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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 143
Samstag, den 25. Mai 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfz.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Reflamezeile (92 mm
breit) 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
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(4 Dollar — 420 Marfl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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auffräge und Leiſtiung von Schadenerſatz. Vei
Konkurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Sctais.yois helher und iahl wener!
Das verklaufulierte Memorandum der Allierken bringt keine fühlbare Erleichkerung für Deutſchland.
Unerfülbare Zahlungsforderungen. — Ablehnung der wichkigſten deutſchen Vorbehalke. — Owen Young
gegen die Amgeſtalkung ſeines Zahlungsplanes durch die Allierken.
Etappenkrieg.
Hinker den Kuliſſen der Reparakionspolikik.
Das Ausſcheiden Dr. Vöglers aus der deutſchen Delegation
hätte propagandiſtiſch richtig ausgewertet trotz allem noch ein
Plus, eine Stärkung der Stellung der deutſchen Delegation
wer=
den können, wenn in Berlin auf allen Seiten Verſtändnis für
den Ernſt der Lage geherrſcht hätte und nicht der Verſuch
ge=
macht worden wäre, den ganzen Streit ſofort wieder in die
Innenpolitik hinein umzubiegen. Das iſt leider von der „Voſſ.
Ztg.” geſchehen, die damit — begreiflicherweiſe — ſehr ſtarkes
Echo auch im Ausland gefunden hat — mit dem erſten Erfolg,
daß die Franzoſen wenigſtens ſo tun, als ob ſie über den
Per=
ſonenwechſel zur Tagesordnung übergehen können, mit dem
zweiten Erfolg aber, daß jetzt auch die Gegenſeite ſich regt und
ebenfalls mit Giftpfeilen ſchießt: die deutſchnationale
Reichs=
tagsfraktion veröffentlicht eine Erklärung, worin ſie nach den
letzten Erfahrungen Schluß der Pariſer Verhandlungen verlangt
und den einzigen Ausgang ſieht, daß die deutſche Delegation ein
ehrliches deutſches „Nein” ausſpricht. Zur Unterſtützung dieſer
Forderung bringen die „Kreuzzeitung” und gleichzeitig die
rechts=
radikale „Deutſche Zeitung” Mitteilungen über die Vorgänge, die
ſich hinter den Kuliſſen der ganzen Reparationspolitik abgeſpielt
haben. Sie erheben den doppelten Vorwurf, daß eine
Neben=
regierung Bernhard=Streſemann=Hilferding ſich Quertreibereien
gegen die deutſche Delegation habe zuſchulden kommen laſſen,
wofür als ſcharfer Beweis ausgeführt wird, daß in demſelben
Augenblick, wo Dr. Schacht ſein Angebot von 1,65 Milliarden
machte, auf dunklem Wege in Paris die Mitteilung gemacht wurde,
SchachtsZahlen blieben nach Auffaſſung der Berliner Regierung
unter der Grenze der deutſchen Leiſtungsfähigkeit. Die „Deutſche
Zeitung” nennt das einen infamen Vorfall und verlangt
Auf=
klärung. Die Reichsregierung hat ſich den Fall ſehr bequem
ge=
macht, indem ſie als Erwiderung die Geſchichte als infame Lüge
bezeichnet. Das iſt in dieſem Falle wohl etwas zu ſummariſch
verfahren, was in dieſem Falle nicht viel verſchlagen und nicht
allzuviel Gläubige finden wird.
Es iſt ja leider ein öffentliches Geheimnis, daß in Paris
eine Kuliſſenpolitik getrieben worden iſt, die der Stellung der
deutſchen Delegation ſehr geſchadet hat, wenn auch bisher nicht
feſtzuſtellen war, welche Triebkräfte dabei mitgeſpielt haben. Es
iſt ein ebenſo öffentliches Geheimnis, daß innerhalb des
Aus=
wärtigen Amtes und vor allem innerhalb der Pariſer Botſchaft
unter den leitenden Perſönlichkeiten nicht immer eine
reibungs=
loſe Zuſammenarbeit beſtanden hat und daß über dieſe
Mei=
nungsverſchiedenheiten mehr durchgeſickert iſt, als nützlich war.
Wir haben ſelbſt bei der letzten Kriſe der Pariſer Verhandlungen
Andeutungen darüber gemacht, ſind aber nach wie vor der
Meinung, daß, ſolange die Front kämpft, die
Etappe ruhig zu ſein hat. Wenn in Paris die
Ent=
ſcheidung gefallen iſt, dann wird jedoch über dieſes Kapitel noch
mancherlei geſagt werden müſſen. Und wir glauben, daß wir
nicht irren, wenn wir annehmen, daß dann gerade auch Herr
Dr. Schacht darüber ſehr viel auf dem Herzen hat, was er
ab=
laden wird, was er aber aus nationaler Diſziplin vorläufig
ver=
ſchweigt. Die Tatſache ſteht aber doch nun einmal feſt, daß die
deutſchen Delegierten, als ſie mit ihrem erſten Angebot in Paris
herauskamen, ausgelacht wurden und daß ihnen von den
ver=
ſchiedenen Seiten vorgehalten wurde, von der Berliner
Re=
gierung wären ſchon ganz andere Zahlen genannt worden. Den
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann damit in Verbindung zu
bringen, iſt ebenſo töricht wie lächerlich. Er iſt, was ja auch ſeine
politiſchen Gegner anerkennen müſſen, viel zu klug, als daß er
ſein letztes Wort bereits zu Beginn von ſo ſchwierigen
Verhand=
lungen ſprechen würde. Gerade wenn es richtig iſt, daß bei
einer Beſprechung im Kabinett die äußerſten Grenzen, bis zu
denen ir gehen können, mit etwa 1800 Millionen jährlich
an=
gegeben worden ſind, wäre Dr. Streſemann ſicher der deutſchen
Delegation dankbar geweſen, wenn ſie nur 1650 Millionen anbot,
weil dann noch eine erhebliche Reſerve bis zur Verſtändigung
zur Verfügung ſtand. Etwas ganz anderes aber iſt es, ob nicht
an anderer Stelle Nebenluft geweht hat, wobei wir uns im
Augen=
blick an dem Rätſelraten wegen einer ſolchen Indiskretion nicht
beteiligen wollen. Wir erinnern nur daran, daß Herr Parker
Gilbert in jenen Wochen eine eifrige Reiſetätigkeit zwiſchen
Ber=
lin und Paris entwickelt hat, und es iſt uns auch von Paris aus
berichtet worden, daß Herr Parker Gilbert derjenige geweſen
wäre, der auf Grund ſeiner angeblichen Informationen immer
ſehr viel höhere Zahlen über die deutſchen Leiſtungen genannt
hat. — Wir erinnern aber auch an die ſpäter dementierte Rede
des Reichsinnenminiſters Severing in Kiel, wo er von einem
Nachlaß von etwa 500 Millionen ſprach, was in Paris
jeden=
falls herausgeleſen worden iſt. Die deutſche Delegation hat auch
das beſchwerdeführend nach Berlin berichtet, daß die
Reichs=
regierung bereit ſei bis zu 2 Milliarden hinaufzugehen.
Jeden=
falls iſt das Abweichen der deutſchen Delegation von dem rein
Wirtſchaftlichen auf das Politiſche mitveranlaßt durch die
Zwiſchenträgereien, die hier geſpielt haben. Die deutſche
Dele=
gation hat damals, als Owen Young mit ſeinem
Vermittlungs=
vorſchlag herauskam, in Berlin angefragt, ob die
Reichsregie=
rung bereit ſei, die politiſche Verantwortung für die Ablehnung
des Vorſchlages und damit den Abbruch der Verhandlungen zu
übernehmen. Das Kabineit hat daraufhin die Delegation
ge=
beten, weiter zu verhandeln, um ſo den Abbruch damals noch zu
vermeiden, allerdings um den Preis, daß die deutſchen
Dele=
gierten offiziell politiſche Erwägungen in ihr wirtſchaftliches
Gutachten aufnchm
Es bleibt aber unverantwortlich, daß man dieſe Dinge, was
ja bei der Schärfe unſerer innenpolitiſchen Gegenſätze peinlich
werden muß, jetzt ſchon angeſchnitten hat. Nationales
Verant=
wortungsbewußtſein verlangt, dieſe Fragen zurückzuſtellen, bis
in Paris eine Entſcheidung gefallen iſt. Die Reichsregierung hat
zu erkennen gegeben, daß auch nach ihrer Meinung der kritiſche
Punkt in den bisherigen Verhandlungen erreicht iſt und daß
keine Möglichkeit beſteht, die deutſche Unterſchrift zu leiſten, falls
plan und dem Moratorium die Gläubigerdelegierten nachgeben
und auf den Boden des amerikaniſchen Vorſchlages zurückgehen.
Das iſt zurzeit nicht ganz ausgeſchloſſen, und deshalb ſollte es
eigentlich niemand verantworten können, die Lage der deutſchen
Delegation zu erſchweren, indem zur Freude des ganzen
Aus=
landes ein peinlicher Etappenkrieg ausgelöſt wird.
Der Höhepunkt der Reparakionskriſe.
Dr. Schachk drängk zur Enkſcheidung. — Ein
Hinaus=
gehen über den Young=Plan für Deutſchland
unmöglich.
Die deutſchen Sachverſtündigen haben am Freitag abend den
Gläubigerabordnungen mitgeteilt, daß es für die Deutſchen
unmöglich ſei, über den Young=Plan
hinauszu=
gehen, und daß ſie eine weitere Erörterung der
Höhe der deutſchen Jahresraten für zwecklos
halten. Sie richteten mit dieſer Abſage gleichzeitig die
Auffor=
derung an die Alliierten, zu den drei
Vorbehal=
ten, auf die Deutſchland entſcheidenden Wert
legen müſſe, mit Ja” oder „Nein” Stellung zu
nehmen. Es handelt ſich bei dieſen Vorbehalten um die Höhe
des transferungeſchützten Teils, das Schickſal der Reichsbahn
und die ſogenannte Aufbringungsklauſel. Auch der Vorſitzende
geben, daß er ihre Auslegung des von ihm entworfenen
Zah=
lungsplanes nicht billigen könne, und er hat damit den
Stand=
punkt der deutſchen Abordnung geſtärkt.
Die deutſchen Sachverſtändigen haben am Freitag vor einer ſchweren
Entſcheidung geſtanden. Die Verhandlungen mit den Allierten,
insbe=
ſondere eine Ausſprache mit dem Franzoſen Quesneh, ergab, daß die
Alliierten von ihrer Auslegung des Youngplanes über die deutſchen
Zahlungen nicht abgehen wollten. Auf deutſcher Seite mußte man ſich
daher darüber klar werden, ob man erneut Nachgiebigkeit zeigen und
erneut von dem Grundſatz der deutſchen Leiſtungsfähigkeit zugunſten der
darüber hinausgehenden politiſchen Forderungen der Tributgläubiger
abweichen wollte, oder ob endlich der Augenblick gekommen ſei, offen zu
ſagen: „Bis hierher und nicht weiter!‟ Die deutſchen Sachverſtändigen
haben das letztere getan.
