Darmstädter Tagblatt 1929


13. September 1929

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Girnelmmmmer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAnftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſf. Tagbl. geſtattet.
Nummer 254
Freitag, den 13. September 1929.
192. Jahrgang

m brelie Zelle im Krelſe Darmſtiadt 25 Reichepig
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im 60 Reſchepfg. 92 mm breite Rellame=
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430 Markhl. D.e
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im Falle, höherer
8.
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Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
auf Ert
der Anzei
ſede Verpſiſchtur
ſträge und
Schadenerſatz,
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onturs oder g
Beſtel
anſonto Deut
ſche Bon und Darme
Rabait weg.
ädier und Nationalbant.

Kabinettsumbildung in Italien.

die Reuorganiſakion der ikalieniſchen
Miniſterien.
Muſſolini verzichkek auf ſieben Reſſorks.

EP. Rom, 12. September.
Muſſolini hat unverhofft eine vollſtändige Kabinettsumbil=
dng
vorgenommen, indem er die Unterſtaatsſekretäre von ſieben
böher von ihm geleiteten Miniſterien zu verantwortlichen Mini=
Iun
ſirn ernannt hat. Der Regierungschef ſelbſt behält außer dem
orn// / Rſſort des Miniſterpräſidenten nur noch das Miniſterium des
Hnern. Der Name Unterrichtsminiſterium wird offiziell durch
uMt mnigliches Dekret in Miniſterium der nationalen Erziehung
ne 3a ageändert. Der bisherige Unterrichtsminiſter Belluzzo wird
drch den fasciſtiſchen Abgeordneten Balbino, Profeſſor der
Neie, Biloſophie in Florenz, erſetzt. Dieſes Miniſterium wird durch
en neues Unterſtaatsſekretariat der Körperkultur und Jugend=
etziehung
ergänzt und mit ſeiner Leitung der fasciſtiſche Abge=
yonete
Ricci betraut, der bisher die fasciſtiſche Jugendorgani=
ſtion
leitete. Das Miniſterium der Volkswirtſchaft wird in
en Miniſterium des Ackerbaus und der Forſtwirtſchaft umge=
mndelt
und zum Ackerbauminiſter der frühere Unterſtaatsſekre=
ur
der Miniſterpräſidentſchaft, Abg. Acerbo, aus Bergamo neu
hrufen. Zum Miniſter der öffentlichen Arbeiten wurde der bis=
hrige
Unterſtaatsſekretär des Innern, Michele Bianchi, ernannt.
Spmit bleiben drei Mitglieder des Quadrumpirats, das den
Aarſch auf Rom geleitet hat, nämlich de Bono, Bianchi und
Rlbo, als Miniſter im Kabinett.
Zwecks Arbeiksenklafkung.
Nach der in politiſchen Kreiſen vorherrſchenden Meinung be=
weckt
die heutige Kabinettsumbildung hauptſächlich eine
Arbeitsentlaſtung Muſſolinis, der bisher nicht
pniger als acht Miniſterien perſönlich vorſtand, deren verant=
witliche
Leitung er jetzt an bisherige Unterſtaatsſekretäre über=
zigt
. Dem neuen Miniſter des Aeußeren, Grandi,
de urd der Abgeordnete Amedeo Fani, Rechtsanwalt zu Perugia,
dr in Grenoble die Rechte ſtudiert hat, als Unterſtaatsſekretär
higegeben. Befördert wurden ferner von Unterſtaatsſekre=
zren
zu Miniſterw: der neue Kolonienminiſter Gene=
AA ul de Bono mit dem Abgeordneten Leſſona aus Savona als
iterſtaatsſekretär; Kriegsminiſter General Gaz=
dra
mit dem Abgeordneten Manareſi, Rechtsanwalt in Bo=
lgna
, als Unterſtaatsſekretär: Marineminiſter Admiral
firianni mit dem Abgeordneten Ruſſo, Marineſachverſtändi=
gr
aus Catania, als Unterſtaatsſekretär; Luftſchiffahrts=
niniſter
General Balbo mit dem Abgeordneten Riccardi
4s Peſaro als Unterſtaatsſekretär; Korporationen=
niniſter
Bottai mit zwei neuen Unterſtaatsſekretären, näm=
ſh
dem ſüditalieniſchen Abgeordneten Jioſa und dem Abgeord=
ſten
Marcheſe Trigona aus Florenz. Der neu ins Kabinett
brufene Miniſter der nationalen Erziehung, Giu=
lano
Balbino, iſt 1879 in Foſſano in Piemont geboren,
ſtt langem als Dozent der Philoſophie in Bologna und Florenz
ſwie als fasciſtiſcher Propagandiſt tätig. Er war bereits von
12425 Unterſtaatsſekretär im Unterrichtsminiſterium.
Aus der Regierung ſcheiden nebſt dem Unterrichtsminiſter
klluzzo der bisherige Volkswirtſchaftsminiſter, Abgeordneter
lartelli. Nach der neuen Zuſammenſetzung des Miniſteviums
igt Muſſolini beſonderen Wert auf eine machtvolle Förderung
dr fasciſtiſchen Erziehung und körperlichen Pflege der Jugend
drch friſche Kräfte ſowie auf eine weitere ſyſtematiſche Entwicke=
uing
des Ackerbaues und der Forſtwirtſchaft durch neue Mit=
ubeiter
. Für die Zentralleitung der Meliorationsarbeiten nach
dm Geſetz über die vollſtändige Urbarmachung des Landes wird
i neues Unterſtaatsſekretariat beim Ackerbau= und Forſtmini=
brium
geſchaffen und mit ſeiner Leitung der Abgeordnete Ser=
beri
aus Forli, bisher Profeſſor in Florenz, betraut. Zum
ſuen Unterſtaatsſekretär des Innern hat Muſſolini den fasciſti=
ben
Abgeordneten Arpinati aus Bologna hinzugezogen.
Das Kennzeichen des neuen Kabinekis.
EP. Rom, 12. Sept.
Mit dem bei der heutigen Kabinettsumbildung erfolgten
usſcheiden des Vertreters der Nationalkatholiken, Mattei Gen=
aus
der Regierung iſt das Kabinett Muſſolinis nur mit
usnahme weniger Fachminiſter ausſchließlich aus fasciſtiſchen
zrlamentariern zuſammengeſetzt. Die Vermutung liegt nahe,
1ß der katholiſche Unterſtaatsſekretär der Juſtiz wegen Mei=
ungsverſchiedenheiten
über die Anwendung der Lateranverträge
18 Miniſterium verließ und vom Vatikan zu dieſem Schritt ver=
glaßt
wurde. Giornale d’ Italia ſchreibt, die Richtlinien
er Regierung blieben ebenſo unverändert wie ihr Chef und ſein
Zille. Kenzeichen des neuen Miniſteriums ſei ſein fasciſtiſcher
harakter und der Aufſtieg der neuen Kräfte nach der Erprobung
ſer Fähigkeiten. Unter den neuen Miniſtern befänden ſich die
ſiſchſten Vertreter der fasciſtiſchen Revolution. Bei der Aus=
hhl
ihrer Männer rücke die Regierung nicht von den reinſten
ſrömungen des Fascismus ab.
Iam erwarkel die Erklärungen der nenen Miniſter.
mit außergewöhnlicher Spannung.
Nach der Umbildung des Kabinetts wird die nächſte Mini=
tratsſitzung
vom 23. September mit außergewöhnlicher Span=
ung
erwartet, da Erklärungen der neuen Miniſter angekündigt
9. Der bisher einſchließlich dem Generalſekretär der Fasciſti=
den
Partei ſieben Mitglieder umfaſſende Miniſterrat ſetzt ſich
7 13 Miniſtern und dem Parteiſekretär zuſammen. Muſſolini

hat ſieben Reſſorts abgetreten, nämlich Aeußeres, Krieg, Marine,
Luftſchiffahrt, Korporationen, Kolonien und öffentliche Arbeiten.
Kraft des Geſetzes über die Machtbefugniſſe des Regierungs=
chefs
wird Muſſolini für jedes Reſſort den Wirkungskreis und
die Aufgaben feſtſetzen.
Alle neuen Mitglieder des umgebildeten Kabinetts gehören
dem Parlament an: Der neue Unterſtaatsſekretär des Innern,
Abg. Arpinati, war bisher Vize=Generalſekretär der Fasciſtiſchen
Partei.
Das Korporationsminiſterium iſt jetzt mit zwei
Unterſtaatsſekretären ausgeſtattet und wird einige Befugniſſe
des bisherigen Volkswirtſchaftsminiſteriums übernehmen. Die
neuen Unterſtaatsſekretäre ſind Abgeordneter Jioſa, der die Ar=
beiter
, und der Abgeordnete Trigona, der die Arbeitgeber ver=
treten
dürfte. Unterſtaatsſekretär für Ackerbau und Forſtweſen
wird der Abgeordnete Marescalchi. Das Miniſterium für natio=
nale
Erziehung erhält der Abgeordnete di Marzo.
nif
Franzöſiſcher Mintſterrak. Wiederzuſammenkrikk
des franzöſiſchen Parlamenis zur Rakifizierang
des Houng=Plans im Okkober.
EP. Paris, 12. September.
Die Miniſter verſammelten ſich heute vormittag 10 Uhr im
Schloß zu Rambouillet unter dem Vorſitz des Präſidenten der
Republik zu einem Miniſterrat. Miniſterpräſident Briand er=
ſtattete
in einem ſehr ausführlichen Expoſé ſeinen Miniſter=
kollegen
Bericht über die ganze letzte Verhandlungsperiode, die
mit der Haager Konferenz begann und dem europäiſchen Früh=
ſtück
und der Rede Streſemanns in Genf endete. Der Miniſter=
rat
billigte einſtimmig die Erklärungen Briands. Darauf
hielt der Finanzminiſter Chéron den Miniſterrat über die
finanziellen Bedingungen, wie ſie ſich aus dem Youngplan er=
geben
, ſowie über die Einſetzung der in dieſem Plan vorge=
ſehenen
verſchiedenen Komitees, die zum Teil bereits Anfang
nächſter Woche zuſammentreten werden, auf dem Laufenden.
Darauf beſchäftigte ſich der Miniſterrat mit der Frage des Wie=
derzuſammentritts
des Parlaments. Er beſchloß, Kammer und
Senat auf Dienstag, den 22. Oktober, einzuberufen. Der 24.,
25. und 26. Oktober wird jedoch im Hinblick auf den Partei=
kongreß
der Radikalen noch ſitzungsfrei bleiben. Der Miniſterrat
kam überein, ſofort nach der Eröffnung des Parlaments mit der
allgemeinen Diskuſſion des Budgets für 1930 zu beginnen und
danach dem Parlament den Youngplan zur Ratifizierung vor=
zulegen
.
äfiſt
Die franzonſchen Delegierken für die Organiſakions=
komikees
des Houng=Plaus.
EP. Paris, 12. September.
Die franzöſiſchen Mitglieder der im Youngplan vorgeſehenen
Organiſations=Komitees, die am nächſten Montag in Paris ihre
Arbeiten beginnen, ſind ernannt worden:
Juriſtiſches Komitee: Jacques Lyon, juriſtiſcher Berater der
franzöſiſchen Delegation auf der Reparationskonferenz;
Komitee für die abgetretenen Staatsgüter: Coulondre, Di=
rektor
für wirtſchaftliche Beziehungen im Außenminiſterium und
der Generaldirektor des Büros für Sozialverſicherung im Ar=
beitsminiſterium
, Baron;
Komitee für die Liquidation der Vergangenheit‟: Dahres,
Finanzinſpektor und Generalſekretär der franzöſiſchen Delega=
tion
an der Reparations=Konferenz j.
Sachlieferungs=Komitee: Defayſter, Direktor der Abteilung
für Sachlieferungen im Finanzminiſterium;
Als franzöſiſcher Vertreter im Organiſationskomitee der zu=
künftigen
Internationalen Zahlungsbank, das am 23. September
in Brüſſel zuſammentritt, hat der Präſident der Bank von
Frankreich den Vize=Präſidenten der Bank, Moret, und den
Generalſekretär der franzöſiſchen Delegation auf der Pariſer
Sachverſtändigen=Konferenz Quesnay, ernannt.
Ftanzöfiſcher Widerſtand gegen den chineſiſchen
Reviſionsankrag zu Arkikel 19.
* Genf, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
Ueber die Behandlung des chineſiſchen Antrages auf Ein=
ſetzung
einer Studienkommäſſion zur wirk=
ſameren
Faſſung und Reviſion des Artikels 19
der Völkerbundsſatzung wurde am Donnerstag vor=
mittag
in Genf eine offenſichtlich tendenziöſe Darſtellung gegeben
nach der der chineſiſche Delegierte erklärt habe, ſich von der
Völkerbundsverſammlung zurückziehen zu wollen, falls ſein Vor=
ſchlag
nicht angenommen würde. Wie wir von chineſiſcher Seite
hören, trifft dieſe Darſtellung in keiner Weiſe zu. Die Entſchei=
dung
über den chineſiſchen Vorſchlag ſteht noch aus. Es iſt an=
geſichts
der Unterſtützung, die er ſowohl von deutſcher als auch
von italieniſcher und teilweiſe auch von engliſcher Seite findet,
damit zu rechnen, daß ihm in irgendeiner Form, die noch nicht
näher beſtimmt iſt, ſtattgegeben wird. Auffallend iſt, daß auch
dieſe tendenziöſe Nachricht, die von chineſiſcher Seite dementiert
wird, wieder von franzöſiſchen Nachrichtenbüros verbreitet wird
die ſchon in den letzten Tagen mehrfach Tendenznachrichten über
die chineſiſche Haltung im Völkerbund in die Oeffentlichkeit ge=
bracht
haben. Durch dieſe Nachricht ſoll anſcheinend verſucht
werden, eine neue geſpannte Atmoſphäre zwiſchen China und
England zu ſchaffen. In dieſem ſpeziellen Falle ſoll damit an=
ſcheinend
, auch der franzöſiſche Widerſtand gegen
eine Erweiterung des Artikels 19 verſchleiert wer=
den
. In der Tagesordnungskommiſſion des Völkerbundes hat
ſich ergeben, daß ſich die Anſichten immer noch unvereinbar gegen=
überſtehen
. Ein Teil will dieſen chineſiſchen Antrag einfach be=
graben
, der andere verlegt die Einſetzung der geforderten Kom=
miſſion
.

* Akkienrechtsreform.
Von
Dr. Werner Gothenburg, Berlin.
Jedesmal, wenn bei einer Aktiengeſellſchaft etwas nicht in
Ordnung iſt, etwas nicht ſtimmt wie es letzthin bei der Frank=
ſurter
Allgemeinen Verſicherungsgeſellſchaft der Fall geweſen,
ergibt ſich folgende Reihenfolge der Vorgänge. Zunächſt: Un=
wille
gegen diejenigen, die in Kenntnis des Unheils noch eben
vor dem Kursſturz ihre Aktien verkauft haben. Sodann: Suchen
nach den Schuldigen unter den Vorſtands= und Aufſichtsratsmit=
gliedern
. Drittens: Vorwurf gegen den Aufſichtsrat, daß er
ſeine Aufſichtsratspflichten gegenüber dem Vorſtand gröblich ver=
letzt
habe. Viertens: Drohungen der durch Zuſammenlegung des
Aktienkapitals durch eine Zwangsfuſion oder ſogar durch Kon=
kurs
der Geſellſchaft geſchädigten Aktionäre mit Regreßklagen
gegen den ſchuldigen Vorſtand und Aufſichtsrat. Fünftens: Ab=
ſehen
von Regreßklagen wegen der hohen Prozeßkoſten und auch,
weil das Geſetz keine genügenden Handhaben gegen die Schä=
diger
biete. Sechſtens: Dringendes Verlangen an die Regierung,
der letzten Aktienreform von 1884 nun endlich eine ordnungs=
mäßige
Reform der als unzulänglich erwieſe=
nen
geſetzlichen Schutzbeſtimmungen folgen zu laſ=
ſen
. Beſteht für das in Vermögensverfall geratene Aktienunter=
nehmen
eine beſondere Staatsaufſicht wie für Hypothekenbanken
und Verſicherungsunternehmungen, ſo ertönt natürlich auch der
Ruf nach Verſchärfung der einſchlägigen Aufſichtsratsbeſtim=
mungen
.
Seit längerer Zeit arbeitet das Reichsjuſtizminiſterium an
einer Aktienrechtsreform. Im Frühjahr dieſes Jahres hat der
Miniſter Fragebogen der Oeffentlichkeit unterbreitet und im
Juni ds. Js. weitere folgen laſſen. Außer den großen Wirtſchafts=
und Intereſſenverbänden ſind Profeſſoren der juriſtiſchen Fakul=
täten
der Univerſitäten ſowie auch Profeſſoren der Handelshoch=
ſchulen
mit der Ausarbeitung von Gutachten beſchäftigt. Auf
dieſer Grundlage ſollen dem im Reichsjuſtizminiſterium zuſam=
mentretenden
Gremium von Sachverſtändigen die Beratungen
vorbereitet werden. Von beſonderer Wichtigkeit dürften der
Fragebogen V über den Schutz der Aktionäre, über das Maß der
Auskunftspflicht und über die Publizität, ſowie der Fragebogen
VT über die Bilanzen und die Dividendenpolitik ſein.
Nach den betrüblichen Vorfällen in Frankfurt erſcheint es
dringend erforderlich, weiteſte Kreiſe zur Teilnahme
an der Bearbeitung der Fragebogen des Reichsjuſtizminiſters
heranzuziehen, um dem Reformwerk zu einem Er=
folge
zu verhelfen und um das Aktienweſen vor ſolchen Schäden
in Zukunft zu bewahren. Es wird ſchwer ſein, die
Juſtitiare unſerer Großbanken und unſerer großen Induſtrie=
unternehmungen
für die Mitarbeit am Reformwerk heran=
zuziehen
, weil ſie nicht ſo ganz unbefangen ſein würden; denn es
würde ſich doch bei den bevorſtehenden Beratungen bei vielen
Punkten um die Einengung der Bewegungsfreiheit der Verwal=
tungsorgane
der ihnen naheſtehenden Unternehmungen handeln.
Die mit dem Aktienweſen weiterhin gut vertrauten Aufſichts=
ratsvorſitzenden
der großen Konzernunternehmungen, nament=
lich
wenn ſie in 30, 40 oder noch mehr Geſellſchaften ihre Funk=
tionen
ausüben, werden ebenfalls nicht gern an einem Reform=
werk
mitarbeiten, daß ſich auch mit der Zuläſſigkeit der Kumu=
lierung
vieler Aufſichtsratsſtellen in einer Hand befaſſen müßte.
Bei allen Punkten der Fragebogen des Reichsjuſtizmini=
ſteriums
wird immer wieder die doppelte Frage zu ſtellen
ſein, erſtens für die Vergangenheit, welche Beſtim=
mungen
beſtanden haben und wie ſie umgangen worden ſind,
zweitens für die Zukunft, welche Beſtimmungen bei der
Aktienreform dergeſtalt zu Geſetz erhoben werden ſollen, daß ſie
nicht umgangen werden können. Die Frageſtellung für die Ver=
gangenheit
zeigt, daß vor allem Praktiker des Aktien=
weſens
zu Rate gezogen werden müſſen, die bereit und in der
Lage ſind, die bisherigen Schäden aufzudecken und zu erörtern
und dann an praktiſchen Beiſpielen darzutun, wie die bisherigen
Schutzbeſtimmungen umgangen worden ſind. Ein geführter
Prozeß iſt, wenn man ſo ſagen darf, der beſte Lehr=
meiſter
des Lebens. Dies gilt auch für die Vorarbeiten
ſür die Reform des Aktienrechts, wie ſie jetzt bevorſteht. Da
wiederum die Anwälte jener großen Zivil= und Strafprozeſſe im
allgemeinen ihre Zeit und Kenntniſſe nicht gern den Beratungen
im Miniſterium zur Verfügung ſtellen werden, weil dies mit
ihrem ſonſtigen Aufgabenkreis zu leicht kollidieren würde, ſo
müßte die Auswertung des in ſolchen Prozeßakten
enthaltenen Materials auf andere Weiſe erſtrebt wer=
den
. Hierin in der Auswertung des Aktieninhalts früherer
bedeutſamer Aktien= oder Bilanzprozeſſe zeigt ſich ein hervor=
ragend
geeigneter Weg, um durch Aufdeckung der bis=
herigen
Umgehungsmöglichkeiten der geſetz=
lichen
Schutzbeſtimmungen zu neuen, hieb= und ſtich=
feſten
Geſetzesbeſtimmungen zu gelangen, die betrügeriſche und
andere Umgehungen nicht mehr zulaſſen. Außer den erwähnten
Prozeßakten werden auch die Berichte der Konkursver=
walter
in den Konkurſen großer Aktiengeſellſchaften früherer
Jahre heranzuziehen ſein, um gegebenenfalls aus ihnen zu ler=
nen
, wie die Maſchen des Geſetzes zum Nachteil der Aktionäre
und der Geſellſchaften ſelbſt benutzt werden.
Aus der neueſten Zeit ſeien um nur zwei Beiſpiele für
die bei den Beratungen über die Aktiengeſetzreform anzuwen=
dende
Methodik zu geben folgende Geſetzesumgehungen aus
dem vielſeitigen Gebiete des Aktienweſens mitgeteilt. Im Falle
des Zuſammenbruchs der Frankfurter Verſicherungsgeſellſchaft
ſcheint die Täuſchung des Aufſichtsrats und der von ihm ein=
geſetzten
Retiſionskommiſſion dadurch ermöglicht worden zu ſein,
daß vorſchriftswidrig ein Teil der täglich eingegangenen
Korreſpondenz nicht der zuſtändigen Buchhalterei zuge=
führt
worden iſt, ſondern von einem Vorſtandsmitglied vorher
abgefangen wurde (für ſeine Geheimbuchhaltung oder zum
Beiſeiteſchaffen?). Noch wirkungsvoller dürfte die Geſetzesver=
letzung
geweſen ſein, die in einem in Berliner Anwaltskreiſen
zurzeit lebhaft erörterten Millionenprozeß vor dem Kammer=
gericht
(über Steuerhinterziehungen und Bilanzfälſchungen) ver=
handelt
worden iſt. In dieſem =Prozeß iſt zur Sprache gekom=

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Oft2

Freitag, den 13. Geptember 1929

men, daß bei einer in Berlin domizilierten Bergwerksaktiengeſell=
ſchaft
, die ſpäter in Konkurs ging, vorher kurzerhand die ganze
Buchführung von Berlin nach dem Ausland ver=
legt
worden ſei, um dort im Sinne eines ausländiſchen Groß=
aktionärs
gehandhabt zu werden!

England in Erwarkung der amerikaniſchen

EP. London, 12. Sept.
Die geplante Reiſe des engliſchen Miniſterpräſidenten Mac=
donald
nach den Vereinigten Staaten wird, wie der diplomatiſche
Korreſpondent des Daily Telegraph erklärt, am 28. September
erfolgen, wenn bis zu dieſem Zeitpunkt ein prinzipielles Ab=
kommen
über die entſcheidende Frage der Marine=Abrüſtung
zwiſchen Macdonald und General Dawes erzielt worden iſt. Die
amerikaniſche Antwort auf die engliſchen Vorſchläge in der See=
abrüſtungsfrage
dürfte nach Anſicht Londoner gut unterrichteter
Kreiſe innerhalb der nächſten 24 Stunden in den Händen des
Premierminiſters Macdonald ſein. Der Waſhingtoner Korre=
ſpondent
des Evening Standard glaubt feſtſtellen zu können,
daß Präſident Hoover mit der von Macdonald vorgeſchlagenen
Verteilung der Kreuzerſtärke auf die beiden Länder nicht einver=
ſtanden
ſei und daß die amerikaniſche Note Gegenvorſchläge des
Präſidenten Hoover enthalten dürfte. Bekanntlich ſah die von
Macdonald vorgeſchlagene Verteilung der Kreuzertonnage für
England 340 000 Tonnen einſchließlich 15 Zehntauſend=Tonnen=
Kreuzern und für die Vereinigten Staaten 305 000 Tonnen mit
Einſchluß von 18 Zehntauſend=Tonnen=Kreuzern vor.
Die Kriegskredike für die kleinen Staaken
wie man den Konventionsentwurf für die Unterſtützung ange=
griffener
Staaten häufig nennt, war heute Gegenſtand lebhafter
Auseinanderſetzungen in der Abrüſtungs=Kommiſſion der Voll
verſammlung. Die Engländer, die vor einigen Tagen noch für
dieſe Konvention eingetreten ſind, änderten in einer Erklärung
Lord Robert Cecils ihre Haltung recht weſentlich und ließen er=
klären
, daß es ihnen angebracht erſcheine, dieſe Idee in einer
Unterkommiſſion weiter prüfen zu laſſen. Graf Bernſtorff
ſtimmte für Deutſchland dieſen Bedenken zu und bemerkte, eine
Annahme dieſer Konvention komme für Deutſchland nur in
Frage, wenn vorher die Abrüſtungskonventiom in befriedigender
Weiſe zuſtande gekommen ſei. Außerordentlich ſcharf wandte
ſich gerade ein Vertreter der kleinen Staaten, nämlich der
däniſche Miniſter Munk, gegen dieſe Konventon. Der Völker=
bund
könne doch unmöglich noch als objektiver Vermittler fun=
gieren
, wenn er bereits vorher einem bedrohten Staat Kriegs=
kredite
gegeben hätte. Noch weniger könne man ſich einen Er=
folg
dieſer finanziellen Hilfeleiſtung vorſtellen, wenn ſie erſt nach
Abſchluß der Vermittlertätigkeit des Völkerbundes drei Monate
vor Kriegsausbruch in Kraft trete. Außerdem habe er aber
ſtarke Bedenken dagegen, daß die Anſammlung dieſer großen
Unterſtützungsfonds von gewiſſen Rüſtungsinduſtrien ausgenutzt
werde, um zu ihrem Teil Bedrohungspropaganda zu treiben
und damit gewiſſe Teile dieſer Unterſtützungsfonds zur Her=
ſtellung
von Kriegsmaterial flüſſig zu machen verſuchten.
Teilgeſtändnis der Bombenleger.
Altona, 12. September.
Wie wir ſoeben hören, haben die ununterbrochenen Verneh=
mungen
im Altonaer Polizeipräſidium in der letzten Stunde er=
freuliche
Fortſchritte gemacht, nachdem die Verhafteten 24 Stun=
den
hindurch jede Mittäterſchaft leidenſchaftlich abgeſtritten hat=
ten
. Ein Teil der Verhafteten hat jetzt die Beteiligung an den
Bombenattentaten zugeſtanden..
Zu dem bereits gemeldeten Geſtändnis des einen Verdäch=
tigen
erfahren wir aus zuverläſſiger, nichtamtlicher Seite, daß
der verhaftete Syndikus Weſchke am Donnerstag das Geſtändnis
abgelegt hat, daß er den Sprengſtoffanſchlag auf das Haus des
Amtsvorſtehers in Beydenfleth am 28. November 1928 mitver=
übt
hat. Das war bekanntlich der erſte der Anſchläge. Eine
weitere bemerkenswerte Ausſage hat Nickels gemacht, der angab,
für die Zeitung Das Landvolk Gelder einkaſſiert zu haben, die
er bis zur Höhe ſeines Gehaltes einbehalten konnte. Er nannte
auch eine Reihe von Landwirten, bei denen, er in dieſer Ange=
legenheit
vorgeſprochen hat, und dieſe beſtätigten bereits Nickels
Tätigkeit für die Zeitung.

* Menelaus in Weimar.
Von Carry Brachvogel.
Faſt alljährlich belehren uns neu erſcheinende Bände über
Art und Weſen der Beziehungen, die Goethe zur Frau von Stein
Schiller zur Frau von Kalb unterhielt. Alles Wiſſenswerte und
auch manch nicht Wiſſenswerte iſt aus dieſen Neuerſcheinungen
zu erſehen, und ſcharf umriſſen ſtehen die beiden Lotten vor uns
da. Die beiden Lotten doch von ihren Gatten erfahren wir
blutwenig. Nun iſt es ja gewiß hocherfreulich, daß das Weimarer
Doppelgeſtirn ſeine Lotten fand aber iſt es etwa weniger er=
freulich
, daß neben einer jeden ein Ehgemahl ſtand, ſo daß Lotte
immer nur geliebt und nicht auch geheiratet zu werden brauchte?
Wir alle kennen die rührſame Geſchichte, wie Goethe zwe
Nächte lang nicht ſchlafen konnte, nachdem er die Silhouette der
Frau von Stein erblickt hatte. Als er dann die Urſache ſeiner
Schlafloſigkeit perſönlich kennen lernte, war die nee von Schardt
ſeit zehn Jahren die Frau des Oberſtallmeiſters von Stein, der
ſie in dieſem nicht übermäßig langen Zeitraum ſiebenmal zur
Mutter gemacht hatte. Nun ſprechen ja ſieben Kinder weniger
für das Glück als für die Fruchtbarkeit einer Ehe, aber von einer
unglücklichen Ehe der Hofmarſchalltochter hat man nie gehört. Bis
in die Mitte der Dreißig ſcheint ſie keinen tröſtenden Freund
gebraucht zu haben . . ."
Erſt als das jugendſtrotzende, bildſchöne, vom Herzog ver=
hätſchelte
Kraftgenie in die betuliche Galanterie des Weimarer
Hoflebens trat, ſcheint die ſiebenfache Mutter das Talent zur
femme incompriſe in ſich entdeckt zu haben. Vom freundlichen
Lächeln des ganzen Hofes beguckt und begleitet, beginnt die In
timität mit Goethe, über der auf gemeinſchaftlichen Reiſen der
Generalſuperintendent Herder ſchützend die geiſtlichen Hände
breitet . . : Den Herrn Generalſuperintendenten und Hofprediger
auch zu einer Amtshandlung, zu einer Trauung, zu bemühen, iſt
dem Liebespaar wohl nie ernſtlich eingefallen. Vielleicht hätte zi
Anfang der Beziehungen Goethe gerne geheiratet, denn er war
nicht nur verliebt, ſondern beſaß, gleich vielen andern Freiſtädt=
lern
und Freiſtaatlern ein gut Teil Adelsſnobismus, dem es
wohl gefallen hätte, eine nee von Schardt, geſchiedene von Stein
heimzuführen. Frau Lotte aber war ihm nicht nur an Jahren
ſondern auch an klein=höfiſcher Lebensbedachtſamkeit überlegen.
Wenn er ihr je beim Nachmittagskaffee im Stil Entflieh mit mir
und ſei mein Weib zugeredet hat oder hätte, wäre auf dem ver=

Vom Tage.

Der gegenwärtig in Hamburg abgehaltene 24. Deutſche
Anwalttag gedachte in einem Feſtakt
Beſtehens der Reichsjuſtizverwaltung.

in der Muſikhalle des 50jähr.

An amtlicher Stelle werden die Meldungen von deutſch= eng=
liſch
=polniſchen Kohlenbeſprechungen in Berlin
nicht beſtätigt. Offenbar handelt es ſich um eine ganz private Zu
ſammenkunft im Anſchluß an die ſkandinaviſchen Verhandlungen, an
denen lediglich England und Polen beteiligt waren.

Nach einem außerordentlich heftigen Sturm in der Oſtſee ſollen
nach einer Meldung aus Helſingfors der ruſſiſche Kreuzer Trotzki
und das U=Boot Wofkow geſunken ſein. Wrackſtücke, die an der
eſtländiſchen Küſte angeſchwemmt wurden, ſeien als Teile der beider
ruſſiſchen Kriegsſchiffe feſtgeſtellt worden. Es wird befürchtet, daß die
geſamte Mannſchaft der Kriegsſchiffe umgekommen iſt.

Die in letzter Zeit in Umlauf befindlichen Grüchte, daß der
franzöſiſche Botſchafter in London, de Fleuriau
in den Ruheſtand verſetzt und durch den Generalſekretär
im Quai dOrſay Berthelot, erſetzt werden ſollte, ent=
behren
, wie uns aus beſtunterrichteter Quelle verſichert wird, jeder
Grundlage.
Die engliſche Regierung hat der Sowjetregierung eine Note über=
fandt
, in der ſie ihre Bereitſchaft zum Ausdruck bringt, die Beſprechun=
gen
über eine Wiederherſtellung der diplomatiſchen Beziehungen wieder
aufzunehmen.
Die Antwort der Sowjetregierung auf die engliſche
Note, in der die Wiederaufnahme der vorbereitenden Beſprechungd=
zwiſchen
den beiden Ländern vorgeſchlagen wird, iſt im Foreigt
Office bisher noch nicht eingelaufen.
Der franzöſiſche Präſident Doumergue wird am
10. und 11. Oktober dem König Albert von Belgien einen
offiziellen Beſuch abſtatten.
In politiſchen Kreiſen Italiens iſt man ſehr geſpannt auf die
Rede Muſſolinis, am nächſten Samstag in einer großen Par
teiberſammlung in Rom, da man die Verkündung eines neuen
Parteidiktats gegenüber der Bevölkerung erwartet,
Dieſe Generalverſammlung der Partei gilt als innenpolitiſch wichtig=
ſtes
Ereignis dieſes Sommers.
Der Oberkommiſſar des Jrak, Sir Gilbert Clay=
ton
, iſt plötzlich geſtorben, nachdem er kurz vorher an einem
Poloſpiel teilgenommen hatte.
Trotz der beunruhigenden Meldungen über ernſte Grenzzu=
ſammenſtöße
in der Mandſchurei glaubt man in Tokioter
politiſchen Kreiſen, daß der ruſſiſch=chineſiſche Diſput letzten Endes ohne
militäriſche Auseinanderſetzungen beigelegt werden wird.
Die Konferenz für die Reviſion des Statuts des
Internationalen Gerichtshofes hat ihre Tagung abge
ſchloſſen und außer der Zulaſſung der Vereinigten Staaten zum Inter=
nationalen
Gerichtshof auch das Reviſionsprotokoll, das die Erhöhung
der Richterzahl von 11 auf 15 vorſieht, gutgeheißen.
Das Budget des Völkerbundes iſt von 27 026 000 Fran.
ken im Jahre 1929 auf 27 230 000 Fr. für das Jahr 1980 geſtiegen. Vor
dem Budget entfallen auf die Ausgaben des Sekvetariats ſelbſt 15 177 000
Franken, auf das Internationale Arbeitsamt 8 110000 Fr. und auf der
Internationalen Gerichtshof im Haag 2 267 000 Franken.

Der Führer der deutſchen Saardelegakion.

Ernſt v. Simſon, Staatsſekretär a. D.,
iſt mit der Führung der deutſchen Saardelegation betraut worden.
blühten Vogelgeſichtchen der nee von Schardt ein kleines Lächelt
erſchienen und ſie hätte ungefähr gedacht, vielleicht auch geſagt:
Wozu eigentlich, du liebes, ſüßes Ungeſtüm?! Iſt mein Ober=
ſtallmeiſter
denn nicht ein Muſtergatte, wie wir uns nur einen wün
ſchen können? Er beherrſcht ſozuſagen die Situation wozu
alſo ſie verändern?!
So ungefähr mag die nee von Schardt gedacht oder geredet
haben, die mit dem ganzen Adelsſtolz kleiner Hofleute ſich gewiß
degradiert vorgekommen wäre, wenn ſie ſtatt Frau von Stein
Frau Goethe hätte heißen ſollen. Wahrſcheinlich war ſie nach
zehn= bis fünfzehnjähriger Ehe mit dem biederen Oberſtallmeiſter
auf jenem angenehmen Punkt angelangt, wo die Liebe allmählich
aufhört und die gegenſeitige Nachſicht beginnt. Vielleicht aber
var’s auch ganz anders. Vielleicht hat ſie ſich in Einzelheiten doch
immer noch recht gut mit dem tüchtigen Eheherrn verſtanden, zu=
dem
Goethe ihr ja mit einer Geſchmackloſigkeit, deren ſich kein
Ultramoderner zu ſchämen hätte, alle Pläſiere ſeines Jung=
geſellenlebens
berichtete. Kenn’ ſich einer in ſolch überzierlichen,
ſcheinbar ganz vergeiſtigten Frauen aus!
Jedenfalls iſt es nicht zur Scheidung gekommen; Herr von
Stein ſcheint alſo weder ein Wüterich noch ein Spielverderber
geweſen zu ſein. Dafür durfte er auch ſchluckweiſe die Wonne der
Schadenfreude genießen, als ſein Hausfreund, angeekelt vom
Hofgetriebe, vor ſich und Lotten nach Italien floh. Es waren die
letzten Glanztage der Frau von Stein, in der wohl ſchon jeder
nur nicht ſie ſelbſt, die verabſchiedete Geliebte ſah, wenn ſie den
ſcheinbar teilnahmsvollen Hofdamen ſagen konnte: Goethe hat
mir heute geſchrieben.
Wie er heimkehrte, wiſſen wir alle. Ein Menſch, den die
eigene Größe zur Einſamkeit verurteilte, ein Mann, der keine
preziöſe Geliebte um ſich haben konnte, ſondern nur ein dralles,
albernes Mädel, das gut kochte, gut küßte und keinerlei geiſtige
Anſprüche ſtellte. Frau von Stein hat damals ein Martyrium
erlebt, doch ſie hat es weder als Heldin, noch als Dulderin, noch
als wirklich große Dame ertragen. Sie benahm ſich da nur wie
eine recht gewöhnliche Mamſell, der eine andre den Liebhaber
abſpenſtig gemacht hat, und die nun an der Nebenbuhlerin und
dem Ungetreuen kein gutes Haar laſſen will. Herrn von Stein
hat ihre tugendliche Entrüſtung ob der Goethe’ſchen Wirtſchaf
terin ſicherlich ſehr beluſtigt und ihr Zorn hat ihm wohl manch
heimliches Schmunzeln abgelockt. Er hätte nicht von Fleiſch und
Blut ſein müſſen, wenn es anders geweſen wäre. Dann nahm
ihn ein gütiges Geſchick hinweg, ehe er noch das Schrecklichſte er=

Polizeipräſidium. Der Stand der polizeilichen Ermittlunoſt
dürfte im Augenblick aber noch keine Entſcheidung über die
gabe der Akten an den Richter erlauben.
fang
Es beginnt jetzt vor allem die intenſive Bearbeitung Eo,
Einzelfälle, mit Vorhaltungen und Gegenüberſtellungen
Grund der verſchiedenen Ausſagen. Außerdem iſt man bemu
Hide
etwaige Hintermänner und Geldgeber der bisher verdächtignneit
Perſonen zu ermitteln. Bis heute vormittag ergaben die Ve
nehmungen der in Berlin Verhafteten kein weſentlich veränden
558
Bild; ſowohl Ernſt v. Salomon und Dr. Salinger wie H.
Gert Techow und Laß bleiben dabei, ſich in keiner Weiſe ſtrafch
gemacht zu haben. Die beiden letzten beſtreiten insbeſondere
liche Beziehung zur ſchleswig=holſteiniſchen Landvolkbewegmnd
und den Kreiſen der in Altona verhafteten Perſonen. Die W
teidiger des Dr. Salinger beſtreiten in einer längeren Erklärzu
daß dieſer irgendwelche Beziehungen zu der ſchleswig=hol

ſchen Bewegung unterhalten oder auch nur gewußt habe
Ernſt v. Salomon Mitglied der O.C. geweſen ſei. Dr. Salit
habe vielmehr bei offenen geſellſchaftlichen Abenden in ſe
Wohnung Politiker und Schriftſteller aller Richtungen um
verſammelt.
Auch die Unterſuchung gegen die Gruppe Timm, die ſich
der Anfertigung von Höllenmaſchinen theoretiſch und pra
befaßte, wird mit aller Energie weitergeführt, um feſtzuſtel
welchen unmittelbaren Zwecken das geheime Laboratorium
der Bodeſtraße in Neukölln, der Wohnung des Feuerwer
Wilske, dienen ſollte. Man ſucht vor allem feſtzuſtellen, wr
die in der Wohnung Wilbes gefundenen Chemikalien ſtam=
und ob ſie von der gleichen Art wie der in Schleswig=Holſſ
zu den Attentaten benutzte Sprengſtoff ſind.
Weitere Berhaftungen in Heide, Ikehoe
und Hamburg.
Die Vernehmung der im Zuſammenhang mit den Spr=
ſtoffanſchlägen
verhafteten Perſonen im Altonaer Polizeit
ſidium wird fortgeſetzt. Inzwiſchen ſind weitere Verhaftur
in der Provinz vorgenommen worden. So wurde heute
in Heide der Wirt des Heider Hofes, Lothar Gengelazky,
dem Verdacht der Mittäterſchaft bzw. Mitwiſſerſchaft verha
Er war ein intimer Freund des verhafteten Nickel. Die
haftung einer weiteren bekannten Heider Perſönlichkeit ſol
vorſtehen. In Itzehoe wurden geſtern Hausſuchungen ſowol
der Schriftleitung der nationalſozialiſtiſchen Schleswig=
ſteiniſchen
Tageszeitung ſowie in den Wohnungen der
dakteure dieſer Zeitung, Uhſe und Ehlers, vorgenommen.
waren nicht in Itzehoe. Sie wurden in Hamburg feſtgenomr
Wie von zuſtändiger Stelle verlautet, ſind in Hamburg au
den bereits genannten auf Grund weiterer Ermittlungen Wiſſ!
Gaugeſchäftsführer der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbe
partei, Emil Brix aus Itzehoe und der Kaufmann Adolf R
M
verhaftet worden. Ob die Verhafteten in einem Zuſammenh
mit den Sprengſtoffanſchlägen ſtehen, bedarf noch der Kläru
Das Gerücht von der Verhaftung des preußiſchen Landtagsa.
ordneten Lohſe beſtätigt ſich nicht. Im Zuſammenhang mit
Bombenaffäre wurde in Winſen a. d. Luhe (Prov. Hannow die bi=
der
Führer der Landvolkbewegung im Kreiſe Winſen, Hofbeſſt dem
Vick aus Rönne, verhaftet. Ebenſo ſind in Mülheim (Ruhmn der
drei Perſonen auf Erſuchen der zur Zeit in Altona weilendſichterſta
Berliner Kriminalpoliziſten feſtgenommen worden. Am Nuogen.

mittag des 12. September erſchien der der Mittäterſchaft an
Bombenattentaten verdächtige Geſchäftsführer Plaaß mit ei=
Brief des Kapitäns a. D. Ehrhard auf dem Polizeipräſidium
ſtellte ſich zur Vernehmung. Nach Abſchluß dieſer Vernehme
wurde Plaaß, in deſſen Wohnung bei der Durchſuchung
Sprengkapſel Nr. 8, wie ſie bei den Bombenattentaten
wendet wurden, und 174 Schuß S=Munition gefunden won
ſind, in Haft genommen.

tſchaf
füßte
Men we

häten.
fa

leben mußte: das Rachedrama ſeiner Frau. Denn als C.
lotte genug über die nichtige Chriſtiane gezetert, geklatſcht, ge
und gehöhnt hatte, verfaßte ſie ein Drama Dido (natürlie
Dido ſie ſelbſt!) ein Machwerk voll altjüngferlich=ſäuerl
Betrachtungen über die Schlechtigkeit der Männer (ſprich: Goe

ſo
das ſich da und dort zu Sprachſchönheiten erhebt wie: es MMſchein
ſeine gehabte Bedeckung geweſen ſein, woraus zu erſehen G ged=

bethe

daß Lotte ſich auch neben Goethen ihren eigenen Stil zu waMgeloch
wußte . . .
Wilder, exaltierter als in dem wohlerzogenen höfiſchen Lnt will
c Goethe=Stein ging’s bei den Schiller=Kalb’s her, und in dilEepten
Konſtellation zeigt auch der Gatte eine beſtimmtere Phyſiognchkele Ver=
als
der etwas ſchattenhafte Herr von Stein mit der ehebeßit Sch
lichen Tüchtigkeit. Sein Name zwar Heinrich von Kalb vom 6o

klingt ſanft, um nicht zu ſagen ſchafig, aber da er als Hauptmil einſt
in einer kleinen Garniſon Landau ſtand, darf man anuden der
men, daß er weder ein Betbruder noch ein Asket war. Nur Punden
des Geldes willen heiratet er die frühverwaiſte Marſchalk Bdent 6
Oſtheim, ein phantaſtiſches, in eine Traumwelt eingeſponn nd un
Mädchen, das mit dem wirklichen Leben blutwenig Beſ
weiß. Auch ſie liebt den Mann mit dem ſchafigen Namen /82bie
und wird vom Altar weg ohnmächtig in die Reiſekutſche getra
Dramatiſch wie die Ehe begonnen hatte, ging ſie auch weſſ. er ko
Die junge Frau Hauptmann blieb nur vorübergehend in Lann
ging bald mit Einwilligung des Gatten nach Mannheim, w
Mutter und rhantaſierte weiter. Schon als Mädchen hat/ Verhe
kunterbunt durcheinander geleſen, was ihr in die Hände
jetzt, völlig ihre eigene Herrin, ſchmökert ſie trotz ihrer I
gradigen Kurzſichtigkeit die Nächte durch, bis ſie durch einen A00
fall entdeckt, daß ihr eines Auge ſchon erblindet iſt. Der Schl
blick der Kurzſichtigen ſcheint äußerlich ſo ziemlich das ein
Merkmal ihrer Flackerſeele geweſen zu ſein, im übrigen zeigt

ſte
Mſtf

Bild keineswegs eine ätheriſche, appetitliche, liebe, deutſche F

der man eher viele Kinder und einen guten Tiſch zutruß de
möchte, als den himmelhochjauchzenden Ehebruch mit eint
Kraftgenie. Ihre Aufzeichnungen behaupten freilich, daß ſie
treffliche Hausfrau geweſen ſei und oft für mehr als zwanzie
ſonen gekocht habe aber in kochende Phantaſtinnen habe ich
Uu
rechtes Zutrauen.
In Mannheim lernt ſie Schiller näher kennen, den ſie fru. Lee
ſchon flüchtig bei den Wolzogens getroffen hatte, und alsbald
die beiden Hitzköpfe Feuer und Flamme füreinander. Sie liel
ſchwärmen und raſen in liebenwürdiger Verſtiegenheit, und

[ ][  ][ ]

ſummer 254

Freitag, den 13. September 1929

Seite 3

Das neue Genfer Problem.

