Darmstädter Tagblatt 1929


06. Juli 1929

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenev Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.

Nummer 185

Samstag, den 6. Juli 1929.

192. Jahrgang

27 mm breiie Zelie im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reſchepfg. Relaomezelle (92 mm
breitl2 Reſchemarl.Anzelgen von auswärte 40 Reſchepfg.
Snaneälingelgen S cheſchterſs. Amm breie Reſanie=
zelſe
300 Reſchemart. Alle Preſſe in Reichemart
(4 Dolſar 420 Marll. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Strell uſw., erſiſcht
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
auſträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fäll jeder
Rabat weg. Bankkonto Deuiſche Bank und Darme
ſtädter und Natſonalbank.

Die gefährdete Konferenz.

Der Schakken einer franzöſiſchen
Regierungskriſe.
Henderſon für baldige und vollſkändige Rheinland=
Hunn.
* Das Intereſſe für das Zuſtandekommen der großen poli= Frage der Kriegsliquidierung wieder. Wie ernſt der frühere
tiſchen Konferenz iſt in den europäiſchen Diplomatenſtuben augen=
blicklich
zurückgetreten gegenüber den Gefahnen, vor denen innen=
politiſch
das Kabinett Poincars ſteht. Die Pariſer Berichter= Aehnlichkeit zwiſchen der gegenwärtigen Lage und derjenigen von
ſtatter ſprechen bereits von einer Miniſterkriſe. Sie deuten an, 19141. Im einzelnen, erklänt Herriot u. a.: Gs ſcheint mir
daß Briand und Loucheur entſchloſſen ſind, aus dem Kabinett
Poincaré auszuſpringen, und daß Herriot ſich bereit mache, die
Erbſchaft anzutreten. Das ſind reine Kombinationen. Vorläuſig
iſt wohl nur zu ſagen, daß die parlamentariſche Lage des Ka=
binettes
Poincaré vollſtändig unüberſichtlich geworden iſt. Die
Linke ſcheint ſich überlegt zu haben, daß es zwecklos iſt, Poincaré
gegen ſeine früheren Bundesgenoſſen vom bloe nationale zu
unterſtützen, wenn er nicht irgendwie bindende Zuſagen gibt.
Sie droht deshalb, daß ſie mit zugeſpitzten Anträgen kommen
wird, um Poincaré zu zwingen, Farbe zu bekennen. In dieſem
Zuſammenhang ſpielt auch die Forderung einer beſchleunigten
Rheinlandräumung eine große Rolle, wie weit eine ausſchlag=
gebende
Rolle, das iſt außerhalb von Paris ſchwer zu beurteilen.
Schließlich aber haben wir ja Herrn Herriot ſchon bei der erſten
Konferenz von London vor 5 Jahren erlebt. Er iſt ganz gewiß
kein Stürmer, ſondern mehr ein Mann der Kompromiſſe, und
wenn er auch vielleicht der Räumung des Rheinlandes weniger
Hinderniſſe in den Weg legen würde, ſo ſcheint er doch, ſoweit die
Saarfragen in Betracht kommen, ziemlich eines Sinnes wie
Poincaré zu ſein. Zudem darf man vorläufig noch annehmen,
daß Poinearé die Schwierigkeiten meiſtern wird, Stürzt er, dann
hängt natürlich auch die Konferenz in der Luft, weil dann erſt
eine neue Regierung abgewartet werden muß, die auch eine ge=
wiſſe
Zeit zum Einarbeiten braucht.
Inzwiſchen iſt aber doch wenigſtens inſoweit ein Fort=
ſchritt
zu verzeichnen, als Herr Henderſon im Unterhaus auf eine
Anfrage Chamberlains mehr geſagt hat, als in der Thronrede
ſtand. Er hat ſich dabei darauf feſtgelegt, daß eine vollſtändige,
gleichzeitige und ſo bald wie möglich durchzuführende Räumung
den Zwecken des Friedens dient daß Deutſchland aus Gründen
der Billigkeit die Räumung verlangen kann, weil es alle Be=
dingungen
erfüllt hat. Er hat auch die Ueberzeugung ausge=
ſprochen
, daß nach ſeiner Kenntnis der diplomatiſchen Korreſpon=
denz
Frankreich und Belgien einer baldigen Räumung keine un=
überwindlichen
Schwierigkeiten bereiten würden. Für alle Fälle
hat er ſich darauf feſtgelegt, daß er auf der bevorſtehenden Repa=
rationskonferenz
jeden möglichen moraliſchen Druck im Intereſſe
einer vollſtändigen Rheinlandräumung ausüben werde‟. Das
iſt ſchon etwas. Das ſtärkſte Druckmittel allerdings ſcheint Hen=
derſon
nicht anwenden zu wollen. Er hat ſich gegen eine ein=
ſeitige
Zurückziehung der engliſchen Truppen ausgeſprochen, weil
dadurch die deutſche Regierung beunruhigt werden könnte. Das
mag vor Jahren richtig geweſen ſein, heute iſt es kaum mehr
richtig, denn wenn England ſeine Truppen zurückziehen würde,
dann ſtießen die Franzoſen vielleicht auf Wiesbaden nach, würden
ſich aber gegenüber der ganzen Weltmeinung derart ins Unrecht
ſetzen, daß ſie ſich auf die Dauer in dieſer Stellung nicht zu hal=
ten
vermöchten.
Die von dem Staatsſekretär des Auswärtigen, Henderſon,
im Unterhaus gemachten Ausführungen zur Frage der Rhein=
landräumung
lauten wie folgt:
Ich glaube, wir alle ſind von dem Wunſche erfüllt, die Räu=
mung
durchgeführt zu ſehen; ich glaube, es iſt wichtig, daß ſie
durchgeführt wird. Soweit ich bis jetzt zu überſehen vermochte,
iſt von der deutſchen Republik die Geſamtheit der ihr durch die
Allierten auferlegten Bedingungen zur Durchführung gebracht
worden, und da das der Fall iſt, ſo ſollte die Näumung ſo be=
ſchleunigt
wie möglich durchgeführt werden. Ich habe ſehr gründ= bei den Reparationszahlungen dient, ſondern dem internationg=
lich
nachprüfen müſſen, was zwiſchen den verſchiedenen ehemals
allierten Mächten und den verſchiedenen intereſſierten Parteien
vorgegangen iſt. Ich habe u. a. die Beſprechungen nachbrüfen oder Vertreter der verſchiedenen Zentralbanken werde eine Mög=
müſſen
, die zwiſchen Sir Auſten Chamberlain als dem Vertreter
Großbritanniens und den anderen Mächten in Lugano ſtattgefun=
den
haben. Ich habe die Beſprechungen über dieſes Thema in
die ſehr ſcharf vmriſſenen Schlußfolgerungen, zu denen man dabei
gekommen iſt. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß wir in
dieſem Augenblick, wo es von allergrößter Wichtigkeit iſt, es un=
mißverſtändlich
klarlegen ſollten, daß wir von dem Wunſch erfüllt
ſind, daß die Näumung im denkbar früheſten Augenblick ein=
treten
ſollte. Ich habe von Chamberlain die Ueberzeugung, daß
es nicht im Intereſſe des europäiſchen Friedens iſt, wenn das etwa merkt, daß der demokratiſche Sengtor von Utah. King, bereits im
gradweiſe oder in Etappen geſchieht. Ich denke, wir ſollten ver=
ſuchen
, ſowohl die franzöſiſche wie die belgiſche Regierung dazu
zu veranlaſſen, daß ſie dieſen Schritt mit uns zuſammen tun. Ich
möchte folgendes ausdrücken: Ich glaube kaum, daß Deutſchland
ſelbſt den Wunſch hat, eine Räumung zu erleben, die ich als
brockenweiſe Näumung bezeichnen müßte. Ich glaube, daß man
in Deutſchland enttäuſcht ſein würde, wenn die Räumung auf=
geſchoben
würde und, wie ich glaube, würde man in Deutſchland
genau ſo unangenehm berührt ſein, wenn die Näumung den
Charakter einer brockenweiſen Näumung tragen würde. An Hand
des geſamten Meinungsaustauſches, der in den drei oder vier
Wochen ſtattgefunden hat, glaube ich keine Veranlaſſung zu haben,
annehmen zu müſſen, daß der völligen Näumung von ſeiten der
franzöſiſchen oder der belgiſchen Negierung irgendwelche unüber=
windliche
Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Die Mit= gehend zu unterrichten. Bereits in dieſen Tagen wird mit den 1
glieder dieſes Hauſes können verſichert ſein, daß der geſamte, dolniſchen Unterhändlern auf neuer Grundlage Fühlung genom= (
morgliſche Einfluß, den wir insbeſondere bei der bevorſtehenden

Konferenz über den Bericht der Reparationsſachverſtändigen in
die Wagſchale werfen können, in die Wagſchale geworfen werden
wird, um einen ſchleunigen und einhelligen Entſchluß zugunſten
der Räumung zuſtande zu bringen.
Herriol zur Frage der Kriegsliquidierung.
TU. Paris, 5. Juli.
Die Volonté gibt eine Unterredung mit Herriot über die
Miniſterpräſident die Lage infolge der Haltung der franzöſiſchen
Regierung anſieht, geht aus ſeiner Bemerkung hervor: Welche
unmöglich, die drei Fragen der Ratifizierung der Schuldenab=
kommen
, des Inkraftſetzens des Young=Planes und der Nhein=
landräumung
voneinander zu trennen. Man muß offenes Spiel
ſpielen und entweder eine Politik des Friedens verfolgen, oder
ſie gar nicht verſuchen, ſich von England trennen, oder das
Rheinland räumen. Die neuen Schwierigkeiten rühren daher,
daß die Regierung ſich für Zwecke ihrer Innenpolitik an eine
Mehrheit wendet, die ihr in ihrer Außenpolitik nicht folgen will.
Ich bin überzeugt, daß die Ereigniſſe ſich ſo entwickeln werden,
daß ſie den Widerſpruch in der politiſchen Lage ſprengen und
die ganze Frage auf eine logiſche Grundlage ſtellen werden. Der
Young=Plan ſcheint als Ganzes genügend, doch pflichte ich den
von Caillaur ausgeſprochenen Vorbehalten über die Satzungen
der Internationalen Bank bei. Ich nehme keinen Anſtoß an den
Grundſätzen dieſes großen Kreditinſtituts, ſondern an dem im
Sachverſtändigenbericht bekundeten Willen, die Politik den Ge=
ſchäften
unterzuordnen.
Recht zurückhaltend äußert ſich Herriot zu den Fragen der
diplomatiſchen Konferenz. Einerſeits gibt er dem Wunſche Aus=
druck
, die franzöſiſche Regierung möge ſich zur Näumung des
Rheinlandes entſchließen, andererſeits meint er, Dr. Streſemann
dürfe die Verhandlungen nicht gleichzeitig mit allen Fragen, und
beſonders nicht mit der Saarfrage belaſten. Schrittweiſe gehe
man dem Bunde der europäiſchen Staaten entgegen. Die Wirt=
ſchaftskartelle
ſeien ihre erſte Etappe, die zweite werde die Ab=
rüſtung
ſein, die zu Waſſer die Verſtändigung zwiſchen England
und den Vereinigten Staaten vorbereite und die zu Lande die
Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und Frankreich möglich
machen werde. Er habe immer für dieſe Einigung gekämpft. Sie
ſei Frankreichs einziges Verteidigungsmittel, wenn es nicht
koloniſiert werden wolle.
Reparalionsbank.
öffentlicht in der Monalszeitſchriſt International Handelshouſe runkt geweſen für die vertragliche Neuregelung, die Ihnen vor=
einen
längeren Aufſatz, in dem er ausführt, daß die vom Young=
Plan vorgeſehene Neparationsbank keineswegs lediglich dem
Reparationstransfer dienen ſolle, ſondern als Finanzinſtitut ge=
dacht
ſei, das die Stabilität des Weltkreditmarktes und des Welt=
handels
ſichern ſolle. Lamonts Artikel wird in politiſchen Kreiſen
größte Bedeutung beigemeſſen, da man annimmt, daß er die Auf=
faſſung
der amerikaniſchen Hochfinanz vertrete, die die Beteiligung
Amerikas an der internationalen Bank als im Intereſſe der Ver=
einigten
Staaten liegend anſieht. Andererſeits wieder erregt der
aus, im Laufe ihrer natürlichen Entwicklung könne die Bank
len Handel und der Weltfinanz bisher fehlende Onganiſations= brauch derſelben durch beengende Verträge einſchränken wollen!
möglichkeiten bietet. Durch häufige Verhandlungen der Leiter
des Weltkredits und die Struktur der Nachkriegszeit durchaus
Genf nachprüfen müſſen ſehr wichtige Beſprechungen und notwendig ſei. Ferner ſei zu erhoffen, daß die Bank der Er= tage vorgeſchlagene Regelung aber ſtellt einen zweiſeitigen un=
ſchließung
neuer Märkte dienen und überhaupt eine intenſivere
Entwicklung des Welthandels fördern werde. Lamont betont
dann noch nachdrücklich, daß die Tätigkeit der Bank ſich ohne
politiſche Nebengedanken auf reinen Geſchäftsprinzipien auf=
bauen
ſoll.
World, die Lamonts Artikel ausführlich wiedergibt, be= neint werden.
Jahre 1921 einen ähnlichen Bankplan zur Stabiliſierung der
Deviſen mit Präſident Harding erörtert habe.
Neu2 deufſch-polniſche Handelsverkrags=
enanfdinden
.
Warſchau, 5. Juli.
Nach der Nückehr des Geſandten Nauſcher nach Warſchau iſt Reichsverfaſſung neu geregelt.
damit zu rechnen, daß die deutſch=polniſchen Handelsvertrags=
nahmen
auf dem Gebiete der Landwirtſchaft entſtanden iſt, ein=
men
werden.

Verfaſſung und Konkordak.
Randbemerkungen.
Von
Geheim. Legationsrat v. d. Decken, Hannover.
Wie gemeldet, iſt das Konkordat im Hauptaus=
ſchuß
des Preußiſchen Landtags mit 16 gegen 13
Stimmen angenommen worden. Wenn nun auch
vom Plenum ſchwerlich noch eine Aenderung zu er=
warten
ſein dürfte, ſo ſind die nachfolgenden Aus=
führungen
um ihrer verfaſſungsrechtlichen Einwände
Die Schriftleitung.
willen leſenswert.
Der förmliche Vertrag zwiſchen dem Papſte Pius XI. und
der Preußiſchen Staatsregierung über die Rechtslage der katho=
liſchen
Kirche in Preußen, der am 14. Juni von dem päpſtlichen
Nuntius in Berlin einerſeits und dem preußiſchen Miniſterpräſt=
denten
andererſeits unterzeichnet wurde, hat bereits am 28. Juni
den Staatsrat paſſiert und iſt drei Tage ſpäter, am 1. Juli, in
erſter Leſung im Landtage verhandelt worden. Die Ausſchuß=
beratung
hat ſich unmittelbar angeſchloſſen, die zweite Leſung im
Plenum iſt für den 6. Juli und die entſcheidende dritte Leſung
für den 9. Juli in Ausſicht genommen.
Die Schnelligkeit, mit der dieſer förmliche Vertrag, wie er
in der Einleitung ausdrücklich bezeichnet wird, under Dach ge=
bracht
werden ſoll, läßt alſo nichts zu wünſchen übrig. Die Mög=
lichkeit
, daß ſich die Abgeordneten in dieſer höchſt bedeutſamen
innenpolitiſchen Angelegenheit mit ihren Wählern in Verbindung
ſetzen, iſt außerordentlich erſchwert. Geradezu unmöglich iſt es
aber gemacht, in Verſammlungen die Bevölkerung rechtzeitig über
die Bedeutung dieſes Vertrages aufzuklären. Man kann ſich ſogar
des Eindrucks nicht erwehren, daß ſelbſt, die Jahreszeit, der
Hundstags= und Ferienmonat Juli, abſichtlich ausgeſucht iſt, um
das Vertragsſchiff mit ſeiner recht bedenklichen Ladung möglichſt
unbemerkt in den Hafen zu bugſieren. Der Vertrag iſt das Er=
gebnis
jahrelanger Verhandlungen, die in geradezu ängſtlicher
Weiſe geheim gehalten wurden, und als er am 15. Juni, alſo vor
wenig mehr als zwei Wochen, der Oeffentlichkeit bekannt gegeben
wurde, ſeüte in allen offiziöſen Verlautbarungen alsbald das Be=
ſtreben
ein, ihn als ganz harmlos und wenig bedeutſam erſchei=
nen
zu laſſen. Zu dieſem Zweck wurde beſonders hervorgehoben,
daß in dem Vertrage kein Wort über die Schule und auch nichts
über die kirchlichen Ordensgeſellſchaften geſagt ſei. Der Herr
Kultusminiſter, Profeſſor und Doktor der Theologie, Carl Hein=
rich
Becker, hat in der Nede, mit der er den Vertrag im Landtag
verteidigte, ähnliche Gedankengänge entwickelt. Die grundſätz=
lichen
Bedenken aber dagegen, daß die Regelung der Beziehungen
des Staates zur katholiſchen Kirche nicht auf dem Wege der Ge=
ſetzgebung
, ſondern durch einen zweiſeitigen unkündbaren Vertrag
erfolgen ſolle, hat er durch die kühn und beſtimmt aufgeſtellte, aber
deshalb nicht weniger unwichtige Behauptung zu entkräften ver=
ſucht
, daß auch die bisherige Regelung auf einem Vertrage be=
ruhe
. Herr Becker ſagte wörtlich: Die Cireumſkriptionsbulle
Thomas B. Lamonk über die Aufgaben der de salute animarum für das alte Preußen vom 16. Juli 1821
brachte die Verſtändigung zwiſchen Staat und Kirche. Man war
ſich damals klar darüber, daß dieſe Form tatſächlich einen Vertrag
Waſhington, 5. Juli, darſtellte. Auf dieſem Standpunkt ſteht die preußiſche Negierung
Der Pariſer Reparationsexperte Thomas W. Lamont ver= bis zum heutigen Tage, und dieſe Auffaſſung iſt der Ausgangs=
liegt
.
Wenn dieſe Auffaſſung der Ausgangspunkt geweſen iſt für
den jetzt dem Landtag zur Genehmigung vorgelegten Vertrag,
ſo iſt dieſem Vertrag damit das Todesurteil geſprochen. Denn
die von Herrn Becker vorgetragene Auffaſſung iſt grundfalſch, und
ſeine Behauptung, man ſei ſich im Jahre 1821 klar darüber ge=
wpeſen
, daß die damalige Regelung einen Vertrag darſtelle, ſteht
mit den hiſtoriſchen Tatſachen in ſcharfem Widerſpruch. Die In=
ſtruktionen
an den damaligen preußiſchen Geſandten am päpſt=
lichen
Hofe, Niebuhr, laſſen keinerlei Zweifel darüber, daß von
Artikel in jenen Senatskreiſen, die einem Eintritt Amerikas in der preußiſchen Staatsregierung jede vertragliche Bindung aus=
den
Völkerbund und einer Teilnahme am Weltgerichtshof ab= drücklich abgelehnt wurde und dem Publikandum der Staatz=
regierung
am 11. Auguſt 1821, das der die Bulle de salutg
lehnend gegenüberſtehen, größte Bedenken. Weiter führt Lamont gnimarum in ihrem weſentlichen Inhalt genehmigenden Kabi=
nettsorder
vom 23. Auguſt 1821 vorherging, heißt es wörtlich:
eine Inſtitution werden, die nicht nur hauptſächlich zum Verkehr Der König konnte den Volbehalt ſeiner Hoheitsrechte nicht von
fremder Anerkennung abhängig machen und nicht den freien Ge=
Die damalige Regelung beruhte alſo nicht, wie Herr Becker
behauptet, auf einem Vertrage, ſondern auf einem einſeitigen
lichkeit der Zuſammenarbeit geſchaffen, die für die Stabilität ſtaatlichen Hoheitsakte, der jederzeit durch einen ſpäteren ſtaat=
lichen
Hoheitsakt abgeändert werden konnte. Die jetzt dem Land=
kündbaren
Vertrag dar, der jeder künftigen Aenderung durch ein
Staatsgeſetz entzogen iſt.
Iſt nun eine ſolche Bindung des Staates gegenüber einer
Neligionsgeſellſchaft nach der Reichsverſaſſung vom 11. Januar
1919 und der preußiſchen Staatsverfaſſung vom 30. Nobember
1920 überhaupt zuläſſig?. Auch dieſe Frage muß unbedingt ver=
Artikel 137 der Reichsverfaſſung enthält eine Reihe von Be=
ſtimmungen
über die Religionsgeſellſchaften und ſagt in ſeinem
letzten Abſatz: Soweit die Durchführung dieſer Beſtimmungen
eine weitere Regelung erfordert, liegt dieſe der Landesgeſetz=
gebung
ob.
Artikel 82 Abſatz 3 der preußiſchen Verfaſſung aber lautet:
Die ſonſtigen bisher vom Könige gegenüber den Religionsgeſell=
ſchaften
ausgeübten Rechte werden im Sinne des Artikels 137 der
Aus dieſen Verfaſſungsvorſchriften ergibt ſich, daß die Re=
verhandlungen
wieder ſtärker in Fluß kommen werden. Rauſcher gelung der Beziehungen des Staates zu den Religionsgeſell
hat die Gelegenheit ſeines Berliner Aufenthaltes wahrgenommen, ſchaften und damit alſo auch zur katholiſchen Kirche nur im Wege
um ſich über die neue Lage, die durch die ſchutzollpolitiſchen Maß= der Landesgeſetzgebung, nicht alſo durch einen Vertrag zwiſchen
Staat und Neligionsgeſellſchaft erfolgen darf. Der etwaige Ein=
wand
, daß durch das jetzt dem Landtage vorgelegte Geſetz zur
Genehmigung des Vertrages zwiſchen Staat und Kirche der Weg
der Landesgeſetzgebung beſchritten ſei, würden völlig hinfällig ſein.

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Seite 2

Samstag, den 6. Zuli 1929

Nummer 183

Denn die Vorſchrift der Landesgeſetzgebung beſagt, daß die Rege=
lung
dauernder Landesgeſetzgebung unterworfen ſein muß. Durch
den jetzt abgeſchloſſenen Vertrag aber wird ſie ihr für die Zukunft
entzogen. Das jetzt dem Landtag vorgelegte Geſetz würde alſo
ein mit der Verfaſſung in Widerſpruch ſtehendes Geſetz ſein und
die im Artikel 30 der preußiſchen Verfaſſung vorgeſehene quali=
fizierte
Mehrheit bedeuten.
Die ſachlichen Bedenken gegen einzelne Beſtimmungen des
Vertrages ſind im Landtage von verſchiedenen Abgeordneten
hervorgehoben worden. Sie richten ſich insbeſondere gegen die
den Biſchöfen eingeräumten, ſehr weitgehenden Rechte bei der
Beſetzung der Lehrſtühle in den theologiſchen Fakultäten, gegen
die Beſtimmungen über die Ausbildung der Geiſtlichen und die
damit in Zuſammenhang ſtehende Einrichtung einer großen An=
zahl
von klöſterlich abgeſchloſſenen Prieſterſeminaren ſowie gegen
die ausdrücklich vorgeſehene Möglichkeit einer ausſchließlichen
gkademiſchen Vorbildung in Rom. Daß es dem Miniſter Dr.
Becker gelungen wäre, dieſe Bedenken als unbegründet nachzu=
weiſen
, wird man nicht behaupten können. Stärkſten Widerſpruch
von ſeiten der zur ſtaatlichen Geſetzgebung berufenen Abgeord=
neten
aber hätte man gegenüber ſeiner Erklärung erwarten
müſſen, daß der vorgelegte Vertrag nur unverändert angenomi=
men
oder abgelehnt werden könne. Iſt dieſe Erklärung an ſich
ein weiterer Beſveis für meine frühere Feſtſtellung, daß bei dem
eingeſchlagenen Wege von einer normalen Landesgeſetzgebung
nicht geredet werden könne, ſo iſt andernfalls nicht einzuſehen,
weshalb auch bei der von der Regierung gewünſchten Regelung
die Aenderung einzelner Beſtimmungen nicht möglich ſein ſollte.
Ein dahingehender Beſchluß des Landtages würde doch nur zur
Folge haben, daß mit der anderen Vertragspartei erneut in Ver=
handlungen
getreten werden müßte, und es wird wohl nicht be=
hauptet
werden können, daß das nicht möglich ſei. Der am 14.
Juni unterzeichnete Vertrag würde dann allerdings nicht mehr
im Juli in Kraft treten. Weder ein ſtaatliches noch ein kirch=
liches
Jntereſſe dürfte aber eine ſolche ungewöhnliche Beſchleuni=
gung
erforderlich machen. Oder ſollten etwa auch dabei kümmer=
liche
Partei=Jutereſſen ausſchlaggebend ſein? Die Herren Ab=
geordneten
aber mögen ſich geſagt ſein laſſen, daß die jeder recht=
lichen
Grundlage entbehrende Erklärung des Miniſters ihnen
weder das Recht noch die Pflicht nehmen kann, jede einzelne
Beſtimmung des Vertrages zu prüfen und jede Aenderung zu
beſchließen, die ſie für notwendig oder wünſchenswert halten. Das
Nächſtliegende aber würde ſein, daß ſie es ablehnen, dieſe hoch=
bedeutſame
Angelegenheit kurz vor den Hundstagen durchzupeit=
ſchen
und zunächſt die Vorlegung des Gutachtens eines unab=
hängigen
Staatsrechtslehrers verlangen, ob der von der preußi=
ſchen
Staatsregierung beſchrittene Weg nach den Verfaſſungen
des Reichs und des preußiſchen Staates überhaupt zuläſſig iſt.

* Zweite Leſung des Konkordakes.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Preußiſche Landtag, der ſich jetzt ernſthaft auf die Ferien
vorbereitet, hat am Freitag das Konkordat in zweiter Leſung
beraten. Dabei darf feſtgeſtellt werden, daß im weſentlichen die
perſönlichen Gehäſſigkeiten, die ſich in der Ausſchußberatung
peinlich bemerkbar machten, vermieden worden ſind, daß viel=
mehr
der Verſuch gemacht wurde, in Achtung der Anſchauung
des Geguers den Kampf mit geiſtigen Waffen zu führen. Neue
Argumente ſind kaum mehr geltend gemacht worden. Die Regie=
rung
ſchickte den Miniſterpräſidenetn, den Finanzminiſter und
den Kultusminiſter vor, um die auch bei den Regierungsparteien
noch beſtehenden Bedenken zu beſeitigen. Die Wirtſchaftspartei
dementierte zum dritten Mal, daß ſie bei dem Konkordat einen
Kuhhandel geſchloſſen habe. Dieſe Ueberſtürzung der Dementis
wirkt ſchon bald verdächtig. Die Sozialdemokraten haben nun
doch Fraktionszwang beſchloſſen, enie harte Sache gerade für
die alte Generation. Der Berliner Führer der Sozialdemokraten
erſchien mittags im Landtag und verlangte wenigſtens von den
Berliner Abgeordneten, daß ſie der Abſümmung aus dem Wege
gehen. Eine ſolche Agitation iſt zum Teil überflüſſig. Der alte
Adolf Hoffmann, der Zehn=Gebote=Hoffmann der ja ſelbſt ein=
mal
eine Gaſtrolle als Kultusminiſter gegeben hat, erklärte
jedem, der es hören wollte, für det Konkordat bin ick nich zu
haben, und er ſteht mit dieſer Anſchauung nicht allein da. Sein
Fraktionsgenoſſe König, der das nicht gerade angenehme Amt
hatte, die Zuſtimmung der Sozialdemokraten offiziell zu ver=
treten
, wurde von den Kommuniſten mit dem ironiſchen Zwi=
ſchenruf
empfangen Ein Miniſterpoſten iſt wohl eine Meſſe
wert, eine naheliegende Anzüglichkeit, da die Sozialdemokra=
ten
ja Herrn König geſtartet haben, um durch ihn den Kultus=
miniſter
zu verdrängen. Die Deutſchnationalen machten den ver=

Vom Tage.
Die Rhein=Zentralkommiſſſon, die mit der Prüfung
der Strecke Mannheim-Baſel betraut iſt, hat im Verlauf einer Fahrt
von Breiſach nach Baſel die Arbeiten an dem Kembſer Wehr beſichtigt.
Dabei wurde den Ingenieuren und Technikern Gelegenheit geboten, die
Zuſtände am Kembſer Wehrbau, die die Schiffahrt außerordentlich be=
hindern
, kennen zu lernen.
Die Funktionäre der einzelnen Gewerkſchaft haben dem Schieds=
ſpruch
für die ſchleſiſche Textilinduſtrie einſtimmig an=
genommen
.
König Georg von England hat zum erſten Male ſeit
ſechs Monaten geſtern wieder einen Staatsrat ſelbſtändig abge=
halten
. Verſchiedene neue Miniſter legten den Treueid vor dem
König ab.
Die Tennis=Weltmeiſterin Helen. Wills hat auch in dieſem
Jahre das Damen=Einzel in Wimbledon geſonnen und damit wieder
die Weltmeiſterſchaft im Damen=Einzel errungen. Sie
ſihlug in der Schlußrunde ihre Klubkameradin Helen Jacobs leicht mit
G:16: 2.
In diplomatiſchen Kreiſen Südamerikas iſt man äußerſt überraſcht
durch die Meldung, daß der Tacna=Arica=Vertrag, durch
den Pern und Chile ihren jahrzehntelangen Streit beilegen, ein Ge=
heimprotokoll
enthält, das Bolivien den Zugang zum Stil=
len
Ozean ein für allemal verlegt.
In Cotrone in Kalabrien iſt das Gerüſt einer Beton=
halle
der Montecatini=Geſellſchaft beim Bau eingeſtürzt und
hat fünf Arbeiter getötet.
Die elektriſche Maſchine des Schnellzuges NeapelRom
iſt geſtern kurz nach der Abfahrt von Neapel plötzlich in Brand ge=
raten
und vollſtändig zerſtört worden. Der Schnellzug konnte je=
doch
rechtzeitig angehalten und die Maſchine abgekuppelr werden, ſo
daß weitere Folgen vermieden werden konnten.

ſtändigen Vorſchlag, das, was die Regierung an Erläuterungen
während der Verhandlungen mit der Kurie verſäumt hatte, als
Schlußprotokoll oder mindeſtens als Anlage zu den preußiſchen
Ausführungsbeſtimmungen einzufügen, worauf ſich aber die Re=
gierung
nicht einlaſſen will. Herr Braun tut ziemlich zuverſicht=
lich
und glaubt, das Konkordat bereits ſicher in der Taſche zu
haben.
Ein Erzberger-Mörder feſtgenommen,
aber ſchon wieder enſflohen.
In Berlin läuft gegenwärtig das Gerücht, daß auf jugoſla=
wiſchem
Gebiet wieder einmal einer der Mörder Erzbergers ver=
haftet
worden ſei. Es wird allerdings nicht geſagt, welcher der
Täter es iſt, ob Schulz oder Tilleſſen. Die Verhaftung erfolgte
durch einen jugoſlawiſchen Gendarmem auf einem Gute, das
früher zu Ungarn gehörte, jetzt aber unter jugoſlawiſcher Herr=
ſchaft
ſteht. Ein Beamter ſollte den Verhafteten in der nächſten
größeren Stadt dem Gerichte übergeben. Unterwegs geſellten ſich
ihm Paſſauten zu, die im nächſten Ort mit dem Beamten und
dem Häftling in ein Wirtshaus gingen, wo gleich eine große
Zecherei begann. Daran hat ſich nun der jugoſlawiſche Gen=
darm
ſehr heftig beteiligt. Als er wieder zu ſich kam, da war
der ihm übergebene Mann verſchwunden. Ueber die Perſonen,
die ihn bezecht gemacht hätten, teilte er mit, daß es ſich um
Deutſche handeln müſſe. Sowohl von dem Verhafteten wie auch
von ſeinen Freunden fehlt jede Spur. Man nimmt an, daß ſie
über die ungariſche Grenze entkommen ſind, die ja nicht allzu
weit entfernt iſt. An zuſtändiger amtlicher Stelle iſt über den
Sachverhalt weder eine Beſtätigung noch ein Dementi zu er=
langen
geſeſen.
Nalionglſozialiſtiſche Ausſchreikungen.
Göttingen, 5. Juli,
Gelegentlich eines Vortrages über die Reparationsfrage, den
der Chefredakteur der Voſſiſchen Zeitung Profeſſor Georg
Bernhard, geſtern abend auf Einladung der demokratiſchen Stu=
denten
im Stadtparkſaal hielt, kam es zu umfangreichen Störun=
gen
durch nationalſozialiſtiſche Verſammlungsteilnehmer. Trotz
des vom Reichsbanner geſtellten Saalſchutzes und trotzdem etwa
30 Polizeibeamte im Saale anweſend waren, warfen die Natio=
nalſozialiſten
gleich nach Beginn der Veranſtaltung Stinkbomben.
Nach etwa 15 Minuten ging plötzlich das Licht aus und einer der
Störenfriede warf einen explodierenden Feuerwerkskörper nach
der Rednertribüne. Der Täter wunde verhaftet. Nachdem die
Lichtanlage unter Bewachung geſtellt worden war, nahm die
Veranſtaltung ihren Fortgang. Es wurden aber immer wieder
Stinkbomben geworfen, bis es endlich gelang, die betreffenden
Nationalſozialiſten aus dem Saale zu entfernen. Sie wurden
verhaftet. Dann wurde die Verſammlung ziemlich ſtörungsfrei
zu Ende geführt, trotzdem die Nationalſozialiſten immer wieder
verſuchten, die Verſammlung zu ſprengen.

