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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſfrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 171
Samstag, den 22. Juni 1929.
192. Jahrgang
27 mm breilte Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichepfg.
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mauswärts 40 Reichs
breit) 2 Reichsmark. Anzeiger
nzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite Reſlame=
Fing
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ſeſchsmark. Alle Preiſe in Reichem
zeile
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, wie Krieg, Aufruhr, Strel
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Anzeigen=
ſede Verpflichtung auf Erf
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ſchadenerſatz. Bel
und Leiſtung ve
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oder gerſchtiſcher Beltreibur
Nabat weg. Banfkonto Deuiſche Banl und Damm
ſtädter und Natlonalbank.
Porbereitung zur außenpolitiſchen Oebatte.
Der kranke Kanzler. — Das Republikſchukgeſek nur bis zum 31. Dezember 1930 verlängerk.
Das Gekreidemonopol gefallen.
Die Formulierung iſt natürlich abſichtlich ſehr vorſichtig gehalten.
Sie beſtätigt aber doch zwiſchen den Zeilen die Zuſammenhänge,
Der deutſche Außenminiſter berichkek
wie wir ſie in den letzten Tagen bereits an dieſer Stelle
dar=
gelegt haben. Herr Poincaré hat in Paris darauf gedrückt, von
dem Reichskabinekl.
Deutſchland eine unbedingte Zuſtimmung zum Young=Plan zu
bekommen, von der er die Verhandlungen über die Räumung
ab=
hängig gemacht hat. Darauf hat Herr Dr. Streſemann ſich nicht
Der Beſchluß des Reichskabinetls zum
eingelaſſen. Das hat auch jetzt das Kabinett nochmals abgelehnt
und die Geſamtliquidation aller übrigen noch ſchwebenden Fra=
Sachverſkändigenberichk.
Berlin, 21. Juni.
Unter der Leitung des Reichsaußenminiſters, der anſtelle des
erkrankten Reichskanzlers den Vorſitz führte, fand heute vormittag
eine Kabinettsſitzung ſtatt. In ihr berichtete der
Reichsaußen=
miniſter über die Tagung des Völkerbundsrates in Madrid und
über die dort und in Paris geführten politiſchen Beſprechungen.
Im Anſchluß an dieſe Ausſprache nahm das Kabinett Stellung
zu dem Bericht des Sachverſtändigenausſchuſſes vom 7. Juni
dieſes Jahres. Als Ergebnis dieſer Beratungen faßte das
Reichskabinett folgenden Beſchluß:
Die Reichsregierung iſt bereit, den am 7. Juni d. J. in
Paris von den Sachverſtändigen unterzeichneten Plan für die
Löſung des Reparationsproblems als Grundlage für die
Konferenz der Regierungen anzunehmen. In notwendigem
Zu=
ſammenhang hiermit iſt gleichzeitig die Liquidation der noch
ſchwebenden Verpflichtungen aus dem Weltkrieg
herbeizu=
führen.
Der Young=Plan Grundlage der
polikiſchen Berhandlungen
bei gleichzeitiger Geſamkliauidakion der ſchwebenden
Probleme.
* Berlin 21. Juni. (Priv.=Tel.)
Am Freitag iſt es im Reichstag recht lebhaft zugegangen. Die
Nationalſozialiſten haben ſich ſchwer aufgeregt, als ihr
Fraktions=
mitglied Straßer zur Verhaftung und Vorführung ausgeliefert
werden ſollte. Sie haben deswegen mit ſchweren Verbalinjurien
um ſich geworfen, ſo daß zwei ihrer Mannen aus dem Saal
ge=
wieſen werden mußten. Die Auslieferung ſelbſt vermochten ſie
allerdings damit nicht zu verhindern. Vorher hatte man ſich
ſchon lange um das Republikſchutzgeſetz geſtritten, das nach dem
Vorſchlage der Reichsregierung um 3 Jahre verlängert werden
ſollte. Der Ausgang der Abſtimmung war aber ziemlich unſicher,
weil eine qualifizierte Mehrheit notwendig war. Unter dieſen
Umſtänden hat die Regierung in den ſauren Apfel gebiſſen und
einem Kompromißvorſchlag der Wirtſchaftspartei zugeſtimmt,
wonach die Verlängerung des Republikſchutzgeſetzes nur bis zum
31. Dezember 1930 gelten ſoll. Dadurch wurden die Stimmen der
Wirtſchaftspartei gewonnen und die Vorlage fand die
verfaſ=
ſungsändernde Mehrheit von 256 Stimmen gegen die 123
Stim=
men der Oppoſition.
Die Spannung im Plenum ſelbſt aber wurde doch
über=
ſchattet durch die Vorbereitungen zur außenpolitiſchen Debatte
am Samstag, die techniſch und politiſch ſehr vorſichtig getroffen
werden ſoll. Man iſt dahin übereingekommen, daß Dr.
Hilfer=
ding als federführender Reparationsminiſter die Ausſprache
ein=
leiten ſoll. Dann wird Graf Weſtarp als Führer der Oppoſition
zu Worte kommen. Ihm wird dann vermutlich Dr. Streſemann
antworten — in erſter Linie als Etatminiſter — und dann wird
ein Kometenſchweif von Rednern ſich anhängen. Das Zentrum
hat 4 Redner gemeldet, Deutſchnationale und Volkspartei je
3 Sprecher, ähnlich ſtark ſind auch die übrigen Parteien vertreten,
ſo daß die nach dem Arbeitsplan zur Verfügung ſtehende Zeit
kaum innegehalten werden kann, wenn man ſich nicht zu
Dauer=
ſitzungen entſchließt. Es wird deshalb auch bereits mit der
Mög=
lichkeit einer Nachtſitzung für Samstag gerechnet. Die
Regie=
rungsparteien haben indes beſchloſſen, von ſich aus das
Repa=
rationsproblem nicht anzufchneiden, ſondern ſich damit zu
be=
gnügen, die Erklärung der Regierung zur Kenntnis zu nehmen.
Sie wollen offenbar damit verſuchen, die Angriffe der Oppoſition
ſich totlaufen zu laſſen.
Ungleich wichtiger ſind natürlich die politiſchen
Zuſammen=
hänge. Das Reichskabinett hat am Samstag in dreiſtündiger
Sitzung den Bericht des Außenminiſters entgegengenommen und
beſprochen. Es wirkt ſich immer wieder ungünſtig aus, daß der
Kanzler ſich von ſeiner Krankheit noch immer nicht erholt hat.
Er mußte auch diesmal wieder der Kabinettsſitzung ſernbleiben,
und es iſt zweifelhaft, ob er am Samstag im Hauſe ſein wird.
So blieb nicht anderes übrig, als daß das Kabinett, nachdem es
ſeinen Beſchluß gefaßt hatte, den Reichsaußenminiſter an das
Krankenbett des Kanzlers ſandte, um dieſem noch einmal
per=
ſönlich Vortrag halten zu laſſen. Die Quinteſſenz des Beſchluſſes
des Kabinettes geht dahin, daß
der Young=Plan als Grundlage der weiteren politiſchen
Ver=
handlungen anerkannt iſt, aber mit der wichtigen
Einſchrän=
kung, daß im notwendigen Zuſammenhang damit die
gleich=
zeitige Geſamtliquidation der noch aus dem Weltkriege
ſchwebenden Probleme zu erfolgen hat.
gen gefordert. — Geſamtliquidation — das iſt nicht nur die
Räumung des Rheinlandes, ſondern darunter iſt auch die
Rück=
gabe des Saargebietes zu verſtehen. Hier liegen aber im
Augen=
blick wohl die größten Schwierigkeiten. Herr Poincaré gibt jetzt
die Parole aus, daß er an der Kontrolle über 1935 hinaus
des=
intereſſiert ſei, wenn ſeine Forderungen für das Saargebiet
be=
willigt werden, die zwar eine vorzeitige Räumung vorſehen,
da=
für aber die Umwandlung der Saargruben in einen
gemiſcht=
wirtſchaftlichen deutſch=franzöſiſchen Betrieb fordern, der dann die
doppelte Aufgabe hat, die Franzoſen zu entſchädigen für die
Einnahmen, die ſie ſonſt noch bis zum Jahre 1935 aus dem
Beſitz der Saargruben ziehen würden, darüber hinaus aber auch
die reale Grundlage zu einer Anleihe für Frankreich geben ſollen,
weil die franzöſiſche Regierung gerne die
Kommerzialiſierungs=
verhandlungen an der Reparationsbank vorbei durchführen
möchte. Der Plan klingt recht harmlos, aber er enthält natürlich
eine Fülle wirtſchaftlicher und finanzieller Probleme, an denen
Frankreich dann nach Belieben auch politiſche Gewichte aufhängen
kann, um uns die Speckſeite der Rückgewinnung des
Saarge=
bietes vorzuenthalten, die wir dann entſprechend teuer zu
be=
zahlen hätten. Ueber dieſe Probleme iſt natürlich das letzte Wort
noch lange nicht geſprochen, Dr. Streſemann hat lediglich die
Verhandlungen eingeleitet, die inzwiſchen von den Juriſten
wei=
tergeführt werden ſollen. Der Tagungsort der politiſchen
Kon=
ferenz ſteht noch nicht feſt, doch ſcheint Poincaré London gerne
vermeiden zu wollen, weil er einmal Herrn Macdonald die Ehre
des Vorſitzes nicht gönnt, und zweitens fürchtet, daß unter der
Regierung der Arbeiterpartei die Londoner Atmoſphäre
franzö=
ſiſchen imperialiſtiſchen Wünſchen nicht günſtig iſt.
Der Vollſtändigkeit halber ſei noch erwähnt, daß die
Unter=
haltungen zwiſchen den Parteien über das Getreidemonopol und
die Arbeitsloſenverſicherung noch fortgeſetzt werden. Der
Kanz=
ler iſt durch ſeine Krankheit ausgeſchaltet. Man ſpricht aber
da=
von, daß die Parteien am Samstag vormittag noch einmal den
Verſuch machen wollen, ſich über die Novelle zur
Arbeitsloſen=
verſicherung zu verſtändigen.
Bei der Agrarreform hat der von der Regierung eingeſetzte
Sachverſtändigenausſchuß mit einer Stimme Mehrheit das
Ge=
treidemonopol — eigentlich nur für Weizen und Roggen —
ab=
gelehnt, da man ſich insbeſondere über die Geltungsdauer nicht
einig werden konnte. Der Bericht iſt zwar noch nich fertiggeſtellt,
praktiſch kommt aber das Monopol wohl kaum mehr in Frage.
Die Schwierigkeiten werden dadurch vergrößert, daß Schweden
bisher noch nicht bereit iſt, Entgegenkommen zu zeigen und eine
raſche Erhöhung der deutſchen Zölle zuzugeſtehen, vielleicht weil
es dabei ein Geſchäft machen will. Unter dieſen Umſtänden wird
der Plan erwogen, der Landwirtſchaft dadurch zu helfen, allen
deutſchen Mühlen die geſetzliche Verpflichtung aufzuerlegen, etwa
40 Prozent ihres Mehlquantums aus deutſchem Getreide zu
mahlen. Das würde der Landwirtſchaft eine Garantie für Abſatz
und einen entſprechenden Preis verſchaffen, ohne ſie in eine Art
neuer Zwangswirtſchaft zurückzuführen.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie
zum Pariſer Ergebnis.
Präſidium und Vorſtand des Reichsverbandes der Deutſchen
Induſtrie ſind in ihren vom Geheimrat Dr. Duisberg geleiteten
Sitzungen vom 19. und 20. Juni nach eingehender Ausſprache
über das Ergebnis der Pariſer Reparationsverhandlungen
ein=
ſtimmig zu folgender Stellungnahme gelangt:
„Der Reichsverband der Deutſchen Induftrie ſpricht den
Mit=
gliedern der deutſchen Delegation für ihre im Intereſſe des
deutſchen Volkes geleiſtete Arbeit ſeinen Dank und ſeine
An=
erkennung aus. Er iſt überzeugt, daß jeder der Sachverſtändigen
nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen beſtrebt geweſen iſt, das nach
Lage der Verhältniſſe günſtigſte Ergebnis für die Zukunft des
deutſchen Volkes zu erreichen und er verſteht durchaus, daß Herr
Dr. Vögler aus der wirtſchaftlichen Beurteilung der Lage ſich
zur Erklärung ſeines Rücktrittes veranlaßt geſehen hat.
Bezüglich der wirtſchaftlichen Bedeutung des Young=Planes
ſteht der Reichsverband auf demſelben Boden wie zu den
Leiſtungen auf Grund des Dawes=Planes. Damals, im Jahre
1924, hat der Reichsverband erklärt, daß die auferlegten Laſten
die Leiſtungsfähigkeit Deutſchlands erheblich überſteigen. Die
Art und Weiſe der Aufbringung der Daweszahlungen gibt keinen
Anlaß, dieſe Anſicht zu ändern. In Uebereinſtimmung mit den
deutſchen Sachverſtändigen iſt der Reichsverband der Anſicht,
daß auch der Young=Plan dem deutſchen Volke für eine lange
Reihe von Jahren Laſten aufbürdet, die über die
Leiſtungsfähig=
keit der deutſchen Wirtſchaft hinausgehen.
Wie aus dem Pariſer Gutachten hervorgeht, hat der
Sach=
verſtändigenausſchuß ſich weſentlich von politiſchen
Geſichtspunk=
ten leiten laſſen. Aus dieſem Grunde behält ſich der
Reichsver=
band ſeine endgültige Stellungnahme bis zur Entſcheidung der
politiſchen Stellen über Annahme oder Ablehnung des
Planes vor.
* Young=Plan und deutſche
Wirtſchafts=
polikik.
— Das Schickſal des deutſchen Volkes und der deutſchen
Wirt=
ſchaft wird durch den Young=Plan für zwei Generationen
weit=
gehend beſtimmt. Die Laſt, die der deutſchen Wirtſchaft durch
den Young=Plan auferlegt wird, iſt eine ſchwere, und ob ſie
er=
träglich ſein wird, darüber kann erſt die Zukunft entſcheiden,
genau ſo wie die Zukunft erſt ein „ſachverſtändiges” Urteil über
den Plan überhaupt zu fällen vermag. Wenn man den langen
Weg der Reparationsverhandlungen und die zahlreichen und
großen Schwierigkeiten, mit denen die deutſchen
Sachverſtändi=
gen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu kämpfen hatten,
rück=
ſchauend überblickt, dann muß jede leichtfertige Kritik ihnen
gegenüber unterbleiben, zumal die Gewißheit beſteht, daß die
Neuregelung der ganzen Reparationsfrage nur möglich war,
weil eben die Beratungen auf das diplomatiſche Gebiet
verſcho=
ben worden ſind und dort ihren Abſchluß gefunden haben. Die
Einzelheiten und Begründungen des Pariſer Reparationsplanes
liegen jetzt vor und geſtatten eine Geſamtbeurteilung der
Neu=
regelung der Reparationen. Die genaue Durchprüfung des
Be=
richtes der Sachverſtändigen muß vor allem denen zukommen,
die ihn jetzt anzunehmen oder zu verwerfen und im Falle der
Annahme die notwendigen innerpolitiſchen und
wirtſchaftspoliti=
ſchen Folgerungen zu ziehen haben. Es iſt anzunehmen, daß
die Regierungen ſich bereits vor dem 1. September, an dem der
neue Zahlungsplan in Kraft treten ſoll, entſcheiden werden.
Erſt wenn ihre Entſcheidung gefallen iſt, werden ſich die
Parla=
mente eingehend mit der durch den Young=Plan geſchaffenen
neuen Lage zu beſchäftigen haben, aber ſchon heute müſſen die
künftigen deutſchen Reparationslaſten berückſichtigt werden, und
ſchon heute muß damit begonnen werden, die deutſche
Wirt=
ſchafts=, Steuer= und Sozialpolitik — abgeſehen von der großen
Politik — in ihren Richtlinien auf das
Sachverſtändigengutach=
ten, welches aller Vorausſicht nach von den beteiligten Staaten
ratifiziert werden wird, um= und einzuſtellen.
Bei der ungeheuren Tragweite, welche die Neuregelung der
Reparationen für die deutſche Wirtſchaft hat, und bei der
grund=
legenden Bedeutung, welche ſich aus dieſer Tatfache für die
Aenderung unſerer Wirtſchaftspolitik unter Berückſichtigung der
Wirtſchaftslage ergibt, iſt ein kurzer Ueberblick über die
eintreten=
den Veränderungen und die Wertung dieſer im Gegenfatz zu
den Grundlagen und Bedingungen des Dawes=Planes am
Platze. Dieſe vergleichende Betrachtung iſt nicht nur deswegen
wichtig, weil durch ſie klar wird, daß die Auffaſſung des Dawes=
Planes als beſſerer Teil der Reparationsregelung irrig iſt,
ſon=
dern vor allem, weil ſich mit aller Deutlichkeit zeigt, daß auch
der Young=Plan nicht als die endgültige Regelung
be=
trachtet werden kann. Was den Young=Plan grundlegend von
dem bisherigen Reparationsſyſtem unterſcheidet, iſt die zeitliche
und zahlenmäßige Begrenzung der Reparationszahlungen. Die
Ungewißheit über die Höhe der deutſchen Reparationsleiſtungen
iſt beendet und, was mit allem Nachdruck betont werden muß,
ein Rückfall in politiſche Wunſchträume hinſichtlich deutſcher
Re=
parationszahlungen ausgeſchloſſen, durch die Feſtſetzung einer
Ziffernbaſis, über die Deutſchland zwar enttäuſcht ſein mag, an
die ſich aber auch künftighin bei allen Verhandlungen über eine
vielleicht einmal endgültige Regelung der Reparationsfrage auch
die Gläubiger zu halten haben. Deutſchland kennt nunmehr den
genauen Umfang ſeiner Verpflichtungen, und darin liegt der
definitive Charakter des Young=Planes, der an die Stelle des
Proviſoriums des Dawes=Planes tritt. Die deutſche Wirtſchaft
iſt ſomit in der Lage, ſich für einen Zeitraum von 37 Jahren auf
beſtimmte Reparationsverpflichtungen einzurichten, und kann und
wird alles daran ſetzen, um dieſen Verpflichtungen
nachzukom=
men. Eine Steigerung der Reparationslaſt, die auf Grund der
Index=Klauſel des Dawes=Planes im Falle einer Verbeſſerung
der wirtſchaftlichen Geſamtlage Deutſchlands an und für ſich
hätte eintreten können, deren Aufbringung aber
höchſtwahrſchein=
lich an den harten wirtſchaftlichen Tatſachen geſcheitert wäre, iſt
nach dem Young=Plan unmöglich. Während eines Zeitraumes
von 37 Jahren ſind Annuitäten von durchſchnittlich 1988,8
Mil=
lionen Reichsmark ohne Dawesanleihe, und während eines
wei=
teren Zeitraumes von 21 Jahren ſogenannte Zuſatzannuitäten
von zunächſt 1700 Mill. RM. zu zahlen, die in den letzten Jahren
unter die Milliardengrenze ſinken. Die Feſtſetzung der Annuitäten
iſt in weitgehender Anpaſſung an die Schuldverpflichtungen der
Reparationsgläubiger gegenüber den Vereinigten Staaten von
Amerika erfolgt. Die erſte Annuität vom 1. April 1930 bis zum
31. März 1931 ſtellt ſich auf 1708 Mill. RM., die zweite ein wenig
niedriger. Vom dritten Jahre an ſteigern ſich die Annuitäten
etwas, um im zehnten Jahre 2043 Mill. RM. zu erreichen. In
den letzten 3 Jahren wird ſchließlich der Betrag von 2,4
Milliar=
den RM. etwas überſchritten. Zu dieſen Beträgen, von denen
jährlich für die Abgeltung der eigentlichen Kriegsſchäden 743
Mil=
lionen Reichsmark bis zum Ablauf der erſten Periode von 37
Jahren beſtimmt ſind, treten noch die Zahlungen für den Zinſen=
und Tilgungsdienſt aus der Dawes=Anleihe in Höhe von 89
Mil=
lionen Reichsmark bis zum Jahre 1949 hinzu. Einſchließlich
die=
ſes Dienſtes errechnet ſich für die Periode der erſien 37 Jahre
eine durchſchnittliche Jahreszahlung in Höhe von 2050 Mill. RM.
Für das laufende Jahr iſt eine Sonderregelung getroffen
wor=
den, indem der Young=Plan nach Zuſammenlegung des
Repaca=
tionsjahres mit dem Etatsjahr für den Zeitraum vom 1.
Septem=
ber 1929 bis zum 31. März 1930 eine einmalige Uebergangszahlung
von 742,8 Mill. RM. vorſieht. Die geſamte Belaſtung ſtellt ſich
ſomit für das laufende Etasjahr auf rund 1933 Mill. RM., und
dies entſpricht einer Erleichterung von rund 567 Mill. RM.
gegenüber dem Dawes=Plan. Die Erſparniſſe in den nächſten
Jahren gegenüber dem Dawes=Plan ſind genauer nur ſchwer zu
errechnen, da man die Wirkung des Wohlſtands=Index nicht
ein=
ſchätzen kann. Die Mindeſterſparniſſe würden für das Etatsjahr
1930/31 703 Mill. RM. betragen, die weiteren weichen hiervon
zunächſt wenig ab. Legt man für den geſamten Zeitraum der
nächſten 37 Jahre die obengenannte Durchſchnittsannuität von
C eite 2
amstag, den 22. Juri 1929
Nummer 174
2050 Mill. RM. zugrunde, ſo beträgt die Erleichterung
gegen=
über dem Dawes=Plan jährlich durchſchnittlich 450 Mill. RM.
Der Zeitraum der auf den erſten Zahlungsabſchnitt folgend &.
21 Jahre ſtellt inſofern ein für Deutſchland günſtiges
Proviſo=
rium dar, als beiſ einem amerikaniſchen Zahlungsnachlaß
Deutſch=
land zu zwei Dritteln, die Alliierten dagegen nur zu einem
Drit=
tel begünſtigt werden. Während der zweiten Periode würden
die Annuitäten, da ſie nur noch die interalliierten Zahlungen an
die Vereinigten Staaten decken ſollen, zwiſchen 1600 und 1700
Millionen Reichsmark liegen, während der letzten 3 Jahre ſogar
nur rund 900 Mill. RM. betragen. Darüber hinaus haben die
Sachverſtändigen der Hauptgläubigerländer ſchon für die erſte
Periode von 37 Jahren ſchriftlich ihre Bereitwilligkeit zu einem
Annuitätennachlaß bei einer Verringerung über ihre eigenen
Kriegsſchulden erklärt, wonach von allen
Schuldenverminderun=
gen 66½ Prozent Deutſchland für die Verminderung der
künfti=
gen Annuitäten gutgeſchrieben werden ſollen. Dieſe
Sonder=
abmachung iſt von ganz weſentlicher Bedeutung, da berückſichtigt
werden muß, daß gerade die Frage einer amerikaniſchen
Schul=
denermäßigung und ihre Verflechtung mit den deutſchen
Repa=
rationszahlungen in Amerika in ſcharfer Weiſe abgelehnt
wor=
den iſt. Trotzdem iſt wohl anzunehmen, daß die
Reparations=
gläubiger ſich nicht durch derartige Beſchlüſſe feſtgelegt hätten,
wenn nicht eine gewiſſe Ausſicht für eine Reviſion der
interalli=
erten Schulden, in der Zukunft beſtehen würde.
Es iſt an dieſer Stelle bereits geſagt worden, daß der Plan
der Reparationsbank die wichtigſte produktive Maßnahme
dar=
ſtellt, die überhaupt von den Sachverſtändigen vorgeſchlagen
wird. Durch die Einſchaltung der Reparationsbank, deren
Be=
deutung weit über den durch die finanzielle Abwicklung der
Re=
parationen bedingten Aufgabenkreis hinausgeht, ſind gewiſſe
Möglichkeiten zu Sondergewinnen gegeben, die den Annuitäten
zugute kommen werden. Schätzungsweiſe könnte ein Viertel des
Geſamtbetrages dieſer Annuitäten aus den Gewinnen der Bank
gedeckt werden. Wenn man von den materiellen Vorteilen der
Einrichtung der Reparationsbank abſieht, die übrigens heute nur
ſchwer einzuſchätzen ſind, ſo ſind es vor allem zwei große
Auf=
gabengebiete, die zu den weſentlichen Funktionen dieſer Bank
gehören ſollen. Das eine iſt das Gebiet der internationalen
Währungs= und Geldpolitik, für das die Bank als ein Mittel zur
leichteren Zuſammenarbeit der internationalen Notenbanken
aus=
geſtaltet werden kann. Durch einen ſolchen Ausgleich, der bei der
immer noch mangelnden Zuſammenarbeit der Zentralnotenbanken
nicht erreicht werden konnte, könnten eine feſte Regelung des
internationalen Goldverkehrs herbeigeführt und auch die
empfindlichen Störungen auf den Deviſenmärkten, die ſich
gerade für die deutſche Wirtſchaft ſtets unangenehm bemerkbar
machen, beſeitigt werden. Das zweite große Aufgabengebiet der
Reparationsbank liegt in der Uebernahme der
Reparations=
kontrollen (Büro des Reparationsagenten, die verſchiedenen
Kom=
miſſariate), Einrichtungen, mit deren Wegfall die Freiheit der
deutſchen Wirtſchaft wiederhergeſtellt wird. Von deutſcher Seite
dürften der Reparationsbank in mehreren jährlichen Raten 300
bis 400 Millionen RM. zur Verfügung geſtellt werden. Ob es
der Reparationsbank gelingen wird, durch großzügige
Finan=
zierung des Welthandels den deutſchen Außenhandel weſentlich
zu fördern, iſt fraglich. Dieſe Dinge ſind zu kompliziert, und in
dieſer Hinſicht iſt die Entwicklung der Weltwirtſchaft, die
unbe=
ſtimmt iſt, zu entſcheidend, als daß man ſchon jetzt ein Urteil über
die Frage der Außenhandelsförderung durch die
Reparations=
bank für die deutſche Wirtſchaft abgeben könnte.
Mit dem Aufbau der neuen Organiſation des Young=Planes
allen ſelbſtverſtändlich alle Einrichtungen und Geſetze zur
Durch=
führung des Dawes=Planes fort. Dieſe beziehen ſich auf die
Kontrolle der Reichsfinanzen, auf das Reichsbankgeſetz vom
Jahre 1924 mit ſeiner dreifachen Ueberwachung der
währungs=
politiſchen Tätigkeit der Reichsbank durch Generalrat, Kommiſſar
und Reparationsagent und die Reparationshypothek der
Reichs=
bahn. Die Reichsbahngeſellſchaft würde nach dem Young=Plan,
anftelle der Zins= und Tilgungszahlungen auf die Obligationen
mit einem unmittelbar an die Reparationsbank zu zahlenden
Betrag von 660 Millionen RM. zur deutſchen Annuität
bei=
tragen. Dieſe Zahlungsverpflichtung hat den Vorrang vor allen
anderen Zinſen und Steuern und iſt mit Material= und
Er=
neuerungsausgaben gleichrangig. Durch die Beſeitigung der
Reparationshypothek würde die Reichsbahn in der Lage ſein,
Anleihen am offenen Geldmarkt zu begeben. Die materielle
Ab=
änderung des Bankgeſetzes von 1924 würde der Reichsbank ihre
Unabhängigkeit wiedergeben. Da mit dem Inkrafttreten des
Young=Planes alle Reſervate der Reparationsgläubiger entfallen,
muß auch die Induſtriebelaſtung von 5 Milliarden RM.
fort=
fallen. Nach dem Dawes=Plan mußten von der Bank für deutſche
Induſtrieobligationen an Zinſen auf die Induſtriehypothek
jähr=
lich 300 Millionen RM. aufgebracht werden. Dieſe
Sonder=
annuität der Induſtrie wäre nach dem Young=Plan zu beſeitigen,
da die Aufbringung der Reparationsannuität eine abſolute
Haushaltsfrage wird. Allerdings würde ſich die Entlaſtung des
Etats um die 300 Millionen RM. der Induſtriebelaſtung ver=
Liebe, Hunger und Durſt ſind die Triebfedern alles Lebens.
Zielt die Liebe auf Erhaltung der Art, ſo die beiden anderen
auf Erhaltung des Einzelweſens.
Beim Menſchen iſt die Tätigkeit des Eſſens und Trinkens
jetzt ſo feſt in den Plan ſeiner Lebensgewohnheiten eingeordnet,
daß er im allgemeinen der beiden Mahner nicht bedarf.
Hunger und Durſt ſind aber nicht nur die Rufer zum Streite
der Selbſterhaltung, ſie ſind auch, im mediziniſchen Sinne, die
Frühzeichen einer Geſundheits= und Lebensbedrohung. Da es
keinen höheren Organismus gibt, der auf die Dauer ohne
Nah=
runs= und Flüſſigkeitsaufnahme beſtehen kann, da das
Aus=
bleiben oder die ſtarke Minderung der Zufuhr ſchon in
verhält=
nismäßig kurzer Zeit zu bedenklichen Störungen des
Wohl=
befindens führt, müſſen wir das Hunger= und Durſtgefühl als
zu unſerem Wohl, nicht zum Wehe geſchaffene Einrichtungen
anſehen.
Man kann ſich ohne weiteres vorſtellen, daß ein Menſch, der
Hunger und Durſt nicht empfinden kann, ſich aus Vergeſſenheit,
Sparſamkeit oder anderen Gründen ſolange des Eſſens und
Trinkens enthält, bis es zu ſpät iſt, bis die Entkräftung ſoweit
fortgeſchritten iſt, daß er nicht mehr imſtande iſt, die zur
Erhal=
tung des bedrohten Lebens notwendigen aktiven Handlungen der
Nahrungs= und Flüſſigkeitsaufnahme auszuführen. Tatſächlich
gibt es körperliche und beſonders geiſtige Erkrankungen, die von
weitgehender oder vollkommener Aufhebung des Hungergefühls
begleitet ſind, wo die lebenswichtige Nahrungsaufnahme nur
von Gewohnheit, einem gewiſſen Pflichtgefühl oder, in den
ſchwerſten Fällen, nur noch durch das Eingreifen der Betreuer
des Kranken geregelt wird.
Viel ſeltener iſt eine Aufhebung des Durſtgefühls zu
beob=
achten. Dazu führt nur vollkommene Bewußtloſigkeit oder
Ge=
hirnſtörungen ſchwerſter Art.
Erfahrungen, die ein jeder ſchon an ſich ſelbſt gemacht hat,
zeigen deutlich, daß die Empfindung des Durſtes eine ganz
außerordentlich viel früher auftretende, ſtärkere und quälendere
iſt als die des Hungers. Auch hierin kann man eine
Zweck=
mäßigkeit der Natur ſehen, denn der Durſt führt viel ſchneller zu
den ſchwerſten Schädigungen des Organismus als der Hunger.
Der Körper kann viel länger von ſeinen Reſerven an
Nähr=
ſtoffen zehren, als von denen an Flüſſigkeit.
Trotz dieſer bekannten und durch viele Beiſpiele erhärteten
Tatſache überſchätzen wir unſere Widerſtandsfähigkeit gegen
Vom Tage.
Die Reparationskonferenz hat geſtern Charles Wigham an
Stelle des zurückgetretenen Henry Bell zum engliſchen Delegierten im
Transferkomitee ernannt.
Nach einer Meldung aus Moskau hat die deutſche Abordnung in der
Komiutern den Antrag zum Ausſchluß Frau Klara Zetkins
aus der Komintern und der Gewerkſchaftsinternationale geſtellt.
Das Staatsdepartemeut teilt mit, daß der japaniſche Premierminiſter
Tanaka der amerikaniſchen Regierung bekanntgeben ließ, daß die
japaniſche Regierung alle Maßnahmen unterſtützen werde, die
auf eine Beſchleunigung der Flottenabrüſtung abzielten.
Die griechiſche Regierung hat einen Geſetzentwurf unterbreitet, nach
velchem der deutſchen archäologiſchen Vereinigung ein größeres Terrain
zur Errichtung eines deutſchen archäologiſchen
In=
ſtituts in Athen überlaſſen werden ſoll.
mindern, wenn die innere Aufbringung dieſer Summe, die
durch Einzahlungen der Induſtrie an die Bank für Induſtrie=
Obligationen vollzogen wird, in Fortfall kommt. Auf jeden Fall
aber iſt der Fortfall dieſer Induſtriebelaſtung, die ſozuſagen eine
erſte Hypothek darſtellt, eine wirtſchaftliche Notwendigkeit. Was
die Transferfrage, eines der Kernprobleme der Reparationen,
anbelangt, ſo iſt ein abſchließendes Urteil über ihre Regelung
noch nicht möglich. Der Transferſchutz des Dawes=Planes hat
dadurch eine gewiſſe Einſchränkung erfahren, daß Deutſchland
ür die Summe von 660 Millionen RM., von der bis 1949
jährlich 89 Millionen RM. für den Zinſen= und Tilgungsdienſt
der Dawes=Anleihe zu dienen haben, auf ihn verzichtet.
An=
dererſeits bringt der Young=Plan einen weitergehenden Schutz
als der Dawes=Plan in dem Aufbringungsſchutz, wonach
Deutſch=
land ſelbſtändig 1 Jahr nach Inkrafttreten des Transferſchutzes
ür die Hälfte der geſchützten Annuität auch die Aufbringung
uusſetzen und unter Zuſtimmung des bei der internationalen
Bank zu errichtenden beſonderen Ausſchuſſes dieſen Aufſchub
auch auf den Reſt der geſchützten Annuität ausdehnen kann.
Somit iſt die Hälfte der transfergeſchützten Summe, die ſich
ent=
ſprechend dem Anſteigen der deutſchen Zahlungen im Jahre
1939/40 auf 1383 Millionen RM. erhöht, aufbringungsgeſchützt.
Durch dieſe Reviſions= und Transferklauſel iſt der Charakter des
Young=Planes als Proviſorium feſtgelegt, ſie bieten auf jeden
Fall, wenn auch der bisherige allgemeine Transferſchutz beſſer
war, eine gewiſſe Sicherung dagegen, daß die durch den Young=
Plan Deutſchland auferlegten Verpflichtungen nicht ſeine
Zah=
lungs= und Kreditfähigkeit untergraben.