Die Entwicklung, wie man ſie auf deutſcher Seite im Augenblick
ſieht, ſtellt ſich folgendermaßen dar: Falls man zu einer Einigung über
den Stampſchen Schlußbericht kommen ſollte, der die deutſchen
Vorbe=
halte nach deutſchem Wunſch enthält, ſo würde man dieſen Bericht
unter=
ſchreiben, jedoch die Regelung der Höhe der deutſchen Jahresleiſtungen
offen laſſen, d. h. den Regierungen zur politiſchen Klärung überlaſſen.
Sollte dagegen auch über die Vorbehalte keine Einigung zu erzielen ſein,
ſo würde die Konferenz mit getrennten Berichten der Allierten und der
Deutſicken auseinandergehen. Dieſe Entſcheidung der deutſchen
Sachver=
ſtändigen dürfte von allen Deutſchen einmütig begrüßt werden, vor
allem wenn man erfährt, daß die neue Gruppierung der deutſchen
Jahreszahlungen, die die Allierten in dem Young=Plan vorgenommen
haben, eine Mehrzahlung von 52,8 Millionen Goldmark im Jahre
be=
deuten würde; dabei wären nicht einmal die 25 Millionen Goldmark
be=
tragende Sonderannuität für die belgiſchen Markbeſtände eingeſchloſſen,
da die Regelung dieſer Frage von deutſcher Seite nach wie vor mit
der Begründung abgelehnt wird, daß ſie nicht zum
Verhandlungsgegen=
ſtand der Konferenz gehöre und daher einer Verſtändigung zwiſchen den
beiden Regierungen überlaſſen werden müſſe. Die deutſche Delegation
verharrt auf den Ziffern des Young=Planes und wird ſich zu einer
Er=
höhung der Annuitäten unter keinen Umſtänden bereit erklären. Dies
iſt den Alliierten im Laufe der heutigen Beſprechungen mit aller
Deut=
lichkeit erklärt worden.
* Die Ereigniſſe in Paris fangen an, ſich ſchnell abzurollen.
Herr Dr. Schacht hat nach genauem Studium der alliierten
Vor=
ſchläge herausgerechnet, daß die Durchſchnittsannuität von 2050
Millionen durch die alliierten Forderungen noch um 52,8
Mil=
lionen überſchritten wird. Eine fühlbare Erleichterung bedeutet
alſo dieſe Zahlungsregelung für Deutſchland nicht, zumal die
Gegenſeite die wichtigſten deutſchen Vorbehalte abgelehnt hat.
Infolgedeſſen hat Herr Dr. Schacht den Gläubigermächten
mit=
geteilt, daß er und mit ihm die übrigen deutſchen Delegierten ſich
mit dieſer Aenderung des Ypung=Planes nicht einverſtanden
er=
klären können, und daß ſie darüber hinaus, eine klare Antwort
auf ihre nochmals vorgebrachten Vorbehalte wegen des
Aufbrin=
gungsmoratoriums, des Moratoriums für den
transferungeſchütz=
ten Teil der Zahlungen und die reſtloſe Befreiung der
Reichs=
bahn erhalten müßten, eine Antwort, die entweder auf Ja oder
Nein lautet. Damit hat die Reparationskriſe ihren Höhepunkt
erreicht. Sie iſt in ihr kritiſchſtes Stadium getreten. Herr Owen
Young hat ſich im übrigen auf die Seite Deutſchlands geſtellt und
gegen die Umgeſtaltung ſeines Zahlungsplanes Front gemacht.
Wie die Dinge in Paris nun weiterlaufen werden, weiß man im
Augenblick noch nicht. Zunächſt haben die Gläubigervertreter
das Wort, von deren Entſcheidung es abhängt, ob die Konferenz
auffliegt oder ob man weitere Bemühungen unternimmt, eine
Löſung zu finden.
* Ibn Sauds Polikik.
Zum deutſch=arabiſchen Vertrag
Aan
N. Mukden.
Die deutſche Außenpolitik zeigt in den letzten Wochen eine
etwas geſteigerte Aktivität im nahen Orient. Am 17. d. M. wurde
in Angora von dem türkiſchen Außenminiſter Tewfik Ruſchdi Bey
und dem deutſchen Botſchafter Nadolny ein „Schieds= und
Ver=
gleichsabkommen” unterzeichnet, das eine friedliche Regelung
aller zwiſchen Deutſchland und der Türkei etwa auftauchenden
Streitfragen vorſieht. Und zwei Wochen vorher kam ein Vertrag
zwiſchen dem Deutſchen Reich und Ibn Saud, dem König von
Nedſchd und Hedſchas, zuſtande, der gegenſeitige diplomatiſche
Vertretung, gegenſeitiges Niederlaſſungsrecht und
Meiſtbegün=
ſtigung im Handel zum Gegenſtand hat. In dieſen Verträgen
kommt aber auch die immer größer werdende
außen=
politiſche Selbſtändigkeit des Orients ſelbſt zum
nicht mindeſtens in den wichtigſten Fragen, alſo dem Zahlungs= Ausdruck. Ganz beſonders gilt das (ebenſo wie bei Afghaniſtan)
in bezug auf die Politik Ibn Sauds. Es iſt namentlich eine
immer wachſende Unabhängigkeit von den Banden britiſcher
Vor=
mundſchaft.
Gerade Ibn Sauds Fall iſt dafür ein lehrreiches und
ange=
ſichts der geographiſchen Lage Arabiens als Brücke zwiſchen dem
nahen Orient und Indien, auch weltpolitiſch wichtiges Beiſpiel.
Eben angeſichts dieſer Lage gehen die Bemühungen Englands
ſeit Beginn des Weltkrieges dahin, Arabien der Oberherrſchaft
der Türkei und dadurch mittelbar auch dem Einfluſſe
Deutſch=
lands zu entziehen. Der ehrgeizige, von panarabiſchen Ideen
erfüllte Herrſcher Mekkas, Huſſein, erklärt ſchon im Juni 1916 der
Türkei den Krieg und wird ſpäter völlig zum Werkzeug des
„ungekrönten Königs Arabiens”, des heute weltberühmten
La=
wrence. Der Aktion an der Weſtküſte Arabiens entſpricht eine
an=
dere von der Oſtküſte aus: Percy Cox, der britiſche Reſident am
Perſiſchen Golf (der heutige Hgih=Commiſſionar Englands im
Irak=Mandatgebiet) umwirbt Abdul=Aſis III., alias Ibn Saud,
einen Nachkommen des Begründers des iſlamiſchen
Purkanis=
mus, des Wahabitentums, Abdel Wahab (1703—1791). Man
muß ſchon dem engliſchen Spürſinn, allerdings nicht dem des
Foreign Office, ſondern der an Ort und Stelle arbeitenden
bri=
tiſchen Emiſſärc Perey Cox und ſpäter Harry Philby recht geben:
ſie haben in Ibn Saud frühzeitig die bedeutendſte Perſönlichkeit
des heutigen Arabiens erkannt. Seine Vergangenheit freilich
weiſt bereits eine Reihe kriegeriſcher wie ſtaatsmänniſcher
Er=
folge auf: 1901 ſchon erobert er ERiad, die Hauptſtadt von
Nedſchd in Zentralarabien; rechtzeitig erkennt er ſeine
innerpoli=
der Konferenz, Owen Young, hat den Alliierten zu verſtehen ge= tiſche Hauptaufgabe: unter den ihm unterſtehenden, aber ſich ewig
befehdenden Beduinenſtämmen Frieden zu ſtiften, und erfindet
dafür ein erfolgreiches Mittel: die Gründung des
Brüderſchafts=
ordens des Ikhwan; 1913 erobert er die Provinz El=Haſa am
Perſiſchen Golf und kommt ſo in unmittelbare Berüh=ung mit
den Engländern.
Die Werbung dieſer letztern um Ibn Saud iſt urſprünglich
von Erfolg gekrönt. Ibn Saud rückt ſchon Ende 1914 gegen Ibn
Raſchid, den Emir von Djebek, dem Herrſcher des Reiches der
Schammar (im Norden von Nedſchd), der den Türken treu blieb,
vor — ein mißlungener Feldzug, der aber Ibn Sauds Treue für
England noch nicht erſchütterte. Dieſes Zuſammenhalten iſt
vor allem das Werk zweier Engländer: Percy Cox”, mit dem
Ibn Saud 1916 einen Freundſchaftsvertrag ſchließt, dann
beſon=
ders Harry Philby’s, der 1917 an der Spitze einer engliſchen
Ge=
ſandtſchaft von einem Kriegsſchiff in die Bucht des perſiſchen
Meerbuſens, gebracht wurde, und der ſich von hier aus nach
E Riad zu Ibn=Saud begab. Aber ſchon beginnt eine Duplizität
der engliſchen Politik, ein Intrigenſpiel, das ſelbſt in der
Ge=
ſchichte der engliſchen Kolonialpolitik ſeinesgleichen ſucht und uns
von keinem anderen als Harry Philby ſelbſt in ſeinem Werk über
„Arabia of the Wahhabis” neuerdings enthüllt wurde: während
das Foreign Office Ibn Saud jährlich eine Subvention von
60 000 Pfund zahlt, unterſtützt es nicht nur in der gleichen Weiſe
ſeinen alten Feind Huſſin in Mekka, ſondern läßt dieſem bei
ſei=
nen provozierenden Angriffen auf Ibn Sauds Gebiet freie Hand
und hält auch den Stamm der Adſchman im Nordoſten von
Nedſchd nicht von Feindſeligkeiten gegen Ibn Saud zurück. „Eine
Politik der Jgnoranz und der Voreingenommenheit” nennt
Philby dieſes Verhalten Englands. Philbys Bemühungen, Ibn=
Saud mit Huſſein auszuſöhnen, waren unter dieſen Umſtänden
natürlich geſcheitert, aber eins gelang ihm dennoch: Ibn Saud
zu einem neuen Feldzug gegen Ibn Raſchid zu bewegen. Doch
dieſer „Krieg” verwandelte ſich in einen ungewöhnlichen
Beute=
zug von Beduinen, in dem die Wahabiten Ibn Sauds Tauſende
von Schafen und Kamelen eroberten und nach Hauſe
zurückkehr=
ten. Hier erwartete Ibn Saud die Nachricht, daß England ihm
alle Unterſtützungen entziehe. Unverrichteter Dinge mußte Philby
Nedſchd verlaſſen. Ibn Saud entließ ihn mit den Worten: „
Bis=
her verſuchte ich meine Untertanen zu überzeugen, daß die
bri=
tiſche Freundſchaft ihnen ſchließlich doch zum Vorteil gereichen
würde. Aber wer will euch nach allem, was geſchehen, noch
trauen?”