A
* Paneuropa.
Verſtändigung kuk nok!
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 12. September.
Mit der Rede Streſemanns hat die Genfer Tagung ihren

lpunkt erreicht. Die Ausführungen des deutſchen Außen=
iuf

rs unterſchieden ſich in erſter Linie dadurch von denen
Vorredner, daß er feſte
der

erungen aufſtellte und
aktuellen Fragen von
poſitiven Standpunkte

rungen davon zu überzeugen, daß es nun auch notwendig ſei,
dieſe Konventionen zu ratifizieren, wenn ſie in Kraft treten
ſollen. Das ſei der Fall für die Wiederherſtellung des Freihan=
dels
durch grundlegende Konventionen über die Aufhebung der
Aus= und Einfuhrverbote, die bis jetzt erſt von 11 oder 12 Stan=
ten
unterzeichnet ſeien. Man müſſe wünſchen, daß gerade dieſe
Konvention ebenſo wie die Konvention über Statiſtik und Zoll=
nomenklatur
möglichſt bald zuſtande käme. Die Konvention über
die gemeinſame Regelung für Häute und Knochen habe ſehr
große Schönheitsfehler. Sie laſſe auch für die Zukunft noch ge=

behandelte. Mit Rück=
auf
die herrſchende poli=
tch
Konzeption in Frank=
nid
konnte wohl niemand
übertrieben günſtigen
beit
ang in Paris erwarten:
lung
gen hat die deutſche Stel=
mahme
auch keinen hefti=
rhufemViderſpruch
ausgelöſt. Die
neine Impreſſion iſt aber
ungünſtig, und das hat
viel zu ſagen.
we Fſon der allgemeinen Situ=
in
Genf iſt man freilich
beſondam Aris nicht beſonders ent=
Man hat auch keinen
Nneg fäud dazu. Und deshalb
man ſich hier recht zu=
Elfſäiüultend. Mit Ausnahme
rechtsſtehender Blät=
wio
=R
die mit ihren heftigen
e ſkitken nicht ſoviel der Sache
SNureichs nützen, als ſie zu
i ſrin ſcheinen.
gen unE As paneuropäiſche Früh=
wird
teils ſehr ſpöttiſch,
die ſöhs reſerviert kommentiert.
Spott iſt ungerecht und
alls auch in vieler Be=
feſtzu

ng überflüſſig. Denn wer
atori
chaden hat, braucht für
feuermßht Spott nicht zu ſorgen.
nds Konzeption von Pan=
elen
, W
lien ſult, iſt ſehr unklar dar=
die
außenpolitiſche Lage
Rg=Gtſtukreichs ſchuld und die
ſrgung kam auch in einem
wüiſtigen Augenblick. Sa=
wir
es gerade heraus:
ue
zu ſpät. Denn während
Entente cordiale haben
ſehr wenig von Pan=

verän
Seſſe

NöRDLICHES

ElSMEER

GROSSER

1M0S

Fra.

UId Kontinent Europs
A Englisches Empire
K lereingt. Stesten- Amerike
22a latein-Ameriks
E Sowjet-Union
HHffd China-Gapen

OLEHAN

Die Weltmachtgruppen der Zukunft.

Briand verfolgte in Genf ſeinen Plan der Vereinigten Staaten von Europa, der von den beteiligten
Mächten bereits eifrig diskutiert
wird. Nach franzöſiſchen Plänen ſoll es ſich mehr um ein Kontinent=
Europa handeln, wie ſchon der Pan=Europa=Plan des Grafen Coudenhove=Kalergi vorausſah, da Eng=
land
, das neuerdings eine engere Verbindung mit ſeinen Dominions und Kolonien zu einem einheit=
lichen
engliſchen Empire anſtrebt, infolge dieſer außerordentlichen Bindungen außerhalb des Europa=
projekts
ſteht. Gleichzeitig ſchließen ſich die Staaten Südamerikas enger aneinander, ſo daß der Latein=
amerika
=Block vor der Verwirklichung zu ſtehen ſcheint. Und im fernen Oſten iſt durch die gemeinſame

olf
men
der Klä=
ndtag
=

ga gehört, und als die Idee herauskam wir haben an die=
S
dtelle ſchon beſprochen, unter welchen Umſtänden , hatten
FolizP viele den Eindruck, daß es ſich um einen Ripoſthieb auf die
haft, P h=amerikaniſche Annaherung handelt.
Wirtſchaftlich und adminiſtrativ wäre Paneuropa erwünſcht:
W Eſeißt, unſerem Kontinent mangelt es in ſehr vielen Punkten
rganiſation. Was bisher die Männer der Wirtſchaft leiſteten,
verhKvel, aber an gewiſſen Stellen ſehr gebrechlich. Verſtändi=
g
tut not in= und außerhalb unſeres Erdteils. Aber Pan=
wa
hat auch einen politiſchen Inhalt. Allein das Wort ſchon.
dieſer politiſche Inhalt iſt nur für wenige anziehend. Daran
franzöſiſche Außenpolitik der letzten Jahre ſchuld. Die Per=
MAhühkeit Briands hat etwas von ihrer Zugkraft verloren. Dennoch
nan die Bedeutung der Initiative Briands nicht unterſchätzen,
in einem Jahre kann die außenpolitiſche Situation in Europa
mittlich anders ausſehen.
Weltäik an der Wirkſchafkspolikik des Völkerbundes.

Bom Birkſchaftswaffenſtillſtand zur wirk=
ſchaftlichen
Enkwaffnung.

* Genf, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
25
un Die bisherige Wirtſchaftspolitik des Völkerbundes wurde
n Hofhh dem Reichstagsabgeordneten Dr. Breitſcheid am Donners=
heim
(4n der Organiſationskommiſſion der 10. Vollverſammlung als
g weilrſichterſtatter einer ſachlich außerordentlich ſcharfen Kritik un=
Am Ißgen. Man hat in den letzten Tagen häufig verlangt, die
tſchaft aſnſchaftliche Zuſammenarbeit unterden Staa=
mit
unu müßte endlich von politiſchen Inſtanzen in die Hand ge=
käſdiun
uien werden, weil man ſie nicht nur den Sachverſtändigen
VernehPkaſſen dürfe, die nur Schwierigkeiten über Schwierigkeiten
fökten. Breitſcheid ſtellte feſt, daß die Sachverſtändigen hier
9a
enf alle möglichen internationalen Wirtſchaftskonventionen
nden waſ Enthuſiasmus unterzeichneten, daß ſie es aber nicht ſertig
ſten, wenn ſie nach Hauſe gekommen ſeien, ihre Regie=

wiſſe Ausfuhrzölle beſtehen. Aber gerade Ausfuhrzölle
ſeien wirtſchaftlich am ſchädlichſten. Die engliſchen
Anträge auf Abſchluß eines Zollfriedens für zwei Jahre fänden
bei Deutſchland eine ſehr ſympathiſche Aufnahme. Dagegen
müſſe er die von Loucheur vorgeſchlagene Einberufung
einer Diplomatenkonferenz über Kohle und
Zucker doch für verfrüht halten, da gerade auf dieſen Ge=
bieten
demnächſt eine Sonderkonferenz von Sachverſtändigen
beim =Völkerbund ſtattfinde, deren Ergebnis man beſſer erſt ab=
warte
, bevor man neue Konferenzen ſür die gleichen Gegenſtände
einberufe.
Die von Graham vorgeſchlagene wirtſchaftliche treuga dei
dürfe nicht dazu führen, daß die jetzt beſtehenden hohen Zölle
gewiſſer Staaten international ſanktioniert, diejenigen Staaten
mit niedrigen Zöllen aber auf dem niedrigen Niveau feſtgelegt
werden. Man müſſe verhindern, daß von dem Wirtſchafts=
waffenſtillſtand
ſchließlich durch alle möglichen Ausnahme=
beſtimmungen
nichts mehr übrig bleibe. Keinesfalls aber dürfe
aus dieſer Fanfare nun eine Schamade werden, ſondern man müſſe
etwas ſchaffen, was eine Vorſtufe zu einer großen internatio=
nalen
Zuſammenarbeit bilde. Seiner Meinung nach genüge dazu
aber die Friſt von zwei Jahren nicht, es müſſe wenigſtens nach
den bisherigen Erfahrungen mit einer Friſt von drei Jahren
gerechnet werden. Loucheur, dem man die Vaterfreude an der
erſten Weltwirtſchaftskonferenz wohl gönne, werde wahrſcheinlich
an ſeiner jetzt vorgeſehenen zweiten Weltwirtſchaftskonferenz
nicht dieſelben Freuden erleben. Es ſcheine am beſten, wenn
man ſich hier bemühe, eine Studienkommiſſion aus den haupt=
ſächlich
intereſſierten Staaten ins, Leben zu rufen und ſich mit
der allgemeinen Form der wirtſchaftlichen Entwaff=
nung
zu beſchäftigen.

Engliſcher Borſtoß
in der Abrüſtungsfrage.
Lord Roberk Gecil bereikek einen Reſolukions=
enkwurf
vor.
* Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
Der neue engliſche Vorſtoß in der Abrüſtungsfrage, von dem
man ſchon ſeit einigen Tagen ſpricht, ſcheint nunmehr Geſtalt zu
gewinnen. Wie wir von gut unterrichteter engliſcher Seite hören,
bereitet Lord Robert Cecil einen Reſolutionsentwurf vor, in
dem er im Gegenſatz zu Lord Cuſhendun vorſchlägt, bei den
kommenden Beratungen über die Abrüſtung auch das gelagerte
Material und die ausgebildeten Reſerven in die Konvention
einzubeziehen. Außerdem ſoll in einem gleichartigen prozen=
tualen
Verhältnis ein erſter Schritt zur Abrüſtung unternommen
werden. Zu dieſem Zweck ſoll ein Datum für die Einberufung
der endgültigen Abrüſtungskonferenz jetzt von der Verſammlung
feſtgeſetzt werden. Die Feſtſetzung dieſes Datums wird damit
begründet, daß in der Zwiſchenzeit die Verhandlungen über die
Seeabrüſtung wahrſcheinlich abgeſchloſſen werden können, daß
aber auch der heutige Zuſtand ſchon erlaube, zu einer gleich=
mäßigen
erſten Herabſetzung der Rüſtungen zu ſchreiten. Mit
dieſer Reſolution, die wahrſcheinlich in den nächſten Tagen vor=
gelegt
wird, wird ſich die dritte ſtändige Kommiſſion der Voll=
verſammlung
zu beſchäftigen haben.
Lord Robert Cecil fordert nicht nur Blokken:.
ſondern auch Landabrüſtung.
In einer Radiorede ſagte Lord Robert Cecil über die Ab=
rüſtung
, er hoffe, daß in den nächſten 14 Tagen Mittel und
Wege gefunden würden, um das Werk der Vorbereitenden Ab=
rüſtungskommiſſion
in jeder Beziehung für alle Teile tragbarer
zu geſtalten als bisher. Man brauche eine wahre Herabſetzung
der Bewaffnung. Dieſe Herabſetzung dürfe ſich nicht nur auf
die Bewaffnung der Seemächte, ſondern müſſe ſich auch auf die=
jenige
der Landmächte mit großen Luftrüſtungen erſtrecken. Das
ſei in Wirklichkeit der Kardinalpunkt der gegenwärtigen Phaſe
des Problems. Die Herabſetzung der Flotten allein werde den
Frieden wenig ſichern. Flotten ſeien keine ausgeſprochene An=
griffswaffe
; Landbewaffnung und Luftrüſtung bedeuteten ſicher=
lich
eine ſchwerere Bedrohung. Deshalb könne man durchaus
der Anſicht ſein, daß bei einer einſeitigen Abrüſtung der See=
mächte
die Sicherheit für den Frieden eher verringert als ver=
ſtärkt
werde.
Wie aus engliſchen Kreiſen verlautet, wird Lord Robert
Cecil in ſeinem Reſolutionsentwurf nicht nur die Wiederauf=
nahme
der Diskuſſion über die Reſerven und das gelagerte
Material zum Zweck ihrer Herabſetzung verlangen, ſondern auch
für die Schaffung eines internationalen Kontrollorgans für die
Rüſtungen zu Lande, zur See und in der Luft eintreten.
Reine zweike Welkwirkſchaftskonferenz.
Die verſchiedenen Wirtſchaftsvorſchläge, die von Loucheur,
Graham und Hymans der Völkerbundsverſammlung gemacht
wurden, ſind heute anſcheinend auf die Kritik des deutſchen
Abg. Dr. Breitſcheid hin zu einem gemeinſamen Vorſchlag kom=
biniert
worden. Der Gedanke an die Einberufung einer zweiten
Weltwirtſchaftskonferenz iſt fallen gelaſſen worden. Dafür wird
vorgeſchlagen, daß ſich die intereſſierten Staaten vor dem 30. No=
vember
darüber ausſprechen, ob ſie bereit ſind, Vertreter zu einer
allgemeinen Studienkommiſſion zu entſenden, die die Frage des
Zoll=Waffenſtillſtandes auf eine Dauer von zwei Jahren
prüfen ſoll.
Vereinigke Stagken von Südamerika?
* Genf, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
Die Vereinigten Staaten von Europa ſcheinen jetzt in den
Vereinigten Staaten von Südamerika ein Gegenſtück zu erhal=
ten
. Der ausſcheidende Vertreter Chiles im Völkerbundsrat,
Villegas, hat ſämtliche in Genf anweſenden Vertreter der ſüd=
amerikaniſchen
Staaten, ebenſo wie Briand vor einigen Tagen
die 27 europäiſchen Staaten, zu einem Diner eingeladen, auf dem
er ſeine Idee für eine engere Zuſammenarbeit der ſüdamerika=
niſchen
Staaten entwickelte, die von den übrigen Vertretern mit
Sympathie aufgenommen wurde. Vorausſichtlich werden die
ſüdamerikaniſchen Staaten dieſe Idee einer Föderation unter ſich
in der nächſten Zeit noch weiter verfolgen.

als (hn Hauptmann ſteht der Sache gar nicht übelnehmeriſch gegen=
latſcht
, /4. Er beſucht Frau und Kinder in Mannheim, iſt mit dem
natürhthaber ſeiner Frau befreundet, weiß alles, trägt alles, duldet
ichſäunky überwindet alles und iſt, wenn auch nicht ſtärker als der
rich; Gu4) ſo doch zuverläſſiger als der Dichter der Laura=Oden.
hſſcheinlich hat ſich ſein einfacher, gradliniger Militärverſtand
erſeh Eit gedacht, daß auch dieſe Titanenliebe nicht ſo heiß gegeſſen
zu mEſekocht wird. Immerhin drängten dieſe beiden ganz anders
Goethe und ſeine Lotte zu Scheidung und Heirat und der
will offenbar mit ſich reden laſſen. Herr von Kalb wird
öfiſchen
eptember eintreffen und Charlotte hat alle Hoffnung, daß
und i
Vereinigung im Oktober zu Stande kommen wird. So

e Kbt Schiller aus Weimar, wo er mit Lotte eingetroffen iſt
er eit
9.P om Hofe mit demſelben nachſichtigen Lächeln beguckt wird,
uhck einſt Goethe mit ſeiner Lotte, die damals wohl alle
Suen der Frau von geſtern gegenüber der Frau von heute
punden haben mag. Auch der wohlwollende Generalſuper=
ſedent
Herder iſt wieder auf dem Poſten: Charlotte ſteht bei
und und Herder in großer Achtung. Ueber den wiſſentlich
Fgangenen Hauptmann äußert ſich übrigens Schiller mit
Objektivität und Anerkennung, die dem betrogenen Ehemann
beſte Zeugnis ausſtellen: Herr von Kalb hat mir geſchrie=
Er kommt zu Anfang September, ſeine Ankunft wird das
tre mit mir beſtimmen. Seine Freundſchaft für mich iſt un=
dert
, welches zu verwundern iſt, da er ſeine Frau liebt und
Verhältnis mit ihr kennt. Aber ſeine Billigkeit und ſeine
e dürfte vielleicht durch Einmiſchung fremder Menſchen und
Wdienſtfertige Ohrenbläſerei auf eine große Probe geſtellt wer=
wenn
er kommt. Nicht leichten Herzens ſcheint Schiller
ſtarken und billig=denkenden Mann betrogen zu haben, der
Frau nicht halten mag, die von ihm fortſtrebt. Schon die
dhte Der Kampf und Die Reſignation legen Zeugnis
dr den Rieſenkampf der Pflicht und deutlicher noch redet
Grief aus Weimaz: Ich weiß nicht, ob die Gegenwart des
nes mich laſſen wird, wie ich bin. Ich fühle in mir ſchon
WVeränderung, die weitergehen kann. Wer ſich ein bißchen
Ehebruchs=Pſychologie verſteht, weiß, daß es nur von der
önlichkeit des Gatten abhängt, ob an die verletzte Pflicht
haupt gedacht wird oder nicht ..."
Die Scheidung kam nicht zuſtande. Die beiden Hitzköpfe, die
Füber jeden Widerſtand wie toll hingeſprengt wären, ſtutzten
ſhtert vor der Bereitwilligkeit des Hauptmanns. Ellida, die
unter eigener Verantwortung in die erſehnte Freiheit gehen
.

Lotte, bei aller Phantaſterei eben doch auch eine Frau von
fand wahrſcheinlich, daß Madame Schiller doch gar zu bürger=
lich
geklungen hätte und er wiederum war wohl ſchon nervös
und ruhebedürftig geworden neben der Unruhe einer ewig= erhobe=
nen
, ewig=begeiſterten, ewig=flammenden Frau. Ihr Einfluß
auf mich aber iſt nicht wohltätig geweſen. Inzwiſchen tauchte
auch ſchon der ſolide Heiratsplan mit Charlotte von Lengefeld
auf: Bei einer ewigen Verbindung, die ich eingehen ſoll, darf
Leidenſchaft nicht ſein.
Unaufhaltſam ſchreitet der Bruch weiter. Zu Charlottens
Ehre aber muß geſagt ſein, daß ſie ſich ungleich würdevoller
benahm als Frau von Stein. Nur in Ausſprachen und Briefen
ſcheint ſie unermüdlich geweſen zu ſein, denn echt=männlich (aber
nicht im Sinn der Stärke!) ſchreibt Schiller: Die Kalb hat mir
heute geſchrieben. Ich habe ſogleich geantwortet. Lieber zehn
Briefe ſchreiben, als einmal ſprechen.
Und einige Wochen ſpäter: Sie erhält jetzt von mir keine
Antwort auf ihre Briefe mehr. Wie kann ich ihr ſchreiben!
Auch bei ihr hat ſich alſo, genau wie bei Frau von Stein, der
Gatte zuverläſſiger erwieſen, als der Liebhaber.
Doch während über die Untreue der beiden Charlotten und Wolf=
gangs
=Friedrichs dicke Bände verfaßt werden, meldet kein Lied,
kein Heldenbuch von der Treue der Herren von Stein und
von Kalb!
Eine betrübliche Tatſache, die wieder deutlich dartut, daß
Treue zwar immer edel, aber nicht immer eine dankbare Hand=
lung
iſt!
Bekennknis der ausländiſchen Kirchenführer
für Deukſchland.
(Schluß der Eiſenacher Weltkirchenkonferenz.
Die diesjährige Tagung des Fortſetzungsausſchuſſes der Welt=
konferenz
für praktiſches Chriſtentum, der von jetzt an Oekume=
niſcher
Rat für praktiſches Chriſtentum heißt, fand am Dienstag
nach einwöchiger Dauer ihren Abſchluß.
Zur Frage der Kalenderreform wurde die Bereitwilligkeit
erklärt, an den Vorberatungen für die hierzu erforderliche inter=
nationale
Konferenz teilzunehmen, und zugleich auf die Notwen
digkeit hingewieſen, eine angemeſſene Vertretung ſämtlicher Kir=
chen
und religiöſen Organiſationen zu ſichern. Die Vorarbeiten
für den organiſatoriſchen Ausbau der Stockhol=
mer
Bewegung, in Arbeitsverbindung und =teilung mit den
anderen internationalen kirchlichen Verbänden, ſollen bis zur

nächſten Tagung tatkräftig gefördert werden. U. a. ſoll eine ſtär=
kere
Vertretung der Frauenwelt durchgeführt werden. Der deutſche
wiſſenſchaftliche Mitarbeiter an dem Sozialen Forſchungsinſtitut
der Kirchen in Genf, Dr. rer, pol. Schönfeld, erſtattete einen
beifällig aufgenommenen Bericht über die Grundſätze, von denen
die Forſchungsarbeit des Inſtituts bei dem zunächſt in Angriff
genommenen Pkoblem der Arbeitsloſigkeit geleitet i
Ein Höhepunkt wurde erreicht, als in der letzten Sitzung nach=
einander
die Führer der vier großen Sektionen der Kirchenkonfe=
renz
zu einem Dank an Deutſchland das Wort ergriffen:
für die engliſche Gruppe der Londoner Univerſitätsprofeſſor D.
Garvie, für die amerikaniſche Rev. D. Brown=New York,
für die kontinentale Prof. D. Monod==Paris und Profeſſor
Zilka=Prag und für die orthodoxe Biſchof Irenäus=Novi
Sad. Die Ausführungen der fremden Kirchenführer geſtalteten ſich
zu einem ſehr bemerkenswerten warmen Bekenntnis zu Deutſch=
land

Im Namen des evangeliſchen Deutſchlands gab D. Kapler
der Hoffnung Ausdruck, daß die Eiſenacher Tagung die Kirchen
und Völker einander ein Stück näher gebracht und bleibende Frucht
für den Fortgang des Einigungswerkes getragen habe.
Mit Gebetsworten von Landesbiſchof D. Ihmels=Dresden,
Paſtor Jézéquel=Paris und Prof. D. Garvie=London fand
die denkwürdige ökumeniſche Konferenz, die in der Berührung der
fremden Kirchenführer mit dem deutſchen Volks= und Kirchentum
ihre Hauptkennzeichen hatte, ihren Abſchluß.
Jugend und Alter. Gedichte von Friedrich Tenner. Es war

ſammlung zu deren Veröffentlichung vermochte. Das waren vielmehr
Freunde, die ihre eigene Freude an ſeinen Reimen und Gedanken aus
der kleinen Runde der Bekannten hinausgeben wollten in den weiteren
Kreis ſolcher, die ſich den Sinn noch bewahrt haben für ſolche anſpruchs=
loſen
, tief empfundenen, formgewandt geſtalteten und gedankenreichen
Dichtungen wie dieſe. Was in Jugend und Alter einem gemütstiefen
Menſchen machtvoll in die Seele rauſchte oder ihr leiſe ſang, iſt hier
in einer, wie man früher geſagt hätte, artigen Sammlung vereint,
Gelegenheitsgedichte, Lyriſches, ein bunter Strauß. Gerade in einer
Zeit, wo die Propeller ſurren, die Hupen tönen und tauſendfacher
Beifall einem Ball zujubelt, mag auch einmal wieder in reizvollem
Gegenſatz ein reiches, reifes Innenleben ſich enthüllen, zu perſonnener
Beſchaulichkeit einladen, erzählen von Kämpfen, Sehnſucht, Wirken
und Sich=Beſcheiden, bald ernſt, bald heiter, mit goldnem Humor, in
köſtlicher, nie verletzender Art, auch durch örtliche und mundartliche
Beziehungen den Anteil des Leſers ſteigernd. Leider iſt Wertvolles
ungedruckt geblieben; wir verraten eines davon, weil ſich hier in mei=
ſterhafter
, vielſagender Kürze der Verfaſſer ſelbſt am deutlichſten kenn=
zeichnet
: In der Jugend ein Dichter, als Mann ein Richter, als
Greis ein Verzichter, nun komme, Vernichter!
K. Bader.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Freitag, den 13 September 1929

* Das Volksbegehren gegen den
Houng Mian.
Annahme des Volksbegehrens bedeuket Berſchlechte=
rung
unſerer außenpolikiſchen Lage und wirtſchafts=
polikiſche
Kriſe von unüberſehbarem Ausmaß.
Der von den Deutſchnationalen geführte Reichsausſchuß hat
ſeine Vorbereitungen beendet und iſt mit dem Wortlaut ſeines
Volksbegehrens hervorgetreten. Er hatte nach der Verfaſſung
zwei Möglichkeiten. Er konnte entweder abwarten, bis die
Beratungen im Reichsrat abgeſchloſſen waren und dann den
Verſuch machen, durch einen Einſpruch eines Drittels der Ab=
geordneten
die Verkündigung auszuſetzen, woran ſich dann das
Volksbegehren ſchließen konnte. Entgegen dieſem Einſpruch
hätten natürlich Reichsrat und Reichstag die Dringlichkeit der
Younggeſetze beſchließen können, und dann hätte das Volksbe=
gehren
, nach der Ratifikation, alſo zu ſpät zu laufen begonnen.
Der Ausſchuß hat ſich daher entſchloſſen, den zweiten Weg zu
gehen, den Artikel 73 der Verfaſſung offenhält, und ein Geſetz
auszuarbeiten, das vom Reichsinnenminiſterium zum Volks=
begehren
offengelegt werden muß, und dem Reichstag zu unter=
breiten
iſt, wenn ein Zehntel der Stimmberechtigten ſich dafür
ausſprechen. Ein Zehntel der Stimmberechtigten das ſind knapp
4,1 Millionen Stimmen. Darüber verfügen die Deutſchnatio=
nalen
allein, ebenſo wahrſcheinlich iſt, daß der Reichstag dann
den Geſetzentwurf ablehnen wird, worauf es zum Volksentſcheid
kommt. Hieran muß ſich, um ein poſitides Ergebnis zu erzielen,
die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Wahl beteiligen.
Die Schwierigkeiten, die der Ausſchuß vor ſich ſah, lagen in
erſter Linie darin, daß er den Kampf gegen den Youngplan in
die Form eines Geſetzentwurfes gießen mußte, und zwar zu
einem Zeitpunkt, wo die endgültige Geſtaltung des Young=
planes
noch keineswegs ſicher iſt. Wollte er ſich nicht von vorn=
herein
dem Vorwurf ausſetzen, daß er einen noch gar nicht be=
ſtehenden
Tatbeſtand ablehnt denn die noch ausſtehenden
Verhandlungen gerade über das Saargebiet können doch noch
ſtarke Verſchiebungen in der Beurteilung des Youngplanes brin=
gen
, dann mußte er ſeinen Vorſtoß ſehr viel allgemeiner auf=
jiehen
und die Ablehnung des Youngplanes in weitergehende
Forderungen gewiſſermaßen einkapſeln. Das iſt in dem Geſetz=
entwurf
, der die Ueberſchrift Gegen die Verſklavung des deut=
ſchen
Volkes trägt, in der Form geſchehen, daß die offizielle
Zurückziehung des Schuldanerkenntniſſes aus dem Verſailler
Vertrag zur Grundlgae unſerer ganzen Außenpolitik gemacht
wird. Davon ausgehend ſoll die Regierung darauf hinwirken,
daß das Anerkenntnis förmlich außer Kraft geſetzt werde, ebenſo
wie die Artikel 429 und 430, die den Siegern das Recht geben,
unter Umſtänden von neuem deutſches Gebiet zu beſetzen
Daraus ergibt ſich die Forderung ſofortiger und bedingungs=
loſer
Rückgabe des geſamten beſetzten Gebietes und die Ab=
lehnung
irgendwelcher Laſten und Verpflichtungen, die auf dem
Kriegsſchuldanerkenntnis beruhen. Darunter würden dann auch,
wie in dem Entwurf geſagt wird, die Vorſchläge der Pariſer
Sachverſtändigen, alſo der Youngplan mit den im Haag getrof=
fenen
und noch zu treffenden Vereinbarungen fallen. Die Schluß=
beſtimmungen
wollen alle Miniſter, die dem zuwiderhandeln,
unter den § 92 des Strafgeſetzbuches, alſo unter die Strafe für
Landesverrat ſtellen.
Es iſt nicht zu verkennen, daß die Formulierung agitatoriſch
geſchickt gefaßt iſt, weil jede Einzelforderung in der Theorie die
Zuſtimmung aller Parteien finden kann. Ebenſo deutlich muß

aber doch auch ausgeſprochen werden, daß hier eine Gefühls=
politik
getrieben wird, die an der Realität der Tatſachen vorbei=
geht
. Wie die Machtverteilung in Europa heute iſt, wird kein
Franzoſe auch nur daran denken, auch nur eine einzige der hier
aufgeſtellten Forderungen zu erfüllen. Der Verſuch jeder Reichs=
regierung
, dieſes Programm durchzuſetzen, würde in ſeinen An=
fängen
ſcheitern. Dabei iſt ſelbſtverſtändlich, daß wir zu den
Haager Abmachungen nicht nach freiem Willen, ſondern nach dem
Grundſatz des kleineren Uebels gekommen ſind. Wäre mehr zu
erreichen geweſen, dann hätten ſicher die Pariſer Sachverſtändigen
ebenſo wie die Haager Delegation ihre Unterſchriften nicht unter
die Abmachungen geſetzt. Wenn es aber richtig iſt, daß die An=
träge
des Volksbegehrens undurchführbar ſind was in deut=
ſchen
Kräften ſtand, unſer Schuldanerkenntnis durch einſeitige
Erklärungen aus der Welt zu ſchaffen, iſt geſchehen , dann iſt
es ſicher ebenſo richtig, daß die Annahme des Volksbegehrens
die Vorteile, die im Haag teuer genug erkauft worden ſind, zu=
nichte
machen würde, worunter in erſter Linie zu verſtehen ift,
daß Herr Briand nicht einen einzigen Soldaten aus dem be=
ſetzten
Gebiet zurückzieht. Realpolitiſch bedeutete daher eine An=
nahme
dieſes Volksbegehrens nicht eine Verbeſſerung, ſondern
eine Verſchlechterung unſerer außenpolitiſchen Lage, in erſter
Linie Verlängerung der Beſetzung und dann eine wirtſchafts=
politiſche
Kriſe von unüberſehbarem Ausmaß. Darüber kann
auch die Begründung des Reichsausſchuſſes nicht hinweghelfen,
und damit ſteht für uns die Ablehnung dieſes Volksbegehrens feſt.
Riſſe im Volksbegehren=Ausſchuß.
* Berlin, 12. Sept. (Priv.=Tel.)
Der Reichsausſchuß für das Volksbegehren gegen den Young=
Plan hat ſchon am erſten Tage eine ſchwere Panne. Wie wir er=
fahren
, hat das Präſidium des Reichslandbundes einſtimmig
eine Zuſtimmung zu dem § 4 des Entwurfes verweigert, nach=
dem
vorher ſchon Herr Schiele ſelbſt im Ausſchuß gegen dieſen
Paragraphen geſtimmt hatte. Dieſer § 4 iſt auch nicht ganz klar,
denn er verlangt, daß vom Reichskanzler die Miniſter und Be=
auftragten
des Reiches, die im Gegenſatz zum Volksbegehren noch
internationale Verträge unterzeichnen, unter die Anklage des
Landesverrats geſtellt werden. Das wäre, wenn das Volks=
begehren
angenommen wäre, eine glatte Selbſtverſtändlichkeit. Da
aber der Paragraph niemals rückwirkend in Kraft geſetzt wer=
den
kann, macht er den Eindruck, als ob er dazu dienen ſollte, die
Miniſter, die bis jetzt für den Young=Plan ſich einſetzen, moraliſch
zu defamieren. Die logiſche Folge aber iſt, daß, wenn der Young=
Plan vom Reichstag angenommen wird und der Reichspräſident
ihm verfaſſungsmäßig ſeine Zuſtimmung gibt, dann auch gegen
den Reichspräſidenten der verſteckte Vorwurf des Landesverrates
aus dieſem Volksbegehren herausgeleſen werden könnte. Das
iſt wohl auch der Grund, weshalb der Reichslandbund ſeine Zu=
ſtimmung
verweigert hat. Ob er daraus irgendwelche Folgerun=
gen
zu ziehen beabſichtigt, ſteht noch nicht feſt; zum mindeſten
aber wird ſeine Begeiſterung für das Volksbegehren weſent=
lich
herabgemindert, und damit werden die ohnehin nicht allzu
großen Ausſichten des ganzen Unternehmens nicht günſtiger.
Schließlich muß der Ausſchuß über 20 Millionen Stimmen auf die
Beine bringen, wenn er einen Erfolg erringen will. Wenn man
ſich vergegenwärtigt, daß bei der Wahl des Reichspräſidenten
v. Hindenburg nur 14,6 Millionen Stimmen aufkamen trotz der
ungeheuren Popularität des Feldmarſchalls, dann zeigt dieſer
Hinweis ſchon die gewaltige und eigentlich hoffnungsloſe Auf=
gabe
, vor die ſich der Reichsausſchuß jetzt geſtellt ſieht, zumal, da
diesmal die Volkspartei nicht mitmacht und die Hoffnung auf
die Stimmen der Kommuniſten auf ſehr ſchwachen Füßen ſteht,
Am 24. September ſoll das Volksbegehren dem Reichs=
innenminiſter
eingereicht werden, verſehen mit den fünf Unter=

Nummer 254
30
ſchriften, die zur Unterſtützung notwendig ſind. Es war
Beilage eine ausführliche Begründung vorgeſehen, die info
der offenbar recht mangelhaften Organiſation jetzt auch ſch
veröffentlicht wird. Sie iſt im weſentlichen darauf abgeſteel
Bedenken, die im Reichsinnenminiſterium vielleicht gegen
Verfaſſungsmäßigkeit des Volksbegehrens entſtehen können, /4hei
zerſtreuen. Das iſt eine überflüſſige Sorge. Die Sozialderto epd
kraten haben ja bewußt das ihrige getan, um die Deutſchna u.
nalen in dieſes Volksbegehren hineinzuhetzen. Herr Sevecune
wird alſo ganz ſicher nicht eine Aktion verbieten, von der er ne
19
parteipolitiſch ſehr große Vorteile erhofft. Intereſſant iſt n.
79ſt
daß der Reichsausſchuß auf möglichſte Beſchleunigung des Ey
Ne
fahrens Wert legt und nicht nur das Volksbegehren, ſond
mneleindl
auch den Volksentſcheid durchgeführt ſehen möchte, bevor
Son
Ergebnis der Haager Konferenz der Beſchlußfaſſung des Reich,
Ma
tages unterliegt. Wie allerdings der ganze Apparat ſo ſchnellſ.
Bewegung geſetzt werden ſoll, wenn am 24. September der S./ 20ee
trag erſt eingereicht wird und Ende Oktober der Reichstag / In. 2
die
den Haager Ergebniſſen beſchließen ſoll, iſt nicht ganz klar,
dbd
zwiſchen dem Volksbegehren und dem Volksentſcheid ja auch EM
der Reichstag gefragt werden muß. Die Drohung, daß eine Eſtung
zeitige Verabſchiedung des Young=Planes durch den Reichsy Jagesla
einei wirkſamen Volksentſcheid vereiteln würde, klingt daher
eine halbverſteckte Hoffnung, daß die Reichsregierung durch =F Im Die=
ſolche
Taktik dem Reichsausſchuß die Probe auf das Pohiegenn
n.
begehren erſparen ſoll.
gr muſt
Aufführ
Gentie
Der Endkampf um die Sozialreform.
Die Verhandlungen hinter den Kuliſſen um die Arbeitslo=ſte
verſicherung gehen anſcheinend in raſchem Tempo vorwärts. ¼Yorperis

Donnerstag fand eine mehrſtündige gemeinſame Sitzung A=ueber
Reichskabinetts und des preußiſchen Miniſteriums ſtatt, in mk
eine vollſtändige Einigung erzielt worden ſein ſoll. Ueber yr ?
Inhalt wird vorläufig noch ſtrengſtes Geheimnis bewahrt, an ſ
lich um Störungsverſuche von außen zu verhindern. Für Fm=
tag
ſind weitere Verhandlungen der Reichsregierung mit Auſe.
ſüddeutſchen Staaten vorgeſehen, die man ebenfalls zu gewin Arder
hofft, ſo daß dann dem Sozialpolitiſchen Ausſchuß des Rei/ dermſt
tages, der am Donnerstag die zweite Leſung mit den wen iſeſten.
wichtigen Artikeln begonnen hat, in den nächſten Tagem ein Eilklehrsbut
ſtändiger Entwurf vorgelegt werden könnte, der von der ReEüe 9e
regierung und dem Reichsrat vertreten wird. Hand in Hand Mi
damit Unterhaltungen gegangen zwiſchen Mitgliedern des 20=

trums, der Sozialdemokraten und der Demokraten, die
wohl mit Rückſicht auf die Volkspartei nicht als interfraktiorWfienhehſe
Beſprechungen auſgezogen worden ſind, ſondern wie ſo hüNung der
geſagt wird als Bemühungen einzelner Perſönlichkeiten Aute

ſc

dem Kreiſe der Regierungsparteien, um innerhalb der Koali=
den
Boden für eine Verſtändigung vorzubereiten‟. Das gen
Verfahren deutet darauf hin, daß das Zentrum ſich entſchloſtße.
hat, das Geſchäft unter allen Umſtänden mit den Sozialdemo/ſen
ten zu machen, ohne Rückſicht auf die Volkspartei, in der Sſt
nung, daß eine knappe Mehrheit aus Sozialdemokraten, Sſiuz Ater
trum, Demokraten und Bayeriſcher Volkspartei, vielleicht Ababen,
Unterſtützung der Kommuniſten auch gegen die Stimmen Ar
A
Volkspartei einer Reformvorlage zur Annahme verhelfen kömu

Bezeichnenderweiſe fragte Graf Weſtarp im Ausſchuß, ob Agen. S
richtig ſei, daß in den neuen Kompromißverhandlungen beſch üge
ſen ſei, das geſamte Defizit auf die Reichshaſſe zu übernehn
daß er aber eine Antwort darauf nicht erhalten hat. Eine Löſ
in dieſer Form halten wir aber doch für ausgeſchloſſen, weil
Bi
ein Hohn auf jeden Verſuch einer Finanzreform wäre. Um um
Geſicht zu wahren, bann aber das Zentrum nur einer Reſckein
zuſtimmen, die wenigſtens rechneriſch die Anſtalt auf eigt
Füße ſtellt.