Es darf nicht verkannt werden, daß der neue
Reparations=
plan zwei Generationen mit ſchweren Zahlungen belaſtet und
Deutſchland und die deutſche Wirtſchaft vor gewaltige Aufgaben
ſtellt. Eine Erfüllung des Young=Planes aus eigener Kraft bzw.
aus wirklichen Ueberſchüſſen der deutſchen Wirtſchaftsbilanz
wird bei der Höhe der neuen Annuikäten auf leinen Fall möglich
ſein. Deutſchland iſt alſo nach wie vor auf Auslandsanleihen
angewieſen, und Anzeichen dafür, daß die deutſche Wirtſchaft in
Bälde Ausfuhrüberſchüſſe erzielen wird, ſind vorerſt nicht
vor=
handen. Darin, daß der Young=Plan auf dieſe Schwäche der
deutſchen Wirtſchaft, wie überhaupt auf ihre Leiſtungsfähigkeit
nicht Rückſicht genommen hat, liegt ſein proviſoriſcher Charakter,
der es verbietet, den neuen Reparationsplan als endgültig
anzu=
ſehen. Auch die Sachverſtändigen haben dies ausdrücklich
zu=
gegeben, indem ſie auf politiſche Erwägungen hinweiſen, durch
die die Annahme der Vorſchläge in Paris geſichert werden mußte.
In dieſem Hinweis liegt eine ſehr wichtige Einſchränkung, die
bei allen künftigen Revarationsverhandlungen eine
ausſchlag=
gebende Rolle ſpielen dürfte.
Wenn auch die ſchwerſten Bedenken gegen die Tragbarkeit
der Pariſer Laſten vorliegen, ſo heißt es, nachdem der Ydung=
Plan von den deutſchen Sachverſtändigen unterſchrieben worden
iſt und die Annahme durch Regierung und Parlament erfolgen
wird, ſich auf ihn ökonomiſch einzurichten. Dieſe Einſtellung
wingt aber zu tiefgehenden Umſtellungen in der geſamten
Staats= und Wirtſchaftsführung, und die notwendigen Reformen
auf dem Gebiete der Wirtſchafts=, Finanz= und Steuerpolitik
müſſen unmittelbar in Angriff genommen werden. Die
bren=
nendſte Aufgabe der nächſten Zeit iſt daher, ein durch
Geſetz=
gebung aufzuſtellendes Finanz= und Wirtſchaftsprogramm, das
dem Zwecke dient, das Höchſtmaß freier und ſtarker
Kraftent=
faltung der deutſchen Volkswirtſchaft zu erreichen. Die
Er=
ſparniſſe des Young=Planes gegenüber dem Dawes=Plan müſſen
zur Entlaſtung der deutſchen Wirtſchaft und der deutſchen
Steuer=
zahler benutzt werden. Es wird auch zu prüfen ſein, in welchem
Maße eine weitere Belebung der Wirtſchaft möglich iſt durch
Steuerſenkung und durch Entlaſtung auf anderen Gebieten,
ins=
beſondere in der Sozialpolitik. Hand in Hand damit muß die
Umſtellung der Staatsfinanzen gehen. Die große Aufgabe der
deutſchen Wirtſchaft bleibt nach wie vor die Exportſteigerung,
die allein die notwendigen Ausfuhrüberſchüſſe bringen kann, die
die deutſche Wirtſchaft braucht, um den
Reparationsverpflich=
tungen nachkommen zu können.
* Berlin, 21. Juni. (Priv.=Tel.)
Das Haus beriet heute zunächſt die Vorlage über die Verlängerung
des Geſetzes betr. den Verkehr mit uneblen Metallen. Der
volkswirt=
ſchaftliche Ausſchuß hatte zahlreiche Aenderungen, die die Regierung
an dem urſprünglichen Geſetz vorgenommen hatte, abgelehnt. Nach
kurzer Beratung wurde die Vorlage in zweiter und dritter Leſung in
der Ausſchußfaſſung angenommen.
Dann folgte die zweite Beratung der Vorlage, durch die
das Republikſchußgeſeßz
um drei Jahre verlängert wird. Der Rechtsausſchuß hatte der
Regie=
rungsvorlage zugeſtimmt.
Abg. Everling (Dntl.) erklärte, die Sozialdemokratie mache die
weſentlichſten Grundrechte zu Privilegien der Republikaner. Ein
ähn=
liches Geſetz habe die Monarchie nie gehabt. Bei dem
Republikſchutz=
geſetz handele es ſich um ein Syſtem Metternich in plumperer
Neu=
auflage. Redner forderte Beſeitigung des Republikſchutzgeſetzes.
Reichsjuſtizminiſter v. Guerard erwiderte dem Abgeordneten
Everling, daß die Deutſchnationalen im letzten Reichskabinett der
Ver=
längerung zugeſtimmt hätten. In dem Strafrechtsreform=Entwurf der
ſamaligen Regierung ſeien die gleichen Beſtimmungen enthalten
ge=
weſen.
Auch Abg. Wagner (N.=S.) bekämpfte das Republikſchutzgeſetz
und polemiſierte dabei gegen die Deutſchnationalen, die wegen ein paar
lumpiger Miniſterſitze der Verlängerung des Geſetzes zugeſtimmt hätten.
Abg. Dr. Beſt (V.=R.=P.) ſprach ſich gleichfalls gegen die
Verlän=
gerung aus.
Abg. Dr. Drewitz (W.=P.) führte aus, kein Staat könne ganz auf
den geſetzlichen Schutz ſeiner Nechtsform verzichten. Die
Wirtſchafts=
partei bekämpfe alle Ausnahmegeſetze, alſo auch das Republikſchutzgeſetz.
Durch eine Novelle im Strafrecht könne eine eventuell beſtehende Lücke
ausgefüllt werden. Seine Partei beantrage Verlängerung des
Ge=
ſetzes nur bis zum 31. Dezember 1930.
Es kamen dann noch mehrere Redner für und gegen die Vorlage
zu Wort. Dann ſchloß die Ausſprache. Der nationalſozialiſtiſche
An=
trag auf Aufhebung des Republikſchutzgeſetzes wurde im Hammelſprung
mit 244 gegen 123 Stimmen abgelehnt. Dagegen ſtimmte mit den
Regierungsparteien auch die Wirtſchaftspartei. Der Antrag der
Wirt=
ſchaftspartei, die Geltungsdaner bis zum 31. Dezember 1930 zu
ver=
längern, wurde mit den Stimmen der Antragſteller und der
Regie=
rungsparteien angenommen.
Die ſo abgeänderte Vorlage auf Verlängerung des
Republikſchutz=
geſetzes wurde dann in zweiter Beratung in namentlicher
Abſtim=
mung mit
256 gegen 124 Stimmen angenommen.
Es folgte die erſte Leſung der Vorlage, durch die die
bis zum 31. März verlängert wird. — Ohne weitere Ausſprache wurde
die Vorlage
in allen brei Leſungen angenommen.
Die Novelle zu den Geſetzen über den gewerblichen Rechtsſchutz und
der Entwurf über die Bereinigung der Grundbücher wurden an die
zu=
ſtändigen Ausſchüſſe überwieſen.
Zu ſcharfen Auseinanderſetzungen kam es dann beim nächſten Punkt
der Tagesordnung. Der Geſchäftsordnungsausſchuß legte den Bericht
vor über Anträge auf
verſchiedener Abgeordneter. Der Ausſchuß beantragte dabei, dieſe
Ge=
nehmigung zu erteilen für den Antrag des Oberſtaatsanwaltes beim
Landgericht 3 Berlin wegen Durchführung von Vorführungsbefehlen
gegen den nationalſozialiſtiſchen
Abgeordneten Strafſer.
Abg. Dr. Frick (N.=S.) beantragte Zurückverweiſung der Vorlage
an den Ausſchuß und wurde hierbei von dem Abg. Graef=Thüringen
Dntl.) unterſtützt. Der Antrag wurde aber gegen die
Nationalſozia=
liſten und Deutſchnationalen abgelehnt.
Abg. Mittelmann (D=V.P.) bezeichnete die Behauptung des
Abg. Dr. Frick, er ſei an Reparationsſachlieferungen beteiligt, als glatte
Unwahrheit. (Abg. Dr. Kahl (D.V.P.) rief Dr. Frick zu: „Schämen
Sie ſich!”) Präſident Loebe erklärte, es könnten unmöglich ſolche
Be=
ſchimpfungen, wie ſie der Abg. Frick vorgebracht habe, in Form von
Zitaten wiederholt werden.
Abg. Lipinſki (Soz.) führte aus, die Handlungsweife des Abg.
Straſſer, für eine ganze Reihe von Zeitungen verantwortlich zu
zeich=
gen, ſich der Verantwortung aber unter Berufung auf ſeine Immunität
zu entziehen, ſei ein Mißbrauch der Abgeordnetenrechte. Während der
Rede des Abg. Livinſki wurden die nationalſo ialiſtiſchen Abgeordneten
Stöhr und Dr. Frick zur Ordnung gerufen. Frick ſchließlich aus dem
Saale gewieſen. Abg. Straſſer wieberſprach dem Abg. Livinſki
und erklärte ſchließlich, er werde ſich über den Begriff „Ehre” nicht mit
„Vaterlandsverrätern” und „Zuhältern” unterhalten. Bei dieſen
Wor=
ten ſtürmten die Sozialdemokraten unter Rufen der Empörung gegen
die Rednertribüne vor. Die Nationalſozialiſten kamen von der anderen
Seite, und es drohte, zu einem Handgemenge zu kommen. Präſihent
Loebe wies den Aba. Strafſer aus dem Saal, und erteilte nach beiden
Seiten Ordnungsrufe. Gegen Nationalſozialiſten, Chriſtlich=Nationale,
Deutſchnationale und Kommuniſten wurde dann der Ausſchußantrag
auf Genehmigung der Strafverfolgung des Aba. Straſſer angenommen.
Nächſte Sitzung Samstag: 12 Uhr. — Etat des Auswärtigen Amts,
der beſetzten Gebiete und der Kriegslaſten.
Durſt noch ganz bedeutend. Da gibt es beiſpielsweiſe die früher
häufig angewendete, heute ziemlich verlaſſene Schrothſche Kur.
Bei dieſer erhält der Patient im Tage die durchaus ausreichende
Menge von 200—400 Gramm Fleiſch, ſo viel Weißbrot, wie er
will, und als einziges Getränk eine halbe Flaſche Rotwein.
Dieſe Kur hat bisher noch kein Menſch länger als 6 bis 7
Tage ausgehalten!
Gegen Ende dieſer Zeit verfielen die Behandelten in einen
zuſtand der Durſtraſerei, der ſie dazu verführte, nach jeder
Flüſſigkeit zu greifen und die verzweifeltſten und ſinnloſeſten
Fluchtverſuche aus ihrem Krankenzimmer zu unternehmen.
Fiebertemperaturen bis zu 40 Grad waren nichts Seltenes und
konnten durch Darreichung von nur einem Glas Waſſer, alſo
durch eine recht geringfügige Milderung der
Flüſſigkeitsein=
ſchränkung, um ein Grad und mehr herabgeſetzt werden.
Da=
mit iſt nicht nur die Unerträglichkeit des Durſtzuſtandes
bewie=
ſen, ſondern auch die Möglichkeit des echten Durſtfiebers, d. h.
einer krankhaften Temperaturerhöhung, die auf keine andere
Urſache wie ungenügende Waſſeraufnahme zurückzuführen iſt.
Mit dieſem Durſtfieber beſchäftigt ſich in einem vor kurzem
veröffentlichten Unterſuchung der bekannte Würzburger
Kinder=
arzt Prof. Dr. H. Rietſchel. Gerade in dem Spezialgebiet der
Kinderheilkunde iſt nämlich dieſe Erſcheinung nichts Seltenes.
Was man dort gern als Hungerfieber bezeichnet, iſt nämlich, wie
Rietſchel mit Sicherheit nachweiſen konnte, meiſt nichts anderes
als ein Durſtfieber.
Es iſt nicht ungewöhnlich, daß Säuglinge in ihren erſten
Lebenstagen von der Mutter noch nicht die ihnen zukommende
Nahrung erhalten können, worauf ſie ſehr häufig mit mehr oder
minder ſtarker Temperaturerhöhung antworten. Dieſes Fieber
ſchwindet faſt ſofort, wenn der Flüſſigkeitsbedarf der kleinen
Weſen durch Darreichung von etwas Tee oder Waſſer, denen
tatürlich nicht der geringſte Nährwert zukommt, befriedigt wird.
Auch das ſogenannte Salzfieber iſt nichts anderes als ein
Durſt=
fieber. Das Salz entzieht, um ſich auf die gleiche niedrige
Kon=
zentration wie die im Körper ſtets kreiſenden Salzlöſungen zu
verdünnen, den Geweben Waſſer und ſtellt ſomit von innen
heraus den Durſtzuſtand her. Das Durſtfieber wird noch
da=
durch verſtärkt, daß der waſſerärmer gewordene Organismus
weniger geneigt und in der Lage iſt, Flüſſigkeit durch die Haut,
alſo durch Tranſpiration abzugeben. Bekanntlich iſt gerade das
Schwitzen und die von der Oberfläche erfolgende Verdunftung
des ausgeſchiedenen Waſſers eine der energiſchſten und
ſegens=
reichſten Abkühlungsvorrichtungen des Körpers.
Aber nicht nur bei den beſonders empfindlichen Säuglingen,
ſondern auch beim Erwachſenen genügt ſchon recht geringe
Ein=
ſchränkung der Flüſſigkeitszufuhr, um Fieber oder zum
minde=
ſten erhöhte Fieberbereitſchaft zu erzeugen.
Eine Reihe von Studenten, die ſich für dieſe Zwecke zur
Verfügung geſtellt hatten, wurden in vollkommen ausreichender
Weiſe, jedoch unter mäßiger Flüſſigkeitseinſchränkung ernährt.
Wurde von ihnen dann eine ſtarke Körperleiſtung beanſprucht,
ſo reagierten ſie auf dieſe mit recht beträchtlichem
Temperatur=
anſtieg. Nach der vollführten Leiſtung wurde ihnen geſtattet,
ihren Durſt nach Belieben zu löſchen.
Wurden ſie dann nach einiger Zeit der gleichen Prüfung
körperlicher Leiſtungsfähigkeit unterzogen, ſo blieb der
Tempe=
raturanſtieg aus, oder war zum mindeſten außerordentlich viel
geringer.
Die Beobachtung, daß bei beſonders gut trainierten Leuten
dieſe Unterſchiede geringer waren als bei ungeübten, kann nicht
weiter wundernehmen. Für dieſe bedeutete eben die verlangte
Leiſtung eine geringere Anſpannung der Kräfte. Mit dieſen
Be=
obachtungen iſt der Beweis erbracht, daß es ein echtes Durſtfieber
auch bei Erwachſenen gibt.
Die ſo häufig geäußerte Meinung, daß Durſt nur eine
ſchlechte Angewohnheit ſei, dürfte damit gründlich widerlegt ſein.
In Sonderfällen, in denen aus irgendeinem Grunde im
Augenlick die Aufnahme größerer Flüſſigkeitsmengen
unange=
bracht erſcheint, kann allerdings das bloße Anfeuchten von
Lip=
pen und Mund genügen, das quälende Durſtgefühl
vorüber=
gehend zu lindern.
Der berechtigte Anſpruch des Körpers auf Nachſchub
aus=
reichender Flüſſigkeitsmengen kann dadurch aber auf die Dauer
niemals befriedigt werden.
Dr. Th.
— Die Staatliche Bauhochſchule in Weimar hat ihrer erſten
Veröffentlichung über „Aufbau und Ziel” der Anſtalt ſoeben ein
zweites Buch mit 138 Abbildungen folgen laſſen. Es enthält
eine große Auswahl praktiſcher Arbeiten der Bauabteilung und
der Werkſtätten und zeigt in ausführlicher Weiſe den Gang des
Unterrichts und der praktiſchen Arbeit in den einzelnen
Abtei=
lungen. Das Buch hat nicht nur allgemeines kulturelles
Inter=
eſſe, es iſt beſonders wichtig für alle Bau= oder Werkſtudierenden,
für die die Bauhochſchule eine wirklich moderne und einzigartige
Ausbildungsſtätte darſtellt. Vor allem zeigt es, wie gerade dieſe
Verbindung von Lehre und Praxis die Eigenart und den
beſon=
deren Wert dieſer Hochſchule ausmacht.
Nummer 171
*
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 21. Juni.
Ueber die Pariſer Verhandlungen Streſemanns zeigt man
ſich, wie zu erwarten war, recht diskret. Sie ſind die logiſche
Fortſetzung der in Madrid aufgenommenen Beſprechungen
ge=
weſen. Die Schwierigkeiten der Pariſer Verhandlungen ſollen
— angeblich — innerhalb des franzöſiſchen Kabinetts
nach=
wirken. Man behauptet, daß Poincaré und Maginot mit ihren
anderen Kollegen über die Räumung noch nicht einig ſind. Dieſe
Meinungsverſchiedenheiten ſollen nicht übertrieben wichtig ſein.
Man ſieht der Konferenz in London — angeblich ſoll die
eng=
liſche Diplomatie durchgeſetzt haben, daß man nicht in Baden=
Baden, ſondern in London verhandele; eine durchaus unlogiſche
Entſcheidung — ziemlich optimiſtiſch entgegen.
Die Nachricht, daß die Vereinigten Staaten den Young=Plan
nicht ratifizieren werden, hat in Paris einen ſehr ſchlechten
Ein=
druck gemacht, wie aus den verärgerten Kommentaren der
fran=
zöſiſchen Preſſe hervorgeht. Bekanntlich hat man aus
Waſhing=
ton auf die europäiſchen Regierungen, und vor allem auf die
franzöſiſche Regierung, einen nur mit dem allerbeſten Willen
diskret zu nennenden Druck ausgeübt, um die Ratifizierung des
Young=Plans durchzuſetzen. Moraliſch iſt dieſe
Ratifi=
zierung durch die Stellungnahme der
Regie=
rung und der führenden politiſchen Kreiſe in
Frankreich bereits vollzogen. Man beſchuldigt alſo
die amerikaniſche Politik mit Unaufrichtigkeit, da, nachdem die
Rede davon war, daß Hoover durch Dekret ratifizieren werde,
jetzt erklärt wird, die Ratifizierung des Young=Planes gehe
Amerika nichts an. Dies erſcheint der franzöſiſchen Oeffentlichkeit
als ein geriſſenes politiſches Manöver.
Die Verhandlungen zwiſchen Macdonald und dem General
Dawes werden teils mit einer höflichen Kühle, teils mit
beißen=
dem Spott beſprochen.
Trotz der Dementis, welche auf die verſchiedenen
Preſſe=
inzidenten Macdonalds kamen, iſt hier die Stimmung noch
ziem=
lich aufgeregt. Mehrere franzöſiſche Organe haben auf die
An=
ſpielungen Macdonalds auf Elſaß mit einer Schärfe geantwortet,
welche ſich nicht überbieten läßt.
In einer ſolchen Atmoſphäre könnte alſo die Möglichkeit einer
neuen Seeabrüſtungskonferenz gar nicht beſonders freundlich
auf=
genommen werden. Auch dann nicht, wenn man in Paris nicht
die eigenen Erfahrungen mit Seeabrüſtungskonferenzen hätte.
Man behauptet übrigens, daß Waſhington in den jetzigen
Ver=
handlungen eine größere Zurückhaltung zeigt als London.
Darauf führt man auch die Verſchiebung des Reiſeplanes
Mac=
donalds zurück. Wenn man noch zu alledem hinzurechnet, daß
man in Frankreich ſehr wenis von den diplomatiſchen
Fähig=
keiten des Generals Dawes hält, ſo wird man die Urteile, die
man hier über die Londoner Seeabrüſtungsverhandlungen hört,
ſich leicht vorſtellen können.
Richtl
hien der engliſchen Polikik.
EP. London, 21. Juni.
Einige intereſſante Bemerkungen zu den drei wichtigſten
euro=
päiſchen Fragen; Rheinland, Schiedsgericht und Rußland, die ſo
ſchnell wie möglich von der neuen engliſchen Regierung gelöſt
wer=
den ſollen, macht der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily
Herald” der unter anderem ausführt: Die Gerüchte über eine
Vertagung der Wiederaufnahme der Beziehungen mit Rußland
ür den Zeitpunkt nach dem Beſuch Macdonalds in Waſhington
ſeien glatter Unſinn. Eine Anerkennung des Sowjetregimes ſtehe
überhaupt nicht zur Diskuſſion, denn Macdonald habe bereits im
Jahre 1924 dieſes Regime anerkannt und er halte an dieſer
An=
erkennung feſt. Es handele ſich jetzt nur noch um die
Wieder=
aufnahme der diplomatiſchen Beziehungen.
Die Arbeiterpartei verpflichte ſich ferner, die britiſchen
Trup=
pen aus dem Rheinland ſo bald wie möglich zurückzuziehen, d. h.
innerhalb weniger Wochen. Es beſtehe begründete Ausſicht, daß
die franzöſiſche und die belgiſche Regierung ihre Truppen ebenfalls
Schließlich ſei es der Wunſch der gegenwärtigen
zurückziehen —
Regierung, die Optionsklauſel des Haager Schiedsgerichtshofes zu
unterzeichnen, ohne daran noch beſondere Vorbehalte zu knüpfen.
Mit Henderſon als Außenminiſter und Dalton als
Unterſtaats=
ſekretär ſei eine Sicherheit dafür geboten, daß das Foreign Office
an die Regelung dieſer Fragen ſchnell herangehen werde.
bleichzeitig mit dieſen Erklarungen des Regierungsblattes
ſetzt ſich der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
für eine baldige Einberufung der Konferenz über den
Young=
bericht und die Frage der Rheinlandräumung ein. Irgend eine
Verzögerung ſei auch vom Standpunkt Englands aus nicht
er=
wünſcht.
Eamstag, den 22. Juni 1929
Allerdings beunruhigen, wie zu erwarten war, den
Korre=
ſpondenten die letzten Beſprechungen zwiſchen Briand und
Streſe=
mann. Er befürchtet, daß die ſtarke diplomatiſche Aktivität in
den letzten Tagen die Erfüllung der engliſchen Wünſche und Ziele
kaum erleichtern dürfte. Es ſei kein Geheimnis, daß Poincaré
und das Quai d’Orſay in vollkommen entgegengeſetzter Richtung
zu den britiſchen Wünſchen gearbeitet hätten, indem ſie
Streſe=
mann dafür gewinnen wollten, die Konferenz über den
Young=
bericht möglichſt nicht in London abzuhalten. Denn, wenn die
Konferenz tatſächlich auf neutralem Boden abgehalten werde,
müßte man Briand als dem älteſten Premierminiſter das
Präſi=
dium übertragen, während England ganz beſonderen Wert darauf
lege, Macdonald als Vorſitzenden zu ſehen. Der bekannten
Ent=
ſchloſſenheit eines Poincaré müſſe mit gleicher Entſchloſſenheit auf
britiſcher Seite begegnet werden.
Anſtelle Dr. v. Hamels, des zurückgetretenen Oberkommiſſars
für die Freie Stadt Danzig, hat der neue Oberkommiſſar Graf
Man=
fred Gravina die Führung der Geſchäfte übernommen. Graf
Gra=
vina iſt aus der italieniſchen Diplomatie hervorgegangen und war
ſechs Jahre lang Delegierter in der Reparationskommiſſion.
* Mit dem Ausſcheiden des bisherigen Völkerbundskommiſſars
van Hamel in Danzig aus dem Dienſt ſchließt ein Kapitel Danziger
Nachkriegsgeſchichte ab, das zu den unerfreulichſten Erſcheinungen
Verſailler Machtpolitik und Genfer „Ausgleichs”=Politik gehort.
Die Freie Stadt Danzig, die auf Grund des Verſailler
Dik=
tats aus dem Beſtand des Deutſchen Reiches herausgelöſt und zu
einem Freiſtaat gemacht wurde, beſaß in dieſem
Völkerbunds=
kommiſſar einen glühenden Anhänger der Alliierten und einen
Verehrer Polens, der aus ſeiner Abneigung gegen Deutſchland
und das Deutſchtum niemals einen Hehl gemacht hat und deſſen
Entſcheidungen für das um ſeinen ſtaatlichen Beſtand und um ſeine
nationale Selbſtbehauptung ſchwer kämpfende Danzig von
ſchick=
ſalsſchwerer Bedeutung geweſen ſind. Als Sachwalter der Genfer
Inſtitution in Danzig, unter deren P
eniſcheidenden Fragen ein Einflußrecht, das er natürlich in
weit=
gehendem Umfange gegen das Deutſchtum in Danzig, gegen die
Graf Manfred Gravina.
Dr. v. Hamel.
Selbſtändigkeit des Freiſtaates und für die Verſtärkung der
pol=
niſchen Herrſchafr ausgeübt hat. Unzahlig ſind die Entſcheidungen
Hamels, die ſchließlich dazu geführt haben, daß Polen in Danzig
nicht nur feſten Fuß faſſen, ſondern auch durch eine geſchickte
Tak=
tik mit Unterſtützung des Völkerbundskommiſſars ſeinen Einfluß
von Jahr zu Jahr vermehren konnte. Erwähnt ſei die
Briefkaſten=
affäre, die durch Hamel zu einem Dreiviertelſieg Polens und
da=
mit in Wahrheit zur Einführung einer polniſchen Poſt in der
deutſchen Stadt und im völkerrechtlich ſelbſtändigen Freiſtaat
führte: der Eiſenbahnerſtreit, der infolge der Hamelſchen
Ent=
ſcheidung der polniſchen Eiſenbahndirektion Oberwaſſer ſicherte
und damit die wachſende Ausſchaltung deutſcher Eiſenbahner aus
dem Staatsdienſt und ihre Bekämpfung durch polniſche Beamte
im Gefolge hatte; erwähnt ſeien weiter die Weſternplatten=
Angelegenheit, die Polen den Munitionstransport über Danzig
gewahrleiſtete, die Entſcheidung, die polniſchen Kriegsſchiffen das
Ankern im Danziger Hafen geſtattete, die zahlreichen
Hafen=
beſchwerden, die faſt ſtets im polniſchen Sinne entſchieden wurden,
und vieles andere mehr. Es konnte immer als ſicher angeſehen
werden, daß eine Danzig=polniſche Streitfrage vom
Völkerbunds=
ommiſſar eindeutig im polniſchen Sinne geregelt werden würde.
Waren gegen die „Neutralität” dieſes Kommiſſars die ſtärkſten
Zweifel am Platze, ſo ſchob Hamel ſelbſt ſkrupellos alle Bedenken
beiſeite, wenn er ſich gelegentlich einer etwaigen Genfer
Erörte=
rung einer der vielen Streitpunkte Danzigs mit Polen erſt zuvor
in Warſchau die entſprechenden Inſtruktionen für ſeine Haltung
in Genf holte. Unſegensreich war die Tätigkeit dieſes Kommiſſars
für Danzig und für das Danziger Deutſchtum.
An der Seßhaftigkeit Hamels ſcheiterten lange die Verſuche
Danzigs, ſeine Abberufung durchzuſetzen. Erſt als die
aufſehen=
erregende Affäre Hamel—Heydebreck viel Staub aufgewirbelt und
einen geſellſchaftlichen Boykott gegen Hamel hervorgerufen hatte,
hatte Hamel ſelbſt und mit ihm Genf ein Einſehen. Halb zog es
ihn, halb ging er hin. Danzig dürfte dieſem „hohen” Kommiſſar
keine Träne nachweinen.
Seite 3
Eine Marokkodebatte
M
in der franzoſiſchen Kamiter.
EP. Paris, 21. Juni.
Poincaré ſetzte heute ſeine Erklärungen über die
Repara=
tions= und Schuldenfrage vor den zu gemeinſchaftlichen
Sitzun=
gen zuſammengetretenen Finanz= und außenpolitiſchen
Kommiſ=
ſionen der Kammer und des Senats fort. Die Zuhörerſchaft
war weniger zahlreich als an den beiden vorhergehenden Tagen,
da zahlreiche Abgeordnete, die den Kommiſſionen angehören, in
der Kammer durch eine Interpellationsdebatte über Marokko und
insbeſondere über die Kämpfe in der Umgebung des befeſtigten
Poſtens Aid Jacub zurückgehalten wurden. — Dieſe
Interpella=
tionsdebatte wurde von dem kommuniſtiſchen Abgeordneten
Ca=
chin eingeleitet, der behauptete, daß Frankreich in den Jahren
1905 bis 1923 in Marokko 12936 Mann verloren habe. Die
Ope=
rationen im Rifgebiet von 1923 bis 1925 hätten weitere 10 000
Tote gekoſtet. Auch die Geldkoſten der Eroberungen ſeien
außer=
ordentlich hoch. Der Zwiſchenfall vom 9. Juni ſei durchaus kein
vereinzeltes Ereignis, ſondern lediglich die Folge eines
ausge=
dehnten Operationsplanes. Verantwortlich hierfür ſeien der
Generalreſident und die Regierung, weil ſie den Krieg in Marokko
verlängern wollten. Im weiteren Verlaufe der Kammerſitzung
übten die ſozialiſtiſchen und radikalen Redner eine heftige Kritik
an der franzöſiſchen Politik in Marokko.
Cachin erklärte weiterhin, der franzöſiſche Kapitalismus
be=
gehre die Reichtümer Nordafrikas. Man brauche Nordafrika
fer=
ner zum Bau der Trans=Saharabahn, die lediglich dazu dienen
ſolle, die Eingeborenen vom Niger nach Frankreich zu ſchaffen.
Man wolle alſo heuchleriſch von einer friedlichen Durchdringung
ſprechen.
Der Sozialiſt Riviére äußerte ſein Erſtaunen darüber, daß
die Pariſer Preſſe die Ereigniſſe in Marokko verſchweige. Die
Kämpfe um Aid Jacub ſeien von einem Generalſtab vorbereitet
worden, der mächtiger ſei als die marokkaniſche Zivilverwaltung,
und der ſogar über den Kopf des Kriegsminiſters hinweg
han=
dele. Die Militärbehörden ſaugten die eingeborene
Bevölke=
rung aus.
Die gleiche Beſchuldigung erhebt der radikale Abgeordnete
Daladier. Die Kämpfe bei Aid Jacub dauerten trotz
anders=
lautender Meldungen der Preſſe noch an.
Die Bergwerksbeſitzer und Landeigentümer in Marokko
wünſchten eine ausgedehnte militäriſche Expedition zur Sicherung
ihrer Spekulationen. — Briand erklärte in einem Zwiſchenruf,
die in Marokko betriebene Politik beruhe auf Informationen der
Regierung, die niemals geändert worden ſeien. — Daladier
be=
zeichnete demgegenüber das gegenwärtige Syſtem als kläglich.
Frankreich dürfe in Marokko nicht in ein überflüſſiiges Abenteuer
hineingezogen werden.
Der Sozialiſt Laffont warf den Militärs in Marokko vor,
daß ſie ſich mit den von den Eingeborenen erpreßten Löſegeldern
und durch Waffenſchmuggel bereichern. — Darauf vertagte ſich
die Kammer auf Dienstag kommender Woche.
Adenauer gibt nach.
Der Kleinkrieg zwiſchen Preußen und dem Staatsrat hat zu
einer merkwürdigen Situation geführt. Auf der einen Seite hat
der Präſident des Staatsrats, Herr Dr. Adenauer, ſich bereit
er=
klärt, dem Wunſche des Miniſterpräſidenten Braun zu
entſpre=
hen und den Staatsrat auf den kommenden Dienstag
einzu=
berufen. Auf der anderen Seite hat der Miniſterpräſident die
Tagesordnung der Ausſchüſſe für Donnerstag bekommen, die
als einzigen Gegenſtand den Vertrag mit dem Vatikan nennen.
Unter dieſen Umſtänden erklärt Herr Braun ſeinen” geſtrigen
Brief als erledigt, weil er ſich ausgerechnet hat, daß dann am
Freitag der Staatsrat im Plenum die Entſcheidung treffen kann.
Am gleichen Abend noch ſoll die Entſcheidung dem Landtag
zu=
gehen, der am Samstag die erſte Leſung vornehmen müßte, um
dann für die Ausſchußberatungen Zeit zu gewinnen. Die
preu=
ßiſche Regierung, die ſich jahrelang Zeit ließ zu ihren
Verhand=
lungen mit dem Heiligen Stuhl, geizt jetzt mit jeder Minute,
Fragt ſich nur, ob die Parlamentarier ihr hierin folgen werden.
Vor allem iſt nicht anzunehmen, daß die Oppoſition des Landtags
auf die geſchäftsordnungsmäßigen Friſten verzichten und ſofort
die Beratung aufnehmen wird, ſo daß die Hoffnung der
Regie=
rung, die letzte Entſcheidung bereits vor der Sommerpauſe in
der Taſche zu haben, noch auf recht ſchwachen Füßen ſteht.
Immer=
hin iſt ein Konflikt zwiſchen der Regierung und dem
Staats=
rat vorläufig vermieden, der kaum zu umgehen war, wenn die
Regierung, wie es vorübergehend ihre Abſicht war, ſich
ent=
ſchloſſen hätte, die Vorlage dem Landtag einzubringen, ohne den
Beſchluß des Staatsrats abzuwarten.
Münchener Akademiſche Sommerkurſe 1929.
Wie in den vergangenen Jahren, werden auch in dieſen
Herbſtferien Sommerkurſe in München für Studierende des In=
und Auslandes abgehalten. Die Kurſe finden vom 26. Auguſt
bis 1. Oktober ſtatt. Für Ausländer iſt ein Vorkurſus vom 15.
Juli bis 3. Auguſt geplant. Die Abteilung für Ausländer
bezweckt, die nach München kommenden Akademiber mit dem
Weſen der deutſchen Kultur und mit den Grundzügen des
gegen=
wärtigen geiſtigen Lebens in Deutſchland durch eine Reihe von
Vorleſungen, Führungen und Vorträgen bekannt zu machen.
Die Kurſe für Deutſche ſind in dieſem Jahre nur
auf die Bedürfniſſe der Juriſten, Volks= und
Land=
wirte zugeſchnitten. Sie bezwecken eine gründliche und
indivi=
duelle Einführung in das Studium dieſer Diſziplinen mit
prak=
tiſchen Uebungen. Auh für dieſe Beſucher der Münchener
Aka=
demiſchen Sommerkurſe ſind Muſeumsbeſuche, Führungen in
in=
duſtrielle Etabliſſements und Einzelvorträge aus der
wirtſchaft=
lichen Praxis vorgeſehen. Mit den Studierenden des Auslandes
kommen ſie bei der Arbeit und bei den verſchiedenen geſelligen
und ſportlichen Veranſtaltungen zuſammen. Auch werden
Aus=
flüge in die nähere und weitere Umgebung Münchens, in das
bayeriſche Hochland und nach Tirol gemacht.
Die Münchener Akademiſchen Sommerkurſe ſind eine private
Einrichtung, der eine Reihe von im öffentlichen Leben Münchens
ſtehender Perſönlichkeiten ihre Unterſtützung zugeſichert haben.
Alle Auskünfte werden gerne und unverbindlich durch das
Seknetariat, München, Amalienſtraße 79 I, erteilt.