Deyr zut Heichsteicm.
Der von der Länderkonferenz eingeſetzte Verfaſſungsausſchuß
gibt wieder einmal ein Lebenszeichen von ſich. Die beiden Unter=
ausſchüſſe
, die ihren Bericht ſchon fertigſtellten und veröffentlich=
ten
, ſind in Berlin zuſammengetreten, um den gemeinſamen Ver=
ſuch
zu machen, die vorliegenden Vorſchläge zu einem einheitlichen
Plan zuſammenzufaſſen, der dann als Unterlage für die Bera=
tungen
der Länderkonferenz im Oktober dienen könnte. Ein
umſtändlicher Weg, deſſen Ende noch nicht abzuſehen iſt. Nie=
mand
wird beſtreiten können, daß in den Unterausſchüſſen fleißige
Arbeit geleiſtet worden iſt. Aber wichtiger als lange Faſzikel voll
zu ſchreiben iſt doch, endlich ein praktiſches politiſches Ergebnis
zu erzielen. Zu dieſem Zwecke aber iſt, wie wir fürchten, der
Länderausſchuß mit zu vielen Hemmungen beladen. Auf der
anderen Seite treibt er aber boch wenigſtens die Dinge vorwärts
und wirkt mit, die Ueberzeugung groß zu ziehen, daß die Vor=
ausſetzungen
für jede Finanzreform auch eine Reichsreform iſt.
Zweite haysriſche denkſchrift über Bayern und
Reich.
München, 5. Juli.
Der bayeriſche Miniſterpräſident Dr. Held hat der Länder=
konferenz
eine zweite bayeriſche Denkſchrift über das Problem
Bayern und Reich überreicht. In dieſer Denkſchrift wird zur
Frage des Aufgabenkreiſes der aus den preußiſchen Provinzen
nen zu ſchaffenden Länder Stellung genommen. In einer Vor=
bemerkung
zur Denkſchrift wird betont, daß aus der Tatſache
einer Aeußerung keineswegs ein grundſätzliches Einverſtändnis
des Miniſterpräſidenten Dr. Held mit den Ratſchlägen von Koch=
Weſer, Brecht, Dr. Remmele und Horion herausgeleſen werden
dürfe. Im erſten Teil der neuen Denkſchrift ſind der Frage der
Beſeitigung des Dualismus zwiſchen Preußen und Reich ein=
gehende
Ausführungen gewidmet. In Uebereinſtimmung mit
einer Kundgebung des preußiſchen Miniſterpräſidenten Dr.
Braun im Preußiſchen Landtag wird in Abrede geſtellt, daß ſich
der Dualismus für die Geſamtheit des Reiches ſo auswirke, wie
dies zuweilen behauptet werde; beſtritten wird, daß Bayern in
kurzſichligem Partikularismus nur an ſeine eigenen Rechte denke.
Im Gegenſatz zu Peterſen, Brecht uſw. wird die Auffaſſung ver=
treten
, daß der Provinzbegriff eine Erweiterung auf die bis=
herigen
Länder erfahren werde. Im zweiten, dem wichtigſten
Teil des Referats, werden die bisherigen Zuſtändigkeiten der
preußiſchen Propinzen und die Entwicklungsgeſchichte der Auto=
nomiebewegung
dargeſtellt. Im dritten Teil ſind die Forderungen
nach Dezentraliſation und Beſeitigung des Nebeneinander be=
handelt
. Zum Schluſſe heißt es in dem Referat des Miniſter=
präſidenten
Dr. Held u. a., mindeſtens mit dem gleichen Recht,
mit dem eine Einverleibung der nord= und ſüddeutſchen Länder
in Preußen verlangt werde, könne auch der Weg des Anſchluſſes
preußiſcher Gebiete an außerpreußiſche Länder beſchritten werden,
wofür Heſſen ein Beiſpiel wäre.
Polniſche Wirtſchaft in Sowietrußland.
Kowno, 5. Juli. (Priv.=Tel.)
Nach Moskauer Meldungen bereitet die Diſziplinloſigkeit in
den ruſſiſchen Fabriken, die trotz einer weitgehenden Aufklärungs=
arbeit
weiter zugenommen hat, der Sowjetregierung zunehmende
Sorgen. Da in den letzten Monaten wirtſchaftliche Schwierigkeiten
aller Art zuſammengetroffen ſind und die Einhaltung des Pro=
duktionsprogramms
dadurch gefährdet iſt, hat nunmehr der Rat
der Volkskommiſſare in einer beſonderen Sitzung eine Reihe von
Maßnahmen zur Hehung der Arbeitsdiſziplin in den Fabriken
ausgearbeitet. Die Sowjetregierung gibt eine Erklärung heraus.
in der gerügt wird, daß die Organe der Wirtſchaft keine genü=
gende
Aufmerkſamkeit der Ausmerzung der Trunkſucht, der Läſſig=
keit
in der Arbeit, der Unpünktlichkeit und des überaus häufigen
eigenmächtigen Fortbleibens von der Arbeit zugewendet haben.
Durch die chroniſche Bummelei der Arbeiter ſei die Erzeugung
erheblich zurückgegangen, an eine Herabſetzung der Produktions=
koſten
ſei deshalb vorläufig nicht zu denken. Jahrlich entfielen auf
einen Arbeiter etwa 20 ſogenannte Bummeltage, wodurch der
Staat einen Schaden von etwa 50 Millionen Rubel erleide. Aus
dieſem Anlaß habe der Rat der Volkskommiſſare das Arbeits=
kommiſſariat
beauftragt, eine ſtändige Kontrolle in den Fabriken
und auf den Werken durchzuführen. Die Arbeitsnachweisämter
würden fortan für die Tauglichkeit der in die Fabriken entſandten
Arbeiter verantwortlich gemacht. Den Betriebsleitern der Fabri=
ken
und Werke werde das Recht eingeräumt, die undiſziplinierten
Arbeiter ſofort zu entlaſſen, wobei dieſe ſich nicht mehr auf den
Arbeitsnachweisämtern melden können und ihnen keine Unter=
ſtützung
gewährt werden ſoll.

* Waller Schweter.
Zu ſeinem 50. Geburtstag.
Von Prof. Dr. Dr. Karl Eſſelborn.
Walter Schweter, der Wandersmann und Poet, gibt in al=
len
ſeinen Büchern etwas aus ſeinem Leben, etwas, was erlebt,
erſchaut oder erwandert iſt und im Titel ſeines neueſten Buches,
des Wanderbuches eines fröhlichen Geſellen, iſt ſein Weſen
und das ſeines dichteriſchen Schaffens kurz und bündig gekenn=
zeichnet
.
Sein fünfzigſter Geburtstag iſt ein Anlaß, die Wanderung
ſeines Lebens einmal näher zu betrachten. Sein aus Eichhäuſel
bei Neuſtadt in Oberſchleſien, vom Fuße der Sudeten, ſtammen
der Vater war Förſter in Oberlahnſtein am Rhein. Seine Mut=
ter
, Anna Beſſer, iſt in Steinkirchen bei Rauſcha in der nieder=
ſchleſiſchen
Heide geboren, als Tochter eines ſich vom Zimmer=
mannsgeſellen
zum Herrn eines bedeutenden Sägewerkes in
Rauſcha emporgearbeiteten Mannes. Sechsjährig kam er in die
Volksſchule Oberlahnſteins und zwei Jahre ſpäter erfolgte der
Umzug ſeines Vaters ins Forſthaus der alten Rheinſtadt.
In den Waldgeſchichten, in Matthias Diſtelkamps Aben=
teuern
und in den Förſterskindern des Dichters ſind Erleb=
niſſe
aus ſeinem jahrzehntelangen Waldleben dargeſtellt. Vom
Waldforſthaus aus ſprang er zwei Jahre lang zur Volksſchule
des eine Vieterlſtunde entfernten Bergmannsdorſes Friedrichs=
ſegen
, kam dann ins Gymnaſium Oberlahnſtein und zwei Jahre
danach ins Realprogymnaſium von Bad Ems. Mit dem Einjäh=
rigenzeugnis
trat er bei den Farbwerken von Schröder u. Stadel
in Oberlahnſtein in die kaufmänniſche Lehre, diente dann vom
Herbſt 1900 an ſein Militärjahr in Ehrenbreitſtein beim Infan=
terieregiment
28 und begann nun ſeine Geſellenzeit in den Gra=
nitſteinbrüchen
des älteſten Bruders ſeiner Mutter in den =
nigshainer
Bergen bei Görlitz. Als kaufmänniſcher Korreſpondent
war er nachher einige Jahre in der Bleiweiß= und Bleizuckerfa=
brik
Heilbronns und bis zum Sommer 1904 in der Badiſchen
Anilin= und Soda=Fabrik in Ludwigshafen am Rhein. Es folgte
eine militäriſche Uebung in Mainz und bis zum Winter dann ein
Aufenthalt in der franzöſiſchen Schweiz für Sprachſtudien und
ausgedehnte Wanderungen im Berner Oberland. In die Heimat
zurückgekehrt, ward er Korreſpondent bei der Chemiſchen Fabrik
von E. Merck in Darmſtadt.
Am 5. Oktober 1907 verheiratete er ſich mit Eliſe Berſtecher,
einer Lehrerstochter aus Heilbronn. Sie wurde nun ſeine Wan=
dergenoſſin
, zu der in den folgenden Jahren noch ſeine vier wan=
dertüchtigen
Töchter traten.

Im Sommer des Jahres 1914 zog er mit den Freiwilligen
des Reſerve=Infanterieregiments 221 nach Nordfrankreich, kam
vor Weihnachten auf den öſtlichen Kriegsſchauplatz, durch den
Teil Polens, zu dem ihn ſchon ſeine erſte militäriſche Uebung
geführt hatte, und erkrankte dort. Nach einer dreivierteljährigen
Lazarettzeit konnte er ſeinen Korreſpondentenpoſten bei der Welt=
firma
Merck wieder antreten, bis ihn im Winter 1924 erneute Er=
krankung
zwang, die aufreibende Stelle aufzugeben. Nun widmete
er ſich ganz ſeinem Beruf als Erzähler, der ſeit fünfundzwanzig
Jahren ſchon ſeine Freizeit ausgefüllt hatte.
Sein erſtes Buch veröffentlichte Walter Schweter im Jahre
1920. Es waren ſeine Waldgeſchichten Ihnen folgte im näch=
ſten
Jahre das von dem ihm geiſtesverwandten Maler Ernſt
Eimer illuſtrierte Märchen von Jaköbchens Waldfahrt das dem=
nächſt
zum 1013 000. Mal in die Welt gehen ſoll. Wieder ein
Jahr ſpäter kam das ſinnige, von dem ſo früh geſtorbenen Hans
von Volkmann mit Bildern geſchmückte Märchen Sieben Jahre
bei den Zwergen im Jahre 1924 Matthias Diſtelkamp und der
kleine Roman Anton Wolfahrt der Jüngere, im Grunde eine
Wahrheit und Dichtung verbindende Selbſtbiographie, zwei Jahre
ſpäter die ebenfalls von Hans Volkmann illuſtrierten Förſters=
kinder
und 1928 das Wanderbuch eines fröhlichen Geſellen
mit Bildern von Karl Bantzer dem Jüngeren, von dem auch der
Buchſchmuck der von Walter Schweter herausgegebenen Samm=
lung
Saatgut deutſcher Dichter iſt. Endlich leitet Schweter ſeit
1928 erfolgreich die jetzt im fünften Jahrgange ſtehenden illuſtrier=
ten
Monatshefte Unſer Vaterland‟. Als Schriftleiter dieſer
Zeitſchrift iſt er beſonders geeignet, weil er zu ſeiner Heimat nicht
nur ſeinen naſſauiſchen Waldwinkel, ſondern auch die Heimat
ſeiner Vorfahren, die niederſchleſiſche Heide und das waldreiche
Bergland Oberſchleſiens und die heſſiſchen Wälder und Darm=
ſtadt
pechnet.
Walter Schweter iſt auch Mitarbeiter zahlreicher angeſehener
Zeitſchriften und Zeitungen, und ſeine Erzählungen ſind in den
heſſiſchen Schulbüchern vertreten und alle empfohlen im Jugend=
ſchriftenverzeichnis
Leſen und Schauen der Vereinigten deut=
ſchen
Prüfungsausſchüſſe für Jugendſchriften und in einer Reihe
der beſten Zeitſchriften. Er iſt eine zartempfindende, feine Künſt=
lernatur
, die ein tiefes Gemüt mit kindlichem Frohſinn verbin=
det
, ein ſtillvergnügter, ſinniger Menſch, an dem nichts blendet,
ſondern alles lauter und echt iſt. Seine Heimat geht ihm über
alles, und ſie lieben, heißt für ihn ſoviel wie ſie erwandern. Und
wenn er durch das Land wandert, erſchließt es ihm wie einem
Sonntagskinde ſeine Geheimniſſe. Das Nauſchen des Waldes,
das Lied der Lerche, das Murmeln des Baches klingt in ſeinen
Schriften wieder und darum iſt ihr Leſen ein beſondever Genuß.

Eſſen die Blumenſtadi.
Nicht wahr, es hört ſich ein wenig fremd an. Mit Eſſen ver=
binden
ſich andere Begriffe, graue, ſchmutzige und reichlich un=
poetiſche
. Das Thema von Arbeit und Produktion hat die Varia=
tionen
von Rauch, Qualm, Schornſtein, Fabrik, Arbeiterquartier.
Lebensnot und Lebenswille ſchaffen hier härtere und unerbitt=
lichere
Lebensbedingungen als anderswo.
Hierzu einen Ausgleich zu ſchaffen, war nicht nur eine ethi=
ſche
Pflicht, ſondern auch eine kluge ſoziale Erkenntnis. Wer
die in den letzten Jahren rieſenhaft gewachſene Metropole des
Rührgebietes kennt, weiß, daß ſie in der glücklichen Lage iſt, dicht
an den Toren der Stadt von einer ſchönen Landſchaft umgeben
zu ſein. Wer an Sonntagen hinauswandert, kann feſtſtellen, was
das für den Fabrikſtädter bedeutet. Zehntauſenden wird die
Natur zur Stärkung für Leib und Seele. Die ſozial=ethiſche
Einſicht vom Wert der Ausſpannungsmöglichkeiten für die In=
duſtriebevölkerung
hat in den Jahren nach dem Kriege die Grün=
flächenpolitik
der Städte des Induſtrieweſtens ſehr gefördert.
Eſſen dürfte in dieſem ſehr nützlichen Beſtreben an der Spitze
marſchieren. Oberbürgermeiſter und Stadtverwaltung betreiben
dieſe Politik als eine Art Steckenpferd, und man ſollte ihnen in
dieſer Hinſicht freieſte Hand laſſen.
In Verfolg dieſer Beſtrebungen iſt die ſeit 1922 geplante,
aber erſt in den beiden letzten Jahren möglich gewordene Großel
Ruhrländiſche Gartenbau=Ausſtellung erſtanden,
die ſchon jetzt, nachdem ſie über die urſprüngliche regionale Ab=
grenzung
hinaus ſich zur großen deutſchen Gartenbau=Ausſtellung
dieſes Jahres entwickelt hat, unter dem Namen Gruga popu=
lären
Klang bekommen hat. Nicht daß dieſe Ausſtellung ſich als
eine der vielen im Reiche ſchon dageweſenen gleicher Art an=
reiht
, macht ſo ſehr ihre Bedeutung aus, als vielmehr, daß ſie
im Herzen des Induſtriereviers hat erſtellt werden können. Und
weiterhin: daß der mit allen Wundern moderner Gartenkunſt er=
richtete
Volkspark auch für die Zukunft beſtehen bleibt und in
Verbindung mit dem ſich daran anſchließenden Botaniſchen
Garten und den umliegenden Waldungen das ſind insge=
ſamt
viele hundert Hektar eine Sehenswürdigkeit erſten
Nanges darſtellt, die der von draußen kommende Beſucher in
dieſer Stadt gewiß nicht vermuten wird.
Eſſen, die Blumenſtadt dieſer fremde Begriff hat Inhalt
bekommen, nachdem das große Werk vollendet iſt.
Die Gruga, auf einem ſchwierigen, aber reizvoll hügeli=
gen
Terrgin errichtet, hat trotz der klimatiſchen Hemmungen des

[ ][  ][ ]

Nummer 185

Samstag, den 6. Juli 1929

Seite 3

Srardenee Aanimartonstorgen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 5. Juli.
Die Frage der Reſerven iſt die Tagesfrage geworden hat
Herriot in einem Artikel geſchrieben. Die Ratifizierung iſt kaum
mehr noch eine Frage. Man debattiert nicht mehr darüber, ob
man ratifizieren, ſondern wie man ratifizieren ſoll. Und dieſe
Debatte iſt in mehrerer Hinſicht nicht ungefährlich. Es wäre ganz
verfehlt, in ihr eine Auseinanderſetzung über juriſtiſche Spitz=
findigkeiten
erblicken zu wollen, denn ſie kann leicht zu einer
Regierungskriſe und zu einer Verſtimmung mit Amerika führen.
Aber auch davon abgeſehen iſt ſie ſchädlich. Sie reißt kaum ver=
narbte
Wunden wieder auf und bewirkt, daß außenpolitiſche
Fragen in ſentimentaler Beleuchtung in die Maſſen getragen
werden.
Die Kammer will nur unter gewiſſen Vorbehalten das Schul=
denabkommen
ratifizieren. Nur wenn Deutſchland die im Young=
plan
vorgeſehenen Summen bezahlt, kann, ſo argumentiert man,
Frankreich ſeine Schulden an Amerika bezahlen. Amerika hat
jede Verkoppelung des Youngplanes mit den interalliierten Schul=
den
glatt und entſchieden abgelehnt. Die franzöſiſche Kammer
möchte alſo bei der Ratifizierung einſeitige Vorbehalte machen,
wie man es in ſolchen Fällen in Amerika zu tun pflegt. Der
amerikaniſche Kongreß hat den Präſidenten ſeinerzeit nur er=
mächtigt
, im Falle einer Ratifizierung durch Frankreich den Ter=
min
für die Bezahlung der Stocks zu verſchieben. Aber ob der
Kongreß eine Ratifizierung mit Vorbehalten als eine Ratifi=
zierung
akzeptieren wird, iſt gar nicht gewiß. Werden alſo die
franzöſiſchen Vorbehalte nicht äußerſt diplomatiſch formuliert, ſo
erregen ſie in Amerika Oppoſition. Denn die letzte Entſcheidung
liegt noch bei dem amerikaniſchen Kongreß.
Man müßte alſo Vorbehalte erfinden, die ſozuſagen nur für
die franzöſiſche Kammer exiſtieren und in Amerika keine Bedenken
erregen. Dieſe Aufgabe iſt nicht leicht. Auch iſt man bezüglich
der Haltung der Kammer gar nicht ſicher. Franklin Bouillon
oder ein anderer könnten immer noch die Leidenſchaften entfachen
Die Frage iſt mehr als heikel. Und während am Independance
Day an dem amerikaniſchen Nationalfeſt, in Paris die fran=
zöſiſchen
und amerikaniſchen Farben friedlich nebeneinander
ſtehen, ſteigert ſich die Verbitterung der franzöſiſchen Seelen wegen
der Schuldenfrage ins Unendliche.
Verhandlungen Briands mit den Radikalen.
EP. Paris, 5. Juli.
Uber den Verlauf des heute vormittag einberufenen außer=
ordentlichen
Miniſterrats erfahren wir Einzelheiten, die über die
wahren Hintergründe der gegenwärtigen Regierungskriſe Auf=
ſchluß
geben. Außenminiſter Briand wies darauf hin, daß die
politiſche Lage gegenwärtig völlig von der Frage beherrſcht werde,
ob die Regierung für die Regelung der ſchwebenden internatio=
nalen
Probleme Schuldenratifizierung, Young=Plan und
Rheinlandräumung eine zuverläſſige Mehrheit hinter ſich
habe. Soweit die Ratifizierung in Frage komme, müſſe
man damit rechnen, daß, falls die Kriſe vermieden werde, die
geſtrigen Ereigniſſe in der Finanzkommiſſion ſich im Plenum
wiederholen könnten. In der Räumungsfrage werde
er dadurch gehemmt, daß diejenigen Parteien, die, wie er, für die
Räumung eintreten, vor allem die Radikalen und die Sozialiſten,
nicht der Regierungsmehrheit angehören, während andererſeits
ein großer Teil der zur Majorität gehörenden Abgeordneten die
Räumung wenn nicht gar zu verhindern, ſo doch wenigſtens bis
zur vollzogenen Mobiliſierung der deutſchen Schuld hinauszu=
zögern
wünſchte. Dieſe Sachlage erfordere nach ſeiner Anſicht
die Aenderung oder Neubildung des Kabinetts durch Aufnahme
mehrerer radikaler Miniſter, damit die Regierung ſich auf eine
breitere Grundlage ſtützen könne und auf der bevorſtehenden
diplomatiſchen Konferenz eine ausreichende Verhandlungsfreiheit
erhalte.
In parlamentariſchen Kreiſen will man wiſſen, daß Briand,
um ſeine im Miniſterrat vorgetragenen Wünſche zu verwirk=
lichen
, an der gegenwärtigen Kriſenſtimmung nicht unbeteiligt
ſei, und daß er bereits mit der Führung der Radikalen Partei,
mit Herriot und Daladier Fühlung genommen habe. Man
ſagt voraus, daß, ſelbſt wenn die Regierung die heutige Inter=
pellationsdebatte
überleben ſollte, die Kriſengefahr durchaus noch
nicht beſeitigt ſei, da die Oppoſition entſchloſſen ſei, bei der Ab=
ſtimmung
über die Schuldenratifizierung unter keinen Umſtänden
zuzulaſſen, daß die drei Probleme: Schuldenratifizierung, Young=
Plan und Rheinlandräumung auseinandergeriſſen werden. Die
Regierung aber wolle eine Verpflichtung zur Räumung des
Rheinlandes jetzt noch nicht übernehmen, um ſich nicht für die
kommende Konferenz die Hände zu binden.

Eine neue Schlappe des Kabinelts Poincaré.
Die Regierung hat heute eine neue Schlappe erlitten. Die
Außenpolitiſche Kammerkommiſſion faßte nach einem Meinungs=
austauſch
über die Vorbehalte zum Schuldenratifizierungsgeſetz
mit 13 gegen 12 Stimmen bei 9 Enthaltungen den Beſchluß, daß
der Berichterſtatter Stern an den Debatten der Finanzkommiſſion
auf der Grundlage der geſtern angenommenen Entſchließung Pal=
made
teilnehmen ſoll. Bekanntlich hat dieſe Entſchließung ent=
gegen
dem Willen der Regierung die Vorbehalte in den
Text des Ratifizierungsgeſetzes eingeſchaltet
und damit die Veranlaſſung zur gegenwärtigen Kriſenſtimmung
gegeben.
Ausgebliebene Henſakionen.
EP. Paris, 5. Juli.
Die heutige Kammerſitzung, der man in politiſchen Kreiſen mit größ=
ter
Spanung entgegengeſehen hatte, da ſie über das Schickſal der Negie=
tung
entſcheiden ſollte, verlief wie dis Hornberger Sehießen. Nachdem
zunächſt unter allgemeiner Intereſſeloſigkeit die Interpellationsdebatte
über die franzöſiſche Kolonialpolitik fortgeſetzt worden war, kamen die
beiden Interpellationen zur Behandlung, die nach allgemeſiner Erwar=
tung
der Oppoſition den willkommenen Anlaß zu einer Attacke gegen
das Kabinett bieten ſollten. Die Ausſprache ſpielt ſich jadoch in einer
Form ab, die allgemeine Heiterkeit erweckte Zunächſt beantragte Mi
niſterpräſ. Poincaré, daß die Interpellationen des Ungbhängigen Linken
Goy über die Niederlage, die ſich die franzöſiſche Regierung mit ihrer
Forderung nach einer Verſchiebung des Fälligkeitstermins für die ameri=
kaniſche
Handelsſchuld in Waſhington geholt habe, auf unbeſtimmte Zeit
vertagt werde. Goy behauprete, die Regierung allein ſei ſchuld an dieſer
Sehlappe, denn der Miniſterpräſident habe den amerikaniſchen Geiſtes=
zuſtand
gekannt und gewußt, daß der amerikaniſche Kongreß in den
Ferien ſei. Er hätte darum gegen den Kammerbeſchluß, der ihn mit
einem Schritt in Waſhington beauftragte, die Vertrauensfrage ſtellen
oder aber ſelbſr als Unterhändler nach den Vereinigten Staaten reiſen
ſollen. (Allgemeines Gelächter.) Poincaré ſtellte die Vertrauensfrage,
ſvorauf das Haus durch Handaufheben und wit ſtarker Mehrheit die
Vertagung beſchloß. Geradezu beluſtigend wurde die gefürchtete Inter=
Lellation des Abgeordneten Dorppann behandelt. Dieſe Interpellation
richtete ſich gegen den Innenminiſter Tardieu, der in einem von der
Preſſe veröffentlichten Komuniqué die von Dormann aufgeſtellte Be=
hauptung
dementiert hatte, daß dem Pariſer Polizeipräfekten Chiappe
bei der unlängſt veranſtalteten Kundgebung der Kriegsteilnehmer gegen
die Ratifizierung der Schuldenabkommen Ohrfeigen verabfolgt worden
ſeien. Dormann verlangte von Tardieu Aufklärung über den Sinn
dieſes Dementis und gab gleichzeitig ſeinem Bedauern darüber Aus=
druck
, daß ſeine Interpellation von anderer Seite auf das politiſche Ge=
biet
verſchoben wouden ſei. Innenminiſter Tardieu gab unter allge=
meiner
Heiterkeit eine kurze Erklärung ab, daß er niemals beabſichtigt
hobe, Dormann der Lüge zu beſchuldigen oder ihn zu beleidigen. Es
habe ſich lediglich um eine Meinungsverſchiedenheit gehandelt. Dor=
mann
erklärte ſich mit dieſer Entſchuldigung des Innenminiſters be=
friedigt
und zog ſeine Interpellation unter lautem Gelächter des Hauſes
und ironiſchen Zurufen von allen Seiten zurück. Die Kammer ver=
tagte
ſich darauf auf Dienstag.
Nach dieſer grotesken Erledigung der beiden Interpellationen iſt
ſelbſtverſtändlich die politiſche Lage nicht blarer und auch die Regierungs=
kriſe
nicht beſeitigt worden. Der ſachliche Konflikt in der Frage der
Schuldenratifizierung und der damit zu verknüpfenden Vorbehalte be=
ſteht
zwiſchen der Regierung und den Kammerkommiſſionen unvermin=
dert
fort, ja man kann feſtſtellen, daß er nach dem heutigen Beſchluſt
der außenpolitiſchen Kommiſſion ſowie durch den inzwiſchen endguiltig
geſvordenen Nücktritt des Berichterſtatters der Finanzkommiſſion, Piétry
noch verſchärft worden iſt. Die Kriſengefahr iſt alſo lediglich bis Diens=
tag
vertagt, und es bleibt abzuwarten, ob es bis dahin der Regierung
gelingen wird, mit den Kommeiſſionen zu einem Komppomiß zu kommen
oder ob ſie die Gefahr auf ſich nehnnen muß, daß der Konflikt im Kam=
merplenum
offen zutage tritt.
Griechenlands Miniſterpräfidenk kommk nach Berlin.

Miniſterpräſident Venizelos,

Scharfe Angriffe gegen Benizelos. Putſchgerüchte.
* Athen, 4. Juli. (Priv.=Tel.)
Wenn nicht alle Anzeichen trügen, kriſelt es in Griechenland
wieder einmal. Seit längerer Zeit ſind bereits allerlei unkon=
trollierbare
Purſchgerüchte im Umlauf, man kann ſich alſo hin=
ſichtlich
der angeblich bereits erfolgten Stabiliſierung der
innerpolitiſchen Verhältniſſe auf allerlei Ueberraſchungen gefaßt
machen.
In zwei aufſehenerregenden Aufſätzen hat kürzlich das Blatt
Katherimerini den Miniſterpräſidenten Venizelos in einer Art
angegriffen, die alles bisher Dageweſene überſteigt und blitzartig
die wahre Stimmung der breiten Maſſe der Bevölkerung be=
leuchtet
. Im weſentlichen geht es dabei um den Ausgang des
Korfu=Prozeſſes und die Aufnahme zweier Miniſter in das Ka=
binett
, die nicht nur von der Oppoſition, ſondern auch vom gan=
zen
Lande einhellig abgelehnt werden. Im Korfu=Prozeß ſind
zwei Räuber, die zwei Abgeordnete verſchleppt hatten, nicht, wie
allgemein erwartet wurde, zum Tode, ſondern lediglich zu Zucht=
hausſtrafen
verurteilt worden. Dieſer Urteilsſpruch hat das
allergrößte Befremden erregt, und in der öffentlichen Meinung
die Ueberzeugung erweckt, daß Venizelos zwar die Brigandage‟
auf dem Papier verwirft, aber nur die kleinen Banditen hängt,
während ſeine Parteifreunde zur Erreichung innerpolitiſcher,
perſönlicher und finanzieller Vorteile ſich nicht ſcheuen, wit den
großen Räubern gemeinſame Sache zu machen, ohne daß höhe=
ren
Orts mit dem nötigen Nachdruck eingeſchritten würde. Die=
ſes
Urteil hat ungeachtet des Regierungshinweiſes, daß die
Räuber ihrem Schickſal nicht entgehen würden, da ſie ſich noch
wegen einer ganzen Reihe von Morden zu verantworten hätten,
einen Proteſtſturm ausgelöſt.
Kaum hatte ſich die Erregung einigermaßen gelegt, da er=
folgte
eine Maßnahme Venizelos, die als zweite Herausforde=
rung
aufgefaßt wird. Der Miniſterpräſident hat einige ihm un=
bequeme
Mitglieder des Kabinetts unter allerlei Vorwänden
zum Rücktritt gezwungen, und dafür zwei ſeiner Ergebenen
aufgenommen, und zwar Männer, denen die Oeffentlichkeit die
Hauptſchuld an der Hinrichtung Gunaris zuſchreibt. Dieſe
Maßnahme hat die wogende Erregung ſo hoch gehen laſſen, daß
Venizelos in einem der Aufſätze als politiſcher Sadiſt bezeich=
net
wird, der ſich nicht glücklich fühlt, wenn die Gemüter in
Griechenland langſam zur Ruhe kämen. Der Verfaſſer hat offen
das Geſpenſt eines neuen Aufſtandes an die Wand gemalt und
den Miniſterpräſidenten an das Schickſal von Panglos und an
die Wandelbarkeit der Volksgunſt erinnert. Die Erregung wird
durch eine neue Maßnahme verſtärkt, da der Miniſterpäſident
den bisherigen Generalgouverneur von Mazedonien, Kallidopu=
los
, ſeines Amtes enthoben, und an ſeine Stelle einen ſeiner An=
hänger
ernannt hat. Auch Mazedonien proteſtiert gegen die
Vergewaltigung und erinnert den Miniſterpräſidenten an die
Verſprechungen, die er ſeinen Wählern vor den Wahlen ge=
geben
hat.
Wenn in dieſem Zuſammenhang von einigen Blättern das
geſamte Sündenregiſter Venizelos aufgezählt wird, ſo gibt
dieſe offene Sprache um ſo mehr zu denken, als von einem neuen
Militärputſch gemunkelt wird, dem der ehemalige Diktator Kon=
dylis
naheſtehen und der in ſpäteſtens zwölf Monaten inſzeniert
werden ſoll. Das würde den Beginn von neuen inneren Wir=
ren
bedeuten, zumal der Grieche die Alleinherrſchaft eines Man=
nes
nur ſchwer erträgt. Es ſcheint, daß auch Venizelos ſeine
Maßnahmen trifft; darauf deutet die Ernennung eines neuen,
ihm ergebenen Generalinſpekteurs für die Armee hin. Da man
ihm zudem die Abſicht nachſagt, das Parlament aufzulöſen, ſo
dürfte ein Kampf unausbleiblich ſein, der entweder mit ſeinem
vollen Sieg oder mit dem Sturz des ganzen Syſtems enden muß.
Ein franzöſiſches Pionierkommando im Saargebief.
Saarbrücken, 5. Juli.
Die Regierungskommiſſion des Saargebietes ließ heute zu
einer Nachricht der Saarbrücker Landes=Zeitung, die die An=
weſenheit
eines mit Vermeſſungen beſchäftigten franzöſiſchen
Pionierkommandos im Saargebiet feſtſtellte, bekannt geben, nach
Prüfung der Angelegenheit habe ſich ergeben, daß die Anweſen=
heit
dieſer Truppenkommandos auf einem Irrtum (?) beruhe und
daß das Kommando das Saargebiet alsbald verlaſſen habe.

Winters und des Frühjahrs rechtzeitig eröffnet werden können.
Wenn man bedenkt, daß während der Herſtellungszeit dauernd
Hunderte von Erwerbsloſen mit den Erd=, Garten= und Bau=
arbeiten
haben beſchäftigt werden können, ſo iſt der Wert dieſer
Arbeit gerade im Induſtriegebiet auch nach ſolcher Richtung hin
zu ermeſſen. Und nun iſt aus dem urſprünglich kleinen Plan
eine große Sache geworden, ebenbürtig den Gartenbau= Aus=
ſtellungen
der letzten Jahre in Liegnitz und Dresden, ein
Schmuckkäſtchen für die Stadt, in deren Mauern ſie gewachſen iſt,
und für das ganze Ruhrgebiet, das ſie mit aufrichten half. Für
den draußen ſehr zu Unrecht verläſterten Induſtriebezirk eine
ausgezeichnete werbungskräftige Angelegenheit, um die es ſich
ſchon lohnte, daß der Eſſener Oberbürgermeiſter Bracht, der
Verkehrsdezernent Dr. Meurer und die geiſtigen Väter des
Planes, Gartendivektor Korte und Beigeordneter Bode, in
Berlin vor der Preſſe der Reichshauptſtadt und vor den Ver=
tretern
der ausländiſchen Zeitungen einen aufklärenden Vortrag
hielten. Die Fabrikſtadt Eſſen hat für eine ſolche Ausſtellung
draußen gewiß um viel mehr Liebe und Verſtändnis nachzuſuchen
als manche andere Stadt im Reiche.
Die Halbmillionenſtadt an der Ruhr kennt man nicht mehr
wieder. Sie, die in Haſt und Tempo ſonſt geſviß nicht feiertäg=
lich
wirkt, hat ſich mit Fahnen und Wimpeln ein feſtliches Kleid
angezogen. Wo man herumhört: die Gruga ſteht im Mittel=
punkt
. Sie wird während der hundert Tage ihres Beſtehens
eine wvirklich populäre Ausſtellung ſein und ſollte es auch für
das übrige Deutſchland werden.
Die Ausſtellung umfaßt zunächſt die in den großen
Ausſtellungshallen untergebrachten Abteilungen der bildlich=
lehrhaften
und der wiſſenſchaftlich=techniſchen
Darſtellungen, zeigt in Kojen an Bildern und Modellen ein rei=
ches
, dem Thema dienendes Material der deutſchen Städte und
vermittelt eine beachtenswerte Lehrſchau mit 150 lebenden =
geln
des deutſchen Waldes. Auch iſt eine reich beſchickte
Ausſtellung landwirtſchaftlicher Maſchinen ſowie
eine Plan= und Modellſchau der ſtädtiſchen Gartenverwaltungen
und Gartenarchitekten zu ſehen. In dieſen Hallen, denen Grün
und Blumen den nüchternen Eindruck genommen haben, ſollen
auch die nach der Jahreszeit wechſelnden Blumen=Sonderſchauen
gezeigt werden. Mit einem HausſubtropiſcherGewäch=
ſe
beginnt die Abteilung lebendigerer Anſchauung, die mit beſon=
ders
ſchönen Wochenendgärten, Wochenendhäuſern und Dahlien=
Sondergärten ein ſehr zeitgemäßes Thema anklingen läßt. Sehr
ſehenswert ein nach aufgefundenen Vorlagen nachgebildeter
Periſtylhof der römiſchen Kaiſerzeit.