Man kann dieſe Worte wohl als einen Wendepunkt in der
inneren Entwicklung wie in der äußeren Politik Ibn Sauds
be=
trachten: von nun an beginnt ſeine Politik ſeinen eigenen
Zwecken zu dienen. Im Frühling 1919 rückt er gegen Huſſein
vor, beſiegt ihn (am 25. Mai 1919) bei Tarabeh — aber wird an
der Ausnutzung dieſes Sieges durch die Intervention Englands
gehindert. . . Zwei Jahre ſpäter unternimmt er zum dritten
Male — diesmal aber nicht England zuliebe, ſondern um die
eigene Macht zu erweitern — einen Feldzug gegen Ibn Raſchid,
beſiegt ihn und zieht im Herbſt 1921 in Hail ein. Die Feſtigung
ſeiner Herrſchaft im Inner=Arabien erlaubt ihm aber, ſich zu
einem entſcheidenden Schlag gegen den Urfeind Huſſein in Mekka
vorzubereiten. Dieſe Feindſchaft, die auf religiöſen und
dynaſti=
ſchen Gründen beruhte, hat England inzwiſchen — durch die
Schaffung der Mandatsgebiete Irak und Transjordanien, in
denen es Huſſeins Söhne Feiſſal und Abdullah inſtallierte —
auch zu einer politiſchen Gegnerſchaft gemacht. Der religiöſe
Geite 2
Samstag, den 25. Mai 1929
Gegenſatz zwiſchen Nedſchd und Hedſchas beruht darauf, daß der
Wahabismus in den Pilgergebräuchen in Mekka und Medina
etwas Heidniſches ſeit jeher erblickte. Aber Ibn Saud lieferte
einen ſinnfälligen Beweis ſtaatsmänniſcher Klugheit, als er nach
der Eroberung von Hedſchas beim ſiegreichen Einzug in Mekka
(am 5. Dezember 1924) ſeinen Kriegern verbot, die dortigen
Hei=
ligtümer zu zerſtören, und dadurch ſeinen Zuſammenhang mit
der ganzen Iſlamwelt draußen wahrte. Ende 1925 folgte dann
die Eroberung von Medina und Diddah — Ibn Saud iſt damit
zu dem mächtigſten Herrſcher Arabiens geworden, zu einem
Mann, deſſen Autorität heute auf nun bald dreißigjähriger
er=
folgreicher Tätigkeit beruht.
Das engliſche Schachſpiel hat ſich hier ſelbſt einen gefährlichen
Gegner großgezogen. Gewiß, dieſes Spiel hatte den Erfolg, daß
es durch die Schaffung der beiden erwähnten Mandatsgebiete
auch die panarabiſchen Ideen des eigentlichen Schützlings
Eng=
lands, Huſſeins ſelbſt, durchkreuzte. Aber wie Ibn Saud dieſen
Schachzug ſeinerſeits empfindet, das zeigen uns ſeine Worte, die
uns Ameen Rihani, ein Amerikaner ſyriſcher Abſtammung, der
1922 Ibn= Saud beſuchte, in ſeinem Buche „Ibn Saud of Arabia”
mitteilt: „Die Engländer ſpinnen Netze, um mich einzufangen.
Sie haben mich mit Feinden umgeben und neue Staaten
aufge=
richtet, die ſie gegen mich unterſtützen.”
Dieſe Spannung bleibt auch weiter beſtehen, und darüber
darf auch der „Freundſchaftsvertrag”, zwiſchen Ibn Saud und
England, der am 20. Mai 1927 in Djddah abgeſchloſſen wurde,
nicht hinwegtäuſchen. Denn der Gegenſatz hat auch ſehr greifbare
Objekte: Den Streit um die Strecke der Pilgerbahn, die über
transjordaniſches Gebiet läuft, und den von Nedſchd aus nach
den Nachbargebieten ausſtrömenden politiſchen Einfluß des
Wa=
habismus, oder richtiger des Ikwan=Ordens (ſ. oben). Die
Wei=
terentwicklung dieſer Dinge zu verfolgen, iſt von höchſtem
poli=
tiſchem Intereſſe.
Friedrichshafen, 24. Mai.
Nachdem das Luftſchiff „Graf Zeppelin” geſtern abend um
0,25 Uhr in Cuers zum Fluge nach ſeinem Heimathafen
ge=
ſtartet war, iſt es hier heute früh um 5,10 Uhr nach einem
8½ſtündigen Fluge über Marſeille (21,40 Uhr), Palence (23,30),
Lac du Bourget (0,25), Genf (kurz nach 1 Uhr) und Lauſanne
(1,35) auf dem Gelände der Werft glatt gelandet.
*
Nachdem das Luftſchiff um 5,10 Uhr auf dem Raſen
ge=
landet iſt, beugt ſich Dr. Eckener weit durchs Fenſter und gibt die
Befehle an die Haltemannſchaft am Platze. Die Angehörigen der
Fahrgäſte ſpringen an der Gondel empor, um die Hände der
zurückgekehrten Fahrtteilnehmer zu erhaſchen. Dann wird das
Schiff durch das dem Bodenſee zugekehrte Tor in die Halle
ein=
gebracht. Die an Bord befindlichen ſechs franzöſiſchen Fahrgäſte
beobachteten von den Gondelfenſtern aus mit großem Intereſſe
die Landung, ſowie das Einbringen des Schiffes in die Halle.
Um 5,30 Uhr war der „Graf Zeppelin” nach achttägiger
Abweſen=
heit glücklich wieder untergebracht und wurde ſogleich feſtgemacht.
An Bord herrſchte, wie man während der Landungsmanöver
vielfach zu beobachten Gelegenheit hatte, eine ausgezeichnete
Stimmung, was nach der herrlichen Fahrt im Mondſchein über
das Schweizer Bergland nicht wundernehmen konnte. Die vier
Motoren, mit denen das Schiff die Fahrt angetreten hat — die
Heckmaſchinengondel war leer —, haben während der Fahrt
tadellos gearbeitet, und es wurden teilweiſe Geſchwindigkeiten
bis zu 112 Kilometern pro Stunde erzielt. Kurz nach dem
Ein=
treffen des Schiffes in der Halle verließen die Paſſagiere die
Gondel. Zur Begrüßung der franzöſiſchen Fahrtteilnehmer, die
mit Kapitän Lehmann dem Schiff entſtiegen, hatten ſich neben
Mitgliedern der Werft u. a. auch Vertreter der Behörden
einge=
funden. Im Namen des Reichswehrminiſteriums hieß Major
Gelke von der 5. Reichswehrdiviſion in Stuttgart die
franzö=
ſiſchen Offiziere auf deutſchem Boden herzlichſt willkommen. Die
Willkommengrüße der württembergiſchen Regierung überbrachte
Polizeidirektor Quintenz (Friedrichshafen), wobei dieſer den
franzöſiſchen Behörden gegenüber nochmals den Dank für die gute
Aufnahme des Luftſchiffes und ſeiner Beſatzung in Cuers zum
Ausdruck brachte. Im Namen der franzöſiſchen Paſſagiere, die
größtenteils in Uniform waren, ſprach darauf der ſtellvertretende
Marinechef im franzöſiſchen Luftfahrtminiſterium,
Marine=
ingenieur Cahn, in herzlichen Worten ſeinen Dank aus dafür,
daß ihnen Dr. Eckener dieſe prächtige Fahrt zukommen ließ. Die
während dieſer Fahrt gewonnenen Eindrücke würden ihm und
ſeinen Begleitern unvergeßlich bleiben. Am Schluſſe ſeiner kur=
Vom Tage.
Die Meldungen franzöſiſcher Blätter, daß Dr. Schacht oder ein
an=
deres Mitglied der deutſchen Delegation zu einer Fühlungnahme mit
der deutſchen Regierung nach Berlin zu reiſen beabſichtige, werden von
deutſcher Seite als unrichtig bezeichnet.
Der Rücktritt Dr. Vöglers und ſeine Erſetzung durch
Ge=
heimrat Dr. Kafü wurde von der deutſchen Delegation der
Sach=
verſtändigenkonferenz offiziell mitgeteilt.
Die Beaverbrook=Preſſe („Evening Standard”) richtet einen klaren
und eindeutigen Appell an die engliſchen Wählev, von
ihren Kandidaten, die Räumung des Rheinlandes
zu fordern. Dieſe Bewegung iſt um ſo erfreulicher, als bisher alle
drei politiſchen Paxteien ein Anſchneiden dieſer Frage faſt gänzlich
ver=
mieden haben.
Der Präſident der litaniſchen Republik hat das
Gnadengeſuch des wegen Beteiligung an dem Mordanſchlag auf
den Miniſterpräſidenten Woldemaras zum Tode verurteilten
Studenten Voſylius abgelehnt. Voſylius wurde
erſchoſſen.
In Budapeſter diplomatiſchen Kreiſen war am Donnerstag die
Nach=
richt verbreitet, daß Zaleſki auf der Reiſe nach Madrid
Muſſolini aufſuchen wird. Hierdurch wird der Eindruck
ver=
ſtärkt, daß der Zuſammenſchluß Ungarns, Polens und
Italiens als ſicher anzunehmen iſt.
Der italieniſche Miniſterrat hat die Erhöhung
des Einfuhrzolles für Getreide von 11 auf 14 Goldlire
beſchloſſen Dementſprechend wird auch der Einfuhrzoll für Mehl
und Teigwaren erhöht. Dieſe Maßnahme wurde gefaßt mit Nückſicht
auf den ſtarken Rückgang der Weltg=reidepreiſe und zum Schutze der
Landwirtſchaft
König Aman Ullah reiſte über Tſchaman nach Bombay ab,
von wo aus er die Reiſenah Enxopa antreten wird.
In Mexiko wurden während des letzten Aufſtandes 4000
Per=
ſonen getötet und 11000 verletzt. Der Sachſchaden
be=
läuft ſich auf 50 Millionen Dollar.
Die Nationalregierung von Nanking hat nunmehr
offf=
ziell dem ſogenannten chriſtlichen General Feng ben Krieg
er=
klärt. Damit hat die Nankina=Regierung aus ber Zuſpitzung der
Gegenſätze, die durch friedliche Mittel nicht mehr zu überbrücken ſind,
auck äußerlich die Konſequenzen gezogen.
zen Anſprache bat der franzöſiſche Redner ben deutſchen Vertreter
ſchließlich, ſeinen Dank auch an die deutſchen Regierungsſtellen
weiterzuleiten. — Auch die einzige an Bord befindliche Dame,
die Amerikanerin Miß Mary Pirce, kam mit den übrigen
Fahrt=
teilnehmern freudeſtrahlend und in glänzender Verfaſſung über
die Schiffstreppe herunter. Als einer der letzten verließ Dr.
Eckener den „Graf Zeppelin” und wurde von ſeiner Gattin in
Empfang genommen.
Zum Tode des Lord Roſebery.
