Asfe,
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Bezugspreis
Sbene
anschentlich 27 maligem Erſcheinen vom 4. September
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ember 2.48 Reichsmark und 22 Pfennie
zuegebühr, abgeholl 2.25 Reichsmarl, durch die
ren 2.40 Reichsmark frei Haus. Poſibezugspr
ptbr. ohne Beſtellgeld monatlich 2.45 Reichemart.
wortlichkelt für Aufnahme von Anzel
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einmnten Tagen wird nicht Übernomme
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Gherer Gewaſt
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Fpreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellung
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ohne Verbindſchteit für uns. Poſiſcheckonto
Franifurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 242 Sonntag, den 1. September 1929. 192. Jahrgang
2 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadi 25 Reie
Finanz=Anzeiſgen 40 Reſchepfg. Rellamezelle (
breit)2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
nanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite Nelt
ne=
300 J
chsmark. Alle Preiſe in Reich
ſ4 Doſl
ar — 420 Markl.
Falle höhen
Gewalt.
erliſcht
Krieg, Aufruhr, Strell uſw.
ſede Verpfſchtung auf E
der Anzeigen=
*
auffräge
auns.
denerſatz. B
Konkurs
ſcher Belireibu
äſſt jeder
S„
Nabat weg. B
ſkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
20
en-Tan
De Rdc
ende 8)
taigl
Kehraus im Haag.
chmals ſcharfe Auseinanderſehungen
die Liguidakionserlöſe aus den deutſchen Gükern.
* Haag, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.)
In der Sitzung von heute morgen kam es noch einmal zu
derung
ziemlich ſcharfen Auseinanderſetzung zwiſchen
Wpm ſnVertretern der Gläubigermächte und den deutſchen Delegier=
Di b Tcn Dr. Curtius und Dr. Hilferding. Man verlangte, von den
d.Be
Luobschu
ſeiſchen heute ſchon den im Youngplane empfohlenen
Ver=
ſt auf dle Entſchädigungsforderungen, wie
Leannt bei
die Liquidationserlöſe aus den deutſchen
einem von
me—13Güern, verſtand ſich jedoch ſchließlich angeſichts des hartnäk=
125,
nzert
Garten,
Rr
Bberd
am Ortsei
deutſchen Widerſtandes dazu, außer den bereits gebildeten
kommiſſionen einen neuen Unterausſchuß einzuſetzen, der
uufgabe hat, die Fragen, die zur Liquidierung der
Vergangen=
hugtgehören, zu prüfen und weiterhin Maßnahmen zu treffen
ſie Ueberleitung des gegenwärtigen Dawesplan=Regimes zum
bugplan=Regime. Es wurde dem Präſidenten Jaſpar
über=
r8. Eberſye, Ort und Tag des Zuſammentritts der verſchiedenen
Unter=
ſtiſſionen und ebenſo Zeit und Ort für die Schlußkonferenz
bſtimmen.
Zur Kennknis genommen.
liehe Rauß) luch die Finanzkommiſſion hat heute ihre Arbeitem beendet
rien-1
as Schlußprotokoll fertiggeſtellt. Dieſes enthält verſchiedene
Hereſtigen, von denen ſich die erſte auf die Vereinbarungen zwi=
Soyy=Muden Gläubigermächten und Deutſchland über die
Zugeſtänd=
zeöfmet, ſſean England bezieht, die zweite auf die Neuregelung der
Kaufim
ceferungen, wozu das italieniſch=engliſche Abkomimen über
zzu Zezug von einer Million Tonnen Kohlen jährlich für die
von drei Jahren gehört. Eine dritte Anlage befaßt ſich
nurantſt er Uebergangsperiode, wozu die geſtern getroffene interimi=
Regelung der Inkraftſetzung der Youngplan=Zahlungen
t. Die vierte Anlage handelt von der Vereinbarung über.
IA ALſatzungskoſten und der Gründung einer gemeinſchaftlichen
ſe für die Koſten, die nach dem 1. September aus der
Be=
berſtadt Aur entſtehen.
ſrmſchneiſ” der deutſche Vertreter in der Finanzkommiſſion, Reichs=
Fütſhaftsminiſter Dr. Curtius, hat heute vormittag zu dem
eng=
ieſläſſer alieniſchen Kohlen=Abkommen, in welchem ſich Italien für
Karten 29Zuer von drei Jahren zu einem jährlichen Bezug von einer
5lüin Tonnen engliſcher Kohle verpflichtet, eine Erklärung
immer ſtaben, wonach Deutſchland darauf hinweiſt, daß dieſes
röyle mabkommen eine ſchwere Benachteiligung der deutſchen
Gellülloahinduſtrie bedeutet, weshalb ſie nicht in der Lage ſei,
ſach=
üre Zuſtimmung zu dem Abkommen zu geben und ſich außer=
. Henn
Hinblick auf die rechtliche Lage nur darauf beſchränken
Plan im weiteſten Sinne vorzubereiten. Die deutſchen
Vor=
ſchläge ſind unter den Tiſch gefallen. Das Verſäumte muß jetzt
nachgeholt werden, und das iſt ein noch ſehr kompliziertes Stück
Arbeit.
Im Young=Plan ſelbſt ſind zwei Organiſationskomitees vor= 390 000 Einwohnern das Darniederliegen auch nur eines
beden=
geſehen, die eigentlich wieder vier ſind. Eines von ihnen hat ſich tenden Wirtſchaftszweiges aus, da die ausgleichende Wirkung
Reichsbank, eines mit den verpfändeten Einnahmen und eines
mit der Reichsbahn. Dazu kommen noch Unterausſchüſſe
ſowie endlich für die Schulden der Nachfolgeſtaaten. Eine
Eini=
gung über Ort und Zeit des Zuſammentrittes dieſer Kommiſſio= wirtſchaftliche Erſtarkung der Stadt zu befördern. Dieſe
Maß=
nen iſt im Haag nicht erzielt worden. Damit ſoll ſich jetzt Herr
Jaſpar abmühen, dem von den Regierungen die Wünſche
mit=
geteilt werden und der dann eine Mittellinie ziehen ſoll — eine
ſehr undankbare Aufgabe. Wahrſcheinlich wird eine Anzahl der
zuſammentreten. Haben ſämtliche Ausſchüſſe ihr Penſum
er=
ledigt, dann treten die Juriſten zuſammen, die aus dieſen
verſchie=
denen Vorſchlägen etwas Einheitliches machen ſollen, und erſt
wenn auch dieſes Stadium überwunden iſt, ſoll im Haag
irgend=
wann im Oktober die Schlußkonferenz ſtattfinden, die dann all
die Arbeit nachzuholen hat, die man jetzt verſäumte.
* Danzigs wirkſchaftspolikiſche Lage.
* Die Rheinlandräumung.
Die Abmarſchpläne.
9. 9.-hn Kenntnis von dem Abkommen zu nehmen.
Die Schlußſihung der Vollkonferenz
uIAvon Dr. Streſemann präſidiert, der nach dem beſtimmungs=
„ſennſen Turnus nach Jaſpar als erſter die Präſidentſchaft
über=
behchmn müßte. Dr. Streſemann bat jedoch nach der Abgabe
BMnar formellen Erklärung Jaſpar, das Präſidium wieder zu
dergſtaß hernhmen, des er während der Dauer der Konfevenz geführt
unlt Wb9. Jaſpar wurde dann von der Verſammlung ausdrücklich
zſung räſidenten gewählt und muß als ſolcher auch in
Gemein=
ſAAAhart mit dem Generalſekretär der Konferenz, Francqui, die
keiſen, nteichrift unter das Schlußprotokoll leiſten. Der Unterzeich=
Fuß dun ſchloſſen ſich verſchiedene Dankreden der Delegierten an,
undun Hnn dnen beſonders die Worte Snowdens ſehr eindrucksvoll
anen der mehrfach betonte, daß die Haager Konferenz zur euro=
Heslſiſüith Wiederherſtellung beigetragen habe. Jaſpar wird auch
—niehlußteil der Konferenz präſidieren, der vorausſichtlich
viff
n dem 10. und 15. Oktober im Haag ſtattfindet. Für die
rblin der Unterkommiſſionen, die im Einvernehmen mit den
herſſhdenen Regierungen von Jaſpar einberufen werden, wird
er zuze September erforderlich ſein. Nach Beendigung dieſe=
Anerbkiuz tritt in Brüſſel das Juriſtenkomitee zur Prüfung der
„lexreuſammen, während Zeit und Ort der Tagungen für die
ASl0brirg ſechs Komitees noch zwiſchen den Regierungen
verein=
artz herden. —
Fepl
der Saarfrage iſt zwiſchen der deutſchen und
fran=
öſiſihr Delegation in einem Notenaustauſch feſtgeſetzt worden,
aß )mnächſt zur definitiven Regelung der Saarfrage diplo=
HehEnatrſt Verhandlungen eingeleitet werden, die in einem Zuge
geet 18 Endlöſung des Problems durchgeführt werden. Die
Ver=
ankigen werden alsbald beginnen; das Datum wird mit der
rangziſchen Regierung noch vereinbart werden. Die
Verhand=
zoß ühgls ſelbſt finden in Paris ſtatt. Ueber die Zuſammenſetzung
der ſetſchen Saardelegation wird das Reichskabinett in den
Slenchſten Tagen Beſchluß faſſen.
Einzelheiten über die Räumungspläne der Aliierten liegen
bisher noch nicht vor. Es iſt nur bekannt, bis zu welchem
Zeit=
punkt die zweite und die dritte Zone von fremden Truppen frei
ſind. Lediglich die Engländer, die den Abmarſchbefehl den
ein=
zelnen Befehlshabern bereits ſeit einiger Zeit übermittelt haben,
veröffentlichen eine Mitteilung, wie ſich der Abmarſch vollziehen
wird. Zunächſt werden die Familienangehörigen abtransportiert,
ſo daß in der nahen Zukunft mit Truppentransporten noch nicht
zu rechnen iſt. Erſt ſpäter folgen einzelne Truppenteile, und
zwar ſo, wie ſie abmarſchiert wären, wenn im Herbſt die
Ab=
löſungstruppen in das Gebiet um Wiesbaden angerückt wären.
Truppen, Perſonal und Familienangehörige werden über Oſtende
nach England fahren. Vermutlich wird auch das ſchwere
Kriegs=
material auf dem Bahnweg verfrachtet, während das leichte
Material den Rhein hinuntergeſchafft werden ſoll.
Aehnlich wird auch die Räumung der Koblenzer Zone vor
ſich gehen. Man darf annehmen, daß auch für die Koblenzer
Zone die Abmarſchpläne bereits ſeit einiger Zeit fertig
vorlie=
gen, was allerdings für die dritte Zone nicht der Fall iſt. da erſt
Ende Juni nächſten Jahres die letzte Formation den deutſchen
Boden verläßt. Zur dritten Zone gehört auch die Kehler=Zone,
die auch bis zum 30. Juli 1930 geräumt ſein muß.
Verlegung des Sites der Rheinlandkommiſſion
in die dritte Zone?
Eine offenbar tendenziöſe Darſtellung Sauerweins im
„Matin”, daß die Rheinlandkommiſſion von Koblenz nach
Wies=
baden verlegt werden ſoll, hat gerade in Wiesbaden große
Be=
ſtürzung hervorgerufen. Den deutſchen Stellen iſt von dem Plan
einer Verlegung der Rheinlandkommiſſion nach Wiesbaden nichts
bekannt. Feſt ſcheint jedoch zu ſtehen, daß die
Rheinlandkom=
miſſion allerdings im verringerten Umfange nach der Räumung
der zweiten Zone in die dritte Zone überſiedeln wird.
E 12,55 Uhr verließen die erſten Delegierten das Sitzungs=
Mi gebä v. In dieſem Augenblick ſpielte der aufgeſtellte Bläſer=
„ Nhor 2/s Niederländiſche Dankgebet und anſchließend „Eine feſte
Rurixt unſer Gott” und mehrere Choräle. Die verſammelte
Meu Zentblößte das Haupt und brachte den einzelnen
Delegier=
ten Yatkonen dar, die beim Erſcheinen von Dr. Streſemann.
einenleſonders ſtürmiſchen Charakter annahmen.
* Zwiſchenkonferenzen.
N dem Abſchluß der Haager Konferenz iſt im Grunde erſt
Ns.S Diplomaten haben ſich über politiſche und finanzielle
Me Forichugen geſtritten. Für die eigentlichen ſachlichen Arbeiten
Nabes le Tkeine Zeit gehabt. Es ergibt ſich daraus, wie richtig es
denAnfang für die Durchführung des Aoung=
Flams gemacht. Die entſcheidenden Arbeiten ſtehen noch
bora u7 Deutſchland von Anfang an auf eine rechtzeitige
Ein=
bermlg der Ausſchüſſe drängte, deren Aufgabe es iſt, die
4leitung vom Dawes=Plan zum Young=
Die heſſiſche Regierung au das beſekzke heſſiſche
Gebief.
Darmſtadt, 31. Aug.
Die heſſiſche Regierung hat an den Staatskommiſſar für das
heſſiſche beſetzte Gebiet in Mainz folgendes Telegramm gerichtet:
„Im Haag ſind geſtern die Friſten für die Räumung des beſetzten
Gebietes beſtimmt worden. Späteſtens am 1. Juli 1930 wird
auch die Mainzer Zone und damit das heſſiſche beſetzte Gebiet
frei ſein. In dieſer Stunde möchte ich namens der heſſiſchen
Staatsregierung und des ganzen Heſſenlandes durch Sie der
Bevölkerung des heſſiſchen beſetzten Gebieses Glückwünſche und
Grüße übermitteln. Die Jahre der Unfreiheit und Prüfung ſind
über eine Bevölkerung dahingegangen, die feſt zum Reich und zur
engeren Heimat geſtanden hat, im Bewußtſein der Aufgabe, die
ihr auferlegt war in einer für die Zukunft Deutſchlands
entſchei=
denden Zeit, aber auch im Vertrauen auf die Bereitſchaft des
ganzen deutſchen Volkes, die Not der Lande am Rhein mittragen
zu helfen. Möge die große politiſche Entſcheidung beſtimmend
ſein für eine glückliche Zukunft unſeres Vaterlandes.‟ Heſſiſches
Geſamtminiſterium. J. V.: Leuſchner.
Briand erſtatket in Baris Bericht.
Am Samstag vormittag verſammelten ſich die Miniſter im
Elyſée=Palaſt unter dem Vorſitz des Präſidenten der
Repu=
blik, Doumergue, zu einem Miniſterrat, der von 9½ bis kurz nach
12 Uhr dauerte. Außer dem Arbeitsminiſter Loucheur und dem
Finanzminiſter Chéron waren ſämtliche Kabinettsmitglieder
an=
weſend. Faſt die ganze Sitzung wurde durch ein ausführliches
Expoſé des Miniſterpräſidenten Briand ausgefüllt, der ſowohl
über die finanziellen wie über die politiſchen Ergebniſſe der
Kon=
ferenz im Haag, vor allem auch über die Räumung des
Rhein=
landes Bericht erſtattete. Der Miniſterrat drückte darauf
ein=
ſtimmig dem Präſidenten ſeinen Dank für die im Haag verteidigte
franzöſiſche Theſe aus und beſchäftigte ſich dann weiter mit der
Haltung der franzöſiſchen Delegation auf der Genfer Ratstagung,
zu der Miniſterpräſident Briand vorausſichtlich morgen Sonntag
früh fahren wird.
Von
Kurt Siebenfreund
Mitglied des Volkstages und Mitglied der Handelskammer.
Stärker als in großen Wirtſchaftsgebieten wirkt ſich in der
Freien Stadt Danzig mit rund 2000 Quadratkilometer und
mit der Internationalen Bank zu beſchäftigen, eines mit der weiterer Wirtſchaftsräume fehlt. Ein ſehr erheblicher Teil der
Arbeiter in der Freien Stadt Danzig gehört den
metallverarbei=
tenden Berufen an. Den Kern dieſes Beſtandes bilden Arbeiter
für Sachlieferungen, und für die eigentliche Ueberleitung aus den Betrieben, die Preußen und das Reich nach Danzig
ge=
legt hatten (Artilleriewerkſtatt, Gewehrfabrik, Werft), um die
nahme hat ſich ſolange als richtig erwieſen, als die Aufträge für
Rüſtungszwecke und Schiffahrt in ausreichendem Maße
vorhan=
den waren. Heute bietet es große Schwierigkeiten, dieſe
über=
nommenen Arbeitermengen, zu denen noch die aus den privaten
Unterausſchüſſe in der Schweiz im Schatten der Außenminiſter metallverarbeitenden Betrieben, vor allem den Werften,
hinzu=
zuſammentreten. Die anderen werden in irgendeiner Hauptſtadt kommen, voll zu beſchäftigen. Wenn die
Beſchäftigungsmöglich=
keit in der metallverarbeitenden Induſtrie, beſonders in den
Schiffswerften, in ſtarkem Maße durch weltwirtſchaftliche
Ver=
hältniſſe bedingt wird, ſo ſtehen andere Zweige der Danziger
Induſtrie under den beſonderen Auswirkungen der
Wirtſchafts=
lage in den benachbarten Staaten. Vor allem ſind es die
wirt=
ſchaftspolitiſchen Maßnahmen Polens, die ſich auf den Danziger
Platz unmittelbar auswirken. Alle Waren, die in Polen einem
Staatsmonopol unterliegen, ſind dem freien Handel naturgemäß
entzogen: Salz, Spiritus, Trinkbranntwein (ſogenannter weißer
Schnaps), Tabak und Zündhölzer. Die Waren, die der indirekten
Beſteuerung in Polen unterliegen, können nur in beſchränktem
Umfange und unter Beachtung zum Teil ſehr umſtändlicher
Vor=
ſchriften nach Polen gehandelt werden: alle alkoholhaltigen
Ge=
tränke, ſpiritushaltigen Waren, Weine, Zucker, zuckerhaltigen
Waren. Die Rückwirkung auf die Danziger Induſtrie iſt ſehr
einſchneidend. Erzeugniſſe, die früher einen ſehr ſtarken Abſatz
im Hinterlande fanden, müſſen ſich jetzt mit ſehr beſcheidenen
Abſatzmengen begnügen. Die Ausdehnungsmöglichkeit des
Ge=
ſchäfts dieſer Induſtriezweige iſt verbaut. Ich erinnere beſonders
an Likörfabriken und Tabakerzeugniſſe. Für die letzteren iſt
aller=
dings auch in Danzig ein Staatsmonopol durchgeführt worden,
um die in den zwiſchen Polen und Danzig geſchloſſenen
Ver=
trägen vorgeſehene Anpaſſung der Monopole und indirekten
Steuern auf dieſem Gebiet durchzuführen.
Die übrigen Induſtriezweige Danzigs haben eine ſehr
emp=
findliche Konkurrenz ſeitens der polniſchen Betriebe auszuhalten,
denn Danzig und Polen bilden kein einheitliches Steuer= und
Monopolgebiet, wohl aber ein einheitliches Zollgebiet. So ſind
die nicht monopoliſierten oder von indirekten Steuern betroffenen
Erzeugniſſe des einen Staates ohne weiteres abſatzberechtigt im
anderen Staat. Wie weit dieſer Abſatz ſich praktiſch durchführen
läßt, hängt davon ab, ob Preiſe und Bedingungen
wettbewerbs=
fähig ſind. Die Danziger Betriebe haben es dabei ſehr ſchwer.
Sie arbeiten mit einer Belegſchaft, die in ihren kulturellen und
ziviliſatoriſchen Bedürfniſſen der Lage in Deutſchland entſpricht.
Auch die ſozialen Belaſtungen ſind in der Freien Stadt ungefähr
die gleichen wie im Reich. Anders jedoch in Polen. Die
pol=
niſchen Arbeiter haben durchſchnittlich geringere Anſprüche und
begnügen ſich im allgemeinen mit weſentlich niederen Löhnen
als die Danziger Arbeiterſchaft. Zu dieſem Vorſprung Polens
bei den Geſtehungskoſten kommt noch die Förderung, die der
polniſche Staat all den Beſtrebungen zuteil wverden läßt, die die
Induſtrialiſierung Polens zum Ziele haben. Im Schutze der
protektioniſtiſch überhöhten Zollmauern erſtarkt die polniſche
Induſtrie allmählich, wobei die direkten ſtaatlichen und
kommu=
nalen Hilfen der Steuererleichterung oder des Steuererlaſſes,
der billigen Ueberlaſſung von Gelände — Maßnahmen, wie ſie
in dem benachbarten Gdingen mit großem Umfang angewendet
werden — eine weſentliche Rolle ſpielen. Dadurch, daß infolge
des deutſch=polniſchen Handelskrieges durch Einfuhrverbote, durch
Kontingentierung der zugelaſſenen Einfuhrmengen der Abſatz
deutſcher Ware ſehr ſtark eingeſchränkt wird, leidet der Danziger
Handel ſehr erheblich, den traditionsgemäß und nach den
natür=
lichen Geſetzen des Warenverkehrs unzählige Fäden mit der
deut=
ſchen Wirtſchaft verbinden. Ihm ſind die Hände ſehr eng
ge=
bunden. Er iſt in ſeiner Betätigung ſtark beſchränkt.
Zu dieſer Beſchränkung der zur Verfügung ſtehenden Waren
kommt außerdem noch hemmend hinzu der Mangel an flüſſigen
Mitteln in der polniſchen Wirtſchaft. Der Umlauf an Wechſeln
in Polen hat ſich ungeheuer vermehrt. Die Zahl der proteſtierten
Wechſel, auch kleiner Beträge, iſt ſehr groß. Die polniſche
Wirt=
ſchaft befindet ſich in einem Uebergangsſtadium, in dem der
Vor=
teil aus den umfangreichen Inveſtionen ſich noch nicht in dem
Umfang bemerkbar macht, daß die Zahlungsbilanz erleichtert
wird. Für den Danziger Handel und die Danziger Wirtſchaft
wirkt ſich dieſer Umſtand natürlich auch nachteilig aus.
Ebenſo wie die Danziger Induſtrie unter der Konkurrenz
mit der mit geringeren Unkoſten arbeitenden polniſchen Induſtrie
zu kämpfen hat, wird die Danziger Landwirtſchaft in ihren
Er=
trägen durch die aus den gleichen Urſachen billigeren Preiſe der
polniſchen landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe ſtark gedrückt. Die
Ausfuhr ihrer Erzeugniſſe wird zum Teil erſchwert durch die
Bildung polniſcher Ausfuhrſyndikate, die allein das Recht zum
Export haben. Notgedrungen ſind auch in Danzig derartige
Organiſationen aufgezogen, um die Zurückdrängung der
Dan=
ziger Erzeugung von der Ausfuhr abzuwenden. Mit der Gründung
des Bacon= und Eier=Syndikats ſcheint dieſe die freie Wirtſchaft
erheblich einſchränkende Entwicklung noch nicht abgeſchloſſen zu
ſein.
Etwas anders liegen die Verhältniſſe im Einzelhandel und
in den induſtriellen Zweigen, die den örtlichen Bedarf decken
und Nutzen ziehen aus dem großen Fremdenverkehr und den
zahlreichen Kongreſſen, deren ſich Danzig zu erfreuen hat.
Be=
troffen wird der Einzelhandel unmittelbarer als alle anderen
Zweige des wirtſchaftlichen Lebens durch die verhältnismäßig ſehr
hohe Arbeitsloſigkeit, die im erſten Halbjahr 1929 zeitweiſe um
Seite 2
Sonntag, den 1. Geptember 1929
mehr als 20 Prozent höher war als in der gleichen Zeit des
Vor=
jahres.
Von entſcheidender Bedeutung für das wirtſchaftliche
Ge=
deihen der Freien Stadt Danzig iſt aber der Verkehr im Danziger
Hafen, der allen Zweigen der Danziger Wirtſchaft Belebung
bringt. Zwar iſt der Danziger Eigenhandel an dem großen
Um=
ſchlag des Hafens nicht in entſprechendem Maße beteiligt. Der
Umſchlag an Stückgütern hat ſich in viel geringerem Maße
ent=
wickelt als der an Maſſengütern. So bildet die Kohlenausfuhr
den Hauptbeſtandteil des Hafenumſchlages. Etwa 40 Prozent
der geſamten polniſchen Kohlenausfuhr geht über Danzig. Die
Menge der ausgeführten Güter iſt etwa dreieinhalbmal ſo groß
als die Menge der eingeführten Güter, und es ergibt ſich daraus
eine ungünſtige Tonnage=Bilanz.
Der Danziger Hafen hat ſich mit ſeinen Ladevorrichtungen in
großzügiger Weiſe auf den Umſchlag von Maſſengütern
einge=
ſtellt. Er iſt in der Lage, viel mehr zu leiſten, als von ihm
ver=
langt wird. Seine Leiſtungsfähigkeit läßt ſich auch noch erheblich
ſteigern, Hand in Hand mit dem Ausbau des Danziger Hafens
müßte der Ausbau der Zufahrtswege, beſonders der Eiſenbahn,
gehen, von deren Leiſtungsfähigkeit die Ausnutzung des Hafens
abhängig iſt. Der Ausfall erheblicher Kohlenmengen im
Dan=
ziger Umſchlag würde durch andere Gütermengen nicht
ausge=
glichen werden können. Sind doch manche Waren ſchon ganz
von Danzig nach Gdingen abgezogen, z. B. der Handel mit Reis
Auch der Holzhandel, der von jeher einen ſehr ſtarken Anteil am
Danziger Warenumſchlag ſtellte, iſt infolge der Veränderung der
Marklage und infolge des Verluſtes bisheriger Abſatzgebiete auf
etwa die Hälfte des Vorjahres zurückgegangen
Polen iſt es zum Schaden Danzigs gelungen, einen
regel=
mäßigen direkten Dampferverkehr zwiſchen Gdingen und New
York zuſtande zu bringen, der die Möglichkeit bietet, direkte
Vom Tage.
In der Saarfrage iſt ein Notenaustauſch erfolgt, wonach
unverzüg=
liche Verhandlungen über die definitive Regelung dieſes Problems
be=
ginnen und in einem Zuge durchgeführt werden ſollen. Sie beginnen
nach den nötigen Vorbereitungen in aller Kürze in Paris.
Die Vorſtände des Reichsverbandes des deutſchen Handwerks unb
des Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertages haben auf einer
gemeinſchaftlichen Sitzung für die Handwerks= und Gewerbekammern,
für die Fachverbände und die übrigen im Reichsverband des deutſchen
Handwerks vereinigten Vertretungen des Handwerks den Beitritt zum
Reichsausſchuß für das deutſche Volksbegehren mit der Begründung
ab=
gelehnt, daß die Entſcheidung über die Annahme oder Ablehnung des
Young=Planes eine rein politiſche Angelegenheit ſei, die über die
Zu=
ſtändigkeit der beruflichen Vertretungen des Handwerks hinausgehe.
Der preußiſche Kultusminiſter hat angeordnet, daß am Tage
der Ankunft des „Graf Zeppelin” in Deutſchland
oder am folgenden Tage in den Schulen eine Feier
ſtattfin=
der, in der die Jugend auf die Bedeutung des Weltfluges des
Zep=
pelin hingewieſen wird. Außerdem hat der Kultusminiſter
angeord=
net, daß an dieſem Tage der Schulunterricht ausfallen
ſoll.
Der engliſche Premierminiſter Macdonald iſt am
Samstag in Paris eingetroffen und hat ſich, ſofort ins Quai dOrſay
begeben, wo er mit dem Miniſterpräſidenten Briand eine Unterredung
hatte.
Die letzten Vorbereitungen für den Ozeanflug des „Gra
Zeppelin” ſind getroffen. Die Paſſagiere ſind für Samstagabend
10 Uhr amerikaniſcher Zeit in die Luftſchiffhalle gebeten worden. Das
Luftſchiff wird zwiſchen 11 und 12 Uhr nachts aufſteigen, d. h. Sonntag
früh zwiſchen 4 und 5 Uhr mitteleuropäiſcher Zeit.
Frachten von jedem polniſchen Ort über Gdingen nach New
York abzuſchließen. Danzig als Umſchlagsplatz wird hiervon ſehr
nachteilig betroffen werden.
Die Streiflichter, mit denen wir die Lage der Danziger
Wirt=
ſchaft beleuchtet haben, ergeben deutlich, daß nicht nur einer der
bedeutenderen Wirtſchaftszweige Danzigs ſich in ſchwieriger Lage
befindet, ſondern daß Induſtrie, Landwirtſchaft, Handel und
Schiffahrt in mehr oder weniger ſtarker Weiſe von den
wirt=
ſchaftspolitiſchen Maßnahmen Polens beeinträchtigt werden, die
vielfach ohne Rückſicht auf die beſonderen Danziger Belange
ge=
troffen ſind. Die wirtſchaftlichen Anſprüche Polens mit ſeinen
30 Millionen Einwohnern ſetzen ſich der Freien Stadt
gegen=
über oft mit unangenehmer Wucht durch, obgleich die
Bedarfs=
intenſität der 390 000 Danziger eine unvergleichlich viel größere
iſt als die der Polen. Die Danziger Regierung kann aber alle
Wünſche, die ſie in dieſer Beziehung hat, der polniſchen
Regie=
rung nur zugehen laſſen durch den diplomatiſchen Vertreter
Polens in Danzig, den die Polen als ihren Generalkommiſſar in
Danzig bezeichnen. Der Freien Stadt iſt nicht das Recht
ein=
geräumt, in Warſchau einen Beamten zu akkreditieren, der
un=
mittelbar mit dem Auswärtigen Amt der polniſchen Republik
verhandeln könnte. Es iſt ſebſtverſtändlich, daß die Wirkſamkeit
der Aeußerung von Forderungen und Wünſchen um ſo ſchwächer
iſt, je weiter ab ſie von der Zentrale geäußert werden. Und das
Vorhandenſein eines offiziellen Danziger Vertreters in Warſchau
würde möglicherweiſe manchen Danziger Wünſchen größeren
Nachdruck verleihen können.
So wie die Dinge heute liegen, iſt die Lage der Danziger
Wirtſchaft in ihrer Geſamtheit eine ſehr problematiſche. Das
Gedeihen einzelner kleinerer Zweige genügt nicht, um die
man=
gelnde Proſperität gerade anderer bedeutender Zweige des
Dan=
ziger Wirtſchaftslebens auszugleichen. Von dem Gedeihen der
bodenſtändigen Danziger Wirtſchaft hängt es aber ab, ob Danzig
ſeine Aufgabe als kultureller Vorpoſten des Deutſchtums, zu dem
die Freie Stadt durch den Verſailler Vertrag geworden iſt,
er=
füllen zu können in der Lage iſt. Nur wenn es möglich iſt, den
bodenſtändigen Danziger Betrieben die Beſchäftigung zu ſichern,
ſie leiſtungsfähig zu erhalten und auszubauen, um durch
ratio=
nellere Erzeugung im Wettbewerb beſtehen zu können, nur dann
wird die deutſche Kultur der Freien Stadt unerſchüttert bleiben.
Polniſche Arbeitnehmer und polniſche Unternehmer haben freien
Zuzug nach Danzig. In der Verdrängung der breiten Maſſen
deutſcher Arbeiter aus den Danziger Betrieben würde das
Fun=
dament der deutſchen Kultur der Freien Stadt erſchüttert
wer=
den. Darum hängt ſo viel davon ab, daß die bodenſtändigen
Danziger Betriebe mit ihren bodenſtändigen Danziger
Arbeit=
nehmern lebensfähig bleiben und ihren Platz behaupten.
Das iſt der Geſichtspunkt, von dem aus im Reich die
wirt=
ſchaftspolitiſche Lage Danzigs betrachtet und ihre Bewegung
ver=
folgt werden ſollte. Auf dem Danziger Gebiet überkreuzen ſich
wirtſchaftliche und kulturelle Strömungen aus verſchiedenen
Richtungen. Untiefen und Strudel entſtehen und können
man=
cherlei Gefahren bringen. Die politiſchen und finanziellen
Macht=
mittel Danzigs ſind ſo beſchränkt, daß es eine kraftvolle Stützung,
insbeſondere auch durch die öffentliche Meinung im Reich braucht,
um ſeine beſondere wirtſchaftspolitiſche Aufgabe erfüllen zu
können.
Rückkrikt Lunatſcharſkis.
Berlin, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Nach einer Meldung aus Moskau ſoll der ſchon längſt fällige
Abſchied des Volkskommiſſars für das Bildungsweſen Lunatſcharſki
jetzt Tatſache geworden ſein.
Er war der dienſtalteſte
Volkskom=
miſſar neben Tſchitſcherin, und er hat ſich für die revolutionären
Verhältniſſe lange am Ruder gehalten. Wenn er jetzt geht, dann
ſtecken dahinter wahrſcheinlich keine politiſchen Beweggründe, die
nan in der Richtung Trotzki deuten könnte, ſondern mehr Ver
timmungen perſönlicher Art. Herr Lunatſcharſki iſt „Kavalier”
Er hat Wert darauf gelegt, ſich von dem proletariſchen Boden des
Sowjetſtaates nach Möglichkeit zu diſtanzieren. Er hat vor allen
Dingen eine Frau. die als Schauſpielerin internationalen Ruf
ge=
nießt und entſprechend auftritt. Sie wagte ſogar, ſich in
Brillan=
ten zu zeigen und hat vor einiger Zeit in einer deutſchen Zeitung
einen Artikel über die ruſſiſchen Geſellſchaftsformen veröffentlicht
der den Moskauer Herren ſehr wehe getan hat. Auch Lunatſchar=
Nau der Hadgee Aonkerens.
Pariſer Empfindungen. — Die kommende englißt
franzöſiſche „Auseinanderſekung”.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 31. A UMl
Die Ergebniſſe der Haager Konferenz bedeuten ſeit LocM
den größten Schritt, der bis jetzt im Hinblick auf die Verſt
gung in Europa gemacht wurde. Die gefährlichſten Reibeu
flächen zwiſchen Deutſchland und Frankreich werden befe-Mand
auch die Saarfrage wiro ald eine befriedigende Löſung erfa.n
Das deutſch=franzöſiſche Verhältnis war am Ende der
Konf=
ganz beſonders gut. Die Reſultate ſind ohne Engherzigkei
ſtandegekommen; nur die Begeiſterung und die gute Stimrm
fehlt — auch in Frankreich. Denn jenſeits des Kanals wirs
Sieg Snowdens mit geradezu tollen Freudenausbrüchen gefu
und dieſer Siegesjubel in London wird in Pariſer politki, Eie
veE
Kreiſen äußerſt unangenehm empfunden.
Die franzöſiſche Außenpolitik hat ſich das ſelbſt zuzuſchreMc!!
wenn ſie jetzt die Haager Ergebniſſe als eine Niederlage a0
finden muß. Sie allein iſt dafür verantwortlich, daß Franz/
es verſäumt hat, rechtzeitig eine großzügige Geſte zu machen M7.N
ſtatt deſſen eine diplomatiſche Niederlage ertragen muß. Arc ſ
iſt die Folge einer innenpolitiſchen Scharfmacherei, welche ℳ.
redneriſcher Effekte willen undurchführbare und dabei ſins
Forderungen aufſtellte. Es läßt ſich heute ſchwer ſagen, wieſ.
das alles innenpolitiſch auswirken wird; das hängt auch
Teil von den Genfer Ergebniſſen ab.
0
So, wie ſich die franzöſiſche Politik augenblicklich am politi
Horizont abzeichnet, fällt es ſchwer, den großen Schritt in Sie‟
ſekunt
tung einer wirklichen Verſtändigung mit Deutſchland als den C
iſt
zu buchen, den ſie für ganz Europa bedentet, trotz der vornelyn
und diplomatiſchen Haltung Streſemanns, die man ſelb5 greſt
Paris reſtlos anerkennt. Den eigentlichen ErfolgA un
der Haager Konferenz hat Deutſchland ſdfe
rungen.
Man erblickt hier in der frankophilen Haltung Italiens
der Konferenz einen günſtigen Faktor für die weitere Entwick-0hmgen
des Verhältniſſes der beiden Mächte. Dabei wird vielfach i
md
ſehen, daß Italien ſich von ſeinen feſtumgrenzten materi Aſeen
Intereſſen an der Reparationsregelung leiten ließ, und daß ſ, da
daraus noch keine Folgerungen auf die ſonſtigen Pläne Mäſſao0 wer
linis ziehen laſſen.
dlun
Es wäre grundfalſch, den engliſchen Preſtigeerfolg im Sizé in d
zu überſchätzen. Bei einer ſachlichen Beleuchtung ſchrumpfen?
finanziellen Fragen, um die man am heftigſten gerungen hau zwori
ihrer Bedeutung ſtark zuſammen. Die engliſch=franzöſiſche „Zue, Gerie
einanderſetzung” geht weiter, und nicht überall ſteht die
Vor
zöſiſche Diplomatie auf einem ſo verlorenen Poſten, wie auf / Fahlta
Konferenz im Haag.
ſche
ne An
Racdonald über die Ergebniſſe vom Haag und Elie ech
r Gener=
Der engliſche Premierminiſter Macdonald, der, wie berihen
und a
ſeien,
A 44
Lunatſcharſki.
ki ſelbſt gab in ſeinem Wandel den Moskauer Machthabern.
haufig Anlaß zu Beanſtandungen. Er hat es fertig gebracht, der
D=Zug von Petersburg nach Moskau einfach warten zu laſſen,
weil er mit ſeiner Frau noch mitfahren wollte. Er iſt wiederholt
offiziell wegen dieſes und anderer Vorfälle gerüffelt worden, was
aber nichts geholfen hat. Deswegen wird er jetzt abgelöſt und auf
ſeine wiſſenſchaftliche Tätigkeit an der Akademie verwieſen. Zru
ſeinem Nachfolger iſt das Mitglied des Revolutionären
Kriegs=
rates Bubnow in Ausſicht genommen, ein Beweis, wie ſtark in
Noskau das Vertrauen in die unbegrenzten Fähigkeiten der
Mili=
kärs iſt. Bubnow hat zwar die kulturellen Angelegenheiten der
Roten Armee verwaltet, iſt aber doch ausgeſprochener Soldat und
wurde ernſthaft für einen wichtigen Poſten an der chineſiſch=
ruſſi=
ſchen Grenze genannt.
gemeldet, heute vormittag in Begleitung von Lord Ceeil z4zm Zuſ=
Paris und Genf abgereiſt iſt, äußerte ſich während der Fallnin de
nach Paris einem Sonderberichterſtatter des Reuterſchen Bin
gegenüber eingehend über die Ergebniſſe, der Haager Konfer/ 2b Ma
über die Ausſichten der kommenden Genfer Tagung und ſhlung eit
Marineabrüſtungsverhandlungen.
Hinſichtlich der Haager Konferenz erklärte der Premierm. Mündigunt
ſter: Die Ergebniſſe der Konferenz werden ſich zweifellos sße, und
Beſten Europas auswirken und dem Völkerbund von größ M einber
Nutzen ſein. Die Verhandlungen und Vereinhſ Vorbere
rungen, die die Grundlage des Friedens bildiſtelt n
ſollen, müßten das Element des „Fair play” W. der bi
ſichtragen. Darum drehte ſich letzten Endes der Kampf, Ws ge
die engliſche Regierung zu führen hatte und den Snowden außöum Sa
gefochten hat. Ich glaube nicht, daß dieſer Kampf nochmuliſung
durchgekämpft zu werden braucht. Von nun an werden wir A ſüner
unſeren internationalen Beſprechungen nicht verſuchen, usu ausn
gegenſeitig etwas aufzuzwingen, ſondern wir werden verhand= Antären
und ſolange verhandeln, bis ein Uebereinkommen erzielt wide erinne
das für alle annehmbar iſt. Das iſt, was ich unter der Meth =Mproblen
des Friedens verſtehe, und dieſe Methode iſt im politiſchen A=ſtn. Im
ſchuß im Haag angewandt worden.
der
Zu den bevorſtehenden Beratungen in Genf erklärte M.-)ützliche
donald, die Fakultativklauſel werde zweifellos einer der Purnel und
E
ſein, mit denen er ſich zu beſchäftigen haben werde. DasAℳ
rüſtungsproblem bleibe die große Frage d riomit
Politik des Völkerbundes. Es komme vor allem d ehenp=
ſt Beſpy
Sollter
e Anft
auf an, eine internationale Abmachung zu erzielen.
Nie Ausk
Von Reinhold Braun.
Der größte und empfindlichſte Verluſt, der
uns treffen kann, iſt der an Friſche und
Ein=
fachheit.
Robert Saitſchick.
Der Freund und ich ſaßen miteinander im Geſpräche. Er
war gerade von den Waldbergen herunter gekommen aus einem
feierſamen und doch werkgeſegneten Aufenthalte. Von der
be=
glückenden Autoloſigkeit jenes Stückleins Erde berichtete er mir,
von dem Freunde, bei dem er gewohnt hatte in einem überaus
ſauberen, aber bewußt einfachen Holzhauſe, von der köſtlichen,
einfachen, beinahe naturmenſchenhaft eingeſtellten Nahrung,
er=
zählte von dem Manne und ſeinem Liebeskreiſe als von Menſchen
der herzlich=heiteren Art trotz des ziemlich harten Lebenskampfes,
den ſie zu beſtehen hätten, und davon, wie wunderbar der einſt
reiche und verwöhnte, von ſchweren Verluſten getroffene Mann
nun ein ſo ganz anderes Leben führte als in vergangenen Tagen,
ſprach ferner davon, wie er die alten Freunde immer wieder mit
dem Lächeln des königlichen Herzens berichtigte, wenn ſie, denen
es zum Teil auch nicht mehr allzu gut erging, von den einſt
„glänzenden” Tagen ihres Lebens ſchrieben, daß ſeine „
glänzen=
den”, d. h. innerlich leuchtenden Tage jetzt erſt gekommen wären.
Dabei iſt er keineswegs einer von den Fanatikern einer
Lebens=
reform. Für jeden will er das Wachſen der lebensreformeriſchen
Dinge von innen her. Einzig durch ſein fröhliches Beiſpiel
wirbt er.
Mein Beſucher ſprach weiter davon, wie müde er ſelber, faſt
von einer Welkheit erfüllt, in die Waldberge gereiſt, wie ihm der
Weg — er iſt einer der Schwerverletzten des Krieges — von der
letzten Verkehrsmöglichkeit bis in den verlorenen Waldwinkel
nicht ganz leicht gefallen wäre.
Und jetzt ſaß er neben mir in einer wundervollen Friſche und
Straffheit. In ſeinen Worten war Waldlicht und die Kraft des
Waldes.
„Ich bin noch nie in meinem Leben ſo geſtärkt, ſo innerlich
geordnet, ſo als der zu mir Heimgefundene in meine
Winter=
arbeit zurückgekehrt wie dieſes Mal!” fagte er, und das volle,
ſchöne Licht eines herrlichen Lebensgefühles lag in ſeinen Augen.
Zu erwähnen iſt noch, welch eine überaus beſcheidene Summe
er für dieſe ſo ſegensvolle Waldklöſterlichkeit ausgegeben hatte.
Friſche und Einfachheit! Ganz ſeltſam war es, als ich dann
vor der Nachtruhe das darauf bezügliche Wort von dem feinen
Robert Saitſchick in einem ſeiner wundervollen Bücher wie von
ungefähr las.
Iſt es nicht wirklich ſo, daß ein Teil unſeres Lebensleides
auf die überſchraubten „Bedürfniſſe” zurückzuführen iſt? Was
alles wird von der gierenden verdienſtwilden Ziviliſation zum
Bedürfnis geſtempelt! Wie wird nach einem ganz bewußten
„Syſtem” die Mehrzahl der heutigen Menſchen, ſchon in jungen
Jahren, bedürfnisſüchtig gemacht! Man braucht nur an die „
Ge=
ſchlechtsnot” unſerer Jugend zu denken, wie dieſe mit allen
Mit=
feln künſtlich geſteigert wird.
Bedürfnisſucht iſt zu allen Zeiten ein Zeichen innerer
Ver=
armung geweſen.
In Behörden, Geſellſchaften und vielen Unternehmungen
wird „abgebaut”; aber dies auch beim Bedürfniswuſt unſerer
Tage zu tun, daran wird nicht gedacht. Und das iſt verhängnisvoll.
Friſche und Einfachheit!
Iſt das nicht wie Volksliedklang gegenüber jazzelnder
Ver=
zerrtheiten! Wie Waldquellſingen gegenüver Pfropfenknall und
verſchäumendem Weine! Wie Wandertakt gegenüber dem
dahin=
fegenden Rade der Straße mit ſeiner Hupenjäheit und wildem
Geknatter!
Wünſche werden zu Dämonen. Das Wort vom Etwas=
ſich=
verſagen wird zum Hohn für viele.
Aber der Menſch wird um ſo kleiner, je größer und
maß=
loſer ſeine Bedürfniſſe werden.
Die Zügelung ins Starke, Reine, Schlichte, Urſprüngliche tut
ehr vielen not. Das Beiſpiel iſt alles! Es gilt, immer reifer
zu werden zum Vorbildhaften des eigenen Lebens! Auf einen
jeden kommt’s an! Laßt uns die Tatſache erkennen: Je mehr
wir das heilige große Bedürfnis unſerer Seele und des Geiſtes
ſteigern zum Ziele wahren Menſchſeins, deſto mehr werden wir
in unſerem Daſein Herr des Bedürfniswuſtes dieſer innerlich
armen Zeit werden. Unſere Bedürfnisloſigkeit wird unſer
Reich=
tum ſein, unſere Geſundheit und unſer Glück ..."
Der lekzke Duftmeiſter.
Von Eſſad Vey.
Dſchafar=Aga iſt geſtorben. Ich entnehme dieſe Nachricht
einem Privatbrief, denn die Oeffentlichkeit hat ſchon lange
auf=
gehört, ſich mit Dſchafar=Aga zu beſchäftigen. Und trotzdem war
er ein großer Künſtler, ſogar einer der größten Künſtler, die es
gegeben hat. Er übte eine der älteſten Künſte der Menſchheit
aus, er war „Duft=Meiſter” des letzten Kalifen. Der Beruf eines
„Duft=Meiſters” dürfte einem Europäer fremd ſein, man darf ihn
nämlich nicht mit einem Friſeur oder einem Parfüm=Fabrikanten
verwechſeln. Die Aufgaben eines Meiſters des Wohlgeruches ſä!
viel komplizierter, ſie ſind ſowohl techniſcher wie künſtleriſche.