Nach dem ſachlich=fachlichen Teil der Ausſtellung iſt man von
dem in rechtwinkliger Achſe erſtellten Freigelände über=
raſcht
. Was die Kunſt der modernen Gartenarchitektur an Schön=
heit
hervorbringen kann, iſt hier zu einem ſich weit hinziehenden
Bild von einzigartigem Reiz verbunden. Natur und Kunſt, be=
reichert
durch Plaſtiken, Brunnen und Waſſerſpiele, haben hier
einen Ausdruck gefunden, der alle Erwartungen weit hinter ſich
läßt. Die zweite Querachſe iſt an ihren Enden flankiert vom
Hauptreſtaurant und von einem Terraſſenkaffee
in architektoniſch ſchönen Formen; dazwiſchen die Waſſerkünſte
und ein mit 70 000 Roſen beſtandener, durch Pergola=Umgänge
dauernd unterbrochener Garten von üppigſter Duft= und Farben=
fülle
. An ſeiner Seite hat man eine Talmulde zu einer Dah=
lien
=Arena (100 Meter Durchmeſſer, 9 Meter tief) hergerich=
tet
, in der zur ſpäten Sommerzeit 12000 Dahlien blühen wer=
den
. Ihr gegenüber ein 28 Meter hoher Funkturm, der, aus
Eiſen, Beton und Glas gebaut, das Gelände beherrſcht und eine
prachtvolle Ausſicht vermittelt. Seitwärts ſchließen ſich an die
Schrebergärten, Kinderſpielplätze, die vom Ruhrſiedlungsverband
angelegte Schau rauchharter Pflanzen, die Gemüſegewächshäuſer
(für dieſe Kultur hat ſich in dieſem Bezirk beſonders lebhaft
Miniſter Hirtſiefer eingeſetzt), ein mittelalterlicher Kräuter=
garten
und ein Warmwaſſerbecken für exotiſche Waſſerblumen
(victoria regio). Etwas abſeits vom Hauptverkehr liegt, zur
Beſinnung mahnend, ein der Landſchaft ausgezeichnet ange=
paßter
Friedhof. Daneben aber iſt wieder Leben; man hat
dort eine moderne Geflügelfarm eingerichtet.
Es fällt dem, der die Ausſtellung geſehen hat, ſchwer, über
den hier vermittelten Eindruck zu berichten. Wie denn ſolche
Dinge beſſer anzuſehen als zu beſchreiben ſind. In unermüd=
licher
Arbeit und in zähem Optimismus iſt ein Werk gelungen, das
die daran beteiligten Meiſter lobt und ein köſtliches Geſchenk an
die Allgemeinheit iſt. Ueber den tieferen Sinn und die Bedeu=
tung
einer ſolchen Ausſtellung in dieſer Gegend Deutſchlands
braucht kaum etwas geſagt zu werden. Sie erfüllt nicht nur eine
Teilverpflichtung der Städte zur tätigen Mitarbeit an allen Er=
ſcheinungsformen
der Gegenwart, ſondern vor allem die gegen=
über
den Menſchen, die in ihren Mauern wohnen. Sie iſt daher
in vollſtem Maße zeitgemäß und in ihrer Großzügigkeit ein Bild
deutſchen Fleißes und unbeirrter Schaffenskraft.
Nachdem am Einweihungstage der feierliche Feſtakt in
der größten Halle des Geländes verklungen war, Reichsminiſter
Dr. Stegerwald die Grüße des Protektors der Ausſtellung,
des Reichspräſidenten, überbrachte und Dr. Steiger

als preußiſcher Reſſortminiſter geſprochen hatte, als dann von der
Freitreppe Stegerwäld die Ausſtellung offiziell für eröffnet er=
klärte
und 20 000 Brieftauben die Kunde davon ins Land trugen,
da ſtand eine unüberſehbare Menge von Menſchen vor den
Pforten dieſes irdiſchen Paradieſes. Und nach dem großen Zu=
ſtrom
gleich des erſten Tages zu urteilen, braucht gutes Som=
merwetter
vorausgeſetzt um den erhofften Beſuch dieſer im
beſten Sinne volkstümlichen Eſſener Veranſtaltung des ruhrlän=
diſchen
Bezirks nicht bange zu ſein. Hans Georg Fellmann.

Profeſſor Otto Taubmann geſtorben. Der in Berlin lebende
Komponiſt und Muſikſchriftſteller Otto Taubmann, der im März
ſeinen 70. Geburtstag feiern konnte, iſt geſtern einem Schlaganfall
erlegen. 1910 wurde er zum Profeſſor ernannt, 1920 als Lehrer
für Kompoſition an die Staatliche Hochſchule für Muſik berufen,
1925 wurde Profeſſor Taubmann zum Senator der Preußiſchen
Akademie der Künſte gewählt, der er bereits ſeit 1917 als ordent=
liches
Mitglied angehört hatte.

Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt: Zur Wiederbeſetzung des durch die Emeritierung von
Profeſſor F. Oppenheimer erledigten Lehrſtuhles der Soziologie iſt ein
Ruf an den o. Profeſſor Dr. jur, et rer. pol. Emil Lederer in Hei=
delberg
ergangen. Der Direktor des Goethe=Muſeums, Dr. Beutler,
wurde auf den Lehrſtuhl der neueren deutſchen Literaturgeſchichte an die
Univerſität Münſter berufen.
Berlin: Der langjährige Inhaber des Lehrſtuhls für Agrikultur=
chemie
und Bakteriologie an der Landwirtſchaftlichen Hochſchule, Profeſ=
ſor
Dr. Otto Lemmermann, beging am 1. Juli ſeinen 60. Geburts=
tag
. Dr.=Jng. Max Schlötter in Berlin=Wilmersdorf, iſt zum Hono=
rarprofeſſor
für chemiſche Technologie in der Fakultät ernannt worden.
Bonn: Der durch die Emeritierung des Geh. Rats A. Philippſon
erledigte Lehrſtuhl der Geographie iſt dem Ordinarius Dr. Leo Wai=
bel
in Kiel angeboten worden.
Braunſchweig: Dem Privatdozenten für Pſychologie und Pſychotech=
nik
an der Techniſchen Hochſchule, Dr. Bernhard Herwig, iſt die Amts=
bezeichnung
außerordentlicher Profeſſor beigelegt worden.
Dresden: Dem Aſſiſtenten am Lehrſtuhl für angewandte Mathe=
matik
an der Techniſchen Hochſchule, Dr.=Ing. Alfred Kneſchke, iſt
die Lehrberechtigung für das Fach der angewandten Mathematik in der
mathematiſch=naturwiſſenſchaftlichen Abteilung dieſer Hochſchule erteilt
worden.
Breslau: Zum Nachfolger von Prof. F. Dölger auf den Lehrſtuhl
der Kirchengeſchichte in der katholiſch=theologiſchen Fakultät iſt der a. o.
Profeſſor, ebenda, Dr. theol. Berthold Altaner, in Ausſicht ge=
nommen
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[ ][  ][ ]

Nummer 185

Samstag, den 6. Juli 1929

Seite 3

Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, 6 Juli.

Hauptverſammlung des Verkehrsvereins.

2. Heſſiſches Hängerbundesfeſt.
Darmſtadt, 12. bis 15. Juli 1929.
Das Auto, das alls erſter Geſwinm meben zahlreichen geſtifteten
wertvollen Gegenſtänden dem Inhalber einer Feſtbarte beglücken Fanm,
ſiſt bei Haas uund Bewnhardt, im der Rheinſtraße, ausgeſtellt. Der Feſt=
zug
, über deſſem künſtleriſche Alusgeſtaltung wir ſchom berichtet haben,
wimmt folgenden Weg: Karlsſtraße, Wittmſanmſtraße, Bruchwieſen=
ſtraße
Herdweg, Mieder=Ramſtädter Straße, Kapellpllatz, Schuſtraße,
Ludwigsſtraße, Marktplatz Schloßgraben, Allexanderſtraße), Heinheimer=
ſtraße
, Liebfrauenſtraße, Pankratiusſtraße, Hochſchulſtraße, Paradeplatz,
Rheinſtraße, Feſtplatz. Man darf erwarten, daß die Anwohner dieſer
Straßen für beſonders reichen Schmuck ſorgen, wenn auch alle ſanderen
Bürger ſich Mühg geben, durch Flaggen und Blumen der Stadt ein
feſtüiches Gepräge zu geben.

Studienrat i. R. Jakob Ackermann . Am Sonntag, den 30. 6.,
iſt Studienrat Ackermann aus dieſem Leben geſchieden. Seit über ein
Menſchenalter ſich hinziehendes Wirken als Lehrer der Statik und Ma=
thematik
an der Höheren Landesbauſchule iſt auf das engſte verknüpft
mit dem Wachſen und Blühen der Schrle. Groß iſt die Zahl derer,
die als Schüler die Elemente der theoretiſchen Bautechnik ſich aneignen
konnten, ſo daß ſie, jetzt in Amt und Würde, ſich gewiß mit Freude und
Wehmut gemiſchten Gefühlen der längſt verfloſſenen Zeit erinnern wer=
den
. So betrauern zahlreiche Kollegen, zahlreiche Freunde und Schüler
den Heimgang dieſes Lehrers. Sein ſtilles, der Arbeit und dem Vor=
wärtsſtreben
ſeiner Schüler gewidmetes Schaffen ſichert ihm über das
Grab hinaus freundliches Gedenken und Erinnerung.
Jubiläum. Heute ſind es 25 Jahre, daß Herr Phil. Mößinger
bei der Firma Ludwig Alter A.G. als Meiſter und Leiter der Abtei=
lung
Fertigmacherei tätig iſt. Ein ſchönes Zeichen treuer Pflicht=
erfüllung
.
Schloßmuſeum. Vielſeitigen Wüünſchen entſprechend, iſt das
Schloßmuſeum jetzt wuch Samstags wie am dem übrigen Wochentagen
geöffnet. In der kommenden Woche ſinden Führungen ſtatt: am Sonm=
tag
vormitag uum 11 umd 11.30 Uhr, gund vom Montag bis Samstag
um 11 und 11.30 Uhr vormittags und 3 umnd 3.30 Uhr machmittags.
Das Jagdmuſeum Kranichſtein iſt täglich zu allen Tageszeiten
zu beſichtigen.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Die letzten Auffüh=
rungen
im Landestheater. Als letzte Aufführungen dieſer
Spielzeit gehen heute Samstag, 19.30 Uhr, Johann Strauß Operette
Die Fledermaus und morgen Sonnrag, 17 Uhr, Nichard Wag=
ners
Oper Die Meiſterſinger von Nürnberg in Szene.
In der Fledermaus verabſchieden ſich Paula Kapper und Guſtav De=
harde
. In den übrigen Hauptrollen ſind Regina Harre, Käte Gothe,
die Herren Carl Ebert=Beher, Heinrich Kuhn, Hans Baumeiſter, Hans
Ney und Hans Höfflin a. G. beſchäftigt. Muſikaliſche Leitung: Carl
Bamberger. In den Meiſterſingern ſingen die Hauptrollen: Anny
von Stoſch, Anna Jacobs, Johannes Biſchoff, Hans Grahl, Heinrich
Kuhn, Theo Herrmann, Eugen Vogt und Hans Höfflin a. G. Muſi=
kaliſche
Leiturg: Max Rudolf.
Mieterneuerung. Die neue Spielzeit des Heſſiſchen Lan=
destheaters
wird am Sonntag, den 8. September, eröffnet. Die bis=
herigen
Mieter haben das Vorrecht zur Wiederanmeldung ihrer Plätze
bis einſchließlich Donnerstag, den 25. Juli, bei der Mietabteilung des
Heſſiſchen Landestheaters (Sprechſtunden werktäglich von 913.30 Uhr).
Die den Mietern der Spielzeit 1928/29 eingeräumten Vorteile ſind für
die neue Spielzeit beibehalten und in weſentlichen Punkten noch ver=
beſſert
worden.
Orpheum Doppelgaſtſpiel Erſtaufführung. Heute Sams=
tag
, abends 8.15 Uhr, iſt die Erſtaufführung der Kriminal=
komödie
Der Geiſterzug von Arnold Ridley, und ſind dafür
zwei beliebte Gäſte des Darmſtädter Publikums verpflichtet worden:
Eliſabeth Horn=Harprecht für die Rolle der Julia und
Bruno Harprecht für die Rolle des Teddie‟. Das Stück Der
Geiſterzug wurde überall mit ſenſationellem Erfolg gegeben, und
dürften die hieſigen Aufführungen durch das Auftreten von Eliſabeth
Horn=Harprecht und Bruno Harprecht noch um ſo größerem Inrereſſe
begegnen. Morgen Sonntag und folgende Tage gelangt die Kriminal=
komödie
Der Geiſterzug mit den oben erwähnten Gäſten zur Wieder=
gabe
.
Der ſchöne Menſch, Darmſtadt, Mathildenhöhe 1929. Die Aus=
ſtellung
war am Sonntag von etwa 500 Perſonen beſucht eine
bisher noch nie erreichte Zahl. Jeder iſt begierig, eine internationale
Schau, wie ſie hier ſeit Jahrzehnten nicht geboten wurde, mit eigenen
Augen zu ſehen. Die ſehr verſchiedenen, ja enrgegengeſetzten Löſungen
des geſtellten Themas regen zu den intereſſanteſten Diskuſſionen an.
Der reichhaltige, ſtark illuſtrierte Katalog wirkt ſenſationell. v. H.
Vereinigung von Freunden der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt.
Heute findet in den Räumen der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
die diesjährige Hauptverſammlung der Vereinigung von
Freunden der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Herr Reichsbahnoberrat M.
Füchſel=Berlin ſpricht über: Schweißen im Rohrleitungs= und
Stahlbau. Herr Dipl.=Ing. Falck, Siemensſtadt bei Berlin, über:
Anwendung de: Lichtbogenſchweißung im Maſchinenbau, Herr Prof.
Dr.=Ing. Heidebroek=Darmſtadt über: Technik, Wirtſchaft und
Kultur‟. Die Vereinigung, welche ſeit elf Jahren an unſerer Hoch=
ſchule
beſteht, hat zur Förderung der angewandten Naturwiſſenſchaften,
der Wirtſchaftswiſſenſchaften, der Technik und Bankunſt weſentlich bei=
getragen
. Sie bildet eine dauernde Arbeitsgemeinſchaft zwiſchen der
Darmſtädter Hochſchule und den ihre naheſtehenden Berufsſtänden. Zur
Teilnahme an der hieſigen Tagung haben ſich eine große Anzahl aus=
wärtiger
Gäſte der Vereinigung angeſagt.
Der Beſichtigung des Kloſters Eberbach durch 39 Damen des
Darmſtädter Hausfrauenbundes hatten ſich zahlreiche Mit=
glieder
des Mainzer Hausfrauenvereins und einige Her=
ren
angeſchloſſen. Herr Profeſſor Kutſch, Direktor des Wiesbadener
Landesmuſeums, der die Führung freundlichſt übernommen hatte, er=
klärte
in feinſinniger Weiſe die architektoniſchen und ſkulpturellen Schön=
heiten
der von hohem landſchaftlichen Reiz umgebenen Gründung des
Hl. Bernhard von Clairvaux und gab zum Schluſſe in dem einzigarrig
ſchönen Kapitelſaal einen Ueberblick über die verſchiedenen Bauperio=
den
: Karolinger= (2) und Staufenzeit, Gotik und ſpätes Barock. Stein=
reſte
laſſen vermuten, daß vor Errichtung der berühmten Ziſterzienſer=
Abtei, von der die Kultivierung des Rheingaues ausgegangen iſt, viel=
leicht
, ſchon ein karolingiſches Heiligtum an dieſer Stelle geſtanden
hatte. Nachdem alle noch den weihevollen Zauber des Kloſtergartens
auf ſich hatten wirken laſſen, wurde die Heimfahrt angetreten. In hei=
terſter
Stimmung und dankerfüllten Herzens nahmen die Darmſtädter
Gäſte Abſchied von unſerem ſchönen Rheingau und einem ſeiner Werke,
dem Kloſter Eberbach.
Eine volkstümliche MER=Reiſe in das romantiſche, von Legenden
umrankte grüne Thüringer Land. Wie wir bereits mitgeteilt haben,
wird eine Geſellſchaftsreiſe in das Thüringer Land veranſtaltet. Wer
möchte nicht einmal die Stätte kennen lernen, an der die heilige Eliſa=
beth
, die Beſchüitzerin der Armen und das Vorbild der Nächſtenliebe,
lebte und Gutes tat. Dieſe Reiſe, die ſo preiswert iſt, daß ſie faſt
jedem möglich ſein wird, iſt die beſte Gelegenheit dazu. Das grüne
Thüringer Land, eigentlich viel zu wenig bekannt, birgt ſo viel Schön=
heiten
, die auf der Fahrt alle wahrgenommen werden. Wer ſich einige
ſchöne Tage bereiten will, der melde ſeine Teilnahme dem Verkehrs=
burean
Darmſtadt, Ernſt=Ludwigsplatz, wo er auch die nötigen
Proſpekte erhalten kann (Vgl. geſtrige Anzeige.)

Ausſichken und Aufgaben einer Darmſtädker Verkehrspolitik. Der Palaisgarken.

Der Verkehrsverein Darmſtadt eine Inſtitution, der in heutiger
Zeit erheblich erhöhte Bedeutung und Beachtung zukommen ſollte,
hielt geſtern abend, im Rathausſaale ſeine Hauptverſammlung ab, um
die übliche Rechenſchaft abzulegen über ſeine Tätigheit im verfloſſenen
Geſchäftsjahre.
Der Vorſitzende Herr Th. Stemmer ſen. begrüßte beſonders
unter den zahlreich Erſchienenen die Herren Miniſterialdirektor Dr.
Kratz, Präſident Leiſter und Oberpoſtrat Beutler, von der
Oberpoſtdirektion Darmſtadt, Oberbürgermeiſter Mueller, Reg.=Aſſ.
Köhler (Polizeiamt), Direktor Bohnenberger und Ober=Ing.
Rauſch (Heag), Direktor Benjamin (Deutſche Bank). Entſchuldigt
hatten ſich der Herr Staatspräſident und die Herren Miniſter Kirn=
berger
und Leuſchner.
Aus dem umfangreichen Jahresbericht iſt neben der Anführung un=
gezählter
Eingaben an Behörden und Dankſagung an dieſe, beſonders
die Stadt, für Unterſtützung der Beſtrebungen u. a. zu entnehmen: Im
Verkehrsbureau, dem Schmerzenskind des Vezeins, iſt jetzt
dank der Tätigkeit des Herrn Amtmann Kochenburger Ord=
nung
und geregelter Betrieb. Leider wurde noch nicht erreicht, das
Bureau der Heag frei zu machen; hoffentlich hat aber der warme
Appell des Vorſitenden Erfolg. Das Zuſammenarbeiten mit der In=
duſtrie
= und Handelskammer war ſehr erfolgreich. Die neue Relief=
karte
von Odenwald und Bergſtraße hängt jetzt in über 800 Bahn=
höfen
und ſonſtigen Bureaus. Von ihrer Propa jandakraft wird viel
erhofft, beſonders für Ferienreiſende, die nicht ins Ausland wollen oder
können. An der Stärkung dieſer Propaganda ſollte
jeder Darmſtädter, jeder Heſſe mitarbeiten. Eine
Großgarage für über 100 Wagen in Darmſtadt iſt bereits im Ent=
ſtehen
. Die Karte ſoll auch an die Automobilklubs gehen. Weitere
neue Schriften und Karten ſind herausgebracht worden, ebenfalls mit
dem Ziele der Verkehrswerbung. Blumen= und Pflanzen=
ſchmuck
iſt wieder aufgelebt und ſollte allgemeine Förderung und
Beteiligung der geſamten Bürgerſchaft finden.
Das Palaisgarten=Problem harrt immer noch der Re=
gelung
. Die Abſicht der Bebauung iſt aufgegeben. Jetzt wird die Her=
ſtellung
als Park bzw. Volksgarten emſig betrieben. Der Verkehrsverein
ſetzt ſich für die Erſtellung des Niebergall=Denkmals in der
Altſtads ein. Die ſtädtiſchen Anlagen ſind zur Zeit ausnahms=
los
in einer ſo ausgezeichneten Verfaſſung, daß wir ſtolz darauf ſein
können. Ein dringendes Erſuchen um die Verwirklichung der Berg=
ſtraßenbahn
geht an die Heag. Dank für beſondere Beiträge
wird der Sparkaſſe, der Danatbank, der Volksbank ausgeſprochen. Die
Verkehrsſtatiſtik zeigt recht erfreuliche Zahlen. Die Geſchäftswelt bringt
erhebliche Opfer, ihre Geſchäftshäuſer auf das modernſte auszugeſtalten.
Unter Frankfurts Ueberlegenheit und unter ſeinen Aufſaugbeſtrebun=
gen
hat Darmſtadt viel zu leiden. Von freundnachbarlickem Verhal=
ten
iſt da wenig zu ſpüren. Das propagandiſtiſche Zuſamnmenarbeiten
mit dem Hotel= und Gaſtwirtsgewerbe läßt leider noch ſehr zu wün=
ſchen
übrig.
Herr Regierungsrat Dr. Roeſener, referiert dann über Ver=
kehrsverbeſſerungen
. Erfreulicherweiſe iſt durch Zuſammen=
wirken
mehrerer Handelskammern im Fahrplanausſchuß der Reichsbahn
erreicht worden eine erhebliche Verbeſſerung der Verbindungen nach dem
geſamten Süden in der Richtung MünchenSalzburg. Auch die Nord=
Weſt=Verbindung (Wien-DarmſtadtRotterdam) hat Verbeſſerungen
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von HamburgBremen Darmſtadt an 7.30, Stuttgart 10.15, München
14.15 (mit Anſchluß nach und von den oberbayeriſchen Gebirgslinien),
Salzburg 16.30, Wien 22.45. Wien ab 7.00, Salzburg an 13.00
München 15.15, Stuttgart 19.30, Darmſtadt 22.15 zum Nachtzug nach
Hamburg und Vremen. Von beſonderer Bedeutung ſind unſere Ver=
bindungen
zum Rhein. Hier iſt leider noch nicht alles erreicht worden.
Vor allem fehlen nach ſchnelle Spätverbindungen von
Wiesbaden und Mainz nach Darmſtadt und Anſchluß an die
Rheindampferlinien. In dieſer Richtung wird noch gearbeitet; ebenſo
energiſch an der Erreichung des zweiten Paares Odenwald=
Neckarzüge.
Herrn Regierungsrat Roeſener wird für ſeine unermüdliche
Tätigkeit Dank geſagt. Auch der Oberpoſtdirektion.
Der Heſſenkalender mit Hunderten von heſſiſchen Anſichten
findet allgemeine Anerkennung. Er ſoll im nächſten Jahre erheblich
ſchöner herauskommen. Bei der Reliefkarte hat Herr Rechnungsrat
Kinkel dankenswert mitgewirkt.
Ueber Ausſichten und Aufgaben einer Darmſtädter
Verkehrspolitik
erſtattet Oberregierungsrat Dr. Krebs ein eingehendes Referat. Drei
Grundziele muß eine Verkehrspolitik haben: eine wirtſchaftliche,
Hebung der Wirtſchaft und Erweiterung der Abſatzmöglichkeiten; eine
kulturelle, Herausſtellung der Kulturgüter und Verbreitung deren
Wirkung, und eine ſoziale: Beſſerung der Wohnverhältniſſe, vor
allem der Verbindungen zwiſchen Arbeits= und Erholungsſtätte. Dieſe
drei verkehrspolitiſchen Beſtrebungen müſſen nebeneinander her=
gehen
und grundſätzlich zuſammenarbeiten. Sie müſſen die Intereſſen
aller Berufsſtände im Auge haben. Das erſte und wichtigſte Ziel
iſt immer die Verbeſſerung und Verdichtung des Verkehrsnetzes
in allen ſeinen Zweigen. Möglichſte Verkürzung des Weges von und
zur Arbeitsſtätte, vor allem im innerſtädtiſchen Verkehr. Unſer
elektriſches Bahnnetz bedarf der Reform, die verhältnismäßig leicht zu
ermöglichen iſt. Ziel: Möglichſt nicht mehr als zwei Querſtraßen zur

Erreichung einer Halteſtelle. (An Hand von Karten macht der Referent
entſprechende Vorſchläge, beſonders für den Autobusverkehr.) Hinzu=
kommr
eine Nachprüfung der Fahrpreispolitik, wobei anzuerken=
nen
iſt, daß in bezug auf Dauerkarten und Heftchen ſchon weitgehend
entgegengekommen wird. Eine Anzahl Kraftpoſtlinien hat gezeigt, daß
nach anfänglichem Zuſchußbetrieb dieſe Linien ſich tragen und gut ren=
tieren
. Was für den Innenverkehr iſt auch für den Vorortver=
kehr
notwendig. Schon geht eine ganze Anzahl Kraftpoſtlinien nach
Darmſtadt herein, aber eine Vermehrung iſt noch möglich und not=
wendig
. Darmſtadt müßte die Initiative ergreifen. Es darf nicht ein=
gewendet
werden, daß gute Verbindungen mit benachbarten Städten
den Verkehr auch ablenken. Es iſt eine Frage der Geſamt=
leiſtung
und der Diſziplin einer Bevölkerung, das zu verhindern. Gute
Verbindungen ſchaden nie! Notwendig iſt auch die Aus=
dehnung
der Auslandspropaganda. Unſer Linienſchiff Heſ=
ſen
kann dazu gut herangezogen werden. Vergleichsweiſe zog der
Referent die aufſtrebende Stadt Stuttgart heran. Die immer wieder
wirkſam herauszuſtellende Werbekraft, des äußeren Stadtbildes muß
mehr ausgenutzt werden; dazu das ſeiner ſchönen vilgeſaltigen Um=
gebung
, die intenſiv gepflegt werden muß. Auch die Unlage on Rad=
fahrwegen
gehört hierzu. Und das Wiedererſchließen der Wälder
für Pferdefuhrwerk, unter Ausſchaltung dieſer Wege für Autos.
Dammſtadt ſiſt die Eingangspforte für Odenwald und Bergſtraße.
Hierauf muß im der Propaganda großer Wert gelegt werdemn. In awei
Jahren dürſten die Straßen des Odenwallds dunchweig autoreif ſein. Alls
Siedllungsgebbiet iſt Darmſtadts Umgebung geradezu ideall. Weiter muß
die Frage erörtert werden, wie Darmſtadt für die Unterbrüngunig von
Waſſenbeſuch durch Kongreſſe uſw. zur rüſtem iſt. Im Reiſehandbüichern
und =Zeitſchriften muß erhöhte Propaganda einſetzen, die miatürlich zu
überwachen iſt, beſonders in der Textbearbeitung. Die Hemausgabe vom
Führern durch Unberufene muß umtenbunden werden. Der Ruf Darm=
ſtadts
als Kunſtſtadt iſt beſonders zu pflegen. Die derzeitige Alus=
ſtellumg
Der ſchöng Menſch üübt von auswärts eine ſtarbe An=
ziehungskvaft
aus. Ein Almanach der Wirtſchaft, ſollde
herausgegeben werdem, der über Darmſtädter Induſtrie, hervorragende
Vertreter einzelner Berufsſtände, der Wiſſenſchaft und der Kunſt uſw.
Ausbunft gibt.
Alle dieſe Fragem und Probleme kann der Werkehrsberein allein
natürlich micht löſem, aber er kann unb ſoll ſtets amregend und and
feuernd wirken.
Der Vorſitzende ſſagt dem Referentem herzlichſt Dank. Ging
Ausſprache
leitete Oberbürgermeiſter Mueller ein. Er ſpnach dem Weſtkehrs=
verein
, beſonders ſeinem Vorſitzenden, Dank für ſſeime Tätigkeit im
Intereſſe der Stadt aus, ebenſo Herrn Oberregierungsrat Dr. Krebs
für ſein ausgezeichmebes Referat, das von ſtarker Liebe zur Heimat ſpricht,
und auch Herm Reg.=Rat Dr. Roeſener, der immer wieder ſo intenſib
für Darmſtadt arbeitet. Es ſiſt zwechlos, immer darauf hinzuweiſen, was
wir verlorem haben, weil das ein falſches Billd der wirklichem Wer=
hältniſſe
gübt, ſondem man ſoll das Poſäräve bevonen, das wir boch
noch reichlich erhalten haben, im erſter Linie auf geſiſtigem umd Fümnſt=
leriſchen
Gebict (Thegter!). In bezug auf das Niebergalldenkmal ſetzt
ſich der Oberbürgermeiſter für den Standpunkt des Verkehrsvereins ein.
Als Zeichen des mangelnden einigen Zuſſammemarbeitens erwähnt
Medner die allerdings ſehr merkwürdige Tatzſache, daß in einer Be=
kanntglabe
der Gaſtwirte=Imnung im Feſtbuch des Sängerfeſtes bas
Hotel Traube und das U.=T.=Kaffee gar micht erwähnt ſind. (1)
Herr Geheimpat Berndt ſtellt feſt, daß mam trotzdem auswärts
das Hotel Traube als ganz ausgezeichmetes Hotzel ſehr gurt kenmt. Zu
den Imnen=Verkehrslinien macht Redner darauf aufmerkſam, daß ähn=
liche
Wünſche wie der Referent erwähnt, längſt pwopagiert werden und
macht eine Reihe anderer Vorſchläge. Die Nachprüfung der Fahrpreiſe
iſt dringend notwendig, beſonders unter Berüchſichtigung der pſtcho=
logiſchen
Emſtellumng des Publikums. Eim 10=Pfenmig=Tarif dürrfte aller=
dings
nicht möglich ſein. Den Neueinrichtungen der Heag ſollte des
Pablibum ſchneller folgen. Für den Umbau des Palaisgar=
tens
ſollte der Herrngarten Vorbild ſein. (Lebhaſtes
Bravo!)
Stadv Schneider tritt für das Niebergalldenbmall auf der Inſel
in der Altſtabt ein. Den Erpanſionsdpamg der Stadt Frankfurk ſollte
wan nicht unterſchätzen. Er bedeutet für die umliegemden Städte, be=
ſonders
für Darmſtadt, eine ſehr große Gefahr. Induſtriewerbung
iſt notwendig für den Ausfall von Induſtmen mach dem Kriege.
Herr Heberer tritt für Blumen= umd Pflanzenſchmuck und wirk=
ſameren
Schutz der Anlagen ein. Oberbürgermeiſter Mueller beilt
auf Anfrage mit, daß der Umbau des Palaisgartens 6070 000 Mark
koſtet, welche Mittel zurzeit fehlen. Herr Direktor Bohnenber=
ger
äußert ſich zu den Verkehrswüinſchem, die von der Heag lohal gee=
prüft
werden und ſſoweit irgend möglich auch verwirklicht. Allerdings
muß das Publibum die Neueinrichtuungen guich benutzen. Herr Güt=
ting
iſt von der Antwort des Oberbürgermeiſters emttäuſcht. Die An=
wohmr
des Palaisgartens haben beſtimmt bamit gerechnet, daß das
Profekt ſchnellſtens in Angriff genommen wird. Stadtv. Hütſch
beſtätigt, daß die Mittel zurzeit nicht vorhamden ſind. Ein Erfolg äſt
ſchon, daß der Garten micht bebgut wird.
*
Nach Erſtattumg des Kaſſenberichtes ud Wahl des Vorſtan=
des
es erfolgte durchweg Wiederwahl und Zuwahl des Stabtv.
Ziegs uund Geheimrats Berndt wurde die Verſammlung ge=
ſchloſſen
mit Worten des Dankes an die Mitglieder, die Preſſe und
die Stadt.
M. St.
Ein deukſches Spezial=Flugzeug zur Bekämpfung
der Inſekten=Kalamitaken.
Am Mittwoch, den 3. Juli, fand in Deſſau eimne Vorfüchrung des
neur ſten Spezialflugzeuges für die Forſtſchädlingsbekämpfung ſtatt, zu
der ſeitens des Reichsernährungsminiſteriums dſie Herren Mimiſtierial=
divektor
Streil umd Regierungs= und Forſtrat Schuſter ſowie weiterhin
Vertreter des Preußiſchen Landwirtſchaftsminiſteriums, der Forſtver=
walltuumgen
von Mecklenbung, Amhallk uund Baden, anderer intereſſierter
Forſtbehörden uund zahlreiche Preſſevertreter erſchienen waven. Bekannt=
lich
wird von den Firmen Junkers Flugzeugwark. A.=G.,
Deſſau, und der Chemiſchen Fabrik E. Merck, Darw=
ſtadt
bereits ſeit dem Jahre 1925 ein großzügiger Kampf gegen die
die Wälder vernichtenden Schädlinge geführt. Für künftige Bekämp=
fungsmaßnahmen
ſteht nummehr ein Spezialflugzeug mit meueſtem Be=
ſtäubungsgerät
zur Verfügung, das im Laufe der Jahre vom dem
Finmen Junkars und Merck uunder Verwertung der Nangjährigem Er=
fahrungen
geſchaffen wworden iſt. Das meue Spezialfllugzeug gehört zu
dem bekannetn Junkerstyp W 38 der Ozeamſlugzeuge und bermag
650 Kilogromm des Merckſchen Forſt=Eſturmüt zu laden, ſo
daß große Walldkomplexe in kürzeſter Zeit beſtäubt werdem könmem.
Beſondere Vorrichtungen regulieren jeweils die abzuwerfende Beſtäu=
bungsmenge
uund ſorgen für die Gleichmäßigkeit uud weite Verbreitung
der Staubwollke.
Welche große wirtſchaftliche Bedeuwmg der Forſtſchädlingsbekämp=
fung
zukommt, geht aus einem künrzlichen, im der Preſſe erſchienenen
Bericht hervor, wonach gellegentlich der im Preußen 1924/85 auf=
getretemen
Fonleullenkalamität im Kreis Schwerin=Warthe allein
100 000 Morgen Wald bernichtet worden ſind. Aechnliche Schäden ſind
auch in vielen anderen Ländem durch Schädlingsfnaß berurſacht worden.
Solchen Verheerungen wiakſam emtgegenzutreten, wind die Ganſbarg
Aufgabe dieſes neuuen Spezialflugzeuges ſſein.

