Ginzelnummer 15 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 165
Sonntag, den 16. Juni 1929.
192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streikt uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Banklonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
Volksentſcheid.
Widerruf der Kriegsſchuldlüge.
* Berlin, 15. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Parteivorſtand der Deutſchnationalen, der am
Sams=
tag zuſammentrat, urſprünglich um den Einfluß des
Par=
teiführers Hugenberg gegenüber der
Reichs=
tagsfraktion zu verſtärken — darüber iſt eine Einigung
erzielt worden, die auch die Zuſtimmung von Graf Weſtarp
ge=
funden hat —, hat eine überraſchende Offenſive gegen
den kommenen Youngplan eingeſetzt. Er hat
angekün=
digt, daß die Deutſchnationalen im Falle der Annahme des
Planes auf Grund des Artikels 72 der Reichsverfaſſung den
Antrag ſtellen würden, die Verkündigung des Geſetzes um zwei
Monate hinauszuſchieben, um dadurch den Weg für ein
Volks=
begehren freizumachen, ſo daß das deutſche Volk die Frage nach
Annahme des Planes ſelbſt mit Ja oder Nein zu beantworten
hätte. Darüber hinaus wollen die Deutſchnationalen ein
Volksbegehren einbringen, das den Widerruf der
Kriegsſchuldlüge geſetzlich vorſchreibt. Alſo ein
Doppel=
programm, deſſen erſter Teil an beſtimmte techniſche
Voraus=
ſetzungen gebunden iſt.
Der Artikel 72 der Reichsverfaſſung ſieht vor, daß die
Ver=
kündigung eines Reichsgeſetzes um zwei Monate auszuſetzen iſt,
wenn ein Drittel des Reichstages, und zwar der anweſenden
Mitglieder, dies verlangt. Geſetze, die Reichstag und Reichsrat
für dringlich erklären, können trotzdem vom Reichspräſidenten
verkündet werden. Die Entſcheidung liegt alſo dann in der Hand
des Reichspräſidenten. Wird dagegen die Dringlichkeit
nicht beſchloſſen, ſo iſt das Geſetz dem
Volks=
entſcheid zu unterbreiten; wenn ein
Zwanzig=
ſtel der Stimmberechtigten es beantragt. Da
wir rund 41 Millionen Wahlberechtigte gegenwärtig haben,
wären dazu reichlich 2 Millionen Stimmen notwendig. Die
Vorausſetzung für dieſe Aktion wäre alſo, daß die
Deutſch=
nationalen im Reichstag ein Drittel der Stimmen für ihren
Antrag zuſammenbringen. Das wird nicht ganz leicht ſein.
Viel=
leicht wird allerdings das Problem noch verſchoben, wenn die
Juriſten geſprochen haben, ob die Annahme des Planes als
Ganzes oder in einzelnen Teilen eine Verfaſſungsänderung
ent=
hält. Dann wäre ohnehin eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.
Die Kräfteverteilung im Reichstag iſt augenblicklich ſo, daß bei
491 Mitgliedern die Zweidrittelmehrheit 328 Stimmen beträgt.
Es müßten alſo bei vollbeſetztem Haus 164 Abgeordnete gegen
den Youngplan oder für den Deutſchnationalen Antrag ſtimmen.
Die Deutſchnationalen ſelbſt haben 78 Stimmen. Sie werden
vermutlich auf die Stimmen der 54 Kommuniſten rechnen
können. Das wären dann 132 Stimmen. Dazu die Ehriſtlichen
Bauern mit 9 Stimmen. Aber auch dann kommen ſie erſt auf
141 Stimmen, und es fehlen noch 23 Stimmen, die nur zu
er=
reichen wären, wenn innerhalb der Volkspartei und des
Zen=
trums größere Abſplitterungen ihren eigenen Weg gingen.
In=
wieweit ein ſolcher Fall eintreten kann, iſt noch nicht zu
über=
ſehen, weil der Ausgang maßgeblich beeinflußt werden wird
von der politiſchen Konferenz. Für viele Abgeordnete wird die
Haltung zum Youngplan von der gleichzeitigen Räumung des
beſetzten Gebietes abhängig ſein, wie überhaupt der Ausgang
des parlamentariſchen Kampfes ſich gegenwärtig noch nicht
über=
ſehen läßt. Jedenfalls wäre bei ſtarken politiſchen Konzeſſionen
damit zu rechnen, daß ein, wenn auch vielleicht nur kleiner
Flügel der Deutſchnationalen die Ablehnung des ganzen
Young=
planes vielleicht nicht wird verantworten wollen.
Der zweite Teil des deutſchnationalen Antrags würde erſt
akut werden, wenn dieſe Aktion nicht gelingt. Dieſer Antrag
auf Widerruf der Kriegsſchuldlüge dürfte auch auf Unterſtützung
außerhalb des Kreiſes deutſchnationaler Wähler rechnen. Er
wird den natürlichen Weg gehen, daß ein Zehntel der
Stimm=
berechtigten, alſo reichlich vier Millionen, das Volksbegehren
nach Vorlage eines entſprechenden Geſetzes im Reichstag
ver=
langt. Erſt wenn der Reichstag dieſes Geſetz ablehnen würde,
käme es zum Volksentſcheid.
Die Konferenz der Polikiker.
Streiemann beſucht Briand auf der Rückreiſe in Paris.
Sonderverkrag Amerikas mit Deutſchland
an Stelle des Young=Plans.
* Berlin, 15. Juni. (Priv.=Tel.)
Es ſcheint, als ob die Entſcheidung über Zeit und Ort der
bolitiſchen Konferenz in Madrid nicht fallen wird, offenbar, weil
Briand erſt noch Poincaré vorher ſprechen will. In politiſchen
Kreiſen wird erzählt, daß Briand unmittelbar nach der
Been=
digung der Ratstagung nach Paris abfährt und ſofort einem
außerordentlichen Miniſterrat beiwohnen wird, der ſich mit dem
Young=Plan und der Rheinlandräumung beſchäftigen wird. Dr.
Streſemann, der Madrid etwas ſpäter verläßt, würde in Paris
Station machen und dann mit Herrn Briand die letzten
Ab=
machungen über die politiſche Konferenz treffen.
Ein merkwürdiges Zwiſchenſpiel wird aus Amerika berichtet.
Darnach ſoll Herr Hoover den Gedanken hegen, vielleicht doch auch
die Unterſchrift Amerikas unter den Young=Plan zu ſetzen. Daran
hat bisher wohl niemand gedacht. Formell beſteht dazu natürlich
die Möglichkeit, weil ja die amerikaniſchen Beſatzungskoſten eine
Rolle ſpielen. Nach der bisherigen Taktik der Amerikaner iſt dies
aber ziemlich unwahrſcheinlich, daß ſie ſich ſo eng an den Young=
Plan feſſeln werden, ſchon um gegenüber ihren früheren
Bundes=
genoſſen freie Hand zu behalten. Auch an amtlichen deutſchen
Stellen wird vorläufig angenommen, daß die Vereinigten
Staaten es vorziehen werden, einen Sondervertrag
mit Deutſchland zu ſchließen, der unabhängig von dem
eigentlichen Young=Plan iſt, wenn er ſich in der Liquidation der
Kriegsreſte auch eng an dieſen Plan halten wird.
Mitteilungen von franzöſiſcher Seite laſſen es möglich
er=
ſcheinen, daß in Paris am Mittwoch eine Beſprechung wegen der
Feſtſetzung des Datums, des Ortes ſowie des Programms der
Regierungskonferenz über die Rheinlandräumung ſtattfinden
werde. Von engliſcher Seite erklärt man, daß Macdonald den
dringenden Wunſch habe, die Konferenz möge Ende Juli vor
ſeiner Reiſe nach Amerika unter ſeinem Vorſitz ſtattfinden.
Frankreich in der Klemme: „Rakifizieren oderzahlen!”
Die franzöſiſchen Oppoſitionsparteien und die auswärtigen
Ausſchüſſe der franzöſiſchen Kammer und des Senats kamen
zu der Auffaſſung, daß zwiſchen den Schuldenabkommen und
dem Sachverſtändigenbericht eine enge Verbindung beſtehe, ſo
daß die erſten nicht ratifiziert werden könnten, ohne die
Gewiß=
heit, daß auch der neue Zahlungsplan von allen Mächten
ange=
nommen werde.
Wie der „Matin” berichtet, hat Poincaré geſtern abend die
Hoffnung derer zerſtört, die annahmen, daß die franzöſiſche
Re=
gierung eine Hinausſchiebung des Zahlungstermins für die
am 1. Auguſt fällig werdenen 400 Millionen Dollar, die
Frank=
reich für die nach dem Kriege angekauften amerikaniſchen
Hee=
resbeſtände zu bezahlen hat, zugebilligt erhalten könnte.
Poin=
caré erklärte, das amerikaniſche Schatzamt ſei in dieſer
Angele=
genheit durch ein Geſetz gebunden, und es ſei daher beſſer, wenn
die franzöſiſche Kammer die Regierung ermächtige, durch Dekret
im geeigneten Augenblick die Schuldenabkommen zu ratifizieren,
als ſelbſt zu einem beſtimmten Zeitpunkt darüber abzuſtimmen.
Wenn das Parlament der Regierung dieſe Vollmacht gebe, dann
würden die Vereinigten Staaten das als eine vorläufige
Ratifi=
zierung betrachten können. Da das Dekret erſt nach Abſchluß der
Beſprechungen über den Sachverſtändigenbericht unterzeichnet
werden könnte, könne Frankreich der Verpflichtung, die 400
Mil=
lionen Dollar am 1. 8. zu zahlen, nur auf dieſe Weiſe aus dem
Wege gehen.
Der geſtrige Beſchluß der außenpolitiſchen Senatskommiſſion,
für die Ratifizierung der Schuldenabkommen und die
Inkraft=
ſetzung des Young=Planes eine Geſetzesvorlage im Parlament
zu fordern, hat in der Pariſer Preſſe das Reparations= und
Schuldenproblem wieder in den Mittelpunkt des Intereſſes
ge=
rückt, umſomehr, als dieſes Problem ſchon ſeit Tagen den
Haupt=
geſprächsſtoff in den Wandelgängen des Parlaments und
inner=
halb der Fraktionen bildet. Die Blätter glauben zu wiſſen,
daß Poincaré ſich entſchieden habe, die Vertrauensfrage
hin=
ſichtlich der Ratifizierungsprozedur nicht zu ſtellen. Dadurch
werde allen Manövern der Boden entzogen, und die ſozialiſtiſche
und radikale Oppoſition, die in ihrer Mehrheit für die
Ratifizie=
rung ſei, beſchränke ſich lediglich darauf, eine gleichzeitige
Rati=
fizierung der Schuldenabkommen und des Young=Planes zu
verlangen, was zu längeren Verhandlungen führen dürfte. Eine
Schwierigkeit bildet nur die Tatſache, daß am 1. Auguſt die
Handelsſchuld an Amerika in Höhe von 10 Milliarden Franken
fällig werde, und daß auf einen Zahlungsaufſchub nicht zu
rechnen ſei, falls Frankreich das Mellon=Bérenger=Abkommen
nicht ratifiziere. Aus Auslaſſungen des Miniſterpräſidenten
Poincaré, der geſtern in den Wandelgängen der Kammer die
Abgeordneten „bearbeitete”, glaubt man ſchließen zu dürfen,
daß die Regierung unter dieſen Umſtänden vom Parlament doch
noch die Ermächtigung verlangen werde, die Schuldenabkommen
durch Dekret zu ratifizieren, jedoch unter der ausdrücklichen
Be=
dingung, daß die Unterzeichnung des Dekrets erſt nach dem
In=
krafttreten der neuen Reparationsregelung erfolgt. Poincaré
wird am Dienstag oder Mittwoch nächſter Woche den
außen=
politiſchen Finanzkommiſſionen beider Kammern ausführliche
Mitteilungen über das Geſamtproblem machen. Dieſe
Mitteilun=
gen werden vorausſichtlich mehrere Sitzungen ausfüllen,
wahr=
ſcheinlich werden auch Außenminiſter Briand und Finanzminiſter
Chéron vor den Kommiſſionen erſcheinen. Die Debatte in den
Kommiſſionen und im Parlamentsplenum dürften ſomit bis
Ende Juli dauern.
Die engliſch=amerikaniſchen Beziehungen
Der neue amerikaniſche Bokſchafter Dawes überreicht
ſein Beglaubigungsſchreiben.
EP. London, 15. Juni.
General Dawes überreichte heute morgen dem engliſchen
König im Schloſſe Windſor ſein Beglaubigungsſchreiben als
amerikaniſcher Botſchafter in London. Am Sonntag wird er
in offizieller Eigenſchaft mit dem neuen Premiemriniſter eine
Zu=
ſammenkunft haben. General Dawes wurde von Außenminiſter
Henderſon nach Windſor begleitet.
Kurz nach der Ankunft des Generals Dawes gab Churchill
intereſſante Erklärungen über ſeine Anſichten zu den
engliſch=
amerikaniſchen Beziehungen ab. Die Ausführungen Churchills
ſcheinen die Meinung der konſervativen Kreiſe wiederzugeben.
Churchill erklärte, er werde ſeine Freunde zum Widerſtand gegen
Vereinbarungen mit Amerika auffordern, die lediglich eine
zahlen=
mäßige Herabſetzung der Flottenſtärke vorſehen. Wenn die Frage
der Gleichheit der Flottenſtärken zur genaueren Unterſuchung
eines jeden Schiffes, jeder Kanone und jeder Panzerplatte führen
werde, ſo ſei es beſſer, überhaupt kein Abkommen abzuſchließen.
Beide Länder ſollten dann lieber ihre eigenen Wege gehen und
in freundſchaftlichem Geiſte frei und unbehindert mit Bezug auf
die Flottenfrage handeln.
Die Woche.
Daß man auf der Madrider Tagung des Völkerbundsrates
in der Minderheitenfrage keinerlei poſitives Ergebnis erzielen
würde, war von vornherein anzunehmen, umſomehr, als der
Regierungswechſel in England, der die engliſche Vertretung
naturgemäß zu einer gewiſſen Zurückhaltung nötigte, eine
ab=
ſchließende Behandlung gerade den Verfechtern der
Minder=
heitenrechte nicht ratſam erſcheinen laſſen konnte. Man hat zu
Madrid mehr oder weniger ſchöne Reden gehalten — der deutſche
Außenminiſter hielt eine ſehr geſchickte Rede — in dem
Bewußt=
ſein, daß man der Löſung dieſes durch die Friedensſchlüſſe des
Jahres 1919 in den Vordergrund gerückten europäiſchen
Pro=
blemes auf der diesmaligen Ratstagung kaum näher kommen
würde. So ſehr wir gewiß in Deutſchland an der
Minderheiten=
frage intereſſiert ſind, wichtiger als ihre Behandlung vor dem
Forum des Völkerbundsrates war zweifellos die diesmalige
Begegnung Streſemanns mit Briand, die beiden Staatsmännern
Gelegenheit gegeben haben dürfte zu lehrreicher Unterhaltung
über die neue europäiſche Lage. Daß der Bericht der
Sachver=
ſtändigen die Zuſtimmung der beteiligten Regierungen finden
wird, iſt wohl kaum zu bezweifeln. Und wenn auch Poincaré noch
während der Pariſer Konferenz mehrfach betonte, daß das
Schick=
ſal der Reparationsfrage nicht durch den Sachverſtändigenbericht,
ſondern durch die Regierungen entſchieden würde, ſo ſtand
doch von vornherein feſt, daß kaum eine Regierung in der Lage
ſein würde, einem einſtimmig gefaßten
Sachverſtändigen=
bericht zu widerſtehen. Schon während der Verhandlungen war
ein ſtarker amerikaniſcher Druck unverkennbar. Er macht ſich
jetzt nicht weniger bemerkbar, ſondern von Waſhington aus
werden die Regierungen zur Annahme des Young=Planes
förm=
lich gedrängt. Die Reparationsfrage kann ſomit als formell gelöſt
angeſehen werden, und die Frage der Rheinlandräumung
tritt in den Vordergrund. Bemerkenswert, daß die Pariſer
Rechts=
preſſe mit beſonderem Nachdruck immer wieder betonte, daß man
in Madrid über die Rheinlandfrage wegen des Fehlens der
Eng=
länder richt verhandeln könne. Dieſe zarte Rückſichtnahme
auf die neue engliſche Regierung erſcheint nicht ganz logiſch, da
man ja in Paris die Einſtellung des neuen engliſchen
Außen=
miniſters kennt. Trotzdem hat die franzöſiſche Preſſe rein formell
natürlich Recht. Offiziell verhandeln wird man über die
Rheinlandräumung vorausſichtlich erft im Laufe des Sommers.
Wichtiger aber vielleicht als dieſe offiziellen Verhandlungen
kön=
nen die Madrider Beſprechungen der beiden Hauptbeteiligten für
die zukünftige Entwicklung der Dinge werden.
Inzwiſchen ſind unſere innerpolitiſchen Notwendigkeiten
außerordentlich ſtark in den Vordergrund getreten. Von der mit
allen möglichen Vorzügen ausgeſtatteten 500 Millionen=Anleihe
des Reichs hatte man in Anbetracht des ungünſtigen Zeitpunktes
von vornherein nur 300 Millionen zur Zeichnung aufgelegt, und
von dieſen 300 Millionen ſind nur rund 180 Millionen tatſächlich
gezeichnet worden. Beſſer und deutlicher kann die Lage auf dem
deutſchen Kapitalmarkt nicht gekennzeichnet werden. Unſere
wirt=
ſchaft= und finanzpolitiſchen Sünden beginnen ſich bitter zu
rächen! Krieg und Inflation haben das Betriebskapital der
deutſchen Wirtſchaft aufgezehrt. Die bedenklichen Folgen waren
jedem Einſichtigen von vornherein klar und in tauſend
Verſamm=
lungen konnte man zu Beginn des Jahres 1924, als man die
Aus=
maße der Kataſtrophe einigermaßen überſah, hören, daß nunmehr
ein planmäßiger Wiederaufbau der deutſchen Wirtſchaft bei
gleich=
zeitiger äußerſter Beſchränkung der öffentlichen Ausgaben
ein=
ſetzen müſſe. In der Praxis aber ſahen die Dinge anders aus.
Um rund 4 Milliarden pro Jahr, d. h. annähernd
70 Prozent, ſind unſere öffentlichen Ausgaben
in dieſen wenigen Jahren geſtiegen, immer neue
Laſten hat man der Wirtſchaft aufgepackt. Hand in Hand damit
ging eine ſtändige Steigung unſerer ſozialen Ausgaben, und bei
annähernd ſtabilen Weltmarktpreiſen eine ſtändige Steigung der
Produktionskoſten der deutſchen Wirtſchaft. Was Wunder, daß
ſie nur unter ſtändigem Zufluß ausländiſchen Leihkapitals
auf=
recht erhalten werden konnte, und daß wir heute ſchließlich ſoweit
ſind, daß jede ſtarke Konjunkturſchwankung uns an den Rand
der Kataſtrophe bringt. „Eine Lohnpolitik”, ſo führt der frühere
Reichsminiſter Dr. Gothein, dem man doch gewiß keine
reaktio=
näre Geſinnung unterſtellen kann, in einer dieſer Tage
erſcheinen=
den Schrift *) aus, „die bei Ablauf jedes Tarifvertrages die
Löhne erhöht ohne Rückſicht auf die wirtſchaftliche Lage, ohne
Rückſicht darauf, ob ſie von der Induſtrie ohne Gefährdung ihrer
Rentabilität und der notwendigen Kapitalbildung getragen
wer=
den kann, muß mit Naturnotwendigkeit zur Verteuerung der
Preiſe, zur Verſchuldung der Unternehmungen, und mangels
Kapitalbildung zu fortſchreitender Erhöhung des Zinsniveaus
führen. Die Preisſteigerung bringt ſelbſt die im Lohn
Aufge=
beſſerten um den größten Teil der ihnen zu Teil gewordenen
Lohnerhöhung, und indem ſie den Verbrauch der Teile der
Be=
völkerung einſchränkt, die ihr Einkommen nicht zu erhöhen in
der Lage ſind, und die Wettbewerbsfähigkeit gegen das Ausland
vermindert, verringert ſie den geſamten Abſatz, erhöht durch
Nicht=
ausnutzung der Produktionskapazität die Selbſtkoſten, führt zu
Kurzarbeit und Arbeitsloſigkeit”.
Man muß, wenn man objektiv die Dinge beurteilen will,
zu=
geben, daß an dieſer Entwicklung der Dinge auch die deutſche
Arbeitgeberſchaft inſofern nicht ganz unſchuldig iſt, als ſie von
vornherein mit dem Wort „untragbar” einigen Mißbrauch
ge=
trieben hat und daß man ihr dann ſpäter dieſes „untragbar”
nicht mehr glaubte, als die Lohnerhöhungen durch die
Schlich=
tungspraxis tatſächlich untragbar wurden. Es hat ſich bei
uns zum üblen Brauch entwickelt, daß faſt alle Gewerkſchaften
bei Ablauf eines Tarifvertrages grundſätzlich höhere
Lohnfor=
derungen ſtellen, und daß dann die geforderte Erhöhung vom
Schlichter in der Regel ungefähr halbiert wird. Erſt jetzt wieder
hat man ja die Löhne der Reichshahnarbeiter durch vom
Reichs=
arbeitsminiſter für verbindlich erklärten Schiedsſpruch erhöht.
Ohne jede Rückſicht darauf, daß die Reichsbahngeſellſchaft die
ohnpolitik.
2 Der Irtum der
Ceite 2
Sonntag, den 16. Juni 1929
Nummer 165
dadurch entſtehenden Mehrausgaben nicht zu tragen in der Lage
iſt ohne Tariferhöhung, und daß eine Tariferhöhung in
Anbe=
tracht unſerer wirtſchaftlichen Lage nicht in Frage kommen kann.
Es iſt gewiß richtig, daß bei der Lohnbemeſſung auch ſoziale
Erwägungen eine Rolle zu ſpielen haben, aber dieſe ſozialen
Er=
wägungen werden unſozial, wenn ſie die Wirtſchaft ruinieren, von
der ja auch der Lohnempfänger lebt. Es gibt bei uns offenbar
noch immer Menſchen, die dieſe Dinge nicht nüchtern anſehen
kön=
nen oder wollen. Der augenblickliche Kampf um die von allen
Seiten als notwendig anerkannte Reform unſerr
Arbeits=
loſenverſicherung iſt dafür ein ſehr lehrreiches Beiſpiel.
Die Tatſache, daß man beim Erlaß des beſtehenden Geſetzes, wie
der Reichsfinanzminiſter Dr. Hilferding letzthin in Berlin
er=
klärte „noch nicht über die nötigen Erfahrungen verfügte”, hat
das Reich bis jetzt rund 400 Millionen Mark gekoſtet, die ſie der
Reichsverſicherungsanſtalt leihen mußte, da dieſe nicht in der
Lage war, den an ſie geſtellten Anforderungen zu genügen.
Gerade dieſe 400 Millionen Mark haben die ſchon an ſich ſchlechte
Kaſſenlage des Reiches ſo verſchärft, daß die Auflegung der 500
Millionen=Anleihe nötig wurde, deren Zeichnungsergebnis, wie
ſchon erwähnt, am beſten beweiſt, daß unſere Wirtſchaft wirklich
nichts mehr zum Zuſetzen hat. Trotzdem wehrt ſich die
ſozial=
demokratiſche Partei mit aller Energie gegen jede wirkliche Reform,
und Herr Wiſſell, des deutſchen Reiches Arbeitsminiſter, ſchlägt
kurzerhand eine Beitragserhöhung der Arbeitgeber vor. Es iſt
das alte Lied: Die Ausgaben dürfen um Gottes Willen nicht
eingeſchränkt werden, und wenn die Einnahmen nicht reichen,
werden ſie eben erhöht. Darüber aber, daß dieſe Erhöhung der
Arbeitgeberbeiträge um 1 Proz. die deutſche Wirtſchaft als Ganzes
rund 300 Millionen Mark koſten würde, macht man ſich
offen=
bar weiter gar keine Gedanken. Ausgenommen vielleicht Herr
Dr. Hilferding, der vor den leeren Kaſſen des Reiches ſitzt.
Es iſt die höchſte Zeit zu grundſätzlicher Umkehr, wenn wir
nicht ſehenden Auges einer Wirtſchaftskataſtrophe zutreiben
wol=
len. Der Kampf um die Reform der Arbeitsloſenverſicherung
könnte zum Prüfſtein werden, ob wir die innere Kraft zu dieſer
U.
Umkehr noch beſitzen.
Der rufſiſch=chineſiſche Konflikk.
Die Nanking=Regierung ſchweigk.
EP. Schanghai, 15. Juni.
Ueber den Einfall ruſſiſcher Truppen in der Mongolei iſt
bisher keine zuverläſſige Beſtätigung eingegangen. Die
Nanking=
regierung verſchweigt Einzelheiten trotz der Tatſache, daß ſie ſelbſt
die in den letzten Tagen zwiſchen ihr und Sowjetrußland
ein=
getretene Spannung als äußerſt ſcharf bezeichnete.
Der Diktator der Mandſchurei Tſchang=Hſü=liang teilte der
Nankingregierung in einem Telegramm mit, daß ſich drei ruſſiſche
Diviſionen von einem Poſten zwiſchen Irkutſk und Urga in der
Richtung auf die Streikräfte des Generals Feng=Yu=ſiang zu
be=
wegten, um ſich mit dieſem zu verbinden. Nachrichten aus
Char=
bin beſagten, daß ſich ruſſiſche Truppen tatſächlich in der
Mand=
ſchurei, und zwar in der Gegend von Hailar aufhielten. Sie
ſollen ohne Benutzung der Eiſenbahn auf dem Landwege
ein=
marſchiert ſein, um die chineſiſche Garde zu überrumpeln. — Nach
Mukdener Berichten werden weitere Truppenmaſſen nordöſtlich
der chineſiſchen Eiſenbahn beobachtet. Man vermutet, daß die
Sowjetunion die Chineſen zwiſchen Mandſchurija und Agun von
ihren Haupttruppen abſchneiden wollen.
Die Sowjekunion demenkierk den Einfall in die
Mongolei.
Die Telegraphenagentur der Sowjetunion teilt mit: Die aus
Peking verbreiteten Meldungen über einen angeblichen Einfall
von Sowjettruppen in die Mongolei als Gegenmaßnahme gegen
die Durchſuchung eines Sowjetkonſulats in China, ſowie über
an=
gebliche Abſperrungen chineſiſcher Konſulate in der Sowjetunion
durch ruſſiſche Truppen ſind reine Erfindung, die jeglicher
Grund=
lage entbehren. Wie informierte Kreiſe betonen, wird dieſe
Er=
findung aus gewiſſen Quellen zu provokatoriſchen Zwecken
ver=
breitet und iſt die Auswirkung einer ſolchen
Verleumdungskam=
pagne gegen die Sowjetunion, die in der letzten Zeit im Fernen
Oſten von intereſſierten antiſowjetiſtiſchen Kreiſen energiſch
be=
trieben wird.
Die ungariſch=rumäniſche Opkankenkonferenz.
Zwiſchen der ungariſchen und der rumäniſchen Delegation
fanden geſtern den ganzen Tag über Beſprechungen in der
Optantenfrage ſtatt, in denen eingehend die einzelnen Fragen
er=
örtert wurden. Die Verhandlungen dehnten ſich bis in die
ſpäten Abendſtunden hinein aus und werden heute vormittag
fortgeſetzt.
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hatte am
Samstag vormittag mit Gemahlin eine etwa einſtündige
Privat=
audienz beim ſpaniſchen König.
Im Reichsverkehrsminiſterium fand am Frcitag die
feierliche Uebernahme der von dem Deutſchen Klub in
Chi=
cago geſtifteten beiden Büſten der Ozeanflieger Hermann
Köhl und Freiherr v. Hünefeld ſtatt.
Die Preußiſche Synode iſt nunmehr endgültig auf den
22. Juni zu einer außerordentlichen Tagung nach Berlin
einberu=
fen worden, um zu der durch die Unterzeichnung des Konkovdats neu
geſchaffenen Lage Stellung zu nehuen.
Neben den Engländern wollen auch, wie jetzt bekannt wird, die
Franzoſen im Herbſt neue große Manöver im Rheinland abhalten.
Die Verhandlung gegen den Elſäſſer Benott,
der vor einigen Moaten den ehemaligen Kolmarer
Generalſtaats=
aruwalt Fochot durch mehrere Revolverſchüſſe ſchwer verletzte, wird in
der erſten Hälfte des Juli vor dem Schwurgericht des
Seine=
departements beginnen.
Aus der Cyrenaika wird die überraſchende Unterwerfung
der einflußreichſten Rebellenführer gemeldet.
Der Vizekönig von Indien hat am Freitag den
indi=
ſchen Staatsrat und die geſetzgebende
Verſamm=
lung aufgelöſt. Wahrſcheinlich wird er beide Häuſer im
Sep=
tember wieder einberufen.
Nach den bisher gezählten Stimmen iſt der Stand der Parteien in
Südafrika wie folgt: Nationaliſten 76, Südafrikaniſche Partei 61,
Ar=
beiter (Gruppe Creswell) 5, Arbeiter (Gruppe Madeley) 3,
Ungbhän=
gige 1. Drei Reſultate ſtehen noch aus.
Owen Young iſt am Freitag in New York
eingetrof=
fen. Er wurde von Präſident Hoover für Anfang der nächſten
Woche zu einer Konferenz ins Weiße Haus gebeten.
Präſident Hoover teilt mit, daß das am 30. Juni ablaufende
ame=
rikaniſche Haushaltungsjahr mit einem Ueberſchuß
von 100—110 Millionen Dollar abſchließen werde.
Der Leiter der japaniſchen Luftſtreitkräfte, Korvettenkapitän
Naofhire Fufihoſhi, iſt geſtern in Berlin eingetroffen. Er wird ſich in
der kommenden Woche nach Fviedrichshafen begeben und Ende Juli
die Weltfahrt des „Graf Zeppelin” mit unternehmen. Auf
dem Flugrlatz Kaſumigaura bei Tokio iſt hereits alles für die Ankunft
des deutſchen Luftſ=hiffes vorbereitet.
Englands neuer Außenminiſter.
Henderſon entſtammt dem Arbeiterſtand und iſt ſeit 1903
Unterhausmitglied. 1915 wurde er Unterrichtsminiſter und war
in Lloyd Georges Kriegskabinett Miniſter ohne Portefeuille. Dem
erſten Kabinett Macdonald gehörte er als Innenminiſter an.
Heatnds in Madtid.
Deutſch=polniſche Einigung über die Liguidation
deutſchen Beſihkums.
Die Schlußſitzung des Völkerbundsrates am Samstag
vor=
mittag hatte außer einer zweiten ruſſiſchen Minderheitenpetition
aus Litauen und einem Vorſchlag des engliſchen Vertreters
Gra=
ham für eine frühere Einberufung der Spezialkonferenz zur
Reform des Statuts des Internationalen Gerichtshofes im Haag,
die auf den 10. September d. J. einberufen iſt, nur die
Behand=
lung des Dringlichkeitsantrages Dr. Streſemanns wegen der
Liquidation deutſchen Beſitztums in Polen zum Gegenſtand.
Zwiſchen den polniſchen und den deutſchen Delegierten waren
ſchon ſeit den früheren Morgenſtunden bis unmittelbar vor
Be=
ginn der Sitzung über die Regelung der Frage eingehende
Be=
ſprechungen geführt worden. Die Beſprechungen über die
Liquidationsangelegenheit wurden auch noch im Senatsgebäude
ſtundenlang mit höchſter Eindringlichkeit fortgeſetzt, wobei der
japaniſche Unterſtaatsſekretär Sugimura die Verbindung zwiſchen
der in verſchiedenen Räumen tagenden deutſchen und polniſchen
Delegation und dem Ratspräſidenten Adatſchi aufrecht erhielt.
Schließlich um 1,40 Uhr wurde die Einigungsformel für
die Aufnahme direkter Verhandlungen zwiſchen
Deutſchland und Polen gefunden, und um 1,45 Uhr
konnte die Sitzung endlich nach dreiſtündiger Verſpätung
begin=
nen. Das zahlreiche Publikum hatte geduldig während dieſer
Zeit gewartet. Adatſchi, als Berichterſtatter, beglückwünſchte die
beiden Regierungen zu der direkten Einigung. Die direkten
Ver=
handlungen, die demnächſt aufgenommen werden ſollen, finden
unter dem Vorſitz Adatſchis ſtatt. In dem Falle, wo die Beſitzer
polniſche Staatsangehörigkeit erworben haben oder erwerben
können, wird die polniſche Regierung das Verfahren ausſetzen.
In den übrigen Fällen, in denen eine Wiedereinſetzung des
Be=
ſitzers nicht erfolgen kann, ſoll eine entſprechende Entſchädigung
vorgenommen werden. Ueber die Entwicklung der Angelegenheit
wird Adatſchi dem Rat im September Bericht erſtatten.
Dr. Streſemann, der dieſe Löſung begrüßte, ging in ſeiner
Erklärung auf die geſtrigen Ausfälle Zaleſkis wegen der
Op=
pelner Zwiſchenfälle ein und erklärte, die deutſche Regierung
laſſe ſich aus ihrem Verhalten bei dieſen Vorfällen keinerlei
Vorwürfe machen. Die Zwiſchenfälle ſeien im Intereſſe der
Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern bedauerlich, aber noch
bedauerlicher für das Verhältnis der beiden benachbarten
Staa=
ten ſei die propagandiſtiſche und agitatoriſche Ausnutzung, die
die Angelegenheit von polniſcher Seite erfahre, obwohl die
deutſche Regierung alles getan habe, um ſofort durch Entlaſſung
der ſchuldigen Beamten volle Genugtuung zu geben. Es ſei
ihm nicht möglich, den Weg zu beſchreiten, den Zaleſki geſtern
eingeſchlagen habe, beſonders hier nicht im gaſtfreundlichen
Spanien. Außerdem könne man auch nicht in ein ſchwebendes
Verfahren eingreifen. Die Angelegenheit ſchwebe vor dem Ratz,
und es werde im September Gelegenheit ſein, ſich darüber
aus=
zuſprechen.
Um 2.45 Uhr wurde die 55. Ratstagung geſchloſſen.
Der Skreik um das ikalieniſche Mandak auf der
Inkernakionalen Arbeitskonferenz.
Genf, 15. Juni.
Wie ſeit mehreren Jahren, kam es in der heutigen Sitzung
der Internationalen Arbeitskonferenz zu einer bewegten Debatte
über die Gültigkeitserklärung der Vollmachten des fasciſtiſchen
Arbeiterdelegierten Razza, des Präſidenten des fasciſtiſchen
Bauernbundes. Im Namen der Mehrheit der
Vollmachten=
prüfungskommiſſion empfahl der chineſiſche Delegierte Tſchu die
Gültigkeitserklärung. Im Namen der Minderheit der
Kom=
miſſion beantragte der franzöſiſche Arbeiterdelegierte Léon
Jouhaux Ablehnung. Er führte zur Begründung ſeines
Ab=
lehnungsantrages, wie in früheren Jahren, an, daß die
fasciſti=
ſchen Korporationen keine unabhängigen freien Organiſationen
darſtellten.
Hierauf erklärte der italieniſche Regierungsvertreter, die
Re=
gierung habe Razza zum Arbeiterdelegierten ernannt, weil er
entſprechend den Vorſchriften des Friedensvertrages die
mäch=
tigſte und reträſentativſte Arbeiterorganiſation vertrete. Unter
der Aufmerkſamkeit der Verſammlung ergriff dann Razza ſelbft
das Wort. Er betonte, daß er die ſozialiſtiſche Kritik gegenüber
Italien und dem Fascismus ablehnen müſſe. Als die
ſozialiſti=
ſchen Verbände Italiens die Vorherrſchaft hatten, hätten ſie die
andersdenkenden Arbeiter zu ſehr terroriſiert, als daß ſie jetzt
das Recht hätten, ſich über irgendwelche Unterdrückung zu
be=
ſchweren. In namentlicher Abſtimmung wurde das Mandat
Razzas mit 84 gegen 27 Stimmen für gültig erklärt. Die
Arbeitervertreter ſtimmten, wie in früheren Jahren, geſchloſſen
gegen die Gültigkeitserklärung.
wohnyochgaufer — Gärrenftadte.
(Eine lebensnotwendige Utopie.)
Von Dr.=Ing. Gellhorn, Berlin.
Im Zuſammenhang mit den Reichsrichtlinien
für den Wohnungsbau, die jetzt dem Reichstag
zur Beratung vorliegen, dürften die folgenden
Zeilen von Intereſſe ſein.
Die Red.
Die großangelegte techniſche Tagung der
Reichsforſchungs=
geſellſchaft gab einen Begriff von den Bemühungen, die
veralte=
ten Baumethoden auf die Höhe der ſonſtigen Technik unſerer
Zeit zu bringen, nachdem die vorläufig üblichen
Ausführungs=
arten mit ihrer Minderleiſtung ſich immer verhängnisvoller für
die Schaffenskraft des Volkes auswirken. Das Ergebnis der
Berichte und Erörterungen kann man dahin zuſammenfaſſen, daß
ſich bei allen Bauſtoffen eine gleichgerichtete
Entwicklungsmöglich=
keit dartut, die zum Montagebau führt. Unter dieſer
Bezeich=
nung verſteht man alle diejenigen Methoden, bei denen unter
weitgehender Vermeidung von Waſſerzuführung Werkſtücke
ver=
baut werden, die möglichſt vollkommen bereits in Werkſtätten
fertiggeſtellt ſind. Man kürzt damit die Trockenzeit, erſetzt die
Zufälligkeit des Handwerksbetriebes durch exakter zu kalkulierende
Montage, ſchafft Arbeitsgelegenheit zur vorbereitenden
Serien=
fabrikation auch während des Winters, macht das Bauen vom
Wetter unabhängig und bekämpft mit all dem diejenigen
Momente, die durch Leerlauf, Vermehrung der Bauzinſen,
Riſiko=
zuſchläge bisher zum Schaden der Verbraucher und nicht zum
Nutzen der Lieferer das Bauen verteuerten. Die klaſſiſche Form
des Montagebaues iſt nach heutigen Begriffen die
Stahlſkelett=
bauweiſe, d. h. die Aufführung von Tragkonſtruktionen, die
ſämt=
liche Laſten uſw. aufnehmen, und die dann durch Wandfüllungen
umſchloſſen werden, denen nur die nichttragenden Funktionen des
Umhüllens, des Wetter= und Wärmeſchutzes zufallen. Dieſen
Anforderungen entſprechen die verſchiedenſten Kombinationen
von Bauſtoffen mit iſolierender Eigenſchaft. Dieſe ſind erſt
verwendbar geworden, ſeitdem ihnen keine größere
Tragfeſtig=
keit zugemutet werden brauchte.
Schon für normale Wohnhäuſer von etwa vier Geſchoſſen
treten weſentliche Einſparungen an Mauerwerk und
Funda=
menten ein. Der wahre Sinn dieſer neuen Technik aber wird
erſt erfüllt werden, wenn man ihre Möglichkeiten voll auswer=
tet, d. h. die vom konſtruktiven Standpunkt aus wirtſchaftlichſten
Gebäudeformen wählt. Dieſe liegen nach amerikaniſchen
Erfah=
rungen bei 20 Stockwerken, bei uns in Deutſchland dürften ſie
ſchätzungsweiſe bei 12 Stockwerken liegen. Wie ja ſtets die
Ereigniſſe nicht für ſich allein auftreten, ſondern aus dem ganzen
Entwicklungszuſtand einer ganzen Zeit ſich ableiten, ſo trifft es
ſich nun bezeichnender Weiſe und keineswegs zufällig, daß
gleich=
zeitig auch von mehreren anderen Seiten und aus den
verſchie=
denartigſten Erkenntniſſen für die Auswertung der neuen
Stahl=
ſkelettbaumöglichkeiten Aufgaben beigebracht wurden. — In
der=
ſelben Weiſe wie der Pariſer Architekt le Corbuſier in ſeinen
ſtädtebaulichen Studien für die Burequhäuſer der City, ſo
pro=
jektiert jetzt der Amerikaner Raimand Hood Wohnhausbauten von
20 Stockwerken, die bei gleicher Grund= und Bodenfläche die
Wohnungselendviertel des öſtlichen New Yorks in Gartenſtädte
mit Wohnhochhäuſern verwandeln ſollen. So hat Prof. Cropius
für unſere deutſchen Verhältniſſe anläßlich der Tagung der
Reichsforſchungsgeſellſchaft Wohnhochhäuſer mit großen
Gelände=
ſreiflächen in exakter Rechnung und Zeichnung vorgelegt und
nach=
gewieſen, daß bei gleicher Grundfläche und gleicher Wohnfläche,
die er nach der Zahl der unterzubringenden Betten berechnet,
die Belichtung günſtiger wird, je weniger — alſo entſprechende
höhere — Baukörper in der heute allgemein als Beſtform
erkann=
ten Weiſe von parallelen Reihen bei in ſich gleichen Abſtänden
er=
richtet werden. Er beweiſt ſchlagend, daß der Nutzeffekt ſchon
rein wohnungshygieniſch mit dem Uebergang zu ſolchen
Hoch=
bauten wächſt, ebenſo wie die Bauwirtſchaft das gleiche
hinſicht=
lich der Bauherſtellung erkannt hat. In Anbetracht dieſer
Er=
kenntniſſe führender Architekten erſcheint es uns um ſo
erſtaun=
licher, als in den ſogenannten „Reichsrichtlinien” für das
Woh=
nungsweſen”, die zurzeit dem Reichstag zur Beratung
vorlie=
gen, wiederum der Verſuch gemacht wird, das Problem der
auf=
gelockerten Unterbringung der ſtädtiſchen Maſſen mit der
ſoge=
nannten Herabzonung — alſo der Begrenzung der Geſchoßzahl
ſür mittlere Städte auf höchſtens drei, in größeren Städten auf
höchſtens vier Wohngeſchoſſe — zu löſen. Auch vom
volkshygieni=
ſchen und volkswirtſchaftlichen Standpunkt aus nimmt die
Vor=
kämpferin dieſer Probleme, Frau Dr. Lüders, Mitglied des
Reichstages, in einem kürzlich erſchienenen Aufſatz für den
Reihen= und Zeilenbau vielgeſchoſſiger Wohnhäuſer Stellung.
Es iſt klar, daß ſolche neuen Ideen von allen denen als
Utopien hingeſtellt werden müſſen, die nicht beweglich genug ſind,
um zu begreifen, oder die ſich auf beſtimmte Dorrinen feſtgelegt
haben. Niemand wird Einwände etwa der geringeren
Feuer=
ſicherheit ernſt nehmen, niemand die verteuernde Wirkung oder
Bedenken wegen gelegentlicher Betriebsſtörung der Fahrſtühle
zugeben können, der weiß, daß all das längſt bei den
amerika=
niſchen Wolkenkratzern gelöſt iſt, die nicht nur durch und durch
maſſiv errichtet ſind, ſondern die auch Waſſerbehälter über dem
oberſten Stockwerk tragen, alſo weniger Lebensgefahr bedeuten,
als unſere normalen Bauten. Auch die Vermehrung der
Fahr=
ſtühle nimmt gelegentlicher Stillegung des einen oder anderen
jede beeinträchtigende Wirkung.
Es iſt auch durchaus abwegig, gegen Wohnhochhäuſer das
Einfamilienhaus auszuſpielen. Nicht dieſe Wohnart, die ja leider
nur immer einem Teil der Großſtadtbevölkerung zugeführt und
nicht auch von allen gewünſcht wird, wäre durch Hochbauten
irgendwie eingeſchränkt, ſondern die vieretagigen Miethäuſer, die
ſich in kilometerlangen Straßen durch unſere Großſtädte
hin=
ziehen, ſollen erſetzt werden. Es iſt ganz gleich, ob man etwas
länger im Fahrſtuhl ſitzt und jedenfalls viel angenehmer, als drei
bis vier Treppen zu Fuß zu gehen. Unendlich viel wertvoller
aber iſt es, dafür in ganz anderem Maße Freiflächen zu
gewin=
nen, von denen man noch wirklich etwas hat, im Gegenſatz zu
den Höfen von Häuſern, ſoviel ſich heute in dieſer Hinſicht
gegen die trübe Vergangenheit ſchon gebeſſert hat. Es tritt auch
eine Raumeinſparung hinzu, nämlich die, daß man Parkanlagen
neben den Wohnvierteln weiterhin nicht braucht, weil eben die
Freiflächen ſo großen Maßſtabes bereits den Zweck öffentlicher
Anlagen erfüllen. Bei den jüngeren weſtamerikaniſchen Städten
z. B. empfindet man die geſamte Stadtanlage nicht mehr als
Steinwüſte, ſondern unter Befolgung dieſer Grundſätze als
ſchattige Oaſen inmitten eines ſonnenverbrannten Landes.