* Wenn ein Neger einen Wechſel fälſcht. In dem ehemaligen
Negerſtaat Dahome, der ſeit 1892 eine franzöſiſche Kolonie an der
ogenannten Sklavenküſte Oberguineas darſtellt, ſtand vor kurzem
ein Schwarzer vor Gericht, angeklagt, dreißig Wechſel „gefälſcht”,
genauer, mit dreißig verſchiedenen Unterſchriften verſehen zu
haben. Zur lebhaften Verwunderung der Richter erklärte der
Neger klipp und klar, unſchuldig zu ſein, und all die dreißig
an=
gewandten Namen mit Recht zu führen. Den einen erhielt er
bei der Taufe, den anderen brummte ihm der engliſche „Maſſa”
auf, bei dem er über zehn Jahre diente, den dritten benutzt ſeine
Familie als Miterbe der „Stimme der Könige”, mit dem vierten
wurde er bei ſeinem Stamme angeredet, der fünfte gebühre ihm
für ſeine Heldentaten im Kampf mit den Leoparden. So ging
das weiter, und der Mann mit den dreißig Namen fand für die
dreißig Namenszüge vollzählig eine zumindeſt für Negerbe=
griffe moraliſch einwandfreie Begründung. Da war nichts zu
machen, der Mann konnte nicht rechtskräftig verurteilt werden.
Das Gericht beſchloß, ihn wenigſtens mit einer Präventivhaft zu
beſtrafen, die ſolange dauern ſoll, bis das ſich bereits in
Vorberei=
tung befindliche Geſetz in Kraft tritt, wonach die Neger
höch=
ſtens drei Namen führen dürfen.
Paris liegt nicht an der Seine. Großer Gelehrtenſtreit
in Paris, Tagesgeſpräch auf der Straße. Wiſſen Sie ſchon,
Paris ſoll garnicht an der Seine liegen?
Man hat uns ſchändlich belogen. Naja, bei der Regierung
iſt eben nichts unmöglich, ſagen die einen, während die anderen
in heftigem Wortſtreit verſuchen, der Stadt deſſen alten
ehrwür=
digen Ruhm, an der Seine gelegen zu ſein, zu erhalten. Und
während auf der Straße und in den Familien dieſer und
ähn=
licher Meinungsaustauſch ſtattfindet, tagen die Gelehrten,
Geo=
graphen von Klang und Namen, hinter verſchloſſenen Türen,
breiten die genaueſten Karten vor ſich aus und werfen mit
einem Schlage alles über den Haufen, was
Jahr=
hunderte hindurch Tradition war. Alſo der Fluß, der durch
Pa=
ris fließt, iſt nicht die Seine, ſondern die Yonne, die bisher
ſtets als Nebenfluß der Seine gegolten hat. In Wirklichkeit ſoll
es nun abwechſelungshalber einmal umgekehrt ſein. Die hohen
Herren haben nämlich feſtgeſtellt, daß die Quelle der Yonne
höher liegt als die der Seine, daß der Fluß länger und ſein
Lauf gerader und ſchneller iſt. Man hat ferner feſtgeſtellt, daß
Salme, die vom Meer ſtromaufwärts ſchwimmen, beim
Zuſam=
menfluß der Seine und der Yonne ſtets die Yonne weiter
auf=
wärts verfolgen, ein ſicheres Zeichen dafür, daß auch ſie dieſen
Fluß für wichtiger erachten. Der Kampf iſt noch nicht
ausge=
lämpft, doch verſichern glaubwürdige Perſönlichkeiten, daß man
den Irtum — wenn ein ſolcher vorliegt — aus
Traditions=
rückſichten beibehalten werde und Paris nach wie vor
an der Seine belaſſen will. Die Einführung neuer Karten, und
die Umdichtung der vielen Tauſende von Gedichten und Liedern
auf die Stadt an der Seine würde außerdem den Etat der
Re=
gierung viel zu ſehr belaſten.
p. Hans Carofſa: Verwandlungen einer Jugend. Inſel=Verlag in
Leipzig.
Das Buch, das mit dem Dichterpreis der Stadt München
ausgezeich=
jet worden iſt, iſt eine Fortſetzung des Buches „Eine Kindheit”, in dem
er Verfaſſer ſeine erſten Lebensjahre geſchildert hat. Es iſt das zweite
ebensjahrzehnt, die Zeit ſeines Schulbeſuches, das er in
zuſammen=
ſängender Darſtellung und Epiſoden ſpiegelt. Naeſ der Ueberſiedlung
om Elternhauſe in das humaniſtiſche Gymnaſium in Landshut findet
r in der katholiſchen Erziehungsanſtalt, dem Internat, in dem ſich
72 Zöglinge befinden, Aufnahme. Von dem Leben, dem Verkehr unter
den nach Klaſſen ſich abſondernden Schülern und den
Erziehungs=
methoden in der Anſtalt, in der trotz der ſtrengen Diſziplin die
Zög=
linge gelegentlich gegen ihnen ungerecht erſcheinende Strafmaßnahmen
revoltieren, wird in Einzelſchilderungen ein anſchauliches Bild
ent=
worfen. Auf Grund eines falſchen Zeugniſſes wird er aus dem
Inter=
nat verwieſen, ſpäter aber, nachdem ſich ſeine Unſchuld herausgeſtellt
hat, in die Schule wieder aufgenommen, kehrt aber nicht ins Internat
zurück, ſondern findet in dem Hauſe eines Profeſſors liebevolle
Auf=
nahme. Der Verkehr mit gleichgeſinnten Freunden, Jugendſtreiche,
platoniſche Liebeleien, Träumen und Dichten füllen die freie Zeit aus,
bis die Reifeprüfung beſtanden iſt, die in herkömmlicher Weiſe in
nächt=
lichen Kneipereien gefeiert wird. Aber nicht die Einzelerlebniſſe in dem
Internat, der „kleinen Hierarchie”, der Schüler und dem Elternhauſe,
wo ihn ein humaner Vater in die Geheimniſſe der Heilkunde einweiht,
bilden den Kernpunkt des Buches, ſondern das Innenleben des
Jüng=
lings, ſeine Einſtellung zur Umwelt, ſeine Eindrücke, Phantaſien, ſein
innerer Werdegang und ſeine Charakterbildung, die von Menſchen der
Umgebung und perſönlichen Erlebniſſen beeinflußt wird. In dieſer
Hinſicht erinnert die von einer gehobenen Sprache getragene
Darſtel=
lung oft an Goethes „Dichtung und Wahrheit” und erhebt ſich als ein
Seelengemälde einer von taſtenden Verſuchen, Zweifeln, Irrungen,
wechſelnden Stimmungen, ſchwärmeriſchen Neigungen, Freundſchaften
und Idealen erfüllten Jugend über eine bloße Einzelſchilderung empor.
Ap. Vom Leid des Kindes. Erinnerungen aus der Kindheit und
Bei=
träge zu ihrer Problematik. Von Erich Bockemühl. Verlag
von Adolf Klein, Leipzig S. 3.
Verfaſſer ſchildert in dieſem Buch das Seelenleben eines
grübleri=
ſchen, zartbeſaiteten Kindes, das durch das falſche Syſtem der Schule,
durch Vergewaltigungen der Kindesſeele und religiöſe Peinigungen in
einen Zuſtand, ſeeliſchen Leides verſetzt wird, und knüpft daran päd—
gogiſche Betrachtungen allgemeiner Art, die ihre typiſche Geltung
be=
halten, wenn auch in der Schilderung dieſes überempfindſamen,
ſelbſt=
quäleriſchen Kindes vieles individuell iſt. Er ſagt: Wenige wiſſen des
Kindes Sein, des Kindes taufriſches Weſen, wenige verſtehen ſeine
Sprache, ſeine Schönheit, Echtheit und ſeeliſche Treue. So wird das
Kind ſchon früh abgebogen zu den Zweckzielen der Geſellſchaft. Die
Erwachſenen ſtellen das Kind in ihre Zwecke; ſie ſtellen es in eine
an=
dere Welt, die das Kind nicht kennt, in die Welt ihrer Organiſationen,
ihrer Zweckinſtitutionen; ſie reißen das Kind aus ſeinem Leben heraus,
und dies iſt dann des Kindes Leid: Daß es dauernd im Kampfe lebt
gegen dieſes fremde Leben, in das man es geſtellt hat, daß es dauernd
unter dem Drucke lebt, ſein Eigenſtes verleugnen zu müſſen! Und da
ſein urſprüngliches Weſen, ſein Intereſſe, dauernd aus innerſtem
Wachstumstreiben heraus Geltung verlangt, deshalb liegt der junge
Menſch immerfort im Kampfe mit den Geboten und Satzungen, die
die Erwachſenen gemacht haben. Jeder Erwachſene aber weiß, daß das
Kind dieſe Gebote übertreten muß. Dieſes Zwiefache: der Druck im
Begenſatz und der Schmerz, die Eltern und Lehrer dauernd zu
ent=
täuſchen — und gerade die Beſten und Stärkſten und Treueſten
enträu=
ſchen immer am meiſten — das iſt das Leid des Kindes. Eine poetiſche
Phantaſie „Der Blick der kindlichen Seele” beſchließt dieſen
gedanken=
tiefen pſychologiſch=pädagogiſchen Beitrag zur Problematik deu Kindheit.
Seite 4
Samstag, den 22. Juni 1929
Nummer 174
Die Induſtrie zum landwirtſchaftlichen Nokprogramm.
Berlin, 21. Juni.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie hat in ſeiner
Sitzung im Reichswirtſchaftsrat zu dem Notprogramm der
Land=
wirtſchaft folgendermaßen Stellung genommen:
1. Die Induſtrie erkennt die ſchwere Notlage der
Landwirtſchaft an. Alle Mittel, die mit den Intereſſen
der Geſamtwirtſchaft zu vereinbaren ſind, müſſen angewandt
werden um die Rentabilität der Landwirtſchaft
wiederherzu=
ſtellen, die für die Erhalung des Marktes und für den
ſtaat=
lichen Aufbau unentbehrlich iſt.
2. Die Wiederherſtellung der
landwirtſchaft=
lichen Rentabilität muß auf Wegen geſucht werden, die
den Beſtand und die Erweiterung unſerer Ausfuhr nicht
ge=
fährden. Bei der Geſamtlage der deutſchen Wirtſchaft ſieht die
Induſtrie in einer die Ausfuhr fördernden Wirtſchafts= und
Handelspolitik eine Notwendigkeit.
3. Wenn der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie demnach
eine grundlegende Veränderung der Zoll=Politik nicht
be=
fürworten, ihr auch auf die Dauer geſehen keine entſcheidende
Bedeutung für die landwirtſchaftliche Rentabilität beimeſſen
kann, ſo hält er doch zur Abwehr von Kriſenzuſtänden in der
deutſchen Landwirtſchaft eine zur Abwehr ausreichende
Zoller=
höhung für Getreide unentbehrlich. Auch einer Angleichung der
Viehzölle an die Fleiſchzölle iſt grundſätzlich zuzuſtimmen. Höhere
Uebergangszölle für Molkereierzeugniſſe können nach induſtrieller
Auffaſſung nur unter der Vorausſetzung in Betracht kommen,
daß ſie unſere Handelsbeziehungen zu den bisherigen
Ausfuhr=
ländern nicht ernſtlich gefährden. Sollte durch die
Zollerhöhun=
gen eine Verteuerung der Lebenshaltungskoſten eintreten, ſo hält
dieſe ſich nach ſorgfältiger Berechnung in einer Höhe, daß ſie von
den anderen Bevölkerungskreiſen hingenommen werden muß.
4. Daneben ſollte eine Senkung der landwirt
chaftlichen Selbſtkoſten durch Steuererleichterung und
Zinsbeihilfen durchgeführt werden, ſoweit durch eine ſparſame
Fimanzgebarung Mittel dafür frei werden.
5. Die vorgeſchlagenen Notmaßnahmen können
aber von der Induſtrie nur dann befürwortet werden, wenn
un=
verzüglich zur Beſſerung der wirtſchaftlichen Lage der deutſchen
Landwirtſchaft auf die Dauer wirkſame Mittel durchgeführt
werden. Hierbei iſt auf die Hebung der Rentabilität der
land=
wirtſchaftlichen Erzeugniſſe und eine Verbeſſerung der
Abſatz=
organiſation das Hauptgewicht zu legen. Hierdurch kann den
Erzeugern nach den Erfahrungen anderer großer Agrarländer
ein erheblich höherer Erlös ohne Mehrbelaſtung des
Ver=
brauchers verſchafft werden.
Zur Verbeſſerung von Organiſation und Technik in der
Landwirtſchaft iſt auf die Fortbildung und Ausgeſtaltung des
vielfach noch vernachläſſigten landwirtſchaflichen
Unterrichts=
weſens und die Pflege der wiſſenſchaftlichen Forſchung
beſon=
derer Wert zu legen. Hierfür ſind Mittel in ausreichendem Maße
zur Verfügung zu ſtellen.
6. Eine öffentliche Bewirtſchaftung
landwirt=
ſ chaftlicher Probleme iſt abzulehnen, weil ſie zu
ſteigenden privatwirtſchaftlichen und parlamentariſchen
Eingrif=
fen in die Wirtſchaft und ſchließlich zur Zwangswirtſchaft auf
dem Geſamtgebiet der Landwirtſchaft führt. Ein
Produktions=
zwang auf landwirtſchaftlichem Gebiet führt aber, wie die
Er=
fahrung der Kriegszeit lehrt, notwendig zur Verkümmerung der
Betriebe. Die Auffaſſung, die hier zum landwirtſchaftlichen
Not=
programm vertreten wird, beruht auf dem Grundgedanken, daß
Hartmann Stein
Alice Stein, geb. Balz
Vermählte
Darmſiadt
Pankratiusſtr. 1
Kranichſtein
am Bahnhof
Kirchl. Trauung: Sonntag. 23. Juni,
nachm. 2:/, Uhr, in der Martinskirche.
Auf Teilzahlung
Gebiſſe. Goldkronen
u. Brücken. (10139a
Reparaturen
in einigen Stunden.
Frau Joſeph. Dent.
J. Joſeph. Dentiſt,
Marktplatz 4,
i. Fiſchhaus Fertig.
Havier-Arnold
20
Konrad Höreth und Frau
Elſe, geb. Krug
Vermählte
Darmſiadt
Müllerſtr. 14
Kirchliche Trauung: Sonntag, den 23. Juni,
(
nachmittags 3 Uhr, in der Martinskirche.
Karl Baldauf, Bankbeamter
Brigitta Baldauf, geb. Kaiſer
Vermählte
Darmſiadt, den 22. Juni 1929.
Kirchliche Trauung: Samstag, den 22. Junf,
nachmittags 2‟/, Uhr, in der Stadtkapelle.
Todes=Anzeige.
Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft, nach langem, ſchweren mit
großr Geduld ertragenem Leiden, mein geliebter
Mann, unſer herzensguter Vater, Sohn, Bruder,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
im 48. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Frau Greta Schnaars, geb. Steinmeßz
nebft Kinder, Gretel und Guffav.
Statt Karten.
Für die überaus wohltuenden Beweise aufrichtigster
Teilnahme bei der Krankheit und dem Heimgange unseres
lieben Entschlafenen sagen wir allen hierdurch unseren
tiefgefühltesten Dank.
Marie Brücher, geb. Hugenschütz
und Tochter Grete.
Groß-Zimmern, Darmstadt, Leverkusen, den 20. Juni 1929.
das Wohl der Geſamtheit eine Hilfsaktion für die deutſche
Land=
wirtſchaft erfordert, und daß bei den Hilfsmaßnahmen im
ein=
zelnen die Gegenwarts= und Zukunftsaufgaben der deutſchen
Geſamtwirtſchaft berückſichtigt werden müſſen.
Die heſſiſchen Einnahmen und Ausgaben
im Monak April.
Nach den jetzt vorliegenden amtlichen Ziffern betragen im Monat
April im ordentlichen Haushalt die Einnahmen an Steuern 3,398 Mill.
RM., an Volksbildung, Kunſt und Kultus 0,021 Mill. RM., aus der
An
üblichen Landesverwaltung 0,782 Millionen Reichsmark.
Ausgaben ſtehen demgegenüber für die Juſtiz 1,063 Millionen
RM., für Volksbildung, Kunſt und Kultus 4,478 Mill. RM., für den
Schuldendienſt 1,120 Mill. RM., für Ruhegehälter 1,4 Mill. RM., und
ſonſtigen Ausgaben 4,112 Mill. RM., zuſammen 12 173000 RM. Im
außerordentlichen Haushalt ſind für den laufenden Monat rund 43 000
RM. Ausgaben für Zuſchüſſe an Betriebe verzeichnet.
Geldſtrafen beim Finanzamt Darmſtadk.
Dem Reichstag iſt vom Reichsfinanzminiſter eine Ueberſicht
über die Feſtſtellung und den Erlaß von Geldſtrafen bei, den
Beſitz= und Verkehrsſteuern, ſowie bei den Zöllen und
Ver=
brauchsabgaben für das Rechnungsjahr 1928 zugegangen.
Da=
nach wurden vom Finanzamt Darmſtadt in 325 Fällen
Geld=
ſtrafen in Höhe von 221 844 RM. feſtgeſetzt, in 19 Fällen wurde
die Strafe ganz oder teilweiſe erlaſſen, und zwar in Höhe von
12023 RM. Bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben wurden
in 85 Fällen Geldſtrafen im Geſamtbetrage von 1920 528 RM.
verhängt. Nachlaß oder Aufhebung trat in 35 Fällen ein mit
einem Geſamtbetrag von 1087 528 RM.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Anteilnahme, ſowie für die
Blumenſpenden bei dem
Heim=
jange unſerer lieben Schweſter
und Tante
Fräulein
eina Patg
ſprechen wir unſeren herzlichſten
Dank aus. Insbeſondere danken
wir noch Herrn Pfarrer Weiß
für die lieben und troſtreichen
Worte bei der Beſtattung. (10346
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen
Greta Diehl
Darmſtadt, Karlſtraße 115.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
mein einziges, innigſigeliebtes Kind
Meta Hilsz
nach langem, ſchweren, mit großer Geduld
ertragenem Leiden, zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
In tiefer Trauer:
Katharina Hilsz, geb. Weirauch
Rechnungsrat Wwe.
Michelſtadt i. O., den 21. Juni 1929.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den
23. Juni, nachmittags 2 Uhr ſiatt. /uo348
Von der Reise zurück
Dr. med.
J.Ossenkopp
Arzt TV/10208
Sprechstunden für Bruchleidende
9-10,1 2-1u. 3-½5 Uhr Tel. Hansa 2543
Frankfurt a, H., Mainluststr. 18, I.
Meta lhrig
Klavier -Unterricht
8 billige Kinder-Tage!
Jedes Kind erhält ein Geschenk!
Wäscheschüler
Rheinstraße
gegenüber der Saalbaustraße
Darmſtadt, Griesheim, Naſſau, Bremen, den 20, 6. 29,
Eliſabethenſtraße 28.
Die Beerdigung findet am Montag, den 24. Juni,
nachmittags 3½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Friſeur= und Perückenmacher=
Zwangs=Innung Darmſtadt.
Wir geſtatten uns, unſere Mitglieder von dem
Ableben unſeres Mitgliedes, Herrn
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Die Innung verliert in dem Verſtorbenen ein
ſtets eifriges und den Beruf förderndes Mitglied.
Wir werden ihm ein dankbares Andenken ſtets
bewahren.
Die Beerdigung findet am Montag, 24. Juni
1929, nachmittags /,4 Uhr, auf dem Waldfriedhof
ſtatt. Die Mitglieder verſammeln ſich um 3½ Uhr
am Portale des Friedhofes. Um zahlreiche
Be=
teiligung wird dringend gebeten.
10345
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 171
Aus der Bundeshaaprſiäor.
Darmſiadt, 22. Juni.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen (Auswahl)
vom 24. Juni an auf 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Bibliothek, Indogerm. 3. Abt. 9: Lexikon altillyriſcher
Per=
ſonennamen. 1929; Bibliothek, Indogerm. I, 1. 19. Fraenkel.
ntax der litauiſchen Poſtpoſitionen und Präpoſitionen. Heidelbere
1929; Czokor, Fr. Th.: Geſellſchaft der Menſchenrechte. Berlin
Drygalſki, J. V.: Juliane von Krüdener. Jena 1929;
Entſcheidungen des Bundesamtes für das Heimatweſen. Bd. 69.
Berlin 1928; Forſchungen zur neueren Literaturgeſchichte. 57.—60.
Weimar 1925—29; Erbe, das der Alten. 16: Franke, O. Euripides
bei den deutſchen Dramatikern des 18. Jahrh. Leipzig 1929;
Hand=
buch der Kirchengeſchichte. 2: Das Mittelalter. Bearbeitet von
G. Ficker und H. Hermelink. 2. Aufl. Tübingen 1929; Kleeis, Fr.:
Die Geſchickte der ſozialen Verſicherung in Deutſchland. Berlin=
Lichter=
felde 1928; Kommorell, M.: Der Dichter als Führer in der
deut=
ſchen Klaſſik. Berlin 1928; Meier=Graefe, J.: Pyramide und
Tempel. Berlin 1927; Norden, H.: Perſien, wie es iſt und war.
Leipzig 1929; Pank, C.: Im Bismarckſchen Hauſe. Halle 1929;
Peſtalozzi und ſeine Zeit im Bilde. Zürich 1928; Sammlung,
Guttentagſche, Deutſche Reichsgeſetze. 175: Die
Straßenverkehrsord=
nungen. Erl. von K. Volkmann. Berlin und Leipzig 1929; Staubs
Kommentar zur Wechſelordnung. 12. Aufl. Berlin und Leipzig 1929;
Staudinger: Kommentar z. B. G.B. 9. Aufl. VI, 1: Einführungs
geſetz. München 1929; Ungern=Sternberg, O. v.: Die inner
ſeeliſche Erfahrungswelt am Bilde der Aſtrologie. Detmold 1928;
Waſſermann, J.: Lebensdienſt. Leipzig 1928; Studien,
Hi=
ſtoriſche 181—184. Berlin 1928—29; Studien, Münchener
Volks=
wirtſchaftliche. N. F. 4—6. Jena 1928—29: Wiſſenſchaft, die. 66
Wegener, A.: Die Entſtehung der Kontinente und Ozeane.
Braun=
ſchweig 1929; Wiſſenſchaft und Bildung 257: Witte, J.: Das
Jenſeits im Glauben der Völker. Leipzig 1929.
Zeitſchriften:
Annalen des Deutſchen Reichs. 60, 61. 1927—28. München
1928; Anzeigen, Göttingiſche, gelehrte. 190. Berlin 1928;
Archit=
für Gynäkologie 135. Berlin 1929: Archiv für Kinderheilkunde 86
Stuttgart 1929; Archiv für chriſtliche Kunſt 40—43. 1925—28.
Stutt=
gart; Archiv, Graefes, für Ophtalmologie. 119. Leipzig 1928;
Jahr=
buch der Geſ. für die Geſchichte des Proteſtantismus in Oeſterreich
48—50. Wien=Leipzig 1927—29; Jahrbuch, Hiſtoriſches 48. 1928
München; Kirchenblatt, Allgem. für das evangel. Deutſchland
77. 1928. Stuttgart; Nachrichten der Geſellſchaft für
Familien=
kunde in Kurheſſen und Waldeck. 1—3. 1925—28. Kaſſel; Rundſchau,
deutſch=franz. 1. 1928. Berlin; Sammlung der Entſcheidungen und
Gutachten des Reichsfinanzhofes. 23. 24. München 1928; Viertel
ahrsſchrift für Wappen=, Siegel= und Familienkunde. 51—54
Berlin 1925—28; Zeitſchrift für Bücherfreunde. N. F. 20.
Leip=
zig 1928; Zeitſchrift für Ethnologie. 58. 59. 1926—1927. Berlin
1926—29; Zeitſchrift für die geſ. Neurologie und Pſychiatrie. 117.
Berlin 1928; Zeitſchrift für Phyſik. 53. Berlin 1929.
Vom 8. Juli an verleihbar. Vormerkungen werden im Leſeſaal
entgegengenominen.
Camstag, den 22. Juni 1929
— Ehrung eines Darmſtädters. Dr. Karl Weitzel wurde von
der Senckenbergiſchen Naturforſchenden Geſellſchaft durch die
Ernen=
nung zum Sektionär des Senckenberg=Muſeums in Frankfurt
aus=
gezeichnet.
Das Schloßmuſeum iſt von jetzt an auch Samstags geöffnet.
E=
finden Führungen ſtatt: am Sonntag um 11 und 11.30 Uhr
vor=
mittags und an den Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr vormittags und
3 und 3.30 Uhr nachmittags.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Samstag gelangt im Großen
Haus „Fidelio” von Beethoven unter muſikaliſcher Leitung von
Generalmuſikdirektor Dr. Böhm zum letzten Male in dieſer Spielzeit
zur Wiederholung. In den Hauptrollen ſind die Damen Varena,
Harre und die Herren Jäger, Herrmann, Overlack, Biſchoff, Vogt
be=
ſchäftigt. (Mieten L, R, M. Beginn 19.30 Uhr.)
Heute Erſtaufführung: „Aufgang nur für
Herr=
ſchaften” Im Kleinen Haus geht heute Siegfried Gehers „Kleine
Komödie” (Aufgang nur für Herrſchaften) in der Inſzenierung Nolf
Abramczyks (Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp) erſtmalig in
Szene. Die Beſetzung der Rollen iſt folgende: Alfred Rommer: Walter
Klam, Herr vön Baltin: Paul Maletzki, Frau von Baltin: Beſſie
Hoffart, Baſtien: Werner Hinz, Maria: Hanna Rüggold, Daiſy:
Jo=
hanna Blum, ein Kellner: Hugo Keßler, ein Chauffeur: Bernhard
Minetti, Radio: Hermann Gallinger. — Die Erſtaufführung iſt der
Miete E zugeteilt. Diejenigen E=Mieter, die Zuſatzmiete V haben,
werden gebeten, die in dieſer Miete zugeteilten Plätze zu benutzen;
die=
jenigen E=Mieter, die keine Zuſatzmiete haben, erhielten eine
Eintritts=
karte durch die Kaſſe zugeſtellt. Beginn 20 Uhr.
Morgen Sonntag findet im Großen Haus die letzte diesjährige
Aufführung Verdis „Aïda” unter muſikaliſcher Leitung
Generalmuſik=
direktors Dr. Böhm ſtatt. Den Rhadames ſingt Carl Fiſcher=Niemann
(Wiener Staatsoper) als Gaſt, Aida: Roſe Landwehr, Amneris: Anng
Jacobs, Amonasro: Hans Komregg, König: Ernſt Overlack, Ramphis:
Theo Herrmann. Die Vorſtellung iſt der Miete C zugeteilt und beginnt
um 18.30 Uhr.
Kreneks burleske Operette „Schwergewicht”, Saties Pantomime
„Parade” und Franz von Suppés Operette „Die ſchöne
Gala=
thee” gelangen in der Premierenbeſetzung am Montag, den 24. Juni,
um 20 Uhr (Zuſatzmiete VI) zur Wiederholung. Auch in dieſer
Vor=
ſtellung wird unter liebenswürdiger Mitwirkung der bekannten Firmen
die Modenſchau nochmals vorgeführt.
Orpheum. Die erfolgreiche Revue „Schlag auf Schlag”
bleibt nur noch kurze Zeit auf dem Spielplan. Beſonders
her=
vorzuheben iſt der künſtleriſch hochſtehende Tanzakt von Titze
und Taraſſow, ferner die urkomiſche Szene „Dienſtmann Nr. 17‟
welche Stürme von Heiterkeit auslöſt. — Am Sonntag
nach=
mittag um 4 Uhr iſt beſonders arrangierte Jugendvorſtellung:
„Der Wunderſpiegel”, eine Revue für kleine und große Kinder.
Die Prciſe ſind ſehr billig geſtellt: von 30 Pf. bis 1 Mk. ohne
Unterſchied für Erwachſene und Kinder. Auf den Plätzen des
Parketts (1,50 Mk.) hat jeder Beſucher ein Kind frei. (Siehe
Anzeige.)
— Die Ausſtellung „Der ſchöne Meuſch in der Neuen Kunſt”
Darmſtadt, Mathildenhöhe 1929, findet, wie vorauszuſehen war, ein
täglich wachſendes Publikum. Die Anerkennung über die geleiſtete
Arbeit der Vorbereitung und Zuſammenſtellung iſt allgemein.
Auffal=
lend ſtark iſt der Beſuch von auswärts. Schon haben auch die
Beſich=
tigungen durch Kunſtſchulen eingeſetzt. Der originelle, reich
ausgeſtat=
tete Katalog erregt Aufſehen. Die Ausſtellung, über die in allen
deut=
ſchen und ausländiſchen Zeitungen Beſprechungen zu erſcheinen
begin=
nen, rückt Darmſtadt ſo ſtark in den Mittelpunkt des Kunſtintereſſes,
v. H.
wie es ſeit Jahrzehnten nicht der Fall war.
— Vom Tode des Ertrinkens gerettet. Ein des Schwimmens wenig
kundiger Student wagte ſich in das offene Waſſer des Großen Woogs.
Plötzlich verſank er, ohne einen Ton von ſich zu geben. Der
dienſt=
tuende Badewärter Berlieb bemerkte glücklicherweiſe dieſen Unfall
und konnte durch raſches Eingreifen den Verunglückten ſicher ans Ufer
bringen.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landeskheakers
vom 23. bis 30. Juni 1929.
Großes Haus.
Sonntag, den 23. Juni, 18,30 Uhr, Ende 22 Uhr, C 27: „Aüda‟
Oper von Verdi. — Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Montag, den 24. Juni: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 25. Juni, 19,30 Uhr, Ende 22 Uhr, A 27:
„Broadway”. Senſationsſtück von Dunning und Abott.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 26. Juni, 19 Uhr, Ende 22 Uhr, B 27: „
Eg=
mont”. Schauſpiel von Goethe. — Preiſe 1 bis 10 Mk
Donnerstag, den 27. Juni, 19,30 Uhr, Ende 22,30 Uhr, G 18
(Darmſtädter Volksbühne), Gruppe I—TV: „Othello”.
Oper von Verdi. — Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, den 28. Juni, 20 Uhr, Ende 22 Uhr, D 17 (nur für
die=
jenigen D=Mieter, die Zuſatzmiete II haben): „Aufgang
nur für Herrſchaften”. Kleine Komödie von
Sieg=
fried Geher. — Preiſe 0,80 bis 8 Mk.
Samstag, den 29. Juni, 19,30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr, K 19
(Bühnenvolksbund): „Das Kamel geht durch das
Nadelöhr”. Luſtſpiel von Langer. — Preiſe 0,80 bis
8 Mk.
Sonntag, den 30. Juni, 19,30 Uhr, Ende 22 Uhr, E 29: Zum
erſten Male: „Intermezzo”. Oper von Richard Strauß.
Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 23. Juni, 20 Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatzmiete I::
„Aufgang nur für Herrſchaften” Kleine Komödie
von Siegfried Geyer. — Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Montag, den 24. Juni, 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr, Zuſatzmiete
VI”: „Schwergewicht”. Burleske Operette von Krenek.
„Parade”. Pantomime von Satie. „Die ſchöne
Gala=
thee”. Operette von Suppé. — Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Dienstag, den 25. Juni, 20 Uhr, Ende 22,15 Uhr, Zuſatzmiete
T, Gruppe 4 und 5 (Nr. 151—250): „Der treue
Soldat”. Singſpiel von Schubert. „Die
Weiberver=
ſchwörung”. Singſpiel von Schubert. — Preiſe 1,20 bis
6 Mk.
Mittwoch, den 26. Juni: Keine Vorſtellung.
Donnerstag, den 27. Juni, 20 Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatzmiete
III*: „Aufgang nur für Herrſchaften” Kleine
Komödie von Siegfried Geyer. — Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Freitag, den 28. Juni, 19,30 Uhr, Ende 21,30 Uhr: Aufführung
der Opernſchule der Städtiſchen Akademie: „Baſtian und
Baſtienne” Singſpiel von Mozart. „Der Mantel”.
Singſpiel von Puccini. — Preiſe 1 bis 5 Mk.
Samstag, den 29. Juni, 19,30 Uhr, Ende nach 22 Uhr:
Volksvor=
ſtellung zu Einheitspreiſen: „Der Waffenſchmied”
Oper von Lortzing. — Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Sonntag, den 30. Juni, 20 Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatzmiete VI”:
„Aufgang nur für Herrſchaften”, Kleine Komödie
von Siegfried Geher. — Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Bei Erkältungskrankheiten, Rheuma, Gicht, 3
s=
chias, Nerven= und Kopfſchmerzen, haben ſich Togal=Tabletten
her=
vorragend bewährt. Lt. notarieller Beſtätig, anerkennen über 5000
Aerzte die hervorragende Wirkung des Togal. In mehreren hundert
ärztlichen Berichten wird neben prompter Wirkung beſonders die
Unſchädlichkeit hervorgehoben! Togal kann daher mit vollem
Ver=
trauen genommen werden. Ein Verſuch überzeugt! Fragen Sie
Ihren Arzt. In allen Apotheken. „Preis RM. 1.40.
0,46 Chin. 12,6 Lith, 74,8 Aoid. acet. sal. ad 100 Ampl.
— 40 Jahre Evangeliſcher Bund, Zweigverein Darmſtadt. Die
ebangeliſche Bewegung, die vor 40 Jahren nach Beendigung des
Kul=
turkampfes durch Deutſchland ging, fand auch in unſerer Stadt
leb=
haften Widerhall. Es entſtand unter der Mitwirkung und Förderung
des damaligen Oberbürgermeiſters und durch namhafte Männer und
Frauen ein Zweigverein des Evangeliſchen Bundes, der bald einer der
ſtärkſten und angeſehenſten Vereinigungen in unſerer Stadt wurde.
Mit ſeiner ſtarken, ins zweite Tauſend gehenden Mitgliederzahl hat
er noch heute die gleiche Stellung inne. Zur Feier ſeines 40jährigen
Beſtehens plant der Zweigevreine, eine größere evangeliſche
Volksfeier. Sie ſoll am 18. Auguſt, nachmittags, im
Orangerie=
garten ſtattfinden. Den Mittelpunkt der Veranſtaltung wird eine
Wie=
derholung der Feſtbilder von der diesjährigen großen Proteſtationsfeier
in Speher bilden. Drei machtvolle lebendige Bilder: Wittenberg,
Worms, Speyer, ſollen mit der nötigen Umrahmung im Freien geſtellt
werden. Da für die Bilder, die alle drei Maſſenſzenen darſtellen, noch.
zahlreiche Mitwirkende benötigt werden, werden evangeliſche Damen
und Herren jeden Alters gebeten, ſich in die Einzeichnungsliſten (
Buch=
handlung Waitz, Eliſabethenſtraße, und Druckerei Bender, Beſſunger
Straße) einzutragen oder bei dem Vorſitzenden Pfarrer Bergér
Liebfrauenſtraße 6 (Tel. 3164) zu melden. Außer den Bildern wird das
obige Programm, das ſich auf Stunden verteilt, vielerlei Anregung und
Unterhaltung bieten. Der neue Superintendent von Starkenburg, Herr
Oberkirchenrat Dr. Müller, hat ebenfalls eine Anſprache zugeſagt.