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[ ][  ][ ]

Freitag, den 13. September 1929

Hammer 254

Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, 13. September.
Hefſiſches Landestheater Darmſtadt. Maß für Maß von
e smepeare kommt in der erfolgreichen Bearbeitung und Inſzenierung
mAenato Mordo mit der Muſik von Karl Maria Zwißler heute,
zag, und morgen, Samstag, jeweils um 19,30 Uhr, im Großen
des Landestheaters mit der Premierenbeſetzung zur Aufführung.
oiheutige Vorſtellung findet für die Miete D ſtatt, die morgige Vor=
ſttelng
iſt der Miete E zugeteilt.
Neues vom Tage, die in Anweſenheit des Komponiſten mit
eih Füentionellem Erfolg erſtaufgeführte luſtige Oper von Paul Hindemith,
des) wrir Sonntag, den 15. September, 20 Uhr, im Großen Haus zum erſten
wiederholt. Muſikaliſche Leitung: Dr. Karl Böhm. In den
/Gigptrollen: Roſe Landwehr, Carl Stralendorf, Otto, Stadelmaier,
Loewen und Eugen Vogt. Der Vorverkauf iſt im Gange. Miete B.
Am Sonntag, den 15. September, 19,30 Uhr, findet im Kleinen
die Uraufführung des Schauſpiels Der heſſiſche
M Camdbote von Walter Gruber ſtatt. Inſzenierung: Günter Haenel
mu Wilhelm Reinking. Büchner: Bernhard Minetti. Die Urauf=
fhung
iſt der Zuſatzmiete I zugeteilt. Der Vorverkauf findet an
ſr=Tageskaſſe des Kleinen Hauſes, wochentags von 9,30 bis 13.30 Uhr
im Dienstag, den 17. September, kommt im Großen Haus Der
gende Holländer von Richard Wagner, neu in Szene ge=
iſitz
von Renato Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp),
wiite muſikaliſcher Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm
Aufführung. Die Titelpartie ſingt Hans Komregg. Die Partie
ür Senta wird alternierend von Roſe Landwehr und Elſa Varena
gen. Erik: Hans Grahl, Daland: Theo Herrmann, Steuermann:
rbeit
Stadelmaier, Mary; Martha Liebel. Heute, Freitag, beginnt
Haf. dar Vorverkauf.
Ueber Kart Ettlinger (Karlchen) ſchreibt die Münchener Zeitung:
Zudrang wie zu einem berühmten Tenor. Der beſte Anwalt
dei foinr Werke. Das Hamburger Fremdenblatt ſagt: Das Publikum
kcirmte ſich vor Lachen und klatſchte jauchzend Beifall. Aehnlich
fu äßſit ſich die Schleſiſche Zeitung, Breslau: Ein mehr als ausverkauf=
Saal. Köſtlich die Miſchung von goldnem Humor und feinſter
aeh KFrie: Daß unzählige Zugaben gefordert und liebenswürdig gegeben
es hauen, iſt ſelbſtverſtändlich. Hier ſchließen ſich noch die Beſprechungen
e Darmſtädter Zeitungen an, die ja noch in beſter Erinnerung ſein
inM
ſen. Der Kartenvorverkauft hat ſchon lebhaft eingeſetzt. Beim
WWMAetehrsbüro, Konzert=Arnold, Eliſabethenſtr. 28, und der Geſchäfts=
der
ſtüct des GDA. ſind Karten für dieſen Vortrag zu erhalten. Alles
Ha Mütre ſiehe Anzeige.
7 d Volksbühne. Zu dem Dienstag, den 17. September, 2,15 Uhr,
di hm Saalbau ſtattfindenden Lichtbilder=Vortrag von Chefredakteur Mag
fral ienheyner über Meine Eindrücke als Paſſagier der Weltfahrt des
Orf Zeppelin, erhalten die Mitglieder der Volksbühne gegen Vor=
eünzeang
der Mitgliedskarte oder, ſoweit ſie noch nicht im Beſitze der
hye ſind, gegen Vorzeigung der Quittung über den gezahlten erſten
Weitag, Eintrittskarten zum Preiſe von Mk. 1. ſtatt Mk. 1,50, und
20 Ayt 1,75 ſtatt Mk. 2,20 in der Bücherſtube Alfred Bodenheimer, Rhein=
entſtſthafe
. Zu dem, Montag, den 23. September, im Kleinen Haus ſtatt=
jaldefügdnden
Arienabend von Franz Tibaldi, lyriſcher Bariton am Heſſi=
ndaſotet
Landestheater, ſind ebenfalls Eintrittskarten zu Mk. 0,60 (nur
gten 4ut Plätze) in der Geſchäftsſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtraße 34
eſleit (as Alter), und im Gewerkſchaftskartell, Bismarckſtraße 19, 2. Stock,
Pjaben. Die Leitung der Zahlſtelle in Griesheim hat Frau Dr.
e Sibronn=Griesheim. Neue Darmſtädter Straße, übernommen.
lfen
Orpheum. Die Braſilianiſche Revue gibt heute, Freitag,
nwven, Samstag, ſowie Sonntag ihre letzten 3 Vorſtellungen. Die groß=
en

hen, vielſeitigen Darbietungen dieſes ſelten intereſſanten Gaſtſpiels
ein ſin) geeignet, jedermanns Geſchmack gerecht zu werden. Darum ſeien
ine de ſetzten 3 Aufführungen beſonders empfohlen. (Siehe Anzeige.)
Bücherſtube Alfreb Bodenheimer. Wir weiſen auf die Ankün=
ſg
des Lichtbildervortrages von Chefredakteur Max Geiſenheyner:
ſſine Eindrücke als Paſſagier der Weltfahrt des ,Graf Zeppelin
Dieſer Vortrag findet im Rahmen der Veranſtaltungen der
auf
Lierſtube Alfred Bodenheimer am Dienstag, den 17. September,
geids 8,15 Uhr im Saalbau ſtatt. Numerierte Karten zu Mk. 3.,
1,50 im Vorverkauf bei der Bücherſtube Bodenheimer, Rhein=
24, und an der Abendkaſſe. Mitglieder der Volkshochſchule,
sbühne, des Bühnenvolksbundes, der Gewerkſchaften und die Schü=
ſeſämtlicher
Darmſtädter Schulen erhalten im Vorverkauf gegen
4üveis numerierte Karten zu dem ermäßigten Preis von Mk. 1,75
u)Mk. 1.. Da dieſe Veranſtaltung bei dem großen Intereſſe an
Weltfahrt des Zeppelins ſehr ſtark beſucht wird, empfiehlt es ſich,
ſudr Tarten rechtzeitig zu löſen.
Odenwalöklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Abwechſlung brachte die
henfahrt am letzten Sonntag in das Wanderprogramm dieſes Jahres.
Ehrreich liefen die Anmeldungen zur Dampferfahrt ein, ſo daß die
fy pät Meldenden, die jedenfalls erſt das Wetter am Freitag abwar=
eie
, leider zurückgelaſſen werden mußten. Mit Sonderwagen per
i ging es nach Mainz und zurück. In Mainz wartete der feſtlich
5ſcnückte Dampfer Roland zur Sonderfahrt. Flott dampfte das
ſolde Schiff, beladen mit frohgemuten Menſchen, rheinabwärts bis zum
Mueifelſen. Der Vormittag war dem ſtillen Genießen der altbekannten
waſdoch immer wieder neuen Schönheiten des Rheins, ſeiner Burgen,
Were und Städte gewidmet. In St. Goarshauſen legte der Dampfer
m. Von hier aus wanderten die Teilnehmer durch das reizende Schwei=
zwtl
auf den Loreleifelſen, der einen ſchönen Ausblick auf die Berg=
ihi
und das Rheintal bot. Machtvoll war die Wirkung, war es für
dee neiſten Teilnehmer doch das erſtemal, daß ſie von dieſer Höhe einen
Wit auf den deutſchen Strom und ſeine Umgebung taten. Etwas be=
räſl
ſiſnrlicher als der Aufſtieg war der Abſtieg über die Felſentreppen,
gsie dies wurde kaum bemerkt durch das fortwährende Schauen und
Wehundern. Wieder ging es auf das wartende Schiff, um nach Mainz
zunkzufahren. In drei Abteilungen wurde dann zu Mittag gegeſſen,
Ie undes war erſtaunlich, wie reibungslos die Schiffswirtſchaft die Ver=
lung
bewältigte. Ganz vorzüglich war die ganze Bewirtung, die
2z beitrug, daß mehr und mehr ſich ſteigender Frohſinn den Nach=
wiing
beherrſchte. So vergingen die Stunden im Fluge, und es wurde
wnallen bedauert, als die Fahrt zu Ende war und das gaſtliche Schiff
wrſiſſen werden mußte. Vorbereiter und Führer waren die privilegier=
mRheinfahrtführer
Dang und Seibel, denen Herr Profeſſor Dr.
öſr den reichverdienten Dank ausſprach. Schiffsmuſik und Vorträge
DrGeſangsabteilung verſchönten die Fahrt, die einen nachhaltigen Ein=
und den Wunſch hinterließ, im kommenden Jahr auf dem dann
hein deutſchen Rhein eine gleiche zu unternehmen.
Beſichtigungsfahrt des Ortsgewerbevereins und der Handwerker=
ennigung
ins Siegerland und zum Ruhrgebiet vom 18. bis 20. Sep=
wer
1929. Wer ſich noch an unſerer Beſichtigungsfahrt beteiligen
möge ſich möglichſt ſofort in unſere Teilnehmerliſte eintragen,
ein der Geſchäftsſtelle: Wilhelminenſtr. 21, I., Fernruf: 4338, von
Uhr vormittags, und 26 Uhr nachmittags offen liegt. Anzah=
u
auf den geſamten Fahrpreis: 18. RMM. Der genaue Reiſe=
iſt
bereits in dieſem Blatte veröffentlicht worden und kann auch
1iſzeit in unſerer Geſchäftsſtelle eingeſehen werden.

Mir stehen nichk still!
Neue Arbeitsmethoden, technische Vevvolkomm-
nungen
und eine besondere Piaferialgualifät
Fliessen zusammen, um fäglich von neuem für
unser Erzeugnis die Bezeichnung:
Der deufsche Qualitäfs-Reifen?
zu rechtferfigen
V
5) PETERS UMION ERANkFURTAMAIN

* Zur Frage der Reviſion des Reichsgeſehes über
private Verſicherungsunkernehmungen.
p. Der Zuſammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs=
Aktiengeſellſchaft, der auch im Auslande ſtarke Erregung hervorgerufen
hat, hat der großen Preſſe bereits Veranlaſſung gegeben, den Gründen
dieſes beklagenswerten Ereigniſſes nachzugehen: man will ſie zu einem
großen Teil in der Reformbedürftigkeit des Geſetzes ſowohl wie des
Reichsaufſichtsamtes ſehen.
Maßgebend iſt das Reichsgeſetz über private Verſicherungsunter=
nehmungen
vom 12. Mai 1901. Dasſelbe hat als Aufſichtsbehörde
das
Reichsaufſichtsamt für Privatverſicherung ein=
geſetzt

Nach § 64 hat dieſe Aufſichtsbehörde den ganzen Geſchäftsbetrieb
der Geſellſchaften (auch die Verſicherungsvereine auf Gegenſeitigkeit
fallen darunter) zu überwachen. Sie iſt befugt, Mißſtände zu beſeiti=
gen
, durch die die Intereſſen der Verſicherten gefährdet werden oder
der Geſchäftsbetrieb mit den guten Sitten in Widerſpruch gerät.
Die Befugniſſe, die das Geſetz dem Amte gewährt, ſind alſo ſeh=
umfaſſender
Natur, ja, das Amt kann der Verſicherungsgeſellſchaft den
beſchäftsbetrieb unterſagen.
Aus dem Recht der Ueberwachung ergibt ſich die Verpflichtung der
Geſellſchaften, dem Aufſichtsamte die Verſicherungsbedingungen zur Ge=
nehmigung
vorzulegen.
Wir hatten nun unlängſt Gelegenheit, in einem Spezialfall uns
mit dieſen Verſicherungsbedingungen eines Verſicherungsvereins auf
Gegenſeitigkeit zu befaſſen, der namentlich in den Kreiſen der Beamten
und der freien Berufe für ſich wirbt.
Die allgemeinen Verſicherungsbedingungen, die am 1. Juli 192
in Kraft getreten ſind, ſind zuletzt durch Verfügung des Reichsaufſichts
amts für Pridatverſicherung vom 12. Mai 1927 genehmigt worden.
Aufgefallen iſt uns dabei, daß die feſtgeſetzten langen Warte=
zeiten
vom Aufſichtsamte gutgeheißen wurden.
Im § 6, der von den Wartezeiten handelt, heißt es: Anſprüche an
den Verein können erſt nach Ablauf einer vom Tage des Verſicherungs=
beginns
berechneten Wartezeit geſtellt werden. Die Wartezeit be=
trägt
für:
a) ärztliche Beratung, 50 Prozent von einem Drittel des Sterbe=
geldes
, Arzneikoſten, Krankenhausbehandlung, Bädern, Badezuſätze und
Handmaſſagen ſowie Fehlgeburten 3 Monate;
) Operationen,
Zahnbehandlung nach Abteilung B und D pp., e) Wochenhilfe und mit
der Schwangerſchaft und Geburt unmittelbar zuſammenhängende Krank=
heiten
9 Monate; d) ein Drittel Sterbegeld, Heilſtättenbehandlung
nach Abt. D, Geſchlechtskrankheiten und deren Folgeerſcheinungen 12
Monate; e) zwei Drittel Sterbegeld 2 Jahre, volles Sterbegeld
3 Jahre.
3. Bei Uebertritt in eine höhere Klaſſe vder Umwandlung einer
Familienverſicherung in eine Hauptverſicherung werden die höheren
Leiſtungen der Tarife nur nach Ablauf eimer weiteren
Wartezeit gemäß den Verſicherungsbedingungen gewährt.
7. 1. Krankheiten, Leiden und körperliche Fehler, die zur Zeit
der Aufnahme ſchon entſtanden ſind oder mit früheren Krankheiten,
Leiden oder körperlichen Fehlern in urſächlichem Zuſammenhange
ſtehen, oder die vor Ablauf der Wartezeit eintreten, begründen keiner=
ei
Anſprüche auf Verſicherungsleiſtungen, auch damm nicht, wenn ſie
nach Ablauf der Wartezeit noch nicht behoben ſind.
2. Den Nachweis, daß Kraukheiten, Leiden oder Gebrechen,
für welche Entſchädigung gefordert wird, vor Ablauf der Warte=
zeit
noch nicht entſtanden waren, auch mit früheren Krank=
heiten
, Leiden oder Gebrechen nicht in urſächlichem Zuſammenhange
ſtehen, hat das Mitglied zuerbringen, wenn der Ver=
ſicherungsfall
innerhalb 6 Monaten nach Beginn
der Verſicherung eintritt, ſonſt der Vereim.
4. Für Geſchlechtskrankheiten und deren Folgeerſcheinungen ( Para=
lyfe
), Rückenmarkerkrankungen, Tabes uſw.) werden die geſamten Lei=
ſtungen
des Vereins, ausſchließlich Sterbegeld, beſchränkt auf den
40fachen Betrag einer Beſuchsgebühr. (Deutſche Gebührenordnung der
Aerzte vom 1. Januar 1925.)
Nach dieſen Ausführungen erſcheint es unverſtändlich, daß dieſe
Bedingungen die Genehmigung des Amtes gefunden haben.

Vogelsberger Höhen=Club, Zweigverein Darmſtadt. Abſeits viel=
begangener
Wege ging die Wanderung des Zweigvereins am Sonntag.
Selten klar war die Fernſicht, die zu wiederholten Malen ſich bot.
Zeigten dieſe Fernblicke ſchon außerordentliche Schönheiten, ſo bot die
Wanderung ſelbſt durch den herrlichen Wald, über die luftigen Höhen
und durch die lieblichen Täler ſo viel ſchönes, daß es ein reiner, unge=
trübter
Genuß war, mitzuwandern. Schließlich gehört auch der Teil
des Odenwaldes, der durchwandert wurde, mit zu den ſchönſten, was
unſer Heimatgebirge bietet. So wurde von Lengfeld aus über Hering
nach Hummetroth, und von da nach kurzer Raſt über die Böllſteiner=
Höhe nach Kirch=Brombach, Zell gewandert. Gegen mittag meinte es
Frau Sonne ein klein wenig zu gut, doch war es auf den Höhen durch
den herrſchenden Oſtwind immer noch erträglich. Hier und da wurde
eine kleine Waldraſt eingelegt, die manchen zu einem kleinen Nickerchen
veranlaßte. Eine ſchöne Wanderung liegt hinter den Teilnehmern
Die Führer, die Herren Naether und Wolff, hatten alles gut vorberei=
tet
und zur Zufriedenheit der Teilnehmer durchgeführt. Der wohl=
verdiente
Dank wurde ihnen durch V. H. C. Bruder Gebhardt mit
einem dreifachen Friſchauf ausgebracht. Auf das am Samstag, den
5. Oktober im Konkordiaſaal ſtattfindende Herbſtfeſt mit Tanz wird
nochmals aufmerkſam gemacht.
Autoliſten. Soeben iſt Autoliſte Nr. 22 erſchienen. Dieſe ver=
zeichnet
alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von Kraftfahr=
zeugen
jeder Art in den 18 Kreiſen des Volksſtaates
Heſſen (Kennzeichen VS, VR, VO) für die Zeit vom 16. bis
3 1. Auguſt 1929. Die Autoliſten enthalten die Angaben in der=
ſelben
Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraftfahrzeugbeſitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm (evtl. PS),
Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen ſind durch kenntlich gemacht.
Die Meldungen ſind geordnet nach den 3 Provinzen (VS, VR, VO.
und Kreiſen und innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern.
Abgemeldete Wagen werden beſonders geführt. Die Autoliſten ſind
eine wichtige Ergänzung des Autoadreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929, und un=
entbehrlich
, weil ſie laufend neueſtes Adreſſenmate=
rial
liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich zwe
Liſten. Die am 10. eines Monats ausgegebene Liſte enthält die Mel=
dungen
vom 16. bis 30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und die
am 25. eines Monats ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15
des gleichen Monats. Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige!
Anfragen richte man an den zuſtändigen Verlag, L. C. Wittich in
Darmſtadt.
Der Gewinner des Sängerbundautos hat ſich gemeldet. Es iſt
der 20jährige aktive Sänger Benno Morhard vom Geſangverein
Germania Glattbach (Ufr.), der die Gewinnliſte erſtmals jetzt in
der Heſſiſchen Sängerwarte veröffentlicht fand und am Donnerstag mi
ſeinem Originallos in Darmſtadt eintraf, um das Auto in Empfang
zu nehmen. Demzufolge hatten ſich alle diejenigen, die das Auto ſchon
abholen wollten und beſtimmt geglaubt hatten, die Nummer beſeſſen
zu haben, geirrt.

Seite 3

Sonderfahrk nach München.
Die Reichsbahndirektion Mainz wird gemeinſam mit der Reichsbahn=
direktion
Frankfurt (Main) in der Zeit von Freitag, den 27. Septem=
ber
, bis einſchließlich Montag, den 20. September d. J., den letzten für
dieſes Jahr vorgeſehenen Ausflugsſonderzug fahren. Das Ziel iſt
diesmal das ſchöne Bayernland, und zwar München, das Herz des
deutſchen Südens. München, die Stads des Oktoberfeſtes, wo am 28.
und 29. September auf der Thereſienwieſe die Wogen der Feſtesfreude
am höchſten gehen, wo ſich der echte Volkshumor ſo friſch und kraftvöll
auswirkt, wo aber auf der anderen Seite Kunft und Wiſſenſchaft im
höchſten Anſehen ſtehen. Das Bayeriſche Nationalmuſenm gibt ein
großangelegtes Bild ſüddeutſchen Kunſrſchaffens von mehr als tauſend
Jahren. Das große Reſidenzmuſeum umfaßt die reichſten Porzellan=
chätze
aller Erdteile und die wertvollſten Zeugen des Rokoko und der
Renaiſſance. Gern wird ſicher auch mancher die Näume des neu erbauten
Deutſchen Muſeums beſuchen oder die der Alten und Neuen Pinakothek
mit ihren Meiſterwerken der Malerei. Wer ſich nicht gern in geſchloſſe=
nen
Räumen aufhält, dem gewähren die weiten Straßen Münchens
oder ein Spaziergang entlang den blauen Alpenwaſſern der rauſchen=
den
Jſar Ausſpannung und Erholung. Von München aus können ſo=
wohl
mit der Reichsbahn als auch in großen Geſellſchaftsautos Aus=
flüge
in die nähere und weitere Umgebung unternommen werden.
Münchens Umgebung iſt einzigartig. Wer hätte nicht einmal das Ver=
langen
, den Starnberger See, die Nymphenburg, das Jſartal, den
Thiemſee (das Bayeriſche Meer), die verſchiedenen Königsſchlöſſer zu
ſehen, oder den Wendelſtein, Kreuzeck oder die Zugſpitze mit der Zug=
ſpitzbahn
zu beſichtigen und hier die Majeſtät des Hochgebirges kennen
zu lernen? Die Rückfahrt von München erfolgt am 30. Seprember über
Stuttgart, wo zur Beſichtigung dieſer ſchön gelegenen Großſtadt ein
5ſtündiger Aufenthalt vorgeſehen iſt.
Während der Fahrt werden ausführliche Reiſepläne, Führer mit
Stadtplänen uſw. ausgegeben. Heute ſchon darf geſagt werden, daß
jeder Teilnehmer ſchöne und genußreiche Tage erleben wird. Zu die=
ſer
Abſchlußfahrt mögen ſich nochmals die ganze Sonderzugegmeinde und
neue Freunde einfinden.
Näheres über die Fahrt (Fahrzeiten, Fahrpreiſe uſw.) wird in
den nächſten Tagen durch die Preſſe bekanntgegeben.

Ev. Männervereinigung der Petrusgemeinde. Nach der üblichen
Hochſommerpauſe hielt die Männervereinigung der Petrusgemeinde ihre
Monatsverſammlung ab. Nach allerlei geſchäftlichen Mitteilungen refe=
rierte
der Vorſitzende über die Ergebniſſe der Hauptverſammlung des
Ortsverbandes Darmſtädter M.V. ſowie über die ſehr anregend ver=
laufene
Tagung des Landesverbandes Heſſiſcher M.V. zu Bingen am
11. Auguſt. Auch die Tagung des Evang. Gemeindekirchentages, der
am 3. Juni in Darmſtadt und Mainz zugleich tagte, wurde einer ein=
gehenden
Beſprechung unterzogen und ſein Arbeitsgebiet und Arbeits=
ziel
erläutert. Endlich befaßte ſich der Vortragende noch mit der Be=
richterſtattung
über die Hauptverſammlung des Evang. Zweckverbandes,
der am 26. Auguſt in Frankfurt tagte und dem etwa 45 kirchlich=religiöſe
und kirchlich=ſoziale Organiſationen angeſchloſſen ſind. Hierbei dürft
insbeſondere von allgemeinem Intereſſe ſein, daß er in zwei Referaten=
Stellung nahm zu den bevorſtehenden kommunalen Wahlen und ſtärkere
Betonung der chriſtlich=evangeliſchen Belange ſeitens der Abgeordneten
wünſchte. Beſonders geeignet dürfte für dieſe wichtige Forderung die
bereits beſtehende Vereinigung des chriſtlichen Volksdienſtes ſein, die
einen Zuſammenſchluß aller Evangeliſchen zur Arbeitsgemeinſchaft er=
ſtrebt
und zu dieſem Zwecke mit beſonderen Wahlliſten hervorzutreten
beabſichtigt, damit auf religiös=ſittlichem und ethiſchem Gebiete alle ein=
ſchlägigen
Fragen in den Händen bewährter Perſönlichkeiten liegen, die
gewillt ſind, mannhaft und energiſch dafür einzutreten. Erläuternde
Aufklärungen hierzu, insbeſondere auch über die Darmſtädter Verhält=
niſſe
, gab in längeren Ausführungen Herr Pfarrer Heß in ſeiner
Eigenſchaft als Stadtverordneter. Sodann berichtete Herr Pfarrer
Weiß über den Verlauf der Tagung des Guſtav=Adolf=Vereins am
7.9. Juli in Worms und hob deſſen ſegensreiche Tätigkeit an den
Diaſporagemeinden des In= und Auslandes hervor. Endlich erſtattete
noch in temperamentvoller Schilderung Herr Inſpektor Roth einen
kurzen Bericht über ſeine Eindrücke von der 42. Jahresverſammlung
des Evang. Bundes zu Beerfelden am 10. und 11. Auguſt. Der Vor=
ſitzende
ſchloß mit Dankesworten an Vortragende und Verſammlung
und einem gemeinſamen Schlußgeſang die ſehr anregend verlaufene Ver=
ammlung
. Wir dürfen wohl daran anſchließend die beſcheidene Bitte
ausſprechen, unſere evangeliſche Männerwelt möge ſich endlich mehr auf
die ihr geſtellten Aufgaben in unſerem religiös=kirchlichen Leben be=
ſinnen
und nicht bloß zahlenmäßig auf der Vereinsliſte ſtehen, ſondern
was noch viel wichtiger, angeſichts des Schwindens ſo vieler geiſtiger
und ſittlicher Werte in unſerem Volksleben Mann ſtehen und Bekenner=
mut
zeigen. Man denke nur an die Entheiligung des Sonntags auf
alle mögliche Weiſe, an die Schund= und Schmutzliteratur, mit der
unſere Jugend gefüttert wird, an die Lockerung der Familienbande, und
man wird den Ruf nach Sammlung und Mitarbeit verſtehen! Schließ=
lich
ſeien unſere Mitglieder und ihre Familien noch aufmerkſam gemacht
und eingeladen zu dem Ausflug, den der Kirchengeſangverein am Sonn=
tag
, den 15. September, nach Oppenheim, der Perle am Rhein unter=
nimmt
. Hundertjährige Geſchichte zieht hier an unſerem Geiſte vor=
über
, wenn wir nur die Namen Katharinenkirche, Landskrone, Luther=
haus
nennen, zumal auch noch Vater Rhein per Schiff die Teil=
nehmer
von Erfelden aus hinüberbringen wird. Die Abfahrt erfolgt
vom Hauptbahnhof um 8.28 Uhr mit Sonntagskarte nach Goddelau.
Fr. Fr.
Wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung.
Eine Alters= und Invalidenrente für die Gaſthausangeſtellten.
Der dem Geſamtverband der chriſtlichen Gewerkſchaften angeſchloſſene
Bund der Hotel=, Reſtaurant= und Café=Angeſtellten U.G. hatte auf
ſeinem Bundestage, der 1928 in Düſſeldorf ſtattfand, die Einführung
einer Alters= und Invalidenrente beſchloſſen. Zur Durchführung dieſes
Beſchluſſes wird ein beſonderer Beitrag erhoben. Der Beſtand der Al=
tersrentenkaſſe
des Bundes iſt von 582 397 Mark Ende 1928 auf 689 89
Mark am 1. Juli 1929 angewachſen. Die leitenden Inſtanzen des Bun=
des
beſchloſſen, daß die Alters= und Invalidenrente monatlich im vor=
aus
, erſtmalig im Oktober 1929, zur Auszahlung gelangt. Mehr als
600 Mitglieder des Bundes kommen für den Bezug in Frage, von denen
eine ganze Anzahl eine Rentenbeihilfe bis zu 440 Mark jährlich erhält.
Dieſe durch die Opferwilligkeit der Mitglieder des Bundes geſchaffene
Altersfürſorge, deren weiterer Ausbau bereits vorgeſehen wurde, iſt
in beredter Ausdruck für den in dieſer Berufsorganiſation herrſchenden
Geiſt echter Kollegialität.
Dahlienſchan bei Hermann Schulz. Wie alljährlich beim Aus=
gang
des Sommers, ſo hat auch jetzt wieder die rührige Gartenfirma
H. Schulz in der Erbacherſtraße eine mehrtägige Dahlienſchau veran=
ſtaltet
, die trotz der Ungunſt der Witterung einen ſehr reichen Blüten=
flor
aufweiſt. Einen beſonderen Glanzpunkt bildet die Schnittblumen=
ſchau
und ein nettes Sondergärtchen, das aus Anlaß des 25jährigen
Geſchäftsjubiläums recht lieblich angelegt iſt. Was einen beſonderen
Anreiz zum Beſuch der Ausſtellung bieten dürfte, iſt die Tatſache, daß
dieſes Jahr neben bewährten älteren Dahlienſorten eine ſtattliche Reihe
von Neuheiten vertreten iſt, wie z. B. Annie, Märchenſchön, Zillia,
Deutſches Eck, Baron v. Solemacher, Fernando Einſtmann, Goldrauſch,
Perlmutter, Donauwellen, Schmetterlingstraum. Dr. Seckerach, Ave
Maria, Ida Mansfeldt und dgl. Auch Cannas u. a. Herbſtblumen
ſtehen zurzeit in ſchönſter Blüte, kurz, der Beſuch der Blumenſchau
ſei jedem Blumenfreund aufs wärmſte empfohlen.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Freitag, den 13. September 1929

Nummerz254

Eine Schülerwanderung im Elſaß.

Von Eugen Boll und Werner Karcher.

Durch die Pfalz marſchieren wir ins Elſaß. Die leuchtenden Auen
und wogenden Felder, die ſtillen Weinberge, die alten Flecken und
Städtchen und die Biederkeit der Bewohner laſſen uns das Land mit
ſeinem Völkchen bald lieb gewinnen. Wir ſind zwar nicht gerade
romantiſch veranlagt, aber von der geradezu paradieſiſchen Eigenart
des Landes waren wir doch betroffen. Ludwig XIV., der doch gewiß
kein Nomantiker war, ſoll bei ſeinem erſten Ritt durch die Zaberner
Senke ausgerufen haben: Quel heau jardin! Gerade an dieſer Stelle,
wo die Zorn mit dem ſtill neben ihr dahinziehenden RheinMarne=
Kanal aus dem Gebirge tritt, hatten wir unſer Zelt aufgeſchlagen Der
Platz war von zwei Armen der Zorn umfloſſen, von mächtigen Ulmen
und Erlen umſäumt. Von dieſer Inſel kann man ſo recht den Ven=
kehr
durch das Einfallstor ins Elſaß beobachten. Denm unmittelbar
jenſeits der Zorn führt die Landſtraße, auf ihrer Südſeite vom Damm
des Kauals begrenzt, vorbei. Auf der anderen Seite, wenige Meter
weg, erhebt ſich der Eiſenbahndamm. Auf ihm jagen ſich Schnellzug,
Perſonenzug und Güterzug in buntem Wechſel. Auf der Straße rat=
tern
die Motoren, auf dem Damm ſchreiten die Treidelgeſpanne der
Schleppkähne.
Im Elſaß ſind wir meiſtens ſehr gut behandelt worden, Vor allem
die Landbebolkerung nahm uns auffallend freundlich auf, nicht etwa
aus Verechnung, ſondern aus echter Deutſchfreundlichkeit. Das elſäſſiſche
Land iſt deutſch, aber die größeren Städte, wie Kolmar und Straß=
burg
, ſcheinen es nicht mehr zu ſein. Beſonders die geſchminkten und
angemalten Elſäſſerinnen ſid unſerer Jugend auf die Nerven gefallen.
Welſche Gehäſſigkeit und Lüge haben wir auch kennen gelernt. Wir
kamen auch noch Kolmar und verſäunnten nicht, uns das berühmte
Unterlindenmuſeum anzuſehen. Es beſitzt viele ſchöne Raritäten und
Zeugnis von deutſcher Vergangenheit ab. Necen den Meſter=
werken
Schongauers und Grünewalds (Iſenheimer Altar) bietet das
Muſeum noch etiuas weniger Schönes. Im Treppenhaus werden Er=
innerungsſtücke
aus jüngſter Vergangenheit gezeigt. Man hat hier
Zeitſchriften, Bilder und Plakate aus der Weltkriegszeit aufgehängt.
Aber ausgerechnet ſolche, die Deutſchland ins ſchlechte Licht ſetzen follen.
Daß man gerade 2025 rote Todesurteile von Hochverrätern, hier
öffentlich nebeneinanderhängt mit deu nötigen Erläuterungen, die die
Deutſchen als Barbaren ſtempeln ſollen, oder einen bayeriſchen Knicker
mit der Aufſchrift: Drauf, Ruppprecht, fördern den Völkerfrieden
wahrlich uicht. Ich glaube, unſere braven Bayern können ſich an
Nenſchlichkeit wahrhaftig mit den farbigen Kulturträgern Frankreichs
meſſen.

50 Prozent weniger Arbeit im Haushalt! Mit Intereſſe werden
die Hausfrauen dieſe Notiz aufnehmen, denn gerade in der jetzigen
heißen Zeit wird die Möglichkeit einer Arbeitserleichterung beſonders
freudig begrüßt werden. Von wem iſt nun dieſe Hilfeleiſtung zu er=
warten
? In Induſtrie=, Handwerks= und Landwirtſchaftskreiſen iſt die
Hilfe Das Mädchen für alles ſchon eine Selbſtverſtändlichkeit gewor=
den
, und die Arbeitserleichterung, die die Elektrizität für alle Betriebe
bietet, wird allgemein anerkannt. Daß die Elektrizität im Haushalt zu
Beleuchtungszwecken ſchon faſt allgemein angewendet wird, iſt bekannt,
daß die Elektrizität jedoch auch im Stande iſt, die ganze Haushaltarbeit
weſentlich zu erleichtern, ſo daß zirka 50 Prozent der aufgewandten Zeit
und Mühe eingeſpart werden können, wird Frl. Hellwig in dem heute
abend 8 Uhr im Heaghaus, Luiſenſtraße 16, ſtattfindenden Vortrag
zeigen. Neben der Verwendung elektriſcher Geräte zu Reinigungsarbei=
ten
kann ebenfalls viel Zeit gewonnen werden durch die Verwendung
des elektriſchen Heißwaſſerſpeichers und der elektriſchen Koch=, Brat=
und Backgeräte. Beim Heißwaſſerſpeicher genügt eine Hahndrehung, um
ſofort heißes Waſſer zur Verfügung zu haben. Bei den elektriſchen
Koch=, Brat= und Backapparaten liegt die Zeitdauer des Kochprozeſſes
feſt und die Hausfrau verliert keine Zeit durch müßiges Warten am
Herd, ſondern ſie gewinnt vielmehr Zeit, ſo daß ſie zwiſchendurch die
übliche Hausarbeit erledigen kann. Man ſieht, daß bei zweckmäßiger
Verwendung der Elektrizität die Möglichkeit beſteht, im Haushalt ohne
größere Mehrausgaben noch viel Zeit zu erſparen, ſo daß jeder Haus=
frau
der Beſuch des Vortrages ſehr zu empfehlen iſt.
Bp. Auf 58 Einwohner in Heſſen kommt ein Kraftfahrzeug. Die
Zahl der Kraftfahrzeuge in Heſſen iſt rapid im Wachſen begriffen. Nach
den Mitteilungen des Landesſtatiſtiſchen Amtes gab es am 1. Juli
1929 in Heſſen: 10 887 Krafträder (einſchließlich 3718 Kleinkrafträder)
8739 Perſonenkraftwagen und 2977 Laſtkraftwagen. Demzufolge entfällt
etzt auf jeden 58. Einwohner in Heſſen ein Kraftfahrzeug. Im Jahre
19
998 kam noch auf jeden 72. und 1927 auf jeden 95. Einwohner Heſſens
ein Kraftfahrzeug. Die meiſten Kraftfahrzeuge gibt es auf die Ein=
wohner
umgerechnet, im Kreiſe Groß=Gerau. Dort kommt auf jeden
40. Einwohner ein Kraftfahrzeug. Dies dürfte in erſter Linie darauf
zurückzuführen ſein, daß ſehr viele Angeſtellte und Arbeiter mit einem
Kreftfahrzeug (meiſt Opel) zur Arbeitsſtätte fahren. Es entfallen
1 Kraftfahrzeug auf Einwohner Mainz Stadt 43, Kreis Mainz und
Alzehz je 48, Kreis Darmſtadt und Worms je 51. Gießen 54, Friedberg
57, Bingen 60, Offenbach 61, Heppenheim 69, Erbach 71. Dieburg 72,
Oppenheim 75, Lauterbach 76, Büdingen 79, Schotten 81. Dieburg 88.
Alsbach 89. In Rheinheſſen kommt auf jeden 53., in Starkenburg auf
jeden 59. und in Oberheſſen auf jeden 64. Einwohner ein Kraftfahr=
zeug
. Die meiſter Krafträder gibt es im Kreiſe Offenbach mit 1615,
dann folgt Groß=Gerau mit 1120, Darmſtadt mit 1048, an letzter Stelle
ſteht Kreis Schotten mit 223. An Perſonenkraftwagen beſteht zwiſchen
Mainz und Darmſtadt nur ein geringer Unterſchied. In Mainz Kreis
gibt es 1369 in Darmſtadt 1389, dann folgt Gießen mit 787 und Worms
mit 765, während Kreis Schotten nur 95 aufweiſt. Mit Laſtkraftwagen
überragt Mainz mit 727 (Stadt Mainz allein 609), dann folgen Darm=
ſtadt
375, Friedberg 293, Offenbach 983, Worms 242. Der Kreis Schotten
weiſt nur 10 Laſtkraftwagen auf. Der ſtarke Beſtand an Laſtkraftwagen
in der Stadt Mainz bringt Rheinheſſen an erſte Stelle mit 1274, dann
folgt Starkenburg mit 1141 und ſchließlich Oberheſſen mit 562.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird die Moller=
ſtraße
, zwiſchen Rhönring und verlängerte Schlachthofſtraße, vom
11. d. M. bis auf weiteres für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 13. Sept.: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 14. Sept.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 7 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen:
Morgens 7 Uhr. Abends 6 Uhr 00 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 14. Sept.: Vorabend 6 Uhr 10 Min. Morgens
8 Uhr. Nachm. 5 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 30 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr. Abends 6 Uhr 00 Min.

Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Am Sonntag, den 15. Septem=
ber
, unternimmt der Verein einen Nachmittags=Spaziergang nach Traiſa.
Der Abmarſch iſt auf 2 Uhr vom Turnhaus (Dieburger Straße) feſt=
gelegt
worden. Einkehr halten wir bei Mitglied Scheerer, Gaſthaus
zur Krone, und findet hier Tanz ſtatt. Ferner wird die Turmerſing=
mannſchaft
den Nachmittag verſchönern. Wir bitten alle Mitglieder,
den Verein bei dieſer Veranſtaltung, die als Nachfeier unſerer Sport=
platzweihe
gedacht iſt, zu unterſtützen.

Lokale Veranſtallungen.

Hefſiſcher Hof. Heute, Freitag, findet ein volkstümliches
Konzert der ehemaligen Militärmuſiker ſtatt. Im Programm iſt
jedem Geſchmack Gelegenheit getragen und es bringt Werke von Wagner,
Bizet, Lortzing, Millöcker, von Suppé uſw. Der Soliſt des Abends,
Herr Peter Schäfer, bläſt die bekannte Arie Die Liebe zum Volke,
eines der ſchönſten Stückchen in der Trompeten=Literatur. Für jeden
Beſucher ſteht wieder ein genuß= und abwechſlungsreicher Abend bevor.
Für die modern Eingeſtellten ſeien genannt: In einer kleinen Kon=
ditorei
und Wenn du einmal dein Herz verſchenkſt. Perſönliche
Leitung Matthias Weber.
Kriegerverein Darmſtadt. In der am Samstag, den
14. d. M., im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße, ſtattfindenden Monats=
verſammlung
, wird Herr Kam. Prof. Wentzel über den Reichskrieger=
tag
in München ſprechen. Auch lädt Kam. Lücker zu einer Nachfeier
ſeines 85. Geburtstags ein. Recht zahlreiche Beteiligung der Kame=
raden
iſt ſehr erwünſcht.
Sliamen aus dem Leſerkreiſſe.
Ar die Versffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redatllon ſainertdl Ven=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund de
eſetzet in vollem Lmſang=
8 5 21 Abſ.2 des Pri
der Einſender verantwortich.)
Mis M
indet werden, Unmen nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
In den letzten Tagen wurde in der Preſſe das Rauchverbot im
Walde wieder allgemein in Erinnerung gebracht. Dazu ſei die Auf=
merkſamkeit
der Forſt= und Polizeibehörden auf das Benehmen der
Jugend im Walde, beſonders in den Waldungen bei der Waldkolonie
und beim Waldfriedhof gelenkt. Zu jeder Tages= und Abendzeit trifft
man auf junge Leute, die mit brennender Zigarette den Wald betreten
und ſich nicht ſtören laſſen, zu rauchen, die Streichhölzer und ausge=
rauchten
Stummel unausgetreten und achtlos wegwerfen, und wer=
den
ſie auf das Gefährliche und Ungehörige ihres Handelns aufmerkſam
gemacht mitunter recht grob werden und mit den unflätigſten Redens=
arten
und Drohungen ſo recht das Bild dokumentieren, wie ein Teil
unſerer Jugend heute geworden iſt.
Ebenſo kann man täglich beobachten, daß gerade die Waldwege, die
durch Schilder als Fußwege kenntlich gemacht ſind, und auf denen das
Radfahren verboten iſt, ausgeſucht von Radfahrern beiderlei Geſchlechts
befahren werden. Alte Leute und Kinder, die nicht raſch genug aus=
weichen
können, laufen Gefahr, an= und umgefahren zu werden. Faſt
jeden Tag kann man die Beobachtung machen, wenn man auf das Un=
ſtatthafte
aufmerkſam macht, daß ſich dieſe Rdfahrer gar nicht darum
kümmern, ſondern, genau wie die Raucher, grob und ausfällig werden.
Während die Wälder im Süden der Stadt in jeder Hinſicht ein=
laden
, weil man keiner Gefahr des Anrempelns ausgeſetzt iſt haupt=
ſächlich
das Waldrevier am Böllenfalltor iſt vorbildlich beaufſichtigt
liegt die Aufſicht in den weſtlichen Waldteilen noch ſehr im argen. Es
würde dankbar begrüßt werden, wenn auch hier recht bald eine ſtramme
Zucht und Ordnung gehandhabt würde.
Tageskalender für Freitag, den 13. September 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.3022 Uhr, D 1:
Maß für Maß.
Kleines Haus: Keine Vorſtellung. Or=
heum
. 20.15 Uhr: Braſilianiſche Revue.
Konzerre:
Schloßkaffee, Kaffee Oper, Sportplatz=Reſtaurant, Spaniſche Bodega.
Herrngartenkaffee, 16 und 20 Uhr: Konzert. Wie=
ner
Kronenbräukeller, 20 Uhr: Konzert. Heſſiſcher
Hof. 20 Uhr: Konzert.
Kinovorſtellungem: Union=
Theater, Helia Mathildenhöhe, 1018 Uhr: Ausſtellung
Der ſchöne Menſch.