Archibald Graf Roſebery,
der berühmte engliſche Staatsmann iſt 82jährig geſtorben. Lord
Roſebery ſtammt aus einer alten ſchottiſchen Adelsfamilie. Schon
mit 34 Jahren wurde er im Kabinett Gladſtone
Unterſtaatsſekre=
tär des Innern, 1894 übernahm er nach Gladſtones Rücktritt das
Amt des Premierminiſters, das er aber nach der Niederlage der
Liberalen 1895 wieder niederlegte. Er bekleidete viele
Ehren=
ämter, beſonders als Rektor mehrerer Univerſitäten. Sein
Haupt=
verdienſt lag in der Hebung des allgemeinen Schulweſens. Seine
Bücher über Pitt, Peel Napoleon, Cromwell und andere Größen
der Geſchichte haben große Beachtung gefunden.
Nummer 143
Die Aroensefenderſicherung.
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Unter dem Druck des Reichskabinetts hat das
Reichsarbeits=
miniſterium tüchtig ſchaffen müſſen und den Entwurf zu einer
Novelle zum Geſetz über die Arbeitsloſenverſicherung bereits
fer=
tiggeſtellt. Aus naheliegenden Gründen — der ſozialdemokratiſche
Parteitag beginnt am Sonntag — wird das Kabinett ſich mit
die=
ſer Vorlage erſt Mitte der nächſten Woche beſchäftigen. Solange
wird auch der Inhalt des Referentenentwurfs peinlichſt
geheim=
gehalten, um zu verhindern, daß die Sozialdemokraten in
Magde=
burg ſich aufregen könnten. Es ſcheint aber, daß aus
finanziel=
len Gründen der Entwurf ſich nicht mit der Beſeitigung eklatanter
Mißſtände begnügt, ſondern das Problem wirklich an der Wurzel
packt und Vorſorge treffen will, daß die ganze Verſicherung, auch
ſoweit die Saiſonarbeiter in Frage kommen, künftig auf eigene
Füße geſtellt wird, ſo daß Rückgriffe auf die Reichskaſſe unmöge
ich werden. Es iſt daher leicht möglich, daß es ſchon im
Reichs=
kabinett ſehr ſchwer ſein wird, zu einer Einigung zu kommen,
ſelbſt wenn zwiſchendurch die unvermeidlichen Sachverſtändigen
eingeſchaltet werden. Dann wird es noch viel ſchwieriger ſein,
gegen den Widerſtand der Sozialdemokraten, da dieſe hierbei
unter der kommuniſtiſchen Peitſche ſtehen, im Reichstag eind
Mehrheit zu erreichen.
Berlin, 24. Maj.
Heute vormittag begannen im Reichsarbeitsminiſterium die
Schlichtungsverhandlungen mit den Gewerkſchaften der
Reichs=
bahnarbeiter, die bis in die ſpäten Abendſtunden andauern
dürß=
ten. Die Gewerkſchaftsvertreter ſtützten ſich auf den neu
ergange=
nen Schiedsſpruch für die Staatsarbeiter, mit denen ſie bisher
gleichgeſtellt waren und die nun eine Stundenlohnerhöhung von
durchſchnittlich 4,4 Pfg. erzielten. Die Reichsbahnvertreter
ſtell=
ten ſich auf den Standpunkt, daß keine Mehrausgaben gemacht
werden könnten, ohne daß eine Deckung vorhanden ſei. Jeder
Pfennig Stundenlohnerhöhung ſei eine Steigerung der
Aus=
gaben um 15,5 Millionen Mark jährlich. Die
Reichsbahngeſell=
ſchaft ſei bereit, ihre geſamten Bücher zur Nachprüfung ihrer
Finanzlage zur Verfügung zu ſtellen.
*
Unter dem Vorſitz des preußiſchen Miniſterpräſidenten Braun
als Schlichter wurde den Staatsarbeitern eine
Lohn=
erhöhung von 2—7 Pfg. zuerkannt, obwohl der
Finanz=
miniſter Hoepker=Aſchoff erklärte, keine Mittel zur Verfügung zu
haben. Wahrſcheinlich ſind die Reſſorts zu gewiſſen Abſtrichen an
ihren Etats gekommen, um die Lohnerhöhung zu ermöglichen.
Immer noch ein paar Tage bis zur Unkerzeichnung
des Preußenkonkordals.
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Verhandlungen zwiſchen dem preußiſchen
Miniſterpräſi=
denten Braun und dem Nuntius Pacelli über das Konkordat
ſind noch immer nicht abgeſchloſſen. Die Formulierungen in
einigen Nebenfragen ſind noch nicht gefunden. Man rechnet aber
damit, daß bis zum Anfang der nächſten Woche der Vertrag
unter Dach iſt. Bisher ſind nicht einmal die Regierungparteien
ins Bild geſetzt worden. Herr Braun will warten, bis der
Ver=
trag perfekt iſt. Der Kultusminiſter Becker verſteift ſich darauf,
daß dieſes Konkordat nicht gegen die Reichs= und preußiſche
Ver=
faſſung verſtoße, daß alſo eine qualifizierte Mehrheit im Landtag
nicht notwendig ſei. Es bleibt aber zunächſt noch fraglich, ob er
überhaupt eine einfache Mehrheit zuſammenbekommt. Zunächſt
wird man aber den Wortlaut des Konkordates abwarten müſſen,
um ſeine Wirkungen ermeſſen zu können.
Verlängerung des Republikſchußgeſetzes.
Vom Reichskabinett iſt am Freitag nicht nur eine
Novelle zum Vereinsgeſetz verabſchiedet worden. Es wurde auch
beſchloſſen, das Republikſchutzgeſetz um weitere
3 Jahre zu verlängern und die Funktionen des
Staats=
gerichtshofes auf das Reichsverwaltungsgericht zu übertragen.
Weite Kreiſe halten dieſes Geſetz allerdings für veraltet, da die
Republik bereits auf ſo feſten Füßen ſteht, daß es nicht mehr
ſoſcher Ausnahmebeſtimmungen bedarf. Das Kabinett Müller,
und insbeſondere Herr Severing ſcheint aber auf dem
gegen=
teiligen Standpunkt zu ſtehen.
Von Kaſimir Edſchmid.
Wenige Menſchen werden verſtehen, was ein winziger
Wal=
der zu rauſchen anfängt, einem ſein kann, wenn man monatelan
nur die Sonnenbaſſins des Mittleren Oſtens durchfahren hat.
A=
die ſchwarz glühende Wüſte Petras mit ihren explodierende
Steinen, auf die nackten Riffe des ſüdlichen Spaniens, auf d
gelben Sandprärien Lybiens, auf das kahle Samaria, auf d
Wüſte Singi und die Nachbarſchaft Bagdads mit zuſammengebroch
nen Rolls Roys als Wegweiſer folgt das Libanonplateau wie eit
kaum gekannter Traum von Ackerland.
Zwar liegen die Gärten von Damaskus dazwiſchen, die fr
den Araber das Paradies darſtellen. Er vergleicht ſie mit alle
Bildern, die ſeine lyriſche Sprache geſtattet. Ihre Orangenhain
ihre Granaten und Lianen und Zypreſſen und Mandeln und der
Duft dieſer Blütenprärien. Aber Damaskus iſt wie von eine
Eisring von tagelangen Wüſten umgeben. Seine Gärten ſin
wie auf Glas gemalt, künſtlich, eine ſchreiende Viſion in ein
Einöde, die ſo furchtbar iſt, daß ſie vier Stunden Oaſe zu einen
Himmel macht.
Das große Libanonplateau liegt nur dreihundert Mete
höher. Elfhundert Meter, aber nichts als Weite und dampfend
Boden. Ueberall ſtehen Herden, Eſel und Kamele mit Zeiche
des Friedens. Ueberall in der Höhe liegen Städte und Dörf
eingeniſtet. Hier wird die Ueppigkeit höchſte Natur. Die
Ebe=
iſt voll Roſen, Mais und Korn. Der Wein wächſt an armdicke
Bäumen, genau wie die Roſen. Nur ſind die Stämme an d
Erde angelegt und die Kronen werden wie die Kronen de
Roſenbäume im Winter mit Stäbchen an die Erde gehefte
Ueberall Reiter mit tänzelnden „Araberpferden. Tſcherkeſſe
dörfer mit Frauen, die tolle Geſichter haben. Die Frauen ſin
um das ſchöne volle Kinn herum blau tätowiert wie mit aſſyr
ſchen Bärten. Kleine ſinnliche Naſen und großer ſchöner Mun
Die Männer haben die Augen dick und ſchwarz umſchminkt. S
wirken noch üppiger als die Frauen, man kann ſie in der T
kaum unterſcheiden. Das iſt Coeliſyrien, eine der alten Schat
kammern der Welt. Aufder einen Seite zieht ſchmal und elegan
der Antilibanon eine rotroſane Linie gegen den Himmel. Au
der anderen Seite ſchwimmt der Libanon wie ein furchtbe
ſchlanker rotblauer Fiſch in demſelben weichen Himmel. Mi
Schnee in allen Falten. Endlich ſieht man wieder
Wolke=
weiße Sonnenwolken, wie ſie das mittlere Deutſchland ſpieleriſ
überziehen. Sie kommen von der ägyptiſchen Ueberſchwemmun
und wachſen mit dem Steigen des Nils. Nichts hat ſo tiefe B
dei tung hier wie Waſſer. Die Völker geben ſich damit ihre Si=
nale. Man verſteht, warum alle Raſſen, die durch den Taurus
von der Türkei getrennt ſind, ihr Geſicht kulturell imer nach
Aegypten und nie nach Stambul hin hielten. Sie ſcheinen heute
noch mit der gleichen Faſziniertheit nach Kairo, wie ſie, feindlich
oder als Freunde, vor fünftauſend Jahren nach Sakbara, nach
Giza und nach Theben geſchaut haben.
Jede Stelle, die in den kleinaſiatiſchen Bergſteppen Waſſer
hat, iſt ein heiliger Ort. Damaskus mit ſeinen ſieben Flüſſen iſt
für die Phantaſie der Beduinen ſchon aus dieſem Grunde ein
Wunder. Alle Legenden und alle Mythen laſſen ſich in dieſen
Landſchaften deshalb ſo genau placieren. Beſonders in
Palä=
ſtina, wo an den weiſten heiligen Stellen ſchon zweihundert
Jahre ſpäter Klöſter ſtanden, und wo die mündliche
Ueberliefe=
rung genau zu kontrollieren iſt. An keinem anderen Brunnen
als an dem in Nazareth, wo heute die Araberjungen wit Eſeln
anrücken und Waſſer holen und Barſchich ſchreien, kann Jeſus,
der Sohn eines dort ſeßhaften Felachen, ſeine Jugend verbracht
und verſpielt haben. Es gibt keine anderen. Waſſer iſt das
Koſt=
barſte was es gibt in dieſen Nomadenländern. Es iſt für die
Beduinen der Wüſte zu koſtbar, um ſich damit zu waſchen. Sie
wiſchen, wenn ſie aus denſelben fingerhutgroßen Bechern ihre
zweite Koſtbarkeit, den Kaffee, angeboten haben, vor jedem neuen
Trinker das Gefäß mit dem Daumen aus. Dieſe Daumen paſſen
genau in ihr Kaffeeſervice. Sie würden vielleicht ihr Leben für
einen einſetzen, aber ſie hielten es für verrückt, eine Taſſe mit
Waſſer zu ſpülen. Dieſe Sitten ſind deshalb würdig und
reſpek=
tabel, weil ſie Lebensnotwendigkeit ſind.