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länger mit

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[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 6. Juli4929

Nummer 185

Alkama.

kein Almanach, kein Katalog, kein Magazin,
aber alle drei in einem.
Der Kataloy der in Programm und Ausführung von üblichen
Sommerſchauen abweichenden Ausſtellung Der ſchöne Menſch in der
neuen Kunſt hat ſinn= und zeitgemäß auch eine ungewöhnliche Form
erhalten, die ihn von der ſonſt gebräuchlichen ſtark abhebt.
In Format und Ausſtattung gleicht er einem Almanach, als Kata=
log
enthält er die notwendigen Liſten, ſein Inhalt iſt ein Magazin.
Mit Abbildungen iſt nicht geſpart; intereſſante Eſſays führender Män=
ner
, Briefe ausſtellender Künſtler, Ausſprüche alter und neuer Meiſter
zur aufgeworfenen Frage, Maßtafeln und Tabellen füllen das ungemein
gbwechſelnd und anregend zuſammengeſtellte Heft. Die Urheber und
Ausführer ſind die Herren Antes, Breitwieſer und Keil.
Der erſte Teil handelt nach einem geiſtreichen Vorwort von dem
ſchönen Menſchen an ſich. Es werden allgemein gültige Leitſätze auf=
geſtellt
und faſt alle bei Betrachtung der Ausſtellung etwa auftauchende
Fragen beantwortet. Dazwiſchen ſtehen Ausſprüche von Hutcheſon,
Nunge, Rodin, Raffgel, Kant, Mengs, Dante, Firenzuola, Semper,
Goethe, Dürer. Es folgen zwei Aufſätze von Hans Buren: Schönheit
des Körpers und Körpertypen und Körperbildung, ein ſolcher von
N. von Laban über Körper, Raum, Bewegung Benno Reifenberg
ſchreibt über den Künſtler vor dem Körper., Hauſenſtein über Kunſt
und menſchlicher Körper, Paul Weſtheim gibt eine Plauderei über
Schönheitsideale. Es folgen die Propoſitionstabellen und Kanons,
und zwar Aegyptiſche, die von Battiſta Alberti, von Vinci, von Michel=
angelo
, von Dürer, Audran, Schadow, ſchließlich diejenigen der Ameri=
kaniſchen
Schönheitskonkurrenzen. Einige Dichterworte von Salomo,
Ovid, Auſonius, Loberain, Konrad von Würzburg, de Bonſard beſchlie=
ßen
dieſen reich illuſtrierten Teil, dem ſich die Liſte der 103 Photos
der Hiſtoriſchen Abteilung anfügt.
Der ſchöne Menſch in der neuen Kunſt bildet den zweiten Teil des
Buches. Hier ſchreiben außer dem Pariſer Cogniat die ausſtellenden
Künſtler ihre Gedanken in bunter Reihe: Ozenfant=Pa. is, Lörcher=
Stuttgart, Kirchner=Davos, Lurgat=Paris, Belling=Berlin, Survage=
Paris, Kohler=Ascona, Gwald=Hanau, Felixmüller=Dresden, Viegener=
Soeſt, Franoois=Genf, Schlemmer=Deſſau.
Es folgen die Liſten der Kunſtwerke, der Künſtler nach Ländern
und nach Wohnſitzen geordnet, ſodann die vorzüglich gelungenen Ab=
bildungen
nach Aufnahmen von F. v. d. Smiſſen, von F. Hausmann
kliſchiert.
So iſt ein Buch entſtanden, von der Hofbuchdruckerei L. C. Wittich
vorbildlich gedruckt, das weit über die Ausſtellungszeit hinaus Wert
hat, den Kunſtfreund außerordentlich feſſelt und für den Künſtler un=
entbehrlich
erſcheint. Es iſt nicht nur in der Ausſtellung, vielmehr auch
in allen Buchhandlungen käuflich gemacht worden und liegt in den
A.
Bahnhofsbuchhandlungen auf.
Erfolge heſſiſcher Automobil=Induſtrie. Die Röhr=
Auto A.=G. erhielt folgende Auszeichnungen: D.A.C.= Auto=
ſchau
, Berlin, Sonderpreis für den ſchönſten Serienwagen;
Baden=Badener Schönheitskonkurrenz, 14 Wagen
am Start, 8 erſte, 4 zweite Preiſe; Automobil=Turnier
Barmen, 6 Wagen am Start, 3 erſte, 1 zweiter und 2 dritte
Preiſe; Schönheitswettbewerb Nürnberg, 5 Wagen
beteiligt, 4 erſte, ein zweiter Preis.
Mozartverein. Um die Zahl der Konzerte nicht zu vermehren,
hat der Mozartverein von einem Sonderkonzert bei dem Sängerfeſt
abgeſehen. Der Chor ſingt aber, vom Landestheater=Orcheſter begleitet,
in der Feſthalle im Eröffnungskonzert, demn Wunſche des Komponiſten
gern folgend, unter Leitung von Kapellmeiſter F. Rehboxk Chöre aus
Mendelsſohns Pandora. Im Feſtzuge erſcheint der Vexein mit dem
Feſtwagen Mozart bei Maria Thereſia Vereinsmitglied
Architekt Wilhelm Engel, der den Entwurf geliefert hat, will die
denkwürdige Stunde feſthalten, in der der kleine Mozart, von Vater
und Schweſter begleitet, zum erſten Male vor die öſterreichiſche Kaiſerin
trat und ſein Künſtlertum offenbarte. Das Spinett hat Staatsrat
Balſer dem Verein überlaſſen. Den prächtigen Sechſerzug hat die
Kronenbrauerei Gebr. Wiener zur Verfügung geſtellt.
Liederkranz=Konzert. Von den während des Heſſiſchen Sänger=
bundesfeſtes
veranſtalteten Konzerten iſt das des Liederkranz=Darmſtadt
am 13. Juki, 20.15 Uhr, im Feſtſaal am Woogsplatz beſonderer Be=
achtung
würdig. Werke neuer Prägung beſtimmen die Vor=
tragsfolge
. Unter der Leitung von Kapellmeiſter Friedel Fiſcher
bringt der 120 Sänger ſtarke Chor Werke mit Orcheſterbegleitung und
a capella von Schulthes, Moldenhauer, Siegl und Fiſcher zur Auffüh=
rung
. Das trotz der Stiliſierung vielſeitige Programm ermöglicht einen
weiten Einblick in den Stand neuzeitlicher Chormuſik, deren künſtleri=
ſcher
Wert durch die Mitwirkung des Orcheſters vom Heſſiſchen Landes=
theater
hervorragend zum Ausdruck gebracht wird.
Der Odenwaldklub Frankonia hält ſeim Sommerfeſt wm Sonn=
tag
, den 7. Juli, in ſämtlichem Räumen des Rummelbräu (Rheiinallee)
ab. Der Beſitzer, Herr Geidemnreich, wird mit dem, was Küche und
Keller bicſtet, in allbekannter Weiſe aufwarten. Großes Gartenkonzert,
Tanz im Saale, Kimderbebuſtigungen, eine reichhaltige Tombolla, ſo=
wie
das ſo ſehr belielbte und beluſtigende Speerſtoßen weitden dazu
beitragen, daß Gäſte, Gönner wie Witglüder ſich ſogen Fönnem, das
diesfährige Sommerfeſt reiht ſich den in vergangenen Jahren wevan=
ſtalteten
ebenbürtig an. (Siehe demnächſt Anzeige.)
Die Heſſiſche Eiſenbahn=A. G. teilt uns mit, daß von verſchie=
denen
Bewohnern des Tintenviertels Anträge auf Verlängerung der
Omnibus=Pendellinie nach der Heidelberger Straße bzw. nach dem Oſt=
bahnhof
geſtellt worden ſind. Dieſen Wünſchen nachzukommen, iſt die
Heag gerne bereit, vorausgeſetzt, daß ſich der zur Zeit ſehr geringe
Verkehr zwiſchen Nieder=Ramſtädter Straße, Ecke Roßdörfer Straße,
und Beſſunger Straße, Ecke Hermannſtraße, weſentlich beſſert. Den
Bewohmern des Tintenviertels iſt daher die Möglichkeit gegeben, durch
ausgiebige Inanſpruchnahme dieſes Beförderungsmittels dafür zu
ſorgen, daß die Linie weiter beſtehen bleibt bzw. entſprechend weiter
ausgebaut wird.
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuer, für das Rechnungsjahr
1929 grauer Steuerbeſcheid. Das erſte Ziel iſt laut der heutigen
Bekanntmachung bei Meidung der Beitreibung bis einſchließlich dem
15. Jul: 1929 an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen.
Kunſtnokizen.
Vor großen Weltgeſchehniſſen 19291948 ( Schick=
ſale
der Menſchen und Völker auf Grund mathematiſcher Berechnun=
gen
). Wie aus dem heutigen Anzeigenteil erſichtlich, ſpricht am Diens=
tag
, 9. Juli, abends 8.30 Uhr, im Kaiſerſaal=Fürſtenſaal der bekannte
Aſtrologe Radetzky über dieſes ſehr intereſſante Thema. Der
Vortragende wird, wie er uns mitteilte, ſich ſehr eingehend mit der
Mundan= und Weltaſtrologie befaſſen, und gibt dann einen Einblick
in die zukünftige Weltgeſchichte. Bei dieſen Vorausſagungen ſtützt ſich
der Vortragende nicht nur auf Anahmen aſtrologiſcher Art, fondern
er zieht auch die Sonnenflecken und andere geheimnisvolle Vorgänge
im Weltenraum in den Kreis ſeiner Betrachtungen. Die vielen Erd=
beben
, Vulkanausbrüche uſw. führt er ebenfalls auf eine erhöhte Zu=
nahme
der Sonnenflecken zurück. Radetzky ſagte nicht nur die Ereig=
niſſe
von 19141918 bis ins Einzelne voraus, ſondern auch die Nach=
kriegswirren
, den Tod prominenter Perſönlichkeiten und das, was wir
heute durchleben. Da in allen Städten der Vortrag bis auf den letzten
Platz ausverkauft war, ſo iſt auch hier mit einem ſtarken Zuſpruch zu
rechnen, weshalb es ſich empfiehlt, ſich rechtzeitig mit Eintritiskarten
zu verſehen. Der Karzenverkauf findet im Verkehrsbureau und bei
Hugo de Waal ſtatt.

Schalterumbau beim Poſtamt 1 (Rheinſtraße). Die nicht mehr
zeitgemäßen Annahmeſchalter für Briefe, Poſtanweiſungen, Zahlkarten,
Telegramme, Ferngeſpuäche, ſowie die Ausgabeſchalter des Poſtamts 1
(Rheinſtraße) ſollen in allernächſter Zeit umgebaut werden. Zur Er=
möglichung
der Baucbeiten werden, und zwar jedenfalls bereirs in
der nächſten Woche, die Briefannahme und die Briefausgabe in die
käume der jetzigen Paketanahme, die Paketannahme und =Ausgabe nach
der Packkammer (Zugang im Hofe links), die Geldannahme= und die
Telegrammſchalter nach dem großen Rentenzahlraum (Hof hinten
links) verlegt werden. Für die Haupt=Renten=Zahltage wird ein Saal
in der Stadt benutzt werden. Dieſe Aenderungen werden auch für das
Publikum einige kleine Unbequemlichkeiten mit ſich bringen, die aber
leider unvermeidlich ſind, und im Gedanken daran nicht ſchwer zu tra=
gen
ſein werden, daß die neue Schalteranlage vielen jetzt vorhandenen
Mängeln abhilft und Darmſtadt eine wirklich neuzeitliche Einrichtung
bringen wird.
Motorraddiebſtähle. Am Donnerstag wurde dem Studenten
H. P. ſein vor der Techniſchen Hochſchule aufgeſtelltes Motorrad Marke
Imperial, Fabriknummer 15 071, Motornummer 112 923, Kenn=
zeichen
VS 6926, geſtohlen. Vor ſeiner Wohnung in der Schuchard=
ſtraße
wurde dein Kaufmann P. F. das Motorrad B.M.W., VS 6629,
Fabriknummer 5586, Motornummer 35 729, geſtohlen. Der Täter
trug braunen Anzng, blaue Mütze und ſchwarze Ledergamaſchen.
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuer für das Rechnungsjahr
1929. Die Zuſtellung der Steuerbeſcheide iſt nunmehr beendet. Steuer=
pflichtige
, die nicht in den Beſitz ihres Steuerbeſcheids gelangt ſein
ſollten, werden hiermit aufgefordert, ſich bei der Stadtkaſſe, Schalter 8,
zwecks Ausfertigung einer Zweitſchrift bis ſpäteſtens 15. Juli 1929 zu
melden.

Eokgle Beranftalkungen.

Die Nieranter orſcheima des Notigen ſind ausſchließſich als Hinweffe auf Amammn mbeiadten
in ibaem Falſe irgendwie als Deſprechung oder Kritlk.

Vereinigung früherer Leibgardiſten. Darm=
ſtadt
. Wir wollen nicht verſäumen, unſere Mitglieder und deren An=
gehörige
nochmals auf unſere Anzeige in der Donnerstag=Nummer hin=
zuweiſen
und kitten, heute abend bei Kamerad Henn ſowie morgen
Sonntag in Nieder=Ramſtadt, um recht zahlreiche Beteiligung.
Der Stahlhelm, Bund der Frontſoldaten,
Ortsgruppe Daxmſtadt. Am Sonntag, den 7. Juli, morgens ſteht die
Gruppe auf dem Hauptbahnhof zum Empfang der Frankfurter Kame=
raden
. Fahrt durch die Stadt zum Denkmal des Leibgarde=Inf.=Regts.
Nr. 115 (Schloß), woſelbſt alle Kameraden 8.30 Uhr vor dem Denkmal
ſtehen, dazu der Königin=Luiſe=Bund. Nach kurzer Heldenehrung Wei=
terfahrt
der Frankfurter Kameraden nach Bensheim. Wir fahren um
10 Uhr vormittags vom Hauptbahnhof zur Fahnenweihe nach Bens=
heim
. Die Fahne ſteht 10 Uhr am Hauptbahnhof. Anzug Kluft, nicht=
verpflichtete
Kameraden Zivil mir Abzeichen.
Mar’neverein Darmſtadt und Umgebung. Wir
erinnern nochmals an den Familienſpaziergang nach Nieder=Ramſtadt
am kommenden Sonntag und die Teilnahme an dem Stiftungsfeſt des
dortigen Kriegervereins. Abmarſch vom Tierbrunnen 11.30 Uhr vor=
mittags
, da der Feſtzug bereits um 1 Uhr ſtattfindet und Beteiligung
daran zugeſagt iſt. Um recht zahlreiche Beteiligung wird freundlichſt
gebeten.
Kriegerverein. Der Verein beteiligt ſich mit Fahne am
Sonntag, 7. Juli, an der Fahnenweihe des Krieger= und Veteranenver=
eins
Nieder=NamſtadtWaſchenbach. Treffpunkt am Böllenfalltor um
12.45 Uhr nachmittag. Um zahlreiche Beteiligung wird kameradſchaft=
lichſt
gebeten.
Der Gärtnerverein Feronia hält heute Samstag
abend im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2, ſeine Monatsverſammlung
ab, wobei c)err Obſt= und Weinbauinſpektor Pfeifer von der Landwirt=
ſchaftskammer
hier einen fachwiſſenſchaftlichen Vortrag halten wird.
Schuls Felſenkeller. Heute Samstag, 6. Juli, abends
8 Uhr, findet in Schuls Felſenkeller wieder ein Künſtlerkonzert ſtatt,
ausgeführt von einem Enſemble des Stadtorcheſters. (Siehe Anz.)
Hanauer Hof. Heute Samstag, 6. Juli, abends 8 Uhr,
findet im Hanauer Hof Garten=Konzert ſtatt, ausgeführt vom Stadt=
orcheſter
. (Siehe Anz.)
Tanzabend im Hotel Prinz Heinrich. Samstag
und Sonytag findet im Hotel Prinz Heinrich Tanzabend ſtatt. Der
Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.

Bei Kopf- und Wervenschmerzen ſowiebei Rheu=
ma
, Gicht,Ischias und Erkältungskrankheiten, haben ſich Togal= Tablet=
ten
hervyfrragend bewährt. Togal kann mit vollem Vertrauen genom=
menweiden
. Mehrere hundert Arzte betonen nebenprompter Wirkung
beſonden8 die Unſchädlichkeit des Togal und über 5000 Arzte haben ſich
It. notarieller Beſtätig, anerkennend über Togal geäußert! Ein Verſuch
überzeiigt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apothek. Preis Mk. 1.40.
0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Aoid, acet. sal. ad 100 Ampl. (I. Mch. 183
Aus den Parkeien.
Frauengruppeder Deutſchen Volkspartei. Unſere
nächſte geſellige Zuſammenkunft findet am Mittwoch, den 10. Juli, auf
dem Kranichſtein ſtatt. Wir treffen uns um 3.30 Uhr an den Hirſch=
köpfen
; diejenigen, denen der Weg von dort zu weit iſt, wollen ſich eben=
falls
um 3.30 Uhr am Oberwaldhaus einfinden. Eine Parteifreundin
wird uns bei Kaffee und Kuchen von ihrer Budapeſter Neiſe berichten
und us dadurch einen anregenden Nachmittag bereiten. Der Vorſtand
wird gebeten, ſich vollzählig einzufinden, da eine wichtige Angelegenheit
beſprochen werden ſoll.
National=Sozialiſtiſche Deutſche Arb.=Partei.
Reichstagsabgeordneter Gottfr. Feder ſpricht am Dienstag, den 9. Tuli,
abends 8.30 Uhr, in öffentlicher Verſammlung im Perkeo, Alexander=
ſtraße
. (Näheres morgige Anzeige.)
OPIOH, Frankfurt a. M.

Café, Cabaret
und (I.161
Oasino

Gastspiel
Georges Bernhardi
Humorist am Flügel und das
übrige Programm. Eintr. frei.

Tageskalender für Samstag, den 6. Juli 1929.

Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr Ende
D,30 Uhr, K 20 (Bühnenvolksbund); Fledermaus Kleines Haus:
Keine Vorſtellung. Orpheum, abends 8 Uhr: Der Geiſterzug.
Konzerte: Schloß=Kaffee, Hotel Schmitz, Bockshwut, Weichshof,
Sportpllatz=Meſtaurgnt, Baffee Ganßwann, Zum Meckartor, Chquſſee=
haus
. Zum Schwanen, Alta Poſt, Waldſchloßchen, Bürgerhof, Prinz
Heinrich, Platanengarvem. Oberwaldhaus, mſttags 2 Uhr:
Wiedereröffnung mit Konzert. Ausſtellung: Der ſchöne
Menſch Mathülldenhöhe 1018 Uhr. Städt. Akademie für
Tonkunſt Eliſabethenſtr., 20,15 Uhr: Margismus, Darwinisms
und Chriſtentum der Freiheft, öffentlicher Vortrag vom Wilſhelm
SabewſEi=Mdannheim, Pfarrer im der Chriſtengemefinſchaft. Kino=
vorſtellungen
: Umion=Thegter, Pallaſt=Lichtſpielle.

Aus Heſſen.
Straßenberichk für Heſſen
für die Woche vom 7. bis 13. Inli 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
DarmſtadtMainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau) vom 7. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung in Groß=Gerau durch die Kirchgarten=
und Schützenſtraße.
Groß=GerauMörfelden (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau, Frankfurter=
ſtraße
) vom 26. 6. bis 16. 7. geſperrt. Umleitung: Klein=Gerau Wor=
felden
-Nikolauspforte.
DieburgBabenhauſenAſchaffenburg (Ortsdurchfahrt Altheim)
vom 1. 7. bis 16. 7. geſperrt. Umleitung über Münſter.
DornheimWolfskehlen, Km. 5,247,6, vom 28. 6. bis 28. 7. ge=
ſperrt
. Umleitung: Büttelborn-Griesheim.
DarmſtadtRoßdorf, Km. 2,898,1, vom 4. 7. bis 11. 8. geſperrt.
Umleitung: Nieder=RamſtadtOber=Ramſtadt.
Alle Ortsdurchfahrten Darmſtadt am 14. 7. von 13 bis 17 Uhr an=
läßlich
des Feſtzuges des Heſſiſchen Sängerbundesfeſtes geſperrt. Um=
leitung
innerhalb der Stadt, die ausreichend kenntlich gemacht iſt.
Ortsdurchfahrt (Hauptſtraße in Brensbach) iſt gemäß Polizeiverord=
nung
vom 24. Mai die Höchſtgeſchwindigkeit für Laſtkraftwagen über
5,5 Lo. Geſamtgewicht auf 12 Km. feſtgeſetzt, während die Eiergaſſe in
Brensbach zwiſchen Haupt= und Höchſterſtraße für den Durchgangsver=
kehr
mit Kraftfahrzeugen aller Art, mit Ausnahme von Motorrädern
geſperrt iſt.
FriedbergFrankfurt zwiſchen Friedberg und Ober=Wöllſtadt vom
13. 5. ab bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Fauerbach= Bruchen=
brücken
Nieder=Wöllſtadt.
BüdingenGelnhauſen (Km. 61,465,9) vom 7. 6. bis auf weiteves
geſperrt. Umleitung: Lorbach-Alt= und Neu=Wiedermus, Hütten=
geſäß
-Nieder=Gründau nach RothenbergenLieblosHain=Gründau und
umgekehrt.
Nidda=Ranſtadt vom 28. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitungs
Nidda-DauernheimRanſtadt.
LauterbachAngersbach vom 26. 6. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: EiſenbachRudlos,
GießenMarburg von Stadtgrenze Gießen bis Km. 2,0 vom 1. 7.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: WieſeckAlten=Buſeck- Daubrin=
gen
-Lollar.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Sprendlingen-Buchſchlag vom 26. November 1928 bis auf weite=
res
geſperrt. Umleitung nach Bahnhof BuchſchlagSprendlingen über
die forſtfiskaliſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
BiſchofsheimRüſſelsheim wegen Herſtellungsarbeiten an der Brücke
am Bahnhof Biſchofsheim vom 10. 6. bis 20. 7. geſperrt. Umleivng:
Hof=Schönau.
Appenheim-Nieder=Hilbersheim vom 1. Mai bis auf weiteres ge=
ſperrt
. Umleitung: Aſpisheim-Ober=Hilbersheim.
DeckendorfSchadenbach vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: HombergRüddingshauſen.
Ortsdurchfahrt Aſſenheim im Straßenzug Nieder=Wöllſtadt Bön=
ſtadt
vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken.
Ortsdurchfahrt Nieder=Seemen in Richtung Wenings vom 2. Maf
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Allenrod.
SeltersRanſtadt vom 13. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Stockheim-LeuſtadtNieder=Mockſtadt (bzw. Ortenberg)Wippenbach
BobenhauſenBellmuth.
GießenReiskirchen von Km. 9 bis Reiskirchen vom 22. 5. bis auf
wveiteres geſperrt. Umleitung: LichGrünberg.
Lindenſtruth-Queckborn vom 16. 6. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
Grünberg bzw. Münſter.
OſſenheimerkreuzAſſenheim vom 21. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung über Bruchenbrücken.
BerſtadtWölfersheim vom 26. 6. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Wohnbach.
SeltersStockheim (Ortsdurchfahrt Selters) vom 25. 6. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: BleichenbachStockheim.
StadenNieder=Mockſtadt vom 24. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: LeidheckenBlofeld-Dauernheim-Ober=Mockſtadt.
VilbelMaſſenheim vom 3. 4. bis auf weiteres geſperrt.
AlsfeldSchwabenrod (Ortsdurchfahrt Alsfeld) vom 8. Juli bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Leuſel.

An. Arheilgen, 5. Juli. Unglücksfall. Bei dem Gerüſteinſturz
auf dem Neubaugelände der J. G. Farbeninduſtrie in Frankfurt a. M.
verunglückte der von hier gebürtige Schloſſer H. Wagenknecht tödlich.
Wie man hört, iſt derſelbe an ſeinen Verletzungen geſtorben.
Weiterſtadt, 6. Juli. Hohes Alter. Heute, Samstag, begeht
Herr Jakob Schuchmann 2. in körperlicher und geiſtiger Friſche
ſeinen 80. Geburtstag. Der Jubilar iſt Kriegsteilnehmer von 1870
und wurde ſchwer kriegsbeſchädigt. Er kann auf ein arbeitsreiches Leben
als Maurerpolier zurückblicken; er war Mitbegründer und im Auf=
ſichtsrat
der Spar= und Leihkaſſe Weiterſtadt, auch muſikaliſch hat ſich
der Jubilar betätigt. Möge ihm noch ein langer, froher Lebensabend
beſchieden ſein.
4a. Eberſtadt, 5. Juli. Rheinausflug der Schulen. Die
hieſigen Schulklaſſen unternahmen am Mittwoch einen vom Wetter be=
günſtigten
Ausflug an den Rhein, verbunden mit einer ſchönen Dampfer=
fahrt
. Die Beteiligung aus den Kreiſen der Angehörigen der Kinder
war ebenfalls groß. Den hieſigen Schulen hatten ſich die Schulklaſſen
aus Nieder=Beerbach und Malchen angeſchloſſen. Am kommenden
Feſtſonntag (anläßlich des 44. Gauturnfeſtes des Main=Rodgaues)
dürfen nach amtlicher Bekanntmachung die Ladengeſchäfte mit Ausnahme
der Zeit während des Gottesdienſtes offen gehalten werden. Das Auf=
ſtellen
von Verkaufsſtänden uſw. auf der Zufahrtsſtraße nach dem Feſt=
platze
iſt am Feſtſonntag unterſagt. Die Abgabe der Abfuhrſcheine
über die beſtellten Baumſtützen erfolgt ſeit Freitag durch die Ge=
meindekaſſe
. Der Hauerlohn beträgt 30 Pfg. für das Stück.
Cp. Pfungſtadt, 5. Juli. Feuerwehr und Einwohner=
chaft
. Anläßlich ihres bevorſtehenden 50jährigen Jubiläumsfeſtes am
20. bis 22. Juli wendet ſich die Freiwillige Feuerwehr Pfungſtadt und
ihr Feſtausſchuß an die geſamte Einwohnerſchaft in einer Verlautbarung,
nach der die Wehr, ſtets bereit zur Hilfe in Gefahr bei dem Jubelfeſt
auf die Beteiligung der geſamten Bevölkerung Pfungſtadts rechnet. Alle
Vereine und Korporationen werden gebeten, die Feſttage freizuhalten
und ſich geſchloſſen zu beteiligen. Vortragsabend. Innerhalb
er hieſigen Ortsgruppe des D.H.V. (Deutſchnationalen Handlungsge=
hilfenverbandes
) ſprach dieſer Tage in deren neuen Heim in der Eber=
ſtädter
Straße Kreisgeſchäftsführer Klaue aus Frankfurt über das
Thema Die Angeſtelltenverſicherung in Gefahr? Der Redner forderte
die Aufrechterhaltung der ſelbſtändigen Angeſtelltenverſicherung und
ihren weiteren Leiſtungsausbau. Eine Erhöhung der Renten in ſolchem
Ausmaß, daß eine Beitragsſteigerung oder eine Herabſetzung der Lei=
ſtungen
eintreten müßte, wurde unter dem Beifall der Anweſenden vom
Redner abgelehnt. Am Donnerstag vormittag fand die Impfung
der Erſtimpflinge ſtatt. Die Nachſchau iſt für Donnerstag in acht Tagen
(11. Juli) vorgeſehen; ſie findet vormittags 9.30 Uhr im neuen Schul=
haus
ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 5. Juli. Geburtstagsfeier. Die im Jahre
1903 Konfirmierten halten am Samstag abend im Gaſthauſe Zum
goldenen Anker (Rädche) eine gemeinſame 40jährigen=Geburtsfeier ab.
Nach dem Standesamtsregiſter betrug im Monat Juni die
Zahl der Geburten ſieben, und zwar ſechs Mädchen und ein Knabe (1),
die Zahl der Sterbefälle fünf, und die der Trauungen ſieben.

In den ersten
zehn Jahren
sollte jede Mutter ihr Fänd aus-
schließlich
mit der reinel, milden
KIfNDER
A-AASEIFE
weschen, und baden. Das Kind wird
es ihr einst danken, weil ilnm dadurch
später manche Sorge um, die Erhal-
tung
seines guten Teitnts erspart
bleibt. Nivea-Kinderseiße ist über-
fettet
und nach ärztliches Vorschritt
besonders für die empfin dliche Haut
der Kinder hergezztellt.

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Sonnengebräunte, gesunde Haut

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wollen Sie doch haben. Drum reiben Sie Ihren Körper mit
A UEIA

ein. Und dann hinaus ins Freie, in Luft und Sonne.
Nivea-Creme verstärkt die bräunende Wirkung der
onnenstrahlen, sie vermindert die Gefahr schmerz-
haften
Sonnenbrandes. Aber trocken muß Ihr Körper
zein. Sie dürfen ihn niemals naß den Sonnen-
strahlen
aussetzen. Und immer vorher einreiben!

Nur Nivea-Creme enthält das hauf-
pflegende
Eucerit, und darauf be-
ruht
ihre einzigartige Wirkung.

Dosen RM. 020,
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Reine Zinntuben:
RM. 0.60 u. 100

[ ][  ][ ]

Nummer 185

(amstag, den 6. Juli 1929

Gett 7

Zum 44. Ggukurnfeſt des Main=Rod=Gaues
in Eberſtadt.
F. Eberſtadt hat am 6. und 7. Juli 1929 die Turner des Main=
Rodgaues im Sſtdweſtdeutſchen Turnverband (Allgem. Deutſch. Turner=
bund
) zu Gaſt. Der Feſtort hat bereits Fahnen= und Girlandenſchmuck
angelegt, an den Ortseingängen ſind Triumphbogen errichtet, zu Ehren
der Turngäſte, die in großer Zahl nach hier kommen werden. Ihnen
ſtreckt die hieſige Turngeſellſchaft die Bruderhand entgegen und ruft
ihnen ein Herzliches Willkommen! zu. Aber nicht nur die Turngeſell=
ſchaft
! Die ganze Gemeinde tut ein Gleiches und nimmt Anteil an der
Freude und dem Jubel des Feſtes. Sie wird die ankommenden Turner
und Turnerinnen gaſtfreundlich empfangen und aufnehmen, und ihnen
damit ihre Sympathie bezeugen. Sie fragt nicht nach Stand und Be=
kenntnis
der Turner, ſie weiß ſich eins mit ihren Zielen, die auf Stäh=
lung
des Körpers und des Geiſtes gerichtet ſind. Sie ſieht im Turner
das Spiel der Körperkräfte und im Rhythmus ſchlanken, geſchmei=
digen
Glieder den nach Höherem ſtrebenden Willen; den ernſten finſte=
ren
Willen, der kein Erbarmen kennt und auch den jungen Nacken nicht
verſchont, für den die Tücke dieſes Lebens nur Welle iſt. Sie ſieht in
der Geſtalt des Turners die von Wind und Wetter gedehnte und ge=
ſtählte
Bruſt, den muskelharten Arm, die ſtarke Hand und den ſtarken
Schenkel, die er ſich dienſtbar macht. Und wenn wir das friſche fröh=
liche
Spiel der Turner und Turnerinnen ſehen, ſo leuchtet aus ihrer
Mitte eine große, kernige Geſtalt hervor: Friedrich Ludwig
Jahn! Er iſt ſeinen Jüngern der gewaltige Recke, das nie ver=
löſchende
Spiegelbild, ſein Name iſt ihnen heiliges Gut, ſein Vermächt=
nis
die Tiefe, aus der ſie immer wieder von neuem Kraft ſchöpfen fürs
Leben.
Das Feſtprogramm geſtaltet ſich wie folgt: Samstag: Von nach=
mittags
6 Uhr ab: Empfang der Wetturner; 7 Uhr: Kampfrichter= Sitz=
ung
im Bergſträßer Hof; 8½ Uhr: Abmarſch des Turnerzuges vom
Kriegerdenkmal aus durch verſchiedene Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz
im Walde; dortſelbſt Großer Feſtkommers, beſtehend aus: Kon=
zert
, Geſangsvorträgen, Anſprachen, Uebergabe des Feſtes an die Gau=
leitung
, Tanz. Sonntag, 5 Uhr: Großes Wecken; 6½ Uhr: Beginn
des Einzel=Wetturnens; 10 Uhr: Beginn des Vereins= und Muſterriegen=
turnens
auf den Sportplätzen; ab 10½ Uhr: Empfang der auswärtigen
Vereine; 1 Uhr: Aufſtellung des Feſtzuges im Mühltal, Umzug durch
die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz, dortſelbſt: Großer Feſtakt, Konzert,
Geſang, Maſſen=Freiübungen der Turner und Turnerinnen, Beluſti=
gungen
, Tanz. Montag, 10 Uhr: Frühkonzert im Walde; nachmit=
tags
großes Volksfeſt, Kinderbeluſtigungen uſw., abends: Großes Bril=
lant
= und Bombenfeuerwerk.