Wir waren immer mehr in die Vogeſen hineingeklettert, am
Schwarzen und Weißen See vorbei über die Schlucht nach dem Hohneck.
Unterwegs hatten wir ſchon einige Drahtverhaue und zugewachſene
Schützengräben geſehen. Auf dem Hohneck liegt in 1200 Meter Höhe
ein rieſiger Unterſtand, der während des Weltkrieges als Munnions=
lager
oder als Sitz einer Kommandantur gedient haben muß. Jetzt iſt
der Eingang berfallen. Im Innern dagegen iſt noch alles in Ordnung.
Die Betonklötze und Eiſenträger ſcheinen für die Gwigkeit gebaut. Der
Hauptgang zieht in weſtöſtlicher Richtung. In die Seitenwände ſind
bombenſichere Kammern eingelaſſen, ohne Licht= und Luftſchächte, wohl
zur Aufnahme von Munitionsvorräten beſtimmt. Der Haupteingang
gleicht einer Säulenhalle von 4045 Meter Länge, 67 Meter Höhe
und einer Breite von 9 Metern. Das Ganze neigt ſich gegen den
weſtlichen Eingang hin, der faſt ſenkrecht über einem ſchluchtenartigen
Talkeſſel, dem ſogenannten Fiſchbödle liegt. Ueber den Sulzer Bel=
chen
kamen wir auf verſchlungenen Pfaden nach dem Hartmannsweiler=
Kopf. Unterwegs ſtolperte mancher über zerſchoſſene Baumſtumpfe,
Granatlöcher und verſchüttete Laufgräben. Hier und da bückte ſich
einer, um Granatſplitter aufzuheben. Hier mußte der Krieg furchtbar
gehauſt haben. In der ganzen Umgegend nichts als abgeſchoſſene und
abgeſtorbene Bäume, die Zeugen erbitterten und blutigen Menſchen=
ringens
. Am Fuße des Hartmannsweilet=Kopfes liegt ein franzöſi=
ſcher
Maſſenfriedhof, zwiſchen deſſen 3500 weißen und geometriſch ge=
ordneten
Holzkreuzen ſonntägliche Beſucher herumſpazierten. Ueber
dem Friedhof erhebt ſich der ganz mit roten Blumen, überwucherte
Hartmannsweiler=Kopf, der von einem etwa 15 Meter hohen, ſchlichten
Holzkreuz gekrönt wird. Auf dem Gipfel haben wir manches entdeckt.
Durch dichtes Unkraut und haufenweiſe herumliegendem Stacheldraht
haben wir uns in die Betonunterſtände hineingearbeitgt. Die waren
beſtimmt bombenſicher! Der Boden iſt ganz von Gängen dunhzogen,
die teilweiſe eingebrochen ſind. Aus den Baumſtümpfen, die ganz von
Stacheldraht eingeſponnen ſind, haben wir mit dem Meſſer die Kugel=
ſpitzen
herausgebrochen. Längs dem Wege am öſtlichen Steilhang ſind
Unterſtände in die Felswand eingelaſſen. Sie ſehen wie Grabkammern
aus. Man hat einen rieſigen Halbzylinder in die Wand eingezwängt
und mit Felsblöcken und Baumſtämmen überſchichtet. Sie werden
noch manchem Unwetter ſtandhalten. In einem kleinen Muſeum kann
man für 1 Fr. zuſammengetragene Waffen und Alarmſchilder ſchen.
Vom Hartmannsweiler=Kopf gings nun nach Kolwar und Straß=
burg
. Von dort aus mit dem Schlepper der Heimat zu.

An. Arheilgen, 12. Sept. Reichsjugendwettkämpfe. An
den Reichsjugendwettkämpfen beteiligten ſich 24 Knaben und 24 Mädchen
der hieſigen Oberklaſſen und konnten 23 Knaben und 19 Mädchen aus=
gezeichnet
werden. In der Zeit vom 18. bis 2. d. M. unternimmt
der Ortsgewerbeverein und die Handwerkervereinigung Darmſtadt eine
Beſichtigungsfahrt ins Siegerland und das Nuhrgebiet. Eine
größere Anzahl hieſiger Handwerker werden ſich an dieſer Fahrt be=
teiligen
. Dieſen Sonntag begehen die hieſigen Fünfzigjähri,
gen ihre gemeinſame Geburtstagsfeier. Eingeleitet wird das Feſt
durch einen gemeinſamen Kirchgang mit anſchließender Ehrung de
Toten. Am Nachmittag wird eine photographiſche Aufnahme gema
werden; ein gemeinſames Eſſen mit anſchließendem frohen Beiſammen=
ſein
und Tanz werden die Feier beſchließen.
4n. Arheilgen, 11. Sept. Kleinkinderſchule. Zum An=
denken
an das Entſtehen der erſten Kinderſchulen vor 150 Jahren ver=
anlaßt
durch Pfarrer Oberlin in Steintal im Elſaß, ſindet dieſen S=
tag
eine ebangeliſche Kinderfeier der hieſigen Kleinkinderſchule mit
anſchließendem Waldfeſt des Kindergottesdienſtes hier ſtatt. An de
Veranſtaltung wird auch der Poſaunenchor ſich tätig erweiſen. A
ſchon berichtet, iſt beabſichtigt, unſer evangeliſches Gotteshaus mit ein
neuzeitlichen Heizungsanlage zu verſehen. Dieſe Vorlage wurde ſo=
wohl
vom Kirchenvorſtand als auch der Kirchengemeindevertretung g
nehmigt und wird im Anſchluß an die Fertigſtellung der Heizungsanlage
die innere Renovierung der Kirche folgen. Die hierzu nödigen Mit
in Höhe von 1500 Mark ſollen durch ſproz. Anteilſcheine aufgebracht
werden und innerhalb 3 Jahren zur Rückzahlung kommnen. Zeichmuf=
gen
hierfür werden bei dem Kirchenvorſteher und dem Pfarramt ent=
gegengenommen
.
F. Eberſtadt, 12. Sept. Geſchäftsjubiläum. Die bekannke
Bäckerei Jakob Lampert in der Schulſtraße konnte geſtern auf ihr 50.
jähriges Beſtehen zurückblicken. Am 12. September 1879 wurde ſie vön
dem Vater des derzeitigen Beſitzers gegründet. Verſammlung
Der hier vor kurzem gegründete Mieterſchutzverein hält am Freitag, den
13. September, im Gaſthaus Zur Eiſenbahn (Hartmann) eine Mit
gliederverſammlung ab. Waldſtreu. Landwirte, die Waldſtren
ernten wollen, werden aufgefordert, ſich bis ſpäteſtens Samstag, hen
14. September, auf Zimmer 4 der Bürgermeiſterei zu melden.
Neparatur der Gemeinde=Brückenwaage. Wegen not=
wendig
gewordener Reparatur der Gemeinde=Brückenwaage iſt, dieſelbe
vom 18. September ab auf etwa 8 Tage nicht benutzbar. Während
dieſer Zeit können Verwiegungen auf der Hißſchen Wage vorgenommen
werden. Anlieferung von Koks und Kohlen. Die An
lieferung von 3000 Zentner Gaskoks für die Heizung der Schulen und
450 Zentner Kohlen für die Heizung der Büroräume und des Wacht=
lokals
ſoll im Wege der Submiſſion vergeben werden. Die Lieferungs=
bedingungen
können auf Zimmer 5 der Bürgermeiſterei eingeſehen
werden.
Jugenheim, 12. Sept. Am kommenden Samstag gibt das Hotel 40.
Goldene Krone in Jugenheim a. d. B. ſeinen zweiten Geſelſchafts=
abend
. Der Rahmen, der den Abend umgibt, wird gediegen und ſchön 938.
ſein; die Gewähr dafür iſt der ſchöne Verlauf des erſten Geſellſchafts=
abends
, der am vorigen Samstag, dem 7. d. M., ſtattfand.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Sept. Gemeinderatsſitzung. Aus
den Beſchlüſſen der am 10. September ſtattgefundenen Gemeinderats= iel
ſitzung iſt zu erwähnen: In Anweſenheit des Herrn Baur=
von
der Lehen vom Heſſiſchen Hochbauamt Darmſtadt werden die gege
die Feſtlegung von Fluchtlinien in dem Bauquartier zwiſchen Nieder
0
Ramſtädter Straße, Roßdörfer Straße und Odenwaldbahn am Scha
Reilt
mühlenweg erhobenen Einſprüche des Georg Mink 1. und Konſorten
im Wortlaut bekanntgegeben. Herr Baurat von der Lehzen äußert ſch
an Hand des Planes über die Möglichkeit, dieſen Beſchwerden abzu=
helfen
. Daraufhin wird beſchloſſen, ſämſtliche Beſchwverdeführer
einer Sitzung auf Dienstag, den 17. September, zu beſtellen. An die
ſer wird der Gemeinderat und das Heſſiſche Hochbauamt Darmſta
teilnehmen. Hinſichtlich der Beſchwerden über die Koſten bei Einbau
von Waſſermeſſern wird dem Kommſſionsbeſchluß vom 6. d. M. zug
ſtimmt. Für die Kontrolle des Waſſermeſſer=Einbaues wird den bet
Gemeinderatsmitgliedern, die währenddeſſen den Sitzungsſaal verlaſſen,
bei ſchriftlicher Abſtimmung mit 10 gegen 2 Stimmen eine Stundenvel
gütung von 1,50 RM. bewilligt. Ludwig Klenk 2. und Konſorten haben
gegen die beabſichtigte Errichtung einer Holzſchneiderei auf dem Grund
ſtück Flur 35 Nr. 143 beim Gemeinderat Beſchwerde eingereicht.
dieſer der Beſchwerde nach den Beſtimnungen der Gewverbeordnu
nicht abhelfen kann, wird dieſelbe dem Kreisamt zur unmittelbart
Entſcheidung überwieſen. Die Abgabe eiser Erklärung durch die A=
waltung
, daß auf dem Gemeindegrundſtück Flur 43 Nr. 51. ein Bau
niemals näher als 3 Meter von dem Neubau Johannes Kehr 3. es=
ſtellt
wird, findet Genehmigung. Die eingegangenen Angebote für d
Vergebung der Maurer= und Pfläſtererarbeiten bei der Herſtellung der he G
Fußſteige in der Wehrſtraße und Ernſt=Ludwig=Straße werden bekannt=
gegeben
und zur Beratung der Baukommiſſion überwieſen.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Sept. Feuerwehrübung.
Die nächſte u S.6
planmäßige Feuerwehrübung findet Sonntag, den 15. September, jedod Iv. od.
nicht, wie unſprüinglich vorgeſehen, nachmittags 2 Uhr, ſonde
ſchon vormittags 7 Uhr ſtatt. Treffpunkt für beide Man
ſchaften am Rathaus. Klein= und Sozialrentnerfür u8.
ſorge. Die Bezüge für Monat September werden am Samstag, dem Mliertes
14. September, vormittags von 812 Uhr, bei der Gemeindekaſſe au
gezahlt.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Sept. Geburtstagsfeier der 70=
Jährigen. In dieſem Jahre werden auch die 70 Jahre alten
Schulkameraden eine gemeinſame Geburtstagsfeier veranſtalten, die am ſoer
Sonntag, den 15. September, ſchlicht und einfach durchgeführt wird.
Nach gemeinſamem Kirchgang am Vormittag und daran anſchließender
Totenehrung treffen ſich die Teilnehmer nachmittags 3 Uhr zu gemüt=

lichem Beiſammenſein im Bahnhofskaffee Dorn. Wünſchen wir
greiſen Geburtstagskindern einige recht gemütliche Stunden im trauten
Kameradenkreiſe!
r. Babenhauſen, 12. Sept. Dieſen Sonntag findet die in der ganzen
Umgebung albeliebte Bowehaiſer Kerb ſtatt. Juxplatz iſt wie
in den Vorjahren wieder der Speſſartplatz, wo Karuſſells, Schau= und
Zuckerbuden bequem ihr Unterkommen finden. Unfall durch
eine Selterswaſſerflaſche. Als der Kraftfahrer Beck, der
bei dem hieſigen Mineralwaſſerfabrikanten Sch. tätig iſt, um das mit
Waſſerflaſchen gefüllte Laſtauto ging, platzte plötzlich eine Flaſche, und
Splitter flogen dem jungen bedauernswerten Manne in das eine Aug
mit ſolcher Heftigkeit, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte,
Die Gefahr, daß das Augenlicht auf dem einen Auge verloren geht,
iſt groß,
Semb, 11. Sept. Die Ortsgruppe Semd des Reichsbundes der
Kriegsbeſchädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen feiert am
15. September 1929, nachmittags, im Saalbau des Heinrich Georg 16.
ihr 10jähriges Beſtehen. Gleichzeitig findet die Ehrung von 11 Kame
raden und Kameradinnen ſtatt. Die Feier ſelbſt, wird von Geſangs
vorträgen und einer Muſikkapelle unterſtützt. Den Vortrag über Ziele
des Vundes ſowie das Schickſal der Kriegsopfer hält der Gauleiter,
Herr Deußer=Darmſtadt. Abends findet in demſelben Sagle Tanz
beluſtigung ſtatt.

11 99Adten dar dell ArunstaeAsusel
derzte und Lehrer empfehlen diese nahrhaften Flocken
3.

Konzentrierter Sonnenschein ein Reichtum an Aufbau=
stoffen
in diesen Quäker Rapidflocken Kohlehydrate,
Protein, Vitaminel Eine nahrhafte Speise für Ihr Kind!
In 3 5 Minuten tafelfertig, nicht dickmachend, leicht
verdaulich, eine Ersparnis an Zeit und Gas!
Jedes Lebensmittelgeschäft führt die sauberen, staub=
sicheren
Pakete mit dem Gutschein für schwerver=
a
- silbertes Besteck.

uäker Ka

Anregungen
für die Zubereitung.
Rapidflockenbällchen: 1Suppentellervoll
Kartoffelbrei, 1 Ei, 1 geriebene Zwiebel,
1 EBlöffel zerlassenes Speckfett, Salz,
Muskat und soviel Rapidflocken, daß
feste Klöße sich formen lassen; in heißem
Fett knusprig backen.

1V,12275)

[ ][  ][ ]

mmmer 254

Neuſtadt mit Burg Breuberg, 12. Secbt. Am letzten Mittwoch
beuückgte eine Darmſtädter Ausflugsgeſellſchaft gelegentlich einer Oden=
wanſhrt
auch die Burg Breuberg. Die Fahrt ging heimwärts über
Hchwhudt, Wald=Amorbach, Dorndiel und Groß=Umſtadt. Oden=
wmaüklub
. Die hieſige Ortsgruppe wird ſich am nächſten Sonntag
amr Sternwanderung nach Berfelden beteiligen. Sie führt dabei ihre
on kanderung von Erbach über Enlenhach, Bullauer Bild und Kräh=
beug
us. Die Einnahme aus der Obſtverſteigerung der hieſigen Ge=
manſte
beläuft ſich auf ungefähr 500 Mark. Die Preiſe hielten, ſich
duch hnittlich in mäßiger Höhe.
Michelſtadt, 12. Sept. Am Mittwoch fand in Schmerkers Gar=
tem
ſe diesjährige Hauptverſammlung der Landwirt=
ſchitlichen
Genoſſenſchaftsbank ſtatt, die ſehr zahlreich
beſeict war. Zum erſten Punkt der Tagesordnung erſtattete der Vor=
ſtam
Bericht über das verfloſſene Geſchäftsjahr. Daraus war zu ent=
nelom
, daß in dieſem Zeitabſchnitt ſich die Spar= und Kündigungs=
Giülgen um zirka 60 Prozent erhöht haben. Der Mitgliederbeſtand
ham ey um 9 erhöht. Als zweiter Punkt der Tagesordnung folgte der
Veuſt des Aufſichtsrates über die Prüfung der Jahresrechnung, ſowie
Erngterungen zur Bilanz 1928. Hier wurde u. a. mitgeteilt, daß ſich
bei urgenommener Reviſion ergeben habe, daß durch zwei beamtete
Vonuundsmitglieder Wertpapiergeſchäfte in einem Umfange getätigt wur=
den
ſe über den Nahmen einer Genoſſenſchaft hinausgingen. Bei der
ſoffiz vorgenommenen Abwicklung ſind Verluſte entſtanden, zu deren
Degkug die Reſerven herangezogen werden müſſen. Für den Reſt des
Venlltes hat der Aufſichtsrat eine Ausfallbürgſchaft übernommen, ſo
daſy ſie geordnete Weiterentwicklung der Bank geſichert iſt. Die be=
trgöſden
beiden Vorſtandsmitglieder ſind inzwiſchen aus der Bank
gungſchieden. Nach eingehender Ausſprache war auch Punkt 3 und 4,
bett die vorläufigen Maßnahmen des Aufſichtsrates in dieſer Ange=
legenſeit
erledigt. Die Bilanz wurde dann ebenfalls nach reger Aus=
ſpunß
einſtimmig genehmigt. Ebenſo wurde die Entlaſtung für den
niatllamteten Vorſtand und den Aufſichtsrat erteilt. Bei Punkt 5e
follzu einſtimmig die Annahme der bei Punkt 2 ſchon erwähnten Sanie=
rungnaßnahmen
betr. Heranziehung der Reſerven und Bürgſchaft.
Der blgende Punkt, Aenderung der Satzung, wurde in der Weiſe er=

Freitag, den 13. September 1929

Seite 7

ledigt, daß der Vorſtand in Zukunft nur noch aus einem beamteten und
zwei ehrenamtlichen Mitgliedern beſtehen ſoll, während bisher zwei be=
amtete
und zwei ehrenamtliche Vorſtandsmitglieder beſtellt worden
waren. Zum geſchäftsführenden Vorſtandsmitglied wurde der ſeit=
herige
Abteilungsleiter deu Landesgenoſſenſchaftsbank in Darmſtadt,
Herr Adolf Weimar, zum ehrenamtlichen Vorſtandsmitglied Herr
Achim v. Kremſki beſtellt. Bei der Wahl des Aufſichtsrates wurde dieſer
mit einer Ausnahme einſtimmig wiedergewählt und durch Zuwahl von
drei weiteren Mitgliedern auf 12 Perſonen ergänzt. Abſchließend wur=
den
noch einige kleinere Mitteilungen gemacht. In ſpäter Nachtſtunde
gingen die Beſucher der Hauptverſammlung mit der Gewißheit ausein=
ander
, daß die gedeihliche Weiterentwicklung der Bank geſichert iſt. Der
Geſchäftsbetrieb der Bank läuft durchaus normal weiter.
b. Erbach i. O., 12. Sept. Graf Zeppelin im Oden=
wald
. Die herrliche Mär war geſtern in aller Munde. Die uner=
müdliche
Bürgermeiſterei Michelſtadt hatte die Meldung aus Friedrichs=
hafen
, daß das Luftſchiff auf ſeiner Paſſagierfahrt den Odenwald und
damit Erbach und Michelſtadt überfliege, bekanntgegeben. Die fette
Nachricht im Lokalblättchen hatte viele auf die Beine gebracht. Alle
höher gelegenen Punkte waren dicht belagert. Aber leider wartete man,
vergeblich. Kapitän Lehmann hatte ſich wohl eine andere Route ge=
wählt
. Unwillig ob der unnütz geopferten Nachtruhe legte man ſich in
früher Morgenſtunde in die weichen Federn. Das heimliche Vergnügen
haben die Peſſimiſten und Phlegmatiker, die es vorzogen, in den Armen
des Schlafgottes den Zeppelin im Traum zu ſehen.
Be. Ober=Kainsbach, 11. Sept. Nachdem das letzte Getreide ſeinen
Weg in die Scheunen gefunden hatte, begannen unſere Landwirte mit
em Schmitt des Grummet. Die Arbeiten wurden durch die übergroße
Hitze ſehr beſchleunigt, und ſelbſt die älteſten Einwohner unſeres Ortes
können ſich nicht erinnern, daß die ſämtlichen Arbeiten in ſo kurzer
Zeit beendet wurden. Ueberall wird über die unnatürliche Twocken=
heit
geklagt, die die Veranlaſſung dazu gab, daß die Heuböden auch nicht
annähernd ſo gefüllt ſind wie in anderen Jahren. Mit banger Sorge
ſieht man dem Winter entgegen, und man weiß nicht, auf welche Art
und Weiſe man das Vieh über die kalte Jahreszeit bringen ſoll. Auch
iſt es unmöglich, das Feld für die Herbſtbeſtellung vorzubereiten, da

man weder mit Pflug noch mit Egge dem vollkommen ausgetrockneten
Boden beikommen kann. Allerorts bernimmt man das Gebrumm der
Dreſchmaſchinen, und ſind unſere Landwirte mit dem Ertrag der dies=
jährigen
Ernte recht zufrieden. Wenn die große Hitze und Trockenheit
noch lange anhält, dann wird die Kartoffel= und Futterrübenernte nur
ſehr mäßig ausfallen. In verſchiedenen Teilen unſeres Ortes iſt ſchon
mit dem Brechen des Frühobſtes begonnen worden. Dieſes Jahr gibt
es wieder ſehr viele Aepfel und Birnen, alſo ſind die Vorausſetzungen
dafür, daß das Obſt recht billig wird, gegeben.
m. Beerfelden, 12. Sept. Verſchiedenes. Der hieſige
Stenographenverein Gabelsberger beginnt demnächſt einen
Anfängerkurſus in Einheitsſtenographie. Heute feiern das Feſt der
Diamantenen Hochzeit Herr Schreinermeiſter Georg Bund=
ſchuh
und Frau. Viele Freunde und Bekannte wünſchen dem wackeren
Paar alles Gute. Das gemeinſame Lebensalter beträgt 171 Jahre.
Vom Odenwaldklub. Der nahe Krähberg wird kommenden
Sonntag der Treffpunkt der Odenwald=Ortsgruppen des Mümlinggaues
ſein. Aus 12 verſchiedenen Richtungen führt ſie dort eine ſogenannte
Sternwanderung zuſammen. Die hieſigen Klubfreunde werden die aus=
wärtigen
Wanderfreunde auf dem Reiſenkreuz erwarten und hierher ins
Klublokal Zum Ochſen (Herr Grah) geleiten, wo ein fröhliches
Wandererzuſammenſein nach anſtrengendem Marſch angenehme Muſe=
ſtunden
bringen wird. Neben anderen Herren vom Hauptvorſtand wird
auch der Schritführer, Herr Studienrat Dr. Götz=Damſtadt anweſend
ſein, wodurch Gelegenheit geboten iſt zur Ausſprache über allerlei
Klubfragen.
Cl. Gammelsbach, 12. Sept. Die neue Jugendherberge.
Ende voriger Woche iſt die neue Jugendherberge hier im Schulhauſe
eingerichtet und auch gleich benutzt worden. Der Führer der Truppe,
Turnoberlehrer Guyot, ſchrieb ins Gäſtebuch: Am Tage der Rückfahrt
des Graf Zeppelin von ſeiner Reiſe um die Welt iſt dieſe ſchöne
Jugendherberge zum erſten Male benutzt worden von der Klaſſe 3 b=
der
Ludwigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt, 4. Sept. 1929. Die Herberge
hat 32 Betten, die in zwei Geſchoſſen untergebracht ſind, und einen
ſchönen Tagesraum mit Kochgelegenheit.

Pat
metidt

ente etc., An=
ungen
, Ausar=
eiſtig
im In= u.

Austnde für
Imdftrie,
ſerbe,
inder!
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derer

ink=
Fa

N

eEig

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deite
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Kundschaft aus allen Teilen der Wele kommr
Frauen, deren beneidenswerte Stellung in der Ge-
sellschaft
und im Bühnenleben größtenteils auf
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spricht die Erfahrung, die sie gelehrt
har, daß es nur eine Grundlage für jugendliche,
schöne Haut gibt: Die gründliche Reinigung.
Dafür empfehlen sie Wasser und Seife und alle
stimmen darin überein, daß Palmolive auf Grund
ihrer milden Wickung und ihres Gehalts an Oliven

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Reinigung ermöglicht und dabei nichr die
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Auch in Deutschland, in jeder bedeurenden Stade,
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regelmäßig zweimal täglich zuhause anzuwenden:
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dem Schaum aus Palmolive und warmem Wasser
und spülen Sie ihn mit warmem, allmählich kälter
werdendem Wasser ab.
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Aufschrift Palmolive in
Goldbuchstaben. Palmolive
wird nie unverbackt ver-
kauft
.

(WV.14341

[ ][  ][ ]

Seite 8
Freitag, den 13. September 1929
D Mie e Sh.m. oom g, on en Leutenls
vertretern durchberatene Voranſchlag der Gemeinde Biblis für das
Bezirks-Tierſchau.

Am 21. September 1929 hält der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß
für die Provinz Starkenburg in Goddelau eine Bezirkstierſchau ab,
mit der gleichzeitig eine Ausſtellung von Erzeugniſſen des Ackerbaues
ſowie des Obſt= und Gemüſebaues bis 23. September d. J. verbunden
iſt. Der Ausſtellungsbezirk umfaßt die Kreiſe Groß=Gerau, Darmſtadt,
vom Kreis Bensheim den in der Ebene gelegenen Teil, und vom Kreis
Heppenheim die Orte Heppenheim, Viernheim und Wimpfen.
Da die Anmeldungen für die Tierſchau am 21. September ſehr
zahlreich ſind und es ſich zudem um einen ſehr wichtigen und großen
Zuchtbezirk handelt, iſt hier jedem Intereſſenten Gelegenheit gegeben,
ſich über den augenblicklichen Stand der Tierzucht in den genannten
Zuchtgebieten zu orientieren.

W. Heppenheim a. b. B., 11. Sept. 3 5. Jubiläumsfeier
des Ziegenzuchtvereins Heppenheim. Am Samstag, den
14. September, findet abends anläßlich des 35jährigen Beſtehens des
Ziegenzuchtvereins eine Feier ſtatt, zu der die Mitglieder nebſt Ange=
hörigen
und Freunden geladen ſind. Bei dieſer Gelegenheit wird eine
Ehrung der älteſten Mitglieder erfolgen. Eine Muſikkapelle wird die
Feier, bei der die Verloſung eines Lammes ſtattfindet verſchönern. Am
Nachmittag findet eine Ziegenſchau mit Prämiierung ſtatt. Der Ziegen=
zuchtverein
genießt großes Anſehen; der Abſatz von Zuchttieren erreichte
in manchen Jahren die Zahl von über 100. Kath. Männer=
verein
. Am vergangenen Sonntag machte der Kath. Männerverein
Heppenheim unter großer Beteiligung ſeinen Familienausflug. Der
Weg ging über Zwingenberg, wo eine Andacht ſtattfand, nach dem
Auerbacher Schloß. Nach einer kleinen Raſt dortſelbſt ging es unter
Vorantritt der Deutſchen Jugendkraft und deren Pfeiferkorps nach
Auerbach, woſelbſt ſich die Vereinsmitglieder von Zwingenberg und
Auerbach eingefunden hatten. Nach einer Anſprache an die über 20
Heppenheimer, die an dem Ausflug teilnahmen, erfolgte der Heim=
marſch
. Der Kirchenerweiterungsbau im benachbarten
Lorſch hat infolge der günſtigen Witterung ſo gute Fortſchritte ge=
macht
, daß das ſüdliche Seitenſchiff im Nohbau fertiggeſtellt iſt, wäh=
rend
die Arbeiten an der entgegengeſetzten Seite wohl noch vor Winter
unter Dach gebracht werden können.
W. Heppenheim a. d. B., 11. Sept. Weinbergſchluß. Wäh=
rend
des allgemeinen Weinbergſchluſſes werden ſogenannte Wingerts=
tage
, an denen das Betreten der Weinbaugebiete für die Weinberg=
beſitzer
und den in den Weinbergslagen begüterten Perſonen geſtattet
iſt, beſtimmt, und zwar für den ſüdlichen Gemarkungsteil Diens=
tag
und für den nördlichen Gemarkungsteil Donnerstag
jeder Woche. Papſtfeier. Anläßlich des in dieſem Jahre ſtatt=
findenden
50jährigen Prieſterjubiläums des Papſtes findet am kom=
menden
Sonntag im Saalbau Kärchner eine große Papiüfeier ſtatt.
Stadtratswahl. Wie verlautet, werden zur demnächſtigen
Stadtratswahl nicht nur von den politiſchen Parteien Kandidaten auf=
geſtellt
, ſondern auch ſeitens einer Mittelſtandspartei wird man ſich
um Sitze auf dem Rathaus bewerben.
Bb. Bensheim, 12. Sept. Grundſtücksverkäufe. Der große
Reilingſche Häuſerblock am Marktplatz=Bahnhofſtraße=Schuhgaſſe ging
durch Kauf an das bekannte hieſige Bankhaus Georg Köth über. Letz=
tere
Firma, deren Inhaber in der früher hier beſtandenen Niederlaſſung
der Bank für Handel und Induſtrie (Darmſtädter= und Nationalbank)
in leitender Stellung ſtand, beſitzt zurzeit in der Schlinkengaſſe ihre
Büroräume, die aber infolge ſtarker Weiterentwicklung zu beengt ſind,
ſie wird Ende dieſes Jahres, oder zum Beginn des Jahres 1930 in
ihr neu erworbenes Beſitztum überſiedeln. Das Modehaus Bergſtraße,
welches ſeine Geſchätslokalitäten in demſelben Häuſerblock ermietet hat,
wird durch den Beſitzwechſel nicht geſtört, da deſſen Mietvertrag auf
mehrere Jahre abgeſchloſſen worden war. Die Villa Hindenburg
der Frau Direktor Krueger in der Ernſt=Ludwigſtraße, jener nach den
ſchönen Brunnenanlagen führenden Villenſtraße, ging durch Kauf an
Herrn Fabrikanten Bernhard Marx, in Firma Bekleidungswerke A.=G.
Bensheim über. Das alte, in der Hintergaſſe gelegene, frühere iſraeli=
tiſche
Gemeindehaus, bekannt unter dem Namen Judenſchule, wurde
von dem Kaufhaus Heinrich Müller zwecks räumlicher Ausdehnung ſei=
ner
Verkaufsſtellen erworben und wird durchgreifenden baulichen Ver=
änderungen
unterworfen werden, wie ſie im Intereſſe des aufblühenden
Kaufhauſes liegen. Die iſraelitiſche Gemeinde erwarb vor einiger
Zeit das große Anweſen Ecke Hochſtraße und Darmſtädterſtraße deſſen
dem neuen Zwecke entſprechender Umbau durch Architekt Duffrin ge=
leitet
wird.
Groß=Rohrheim, 10. Sept. Gemeinderatsſitzung. Um
die Viehzucht hier weiter zu fördern und auch ſeitens der Gemeinde
zu unterſtützen, wurde beſchloſſen, einen Zuchtfaſel auf dem Radolfs=
zeller
Zuchtviehmarkt (Oberbaden) anzukaufen. Ebenſo ſollen auf Ge=
meindekoſten
zur Förderung des Vogelſchutzes Niſthöhlen für Sing=
vögel
angeſchafft und im Wald und auf geeigneten Gemeindegrund=
ſtücken
aufgehängt werden. Ein Antrag des Gärtners A. Herbold um
Verlängerung der Pachtzeit wurde abgelehmt. Herr Schutzmann Don=
nerstag
kann wegen Arbeitsüberhäufung des Bekanntmachen von
Privatſachen nicht mehr übernehmen. Deshalb wird dies zur Bewer
bung ausgeſchrieben. Näheres iſt auf der Bürgermeiſterei zu erfahren.
Weiter lagen noch mehrere Anträge betreffs Kanaliſation, Ankauf von
Gräbern auf dem Friedhof, Beleuchtung der Nathausräume vor, die
ihre Erledigung fanden. Der Geflügel= und Kanarien=
zuchtverein
hielt durch einen beſonderen Ausſchuß am Sonntag
eine Stallſchau ab. Das Ergebnis wurde in einer Verſammlung bei
Gaſtwirt Petri bekannt gegeben. Auch wurde der Geſchäftsbericht er=
ſtattet
. Erfreulich war es, daß ſich die Mitgliederzahl auch im laufe
den Goſchäftsjahr vermehrt und manches Mitglied wertvolle Preiſe bei
Prämiierungen bei auswärtigen Veranſtaltungen geholt hat. Die
Schweinezwiſchenzählung iſt abgeſchloſſen. Es werden hier
zurzeit 920 Schweine gehalten.
Gernsheim, 12. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
11. September: 0,/44 Meter; am 12. September: 0,/46 Meter.
Hirſchhorn, 12. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
11. September: 0,53 Meter; am 12. September: 0,51 Meter.

Rechnungsjahr 1921 liegt ab Donnerstag eine Woche auf dem Bürger=
meiſtereibüro
zur Einſicht offen. Die intereſſierten Beteiligten können
innerhalb dieſer Friſt den Voranſchlag einſehen und bei dem hieſigen
Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen den In=
halt
vorbringen. Es iſt die Erhebung einer Umlage beſchloſſen, zu der
auch Ausmärker herangezogen werden. Am Mittwoch, den 18. Sep=
tember
, vormittags 12 Uhr, wird auf dem Rathaus ein zur Zucht un=
tauglich
gewordener, gut genährter Faſelochſe meiſtbietend verſteigert.
Es finden in regelmäßigen Abſtänden auf dem hieſigen Rathauſe Be=
ratungsſtunden
ſtatt. In letzter Zeit kam es öfters vor, daß Schutt
uſw. auf Feldwege gefahren wurde. Die Bürgermeiſterei hat Feld=
ſchützen
und Waldhüter, auch im Walde wird manchmal in den Schneiſen
Schutt abgeladen, beauftragt, unnachſichtlich jedermann zur Anzeige zu
bringen, der die Wege und Schneiſen zur Schuttabladeſtelle benützt.
Geſtern abend fiel ein vierjähriges Kind in eine Wanne mit ſiedend
heißem Waſſer und zog ſich dabei ſchwere Brandwunden am ganzen
Körper zu. Am kommenden Sonntag iſt hier Kirchweihe.
Ca. Lorſch, 10. Sept. Gemeinderatsſitzung. Vor Ein=
gang
in die Tagesordnung gedenkt Herr Bürgermeiſter Huba in war=
men
Worten des am 23. Auguſt verſtorbenen Gemeinderatsmitgliedes
Herrn Melchior Heinz. Zum ehrenden Andenken erheben ſich die An=
weſenden
von ihren Sitzen. In gleicher Weiſe ſpricht auch Herr Dexler
für die Zentrumsfraktion, welcher der Verſtorbene angehörte. Es folgt
Einführung und Verpflichtung des neugewählten Gemeinderatsmitgliedes
Franz Schachner. Dann Beratung des Voranſchlags für das Rech=
nungsjahr
1929. Herr Bürgermeiſter Huba entſchuldigt die ſpäte Vor=
lage
des Voranſchlags, die aber immerhin noch 2 Monate früher als im
Vorjahre erfolge. Es folgt Verleſung der einzelnen Rubriken, mit
einem Abſchluß von Einnahmen und Ausgaben im Betrage von 265 051
Neichsmark. Gemeinderat Jakob ſtellt den Antrag, den Voranſchlag
nicht zu genehmigen, daß er ſowohl wie ſeine übrigen Fraktionskollegen
uicht genügend unterrichtet ſeien. Die Herren der ſozialdemokratiſchen
Fraktion ſind derſelben Auffaſſung, und der Gemeinderat hat deshalb
nichts dagegen zu erinnern, daß die Beſchlußfaſſung über den Vor=
anſchlag
ausgeſetzt wird. Durch die Verwvaltung ſoll jedem Fraktions=
führer
der vollſtändige Voranſchlag mit Einführungsheft zur Infor=
mation
zugeſtellt werden. Die vom Gemeinderahner verleſene Jahres=
nechnung
, die mit einem Ueberſchuß von 68 459,85 RM. abſchloß, wird
in Ordnung befunden. Zum Schluſſe wurde Herrn Schutzmann Jakob
aus Anlaß ſeines 25jährigen Jubiläums vom Gemeinderat im Namen
der Gemeinde ein Geſchenk von 25 RM. zugebilligt; außerdem wird
ihm eine Ehrenurkunde überreicht werden. Die gleiche Urkunde erhält
nachträglich auch noch Herr Schutzmann Degen, der vor 2 Jahren das
gleiche Jubiläum feierte und ſeinerzeit nur ein Geldgeſchenk erhielt.
Cm. Wallerſtädten, 11. Sept. Dyphtheritis. Verſchiedene
Kinder unſerer Gemeinde ſind in der letzten Zeit an Diphtheritis er=
krankt
. Eines der Kinder iſt geſtorben. Da auch das Kind einer Fa=
miile
, die in dem neuen S lhauſe wohnt, von der Krankheit befallen
iſt, mußte die Schule für die erſte und zweite Klaſſe vorläufig ge=
ſchloſſen
werden. Grummetgras. Die Verſteigerung des
Grummetgraſes fand dieſer Tage ſtatt. Für Wieſen von 2 Morgen
wurden im Durchſchnitt 35 Mark gelöſt. Die Grummeternte fällt infolge
der Trockenheit recht ſpärlich aus. Schadenerſatz. Das Haus
Burkhardt, das vor einiger Zeit durch einen Laſtkraftwagen ſehr beſchä=
digt
worden war, iſt nun wieder hergeſtellt. Die Verſicherungsgeſell=
ſchaft
bietet 1200 Mark zur Deckung der Herſtellungs= und Neuanſchaf=
fungskoſten
. Die Differenz zwiſchen dem angebotenen und dem gefor=
derten
Betrag iſt ſo beträchtlich, daß mit gütlicher Einigung kaum zu
rechnen iſt.
a. Offenbach, 11. Sept. Rückläufige Wahlunkoſten. Man
ſchreibt uns: In einer Zeit, in der alle öffentlichen Ausgaben faſt un=
aufhaltſam
ſteigen, iſt hier die erfreuliche Tatſache zu verzeichnen, daß
Unkoſten auch einmal den umgekehrten Weg einſchlagen können: Für
zwei Reichstagswahlen und die Landtagswahl hatte man im Jahre 1924
rund 24 000 Reichsmark verbraucht. Der Haushaltsplan der Stadt für
1925 ſah deshalb für Wahlen 25 000, für Berufs=, Betriebs=, Volks=
und Wohnungszählungen einen weiteren Betrag von 15 000 Reichs=
mark
vor. Darunter waren allerdings 7000 Mark für eine Adreſſier=
maſchine
beſtimmt. Es wurden von dieſen 40 000 Mark erfreulicherweiſe
nur 22 000 beanſprucht. Das Jahr 1926 weiſt in Voranſchlag und Rech=
nung
keine Wahlunkoſten aus, da es, in unſerer wahlfrohen Zeit gewiß
eine Seltenheit, ein wahlfreies Jahr war. Im Jahre 1997, in dem
wieder Landtagswahlen ſtattfanden, waren 12000 Reichsmark für die=
ſen
Zweck vorgeſehen, wovon aber nur 9000 Mark ausgegeben zu wer=
den
brauchten. Das Jahr 1928, deſſen Rechnungsabſchluß noch nicht
vorliegt, ſah für Wahlen 8500 Mark vor. Dieſes Jahr hofft man, die
Stadtrats=, Kreistags= und Provinzialtagswahlen mit nur 5500 Mark
dunchführen zu können. Man hat, um billiger zu wirtſchaften, zunächſt
einmal die 71 Abſtimmungsbezirke der Stadt in 39 zuſammengefaßt.
Für verſchiedene Zählungen glaubt man mit 1000 Mark auskommen
zu können, obwohl 1937 dafür 7000 Mark nötig waren. Es ſind alſo
die voranſchlagsmäßigen Anſätze für Unkoſten, die man faſt als zwangs=
läufig
bezeichnen möchte von 1925 bis 1929 von 40 00, ohne Adreſſier=
maſchine
33 000 Mark, auf 6500 Mark geſunken, und die rechnungsmäßig
nachgewieſenen Beträge ſind von 1924 bis 1927 von 24000 auf 9000 Mark
zurückgegangen. Wenn auch ein Teil der Wahlunkoſten vom Reich, dem
Lande, dem Kreiſe und der Provinz erſetzt werden, ſo muß doch der
Wille zum Sparen auch in dieſer Richtung anerkannt werden. Es lebe
die Reihe!
Rheinheſſen.
* Mainz, 12. Sept. Chronik. Ein ſchweres Automobilunglück
ereignete ſich am Mittwoch abend in Rheinheſſen auf der Landſtraß=
zwiſchen
Guntersblum und Alsheim, wobei leider ein Menſchenleben
vernichtet und ein weiteres ernſtlich gefährdet wurde. Der Laſtzug des
Mainzer Karuſſellbeſitzers Otto Frohn (Auto nebſt Anhänger) fuhr
in der Richtung nach Alsheim zu. Kurz nach dem Paſſieren von Gun=
tersblum
verließ ein junger Arbeiter, der bei Frohn beſchäftigt iſt,
während der Fahrt den Wohnwagen. In dieſem Augenblick kam in

Nummer 254

raſcher Fahrt aus der Richtung Worms ein Perſonenauto und überfuhm
den Arbeiter, der mit zertrümmertem Schädel tot liegen blieb. Die her=
beigerufene
Gendarmerie benachrichtigte das Oppenheimer Sanitätsauto=
das
alsbald an der Unglücksſtelle erſchien, aber den Transport nichr
ausführen konnte, da Tote nicht in Sanitätswagen befördert werden dür
fen. Durch eine verhängnisvolle Verkettung von unglücklichen Umſtänr
den kam es bei dem Wenden des Sanitätsautos zu einem weiteren ſchn
ren Unfall. Aus der Richtung aus Guntersblum kam ein Perſonen;
auto in vollem Tempo angefahren. Trotz warnenden Winkens unf
Rufens raſte das Perſonenauto gegen das wendende Sanitätsauto,
die Lichter des querſtehenden Sanitätsautos anſcheinend nicht bemerk
wurden. Der Zuſammenſtoß war ungemein heftig. Sanitätsauto un
Perſonenauto bildeten einen Trümmerhaufen. Der Chauffeur des Sanm
tätsautos, Engmann aus Oppenheim, hatte ſich durch rechtzeitiges Arf
ſpringen in Sicherheit gebracht. Von den beiden Inſaſſen des Ver=
ſonenautos
, die anſcheinend dem Alkohol heftig zugeſprochen hattem
wurde der Lenker, ein Herr Adolf Becker aus Mainz, mit leichten Ver=
letzungen
unter den Trümmern hervorgezogen, während ſein Begleitem
der Arbeiter Friedrich Maier aus Mainz, ſchwvere Verletzungen erlittt
Der ſchwer verletzte Maier wurde mit dem herbeigerufenen Mainz=
Sanitätsauto ins Mainzer Krankenhaus verbracht, wo ein Schädelbrust
und zahlreiche Schnittwunden feſtgeſtellt wurden. Die Leiche des tödlig
berunglückten Arbeiters der Firma Frohn wurde nach Guntersblum au
den Friedhof gebracht. Das ſchwer beſchädigte Oppenheimer Sanitäts=
auto
und der Mainzer Perſonenwagen mußten abgeſcheppt werden.
Vom Motorrad angefahren und ſchwer verletzt. Mit=
woch
abend wurde in Rüſſelsheim ein Tjähriger Junge von einern
Motorrad angefahren und zur Seite gegen eine Wand geſchleudert, Mii
einem ſchweren Schädelbruch wurde das Kind in das Mainzer Kranker=
haus
eingeliefert, ſein Zuſtand iſt bedenklich.
33. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlokkerie.
30. Tag, 5. Klaffe. In der Vormittags=Ziehung fielen
2 Gewinne zu je 2000 Mark und 2 Prämien zu je 500 000 Marr auf9
197 188; ferner fielen: 2 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr. 58908
4 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 219 534 357 980; 2 Gewinne zu *
2000 Mark auf Nr. 340 900; 6 Gewinne zu je 1000 Mark auf N=
158 919 166 445 B6 354; ferner 64 Gewinne zu je 500 Mark und 78 Gu
winne zu je 300 Mark. In der heutigen Schlußziehung wurden
beiden Prämien von je 500 000 Mark, der mit je einem Gewinn vo=
2000 Mark gezogenen Losnummer 127 183 zugeſchlagen. Sie fielen 7
Abteilung I nach Köln, in Abteilung II nach Berlin. Die Ziehun
der 1. Klaſſe der 34 Preußiſch=Süddeutſchen (260. Preußiſchen) Klaſſen
Lotterie findet am 18. und 19. Oktober 1929 ſtatt.

