel Ahnlich hat ſich auch der Tſcheche N. Zunkovic in ſeinem
Buche „Wann wurde Mitteleuropa von den Slawen beſiedelt?”
(Kremſiar 1904) ausgeſprochen. Er leitete zunächſt das Wort Hellenen
von dem tſchechiſchen jeleni (die Hirſche) ab, entdeckte jedoch dann,
daß die alten Hellenen mit den Alanen identiſch ſeien, einem angeblichen
Zweige des tſchechiſchen Volkes, deſſen Name ſoviel wie Viehzüchter
bedeute. Wo daher die Wurzel „Al” in einem Wort auſtrete, hätten
wir es mit uraltem tſchechiſchen Kulturgut zu tun, und dabei kommt
Zunkovic zu geradezu haarſträubenden Folgerungen. Nicht nur Ala
in Südtirol, ſondern auch Allenſtein in Oſtpreußen ſind tſchechiſche
Siedlungen, und vor allem Allah, der Prophet der Mohammedaner,
iſt — ein Tſcheche geweſen. Ebenſo iſt es mit der Silbe Var, die
auf urtſchechiſch ſoviel wie Weideplatz bedeutet habe. Und damit iſt
für alle Ortsnamen, in denen die Silben Werder (gleich dem
ſüd=
ſlawiſchen Varda) enthalten ſind, der tſchechiſche Urſprung
dokumen=
tiert. Wartenberg, Werth und Wörth wurden von Tſchechen begründet,
ebenſo natürlich Temesvar und Petervardein. Ein ganz beſonderer
Triumph der tſchechiſch — legendären Wiſſenſchaft aber iſt, daß — nach
Zuukovie — ſogar die ägyptiſchen Pharaonen (Phar — Var) eine —
urtſchechiſche Dynaſtie geweſen ſind.
Nummer 304
Das angebliche Teſtament Alexanders des Großen iſt nicht
einzige mittelalterliche Fälſchung dieſer Art. Da Herzog Boles
II. (1173 — 1178) den Deutſchen ſeines Reiches ein beſonderes Pr.
legium für den freien Gebrauch ihrer Sprache „für ewige Zeit,
verliehen hatte, mußte von tſchechiſcher Seite irgendein Schriftf,
ausfindig gemacht werden, durch das den verhaßten Eindringlin
ihr hiſtoriſches Recht wieder entzogen wurde. Man ſtellte alſo
noch älteres Privileg her, das in den Jahren der Huſſitenkri
geradezu als Magna Charta der tſchechiſchen Freiheit bewertet wur
Es war darin behauptet, Boleslav I. habe im Jahre 1135 befohl
daß künftig kein Deutſcher in der Stadt Prag und in ganz Böhr
ein Amt bekleiden dürfe. Wer ſich trotzdem in ein Amt zu drän
ſuche, dem ſolle die Naſe abgeſchnitten werden. Dieſer deutſchfeindr
Herrſcher iſt daher als Vater des Vaterlandes beſungen wor)
Der Reim=Chroniſt Dalimil pries ihn und berichtete, daß einſt
deutſchen Feinde, „die Diſteln unter den Blumen”, zu den Tſche
gekommen ſeien, und daß das deutſche Unkraut wohl das ge
Land überwuchert hätte, wenn es nicht durch den guten Her
Boleslav ſo gründlich ausgejätet worden wäre. Ganze Schilde
abgeſchnittener deutſcher Naſen habe man dem frommen Für
dargebracht, und er habe die Überbringer mit 100 Mark gu
Silbers fürſtlich belohnt!
Die tſchechiſche Legende iſt nach der Schlacht am Weißen
B=
mit St. Wenzel in den Berg Blanik gezogen, wo ſie ſchlumm
bis in die Zeit der Romantik. Durch das Intereſſe deutſcher Forſ
für Geſchichte, Volkslied und Überlieferung der ſlawiſchen Stän
iſt ſie und mit ihr auch der alte Deutſchenhaß wieder zu nei
Leben erwacht. In erſter Linie iſt die wiſſenſchaftliche Schule
Schlö=
zu nennen. Dann aber Johann Gottfried Herder, den man
vollem Recht den „eigentlichen Vater der Wiedergeburt der ſlawiſe
Völker” genannt hat. Seine berühmten „Ideen zur Geſchichte
Menſchheit” fielen beſonders bei den Tſchechen auf fruchtbar
Boden; nicht nur deshalb, weil ſeine Aufforderung, Sagen
Gebräuche unter den Slawen zu ſammeln, von den Tſchechen
Eifer befolgt wurde, — weit darüber hinaus wirkte die überwalle
Gefühlsſeligkeit, mit der er das politiſche Schickſal der Slar
ſentimental und hiſtoriſch falſch beklagte. Danach ſei der friedfer,
Slawe ſtets das Opfer ſeiner Nachbarn geweſen und von 4
deutſchen „Drang nach Oſten” unterjocht worden. Die ſlawiſe
Reſte in Deutſchland ſeien dem ähnlich, was die Spanier aus
Peruanern gemacht hätten. Herder wird dadurch geradezu der Kr
zeuge für die panſlawiſtiſche Gedankenwelt. Dazu kam der Einf
der deutſchen Geſchichtsphiloſophie. Hegels Lehre, daß jeweils
herrſchendes Volk Träger des Weltgeiſtes ſei, nicht minder a
auch Schelling, führten zu der Darſtellung von der kommen
Vorherrſchaft der Slawen hin. Damit ging die Legendenbildung
von den Ergebniſſen der deutſchen Forſchungen angeregt — ut
den tſchechiſchen Gelehrten weiter. Ganz Europa iſt nach ihnen:
Slawen beſiedelt, die Tſchechen ſind das wertvollſte Glied die
Völkerfamilie, aber „ſie können ihr Volk nicht lieben, ohne die Deutſe
zu haſſen‟. Deshalb heißt es in dem gefälſchten Heldengedichte
Königinhofer Handſchrift, es ſei „nicht gut, bei dem Deutſchen
Recht zu ſuchen.