G. Ober=Ramſtadt, 5. Juli. Unfall. Auf der Darmſtädterſtraße
hier kam ein auswvärtiger Radfahrer infolge Gabelbruches ſo unglücklich
zu Fall, daß er ſich erhebliche Verletzungen am Kopf zuzog und nach
Anlegen eines Notverbandes mittels Auto einem Darmſtädter Kranken=
haus
zugeführt werden mußte. Geburtstagsfeier der 50. Am Sonntag, den 14. Juli, begehen die 50jährigen Schul=
kameraden
ihre gemeinſame Geburtstagsfeier in der ſeither üblichen
Weiſe. Zur Beſprechung der Durchführung der Feier findet am Sonn=
tag
, den 7. Juli, nachmittags 4 Uhr, eine letzte Verſammlung der Teil=
nehmer
im Gaſthaus Zum Adler (Diehl) ſtatt.
* Roßdorf, 5. Juli. Am kommenden Sonntag, den 7. Juli, begeht
die Hebamme Eliſabethe Hein ihr 50jähriges Dienſtjubiläum. In voller
körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit waltet ſie noch heute ihres ſchweren
Dienſtes, beliebt und geachtet von allen Mitbürgern. Ein perſönlicher
Glückwunſch iſt von dem Herrn Reichspräſidenten zugegangen.
Hirſchhorn, 5. Juli. Waſſerſtand des Neckars, am
4. Juli: 0,84 Meter; am 5. Juli: 1,08 Meter.
Gernsheim, 5. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
4. Juli: 0,79 Meter; am 5. Juli: 0,74 Meter.

Weinleſe im Gebirge Odenwälder Trauben

Weinleſe im Gebirge! Wer denkt da nicht auch an die Weinleſe am
Rhein. Durch den Sinn ziehen Klänge und Lieder, und dieſe zeigen
ganz charakteriſtiſch den Unterſchied zwiſchen den beiden Weinleſen.
Der Heidelbeermann, der dicke Knopp, mühſam arbeitend, mit ſchwarzen
Händen und ſchwarzem Geſicht der flinke Winzer mit blinkendem
Meſſer und goldener Traube; aber aber der Heibelbeermann hat
nur die Mühe der Ernte, er nimmt, was die gütige Natur ihm fertig
darbietet, er erntet, da er nicht geſäet hat; der Winzer dagegen hat
monatelange Arbeit an ſeinem Weinberg hinter ſich, nur die Ernte iſt
für ihn leichter. Doch wir wollen ja nur von den Odenwälder Trau=
ben
ſprechen, nicht von den rheiniſchen, deren Lied wird im Herbſt ge=
ſungen
.

Einſt, ſo etwa vor einem Menſchenalter, gingen die meiſten Heidel=
beeren
unbeachtet im Walde zugrunde. Man pflückte wohl einen Dippen
voll als Belang für Kuchen, man dörrte wohl auch einige Pfund gegen
Magenverſtimmung im Winter, man ſetzte den Heidelbeerſchnaps an,
kochte etwas Mus aber weiter gings nicht, die Verwendung war eine
rein örtliche und in ihrer Art beſchränkt; kein Wunder darum, wenn
nach dieſer Frucht nicht viel gefragt wurde.
Als dann zu Anfang der 80er Jahre der Odenwald durch die Oden=
waldbahn
dem Verkehr mehr und mehr erſchloſſen wurde, da ſtellten ſich
allmählich Aufkäufer ein, die die Beeren hauptſächlich nach Hamburg
lieferten, von wo ſie wohl ins Ausland gingen, vermutlich auch zur
Färbung des Weins Verwendung fanden. Die Pflückenden erhielten
damals am Anfang der Ernte annehmbare Preiſe, als ſpäter dann die
nördlicher gelegenen Gebirge ihr ſchwarzes Gut gaben, da wurden dann
hier lächerlich geringe Preiſe bezahlt, ein Beweis, daß der allgemeine
Konſum in Heidelbeeren ſich damals noch wenig eingebürgert hatte.
Heute iſt dies anders. Die Preiſe bleiben konſtant, und gehts mit ihnen
abwärts, dann hört ſofort die Lieferung auf, da man die Früchte dann
ſelbſt einkocht oder We’n daraus bereitet. Man hat nämlich den hygie=
niſchen
Wert der Heidelbeeren und ihre mannigfache Verwendungsart
erkannt und erprobt und handelt nach dem Volkswort: Was für andere
gut iſt, kann mir auch nicht ſchlecht bekommen.

Wer nun die munteren Knaben und Mädchen abends ſo fröhlich
heimziehen ſieht, der hält das Heidelbeerpflücken für eine angenehme
Abwechſlung, für einen ſpaſſigen Zeilvertreib, und beſonders fremden
Kindern mag ſo ein Tag im Heidelbeerwald als recht verlockend erſchei=
nen
. Ein Tag ja, aber nicht eine Woche, nicht mehrere Wochen, denn
da wird das Heidelbeerpflücken, zur bitteren, harten Arbeit. Erleben
wir’s einmal in Gedanken mit.

Dem vom geſtrigen Tag noch todmüden ſchlummernden Jungen
zaubert der Traumgott Gefilde voll üppiger Sträucher, bedeckt mit zahl=
loſen
glänzenden Trauben des Odenwaldes oder meint er es noch
beſſer mit ihm und läßt ihn ſchwerbeladen heimkehren da, ein jähes
Erwachen! Der Mutter Hand oder der ältere Bruder hat den Träumer
geweckt. Statt des vollen Korbes ſieht er dort den leeren in der Ecke,
der auf nicht ſo traumhaft reichem Gefilde heute gefüllt werden ſoll.
Bald iſt die Toilette beendet, die älteſten der alten Stücke werden her=
vorgeſucht
, ſchnell wird der Geſundheitskaffee eingenommen. Jetzt wird
das Ropphäfel umgebunden, im Korb hat die Mutter das mit Kaffee
gefüllte Selterswaſſerfläſchchen und einige Stücke Brot verſtaut, jetzt
kanns losgehen. In kleineren Gruppen ſtrebt man dem Walde zu,
größere Anſammlungen liebt man nicht, denn auch hier machen viele
Brüder ſchmale Güter. An geeigneter Stelle im Walde werden Körbe
und Töpfe abgeſtellt, nur das Ropphäfel baumelt noch an ſeiner Kordel,
denn es iſt der Mittler zwiſchen den Fingern und dem großen Korb.
Jetzt ſtürzt ſich die kleine Schar auf die Sträucher. Geduckt dahinſchlei=
chend
mit Späherblick, bald auf den Knien rutſchend, bald hockend, ſitzend,
liegend, raſtlos rupfend, ſo gehts über die ſonnigen Hänge. Schweiß=

tröpflein kollern zwiſchen die Sträucher, faſt ſo groß wie die ſchwarzen
Beeren. Den Weg zum Munde finden nicht viele Beeren alle ins
Töpfchen! Noch mühevoller iſt die Arbeit bei Regenwetter. So lange
als möglich wird im Wald geblieben, da aber die Sträucher bald naß
ſind und es von oben tropft, ſieht der Bub aus wie eine Waſſermaus.
Die Kleider kleben am Leibe, die Arbeit wird zur Unmöglichkeit. Wenn
eine Schar gründlich durchnäßter Heidelbeerſucher vom Wald heimſchleicht,
möchte man Jupiter Pluvius ernſtlich zürnen ob ſeines Tuns.

Ein Lichtpunkt im mühſamen Tagwerk iſt die Raſt. Da merkt man
nichts mehr von Laſt. Eifrig kaut der Mund, gierig ſchluckt die Kehle,
dazwiſchen hinein werden im weichen Moos Purzelbäume geſchlagen;
Ningkämpfe ausgefochten, Abenteuer zum Beſten gegeben. Alle Achtung
vor dem, was da die Phantaſie oft zuſammenträgt, es ſcheint, als ob
Waldesgrün und Tannenduft den Geiſt mit Jägerlatein begabten. Doch
auch manch nützliche und anregende Naturbeobachtung verdanken die
Pflückenden ihrem Aufenthalt im Walde.
Die Kinder pflücken mehr drüber weg‟. Sie ſuchen die Sträucher
nicht vollſtändig ab, wie Erwachſene und darum bilden ſie eine flie=
gende
Kolonne, die nicht an einem Platz hält, ſondern mehrere Bezirke
abklopft, um nach einigen Tagen das alte Revier dann wieder aufzu=
ſuchen
. Dies hat ſeinen Vorteil:; nur die großen Beeren werden ge=
pflückt
, aber auch ſeinen Nachteil: manches Sträuchlein wird zertreten
und ſein Behang geht zugrunde.
Ueber Mittag geht man gewöhnlich nach Hauſe; iſt aber der Beute=
platz
ſtundenweit weg, dann bleibt man bis abends.
Abends gehts dann zum Händler, und das iſt der glücklichſte Moment
des Tages, wenn ein rundes Sümmchen in die Hand des Abliefernden
gleitet, wenn man etwa mehr gepflückt als der gleichaltrige Kamerad,
wenn Vater und Mutter den Fleißigen loben.

Für manche Bevölkerungsſchichten des Odenwaldes und ähnlicher
Gegenden iſt die Heidelbeerernte von großer ſozialer Bedeutung. So
manche finanzielle Hoffnung und Berechnung gründet ſich auf den guten
Ausfall der Heidelbeerernte. Der Anzug muß noch mittun bis dahin,
die Schuhe hält des Schuſters Kunſt noch zuſammen, bis ein Paar neue
erpflückt ſind. Wie viele Gläubiger kleiner Schuldpoſten werden auf die
Heidelbeerzeit vertröſtet. Vor dem Krieg verſicherten Kenner, daß im
ſüdlichen Odenwald durch eine Heidelbeerernte durchſchnittlich pro Jahr
200 000 Mark zur Auszahlung kamen. Die nachſtehend angeführten
Preiſe laſſen einen Schluß auf die Jetztzeit zu.
Ganz zu Anfang des Heidelbeerpflückens, alſo vor 4050 Jahren,
kam’s vor, daß der Schoppen Beeren zu 3 Pfg. angeboten wurde, in den
90er Jahren wurden 58 Pfg. pro Pfd. bezahlt, einige Jahre vor dem
Krieg 1013 Pfg., Mindeſtpreis 8 Pfg., heute bleibt der Preis pro
Pfund auf 30 Pfg. Preisſteigernd wirken zuweilen fremde Händler, die
den Aufkauf und Transport per Achſe vornehmen. Sie kommen abends,
poſtieren ſich mit ihren Wagen an einen ſogenannten Wechſel, das iſt
dort, wo viele Heidelbeerſammler mit ihrem Ertrag vorbeikommen. Die
Preiſe vom Tag zuvor werden entſprechend überboten, doch die einhei=
miſchen
Händler gehen natürlich mit, und ſo kann man eine Heidelbeer=
Hauſſe erleben, die nach Verſchwinden der Eindringlinge ſich alsbald in
eine betrübſame Baiſſe verwandelt.

Aus der Geſchichte des Heidelbeerſammelns geht hervor, daß dieſe
Frucht allmählich Handelsartikel geworden iſt. Infolgedeſſen ſtellen ſich
zu ihrer Erntezeit auch fremde Gäſte ein, und es entſpinnt ſich an man=
chen
Plätzen ein Wettrennen um dieſe Frucht; um ja recht im Vorteil
zu ſein, werden dann zum Pflücken oft Vorrichtungen benutzt, die die
Sträucher und die Ernte ſchädigen. Aus dieſem Grunde wird in letzter
Zeit da und dort die Forderung aufgeſtellt, Vorſchriften zu erlaſſen gegen
die Maſſenausbeutung durch nicht Einheimiſche.
m.

Nachrichten des Slandesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 29. Juni: Hof, Eliſabeth, geb. Löſch, 60 J., Lie=
bigſtr
. 28. Am 1. Juli: Eiſenhauer, Marie, geb. Gerner, 66 J.,
Schloßgaſſe 21. Am 30. Juni: Ackermann, Jakob, Studienrat i. R.,
65 J. Stiftsſtraße 60. Am 29. Juni: Müller, Margareta Joſepha,
geb. Ott, 48 J., in Weiſenau bei Mainz, hier, Grafenſtr. 9; Breit=
wieſer
, Hermann, Geſtütsdiener i. R., Rhönring 17. Am 23. Juni:
Gänger, Wilhelm, Weinhändler, 59 J., Weinbergſtr. 6. Am 1. Juli:
Riehl, Anna Margarethe Barbara, geb. Füchtbauer, 67 J., Gutenberg=
ſtraße
61. Am 22. Juni: Degenhard, K. Straßenbahnſchaffner, 29 J.,
Eberſtadt bei Darmſtadt. Am 2. Juli: Kohl, Chriſtine, geb. Schwarz,
59 J., Viktoriaſtr. 28. Am 3. Juli: Schuchmann, Friedrich, Fabrik=
arbeiter
, 16 J. Am 2. Juli: Pachnicke, Johann, Gutsverwalter i. R.,
69 J., Langenbrombach, hier, Erbacherſtr. 25; Göckel, Margarete, geb.
Obmann, 40 J., Traiſa, Kr. Darmſtadt, hier Grafenſtr. 9; Aumüller,
Margarete, ohne Beruf, ledig, Rhönring 67. Am 3. Juli: Reeg, Wil=
helm
, Rektor i. R., 83 J., Moosbergſtr. 28. Am 4. Juli: Noſtadt,
Eliſabeth Katharina Mathilde Sibylle, geb. Betten, 58 J. Oberramſtadt,
hier, Grafenſtr. 9. Am 3. Juli: Hering, Ferdinand Maurer, 65 J.,
Schwanenſtr. 61; Rödelsperger, Margarete, geb. Wolff, 57 J., in
Heubach i. Odw,hier Grafenſtraße 9. Am 4. Juli: Käthe Strauch,
3 Mon,, von Crumſtadt, hier Heinheimerſtraße 21; Schreiner Karl
Haar, 86 J., Mollerſtraße 10.

Kirchliche Nachrichken

Epangeliſche Gemeinden.
6. Sonntag nach Trinitatis (7. Juli).
Kollekte in allen Kirchen für den Heſſiſchen Landesverband der
ev.=kirchlichen Frauenvereine.
Stadtkirche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Samstag, 6. Juli, abends 8,30 Uhr: Andacht.
Sonntag, 7. Juli, vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des hl.
Abendmahls. Pfarrer Köhler. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt
Pfarrer Köhler. Abds. 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Beringer.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch, 10. Juli, und
Samstag, 13. Juli, nachm. 24 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadt=
gemeinde
. Samstag, 13. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 7. Juli, vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt der Stadtkirche. Abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
der Stadtgemeinde. Montag, 8. Juli, abends 8 Uhr: Jugend=
bund
der Lukasgemeinde (ältere Abtlg.). Dienstag, 9. Juli, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.). Mittwoch, 10. Juli,
nachm. 24 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Nachm. 4 Uhr:
Frauenverein der Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=Kreis). Abends
8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abtlg.). Mädchen=
vereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.). Donnerstag,
11. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Jugendbund der Lukasgemeinde (jüngere Abtlg.). Freitag, 12. Juli,
abends 6,30 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde, Sportplatz.
Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere Abtlg.).
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 10. Juli, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, 7. Juli,
vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Gemeindediakon Bruder Boch=
mann
.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Landeskirchenrat D. Waitz.
Kraukeupflege durch Digkonen: Hauptſtation im Diakonenhein,
Geidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprech=
ſteunden
vormittags von 1012 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Nicsſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 36 Uhr. Feruſprecher 2379
Martinskirche. (Kollekte für den Verband ev.=kirchlicher Frauen=
vereine
.) Vorm. 7.30 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Vorm.
8.30 Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde Oſt, 1. Abtlg., in der
Kirche. Pfarrer Bexinger. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9.30
Uhr an in der Sakriſtei. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für
die Mar insgemeinde Weſt. Landeskirchenrat D. Waitz.
9-shcim. Vorm. 10 Uhr: Kirchenrat D. Waitz.
nsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 8. Juli, abends 8
G im Martinsſtift: Monatsverſammlung der Helferinnen des

Frauenbereins. Dienstag, den 9. Juli, abends 8 Uhr im Gemeinde=
haus
: Jugendvereinigung. Donnerstag, den 11. Juli, abends 8 Uhr,
im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt; im Gemeindehaus: Mäd=
chenvereinigung
Weſt; Mauerſtr. 5: Poſaunenchor. Freitag, den
12. Juli, abends 8,15 Uhr, im Martinsſtift: Vortrag des Herrn Lehrers
Knöpp über das Deutſchtum im Ausland; im Gemeindehaus: Ju=
gendvereinigung
(ältere Abtlg.).
Johanneskirche. Samstag, den 6. Juli abends 8 Uhr: Chriſten=
lehre
des Nordbezirks im Gemeindehaus. Pfarrer Marx. Sonntag,
den 7. Juli, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Singegottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 77 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Samstag,
6. Juli, abends 8 Uhr: Chriſtenlehre. Sonntag, 7. Juli, vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre
(2. Abteilung). Pfarrer Weiß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung ab 9.30 Uhr in der Sa=
kriſtei
. Pfarrer Weiß. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 7. Juli, abends 8.15 Uhr: Ju=
gendvereinigung
. Montag, 8. Juli, abends 8.15 Uhr: Mädchenvereini=
gung
. 8.30 Uhr: Kleiner Kreis der Jugendvereinigung. Dienstag,
8. Juli, abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. Mittwoch, 10. Juli, nachm.
5 Uhr: Anmeldung der Konfirmandenmädchen; 6 Uhr: Anmeldung der
Konfirmandenknaben. Abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde für die Jugend=
gemeinde
. Donnerstag, 11. Juli, nachm. 3 Uhr: Ausflug des Frauen=
vereins
auf die Ludwigshöhe. Freitag, 12. Juli, abends 8.15 Uhr:
Kirchenchor.
Pauluskirche. (Kollekte für die eb.=kirchlichen Frauenvereine.) Vorm.
8.30 Uhr: Chriſtenlehre (Oſt). Pfarrer Rückert. vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarrer Rückert. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 6. Juli, abends 8 Uhr: Jugend=
vereinigung
. Montag, 8. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund. Sams=
tag
, 13. Juli, abends 8 Uhr: Turnen.
Die Aufnahme der diesjährigen Konfirmanden
findet ſtatt am Mittwoch, den 10. Juli, im Gemeindeſaal, und zwar
für die Mädchen um 5 Uhr, für die Knaben um 6 Uhr, für beide Bezirke.
Stiftskirche. Samstag, 6. Juli, abends 8 Uhr: Beichte. Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit hl. Abendmahl. Pfarrer Waldeck.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Ev. Sonntagsverein: Nachm.
47 Uhr: Vereinsſtunden. Donnerstag, 11. Juli, abends 8 Uhr: Bet=
ſtunde
.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde.
Prediger Semmel. Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde.
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blau=
kreuz
=Bibelſtunde. Weimer. Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter
Chor. Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinder=
ſchule
, Beſſungerſtraße 80. Prediger Neuber. Samstag, abends 8.15
Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E.C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. 4.45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde
für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr: Weiheſtunde. Montag,
abends 8.30 Uhr: Geſchäftsſtunde. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mäd=
chenkreis
. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Män=
ner
. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 8. Juli, abends 8,30 Uhr,
im Feierabend, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22. Infan=
terie
=Kaſerne, Hof links). Sonntag, 7. Juli, abends 8 Uhr: Vortrag:
Eine große Aufgabe‟. D. Schott. Montag, 8. Juli, abends 8.30
Uhr: Einführung von Herrn Sekretär R. Bähr (im Familienkreis).
Dienstag, abends 7.30 Uhr: Spiel und Sport (Alter Arheilgerweg).
Mittwoch, 10. Juli, abends 8.30 Uhr: Jungmännerbibelſtunde. Don=
nerstag
. 11. Juli, abends 8 Uhr: Jungvolkabend. Samstag, 13. Juli,
nachm. 35 Uhr: Jungſcharſtunde.

Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
liſabethenſtraße). Sonntag, den 7. Juli, vorm. 10 Uhr: Menſchen=
ihehandlung
mit Predigt. Vorm. 11.20 Uhr: Kinder= Sonntags=
andlung
.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde glänbig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
onntag, den 7. Juli, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr: Sonn=
gsſchule
. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 10. Juli,
bends 8,15 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. (Pred. N. Rudnitzky.) Zu
len Verſammlungen jedermann freundlichſt eingeladen.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
Juli, vorm. 9,30 Uhr: Andacht. Nachm. 3 Uhr: Jugendbund; abends

8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtlich wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society),
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittvoch im Monat, abends 8,15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchile. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. Mitt=
woch
, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. Freitag, abends 8.15 Uhr: Wort=
betrachtung
. Jedermann herzlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtr. 44. Sonntag, vormittags
10 Uhr: Predigt. Prediger Schanz; 11 Uhr: Kindergottesdienſt; abds.
8 Uhr: Predigt. Prediger Schanz. Montag, abends 8,15 Uhr:
Jugendbund (Spaziergang). Dienstag, abends 8,15 Uhr: Singſtunde.
Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Mädchenbund; 5 Uhr: Knabenbund;
8 Uhr: Frauenmiſſionsverein. Donnerstag, abends 830 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Jedermann iſt herzlich eingeladen! Prediger P. Schanz.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße, ehem.
Kaſino). Sonntag, 7. Juli, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mitt=
woch
, den 10. Juli, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54): Sonn=
tag
, den 7. Juli, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den
10. Juli, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Auswärtige Gemeinden.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 8.45 Uhr: Chriſtenlehre
der Mädchen; 9.30 Uhr: Gottesdienſt; 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Montag, 20 Uhr: Poſaunenchor. Dienstag, 19.30 Uhr: Mädchenver=
einigung
. Mittwoch, 20 Uhr: Kirchengeſangverein. Freitag, 19.30
Uhr: Wartb urgverein.
Provinzial=Pflegeanſtalt: 13.30 Uhr: Gottesdienſt.
Etangel. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. (Kollekte für den Verband evgl.=kirchl. Frauenvereine;
10.30 Uhr: Chriſtenlehre; abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Freitag:
Evangel. Arbeiter= und Handwerkerverein, Vortrag von Arbeiterſekre=
tär
Laufer
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 7. Juli, 9,30 Uhr:
Gottesdienſt. Nachmittags: Spaziergang des Kindergottesdienſtes und
der Kleinkinderſchule bei ſchönem Wetter zur Ludwigseiche. Abmarſch
vom Pfarrhaus um 2 Uhr. Montag: Jugendverein. Mütterabend.
Mittwoch: Kirchenchor. Donnerstag: Poſaunenchor. Im Pfarr=
haus
: Helferinnen. Freitag: Mädchenverein. Samstag: Jugend=
verein
.
Evangeliſche Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 7. Juli, vorm.
9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kirchgang des Kriegervereins anläßlich
ſeines Fahnenweihfeſtes; vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Montag:
Jugendvereinigung. Dienstag: Kirchenchor. Mittwoch: Jungmäd=
chenverein
. Donnerstag: Frauenverein.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 7. Juli, vorm. 9,30 Uhr:
Hauptgottesdienſt; anſchließend Chriſtenlehre; nachm. 2 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
d. Gr. (Kindergottesdienſt der Kleinen fällt aus.) Mon=
tag
: E.J.G. Jungenabend. Mittwoch: E.J.G. Mädchenabend.
Donnerstag: Aelterenkreis (im Rathaus).
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen (Alte Darmſtädter Str. 14):
Sonntag, den 7. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 11. Juli,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Str. 3): Sonn=
tag
, den 7. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 11. Juli,
abends 3.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neugpoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35): Sonn=
tag
, den 7. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 11. Juli,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtraße 25):
Sonntag, den 7. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 11. Juli,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neugpoſtoliſche Gemeinde Roßborf (Dieburger Straße Nr. 22):
Sonnrag, den 7. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 11. Juli,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauenkirche (Klappacherſtr. 44). Samstag, um 17 und um
20 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte Sonntag, vorm von 6 Uhr an:
Gelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilung der
hl. Kommunion vor und in der hl. Meſſe. Um 9,30 Uhr: Hochamt und
Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion. Nachm. um 14 Uhr:
Chriſtenlehre und um 14,30 Uhr Andacht. Werktags: hl. Meſſe um 6.15
Uhr Montag und Freitag abends 8 Uhr: Jugendverſammlung, Her=
mannſtraße
43.
Martinskapelle (Ecke Herdweg und Bruchwieſenſtraße). An allen
Sonn= und Feiertagen 8 Uhr hl. Meſſe und Predigt. Um 7.45 Uhr
Beichtgelegenheit. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Nom=
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Seite 8

Samstag, den 6. Juli 1929

Nummer 185

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ſagen wir hierdurch Allen herzlichen
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Nummer 185

Samstag, den 6. Juli 1929

Seite 9

Cadrle Andelter Karaftioshe.
Zahlreiche Toke. Schwere Gewitker mit Hagelſchlag. Unermeßlicher Schaden für die Obſt= und Feldernke.

Die Verwüſtungen in Sachſen=

Dresden. Die ſchweren Unwetter, die am Donnerstag
abend auftraten, haben ſchweven Schaden angerichtet Auch
Dresden wurde hart mitgenommen. Auf der Neuſtädter Seite
verwandelten ſich die Straßen und Plätze infolge des wolken=
bruchartigen
Regens in Seen. Die Feuerwehr mußte vielfach
eingreifen, um Erdgeſchoſſe und Keller von dem eingedrungenen
Waſſer zu befreien. In der Hanſa=Straße ſtürzte das Gerüſt
eines vierſtöckigen Wohnhaus=Neubaues zuſammen. Im Neu=
ſtädter
Elbhafen wurde das Dach eines Speichers vom Sturm
in Fetzen geriſſen. Groß iſt die Zahl der glatt umgebrochenen
uralten Bäume. Der Straßenbahnbetrieb war längere Zeit un=
terbrochen
. Die Sturmverwüſtungen erſtreckten ſich bis Radeberg
und Arnsdorf. Auch die im Aufbau befindliche Vogelwieſe hatte
ſchwer zu leiden. Eine Anzahl von Vögeln ſind dem Sturm zum
Opfer gefallen. In der Marſchallſtraße ſchlug der Blitz in einen
Schornſtein. Die Trümmer verletzten zwei Arbeiter ſo ſchwer,
daß ſie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.
und in Bayern.
München. Das Unwetter am Donnerstag hat auch die
unterwegs befindlichen Eiſenbahnzüge ſtark mitgenommen. Viele
Fenſterſcheiben der Wagen wurden eingeſchlagen, darunter
an einem BerlinMünchener Zug allein 75. In München ein=
getroffene
Meldungen ſprechen von insgeſamt 35 verletzten Rei=
ſenden
. Auch die bayeriſche Donau=Gegend iſt ſchwer betroffen
worden. In Schalding bei Paſſau wurden zahlreiche Häuſer
abgedeckt. In der Gegend von Neu=Ulm wurde die Getreide=
ernte
bis zu 100 v. H. vernichtet. In Deggendorf hat der Orkan
den Schornſtein einer Ziegelei umgelegt. Dabei gab es einen
Toten. In Aiterhofen bei Straubing wurden ſieben Scheunen
durch den Sturm vernichtet, in Ittling vier Scheunen, in Nied=
ling
zwei Scheunen.
Bei Oberacht wurde ein Mann mit ſeinem Fuhrwerk in die
Donau geſchleudert und iſt wahrſcheinlich ertrunken. In Platt=
ling
iſt faſt kein Haus unbeſchädigt geblieben. Auf den Straßen
liegen zahlloſe umgeworfene Heuwagen. Das Heu wurde kilo=
meterweit
fortgewirbelt. In der ſogenannten niederbayeriſchen
Kornkammer iſt die Getreidernte zum großen Teil vollſtändig
vernichtet.
Schwere Unwekker auch in Mikkelfranken
und Würkkemberg.
Nürnberg. Auch in der mittelfränkiſchen Gegend tobten
am Donnerstag mittag ſchwere Unwetter. Nach den bisher vor=
liegenden
Meldungen wurden beſonders die Orte Schwabach und
Altdorf heimgeſucht, wo Hagelkörner bis zu Hühnereigröße fielen.
Das Unwetter in Altdorf, dem die geſamte Obſt= und Feldernte
zum Opfer fiel, ſoll das Schlimmſte ſeit Menſchengedenken ſein.
Stuttgart. In Entringen und in Hohenentringen rich=
tete
ein Wirbelſturm großen Schaden an. Der Sturm ſetzte ſo
plötzlich ein, daß die Landwirte auf dem Felde davon überraſcht
wurden. Tauſende von Dachplatten wurden auf die Straße ge=
ſchleudert
. Manche Häuſer ſind völlig abgedeckt. Eine neue
Scheune wurde wie ein Kartenhaus über den Haufen geworfen.
Ueber hundert Obſtbäume wurden völlig vernichtet. Ein Dienſt=
mädchen
wurde vom Sturm 2030 Meter weit durch die Luft
getragen. Wie durch ein Wunder kamen Menſchen und Tiere bei
dem Unwetter nicht zu Schaden.
Furchtbares Unwekker in der Oberpfalz.
Nürnberg. In der Oberpfalz wütete am Donnerstag
nachmittag ein ſchweres Unwetter, dem die Ernte zum Opfer ge=
fallen
iſt. In einem Ort wurden zwei Landleute durch einen
Blitzſchlag getötet, in einem anderen eine Frau und eine Kuh
durch Hagelſchlag erſchlagen. In der Nähe von Deinſchwang
wurden 50 Schafe tot auf dem Felde gefunden. Der Schaden iſt
unermeßlich.
Schweres Booksunglück auf dem Chiemſee.
Zwei Schüler vermißt.
München. Die M. N. N. melden aus Priem am Chiem=
gau
, daß am Donnerstag mittag ½6 Uhr ein Sturm von uner=
hörter
Wucht, aus Nordweſten kommend, über den Chiemſee
niedergegangen iſt. Das Unwetter ſetzte unvermittelt raſch ein,
ſo daß eine Anzahl der Segelboote nicht mehr rechtzeitig unter
Land kamen. Es waren zwei 40 Quadratmeter=Schärenkreuzer
und vier Jollen der in Stock anſäſſigen Hanſeatiſchen Yachtſchule,
die von einem Ausflug auf die Fraueninſeln zurückkehrten. Wäh=
rend
es den beiden großen Booten gelang, unter Segel Land= und
Windſchutz zu gewinnen, mußten die vier Jollen ſich treiben
laſſen. Es muß hier geſagt werden, daß die Schüler und Mann=
ſchaften
fegleriſch richtig und einwandfrei handelten. Die Jollen
trieben zunächſt ohne Segel vor Wind auf die Südoſtſpitze der
Fraueninſel zu, und es war anzunehmen, daß ſie unbeſchädigt
das Land erreichten. Das Folgende ſteht in der Geſchichte des
Segelſports faſt einzigartig da. Trotz eingeholten Tuches brachte
offenbar eine der vielen auf dem See ſichtbaren Windhoſen die
vier Boote zum Kentern. Der aufgewühlte See verhinderte die
Mannſchaft, ſich an den Booten feſtzuhalten. Die Leute mußten
immer wieder loslaſſen, um nicht in das Tauwerk verwickelt zu

werden. Zehn von der zwölf Mann ſtarken Beſatzung der vier
Jollen konnten ſich unter Aufbietung aller Kräfte ſolange halten,
bis die Boote in Landnähe trieben. Sie wurden zum kleineren
Teile von Ruderbooten aufgefiſcht. Die übrigen bekamen Boden
unter die Füße. Dagegen iſt das Schickſal der beiden Primaner
Bruno Dewitt=Berlin und Ernſt Scheffler=Berlin bis zur Stunde
noch nicht bekannt. Letzterer wurde vom Boot abgetrieben und
wurde von ſeinen Kameraden nicht mehr geſehen.
Schwere Skurm= und Hagelſchäden auch im
Bodenſeegebief.
Konſtanz. Aus der Schweiz kommend, ging Donnerstag
nachmittag über dem ganzen Bodenſeegebiet ein ſchweres Un=
wetter
mit Hagelſchlag nieder, wie es ſeit Menſchengedenken nicht
mehr zu verzeichnen war. Der Himmel verdunkelte ſich ſo ſtark,
daß überäll die Lichter angezündet werden mußten. Die Schwei=
zer
verſuchten mit Hilfe von Böllern den Niedergang des Un=
wetters
zu verhindern, was jedoch offenbar nur teilweiſe gelang.
Dann ſetzte ein furchtbares Hagelwetter ein, das in den Gärten
und Obſtkulturen und an den Induſtriegebäuden großen Schaden
anrichtete. Auf der linken Rheinſeite bot die Landſchaft ein ge=
radezu
winterliches Bild. Aehnliche Verheerungen werden aus
dem ganzen Bodenſeegebiet berichtet.
Windhoſe in Liegnik.
Liegnitz. Donnerstag gegen 19 Uhr bildete ſich nach einem
ſehr heißen Nachmittage über Liegnitz eine Windhoſe, die in den
Parkanlagen große Verwüſtungen anrichtete. In der Piaſten=
ſtraße
drehte der Wirbelwind einen Baumrieſen völlig heraus;
im Stürzen durchſchlug der Baum die elektriſche Leitung und
knickte einen eiſernen Maſt wie ein Streichholz. Die Feuerwehr
mußte bis zum Herabnehmen der Leitungen die Gegend abſper=
ren
. Im berühmten Liegnitzer Palmenhain wurden zahlreiche
Palmen umgeriſſen. Die Verheerungen waren das Werk weniger
Minuten. Die Gewalt des Sturmes war ſo groß, daß vor der
Hauptpoſt Menſchen förmlich in die Luft gehoben wurden. Ein
Radfahrer wurde auf das Straßenpflaſter geworfen und verletzt.
In der neunten Abendſtunde ſetzten ſtundenlange ſchwere Ge=
witter
mit großen Niederſchlägen ein, die Keller und ganze
Straßenteile überſchwemmten. Bis jetzt läßt ſich der Umfang des
Schadens noch nicht überſehen.
Unwekter über Kreſeld.
Krefeld. Ein außerordentlich heftiges Gewitter, das ſich
hier nachmittags entlud, hat beträchtlichen Schaden angerichtet.
Die Feuerwehr wurde in faſt 300 Fällen alarmiert, da zahlreiche
Keller bis zu zwei Meter hoch vollgelaufen waren. Einzelne
Straßen glichen vorübergehend einem See. Mächtige Kaſtanien=
bäume
wurden entwurzelt und auf die Oberleitung der Straßen=
bahn
geworfen, die dadurch an vielen Stellen zerſtört wurde. Auf
der Vogelwieſe wurden zahlreiche Verkaufsbuden umgeworfen.
Das Skurmwekier in Bad Iſchl.
Bad Iſchl. Am Donnerstag herrſchte auch hier ein hef=
tiger
Sturm, der zahlreiche Bäume entwurzelte, von vielen Häu=
ſern
die Dächer abriß und viele Fenſter zertrümmerte. In den
Wäldern ſind zahlreiche Sturmſchäden angerichtet. Die Bahn=
ſtrecken
wurden durch entwurzelte Bäume verlegt, und die Abend=
züge
hatten Verſpätung. Zwei Bauernſöhne Windhager, die einer
Frau helfen wollten, die mit ihrem Kinde mit einem herabgeriſſe=
nen
Draht der elektriſchen Stromleitung in Verbindung gekommen
war, wurden durch den Strom getötet. Der durch den Sturm
angerichtete Schaden iſt außerordentlich hoch.
Witbelſturm über Salzburg.
Mehrere Todesopfer.
Wien. Wie die Blätter berichten, ſind Stadt und Land
Salzburg am Donnerstag von einer furchtbaren Wirbelſturm=
kataſtrophe
heimgeſucht worden. In Salzburg verdunkelte ſich
plötzlich der Himmel, Staubmaſſen wurden vom Sturm in die
Luft getrieben, ſo daß man nicht die Hand vor Augen ſehen
konnte. Von den Dächern wurden Ziegel geriſſen, von den Fen=
ſtern
wurden Rolläden auf die Straße geſchleudert. Die Fuß=
gänger
mußten ſich an die Bäume klammern, um nicht umgewor=
fen
zu werden. Binnen einer Viertelſtunde wurden überall un=
geheure
Verwüſtungen angerichtet. Im Mirabell=Garten, wo
viele Bäume umgeworfen wurden, tötete ein ſtürzender Baum
den Prof. Dr. Franz Fiala. Auf dem Bahnhof in Iſchl wurde
ein Beamter durch einen herabſtürzenden Leitungsdraht ſchwer
verletzt. Aus Iſchl werden noch zwei weitere Todesopfer gemel=
det
. Auf dem Wege nach Lindau wurden zwei junge Holzarbeiter
von einem umſtürzenden Maſt der Stromleitung betroffen und
waren ſofort tot. Auf den Königsſee wird ein Boot vermißt, in
dem ſich ein unbekannter Mann mit einem Kinde befunden hat.
Auf dem Salzburger Flugplatz ſtanden zwei Flugzeuge zur Ab=
fahrt
bereit, als der Sturm inſetzte. Sie mußten von je acht
Mann mit Seilen gehalten werden. Trotzdem wurde das eine
Flugzeug vom Sturm drei Meter hoch emporgeriſſen und zehn
Meter fortgeſchleudert, konnte dann aber von der Mannſchaft
wieder feſtgehalten werden.