Rundfum-Programme.

Frankfurt

Freitag, 13. Sept. 8: Bad Homburg: Frühkonzert. O 12.15:
Schallplatten: Militärmuſik. o 15.15: Jugendſtunde. Mittelſchul=
lehrer
H. Rößler: Der Motorpflug. 8 16.15: Hausfrauennachmittag
des Frankfurter Hausfrauen=Vereins. U. a.: Was Müttern und
Kindern Freude macht. Spielvorſchläge für den Herbſt von Irma
Dresdner. 6 17.25:
tuttgart: Konzert. 0 18 10: Aus dem Roman
Ende und Anfan
von Hermynia zur Mühlen. Sprecherm:=
Margarethe Wolf. o 18.30: Stunde des Südweſtdeutſchen Radio=
Klubs. 0 18.50: Eſperanto. 8 19.10: Stenograph. Fortbildungskurs.
19.30: Fortſchritte in Wiſſenſchaft und Technik. 8 19.50: Film=
Wochenſchau. O 20: Stuttgart: Nationale Tanzweiſen. Dvora
Slawiſche Tänze. Moßzkowſki: Spaniſche Tänze. Brahm
Ingariſche Tänze. Sinigaglia: Piemonteſiſche Tänze. Lanner:=
Hofballtänze. Ausf.: Philharmon. Orcheſter. O 21: Stuttgan
0den
Myſtik und Magie. o 22: Stuttgart: Kammermuſik. Beethoven:
Sonate in Cmoll. Brahms: Sonate in
G=dur. O 23.15:
Freiburg: Unterhaltungskonzert der Kapelle Lo Templer.

Königswuſterhauſen
Deutſche Welle. Freitag, 13. Sept. 9.30: Dr. Noelle: Pflege
des Aquariums. o 10: Margarete von der
te und Prof. Dr.
Lampe: Das Küſtendreieck. Die Weſermarſchet
t o 12: Schall
platten. 14: Berlin: Schallplatten. 14.30: Kinderſtunde=
der

Kunterbunt. o 15: Prof. Dr. Kaminer: Innere Krankheiten.
e 15.45: Frauenſtunde: Gregor Jarcho: Glasmalerei. 6 1
G. Hausdorf: Freie und angewandte Kunſt bei der bevorſtehenden
Berufswahl. 2 16.30: Prof, Dr. Mersmann: Einführung
Sonate und Symphonie. 8 17: Leipzig: Konzert: Aus deutſch
Opern. Leipziger Funkorch. 18: Dr. P. Bonn: Warum
der Zinsfuß in Deutſchland ſo hoch? 6 18.30: Engliſch für Fol
geſchrittene. 18.55: Prof. Dr. Reichenbach: Geſetzlichkeit del
Natur. 6 19.20: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 0 2:
Aus der Muſikhalle Hamburg: Variete für Orcheſter. Text un
Muik von Siegfried Scheffler, Leitung: Generalmuſikdir. Eik
ſchütz. Mitw.: Verſtärktes Norag=Orch. Flügel: Der Komponſt
Celeſta: Fritz Gartz. Siegfr. Scheffler: Luſtſviel=Ouverture; Variete
für Orcheſter. Funkhumoreske für Solo=Inſtrumente und Orch.
6 Anſchl.: Bildfunk.

Weiterberichl.

Der hohe Druck wandert oſtwärts ab, beherrſcht aber noch d
Wetterlage. Ein von Weſten heranrückender flacher Tiefausläufer, de
bereits Frankreich und dem äußerſten Weſten von Deutſchland Wa=
ſchde

luft bringt, wird außer Bewölkung und Nebelbildung keine weſ
Beeinfluſſung hervorrufen. Die Temperaturen ſteigen weiter an ur
auch nachts nehmen ſie etwas zu.
Ausſichten für Freitag, den 13. September: Stellenweiſe Frühnebe
tagsüber heiter, auch zeitweiſe wolkig, wärmer und trocken.
Ausſichten für Samstag, den 14. September: Wenig Aenderung de
Witterungscharakters.

Sshact ch aeih on i e Wc
B
Hes e
eum Erfolle
Md
R
Rn
Be
2
faf
5
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3
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die zu betreten Erfolg und Glück bedeutet.
Manche gehen achtlos an dieser einzigen
Chance vorüber, sie trotten ängstlich den aus-
gefahrenen
Pfad der Gewohnheit, Engherzig-
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und Enthaltsamkeit weiter. Die Straße
des Erfolges, die auch Sie beschreiten wollen,
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[ ][  ][ ]

zimmer 254

Freitag, den 13. September 1929

Oeite 9

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
, ſowie für die vielen Kranz=
ſpenden
bei dem Heimgange unſers
lieben Vaters herzlichen Dank. Be=
ſonders
danken wir dem Herrn Dr.
Grode, den Barmherzigen Brüdern
wegen der liebevollen Pflege, der
Geiſtlichkeit, dem Militär=Krieger
Verein Blücher, dem Beamten= Ge=
werkſchaftsbund
für die Kranznieder
legung am Grabe nebſt den Herrn
Kollegen.
(1433
Frau Kath. Schachner n. Kinder.

Mein lieber, guter Mann, der treubeſorgte Vater unſeres Kindes,
unſer unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegerſohn, Schwager
und Onkel

Samstag, den 14. Bept.
Schluß unseres
Pelz-Propaganda-Verkaufs

Obertelegraphenſekretär
wurde heute früh 4 Uhr von ſeinem ſchweren Leiden im 34. Lebens=
jahre
erlöſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Tilli Heil, geb. Leidner
und Kind Dieter.
Darmſtadt, Liebigſtraße 81, Eberſtadt, Alsfeld,
den 12. September 1929.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14, September, nachmittags
3½ Uhr, von dem Portale des Friedhofs an der Nieder= Ramſtädter=
ſtraße
aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
(14372

Ein Erfolg, wie ihn diese Veranstaltung hatte.
wurde bisher noch nicht von uns erreicht,
der beste Beweis für das große Vertrauen,
das man uns für gute und allerfeinste Pelz-
mäntel
, Pelze ete. entgegenbringt,

auch in d. hartnäckigſt. Fällen, werden in
einigen Tagen unter Garantie durch das
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ein ehrendes Andenkeu bewahren.
Die Beiſetzung findet am Samstag, den 14. Sep=
ſtember
, um 3, Uhr, auf dem Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Im Namen des Deutſchordens
Der Ordensmeiſter
Der Großkomtur
Appuhn
Bormet=Marſal
Der Landkomtur der Ballei Starkenburg,
Komtur zu Darmſtadt
J. V.: L. Graßmann.
(14387

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beseltigt.
Ebeno schreßt Fru beiche K5
Burglengenfeld: Ich litt seit
einem Jahr an Pickeln und Mit-
essern
. Alle Mittel waren erfolg-

los. Da machte ich Schaumaufschläge mit Obermeyer=
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ſein Andenken ſtets in Ehren halten.
Der Vorſtand.
Die Einäſcherung findet am Samstag, den 14. Sep=
tember
, vormittags 11 Uhr, auf dem Waldfried=
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hofe ſtatt.

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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
owie für die zahlreichen Beileidsbezeugungen
und Blumenſpenden bei dem Heimgang unſerer
ſieben Entſchlafenen ſagen wir Allen herzlichen
Dank. Beſonders danken wir Herin Pfarrer
Marx für die troſtreichen Worte am Grabe
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Willy Radke.

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[ ][  ][ ]

hammer 254

Freitag, den 13. Ceptember 1929

Seite 11

Reich und Ausland.
koßfeuer auf der Germaniawerft
in Kiel.
ſiel. Am Donnerstag nachmittag kurz vor
nhr erſcholl in Kiel das Großfeuer=Signal, worauf
get ſämtliche Kieler Feuerwehren zu der Brand=
Rich nach der Germaniowerft am Oſtufer der Kieler
Füre ausrückten. Das Feuer war anſcheinend im
ſorenhaus der Werft ausgebrochen. Es nahm
chll rieſigen Umfang an, ſo daß die Feuerwehren
awvielen Schlauchleitungen Waſſer geben mußten.
den unmittelbar am Hafen gegenüber dem
rutbahnhof liegenden Werftgebäuden iſt eins ein=
Arzt., Man ſieht die Laufkatze des Innenkrans
uden brennenden Trümmern liegen. Soweit bis
ze feſtgeſtellt werden konnte, ſind Menſchenleben
ü zu beklagen, da die Arbeiter die Werft bereits
euſſen hatten. Das Feuer dauerte am Spätabend
w an, doch hofft die Feuerwehr die Gluten ſchnell
inimmen zu können. In vielen Teilen der Stadt
ote der rieſige Feuerſchein und die gewaltigen
9fachmaſſen, die von Exploſionen begleitet waren,
wachtet werden. Das Werftgelände, das von tau=
enen
von Menſchen amlagert iſt, wird von einem
ſaten Polizeiaufgebot abgeſperrt.
Großer Fabrikbrand in Lüneburg.
üneburg. Am Donnerstag nachmittag ent=
ſad
in einem großen Lagerſchuppen der Hamburg=
füeburger
Farbwerke ein Brand, der infolge ſtarken
gides bald auf die daneben liegende Kiſtenfabrik
hrſrang. Außer drei großen Lagerſchuppen
ſrante auch die Kiſtenfabrik völlig nieder. Große
wzvorräte, alle Maſchinen, Geräte und das große
fabenlager ſind vernichtet worden. Die ſtarken
Feerwehrkräfte mußten ſich auf den Schutz der
mrenzenden Gebäude beſchränken.
Großfeuer im Bremer Flugzeughafen.
)sremen. Ein Großfeuer entſtand in der Nacht
ſir Mittwoch zum Donnerstag um 24 Uhr im
drmer Flughafen. Während ſämtliche Werkſtätten
m zwei große Flugzeuge, darunter eine Neu=
bytruktion
, dem Brande zum Opfer fielen, konnten
nnge kleinere Flugzeuge gerettet werden. Die Ent=
gungsurſache
iſt unbekannt.
Großfeuer. Vier Gebäude eingeäſchert,
acht Familien obdachlos.
Buſchenhagen (Kreis Franzburg) Pommern.
ſnder Nacht zum Donnerstag gegen ½12 Uhr ent=
ſaid
in einem zum Gute Buſchenhagen gehörenden
(zeiterwohnhaus Feuer, das auch ein anderes da=
ehn
liegendes Arbeiterwohnhaus mit Stallung er=
ſif
. Beim Eintreffen der Stralſunder Beruſs=
furwehr
ſtanden bereits vier Gebäude in Flammen,
die Feuerwehr konnte ſich nur noch auf das
Sſöſchen der Gebäude beſchränken. Die vom Brande
hoffenen acht Familien erleiden erheblichen Scha=
da
ſie nicht verſichert ſind und ein großer Teil

Mobiliars ſowie der Holz=, Kohlen= und Vieh=
Flervorrat mitverbrannt ſind; auch einiges Klein=
iſt
in den Flammen umgekommen. Die Ur=
ſie
des Brandes iſt noch nichr ermittelt.
Goßfeuer in einer Poſener Flugzeugfabrik.
VMAlBarfchau. Wie aus Poſen gedrahtet wird, iſt
m Donnerstag morgen in der dortigen großen
fügzeugfabrik Samolot ein Rieſenfeuer ausge=
eu
!
Urhen. Obgleich ſämtliche Brandzüge ſofort an=
sff
üſten, war es infolge der großen Hitze und der
wodierenden Benzin= und Oelbehälter außerordent=
ſchwer
, an das in Flammen gehüllte Fabrikge=
ſäde
heranzukommen. Die Löſcharbeiten mußten
vvo9 Acuf beſchränkt werden, eine weitere Ausbreitung
eprll 24 Brandes zu verhindern. Zu den Rettungs=
eiten
wurden Militär= und Polizeikräfte auf=
ſehten
. Soweit bekannt iſt, ſind 22 Flugzeuge ver=
ſreint
, und zwar vier Flugzeuge der polniſchen
msl rverkehrsgeſellſchaft Lot, ſechs eben erſt fertig=
ellte
und zehn halbfertige Maſchinen. Der Scha=
Ta g ſoll etwa 10 Millionen Zloty betragen. Die
lriche des Großfeuers konnte bisher nicht ermittelt
pden.
Unfall des Flugbootes Rohrbach=Romar.
Berlin. Das Fugzeug Rohrbach=Romar iſt
m Dienstag, wie die Luft=Hanſa mitteilt, durch
ſtwerden des Bootskörpers in der Lübecker Bucht
iMd Anken. Die Rohrbach=Romar unternahm an dem
eunnten Tage einen Probeflug und befand ſich
ſerde in geringer Höhe über dem Waſſer, als
ſälich der Motor ausſetzte und eine Notlandung
e 1fch als unvermeidbar herausſtellte. Nachdem das
shie, flgboot ſich auf dem Waſſe= niedergeſetzt hatte,
B ide ſich heraus, daß einer der Schwimmtanks ein
/ erhalten hatte, in das das Waſſer ſofort ein=
W
ung. Die 13 Mann ſtarke Beſatzung Fahrgäſte
A
einden ſich nicht an Bord hatte das Boot vor=
1verlaſſen können. Die Bergungsarbeiten ſind
1üch in vollem Gange. Man hofft, das Boot in
ich allzulanger Zeit heben und in den Flughafen
17N
wemünde zurückführen zu können. Hiernach wird
in Unterſuchung der Angelegenheit erfolgen. Das
ſyboot, deſſen Wert auf etwa eine Million Mark
g8 eſätzt wird, iſt nicht verſichert, doch nimmr man
*endaß der Schaden nicht allzugroß ſein wird.
Unfall eines Waſſerflugzeugs.
Emden. Als das Waſſerflugzeug D 945 in
M. 1Nacht zum Donnerstag von einem Uebungsflug
zuckkam, ſetzte es in der Dunkelheit infolge Irr=
us
des Piloten zu hart auf Waſſer auf, über=
Ag ſich und ging zu Bruch. Die beiden Inſaſſen,
1e Flugzeugführer v. Tresckow und der Beob=
dr
Funker Brachmann, fielen ins Waſſer, konn=
1 mſich aber auf die Schwimmer retten, von wo ſie
1 Meinem Rettungsboot abgeholt wurden. Beide ſind
Aommen unverletzt geblieben.
Exploſion einer ſpaniſchen Fabrik.
ſalencia. In Polina (2) wurde durch eine
Eoſion eine Konſervenfabrik zerſtört. Man glaubt,
ſſunter den Trümmern 20 Arbeiter begraben ſind.
Kind wurde durch Gegenſtände, die herab=
Aten, getötet.
Der Eberswalder Mord aufgeklärt.
der 21 Jahre alte Peter Schnell, der dringend
ſächtig iſt, den grauenhaften Raubmord an der
Nrrenhändlerin Ellebrandt in Eberswalde der=
zu
haben, iſt in der Nähe von Schwedt a. d. O.
Vaftet worden. Schnell, der bereits ſteckbrieflich
Rn eines Kapitalverbrechens von den Behönden
tarlsruhe geſucht wird, iſt nach Eberswalde über=
ihrt
worden, um dort verhört zu werden.

Die Jahresverſammlung des Bundes Deutſcher Archikekken und Ingenieure.

Verhaftung eines Mörders.
Saarbrücken. Wie die Saarbrücker Zeitung
meldet, iſt es dem eifrigen Zuſammenwirken von
Landjägern und Polizeibeamten gelungen, den
Mörder des Dampfwalzenführers Nikolaus Lorig
aus Wadriff zu verhaften. Es iſt der 26 Jahre
alte Schloſſer Franz Wagner aus Schiffweiler. Der
Verhaftete hat die Tat bereits eingeſtanden.
Wieder ein Leichenfund an der Breslau
Berliner Bahnſtrecke.
Guben. Am Donnerstag früh wurde in dem
Böſchungsgraben neben den Gleiſen der Strecke
Breslau-Berlin zwiſchen Frankfurt a. d. O. und
Guben beim Kilometerſtein 103 eine männliche
Leiche im Alter von etwa 40 Jahren gefunden, die
am Hinterkopf ſtarke Verletzungen aufweiſt. Die
Leiche trägt einen Schlafanzug. Man nimmt an,
daß der Tote aus dem D=Zug 41 herausgeſtürzt iſt.
Die Perſonalien konnten bis zur Stunde noch nicht
feſtgeſtellt werden. Zu der Meldung über den
Leichenfund wird mitgeteilt, daß es ſich um den
Fabrikbeſitzer Hans Zweig aus Ratibor handelt, der
40 Jahre alt war und Frqu und Kinder hinterläßt.
Ein 4=Milliarden=Prozeß.
Der oberſte Gerichtshof von Kanada wird ſich in
Bälde mit einem Prozeß zu beſchäftigen haben, bei
dem es um die hübſche Summe von 200 Millionen
Pfund geht. Dieſer Prozeß ſtellt auch in anderer
Hinſicht einen Rekord dar, ſein Anlaß datiert näm=
lich
aus dem Jahre 1654. In dieſem Jahre erhielt
der Leutnant Tiſſier von Maiſonneuve, der Grün=
der
der Stadt Montreal, zur Belohnung für ſeine
hervorragenden Dienſte ein großes Stück Land ge=
ſchenkt
. Dieſes Terrain, auf dem heute ein reiches
Viertel von Montreal ſteht, u. a. Kathedrale,
mehrere Banken, große Geſchäftshäuſer in der Nach=
barſchaft
des Waffenplatzes, iſt Gegenſtand des Pro=
zeſſes
. 800 Erben des tapferen franzöſiſchen Leut=
nants
haben ſich zuſammengetan und behaupten, auf
dieſen Grund und Boden, der heute dem Seminar
St. Sulpice gehört, rechtlichen Anſpruch zu haben.
Sie erklären ſich aber bereit, für 200 Millionen
Pfund Sterling ihr Erbe den Geiſtlichen auch
fernerhin zu belaſſen. Die letzteren ſehen mit Ruhe
dem Prozeß entgegen; 800 Tiſſiers und Tiſſiers
Erben aber verbringen ſchlafloſe Nächte. Denn die
Villen, die ſie in ſolchen Nächten bauen, die Autos,
die ſie mit 100 Kilometer Geſchwindigkeit durch alle
Paradieſe der Welt führen, verſchwinden oft hinter
grauen Nebeln des Zweifels. Reine Freude empfin=
den
bisher nur die Rechtsanwälte, die eifrig Vor=
ſchüſſe
von den auf Vorſchuß auf die kommenden
200 Millionen Pfund prozeſüerenden Tiſſiers Er=
ben
verlangen.

Der Prozeß Halsmann.
Innsbruck. Im Prozeß Halsmann wur=
den
im weiteren Verlauf die Zeugen Frau
Witwe Oſanna und der Bergführer Alfons Höh=
rager
, der Führer der Rettungskolonne, und
Obermedizinalrat Dr. Rainer von Füger ver=
nommen
. Dr. Rainer ſchilderte die Ereigniſſe
an der Abſturzſtelle, die Blut= und Schleifſpuren
und auch die Beobachtungen an der Leiche, die
er jedoch nicht berührt hat. Es kam darauf
zu einem Zwiſchenfall mit dem Verteidiger Dr.
Peßler, der erklarte, der Zeuge Rainer halte ein
Pladoyer, ſtatt auszuſagen. Er fragte den Zeu=
gen
: Haben Sie bei der letzten Hauptverhand=
lung
draußen im Gang dem Zeugen Alois Kraus
geſagt: Bei den Juden mußt du links ausſagen,
bei den Chriſten rechts
Dr. Rainer antwortete:
Das iſt erlogen. Ich habe nur dem Zeugen ge=
genüber
erklart: Nur nicht das Wort Jude ge=
brauchen
, denn ſonſt heißt es ſofort, er iſt ein
Dr. Peßler erklärte, er ſtelle ſeine
Judenhetzer
Behauptung unter Beweis und mache dafür zwei
Zeugen namhaft. Der Staatsanwalt bat um Ab=
lehnung
der Antrage, und dem Erſuchen wurde
Folge geleiſtet.
Während der Vernehmung der Zeugin Oſanna
wurde dem Vorſitzenden ein offener Brief über=
geben
mit dem Kopf; Bernhard Fuchs, Berlin=
Lichterfelde=Oſt, jedoch ohne Adreſſenangabe. Der
Brief iſt mit der Maſchine geſchrieben und macht
zwei Zeugen namhaft, die am Mordtage auf dem
Wege zur Berliner Hütte die Tat geſehen haben
wollen. Die Zeugen hätten ſich nicht ſelbſt ge=
meldet
, da ſie ſich keinen Schwierigkeiten ausſetzen
wollten. Der Brief wurde von der Verteidigung
als eine Myſtifikation erklärt. Der Verteidiger
Dr. Mahler legte einen an ihn gerichteten ano=
iymen
Brief vor, in dem der Briefſchreiber er=
klart
, er habe mit einem Feldſtecher geſehen, wie
der alte Halsmann ſtarb. Der Sohn ſei unſchul=
dig
. Der Brief iſt unterzeichnet mit drei Kreu=
zen
und Wilderer aus Pitſch.
Das Unglück auf der Rennbahn von Monza
vor Gericht.
Mailand. Die gerichtliche Unterſuchung über
das letztjährige ſchreckliche Unglück auf der Renn=
bahn
von Monza iſt jetzt abgeſchloſſen. Der Prozeß
wird vor dem Oberſten Gerichtshof in Rom ſtatt=
finden
, da die Verantwortlichen, Senator Greſpi
ſowie mehrere Mitglieder des Organiſationskomitees
des Rennens dem Senat angehören. (Es handelt
ſich um das furchtbare Unglück bei dem im vorigen
Jahre auf der Rennbahn von Monza ausgetragenen
Automobilrennen, wobei ein Rennwagen in voller
Geſchwindigkeit ins Schleudern geriet, über einen
mehrere Meter breiten Schutzgraben in die dichte
Zuſchauermenge flog und hier ein gräßliches Blut=
bad
anrichtete. Eine ganze Anzahl Perſonen war
ſofort tot, während mehrere Zuſchauer ihren
ſchweren Verletzungen ſpäter erlagen.)

Geheimrat Dr. Cuno hält die Begrüßungsrede an Bord des Hapag=Dampfers Reſolute‟,
auf dem ſich ein Teil des diesjährigen Tagungsprogramms des Bundes Deutſcher Architekten und
Ingenieure abwickelte.
Wie die wenigen Überlebenden des finniſchen Dampfers Kuru gerekket wurden

Ein Rettungsboot nimmt die Schiffbrüchigen auf.
Bei dem herrſchenden Sturm geſtaltete ſich die Rettung der wenigen Ueberlebenden beim Schiff=
bruch
des finniſchen Dampfers Kuru äußerſt ſchwierig. Einigen Paſſagieren des Kuru war es
geglückt. Schwimmgürtel zu erlangen, ſo daß ſie ſich eine Zeitlang ſchwimmend über Waſſer halten
konnten. Doch konnten im ganzen nur 26 Perſonen lebend ans Ufer gebracht werden.

Graf Zeppelin über dem
Induſtriegebiek.
Nach 2oftündiger Fahrk glatt gelandef.
Das Luftſchiff Graf Zeppelin har mit ſeinen
23 Paſſagieren bei ſchönem Wetter ſeine Fahrt über
das Induſtriegebiet, Hannover und Thüringen ab=
ſolviert
. Die Fahrt ging zunächſt über Stuttgart,
Heidelberg, Frankfurt a. M., Hanau, Schlüchtern,
Gießen, Siegen, Lüdenſcheid, Lenepz, Remſcheid,
Solingen, Düſſeldorf, Vierſen, Krefeld, Barmen,
Iſerlohn, Dortmund, Bochum, Eſſen, Mülheim,
Duisburg, Gelſenkirchen, Buer, Recklinghauſen,
Münſter. In dem Induſtrierevier hatten die Be=
wohner
bereits ſeit dem frühen Morgen die Dächer
und Straßen beſetzt und begwüßten das Luftſchiff mit
lebhaftem Beifall. Die Belegſchaften riefen ihm den
alten Bergmannsgruß Glückauf entgegen, als der
Silberfiſch in niedriger Höhe über den Hochöfen und
Kohlenzechen erſchien. In den meiſten Städten ver=
kündeten
Böllerſchüſſe und das Läuten der Kirchen=
glocken
das Nahen des Luftſchiffes. Gegen ½11 Uhr
erſchien der Kreuzer über Bielefeld und beſuchte
darauf Herford, Bad Oynhauſen, zog üüber die Porta
Weſtfalica, Minden, Bückeburg, Hannover, Braun=
ſchweig
, Magdeburg, Bernburg, Eisleben, den Kyff=
häuſer
, Weimar, Jena, Saalfeld, Sonneberg, Ko=
burg
, Lichtenfels und nahm dann direkr ſüdlichen
Kurs auf Bamberg, Erlangen, Mürnberg, Friedrichs=
hafen
, wo das Luftſchiff nach 20ſtündiger Fahrt um
19,14 Uhr glatt landete.
Kapitän Lehmam hat von Bord des Graf
Zeppelin an die HamburgAmerika=Linie telegra=
phiert
, daß beabſichtigt ſei, am 17. September 5 Uhr
früh eine 24=Stundenfahrt nach Nordweſt=
deutſchland
bis an die Nordſee zu unternehmen.
In die Fahrt wird insbeſondere der geplante Be=
ſuch
Hallburgs eingeſchloſſen. Kapitän Lehlann teilte
weiter mit, daß 20 Paſſagiere auf dieſer Fahrt mit=
genommen
werden können und daß ſich der Paſſagier=
preis
auf 1200 Reichsmark gelaufen wird.
Eine Zeppelin=Taube im Dilltal.
Wetzlar. In der Ortſchaft Edingem (Kreis
Wetzlar) wurd eine völlig erſchöpfte Brieftaube
aufgefunden, die trotz ſorgfältiger Pflege verendete.
Sie hatte an dem linken Fuß einen Gummiring mit
der Aufſchrift Zeppelin und iſt wahrſcheinlich bei
dem letzten Weltflug des Luftſchiffes Graf Zep=
pelin
über dem Ozean abgelaſſen worden.
Schweres Unwetter über Savona.
Mailand. Ein wollenbruchartiger Regen hat
in der Hafenſtadt Sabona große Verwüſtungen an=
gerichtet
und die Straßen unter Waſſer geſetzt. Im
nahen Induſtrieort Wado hat der Blitz das Lager=
haus
einer Lackfabrik in Brand geſetzt, das voll=
ſtändig
vernichtet wurde.
Unwetter in Liſſabon.
Liſſabon. Ueber Liſſabon ging ein außer=
gewöhnkich
ſchweres Gewitter nieder, das große
Ueberſchwemmungen zur Folge hatte. In vielen
Straßenzügen ſtand das Waſſer bis zur eimer Höhe
von zwei Metern. Menſchenleben ſind glücklicher=
weiſe
nicht zu beklagen, jedoch iſt der Sachſchaden
ſehr groß.
Anhaltendes Steigen des Nils.
Kairo. Der Waſſerſtand des Mil gibt weiter
zu ernſten Beſorgniſſen Anlaß. Obwohl die Hoch=
waſſermarken
früherer Jahre bereits überſchritten
ſind, iſt der Nil noch immer im Steigen begriffen.
Bei nur noch geringem Steigen dürften die ſoge=
nannten
Nilgeſetze zur Anwendung gelangen, nach
denen alle Einwohner Aegyptens zur Abwehr einer
öffentlichen Gefahr ihre Dienſte den Behörden zur
Verfügung ſtellen müſſen. Vom ägyptiſchen Innen=
miniſterium
iſt bekanntgegeben worden, daß alle
erdenklichen Maßnahmen getroffen werden, um
Schäden an Ernte und Eigentum zu berhüten. An
mehreren Stellen iſt der Nil jedoch bereits über die
Ufer getreten und hat große Mengen der Baum=
woll
= und Maisernte vernichtet. Zahlreiche Per=
ſonen
ſind infolge der Ueberſchwemmung von ver=
ſchiedenen
Ortſchaften obdachlos geworden. Wer=
luſte
an Menſchenleben ſind bisher nicht bekannt ge=
worden
.
Ein Straßenbahnwagen in New Orleans
mit Dynamit beworfen.
New Orleans. Im Zuſammenhang mit dem
Straßenbahnerſtreik wurde hier gegen einen Stra=
ßenbahnwagen
Dynamit geworfen. Der Wagen, der
nur mit drei Fahrgäſten beſetzt war, wurde nur leicht
beſchädigt, aber die raſch ſich anſammelnde Menge
verſuchte, den Wagen zu gerſtören. Die Polizei ver=
hinderte
dies, indem ſie mit Tränengas gegen die
Menge vorging.
Automobilunglück.
Madrid. Aus Tetuan wird ein ſchwerer
Automobilunfall gemeldet. Ein mit ſpaniſchen Sol=
daten
der Garniſon Bab Taza voll beſetzter Mili=
tärlaſtwagen
ſtürzte um und fiel in eine Schlucht.
Dabei wurde ein Soldar getötet, drei ſchwer und
vier leicht verletzt.
Die männliche Schönheitskönigin.
In dem kleinen Städtchen Coxyde an der bel=
giſchen
Küſte hatte ſich die ganze Bevölkerung, jung
und alt, an einem ſchönen Septemberabend im größ=
ten
Saal eingefunden, um die Schönſte zu erwählen
und ihr die Krone der Königin aufzuſetzen. Wenn
man den Augen der Jury glauben dürfte, waren ſie
alle hübſch, die Kandidatinnen, ſo reizend, daß die
Parisjünger zu keinem Entſchluß ſich aufraffen
konnten. In ihrer Not appellierten ſie an das Volk,
und die Stimme des Volkes erhob ſich mächtig und
einmütig für das reine Geſicht und die zarte,
ſchlanke Geſtalt eines jungen Mädchens, das man
bisher kaum beachtet hatte. Beim Tanz zeigte ſie
ſolche Anmut und Charme, daß die Kavaliere ſich
jetzt um ſie riſſen. Alles ſchien eitel Wonne und
Freude, und manches Herz ſchlug höher. Die leiſen
Takte des letzten Tangos verklangen, da löſte ſich die
Schöne aus den Armen ihres Kavaliers, ſprang mit
behenden Schritten auf die Bühne, auf der ſie
Stunden zuvor zur Königin gewählt worden war.
Sie lächelte noch einmal ein letztes Kömiginnenlächeln.
verſchwand dann hinter Vorhängen .. . . Die
Kavaliere, alle anweſend, ſie waren gebannt von
dieſem Lächeln und warteten. Und ehe die ganze
Ewigkeit einer kleinen Minute vergangen war,
prang auf die trügeriſchen Bretter der Bühne ein
.... junger Mann aus Brüſſel.

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Seite 12

Freitag, den 13. September 1929

Nummer 254

Deutſches Fürſtenleben im
45. Jahrhundert.

Von Prof. Dr. phil. h. . Karl Berger.
Die politiſche Geſchichtsſchreibung hat uns daran gewöhnt,
die Fürſten früherer Zeiten hauptſächlich nur als geborene Mit=
ſpieler
und Spielleiter auf der gewaltigen Bühne, die die Welt=
geſchichte
bedeutet, zu beachten und einzuſchätzen. Aber nicht
jeder von ihnen iſt zum Helden und Liebhaber im Vordergrund
des dröhnenden Kriegstheaters oder zum Chorführer oder
Charakterdarſteller auf dem ränkevollen Schauplatz der Haupl=
und Staatsaktionen berufen geweſen; auch vepresentative
men Vertreter der Menſchheit, im Sinne Emerſons finden
ſich nur wenige unter der ungeheuren Schar. Und doch als vor=
zügliche
Vertreter der jeweiligen Zeitverhältniſſe dürſen auch
fürſtliche Durchſchnittsmenſchen gelten, ſelbſt wenn es ihnen nicht
beſchieden war, auch nur das beſcheidenſte Inſtrument im politi=
ſchen
Orcheſter zu ſpielen; denn da ſie vermöge ihrer Stellung
tonangebend und den guten wie den ſchlimmen Einflüſſen der
Zeit mehr als gewöhnliche, im Dunkel geborene Sterbliche aus=
geſetzt
waren, ſpiegeln ſich in ihrem Leben und Treiben leicht die
geſelligen und geſellſchaftlichen Neigungen, die ſittlichen und
materiellen Verhältniſſe der höheren Stände überhaupt. Das
gilt aber in ganz beſonderer und weitumfaſſender Weiſe für jene
Zeiten, die einen Unterſchied zwiſchen Volk und Gebildeten
noch nicht kannten: wo alle Stände eines Volkes in ihrer Ge=
fühls
= und Denkweiſe, in ihrer Bildung einheitlicher waren,
als dies heute der Fall iſt. Eine ſolche Zeit war für das deutſche
Volk das 15. Jahrhundert, als der in mancher Beziehung zweifel=
hafte
, weil die Volksſchichten einander entgegenſetzende Segen
des Humanismus noch nicht durchgedrungen war. Einen un=
mittelbaren
Einblick in das innere und äußere Leben der Mäch=
tigen
jener Tage als unbefangen ſich gebender Menſchen geſtattet
uns eine Sammlung von Pridatbriefen deutſcher Fürſten und
Fürſtinnen, adeliger Herren und Frauen, die vor mehr als
einem Vierteljahrhundert als erſter Band der Denkmäler der
deutſchen Kulturgeſchichte von Dr. Georg Steinhauſen heraus=
gegeben
worden iſt. Dieſe menſchlichen Dokumente verdienen es,
aus dem Dunkel ihrer Büchergruft ans helle Licht der Oeffent=
lichkeit
gerückt zu werden.
Alles Politiſche iſt weggelaſſen, damit alles, was Herz und
Sinn dieſer Menſchen in Liebe und Haß, in Luſt und Schmerz
einſt bewegt hat, wofür und wovon ſie lebten und woran ſie ſich
ſtießen oder ſich erwärmten, was ſie beſchäftigte und reizte, um
ſo reiner und treuer ſich ſpiegle. Aus dem ſchwerfälligen, ſteifen
Drum und Dran überlieferter Formen und Formeln bricht zu=
weilen
Allerperſönlichſtes, Menſchliches=Allzumenſchliches hervor;
aus dem urkundenmäßigen, verſchnörkelten Briefſtil leuchtet da
und dort Seele! Hier fühlt und denkt, ſpricht und ſchreibt der
Fürſt wie der gemeine Mann, die hochfürſtlich Geborene wie
die Bürgersfrau! Alle Mundarten vom Meer und dem nieder=
deutſchen
Tiefland bis zu den ſchwäbiſchen Bergen und den
bayeriſchen Alpen ſind vertreten; grob und zart, derb und innig,
wie’s den Menſchen gerade ums Herz iſt. Die Erdengötter reden
von Familienleid und =freud, von ihren perfönlichen Sorgen,
Fünſchen und Hoffnungen; Freundſchaft und Liebe kommen
ebenſo zu Wort wie Fehde und Zorn, Freigebigkeit und Hab=
ſucht
, Milde und Härte; wahr, ungeſchmückt und ungeſchminkt,
ohne eingelernte Gebärde und künſtlich ſtudierte Haltung, frei
vom Zwang höfiſcher Etikeite treten die Menſchen vor uns hin.
Eins zeichnet die Beſten unter ihnen aus: urwüchſiger, oft der=
ber
, ebenſo herzlicher wie herzhafter Humor, eine ganz unzim=
perliche
Offenheit, die jedes Ding beim rechten Namen nennt
und die uns Kindern einer an konventionelle Lügen gewöhn=
ten
Zeit oft recht unanſtändig erſcheinen mag. Die kräftigen

Scherze mancher hochfürſtlichen Gnaden würden heute nicht nur
gezierten Hofdemen auf die allzu empfindſamen Nerven fallen!
Wenn wir an jenen Fürſtenhöfen einkehren, ſo müſſen wir uns
bewußt ſein, um mit Schiller zu reden: Kein Auguſtiſch Alter
blühte, keines Mediceers Güte lächelte der deutſchen Kunft,
andere Künſte, andere Wiſſenſchaften als an den ſchwülen Höfen
der italieniſchen Renaiſſancefürſten wurden unter dem nordiſchen
Himmel gepflegt. Auch in den Herzen der deutſchen Fürſten und
Edlen loderte Leidenſchaft, aber meiſt nicht für irgendwelche
äſthetiſche oder weither geholte künſtleriſche Dinge und Belange:
noch ging es dort etwas barbariſch zu, eintönig, nüchtern, aber
geſund und gründlich! Kriegeriſche Künſte, mannhafte Wiſſen=
ſchaft
waren an der Tagesordnung. Dem edlen Weidwerk
und den Ritterſpielen, beſonders dem Turnier, galt der
ganze leidenſchaftliche Eifer des chriſtlichen Adels deutſcher
Nation, für ſie erglühten auch die edlen Frauen und Jung=
frauen
. Es wimmelt in dieſen Briefen von Jägern und
Jagdabenteuern von Jagden auf alles, was da kreucht
und fleugt. Die Einladungen gehen hin und her, bald zu Wild=
chweinshatz
, bald zur Jagd auf Hirſche, Rehe, Wölfe und
Bären, Haſen, Faſanen und Hühner. Den Gäſten ein gut gejaid
zu machen iſt vornehmſte Pflicht des Wirtes. Dabei geht es oft
hoch her. Der glänzendſten Hofhaltungen eine war die des
Brandenburger Kurfürſten Albrecht Achilles zu Ansbach, eines
in allen ritterlichen Künſten erfahrenen Herrn und leidenſchaft=
lichen
Jägers. Aus einer ſeiner Einladungen an den Grafen
Ulrich von Württemberg, den Vater ſeines Schwiegerſohnes
Eberhard, erfahren wir, wie der Jagdhaushalt eingerichtet wer=
den
ſoll: Wir wollen helfen zum Ziel ſchießen und euch und
auch die anderen Jungen mit den Frauen tanzen und fröhlich
ſein laſſen. Doch wollen wir uns nyderlegen und aufſteen, wenn
wir wollen. Desgleichen mag ein Jeder auch thun. Ihr, die
Elß (des Kurfürſten Tochter), wir und die Ann (A. A.8 zweite
Gemahlin) wollen in unſerem Stüblein eſſen und den jungen
zwehen, euren und unſeren ſohne, den Hof befehlen, eſſen und
trinken, wie ſie wollen. Natürlich wird trotz allen Jagens der
Wildſtand gehegt und geſchont; das Wohl des Wildes geht vor
dem Weh der Bauern: wiewol ſie (die Schweine) den Leuten
ſchaden thun und dem Wildpret unheimlich ſind, ſo wollen wir
ſie doch ſparen, daß wir zu Jahr auch zu jagen haben, ſchreibt
Albrecht Achilles ſeinem Sohne Johamn, und kann ihm bald
darauf verſichern: Und iſt noch Swein und ander Wildpret,
Gott ſei’s gelobt, genug hie außen und guter Fried: Gott geb
lang! Der Alte fühlt ſich wohl zu Ansbach, denn er hat gut
Sweinhund und gut Fuchshund und iſt König Artus Hof hie mit
jagen, beißen, hetzen, ſtechen, rennen und aller Kurtzwil. Des
Abends aber ſpotten ſie der Leut beim Wein und ſin fröh=
lich‟
. Das Wort dieſes Fürſten: wir ſorgen mehr umb unſer
Wildpret denn umb all unſer Gut paßt auf alle ſeine Standes=
genoſſen
; die meiſten ſind gewaltige Nimrode, die Jagd iſt ihre
Lieblingsbeſchäftigung. Aber gar manchem mochte es ergehen
wie dem jungen Markgrafen Johann, ſpäter als gewandter La=
teiner
Cicero zubenannt, den ein gewiſſer Bildungstrieb ſich
früh aus dieſem ewigen Einerlei herausſehnen ließ; er wollte
etwas mehr ſehen und lernen, dann allein je zu zeiten umbs
Luſts und Verfließung der Zeit willen nach Rehen und anderm
Wilde zu jagen; er will hinaus, zum Reichstag nach Augsburg,
damit er nicht ganz verſitze und nicht wüßte, ſo wir einſt zu
Leuten kämen, wie wir uns gegen Fürſten und andern mit Ehr=
erbietung
und Reden halten ſollen und alſo ein nyderländiſcher
Landesfürſt und Jeger bliben, der ſein Tag nichts geſehen noch
gehört und ihn ſelbſt, ſeinen Landen und Leuten wenig genutzen
mocht. Aber der Vater wollte von dem Bildungsdrange des
Sohnes nichts wiſſen, vielleicht fürchtete er die Vermehrung der
Unkoſten, und ſo muß ſich Johann beſcheiden: wollen wir thun
als der gehorſam Sohne . . . und lenger ein Jeger bleiben, als
wir zuvor geweſt ſind."
Natürlich erfahren wir von dieſen Weidmännern auch genug
über Hundearten und =Raſſen, ihren Zuſtand, ihre Eigen=

chaften, ihre Verwendbarkeit u. a. m. Leit= und Spürhund
Braken und Winden, Schwein= und Vogelhunde, Hatz= um
Schoßhunde werden ſtändig ausgetauſcht. Man erbittet
Hunde, die gut ſein zu der Rehe Tod oder ſolche, die dii
Bären gern ſuchen. Heinrich von Rechberg ſchickt dem Kurfürſte=
Ernſt von Sachſen drey Jagdhund und ein Leithund von de
beſten Art und hofft, ſie werden ihren Eltern nachſchlagen: ſ
kummen alle aus dem Land Schwitz und ſind des rechten Gu
derswiller Hund, das doch die beſten Jagdhund ſein, ſo man F;
in allen Landen finden mag. Sollten ſie aber nicht Beifg=
finden
, ſo ſoll der Kurfürſt ihnen die Schwentz abhauen laſſe
und ſie wiederſchicken. Auf den Sommer verſpricht er dan-
neue
. Auch die Holſteiner Raſſe iſt geſucht, die nicht mit Fleiſn
überladen ſein und den Hirſchen folgen können. Nicht alle Hund
pender ſind ſo wohlmeinend wie der wackere von Rechber
Wenigſtens ſagt Ulrich von Württemberg als tüchtiger Hund a

kenner ſeinem lieben ſweher Albrecht Achilles unzweideutige)
Dank für überſandte Hunde mit dem Wunſche, ſeim Lieb, de