— Endgeſchichtliche Vorträge, wird der weit über Deutſchlands
Grenzen bekannt gewordene ehrwürdige D. Traugott Hahn, der
Vater des von den Bolſchewiſten mit vielen treuen Zeugen ermordeten
Märtyrers Profeſſor Hahn aus dem Baltenlande, vom 23.—30. Juni,
jeden Abend 8.30 Uhr, im großen Saale der Stadtmiſſion, Mühlſtraß
24, bei freiem Eintritt halten. Den Vorträgen liegt das Geſamtthema
zugrunde: „Was ſagt uns Gottes Wort von der Wiederkunft Chriſti
zur Vollendung ſeiner Gemeinde und ſeines Reiches”. Auch die
Bol=
ſchewiſtenherrſchaft und die Frage: „Kommt die Weltrevolution?” wird
im Lichte dieſer Vorträge eine klare Beleuchtung finden. Herr Paſtor
D. Hahn hat in vielen Großſtädten dieſe Vorträge unter ungeheurem
Zulauf, beſonders auch der intellektuellen Kreiſe, gebalten.
— Botaniſche Wanderung durch Starkenburg. Die
heimatkund=
lichen Arbeitsgemeinſchaften veranſtalten im Auftrag des Heſſiſchen
Kultusminiſteriums (Führer: Prof. Dr. Spilger und F. Kallenbach=
Darmſtadt) vom 4.—6. Juli, eine botaniſche Heimatwanderung durch
Starkenburg. Für die drei Tage ſind folgende Exkurſionen geplant:
1. Tag: Sandgebiet bei Bickenbach und Hänge der Bergſtraße; 2. Tag:
Granit= und Buntſandſtein=Odenwald (Waldmichelbach=Unterabtſteinach),
Nadelholzanlagen des Grafen Berckheim bei Weinheim; 3. Tag:
Heng=
ſter bei Offenbach. Biologiſch eingeſtellte Lehrer aller Schulgattungen
werden gebeten, ſich ſofort bei ihren vorgeſetzten Behörden (
Schul=
ämter, Direktionen uſw.) zu melden, da die Teilnehmerzahl beſchränkt
iſt. Ebenſo ſind auch botaniſch intereſſierte Heimatfreunde anderer
Be=
rufe als Gäſte willkommen.
Der Bezirksverein Beffungen hält am Montag, den 25. Juni
20,30 Uhr, in der Beſſunger Turnhalle ſeine Jahres=
Hauptverſamm=
lung ab. Da für den Beſſunger Stadtteil intereſſante Fragen zur
Er=
örterung ſtehen, wird um zahlreiches Erſcheinen gebeten. (S. Anzeige.)
Seite 5
* Honnwendfeier der Darmſtädter
Radenienſchaft.
Sonnwendfeier! Der Höhepunkt des Sonnenjahres iſt überſhritten.
Feuer auf Höhen und Bergen künden den Wechſel, mahnen an das
ewige Werden und Vergehen. Und wie von Alters her wird das
Natur=
geſchehen gefeiert. Wie die Ahnen, ſo reicht ſich auch unſer junges
Ge=
ſchlecht unter lodernder Flamme die Hände, leiſtet den ewigen
Treue=
ſchwur: Deutſche zu ſein!
Unter klingendem Spiel zogen geſtern die Korporationen in Wichs
ſowie die freien Studenten und Studentinnen in großer Zahl zum
Bismarckturm, um die traditionelle Sonnwendfeier zu begehen. Der
mächtige Holzſtoß war inmitten des weiten Platzes errichtet, Pechfeuer
flammten an den Ecken zum Himmel empor! Kraftvoll hallte Arndts
„Der Gott, der Eiſen wachſen ließ, der wollte keine Knechte” über die
Höhen. Anſchließend hielt der erſte Vorſitzende der Studentenſchaft
Cand. mach. Walter Buchmann (Korps Chattia) eine Anſprache,
in der er folgendes ausführte:
Es muß zu denken geben, daß Sie ſich alle Jahre in ſolcher Zahl
vor dieſem Bauwerk verſammeln, das die Studentenſchaft in einer
beſſeren Zeit, zu Ehren des großen Reichsgründers errichtet hat; es
muß zu denken geben, daß Sie eben dieſes ſtolze Lied geſungen haben
wie alle Jahre; ein Lied, das entſtanden iſt in einer Zeit, in der
tat=
ſächlich „Die Knechtſchaft ein Ende” hatte. Wie anders iſt heute unſere
Lage, unſere Stimmung. Läßt ſich eine größere Knechtſchaft denken
als die, in der ſich unſer Volk befindet? All unſer Beſitz iſt verpfändet,
unſere Arbeitskraft auf Jahre hinaus; das ganze Volk iſt ein Sklave
fremder Macht. Und Hand in Hand damit geht die unvergleichlich
ſchlimmere geiſtige Knechtſchaft: Unmerklich gewöhnen wir uns mehr
und mehr an landesfremde Feſſeln
Wenn jener Ruf: „Die Knechtſchaft hat ein Ende!” nicht wie einſt
die Freude ausdrücken kann über das Geſchehen, ſo ſei er eben
heute ein Ausdruck unſeres Willens, und die heutige Feierſtunde
ein Anſporn, dieſen Ruf zur Tat werden zu laſſen; — mit anderen
Mitteln freilich, als es die Kommilitonen vermochten, die jenes Lied als
erſte ſangen. — Uns bleibt nur eine Arbeit, unter der wir gar zu
leicht das Ziel aus den Augen verlieren. Noch iſt unſere Arbeit eine
Fronarbeit, und wir werden arbeiten müſſen wie keine andere
Genera=
tion. Nur dem deutſchen Volke blieb es vorbehalten, Arbeit an ſich als
ein Ideal aufzufaſſen. Solches aber iſt nur die Arbeit, die Stück für
Stück dem Vaterlande hilft.
Seien wir diefenigen, die den richtigen Geiſt zu dieſer Arbeit in
alle Schichten des Volkes tragen. Tun wir alles, was wir tun, als
Vorbereitung für die Befreiung des Vaterlandes. Darum gelte, der
täglichen Arbeit, uns in jedem Augenblick vor Augen ſtehend, der alte Ruf
„Burſchen heraus!”
An das Lied „Burſchen heraus”, das gemeinſam geſungen wurde,
knüpfte Se. Magn. Profefſor Dr. Rau an, und beſonders an die
Worte des zweiten Verſes: „Ruft um Hilf die Poeſei, Gegen Zopf.
Philiſterei‟ Eigentlich beſtände ein kraſſer Widerſpruch, ein Kampf
oder ein Gegenſatz zwiſchen Poeſei und Technik, der aber überwunden
werden kann, und daß er überwunden werde, zeige das Feſt, bei dem
ſich Technik und Poeſei ſo wundervoll vertragen. Gerade den Deutſchen
ſei es eigen, die Poeſei zu pflegen, ſie ideal zu verbinden mit der
Kul=
tur, mit dem heutigen techniſierten modernen Leben. Und immerdar
müſſe es Aufgabe ſein, dieſe enge Verbindung zu pflegen zum Wohle
der Menſchheit. Zur Erfüllung dieſer vaterländiſchen Pflicht rufe er:
Burſchen heraus! Das Feuerlied „Flamme empor” erklang zum
Him=
mel auf und der mächtige Flammenſchein des nunmehr entzündeten
Holzſtoßes beleuchtete weithin das Denkmal, an dem die deutſchen
Stu=
denten das Treugelöbnis zum geliebten Vaterlande ablegten. — Cand.
rer elektr. Ulrich Müller (Landsmannſchaft Cheruskia) hielt nun die
Feuerrede, in der er u. a. folgendes ausführte:
Ein herrlich Lied iſt erklungen, aus freier Bruſt iſt es
emporgeſtie=
gen, hat ſich vermengt mit dem Praſſeln des Feuers, dem züngelnden
Spiel ſeiner Flammen. Der Zauber der mitternächtigen Stunde der
Sommerſonnenwende hat uns ergriffen. Wir ſpüren das Atmen der
Natur, die ewige Gültigkeit ihrer Geſetze, die Gewalt ihrer Elemente,
der ſeit Jahrtauſenden unſer, Volk in dieſer weihevollen Stunde ſeine
Ehrfurcht ſichtbar bezeugt.
Eine Fröhlichkeit und Freiheit des Geiſtes hat ſich in uns entzündet.
Wer ſchaffen will, muß fröhlich ſein!‟ Es ſcheinen tauſend Dinge,
die uns das unmöglich machen. Müſſen wir aber bei den vielen
Wider=
wärtigkeiten unluſtig und beengt, mißmutig und verdroſſen werden?
Nein, Kleinigkeiten ſind es, die unſere Leidenſchaften ausbrechen laſſen.
die uns Luſt und Liebe, Mut und Kraft zerſtöcen! Wir dürfen aber
nicht Fröhlichkeit erwarten, wenn es ſich nicht um ein Ding handelt,
das ehrlich gemeint und ehrlich begonnen iſt. Das muß zu einer
Selbſt=
prüfung führen, indem wir unſer Gewiſſen aufs ſchärfſte befragen, ob
ehrlich und frei unſer Beginnen gemeint ſei.
„Wer ſchaffen will, muß fröhlich ſein!” Was liegt darin für eine
Verachtung alles Strebertums, was für ein verächtliches Urteil über
alle die, die qualvoll nach gleißenden Zielen jagen, die, erreicht, wie
Waſſer in den Händen zerrinnen; denen die Mitmenſchen nichts ſind,
wenn ſie ihnen nicht zu ihren Zielen nützen können. Fröhlichkeit
ver=
birgt ſich nicht, ſondern ſie tritt hervor, zündet von Herzen zu Herzen.
Und wenn wir dieſe Stunde der Sommerſonnenwende nicht ſelbſt ſchon
ſo reich erlebten, dann müßte doch allein der Gedanke uns freier machen,
daß zur ſelben Stunde Tauſende von deutſchen Brüdern freudig ihre
Liebe zu Volk und Scholle bekennen. Frohe Menſchen ſind alle
unter=
einander gleich. Nach all dem Schweren der letzten Jahre iſt uns
ge=
blieben und neuerſtanden der Glaube an die Zukunft, der Glaube an
unſer Volk, an uns ſelbſt; ein fröhlicher Glaube, der aber Schaffen,
und zwar ein fröhliches Schaffen, verlangt, das unſerem ganzen Volke
eigen ſein muß und ſo auch uns, denn wir gehören ja mitten hinein.
Volk und Heimatland: Mit ihm ſind wir traurig, mit ihm ſind wir
heiter, ihm gilt unſere Liebe und unſer Opfer; mit ihm ſind wir
ver=
wachſen in alle Zeiten, und das um ſo mehr, weil wir uns frohen
Her=
zens zu ihm bekennen. Dieſes Bekenntn’s wollen wir in dieſer Stunde
erneuern, es in alle Zukunft geloben. — Aus froher Bruſt und jauchzend
erklinge unſer Ruf: Das deutſche Vaterland, es lebe boch!
Begeiſtert ſtimmte die gewaltige Menge in das Deutſchlandlied ein.
Dann zogen die Studenten mit brennenden Fackeln durch den nächt
lichen Wald zur Stadt zurück auf den Paradeplatz, wo unter Abſingen
des alten, ewig=jungen „Gaudeamus igitur” und mit einem Hoch auf
die akademiſche Freiheit die Fackeln zuſammengeworfen wurden.
Eine öffentliche Sitzung des Stadtrates findet am Donnerstag,
den 27. Juni, 17 Uhr, ſtatt mit folgender Tagesordnung: 1.
Erweite=
rung und Verbeſſerung der Waſſerverſorgungsanlagen. 2.
Ausdeh=
nung des Wirkungskreiſes der Abdeckere: Darmſtadt auf den Kreis
Dieburg. 3. Erhöhung der Richtſätze für die Gewährung von
Unter=
ſtüitzungen in der Wohlfahrtspflege; hier: Bereitſtellung der Mittel,
5. Erhöhung der Löhne der ſtädtiſchen Arbeiter, hier: Bereitſtellung
der Mittel. 5. Errichtung eines Anbaues im Kinderheim Waldeck.
6. Aufſtellung einer neuen Kochanlage im Altersheim. 7. Errichtung
eines Heſſiſchen Städteunfallverſicherungsverbandes. 8. Gewährung
eines Zuſchuſſes an den Touriſtenverein „Die Naturfreunde” zur
Dek=
kung des Fehlbetrages der Ausſtellung „Rheiniſche Heimat‟, 9.
Her=
richtung eines Sportplatzes am Oſtbahnhof für die Turngemeinde
Darmſtadt 1846. 10. Mitteilungen.
— Deutſchnationaler Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Die Jugendgruppe trifft ſich zum Abmarſch ins Landheim
zur Sonnwendfeier am Samstag nachmittag 4 Uhr am
Tier=
brunnen. Nachzügler, abends um 8 Uhr an derſelben Stelle. Die
übrige Ortsgruppe trifft ſich zu geſelligem Beiſammenſein mit
Tanz abends um 8 Uhr im Heim der Kaufmannsgehilfen.
In den ersten
zehn Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind
aus-
schließlich mit der reinen, milden
„KINDER
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waschen und baden. Das Kind wird
es ihr einst danken, weil ihm dadurch
später manche Sorge um die
Erhal-
tung seines guten Teints erspart
V bleibt. Nivea-Kinderseiſe ist
über-
ſettet und nach ärztlicher Vorschritt
besonders für die empfindliche Haut
der Kinder hergestellt.
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Sonnengebräunte, gesunde Haut
wollen Sie doch haben. Drum reiben Sie Ihren Körper mit
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ein. Und dann hinaus ins Freie, in Luſt und Sonne.
Nivea-Creme verstärkt die bräunende Wirkung der
Sonnenstrahlen, sie vermindert die Gefahr
schmerz-
haften Sonnenbrandes. Aber trocken muß Ihr Körper
sein. Sie dürfen ihn niemals naß den
Sonnen-
strahlen aussetzen. Und immer vorher einreiben!
Nur Nivea-Creme enthält das
hauf-
pflegende Eucerit, und darauf
be=
ruht ihre einzigartige Wirkung.
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Seite 6
Samstag, den 22 Juni 1929
Nummer 171
Der Kreisobſtbauverhand Darmſtadt
eſichtigte am letzten Sonntag unter überaus ſtarker Beteiligung das
Groß=Umſtädter Verſuchsgut der Heſſiſchen
Landwirtſchafts=
lmmer. Nach kurzer Begrüßung durch Herrn Reg.=Rat Schäfer
bernahm Herr Garteninſpektor Reuſrath die Führung durch das
Nuſtergut. Es iſt das größte ſeiner Art in ganz Deutſchland und
um=
ißt in ſeiner Geſamtfläche 26 heſſiſche Morgen, davon ſind 5000 Qm.
eizbare Glashäuſer und 1000 Qm. Miſtbeetkäſten, letztere teils nach
zeutſchem, teils nach holländiſchem Muſter. Außerdem liegen noch
ab=
ſeits 6,5 Morgen Muſterweinberge. Die ganze Anlage iſt recht
uber=
ſichtlich und läßt ſeine Zwecke ſofort klar erkennen. Zunächſt ſoll gezeigt
werden, wie namentli chdurch Frühkulturen die ausländiſchen
Konkur=
renz bekämpft werden kann; ferner iſt jungen Leuten dort Gelegenheit
gſeboten, ſich in den verſchiedenen Zweigen des Gemüſe=, Obſt= und
Zeinbaues auszubilden; auch werden hier Düngungsverſuche angeſtellt,
iverſe Kulturverfahren erprobt und Erfahrungen geſammelt über
Sortenneuheiten, Obſtunterlagen, Schädlingsbekämpfung u. dgl. Dank
der umſichtigen geſchickten Leitung, aber auch dank der günſtigen
klima=
tiſchen Verhältniſſe und des erſtklaſſigen Bodens werden dieſe Zwecke
in hohem Maße erreicht, und das Verſuchsgut nimmt bereits eine,
füh=
jende Rolle in Deutſchland ein. Gegenwärtig ſtehen etwa 40 000
To=
naten= und ebenſo viele Blumenkohlpflanzen in Kultur, und es iſt eine
zahre Luſt, den überreichen Behang in den Gurkenhäuſern mit ihrer
tropiſchen Luft zu bewundern. Vier Morgen allein ſind mit Bohnen
und Erbſen beſtellt; kurz, alles wird aufs vorteilhafteſte ausgenützt,
und die bisherige Ernte ergab bereits zirka 22 000 Salatgurken, 25 000
Kopfſalat, 10 000 Kohlrab:, 50 000 Radies und 500 Pfund Bohnen. Sie
wurden mit guten Preiſen abgeſetzt, und für die noch zu erwarrende
Frnte iſt der Abſatz bereits geſichert. — Die Bodenbearbeitung geſchieht
in modernſter Weiſe mittels größerer und kleinerer Bodenfräſen, und
für die Bewäſſerung iſt eine automatiſch arbeitende Beregnungsanlage
vorhanden. Das Waſſer hierzu wird neuerdings durch eine eigene
Pumpſtation aus zwei Brunnen befördert mit einer Maximalleiſtung
von 120 Kubikmerern pro Tag. Auch eine Badeeinrichtung für das
Perſonal iſt vorhanden.
Aus allem geht hervor, daß es ſich bei dem Verſuchsgut um eine
Muſterwirtſchaft handelt, die offenbar auch als rentabel anzuſprechen
iſt. — Nach der Beſichtigung gab es noch ein gemütliches
Zuſammen=
fein in verſchiedenen Gaſthäuſern. In einem derſelber, hatte auch eine
Abteilung des Männergeſangvereins Groß=Umſtadt durch hübſche
Lie=
dervorträge für die Unterhaltung der Gäſte geſorgt.
— Vergeßt die Anſchaffung der Rückſtrahler nicht. Wie bereits vor
geraumer Zeit gemeldet, iſt vom 1. Juli an auch für Heſſen laut
polizei=
licher Vorſchrift bei jedem Fahrrad oder Kraftrad ein hinteres
Leucht=
zeichen (Rückſtrahler bzw. „Katzenauge”) erforderlich. Es ſind nur ſolche
Leuchtzeichen zugelaſſen, die den Prüfungsvermerk der amtlichen
Prüf=
ſtellen der verſchiedenen deutſchen Länder tragen, weil ſonſt keine
Ge=
währ gegeben iſt, daß die Leuchtzeichen den Anſprüchen genügen. Jeder
Beſitzer eines Fahrrades oder Kraftrades ſei nochmals an die
beſchleu=
nigte Anſchaffung des Leuchtzeichens erinnert, da die Unterlaſſung eine
Polizeiſtrafe nach ſich zieht. Der überwiegende Teil der Zweiräder in
Heſſen iſt inzwiſchen mit Leuchtzeichen verſehen worden. Schon jetzt
zeigt ſich die außerordentliche Zweckmäßigkeit dieſer Neuerung, die zu
einer bedeutenden Erhöhung der Sicherheit des Verkehrs, namentlich
auf den Landſtraßen, bei Nacht beiträgt.
— Ein zweiter Ferienſonderzug von Frankfurt a. M. nach Baſel
und Konſtanz. Mit Rückſicht darauf, daß der am 14. Juli von Frankfurt
nach Baſel-Konſtanz verkehrende Ferienſonderzug bereits ausverkauft
iſt und eine größere Anzahl Beſtellungen auf Fahrkarten nicht
befrie=
digt werden konnte, ſoll am 16. Juli ein weiterer Ferienſonderzug
von Frankfurt nach Baſel und Konſtanz bei ausreichender Beſetzung
gefahren werden. Beſtellungen für dieſen Zug können ſofort bei der
Fahrkartenausgabe Frankfurt a. M.=Hauptbahnhof eingebracht werden.
*p. Kleine Strafkammer. Wieder wird ein Autounfall, diesmal
ein Zuſammenſtoß mit einem entgegenkommenden Motorradfahrer,
ver=
handelt. Der Vorfall ereignete ſich in Fraunauſes am Wirtshauſe „Zur.
ſchönen Ausſicht” am Sonntag, den 12. Februar 1928, gelegentlich einer
Autoſpazierfahrt eines Frankfurter Kaufmanns mit dem Ziele
Heidel=
berg, bei ſtürmiſchem und regneriſchem Wetter. Die Anklage betont,
der Autofahrer habe die rechte Straßenſeite nicht eingehalten. Der
Motorradfahrer, der einen Rippenbruch und andere Verletzungen erlitt,
wude zunächſt nach ſeinem Wohnort Heubach verbracht. Das
Amts=
gericht Groß=Umſtadt hat auf 100 Mark Geldſtrafe erkannt. Berufung
hat nur der Angeklagte eingelegt; er iſt alter Fahrer, der ſeit 18
Jah=
ren Auto fährt. Nach ſeiner Angabe fuhr er einen neuen Wagen. Der
Angeklagte, der über die Ausſichtsloſigkeit der Berufung vom
Sachver=
ſtändigen belehrt wird, nimmt die Berufung zurück. — 2. Ernſt Lewin,
Proviſionsreiſender von Berlin, der wegen Vergehens gegen die
Reichs=
verſicherungsordnung angeklagt iſt, iſt vom Erſcheinen an der
Gerichts=
ſtelle entbunden; er ſoll in den Jahren 1925 und 1986 ſchuldige
Ver=
ſicherungsbeiträge nicht abgeführt haben. Gegen einen Strafbefehl über
400 Mark hat er Einſpruch eingelegt, der verworfen wurde. Es handelt
ſich um eine in Dudenhofen unterhaltene Betriebsſtätte. Berufung iſt
von beiden Seiten eingelegt. Der Angeklagte gibt die Nichtabführung
zu, ſucht ſie aber durch die wirtſchaftlichen Verhältniſſe zu erklären,
Die Verteidigung betont in erſter Linie, daß der frühere
Geſchäfts=
inhaber, der als Geſchäftsführer (Stellvertreter) fungiert habe, für die
Nichtabführung verantwortlich ſei. In zweiter Linie wird um
Herab=
ſetzung der Strafe angeſichts der Kriſe auf dem Ledermarkt gebeten.
Das Urteil erkennt auf eine Geldſtrafe von 200 Mark.
p. Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren in der Stadt
Darm=
ſtadt. Die Frage der Rechtsgültigkeit und Nechtmäßigkeit der von der
Stadtverwaltung erlaſſenen Ortsſatzung und Gebührenordnung vom
). Juni 1928 (vgl. Nr. 180 vom 30. Juni 1928) wird demnächſt den
Verwaltungsgerichtshof beſchäftigen. Für die an die ſtädtiſche
Kanaliſation nicht angeſchloſſene Hofreite
Blumen=
thalſtraße 45 hat die Stadtverwaltung für das Nechnungsjahr 19=
Kanalbenutzungsgebühren angefordert wogegen der Eigentimer den
Provinzialausſchuß angerufen hat. Dieſer hat die Klage abde” ſeu,
wogegen Berufung an die höchſte Inſtanz erfolgt iſt.
Die dierunter urtcheinenden Nohizen ſind auzſchließlich als Hinweiſe auf Nnzeigeit zu befrachten
keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſt.
— Im Hotel Prinz Heinrich findet Samstag und Sonntag
Gartenkonzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.
— Schuls Felſenkeller. Heute Samstag, 22. Juni, 8 Uhr
abends, findet in Schuls Felſenkeller wieder ein Künſtlerkonzert,
aus=
geführt von einem Enſemble des Stadtorcheſters, ſtatt. (Siehe Anz.),
— Orangeriegarten. Sonntag, 23. Juni, abends 8 Uhr,
findet im Orangeriegarten ein großes volkstümliches Konzert,
ausge=
führt vom Stadtorcheſter unter Leitung von Kapellmeiſter W. Schlupp
ſtatt. Der Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.
— Vereinigung früherer Leibgardiſten, Darmſtadt.
Am Sonntag, 23. Juni, vormittags 9 Uhr, treffen die Kameraden der
Ortsgruppe Offenbach a. M. zum Beſuche in unſerer Stadt ein, wovon
wir unſere Mitglieder hiermit in Kenntnis ſetzen. Nachmittags ab
2 Uhr gemütliches Zuſammenſein auf dem Kronenbräu=Keller.
Die=
burgerſtraße, bei großem Konzert. Eintritt frei. (Siehe heutige Anz.)
— Johannisnacht im Heſſiſchen Hof. Heute Samstag,
den 22. Juni, findet das nächſte Konzert des Reichsbundes ehemaliger
Militärmuſiker und Math. Webers perſönlicher Leitung ſtatt. In dem
Rahmen einer Johannisnacht wird ſich der Abend ſehr intereſſant
ge=
ſtalten und das Programm dieſer Veranſtaltung angepaßt ſein:
Glüh=
würmchen=Idyll, Barcarole aus „Hofmanns Erzählungen”, Japaniſcher
Laternentanz, Neavolitaniſche Weiſen ergeben das Stimmungsbild. Der
Gilbertſche Foxtrott=Schlager „Mädel, heut” iſt Johannisnacht”, wird
natürlich auch nicht fehlen. (Näheres im Anzeigenteil.)
— Di= Freireligiöſe Gemeinde und der Verband für
Freidenkertum veranſtalten heute Samstag ihre diesjährige
Sonnwend=
feier auf dem Eberſtädter Sportplatz im Walde. Abmarſch mit Muſit
um 8 Uhr von der Beſſunger Turnhalle. Jedermann frdl. willkommen.
Tageskalender für Samstag, den 22. Juni 1929.
Hefſ. Landesthaater Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr, Ende
22,15 Uhr, I. 28, R 18, M 6: „Fdelio‟. — Kleines Haus, Anfang
20 Uhr, Ende 22 Uhr, B 28: Aufgang nur für Herrſchaften”.
Orpheum, abends 20.15 Uhr, Revue: „Scklag auf Schlag‟. —
erte: Schloßkaffee, Hotel Schmitz, Reichshof Sportplatz=
Konz
Reſtaurant, Kaffee Ganßmann, Bockshaut, Rummelbräut. Alte Poſt,
Rofengarten, Hotel Pvinz Hün ich, Zum Kaplan. — Wiener
Kronenbräukeller, abends 2 Uhr: Großes Konzert.
Heſſ. Hof, abends 20 Uhr: Konzert, „Johannisnacht”
pers Platanengarten, abends 20 Uhr: Konzeut.
Schuls Felſenkeller, abends 20 Uhr: Konzert. —
Mathil=
denhöhe, 10—18 Uhr, Ausſtellung: „Der ſchöne Menſch‟.
ginovorſtellungen: Umion=Theader, Pglaſt=Lichtſpiele,
Das Heu als Branderreger.
Jahr für Jahr kommt es zu zahlreichen verhängnisvollen
Gehöft=
bränden infolge der Selbſtentzündung des Heues. Die Gefahr iſt
be=
ſonders dann groß, wenn ſich längere Zeit hindurch regenreiche
Witte=
rung eingeſtellt, die ein trockenes Einbringen des Heues oftmals zur
Un=
möglichkeit macht. Sehr oft entzündet ſich zwar der Heuſtock nicht, aber
den Folgen der ſtarken Gärungshitze kann vorgebeugt werden durch
zweck=
mäßige Anlegung des Heuſtocks, durch Einlegen von Strohbündeln, ſowie
durch Einſtreuen von Viehſalz in verregnetes Futter.
*Wixhaufen, 21. Juni. Das Landwirtſchaftsamt Darmſtadt
beab=
ſichtigt, am Sonntag, den 23. Juni, nachmittags 3 Uhr, einen
Ge=
markungsrundgang in hieſiger Gemeinde abzuhalten. Treffpunkt am
Bahnhof.
Aa. Eberſtadt, 21. Juni. Villenkolonie „Ludwigshöhe”.
Zu Beginn diefer Woche fand, im Kaffee Henn in der Villenkolonie
eine Ausſprache der Anwohner der Villenkolonie mit der
Gemeinde=
verwaltung Eberſtadt ſtatt. Die Beſprechungen wurden von dem in der
Villenkolonie wohnhaften früheren Bürgermeiſter Voigtländer
geleitet. Die Fragen drehten ſich in der Hauptſache um den
Polizei=
ſchutz für die Kolonie den Feuerſchutz, die Müllabfuhr, die
Kanali=
ſation uſw. Für die Gemeinde Eberſtadt war u. a. Bürgermeiſter Dr.
Uecker erſchienen, der verſprach, der Villenkolonie nach Möglichkeit
entgegenzukommen. Der von den Koloniebewohnern geäuße te Wunſch
auf Stellung eines Beigeordneten für die Villenkolonie werde jedoch
nicht durchzuſetzen ſein. Auch Gas= und Elektrizitätsfragen wurden
beſprochen. — Schießſtand=Eröffnung. Die „
Soldatenkame=
radſchaft” Eberſtadt, die das Kleinkaliberſchießen eifrig pflegt, hat
hinter dem Sportplatz im Griesheimer Walde einen neuen modernen
Schießſtand angelegt. Der Schießſtand iſt 50 Meter lang und äußerſt
praktiſch angeordnet. Beſondere Verdienſte um ſein Zuſtandekommen
haben ſich Förſter Kirſcher, Schreinermeiſter Fließ und
Bauunter=
nehmer Rückert erworben. Aus Anlaß der Eröffnung und Einweihung
des neuen Schießſtandes findet am Sonntag nachmittag ein
Eröffnungs=
ſchießen ſtatt. — Aus den Turnvereinen. Der Turnverein
1876 E. V. unternimmt am kommenden Sonntag ſeine 6. Wanderung
nach Mainz—Aßmannshauſen—Niederwalddenkmal—Rüdesheim. Von
Mainz nach Aßmannshauſen und zurück wird mit dem Schiff gefahren.
— Die „Turngeſellſchaft E. V.” hält am Samstag abend im „
Berg=
ſträßer Hof” eine wichtige Mitgliederverſammlung ab, die ſich mit dem
Gauturnfeſt befaßt. — Der Geſangverein „Frohſinn 1842
begibt, ſich am kommenden Sonntag nach Elsheim bei Bingen auf
einen Geſangswettſtreit. Eine Hauptprobe findet am Samstag abend
im Vereinslokal „Bergſträßer Hof”, ſtatt.
F. Eberſtadt, 21. Juni. 44. Gauturnfeſt des Main=
Rod=
gaues im Südweſtdeutſchen Turnverband (allgem.
Deutſcher Turnerbund). Am Mittwoch abend fand im
Gaſt=
haus „Zum Mühltal” (Klenk) die dritte Sitzung des geſchäftsführenden
Ausſchuſſes unter dem Vorſitzee des erſten Feſtpräſidenten, Altbürger
meiſter Karl Schäfer, ſtatt. In dieſer Sitzung berichteten die
Ob=
männer der einzelnen Feſtausſchüſſe über die inzwiſchen weiter
geleiſte=
ten Vorarbeiten zur Durchführung des Gauturnfeſtes, das am 6., 7. und
8. Juli 1929 in Eberſtadts Mauern gefeiert werden wird. Die
Turn=
geſellſchaft e. V. als feſtgebender Verein wird im Verein mit den
Feſt=
ausſchüſſen — das ging aus dem ganzen Verlauf der Sitzung hervor
alles aufbieten, das Feſt würdig auszugeſtalten und den in großer Zahl
zu erwartenden auswärtigen Turnfreunden und Feſtgäſten einen
ange=
nehmen Aufenthalt zu gewährleiſten. Die ſchwierige Quartierfrage hat
ſich entgegen den urſprünglichen Ausſichten in beſter Weiſe geregelt.
Ein Ehrenausſchuß, in den prominente Perſönlichkeiten Eberſtadts
be=
rufen worden ſind, iſt gebildet worden, ferner wurde erreicht, daß die
örtlichen Geſangvereine das Feſt durch das deutſche Lied verſchönern
helfen. Die Feſtmuſik iſt dem Muſikverein „Edelweiß” übertragen
wor=
den. Der diesbezügliche Vertrag wurde gutgeheißen. Das
Feſtpro=
gramm konte endgültig aufgeſtellt werden und wird in der nächſten
Woche in der Preſſe veröffentlicht. Zum Feſte wird außerdem ein
klei=
nes Feſtſchriftchen erſcheinen, aus dem alle Einzelheiten, die das Feſt
betreffen, zu erſehen ſind. Mit dem Vorverkauf der Eintrittskarten wird
am kommenden Sonntag fortgefahren werden. Die Vollverſammlung,
als Abſchluß der Sitzungen der Feſtausſchüſſe, findet am Mittwoch, den
3. Juli, bei Allekotte ſtatt. Um 12 Uhr ſchloß der Feſtpräſident die
anregend verlaufene Sitzung mit einem dreifachen „Gut Heil!”.
Cp. Pfungſtadt, 21. Juni. Preiserhöhung für
Rind=
fleiſch. Die Vereinigten Metzger Pfungſtadts haben den Preis für
ein Pfund Rindfleiſch 1. Qualität auf 1,20 und 2. Qualität auf 1 RM.
feſtgeſetzt. Lenden und Roaſtbeef ohne Knochen koſtet 1,60 Mk.
Ringerſieg. Die Ringermannſchaft des „Sportvereins Siegfried”
errang bei den Pokalmannſchaftskämpfen in Lampertheim (anläßlich
des 25. Stiftungsfeſtes des dortigen Stemm= und Ringklubs) unter 8
Mannſchaften den zwveiten Preis.
4a. Eſchollbrücken, 21. Juni. Heugrasverſteigerung. Am
kommenden Montag (24. Juni), nachmittags, findet ſeitens der
Ge=
meinde Eſchollbrücken die Heugrasverſteigerung von den
Gemeinde=
wieſen in ca. 60 Loſen an Ort und Stelle ſtatt.
Ak. Nieder=Namſtadt, 21. Juni. 25jähr. Jubiläum der
Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz.