Art. Er muß nämlich den individuellen Duft, der zu einem
Ma=
ſchen, einem Gegenſtande, einem Raume, ſogar einem Buche p.min
ſen könnte, beſtimmen und danach das Parfüm fabrizieren kETſeht ſein
nen. Das iſt keine leichte Aufgabe. Es gibt im Orient eine jall donze
tauſendalte Wiſſenſchaft, die ſich mit den Problemen des Wol”
geruches befaßt. Zahlreiche Traktate, techniſche Winke und g‟
heime Mittel ſtehen dem Künſtler zur Verfügung, der ſich mi
der edlen Kunſt befaßt, die Menſchheit „wohlduftend” zu mache=
Die Aufgabe des „Duft=Meiſters” des Kaiſers war es vor alle-4)0 Um
für jede Haremsdame, die in das Schlafgemach des Kaiſers kar 1 em
und für jedes Buch, daß dieſer in ſeiner Bibliothek aufnahr?V aler
den charakteriſtiſchen Wohlgeruch herauszufinden.
Den
R
Jedes Haremsmädchen, das zu ihm kam, wurde eingeher 50 w.
unterſucht. Der Meiſter fragte ſie nach ihrer Abſtammung, nad
ihrer Heimat, ließ ſie tanzen, ſpeiſen und dergl., dann zog er ſimh eſ
in ſein Laboratorium zurück und arbeitete oft tagelang, um einſ= W
Tropfen wohlduftender Eſſenz herzuſtellen, die von nun ab de.
junge Dame von allen anderen Frauen der Welt unterſcheide. /a5,
ſollte. Mit noch größerer Sorgfalt behandelte der Meiſter de
Bücher, denn eine Frau iſt vergänglich, ein Buch wird aber duns
Jahrhunderte von der hohen Kunſt des Dichters, des Illuſtratok: geſck
des Kalligraphen und des „Duft=Meiſters” zeugen. „Es iſt einl.
hſ-
ſchwere Kunſt”, ſagte mir ſeinerzeit der Meiſter, „den charakter2 / /—
be=
ſtiſchen Wohlgeruch im voraus zu fühlen, und es gibt gewill h
Nüancen, die nur mit Hilfe der Inſpiration erfaßt werde? ſi.
können."
Bevor der Meiſter des Wohlgeruchs damit beginnt, die Duſl
eſſenz für ein Buch herzuſtellen, muß er dieſes eingehend von 20
fang bis zu Ende ſtudieren. Dann folgen gewöhnlich unendlice
Beſprechungen mit dem Autor oder mit den Kommentatoren de
Buches; erſt dann ſchreitet der Meiſter zum Werk. Nur ein
Gem=
auf dem Gebiete des Wohlgeruches wagt es, ohne vorhergehenl?
Konferenzen die Eſſenz herzuſtellen. Denn der Duft haftet an dei
Buch, er muß mit dem Inhalt, Einband und der Schrift harne
nieren, er darf nicht ſtörend wirken, er muß den Inhalt auf 1.
Art interpretieren. „Ein Buch muß duften”, ſagte mir ein Meiſie.*
des Wohlgeruches, „alte, feingeſchriebene Traktate müſſen eſle
Duft ausſtrömen, damit der ermüdete Leſer bei der Arbeit Nic”
einſchläft, ſondern ſich dankend des Meiſters erinnert.”
Jetzt iſt der letzte Meiſter geſtorben, die jahrtauſendalte Kuhſe.
erloſchen, und Bücher und Mädchen werden nicht mehr duſle‟
(Bedürfen übrigens nicht auch manche europäiſchen Bücher eilee
oder wird hier dieſe Aufgabe wirklich vollſtändig vom Diche.”
ſelbſt gelöſt?
[ ← ][ ][ → ] na
24 Progeammn der engliſchen Regierung
t die 10. Bölkerbundsverſammlung.
mderſon über die Prohleme der Abrüſtung und
der obligakoriſchen Schiedsgerichtsbarkeit.
* Genf, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.)
rüch
ter engliſche Staatsſekretär des Aeußeren, Henderſon, iſt
griſer hrahwarnstag mittag in Genf eingetroffen und hat am Nachmittag
iſe iernationale Preſſe empfangen. Die von ihm dabei
abge=
we Erklärung über das Programm der engliſchen
ſierung für die zehnte Völkerbundsver=
Se F zom lung zeigt mit einem Schlag deutlich, daß der
Wügſcerpunkt der internationalen Debatten für
wi. ſächſte Zeit nach Genf verlegt iſt. Er würdigte
ſchſt die epochale Bedeutung der Haager Konferenz, nach der
erei,
ſeit dem 4. Auguſt 1924 zum erſtenmal im eigentlichen
des Wortes von der Beendigung des Krieges ſprechen
Seine Regierung habe ſtets daran feſtge
ugt ubſtlen, daß der Krieg ſolange nicht endgültig
iſſe diert ſei, als fremde Truppen auf
deut=
ſch ammkcſten Boden ſtehen. Nach der Auffaſſung des engliſchen
Schritt iAluzmmiiniſters iſt jetzt der Weg frei geworden, damit die
ndals da PMürbundsverſammlungen der nächſten Jahre immer mehr
der mſeh eiſt und das Ideal des Völkerbundes wirkſam und erfolg
man
zum Ausdruck bringen. Die Labour=Regierung
Er
ereits bei der Bundesverſammlung des Jahres 1924 ſich
ichlan
ller Kraft für die allgemeine Annahme der
gmdſätze der obligatoriſchen
Schiedsgerichts=
g Italkäteit und für die raſche Einberufung einer
ſtere Emkhſtungskonferenz eingeſetzt habe, werde dieſe
Be=
d vieliuEjungen auf der jetzigen Tagung wieder mit aller
Entſchloſſen=
zten mo eit ind unter Aufgreifung aller ſich bietenden Möglichkeiten
ſtzen. Er, Henderſon, habe große Hoffnungen auf den Aus=
Pläy abfder bevorſtehenden wichtigen Völkerbundsarbeiten.
Mac=
ſc werde, wie er hoffe, auf Grund noch andauernder
Kabel=
uhndlungen mit den ſelbſtändigen Regierungen der
Domi=
ſs fon in der nächſten Woche eine Erklärung über die
Unter=
ſchn
ſiſhring der Fakultativklauſel des Haager Statuts und über die
Lunge blügtoriſche Schiedsgerichtsbarkeit des Ständigen Internatio=
Wösie aue Gerichtshofs im Haag abgeben können. Wenn auch mit
ſeA Mhmgn Vorbehalten zu rechnen ſei, werde die Unterzeichnung
e wie eys ſakultativklauſel allein aber nicht genügen, weshalb die
nngiſche Delegation ſich entſchloſſen für die
allge=
ue Annahme der Grundſätze der obligatori=
999 ülſchte Schiedsgerichtsbarkeit einſetzen werde, wie ſie
Generalakte der letzten Völkerbundsverſammlung
nieder=
ſg und auch bereits in dem Genfer Protokoll von 1924
ent=
glae ſeien, das aber als ſolches nicht wieder aufgenommen
der, wie ſe dn ſoll.
rend d
weifelleiſchit
Lord Gaſ In Zuſammenhang mit den weiteren wichtigen
Pro=
nen der allgemeinen Abrüſtung wies Henderſon
uterſchen uftde Beſpphhungen zwiſchen General dawes und Maedonald
ger Kahm Ob Macdonald darüber bereits vor der
Völkerbundsver=
ung uhmmung eine Erklärung werde abgeben können, ſei noch nicht
Sollten aber, wie er hoffe, dieſe Verhandlungen zu einer
Premike kündigung zwiſchen England und den Vereinigten Staaten
und eine Abrüſtungskonferenz der fünf großen
See=
von gläüyzt einberufen werden können, ſo würden ihre Ergebniſſe
Vereſem Vorbereitenden Abrüſtungs=Ausſchuß des Völkerbundes
ens bſitteeilt werden, womit der entſcheidendſte Schritt erfolgen
zir y!der bis jetzt überhaupt für die Löſung des
Abrüſtungs=
er Kamfoglms geſchehen ſei.
nonda* /Am Schluß ſeiner Ausführungen über die Probleme der
mpf nubräüfung und der obligatoriſchen Schiedsgerichtsbarkeit, die
werden ach einer Auffaſſung das Hauptintereſſe der bevorſtehenden
verſuchen agrug ausmachen werden, ging Henderſon noch kurz auf die
den peiſ umaitären und ſozialen Beſtrebungen des Völkerbunds ein.
en erze)alke erinnerte er auch an die weitere Förderung des
Minder=
ter der eimproblems, ohne darüber jedoch nähere Ausführungen zu
politziſchn gucht. Im übrigen werde der engliſche Handelsminiſter Gra
amn der Generaldebatte der Völkerbundsverſammlung eine
frunchätzliche Darſtellung der internationalen
Wirtſchaftspro=
eüct llenm und ihrer Bedeutung für die internationale Befriedung
der.9 hebiy eine Erklärung, die zweifellos vor allem auch mit dem
*ſeunevormittag vom engliſchen Ratsvertreter ſtark unterſtriche=
FIlAlenn bhlenproblem in Zuſammenhang gebracht werden darf.
vor 0 luft ine Anfrage über die Vorgänge in Paläſtina gab
Hender=
elen, on 7d Auskunft, daß er noch keine neuen Nachrichten erhalten
habe und ließ durchblicken, daß er an die Abgabe einer
dies=
bezüglichen Erklärung während der Völkerbundsverſammlung
denke.
Wer wird Präſidenk der Völkerbundsverſammlung
Wie alljährlich, hat auch dieſes Mal mit Beginn der Herbſt
tagung des Völkerbundsrats wieder das Rätſelraten um die
Präſidentſchaft der Völkerbundsverſammlung begonnen, die
ſatzungsgemäß bei der Eröffnungsſitzung der amtierende
Rats=
präſident, alſo im jetzigen Falle das perſiſche Ratsmitglied Fo
rughi, inne hat. Bereits vor einiger Zeit wurde die Kandidatur
des belgiſchen Außenminiſters Hymans aufgeſtellt, der die erſte
Völkerbundsverſämmlung vor zehn Jahren leitete, alſo zum
zweiten Mal Präſident der Verſammlung werden würde, wofür
kein Präzedenzfall beſteht.
Im Hinblick auf das ſeit Jahren zum erſten Male wieder
faſt vollzählige Erſcheinen der lateinamerikaniſchen Stagten zur
Völkerbundsverſammlung wird nunmehr von einer
ſüdameri=
kaniſchen Kandidatur geſprochen, wofür der Delegierte von Sal
vador, das langjährige Mitglied der Völkerbundsveraſmmlung
Guerrero, in Vorſchlag gebracht wird. Von der Genfer Preſſe
werden noch zwei weitere Kandidaturen verzeichnet, nämlich die
des öſterreichiſchen Delegierten Graf Mensdorff=Pouilly, der
ebenfalls ſeit mehreren Jahren der Völkerbundsverſammlung an
gehört, und die des ſchweizeriſchen Bundesrats Motta, der
frei=
lich auch bereits vor einigen Jahren den Vorſitz einer
Völker=
bundsverſammlung inne hatte.
Die Aithingang.
Die Behandlung des Wirkſchaftsberichks.
* Genf, 31. Aug. (Priv.=Tel.)
Auch in der heutigen zweiten öffentlichen Sitzung des
Völ=
kerbundsrates iſt noch keines der Ratsmitglieder anweſend, die
in den letzten Wochen als Unterhändler an der Haager Konferen;
teilgenommen haben. Bei Behandlung des Tätigkeitsberichtes
des Wirtſchaftskomitees gab der engliſche Unterſtaatsſekretär
Dalton zur Kohlenfrage die wichtige Erklärung ab, daß die
engliſche Delegation der nächſten
Völkerbunds=
verſammlung eine Entſchließung über die
wei=
tere Behandlung der Kohlenfrage vorlegen
werde, die mehr als reif ſei zu einer internationalen Regelung.
In bezug auf die Zucker=Enquete des Völkerbundes verzeich
net der vom Rat angenommene und vom deutſchen Ratsmitglied
Graf Bernſtorff erſtattete Bericht als bisher wichtigſte Schluß
folgerung, daß die gegenwärtige Kriſe der Zuckerinduſtrie
wahr=
ſcheinlich in hohem Grade durch eine privatwirtſchaftliche Aktion
der leitenden Perſönlichkeiten der Zuckerinduſtrie behoben werden
kann.
In bezug auf die Möglichkeit einer internationalen Aktion
zur Bekämpfung des Schmuggels im allgemeinen und im
beſon=
deren des Alkoholſchmuggels machte das finniſche Ratsmitglied
Prokope längere Ausführungen, wonach der von Finnland
aus=
gehende Antrag nicht etwa ein Vorſtoß gegen die
Alkoholgeſetz=
gebung der einzelnen Länder ſei, ſondern gegen gewiſſe ſehr
ernſte Erſcheinungen der Seekontrebande gerichtet ſei, und zwar
nicht nur an den Grenzen der ſogenannten trockenen Länder
Auf Wunſch Prokopes, der von Graf Bernſtorff unterſtützt wurde,
wverden ſeine Ausführungen dem Büro zur Vorbereitung des im
nächſten Jahre im Haag zuſammentretenden Kongreſſes zur Kodi
fizierung verſchiedener internationaler Rechtsmaterien zugeſtellt
werden.
Die Konkrolle der Rüſtungsinduftrie.
Dem Bericht des Sonderausſchuſſes für die Ausarbeitung
einer Konvention über die Kontrolle der privaten und ſtaatlichen
Nüſtungsinduſtrie, über die, wie es in dem Bericht heißt, nock
getviſſe fundamentale Meinungsverſchiedenheiten beſtehen, gab
den Vertretern Frankreichs, Italiens und Japans Anlaß, auch
im Rat ihre Auffaſſung zu unterſtreichen, daß die fragliche
Kon=
vention nur eine Folge der allgemeinen Abrüſtungskonvention
ſein könne, deren Vorbereitung, wie Maſſigli=Frankreich ſagte,
möglichſt raſch abgeſchloſſen werden ſollte.
Sato=Japan betonte, daß angeſichts der noch ſehr ernſten
Meinungsverſchiedenheiten, über die wichtige Frage der
Kon=
trolliſten eine Konferenz vorerſt noch nicht einberufen werden
kann.
Der engliſche Vertreter Dalton bedauerte, daß gerade in den
wichtigen Punkten noch keine einſtimmige Löſung gefunden wer=
den konnte. Auch die engliſche Regierung ſei ſich bewußt, daß ein
gewiſſer Zuſammenhang zwiſchen der allgemeinen
Abrüſtungs=
konvention und dieſer Sonderfrage beſtehe. Sie hoffe aber, daß
die Schwierigkeiten überwunden und eine praktiſche Löſung balf
gefunden werden könne.
Graf Bernſtorff unterſtrich den Umſtand, daß der
Sonder=
ausſchuß ſelbſt in ſeiner Mehrheit einen ſehr engen
Zuſammen=
hang zwiſchen Rüſtungskontrolle und Ratifizierung der
Waffen=
handelskonvention ſieht, die bekanntlich vor allem von den
ſo=
genannten Verbraucherſtaaten von einer Konvention über die
Rüſtungskontrolle abhängig gemacht wird.
Der Zuſammenhang mit der allgemeinen
Abrüſtungskonven=
tion ſei dagegen nach der Auffaſſung der Mehrheit des Ausſchuſſes
nur ein oberflächlicher.
Aus dem übrigen Gegenſtand der heutigen Ratsſitzung iſt der
Tätigkeitsbericht des Völkerbundsausſchuſſes für
internatio=
nale geiſtige Zuſammenarbeit zu erwähnen. Zur
Or=
ganiſierung der Beziehungen zwiſchen den nationalen Gruppen,
die in den letzten Jahren gegründet wurden, und dem
Völker=
bundsausſchuß ſelbſt ſoll ein Unterausſchuß eingeſetzt werden.
Ferner wurde ein Antrag des italieniſchen Ratsmitgliedes
Scia=
loja genehmigt, der die beſchleunigte Annahme und Inkraftſetzung
der Reformvorſchläge zum Haager Statut und das Zuſatzprotokoll
für den Beitritt der Vereinigten Staaten von Amerika zum
Stän=
digen Internationalen Gerichtshof im Haag bezweckt.
Wiederaufnahme der Zuſammenarbeit Boliviens
mit dem Völkerbund.
Schließlich wurde entſprechend einem bolivianiſchen Antrag
das Hygienekomitee beauftragt, einen Sachverſtändigen zu
bezeich=
nen, der zuſammen mit dem Leiter des bolivianiſchen
Geſundheits=
amtes die Reorganiſation des öffentlichen Geſundheitsweſens in
Bolivien durchführen ſoll. Der Ratspräſident begrüßte die durch
dieſen Antrag bekundete Wiederaufnahme der Zuſammenarbeit
Boliviens mit dem Völkerbund, das ſich ſeit ſieben Jahren dem
Völkerbund ferngehalten hat und erſtmals an der bevorſtehenden
Völkerbundsverſammlung tätigen Anteil nehmen wird. Auch der
im Ratstiſch anweſende bolivianiſche Vertreter Cortadellas
unter=
ſtrich die Bedeutung des bolivianiſchen Antrages.
Während der Sitzung gab außerhalb der Tagesordnung das
finniſche Ratsmitglied Prokope bekannt, daß ihm ſoeben die
Rati=
ikationsurkunde ſeiner Regierung zu der Konvention, über die
Aufhebung der Ein= und Ausfuhrverbote zugeſtellt worden iſt.
Deutſch=polniſche Berſkändigung über
Staalsangehörigkeitsrechte.
Genf, 31. Auguſt.
Bevollmächtigte Vertreter der deutſchen und polniſchen
Re=
gierung haben geſtern nach mehrtägigen Verhandlungen in
Gen=
eine Vereinbarung abgeſchloſſen, durch die eine der wichtigſten
Minderheitenfragen der gegenwärtigen Ratstagung techniſch als
erledigt betrachtet werden kann. Es handelt ſich dabei um die
vom 25. Februar datierte Eingabe der Seimabgeordneten
Nau=
mann und Gräber an den Völkerbundsrat über die
Staats=
angehörigkeitsrechte der deutſchen Minderheit und die
Liqui=
dation des Grundbeſitzes deutſcher Minderheitsangehöriger
denen die polniſche Regierung unter Mißachtung der
Beſtim=
mungen des deutſch=polniſchen Abkommens von Wien vom Jahre
1924 die polniſche Staatsangehörigkeit verweigert hatte.
Von den 365 angemeldeten Fällen dieſer Art konnten bei der
im Einvernehmen mit dem Völkerbundsrat in dieſem Sommer
in Paris geführten direkten deutſch=polniſchen Verhandlungen
154 Fälle klargſtellt werden, davon 134 im Sinne der
Minder=
heitenbeſchwerde, d. h. der Anerkennung der polniſchen
Staats=
angehörigkeit und der Unzuläſſigkeit der Liquidation. Weitere
40 Streitfälle über die Zuläſſigkeit der Liquidation juriſtiſcher
Perſonen, wie Frauenvereine und Genoſſenſchaften, werden
dem=
nächſt dem Haager Ständigen Gerichtshof unterbreitet.
Nach der geſtrigen zuſätzlichen Vereinbarung werden die
übrigen Fälle nochmals einer gemeinſchaftlichen Nachprüfung
durch je zwei Regierungsvertreter unterworfen mit dem Ziel
bis zum 1. Dezember dieſes Jahres eine Verſtändigung
herbei=
zuführen. Andernfalls hat Deutſchland das Recht, die nock
ſtrittigen Fälle ebenfalls dem Haager Gerichtshof zu unterbreiten.
Das gleiche Verfahren ſoll bis April 1930 für alle ähnlich
liegen=
den Fälle angewandt werden, die in der erwähnten Beſchwerde
an den Rat noch nicht angemeldet waren oder von der
Reichs=
regierung bis Anfang Oktober der polniſchen Regierung
über=
mittelt werden ſollten. —Wie verlautet, ſind bis jetzt gegen 700
Fälle zuſammengeſtellt, von denen jedoch die Hälfte nur die
Frage der Staatsangehörigkeit betrifft. Alle Fälle, über die bei
der gemeinſchaftlichen Nachprüfung keine Verſtändigung erzielt
werden kann, können von Deutſchland dem Haager Gerichtshof
überwieſen werden. Bei dem in Frage ſtehenden Grundbeſitz
handelt es ſich insgeſamt um etwa 40 000 Hektar. Der bei den
direkten Verhandlungen vorbehaltlos als freigegeben erklärte
Grundbeſitz war zum größten Teil von der polniſchen Regierung
Anfang 1928 zur Freigabe gegen Entſchädigung angeboten
worden.
M Seſakionen auf der Funkausſtellung.
i 2 Mam jeht ſeine Braut am Fernſprecher. — Orcheſtermuſik für
drient meibel unze Stadt. — 1000fache Verſtärkung der Stimme bei
nen 90
größter Reinheit.
Winte W
De Funkausſtellung 1929, die ſoeben eröffnet wurde, um=
We ſaßtz zne Fläche von 17500 Quadratmetern und hat einen
der=
o. ” artifhn Umfang, daß nur die wichtigſten Neuerungen intereſſant
* erſcneſen. Es kommt dazu, daß ein Teil der Ausſtellungsgegen
Ho ſänwrallerdings in verbeſſerten Formen alljährlich wiederkehrt.
bihe * Sie slden in ihrer gediegenen Ausſtattung mit Recht das
wirt=
ſchaklhe Rückgrat des deutſchen Radiogeſchäftes, denn ſie ſind
de üur im Maſſenverbrauch beſtimmt und zeichnen ſich durch große
ſamm/ Leifüyysfähigkeit und feine Abſtimmungsmöglichkeit aus. Den
MAoſee Fortſchritt aber zeigen einige Spitzenleiſtungen, die die
ma. 9/40ziscun gspunkte der Ausſtellung darſtellen und geradezu als
nu lechleſhe Senſationen bezeichnet werden können. Ein wichtiges
/e Hebl iſt die Abteilung der Fernſehtechnik. Alle bedeutenden
ſi Shſnten ſind hier vertreten und können bewundert werden. Den
Poge gbgeſchoſſen hat aber die Reichspoſt, deren Zentralamt
züß zbeil ſernſprechzellen eingerichtet hat, in denen Telephon und
Gerhiſter verbunden ſind. Die langjährige Sehnſucht der tele=
PA0mſeenden Menſchheit, ſich mit ſeinem Partner oder der
Part=
ſeric icht nur zu unterhalten, ſondern ſie auch ſehen zu können
yüerfüllt. Man kann tatſächlich ſeine Braut ſehen, wenn
Nang uit ihr ſpricht. Wenn dieſe Einrichtung Alltäglichkeit
wer=
den Uhrd, dürfte ſie manchmal zu unliebſamen Zwiſchenfällen
derkyaſſ ung ſein, denn oft wird es dem Mann oder der Frau
ſ 2, Nich k ngenehm ſein, daß Geſprächsteilnehmer ſehen, was
vor=
gehte der Mann, der angeblich von der Generalverſammlung
viche. Eimelr likengeſellſchaft aus ſeine Gattin antelephoniert, während
E mMFreunden beim Bier ſitzt, wird eine Fernſprechzelle ſuchen
Ne. Muſt A die gegen die verräteriſchen Strahlen des Fernſehers
Beſaht iſt. Eine unerhörte Glanzleiſtung ſind auch die ſoge=
T Nan M „Tiefſtrahler”, alſo Lautſprecher, die von einer bisher für
umlbich gehaltenen Wirkung ſind. Mit Hilfe von Kraftverſtär=
Ei4s von nun an möglich, ein Orcheſterkonzert zu veranſtal
„c,A P von einer ganzen Stadt gehört wird. Dieſe Tiefſtrahler
ang nämlich die Muſiktöne auf eine Fläche von nicht weniger
NSS4=Quadratkilometer vorwärtstragen. In Zukunft wird
WaM* Muſikkapelle auf einem hohen Turm ihren Standpunkt
Auc lund von hier aus werden Großſtädte, wie London, Ber=
E 4P Mew York gleichmäßig mit Muſik verſorgt werden kön
HEiA Die Verſtärkung der Stimme iſt um das Tauſendfache mög
Zece ſh rend aber bisher bei ſehr ſtarken Lautſprechern eine Ver=
zerrung der Töne eintrat und alle Feinheiten der Muſik verloren
gingen, haben dieſe neuen „Schallſtrahler” den Vorzug, daß ſie
auch für ſehr empfindliche Ohren arbeiten können, denn es iſt
Eine ſymboliſche Kompoſition
veranſchaulicht auf der ſoeben eröffneten Funkausſtellung
auf dem Berliner Meſſegelände die weltumſpannende Macht
des Radios.
ſelbſt bei der allergrößten Verſtärkung keinerlei Mißfärbung des
Tones feſtzuſtellen. Die Technik hat auf dieſem Gebiete wirklich
ganz Ungewöhnliches geleiſtet. Bei dieſen Fortſchritten iſt es
überflüſſig, zu erwähnen, daß auch die kleineren Apparate, die auf
der Ausſtellung zu ſehen ſind, ſich durch die größte Abſtimmungs=
fähigkeit und Feinheit auszeichnen. Es ſcheint, als ob die
Tech=
nik das große Problem gelöſt hat, was die vielen Funkkonferenzen
nicht löſen konnten, weil kein Land auf ſeine Sender verzichten
wollte.
Im Zuſammenhang mit dem Weltflug des „Graf Zeppelin”, der
die Leiſtungsfähigkeit dieſes Luftſchiffes vor aller Augen klarlegte,
wurde lebhaft die Frage aufgeworfen, inwieweit ſich die Ergebniſſe
über das Techniſch=Sportliche hinaus verkehrswirtſchaftlich verwerten
laſſen könnten. Denn: wohl mögen im Anfang Fahrten unternommen
werden, die erhebliche Zuſchüſſe erfordern (die im Fall „Graf
Zeppe=
lin” ja von Mr. Hearſt ſtammen). Solche Fahrten ſind notwendig,
einmal als Leiſtungsproben, dann aber auch der Propaganda wegen.
Auf die Dauer wird ſich der Luftſchiffbau nur behaupten können, wenn
ſolch ökonomiſche Unterlagen geſchaffen ſind. Das Luftſchiff iſt dazu
beſtimmt, Poſt und Frachten neben einer gewiſſen Perſonenzahl mög
lichſt raſch zu befördern. Bei der letzten Zeppelinfahrt nach Lakehurſt
wurde damit ſchon verſuchsweiſe begonnen, und der Verſuch hat
zwei=
felsohne zu befriedigenden Ergebniſſen geführt. Ueber das, was
bis=
lang vom Zeppelinbau — in Verbindung mit der Hapag geleiſtet
wurde, wird im neueſten Heft der „Hapag=Nachrichten für Verkehr”
das übrigens mit einer Anzahl intereſſanter Photos ausgeſtattet iſt,
berichtet. Das Heft verdient darum das Intereſſe aller
Transport=
fachleute, darüber hinaus aller am Zeppelin Intereſſierten.
— Die neue Linie — der neue Name der ſeit einem Menſchenalter
unter dem Titel „Frauen=Mode” (Guſtav Cords) erſcheinenden
Zeit=
ſchrift. Dem anſpruchsvollen Programm, das der neue Name
um=
ſchließt, wird die erſte Nummer mit ihrem erweiterten Inhalt und ihrer
ausgezeichneten Ausſtattung in vollem Umfange gerecht. Friſches,
pul=
ſierendes Leben ſchlägt uns aus den Blättern des ſtattlichen Bandes
entgegen, deſſen künſtleriſche Leitung Herr Profeſſor Moholy=Nagt
vom Bauhaus Deſſau übernommen hat und deſſen Redaktion in den
Händen von Dr. Bruno E. Werner und Fritz Hellwag liegt. Dem
Leit=
gedanken des Blattes, aus der Vergangenheit mitzunehmen, was im
Sinne einer lebendigen Tradition nicht vernichtet werden darf, und aus
dem Geiſt und dem Wollen der Gegenwart einen neuen Lebensſtil zu
finden, wird jede moderne Frau freudig zuſtimmen. Mag es ſich um
die ausgezeichnete aktuelle Modeberichterſtattung, die aus der Feder
erſter Autoren ſtammenden Novellen, Beratungen über Fragen auf dem
Gebiete der Innenarchitektur, Winke für den gepflegten Haushalt oder
um praktiſche Reiſeberatungen handeln — immer findet ſie eine Fülle
von Anregungen bei der Lektüre des Heftes, das trotz ſeiner äußeren
Vorzüge nur 1 RM. koſtet, beim Verlag Otto Beyer in Leipzig
er=
ſchienen und in jeder guten Buchhandlung zu haben iſt.
— Vollſchlank? Betonte Taille? Intereſſante Fragen für die modiſch
intereſſierte Frau, die bei dem ſteten Wechſel der Mode eines
geſchmack=
ſicheren Führers bei der Wahl ihrer Herbſt= und Winterkleidung
be=
darf! Behers Modeführer, Band I, Damenkleidung (Verlag Otto
Beyer, Leipzig, Preis 1,90 Mk.) enthält eine Fülle ein= und
mehr=
farbiger Modelle für alle Zwecke und Figuren, wobei beſonders auf
die Auswahl abarter Mäntel und Koſtüme hingewieſen ſei, unter denen
die langen flotten Jacken als „letzter Schwei” der Saiſon auffallen.
Seite 4
Sonntag, den 1. September 1929
Nummer 242
Der erſte Schrikk
zur Freiheit Deutſchlands.
Alles nimmt einmal ein Ende, ſogar dieſe Haager Konferenz
mit ihrem endloſen Quotenſtreit.
Man hat über den Zänkereien zwiſchen den Alliierten, mit
denen jede Sitzung der Haager Konferenz bis zum Ueberdruß
angefüllt war, und über den kleinen taktiſchen Trichs, mit denen
ſie noch in letzter Stunde Deutſchland um die Früchte dieſer
Kon=
ferenz zu bringen verſuchten, ganz vergeſſen, was für
Deutſch=
land politiſch eigentlich hinter dem Haag ſtand und was es in
Wirklichkeit hier erreicht hat. Deutſchlands großes Ziel war die
Herſtellung ſeiner ſtaatlichen und wirtſchaftlichen Souveränität,
Man hat das „Liquidation des Krieges” genannt, und tatſächlich
kann man auch den Krieg als liquidiert anſehen, wenn die volle
Hoheit des Reiches und ſeiner inneren Wirtſchaft wieder
her=
geſtellt iſt.
Was wurde erreicht? Neue ſchmerzliche Laſten ſind
Deutſch=
land aufgebürdet worden. Es zahlt in den erſten Jahren eine
ungeſchützte Annuität von 700 Millionen; es hat auf ſeinen
An=
teil an den 300 Millionen Dawes=Ueberſchuß verzichtet; es hat
in den Sachlieferungen eine Regelung nicht verhindern können,
die beſonders die deutſche Kohleninduſtrie nachteilig trifft.
Trotz=
dem iſt es auch hier durch eine Erhöhung des franzöſiſchen
An=
teils an den Sachlieferungen gelungen, den für die deutſche
Volkswirtſchaft ſo notwendigen Güterabfluß auf
Reparations=
konto für die nächſten zehn Jahre in gleicher Höhe zu
gewähr=
leiſten.
Das alles iſt kein hundertprozentiger Erfolg, aber doch ſtellt
die Endregelung, die im Haag jetzt gefunden worden iſt
zweifel=
los eine außerordentliche Entlaſtung für die deutſche Wirtſchaft
und für die Finanzen des Reiches dar. Gegenüber den erdrücken=
den Daweslaſten, die bis zum Inkraftreten des Youngplanes
theoretiſch weiter zu leiſten ſind, tritt vom 1. September an
be=
reits eine Erleichterung ein. Der Reparationsagent Parker
Gil=
bert wird den Ueberſchuß zwiſchen Dawesplan und Youngplan
nicht mehr transferieren, d. h. das Geld bleibt im Lande; der
Deviſenbedarf Deutſchlands wird ſinken, und vom 1. Oktober an
ſtehen die Ueberſchüſſe der Reichskaſſe wieder zur Verfügung.
Praktiſch tritt alſo die vom Youngplan erwartete Erleichterung
tatſächlich, volkswirtſchaftlich geſehen, ſchon mit dem 1.
Sep=
tember ein.
Solange der Verſailler Vertrag beſteht, ſolange beſteht für
Deutſchland die Verpflichtung, Tribute zu zahlen, es ſei denn,
daß die wirtſchaftliche Vernunft auf der Gegenſeite einmal
ein=
ſieht, daß die Reparationen das Grundübel dafür ſind, daß in
Deutſchland, in England und in faſt allen europäiſchen Ländern
Arbeitsloſigkeit, wirtſchaftliche Stagnation und Störung des
Güteraustauſches herrſchen. Solange dieſe Vernunft nicht
ein=
gekehrt iſt, konnte ein wirtſchaftlicher Erfolg der Haager
Konfe=
renz nicht erwartet werden.
Unzweifelhaft liegt aber auf dem politiſchen Gebiet, wenn
auch nicht ein voller Sieg, ſo doch ein klarer und unzweidentiger
Erfolg vor. Das Rheinland wird frei. Deutſchland hat heute
ein verbrieftes Recht in der Hand, die Räumung des
Rhein=
landes in jedem Falle bis Ende Juni 1930 zu verlangen. Heute
ſchon beginnt die engliſche Beſatzung formell ihren Rückzug.
Die zweite Zone wird bis Weihnachten frei. Die Kontroll=
Kom=
miſſion, die urſprünglich als eine Wiedererwechung der
inter=
alliierten Militärkontrolle gedacht war, hat eine Form erhalten,
die zwar moraliſch für das deutſche Volk immer noch drückend,
praktiſch aber infolge ihrer neutralen Zuſammenſetzung nie
der=
artige Erpreſſungsmanöver an Deutſchland vornehmen kann, wie
dies durch die Interalliierte Kontroll=Kommiſſion geſchehen iſt.
Dos Md Zufere Efalze, die i Ziſen und Daien bein.
ſchluß der Haager Konferenz vorliegen. Selbſt die Inkraftſetz)
des Youngplanes, die von allen Delegationen ſpäteſtens für
November erwartet wird, dürſte ernſthafte Hinderniſſe wikthrlt
mehr finden.
Aber über dieſe äußeren Erfolge geht der innere polit ſar: 2"
Wert der Haager Beſchlüſſe weit hinaus. Seien wir offen. 9
E0
hat nicht in bangen Stunden befürchtet, daß die franzöſiſche
ſatzung im Rheinlande jeden Anlaß benutzen würde, um f:
noch über das Jahr 1935 hinaus die franzöſiſche Politik geſek Hi0
Deutſchland am Rhein „mit der Spitze der Bajonette” treiben
können. Als im Haag der Endtermin der Räumung genan
wurde, verzichtete Frankreich feierlich auf ſeine gefährliche tu
tionelle Rheinpolitik, die der geiſtige Vater des Beſetzu ’ſ
zwanges von Verſailles war. Und noch eins iſt aus der akrtco
len franzöſiſchen Politik gegenüber Deutſchland
verſchwun=
die ewige Drohung mit der Rheinlandkontrolle, mit Hilfe Sy. vu lſt.
Frankreich bisher in Genf bei der Feſtlegung des Inveſtigati „u0
ein
reglements und ſelbſt noch in Locarno die WiederherſtellungE uns
en
deutſchen Reichshoheit über das Rheinland zu verhindern wau
Ueber die Saarfrage öffnen ſich noch in letzter Stunde S
1zu
ſichten, die auch die Rückkehr dieſes Teiles Deutſchlands
ſen lie
Vaterland in einigen Monaten verſprechen. Deutſchland iſt
den Nachwirkungen ſeiner Niederlage im Kriege noch nicht
M
Die Haager Konferenz aber iſt mit ihren finanziellen Erlen
rungen für die deutſche Wirtſchaft und mit der Feſtſetzung
ſtimmter Daten, innerhalb deren ſich die Wiederherſtellung
deutſchen Souveränität vollziehen muß, ein großer Schrit
dem Wege zur endgültigen Befreiung Deutſchlands und dezi
ein Erfolg.
Unsere Vorbereitungen sind beendet! Das Haus wird am Montag, dem
2. September, vormittags 9 Uhr wieder eröffnet. Wenn Sie auf den
ersten Blick auch keine Veränderungen wahrnehmen, so haben wir doch
in Ihrem Interesse Maßnahmen von
ein-
schneidender Bedeutung getroffen,
deren Wichtigkeit Sie erst dann so recht
LEONHKRD
erkennen wenn Sie uns besuchen. Wir
er-
warten Sie deshalb bestimmt am Montagt
Schreibmaſch.
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fammer 242
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſiadt, 1 September.
UHtng der Gefallenen am Heſſ. Dragoner=Denkmal.
ei
cer Sonntag, den 1. September, 9 Uhr abends, wird die Feuerſchale
P
HAdnkmals der beiden Großherzoglich Heſſiſchen Dragoner=
Regimen=
nſt- B und 24 in der Landgraf=Philipp=Anlage zum ehrenden
An=
franz
dietzu an den Gefechtstag von Brandeville und die dort
gefal=
ineeAr
w rapferen heſſiſchen Garde= und Leih=Dragoner entzündet. — Die
zſefſiſche Kaballerie=Brigade griff damals am 29. Auguſt 1914 an
Pau
rrehrfach überlegene Franzoſen, die aus der Feſtung Montmedyz
ſeite hu gihſende Beſatzung, franz. Inf.=Negt. 135 und Fußart.=Regt, 5, an,
ſute ihnen den Magsübergang bei Dun. Ueber 700 Gefangene war
umung
ſiegesbeute der „Roten” und „Weißen” Dragoner. Das franzöſiſche
Aue
ierie=Regiment 135 war nahezu aufgerieben
ſer ſei im Stillen der 40 braven heſſiſchen Dragoner gedacht, die
des 9.
dügze großen Erfolg mit ihrem Herzblut beſiegelten.
au8 R
leichzeitig ſei auch hier gedacht des heldenhaften Verteidigers von
Gtoli, des Marſchalls Otto Liman von Sanders, der lange
Euic
Fol hindurch dem Großh. Heſſiſchen Garde=Dragoner=Regiment
an=
mit
galſe, der in dieſen Tagen ſeine letzte Ruheſtätte hier in Darmſtadt
ſ iden hat.
ſuch wollen wir hierbei in ehrfürchtiger Stille gedenken aller der
Sertie
einſtigen Schüler des Ludwig=Georgs=
Gym=
ums, die ihr Leben für das Vaterland hingaben.
en anläßlich des 300jährigen Beſtehens des Gymnaſiums heute
7 Darmſtadt weilenden ehemaligen noch lebenden Mitſchilern der
ienen mögen die emporlodernden Flammen das Gedächtnis an
mnoten lieben alten Kameraden zurückrufen.
v. N.
ſielleng Autoliſten. Vor wenigen Tagen iſt Autoliſte Nr. 21
en=
ſiärn.
Dieſe verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Feſt
rhernſte Küte t fahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
Volks=
ſtehg beſſen (Kennzeichen 18, VR, V0) für die Zeit vom 1. bis 15.
ſr 1929. Die Autoliſten enthalten die Angaben in derſelben
8 0 Rüchrfolge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des Kraft=
Sonntag, den 1. September 1929
300 Jahrfeier des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums.
ſumbeſitzers, Type, Motornummer, Hubraum in eom (evtl. PS),
Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen ſind durch f kenntlich gemacht.
Neldungen ſind geordnet nach den 3 Provinzen (F8. UP. 10)
Preiſen und innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern.
Aäigreldete Wagen werden beſonders geführt. — Die Autoliſten ſind
bichtige Ergänzung des Autoadreßbuches (Adreßbuch der
Artſahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929, und
un=
emzehrlich, weil ſie laufend neueſtes
Adreſſenmate=
liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich zwei
Die am 10. eines Monats ausgegebene Liſte enthält die
Mel=
zunur vom 16. bis 30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und die
eines Monats ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15.
ſeichen Monats. Wegen des Bezugspreiſes val. Anzeige!
rſinen richte man an den zuſtändigen Verlag, L. C. Wittich in
Mrädt.
Jubiläum. Die Kolonialwaren= und Feinkoſthandlung Johann
Falher, Ecke Wiener= und Roßdörferſtraße, feiert heute ihr 25 Geſchäftsjubiläum. Das Geſchäft wird noch
unr von dem Begründer, Herrn Johann Walther, geführt und erfreut
ichn gſeitiger Beliebtheit.
Hohes Alter. Am 31. Auguſt feierte die Witwe des früheren
zrußerzogl. Veterinärrats Dr. Guſtav Schneider=Offenbach, jetzt
n mſtadt, Sandſtraße 14, in voller körperlicher und geiſtiger Friſche
hrin9. Geburtstag.
Johanneskirche. Im heutigen Hauptgottesdienſt findet Feier des
Andmahls mit Vorbereitung ſtatt. — Die Anmeldungen von
Schü=
erm ir die am 1. Oktober zu eröffnende Chorſchule, werden am
zanzg, den 7. September, nachmittags 3.30 Uhr, im Gemeindehaus
gKahlertſtraße entgegengenommen. Auch alle ſchon angemeldeten
üt werden gebeten, um dieſe Stunde dort zu erſcheinen. — Der
iügenchor nimmt ſeine Uebungsſtunden am Montag, den 9.
Sep=
muu wieder auf. Stimmbegabte und kirchlich geſinnte
Gemeinde=
lieie werden eingeladen, durch Beitritt den Chor zu verſtärken.
An=
elſtugen am 9. September um 8 Uhr im Gemeindehaus.
=Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Büicherſtube Alfred
Boden=
gurte zeigt ſoeben in einem Fenſter eine Sonderausſtellung der
ſiate des Kulturphiloſophen und Schriftſtellers Leopold Zieg=
1. er am 28. Auguſt 1929 den Goethepreis der Stadt Frankfurt
hafin hat. — Die Ausſtellung der Piperdrucke erregt großes
Inter=
ſe und wird ſehr zahlreich beſucht. Wir weiſen darauf hin, daß die
Steung nur noch kurze Zeit gezeigt werden kann, da weitere
Aus=
elllyen Darmſtädter und auswärtiger Künſtler in Vorbereitung ſind.
die literariſchen Abende des kommenden Winters ſind die
ſchüt ſteller Heinrich Mann, René Schickele und Kurt
urh lſky bereits verpflichtet, ebenſo die Schauſpieler Keßler
4Ainetti vom Heſſiſchen Landestheater. Alle weiteren
Mittei=
unarnwerden im Anzeigenteil des Darmſtädter Tagblatts veröffentlicht.
—=Zremiere der Braſilianiſchen Revue. Spielzeit=Eröffnung
micpheum. Das Orpheum eröffnet, wie an dieſer Stelle ſchon
ieren erwähnt, heute Sonntag, abends 8 Uhr, ſeine diesjährige
ſpiſtlät mit dem ſenſationellen Gaſtſpiel der Braſilianiſchen „
Super=
ſtebug genannt „Braſilianiſches Kaleidoſkop”, in 54 Bildern im Blitz=
Emr lion Profeſſor W. C. Doorlay. Der Kartenverkauf findet ſtatt:
Verndsbureau von 10—12, im Kiosk gegenüber dem Verkehrsbureau
ſon/4 —1.30 Uhr, ſowie ab 3 Uhr ununterbrochen an der
Orpheums=
ſeſſi ,S. Anzeige.)
Die Feſttage der Dreihundertjahrfeier des Ludwig=Georgs=
Gym=
naſiums ſind angebrochen. Viele Hunderte ehemaliger Gmynaſiaſten
beteiligen ſich in dieſen Tagen an der Jubelfeier ihrer Anſtalt. Geſtern
nachmittag fand bereits im Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues unter
dem Vorſitz des Herrn Sanitätsrats Dr. Nöllner die
außerordent=
lich gutbeſuchte
Hauptverſammlung des Vereins L.=G.=G. Darmſtadt
ſtatt. Eine erſte Sitzung hatte am 1. März 1918 ſtattgefunden. Aus
dem Bericht war zu entnehmen, daß nach dem erſten Aufruf an 800
ehemalige Schüler ſich bereits 300 Mitglieder meldeten. An Neujahr
1920 erfolgte ein zweiter Aufruf an etwa 1700 ehemalige Schüler, der
den Verein um 365 Mitglieder anwachſen ließ. Nach dem dritten
Auf=
ruf Mitte Juli 1925 zählt der Verein heute bereits 760 Mitglieder. Der
Kaſſenbeſtand, der etwa 17 400 Mark beträgt, ſoll verwandt werden:
1 als Gedächtnisſtiftung für die Gefallenen, zur Unterſtützung von
Kin=
dern bedürftiger Eltern; 2. zur Unterſtützung hilfsbedürftiger
Schüler; zur Errichtung eines Landheims, vorausſichtlich im Odenwald,
ähnlich dem der Eleonorenſchule, und zu ſonſtigen Zwecken für die
An=
ſtalt. Die Vorſtandswahl ergab: San.=Rat Dr. Nöllner 1.
Vorſitzen=
der, Neg=Nat Dr. Krebs, 2. Vorſitzender; Major a. D. Külpz
Schriftführer; Profeſſor Maſſing Rechner. Nach einer lebhaften
Debatte wurde gegen 18.30 Uhr die Hauptverſammlung geſchloſſen.
Der Begrüßungsabend und die Wiederſehensfeier
verbunden mit einem Kommers, fand abends 8 Uhr im Saalbau ſtatt
und hat ſeinen Zweck vollkommen erreicht. Nach jahrelanger, vielfach
jahrzehntelanger Trennung gab es mit ehemaligen Lehrern und alten
Schultameraden ein frohes, herzliches Wiederſehen, ein Wiederſehen,
das ſo lebhaft war, daß die früheren Unterhaltungen in den großen
Pauſen unter der „Dilthehkaſtanie” dagegen geradezu ein Kinderflüſtern
duar und die Glocke des tüchtigen Pedells manchmal wirklich gefehlt hat.