Kurfürſt, hätte doch wohl beſſer den Tieren zuvor in die Mäul=
geſchaut
, da ſie ihren Zähnen nach eher über als unte
achtzig Jahren ſeien. Solche alten Bettler lehnte man wob
rdnu
auch kurzerhand ab.
Wie ſchon die germaniſchen Frauen Bogen und Jagdſpie /egoſod
weidgerecht zu handhaben wußten, ſo nahmen auch ihre fürfier is!
lichen Enkelinnen tätigen Anteil am Weidwerk. Namentlich a.,
der Reiherbeize erfreuten ſich vornehme Frauen mit Vox Jeugllb,
liebe. Die Jagd mit Falken galt als beſonders edel. Falken z uzr allel
ziehen und abzurichten war das Geſchäft der Falkoniere, die, wen / mſtoffes,
tüchtig, ſehr geſucht waren. Schon Kaiſer Friedrich II. hatte ei anicheufeln
Büchlein de arte venandi eum avibus (über die Kunſt de Agen, kame
Jagens mit Vögeln) geſchrieben, auch andere haben, dieß ode die
Kunſt ſhriftſtelleriſch behandelt. Auch durch die bildend. uchung
Kunſt iſt die maleriſche Falkenjagd mehrfach dargeſtellt worden, chne E
in ritterlichem Jagdzug erſcheinen hoch zu Roß edle Frauen, de- me Scha
Falken auf der Hand. Und ſo berichten denn auch unſere Brieß, Koren=
von
wagemutigen Jägerinnen. Kurfürſtin Anna von Brai=

denburg iſt dem Weidwerk, ergeben wie ihr Gemahl. Der ſE. Weh d"
gen eines
beſuchenden Königin von Dänemark macht ſie ein gejaid: wi.
fingen ein Hirſch; da hat ſie ein groß Wohlgefallen ob und win /,4
wiederkommen. Ihr Gatte gibt ihr wiederholt genane Anwes 2"
ſung, wo und wie ſie zu jagen habe. Bekannt iſt ja, daß beid i.
Hemahlinnen Kaiſer Maximilians I., des letzten Ritters/-
Maria von Burgund und Blanca Sforza, bei der Reiherbeiz /Abudung
durch Sturz vom Pferde zu Tode gekommen ſind. Die Burgux=Afü die 2
derin wird auch hier von ihrem Gemahl als ein gantze Waid=ung des
männin mit Falken und Hunden gerühmt. Sie hat ein großf die ſtören

weiß Windſpiel, das liegt zu meiſten Teil alle Nacht bei uns. wendung
Aus den Niederlanden begleitete ſie gelegentlich ihren Gemah !k von i
in die heimiſchen Alpen zur Gemsjagd. Auch auf ſelteneres nLuſtſtr
Wild hatte es Maximilian, abgeſehen, wie er dem Erzherzos /e Kreiſe
Sigmund von Oeſterreich 1490 ſchreibt: Wir werden morge
d dar
Gemſen jagen. Goit geb, daß wir mögen eine mit unſer HanS, auch zu
ällen! Wir tragen beſonderen Haß zu denſelben wilden Tieren
mpfung
Und wir richten hier ein Gejaid zu mit wilden Wurmen, gen. die Mert,
ſchwarze Bären; das ſeind gar viel hieumb. Den Wölfen wer= z, erſte
den in der Gegend von Schwangan Selbſtgeſchoſſe aufgerichtet. eines
Von Worms, wo er einen Tag abhielt, treibt es ihn zur Jagt
rſatz vo
in den Alpen: wir haben uns von Weib und Kinder und vor
uspuffg
unſeren lieben, ſchönen Raigern, Falken und Hunden geſchieder
Bei Innsbruck ſoll ein Jagen veranſtaltet werden: es wirde
tun
maniger zu dieſem Gejaid vom Rein, Kurfürſten und Forſten,
und vom allen Stremen deitſcher Nacion ſein, die nie geglaubt
dieten, daß ſie ſolch pirg (Berge) und andere ſelzame Getaid Tuch
ſehen ſullen. Ich hoff zu Gott, daß ſolche Hörner da erlauten
werden und ſo maniger wilder Waidgeſchray, daß es den Turz //0M M
ken und allen andern poſſen (böſen) Kriſten ihr Ohren erſchellen
werden
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Die Lorenzische Gas-
kurbine
.

Von
Dr. Alfred Gradenwitz.

gus Problem der Gasturbine ſteht ſeit, langem auf der
amordnung, und viele erhoffen von ſeiner Verwirklichung
erſhaffung der idealen Kraftmaſchine. Zum erſten Male in
naruus dem Jahre 1791 ſtammenden Patentſchrift ausgeſpro=
eer
at es jedoch ſoviel techniſche Schwierigkeiten geboten, daß
e negültige Löſung immer noch auf ſich warten läßt.
dr allem war es die hohe Temperatur des verdampften
zrimſtoffes, die den Erfindern zu ſchaffen machte. Die Tur=
innnhaufeln
waren den ſtarken Wärmewirkungen nicht ge=
jawyfn
, kamen leicht zum Erglühen und konnten in erweichtem
uude die mit der ſchnellen Umdrehung verbundene hohe Be=
ſſorchung
nicht aushalten. Wohl wurden hiergegen manchmal
ichtt ohne Erfolg Vorkehrungen getroffen; dies geſchah jedoch
ie one Schaden für die Betriebsſicherheit.
( Lorenzen in Berlin hat vor der Löſung des endgültigen
gfronclms zunächſt ein Teilproblem, das der mit den heißen
boſain eines Verbrennungsmotors geſpeiſten Abgastur=
ud
zire in Angriff genommen und mit Erfolg bewältigt. Eine
* Anernnge Turbine iſt einmal an und für ſich als willkommenes
daß Mſitt zur Ausnutzung von ſonſt verlorengehenden Energie=
Ritiueragn überaus wertvoll; außerdem aber ſtellt die bei ihrer
eiheihunchildung gewonnene Erfahrung eine hinreichende Grund=
Bungg fir die Schaffung einer reinen Gasturbine, d. h. für die Er=
eistug
des endgültigen Zieles, dar.
ge ſtörenden Wärmewirkungen vermeidet der Erfinder durch
sndung ſehr dünnwandiger hohler Schaufeln, die durch
nmnvon innen kommenden Luftſtrom wirkſam gekühlt werden;
jeverLuſtſtrom wird durch ein mit dem Turbinenrad zuſammenge=
aun
Kreiſelgebläſe angeſaugt und kühlt zunächſt das Turbinen=
adand
dann die Schaufeln. Nach erfolgter Kühlung liefert die
ufü ſuch zum Antrieb der Turbine ihren Beitrag, da ſie die
Zerwonpfung des Brennſtoffes beſchleunigt und das Gasgemiſch
rpefert.
de erſte Abgasturbine dieſer Art iſt ſeit einiger Zeit an dem
rMatg eines 10=pferdigen Mercedeswagens in Betrieb, und zwar
IlssEſatz von deſſen Boots=Gebläſe. Sie nutzt den Energiereſt
vevernAspuffgaſe des Motors aus; die aus ihrem Gehäuſe aus=
trämnde
heiße Luft geht in der Vergaſer, wo ſie zur Verſtärkung
fowſernLiſtung dient. Bei einer Fahrt mit dieſem Wagen kann
nan deutlich beobachten, daß der Motor ungleich beſſer durch=
ſiellt
ils ſonſt und daß der Vergaſer die Luftwärme faſt reſtlos
vererucht. Die Anſaugleitung bleibt kühl, und das Auspuff=
nuch
wird ſtark gedämpft.
M der Deutſchen Verſuchsanſtalt für Luftfahrt in Berlin=
ſdlarhof
iſt eine zweite Turbine ähnlicher Bauart in Verbindung
nity mem 300=ferdigen Flugmotor eingehend geprüft worden.
Sie ſutzte, wie ſich einwandfrei feſtellen ließ, 12 bis 16 Prozent
ryden Auspuffgaſen verbleibenden Energie aus.
Letartige Abgasturbinen bedeuten für Automobilmotoren
inamwichtigen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Schaffung
hinus Wagens ohne Getriebe; ſie machen ferner den läſtigen
Aurhfftopf überflüſſig. Dem Flugmotor eröffnen ſie neue
Möiſſchkeiten für Höhenflüge, und zwar ſchon jetzt mit erheblicher
Betribsſicherheit.
Agenblicklich beſchäftigt ſich Lorenzen mit der Konſtruktion
Zeinar unmittelbar für Krafterzeugung beſtimmten reinen Gas=
ſturane
. Dieſe ſoll alſo nicht mehr durch Auspuffgaſe, ſondern
dirnſtaus einer Verbrennungskammer betrieben werden, in der
die=itzte, verdichtete Kühlluft durch Verbrennen flüßigen Brenn=
ſtofffe
auf hohe Anfangstemperaturen gebracht wird.
Der Techniker Plinus.
Von
Dr.=Ing. e. h. Franz M Feldhaus, Berlin.
erjus Plinius Secundus iſt im Jahre 23 nach Chr. zu Como
geblrn. Er wurde Offizier des Römerheeres und ſpäter Staats=
magn
Als Liebhaber der Wiſſenſchaften ſchrieb er ums Jahr 77
eingſhr umfangreiches Werk Naturgeſchichte, eine wortreiche,
gunymeinte, aber unkritiſche Zuſammenſtellung deſſen, was den
Versfüer intereſſierte. Er hatte etwa 2000 Verfaſſer durchge=
leſeſ
und ſich rund 20 000 Gegenſtände notiert. 510 Autoren
werdn von Plinius angeführt. Ueber Welt und Länder, Berge
und flüſſe, Erfindungen und Tiere, Bäume und Feldfrüchte,
Arzmen und Metalle, Farben und Steine wird in bunter Reihen=
folglen
37 Büchern mehr geplaudert als gelehrt. Das Werk iſt
das ifangreichſte Buch der römiſchen Literatur über Natur=
wiſſtenchaft
und Technik, und es war immer in hohem Anſehen.
Die nuere Forſchung hat manches aufklären können, was bisher
dunh war. Zumal für das techniſche Wiſſen und Können der
Röu kam in den letzten Jahren aus dem Plinius manche Auf=
law
. Die Römer waren nicht nur gute Bautechniker, ſon=
derfr
uch gute Maſchinenbauer. So ſpricht Plinius von der
Dreßſhank, wie auch über einzelne Werkzeuge, z. B. Bohrer, Feile
und ſobel.
* ſpricht von Glaſerdiamanten, beſchreibt das Löten, das
Meliſſchlagen und die Meſſingbereitung. Bimsſtein und Schmir=
bel
hrden als Schleifmittel erwähnt. Er ſagt, daß man Ma=
ſcien
ſchmiere, daß man verzinne, und die Nielloarbeiten kenne
Dau Follfett (Lanolin) iſt ihm bekannt. Er kennt die gefährliche
Nolhſeſäure, erwähnt die Bereitung von Gußeiſen, ſpricht von
Erihſs und Erdöl. Das Batiken und die Verwendung von
Dannvolle, die Verarbeitung des Hanfes und des Flachſes ſind
yns kkannt; das Färben mit Indigo oder Purpur wird beſchrie=
Vem=Ferner: Brenngläſer, Fenſterglas, die Elektrizität des Tur=
Mann Glimmer, ein geheimnisvolles, biegſames Glas, die Ver=
wewhng
von Lampen in Bergwerken, Magnetismus, Meteor=
EAA Seife, Soda, Stärkeherſtellung, Vexierſpiegel, elektriſche
Zihgiſche, Reagenzpapyrus, Probierſteine für Goldarbeiter
SasDlen der Fußböden, Fiſchleim, die vor dem Licht des
Sch ers hängende Kugel, Goldgewebe, die Jutaſiaarbeit der
ZiNAr, und die unverbrennbaren Gewebe aus Aſbeſt werden
VeBſelt. Dies iſt nur eine flüchtige Auswahl aus all den
S , die bei Plinius zu finden ſind. Bald ſpricht er ein=
ReOiſ, bald nur ganz kurz von dem einen oder anderen. Oft
Aſachlich, manches Mal aber auch abergläubiſch. Aber er
eKins, wie vieles Techniſche den Römern der Kaiſerzeit be=
E war. In manchen Fällen gibt Plinius ganze Ueber=
über
den Fortſchritt einzelner Erfindungen, ſo z. B. für
De hralen Heizungen oder für Preſſen.

Neue Verfahren der
Holzverkohlung
Von
Dr.=Ing. A. Sander, Berlin.
Die Induſtrie der Holzverkohlung, die namentlich in den
waldreichen Gebieten Rußlands, Polens, Schwedens und Jugo=
ſlawiens
ſehr verbreitet iſt, hat auch bei uns eine nicht geringe
Bedeutung, da ſie neben der Holzkohle eine Reihe wertvollen
Nebenerzeugniſſe liefert, wie Eſſigſäure, Methanol und Azeton,
die in der chemiſchen Induſtrie eine ausgedehnte Verwendunt
finden. Die große Nachfrage nach dieſen Stoffen hat dazu ge=
führt
, daß man ihre Gewinnung auch auf ſynthetiſchem Wege
(Eſſigſäure und Azeton aus Azetylen, Methanol aus Waſſergas
unter Hochdruck) mit Erfolg in Angriff genommen hat. Durch
dieſen Wettbewerb der ſynthetiſchen Erzeugniſſe wurde die Holz=
verkohlungsinduſtrie
begreiflicherweiſe in eine recht ſchwierige
Lage verſetzt, und es hatte eine Zeitlang den Anſchein, als ob die
alten Holzverkohlungsbetriebe über kurz oder lang zum Ausſter=

Sinno-Ofen.

ben verurteilt ſeien. Wie auf ſo vielen anderen Gebieten hat
man jedoch auch hier in den letzten Jahren durch Rationaliſie=
rung
und Zuſammenfaſſung der Betriebe, ferner durch Einfüh
rung neuer Arbeitsverfahren beträchtliche Fortſchritte gemacht,
ſo daß auch in Zukunft mit einer weiteren gedeihlichen Entwick=
lung
dieſer Induſtrie wohl gerechnet werden darf.
Während man bisher in der Regel nur große Holzſcheite der
Verkohlung unterzogen hat, wird heute auch der Verwertung der
kleinen Aeſte und des ſonſtigen, früher vollkommen vernachläſſig=
ten
Abfallholzes erhöhte Beachtung geſchenkt. Hierbei iſt zu
unterſcheiden zwiſchen dem Abfallholz, das im Walde beim Fäl=
len
der Bäume entſteht, und ſolchen Abfällen, die ſich in großen
Holzverarbeitungsbetrieben ergeben. Für die Verwertung der
im Walde anfallenden Holzabfälle hat man in letzter Zeit beſon=
ders
leichte Verkohlungsöfen konſtruiert, die teils fahrbar, teils
leicht zerlegbar ſind und die ſomit im Walde ſelbſt unmittelbar
an der Gewinnungsſtelle der Holzabfälle raſch aufgebaut und in
Betrieb geſetzt werden können. Dieſe Oefen ſind namentlich in
Frankreich verbreitet, wo in den letzten Jahren zur Förderung
dieſes Induſtriezweiges mit Unterſtützung der Regierung mehr=
fach
Wettbewerbe veranſtaltet worden ſind. Frankreich hat an
einer Vergrößerung ſeiner Holzkohlenerzeugung ein ganz beſon=
deres
Intereſſe, weil es durch vermehrte Anwendung des Gene=
ratorgasbetriebes
, der ſich bei Laſtkraftwagen recht gut bewährt
hat, ſeine ſehr beträchtliche Benzineinfuhr verringern zu können
hofft. Die Nutzbarmachung der in Sägewerken und anderen
holzverarbeitenden Betrieben anfallenden Abfälle iſt beſonderz
in Amerika zu hoher Vollkommenheit entwickelt worden, und es
ſei in dieſem Zuſammenhang darauf hingewieſen, daß z. B.
Ford vor wenigen Jahren ſeinen Automobilfabriken eine Holz=
verkohlungsanlage
angegliedert hat, die lediglich das Abfallholz
dieſer Fabriken verarbeitet und zu den größten Betrieben Ame=
rikas
zählt.
Auch der in Oeſterreich gebaute Sinno=Ofen iſt für die Ver=
wertung
von Abfallholz beſonders geeignet, da er überall binnen
24 Stunden aufgeſtellt werden kann, infolge niedrigen Gewichtes
der einzelnen Ofenteile mit geringen Koſten von einer Stelle zur
anderen transportiert werden kann und nur ſehr wenig Bedie=
nung
erfordert. Dieſer Ofen arbeitet ohne jeden Abbrand, er
kann ununterbrochen betrieben werden, indem alle halbe Stunde
oben friſches Holz eingefüllt und unten die fertige Holzkohle ab=
gezogen
wird, und er hat einen Durchſatz von 10 Raummetern
lufttrockenem Holz in 24 Stunden. Dieſe Holzmenge liefert etwa
1250 Kg. Holzkohle wit einem Heizwert von über 7000 Kalorien
je Kg., ſowie etwa 150 Kg. Holzteer. Für größere Leiſtungen
werden einfach mehrere ſolcher Oefen in einer Batterie nebenein=
ander
aufgeſtellt. Beſondere Beachtung verdient der Umſtand
daß die erzeugte Holzkohle in bereits abgekühltem Zuſtande aus
dem Ofen abgezogen wird und ſomit nicht mit Waſſer abgelöſcht
zu werden braucht.

Eine noch größere Bedeutung als die apparativen Verein=
fachungen
und Verbeſſerungen, die hier nur ganz kurz ſkizziert
werden konnten, dürften für die künftige Entwicklung der Holz=
verkohlungsinduſtrie
einige neue Verfahren erlangen, die unter
Verwertung der auf anderen Gebieten mit Erfolg angewandten
Forſchungsergebniſſe ausgearbeitet worden, bisher aber noch
nicht über das Verſuchsſtadium hinaus gediehen ſind. So hat
man z. B. verſucht, dem zu verkohlenden Holz gewiſſe Metall=
ſalze
zuzuſetzen, die anſcheinend eine katalytiſche Wirkung aus=
üben
und den Zerſetzungsvorgang bei der Erhitzung des Holzes
in beſtimmter Richtung beeinfluſſen. Auf dieſe Weiſe hat man
feſtgeſtellt, daß ein Zuſatz von nur einem halben Prozent Soda
die Ausbeute an Eſſigſäure bei der Verkohlung nahezu verdop=
pelt
. Dieſes überraſchende Ergebnis berechtigt zu der Hoffnung,
daß bei ſyſtematiſcher Prüfung der verſchiedenſten Zuſätze noch
weitere intereſſante Erkenntniſſe über den Verlauf der Holz=
zerſetzung
gewonnen werden, die für die Praxis von hohem
Werte ſind.
Auch die Anwendung phyſikaliſcher Hilfsmittel, wie Vakuum=
oder
Druckdeſtillation, mag ebenſo wie bei der Kohle auch beim
Holz eine weſentliche Veränderung der Deſtillationsprodukte
nach Menge und Art zur Folge haben. Verſuche, die Verkohlung
des Holzes mit überhitztem Waſſerdampf vorzunehmen, ſind ſchon
vor einer Reihe von Jahren von Prof. Wislicenus ausge=
führt
worden und haben ergeben, daß auch hierbei weſentlich
mehr Eſſigſäure als bei der gewöhnlichen Verkohlung und unter
Umſtänden gar kein Teer gebildet wird. Einen anderen Weg
geht Prof. Schwalbe, der früher lange Jahre an der Tech=
niſchen
Hochſchule in Darmſtadt gewirkt hat; er hat ein Verfah=
ren
zur Naßverkohlung von Holz ausgearbeitet, bei dem das
Holz mit Chlormagneſiumlauge bei 180 Grad und einem Druck
von 5 bis 6 Atmoſphären behandelt wird. Auch hierbei erhält
man weſentlich mehr Eſſigſäure und Holzgeiſt als bei der ge=
wöhnlichen
Verkohlung und anſtelle von ſchwarzbraunem Teer
werden hellgelbe Oele gewonnen. Die bei dieſer Naßverkohlung
gebildete Kohle hat einen Heizwert von nur etwa 6000 Kalorien,
ſie kann jedoch durch nachträgliche trockene Deſtillation in ge=
wöhnliche
Holzkohle unter gleichzeitiger Gewinnung teeriger
Stoffe verwandelt werden.
Wie man aus dieſen Ausführungen erſieht, iſt die chemiſche
Forſchung eifrig bemüht, der Holzverkohlungsinduſtrie aus ihrer
derzeitigen bedrängten Lage herauszuhelfen.

Der Hollandtunnel.
Von
Dipl.-Ing. Kreh, Mainz.
Der Hollandtunnel trägt ſeinen Namen nach ſeinem Erbauer
Clifford M. Holland. Er verbindet die Stadt New=York unter
dem Hudſon hindurch mit Cherſy=City. Er hat eine Länge von
2800 Meter, wovon 1670 Meter auf die eigentliche Flußlänge
entfallen. Der Tunnel beſteht aus zwei parallel laufenden Röh=
ren
von je 9 Meter Durchmeſſer. In jeder Röhre ſind 2 Längs=
durchlaufende
Platten eingezogen, die untere dient als Fahr=
bahn
, die obere als Decke. In dem Kreisſegment unter der
Fahrbahn wird die Friſchluft zugeführt, in demſelben Raum
über der Decke werden die Abgaſe abgezogen. Die Fahrbahn hat
eine Breite von 6,1 Meter, der Fahrraum eine Höhe von 4,11 Meter.
Jede der Röhren darf nur in einer Richtung, und zwar mit einer
Höchſtgeſchwindigkeit von 45 Kilometer ſtündlich befahren wer=
den
. Oeffentlicher Fußgängerverkehr findet durch den Tunnel
nicht ſtatt. Nur für das Aufſichtsperſonal iſt ein erhöhter Fuß=
ſteig
an der Tunnelwand angebracht. In dem erſten Betriebs=
jahr
, das im November 1928 endete, haben 8,5 Millionen Fahr=
zeuge
den Tunnel durchlaufen. Da der Abſtand zwiſchen den
Fahrzeugen nicht kleiner als 23 Meter ſein darf, können 1900
Fahrzeuge eine Röhre in der Stunde durchfahren. Aus dieſen
Bedingungen ergibt ſich ein größter Jahresverkehr von 15 Millionen
Fahrzeugen. Eine Verdoppelung der jetzigen Leiſtungsfähigkeit
iſt deswegen nicht mehr ganz erreichbar. Von beſonderer Wich=
tigkeit
iſt die genaue Unterſuchung der in dem Tunnel enthal=
tenen
Luft, da dieſe durch die Abgaſe der Fahrzeuge ſtändig
verunreinigt wird. Der Geſamtluftinhalt kann in einer Stunde
durch die vorhandenen 84 Gebläſe etwa 42 mal gewechſelt wer=
den
. Wenn der Kohlenoxydgehalt über die zuläſſige Menge
hinausgeht, ſo wird ſchon nach 23 Minuten Dauer ein elek=
triſches
Signal ausgelöſt. Die Tunnelpolizei umfaßt 200 Mann
die nicht nur Aufſicht zu führen ſondern auch Hilfsdienſte bei
Unfällen, Feuersgefahr uſw. zu leiſten haben. Zwei andere
amerikaniſche Tunnel, die den Verkehr mit Kraftfahrzeugen mit
Verbrennungskraftmaſchinen dienen, ſind nach den Erfahrungen
am Hollandtunnel inzwiſchen gebaut worden.
Tonfilm
und Grammophonfilm.
Von
Dr. W. Lipps, München.
Wir haben von dem Tonfilm hier in Deutſchland bis jetzt
noch nicht viel Bedeutendes zu ſehen bzw. zu hören bekommen.
Und es iſt doch ſchon über ein Jahr her, daß die alarmierenden
Nachrichten aus Amerika über den raſchen Fortſchritt und über
die begeiſterte Aufnahme der Tonbildvorführungen die deutſche
Filminduſtrie in große Aufregung verſetzten. Die Kinobeſitzer
hielten in Abſchlüſſen mit ſtummen Filmen auf ſpätere Ter=
mine
zurück. Die Filmſyndikate ſelbſt zauderten mit der Her=
ſtellung
größerer neuer Filme, und was das Schlimmſte war, nie=
mand
wußte, wie man ſich nun eigentlich auf dieſe neue Art des
Films umſtellen ſollte. Denn die Zahl der Syſteme, mit denen
dieſe neue Erfindung ausgewertet wurde, war in Amerika eine
außerordentlich große, und für jedes Syſtem kam ein anderer
Aufnahme= und Vorführungsapparat in Frage. Dieſer Mangel
an Einheitlichkeit beſteht dort faſt noch ungemindert fort.
Hier in Deutſchland aber ſcheinen wir um dieſe Klippe glück=
lich
herumzukommen, und wir dürfen hoffen, nun bald wirkliche
Leiſtung auf dem Gebiet des Tonfilms vorgeführt zu ſehen, um
ſo mehr, als ſich das erſte deutſche Tonfilm=Syndikat, die Tobis
in Berlin, neuerdings mit dem Siemens=Konzern zuſammenge=
ſchloſſen
hat. Die Koſten der Umſtellung auf den neuen Film
haben ſich für den Kinobeſitzer durch Konſtruktion eines entſpre=
chenden
Zuſatzapparates, der mit der alten Vorführungseinrich=
tung
zu verwenden iſt, nunmehr auch auf zirka 8000 Mk. ver=
mindert
, nachdem urſprünglich das zehnfache hierfür in Amerika
notwendig war. Damit iſt auch der Beſitzer eines kleinen Kinos
heute ſchon in die Lage geſetzt, Tonfilme zu bringen, wenn dies

[ ][  ][ ]

Freitag, 13. September 1929

Techmik der Gegenwart

Numme

Augenblick kommt, an dem der ſtumme Film gänzlich vom Spiel= Pole eines elektriſchen Stromkreiſes hineinragen, von denen der
plon verſchwindet, ſo wird er ſich doch ſicher noch ſo lange halten
können, bis eine, dem jetzigen Vorrat an ſtummen Filmen ent=
Tonfilme vorhanden iſt. Und das wird noch ſeine gute Zeit
dauern. Denn Amerika, das bis jetzt große Mengen von Filmen
für Lieferung der Filme aus, in denen die menſchliche Sprache
gebracht wird. So ſind wir in der Hauptſache auf unſere deut=
ſchen
Filmgeſelſchaften angewieſen.
Nun ſind aber nicht nur für die Vorführung, ſondern ganz
beſonders für die Aufnahme des neuen Films verſchiedene durch=
greifende
Aenderungen notwendig, die ſich nicht nur auf den
Aufnahmeapparat, wovon ſpäter geſprochen werden ſoll, ſondern
auch auf dem Aufnahmeraum erſtrecken und die den Bau neuer
Ateliers notwendig gemacht haben.
Wie verſtändlich müſſen bei dem Drehen eines Tonfilms,
wobei ſowohl das Bild als auch der Ton (alſo das Sprechen und
Singen der Schauſpieler, etwaige Muſik oder Geräuſche der im
Bild vor ſich gehenden Handlungen) gleichzeitig aufgenommen
werden, unerwünſchte Geräuſche vollſtändig ferngehalten werden.
Es iſt hierfür nicht nur notwendig, die Aufnahmeräume mit ſchall=
dichten
Wänden zu verſehen, ſondern ſie müſſen auch im Inneren
inſoferm akuſtiſch einwandfrei ſein, als keinerlei Nachhall oder
Echo die Deutlichkeit des geſprochenen Worts herabmindern darf.
Zu dieſem Zwecke muß die Wand, die möglichſt aus ſchalldämp=
fendem
Material (z. B. Fachwerk) gebaut iſt, noch in beſonderer
Weiſe mit Tüchern oder Teppichen loſe behangen werden. Außer=
dem
muß aber auch noch der den Schall aufnehmende Apparat
(Mikrophon) ſo geſtellt werden, daß er von den von den Wänden
zurückfallenden Schallwellen nicht direkt getroffen wird. Er muß
alſo je nach der Stellung des Schauſpielers oder der ſonſtügen
Lautquelle von Szene zu Szene in ſeinem Standort evtl. ver=
ändert
werden. Daß während der ganzen Aufnahme kein nicht
dazu gehöriges Wort geſprochen werden darf, iſt ſelbſtverſtänd=
lich
. Es muß alſo die Leitung durch optiſche Signale erfolgen,
was vor allem bei Maſſenſzenen oder dann Schwierigkeiten
macht, wenn es durch die Stellung oder Blickrichtung des Schau=
ſpielers
nicht möglich iſt, ſich durch Zeichen mit ihm zu verſtän=
digen
.
Vor allem aber handelt es ſich darum, nun wirklich gute und
die ganze Eigenart dieſes neuen Theaters berückſichtigende Manu=
ſkripte
zu bekommen. Hoffentlich haben wir hierin in Deutſch=
land
mehr Glück als die Amerilaner, bei denen die Weiterent=
wicklung
des Tonfilms gerade darin neuerdings auf große
Schwierigkeiten geſtoßen iſt. Aber die amerikaniſche Einſtellung
hat ja auch im ſtummem Film nur ſehr beſchränkt unſeren An=
ſprüchen
genügt und ſo wollen wir hoffen, daß wir im Pro=
gramm
des deutſchen Tonfilms, wo wir auf eigene Fabrikation
angewieſen ſind, nu auch etwas wirklich dem deutſchen Ge=
ſchmack
Entſprechendes zu ſehen bekommen. Da nämlich, wie
ſchon geſagt, bei der Herſtellung des Films Bild und Ton gleich=
zeitig
aufgenommen werden muß, iſt eine nachträgliche Ueber=
ſetzung
des geſprochenen Wortes in eine andere Sprache nicht
möglich. Das Neue am Tonfilm iſt ja eben, daß der auf dem
Bild von einem Menſchen geſungene oder geſprochene Ton nicht
erſt bei der Vorführung mittls Grommophon möglichſt gleich=
zeitig
gebracht wird, ſondern daß eine abſolute zeitliche Gleich=
heit
zwiſchen Ton und Bild beſteht.
So ſollen jetzt die beiden hierfür in der Hauptſache verwen=
deten
Syſteme kurz beſchrieben werden. Die wohl zukunftsrei=
chere
Methode, die auch von der Tobis angewandt wird, iſt die=
jenige
, bei der der Ton auf den Bildfilm ſelbſt photographiert
wird. Das wird in folgender Weiſe bewerkſtelligt. In dem
Aufnahmeatelier wird ein bzw. mehrere Mikrophone aufgeſtellt,
die in bekannter Weiſe die Schallwellen in Schwankungen des
durch die Mikrophone fließenden Stromes verwandeln. Wegen
der beſonders hohen Anſprüche, die geſtellt werden, verwendet nutzung dieſer Lampen in feuchten Räumen uſw.
man in dieſem Falle nicht das gewöhnliche, vom Telephon her
belannte Mikrophon, in dem erſt eine Membran durch den Schall
in Schwingungen verſetzt werden muß, da dieſe durch ihre Gigen=
ſchwingungen
immer Verfälſchungen des Tones bewirkt. Man
benützt vielmehr ein ſogenanntes Glühkathodenmikrophon, bei
dem eine Membran ganz in Wegfall kommt und die dem Schall
entſprechenden Schwankungen des Stromes lediglich dadurch her=
vorgerufen
werden, daß die zwiſchen einer glühend gehaltenen
Kathode und einer Anode liegende dünne Luftſchicht, je nach
Stärke der im ihr erzeugten Schallwellen, den Uebertritt des
Stromes von Anode zu Kathode in höherem oder geringerem
Maße ermöglicht.
licher gemacht. Und dann erfolgt die zweite Verwandlung der
quelle, in optiſche Wellen. Es wird hierfür nicht einer der üb=
lichen
Lichterzeuger verwendet, da hierdurch wieder die Strom=
umgeſetzt
würden. Man benützt hierzu die ſogenannten Glimm=
tritt
des elektriſchen Stromes durch verdünnte Gaſe auftreten
(Geißlerſche Nöhre zum Beiſpiel) und die in der exakteſtem Weiſe
die Stromſchwankungen in Form von Lichtſchwankungen wie=
dergeben
.
den Lichteindrücken bemerkbar macht. Es iſt nun nichts anderes
notwendig, als einen ſchmalen Streifen (zirka 10 Prozent) des
Lichtſchwankungen zu reſervieren. Es werden dieſe einfach durch d
Zwiſchenſchaltung entſprechender Linſen und Einfügung einer
Zwiſchenwand, die nur durch einen ganz ſchmalen Spalt das Licht d
durchtreten läßt, auf den vorüberlaufenden Film in Form von Zimmer zu dem betreffenden elektriſchen Gerät überflüſſig.
wagrechten ineinander übergehenden Strichen von verſchiedener
Helligkeit aufgenommen. Aus techniſchen Gründen geſchieht die
Aufnahme von Ton und Bild nicht auf demſelben Filmſtreifen.
Doch iſt durch entſprechende Koppelung dafür geſorgt, daß bei der
Aufnahme die beiden Filme in genau dem gleichen Tempo ab=
laufen
, alſo auch ſchließlich von genau der gleichen Länge ſind.
Bei der Herſtellung der Vorführungsfilme werden dann dieſe
beiden Negativfilme nebeneinander gelegt und beide auf ein und Vortrag von Prot. Dr.=Ing. Hilpert, Charlottenburg
benſelben Filmſtreifen von der gewöhnlichen Breite kopiert. Es
wird hierbei ein Abſtand von genau 36 Zentimetern zwiſchen
den zueinander gehörenden Teilen der Tonaufnahme und der
Bildaufnahme eingehalten, da der Film bei der Vorführung zu= Schweißlichtbogen von Elektrode zu Werkſtück ſind noch wenig
erſt durch den Bildapparat läuſt und erſt dann, alſo 36 Zenti= geklärt. Mit Photographie iſt bei der außerordentlich lebhaften
meter ſpäter, die Töne abgenommen werden.
Die Wiedergabe der Töne geſchieht auf folgende Weiſe: von Schweißſpannung und Stromſtärke läßt auch nur mangelhafte
Auf den Teil des Filmes, der die Photograpie der Glimmlicht= Schlüſſe zu. Ein Film des Lichtbogens, zum erſtenmal im Ver=
entladungen
in Form von helleren und dunkleren Streifen zeigt, ſuchsfeld für Schweißtechnik an der Techniſchen Hochſchule Berlin
wird durch eine elektriſche Lichtquelle, die entſprechend abgeblen= im Januar 1927 von Thun mit etwa 800 Bildern in der Sekunde
det iſt, eine ſeine Lichtlinie geworfen. Hinter dem ſich mit gleich= aufgenommen und mit 40facher Dehnung wiedergegeben, zeigte
ein Lichtſtrahlenbündel variabler Intenſität, bei dem die Art während der Werkſtoffübergang durch die Helligkeit des Lichtbogens
der Lichtſchwankungen genau der Art der urſprünglichen Ton= verdeckt erſchien. Erſt die mit Mitteln des Fachausſchuſſes für
Helligkeit fällt auf die photo=elektriſche Zelle. Das iſt ein mit ver= klärung, nachdem ein von Thun neu erfundenes Aufnahmeverfah=
dünntem
Gas (Neon, Helium) gefüllter Glaskörper, deſſen In= ren den Materialübergang als Schattenbild erfaßte, wobei etwa

für ihn notwendig ſein ſollte. Das dürfte allerdings in nächſter nenwand bis auf die Stelle, an der die Lichtſtrahlen eintreten,
Zeit noch nicht der Fall ſein. Wenn auch vielleicht einmal der mit einer Kalium=Metaklſchicht überzogen iſt und in den die
eine mit der Kaliumſchicht leitend verbunden iſt. Dieſe elektriſche
Zelle hat die Eigentümlichkeit, dem von einem zum andern Pol
ſprechende Menge, wirklich guter, von Kinderkrankheiten freier / übergehenden Strom, je nach der Stärke der in ſie eintretenden
Lichtſtrahlen, einen kleineren oder größeren Widerſtand entgegen=
zuſetzen
. Mit Hilfe dieſer Anordnung werden alſo die Licht=
nach
Deutſchland einführte und das auch in den Tonfilmen ſchon ſchwankungen wieder in Stromſchwamkungen zurückverwamdelt
einige Hundert hergeſtellt hat, ſcheidet jetzt vorläufig wenigſtens und dieſe können nach abermaliger Verſtärkung, über den Laut=
ſprecher
, als die Tonfolge und Tonart, die ſie urſprünglich bei
der Aufnahme waren, zu Gehör gebracht werden. Dies iſt in
groben Umriſſen die Methode, wie ſie auf Grund der Arbeiten
der Triergongemeinſchaft von der Tobis verwendet wird.
Das zweite Verfahren, das ſich neben dieſem in Amerika
großer Beliebtheit erfreut, iſt das des Grammophonfilms. Es
wird hierbei der in Stromſchwankungen umgewandelte Ton nicht
auf den Film photographiert, ſondern in der bekannten Weiſe auf
Grammophonplatten übertragen. Es iſt hierbei Sorge getragen,
daß die Bewegung des das Bild aufnehmenden Films und der
den Ton aufnehmenden Wachsplatte vollſtändig ſynchron ver=
läuft
. Weiterhin iſt ſowohl der Tonaufnahme= wie der Tonwie=
dergabegpparat
ſo eingerichtet, daß er, zum Unterſchied von un=
ſerem
gewöhnlichen Grammophon, zwei Platten nebeneinander
bewegt. Es braucht alſo nur kurz, bevor die eine Platte zu Ende
iſt, durch einen entſprechenden Mechanismus die andere Nadel
auf die zweite Platte aufgeſetzt zu werden, ſo daß beliebig lange
Stücke ohne Unterbrechung vorgeführt werden können.
Obwohl auf Grund einer Rückfrage bei den Intereſſenten in
Amerika feſtgeſtellt wurde, daß ſich bie Gründe Für und Wider
bei beiden Syſtemen gugenblicklich noch die Wagge halten, iſt doch
anzunehmen, daß nach weiterer techniſcher Verbeſſerung ſchließ=
lich
das photographiſche Syſtem das Feld halten wird.
Neuartige Stehlampen.
Von
Dipl.-Ing. Mangold, Duisburg.
Mit Recht bricht ſich immer wieder die Erkenntnis Bahn,
daß auch bei den gewöhnlichen elektriſchen Hausinſtallationen
jede Berührung eventuell ſpannungsführender Teile ausgeſchloſ=
ſen
ſein muß. Viele Leſer werden beim Anfaſſen einer Stehlampe
aus Metall oder eines elektriſchen Apparates ſchon einmal ein
leichtes Kitzeln an der Hand verſpürt haben. In dieſem Falle
ſtanden die angefaßten Teile unter Spannung. Durch die Be=
rührung
mit der Hand wurde eine, wenn auch ſchlechte Erd=
verbindung
hergeſtellt. Man kann nun zwei Wege zur Vermei=
dung
dieſes Uebelſtandes einſchlagen, nämlich Erdung, Schutz=
ſchaltung
oder Iſolierung der Lampenteile. Heute neigt man
bei der Hausinſtallation mehr dem zweiten Wege zu, durch Jſo=
lierung
einen unbedingten zuverläfſigen Schutz zu ſchaffen. Wenn
alles, was man mit den Händen berühren kann, aus iſolierendem
Material iſt, ſo kann auch kein Erdſchluß auftreten, bzw. die Teile
können gar nicht unter Spannung kommen. Bei näherer Ueber=
legung
leuchtet es auch ein, daß der Berührungsſchutz durch Iſo=
lierung
in jeder Weiſe am ſicherſten und am wenigſten von einem
dauernden guten Zuſtand der Anlage abhängig iſt. Man beginnt
deshalb in der Entwicklung der elektriſchen Hausgeräte dazu über=
zugehen
, möglichſt alle der Berührung zugänglichen Teile aus
Iſolierſtoff herzuſtellen.
Für die in der Induſtrie verwendeten Handlampen hat man,
durch die vielen Unglücksfälle veranlaßt, ſchon Vorſchriften erlaſ=
ſen
, nach deren die Griffe dieſer Lampen aus Iſolierſtoff beſtehen
müſſen. Dieſe Maßnahme wurde deshalb getroffen, weil der=
artige
Handlampen meiſtens in beſonders gefährdeten Betriebs=
räumen
verwendet werden, d. h. dort, wo eine gute Erde vor= meſſen. Es läßt ſich daraus ſchließen, daß die Beſchädigung dm
handen iſt, wie z. B. beim Reinigen von Keſſeln und bei Be=
Die allgemein üblichen Beleuchtungskörper für Wohnräume
hatte man bisher noch faſt durchweg aus Metallſtoffen herge=
ſtellt
, und zwar aus der Erwägung heraus, daß in dieſen Räumen dem Bleikabel. In ganz ſchwieviger Stellung mußte die Mu=
die
Gefahr im Falle einer Spannungsübertragung auf die Metall=
ſtoffe
der Beleuchtungskörper durch die Iſolation des Raumes
ſelbſt geringer iſt. Allerdings trifſt dies nicht für die Küche und
das Badezimmer zu, wo man unter Umſtänden mit einer Hand, daß auch andere Materialien als Eiſen bei ſorgfältiger Bearben
die Lampe hält und mit der anderen die Gas= oder Waſſer=
leitung
anfaßt. Dann iſt ein unmittelbarer Erdſchluß vorhan=
den
, der ſehr gefährlich wirken kann. Dasſelbe gilt natürlich
auch bei einer gleichzeitigen Berührung der Lampe mit der
Zentralheizung, der Erdleitung des Radioapparates und auch mit
Die auf dieſe Weiſe erzielten Stromſtöße werden nun erſt Telephonanlagen. Früher kannte man die oben erwähnten
einmal mit Hilfe der vom Radio her bekannten Verſtärker deut= Schutzmaßnahmen ſchon, aber man hatte noch keinen geeigneten
Iſolierſtoff. Sicherheit boten nur die Nachttiſchlampen aus Por=
urſprünglichen
Schallwellen, vermittels einer elektriſchen Licht= zellan und bis zum gewiſſen Grade auch die Lampenteile aus zeigen die Verfaſſer, Thiem und der Stadtingenieur Gagneur,
Holz.
Durch die Vervollkommnung der Iſolierſtoffherſtellung aus Der Filter und Spülvorgang in offenen Enteiſenungsanlagen.
ſchwankungen nicht raſch und rein genug in Lichtſchwonkungen Kunſtharz konnten nunmehr neue Wege eingeſchlagen werden, den einige wertvolle Unterſuchungsergebniſſe an Grob= und Fe
So iſt es heute möglich, Tiſch= und Nachttiſchlampen ſowie auch erläutert und theoretiſch behandelt. Heft 7. Hydrologiſche Erſche
lichtentladungen. Das ſind Leuchterſcheinungen, die beim Durch= andere Geräte aus Iſolierſtoff anzufertigen, der allen Anfor= im Bereich des Braunkohlenbergwerkes. Johanne Henriette, u.
derungen an Sicherheit genügt. Wenn der ganze Lampenſtänder zeigt in ſehr eindringlicher Weiſe, wie für ein gerichtliches G=
aus
Kunſtharz beſteht, ſo iſt jedes Gefahrmoment ausgeſchaltet, wonnen werden konnten. Nur durch genaue Unterſuchungen
da ein Iſolierſtoff nie ſpannungsführend ſein kann.
Außerdem wurde erſtmalig auf der letzten Leipziger Meſſe waſſerforſchungen in der Umgebung der Stadt Czernowitz. D.
eine Stehlampe gezeigt, die im Lampenfuß außer einem ſehr faſſer konnte an Hand weniger Bohrungen auf Grund wiſſenſch=
Mit dieſer Anordnung hat wan nun alſo erreicht, daß der praktiſchen Kippſchalter noch eine Steckvorrichtung aufweiſt, die
Ton, ebenſo wie d98 zu photzgraphierende Bild, ſich in wechſelne es ermöglicht, weitere elektriſche Geräte wie Feueranzünder, Rohrnetzen. Es wird an Hand eines Beiſtiels gezeigt, wie du.
Bratröſter, Rauchverzehrer, Netzanſchluß für den Radio=Apparat lagerungen im Nohr der Widerſtand in der Leitungg ſich erho=
uſw
. unmittelbar an die Stehlampe anzuſchließen. Dieſe Ein= wie die Ablagerungen auf einfache Weiſe beſeitigt werden
bei der Aufnahme abrollenden Films für die Photographie dieſer richtung an der Kontakt=Iſolier=Stehlampe dürfte eine beſon= Heft 10. Verwertung arteſiſcher Wäſſer für die Waſſerverſorg=
ders
angenehme Ergänzung ſein. Sie erſetzt nicht nur in den Stadt Mitau in Lettland. Das zur Verhütung einer Ueberb
bereits inſtallierten Anlagen die ſehr oft fehlende zweite Steck= chung und damit einer Schädigung arteſiſcher Bohrungen notnu
doſe, londern macht auch eine zweite Leitungsſchnur durch da8 kaliſche Zuſtandänderungen gußeiſerner Rohrbrunnen im unter