So hat der deutſche Geiſt weſentlich dazu beigetragen, die politi
Legende der Tſchechen wieder zu beleben. Sie richtete ſich von vornher
in ſcharfe Kampfſtellung gegen das Deutſchtum — ihr Ergebnis
die Gründung des tſchechiſchen Staates, der auch wieder von
Legende umwoben iſt. Die „Ritter aus dem Berge Blanik”,
blaubemützten tſchechiſchen Legionäre, die ja nur wenige Tage
Iſonzo und an der ruſſiſchen Front gekämpft haben, ſind die Brin
der Freiheit, die Heroen der „Wiedergeburt”. Und bei der Wen
feier hat man des „ruhmvollen Freiheitskampfes” der Tſched
gedacht, der in Wirklichkeit nur in einzelnen Meutereien und Sa
tageakten und in Maſſendeſertionen nach ruſſiſchen Erfolgen beſtant
hat. Aber für die politiſche Legende ſind dieſe Tatſachen ebe
gleichgültig wie die Frage, wer der Begründer des Staates gewe
ſei: Herzog Wenzel oder Alexander der Großel
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berg, Ludwigsburg, Deltt, China und Japan.
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Nummer 304
Samstag, den 2. November 1929
Seite 17
Uir Hoit
voM
Wol FcANc MARKEN
heber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
Nachdruck verboten
Papers brachte es nicht fertig, Miß Hooge abzuweiſen.
Deshalb übernahm es Jörns. Er zwang das energiſche
Tſönchen zum Gehen. Sie ſträubte ſich ſehr dagegen, aber
ließlich ging ſie doch.
Dann ließ man Heliane vor.
Als das junge Weib George in ſeinem Anzug ſah, der die
häden, die der Bombenüberfall verurſacht hatte, noch deutlich
ennen ließ, erſchrak ſie heftig.
„Miſter George . ..” ſtotterte ſie. „Man hat verſucht, Sie
morden."
George nickte und geleitete die Erſchrockene, die am ganzen
rper zitterte, zum Stuhl und ſagte: „Ich bitte zu entſchuldigen,
3 mein Anzug nicht ganz ſalonfähig iſt, aber ich habe noch
re Zeit gehabt, mich umzukleiden.”
Sie ſchüttelte den Kopf. „O, das tut nichts. Nichts, gar
9ts macht das aus, Mr. George. Ich war entſetzt, als ich es
te, denn ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihren Schutz zu
itten. Man hat mir einen neuen Drohbrief zugeſandt. Ich
iß nicht mehr, was ich tun ſoll!“
George ſah auf das hilfloſe, angſtgequälte, junge Weib, und
tiefes Erbarmen mit ihr packte ihn plötzlich.
Er trat zu ihr und ſtrich ihr unwillkürlich, von einem inneren
ſtinkt getrieben, über das ſeidenweiche Haar.
Sie ſchloß die Augen bei der Berührung.
„Sie armes Kind!” ſagte George erſchüttert, „Warum gönnt
ui Ihnen nicht Ruhe? Warum reiſen Sie nicht? Verlaſſen
* Chicago.
„Ich kann nicht!” ſagte ſie leiſe und ſenkte das ſchöne Haupt.
r gequälter Zug war in ihrem Geſicht.
„Alles bindet mich an das Haus meines verſtorbenen Gatten,
beſonders die Dankbarkeit für ihn, der mir nur Gutes erwies.
Ich komme mir ſchlecht vor, wenn ich die Stätte verlaſſe, wo er
ſtarb, wo man ihn ermordete.”
Eine kurze Zeit ſaßen ſie ſtumm einander gegenüber.
„Ich habe Mr. Millans verſprochen, daß ich ſeinem jungen
Weibe helfen will, wann und wie es auch ſei. Haben Sie
Ver=
trauen zu mir. Geben Sie mir den Brief.”