Mit wachſender Begeiſterung erzählte man ſich alte liebe Erinnerungen,
ſo daß es dem Kommerspräſidenten und den Rednern kaum möglich
war, durchzudringen. Aber ſchön war die Wiederſehensfeier im
Saal=
bau, der ſtark überfüllt war, und um deſſen Ausſchmückung ſich
Kunſt=
maler W. Reitzel (früher Neues Gymnaſium) durch Entwurf der
Dekorationen und Leitung, ferner die Firma Trier mit Teppichen und
die Blumengärtnerei Roſenhöhe verdient gemacht hatten. Auf der
feſtlich geſchmückten Bühne hatten der Kommersleiter, Studiendirektor
Lautenſchläger, und u. a. die Neſtoren des Gymnaſiums die
älteſten Jahrgänge, der jetzt 88jährige Geh. Finanzrat Krebs (
Reife=
prüfung 1859), Profeſor Flegler=Bensheim (1865
Oberbürger=
meiſter Schäfer (1865). Geh. Nat Hedaeus (1867) und
Ober=
landgerichtsrat Dr. jur Berchelmann (1868) in alter Friſche Platz
genommen. Profeſſor Dr. Breidenbach eröffnete mit folgender
Begrüßungsanſprache den Wiederſehenskommers:
Hochgeehrte Feſtgäſte! Kommilitonen!
Zur guten Stunde ſind wir froh vereint; feſtliche Stimmung iſt in
unſere Herzen eingezogen; fernab von uns ſoll jetzt der Alltag liegen
und was laſtend uns bedrückt.
Mit hehrem heiligem Gefühl ſind wir dabei, ein Feſt zu begehem
hon ganz ſeltener Art: Die 300=Jahrfeier unſeres Ludwig=Georgs=
Gymnaſiums, oder — um es vertrauter und volkstümlicher auszudrücken
unſeres alten Pennals.
Der heutige Abend, der mit uns viele (frühere) Lehrer und
Hun=
derte ehemaliger Schüler vereinigt ſieht — nicht vergeſſen will ich die
ſchönen Damen all rings im Kranz —, er bildet den Auftakt unſerer
feſtlichen Veranſtaltungen; er gilt, in einen engeren Rahmen geſtellt,
dem Wiederſehen ſo vieler alter Pennäler, die gemeinſam, manches
Jahr die harte Schulbank gedrückt und denen das Glöckchen auf dem
Turm des Waiſenhauſes ſo manchmal zu Verdruß und Verhängnis, äber
auch zu befreiender Erlöſung geläutet hat.
— Lernt Stenographie! Wir verweiſen hiermit auf die heutige
An=
zeige der Stenographen=Vereinigung „Gahelsberger”, Ecke Karl= und
Nieder=Namſtädter Straße, wonach am Dienstag, den 3., und Freitag,
den 6. September, in deren Unterrichtsräumen neue Kurſe in
Reichskurzſchrift beginnen. Jedem Vorwärtsſtrebenden ſei der Beſuch
dieſer Kurſe dringend empfohlen, da die Kenntnis der Kurzſchrift im
heutigen Erwerbsleben eine unbedingte Notwendigkeit iſt. Als
Unter=
richtsleiter ſind bewährte, ſtaatlich geprüfte Lehrkräfte tätig. Das
Unter=
richtsgeld für dieſe Kurſe iſt ſehr niedrig bemeſſen und kann in Naten
bezahlt werden. Auf den am gleichen Abend beginnenden
Fortbil=
dungskurſus wird ebenfalls hingewieſen.
ranz Tibaldi ſingt am Montag, den 23. September, im Kleinen
guz m 20 Uhr deutſche und italieniſche Arien. Am Flügel Erwin
Pacn (Heſſiſches Landestheater).
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Filiale Darmstadt • Rheinstraße 14 Tel.-Sammel-Nr. 3550
Ausführung aller Bankmäßigen deschäfte (u3582a
Schulgeldmahnung. Das für den Monat Auguſt 1929
fällig gewordene Schulgeld für die hieſigen höheren Schulen, ſowie
für die ſtädt. Maſchinenbau=, Gewerbe=, Handels= und
Haushaltungs=
ſchulen iſt bei Meidung der Beitreibung bis ſpäteſtens 10.
Septew=
berl. J. an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen.
Möge dieſe Wiederſehensfeier unter richtiger Beachtung der
Goethe=
ſchen Mahnung: Drum Brüderchen, ergo bibamus, und in wahrem
Humaniſtengeiſt uns einander näher führen; möge ſie jedem
Feſtteil=
nehmer im regen Austauſch von Gedanken und Erinnerungen an längſt
entſchwundene Jugendtage fröhliche Stunden bringen, damit das Geute
und das Morgen in uns zu einem ſtarken Erlebnis werde und als
freundliche Erinnerung uns begleite noch in ferne Tage.
Mit dieſem Wunſch eröffne ich den Begrüßungsabend.
Einen ſinnigen Prolog trug mit wohlgeſchutter Stimme Stud. phil.
W. Landmann vor. Zahlreiche flotte Lieder wurden geſungen und
kräftige Salamander gerieben. Oberſtudienrat Prof, Dr. Kißner
hielt eine bemerkenswerte Anſprache, in der er zunächſt im Namen und
Auftrag der Leitung und Lehrerſchaft des Ludwig=Geurgs=Gymnaſiums
die herzlichſten Willkommensgrüße der Anſtalt entbot und ſeiner ſtolzen
Freude über die überaus zahlreiche Beteiligung an der Jubelfeier
Aus=
druck gab und für die Anhänglichkeit dankte. Dann gab er eine turze
Nückſchau über den Wandel der Bildungsziele und =anſchauungen, wie
die äußeren Verhältniſſe in zehn Menſchenaltern ſie bedingen. Er
ſtreifte das wichtigſte Ergebnis der Geſchichte des deutſchen Gymnaſiums,
das nach einer Kriſenzeit bewieſen hat, daß die griechiſche und römiſche
Kultur und Kunſt, in die das Gymnaſium einführen will, nun wieder
von neuem ihre jugendliche Lebenskraft bewieſen hat. Plato hatte einen
alten ägyptiſchen Prieſter zu Solon ſagen laſſen: Jugendliche Seelen
ſind euch eigen, ihr Griechen; ein Grieche wird nicht greiſenhaft. Wie
ſehr gilt dies auch für die Schule und die Schüler des Gymnaſiums,
denen die Jugendkraft lebendig bleibt. Auch das alte Ludwig=Georgs=
Gymnaſium iſt jung geblieben. Wenn ſchon in alter Zeit Dramen im
Kreiſe der Schüler aufgeführt wurden, Muſik, Spiel und Sport gepflegt
wurde, ſo geſchieht es auch heute, ſo daß im Zuſammenhang mit dieſen
Betätigungen und dem gymnaſialen Lehrſtoff eine kritiſche, ſelbſtbewußte
Jugend zu ganzen Männern berzogen wird. Dieſes ewige
Jung=
ſein ſoll auch in der Zukunft erhalten bleiben. Schweke Zeiten mußte
die Schule durchmachen, in ſchwerer Zeit ſtehen wir heute, aber immer
gilt der Satz: Dem Vaterland gilt es, wenn wir uns auch nur
ſchul=
mäßig zu betätigen ſcheinen. Mit der feſten Zuverſicht auf einen
Wie=
deraufſtieg des deutſchen Vaterlandes ſchloß er ſeine Anſprache. — Die
erſte Strophe des Deutſchlandliedes wurde begeiſtert mitgeſungen.
Eine weitere Anſprache hielt Landgerichtspräſident Dr. Nees von
der alten Garde”, wie er ſich ſelbſt bezeichnete. Er gedachte in
Dank=
barkeit ſeiner Lehrer und der Anſtalt, in der er ſeine Jugend verbracht
hatte. Sein dreifaches Hoch galt der Lehrerſchaft und dem Ludwig=
Georgs=Gymnaſium.
Im Laufe des Abends wurden noch alte Lieder geſungen, Lieder,
die zum Teil von Mangold und Mendelsſohn, alten Lehrern der
An=
ſtalt, komponiert waren. — Die Muſikbegleitung führte das
Stadt=
orcheſter unter Leitung ſeines Dirigenten W. Schlupp aus.
Nach dem offiziellen Teil übernahm zunächſt San.=Rat Dr. Heil
das Präſidium. Bei angeregter Unterhaltung im Austauſch alter
Er=
innerungen und bei frohem Geſang blieb man noch manche Stunde
bei=
ſammen.
Dr. 0.
Heute, am Hauptfeſttage, ſind Gedächtnisgottesdienſt, Akademiſche
Feier und die Aufführung der „Vögel” vorgeſehen.
— 300=FJahrfeier des Ludwig=Georgs=Gymngſiums. Es wird
hier=
mit nochmals auf die Turnſchau hingewieſen, die am Montag,
2. September, von vormittags 9,30 Uhr ab auf dem Sportplatz
der Techniſchen Hochſchale, bei ausgeſprochenem Regenwetter
in der Turnhalle am Woogsplatz, ſtattfinden wird. Die Angehörigen
unſerer Schiler und die Freunde der Anſtalt ſind zu dieſer
Veranſtal=
tung ſowie zu dem geſelligen Zuſammenſein, nachmittags
5 Uhr auf dem Oberwaldhaus herzlichſt eingeladen.
— 10 Akademie=Konzerte. Um in der Zeit der allgemeinen
Geld=
knappheit jedem einen Kunſtgenuß bieten zu können, wurden
ſeiner=
zeit bei Uebernahme der Akademie für Tonkunſt durch die Stadt die
Akademie=Konzerte als Wohlfahrtskonzerte aufgezogen. Sie waren
lediglich den Mitgliedern der Wohlfahrtsorganiſationen und den
Schü=
lern und Schülerinnen ſämtlicher Schulen Darmſtadts zu einem Preiſe
von 50 und 30 Pf. zugänglich. Aus finanziellen Gründen haben dann
die Konzerte eine Umorganiſation durch Schaffung eines
Mieter=
ſtammes erfahren. Die 5 Orcheſterkonzerte wurden durch 5
Kammer=
muſik= und Soliſtenabende erweitert und eine Miete für die 10
Kon=
zerte aufgelegt. Die Orcheſterkbonzerte finden jeweils zweimal ſtatt,
und zwar nachmittags 5 und abends 8 Uhr. Zu den
Nachmittags=
konzerten erhalten nach wie vor die Mitglieder der
Wohlfahrtsorgani=
ſationen und die Schüler ſämtlicher Schulen Eintrittskarten au 5o und
30 Pf. Aber auch für die Mieter iſt der Mietzpreis ſo feſtgeſetzt, daß
er möglichſt für jeden Kunſtbegeiſterten tragbar iſt. Der Mieter hat
die Möglichkeit, für 1 bis 3,50 RM. pro Konzert, je nach Wahl des
Platzes, die für die Akademie=Konzerte verpflichteten hervorragenden
Künſtler zu hören. Dieſer Preis bleibt für die Mieter unberührt,
auch wenn für beſondere Konzerte die Einzelkarten eine Preiserhöhung
erfahren. Die Einzelkarten bewegen ſich im Preiſe zwiſchen 1,50 und
7 RM. Alles nähere ſiehe Anzeige!
Ausflugfahrten mit Poſtkraftwagen Trotz Einſtellung eines
zweiten Wagens hat die Nachfrage nach Fahrkarten zu der
Zweitage=
fahrt nach dem Schwarzwald am 31. Auguſt und I. September
nicht befriedigt werden können. Die Fahrt ſoll deshalb am 7. und 8.
September wiederholt werden Frühzeitige Löſung der
Fahr=
ſcheine, die ab 2. beim Schalter 4 des Poſtamts Rheinſtraße zu haben
ſind, wird dringend empfohlen.
R
def Orlodlellse Prägel der leidiefsalle
A
K
Weil er die Ansprüche und auch den
Gischmack des Publikums traf und von
Aiatschen wie von ausländischen Käufern
IIIsteigendem Maße bevorzugt wird
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NILSBADEI=
IBln 2092
Seite 6
Sonntag, den 1. SGeptember 1929
Nummer 242
Beſichtigung der Röhr=Auto=werke.
Einer Einladung zur Beſichtigung der Röhr=Auto=A. G. in
Ober=Ramſtadt folgend, hatten wir Gelegenheit, uns über deren
Einrichtung und Betrieb zu orientieren. Heſſens Induſtrie und
gerade ihr jüngſtes aufſtrebendes Werk intereſſiert, naturgemäß
die weiteſte Oeffentlichkeit, zumal die Röhrwagen weit über
Heſ=
ſens Grenze durch ihr ſchnittiges Ausſehen und durch ihre
bewie=
ſene Leiſtungsfähigkeit, ſich beſonderer Aufmerkſamkeit erfreuen
können. Herr Direktor Rohr, der die Führung durch das Werk
übernommen hatte, ermöglichte eine weiteſtgehende Orientierung
ſowohl des techniſchen Betriebs als auch der Buchführung, der
finanziellen Lage der Aktiengeſellſchaft, der Produktion, des
inner=
ren Betriebes und der Entwicklungsausſichten des Werkes.
In dem geräumigen Verwaltungsgebaude, in dem ſich auch
die Direktionsräume befinden, ſind die Büros für
Einkaufsberech=
nungen. Einkauf und Verkauf, die techniſchen Kontors, die
Regi=
ſtraturabteilung und Kontrolle untergebracht. Es konnte hier an
Hand leichter Ueberſichten feſtgeſtellt werden, daß ſich die
Entwick=
lung des aufſtrebenden Werkes ſeither in durchaus normalen
Zahnen bewegt hat, daß die Produktionsleiſtung von 1 bis 2
Wagen im vorigen Jahre dem geſteigerten Bedarf entſprechend
auf 6 Wagen täglich erhöht werden konnte. Ferner ergab ſich, daß
die Direktion in außerordentlich vorſichtiger Weiſe ihre
Kalku=
lationen anſtellt, daß alſo je nach der ſaiſonmäßigen
Geſchäfts=
belebung oder =einſchränkung die Belegſchaft vergrößert oder
ver=
ringert wird. So wurden jetzt entſprechend der allgemeinen
Kon=
junktur in der Automobilbranche Produktionseinſchränkungen
(auf die Anfertigung von zirka 5 Wagen täglich) vorgenommen
und Hand in Hand damit die Belegſchaftszahl um 150 Mann
ver=
ringert. Dieſe Reduzierung iſt allerdings im Vergleich zu dem
allgemein eingetretenen konjunkturellen Rückgang auf dem
Auto=
markt als erfreulich gering zu verzeichnen. Erfreulich iſt ferner,
daß die finanzielle Lage der Röhr=A.G. inſofern als günſtig
an=
geſprochen werden kann, als eine Streckung der Eigenmittel
mit=
tels Akzeptzahlung nicht nötig iſt und keine Bankſchulden beſtehen
Nähere Einzelheiten wird wohl der Bericht des Geſchäftsjahres
(das mit dem 31. März abſchließt) ergeben.
Nach dem Verwaltungsgebaude beſichtigten wir die
Lager=
räume, in denen Lagervorräte aller Art zur Herſtellung von
Röhraustos im Werte von etwa 2 Millionen Mark aufgeſtapelt
ind, Vorräte, die zur Herſtellung von annähernd 600 neuen
Wagen ausreichen. Durch dieſe Lagerräume führen breite Gaſſen.
Alle zu einem Automobilbau nötigen Utenſilien ſind überſichtlich
in mit Nummern und Stückzahl verſehenen Abteilungen
unter=
gebracht.
In dem eigentlichen
Automobilfabrikations=
betrieb iſt auf rationelle Qualitätsarbeit unter Zuhilfenahme
modernſter maſchineller Einrichtungen Wert gelegt. Es befinden
ſich in geſonderten Raumen bzw. Hallen Oelreinigungsanlagen,
Harteanlagen für Stahl, Fabrikationsanlagen für alle
Einzel=
automobilbeſtandteile, für die Motor= und Lichtanlage, ferner für
die Fräsarbeiten, die Zahnradfabrikation und endlich für die
Chaſis. Auf dem „laufenden Band” werden die Kurbelwellen
hergeſtellt, das Autountergeſtell fertig bearbeitet und die Wagen
zur
Prüfungs=
im „Rohzuſtand” nach Einbau der Motoren
abteilung weitergeleitet. Auf „Einlaufblöcken” wird die
Touren=
zahl der Motoren und die Leiſtungsfähigkeit der Wagen geprobt,
auf den rollenden „Bremsblöcken” werden die Bremswirkungen
kontrolliert. Erſt nach genaueſter Abnahme der Wagen wird die
Karoſſerie, die in einer eigenen Lackieranſtalt Farbe” erhalten
hat, aufmontiert und nach Fertigſtellung der Wagen nochmals
deren Gebrauchsfähigkeit genaueſtens nachgeprüft.
in dem Werk befindet ſich weiter ein modern eingerichteter
Waſchplatz und eine eigene Reparaturwerkſtätte. Zurzeit werden
etwa 750 Arbeiter beſchäftigt die tägliche Produktion betragt
heute wie bereits erwähnt, 4 bis 5 Wagen. Das vorhandene Roh=
und Fertigmaterial ſoll einen Wert von etwa 3 Millionen Mark
repräſentieren. Es iſt im Intereſſe der heſſiſchen Induſtrie erfreu
lich, feſtſtellen zu können, daß das aufblühende Werk Fortſchritte
macht und dadurch zahlreichen Arbeitern Brot und Arbeit
ge=
geben wird.
— Turngemeinde Befſungen 1865 e. V., Darmſtadt. Am heutigen
Sonntag, dem 1. September, beteiligt ſich die Turngemeinde ebenfalls
an der Gedächtnisfeier auf dem Frankenſtein. Die Wanderabteilung
übernimmt die Führung der Teilnehmer und verbindet zugleich
hier=
mit ihre 9. Wanderung. Die Führer haben deshalb beſtimmt, daß
der gemeinſame Abmarſch um 9,15 Uhr vormittags von Ecke Weinberg=
und Heidelberger Straße mit der eleſtriſchen Bahn nach Eberſtadt
(Halteſtelle Friedhof) erfolgt. Den Teilnehmern iſt es freigeſtellt, nach
Beendigung der allgemeinen Feier wit nach Nieder=Beerbach zu
kom=
men zur Jubiläumsfeier des dortigen Turnvereins. Im Indereſſe
der heiligen Sache werden alle Mitglieder und Freunde der Turnſache
gebeten, ſich zahlreich zu beteiligen.
— Der Gabelsberger Stenographenverein 1861, Ballonſchule,
beginnt am Montag, den 2., und Donnerstag, den 5. September, abends
neue Anfängerkurſe in Reichskurzſchrift in ſeinen
Un=
terrichtsräumen Ballonſchule, am Ballonplatz. Als älteſter und größter
Stenographieverein am Platze verfügt er über in der Praxis erfahrene
und ſtaatlich geprüfte Unterrichtsleiter, ſo daß der Verein für beſte
Aus=
bildung garantiert. Die Teilnehmergebühren ſind ſehr gering und
können in Raten gezahlt werden. Gleichzeitig macht der Verein auf
ſeine eigene Maſchinenſchreibſchule aufmerkſam. Der
Unter=
richt wird in den Räumen Ballonplatz 7 von ebenfalls geprüften
Lehr=
kräften erteilt und kann jederzeit begonnen werden. — Anmeldung
und Auskunft in der Geſchäftsſtelle, in unſeren Unterrichtsräumen und
in den erſten Stunden. (Näheres ſiehe auch heutige Anzeige.)
— Chriſtlicher Verein junger Männer. Wir weiſen nochmals auf
den heute abend um 8 Uhr in unſerem Heim, Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links, parterre, ſtattfindenden Bibelkurſus unſeres
Bundesſekretärs Dornemann hin. Das Thema des heutigen
Abends lautet: „Hatte Jeſus auf Erden nur wenig Erfolg?”
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, dem 1.
Sep=
tember 1929, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med.
Berger, Wilhelminenſtraße 5, Telephon 187; Dr. med. Hein
Hermannſtraße 25, Telephon 281; Dr. med. Vidal, Stiſtsſtraße 25,
Telephon 1110.
Lokale Beranfialtragen.
Di Mermntnr erfüdinenden Neiyen ſind ansfchüirekich als Sinweife auf Zu
m leimem Falie igendwie als Deſprechung oder Kritk.
Knden
— Orangeriehaus. Heute Sonntag, den 1. September
abends 8 Uhr, großes populäres Gartenkonzert unter perſönlicher
Lei=
tung des Herrn Kapellmeiſters Schlupp. Heiteve und luſtige
Muſik=
ſtücke gelangen zur Aufführung, ſo daß der Abend beſtimmt einige
frohe, genußreiche Stunden bringen wird. Eintritt frei. (Siehe
heu=
tige Anzeige.)
— Im Wiener=Kronenbräu=Keller hält der Athletik=
Sportverein heute ſein diesjähriges Sommerfeſt ab. Eine reiche
Tom=
bola, Preisſchießen von 10 Uhr vormittags ab, Konzert und Tanz bietet
reiche Unterhaltung und iſt der Beſuch zu empfehlen. (Siehe Anz.)
— Heute finden im Herrngarten vormittags 11 Uhr und
nachmittags 4 Uhr ſowie abends 8 Uhr Künſtler=Konzerte ſtatt.
Tageskalender für Sonntag, den 1. September 1929.
Orpheum, 20,15 Uhr, Revue: „Weekend in Braſilien”. —
Kon=
erte: Schloßkaffee, Hotel Schmitz, Kaffee Oper, Alte Poſt, Hotel
Prinz Heinrich, Waldſchlößchen, Hotel Prinz Karl, Weinhaus Maxim,
Reichskrone, Spaniſche Bodega, Kaffee Jöſt, Stadt Nürnberg,
Bis=
marckeck. — Wiener Kronenbräukeller, 16 Uhr: Großes
Sommerfeſt. — Ludwigshöhe, 16 Uhr: Konzert. —
Herrn=
gartenkaffee, 16 und 20 Uhr: Konzert. — Brauerei
Schul, 20 Uhr: Konzert. — Orangeriehaus, 20 Uhr:
Kon=
zert. — Rummelbräu 16 und 20 Uhr: Konzert. —
Rummel=
bräu, 15 Uhr: Wiederſehensfeier des 1. Landſturm=Inf.=Batl. —
Konkordiaſaal: 45. Stiftungsfeſt des Gärtnervereins „
Fe=
onia”, — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia.
Mathildenhöhe, 10—18 Uhr: Ausſtellung „Der ſchöne Menſch”.
Aus Heſſen.
Skarkenburg.
F. Eberſtadt, 31. Aug. Frauenverein. Der Frauenverein
unternimmt am Sonntag, den 1. September, einen Spaziergang nach
dem Frauen=Erholungsheim. Ankunft im Heim um 5 Uhr, dortſelbſt
Kaffeeviſite. Abmarſch vom Weinweg.
F. Eberſtadt, 31. Aug. Schweinezählung. Am 2. September
1929 findet am hieſigen Platze eine Schweine=Zwiſchenzählung ſtatt.
Die Zählung wird durch Beauftragte der Bürgermeiſterei
vorgenom=
men. Die Viehhalter ſind verpflichtet, genaue Angaben über ihren
Schweinbeſtand zu machen. Wer vorſätzlich die Angaben, zu denen er
aufgefordert wird, nicht erſtattet oder wiſſentlich unrichtige und
unvoll=
ſtändige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit
Geldſtrafe beſtraft. Auch kann Vieh, deſſen Vorhandenſein verſchwiegen
worden iſt, im Urteil als für dem Staat verfallen erklärt werden.
Beratungsſtunde. Am Montag mittag zwiſchen 3 und 4 Uhr
findet wieder eine Beratungsſtunde der Mutter= und
Säuglingsfür=
ſorge in der Gutenbergſchule ſtatt.
Bp. Pfungſtadt, 31. Aug. Ueberfall. Ein junger Mann von
hier, der ſeine Braut in Eſchollbrücken beſucht hatte und ſich auf ſeinem
Fahrrad auf dem Heimweg befand, wurde in der Nähe von
Eſcholl=
brücken von zwei jungen Leuten vom Rad geriſſen und bewußtlos
ge=
ſchlagen. Der Verletzte wurde von Einwohnern aus Eſchollbrücken auf
gefunden, und in die Wohnung ſeiner Braut verbracht. Die Täter
konnten noch nicht ermittelt werden.
f. Roßdorf, 31. Aug. Säuglingsberatungsſtunde. Am
Donnerstag, den 5. September, nachm. von 3 bis 4 Uhr, finder
Mutter=
beratungsſtunde in der Kleinkinderſchule ſtatt; Herr Dr. med. Baumann
wird dabei anweſend ſein. — Vortrag. Am Montag, 9. September,
abends 8 Uhr, hält die Heag im Saale des Gaſthauſes „Zur Sonne‟
einen Vortrag, welcher die Elektrizität im Haushalt behandelt,
verbun=
den mit praktiſchen Vorführungen und Probekochen. Außerdem findet
eine Filmvorführung ſtatt. Jedermann hat freien Zutritt. Am
näch=
ſten Tage von 3 bis 6 Uhr findet im Vortragsſaale Rat und
Auskunfts=
erteilung in allen Fragen der Elektrizitätsverwertung im Haushalt ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Auguſt. Verſchiedenes. Am
Rathaus=
neubau wurde nun das Baugerüſt abgenommen. Im Vorjahre war
man um dieſe Zeit mit der Niederlegung des alten Gebäudes, früher
Gaſthaus „Zur Traube”, beſchäftigt. — Bei der am Sonntag, den
17. November, ſtattfindenden Wahl der Gemeinderats=, Kreistags= und
Provinzialtagsmitglieder ſind hier 15 Gemeinderatsmitglieder zu
wäh=
len. — In einer Bekanntmachung weiſt die Bürgermeiſterei wiederholt
auf die Gefahren beim Abernten des Obſtes von in der Nähe von
Starkſtromleitungen ſtehenden Bäumen hin. Erforderlichenfalls iſt die
vorübergehende Ausſchaltung der betreffenden Leitung bei der Heſſiſchen
Eiſenbahn=A.=G. zu beantragen.
Kraft durch Ernährung
G. Ober=Ramſtadt, 31. Aug. Gemeinderatsſitzung. Au
der Tagesordnung ſtand die Lieferung und Verlegung der Fußboden
und Wandplatten in Solnhofer Schiefer, ſowie der Steingutplatten und
die Vergebung der Schloſſer= und Anſchlägerarbeiten im neuen Rathaus.
Hierzu ſind auf Einladung die Herren Dipl.=Ing. Dr. Lieſer=Darmſtadt
und Architekt Herdt=Ober=Ramſtadt als Bauleiter erſchienen. Die
erſt=
genannten Arbeiten werden dem Friedrich Schuchmann 9.=Ober=Ramſtadt
zum Angebotspreiſe, die geſamten Schloſſer= und Anſchlägerarbeiten den
hieſigen Schloſſermeiſtern, die hierauf Angebote abgegeben, zum
verein=
barten Preiſe übertragen unter der Bedingung, daß als Uebernehmer
die Schloſſermeiſter Franz Jacoby und Wilhelm Rückert der Gemeinde
gegenüber unter voller Verantwortung fungieren. Dieſen bleibt es
überlaſſen, die Ausführung der Geſamtarbeiten nach näherer
Beſtim=
mung zu regeln. Dem Baugeſuch des Georg Adam Hahn, Neugaſſe 19
für Erneuerung der Außenmauer des Hauſes auf der ſeitherigen
Bau=
fluchtlinie wird zugeſtimmt. Anſchließend hieran werden
Wohlfahrts=
ſachen und Stundungen in nichtöffentlicher Sitzung beraten.
Le. Groß=Umſtadt, 31. Aug. Aus dem Gemeinderat.
In=
folge der anhaltenden Trockenheit iſt Waſſermangel eingetreten. Deshalb
oll die Quelle an der Raibacher Mühle an die Leitung angeſchloſſen
werden. Der Firma Ludwig Brenner und Söhne wird die Lieferung
einer Kreiſelpumpe übertragen. Dieſelbe pumpt täglich eine Waſſer
menge von 80 Kubikmetern. Dem Georg Reichwein wird die Lieferung
einer Kreiſelpumpe zum Anſchluß des Brunnens im Schlachthaus
über=
tragen. — Für den Erweiterungsbau der Oberreal= und Höheren
Land=
wirtſchaftsſchule werden fünf Wandklapptafeln und eine Geſtelltafel
be=
nötigt. Die Lieferung wird dem Adam Zimmer und Adam Nelius zu
ihrem Angebot übertragen. — Außer den bereits bewilligten 850 Mark
zu Prämiierungszwecken gelegentlich des am 21. September
abzuhalten=
den Zuchtvieh= und Pferdemarktes werden noch weitere 100 Mark für
die Muſikkapelle und 150 Mark zu Prämiierungszwecken für
Händler=
pferde genehmigt. Auch foll für dieſen Tag eine Haftpflichtverſicherung
bei der „Allianz” abgeſchloſſen werden. — Es iſt eine Neueinſchätzung
der verſchiedenen ſtädtiſchen Gebäude erfolgt, zu welcher der Gemeinderat
ſein Einverſtändnis erklärt. — Da zurzeit nur drei Feldſchutzleute
vor=
handen ſind, werden für den Herbſt vom 1. September d. J. ab Wilhelm
Frieß 5. und Martin Weber als Hilfsſchützen ernannt. — Die Stelle
eines Vorarbeiters bei der Gemeinde iſt frei geworden. Etwaige
Bewer=
ber haben ſich bis zum 12. 9. 29 in eine auf der Bürgermeiſterei
offen=
gelegte Liſte einzutragen. — Die Lieferung von Brennmaterial für den
Winter 1929/30 wird wie folgt vergeben: a) Auguſt Brücher und Heinrich
Joſt liefern 500 Zentner Ia Ruhrbrechkoks II, b) Georg Balde 3. 260
Zentner Nußkohlen und 270 Zentner Braunkohlen=Briketts. — Die
weſtliche Baufluchtlinie in der Schillerſtraße zwiſchen Kaiſer= und
Karls=
ſtraße wird entſprechend der von Bauingenieur Ohl ausgeſtellten Skizze
abgeändert. Die ſeither beſtehende Baufluchtlinie a—b wird nach au—b
verlegt. — Das Geſuch des Totengräbers Müller um Erhöhung der
Vergütung für Gräber in Erbbegräbniſſen wird abgelehnt.
Bz. Reinheim, 30. Auguſt. Aus dem Gemeinderat. Der
Haferpreis für das Faſelvieh wird mit 21 RMM. für den Doppelzentner
feſtgeſtzt. Die Waſſerleitung in der Straße „Hinter der Stadt”, ſoll
bis zum Teichweg verlängert werden. Mit der Ausführung und
Ueber=
wachung der Arbeiten wird das Heſſiſche Kulturbauamt beauftragt. Die
Abänderung der Brücke am Volkshaus wird bis nach dem Aushub der
Wembach vertagt. Die Schweinezwiſchenzählung am 2. September ſoll
durch Gemeindebeamte vorgenommen werden. Die Gemeinde iſt nicht
abgeneigt, eine Garantie für eine Autobuslinie des Fiſchbachtals zu
übernehmen, ſobald dieſe bis Reinheim durchgeführt wird und die
Harantieſumme bekannt iſt. Dem Karl Daab wird die Verlegung
eines Kanaleinfallſchachtes auf eigene Koſten vor ſeinem Wohnhaus
genehmigt.
* Ueberau, 30. Auguſt. Faſt an allen Gemeninden mit
Waſſerlei=
tung iſt infolge der andauernden Trockewheit und Hitze überall
Waſſer=
mangel eingetreten, ſo daß die Bevölkerung meiſtenteils ohne genügend
Waſſer iſt. — Die neue hier in den Jahren 1927 und 1928 erbaute
Waſſerleitung hat ſich vorzüglich bis jetzt, trotz der Trockenheit gut
ge=
halten, es iſt noch kein Rückgang der Quellen zu verzeichnen. Die
Tagesleiſtung der ſehr guten Ouellen beträgt gegenwärtig noch über
500 Kubikmeter, der tägliche Höchſwerbrauch betrug 265 Kubikmeter.
Al. Höchſt i. O., 30. Aug. Verſchiedenes. Der Schuhmacher.”
meiſter Sebaſtian Seibert, vielfach nur „Baſtian” genannt, wurde geſterm
im hohen Alter von 87 Jahren zu Grabe getragen. Er iſt Kriegs,
veteran von 1866 und 1870 und hat eine Reihe von Jahren als Mit.
glied des Gemeinderats die Geſchicke von Höchſt leiten helfen. Mit f
uem Heimgang hat das zweitälteſte Mitglied unſerer Gemeinde ſeinem
Lebensweg beendet. — Einer Bekanntmachung der
Bürgermeiſtere=
zufolge, daß die Gemeinde Höchſt die Einſtellung eines Hilfs=Feldg ,„
ſchützen beabſichtige, gingen 17 Bewerbungen ein. Nach eingehender=
Prüfling und Würdigung der ſozialen Verhältniſſe der einzelnen g
wverber beſchloß der Gemeinderat in einer geheimen Sitzung, Steinhau
Peter Wölfelſchneider den Poſten eines Hilfs=Feldſchützen zu übertragenn wef
Gleichzeitig wurde die ſubmiſſionsweiſe Vergebung ſämtlicher Arbeite
der Grummeternte auf den Gemeindewieſen beſchloſſen. — Zur Bebe=
bung des Waſſermangels ſoll die Arnoldſche Motorpumpe für die Ges
meinde in Anſpruch genommen werden, um ſo eine beſſere Speiſun=
des Reſervoirs zu ermöglichen. Außerdem wurde durch eine Bekanntt
machung der Bürgermeiſterei bei Strafe verboten, Leitungswaſſer eum
Gießen von Gärten und Plätzen zu verwenden. — Das Gebaude de=
Bezirksſparkaſſe Höchſt hat gelegentlich ſeines neuzeitlichen Innem
umbaues einen neuen Anſtrich bekommen und nimmt ſich ſehr gut im euf
Straßenbild aus. Die Bezirksſparkaſſe Höchſt, gerantiert von der
eführt
41 Vereinsgemeinden, kann im nächſten Jahr auf ihr hundertjähriges n
Beſtehen zurückblicken.
Mie
Ay. König i. O. (Stahlbad), 31. Aug. Aus dem Gemeinderan: merſte
Ein vom Kreisamt Erbach zugeſtelltes Schreiben des Heſſiſchen Vearw Pm
kehrsverbandes, der einen Führer über den Odenwald und Bergſtt
herauszugeben beabſichtigt, in dem u. a. auch Penſionen und Gaſthäuſe=g Augu
inſerieren können, ſoll erſt nach Anhören der betreffenden Intereſſenter
erledigt werden. Zu einer von dem betr. Verband bei den maßgebe=
* P
den Stellen der Reichsbahn eingereichten Denkſchrift über Einſchränkun
der Halteſtellen der Odenwaldeilzüge, wird, da König hierbei unter dieſ
Einſchränkung fallen ſoll, Stellung genommen und von dem Bürgera /n
meiſter bekanntgegeben, daß erforderliche Schritte hierzu bereits ein
geleitet ſeien. Der von der Val. Kunkelmann Wwe. beim Kreisam
tli
ſammeln iſt das Geheimnis der Jugend und der
Geſund=
heit. Ovomaltine iſt der beſie Helfer dazu. Sie wird aus
Malzextrakt, Milch und Eiern hergeſtellt und bringt
Ge=
junden und Kranken ausgezeichnete Erfolge. Fragen Sie
Ihren Arzt.
In Apotheken und Drogerien vorrätig; 250 gr Büchſe RM. 2.70, 500 gr
RM. 5. —. Gratisprobe und Druckſachen durch:
(,6277
Dr. A. Wander G. m. b. H., Ofthofen=Rheinheſſen.
Erbach eingereichte Einſpruch gegen die ablehnende Entſcheidung de
Gemeinderats auf Wiederherſtellung der Treppe in der
Mühlſtraß=
wird dahingehend erledigt, daß dem Antragſteller nunmehr eine zurück / wur
ſtehende Treppe genehmigt wird, wovon die Gemeinde die Hälfte des
Koſten übernimmt. Der Teil des in die Bahnhofſtraße vorſpringenders 0 M
Gartens der Gebrüder Marx wird entfernt und eine Betonmauer guu
Gemeindekoſten an dieſer Straßenfront errichtet. Weitere Koſten üben
nimmt die Gemeinde nicht. Auf eingereichtes Angebot wird der Firmy
Odenwälder Kunſtſteinfabrik in Neuſtadt i. O. eine Probelieferung vog 9u
Kunſtſteinen (Randſteine) übertragen. Von einer Einladung des Sten
graphenvereins Gabelsberger König zu ſeinem am 22. September d.
ſtattfindenden Wettſchreiben wird Kenntnis genommen und dem
Verein=
ein Ehrenpreis im Betrage von 25 Mark geſtiftet. Gleichzeitig werdes e
demſelben anläßlich dieſes Wettſchreibens die Säle der beiden Schules
zur Verfügung geſtellt. — Kurkonzert des Geſangvereinn !
Liederkranz. Das Geſangskonzert des Geſangvereins
Liederkra=
erfreute ſich eines guten Beſuches. Die gebotenen Leiſtungen
entſprachs=
durchaus den Erwartungen, ſo daß die Veranſtaltung als eine wohll
lungene bezeichnet werden darf. — In den wohlgepflegten Parkanlage
ih
des Kurhauſes Guſtav= und Marienquellen feierte man am vergangen
toffene
Mittwoch den 3000. Kurgaſt. Sehr zahlreich waren die Gäſte hier
„Iwerfe
erſchienen, die von dem verdienſtvollen Schöpfer und Leiter der hieſf
Kur, Herrn Rektor i. R. Schäfer, aufs herzlichſte begrüßt wurden.
gab in ſeiner Anſprache einen kurzen Rückblick über die günſtige Em,/Beſtrei
wicklung des Badeſtädtchens und überreichte als Geſchenk der Kurbes!
waltung dem gefeierten Gaſt, einem Fräulein Galm aus Frankfurt a.M
ein prachtvolles Bild, König vom Goldberg geſehen darſtellend, eine
ſtimmungsvolle Schöpfung unſeres beſcheidenen heimiſchen Künſtler
Herrn Maler Vetter, hier. Der ſo treffend geehrte Gaſt dankte für Q/laubt
reichliche Aufmerkſamkeit. Herr Bürgermeiſter Hofferberth feierte
beredten Worten ſowohl die Gäſte als auch den Segen der Kur v.//kzüu ber
König. Die Kurkapelle, welche mit dem Aufſchwung unſeres BaSi.
ſtädtchens ja eng verbunden iſt, umrahmte die ganze Feier mit ihren E/), Pragt
kannten vorzüglichen Weiſen, ſo daß die Feier aufs beſte verlief.
m. Beerfelden, 31. Aug. Verſchiedenes. Kommenden Dier
tag iſt von vormittags 9—10¾4 Uhr in der Gaſtwirtſchaft „Zum Och
eine Handwerkerberatungsſtunde.
Am Montag iſt hier ein Vi
Schweine= und Ferkelmarkt. — Die hieſige Ortsgruppe des Odenwa
klubs unternimmt am Sonntag ihre 9. Wanderung, dieſelbe führt 1E
Aglaſterhauſen nach Neckargerach. — Der hieſige Freie Fußballvera)”
mißt ſich am Sonntag mit dem dortigen Verein im Höchſt i. O., 5
VfR. wird auf dem hieſigen Sportplatz einem ſtarken Gegner Wid /
part halten, dem Sportverein Roßdorf, der der A=Klaſſe angehört,
Be. Ober=Kainsbach, 31. Aug. Am Donnerstag, den 29.
D.
ereignete ſich in den frühen Nachmittagsſtunden in einer gefährlick
Kurve in der Ortsdurchfahrt Stierbach ein Motorradunfall, der ſchw=
Folgen hätte haben können. Ein von Nieder=Kainsbach herkommend
Fahrer, deſſen Maſchine mit zwei Perſonen beſetzt war, überſah eirnt
in der S=Kurve ſtehenden Wagen, und fuhr mit unverminderter E
ſchwindigkeit gegen denſelben. Beide Perſonen wurden von der Maſch7
geſchleudert. Während der Fahrer ohne jede Verletzung davonkam, er)
die Mitfahrerin ſtarke Hautabſchürfungen. Das Motorrad wurde m.
leicht beſchädigt, und konnte zur Weiterfahrt benutzt werden.
Reichenbach (Odw.), 30. Auguſt. Hier wurde vergangene Wochee
Kleinkinderſchule eröffnet. Daß damit einem langgeheg:
Wunſch Rechnung getragen iſt, beweiſt der überaus große Zuſpruch,
daß mit einer baldigen Vergrößerung der ſeitherigen Räumlichkef
zu rechnen ſein dürfte. — Die Provinzialſtraße nach Bensheim iſt min
zur
-.
wieder mit Teer und Steinkleinſchlag ausgebeſſert, und ſomit e
ideale ſtaubfreie Autoſtraße geſchaffen. — Die diesjährige Kir
weih findet nächſten Sonntag, den 1. September, ſtatt. Die
Poſt=
waltung hat in dankenswerter Weiſe verſtärkten Kraftpoſtverkehr zu
ſagt. — Im hieſigen Schwimmbad herrſcht wieder dank der g
A
ſtigen Witterung reger Badebetrieb, und beſonders von auswärts
und.
der Beſuch ſehr ſtark.
Bickenbach, 30. Auguſt. Gemeinderatsſitzung. Ein 4-M00ſſe
wärtiger Herr wünſcht im Laufe des nächſten Jahres außerhalb
Ortsbauplanes ein Wohnhaus zu erbauen. Das Geſuch wird von da UEEmitt
Ortsvorſtand einſtimmig berüchſichtigt unter den üblichen Vora=Mge
ſetzungen, daß alle Zuleitungen von Waſſer, Gas und elektrich a.
Licht von dem Antragſteller beſtritten werden. — Die
Kohlenhänd=
des Ortes erſuchen um Ueberweiſung der Kohlenlieferung der
E=
meinde, mit dem Hinweis, daß ſie zu demſelben Preiſe und
gleichen Bedingungen wie die bisherigen Lieferanten liefern könmt
Nach kurzer Ausſprache beſchließt der Gemeinderat, die Lieferung T.
Kohlen für die Gemeinde den hieſigen Kohlenhändlern zu überlaſſen.
Den an der Verfaſſungsfeier beteiligten Vereinen wird eine iſe
Vergütung gewährt zur Beſtreitung ihrer Ausgaben, und zwar d‟
Geſangverein, dem Turnverein und dem Radfahrerverein. — Die bei
Tore des Sportplatzes müſſen ausgebeſſert werden. Die Inſtandſetz
ſoll demnächſt durchgeführt werden. Der Gemeinderat wird die
der Unkoſten aus dem Gemeindefonds beſtreiten. — Der Gemein
beſchließt die Büroſtunden der Bürgermeiſterei wie folgt: von Me
bis Freitagnachmittag einſchl. ſind Sprechſtunden, Samstag nachmitc
gilt als Trautag. Dienstag und Freitag abend ſind für die Erledig
des Standesamts vorgeſehen.
W. Heppenheim a. d. B., 30. Aug. Winzerverein. T
Starkenburger Winzerverein e. G. m. unb. H. mit dem Sitze in Heppe‟”
heim begeht am kommenden Sonntag (1. September) im Saal des K=
Vereinshauſes hier ſein 25jähriges Jubiläum. Das Feſtprogramm M
eröffnet durch einen Prolog und eine Begrüßungsanſprache des end
Vorſitzenden Oberlandwirtſchaftsrats Dr. Schül, der auch einen kurz
Rückblick auf die Geſchichte des Vereins geben wird. Die Feſtrede,
hei
m Mittelpunkt des Abends ſteht, hält Herr Pfarrer Blum=Gern.
der im Auftrage des Raiffeiſenverbandes Ludwigshafen ſprechen wir
Muſikſtücke, gemeinſame Lieder und ein Tänzchen nach dem offiziel.
Teil ſorgen für fröhliche Stimmung. — Papſtfeier. Bei der P
eier in Heppenheim am 15. September werden der Orcheſterverein,
Kirchenchor und Geſellenchor mitwirken. Herr Domkapitular Prof. ½
hart wird über „Große Zeitfragen im Lichte des päpſtlichen Prieſſe
jubiläums” ſprechen. An Stelle des Herrn Geſandten Nuß, der inſo.
unaufſchiebbarer Geſchäfte nicht kommen kann, wird Herr Miniſtene
rat Dr. Mueller reden und die eigentliche Papſthuldigung der he
Pfarrei zum Ausdruck bringen. — In den letzten Tagen iſt die Wall
bezugsordnung für die benachbarten Gemeinden Kirſchhauſen und Erog
in Kraft getreten, ſie umfaßt je 19 Paragraphen.
M Schon die Weinkenner des Altertums priesen
als höchstes Kostgut die Wohlbekömmlichkeit
der Weine. Auch die Ge schmacksrichtung
un-
serer Zeit verlangt die leichte Genußform.
At
Kichemaitehelhvergestelt wic,
ist ein Sekt, der
ohne Zusatz von künst-
W und daherse leicht beksmmlich ist.
[ ← ][ ][ → ]Rummer 242
Sonntag, den 1. Ceptember 1929
Seite 7
T. Biblis, 31. Aug. Die Gurkenernte iſt nun faſt zu Ende.
iſt in dieſem Jahre an ſich ſehr gut ausgefallen, nur iſt die
Nach=
keine entſprechende, ſo daß nur geringe Preiſe erzielt werden
ſeoen. Für den Zentner werden durchſchnittlich 1—1,50 Mk. bezahlt.
Teil wurden dieſelben auch ſchon für 80 Pfg. pro Zentner
ab=
eden. Mit dieſen Einnahmen laſſen ſich kaum die bezahlten
Arbeits=
für Anpflanzen und Abernte decken. Man iſt daher hier über
des Mißverhältnis ſehr erbittert.
Viernheim, 31. Aug. Der hieſige Sodawaſſerfabrikant Joh. Phil.
gechner verübte Selbſtmord durch Erhängen. Der
Verzweiflungs=
wwar ein Streit in der Familie vorausgegangen.