Der Libanon hat eine Geſchichte, die ſich am
ausdrucksvoll=
ſten in der Ruinen=Weltſtadt von Baalbek darſtellt. In dieſer
Oſtecke des Libanonmaſſivs, die Paradies=Ebene beherrſchend,
liegt ein Akropolismaſſiv über der phöniziſchen Küſte, eine
Tempel=Stadt, deren Imperialismus, aber auch deren Gentilezza
der Form ſelbſt auf dem Kontinent kaum übertroffen wird.
Er=
oberer=Architektur deren Reichtum und deren Sicherheit faſt
pro=
vokant iſt. Die Römer müſſen hier ſo ſicher geſeſſen haben wie
die Engländer in Gibraltar. Die Tempel mit ihrem großartigen
Geſamtplan ſind dabei ſo landſchaftsverbunden, daß die
Kühn=
heit dieſer Anlage ſelbſt von der in Karnak und Luxor nicht
geſchla=
gen wird. Nur die Alhambra iſt ein Vergleich. Ueber dem Bachus=
und Sonnentempel von Baalbek ſtehen, genau ſo greifbar, die
Schneegletſcher, mit genau derſelben Süßigkeit des Schnees, mit
derſelben Purpurfarbe des Berges wie in Granada. Nur waren
die arabiſchen Könige in Spanien zarter, die Römer in der
un=
geheuren Ausdehnung der Tempelzitadelle männlich härter. Aber
die Kühnheit der Erobererraſſen war die gleiche, ſchon in der Art,
wie ſie ihre königlichen Paläſte in die Atmoſphäre
hineinſpann=
ten. Auch der Reichtum war derſelbe. Es war der Reichtum der
Epochen, wo man aus Oliven und Weinplateaus ungeheure
Ver=
mögen zog und für Arbeitskräfte nichts bezahlte und als
Kon=
traſt zu dieſer ſozialen Tyrannei ſich die Traumwolluſt
unge=
heurer Architekturen in märchenhaften Landſchaften geſtattete.
Wenn man die Welt genau beſieht, zeigt ſich ſofort, daß die
be=
zauberndſten Plätze ſchon ſehr früh ausgeſucht waren von den
Männern, welche die Macht beſaßen. Ihr Raffinement, was die
Natur betraf, wurde noch durch die Schwierigkeit erhöht, dieſe
Luxusſtädte auch als Feſtungen anlegen und mit dem eigenen
Leben verteidigen zu müſſen. Die Säulen und Tempel auf dem
Hügel in Baalbek zeigen nicht nur die Saloppheit des römiſchen
Imperialismus, der die Welt einfach verachtete, ſondern auch die
preziöſe Eleganz, die dieſe Militärraſſe in ihrem Leben erreichen
konnte, wenn es in Kolonien ſaß und zwiſchen der Campagna
und dem Libanon keinen Unterſchied zu machen entſchloſſen war.
Im Winter ziehen innerhalb einer halben Stunde Wolken
auf. Es ſchneit handgroße Flocken. In einer Stunde liegt der
Schnee dreiviertel Meter hoch. Die Autos können wochenlang
nicht durch die Eiswälle der Päſſe hindurch nach Beyruth. Dann
iſt die Küſte Syriens von ihrem Herzen abgeſchnitten.
Damas=
kus und Beyruth ſind durch eine Eisbarriere getrennt. In den
Bergen gibt es noch Bären und Geparden. Man ſieht ihre Felle
auf den Märkten in den Dörfern friſch ausgebalgt manchmal zu
Dutzenden nebeneinander liegen. Im Sommer rettet ſich alles,
was Geld hat, aus den Sonnen=Baſſins in die Libanonwälder.
Wer dieſe heiße Luft des mittleren Oſtens nicht kennt, weiß nicht,
was die friſche Bergluft des Libanon bedeutet. Von Kairo bis
Smyrna lieben die Menſchen den Libanon. Seltſamerweiſe leiden
die Eingeborenen noch mehr als die Fremden unter der Hitze,
Dieſe Hitze bringt eine moraliſche Solidarität zuſtande, die eine
Eigentümlichkeit des Orients iſt. Man mordet vielleicht. Aber,
niemand ſtiehlt. Man ſchläft von Aſſiran bis Aleppo, von Irak
bis Khartum, von Alexandria bis Haifa bei offenen Fenſtern und
offenen Türen. Die Diener ſchlafen auf den Divans der
Korri=
dore. Vor den offenen Türen ſtehen ſeidendünne Paravents.
Und dieſe Paravents ſind heilig. Niemand durchſchreitet ſie, der
nicht dazu gerufen wird. Man durchſchreitet ſie immer nur
ſel=
ber, ein Zuſtand von ſorgloſer Sicherheit, der bezaubernd iſt. Das
Klima beſtimmt im mittleren Oſten alles: die Energie, die Raſſe,
ja ſelbſt das Schickſal. Man kennt den Orient nicht, wenn man
nicht ſein Klima kennt. Er iſt ſein Schickſal.
Die Franzoſen haben ein anderes koloniſatoriſches Genie als
die Engländer. Aber ſie ſind noch mehr verhaßt als die Briten.
Der Nationalismus des mittleren Oſtens iſt in vollem Aufmarſch.
Aber die Engländer bleiben in ihren Mandatgebieten unſichtbgt,
Man ſieht ſie nicht. Die Franzoſen treten in den ſyriſchen Läuz
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Nummer 143
Samstag, den 25. Mai 1929
Seite 3
Der Wahlkampf in England.
Ein Wahlflugblakk der engliſchen Liberalen Parkei.
Wahlverſprechungen.
Eine inkereſſanke Parallele. — Wer wird ſiegen?
men mit den Vereinigten Staaten in einem Briefe
Stellung genommen. Er ſelbſt habe der
Schuldenkommiſ=
ſion eine Verzinſung von 3 Prozent vorgeſchlagen, was jedoch
ab=
gelehnt worden ſei. Erſt ſpäter habe er ſich mit dem Kabinett
bereit erklärt, nach Ablauf von 10 Jahren 3½ Prozent Zinſen zu
bezahlen. Snowden könne ſicher ſein, daß die Schuldenkommiſſion
ſich mit einer Verzinſung von 2½ Prozent nicht einverſtanden
erkläre.
Die Liberale Partei hat am Donnerstag ein Wahl”
flugblatt herausgebracht, das ihre Richtlinien für die
Außenpolitik enthält. Danach iſt das Hauptziel der
Partei, den Krieg ein für allemal aus der Welt zu
ſchaffen. Es wird darauf hingewieſen, daß das britiſche
Welt=
reich nicht weniger als eine Million Menſchen im Weltkrieg
ver=
loren habe, und daß die Zinſen für Anleihen und Penſionen
zu=
ſammen mit den jährlichen Budgetlaſten für engliſche
Rüſtungs=
zwecke mehr als 65 Prozent der natürlichen Steuereinnahmen
er=
forderten. Das Ziel der liberalen Außenpolitik
gipfele darin, die ſeit 1918 abgeſchloſſenen
inter=
nationalen Verträge von Genf und Locarno,
ſo=
wie den Kellogg=Pakt wirkungsvoll zu
geſtal=
ten. Die konſervative Regierung habe den mit Locarno
gemach=
ten guten Anfang nicht verfolgt. Sie habe den Ausgleich zwiſchen
Frankreich und Deutſchland nicht geſchaffen, von dem der Friede
Europas und der Erfolg des Völkerbundes abhänge und ohne den
die ſchweren Verpflichtungen des Locarnovertrages nicht
durch=
zuführen ſeien. Die britiſche Regierung ſolle eine furchtloſe
Füh=
rung in der Abrüſtungsfrage und in der Herabſetzung der
Rüſtungs=
ausgaben übernehmen. Die Liberale Partei verpflichte ſich, wenn
ſie ans Ruder komme, zu dieſer Führung, und weiter dazu.
inter=
nationale Streitigkeiten jeder Art auf freundſchaftlicher
ſchieds=
richterlicher Grundlage zu löſen. Das Flugblatt iſt u. a. von Lloyd
George, Lord Beauchamp und Sir Herbert Samuel unterzeichnet.
* Wiederbeginn der Parlamenksarbeif
in Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 24. Mai.
Die Eröffnung der franzöſiſchen Kammer geſchah in einer der
Regierung günſtigen Atmoſphäre. Nichtsdeſtoweniger ſoll man
die optimiſtiſchen Erklärungen der Regierungsblätter, welche
ins=
beſondere die Uneinigkeit der Linksparteien betonen, nicht
über=
werten. Erſt nach dem Abſchluß der Reparationsverhandlungen
kann ja die Oppoſition Anſtalten zu einem Angriff machen. Dem
Wiedererſcheinen des Sozialiſtenführers Léon Blum in der
Kam=
mer mißt man große Bedeutung zu. Dem Budgetentwurf der
Regierung hingegen wird keineswegs eine allgemeine
Begeiſte=
rung entgegengebracht. Man hört ſcharfe Kritiken, ſelbſt in ſolchen
Kreiſen, denen man unmöglich eine Oppoſition, um jeden Preis
nachſagen kann. Man bemerkt vor allem, daß der Budgetentwurf
der Regierung kein klares Bild über die Belaſtung der
Steuer=
zahler gibt, da die Amortiſierungskaſſe einen Staat im Staate
mit einem ſelbſtändigen Budget darſtellt.
Der Budgetüberſchuß weiſt eine Verminderung im Vergleich
mit dem letzten Budget auf. Man wird verſchiedene
Steuerermäßi=
gungen vornehmen. Man befürchtet, daß die Regierung in der
Abſchätzung der Ausgaben, was die Forderungen der einzelnen
Reſſorts betrifft, welche ja nur in ſehr beſchränktem Maße
befrie=
digt werden, allzu optimiſtiſch vorgegangen iſt.
Die ſozialen Ausgaben, ebenſo wie die Ausgaben für
mili=
täriſche Zwecke weiſen eine fühlbare Erhöhung auf.
Die Kammer wird diesmal beſonders viel Zeit haben ſich mit
der Budgetvorlage der Regierung auseinanderzuſetzen. Es wird
behauptet, daß dies ſtark zur Belebung der Innenpolitik
bei=
tragen wird.
Amerika drängt Frankreich zur Rakifizierung oder
zur Bezahlung ſeiner Schulden.