Je höher der Menſch wohnt, deſto freier iſt er von ſeinem
Nachbarn. Daß außerdem ein größerer Wohnkomplex in der
gan=
zen techniſchen Ausſtattung viel mehr bieten kann, weil ſich die
Anlagekoſten auf eine größere Zahl von Teilnehmern
umlegen=
laſſen z. B. zentrale Heizanlagen, zentrale Waſchanſtalt, ſogar
zentrale Küchenanlagen, iſt ein nicht zu gering ſchätzender
Vor=
zug, denn je intenſiver ein Wohnungsſyſtem mit techniſchen
Ein=
richtungen durchgebildet iſt, deſto leichter vollzieht ſich die
Haus=
haltführung und deſto mehr Kraft und Zeit behält der Menſch
für ſein eigenes Leben.
Aber die Hauptſache bleibt doch dies: man denke nur einmal
an die Oede der endloſen Straßenviertel im Norden und Oſten
Berlins, wo die Maſſe der minderbemittelten Bevölkerung wohnen
Nummer 165
Sonntag, den 16. Juni 1929
Seite 3
De Tenteint dor vei kachning.
Gröners Abrechnung
mit dent Aoraftängsgegnern.
Der Widerſpruch zwiſchen den Verſprechungen des
Friedensverkrages und den Meihoden der
Sieger=
ſtaaken.
* Berlin, 15. Juni. (Priv.=Tel.)
Im Reichstag iſt am Samstag — leider vor recht leeren
Bänken — noch hohe Politik gemacht worden. Allerdings nicht
von einem Abgeordneten, ſondern von Herrn Groener, der
ge=
ſchickt die zweite Leſung ſeines Etats ausnutzte zu einer
öffent=
lichen Abrechnung mit den Abrüſtungsgegnern. Es
iſt ja auch ein einzig daſtehender Fall, daß ein parlamentariſcher
Miniſter in ſeinem eigenen Gebiet als Theoretiker und als
Prak=
tiker eine unanfechtbare Autorität iſt. Deshalb hat das, was er
ſagt, Klang, auch wenn es in ſtark akademiſcher Form gebracht
wird. Dies offenbar aber, weil der Zweck nicht zuletzt für das
Ausland berechnet iſt und der Miniſter alles vermeiden wollte,
was als Aeußerlichkeit oder Nebenſächlichkeit den Kern
beein=
trächtigen könnte. Anhand eines beweiskräftigen Zahlenmaterials
ſetzte ſich Dr. Groener mit dem Problem der Abrüſtung
und der ſogenannten Sicherheit auseinander, wobei
beſonders eindrucksvoll der Nachweis war von dem
ſchreien=
den Widerſpruch, der zwiſchen den
Verſprechun=
gen des Friedensvertrages und den Methoden
der Siegerſtaaten beſteht. Logiſch der Schluß, daß unter
ſolchen Umſtänden von einer allgemeinen Abrüſtung, oder auch
nur von einer Rüſtungseinſchränkung keine Rede ſein kann, daß
aber auch nur ein einziger Staat das Recht hat, ſich
in ſeiner Sicherheit bedroht zu fühlen: Deutſchland.
Um dieſe unbeſtreitbare Tatſache aus der Welt zu ſchaffen, haben
die Franzoſen das Märchen von dem „angriffskräftigen deutſchen
Heere” erſonnen. Auch dem geht Herr Groener zu Leibe und iſt
ehrlich genug anzuerkennen, daß nach ſeiner Ueberzeugung dem
auf der reſtloſen Ausnutzung aller materiellen und menſchlichen
Verteidigungskräfte aufgebauten Wehrſyſtem Frankreichs ein noch
ſo gut ausgebildetes Berufsheer von 100 000 Mann, wie man es
Deutſchland zugeſtanden hat, weit unterlegen iſt, woraus ſich die
Unzulänglichkeit der deutſchen Wehrkraft von ſelbſt ergibt, aber
auch die Notwendigkeit, in den uns geſtatteten Grenzen die
Reichs=
wehr nach beſter Kraft auszubauen, weil ſie trotz ihrer Kleinheit
immer noch ein militäriſcher Faktor iſt und wenigſtens kleine
Nachbarn daran hindern kann, ungeſtraft Spaziergänge über die
deutſchen Grenzen anzutveten.
Im allgemeinen befaßte ſich Reichswehrminiſter Gröner mit der
Frage, wie ſich die Vertreter eines idealen Völkenbundes die Löſung
des Wehrproblems gedacht haben. Von einer Abrüſtung oder auch nur
von einer Rüſtungsbeſchränkung bei dem Siegermächten könne aber
keime Rede ſein. Alls Grund für die Aufrechterhaltung der Rüſtungen
werde von unſeren Nachbarn immer die Sicherheit bezeichnet. Wer
brauche aber die Sicherheit? Wir wit unſeren 10 Diviſionen, oder die
Länder um uns herum mit ihren 76 Diviſionen? (Hört, hört!) Es
wäre ein Armutszeugnis für die Offiziere der anderen Mächte, wenn
ſie in dem kleinen deutſchen Berufsheer eine Gefahr erblicken müßten.
Man hat ſogar behauptet, die Stoßkraft des deutſchen Heeres gehe weit
hinaus über das was ſeiner zahlenmäßigen Stärke entſpricht. Dieſe
Behauptung wird ſchon allein dadurch widerlegt, daß uns alle
wirk=
ſamen modernen Großkampfmittel fehlen. In den Nachbarſtaaden
wer=
den gewaltige Reſervearmeen ausgebildet, die uns fehlen. Man ſpricht
auch davon, daß wir ein Führerheer hätten. Dabei wird aber
ver=
ſchwiegen, daß eim Führerheer ohne große Reſerven und ohne gute
Waffen nichts machen kann. Die Militärfliegerei fehlt uns ganz, und
Deurſchland iſt gegen Luftangriffe ſchutzlos. Da man Deutſchlands
Ent=
waffnung nicht mehr leugnen kann, hilft man ſich wir dem Wort von
Deutſchlands „Potentiel de guerre”, d. h. der möglichen Kriegsſtärke.
Es wird auf die große Menſchenzahl und auf die leiſtungsfähige
In=
duſtrie hingewieſen, die Deutſchland ſchnell für den Krieg mobiliſieren
könnte. Tatſächlich würde aber eine ſolche Umſtellung der Induſtvie und
der Menſchen auf den Kricg bei uns viele Mowate in Anſpruch mehmen,
während die Siegerſtaaten neben den militäriſch ausgebildeten
Re=
ſerven über eine ſtets auf den Krieg vorbereitete Rüſtungsinduſtrie
ver=
fügen. Wir können uns nicht auf den „Potendiel de guerre” verlaſſen,
ſondern ſtützen uns auf den „Potentiel de paix”, auf unſer vertvagliches
Necht auf allgemeine Abrüſtung. Ich bin nicht von der Theſe überzeugt,
daß ein kleines modernes Berufsheer die alleinige Wehrorganiſation
der Zukunft ſein werde. Der franzöſiſche Sozialiſt Pal Boneour hat
meines Erachtens das Problem richtiger erkanmt. Als alter Soldat und
Forſcher auf dem Gebiete der Kriegskunſt hann ich der franzöſiſchen
Organiſation der Landesverteidigung meine Bewunderung nicht
ver=
ſagen, ohne damit ſagen zu wollen, daß dieſe Orgamiſation auch für
jedes andere Land geeignet iſt. Für uns ſind das nur theoretiſche
Er=
wägungen, denn der Umfang unſerer Wehrmacht iſt ja durch den Ver=
ſailler Vertrag beſtimmt. Es wird nun die Frage aufgeworfen, warum
unterhalten wir überhaupt dieſe kleine, im Kampf gegen die großen
Militärmächte doch micht brauchbare Reichswehr?. Dieſe kleine Armee
venhindert wenigſtens, daß freundliche Nachbarn in unſeren
Grenz=
gebieten nach Gefallen ſchalten und walten und daß kriegführende
Nachbarn über unſere Neutralität ohne weiteres zur Tagesordnung
übengehen. Ueber die Veywendungsmöglichkeit der Kavallere iſt das
letzte Wort noch nicht geſprochen. Ich gebe zu, ſo fuhr der Miniſter fort,
daß man in unſerer Lage über die Zweckmäßigkeit von Panzerſchiffen
geteilter Meinung ſein kann. Mit allem Nachdruck muß ich betonen,
daß die Erhaltung der Marine im Rahmen des Verſailler Vertrages
unbedingt notwendig iſt, weil ſie einen erheblichen Kräftezuwachs für
die Landesverteidigung bedeutet. Was die Einſtellung der Reichswehr
angehe, ſo ſei ſie rein ſtaatlich eingeſtellt und müſſe immer ein
zuver=
läſſiges Inſtrument in der Hand der verfaſſungsmäßigen Gewalt
blei=
ben. (Beifall.) Es ſei die Aufgabe des Reichspräſidenten und des
Reichswehrminiſters, der Reichswehr ihre Stellung über den Parteien
zum Dienſt am Vaterland zu erhalten. Dank wiſſe er der Reichswehr
für das, was ſie in treuer Pflichterfüllung bisher geleiſtet habe. (
Bei=
fall.) Es ſei daher eine Staatsnotwendigkeit, die dem Reiche
geblie=
benen Verteidigungsmöglichkeiten zu erhalten und Spavmaßnahmen
ſeien ſchlecht am Platze. (Beifall.)
Selten wohl hat der Reichstag das Gefühl der Ohnmacht,
wie es im Verſailler Vertrag uns aufgezwungen worden iſt, ſo
deutlich empfunden wie bei dieſer auf tiefer Sachkenntnis
be=
ruhenden Darſtellung. Doppelt bedauerlich, daß nicht
wenig=
ſtens diesmal das Echo aus dem Hauſe die Reſonanz nach außen
verſtärkte. Es war zum mindeſten nicht notwendig, daß der
Deutſchnationale Lettow=Vorbeck, der Verteidiger von Oſtafrika,
vielleicht durch die lärmenden Zwiſchenrufe der
Sozialdemo=
kraten etwas aus ſeiner Reſerve herausgelockt—, dem
Reichs=
wehrminiſter ein gewiſſes Abrutſchen nach links unterſtellte.
Be=
freidlich dagegen hörte es ſich an, daß die Sozialdemokraten
durch Herrn Schöpflin eine verkappte Kriegserklärung gegen den
Reichswehrminiſter verkünden ließen, nur weil er in ſeiner Rede
das Wort Republik nicht erwähnt hatte. Das iſt natürlich nur
ein Vorwand, tatſächlich ſcheint Herr Groener bei den
Sozial=
demokraten in Ungnade gefallen zu ſein, weil er auf den
Panzer=
kreuzer nicht verzichten wollte, bei dem nun in der kommenden
Woche die Sozialdemokraten Farbe bekennen müſſen.
Geheimral Kahls 80. Geburtskag.
M. d. R. Geheimrat Prof. Dr. Kahl
feiert am 17. Juni ſeinen 80. Geburtstag. Er iſt einer der größten
Juriſten Deutſchlands, der in unermüdlicher Arbeit das deutſche
Rechtsweſen zu verbeſſern ſucht. Er ſtammt aus Klein=Heubach
in Unterfranken, wurde 1879 Dozent in München und kam nach
erfolgreicher Lehrtätigkeit in Roſtock, Erlangen und Bonn 1895
nach Berlin. wo er 1908—9 Rektor der Univerſität wurde. Wegen
ſeiner hervorragenden Verdienſte für das geſamte Geiſtesleben
Deutſchlands wurde ihm der Ehrendoktortitel der theologiſchen,
der mediziniſchen und der philoſophiſchen Fakultät verliehen. 1919
wurde er in die Nationalverſammlung gewählt, ſeit 1920 gehört
er dem Reichstag an, wo er ſich beſonders den Arbeiten der
Straf=
rechtsreform widmet.
Innenminiſter Leuſchner über die Berlängerung
der Legislakurperiode.
Der heſſiſche Innenminiſter Leuſchner nimmt heute im
Regie=
rungsblatt das Wort zur Frage der Verlängerung der
Legis=
laturperiode des Heſſiſchen Landtages. „Ein Stück Reichsreform
im Kleinen” nennt der Miniſter dieſe Beſtrebungen. Er ſchreibt
u. a.: „Die Entſcheidung iſt noch nicht gefallen. Während
Zen=
trum, Demokraten und Sozialdemokratie ſich für dieſe
Neurege=
lung ausgeſprochen haben, iſt die Stimmung auf der Rechten noch
ungewiß, ſo daß zu befürchten ſteht, auch dieſer Landtag werde
genau ſo wie der vorhergehende in dieſer Frage zu keinem
poſi=
tiven Beſchluß kommen. Die Frage hat nämlich ſchon einmal auf
der Tagesordnung geſtanden. Vor bald zwei Jahren wurde ein
demokratiſcher Initiativgeſetzentwurf am 25. September 1927
ab=
gelehnt, da bei 35 Ja=Stimmen und 21 Ablehnungen die
ver=
faſſungsmäßig notwendige Zwei=Drittel=Mehrheit von 38
Stim=
men nicht erreicht war. Während damals aber die geſamte Rechte
für die Verlängerung eintrat, hat ſich das jetzt ins Gegenteil
ver=
ſchoben. — Der Miniſter geht dann auf die Gründe der
Not=
wendigkeit dieſer Lebensdauer des Landtages ein, der ja
haupt=
ſächlich Verwaltungsarbeit zu leiſten habe, und fährt dann fort:
Dieſer Landtag hat die Pflicht der Angleichung der heſſiſchen
Legislaturperiode an die normale Tagungsdauer der wichtigſten
deutſchen Länder. Es heißt zwar, daß die Parteien der Rechten
auch bereit wären, die Verlängerung der Lebensdauer zwar nicht
für dieſen, aber doch für den nächſten Landtag zu genehmigen.
Geſetzt den Fall, das träfe zu: Wo bleibt da die Logik? Warum
noch einmal um einen Landtag aufſchieben, was heute ſchon im
Prinzip als richtig erkannt wird? Im Intereſſe des Landtages
wäre ein ſolcher Ausgang zu bedauern. Denn es handelt ſich hier,
ſtreng genommen, um ein Stück Reichsreform im Kleinen, deſſen
Vollzug jedem deutſchen Länderparlament nur zur höchſten Ehre
gereichen kann.”
Das Spargukachten für Heſſen.
In dieſen Tagen iſt der Reichsſparkommiſſar Saemiſch in
Darmſtadt geweſen, und hat ſich mit der Regierung über ſein
Spargutachten unterhalten. Einige ſeiner Referenten ſind hier
geblieben, um mit den Sachbearbeitern der heſſiſchen Regierung
Ergänzungen uſw. an dem Gutachten vorzunehmen. In gewiſſen
politiſchen Kreiſen wird mit als Grund für die Verzögerung der
Fertigſtellung des Gutachtens angegeben, daß der Sparkommiſſar
mit einigen Feſtſtellungen und Folgerungen ſeiner Referenten ſich
nicht identiſch erklären wollte.
Beginn der Nordiſch=Deutſchen Woche in Kiel.
Kiel, 15. Juni.
Die Nordiſch=Deutſche Woche für Kunſt und Wiſſenſchaft, die
vom 15. bis 23. Juni in Kiel ſtattfindet, hat heute begonnen.
Zahlreiche prominente Perſönlichkeiten ſind bereits eingetroffen,
um dieſer für den geiſtigen Austauſch zwiſchen den nordiſchen
Ländern und Deutſchland bedeutſamen Veranſtaltung
beizu=
wohnen. Vier nordiſche Staaten, Dänemark, Schweden,
Nor=
wegen und Finnland, ſind durch ihre Berliner Geſandten
ver=
treten, außerdem durch große Abordnungen von Profeſſoren und
Studenten. Von deutſcher Seite ſind Vertreter der Miniſterien
des Reiches und der Länder, ſowie faſt ſämtlicher deutſcher
Univerſitäten erſchienen. Den Auftakt der Woche bildeten
ſport=
liche Veranſtaltungen, die geſtern abend mit Vorführungen
isländiſcher Studenten und einer durch die Mitwirkung der
deutſchen Olympiaſiegerin und Weltmeiſterin Helene Mayer=
Offenbach beſonders intereſſanten Fechtakademie begannen. Am
Mittag wurden die Ausſtellungen für nordiſche Volkskunſt und
nordiſche Architektur ſowie für die nordiſche bildende Kunſt
eröffnet. Die nordiſchen Muſeen, Künſtler und Architekten
haben dazu ihre beſten Stücke, zum großen Teil Stücke ſeltener
Schönheit, geſandt, ſo daß die Ausſtellung einen glänzenden
Einblick in das nordiſche Schaffen gewährt.
Die Wahlen in Südafrika. — Koalition Herhog-
Creßwell?
EP. Kapſtadt, 15. Juni.
Der Stand der Parteien nach den ſüdafrikaniſchen Wahlen iſt
zurzeit folgender: Nationaliſten (General Hertzog 71,
ſüdafrika=
niſche Partei (General Smuts) 61, Arbeiter (Gruppe Oberſt
Creß=
well) 5, Arbeiter (Gruppe Madeley) 3.
Obgleich Hertzog eine, wenn auch nur geringe Majorität über
alle Parteien erhalten wird, ſo dürfte er vorausſichtlich dennoch
wieder mit der Creßwell=Gruppe der Arbeiterpartei einen Pakt
ſchließen und zum mindeſten den Oberſten Creßwell mit einem
Regierungspoſten betrauen.
muß, und die durch armſelige,verſtaubte Straßenbäume und durch
verkehrsumtoſte Grundflächen nur um ſo trübſeliger wirken. So
wie hier, iſt es in allen größeren Städten der Welt. Der Menſch
beginnt erſt zu leben, wenn er ohne lange Wege einfach am
Hauſe die grüne Natur hat, und zwar weite Raſenflächen,
ſchat=
tige Sitzplätze und ausreichenden Spielauslauf für die Kinder.
Wenn man, um die Parks der Großſtädte zu erreichen, erſt durch
ſtaubige, verkehrsumtoſte Straßen muß, ſo iſt das alles nur eine
Gelegenheitserholung, noch dazu mit fraglicher Wirkung, aber es
iſt kein Dauerzuſtand, der allein einen wirklichen Wert für die
Geſundheit der Bevölkerung beſitzt.
Der Volksmaſſe in der gekennzeichneten Weiſe die gleiche
glückliche Lebensweiſe zu geben, die bisher nur der Beſitzer eines
eigenen Hauſes mit Garten hat, und zwar ohne Erhöhung der
Miete und ohne höhere behördliche Zuwendungen, das iſt der
Gedanke, der — nachdem ihm die Technik durch die Entwicklung
zum mehrgeſchoſſigen Stahlſkelettbau der Verwirklichung
näher=
gebracht hat — nicht nur utopiſch iſt, ſondern der ſogar unter
allen Umſtänden zur baldigen Durchführung gelangen muß.
Hochſommer — Reiſezeit — Ferienzeik!
Eine Fülle von Möglichkeiten winkt Ihnen, verehrie gnädige Frau,
ſich hübſch, preiswert und geſchnackvoll anzuziehen. Freilich bleibt dabei
auch manche Enttäuſchung nicht aus, wenn ſie es verſäumen, einen
erſt=
klaſſigen Berater bei der Wahl Ihres Anzuges zu Nate zu ziehen. Das
Juniheft der „Frauen=Mode”, das Blatt der beſtangezogenen Dame der
Geſellſchaft, immer bedacht auf gediegene Eleganz, frei von verſtiegenen
Modetorheiten, bringt eine Fülle entzückender Modelle aus den
inter=
nationalen Werkſtätten der Mode.
Ulrich Bahrs: Unter dem Siebenſtern (Preis geb. 3,50 Mark —
ralwanderer (Preis kart. 3 Mark). Verlag von Adolf Klein in
Leipzig S. 3.
„Ueber den Hügeln fern — die blaue Sonne webt. Droben der
ilberſtern — in Roſenhimmeln ſchwebt. Was da hernieden getaut —
1s meine Seele geſchaut — euch hab’ ichs dargebracht — vor kommen=
Nacht‟. Dieſe Verſe hat der Verfaſſer dem erſten Buche als
Vor=
ng vorausgeſchickt. Betitelt iſt es nach dem erſten der 25 Stücke,
dem ein Weihnachtsbrauch geſchildert wird, bei dem lampenhohe
Leuch=
mit ſieben Kerzen getragen werden. Die unter den Ueberſchriften:
be. Heimat, Von Mannes Art, Von Weibes Sinn, Sonne ſingt,
erzeleid klagt, Wo iſt Gott? der Heiland, Wie das Ende iſt?
zuſam=
ngefaßten Stücke ſind Erzählungen, Phantaſien und Märchen, teils
Proſa, teils in Verſen, geſchrieben in einer wundervoll poetiſchen
Sprache. Zeitlos oder in ferne Vergangenheit verſetzend, führen ſie
den Leſer teils in das Reich der Phantaſie, teils in das wirkliche Leben
in poetiſcher Verklärung. Von Myſtik, in die ſich die Schönheit der
Sprache einſpinnt, nicht frei, geben ſie dem Leſer allerdings mancherlei
Rätſel auf. Herrlich iſt das Märchen von der Sternenſeele Stella und
ihrer Weltenwanderung, von hehrer Poeſie erfüllt die Phantaſie „
Grü=
belei” „Legende‟ „Singende Seele” „Vorüber” uſw. In die reale
Welt führt „Rowilts Hain”, das Glück und Leid eines liebenden
Paa=
res. Die Gedichte ſind echte Poeſie. Außer den kleineren, in
fließen=
den Rhythmen und klangſchöner Sprache geſchriebenen ſeien die beiden
größeren religiöſen Inhalts, „Die Leiber” und das in Diſtichen
ver=
faßte „Himmel und Hölle” beſonders erwähnt.
Durch Schönheit der Sprache zeichnet ſich auch das zweite,
tiefreli=
giöſe Buch „Gralwanderer” aus. Es ſind ,Zwiegeſpräche, die
geſchrie=
ben ſind, damit junge, nach der Religion ernſtlich fragende Menſchen
ſie leſen können. Verfaſſer möchte „der Jugend helfen und verſuchen,
ihr Steine aus dem Wege zum innerſten Heiligtum hinwegzuräumen,
an denen ſich eben viele Füße unnötig wundſtoßen, in eigenem und
gott=
geſegnetem Erkennen bis in das Allerheiligſte zu gelangen, um daſelbſt
Ruhe zu finden für unſere Seelen.‟ Es ſind im ganzen zwölf
Zwie=
geſpräche, in denen der Verfaſſer ernſt auf Wanderung nach dem
heili=
gen Gral geht. Das erſte will die Frage beantworten „Was iſt Gott?”
während in dem zweiten „Der Schöpfer”, das Verhältnis der bibliſchen
Schöpfungsgeſchichte zur naturwiſſenſchaftlichen Forſchung erörtert
wird. In tiefſinniger Weiſe wird die Frage beantwortet: „Was iſt der
Menſch?‟ Er ſoll zwiſchen Tier und Gott ſtehen mit der Fähigkeit der
Entwicklung nach rechts und links. Freiheit und Verantwortlichkeit
ſind ihm höchſter Adel und Gefahr des Sturzes. Eine tiefernſte Frage,
die viele beſchäftigt hat, wird in dem Zwiegeſpräch zweier Studenten
„Die Geſchichte” behandelt: Wie konnve Gott zu Unrecht leiden laſſen
und zulaſſen, daß Deutſchland zu Unrecht geſchlagen wurde; warum hat
er den Weltkrieg und den Schandfrieden nicht verhindert? Mit dem
Makkabäerbrief 6, 12, wird darauf geantwortet: „Ich muß den Leſer
vermahnen, daß er ſich nicht ärgere über den Jammer, ſondern gedenke,
daß ihnen die Strafe nicht zum Verderben, ſondern zur Mahnung
widerfahren ſei. Und ob uns Gott mit einem Unglück gezüchtigt hat,
hat er dennoch ſein Volk nicht ganz vergeſſen”. Weitere Zwiegeſpräche
behandeln die Frage. Wer iſt Chriſtus?” und die Bedeutung des
Kreu=
zes Chriſti für unſere Zeit. Den Abhandlungen über die Taufe und
das Abendmahl ſchließt ſich eine ſolche über „Tod und Leben” an, in
der die Frage nach der Fortentwicklung nach dem Tode erörtert wird.
Die Möglichkeit eines Wachſens nach dem Tode iſt einfach eine
Forde=
rung des Gerechtigkeitsgefühls, das uns gewiß nicht täuſchen wird. Dies
letzte Zwiegeſpräch handelt von der Kirche und ihrer Miſſion in
heuti=
ger Zeit, namentlich der ſehr individualiſtiſch gerichteten gegenwärtigen
Jugend gegenüber. Einzelne Gedichte ſind in den Text eingefügt. Das
Buch, das nach dem Wunſch des Verfaſſers langſam und wiederholt
geleſen werden möge, und das ſich frei hält von aller Einſeitigkeit und
Gebundenheit, wird ernſten und religiös empfindenden Menſchen eine
Quelle wahrer Erbauung ſein.
Die Heſſen im Welikriege.
Der im Heſſenlande und weit darüber hinaus bekannte Major a. D.
Deiß, im Kriege Bataillonsführer im Infanterie=Regiment Nr. 168,
der ſchon im Jahre 1926 die militäriſchen Kreiſe durch ſein groß
ange=
legts Werk „Das deutſche Soldatenbuch‟, Deutſhlands Wehr und Waffen
im Wandel der Zeiten von den Germanen bis zur Neuzeit erfreut hat,
und der wohl als einer der beſten Kenne: des deutſchen Uniform= und
Waffenweſens bezeihnet werden kann, hat im Verlag von Dr. Wilhelm
Glaß u. Co., Berlin=Charlottenburg, ein neues Prachtwerk
heraus=
gegeben: „Die Heſſen im Weltkrieg‟ Es handelt ſich hier
nicht um ein kriegswiſſenſchaftliches Werk, es ſoll kein
Konkurrenzunter=
nehmen gegen das vomReichsarchid herausgegebene Werk „Der Welttrieg
1914 bis 1218” oder die von der gleichen Stelle veröffentlichten
Einzel=
ſchriften „Die Schlackten des Weltkriegs” ſein, ſondern ein Volksbuch
im eigentlichen Sinne des Wortes. Deiß hat in überſichtlicher und klarer
Werfe auf Grund eines ungeheuren Matenfa/3, das vielfach nur
muh=
ſam zu beſchaffen war, einmal eine Ueberſicht über ſämtliche Truppen
und B=hörden in den Kriegsfor nationen im Bereiche der früheren
Groß=
herzöglich Heſtiſchen 25. Diviſion geg ben — es wurden nicht weuiger
wie 405 verſchiedene Formationen in dieſem Diviſionsbereich aufgeſtellt
— und ferner vr; 27 Kriegsformationen eingehende Darſtellungen über
Etſtehuing, Zuſammenſetzung, ferner eine Flille von Berichten über
ein=
zelne Kriegshand ungen und Kriegserlebniſſe gebraht, die niciſt nuc von
Offizieren aller Grade, ſondern auch oon Mannſchaften ge!eert wurden
und oft in dramatiſcher und erſchiitiernder Weiſe die gewaltigen Taten
wiberſpiegeln, die unſere Heſſen im Weitkrieg vellbratt haben. Hier
iſt ein Buc) geſchaffen worden, das in bisher wohl einzig daſtehender
Weiſe eine Zufammenfaſſung alles deſſen gibt, was en de ſcher
Volks=
ſtamm an Taehl der Truppen und an Leiſtungen im Felde vollbraiht hat.
Es handelt ſich hier nicht um ein Buch voll trockener Zahlen und
Dar=
ſtellungen ven Gefechtshandlungen, ſondern um ein Gedächtnis=
und Erinn rungsbuch, das voller Leben iſt und mit dem
Herzeu geidriken wurde, das man immer wieder zur Hand nehmen
kann, ohne e3 jemals voll auszuſchöpfe.:. Neben der Fülle von
Tat=
ſachen und Erlebniſſen aber bringt das Werk eine Fülle vorzüglicher
Photegrapkien und mehrere Kunſtdruckblätter, die ſo ſinnig ausgewählt
ſind, daß ſie das Leben des Feldſoldaten im Graben, Gefecht, in der
Ruhe und im Quartier wiedergeben. Mancher Kriegsteilnehmer wirs
ſich ſelbſt yder Kameraden, mit denen er zuſammen war, wieder
erken=
nen, oder Orte finden, an die ſich für ihn Erinnerungen ernſter oder
heiterer Art knüpfen. Dieſes wundervolle Buch ſollte eigentlich in keiner
Volks= oder Vereinsbibliothek, ja in keinem Haus fehlen, in dem ſi=h
ein Kriegsteilnehmer des Heſſenlandes befindet, zumal auch die
vorbild=
liche Ausſtattung, die der Verlag dem Werke, angedeihen ließ, es zu
einem Schmuckſtück jeder Bücherei macht.
Wie wir höreu, hat der Antor in hohherziger Weife auf ſein
Hono=
rar verzichtet, das der Heſſiſchen Hanptfürſorgeſtelle der
Kriegsbeſchä=
digten= und Hinterbliebemenfürſorge zufließen wird.
Seite 4
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Nummer 163
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, 16. Juni.
— Heſſiſches Landestheater. Heute: „Die ſchöne Galathee‟
Franz von Suppés Operette „Die ſchöne Galathee” kommt in neuer
Textbearbeitung von Edwin Orr Denby heute Sonntag, 19.30 Uhr, im
Kleinen Haus erſtmalig zur Aufführung. Mitwirkende: die Damen
Käthe Walter, Ellen Philips, Sonja Karzau und die Herren Deharde,
Hinz, Jürgas, Maletzki; eine mit der Handlung der „Schönen
Gala=
thee” verbundene Modenſchau, findet die freundliche Unterſtützung der
Firmen Carl Schürmann (Damenmoden), Willy Schwab (
Herrenklei=
dung), Eichbergs Nachf. (Wäſche), Marie Babel (Geſellſchaftskleid von
Käthe Walter), Robert Bergmann (Krawatten), Joſeph Trier (Möbel),
L. Adelmann (Sportgeräte), Heinrich Lautz (Bureaueinrichtungen), Guſt.
Geil (Lichtreklame). — Außer der „Schönen Galathee” wird heute die
burleske Operette „Schwergewicht” von Krenek mit den Damen
Walter und Harre und den Herren Kuhn, Vogt, Ebert=Beyer, Deharde,
ſowie das Ballett „Parade” von Satie, ausgeführt von der
Tanz=
gruppe des Landestheaters, erſtmalig aufgeführt. Inſzenierung: Arth.
Maria Rabenalt und Walther Reinking; muſikaliſche Leitung: Max
Nudolf; Choreographie: Cläre Eckſtein. (Zuſatzmiete VII.) Der
Auf=
führung wohnen die auswärtigen Teilnehmer an der Eröffnung der
Ausſtellung „Der ſchöne Menſch” als Gäſte bei.
Goethes „Egmont” wird heute Sonntag, 19 Uhr, im Großen
Haus in teilweiſe neuer Beſetzung in Szene gehen. Egmont: Carl
Ebert, Alba: Fritz Reiff (Stadttheater Düſſeldorf) als Gaſt.
Kulturfilmbühne im Kleinen Haus. „Pori”, ein
Großfilm aus dem afrikaniſchen Buſch, der von Montag, den 17., bis
einſchließlich Donnerstag, den 20. Juni, im Kleinen Haus vorgeführt
wird, hatte bei der Berliner Erſtaufführung einen ſenſationellen
Er=
folg, über den die Pxeſſe mit einmütiger Begeiſterung berichtete. „
Kine=
matograph‟: Ein hinreißend temperierter, im Abenteuerlichen ſtarker
Film aus Afrika konnte einen Beifall erringen, wie man ihn lange nicht
im Kino hörte. — „Berliner Lokalanzeiger‟: Dieſer Film iſt wirklich
ein Erlebnis. — „Berliner Börſenkurier”; Herrliche, lichterfüllte,
armo=
ſphäriſche Bilder. — „Deutſche Tageszeitung”: Keine Beſchreibung
reicht hier an das Bild heran, man muß den Film geſehen haben.
Volksvorſtellung „Mamſell Nitouche”. „Mamſell
Nitouche” gelargt, vielen Wünſchen des Publikums entſprechend
Mitt=
woch, den 19 Jani, einmalig als Volksvorſtellung zu halben Preiſen
zur Wiederholung.
Das dritte (letzte) Volkskonzert findet Donnerstag, den
20. Juni, unter Leitung von Dr. Karl Böhm ſtatt. Neben Beethovens
„Eroica” gelangt ein Fagottkonzert von Weber und die Duvertüre
„Meeresſtille und glückliche Fahrt” von Mendelsſohn=Bartholdy zur
Aufführung.
Als letzte Overn=Premiere des Großen Hauſes wird Rich. Strauß'
Intermezzo” vorbereitet. Das Werk gelangt am Sonntag, den
30. Juni, zum erſten Male zur Aufführung. Muſikaliſche Leitung:
Max Rudolf; Inſzenierung: Renato Mordo; Bühnenbilder: Lothar
Schenck von Trapp.
Die letzren Opernvorſtellungen der Spielzeit.
Zur Orientierung des Publikums wird mitgeteilt, daß in dieſer
Spiel=
zeit die letzten Aufführungen von „Sly” am Dienstag, den 18. Juni,
„Fidelio” Samstag, 22. Juni, „Aïda” Sonntag, 23. Juni,
ſtatt=
finden. Arßerdem gelangt „Orhello” in dieſer Spielzeit noch
zwei=
mal zur Aufführung. In der am 5 Juli angeſetzten Vorſtellung
„Manon Lescaut” treten Adolf Jaeger und Carl Ebert=Beyer
zum letzten Male auf. In der für Samstag, den 6. Juli, vorgeſehenen
letzten Vorſtellung „Die Fledermaus” verabſchieden ſich Paula
Kapper und Guſtav Deharde vom Darmſtädter Publikum. Als
Schluß=
vorſtellung der Soielzeit gehen Sonntag, den 7. Juli, „Die
Meiſter=
ſinger von Nürnberg” in Szene. — Diejenigen Mieter, die
noch im Beſitze vin Tauſchkarten find, werden höflichſt aufgefordert,
von ihrem Anſpruch rechtzeitig Gebrauch zu machen.
— Orpheum — Sommerſpielzeit Direktor Adalbert Steffter. Heute
Sonntag ſind zwei Vorſtellungen: nachmittags 4 Uhr iſt eine
einmalige Aufführung des beliebten Kindermärchens „Hänſel und
Gretel” zu ganz kleinen Preiſen von 30 Pfg. an. Abends 8 Uhr
die letzte Wiederholung der Operette „Eine einzige Nacht” von
Nobert Stolz, wobei ſich die Opernſängerin Paula Kapper und
Fritz Geiger verabſchieden. — Morgen Montag, 8.15 Uhr, beginnt
das Gaſtſpiel der Rolf Röder=Revue „Schlag auf Schlag
in 22 Bildern mit fortlaufender Handlung. Rolf Röder iſt in
Darm=
ſtadt durch ſein außergewöhnlich erfolgreiches Revue=Gaſtſpiel „Dies
und Das” vergangenen November noch in beſter Erinnerung. Die
neue Revue „Schlag auf Schlag” bringt in jeder Beziehung
außer=
ordentlich Intereſſantes und wird allen geſtellten Anſprüchen und
Er=
wartungen genügen. Unter den etwa 30 Mitwirkenden müſſen neben
den Soliſten Lya Tänzer, Rolf Röder, Willy Oeſterheld, Lya
Meriola, Hugo Nilius, Konſtantin Jaroki, beſonders die
Varieté=Attraktionen Titze und Taraſſow vom Folies
Ber=
gere, Paris, und die urkomiſchen The Spyras hervorgehoben
werden. Die muſikaliſche Leitung liegt in Händen von Profeſſor Th.
Pallos. Die Eintrittspreiſe ſind nicht erhöht, jedoch ſind
Ver=
günſtigungen aufgehoben. (S. Anz.)
Zweites Heffiſches Sängerbundesfeſt in Darmſtadt vom 12. bis
15 Juli 1929. Das bildgeſchmückte 2ſtbuch, das in den nächſten Tagen
erſcheint, bringt die Feſtgruße des Staatspräſidenten Dr. Adelung, des
Oberbürgermeſſters Mueller und des Bundesvorſitzenden Miniſterialrat
Dr. Siegert. Ueber Sinn und Zweck des Männerchorweſens und die
Aufgaben des Bundes verbreiten ſich Schulrat Haſſinger und Profeſſor
Dr. Köſer. Neben Bildniſſen, führender Perſönlichkeiten enthält der
muſtergültig hergeſtellte Führer lockende Anſichten der Feſtſtadt. Alle
Programme und Liedertexte ſind in dem ſtattlichen Buch
zuſammen=
geſtellt, deſſen Titelblatt geſchmückt iſt wit der originellen Zeichnung
Pauſers „Drei Minneſänger”, von der Entwürfe zu den offiziellen
Feſt=
poſtkarten ſtammen, zwei. „Hochzeitsturm” und „Süngerchor im Walde‟
von Hermann Pfeifer, der dritte „Feſthalle” von Hans Vielmetter.
— Alldeutſcher Verband. Das Reichskabinett hat beſchloſſen, das
bereits ſieben Jahre beſtehende Republikſchutzgeſetz auf weitere
drei Jahre zu verlängern. Auch der Reichsrat hat bereits mit 62 gegen
4 Stimmen der Verlängerung dieſes Ausnahmegeſetzes zugeſtimmt.
Ueber die Ausſichten der notwendigen Zweidrittelmehrheit im
gegen=
wärtigen Neichstag, über die auf Grund des Geſetzes bisher erfolgten
Verurteilungen und andere damit verbundene Fragen wird auf unſerer
nächſten Monatsverſammlung geſprochen werden, die am
Dienstag, den 18. Juni, abends 8 Uhr, im Grünen Zimmer bei Chriſt
(Grafenſtraße 20) ſtattfindet. Freunde und Gäſte ſind herzlich
will=
kommen. (Siehe Anzeige.)
Sonntag, den 16. Juni 1929
Seite 3
Das 25 jährige Jubiläum der Heſſiſchen
Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft.
Die 25. ordentliche Generalverſammlung der
H. 3. G. fand am 13. Juni ſtatt. Die intereſſanten Berichte der
Ver=
waltungsorgane ſind nicht nur für die der Genoſſenſchaft naheſtehenden
Kreiſe, ſondern darüber hinaus für die Allgemeinheit von großem
Wert. Man ſchreibt uns von gutunterrichteter Seite:
An 1. Juni waren es 25 Jahre, daß die von der Handwerkskammer
mit ſtaatlicher Hilfe gegründete Heſſiſche Handwerker=
Zentralgenoſſen=
ſchaft, gemeinnützige A. G., mit dem Sitz in Darmſtadt, ihren
Geſchäfts=
betrieb zur Förderung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Handwerker
eröffnet hat. Als Aufgabe war der Genoſſenſchaft geſtellt, Kapital zu
bilden oder zu beſchaffen und dieſes durch geeignete wirtſchaftliche
Orga=
niſation nach Erfordernis der jeweiligen Wirtſchaftslage möglichſt
nutz=
bringend im Handwerk arbeiten zu laſſen, und zwar ſollten die
Ein=
richtungen der Genoſſenſchaft ſämtlichen Handwerkern innerhalb Heſſens
zugute kommen. Dieſe Aufgabe wurde in den vergangenen 25 Jahren
durch zähe Arbeit unter den ſchwierigſten Zeitverhältniſſen — Krieg
und Inflation — nicht nur erfüllt, ſondern die erzielten Erfolge
über=
treffen bei weitem die bei der Gründung gehegten Erwartungen.
Unter den beſcheidenſten Verhältniſſen wurde die erſte Arbeit
ge=
leiſtet. In einem Zimmer der Handwerkskammer, mit nur einem
Schreibtiſch, Stuhl und einer Schreibmaſchine ausgeſtattet, wurde mit
dem anfänglich zur Verfügung ſtehenden Kapital von 50 000 Mk. durch
den Geſchäftsführer und einen kaufmänniſchen Aſſiſtenten an die
Ver=
wirklichung der geſteckten Ziele herangegangen. Nachſtehende Angaben
ſollen dazu dienen, die jetzige Größe der Genoſſenſchaft zu ſkizzieren.
Die Genoſſenſchaft beſitzt heute ein in beſter Geſchäftslage 1500 Qm.
umfaſſendes Anweſen, in dem die Bureaus und Ausſtellungsräume
untergebracht ſind; ferner nennt ſie Lager=Räume und =Gelände mit
Gleisanſchluß von 5060 Qm ihr Eigentum. Ein Autopark von drei
Laſtwagen mit Anhängern und fünf Perſonenwagen ſind zur Zeit
er=
forderlich, um, dem Tempo der Zeit entſprechend, die Verſorgung des
Handwerks mit Maſchinen, Rohſtoffen uſw. ſchnellſtens zu beſorgen.
Das eigene Vermögen beträgt heute über 600 000 RM., die Debitoren
aus den Warenabteilungen faſt 1 Million RM. und die durch die
Bank=
abteilung gewährten Kredite etwa 5,8 Millionen RM.
Bei einem Rückblick durch die vergangenen Jahre erſcheint vor dem
geiſtigen Auge vor allem die fieberhafte Tätigkeit während der Kriegs=
und Inflationszeit. Bis zum Ausbruch des Krieges beſchränkte ſich die
Tätigkeit der Genoſſenſchaft auf die Verſorgung des Handwerks mit
Maſchinen, Benzin, und hierzu kam für das Bäckerhandwerk die
Be=
lieferung mit den damals noch nötigen Saarkohlen. Es gelang der
Genoſſenſchaft, ſchon vor dem Kriege einen ganz weſentlichen Teil des
Maſchinenbedarfs dem Handwerk zu liefern. Der Krieg ſtellte neue,
große Anforderungen an die Genoſſenſchaft. Gleich nach der
Mobil=
machung wurde nach den verſchiedenſten militäriſchen Stellen Fühlung
genommen, und es gelang, Millionenaufträge nach und nach von der
Heeresverwaltung für das heſſiſche Handwerk hereinzubekommen. Zu
dieſen Heereslieferungen gehörten: Uniformen, Stiefel, Proviantwagen,
Sielengeſchirre, Torniſter, Trinkeimer, einzelne Geſchirrteile, Sättel,
Seitengewehr=, Patronen= und Piſtolentaſchen, Leibriemen,
Munitions=
kiſten, Geſchoßkörbe, Schrappnellkugeln, Schurzholzrahmen, Zünderteile,
Seilerwaren und noch viele Einzelartikel im Geſamtbetrage von über
20 Mill. Mk. Nach dem im Laufe des Krieges herausgebildeten
Ver=
teilungsſchlüſſel hätten auf das heſſiſche Handwerk höchſtens 10 Mill.
Mark Aufträge entfallen dürfen. In Wirklichkeit aber brachte die
Genoſſenſchaft für über 20 Millionen Mark Aufträge herein. Dies iſt
ein Beweis dafür, daß das heſſiſche Handwerk in der H.3. G. eine
ſchlag=
fertige Organifation beſeſſen hatte, und es wird nachfolgende noch
ge=
zeigt werden, daß es heute erſt recht eine ſolche in der H.3.G. beſitzt.