Das Programm für das am komenden Samstag und Sonntag
ſtart=
findende Jübiläumsfeſt ſteht nunmehr endgültig feſt. Am Samstag
abend, beginnend um 8,30 Uhr, findet im Saale „Zum goldenen Anker”
(Fiſcher) ein re chhaltiger Feſtkommers ſtatt. Hierbei wirken mit die
beiden hieſigen Turnvereine, ſowie die 3 Geſangvereine. Es gelangen
ferner zur Aufführung „Ein Notes Kreuz=Spiel” in 2 Bildern und
einem Schlu ßakt von Chr. Wambold, und das Theaterſtück „Die Sonne
bringt es an den Tag‟. Verſchönt wird der Abend durch Muſikſtücke.
Der Feſtſonntag vormittag beginnt mit einer Totenehrung auf dem
Friedhof. Um 10.45 Uhr findet unter Führung eines der hieſigen
Ko=
lonnenärzte eine Beſichtigung des Krüppellehrlingsheims und der
Epi=
leptiſchen Anſtalt ſtatt. Nachmittags 2 Uhr geht alsdann eine größere
Uebung vor ſich, der folgende Annahme zu Grunde gelegt iſt: „Im
Keſſelhaus der Odenwälder Hartſteininduſtrie erfolgt eine größere
Exploſion, wodurch mehrere Perſonen ſchwer verletzt werden. Durch
die Erſchürterung veranlaßt, kommen im Steinbruch Erd= und
Stein=
rutſchungen vor, wobei mehrere Arbeiter verſchüttet und ſchwerer oder
leichter verletzt werden. Die hieſige freiwillige Sanitätskolonne wird
ſofort alarmiert. Da dem Kolonnenführer die Zahl der Verunglückten
als eine ſehr große geſchildert wird, ſieht er ſich veranlaßt, die zufällig
bei einer Feier anweſende Kolonne Roßdorf mit zu glarmieren. Bei
der Retrungsaktion erweiſt ſich, daß eine größere Anzahl der Ver
letzten dem Krankenhaus in Darmſtadt zugeführt werden muß. Die
Straße zwiſchen Nieder=Ramſtadt und Darmſtadt iſt für den Fuhr
werksverkehr geſperrt. Die Kolonne iſt daher gezwungen, die
Ver=
letzten am nahegelegenen Friedhof in einem Güterwagen zu verladen, um
dieſe mit dem inzwiſchen eingelaufenen Perſonenzug nach Darmſtadt
zu überführen.” Bemerkt ſei, daß ſich die Uebung unter Aufſicht eines
Kolonnerarztes und des Inſpekteurs der Provinz Starkenburg abſpielt.
Nieder=Ramſtadt—Traiſa, 21. Jumi. Die hieſige Ortsgruppe des
Deutſchnatſonalen Handlungsgehilfen=Verbandez
D. H. V.) beranſtalltet am Samstag, den 22. Jumi, im Gaſthof zum
Löwen (Gortenſaal) Nieder=Namſtadt einen Famülienabend. Herr
Gouvernementsſekvetär. Dietz, allſeitig bekannt und beliebt, wird uns
aus ſeinen oſtafvikgniſchen Erlebniſſen erzählen. Das Männerquartett
unſerer Darmſtädver Gruppe wird Volkslieder ſingen. Alle Mitglieder
und dern Angehörüige Freumde und Förderer, Anhänger des
Kolonial=
gebankens ſind herzlichſt eingeladen. Der Vortpag beginnt um 8 Uhr
abends uund bitten wir im Intereſſe der auswärtigyn Gäſte um
pünkt=
liches Erſcheinen. Gin Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Der
Unter=
baltungsabend verſpricht ein äußerſt geſelliger und mtereſſonter z
werden.
G. Ober=Ramſtadt, 21. Juni. Rege Badetätigkeit herrſcht
rrzeit im hieſigen Schwimmbad. — Ausflug der Volksſchule.
Am Freitag, den 5. Juli wird die hieſige Volksſchnule eimen Ausflug an
den Rhem unternehmen. Die Fahrt mit dem Schiff ſoll in Mainz
be=
ginnen und talwärts nach St. Goar führen. Dort iſt ein Aufenthalt
von zwei Stutnſden zur Beſichligung der Lorelei vorgeſehen. An dem
Ausflug können auch die Eltern und Angehörigen der Kinder teilnehmen.
Anmeldungen hierzu und weitere Auskunſt bef den Lehrerinmen und
Lehrern bis zum 29. Juni. — Turnverein D. T. An der Samstag,
den 22. b. M. bei Reinheim ſtattfindenden Sonnenwendfeier des Main=,
Rchein= uund Odenwalld zaues beteiligt ſich auch der Turnberein 1877,
e. V., Ober=Ramſtadt. Ebenſo am Jugendtreffen am Sonntag, de
B3. Juni, am Ringwall im Walde oberhalb von Lichtenberg. Z
Sonnenwendfeier gemeinſame Abfahrt 7.13 Uhr, Bahnhof Ober=Ram=
Dormſtädter Hof, Stadt Malaaa, Walldſckhlößchen, Spaniſche Bodega, ſtadt. Zum Jugemdtreffen Zuſammenkunſt Sonntag vormittag 8 Uhr,
an der Tumhalle, Wehrſtraße, von da Mauſch über Rohrbach nach
Lichtenberg. Nege Beteiligung erwünſcht.
Filmvorfüh=
— Rip= ungen. In der hieſigen Lichtbildbühne läuft ab Freitag, den 21. Juni,
der deutſche Großfilm „Brandſtifter Europas”, der allerorts großen
Beiſall gefunden.
Hirſchhorn, 21. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
20. Inni: 0,82 Meter; am 21. Juni: 0,80 Meter. (Morgens 5 Uhr.)
Die Preſſeſtelle bei dem Herrn Staatspräſidenten teilt amtlich
fol=
gendes mit:
Im Verlaufe der Auseinanderſetzungen im Gemeinderat von
Michel=
ſtadt wurde von dem damaligen ſtellvertretenden Präſidenten der
Ober=
rechnungskammer eine Auskunft über die Rechnungsſtellung in
Michel=
ſtadt erteilt, die auf Grund eines Verſehens eines Unterbeamten der
Oberrechnungskammer unvollſtändig und um deswillen nicht in allen
Teilen richtig war. Die hieraus entſtandenen Differenzen wurden unter
den Beteiligten durch Ausſprache beigelegt.
Die kurze Zeit ſpäter von der Oberrechnungskammer amtlich
ver=
öffentlichte Notiz, die in mehreren Zeitungen Aufnahme fand, war
eben=
falls Gegenſtand eingehender Beſprechungen. Es wurde dabei feſtgeſtellt,
daß die Notiz in weſentlichen Teilen auf einer irrtümlichen Auffaſſung
von Staatsbehörden beruhte. Nach Aufklärung dieſes Sachverhaltes
und nach der ordnungsgemäß durchgeführten Viſitation der Stadtkaſſe
Michelſtadt, die vorgeſehen und auch vom Bürgermeiſter beantragt war,
und bei der die Buchführung in Ordnung befunden wurde, konnten auch
die durch die Veröffentlichung der Oberrechnungskammer entſtandenen
Beſchwerden durch Ausſprache befriedigend beigelegt werden.
* Michelſtadt, 21. Juni. In einer Offenbacher Meldung hatten
wir letzthin über den Schaden berichtet, welcher der Stadt Offenbach aus
den Verluſten der Frankfurter Gasgeſellſchaft erwachſen iſt und
hinzu=
geſetzt, daß die Stadt Michelſtadt, die ihr Gaswerk für 300 000 Mark an
Frankfurt abgetreten habe, ſich in ähnlicher Lage befinde. Hierzu
ſchreibt uns die Bürgermeiſterei Michelſtadt: 1. Die Stadt Michelſtadt
hat ihr Gaswerk nicht an die Frankfurter Gasgeſellſchaft, ſondern an
die Südweſtdeutſche Gas=A.=G. verkauft. 2. Die Stadt Michelſtadt iſt
nicht Aktionär der Frankfurter Gas=Geſellſchaft, kann alſo auch nicht an
deren Verluſten beteiligt ſein. 3. Zwiſchen der Stadt Michelſtadt und
der Frankfurter Gasgeſellſchaft beſtehen in bezug auf das Gaswerk
Michelſtadt keinerlei Verbindungen. — Wir bringen dieſe Ausführungen
der Bürgermeiſterei Michelſtadt ſehr gerne zur Kenntnis unſerer Leſer.
Trotzdem die Bürgermeiſterei Michelſtadt hie etwas berichtigt, was wir
garnicht behauptet haben. Wir haben weder behauptet, daß die Stadt
Michelſtadt ihr Gaswerk an die Frankfurter Gasgeſellſchaft verkauft
habe, ſondern lediglich, daß ſie es an Frankfurt verkauft habe. Die
Südweſtdeutſche Gas=A.=G. aber hat bekanntlich ihren Sitz in Frankfurt.
Wir haben auch nicht behauptet, daß die Stadt Michelſtadt Aktionär
der Frankfurter Gasgeſellſchaft iſt und haben auch keine Verbindungen
der Stadt Michelſtadt mit der Frankfurter Gasgeſellſchaft konſtruiert.
Bl. Groß=Zimmern, 21. Juni. Generalverſammlung des
Raiffeiſenvereins Groß=Zimmern. In der im Baſthaus
„Zur Linde” abgehaltenen Hauptverſammlung wurde die Bilanz für
das abgelaufene Geſchäftsjahr 1928 zur Verleſung gebracht. Dieſe
ſchließt ab mit einem Reingewinn von 6 057,80 Mk. Aus dem durch den
Vorſitzenden Angermeier erſtatteten Geſchäftsbericht war zu entmehmen,
daß die Genoſſenſchaft einen Aufſchwung genommen hat. Er begrüßte
die erſchienenen Mitglieder, ſowie als Gäſt= dem Ehrenvorſitzenden des
Vereins, Herrn Polizeiſekretär Krauß, Babenhauſen, und Heurn Dr.
(S=
Rohr vom Reviſſionsverband Ludwigshafen. Getceu den Genoſſenſche
grundſätzen ſind die Darlehen im. Betrag von zürka 85 000 Mk. zum
greßten Teil in wertbeſtändigen Hypotheken und
Bürgfchaftsſchuld=
ſcheinen innerhalb des Vereins angelegt. Der Warenverkehr hatte inen
größeren Umſatz zu verzeichnen. Rechnung und Bilanz wurden, ohne
Beanſtandung genehmigt und dem Rechner und Borſtand unter Worten
des Dankes für treue und gewiſſenhafte Genoſſewichaftsarbeit Entlaſtung
erteilt. Der Vorſchlag der Verwaltung, 2781 Mk. der Betriebsrücklage,
zirka 720 Mk. dem Reſervefonds, der jetzt 3500 Mk. beträgt, zuzuweiſen,
00 Mk. auf Gebäude und 420 Mk. auf Waren abzuſchreiben, wurde
einſtimmig genehmigt. Neu in dem Vorſtand wurde Herr Goh. Eck 3.
gewählt. Hem Dr. Rohr hielt einen längerin feſſelnden Vortrag üt
allgemeine Tagesfragen. Beifällig wurde die Mitteilung aufgenommen,
daß der Reviſionsverband Luwigshafen zur (injährigen Reviſion
über=
gegangen iſt. Die anregend verlaufene Verſammlung wurde mit dem
Dank der Mitglieder für die im Jahre 1928 geleiſtete
Wiederaufbau=
arbeit geſchloſſen.
r. Babenhauſen, 21. Jumi. Großes Sängerfeſt. Der hieſige
Volkschor begeht vom 6. bis 8. Julit d. J. die Feier ſeimer 25jährigen
Beſtehens und verbindet damit feine erſte Fahnenweihe. Gleichteitig
wurde dem Verein das diesjährige Bezirksſiſt übertragen. Die
Vor=
bereitungen dazu ſind ſeit Wochen in vollem Gange. Der Feſtausſchuß
iſt bemüht, für ein gutes Gelingen die beſten Vorausſetzungen zu
ſchaf=
fen. Zum Feſtplatz iſt die herrliche Ulmen= und Kaſtamienallee, die nach
Harreshauſen führt, gewählt. Der verausſichtlich bis dahin fertiggeſtellt
Waſſertumm wird einen architektonüiſch wirdungsvollen Hintergrund
dar=
ſtellen. Das Feſtpvogramm iſt ſehr reichhaltig. Fackelzug, Maſſenchöve.
der Bezülsvereine, Feuerwerk, Fahnenweihe und als künſtleriſcher
Höhepunkt ein Konzert, zu dem der Volkschor Egelsbach, einer der
leiſtungsfähigſten Brudervereine mit 150 Sängevinnen und Sängern,
gewonnen iſt. Dem Konzert, das am Sonntag vormittag im Großen
Saalbau Heß ſtattfindet, gehen Maſfenchöre auf dem Morktplatz voraus.
— Beedenkirchen 21. Juni. Auch in dieſem Jahre läßt das
Land=
wirtſchaftsamt Darmſtadt wieder einen Gemarkungsrundgang in hieſiger
Gemeinde abhalten. Derſelbe findet am Sonntag, den 23. Juni,
nach=
mittags 3 Uhr, ſtatt.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 21. Juni. Heuernte. Bei ſchönſtem
Wetter hat dieſe Woche die Heuernte faſt allgemein eingeſetzt. Das bis
jetzt eingebrachte Heu iſt von wunderbarer Farbe und ebenſolcher
Be=
ſchaffenheit. Wohl läßt die Menge zu wünſchen übrig, an ihr ſpürt man
eben das ſpäte Frühjahr mit ſeiner langen Trockenheit, die beim
Boden=
gras, das üppige Wachstum verhinderte. Wenn auch der Regen der
ſpäteren Zeit einiges ausglich, ſo liegen die Mahden eben doch noch
ziemlich dünn. Auch im Gebirge raſſeln nun mehr Maſchinen als vor
einigen Jahren, man macht ſich die Fortſchritte der Technik auch mehr
und mehr zunutze, da Mähen eine ziemlich mühſame Arbeit iſt. Nicht
nur Mäh=, ſondern auch Wend= und Rechenmaſchinen kommen mehr und
mehr in Betrieb. Der lange Winter und das lange kalte Frühjahr
haben die Heuvorräte aufgezehrt, möchte weitere gute Witterung dazu
beitragen, das vorhandene Gras reſtlos als gutes Futter einzubringen.
Bl. Erlenbach bei Fürth, 20. Juni. Schwerer Unglücksfall.
Geſtern mittag ereignete ſich im hieſigen Syenitwerk ein ſchwerer
Un=
glücksfall. Der Mitinhaber und Leiter des Werkes Herr Johannes
Bitſch geriet auf noch nicht aufgeklärte Weiſſe zwüſchen die Walzen des
veuerbauten Brechers, der zur Herſtellung von Teerarus dient. Dem
Unglücklichen wüde der rechte Arm bis über den Ellenbogen hinaus
zermalmt, ſo daß er ihm im Krankenhaus zu Heidelberg ſofort amputert
werden mußto.
Ce. Seeheim, 21. Juni. Vom Obſtgroßmarkt G. m. b. H
Die Spargelernte geht ihrem Ende entgegen, trotzdem beträgt die
An=
fuhr täglich immer noch 20 bis 25 Zentner. Der Preis bewegte ſich
zwiſchen 50 und 75 Pfg. Im ganzen wurden über 1000 Zentner auf
den Markt gebracht. Augenblicklich iſt die Kirſchenernte in vollem Gang.
125 bis 150 Zentner werden täglich zuſammengetragen, am letzten
Freitag ſogar 153 Zentner. Während die Händler anfangs 60 Pfg.
zahlten, gelten die Kirſchen jetzt 20 bis 30 Pfg. Auch beträchtliche
Men=
gen Erdbeeren wurden in den letzten Tagen angeboten. Täglich 6 bis
10 Zentner. Dank des milden Klimas brachte man ſchon vor 3 Wochen
die erſten Freilanderdbeeren, für die 1,70 Mark erlöſt wurden. Welch
großen Zuſpruchs ſich unſer Markt erfreut, beweiſt die tägliche
Auto=
kolonne der zahlreichen Händler in der 200 Meter langen
Wilhelm=
ſtraße. Nicht nur aus Darmſtadt, Groß=Gerau Mainz und Frankfurt
kommen ſie, ſondern auch aus Babenhauſen, Butzbach und ſelbſt aus
Eiſenach. Aus Seeheim und Umgegend ſind elf Großaufkäufer, die täe
lichen Beſucher des Marktes. Die Kirſchenſchau zu Zwingenberg am 22.
und 23. d. M. beſchickt die Genoſſenſchaft mit Erzeugniſſen von 38
Mit=
gliedern, was nur dem Obſtreichtum der großen Gemarkung Seeheim
zu danken iſt. Während Samstags kein Markt ſtattfindet, iſt die
Markt=
zeit immer noch täglich bis 3,30 Uhr, nur Freitags bis 6,30 Uhr und
Sonntags bis 1 Uhr.
Bb. Bensheim, 20. Juni. Mit großer Freude wird hier und im
ganzen Lautertale die Fertigſtellung der Hauptverkehrsſtraße nach
Lindenfels begrüßt, die früher erfolgt iſt, als anzunehmen war, ſo daß
die Sperrung der Straße zwiſchen hier und Schönberg, wie ſie zuletzt
noch beſtanden hatte, aufgehoben werden konnte.
— Rodau a. b. Bergſtr., 21. Juni. Am Sonntag, den 23. Juni,
nachmittags 3 Uhr, findet in hieſiger Gemeinde ein
Gemarkungsrund=
gang ſtatt durch das Landwirtſchaftsamt Darmſtadt.
Cp. Biebesheim a. Rh., 21. Juni. Oekonomierat
Ham=
mann konnte Mitte dieſer Woche ſeinen 80. Geburtstag begehen.
Hammat,: hat ſich um die Hebung der Landwirtſchaft und Vchzucht
große Verdienſte erworben. Er iſt noch heute Aufſichtsratsmitglied
des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften.
Außerdem gehörte er lange Jahre dem Gemeinderat von Biebesheim
in, war vier Jahrzehnte Rechner der Spar= und Darlehenskaſſe, über
30 Jahre Kreistag= uud Kreiscusſchuſimitglied und hat auch um den
Biebesheimer Viehmarkt große Verdienſte. An ſeinem Jabeltag
wur=
den ihm viele Ehrungrn zuteil
Gernsheim. 21. Juui. Waſſerſtand des Rheins am
20. Juni; 1.54 Meter; am 21. Juni: 1,47 Meter. (Morgens 5 Uhr.)
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dienſt vom
29. Juni die
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lonplatz 11, die
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platz 17, die
der=Ramſtädterſtr. 21.
Boko
achung.
nögen des Metzger=
Ne
meiſters 5
Grünenbaum in
Darmſtadt,
sſtraße 14, iſt am
18. Juni 10
hmitt. 4 Uhr 45 Min.
das Konkursverfahren — N. 21/1929 —
eröffnet worden. Konkursverwalter:
Rechtsanwalt Dr. Fritz Freund,
Darm=
ſtadt, Bism
ſtraße 37.
Konkursforde=
rungs=Anmeldungen ſowie offener Arreſt
und Anzeigepflicht bis zum 11. Juli 1929.
Erſte Gläubigerverſammlung 11. Juli
1929, vormittags 9 Uhr, Zimmer 226.
und allgemeiner Prüfungstermin: 22.
Auguſt 1929, vormittags 11 Uhr,
Zim=
mer 202, vor dem unterzeichneten
Gericht.
(10322
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.
Donnerstag, den 27. Juni 1929,
nachmittags 2 Uhr, wird im
Rathaus=
ſaale zu Pfungſtadt die Heugrasernte
(event. mit Grummet) von ca. 100
Mor=
gen Wieſen, öffentlich verſteigert.
Gegen ſichere Bürgſchaft wird
Zah=
lungsfriſt bis Martini 1929 gewährt.
Pfungſtadt, den 20. Juni 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
(10351
Schwinn.
Dienstag, den 25. ds. Mts., von
vorm. 8 Uhr ab, wird ein Teil des
Heugrasertrages der „Beſſunger
Wieſen” verſteigert. Zuſammenkunft
Roßdörferſtraße—Schnampelweg (Darm=
(st10363
bachbrücke).
Darmſtadt, den 21. Juni 1929.
Städt. Güterverwaltung.
Regenwürmer,
Schnegen aller Art,
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für die Woche vom 23. bis 29. Juni 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Mainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau) vom 7. 5. bis auſ
weiteres geſperrt. Umleitung in Groß=Gerau durch die Kirchgarten=
und Schützenſtraße.
Erbach-Marbach (Km. 48,328—53,8) vom 3. bis 30. 6. geſperrt.
Umleitung: Unter=Moſſau-Hüttenthal.
Groß=Gerau-Dornheim Km. 0.0—2,0 vom 17. 6. bis 14. 7. geſperrt
Umleitung: Buttelborn—Griesheim—Wolfskehlen
Eppertshauſen—Ober=Roden (Km. 0,0 bis 3,2) vom 19. 6. bis 14. 7.
geſperrt. Umleitung: Urberach.
Friedberg—Frankfurt zwiſchen Friedberg und Ober=Wöllſtadt vom
13. 5. ab bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Fauerbach=
Brucgen=
brücken-Nieder=Wöllſtadt.
Büdingen—Gelnhauſen (Km. 61,4—65,9) vom 7. 6. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Lorbach-Alt= und Neu=Wiedermus,
Hütten=
geſäß-Nieder=Gründan nach Rothenbergen-Lieblos—Hain=Gründau und
umgekehrt.
Nidda=Ranſtadt vom 28. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Nidda—Dauernheim—Ranſtadt.
Gießen—Marburg (von Abfahrt nach Odenhauſen bis zur Landes
Lauterbach—Angersbach vom 26. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Eiſenbach-Rudlos.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Sprendlingen-Buchſchlag vom 26. November 1928 bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung nach Bahnhof Buchſchlag—Sprendlingen über
die forſtfiskaliſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
Langen—Offenthal Km. 0,1 bis 2,1 vom 27. 5. bis 29. 6. geſperrt.
Umleitung: Sprendlingen—Dreieichenhain.
ſchofsheim—Rüſſelsheim wegen Herſtellungsarbeiten an der Brücke
am Bahnhof Biſchofsheim vom 10. 6. bis 20. 7. geſperrt. Umleitung:
Hof=Schönau.
Mühlheim a. M.—Rumpenheim zwiſchen Mainſtraße und
Anger=
gaſſe vom 13. bis 28. 6. geſperrt. Umleitung über Villenkolonie
Wald=
heim und Offenbacherſtraße.
Darmſtadt—Meſſel—Urberach (Ortsdurchfahrt Meſſel) 1. von der
Rathenauſtraße bis zur Bruckgaſſe vom 17. bis 25. 6. und 2. von der
Bruckgaſſe bis zum Ortsausgang gegen Urberach vom 25. 6. bis 10. 7
feſperrt. Umleitung zu 1. dunch die Ortsſtraßen Rathenau=, Bahnhof=,
Seegarten=, Germannſtraße, Holzhäuſer=, Lang= und Bruckgaſſe; zu 2.
über Eppertshauſen.
Appenheim-Nieder=Hilbersheim vom 1. Mai bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Aſpisheim—Ober=Hilbersheim.
Ortsdurchfahrt Alzey (Nibelungenſtraße) vom 2. April bis auf
weiteres geſperrt. Oertliche Umleitung.
Ortsdurchfahrt Storndorf im Zuge der Straßen Storndorf—Meiches
und Windhauſen-Vadenrod vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Köddingen—Windhauſen bzw. Ober=Breitenbach—Strebendorf.
Seckendorf—Schadenbach vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Homberg—Rüddingshauſen.
Ortsdurchfahrt Lindheim vom Abzweig nach Heegheim bis zur
Nidder=
brücke vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung des Verkehts
von Altenſtadt nach Stockheim und umgekehrt erfolgt über Heegheim.
Ortsdurchfahrt Afſenheim im Straßenzug Nieder=Wöllſtadt—
Bön=
ſtadt vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken.
Ortsdurchfahrt Nieder=Seemen in Richtung Wenings vom 2. Mai
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Allenrod.
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Sterbrfälle. Am 14. Juni: Grünig, Angelika, geb. Krapf, 34 J
Pfungſtadt, hier, Lagerhausſtraße 24; May, Heinrich, 1 Monat
Pfungſtadt, hier Heinheimerſtr. 21; Brücher, Heinrich Martin,
Bür=
germeiſter, 45 J., Groß=Zimmern, hier, Grafenſtr. 9.
Am 15. Juni:
Linker, Katharina Dorothea Amalie, geb. Kraft, 74 J., Erbacherſtr.
Jakobi, Beate, geb. Fetzer, 79 J., Eſchollbrückerſtr. 24. — Am 16. Jun::
Walther, Eliſabeth Louiſe Sophie, geb Henkel, 66 J., Orangerieſtr. 30.
— Am 15. Juni: Jäger, Jakob, Schuhmacher, 78 J., Kiesſtr. 21. —
Am 16. Juni: Poth, Anna, geb. Hums, 44 J., Groß=Umſtadt, hier,
Grafenſtr. 9; Walz, Emma, ohne Beruf, led., 60 J., Karlsſtr. 115.
Am 17. Juni: Zabel, Bertha Sofie, geb. Heering, 46 J., Schulſtr. 15:
Haaß, Jakob, Gärtner, 71 J., Pankratiusſtr. 6. — Am 19. Juni:
Grais=
heimer, Helene Eliſabeth, 2 Mon., Löffelgaſſe 26.
Kirchliche Nachrichken
Epangeliſſche Gemeinden.
4. Sonntag nach Trinitatis (23. Juni).
Kollekte in allen Kirchen für das evangeliſche Mädchenheim „Glauburg”
in Nieder=Erlenbach.
Stadtkirche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Samstag, 22. Juni, abends 8,30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 23. Juni, vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleberger. — Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Köhler. — Abends 6 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Heß
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 25. Juni, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde.
Mittwoch, 26. Juni, und
Samstag, 29. Juni, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Samstag, 29. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17), Sonntag, 23. Juni, vorm. 11,15 Uhr
Kindergottesdienſt der Stadtkirche. Pfarrer Lautenſchläger. — Abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Monrag, 24. Juni,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abtlg.). —
Diens=
tag, 25. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.).
Mittwoch, 26. Juni, nachm. 2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde
Nachm. 4 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=
Kreis). — Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (ältere
Abtlg.). Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.),
Donnerstag, 27. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt
gemeinde. — Jugendbund der Lukasgemeinde (jüngere Abtlg.). —
Frei=
tag, 28. Juni, abends 6,30 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde, Sportplatz. — Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde
(jüngere Abtlg.). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Sonntag, 23. Juni, vorm. 8,30 Uhr:
Chriſtenlehre für die Markusgemeinde (Knaben). Pfarrer Vogel.
Mittwoch, 26. Juni, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderhrlungsſtätte am Befſunger Forſthaus. Sonntag, 23. Juni,
vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 30, Juni: Pfarrer
Lauten=
ſchläger; vom 1. Juli ab: Pfarrer D. Waitz.
Kraukenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883
Evang. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Spreih=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 237‟
Martinskirche. (Kollekte für das Mädchenheim „Glauburg”.) Vorm.
7,30 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Köhler. — Vorm. 8,30 Uhr:
Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde Oſt, 1. Abteilung, in der Kirche.
Pfarrer Beringer; für die Martinsgemeinde Weſt, 2. Abteilung, im
Gemeindehaus. Pfarrer Bergér. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
Pfarrer D. Waitz. — Vorm. 11 Uhr: Kindergotresdienſt für die
Mar=
tinsgemeinde Weſt. Pfarrer D. Waitz.
Freitag, 28. Juni, abends 8 Uhr: Bibelbeſprechſtunde im
Mar=
tinsſtift.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Dienstag, den 25. Juni,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. — Donnerstag,
den 27. Juni, abends 8 Uhr im Martinsſtift: Mädchenverein=gung Oſt;
im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; Mauerſtraße 5:
Poſau=
nenchor. — Freitag, den 28. Juni, abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Jugendverein’gung (ältere Abtlg.)
Johanneskirche. Samstag, den 22 Juni, abends 8 Uhr:
Chriſten=
lehre der beiden Bezirke (Nord und Süd) im Gemeindehaus. — Sonn
tag, den 23. Juni, vorm. 10 Uhr: Hauprgottesdienſt. Pfarrer Goethe,
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, den 24. Juni,
Samstag, den 22. Juni 1929
Gießen—Reiskirchen Km. 7,00—9,00 vom 6. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Rödgen—Großen=Buſeck
Selters—Manſtadt vom 13. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung
Stockheim-Leuſtadt-Nieder=Mockſtadt (bzw. Ortenberg)—Wippenbach—
Bobenhauſen—Bellmuth.
Berſtadt—Grund=Schwalheim ab Abzweig nach Echzell vom 13. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Echzell-Biſſes reſp. Trais—
Hor=
loff—Steinheim—Unter=Widdersheim.
Ortsdurchfahrt Gelnhaar in Richtung Uſenborn und Bindſachſen
vom 22. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hirzenhain reſp.
Wenings.
Gießen—Reiskirchen von Km. 9 bis Reiskirchen vom 22. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Lich—Grünberg.
Homberg—Erbenhauſen (Ortsdurchfahrt Erbenhauſen) vom 27. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Maulbach-Kirtorf
Gießen—Wieſeck vom 5. bis 26. 6. geſperrt. Umleitung: Trohe—
Rödgen.
Lindenſtruth-Queckborn vom 16. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung Grünberg bzw. Münſter.
Oſſenheimerkreuz—Aſſenheim vom 21. 6. bis auf weiteres geſperrt,
Umleitung über Vruchenbrücken.
Berſtadt—Wölfersheim vom 26. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Wohnbach.
Staden—Ni=der=Moxkſtadt vom 24. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Leidhecken—Blofeld-Dauernheim—Ober=Mockſtadt.
b. Erbach i. O., 21. Juni.
Anläßlich des diesjährigen Eulbacher Marktes hält der Odenwälder
Reiterverein e. V., Erbach, ſein 14. Reiterfeſt in unſeren Mauern ab
Die Veranſtaltungen beginnen am Montag, den 22. Juli 1929, vorm.
9 Uhr mit einem großen Schaufahren. Dieſes iſt nach den
Ausſchrei=
bungen wie folgt eingeteilt: 1. Offen für Pferde, die lediglich in der
Landwirtſchaft verwendet werden als Zweiſpänner. Vorzufahren im
Oekonomiewagen, a) Kaltblüter (Belgier Schlag), b) Warmblüter (
Ol=
denburger Schlag). 2. Offen für Pferde im Beſitz von Geiverbetrei
benden. Vorzufahren als Zweiſpänner im Arbeitswagen. 3. Offen für
Zwei= und Einſpänner, vorzufahren im Kutſchwagen. 3a. Offen fü
Ein= und Zweiſpänner, vorzufahren im Kutſchwagen. Wertung nach
Aſchenbäch. 4. Offen für Pferde, die nur in der Landwirtſchaft
ver=
wendet werden, im Viererzug. Vorzufahren im Kutſchwagen. 5.
Offen für Pferde, die nicht in der Landwirtſchaft verwender werden im
Viererzug. Vorzufahren im Kutſchwagen. Bewertet wird hauptſächlich
Güte der Pferde und deren Zuſammenpaſſen, ſoowie der Geſamteindruck
des Geſpanns. Zugelaſſen ſind nur Pferde und Geſpane, deren Beſitzer
im Kreiſe Erbach ihren Wohnſitz haben. Die reitſportlichen
Veranſtaltungen des Tages beginnen am Nachmittag, 13,15 Uhr,
mit dem landwirtſchaftlichen Trabreiten für Warmblüter. Offen für
Warmblüter, die lediglich in der Landwirtſchaft Verwendung finden.
Entfernung ca. 1000 Meter. 2. Landwirtſchaftliches Trabreiten für
Kaltblüter. Offen für Kaltblüter, die lediglich in der Landwirtſchaft
Verwendung finden. Entfernung ca. 1000 Meter. 3. Galoppreiten für
Mkarmblüter. Offen für die in der Landwirtſchaft verwendeten
Warm=
blüter (Oldenburger) Entfernung ca. 1200 Meter. 4. Galoppreiten um
den Züchterpreis. Offen für alle in der Landwirtſchaft und dem Ge
werbe verwendeten Pferde. Dieſelben müſſen von einem in dem Kreis
Erbach anſäſſigen Beſitzer ſelbſt gezogen, dürfen nicht ber 6 Jahre alt
ſein und müſſen von einem Hengſt des Heſſiſchen Landgeſtüts
Darm=
ſtadt abſtammen. Entſprechender Nachweis iſt zu erbringen.
Entfer=
nung ca. 1200 Meter. 5. Eulbacher Markt=Flachrennen füir Halbbliiter
Offen für 4jährige und ältere Halbblutpferde (inländiſche), die in die
Liſte A für inländiſche Halbblutpferde oder in die Liſte für Turnier=
nachm. 5 Uhr: Helferſitzung für den Nordbezirk. — Mittwoch, den
26. Juni: Konfirmandenſtunde: Nachm. von 5—6 Uhr die Mädchen,
6—7 Uhr die Buben im Gemeindehaus.
Der Armenien=Abend am Freitag, den 21. Juni, findet nicht ſtatt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehnus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Veranſtaltungen: Samstag, 22. Juni, abends 7,30 Uhr:
Abmarſch zur Sonnwendfeier. — Donnerstag, 27. Juni, abends 8 Uhr:
Aelterenabend der Mädchen.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr:
Chriſten=
lehre (2. Abteilung). Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt
zur 50jährigen Jubelfeier des Kirchengefangvereins. Pfarrer Weiß.
Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Profeſſor Dr. Zimmermann.
Veranſtaltungen: Sonntag, 23. Juni, vorm. 11,30 Uhr:
Feſt=
akt der Jubelfeier im Gemeindehaus. — Abends 8 Uhr:
Feſtkirchen=
konzert. Abends 8.15 Uhr: Jugendvereinigung. Vortrag von Dr
med. Kallenbach über: Aerztliche Miſſion in Oberägypten. — Montag,
24. Juni, abends 8,15 Uhr: Mädchenvereinigung. — 8,15 Uhr: Kleiner
Kreis der Jugendvereinigung. — Dienstag, 25. Juni, abends 8,15 Uhr:
Kirchenchor. — Mittwoch, 26. Juni, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde der
Jugendgemeinde. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden. — Freitag, 28. Juni,
abends 8,15 Uhr: Kirchenchor.
uskirche. (Kollekte für das Erziehungsheim „Glauburg”.)
Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre (Oſt). Pfarrer Rückert. — Vorm
10 Uhr: Hauptgortesdienſt. Pfarrer Rückert. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt. Pferrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 23. Juni, nachm. 2 Uhr:
Jugendbund: Ausflug nach Gundernhauſen. — Abends 8 Uhr: Ju=
—
gendvereinigung. — Montag, 24. Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund.