Das Schatzamt hat heute einen bedeutungsvollen Schritt
unternommen, um die unklare Lage, die im Verhältnis zwiſchen
den Vereinigten Staaten und Frankreich bezüglich der
Ratifizie=
rung des Abkommens über die franzöſiſchen Schulden an Amerika
beſteht, zu klären. Wie das Staatsdepartement mitteilt, hat das
Schatzamt dem franzöſiſchen Botſchafter Claudel mitgeteilt, daß
Frankreich ſeine am 1. Auguſt 1929 verfallene Handelsſchuld im
Betrage von 429 Millionen Dollar zu bezahlen haben werde, wenn
das Bellon-Bérenger=Abkommen, vor dem Auseinandergehen
des Kongreſſes nicht ratifiziert ſein werde. Die Schuld müſſe aber
auch dann bezahlt werden, wenn die Ratifizierung durch das
franzöſiſche Parlament erſt in der Zeit zwiſchen dem Ende der
Kongreßtagung und dem 1. Auguſt erfolgen werde. Frankreich iſt
ſomit neuerdings aufgefordert worden, das Schuldenabkommen
ſchon in den allernächſten Wochen zu ratifizieren.
Wahlen in Belgien.
Am kommenden Sonntag finden in ganz Belgien die Wahlen
zur Kammer und zum Senat ſtatt. Für die Wahlen, bei denen
auch ein gewiſſer Prozentſatz der Frauen ſtimmberechtigt iſt,
be=
ſteht geſetzlicher Abſtimmungszwang. Der Hauptkampf ſpielt ſich
zwiſchen Katholiken und Sozialiſten ab. Die flämiſchen Aktiviſten
ſind unter Führung des bekannten Agitators Borms, deſſen
Auf=
treten zu mehrfachen Zuſammenſtößen mit den Nationaliſten
führte, ſehr rührig geweſen. Die Kommuniſten, die in der
letz=
ten Kammer nur zwei Vertreter hatten, haben überall
Kandi=
datenliſten aufgeſtellt. Da das Wahlſyſtem die Bildung
zahl=
reicher Splitterparteien begünſtigt, dürfte die Feſtſtellung des
end=
gültigen Ergebniſſes ſich erheblich verzögern und auch ein
Ueber=
blick über die erſten Reſultate nicht vor Mitternacht möglich ſein.
EP. London, 24. Mai.
Der tiefgehende Gegenſatz der Anſchauungen in den führenden
konſervativen und liberalen Kreiſen Englands über die Abrüſtung
und die damit in Zuſammenhang
ſtehende Frage der Verwendung
der durch Herabſetzung der
Rü=
ſtung freiwerdenden
Arbeits=
kräfte kommt in charakteriſtiſchen
Erklärungen zum Ausdruck, die
geſtern ſowohl Baldwin, als
Lloyd George im Wahlkampf
ab=
gegeben haben. Der
Pre=
mierminiſter ſagte u. a.,
es müſſe dafür geſorgt
werden, daß England
im weiteren Verlauf
der Abrüſtung nicht zu
ſchnell den anderen
Na=
tionen vorauseile.
Eng=
land dürfe nicht ſchneller
ab=
rüſten, als bis es die Arbeiter,
die durch Herabſetzung der
Rü=
ſtungen frei werden, in anderen
Induſtrien untergebracht habe.
Lloyd George nahm
gleich=
falls die Gelegenheit einer Wahl=
Der Kampf um den Wähler. — Wahlplakake in England.
verſammlung in Angleſey wahr,
die vielfachen Angriffe der
Kon=
ſervativen auf ſeine
Straßenbau=
pläne in treffender Weiſe
zurück=
zuweiſen. Man habe lange
ge=
nug der Untätigkeit der
Kon=
ſervativen in dieſer wichtigen
Frage zugeſehen. Vielleicht, ſo
bemerkte er ironiſch, könne dieſe
Frage am beſten dadurch gelöſt
werden, daß man die
Konſer=
vativen nunmehr Teer auf die
Straßen ſpritzen laſſe.
Im übrigen hat Baldwin
auch zu den Angriffen
Snowdens mit Bezug
aufdas Schuldenabkom=
Ein Plakat der
Konſervatives
Konſervatives Plakat
Arbeiterpartei.
Wahlplakat.
gegen Lloyd George.
Der engliſche Wahlkampf nähert ſich dem Höhepunkt. Das ganze Land iſt von Plakaten
über=
ſchwemmt, die für die drei Parteien werben. Unſer Bild zeigt links ein Plakat der
Arbeiterpar=
tei. Die junge Wählerin ſagt in bezug auf die veralteten Parteien, die im Hintergrund durch
Baldwin und Lloyd George dargeſtellt werden: „Arme alte Herren! Iſt es nicht tragiſch?” In
der Mitte ein Spottplakat auf Lloyd George und die Liberale Partei, die 1906 noch über 367 Sitze,
1929 aber nur noch über 39 Sitze verfügte: Es hat keinen Sinn alleine im Mondenſcheine zu
ſitzen!” Rechts: John Bull mit Flecken im Geſicht, auf denen zu leſen iſt: Generalſtreik,
Klaſſen=
kampf, Handelsdepreſſion uſw., mit der Unterſchrift: „Konſervatives Fleckenwaſſer entfernt dieſe
häßlichen Farben von ſeinem Geſicht!”
Auch die Töchker der engliſchen Skaaksmänner machen Polikik.
Lloyd George mit ſeiner Tochter Megan. Churchill mit ſeiner Tochter Mary. Macdonald mit ſeiner Tochter Jſabell.
Die drei volkstümlichſten Politiker Englands haben annähernd gleichaltrige Töchter, die die politiſche Tätigkeit ihrer Väter mit
größter Aufmerkſamkeit verfolgen. Lloyd Georges Tochter iſt in der Liberalen Partei führend tätig. Churchills Tochter begleitet
ihren Vater zu allen wichtigen Sitzungen, und Macdonald ſieht in ſeiner Tochter eine ſeiner beſten Helferinnen. Miß Megan Lloyd
George und Miß Iſabell Macdonald treten im Wahlkampf ſelber als Kandidatinnen auf, während Miß Mary Churchill die Partei
ihres Vaters durch eifrige Propaganda unterſtützt.
dern auf wie in Feindesland. Man haßt ſie nicht nur, ſie ſind
ſogar unbeliebt. In Damaskus ging ich an einem hiſtoriſchen
Tag durch die „Suks‟. Das Parlament für den Staat Syrien
wurde eröffnet. Hundertfünfzig nationaliſtiſche Autos fuhren in
Kolonne tutend durch die Bazare und hielten an den Ecken
An=
ſprachen gegen Frankreich und gegen die Offiziere, die
ſporen=
klirrend auf der Straße ſtanden. Das neue Syrien trat mit
ele=
ganten zweireihigen Anzügen und Charleſton=Hoſen, dem
Tor=
buſch auf dem Kopf, in amerikaniſchen Autos, in Erſcheinung —
mit einer politiſchen Demonſtration, die techniſch ſchon europäiſch
war. Das geſchah fünf Minuten von dem Stadtteil, den im
Kampf mit den Druſen die franzöſiſche Artillerie vor kurzem in
Grund und Boden geſchoſſen hatte, und wo nicht ihre
ſenega=
laiiſche „Armee du Levant”, ſondern die deutſchen
Fremdenlegio=
näre die Franzoſen herausgehauen hatten. Die Oppoſition hat,
wie man ſieht, in Syrien viele Nuancen. Parlamente und
Be=
duinen=Armeen. Dagegen orientaliſieren ſich die franzöſiſchen
Offiziere ſichtlich, was das Klima ſcheinbar mit teuflicher Kraft
betreibt. Darüber ließen ſich ein paar Hundert Anekdoten
erzäh=
len. In Baalbek ließen ſie ſogar in der Halle von Akruam einen
orthodoxen Biſchof hochleben, einen Mann mit einem
Adlerjäger=
kopf und rotſamtenen Talar, mit Fingern wie eine Frau und
einem herrlichen Smaragdring und einer goldenen Kette um die
Schultern. Er war in jeder Bewegung einer der eindruckvollſten
Männer, die ich kenne. Er verachtete das betrunkene Militär ſo,
daß ſie beſchloſſen, mit ſeinem Auto wegzufahren, was ihnen nicht
gelang. Die Offiziere waren ſo betrunken, daß nicht einmal die
kleinen porzellanen gemalten ſyriſchen Frauen von ihnen Notiz
nahmen. Dieſe kleinen ſoriſchen Frauen ſind ein ſehr aparter
Schlag, ſelbſt wenn man die harten Konſonanten vergißt, die ſie
in ihr Franzöſiſch hineinbringen. Sie bilden jene Kreuzung von
Romaniſch und Aſiatiſch, die das Arabiſche ihrer Herkunft ſogar
im Teint faſt weiß erſcheinen läßt. Es gibt nur eine Sehnſucht
für ſie, ſo hell wie blonde Engländerinnen zu ſein. Brünett iſt
nicht Mode im Orient. Der italieniſche Kronprinz hatte bei
ſei=
nem Beſuch aus dieſem Grund einen heftigen Mißerfolg, obwohl
man ihn ſympathiſch fand. Aber Eleganz genügt nicht, ſie muß
weiß ſein. Es iſt genau ſo wie bei den Engländerinnen, die
ſno=
biſtiſch genug ſind, den engliſchen Sporting=Clubs angehören zu
wollen, aber nicht baden, weil ſich zeigen würde, daß ihre Köpfe
und Hälſe durch lange Mühe ziemlich hell geworden ſind, daß
aber ihre Beine noch vollkommen braun ſind.
Durch den jungen Pinienhain des Akonam=Hotels kommt
man über einen Garten von Granatbäumen zu den
Römertem=
peln, deren Säulen vor den Gletſchern ſo innig in die Luft
hinein=
geweht ſind, als ſeien ſie, etwas heroiſcher zwar, aber nicht min=
der urſprünglich als die Zedern und die Roſen hier gewachſen.
Hinter dem dünnen Fichtenwald von Akonam fließen ein paar
Bäche mit metallweißem Waſſer. Sie kommen aus einer ſchon
in der Antike mit Rieſenmauern eingefaßten Quelle. Um dieſe
Quelle herum liegt ein Raſen mit einer Waſſerradmühle, neben
der in der Nacht die arabiſchen Sängerinnen ſitzen, dern wilde
hohe Triller durch den kleinen Wald im Wechſel mit den
ſene=
galeſiſchen Clairons heraufkommen. Auf dieſem Raſen ſtehen
hin und wieder Baumgruppen: ſilberne Ulmen, Dattelpalmen
und gewaltige Feigenbäume. In der Dämmerung iſt die Stille
in dieſer ſeltenen Landſchaft ſchon ein vollendetes Märchen.