Ca. Lorſch, 31. Aug. In letzter Nacht geriet auf der Straße Lorſch—
Gſtadt, kurz vor Lorſch ein von Bürſtadt kommender
Perſonenkraft=
me während der Fahrt in Brand. Nachdem die Lichter plötzlich
ver=
ſüt waren, ſchlug eine Stichflamme aus dem Motor heraus und er=
6i mit raſender Geſchwindigkeit das ganze Auto. Der Chauffeur
ſite den Wagen noch rechtzeitig verlaſſen, mußte aber zuſehen, wie
MWagen in kurzer Zeit niederbrannte, da an ein Löſchen nicht zu
ſuren war. Der Schaden ſoll durch Verſicherung gedeckt ſein. — Dieſer
Fe ſtürzte der Bäcker Friedrich Krämer von ſeinem Motorrad und zog
iſſo ſchwere Verletzungen zu, daß er in das hieſige Krankenhaus
ein=
nifert werden mußte. Heute wurde er von dort in ſeine Wohnung
iführt.
T. Crumſtadt, 31. Aug. Anläßlich der an dieſem Sonntag hier
ufindenden Kirchweihe wird das hieſige neuerbaute Volkshaus
m erſten Male eröffnet und wird im Saale desſelben Tanzmuſik
ſtatt=
iſten.
— Hirſchhorn, 31. Aug. Waſſerſtand des Neckars am
zhAuguſt: 0,54 Meter; am 31. Auguſt: 0,56 Meter.
Om. Wallerſtädten, 30. Auguſt. Zechprellerei. Ein
zweifel=
ſes Pärchen fuhr in einer der letzten Nächte recht ſpät mit einem
am Gaſthaus „Zum Löwen” vor und übernachtete dort. Nachdem
Morgen ſpät die Dame den Kaffee beſtellt hatte, fuhr der Herr
Wagen vom Hof auf die Straße. Im Beiſein der Gaſtgeber ſprang
Dame auf den fahrenden Wagen, und beide verſchwanden in der
fütung Groß=Gerau, ohne die Zeche bezahlt zu haben. Trotz größter
zoicht iſt dieſer Streich gelungen. Bei näherer Durchſuchung des
mers mußte man feſtſtellen, daß etwas Wäſche mitgenommen wurde.
Nummer des Autos iſt bekannt, und wenn ſie nicht gefälſcht iſt,
die Polizei den Spuren der Gäſte folgen. — Landwirt
ſtftliches. Die Dreſchmaſchinen ſind hier in voller Tätigkeit. Das
ſſchergebnis bleibt hinter dem vorjährigen weit zurück. Die
Land=
ie benötigen die Maſchinen kürzere Zeit als im vorigen Jahr. Den
aden durch die geringe Ernte hofft man mit der Obſternte, die gut
werden verſpricht einigermaßen auszugleichen. —
Geburts=
e. Da unſere Gemeinde zurzeit ohne Hebamme iſt, wurde Frau
ſcffner aus Berkach mit der Vertretung beauftragt. Fräulein Becker
ſte als Nachfolgerin ihren Dienſt bei Beginn des neuen Jahres
an=
etn.
Ck. Groß=Gerau, 30. Aug. Bekämpfung des
Kiefern=
ſoinners mit dem Flugzeug. In einigen Waldungen des
Anſes Groß=Gerau, beſonders der Forſtämter Mönchbruch und Raun=
Ei, iſt der Kiefernſpanner in größeren Mengen aufgetreten. Zum
ſchtze des betroffenen Waldes und zur Beſeitigung der drohenden
Gefhr wird durch die zuſtändige Forſtverwaltung eine Beſtäubung der
bhwffenen Waldteile mit giftigen arſenhaltigen Mitteln mittels
Flug=
güf erfolgen. Der Arſenbeflug iſt vorgeſehen in den zumeiſt
geſchädig=
unBezirken der Forſtämter Mönchbruch und Raunheim. Wegen des
mkeſtreuten Giftes iſt innerhalb des umgrenzten Gebietes während der
Zei vom 28. Auguſt bis zum 18. September das Betreten der öffent=
Uh Wege, des Waldes, ſowie das Sammeln von Beeren, Kräutern
ſiſen, Gras und ſonſtigen Bodenerzeugniſſen, das Weiden von Vieh
5
iglcher Art, das Abernten und Füttern von Bodenerzeugniſſen, die
Eſtubt wurden, und das Sammeln von Raupen verboten. In einem
rth ſie Umreis von 8 Kilometern iſt es auch verboten, Bienen fliegen zu laſſen,
en der R fel zu vermuten iſt, daß die Bienen ihre Nahrung aus den in Betracht
kommenden Waldungen holen. — Der Kreisfürſorgearzt,
Medizinalrat Dr. Schmitt=Groß=Gerau, Kreisarzt des
Kreisgeſundheits=
amtes Groß=Gerau, iſt bis zum 17. September d. J. einſchließlich
be=
urlaubt worden. Sein Vertreter iſt Medizinalrat Dr. Hofmann=Mainz,
Fernſprecher Mainz 985, der Mittwochs die amtliche Sprechſtunde von
9—11 Uhr auf dem Kreisgeſundheitsamt Groß=Gerau abhält.
Medizinal=
rat Dr. Hofmann iſt im übrigen in ſeiner Wohnung in Mainz,
Wal=
podenſtraße 15, werktäglich von 11—12 Uhr zu ſprechen. Aerztliche
Für=
ſorgeſprechſtunden finden in der Beurlaubungszeit des Medizinalrats
Dr. Schmitt nicht ſtatt.
Aa. Kelſterbach (Kreis Gr.=Gerau), 31. Aug. Ein Schüler als
Lebensretter. Während am Mainufer einige Kinder miteinander
ſpielten, fiel ein Mädchen, deſſen Ball in den Fluß gefallen war, bei
dem Verſuch, den Ball aus dem Waſſer heraus zu angeln, in den Main.
Der Schüler Stöhr aus Kelſterbach ſprang beherzt in die Fluten und
rettete unter eigener Lebensgefahr das Mädchen, das bereits bewußtlos
geworden war, vom Tode des Ertrinkens. Die Wiederbelebungsverſuche
hatten erfreulicherweiſe Erfolg. Dem jugendlichen Lebensretter gebührt
volle Anerkennung für ſein wackere Tat.
ußert sich über TAKT: „Jede
3 Künstlerin, aber auch jede
ele-
gante Dame treibt heutzutage
Kosmetik. Hierzu gehört v
en Dingen die Beseitigur
von häßlichen Härchen un
Haarflaum auf Armen. Beinen
und Nacken. Nach vielen
Miß-
erfolgen habe ich TAKF
ver-
sucht: meine Freude war groß,
denn ich habe das Präparat
ge=
funden, welches mich allein
be-
friedigt. TAKT kommt als eine
veiche Paste gebraucisfertig
aus der Tube, wirkt in wen
Minuten und duftet in kei-
Veise unangenehm. Dabel
st TAKT verwendbar bis zum
letzten Rest. Ich werde v
TAKT nie wieder abgehen."
TAKF wird in vollkommen
neuer Zusammensetzu
rau
Iie Mänge
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gebracht, die
Die Anwendung
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K
N6
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Kt
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TV 8148
unſeres
jeſte berlit
Rheinheſſen.
* Mainz, 31. Aug. Chronik. Die Vorträge über das
Bildungsweſen in U. S.A. wurden am Freitag fortgeſetzt, und
zwar ſprach zunächſt Profeſſor Reeder über die Schulaufſicht in
den öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten. Er wies darauf hin,
daß bei dem Mangel an ausgebildeten Lehrern und bei ſtändigem
Wech=
ſel des Lehrerperſonals die Weiterausbildung des Lehrers während
ſei=
nes Berufes ſtattfinden müſſe. Beratend in den Schulbetrieb greift der
Superreviſor ein, der kein Aufſichtsbeamter iſt und keine unmittelbare
Autorität beſitzt, aber mit freundſchaftlichen Ratſchlägen den Unterricht
zu verbeſſern ſucht. Weiter ſprach Frl. Helen Parkhurſt, Direktorin
einer berühmten New Yorker Kinderſchule, über die von ihr entwickelte
Theorie der Daltonſchule. Sie erzählte in anziehender Weiſe, wie ſie
dazu kam, ſich von der konventionellen Schule abzuwenden und den
Daltonplan zu entwickeln. Sie ſchilderte, wie dieſer Plan keine Methode
des individuellen Unterrichts erſtrebe, ſondern eine ſoziale
Reorganiſa=
tion der Schule darſtelle, um ſowohl das Gemeinſchaftsleben als auch
die individuelle Perfönlichkeit zu pflegen. Ferner las Profeſſor
Ree=
der über die Anſchauungsmittel der amerikaniſchen Schule und ging
vor allem auf die Rolle ein, die die ſogenannte viſuelle Erziehung in
Amerika ſpielt. Herr Profeſſor Condon, der Schulrat der Stadt
Cin=
einnati, ſprach über die Berufsausbildung, wie ſie ſich unter ſeiner
Amtsführung in Cineinnati entwickelt hat. Er gedachte mit warmen
Worten des tiefgehenden deutſchen Einfluſſes auf das amerikaniſche
Er=
ziehungsweſen, wobei er rührende Worte für Fröbel und Peſtalozzi
fand. Weiter erwähnte er in ehrenden Worten den bekannten deutſchen
Pädagogen Kerſchenſteiner, der ihn reichhaltig beeinflußt hat und dem er
nun nach 25 Jahren noch perſönlich ſeinen Dank abſtatten will. Er
ſchilderte im einzelnen, wie er in Abänderung des Kerſchenſteinerſchen
Syſtems in ſeinen Schulen die Verbindung von Theorie und Praxis
ein=
geführt hat, und zwar ſo, daß ein Schüler zwei Wochen zur Schule
geht und dann 2 Wochen praktiſch tätig iſt, und ſo alle 2 Wochen ſch
mit einem anderen ablöſt. Abends las Profeſſor Alexander über
die Lehrerbildung in den Vereinigten Staaten. In außerordentlich
an=
ziehender und humoriſtiſcher Weiſe erzählte er von ſeinen eigenen
Er=
fahrungen und machte den Zuhörern klar, daß der amerikaniſche Lehrer
nicht die geſicherte Stellung ſeines deutſchen Kollegen kenne, daß er
viel=
mehr die Unſicherheit und Abenteuerlichkeit des Lebens mit allen anderen
amerikaniſchen Berufen teile. Er ſprach von der immer noch
mangel=
haften Ausbildung und weiter davon, daß die Lehrerinnen, die 90
Pro=
zent der Lehrkräfte der Volksſchule bilden, und die Lehrer
durchſchnitt=
lich nur acht Jahre in dem Beruf bleiben, weil die Gehälter immer noch
relativ gering ſind. Er faſſe es als ſeine Aufgabe auf, die Lehrperſonen
der ganzen Welt durch ſeine Arbeit in nähere Fühlung zu bringen, vor
allem aber die freundſchaftlichen Beziehnugen zwiſchen Deutſchland und
den Vereinigten Staaten durch das immer wachſende Verſtändnis der
Lehrer zu befeſtigen. Zum Schluß des Tages ſprach noch Herr Dr.
Wilſon, jetziger Direktor des Jugend=Roten=Kreuzes in Waſhington.
Aus ſeiner reichen Erfahrung von 31 Jahren als Superintendent
(Schulrat) in den verſchiedenſten Städten der Union gab er ein
intereſ=
ſantes Bild von der Verwaltung der Schulen in den großen Städten.
Bei der Ausgabe von Falſchgeld verhaftet. Ein in
Elberfeld anſäſſiger Schreiner hat am Donnerstag vormittag in einem
Mainzer Zigarrengeſchäft eine Kiſte mit Zigarren gekauft und mit einem
Zwanzigmarkſchein bezahlt. Als der Käufer den Laden bereits verlaſſen
hatte, wurde feſtgeſtellt, daß der Schein falſch war. Der Ladeninhaber
hat ſofort einen Polizeiwachtmeiſter auf den Falſchgeldausgeber
auf=
merkſam gemacht, der ihn darauf feſtnahm. Bei der vorgenommenen
Durchſuchung wurden noch 165 falſche Zwanzigmarkſcheine vorgefunden.
Nach weiter vorgefundenen Gegenſtänden iſt anzunehmen, daß der Täter
mit dem falſchen Gelde bereits vorher in Darmſtadt und Frankfurt
Ein=
käufe gemacht hat. — Und Roß und Reiter ſah man
nie=
mals wieder . .. Zur Anzeige wegen Unterſchlagung gelangte ein
Stallſchweizer. Er hatte von einem Arbeitgeber den Auftrag erhalten,
auswärts ein Pferd abzuholen, wozu ihm ein größerer Geldbetrag
über=
geben wurde. Er iſt jedoch bis jetzt nicht zurückgekehrt. Auch die
Nach=
fragen bei dem Verkäufer des Pferdes waren ohne Erfolg, ſo daß
an=
genommen werden muß, daß der Stallſchweizer mit dem Geld
durch=
gebrannt iſt. Das iſt doch die Höhe der Frechheit. Seit
einigen Tagen werden aus dem Mainzer Gerichtsgebäude fortgeſetzt
Fahrräder geſtohlen. Der Dieb kennt den Aufbewahrungsort der Räder
und nutzt die Zeit, während der die Eigentümer in den Amtsräumen
in Anſpruch genommen ſind, aus. — Die offizielle Eröffnung der
Groß=
markthalle am Südbahnhof wird Donnerstag, 5. September,
ſtattfinden. Bei der Feier werden Miniſterialrat Becker=Darmſtadt,
ſowie der Vertreter des Mainzer Oberbürgermeiſters zu Wort kommen.
er M g. f De Organiſation
mmentet Lübensbund
um d iſſf ſe älteſte u. größte
ein Aeginigg, u. der
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des Die nuhne Weg des
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der Nick ur) ſuch. Für Herren ſp. 35—42 J. zwecks
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9
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Lutſchaft zweier a 31i Mek=Wohnung iH. Nacht
Mſpäterer Heirat. Miete wird auf längere Zeit im Voraus
unter N. 10 bezahlt. — Angebote unter N 71 an die
2 Geſchäftsſt. (* Geſchäftsſtelle die ſes Blattes
Auch dieſer guie Alie wird ſich bald überzeugt haben, daß ihm die mild=würzige „Oberſti”,
einen vielleicht noch feineren Rauchgenuß verſchafft, als ſein aligewohntes Pfeifchen.
Die Oberſt iſt — wie übrigens alle Sorien der Waldorf=Aſioria — eine Zigarette von
aus=
geſprochen ſüddeutſcher Eigenart. Sie hat ihren Beinamen wohl verdient:
SüppEUTSCHLANDS GUTE FÜNFER
Mch 10985
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 1. September 1929
Nummer 242
HHN
OUM
Horſt Anton
Die Geburt ihres zweiten Sohnes
zeigen in dankbarer Freude an
Dr. Ludwig Riemenſchneider
und Frau Annie, geb. Hummel.
Darmſiadt, den 31. Auguſi 1929.
z. Zt. Stadikrankenhaus
(13840
Heute Morgen iſt uns ein Schweſierchen
Eliſabeth
Statt Karten
Die Verlobung ihrer Tochter
Theſſa mit Herrn Dipl.=
Volks=
wirt Hans Anſelm geben hiermit
bekannt
Apotheker Oskar Krauß
und Frau Anna, geb. Grabins
Darmſtadt, den r. Sepkember 1929.
Oſannſtraße 29.
Meine Verlobung mit Fräulein
Theſſa Krauß beehre ich mich
anzuzeigen.
Hans Anſelnt
Dankſagung.
Für die uns anläßlich des uns be.
troffenen ſchweren Verluſtes durch
das Ableben, unſerer innigſtgeliebten
Mutter
Frau Chriſtiane Laemmerhit
geb. Staab
bewieſenen allſeitigen, aufrichtigen
Anteilnahme ſprechen wir hierdurch
unſeren herzlichſten Dank aus.
In tiefer Trauer:
Attala, Harold, Eldritha und
Rovena Laemmerhirt.
Mittweida.
Augenarzt
Dr. Ph. Schmitt
zurück.
geſchenkt worden.
Marburg a. d. Lahn,
den 30. Auguſt 4929.
Deutſchhaus=Klinik.
Marlene, Barbara
und
Charitas Frick
Barfüßertor 15. (*
Else Rühl
Ernst Schneider
Verlobte
St. Arnual
Saarwerderstr. 11
Saarbrücken
Schillerstr. 9
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Karl Otio Georg und Frau
Kath., geb. Angermeier
Groß=Zimmern Darmſtadt
Kirchl. Trauung: Sonntag, 1. Sept.,
nachm. 3½ Uhr, in der Martinskirche.
Für die erwieſenen Aufmerkſamkeiten
und Geſchenke anläßlich unſerer
Ver=
mählung ſagen herzlichen Dank
Georg Allmann u. Frau
Frieda, geb. Wolf.
Teleph. 3778.
411—1, 13—5
Darmſtadt, Grafenſtraße 31.
Hedy Oeinert
Willi Schwinn.
Verlobte‟
Darmſiadt, 1. September 1929
Für die anläßlich unſerer
Ver=
mählung erwieſenen
Aufmerk=
ſamkeiten ſagen herzlichen Dank.
Otto Rapp und Frau
*) Martha, geb. Henkel.
Lichtenbergſtr. 23
Liebfrauenſtr. 100
Uhre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Hermann Weber
Gretel Weber, geb. Mahr
Darmstadt, den 31. August 1929.
Roßdörferstr. 19.
(*
Am Samstag, den 24. August, hat Gott
meinen herzensguten Mann, unseren
reusorgenden Vater, unseren lieben
Bruder, Schwager und Onkel
den Magistratsoberbaurat
KarlRothamel
von uns genommen.
Käthe Rothamel, geb. Thiele
und Kinder
Reichsbahnoberrat
Paul Rothamel und Familie
Provinzialbaurat
Thilo Rothamel und Familie
Klara Rothamel
Familie Thiele.
Berlin-Karlshorst, Darmstadt,
Mainz, den 51. August 1929.
Die Beisetzung fand am Donnerstag, 29. August,
in Karlshorst statt.
(13801
Dankſagung.
Für dieBeweiſe herzlicherTeilnahme während
derKrank=
heit und beim Heimgang unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Marie Gottwald
ſagen wir herzlichen Dank. Beſonders Herrn Pfarrer
Dr. Meiſinger für die tröſtenden Worte am Grabe,
den Schweſtern Anna und Marie für die liebevolle
Pflege, dem Heſſiſchen Landesverband für das
Deko=
rateur=, Sattler= und Tapeziergewerbe, dem
Frauen=
verein und den lieben Schulkameraden für die
Kranz=
niederlegung und treues Gedenken, ſowie für alle
Blumenſpenden und die ihr die letzte Ehre erwieſen.
Die trauernd Hinterbliebenen.
In deren Namen: Ludwig Gottwald.
Reinheim, den 31. Auguſt 1929.
(13785
Für die uns aus Anlaß unſerer Silbernen
Hochzeit überſandten Glückwünſche
Blumen und Geſchenke danken wir
auf dieſem Wege herzlichſt.
Ludwig Berg und Frau
Thereſe, geb. Schuſter.
Darmſtadt, Im Wingert 5,
Nachruf.
Am 27. Auguſt 1929 verſchied plötzlich
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Aeintich Sotänge.
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Der Verſtorbene hat über 4 Jahre in
unſeren Dienſien geſianden und
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lieren wir in demſelben einen fleißigen
und umſichtigen Bedienſieten.
Wir werden dem Dahingeſchiedenen ein
treues Gedenken bewahren.
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Darmſtadt.
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verreist vom 1.—15. September.
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Dr. Gros, Heinrichstr. 49.
Dr. Hammer, Bessungerstr. 3,
Dr., Stern, Hendeistadtistr.
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Mein lieber Mann, unſer
herzens=
guter, treuſorgender Vater,
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vater und Schwiegervater
Herr
Martin Pollhardt
wurde am Dienstag von ſeinem
ſchweren Leiden erlöſf.
Für erwieſene Beileidsbezeugungen
ſagen wir unſeren innigen Dank.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
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Dankſagung.
Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgange
meines lieben Bruders ſage ich hiermit allen
Ver=
wandten, Freunden und Bekannten herzlichen Dank.
Ganz beſonders danke ich noch Herrn Pfarrer Vogel
für ſeine troſtreichen Worte.
Oito Umbreit.
Darmſtadt, den 1. September 1929
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zwicken die Hühneraugen, die rührt sich heute niete
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er Beſichtigung des römiſchen Limes von dem Kaſtell
Oberſcheiden=
thauc” zur Zwing, der hentigen Jägerwieſe, in der Nähe der badiſch=
Grenze, galt der diesjährige, von herrlichem Wetter
begün=
ſtig,z Aisflug des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen am Ludwigstage.
Deye usgangspunkt war die Bahnſtation Gaimühle. Die Strecke von
hieve s gur Seitzenbuche wurde im Poſtauto, das wiederholt an
be=
weyole zwerten Stellen verlaſſen wurde, zurückgelegt und, nachdem an
dieſee Platze das Mittagsmahl aus dem Ruckſack eingenommen wor=
hmmer 242
Sonntag, den 1. September 1929
Seite 9
Auf römiſchen Spuren im Odenwaid.
deiht
4s ausgezeichnete Gelingen des Ausfluges iſt das Verdienſt tes
Ehngitgliedes des Vereins, Herrn Geh. Hofrats Prof. Dr. Ernſt
Falynus aus Freiburg, der im Jahre 1926 die Forſchurngsergebniſſe
ruſichslimeskommiſſion auf der Strecke 10, den Odenwaldlimes von
Wöich a. M. bis Wimpfen a. N., zuſammengeſtellt hat. Ein beſſerer
unk tndigerer Führer war nicht denkbar. Er verſtand es meiſterhaft,
ni dien Alnehmer in die Fragen der Limesforſchung einzuführen und ſie
gleuchm ihre Löſung miterleben zu laſſen. Da die Anzahl der Aus=
11—1.ſluuzilnehmer ſo groß war, daß ſie ein Auto nicht faſſen konnte,
o ſbu ihm die Paliſe bis zum Eintreffen des herbeigerufenen zwei=
A9 tenn4tos an der Unterſuchuugsſtelle der Straße nach Oberſcheidenthal
unmrdie Bahn Gelegenheit, einen Ueberblick über den Limes im
all=
eeten, ſeine Entſtehung und Anlage zu machen. Das Wort limes
e härügmit limen (Schwelle) zuſammen und bezeichnet eine freie Bahn
für n Grenzverkehr, deſſen Leitung ihm als erſte Aufgabe zufiel.
er. Diſt inlage des Odenwaldlimes fällt in das Ende des erſten
naih=
chrnühen Jahrhunderts, in die Zeit des Kaiſers Domitian. Um das
160 wurde die zwiſchen 90 und 95 angelegte Linie nach Oſten
vor=
ſyten, bis hundert Jahre ſpäter (260 n. Chr.) die Römer über den
Nadsh Rhliu zurückgedrängt wurden. Daß das nicht ohne blutiges Ringen
ab=
ginydavon tragen die meiſten Kaſtelle die Spuren. Die Sicherung
im Rdes imes geſchah durch Kaſtelle, d. h. Kaſernen. Wachttürme und
nich in Pauiſden mit dem ſogenannten Grenzgräbchen. Die kleineren Kaſtelle
wudn in der erſten Zeit wr aus Raſen, Erde und Holz errichtet,
Deſſ dem agemeine Ausbau in Stein fand erſt unter Antoninus Pius um
die=Mtte des zweiten Jahrunderts ſtatt. Die Notwendigkeit der Ver=
Ao ſtäröſung durch Signale bedingte die möglichſt ſchnurgerade Anlage
1 Acdest Ffahlgrabens”, wie der Limes auch wegen der Paliſaden genannt
virio Als Erbauer der Wachttürme werden meiſt Brittonen genannt,
Rdieg hrz vorher aus England zwangsweiſe dorthin gebracht worden
—5ühwang damit ihrer von den Römern unterworfenen Heimat die
waffen=
b. Lifähchg Mannſchaft entzogen wurde; je nach ihrem Standort an der
Mrimng (Nemana), bei Triputium (Dreiborn?) in der Gegend von
iys Obhzeidenthal und Amorbach oder an der Elz (Flantia) haben ſie
u keinamen Nemaningenſes, Triputienſes und Flantienſes. Ihre
noeche Herkunft erklärt, wie auf den Steinen deu Türme Ornamente
eſon A bonicmen können, die ſonſt nur in England übliche Formen
auſ=
weisiet. Daß die Steintürme eine beträchtliche Höhe, ſechs bis acht
gölboMut” hatten, zeigt nicht nur ihr ungemein ſtarker Unterbau, ſondern
uah as Nivellement in unebenem Gelände, wo bei einer geringeren
WMeABööeeine Verſtändigung von einem Turm zu dem nächſten durch
Sig=
kan nalt inmöglich geweſen wäre.
heu
zr erſte, der den Odenwaldlimes unterſuchte, war der erbachiſche
ſurt Re ziungsrat Johann Friedrich Knapp (1776—1848), der dieſe
Unter=
ſed Mſſuckhuugen im Auftrage des Grafen Franz I. von Erbach machte. Sie
Conndr zu den ausgezeichneten Katalogen der Erbacher Sammlungen
ſonn zu der von Knapp im Jahre 1813 veröffentlichten Schrift „Nö=
Me: much Denkmale des Odenwaldes, insbeſondere der Grafſchaft Erbach
ſtaße uni berrſchaft Breuberg” verwertet. Knapp trat 1816 in den
heſſi=
ſchen Staatsdienſt, wo er bis zum Staatsrat aufrückte. Er gehört auch
zu d Gründern des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen, der auch die
* (SS und 1888 von Friedrich Kofler unternommene Unterſuchung der
hermSdaldlinie von Schloßau bis zur heſſiſch=bayeriſchen Grenze unter=
1- Die ſyſtematiſche Unterſuchung durch die Reichslimeskommiſſion
jes
m 1892, ſie wurde auf denr heſſiſchen und bayeriſchen Gebiet auß
S durch Kofler vor allem durch Eduard Anthes, den 1922 verſtorbenen
je et spräſidenten, und Wilhelm Soldan, auf badiſchem und
württem=
eriſhem Gebiete durch Karl Schumacher ausgeführt.
die Beſichtigung begann mit dem Kaſtell Oberſcheidenthal, das die
Fouok I. Seduanorum et Rauracorum inne hatte und einen Flächen=
inhalt von 208 Ar umfaßte. Schön iſt noch erhalten die porta prineipalis
dextra mit noch etwa meterhohen Mauern. Unter den Wachttürmen
ſind die beiden in den Schneidershecken die bemerkenswerteſten,
nament=
lich der, worin aus dem Kaſtell Oberſcheidenbach verſchleppte, ihrer
Köpfe beraubte Statuen des Maus, der Viktoria und der Salus
gefun=
den wurden. Dann wurden die Ueberreſte des zwanzig Meter im
Quadrat meſſenden Zwiſchenkaſtells an der Seitzensbuche in Augenſchein
genommen. Seine Stätte iſt durch umherliegende, verſchiedentlich
be=
arbeitete Steine, darunter auch Zinnendeckel, kenntlich. Die
Grund=
mauern ſteinerner Wachttürme gaben zu ſehr anregenden Ausführungen
Anlaß; es wurde auch darauf hingewieſen, daß die durch Säulen
ge=
trennten kleinen Doppelfenſter der Wachttürme dieſe als die Vorbilder
für die romaniſchen Kirchtürme erkennen laſſen. Kurz vor ihrem
End=
punkt führte die Wanderung am Nordabhange des Hohenwaldes durch
ein förmliches kleines Felſenmeer, eine Stelle, wo die Paliſade 112
Meter weit durch eine Mauer erſetzt iſt. Auch die heute noch
kennt=
lichen Stellen der Holztürme wurden beachtet, insbeſondere auch auf
zwei noch nicht durchforſchte aufmerkſam gemacht, deren unverſehrte
Er=
haltung eine wiſſenſchaftliche Pflicht iſt; ihre Durchſuchung darf nur
eine Zeit vornehmen, die hoffen darf, daraus Aufſchlüſſe über Fragen
zu erhalten, die ſich im Laufe der Forſchung ergeben haben, aber im
Augenblick nicht vorliegen.
Wie erwähnt, bildete das kleine Kaſtell Zwing oder Jägerwieſe,
das ſchon Knapp beſchrieb und 1888 Kofler und 1895 Anthes noch einma
durchforſchten, den Endpunkt der beſichtigten Limesſtrecke. Dem
verdienſt=
vollen Führer ſprach daſelbſt der Schriftführer des Vereins, Prof. Dr.
Eduard Becker, den Dank der Teilnehmer an dem Ausfluge aus, der
zu den anregendſten und beſt gelungenen Veranſtaltungen des Vereins
gehörte.
Prof. Dr. Karl Eſſelborn.
Borkeile des Stoppelſtürzens.
Das ſofortige Stoppelſtürzen nach der Ernte wird in den letzten
Jahren in zunehmendem Maße in der Landwirtſchaft angewendet. Die
Vorteile dieſer Maßnahme liegen ſo klar auf der Hand, daß kein
Land=
wirt dieſe Arbeit in ſeinem Betrieb unterlaſſen ſollte. Insbeſondere
wird der Waſſerhaushalt im Boden durch das Schälen vorteilhaft
be=
cinflußt. Die Abgabe von Waſſer durch Verdunſtung wird herabgeſetzt,
auderſeits werden das Eindringen des Regenwaſſers erleichtert und das
oberflächliche Abfließen desſelben verhindert. Dadurch wird der im
Laufe des Jahres ausgenützte Waſſerhaushalt des Bodens in möglichſt
zweckmäßiger Weiſe ergänzt, ſo daß ſich die Durchführung des
Stoppel=
ſturzes oft noch in den Trockenperioden des nächſten Frühjahrs
bemerk=
bar macht. Durch das Schälen wird ferner die Krümelung der
folgen=
den Saatfurche günſtig beeinflußt. Die Schollenbildung bei der
Pflug=
ſurche iſt auf geſchälten Getreidefeldern geringer als auf ungeſchältem
Land. Beſonders für die Unkrautvertilgung und Vernichtung des
Ausfallgetreides ſtellt das Stoppelſchälen eine äußerſt zweckmäßige
Maß=
nahme dar. Die Wurzelunkräuter werden hierdurch geſchädigt, ſo daß
durch fortwährende Bearbeitung der Stoppelfelder die Entwicklung
die=
ſer Unkräuter dauernd geſtört wird. Auch die Samenunkräuter
wer=
den durch Schälfurche nachhaltend bekämpft. Die Samen ausgereifter
Unkräuter kommen, ſoweit ſie nicht anderen Keimungsbedingungen
unterliegen, ſehr raſch zum Auflaufen und werden durch die ſpätere
Saatfurche vernichtet. Durch den Stoppelſturz finden ferner wertvolle
Bakterien günſtige Lebensbedingungen und Verweſungsvorgänge im
Boden werden gefördert. Die Stoppeln ſollen möglichſt flach geſchält
wverden, dadurch wird der Umbruch größerer Flächen raſch ermöglicht
und die Verweſung der Stoppeln und Wurzelreſte geht ſchneller vor
ſich. Beſonders iſt bei der Schälarbeit darauf zu achten, daß ſie bald
möglichſt durchgeführt wird. Iſt die Schälfurche ſchollig, wie es
beſon=
ders in trockenen Jahren vorkommt, ſo läßt man ſofort die Walze, am
beſten eine Stern= oder Ringelwalze, folgen. Auf alle Fälle muß,
ge=
gebenenfalls auch durch einen Eggenſtrich, ein Verkruſten des Bodens
vermindert werden, dann werden auch die Vorzüge des Stoppelſturzes
voll zur Auswirkung kommen.
33. Preußiſch=Süddeutſche Klafſenlokkerie.
20. Tag der 5. Klafſe. In der Ziehung vom 30. Auguſt fielen in
der Vormittags=Ziehung: 2 Gewinne zu je 75 000 RM. auf Nr.
359 156, 6 Gewinne zu je 5000 RM. auf Nr. 60982 25 395 293 566,
4 Gewinne zu je 3000 RM. auf Nr. 35 242 190 112, 14 Gewinne zu je
2000 RM. auf Nr. 61556 74 893 161004 164 144 254 644 368 882 381 054,
42 Gewinne zu je 1000 RM. auf Nr. 28 385 36 224 39 132 54 822 65 711
79 851 84 071 85 078 96 392 130 938 147 664 162 775 171 25 188 789 191 740
256 775 333 187 349 227 367 537 375 215 390 736, ferner 92 Gewinne zu
je 500 RM. und 252 Gewinne zu je 300 RM. — In der
Nach=
mitags=Ziehung fielen: 2 Gewinne zu je 10000 RMM. auf Nr.
47 923, 2 Gewinne zu je 5000 RM. auf Nr. 319 361, 10 Gewinne zu je
3000 RM. auf Nr. 115 471 128 186 210 315 232 137 269 107, 14 Gewinne
zu je 2000 RM. auf Nr. 31003 46 559 108 747 115 620 290 039 291574
383 544, 34 Gewinne zu je 1000 RM. auf Nr. 2298 64 374 68 661 72 268
81 169 106 409 113027 123 398 145 597 157 740 202 663 204 391 215 679
219 157 219 491 270 550 311 034, ferner 78 Gewinne zu je 500 RM. und
178 Gewinne zu je 300 RM.
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10 000 Mark auch für Sie
hat die „Deutſche Grammophon=Aktiengeſellſchaft” fetzt mit einem
Preis=
ausſchreiben bereitgeſtellt, das an keinerlei Kaufbedingungen geknüpft
iſt — jedermann kann ſich beteiligen! Alles Nähere iſt aus dem Sep=
„Die Stimme ſeines
temberheft der illuſtrierten Monatszeitſchrift
Herrn” erſichtlich, die von jeder offiziellen Verkaufsſtelle der „Deutſchen
Grammophon=Aktiengeſellſchaft” gern an Intereſſenten abgegeben wird.
Mit ihren ſpannenden hochintereſſanten Beiträgen und einer kleinen
Muſikgeſchichte als Sonderbeilage wird die „Stimme” auch ſonſt jedem
feinſinnigen Menſchen wertvolle Anregungen geben.
Ueberhaupt: Wer jetzt mit der Einkehr des Herbſtes wieder für
gemütliche Stunden im frohen Gäſtekreiſe zu Hauſe ſeine Vorbereitungen
trifft, ſollte ſich vor allem anderen erſt die „neueſten „Gramola”=
Muſik=
inſtrumente mit den letzten „Grammophon”=Raumtonaufnahmen (Serie
„Polyfar”) vorſpielen laſſen. Es gibt tatſächlich nichts Beſſeres. Ein
geſelliger Abend im Hauſe mit einem „Gramola”=Muſikinſtrument und
den neueſten „Grammophon”=Raumtonaufnahmen wird dem Hausherrn
immer begeiſterte Dankesworte ſeiner Gäſte einbringen.
Reiſen nach dem ſonnigen Süden.
Am 22. September verlaſſen verſchiedene Sonderzüge die Station
München Hauptbahnhof. Ein Sonderzug fährt über die
Tauern=
bahn zur Adria, ein zweiter Sonderzug fährt über den Brenner
nach Italien. In Verbindung mit dieſen Zügen laſſen ſich ab
München und bis München zurück verſchiedene breiswerte
Geſellſchafts=
reiſen ausführen nach Rom für 171 Mark, nach Rom, Neapel und
Florenz für 187 Mark zur Kunſtmetropole Florenz für 138
Mark, nach Veldes—Trieſt—Venedig—Gardaſee und
Bozen für 129 Mark, nach Trieſt—Adelsberger Grott
Abbazia—Venedig—Gardaſee und Bozen 187 Mark.
Die genannten Preiſe ſchließen Bohn= und Schiffahrt ein ab München
und bis München zurück, volle reichliche Verpflegung, gute
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wohnung, Trinkgelder, Kurtaxe u. a. Leiſtungen. Illuſtrierte Proſpekte
können koſtenlos angefordert werden von Siemer u. Co.,
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geſellſchaft m. b. H., München, Herzog Wilhelmſtraße 33, oder auch von
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Die Erfolge der Kalidüngung ſind abhängig von der richtigen,
ins=
beſondere der rechtzeitigen Anwendung der Kalidüngeſalze. Vielfach
werden die Kaliſalze noch bei der Saat verabreicht, wohingegen bei
geitig vor
weitem beſſere Erfolge erzielt werden, wenn die Anwendung
der Saat erfolgt. Das 40er Kalidüngeſalz ſollte zur Winterung immer
ſchon 2—3 Wochen, und der Kainit, der nur auf leichten Böden
Ver=
ſendung finden ſollte, 3—4 Wochen vor der Saat gegeben werden.
Wichtig iſt weiter noch, daß dieſe Düngemittel die Beſtellungsarbeiten
mitmachen, damit ſie
einer zu tiefen unterhr. .. .. Dd dr S
ringung beſteht insbeſondere auf beſſeren Böden
nicht, da man im allgemeinen zur Winterung nicht allzu tief pflügt.
UNKAUSSTELLUNG
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R O H R E N
Nt
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WETMA
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IBIn 12393
[ ← ][ ][ → ]Conntag, den 1. Teptember 1929
Nummer 242
Dellinossin and Ir kar.
C
Mo Heiben Hosen von Karensserg
Houchlossherlin vonnsanet
Anischen Hene dnu iient
Anfang 3 Uhr
Anfang 3 Uhr
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Sonntag, den 1. September 1929
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Persönl Leitung Kapellm. Schlupp (13s
Anfang 8 Uhr
Eintritt ir
Zühr Heute Sonntag, 1. September I2Uhr
Beginn der Herbst-
und Winterspielzeit 1929/ 30
Sensations-Gastspiel der
Ekotischen Super-Revue
Heute Sonntag Abend
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an ihre bisherigen Mitglieder
und an alle, die teilhaben
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für 10 mal 2.30 ℳ im Jahr
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gliedern nicht. Die Theaterzettel und
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bühne” werden koſtenlos geliefert.
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Violine, Frankfurt a. M. (31. Oktober
4. Lieder-Abend: Alice von Schrötter-Corosa, Sopran,
Wien (18. November)
5. Orchester Konzert: Solistin: Paula Lindberg, Alt,
Berlin (5. Dezember)
6. Beethoven-Klavier-Abend: Wilhelm Backhaus,
London (9. Januar)
7. Orchester-Konzert: Solist: Hans Beltz, Klavier,
Berlin (30. Januar)
8. Sonaten Abend: Professor Adolf Busch u. Rudolf
Serkin, Basel (13. Februar)
9. Orchester-Konzert: Solist: Professor Carl Flesch,
Violine, Baden-Baden (13. März)
10. Orchester Konzert: Solist Gösta Andreasson,
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Seite 12
Sonntag, den 1. Geptember 1929
Nummer 243
Sport, Spiel und Turnen.
Zußball.
Kreisliga Südheſſen.
Am heutigen Sonntag beginnen alſo die Verbandsſpiele. Es gibt
ſofort Hochbetrieb, und es iſt ſehr leicht möglich, daß es auch gleich
wie=
der die in der ſüdheſſiſchen Kreisliga alljährlich üblichen Senſationen
gibt. Die ſehr intereſſanten Pagrungen ſind:
Olympia Lorſch — Olympia Worms; Olympia Lampertheim".
VfR. Bürſtadt; Norm. Pfiffligheim — VfL. Lampertheim;
Star=
kenburgia Heppenheim — Sportverein Horchheim; Sportverein
Hochheim — Sportv. Herrnsheim; FV. Hofheim — FV. Biblis.
Der Südheſſenmeiſter in Lorſch! Das iſt ſo eine Sache, wo man
nicht weiß, ſoll man für den Gaſtgeber oder die Gäſte tippen. Lorſch
hat in den Privatſpielen wenig von ſich hören laſſen und die Spielſtärke
für die diesjährige Verbandsſerie kennt man ſchon gar nicht. Olympia
Worms iſt etwas überſpielt durch die harten Aufſtiegsſpiele. Es kann
alſo ebenſogut ein Unentſchieden, wie hier oder dort einen knappen Sieg
geben. In Lampertheim wird bei der verjüngten Olympiaelf wohl
nichts zu holen ſein, und die Bürſtädter Raſenſpieler können ſchon
zu=
frieden ſein, wenn ſie mit einer knappen Niederlage davonkommen. Ob
es VfL. Lampertheim wohl in Pfiffligheim ſchafft? Die VfL.=Leute
werden heute allgemein als ſehr ſpielſtark bezeichnet; bei den
Norman=
nen war aber ſchon von jeher nicht leicht etwas zu holen. In
Heppen=
heim werden die Horchheimer Sportvereinler verſuchen, etwas zu
ergat=
tern. Am „Galgen” war aber noch nie gut Kirſchen eſſen, und die
beiden begehrten Pünktchen werden dort wohl für die Einheimiſchen
hängen bleiben. Der Neuling Herrnsheim muß nach Hochheim und
hat es in der Spieleinteilung inſofern gut getroffen, als der erſte
Gegner, wenn auch auf deſſen Platz, nicht ſehr ſpielſtark iſt. Es kann
da mit etwas Glück ein Unentſchieden geben. Der zweite Neuling,
ob=
wohl auf eigenem Platze ſpielend, hat es ſchon etwas ſchwerer. Die
Bibliſer haben in der Kreisliga ſchon immer eine beachtliche Rolle
ge=
ſpielt und werden ſich wohl dieſes Jahr nicht gleich die erſten beiden
Punkte von einem „Neuling” abnehmen laſſen wollen. Eine knappe
Niederlage der Einheimiſchen iſt das Wahrſcheinlichſte.
Sporiverein 1919 Lengfeld.
Der Sportverein 1919 Lengfeld feiert am Sonntag, den 1.
Sep=
tember, d. J., ſein 10=jähriges Stiftungsfeſt. Den ganzen Tag herrſcht
daher reger Spielbetrieb auf dem Sportplatze. Morgens um 10,30 Uhr
tritt die 1. Schülermannſchaft auf den Plan, und zwar mißt ſie zum
erſten Male ihre Kräfte mit der gleichen Mannſchaft der
Spielvereini=
gung Groß=Umſtadt. Nachmittags finden 2 Verbandsſpiele ſtatt. Um
1,15 Uhr ſpielt die 2. Mannſchaft des Sportvereins gegen die gleiche
des VfL. Michelſtadt. Das Hauptereignis des Tages bildet das Spiel
der alten Rivalen Michelſtadt und Lengfeld. Traditionsgemäß müßte
Lenfeld auch in dieſem Jahre wieder auf eigenem Platz Sieger
blei=
ben. Da aber ſeine 1. Mannſchaft die Verbandsſpiele in dieſem Jahre
mit völlig neuen und jungen Spielern beſtreitet, wird erſt das Spiel
zeigen müſſen, was dieſe junge Mannſchaft leiſten kann, zumal VfL.
Michelſtadt als Meiſterſchaftsfavorit angeſehen werden muß.
Die Lengfelder Mannſchaft wird in folgender Aufſtellung antreten:
Zulauf
Großmann
Dries
Chriſt 1.
Heiß Heid
Michel
Flath
Ripperger
Chriſt 2.
Trumpfheller
Den Schluß der ſportlichen Veranſtaltung bildet das Treffen der
1. Jugend gegen 1. Jugend des F.V. Germania Eberſtadt. Zu
wün=
ſchen wäre nur noch ein guter Verlauf der Spiele und herrliches
Fuß=
ballwetter. Hoffentlich beteiligen ſich die Einwohner Lengfelds und der
Umgebung recht zahlreich an dieſer ſportlichen Veranſtaltung.
*
Der Verein für Raſenſport 1919 Erbach i. O., der in dieſem
Jahre in die A=Klaſſe aufgerückt iſt, beginnt am kommenden Sonntag
mit den diesjährigen Verbandsſpielen. Er tritt nachmittags 3 Uhr gegen
die erſte Mannſchaft des VfR. Groß=Zimmern an. Das Spiel findet
auf dem Hauptkampffeld im ſtädtiſchen Sport= und Erholungspark ſtatt.
Das zweite Spiel wird acht Tage ſpäter auf dem gleichen Platze gegen
die erſte Elf Höchſt i. O. ausgetragen.
Sporkkalender.
Sonntag, den 1. September.
Tennis.
2,30 Uhr: Um die Meiſterſchaft des Bezirks Heſſen und Heſſen=
Naſſau. (Böllenfalltor.)
Leichtathletik.
9,30 Uhr: Um die Meiſterſchaft des 2. Kreiſes D.A. S.V. 1891.
(Rot=Weiß.)
10,30 Uhr: Dreikämpfe Reichsbahn T.u. Sp.V. Darmſtadt.
2,30 Uhr: Sportplatzeinweihung T.u. Sp.V. Darmſtadt.
Fußball.
1100 Uhr: F.C. Union Darmſt. — F. C. 03 Egelsbach. (Union.)
1,00 Uhr: F.C. Eintracht — Sp.V. Weiterſtadt.
3,30 Uhr: Sp.Vg. Darmſtadt — F. C. Pfungſtadt.
4,00 Uhr: Sp.V. 98 Darmſtadt — Mainz 05. (Stadion.)
F.C. Einkracht — Sporlverein Weikerſtadi.
Das am heutigen Sonntag ſtattfindende Spiel gegen Sp.V.
Weiter=
ſtadt findet auf dem neuen Sportplatz des F. C. Eintracht an der Schanz
(ehemaliger Kavallerieexerzierplatz) um 1 Uhr ſtatt. Das Spiel wurde
deshalb um 1 Uhr gelegt, damit den Zuſchauern Gelegenheit gegeben
iſt, das Spiel Sportverein 98 gegen Mainz 05 noch zu ſehen.
Ein=
trachts erſte wird zu dieſem Spiele in ſtärkſter Aufſtellung antreten, und
wird das Spiel äußerſt intereſſant werden. Nach dieſem Spiele findet
das Spiel der 2. Mannſchaft ſtatt. Die erſte Jugend ſpielt gegen die
gleiche des Sp.V. Weiterſtadt um 12 Uhr, während die zweite Jugend
gegen die gleiche von Eberſtadt vormittags 11 Uhr dort ſpielt. Die
Handballmannſchaft iſt ſpielfrei.