Zugunfälle infolge des Sturmes.
Prag. Die Strecke BeneſchauGmünd iſt geſperrt worden,
da der Verkehr wegen der umgeworfenen Telegraphenſtangen und
Bäume unmöglich iſt. Auf der Schmalſpurbahn Neu=Biſtritz
Neuhaus im böhmiſch mähriſchen Hochland wurden in=
folge
der Gewalt des Sturmes drei Wagen die Böſchung hinab=
geworfen
. Zehn Perſonen wurden verletzt.

Geſchäftliches.
Körperliches Unbehagen üſt im vielem Fällem auf ſchlechte Verdcnmug
zurückzuführen. Die helubige gurfreibende Lelbensweiſe erfordert abber ein
ungeſtörte8 Arbeſitem der Vendauungsongane, die oft einer Unterſtüttzurng
durch geeignete MMilttel bebdürfen. Seik üüber einem Jahrhumndert hat ſich
hier das bekannte Bullrich=Salz ausgezeichnet bewährt. Es er=
füllt
ſeinen Bweck prompt umd iſt ſellbſt bei längerem Gebrauch voll=
kommmen
zunſchädlich. Ein beſondener Vorzug dieſes probatzen uund harm=
loſen
Mitrels iſt ſeine große Preiswürrdüigkeit; e8 iſt im allem Apothebem
umd Drogeriem erhälltlich.

Die Wäſchefrage auf Reiſen
iſt fürr vielle Damen ein heikles Kapitel. So oft würd dieſſes oden jenes
Stück ſchmmutzig uund ſoll doch am mächſtem Tag wirder mett und früſch
ausſehen. Was ſoll man da tun? Eim Paket Lux Seifenſſochet im
Koffer hillfit üüber alle Sorgen hinweg. Schmell iſt ein Eßlöfffel dieſer
zarten, dürnwen Lux=Flochen im heißem Waſſer aufgelöſt und zu Schaum
geſchlagen. Dan gießt mam kalltes Waſſer hinzut uud brückt das Klleid,
die Strümpfe, oder wwas es iſt, ün dem dichtem, lauwaumem Schaum auf
und wieder. Iſt der Schmutz entfernt, wind gut geſpüllt und das Stück
in reine Tücher eingeſchlagen und zum Tvocknen hingelegt. Jetzt raſch
das Bügeleiſen hervorgeholk und in 10 Münurten iſt das Kleid wieder
wie neu. Die echtem Lux Seiftmflockem im der Glauen Schachtel werden
nur von der Sunlicht Geſellſchaft A.=G., Mannhefm, hergeſtellt.

Aus deutſchen Bädern.
Oftfrieſiſche Kraft und Geſundheit
verſpricht das Nordſeebad Wilhelmshaven dem erſchöpften Slädter.
Willchelmshaven will alls wirkſames Heillbad gewürdigt werden. Alle
Nondſeiſkurmittel ſtehem hier zur Werfügug. Alls Standort für Nord=
ſeeausflüge
erfreut ſich Wilhelmshaven beſonderer Beliebtheft. Es gibt
in der Tar keinen Pllatz am der Nondſee, der gleich wielfältige umd
billige Ausflauugsmöglichkeiten zur See bietet. Kurtage wird micht er=
hoben
. Die ſogenanntem Saiſſonpreiſe ſind dort unbekammt. Werbe=
ſchriften
zu beziehen durch ſämtliche Reiſebünvs oder die Badever=
walltung
.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 6. Juli. 13.15: Schallplatten: Buntes Programm.
o 15.05: Liedervorträge Frankfurter Schulen (Weißfrauenſchule).
Chorleiter: Lehrer Lorbeer: Abend und Morgen. 16.35: Konzert
des Funkorch. Muſikal. Leitung; Kapellmeiſter Merten. Mitw.:
Theo Herrmann (Baß) vom Heſſ. Landestheater Darmſtadt. 6 18.16:
Leſeſtunde: Aus dem Roman Rot und Schwarz von Stendhal.
o 18.30: Briefkaſten. 18.45: Eſperanto=Unterricht, erteilt von
W. Wiſchoff. 6 19.05: Wo uns der Schuh drückt. Interviews mit
jedermann. 1. Chauffeure Frager: Dr. Laven. O 19.15: Dr.
Mahrholz: Der Großſtädter und die Natur. o 19.40: Rektor
Stehling: Eine Studienreiſe des Frankfurter Bundes für Volksbil=
dung
nach Paris. O 20: Württ. Landestheater Stuttgart: Orpheus
m der unterwelt. Operette in drei Akten von Offenbach. o B:
muſt., Leitung: Matthyas Seiber.

Königswufterbauſen.

Deutſche Welle. Sonnabend, 5. Juii. 12: Die Tageszeiten des
Wanderes. Mitw.: Suſanne Fiſcher=Lattermann (Geſang), Käte
Graber (Rezit.), Dr. Wolff (Flügel), B. K. Graef (Einf. und Um=
rahmung
der Vorträge). O 15: B. K. Graef: Sprechtechnik.
O 15.40: Eſther Peiſer: Säuglingsturnen. O 16: Stephan Konetzky:
Lehrgänge und Arbeitswochen der pädagogiſchen Abteilung des
Jentralinſtituts für Erziehung und Unterricht. o 16.30: Schulrat
Wolff: Was muß der Beamte vom Aufbau des deutſchen Schul=
weſens
wiſſen? O 17: Hamburg: Orgelkonzert. o 18: Otto.
Schweitzer: Rationaliſierungsbewegung und Gewerkſchaftspolitik.
O 18.30: Franzöſiſch für Anf. O 18.55: Prof. Dr. Berendſohn:
Werner von Heidenſtamm zum 70. Geburtstage. 6 19.20: Dr. Herz:
Theatererinnerungen eines alten Mannes. o 20: Akuſtiſcher Film.
Mitw.: Dr. Becce mit ſeinen Terra=Symphonikern. . Danach:
Tanzmuſik. Kapelle Gerh. Hoffmann. Geſangseinlagen: Das Ober=
ſchleſiſche
Funk=Quartett. Pauſe: Bildfunk.

RApI

Nur beim Bachmann
C. Boßler & Co., G. m. b. H.
Ernst-Ludwigstraße 14
Telephon 2140 (6617a

Welterbericht.
Obwohl ſich durch den anſteigenden Luftdruck die Wetterlage etwas
beruhigt und vor allen Dingen etwas mehr Aufheiterung eingeſetzt hat,
ſo iſt im ganzen der Witterungscharakter immer noch wechſelnd. Wenn
auch der höhere Luftdruck ſich teilweiſe auswirken wird, ſo dürfte doch
der Rückſeiteneinfluß, der über den britiſchen Inſeln lagernden Störung
bis in unſeren Bezirk vorgreifen. Dabei kommt es immer noch zeit=
weiſe
zu Bewölkung und Schauern, die von Gewittern begleitet ſein
werden. Gleichzeitig ſetzt mit dem Zuſtrom kühler Luftmaſſen Ab=
kühlung
ein.
Ausſichten für Samstag, den 6. Juli: Wechſelnde Bewölkung mit Auf=
heiterung
, Abkühlung, noch gewitterartige Regenſchauer.
Ausſichten für Sonntag, den 7. Juli: Mehr aufheiterndes Wetter und
vorwiegend trocken.

Kaupſchriſelung. Rudol Maupe
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft; Rudolf Mauve; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Que iſch, für den Schlußdienſt: J. V.: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür Die Gegenwart: Dr. Hefberi Nette; für den Inſeratenteil. Wiliy Kuhls
Druck und Verlag: L. C. Wittlch ſcmtlich in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 16 Geiten.

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Samstag, den 6. Juli 1929.

Nummer 189

Reich und Ausland.
Deutſcher Städtetag in Frankfurt.
Frankfurt. Am 27. September wird hier die
diesjährige Jahresverſammlung des Deutſchen Städte=
tages
zugleich wit der Jahresverſammlung des
Preußiſchen Städtetages ſtattfinden.
Ein zweites Todesopfer des Bauunglücks
bei der J. G.
Frankfurt a. M. Die Bauleitung des hie=
ſigen
Verwaltungsgebäudes der J. G. Farbeninduſtrie
teillt zu dem Bouunglück ergänzend noch folgendes
mit. Es wurden ein Mann getötet und drei ver=
letzt
. Von den Verletzten iſt leider einer wittlerveile
ſeimen Verletzugen erlegen. Das Unglück geſchah
in einem Augenblick, in dem die einzelnen Eiſenteile
wegen der im Gange befindlichen Montage noch nicht
endgüültig verwietet werdem konnten. Die ausführende
Konſtrurtionsfirma iſt eine bedeutende und erprobte
Fachſirma des rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriege=
bietes
. Der betroffene Teil des Baues ſtellt in ſeinem
Umfange nur etwa zwei Prozent des geſamten
Stahlgerüſtes dar, das in ſeinem übrigen bisher
montierten Teil umverſehrt geblieben iſt. Der Fort=
gang
der Arbeiten in dem übrigen Teil des Neubaues
wird durch das beblagenswerte Unglück nicht be=
troffen
.
Dampfkeſſelexploſion im Gaswerk.
Wiesbaden. In dem Gaswerr Biebrich ex=
plodierte
im der Nacht auf Freitag aus unbekannten
Gründem ein Dampfkeſſel. Bei der Exploſion wurde
ein Arbeiter tödlich verletzt, ein zweiter erlitt nicht
unerhebliche Verwundumgen, außerdem entſtand
ſchwerer Sachſchaden. Der Schornſtein des Werkes
wurde teilweiſe umgelegt und das Dach des Keſſel=
hauſes
zum größten Teil gerſtört.
Das Urteil im Stuttgarter Berger=Prozeß.
Stuttgart. Das Urtenl des Schwurgerichts
gegen den frühheren Bankier Irwin Berger, der
ſeinerzeit auf Prof. Dr. Baiſch einen Revolveran=
ſchlag
verübte, ohne Baiſch zu verletzen, lauttet wegen
verſuchten Todſchlages auf 1 Jahr 4 Monate Ge=
fängnis
. Dem Angeklagten wurden wüldernde Um=
ſtände
zugebilligt. Der Anklagevertreter hatte zwei
Jahre ſechs Monate beantragt.
Schwerer Straßenbahnzuſammenſtoß
in München.
München. Hier ereignete ſich ein ſchwerer
Straßenbahnzuſammemſtoß. Der Anprall war ſo
ſtark, daß ein Anhänger aus dem Gleis gehoben
wurde. Insgeſamt wurden meum Perſonen verletzt.
Zwei Schwerverletzte mußten ins Krankenhaus ein=
geliefert
werden.
Grubenunglück auf Zeche Weſtfalen.
Ahlen. Auf der Zeche Weſtfalen ereignete
ſich am Freitag vormittag zwiſchen 11 und 12
Uhr wieder ein größeres Unglück, bei dem meh=
rere
Tote zu beklagen ſind. Das Unglück ſoll
durch einen Brand unter Tage entſtanden ſein,
dem eine Exploſion folgte. Gegen 12½ Uhr
ſind die Rettungsmannſchaften eingefahren. Das
Revier Hamm gibt dazu amtlich bekannt: Auf
der Zeche Weſtfalen ereignete ſich heute vor=
mittag
11½ Uhr infolge eines Grubenbrandes
im alten Mann eine Schlagwetter=Exploſion.
Es wurden zwei Arbeiter getötet, die
mit Abdämmungsarbeiten beſchäftigt waren. Die
Mittagsſchicht des Nachbarreviers konnte nicht
eingefahren werden. Der übrige Betrieb läuft
ungeſtört weiter. Mit der Abdämmung des be=
treffenden
Reviers wurde ſofort begonnen. Die
Unterſuchung wurde durch die Oberbergbehörde
eingeleitet.

Das Preußiſche Handelsminiſterium in Berlin
iſt vor 50 Jahren, im Juli 1879, gegründet worden. Aus dieſem Anlaß fanden im Miniſterium

Feiern ſtatt, bei denen dem Staatsminiſter Dr. Schreiber die Glückwünſche der Regierung, der
Handelskammer und der Spitzenverbände von Induſtrie, Handel und Gewerbe ausgeſprochen

wurden.

Enkhufiaſtiſcher Empfang der ſpaniſchen Ozeanflieger in Madrid.

Zum 75. Todeskag des großen
deutſchen Phyſikers Ohm.

Georg Simon Ohm.
der große deutſche Phyſiker, iſt vor 75 Jahren,
am 7. Juli 1854, in München geſtorben. Von
ihm ſtammt neben dem bekannten Ohmſchen Ge=
ſetz
der elektriſchen Ströme eine Theorie der
Obertöne. Seine Arbeiten ſind für die ganze
Entwicklung der Elektrophyſik und Akuſtik bahn=
brechend
geweſen.
Nieſenunterſchlagung beim Gewerkſchaftsbund
der Angeſtellten.
Berlin. Zu eier Meldung, wonach dem Ge=
werkſchaftsbund
der Angeſtellten durch die Untreug
eines füührenden Beamten, des Dr. Mavius Matthie=
ſſen
, ein im die Hunderutauſende gehender Schaden
zugefügt und Dr. Matthieſen mach Angemtinien ge=
flüchvet
ſei, wird von der Leitung des geſchädigten
Verbandes mitgeteilt: Dr. Matthieſem hat am
12. März eine Reiſe angetreten, die angeblich im
dienſtlichem Indereſſe ſein ſollte umd an die er ſeinem
Urlaub anzuſchließen gedachte. Er iſt von dieſen
Reiſe nicht zurückgekehrt. Eiwige Tage vor der Reiſe
hat er für geſchäftliche Zwecke eine Summe vom
150 000 Mark abgehoben und das Geld mitgenom=
men
. Als er von ſeinem Urlaub nicht gurrückkehrte,
wurde der Verdacht rege, daß Dr. Matthieſſen das
von ihm erhobene Geld umterſchlagen habe uund damit
geflüchtet ſei. Die Staatsanwaltſchaft iſt im Kenmt=
wis
geſetzt und es ſind alle Maßnahmen ergriffen
worden, um des Flüchtigem habhaft zu werden."
55 Verletzte bei dem Eiſenbahnunglück in der
Nähe von Krakau.
Warſchau. Wie zu dem Eiſenbahnunglück auf
dem Bahmnhof Plaſicow bei Krakau ergänzemd be=
richtet
wird, beläuft ſich die Zahl der Werwumdeten
auf 55 Perſonen, von denen 31 ſehr ſchwere Ver=
letzugen
davontrugen. Von dem veruuglückten Per=
ſonenzug
, der als Schüler= umd Arbeiterzug verkehrt,
ſind vier Wagen ſtark beſchädigt, einer davon völlig
zertrütmmert. Unter den Verletzten beſinden ſich
meiſtens Frauen und Schulbinder. Die Schuld an
der Kataſtrophe trägt zum Teill der Weichenſteller,
hauptſächlich aber der Führer der Verſchublokomotive,
der mit Übermäßiger Geſchwindigkeſt fuhr,
Schweres Flugzeugunglück in England.

Feuer im Hauſe der Funkſtunde.
Berlin. Im Hauſe der Berliner Fumkſumde
in der Potsdamerſtraße dicht beim Potsdwmer=Platz
brach am Donnerstag abend ein Brond aus, der ge=
fährliche
Ausmaße anzunehmen drohte. Beſm Ein=
greifen
der Feuerwehr ſtanden bereits die Verkaufs=
räume
der Vox=Schallplatten= und Apparatefabrik in
hellen Flcmmen. Die Feuerwehr ging ſofort ener=
giſch
gegen den Brand vor, und es gelung ihr, das
Feuer i verhältmismäßig burzer Zeit zu löſchen.
Die Verkaufsräume mit wertvollen Apparaten umd
einem großen Schallplattenlager ſind faſt völlig ver=
wichtet
. Die Funkſtunde war gezwungen, plötzlich ihre
Vorführung zu unterbrechen. Infolgedeſſen wurde
die Nachricht von dem Feuer imn Berlin ſehr ſchnell
bekannt, und es dauerte wicht lange, ſo hatten ſich
vor dem Gebäude zahlreiche Neugierige verſcmmelt.
Ein großes Polizeiaufgebot ſorgte für die nötigen
Abſperrungen.
Der amerikaniſche Milliardär Rocke-
feller
90 Jahre alt.

Die Menſchenmenge beim Empfang Major Francos und ſeiner Kameraden.
Links: Major Franco () beim engliſchen Botſchafter Sir George Grahame.
Die Rettung des Ozeanfliegers Franco, der ſieben Tage vermißt wurde, wurde von ganz Spanien
mit Freude und Dank gefeiert. Eine rieſige Menſchenmenge gab Franco bei ſeinem Empfang in
Madrid das Geleit. Die Geſandtſchaft Englands, deſſen Flugzeugmutterſchiff Eagle die Rettung
zu verdanken iſt, war tagelang der Schauplatz begeiſterter Ovationen.

Erſte Aufnahme vom Ausbruch des Bulkans Komagakake in Japan.

London. Auf dem Fluugplatz Hendon ſtürzte
am Donnerstag abend ein Privatflugzeug ab. Zwei
der Inſaſſen wurden getötet und ein dritter ſchwer
verletzt.
Schwere Erdſtöße in Perſien.
Teheran. Die Orte Auſhraf, Amol ud Bar=
faruſch
im Bezirk Mazanderan mellden ſchwere Erd=
ſtöße
.
159 Tote bei der amerikaniſchen Unab=
hängigkeitsfeier
.
NawYork. In den Vereimigten Staaten ſind
im Verlauf der Ungbhängigbeitsfeier 159 Perſonen
ums Leben gekommen. Sieben von ihnen wurdem
durrch Exploſion von Feuerwerkskörpern getötet, 71
ſind den Brondwunden erlegen, die ſie erlitten haben,
und 70 Perſonen haben durch Auromobillunfälle das
Leben eingebüßt.
Die Tſcheka=Enkhüllungen
im Dokumenkenprozeß Orloff.

Der Komagatake in voller Tätigkeit.
Der 1140 Meter hohe vulkaniſche Berg Komagatake auf der japaniſchen Inſel Jeſſo brach in der
Nacht vom 17. Juni plotzlich aus und richtete ungeheure Zerſtörungen an. Ueber 8000 Menſchen
ſind durch dieſen Ausbruch obdachlos geworden.

Der Weißenſeer Raubmord aufgeklärt.
Berlin. Der Raubmord, dem vor acht Tagen
die Obſthändlerin Johanna Senger i Weißenſee
zum Opfer fiel, iſt jetzt aufgeſlärt. Der Täter, ein
22jähriger Arbeiter Przybylſki, wurde in der ver=
gangenen
Nacht von der Kriminalpobizei in Walchow
ermittelt und berhaftet. Er hat ein umfaſſendes Ge=
ſtändnis
abgelegt.

Eine Violinkünſtlerin im D=Zug um
30 000 Mark beſtohlen.
Berlin. Nach einer Meldung der Voſſiſchen
Zeitung wurde der Violinkünſtlerin Edith Lorand,
die am Domerstag nach Karlsruhe fahren wollte,
kurz vor der Abfahrt des Zuges in Berlin die Hand=
taſche
mit Schmuck und Bargeld im Werte von 30000
Mark geſtohlen.

Angeklagter Pawlonowſki enthüllt angebliche
Fememorde in der ruſſiſchen Botſchaft.
Der Orloff=Prozeß in Moabit fand ſeinen Höh=
punkt
in den Ausſagen des Mitangeklagter
Pawlonowſki. Pawlonowſki behauptet, de
einige Beamte der G. P. U., die durch ihr Ver=
halten
das Mißtrauen der Sowjets erregten, in
der Berliner ruſſiſchen Botſchaft vor ein poli=
tiſches
Gericht geſtellt und dann im Keller der
Botſchaft erſchoſſen worden ſeien.
(Originalzeichnung von Fritz Oehlſchlägel.I

John Daviſon Rockefeller.
kann am 8. Juli in körperlicher und geiſtiger
Friſche ſeinen 90. Geburtstag feiern. Rockefeller
iſt in Richford bei New York geboren. Er war
zuerſt Angeſtellter in einem Exportgeſchäft und
gründete 1858 ſeine erſte Firma 1867 begann
er ſich für Petroleum zu intereſſieren, gründete
Raffinerien in Cleveland und hatte ſoviel Er=
folg
, daß er 1870 ſchon die große Standard Oil
Companie gründen konnte. Das Petroleum hat
ihn zum Milliardär gemacht. Rockefeller hat viele
hochherzige Stiftungen, für wohltätige Zwecke
ins Leben gerufen, für die er faſt 2½ Milliar=
den
Mark ausgab.

[ ][  ][ ]

Nummer 188

Samstag, den 6. Juli 1929

Seite 14

Mnt aant und snnan

Waſſerball.
Heuke abend 8 Uhr.
Maghar Athletikai=Club Budapeſt Jung=Deutſchland.
Wieder ſieht man einmal in Darmſtadt mit großer Spannung einem
erſtklaſſigen Waſſerballſpiel entgegen. Noch ſind die letzten großen
Spiele in beſter Erinnerung, und ſchon ſteht wieder ein hervorragender
Kampf bevor. Kein geringerer Gegner als der Magyar Athletikai=Club
Budapeſt wird heute abend 8 Uhr im Woog an der Mannſchaft Jung=
Deutſchlands ſein Können meſſen. Mit vier hervorragenden, weltbekann=
ten
Spielern (Keſerue, Verteſſy, Jvady und Budai) in ſeinen Reihen,
wird der M.A.C. eine Mannſchaft ſtellen, die den meiſten Ländern
Europas als Nationalmannſchaft zur Ehre gereichen würde. Man wird
daher heute abend am Woog wieder ein Waſſerballſpiel ſehen, das dem
ſportintereſſierten Publikum zu einem Genuß werden wird.
Leider muß Jung=Deutſchland heute auf einen ſeiner Beſten ver=
zichten
. Friedel Berges mußte ſich am Donnerstag ins Krankenhaus
begeben. Jungdeutſchland iſt es daher hoch anzurechnen, wenn es mit
verſtärkter Energie deshalb heute dem ſchweren Gegner gegenübertritt,
Für Verges wird Gils in die Mannſchaft hineingenommen.
Als Schiedsrichter wurde wieder der bekannte Herr Blank= Mann=
heim
verpflichtet.
Die Eintrittspreiſe ſind wieder ſehr volkstümlich gehalten. Es iſt
ratſam, den Vorverkauf bei L. B. Müller, Schulſtr. 14, zu benützen.
Rof=Weiß, V. ſ. R. 5.C. Magdeburg 96.
Wir verweiſen nochmals auf die heute, nachm. 4 Uhr, ſtattfindenden
Jugendwaffſerballwettkämpfe, zu denen ſich Rot=Weiß die Jugendmann=
ſchaft
des Magdeburger Schwimmklubs 96 eingeladen hat. Außerdem
werden vorausſichtlich die Schwimmvereine Heſſen Worms und Nikar
Heidelberg teilnehmen. Der Eintritt iſt frei.
Schwimmſportfreunde Barmen S.C. Düſſeldorf 5:2.
Im Vorrundenſpiel um die Deutſche Waſſerballmeiſterfchaft ſtanden
ſich im Düſſeldorfer Rheinſtadion der weſtdeutſche Meſſter Schwimm=
ſportfzeunde
Barmen und der Düſſeldorfer S.C. 99 gegemüber. Ob=
wohl
die Barmer durch ihre exakte Zuſammenanbeiſt ſihrem Gegner
sübenlegen ware, verſtandem es die Düſſeldorfer durch ihr eifriges umd
aufopferungsvolles Spitell bis zur Pauſe das Spiel mit 1:1 unemt=
ſchieden
zu halten. Erſt im weiterem Verlauf des Spiels konnten dann
die mächtig drängenden Schwimmſportfreunde ihren Sieg mit 5:2
Toren ſiche ſtellem.
Schwimmen.
5. Ggu=Skromſchwimmen des Main=Rhein=Gaues
der 2. T. im Rhein beim Gerusheim.
Eine der ſchönſten Veranſtaltungen im Mgin=Rheingau (D. T.) findet
mm Sonntag, dem 7. Juli, im Rhem bei Gernsheim ſtatt. Es iſt
Da8 5. Gauſtromſchhvimmen, das für alle Teülnehmer eine außer=
wrdentliche
Leiſtuungsprüfung bebeutet. Dieſſe vollstümlichſte aller
SSchwimmveranſtaltunigen wird qum zum fünſtenmale durchgeführt, ſie
Bildet geſwiſſermaßen eine Vorprobe zum Kreisſtromſchwimmen, das
Sier Wochem ſpäter im Rhein bei Wovms ſtattfindet. Wie ſich bei den
Sorangegängenen Stromſchwimmen das Intereſſe immer mehr ſteigerte,
Fo wird guich diesmal der Veranſtaltung allenorts vegſtes. Intereſſe
emtgegengebracht. Dies zeigt ſich ſchon im dem vorliegendem Melde=
ergebnis
. Man weiß, daß gerade in der deuutſchen Tuu=merſchaft die
Seranziehung der Maſſen zu volkstümlichen Veranſtalltungen eine be=
Tondere Aufgabe billdet, umd daß dabei guch das Durchqueren von
FFlüſſen. Seen uſwp. als eine der natürlichſten vollstümlichen Under=
rrehmumgen
gepflegt und geachtet wird. Und im Himſblick darauf hat der
Main=Rheingau, der auf dem Gebiete des Schwimmens inmmer bisher
em Mittelrheinkreis und der D. T. eine führende Stelle einnahm, ſchon
rühzeitig dieſes Stromſchwimmen im ſeinen JahresArbeitsplla guſge=
romonen
. Im glücklicher Weiſe wurden bisher dieſe Schwimmen zu
Ende geführt, und es darf der Hoffnunng Ausdruck gegeben werden, daß
ruch diesmall die W.ſanſtaltung ohne jeden Unfall vonſtatten geht. Der
Bau=Schwimmausſchuß trägt mit der Durchführung dieſes Strom=
ſichwimmens
eine große Vevantwortung. Die Vereſine ſind ſich jedoch
wewußt, daß ſie zu dieſer großen Prüfung nur tatſächlich keiſtungs=
Frihige Schwimmerintien uund Schwimmer als Teilnehmer melden. Das
Schwimmen geht über folgende Strecken: für Turner Oberſturfe 7500
MNeter; Mittelſtufe 5000 Meter; Unterſtufe 3000 Meter; für ältere
Turner über 35 Jahren 3060 Meter; für Jugendturner 3000 Mcter. Für
Turnerimmen Oberſtufe 3000 Meter; Mittelſtufe 2500 Meter; Unter=
Eufe und Jugend 200 Meten. Das Schliviunmen ſelbſt iſt im offenen
Fhein. Das Zücll iſt bei der Wirtſchaft Rheingold (Andres am Hafen).
rnd iſt beſonders gekennzeichnet. Die Starts befimden, ſich aufwärts.
Nach dem Meld engebmis beträgt die Geſamtteilnehmerzahl 140. Am
ärkſten beſetzt iſt die Guuppe der Jugendtzuner und die Grupbe der
Eurner Unterſtufe, doch ſind guch die übrigen Gruppen gut beſetzt. Die
Sarke Beteilligumg macht matürlich auch gine große Zahl von Nettungs=
rrannſchafſten
und Begleilbooten erforderlich, die die Teilnehmer auf
der Strecke begleiten. Erſtmalig treffen ſich bei dieſem Stromſchwimmen
uch die D. T.=Paböler. Es iſt Vorſonrge getroffen, daß die Padöller vom
Alltrheinablauf (Hilometer 301,5 Südfpitze) gemeinſanr abgeholt und
nach Gernsheim geſchleppt werden und zwar vormittags 10,30 Uhr,
Mittags 12,30 Uhr Antretzen aller Teilnehmer und Beteiligten. Ab=
fuhrt
zu den einzelnen Starts erfolgt pünktlich Mittags 1 Uhr. Der
Eurnverein Gernsheim, dem die Vorbergitungen zum Stromſchwimmen
übertragen ſind, iſt bemüht, die Veranſtalltung auch in ihrem Beipro=
gramm
auszubauen. Neben Platzkonzert finden am Nachmittag und
Abend noch turneriſche Vorführungen ſowie Waſſerballſvicle, Schiffer=
ſtechem
uſw. ſtatt. Mag dem diesjährigen Stromſchwimmen ebenfalls ein
voller Erfolg beſchieden ſein.
Turngemeinde 1846, Schwimm=Abteilung.
Bei dem am Sonntag, den 7. Juli, im Rhein bei Gernsheim ſtatt=
findenden
Gau=Stromſchwimmen des Main=Rhein=Gaues iſt die
Echwimmabteilung der Tgde. 1846 mit nahezu 60 Teilnehmern und
Rettungsmannſchaften beteiligt. Abfahrt der Mannſchaft erfolgt ab.
Hauptbahnhof vormittags 10,38 Uhr. Treffpunkt dort 10,15 Uhr. Die
Paddler=Gruppe der Tgde. 1846 wird noch darauf aufmerkſam gemacht,
daß alle Paddler, die am Stromſchwimmen teilnehmen, Sonntag, vor=
mittags
10,30 Uhr, am Altrhein=Ablauf (Südſpitze), Rhein=Kilometer
301,5 abgeholt und nach Gernsheim geſchleppt werden. Auf eine allge=
mein
recht rege Beteiligung wird gehofft.
1. Nationales Schwimmfeſt der Mainzer Schwimmgeſellſchaft Undine 08.
Am 17. und 18. Auguſt 1929 veranſtaltet die Mainzer Schwimm=
geſellſchaft
Undine 08, ſeit mehr als 15 Jahren auf ihrer eigenen
Schwimmanlage, deshalb ihr 1. Nationales Schwimmfeſt. Da die Ge=
ſellſchaft
mit allen führenden Vereinen Deutſchlands zwecks Entſendung
ihrer beſten Kräfte in Verbindung getreten iſt, ſteht zu erwarten, daß
die Wettkämpfe ein gutes Meldeergebnis zeitigen werden. Die Aus=
ſchreibung
, die in den nächſten Tagen an die Vereine geht, iſt ſo zu=
ſommengeſtellt
, daß es jedem Verein möglich ſein kann, zu den darin
aufgeführten Rennen zu melden. Sie enthält u. a.: 1. Seniorſchwim=
men
wie: 1. Seniorbruſt= 1. Seniorrücken=, 1. Seniorkraulſchwimmen
und 1. Seniorſpringen uſw. Ferner werden Staffelſchwimmen aus=
getragen
, wozu Wanderpreiſe von dem Herrn Reichspräſidenten von
bindenburg, dem Herrn Staatspräſidenten Dr. Adelung und der Stadt
Mainz geſtiftet wurden.
Pferdeſpork.
Stall Weinberg ohne Trainer.
Auf Grund gütlicher Vereinbarungen iſt der bisherige Trainer des
WNennſtalles A. und C. v. Weinberg, N. Linke, aus ſeiner Stel=
lung
ausgeſchieden. Als Nachfolger von F. Föſten wurde
Linke, der vorher Futtermeiſte: am Stalle Weinberg war, 1925 auf
ſeinen verantwortungsvollen Poſten berufen. Man darf wohl nicht
mit Unrecht annehmen, daß die gegenwärtige ſchlechte Form der Pſerde
Blau=Weiß, ging beim Hamburger Derbymeeting gänzlich leer
aus Anlaß zu Differenzen zwiſchen Trainer und Manager gab, die
auf dieſe Weiſe begelegt wurden. Vorläufig wird der bisherige Futter=
weiſter
F. Murray als Trainer der Weinbergſchen Pferde zeichnen.