An dieſen Baumgruppen laſſen ſich die Araber nieder,
rau=
chen Waſſerpfeifen und trinken ihren Kaffee. Sie verteilen ſich
wie zufällig überallhin in dieſe kleine Landſchaft, daß ſie
voll=
kommen hineinverſtreut ſind. Manchmal wechſeln ſie eine
Baum=
gruppe mit der andern. Hin und wieder ſitzt auch unter einem
Schatten eine dunkle Gruppe Frauen, und manchmal ſteht ein
Mann in Turban auf, um ſich wieder niederzulaſſen und zu beten.
Dieſe mit Menſchen durchzogene Landſchaft hat eine gemeinſame
erſchütterliche Ruhe. In der Wüſte ſind die Araber ſchon ſehr
markant. Unter Laubbäumen ſind ſie unwirklich. Mit der
Däm=
merung ſchmolz ſchließlich alles ineinander. Es kamen Herden
dazu, kleine Bullen und Reiter, die, wie auf Vaſen, mit arabiſch
tänzelnden Pferden vorübertrabten. Im Schatten der
ſchweigen=
den Laubbäume und der höchſten Seltenheit des Orients, des
tiefgrünen Raſens, tvurde dieſes Ereignis ſo traumhaft wie einer
jener Teppiche, die in ihrer Vielfalt und gleichzeitigen Harmonie
unwahrſcheinlicher als das Leben ſind. Die Dämmerung dauert
nur fünf Sekunden. Dann iſt es Nacht. Mit der Dunkelheit kommt
ein leichter Wind von den blau gewordenen Gletſchern des
Li=
banon. Er riecht ein wenig nach Schnee und ein wenig nach
Gra=
naten. Ich blieb drei Abende in Baalbek, um den Wind durch
die breiten Tore der Feigenbäume von der Libanonſpitze herunter
kommen und in den Pinienhain fallen zu hören. Es iſt ein
tol=
les Gefühl für die Haut und für die Seele. Nur wenige Leute
können wahrſcheinlich verſtehen, wie verrückt einen Bäume machen
können, ſobald ſie zu rauſchen anfangen, wenn man monatelang
mit der Wüſte gelebt hat.
Die Mainzer Gukenbergwerkſtakt auf der Ausſtellung
in Sevillg.
Der Aufbau der Gutenberg=Werkſtatt des
Mainzer Gutenberg=Mufeums auf der großen
ibero=
amerikaniſchen Ausſtellung in Sevilla konnte an würdiger
Stelle und in geeigneten Räumen ſtattfinden. Der dem
Guten=
berg=Muſeum zugewieſene Raum befindet ſich am Kopf des
gro=
ßen Hauptpalaſtes am Spaniſchen Platz. Setzerei mit Typen der
36zeiligen und der 42zeiligen Bibel und die Druckerei mit der
Holzpreſſe und der Papierfeuchtbütte füllen einen größeren, die
Schriftgießerwerkſtatt, in der mit dem Handgießinſtrument Typen
hergeſtellt werden, einen kleineren Raum. Setzerei, Druckerei und
Schriftgießerei werden von Druckgeſellen, die die Tracht des 15.
Jahrhunderts tragen, in Betrieb vorgeführt. Es werden
Schrif=
ten der 36zeiligen Bibel gegoſſen und Satzabſchnitte aus den
beiden Gutenbergſchen Bibeln, aus dem Mainzer Pſalter von
1457 und der ganze Türkenkalender für das Jahr 1455 gedruckt.
In vier großen Vitrinen, die ſich in einem weiten Raum vor der
Gutenberg=Werkſtatt befinden, ſind die Rekonſtruktionsverſuche
von Guſtav Mori in der Schriftgießerei D. Stempel ausgelegt,
die zeigen ſollen, wie die große Gutenbergſche Erfindung zuſtande
kam. Auf einer großen Wandkarte Tronniers iſt die
Aus=
breitung der Druckkunſt von Mainz aus über Europa in ſehr
kla=
rer Weiſe dargeſtellt. Gerade dieſe Karte erhöht die
Propaganda=
wirkung der Ausſtellung des Gutenberg=Muſeums für Mainz.
An einem Pfeiler zwiſchen Gießer= undDruckerwerkſtatt iſt ein Sockel
mit dem Bronzekopf Gutenbergs von Willi Reue angebracht,
während die Gutenbergbilder von Hans Kohl und Karl
Rup=
pert an den Wänden Platz fanden.
Der Aufbau der Gutenberg=Werkſtalt in Sevilla erfolgte
durch den Direktor des Gutenberg=Muſeums, Dr. Ruppel, der
auf ſeiner Reiſe nach Spanien von dem Schriftgußtechniker Guſtav
Mori aus Frankfurt a. M. begleitet wurde. Unterſtützung lieh
trotz ſeiner eigenen Ueberlaſtung der Leiter der Buchabteilung
der ibero=amerikaniſchen Ausſtellung, Don Fernando Bruner,
ein auf dem Gebiet des Buch= und Druckweſens höchſt
kenntnis=
reicher junger Gelehrter.
Die in Betrieb vorgeführte Gutenberg=Werkſtatt erregte
ſtar=
kes Intereſſe bei der Ausſtellungsleitung und bei den Beſuchern.
Gleich am Eröffnungstag konnten der König von Spanien,
die Königin, ihre beiden Töchter, mehrere Infanten und
Infan=
tinnen, der Miniſterpräſident General Primo de Rivera,
mehrere andere Miniſter und Generäle von Dr. Ruppel und Mori
begrüßt und geführt werden. Der König ſprach während der
Führung deutſch, auch die Königin ſprach deutſch, ebenſo
der Generaladjutant des Königs, die erſte Hofdame der
Königin und einige andere Damen und Herren. Der
ſpa=
niſche Hof war ſo ſtark intereſſiert, daß er längere Zeit in
der Gutenberg=Werkſtatt verweilte und den Druckvorgängen
zu=
fah. Der König und General Primo de Rivera äußerten ihre
Be=
friedigung in höchſt anerkennenden Worten.
T.
Ke
Seite 4
Samstag, den 25. Mai 1929
Nummer 143
OUM
Gustau Weicker
Thilde Weicker
(8862
geb. Demmel
geben von ihrerVermählung Kenntnis.
26. Mai 1929.
Mürnberg
Herschelstr. 27
Darmstadt
Landskronstr. 71
Die kirchliche Trauung findet am Sonntag, den 26. Mai
1926, nachmittags 3 Uhr, in der Petruskirche statt.
Statt Karten.
Fritz Keitzer
Gertrud Reitzer, geb. Heß
Vermählte
Darmstadt, Pankratiusstr. 35
Darmstadt
Lichtenbergstr. 91
Angersbach (Oberhessen)
Kirchliche Trauung am 26. Mal, nachmittags 2 Uhr,
in der Martinskirche.
Statt Karten.
Uhre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Emil Gröninger und Frau
Erna, geb. Hundsdorf
Darmstadt, den 26. Mai 1922.
Mühlstr. 17½
Löffelgasse 26
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 26. Mai, nachm. 3 Uhr.
in der Martinskirche.
Emil Wolpert
Thekla Wolpert, geb. Spler
Vermählte
Frankfurt a. M.
Wittelsbacher Allee 4, II.
Groß=Zimmern
Trauung: Dienstag, 28. Maſ, mittag 1 Uhr
Hotel „Stadt Frankfurt”, Darmſtadt. (*
Daes mir unmöglich iſt, allen denen
Z zu danken, die mir an meinem
80. Geburtstage ſo freundlich
gedach=
ten, erlaube ich mir auf dieſem Wege
meinen herzlichſten Dank
auszuſpre=
chen. Beſonders Herrn
Oberbürger=
meiſter und der Stadtverwaltung. (*
Konrad Hermann
Große Kaplaneigaſſe 49.
Für die anläßlich unſerer
Vermählung erwieſenen
Aufmerkſamkeiten herzlichen
(8860
Dank.
Fritz Schönbein und Frau
Anna, geb. Kaufmann.
Darmſiadt, den 25. Mai 1929.
Statt Korten.
Für die lieben Geſchenke, überaus
zahlreſchen Blumen und Glückwünſche
anläßlich unſerer Silberbochzeit innigen
Dank.
Ernſt Weil und Frau.
Pund ſüße Drangen 7 Pg.
5 ſaftige Zitronen . . . . . . 30 8
Friſche Tomaten . . . Pfund 75 8
Friſche Salatgurken . Stück von 25 H an
Deutſcher Plantagen=Salat
ſehr zart . . Rieſenkopf 30 ₰
Suppen=Tomaten . . . Pfund 45 8
Faßbender, Ludwigſtr. 6
md Früchteſtand am Markt, gegenüber Tietz. (8895
Hauptverſammlung
des
Allgem. Vereins gegen
Ber=
armung u. Bettelei, Darmſtadt.
am Montag, den 27. Mai 1929, nachm.
4 Uhr, Landgr.=Philipp=Anl. 7. Erdgeſch.
Tagesordnung:
Geſchäftsbericht u. Rechnungsablage.
2. Wahl des Vorſtandes u.
Rechnungs=
prüfers.
3. Künftige Geſtaltung der
Vereins=
tätigkeit u. Sonſtiges.
UintnoanA
zur
Haupkverſammlung des Bereins
„Heſſiſches Lehrerinnenheim”
verbunden mit der 25=Jahr=Feier des
neuen Hauſes. Samstag, den 8. Juni,
nachmittags 4 Uhr, im Heim,
Gervinus=
ſtraße 68.
Tagesordnung: 1. Eröffnung und
Be=
grüßung.
Jahresbericht.
3. Kaſſenbericht.
4. Voranſchlag.
Anträge.
6. Verſchiedenes.
Falls die Verſammlung nicht
beſchluß=
fähig iſt, findet im Anſchluß an die erſte
eine zweite Verſammlung ſtatt, die
unter allen Umſtänden als beſchlußfähig
angeſehen wird.
Nach der Verſammlung gemeinſamer
Kaffee; Anmeldungen hierzu bis 6. Juni
bei, Frl. Popperling,
Gervinus=
ſtraße 68.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe
Frau, unſere gute Mutter, Großmutter,
Schwieger=
mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Luiſe Sauer
geb. Reinhardt
plötzlich und unerwartet heimzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Sauer
Fritz Sauer, Apotheker, Canton (China)
und Frau Elli, geb. Geiß
und zwei Enkelkinder.
Darmſtadt, den 23. Mai 1929.
Schloßgartenſtr. 41.
Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Maſ,
vor=
mittags ½12 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Heute nacht entſchlief ſanft nach kurzen Leiden
unſere liebe Mutter, Großmutter und Schweſter
Frau Eliſabeth Knapp
geb. Melk
Hebamme i. R.
im Alter von 25 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Knapp
Familie Melk
Familie Huck
Familie Jäger.
Wiehauſen, Arbeilgen, den 24. Mai 1929, (8849
Die Beerdigung findet Sonntag um 4 Uhr ſtatt.
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Heute vormittag entſchlief plötzlich und unerwartet
unſere liebe Tante, Großtante, Schweſter u. Schwägerin
Frau
Eliſabethe Ackermann Wwe.
geb. Krauß.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie P. Brinkmann.