Sportv. 1913 Offenthal (Damen)— VfL. Frankfurt a. M.=Süd (Day
Der Handballſport hat in der letzten Zeit ſehr gute Fortſcn
zu verzeichnen. Auch in Offenthal ſcheint er feſten Fuß zu
Hier ſind es, ſo unglaubhaft es auch für das kleine Offenthal kku
mag, die Damen, die den Anfang machen. Am kommenden Sonn
den 1. September, tragen ſie ihr erſtes Spiel gegen die obengenah il
Damenelf aus.
Die Handballer der D.T. von Erbach haben ſich ihre Fre
aus Groß=Zimmern zum Handballſpiel verpflichtet. Die erſten W.
ſchaften ſpielen um 1,45 Uhr, die zweiren um 3 Uhr.
2. Kreis (mikkelrhein).
Einer der ſtärkſten Kreiſe des Kraftſporwelbandes iſt
2. Kreis (Mittelrhein) mit ſeinem main=rheiniſchen Zentrum. 2
Kreis hat in dieſem Jahre bei einer Reihe ſportlicher Veranſtaltzu
ſeine Stärke oft genug bewieſen und werden bei uns alle Uebungs
wie Gewichtheben, Ringen, Boxen, Leichtathletik und die ſo
1rü
Wurfübungen gleich gut gepflegt. Es iſt genug bekannt, daß de
jährige deutſche Mannſchaftsmeiſter im Ringen einem Verein un
Kreiſes, nämlich Kreuznach, entſtammt. Augenblicklich ſteht dieſe M
ſchaft in den Zwiſchenkämpfen um den begehrten Meiſtertitel. 2
tigen Sonntag beſtreiten vier Kreisvereine den Kampf um den Meru
ſtertitel. Erſtmalig gelangen dieſe Kämpfe um die leichtathletiſche
einsmeiſterſchaft zum Austrag. Dieſelben, wie ſchon berichtet, f
auf dem Platze von Rot=Weiß V.f.R., Darmſtadt, am Hauptbahnho
Am vergangenen Sonntag fand in Mainz anläßlich einer Ke
richterprüfung die Ausloſung der Vereine zu den diesjährigen
und Oberligakämpfen ſtatt. Der Oberliga gehören in dieſem IMin
Spielvereinigung 1921 — 3.B. Pfungſtadk.
Heute empfängt die Spielvereinigung 1921 als erſten Gegner der
diesjährigen Serienſpiele den F.V. Pfungſtadt auf dem neuen
Sport=
platz am Müllersteich. Wenn Darmſtadt endlich einmal Lorbeer ernten
will, muß es ſich mächtig ſtrecken, und darf keinen Punkt einbüßen. In
den Freundſchaftsſpielen war Darmſtadt meiſt der Glücklichere. Wie
der Kampf heute ausgehen wird, bleibt völlig offen, wenn man auch
Darmſtadt ein kleines Plus einräumen muß. Darmſtadt ſpielt in ſeiner
beſten Vertretung, welche es nicht am nötigen Eifer fehlen laſſen wird,
den Sieg für ſich zu buchen. Nachfolgend die Aufſtellung:
Kiefl
Pfleger
Schmid Joh.
Schäfer J.
Stahl Ed.
Schmid H.
Trumpfheller
Porzel Mühlbach Weicker. Schmid P.
Sporkverein Darmſtadt 1898.
Die Handballabteilung der 98er trägt eine größere Anzahl von
Spielen aus. Die aktiven Mannſchaften haben hier ſamt und ſonders
Verbandsſpiele auszutragen. Auch hierbei dürfte das Spiel der
Liga=
mannſchaft gegen Rot=Weiß Frankfurt, das in Frankfurt, und zwar
nach=
mittags 4 Uhr, auf dem Sportplatz an der Feſthalle ſtattfindet, das
meiſte Intereſſe erwecken. Die 98er werden gut daran tun, ſich bei dieſem
Treffen von vornherein auf Kampf einzuſtellen, da die Rot=Weiß=
Mann=
ſchaft, hervorgegangen aus der Mannſchaft des in dem Bockenheimer
Verein aufgegangenen HSV. Rödelheim, auf eigenem Gelände ſehr
ſpieltüchtig iſt. Die Frankfurter haben ihr erſtes Verbandsſpiel gegen
Schtvanheim 5:1 gewonnen; eine Punkteinbuße der Darmſtädter wird
alſo nur vermeidbar ſein, wenn man den Gegner in jeder Beziehung
ernſt nimmt. Die Erſatzmannſchaft tritt am Böllenfalltor gegen die
Eu=
ſatzmannſchaft von Rot=Weiß Darmſtadt an, während die 3. Mannſe
ſchaft
auf dem Schupoplatze den Polizeiſportverein zum Gegner hat.
Jon
den Spielen der Handballjugendabteilung ſind, folgende Spielabſchlüſſe
zu erwähnen:"
1. Jugend — 1. Jugend Germania Babenhauſen; 2. Jugend
1. Jugend Langen; 3. Jugend — 1. Jugend Meſſel; 1. Schüler
1. Schüler Babenhauſen.
folgende Vereine an: Gr.=Zimmern, Sachſenhauſen, Frankfurt, Bin
Darmſtadt 1910, Kl.=Oſtheim, Mainz und Kreuznach. Die Krei
iſt wieder in zwei Bezirke geteilt und gehören die linksrheiniſcher
eine zum erſten und die rechtsrheiniſchen Vereine zum zweiten 9
Der erſte Bezirk beſteht aus folgenden Vereinen: Oberſtein, 9
Vellenbach, Kreuznach 2. Langenlonsheim, Lauterecken, Büdesk
Laubenheim und Koſtheim. Im zweiten Bezirk kämpfen: Harcön
Aſchaffenburg=Damm, Hörſtein, Polizei Darmſtadt, Dieburg, Arhei nun 2.
Bieber und Frankfurt 2. Rund 30 Mannſchaften werden nun w
Sonntag für Sonntag ihre Kräfte meſſen, um den ſo begehrten K.
meiſtertitel. Gerungen wird in den ſieben internationalen Gewi
klaſſen unter Fortfall des ſeitherigen Fliegengewichts und Hinzunc
einer neuen Weltergewichtsklaſſe. Ueber die Ausſichten der einze
Mannſchaften wollen wir uns vorher jeder Stellungnahme entha
Ri.
In Roßdorf hielt der Odenwaldgan unter ſehr guter Beteilicnſtſ”
der Gauvereine ſein leichtathletiſches Gaufeſt ab. wo mit ſehr e
Kahedilie
Leiſtungen aufgewartet wurde.
Nakionale Deutſche Tennis=Meiſterſchaften.
Die Endſpielteilnehmer ermittelt.
Rahe
Dank der ausgezeichneten Witterung konnten in Braunſchweig / ſorſchlu
lang die Nationalen Tennis=Meiſterſchaften der Deutſchen progra
gemäß gefördert werden. Die Endſpiel=Kandidaten ſind bei den He
der vorjährige nationale Meiſter Frenz (Hamburg) u. Kuhlmann (Le
kuſen), bei den Damen Frl. Krahwinkel (Eſſen) u. Frl. Peitz (Düſſeld Ay.n
Beim Herren=Einzel traf Frenz in der vierten Runde auf den
liner Menzel, der nach einem 7:5 im erſten Satz für Frenz zurüd
In der Vorſchlußrunde ſchaltete Frenz dann den Berliner Hartz
W
6:1 aus. In der anderen Hälfte beſiegte Kuhlmann den Berliner
der, der vorher den Mannheimer Dr. Buß aus dem Rennen gewo ”
hatte, 7:5 3:6 6:3. — Im Damen=Einzel kam es zwiſchen Frau Ste)
nus und der vorjährigen Meiſterin Frl. Hoffmann zu einem aufre
den Kampf. Trotzdem Frl. Hoffmann drei Matchbälle hatte,
ſie 8:6 4:6 7:5 aus. Frau Stephanus war vor dieſem harten Ka
aber derart mitgenommen, daß ſie gegen Frl. Krahwinkel 5:7 2:6 ung .
lag. Frl. Krahwinkel trifft nun im Endſpiel auf Frl. Peitz, die in
Kho
Vorſchlußrunde Frl. Hammer=Würzburg 7:5 6:2 beſiegte. Frl. Ham
hante
hatte vorher Frl. Sander 6:1 6:1 bezwungen. — Weitere Ergebnidnſen, ſehr
Herren=Doppel: Hartz/Jaenecke—Heydenreich/Wolff 6:1 6:1,
Cramm/Frenz—Limpers/Peters 6:1,6:1, Lane Stephanus—Henkel/K
kowſki 6:3, 6:2. — Gemiſchtes Doppel: Frl. Péitz/Frenz—Frl. Erag, mn ge
Jaenecke 6:0 6:0, Frau Plümacher/Lane—Ehepaar Wolff 6:3 6
Hoffmannſvon Cramm—Ehepaar Meinicke 6:1 6:1, Frl. Kallmeyer/H
gegen Frl. Richter/Strube 4:6 6:2 6:3, Frl. Hammer/Lorenz
e
Kuhlmann/Ballhorn 6:0 6:1. — Damen=Doppel: Frau Rau/Frl. He
mer—Frau Heim/Frl. Meinzinger 6:3 6:3, Frl. Kuhlmann/Frl. He
mann—Frl. Helling/Frau Quetſch 6:4 6:0, Frau Stephanus/Frl. S
ders—Frl. Rasmuß/Frl. Beierling 6:0 6:0.
AB
Hüte
für Damen u. Herr.
werden gereinigt u.
nach neueſt. Modell.
umgepr., jetzt 2 ℳ.
Frankfurt. Hutlager
Ecke Grafen= und
Bismarckſtraße.
Sämtliche
An=
ſtreicherarbeiten
werden gut u.
kon=
kurrenzl. billig
aus=
geführt. Ang. u. N61
an die Gſchſt. (13827a
Bebauungsplan.
Der vom Stadtrat am 22. d. M. gut
geheißene Bebauungsplan für das
ehe=
malige Bahngelände zwiſchen
Holzhof=
allee und Beſſunger Straße liegt gemäß
Art. 5 der Allgemeinen Bauordnung
vom 2. bis 17. September d. J. auf dem
ſtädtiſchen Hochbauamt zur Einſicht
0
(ſt. 13782
Einwendungen gegen den Plan ſind
bei Vermeidung des Ausſchluſſes
wäh=
rend dieſer Friſt daſelbſt vorzubringen.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1929.
Der Oberbürgermeiſter.
An die Bewohner unſerer Stadt!
Das Ludwig=Georg=Gymnaſium zu
Darmſtadt, die älteſte höhere Lehranſtalt
Heſſens, begeht in dieſen Tagen ſeine
300 Jahrfeier. Viele Einwohner
Darm=
ſtadt, die durch dieſe Schule geganger
ſind, und zahlreiche von auswärts kom
mende ehemalige Schüler der Anſtalt
werden regen Anteil an dieſem
Jubi=
läum nehmen. Ich bitte, dieſe
Anteil=
nahme auch durch Beflaggung der Häuſer
zum Ausdruck zu bringen. (st13843
Darmſtadt, den 31. Aug. 1929.
Der Oberbürgermeiſter.
Mueller.
Obſiverſteigerung.
Am Donnerstag, den 5.
Septem=
ber ds. Js., wird der Ertrag der an
den nachſtehend angeführten Straßen
an=
gepflanzten Obſtbäume an Ort und
Stelle meiſtbietend gegen Barzahlung
öffentlich verſteigert.
(st13842
Birnbäume in der
Kranichſteiner=
ſtraße (Treffpunkt 2 Uhr Ecke
Kranich=
ſteinerſtraße und Kaſtanienallee),
ſodann die Aepfelbäume in die
Er=
bacherſtraße (Treffpunkt 3 Uhr
Oſt=
bahnhof),
daran anſchließend Birnbäume an
der Goetheſtraße (Treffpunkt 4)
Uhr Ecke Klappacher= u. Goetheſtr.).
Städt. Hochbauamt.
Bei Gallensteinn uad
Magen- und Darmerkrankungen, chronischer hartnäckiger Stuhlverstopfung und ihren üblen Folgen, Gelbsucht,
Hämorrhoiden, Wucherungen und Geschwülsten hat sich „Mympkocid” seit Jahren glänzend bewährt. Keine
chem Tabletten, sondern auf wissenschaftl. Grundlage hergestelltes Organ-Präparat, dem pflanzl. Bestandteile
mit spez. Wirkungen beigegeben sind. Zahlreiche hervorrag, Anerkennungen. Preis der Packung Mk. 5.50,
Spezial-Tee Mk. 1.50. Erhältlich in allen Apotheken.
Na chel. 20-Ext. hepar plv. sicc. 10 Gland. lup, 10 Mag. perek 5 Fol. trif. fel. uv. ad 100 (IV.9667
Alleinhersteller: Aymehesan A.-6., Starnberg a. See
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Johann Peter Clemens, Schreiner Jawern bei Trier,
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 1. Oktober 1929, nachmittags 3½, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 8. Juli 1929 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(12337a
Darmſtadt, den 25. Juli 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk 1, Band VI, Blatt 320.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 I
261 Hofreite Nr. 32
Schloß=
gaſſe
166 3500 RM
werden dieſe Woche zu
Verſteigerungs=
preiſen
g ſowie Auflöſung
Nachläſſe nur beſſ. Haus=
haltes, Möbel aller Art, Bilder uſw.
Telefon 2943
Karlſtraße 41 Eugen Wagner
Taxator.
Stets Annahme von Verſteigerungen
und Taxationen.
V
At
A
An- und
Verkaut von Brlllante
Gold- und Silbergegenständen. (1260
Kurtz-Wulff, Rheinstr. 2
TAuscK —
14a
als moderner Industrie-, Handels- ung
Hafenplatz und als Wirtschaftszentrum
der umliegenden reichen norddeutschen
Landesteile ist ein besonders wertvoller
Markt, dessen Struktur im der
Neuaus-
gabe unserer generellen Markt-Analyse
difterenziert ist . . . Man erfaßt dieses
in sich geschlossene Wirtschaftsgebiet
allein durch den
UASEKUEELERR
AufSLiED DER „NiASGnueeiERunG FungEnDcR PRAVHZVERLAGE-
Vegetar. u. Rohkoſt=
Mittag= u.
Abend=
tiſch. Riedeſelſtraße
Nr. 72. Vorderh. (
V
E
K
Verloren am
Don=
nerstag Portemon.
mit Inh. a. d. Wege
Bleichſtraße—
Bahn=
hof. Abzugeb. geg.
Belohng.
Georgen=
ſtraße 8, II.
Ot
Jagdhund
erſtkl. Nüde,
Tiger=
ſcheck, 3 feldi. Dackel
vk. Ballonplatz 6,
Bauerſchmidt.
Wachſam. Raſſehund
(Rüde) zu kauf. geſ.
Angeb. m. Preis u.
N. 34 Geſchſt. (*
3 Bienenvölker in
Al=
bertikaſt., mod.
Vogel=
zuchteinricht. u.
Ein=
ſatzbauer, ſowie
Ha=
fenſtall z. v. Stord
Kirſchenallce 91.
Ia 1,5 ſchw. Rheinl.
1928 zu 40. Mark
Brieftanben à. 1 Mk.
zu verk. Weigold,
Orangeriegarten.
(13832)
Weg Umſtellung
des Geſchäftes
ein Geſpann
Bekanntmachung.
Betr.: Baulandumlegung Ed
Oſann= und Ohlyſtraße.
Gemäß Artikel 36, Abſatz 1. des G
ſetzes über die Umlegung von Baulg0
in der Faſſung der Bekanntmachung v.u
10. Oktober 1927 bringe ich hiermit 2i
öffentlichen Kenntnis, daß der in M1i
Tagfahrt am 6. Februar 1929 von fär/
lichen Grundeigentümern anerkannte U /
legungsplan nebſt Unterlagen in Zſ.
Zeit vom 9. September 1929 bis e
ſchließlich 8. Oktober 1929 werktäglich
den Dienſtſtunden auf dem Vermeſſung
amt Darmſtadt=Stadt, Grafenſtraße *
Zimmer 15, offenliegt. Gegen den Pl‟
können die Beteiligten innerhalb Or
Offenlegungsfriſt ſchriftlich Einwendi:
gen bei dem Unterzeichneten erheben.
Darmſtadt, den 30. Aug. 1929. (st138
Der Vorſitzende des Umlegungs
ausſchuſſes.
Buxbaum, Bürgermeiſter.
Arbeitsvergebung.
Die Feldbereinigungsgeſellſche”
Altheim hat die Ausführung von 53c
chm Grabenaushub und 2700 Ifdm
Draingräben zu vergeben. Angebo
ſind am Kulturbauamt Darmſtadt, Bleich
ſtraße 1, zum Preiſe von 1 RM. erhäl.
lich. Angebotseröffnung erfolgt a—
14. September 1929, vormittag
11 Uhr, in unſeren Dienſträumen. Z
ſchlag vorbehalten.
Heſſiſches Kulturbauamt.
nk
6f
Mindenoadärgeilen.
mit kompl. Geſchirr
event. auch Rolle,
billig abzug.
Näh. Schwanenſt. 15
Für Herſtellung verſchiedener Orts
ſtraßen in Arheilgen ſollen die erforder
lichen Erd=, Pflaſter= u. Chauſſierungs
ſowie die Fuhrleiſtunger
arbeiten
durch öffentlichen Wettbewerb vergeben
werden.
Angebote ſind verſchloſſen bis zum
L. vor
Montag, den 9. September d.
Bürger
mittags 11 Uhr, auf der Heſſ.
Vor=
meiſterei Arheilgen einzureichen.
drucke werden daſelbſt zum
Selbſtkoſten=
preis abgegeben.
Zuſchlagsfriſt zwei Wochen. (137/S
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1929.
Provinzialdirektion Starkenburg
Tiefbau.
Nummer 242
Sonntag, den 1. September 1929
Seite 13
Turnen.
zorkplatzweihe der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875
am 8. Sepkember 1929.
Der 8. September iſt für die Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 ein
der Freude, wird doch an dieſem Sonntag die neue
Sportplatz=
rane, die an der Kranichſteinerſtraße auf dem Gelände der früheren
eiin=Ziegelei liegt, von dem Amt für Leibesübungen dem Verein,
Hamit allen Mitgliedern zur Inbetriebnahme, übergeben. Ein Tag
Freude, aber nicht allein für die 1875er Turner, ſondern für die
ſrmite Darmſtädter Turnerſchaft, die an dieſem Sonntag ihre Turn=
Fder unterſtützen, und damit mithelfen, daß die Einweihung zu einer
higen Kundgebung für unſere Deutſche Turnſache und für die
beSübung wird.
Die Veranſtaltung beginnt mit einem Werbezug aller aktiven
Teil=
e UehyX umer vom Turnhaus Dieburgerſtraße aus durch die Kranichſteiner
nach dem Sportplatzgelände. Nach dem Einmarſch wird die
Eyerſingmannſchaft alle Beſucher begrüßen, und daran anſchließen!
die Uebergabe durch den Vertreter des A.f. L. und die Uebernahme
uh die T.Geſ.D. Nach dieſem Feſtakt, ſetzt ſich der Zug der Aktiven
Bewegung, und es folgen nun die Uebungen der Körperſchule auf
Hauptfeld des Platzes, die von jung und alt, Mann und Frau,
dthler
ſrnt werden. Hier ſehen wir den Turner im glänzenden Weif
ſeben die weiblichen Teilnehmer im tiefen Schwarz, wieder ſo anders
die Gruppe der Sportler im ſchmucken blau=weißen Turnanzug und
oiſchen finden wir die Schüler in ihrer ſchwarz=weißen
Turner=
t. Wir ſehen alſo den Platz mit einer bunten Schar aktiver
Teil=
uner, die alle mit Luſt bei dieſer Feierlichkeit dabei ſind. Nach dieſer
Weien icheneinen Uebung folgt dann der Abmarſch, und in wenigen Minuten
in wir wieder alle Teilnehmer bei ihren einzelnen Geräten. So
mien die Turner an den Geräten, die Schülerinnen zeigen Spiele und
ar ſc Schüler werden mit Bodenübungen und Ballſpielen ihre Fertigkeit
eiten
eiſen. Wieder wo anders ſind die Turnerinnen, auch ſie bringen
nim
Wekkerbericht.
Ausſichten für Sonntag, den 1. September: Zunächſt noch meiſt heiter
und ſehr warm, ſpäter aufkommende Bewölkung mit Gewitter= und
Niederſchlagsneigung.
Montag, den 2. September: Wolkiges Wetter mitz vereinzelten
Nieder=
ſchlägen, Temperaturen ſchwankend.
Frankfurt
zerrragsprogramit. 0.3
Beit. O 12: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsm., Waſſerſtand. o 12.55:
Nauener Zeit. e 15, 15.35: Zeit. Wirtſchaftsm. o 16.10: Ind.,
Di u. Fr.). 16.25: Gießener Wetter, Wirtſchaftsm.,
Handelst.
Währ. d. Nachm.=Konz.: Vereinsnachr. O 18,05, 19.15 oder 19.30:
Wirtſchaftsm.
Sonntag, 1. Sept. 7: Die Glocken vom „Großen Michel”
dem Wahrzeichen der deutſchen Seefahrer, o 7.05: H. Erdlen,
Hamburger Morgenruf. O. Anſchl.: Hamburg: Hafenkonzert vom
Motorſchiff „Milwaukee”, der Hamburg=Amerika=Linie. o 8.15:
Friedenskirche Kaſſel: Morgenfeier. Mitw.: Kirchenrat Eiſenberg,
Kirchenchor St. Martin. O Anſchl.: Glockengeläute der St.
Peters=
kirche, Frankfurt a. M. O 11: Das Haus der Jugend zu
Frank=
furt a. M. in ſeiner Bedeutung für Stadt und Land. (Zwiegeſpräch
zwiſchen Bezirksjugendpfleger Grebenſtein und Stadtamtmann Theo
Walter). 11.30: Dr. Wehn: Der Fürſorgezögling. o 12:
Miltenberg a. M.: Militärkonzert. o 13: Dienſt der
Landwirt=
ſchaftskammer Wiesbaden: Empfehlenswerte Roggen= und
Weizen=
züchtung. — Die Bodenbearbeitung im Weinberg vor dem Herbſt.
—
Die praktiſche Ausführung der Obſtſortierung. O 13.10: Kaſſel:
Chorkonzert: Die Völker im Liede. Ausgef. v. Schülerchor des
mnaſtn, zuerrer,
eib 5 ſchäteturnen, Keulenſchwingen u. a. Die Volksturner kommen mit
ſitathletiſchen Vorführungen, wie Hoch= und Weitſprung, Kugel
ſmn und Laufen. Es gibt hier ein Bild, das die Vielſeitigkeit it
m Turnverein am beſten beweiſen kann. Nach Beendigung des
ſienturnens wird der Lauf gezeigt. 4 mal 100 Meter Staffeln der
ten )ſeunerinnen, der Schüler, der Sportler werden die Bahn beleben,
n ſehen wir noch eine ſpannende Staffel, die 10 mal ½ Bahnſtaffel.
auch hier ſind feſſelnde Kampfbilder zu ſehen. Als Krönung dieſer
= und ſportlichen Veranſtaltung folgt dann das Handball
el: Darmſtädter Turner=Städtemannſchaft gegen Gauauswahl=
ſen pre
den
Bate /hnſchaft des Main=Rheingaues. Auf die Spielſtärke dieſer beiden
ſehr hnnſchaften ſowie ihre Aufſtellung werden wir in einem beſonderen
FaheFürkel zurückkommen. Schon heute ſind alle Turn= und Sportfreunde
undlichſt eingeladen.
aiten
Waſſerball.
tauniche d orſchlußrunde um die ſüddeukſche Meiſterſchaft.
Bayern 07 Nürnberg gegen Jung=Deutſchland in Nürnberg.
ſaitz (Quſſo)* Vor einer ſehr ſchweren Aufgabe ſteht heute nachmittag die
Waſſer=
auf der Hihlannſchaft des Darmſtädter S.C. Jung=Deutſchland, da ſie in der
renz zurAiochlußrunde um die ſüddeutſche Meiſterſchaft in Nürnberg auf die
Rleinte Mannſchaft von Bahern 07 Nürnberg trifft.
ſerling! In guter Erinnerung ſteht noch das Endſpiel des vorigen Jahres,
den Darmſtädtern gelang, nach Verlängerung zum erſten Male
in gen
Nürnbergern den Titel des ſüddeutſchen Meiſters zu entreißen.
frau e!
E
Jahr iſt es nun durch die Ausloſung ſo gekommen, daß die
tün ſtärkſten Mannſchaften ſchon in der Vorſchlußrunde zuſammen
hat
gefn. Die Darmſtädter, die mit der bekannten Aufſtellung: Müller;
5.726 Ber, Gils; Orlemann; Richter, Schwartz, Berges unter der
Füh=
ihres ſportlichen Leiters Leyerzapf geſtern nach Nürnberg
ge=
ien ſind, werden ſich gegen den guten Gegner, in deſſen Mannſchaft
bekannte Internationale wie Blank, Schürger, Meher u. a. m.
Erge
den, ſehr anſtrengen müſſen, um ehrenvoll zu beſtehen. — Hoffe
daß es der Mannſchaft gelingt, durch einen Sieg in das Endſpiel,
eus Amn zweiter Teilnehmer ebenfalls heute in dem Spiel S.V.
Göp=
yen gegen 1. F. C. Nürnberg ermittelt wird, zu kommen.
—
We
e
Aan
au Frl
mnn Fr
Fritz Morzik /
Realgymnaſiums 1 Kaſſel. O 14.30: Jugendſtunde: Allerlei
Kaſperl=
ſtreiche. 15.30: Aus Paris=Colombes: Leicht=Athletik=
Länder=
kampf Deutſchland—Frankreich. Sprecher: Dr. Laven. o 16.30
Mainz: Huldigungsakt am Rheinufer des Mainzer Automobil=Clubs.
Anſprache des Herrn Reichskommiſſars für die beſetzten
u. a.:
Simme
.0 17
Dorfbanken und ihre Bedeutung für die ländliche Geldwirtſchaft.
— Dr. Röming: Hühnerauswahl ohne Fallenneſter. o 19: Dr.
Oehlert: Das gegenwärtige Frankreich. O 20: Stuttgart: Uebertr.
a. d. Württ. Landestheater: Der Graf von Luxemburg. Operette
in drei Akten von Lehar. Perſ.: René, Graf von Luxemburg; Fürſt
Baſie Baſilowitſch: Gräfin Staſa Kokozew: Armand Briſſau
Maler: Angele Didier, Sängerin in der großen Oper in Paris
Juliette Vermont; Sergel Menttſchikoff, Notar; Pawel von Paw=
lignac; Capitain d’Armignon; Chevalier Lagrange; Menager,
Ober=
kellner und Liftboy des „Grand Hotel”, 1. Akt ſpielt im Atelier
des Malers Briſſard; 2. Akt im Palais der Sängerin Didier;
3. Akl im Veſtibül des Pariſer Grand Hotels. Muſikal. Leitung.
O 22.30: Völkerbund=Konzert
Kapellmeiſter
Haarth
Bach=Counod: Meditation. Berlin: Am Flügel Joh. Seb. Bachs:
Prof. Dr. C. Sachs; Paris: Solovioline; Mailand: erſte Oboe
Wien: Violoncell; Zürich: Fagott. — Purcell: Chaconne aus
Willkommen=Lied. Berlin: Cembalo; London: erſte Violine: Paris:
zweile Violine; Mailand: Viola; Wien: Violoncell. — Rameau:
Berlin:
Liebeslied. (Air pour les amours aus dem „Prolog”
Cembalo; Paris; erſte Violine; Mailand; erſte Oboe: London:
zweite Oboe; Wien: Violoncell; Zürich: zweite Violine, Viole
uind Fagott. — Verdi: Scherzo Fuga aus dem Streichquarkett
Mailand bzw. London: erſte Violine; Paris: zweite
E=moll.
Violine: Berlin: Viola; Wien: Violoncell. — Schubert: Deutſche
Tänze. Berlin: Klavier; Paris: erſte Violine; Mailand: zweite
Wien: Violoncell; Zürich: Trompete
Violine: London: Obo
und Klarinette. — Erich Fiſcher: Hymne für den Völkerbund
London: erſte Violine; Paris: zweite Violine: Berlin: Viola
Wien: Violoncell; Mailand: Oboe
Zürich: Trompete. Fagott.
O Anſchl.: Tanzmuſik der Kapelle Pinkus Langer.
Königswuſterhauſen
Deutſche Welle. Gleisbleibendes Werktags=Progcamm. 5.50:
Wetter für den Landwirt. 7: Gymnaſtik. O 12.25: Wetter für
den Landwirt (So. 12.50). O 12.55: Nauener Zeit. 15.30: Wetter,
Börſe. O 19.55: Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle. Sonntag, 1. Sept. 6.30: Frühkonzert des
3. Batl. 9. Preuß. Inftr.=Regt. Spandau. o In der Pauſe gegei
7.10: Funk=Gymnaſtik. o 8: Beſuch des Wirtſchaftsberaters auf
einem Bauernhof (Zwiegeſpräch zwiſchen Dipl.=Landwirt Deichmann
und Dipl.=Landwirt Tröſcher). o 8.30: Saatzuchtdirektor Dr.
Laube: Die einwandfreie Beſchaffenheit des Saatgetreides
eine
Grundbedingung für ſichere Ernten. ( 8.55: Glockenſpiel der
Potsdamer Garniſonkirche. O 9: Morgenfeier. Anſpr.: Pfarrer
Baehrens=Sorau. o Anſchl.: Uebertr. des Geläuts des Berliner
Doms. O 10: Wettervorherſage für Sonntag. O 11: Haus der
Funkinduſtrie: Oeffentl. Mitgliederverſammlung des Reichsverbandes
Heutſcher Funkhändler. o 11.45: Elternſtunde: Jugendliche
Vaga=
bunden. (Zwiegeſpräch: J. Ehrhardt und. Dr. Klopfer). O 12.15:
Mittagskonzert. Kapelle Gebr. Steiner. o 14: Heiteres. Am
Paris: Leichtathletik=Länderkampf Deutſchland—Frankreich. Am
Mikrophon: Dr. Laven, Frankfurt a. M. O 16.30: Mainz a. Rh.:
Huldigungsfahrt zum deutſchen Rhein. Veranſtaltet vom Allgem.
Deutſchen Automobil=Club, Mainz. Mitw.: Mainzer Kon
rtorch.
Leitung: Kapellmſtr. Albers; Männergeſangverein „Cäcilia
Lei=
tung: Muſikdir. Langen; Anſpr. des Reichskommiſſars für di
beſetzten Gebiete: Botſchafter Dr. Freiherr Langwerth von
Sim=
mern. O 17: Berlin: Blasorch.=Konzert, ausgef, von dem
Ber=
liner Fanfaren=Bläſerkorps. Leitung: M. Middelkorp. o 18.30
Reinh. Michaelis: Litauiſche Volkslieder. o 19: Dr. Michaelis=
Kleiſt’s Aufſatz über das Marionettentheater. o 19.30: Dr. Nie
decken=Gebhardt: Hypnoſe und Selbſtbeeinfluſſung. (Dr. med.
Brauchle). O 20: Geſpenſtergeſchichten. Geleſen von P. Bildt,
Dirigent: Dr. E. Fiſcher. (Ein Verſuch des Ferndirigierens).
Bach=Gounod: Meditation. Berlin: Am Flügel Joh. Seb. Bachs:
Prof. Dr. C. Sachs; Paris: Solovioline; Mailand: erſte Oboe;
Wien: Violoncell; Zürich: Fagott. — Purcell: Chaconne aus
Willkommen=Lied. Berlin: Cembalo; Londchi: erſte Violine; Paris:
zweite Violine; Mailand: Viola; Wien: Violoncell. — Rameau:
Liebeslied. (Air pour les amours aus dem „Prolog‟)
Berlin:
Cembalo; Paris: erſte Violine; Mailand: erſte Oboe;
London=
zweite Oboe; Wien: Violoncell; Zürich: zweite Violine, Viola
und Fagott. — Verdi: Scherzo Fuga aus dem Streichquartett
E=moll.
Mailand bzw. London: erſte Violine; Paris: zweite
Violine: Berlin: Viola; Wien: Violoncell. — Schubert: Deutſche
Tänze. Berlin: Klavier; Paris: erſte Violine; Mailand: zweite
Violine: London: Oboe; Wſen: Violoncell; Zürich: Trompete
und Klarinette. — Erich Fiſcher: Hymne für den Völkerbund.
London: erſte Violine; Paris: zweite Violine; Berlin: Viola;
Wien: Violoncell; Mailand: Oboe; Zürich: Trompete, Fagott.
Anſchl.: Tanzmuſik. Kavelle Paul Goldwin.
Kädt
Rheinelektrd Ernst-Ludwisstr. 10 (131osa
Geräte erster
Fab-
rikate, lietert bei fach
männischer
A
Bedienung
Darmstadt Telephon 3449
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Poltiſk und Wirtſchaft: Rudelf
für Feullleton, Reich un
NS
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Stree
vort
Dr. Eugen Bublmang;
für den Handeſ: Dr. C. H. Quetſch; für
hlußdienſt: Andreas Bauer=
„Die Gegenwart”: Dr. Herberi Reite; für
m Inſeratenteil:
Iip Kuble; Dirs
und Verlag: L. C. Wittlch — ſämtlich in Darmſta
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Geiten.
OIILLE
überall siegreich.
Erprobt zu Wasser und zu Lande,
heftet SHELL auch im
c
Europa-F
den Sieg an seine Fahnen. Der Siegen
im Europa-Flug, Morzik auf B. F. W.,
benutzte mit vielen anderen Fliegern
Jieff
Fiset
Krite
OIEL BAIAABSTUIT
[ ← ][ ][ → ]Nummer 242
Sonntag, den 1. CeptemEl
Der deutſche Karkoffelmarkkt im Augufk.
Nachdem die Ausſicht auf die Zollerhöhung die deutſchen
Inlands=
preiſe ſchon vor dem Wirkſamwerden des auf 4 RM. je Doppelzentner
erhöhten Zolles von einem Tiefſtand von 3,50 RM. je Zentner ab
rhein. Verſteigerung auf über 4 RM. den Zentner hinaufgehoben hatte,
war auch der Einfluß der neu errichteten Zollmauer auf die deutſchen
Inlandspreiſe merklich zu Ende. Wenn man ſagt merklich, alſo nach
außen hin, ſo muß man dem doch hinzufügen, daß die Zollmauer die
deutſchen Inlandspreiſe vor dem gänzlichen Verfall gerettet hat. Man
ſtelle ſich vor, wenn die zunächſt ſtetige, dann ruhige, nirgendwo aber
große Umſätze aufzuweiſende Lage im Auguſt auch noch durch große
Auslandsmengen belaſtet worden wäre, ſo darf man überzeugt ſein,
daß die Entwicklung des Marktes beſtimmt andere Wege gegangen wäre,
als wie wir ſie jetzt zu verzeichnen haben. Wir ſagten ſchon, daß die
Märkte zu Auguſtbeginn eine erfreuliche Stetigkeit aufzuweiſen hatten,
die ſich um ſo bemerkbarer machte, als eigentlich das Angebot während
des ganzen Monats, die Nachfrage nicht unerheblich überſtiegen hat.
Wenn die Preiſe ſich dennoch halten konnten und auch von den
Verbrau=
chern ohne weiteres bezahlt wurden, ſo darf man dazu ſagen, daß dieſe.
bisher kaum zu bemerkende Tatſache während des Frühkartoffelgeſchäftes
nur dadurch erreicht werden konnte, weil die rhein. Verſteigerungen
der Preisbildung einen feſten Halt dadurch unterſchoben, daß ſie nur
Ware beſter Beſchaffenheit und vornehmer Aufmachung lieferten. Wir
können auch noch weiterhin den Beweis für dieſe Behauptung antreten.
Denn mit demſelben Augenblick, als Mitteldeutſchland mit größeren
Mengen auf den weſtdeutſchen Märkten zur Stelle war und dieſe
Liefe=
rungen gegen die rhein, abfielen, die Preiſe ſofort ins Wanken kamen.
8 zeigte ſich aber auch hier die Widerſtandsfähigkeit, die eine gute
Ware gegen Wirkungen des Marktes hat, die eigentlich eine ſchwache
Tendenz mit fallenden Preiſen auslöſt. Die Preiſe der rhein.
Verſteige=
rungen gaben nämlich nur wenig nach und konnten dieſe Preiſe gegen
Monatsende, als die Nachfrage eine Kleinigkeit beſſer wurde, ſogar
wie=
der höher ſtellen. Als ſehr wefentlich fiel für dieſen Monat der
Be=
ginn der Ernte in Oſtdeutſchland in die Wagſchale. Die Lieferungen
Mittel= und Norddeutſchlands nach dieſem nur vorübergehenden
Ver=
brauchsgebiet fielen ſchon ſehr bald aus, ſo daß Mitteldeutſchland ſich
wieder auf ſeine urſprünglichen Abſatzgebiete konzentrieren mußte. Bis
zu dieſem Zeitpunkte war die Preisbildung in Mitteldeutſchland ebenſo
wie im Weſten ziemlich ſtetig verlaufen, wenn man von Gebieten
ab=
ſieht, die infolge ſpäterer Ernte die örtlich oder bezirklich ſehr hohen
Preiſe in den allgemeinen Preis einordnen mußten. Nach dieſem
Zeit=
punkt jedoch ging es mit den Preiſen in Mitteldeutſchland nicht
unmerk=
lich bergab. Beſonders die Sorte Odenwälderblaue erlitt einen
Preis=
ſturz nach dem anderen und kam gegen Monatsende auf einem Preiſe
an, der noch unter dem Preiſe der weißen Sorten lag, was immerhin
etwas bedeuten will, da die Odenwälderblaue doch eine gelbfleiſchige
Sorte iſt. Wie der Marktverlauf zeigt, lehnt der Verbrauch dieſe Sorte
ab, was nicht ohne Folgen auf den weiteren Anbau ſein wird.: Im
übrigen müſſen aus der Preisbildung zwei Sorten herausgenommen
werden. Das ſind die Juli und die Erſtling. Schon im Vorjahre durfte
man die Beobachtung machen, daß die Juli, ſobald ſie in einigermaßer
nennenswerten Mengen auf die deutſchen Märkte kam, ſich ſofort im
Preiſe über die Erſtling ſetzte. Aber auch die Erſtling konnten ihre
Preiſe im Verhältnis zu den anderen runden gelbfleiſchigen Sorten
im=
merhin hochhalten. Die zweite Gruppe iſt dann die der bereits
er=
wähnten runden gelbfleiſchigen Sorten, unter denen die Sorte Böhms
Allerfrüheſte Gelbe die Preisſpitze hält. Die frühen weißen Sorten ſind
in dieſem Jahre nur wenig angebaut und werden auch wohl immer
weniger Anbaufreunde finden. Nachdem nun die Stetigkeit der Preiſe
zunächſt Schwankungen und dann folgenden Senkungen gewichen war,
ſetzte ſich nach der durchgeführten Preisſenkung die Preiſe im gewiſſen
Sinne doch wieder feſt. Das lag daran, daß die Verladungen wegen
der Arbeiten in der Getreideernte nicht in vollem Umfange durchgeführt
werden konnte, andererſeits jedoch eine Ueberfütterung der
Verbraucher=
gebiete vermieden wurde. Das ſoll nun nicht heißen, daß an
verſchiede=
nen Verbraucherpunkten doch hier und da nicht reichlich und auch zu viel
Ware vorhanden geweſen wäre. Im allgemeinen vollzog ſich jedoch der
Abſatz, wenn auch in ruhigen und ruhigſten Bahnen, reibungslos. Es
machte ſich eben zu ſehr bemerkbar, daß das Ausland von den deutſchen
Märkten ausgeſchaltet war. Man darf aber auch hier nicht vergeſſen,
daß die großen Mengen, die das Ausland vor dem 1. Auguſt bereits
hereingeworfen hatte, und die am letzten Julitage die Grenze paſſierten,
zunächſt auch die deutſchen Lieferungen beeinfluſſen mußten. Nach dem
1. Auguſt kam ſogar ein Schiff mit 6000, Zentner holl. Kartoffeln in
duisburg an, das die Preislage natürlich örtlich ſofort angriff. Auch
belgiſche Kartoffeln, und gerade dieſe waren in mehr als reichlichen
Men=
gen über die Grenze gegangen. Wenn der deutſche Markt dieſe Mengen
verhältnismäßig ſchnell verarbeitete, ſo mag man daraus erſehen, daß
die Aufnahmefähigkeit zu der Zeit immerhin noch eine gute war. Das
Ausland verſuchte zwar, als die Preiſe bei niedrigſtem eigenen
Ein=
ſtandspreis immerhin die Möglichkeit einer Ausfuhr boten, dieſe
aus=
zunutzen. Als dann aber auch die Preiſe auf den dem Auslande
fracht=
nahe gelegenen Märkten ebenfalls heruntergingen, wurde dieſe
Möglich=
keit erneut ausgeſchaltet. Nun iſt ja an ſich nur der Monat Auguſt
durch den hohen Zoll gegenüber Belgien und Holland geſchützt. Am
1. September tritt der Winterzoll, der 2 RM. je Doppelzentner beträgt,
in Kraft. Darauf ſtellten ſich gegen Monatsende die beiden eben
ge=
nannten Länder ein, indem ſie mit den Zufuhren zu ihren
Verſteigerun=
gen zurückhielten. So verſteigerte Broek op Langendifk letzthin je
Ver=
ſteigerung nur bis zu 15 Waggons und de Streck — um die beiden
heraus=
zugreifen, auf den letzten fünf Verſteigerungen nur 44 700 Ballen. Man
darf aber annehmen, daß ſich inzwiſchen die Preiſe denen des
Herbſt=
geſchäftes ſo angenähert haben, daß der Zollſchutz, der ja gegenüber dem
Vorjahre ein erhöhter iſt, doch wirkſam wird und bleibt. Faßt man die
Marktlage im Auguſt zuſammen, ſo kann man ſagen, daß der Auguſt
zwar preisgeſchützt, aber abſatzſchwach lag. Die Umſätze entſprachen
nicht den Erwartungen, andererſeits wurden Schwemmen mit
Preis=
kataſtrophen — mit Ausnahme wieder für die Sorte Odenwälderblaue —
vermieden. Dennoch muß die Feſtſtellung genügen, daß das Fernhalten
des ausländiſchen Wettbewerbs die Umſatztätigkeit der deutſchen
Liefer=
kartoffelernte ſei nicht untergebracht oder könne in den nächſten Wochen
nicht reſtlos und ganz untergebracht werden. Die Beſtrebungen um den
Verkauf früheſten Saatgutes ſetzten von ſeiten Hollands ſehr früh ein.
Die Lieferungen wurden zu hohen Preiſen per September oder Oktober
angeboten. Da dieſe Angebote kaum Gegenliebe fanden, bequemte man
ſich zu Preisnachläſſen, die aber auch noch nicht genügten, das Geſchäft
merkbar in Gang zu bringen. Dennoch wurden gerade in den letzten
agen Abſchlüſſe mit holl, Firmen unter deutſcher Vermittlung
abge=
ſchloſſen, die, wenn man ſie mit dem Geſamtverlauf des deutſchen
Früh=
kartoffelmarktes vergleicht, keine Rückſicht darauf genommen haben, wie
tief die Preiſe im Juli geſunken waren. Das Beſtreben, die Geſtehungs= 1150, Rumäniſche 9,50—9,75, Schleſiſche 11,25—11,50, Bayeriſche 11,25—
koſten durch den Einkauf zwar billigen, aber dennoch guten Saatgutes
von vornherein tiefer zu ſtellen, war daraus noch nicht zu erkennen.
Ganz im Gegenſatz zu den hohen Preiſen des Auslandes ſind die Preiſe
der deutſchen Saatzüchter früheſter Sorten billiger als im Vorjahre
ge=
ſtellt. Hoffentlich gelingt es nun, den Anbau mehr auch auf die guten 4834, Dez. 533, März 56½4; Roggen, Sept. 10134, Dez. 111,
deutſchen Sorten hinzulenken. Auf dem Fabrikkartoffelmarkte machten März 11634,
ſich gegen Monatsende leichte Vorfühler bemerkbar. Die Preiſe, die
ſeitens der Fabriken geboten wurden, ließen aber noch keine Rechnung
zu. Der Ausfuhrmarkt kam über kleine Poſten nicht hinweg, obwohl
ſich hier und da, ſo vor allem in der Schweiz gute Verkaufsmöglichkeiten leichte Schweine 10,50—11,50, ſchwere Schweine 9,65—10,65;
boten. Man bezahlte gegen Monatsende je Zentner ab Station,
Oſten: weiße Sorten 2.55—2,70 RM., Böhms Allerfrüheſte Gelbe
bis 2,80 RM., in Mitteldeutſchland: weiße Sorten 2,70—2,75 R9
Odenwälderblaue 2.40—250 RM.. — man beachte nochmals dieſen
linge 3.40—3,60 RM. Juli 4 RM., im Weſten: Erſtlinge 3,40—3,60
MM.. Juli 4,40—4,60 RM.
Aus der Preisnotierung hebt ſich die Hannoverſche Markenkartoffel
heraus, die in der zweiten Auguſthälfte zum erſten Male auf den
weſt=
deutſchen Märkten erſchien und zu guten Preiſen freundlich und mit
große
m.
Intereſſe aufgenommen wurde. Da Marken=Erſtlinge bis zu
4.60 RM. frachtfrei bezahlt wurden, iſt ein guter Anfang gemacht, dem 19.75—20,25, Hafer 20,50, Braugerſte 22—22,25, Süddeutſches
Weizen=
man wveiteren beſten Erfolg wünſchen kann.
Der Wirkſchaftsſpiegel der Woche.
Einen für die deutſche Volkswirtſchaft bedeutſamen Faktor bilden
die neuen Auslandsaufträge, welche die Weſtwaggon in Köln zu Beginn
der Woche erhielten. Auf Reparationskonto wurden dieſer Firma 75
Kühlwagen und 100 Poſtgepäckwagen in Auftrag gegeben. Da gerade
die Waggoninduſtrie ſeit längerer Zeit unter ſchweren Abſatzſtockungen
leidet, iſt dies für dieſe Branche um ſo erfreulicher.