Handball.
Sporlverein Darmſtadt 1898 Worms.
Während in ſonſtigen Jahren die Raſenſportverbände im Monat
Juli jeden Spielbetrieb (Handball und Fußball) verbieten, gehen in
dieſem Jahre, in dem die Kältemonate Januar und Februar den Spiel=
betrieb
lahmlegten, die Spiele weiter. Nur für die Jugendmannſchaften
gilt auch in dieſem Jahre das Spielverbot, ſo daß ſchon dadurch das
Wettſpielprogramm ſtark eingeſchränkt iſt. Von den ſonſtigen aktiven
Mannſchaften läßt man natürlich in dieſer Zeit auch nur diejenigen
ſpielen, die ſpielen müſſen. Im Sportverein Darmſtadt 1898 ſind dies
die beiden Ligamannſchaften, für die ja die Verbandsſpielſaiſon noch
nicht abgeſchloſſen iſt. Von dem Spiel der
Handball=Ligamannſchaft Wormſer Städtemannſchaft
war an dieſer Stelle ja ſchon die Rede. Die 98er, die in Kürze zum
Endſpiel um die Süddeutſche Pokalmeiſterſchaft antreten müſſen, müſſen
weiter beſtrebt ſein, ſich in Form zu halten. Daß dies nach einer der=
art
langen und an Verbandsſpielen überreichen Saiſon nicht ganz ein=
fach
iſt, liegt auf der Hand. Die Chance, Süddeutſcher Pokalmeiſter
werden zu können, muß jedoch ausgenützt werden, ſo daß vor Abſol=
vierung
dieſes Spieles eine Spielpauſe untunlich wäre. Das Spiel / 3.0. Anlon 1913 Roſ=Weiß, B. ſ. H. Darmſtadl.
gegen die ſpielſtarken Wormſer findet ſchon heute abend 6,30 Uhr auf
dem Platze am Böllenfalltor ſtatt.
*
Bei der vom Ausſchuß für Leibesübungen heute nachmittag auf
dem Sportplatz des Sportvereins 98 Darmſtadt ſtattfindenden ſportlichen
Veranſtaltung tritt nach Beendigung der Staffelläufe die Wormſer
Stadtelf in nachſtehender Aufſtellung an:
Die Wormſer Stadtelf wird in nachſtehender Aufſtellung antreten:
Geißler
(Polizei)
Perſig
Kunkel
(Polizei)
(Alemannia)
Götz
Böhm
Biege
(Polizei)
(Polizei) (Alemannia)
Andre Dietz 2.
Dietz 1. Golaſch Meyer
(Alemannia)
(Polizei)
Der Sportverein 98 ſpielt in der Aufſtellung:
Hennemann Fuchs Werner
Freund
Jäger
Delp Fiebler
Rothemburger
Reuter
Henß
OberHambach -Akad. Sporkelub 6:8 (2:5).
Von ſchönſtem Wetter begünſtigt, fuhr die Handballelf des A. S. C.
nach Oberhambach zu einem Freundſchaftsſpiel. Nach herzlichem Emp=
fange
betreten die beiden Mannſchaften den inmitten herrlichen Buchen=
waldes
gelegenen Sportplatz. Nach verteiltem Spiel kann die Ober=
hambacher
Mannſchaft durch einen Strafwurf in Führung gehen, jedoch
Ausgleich und zwei weitere Tore ſind der Erfolg glänzender Stürmer=
leiſtungen
. Durch Deckungsfehler konnte der Gegner den Ausgleich er=
zwingen
, und fogar mit zwei weiteren Toren in Führung gehen. An
dieſem Stand ändert ſich trotz guter Torgelegenheiten nichts mehr. Mit
2:5 Toren gehts in die Halbzeit.
Nach Halbzeit gelingt es Oberhambach, ein Tor aufzuholen, je=
doch
wird die alte Tordifferenz wieder hergeſtellt. Die A. S.C.= Mann=
ſchaft
drängt nun auf die Entſcheidung, und es gelingt, durch zwei
Fkachſchüſſe, den Ausgleich herzuſtellen. Oberhambach wird immer mehr
in die Verteidigung gedrängt, und muß noch 2 Tore bis zum Schluß
hinnehmen. Beſonders hervorzuheben ſind die Leiſtungen der beiden
Beweis geſtellt haben.
Rol=Weiß, V. f. R. Alemannia Borms.
Einer alten Rückſpialverpflichtung nachkommend, tritt die Handball=
Liga von Alemannia Worms am morgigen Sonntag um 11 Uhr auf
dem Platz an der Rheinallee gegen NotzWeiß an. Das Vorſpiel in
Worms endete ſeinerzeit 4:3 für Not=Weiß, doch kann man aus dieſem
Neſultat gar nicht auf den Ausgang des movgigen Treffens ſchließen,
da beide Mannſchaften in ihrem Können und in ihrer Zuſammenſetzung
ſtarke Wandlungen erfahren haben. Die Alemannen haben ſich in ihrer
Gruppe einen guten Wittelplatz erkämpft. Sie werden auf jeden Fall
für Not=Weiß einen ebenbürtigen und harten Gegner abgeben. Rot=Weiß,
das imer noch mit Erſatz autreten muß, ſollie ſich alſo vorſehen, um
einer unangenehmen Ueberraſchung zu entgehen. Immerhin ſollte es
zum Siege langen, wenn dee Sturm nicht in ein eigenſinniges Spiel ver=
fällt
. Wir erwarten auf jeden Fall ein ſchönes und faires Spiel, deſſen
Beſuh ſich lohnen wird, zumal, da der Eintrittspreis ſo ſehr niedrig ge=
halten
wird.
Bolizei Darmſtadt Offenbacher Kickers.
Der Spielbeginn iſt am kommenden Sonntag auf 4 Uhr nach=
mittags
feſtgeſetzt. Die Polizei ſteht komplett, und zwar:
Berdt
Link
Walter
Brack
Schmidt
Otto
Jans
Schliffer Koch
Boyl Huber
In dieſer Aufſtellung beſtritt die Polizei ihre meiſten Verbands=
ſpiele
und auch die Spiele um die Deutſche Meiſterſchaft. Sollte die
Mannſchaft einigermaßen in Form ſpielen, ſo iſt ein Sieg nicht außer
Frage. Andererſeits darf Offenbach nicht unterſchätzt werden. Die
Kickers haben viel gelernt und ſind vor allen Dingen ſehr ſpielſtark ge=
worden
. Wünſchen wir dem Spiel einen guten Schiedsrichter, dann iſt
auch ein guter Verlauf gewährleiſtet.
Handball in der Deukſchen Turnerſchaft.
Anläßlich des Gauſtromſchwimmens in Gernsheim hat der Spiel=
betrieb
nicht die übliche Ausdehnung und läßt auf eine rege Beteili=
gemeinde
1846 erwartet Gäſte aus Griesheim a. M. und hat die Auf=
gabe
, unſeren Gau beſtens zu vertreten. Neu=Iſenburg ſpielt gegen
Büttelborn. Die gute Verfaſſung der Gäſte wird der Platzverein auch
anerkennen müſſen. Eberſtadt hat die Tgde. 1846 Darmſtadt zu einem
Samstagsſpiel verpflichtet. Dieſes intereſſante Treffen verdient allge=
meine
Beachtung. Auerbach hat einen großen Tag, Egelsbach kommt, Schwierigkeiten, ſiegte dann aber glatt 6:2, 6:0. Miß Jacobs ſchaltete
Ob die Spielſtärke der Bergſträßer genügt, um gegen einen ſolch ſtarken
4=Verein günſtig abzuſchneiden, muß abgewartet werden. Dagegen er=
ſcheint
Hähnleins Schritt als ſehr gewagt. Die Tgde. Sprendlingen,
als einer der beſten Vereine in der Meiſterklaſſe zum Gegner zu haben,
wird in Hähnlein viele Zuſchauer auf die Beine bringen. Seeheim 6:1, 4,6, 7:5. Ungemein hart und ſchnell war das Spiel, in dem die
erwartet Gäſte aus dem Ried. Da eine Begegnung mit Altheim noch
nie ſtattgefunden hat, wird man das Ergebnis abwarten müſſen. Als=
bach
ſpielt gegen Lorſch, und auch Hahn iſt nicht müßig; es tritt gegen
Erfeldens Zweite an.
Schiedsrichter= und Spielleiter=Lehrgang in Befſungen.
Zur Fortſetzung in der Ausbildung geeigneter Schiedsrichter ver=
ſammelt
Obmann Müller die Prüflinge in Beſſungen. Auch Gauſpiel=
wart
Lehr möchte vor den Pflichtſpielen mit den Spielleitern der Ver=
eine
noch manches Wichtige beſprechen, und hält deshalb in Beſſungen
eine Parallelverſammlung ab. Der Beginn für beide Veranſtaltungen
iſt pünktlich auf 7.30 Uhr vorm. feſtgeſetzt.
Ludwig Haymann, der Deutſche Schwergewichtsmeiſter, hat zuu all=
gemeinen
Ueberraſchung am Freitagmorgen Deutſchland mit dem
Dampfer Ballin verlaſſen und iſt nach Amerika abgereiſt, vo er zu=
nichſt
gegen Risko kämpft.
mit dem Belgier Bieſemann uneutſchieden.
In München ſchlug die Waſſeuballmannſchaft von MAC. Budapeſt
den SV. von 1899 überlegen mit 7:2 (Halbzeit 3:1) Treffern.

Sporlu. 98 (Ligamannſchaft) Germania Wiesbaden
Dieſes Spiel bedeutet für die 98er die Fortſetzung, für den Gegner
das Ende der Aufſtiegsſpiele. Wohl hat Germania Wiesbaden keine
Ausſicht mehr, Erſtplacierter zu werden; dies darf jedoch nicht in dem
Sinne gewertet werden, daß die Mannſchaft den Kampf nicht mit
dem nötigen Ernſt beſtreiten wird. Sollte der Antrag des VfL. Neu=
Iſenburg, der Gruppe Main zugeteilt zu werden, vom Verbandstag
akzeptiert werden, dann wäre eventuell auch der zweite Platz in den
Aufſtiegsſpielen von Bedeutung. Dies weiß man in Wiesbaden ſehr
gut, ſo daß man die letzte Chance, doch noch zur Bezirksliga aufzurük=
ken
, nicht leichtſinnig aus der Hand geben wird. Die Darmſtädter wer=
den
, eingedenk des Umſtandes, daß im Falle der Niederlage nur ein
Sieg gegen Worms die Bezirksliga ſicherſtellen kann, alles aufbieten
müſſen, um zu Punkten zu kommen. Wir hoffen, daß die 98er ſich voll
einſetzen, und wünſchen der Mannſchaft zu dem Spiel, das ſchon am
Sonntag vormittag 11 Uhr auf dem Reichsbahnſportplatze in Wies=
baden
ſtattfindet, beſtes Gelingen.
5. C. Union 1913 Alympig Lorſch.
Am vergangenen Sonntag zeigte Union anläßlich des Jugendwerbe=
tages
in Dieburg gegen eine Stadtmannſchaft von Dieburg einen wei=
teren
Aufſchwung im neuen Vereinsjahr. Leider konnte das Spiel nur
eine halbe Stunde durchgeführt werden. Es mußte infolge eines ſehr
ſtarken Regens ſeitens des Schiedsrichters abgebrochen werden. Der
Stand war zu dieſer Zeit 3:1 zu Gunſten von Union und ſtand der
Kampf vollkommen zu Gunſten der Beſſunger. Nunmehr werden am
kommenden Samstag, abends, die Heliapokal=Spiele ihren Fortgang
nehmen. Entſprechend der Ausloſung muß Union dem hieſigen Ver=
eine
Rot=Weiß=VfR. entgegentreten. Der Ausgang des Spieles iſt
offen, und werden beide Vereine einen fairen und intereſſanten Fuß=
ballkampf
vorführen, ſo daß der Beſuch nur jedermann zu empfehlen
iſt, um ſo mehr, als die Eintrittspreiſe ſehr niedrig gehalten ſind.
Spielbeginn iſt um 6,30 Uhr. Vor dieſem Spiele treffen ſich im Freund=
ſchaftskampfe
Unions Juniorenmannſchaft und Eintracht Darmſtadts
2. Mannſchaft. Spielbeginn 4,30 Uhr.
Am Sonntag empfängt Unions Ligamannſchaft die gleiche Elf von
Olympia Lorſch. Gerade dieſer Gegner iſt in Darmſtadts Mauern ſehr
bekannt; war er doch jahrelanger Gegner bei den Verbandsſpielen im
Rheinkreis. Union, das am Vortage einen harten Kampf zu beſtehen
hat, muß ſich mächtig anſtrengen, um gegen die Gäſte am Sonntag
ehrenvoll abzuſchneiden, aber die Mannſchaft beſitzt das nötige Können,
um dem Vereinsanſehen Rechnung tragen zu können. Auch hier wird
nur guter Sport geboten werden, ſo daß der Beſuch dieſes Treffens
niemanden reuen wird. Die Eintrittspreiſe ſind auch ſehr niedrig ge=
halten
. Spielbeginn um 4 Uhr nachmittags. Vorher ſpielen ebenfalls
zwei Mannſchaften und zwar Unions Liga=Reſerve gegen die gleiche
Eff vom hieſigen Polizeiſportverein. Der Spielbeginn für dieſe Mann=
ſchaften
iſt um 2 Uhr.
Polizei 2. A.5.C. 2. 3:2 (1:0).
Am Mittwoch fand auf dem Platze der Polizei obengenanntes Spiel
ſtatt. Es war für die Polizei ein Spiel der verpaßten Gelegenheiten.
Gleich in den erſten fünf Minuten konnte die Polizeimaunſchaft nach
einem ſchönen Durchbruch das erſte Tor erzielen. Nun wogt der Kampf
bis zum Schluß der erſten Halbzeit ohne beiderſeitige Erfolge, hin und
her. In der zweiten Halbzeit gelingt es dem ASC. nach einigen ver=
geblichen
Durchbrüchen, auszugleichen. Aber dies ſpornt die Polizei zu
einem kräftigen Vorſtoß an und bald ſteht das Spiel 2:1; aber der
Torhüter, die infolge des kurzen Platzes beſonders ihr Können unter ASC. kann durch einen ſchönen Schuß ſeines linken Stürmers aus=
gleichen
. Auch jetzt wieder gleichwertiges Spiel beider Mannſchaften,
bis kurz vor Schluß durch einen Fehler der Gegenverteidigung die Poli=
zei
den Sieg für ſich ſichern kann.
* Kreisliga Südheſſen.
Auch diesmal iſt es wieder nicht allzu rieſig mit den Privatſpielen,
dafür herrſcht größtes Intereſſe für das Aufſtiegsſpiel in Wiesbaden,
zwiſchen Sportverein Darmſtadt und Germania. Nachdem man ſeither
annahm, daß ein Sieg für die Wiesbadener keinen allzu großen Zweck
mehr habe, iſt das jetzt inſofern anders geworden, daß evtl. zwei Ver=
eine
in die Bezirsliga aufſteigen. Man wird ſich alſo hier wie dort
gewaltig anſtrengen. Unſer Meiſter kann in Ruhe die Sache abwarten.
Von den drei Privatſpielen, die angeſagt ſind, verſpricht die
Begegnung unſeres Erſten, Olympia Worms Sportverein Herrns=
heim
recht intereſſant zu werden, und im übrigen werden die Kleeblätter
in derartigen leichten Trainingsſpielen nur gewinnen können, da das
Entſcheidungsſpiel in Darmſtadt anläßlich des heſſiſchen Sängerfeſtes
auf acht Tage ſpäter verlegt wurde. In Biblis regt es ſich auch wieder
einmal, und zwar werden Gäſte aus Frankfurt=Ginnheim in der Gurken=
metropole
ihr, wie verlautet, recht gutes Können unter Beweis zu ſtellen
haben. Die Riedleute werden nach der langen Pauſe wieder recht
ſiegeshungrig ſein, und ſo dürfte auch hier wieder guter Sport geboten
werden. Der Hofheimer Fußballverein, als neues Mitglied der nächſten
Kreisliga=Verbandsſerie, bereitet ſich bereits auf die kommenden Spiele
vor und verpflichtet ſich immer und immer wieder entſprechend ſtarke
Gegner. Diesmal treffen die Hofheimer auf eigenem Platze mit Sport=
verein
Horchheim zuſammen, und es iſt ſehr leicht möglich, daß dabei
wieder einmal ein Sieg herauskommt. Die meiſten Vereine laſſen vor=
läufig
den Sport auf dem grünen Naſen ruhen und pflegen der Nuhe,
wie dies verbandsmäßig alljährlich üblich war.
Tennis.
Well=Tennis-Turnier in Wimbledon.
In Wimbledon ſind jetzt in faſt allen Gruppen die Endſpielteil=
nehmer
ermittelt. Am Donnerstag regnete es vormittags, mittags hellte
ſich jedoch der Himmel wieder auf und am Nachmittag gab es bei Son=
nenſchein
wieder einen Maſſenbeſuch. Nachdem am Tage vorher die
gung am Schwimmen in Gernsheim hoffen. Die Darmſtädter Turn= Franzoſen Cochet und Borotra als Finaliſten des Herren=Einzel ermit=
telt
worden waren, konnten am Donnerstag auch die Teilnehmerinnen
an der Schlußrunde der Damen feſtgeſtellt werden. Das Finale im Damen=
Einzel wird eine rein amerikaniſche Angelegenheit ſein: Helen
Wills muß gegen ihre Landsmännin Jacobs antreten. Helen Wills hatte
im Spiel gegen die Engländerin Goldſack nur im erſten Satz einign
die Engländerin Ridley 6:2, 6:2 aus. Es haben ſich alſo wieder ein=
mal
die kräftigſten Spielerinnen durchgeſetzt. Im Herren=Doppel
gab es zwei aufregende Kämpfe. Die jungen Engländer Gregory/Col=
lins
beſiegten die faſt gleichaltrigen Amerikaner Lott/Henneſſy 4:6, 7:5,
Amerikaner Alliſon/pan Rin ihre Landsleute Tilden/Hunter 6:3, 12:10,
6:3 ſchlugen. Altmeiſter Tilden iſt damit in ſämtlichen Wettbewerben
ausgeſchieden. Beim Damen=Doppel haben Covall/Sheppard=Barron
nach einem überraſchenden Sieg von 6:4. 3:6. 9:7 über Ryan/Nutthall
als Erſte die Vorſchlußrunde erreicht. Me. Ilguham/Harvey beſiegten
Bourman/Conquerque 6:1, 6:3 und müſſen jetzt erſt noch gegen Wat=
ſon
/Michell ſpielen. Am weiteſten zurück ſind die Spiele im Gemiſchten
Vierer, wo es in der fünften Runde u. a. die folgenden Reſultate gab:
Heine /Farqueharſon-Bouman/Borotra 8:6, 2:6, 7:5, Bennet/Cochet
Collins/Eames 6:4, 8:6, Wills/HunterIlguham/Greig 6:1, 6:1.
Die Bamberger Ruder=Regatta am 13. und 14. Juli ſieht nur 12
Vereine mit 54 Booten am Start. Weſentlich beſſer beſchickt iſt die an
den gleichen Tagen ſtattfindende Mittelrheiniſche Regatta vor Bingen.
Lier weldeten 29 Vereine mit 37 Booten und 522 Ruderern.
Zwei neue Hochſchul=Rekorde gab es durch die Akademiler des
k.o.=Schulze, der Deutſche Fliegengewichtsmeiſter, kämpſte in Berlin S.C. Charlottenburg in der 4 mal 100 Meter Staffel mit 43,7 Ser.
und ſint der Schwedenſtaffel mit 2,01,9 Min.
Die Stuttgarter Kickers haben ihr für den 10. und 11. Auguſt an=
geſetztes
Internatſionales Leichtathletikfeſt abgeſagt.

[ ][  ][ ]

Nummer 185

Samstag, den 6. Juli

in

Vorausſichtlich mittelgute Ernte.
Das ſommerliche Wetter in der Mitte des vergangenen Monars
hat bewirkt, daß der Stand und die Entwicklung der Feldfrüchte be=
friedigend
ſind, wenn ſie auch infolge des ſtrengen und langen Winters
und der Trockenheit, die im Juni zur Zeit zurück iſt, ſowie durch die
Düirre und Nachtfröſte beeinträchtigt wird. Die Blüte im allgemeinen,
insbeſondere die Roggenblüte, war gut. Der Roggen ſteht nicht ſchlecht,
wenn auch meiſt dünn und kurz im Stroh. Die Aehrenbildung iſt
ſoweit nach dem gegenwärtigen Stande etwas geſagt werden kann
gut. Stand und Entwicklung des Weizens ſehr verſchieden. Winter=
gerſte
iſt noch zurück. Sommergerſte hat ſich gut entwickelt. Hafer iſt
noch im Rückſtand. Die Kartoffeln entwickeln ſich langſam und un=
gleichmäßig
, doch ſtehen ſie überwiegend günſtig. Die Rüben ſind im
allgemeinen gut entwickelt und gut angeſetzt. Das Heu iſt in der Quali=
tät
gut, in der Menge jedoch gering, aber vorwiegend beſſer als im
Vorjahr.
Wie das Preußiſche Staatliche Landesamt mitteilt, haben ſich die
Staatsnoten für Anfang Juli gegenüber denen zu Beginn des ver=
gangenen
Monats nicht weſentlich verändert. Wenn 2: gut, 3: mittel
und 4: gering bedeuten, ſo ergibt ſich für den Saatenſtand zu Anfang
Juli folgendes Bild, wobei die in Klammern gegebenen Zahlen die
Begutachtung zu Anfang Juli bezeichnen: Winterweizen 3,0 (3,0), Som=
merweizen
2,9 (2,8), Spelz 2,9 (3,0), Winterroggen 2,9 (3,0), Sommer=
reggen
3,0 (3,0), Wintergerſte 3,4 (3,6), Sommergerſte 2,7 (2,7), Hafer
2,8 (2,8), Erbſen 2,9 (2,9), Ackerbohnen 2,8 (2,8), Linſen und Wicken
3,1 (3,1), Frühkartoffeln 2,8 (3,0), Spätkartoffeln 2,9 (3,1), Zuckerrüben
3,0 (2,8), Futterrüben 3,0 (2,8), Raps und Rübſen 3,2 (3,3), Flachs 2,8
(2,8), Klee 3,2 (3,2), Luzerne 3,1 (3,1), Rieſelwieſen 3,1 (3,1), gewöhnliche
Wieſen 3,3 (3,2) und Viehwieſen 3,2 (3,2).

Metallnokierungen.

Die Berliner Metallnotierungen vom 5. Juli ſtellten ſich für Elek=
trolytkupfer
170,75 RM., Origimal Hüittenaluminium 190 RM., des=
gliſichen
in Walzen oder Drahtbarven 194 RM., Reinmickel 350 RMM.,
Ancimon Regulus 6872 RM., Feinſilber 71,573 RM.
Die Berliner Metalltermäine vom 5. Juli ſtellten ſich für Kupfer:
Januar 141,75 (141,75), März, April, Mai, Juni 141,75 (142), Juli 140
(141), Auguſt 140,25 (141,75), September 140,75 (141,75), Oktober 141,50
(141,75), November 141,50 (142), Dezember 141,75 (142). Tendenz:
ruhig. Für Blei: Januar, Februar, März, April, Mai, Junſ 45,75
(46), Juli 45,75 (45,75), Auguſt, September 45,25 (45,50), Oktober
45,50 (45,75), Movmber 45,75 (45,75), Dezember 45,75 (46). Tendenz:
ruhig. Für Zink; Januar, Februar März, April, Mai, Juni 49,50
(50,50), Juli, Auguſt 48 (50), September, Oktober, Nobember 49 (50),
Dezember 49,50 (50,50). Tendenz: uſtlos. Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.

Frankfurt a. M., 5. Juli.
Stimmung uneinheitlich, Kunſtſeide flau. Die Börſe war bei ſehr
freundlichen Vorbörſenkurſen zum amtlichen Beginn ſehr beunruhigt
durch den Baiſſeangriff auf Vereinigte Glanzſtoff, die bis 409 nach
geſtern 430 gedrückt waren. Die Befürchtung einer Preisermäßigung
von Kunſtſeide nahm man offenbar zum Anlaß zu dem Baiſſevorſtoß.
Gleichfalls ſtärker beachtet war der Polyphon= und Farbenmarkt. Hier
blieben auch die Kursbewegungen ſehr ſchwankend und bawegten ſich in
Glanzſtoff auf Interventionen von 409418414 Prozent. Die Unruhe
übertrug ſich auch auf die anderen Märkte, ſodaß Elektroaktien im Ver=
laufe
ihre freundlichen Vorbörſenkirſe nicht halten konnten. Es verloren
AEG. 1, Licht und Kraft ½, Siemens 1 Prozent. Die Farbenaktie
gab vorübergehend bis 2 Prozent nach. Im Gegenſatz dazu ſtanden
MMontanwerte, die auf die Erwartung der belgiſchen Kohlenpreisermüßi=
gung
weiter anzogen. Rheinſtahl um ½, Vuderus u Gelſenkirchen und
Harpener im gleichen Ausmaße, nur Mannesmann / Prozent gedrückt.
Am Zellſtoffmarkt erholten ſich Aſchaffenburger weiter um 2 Prozent.
Von Einzelwerten D:. Linoleum um 1, Südd. Zucker um 2, Frankfurter
Maſchinen auf günſtige Beſchäftigung 1½ Prozent. Von Bauwerten,
die duvch die großen Reparationsaufträge angeregt wurden, Holzmann
1½ Prozent höher. Schiffahrtswerte gut gehalten. Der Börſenverlauf
blieb durch die Kunſtſeidenbewegung unſicher und unterlag mehrfachen
Schwankungen. Am Rentenmarkt Rüſſen etwas beachtet, Guldenruſſen
1,8, 02er Nuſſen 2,05. Tagesgeld 71 Prozent. Die Reichsmark liegt
etwas ſchwächer. PfundeMark 20,36½, DollarMark 4,20, London
New York 4,8487.
Die Ab=ndbörſe war bei leichten Umſätzen gut behauptet. Die Kurſe
lagen gegenüber dem Berliner Mittggsſchluß faſt durchweg ½ Prozent
höher. Bevorzugt waren wiederum Montanwerte, von denen Mannes=
mann
34 Prozen: anzogen. Schiffahrtswerte eine Kleinigkeit gedrückt.
Am dariablen Markt Hoch= und Tiefbau=Aktien 3/ Prozent ſchwächer,
Renten= und Kunſtſeidenwerte umſatzlos. An der Nachbörſe Farbeniwdu=
ſtrie
234½ und Siemens 398.
Berlin, den 5. Juli.
Infolge des geſtrigen Feiertags in Amerika fehlten für heute An=
regungen
von drüben. Da aber einige freundlich geſtimmte Monats=
berichte
von Großbanken vorlagen, die Kuxenwerte (Kohle und Kali)
geſtern im Rheinland weiter anziehen konnten, die günſtige Vorſchät=
zungen
durch die offiziellen Kaliabſatzziffern für Juni beſtätigt wurden,
der Saatenſtand anfangs Juli in Preußen befriedigend ſein ſoll, ſo
daß mit einer mittelgroßen Ernte zu rechnen wäre, und vor allem aber
der Geldmarkt eine weitere Entſpannung aufwies, hatte der Vormit=
tagsverkehr
eine gute Stimmung gezeigt. Auch vorbörslich konnte
man, beſonders bei Spezialwerten, noch höhere Kurſe feſtſtellen. Der
offizielle Beginn brachte dann aber in gewiſſem Sinne eine Enttäu=
ſchung
. Die Kuliſſe wurde, anſcheinend durch geringeren Orderein=
gang
, zu Gewinnmitnahmen veranlaßt trotzdem lagen die erſten
Notierungen ziemlich gut behauptet, teilweiſe ſogar noch über den
geſtrigen Schlußkurſen. Gegen 1 Uhr wurde es vom Montanmarki
ausgehend wieder freundlicher. Eſſener Steinkohle, Hoeſch, Rhein.
Braunkohle; und Phönix fielen durch Lebhaftigkeit auf. Anleihen
ruhig, Ausländer geſchäftslos. Macedonier feſter. Pfandbriefe gehalten.
4. 7. 5. 7.
4. 7.
5. 7.
Ha97. 1196.25 Hirſch Aupfer
133.
A. C. G...
135.
Augsb.=Nürnb. Maſch./ 91.
91. 1 Höſch Eiſen
136. 139.5
.46.25
Baſalt .. ..
45.8751 Hohenlohe We=
97. 97.5
Bergmann. . . . .
1220.5 1223. Kahla Porzellat
77.5 76.5
Berl. Karlsruhe Ind../ 60.
53.75 Kali Aſcher
241. 245.5
Berl. Hand.=Geſ. . . . /218. (216.75
Salzd
406. 409.
Braunkohl. Brikettsſ156. 1156.5
Weſte
246. 251.
Bremer=Wolle .. . . . ./175.25 175.5 Lindes
165. 167.
Danatbank .. . . . . . 1276. 25 (277. 1 L. Loet
204. 207.
Teutſche Bank. . . . . .1172.3751172.6251 Lingel
50.5 50.
Diskontogeſellſchaft. .1156.5 1157.75 Manne
123.875 124.
Tresoner Bank. . . . . 1161. 1161. Niederlauſitzer
140. 144.
Maſchinenb.=Untern. 51.5
52.25 Nordd. Lloyd
113.375 113.
Deutſche Erdöl .. . . ./114. 25 1115.6251 Orenſtein ..
91.
91.75
Deutſche Petroleum / 59. 60. Polyphon
420.25 415.
Tynamit Nobel. . . . . 1113.625/109. Rütgerswerke
87.5
Elektr. Lieferung. . . .1157. 1159.25 Sachſenwerke
105.5 107.
J. G. Farben. . . . . . /234.75 1234.5 Siemens Glas.
127. 1 127.
Gelſenk. Berg.. . . . . . 1142.5 1143.5 Ver. Glanzſtoff
416.
422.
Geſ. f. eleltr. Untern.1218.5 1218. / Ver. Stahlwerke.
105.25 105.25
Han. Maſch.=Egeſt. . / 44.
45. Volkſtedter Porzell
37.
Hanſa Dampfſch. . . .1155.75 1155. Wanderer Werke..
81.75 84.
Hapag ...
H121.25 122.6251 Wiſſner Metall ..
126 25 126.
Karpener ...."
149. 1150. Wittener Gußſtahl ./ 51.
51.5
Kemoor Zement . . . 1262.5

*) Die 3 Kalirerte verſtehen ſich exkl. Bezugsre ht.
Devifenmarkk.

Selſingfors...
Wien ......"
Prag ....
Budapeſt
Sofia ..
Solland.
Lslo ....
Kopenhagen ..
Stockholm. . .
London..
Buenos Aires.
New York....
Belgien.....

4. 7. 5. 7. Eeld/Brief Geld/ Brief 10.543, 10.563 10.543 10.563 Italien". 58.97-59.095 58.995 59.115 Paris ....." 12.412/12.432 2.415 2.435 Schweiz ..." 73. 12 (73.26 73.12 3.26 Spanien ... 3.027/ 3.033 3.032 3.038 Danzig ..... 168.37/168.71 168.42 68.76 Japan . . . . . .. 111.72111.94 111.7 111.99 Rio de Janeiro 111.69111.91 111.73 111.95 Jugoſlawien. 112.39112.61 112.42 2.64 Portugal. . . . 20.337 20.377 20.34 20.384 Athen ....... 1.753 1.763 1.759 1.763 Konſtantinopel 4.194 4.202 4. 1955 2035 Kanada . . . . . . 53.22 158.34 58.25 58.37 Uruguay .. . . .

4. 7.
5 7.
Geld Brief /Geld / Brief
21.95 21.93 ſ21.935 21.99;
16. 405 16 415 16.405/16.445
80.63 80.82 180.67 83.83

60.47 60.59
81.33 81.49
1.853/ 1.86
0.4953 0.4983
7.366, 7.380
18.73 118.77
5.425/ 5.435
2.008 2.012
4.156/ 4.164
4.036/ 4.0441

60.48 60.60
81.34 81.50
1.866 1.870
0.49850.4985
7.366/ 7.380
18.73 18.77

5.43
2.015
4.160
4.036

5.44
2.019
4. 168
4.044

Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Mainz: Kfm. Otto Wolfskehl, Inh. d. Fa.
R. u. O. Wolfskehl, Wäſchefabrik. Af. 10. 7., GlV. u. Prft. 18. 7.
Mainz: Tiefbauunternehmer Jakob Stenner. Af. 10. 7., GlV. u. Prft.
18. 7. Gießen: Fa. von Münchowſche Univerſitätsdruckerei Otto
Kindt. Af. 18. 7., GlV. u. Prft. 25. 7. Beendete Konkurſe.
Friedberg: Uhrmachermeiſter Ludwig Philipp Burk. Gießen: Karl
Zimmermann Eheleute. Dieburg: Kolonialwarenhdl. Georg Rehm.
Neue Vergleichsverfahren. Mainz: Fa. Anton Bernhart,
G. m. b. H., mech. Bau= und Möbelſchreinerei, Parkettfabrik. VerglT.
22. 7. Aufgehobene Vergleichsverfahren. Bingen:
Kfm. Lorenz Franz Schmitt in Kempten b. Bingen. Lampertheim:
Fa. Franz Schaller, Konſumgeſchäft. Darmſtadt: Cafétier Hugo
Andree, fr. Inhaber des Kaffees Rheingold,
Cornelius Hehl A.G. Worms a. Rh. Dividendenausfall.
Bei 1.558 (1,348) Mill. RM. Abſchreibungen ergibt ſich einſchl. 50 062
(19 445) RM. Vortrag ein Reinge uinn von nur 207 403 (1 208 062) RM.,
vvoraus die 2,1 Mill. NM. Vorzugsaktien ſatzungsgemäß 6 Prozent
Dividende erhalten, währenb Sie 12,9 Mill. RM. Stammaktien dioiden=
delos
bleiben (i. V. 8 Proz.). Die Bilanz (31. Okt 1928) läßt gegen das
Vorjahr eine merkliche Anſpannung erkennen. Kreditoren ſtiegen auf
23,62 (15,25) Mill, RM., andererſeits ermäßigten ſich Debitoren auf
6,9c (2,85) und Kaſſe, Wechfel und Effekten auf 0,30 (1,20) Mill. RM.,
während Warenvorräte auf 23,72 (12,83) Mill. RM. anwuchſen. An=
lagen
ſind mit 10,12 (11,03) Mill. RM. bewertet. Die Ausſichten für
das laufende Jahr ſeien unſicher, wenn auch Anzeichem für eine ſtärkere
Aufnahme von Lackleder ſprächen. Durch eine teilweiſe und rechtzeitige
Unſtellung auf hellfarbige Modeartikel und eine ſtärkere Produktion
von Boxkalbleder konnte die geſamte Erzeugung geſteigert und die Be=
legſchaft
unverändert weiterbeſchiftigt werden. Die G.V. genehmigte
den Abſchluß und beſchloß, den Stammaktionären für den Dividendeaus=
fall
eine Entſhädigung bis zur Hälfte der ausgeſchütteten Tantieme an
Vorſtand und Aufſichtsrat zu gewähren.
Schultz=Grünlack A. G., Rüdesheim. Die Generalverſammlung ge=
nehmigte
den dividendenloſen Abſchluß. Die Lage der deutſchen Schaum=
weininduſtrie
habe ſich in 1928 nicht ſo günſtig entwickelt, wie zu hoffen
geweſen ſe:. Wenn auch der Umſatz mengen= und wertmäßig dank der
inerkannten Güte der Marken erhöht werden konnte, ſo ſteigerten ſich
doch andererſeits alle Unkoſten derart, daß ein Gewinn nichr erzielt
verden konnte. Als ein Krebsſchaden wurde die zu lange Kreditgewäh=
rung
bezeichnet.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Juli:
Getreide: Weizen, Juli 12234, Sept. 128, Dez. 133½; Mais,
Juli 95½, Sept. 68½, Dez. 65½; Hafer, Juli 47½, Sept. 47½,
Dez. 50½; Roggen, Juli 95½, Sept. 100½, Dez. 105½.
Schmalz: Juli 11,55, Sept. 12,775, Okt. 12,335, Dez. 12,425.
Fleiſch: Rippen, Juli 13,50, Sept. 13,80; Speck, loco 13,75;
leichte Schweine 11,1011,85, ſchwere Schweine 10,8511,60;
Schweinezufuhren Chicago 33 000, im Weſten 95 000.
Chicago Baumwolle: Juli 18,20, Oktober 18,30.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 5. Juli:
Getreide: Weizen, Rotwinter 145½, Hartwinter 134½: Mais
neu ang. Ernte 107½; Mehl ſpr. wheat clears 5,706,10; Getr.
Fracht nach Engiand 1,62 sh, nach dem Kontinent 89 C.