Durch die Heeresaufträge war die Genoſſenſchaft in die Lage
ge=
kommen, eine ganze Reihe Handwerkszweige, zum größten Teil für
die Dauer des Krieges, mit reichlicher und für ihre Verhältniſſe gut
bezahlter Arbeit zu verſorgen. Etwa 2000 Meiſter und 8000 Arbeiter
waren mit dieſen Arbeiten beſchäftigt geweſen. Insbeſondere wurden
dem notleidenden Schuhmacher= und Schneiderhandwerk unſchätzbare
Dienſte geleiſtet. Für den Betrieb ſelbſt war es erforderlich, eine
rich=
tige Schuhfabrik und eine maſchinelle Zuſchneiderei unter Aufwendung
hoher Koſten ein=urichten. Als von der Heeresverwaltung Ende 1917
wegen Mangels an Rohſtoffen und zwecks rationellſter Wirtſchaft die
Lederzuſchneideſtellen ins Leben gerufen wurden, da war es die H. 3.G.,
die als amtliche Stelle der Handwerkskammerbezirke Darmſtadt,
Wies=
baden=Frankfurt, Kaſſel und Waldeck erwählt wurde.
Wenn auch die Bewältigung der Kriegsaufträge alle Kräfte in
An=
ſpruch nahm, ſo erſchöpfte ſich die Tätigkeit der Genoſſenſchaft noch nicht
hierin, denn daneben wurde auch weiterhin die Friedenswirtſchaft
gepflegr, wenn ſie auch nicht den Vorkriegsumſatz annahm, was durch
die ſchlechte Abſatzmöglichkeit für Maſchinen während der Kriegszeit
bedingt war.
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſter Vereinsabend Donnerstag, abends 8½ Uhr, im Eintrachtſaal,
Eliſabethenſtraße 12. Es gibt eine Wanderung durch unſere Gemarkung.
Herr Hugo Stieſi, der jüngere, ſpricht über die Flurnamen in der
Gemarkung Darmſtadt und Umgebung.
wenn ihnen die Frau oder das Mädchen kurz vorm Weggehen
Stärkewäſche darreichen und wegen allerlei Kleinigkeiten das
Anziehen nicht klappt. Gar oft liegt es am Kragen, wenn er
in der Wäſche oder beim Bügeln nicht ſachgemäß genug
be=
handelt worden iſt. Eine erſtklaſſige Behandlung der Kragen,
blütenweißes Ausſehen, guten Sitz und leichtes Anziehen beim
Stehumlegkragen leichtes Durchziehen des Selbſtbinders) finden
Sie immer, wenn Sie Ihre Stärkewäſche nur bei der altbekannten
Wäſcherei und Bügelanſtalt. Ludwig Hering, Jahnſtraße 4,
Telephon 3949, waſchen und bügeln laſſen. Annahmeſtellen in
allen Siadtteilen; nach auswärts prompter Verſand. (5689a
Noch ſchwerere Aufgaben als während der Kriegszeit wurden der
Genoſſenſchaft nach Beendigung des Krieges geſtellt. Viel Nervenkraft
erforderte die Abwickelung der alten Kriegsaufträge, die Einziehung
der in die Hunderttauſende gehenden Ausſtände aus dieſen Geſchäften,
und vor allen Dingen die Sicherung und Verwertung der
Heeresbe=
ſtände im beſetzten Gebiet. Auf die romantiſchſte Art wurden die
da=
mals noch überaus wertvollen Rohſtoffe, wie Leder und Stoffe,
gebor=
gen. Bei der Verwertung dieſer Güter wurde ein doppelter Zweck
er=
reicht, denn einmal konnten an Minderbemittelte Kleider und Schuhe
geliefert werden, andererſeits erhielt das Handwerk erneut Arbeit
zu=
geführt. Dem Schneiderhandwerk konnte ſie ſich in der Zeit
insbeſon=
dere dadurch nützlich erweiſen, indem ſie einen größeren Auftrag zur
Herſtellung von Entlaſſungsanzügen hereinbekam. Den
Kriegslieferun=
gen folgten die Reparationslieferungen. Diesmal war es das
Schreiner=
handwerk, dem ſie größere Aufträge zur Lieferung von Möbeln für
die Beſatzung und Holzhäuſer für Serbien vermitteln konnte.
In jener Zeit (1819) wurde aber das Hauptaugenmerk wieder auf
die Friedensarbeit gerichtet und die geſamte Rohſtoffverſorgung
gan=
zer Handwerkszweige in Angriff genommen. Da die Zwangswirtſchaft
in der Brotverſorgung gelockert und ſchließlich aufgehoben wurde, ſab
ſich die Genoſſenſchaft gezwungen, ſich dem Mehlgeſchäft zuzuwenden,
um die Mehlbelieferung und damit die Verſorgung des Publikums mit
Brot ſicherzuſtellen. Mit großen Opfern gelang es ihr, während der
wüſten Inflationszeit die Warenlieferungen hochzuhalten und damit
dem heſſiſchen Handwerk wertvolle Dienſte zu leiſten. Als dann Ende
1923 die Stabiliſierung kam, mußte auch ſie ſehen, daß ihr Vermögen
dahin war. Aber mit ungebrochenem Mut ging es wieder an den
Wie=
deraufbau. Lag die Schwierigkeit während der Inflationszeit darin,
Rohſtoffe zu beſchaffen, ſo war es in der nachfolgenden Zeit ebenſo,
vielleicht noch ſchwerer, Kapital aufzutreiben. Dieſe Geldknappheit
machte ſich auch bei dem heſſiſchen Handwerk in einem bedrohlichen
Maße bemerkbar. Die Genoſſenſchaft hatte immer einen Weg gefunden,
dem heſſiſchen Handwerk zu helfen, und auch diesmal gelang es ihr,
Hilfe zu bringen. Die ſchon beſtandenen freundlichen Beziehungen zur
Preußenkaſſe gaben ihr die Gelegenheit, von dieſem Inſtitut gegen
Bürgſchaft der Handwerkskammer und Landesbank einen Kredit von
zunächſt 1 Million Rentenmark zu erhalten. Nach und nach brachte es
die Genoſſenſchaft fertig, auch noch von anderen Inſtituten — wobei
die Mithilfe der Handwerkskammer nicht hoch genug eingeſchitzt werden
kann — zuſammen faſt 8 Millionen Reichsmark aufzubringen.
Das Tät gkeitsgebiet der H.3.G. iſt alſo ein ſehr vielſeitiges; in ihr
vereinigen ſich zur Zeit Maſchinen=, Sperrholz=, Schuhmacherabteilung
mit Schäftemacherei, Bäcker=, Kohlen=, Transport= und Bankabteilung.
in allen Abteilungen werden durchweg gute Umſätze erzielt. So beträgt
z. B. der Umſatz in Maſchinen im abgelaufenen Geſchäftsjahr 512811
gegen 91768 RM. in 1905. Die Genoſſenſchaft war zu allen Zeiten
eine ſegensreiche Einrichtung für das heſſiſche Handwerk geweſen und
iſt heute ſchlechtweg nicht mehr wegzudenken.
Der Aufſtieg der Genoſſenſchaft wurde zunächſt ermöglicht durch ihre
alten guten Geſchäftsprinzipien wie kaufmänniſch=techniſche, nur im
Intereſſe des Handwerkers gegebene Beratung, einwandfreie
Lieferun=
gen bei günſtigen Preſen, großzügige Zahlungsziele und vor allen
Dingen ihr großes Verſtändnis für die Nöte des Handwerks. Aber
auch die Erkenntnis der Handwerkskammer, daß für die wirtſchaftliche
Hebung des Handwerkers die genoſſenſchaftliche Organiſation von
größ=
ter Bedeutung iſt und dieſe ihre Erkenntnis in die Tat umſetzte,
in=
dem ſie ſtets mit Rat und Tat der H.3.G. zur Seite ſtand, trug nicht
wenig dazu bei, s Inſtitut auf der derzeitigen Höhe zu ſehen.
Wei=
terhin war es das Verſtändnis des heſſiſchen Staates, das er der
Ge=
noſſenſchaft zeigte. Die Regierung hat, indem ſie die Genoſſenſchaft
unterſtützte, dem Handwerk große Dienſte geleiſtet. Ferner war es die
harmoniſche Zuſammenarbeit zwiſchen Vorſtand und Aufſichtsrat
ge=
weſen, die Erſprießliches leiſtete. Die Genoſſenſchaft hätte aber, trotz
ſehr günſtiger Veeinfluſſung von den verſchiedenſten Seiten, nie eine
derartige grandioſe Entwicklung genommen, wenn nicht im Vorſtande
der Genoſſenſchaft Männer wären, die mit weitſchauendem Blick, großer
Klugheit, lohalem Weſen und mit einer faſt übermenſchlichen Tatkraft
es verſtanden, die durch die jeweiligen Zeiwverhältniſſe erwachſenen
Aufgaben mit den Intereſſen des Handwerks zu verquicken. Mit dem
Jubiläum der Genoſſenſchaft konnten zwei Männer des Vorſtandes,
die Herren Direktoren Otto Paech und Ernſt Neuſel, auf eine
25jährige Tätigkeit zurückſchauen. Die vielen Anerkennungen und
Glückwünſche, mit denen die Jubilare überhäuft wurden, legen Zeugnis
davon ab, welch große Verdienſte ſie ſich um die Förderung des
heſſi=
ſchen Handwerks erworben haben. Möge es den Männern des
Vor=
ſtandes vergönnt ſein, noch recht lange bei beſter Geſundheit zum Segen
des Handwerks zu wirken.
Kr.
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 16. Juni
1929, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Berger,
Wilhelminenſtr. 5, Telephon 187; Dr. med. J. Stern
Wendelſtadt=
ſtraße 5, Telephon 1260; Dr. med. Th. Schmidt, Heinrichſtr. 38,
Telephon 3882.
Die „Päckchen” während des Sommers. Die Poſt klagt darüber,
daß jetzt häufig Päckchen mit Gegenſtänden aufgeliefert werden, die
unter dem Einfluß der Wärme leicht verderben oder Flüſſigkeiten
ab=
ſetzen, wodurch andere Sendungen beſchmutzt werden. Für die
Ab=
ſender köninen daraus leicht Weiterungen und Erſatzverbindlich eiten
entſtehen. Die Poſt iſt auch berechtigt, derartige Sendungen von der
Beförderung auszuſchließen. Es empfiehlt ſich daher, ſolche
Gegen=
ſtände, wie Früchte, Beeren, Butter und andere leicht ſchmelzende Fette
in der heißen Jahreszeit nicht zu verſenden. Auch zu anderer Zeit iſt
es ratſam, eine Verpackung anzuwenden, bei der der Inhalt ſo geſichert
iſt, daß eine Beſchädigung anderer Sendungen nicht vorkommen kann.
— Eine Reiſe in die Schweiz veranſtaltet die Hamburg=Amerika=
Linie am 1. Juli mit einem verbilligten Sonderzug an den herrlichen
Vierwaldſtätterſee und in das Jungfrauengebiet. (Vgl. Anzeige.)
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[ ← ][ ][ → ] Nummer 165
Gonntag, den 16. Juni 1929
Seite 6
* Sieuer- und Wiriſchaftskalender
für die Zeit vom 16. bis 30. Juni 1929.
Aufbewahren!
Ausſchneiden!
20. Juni: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1. bis
15. Juni 1929 erfolgten Lohnzahlungen im
Markenverfah=
ren und im Ueberweiſungsverfahren; im letzteren jedoch nur
dann, wenn die in der erſten Hälfte des Kalendermonats
einbehaltenen Lohnſteuerbeträge für ſämtliche in einem
Be=
trieb beſchäftigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
überſtiegen haben. Keine Schonfriſt.
25. Junj: Zweite Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut
Vorauszah=
lungsbeſcheid über heſſiſche Staatsſteuern für das
Rechnungs=
jahr 1929. (Grundſteuer, Sondergebäudeſteuer,
Gewerbe=
ſteuer.) Schonfriſt bis 5. Juli 1929.
Kirchenſteuer 1929/30.
In dem Bezirk des Finanzamts Darmſtadt=Stadt ſind die Beſcheide
den Steuerpflichtigen nunmehr zugegangen oder gehen ihnen in dieſen
Tagen zu. Das urſprünglich am 15. Mai 1929 fällig geweſene erſte
Ziel iſt 14 Tage nach Erhalt des Steuerbeſcheides zu zahlen.
Müllabfuhr=, Straßenreinigungs= und Kanalbenutzungsgebühr
in der Stadt Darmſtadt für 1929.
Die Anforderungszettel ſind nunmehr zugegangen. Die Zahlung
an die Stadtkaſſe hat alsbald zu erfolgen.
Endgültige Gewerbeſteuer 1928, gemeindlicher Anteil. — 1. (
ge=
meindliches) Ziel der Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen
für das Rechnungsjahr 1929. — 1. Ziel der Filialſteuer für
1929. — Beiträge zur Handwerkskammer für 1929. 1. Ziel.
Bei allen vorgenannten Steuern bzw. Abgaben können die
endgül=
tigen Fälligkeitstermine noch nicht angegeben werden. Es wird auf den
nächſten, am 1. Ili erſcheinenden Steuerkalender verwieſen.
H. W. Wohmann.
— „Eine Flaſche Waffer”. Man ſchreibt uns: Dieſe kurz gefaßte
Bezeichnung „Eine Flaſche Waſſer” iſt ſeit langer Zeit zur
Volkstüm=
lichkeit geworden, ſo daß man heute daran nichts Auffallendes findet,
wenn man in irgend einem Reſtaurant dieſe Bezeichnung hört, mit der
eigentlich eine Flaſche guten Mineralbrunnens oder Mineralwaſſer
gemeint iſt. Auch das Wort „Mineralwaſſer” iſt bereits zur
Volks=
tümlichkeit geworden, ſo daß dieſe beiden Bezeichnungen vielfach zu
irreführenden Meinungen, oft ſogar zu Mißbräuchlichkeiten führen. Vor
allem iſt es die große Maſſe, die am Sonntag hinauswandert in die
Natur, um dort Erholung und Vergnügen zu finden. In den
Gaſt=
ſtätten vor der Stadt finden ſie ſich meiſt wieder, um bei einem kühlen
Trunke Erfriſchung zu finden und den Durſt zu ſtillen. Während die
Aelteren geene ein gutes Glas Bier oder Wein lieben, finden Frauen
und hauptſächlich Kinder einen größeren Genuß an einem Glaſe
Mine=
ralwaſſer, welches für letztere entſchieden wertvoller iſt und auch den
Durſt der Kleinen leichter bewältigt als irgendein anderes Getränk.
Doch manche Sonntagsfreuden ſind ſchon durch Unachtſamkeit getrübt
worden. Nicht allein bei Kindern, auch bei erwachſenen Leuten. Der
Tag war heiß und der Durſt groß, nun wird den Limonaden und
Mine=
ralwäſſern in übergroßem Eifer zugeſprochen, und der Durſt ſcheint
nimmer ein Ende nehmen zu wollen. Und woran iſt dies gelegen? Den
Limonaden und Wäſſern wird die Schuld gegeben, und oft mit Recht.
Doch noch wo anders liegt der Fehler; ſelbſt wenn dieſe Limonaden uſw.
einwandfrei hergeſtellt ſind, müſſen ſie mit Beachtung getrunken
wer=
den. Zu raſcher und übermäßiger Genuß, was ſpeziell bei Kindern
leicht vorkommt, iſt dem Körper ſchädlich und verurſacht die
ſchmerz=
hafteſten Magenbeſchwerden. Wer alſo wirklich ſolche Getränke
unbe=
dingt bevorzugt, dem mag zumindeſt zur Beachtſamkeit geraten ſein.
Doch wer Wert auf wirkliche Erfriſchung, körperliches Wohlbefinden
und edlen Genuß legt, der ſei daran erinnert, daß unter der
Bezeich=
nung Mineralwaſſer uſw. gar viele künſtliche Erzeugniſſe in den Handel
kommen, die nicht immer allen hygieniſchen und geſundheitlichen
An=
forderungen Rechnung tragen. Es gibt eine große Anzahl von
Mine=
ralwäſſern, die unter irgend einem wohlklingenden Namen alſo ſo und
ſo Sprudel, meiſt unter Beifügung eines bekannten Kurnamens, in den
Handel kommen und den Anſchein erwecken, ein vorzügliches
Tafel=
getränk zu ſein. Es dürfte daher im Intereſſe des Publikums gelegen
ſein, bei Beſtellung wie bei Erhalt eines ſolchen Mineralwaſſers zu
prüfen, ob das betreffende auch als ein einwandfreies Getränk angeſehen
werden kann. Gar oft ſind auch die Etiketts den natürlichen Brunnen
täuſchend ähnlich nachgemacht, ſo daß es dem Publikum nur ſchwer
möglich ſein dürfte, immer richtig über das jeweilige Mineralwaſſer zu
entſcheiden. Wie wichtig es aber iſt über dieſe Frage unterrichtet zu
ſein, haben die angeführten Gründe gezeigt. Wer ein bekömmli hes
natürliches Mineralwaſſer begehrt, der verlange nicht nur eine Flaſche
Waſſer, ſondern betone immer ausdrücklich, daß er ein natürliches
Mine=
ralwaſſer wünſche, und überzeuge ſich ſelbſt am beſten an den Etikerten
von der Echtheit desſelben. Im eigenſten Intereſſe des Publikums
dürfte es daher gelegen ſein, wenn es ſelbſt dazu beiträgt, den Begriff
„Mineralwaſſer” in dem Sinne zu verbreiten, wie es dem guten
Glau=
ben und den Anforderungen an ein bekömmliches Getränk entſpricht.
— Brieftaubenflug. — Flug Pafſau in Bayern, 380 Kilometer.
An dieſem Flug beteiligte ſich der B.Z.V. „Klub 0380” mit 63 Tauben
innerhalb der Reiſevereinigung „Südmain”=Sprendlingen. Obwohl nach
der am Heimatsort herrſchenden ſchlechten Wetterlage mit einem
Auf=
laſſen der Tauben nicht gerechnet wurde, erfolgte der Auflaß der Tauben
um 8,25 Uhr, woraus zu entnehmen war, daß am Auflaßort beſſeres
Wetter war. Auch am Heimatsort klärte ſich gegen mittag die
Wetter=
lage, und man rechnete doch mit einem guten Flug. Dies hat ſich leider
nicht beſtätigt. Wenn auch, ſo bedauerlich es iſt, ein ſchlechter Flug
feſt=
zuſtellen iſt, wäre es falſch, dieſe Tatſache zu verſchweigen. Jeder Sport
hat verlorenes Spiel, ſo auch der Brieftaubenſport. Die
Brieftauben=
ziſchter rechnen aber auf weite Entfernungen immer mit einem ſchlechten
Flug: denn was ſich auf einer Entfernung von 400 und mehr
Kilo=
metern ereignet, kann niemand vorausſehen. Die Urſache des ſchlechten
Fluges aufzuklären, iſt natürlich ſehr ſchwer. Die erſte Taube wurde
in Sprendlingen 3,50 Uhr und in Darmſtadt durch Sportkollege K.
Iſen=
biel 4,16 Uhr gemeldet; letztere Taube hat eine Fluggeſchwindigkeit von
808,53 Meter in der Minute erreicht. Von 5 Uhr ab folgten weitere
Tauben ſehr vereinzelt nach, jedoch konnten die Vereinspreiſe in der
hierfür feſtgeſetzten Zeit nicht voll ausgeflogen werden. Der nächſte
Flug ab Linz, 450 Kilometer, findet am 23. Juni ſtatt.
— Kleinhandels=Tagespreiſe vom Darmſtädter Wochenmarkt (pro
Pfd. bzw. Srück in Pfg.): Gemüſe: Spargeln 1. Sorte 80—90, desgl.
2. Sorte 50—60, Kohlrabi 12—15, Karotten 12—15, Spinat 40,
Römiſch=
kohl 30, Wirſing 30, Stangenbohnen 50—100, Erbſen 30, Zwiebeln 15
bis 18, Knoblauch 80, Rhabarber 15—20, Tomaten 70—100, Kopfſalat
10—15, Salatgurken 60—80, Blumenkohl 60—120, Rettich 15—20,
Vieer=
vettich 150, Radieschen 6—8; Kartoffeln neue 20—25, Spätkartoffeln 6
bis 8; — Obſt: Erdbeeren 80—90, Kirſchen 35—50, Tafeläpfel 30—60,
Wirtſchaftsäpfel 20—30, Apfelſinen 5—15, Zitronen 8—10, Bananen
60—70; —Eßwaren: Süßrahmbutter 200—210, Landbutter 794—200,
Weichkäſe 35, Handkäſe 5—15, Eier, friſche 12—15, Hühner 140—:80,
Tauben 80—90; — Fleiſch= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch
80—110, Kalbfleiſch 12, Hammelfleiſch 100, Schweinefleiſch 96—124,
Dörrfleiſch 160, Ziegenfleiſch 80, Wurſt 70—160, Wurſtfetr 60, Schmalz,
ausgelaſſen 110.
— Dienſtjubiläum. Sein 25jähr. Jubiläum bei dem Ortsgericht
Darm=
ſtadt feiert Herr Buchdruckereibeſitzer Karl Friedris, Bender, hier,
Beſſungerſtraße 47. Durch Entſchließung des Heſſ. Miniſteriums der
Juſtiz am 16. Juni 1904 wurde Herr Bender zum Gerichtsmann
er=
nannt und durch das Amtsgericht Darmſtadt 1 als ſolcher verpflichtet.
Bis zum Jahre 1920 gehörte er dem Ortsgericht Beſſungen an, um dann
bei Auflöſung bzw. Vereinigung desſelben mit dem Ortsgericht
Darm=
ſtadt, zu dieſem überzutreten. Herr Bender, der bereits im 80.
Lebens=
jahr ſteht, ſich trotz ſeines hohen Alters beſter Geſundheit und geiſtiger
Friſche erfreut, kann ſomit am Sonntag, den 16. Juni d. J., auf
eine 25jährige ununterbrochene verdienſtvolle Tätigkeit bei dem
Orts=
gericht zurückblicken. Er gehört ſeit nahezu 30 Jahren dem Vorſtand
der Beſſunger Petrusgemeinde an und iſt Mitglied zahlreicher,
insbe=
ſondere Beſſunger Vereine. An reichen Ehrungen dürfte es dem
Jubi=
lar an dieſem Tage nicht fehlen.
Probedose und Broschüre „Ratschläge eines Arztes” durch: 2
DEUTSCHE A.-G. FUR NESTLE ERZEUGNISSE, BERLINWST 2
— Der Evangeliſche Kirchengeſangverein Befſungen (Petrusgemeinde)
feiert am Sonntag, den 23. Juni, das Feſt ſeines 50jährigen Beſtehens
mit einem Feſtgottesdienſt um 10 Uhr in der Beſſunger Kirche, einer
Feſtfeier um 11½ Uhr im Gemeindehauſe, und einem Feſtkonzert um
8 Uhr abends im Gotteshauſe der Gemeinde. Beim Feſtgottesdienſt
wird der feiernde Verein mehrere Geſänge vortragen. Zu dem
Feſt=
konzert, bei dem u. a. unter Mitwirkung namhafter Soliſten, die
Kantaten zu Himmelfahrt Pfingſten und Trinitatis aus „den
Feſt=
zeiten” von Löwe zur Aufführung kommen, werden von Montag, den
17. d. M. ab bei Kirchendiener Kropp im Gemeindehauſe und in der
Papierhandlung Bender, Beſſungerſtraße 47 Eintrittskarten zum Preiſe
von 50 Pfg. abgegeben. Zu der Feier iſt eine Feſtſchrift erſchienen, die
ebenfalls bei den genannten Stellen für 50 Pfg. zu haben iſt.
— Paulusgemeinde. Auf die heute abend im Gemeindeſaal
ſtatt=
findende Lichtbildervorführung unſerer Jugendvereinigung
ſei noch einmal beſonders hingewieſen. Sie will vor allem von der
großen Pfingſttagung der deutſch=evangeliſchen Jungmännervereine
in Stuttgart berichten, aber auch von der fröhlichen Pfingſtfahrt unſrer
Jugend ſelbſt. Alle Freunde der Jugend ſind herzlichſt eingeladen,
Bei
Demträgheif
NUR
APOTHEKER
RICH BRANDrS ALlABelzerslar
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zur Vorſtellung
„Mamſell Nitouche” am Mittwoch im Großen Haus des
Lan=
destheaters ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle, und zu
dem Film „Pori” gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte an der Kaſſe
des Kleinen Hauſes die übliche Ermäßigung.
— Konzert auf elektriſchem Wege. Am Donnerstag fand im
Herrn=
gartenkaffee ein Konzert ſtatt, welches unter Benutzung eines
gewöhn=
lichen Schallplattenapparates vermittels einer neuzeitlichen
Verſtärker=
anlage und Lautſprecher im Garten vorgeführt wurde. Vereinzelte
Partien von Soloſtimmen und Soloinſtrumenten kamen ebenſo voll zur
Geltung, wie die zu Gehör gebrachten Orcheſterpartien. Das Konzert
wurde von der Fa. Werner Pfeil, Radio, Frankfurt a. M. vorgeführt, der
es gelungen iſt, eine Anlage zuſammenzuſtellen, welche genügte, um den
im Freien ungünſtigen Verhältniſſen gerecht zu werden. Durch
Mikro=
phonbeſprechung wurde jeweils der Titel der zu ſpielenden Platte
be=
kanntgegeben.
Neue ſeltene Vögel. Ein reicher Transport ſchöner und ſeltener
Vögel iſt dieſer Tage im Zoo angelangt, darunter Arten, die vorher nur
ganz ausnahmsweiſe oder noch gar nicht lebend zu uns gebracht wunden.
Vor allem verdienen die zwei Keas oder Neſtor=Papageien
von Neuſeeland Beachtung. Ein ſonderbarer Geſelle iſt der
ſudameri=
kaniſche Kahnſchnabel, ein Nachtreiher mit einem ganz
ungewöhn=
lich verbreirerten Schmabel. Farbenprächtiger noch als unſere einheimiſche
Blaurake iſt die ſüd= und oſtafrikaniſche Gabelrake mit dem
wunder=
baren Rotviolett im Gefieder. Aus Abeſſinien trafen einige weitere
prachtvolle Arten ein: ſchimmernd lilablaue, unter gewiſſer Beleuchtung
aber purpurrot erſcheinende Schuppen= oder Amethyſt=
Glanz=
ſtare leuchtend grüne Somali=Helmvögel, deren purpurne
Flügelfedern ihr Badewaſſer rot färben, und zwei beſcheidener, aber doch
ſehr ſchmuck befiederte Verwandte: Masken= und Weißbauch=
Lärmvögel beide Arten für die zoologiſchen Gärten Neuheiten und
für Frankfurt beſonders bemerkenswert, weil beide ſeinerzeit von dem
hieſigen Zoologen Eduard Rüpell entdeckt und zuerſt beſchrieben und
abgebildet worden
sHeiße Hähne: Uhlorodont
p. Biſamratten. Die Einfuhr und Durchfuhr lebender Biſamratten,
dieſer für Fiſcherei und Uferbauten ſchädlichen, zur Familie der
Wühl=
mäuſe gehörigen Nagetiere, iſt auf Grund des Vereinszollgeſetzes bis
auf weiteres verboten worden. Auch der ſchweizeriſche Bundesrat hat
ein ſolches Verbot erlaſſen. Am Vierwaldſtätter See wurden die vier
erſten Ratten in Hechtreuſen gefangen. Man vermutet, daß die Tiere
einer am Fuße des Rigi inſtallierten Pelztierfarm entſtammen. Nach
in Bayern gemachten Beobachtungen kann ein einziges Pärchen eine
jährliche Nachkommenſchaft von 30—40 Tieren zur Welt bringen.
* Leiſtungen und Lieferungen auf Grund des
Reichs=
verſorgungsgeſekzes.
Ab 1. April 1929 gilt: An Körpererſatzſtücken, orthopädiſchen und
anderen Hilfsmitteln liefert das Reich; künſtliche Glieder mit Zubehör,
Geſichtserſatzſtücke, künſtliche Zähne, Gebiſſe, Zahnbrücken,
Gaumen=
platten, Kiefererſatzſtücke und Kieferſchienen, Perücken, künſtliche Finger,
Stützapparate, orthopädiſches Schuhwerk, Bruchbänder, Suſpenſorien,
Urinale, Plattfußeinlagen, Krampfaderbinden, Gummiſtrümpfe,
Krük=
ken, Krankenſtöcke und erforderliche Gummikapſeln, Krankenfahrſtühle,
Selbſtfahrer, Brillen, Fernrohrbrillen, Lupen, Hörapparate, Abzeichen
für Schwerhörige, Blindenuhren, Blindenabzeichen, Stumpfſtrümpfe,
Trikotſchlauchbinden, wollene Handſchuhe gefütterte Lederhandſchuhe für
ver=
ſtümmelte oder gelähmte Hände, Arbeitshandſchuhe für verſtümmelte
Hände, Protheſenhandſchuhe, Kofſchutzkappen, Narbenſchützer.
Bei anerkannter Notwendigkeit werden gewährt: Winterhandſchuhe
für Blinde mit Führerhunden, für Träger von 2 Krücken oder 2
Stök=
ken und für Inhaber von Selbſtfahrern; Resyäntel für Blinde, für
Inhabe von Krankenfahrſtühlen und Selbſtfahren und für ſolche
Be=
ſchädigte, die wegen Art und Schwere ihres Leidens nicht nur
vorüber=
gehend außerſtande ſind, einen Regenſchirm zu handhaben; Schlüpfſchuhe
für Armloſe und dieſen im hilfloſen Zuſtande gleichzuachtende Perſonen;
Waſſer= und Luftkiſſen, Polſterkiſſen für Hüft= und Geſäßverletzte;
Er=
ſatz der Koſten für unweſentliche durch die Beſchädigung bedingte
Ab=
änderungen von Liegeſtühlen, Sitzſtühlen, Fahrrädern und ähnlichen
Gegenſtänden.
Künſtliche Glieder mit doppelter Bandage und dazu gehörigen
Hand=
ſchuhen, Stützapparate, künſtliche Augen und orthopädiſche Schuhe werden
das erſtemal in doppelter, alle anderen Hilfsmittel in der Regel in
ein=
facher Anzahl geliefert. Auf Antrag kann ſtatt eines Kunſtbeines ein
Stelzbein geliefert werden. Bei der erſten Ausſtättung wird zu jedem
Kunſtbein ein Paar Schuhe mitgeliefert. Solche Kunſtbeinſchuhe
zäh=
len nicht zum orthopädiſchen Schuhwerk.
Künſtliche Finger werden gewährt, wenn hierdurch die Greiffähigkeit
der Hand gehoben wird; außerdem aus Schönheitsgründen, wenn mehr
als ein Finger fehlt.
Die Hilfsmittel, die koſtenfrei vom Reiche geliefert werden, werden in
dauerhafter, den Bedürfniſſen des Beſchädigten angepaßter Ausführung
und Ausſtattung gewährt. Für ſelbſtbeſchaffte Hilfsmittel werden die
Koſten nur in beſonderen Fällen und nur bis zur Höhe des Betrages
erſtattet, der bei Lieferung durch das Reich entſtanden wäre. Die
In=
ſtandſetzung oder Erſetzung erfolgt nur bei Schadhaftwerden oder
Un=
brauchbarwerden infolge natürlicher Abnutzung. Hat der Beſchädigte
durch Mißbrauch, Vorſatz oder grober Fahrläſſigkeit die Beſchädigung
oder Unbrauchbarkeit herbeigeführt, ſo verliert er für die gewöhnliche
Gebrauchszeit den Anſpruch auf Inſtandſetzung oder Erſatz; auch kann er
für den Schaden haftbar gemacht werden.
Bei orthopädiſchem Schuhwerk werden die Koſten der durch die
ge=
wöhnliche Abnutzung verurſachten Beſohlung nicht erſetzt.
Statt Sachlieferung können Pauſchbeträge zur Anſchaffung der
Hilfsmittel gezahlt werden, wenn es beantragt wird und Gewähr
da=
für geboten iſt, daß der Beſchädigte die Hilfsmittel ſachgemäß beſchafft
und inſtandhält.
Vorſtehendes gilt auch für Gewährung, Beſchaffung und Erſatz von
Führerhunden und Hundegeſchirr und des letzteren
Inſtandſetz=
ung. Bei grobem Mißbrauch, grober Vernachläſſigung und grober
Mißhandlung kann der Hund entzogen werden. Die Hunde ſind mit
Geſchirr zurückzugeben, wenn ſie für ihre Zwecke dauernd unbrauchbar
wurden oder der Beſchädigte ſtirbt. Beim Tode des Hundes erfolgt
Rückgabe des Geſchirrs. War der Beſchädigte beim Ableben im Beſitz
eines Hundes, ſo kann der Hund ohne Geſchirr den Angehörigen
be=
laſſen werden.
Verſicherungskoſten, Gebühren, Steuern oder ſonſtige Unkoſten für
Halten des Hundes werden nicht erſtattet. Koſten für Arznei,
Verbands=
mittel und tierärztliche Behandlung werden in angemeſſenem Umfang
erfetzt. Den Nachweis entſtandener Unkoſten hat der Beſchädigte zu
führen.
—Das Pflücken und Aufkaufen von Kiefern= und Fichtenzapfen.
Es wird auf die Verordnung des Geſamtminiſteriums vom 8. Mai 1929
hingewieſen, wonach für die jeweilige Erntezeit das Pflücken und
Auf=
kaufen von Kiefern=Zapfen vor dem 15. Dezember und von Fichtenzapfen
vor dem 1. Oktober verboten iſt. Die Zuwiderhandlung iſt unter Strafe
geſtellt, auch können gebrauchte Werkzeuge uſw. ſowie verbotswidrig
ge=
ſammelte Zapfen eingezogen werden.
— Drei Sonderfahrten nach England zu günſtigen Bedingungen
ſind von dem M.E.R. Frankfurt a. M. am 14. Juli, 4. Auguſt und
1. September geplant. (Vgl. Anzeige.)
— Herrngarten=Kaffee. Sonntag, den 16. Juni, nachm. 4 Uhr und
abends 8 Uhr, finden im Herrngarten=Kaffee wiederum Künſtler=
Konzerte ſtatt. (Siehe Anzeige.)
— Orangeriehaus. Es wird an dieſer Stelle nochmals auf das
Konzert des Stadt=Orcheſters „Ein Abend Wiener Muſik”
hin=
gewieſen. Das Orcheſter leitet Herr Kapellmeiſter W. Schlupp und
kommen Werke von Strauß, Millöcker, Ziehrer und andere zur
Auf=
führung. (Siehe Inſerat.)
Lokale Beranſtaltungen.
Die Mertr erſcheinenden Notizen ſind aueſchließlich als Hinweſſe auf Anzeigen m befradtn.
in leinem Jalle irgendwie als Beſprechung oder Kritk.
— Konzert findet im Hotel „Poſt” am Hauptbahnhof ſtatt.
Aus den Parkeien.
— Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. Wir
wol=
len uns in dieſem Monat Juni — wie auch früher ſchon in den
Som=
mermonaten — am nächſten Mittwoch, den 19. Juni, um 4 Uhr
nach=
mittags, geſellig auf dem Oberwaldhaus zuſammenfinden und bitten
alle unſere Mitglieder und Freunde, vollzählig zu kommen.
Tageskalender für Sonntag, den 16. Juni 1929.
Heſf Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22 Uhr, L 27. P 6: „Egmont”. — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr,
Ende 22 Uhr: „Schwergewicht”, „Pavade‟. „Die ſchöne Galathee‟.
— Orpheum abends 20 Uhr: „Eine einzige Nacht”; nachmittags
16 Uhr: „Hänſel und Gretel”. — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Sportplatz=Reſtaurant, Kaffee Ganßmann,
Reichshof, Alte Poſt, Darmſtädter Hof, Stadt Malaga, Hotel Prinz
Heinrich, Waldſchlößchen, Bockshaut, Bismarckeck, Kaffee Jöſt. Neues
Schießhaus, Spaniſche Bodega, Schwaneck, Roſengarten, Roſenau,
Zum Schwanen, Neckartor, Hotel zur Poſt. — Wiener
Kronen=
bräukeller, Dieburger Straße 97, machm. 4 Uhr: Großes
Konzert. — Rummelbräu nachm. und abends: Gartenkonzert.
— Orangeriehaus: Ein Abend Wiener Muſik. —
Lud=
wigshöhe, nachm. 16 Uhr: Konzert. — Vereinigte
Ge=
ſellſchaft, Rheinſtraße, abends 20 Uhr: Gartenkonzert. —
Mathildenhöhe, 14 bis 18 Uhr: Ausſtellung „Der ſchöne
Menſch”. — Kinvorſtellungen: Umon=Theater, Palaſt=
Licht=
ſpiele.
Nummer 165
Sonntag, den 16. Juni 1929
Seite 7
Aus Heſſen.
* Aus Griesheim.
ſchreibt man uns: In der Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März 1929
waren aus Anlaß der Schießübungen der Beſatzungstruppen in den
einzelnen in Betracht kommenden Gemarkungen folgende
Gelände=
flächen abgeſperrt:
I, Für. Infanterieſchießen:
Ackerland Wieſengelände Wald
Qm.
Qm. Qm.
) Griesheim
3 648 211 2 730 337 1941 186
b) Goddelau".
536 853 511492
c) Wolfskehlen
1036 513 628 361
II. Für Artillerieſchießen:
a) Griesheim
351 593
463 153
b) Goddelau
2380 617 585 097
c) Eſchollbrücken
108992 1002 255
d) Crumſtadt .
2894 843 158 027
I) Pfungſtadt
1826 857 466 061 510 335 14161734 6544 783 1941 188 Die Zahl der Infanterieſchießtage betrug 189, die der
Artillerieſchieß=
tage betrug 5. Auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 30. April
1929 hat die ſachverſtändig zuſammengeſetzte Feſtſtellungsbehörde in
Mainz folgende Entſchädigungsſätze als angemeſſen feſtgeſetzt:
1. Griesheim
für Infanterieſchießen".
für Artillerieſchießen
2. Goddelau
für Infanterieſchießen".
für Artillerieſchießen
3. Wolfskehlen
für Infanterieſchießen
1,2 Pf.
2,0 Pf.
für Artillerieſchießen".
0,8 Pf. 0,5 Pf.
4. Eſchollbrücken
0,8 Pf. 0,5 Pf.
für Artillerieſchießen
5. Crumſtadt
0,8 Pf. 0,5 Pf.
für Artillerieſchießen
6. Pfungſtadt
für Artillerieſchießen . . . . 0,8Pf. 0,5 Pf.
Die Vergütungen für Beſitzſtörung berechnen ſich hiernach
folgender=
maßen:
1. Gemeinde Griesheim.
pro Qm. pro Qm. pro Qm.
2,5 Pf. 12Pf. 02Pf. 2,0 Pf. 12 Pf.
0,8 Pf. 0,5 Pf.
Artillerieſchießen:
Wieſen.
Wald
Ackerland
Wieſen
2. Gemeinde Goddelau.
Infanterieſchießen: Ackerland 636
Wieſen
511
Artillerieſchießen: Ackerland 2 380 6
Wieſen 585
3. Gemeinde Wolfskehlen.
Infanterieſchießen: Ackerland 1036 513 Qm.
Wieſen 628 361 Qm.
Artillerieſchießen: Ackerland 1826 857 Qm.
Wieſen 466 061 Qm.
4. Gemeinde Eſchollbrücken.
Wit
5. Gemeinde Crumſtadt.
Artillerieſchießen: Ackerland 2 824 843
Wieſen 158 027
6. Gemeinde Pfungſtadt.
Artillerieſchießen: Ackerland 510 335
Wenn man nun die Entſchädigung der Gemeinde Griesheim für
Induſtrie= und Artillerie=Schießübungen für 194 Tage mit insgeſamt
132 868,66 Mark mit den Entſchädigungen der Gemeinden Eſchollbrücken,
Crumſtadt und Pfungſtadt mit 13 378,66 Mk., 23 388,88 Mk. und 4082,68
Mark, deren Gelände nur für fünf Artillerieſchießtage, nicht aber für
Infanterieſchießen in Anſpruch genommen war, ſo muß man
unwill=
kürlich zu der Anſicht kommen, daß entweder die Entſchädigung der
Gemeinde Griesheim eine viel zu niedrige, oder aber diejenige der
Gemeinden Eſchollbrücken, Crumſtadt und Pfungſtadt eine übermäßig
hohe iſt. Aufgabe der hieſigen Gemeindeverwaltung wird es deshalb
ſein müſſen, in dieſer Hinſicht für die Folgezeit einen gerechteren
Aus=
gleich anzuſtreben.
J. Griesheim, 15. Juni. Gemeinderatsbericht. Dem
zweiten Nachtrag zur Ortsbauſatzung für das Bauquartier Poſch wurde
in der vom Hochbauamt Darmſtadt vorgeſchlagenen Form zugeſtimmt.
Die im Ueberſichtsplan vol Juli 1926 auf dem Grundſtück Flur XXXV
Nr. 475 eingetragene Straße ſoll auf den Einſpruch mehrerer
Grund=
beſitzer ſo gelegt werden, daß die eine Straßenhälfte auf die Grundſtücke
der Beſchwerdeführer und die andere Hälfte auf das Grundſtück Flur
XXXI Nr. 466 zu liegen kommt. — Der vom Heſſ. Hochbauamt
Darm=
ſtadt aufgeſtellte Ortsbauplan für die Poſch wurde unter folgenden
Ab=
änderungsvorſchlägen im Prinzip gufgeheißen: a) Die Parallelſtraße
(Sackgaſſe) zum Grenzweg ſoll bis zur nächſten Querſtraße durchgeführt
werden, 5) die Straßengrenze öſtlich des Saxe’ſchen Grundſtücks ſoll
mit der Eigentumsgrenze zuſammenfallen. Die vorgeſehene
Straßen=
breite ſoll beſtehen bleiben. — Für die Umwandlung der vorläufigen
Gewerbeſteuer für das Rechnungsjahr 1928 in eine endgültige
Gewerbe=
ſteuer werden im Verhältnis 1:1 folgende Ausſchlagsſätze feſtgeſetzt auf
je 100 RM. Gewerbekapital 0,60 RM., auf je 100 RM. Gewerbeertrag
2,50 RM. — Für die hieſige Epangeliſche Kirchengemeinde wurde die
Bürgſchaft gegenüber der Heſſ. Landesbank in Darmſtadt in Höhe von
7000 RM., übernommen. Desgleihen wurde die Bürgſchaft für Friedrich
Wilhelm Krämer gegenüber der Heſſ. Landesbank in Darmſtadt in Hölze
von 4300 RM. übernommen. Kräner hat der Gemeinde eine entſpre=
chende Rückſicherung zu bieten. — Die Gebühren für die Benutzung des
Gemeindefeſtplatzes im Dürren Kopf wurden wie folgt feſtgeſetzt: Für
ein eintägiges Feſt 10 Mark, für ein zweitägiges Feſt 20 Mark, für ein
dreitägiges Feſt 30 Mark uſw. — Dem Geſuch des Ferdinand Kirſtein
hier um Freigabe des von ihm erworbenen Wohnhauſes Neue
Darm=
ſtädterſtraße 14 aus der Zwangsbewirtſchaftung wurde ſtattgegeben, da
das Haus als Lagerraum für ſeinen G=ſchäftsbetrieb Verwendung finden
ſoll. — Gegen die Verteilung der ſtaatlichen Baudarlehen haben einige
Intereſſenten beim Kreisamt Beſchverde verfolgt, die dem Gemeinderat
zur Kenntnis gebracht wurden. Der Gemeinderat hält jedoch an ſeiner
urſprlinglichen Verteilung feſt
— Wixhauſen, 15 Juni. Eine Miſch=Abſatz=Genoſſenſchaft für
Darm=
ſtadt und Umgegend wurde hier gegründet. (Siehe Anzeige.)
Heppenheim a. d. B., 15. Juni. Wie erſt jetzt bekannt wird, wurde
mit Genehmigung des Heſſiſchen Oberverſicherungsamts Darmſtadt Herr
Oberſekretär Ph. Knapp zum ſtellvertretenden Geſchäftsführer der
Allgemeinen Ortskrankenkaſſe für den Kreis Heppenheim ernannt.
4, Offenbach, 1. Junf.