Die Angelegenheit der Frankfurter Allgemeinen, die ſeit mehreren
Wochen Auswirkungen nicht nur auf das rhein=mainiſche Gebiet,
ſon=
dern man kann ſagen, auf das ganze Reich verurſacht, iſt immer noch
ſehr ungeklärt. Beſprechungen im Reichsaufſichtsamt für
Privatverſiche=
rungen, an denen Vertreter der Frankfurter Allgemeinen wie auch der
Allianz teilnahmen, ſollten zu einer Klärung der Lage in den
Verſiche=
rungsgeſchäften führen. Als Ergebnis dieſer Unterhandlungen wurde
vom Reichsaufſichtsamt für Privatverſicherungen die Zuſtimmung zum
Vertrage Frankfurter Allgemeine=Allianz=Konzern erteilt, ebenſo die
neu gegründete „Neue Frankfurter Allgemeine Verſicherungs=A.=G.”
zum Betrieb zugelaſſen.
Die Gerüchte über Unregelmäßigkeiten bei der Südweſtdeutſchen
Bank A.=G. haben ſich inſofern bewahrheitet, als tatſächlich
Unkorrekt=
heiten in der Depotverwendung aufgedeckt werden konnten. Im übrigen
hat man verſucht, mit den Gläubigern ein außergerichtliches
Morato=
rium abzuſchließen. An dieſer Stelle ſei darauf hingewieſen, wie wenig
das Reichsaufſichtsamt für Privatverſicherungen ſeinen Aufſichtspflichten
über derartige Geſellſchaften tatſächlich nachgekommen iſt.
Auch die Frankfurter Allgemeine erſuchte ihre Gläubiger um die
Gewährung eines Moratoriums, dem aber bis jetzt erheblicher
Wider=
ſtand, von ſeiten ausländiſcher Gläubiger entgegengeſetzt wird. Das
Stillehaltekonſortium verfügt noch nicht über die notwendige Feſtigkeit.
Bedeutſam iſt der Uebergang der Frankfurter Leben auf die Allianz
Leben.
Als Folge der Ereigniſſe im Falle der Frankfurter Allgemeinen
muß die Inſolvenz der Automobilfirma C. W. Kreß in Frankfurt
an=
geſehen werden, welche durch Stilliegen der Frankfurter Induſtrie=
Kre=
dit G. m. b. H. um ihr Diskont=Kredit=Kontingent gebracht worden iſt.
Die Ungunſt der geſamten Wirtſchaftslage ſpiegelt ſich in einer
Reihe von Konkurſen, welche in Südweſtdeutſchland zu verzeichnen ſind,
wieder. So mußten die Lederwerke Martin Zimmer A.=G., Offenbach,
die ſich ſeit längerer Zeit ſchon in Zahlungsſchwierigkeiten befanden,
den Konkurs erklären. Andererſeits fah ſich das Möbelhaus W. Krauſe
u. Co., Kaſſel und Frankfurt a. M., ſowie auch das Seidenhaus Eduard
Schott zu Vergleichsverhandlungen gezwungen.
In der Gläubigerverſammlung der in Zahlungsſchwierigkeiten
ge=
ratenen Bankfirma Nauheim u. Co., Darmſtadt, konnte noch kein
end=
gültiger Status feſtgeſtellt werden.
Die Verteilung des rumäniſchen Lokomotivauftrages wurde nun
endgültig geregelt, und zwar ſo, daß die Firmen Henſchel u. Sohn
A.=G., Friedrich Krupp A.=G., Schwarzkopf, Borſigwerke, AEG., und
Linke=Hoffmann daran quvtenmäßig beteiligt ſind.
Was die Börſenlage betrifft, ſo war zu Beginn der Woche eine
leichte Kursbeſſerung feſtzuſtellen. Sie iſt zum Teil auf günſtiger
lau=
tende politiſche Nachrichten aus dem Haag, zum Teil aber auch auf neue
Auslandsaufträge für die deutſche Induſtrie zurückzuführen.
Bemer=
kenswert iſt, daß die Tendenz auch in den folgenden Tagen faſt durchweg
feſt war, und im Gegenſatz zu den vergangenen Wochen ſich der Umfang
der abgeſchloſſenen Geſchäfte weſentlich erweitern konnte. Dasſelbe
Stimmungsbild ergibt ſich auch zum Schluß der Börſenwoche, das durch
den Abſchluß der Verhandlungen im Haag ſich weiterhin günſtig
ent=
wickeln konnte.
Vom ſüddeutſchen Produkkenmarkl.
Die abgelaufene Berichtswoche zeichnete ſich durch vollkommene /
ſchäftsloſigkeit aus. Die Preiſe wurden täglich rednziert. Auch
kanadiſche Farmer Pool kommt nun wieder ſtärker mit Offerten her=
und paßt ſich in ſeinen Forderungen vollkommen den amerikaniſän
Terminmärkten an. Inlandweizen wird von allen Gegenden
dring=
angeboten, doch hielten ſich die Umſätze in engen Grenzen, da der Ma
abſatz noch immer ſchleppend iſt und die Mühlen im Einkauf zur
halten. Für hierländiſchen Weizen notierte man an der vorgeſtri
Mannheimer Produktenbörſe 25,75 und für Auslandsweizen 28—33 R
waggonfrei Mannheim. Auch Roggen hatte bei reichlichem Ange
in Inlandsware ruhigen Markt. Die Preiſe waren rückläufig und ſe
zu den ermäßigten Preiſen hielten ſich die Umſätze in beſcheidenen Gr
zen. Hierländiſcher Roggen 20,25—20,75, Auslandsroggen ohne No
Hafer blieb die ganze Woche hindurch vernachläſſigt. Die Preiſe gal
weiter nach. Für alten Inlandshafer forderte man 20,50—21,50,
neuen 19,50—20,00 und für hier greifbaren Auslandshafer 20,75—22
RM. franko Mannheim. In Gerſte zu Brauzwecken will das Geſch)
dieſes Jahr nicht in Fluß kommen. Bei großen Vorräten in vorjähri odgs ar
Ware, ſowohl in Braugerſte als auch in Malz, ſind die Intereſſen
im Einkauf ſehr zurückhaltend. Badiſche, württembergiſche und Fre
Monaksbilanzen deutſcher Kreditbanken.
In der Zahl der Monatsbilanzen einreichenden Banken iſt im Juli
keine Veränderung eingetreten. Bei ſämtlichen deutſchen Kreditbanken
haben ſich die Kreditoren um 90 Mill. RM. erhöht, bei den 6 Berliner
Großbanken allein um rund 81 Mill. RM. Im Vormonat betrug der
Zuwachs bei den Berliner Großbanken noch mehr als das Vierfache.
Allerdings war die Entwicklung im einzelnen geteilt. Innerhalb der
Kreditoren hat ſich bemerkenswerterweiſe einheitlich bei ſämtlichen
Ber=
liner Großbanken eine Verminderung der kurzfriſtigen Kreditoren,
da=
gegen durchweg eine Zunahme der innerhalb drei Monaten fälligen
Einlagen ergeben. Die Einlagen mit mehr als dreimonatiger Laufzeit
ſind jedoch ebenfalls geringer geworden. Auf der Gegenſeite fällt auf,
daß ſich die Anlage in Schecks, Wechſeln und unverzinslichen
Schatzan=
weiſungen bei den Berliner Banken nicht im geringſten verändert hat.
Die Kaſſenhaltung und Guthaben bei Noten= und Abrechnungsbanken
ſind insgeſamt geringer, auch Noſtroguthaben und Reports gaben nach,
dafür erhöhten ſich Vorſchüſſe auf verfrachtete oder eingelagerte Waren
geringfügig. Den ſtärkſten Zuwachs verzeichneten auf der Aktivſeite
Debitoren, und zwar um 135,6 Mill., Aval= und Bürgſchaftsdebitoren
ſind von 551,7 auf 593,4 Mill. RM. geſtiegen; die übrigen Poſten der
Aktivſeite verſſnderten ſich nicht erwähnenswert, wie überhaupt auch
diesmal das beſondere Kennzeichen der Monatsbilanzen unſerer
deut=
ſchen Banken die ſehr ſtille Geſchäftsentwicklung iſt.
Die Liquidität hat ſich mit Ausnahme der Deutſchen Bank, die eine
Liquiditätsziffer von 54,7 nach 53,7 im Vormonat hat, dunchweg
ver=
ſchlechtert, allerdings meiſt geringfügig. Nur bei der
Diskontogeſell=
ſchaft iſt eine ſtärkere Liquiditätsverſchlechterung von 63,9 auf 55,8
ein=
getreten. Dieſer Rückgang erklärt ſich bei der Bank wohl hauptſächlich
aus der Abnahme der Kreditoren und dem andererſeits eingetretenen
Zuwachs an Debitoren, während ſich die Anlage in den bei der
Liqui=
ditätsberechnung herangezogenen Poſitionen verringert hat. Sonſt
be=
trug die Liquidität bei der Dresdener Bank 57,6 (57,8), bei der
Danat=
bank 56,5 (57,15, bei der Kommerz= und Privatbank 55,2 (55,5).
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* New York, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Lebhafte Nachfrage der Lokofirmen und der
Spekula=
tion ließen den Baumwollmarkt in überwiegend feſter Haltung
be=
gebiete gehoben hat und, daß kaum Bedenken beſtehen, die deutſche Früh= ginnen. Die Wirkung der niedrigeren Kahelmeldungen wurde durch
eine hauſſegünſtige Wettervorausſage wettgemacht. Auch Regenfälle im
Südweſten und niedere Temperaturen im übrigen Anbaugebiet regten
die Kaufluſt an.
Kaffee= und Zuckerbörſen heute geſchloſſen.
Frankfurter Eiernotierungen vom 31. Auguſt. Das Geſchäft am
Frankfurter Eiermarkt war in dieſer Woche ſehr ruhig und die Preiſe
faſt unverändert. Es notierten (Auslandseier unverzollt ab
Grenz=
ſtation, Inlandseier ab Station); Italiener 11—11,5, Bulgariſche 9,75
bis 10, Holländiſche 11—12,75, Südſlawiſche 9,50—9,75, Polniſche 8,50—
8,75, Ruſſiſche 10—11, Däniſche 10,50—13, Belgien, flandriſche 11,20—
11,50, Norddeutſche 11—12. Tendenz: ruhig.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. Aug.:
Getreide: Weizen, Sept. 134½ Dez. 143½, März 149½, Mai
153½; Mais, Sept. 103, Dez. 100½, März 104½; Hafer, Sept.
Schmalz: Sept. 11,85, Okt. 12, Dez. 12,17½, Jan. 12,42½.
Fleiſch: Rippen, Sept. 12,75, Okt. 12,80; Speck loco 12,75;
Schweinezufuhr Chicago 6000, im Weſten 28 000.
Chicago Baumwolle: Okt. 19,25, Dez. 19,54.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 31. Aug.:
Getreide: Weizen, Rotwinter 141½, Hartwinter 139; Mais
ſehr niedrigen Preis —, Böhms Allerfrüheſte Gelbe 3—3.10 RM., Erſt= 115½: Mehl 6,10—6,50; Getr. Fracht b. England 1,6—2,3, nach
dem Kontinent 7—8.
kengerſte wird zu 22,75—23,50, pfälziſche und rheinheſſiſche Ware 9 TSbe,
23,25— 23,50 RM. franko Mannheim offeriert. Futtergerſte lag eb
falls ſchwächer und die heutige Notiz ſtellte ſich auf 18—19 RM. 7
Mais beſtand gleichfalls nur wenig Intereſſe, obwohl die Preiſee
weitere Einbuße erlitten. Heutige Notiz 20,75 RM. einſchließlich
Säck=
waggonfrei Mannheim.
Futtermittel lagen die ganze Woche hindurch ruhig.
Landwirte ſind mit dem Einkauf zurückhaltend, und da die Preiſe Feykumtie
Getreide recht niedrig ſind, ſo ziehen ſie es vor, ihrem Vieh Schrot
treide zur Fütterung zu verabreichen, anſtatt die verhältnismäßig teuer:00 Hohn
Futtermittel zu kaufen. Feine Weizenkleie 10,50, grobe 11,25, Malzkei=
16.25—17,50, Biertreber 17,25—18,25 und Sohaſchrot 20,25 RM.
Mehl hatte weiter ſchleppenden Verkehr. Die Mühlen haben ihrr ohinenfal
Großmühlenpreis bis auf 38,75 für ſüddeutſches Weizenmehl, Spez
Null herabgeſetzt, die zweithändigen Angebote liegen aber noch um 0.— h9k
NM. darunter. Südd. Noggenmehl 28,50—32,50 RM. waggoufai ſtet Md
Mühle.
Hopfen. In allen Anbaugebieten iſt man jetzt mit der Pfli.
beſchäftigt. Qualitativ als auch quantitativ iſt das Ergebnis befr.ſt
digend. Die Preiſe ſind aber ſehr gedrückt, ebenſo die Geſchäftstärigkei
In Baden zahlte man ab Erzeugerſtellen 50—70. RM. per Zentner.
Tettnanger Gebiet ſchwanken die Preiſe zwiſchen 70—90 RM. Halle/
ſhiſten!
tauer ſind zu 110—120 RM. je Ztr. käuflich.
Tabak lag weiter ruhig. Im Schneidegutgebiet hat man n
der Ernte von Haupttabaken bereits begonnen. Die Sandblattern
iſt durchweg zufriedenſtellend ausgefallen.
a.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
v. Heſſiſche Landeshypothekenbank Darmſtadt. Nach de
1N.
Stand am 30. Juni 1929 ergibt: 1. Die Teilungsmaffſ“
für die Pfandbriefe (nach Abgang der bei der erſte
10prozentigen Teilausſchüttung für die Liquidationspfandbrieſte R.
entnommenen Deckungshypotheken und nach Abzug des Verwa”, mar g.
tungskoſtenbeitrags) an Aktiven: 10 349 714,50 M., an Paſſiven
ma2
Geſamtgoldmarkbetrag der teilnahmeberechtigten Pfandbrie
103 707 700 Mark, demnach ergibt ſich eine reſtliche Maxima
Arhe
quote von 9,979 Prozent, der aber aus den ſchon in frühere
Vekanntmachungen wiederholt dargelegten Gründen ein gewiſſ= Erw
Unſicherheitsfaktor innewohnt.
Riteilung
2. Die Teilungsmaſſe für die Kommunae.
obligationen (nach Abzug des Verwaltungskoſtenbeitrags
an Aktiven: 8 461 857,83 Mark, an Paſſiven: 55 154 821. Mar ſenheit
gun
Die Maximalquote hat ſomit eine Höhe von 15,342 Prozen.
erreicht; eine weitere Aufbeſſerung iſt abhängig von dem Aus hae Wirt
und
gang noch ſchwebender Verfahren.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 28. Auguft 1929. Die au Me9 3u
den Stichtag des 28. Auguſt berechnete Großhandelsindexziffer de ſegen äl
Statiſtiſchen Reichsamts iſt mit 137,9 gegenüber der Vorwoche (1380 eiellung
nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer fü
Agrarſtoffe um 0,3 v. H. auf 132,0 (132,4) nachgegeben. Die Indes
ziffer für Kolonialwaren hat um 0,4 v. H. auf 130,2 (129,7) angezogem M Jnanſt
Die Inderziffern für induſtrielle Rohſtoff und Halbwaren ſowie fü heinen
induſtrielle Fertigwaren ſtellten ſich unverändert auf 131,4 und 150,5 ine pſich
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten imr Anguſt 1922
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Wol zamruf: O
nung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”) be
läuft ſich nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für
Durchſchnitt des Monats Auguſt auf 154,0 gegenüber 154,4 im
Vor=
monat. Sie iſt ſonach um 93 v. H. zurückgegangen. Dieſer Rückgang F Lextil
im weſentlichen auf das ſaiſonmäßig bedingte Nachgeben der Preiſe fü.
F eigene
Kartoffeln und Gemüſe zurückzuführen. Die Inderziffern für die eind
zelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Ernährung 155,0, fü-
Wohnung 126,2, für Heizung und Beleuchtung 149,7, für Bekleidunx)/Achen
171,9, für den ſonſtigen Bedarf einſchließlich Verkehr 192,0.
Eus
geſe
Eoffen, 2
Hermann Metzger A. G. (Strumpfhaus), Frankfurt a. M. Die
Ge=
ſellſchaft ſchließt 1928 nach 190 000 (150 000) RM. Abſchreibungen mit
einem Reingewinn von 95 380 (117 000) RM., der einſchließlich des letz) Men,
Lichwäſt
ten Vortrags neu vorgetragen wird. Eine Dividende (im Vorj, 8 Proz.
fällt aus. Das Ausdehnungsprogramm ſei weiter abgewickelt worden— Reichten
in Verlin und Frankfurt kam der Ausbau zum Abſchluß. Der Umſatz
ſei weſentlich geſtiegen. Die Bilanz verzeichnet bei unverändert 1 Mill—9 Men (
Reichsmark A.K. und 0,15 Mill. Reichsmark Reſerve Kreditoren mit 459 yne
(2,84), andererſeits gleichfalls erhöhte Debitoren von 2,01 (1,34) Mill.—
RM. Es erſcheinen noch Vorräte mit 2,49 (1,38) und nur unweſentliche „IEmei
erhöhte Immobilien und Mobilien. Die erſte Hälfte des neuen
Jahres=
litt unter dem langen Winter. Zurzeit ſei das Geſchäft befriedigend. LNt0l:
Klöcknerwerke A. G. vor einer Dividendenerhöhung. Die
Aufſichts=
ratsſitzung findet in der erſten Septemberhälfte ſtatt. Es ſei mit
min=
deſtens der vorigen Dividende von 6 Prozent zu rechnen, doch könne
möglicherweiſe auch der Dividendenſatz für 1926/27 von 7 Prozent wie
der erreicht werden.
Zahlungsſchwierigkeiten verſchiedener Firmen in Frankfurt a. M.
Produkkenberichke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a d. B. am Samstag, den
z1. Auguſt, waren 350 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 262 Stück,
und zwar Milchſchweine das Stück von 26—35 Mark, Läufer das Stück
von 40—8 Mark.
— Mainzer Produktenbörſe vom Freitag, 30. Auguſt. Großhandels
einſtandspreiſe per 100 Kilo loko Mainz: Weizen 25—B,50, Roggen
mehl Spezial Null, Mühlenforderungen 39,15, zweithändig 38,65,
Rog=
genmehl Null 1 2,50—29,50 Weizenkleie fein 11, desgl. grob 11,75,
Roggenkleie 12,50—13,50, Weizenfuttermehl 13,00, Platamais 20,85,
Cing.=Mais, Malzkeime und Biertreber nicht notiert, Erdnußkuchen 22
bis 22,50, Kokoskuchen 20,25—26, Palmkuchen 19.50—20,75. Napskuchen
12,25—20,25, Kleeheu loſe 11,75—12, Kleeheu gebündelt 12,50—13,
Wie=
ſenheu 11, Maſchinenſtroh 4—4,50, Drahtpreßſtroh 5—5,50, Weiße
Boh=
nen 40,50. Tendenz: Still.
Bei der inſolvent gewordenen Automobilhandelsfirma C. W. Kref
werden die Paſſiven mit 135 000 RM. beziffert. Die Aktiven ſtehen
noch nicht feſt, ſeien aber nur minimal. — Bei der Kaffee Faßbender
G.m.b. H., Frankfurt a. M., wurde das gerichtliche Vergleichsverfahren
eröffnet. Gläubigerverſammlung am 17. September. — Bei der J. S
Fries Sohn in Frankfurt a. M. iſt der Vergleichsvorſchlag vom Gericht
beſtätigt worden. Gläubiger unter 100 RM. werden ſofort, ſolche bis
500 RM. am 16. September und 15 Dezember befriedigt. Für die
Großgläubiger beträgt die Quote 40 Prozent. Das Werk in der
Schul=
ſtraße wird zum 1. September ſtillgelegt und die Anlagen vermietet.
Die Fabrikation erfolgt bekanntlich künftig nur in dem Werk am Dſt
hafen. — Ueber die beiden Frankfurter Kino=Unternehmungen „Ale
RWfe
mannia=Lichtſpiele” und „Kapitol=Lichtſpiele”. Inhaber Guſtav Ad
Elsner, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Gläubigerverſammlung
am 13. September. Es iſt nur eine geringe Quote zu erwarten.
Der rumäniſche Lokomotivauftrag. Ueber den am Sonntag in
Bukareſt unterzeichneten Vertrag deutſcher Intereſſenten mit den
rumd=
niſchen Staatseiſenbahnen zur Lieferung von 100 Lokomotiven war bis
her an zuſtändiger deutſcher Stelle eine Beſtätigung nicht zu
bekom=
men. Nunmehr wird von der Deutſchen Lokomotivintereſſengemeinſchaft
mitgeteilt, daß bei den Verhandlungen, die jetzt zum Abſchluß gekome
men ſind, zwei deutſche Intereſſentengruppen zu unterſcheiden waren,
und zwar die bisher genannte Gruppe A.E.G.=Henſchel u. Sf/f
einerſeits, und andererſeits die Lokomotiv=J. G., für die Otto Wolf
die Verhandlungen führte. Der Abſchluß des Lieferungsvertrages
nunmehr mit dem letztgenannten Konſortium erfolgt. Die Verteilung
des Auftrags, der bekanntlich die Ablieferung von 100 Lokomotiben bie
zum Frühjahrsbeginn 1930 vorſieht, verteilt ſich mengenmäßig der Reigs”
nach wie folgt: Henſchel u. Sohn A.G., Kaſſel; Fried. Krupp A.8=
Gſſen; „Maſchinenfabrik vorm. Schwartzkopff, Berlin; A. Borſig Gm=
.H., Berlin; A.E.G. Linke=Hofmann=Buſch=Werke und ev. mit iner
ſeineren Quote die Schichau=Werke in Elbing. Die Finanzierung der
Arbeiten arfolgt nicht zentral von der Konſortialleitung, ſondern wird
von jedem Lieferanten für ſeinen Anteil geſondert beſorgt.
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[ ← ][ ][ → ]ſt mmer 242
Sonntag, den 1. September 1929
Seite 15
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Nummer 242
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Teummer 242
Conntag, den 1. September 1929
Seite 17
Die erſte Welkumſeglung vor 400 Jahren.
Das Funkfeſt im Kaiſerhof.
zerlin. Der Verband der Funkinduſtrie
nuftaltete aus Anlaß der Eröffnung der 6.
ahrßen Deutſchen Funkausſtellung in den
Räu=
umdes Hotels „Kaiſerhof” ſeinen traditionellen
mabend, an dem etwa 500 Perſonen
teil=
unen, darunter zahlreiche Vertreter der
ſchs=, Staats= und Kommunalbehörden, der
Ruſtrie, des Handels ſowie der Tages= und
vrreſſe. Nach einer Begrüßungsanſprache
Präſidenten des Verbandes, Arno
Meyzi=
fchwitz, ergriff Reichsminiſter Severing das
At. Er betonte unter Hinweis auf die Haager
ſehandlungen, die nun endlich zum Abſchluß
ſimmen ſeien, daß bei aller Vorbelaſtung der
ſuſchen Wirtſchaft das deutſche Volk nunmehr
he Souveränität wiedererlangt habe.
Frei=
müſſen wir mit allen uns zu Gebote ſtehen=
Kräften und mit aller Intelligenz vorwärts
wen, damit wir wieder mit anderen Völkern
ſurrieren können. Das Blaue Band, ſo
er=
ſie er, der Zeppelin=Weltflug und Ihre
Aus=
ſſung ſind drei ſchlagende Beweiſe dafür, daß
ywieder unſeren Platz unter den Völkern der
ſte einnehmen werden, der uns zukommt.
zm Schluß ſeiner Rede wandte ſich der
Mini=
im Zuſammenhang mit den
Rundfunkpro=
ſenen gegen die Behauptung, er ſei ein
Dik=
hr. Er denke gar nicht daran, aber er ſei der
Nnung, daß der Rundfunk hohe
Kulturauf=
gſchen zu erfüllen habe. Dazu gehörten auch
19tiſche Unterhaltungen, und dabei werde
Ueſerlei Pazteilichkeit walten, ſondern jede
poli=
tſſte Auffaſſung ſolle zu ihrem Recht kommen.
Derbürgermeiſter Böß betonte das rege
In=
euſſe der Stadt für die deutſche
Rundfunk=
ünüſtrie, die ihren Hauptſitz in Berlin habe.
29 Radio Corperation of America in
Shenek=
tih bei New York begrüßte durch
Fernüber=
truung die Feſtteilnehmer. Die Uebertragung
gelng vorzüglich und machte einen
ausgezeich=
ſn Eindruck. — Staatsſekretär a. D. Dr.
grdow gedachte beſonders des Grafen Areo
all des prominenteſten Vertreters der
Funk=
tethnik neben Marconi und ſchilderte ihn in
gumen Worten als Erfinder und Menſch. Ge=
Hentat Kaſtl überbrachte die Grüße und
Abſaſche der deutſchen Induſtrie. Dr. Schapira
al Vertreter des Zentralverbandes der
elektro=
tichiſchen Induſtrie trank auf die Einigkeit in
Hie deutſchen Induſtrie. Williams Stone vom
gſeband amerikaniſcher Radiofabriken
über=
lnchte die Grüße ſeines Verbandes.
lommerzienrat Lindemann feſtgenommen.
Zerlin. Der aus der Brandenburgiſchen
9ichaffäre und durch Spritſchiebungen bereits
leunnte Kommerzienrat Karl Lindemann iſt
au Grund eines Haftbefehles der Staatsan=
4utſchaft am Freitag hier von der Dienſtſtelle
II,6 der Kriminalpolizei feſtgenommen und
na Moabit gebracht worden. Lindemann war
ien Kurstreiberei der Lindcar=Aktien zu einer
eſtrafe von 10 000 Mark verurteilt worden.
Oirhatte davon 3000 Mark abgezahlt; die reſt=
Uan 7000 Mark gingen jedoch nicht ein. Es
ubelt ſich alſo um die Verbüßung einer
Er=
ſtreiheitsſtrafe für die nicht gezahlte Geld=
Ve
Doppelſelbſtmord wegen finanzieller
Schwierigkeiten.
MMannheim. Am Freitag nachmittag hat
in dem Mannheimer Vorort Feudenheim
uupenſionierter Polizeiwachtmeiſter mit ſeiner
dihfrau auf der Landſtraße nach Ladenburg
ungt. Die Tat iſt in der Hauptſache auf
ſunzielle Schwierigkeiten zurückzuführen.
Schwere Gewitter über Schleſien.
öreslau. In der Nacht von Donnerstag
Freitag gingen über Schleſien ſchwere
Ge=
hier nieder. In Arnsdorf im Rieſengebirge
tolde am Donnerstag abend ein 8jähriges
Aöchen vom Blitz erſchlagen. Zahlreiche Blitz=
Rüge trafen die Anlagen des Provinzial=
Alktrizitätswerkes, ſo daß eine Anzahl von
Aichaften zeitweiſe ohne Licht waren. Auch
im Reichenbacher Gebiet richteten ſchwere
Ge=
iidſter großen Schaden an. Der Blitz ſchlug in
uScheune des Gutsbeſitzers ein, wodurch 400
iſitner Weizen und landwirtſchaftliche
Ma=
ſſitzten ein Raub der Flammen wurden. In
A9zenroda ſchlug der Blitz in das Wohnhaus
Uü den Stall des Gemeindevorſtehers. Der
SA brannte vollſtändig nieder, während das
20onhaus erheblich beſchädigt wurde. In
2bkersdorf (Kreis Löwenberg) ſchlug der
29 in das Wohnhaus und das Stallgebäude
Be Gutsbeſitzers Knobloch ein, die ſofort in
Nnmen ſtanden. Nur mit Mühe konnte das
29y gerettet werden.
Schweres Unwetier in Tirol.
Innsbruck. In der Gegend von Fieber=
Byin, gl ig ein ſchweres Unwetter nieder, das
aſte Schäden anrichtete. Durch die Ueber=
Aummungen wurden mehrere Häuſer ſtark
eädiat und die Hauptbrücke des Ortes vom
4uwaſſer fortgeriſſen. Zwiſchen Huben und
älden wurde die Straße durch drei große
(Kru tſche verſchüttet, ſo daß der Verkehr lahm
Ayt iſt. Die Arlbergſtraße wurde an einer
(äle in einer Länge von 15 Metern meter=
0 verſchüttet. Ein großes franzöſiſches Auto
4Mrk in den Schuttmaſſen und mußte
müh=
ausgeſchaufelt werden.
lie Rieſenüberſchwemmungen in Indien.
ſomdon. Aus Karachi werden das weitere
Me gen der Flüſſe ſowie weitere Zerſtörun=
Avon Dörfern und Straßen gemeldet. Man
Emnet mit der Vernichtung von etwa 100
Afexn. Im oberen Sindgebiet mehren ſich
MC holerafälle. Soweit möglich, werden an
lume verſtärkt bzw. erhöht. Man befürchtet,
ie jetzige Ueberſchwemmung den Umfang
Sochwaſſerunglücks vom Jahre 1840 weit lebensgefährlich verletzt, die drei anderen kamen
deci Schatten ſtellen wird.
Ein hiſtoriſcher Rückblick: Allegoriſche Zeichnung zur erſten Weltumſeglung Magalhaes”
aus dem Jahre 1522.
Die erfolgreiche Beendigung der Weltrundfahrt des „Graf Zeppelin” ruft die Erinnerung an die den, warfen ſich die meiſten paar= oder
gruppen=
erſte Erdumſeglung durch den Spanier Magalhaes wach. Drei Jahre brauchten die erſten Weltfahrer, weiſe ins Waſſer. Diejenigen, die davor zurück=
400 Jahre ſpäter waren nur noch 21 Tage dazu nötig.
28 Gehöfte in einer Nachk niedergebrannk.
Die Ruinen des Dorfes Wormsfelde bei Landsberg a. d. Warthe,
Ein Feuer, das bei Wormsfelde bei Landsberg a. d. Warthe zum Ausbruch kam, griff mit ſo raſen= langt und hatten ſich von dort aus unbemerkt
der Schnelligkeit um ſich, daß binnen weniger Stunden 28 Gehöfte ein Raub der Flammen wurden.
Die Bewohner haben ihr Hab und Gut größtenteils verloren und ſtehen vor dem Nichts.
Originglaufnahme vom Kampf um die oftfibiriſchen Bahnen
Flüchtlinge auf dem Bahnhof von Mandſchuli.
Die Lage in Oſtſibirien iſt noch immer ungelöſt. Die Bewohner der Kriegsgebiete wurden ins
Hinterland transportiert, während die Armeen ſich ſchwer bewaffnet gegenüberſtehen. Unſer Bild,
die erſte Originalaufnahme vom ruſſiſch=chineſiſchen Kriegsſchauplatz, zeigt den Abtransport von
Flüchtlingen auf dem Bahnhof Mandſchuli.
Abſturz eines Perſonenautos.
Wien. Wie aus Gloggnitz gemeldet wird,
fuhr ein mit ſechs Perſonen beſetztes Automobil
auf der Straße Aſpang—St. Corona in den
gefährlichſten Stellen des Fluſſes die Ober= Straßengraben und ſtürzte eine 15 Meter hohe
Böſchung hinab, wobei die ſechs Inſaſſen unter
das Auto gerieten. Drei Perſonen wurden
mit leichteren Verletzungen davon.
Abermals Gasbeläſtigung in Breslau.
Breslau. In der Nacht zum Samstag
wurden in den Stadtvierteln Leerbeutel,
Zim=
pel und Grüneeiche wieder widerliche
Gas=
ſchwaden wahrgenommen, die in die
Woh=
nungen eindrangen. Die Gaſe kamen wieder
aus dem Superphosphatwerk in Cawallen. Die
Polizei wurde mehrfach in Anſpruch
ge=
uommen.
Die Kakaſtrophe des
7*
„Dult Jual".
New York. Die Morgenblätter bringen
zahlreiche Schilderungen von Augenzeugen der
Kataſtrophe des Dampfers „San Juan”, die
als das ſchlimmſte Schiffsunglück bezeichnet
wird, das die Pazifikküſte jemals erlebt hat,
insbeſondere, weil das Schiff mit ſo
fürchter=
licher Schnelligkeit geſunken iſt, daß kaum drei
Minuten ſeit dem Augenblick des
Zuſammen=
ſtoßes verfloſſen waren, ehe das Meer ſich über
dem Wrack ſchloß. Es iſt nur wenig Hoffnung
vorhanden, daß die vorläufige Verluſtliſte, die
mit 70 Todesopfer rechnet, noch
zuſammen=
ſchrumpft. Nach dem Zuſammenſtoß ſpielten
ſich die entſetzlichſten Schreckensſzenen ab. Die
Angſtſchreie von Frauen und Kindern erfüllten
die Luft. Eine Mutter, die ihr Kind zu retten
verſuchte, ſchleuderte es an Bord des
Tank=
dampfers, der noch in unmittelbarer Nähe des
„San Juan” lag; ſie konnte aber ſelbſt den
ret=
tenden Sprung nicht mehr tun, da im ſelben
Augenblick die Schiffe auseinandertrieben. Die
Paſſagiere waren ſich unmittelbar nach dem
Zuſammenſtoß darüber klar, daß das Schiff im
nächſten Augenblick ſinken würde. Die elektriſche
Lichtanlage hatte ſofort verſagt, was es vielen
unmöglich machte, die Schwimmgürtel
anzu=
legen. Viele der Paſſagiere, die gerettet worden
ſind, mußten ſich retten, wie ſie aus dem Bett
geſprungen waren. Da faſt allen bewußt war,
daß ſie ſich in Gefahr befanden, durch die
Saug=
wirkung der beim Untergang des Schiffes
ent=
ſtehenden Wirbel in die Tiefe geriſſen zu
wer=
ſchreckten, ſind ſämtlich mit dem Wrack
ver=
ſunken.
San Franzisko. Der deutſche Dampfer
„Witram” meldete bei der Einfahrt ins
Gol=
dene Tor, daß er eine aus dem Schiffbruch des
„San Juan” gerettete Frau an Bord habe.
Die Reeder des „San Juan”, die Los
Ange=
les=San Francisco Navigation Company, hat
bereits wenige Stunden nach dem Unglück gegen
die Reeder des Tankdampfers „Dodd”, die
Stan=
dard Oil Company, eine Schadenerſatzklage im
Betrage von 1800 000 Dollars eingereicht. Die
Navigation Company behauptet, der
Zuſam=
menſtoß ſei durch den Tankdampfer verſchuldet,
der im Nebel ohne ausreichende Wache mit
höch=
ſter Geſchwindigkeit gefahren ſei.
73 Todesopfer beim Untergang des
amerika=
niſchen Küſtendampfers.
San Franzisko. Auf Grund der
Revi=
ſion der Paſſagierliſte des geſunkenen
Küſten=
dampfers „San Juan” werden jetzt 73
Per=
ſonen vermißt. Man befürchtet, daß alle
umge=
kommen ſind.
Ein Dorf durch Feuersbrunſt vernichtet.
Berlin. Nach einer Meldung Berliner
Blätter aus Budapeſt iſt das ſiebenbürgiſche
Dorf Cſik Szent Taras durch eine
Feuers=
brunſt völlig zerſtört worden. 400 Häuſer nebſt
Wirtſchaftsgebäuden und der geſamten Ernte
ſind vernichtet. Zahlreiche Perſonen erlitten
bei den Löſcharbeiten Verletzungen.
Kaſſeneinbruch im Dresdner Hauptbahnhof.
Dresden. In der Hauptkaſſe des
Dresd=
ner Hauptbahnhofs iſt in der Nacht zum
Sams=
tag ein Einbruch verübt worden. Die Diebe
waren mit Hilfe eines Nachſchlüſſels in ein
neben der Kaſſe liegendes Geſchäftszimmer
ge=
durch eine etwa 20 Zentimeter ſtarke Ziegelwand
hindurchgearbeitet. Einer der Geldſchränke
wurde aufgeknappert; die Diebe erlangten etwa
400 Mark. Da noch vier weitere Geldſchränke
angebohrt wurden, wird angenommen, daß die
Einbrecher bei ihrer weiteren Arbeit geſtört
wurden. Die Täter ſind unter Zurücklaſſung
von Werkzeugen unbemerkt entkommen.
Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Motorrad.
Plochingen. In Reichenbach a. d. Fils
ſtieß in der Nacht zum Samstag ein
Stutt=
garter Automobil mit einem Motorrad
zu=
ſammen. Der Motorradfahrer wurde ſofort
ge=
tötet, ſein Begleiter lebensgefährlich verletzt.
Das Automobil überſch ug ſich. Die beiden
In=
ſaſſen, zwei Damen, wurden
herausgeſchleu=
dert. Die eine davon mußte in ein Stuttgarter
Krankenhaus gebracht wußen.
Hauseinſturz in Algier.
Paris. In der Nacht von Donnerstag auf
Freitag um 12 Uhr hat ſich in Algier, ein
ſchweres Unglück ereignet. Ein vierſtöckiges
Gebäude ſtürzte überraſchend ein und begrub
unter den Trümmern etwa 80 Perſonen. Der
Lärm des Einſturzes war ungeheuer und
ſchreckte die gauze Einwohnerſchaft auf. Die
herbeigeeilten Feuerwehren und Truppen
mach=
ten ſich an die Bergungsarbeiten, wurden aber
durch die Neugierigen ſehr behindert. Zuerſt
gelang es, eine Familie, die im vierten Stock
gewohnt hatte, unverletzt zu retten. Dann
wur=
den zehn Perſonen tot und acht ſchwer verletzt
geborgen. Man befürchtet, daß ſich unter den
Trümmern etwa 60 Leichen befinden. Das
Ge=
bäude hatte ſich bereits ſeit Wochen langſam
geſenkt, ohne daß man dieſem Umſtand viel
Beachtung beigemeſſen hätte. — Eine
Havas=
meldung beſagt, daß bis 2,30 Uhr früh fünf
weitere Perſonen gerettet werden konnten.
Paris. Havas meldet aus Algier, daß
aus den Trümmern des eingeſtürzten Hauſes
bis jetzt neunzehn Leichen geborgen wurden.
Noch immer beſtehe die Vermutung, daß die
Zahl der Opfer 60 bis 80 betrage. Dies könne
aber erſt feſtgeſtellt werden, wenn die
Auf=
räumungsarbeiten, die mehrere Tage in
An=
ſpruch nehmen würden, beendet ſein würden.
Paris. Die letzten Ausgaben der
Abend=
preſſe berichten von 70 Toten, die bei dem
ge=
meldeten Hauseinſturz in Algier zu verzeichnen
ſein ſollen. Bisher hat man, wie der
Kor=
reſpondent des „Intranſigeant” meldet, zehn
Tote und 28 Schwerverletzte geborgen.
Seite 18
Moter uin Sinbn.
Roman von Bruno Winkler.
Copyright: Greiner u. Co., Berlin, Luiſenſtr. 19.
Nachdruck verboten
42)
„Durchaus nicht. Ich bin ja nicht auf den Mund, ſondern
aufs Bein gefallen”, ſcherzte der Kranke. „Der Beſuch bei
Mackay gehört zum Eindrucksvollſten, was ich drüben erlebt
habe.‟ Er berichtete von Detroit, Philadelphia, New York, den
Werken, die er geſehen hatte, von der Ueberfahrt. Der Name
Colomba fiel. Er war Teves unbekannt.
„Ein Ingenieur? War etwas Beſonderes mit dem Mann?"
Etwas ſehr Beſonderes, wollte mir ſcheinen. Er kennt die
Mandoni. Da iſt allerdings noch nichts dabei. Aber er ſcheint
ſie ſehr gut zu kennen, ſprach von ihrer Befreiung aus dem
Unterſnchungsgefängnis, von einem Apparat, der jeden Stoff
zerſtört . . ."
„Was Sie ſagen! Das iſt die Spur!”
„.. und im Zuſammenhang damit — im Zuſammenhang
mit dem Apparat, nicht der Mandoni — von Edwin Stamer.
Er hatte zu viel getrunken, der Herr Colomba. Sie ſind doch
damals zu dem Schluß gekommen, daß an dem Wagen, mit
dem Edwin verunglückte, Subſtanzveränderungen hervorgerufeni
worden ſind?”
„Ja!” Teves fuhr ſich mit der Hand über das Kinn. „Meine
Vermutung! Der Einbrucch in die Bank und die Zerſtörung des
Wagens! Hier ſind die gleichen Kräfte wirkſam geweſen.”
„Ich hatte den Gedanken, die Polizei auf Colomba
auf=
merkſam zu machen.”
„Das muß man tun. Ich werde es beſorgen, Herr
Lichten=
berg. Ihre Beobachtungen ſind äußerſt wertvoll; die Berliner
Kriminaliſten wollten von meiner Auffaſſung nichts wiſſen.
„Ich halte ſie für richtig.”
„Auch Stamer ſtimmte ihr bei. Doritt nannte mich einen
geborenen Detektiv.”
Doritt! Aller Ausdruck ſchwand aus Gerhards Geſicht.
Seine Züge wurden ſteinern. Doritt! Wie vertraulich das
klang! Wie ſelbſtverſtändlich Teves den Namen ausſprach! Er
ſagte nicht: Fräulein Stamer. Er ſagte: Doritt.
Lichtenbergs Blick taſtete nach der linken Hand des
Inge=
nieurs. Er trug keinen Ring! Aber was beſagt das? Die
Sache wurde eben noch geheim gehalten.
„Was iſt Ihnen?” fragte Teves, der Gerhards
Verände=
rung bemerkte. „Soll ich die Schweſter rufen? Es war zu
viel für Sie.
Er erhob ſich und wollte zur Tür. Doch Gerhard hielt ihn
zurück. „Nicht die Schweſter. Es geht vorüber, Laſſen Sie mich
jetzt allein."
Sonntag, den 1. Eeptember 1929
Nummer 242
Teves ergriff ſeine Hand. „Halten Sie ſich gut! Und machen
Sie, daß wir Sie bald wieder in Berlin haben. Ich werde
Grüße von Ihnen ſagen.”
„Wem?
„Das fragen Sie! — Doritt! Oder ſoll ich nicht?”
Gerhard ſchloß die Augen.
Er ſcheint noch ſehr angegriffen zu ſein, dachte Teves, und
verließ leiſe das Zimmer.
Edwin machte in dieſen Tagen eine Art innerer Reinigung
durch. Das Krankenlager, der Verluſt der Hand waren ohne
beſonderen Einfluß auf ſein Seelenleben geblieben. Die Schmach
der Verhaftung aber, der Skandal des Strafprozeſſes und der
große Erfolg ſeines Halbbruders Otto Teves riefen eine
tief=
gehende Wandlung in ihm hervor.
Weiße Aähne: Ghlerodont
Er beſann ſich auf ſich ſelbſt. Wohin hatte ihn das Leben
geführt, ſein Leben, das er ſo ſelbſtherrlich hatte geſtalten
wollen, und das nun zerträmmert vor ihm lag? Solange ihn
die Woge des Ruhms getragen, war er ſich nicht bewußt
ge=
worden, daß er über einen Abgrund dahintaumelte. Jetzt war er
in die Tiefe geſtürzt.
Man fing an. über ihn zu lächeln, ihn nicht mehr ernſt
zu nehmen: Edwin, der Sohn ſeines Vaters, der Lebemann,
der Geliebte der Jenny Mandoni: Seiner Leiſtungen gedachte
man kaum noch. Sie waren von anderen überholt worden,
ver=
geſſen, wie die Geſtalten auf den Brettern, die die Welt
be=
deuten, vergeſſen werden. Den Sporthelden flocht man, wenn
ſie abgetreten waren, wie den Mimen keine Kränze mehr.
Kinderwagen aller Art, nur im Spezialgeschäft
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Edwin war kein Stamer, wenn er das ertrug. Mochte auch
das Erbteil ſeiner mütterlichen Vorfahren mächtiger in ihm
ſein als das Stamerſche Blut, er war doch ein Sproß dieſes
ſtarken Geſchlechts. Das erſte, was er empfand, war
Erniedri=
gung ſeiner ſelbſt, das zweite — Neid auf den fremden Bruder,
das dritte — äh aufwallender Ehrgeiz.
Nicht leben oder einer der Erſten ſein! Wo aber konnte er
nur emporſteigen? Im Werk ſeines Vaters! Eines Tages
er=
lebte Heinrich Stamer das Wunder, ihn wieder an ſeinem
Arbeitstiſch zu finden.
Stamers Unternehmungen gingen ins Rieſige. Der
Hydrogenwagen hatte ſich in einer Weiſe bewährt, daß man
mit der Herſtellung im Großen beginnen konnte. Eines der
Werke wurde ganz auf dieſe Produktion umgeſtellt. Der Bau
einer neuen Fabrik wurde beſchloſſen.
Mit Motor und Wagen allein war die Sache nicht getan.
Stamer mußte auch auf die Maſſenerzeugung des
Betriebs=
ſtoffes, des Hydrogens, bedacht ſein, einmal des Abſatzes der
Fahrzeuge wegen, dann aber, um ſich von vornherein einen
Vorſprung vor der Konkurrenz zu ſichern.
Die im Bau befindlichen Anlagen gingen ihrer Vollendung
entgegen, die Errichtung anderer wurde ins Auge gefaßt. In
jenen wurde der Waſſerſtoff auf chemiſchem Wege erzeugt, in
dieſen ſollte er durch Elektrolyſe — durch elektriſche Spaltung
des Waſſers in ſeine beiden Elemente Waſſerſtoff und
Sauer=
ſtoff — gewonnen werden.
Die Ingenieure ſtellten Entwürfe auf. Teves und andere
reiſten im Lande umher. Stamer beabſichtigte zunächſt, Kraft= zur Erzeugung des elektriſchen Stromes zu errichten.
Er kaufte ganze Täler im Schwarzwald und in den Alpen
und=
erwarb ausgedehnte Geländeſtreiten an der Nordſeeküſte. Im.
Gebirge ſollte durch die Stauung der Bäche, am Meer durch die
Ausnützung von Ebbe und Flut Waſſerkraft in elektriſche
Energie verwandelt werden
Erwin war begeiſtert, als ihn Stamer in ſeine Pläne
ein=
weihte. „Großartig, Papa! Ein überwältigender Kreislauf!
Das Waſſer gibt die Kraft, und die Kraft ſpaltet das Waſſer,
und ein Element des Waſſers treibt unſere Wagen und
ver=
brennt dabei wieder zu Waſſer.”