Dienstag, 25. Juni, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Freitag, 28. Juni,
abends 8 Uhr: Singekreis. — Samstag, 29. Juni, abends 8 Uhr:
Turnen.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt
Ev. Sonntagsverein:
Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, den 27. Jun:, abds.
8 Uhr: Betſtunde.
Luth. Gottesdienſt (Selbſtändige evang. luth. Kirche) am 4.
Sonn=
tag n. Tr., 23. Juni, im „Feierabend”, Stiftsſtraße 51, 10 Uhr: Predigr
und hl. Abendmahl. Beichte: 9,30 Uhr. Pfarrverwalter Lucius.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nachm. 3,30 Uhr: Bibel
ſtunde. Prediger Semmel. — Abends 8,30 Uhr: Vortrag von Herrn
Paſtor D. Traugott Hahn: „Die Zeichen der Zeit und ihre Deutung‟
Montag: „Gottes Reich, der Welt Reich und Satans Reich”. —
Diens=
tag: „Falſche Erwartungen der Wiederkunft des Herrn”. — Mittwoch:
„Der Antichriſt, ſein Auftreten, ſein Wirken, ſein Untergang‟. —
Don=
nerstag: „Anfechtungsgedanken: Warum lüßt Gott, da er doch
all=
mächtig iſt, das Böſe in der Welt zu?” — Freitag: „Das Gebet der
Letztzeit‟ Samstag: „Die Zeit der Erquickung von dem Angeſicht des
Herrn: die Gemeinde nach ihrer Errettung bis zum Jüngſten Tage;
Auferſtehung und Endgericht” — Montag fällt die
Miſſionsarbeits=
üunde aus. — Dienstag fällt die Frauenbibelſtunde aus.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 8.45 Uhr, Chriſtenlehre der
Mädchen: 9.30 Uhr Gottesdienſt; 11 Uhr Kindergottesdienſt. —
Mon=
tag, 20 Uhr, Poſaunenchor. —
Dienstag, 19.30 Uhr, Mädchenvereini
gung. — Mittwoch, 20 Uhr, Kirchengeſangverein. — Freitag, 19.30 Uhr,
Wartburgverein.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, 13.30 Uhr, Gottesdienſt.
Evangel. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr,
Gottes=
dienſt; abends 8.30 Uhr, Bibelſtunde.
Evangel. Gemeinde Erzhauſen. Sonntag, vorm. 10 Uhr
Gottes=
dienſt: 11 Uhr Chriſtenlehre für die weibliche Jugend. 8 Uhr
Mädchen=
vereinigung. — Dienstag: Mädchenvereinigung (jüngere Abteilung). —
ittwoch: Jungmannſchaft. — Donnerstag: Kirchen hor. — Freitag:
Mädchenvereinigung: Tibelkreis. — Samstag: Jungmannſchaft.
Jugendhund für E. C. (Mühlſtr. 24). Die Jugendbundſtunden
fallen in dieſer Woche aus. Teilnahme an den Vorträgen von Paſtor
D. Traugott Hahn.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, 23. Juni: Landheimſonntag.
Montag, 24. Juni, abends 8,30 Uhr: Familienbibelſtunde. — Mitt=
Don=
woch, 26. Juni, abends 8,30 Uhr: Jungmännerbibel tunde.
nerstag, 27. Juni, abends 8 Uhr: Heimabend. — Freitag, 28. Juni,
abends 8 Uhr: Turnen.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße.) Sonntag, den 23. Juni: Vorm. 10 Uhr:
Men=
ſchenweihehandlung mit Predigt. Vorm. 11,20 Uhr: Kinder=
Sonntags=
handlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 44. Sonntag, 23. Jun:,
vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uhr: Abſchiedspredigt. Prediger Sauer. — Montag, abends 8,15 Uhr:
Jugendvereinsſtunde. —
Dienstag, abends 8,15 Uhr: Singſtunde für
den Gemiſchten Chor. — Mittwoch, nachmittags 3 1I
Knaben= und
Mädchenbund; abends 8 Uhr: Frauenmiſſ onsverein. — Donnerstag,
abends 8,30 Uhr: Lichtbildervortrag. — Sonntag, 30. Juni, vorm.
Nummer 171
pferde beim Reichsverband eingetragen ſind. Gewichte: 4jähr, 68 Kg.,
5jähr. 71 Kg., ältere 73 Kg. 6. Erbacher Jagdrennen für Halbblüter.
Offen für 4jähr, und ältere Halbblutpferde wie unter Ziffer 5.
Ge=
wichte: 4jähr. 68 Kg., ältere 71 Kg. Nennungsſchluß fſtr alle
Bewer=
bungen iſt Dienstag, den 16. Juli ds. Js., abends 5 Uhr, bei der
Ge=
ſchäftsſtelle des Odenwälder Reitervereins Erbach. Die Konkurrenzen
werden ſämtlich auf der neu errichteten Rennbahn im ſtädtiſchen Sport=
und Erholungspark ausgetragen. Die Unterbringung der Pferde
er=
folgt, ſoweit dies möglich iſt, koſtenlos. Für etwa ge Schäden und
Unfälle leiſtet der veranſtaltende Vereine keine Haftung. Sämtliche
Rennen ſind nichtöffentlich, gemäß § 13 der Rennordnung, und
entſchei=
det das Schiedsgericht des Odenwälder Reitervereins Erbach endgültig.
Bei Trabrennen wird disqualifiziert, wer länger als 15 Meter im
Galopp reiret, 30 Meter vor dem Ziel angaloppiert oder im Calopp
durch’s Ziel geht. — Das große Vollblutrennen, die vom
Union=Klub, Berlin NW. 7, Schadowſtraße 8, zugelaſſen ſind und
gelei=
tet werden, finden am Sonntag, den 28. Juli 1929, nachmittags 1,30
Uhr ſtatt. Es ſind dies die erſten, von der oberſten Rennbehörde
ge=
zeichneten Rennen, die in Heſſen ſtattfinden. Wie bekannt, beſitzt
Erbach die einzige vorſchriftsmäßige Rennbahn unſerer engeren Heimat.
Die Ausſchreibungen zu dieſem Rennen, die mit Totaliſatorbetrieb
aus=
geſtattet ſind, teilen wir noch mit.
b. Erbach i. O., 21. Juni. Feuer. Signalhörner der Feuerwehr
und die Glocken unſerer Stadtkirche kündeten hente vormittag gegen
5 Uhr den Ausbruch des wütenden Elements. In der G. W.
Kumpf=
ſchen Tuchfabrik, und zwar in unmittelbarer Nähe des Brandherdes
vom 4. Auguſt vorigen Jahres, waren in der Spinnerei, ſcheinbar durch
Selbſtentzündung, Garne in Brand geraten. Das Feuer konnte dank
der Schlagfertigkeit unſerer Freiwilligen Feuerwehr in verhältnismäßig
kurzer Zeit auf ſeinen Herd beſchränkt und gelöſcht werden.
Ueber=
raſchend ſchnell war die Nachbarwehr Steinbach mit ihrer Motorſpritze
zur Stelle, brauchte jedoch nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Material=
und Gebäudeſchaden ſind durch Verſicherung gedeckt. Glücklicherweiſe
kann der Betrieb, der einer großen Anzahl unſerer Arbeiterſchaft
Er=
werb gibt, unbeſchränkt und ohne Unterbrechung weitergeführt werden.
— Bad=Nauheim, 21. Juni. Bis zum 20. Juni betrug der
Geſamt=
beſuch 17 502 Gäſte, darunter 2571 Ausländer. Anweſend am 20. Juni
6302 Gäſte.
h. Bad=Nauheim, 21. Juni. Ihr 50jähriges
Dienſtjubi=
läum feierte die Krankenſchweſter Berta. Sie iſt noch unermüdlich in
körperlicher und geiſtiger Friſche in ihrem ſchweren Beruf tätig.
Durch denHuftritt eines Pferdes getötet wurde in dem
benachbarten Mölbach ein Landwirt. — Ein kleines Kind kam aus dem
Hof geſprungen und rannte in ein Fuhrwerk hinein. Es wurde
über=
fahren, erlitt einen doppelten Beinbruch und mußte ins Krankenhaus
verbracht werden.
h. Gießen, 21. Juni. Seinen 60. Geburtstag beging geſterr
Prof. Dr. Borgmann, Direktor des älteſten deutſchen Forſtinſtituts
an der Univerſität Gießen. Der Jubilar iſt einer der bedeutendſten und
bekannteſten Forſtwiſſenſchaftler Deutſchlands und Leiter der heſſiſchen
forſtlichen Verſuchsanſtalt. Im vorigen Jahre gelang es ihm, dem
Forſtinſtitut in dem ehemaligen Militärlazarett ein neues Heim zu
ſchaffen. Seit 1923 iſt Prof. Borgmann deutſchnationaler
Stadtverord=
neter und reges Mitglied des Stadtparlaments.
h. Lauterbach, 21. Juni. Das ſeltene Feſt der Diamantenen
Hochzeit konnte das Ehepaar Landwirt Johannes Bönſel 9. begehen,
Kreisdirektor Dr. Michel überreichte dem Jubelpaar
Glückwunſchſchrei=
ben des Reichspräſidenten.
10 Uhr: Antrittspredigt von Prediger Schanz. Jedermann iſt herzlich
Prediger Sauer.
eingeladen
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 24. Juni: Beteiligung
an der Evangeliſation Traugott Hahn in der Stadtmiſſion. Die
Bibelſtunde fällt aus.
Eemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 23. Juni, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Na m. um 4 Uhr: Predigt. — Mittwoch, den 26.
Juni, abends 8.15 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. (Prediger N.
Rud=
nitzky
Zu allen Verſcmmlungen jedermann freundlichſt eingeladen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonontagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. —
Mitt=
woch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr;
Wort=
betrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtlich wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society),
Aula der Landesbauſchile, Neckarſtr. 3. Bottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittvoch im Monat, abends 8,15 Uhr.
Heilsarmee (S hulzengaſſe 3). Sonntag, früh 8 Uhr:
Gebetsver=
ſammlung; 10 Uhr: Heiligungsverſammlung; 11,30 Uhr: Kinderver
ſammlung; nachm. 3 Uhr: Kinderverſammlung; nachm. 5 Uhr:
Kinder=
verſammlung; abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. — Montag, abends
8 Uhr: Jugendliga für Jugendliche. — Dienstag, abends 8 Uhr:
Mit=
gliederverſammlung. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Heilsverſammlung,
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund für Frauen und Mädchen.
— Freitag, abends 8 Uhr: Heiligungsverſammlung. — Die
Gedächt=
nisfeier vom General findet am Sonntag, den 30. Juni, ſtatt. Zu
allen Verſammlungen iſt jedermann herzlich willkommen.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
23. Juni, vorm. 9,30 Uhr: Andacht. Nachm. 3 Uhr: Jugendbund; abends
8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße, ehem.
Kaſino). Sonntag, den 23. Juni, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr und
Mittwoch, den 26. Juni, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54).
Sonn=
tag, den 23. Juni, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uh=, und Mittwrch, den
Funi, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
26.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 23. Juni, vorm. 9,30 Uhr:
Hauptgottesdienſt; anſchließend Chriſtenlehre; nachm. 1 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt d. Kl.; nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt d. Gr. —
Mon=
tag: E. J. G. Mädchenabend. — Mittwoch: E. J. G. Jungenabend.
—
vonnerstag: Frauenabend.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 23. Juni, vorm
9,30 Uhr: Hauptgottesd’enſt; vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. —
Mon=
tag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch:
Jung=
mädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evang. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 23. Juni, vorm.
9,30 Uhr: Gottesdienſt; 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag: Mütter=
Jugendverein. — Mittwoch: Kirchenchor.
— Donnerstag
abend.
Poſaunenchor. Im Pfarrhaus: Helferinnen. — Freitag:
Mädchen=
verein. — Samstag: Jugendverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen (Alte Darmſtädter Str. 14):
Sonntag, 23. Jun:, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 27. Juni,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Str. 3):
Sonn=
tag, den 23. Juni, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 27. Juni,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Nenapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35):
Sonn=
tag, den 23. Juni, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 27. Juni,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtraße 25):
Sonntag, 23. Jun:, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 27. Juni,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neugpoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburger Straße Nr. 22)
Sonntag, 23. Jun:, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 27. Juni,
abends 8,20 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauenkirche (Klappacherſtr. 44). Samstag, um 17 und um
20 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, vorm von 6 Uhr an:
Gelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilung der
hl. Kommunion vor und in der hl. Meſſe. Um 9,30 Uhr: Hochamt und
Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion. Nachm. um 14 Uhr:
Chriſtenlehre und um 14,30 Uhr Andacht. Werktags: hl. Meſſe um 6.15
Uhr. — Donnerstag: „Großes Gebet” Anfang 5 Uhr. Hl. Meſſe
5, 6, 7 und 8 Uhr. — Montag und Freitag abend 8 Uhr:
Jugend=
verſammlung, Hermannſtraße 43.
Martinskapelle (Ecke Herdweg und Bruchwieſenſtraße). An allen
onn= und Feiertagen 8 Uhr hl. Meſſe und Predigt. Um 7.45 Uhr
Zeichtgelegenheit. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl.
Kom=
munion. Während der Schulzeit Dienstags und Freitags hl. Meſſe;
Vorher Beichtgelegenheit.
Nummer 171
Der Fall Tuka.
Vor dem Beginn eines ſenſationellen Hochverratsprozeſſes in
der Teſchoſlowakei. — Die Slowakei ſollte mit Hilfe ungariſchen
Militärs vom tſchechiſchen Staate losgetrennt werden.
Von unſerem H=Korreſpondenten.
Prag, Mitte Juni.
Schwere Arbeit bereitet der Prager Regierung das
Be=
mühen, Licht in das Labyrinth des Falles Tuka zu bringen. Aus
kurzen Zeitungsnachrichten iſt bekannt, daß der vor dem
Um=
ſturz in ungariſchen Dienſten ſtehende Profeſſor Dr. Tuka als
Slowake einige Zeit nach der Revolution in den Staatsdienſt
der Tſchechoflowakei übernommen worden war, daß er ſich der
ſlowakiſchen Volkspartei angeſchloſſen, daß er die Redaktion des
Zentralorgans der Partei, des „Slowak”, übernommen hatte,
und daß er ſchließlich als Volksparteiler ins Prager Parlament
gewählt worden iſt. Mit dem beſtehenden einſeitigen
tſchechi=
ſchen Syſtem dem Prag ſeit 1918 trotz der in der Verfaſſung
enthaltenen Zuſicherungen den nicht tſchechiſchen Nationen
gegen=
über unentwegt huldigte, nicht einverſtanden, verſuchte Tuka zu
wiederholten Malen, die herrſchenden Prager Kreiſe zu einer
Abkehr von den durch ein Jahrzehnt geübten ſchädlichen
Metho=
den zu bewegen, wobei er ſich mehrere Male außerhalb der ihm
von ſeiner Partei als Angehörige des jetzigen Regierungsblocks
gezogenen Grenzen ſtellte; niemals aber waren die Gegenſätze
zwiſchen ihm und ſeinen Parteifreunden ſo groß, um die von
der tſchechiſchen Preſſe augenblicklich gefliſſentlich vertretene
Kombination zu rechtfertigen, als wäre Tuka ein Revolutionär,
mit deſſen politiſchen Abſichten nur ein geringer Teil ſeiner
Parteiangehörigen übereinſtimmte; eine Erklärung des
Vor=
ſitzenden der Slowakiſchen Volkspartei beſagt vielmehr das
ge=
rade Gegenteil .."
Die Anklageſchrift gegen Tuka iſt ein ſtattlicher Band
ge=
worden. Aus ihr geht hervor, daß die Tätigkeit des ſlowakiſchen
Abgeordneten einerſeits auf die Loslöſung der Slowakei vom
tſchechiſchen Staate, andererſeits auf den Anſchluß der
ſlowaki=
ſchen Gebiete an Ungarn hingezielt habe. Etwa 40 bis 50
Mit=
arbeiter ſollen Tuka in ſeinen Bemühungen um die
Herbeifüh=
rung dieſer Abtrennung ſlowakiſcher Gebietsteile zur Seite
ge=
ſtanden ſein, größtenteils aktive oder geweſene Offiziere. Ein
der Regierung naheſtehendes Blatt weiß zu melden, daß dieſe
Mitarbeiter Tukas ihre Aufgabe bei der Beſetzung der
militäri=
ſchen Garniſonen in der Slowakei, bei der eventuell notwendig
werdenden Sprengung von Brücken, bei Munitionslagern und
bei der Unterbindung des Verkehrs mit den übrigen Teilen des
tſchechiſchen Staates genau aufgeteilt hatten, ebenſo, daß Tuka
auch einen genauen Plan für die Beſetzung der ſlowakiſch=
mäh=
riſchen Grenze für den Fall eines Aufruhrs ausgearbeitet haben
ſoll; dieſe Grenze ſollte, ſo wird behauptet, bei einem eventuellen
Einſchreiten des tſchechiſchen Militärs ſo lange gehalten
wer=
den, bis militäriſche Hilfe aus Ungarn herbeigekommen wäre.
Was die Spionagetätigkeit Tukas betrifft, ſo behauptet die
Anklageſchrift, der ſlowakiſche Politiker habe in Wien eine
mili=
täriſche Kanzlei unterhalten, der ein deutſcher Oberſt vorſtand;
die Finanzierung dieſer Kanzlei ſei mit Geldern aus Ungarn
erfolgt. Als Geldgeber wurden u. a. genannt der geweſene
un=
gariſche Miniſter Rakovzſky und der ehemalige Preſſechef im
un=
gariſchen Außenminiſterium, Kanya. Die Ueberweiſung der
Gel=
der erfolgte, wie feſtgeſtellt erſcheint, im Wege verſchiedener
Samstag, den 22. Juni 1929
Bankunternehmungen in Preßburg (tſchechiſch: Bratislava),
von wo ſie von Vertrauensleuten Tukas erhoben worden ſind.
Die ſeinerzeitige Verhaftung Tukas, der als Chefredakteur
des Zentralorgans in den vorderſten Reihen der Slowakiſchen
Volkspartei ſteht, hat wie eine Bombe gewirkt. Die Feſtnahme
war auf Anzeige des Bürgermeiſters von Lucenee in der
Slo=
wakei, Belanſky, erfolgt, der öffentlich feſtgeſtellt hatte, daß Tuka
unter Beihilfe ungariſcher Agenten in der Slowakei einen Putſch
gegen die Tſchechoſlowakei als Staatsganzes vorbereitet habe.
Bei ſeiner Einvernahme vor dem Prager Unterſuchungsrichter
ergänzte Belanſky, der übrigens früher Anhänger der
Slowa=
kiſchen Volkspartei und Mitarbeiter Tukas geweſen iſt, ſeine
Ausſage dahin, daß er behauptete, ſchon im Jahre 1925 habe
Tuka in der Slowakei eine Revolution entfachen wollen. Tuka
habe vor den Parlamentswahlen jenes Jahres mit einem
über=
legenen Sieg der Slowakiſchen Volkspartei gerechnet; hätte die
Volkspartei zuſammen mit den ungariſchen Parteien mehr als
die Hälfte der Mandate in der Slowakei erreicht, ſo wäxe in
Preßburg eine Art Landtag einberufen worden, auf welchem
Tuka die Unabhängigkeit der Slowakei ausgerufen hätte. Der
Plan wäre, ſo erzählt Belanſky, mit Hilfe, ungariſchen Militärs
verwirklicht worden.
Dieſe Beſchuldigungen gegen einen in der Leitung der dem
derzeitigen Regierungsblock vor zwei Jahren beigetretenen
Slowakiſchen Volkspartei ſitzenden Parlamentarier klingen
vor=
erſt ſeltſam, ſo daß die Vorſicht, mit welcher man in Prag an die
Klärung dieſer Angelegenheit ging, begreiflich erſcheint, um ſo
mehr, als die jetzige Koglition ohnedies auf ſo ſchwachen Füßen
ſteht, daß ſie eine heftige Erſchütterung nicht verträgt.
Aus den einander überſtürzenden Nachrichten über die
Ent=
wicklung der Tuka=Angelegenheit geht mit ziemlicher Klarheit
hervor, daß die Gegnerſchaft gegen den Prager Zentralismus
in der Slowakei feſte Formen anzunehmen begonnen hat; kein
mit den Verhältniſſen in der Tſchechoſlowakei Vertrauter wird
von dieſer Tatſache überraſcht worden ſein. Tuka, der mit der
überwiegenden Mehrheit ſeiner ſlowakiſchen Landsleute in den
zehn Jahren des Beſtandes der Tſchechoſlowakei erkannt hatte,
daß die autonomiſtiſchen Wünſche ſeines Volkes ebenſo wie
die=
jenigen anderer Minderheiten unerfüllt bleiben würden, hat auf
einem gerade in der Tſchechoſlowakei nicht ungewöhnlichen
Wege einem Zuſtand ein Ende bereiten wollen, den auch der
enragierteſte Optimiſt nicht als geſund und haltbar bezeichnen
kann.
Für die Prager Diktatoren iſt es eine bittere Lehre, daß
ſolcherart, gewiſſermaßen aus ihrer Mitte heraus, Hochverrat
und Spionage geübt wurden; denn Tuka iſt Regierungsparteiler
geweſen, war alſo über die wahren Abſichten der herrſchenden
Mehrheit völlig im Bilde. Es muß nicht gut um eine Regierung
beſtellt ſein, wenn ſie nicht einmal jene Kreiſe für ſich gewinnen
kann, die ſich ihr freiwillig verſchrieben und zur Mitarbeit an
den Staatsgeſchäften bereit erklärt haben! Arm an ſogenannten
Hochverratsaffären iſt die Tſchechoſlowakei nie geweſen. Aber
die Leute, denen Spionage und Vergehen gegen die Exiſtenz des
Staates bisher zum Vorwurf gemacht wurden, waren bis auf
den jüngſt wegen Spionage verhafteten Kapitän Falout
aus=
ſchließlich Angehörige der von der tſchechiſchen Knute am
ärg=
ſten betroffenen Nationen, der deutſchen und ungariſchen. Wenn
nunmehr auch die immerhin noch als zweitgrößtes Staatsvolk
bevorzugten Slowaken Wünſche nach Abtrennung ihrer Heimat
vom tſchechiſchen Staat in ſo lebhafter Form äußern, ſo beweiſt
dies nichts weniger und nichts mehr, als daß die viel zitierte
Geite 9.
Konſolidierung der tſchechoſlowakiſchen Republik auch heute
noch als ein in weiten Fernen liegendes Ideal bezeichnet
wer=
den muß. Dieſen Beweis werden die im Verlaufe des Falles
Tuka zur Sprache kommenden Dinge nachdrücklich und
eindring=
lich erhärten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 22. Juni. 10.40: Mittelſchullehrer Stridde:
Vollfrüh=
ling und Vorſommer. O 11.50: Mannheim: Feſtakt. Huldigung
der Schüler vor dem Schillerdenimal anläßlich des 150jährigen
Be=
ſtehens des Mannheimer National=Theaters. Redner: Intendant
Prof. Jeßner, Berlin o 13.15: Schallplatten. Aus italieniſchen
Opern. O 15.05: Jugendſtunde. Aus dem deutſchen Liederfranz.
Schülerkapelle des Staatl. Kaiſe
Friedrich= und des Staatl. Kaiſer=
Wilhelm=Gymnaſiums. o 16
d: Konzert des Funkorch. Mitw.:
Anita Franz (Sopran). o 18.10: Aus dem Roman „Rot und
Schwarz
von Stendhal. Sprecher: O. W. Studtmann. o 18.30
Vom National=Theater=Mannheim: Veranſtaltung anläßlich des 150 Beſtehens. Anſprache: Fritz v. Unruh. — Wagner: Ouv.
„Die Meiſterſinger von Nürnber
19.15: Gedichte von
Schiller. O 19.30: Prof. Dr. Wilhelm: Das China=Inſtitut in
Frankfurt. 20: Berlin: „Titus”. Ernſte Oper in zwei Akten von
W. A. Mozart. Dirig.: E. Kleiber. Perſ.: Titus Veſpaſianus,
römiſcher Kaiſer: Fr. Wolff; Vi
Senatoren, Abgeſandte fremder Völker, Prätorianer, Liktoren, Volk.
Die Szene ſpielt in Rom. o Darauf: Tanzmuſik. Leitung: Mathyas
Seiber. O 0.30: Nur Fraukfurt: Nachtkonzert.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend. 22. Juni. 5.50: Wetter für den
Landwirt. O 12: Künſtleriſche Darbietungen für die Schule: Wie
man zu den verſchiedenſten Zeiten Heimat und Fremde kennen
lernte. Ausf.: Ruth Patzſchfe (Geſang), Hede Geber (Rez.), Dr.
Chriſtians (Rezit.), Dr. H. Fiſcher (Flügel), Dr. H. Lebede (Einf.
und Umrahmung der Vorträge). O 12.50: Wetter für die
Land=
wirtſchaft. o 12.55: Nauener Zeit. O 15: B. K. Graef:
Sprech=
technik. O 15.30: Wetter und Börſe. o 15.40: Frauenſtunde:
W. Wauer: Der Zeitgeſchmack im Lichte der Kunſt: Die
Woh=
nung. O 16: Schulrat Wolff: Wortkundliches aus der Volksſchule,
16.30: Poſtſekretär Kugler: Der Berufsbeamte im öffentlichen
Vertehr und Betrieb. O 17: Hamburg: Sommerkonzert.
18:
Ober=Reg.=Rat Donau: Safety firſt! Internationale Beſtrebungen
ur Unfallverhütung. O 18.30: Franzöſiſch für Anf. O
**
18.55:
Adele Schreiber=Krieger: Das Erwachen der Frauen ferner Völker,
Aus dem Weltparlament der Frau. (Adele Schreiber=Krieger ſtellt
hervorragende Teilnehmerrinnen des Weltparlaments der Frau
vor). o 19.55: Wetter für die Landwirtſchaft. O 19.55:
Perſonen=
verzeichnung zu der nachf. Uebertragung. O 20: Berliner Feſtſpiele:
Staatsoper: „Titus”. Oper in zwei Akten von Mozart. O
Da=
ne : Tanzmuſik. Orch. Hans Schindler. — Pauſe: Bildfunk.
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Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
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Nummer. 171
Samstag, den 22 Juni 1929
Seite 10
Ein Krankenhaus durch Exploſion
Zum 123. Geroutistag Angaft Borfigs.
zerſtört
Kommerzienrat Johann Winklhofer
der Begründer der Wanderer=Werke A.=G., Schönau
bei Chemnitz, feiert am 23. Juni in
bemerkens=
werter körperlicher und geiſtiger Friſche ſeinen
70. Geburtstag. Er gehört zu den verdienſtvollſten
Männern der deutſchen Induſtrie. Er war ein
Pionier auf dem Gebiete des Fahrrad= und
Motor=
radweſens und ſchuf aus kleinen Anfängen heraus
ein Werk, deſſen Erzeugniſſe — Continental=
Schreib=
maſchinen Wanderer=Wagen, Werkzeugmaſchinen —
als Muſterbeiſpiele deutſcher Präziſionsarbeit im
In= und Auslande angeſehen werden.
Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Motorrad.
Frankfurt a. M. Ecke Hohenſtaufenſtraße
und Ludwigſtraße ereignete ſich am Freitag ein
ſchwerer Motorradunfall. Ein Auto ſtieß mit einem
Motorrad ſo heftig zuſammen, daß der auf dem
Soziusſitz ſitzende Fahrer in das geſchloſſene Auto
geſchleudert wurde und auf die darin ſitzende Frau
Kleinſchmidt aus Rod a. d. Weil ſtürzte. Dieſe
ſowie der Soziusfahrer Karl Weil wurden ſchwer
verletzt, während der Führer des Autos, ein
ge=
wiſſer Bruer aus Laubbuchſoßbach (Oberlahnſtein)
und der Führer des Motorrades, Georg Schade,
leichter verletzt wurden. Die beiden Motorradfahrer
ſtammen aus Frankfurt a. M.
Aufdeckung eines großen
Schwindelunter=
nehmens.
Dortmund. Der hieſigen Kriminalpolizei iſt
es gelungen, in Neubeckum ein großes
Schwindel=
unternehmen aufzudecken und ſämtliche Täter
feſt=
zunehmen. Nach den bisherigen Ermittlungen
wur=
den Molkereigenoſſenſchaften und ähnliche
Unter=
nehmungen mit ungefähr 100 000 Mark geſchädigt.
Hauptſchuldiger iſt der Kaufmann Fvitz Hellweg, der
im April dieſes Jahres in Naubeckum eine G.m.b.H.
gründete, die ſich wit dem Vertrieb von
Lebens=
mitteln befaßte. Unter Vorſpiegelung falſcher
Tat=
fachen gelang es ihm, ſich nach und nach von
gut=
gläubigen Geldgebern die nötigen Mittel zu
ver=
ſchaffen. Bereits einige Tage nach der Gründung
war eine Underbilanz vorhanden, die ſich ſchließlich
auf 60 000 Mark erhöhte. Geſchädigt wurden in der
Hauptſache Molkereien und Käſefabriken aus allen
Teilen Deutſchlands. Außer Hellweg wurden als
Mitſchuldige ein gewiſſer Theodor Heukmann aus
Ahlen und Fritz Heitfeld aus Hamm verhaftet. Beide
haben die einkaſſierten Gelder größtemteils für ſich
verwandt. Ein Waggon mit Waren im Werte von
6000 Mark, der von einer Molkerei an die
Genoſ=
ſenſchaft geſandt worden war, konnte noch im letzten
Augenblick durch die Kriminalpolizi ſichergſtellt
werden. Die Verhafteten ſind vollkommen mittellos.
Tödlicher Verkehrsunfall durch einen
Selbſtmord.
Siegen. Im Stadtwald erhängte ſich eine
62jährige Ehefrau. Ein junger Burſche von
16 Jahren, der die Frau vorfand, geriet im
begreif=
liche Erregung. Er wollte der Polizei Kenntnis von
dem Vorfall geben und fuhr in haſtiger Fahrt die
ſteile Bergſtraße hinunter. Auf der
Frankfurter=
ſtraße rannte er mit einem Kraftwagen zuſammen.
Er wurde durch die Windſchutzſcheibe geſchleudert
und erlitt eine ſchwere Gehörnerſchütterung. Ohne
das Bewußtſein wiedererlangt zu haben, iſt er im
ſtädtiſchen Krankenhaus verſchieden.
Eisberggefahr im Nordatlantik.
Hamburg. Eim im hieſigen Hafen
cingetrof=
fener Hamburger Dampfer hat nach dem „
Hambur=
ger Fremdenblatt” auf ſeiner Rückreiſe von Canada
nach Europa 33 Eisberge getroffen. Die Eismaſſen,
die in einem durchſchnittlichen Abſtande von 2 bis 5
Seemeilen ſchwimmen, nahmen an Ausmaßon und
Höhe, die die einzelnen Berge hatten, eine Fläche
von ungefähr 20 Seemeilen ein. Der größte dieſer
Eisberge hatte faſt den Umfang der Inſel
Helgo=
land und ragte etwa 60 Meter aus dem Waſſer
Da ſich die Eismaſſen ſehr unregelmäßig und in
verſchiedenen Richtungen fortbewegten, bilden ſie
eine große Gefahr für die Schiffahrt. Die
ameri=
kaniſchen Eispatrouillenboote wurden ſofort
benach=
richtigt. — Eine eigenartige Naturerſcheinung.
wurde dabei beobachtet. Vor dem Erſcheinen der
Eisberge tauchten am Horizont in einer beſtimmtm
Richtung nebelähnliche Gebilde auf, die man erſt für
aufkommenden Nebel hielt. Gleichzeitig fiel die
Luft= und Waſſertemperatur um mehrere Grad.
Beim Näherkommen erkannte man erſt, daß man
gewaltige Eisberge vor ſich hatte, die durch eine
Art Dunſtwand verſchleiert waren. Durch das
recht=
zeitige Erkennen der hoch aus dem Waſſer ragenden
Eisgebilde, die eine grünliche Färbung hatten,
konnte ein Unglück vermieden werden. Der
Eis=
patrouillendienſt hat die Poſition des Eiſes erhalten
und ſendet jetzt dauernd Warnungsrufe aus.
Zuſammenſtoß mit einem Eisberg
Hamburg. Der Hapagdampfer „Emden”
iſt auf ſeiner Fahrt durch den Nordatlantik mit
einem Eisberg zuſammengeſtoßen und beſchädigt
worden. Er wurde zu Ausbeſſerung in die
Vul=
kanwerft gelegt
Die erſte Lokomotivenfabrik Borſigs in Berlin. — Links: der Gründer Auguſt Borſig.
Auguſt Borſig, der Gründer der weltberühmten Lokomotivenfabrik in Berlin, wurde vor 125
Jah=
ren, am 23. Juni 1804 in Breslau geboren. Er war zuerſt Maurer und legte 1837 den Grundſtein
zu der erſten Lokomotivbauanſtalt. Heute ſtehen die Werke an der Spitze der Maſchinenbauinduſtrie
Deutſchlands und haben bisher mehr als 13 000 Lokomotiven für alle Länder der Welt gebaut.
Heulſchanss grohtes Molorichtwraafeer Jängfermeife.
Das Doppelſchraubenmotorſchiff „Milwaukee” der Hamburg=Amerika=Linie hat ſeine erſte Reiſe nach
Amerika angetreten. Es iſt mit 16 000 Regiſtertonnen das großte und zugleich modernſte Motorſchiff
der deutſchen Handelsflotte.
Links oben: Stark vergrößertes Brieftaubenphoto. Darunter: Brieftaubenphoto in Originalgröße.
Rechts: Brieftaube mit ihrer Liliputkamera.
Funk und Telegraph überbieten die Brieftaube als Nachrichtenübermittler. Man benutzt ſie nun als
Luftphotographin und gibt ihr mittels eines Spezialgurts eine Liliputkamera mit, die ſich
wäh=
rend des Fluges ſelbſtändig auslöſt. Unſer Bild zeigt ein ſolches Brieftaubenphoto, an deſſen
Rändern die Flügelſpitzen der Taube ſichtbar ſind,
Großer Geldſchrankeinbruch am Lehrter
Bahnhof.
Berlin. Reiche Beute haben
Geldſchrankein=
brecher in der vergangenen Nacht am Lehrter
Bahn=
hof gemacht. Unbemerkt gelangten ſie, trotzdem das
Grundſtück bewacht wird, auf dim Zollpackhof, und
von dort in ein zu ebener Erde gelegenes Kontor,
Der Geldſchrank war zwar noch durch eiſerne
Trail=
len geſichert, die Knacher bewältigten ihn aber doch
auf „kaltem Wege” und ſtahlen aus ihm 10 000 RM.
in bar, die zur Lohnzahlung für den Freitag
be=
reitlagen.