Mieterbaugenofſenſchafts=
prozeß. Nach achttägiger Verhandlung vor dem erweiterten
Schöffen=
gericht wurde vorgeſtern in dem Strafprozeß gegen die Offenbacher
Mieterbaugenoſſenſchaft das Urteil geſprochen. Es wurden 8 Angeklagte
von 9 Nechtsanwälten von hier und Frankfurt verteidigt. Das
Ver=
fahren gegen den Kaufmann Vonrhein, Schriftführer der
Genoſſen=
ſchaft, und zwei weitere Angeklagte mußte abgetrennt werden, da
Vonrhein erkrankt iſt. Es wird gegen ſie ſpäter verhandelt werden. Es
wurden vorgeſtern vier Angeklagte freigeſtrochen. Der Vorſitzende der
Genoſſeuſchaft, der Erheber Hermann Knaus, geb. zu Sceinheim, Kreis
Gießen, wurde wegen Betrugsverſuchs, Untreue und Vergehens gegen
das Genoſſnſchrftsgeſetz zu drei Monaten Gefängnis und
dreihun=
dert Mark Geldſtrafe verurteilt.
Die Bekämpfung der Ermüdung
durch Reizmittel iſt auf die Dauer nicht richtig. Sie tun gut, ſie durch
eine Kraftnahrung zu beheben. Ovomaltine, dieſes ausgezeichnete
Nähr= und Kräftigungsmittel, aus Malzextrakt, Milch und Eiern,
ver=
ſchafft Ihnen in kurzer Zeit eine geiſtige Friſche und ein körperliches
Wohlbehagen, wie in Ihren beſten Tagen. — In Apotheken und
Drogerien vorrätig; 250=gr=Büchſe RM. 2,70, 500 gr RM. 5.—
Gratis=
probe und Druckſachen durch:
(1/6277
Dr. A. Wander G. m. b. H., Oſthofen=Rheinheſſen.
Aa. Eberſtadt, 15. Juni. Die Kirſchenernte iſt auch in der
hieſigen Gemarkung bereits in vollem Gange. Mit dem Ertrag iſt man
im allgemeinen zufrieden. Die meiſten Kirſchen werden nach
Darm=
ſtadt auf den Markt gebracht. Die Preiſe ſind in den letzten Tagen ſtark
geſunken. — Unfall. Ein hieſiger Arbeiter, der gegenwärtig in
Crumſtadt bei den Waſſerleitungsarbeiten beſchäftigt iſt, wurde an der
Hand von einem herabfallenden Stein ſo unglicklich getroffen, daß der
kleine Finger der einen Hand glatt abgeſchlagen wurde.
Aa. Pfungſtadt, 15. Juni. 85. Geburtstag. Rektor Wilhelm
Jckes, Lehrer i. R. und Ehrenmitglied des Heſſiſchen
Landeslehrer=
tereins, konnte am Samstag in körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit
ſeinen 85. Geburtstag begehen. Dem verehrten Lehrer, wurden diele
Chrungen zuteil. — Am Dienstag komender Woche kann die Witwe
Katharina Crößmenn in der Lindenſtraße ihren 87. Geburtstag begehen.
4a. Eſchollbrücken, 15. Juni. Amtseinführung. Der neuie
Gemeinderechner von Eſchollbrücken, Heinrich Roth 11., iſt dieſer Tage
in ſein Amt eingeführt worden. Außerdem wurde der neue
Sparkaſſen=
rechner Adam Delp verpflichtet. Die Einführung und Verpflichtuug des
neuen Vürgermeiſters Kiſtinger erfolgt zu Beginn der nächſten Woche
durch, Oberregierungsrat Haberkorn vom Kreisamt Darmſtadt.
— Groß=Zimmern, 15. Juni. Werbeveranſtaltung der
Heag. Es dürfte von großem Intereſſe ſein, daß die Heag am 17.
und 18. Juni im Gaſthaus zur Linde einen Vortrag bzw. eine elektriſche
Sprechſtunde abhält, die ſicherlich wie überall zahlreiche Beſucher finden
dürfte. Am Montag, den 17. Juni, abends 8 Uhr, findet ein Vortrag
über das Thema „Der elektriſche Haushalt” ſtatt, verbunden mit einer
Anzahl praktiſcher Vorführungen. Der Redner iſt Herr A. Heß von der
Werbeabteilung der Heag. Der Eintritt zum Vortrag iſt frei. Es
wer=
den Filme gezeigt in Verbindung mit Schallplattenkonzert. Die
zube=
reiteten Speiſen werden an die Anweſenden verteilt.
Entgegenkommen=
derweiſe wird die Heag außerdem Freiloſe an die Beſucher abgeben, die
die glücklichen Gewinner, in den koſtenloſen Beſitz eines praktiſchen
elektriſchen Gegenſtandes ſetzen werden. Am Dienstag, den 18. Juni,
nach=
mittags von 3—6 Uhr, findet elektriſche Sprechſtunde ſtatt. (Vgl. auch
Anzeige.)
IV.553
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 14. Juni. Meſſerſtecherei. Nach einer
Verſamm=
lung der Nat.=Soz. Arbeiterpartei im Feſtſpielhaus entſtand zwiſchen
den Teilnehmern an der Verſammlung und politiſchen Gegnern in der
Bahnhofſtraße vor dem Poſtamt eine Stecherei, bei der ein
National=
ſozialiſt aus Oſthofen mehrere Stiche in den Rüchen und ein hieſiger
Arbeiter einen Stich in die Hand erhielt. Ueber die Schuldfrage ſchwebt
eine Unterſuchung. — Verkehrsunfall. In der Siegfriedſtraße
iſt abends gegen 9 Uhr ein Perſonenauto mit einem Motorradfahrer
zuſammengeſtoßen, der dabei von ſeinem Rade geſchleudert wurde und
ein Bein gebrochen hat, — Bildhauerkunſt. An dem „
Schlöß=
chen” des Freiherrn Cornelius von Hehl wurde ein in Pfälzer
Sand=
ſtein ausgehauenes künſtleriſches Familienwappen angebracht, das die
Wappenzeichen der Familie Heyl und der von Yſenburg=Büdingen zeigt.
Die ausgezeichwete Arbeit ſtammt von Bildhauer Joſef Hippler, Worms.
Ah. Bingen, 14. Juni. Ein falſcher Erzherzog als
mittellloſer Wanderer im Rheinland. Der
an=
gebliche Erzherzog Franz Joſef II. von Oeſterreich glich ſeinem
Vor=
gänger, dem falſchen Hohenzollernprinzen Harry Domela, nicht. Er zoa
als Wanderer durch das Rheinland und gab an, nach dem
Internatio=
ualen Schiedsgerichtshof im Haag zu wollen, um dort ſeine Rechte auf
eine Millionenerbſchaft geltend zu machen, die ihm zu Unrecht entzogen
worden ſei. Nach ſeiner Angaße war er der Sohn des in Schloß
Mayer=
ling umgekommenen Erzherzogs Nudolf und der Baroneſſe Vetſera
und will turz vor deren Tod das Licht ter Welt erblickt haben. Der
angebliche Erzherzog übernachtete an Oſtern in Bingen a. Rh. Sein
Weg führte ihn ins Nahetal und nicht viel ſpäter vernahm man, daß er
nichzt weit von Bingen, in Stromberg, eingetruffen war. Um die
Pfingſt=
tage weilte er in Koblenz un dam 23. Mai jraf er in Trier ein.
Er meldete ſich hier wie überall obdachlos, doch ſeinen Angaben wurde
nicht Glauben geſchenkt und es wurden umfangreiche Ermittlungen von
ſeiten der Trierer Polizei angeſtellt. Dieſe ergaben, daß es ſich bei dem
angeblichen Erzherzog um einen mehrmals wegen Diebſtahls
vorbeſtraf=
ten Zuchthäusler handelt. Der Schvindler wird ſich nun demnächſt
wvegen Urkundenfälſchung und Führung eines falſchen Namens vur
Ge=
richt zu verantworfen haben.
Oberheſſen.
A. Mörlenbach, 15. Juni. Dreiſte Diebe brachen hier in das
Kolonialwaren= und Kurzwarengeſchäft Rüdenauer machts ein.
Jeden=
falls waren ſie mit der Dertlichkeit bekannt, denn ſie enbrachen auf der
Rückſeite des Verkaufsladens ein Fenſter und drangen in dieſen
unbe=
helligt ein. Hier ſuchten ſie ſich ihre Beute unter den Woll=, Strumpf=
und Wirkwaren, von denen ſie für etliche hundert Mark Wert
entwen=
deten. Die Gendarmerie von Birkenau wurde nach Bekanntwerden der
Tat ſofort in Kenntnis geſetzt. Ihre Bemühungen, mit einem
Polizei=
hund irgendwie der Täter habhaft zu werden, waren bis jetzt, wie man
hört, erfolglos, da dieſe ſehr vorſichtig zu Werk gingen. Man mutmaßt,
daß es ſich um dieſelben Täter handelt, die vor eimiger Zeit in das
hieſige Konſumgeſchäft einbrachen; damals aber nur einen kleineren
Warenbetrag auf die Seite ſchaffen konnten.
1. Aus dem Birkenauer Tal, 15. Juni. Mit einem Geſellſchaftsauto
aus Bonn beſuchten 25 Holländer das Birkenauer Tal, und hielten
Einkehr in der Fuchs’ſchen Mühle. Ein junger Holländer, der trotz
ausdrücklichen Verbotes eine Falſenpartie unterhalb der V. S. C.=
Wachen=
burg erkletterte, ſtürzte dabei ab und zog ſich Verletzungen an Kopf,
Schulter und Bein zu. Ein mit der Geſellſchaft fahrender Arzt leiſtete
die erſte Hilfe. Der ſchwerverletzte junge Mann wurde mittels
Sani=
tätswagens ins Krankenhaus überführt,
— Gernsheim, 15. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
14. Juni 1,83 Meter, am 15. Juni 1,79 Meter.
— Hirſchhoen, 15. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
14. Juni 1,06 Meter, am 15. Juni 1,13 Meter.
h. Gießen, 14. Juni. Den Auftakt zum Gleiberg=Jubiläum bildet
am Sonntag die Gleiberg=Gedächtnis=Ausſtellung des
Oberheſſiſchen Kunſtvereins zu Gießen im Turmhaus am Brand. Die
Ausſtellung umfaßt Gemälde und Bilder aus Gleibergs alter und neuer
Zeit, ſowie eine beſondere Abteilung des berühmten Kupferſtechers Wille
von der oberen Mühle an der Bieber unweit Gleiberg. Das hiſtoriſche
Feſtſpiel. Gleiberg” wird erſtmals am 27. Juni im Stadttheater
Gie=
ßen aufgeführt. Es ſoll je nach Bedarf wiederholt werden. Die beiden
Hauptfeſttage, 29. und 30. Juni, werden auf der Burg begangen.
Glanz=
punkte werden ſein: Feſtakt im Ritterſaal, Hiſtoriſcher Feſtzug, Heimat=
und Volksfeſt und abends die Burgbeleuchtung. — Immer noch
beträchtliche Wohnungsnot. In der Mieterverſammlung
führte Stadtverordneter Mann aus, daß Gießen 8 111 Haushaltungen
zähle, jede achte Familie ſei ohne eigne Wohnung; es werde noch eine
Reihe von Jahren vergehen, bis die Wohnungsnot endgültig beſeitigt
ſei. In der Nachkriegszeit ſind 884 Wohnungen erſtellt worden.
Hin=
ſichtlich der Wohnungen für kinderreiche Familien ſteht Gießen in
Heſ=
ſen an letzter Stelle. Infolge der Wohnungsnot ſind zahlreiche junge
Leute vorhanden, die noch keinen Familienſtand gründen konnten. —
Ein ſchwerer Motorradunfall ereignete ſich geſtern abend
um 6 Uhr an der Unterführung Frankfurterſtraße und Mainweſerbahn,
direkt am Ortseingang Kleinlinden. Ein Kraftfahrer kam in ſcharfem
Tempo von Gießen. An der Unterführung konnte er die Kurve nicht
nehmen und rannte gegen einen Pfeiler der Brücke. Der Fahrer blieb
mit erheblichen Verletzungen liegen; man trug ihn in die Wirtſchaft
„Nangierkopf” und verbrachte ihn mit einem Auto nach Hauſe.
h. Gießen, 14. Juni. Die viertägige Heſſenfahrt des Deutſchen
Grünlandbundes nimmt nächſten Sonntag ihren Anfang. Auf der
Rund=
fahrt werden die Grünlandgebiete Heſſens einer eingehenden
Beſichti=
gung unterzogen. Der Gedanke des neuzeitlichen Futterbaues wird ſeit
einigen Jahren im Heſſenland von der Landwirtſchaftskammer und dem
Verein für Grünlandwirtſchaft eifrig gepflegt. Die Heſſenfahrt findet
anläßlich der 8. Tagung des Deutſchen Grünlandbundes ſtatt, Landwirte
aus allen Gauen Deutſchlands werden die oberheſſiſchen
Grünland=
gebiete, beſonders im Vogelsberg, beſichtigen. Die
Grünlandgebiete=
in Oberheſſa betragen im Kreiſe Lauterbach 14 G51 Hektar, im Kreiſe
Schotten 13 143 Hektar, im Kreiſe Alsfeld 12100 Hektar, im Kreiſe
Büdingen 8110 Hektar.
h. Schotten, 14. Juni. Mit der Errichtung eines
Gefalle=
nen=Denkmals beſchäftigte ſich im nahen Eichelsdorf eine
Bürger=
verſammlung, die von Bürgermeiſter Knodt geleitet wurde. Als
Stand=
ort des Ehrenmals iſt die Landzunge zwiſchen Nidda und Eichel ins
Auge gefaßt. Der Bau des Denkmals iſt mit 5000 RM. veranſchlagt.
h. Alsfeld, 14. Juni. Feuer brach in der Hofreite des Landwirts
Karl Mull im nahen Amsheim aus und äſcherte in kurzer Zeit die
Scheune nebſt Stallungen ein. Die Ortsfeuerwehr und mehrere Wehren
der Nachbardörfer konnten nach mühevoller Arbeit ein Verbreiten des
Feuers verhindern und dasſelbe auf ſeinen Herd beſchränken.
h. Vom Hoherodskopf. 14. Juni. Ein Jagdhütteneinbruch
wurde im benachbarten Buſenborn verübt. Die Diebe drangen in das
erſt vor kurzem neu hergerichtete Jagdhäuschen ein und nahmen alles
Begehrenswerte mit. Einem Schäfer zu Kaulſtoß wurden aus ſeinem
Schlafwagen ein Mantel, Bettzeug und eine Steppdecke geſtohlen.
m. Aus dem Lande, 15. Jum. Landwirtſchaftliches. Die
Landwirtſchaftsämter entfalten in bezug auf Gemarkungsrundgänge eine
äußerſt rege Tätigkelt. Das Landwirtſchaftsamt Alzey hat Rundgänge
vorgeſehen für 27 Orte; Mainz für 7 Orte; Lich für 3 Orte; Michelſtadt
für 9 Orte; Büdingen für 1 Ort; Darmſtadt für 2 Orte; außerdem iſt
(in Vortrag der Handwirtſchaftskammer an einem Ort. Dieſe Rundgänge
zeigen neben der Theorie auch die Praxis, dabei kann man erkennen, wie
ſich die Neuerungen auswirken, ohne daß man ſelbſt jede ausprobiert;
der ehrliche Berufskollege wird nicht nur die Erfolge zeigen, ſondern
auch das, was ſich vielleicht weniger bewährt hat.
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Stundenlanges Fahren ermüdet sie nicht
— Leicht ist der Vierzylinder Dixi zu steuern und ebenso eintach ist seine Pllege-
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Seite 8
Gonntag, den 16. Juni 1929
Nummer 165
Beginn: Montag
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Neue Träger der Unfallverſicherung.
p. Soweit nicht Körperſchaften, Stiftungen oder Anſtalten des
öffentlichen Rechts Verſicherungsträger ſind, iſt die Unfallverſicherung
nach dem Reichsgeſetz vom 20. Dezember 1928, wie folgt, geregelt. Es
wird eine Berufsgenoſſenſchaft für Geſundheitsdienſt und
Wohlfahrts=
pflege errichtet, der angehören:
a) Krankenhäuſer, Heil= und Pflegeanſtalten, Entbindungsheime und
ſonſtige Anſtalten, die Perſonen zur Kur oder Pflege aufnehmen;
ferner Einrichtungen und Tätigkeiten in der öffentlichen und freien
Wohlfahrtspflege und im Geſundheitsdienſt.
b) die Laboratorien für mediziniſche Unterſuchungen und Verſuche,
e) die Laboratorien für naturwiſſenſchaftliche Unterſuchungen und
Ver=
ſuche die für Zwecke des Geſundheitsdienſtes arbeiten,
4) die Betriebe, die Röntgeneinrichtungen im Geſundheitsdienſte
ver=
wenden.
Die Verſicherung von Apotheken bleibt unberührt, ſoweit ſie nicht
Beſtandteile eines anderen Betriebes ſind und dieſer Betrieb zu den in
a genannten Betrieben gehört. Laboratorien und Röntgenbetriebe
an=
derer als der in b bis d bezeichneten Arten ſind bei den
Berufsgenoſſen=
ſchaften verſichert, deren Betrieben ſie vorwiegend dienen. Dienen ſie
nicht vorwiegend beſtimmten Gewerbezweigen, ſo iſt die
Berufsgenoſſen=
ſchaft der chemiſchen Induſtrie zuſtändig.
Schauſpielunternehmungen und die Betriebe zur Bewachung von
Betriebs= und Wohnſtätten ſind bei der auf Grund des 8 629 Abſ. 2
NVO. errichteten Verſicherungsgenoſſenſchaft verſichert.
Verſicherungsträger für Rundfunkgeſellſchaften, die im Beſitz einer
Verleihung der Reichspoſt ſind und eine Nundfunkſendeanlage derſelben
benutzen, iſt das Reich.
Verſicherungsträger für die Lichtſpielbetriebe iſt: 1. ſoweit es ſich
um den Vertrieb von Lichtſpielſtreifen handelt, die Großhandels= und
Lagerei=Berufsgenoſſenſchaft; 2. im übrigen die Berufsgenoſſenſchaft der
Feinmechanik und Elektrotechnik.
Das Bedienen der Gäſte in Schank= und Gaſtwirtſchaften iſt bei der
Berufsgenoſſenſchaft für den Einzelhandel verſichert, wenn der Betrieb
zur Behandlung und Handhabung der Ware bei dieſer
Berufsgenoſſen=
ſchaft verſichert iſt; ſonſt iſt die Nahrungsmittel=Induſtrie=
Berufsgenoſ=
ſenſchaft für die Verſicherung des Bedienens zuſtändig.
Werden für Zwecke eines vorwiegend auf die Beköſtigung der Gäſte
gerichteten Unternehmens, bei dem das Bedienen der Gäſte verſichert iſt,
auch Darbietungen von Schauſpielunternehmungen uſw. gewährt, ſo
unterliegen ſie der Verſicherung bei dem für das Bedienen der Gäſte
zu=
ſtändigen Verſicherungsträger.
Bei der Berufsgenoſſenſchaft für Geſundheitsdienſt und
Wohlfahrts=
pflege werden Abteilungen errichtet für: 1. Die Unternehmer, die
Mit=
glieder der in der deutſchen Liga der freien Wohlfahrtspflege
vereinig=
ten Verbände ſind; 2. die bei der Berufsgenoſſenſchaft verſicherten
Trä=
ger der ſozialen Verſicherung und Erſatzkaſſen der Kranken= und
Ange=
ſtelltenverſicherung, ſowie der Hauptausſchuß für Arbeiterwohlfahrt und
die ihm angehörenden Unternehmer; 3. die Aerzte ſowie die ärztlich
ge=
leiteten Anſtalten und Einrichtungen, ſoweit ſie nicht in die 1. oder 2.
Abteilung gehörten; 4. die Zahnärzte; 5. die Dentiſten; 6. die Hebammen,
7. die übrigen Unternehmer.
Die Vorſchriften der Gewerbeunfallverſicherung über die Sektionen
der Berufsgenoſſenſchaften gelten entſprechend. Für die Rentenlaſt aus
Unfällen nach dem 30. Juni 1928 iſt der Kapitalwert nach näherer
Be=
ſtimmung des Reichsverſicherungsamts aufzubringen. Die Abteilung
bringt die erforderlichen Mittel durch jährliche Beiträge der
Unter=
nehmer auf; die Beiträge werden nach der Kopfzahl der Verſicherten
berechnet, die regelmäßig in den verſicherten Betrieben und Tätigkeiten
tätig ſind.
Bei der Verſicherungsgenoſſenſchaft wird je eine Abteilung für die
Neittier= und Fahrzeughaltungen, für die bei dieſer Genoſſenſchaft
ver=
ſicherten Betriebe der Schauſpielunternehmungen und für die Betriebe
zur Bewachung von Betriebs= und Wohnſtätten errichtet. Die
Vor=
ſchriften der Gewerbeunfallverſicherung über die Sektionen der
Berufs=
genoſſenſchaften gelten entſprechend. Bei der für Geſundheitsdienſt und
Wohlfahrtspflege errichteten Berufsgenoſſenſchaft und bei den
Abteilun=
gen der Verſicherungsgenoſſenſchaft für Schauſpielunternehmungen uſw.
und Bewachungsbetriebe gilt als erſtes Geſchäftsjahr die Zeit vom
1. Juli 1928 bis 31. Dezember 1929.
Die Vorſtände der Genoſſenſchaften können beſchließen, daß bei der
Umlage für das Jahr 1928 die durch das Geſetz vom 20. Dezember 1928
der Verſicherung neu unterſtellten Perſonen nicht zu berückſichtigen ſind.
Knochenmarkenkzündung als Folge eines Hundebiſſes.
Schadenerſatzpflicht des Hundebeſitzers.
(Nachdruck verboten.)
1s. Im Oktober 1923 wurde der damals 7 Jahre alte Kläger.
als er die Haustür zur Wohnung des Beklagten, öffnen wollte,
von einem Hunde des Beklagten in den rechten Unterſchenkel
ge=
biſſen. Durch rechtskräftiges Urteil wurde der Beklagte zum Erſatz
der Kurkoſten verurteilt. Am 23. Okt. 1926 erhob der Kläger eine
neue Klage, mit der er Erſtattung weiterer Koſten und Zahlung
einer monatlichen Rente von 30 Mark verlangt. Und zwar
be=
hauptet er, daß eine ſpäter eingetretene Knochenmarkentzündung
des linken Oberſchenkels eine Folge des Hundebiſſes ſei und
einen neuen ſelbſtändigen Schaden bilde. Der neue Klageanſpruch
iſt in ſämtlichen Inſtanzen — Landgericht und Oberlandesgericht
Darmſtadt und Reichsgericht — dem Grunde nach für
gerechtfertigt erklärt worden. Aus den reichsgerichtlichen
Entſcheidungsgründen: Der Kläger iſt von dem biſſigen Hunde
des Beklagten gebiſſen worden, ohne daß er einen Anlaß dazu
ge=
boten hatte. Mit Rückſicht auf die Bösartigkeit des Tieres hätte
es der Beklagte mit ganz beſonderer Sorgfalt beaufſichtigen
müſſen. Dieſe Sorgfalt iſt dadurch außer acht gelaſſen, daß der
Hund nicht angebunden war, während das Hoftor unverſchloſſen
war und jedermann Zutritt zum Hofe hatte. Allerdings iſt
feſt=
geſtellt, daß der an ſich leichte Hundebiß am rechten Unterſchenkel
wohl ausgeheilt ſein würde, wenn nicht eine Infektion
hinzu=
gekommen wäre. Dieſe ſpätere Erſcheinung ſchließt aber die
nach=
trägliche Geltendmachung des Schadens nicht aus. Von
Verjäh=
rung kann hier keine Rede ſein. „Reichsgerichtsbriefe‟. (/1 353/28.
— 25. Februar 1929.)
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquſitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden".
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechteverbindlichkeit.
K. S. Abends bis 10 Uhr. Gegen übermäßige Beläſtigung durch
derartige Anlagen und Inſtrumente wäre das Polizeiamt anzugehen.
Eine Neuregelung der Materie auf dem Wege einer Polizeiverordnung
wird ſich nicht umgehen laſſen.
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Für die vielen Glückwünſche und Aufmerkſamkeiten, welche
mir anläßlich meines 25jährigen Dienſtjubiläums zuteil wurden,
danke ich herzlichſf.
Beſonders danke ich der Stadtverwaltung, der Direltion der
Städtiſchen Betriebe, den Herren Tierärzten des Schlachthofes,
den Beamten, Angeſiellten und Arbeitern der Städt. Betriebe
und des Schlachthofes, den Kollegen der Kaſſe und
Buchhal=
tung, der Metzger=Innung Darmſtadt, ſowie der Gewerkſchaft
heſſiſcher Gemeindebeamten.
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Franz Ruppert
Verwaltungs=Oberſekretär — Schlachthofkaſſier.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute Nacht verſchied nach kurzer, ſchwerer Krankheit
infolge eines Herzleidens meine liebe, unvergeßliche Frau,
unſere herzensgute, treubeſorgte Mutter, Schweſier,
Schwägerin unb Tante
Klara Muſch, geb. Scheck
im Alter von 41 Jahren.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Muſch, Gendarmeriemeiſter
nebſt Kindern.
Hirſchhorn am Neckar, den 15. Juni 1929. (10025
Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Juni 1929,
nachm. 3 Uhr, vom Trauerhauſe in Hirſchhorn aus ſtatt.
Am 13. Juni verſchied nach langem, ſchwerem Leiden
meine innigſigeliebte Frau, unſere treubeſorgte Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
Frau Marie Trautmann, geb. Heinlein
im Alter von 45 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Trautmann nebſt Kindern.
Kolonie Grohberg 9d
Die Beerdigung findet Montag, 17. Juni, nachmittags
3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſiatt.
Herr Georg Darmſtädter und ſeine
Ehefrau Maria, geb. Beker in
Weiterſtadt feiern Sonntag, 16. Juni,
das Feſt der Silbernen Hochzeit.
(1007
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Mutter, Großmutter und Schweſter im 67. Lebensjahre
Frau Clara Merck
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Eliſabeih Wolff, geb. Merck
Wilhelm Merck
Karoline Reinhold, geb. Merck
Adelheid Gräfin von Kalckreuth, geb. Merck
Kurt Wolff
Dr. Peier Reinhold
Graf Johannes von Kalckreuth
und T Enkelkinder.
München, Darmſtadt, Dresden,
Berlin, Koburg, 15. Juni 1929.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
ſchöpft aus dem nie verſagenden Jungbrunnen der
harmoniſchen Verbundenheit von Leib und Seele.
Sie weiß auch und fühlt es inſtinktiv, daß eine
kebensſriſche und reizvolle Individualität in hohem
Maße von einer vollendeten perſönlichen Hygiene
abhängt. Nur dadurch bleiben ihr alle körperlichen
Beſchwerden und tiefen ſeeliſchen Verſtimmungen
erſpart, nicht zuletzt auch die peinliche Unſicherheit,
zumal bei duftiger Kleidung.
In kurzer Zeit hat die Reform=Damenbinde
„„Camelia” Millionen von Damen von den
ver=
alteten
unhygieni=
ſchen und unäſthe= Hygienisch sein
tiſchen Methoden mit „Camelia” allein!
befreit. Bindenwaſchen und die ſonſtigen Nachteile,
wie Kälte= und Näſſegefühl, Wundreiben, Ent
Oas Hnde
ständiger Kontrolle hergestelft.
Der neue
ermöglicht eine verblllffend ein- Fxtrastarks‟
gulierfähigkeit der Länge.
1 Mch 8054
R
Die ldeale Neform-Damenbinde
Einfachste und diskrete Vernichtung!
zündungen, Verlegenheit und Unſicherheit fallen
weg. Die Reform=Damenbinde „Camelia‟
verleiht größere perſönliche Reinheit und neue
Freiheit. Sie iſt weicher flaumiger und
auf=
ſaugefähiger (vor al=
* lem auch geruchaufſau=
Panue
gend). Auflösbar (im
in Seener modernster Fabrik unter / Schachtel 108c, 71— W. C.). Abgerundete
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ſchmiegbarkeit,
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fache Befestigung der Binde und Re. / Schachtelinsst)m. un ſächlich in Verbindung
mit dem neuen
„Camelia‟-Gürtel.
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Sonntag, den 16. Juni
Nummer 165
Preußenkaſſe und Bereinheitlichung
des tanonchen wenofienſchafisbefens.
Der Präſident der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe,
Rechtsanwalt Klepper, hatte die Vertreter der Preſſe zu einer
Be=
ſprechung geladen, in der er zu der Frage der Vereinheitlichung
des ländlichen Genoſſenſchaftsweſens vom Standpunkt der
Preußen=
kaſſe aus Stellung nahm. Er ging davon aus, daß im Grundſatz
die Meinungen über dieſe Frage übereinſtimmen und daß die
ſachliche Behandlung der Vereinheitlichung das weſentliche
Arbeitsgebiet der Preußenkaſſe ſei. Dabei ſind es zwei Fragen,
die dem Weſen des Genoſſenſchaftsweſens eigentlich zuwider
lau=
fen nämlich die untrennbare Verbundenheit der Vereinheitlichung
mit finanzieller Bereitſchaft der öffentlichen Hand, weil ſie ohne
dieſe Mittel nicht durchzuführen und daher kein Produkt der
ge=
noſſenſchaftlichen Selbſtverantwortung und Selbſthilfe iſt ferner
die ſachliche Führung bei der Vereinheitlichung durch das
Zentral=
kreditinſtitut und nicht durch Selbſthilfeorganiſationen. Dieſe
bei=
den Punkte erklären ſich aus der Entwicklung, die das
Genoſſen=
ſchaftsweſen, beſonders unter der Wirkung der großen
Kredit=
bewegungen der Jahre 1924/25. genommen hat, und zwar zu
ſei=
nem erheblichen Schaden. Da Mittel der Genoſſenſchaften nicht
vorhanden ſind, muß man ſich damit abfinden, daß die öffentliche
Hand bei der Vereinheitlichung des ländlichen
Genoſſenſchafts=
weſens mitwirkt, und das Hervortreten der Preußenkaſſe als
ſol=
che: iſt darauf zurückzuführen, daß ſie als zentrale Ausgleichsſtelle
des geſamten Genoſſenſchaftsweſens, mit der jede Zentralkaſſe der
Genoſſenſchaften arbeitet, die finanzielle Funktion in erſter Linie
auszufüllen hat, weil ſie eben die Geldverbindungen beſitzt. Man
muß ſich nach Anſicht Kleppers daher von dogmatiſchen
Geſichts=
punkten, die an und für ſich dem Genoſſenſchaftsweſen entſprechen,
trennen.
Nach dieſen allgemeinen Ausführungen behandelte der
Präſi=
dent der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe dann zunächſt die
ſachliche Seite der Zuſammenlegung. Er ſchilderte in einem
Ueber=
blick die jetzige organiſatoriſche Struktur des Genoſſenſchaftsweſens
ſowie ſeine Unterbauten nach den verſchiedenen Arten der heute
beſtehenden Genoſſenſchaften und ſtellte feſt, daß auf Grund dieſes
Ueberblicks zwei ſyſtematiſche Korrekturen vorgenommen werden
müſſen: 1. die Entſpannung des in der Nachkriegszeit
überſpann=
ten Haftſummenſyſtems, 2. die Beſeitigung des Gegen= und
Durch=
einanders der verſchiedenen Stellen bzw. Arten des
Genoſſen=
ſchaftsweſens in den einzelnen Bezirken. Neben der Entſpannung
des Haftſummenſyſtems muß die Verflechtung aufgelöſt werden
mit dem Endergebnis, daß das geſamte Haftſummenſyſtem in
ſeiner Spannung und Verflechtung nach Möglichkeit vereinfacht
noſſenſchaften verſchiedener Art vorhanden ſind, iſt keine Erhöhung
der Leiſtungsfähigkeit eingetreten, ſondern durch dieſen Kampf hat
ſich ſchließlich der Zuſammenbruch eingeſtellt (Oſtpreußen). Das
Prinzip muß nach Anſicht Kleppers der Grundſatz ſein, in einem
Wirtſchaftsgebiet jeweils nur eine genoſſenſchaftliche Stelle
arbei=
ten zu laſſen. Nach Behandlung des wirtſchaftlichen Aufbaues
wandte ſich dann Klepper dem verbandlich genoſſenſchaftlichen
Auf=
bau im Zuge der Vereinheitlichung zu, wobei er feſtſtellte, daß
der Schwerpunkt nicht in der Frage der Schaffung des
Einheits=
verbandes, ſondern in der Rationaliſierung des
Geſchäftsappa=
rates liege. Letztere und die Vereinheitlichung der
Verbandsorga=
niſation ſeien bedingte Probleme; würde man die Frage der
Rationaliſierung des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens bei
der Zuſammenlegung der Verbände erfaſſen, ſo würde nach Anſicht
Kleppers die ſo notwendige Rationaliſierung, beſonders in
wirt=
ſchaftlicher Hinſicht, nicht gewährleiſtet ſein. Durch die Erfaſſung
der Vereinheitlichung der geſchäftlichen Organiſation komme man,
unter Berückſichtigung der geſchilderten Bedingtheit, ſchneller zum
Ziele als nach den Richtlinien der Reichsregierung, die nur den
(eſichtspunkt des Einheitsverbandes in den Vordergrund ſtellt.
Die Preußenkaſſe hat daher die geſchäftliche Zuſammenlegung
durchgeführt.
Zu der Frage, des Einheitsverbandes äußerte ſich Klepper
dahingehend, daß die Rationaliſierung des Geſchaftsapparates
not=
wendigerweiſe zur Vereinheitlichung der Verbandsorganiſation
führen müſſe weil Hand in Hand mit der Zuſammenlegung im
Mittelbau (Rationaliſierung des Geſchäftsapparates) eine ſolche
der Verbände in den einzelnen Provinzen und Ländern gehe ſo
daß ſich dann ſpäter der Einheitsverband bilden laſſe. Die
Schaf=
fung des großen Einheitsverbandes d. h. des Zuſammenſchluſſes
der zentralen Verbände der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
in einen einzigen Spitzenverband, iſt nach Anſicht Kleppers nicht
ſofort nötig, weil es zudem auch kein unbedingtes Erfordernis der
gegenwartigen Lage iſt, eine Löſung der Einheitsverbandsfrage
herbeizuführen. Der Rationaliſierungsprozeß iſt im Gange und
ſchreitet fort, und Klepper glaubt, daß ſich ſo am beſten auch eine
Löſung der Organiſationsfrage einſtellen wird. Andererſeits iſt
Rechtsanwalt Klepper der Meinung, daß der neu zu ſchaffende
Einheitsverband gleichzeitig Reviſionsſtelle für alle angeſchloſſenen
Genoſſenſchaften ſein muß neben der repräſentativen Funktion, die
er auszufüllen hat. In dem Bewußtſein, daß ein ſolcher
Einheits=
verband und Preußenkaſſe in grundſätzlichen Fragen aufeinander
angewieſen ſind, will die Preußenkaſſe trotz ihrer abwartenden
Haltung in der Frage der Schaffung dieſes Einheitsverbandes die
Verſchmelzung der Spitzenverbände des ländlichen
Genoſſenſchafts=
weſens mit allen Mitteln fördern. Zur Perſonenfrage des
Ein=
heitsverbandes machte Klepper keine genaueren Ausführungen, er
erklärte nur, daß man ſich ſpäter auch über die Perſonenfrage
werde einigen können und daß es in erſter Linie auf die
Errich=
tung einer ſachlich qualifizierten Einheitsorganiſation ankomme.
Seinen Mitteilungen über den Stand des von der
Preußen=
kaſſe durchgeführten wirtſchaftlichen Rationaliſierungsprozeſſes in
den einzelnen Ländern und Provinzen war zu entnehmen, daß
dieſer Prozeß erhebliche Fortſchritte aufzuweiſen hat.
Rechtsan=
walt Klepper rechnet damit daß bis zum 1. Oktober 1929 die
provinziellen Einheitsverbande durch Fuſion der jeweils
vorhan=
denen Organiſationen errichtet ſein werden, mit anderen Worten,
daß bis zu dieſem Termin die provinzielle und landesteilige
Ein=
heitsorganiſation des Genoſſenſchaftsweſens, als Ergebnis des
wirtſchaftlichen Rationaliſierungsprozeſſes zur Durchführung
ge=
kommen ſein wird.
Vom ſüddeutſchen Produkkenmarkk.
Die abgelaufene Berichtswoche brachte wild erregte Auslandsbörſea,
je nach der politiſchen Lage über das in Waſhington umkämpfte Farmer=
Hilfsgeſetz. Auch bei uns waren die Kurſe mehrfachen Schwankungen
unterworfen. Im Vergleich zur Vorwoche ergeben ſich Preisrückgänge,
zumal auch die Witterungsverhältniſſe für die Entwickelung der
Halm=
früchte günſtig ſind. Auslandsweizen ſtellte ſich heute auf 24—26,50 Mk.
Noggen lag in Einklang mit Weizen ruhig, bei kleinen Umſätzen.
Hierländiſcher Noggen wurde an der hieſigen Börſe mit 22,75 Mark
notiert, ohne Käufer zu finden, da bayeriſcher Roggen zu 21,75 Mk.
käuflich iſt. Auslandsroggen ſtellte ſich auf 22,50—22,75 Mk. Hafer
lag ruhig. Inlandshafer 22.50—23, Auslandshafer 20,75—21,50 RM.
Gerſte weiter ſtill. Braugerſte ohne Notiz, Futtergerſte mit 19,50 bis
20,50 MM. bewertet. Mais war mehrfachen Schwankungen
unterwor=
fen. Der Preis frei Mannheim iſt im Vergleich zur Vorwoche ermäßigt
und wurde heute mit 20,25 NM. inkl. Säcken genannt. In
Futter=
mitteln liegen reichliche Angebote vor, wogegen die Nachfrage, wie
immer um dieſe Jahveszeit, klein iſt. Die Preiſe haben eine weitere
Senkung erfahren; ſeine Weizenkleie 10,75—11, grobe 11,75—12,
Malz=
keime 16—17,50, Biertreber 16.50—18,50, Trockenſchnitzel 12,75—13,
Rapskuchen 18—18,25 MM, alles per 100 Kg. waggonfrei Mannheim.
Am Mehlmarkte hereſchte Ruhe. Die Umſätze beſchränkten ſich
auf den notwendigſten Bedarf. Die Mühlen haben die Großmühlen=
Preiſe am geſtrigen Donnerstag für ſüddeutſches Weizenmehl, Spezial
Null, auf 32,50 und für Roggenmehl auf 28,75—32,50 RM. frei Waggon
Mühle ermäßie”, Hopfen hatten ruhigen Verkehr bei kleinen
Zu=
fuhren und kleinen Umſätzen. Die Preiſe ſind gegenüber den
vorwöchi=
gen unverändert. Tabak. Der Geſchäftsverkehr erfuhr in den letzten
acht Tagen keine Belebung. Helle Tabake ſind geſucht bei ſchwachem
An=
gebot. Für gute helle Tabake weoden 90—100, für ſchwvere, geringere
Ware 70—75, für Sandblätter 95—125 und für Sandgrumpen 65—75
RM. per Zentner angelegt. Rippen unverändert.
Frankfurker und Berliner Efſekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. Juni.
Auch zum Wochenſchluß blieb die Umſatztätigkeit eng begrenzt.
An=
regungen lagen nicht vor, ſo daß die Spekulation entmutigt hiervon
wieder zu Abgaben ſchritt. Die weiter beſtehende Orderloſigkeit wurde
deprimierend empfunden. Es herrſchte große Luſtloſigkeit, doch blieben
bei nur geringem Abgabebedürfnis die Rückgänge klein. Der
ange=
ſpanntere Geldmarkt im Zuſammenhang mit den
Halbjahresultimovor=
bereitungen wirkte ebenfalls geſchäftshemmend. Auf allen
Marktge=
bieten waren nennenswerte Umſätze nicht zu verzeichnen. Gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe traten Kurseinbußen bis zu 2 Prozent ein. Am
Elektromarkt blieben A. E.G. gut behauptet. Bergmann verloren 1½
Prozent und Siemens 1 Prozent. J. G. Farben eröffneten 1 Prozent
niedriger. Kaliwerte lagen nur geringfügig abgeſchwächt. Am
Montan=
markt war die Kursgeſtaltung uneinheitlich. Bei etwas lebhafterer
Nach=
frage konnten Harpener 1 Prozent und Mansfelder ¾ Prozent
gewin=
nen. Klöckner und Rheinſtahl dagegen bis zu 1 Prozent niedriger.
Leb=
hafter geſucht waren Ver. Glanzſtoff, die bis zu 6 Prozent gewinnen
konnten. Auch Aſchaffenburger Zellſtoff waren auf das Angebot der
Me=
meler Zellſtoff an dieſe Firma etwas bevorzugter. Banken ſtill.
Reichs=
bank gut behauptet, Commerzbank konnte eine Kleinigkeit gewinnen.
Renten geſchäftslos. Nur für Schutzgebiete trat etwas Intereſſe zutage.
Auf Wochenſchlußdeckungen wurde im Verlaufe die Stimmung
et=
was freundlicher. Die Umſatztätigkeit beſchränkte ſich jedoch nur auf
einzelne Werte. Beſonderes Intereſſe wandte ſich Dt. Linoleum mit
plus 33 Prozent und Harpener mit plus 2½ Prozent zu. Siemens
gewannen 2 Prozent. Die übrigen Werte lagen daraufhin bis zu 1½
Prozent feſter. Auch Glanzſtoffwerte konnten weiter eine Beſſerung
er=
fahren. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert.
Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1942½, gegen
Pfunde 20,337/g. London=Kabel 4,8477½, Paris 124,03, Mailand 92,67,
Madrid 33,90, Holland 12,077/s.
Berlin, 15. Juni.
Nach völlig umſatzloſem Vormittagsverkehr und einer ebenſolchen
Vorbörſe war das Geſchäft an der heutigen Börſe auch für einen
Sams=
tag ganz außerordentlich gering. Die Spekulation nahm verſchiedentlich
Glattſtellungen vor, die zwar keinen großen Umfang hatten, aber das
Kursniveau zum Teil doch um 1—2 Prozent ſenkten. Es lagen heute
eher wieder günſtigere Momente vor, die jedoch bei der herrſchenden
Luſtloſigkeit keine Wirkung ausüben konnten. New York war unter
Schwankungen feſt, die Kreditausſichten werden dort günſtiger beurteilt
und auch Tagesgeld iſt etwas leichter. Die Reichsregierung ſteht einer
Tariferhöhung der Reichsbahn jetzt ablehnend gegenüber. Im
allge=
meinen waren 1—3prozentige Beſſerungen zu verzeichnen. Kaliwerte,
Montane und einige andere Spezialpapiere gewannen zirka 4—4½
Pro=
zent. Verſionen und Verhandlungen der Biemens Brothers mit der
General Electrie, die natürlich auch für die deutſche Siemensgeſellſchaft
von Bedeutung wären, boten im Verlaufe eine Anregung. Am
Geld=
markt zeigte ſich heute, zum 15. ds. Mts., natürlich ſtärkere Nachfrage,
A. E. G....
Baſalt .. . . ... .."
Bergmann. .
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ
Bremer=Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank.
Dresdner Bank
112.25 1112.— Orenſtein...
Deutſche Erdöl
Polyphon ....
Deutſche Petroleum:/ 60.—
117.50 1119.75 Nütgerswerke.
Dynamit Nobel.
Eleftr. Lieferung. . . . / 160. — 1159.75 Sachſenwerke .. .
256.— 1255.25 Siemens Glas.. . .
J. G. Farben. ..
135.50 1136.25 Ver. Glanzſtoff
Gelſenk. Berg.
Ver. Stahlwerke
Geſ. f. elektr. Untern./ 223. — 1222.—
45.— 44.— Volkſtedter Porzelle
Han. Maſch.=Egeſt
Hanſa Dampfſch. . . / 148.50 1149.— Wanderer Werke
Wiſſner Metall
117.75 1118‟
Hapag ......