„Ja”, ſagte Stamer, „das Waſſer iſt das Perpe luum moblle
auf der Erde.
Edwin ſenkte den Kopf. Er ſchämte ſich auf einmal. Mit
blinden Augen war er umhergetappt, während Teves und ſein
Vater Werte ſchafften, die für die Ewigkeit waren. Dabei trug
er ſelbſt den Namen Stamer. Das verpflichtete.
Stamer wunderte ſich über ſeinen Sohn. Er war ſo ſtill
und ſchweigſam geworden.
„Fehlt dir etwas; Edwin?” Teilnehmend beugte er ſich
zu ihm.
Da hob der Junge blitzſchnell den Kopf:
„Fehlen? Ja, Vater, mir fehlt etwas. Mir ſehlt die Arbeit,
die wahre, ernſte Arbeit. Ich will nicht nebenher laufen, wenn
du und Teves ſchaffſt. Ich will auch meinen Teil am Erfolg
haben! Gib mir Arbeit, Vater, ſtell mich in deinem Werk an
ich weiß, ich muß ganz von vorn anfangen, du haſt nicht viel
Vertrauen zu mir, aber verſuch es doch. Willſt du?‟
Edwin ſtreckte ihm die Hand hin.
Der alte Stamer hatte ganz ſtill geſeſſen. Jetzt hob er den
Kopf und Edwin ſah, daß ſeine Augen feucht waren. Feſt
er=
griff er die Hand ſeines Sohnes und ſagte:
„Ich habe es gewußt, du biſt doch ein echter Stamer, ich
glaube an dich!”
So trat Edwin Stamer als Volontär in die
Stamer=
wwerke ein.
(Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ][ → ]1. September 1929
Nummer 35
Rettet den deutſchen Wald!
Der Sieg des Waldes über den Forſt.
Von Dr. V. Francé.
Wenn man den Wald nicht mit dem ſchwärmeriſchen
Auge des Naturfreundes, ſondern einmal mit dem kühlen
Blick des praktiſchen Menſchen betrachtet, bietet er einen
ſehr leltſamen, aber nicht weniger intereſſanten Anblick. Er
repräſentiert dann ein wunderbares Vermögen von größter
Solidität und einer nicht zu erſchütternden ſicheren Nente;
die beſte, vornehmſte, abſolut vertrauenswürdige
Kapitals=
anlage, vorausgeſetzt, daß das Geld in ihm richtig angelegt
iſt. Man kann mit einem Wald ebenſogut haſardieren, wie
Vermögenspolitik auf längſte Sicht treiben. Das hängt ganz
davon ab, wie man bewirtſchaftet. Will man ihn ausbeuten,
dann mache man nur einen „Forſt” für Holzhändler aus ihm,
beſtehend aus gleichaltrigen Stangenhölzern, nur Kiefern
oder Sichten, ohne Unterholz und dafür in zu dichte Neihen
gepflanzt. Dann kann man aus ihm auf einen „Schlag” ein
Vermögen ziehen oder auch auf einmal alles verlieren durch
den Windbruch eines Stammes, die Kiefernſchütte, den
Nonnenfraß oder die Forleule, die von Gott nur in ſolche
auf Spekulation eingerichteten Forſten geſandt werden, mit
dem Auftrag: „Hier könnt ihr ungehindert verwüſten. Zu
beſſerem iſt dieſe Unnatur nichts nütze.‟ Will man aber für
Kindeskinder und noch fernere Enkel immer noch eine
ab=
ſolut ſichere Nente bereitſtellen, die an Verläßlichkeit jedes
Staatspapier übertrifft, dann wandelt man einen gekauften
Forſt wieder allmählich in einen Wald um, läßt
Miſch=
beſtände aufforſten aus Buche, Sichte, Canne und Kiefer,
gönnt dem „Dauerwald” mit dem bunten Reichtum ſeiner
ſchönen Natur wieder das Leben, hebt den Arm gegen den
Kahlſchlag und das Stockſprengen und treibt dafür
Wald=
pflege. Dann kann man Jahr für Jahr ganz getroſt das beſte
und wertvollſte Holz gleichmäßig ſeinem Wald entnehmen —
jahrhundertelang, ohne daß ſich das Bild dieſes Waldes
ändert. Es iſt ſogar für den Nichtkenner gar nicht merkbar,
daß ein ſolcher Dauerwald in Bewirtſchaftung ſteht, wohl
ober für den Beſitzer an der ſteigenden Nente, die der
beſſeren Holzqualitäten und der günſtigeren Suwachsquote,
die er von Jahr zu Jahr erntet, zu verdanken hat.
In einem ſolchen gepflegten Wald werden ſich niemals
Eataſtrophen an Baumfraß und Sturmperwüſtungen
ereignen, obwohl auch in ihm das ganze Heer der
Wald=
chädlinge ſitzt, das nun einmal von dem Naturleben unzer=
Eennlich iſt.
Geht man mit einem kenntnisreichen Sorſtmann in ſeinem
Revier ſpazieren, und fragt man ihn nach den
Waldver=
wüſtern, dann ſieht er vor allem nach drei Dingen. Auf
em Laube der Bäume und mit noch viel ernſterer Miene auf
den Wurzeln ſucht er „Fraßſpuren”. Außerdem hebt er,
namentlich im Herbſt, Moosraſen ab und ſieht unter
Baum=
rinden. Obſchon nicht die Inſekten die einzigen
Waldver=
derber ſind, ſpielen ſie in dieſem Konzert doch die erſte Geige.
Auch Vögel, Schnecken, Cauſendfüßler, Milben und Würmer,
ſogar Säugetiere zehren an der Waldrente mit.
Eich=
härnchen, Mäuſe, Haſen und Kaninchen, Neh und Notwild
beſchädigen die Bäume, auch der Häher und der Buchfink
gelten als Schädlinge. Dazu kommen noch Pilze, von denen
manche, wie Hausſchwamm oder Kiefernſchütte, oft genug
verhängnisvoll werden können. Aber regelmäßig ſind doch
Käfer und, ihrer Naupen wegen, die Schmetterlinge, die vom
Forſtmann am meiſten gehaßten Ciere, auch Haut= und
Sweiflügler können in Betracht kommen. Dabei gibt es
neben den ſtets ſchädlichen, auch eine ganze Anzahl von
In=
ſekten, die dem Forſt nicht immer ſchaden, ſondern nur dann,
wenn ſie ſich allzuſtark vermehren, ſo z. B. die Weichkäfer.
Wenn aber auch der Einzelne erträglich erſcheint, ſo gibt es
doch zuſammen, ſo vielerlei Baumſchädlinge, daß jahraus,
jahrein vom Walderträgnis eine Summe als „Forſtſchaden”
abgeſtrichen werden muß, die größer iſt, als die Nente des
Beſitzers. Crotzdem überwindet die geſunde Pflanzennatur
dieſes Heer der Schmarotzer ſpielend. In einem Urwald,
über=
haupt in einem natürlichen Wald, merkt man nie
nennens=
werte Fraßſpuren, und der Schaden überſchreitet niemals ein
erträgliches Maß. Wenn trotzdem die Wirtſchafts= und
Forſtgeſchichte auf vielen Seiten von den verheerendſten
Inſektenſchäden berichtet, ſo hat das ſeine Urſache nicht in
der mangelhaften „Natureinrichtung”, ſondern — ſagen wir
es nur offen heraus: — in der Unvernunft des Menſchen,
der es nicht verſtanden hat, ſeinem Wald naturgemäße
Lebensbedingungen zu ſchaffen.
Der Hauptfehler war immer, und iſt es noch vielenorts,
daß man das erſte Geſetz des Waldes mißachtet. Ein
Natur=
wald iſt niemals ein Kiefern= oder Fichten= oder
Buchen=
wald, ſondern ſtets ein Miſchwald, in dem wohl, je nach
Lage und Boden, die eine oder andere Baumart die
Füh=
rung hält, aber doch ſtets fünf, ſechs, im Wald der
Flußnie=
derungen ſogar Dutzende von Baumarten durcheinander
ge=
würfelt ſind. Dazu kommt, daß der profitlüſterne
Holz=
händler die Bäume zu dicht pflanzen läßt. Sie kommen
da=
durch nicht zur Vollentfaltung, ſondern bleiben immer in
einem halbkränkelnden Suſtand. Die dritte große Sünde war
die mangelnde Bodenpflege, das Fehlen von Naturdünger,
dem zuzuſchreiben iſt, daß heute nach Ausſage der größten
Forſtautoritäten zwei Orittel des deutſchen Waldbodens
„ſauer”, d. h. praktiſch genommen, krank iſt, und
dem=
gegenüber, was er leiſten könnte, nur mehr Kümmerforſten
das Leben gibt.
Dieſe Sünden rächen ſich dann dadurch, daß der eine oder
andere Schädling immer wieder zu ſolch ausgedehnter Ver=
breitung kommt, daß er kataſtrophale Verheerungen
anzu=
richten imſtande iſt. Ebenſo kann nur in ſolchen Kunſtforſten
der Sturm die berüchtigten Windwürfe erzeugen. Im
Natur=
wald räumt der Sturm ja auch das Lebensuntaugliche aus,
aber, das iſt eine Wohltat, denn er ſchafft dadurch den
kern=
geſunden Bäumen Lebensraum. Auch Borkenkäfer, Nonne
und Forleule leben im Naturwald und nagen nach
Herzens=
luſt. Aber, was verwüſten ſie? Wieder nur die minder
taug=
lichen, die ohnedies abſterbenden Vegetationen. Durch deren
Maß iſt auch ihrer Verbreitung bald ein Siel geſetzt,
wäh=
rend im einförmigen Kiefernwald, bei maſſenhaft innerlich
kränkelnden Bäumen die Schädlingsvermehrung ins
Unge=
meſſene gehen kann.
So kommt es dann zu den ganz großen Forſtverwüſtungen,
die von den erſten berüchtigten Borkenkäferſchäden nach dem
Dreißigjährigen Krieg bis zur norddeutſchen
Forleulekata=
ſtrophe der Jahre 1925 bis 1927 ſo viele traurige Seiten der
Wirtſchaftsgeſchichte füllten und der Menſchheit ungezählte
Millionen weggefreſſen haben und immer wieder noch
weg=
freſſen.
Im 17. Jahrhundert begann die einſeitige
Forſtbewirt=
ſchaftung, und genau um 1649 begann auch die erſte große
„Wurmtrocknis” wie man den Borkenkäferſchaden der
Sichte damals nannte. 150 Jahre lang wurden die Wälder
dadurch verheert. In einem einzigen Wald, dem „
Com=
munionharz”, waren 1782 nicht weniger als 259 106 Stämme
vernichtet. Seit zehn Jahren waren dort drei Millionen
Sichtenbäume durch Käferfraß abgeſtorben. Im Böhmerwald
waren 1871/72 an 104 000 Hektar Wald von den Cieren
befallen. 300 000 Jangbäume mußten gefällt, 6500 Hektar
mußten kahl geſchlagen werden, bevor man des Uebels Herr
wurde.
Im Ebersberger Park bei München, der für den größten
deutſchen Wald gilt, war von 1888 bis 1891 die Nonne ſo
ſchädlich, daß 900 000 fm Holz dort abgeſtorben waren.
In den Jahren 1892 bis 1896 wuchs in Mittelfranken
die Kiefernſpannerplage ins Unermeßliche. Im Nürnberger
Reichswald, der ein großer Kieferforſt iſt, mußten binnen
Jahresfriſt 1 120 000 Naummeter Holz geſchlagen werden.
Der gefürchtete Kiefernſpinner verzehrte in den Jahren
1862 bis 1872 in Brandenburg, Pommern, Weſtpreußen,
Poſen und Sachſen die Kiefernwälder in einem Ausmaß, daß
damals 32 Millionen Feſtmeter Holz eingeſchlagen werden
mußten.
Die Verwüſtungen der Kieferneule, die man auch
Forl=
eule nennt, ſind im letzten Jahrzehnt namentlich in den
nord=
deutſchen Staatsforſten nicht weſentlich geringer geweſen.
überall künden zerfreſſene Wälder von den Sünden der
Forſtwirtſchaft in der alten Seit; und ſie ſind es geweſen,
die den Neformen auf dieſem Gebiet Bahn gebrochen
haben, namentlich dem Gedanken naturgemäßer Waldpflege.
SiüHenzrnnnnnnnnnnnnnnnnnrennnsnnnnnnannnnnngnnnannnnnrnnnnnnnnnnnnannnrnnnnnnnnnnannnnnanannanzrgnnnnnnr
5
[ ← ][ ][ → ]D3U
Überall, wo die Siviliſation im ſiegreichen Vordringen
Neuland erobert, iſt ihr erſtes Opfer die Nomantik. Jene
„gewiſſe Miſchung” von Einfach=Primitivem, Ererbtem und
Bodenſtändigem, dieſes Odium herzhafter Naivität, das uns,
den angeblich Höherſtehenden, das Leben und Creiben der
„Minder=Kultivierten” ſo intereſſant und liebenswert macht.
Das hervorragendſte Kennzeichen jeder Nomantik iſt, daß
ſie nur vom Außenſtehenden geſehen und empfunden wird.
Uns erſcheint immer das Fernſtehende oder Geſtrige
roman=
tiſch und es iſt ſehr wohl möglich, daß unſeren Nachkommen
auch unſere unromantiſche Welt romantiſch erſcheinen wird.
In den nachſtehenden Aufſätzen verſuchen zwei berufene
Sedern, die ſo entſtehenden Probleme zu erläutern und zu
löſen.
—
Siviliſation tötet Nomantik.
VVon Wolfgang Hartleben.
Jede Seit, jede Generation hat „ihre” Nomantik. Jene
Dichtergeneration, die bewußt den Namen „Nomantiker” führte,
ſuchte und fand ſie noch im engeren Bereich der Heimat, im
Leben des Volkes, und vor allem in der Art und Weiſe, wie
ſie die Probleme des Lebens und der Liebe in Dramen, Nomanen
und Balladen löſte. Und als die heute lebenden „Erwachſenen”
jung waren, hatte ihre Nomantik einen, man möchte ſagen,
geographiſchen Beigeſchmack. Die Nomantik ſchwüler
Sommer=
nächte hatte nur noch untergeordnete Bedeutung. Die Nomantik
alter Burgen und Städte war ein künſtleriſcher, mehr oder
min=
der toter Begriff. Nomantiſches, warm pulſierendes Leben
fan=
den wir nur in fernen Ländern, in den Nomanen von Cooper
und Gerſtäcker, nicht zu vergeſſen bei Karl May und in den
unzähligen Neiſeberichten, die damals einer romantik=durſtigen
Welt geboten wurden. Das war unſere Nomantik. Unſere
Jugendträume führten uns nach den Prärien Nordamerikas
den Pampas Argentiniens, ſie führten uns in die Wüſten
Vor=
deraſiens, ſie begleiteten die deutſchen Afrikaforſcher nach dem
Innern des ſchwarzen Kontinents. Der rote Schein des Lager=
feuers im wilden Weſten, die tauſendfältigen Stimmen
des indiſchen Dſchungels, die Denkungsart der
ſchwarzen und roten und gelben Völkerſchaften
das war das Milieu, nach dem unſer Sinnen und
Crachten uns zog, das war der Urſtoff unſerer
Nomantik. Sie wirkte ſich aus in unſeren Begriffen
von edler Männlichkeit, ſie führte ein Eigenleben
in unſeren Spielen, und wenn ſie von einer Seele
ganz und gar Beſitz ergriff, dann floh der
Betref=
fende aus dem Elternhaus und wurde —
Schiffs-
junge. . . .
Es ſind kaum ein paar Jahrzehnte her — aber
auf dieſer unſerer Nomantik laſtet der gleiche Staub
wie auf den Büchern, in denen ſie ſpukt. Winnetou
und Old Shatterhand, Chingachgook, Lederſtrumpf
und die vielen anderen ſind in das Neich Manitous
eingegangen, und das, was ihre Adleraugen nunmehr
auf den Stätten ihres Wirkens erſpähen dürften, iſt
nicht angetan, ihnen die himmliſche Muße zu
ver=
ſüßen und nicht geeignet, um in den Herzen der
Jungen die romantiſchen Cräume ihrer Väter wieder
erſtehen zu laſſen. Die kühnen Nothäute
Nord=
amerikas ſind zu biederen Bürgern, Arbeitern,
Far=
mern, Intellektuellen geworden oder ſie ziehen
bet=
telnd von Stadt zu Stadt oder verkaufen ihr
erbärmliches Neſtchen von „romantiſchem Leben” für
bare Münze an Sirkus, Varietés und
Fremden=
führer. In weiteren Jahrzehnten wird der Alkohol
ihnen den Garaus gemacht haben. Aus ihrem großen
Gegner, dem Cowboy, iſt ein behäbiger Hirte
ge=
worden, der nach Carifen arbeitet, der Gaucho
Süd=
amerikas iſt eine durchaus unerfreuliche, verſoffene
und fragwürdige Erſcheinung. Indien, das Land der
tauſend Wunder, iſt zum Muſeum erſtarrt, ſeine
Maharadſchas ſtudieren an engliſchen Univerſitäten,
die Haubereien ſeiner Fakire werden von jedem
europäiſchen Magnetiſeur übertroffen. Die Cürkei
iſt mit Gewalt entzaubert, auf Hawai langweilen
ſich amerikaniſche Milliardäre, und nur der freie
Wüſtenbarbar und der Neger im Innern des dunklen
Erdteils hat ſich in gewiſſen Grenzen ſeine
Urſprüng=
lichkeit erhalten. Aber ſchon durchfurchen
Auto=
mobile den Wüſtenſand, ſchon hat das Flugzeug das
Kamel abgelöſt, ſchon ſind europäiſche Händler dabei,
den Neger mit Nock und Hoſe, Caſchenuhren,
Spie=
geln und ſonſtigem Krimskrams, ſonſtigem „
Kultur=
gut” zu verſehen. Es wird auch hier nicht allzulange
dauern. . . .
Die Siviliſation tötet die Nomantik. Sie tötet
ſie, weil ſich der, dem ſie gilt, der „Nomantik”
ſeines Lebens und Fühlens nicht bewußt wird. Der Neger ſieht
nicht ein, warum er ſeinen Lendenſchurz nicht gegen ein Hemd
vertauſchen ſollte, wie es die weißen Herren tragen, der
In=
dianer führt in ſeinen Neſervationen ein ſorgenfreies,
kampf=
loſes Daſein
die Siviliſation bringt ſo viel ſchöne
Bequemlichkeiten mit ſich, daß ihr keiner widerſtehen will noch
kann. Auch unſer Bauer wirft ſchließlich die Olfunſel in die
Ecke, wenn er elektriſches Licht bekommen kann, und man
wird ihm das ſicher nicht übelnehmen. Obwohl die Olfunſel, ach,
o romantiſch war.
Gegen dieſe Entwicklung gibt es kein Ankämpfen.
Schrift=
ſteller und Muſeen werden retten, was zu retten iſt. Aber ihre
Schätze ſind tote Erinnerungen an ein einſt blühendes Leben.
Von Gerhard Stahl.
Die Nomantik ſtirbt. All das, was wir romantiſch f1
wird heute oder morgen vom Auto überrannt, vom Fabrikſd
überſchattet. Nüchternheit, „neue Sachlichkeit” kommt übe
Welt. Sind wirklich gerade wir, iſt wirklich ausgerechnet un Hu
Generation dazu auserſehen, Seuge des Codeskampfes zu
den die Nomantik in allen Ländern dieſes Erdballes, in
Herzen ſeiner Bewohner der anſtürmenden Siviliſation lie
Ich glaube, wir ſind zu kühn und zu großzügig, wenn wir für
was wir romantiſch finden, den Allbegriff „Nomantik” in
ſpruch nehmen. Vor fünfzig Jahren waren andere Dinge
Gefühle „romantiſch” als heute — warum ſollten unſere E.
kinder nicht Dinge romantiſch finden, die uns ganz und
unromantiſch vorkommen? Und wenn ſchon unſere Nachfa
ſo eine neue Nomantik erleben werden, haben wir dann
Necht, den Cod der Nomantik zu prophezeien?
Hier ein Beiſpiel: Als vor hundert Jahren der Dan
wagen die Poſtkutſche verdrängte, haben unſere Vorfahren /Frude=
Nomantik das Sterbelied geſungen. Der Dampfwagen MGchiote
ihnen Symbol der nahenden techniſchen Epoche, des unron
tiſchen Maſchinenzeitalters, das jede Nomantik vernichten ma)
Wer von uns aber hat jemals ein Bild dieſes alten Dar
wagens geſehen, ohne von einer gewiſſen Nührung überfal
zu werden? Sind dieſe feuerſpeienden Maſchinchen nicht ronu
tiſch im ſchönſten Sinn? Gibt es etwas Nomantiſcheres, als
hilfloſen Verſuche der erſten Automobilkonſtrukteure? Iſt ſo
Cie
Brandmeiſter von Crockenbach.
Von P. Schwenzen.
Droben in Eſtland, in prächtigen Forſten, lag das Beſitztum
der Herren von Crockenbach. Die Crockenbachs waren von alters
her eine luſtige Sippe geweſen. Vom Urahn, der den Kreuzſchild
der Ordensritter als Knappe gegen die Wölfe und Heiden
ge=
tragen hatte, gingen die ſeltſamſten Mären um. Einſt ſollte er
eine Wette geſchloſſen haben, zwanzig Humpen zu leeren und ſo
durſtig zu bleiben, daß er im Bache ſchlafen müſſe! Er legte ſich
nach zwanzig Humpen in einem Bergbach nieder, und der Sufall
wollte es, daß in dieſer Nacht ein Erdrutſch den Lauf des Baches
änderte und der Knappe im trockenen Steinbett erwachte. Er
wurde ſofort zum Nitter geſchlagen und ward der Stammherr
des Geſchlechts von Crockenbach.
Wir haben aus der unendlichen Chronik derer von
Crocken=
bach nur dieſen einen Moment herausgehoben, um einen
Hinter=
grund zu ſchaffen, gegen den die wunderliche Schrulle unſeres
Barons begreiflich ſcheint.
Der Baron war ein alter, jovialer Herr, der nach drei
Jahrzehnten der Lebensluſt, der Schulden und Wechſel, im
vier=
ten Kraft genug beſaß, ſeine Verhältniſſe zu ordnen und ſeinen
beiden Söhnen ein Erbe zu ſichern, nachdem ſeine ſchöne,
leicht=
ſinnige Frau ihn ſterbend gebeten hatte, den Jungens nicht mehr
und nicht weniger zu hinterlaſſen, als er ſelber einſt empfangen
hatte. Die prachtvollen Sorſte von Sareiken hatte ſeit Genera=
tionen jeder Crockenbach einmal erworben und einmal verloren.
Soweit wäre alles gut geweſen, und die Laune des Barons
ein Maienwölkchen — aber es gab einen feſten Punkt in ſeinem
Leben, in dem ihm das Symbol der Nitter und Mannestugend
beſchloſſen ſchien — das Brandmeiſteramt. Vor bald zwanzig
Jahren hatte die Gutsherrentagung des Diſtrikts dieſes Amt
und die goldbeſtickte Mütze dem Baron von Crockenbach
ver=
liehen. Die Seuerwehr beſtand aus mehreren Spritzen und den
Leuten der Güter und Gehöfte.
Kurz vor Amtsantritt des Barons hatte ein rieſiger
Wald=
brand das nachbarliche Gut heimgeſucht, deſſen Beſitzer zu dieſer
Zeit die goldbetreßte Mütze trug. Es war zwar faſt der halbe
Wald niedergebrannt, aber der Brandmeiſter hatte unſterblichen
Nuhm geerntet, Umſicht und perſönlichen Mut bewieſen, und
wahrſcheinlich wäre er weit weniger berühmt geworden, hätte er
den Brand im Keime erſtickt. Sudem lag etwas
Ordnungs=
gemäßes ſchon darin, daß er auf ſeinem eigenen Beſitztum die
Feuertaufe erhielt. Da aber die Satzungen beſagten, daß niemand
länger als zwanzig Jahre die goldbeſtickte Mütze tragen durfte,
war man zuſammengekommen. Die Wahl war auf den Baron
gefallen, und bei einer Feſtivität mit vielen Gängen und noch
mehr Korken wurde ihm die Mütze überreicht. Und wie der
Baron, eine tadelloſe Erſcheinung in tadelloſem Frack, ſich von
ſeinem Seſſel am offenen Kaminfeuer erhoben und den ſchwarzen
Scheitel mit den Goldtreſſen bedeckt hatte und den verſchiedenen
Hoffnungen und Gedanken beredten Ausdruck zu verleihen
ge=
dachte, erfüllte ein brenzliger Geruch das Simmer. Unter Schreck
und Gelächter der Nunde fingen die Vockſchöße des Brand=
meiſters Feuer und löſten ſich in der Nähe des Kamins und
Anbetracht des Augenblicks in eine flammende Ovation auf.
blieb ihm nicht anderes übrig, als ſich den Frack vom Leibe
reißen und zu den brennenden Scheiten auf den Roſt zu werſe
Der Brandmeiſter ſtand in Hemdsärmeln da und konnte ſein
Nede nicht beenden, da das Ereignis ihm den roten Saden d:
geſengt hatte und das Manuſkript in der Nocktaſche des Srac
luſtig kniſterte.
Jetzt trug er die Brandmeiſterwürde ſeit neunzehn Jahre
doch zu ſeinem Leidweſen hatte es niemals in ſeinem Diſtrk.
gebrannt, was man allgemein als eine Nachläſſigkeit empfindt.
mußte. Er ſtand mit ſeiner Mütze da wie eine Großmacht, R
ſich ſeit Jahren hinter Dreadnoughts und Canks verſchanzt M.
nie das Pulver im Felde roch. Und ſo kam es, daß der 90.
Baron bei ſeiner frommen und logalen Geſinnung im Grun.
ſeiner Seele den roten Hahn auf alle Dächer wünſchte.
Die Niedertracht ſeiner Söhne drückte den Stachel imne
tiefer in die väterliche Bruſt. Während man auf der Veranc.
Kaffee trank, verſteckte Fritz die Mütze unter Leinenſtücken I.
Schrank, und ging dann die Sonne rot über Eſtlands
Walde=
nieder, ſo ſchrie Volf wie ein Beſeſſener aus dem Gariel
„Feuer, Feuer im Weſtwald!” Der gute Baron eilte, leile
Mütze zu ſuchen, wetterte, warf alle Schrankfächer durcheinande:
und erſchien endlich mit der Mütze auf der Veranda, ſah Golle
Sonne mit einem Kernfluch ſcheiden, tat die Mütze in die Eh‟
und den Stock hervor. — Das Bild des Ahnen an der Wälle
ſah ſo ſtrenge, als hätte er nie im Bach geſchlafen, der bei
dienten Süchtigung zu.
Aliſche Eſter Benzinkaſten, wie ſie jetzt noch durch die Straßen lärmen,
hicht an und für ſich ein Stück Nomantik? Der Lebensroman
un es Lilienthal — das iſt Nomantik, wie ſie kein Dichter
Omantia”, ſnnen konnte. Die erſten Luftſchiffe, die erſten Flugzeuge —
Den Goh an denke an die Photographien des heute noch lebenden San=
Dumont, wie er im Gehrock, mit hohem Kragen und ſteifem
derech,
ſut ſeine „Libelle”, dieſes fürchterliche Gerüſt aus Draht und
Dappe, beſteigt — — das iſt echte, unverfälſchte Nomantik.
ſere Kinder aber werden romantiſche Geſchichten von den
dion
ſlä gen von Lindbergh, Köhl und Hünefeld leſen, werden lächelnd
ſas Bild unſres ſtolzen „Graf Seppelin” betrachten, werden
inen würdigen Weißbart namens Opel als Pionier der Naum=
Te
hiffahrt feiern — und das wird wiederum echteſte, ſchönſte
ſomantik ſein.
lere
Es iſt ſchön, Subjekt romantiſchen Erlebens, niemals aber
hön, Objekt der Nomantik zu ſein. Es gibt jetzt ſchon eine
ſomantik des Hinterhofes in Großſtadt=Mietskaſernen, wir
inden ſie nur intereſſant — aber unſere Kinder werden in
ver=
ſucherten Küchen und ſteilen Stiegen und troſtloſem Proleten=
elend romantiſche Schönheiten zu finden wiſſen, weil es all das
dann — hoffentlich — nicht mehr geben wird. Das „
roman=
tiſche” Sigeunerleben — es iſt für den Beteiligten ein trauriges
Vegetieren, und wer ſetzt den Bericht der Schwedin Nilſſon
lieſt, die nach Afghaniſtan geheiratet hat, der erfährt, wie es um
die „Nomantik des Harems” beſtellt iſt. So wenig, wie heute
der Proletarier, der Sigeuner, die afghaniſche Haremsfrau ſich
bewußt ſind, daß ſie romantiſche Objekte abgeben, ebenſowenig
wiſſen wir alle, ob unſere Enkelkinder nicht alle Attribute unſeres
täglichen Lebens mit all ſeiner troſtloſen Nüchternheit im höchſten
Grade romantiſch finden werden. Vielleicht ſchwelgen ſie dann
in dem Gedanken, daß ihre Großväter noch das Fleiſch von
Cieren gefreſſen, mit Kohle geheizt haben, in lächerlichen und
ſehr romantiſchen Anzügen herumliefen, und vielleicht werden
alle rührſeligen Geſchichten „aus vergangenen Cagen” damit
be=
ginnen, daß ſich „zwei” auf dem Verdeck eines ſehr komiſchen
und ſehr romantſchen Autobuſſes kennen lernen.
Unſere Dichter pflegen ſich in dieſem Fall der Poſtkutſche zu
bedienen, und der Unterſchied iſt ja wirklich nicht allzu groß.
Ciere vo
4 ber dretltera.
Von Hermann Nüſtig=Braunſchweig.
Ciere in freier Natur zu photographieren iſt eine wahre
Feude; und immer wieder treibts den hinaus, der auf dem
(ebiete der Tierphotographie bildliche Erfolge erzielt hat. Jeder, wenn er leicht erregbar iſt, wird eine gewiſſe Unruhe ſich auf die
Vor allen Dingen muß der Menſch, der ſich auf dieſem
Gebiete betätigen will, mit wirklicher Nuhe ausgeſtattet ſein;
Ciere übertragen. Geht man hinaus und will dies und das
knipſen, ſo iſt immer noch nicht geſagt, daß es ſo leicht geht,
wie man ſich das denkt. Man muß ſelbſt ſchon findig ſein und die
Lebensgewohnheiten der Ciere etwas kennen. Auch iſt es
rat=
ſam, gute Beziehungen zu Förſtern, Jagdpächtern und
Natur=
freunden zu haben, damit dieſe dem Cierphotographen Neſter,
Horſtplätze und Niſthöhlen, Baue uſw. zeigen und beſchreiben
können.
Hat der Lichtbildner genügend Objekte, die er aufnehmen
will, gefunden, ſo treten erſt die wirklichen Schwierigkeiten ein.
Bäume werden beſtiegen. Sweige beſeitigt. Die Kamera am
Stamm befeſtigt. Vielleicht muß erſt eine Attrappe angebracht
werden, damit ſich die Ciere an die neue Umgebung gewöhnen.
Da treten neue Hinderniſſe auf. Der Auslöſer verſagt.
Vergeßlichkeiten ſind geeignet, die Aufnahme unmöglich zu
dr mit genügender Geduld und Liebe ausgerüſtet iſt — voraus=
Aſetzt, daß er auch Seit dafür hat —, wird ſehen, daß zähe
Aisdauer ihm etliches gelingen läßt.
Diebes=Anekdoten.
Mr. Malliſon kam plötzlich ein ſchrecklicher Gedanke. Er
war mit ſeiner Frau unterwegs zum Kino, als ihm einfiel, daß
er den Kohlenkeller nicht abgeſchloſſen hatte. So ging er zurück,
drehte den Schlüſſel im Schloß um, ließ ihn in ſeine Caſche
gleiten und lenkte ſeine Schritte wieder zum Kino.
Als er drei Stunden darauf ſein Heim erreichte, fand er
den Herrn Nachbar in einem Suſtande höchſter Empörung vor.
„Was haben Sie denn nur?” fragte Mr. Mälliſon.
Wutſchnaubend antwortete der andere: „Ja, wiſſen Sie
denn nicht, daß Sie meine Frau in Ihrem Kohlenkeller
ein=
geſchloſſen haben?”
*
Ein Bettler wurde in einem Reſtaurant von dem Wirte
ſchroff hinausgewieſen. Vor der Cür traf er einen Kollegen,
dem er von der Hartherzigkeit des Wirtes berichtete.
„Gott ſoll ihn ſtrafen!” rief der Kollege entrüſtet. „Er
hat ihn ſchon geſtraft!” ſprach jener darauf und holte aus
ſeiner Caſche einen ſchönen ſilbernen Löffel hervor.
Vor Gericht ſprach ein Spitzbube mit ſeinem Verteidiger
recht kollegial. Dem Verteidiger wurde das peinlich. „Seien
Sie doch etwas reſervierter,” ſprach er, „man weiß ja nicht mehr,
wer von uns beiden ein Nechtsanwalt und wer ein Spitzbube iſt.”
machen. Doch wird der, der ganz und gar von ſeinem Vorhaben
beſeelt iſt, ſich nicht von ſeiner Aufgabe abbringen laſſen. Durch
reiche Erfahrung wird der Cierphotograph auch immer ſicherer
in der Handhabung der techniſchen Mittel.
Wie wurden nun die abgedruckten Lichtbilder erzielt? —
Um es kurz zu ſagen: durch Anpirſchen, Beobachten und Warten.
Spannung tritt ein. Der Apparat iſt gut aufgebaut und
gegen Sicht gedeckt. Das Cier zeigt ſich! Iſt aber noch zu ſcheut
Nun verſchwindet es wieder. Einige Sekunden, Minuten, auch
Stunden vergehen. Die Erwartung ſteigert ſich. Aber — die
Sonne iſt hinter den Wolken verſchwunden. Der Wind weht
heftig durch den Wald und bläſt in den Pelz oder das
Seder=
kleid des Cieres. Die Belichtungszeit iſt vielleicht auf eine
dreißigſtel Sekunde eingeſtellt, aber ſie genügt bei der
eingetre-
tenen Bewölkung nicht mehr. Was nun? Warten oder knipſen?
Hier entſcheidet die Erfahrung. Es kommt auch vor, daß man
ſich nachher ſagt: Hätteſt du es doch bloß ſo und ſo gemacht.
Hätteſt du geknipſt, dann hätteſt du wenigſtens etwas auf der
Platte!
Doch es kommt ein anderer Cag.
Gewiß bleiben die Mißerfolge nicht aus. Das hält aber
keinen wirklichen Cierphotographen von ſeinem Weidwerk ab.
Aber die ſtrafende Hand mußte wirklich die Suchtrute der
lede geſchwungen haben; denn ſie prügelte den Delinquenten
iht nur die Ceufeleien aus, ſondern ſo etwas wie Familienſinn
10 Kindesliebe ein. Die Jungens begannen zu fühlen, daß dies
it der Brandmeiſterei der Lebensſchmerz des Papas war.
Vorderhand geſchah aber weiter nicht viel mehr, als daß der
Laron auf der Haſenjagd ſtolperte und ſich das Wadenbein
ſach, im Gipsverband bei einem Whisku=Soda auf der Veranda
g, vom Poſtboten einen geſtempelten Brief empfing, der die
Letſammlung der Gutsherren zur Neuwahl des
Brandmeiſter=
mts einberief. Hieraufhin mixte der Baron ſich einen Whisk:
1a half and half, und der Brief flatterte über die Vorfahrt und
bcke auf den Gartenkies, wo Nolf als Crainer dreier
Miſt=
ffer tätig war, die immer wieder gegen die Negeln des
Wett=
afs verſtießen.
Er nahm den Brief auf und las ihn, als ſchon die Stimme
1 Vaters ihn rief.
Ein Schwamm und Benzin fanden ſich bald, und da der Plan
ach fertig war, ſo fehlte — zumal Wind und Sonne war —
ar noch der Nuck zur Cat, der ihn mit dem Mut der Sittlich=
Eit über ſein pochendes Knabenherz hinaustrieb.
Schnell war er wieder durch die Dachluke zurückgekrochen,
Umwegen durch die Hecke in den Garten geſchlüpft, und kam
Minuten ſpäter durch die Pforte gelaufen. Er ſetzte ſich auf
e Veranda, ruhig zum Vater, während ihm jeder Puls bis in
e Kehle ſprang. Sunken tanzien vor ſeinen Augen, und er
glaubte, Kniſtern im Wind zu hören. „Du ſiehſt fiebrig aus,
Nolf,” lagte der Vater, „geh heute früh ſchlafen, mein Junge.”
Dann kam es! Die alte Helmine, die ſeit tauſend Jahren Gemüſe
zog, kam ſchreiend und geſtikulierend gelaufen, Cränen,
Schluchzen, Worte kochten durcheinander, und als einziger ver=.
ſtändlicher Brocken aus dem Klagebrei wimmerte das Wort:
„Feuer, Seuer!‟ Die magere Hand wies zum Dachfirſt. Der
Baron ſah auf ſein Gipsbein und erbleichte. Nolf ſprang die
Stufen hinab — richtig: ſechs Meter breit auf dem Vachfirſt
tanzte das Seuer, trügeriſch klein im Sonnenlicht. Nolf ſchlug
an den Gong und ſchrie: „Vater, bleib ſitzen und ſtütze dein
Bein auf. Lauf zum Verwalter, Helmine, er ſoll die Glocko
ſchlagenl Fritz! Fritz!” Und weg war er. Der Baron ſah das
Argſte voraus. Die Hitze hatte den Brunnen /getrocknet, das
einzige war der ſchlammige Ententümpel. — Er ſchleppte ſich
zum Celephon und gab die Alarmworte ans Amt.
Rings auf den Gehöften riſſen die Knechte die Pferde aus
dem Stall, Kannen und Eimer von den Haken und unter den
Eutern der Kühe hervor, die Milch ſchäumte die Kotrinne
ent=
lang. Im Gelopp flogen die Gefährte durch die Alleen.
Von den Feldern des Gutes Crockenbach eilten die Knechte
herbei, die Jungens hatten die Mägde zu einer Kette zum
Enten=
tümpel geordnet, die Eimer wanderten. Nolf ſtand auf dem
Sirſt, faſt in den Flammen, und leerte Eimer nach Eimer.
Die heißen Siegel brannten ſeine Sohlen. Seine Hand blutete.
Er hatte zu haſtig die Dachluke aufgeſtoßen, die zurückfallend
und ſplitternd ſeine Hand zerſchnitt. Das Blut aus den
Schnitt=
wunden und der Entenſchlamm liefen Sritz übers Geſicht, der auf
einer Leiter ſtand und zureichte. Die leeren Eimer ließen ſie das
ſchräge Dach hinabrollen. Kinder trugen ſie zur Kette. Das
Poltern der leeren Eimer verurſachte ein ſchreckliches Getöſe,
und der Baron am Celephon glaubte, der Dachſtuhl breche ſchon
Zuſammen. Nolf ſtand im Feuer, Blut und Schweiß wie ein
heiliger Slorian. Seine Augenbrauen waren verſengt. Da ſah
er quer durch das Korn die Wagen von Zareiken kommen.
Leitern ſchlugen an die Dachrinnen, Köpfe, Eimer tauchten auf.
Bravorufe. Im verzwanzigfachten Waſſerſturz ſtarb allmählich
das Feuer, Während die Knechte noch nachlöſchten, kletterte Nolf
hinab. Unten ſtanden viele Menſchen und wuſchen und
bewun=
derten Fritz um des Schlammes und Blutes willen, das Nolf auf
ihn verſtrömt hatte. Da erſchien auch Nolf und badete in der
Ovation der Menge. Er war blutig, bleich und ſelig.
In dieſem Augenblick erſchien der Baron, der den völligen
Suſammenbruch des Hauſes nur noch für eine Frage von
Sekun=
den hielt, auf der Veranda. Er ſtand da mit ſeinem unſeligen
Gipsbein, hatte das Bild des Urahnen unter dem Arm und die
Dienſtmütze auf dem Kopf. Ein donnerndes Hoch der
Nettungs=
mannſchaften, die ſeine Jungens auf den Schultern trugen, brauſte
ihm entgegen.
Abends im Saal ſaßen der Baron und die Gäſte. Der
Brand war gelöſcht, der Baron glücklich, die Ehre gerettet, der
Name unſterblich! Die Jungens waren die Senſation des Abends.
Man ſprach von einer Medaille. Und der Ahne an der Wand,
ſtolz und feierlich, als hätte er niemals im Bach gelegen, ſah zu,
wie Nolf das erſte Glas Champagner ſeines Lebens trank,
Seitdem das Geld in Deutſchland rar geworden iſt, haben
wir auf manchen Gebieten ſparen gelernt. Das gilt auch für den
Häuſerbau und die Koſten der Haushaltung. Man baut heute
weſentlich kleiner als früher, und die neuen Häuſer ſind nicht
nur viel zweckmäßiger als die alten, ſondern vor allem ſind ſie
auch dem verringerten Beſtande an dienſtbaren Geiſtern
ange=
paßt. In Amerika, wo nur noch die wirklich reichen Leute es
lich heute leiſten können, Perſonal zu halten, iſt man darin noch
lehr viel weiter vorgeſchritten.
Die Bauleute rechnen ſich aus, daß ein Kubikmeter Haus
heute beinahe doppelt ſoviel koſtet wie vor dem Kriege. Geht
das auch den Bewohner etwas an? Nicht allzuviel, denn für ihn
kommt es auf die Nutzfläche an. Wenn ein Haus 10. Meter
breit und 15 Meter lang iſt, alſo 150 Quadratmeter bedeckt, ſo
hatte ein ſolches Haus vor dem Kriege allenfalls 100, oft nur
20 Quadratmeter Nutzfläche in jedem Geſchoß. Der Neſt ging
für Wände, Creppen und unmittelbar nicht nutzbare
Neben=
räume drauf. Heute erreichen geſchickte Architekten ungefähr
120 Qnadratmeter Autzfläche. Wir bauen auch nicht mehr ſo
hoch und ſparen ſo an umbautem Naum. So kann man wohl
ſagen, daß ein Haus mit 150 Quadratmeter überbauter Fläche
vor dem Kriege in zwei Geſchoſſen etwa 190 Quadratmeter
Nutz=
fläche und 1800 Kubikmeter umbauten Naum hatte. Heute
be=
deckt ein Haus mit derſelben Nutzfläche etwa 1300 Kubikmeter
umbauten Naum, alſo nicht viel mehr als zwei Drittel des
Naumes, der vor dem Kriege nötig war. Koſtete damals ein
Kubikmeter 20 Mark und heute 35 Mark, ſo iſt allo heute der
Preis 45 500 Mark gegen 36 000 Mark vor dem Kriege. Das
kleinere Haus hat alſo bei gleicher Nutzfläche und gleichem
Wohnwert einen nur um ein Viertel höheren Preis, doch iſt der
Betrieb, Heizung, Neinigung uſw. erheblich billiger. Anders iſt
es jedoch mit der Verzinſung. Die koſtet heute, ebenſo wie Steuer
und dergleichen, ganz weſentlich mehr, etwa das
Zweieinhalb=
fache, und dieſe Verteuerung kann durch keine
Betriebsver=
beſſerung aufgewogen werden.
Nun iſt ein ſolches Haus mit 190 Quadratmeter Nutzfläche
ſchon ſehr anſehnlich, und ſolche Wohnungen kann ſich nur ein
kleiner Ceil unſeres Volkes leiſten.
Eine geſunde Familie muß drei Schlafräume und mindeſtens
ein Wohnzimmer, dazu Küche und Bod haben. Das koſtet heute
bei großſtädtiſchen Anforderungen etwa 15 000 Mark, bei
be=
ſcheidenſten Anforderungen, wie ſie auf dem Lande vorkommen,
8000 bis 10 000 Mark. Ohne öffentliche Mittel werden ſolche
Wohnungen für die breite Maſſe unerſchwinglich teuer. Die
öffentlichen Suſchüſſe — Hauszinsſteuerhupothelen,
Arbeitgeber=
darlehen uſw. — ſind alſo vorläufig nicht zu entbehren. Da wir
nun ſeit langem in Deutſchland mehr Güter verzehren, als wir
herſtellen, da die Serſtörungen an Gütern während und nach
Be=
endigung des Krieges wettgemacht werden müſſen, ſo brauchen
wir Darlehen reicher Vöſſer. Unſere Schuldenlaſt ſteigt dabei
Verſicherungsweſen, oft geſcholten, iſt eine einzige große
Spar=
unternehmung, zum Ceil gezwungen, zum Ceil freiwillig. Sie iſt
auch wirtſchaftlich und aus moraliſchen Gründen notwendig, denn
wer das Schickſal eines anderen an ſich kettet, muß ihn nach
Kräften auch ſicherſtellen, und iſt das um ſo mehr ſeinen Kindern
ſchuldig. Dies Sparſyſtem iſt unter allen Völkern bei uns am
wei=
keſten ausgebildet. Zögernd nur folgen uns andere Völker auf
dieſem Wege, ſie haben aber ihre eigenen Sparſuſteme, und
be=
ſonders die Angelſachſen ſparen in der Form, daß ſie ſich ein
Einfamilienhaus ſichern und es durch Arbeit ſchuldenfrei machen.
Sehr viele Kreiſe können das, denn in Nordamerika z. B. pflegt
man Häuſer zu bewohnen, die zwei bis zweieinhalb Jahresmieten
gekoſtet haben.
Könnten wir durch Verſicherung — etwa vier Fünftel des
Volkes iſt verſichert! — auch noch für das eigene Heim ſparen?
Für die ſchlechter Entlohnten wird man die Frage leider
ver=
neinen müſſen. Aber für die gelernten Arbeiter und die ihnen
wirtſchaftlich gleichſtehenden Schichten iſt die Frage zu bejahen!