Schweres Kraftwagenunglück in Tirol.
Innsbruck. In der Nähe von Finſtermünz
ereignete ſich ein ſchweres Kraftwagenunglück, das
zwei Todesopfer forderte. Auf der Reichsſtraße kam
einem mit ſechs Reichsdeutſchen beſetzten
Kraft=
wagen ein auf der falſchen Straßenſeite mit
außer=
ordentlicher Geſchwindigkeit fahrendes Motorrad
entgegen. Der Lenker des Motorrades, ein
Bregen=
zer Kaufmann, der gewohnt iſt, gemäß der in
Vor=
arlberg geltenden Straßenordnung auf der linken
Seite zu fahren, konnte dem Kraftwagen nicht mehr
ausweichen und prallte mit ihm zuſammen. Dabei
verlor auch der Kraſtwagenführer die Herrſchaft
über die Steuerung. und der Kraftwagen ſtürzte in
einen angeſchwollenen Bach, wobei er ſich mehrere
Male überſchlug. Einer der Inſaſſen, ein Herr aus
Preußiſch=Schleſien, deſſen Name noch nicht
feſt=
geſtellt werden konnte, ertrank, desgleichen der
Motorradfahrer. Die übrigen Fahrgäſte erlitten
mehr oder weniger ſchwere Verletzungen
Die Ueberſchwemmungskataſtrophe in Indien.
Kalkutta. Nach einer aus den
überſchwemm=
ten Bezirken der Provinz Aſſam hier eingetroffenen
Meldung wurde ein Dorf am Dobu=Fluß im der
Nähe von Satkania von den Fluten fortgeviſſen.
Menſchen= und Ticrleichen treiben imnmitten der
Trümmer des Dorfes ſtromabwärts. Tag und Nacht
ſind, Freiwillige damit beſchäftigt, den Opfem der
Ueberſchwemmung Hilfe zu leiſten. Die ganze
Ge=
gend gleicht einem rieſigen See, und der
Eiſenbahn=
verkehr iſt völlig unterbrochen.
Ein Auto mit fünf Perſonen in die Mur
geſtürzt.
Graz. Während eimer Probefahrt mit einem
neuen Automobil, das von einem Leobener
Rechts=
anwalt gelenkt wurde, und in dem ſich ſein
Chauf=
feur, ſeine Frau, ſein Bruder und eine Dame
befan=
den, geviet der Kraftwagen ins Schleudern,
durch=
brach das Brückengeländer und ſtürzte, nachdem er
ſich dreimal überſchlagen hatte, in die Mur. Der
Rechtsanwalt wurde ſchwer verletzt aus der Mur
gezogen. Auch zwei der Inſaſſen haben ſchwere
Ver=
letzungen erlitten. Die beiden anderen kamen mit
leichteren Verletzungen davon.
Gasvergiftungen in Texas.
Paſo. Durch giftige Gaſe, die am Donnerstag
abend plötzlich aus noch nicht aufgeklärter Urſache
einer hieſigen Petroleumraffinerie entſtrömten,
wurden zwei Kinder getötet. Auch viel Pferde
Kühe und Geflügel fanden den Tod. 16 Perſonem
mußten ins Krankenhaus geſchafft werden.
100 Perſonen ums Leben gekommen.
London. In zwei Kellerräumen, die unter
einem Teil des Eaſt=Bund=Krankenhauſes in
Kanton liegen, ereignete ſich eine furchtbare
Exploſion, durch die der Hauptteil des
Kranken=
hauſes vollkommen zerſtört wurde. Der
Explo=
ſion folgte ſofort der Ausbruch von Feuer.
100 Perſonen, darunter 30 Kranke, ſind ums
Leben gekommen. Mehr als 400 Kranke
konn=
ten durch die vereinigten Anſtrengungen des
Roten Kreuzes, der Polizei und des Militars
gerettet werden.
Beim Eintreffen der Feuerwehr ſtand, das
ganze mehrſtöckige Haus in Flammen. Die
Feuer=
wehr hat ihre ſämtlichen Kräfte eingeſetzt. Sie
ſpannte Sprungtücher aus, damit ſie die Kranken
durch Abſpringen aus dem brennenden Haus
retten konnte. Es erfolgte dann eine Exploſion
durch die Entzündung von Benzin und Spiritus
Das ganze Haus iſt vollkommen leergebrannt.
Kranke, die aus den Fenſtern geſprungen ſind
haben ſchwere Verletzungen erlitten. Drei
ſtar=
ben beim Abſpringen an Herzſchlag. In dem
Hoſpital waren auch zwei Diplomaten, die ſich
in Kanton einer Operation unterziehen wollten,
Die Urſache des Brandes iſt bis jetzt noch nicht
geklärt.
Großfeuer auf dem Hunsrück.
Simmern. Im benachbarten Leideneck brach
ein Großfeuer aus, das ein Haus und die
angren=
zenden Oekonomiegebäude eines Landwirtes in Aſche
legte. Mit großer Schnelligkeit griff das Feuer
auch auf ein Nachbaranweſen und äſcherte gleichfalls
das Haus und die Nebengebäude ein. Trotz eifriger
Abwehr durch die herbeigeeilte Feuerwehr griff das
Feuer noch auf ein drittes Wohmhaus über. Nur
mit Mühe gelang es, dieſes Gebäude zu retten. Der
Sachſchaden iſt ſehr groß.
Großer Waldbrand bei Frankfurt a. d. Oder.
Brieſen. Zwiſchen Brieſen und Heubrück
wütet ein großer Waldbrand. Weit über 100
Mor=
gen Baumbeſtand ſind bereits vernichtet. Um die
ſtark bedrohten anliegenden Forſte, die zum Teil
der Reichsbahnverwaltung gehören, zu retten, wurde
die Techiſche Nothilfe angefordert. Aus Frankfurt
ſind 60 Mann, zumeiſt Baugewerkſchüler, zum
Bwandherd abgerückt. Das Feuer iſt noch nicht
gelöſcht.
Rieſenfeuer in Malmö.
Malmö. Im Hafen von Malmö brach am
Donnerstag abend in einem großen Lagerhaus ein
Brand aus. Eine große Menge feuergefährlicher
Waren, hauptſächlich Papier und Oel, boten den
Flammen reiche Nahrung. In wemigen Minuten
bildete das Gebäude, das ein ganzes Straßenviertel
im öſtlichen Hafenteil bildet, ein gewaltiges
Flam=
menmeer. Unter anderem verbrannten 2
Auto=
mobile. Die Bekämpfung des Feuers wurde
er=
ſchwert durch die Rauchentwicklung, ſo daß die
Feuerwehr mit Gasmasken arbeiten mußte. Die
Ge=
fahr, daß das Feuer ſich auf die großen Holzſchuppen,
wo Werte von vielen Millionen aufgeſpeichert ſind,
ausbreiten würde, war bis Mitternacht ſehr groß.
Mehrere Male gerieten durch Funkenflug
Nachbar=
gebäude in Bvand. Eine eiſtürzende Mauer brachte
fünf Feuerwehrleute in ernſte Gefahr. Sie mußten
in einem brennenden Hauſe Zuflucht ſuchen, kamen
jedoch ohne ernſtlichen Schaden davon. Der Wert des
durch den Brand verurſachten Schadens läßt ſich
noch wicht annähernd überſehen, geht aber in die
Millionen. Schwierigkeiten entſtanden beim
Ein=
laufen des Kopenhagener Fährſchiffes bei der
Aus=
ſchiffung der Eiſenbahnwagen in der Nähe der
Brandſtelle. Die Stockholmer Züge erlitten
bedeu=
tende Verſpätungen.
Theaterbrand in Stockholm.
Stockholm. Am Freitag früh brach in einem
der größten Stockholmer Theater, dem ſogenannten
Kurgartentheater, Feuer aus, das das aus Holz
gebaute zweiſtöckige Haus vollſtändig vernichtete.
Der Schaden iſt ſehr groß. Nähere Einzelheiten
fehlen noch.
Ausbruch eines japaniſchen Vulkans.
Tokio. Durch einen Ausbruch des Vulkans
Komogatake ſind ungeheure Strecken Ackerlandes
und Waldbeſtandes unter vulkawiſchem Geſtein und
Aſche begraben worden. Die Zahl der Opfer an
Menſchenleben iſt gering.
600-Jahrſeier der Stadt Diez a. d. Lahn
Blick auf die Burg Diez.
Die ſchöne, hiſtoriſch berühmte Stadt Diez an de
Lahn feiert in dieſen Tagen ihr 600jähriges Be=
Jahxe 1329 erhielt ſie durch Ludwig
ſtehen. J
den Bayer
das Stadtrecht zuerkannt. Unſer Bild
zeigt die Burg Diez, deren älteſter Teil um das
Jahr 1070 entſtanden iſt.
Nummer 171
Sport, Spiel und Turnen.
Turnen.
Darmſtädter Turnerſchaft.
Die Hauptverſammlung der Darmſtädter Turnerſchaft fand am
Don=
die Tagung von vornherein durch den trefflichen Vortrag eines Turner= bilden die Spiele des morgigen Tages, an dem zuerſt — um 4 Uhr.
liedenchores durch die Beſfunger Sängerriege. Die letztjahrige Verhand= die Fußballer, anſchließend die Handballer, und zum Abſchluß die
lungsſchrift wird verleſen; der neue Vorſtand wird vorgeſtellt; ebenſo Damen=Handballmannſchaften des Jubilars und der 98er auf den Plan
und offenherziger Ausſparech die Zuſtimmung der Verſammlung.
Hierauf erteilt die Hauptverſammlung in freudiger Einmütigkeit deu: Rivalität in vernünftige Bahnen gelenkt werden muß.
Vorſtand die Zuſtimmung zur Verleihung der Ehrenurkunde und der
Ehrenmitgliedſchaft mit Sitz und Stimme im Vorſtand der Darnuſtädt
Turnerſchaft an die Turnbrüder: Hochſchulprofeſſor Dr. Hermann
Finger, Dr. med. Kanl Hof und Vermeſſungsoberſekretär Wilhelm
Hof=
ferbert: Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung wird die Ehrung
un=
mittelbar vollzogen. Der Vorſitzende Rechtsanwalt Kalbhenn feiert in
überaus eindrucksvoller Weiſe die enge Verbundenheit der drei Getreuen
mit der Deutſchen Turnerſchaft überhaupt und ihre hohen Verdienſte
um das Erſtarken und Blühen der Darmſtädter Turnerſchaft im
beſon=
deren. Was Turbruder Dr. Finger als langjähriger Vorſitzender und
Ehrenvorſitzender, was Turnbruder Dr. Hof all die Jahre als 2.
Vor=
ſitzender und Turnbruder Hofferbert als langjähriger Oberturnwart in
vorbildlicher Weiſe mit ſeltenem Geſchick in turneriſcher Tat geleiſtet
haben, kann niemals vergeſſeu werden. Mit dem Wunſche, daß ſie alle
drei mit ihren ſeltenen Gaben in alter Treue noch recht lange mitraten Roi=Weiß, V. ſ.R. — Forkung Mannheim=Edingen.
und mittaten, verlieſt und überreicht uter allgemeinem Iubel der
Vor=
ſitzende die geſchmackvollen Ehrenurkunden. Ein donnerndes Gut Heil
ſchulprofeſſor Dr. Finger in ſeiner beſcheidenen, ſchlicht=ſachlichen Weiſe ſtadt. Die Gäſte repräſentieren gute Kreisliga. Rot=Weiß=VfR. tritt
für die Ghrung. Sie werden auch fernerhin für die Turnerſchaft alles in folgender Beſetzung an:
tun, was in ihren Kräften ſteht. — Im weiteren Verlauf der Sitzung
werden die Jahresrechnung, SatzungZänderungen und andere Anträge
in ſchönſter Einmütigkeit erledigt. Eine Ausſprache über die Belange
der Darmſtädter Turnerſchaft ergibt eine Fülle wertvollſter Anregungen.
Sie ergibt volle Cinmütigkeit, indem das, was beſſer gemacht werden
kann, offen dargelegt wird und gleichzeitig erkannt und Gekannt wird,
daß einiges Streben und treues Feſthalten an den hohen Zielen der D. T. preiſe volkstümlich wie immer gehalten.
zum vollen Erfolg führen wird. Mit herzlichen Worten des Dankes
Hauptverſammlung.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Werbeſpiele in Urberach.
Spielleitung benützt, um dem Handballſpiel in Urberach auf die Beine zu Der unglückliche Ausgang der Verbandsſpiele hat zu einer
Neuauftel=
helfen. Infolge ſeiner Abgelegenheit kann Urberach nicht mit größeren lung der Mannſchaft geführt, die letzthin gute Früchte gezeitigt hat.
Veranſtaltungen bedacht werden. Aus dieſem Grunde wurde das Spiel / Das 3:3 in Hauſen und noch mehr der 4:1 Sieg in Hofheim gegen den
der Gaumannſchaft gegen Polizei Frankfurt dorthin verlegt, und dortigen 4=Meiſter beſtätigen dies. Das morgige Spiel in Eberſtadt
Sprendlingen wird gegen Tgde. Rödelheim ſpielen. Auch die Ein= iſt inſofern von intereſſanter Bedeutung, als es Aufſchluß über das
Ab=
heimiſchen ſollen zu Wort kommen. Ihr Gegner iſt der Nachbarverein ſchneiden der beiden Gegner in den nächſten Verbandsſpielen geben kann.
Ober=Roden. Als Vertreter der Gaumannſchaft wurden folgende Spie= zumal auch gerade Eberſtadt ſchon immer Meiſterſchaftsanwärter war,
ler beſtimmt:
Fuchs
Dingeldeh
Müller
Meher
Braun
Fiſcher
Kreutzer
Götz
Neumann
Repp
Spalt.
Zeichinthierte.
Die Wekkkämpfe im Skadion am Böllenfallkor
am Sonntag, den 23. Juni, 14 Uhr.
den Sportverein Darmſtadt antreten. Es iſt zu begrüßen, daß der Polizeiſportverein Halle, die gefürchteten roten Teufel.
heben, und wir wünſchen, daß gerade dieſer Klubkampf, der zweifellos 19. Juni.
ein intereſſantes, qualitativ ſehr gutes leichtathletiſches Ereignis
be=
deutet, beſonderes Intereſſe finde!
aller Kämpfe zu ermöglichen — nacheinander ausgetragen werden, er= legen. Von Leipzig gings nach Dresden. Hier wurden die Darmſtädter
ſtrecken ſich auf folgende Diſziplinen: 100 Meter=, 200 Meter= 4o0= herzlichſt empfangen und aufgenommen. Die Gaſtfreundſchaft der Dres=
Meter=, 800 Meter=, 1500 Meter= 5000 Meter=Lauf: 4mal 100 Meter=, denſig fand vor etwa 2500 Zuſchauern ſtatt, die ein herrliches
Sbeerwerfen; Kugelſtoßen; Diskuswerfen und — als Abſchluß — eine tat von 3:4 für Darmſtadt. In der zweiten Halbzeit ſpielten dann aber
15mal ½ Rundenſtaffel! In den Einzelkämpfen muß jeder Verein, die Heſſen in Hochform. Das Schlußergebnis lautete 12:3 für ſie. Auch
zwei Teilnehmer ſtellen, in den Staffeln ſtartet jeweils eine Vereins= das letzte Spiel gegen Polizeiſportverein Halle wurde vor
alle Kämpfe ſofort auf Entſcheidung ausgetragen werden, ſodaß die mit 6:4 Toren gewonnen,
Spannung am beſten und ſtärkſten zur Wirkung kommt.
unter Berückſichtigung der Eigenart der Wertung als offen bezeichnen, ſchaft, nicht errungen. Dafür blieben aber die Heſſen in drei Freund=
Jedenfalls erwarten wir eine nur knappe Punktdifferenz, die Sieger ſchaftsſpielen ſiegreich, eine feine Leiſtung, die an die Spieler
körper=
er Geſamtſieger werden will, ſein Beſtes leiſten muß und wird. Zweifel= Leiſtungsprobe beſtanden wurde!
los ſind in jeder der einzelnen Kategorien ſehr ſpannende, ſchöne Kämpfe
zu erwarten, und den Vorſprung, den vor allem Frankfurt 1880 in tag und Sonntag beteiligt ſich die Mannſchaft an dem Pokalturnier
den Sprintſtrecken erringt, können MTG. und Sportverein auf den des Sportvereins Wiesbaden, an dem noch Fußballſportverein Frank=
Mittel= bzw. längeren Strecken ſicher wieder aufholen. Die Sprung=, furt, VfR. Schwanheim und Sportverein Wiesbaden teilnehmen.
Wurf= und Stoßkonkurrenzen werden daher wahrſcheinlich das
Schwer=
gewicht nach der einen oder anderen Seite verſchieben.
Wie wir erfahren, ſind die Eintrittspreiſe ſehr niedrig gehalten, 2. Mannſchaft gegen Kickers Offenbach in Offenbach;
und zwar einheitlich für alle Plätze: Mitglieder 50 Pfg., Nichtmitglieder 3. Mannſchaft gegen 1. Viktoria Kelſterbach; 5.15 Uhr auf dem Polizei=
80 Pfg. Der Beſuch der Veranſtaltung iſt im Intereſſe des ſchönen
Leichtathletikſportes und ſeiner Pflege und Förderung in Darmſtadt 1. Jugend gegen Ballſpielklub Offenbach; 4 Uhr auf dem Polizeiſportpl.;
mit dem Aufmarſch der drei Kampfmannſchaften und der Begrüßungs=
Im einzelnen lautet das Programm wie folgt:
14 Uhr: Aufmarſch der 3 Kampfmannſchaften, Begrüßungsanſprache.
14,10 Uhr: 100 Meter=Lauf. 14.15 Uhr: 1500 Meter=Lauf. 14,25 Uhr:
Speerwerfen. 14,40 Uhr: 200 Meter=Lauf. 14,45 Uhr: Diskuswerfen, ſind wie folgt gepaart:
15 Uhr: 800 Meter=Lauf. 15,05 Uhr: 400 Meter=Lauf. 15,10 Uhr:
4mal 100 Meter=Staffel. 15,30 Uhr: Kugelſtoßen. 15,45 Uhr: 5000
Meter=Lauf. 16,05 Uhr: 4mal 400 Meter=Staffel. 16,10 Uhr:
Weit=
ſprung. 16,25 Uhr: 4mal 1500 Meter=Staffel. 16,45 Uhr: 15mal ½= findet am Samstag, den 29. Juni, abends 6,30 Uhr in Darmſtadt ſtatt.
Runden=Staffel. 17 Uhr: Siegerehrung.
Hundant.
Sporkverein Darmſtadt 1898.
Am morgigen Sonntag treten die Handball= und die Fußball=
Liga=
nerstag, den 2. Juni 1929 von 20 Uhr ab im Turnſaale der Turn= mannſchaft auf dem Arheilger Mühlchen gegen die Sportvereinigung
gemeinde Beſſungen ſtatt. Rechtsanwalt Kalbhenn eröffnet und leitet in Arheilgen an. Bekanntlich feiert man in der bevorſtehenden Woche in
gewohnt geſchickter Weiſe die Verſammlung. Eine gewiſſe Weihe erhält Arheilgen Vereinsjubiläum. Den Auftakt zu dieſer Jubiläumswoche
werden die üblichen Berichte erſtattet. Sie finden nach kurzer, klater treten. Jubiläumsſpiele ſollen Werbeſpiele ſein. Deſſen werden die
be=
teiligten Spieler eingedenk ſein müſſen, ſo daß die beſtehende ſportliche
Sporkverein 98 UJugend) Spiele am 23. Juni.
1. Jgd. gegen 1. Jgd. SV. Münſter, Stadion, 310 Uhr.
2. Jgd. gegen 1. Jgd. SV. Weiterſtadt, Stadion, 9410 Uhr.
3. Jgd. gegen 2. Jgd. Neu=Iſenburg, Stadion, 11 Uhr.
4. Jugend ſpielfrei.
1a Schüler gegen 1. Schüler Union, Stadion, 9 Uhr.
1b Schüler gegen 1. Schüler Wixhauſen, Stadion, 11 Uhr.
2. Schüler gegen 2. Schüler Arheilgen, dort, Treffpunkt halb 10 Uhr
Arheilger Mühlchen.
3. Schüler gegen 2. Schüler Union, Stadion, 9 Uhr.
Nachdem die Ligamannſchaft des Rot=Weiß=VfR. am letzten
Sonn=
vermittelt die Glückwünſche der Haupwerſammlung. Im Namen der tag einen ſchönen Erfolg in Oberrad erringen konnte, empfängt ſie am
drei Getreuen dankt unter dem freudigen Beifall der Turnerſchaft Hoch= kommenden Sonntag den Kreisligavertreter Fortung=Edingen in Darm=
Braun
Roemer
Eiſinger
Klein”
Müller
Günther
Süßenbeck
Vogelmann
Ganß
Werkmann
Eiſinger 2.
Beginn des Spieles iſt auf 4 Uhr feſtgeſetzt, und ſind die Eintritts=
Die Liggerſatz begibt ſich zu dem Bergſträßer 4=Klaſſen=Vertreter,
ſchließt hierauf Rechtsanwalt Kalbhenn die bedeutfamo und würdige um das fällige Rückſpiel auszutragen. — Anders iſt es bei den Alten
Herren der Rotweißen, welche in Münſter anläßlich des 10jährigen
Stiftungsfeſtes des dortigen Sportvereins ein Propagandaſpiel
aus=
tragen.
R. Sp. V. Germania 03 Pfungſtadt.
Germania Pfungſtadt trägt morgen das Rückſpiel in Eberſtadt
Programmäßig iſt anläßlich des Gauſportfeſtes in Worfelden Spiel= gegen den dortigen Namensvetter aus. Das Vorſpiel gewannen die
verbot im Handball erlaſſen worden. Dieſen freien Sonntag hat die Kreisligiſten glatt 3:0. Auch diesmal haben ſie die beſſeren Chancen.
ohne allerdings je das erſehnte Ziel zu erreichen. Ueber den Abſtieg
Pfungſtadts iſt allerdings das letzte Wort noch nicht geſprochen,
vor=
läufig heißt es, abwarten. Jedenfalls dürfte es in Eberſtadt zu einem
ſpannenden Kampfe kommen, deſſen Beſuch empfohlen werden kann.
Handball.
Polizeiſporkverein Darmſtadk.
Der Polizeiſportverein Darmſtadt hatte im Anſchluß
an das Endſpiel um die deutſche Handballmeiſterſchaft, das bekanntlich
in Halle zwiſchen Polizei Darmſtadt und Polizei Berlin
ſtattfand und mit dem Siege der Berliner endete, eine Reihe Privat=
Wir haben bereits mitgeteilt, daß die ſportlich und geſellſchaftlich ſpiele gegen hervorragende Gegner abgeſchloſſen.
Spielvereini=
beſtens bekannten Vereine, Sportklub Frankfurt 1880 und MTG. Mann= gnng Leipzig, Meiſter des Gaues Leipzig. Dresdenſia
Dres=
heim am Sonntag mit ihren Leichtathleten zu einem Klubkampf gegen den, die in ihrem Gau den zweiten Tabellenplatz einnimmt und
Sportverein ſich bemüht, auch den Leichtathletikſport in Darmſtadt zu waren die Gaſtgeber der Darmſtädter Poliziſten am 17., 18. und
Der erſte Kampf wurde gegen Spielvereinigung
Leip=
zig ausgetragen. Das Spiel war ſchnell und wuchtig. Trotz des knap=
Die Wettkämpfe, die — um den Zuſchauern das genaue Verfolgen ven Reſultates (7:5 für Darmſtadt) waren die Poliziſten ſtets
über=
dener kann ſchlechthin nicht überboten werden. Das Spiel gegen
Dres=
ef=
4mal 400 Meter; 4mal 1500 Meter=Staffel; Hoch= und Weitſprung; fen zu ſehen bekamen. Die Halbzeit brachte zwar nur das knappe
Reſul=
mannſchaft. Von beſonderer Bedeutung iſt dabei die Tatſache, daß 9000 Zuſchauern trotz ſchlechter Schiedsrichterleiſtung in ſicherer Weiſe
Die Reiſe des Polizeiſportvereins Darmſtadt iſt demnach ſehr er=
Die Frage nach dem Sieger dieſes großen Klubkampfes darf man folgreich verlaufen. Zwar wurde der höchſte Preis, die deutſche Meiſter=
und Beſiegte trennt, denn ſicher iſt, daß jeder der drei Vereine wenn lich die höchſten Anforderungen ſtellte. Um ſo erfreulicher, daß die
Nur kurze Raſt war den Spielern gegönnt; denn bereits am Sams=
Spiele der unteren Mannſchaften am Sonntag:
ſportplatz;
nur zu empfehlen. Die Veranſtaltung beginnt pünktlich um 14 Uhr 2. Jugend gegen Sportfreunde Mainz; 10 Uhr vorm. auf dem
Polizei=
ſportplatz;
anſprache des erſten Vorſitzenden des Sportvereins, Herrn Dr. Heß. 1. Schüler gegen Sportklub Wiesbaden; 11 Uhr auf dem Polizeiſportpl.
Um den Süddeukſchen Handballpokal.
Die Gegner zur erſten Runde um den Süddeutſchen Handballpokal
F. C. Nürnberg — V.f.B. Stuttgart.
Sportverein Darmſtadt 1898 — V.f.R. Mannheim.
Das Spiel der Darmſtädter gegen die Mannheimer Raſenſpieler
Die Sieger aus obigen Spielen beſtreiten dann das Endſpiel.
Seite 11
Deutſchland kommk in die Europa=
Endrunde um den Davis=Pokal.
Die Tſchechoflowakei 4:1 geſchlagen.
Als dei deutſchen Tennisſpieler in Hamburg die Italiener 3:2
ab=
gefertigt hatten, ging eine Welle der Begeiſterung durch die deutſche
Tennisgemeinde. Der Sieg wurde als ein großer Erfolg des
Tennis=
ſportes gefeiert. Daß man aber auch den nächſten Gegner, die
Tſchecho=
ſlowakei und ſogar mit 4:1 abfertigen könnte, das haben nur wenige zu
hoffen gewagt. Das Unerwartete iſt aber doch jetzt wahr geworden.
Deutſchland hat ſich zum erſten Male für das Endſpiel in der Europa=
Zone um den Davispokal qualifiziert. Vor allem iſt dieſer Ausgang
dem überragenden Können von Moldenhauer zuzuſchreiben, der
am Freitag das Spiel ſeines Lebens ſpielte und einfach nicht zu
ſchla=
gen war. Die Spiele am letzten Tage begannen mit großer Verſpätung,
da es in Prag regnete. Im erſten Treffen konnte Moldenhauer
den guten Deutſchböhmen Menzel glatt 6:4, 8:6 6:4 abfertigen.
Das zweite Spiel beſtritt Prenn, der für Dr. Landmann gegen
Macenauer antrat. Dr. Landmann war am Donnerstag beruflich
nach Berlin gefahren und wollte am Donnerstag noch im Flugzeug nach
Prag zurückehren. Infolge Nebels war aber das Flugzeug zur
Um=
kehr nach Berlin gezwungen. Damit war ein Fall höherer Gewalt
eingetreten. Prenn konnte für Dr. Landmann ſpielen und der
gewon=
nene Punkt mußte Deutſchland gutgeſchrieben werden. Das Spiel
Macenauer—Prenn beſtand aus einem hartnäckig durchgeführten Drei=
Satz=Kampf, den Prennmit 6:3, 7:5, 7:5 zu ſeinen Gunſten entſchied.
Tennis= und Eisklub Darmſtadk. Junioren.
Am kommenden Sonntag empfängt die Juniorenmannſchaft des
Tennis= und Eisklub die Junioren des 1. Wiesbadener Tennis= und
Hockehklubs zum Klubwettkampf. Der ſtarken Wiesbadener Mannſchaft,
von der der bekannteſte Spieler, der Spitzenſpieler v. Reppert iſt,
werden die Darmſtädter vorausſichtlich mit folgender Mannſchaft
ent=
gegentreten: Kleinlogel, Brücher, Müller, Michel, Sartori, Cello,
Lan=
genbach und Colin. Da beide Mannſchaften ungefähr die gleiche
Spiel=
ſtärke beſitzen, wird es ſicherlich zu ſpannenden Kämpfen kommen, und
das Endergebnis ein ſehr knappes werden.
Sporkwoche der Techniſchen Hochſchule.
Hochſchulwekkkampf Univerſikäk Frankfurk-Techniſche
Hochſchule Darmſtadk.
in der Woche vom Montag, den 24., bis Samstag, ben 29. Juni 1920.
Montag, 24. Juni, 17 Uhr: Tennis (Herren=Einzel und Herren=
Doppel).
Dienstag, 25. Juni, 17.30 Uhr: Fußball.
Mittwoch, 26. Juni, 17 Uhr: Schwimmen (25mal 50 Meter bel.
Staffel 8mal 100 Meter=Lagenſtaffel). — Waſſerbali
(7er Mannſchaften).
Donnerstag, 27. Juni, 18 Uhr: Leichtathletik (25mal ½
Runden=
ſtaffel, Doppelte Olympiſche Staffel, 4mal 100 Meter=Staffel.
Dreikampf: 100 Meter, Weitſprung, Speerwerfen.)
Freitag, 28. Juni, 18 Uhr: Handball.
Samstag, 29. Juni, 16,30 Uhr: Hockey.
Im Rahmen dieſer Sportwoche findet am Mittwoch, den 26. Juni,
ein Sportwerbetag ſtatt. Es wird an dieſem Tage in großzügiger
Weiſe gezeigt werden, wie weit der ſportliche Gedanke unter der
Studentenſchaft ſich verbreitet hat. Es ſoll gleichzeitig ein Werbetag ſein
für die Reitabteilung, für die neugegründete Faltbootabteilung und die
Tennisgruppe. Es lohnt ſich die kleine Mühe, die Veranſtaltung zu
be=
ſuchen, zumal bemerkenswerte Vorführungen, wie Kunſtflüge,
Reitvor=
führungen, Schwimmſtaffeln, Waſſerballſpiele, ein luſtiges Schifferſtechen
auf Faltbooten und anderes mehr, wohl von beſonderem Intereſſe ſein
dürften.
Beſonders ſei ein Rugbyſpiel erwähnt, welches gegen die Hochſchule
Karlsruhe zum Austrag gelangt.
Eine viertelſtündige, gleichzeitige Vorführung ſämtlicher Sportarten
dürfte eindrucksvoll den Umfang des Sportbetriebes der Hochſchule zur
Schau bringen. — Der Beginn der Veranſtaltung iſt 17 Uhr. — Der
Eintritt iſt frei.
Bei den Londoner Tennis=Meiſterſchaften ſchied die letzte deutſche
Teilnehmerin, Frl. Cilly Auſſem, durch eine glatte Niederlage gegen
Frau Goldſack in der Vorſchlußrunde aus.
Die ägyptiſche Auswahlelf konnte in Hamburg gegen den
norddent=
ſchen Meiſter, HSV., der ohne Horn ſpielte, ein Unentſchieden von 2:2
erzielen.
In ber ſüddeutſchen Vertretung für den Leichtathletikkampf gegen
die Tſchechoflowakei wurde Salz durch Metzner (Frankfurt) und
Wel=
ſcher durch Schönig (Stuttgart) erſetzt.
Ete Rademacher iſt an Paratyphus ſchwer erkrankt.
Geſchäfkliches.
Der Freundin Rat!
„Schade um die ſchöne Seitde, um die Mühe mit dem Kleide.”
Sagt betrübt die junge Frau.
„Nach der Wäſche 12 iſt zumm Weinen — ſieht es aus wie grobes Leinen,
Ohne Glanz, farklos umd grau.”
Die Freundin hört die bittre Klage
Und gibt der fun
n Frau ben Nat:
„Zum Waſchen Gunter Seidenſtoffe
Lux Seifenflocken ſimd pnobat!“
Lur Seifenflocken ſind das bebannte Produkt der Sumlicht
Geſell=
ſchaft Mannheim.
Welterbericht.
Das Nordmeertief, deſſen Randſtörungen im Laufe des geſtrigen
Tages zu Bewölkung und vielfachen Gewitterſtörungen führte, bewegt
ſich nordoſtwärts weiter und lag heute morgen über Skandinavien. Mit
dem Abzug des Tiefs gelangen an ſeiner Rückſeite kühle Luftmaſſen
ſüd=
wärts nach Mitteleuropa, die gleichzeitig das weſtliche Hochdruckgebiet
nach dem Feſtland ſaugen. Wir gelangen ſomit in den Bereich eines
neuen Hochdruckgebietes, ſo daß dadurch eine neue Schönwetterlage
ge=
ſchaffen wird. Die aus höheren Breiten ſtammenden Luftmaſſen wirken
zunächſt noch auf die Temperaturen ein. Infolgedeſſen bleibt es nachts
kühl, aber tagsüber ſteigen die Temperaturen wieder an.
Ausſichten für Samstag, den 22. Juni: Meiſt heiter, nachts kühl,
tags=
über wieder langſam zunehmende Erwärmung, trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 23. Junf: Weitere Erwärmung und
Fort=
dauer des trockenen und heiteren Wetters.