142.— 1145.25 Wittener Gußſtahl
Harpener
Hemoor Zement.
*) Die 3 Kalinerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Eelſingfors...!
Wien ........!
Prag .... ..."
Budapeſt ..."
Sofia ...."
Holland ..
Oslo ...."
Kopenhagen
Stockholm.
London..
Buenos Aires
New York...
Belgien... ..
14. 6.
Geld !
10.52
12.401
73 05
3.029
168.21
111.64
4.1910
Brief
10.549
58.855 58.975158.84
12.421112.398
73.19
3.03‟
168.5
111.86
111.63/111.85
112.09/112.3 1/112.13/
20.316/20.356
1.753/ 1.757 1.752
3.16 68.28
Geld
0.529
73.01
3.02
168.18
11.62
111.6
20,313
4.1980/4.190 14.198
58.14
Brief
0.549
8.96
12.418
3.15
8.035
168.52
11.84
111.84
12 35
20.353
1.726
58.26
Italien ......
Paris ....."
Schweiz ...."
Spanien ...."
Danzig ....."
Japan .. . . . ."
Rio de Janeir=
Jugoſlawien.
Portugal. . . .
Athen .......
Konſtantinopel
Kanada . . . . . .
Uruguay .. . .
4. 6.
Geld /Brie
16.37 116.4
20.59 180.75
59.91 (60.03
81. 18 81.34
1.841/ 1.84:
.496 0-498
7.360/ 7.37
.73 118.77
5.435 5.445
2018 2.024
4.156/ 4.16‟
4.036/ 4.044
21.915121.955ſe1.92 121.96
Biehmärkke.
* Die Verſchuldung der Privatwirkſchaft.
Einen Ueberblick über den Stand der Verſchuldung der privaten
Wirtſchaft jeweils am Ende ber letzten vier Jahre gibt das folgende
Schaubild auf Grund der letzten Veröffentlichung des Inſtituts für
Konjunkturforſchung.
Stand Ende Dezember
1 1925
1926
Anleihen Städtische Landwintzch. Hiauszinsst.
klypotkeken Hypotheken Hypothek.
Unter den Verſchuldungsformen iſt die wichtigſte die von
ſtädti=
ſchen Hypotheken. Hauszinsſteuerhypotheken und landwirtſchaftliche
Hypotheken bewegen ſich ungefähr in derſelben Größenordnung. Die
Anleiheverſchuldung iſt verhältnismäßig am niedrigſten.
Preußiſche Pfandbriefbank-Preußiſche Hypotheken=Aktienbank. Die
Aufſichtsräte der beiden Geſellſchaften beſchloſſen mit Rückwirkung tom
1. Januar 1929 die Fuſion. Den Aktionären der Preußiſchen
Hypo=
theken=Aktienbank werden gegen 4 Aktien 3 Aktien der Preußiſchen
Pfandbriefbank geboten. Das Kapital der Preußiſchen Pfandbriefbank
wird nur um 4 Mill. RM. auf 25 Mill. RM. erhöht, da von
befreun=
deter Großaktionärsſeite 5 Mill. RM. Pfandbriefbankaktien zur
Ver=
fügung geſtellt werden.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 12. Juni. Die auf den
Stichtag des 12. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen
Reichsamtes hat mit 134,9 gegenüber der Vorwoche um 0,3 v.H.
ange=
zogen. Von den Hauptgruppen lag die Indexziffer für Agrarſtoffe
mit 124,4 (122,9) um 12 v.H. höher als in der Vorwoche. Die
Index=
ziffer für Kolonialwaren ſtellte ſich auf 123,4 (123,2). Die Indexziffer
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,2 v.H. auf 131,2
(131,4) zurückgegangen, während diejenige für induſtrielle Fertigwaren
mit 157,6 keine Veränderung aufweiſt.
Die Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen
Be=
rechnungen wurden in der Zeit vom 2. bis 8. Juni im
Ruhr=
gebiet in ſechs Arbeitstagen 2 429970 Tonnen Kohle gefördert,
gegen 2 285 173 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei 5¾/
Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen
der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags
gear=
beitet) auf 614 432 Tonnen, gegen 606 207 Tonnen in der
vorher=
gehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 69 416 Tonnen,
gegen 58 713 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei 52/
Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der
Zeit vom 2. bis 8. Juni 404 995 Tonnen, gegen 425 128 Tonnen
in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte
ſich auf 87 776 (86 601) Tonnen, die arbeitstägliche
Preßkohlen=
herſtellung auf 11 569 (10 923) Tonnen.
Ludwig Gans A. G., Mainz. Die G.V. genehmigte den bereits
mitgeteilten Abſchluß mit 10 Proz. Dividende auf die alten und 5 Proz.
auf die jungen Aktien. Der Umſatz im Jahre 1928 habe den von 1927
um rund 400 000 RM. überſtiegen. Dem Anwachſen der
Verbindlich=
keiten ſtehen in viel höherem Umfange ein Anwachſen der Aktippoſten,
namentlich des Warenlagers, gegenüber.
Frankfurter Armaturenfabrik A.G., Frankfurt a. M. Der
Auf=
ſichtsrat beſchloß für 1928 auf 400 000 RM. A.K. die Dividendenzahlung
mit 5 Proz. wieder aufzunehmen. Die Gefellſchaft ſteht bekanntlich ſeit
dem Vorjahre der Gruppe Wolf, Netter u. Jacobi (Berlin=Frankfurt
a. M.) nahe.
15. 6.
Geld /Brief
16.375 16.415
80.57 (s0.73
59.79 59.91
1.19 81.35
1.841/ 1.845
1.496 10.498
7.360/ 7.374
8.73 18.77
5.4151 5.425
2.0181 2.022
4.154/ 4.162
4.036/ 4.044
— Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am Samstag
waren 243 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 202 Stück, und zwar
Milchſchweine das Stück von 30—37 Mk., Läufer das Stück von 40 bis
70 Mark.
Ke
Frankfurter Eiermarkt vom 15. Juni. Das Geſchäft war wieder
ziemlich rege. Die allgemeine Tendenz erfuhr eine weitere Befeſtigung.
Die Preiſe gelten ab Station und ohne Zoll. Es notierten: Bulgariſche
9,50—9,75, holländiſch 9,50—12,50, jugoſlawiſche 9,50—9,75, polniſche
7,50—8,00, ruſſiſche 8,75—9,75, däniſche 10—12,50, flandriſche 10,80—12,
franzöſiſche 10,50—11,50, ſchleſiſche 9,75—10,50, baheriſche 9,75—10,00,
norddeutſche 9,75—10,50, rumäniſche 8,75—9,00.
Berliner Produktenbericht vom 15. Juni Infolge des ſchwachen
Beſuches bot die Produktenbörſe zum Wochenſchluß ein ſehr ruhiges
Bild. Die Annahme der Farmerbill durch das Repräſentantenhaus
und den Senat der US.A., die auf die überſeeiſchen Terminbörſen eine
Anregung ausübte, blieb hier ziemlich ohne Eindruck. Die Cif=Offerten
für Aus andsweizen waren nur unweſentlich verändert, und auch für
Inlandsbrorgetreide hörte man geſtrige Preiſe, ſoweit Angebot
über=
haupt vorlag. Umſätze hielten ſich allgemein in engen Grenzen. Am
Lieferungsmarkt eröffnete Weizen 0,50 Mark höher, für Roggen
er=
gaben ſich kaum Preisveränderungen. Am Mehlmarkt hält die
Ge=
ſchäftsſtille an. Umſätze beſchränken ſich auf kleine Bedarfskäufe zu
un=
beränderten Preiſen. Hafer iſt zwar ausreichend angeboten, die Eigner
halten jedoch auf Preiſe. Gerſte weiterhin ſehr ruhig.
vonnsvant, Komcanenge
hu
Frankfurter Kursbericht vom 15. Juni 1929
6% Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27....."
% Baden
Frei=
ſtaat v. 27.....
6% Bayern
Frei=
ſtaat v. 27.....
% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28.....
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28.... ..
6% Sachſen Frei
ſtaat v. 27.....
7%
ThüringerFrei=
ſtaat v. 27....
Diche. Anl.
Auslo=
jungsſch. + 1=
Ablöſungsan!.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe. . ..
*% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24..
8½ Darmſtadt v. 26
v. 28
2o Frtl. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
8% Mannh. v. 26.
8% Nürnber / 1. 26
T1. Komm.
Sam=
mel=Ablö ſ.-Anl.
* Ausl. Ser. 1
* „ Ser,I.
8% Ber .Hhp.=Bk.
8% Frkf. Hhp.Bk.
4 ½%, Lia. Pfbr.
4% „ PfbrBk.
8½%- Lig.Pfbr.
87.3
75.9
77
8775
80
50.95
10.65
88
83.5
*9
50.1
64
97.5
97.5
74.6
98
77.7
% Heſſ. Landesbk.
4½½ Heſſ. 863.6p
Bk.=Ligid. Pfbr.
8% Kom.
Landes=
bank Darmſtadt.
8% Mein. Hyp.Bk.
4½
Lig. Pfbr.
3% Pfälz. Hyp.Bk
8% Preuß. Ztr.=
Stadtſchaft.
8% Rhein. Hyp.=Bk
4½% — Lig.Pfbr.
3% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred 1.....
8% Südd. Bod.
Cred.=Ban 1....
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
von 27..
8% Klöckner=Werkel
Berlin v. 26..
% Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 26 ... . . .."
J. G. Farben Bonds
28..........
5% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ..
*I-0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ...
4% Oſt. Goldrente
4/,% Rum. Gold
von 1913 ... . .."
4% Türk. Admin. .
4½ „ 1.Badgad
4 „ Bollanl.
4½,Bürgam 1913
Ma5
84.5
741.
33.
97.5
97.5
97.5
97.75
78.5
97.5
98.5
97.n5
52.5
88.75
81
R. w
91
135.5
35
8.25
22.75
4/,% Ungarn 19141 2*
Goldr., 23.5
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...!
„Eff.-u.
Wechſel=
bank .. . . . . . ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank. . . .
„ Hyp.=Bk. .....
Pfdbr.=Br.. ...
GGotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Bank.
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbr:
Oſt. Creditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbr. ..
„ Hyp.=Bank ...
Südd. Bod. r. B!
Wiener Banlverein
—
A.=G. ſ. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag.
Nordd. Llohd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
—
Accum. Berlin. . .
Adlerw. (v. Kleher)
6% AEG. Borzug
52
128.5
169
221.75
186
278
71.75
126.5
100
156
161
103.5
139.75
140.75
132
131
150
3o.75
138.5
323
122
151.5
165
13
157
160
88
18.75
110
124
51.5
R
93
AEG. Stamm.. ..
Baſt Nürnberg
Bergm. E. Werk
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen ..
Cement Heidelberg
Karlſtadt
Them. Wer leAlbert.
Chade ... . . . ....."
Daimler=Benz .. . .! 59:/.
Dt. Atl.=Telegr.. . .
„ Eiſenh. Berlin.
Erdöl .......
Gold=u. Silb.=Anſtalt.
„ Linoleumwerk. /352
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Lich u. Kraftl
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwer!".
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere
J. G. Farbenindſtr.
Feinmech. (Jetter)
Fel 1. & Guilleaum
Frkft. Gas ..
Hof...."
Geiling & Cie ....
Gelſen 1. Bergwer!
Geſ. „ elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen 176
Grün & Bilfinger.
dafenmühle Frkf1. 1130
Hammerſen (O8n.
Harpener Bergbau/445
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer ..."
191.5
138
101
137
177
64
438
115
111.5
163
30
218
40
215
255.75
63.5
125
76.5
135.75
32.2
169.75
169
93.5
93
129
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil. . .
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchers leben.
„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. ..
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co..
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.. . .
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb..
Mars=Werke .....
Metallgeſ. Frantft.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren fb. Darmſt.
Reckar). Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr...
berbedarf .. . . ..
Oſterr. Alpine Mo.
Otavi Minen ...."
Beters Union Fr. 3.
Phönis Bergbau.
Reiniger, Gebb.. ..
Rh..Braunkohlen
Elektr. Stamm
Stahlwerke . .
Riebeck Montan .."
Roeder Gb. Darmſt
11.5
90.25
121
40.5
403
171
103
85
168.25
106
287.75
87
106:/,
228
116
131.5
83
128
123
54.5
127.2.
92.75
104.25
160.5
98.75
115.5
Rütgerswerke ... .! 91.1
Sachtleben A. G. ..
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr
Schriftg. Stempe
Schucker: Eleftr.. . 1240
Schwarz Storchen. 165
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Strohſtof f. Ver.. . .
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Svenska Tändſticks
Tellu =Bergbau...
Thür. Lie ..Geſ.. .1102.5
Tucher=Brauerei..
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Ver .
Beithwerke
Ver. 1. Chem. Ind.
Gummifabri
Berlin=Fran
Laurahütte
Stahlwerte.
Ultramarin . .
Zellſt. Berlin.
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner..
Wahß & Freytag.
Wegelin, Rußfabril
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſcha fibg.
Memel. . . . . .
Waldho
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ..
Frkft. Allg. Verſ.=E
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . ..
Mann h. Berſich. . .
191
358
200
122.75
398.5
217
81
144.75
118
102
80.5
71.25
98.75
119.8
111
70
222
101.5
119
201
195
148.5
255
290
1961
Nummer 165
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkk.
Der ſüddeutſche Eiſenmarkt ſtand in der vergangenen Woche unter
dem Zeichen eines unveränderten lebhaften Geſchäftes. Wiederum
ver=
urſachte die lebhafte Bautätigkeit eine geſteigerte Nachfrage nach
Trä=
gern und Miniereiſen. Der Bedarf der Maſchineninduſtrie iſt zwar im
Hinblick auf die allgemeinen Abſatzverhältniſſe gut zu nennen, aber er
bleibt hinter denjenigen des Vorjahres weit zurück. Ebenſo iſt der
Be=
ſchäftigungsſtand der Konſtruktionswerke nicht gerade erfreulich, ſo daß
die wenigen größeren Objekte, die von dieſer Seite an den Markt kamen,
ſtark umworben waren. Recht flott wurden von der Händlerkundſchaft
ſpezifiziert, wobei vorwiegend Stabeiſenſpezifikati gegeben wurden.
Trotz guter Beſchäftigung der Werke bewegten ſich die Liefertermine in
normalen Grenzen. Formeiſen iſt vielfach aus Vorrat zu erhalten,
wäh=
rend man für Stabeiſen Termine bis zu 6 Wochen nannte. In Blechen
war etwas größere Nachfrage feſtzuſtellen. Dagegen konnten die Umſätze
in Bandeiſen keineswegs befriedigen. Zu Neuabſchlüſſen fehlt vielfach
die Neigung, da man ſich im Hinblick auf die undurchſichtige
Wirt=
ſchaftslage nicht auf lange Sicht binden will. Das Lagergeſchäft
verlief anſprechend. Man bevorzugte hauptſächlich den Ladungsbezug;
dagegen ließ der Verkauf kleinerer Quantitäten zu wünſchen übrig. Die
Preiſe ſind auf der ganzen Linie unverändert geblieben, und es dürften,
ſollten nicht unerwartete Ereigniſſe eintreten, die auf die Preisbewegung
von nachteiligem Einfluß ſind, Aenderungen nach oben oder unten nicht
zu erwarten ſein. Als Folge des Abſchluſſes der Pariſer Verhandlungen
dürfte auch eine Entſpannung des Geldmarktes und damit eine flottere
Zahlungsweiſe der Abnehmer eintreten, was im Intereſſe eines guten
Inlandsgeſchäftes ſehr erwünſcht wäre.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* New York, 15. Juni. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Der Markt für Baumwolle verlief zum Wochenſchluß
ruhig. Bei Beginn waren die Preiſe behauptet, im Zuſammenhang
mit Meldungen über Regenſchauer in den öſtlichen und zentralen
Ge=
bieten. Weiterhin lagen auch beſſere Kabelberichte vor, ſo daß der
Han=
del und die Lokohäuſer einige wenige Anſchaffungen machten. Spärer
erfolgten vereinzelt lokale Glattſtellungen, ſo daß die Preiſe etwas
her=
abgedrückt wurden.
* Chikago, 15. Juni. (Priv.=Tel.)
Fette: Der Rückgang der Schweinepreiſe und die Ankündigung
ziemlich ſtarker Schweinezufuhren für die nächſten Tage wirkten am
Schmalzmarkte abſchwächend.
Sonntag, den 16. Juni 1929
Geite 11
Weizen: Die Weizenpreiſe zogen zunächſt etwas an, im
Zuſammen=
hang mit der Annahme, daß der Präſident Hoover heute die
Farmrelief=
bill unterzeichnen wird, und auf Berichte, daß 200 Millionen Dollar
zur ſoforrigen Unterſtützung der Landwirtſchaft verfügbar wären.
Außerdem lagen aus Kanada ungünſtige Wetterberichte vor, und in dem
Winterweizengebiet der Union ſind Niederſchläge erfolgt, die nicht
vor=
teilhaft für den Felderſtand ſind. Gegen Schluß ſtellte ſich eine
Ab=
ſchwächung ein, die auf Abgaben der Kommiſſionsfirmen zurückzuführen
waren.
Mais gab auf umfangreiche Ablieferungen nach.
Roggen: Berichte aus einigen Bezirken im Nordweſten der Union
über nur mäßige Erntebewegung verhalfen den Preiſen am
Roggen=
markt zunächſt zu einer Befeſtigung. Später gaben die Notierungen
im Einklang mit der Bewegung am Weizenmarkt nach.
Hafer: Die ſchlechtere Stimmung am Hafermarkt war eine Folge
des guten Wetters und ſtand im Zuſammenhange mit dem Rückgange
der Maispreiſe.
Kaffee= und Zuckerbörſe geſchlofſen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 15. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 108, Sept. 112½, Dez. 117½: Mais:
Juli und Sept. 91½, Dez. 86½; Hafer: Juli 44½, Sept. 43½,
Dez. 45½; Roggen: Juli 83½, Sept. 86½, Dez. 9034.
Schmalz: Juli 11,87½, Sept. 12,20, Okt. 12,35, Dez. 12,32½.
Fleiſch. Rippen: Juli 13,25, Sept. 13,55; Speck, loko 13,50;
leichte Schweine 10,50 bis 11,20, ſchwere Schweine 10,40 bis 10,95;
Schweinezufuhren: Chicago 11 000, im Weſten 30000.
Baumwolle: Juli 18,67, Oktober 18,66.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 15. Juni:
Getreide. Weizen: Rotwinter 128½, Hartwinter 119½;
Mais, neu angek. Ernte 103; Mehl, ſpring wheat clears 5,40
bis 5,65; Getreidefracht: nach England 1,6 bis 2,0 Schilling,
nach dem Kontinent 10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra, loſe 7½4.
Kakav. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Auf dem in Karlsruhe abgehaltenen deutſchen Kohlenhandelstag,
der Hauptverſammlung des Zentralverbandes der Kohlenhändler
Deutſchlands, wurde die Ludwig Wieſinger=Denkmünze an folgende
Per=
ſonen verliehen: Herrn H. Hanſen=Frankfurt a. M., Max Steinberg=
Köln, Handelsgerichtsrat Guſtav Langendorf=Düſſeldorf und Geheimrat
Stutz, Reichskommiſſar für die Kohlenverteilung in Berlin.
Wie die Reichsfachgruppe Verſicherungen des D.H.V. mitteilt, iſt
ſeute in dem Tarifſtreit des Verſicherungsgewerbes unter dem Vorſitz
des Reichsarbeitsgerichtsrates Dr. Königsberger ein Schiedsſpruch
ge=
fällt worden, der eine Erhöhung der Gehälter um 3 Prozent vorſieht.
Die Erklärungsfriſt iſt bis zum 20. Juni 1929 feſtgeſetzt. Der
Schieds=
ſpruch gilt mit Wirkung ab 1. April 1929.
In der Aufſichtsratsſitzung der Leonhard Tietz A.=G., Köln, wurde
der Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1928/29 vorgelegt. Es wurde
be=
ſchloſſen, der auf den 9. Juli einzuberufenden G.=V. nach „reichlichen”
Abſchreibungen die Verteilung einer Dividende von wieder 10 Prozent
vorzuſchlagen.
Das gerichtliche Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurſes
der Maſchinenfabrik Badenia wurde nunmehr am 12. Juni eröffnet.
Termin über den Vergleichsvorſchlag der Firma iſt auf 9. Juli
ange=
ſetzt. Generalkonſul a. D. Reiſer in Heidelberg iſt als Vertrauensperſon
beſtellt.
In franzöſiſchen parlamentariſchen Kreiſen rechnet man mit der
Wahrſcheinlichkeit, daß nach Erhöhung der Zölle auf Weizen und Mehl
nunmehr auch der Einfuhrzoll für Zucker erhöht werden wird.
In Brüſſel wurde ein belgiſches Glaskartell für weißes und
fertig=
geblaſenes Glas gegründet. Das neue Kartell wird ſich hauptſächlich
mit der Vereinheitlichung der Preiſe befaſſen.
Die Lage auf dem belgiſchen Eiſenmarkt iſt ſehr befriedigend, zumal
da weitere Beſtellungen in Roheiſen, Halbprodukten, Grobblechen und
Trägern eingehen. In Stabeiſen läßt das Geſchäft dagegen nach, da ſeit
einigen Wochen die beſten ausländiſchen Käufer, Japan und China,
dem Markte fernbleiben.
Von einer in dieſer Woche in London eingetroffenen
ſüdafrikani=
ſchen Goldſendung von 900 000 Pfund Sterling ſind von einem
unbe=
kannten Käufer 500 000 Pfund erworben worden. Nach Anſicht der
City iſt diesmal der unbekannte Käufer weder in New York, noch in
Deutſchland, ſondern möglicherweiſe in einer anderen Zentralbank
Euro=
pas zu ſuchen.
Nach den vorläufigen Angaben über den engliſchen Außenhandel
in Mai beläuft ſich die Paſſivität der Handelsbilanz auf 25,5 Mill.
Lſtrl. gegen 29 Mill. Lſtrl. im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die
Einfuhr iſt auf 103,5 Mill. Lſtrl. geſtiegen und liegt damit erheblich über
der im Mai 1928 und April 1929. Die Ausfuhrzahlen ſind noch nicht
bekannt.
Ein Schweizer Bankenkonſortium, beſtehend aus der Schweizeriſchen
Kreditanſtalt, dem Schweizeriſchen Bankverein, der Eidgenöſſiſchen Bank
der Baſeler Handelsbank und dem Bankhaus Ed. Greutert u. Co., hat
es übernommen, die Stammaktien der Internationalen Geſellſchaft für
chemiſche Unternehmungen A.=G., Baſel (J. G. Chemie, Baſel) an den
Börſen von Baſel und Zürich einzuführen.
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Gonntag den 16. Jun 1929
Seite 13
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Vier Tote bei Kanaliſationsarbeiten.
Marktheidenfeld a. M. Am Samstag
abend ſtürzte bei Konaliſationsarbeiten am
Orts=
ausgang in einem drei Meter diefen Graben eine
Wand des Sandbodens ein und begrub mehrere
Ar=
beiter unter ſich. Trotz fieberhafter
Ausgrabungs=
arbeiten konnten vier junge Arbeiter nur als Leichen
geborgen werden. Einen Schwerverletzten hofft man
am Leben erhalten zu können.
Tod aus Freude.
Mannheim. Der kaufmänniſche Angeſtellte
beim Städtiſchen Arbeitsamt Wilhelm Bellmann,
verſtarb unter tragiſchen Umſtänden. Er hatte ſich
um einen Poſten an einem auswärtigen badiſchen
Arbeitsamt beworben und bekam nun die Nachricht,
daß die Wahl unter den Bewerbern für dieſe Stelle
auf ihn gefallen ſei. Nach Entgegennahme dieſer
er=
freulichen Mitteilung verfärbte er ſich plötzlich,
ſtam=
melte noch etwas über Kopfſchmerzen, fiel mitten
im Zimmer um und war ſofort tot. Anſcheinend
hatte ein Herzſchlag ſeinem Leben ein Ende gemacht.
Er war 36 Jahre alt und erfreute ſich allgemeiner
Beliebtheit.
Schwerer Autounfall.
Eßlingen. In der Nacht zum Samstag
über=
ſchlug ſich kurz vor 12 Uhr bei der
Baumwollſpin=
nerei Brühl aus bis jetzt unbekannten Gründen
ein auf der Fahrt von Stuttgart nach Eßlingen
be=
findlicher Perſonenkraftwagen. Während der Führer
des Wagens und eine neben ihm ſitzende Begleiterin
mit dem Schrecken davonkamen, wurden die übrigen
Inſaſſen, zwei Frauen aus Stuttgart, ſo ſchwer
verletzt, daß ſie bald nach dem Unfall verſtarben.
Ber zoelde Bosel W spunien geinnoer.
Ein blinder Paſſagier an Bord des Flugzeuges.
Vom Propeller den Arm abgeſchlagen.
München. Auf dem Flugplatz Schleißheim
ereignete ſich am Freitag abend ein ſchwerer Unfall.
Dem Flugzeugführer Krüger wurde vom Propeller
eines rollenden Flugzeuges der rechte Arm mit
ſolcher Wucht abgeſchlagen, daß der abgeſchlagene
Arm 10 Meter weit wegflog. Der Schwerverletzte
wurde nach München ins Krankenhaus gebracht.
Nächtliche Mefſerſtechereien in Berlin.
Berlin. In der vergangenen Nacht, kurz nach
drei Uhr kam es im Norden Berlins, an der Ecke
Straßmann= und Wilhelm=Stolze=Straße, zu einer
Schlägerei, bei der fünf Perſonen durch Meſſerſtiche
ſchwer verletzt wurden. Zwei in der Gegend als
Raufbolde bekannte Brüder namens Steppuhn
hat=
ten, wie es heißt, ohne jede Veranlaſſung einen des
Weges kommenden 23jährigen Arbeiter angegriffen
und mit Meſſern bearbeitet. Drei Paſſanten, die dem
Ueberfallenen zu Hilfe eilten, wurden von den
bei=
den Meſſerſtechern gleichfalls durch Stiche in Bruſt
und Rücken übel zugerichtet. Die beiden Täter, von
denen der eine ebenfalls bei der Schlägerei verletzt
worden war, flüchteten auf den Boden eines nahe
gelegenen Hauſes, wo ſie von Polizeibeamten
feſtge=
nommen wurden. Der eine wurde in das
Stadt=
krankenhaus, der andere in das Polizeipräſidium
gebracht. Die vier Opfer der beiden Meſſerhelden
wurden in ein Krankenhaus übergeführt, wo einer
von ihnen, der Arbeiter Werner Klaus, in
bedenk=
lichem Zuſtand darniederliegt.
Zwei Teilnehmer an den Wechſelfälſchungen
im Bankhaus Löwenberg in Rio de Janeiro
ermittelt.
Berlin. Durch Funkſpruch wird dem
Ber=
liner Polizeipräſidium mitgeteilt, daß in Rio de
Janeiro der Bankier Dr. Iſaac Lewin und der
Pro=
kuriſt Leonhardt Rappaport, die im Zuſammenhang
mit den Wechſelfälſchungen im Bankhaus Löwenberg
ſteckbrieflich geſucht wurden, dort ermittelt und
feſt=
genommen worden ſind. Die Bilder der
Feſtge=
nommenen werden funkentelegraphiſch nach
Süd=
amerika übermittelt werden, um die beiden
voll=
ſtändig zu identifizieren, denn ſie leugnen, die
Ge=
ſuchten zu ſein.
Gefährlicher Brand in Hamburg.
Hamburg. Geſtern vormittag kam in einem
Geſchäftshaus der Bankſtraße, in dem ſich
Lager=
räume für Lacke und Oele befinden, ein Feuer zum
Ausbruch. Die Bekämpfung des Brandes geſtaltete
ſich ſchwierig, da fortwährend Exploſionen wit
Stichflammen, erfolgten, durch die mehrere
Feuer=
wehrleute verletzt wurden. Auch Branddirektor Dr.
Sander erlitt Verletzungen, konnte jedoch nach
An=
legung eines Verbandes wieder aus dem
Kranken=
haus entlaſſen werden. Nach mehrſtündigen
Löſch=
arbeiten, gelang es der Feuerwehr, des Brandes
Herr zu werden.
Die Bevölkerungsbewegung in den deutſchen
Großſtädten im April.
Im April 1929 waren in den deutſchen
Groß=
ſtädten, auf 1000 Einwohner und ein volles Jahr
berechnet, 9,0 Eheſchließungen, 14,0 Lebendgeburten
und 11,9 Sterbefälle zu verzeichnen. Die Zahl der
Eheſchließungen war um etwa 10 v. H. niedriger
als im gleichen Monat des Vorjahres (9,9).
Da=
durch iſt die im Märzbericht feſtgeſtellte Anhäufung
von Eheſchließungen (Oſterwoche) mehr als
ausge=
glichen. Im ganzen genommen hat die
Heirats=
häufigkeit im Jahre 1929 ihre vorjährige Höhe bis
jetzt noch nicht wieder erreicht. Die Zahl der
Le=
bendgeborenen war mit 14,0 auf 1000 Einwohner
ebenſo hoch wie im April 1928. Die Zahl der
Sterbrfälle betrug 11,9 auf 1000 Einwohner,
gegen=
über 11,7 im gleichen Monat des Vorjahres. Die
geringe Erhöhung war ausſchließlich durch eine
Zu=
nahme der Zahl der Todesfälle an Herzkrankheiten,
Lungenentzündung und ſonſtigen Krankheiten der
Atmungsorgane ſowie an Altersſchwäche bedingt.
Im übrigen war die Sterblichkeit durchweg
gün=
ſtiger als im Vorjahr, insbeſondere war die
Grippe=
epidemie im April vollſtändig erloſchen.
Infolge=
deſſen hatte die Geſamtheit der deutſchen
Groß=
ſtädte in dieſem Monat wieder einen
Geburtenüber=
ſchuß von 2,1 auf 1000 Einwohner aufzuweiſen. Die
Säuglingsſterblichkeit war mit 9,7 Sterbefällen von
unter 1 Jahr alten Kindern auf 100 Lebendgeborene
der Berichtszeit etwas höher als im April 1928
(9,5).
Verhaftung einer polniſchen Paßfälſcherbande.
Warſchau. Der Warſchauer Polizei iſt es
ge=
lungen, eine Bande von Paßfälſchern dingfeſt zu
machen, die in der Hauptſache Deſerteuren zur Flucht
verholfen hat. In die Angelegenheit ſind mehrere
Unterbeamte der Eiſenbahnpolizei der Grenzſtation
Tczew verwickelt. Sie ſind ebenfalls verhaftet und
den Gerichtsbehörden übergeben worden.
Der franzöſiſche Bernard=Eindecker „Gelber Vogel” und ſeine Beſatzung (von links nach rechts);
Armeno Lotti, Jean Aſſolant und René Lefevre.
Das Flugzeug „Kanarienvogel” iſt am Freitag
abend gegen 8 Uhr auf dem Stronde von Comillas,
45 Kilometer weſtlich von Santander, wohlbehalten
gelandet. Die Funkſtation von Santander teilte im
Verlaufe der Nacht dem Flughafen von Le Bourget
mit, daß die Flieger Aſſolant, Lefévre und Lotty
(nicht Lotz) ihren Flug Samstag vormittag
fortzu=
ſetzen beabſichtigen. Die Flieger haben in
Santan=
der telephoniſch 500 Liter Benzin angefordert.
Der Flug des „Kanarienvogel” ſtellt die ſiebte
derartige Ueberquerung des Atlantiſchen Ozeans in
weſt=öſtlicher Richtung dar. Die Flieger dürften
etwa 5300 Kilometer in rund 29 Stunden, bei ſehr
ungünſtiger Witterung und wit einer
Durchſchnitts=
ſtundengeſchwindigkeit von rund 180 Kilometern
zu=
rückgelegt haben.
Nach Meldungen aus Santander beſtätigt es ſich,
daß ein blinder Paſſagier, der 18jährige Arthur
Schreiber, den Transozeanflug an Bord des „
Kava=
rienvogels” mitgemacht hat. Aſſolant teilte nach der
Landung mit, er habe ſofort nach dem Aufſtieg in
Orchard eine geringe Menge Benzin ablaſſen müſſen,
um das Gewicht des blinden Paſſagiers auszugleichen.
Auf dem Flugplatz von Le Bourget hätte ſich om
Freitag abend eine Menge von etwa 20 000
Naugie=
rigen eingefunden, um die Ozeanflieger zu erwarten.
Nachdem ſie bis nach Mitternacht geduldig
ausge=
ſarrt hatte, zerſtreute ſie ſich ebenſo ruhig, als die
Meldung von der Landung des Kanarienvogels in
Spanien eintraf.
Die Landung des „Gelben Vogels”
in Santander.
Die Landung des Flugzeugs „Gelber Vogel”
erfolgte, wie bereits gemeldet, um 20 Uhr auf dem
Strande von Oyambra, 4 Kilometer von Comillas
entfernt. Sie ging glatt vonſtatten. Die Flieger
er=
klärten, daß ſie gelandet ſeien in der Annahme, daß
ſie ſich an der franzöſiſchen Küſte befänden. Sie
haben in Santander telegvaphiſch 500 Liter Benzin
angefordert, um den Flug nach Le Bourget
fortzu=
ſetzen. Das Flugzeug wird von Karabinieri bewacht.
Es beſtätigt ſich, daß ſich an Bord des Apparates
ein blinder Paſſagier befündet, und zwar ein
Ameri=
kaner namens Artur Schreiber. An Bord war ferner
als Fetiſch ein 25 Zentimeter langes lebendes
Kro=
kodil. Die Entfernung Old Orchard—Santander
be=
trägt etwa 5300 Kilometer. Die Flieger, die nach
Pariſer Zeit am Donnerstag um 15 Uhr geſtartet
ſind und am Freitag um 20 Uhr in Santander
ein=
trafen, ſind alſo 29 Stunden uterwegs geweſen und
haben ine durchſchnittliche Geſchwindigkeit von über
180 Kilometer erreicht. Es iſt dies, zeitlich geſehen,
die ſchnellſte Ueberquerung des Ozeans, die je
er=
zielt wurde.
Bei den Fliegern Aſſolant und Lefevre handelt
es ſich um junge Fliegeroffiziere. Aſſolant iſt 24 Jahre
alt und ſeit ſechs Jahren Flieger. Lefévre, der erſt
einige Monate vor ſeinem Flug das Pilotenexamen
abgelegt hat, iſt 26 Jahre alt. Der Commanditär des
Flugzeugs, Lotty, iſt der Sohn eines Pariſer
Hotel=
beſitzers und beſitzt ebenfalls ein Pilotzenzeugnis.
Die Neuverkeilung der deutſchen Senderwellen.
Die neuen Wellenlängen.
inf. Die Verteilung der neuen Wellenlängen auf
einzelnen deutſchen Sender iſt durch die im Prag
ſchloſſene Neuordnung auf der internationa en
onfevenz notwendig gewerden. Deutſchland
ſielt eine Anzahl von Wellenlängen
zugewie=
die das Reichspoſtminiſterium nunmehr verteilt
at. Mit Ausnahme weniger Sender, wie Berlin O,
tettin und Magdeburg, die die bisherige Welle 283
halten haben, iſt faſt durchweg eine Neuordnung
er=
gt. Königswuſterhauſen, das bisher die Welle 1649
tt, wird in Zukunft, und zwar vom 30. Juni ab,
o die Neuordnung in Kraft tritt, auf Welle 1635
den. Der Berliner Sender Witzleben erhält
an=
tt der bisherigen Welle 475,4 die Welle 418 Meter,
daß zwiſchen dem Sender O und Sender Witzleben
e ſtarke Annäherung erfolgt iſt. Im übrigen ſind
n 572 bis 218 Meter folgende 22 Neuordnungen
verzeichnen: Freiburg erhält die neue
Wellen=
inge von 572. Ihm folgt Hannover mit 560,
ünchen erhält die Wellenlänge 533, Langenberg
3, Aachen (Danzig) 453. Es folgt nunmehr, wie
en erwähnt, Berlin mit einer Wellenlänge von
3. Frankfurt hat die neue Wellenlänge 390,
Ham=
urg 372, Stuttgart 360, Bremen 339, Gleiwitz 325,
resden 319; Berlin O, Stettin und Magdeburg
lgen nunmehr, wie mitgeteilt, wit der alten
Wel=
tlänge 283. Königsberg in Oſtpreußen wird auf
ellenlänge 276 ſenden. Kaiſerslautern erhält die
ſellenlänge 270, Leipzig 259, Breslau 253, Kiel—
aſſel 246, Nürnberg 239, Münſter 234, Köln 227
und Flensburg 218. Die Praxis wird ergeben,
in=
wieweit die Hoffnungen berechtigt ſind, die ſich an
dieſe neue Verteilung der Wellen knüpfen und ob
dadurch eine Verbeſſerung des Fernempfangs möglich
wird. Die Neuordnung erfolgte nach umfangreichen
Verſuchen, die dazu dienten, die günſtigſte Verteilung
der Wellenlängen auf die einzelnen Sender nach den
wiſſenſchaftlichen Grundſätzen und den bisher
gemach=
ten Erfahrungen feſtzuſtellen. Der gewaltigen
Aus=
breitung des Rundfunks, die vorausſichtlich noch nicht
abgeſchloſſen iſt, wurde die Ueberlaſtung des Aethers
immer größer und es mußte nach einem Mittel
ge=
ſonnen werden, um die Benachteiligungen abzuſtellen,
die ſich daraus ergaben. Früher war die Verteilung
der Wellen auf die Sender der einzelnen Länder
ziemlich ſyſtemlos, und es beſtand geradezu ein
Wel=
lenchaos, das eine Zuſammendrängung der Wellen
zum Zwecke einer Vermehrung nicht zuließ. Es war
das Verdienſt der Arbeiten der verſchiedenen
Rund=
funkkonzerne, hierin einen Wandel geſchaffen zu
haben. Alle Mißſtände werden natürlich auf dieſe
Weiſe nicht beſeitigt werden können, da es ſich ſtets
nur um Notmaßnahmen handeln kann, die in der
ſtarken Ueberlaſtung des Aethers begründet ſind.
Im=
merhin darf man aber hoffen, daß die ſyſtematiſche
Verteilung der Wellenlängen nicht nur in
Deutſch=
land, ſondern in ganz Europa in Verbindung wit
der Verbeſſerung der Empfangsapparate dazu
bei=
tragen wird, den Rundfunkempfang ſoweit zu
ver=
beſſern, wie es in Anbetracht der ſchwierigen
Ver=
hältniſſe und der techniſchen Mittel möglich iſt.
Zum 120. Geburkskag des Berfaſſers
des „Struwwelpekers”
Ein Struwwelpeter=Brunnen in Frankfurt a. M.
Zum Gedenken Heinrich Hoffmanns, des
Ver=
faſſers des unſterblichen Kinderbuchs „
Struwwel=
peter”, wurde in Frankfurt a. M. ein
Struwwel=
peter=Brunnen errichtet. Heinrich Hoffmann iſt
vor 120 Jahren am 13. Juni 1809 geboren und
war Irrenarzt in Frankfurt a. M.
Um die Juwelen des öſterreichiſchen
Kaiſer=
hauſes.
Paris. Eine komplizierte Angelegenheit, die
mit der Veräußerung der Juwelen des
öſterreichi=
ſchen Kaiſerhauſes zuſammenhängt, beſchäftigt
gegen=
wärtig wieder die Pariſer Gerichte. Kaiſer Karl und
ſeine Gemahlin Zitta hatten nach ihrer Flucht in die
Schweiz dem Haushofmeiſter Baron Steiner
Schmuck=
ſachen zum Verkauf übergeben. Dieſer veräußerte
den größten Teil in Paris. Später erhob das frühere
Kaiſerpaar Klage gegen Steiner, da es mit dem
Er=
lös nicht zufrieden war. Steiner wurde von der
Schweiz nach Paris ausgeliefert, aber freigeſprochen.
Bei der Abreiſe aus der Schweiz übergab Steiner
ſeiner Tochter Wertpapiere im Betvag von einer
Mil=
lion Franken zur Aufbewahrung. Als er zurückkehrte,
hatte ſeine Tochter dieſe Wertpapiere bis auf einen
Reſt von knapp 100 000 Franken in Monte Carlo
ver=
ſpielt, und zwar in Geſellſchaft der Gräfin Batthiany.
Steiner verklagte nunmehr die Gräfin wegen
Bei=
hilfe, die zu 6 Monaten verurteilt wurde, gegen
die=
ſes Urteil jedoch Berufung einlegte, über die noch
nicht entſchieden iſt. In der Zwiſchenzeit leitete
Stei=
ner gegen den Grafen Batthiany eine Klage ein, in
der er die Rückgabe von 90 000 Franken forderte, die
er dem Grafen angeblich zum Ankauf von
Kunſt=
gegenſtänden übergeben haben ſoll. Die 10.
Straf=
kammer ſprach nunmehr den Grafen Batthiany frei.
Schadenfeuer in einer Zelluloidfabrik.
Zwei Todesopfer.
Wien. Eine folgenſchwere Eploſion ereignete
ſich in der Zelluloidfabrik Gottesmann in Böſendorf,
der zwei Menſchen zum Opfer fielen. Aus bisher
noch nicht bekannter Urſache gerieten eiwige
Film=
rollen plötzlich in Brand. Innerhalb weniger
Augen=
blicke ſtand alles in Flammen. Eine ungeheure
Ex=
ploſion erſchütterte das ganze Fabriktervain; in
an=
deren Teilen der Fabrik beſchäftigte Arbeiter
konn=
ten ſich noch rechtzeitig ins Freie retten. Sie
wur=
den aber durch den ſtarken Luftdruck zu Boden
ge=
ſchleudert und mehrfach verletzt. Die 41jährige
Hilfs=
arbeiterin Barbara Kovar wurde von einer Tür ins
Freie geſchleudert. Ihre Kleider hatten aber bereits
vorher Feuer gefangen, ſo daß die Bedauemswerte
bewußtlos mit brennenden Kleidern biegen blieb. Der
Arbeiter Weinlich war in einem brennenden Raum
eingeſchloſſen worden. Alle Verſuche, ihn zu retten,
ſcheiterten an den fortwährend erfolgenden kleineren
Exploſionen. Weinlich iſt bei lebendigem Leib
ver=
brannt. Seine Leiche wurde vollkommen verkohlt
aus den rauchenden Trümmern hervorgeholt. Auch
die Hilfsarbeiterin Kovar hatte ſo ſchwere
Brand=
verletzungen erlitten, daß ſie kurz nach ihrer
Einlie=
ferung ins Krankenhaus verſchied.
Gasexploſion vor dem Londoner
Parlaments=
gebäude.
London. Eine heftige Exploſion erfolgte
geſtern am frühen Morgen in einer Gasleitung in
der Nähe des Parlamentsgebäudes. Die Straße
wurde eben wegen Bauarbeiten aufgeriſſen. Die
Flammen, die bis zu 10 Meter Höhe
emporloder=
ten, erhellten die ganze Umgegend. Die Bemühungen
der Feuerwehr, das Feuer zu löſchen, waren zuerſt
erfolglos; erſt nachdem die Gasleitung
abgeſchnit=
ten worden war, konnte der Brand erſtickt werden.
Die Nachforſchungen nach der verſchollenen
Aleſſandri=Gruppe.
Wie der „Corviere della Sera” berichtet, hat
die Expedition Albertini auf ihrem Marſch an der
Nordküſte von Spitzbergen die Inſel Scoresby
er=
reicht. Der Marſch von dem Walfiſchfänger bis zu
dieſer Inſel über das Packeis geſtaltete ſich infolge
des dichten Nebels und eines Schneeſturmes ſehr
ſchwierig. Das Packeis iſt oft von Kanälen
durch=
zogen, die umgangen werden mußten. An vielen
anderen Stellen drohte das Eis ſich zu ſpalten, ſo
daß der Marſch ſehr gefährlich war. Inzwiſchen
hat der Walfiſchfänger „Heimen” bei der Inſel
Walder Zuflucht nehmen müſſen, weil ſtarker
Nord=
weſtwind das Treibeis vor der Inſel ſtaute und das
Schiff zu erdrücken ſuchte.
Einſturzgefahr der älteſten Kirche Neapels.