2400 Bilder je Sekunde feſtgehalten werden konnten und
zeitig die zugehörigen Oſzillogramme bezüglich Schweißſpo.
und Schweißſtromſtärke aufgenommen wurden.
Es zeigte ſich, daß der Werkſtoffübergang vorzugsweif
Formen aufweiſt, den fadenförmigen Tropfen und den vilz
gen Tropfen. Hierbei treten Tropfenübergänge von einer
von ½/, Sekunde bis kſaoo Sekunde auf. Die Betrachtung d.
120facher Zeitdehnung ablaufenden Filmes führte inter
Materialübergänge vor Augen, und die gleichzeitige Auf=
des
Oſzillogrammes geſtattete die Verfolgung der Bilder !. Unterſuchungen über das Zeitverhältnis von
bogendauer und Tropfendauer ergaben einen günſtigſten
von 222 bei 18 Volt und 180 Amp. Bei dieſen Stron
Spannungswerten wurde zugleich eine höchſte ſekundliche T..
zahl von 31 erreicht.
Wenn auch die Verſuche noch keineswegs als abgeſ=
anzuſehen
ſind, ſondern noch weſentliche weitere Arbeite
das Lichtbogenſchweißen mit Wechſelſtrom, mit umhüllten
troden, im ſogen. Ueberkopfſchweißen, folgen müſſen,
doch die Auswertung der bisherigen Arbeiten ſchon ern
auf welchem Wege man zu einer Beurteilung der Vorgam
Schweißlichtbogen gelangt. Die ſtatiſtiſche Auswertung der
reichen Einzelbilder des Filmes und der Spitzen des
gramms hat bereits die Werte für Stromſtärle und Spa=
erkennen
laſſen, bei denen ein günſtigſtes Verhältnis z
Materialfluß und Heizdauer im Lichtbogen vorliegt, ſom
ſich um nackte Normalelektroden und um ſenkrechtes automas
Schweißen handelt. Erfreulicherweiſe bedienen ſich auch
tereſſierten Firmen bereits dieſes neuen Mittels zur
wachung und ſtändigen Verbeſſerung ihrer Erzeugniſſe,
ſondere des Schweißdrahtes.
KURZE MITTEILUNG:

* Selbſttätige Kuppelungen ſind wegen der damit verbundene
rung gegen Unfälle ein langerſtrebtes Ziel der Technik. Trotz vir
glänzender Erfindungsgedanken, die auf dieſem Gebiet ſchon
wurden, haben ſich wegen praktiſcher Schwierigkeitem in größern
ſange derartige Kuppelungen noch nicht einführen können. A.:
Umſtänden werden auch Beſchlüſſe geſetzgebender Körperſchaften
ändern können. Trotzdem iſt es bezeichnend für die Notwendi
Einführung, daß der parlamentariſche Ausſchuß für öffentliche 2.
der franzöſiſchen Deputiertenkammer beſchloſſen hat, alle fran=
Eifenbahngeſellſchaften zu verpflichten, bis zum 1. Januar 1941
tätige Kuppelungen einzuführen.
* Eine Tiefe von 200 Meter unter dem Wafſerſpiegel wun
dem Tiefſetauchappargt der Firma Neufeld u. Kuhnke A.=G., f.
einem Abnahmeverſuch für die türkiſche Marine im Marmar=
erreicht
. Damit hat die deutſche Technik einen neuen Rekord au
mit einem gleichen Apparat war an der franzöſiſchen Küſte ei
von 135 Meter unter dem Waſſerſpiegel erreicht worden.

Eröffnung der größten Tieftemperatur=Kohleverflüffigungs
der Welt. Die bon der Buſſeh Coal Deſtillation Co, in Glen=
Glasgow ernichtete Kohleverflüſſigungs=Anlage, die die größ
temperatur=Anlage der Welt iſt, wurde kürzlich in Gegenſwart.
liſchen Innenminiſters offiziell eröffnet. Die Anlage arbeitet
Buſſeh=Prozeß, der bereits ſſeit drei Jahren mit Erfolg in
angewandt wird, und hat einen Tagesdurchſatz von 600 Tonmen=
woraus
täglich 400 Tonnen rauchloſes Brennmaterial, 670
Nohöl und etwa 420 000 Kubikmeter Gas hergeſtellt werden ſol=
Buſſeh=Prozeß ſoll jetzt micht nur in allen wichtigen Kohlen=
Englands, ſondern auch in Deutſchland, Frankreich, Holland .
deren Ländern zur Anwendung gelangen. Zu dieſem Zweck wur
lich eine Tochtergeſellſchaft, die Buſſeh International Ltd., m.
Kapital von 1,5 Mill. Pfund Sterling ernichtet.
Kabelbeſchädigung durch Nagetiere. Die Techniſchen
lungen der Schweizeriſchen Telegraphenzeitung berichten.
wil (Kanton St. Gallen) wurde ein ſolcher Fall feſtgeſtellt. 9
Flußdamm zeigte ſich bei der Abdeckung der Fehlerſtelle,
25 Millimeter dicke Bleimantel des Abonnentenkabels auf ein=
von
14 Zentimeter und eine Breite von 3,3 Zentimeter ho
durchgefreſſen war. Den Nager ſelbſt fand man nicht. 2
digten Kabelſtück wurde deutlich eine Zahnbreite von 1.1 Milli
kleinere Ratte oder eine größere Wühlmaus erfolgt ſein muß.
Beſchädigung eine aus dem Selbſterhaltungstrieb hervorgegg
ie
merkenswerte Verzweiflungsarbeit darſtellt, ergibt ſich ſchon darn
der Nager im ganzen rund 70 Gramm Blei abnagte. Die Bleiſe
das Tier ſelbſtverſtändlich nicht verſchlang, lagen links und rem=
11000 Biſſe machen, bis die große Oeffnung erreicht war.
* Teerimprägnierte Papprohre ſind ſeit den Jahren 1856
leitungen beim Gaswerk Uelzen in Gebrauch. Aus dieſer Tatſache
ſehr lange Lebensdauer erreichen können.

NEUE BüCHER UND ZEITSCHRIFTN
* Thiems hyörologiſche Sammlung, Heft 5 bis 11, herausgege
Dr.=Ing. G. Thiem, Leipzig, Verlag Alfred Kröner, Leipzig
je Heft 60 Pfg. bis 1 Mk.

Werkstoffübertragung
im Schweißlichtbogen.
gehalten auf der V. D. I.-Tagung in Königsberg.

Die Vorgänge beim Materialübergang im elektriſchen
Bewegung des Lichtbogens nichts zu erreichen. Das Oſzillogramm
förmiger Geſchwindigkeit ſich bewegenden Film erhält man ſo nur die außerordentliche Lebhaftigkeit des Schweißlichtbogens,
ſchwankungen entſpricht. Dieſes Strahlenbündel von wechſelnder Schwveißtechnik 1928 unternommenen Verſuche brachten Auf=

In Heft 5, Grundwaſſernachweis für Tammarfors in F
einfachſte Weiſe eine große Grundwaſſermenge nachgewieſen
Bedarf einer großen Fabrikſtadt ſichergeſtellt werden konnte.
volle Aufſchlüſſe über die örtlichen hydrologiſchen Verhält
ſtändiger Berater wurde ein Fehlurteil vermieden. Heft 8,
Ueberlegungen die Ergiebigkeit eines Grundwaſſerſtromes ohn=
koſtſpieligen
Probepumpbetrieb ermitteln. Heft 9. Die Reinign
behutſame Vorgehen wird beſchrieben. Heft 11, Chemiſche un
Gußeiſerne Filterbrunnen, der Stadt Meerane bei Waldenburg,
wurden in 30 Jahren durch aggreſives Waſſer ſtark verändert.
gebniſſe der chemiſchen Unterſuchungen des veränderten Gußeiſen
den mitgeteilt.
Thiem hat in den vorliegenden Heften der Sammlung ſeine
letzten zweit Jahren in Zeitſchriften verſtreute Arbeiten dem Fa
leicht zugänglich gemacht. Für die wertvollen Erfahrungen, die
vorliegenden Heften niedergelegt ſind, wird ihm die Fachwel.
wiſſen.

PERBöNLICHE8 AU8 DER TEChIIe
In Waſhington ſtarb im Alter von 78 Jahren Emil Berlll.
geborener Deutſcher, Berliner führte ſeinerzeit für die Granm.
walze Ediſons, als ſeine Erfindung, die Schallblatte ein.
*
Prof, Dr.=Ing. Dr. techn. h. o. Adolf Ludin wurde zum 2.
der preußiſchen Akademie des Bauweſens ernannt.
Geh. Oberbaurat Dr.=Ing. e. h. Th. Rehbockl wird auf Ein
des Maſſachuſets Inſtitute of Technologl, in Cambridge Boſton
Gaſtvorleſungen über hydrauliches Verſuchsweſen halten.
Der Erfinder der Lentz=Ventilſteuerung Baurat Dr.=Ing.
Lentz feierte kürzlich ſeinen 70. Geburtstag, wenige Tage ſpät
Erfindev der Kunze=Knorr=Bremſe, Geh. Oberbaurat Dr=Snc.
Bruno Kunze, ſeinen 75. Geburtstag,

[ ][  ][ ]

Nammer 254

Freitag, den 13. Sepfember 1929

Seite 15

(
Taust,
Ttt m Mntt

Der Spork am Sonnkag.
Die Saiſon der Ballſpiele.
Die Sommerſports verſchwinden mehr und mehr vom Tagespo=
gramm
. Am kommenden Sonntag gibt es nur noch ſehr wenig Kämfe
in der Leichtathletik, im Schwimmen, Rudern und Tennis. Daf=
treten
aber die Ballſpiele, Fußball, Hockey, Handball und Rugby imme
mehr in den Vordergrund, und in wenigen Wochen werden ſie da.
Sportprogramm ganz beherrſchen.
Fußball.
In den füddeutſchen Fußball=Punktekämpfen iſt, nach einem Vie=
tel
der Strecke, eine gewiſſe Beruhigung eingetreten. Die Spiele habn
glücklicherweiſe etwas an Nervoſität und Härte verloren und auch ti
Zahl der Ueberraſchungen wird geringer, die Verhältniſſe werden a=
mählich
wieder normaler. Der 15. September bringt unter den 9
angefetzten Spielen der Süddeutſchen Bezirksliga eine Reihe vn
Treffen von beſonderer Bedeutung. Da findet man in der Termi=
liſte
u. a. die Spiele Wacker gegen Bayern München, Eintracht gega
Fußballſportverein Frankfurt, F.K. gegen VfR. Pirmaſens, SV. Wal=
hof
VfR. Mannheim, FC. Freiburg-Karlsruher F.V., alles Spiel.
deren Ausgang leicht von entſcheidender Bedeutung ſein kann. He
geſamte Terminliſte für den Sonntag hat folgendes Ausſehen: Nov=
bahern
: SpVg. FürthASV. Nürnberg (Samstag), Würzburg 0
1. FC. Nürnberg, VfR. FürthSpVg. Hof. Südbayern: Wacke
Bayern München, Teutonia MünchenMünchen 1860, Ulm 94 Schtu=
ben
Augsburg. Württemberg: 1. FC. PforzheimGermania Brötzi=
gen
, Stuttgarter KickersVfR. Heilbronn, VfB. StuttgartFC. Li=
kenfeld
, Union BöckingenStuttgarter Sportfreunde. Gruppe Bade:
FC. FreiburgKarlsruher FV., Phönix KarlsruheSC. Freibun,
FV. RaſtattFV. Villingen, Sp.Vg. SchrambergSp.Vg. Freibun,
Gruppe Rhein: SV. Waldhof-VfR. Mannheim, Mundenheim Ph=
nis
Ludwigshafen, VfL. NeckarauSandhofen, Rohrbach-Mannheim 8.
Gruppe Saar: FV. SaarbrückenSportfreunde Saarbrücken, FK. P=VfR. Pirmaſens, Boruſſia NeunkirchenVfR. Kaiſerslauten,
FC. IdarSaar 05 Saarbrücken. Gruppe Main: EintrachtFSV. Fran=
furt
, Germania BieberRot=Weiß Frankfurt, Union NiederradFC. 3
Hanau, Offenbacher KickersGriesheim 02. Gruppe Heſſen: SV. Wie=
baden
Alemannia Worms, Mainz 05VfL. Neu=Iſenburg, FC. La=
gen
Wormatia Worms. Auch in den übrigen ſechs Landesverbäncg
des Deutſchen Fußball=Bundes werden die Meiſterſchaftsſpiele forta=
ſetzt
. An Freundſchaftsfpielen gibt es nur eins von Belang: die Sp.,
Fürth und Blue Stars Zürich tragen anläßlich des 25jährigen L=
ſtehens
des FC. Singen in Singen ein Privatſpiel aus.
Leichtathletik.
Die deutſche Leichtathletik=Ländermannſchaft befindet ſich in dieta
Tagen auf der Reiſe nach Japan, wo ſie anfangs Oktober den Länor=
kampf
und einige weitere Starts abſolviert. Im Reich ſelbſt iſt =
rend
dieſer Wochen nichts mehr von Belang zu melden. Worms iſt an
Samstag und Sonntag der Schauplatz der Süddeutſchen Zehnkamf=
meiſterſchaften
. Daneben gibt es nur noch einige kleinere Sportfen.
Stärkeres Intereſſe findet das Internationale Meeting in Paris, w
der Deutſche 100=Meter=Meiſter Geerling mit dem Neger Tolan zuſai=
mentrifft
.
Rudern.
Die Herbſtregatta in Kitzingen beſchließt die mainiſche Ruderſaiſa.
In Frankfurt a. M. kommt eine Kanu=Regatta zur Durchführung, j=
aus
verſchiedenen Teilen des Reiches eine gute Beſetzung gefunden he.
Handball.
Auch im Handball ſind jetzt ſämtliche ſüddeutſchen Gruppen u=
ſen
Meiſterſchaftsſpielen beſchäftigt. Hier hat das Programm für ea
15. September das folgende Ausſehen: Nordbayern: BambergB=
Kochba Nürnberg, Pfeil NürnbergBayreuth, Sp.Vg. FürthPol. G‟
Nürnberg. Südbayern: ASV. MünchenUlm 94, VfR. Heidenhein
OSV. München, Jahn RegensburgMünchen 1860. Württember:
Stuttgarter SC.VfB. Stuttgart, Sp.Vg. TübingenSV. Neutlinga,
HSV. ZuffenhauſenSportfreunde Eßlingen. Gruppe Freiburg: S.
FreiburgFC. Freiburg, FV. Villingen-Polizei Freiburg. Grupr
Karlsruhe: Phönix Karlsruhe-Karlsruher FV., FV. Raſtatt Pfoi=
heim
. Bezirk Main=Heſſen: Abteilung 4: Pol. SV. DarmſtadtVf'.
Schwanheim, SV. 98 DarmſtadtArheilgen, Kickers Offenbach
Langen, Rot=Weiß FrankfurtRot=Weiß Darmſtadt; Abteilung B: E
WiesbadenMainz 05, Polizei WiesbadenHakoah Wiesbaden, Polzzi
WormsAlemannia Worms, Reichsbahn WiesbadenWormatia Worm.
Von den Spielen im Reich verdienen die in Hamburg ſtattfindenoa
Städtkämpfe Hamburg-Berlin für Herren und Damen Erwähnung.
Hockey.
In Berlin nehmen die Meiſterſchaftsſpiele ihren Anfang. In da
übrigen Teilen des Reiches, ſo auch in Süddeutſchland, beſchäftigen
die Vereine mit zum Teil intereſſanten Freundſchaftsſpielen.
Rugby.
Auch die Rugby=Saiſon iſt nun in vollem Gange. Während ma
in Norddeutſchland bereits Meiſterſchaftskämpfe austrägt, weiſt ds
Programm in Süddeutſchland, Berlin und Leipzig diesmal noch Princ=
ſpiele
auf.
Dennis.
In München kommen am Samstag und Sonntag die Schlußrunge
der Medenſpiele zur Abwicklung. Bayern und Baden tragen am Sain=
tag
die Vorſchlußrunde aus, der Sieger trifft dann am Sonntag auf sa
Berliner Vertreter. Die Plätze von Blau=Weiß Berlin ſind der Scha=
platz
der Tennis=Meiſterſchaften für Berufsſpieler.
Golf.
In Zandvort wird ein Golf=Länderkampf DeutſchlandHollan
durchgeführt.
Durnen.
Acht Tage nach der Deutſchen Sportbehörde trägt auch die Deutſi
Turnerſchaft ihre Sommerſpiel=Meiſterſchaften aus. Die Kreisgruppe=
meiſter
der D.T. im Schlagball und Fauſtball der verſchiedenen Altes=
klaſſen
werden ſich am Samstag und Sonntag in München harte Kämt
um die Titel liefern.
Motorſport.
Mit dem Schleizer Dreiecksrennen wird die Deutſche Kraftradmeiſte:
ſchaft endgültig entſchieden. Gut beſetzte motorſportliche Turniere n=
den
in Bad Neuenahr und Naumburg ſtatt. Natürlich haben auch
traditionsreichen Veranſtaltungen Semmering=Rennen und Ruſelbex;
rennen wieder eine erſtklafſige Beſetzung gefunden.
Radſport.
Bahnrennen gibt es am Sonntag in Berlin (Olympiabahn mit We
meiſter Paillard), Chemnitz und Krefeld. Auch auf der Landſtrag
herrſcht noch einmal ein ſtarker radſportlicher Betrieb.
Verſchiebenes.
In Leipzig werden die Deutſchen Jiu=Jitſu=Meiſterſchaften ause
tragen. Zur Vorſchlußrunde um die Meiſterſchaft im Mannſcha t=
ringen
treffen ſich in Kreuznach die alten Rivalen ASV. Kreuznach un
AC. Pirmaſens. In Wiesbaden wird zwiſchen Aljechin und Bogo
lubow der Kampf um die Schach=Weltmeiſterſchaft fortgeſetzt.
Kraftſpork.
Wetbegbend des 2. Kreiſes im 2. A. 5. V. von 189

Schon ſeit langer Zeit iſt es der Wunſch der Intereſſenten
Eherſtadt, ſich in einen Kraftſportverein zuſammen zu ſchließen. Di=
er
Wunſch ſoll nunmehr am 29, d. M., abends 6 Uhr, im Saale Zm
Schwanen in Eberſtadt in Erfüllung gehen. Den Freunden des Kra=
Vortes ſteht dabei eine beſondere Delikateſſe bevor, treten doch bei 2e
Verbeberanſtaltung allererſte Kräfte an. Im Mannſchaftsringkamf=
kreffen
ſich die Liga= bzw. Ober=Liga=Vertreter Vorwärts=Gry=
Ammern und Polizeiſportverein Darmſtadt. Aber auch Schüler= un
ſügendringer werden ihr Können zeigen, ebenſo die Boxer im Det=
Een Athletik=Sport=Verband von 1891. Eine beſondere Note erhit
e Veranſtaltung durch den Herausforderungskampf im Ringen zu=
Een dem ehem. Weltmeiſter Hugo Ettingshaus und dem 2. Deutſan
Meiſter Michgel Haufenmeier.

Turnen.
Main=Rheingau Deukſche Turnerſchaft.
Der kommende Sonntag bringt den Beginn der Meiſterſchaftsſpiele
im Handball in den verſchiedenen Klaſſen und Gruppen des Gaues.
Reges Leben und Treiben wird jetzt wieder auf den Spielplätzen ein=
kehren
. Schon der erſte Sonntag bringt auf den Spielfeldern Paarun=
gen
von Gegnern, die teilweiſe ſehr ebenbürtig ſind und man auf den
Ausgang des erſten Spielſonntages äußerſt geſpannt iſt. Die Volks=
turner
des Gaues kommen am Sonntag, den 15. September, in Birken=
au
zu einer Gauübungsſtunde vormittags 9 Uhr zuſammen. Zum glei=
chen
Zeitpunkt tritt in Darmſtadt im Hauſe der Turngemeinde 1846
(Woogsplatz) der geſamte Gau=Ausſchuß zu einer Tagung zuſammen.
Von Veranſtaltungen in den Gauvereinen iſt zunächſt die Werbewoche
für deutſches Turnen der Turngemeinde 1846 Darmſtadt, die Sonntag,
den 15. September, mit dem Turnen der Kinderabteilungen und Sport=
ler
beginnt, zu erwähnen. Montag, den 16. September, finden Vorfüh=
rungen
der Fechter und der Frauen=Turnabteilung ſtatt. Der 17. Sep=
tember
bringt Männerturnen (ältere Herren). Mittwoch, den 18. Sep=
tember
, nachmittags, bringt das Turnen der Mädchenabteilungen den
Einblick in das Gebiet des turneriſchen Betätigungsfeldes der Jugend.
während der Abend einen Einblick in das Turnerinnenturnen gewähr=
leiſten
ſoll. Donnerstag und Freitag, den 19., und 20. September,
bringt das Turnen der Frauen und Männer, die Schülerabteilungen
werden Samstag, den 21. September, ihre Turnfertigkeiten zur Schau
bringen. Sonntag, den 22. September, erfolgt der Abſchluß der Werbe=
woche
unter Mitwirkung der Sängerriege. Die Wanderabteilung der
Turngemeinde Darmſtadt unternimmt am 15. September eine Wande=
rung
nach Kreuznach, während die Turngeſellſchaft Darmſtadt am Sonn=
tag
, den 22. September, ins Land der Franken fahren will und ſich
Amorbach als Wanderziel geſteckt hat. Der rührige Turnverein Rüſ=
ſelsheim
, in der nordweſtlichen Ecke des Gaues, hat auf ſeinem Monats=
programm
für den 29. September eine Wanderung nach Hochheim vor=
geſehen
. Eine Reihe von Gauvereinen halten in den letzten September=
ſonntagen
ihre ſogenannten Abturnen ab.
Gpw.
Handball in der Deukſchen Turnerſchaft.
In der nachfolgenden Zuſammenſtellung ſind die an den diesjäh=
rigen
Pflichtſpielen teilnehmenden Mannſchaften verzeichnet. Die
ſiberaus zahlreiche Abgabe der Meldungen machte eine Unterteilung in
den einzelnen Klaſſen notwendig. Der geographiſchem Lage der ein=
zelnen
Vereine wurde nach Möglichkeit Rechnung getragen, ſodaß ſich
die folgenden Spielgruppen ergeben:
2. Gaugruppe Rhein=Main. Gruppe Weſt: Arheilgen, Aſchaffen=
burg
, Griesheim, Langen, Obernburg und Pfungſtadt. Gruppe
Oſt: Damm, Erbach, Groß=Umſtadt, Klein=Wallſtadt, Leider und
Walldorf.
Main=Rheingau. Meiſterklaffe, Gruppe Weſt: Büttelborn, Tgde.
1846 Darmſtadt, Groß=Gerau, Nauheim, Wolfskehlen und Wor=
felden
. Gruppe Süd: Bensheim, Beſſungen, Bickenbach,
Tgſ. Darmſtadt, Eberſtadt und Sprendlingen.
A=Klaſſe. Gruppe Süd: Egelsbach, Hähnlein, Heppenheim,
Pfungſtadt, Roßdorf und Seeheim.
Gruppe Weſt: Tgde.
1846 Darmſtadt, Erfelden, Gernsheim, Griesheim, Ober=Ramſtadt
und Wallerſtädten.
V=Klafſe. Gruppe Süd:, Auerbach, Bensheim, Bickenbach, Heppen=
heim
, Neu=Iſenburg und Zwingenberg. Gruppe Weſt: Tade.
1846 Darmſtadt, Reichsbahn, Erfelden, Groß=Gerau, Stockſtadt und
Urberach.
C=Klaffe. Gruppe Oſt:, Beſſungen, Tgſ. Darmſtadt, Reichsbahn,
Walldorf und Worfelden. Gruppe Süd: Auerbach, Hütten=
feld
, Lorſch, Pfungſtadt und Zell. Gruppe Weſt: Biebes=
heim
, Büttelborn, Crumſtadt, Hahn, Lorſch. Gruppe Nord=
Arheilgen, Egelsbach, Langen, Erzhauſen, Nieder=Ramſtadn und
Sprendlingen.
Jugenb. Gruppe I: Arheilgen, Tgſ. Darmſtadt, Reichsbahn
Langen, Nieder=Ramſtadt. Gruppe II: Turngemeinde 1846
Darmſtadt, Gernsheim, Griesheim, Groß=Gerau und Wolfskehlen.
Gruppe III: Bensheim, Beſſungen, Eberſtadt, Pfungſtadt, See=
heim
. Gruppe IV: Arheilgen, Egelsbach, Langen und Sprend=
lingen
. Schüler: Egelsbach, Gernsheim, Griesheim, Pfung.
ſtadt.
Es ergibt dies eine Teilnahme von 93 Spielmannſchaften, die gewiß
ein deutliches Zeichen für die Beliebtheit des Handballſpieles bedeuten.
Am Sonntag, den 15. September, iſt allgemeiner Beginn der Pflicht=
ſpiele
, woran alle Klaſſen teilnehmen. Im der Gaugruppe Weſt wurde
bereits das Spiel PfungſtadtGriesheim ausgetragen.
Vorſchau.
2. Gruppe Rhein=Main, Gruppe Weſt.
Nach dem eindeutigen Siege der Pfungſtädter iſt mam allgemein
ſehr geſpannt, welche Ergebniſſe folgende Paarungen bringen werden:
ArheilgenAſchaffenburg und Griesheim-Langen.
Gruppe Oſt.
Hier ſind die Gegner noch ziemlich unbekannt Es finden folgende
Spiele ſtatt: DammErbach, Klein=WallſtadtGroß=Umſtadt und
WalldorfLeider.
Um die Meiſterſchaft im Main=Rhein=Gau.
Meiſterklaſſe, Gruppe Weſt.
Hauptſächlich iſt hier das nördliche Ried vertveten, lauter bekannte
Gegner, unter denen ſich der Neuling Büttelborn nicht ſchlecht ausneh=
men
wird.
Sollte es gleich ſchon Ueberraſchungen geben?
Turngemeinde 1846 Darmſtadt-Büttelborn, Groß=Gerau-Nauheim
und WolfskehlenWorfelden.
Gruppe Süd.
Nicht minder intereſſant ſind die Begegnungen dieſer Gruppe.
EberſtadtBickenbach, Tgſ. Darmſtadt-Beſſungen und Bensheim-
Sprendlingen.
A=Klafſe. Gruppe Süd: Egelsbach-Hähnlein, RoßdorfSeeheim
und HeppenheimPfungſtadt. Gruppe Weſt: Tade. Darm=
ſtadt
Erfelden, GriesheimGernsheim und WallerſtädtenTgſ.
Ober=Ramſtadt.
B=Klafſe: BensheimAuerbach, Heppenheim-Bickenbach, Neu= Iſen=
burg
Zwingenberg, UrberachTgde. Darmſtadt, Erfelden Reichs=
bahn
.
C=Klaſſe: Reichsbahn-Beſſungen, WalldorfTgſ. Darmſtadt, Pfung=
ſtadt
Auerbach, Lorſch-Zell, Büttelborn-Crumſtadt, Hahn
Biebesheim, Nieder=RamſtadtSppendlingen, EgelsbachArheilgen,
ErzhauſenLangen.
Jugenbgruppe: ReichsbahnArheilgen, Tgſ. DarmſtadtLangen, Groß=
Gerau-Wolfskehlen, Tgde. DarmſtadtGriesheim, Pfungſtadt
Seeheim, EberſtadtBeſſungen, LangenSprendlingen, Arheilgen
Egelsbach.
Schüler: Egelsbach-Griesheim, PfungſtadtGernsheim.
Es liegt im Sinne der Deutſchen Turnerſchaft, daß ſich die Spiele
alle glatt abwickeln und die Vereinsleitungen dafür Sorge tragen, daß
eine Veröffentlichung aller Ergebniſſe des Sonntags gewährleiſtet wird.

Mit einem Sieg Bogoljubows endete die vierte Partie um die
Schachweltmeiſterſchaft, die in Wiesbaden zwiſchen Aljechin und Bogol=
jubow
ausgetragen wird.
In dem Budapeſter Schachturnier führt nach der 7. Runde Capa=
blanca
mit 6 vor Rubinſtein und Tartakower mit je 4½ Punkten und
einer Hängepartie.
Walter Flinſch, der fünfmalige deutſche Meiſterruderer, wird ſich
an dem am 21. und 22. September in Amſterdam ſtattfindenden Einen=
Rudern um den Holland=Becher beteiligen.
Einen Schwimmländerkampf liefern ſich am Wochenende in Wien
Oeſterreich und Ungarn.
Ein Kampf SchmelingChaules ſoll in Berlin geplant ſein, doch iſt
es fraglich, ob Schmeling einen derartigen Vertrag unterzeichnen wird.
Jack Dempfey, der ehemalige Weltmeiſter, erhielt jetzt von der Box=
kommiſſion
eine Veranſtalter=Lizenz bewilligt.

Rol-Weiß, B. f.R. erringk die Gaujugendmeiſterſchaft
Nach einjähriger Unterbrechung iſt es der Rot=Weiß=Jugend in die=
ſem
Sommer wieder gelungen, die Jugendmeiſterſchaft im Gau Frank=
furt
des Deutſchen Schwimmverbandes zu erringen. Dieſer Erfolg iſt
deshalb beſonders erfreulich, weil Rot=Weiß dieſes Jahr ſeine Jugend=
mannſchaft
neu zuſammenſtellen mußte, da die meiſten ſeitherigen
Jugendſpieler zur Juniorkhaſſe aufgerückt ſind. An den Gauſpielen
beteiligten ſich außer der Rot=Weiß=Jugend die Jugendmannſchaften
des Gießener Schwimmklubs, ſowie des Darmſtädter
Schwimmklubs Jungdeutſchland. Während die beiden
Darmſtädter Vereine die Gießener Jugend ziemlich ſicher abfertigten,
trat der Konkurrenzkampf deſto härter bei den Darmſtädter Lokal=
gegnern
zutage. Sowohl die Jungdeutſchland= als auch die Rot=Weiß=
Jugend zeigte in dieſen Spielen zum Teil ſehr gute Anſätze, wobei
man der letzteren die beſſere Technik und die verſtändnisvollere Spiel=
auffaſſung
anſah, was ihr auch die Meiſterſchaft einbrachte. Die Spiele
endeten mit dem Ergebnis 3:1 und 4:1 für Rot=Weiß. Eine, durch
Abbruch wegen fortgeſchrittener Dunkelheit, notwendig gewordene
Wiederholung, brachte nach nettem und abwechſlungsreichem Spiel
ein unentſchiedenes Ergebnis (3:3), und Rot=Weiß hiermit den Sieger=
titel
mit 2 Punkten Vorſprung vor Jungdeutſchland.
Aus der Rot=Weiß=Jugend, die noch außerordentlich jung iſt, ſollten
bei ſyſtematiſcher Schulung im Laufe der Jahre ganz gute Kräfte
herauszubringen ſein. Sie ſpielte in der Aufftellung: Tor: Kapfen=
berger
(Erſatz: F. Katz); Verteidigung: Pitzer, Sulzmann; Verbin=
dung
: Trinkaus; Sturm: Reſch, Vogel, Katz (Erſatz:1Otto Uhland),
Es iſt erfreulich, daß das Publikum ſelbſt den Jugendwaſſerball=
ſpielen
ein ſo reges Intereſſe entgegenbringt,
Handbalk.
Sporkverein Darmſtadt 1898 Sporkogg. Arheilgen.
Nach zwei auswärtigen Verbandsſpielen tritt die Handball= Liga=
mannſchaft
der 98er am kommenden Sonntag wieder einmal auf eige=
nem
Platze an, und zwar gegen die Sportvereinigung Arheilgen. Die
Sportvereinsmannſchaft hat ihre bisherigen vier Verbandsſpiele ohne
Punktverluſt abſolviert, und es wird ſelbſtverſtändlich ihr Beſtreben
ſein, auch weiterhin ſich vor einer Punkteinbuße zu ſchützen. Dies ſollte
im bevorſtehenden Spiele auch gelingen: Denn wenn auch die Spielſtärke
der Vorſtädter nicht zu unterſchätzen iſt die Arheilger haben in ihrem
erſten Verbandsſpiel am vergangenen Sonntag ihre Spieltüchtigkeit
durch einen 5:1 Sieg gegen Rot=Weiß Frankfurt unter Beweis geſtellt
ſo dürfte die Mannſchaft doch nicht ganz den Einheimiſchen gewachſen
ſein. Im letzten Jahre mußten die 98er im Verbandstreffen auf dem
Arheilger Mühlchen eine knappe Niederlage einſtecken; gerade daraus
werden die Einheimiſchen für das bevorſtehende Spiel die Lehre ziehen,
von vornherein mit dem nötigen Ernſt bei der Sache zu ſein. Das
Spiel findet nachmittags 4 Uhr auf dem Platze am Böllenfalltor ſtatt.
Vorausſichtlich wird bei der Darmſtädter Mannſchaft der Mitteläufer
Delp wieder mitwirken können; dagegen iſt es fraglich, ob Reuter, der
in Schwanheim verletzt wurde, mit von der Partie ſein kann; in Wehr
ſteht jedoch auf jeden Fall ein vollwertiger Erſatzmann für den Ver=
teidigerpoſten
zur Verfügung.
Zußball.
3. C. Egelsbach -Bolizeiſporkverein Darmſtadk.
Nach einer Vereinbarung zwiſchen beiden Vereinen findet das ur=
ſprünglich
für nach Darmſtadt angeſetzte Verbandsſpiel am kommenden
Sonntag in Egelsbach ſtatt, das anläßlich ſeiner Kirchweihe zu Hauſe
ſpielen möchte. Der Neuling iſt beſonders auf eigenem Platze ein ſchwer
zu ſchlagender Gegner, und PSpV. muß ſich anſtrengen, um durch einen
Sieg den diesjährigen ſchlechten Start vergeſſen zu laſſen.
A.
Germanig Oberroden Sporkveteinigung Arheilgen.
Zum fälligen Verbandsſpiel begibt ſich die Ligamannſchaft der Sp.=
Vgg. am kommenden Sonntag nach Oberroden. Der Vorteil des eige=
nen
Platzes macht Oberroden zu einem ſchwer zu ſchlagenden Gegner.
Und wenn gerade Walldorf am letzten Sonntag einen Punkt von Ober=
roden
mit nach Hauſe nehmen konnte, ſo iſt damit nicht geſagt, daß
Arheilgen, auf Grund des Spieles mit Walldorf, in Oberroden verlieren
müßte. Arheilgen hat nach dieſem Spiele ſeine Mannſchaft vorteilhaft
umgeſtellt, und durch wieder Mitwirken des alten unverwüſtlichen Mur=
mann
als Sturmführer, eine weſentliche Verſtärkung erfahren, ſo daß
die Sp.Vgg. heute für jeden einen ſtabilen Gegner abgibt. Muß jedoch
Arheilgen ein oder beide Punkte in Oberroden laſſen, ſo weiß man von
diefer Elf, daß ſie eines oder das andere in Anſtand hinnehmen kann.
Den vielen Anhängern aber, die die Mannſchaft immer auf ihren
ſchweren Gängen begleiten, wird eine Niederlage eine große Enttäu=
ſchung
ſein.
5. C. Einkracht 1919 Sp.B. Groß=Gerau 1916.
Sonntag, den 15. September, erfahren die Verbandsſpiele der Klaſſe
A ihre Fortführung. Auf dem Sportplatze an der Schanz treffen ſich
obengenannte Vereine. Von jeher waren die Treffen der beiden äußerſt
intereſſant, da jede Partei beſtrebt war, ein ſchönes und faires Spiel
vorzuführen. Es dürft ſich deshalb empfehlen, die Spiele zu beſuchen.
Die Spiele des FC. Eintracht finden wieder wie in früheren Jahren
vormittags ſtatt, und zwar 1. Mannſchaft um 11 Uhr, 2. Mannſchaft
9,30 Uhr. Die Handballmannſchaft des FC. Eintracht begibt ſich nach
Königſtädten, um ihr erſtes Verbandsſpiel auszutragen.
5. 5. Weiterſtadt 1. Chaklig Wolfskehlen 1. 1:2.
2. Mannſchaften 1:0.
Obige Mannſchaften ſtanden ſich am vergangenen Sonntag in
Weiterſtadt im Verbandsſpiel gegenüber. Hatte ſchon der Neuling
Wolfskehlen vor acht Tagen in Dornheim nur knapp 1:2 verloren,
ſo konnte er diesmal den Sp.V. Weiterſtadt auf ſeinem eignen Platze
mit 2:1 niederringen. Wenn auch das Reſultat nach den Torchaneen
umgekehrt lauten müßte, ſo kann man doch nicht ſagen, daß die Gäſte
unverdient gewannen. Dieſe legten einen Eifer an den Tag, wie man
ihn ſelten ſieht. Aus dieſem Grunde iſt der Sieg nicht unverdient.
Hätte die Platzelf von Anfang an mit der in den letzten Minuten ge=
zeigten
Energie gekämpft, dann wären die Punkte in Weiterſtadt ge=
blieben
. Wolfskehlen iſt ein nicht zu unterſchätzender Gegner, das
hätten die Weiterſtädter noch aus den früheren Spielen wiſſen müſſen.
Weiterſtadt iſt nach ſeinen heutigen Leiſtungen keineswegs zurückgegan=
gen
, um ſo höher iſt der Sieg der Gäſte zu bemeſſen. Kämpft die
Platzelf am kommenden Sonntag gegen Geinsheim mit demſelben
Elan, wie heute am Schluß, dann ſollte ſie gewinnen.