Frankfurter Obſt= und Gemüſemarkt vom 5. Juli. Die Zufuhr in
Kirſchen, Erdbeeren und Heidelbeeren war reichlich und im übrigen als
gut zu bezeichnen. Geſchäft war mittelmäßig. Die Preiſe waren durch=
weg
rückgängig. In Kirſchen und Heidelbeeren waren Ueberſtände zu
verzeichnen. Auch Gemüſe war reichlich angeboten, beſonders in Toma=
ten
und Erbſen. Das Geſchäft war befriedigend, die Preiſe nachgebend.
Erhebliche Ueberſtände verblieben in Tomaten, Erbſen und Kopfſalat.
Berliner Produktenbericht vom 5. Juli. Bereits in den heutigen
Vormittagsſtunden zeigte ſich, daß, unbeeinflußt von den Auslands=
meldungen
, die Aufwärtsbewegung der Preiſe am hieſigen Produkten=
markt
zum Stillſtand gekommen iſt. Die wiederum ſtrammen Meldun=
gen
aus Winnipeg blieben völlig unbeachtet, zumal auch Chikago in=
folge
Feiertags keine Nachrichten geſandt hatte und die ſüdamerikani=
ſchen
Märkte eher ſchwächere Tendenz erkennen ließen. Das Inlands=
angebot
von Brotgetreide und Hafer hat ſich infolge des in der letzten
Woche weſentlich gebeſſerten Preisniveaus verſtärkt, fand aber heute
trotz entgegenkommender Forderungen nur zögernd Unterkunft. Am
Lieferungsmarkt erfolgten erneut umfangreiche Realiſationen, wodurch
ein beträchtlicher Teil der letzttägigen Preisgewinne wieder verloren
ging. Weizen und Roggen ſtellten ſich faſt um 7 Mark niedriger.
Noggenmehle werden reichlicher angeboten und die Mühlen zeigen ſich
zu Preiskonzeſſionen bereit, während Weizenmehl nach wie vor z= em=
lich
knapp angeboten iſt. Für Hafer haben ſich die Käufer infolge der
ſchwachen Stimmung für Brotgetreide, gleichfalls vom Markte zurück=
gezogen
, die vereinzelt abgegebenen Gebote lauteten beträchtlich niedri=
ger
als geſtern. Gerſte ruhig.

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.

Frankfurter Produktenbericht vom 5. Juli. Die Frankfurter Ge=
treidebörſe
leg ſehr feſt. Es waren Preiserhöhungen bis zu 50 Pfg.
feſtzuſtellen. Es notierten je 100 Kilogramm: Weizen 26,25, Roggen
94,00, Hafer 23,25, Mais 22, Weizenmehl ſüdd, und niederrhein. 38,00
bis 38,25 Parität Frankfurt a. M.), Roggenmehl 3333,50, Weizenkleie
12,2512,75, Roggenkleie 13,00.
Frankfurter Butternotierungen vom 5. Juli. Das Geſchäft war ſehr
ruhig; die Pbeiſe für holländiſche Butter wurden hiervon jodoch nicht
berührt. Der Abſatz gehr ohne Schwierigkeit von ſtatten. Deutſche
Butter war dagagen bei regerer Nachfrage im Preiſe anziehend. Es
notierten holländiſche Butter 1 Faß (50 Kg.) 186 RM., ein halb Faß
188 RM und in Halbpfundſticken 190 RMN. Deutſihe Butter 1 Faß
175 RM.

Wie entſprechend früheren Meldungen die deutſchen Effektenbörſen
an Samstagen geſchloſſen ſind, herrſht auch an ſämtlichen europäiſchen
Effektenbörſen Samstagsruhe.
Die Preisindexziffer der Metallwirtzſchaft ſtellte ſich am 4. Juli
auf 124,5 gegen 125,6 am 26. Juni (Durchſchnitt 1909/13 100), fiel alſo
um 0,9 Prozent. Für die einzelnen Metalle wuuden nach dem Preis=
ſtande
vom 4. Juli 1929 folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer
127,9 (am 26. Juni 127,9), Biei 144,5 (148,4), Zink 102,2 (106,8), Zinn
109,4 (103,6), Aluminiun 132,0 (132,0), Nickel 107,7 (107,7), Amtimon
104,6 (100,9).
Ueber die Geſchäftslage des Roheiſenverbands Eſſen im Monat Juni
wird mitgeteilt, daß ſich das Inlandsgeſchäft in normalen Bahnen be=
ſvegt
habe. Die Ausfuhr habe ſich etwns gobeſſert. Dagegen ſei die Gin=
fuhr
engliſchen Noheiſens ngch Deutſchland ungefähr die gleiche geblie=
ben
wie in den Vormonaten.
Nach einer Mitteilung ſoll vom 21.23. Oktober in Frankfurt a. M.
eine Zuſammenkunft deusſcher und öſterreichifcher
Wirtſchaftsvertreter ſtattfinden.
Die Lage der Remſcheider Werkzeuginduſtrie iſt nach wie vor ſehr
unterſchiedlich, doch macht ſich in mamhen Branchen ſeit einigen Wochen
eine gewiſſe Belebung bemerkbar. Das gilt namentlich von der Säge=
indüiſtrie
. Alle Arten von Maſchinenſägen finden zurzeit guten Abſatz.
Der am 3. Juli im Lohnſtreit der ſchleſiſchen Textilinduſtrie gefällte
Schiedsſpdich iſt von der Mitgliederverſammlung des Verbandes ſchleſi=
ſcher
Textilinduſtrieller einſtimmig abgelehut worden.
Der Londoner Goldpreis beträgt gemäß § 2 der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken ab 3. Juli
für eine Unze Feingold 84 sh 11¾ d, für ein Gramm Feingold demnach
32,7736 Pence.
Die erſte Verſammlung aller britiſchen Zinnproduzenten iſt zum
11. Juli nach London einberufen. Die Vorbcſprechungen haben bisher
einen günſtigen Verlauf genommen; man hofft, daß eine Einigung zu=
ſtandekommt
.
Dem neu zu gründenden Aktiengeſellſchaft=Kraftwerk Reckingen in
Reckingen (Baſel) wurde vom ſchweizeriſchen Bundesrat die Bewilligung
erteilt, aus dem ſcheizeriſchen Kraſtanteil des Werkes elektriſchen
Strom nach Deutſchland auszuführen, jedoch unter der Vorausſetzung,
daß das Werk durch die Lonza Elektrizitätswerke und Chemiſche Fabrik
A. G. in Baſel und die Lonza B.m.b.H. in Waldshut gebildet wird.
Lt. Mitteilung des Eidgenöſſiſchen Gold= und Silberamtes ſind im
zweiten Quartal 1929 von den Kontröllämtern 367 921 (im gleichen Zeit=
raum
des Vorjahres 335 933) goldene, 278 674 (373 707) ſilberne und
191 (2157) Platin=Uhrengehäuſe amtlich geſtempelt worden.
30 000 Arbeiterinnen der Damenkonfektion ſind in New York in den
Ausſtand getreten. Dadurc) iſt dieſes Induſtriezentrum, das größte
ſeiner Art in den Vereinigten Staaten, vollkommen lahm gelegt, denn
die Arbeiterinnen haben ausnahmslos der Streikparole Folge geleiſtet.

Frankfurter Kursbericht vom 5. Juli 1929.

6% Dtſche. Reichs=
anleihe
v. 1927
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927
6% Bay. Freiſtaat
von 1927
8% Heſſen Volks=
ſtaat
von 1928.
6% Preuß. Staats=
anleihe
von1928
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927
7% Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927.

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. + 1=
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Dtſche. Schußzge=
bietsanleihe

8% Bad.=Bad. v. 26
60 Berlin v. 24.
8% Darmſtdt. v. 26.
8%
v. 28
2o Frkf. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
8 Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26

Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser, I.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-Anl.
+Ausloſ. Ser, II

5. 6.

87.3

75.75
88
91.4

78.25

51.5
11.7

88
88
82

8911.

50

8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp.Bk.
41/,% Lia. Pfbr.
Pfbrbank,
Lia. Pfbr.
Heſi. Landesbk.
Lds.=Hyp.
Bk.=Lig.=Pfdbr..
% Kom. Landes=
bank
Darmſtadt
830 Mein. Hnp. Bi.
41/.%, Lig.=Pfdbr.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
8½Nhein. Hyp.=Bk.
4:/.%n Lig. Pfdbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bv. Credit...."
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank .."
8% Württ. Hyp.=B

7% Daimler Benz
von 27...."
3 % Klöckner=Werke
Berlin v. 26..

64.5

97.5
97.5
O8
7n5
97.25
85

74

82.
97.5
97.5

97.5
977.75
78.75

97.5

98.5
97.75

73
89

5. 7.
87.25

77
87.5
91.4

M e

7% Mainkrw. v. 26
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
8% Voigt & Häffner
v. 26...

J. G. Farben Bonds
v. 28

50.8
10.3

5.1

87.5
87.5
84
87.5
89

49.75

64.5

794/.
96.9
84.5

76.5

93.5
82.5
97
7411.
R"

95.5
77
79

26.5

97.5
RJ

72

5% Bosn. L. E. B.v.
1914 ........."
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 191=
4½ Oſt. Goldrente
4½% Rum. Gold
von 1913..
4% Türk. Admin.
1. Bagd.
49
4
Zollanl.
4½% 1213 Ungarn
1914
4%o Ungar. Goldr.
Aktien

Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr. 11
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank
Dt. Eff.= u. Wechſel=
bank
..
Vereinsbank.
Diskont.=Geſellſch..
Dresdener Bank ..
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk..
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Bank!
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbank
Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein !. !

A=G. f. Verkehrsw. 11
Dt. Eiſenbahn=Geſ.
7% Dt. Reichsbahn=
Vorzge. ....."
Hapag .........."
Nordd. Lloyd. . . . ."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Accum. Berlin..
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG. Vorzue
5%
AEG. Stamm..

Baſt Nürnberg ..
Bergm. El. Werke.
89.5 BrownBoverickCie.

5. 6 5.7. Dib 81 81.25 83.25 82.5 90 91.5 137. 124.75 33 33.5 341, 34.25 29.5 17.25 D 9 24.5 2a9 130.25 126.5 176.5 162.5 12 221 11 188 183 12 274.5 277 10 167.5 172.5 127 126 5 99 10 156 157 10 162 161 104.5 104 9 139 139 9 139 141 9 1133 9 /132 130 186 8 1s0 150 10 30.8 30.8 10 143 138 12 321 328.75 8 132.5 122 9 154 151 168 160 13 13 9 153 87.55 86.1 123.5 122 8 117.5 114.25 5.1 10 125.5 115 8 56 50 s 95.75 A 95.2 8 192.5 196, 12 206 2 9 138.5 137

Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen

Cement Heidelberg
Karlſtadt
Chem. Werte Albert
Chade.

Daimler=Benz.
Dt. Atl.=Telegr.. .
Eiſenh, Berlin
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.

Eichbaum, Brauer.
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei

Farbenindſtr. J. G.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guillequm.
Frkft. Gas .......
Hof........"
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen
..
Goldſchmidt Th. . .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrnkf.
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf,
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ...."
Hochtief Eſſen ..."
Holzmann, Phil. . .
Holzverk.=Induſtrie
IlſeBergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm.
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln.
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . . .."
Klein, Schanzl.. . .
Rlöcknerwerke ..."
Kraftw. Alt=Württ.

12

Lahmeyer & Co.
Lech, Augsburg ..."
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.

Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Braur.

5.6.

109
76.25

139

A.

55.5
122

169
352

300
2261
167

41.9

Ra4
86.5
148
130
25.5

137

5.7.
100

138.75
82

433

56.5
114

114.6

158
319.75

300
215.5
158.25
193
40
215

233.9
85.5
135
126
71.5

230
88.25
73
170

130

170
92

133

119.75
9u

226.5
123.5

Naf26
408.5
253.75
196
215.5
96

174

40.5
143.75

218
74.1
73.5
78.5

130

150
173
95.5

102.5
113
90.5

218.5
120
66.5

408

150
191
92.5
110.5
82

2o
89

105.25

170.5
105.5
285
85

106
a

Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werte.
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motorenfb. Darmſt
Neckar). Fahrzeug
Nicolay Hofbr.
Oberbedarf
Oſterr. AlvineMon.
Otavi Minen
Peters Unton Frkf.
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebb.
Rh. Braunkohlen. .
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke
Sacht leben A.=G.,
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
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5.6
123.2

8
132.5

53.5
58

145

128.5
95.75

103
302
169

115
98

5. 7.

124.25
1381.
77

120
58

145

122.5
100.5

105

153
30

114.5
87.5

190 193
357
103
105
123 121.75
249 259
165

402.5
220
83
150.5
429
118.5
102.5

A
88.75

4
73.5

151.25
115

212

A.

118.5
116
Mf 7
200

258.5

247
954

397.5

149
411.5
115
102.75
153

19

71.25
106.5
150
110
77
220

101.75
11.
198
171.5
147
249

234.5
892

1128

[ ][  ][ ]

Nummer 185

Samstag, den 6. Juli 1929

Paslangn Cin
nicht kurzweg eine Flaſche Waſſer, ſondern for-
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Sie ausdrücklich
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Laſſen Sie ſich kein anderes Waſſer vorſetzen als
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Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſchwarzer Pelzkragen,
ſilb. Damenarmbanduhr, 1 Fahrrad,
ſchwarze Lederverdeckhülle. 1 Damen=
handſchuh
. 1 Damenring, 2 Damengür=
tel
, 1. Damenſchirm, 1 Herrenrock, 1
Doublé=Lorgnette. 1 Portemonnaie.
Zugeflogen: 1 Kanarienvogel. 1 ſchwarze
junge Taube. Zugelaufen: 2 junge
Wolfshunde.
Wir machen wiederholt darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren Be=
kanntmachungen
verzeichnet ſind. Inter=
eſſenten
können die Fundgegenſtände
während der Büroſtunden auf Zim. 1
beſichtigen.

Gemeinde=, Kreis= u. Pro=
vinzialſteuer
für das Rech=
nungsjahr
1929.
Die Zuſtellung der Steuerbeſcheide
iſt nunmehr beendet. Steuerpflichtige,
die nicht in dem Beſitz ihres Steuer=
beſcheids
gelangt ſein ſollten, werden
hiermit aufgefordert, ſich bei der unter=
zeichneten
Kaſſe, Schalter 8, zwecks Aus=
fertigung
einer Zweitſchrift bis ſpäteſtens
15. Juli 1929 zu melden. (st 11080
Die Stadtkaſſe.

Mahnung
der Gemeinde=, Kreis= und
Provinzialſteuer für das Rech=
nungsjahr
1929.
Das I. Ziel dieſer mit grauem
Steuerbeſcheid angeforderten Umlagen iſt
bei Meidung der Beitreibung bis ein=
ſchließlich
15. Juli 1929 an die unter=
zeichnete
Kaſſe zu zahlen. (st.11079
Stadtkaſſe Darmſtadt.

Bekanntmachung.
Die Heugrasverſteigerung vom 3. Juli
1929 iſt genehmigt. Ausgabe der Ab=
fuhrſcheine
ab Montag, den 8. Juli 1929,
bei den zuſtändigen Finanzkaſſen und
Untererhebſtellen.
(11076
Darmſtadt, den 5. Juli 1929.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.

Verſteigerungsanzeige.

Montag, den 8. Juli. nachm. 3½ Uhr.
verſteigere ich in Eberſtadt b. D., Fran=
kenſteinerſtr
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17 Mille Zigarren
auf Antrag des Herrn Konkursver=
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mern
. Reinheimer=
ſtraße
36.

Milchlieferung für die
Kinderſpeiſung 1929.
Die Lieferung der Milch für die
Kinderſpeiſung ſoll für die Zeit vom
2. September 1929 bis zu den Oſter=
ferien
1930 auf dem Wege der Ver=
dingung
vergeben werden. Es können
Angebote auf ungekochte, loſe zu liefernde
Milch als auch auf tiefgekühlte Milch in
Flaſchen zu ½/. 1 gemacht werden. Die
in dem Angebot anzuerkennenden Liefe=
rungsbedingungen
liegen am Montag,
Dienstag und Mittwoch, den 8., 9. und
10. VII. 1929, auf Zimmer 73 des Amts=
gebäudes
Landgraf=Philipp=Anlage 13,
vormittags zwiſchen 8 und 12 Uhr, auf
Dort ſind auch die Angebote alsbald in
verſchloſſenem Umſchlag mit entſprechender
Aufſchrift abzugeben. Nach dem 16. VII.
1929, vormittags 12 Uhr, einlaufende
Angebote können nicht mehr berückſichtigt
werden. Die Auswahl unter den An=
bietenden
und die Vergebung bleibt dem
Herrn Oberbürgermeiſter vorbehalten.
Städt. Wohlfahrts= u. Jugend=
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Darmſtadt. (et. 11092

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Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des Kaufmanns Friedrich Wilhelm Wenz und ſeiner
Ehefrau Margarethe, geb. Bruſt, beide in Darmſtadt zu
je x/, im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 9. Juli 1929, nachmittags 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
(8687a
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Juli 1928, bezw.
Mai 1929 in das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
forderung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
ſtandes
tritt.
Darmſtadt, den 11. Mai 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bez. V, Bd. XXXIV, Blatt 2209.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann Am Schätzung
1 V 1060),, Hofreite Nr. 35 Beſ=
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[ ][  ][ ]

Seite 14

Samstag, den 6. Juli 1929

Nummer 185

(Zweigverein Darmſtadt)
Sonntag, den 2. Juli 1929, von nachm. 4 Uhr ab

Heſ. Fechtverein,Waiſenſchutz
Sommerfest
mit darauffolgendem Tanz
in ſämtl. Räumen des
Städtiſchen Saalbaues
Konzert, Tombola, Kinder=Fahnenreigen
Preisſchießen, Tanz
Bei ungünſiiger Witterung findet das Feſt in den Sälen ſtatt
Hierzu ladet ein (11049) Der Vorſtand

Sommerspielzeit Dir. A. Steffter
Im Orpbeum

eute Samstag, 6. Juli u. folgende Tage, abds. 8 Uhr
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Anfang 8 Uhr abends.
Eintritt frei!
(Bei ungünſtiger Witterung
im Saale). St 11112,
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Menopolt
Neuer Besitzer: Arthur Meyer
Bleichstraße 43
Samstag und Sonntag
Hies senf gechher
Im Ausschank:
Bier, Wein und Kaffee O.
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am Güterbahnhof. Inh.: Phil, Schneider
Sonntag, den 7. Juli 1929
Garten-Konzert
Empfehle hausmach. Wurſt und Rippchen
aus eigener friſcher Schlachtung.

9000b00000000000
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Samstag und Sonntag
Tanzabende
im Garten
Bel unglustiger Milierupg im Saal. (*
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Beſucht das Rheinbad Stockſtadt
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HOZART-VEREIA.
Der Mozart=Chor ſingt, begleitet
vom Landestheater=Orcheſter unter
Leitung von Kapellmeiſter F. Reh=
bock
, im Eröffnungskonzert am
12. Juli in der Feſthalle Chöre
aus A. Mendelsſohns Pandora‟.
Der Feſtwagen Mozart bei Mar’a
Thereſia iſt entworfen von dem
Vereinsmitglied Architekt Wilhelm
Engel. Das Geſpann hat die
Kronenbrauerei Gebr, Wiener
freundlich zur Verfügung geſtellt.
Feſtkarten mit Gewinnausſicht
(Auto) für unſere Miiglieder nur
in der Geſchäftsſtelle O. Titze,
Eliſ abethenſtraße 4.
(11066
Wir bitten unſere Mitglieder,
während der Feſttage zu flaggen.
Der Vorſtand.

Bohlald
Feisennener
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Samstag, den 6. Juli
Konsrank
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Stadt-Orchester
Anfang 8 Uhr. Eintritt frei
St. 11113)

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Sonntag, den 7. Juli
Mittagessen v. 12-2 Uhr
Nachmittags ab 4 Uhr
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12 Uhr. Wochenende 8.50.
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[ ][  ][ ]

Nummer 185

Seite 15

Sin srmsin der Nagt.
Roman von Max Brand.
Deutſche Rechte bei Th. Knaur Nachf., Berlin W. 50.
44)
(Nachdruck verboten.)
Oft und oft hatte ſie beobachtet, wie Dan Barry mit geſchick=
ten
Fingern Black Barts Verbände entfernte und die Wunden
mit einer desinfizierenden Löſung auswuſch. Sie kannte das
Mittel, es brannte ſelbſt auf der unverletzten Haut wie Feuer.
Wenn man es auf eine Wunde brachte, mußte es Höllenqualen
erzeugen, aber der Wolf lag vertrauensvoll vor ſeinem Herrn
und ertrug geduldig den Schmerz, nicht einmal ein Zucken lief
über ſeinen Körper. Als ſie es ſah, war ihr der Gedanke ge=
kommen
, daß hier die Gelegenheit gegeben war, ihr Glück zu er=
proben
. Wenn ſie erreichte, daß Black Bart unter ihren Händen
ebenſo ſtill lag wie unter denen ſeines Herrn, ſo war ſie in einem
gewiſſen Grade in den myſtiſchen Bund aufgenommen, der die
drei, den Herrn, den Hund und den Rappen, vereinigte. So war
ſie unzählige Male hinausgegangen, ein Tuch unter dem Arm
und die Schüſſel mit der desinfizierenden Löſung in der Hand,
Mit unendlicher Geduld hatte ſie ſich Schritt um Schritt und
ſchließlich Zoll um Zoll an das Tier herangeſchlichen, einmal
hatte ſie eine volle Stunde gebraucht, bis ſie in der Entfernung
von einem Meter von Black Bart angelangt war. Der Hund
ſchien ſich nicht um ſie zu kümmern. Er lag mit geſchloſſenen
Augen da, aber im entſcheidenden Augenblick verzerrte ſich
plötzlich ſeine Schnauze und zeigte die fürchterlichen Zähne, ein
dumpfes, drohendes Knurren ertönte, und ſeine Augen richteten
ſich drohend auf ihre Kehle. Ihr Herz hörte auf zu ſchlagen. Sie
rannte ins Haus zurück, lief auf ihr Zimmer, warf ſich auf ihr
Bett und weigerte ſich, den Reſt des Tages über bis zum folgen=
den
Morgen ihr Zimmer zu verlaſſen.
Und wieder ſtand ſie mit der Schüſſel in der Hand und dem
Tuch unter dem Arm im Schatten der Veranda. Die Verzweif=
lung
des Spielers in ihr wurde mit jedem Augenblick ſtärker und
ſtärker, und ſchließlich faßte ſie Mut, glitt die Stufen hinunter
und bewegte ſich ſtetigen Schrittes auf den Hund zu. In ihrer
Erregung hatte ſie ihre gewohnte Furcht beinahe vergeſſen, aber
als ſie nur noch einen Schritt von ihm entfernt war, duckte er
tückiſch den Kopf, die Zähne blitzten, und wie immer drohte Kate
Cumberlands Herz den Dienſt zu verſagen. Trotzdem trat ſie
diesmal nicht den Rückzug an. Jeder Tropfen Blut war aus
ihrem Geſicht gewichen und ihre Bläſſe ließ die Augen ſonder=
bar
blau und groß erſcheinen. Schon hatte ſie halb unbewußt
den Fuß zur Flucht gehoben, aber dann bewegte ſie ſich auf
Black Bart zu. Ein Knurren empfing ſie, das genügt hätte, den
wilden Bär der Berge zur Flucht zu bewegen. Sie wagte noch
einen Schritt, und der Hund raffte ſich ſchwerfällig auf. Feſt auf
die unverwundete Vorderpfote geſtützt, ſchien er zum Angriff
bereit. Ein teufliſcher grüngelber Glanz flackerte in ſeinen
Augen. Sie ſah die grinſenden Zähne, den roten dampfenden
Schlund, die drohend zurückgelegten Ohren, die eiſernen Muskeln

Samstag, den 6. Juli 1929
des Genicks, und trotzdem ließ ſie ſich neben dem Ungeheuer auf
die Knie nieder. Jetzt befand ſich ihr Kopf beinah in gleicher
Höhe mit ſeinen Zähnen. Wenn er zum Angriff überging, war
keine Hoffnung, ihm zu entrinnen. Und dennoch legte ſie ihre
Finger vorſichtig auf den Verband, der über Black Barts Schul=
ter
lief.
Sein Kopf fuhr herum. Mit den flach angelegten Ohren,
dem langen ſehnigen Nacken glich dieſer Kopf dem einer Schlange,
die zum tödlichen Biß ausholt. Kate Cumberland hatte ihre
Aermel bis zum Ellbogen aufgerollt, und die Zähne des Wolfs=
hunds
drohten ſich über ihrem Arm zu ſchließen. Sein Knurren
war jetzt ſo tief und abſchreckend, daß ſie zitterte wie Eſpenlaub,
und ſie ſah, wie dem Tier der Geifer vor die Schnauze trat. Sie
wußte ſie wußte tauſenderlei über Black Bart, und unter an=
derem
, daß er den Geſchmack von Menſchenblut gekoſtet hatte.
Sie dachte daran. Sie wagte nicht, den Kopf zu wenden, um
nicht dem hölliſchen Feuer in Black Barts Augen trotzen zu
müſſen, und trotzdem war ſie ſchon über alle menſchliche Furcht
hinaus. Sie hatte ein Stadium erreicht, in dem das Entſetzen
in einen Rauſch umſchlägt, der mit wildem Mut beinah identiſch
iſt. Und ſo wagte ſie es, den Arm zu bewegen, in den ſich jeden
Augenblick die drohenden Zähne graben konnten. Ihre Hände
hemühten ſich vorſichtig, den Knoten des Verbandes zu löſen.
Das Knurren ſteigerte ſich zu Tönen beſeſſenſter Wut. Die
Zähne ſchloſſen ſich langſam wenn ſie ſich durch die Haut bohr=
ten
, dann war Kates Schickſal beſiegelt. Der Geſchmack des
erſten Bluttropfens mußte dem Tier den letzten Reſt von Be=
ſinnung
rauben. Sie fühlte, wie er an ihrem Arm zerrte. Wenn
ſie jetzt nur eine Bewegung des Schreckens machte, ſo würde der
Dämon, der in dem Geſchöpf ſteckte, die letzte Kette brechen. Sie
wußte es. Die Angſt flüſterte es ihr ins Ohr. Und doch erfüllte
ſie beinahe im ſelben Augenblick ein myſtiſches Gefühl der Macht,
das ſie fähig machte, langſam den Kopf zu wenden und tief in
dieſe grauenhaften Augen hineinzublicken.
Ihr Arm wurde freigegeben
Black Bart duckte ſich, ein Schauer lief durch die ſtählernen
Musbeln ſeines Rückens, als plane er im nächſten Augenblick
den tödlichen Sprung. Ihr Blick hielt ihn feſt, und plötzlich trat
der Umſchwung ein. Das grüngelbe Leuchten ſeiner Augen
wurde unſtet flackerte. Er blinzelte ein paarmal, und ſchließ=
lich
blickte er unſicher von Kate weg. Das Knurren verebbte in
einem dumpfen, verdroſſenen Murren, und dann ſtreckte der
Hund ſich aus und lag, wie er vorher gelegen hatte. Allerdings
hielt er den Kopf ſo, daß er ſie beobachten konnte. Noch immer
fletſchte er lautlos ſein furchtbares Gbiß, als ſie mit raſchen und
geſchickten Bewegungen den Verband löſte. Jetzt war der Kno=
ten
geöffnet, die Binde fiel herab, und Kate konnte die rote, ent=
zündete
Wunde ſehen. Ringsherum war das Fell ſorgfältig ab=
geſchoren
. Sie tauchte ein Läppchen in die Desinfektionsflüſſig=
keit
. Es brannte ihr an den Finger. Mit kaum wahrnehm=
barer
Berührung legte ſie das feuchte Läppchen auf die Wunde.
Zu ihrem eigenen Erſtaunen ſah ſie, wie der Hund plötzlich alle
Muskeln entſpannte. Sein Kopf fiel auf den Boden, das Mur=
ren
wurde zu einem leiſen Winſeln, und danm endete auch dies.
Sie hatte geſiegt! Als ſie beſchäftigt war, den Knoten zu knüp=

ſen, der den neuen Verband feſthalten ſollte, ſchnellte Black Barts
Kopf plötzlich in die Höhe. Er ſtarrte nach etwas, was in eini=
ger
Entfernung hinter Kates Rücken ſich befinden mußte, und
Kate ahnte, was es war. Es gab nur ein Weſen in der Welt,
nach dem Black Bart in dieſer Weiſe Ausſchau hielt. Ihre Fin=
ger
wurden ſteif und zitterten. Langſam und unbeholfen knüpfte
ſie den Knoten fertig und merkte, daß jemand geräuſchlos ſich
genähert hatte und nun unmittelbar hinter ihr ſtand. Schließ=
lich
faßte ſie Mut und blickte auf, ehe ſie ſich von dem Knien er=
hob
. Mit überquellender Dankbarkeit ſtellte ſie feſt, daß es ihr
gelang, in ruhigem und alltäglichem Tone zu ſagen:
Die Wunde iſt ſchon viel beſſer. In wenigen Tagen wird
Bart geſund ſein.
Dan Barry gab keine Antwort. Seine Augen ſahen mit einem
Ausdruck der Verblüffung an ihrem Geſicht vorbei. Jetzt merkte
ſie, er ſtarrte nach einer doppelten Reihe weißer Spuren auf ihrem
Unterarm, da, wo Black Barts Zähne ſich eingedrückt hatten. Er
wußte, woher dieſe Male ſtammten, und ſie wußte, daß er es
wußte. Ihre Kräfte drohten ſie zu verlaſſen. Es war ihr zumute,
als habe ſie plötzlich Waſſer in den Adern ſtatt Blut. Sie wagte
nicht, noch länger zu bleiben. Nur noch einen Augenblick, und ſie
mußte von einem wilden hyſteriſchen Anfall geſchüttelt werden.
So ſtand ſie auf, glitt wortlos an Dan vorbei und ſchleppte
ſich langſam dem Hauſe zu. Sie machte den Verſuch, zu laufen,
aber die Beine verſagten ihr den Dienſt. Endlich, endlich, endlich
war ſie im Schutz des Hauſes angelangt, und kaum hatte ſich die
Tür hinter ihr geſchloſſen, als ſie fühlte, wie ihre Knie wankten.
Sie mußte ſich mit beiden Händen feſthalten, als ſie ſich mühſelig
die Treppe hinaufſchleppte, um in ihr Zimmer zu gelangen.
Oben angekommen, warf ſie einen Blick aus dem Fenſter. Dan
Barry ſtand, wo ſie ihn verlaſſen hatte, und ſtarrte den Hund an
mit Augen, die nichts ſahen.
Siebenundzwanzigſtes Kapitel.
Ein endgültiger Sieg.
Dan Barry pflegte zwiſchen dem Krankenlager Joe Cumber=
lands
und dem Baum, an dem ſein Hund angekettet lag, hin und
her zu wandern. Am nächſten Morgen paßte Kate den erſten
Augenblick ab, wo er den Hund allein ließ, und glitt hinaus.
Black Bart lag wie immer lang ausgeſtreckt im weichen Sand und
wärmte ſich in der Sonne. Als ſie näher kam, zuckte er nicht mit
der Wimper, trotzdem wußte ſie, daß er jede Bewegung, die ſie
machte, genau beobachtete. Sie haite urſprünglich die Abſicht ge=
habt
, ſeinen Verband zu erneuern wie am Vortag, aber die Er=
innerung
an die grauſame Prüfung, die ſie durchgemacht hatte,
war zu überwältigend. Womöglich verſagten heute im gefährlich=
ſten
Augenblick ihre Nerven, und ſie wußte, daß auch nur das
kleinſte Zeichen der Schwäche ihr Verderben werden konnte. So
ging ſie ſtatt deſſen zu dem Stuhl, auf dem ſonſt Dan Barry ſtun=
denlang
zu ſitzen pflegte, ließ ſich hinabgleiten, faltete die Hände
im Schoß und überließ ſich ihren Träumen. Lange ſaß ſie ſo.
(Fortſetzung folgt.)

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