Neapel. Die älteſte Kirche Neapels, die
Mo=
numental=Baſilika „Sant’Anjello” in Capo Napoli,
droht einzuſtürzen. Der Bau ſtammt aus dem
ſech=
ſten Jahrhundert und iſt ſchon vor einiger Zeit
ge=
ſchloſſen worden, weil Riſſe bemerkt wurden. Neapel
droht, ſo eines ſeiner älteſten Kuſtdenkmäler zu
verlieren.
Rekordhitze in New York.
New York. Das Thermometer erreichte hier
am Freitag den höchſten Stand ſeit 37 Jahren. Fünf
Perſonen ſind infolge der Hitze geſtorben.
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Schmiedemeiſter,
Rohrbach,
Poſt Reichelsheim.
Kreis Erbach i. O.
(10047b)
J9. inkell. Herr
der ſchon in der
Radiobranche tätig
war, alsb. geſucht.
Genau Zuſchrift. m.
Gehaltsanſpr erbet.
u. M. 30 Geſchſt. (*
Sol. Dauerexiſtenz!
Zum Verk. v.
Per=
ſil u. weißer
Kern=
ſeife werden noch
inige fleiß. Herren
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men. — Felix
Hoff=
mann, Saalbauſtr.
Nr. 69, Hth. pt. (*
Nummer 165
Seite 15
Sin sorsin der Nant.
26)
Roman von Max Brand.
Deutſche Rechte bei Th. Knaur Nachf., Berlin W. 50.
(Nachdruck verboten.)
„Jawohl, es geht um ne Wette, Mann, um die höchſte Wette,
die ich je in meinem Leben geſehen habe. Das könnt Ihr auch
den Leuten ſagen, die die Pferde ſtellen ſollen. Habt Ihr für den
Anfang ein ordentliches Stück Pferdefleiſch bei der Hand?”
„Ich habe ine rote Stute. Fürs Herdenreiten taugt ſie nichts,
aber für ſo ine ſchnelle Spritztour iſt ſie das Richtige. Flink wie
ein geölter Blitz, Mann.”
„Dann raus damit! Den Sattel drauf und los!‟ Er zog
einen Bleiſtiftſtummel und einen Fetzen Papier aus der Taſche.
„Gebt mir noch die Namen von den Plätzen, wo Ihr halt machen
werdet. Hier iſt das Geld. Ein Zwanziger werd’ ich
zurück=
behalten für den Notfall.”
„Und jede Sekunde,” ſagte Buck Daniels, als ſie ſich trennten,
„die Ihr ſparen könntet, erſpart Ihr mir, denn es könnte ſein,
wenn Ihr nach Elkhead hineinkommt, bin ich Euch ſchon dicht auf
den Ferſen.”
Gary Peters zog die Augenbrauen hoch und ſteckte die leere
Pfeife wieder in den Mund. Er ſprach durch die Zähne: „Alles
hat ſeine Grenzen, auch was ein Gaul zuwege bringt”, bemerkte
er. „Gegen wen reitet Ihr eigentlich?”
„Mein Gegner iſt juſt ne Kreuzung zwiſchen einer Kugel
und inem Nordweſtſturm, Gary. Ich geh’ wieder zu OBrien
hinüber und trink” auf Euer Wohl.”
Und Buck Daniels erfüllte ſein Verſprechen. Er brauchte
etwas, was ihn aufdeitſchte und ihm Kraft gab. Er trank noch,
als er auf der Straße das Praſſeln galoppierender Hufe hörte,
und gleich darauf kam jemand herein und erzählte, Gary Peters
ſei auf ſeinem roten Fuchs losgeritten, um ein Wettrennen gegen
den Teufel zu gewinnen.
Danach begab ſich Buck auf die Suche nach Dan Barry.
Sa=
tan und Bart fand er in der Einzäunung hinter dem Haus noch
vor, aber ihr Herr war weit und breit nicht zu ſehen. Daniels
betrachtete düſteren Blicks das Pferd, deſſen ganzer Bau von
unbegrenzter Schnelligkeit zeugte, und hatte einen Einfall. „Wenn
ich ihn bloß eine halbe Minute aufhalten kann,” murmelte er,
„juſt eine halbe Minute Vorſprung, dann iſt immer noch
wenig=
ſtens eine ſchwache Chance, daß ich die Nacht überlebe.”
An der Tür des erſten Schuppens hing eine ſchwere Kette mit
einem Vorhängeſchloß, in dem der Schlüſſel ſteckte. Daniels
Sonniag, den 16. Juni 1929
eignete ſie ſich an und ſchlang ſie ſorgfältig um den Pfoſten am
Eingang zu dem Gehege, in das Satan eingeſperrt war. Es war
jetzt unmöglich, die Tür zu öffnen. Daniels ließ das
Vorhänge=
ſchloß einſchnappen, drehte den Schlüſſel herum und warf ihn
weg. Dann trat er einen Schritt zurück und warf einen
zufrie=
denen Blick auf ſeiner Hände Werk. Es war keine leichte Arbeit,
die dicke Kette durchzufeilen oder die ſchweren Balken zu
entfer=
nen, aus denen die Einzäunung gezimmert war. Mit einem
zufriedenen Lächeln rückte er ſeinen Revolvergurt zurecht, drückte
ſich den Sombrero tiefer ins Geſicht und machte ſich auf die
Su=
che nach Dan Barry.
Er hate es jetzt eilig, denn die Sonne ſenkte ſich gegen das
Gebirge im Weſten und die Schatten wurden merklich länger. Als
er auf die Straße trat, ſah er, wie langſam, aber ſtetig die
Ein=
wohnerſchaft von Brownsville ſich am Eingang zu O=Briens
Lo=
kal verſammelte. Sie kamen einzeln oder zu zweit, ſtanden
mü=
ßig vor dem Hauſe herum oder ſpähten intereſſiert durch den
Lurpalt und tauſchten dann flüſternd ihre Bemerkungen aus. Juſt ein Ding hab’ ich dir noch zu ſagen, Mac. Tu, was du willſt,
Buck ſprach einen an, der in der Nähe der Tür ſtand, und fragte,
was los ſei.
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„Er iſt da drin”, erklärte der Gefragte mit einem breiten und
aufgeregten Grinſen. „Er ſitzt da drin und wartet.”
Buck ſtieß die Tür auf. Am äußerſten Ende des völlig
men=
ſchenleeren Schankzimmers ſaß Dan Barry an einem Tiſch und
flocht einen ſchmalen Riemen aus Pferdehaar. Er hatte den
ken zu. Anſcheinend hatte er keine Ahnung davon, daß die geſamte
Einwohnerſchaſt draußen in atemloſer Spannung auf ſeine
Ver=
nichtung wartete. Hinter dem Schanktiſch ſtand O=Brien,
un=
raſiert und bleich. Seine Augen vermochten ſich anſcheinend nicht
einmal auf einen Augenblick von der zierlichen Geſtalt
loszu=
reißen, die allein ſein Schankzimmer bevölkerte. Aber als er
Buck erblickte, rief er ihm mit ungewohnter Heftigkeit zu: „
Im=
mer herein, Fremder! Trinkt einen auf meine Koſten 18 iſt ſo
verdammt totenſtill hier im Haus, daß es mir auf die Nerven
geht.”
Buck Daniels kam der Einladung nach, ohne ſich zu beſinnen,
und hinter ihm wagte ſich ein kleiner Bruchteil der Brownsviller
Einwohner mit leiſen Schritten in den Raum. Die meiſten gingen
auf den Zehenſpitzen und hielten die Hüte in der Hand. Sie
reihten ſich an dem langen Schanktiſch auf. Kein Wort wurde
ge=
ſprochen. Alle Köpfe waren zu dem gelaſſenen Gaſt am äußerſten
Ende des Raumes hingewandt.
Sechzehntes Kapitel.
Wenn die Nacht hereinbricht.
Die Abenddämmerung war noch nicht völlig hereingebrochen.
Die fernen Berge warfen ihre Schatten auf die Ebene, und am
Weſthimmel hing noch der letzte Abendſchein, aber in Jerry
Stranns weit offenen Augen herrſchte tiefſte Mitternacht. Ohne
einen Schrei, ohne Kampf, ohne den Kopf zu heben, war er
hin=
übergegangen. Seine Augen hatten ſich für einen kurzen
Augen=
blick geſchloſſen, und in dieſem Augenblick ſah er wirklich wie ein
Toter aus. Aber in der nächſten Sekunde ſchon hatten ſich die
Lider wieder geöffnet, er lächelte, der Wind ſpielte mit ſeinem
blonden Haar. Niemals hatte er ſo glücklich und ſo lebendig
ausgeſehen, wie in ſeinem letzten Augenblick. Fatty Matthews
nahm einen Spiegel, hielt ihn vor die leichtgeöffneten Lippen,
warf einen Blick darauf und zog ſich langſam nach der Tür
zu=
rück, die Augen feſt auf Mac Strann geheftet.
„Mac,” ſagte er, „8 iſt gekommen, wie es kommen mußte.
aber bleib innerhalb von Recht und Ordnung.
Und damit glitt er durch die Tür und war verſchwunden.
Mac Strann hob nicht den Kopf, warf ihm keinen Blick nach,
er ſaß neben dem Bett und ſpielte mit Jerry Stranns ſchlaffen
Fingern. Seine Augen wanderten abweſend zum Fenſter hinaus,
über die Dächer der Siedlung hin.
Ein Pferd klapperte durch die Gaſſe, der Reiter rief einem
Bekannten ein Scherzwort zu. Der Staub trieb langſam durchs
Fenſter herein. In weiter Ferne weinte ein Kind, die Mutter
tröſtete es. Es klang wie das Gackern einer Henne. Das war alles!
Und doch hätte Heulen und Zähneklappern, Weinen und
Hut weit aus der Stirne geſchoben. Der Tür drehte er den Rük= Beten ſein ſollen, denn Jerry Strann, der ſchöne Jerry, war
ge=
ſtorben. Aber niemand weinte um ihn. Niemand dachte daran,
ſeinen Tod durch ehrfürchtige Stille zu ehren. In einer Küche in
der Nachbarſchaft raſſelte jemand mit den Töpfen und trieb dann
fluchend einen Hund vom Hausgang fort. Keines dieſer
Ge=
räuſche war beſonders laut. Die Geräuſche des Lebens ſind
ſel=
ten laut, aber ſie rinnen in einen nie endenwollenden Strom, und
hier und da durchbricht ein abſcheulicher Lärm die Eintönigkeit,
um zu bezeugen, daß noch immer die Menſchen ſchlafen und
wa=
chen, hungern und eſſen.
Haw=Haw Langleys lange dürre Geſtalt tauchte hinter dem
Bette auf. Er ging auf den Fußſpitzen, warf einen Blick auf das
Geſicht des Toten und grinſte. Ein anhaltender nervöſer Schauer
lief über ihn hin, und ſein Adamsapfel ſtieg und fiel. Dann
ſchob er ſich vorſichtig, Zoll um Zoll, zur Seite, ſo lange, bis es
ihm gelang, Mac Strann ins Geſicht zu ſehen. Es war
aus=
druckslos wie ein Kindergeſicht. Und wenn ein Ausdruck darin zu
leſen war, ſo war es der des tiefſten Erſtaunens. (Fortſ. folgt.)
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Seite 16
Sonntag, den 16. Juni 1929
Nummer 165
Spotl Shier und Tarnen.
Sporkprogramm zu den Jubiläumsveranſtalkungen
Baſſeronnt.
M. T.K. Budapeſt - Jung=deutſchland.
Montag abend 19½ Uhr.
Auf der idealen Kampfbahn des Großen Woog wird Darmſtadts
ſportintereſſiertes Publikum am Montag abend ein ſportliches Ereignis
erleben, wie lange nicht. Ungarns Waſſerballmeiſter, den 3. Bezirk=
M. T. K. Budapeſt, im Kampf mit dem ſüddeutſchen Meiſter, Jung=
Deutſchland Darmſtadt, zu ſehen, dürfte wohl kein alltägliches Ereignis
ſein. — Heute ſind wir nun in der Lage, die beiderſeitigen
Mannſchafts=
aufſtellungen anzugeben. Budapeſt wird antreten mit folgender
Mannſchaft:
Bartha oder Brody
Rona Sarkany
Maſitz
Kakaſſy Cele Suſtrovitz
Dieſer Mannſchaft tritt Darmſtadt gegenüber mit:
Müller
Förſter
Richter
Orlemann
Kloſtermann Berges
Schwartz.
Bei Betrachtung der ungariſchen Mannſchaft fällt beſonders auf,
daß ihr die beiden hervorragenden internationalen Torwächter der
un=
gariſchen Ländermannſchaft angehören. Wer nun auch von beiden das
Tor hiiten wird, das eine ſteht feſt, daß ſie von den Darmſtädtern nur
ſehr ſchwer zu ſchlagen ſein werden. In der Verteidigung dürfte der
bekannte Internationale Sarkany die Hauptkraft ſein, aber auch Maſitz
als Verbindungsmann hat Ungarn in der B=Ländermannſchaft ſchon des
öfteren vertreten. Der Sturm wird geführt von dem ſchnellen
Inter=
nationalen. Cele, der hauptſächlich im Zuſammenſpiel mit dem ebenfalls
repräſentativ ſpielenden Suſtrovitz dem Darmſtädter Tor öfters
gefähr=
lich werden wird. Man kann alſo von dieſer Mannſchaft erwarten,
daß ſie einen erſtklaſſigen Waſſerball vorführen wird. Zu einer
hervor=
ragenden Technik kommen noch Schnelligkeit und Körperkraft hinzu,
und da es an der notwendigen Taktik nicht fehlen wird, ſo ſind alle
Bedingungen gegeben, um ein glänzendes Spiel zu zeigen.
Daß Jung=Deutſchland gegen dieſe Mannſchaft einen ſehr ſchweren
Stand haben wird, iſt wohl klar. Trotzdem braucht die Mannſchaft in
der verſtärkten Aufſtellung den Gegner nicht zu fürchten und ſollte
end=
lich einmal wieder beweiſen, daß ſie in großen Spielen ebenfalls Großes
leiſten kann, wie ſie das ja ſchon oft bewieſen hat.
Als Schiedsrichter wurde der dem Darmſtädter Publikum
wohl=
bekannte Herr Blank=Mannheim verpflichtet, der für eine gute Leitung
bürgt.
Seinen Grundſätzen gemäß hat Jung=Deutſchland die Eintrittspreiſe
ſo niedrig wie nur möglich gehalten, um jedem den Beſuch des Spieles
zu ermöglichen. Wir verweiſen nochmals auf die bei L. B. Müller,
Schulſtraße 14, errichtete Vorverkaufsſtelle.
Rok=Weiß, V. f. R. — Frankfurker 5.b. 2:2!
Rot=Weiß muß’e ſich bei dem geſtrigen als Verbands=Waſſerballſpiel
angeſetzten Treffen gegen den Frankfurter Schwimmverein durch
Leichr=
ſinn der Hintermannſchaft und durch ſchlechte Stürmerleiſtungen ein
Unentſchieden gefallen laſſen. Lediglich Gimbel konnte überzeugen, der
ſich in der letzten Zeit zuſehends beſſerte und auch die beiden Tore ſchoß.
Die Darmſtädter, die ohne Merz antreten mußten, bewieſen wieder
einmal, daß ſie eine ausgeſprochene Hallenbadmannſchaft ſind. Gegen
dieſelbe Frankfurter Mannſchaft konnte im Hallenbad ſelbſt die zweite
Mannſchaft der Rot=Weißen einen glatten Sieg buchen. Jedoch das
entſchuldigt nicht das geſtrige ſchlechte Spiel im freien Waſſer. Da
kein Schiedsrichter anweſend war bzw. nicht beſtellt worden ſein ſoll
(wann hört endlich dieſe Schiedsrichterkalamität im Schwimmverband
auf??), wurde das Treffen als Freundſchaftsſpiel unter der Leitung
von Herrn Wenzel (Rot=Weiß) ausgetragen, der ſchon beſſere Tage
hatte. Die Darmſtädter haben alſo nochmals Gelegenheit, gegen den
Frankfurter Schwimmverein anzutreten und dann ev. zu gewinnen.
Vorrundenſpiel um die Kreis=Meiſterſchaft des
9. Kreiſes (Mikkelrhein) 9. T.
Turnverein Frankfurt 1860 — Turngemeinde Darmſtadt 1846 0:1.
Die erſte Mannſchaft der Tgde. 1846 ſpielte geſtern abend auf der
Kampfbahn des Frankfurter Stadions gegen Tv. Frankfurt 1860, den
mehrjährigen Kreismeiſter. Das Spiel war von Anfang an ſehr ſchnell
und das ſcharfe Tempo hielt auch bis zum Schluſſe an. Die
Darm=
ſtädter wußten, daß ſie einen ſchweren Kampf zu beſtehen hatten.
Durch überraſchenden Durchbruch konnte Darmſtadt ſchon in der
zweiten Minute zum erſten und einzigen Tor einſchießen.
Mit dieſem Ergebnis ging es bei wechſelnden Tormöglichkeiten in die
Pauſe.
Die zweite Halbzeit ſah Frankfurt etwas im Vorteil, jedoch konnte
die Darmſtädter Verteidigung alle Angriffe unterbinden, während ſie
eigene Chancen nicht ausnutzen konnte, ſo daß, wie bereits oben
gemel=
det, das Spiel beim Stande von 1:0 für Darmſtadt zu Ende ging.
Die Mannſchaft der Tgde. 1846 muß ſich noch durch eifriges
Trainie=
ren im Schwimmen die notwendige Ausdauer und Schnelligkeit
an=
eignen, um die noch ausſtehenden Kämpfe für ſich zu entſcheiden. Der
Schiedsrichter, Turnbruder Wächtershäuſer=Bad Homburg, war dem
Spiel ein gerechter Leiter. — Die Mannſchaft ſpielte in folgender
Auf=
ſtellung:
Schmitt
Luley
Schneider 2.
Reiß
Braun Finck Volk.
Turngeſellſchaft Darmſtadt - Turngemeinde Hanau.
Am Sonntagvormittag um 11 Uhr trägt die Tgſ. D. 1875 ihr
zweites Verbandsſpiel im Waſſerball gegen die Hanauer Turngemeinde
aus. Beide Vereine ſind der neuen Kreis=Sonderklaſſe zugeteilt worden
und haben bis jetzt noch nicht gegeneinander geſpielt. Man iſt auf den
Ausgang des Spieles geſpannt, zudem die Darmſtädter jetzt komplett
antreten werden. Wir empfehlen den Waſſerballfreunden den Beſuch
dieſes Spieles im Woog.
Deukſches Turn= und Sporkabzeichen.
Die erſte diesjährige Prüfung zur Erlangung des deutſchen Turn=
und Sportabzeichens in Gruppe V, Radfahren, 20 Kilometer auf der
Landſtraße, wird am Sonntag, den 23. Juni, vormittags 7.30 Uhr, auf
der Strecke Kranichſtein ausgefahren. Anmeldungen ſind zu richten an
den Gaurennfahrwart des Gaues 70 B.D.R., Herrn Georg Hahn
(Fahrradhaus Gg. Hahn u. Co., Große Ochſengaſſe 12, oder
Schwanen=
ſtraße 20,II. r., Ecke Schloßgartenplatz).
der Sporkvereinigung 04 E. B. Arheilgen.
Die Sportvereinigung Arheilgen kann in dieſem
Jahre mit Stolz auf ihr 25. Vereinsjahr zurückblicken. Gegründet
wurden im Jahre 1904 der Fußballklub Olympia und im Jahre 1906
der Fußballklub Germania. Aus dieſen beiden Vereinen iſt im Jahce
1921 die heutige Sportvereinigung hervorgegangen. Der Verein kat
jederzeit fördernd und bahnbrechend für den Sport gewirkt. Dank der
großen Mitgliederzahl war es der Sportvereinigung jederzeit möglich,
für alle neu aufkommenden Sportarten eine Abteilung zu gründen. Seit
dem Beſtehen mußte der Sportplatz fünfmal gewechſelt werden; daß
alle neuerſtandenen Plätze nur von Mitgliedern in ſpielfähigen Zuſtend
geſetzt wurden, zeugr von dem Tatendrang, welcher dem Verein
inne=
wohnt. Es wüirde zu weit führen, an dieſer Stelle die Chronik des
Vereins zu erörtern. Die Sportvereinigung hat anläßlich ihres 25
jäh=
rigen Stiftungsfeſtes eine Sportwoche vorgeſehen. Dieſe findet
in der Zeit vom 23.—30 Juni ſtatt. Zumeiſt ſind es Fußball= und
Handball=Wettkämpfe, die ausgetragen werden. Der 23. Juni wird
wohl die meiſte Anziehungskraft haben. An dieſem Tage iſt es der
Sportverein 98 Darmſtadt, der nachmittags 3 Uhr mit ſeiner Demen=
Handballmannſchaft, dann mit ſeiner Liga=Fußballmannſchaft und
an=
ſchließend die Liga=Handballmannſchaft gegen die Arheilger auftritt.
Dieſen Spielen werden vormittags Klubkämpfe etlicher Vereine der
Umgebung vorausgehen. Die Sportvereinigung, die mit allen
Ver=
einen immer gute ſportliche ſowohl als auch geſellſchaftliche Beziehungen
hat, hofft auf ein gutes Gelingen ihres Inbelfeſtes und auf die
Unter=
ſtützung aller Sportvereine der näheren Umgebung.
Wir bringen hier das Sportprogramm, das man ſich aufheben möge.
Sonntag, den 23. Juni:
2. S hüler (Fußball) gegen Sportverein Darmſtadt 98 10.00 Uhr.
3.00 Uhr.
Damenmannſchaften gegen Sp.V. D. 98
4.00 Uhr.
Fußball=Liga gegen Sp.V. D. 98
4.30 Uhr.
Handball=Liga gegen Sp.V. D. 98
Montag, den 24. Juni:
1. Fußball=Schüler gegen Sp.V. D. 98
6.30 Uhr.
Dienstag, den 25. Juni:
6.30 Uhr.
2. Fußball=Jugend gegen Sp.V. D. 98
Mittwoch, den 26. Juni:
6.00 Uhr.
1. Handball=Jugend gegen Sp.V. D. 98
7.00 Uhr.
1. Fußball=Jugend gegen Sp.V. D. 98 . .
Donnerstag, den 27. Juni:
6.30 Uhr.
3. Fußball=Jugend gegen Sp.V. D. 98 .
Freitag, den 28. Juni:
5.45 Uhr.
Handball=Jugend (komb.) gegen Sp.V. D. 98 .
6.30 Uhr.
Fußball=Reſerve gegen Sp.V. D. 98
Samstag, den 29. Juni:
5.00 Uhr.
Handball=Reſerve gegen Sp.V. D. 98
6.00 Uhr.
Alte Herren (Fußball) gegen Sp.V. D. 98 . . .
Sonntag, den 30. Juni:
2.00 Uhr.
Damenmannſchaften gegen Polizei Darmſtadt .
3.00 Uhr.
Fußball=Jugend gegen Polizei Darmſtadt
4.00 Uhr.
Handball=Liga gegen Polizei Darmſtadt
5.00 Uhr.
Handball=Jugend gegen Polizei Darmſtadt
Zwanzig Jahre Höhenflug.
Neuenhofens 12,739 Meter=Rekord anerkannt.
Die großartige Leiſtung des Junkerspiloten Willi Neuenhofen, der
am 28. Mai in Deſſau mit einem Junkers=Apparat W 34” (Briſtol
Jupiter Motor 420 PS) den Weltrekord im Höhenflug mit 12 738
Metern nach Deutſchland entführte, iſt jetzt vom internationalen
Ver=
band offiziell als Welthöchſtleiſtung beſtätigt worden. Bald 20 Jahre
iſt es her, daß die erſte Rekordleiſtung im Höhenflug im Auguſt 1909
regiſtriert wurde. Damals kam der Franzoſe Latham auf die für
dama=
lige Verhältniſſe ungeheure Höhe von 155 Metern. Und heute?
Deut=
licher läßt ſich die Entwicklung der Aviatik in den verfloſſenen beiden
Dezennien nicht veranſchaulichen. Unzählige Verſuche wurden ſeither
unternommen, den begehrteſten aller Rekorde zu erhalten, aber nur
neunundzwanzig Namen verzeichnet die Tabelle. Nur 29 Fliegern war
es vergönnt, ſich in das „Goldene Buch der Aviatik” eintragen zu
kön=
nen. Von dieſen waren ſechs zwei= und mehrmals erfolgreich. Willi
Neuenhofen iſt nun der erſte Deutſche, denn bisher war das Ringen um
die Flughöhe zumeiſt eine Angelegenheit der Franzoſen und Amerikaner,
von denen die Franzoſen 22mal, die Amerikaner 14mal in der Liſte zu
finden ſind. Dazwiſchen ſtehen einmal ein Italiener (1916) und ein
Engländer (1919). Nicht immer wurde zur Erreichung des heiß
begehr=
ten Zieles mit ehrlichen Waffen gekämpft. Erinnert ſei nur an die
be=
trügeriſchen Machenſchaften des Franzoſen Callizo, der vor zwei Jahren
durch ſeine angeblichen Rekordflüge”, von ſich reden machte, beim
dritten Male aber endlich dabei ertappt wurde, daß er die Barogrgphen
gefälſcht hatte.
Fußhall.
Sportverein 1898 (Jugend).
Spiele am 16. Juni 1929:
Junioren—2. Ober=Namſtadt, 1,30 Uhr, Stadion.
1. Jugend—1. Jod. S.V. Münſter, dort, Abfahrt 11,30 Uhr Hbhf
2. Jugend—2. Jugend Neu=Iſenburg, hier, 10 Uhr.
3. Jugend—2. Jugend F. V. 04 Würzburg, dort, Abfahrt Samstag
2.30 Uhr.
4. Jugend—l. Schüler Weiterſtadt, hier, 11,30 Uhr.
1a Schüler—1 Sckuler Meſſel, hier, 1.15 Uhr.
1b Schifler—1. Schüler Wixhauſen, hier, 11 Uhr.
2. Schüler—1. Schuiler S. V. Münſter, dort, Abfahrt 11,30 Uhr Hbhf.
Der 20. Deutſche Turntag findet am 4. und 5. Oktober in Berlin
ſtatt. Vor dem Deutſchen Turntag findet eine Hauptausſchußſitzung
ſtatt, die unter anderem die Erteilung von Ehrenurkunden entſcheiden
wird.
Der Tennis=Länderkampf Amerika—England begann am Freitag
in Eaſtbourne. Nach den beiden Einzelſpielen des erſten Tages lagen
die USA.=Vertreter bereits mit 2:0 in Führung.
33. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lokkerie.
1. Tag der 3. Klaſſe. In der Vormittagsziehung vom
14. Juni fielen: 2 Gewinne zu 100 000 k. auf Nr. 255 406; 2
Ge=
winne zu 5000 Mk. auf Nr. 311 294; 2 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr.
27 041; 4 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 38 050, 354 968; 4 Gewinne
zu 1000 Mk. auf Nr. 9204, 132364; 12 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr.
18 516, 30 484, 126 110, 225 031, 276 340, 292 586; 32 Gewinne zu
500 Mk. auf Nr. 13 470, 26 729, 37 270, 52141, 57 886, 69 469,
126 279, 164 480, 171 743, 183380, 186 690, 197 782, 207 959, 304 348,
315 391, 315 732; ferner wurden gezogen 108 Gewinne zu 400 Mark
und 258 Gewinne zu 240 Mark. — In der Nachmittagsziehung
fielen: 2 Gewinne zu 50 000 Mk. auf Nr. 282946; 2 Gewinne zu
3000 Mk. auf Nr. 211 067; 2 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 336 711;
8 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 46 325, 231633, 262395, 333 130;
8 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr. 28 161, 35 21, 110 350, 376 296;
26 Gewinne zu je 500 Mk. auf Nr. 90 856, 136 353, 156 300, 203 470,
238 102, 260 669, 297 006, 336 416, 361 913, 363 463, 365 681, 385 020,
399 623; ferner wurden gezogen: 102 Gewinne zu 400 Mark und
230 Gelwinne zu 240 Mark. — Die in der heutigen Vormittagsziehung
gezogenen beiden Hauptgewinne von je 100 000 Mk. fielen auf
ing II nach Berlin.
Nr. 255 406 in Abteilung I nach Berlin, m Abtei
(Ohne Gewähr.)
Geſchäftliches.
Einiges über die Weberei der Halbmond=
Tep=
piche. Die Firma Gebr. Rothſchild, G. m. b. H., veranſtaltet eine
Sonderausſtellung unter der Deviſe: „Das ſchottiſche Bergſchaf gibt
uns die beſte Teppichwolle‟. In fünf Paſſage=Fenſtern wird in
deut=
lichſter Weiſe der Werdegang der Halbmond=Teppiche gezeigt. Das
Ur=
produkt iſt die langhaarige Wolle des ſchottiſchen Bergſchafes (black faced),
die ſo hart und widerſtandsfähig iſt, daß ſie ſich am beſten zur
Her=
ſtellung von Wollplüſch=Teppichen eignet. Roh gelangt die Wolle in die
Spinnerei, wo ſie gewaſchen, gekämmt und zum verarbeitungsfähigen
Kammgarn verſponnen wird. In dieſem Zuſtand bezieht die Halbmond=
Teppichfabrik ihr Teppich=Kammgarn aus England. In der eigenen
Färberei wird die Wolle nochmals gewaſchen und darauf in zarte oder
feurige, dunkle und helle Töne möglichſt echtfarbig eingefärbt und
ge=
langt durch die Trockenmaſchine zur Spulerei, von wo ſie der Weber
auf Spulen zum Verweben empfängt. Auf neuzeitlich eingerichteten
Maſchinen wird dieſe Wolle dann zum Fertigfabrikat verarbeitet, das
nun ſeinen Weg zur Eiſenbahn, zum Ozeandampfer, ins Reich oder in
die weite Welt nimmt.
Es kommt auf jeden Pfennig an. Es gibt wohl kaum
einen Artikel in der Volkswirtſchaft, bei dem der Käufer ſo mit dem
Pfennig rechnet, wie bei der Zigarette. Dies hat auch ſeinen guten
Grund. Wenn man einen gleich guten oder gar einen beſſeren Tabak
billiger haben kann, als es ſonſt allgemein möglich iſt, ſchädigt man ſich,
wenn man die teurere Marke raucht. Um jedoch eine ſolche beſſere, aber
billigere Marke auf den Markt zu bringen, bedarf es ſchon ganz
beſon=
ders erfolgreicher Fabrikationsmethoden und geſchickter Geſchäftspolitik.
Dieſe günſtigen Faktoren führten bei der Bulgaria=Zigarettenfabrik
Dresden in hervorragender Weiſe zu einer Rationaliſierung, die es
ge=
ſtattete, für die jetzt bei uns neu erſcheinende 5 Pfg.=Zigarette, Bulgaria=
Krone, ſo hochwertige, bulgariſche Edel=Tabake zu verwerten, wie ſie
ſonſt nur in 8 Pfg.=Zigaretten verarbeitet werden.
Guter Rat! Guter Rat iſt Goldes wert! Dieſes Sprichwort
trifft vor allem für Laien zu, die im Begriffe ſind, ſich ein Motorrad
zu kaufen und nun vor lauter Superlativen in den Proſpekten und der
Reklame ſowie vor lauter Preisunterbietungen letzten Endes überhaupt
nicht mehr wiſſen, woran ſie eigentlich ſind. Darum ſei hier verraten,
daß der Anſchaffungspreis keine ausſchlaggebende Rolle ſpielen darf,
wenn man auf die Dauer vor Enttäuſchungen bewahrt bleiben will, die
ſtets weit teurer zu ſtehen kommen, als der anfänglich kaum
nennens=
werte Mehrpreis für ein wirkliches Qualitätserzeugnis, wie dies die
Original=Standard=Qualitäts=Motorräder von 350, 500, 600 und 750 ccm
in ihren verſchiedenen Touren= und Sportmodellen ſind. Vertreter: Otto
Darmſtädter, Heinheimerſtraße 86.
Rundfunk-Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 16. Juni. 8: Morgenfeier des Wartburgvereins. 6
An=
ſchließend: Geläut von der St. Peterskirche. O 11:
Jugendbewe=
gung: W. Obländer: Lagerleben deutſcher Jugend. O 11.30:
Eltern=
ſtunde: Lehrer Köhler: Wie können die Eltern ihren Kindern bei
den Hausaufgaben in der Rechtſchreibung helfen? o 12: Feſthalle
rankfurt: Vom Ballon=Verfolgungsrennen. Sprecher: Dr. Laven.
O 13: Beſuch des Wirtſchaftsberaters Landw.=Rat Wittgen bei
dem Bauern W. E. Noll, Igſtadt, landwirtſchaftl. Zwiegeſpräch.
O 15: Jugendſtunde. Hanna Lüngen: Wunſchſtunde aus Grimms
Marchen. 6 16: Stunde des Landes. e 17: Konzert des Funkorch.
Mitw.: Eliſabeth Marc (Sopran). O 18.30: Stunde des Rhein=
Mainiſchen Verb. für Volksbildung. O 19: Sportnachr. e 19.30:
Dr. Wilh. Heinitz: Die Muſik der Zigeuner (mit
Schallplatten=
beiſpielen). O 20.30: Konzert. Mitw.: Edith Lorand (Violine),
Kammerſänger Gläſer (Tenor). O Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonntag. 16. Juni. 6.30: Frühkonzert. 8.55:
Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche. 9: Morgenfeier.
O unſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. o 12: Konzert der
Kapelle Maret Weber. O 14: Schach. 14.30: Mitteilungen und
praktiſche Winke für den Landwirt. o 14.45: Marktlage und
Wetter. O 15: Forſtmeiſter Seitz: Der Wert der
Forſtausſtel=
lungen für die deutſche Forſtwirtſchaft. O 15.30: Märchen. O 16:
Max Grühl: Die heutigen Menſchen am Nil. O 16.30: Deutſches
raber=Derby. Uebertr. von der Rennbahn Berlin=Nuhleben. Am
Mikrophon: Chefred. Georg Lüdecke. O. Anſchl.:
Unterhaltungs=
muſi. der Kapelle Loewenthal. O 18.30: Juſtizrat Dr. Magnus:
Geh. Ra. Prof. Dr. Wilhelm Kahl zum 80. Geburtstage. 0 19:
Dr. Linden: Goethe als Naturforſcher. O 20: Sendeſpiel: „Der
Orlow . Operette in 3 Teilen von Bruno Granichſtaedten. O.
Da=
nach: Tanzmuſik der Kapelle Gerh. Hoffmann. — Pauſe: Bildfunk.
Wetterbericht.
Nachdem in den geſtrigen Abendſtunden unter dem Einfluß der
Warmluft bei fallendem Luftdruck in unſerem Bezirk vielfach
Gewit=
terſtörungen auftraten, ſetzt jetzt im Bereich ozeaniſcher Luftmaſſen
wieder Druckanſtieg ein. Unter dem Einfluß hohen Druckes herrſcht
zunächſt wieder meiſt heiteres Wetter und Niederſchläge treten kaum
auf. Die Beſſerung iſt ebenfalls wieder nur vorübergehend, denn über
Frland dringt erneute Warmluft vor und Niederſchläge treten dert
auf. Der Witterungscharakter bleibt ferner den Schwankungen wie
ſeither unterworfen.
Ausſichten für Sonntag den 16. Juni: Vielfach heiter, ſpäter wechſelnd
wolkig, warm, meiſt trocken.
Ausſichten für Montag, den 17. Juni: Wolkig mit erneuter
Aufheite=
rung und leichter Abkühlung wahrſcheinlich.
berg
Taunue Waſſ.=
Kuppe Feld=
berg
Schwarz
wald Zug=
ſpitze Kahler
Aſten Fich=
telberg Schnee=
koppe Wetter Nebel Nebel wolkig wolkig ſwvolkig wolkig Temperatur (7C) 9 11 6 14 12 10 Wind WSW. SW. SSW. sswiwsw NW. Niederſchlag mm 8 0,3 Schneedecke (cm)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortſich für Polltiſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Dr. Herberi Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble: Drus
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garanttie der Rückſendung nipt übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Geiten
Gegen Wanzen
Tod und Teufel
Wanzenfiuid „Martial” tötet jede Wanze
auf der Stelle und zerſtört die Brutnelter
reſtlos. Nicht fieckend, überall anwendbar.
Flaſche Mk. —.85, Mk. 1.50 und Mk. 2.40
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NALA
16. Juni 1929
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 24
A
UNDER
Von C. H. Bernecke.
1. Der Ponte Vecchio in Slorenz.
Das Kind, mit Holz und Steinen ſpielend, gerät mit
ſeinen Kameraden in Streit über die Art, in welcher Weiſe
man das kleine Ninnfal auf der Straße überbrücken könne,
der zukünftige Ingenieur, der ſich mit den Geſetzen der
Statik und des Hochbaus beſchäftigt, erkennt an der
Mannigfaltigkeit der in der ganzen Welt geſchaffenen
Brücken die ungezählten Möglichkeiten, die menſchlicher
Geiſt und Cechnik zur Ueberwindung der trennenden und
grenzenbildenden Waſſerſtraßen fanden. Von der
Lianen=
brücke im Urwald bis zu den Wundern der modernen
Nie=
ſenbrücken ſprechen dieſe Bauten in ihrer oft eigenartigen
und primitiven, und andererſeits überragend fortſchreitenden
Cechnik und der unterſchiedlichen künſtleriſchen Auffaſſung
von der Kultur und Geſchichte der Völker.
Die primitivſte Form des Brückenbaues iſt die
Hänge=
brücke, wie ſie auch heute noch bei den wliden Stämmen des
Urwalds üblich iſt, das Vorbild der über den Bach gelegte
Baumſtamm, ſpäter das ſchwankende Geſchlinge aus
elaſti=
ſchen Pflanzen. Daß dieſe Art des Brückenbaus noch
heut=
zutage gebräuchlich iſt, zeigt unſere Abbildung Nr. 5, die
eine indiſche Hängebrücke darſtellt. Sie iſt aus einer Art
von Weidenzweigen erbaut und überbrückt einen tief in den
Felſen eingeſchnittenen Bergſtrom. Der Verſuch eines
ſelbſt=
mörderiſchen Sprunges von dieſer ſchwindelnden,
ſchwanken-
den Brückenröhre dürfte erfolglos ſein. Die Cechnik der
ſpäteren Jahrhunderte übernahm den primitivſten Gedanken
und ſtellte die Mehrzahl aller Straßen= und Flußbrücken
als Hängebrücken in Eiſen und Stahl her. Die
Cragfähig=
keit dieſer ſtabilen Hängebrücken beruht auf ihrer
Konſtruk=
tion durch Ketten oder Drahtſeilkabel. Das intereſſanteſte
Beiſpiel einer derartigen Brücke aus moderner Seit iſt die
rieſenhafte Brooklun=Brücke in New York.
den ſie naſ
In und gleich”
chenden Tönung
andersfar.
2. Brücke in der Nähe von Nizza.
Einen Schritt vorwärts in der Cechnik bedeutet der Bau
von Balkenbrücken, gerade Verbindungen der
gegenüber=
liegenden Ufer, häufig durch Unterſtützung von Pfeilern.
Sur Errichtung der Bogenbrücken gehört ſchon ein gut
Ceil mathematiſcher und ſtatiſcher Kenntniſſe, daher finden
wir ſie bei wilden und primitiven Völkern verhältnismäßig
ſelten. Eine dieſer ſeltenen alten Brücken zeigt unſere
Ab=
bildung 4, eine gedeckte hölzerne Bogenbrücke in
Süd=
amerika. Ganz phantaſtiſche Sormen ergeben die Bogen=
brücken in China. Auf Abbildung 5 ſehen wir eine
alt-
chineſiſche, ſteinerne Bogenbrücke, die noch heute im Park
des kaiſerlichen Sommerpalaſtes in Peking ſteht und mit
ihren, an den Höcker eines Kamels erinnernden Nücken von
einem der kaiſerlichen Vorfahren erbaut wurde. Die
größte moderne Bogenbrücke wurde von Pariſer
Archi=
tekten über den Douro bei Oporto gebaut. Sieben eiſerne
Pfeiler als Cräger einer Bogenkonſtruktion ergeben die
Baſis der Brücke. — Eine intereſſante Bogenbrücke iſt
ferner der weltberühmte Ponte Vecchio über dem Arno bei
Slorenz. Die drei maleriſchen Bögen enthalten eine gänze
Kaufſtraße mit anſchließenden Wohnräumen, nur der
mit=
telſte Bogen läßt einen Durchblick auf das farbenprächtige
Fluß= und Stadtbild frei. (Abbildung j.)
Der wachſende Fortſchritt der Cechnik erzwang neue
Wege des Brückenbaus: die zunehmende Größe der Schiffe
Ra
für den Verkehr, ſpeziell der Stadt Edinbourgh mit dem
Norden des Landes, bilden. Die gewaltigſte der
Flußmün=
dungen, der Firth of Forth, wurde durch eine eiſerne
Eiſen=
bahnbrücke überſpannt. Bereits in den ſiebziger Jahren des
vergangenen Jahrhunderts wurde eine Brücke über den
ſchmaleren Firth of Cau gebaut, die aber unglücklicherweiſe
derart ſchwere Konſtruktionsfehler enthielt, daß der
Mittel=
bogen während eines Orkans im Dezember des Jahres 1879,
gerade als ein Sug darüberfuhr, zuſammenſtürzte. Der
Dichter=Ingenieur Max Euth hat dieſer Kataſtrophe ſeine
feſſelnde Erzählung „Berufstragik” gewidmet. Die tragiſche
Kataſtrophe veranlaßte eine mehrjährige Unterbrechung der
Nieſen=Brückenbau=Projekte. Erſt in den Jahren 1883
bis 1890 entſtand die große, obenerwähnte Brücke über den
Sirth of Forth, baſierend auf einem neuartigen, kühnen
kon=
ſtruktiven Gedanken. Die Mittelſtücke ſind im Gegenſatz zu
den beiden großen Seitenbogen ſchwach konſtruiert und
er=
wecken ſomit den Anſchein, als könne die Brücke keinerlei
Belaſtung vertragen. Eine geniale Verteilung der Kräfte
bewirkt aber, daß die ſonſt überbelaſteten Mittelſtücke in
dieſem Falle nur ihre Eigenſchaft zu tragen haben.
5. Alte ſteinerne Bogenbrücke im kaiſerl. Park zu Peking.
verlangte Klapp= und Kranbrücken über den Flüſſen und
Kanälen, die anfänglich gebräuchlichen Drehbrücken erwieſen
ſich ſehr bald als unzweckmäßig und wurden wenig gebaut.
Der menſchliche Geiſt ſchuf auch auf dem Gebiete des
Brückenbaues Ausmaße und Nieſenzahlen, deren Anblick uns
immer wieder in Bewunderung und Erſtaunen verſetzt.
Deutſchlands längſter Brückenbau iſt die Anlage, die die
Eiſenbahn bei Müngſten über die Wupper führt. Das Cal
des Fluſſes ſchneidet hier derart tief ein, daß die Kaiſer=
Wilhelm=Brücke nicht weniger als 107 Meter über dem
Meeresſpiegel liegt. Die
Spann=
weite des Mittelbogens beträgt
170 Mtr., die ganze Brücke hat
eine Länge von 500 Mtr.. Der
höchſte Brückenbau
Deutſch=
lands iſt die großzügige Anlage,
die den Eiſenbahnverkehr in
Holſtein über den Nord=Oſtſee=
Kanal führt. Schon von ferne
ſieht man über der weiten,
flachen Ebene der holſteiniſchen
Marſchen den monumentalen
Brückenbogen aufſteigen, der
Sug fährt ſanft anſteigend bis
zum höchſten Punkt oberhalb
des Kanals, und ein
Herunter=
blicken auf den Waſſerſpiegel
zeigt die ſchwindelnde Höhe.