Rot=Weiß Berlin, der hekannte Berliner Tennisklub, gewann die
Spiele um die Gruppenmeiſterſchaft der 1. Verbandsklaſſe gegen Blau=
Weiß Berlin mit 7:2 Punkten.
Johnny Risko wurde in Cleveland, gegen k. o. Chriſtner in der
9. Runde wegen Tiefſchlags disqualifiziert.
Belgiſcher Freiſtilmeiſter über 130 Meter wurde der bekannte
Waſſerballſpieler Coppieters mit 1:03,2 Sekunden.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortſich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeten, Reich und
Ausland und
e Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
den Handeſ:
r. C. H. Quetſch; für den Schlußblenff: Andreas Bauer; ſi
Die Gegenwart: Dr. Herbert Neite; für
en Inſeratenteil: Willp Kuhle; Drnd
und Verlag: L. C. Wittich ſämtſich in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 20 Geiten.

[ ][  ][ ]

Stillſtand der Aowartsbewegung.

Die Kurve der Arbeitsloſigkeit iſt in der Zeit vom 2. bis 7. Sep=
tember
zunächſt nicht weiter geſtiegen. Die allmählich einſetzende Nach=
frage
der Landwirtſchaft nach Arbeitskräften für die Hackfruchternte,
ſaiſonmäßige Belebung in verſchiedenen Zweigen des Nahrungs= und
Genußmittelgewerbes und der Bekleidungsinduſtrie ſchufen für das Ge=
ſamtbild
noch einen Ausgleich gegenüber dem Beſchäftigungsrückgang in
einer Reihe von Induſtrien. Die Zahl der Hauptunterſtützungsemp=
fänger
in der Arbeitsloſenverſicherung hat gegenüber der Vorwoche nur
einen minimalen Zuwachs erfahren. Aus einzelnen Berufsgruppen iſt
folgendes hervorzuheben: Die Anforderungen der Landwirtſchaft für die
Hackfruchternte ſetzten in einzelnen Bezirken, ſo in Pommern und im
Rheinland, ſchon allmählich ein, auch in Oſtpreußen und Brandenburg
war die Aufnahmefähigkeit noch gut, dagegen ließ ſie in Mitteldeutſch=
land
und Niederſachſen nach. Im Ruhrkohlenbergbau kamen Entlaſſun=
gen
und Neueinſtellungen im ganzen ungefähr zum Ausgleich. Im
Braunkohlenbergbau blieb die Beſchäftigung im ganzen gut. Aus der
Induſtrie der Steine und Erden melden beſonders die Bezirke Weſt=
falen
und Mitteldeutſchland größere Entlaſſungen und einen Rückgang
der Beſchäftigung infolge des frühzeitigen Abſchluſſes der Bauſaiſon.
In der Metallinduſtrie überwiegen die ungünſtigen Berichte. In Berlin
war die elektrotechniſche Induſtrie gut beſchäftigt. Die Lage im Spinn=
ſtoffgewebe
entwickelte ſich teilweiſe etwas günſtiger, ſo in Schleſien,
Zrandenburg, in den Bielefelder Spinnereien und in der Chemnitzer
Strumpfinduſtrie. Dagegen iſt die Kunſtſeideninduſtrie im
Rheinland zu Entlaſſungen und Kurzarbeit übergegangen. In der
Holz= und Schnitzſtoffinduſtrie konnte ſich im allgemeinen eine gewiſſe
Belebung durchſetzen. Das weſentliche Kennzeichen im Nahrungs= und
Genußmittelgewerbe war die Neueinſtellung von Arbeitskräften in der
Konſerveninduſtrie; doch dürfte hier der Höhepunkt der Saiſon über=
ſchritten
ſein. Das Einſetzen der Herbſtſaiſon in der Bekleidungsindu=
ſtrie
macht ſich nur ſehr langſam bemerkbar (Nordmark, Niederſachſen,
Heſſen, Mitteldeutſchland). Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im
Baugewerbe wird in den meiſten Bezirken mit Beſorgnis betrachtet.
Insbeſondere im Hochbau konnten Vermittelungen faſt nur noch in den
mit dem Ausbau beſchäftigten Berufen ſtattfinden (Maler, Dachdecker,
Töpfer). Im Verkehrsgewerbe überwogen die Entlaſſungen.

Wirtſchaftliche Rundſchar.

Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk. Darmſtadt.
Neue Verfahren: Büdingen: Kaufmann Ludwig Kalkhof. An=
meldefriſt
21. 9., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 27. 9.
Offenbach: Verſt. Gaſtwirt Karl Schmidt in Rumpenheim=Waldheim.
Anmeldefriſt 5. 10., Gläubigerverſammlung 25. 9., Prüfungstermin 23.
10. Bingen: Max Hornung, Inh. Max Hornung, Eiſenhandlung. An=
meldefriſt
30. 9., Prüfungstermin 5. 10. Beendete Konkurſe
Offenbach: Anna Bauer, Textilwarenhandlung, Mühlheim a. M. Orten=
ſerg
: Heinrich Rapp Eheleute in Mittel=Seemen. Mainz: Verſt. Eva
Neumann. Ortenberg: Franz Rapp in Mittel=Seemen. Neue
Vergleichsverfahren: Offenbach a. M.: Möbelhandlung Wilh.
Weber. Vergleichstermin 25. 9. Aufgehobene Vergleichs=
verfahren
: Offenbach a. M.: Firma M. Stern und Inh. Willt=
Heſſenberger, Konfektionsgeſchäft. Darmſtadt: Firma Jonas Meyer,
Holzhandlung.
Großkraftwerk Mannheim, A.=G., Mannheim. Die GV., unter
dem Vorſitz von Oberbürgermeiſter Heimerich, hatte über die Geneh=
migung
der Bilanz per 31. März 1929 und über die Erhöhung des
Aktienkapitals von vier auf ſechs Millionen RM. durch die Ausgabe
von neuen Stammaktien zu pari, zu beſchließen. Die Beſchlüſſe wur=
den
unter Enthaltung der Stimmen der Neckarwerke gefaßt. Bekannt=
lich
beteiligen ſich die Neckarwerke und das Badenwerk, A.=G., nicht
an dieſer Kapitalserhöhung. Es ändert ſich dadurch die Quote wie
folgt. Stadt Mannheim und Pfalzwerke beſitzen nunmehr 2 205 000
RM. gleich 36,75 Prozent gegen bisher 30,125 Prozent, das Badenwerk
behält ſeinen Anteil mit 1040 000 RM. bei, ſeine Quote vermindert
ſich um 26,0 Prozent auf 17,33 Prozent. Die Neckar A. G. behält
550 000 RM., die Quote vermindert ſich auf 9,17 Prozent. Der Rein=
gewinn
hat ſich von 652 123 RM. (i. V. 593 265 RM.) auf 256 428 RM.
(i. V. 195 721 RM.) erhöht, wobei allerdings zu bemerken iſt, daß
die Geſellſchaft nunmehr mit einem Stammkapital von vier gegen=
über
bisher zwei Millionen MM. arbeitet. Die Gewinnverteilung
wird wie im Vorjahre vorgenommen. Die Vorzugsaktien Lit. A
erhalten 10 Prozent, die Vorzugsaktien Lit. B 15 Prozent, die
Stammaktien 7 Prozent Dividende. Dem Wohlfahrtfonds werden
40 000 RM. überwieſen. Auf neue Rechnung werden 8207 RM. vor=
getragen
.

Mannheimer Produktenbericht vom 12. September. Die Forde=
rungen
des Auslandes ſind erhöht, während das Angebot in Inlands=
ware
immer noch reichlich iſt. Der Verkehr iſt klein bei ruhiger Ten=
denz
. Im nichtoffiziellen Verkehr nannte man gegen 12,30 Uhr in
Reichsmark per 100 Kilo, waggonfrei Mannheim: Weizen, hierlän=
diſchen
, mit 25,7526, ausländiſchen mit 27,5033, Roggen, hierlän=
diſchen
mit 20,5020,75, ausländiſcher nicht notiert, Inlandshafer, alten
2021, neuen mit 18,5019,75, Auslandshafer 2021, Braugerſte,
badiſche und württembergiſche 21,7523, pfälziſche Gerſte 2324,
Futtergerſte 1819, Mais mit Sack 20,75, ſüddeutſches Weizenmehl
2. Sorte 3636,50, ſüddeutſches Weizenauszugsmehl 42,2542,50, ſüd=
deutſches
Weizenbrotmehl 30,2530,50, ſüddeutſches Weizenmehl,
Spez. 0 38,2538,50, ſüddeutſches Roggenmehl 2933, Weizenkleie
11,25, und Biertreber mit Sack 17.,5018,50.

Piehmärkke.

Darmſtädter Schlachtviehmarkt vom 12. September. Aufgetrieben
waren: Ochſen 5, Kälber 162, Schafe 11, Ziegen 3. Bezahlt wurden für
das Pfund Lebendgewicht: Kälber: a) 7178, b) 6370, c) 5862.
Tendenz: Marktverlauf lebhaft.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 12. Dezember. Dem heutigen
Kleinviehmarkt waren zugefahren: 104 Kälber, 37 Schafe, 82 Schweine,
472 Ferkel und Läufer und 4 Ziegen. Bezahlt wurden für Kälber
680, für Schafe 5458, für Schweine 8688, für Ferkel bis vier
Wochen 2024, über vier Wochen 2836, für Läufer 4052 und für
Ziegen 102. Marktverlauf mit Kälbern mittelmäßig, geräumt, mit
Schweinen ruhig, mit Ferkeln und Läufern mittelmäßig.
Frankfurter Kleinviehmarkt vom 12. September. Aufgetrieben
1034 Kälber, 289 Schafe, und 579 Schweine. Marktverlauf:
Scht
anfangs rege, zum Schluß abflauend, ausverkauft, Kälber
rege ausverkauft, Schafe langſam, geringer Ueberſtand. Kälber waren
um 23
höher notiert, während Schweine unverändert waren.
Je 100 Pfund Kälber b) 7981, c) 7478, d)673, Schafe 4853,
b) 4047, d) 3439, Schweine a) , b) c) 8890, e) 8487. Fleiſch=
großhandelspreiſe
: Ochſenfleiſch 1) 9096, 2) 8090, Bullenfleiſch 85
bis 90, Kuhfleiſch 2) 6075, 3) 5560, Kalbfleiſch 2). 100110, Schweine=
fleiſch
1) 105115, Gefrierfleiſch (Rindfleiſch), Vorderviertel 56, Hinter=
viertel
65, Geſchäftsgang rege.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. Sept.:
Getreide: Weizen, Sept. 136, Dez. 14434, März 149½, Mai
153½; Mais, Sept. 103½, Dez. 101½, März 105½, Mai 108;
Hafer, Sept. 52½, Dez. 55½, März 58½, Mai 60½; Roggen,
Sept. 105½, Dez. 112, März 118.
Schmalz: Sept. 11,775, Okt. 11,75, Dez. 11,995, Jan. 12,225.
Fleiſch: Rippen, Sept. 13, Okt. 12,60 Speck loco 13,06; leichte
Schweine 9,2510,40, ſchwere Schweine 910,15; Schweinezu=
fuhr
Chicago 20 000, im Weſten 82000.
Chicago Baumwolle. Okt. 18,6218,64, Dez. 18,96.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 12. Sept.:
Getreide: Weizen, Rotwinter 148, Hartwinter 139½; Mais
115½: Mehl 66,46; Getr. Fracht b. England 1,62,3, nach
dem Kontinent 89.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,40; Talg, extra loſe 734.

Die größere Verkaufswelle in den letzten Tagen iſt an der Börſe
ſo gut wie beendet. Daran iſt vor allem die beruhigende Erklärung
der JG. Farbeninduſtrie ſchuld, die von höheren Umſätzen des Kon=
zerns
als im Vorjahre ſpricht. Daneben iſt die Londoner Diskonter=
höhung
wiederum vermieden worden. Auch die anhaltende Befeſtigung
der Kalikuxen an den rheiniſchen und franzöſiſchen Börſen regte beſon=
ders
den Kalimarkt ſtärker an. Montanwerte beachtet, da man die
internationale Kohlenverſtändigung bald erwarten könne. Während ſich
das Geſchäft immer noch in kleinem Rahmen abſpielt, da zwar die
Verkäufe ſtärker abgenommen, dagegen aber nur wenig Käufe erfolg=
ten
, war das Kursbild durchweg freundlich. Es gewannen Farben
insgeſamt 2, Rheinſtahl 1½ Prozent. Von Kaliwerten Aſchersleben
4½, Weſteregeln 5½, Saltzdetfurth 12 Prozent höher. Auch Vereinigte
Glanzſtoff konnten ſich um 5½ Prozent erholen. Dagegen liegt der
Elektromarkt ſehr ruhig, AEG., Siemens 2, Schuckert ¼, Licht u. Kraft
¾ Prozent höher. Von Zellſtoffwerten konnten Waldhof 1, Aſchaffen=
burger
1 Prozent zurückgewinnen. Schiffahrtswerte nur leicht ge=
beſſert
. Am Montanmarkt erholten ſich Mannesmann um 1, Stahl=
verein
1½, Gelſenkirchen 1½8, Phönis 1½ Prozent. Die übrigen
Märkte lagen bei ſehr ſtillem Geſchäft gleichfalls freundlicher. Der
Anleihemarkt zeigte etwas höhere Kurſe, Neubeſitz 108. Der Börſen=
verlauf
blieb ruhig, konnte aber die befeſtigten Anfangskurſe gut be=
haupten
. Beachtet blieben Farben=, Montan= und Kaliwerte. Am
Geldmarkt iſt kaum eine Veränderung eingetreten. Tagesgeld 6½ Proz.
London-New York 4,8471, Pfunde=Mark 20,365, DollarMark 4,2016.
An der Abendbörſe war die Stimmung luſtlos; die Abgaben in
Mannesmann zum Schluß der Mittagsbörſe verſtimmten, ſo daß die
Tendenz an der Abendbörſe wieder etwas zu= Schwäche neigte. Beſon=
ders
betroffen wurden Montanwerte, bei durchſchnittlichen Rückgängen
bis zu 1 Prozent gegenüber dem Berliner Schluß.
Berlin, 12. September.
Nach der ſchwächeren Frankfurter Abendbörſe konnte man im heu=
tigen
Vormittagsverkehr wieder eine beruhigtere Stimmung in den
Büros feſtſtellen. Dieſe freundliche Tendenz hielt auch zu Beginn der
Börſe an, und, wenn auch das Geſchäft im allgemeinen gering blieb
zeigte ſich doch für einige Spezialwerte ſtärkeres Intereſſe. Die Speku=
lation
ſchritt zu Deckungen, die rein börſentechniſch bei dem kleinen
Geſchäft Kurserhöhungen hervorrufen mußten. Die erſten Notierun=
gen
zeigten daher bei nicht ganz einheitlicher Haltung überwiegend
geringe Beſſerungen gegen geſtern mittag Schluß. Eine Beruhigung
wurde durch die geſtrige feſtere New Yorker Börſe und das leichtere
Tagesgeld dort hervorgerufen, und auch über die Beibehaltung der
Londoner Diskontrate nahm, wenn man auch kaum mit einer Erhöhung
gerechnet hatte, doch eine gewiſſe Unſicherheit von der Börſe. Die
Verwaltungserklärung der J. G. Farbeninduſtrie über die aus Ratio=
naliſierungsgründen
erfolgten Arbeiterentlaſſungen befriedigte, da
gleichzeitig mitgeteilt wurde, daß der Geſchäftsgang normal ſei, und
die Umſätze die des Vorjahres überſteigen. Von anderen Momenten,
die aber nur geringen Einfluß ausübten, waren noch zu erwähnen:
der Bericht über das im Auguſt ruhige Maſchinengeſchäft, die Preis=
ermäßigung
für verſchiedene Kupferfabrikate und der Stand der
Arbeitsloſigkeit. Deutſche Anleihen und Ausländer waren nicht ein=
heitlich
. Am Pfandbriefmarkt ergaben ſich meiſt Abſchwächungen. Geld
war weiter leichter. Tagesgeld 5¾ bis 81/ Prozent, Monatsgeld 9 bis
10¼, Warenwechſel 758 bis 7½ Prozent. Deviſen liegen ruhig. Schweiz
etwas feſter.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. September ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer 171,50 RM., Original Hüttenaluminium 190 MMM.,
desgleichen 194 RM., 9
innickel 350 RM., Antimon Regulus 6569
) RM.
RM.., Feinſilber 70,75
Die Berliner Metall=Termine vom 12. September ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 152,50 (153), Februar 153 (153,25), März 153,25
Juli 154
(153,25), April 153,25 (153,75), Mai, Juni 153,50 (153,75),
(154), Auguſt 154,25 (154,25), September 150 (152), Oktober 150 (150,50)
November 151,25 (152), Dezember 152 (152,75). Tendenz: feſter. Für
Blei: Januar 47,25 (47,25), Februar, März, April, Mai 47,25 (47,50),
uni, Juli 47,50 (47,50), Auguſt, September 47,50 (47,75), Oktober,
November, Dezember 47,25 (47,50). Tendenz: ſtill. Für Zink: Ja=
nuar
49 (49,50), Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, Auguſt 49 (50),
November 47,75 (48,50)
September 47,25 (49), Oktober 47,50 (48,50
Dezember 49 (49,50). Tendenz: ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.

Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem Spitzenven
band der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben: Ju
Auguſt war der Eingang von Anfragen und Aufträgen von Seiten de
Inlands= und Auslandskundſchaft im ganzen ſchwächer als in der
letzten Monaten. Der Geſchäftsverlauf war jedoch nicht einheitlich und
wurde offenbar zum Teil durch die Ferienzeit ungünſtig beeinflußt
Hemmend auf den Geſchäftsgang wirkten auch die lange Ungewißhe
über den Ausgang der Haager Konferenz. Im Beſchäftigungsgra
gemeſſen an der Geſamtzahl der geleiſteten Arbeitsſtunden, ſowie in de
durchſchnittlichen Wochenarbeitszeit traten nur unbedeutende Verri=
gerungen
ein. Im Werkzeugmaſchinenbau ging der Auftragseingan=
im
ganzen zurück; noch ſtärker ausgeprägt war dieſe Bewegung bei de
Holzbearbeitungsmaſchinen. Einige in Webereimaſchinen verzeichnets Auf
tragszugänge blieben ohne fühlbaren Einfluß auf den ungenügenden Bg
ſchäftigungsgrad der Textilmaſchineninduſtrie. Bei der Landmaſchinen
induſtrie war das Geſchäft in Erntemaſchinen ſtiller, was aber der
vorgeſchrittenen Saiſon entſpricht; dagegen kamen mehr Aufträge au
Schlepper, beſonders vom Auslande herein. Im Kraftmaſchinenbau
war der Auftragseingang in Verbrennungsmotoren einigermaßen bel
friedigend, während Beſtellungen auf Dampfkraftanlagen ſpärliche
eingingen. Im Ventilatorenbau wurden die Aufträge im ganzen a
genügend bezeichnet. In Pumpen und Bergwerksmaſchinen war de
Auguſtgeſchäft noch leidlich, zum Teil aber ſchwächer als im Vormona
Die Meldungen über den Walzwerksbau lauteten ſehr verſchieden. (
ſteigerter Auftragseingang wurde von Waagenfabriken gemeldet.
Papierverarbeitungsmaſchinen blieben die Abſchlüſſe hinter denen de
vorhergehenden Monate zurück. Im Aufbereitungsmaſchinenbau wurd
eine leichte Belebung des Auslandsgeſchäftes feſtgeſtellt.,

Kleine Wirtſchaftsnachrichken.

Der Abſchluß der Deutſchen Gaſolin=A.=G. für 1928/29 wird ein=
wenn
auch geringe, weitere Erhöhung des vorjährigen Verluſtſaldos vo

2625 441 RM. ausweiſen. Bekanntlich war es der zu über 90 Pro
von der J.G. Farbeninduſtrie kontrollierten Geſellſchaft, die bekannsiheute
lich die Kunſtbenzin (Motalin=Vertriebsgeſellſchaft des Farbenkonzernlſhends 4
iſt, im vorangegangenen Jahre möglich, einen kleinen Reingewinn vor
85 630 RM. zur Verminderung des damaligen Verluſtvortrages zu
verwenden. (G.V. 30. September.)

Im Auguſt ſtellten die deutſchen Hochofenwerke (ohne Saargebiet
1167809 To. Roheiſen her, d. h. bei gleicher Zahl der Arbeitstag
35 701 To. weniger als im Juli. Die durchſchnittliche arbeitstäglicky
Leiſtung des Auguſt iſt mit 37 671 To. um 1152 To. oder um run
3 Prozent niedriger als die des Juli. Sie entſpricht 82 Prozent de
durchſchnittlichen arbeitstäglichen Erzeugung des Jahres 1913 im Deut
ſchen Reich damaligen Umfanges. Von 186 (Vormonat 185) vorhan
denen Hochöfen waren 96 (103) in Betrieb und 20 (15) gedämpft.
Wie verlautet, konnte die Stock=Mötorpflug=A.=G. in der letzter
Zeit ganz beachtliche Auslandsaufträge auf ihren Raupenſchleppen
hereinnehmen. Ebenſo wie der geſteigerte Auslandsumſatz iſt aud
das Inlandsgeſchäft trotz der noch immer ſchwierigen Lage der deutſcher,
Landwirtſchaft zufriedenſtellend.
Die ſchon angekündigte neue Anleihe der Stadt Dresden in Geſtalt;
von 20 Mill. RM. 8prozentigen Schatzanweiſungen von 1929 auf Fein=
goldbaſis
, rückzahlbar zu 102 Prozent, wird jetzt von einem Banke
konſortium, u. a. Gebr. Arnhold, zur Zeichnung aufgelegt.
Im Jahre 1928 wur
n in den elſäſſiſchen Kaligruben 4 41600/
Tonnen Kali gefördert. 2 259 000 To. wurden ausgeführt und 1 78000
Tonnen in Frankreich ſelbſt verbraucht.
Die Zahl der Arbeitsloſen betrug am Stichtag, den 2. September,
in England 1 152300 Perſonen. Dies ſind 3 503 Perſonen weniger
als in der Vorwoche.
Die Verhandlungen zwiſchen den führenden amerikaniſchen und
auſtraliſchen Bleiproduzenten haben nunmehr zu einem Abkommen übe
die Stabiliſierung der Preiſe und Regelung der Produktion geführt. ſower

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Berliner Kursbericht
vom 12. September 1929

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Deviſenmarkt
vom 12. September 1928

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Frankfurter Kursbericht vom 12. September 1929.

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254

Ab heute:

Wilhei-
winen
winen-
etraße
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Frel,

Freitag, den 13. Geptember 1929

Seite 17

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Börse der Niedertracht gehandelt wird. Heilige
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dieses Martyriums gegangen .. ."
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Der Spieterkönig
Ueberall ein au Dergeuöhnlicher Erfolg!
Ein Film von Spiel und Liebe in 6 Akten.
Beginn 3½ Uhr. / Beide Programme sind als kiinstlerisch anerkannt, aber nicht für Jugendliche frei! Beginn 3½9 Uhr.
(TV 14381

Rhein-
straße
4

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Heute Freitag
gends 8 Uhr im Hessischen Hof
Vollstümlicher Abend
Orchester ehemallger Milltärmusiker
Im Programm: 2 neue SchlagerTangos
Solist: Herr Peter Schäfer
Persönliche Leitung:
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Eintritt frei

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numeriert. M. 1.50
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henſtr
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ſtle
des GDA, Hügelſtr. 20. 14376

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bieburgerstr. 97, Telephon 4348
Heute Freitag großer
uine Higen
LEITUNG: (14330
Kapellmeister Willi Schlupp
mit seiner bestgeschulten
Kapelle Darmstadts
der Glanzpunkt der
Konzert-Safson
wird heute Freitag zur Auf-
ührung
gebracht. Eintritt 0.30

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Leiprig 61
9

[ ][  ][ ]

Seite 18

Freitag, den 13. September 1929

Samine Aainlark.
Die Lebensgeſchichte eines Silberfuchſes.
Von Erneſt Thompſon Seton.
(Berechtigte Ueberſetzung von Max Pannwitz.)
3)
Nachdruck verboten
Jetzt erhielten ſie von den Eltern Unterricht im Jagen. Von
der Mutterbruſt waren ſie faſt entwöhnt; ſie nährten ſich wie
ausgewachſene Füchſe und mußten ihr Futter ſelbſt finden
lernen. Vater und Mutter legten, was ſie erbeutet hatten, nicht
mehr am Höhleneingang ab, ſondern im Wald fünfzig, hundert
und immer mehr Meter entfernt, je ſtärker die Jungen wurden
und Mutters girrender Anruf war für ſie das Zeichen zum Be=
ginn
eines ſehr ernſten Spieles ſuch oder hungere‟. Wie ſie
da in den Brombeerſträuchern herumſprangen, wie ſie auf den
Grasflächen dahinſtrichen und umherliefen, mit Auge und Naſe
jedes Loch prüfend! Wie ſie luſtig übereinander purzelten,
wenn ihnen allen zugleich ein Windhauch winkte und zuflüſterte:
Komm hierher, und wie gut ſie ſchließlich lernten, Vaters und
Mutters Fußtapfen in voller Eile zu folgen, bis ſie zur ver=
ſteckten
Mahlzeit führten!
Damit begann für ſie das Spiel des Lebens, und ſo erlern=
ten
ſie die wirkliche Jagd. Die Alten trugen reichlich herbei, und
es ſchien, als wäre für alle der Tiſch gleich gedeckt; aber in Wahr=
heit
gibt es ſolche Gleichheit im Leben nicht, ſondern es gilt das
Wort: Wer da hat, dem wird gegeben. Das älteſte Junge
war das klügſte, ſtärkſte und fähigſte, ſo konnte es auch am beſten
das verſteckte Futter finden und war daher auch am beſten
genährt; die leckerſten und größten Stücke fielen ihm zu. Es
wuchs ſchneller als die andern; täglich wurde der Unterſchied in
Größe und Kraft auffallender und auch noch in einer anderen
Richtung trat eine immer größere Verſchiedenheit hervor. Sein
Jugendkleid, ein mattes Dunkelgrau, dunkelte noch mehr. Wäh=
rend
Bruder und Schweſter das Rot und Gelb ihrer Art auf=
wieſen
, zeigte ſich bei ihm jeden Tag eine tiefere Tönung, die
im Geſicht und an den Beinen ſchon in Schwarz übergegan=
gen
war.
Es war jetzt ſpät im Juli. Die Alten hatten ſich nicht nur
unermüdlich abgemüht, die Jungen mit dem Ueberfluß der Far=
men
zu füttern, ſondern hatten ſie auch treu vor jeder Gefahr
behütet. Mehr als einmal ließ ſich unweit des Tales die gel=
lende
Stimme des ſchrecklichen Hundes hören, und jedesmal
überlief das dunkle Füchslein ein eiſiger Schauer; aber jedes=
mal
war eines von den beiden Alten dem Feinde entgegen=
getreten
und hatte ihn ohne große Mühe vom Wege nach der
Höhle abbringen können. Das ließ ſich zwiſchen den Felsbrocken
am Ufer ſo leicht ausführen, daß ſie übermütig wurden. Sie
mißachteten die Hundegefahr, bis das ſcheckige Ungeheuer eines
Tages, als die drei Jungen in der Lichtung luſtig nach der
letzten Beute des alten Fuchſes ſuchten, über ſie herfiel. Sein
plötzliches Bellen füllte ihr Herz mit Entſetzen. Sie ſtoben aus=
einander
, aber der kleine Bruder war nicht ſchnell genug; die
großen Kiefer ſchnappten zu und zermalmten die Rippen, und
das Ungetüm trug ihn fort, immer weiter, wobei man von Zeit
zu Zeit die Knöchlein zerbrechen hörte und die blutigen Kiefer
das zarte wollige Fellchen zerquetſchen ſah. Erſt auf dem Farm=
hof
ließ Hekla zu Füßen ſeines Herrn den zerfleiſchten Körper
fallen und ſchaute zu ihm auf in Erwartung des Lobes, das
er nicht erhielt.
Ein Unglück kommt niemals allein. Als der Vater am
nächſten Tage in der Dämmerung mit einer eben ergatterten

Ente heimlief, zwang ihn Hundegebell, einen Umweg zu machen,
der in eine ihm unbekannte Oertlichkeit führte. Er kam in einen
hocheingezäunten Gang, aus dem er nicht hinausklettern konnte
ohne die Ente zu verlieren. So lief er weiter, aber die Hunde
waren jetzt hinter ihm her. Er ſtürzte o weh! in einen
Scheunenhof, wo ein anderer Hund Wache hielt, und nun war’s
um ihn geſchehen.
Aber die Seinigen wußten nur, daß er nicht wieder heim=
kam
, und ihrer Trauer, ſo wirklich ſie war, fehlte der Stachel,
den die empfinden, die das tragiſche Ende eines Naheſtehenden
mitanſehen mußten. So blieben die Mutter und ihre zwei
Jungen allein in der Eſpentalhöhle zurück, und furchtlos nahm
die Witwe die Laſt auf ſich. Ihre Aufgabe war in Wahrheit
faſt erfüllt. Im Auguſt fingen die Jungen an, ihr auf langen
Jagden zu folgen und ſich ſelbſt den Lebensunterhalt zu verſchaf=
fen
. Im September war die Schweſter ſo groß wie die Mutter
und der dunkle Bruder viel größer wie auch viel ſtärker, und der
Mantel, den er trug, ſah ſchwarz aus. Ein befremdendes Gefühl
entſtand zwiſchen Schweſter und Bruder und dann zwiſchen
Mutter und Sohn. Beide Füchſinnen fingen an, ſich vor dem
großen glänzenden Bruder zu ſcheuen, und mieden ihn ſchließlich
Mutter und Tochter lebten noch wie vorher wenigſtens eine
Zeitlang aber irgendein geheimnisvoller Inſtinkt war mächtig
und brach die Familienbande ganz auseinander. Der große
ſchwarze Fuchs und die beiden andern waren Freunde, wenn
ſie ſich trafen, aber ſie ſchienen ſich aus dem Wege zu gehen.
So verließ Domino, jetzt, da er ſchnell und imſtande war, für
ſich ſelbſt zu ſorgen, das alte Eſpental mit ſeinen freundlichen
Erinnerungen und dem Geſang des ſtrömenden Waſſers und
ließ ſich hinaustreiben zu dem Leben eines alleinſtehenden Fuchſes.
TV.
Neues Gewand und neues Leben.
Damit trai er in eine weiiere ſtürmiſchere Welt, die jenſeits
der Eſpenheimlichkeit lag. Er begann ein Leben für ſich allein,
in dem ſein Unterhalt und ſeine Sicherheit nur auf der eigenen
Kraft beruhte. So zahlte er denn den Preis, gewann den
Preis dafür und nahm täglich zu an Schnelligkeit, Klugheit und
Schönheit.
Nicht lange, nachdem er den heimiſchen Bau verlaſſen hatte,
geriet er in das Fegefeuer einer Jagd, die ſeine Schnelligkeit au
die ſchwerſte Probe ſtellte, die ihm zeigte, daß die Beine mauch=
mal
langſamer ſind als der Verſtand, und die ihm einen Freund
für die Stunde der Gefahr offenbarte einen Freund, den er
jeden Tag ſeines Lebens geſehen und doch nie als ſolchen er=
kannt
hatte.
Von ein paar Hunden verfolgt, rannte er immer wieder um
die felſigen Anhöhen, bis ſeine Füße blutig zerſchunden waren.
Der Tag war heiß und drückend, und nur mit gewaltiger Kraft=
anſtrengung
gewann er ſo viel Vorſprung, um ungeſehen den
Strom zu erreichen, wo er ſeine brennenden, matten und bluti=
gen
Füße netzen konnte. Im ſeichten Uferwaſſer watete er
ſtromaufwärts; das kühlende Naß tat ihm wohl. So war er ein
paar Kilometer weit gekommen, als die Feinde, der Fährte fol=
gend
, in Sicht kamen. Unwillkürlich ſuchte der junge Fuchs auf
einer buſchbeſtandenen Inſel Deckung, und von ſeinem ſicheren
Zufluchtsort aus ſah er, wie ſeine Verfolger zum Uferrande
kamen, die Witterung verloren, am Ufer auf und ab liefen, aber
ſie nicht finden konnten und ſich endlich ganz verdutzt zurück=
zogen
.
Vielleicht kam es dem Fuchs nicht klar zum Bewußtſein, daß
das Waſſer die Fährte verdeckte, aber er faßte den Gedanken,
daß der Strom ein geeigneter Zufluchtsort in der Not ſei. Das

Nummer 253

AASr

Waſſer erwies ſich als ſolcher denn auch mehr als einmal uns
mehrfacher Beziehung. Auf der andern Seite weit unten
die ſandige Strecke, die keine Fährte bewahren und daher
nichts verraten konnte. Kam der Winter mit ſeinem Glat)
über den Strom, ſo war es für den Fuchs ein leichtes, über
dünne Decke zu laufen, während ſie unter dem Hund brach /ſ
daß er ins Waſſer plumpſte. Aber den beſten Beiſtand bot
eine lange, ſteile Felsklippe, die Randmauer der Stromſch,
beim Austritt der Shawban aus dem Bergland. Hier war
ſchmaler Pfad, der ſich immer mehr verengerte, bis er dem Fütziersſ9
lein noch einen knappen Durchſchlupf gewährte, aber zu ſch=
für
einen Hund war. Hierauf führte der Pfad um eine m79.00
ſpringende Landſpitze herum, ſtieg allmählich die Klippe hirn gee 9
und leitete endlich in einen Wald, der ſonſt nur auf einem 1
der Lelt
wege von mehr als drei Kilometern zu erreichen war.
Endlich fand Domino, daß er am Stromufer, wenn die Suubo9.
riowe
anderwärts unergiebig war, immer eine Mahlzeit finden konn
vern
ſei es einen geſtrandeten Fiſch, einen toten Vogel oder
nur einen Froſch, immer noch ein gutes Mittel gegen den Hunc ſe.
Und ſo dachte und handelte er gemäß dem Dichterwort: Mrind
ich de
Stromesufer gern ich weil, es bringt in jeder Not mir KWaſt
Der Strom war ſein Freund.
N e
Solche inneren Wandlungen erfuhr der Fuchs, und daw dee 2
gründete ſich ſein Erfolg im Leben. Und er hatte auch Hilfe
nötig, denn es traten äußere Wandlungen bei ihm ein, die
wie es ehemals der juwelenbeſetzte Mantel des Vornehmen Deſ
haben
zum Anziehungspunkt für alle gierigen Räuberaugen mache,ſugs die
und einen zehnfachen Preis auf ſein Leben ſetzten.
ahrens
In den froſtigen Herbſtnächten wuchs auf ihm ein tiefellznerung
reicheres Pelzkleid hervor, und andere minder leicht faßlüe n
Kräfte gaben Glanz und Farbe dazu, die ſich von Tag zu 1

erhöhten, immer dunkler und ſtrahlender wurden, bis jede Si
von Rot und Grau verweht war. Und die Kundigen hätten Hu
gefragt: Deutet das nicht auf künftige größere Schönheit?
weiß, ob dieſes eigenartige Junge nicht einmal ein Silberf=,ſuch f
werden ſoll!
Nur wer in den Wäldern des Nordens und ihren Wundd flur
Beſcheid weiß, kann den vollen Zauber dieſes Wortes erme
zunt
Der Silberfuchs iſt keine beſondere Art, ſondern ein edler Sp
ling der Rotfüchſe. Die Eltern mögen ganz gewöhnliche, un d z
fällige Tiere geweſen ſein, aber die Natur kann in einer ſchy vul
begreiflichen Laune das unerſchöpfliche Füllhorn, ihrer Ga
über dieſen einen Abkömmling ergoſſen und nicht nur mit ei=
Wundermantel geſchmückt, ſondern auch ganz zum Schutze ſei zun 1
gefährlichen Reichstums mit außergewöhnlicher Schnellig!
Witterungsfähigkeit und Schlauheit begabt haben. Und ſok) win
Fähigkeiten bedarf er, denn ſein erleſenes Kleid iſt ſo weich / sun
reich, mit ſeinem glänzenden Schwarz und köſtlichen Reif ſo wi zuuu
derbar ſtilvoll, daß es das begehrteſte, wertvollſte Fell iſt,
vielmals mit Gold aufgewogen wird, das allervornehmſte P
werk. Das iſt heute die rechte Herrſcherkleidung, der unerläßl
Zubehör zu kaiſerlichen Thronen, wie es ehemals, in den Tacekaft
Roms, der tyriſche Purpur geweſen iſt. Das iſt in der Tat
Jägers höchſter Preis, aber ſo wohl behütet durch die Schlauhühr den
und Gewandtheit des Tieres ſelbſt, daß man es mehr dem G)er Win
als dem Geſchick des Jägers zurechnen muß, wenn jedes Ihg zu
ſtr 19.
einige wenige von dieſen Pelzjuwelen gewonnen werden.
Genau wie die Diamanten werden dieſe Koſtbarkeiten ih=
Werte nach unterſchieden, und die Jäger haben einen eige zuol
Wortſchatz, alle Abtönungen bis zum feinſten Silberſchwarz aM
zudrücken.
(Fortſetzung folgt.)

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Freitag, den 13. Eeptember 1929

Seite 19

Zwangsverſteigerung.
nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der uragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des händers Hermann Scherkamp und ſeiner Ehefrau
Au te, geb. Bürmann, beide in Darmſtadt, als Geſamt=
So nutr allgemeinen Gütergemeinſchaft im Grundbuch ein=
getr
en waren, ſollen
DL.stag, den 12. November 1929, nachm. 31, Uhr,
durscdas unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
ütſr. 2, verſteigert werden.
Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
2 treackg
gr Verſteigerungsvermerk iſt am 5. Auguſt 1929 in das
Zruruch eingetragen worden.
Howeit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſtei=
erzvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren
inde ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
urd
ng zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
zeri anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
lau=maft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
es ringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
beilu
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
jigerund
den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Tienigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
e ſtechx haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
uſcngs die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſrgerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
tands
tritt.
(14342a
Trmſtadt, den 6. September 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.

Bezeichnung der Grundſtücke:
buch für Darmſtadt, Bezirk V, Band XXXI, Blatt 2019

Nr.= flur Nr. Kulturart u. Gewann am
.1. WIII 10. Stall mit Hofraum
Artillerieſtr. Nr. 6 13¾
2. WIII 11 Hofreitegrund daſelbſt
VIII 12. Stall mit Hofraum

III 127

6. WIII 14
7. WIII 76

(überdeckter Kanal)
daſelbſt
Grasgarten (Vorgart.)
daſelbſt
Hofreite daſelbſt
Grasgarten daſelbſt
Schuppen mit Hof=
raum
daſelbſt

Betrag der
Schätzung
1500 RM.
100 RM.

792,o 2700 RM.

39
245
88

400 RM.
31500 RM.
800 RM

365 3 500 RM.

Gf 0

Bkanntmachung.
* Ler den Nachlaß der Philipp
ihrBölls Witwe Ottilie Luiſe, geb
jaKönn zu Darmſtadt, iſt am 7. Sep=
erde
emba 1929, vormittaas 10 Uhr, das
lenr Kontwverfahren N.: 31/29 eröff=
eine
net turden. Konkursverwalter: Amts=
erſchngericxtaxator
Dr. Michel in Darm=
ſtadr
- Beorgenſtraße 9. Konkursforde=
rung
anmeldungen ſowie offener Arreſt
und izeigepflicht bis zum 30. Sep=
temba
1929. Erſte Gläubigerverſamm=
30. September 1929, vormit=
tags
½ Uhr, Zimmer 226, und all=
gemerr
Prüfungstermin: 4. Novem=
ider
v22, vormittags 9½ Uhr, vor
em nterzeichneten Gericht, Zim. 226.
Z ſtadt, den 7. Sept. 1929. (14329
Heſſiſches Amtsgericht I.

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Lutz A.G., Land=
wehrſtr
. 38. (14263b

Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
für dle Zeit vom 16. bis 31. August 1929.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben Reihen-
folge
wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des Kraft-
fahrzeugbesitzers
, Type, Motornummer, Hubraum in ccm (evtl.
PS), Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden geson-
dert
aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige Ergän-
zung
des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der Kraftfahrzeug-
besitzer
im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und unentbehr-
Ich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefer. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die Meldungen
vom 16.30. (31.) des voraufgegangenen Monats und die am 25.
eines Monats ausgegebene Liste die Meldungen vom 1. 15. des
gleichen Monats.
Bezug 3p re13:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtlicher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu Staffel-
preisen
, die wir bei uns zu erfragen bitten.
L. C. WITTICH VERLAG DARMSTADT

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