Die Luxusausgaben unſeres Volkes zeigen das. Dazu kommt
aber, daß ja doch eine Wohnung beſchafft werden muß. Dieſe
kann — iſt es aber meiſt nicht — im großen Miethauſe etwas
billiger ſein, als im Einfamilienhaus. Aber das Großhaus wird
durch bezahlte Kräfte verwaltet, inſtand gehalten, braucht
Auf=
wendungen für die Gärten, die meiſt im Blockinnern angelegt
wer=
den uſw. Im Einfamilienhauſe, das man ſelbſt als Eigentum hat,
ſchonen die meiſten Menſchen das Haus, ſo daß die
Inſtand=
haltung billiger wird, man verwaltet ſelbſt, der Garten koſtet
weſentlich weniger als er einbringt, und wenn er auch nur ein
paar Bohnen und Stachelbeeren trägt. Allerdings: dieſe
Ver=
waltung, gelegentliche Ausbeſſerungen, der Garten, all das koſtet
Seit.
Wer aber gar 400 Quadratmeter Garten gründlich beſorgen
will, der kann einen erklecklichen Ceil der Nahrung (etwa ein
Viertel) für eine vier= bis fünfköpfige Jamilie von dieſer Fläche
unaufhaltſam, und wir müſſen früher oder ſpäter dazu übergehen,
zu ſparen, d. h. weniger zu verbrauchen, als wir an Gütern
erzeugen.
Wie ſpart man nun volkswirtſchaftlich im großen? Unſer
ernten. Darum kann das Leben auf dem Lande ſo viel billiger
ſein, als in der Stadt, wo der Boden nun einmal für
Nutz=
gärten zu teuer iſt. Freilich muß die Pflege des Gartens gekonnt
ſein, und er verlangt Liebe, um zu gedeihen.
Die Mietwohnung iſt ſo wenig ein Heim, wie ein Platz auf
einem Schiff oder im Eiſenbahnwagen. Eher noch kann der
Wohnwagen das Heim ſeiner Bewohner ſein. Das Heim iſt ein
wertvolles Vermögensſtück und hilft über Schwankungen im
Einkommen hinweg. Man ſollte alſo alles tun, es zu fördern
und es anders behandeln, als die Zelle in den Mietskaſernen.
Nechtlich iſt ſeit Einführung des römiſch=byzantiniſchen Nochts
Haus gleich Haus. Aber wirtſchaftlich iſt das Einfamilienhaus
im Eigentum der Bewohner etwas anderes als das Miethaus,
das nur das Kapital des Vermietungsunternehmers iſt. Die
Amerikaner wiſſen dies und laſſen die Cilgungsbeträge auf das
eigene Haus von der Einkommenſteuer frei. Sinngemäß müßten
wir das auch tun, ſo gut wie man 600 Mark (und je 250 Mark
für Frau und jedes Kind) Prämie auf die Lebensverſicherung
von der Einkommenſteuer frei hat. Wollten unſere
Steuerbehör=
den dieſen Gedanken aufnehmen, ſo würde weſentlich mehr Gebd
für das eigene Heim zur Verfügung ſtehen, wir würden
Ver=
mögensbildner, und die Maurer und Simmerleute hätten zu tun,
und die zahlloſen Arbeiter, die Capeten und Nägel, Steine und
Kalk, Eiſen und Sink machen oder umgeſtalten.
Da wir aber dieſe Steuervergünſtigung in Deutſchland nicht
genießen, ſo ſollten wir wenigſtens die Steuerermäßigung, die
mit einer Lebensverſicherung verbunden iſt, zur Gewinnung eines
Eigenheims ausnützen.
Auch wer nur über ein nicht zu großes Einkommen verfügt,
hat heute die Möglichkeit, aus öffentlichen Mitteln
Bauhypo=
theken zu bekommen. Um dieſe Laſt aber in ſpäteren Jahren
abtragen und ſo im Alter wirklicher Beſitzer des Heims ſein
zu können, ſchließt man wockmäßig möglichſt ſchon vor oder
gleich bei Beginn des Hausbaues eine Lebensverſicherung in
Höhe der aufzunehmenden Hypotheken. Wer ſo vorgeht, der
ſichert ſich neben der Ermäßigung der Einkommenſteuer zwei
weitere Vorteile. Er hat im Alter ſein Haus ſchuldenfrei; fals
er aber vorher ſtirbt, können die Hypotheken von der
Verſiche=
rungsſumme getilgt werden. Oder, wenn es zweckmäßiger
er=
ſcheint, können die Hupotheken ſtehenbleiben, und die
Hinter=
bliebenen verwenden die Verſicherungsſumme zur Einrichtung
eines Geſchäfts.
Auf jeden Fall erſcheint dies für alle, die nicht über
Eigen=
kapital verfügen, der geeignetſte Weg, um ſich im Laufe der Seit
ein Haus, das aber ſchon vorher gebaut und bewohnt wird, als
Eigentum zu erſparen und damit gleichzeitig eine
Samiliewverſor=
gung zu verbinden.
Geſchieht das, ſo iſt das eigene Heim für den geſamten
Mit=
telſtand, d. h. alſo auch für beſſer bezahlte Arbeiter, erſchwinglich.
Nummer 326.
Partie 63.
Die nachfolgende Partie ward in der erſten Runde des kürzlich
be=
endeten internationalen Meiſterturniers in Karlsbad geſpielt.
Abgelehntes Damengambit.
Beiß
Schwarz
8. 0—o
e6-o5
Marſchall
Dr. Vidmar.
9. o4Fa5
eßsäß
1. 42—d4
2. G0—e4
8. 8g1—18
4. Le1-g5
5. 62—e8
8b1—d2
Sech f6
eſ-eg
4i.-4
8bs-47
eiLeß.
Vermeidet die Cam=
10. 44se5
11. Sr8eh
12. 5d2—f31
8d74e5
LdSZe5
Sehr ſtark, denn auf
folgt nun 13.Iih 7t Kih714. De
2
nebſt 15. Dib2 mit überlegenem Spiel,
biw, 13.
Eh8 14. Tb1 Las 15.
bridge Springs=Variante (. Ses D45), Le2, drohend Da3.
Lts-d
Ug.
Le8—g42
12...
Bereitet den Vorſtoß e6—e5 vor,
amußte ſchon 1.46 erfolgen. Schwarz
derindesfürden Nachziehendenim Damene, berliert nun einen Bauern und kann nicht
Gambit ſeine Tücken hat
mehr ausgleichen.
7. 1:1—43
O-o
b
z
*
h.
g
Stellung nach dem 12. Zuge von Schwarz=
13. Ld 3Xb 7+
Kg8—h8
Auf Kih7 14. Degr nebſt 8:es
4.I.7—
Nr8—e
Setzt den weißen in den Stand, durch
Ab=
tauſcheingünſtiges Endſpielherbeizuführen.
15. Sk3xe5
18. 541884
7. Ia68ä8
Tesses
St63g4
Ta880‟
29. Kd3—d4
30. I13—48
31. k2—14
2. g2—g8
3. Ja5-e4
34. be4—t5
35. 1i5—e8
38. h3—h
—
8a7—5
Seh—gs
f5—,8
Sg6—t8
„Jugs
be—55
f6—15
ürchteten Meiſter 41. KrS8t5 Ke8-1 des D.wengambits tadellos erledigt. 42. g8—g Si9—8 23. 1a1—41 Ta4841 43. 74—85 9e6—d4t 24. Lc2sd1 Ens 44. Kt5. 844—3 3. 141-18 b7.58 45. h5—n8 b5—b4 6. Kg1-41 Kg8—tg 48. 14—45 b 27. Kf1—gs Kf8—7 7. g5—g6 Dig 28. Ke2—d3 Keſ—46 48. h6—h71 Aufgegeben.
(Aus den Deutſchen Schachblättern.)
Magiſches Quadrat mit „Frag mich was!”
Die Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die wagerechten und
ſenk=
rechten Reihen gleichlautend die folgenden Fragen beantworten:
1. Welchen Beſtandteil hat manches Werkzeug?
2. Wie hieß ein berühmter Schauſpieler zu Napoleons Zeiten?
3. Welches iſt das älteſte griechiſche Literaturdenkmale
4. Welcher Ort kommt in der Bibel vor?
5. Womit fängt man wilde Pferde?
Carl Deubel.
Figuren=Rätſel.
a an ba ber bir bo den der dolf e flie gel * ken Iw
mei ne ne ra ſe
ſpie ſper tan ter to va zen.
Obige Silben ſchreibe man buchſtabenweiſe in die Quadrate der
Oyra, ſo daß die wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung
emthalten: 1. Baum, 2. Muſe. 3. deutſches Reichsland, 4. Vogel,
5. Männername, 6. Teil des Schiffes, 7. Geldſtück, 8. Nadelbaum,
9. Stadt in Virol, 10. Toilettegegenſtand, 11. Naubbogel, 12. Vep
wandter, 13. Strauch.
Die Mittelbuchſtaben nennen neuzeitliche Veranſtaltungen.
1.
10.
I.
12.
13.
uflöſung der Rätſel aus Nr. 34:
Man ſagt. ..
Waſſer, 2. Ingomar, 3. Ellipſe, 4. Drache, 5. urahnen
6. Mandoline, 7. Indien, 8. Ruprecht. „Wie du wir, ſo ich dir!”
Bitte um Antwort!
. Anderthalb, 2. Nonne, 3. Fellah, 4. Andromeda, 5. Neges=
6 Geier, I. Eiche, 8. Nomaden, 9. Fſolani, 10. Semiramis, 1 Tu
randot, 12. Landeck, 13. Efeu, 14. Iſtrien, 15. Cheops, 16. Trieſt=
„Anfangen iſt leicht, beharren iſt Kunſt”.
Druch Verlag 1. Kliſches: L. C. Witich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23.— Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1 2389—399.— Alle Rechte vorbebalten. Nachdr verbitel
[ ← ][ ][ → ] O, du wunderſcheenes Gamsgeweih, dich find man
iwwerall, ſogar im Gaaſeſtall — Holldrioh, Dulljöh —
Auf der Alm, do gibts kaa Sind — juchhuh!
ooche, do weern mer widder, un däß große Reedſelrade
biäche meine unhaamliche Hällſäherei is geleeſt, dann wer
pwer die allerbeſcheidenſt= eddnografologiſche
Kreizword=
reeuuſtenndniſſe verfiecht, der wärd ſchun aus meim
Begrie=
weheil erausheern, daß mei Ausbleiwe am voriche
Sunn=
uch net des geringſte was mit iwwernadierliche Fähigkeide
h hott, ſundern daß ich a fach emol uff e paar Dag unſerm
litebe Städtche mein ſcheene Ricke gekehrt, un ſomit unſer
ziellrmebte Stadtverwaldung ſich ſälbſt iwwerloſſe hab, awwer
et ſelva, um emol „im Haag” nooch’m Rechte zu gucke, indem’s
denn Brieder dort jo aach gornet um’s Rechte zu dhu is, un
ndan ich däſſendwääche dort vermudlich mit meine klare un
eichiffßliche Ausdrucksweis, die wo ſo himmelweit vun dem
Mibtladiſche Zickzack=Wollabick endfärnt is, daß es
unwei=
ernit zwiſche mir und dem Briand, zu dem ſchun lengſt felliſche
Zuſſrmmenſtoß kumme weer, indem daß ich merin bei
Geläächen=
eitl mol vorknebbe dhu, un ſag’m uff gud deitſch dick un
inm ſie Maanung, un zwar derart, daß im nechſte halwe Johr
ganze runde Wäld kaa Hund kaa Stick Brot mehr
ume nimmt; ganz abgeſähe vun dene annern Kohmicker, die
vo ſt jetzt uff aamol als „Obfermächte” ausgäwwe, un ſpiele
iſch uuf als godderſprich was krawwelt do, ſo daß mer wunner’s
S naamkennt, wer ſe weern, un daß — —
9e 04 ſich muß emol en Punkt mache, dann ich redd mich de
Weß Awäjägh nix un wider nix in die Raaſch, wie e Kiehbauer, un
F 20 Ainnooch muß es der arme Streßemann widder ausfräſſe.)
Ferſchen Aſo, ich war net „im Haag”, äweſowenich hab ich am
telemeß Gräy Zäbbelien” ſeine Wäldraas rund um die Erd
daal=
mehr (gennmne, ſundern mei Wäldraas hott ſich, wie 8 aag ganz
ſürden Alam ais meim Begrießungsjodler hervorgeht, nor uff die
ſiten u Schiheiz beſchrenkt, die wo ich aach dadſächlich vermiddelſt
Ston ema freundede Aundomobbel innerhalb vun neu Dag
kreiz=
diewun, vun owwe bis unne, un vun unne bis enüff, iwwer
Bäähun Daal, dorch Schnee un Eis un Näwwel, befahrn, be=
Mah gampe und berutſcht hab. Sozufage in aller Stille, un ohne
gung ſedechlffhewens, dann ich wollt dem Dockder Eckner kaa
Kong=
nnung igur iz mache, un wollt des Indräſſe, däß wo die ganz Wäld
an ſie glickhaffde Fahrt genumme hott, dorch mei Perſon net
hen veabl lin, beſcheide, wie ich nu emol vun dehaam aus bin; gan;
abcheſche devo, daß ich aach dene Begrießungsfeſtlichkeide mit
Baul,
alleym Drumm un Dra gornet gewaxe gewäſe weer, die wo
ver=
ſe WAmurſh dem ſcheniale Luftſchifflenker äwenfalls mehr
Be=
heié ſchrteve mache, als wie valleicht die ſunſtiche
Widderwärdich=
vr Mkeice die wo em in de Luft zuſtoße könne, obgleich’s do owwe
herun ſin XLufträſchjone, wie ich aus eichener Erfahrung waaß,
uocht twwär; Radfahrer noch Modohrſpritzer, noch Hei=, Miſt= un
ſeuer =Tinmwage gibt, ganz abgeſähe vun dene Battſchel vun
Fuß=
nirei 4 9em die wo „uns” Audomobbeliſte des Läwe ſauer mache
mit yrm gradezu muſtergildich vorſchriftswiedriche Benimm,
Ve
indem daß — (ich will lietver widder en Punkt mache, ſunſt
kimmts zu ere Kolläckdiefinjuriebeleidichungsklag).
Bemärke mecht ich ausdricklich, daß ich net edwa als „
blin=
der Paſſaſchier” in dem befreundede Audomobbel geſäſſe hab,
obgleich däß heit ſozuſage noch die afachſt Art is, beriehmt zu
wärrn. Awwer e Audomobbel is ſchließlich doch kaa Zäbbelien,
wo mer ſich ärchend in=eme Ecke verſteckele kann, ganz abgeſähe
devo, daß ich mit meine altſachliche Fiſchur un mit meim
vier=
ſchröderiſche Follumen noch net emol als normaler
Paſſa=
ſchier in en Zäbbelien baſſe dhet, vielwenicher als blinder
un ganz abgeſähe devo, daß ich ſo=ere blinde Paſſaſchiererei
aach gorkaan Gefalle abgewinne kennt, indem mer doch was
ſähe will, wann mer raaſt, un will Ei= un Ausdrick
ſam=
mele, un Vergleiche ziehe, dann es Raaſe hott doch nor in dem
Fall en Zwäck, wann mer was lärne kann debei, un kann ſein
Horizont erweidern, im Gäächeſatz zu dene gewehnliche
Dick=
kebb, die wo immer dehaam hocke, un uff Darmſtadt ſchenne,
weil ſe halt net wiſſe, wie’s draus in de Wäld ausſieht, un
daß aach anderwärds net alles glenzt, was Gold is, ſundern
ganz im Gäächedaal.
No, was mich bedrifft, ſo hab ich jo in däre Beziehung
ſchun e Maſſe Erfahrunge geſammelt, un ich hab däßhalb neilich
mit Recht den Standpunkt verdräde, daß mer’s net needich hott,
fort zu mache, ſundern daß es dehaam immer noch am ſchennſte
is, un daß mich diß Johr kaa zehe Gail aus Darmſtadt brechte
Domals konnt ich allerdings net wiſſe, was for e Ehr mer
widerfahrn dhet, un daß ich zu=ere neudägliche Wäldraas dorch
die Schweiz ei gelade kennt wärn. No un ſo hab ich den gefaßte
Standpunkt falle geloſſe un hab mich net lang nodſichdiche loſſe
ſundern hab zu meiner un de annern Leits ihre Erholung, un
zur Verſammlung vun neie Erfahrunge den Standpunkt
ver=
dräde, daß der Mann enaus muß, in’s feindliche Läwen, un
erſt recht die Fraa, un bin alſo vermiddelſt dem befreundede
Audomobbel via Beſſunge nooch de Schweiz gemacht, ohne viel
Ifffhewens devo zu mache, dann ich wollt net, daß mei ſtille
Ver=
ehrer wer’s waaß, wärds wiſſe! — mir zulieb en feierliche
un offiziälle Abſchied vera’ſtalde, un unſer Herr Owwerowwer
mißt ärdra erſcheine un e Redd halte, mit allerhand gude
Lehrn, un ſein Sääche for die Raas.
Un ſo bin ich alſo wie geſagt neilich ſang= un klanglos, un
unner ſach= und ſachgemeßer Bedeckung dorch ſemtliche
ſied=
deitſche Muſter=Lender diräkt enei gefahrn in die ſchweizer
Alwe=
hörner. Nemlich in de Schweiz haaße alle hechere Bärch „Horn”
So gibt’s beiſpielsmeßich die „Graue Hörner” die
Finſterger=
hörner”, die „Schreckhörner” die Wetterhörner” unſoweiterfort.
s gibt nadierlich aach „Näwwelhörner un „Kuhhörner”, awwer
die find mer gach bei uns.
Wie mer drunne am Sankt Gotthardt geſäſſe hawwe un
hawwe geforn wie die Schneider, do hott aaner vun meine
Bedeckung gemaant, ob mer net emol en Spritzer eniwwer nooch
dem wäldberiehmde Lokarno mache wollte, däß gingt jetzt in aane
Sauerei hie. Awwer ich hab abgewunke, indem daß ich mir aus
Geiſter im allgemeine ſchun wenich mach, un aus dem
berich=
dichte Geiſt vun Lokarno ſchun gornix, dann däß is e gan
un=
ſicherer Heereskanndoniſt, wie mer jetzt erſt widder bei däre
Haager Kummferenz ſähe konnt; un zudem, ſagt ich, is mer des
„Friehſtick” in Lokarno zu deier, ſchließlich bin ich doch kaa
Außenminiſter.
Alſo, mir hawwe Lokarno oſtendadief links liege loſſe, un
ſin eniwwer uff die „Jungfrau” zu. Awwer däß Duſſeldier hott
ſich net blicke loſſe, ſundern hott ſich ſchamhaft in ihrn dickſte
Näwwelmandel gehillt. Iwwrichens muß ich ſage, außerm
ſogenannte „Bergkees”, was weider nix is, als wie ganz
ge=
wehnlicher Schweizerkees, is de Näwwel do unne in de
Schweiz wohl ſo e Art Heiminduſtrie, dann ſoviel Sorde vun
Näwwel hab ich noch gornet geſähe; ei do hott jo jed Ortſchaft
ihrn eichene hauswärkene Näwwel, un manchmol hott die ganz
Landſchaft e verzweifelt Ehnlichkeid mit unſere bollidiſche
Ver=
hältniſſe in Eiroba, indem daß mer als emol den bekannte
Sil=
werſtreife am Horizont ſieht, awwer nor uff em Moment, dann
is alles widder benäwwelt . . .
Drotzdem is mer do e Idee kumme, un ich mecht in aller
Beſcheidenheit dee Vorſchlag mache, wann widder e Kummferenz
abgehalte wärd, ſo ſoll mer emol zur Abwexlung die
Dellegat=
zione in ſo e gottvergeſſe Schweizer Sennhitt ſpärren, un ſoll ſe
bei ihre Verhannlunge ſolang die Milch der frommen
Denkungs=
art drinke un Schweizerkees eſſe loſſe, bis en de Staab zum Hals
eraus kemt; ich glaab, däß dhet die wedderſpenſtiche Gemieder
beruhiche, un die Ahnichkeid fördern . ."
Im iwwriche is die Schweiz im große un ganze noch genau
ſo, wie’s in dem große Theaterſtick „Wilhelm Täll, oder die
Ver=
ſchwörung von Genua, Schauſpiel in fimf Aufziechen von
Reſchi=
mentsarzt Friedrich von Schiller” beſchriwwe is, un wie mer’s
do eichehendich noochläſe kann; deiſchend genau, bis uff däß
hiſtoriſche Alwegliehe, un es hett mich in Altdorf dorchaus net
gewunnert, wenn do bletzlich de Willäm Täll, in de Perſon vun
unſerm Schenneral=Indendand Ebert aus de Kulliſſe rauskumme
weer, un hett do ix eme Bub en faule Abbek vum Kobb runner
geſchoſſe.
Wie geſagt, die Schweiz an ſich is noch ſo, wie ſe de Schiller
beſchriwwe hott, un der hott ſe gekennt . . . Dohärngääche die
Schweizer ſälbſt, die hawwe ſich ſehr verennert, dann ſie hawwe
ſozuſage es Schwätze verlärnt; diräckt wortkarch ſin ſe worrn.
Wann ich denk was die zu Tälls Zeide vor=e boediſch Sproch
gefierht hawwe, diräckt in Jambe hawwe ſe domals gebabbelt
un mit Zidade um ſich geſchmiſſe. Allerdings, däß mag valleicht
ſei, weil ſe net mehr „ſtill un harmlos” läwe kenne, wie zu Tälls
Zeide, un wo ſe des Geſchoß nur auf des Waldes Tiere gerichtet
hawwe, ſundern heit geht’s en bedeidend dräckicher, un ſie hawwe ſich
diräckt zu modärne Kannibahle endwiggelt, dann ſie läwe net
bloß vun Milch un Kees, ſundern hauptſächlich vun de Fremde;
ſie ſähe awwer drotzdem gut aus
No un mei Erfahrunge, die wo ich nu grad in däre
Be=
ziehung gemacht hab, die wär ich in=eme greeßere Exboſee
nieder=
un em Heſſiſche Verkebrsverband vorleege; Hann ſieht mer jo
weider ...
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Im iwwriche war während
mei=
ner Abwäſendheit in unſerm Srädtche widder allerhand los, un
wann ich des U’a genehme zuerſt erwehne därf, ſo denk ich an
däß Drama in de Rheinſtroß, wo jedenfalls widder ſehr viel
klaane Leit große Sorje un graue Hoorn mache wärd. s fehlt
allerdings aach net des „Satyrſpiel” dazu, indem ganz
be=
ſunners geſcheide Leit, die wo ſunſt 8 Gras waxe, un die Fleeh
huſte heern, dißmal ſällwer die Dumme ſin . ..
Ferner hott däß Schauſpiel vun unſere
Owwerborje=
maaſterwahl die Woch e feierlich End genumme, indem ſe unſern
Rudie Mueller endgildich in ſei Amt enei gefiehrt hawwe, un
hawwein ſozuſage „an die Kett” geleecht, die wo ſem umgehenkt
hawwe. Hoffentlich dreecht er net allzu ſchwer dra, un
hoffent=
lich bleiwe die bei dem feierliche Schlußakt gewexelte Worde net
bloß Worde . . . An mir ſoll’s net fehle ....
Dann hawwe ſe uufm Rodhaus neilich raſch mei
Abwäſend=
heit dezu benutzt, un hawwe mit=ere großmiediche Gäſte
geneh=
micht, daß mer dem Niewergall en Brunne uff die Inſel ſtelle
därfe. — Uff die Art is aach die Lokalpoſſe die Woch zu ihrm
Recht kumme, dann wie ſeecht mer als: „mit Gewalt hebt mer e
Gaas hinnerum”. — — Jetzt bin ich bloß emol geſpannt, was
aus däre Sach weiter wärd . . .
Was awwer ſchließlich un endlich die Juwiläumsfeier vun
unſerm alde Gumminaſium bedrifft, ſo hott die mehr en Stich
in’s — Klaſſiſch Dracheediſchet Un wann ich aach ſunſt
alle größe Geſchähe in unſere liewe Vadderſtadt mit meine Leyer
begleide dhu — ſo mußt ich dißmol devo abſähe, indem ich leider
net humaniſtiſch, ſundern bloß humoriſtiſch „gebild” bin. Mei
Ladein is alſo net weit her, un mit dene paar a geläſene Brocke
wie: Pärronoßbera ad aſtra, noblenz koblenz, buineß aires, oma
ameriga megum, in vino wärridaß, aurora muſis amiga . .
kann mer net viel Staat mache un die reiche net for e ganz Gedicht
im Klaſſiſche Stiel. — Daß mer awwer de Niewergall, der wo
doch en Schieler vun däre Schul war, net zu Word kumme hott
loſſe, däß is widder mol ächt Darmſtädteriſch un do benne ſich
die klaſſiſche Feſtfeier=Kommideedler was ganz beſunner
Klaſ=
ſiſches druff eibilde: mir falle in dem Fall bloß die klaſſiſche
Worde ei”; o ſankta ſimmblizidaß . . .
Der zeitgemäße Haushalt.
vier
keleuchtungskörper und Gegenſtände aus
ſeMeBroize von Fliegenſchmutz zu reinigen. Da die
wich” Flifign mit Vorliebe die Lampen umſpielen und auf ihnen die
ſemit Sp rutn ihres Daſeins hinterlaſſen, ſo müſſen dieſe von Zeit zu
Zeis on dieſen geſäubert werden. Da ihnen mit Seife nicht
beizubmmen iſt, ſo wende man geriebenen
Kartoffel=
brxian, den man auf die Gegenſtände aufträgt, einige Zeit
ein=
win=g läßt, um ihn dann mit ſauberer Bürſte zu entfernen.
Ute Metallgasſchläuche gut zu verwenden
Trufgrößter Sorgſamkeit in der Behandlung des
Küchenaus=
guſſte und öfteren Ausbrühen desſelben mit kochendem Waſſer,
zunriöſen des Fettes, iſt dieſer doch öfter einmal verſtopft. Ganz
„austg eichnet eignet ſich zur Reinigung ein alter, ausrangierter
Gauzſlauch. Iſt dieſer ſpiralartig mit Metall umwunden, ſo iſt
er, ih wertvoller dazu, da er dann keine Brüche oder Riſſe
be=
z” komn. Man öffne mit einer Drahtzange die untere
Gewinde=
ſchißave des Ablaufrohres, laſſe das ſchmutzige Waſſer in ein
un eeſtelltes Gefäß ablaufen und ſchiebe nun den Schlauch,
den gan zuvor verkorkt, um ſein Inneres vor Schmutz zu be
wahn, in das verſtopfte Teil des Rohres, während man das
ani+e Ende, mit kräftiger Bindfadenſchlinge verſehen, um das
Haondelenk befeſtigt, damit er nicht in das Rohr abrutſchen kann.
Na chinigem Hin= und Herziehen iſt das Hindernis beſeitigt und
naſh em Verſchrauben gieße man nur noch 1 Topf heißes
Soda=
waſſe nach, um alle Schmutzreſte gründlich zu entfernen. T.
ergeben
ſaumwollene Strumpfſchäfte
brſochbare Aufwaſchlappen. Die ausrangierten Schäfte
ſolleeman an der Naht auseinanderſchneiden, zur Hälfte
zu=
arumnlegen und einige Male durchſteppen. Mit Bandöſe
ver=
ſeh=a ergeben ſie ſehr brauchbare Aufwaſchlappen. Wollene
StEunpfe eignen ſich nicht dazu, da ſich darin das Fett feſtſetzt
un gadurch der Lappen ſchmierig wird.
L.
würzgurken. Kleine Gurken werden geſchält, gut
Eim talzen, nach 24 Stunden wird das angeſammelte Waſſer
Ablend gewöhnlicher Eſſig zugegoſſen, den man 48 Stunden
Lahaf ſtehen läßt. Nun werden Nelken, Pfeffer, engl. Gewürz,
9ryMſtoßener Senf und feingeſchnittener Dill mit Eſtragon ge=
WeM darin die Gurken gewälzt und in einen Topf geſchichtet,
Dei gieße man ½½ Liter Weineſſig, der mit 1 Pfund Zucker
belieſt rpurde, heiß darüber und verbinde die Gläſer nach dem
Abeülert.
Em=Kompott. In einen verſchließbaren Steintopf
Aeckſmen ½ Liter Rum oder Arrak. Fülle dann Weinbeeren,
e ſhä lte Pfirſichſtückchen, abgezogene Pflaumen und Aprikoſen,
Nzerſchnitten hinein. Zu je 1 Pfund Frucht rechne man ½
*EN Bucker, dann gieße man zum Schluß noch 34 Liter Rum
ſelle das Ganze nicht zu warm. Bis alle Früchte beiſam=
HI.
Me Mns, muß öfter umgerührt werden.
Engliſcher Plumpudding. 34 Pfund Nierenfett und
¼ Pfund weißes Rindermark, enthäutet, ſchneide man
kleinwürf=
lig und verrühre es mit ½ Pfund geriebener Semmel und ¼
Pfund Mehl. Füge 8 Eier, Salz, 1 Eßlöffel Zucker, die
ab=
geriebene Schale 1 Zitrone, ¼ Pfund große und kleine Roſinen
50 Gramm feingeſchnittene Orangenſchale, 100 Gramm
geſchnit=
tenes Zitronat und 3 Eßlöffel Rum dazu. Gut gemiſcht, fülle
man damit eine gebutterte, ausgeſtrichene, hochwandige
Pudding=
form nur dreiviertelvoll und koche den Pudding 5—6 Stunden
im Waſſerbad. Jedoch ſo, daß das Waſſer nicht in die Form
gelangen kann. Heiß geſtürzt, übergieße man den Pudding mit
Rum, zünde ihn an und reiche dazu eine ſchaumige Weinſoße, L.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Heidelbeerkaltſchale, Hammelcarree mit grünen
Bohnen, Johannisbeergrütze mit Vanilleſoße. — Montag:
Schweizer Leberli im dicken Reisrand, Tomatenſalat. —
Diens=
tag: Fleiſcheierkuchen und Gurkenſalat. — Mittwoch:
To=
maten=Makkaroni. — Donnerstag: Kohlrabigemüſe mit
Bratwurſt. — Freitag: Fiſchauflauf. — Samstag:
Hefe=
plinſen mit geſchmorten Heidelbeeren.
Wie werde ich ſchlank und ſchön.
N
Humor
Snowden im Lichte der franzöſiſchen Karikatur.
Le Journal, Paris, ſtellt den engliſchen Schatzkanzler in obiger
Weiſe dar und gibt der Zeichnung die Unterſchrift;
„Das Löſegeld des Friedens.”
Snowden: „Noch und noch!”
Der Arzt: „Wor allem aſſo Djät: zweimal täglich ein Glas Milch
— michts anderes.”
„Vor oder nach dem Eſſen, Herr Doktor?” (Humoriſt, London.)
Beſcheidene Frage. „Dieſe Zweizimmerwohwung würde ich Ohnen
vermieten für 60 Mark die Woche. Aber Bedimgung: keine Hunde,
beine Katzen, keinen Flügel, bein Grammophon, keinem Lautſprecher,
keine Kinder!” — „Haben Sie auch etwas dagegen, wenn einmal meine
Schuhe Enarren?”
Eheliche Zwieſprache. Er: „Wenn ich gewußt hätte, daß dur ſo
ver=
ſchwenderiſch biſt, würde ich ſich nicht geheiratet haben.” — Sie: „Wenn
ich es nicht wäve, würde mei Vater mich dir gar nicht gegeben haben.”
Eines ſchickt ſich nicht für alle. Im Dorfe iſt eine große Leiche, ſo
wird m Realams Univerſum erzählt. Nach dem Begräbnis ſitzt die
ganze Tvauergemeinde im Hauſe der Witwe beim Kaffee. Da will einer
der Bauern ſich den Zucker mit der ſilbernen Zuckerzange nehmen, die
als Prachtſtück daliegt. Aber die Witwe wweiſt ihn ſtreng zurück: „Willſ
du wohl die Hände davon laſſen. Die Zuckerzange iſt nur für dem
Herrn Paſtor, und den Herm Lehrer da, ihr Bauern könnt euch dem
T
Zucker mit den Fingern rausnehmen.
Späte Erkenntnis. Der Herr Studienvat hat eine ſeiner
Primane=
rinnen als Gattin heimgeführt, und dieſe har ſich als arge Xanthippe
entpuppt. Es iſt wieder einmal recht ſtürmiſch hengegangen, zund die
ſtreitbare Ehehälfte hat ihm ein Buch an dem Kopf geworfen. Da ſeufzte
er tief auf un
d murmelt: „Und dir hab” ich im Betragen immer „Sehy
gur” gegeben!“
Die letzte Rettung. Das Glück war von der Filmdiva gewichenz
ſie zog im Leihhaus ein Päckchen aus der Taſche und ſvagte unden
Tränen: „Was bekomme ich dafür?‟ Der Beamte betrachtete ſtreng
die Wertſachen — es waren ihre acht Tvauringe!
Auswendig photographieren. Ein hübſcher Scherz von dem
berühm=
den Münchener Komiber Karl Valentin wird in „Kunſt und Wirtſchaft”
erzählt. Valentin trütr in einer Szene auf, die i dem Atelier eines
Phovographen ſpielt.: Eine Platte iſt verdorben, und Walentin ſoll die
photographierte Dame wieder herbeiſchaffen, damit ſie noch einmal
auf=
genommen werden bann. Aber er hält das gar nicht für notwendig, er
ſchüttelt in ſeiner unmachahmlichen Weiſe den Kopf und brmmt ſt
ganz nebenbei: „Ah was, die kenn i genau. Die photognaphier, f.
aus=
vendi . ..""
Wie gefällt Ihnen ein
T.
Koſtum fur den Herbſt.
Das iſt eine Frage, die wohl beim 5=Uhr=Tee,
bei Geſellſchaften, beim „thé aprés”, kurzum immer
da wo einander ein paar Damen treffen, um vom
„Weſentlichſten”, alſo: von der Mode zu ſprechen,
vielfach aufgeworfen wird.
Es iſt nun auch ſchon an der Zeit, ſich mit der
neuen Herbſtmode zu befaſſen und jegliches Für
und Wider ins Treffen zu führen, denn letzten
En=
des ſind es nicht allein die großen Salons und die
verſchiedenen Modekünſtler, die eine Linie in den
Vordergrund rücken, ſondern die Damen ſelbſt,
die mit einer Einſtellung zu beſtimmten modiſchen
Richtlinien den Erfolg entſcheiden oder den
Miß=
erfolg beſiegeln können.
Die Koſtüme, von denen wir heute ſprechen
wollen, ſind ſeit Jahr und Tag ein
Schmerzens=
kind der Mode, denn die führenden Häuſer
ver=
ſuchen ſchon lange Zeit, ſie zu den Beherrſchern der 4—
ſportlichen Linie zu machen, doch ſtoßen ſie immer
wieder auf einen gewiſſen Widerſtand.
Allerdings räumte ſchon die vergangene
Som=
mermode dem Complet=Koſtüm eine nicht
un=
weſentliche Stellung ein und es ſcheint beinahe,
als hätte ſich die elegante Frau mit dieſen Typen
letzten Endes doch ſehr befreundet. Um ſo leichter
wird es ja dem Koſtüme werden, auch die
Trot=
teurmode des Herbſtes zu beeinfluſſen. Auch haben
die großen Ateliers wirklich ausgezeichnete Modelle
in Vorbereitung, ſo daß der Koſtümgedanke in
vie=
ler Richtung ausgebaut werden dürfte. Das
Ko=
ſtüm iſt auch für die kommende Saiſon im
all=
gemeinen der Strapazmode zugedacht, womit
ſport=
liche Verwendungszwecke und Promenade gemeint
ſind. Natürlich wird man neben den
ausgeſproche=
nen Trotteurſtücken auch ſolche finden, die ſozuſagen
„nachmittäglichen” Charakter haben, doch dürften
ſie in der Minderzahl bleiben.
Das Material, das für dieſe Zwecke
herange=
zogen werden wird, richtet ſich vollkommen nach der
Art des Modells und nach der Gelegenheit, ſür die es
heran=
gezogen werden ſoll. Die ſportlichen Koſtüme zum Beiſpiel
werden ausnahmslos aus gemuſtertem, engliſchem Materiale
ver=
fertigt und nicht mehr aus den einfarbigen Stoffen, die ſich
weil ſie allzu empfindlich waren — als unpraktiſch erwieſen.
Einfarbig bleibt nur das elegante nachmittägliche Modell,
das durch ſeine Schattierung, durch die Weichheit des Gewebes
und die reiche Fellverbrämung ſeine vornehme Note erhält.
Die Formen der neuen Koſtüme ſind ſehr verſchiedenartig.
Neben geraden, zweireihigen Modellen begegnet man immer noch
Vereinfachungen in der Wäſchemode.
Schon lange Zeit verſucht man, den Büſtenhalter aus der
Wäſchegarderobe zu verbannen und nun iſt es endlich gelungen,
ihn inſofern auszuſchalten, als er mit dem Wäſcheſtück derart
vereinigt wird, daß er daran angearbeitet erſcheint. Er ſtellt
ſomit nicht mehr ein ſeparates Stück dar, ſondern ſieht ſozuſagen
wie eine Garnierung der Wäſche aus, wobei man aber den
Spitzenbeſatz in entſprechender Büſtenhalterform arbeitet und
mit Säumchen, Ajours u. dgl. verbindet.
In unſerem Bilde zeigen wir dieſe neue Idee auf eine
Rock= und eine Hoſen=Kombination angewandt, die ſicherlich
großen Beifall finden werden, da die elegante Frau auf dieſe
Weiſe ein Stück der Unterwäſche (in dieſem Falle eben den
Büſtenhalter) erſparen kann und mithin, ihrem Wunſche nach,
Schlankheit der Silhouette und Vermeidung jeder überflüſſigen
Willy Ungar.
Unterkleidung Rechnung getragen wird.
Ledermäntel
ſehen für kurze Reiſen, Auto=Touren und Weekendfahrten immer
ſehr gut aus und ſind — da ſie faſt unverwüſtlich ſind — auch
außerordentlich empfehlenswert.
Man bringt für den Herbſt faſt keine Sämiſchmäntel mehr,
ſondern nur die Modelle aus glattem Leder, jedoch nicht immer
in dem üblichen braun, ſondern vielfach in ſehr ſchönen Grün=
und Rot=Schattierungen. Dieſe Umhüllen haben in der Regel
die gerade Grundform und werden am Kragen und an den
Man=
ſchetten mit langhaarigem Pelzwerk verbrämt, das immer ſehr
vorteilhaft kleidet.
W. U.
den mit einem Gürtel verſchloſſenen Typen, dann aber ſieht man
auch halblange Jacken, die die Paletotidee erfolgreich vertreten.
Auch Koſtüme mit raglanartig geſchnittenen Jacken ſind nicht
ſelten, kommen aber nur für große, ſchlanke Erſcheinungen in Frage.
Einen ſehr weſentlichen Faktor der neuen Mode ſtellen die
Verbrämungen dar. Hier wird natürlich zwiſchen den
Strapaz=
modellen und jenen Sachen, die nur als Gelegenheitsſtücke gedacht
ſind, ein auffallender Unterſchied gemacht; denn während man
bei einem Trotteurmodell immer auf Haltbarkeit des Pelzwerks
ehen und infolgedeſſen möglichſt Edelfelle heranziehen muß, kann
Eidechſen=Leder für Garnierungszwecke
ſtellt eine ſehr reizende Neuheit der Herbſtſaiſon dar. Man
ver=
fertigt alſo jetzt nicht nur Schuhe aus Eidechſen= und
Schlangen=
leder, ſondern auch eine ganze Anzahl von Toiletten=Details, die
die ganze Aufmachung in der aparteſten Art ergänzen.
Sehr ſchick wirkt beiſpielsweiſe die Anſteckblume aus ſolchem
Leder und es iſt geradezu verblüffend, wie weich und
ungezwun=
gen die Blüten aus dem an ſich ſpröden Materiale hergeſtellt
werden können (Figur 1).
Die Garnierung der Handtaſche mit den verſchiedenen
„Exoten”=Häuten iſt bekannt (Mittelbild).
man für die nachmittäglichen Sachen die ver
denen Imitationspelze verarbeiten, die nicht
ſpielig und außerordentlich dekorativ ſind.
Modevorſchrift über die ſich die großen So
ſtillſchweigend einig wurden, beſteht darin, daß
Verbrämung immer dunkler ſein ſoll, als der S
aus dem das betreffende Stück gearbeitet iſt.
Einige Modelle, die als Vorläufer der Helt
mode anzuſehen ſind, mögen über die neu
Koſtümentwürfe orientieren:
Das letzte Bild ſtellt die ſportliche Type
die ungemein flott iſt und der einfachen Ten
der Mode durchaus Rechnung trägt, alſo zw
los die bevorzugte Vormittagsaufmachung der
ganten Frau werden dürfte. Hier ſieht man ir
Regel mittelgroß gemuſtertes, oft kariertes D
rial in einer neutralen Grundfarbe, wobei die S
fen oder Karos oft auch einen leichten bunten,
zent haben, etwa graue Stoffe mit zartgrünen
blauen, auch beigefarbene Gewebe mit roten
orangefarbenen Karos. Die zweireihige He
ſakkoform iſt ſehr beliebt, die breiten Revers
den von der Herrenmode übernommen. Inn
ſant iſt die Idee, den Kragen unverbrämt zu lo
und nur die Manſchetten mit einem langhaa=
Trotteurfelle zu garnieren (wobei hier in der He
ſache Opoſſum in Frage kommt, das außerordu
lich widerſtandsfähig und haltbar iſt, und ſich
Charakter der ſtrapazfähigen Modeſtoffe ſehr
anzupaſſen vermag).
Das Koſtüm für den Nachmittag, das ma/
Schwarz, Marineblau oder einer anderen ſch
Farbe (etwa in dem modernen „Negerbra
Petroleumblau oder Schiefergrau) arbeiten En
bringt unſere erſte Skizze. Es handelt ſich hien!
eine gerade, mit einem Gürtel verſchloſſene S
die an ihrem unteren Rande in origineller Arä
Perſianerklauen verbrämt iſt und einen apa Mſdl
tuchartigen Fellkragen aus dem gleichen Pelz
vorſieht. Auch die Verbrämungsart der Manſige Kram
EI.
ten weicht von alltäglicher Banalität weit
Emenet4) Eigenartig iſt der Rock dieſes Koſtüms, der
geſetzte Glockenkeile zeigt, die der Linie jene
ſchwingtheit geben, die für die herbſtliche A
maßgebend werden ſoll. Von ganz unvergleichlichem, ſt
lichem Schick iſt Double=Stoff von leichter, weicher
beſonders wenn er für ein=Aaketotkoſtüm verwendet miRé
ſo daß die karierte Seite des Materiales für den Rock, die Jurmstadt
farbige Außenſeite aber für die halblange Jacke verarb
wird. (Mittelſkizze.) Zu einem ſolchen Sport=Enſemble t
man — wie übrigens zu. faſt allen Koſtümen — den einfach
ungarnierten Filzhut in eleganter Farbtönung.
Außerordentlich beachtenswert hingegen erſcheint die
Hand=
ſchuhſtulpe aus Eidechſenleder, die natürlich mit dem Leder der
Schuhe vollkommen harmonieren muß (Bild 3).
In letzter Zeit pflegt man übrigens auch die Revers des
Trotteur=Koſtüms mit Schlangenleder zu belegen und ſchafft auf
dieſe Weiſe eine ungemein mondäne Neuheit.
W. U.
Nückengarnierungen
und .=Verſchlüſſe werden beim herbſtlichen Kleide ſehr oft zu
ſehen ſein, obzwar ſie ja eigentlich nicht praktiſch ſind; ihre
Wir=
kung iſt aber immer wieder ſo reizend und pikant, daß man den
kleinen Nachteil gerne auf ſich zu nehmen bereit iſt. Da — wie man
weiß — das Beſuchsmodell für den Herbſt ſehr einfach ſein wird,
ſtellt oft die Rückengarnierung den einzigen Aufputz dar. Zwei
aparte Ideen dieſer Art bringen wir in unſerem Bilde und zwar
links einen Leiſtchenkragen, der rückwärts zu einer Maſche
ver=
inotet wird, rechts ebenfalls einen halbhohen Kragen, der ſich
in einer bogig geführten Knopfleiſte fortgeſetzt.
Zu einfach=aparten Kleidern dieſer Art trägt man natürlich
auch ſchlichte Hüte und zwar ſowohl die enganliegenden Formen
als auch die mit einem ſchmalen Rande verſehenen Faſſons, die
ſogar oft ein ganz klein wenig garniert werden; etwa mit halb=
Willy Unga
plaſtiſch applizierten Kunſtblumen (links) oder mit metalliſch
malten Federchen (rechts). Auch den nachmittäglichen E
pflegt man übrigens nicht ſelten in der ſogenannten „Aufl=
technik” zu bemalen, ſo daß auch die neue Fußbekleidung für 2
Herbſt (Samtſchuhe ſollen im Vordergrunde ſtehen) ſehr dekoran
W.I.I
ausſehen wird.
Das Paletot=Complet
dürfte — nach den erſten Vorläufern der Herbſtmode zu ſchließen
die man in den großen Modeſalons zu ſehen bekommt —
nächſter Zukunft eine große Rolle ſpielen.
Tatſache iſt, daß dieſe ech0)
M=
fungen ſehr kleidſam und aul
praktiſch ſind, da ſie ſowohl ſik
Trotteurzwecke als auch für dee
Nachmittag verwendet werde‟
können.
Man arbeitet ſolche Modell.
aus einem weichen, in=ſich=dell
nierten Materiale in einer ſche
nen Neutralfarbe, hält Na
Kleid möglichſt einfach (in M.
ſerem Bilde zeigen wir eiſt.
ſchicken Entwurf mit geradel.
Oberteil, Gürtel und glodige"
Rockpartie) und gibt dem P0e.
tot die gerade, ſchlichte Forme
Die ſchmalen Revers wewdel”
mit Vorliebe mit Fell bes9!
ebenſo die Manſchetten.
Ein kleiner Filzhut, der woct
der Farbe des Pelzwerls üwe.
einſtimmt und ganz ungarmiet.
bleibt, iſt nach wie vor die eie
Z.
ganteſte Kopfbedeckung. E
Ft.
den
WEiu
juice * Verreicht
en IM
ſte u.
Quali=
ät zſd meine
hoch=
vertigen
chrräder
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Das Winter-Semester beginnt Mittwoch, den 9. Oktode
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