Eine der gewaltigſten
Eiſen=
bauten der Erde birgt die
Oſt=
küſte Schottlands, die von
Fluß=
mündungen zerriſſen iſt, die tief
ins Land einſchneiden und in
4. Alte ſüdamerikaniſche Bogenbrücke.
Ein ebenbürtiges Nieſenwerk der Brückenbaukunſt iſt
die ſchon erwähnte Brooklun=Brücke über den Eaſt Niver
in New York, ſie liegt 41 Meter über dem Waſſerſpiegel
und hat eine Länge von 1850 Meter. Vier koloſſale
Stahl=
troſſen halten den Brückenbau, in die Seile wurden 25000
Kilometer Draht eingeflochten. Noch bis vor einigen Jahren
konnten die Ozeandampfer den ſanftgeſchwungenen
Brücken-
bogen paſſieren, erſt der Bau der neuen Ueberſee=Nieſen,
die den Waſſerſpiegel um 50 und mehr Meter Höhe
über=
ragen, machen eine Einfahrt unmöglich.
Die höchſten Steinſtrebepfeiler der Welt tragen die
Waſhington=Brücke in New York, die eine Spannweite von
156 Metern aufweiſt; die Pfeiler überragen die Spitze des
Ulmer Münſters noch um 12 Meter.
Geſtaltung, Form und künſtleriſche Auffaſſung wechſelt je
nach dem Grade der Kultur, der geiſtigen Nichtung und dem
Stande der Cechnik eines Landes oder Volkes. Aber die
phantaſtiſchen Schöpfungen moderner Architekten, die
kunſt-
vollen Konſtruktionen neuzeitlicher Brückentechnik ſind in
gleichem Maße wie die primitiven Bauten wilder Stämme
und die urſprünglichen Spiele der Kinder, die mit
Holz=
klötzchen die Ninnſteine überbrücken, Ausdruck des dem
Menſchen als Inſtinkt eingeborenen Wunſches: Hinderniſſe
zu überwinden, um jenſeits der Grenzen die Geheimniſſe und
Schönheiten der Welt und des Daſeins zu ergründen.
ihrer Breite ſchwere Hinderniſſe
5. Indiſche Hängebrücke aus
nnnaganngnnnnnnnng
HHEA
IHZ
A
IHEnEpaEpannnnnEnnEnnnannnnnnnnnnn
IHHAAHHHHEN
Ore Munt
Die Bewerbung. — Kandidaken des Leben
Herein tritt ein junger Mann, der den beſten Eindruck
machen möchte, um engagiert zu werden.
Man vergegenwärtige ſich, was das bedeutet: den beſten
Eindruck. Das ſagt ſich ſo leicht hin, aber dieſe zwei Worte
ſchließen die härteſte Probe, die ſtärkſte Beanſpruchung, die
größte ſeeliſche Umwälzung in ſich.
Natürlich hat er ſeinen Sonntagsanzug an. Natürlich ſchlägt,
ehe er den Finger krümmt, um an die Cür des Chefs zu klopfen,
ſein Herz bis an den Hals. Und jetzt geſchieht’s, er verliert ſeine
natürliche Haltung, ſeine Unbefangenheit, ſich ſelbſt.
In der Anſpannung dieſer Sekunde verſinkt das Vertrauen
zu ſich ſelbſt. Die Panik vor der Entſcheidung verzehrt die letzte
Sicherheit; in dem vernichtenden Gefühl des eigenen Ungenügens
wird ſchnell ein neuer, künſtlicher Menſch, ein Homunkulus
er=
zeugt, ein Krampfgebilde, extra geſchaffen, den beſten Eindruck zu
machen. Man präſentiert ſtatt ſeiner einen anderen. Man ſtellt
ſich vor, indem man einen anderen vorſtellt, hinter dem man ſich
verſteckt.
Da ſind die „Perfekten”, die alles können; beſchlagen und
firm; hundertprozentige Kammerſtenographen; poluglott in Wort
und Schrift; mit einem Bildungsgang wie ein
Univerſitäts=
profeſſor.
„Auch im Spaniſchen bin ich perfekt, Herr Direktor!”
Viel=
leicht ſagt er auch: des Spaniſchen bin ich in Wort und Schrift
mächtig. Wie ſüß iſt das für die Ohnmacht, einer Sache mächtig
zu ſein. Welcher normale Menſch in normaler Lebenslage (zu
der eine Bewerbung und perſönliche Vorſtellung allerdings nicht
gehören) iſt einer Sache ſo mächtig, wie einer, der alle Urſache
hat, daran zu zweifeln!
Da kommt ein Geſchäftsfreund zum Chef, friſch und munter.
„Pardon, ich ſtöre? ..
Aber im Gegenteil; der Chef iſt ſehr erfreut, es trifft ſich
vorzüglich. Denn der eintretende Geſchäftsfreund lebt in
Bar=
celona, und hier der Anwärter auf unſeren
Korreſpondenten-
poſten iſt perfekt in Spaniſch — da können ſich die Herren ja
gleich in ihrer zweiten Mutterſprache unterhalten.
In ſtrahlender Heiterkeit, völlig arglos, ſtürzt ſich der Geſchäfts=
freund aus Barcelona, ſpaniſch plaudernd, auf den Mann, der
den beſten Eindruck machen wollte.
Das einzige ſpaniſche Wort, das dem Bewerber einfällt, iſt
„Don Carlos”. Es iſt unanbringbar.
Der junge Mann wurde nicht engagiert.
Es iſt gar nicht ſo einfach, ſchlechtweg das zu ſein, was man
iſt. Daran ſcheitert ſo manche perſönliche Vorſtellung. Der
ſt. Eindruck zu
— Der menſchenkundige Chef. — Nepräſentable Erſcheinungen.
Von Hans Natonek.
ſchlechte Eindruck entſteht oft aus dem guten Eindruck, den
einer machen möchte.
Schwer, das rechte Maß zu finden, das zwiſchen
Beſcheiden=
heit und Selbſterhöhung liegt. Die Situation verführt, je nach
Charakteranlage, zur Hoch= oder Ciefſtapelei, zu einem Verſuch,
oder zu einem Verzicht, zu glänzen. Beides iſt mißlich. Das
Licht, das man präſentiert, leuchtet nicht, und das Licht, das
man unter den Scheffel ſtellt, qualmt und riecht ſchlecht.
Ein menſchenkundiger Chef wird mit ein paar Worten raſch
dieſen Nebel zerſchneiden und zum Kern vordringen. Er wird
durch die Verzerrungen der Situation hindurch Wert und
Un=
wert erkennen. Nicht nur der Bewerber, auch der Umworbene
beſteht eine Probe. Er ſoll nicht vor ſeinem Schreibtiſch thronen
wie ein Götze, der die Serknirſchten muſtert und über Leben und
Cod entſcheidet. Er wird vielmehr ganz heimlich einen
Platz=
wechſel vornehmen und ſich auf jenen Stuhl verſetzen, auf dem
unfrei und gepreßt ein Anwärter hin und her rutſcht.
Es gab einen Leipziger Großinduſtriellen, der machte es ſo:
Er ließ den Bewerber nicht vor den Nichterſtuhl zitieren,
ſon=
dern erſchien eines Cages unerwartet in deſſen Behauſung. Da
ſah er ſich ein bißchen um, plauderte ein wenig, ganz zwanglos,
und dann wurde engagiert oder nicht.
So machte es einer vom alten Schlag, der die Firma
hoch=
gebracht hatte. Er hatte noch die Seit, den Bewerber um einen
nur halbwegs beträchtlichen Poſten in ſeinem Suhauſe, in ſeiner
Ungeniertheit aufzuſuchen. Er ließ ſich die kleine Mühe nicht
verdrießen. Er drang durch die Vorſtellungskomödie bis zum
Kern vor. Und er iſt gut dabei gefahren.
Schon die Söhne machen es ganz anders. Sie ſpielen mit
dem dicken Bleiſtift, wenn ſich ein Kandidat vorſtellt, ſie thronen
wie Examinatoren und laſſen ihn ſchwindeln, ohne ihn zu
durch=
ſchauen, oder durchfallen, ohne ſeinen heimlichen Wert zu
er=
kennen.
Einen Mann, der berufsmäßig Eindruck macht und ſich
be=
ſtändig vorſtellt, nennt man eine repräſentative Erſcheinung.
Dieſer Mann mit der repräſentativen Erſcheinung findet in
vielen Branchen Verwendung, überall dort, wo es gilt, durch
ein blendendes, ſicheres Auftreten zu wirken. Seine gewinnen=
machen.
Mit Sylinder und weißen Handſchuhen
den Manieren, verbunden mit einem ſieghaften Exterieur,
ſtei=
gern den Abſatz. So leicht widerſteht ihm kein Herz des Chefs
und kein Gemüt des Kunden. Auch wenn im übrigen nichts
da-
hinterſteckt. Es ſieht aus wie eine Kreuzung von Heldentenor
und Gardeleutnant, alſo das Impoſanteſte, was man hat. Man
könnte ſagen: Knorke mit Kniff.
Unter allen Bewerbern, die darauf angewieſen ſind, einen
guten Eindruck zu machen, hat der Bräutigam den ſchwerſten,
häufig den lächerlichſten Stand. Dieſer Herr, der mit Sylinder,
weißen Handſchuhen und im Beſuchsanzug in den Frieden eines
bürgerlichen Sonntagsvormittags — Beſuchszeit nach Knigge
zwiſchen 12 und 1 — einbricht, iſt als Sigur in die Witzblätter
eingegangen — alſo verblichen. In der Cat, was in den „
Flie=
genden” iſt, exiſtiert nicht mehr. „Ich bitte um die Hand Ihres
Fräulein Cochter.” Wer ſtammelte das noch? Wo kommt das
noch vor außer in Familienromanen älteren Stils? Worauf der
Vater, den Kandidaten mit hochgezogenen Brauen muſternd,
erwidert: Mein Herr, Ihr Antrag ehrt uns, und werde ich
ſelbigen mit meiner Frau beſprechen. Bis dahin wahren Sie
Diſtanz.” So war es früher unter beſſeren Leuten. Der nächſte
Cag führte zur Auskunftei Schimmelpfennig. Das tut er auch
heute noch, das Siel iſt geblieben — drum prüfe, wer ſich ewig
bindet —, aber die jungen Mädchen von heute ſind vernünftig
genug, das hochnotpeinliche Zeremoniell der Bewerbung dem
Verlobungskandidaten abzunehmen und ſo nebenher, zwiſchen
Deſſert und Kaffee, den Eltern mitzuteilen, daß ſie ſich demnächſt
mit Herrn X. zu verloben gedenken. Fertig. Schimmelpfennig
verſteht ſich von ſelbſt; das ſowieſo. Aber im übrigen haben ſich
die Eltern mit Herrn R. abzufinden, den ſie bei irgendeiner
Ge=
legenheit flüchtig kennengelernt haben. Jedenfalls findet eine
ffizielle Bräutigamsſchau höchſtens noch in entlegenen
Klein=
ſtädten ſtatt, in die die legeren Sitten noch keinen Eingang ge=.
funden haben.
Ewige Kandidaten des Lebens, die wir ſind . . . Auch der
Feuerfreſſer muß, obwohl er gar keinen Appetit hat, dem
Variétéagenten eine Koſtprobe ſeines Könnens vorführen. Der
Angeſtellte, der Schauſpieler, das Dienſtmädchen, der Bräuti=
gam, der Prokuriſt, der Miniſterkandidat vor ſeiner Partei, der
künftige Abgeordnete vor ſeinem Volke — ſie alle, die ſich
vor=
ſtellen, müſſen Eindruck machen. Wer auf dem Markt ſteht, muß
ein bißchen gaukeln — hartes Geſchäft, deſſen Geſetz ſich keiner
entzieht, ſolange er mitmacht. Wohl dem, der rechts unten in
die Ecke ſchreiben kann: p. p. e. Um Abſchied zu nehmen.
Mondtochter Barm.
Ruſſiſche Erzählung.
Von Edith Mikeleitis=Winkelmann.
Ein König hatte einmal drei Söhne. Sie waren ſchön wie die
Sonne, mild wie der Mond und ſtark wie die Bären. Es kam
nun die Seit heran, daß ſie ſich verheiraten ſollten. Da nahm
der Vater drei Vögel aus dem Käfig, gab den größten dem
älteſten Sohn, den mittleren Vogel dem mittleren, den kleinſten
dem jüngſten Sohn und ſprach:
„Geht hinaus in die Welt, meine Söhne, und bringt jeder
eine Frau mit zurück. Den Weg aber, den euch euer Vogel
zeigen wird, den müßt ihr gehen. Wer die beſte und ſchönſte
Frau nach Hauſe bringt, der bekommt nach mir das Sarenreich!”
Danach umarmte er ſeine drei Söhne und ſegnete ſie. Bis
z2 dem Kreuzweg gingen ſie zuſammen, dort ließ jeder ſeinen
Vogel los und folgte ihm.
Der Aelteſte ging auf einer ſauberen Landſtraße immer weiter
und weiter, bis er in ein Königreich kam, das dem Cürken
ge=
hörte. Der Cürke aber hatte eine wunderſchöne Cochter. Der
Vogel flog an ihr Fenſter und pickte ſolange daran, bis ihm die
Königstochter aufmachte. Er ſetzte ſich auf ihre Schulter und
ſang ihr ins Ohr. Ach, ihr Heiligen, was er da ſang, muß wohl
ſchön geweſen ſein, denn er zwitſcherte von ſeinem Königsſohn;
„Stark iſt er wie ein Bär, mild wie der Mond und ſchön wie
die Sonne!"
Als die Cürkentochter das hörte, bat ſie den Vogel, ſie doch
zu dem Helden zu führen. Sie nahm ihre Perlen und ihr
Ge=
ſchmeide mit ſich, tat einen dichten Schleier ums Haupt und
etfloh heimlich aus dem Palaſt. Der Vogel führte ſie in die
Herberge, wo der Königsſohn wartete. Als er die wunderſchöne
Prinzeſſin ſah, wurde er froher als ein Pfingſttag, kaufte einen
herrlichen Wagen und fuhr zu ſeinem Vater zurück.
Dem alten König gefiel die Cürkentochter wohl, aber er
ſprach: Wir wollen ſehen, was deine Brüder nach Hauſe
bringen!”
Der zweite Sohn ließ am Kreuzweg ſeinen Vogel fliegen und
folgte ihm über eine holprige Landſtraße, weiter, immer weiter
bis er in einen herrlichen Wald kam. Durch den Wald mußte
er gehen, bis er vor Müdigkeit beinahe umfiel, zuletzt aber kam
er an einen Palaſt, aus Edelſteinen war er gebaut, aus Gold
das Dach, die Cüren aus Silber. In dieſem Schloß wohnte der
mächtige Sauberer Silberzahn. Die ganze Welt diente ihm und
fürchtete ihn, und jeden Cag kamen tauſend Laſtwagen aus allen
Ländern und brachten ihm ihren Cribut. Silberzahn aber war ein
furchtbarer Kerl, grauſam und hart wie ein Stein. Nur ſeine
Tochter Perlenzahn liebte er wie ſeine Augen und tat ihr allen
Willen. Perlenzahn war denn auch übermütig und hoffärtig und
hatte ſchon tauſend Sreier abgewieſen. — Der Vogel flog an
ihr Fenſter, pickte ſolange daran, bis ſie öffnete, ſetzte ſich auf
ihre Schulter und ſang ihr ins Ohr:
„Sark iſt er wie ein Bär, mild wie der Mond und ſchön wie
die Sonne!”
Noch viel mehr ſang er von ſeinem Königsſohn. Perlenzahn
aber küßte ihn danach auf den Kopf und bat ihn, den Helden zu
ihr zu führen. Der Vogel holte ihn ſogleich; Derlenzahn nahm
ihn an der Hand, führte ihn zu dem Zauberer Silberzahn, ihrem
Vater, fiel auf die Knie und ſprach:
„Seht hier, Vater, meinen erwählten Bräutigam. Eher will
ſich ſterben, als von ihm laſſen.”
Weil der Held ein Königsſohn und ein ſchöner Jüngling war,
ließ der Sauberer hunderttauſend Wagen mit Schätzen beladen,
richtete eine Hochzeit aus, von der alle Länder ſprachen, ließ
das Paar in einem goldenen Wagen mit allen Schätzen in das
Königreich ziehen und ſprach leiſe zu ſeiner Cochter:
„Daß du mir aber ja Königin wirſt! Sonſt will ich den Schimpf
ſchon rächen!“
Der alte König empfing ſeinen Sohn mit Freuden, Perlenzahn
gefiel ihm wohl, aber er ſprach:
„Wir wollen ſeheſerwas dein jüngſter Bruder nach Hauſe
9: C. C. a
bringt!”
„ipte wird Ga.—
Der dritte Sohr
fliegen und folgte ih
ige Nummer
Schelm! Ueber Sto.
zuzweg ſeinen kleinen Vogel
eute, wohin führte ihn der
—2in, über Feld und Wieſe ohne
Weg und Steg, immer dem Mond nach! Der Jüngling ging jedoch
unverdroſſen weiter, lachte über ſein wildes Vögelchen, pfiff ein
Lied und machte ſich keine Sorgen.
Da kamen ſie endlich in das Mitternachtsland. Kein grüner
Baum wuchs dort, und keine Blume blühte. Alles lag tot und
erſtarrt da. Große Eisberge glänzten und blitzten im Mondlicht,
und überall lag Schnee und Schnee und nichts als Schnee.
„Ei, du Schelm,” rief der Jüngling zu ſeinem Vögelchen, „da
haſt du mich ja in eine ſchöne Wildnis geführt!”
Aber der Vogel flog und flog, bis ſie in das
Nachmitter=
nachtsland kamen. Dort ſchien nicht einmal mehr der Mond, nur
ein fremdes, großes und feuerrotes Licht brannte am Himmel.
Hier hielt der Vogel vor einer dunklen Höhle an, ſetzte ſich einer
weißen Bärin auf die Schulter, rieb ſein Köpfchen in ihrem
Fell und ſang:
„Stark iſt er wie ein Bär, mild wie der Mond, aber ſchönen
und fröhlicher als die Sonne ſelbſt!”
Anſpruchsvolle
und beſcheidene Frauen.
Von Fritz Hocke.
Die Schrift als Spiegelbild des Charakters eines Menſchen
muß uns natürlich auch Aufſchluß über den Grad ſeiner Eitelkeit
geben, und da dieſe vornehmilch ein „Epitheton” des weiblichen
Oeſchlechtes darſtellt, wollen wir uns in nachfolgenden Seilen ein
wenig mit dem Vorhandenſein, beziehungsweiſe mit der
Abweſen=
heit dieſer Eigenſchaft — wie ſie die Schriftzüge verraten —
auseinanderſetzen.
Für dieſe Beurteilung iſt vor allem die Größe einer
Hand=
ſchrift ſowie ihre Verſchnörkelung, in weiterer Hinſicht ihre Enge
wiſſen Milieus bedürfen, in dem ſich ihre Perſönlichkeit
ent=
falten kann, ſie benötigen ſteter Anregungen, neuer Eindrücke,
werden geſellſchaftlich zu repräſentieren verſtehen, von
Selbſt=
bewußtſein erfüllt ſein und auf die Form achten, welch letzterer
Umſtand auch in einem breiten, linken Schriftrande zum
Aus=
drucke gelangt. Sie werden ſelbſtredend auch auf das Aeußere
Wert legen, vor allem in der Kleidung, wenngleich ſie in dieſem
Belange alles Schreiende und Auffallende vermeiden und ſtets
guten Geſchmack bekunden werden; Kunſtſinn und äſthetiſches
Empfinden werden ihnen neben Großzügigkeit und
Unabhängig-
keitsſinn eignen. Anders verhält es ſich in ſenen Fällen, da die
Schrift keine Eigenart, vielmehr banale, plumpe Formen
auf=
weiſt, und durch mehr oder minder geſchmackloſe Schnörkel „
ver=
ziert” erſcheint. Hier haben wir die tupiſch eitel=einfältige Frau
vor uns, die ohne Bildung und Geſchmack dennoch ſtets im
C-a
9a4444
Ms 9 M
Wken
Anlsn MMasfeef kr7
Die Schrift der
ß. zeigt eigenartige Sormbildung und iſt eher weit als eng.
Dä bite lesen Re.
Heeta odd
. Lann, dcKun Tk. wer.
Aatent-
Anmaßun,
eſchmackloſe Eitelkeit verraten ſich in
buchſtaben un
füſſi
g eigenartigen Schrift.
R4-)
Co Aal Ai 1
Ge. 1
Tee
Kef KLofass-
*
V
Die Eigenart der Schrift in Verbindung mit betonten Großbuchſtak
ſen auf Großzügigkeit und ein berechti
elbſtbewußtſein ſchließen.
10MrMMM) Nift Jemt ar Mfü
d Unterlänge
Schleifenbildung gleichzeitig Empfindlichkeit anzeigt.
harbee Hle, aech Aks
64
A. G-
Oens
das Außere, die Form.
Große Schrift mit arkad
M!
N
Aerd
Ane
A
ruchsvolle, genügſame Weſe.
Die kleine, einfache, uverſchnörkelte Schrift verrät das beſchei
oder Weite maßgebend. Die Frau, welche gewohnt iſt, im Leben
eine Nolle zu ſpielen, die „Dame von Welt”, wird immer eine
große Schrift aufweiſen, wobei in dieſer, falls das Willensmäßige
vorherrſchend iſt, ſtets Druckbetonung und Eckenbildung
wahr=
zunehmen ſein wird, häufig auch hochgeſtellte t=Querſtriche,
viel=
fach über dem Buchſtaben ſchwebend, während bei überwiegendem
Gefühlseinſchlag Nundungen an der Baſis der Buchſtaben
auf=
ſcheinen werden, wie überhaupt das ganze Schriftbild einen
wei=
chen Duktus zeigen wird. Kommt die Eitelkeit vornehmlich in
geiſtiger Beziehung zum Ausdruck, ſo wird die Schrift eine
eigen-
artige Formung der Buchſtaben, geſchmackvolle Vereinfachungen,
Ueberwiegen der Oberlängen gegenüber den Unterlängen. als
Seichen geiſtiger, immaterieller Aſpirationen aufweiſen. Solche
Srauen werden ſtets eines entſprechenden Nahmens, eines ge=
Die weiße Bärin hielt dem Königsſohn ihre Catze hin und
ſagte freundlich mit rauher Stimme:
„Nimm mich mit in dein Land!”
„Na,” ſagte der gute Jüngling, „wenn ich ſchon anſtatt einer
Frau eine Bärin nach Hauſe bringen ſoll, ſo ſoll es geſchehen!
Ich mache mir wenig daraus!”
Er ſetzte ſich auf den Rücken der weißen Bärin, das
Vögel=
chen flog voran und führte ſie durch das Nachmitternachtsland,
durch das Mitternachtsland, über Feld und Wieſe, Stock und
Stein, ohne Weg und Steg in das Königreiben
Der alte König empfing ſeinen n ſie nach =Freuden, als er
aber keine Frau bei ihm ſah, frc(n und gleichme
„Nun mein Sohn, dir allechenden Tönung engen, eine Srau
pd
andersfarbi=
zu finden?”
„Nein, Vater,” ſprach der Jüngling, zaber 9X eunderſchöne
Bärin habe ich aus dem Nachmitternachtslande mitgebracht!”
Der Alte war zufrieden, verſammelte ſeine Söhne und ſprach
„Drei Cage nach dieſem Cag ſollt ihr jeder mitbringen, was
ihr gewonnen habt. Wir wollen es vor die Nichter ſtellen, und
ſie ſollen entſcheiden, wer das Königreich nach mir erben ſoll!”
Die beiden älteſten Söhne frohlockten in ihrem Herzen, denn
jeder dachte, er habe die ſchönſte und beſte Frau. Der dritte
Sohn aber war traurig, ging in ſein Haus, legte ſeinen Kopf in
das weiße Sell der Bärin und ſprach:
„In drei Cagen werden meine Brüder über mich frohlocken!”
„Ach,” ſagte die Bärin, „das wollen wir ſehen!. Nimm dein
Vögelchen und laß dich heut um Mitternacht zu dem Mondkönig
Silberſtrahl führen und bitte ihn um das Herz aus Eis und
Mondſtrahlen, danach ſollſt du ſehen, daß du wohlgetan haſt!”
Der Jüngling ritt um Mitternacht über Stock und Stein
hinter ſeinem Vogelchen her auf die ſilberne Wieſe zum Mond=
Mittelpunkte des allgemeinen Intereſſes ſtehen will, und hierbei
in der Wahl ihrer Mittel mehr oder minder ſkrupellos iſt, durch
einen reichen Aufwand an Coiletten und Schmuck ſich Geltung
ſchaffen und durch inhaltsloſe Geſprächigkeit erſetzen will, was
ihr an Geiſt und Bildung abgeht. Weiſt eine ſolche Schrift
über-
dies einen teigigen, „verſchmierten‟ Duktus auf, damn haben wir
das ſinnliche, genuß= und vergnügungsſüchtige Weib vor uns,
das ſich ſtets betäuben muß, ſteter „Senſationen” bedarf, um ihre
innere Leere auszufüllen.
Im übrigen ſpielt aber noch das Verhältnis der großen
Buch=
ſtaben zu den kleinen bei derartigen Beurteilungen eine beſondere
Nolle. Bei einer eigenartigen Schrift mit betonten
Großbuch=
ſtaben dürfen wir auf ein berechtigtes Selbſtbewußtſein ſchließen,
wogegen wir bei einer ſchulmäßigen Handſchrift mit überflüſſigen
könig. Er ſagte ihm ſein Begehr. Der gute Mondkönig freute
ſich über die Maßen, denn die weiße Bärin war ſeine verzauberte
Cochter, gab dem Jüngling das Herz von Eis und Mondſtrahlen
und ſprach:
„Lege es der Bärin auf die Bruſt. Davon wird ſie ſterben.
Danach küſſe ſie dreimal auf den Mund, ſo wird ſie erlöſt ſein,
denn nur ein unſchuldiger Jüngling kann ſie erlöſen!”
Der junge Held war froh wie eine Lerche, ritt zurück, legte
der Bärin das Herz aus Eis und Mondſtrahlen auf die Bruſt,
umarmte ſie und küßte ſie dreimal. Da wurde es dunkel um ihn,
er konnte weder ſehen, noch hören, noch ein Glied bewegen, lag
und ſchlief mit der Bärin drei Nächte und zwei Cage.
Am dritten Cage kamen des Königs Diener. Sie wollten ihn
zu dem Feſt holen, das der König gab, weil er ſich einen
Nach=
folger wählen wollte. Die Diener rüttelten an der Cür. Davon
erwachte der Jüngling, rieb ſich die Augen und konnte doch nicht
klug werden. Denn neben ihm lag die ſchönſte Jungfrau, die auf
der Erde geatmet hatte: aus Mondſtrahlen ihr Leib, aus feinem
Silber die Haare, die Augen aber leuchteten heller als die Sonne,
Mond und alle Sterne.
Am allerſchönſten war ihr Geſicht, wenn ſie lachte, denn jedem
Menſchen kamen die Cränen vor Freude über ihr mildes, gutes
und herrliches Lächeln.
Der Jüngling wollte ſie gar nicht anfaſſen, weil ſie ſo glänzte,
aber die Mondſcheinprinzeſſin nahm ihn an der Hand und ging
mit ihm in den Palaſt.
Dort warteten ſchon der König und die Brüder mit ihren
ſchönen, geſchmückten Frauen. Auch der Sauberer Silberzahn
war unter den Gäſten. Als ſich die Cür auftat und der dritte
Sohn hereinkam, fingen die Brüder und ihre Frauen an zu
Sieraten und Schnörkeln auf Geltungsbedürfnis diagnoſtizieren
müſſen, dies inbeſonders dann, wenn die Ober= und Unterlängen
der Langbuchſtaben im Verhältnis zu den Kleinbuchſtaben ſtark
entwickelt ſind, zu dieſen in einem Mißverhältnis ſtehen, was auf
eine Diskrepanz zwiſchen Wollen und Können, auf ein „
Ueber=
ſich=hinaus=Wollen” deutet. Es handelt ſich hierbei um Frauen,
die ſich der Grenzen ihres Könnens nicht bewußt werden wollen
und, ſtatt ſich mit der ihnen von Natur aus vorgeſchriebenen
Stel=
lung in Haus und Samilie zu begnügen, ihren Wirkungskreis
nach außen verlegen und aus einem uneingeſtandenen
Ainder=
wertigkeitsgefühl eine Stellung, eine Vorherrſchaft in der Welt
oder Geſellſchaft anſtreben, welche der Veranlagung nach nicht
gerechtfertigt erſcheint und lediglich in einem krankhaft
geſteiger=
ten Bedeutungsbedürfnis ſeine tiefere Erklärung findet.
Auch die Enge oder Weite einer Schrift wird hierbei in
Betracht gezogen werden müſſen. Eine enge, große Schrift wird
uns immer einen ſeeliſchen Swieſpalt der Schrifturheberin
offen=
baren, denn in der Enge machen ſich Hemmungsmerkmale
gel=
tend, und werden wir dieſe Eigentümlichkeiten vor allem in
Hand=
ſchriften von Frauen finden, deren Selbſtbewußtſein mehr
inner=
licher Natur iſt, welche nach außen ſchüchtern und zurückhaltend,
innerlich aber ſich ihres Wertes ſehr bewußt ſind; inwieweit dieſe
Selbſtſchätzung berechtigt erſcheint, muß dann der übrige Duktus
der Handſchrift offenbaren. In jenen Fällen dagegen, wo die
Schrift höch und breit erſcheint, iſt auch das
Selbſtbewußt=
ſein offenkundig und wird ſich im Auftreten, im Gehaben und in
den Geſten der Schreiberin ohne weiteres ausprägen. Eine
große, weite Schrift mit breiten Swiſchenräumen und
ungleich-
mäßiger Naumausnützung verrät uns die Verſchwenderin, welche
gewohnt iſt, aus dem Vollen zu ſchöpfen, und daher auch ihre
Ausgaben mit den Einnahmen nicht immer in Einklang zu bringen
verſteht. Hier mag auch des nach unten links breiter werdenden
Schriftrandes Erwähnung getan werden, den wir häufig in
Handſchriften von ſolchen Frauen finden, die durch glückliche
Umſtände, etwa durch eine Heirat, aus beſcheidenen Verhältniſſen
zu Reichtum gelangt ſind — denen das Sparen ſozuſagen noch
„im Blute liegt”, die es aber verſtehen, den geänderten
Ver=
hältniſſen Rechnung zu tragen. Begegnen wir in großen
Schrif=
ten der Arkadenform, das heißt, zeigen die Buchſtaben, vor
allem „m” und „n” bogenförmige Bildungen, dann haben wir
es mit ſehr zurückhaltenden, oft ariſtokratiſchen Naturen zu
tun, welche ſtets Neſerve üben und eine gewiſſe Diſtanz zu ihrer
Umwelt beobachten, maßvoll und bedachtſam in ihrer Haltung
und in ihren Geſten ſind; dieſes Schriftmerkmal finden wir auch
vornehmlich in Handſchriften adeliger Damen. Nicht unerwähnt
wollen wir laſſen, daß ſich geſteigertes Selbſtbewußtſein, beſſer
Bedeutungsbedürfnis, noch in vergrößerten Baſisſchleifen der
„B” (Kurrentſchrift), „D” (Lateinſchrift) und „T.” (Kurrent= und
Lateinſchrift) äußert, wogegen ſich Selbſtſchätzung und
Selbſt=
bewunderung vor allem in unter das Wort vorgeworfenen
Schleifen, wie beiſpielsweiſe bei dem Buchſtaben „E‟ (
Kurrent=
ſchrift), kundtun. Auch in der Adreſſe dokumentiert ſich
an=
ſpruchsvolles, anmaßendes Weſen in großen, breitſpurigen, den
ganzen zur Verfügung ſtehenden Naum in Anſpruch nehmenden
Schriftzügen.
Die Handſchrift jener Frauen dagegen, welche gewohnt ſind,
an das Leben nur beſcheidene Anſprüche zu ſtellen, wird durch
Einfachheit der Formen und Kleinheit der Schrift, Mangel an
Schnörkeln und Verzierungen charakteriſiert ſein.
Sum Schluſſe ſei darauf hingewieſen, daß ſich Beſcheidenheit
und anſpruchsloſes Weſen vielfach auch noch durch tiefgeſetzte
Querſtriche kundgeben und in der Briefadreſſe durch nach unten
rechts gerückten Namen des Adreſſaten und Beſtimmungsortes
zum Ausdruck gelangen!
Das Handtuch.
Von W. K. v. Nobara.
Kaum hatten wir uns in dem kleinen Gaſthof Simmer geben
laſſen, als der Wirt fragte, ob wir baden wollten. — So iſt das
immer in Japan: Erſt baden, dann eſſen. — Die Mädchen
wür=
den uns zum Baderaum führen.
„Nach japaniſcher Sitte erwartet man von uns, daß wir alle
zuſammen baden,” erklärte ich Lill und ihrem Gatten, „aber da
Sie das doch nicht gewohnt ſind, laſſe ich Ihnen den Vortritt.
Ich bade nachher.”
Lills Gatte ließ das nicht gelten. „Unſinn!” rief er, „im
Lande der Japaner fügt man ſich der japaniſchen Sitte.”
„Sie mögen Necht haben,” gab ich zu, „aber — —”, und ich
warf einen raſchen Blick auf Lill, die unſchlüſſig ſtand.
„Sie werden doch nicht ausgerechnet im Bad gegen den
Strom ſchwimmen!” lachte Lills Gatte und „kommen Sie,
kom=
men Sie!” drängte er uns aus dem Simmer.
Die Mädchen führten uns zum Baderaum und ließen uns
eintreten. Der Dampf des heißen Waſſers wogte wie ein
war=
mer Nebel. Außer uns war niemand im Naum: ein reiner
Su=
fall, denn in der japaniſchen Provinz badet immer noch alles
zu=
ſammen.
lachen, denn ſie meinten nicht anders, als er würde die weiße
Bärin hinter ſich ziehen.
Ei, da verging ihnen wohl das Lachen, als ſie die
wunder=
wunderſchöne Mondſcheinprinzeſſin mit den herrlichen Augen
hereinkommen ſahen! Der König aber lief ſeinem liebſten Sohn
entgegen, umarmte ihn und ſetzte ihn auf den Ehrenplatz.
Kaum hatte der Zauberer die Mondſcheintochter geſehen, als
er voll Wut auf ſie zuſprang und ſie erwürgen wollte. Sie
lächelte ihn an, hob ihre Arme empor und lagte:
„Deine Macht iſt aus, ſchlimmer Sauberer. Du ſollſt den
Frieden und die Milde nicht mehr verzaubern, damit deine böſe
Fauſt über die Menſchen herrſchen kann!”
Die Decke im Saal tat ſich auf, und von ſieben ſilbernen
Pferden gezogen kam der Mondkönig auf dem Mondwagen
her=
abgefahren, nahm ein ſilbernes Schwert, rührte damit den
Sau=
berer und Perlenzahn an und ſprach:
„Werdet, was ihr wart!”
Sofort verwandelte ſich der alte Sauberer in eine häßliche,
dicke Spinne und ſeine Cochter in eine kleine, giftige Natter.
Die Natter ſtach ihren armen Gemahl, und er fiel um und war
tot. Danach waren Spinne und Schlange verſchwunden.
Der Mondkönig ſegnete das junge Paar und ſprach:
„Herrſcht auf der Erde, ſolange ihr ſterblich ſeid, danach aben
ſollt ihr den ſilbernen Mond beherrſchen!”
Als er das geſagt hatte, flog er auf ſeinem Mondwagen
wie=
der davon. Der junge König und die Mondtochter aber
herrſch=
ten nach dem alten König weiſe und milde, bis ſie alt waren.
Danach holte ſie der Mondwagen ab und trug ſie in ihr ſilbernes
Reich.
Lill aber ſchien doch Hemmungen zu empfinden. „Es iſt
ſchließlich etwas ganz anderes, wenn man am Strand oder im
Luftbad —
„Ach was,” rief der Gatte fröhlich, „hie Rhodus, hie galta!”
Und mit einem entſchloſſenen Nuck entkleidete ſich Lill.
Die Mädchen, die übrigens ungeniert aus und ein gingen, uns
den Rücken wuſchen oder mit brühheißem Waſſer übergoſſen,
brachten uns Handtücher, die ſchmalen, langen, mit bunten
Bil=
dern bedruckten Cenugui, die als Badelappen und Handtuch
zu=
gleich dienen.
„Hübſch, nicht wahr?” ſagte ich, „jedes mit einem anderen
Muſter, jedes reizvoll und bunt. Da erzählte mir der Wirt eben
eine Handtuch=Geſchichte von der Küſte hier: An beſtimmten
Abenden erſcheinen geheimnisvolle, gelbgrüne Flammen auf dem
Waſſer der Bai —
„Phosphorenszenz”, unterbrach mich Lills Gatte, indem er
ſich energiſch den bereits etwas fetten Nücken ſchrubbte.
„Zweifellos. Eine Erſcheinung etwa wie das Meeresleuchten
im Süden, nur viel ſtärker und heller. Die Fiſcher nennen es
Ceufelsfeuer, und wenn die Siſcherfrauen die Flammen auf dem
Waſſer ſehen, werfen ſie die Cenugui ihrer Männer ins Meer.
Wenn eine Frau am andern Morgen das Cenugui ihres Mannes
auf dem Fellen dort drüben in der Mitte der Bai findet, von
Wind und Welle angeſpült, ſo weiß ſie, daß ihr Gatte ſie
betrügt.”
„Blödſinniger Aberglaube,” ſagte Lills Gatte, „machen ſie
das heute noch?"
„Seltener”, ſagt der Wirt; „meiſt nur romantiſche junge
Seelen.
Lill aber fragte, nur mit dem Kopf über den Nand der
Bade=
wanne guckend: „Gilt die Vegel auch umgekehrt?”
„Gewiß. Junge Männer werfen oft die Handtücher ihrer
Geliebten oder Frauen ins Meer, um die gleiche Creueprobe zu
machen.”
Als wir vom Bad kamen, fanden wir das Abendeſſen bereits
ſerviert, die Papierwände des Simmers waren zur Seite
ge=
ſchoben und man genoß einen wundervollen Blick über den
gra=
ziös geſchwungenen Strand mit den Fiſcherbooten, die Bai und
die Felſeninſel in ihrer Mitte. Das Eſſen zog ſich — wie das bei
allen Dingen in Japan der Fall iſt — in die Länge, und zum
Schluß ſagte Lills Gatte, ſich erhebend:
„Ich weiß nicht, was Ihr vorhabt; ich aber gehe zu Bott.”
„In einer ſo ſchönen Nacht und bei ſo einem Mond” fragte
ich vorwurfsvoll.
„Für mich iſt die Nacht am ſchönſten, die man ganz
durch=
ſchläft”, meinte er.
Ein Mädchen warf ſich vor der Schwelle auf die Knie und
meldete, daß die Betten bereitet wären. Lills Gatte blickte
durch die Cür in den Schlafraum: Da lagen unter dem weiten,
grünen Moskitonetz die dicken, ſeidenen Decken und Polter,
Entſpannung und Nuhe verſprechend — wahrlich ein
verlocken=
der Anblick.
Lill klagte: „Wir wollten doch bei Mondſchein baden — und
Boot fahren — und am Strand liegen — und Feuer anzünden
— das haſt du mir doch alles verſprochen!”
Aber der Gatte war nicht zu erweichen. „Nein”, — er wies
auf das Nachtlager — „das iſt zu appetitlich.” Und damit
ver=
ſchwand er.
Lill und ich blieben eine Weile ſchweigend zurück. Groß
ſchaute der Mond mit halbem Geſicht durch das offene Fenſter.
Dann gingen wir zu dritt an den Strand: Lill, der Mond und ich.
Die Mädchen brachten uns die Handtücher nach: „Für den
Fall, daß Sie baden möchten.”
„Wollen wir ein Boot nehmen? —”, fragte ich Lill.
„O, ſchön!”
„— und zum Felſen hinüberrudern?”
Der Mond fuhr mit.
Der Felſen wies auf der einen Seite einen ſanft abfallenden
Streifen Sand auf. Das Boot fuhr auf.
„Hier könnte man wundervoll baden,” meinte Lil, „der Sand,
das ſeichte Waſſer —
„Wir haben die Badeanzüge nicht bei uns, Frau Lill.”
„Nach der Szene eben im Badezimmer iſt das doch ganz egal.
Oder nicht?”
Es lag eine Art gepreßter Capferkeit in ihrer Stimme.
Wir badeten; der Mond ſah zu.
Nachher lagen wir auf dem Sandſtreifen, die Handtücher
legten wir auf den Fellen, der noch von der Sonne des Cages
warm war. Kleine Wellen leckten zu unſeren Füßen herauf und
wüperten.
„Sehen Sie doch! Sehen Sie doch!” rief auf einmal Lill,
glind das nicht die — Ceufelsfeuer?”
Ich richtete mich auf und blickte aufs Meer hinaus. Es
waren die Ceufelsfeuer. Sie tauchten mit den Wellen auf,
ver=
ſchwanden mit ihnen und unterſchieden ſich deutlich durch ihren
geheimnisvollen Schimmer vom Refoer des Mondes.
Das ganze Meer ſchien in einer ſchwülen, gelbgrünen Lohe
zu brennen. Es war unheimlich, erregend, ſchön.
Wir legten uns wieder zurück und ſchwiegen. Die Nacht
ſchwieg mit. Da lang eine Zikade. — Wie hat ſie ſich ſo weit
verirren können, auf dieſen Felſen ohne Baum und Gras, dachte
ich. Die Sikade ſang ein einziges. kurzes Lied, nur fünf oder
lechs Cöne, wie einer, der auf der Oboe präludiert. Immer
wie=
der das gleiche kurze Lied.
Da — als ich mir gerade ſagte, wie hoffnungslos es doch
für das kleine Cier ſei, in dieſer Einſamkeit allein ſein Liebeslied
zu ſingen — antwortete eine andere Sikade, leiſer, zarter, doch
mit dem gleichen Lied, dem gleichen kurzen aber ſehnlüchtigen
Lied.
Am anderen Morgen — Lills Gatte und ich waren
Frühauf=
ſteher, während Lill ſelbſt noch ſchlief — machten wir beiden
Männer einen Spaziergang am Strand. — Ich blickte im Gehen
über die Bai, hinaus nach der Felſeninſel, und da — auf einer
Hacke — ſah ich etwas Weißes ſchimmern. Im ſelben Moment
fiel mir ſiedendheiß die Frage ein: Haben wir vergangene Nacht
unſere Handtücher von der Inſel zurückgebracht? — Ich hatte —
gewiß, ich hatte mein Handtuch zur Morgentoilette benutzt; es
war allo da; aber Lills?—
Möglichſt unauffällig lenkte ich die Aufmerkſamkeit ihres
Gatten auf die Schönheit der Berglandſchaft hinter dem Dorf,
und auf Umwegen, die keinen Ausblick auf das Meer geſtatteten,
führte ich ihn zum Gaſthof zurück.
Bis zum Frühſtück blieben mir zehn Minuten. Ich nahm ein
Boot und ruderte eilig nach der Inſel hinaus. Da hing noch
das Cuch am Felſen; ich nahm es herunter: Es war Lills Cuch,
dasſelbe, das ſie im Bad von dem Mädchen bekommen und ſpäter
zum Abtrocknen nach dem Schwimmen benutzt hatte.
Als ich mit dem zuſammengeknüllten Luch aus dem Boot
ſtieg, wartete eine Magd aus dem Gaſthof am Strand auf mich,
ein ſchmales, hübſches Ding, das mir ſchon am Abend vorher
auf=
gefallen war. Sie machte ein gequältes Geſicht, für eine
Japa=
nerin ein außerordentlich gequältes Geſicht und ſagte: „
Ver=
zeihen Sie, Herr, aber ich glaube, das iſt mein Cenugui; ich warf
es geſtern nacht ins Meer.”
„Du irrſt,” entgegnete ich, „das iſt nicht deins.” Und dabei
— achtlos — entfaltete ich das Cuch.
En erlöſtes Leuchten ging über das Geſicht des Mädchens.
— „Nein. Das iſt nicht mein Cenugui”, ſagte ſie froh. Doch
plötzlich bekam ſie ganz große, ſchwarze, erſchrockene Augen:
—— ader es iſt das der ſchönen weißen Frau mit den gelben
Haaren!”
Blüht das Geſchäft?