Sie reichte ihm das Schreiben, und Robert George las:
„Ich weiß, daß Sie die Polizei auf meine Spuren
ge=
hetzt haben. Ich jah, daß Sie Mr. George empfingen und
konnte mir den Zuſammenhang deutlich erklären, deshalb
kam ich nicht, um mir das Paket, das gewiß nur
Papier=
ſchnitzel enthielt, zu holen. Mr. George hat mit ſeinem Helfer
ſechs Stunden gefroren. Wir haben es deutlich beobachtet.
Wir geben Ihnen nun eine Friſt von vierzehn Tagen. Ein
Bote wird kommen und den Betrag bei Ihnen abholen. Er
wird Ihnen nur ein Wort ſagen: Illinois. Sie können die
Polizei auf ihn hetzen, es nützt Ihnen nichts. Tun Sie es,
dann laufen Sie Gefahr, daß der Schreiber dieſer Zeilen der
Polizei den Mörder Millans nennt. Das wird Ihnen
un=
angenehm ſein.”
Auch dieſer Brief trug keine Unterſchrift.
Georges Miene zeigte keine Veränderung.
„Was ſagen Sie dazu?” bat Heliane bebend. „Ich bin
eut=
ſetzt über das Schreiben. Steht nicht zwiſchen den Zeilen: Ich
ſei ſchuld am Tode meines Gatten?”
Sie ſchluchzte auf. Ihr Körper flog nur ſo unter dem
leiden=
ſchaftlichen Ausdruck.
„Beruhigen Sie ſich, Mrs. Millans. Ich werde meine Hände
über Sie halten. Sie tun nichts. Kommt der Bote, dann laſſen
Sie ihn abweiſen. Wünſchen Sie, daß ich Ihnen zum Schutze
einige Beamte zur Verfügung ſtelle, die als Diener bei Ihnen
ſind?"
„Nein! ſagte ſie plötzlich ſehr beſtimmt. „Ich habe keine
Sorge um mich, um mein Leben. Mich kränkt nur der Verdacht,
der zwiſchen den Zeilen ſteht. Ich leide darunter. Mein Leben
iſt geſchützt. Ich habe mir zu meinem perſönlichen Schutze noch
vier Diener engagiert, und dann . . . ich weiß nicht, ob Sie ihn
kennen, Mr. George . . . den bekannten Boxer Prakſy. Er hat
in meinem Palaſt ſein Trainingsquartier bezogen. Auch er iſt
mir ein guter Schutz.”
„Prakſy?” ſagte George erſtaunt.
„Ja!” entgegnete ſie haſtig. „Sie wiſſen, mein Mann war
ein großer Förderer des Sports, und Daniels, der große Borer,
hat viele Jahre ſein Trainingsquartier im Hauſe meines Gatten
gehabt. Und als Mr. Towler vor etwa einer Woche anfragte,
ob ich Mr. Prakſy die Trainingsräume zur Verfügung ſtellen
wolle, da hatte ich keinen Grund, abzulehnen.”
George war erſtaunt. „Mr. Towler! Intereſſiert er ſich
auch für Sport?”
„Ich weiß nicht! Er diente als Vermittler. Kennen Sie
Mr. Prakſy?”
George ſchüttelte den Kopf. „Nein. Ich habe aber auch
nichts Ungünſtiges über ihn gehört. Ich verſtehe, Mrs. Millans,
daß Ihnen ſeine Anweſenheit als Schutz nicht wertlos erſcheint.
Dann hätte die Entſendung einiger Beamten vielleicht keinen
Wert.”
Sie ſah zu Boden. George merkte, daß ein Gedanke ſie
be=
wegte.
„Sie haben einen Wunſch, Mrs. Millans.”
„Ja”, hauchte ſie. „Ich ... wollte Sie bitten, daß Sie im
Palaſt meines Gatten Wohnung beziehen. Es würde mir die
größte Beruhigung ſein, wenn ich Sie in meiner Nähe wüßte.”
Einen Augenblick war George überraſcht, aber bald hatte er
die Gründe, die zu der Bitte geführt hatten, wohl verſtanden.
„Es tut mir ſo leid, daß ich Ihnen ein Nein ſagen muß, Mrs.
Millans. Aber ich kann es mit meinem Dienſt nicht vereinbaren,
Ich will an das Gerede, das eine ſolche Veränderung für Sie
wie für mich mitbringen würde, nicht denken. Aber mit meinem
Berufe läßt es ſich nicht vereinbaren, denn wenn ich in Mac
Millans Hauſe wohne, dann bin ich immer unter der Kontrolle
meiner Gegner, was ich in meinem Hauſe am Michigan nicht bin.
Das wird Ihnen zweifellos einleuchten, und Sie werden mir
nicht grollen, daß ich Ihre Bitte ablehne.”
„Ich ſehe es ein. Ich war töricht, Mr. George. Verzeihen
Sie mir!“
„Aber ich bitte Sie! Der Gedanke, den Sie äußerten, Ihr
Wunſch iſt ja ſo verſtändlich wie . . . ich hoffe es . . . für Sie
meine Ablehnung.”
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