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Auch die Tendenzgeſtaltung der letzten Woche war durchweg
enttäuſchend. Es fehlte der Börſe dabei wohl weniger an
Ver=
trauen als an finanziellem Rückhalt, und es iſt in erſter Linie die
innere Schwäche der Börſe als Auswirkung der Kapitalsarmut
die die Spekulation bei dem geringſten Anzeichen einer
Ab=
ſchwächung zu ſofortigen Glattſtellungen veranlaßt. Die Tendenz
trug trotz nicht unfreundlicher Grundſtimmung ſtets einen nervöſen
Charakter, und erſt in den letzten Tagen des Berichtsabſchnittes
konnte ſich eine geringfügige Beſſerung durchſetzen. Die völlige
Orderloſigkeit und das weitere Ausbleiben der Auslandsauftrage
zuſammen mit Geldmarktbefürchtungen angeſichts des
herannahen=
den Halbjahrsultimos hatten bisher jegliche Anſätze zu einer
Auf=
wärtsbewegung im Keime erſtickt. Auch als der erwartete
Ab=
ſchluß eines Reichskredites im Auslande Tatſache wurde und die
Sorgen der Börſe vor einer Inanſpruchnahme des offenen
Geld=
marktes durch das Reich zum Monatsende beſeitigt waren, konnte
keine weſentliche Belebung eintreten. Man verwies zwar in
die=
ſem Zuſammenhang auch wieder auf die Erklärung des
Reichs=
finanzminiſters, in der eine bereits endgültige Entſpannung der
prekären Kaſſenlage des Reiches feſtgeſtellt wurde und der
Hoff=
nung auf eine dauernde Beſſerung Ausdruck gegeben wird und
ſo=
gar Steuererleichterungen in Ausſicht geſtellt werden. Obwohl
man, abgeſehen von der Entlaſtung durch den Auslandskredit des
Reiches, weitere erhebliche Geldzuflüſſe aus dem Auslande,
ſ=
aus der letzten Tranche der Kalianleihe und aus anderen
Aus=
landskrediten, worauf ſchon das anhaltend ſtarke
Deviſenangebo=
ſchließen läßt, erwartet, ließ ſich die Spekulation nicht aus ihrer
Reſerve herauslocken. So konnte ſchließlich der günſtige letzte
Reichsbankausweis und die endgültige Aufhebung der
Kredit=
reſtriktionen kaum ſtimulieren. Auch die Hoffnung auf Anregung,
die man aus dem Abſchluß der wichtigen Glanzſtoff=Enka=
Trans=
aktion geſchöpft hatte, wurde kaum erfüllt. Der Zuſammenſchluß
der Glanzſtoff=Enka wurde in ſeiner Großzügigkeit zwar durchaus
gewürdigt, indem man in ihm einen weiteren Schritt zum
inter=
nationalen Kunſtſeidentruſt und zu einer weitgehenden
internatio=
nalen Preis= und Produktionskonvention ſah. Jedoch erſchien die
große Kapitalerhöhung der neuen Unie verſchiedenſten Kreiſen als
bedenklich. Die anfängliche Aufwärtsbewegung der
Glanzſtoff=
aktien konnte ſich daher nicht fortſetzen und machte ſpäter
einem ſtarken Rückgang Platz. Die günſtigen Momente
wirtſchaft=
licher Natur wie die Erhöhung der Produktionsquote in der
inter=
nationalen Rohſtahlgemeinſchaft für das dritte Quartal um
1 Million Tonnen, die ſteigende Auslandsnachfrage auf den
Eiſen=
exportmärkten, der günſtige Bericht über die Lage der
Maſchinen=
induſtrie, der eine weſentliche Steigerung des Auslandsgeſchäftes
feſtſtellt, und ſchließlich die immer noch anhaltende Entlaſtung auf
em Arbeitsmarkt vermochte nur vorübergehend einen gewiſſen
Impuls zu geben. Die Stimmung wurde vielmehr auch durch den
Bericht über die rückgängigen Einnahmen der Reichsbahn und
durch die Mitteilungen über geringere Leiſtungen des deutſchen
Bergbaues im Mai gegenüber dem Vormonat unter Druck
gehal=
ten. Auch der anſcheinend unbefriedigende Verlauf der Pariſer
Beſprechungen zwiſchen den deutſchen und franzöſiſchen
Außen=
miniſtern und ſchließlich die Gerüchte über ernſte Unpäßlichkeit des
Reichspräſidenten wirkten ſich nachteilig aus. Es iſt trotzdem nicht
zu verkennen, daß die Börſe eine durchaus geſunde Verfaſſung
zeigt und der Markt im Hinblick auf die großen ausländiſchen
Effektivabnahmen der Vorwoche nicht belaſtet iſt. Da zudem die
Ultimoregulierung infolge der günſtigen Geldmarktlage keine
weſentlichen Schwierigkeiten bringen dürfte, kann bei einem erneut
einſetzenden Auslandsintereſſe und einiger Beteiligung des
Publi=
kums ſchnell wieder eine Wendung zum Beſſeren eintreten. Das
Geſchäft hatte ſich im weſentlichen nur auf einige Sonderwerte
konzentriert.
Der Geldmarkt zeigt eine recht günſtige Verfaſſung; die auf
die frühzeitigen Vorbereitungen zum Halbjahrsultimo
zurückzu=
führen iſt. Die leicht geſteigerte Nachfrage im Zuſammenhang
mit dem rheiniſchen Zahltag am 20 d. Mts. ließ bald nach. Die
Sätze für Tagesgeld konnten ſich daher bis auf 6½ bis 9 Prozent
wieder ermäßigen. Termingeld bleibt dagegen etwas ſteifer, weil
man die Entwicklung bis zum Ultimo abwarten will. Obwohl
das Reich infolge des nunmehrigen zum Abſchluß gelangten
Aus=
landskredits auf den offenen Markt nicht mehr zurückgreifen wird,
rechnet man doch mit anderweitigem ſtarken Bedarf der
öffent=
lichen Hand und hält ſich daher merklich zurück. Der Satz für
Nonatsgeld behauptet ſich unverändert mit 9½ bis 10½ Prozent.
Der Diskontenmarkt lag recht ſtill. Das Angebot betrug nur
einige Millionen Mark, die ſtets glatt untergebracht werden
konnten. Der Satz iſt unverändert 7½ Prozent. Am
internatio=
nalen Geldmarkt hat die Beruhigung weitere Fortſchritte gemacht,
die nicht zuletzt auf das ſtarke Abſinken der New Yorker
Tagesgeld=
rate zurückzuführen iſt. Nur am Londoner Geldmarkt iſt eine
leichte Verſteifung eingetreten, doch glaubt man, daß der
Halb=
jahresultimo auch dem internationalen Geldmarkt keine ſtärkere
Verengung bringen wird.
Zum Abſchluß des 210=Millioinen=Mark=Kredites des Reiches,
den wir bereits meldeten, wird amtlich mitgeteilt: Das Reich
hat mit einer Bankengruppe unter Führung des Bankhauſes
Mendelsſohn u. Co., Berlin, der im übrigen die Deutſche Bank
und die Reichskreditgeſellſchaft A.G., Berlin, angehören, einen
Bereitſtellungskredit von 210 Millionen Reichsmark vereinbart.
Die Einräumung dieſes Kredits iſt der deutſchen Gruppe dadurck
ermöglicht worden, daß ſie ihrerſeits entſprechende
Kreditverein=
barungen mit einer amerikaniſchen Gruppe getroffen hat, die
von dem Bankhauſe Dillon Read u. Sohn, New York, geführt
wird, und der im übrigen das Bankhaus Harry Forbes u. Sohn,
New York, und die Claye Seeurities Corporation, New York,
angehören. Der Kredit läuft ein Jahr, der Zinsfuß beträgt 7½
Prozent. Außerdem wird eine Bereitſtellungsproviſion von
1 Prozent gewährt.
Leiſtung der Deutſchen Walzwerke im Mai. Die deutſchen
Walz=
werke haben im Mai 1929 (ohne Saargebiet) an
Walzwerksfertigerzeug=
niſſen 959 090 Tonnen hergeſtellt. Gegen den April bedeutete dies einen
Rückgang um 15 355 Tonnen. Die durchſchnittliche arbeitstägliche
Ge=
winnung des Mai entſpricht mit 38 364 Tonnen 88,78 Prozent der
durch=
ſchnittlichen arbeitstäglichen Gewinnung des Jahres 1913 im Deutſchen
Reich damaligen Umfanges. Daneben wurden noch 106 088 (April
129 751) Tonnen „Halbzeug zum Abſatz beſtimmt” hergeſtellt.
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenbericht vom 21. Junf. Die Frankfurter
Ge=
treidebörſe lag ruhig. Weizenmehl iſt um 50 Pfg., niederrhein.
eben=
falls um 50 Pfg. im Preiſe geſtiegen. Es notierten je 100 Kilogramm:
Weizen 23,50, Roggen 21,75—22, Sommergerſte 2, Hafer 22, Mais 20,
Weizenmehl ſüdd. 33, desgl. niederrhein. 32,50, Roggenmhel 28,25—29,
Weizenkleie 10,25—10,50, Roggenkleie 11,50.
Frankfurter Obſt= und Gemüſepreiſe vom 21. Juni. In Obſt und
Gemüſe waren die Zufuhren im allgemeinen gut. Der Verkauf
geſtal=
tete ſich lebhaft und die Preiſe ſind gegenüber der Vorwoche weiter
rückgängig. Auch in Gemüſen war die Anfuhr reichlich; auch hier ſind
die Preiſe ebenfalls rückgängig, beſonders Spargeln ſind angeboten und
billig. Die Preiſe ſind auf 1 Pfd. bzw. 1 Stück in Pfg. umgerechnet.
Unter Großhandelspreis iſt der Verkauf vom Erzeuger oder
Großhänd=
ler an den Kleinhändler bzw. Wiederverkäufer zu verſtehen. Spargeln
1. Sorte 55—60, 2. Sorte 30—40, 3. Sorte 12—14, Tafeläpfel ausländ.
40—200, Erdbeeren 1. Sorte 60—70 bzw. 75—90, 2. Sorte 35—50 bzw.
50—60, Walderdbeeren 90—100, Kirſchen inländ. 22—45, Aprikoſen
ausländ. 45—50, Stachelbeeren grün 15—20, Faßtrauben 110—120,
Bananen 54—60 bzw. 70, Zitronen 6—8 bzw. 8—10,Apeflſinen loſe 28
bis 32 bzw. 43.
Frankfurter Buttermarkt vom 21. Juni. Das Angebot in
hollän=
diſcher Butter war ſehr groß, ſo daß dies nicht ganz aufgenommen
wer=
den konnte. Die Preiſe waren daher nachgebend, doch entwickelte ſich
das Geſchäft recht lebhaft. Deutſche Butter war auch in dieſer Woche
wieder in großen Poſten angeboten, ſo daß auch hier ein weiterer
Preisrückſchlag eintreten mußte. Der Abſatz war befriedigend. Es
notierten: Holländiſche Butter 1 Faß (50 Kilo) 184 RM., einhalb Faß
186 RM., ein Faß in Halbpfundſtücken 190 RM. Deutſche Butter ein
Faß 165 RM.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 21. Juni.
Infolge des fortbeſtehenden Auftragsmangels eröffnete auch heute
die Börſe in luſtloſer und weiter etwas ſchwächerer Haltung. Auch
die Spekulation zeigte ſich faſt ganz desintereſſiert und ſchritt eher zu
Abgaben. Dieſe nahmen aber auch heute wieder kein größeres
Aus=
maß an, ſo daß gegenüber der geſtrigen Abendbörſe kaum ſtärkere
Rück=
gänge zu verzeichnen waren. Der feſte geſtrige Schluß der New Yorker
Börſe, die beſſere Lage am Arbeitsmarkt und einzelne eher günſtige
Nachrichten konnten keinen Eindruck machen, da der bevorſtehende
Halbjahrsultimo zur Zurückhaltung mahnte, was ſchon an den wieder
ſchlechteren Geldmarktverhältniſſen zu erkennen war. J.G. Farben
waren weiter etwas angeboten und eröffneten zirka 0,75 Proz,
ſchwä=
cher. Scheideanſtalt minus 1 Prozent. Etwas Intereſſe beſtand am
Elektromarkt für Siemens mit plus 2 Prozent. Hier ſollen einige
Auslandsorders eingetroffen ſein. Aber auch Schuckert, Licht u. Kraft
und AEG. konnten bis 0,75 Prozent gewinnen. Nach den erſten
Kur=
ſen ſetzte plötzlich lebhaftere Nachfrage nach Montanwerten ein.
Be=
ſonders Ma inesmann waren rege gehandelt und konnten 4 Prozent
anziehen. Auch Mansfelder und Harpener konnten ſich daraufhin
beſſern. Das Geſchäft wurde aber bald wieder ſtiller, da die
Speku=
lation zu Gewinnmitnahmen ſchritt. Hiernach wurde, vom
Elektro=
markt ausgehend, die Geſchäftstätigkeit erneut reger. Unter
Bevor=
zugung von A.EG. gewannen dieſe Werte bis zu 2 Prozent. Aber
auch Montanpapiere rückten wieder in den Vordergrund und erreichten
ihren gebeſſerten Stand. J.G. Farben lagen 1 Prozent höher. Die
übrigen Märkte waren ebenfalls feſter. Die Tendenz war freundlicher.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent unverändert. — Am
Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1920, gegen Pfunde
20.335, London-Kabel 4.8486, London-Paris 123.99, London-
Mai=
land 9267, London-Madrid 34.20, London-Holland 12.07.
Das Geſchäft an der heutigen Abendbörſe hielt ſich in engen
Grenzen. Vorübergehend zeigten ſich Farbenind, etwas lebhafter,
offenbar auf die morgige G.V. hin. Daneben waren Elektrowerte
unter Bevorzugung von AEG. beachtet. Verein. Glanzſtoff lagen
er=
neut 2 Prozent ſchwächer, währhend Montanwerte bei ruhigem Geſchäft
gut behauptet lagen. Die übrigen Märkte blieben ohne beſondere
Be=
wegung. Die Kursbeſſerungen gingen über 0.5 Prozent nicht hinaus.
Renten waren faſt umſatzlos. 7,5prozentige Rumänen von 1929 ſtarl
angeboten. Der weitere Verlauf blieb ruhig und ohne weſentliche
Ver=
änderung.
Berlin, 21. Juni.
Im Anſchluß an die ſchwächere geſtrige Frankfurter Abendbörſe
konnte man heute vormittag für den Börſenverlauf weiteres Angebot
feſtſtellen. Es tauchten Befürchtungen für den engliſchen Vankdiskont
auf; man glaubte, daß der Ultimo Schwierigkeiten machen könne und
verwies auf das 1,13 Millionen=Defizit im Reichshaushalt für 1928. Die
erſten Kurſe zeigten aber Widerſtandsfähigkeit. Die Modalitäten des
nunmehr beſtätigten Abſchluſſes des Reichskredites, der ein Jahr läuft
und deſſen Zinsfuß 7.25 Prozent beträgt (plus 1 Prozent
Bereitſtel=
lungsproviſion) waren nicht ſo ſchlecht, wie man vormittags noch
be=
ürchtet hatte. Auch innerpolitiſche Schwierigkeiten ſind durh das
Scheitern des Getreidemonopols im Moment zurückgeſtellt. Nach den
erſten Kurſen trat dann ellgemein eine Geſchäftsbelebung ein und das
Kursniveau beſſerte ſich um 1—2 Prozent, vereinzelt bis 3 Prozent.
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Kleiner Exporküberſchuß von 54 Millionen Mark.
Die Einfuhr im reinen Warenverkehr beträgt im Monat Maf
1929 1121,6 Mill. RM., die Ausfuhr einſchließlich der
Reparations=
ſachlieferungen 1175,8 Mill. RM. Die Handelsbilanz zeigt ſomit
einen geringen Ausfuhrüberſchuß von rund 54 Mill. RM.
gegen=
über einem Einfuhrüberſchuß von 24 Mill. RM. im Monat April.
Auf die Reparationsſachlieferungen entfallen 77 Mill. RM.
gegen=
über 67 Mill. RM. im Vormonat.
Verhältnismäßig am ſtärkſten iſt gegenüber dem Vormonat
die Einfuhr von Lebensmitteln geſunken (um 50,8 Mill. RM.).
An dieſem Rückgang iſt die Einfuhr von Weizen mit 19,2 Mill.
RM. beſonders beteiligt. Der Rückgang der Rohſtoffeinfuhr (um
78,3 Mill. RM.) entfällt in erſter Linie auf Oelfrüchte und
Oel=
ſaaten (um 37,6 Mill. RM.) und Textilrohſtoffe (Wolle um 18,8,
Baumwolle um 17,4 Mill. RM.). Die Fertigwareneinfuhr iſt faſt
unverändert geblieben.
Der Rückgang der Ausfuhr gegenüber dem Vormonat entfällt
überwiegend auf die Fertigwaren und verteilt ſich hier auf viele
einzelne Poſten. Unter den bedeutendſten Ausfuhrgruppen iſt die
Ausfuhr von Textilfertigwaren um 11,4 Mill. RM. geſunken, die
Ausfuhr von Maſchinen, von Walzwerkserzeugniſſen und ſonſtigen
Eiſenwaren im weſentlichen unverändert geblieben und die
Aus=
fuhr von Farben und ſonſtigen chemiſchen und pharmazeutiſchen
Erzeugniſſen um 4,2 Mill. RM. geſtiegen. Die Ausfuhr von
Roh=
ſtoffen iſt gegenüber April um 9,4 Mill. RM., die von
Lebens=
mitteln um 4.1 Mill. RM. zurückgegangen.
Die wichtigſten Reparationsſachlieferungen im Mai 1929 ſind:
aus der Gruppe der Lebensmittel Zucker mit 5.4 Mill. RM.. aus
der Gruppe der Rohſtoffe und halbfertigen Waren Steinkohlen
mit 21.4 Mill. RM., Koks mit 9,0 Mill. RM.. Preßkohlen mit 1.3
Mill. RM., ſalpeterſaures Natron mit 1,3 Mill. RM.,
ſchwefel=
ſaures Ammoniak 1,2 Mill. RM. Aus der Gruppe der
Fertig=
waren: Walzwerkserzeugniſſe und ſonſtige Eiſenwaren 12,7 Mill.
RM.. Maſchinen, ohne elektriſche Maſchinen. 7.9 Mill. RM..
chemi=
ſche Erzeugniſſe 3.3 Mill. RM., elektriſche Maſchinen und ſonſtige
elektrotechniſche Erzeugniſſe 3,0 Mill. RM.. Papier und
Papier=
waren 2,2 Mill. RM.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 21. Juni ſtellten ſich für
Elek=
trolgrtupfer 170,50 RM., Original Hürtenalumünſum 190 RM.,
des=
gleichen in Welzen oder Drahtbarren 194 RM., Reinwickel 350 RM.,
Antimon Regulus 70—75 RM., Fünſilber 72,25—74 MM.
Nach einer Bekanntmachung des Reichsminiſters der Juſtiz vom
28. Mai 1929 erſtrecky ſich der durch das Geſetz von 18. März 1904
vor=
geſehene Schutz von Erfindungen, Muſtern und Warenzeichen auch auf
die 17. Deutſche Oſtmeſſe (18. bis 21. Auguſt 1929) und die wit ihr
ver=
bundene Landwirtſchaftsausſtellung.
In der geſtrigen Sitzung des Sachverſtändigenausſchuſſes für das
Agrarprogramm, an der auch Reichsernährungsminiſter Dietrich
teil=
nahm, iſt der Plan auf Schaffung eines Getreidehandelsmonopols mit
ſechs gegen fünf Stimmen abgelehnt wovden.
Der Entwicklung der Marktlage entſprechend hat die Verkaufsſtelle
des Kupferblechſyndikats Kaſſel den Grundpreis für Kupferblechfabrikate
mit Wirkung ab 19. Juni auf 232 RM. per 100 Kg. feſtgeſetzt.
Zur Durchführung des Straßenbauprograwms in Heſſen=Kaſſel wird
der Bezirksverband eine Anleihe von 6½ Mill. Goldmark aufnehmen.
Eine entſprechende Vorlage wird dem Landesausſchuß, der am 2 Juli
zuſammentritt, vorliegen; von ihm werden auch die näheren
Bedingun=
gen feſtgeſetzt werden.
Im märkiſchen Induſtriegebiet hat ſich die Lage der
Fahrradteil=
induſtrie, beſonders der Präziſiſonskettenfabrikation, in den letzten
Wochen weiter verſchlechtert. Nur die Werke, die Rückſtrahler herſtellen,
berichten über gute Veſchäftigung. Man hofft, daß ſich das Geſchäft in
der Fahrradinduſtrie bald beleben wird.
Unter dem Vorſitz des zuſtändigen Schlichters iſt ein
Lohnſchieds=
ſpruch gefällt worden, welcher den Gruben des Lahn=Dill=
Eiſenſteinberg=
mues eine Lohnerhöhung von 0,20 MM. bringt. Die Zwangslohnpolitik
macht alſo nicht einmal vor einem anerkannten Notſtandsgebiet halt.
In einer Sitzung des Verwaltungsausſchuſſes der Internationalen
Rohſtahlgemeinſchaft in Paris wurde das Fabrikationsprogramm für
das dritte Quartal 1229 um eine Million auf 32 205 770 To. pro Jahr
erhöht. Die Frage der Verlängerung der Internationalen
Rohſtahl=
gemeinſchaft wurde beſprochen mit dem Ergebnis, daß alle Gruppen
hiermit grundſätzlich einverſtanden ſind.
Das „Petit Journal” will wiſſen, daß die Staatsanwaltſchaft in
Paris ſich mit einem Finanzſkandal beſchäftigt. Es ſoll ſich um die
küinſtliche, unberechtigte Hochtreibung von Kurſen der in Los Angeles
anſäſſigen Clara Swanſea Mining Company handeln, wodurch
nament=
lich Sparer aus der nächſten Umgebung von Paris um mehrere 10
Mil=
lionen Franken geſchädigt ſein ſollen.
Der Londoner Goldpreis gemäß Verordnung zur Durchführung
des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken beträgt vom 19 Juni für
eine Unze Feingold 84 Schill. 11,5 Pence, für ein Gramm Feingold
demnach 32,7777 Pence.
Die franzöſiſche Banque Aſiatique hat, wie gemeldet wird, einen
Vertrag mit der Stadtverwaltung von Tientſin (China) abgeſchloſſen,
nach dem die Bank eine Anleihe in Höhe von 12 Millionen amerikan.
Dollars an die Stadtverwaltung gewährt. Dies iſt die erſte Anleihe
der Franzöſiſchen Bank nach dem Weltkriege.
6% Dtſche.
Neichs=
anl. v. 27...
Baden
Frei=
ſtaat v. 27.....
% Bayern Frei
ſtaat v. 27..
Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28....
6% Preuß. Staats
il. v. 28.....
2o Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27...."
% Thüringer
Frei=
ſtaa: v. 27....."
D: che. Ant,
Auslo=
ungsſch. +
Ablöſungsan:.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Diche. Schutge
bietsan leihe. . . .
*%0 Bad.=Bad.v. 26
(% Berlin v. 24..
% Darmſtadt v. 26
v.
720 Frll. a.M. v.2
% Mainz v. 26..
Mannh. v. 26.
8% Rürnber 26
Di. Komm. Sam
mel=Ablö .-Anl.
* Ausl. Ser.
Ser. II
s‟ Ber „Shp.=B
% Frkf. Hhp. Bk.
4½%, -Lia Pfbr
PfbrBk.,
½ %r Lia. Pfhr.
KAi
74.75
76.5
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—
79.5
50.8
10.55
4.8
B4.25
89
93.5
64
97.5
97.5
7a.75
98
78
8% Heſſ. Landesbk.
4½% Heſ. 2d3.61
Bk.=Ligid. Pfbr.
Kom. Landes
ban! Darmſtadt.
8% Mein.Hyp.Bl.
Lig. Pfbr
2o Pfä z. Hyp. Bk.
8%0
uß. Ztr.,
adtſchaft. .
8% Rhein. Hyp.=2
„ Lig.Pfb
4½
% Rhei.=Weſtf.=
Bd.-Cred ....."
% Südd. Bod.
Cred.=Ban...."
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
on 27
m
8% Klöckne
Zerlin v. 26..
7% Mainirw.v.
7% Ver. Stahlwk
tit Opt. v. 26
3% VoigtckHäffner
von 26 ......."
J. G. Farben Bond=
8.......
% Bosn. L. E. B.
v. 1914.
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4:/.%0 Oſt
Schatz
anw. v. 1914.
4½ Oſt. Goldrente
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von 1913 ..."
1% Türk. Admin
Badgal
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Zollanl.
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73.8
94
82.*
„5
75‟,
97.5
97.5
97.75
78.
37.5
98.5
37.75
72.5
89
81
81.75
91
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104
13.9‟
141
31
123
15)
30.35
139
31.5
122
150.5
65
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217
199.5
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237
106‟,
8)
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8C.5
144
118
102.75
146
102
20
80.5
72.75
100
112
220
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10
203
[ ← ][ ][ → ]Nummer 171
Samstag, den 22. Juni 1929
Seite 13
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*
1 2
Samstag, den 22. Juni 1919
Rummer 171
Hie ssraran der Nagt.
Roman von Max Brand.
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32)
(Nachdruck verboten.)
Er ſah um ſich, als erblicke er alle zum erſtenmal.
„Setz dich her, Buck”, ſagte Kate. Sie war jetzt völlig gefaßt
„Gib mir deinen Hut. Du haſt nichts zu fürchten. Und jetzt
er=
zähle!”
„Einen ganzen Tag lang und ine Nacht bin ich geritten, immer
die Furcht vor ihm im Nachen. Kate, ich weiß kaum noch, wer ich
bin, und wenn ich wildes Zeug geredet habe . . .
„Hab’ keine Angſt. Aber erzähle, wie du ihn dazu gebrach
haſt, dir zu folgen."
Buck Daniels rieb ſich die Stirn mit den Knöcheln der
ge=
ballten Fauſt, als müſſe er eine widerwärtige Erinnerung aus
ſeinem Gedächtnis tilgen. „Kate”, ſagte er, ſeine Stimme war
kaum noch vernehmlich. „Warum iſt er damals hinter Jim Silent
hergeweſen?”
Der Doktor ließ ſich in einen Stuhl gleiten, der Buck Daniels
gegenüberſtand und betrachtete den Cowboy, als traue er ſeingi
Augen nicht. Als er ihn zuletzt geſehen hatte, ſchien der Mann
voller Selbſtvertrauen, als wiſſe er bei jedem Schritt eine ganze
Armee hinter ſich. Und jetzt ſah er ihn als einen ſchlotternden
unmännlichen Feigling vor ſich ſitzen. Byrne blickte Kate
Cum=
berland an, als könne er von ihr die Urſache dieſer ſeltſamen
Wandlung erfahren. Aber auch Kate ſchien plötzlich von Grauen
und Furcht verwandelt zu ſein. Sie ſtarrte Buck Daniels an,
als ſähe ſie ihn bereits tot vor ſich.
„Buck!” flüſterte ſie, „du haſt ihn doch nicht etwa —
ge=
ſchlagen?”
Buck Daniels nickte mit dem Kopf, auf ſeiner Stirne brach
plötzlich neuer Schweiß in hellen Tropfen aus.
„Aber du lebſt ja noch?!” rief Kate. „Haſt du ihm vorher
ſeinen Revolver unbrauchbar gemacht?"
„Nein, wie ihm meine Hand im Geſicht ſaß, machte ich kehrt
und tat ein paar Schritte von ihm weg.”
„O Buck, Buck!” rief ſie. Ihr Geſicht erhellte ſich. „Du
wußteſt, daß er dich nicht in den Rücken ſchießen würde.”
„Nichts hab’ ich gewußt, nicht mal denken konnt’ ich. Und
mein Körper war auf einmal fühllos und erſtarrt vom Gürtel
abwärts, wie wenn ich eine Leiche wäre. Ich hab' dageſtanden,
als wär’ ich an den Boden geſchraubt — du weißt, wie man
manchmal träumt, daß ſie einem nachjagen und man kann ſich
nicht von der Stelle rühren? Genau ſo iſt es mir da gegangen.”
„Buck, und wie du daſtandeſt, hat er die ganze Zeit hinter dir
geſeſſen?”
„Wohl, und 8 war juſt, als balanciere der Tod auf ſeinem
Zeigefinger, als müßte er jeden Augenblick abdrücken. Aber ich
wußte, wenn ich nur ne Spur von Feigheit merken laſſe — wenn
ich bloß zittere —, dann iſt er in der nächſten Sekunde von ſeinem
Stuhl auf und über mir. Ohne Revolver — er braucht nichts als
ſeine Hände. — Ich wußte, was mir dann bevorſtand, dasſelbe
Ende, das es mit Jim Silent genommen hat.”
Seine Augen rollten. Er ſtöhnte laut auf. Dann ermannte
er ſich wieder.
„Aber ich war unfähig, einen Fuß zu heben. Ich wäre einfach
in die Knie niedergebrochen. Was tu ich? Ich nehm Tabak und
Papier heraus und rolle mir eine Zigarette. Und unter dem
Rollen flüſter’ ich ein Gebet, daß die Sorte Ohnmacht, die mich
gepackt hielt, vorbeigehen möchte, ehe er zur Beſinnung kommt
und losgeht.”
„Ja, Buck,” ſagte Kate, „es war die Ueberraſchung, die ihn
auf ſeinem Stuhl feſtgenagelt hatte. Er konnte es einfach nicht
glauben, daß du ihn geſchlagen haſt, du, der ſein Leben gerettet
und für ihn gekämpft hat wie ein Blutsbruder. O, Buck, von
allen Männern biſt du der bravſte und edelſte.”
„Die Sorte Reden, die ſind jetzt nichts wert”, grollte Buck
errötend. „Wie’s auch ſein mag, ſchließlich war’s ſo weit, daß
ich verſuchen konnte, die Tür zu erreichen. Sie war nicht weiter
von mir weg, als von hier bis zur Wand. Draußen war mein
Pferd, und ine Art von Chance, daß ich mit dem Leben
davon=
komme. Aber die verdammte Tür, die war tauſend Jahre weit
von mir weg, und wie ich drauf zuging, da ſpürt ich tauſendmal
—jetzt muß der Hahn ſchnappen, jetzt knallt’s, jetzt bohrt ſich mir
Dans Kugel in den Rücken. Und doch traute ich mich nicht zu
laufen. Ich hatte Angſt, ich wecke Dan erſt richtig aus ſeiner
Be=
täubung. Schließlich komm ich richtig raus, und kaum iſt die
Tür hinter mir zurückgefallen, da hör’ ich’s hinter mir
ne Art von Stöhnen war’s.”
„Dan,” flüſterte Kate, „das war Dan! So ſtöhnt er immer,
wenn er zornig iſt. O, Buck
„Mit dem erſten Schritt bin ich zehn Meter von der Tür und
mit dem nächſten im Sattel. Und ich bohre meinem Gaul die
Sporen in die Flanken. Er ſchießt los wie eine geſpannte Feder,
und wie er die Straße hinunterjagt, lehn’ ich mich über ſeinen
Hals und ſeh’ mich um, und Dan ſteht in der Tür, den Revolver
in der Hand, und der Wind faßt ihn ins Haar. Aber er ſchoß
nicht, denn im nächſten Augenblick war ich im Dunkeln
ver=
ſchwunden, und ich konnte ihn nicht mehr ſehen.”
„Aber es hat dir doch ſicher nichts genützt” rief Kate. „Er
hat Black Bart, um deine Spur zu finden, und Satan, um dir
nachzuſetzen. Er hat dich eingeholt? Und was war dann? . . .
„Er hat mich nicht eingeholt! Ich hatte es ſo angeſtellt, daß
er an Satan nicht gleich herankonnte. Und ehe er den Gaul
her=
aushatte, da hatte ich ſchon eine tüchtige Strecke hinter mich
ge=
bracht. Den Gaul habe ich geritten! — 8 iſt ein Wunder, daß er
nicht auf dem Fleck krepiert iſt. Ich halte immer gradaus auf
MeCauleys Anweſen zu. Wir hatten noch ine Meile bis hin, da
kommt mir’s ſo vor, als käme — großer Gott — ein leiſes Pfeifen
mit dem Wind hinter mir her.”
Er konnte eine Weile nicht weiterſprechen. Kate Cumberland
ſaß mit geöffneten Lippen da. Ihre Finger krampften ſich
inein=
ander.
„Dieſe Meile war das ſchlimmſte, was ich je erlebt habe.
Ich hatte jemand vorausgeſchickt, der ſollte mir friſche Pferde
bereithalten laſſen, und wie ich reite, fällt mir ein, es könnte
viel=
leicht nicht geklappt haben. Und wenn kein friſcher Gaul für mich
bereit ſtand, dann wußte ich, daß ich irgendwo dahinten in den
Bergen ſterben würde. Sie waren ſo ſchwarz und finſter, die
Berge, wie lauter Geſpenſter, und es kam mir vor, als grinſten
ſie mich an, aber wie ich zu MeCauleys Haus komme, richtig,
ſteht da ein geſattelter Gaul. Ich braucht’ nicht zwei Sekunden,
dann war ich wieder unterwegs.”
Byrne und Kate ſtießen einen Seufzer der Erleichterung aus.
„Das Pferd, das ſie mir gegeben hatten, das war ein wahres
Wundertier. Es ging jetzt in die Berge hinein, und der Gaul
kletterte wie eine Geiß. Wie wir oben auf dem Kamm ſind, bläßt
der Wind die Wolken auseinander, der Talgrund hinter mir liegt
ganz weiß im Mondlicht da, und was ſeh ich? Da unten gleiten
zwei kleine Schatten über Land. Es war Dan auf Satan und
es war Bart.”
„Buck!”
„Mir war, als müßte mir das Herz auf der Stelle ſtillſtehen!
Ich geb’ meinem Gaul die Sporen und wir raſſeln den nächſten
Abhang hinunter und ich kann euch ſagen, ich weiß von nichts
mehr — bloß als wir bei Circle Ranch ankommen — 8 war mir,
wie wenn’s eine Million Jahre gedauert hätte, bis wir ſo weit
waren — da fällt der Gaul unter mir hin wie ein halbvoller
Sack. in anderes Pferd ſtand bereit, und es war auch kein
ſchlech=
ter Gaul, eher beſſer als der vorige, aber die ganze Zeit, die ich
geritten bin, war mir, als hörte ich Dans Pfeifen ganz in der
Nähe.”
Sein Geſicht überzog ſich erneut mit tödlicher Bläſſe.
„Nein, Buck,” ſagte Kate, „wenn er dich die ganze Zeit
ver=
folgt hätte, dann hätte er dich eingeholt, wenn du auch zehnmal
friſche Pferde nehmen konnteſt.”
„Wenn Sie vierundzwanzig Stunden geritten ſind und
drei=
mal Ihr Pferd gewechſelt haben,” ſagte der Doktor, ſeine
Grün=
de ſäuberlich an den Fingern herzählend, „dann iſt es einfach
unmöglich, daß dieſer Mann Ihnen auf den Ferſen gefolgt
ſein kann. Ganz ſicher wird es noch einen Tag dauern, bis er
hier eintrifft.”
Aber in dieſem Augenblick fiel des Doktors Auge auf den
al=
ten Rancher. Er ſah, wie Joe Cumberland leiſe in ſich
hinein=
lächelte.
Buck Daniels überlegte. Er ſchien die Bemerkung des
Dok=
tors ernſt zu nehmen.
„Nein,” ſagte er, „es iſt ganz einfach nicht möglich.
Er knüpfte ſein Halstuch los und wiſchte ſich damit
notdürf=
tig das Geſicht ab
„8 war das Reiten”, erklärte er mit beſchränkter Miene.
„Das hat mich ſo verrückt gemacht. Wenn man erſt eine Zeitlang
im Sattel geſeſſen hat, dann geht’s einem ſo, daß man bald nicht
mehr denken kann. Richtig benommen wird’s einem zumute.
Juſt ſo ſtand’s, wie ich vorhin hereingekommen bin.”
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