Eine luſtige Geſchichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht.
VVon Hans Karl Abel.
Profeſſor Simmermann war immer ſehr zerſtreut. Das iſt
bei einem älteren Univerſitätslehrer nicht gerade etwas
Außer=
ordentliches; ſeine Serſtreutheit aber war gepaart mit einer
ab=
londerlichen Gewiſſenhaftigkeit, die ſo weit ging, daß er
bei=
ſpielsweiſe beim Abteſtieren die vielen kleinen Haarſtriche an
ſeiner Unterſchrift mit der Spitze ſeiner Feder immer und immer
wieder zählte, aus lauter Angſt, er könnte eines von den nur
durch ein Vergrößerungsglas erkenntlichen Strichelchen
ausge=
laſſen haben. Wir Studenten vergingen dabei faſt vor Ungeduld,
aber es half nichts, daß wir ihn beinahe von ſeinem Katheder
herunterdrängten, er zählte und zählte die Buchſtaben ſeines
ohnehin langen Namens mit einer fanatiſchen Geduld, und ſeine
Lippen flüſterten zur beſſeren Kontrolle: 1 — Punkt — m —
m —e—r—m— a —n— n.
Eines Abends war er beim Dämmerſchöppchen lange
nach-
denklich hinter ſeinem Bierglas geſeſſen, und als er dann
auf=
ſtand, griff er, immer noch in Gedanken verſunken, mechaniſch
nach leinem Hut und ebenſo mechaniſch nach dem neben ihm
ſtehenden Schirmſtänder, aus dem ſeine Hand einen fremden
Herrenregenſchirm herauslangte. Schon wollte er ſich entfernen,
da ſchreckte ihn die darſche Anrede eines andern, an einem
Nebentiſche befindlichen Stammgaſtes aus ſeinen Cräumen:
„Ohol. Was wollen Sie denn mit meinem Schirm? Der Schirm
gehört mir!” Erſchrocken gab der gewiſſenhafte alte Herr den
Gegenſtand ſeinem rechtmäßigen Beſitzer zurück und ſtotterte die
Entſchuldigung: „Ach, verzeihen Sie, ich war der Meinung, ich
hätte einen Schirm mitgenommen, als ich daheim fortging.”
Ganz geknickt darüber, daß er dadurch in einen falſchen
Ver=
dacht gekommen war — er, der ein ſo peinliches ſittliches
Be=
wußtſein in ſich trug —, mußte er beim Betreten der Straße
be=
merken, daß es zu regnen begann. Und weil er ſich nun erinnerte,
daß ſein Schirm in Neparatur war, ging er nicht gleich heim,
londern in den Laden, um ihn zu holen. Die Dame in dem
Ge=
ſchäft fragte ihn, ob er nicht auch die beiden andern Schirme,
die ſeine Frau gleichzeitig zum Flicken geſchickt hätte, mitnehmen
wollte, da es doch Negen gäbe und alle drei fertig ſeien.
Warum hätte er das auch nicht tun ſollen!
Er nahm daher den ſeinigen und die beiden Damenſchirme,
die lie ihm hinreichte, unter den Arm und letzte lich bald darauf
imn eine Crambahn, um nicht mit drei Schirmen durch die Stadt
zu laufen.
Als er ſo daſaß und den Schirmvorrat ſeiner Familie zwiſchen
den Knien hielt, bemerkte er, wie ſpöttiſch ihn ein ihm gegen=
überſitzender fremder Mann betrachtete. Er fühlte ſich ordentlich
beläſtigt von dem herausfordernden Ausdruck ſeines Gegenüber
und konnte ſich nicht erklären, warum ihn dieſer freche Menſch
ſo beobachtete. Um baldmöglichſt aus dieſer unangenehmen
Situ=
ation herauszukommen, ſtieg er ſchon bei der nächſten Halteſtelle
wieder aus, in der Abſicht, den Weg nun doch zu Guß zu machen.
Da rief ihm der Fremde, dem ſeine Verlegenheit und ſein raſches
Verſchwinden aus dem Wagen nun doppelt verdächtig erſchienen,
mit einem boshaften Lächeln nach: „Na, blüht das Geſchäft?”
... Er mußte ſich, als er auf dem Pflaſter ſtand, den Sinn dieſer
Worte überlegen.
Das war ja derſelbe Kerl, der ihn im Bräuſtübchen wegen
ſeines Schirmes angefahren hatte, er hatte ihn an der Stimme
wiedererkannt!
Offenbar glaubte der nun von ihm, daß er ſich die Schirme
da zuſammengeſtohlen hatte, und er konnte ſich nicht rein waſchen
von dieſer ſchändlichen Verdächtigung!. Wehrlos mußte er’s
einſtecken, dieſes höhniſche: „Blüht das Geſchäft?”
Es war zum Heulen. —
Schach
Nummer 315.
Partieſtellung Nr. 6.
Die mit einem Schönheitspreis ausgezeſchnete Partie VajdaſAhues
aus dem Keskemeter Turnier 1927 führte nach dem 28. Zug zu
folgen=
der Stellung:
Schwarz: Ahues.
a b
4
Deßt. Bobe.
34. Th1- h7- Kg7—
Es folgt eine ſchöne Schlußkombination:
TgGBe4
35. g5Xk6! Nun droht ſowohl Matt
29. h.4Fg5!
30. Dd3Ke4il ne8Re4
als auch Turmgewinn durch t74. Schwarz
748-e8
31. Id38e4
muß alſo die Dame zurückgeben.
32. Le4sh7t Kg8—g7
Gs wäre fürihn nicht günſtiger wenner
Ausſichtslos wäre auch das Zurückopfern, im 81. Zuge den Turm etwa nach a8
ge=
der Dame, denn nach 32.
Dh7: 33, ſtellt hätte. In dieſem Falle müßte er nun
Th7: Kh7: 84. gt hat Weiß zwei Bau=, das Matt durch einen Läuferzug parieren,
ern mehr und gewinnt glatt.
und Weiß gewänne durch 36. 8g5.
Dä7—d5
33. Uh7—15l
Es folgte noch: 35. . . . Dih: 36.gt
Auf Dd81 gewinnt Weiß durch 84. Th81 Kh7:37 Kg2Ld8 28. Sg5+ Kn6 39.
z. B.: Le7 35. Ng6+ K18 36. gt I.t6: 8k7r Kh7 40. Uhlr Kg8 41. 8g5
37. g5. Dieſe Variante mußte bei der Tes 42Ah7Ta 2: 43.174 Kis 4.Soct
Opferung der Dame vorausberechnet ſein, aufgegeben.
(Turnierbuch geeskemet 1937.)
Aufgabe 455.
George Hume in Nottingham.
(Fata Morgana 198.)
Weiß: Ke4 Ib6 g4 Se8 h8 Ba5 d3 18 (8);
Schwan: Ke6 Le8 8t5 Ba6 b7 44 d8 d7ergßg6 uy.
Selbſtmatt in zwei Zügen.
Vagerecht: 2 Gegenteil von ſtets, 4 Milchprodukt, 6 Fluß
in Kärnten, 7 ehemaliger Herrſchertitel, 9 Stadt an der Thaha,
10 Göttin, 11 Fluß im Elſaß, 13 Teil des Baumes, 14 Beſtandteil des
Käſeſtoffes, 16 iraniſcher Volksſtamm: — ſenkrecht: 1 Straße
(lateiniſch), 2 Umſtandswort, 3 metalliſches Geſtein, 4 Rauch, Dampf,
5 beliebtes Nahrungsmittel, 6 Monat, 8 Farbe, 12 altes Gewicht,
13 Teil des Thegterſtückes, 1 Käſemagen.
Carl Deubel.
Sülbenrätfel.
Aus den Silben: m bar ber buf chei da dä den der des
ee ei el es gat hut in in ipſ kar ko kra ku la lam li
luf me mel mi mon nar ne ne nent wo nur o on on pi vo
vo ra rat re rha ri ni ſau ſe ſe ſen ſen ſi ſo te tes u
bal vi wa wald, wich — ſind 22 Wörter zu bilden, deren Anfangs=
und Endbuchſtaben beide von oben nach unten geleſen einen Spruch
epgeben. (ch — 1 Puchſtabe.) Die Wörter bedeuten: 1 Zeitungsanzeige,
2 Bekannter Strect4 iſer, 3 Mythiſcher Grfinder der bildenden Künſte
bei den Griechen, zenläd— —tiſche Größe, 5 Gemüſepflanze, 6 Muſe der
Tragödie, 7 Ge 4 Mathercke ſch
laterne, 1 Teil zirge 8 jungetd. Pferde. 2. Marchendichter, 10.
Poper=
aben. 14 Nachtcon Rumänten, 12 Engliſche Stadt, 19 Bera der Steier=
I7 Auslaſlung gſeiſt. 15 Mündungzarn der Weichel, 10 Deutſche Stoß,
so Iſtalieniſche Landſchaft, 19
Faſchings=
zeit, 20 Bibliſenes Buchſtabel” Aerztliche Maßnahme, 2 griechiſcher
Philofoph. „eße am Kr.
Aum. Aber, ihr 2Rätſel ans Nummer 23.
c und St in Zahlen=Wirrwarr.
Die römiſchen Zahlen deuten an, die wievielten Buchſtaben der
grabiſchen voranſtehenden Zahlen zu nehmen ſind; man erhält:
„Zahlen beweiſen”.
Streichholz=Rätſel.
Durch Umlegen der 8 ſtarken Hölzchen entſteht ein deutſches Land.
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.
[ ← ][ ][ → ] Aa un for allemol, es geheert ſich net, un ich kanns for mein
Dod net verknuſe, wann vadduh Leit, die wo vun Haus aus
net dezu brädeſtiniert ſin, duſchur mit Fremdwörter um ſich
ſchmeiße, un meiſtens ganz abadd mit ſolchene, die wo ſe
abbſe=
ludemang net kabbiern, un dhun ſe däßwäje gleich ah groh
ver=
kehrt awenne.
Noja, mer kennte jo die horriwele Dickdhuer, die ſiffiſande,
un mer waaß aach, daß die ganz borniert Fremdwortelerei bloß
druff enaus laaft, daß mer glaawe ſoll, derjeniche wo dodemit
ſei Geſchwätz brämiert, der weer wunners wie geſcheid, un ganz
ſqumeßich gebild un hett ’s Gumminaſium abſolwiert im alde
Waiſehaus, un hett e humoriſtiſch Bildung genoſſe; un
mittlerer=
weil hotts em kaum bis zu de dritte Glaß uffm Ballaum
ge=
langt, vun wo mer’n, wääche Altersſchwäche un
Addollerie=
verkalkung vum Schulbeſuch ſußpenſiert hott.
Däß is nadierlich bei uns „Inndälläckduwälle” was
anner=
ſter, dann Gott ſei Dank, mer hott was gelärnt, un is im
Aus=
land gewäſe, in Schimmeldewubbdich un Watzekneil, vum
Kuh=
ſchwanzeck gornet zu ſchwätze, wo ſe heit noch im Jargoh balliern,
wie geſchmiert.
Wie geſogt, wir geiſtiſch Hochſtehende, mir ſin firm, un kenne
uns aus am fremdſprachliche Worſchtkeſſel. Un wann ſpäziäll
mir perſönlich hie un do emol e Fremdwort unnerlaaft, ſo hott
däß ſein gude Grund, dann mer hotts in ſich; un wanns druff
akimmt, ballier ich net bloß franzöſiſch wie Waſſer, zum
Bei=
ſpiel, komana wu Frankenthal, odder engliſch wie Eel, zum
Bei=
ſpiel, Micks Bickels hau du wie du, odder ſogar ladeiniſch, wie
nollenz koblenz, buines eires, odder ſchnabula raſa, was ſoviel
haaßt, wie, mer will im Geſicht raſſiert ſei.
No un iwwrichens, wo kemde wir Indelläckduwälle dann
aach hie, wann mer net in alle dode, un ſo zimmlich in de meiſte
lewendiche Sprache ſich auskenne dhet? — Ei noch net die a fachſt
Thegterkridick kennt mer läſe, vum verſteh ganz
abge=
ſähe, däß hellt gam ſowieſo als ſchwer, aach ohne Fremdwörter.
Jedenfalls, wer bloß Geld, un ſunſt nix gelärnt hott, un
wer net mindeſtens mit m Hinnern uff de alde Piudräbb geſotze
hott, der ſoll liewer mit de Fremdwörder ſo ſparſam umgeh, wie
meechlich. Freilich, s blamiert ſich jeder, in de Geſchwindichkeid,
ſo gud er kann, un liewer ſeecht ganer, er hett ſei Lokahl
renno=
wiern loſſe, als wie daß er ſeecht, er hetts ganz nei
renno=
wiern loſſe, wo mer ſich doch wenichſtens was drunner vorſtelle
bann. Un for „gebilde” Leit is es ganz zweifelsohne, daß mer
in=ere Reſtauration „räſtauriert” un net etwa bloß dunkt
un waaſcht, wie draus uffm Kranichſtaa . .
Die ſchlimmſte Fremdwörter ſin awwer die bollidiſche, wie
zum Beiſpiel „Recht”, Gerechdichkeid”, „Ehrlichkeit” un ſo, dann
unner dene kamn mer ſich iwwerhaubt nix vorſtelle.
Wohärn=
gääche mer ſich unner dem Wort „Ballamendarismuß” ſo
zimm=
lich alles wenſchunmeechliche vorſtelle kann, bloß nis
Ver=
nimfdiches.
Da lob ich mir doch mei ehrlich Deitſch, beſunners wanns
Frackdur is, do verſtehn ſe gam dann, un märke daß mer
deitſch witen ſchwätzt, wie de alde Luther ſeelich gefagt hott.
No un drotz meine unniverſionälle Bildung, die wo ich an mer
hab, ſo glaab ich doch, daß mers ſo zimmlich kabbiert hott, daß ich
domit net brilliandiern will, ſundern daß ich konnſigwend, un ſo
weit als meechlich, alle Fremdwörter konnſtand vermeide dhu.
Dann wie geſagt, die ganz Fremdwortelerei is weider wix, als
wie e ſcudumm Brotzerei, un e lächerlich Vornehmduerei, wo nig
richdiches dehinner ſtickt. — Un wer jetzt genau acht gibt, wo ſich
naner kratzt, der wärd aach märke, wen’s beißt
Ich awwer mecht widder mol mein lahme Dichtersgaul
ausm Stall zoddele, un mecht in meim geliebte Heinerdeitſch en
klaane Ridd rißgiern
Ich mecht emol widder gans ſinge,
Mei Härz is ſo leicht un ſo froh,
Drum wärrn e paar Vers mir gelinge,
Iwwer die Zeit un die Umſtend un ſo — Holldrio!
Iwwer die umſtendlich Za—it un ſo.
Was ſoll dann aach ewich der Kummer,
Es is doch noch ſchee uff de Wäld,
Ich halts, dann mir ſin jo im Summer,
Vorerſt mit de Lillje im Feld — ohne Geld!
Mit de Li, La, Lu, Lillje im Feld.
Drum mach ich mer weiders kaa Sorje,
Es bimmt jo doch, wie es kimmt;
Un will mir kaaner was borje,
So bin ich dorchaus net verſtimmt — ganz beſtimmt,
Ich bin froh, wann mir kagner was mimmt.
Zwar ’8 Finanzamt däß kann mer nix mache,
Bei wir hotts de Aſchluß verbaßt,
Drum kann aach ſo freehlich ich lache,
Un läb, wie de Spatz uffm Aſt — ohne Laſt,
Wie de Spa, Spi, Spu, Spatz uffm Aſt.
Ich konnt drum aach leider wix zeichne
Uff die Reichsaleih, die badent,
Ich muß erſt mei Schulde endeichne,
Un zwar mit 100 Prozent, — ſabbremend,
Do hott all mei Elend e End.
Un was in Baries die beſchloſſe,
Vun wääche’m „Bezahle” — mei' Gott! —
Däß muß mer de Zeit iwwerloſſe,
E Lumb gibt mehr, als er hott, — ohne Spott,
Beim Bankrott, do is alles kabodd! —
In Marienbad unnerdeſſe,
Macht e „Glauwerſalzkur” unſer Schacht,
Dieweil in Baries all däß Eſſe,
„Rickwirkend” Beſchwerde ihm macht, — daß es kracht!
Ganz forſchtbor Beſchwerde noch macht.
Maddridd, däß is aach ſo e Gäjend,
Un beinoh ſo ſchee, als wie Gemf
Die Sunn, wanns net zufellich räjend,
Beſcheind ſtets deſällwiche Semf, — was for Kremf!
In Maddridd, genau wie in Gemf.
De Streeſemann, ſo heert mer’s leite,
Hott dort gleich gans ei’ ſich gelackt,
Vun wääche de Minderheide,
De Stier an de Hörner gepackt, — daß es knackt,
Als Torrero, de Stier agepackt.
Ich hoff aach, er dhuts net verſäume,
Indem jetzt der Krieg liquidiert,
Un redd. „um ſchläunichſt zu räume‟,
Mit’m Briand en Stoß unſcheniert, — daß er’s ſpiert!
En kräfdiche Stoß unſchewiert. —
In Darmſtadt is glicklich erledicht
Die „Ower=Frag” ſonder Fehl,
Vum Brovinzial=Ausſchuß beſtädicht,
Umſunſt war der ganz Kragehl, — meinerſeel!
No gottlob, jetzt is alles aa Mehl!
Nu loßt aach des Maul net mehr henke,
Un hofft uffin ginſtiche Stärn,
De „Rudie” wärdds Schiffche ſchun lenke,
In ſchläächter, wie’s is, kanns net wärrn, — meine Härrn,
Odder ich mißt ganz barwariſch mich ſchnärrn!
Drum: wäck mit de Grille un Sorje,
Guckt rings, wie es duft, wie es blieht,
Was ſoll do däß kräxe un worje,
Solang uns des Lembche noch glieht — im Gemied,
Däß La, Li, Lu, Lembche noch glieht.
Un gibts ſtatts ſchee Wädder aach Räje,
Un s wärd die Nadur eich verhunzt,
Kennt uff de Madildeheh ſähe,
Ihr „den ſcheene Menſch in der Kunſt” — faſt umſunſt,
„Er” un „Sie”, puddelnackt in de Kunſt.
Aach ’s Therjader dhut eich ergetze,
Spielt. Brodweh” mit rieſichem Schmiß,
Jazz, Girls, Schiewer, Mord un Enſetze!
Mer waaß als net mehr „wo” mer is — ganz gewiß,
So e Kunſt die hott heit des Geriß!
Drum loßt eich „die Zeit” net verdrieße,
Un ſin gach „die Umſtend” net ſchee,
Dhut froh eiern Summer genieße,
Um Woog — an de See — uff re Heeh. — Dullijee
Ich mach Schluß, dann des Maul dhut mer weh! .."
Bienche Bimmbernell=
Poſtſchkribbdumm: Wann ich in Obichem beilaifich ſo
frei war, un mir zu bemärke erlaabt hab, daß mer ſich unnerm
Balamendarißmuß alles menſchunmeechliche vorſtelle kennt, bloß
wix Vernimfdiches, ſo lann ich for die Behaubdung de
Wahrheiz=
beweis jederzeit adräde, indem ich mich bloß uff die
Landags=
ſitzunge vun däre Woch (außer im Freidag!) zu beruffe brauch.
Wärklich, wann ich mer ſo däß Therjader aguck, ſo kimmt mer’s
vor, als wann’s dene Landägler in Darmſtadt ganz erheblich
beſſer gefalle dhet, als wie dehaam; odder als wann ſe in
ihrm Brifadberuf genzlich iwwerfliſſich weern. Dann ſunſt dhete
ſe im Landag mit ihrm ewiche Geredd doch net die Zeit ſo
nutz=
los dodſchlage. Ei hol mich de Guggug, die redde jo drufflos,
als dhete die Däg diß Johr gornet all wärrn . . . Was domit
for=e Zeit verblemmbert wärd, däß is net am Himmel zu mole.
Wann do net jeder ganzlinge alle Dag e paar Adräg geſtellt,
odder die Reſchierung mit=ere ſogenannte „Klaane Affrag” aus
ihrm Verſteck uffgeſcheicht hott, dann is=em net wohl. Un jeder
ſchwätzt dodebei, vun ſich aus, immer vun Sparſamkeid, un lebt
drotzdem in ſeine Redde als in de Dag enei, nadierlich uff Koſte
vun uns ärmliche Steierzahler. Wann ſe doch emol an ſich
affange dhete, un weern mit m Redde ſparſamer, un dhete dofor
liewer hie un do emol en geſcheide Gedanke zu Dag fördern.
Awwer dadrinn ſin ſe diräckt knauſerich. Sundern ſie ſitze
ſtunde=
lang unnernanner eum, un verdrödele mit ihrm Geredd die Zeit,
un ſchwätze vun Dauſend un drei Sache, un ſage ſich gäächeſeidich
allerhand knolliche Liewenswärdichkeide ins Geſicht.
Un neierdings erſcheine die allerfreiheitlichſte ſogar im
Moß=
gauer Dienſta zug, umgeſchwallt, un die Kabb uff=em Kobb, un
grieße ihr Kolleeche vun de annern Fackeldhete bloß noch
wille=
deriſch mit „Vorbeigeh in grader Haldung” — Ich kennt mir
denke, daß ſich jetzt die annern net lumbe loſſe, ſoweit ſe vum
Leitnand uffwärts ärchendwie Saldad worn, un erſcheine
äwenfalls in Galla=Uniform; a Ehr is die anner wert. Un
wann ich do unſerm klaane Landagsbräſendend en gude Rat
gäwwe därf, ſo ſoll er ſchleunichſt Mitglied wärrn bei de
frei=
williche Feierwehr, däß is erſtens e genzlich neidraler
Drubbe=
körber, un zweidens, unner me Feierwehrhälm macht er de
annern wiſſawie doch immerhie en forſchterweckende Eidruck;
un wann=er ſich gor noch die Feierſpritz mitbringt, dann will
ich emol ſähe
Iwwrichens, iwwer die Brijjelſtrof in de Schul mag
ner denke wie mer will, jedenfalls ich hab mei Daal aach krickt,
un bin net dra geſtorwe, ſundern vermudlich hawwe die Riß bei
mir ihrn Zweck erfillt, däß därf ich ruhich ſage. — Es gibt awwer
ſo e Sort Lauszibbel, dene dhete noch geheern, wann ſe lengſt
aus de Schul ſin, un zwar ſin däß die, die wo nachts nig
beſſeres wiſſe, als wie de Leit ihr Sach zu demmoliern,
Firme=
ſchilder abzureiße, Aushengkäſte ei zuſchlage, un die gärtneriſche
Tlage zu verwieſte. — — — For ſo Delickte gibts kaa anner
Strof als wie fimfunzwanzich uff de Bloße, do vergingt=ſen — —
Ich ſtelle anheim".
Der zeitgemäße Haushalt.
Vorjährige Sandaletten im neuen „Gewande‟
Die diesjährige Frühjahrs= und Sommermode bringt für die
Frauenwelt wieder die mit mehr oder weniger reichem
Durch=
bruch am Vorderblatt verſehenen, farbigen Sandaletten, die ſich
ſowohl in den zarteſten Paſtelltönen, wie in den kräftigſten
Far=
ben, ja oft ſogar zweifarbig, präſentieren. Alle diejenigen Frauen
und Mädchen, die ſich noch im Beſitz guterhaltener vorjähriger
Sandaletten befinden, können dieſer Modeforderung leicht
nach=
kommen, wenn ſie ſich der kleinen Mühe des Selbſtauffriſchens
unterziehen. Nachdem die Sandaletten, zuvor auf Leiſten
ge=
zogen, von Schuhereme=Reſten durch Abreiben mit Terpentin oder
Salmiakgeiſt befreit wurden, werden ſie nach gründlichem
Trock=
nen mit Wilbra ſtrichweiſe dünn und gleichmäßig in einer von
der vorjährigen Farbe abweichenden Tönung eingepinſelt, wobei
etwaige Zierränder noch abſtechend andersfarbig abgeſetzt werden
können. Am nächſten Tage mit wollenem Lappen matt oder nach
vorherigen Eincremen hochglänzend gerieben, verraten ſie in
keiner Weiſe mehr, daß es ſich um vorjährige Schuhe handelt.
Rhabarber=Gelee als Nachtiſch. Von 1 Pfund
gekochtem Rhabarber fülle man den Saft ab (den
zurückgeblie=
benen Rhabarber verwende man als Kuchenauflage oder
Kom=
pott), ſüße ihn nach Bedarf, ſchmecke ihn mit dem Saft einer
ausgepreßten Zitrone, 1 Gläschen Arrak oder Rum und etwas
Vanillezucker ab und verrühre ihn mit aufgelöſter Gelatine (halb
rot, halb weiß), von der man 6 Blatt auf ½ Liter Flüſſigkeit
rechnet. In Glasſchälchen oder Gläſer gefüllt, reicht man das
M.
Gelee mit Schlagſahne beſpritzt.
Kirſchreis als Nachtiſch. 20 Gramm kalt
abgequirl=
ten Reis quelle man in ½ Liter Milch aus, verrühre ihn mit
½ Teelöffel Salz. 2 Eßlöffel Süßſtofflöſung, 1 Eßlöffel Butter
und 2—3 Eigelb, füge noch 1 Eßlöffel Grieß und zuletzt den
ſtei=
fen Schnee der Eiweiße bei. Mit 1 Pfund ſüßen Schwarzkirſchen
untermiſcht, fülle man den Reis in eine eingefettete Auflaufform
und backe die Speiſe bei Mittelhitze 3—1 Stunde. Heiß in der
Form und mit einer ſchaumigen Chadeauſoße ſervieren.
Ein gutes Erfriſchungsgetränk für Kranke.
½ Pfund Schwarzbrot ſchneide man in Würfel, röſte dieſe in
trockener Pfanne und übergieße ſie mit 1 Liter kochendem Waſſer.
Nach dem Erkalten durch ein Haarſieb gegoſſen, füge man dem
Saft ½—1 Zitrone und Zucker nach Geſchmack bei und gebe das
H.
Getränk kühl in kleinen Mengen.
Angeſchnittene Zitronen vor dem Schimmeln
zu bewahren. Wenn man angeſchnittene Zitronen bis zum
anderen oder mehrere Tage aufheben und dieſe vor dem
Schim=
meln ſchützen will, ſo beſtreue man einen ſauberen Teller mit
Salz und lege die Zitrone mit der Schnittfläche auf das Salz.
E.
Dieſes wirkt konſervierend.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Stachelbeerkaltſchale mit Schaumklößchen.
Stangen=
ſpargel mit Kalbskoteletten. Erdbeeren.
Montag: Grüne Bohnen mit Hammelfleiſch.
Dienstag: Junge Karotten mit grünen Erbſen und gebr.
Leber.
Mittwoch: Fleiſchgefüllte Eierkuchen mit Gurken=Staudenſalat.
Donnerstag: Sauerſüßes Gurkengemüſe mit Siedewürſtchen.
Freitag: Seelachs, gebackenen, mit Dillſoße. Staudenſalat.
Samstag: Spinat mit Setzeiern und Röſtkartoffeln.
A
Humor IE
Sein Geſchäft. Der Neger ſprach den Herrn um eine kleine Gabe
an. Dieſer, der ihn kannte, ſagte: „Aber Sam, du wirſt doch nicht
betteln, du haſt mir doch einmal erzählt, du hätteſt ein Geſchäft.” —
„Hatte ich auch,” nickte der Farbige, „es war eine Wäſcherei mit einem
Arbeiter, aber ich habe es ſchließen müſſen.” — „Wie kam denn das?‟
— „Ja, ſie wollte nicht mehr und ließ ſich von mir ſcheiden.”
Die Wilden ſind doch beſſere Menſchen. „Haben Sie nicht alte
Klei=
der für die Wilden?” bat der Miſſionar. — „Meine Tochter hat eine
Menge abgelegte Toiletten,” erwiderte der wohltätige Herr, „aber ich
fürchte, die Wilden werden ſie nicht tragen.”
Verdächtig. Auf der Polizei wird angerufen: „Hier bei mir im
Laden iſt ein verdächtiger Mann. Er will einen alten Kraftwagen bar
bezahlen!“
Mahnbriefe, die aus dem Himmel kommen,
Da fällt wir ein, Max, haſt du heute die Elektrizitätsrechnung
(Sönntagsniſſe Strix.)
bezahlt?
Unterſchied. „Wenn man einem Mann etwas erzählt, dann geht es
zu einem Ohr rein und zum andern wieder rous.” — „Und wenn man
einer Frau etwas erzählt,” erwiderte er, „dann geht es zu beiden Ohren
rein und zum Munde wieder raus.”
Gute Ausſichten. Iſt Edith glücklich verheiratet?” — „O ja, ihr
Mann hat große Angſt vor ihr.
Seltene Gelegenheit. „Wenn Sie ihr ſagen: „Bitte recht freundlich!”
dann machen Sie mich doch noch darauf aufmerkſam”, ſagte der Gatte
eifrig zum Photographen. „Es iſt ſo lange her, daß ich das nicht
geſehen habe.”
Die Ahnungsloſe. Die alte Dame kann auf dem großen
Paſſagier=
dampfer ihre Kabine nicht finden. „Wie war denn die Nummer?” fragte
der Steward. — „An die kann ich mich nicht mehr erinnern,” meint die
Dame, „aber ich weiß ganz genau; ſie lag dem Leuchtturm gerade
egenüben
Die Mode
für den Cennisplatz.
Früher einmal war der Tennisſport für „
ge=
wöhnliche Sterbliche” eine unerſchwingliche
Ange=
legenheit und blieb darum eine Sache der „oberſten
Zehntauſend”. In den letzten Jahren aber hat
der Sport in jeder Form die weiteſten
Bevölke=
rungsſchichten ergriffen, Vereine und Verbände
ſchloſſen ſich zu gemeinſamen ſportlichen
Intereſ=
ſen zuſammen, und ſo kam es auch, daß der
Tennisſport für viele erreichbar wurde, indem die
damit verbundenen Koſten auf ein Minimum
her=
abgeſetzt wurden. Heute iſt er auch nicht mehr
jener Sport, dem Tauſende als Zaungäſte zuſehen
müſſen, ſondern eines der vielen ſportlichen Spiele,
die während der letzten Jahre Gemeingut wurden.
Wie jeder Sport iſt auch das Tennis nur dann
ſchön und bereitet nur danm reſtloſes Vergnügen,
wenn man über eine entſprechende und für dieſen
Zweck notwendige Aufmachung verfügt, denn nicht
tadellos oder gar unzweckmäßig gekleidet zu ſein,
trübt zweifellos jede Sportfreude.
Nun iſt es keineswegs ſchwierig, hier eine
rich=
tige Dreß zu ſinden, denn zum Tennis ſieht man
nur dann reſtlos elegant aus, wenn man unendlich
einfach gekleidet iſt, weil jedes Zuviel nicht nur
unſportlich und unpraktiſch, ſondern auch abſolut
unelegant iſt.
Wichtig erſcheint natürlich vor allen Dimgen
das Material, das man für dieſen Zweck
her=
anzieht; es muß nämlich immer ausgezeichnet
waſchbar ſein, denn gerade während der warmen
Jahreszeit muß man damit rechnen, ein
Tennis=
kleid oftmals zu reinigen, und zwar ohne beſondere
Vorſicht, ſo daß ein empfindliches Material
über=
haupt nicht in Frage gezogen werden darf.
Die Tenniskleidung iſt in der Regel weiß; zwar
verſucht man imer wieder verſchiedene helle
Paſtelltöne zu bringen, doch haben ſie zwei große
Nachteile (wiewohl man ſich eingeſtehen muß, daß
ſie ganz entzückend ausſehen und das Bild des Tenisplatzes
farbenfroh und flott geſtalten). Der eine Nachteil beſteht nämlich
darin, daß die Waſchbarkeit eines Kleides in Paſtellſchattierung
bedeutend beeinträchtgt wird, der andere iſt in der Tatſache zu
ſuchen, daß die zarten hellen Farben im grellen Sonnenlichte ſehr
leiden und nur allzu leicht ausblaſſen.
In der Regel ſind es darum die Waſchſtoffe, die zum Tennis
Verwendung finden, doch verarbeitet man gerne auch die
ver=
ſchiedenen Rohſeiden, daneben aber auch jene Seidengewebe, die
ſonſt für Herrenhemden herangezogen werden. — Die Form des
Tenniskleides ſoll immer außerordentlich einfach ſein.
Weſent=
lich iſt, daß der Rock unter allen Umſtänden eine entſprechende
Weite hat, um genügend Bewegungsfreiheit zu ſichern; darum
pflegt man die gefältelten Röcke zu bringen, die den
Anforderun=
gen immer am beſten entſprechen.
Der Oberteil des Tenniskleides hat faſt ausnahmslos
Jumperform und iſt in der Regel ärmellos: falls aber doch —
wie etwa bei den herrenhemdähnlichen Typen — lange Aermel
vorgeſehen werden, muß man ſie während des
Spieles entſprechend „aufrollen”.
Wichtig iſt auch eine entſprechende Umhülle
in Form eines loſen Paletots oder einer kurzen
Jacke, die man nach dem Training braucht, um ſich
vor Erkältungen zu ſchützen. Selbſt für ſchöne,
warme Tage benötigt man nach dem Spiele etwas
(und ſei es der kleinſte Schutz), um nicht — wenn
man erhitzt iſt — bei einem Luftzuge Schaden zu
leiden: es genügt dann mitunter eines der ſlotten
Halstücher, das jede Frau bekanntlich gerne trägt.
Ein paar Anregungen für ſlotte Tenmiskleider,
die wan leicht ſelbſt herſtellen kann und die auf
den ſportlichen Bedarf Rückſicht nehwen, zeigen
wir in unſerer Skizze:
Im erſten Bilde bemerkt man eine der
ge=
bräuchlichen Hemdbluſen, die der Herrenmode
nach=
empfunden ſind; der kleine Bubenkragen läßt ſich
natürlich öffnen, die Knopfleiſte, die durch die
Mitte führt, erleichtert die raſche Reinigung. Die
enge Paſſe kann entweder mit der Bluſe in
Ver=
bindung ſein oder ſeparat als eine Art Gürtel
ge=
tragen werden. Sie hat den Vorteil, der Figur
beim Spiel den nörigen Halt zu geben.
Zu einem Tenniskleide dieſer Art ſieht die
far=
bige Flanell=Jacke mit zweireihigem
Knopfver=
ſchluß ſehr flott aus; ſie wird entweder in
Marine=
blau, Rot oder Grün gearbeitet und mit einem
ent=
ſprechend gemuſterten, ſchalartigen Halstuche in
Verbindung gebracht (Bild 2).
Einen breiten Raum in der Tennismode
neh=
men die Strickſachen ein, denn die Wollinduſtrie iſt
— wie man weiß — ſeit vielen Jahren
unermüd=
lich tätig, um die ſportliche Mode immer mehr
auszugeſtalten. Für dieſe Saiſon ſtehen die
ſoge=
nannten „grob”=geſtrickten Sachen, die in ihrer
poröſen Machart ungemein originell ſind, im
Vor=
dergrunde des Indereſſes. — Bei dieſen Jumpern,
die das Produkt einer ganz ſpeziellen maſchinellen
Technik ſind, vermag oft ſelbſt der Fachmann den
Unterſchied von handgearbeiteten Sachen kaum zu
erkennen; wir zeigen ein ſolches Stück in unſerem
vorletzten Bilde: es handelt ſich hier um einen
weißen Strickjumper mit bunten Kanten. Dazu wirkt der
gefäl=
telte ſtrickpliſſierte Rock und ein loſes, farbiges Jächchen ſehr gut;
ebenſo ſieht ein kleines Seidentuch wit eingeſtickten Racket=
Emblemen ganz entzückend aus.
Im letzten Bilde bemerkt man ein einfaches Kleid aus
in=
ſich=geſtreifter Herrenhemdſeide, wobei der Jumper quer, der
Rock aber in Längsrichtung verarbeitet iſt. Ein leichter,
flauſchi=
ger Raglam iſt die Umhülle, die immer gute Dienſte leiſtet und
für jedwede Gelegenheit in Frage kommt.
Kariertes Sämiſchleder in ſeiner vielfachen
Verwendung.
Immer wieder trachtet man, die verſchiedenen Lederſorten
in eigenardiger Weiſe zu präparieren und, ſei es aus dem Glanze
oder umgekehrt: aus einer aparten Mattierung, aus der Farbe
oder einer Spezialbearbeitung, intereſſante Effekte zu holen.
Seit langer Zeit nun wird verſucht, das Leder in der Art
der modernen Imprimé=Stoffe zu bedrucken oder zu bemalen,
und bei dem matten Sämiſchleder konnte man tatſächlich ſchöne
Erfolge erzielen. Gianz beſonders ſind es die verſchiedenen
bun=
ten Karomuſter, die ſich großer Beliebtheit erfreuen und in den
verſchiedenſten Arten verarbeitet werden.
Es gibt auch ſchon ganze Umhüllen aus dieſem
ge=
muſterten Leder, die viel aparter wirken als die herkömmlichen
Ledermäntel. Auch der kleine ſportliche Hut ſieht in dieſem
Material ausgezeichnet aus.
Natürlich werden auch verſchiedene Toilettendetails aus
ornamentalem Leder hergeſtellt; dazu gehören vornehmlich die
flachen Tratteur=Handtaſchen, die man immer ſehr gut
verwen=
den kanm.
W. U.
Das ſommerliche Kleid
für Haus und Garten.
Während der warmen Tage trägt man gerne
eim Hauskleid, das ein Mittelding zwiſchen einem
Strapazierſtück und einem Schlafrock darſtellt,
im=
mer nett ausſieht, leicht waſchbar iſt, gut paßt und
mit geringen materiellen Opfern hergeſtellt
wer=
den kann.
Bei ſolchen Dingen wäre es ein großer Fehler,
koſtſpieliges Material heranzuziehen, weil damit
der Sinn des „Gartenkleides” verlorenginge.
Ganz im Gegenteil verarbeitet man hier nur
Waſchſtoffe, die mitunter ſehr ſchick wirken können;
ſo zum Beiſpiel ſind oft mit Kreton oder mit
Roh=
leinen ſehr gute Effekte zu erzielen, ganz abgeſehen
von den Waſch= und Rohſeiden, die natürlich
un=
verwüſtlich und ſehr leicht waſchbar ſind.
Selbſt bei ſo primitiven Dingen wie bei
ſchlich=
ten Hauskleidern, von denen heute die Rede ſein
ſoll, hat ſich der Complet=Gedanke durchgeſetzt,
denn man begegnet vielfach Jumperkleidern mit
dazu paſſenden Jäckchen, und zwar ſind die Kleider
ärmellos, ſo daß das Jäcchen hier die logiſche
Er=
gänzung darſtellt, denn beſonders an kühlen
Sommerabenden trägt man ſowohl im Hauſe als
auch im Garten oder bei einer Hleinen Promenade
nach dem Nachteſſen gerne eine kurze Jacke, die vor
kühler Zugluft zu ſchützen vermag.
Nicht ſelten ſind die Gartenkleider auch mit
Handarbeiten verſehen; natürlich handelt es ſich
hier niemals um eine komplizierte Arbeit, ſondern
nur um eine ſolche, die effektvoll wirkt und leicht
herzuſtellen iſt. Kreuzſtichſtickereien, Applikationen
aller Art oder grobe Wollſückereien (auf deren
Waſchechtheit beſonderer Wert gelegt werden muß),
nehmen ſich immer ſehr gut aus.
Die Formen der Hauskleider ſollen ſehr einfach
ſein, denn gerade im der Schlichtheit liegt ihr
eigen=
ardiger Reiz; darum ſind es auch faſt immer die
Jumpertypen, die den größten Beifall finden.
Die Jäckchen ſind entweder gerade oder in der Art der
Smoking=Sakkos rund abgekantet, manchmal auch ganz kurz, in
der Art von Boleros.
Immer trachtet man, das Kleid zweigeteilt zu arbeiten,
um es beſſer reinigen zu können, auch vermeidet man jeden
kom=
plizierten Verſchluß, der beim Waſchen des Kleides
Schwierig=
keiten macht.
Die Röcke der Hauskleider dürfen nicht zu eng ſein, um die
Bewegungsfreiheit nicht zu behindern, ſo daß man ſie meiſt fäl=
telt, und zwar in Form kleiner Legfaltem oder in Geſtalt breiter
Hohlfalten. Pliſſés werden unter allen Umſtänden verwieden,
weil ihre Reinigung nicht im Hauſe vorgenommen werden kann,
ſo daß ſich die Inſtandhaltung eines ſolchen Kleides viel zu ſehr
verteuern würde.
Einfarbige Gartenkleider garniert man nicht ſelten mit
Schals und Tüchern alber Art. Wie gut das bunte Tuch wirkt,
ſieht man zum Beiſpiel in unſerer letzten Sckizze, die ein
Rohſeidenkleid darſtellt, deſſen Rock in Hohlfalten gelegt
iſt, während die ärmelloſe, viereckig ausgeſchnittene
und an den Rock angetnöpfte Bluſe ganz glatt
ge=
arbeitet wird. Ein breiter Gartenhut aus Stroh
ſieht immer flott aus.
Das einfache Jaclchen aus der gleichen
Roh=
ſeide oder aus entſprechend abſchattiertem Flanell
in aparter Smoking=Form mit eingeſchnittenen
Taſchen iſt außerordentlich ſchick. (Vorletztes Bild.)
Daß man ſelbſt aus gewöhnlichem Leinen
vor=
treffliche Wirkungen holen kann, beweiſt die dritte
Figur unſerer Gruppe, aus der man auch zu
ent=
nehmen vermag, daß bei all dieſen Dingen der
gute Geſchmack das wichtigſte iſt; den
Hohlfalten=
rock hat man ſich hier aus marineblauem
Roh=
leinen verfertigt zu denken, der ärmelloſe Jumper
iſt aus großgeblumtem Kreton hergeſtellt, die
ge=
rade Jacke aber aus hellem Leinen in der
Grund=
farbe des Kretons. Es ergibt ſich hier demnach ein
ſehr ſchickes „Garten=Complet”, deſſen Herſtellung
unbedingt Freude bereiten wird. Anſtelle der
Ver=
ſchiedenfarbigkeit von Jacke und Rock kann mam
dafür natürlich auch eine Schattierung wählen,
aber auch den Jumper aus gleichem Leinen
arbeiten und ihn mit bunter Wolle beſticken. Eine
ſolche Handarbeit iſt natürlich ungemein dekorativ;
anſtatt des Gartenhutes trägt mam gerne auch —
wie man dies in unſerer Skizze ſieht — ein um
den Kopf geſchlungenes buntes Tuch, das
rück=
wärts verknotet wird und die Haare gut
zu=
ſammenhält, was bei der Arbeit im Haus und
im Garten wie auch beim Spaziergang in der
Sommerfriſche ſehr angenehm empfunden wird. —
Wie man Kreuzſticharbeiten gut zu verwerten
vermag, zeigt das zweite Bild, ein ganz
entzücken=
des, ärmelloſes Jumperkleid, das aus grobfädigem
Bauernleinen, und zwar in ſeiner Naturfarbe,
her=
zuſtellen wäre. Das Halsleiſtchen, eine kurze Bahn
durch die vordere Mitte, die Blenden am
Arm=
anſatz und eine Paſſe am Jumperrande werden
beſtickt. Auch hier iſt ein Jäckchen in der Art des
früher beſprochenen Modells keine üble Idee.
Der Schlafrock, den man für Haus und Garten
braucht, wird aus Popeline oder aus einem
ſati=
nierten Materiale gearbeitet, deſſen Glanz immer
gut zur Geltung kommt (und zwar ſowohl buntgemuſterte
Ge=
webe als auch einfarbiges Material),
Unſere letzte Skizze bringt einen ſehr ſchicken, paletotartig
geſchnittenen Schlafrock aus zweierlei Farben, etwa
hellbraun=
dunkelbraun, mittelblau=marine, aber auch roſa mit blau o. dgl.
Der Schalkragen aber iſt immer ganz licht (weiß oder beige),
macht einen ſehr freundlichen Eindruck und muß unſchwer
waſch=
bar ſein, kann immer leicht ausgewechſelt werden und ſieht
dem=
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