Darmſtadt den 24. Maf 1929.
Heinrichſtr. 115,
Die Beerdigung ſindet Montag, den 27. Mai,
nach=
mittags 3½ Uhr, vom Portale des alten Friedhofes aus
ſiatt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
innigſigeliebte Frau, unſere treuſorgende, liebe Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Emilie Keitzer
geb. Mönnig
nach langem, in großer Geduld getragenem Leiden im
22. Lebensſahre heute früh 3½ Uhr zu ſich in die
Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Konrad Keitzer, Lehrer i. R.
Otto Keitzer, Lehrer In Nauheim, Kr. Gr.=Gerau
und Frau Anna, geb. Völker
Karl Keitzer, Pfarrer in Brensbach i. O.
und Frau Luiſe, geb. Wolf
Hermann Keitzer, Apotheker in Darmſtadt
und Frau Marie, geb. Rupp
und 4 Enkel.
Ilbeshauſen (Oberheſſen), den 23. Mal 1929. (8872
Die Beerdigung findet Samstag, den 25. Mai,
nach=
mittags 1 Uhr ſtatt.
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Wer erteilt
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weil die Pelotte in einem Kugelgelenk
nach allen Seiten drehbar iſt und genau
die Bruchpforte „abriegelt.‟ Das
Kugel=
gelenk=Bruchband übt an keiner Körperſtelle
einen läſtigen Druck aus. Wundſcheuern,
ſelbſt bei ſchwerſter Arbeit und der größten
Hitze iſt gänzlich ausgeſchloſſen; es hält auch
ſchwerſte Brüche mit Sicherheit unter
Garantie zurück. Wo noch Ausſicht auf
natürliche Heilung (6783
des Bruches vorhanden iſt, wird dieſe—durch
das Tragen meines Bandes bei Tag und
Nacht—naturgemäß beträchtlich gefördert.
Nur Maßanfertigung. Vollkommen
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kurrenzlos. Koſtenloſe Vorführung
des neueſten Modells (auch die Herren
Aerzte ſind höfl. eingeladen) durch meinen
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genommen. Ang. u
E. 35 Geſchſt. (8835
Nummer 143
Samstag, den 25. Mai 1929
Seite 3
Aus der Landeshaupkſtadl.
Darmſtadt, 25. Mai.
die Generglderſammlung der Hekoga um 4 Wochen
verſchoben.
*Der Vorſtand der Hegoka hat in ſeiner geſtrigen Sitzung
beſchloſſen, den Termin der Generalverſammlung um 4 Wochen
zu verſchieben, da beſtimmte Nachricht eingegangen iſt, daß das
neue Angebot der Südweſtdeutſchen Gas=A.=G.
Frankfurt a. M. in den nächſten Tagen zu erwarten iſt und der
Zeitpunkt des 6. Juni für die Prüfung und Durchſicht des
An=
gebots zu kurz erſchien.
— Ernannt wurde am 3. Mai die proviſoriſche techniſche Lehrerin
Roſine Neſer zu Mainz mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts
an zur techniſchen Lehrerin an der Mädchenfortbildungsſchule daſelbſt.
— Aus dem Staatsdienſt entlaſſen wurde am 16 Mai die Kanzliſtin
Margarete Müller verehelichte Nagel in Mainz auf ihr Nachſuchen
mit Wirkung vom 1. Mai 1929.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
an der Volksſchule in Schotten.
— Zu beſetzen ſind: bei dem Landgericht Gießen und den
Amts=
gerichten Darmſtadt I, Gießen, Worms, Bensheim,
Bwingenberg und Alzey die Stellen je eines Oberjuſtizſekretärs
bzw. Juſtizinſpektors. Bewerbungen ſind an den Juſtizminiſter bis
5. Juni ds. Js. einzureichen.
— Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag,
den 26. Mai, vormittags 11 und 11.30 Uhr, und von Montag, den 27.,
bis Freitag, den 31. Mai, vormittags 11 und 11.30 Uhr und nachmittags
3 und 3.30 Uhr. Am Samstag, den 1. Juni, iſt geſchloſſen.
— Heſſiſches Landestheater. Heute der große Operettenerfolg
„Mamſell Nitouche” in der Premierenbeſetzung. Die Aufführung
beginnt um 19 Uhr (nicht 19½ Uhr) und iſt der Miete E zugeteilt.
Im Kleinen Haus gelangt heute Flotows Oper „Martha” mit
Martin Kremer vom Staatstheater Wiesbaden als Gaſt in der Rolle
des Lionel unter muſikaliſcher Leitung von Erwin Palm zur
Wieder=
holung. In den anderen Hauptpartien ſind die Damen: Walter, Jacobs,
und die Herren Herrmann und Ney beſchäftigt. (Zuſatzmiete II.
Be=
ginn: 19½ Uhr.)
Morgen, Sonntag, im Großen Haus, „Lohengrin” von Rich.
Wagner, vorausſichtlich zum letzten Male in dieſer Spielzeit. In den
Hauptpartien Anny von Stoſch, Elſa Varena, Johannes Biſchoff, Hans
Grahl, Theo Herrmann, Carl Ebert=Beher. Muſikaliſche Leitung: Mag
Rudolf. Beginn: 18 Uhr. (Miete K).
Als Vorſtellung der Heſſenlandmiete III geht morgen, Sonntag, im
Kleinen Haus das erfolgreiche Luſtſpiel „Das Kamel geht durch
das Nadelöhr” in der Beſetzung der Erſtaufführung in Szene.
Be=
ginn: 19½ Uhr.
— Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts. Das
Schnurr=
buſch=Quartett veranſtaltet ſeinen dritten Mozar=t Abend am
Don=
nerstag, den 30. Mai, 20 Uhr, im Kleinen Haus. Zur Aufführung
ge=
langen: das Jagdquartett, das Streichquintett in G=Moll, und ein
Quar=
tett für Flöte, Violine, Viola und Cello. Karten an der Tageskaſſe des
Kleinen Hauſes.
— Das Wohltätigkeitskonzert der Baumherzigen Schweſtern, Nieder=
Ramſtädter Straße 30, unter gütiger Mitwirkung von Frau Marie
Kleinen (Klavier), Frl. Helene Kühling (Sopran), Frl.
Ju=
lia Schnitzler (Klavier), Herrn Dr. Anton Stiefenhofer
(Tenor), Herrn Ernſt Opfermann (Violine) und Herrn Stud.
Albert Herold (Klavier) findet am 28. Mai, abends 8 Uhr, im Saale
des Schweſternhauſes ſtatt. Das abwechſlungsreiche Programm ſtellt
einen genußreichen Abend in Ausſicht. Eintrittskarten ſind im Sch
ve=
ſternhaus, Nieder=Ramſtädter Straße 30, zu haben.
— Promenadekonzert am Sonntag, den 26. Mai, ab 11 Uhr
vor=
mittags, im Orangeriegarten. Harmonieorcheſter Darmſtadt
(Philharmoniſcher Verein), Leitung: Kammervirtuos Tonis Kümmel.
Im Programm: Haendel: „Ich weiß, daß mein Crlöſer lebt”, aus
Meſſias”; Bizet: Carmen=Marſch; Auber: Ouvertüre zur Oper „Des
Teufels Anteil”: Rich. Wagner: Lohengrin=Fantaſie; L. Kümmel:
Rheinländer=Walzer u. a. m.
— Orpheum — Sommerſpielzeit Adalbert Steffter. Heute
Pre=
miere „Annemarie” Operette von Gilbert. Das Werk hat an
allen Bühnen Deutſchlands ſtarken Beifall gefunden, und werden hier
ebenfalls die ſchmiſſigen Muſiknummern und der luſtige Inhalt großen
Anklang finden. — In den Hauptrollen ſind beſchäftigt: die bekannte
Operettenſängerin Betty Hemmerle vom Operettentheater
Leip=
zig und die von der Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſ hen
Landestheaters noch in Erinnerung ſtehende Mieze Neidhart,
ſo=
wie die Komiker Emil Aman und Viktor Schmidt. Die
Titel=
rolle ſpielt Liesl Ponhart.
— Sprachverein. Ueber den Verlauf der diesjährigen Tagung des
Geſamtvereins, die in der Pfingſtwoche zu Danzig ſtattfand, wird am
nächſten Dienstag um 8 Uhr bei Sitte (Karlſtraße) Lehrer Luckow
be=
richten, der für die hieſige Ortsgruppe daran teilgenommen hat.
Nach=
her wird der Obmann über die bisherigen heſſiſchen Wörterbücher reden,
ſowie über das neue, von dem jetzt zwei Lieferungen vorliegen. Auch
Nichtmitglieder haben freien Zutritt. (Siehe Anzeige.)
— Volkshochſchule. Zu den Operettenſpielen im Orpheum (Dir.
Adalb. Steffter) erhalten unſere Mitglieder an allen Wochentagen
er=
mäßigte Karten zu 1 Mk. und 1,5) Mk. auf unſerer Geſchäftsſtelle
(Mathildenplatz 17).
— Orangeriehaus. Am Sonntag, den 26. Mai, abends 8 Uhr,
ver=
anſtaltet das Stadtorcheſter wiederum ein volkstümliches Konzert (
Rhei=
niſcher Abend) im Orangeriegarten. (Siehe Anzeige.)
— Hans Hoefflin, der bekanntlich auch ein Schüler von Profeſſor
Beines iſt, hatte vor einigen Tagen einen großen Erfolg als „
Poſtil=
lon von Lonjumeau‟. Die Heſſiſchen Neueſten Nachrichten, Mainz,
ſchreiben darüber: „Wir ſind zurzeit im glücklichen Beſitz eines
Teno=
riſten, der dieſer Rolle gewachſen iſt, und Hans Hoefflin hat die auf
ihn geſetzten Hoffnungen nicht nur erfüllt, ſondern in ganz unerhörter
Weiſe übertroffen. Wir haben von dem Künſtler in Darmſtadt und in
Mainz eine lange Reihe meiſt guter geſanglicher Leiſtungen gehört,
aber keine verträgt den Vergleich mit der vom Donnerstag. Die Stimme
entwickelte eine berückende Schönheit und Weichheit und folgte, biegſam
wie noch nie, den ſchwierigen Gängen der Melodie bis in die
ſchwindeln=
den Höhen des hohen C, das ihm ſpielend gelang. Dazu kam ein
vor=
trefflich durchgebildetes und lebendiges Spiel, um die Geſtalt des
Poſtil=
lons und Sängers nach allen Seiten vollendet abzurunden. Daß er
die Partie zum erſten Male ſang, war nicht mehr merkbar.” — Der
Mainzer Anzeiger, Mainz, läßt ſich wie folgt vernehmen: „Hans
Hoeff=
lin war der werbeeifrige Titelheld. Schmuck in ſeiner Uniform als
neu=
gebackener Ehemann, adrett als eourſchneidender Matador des hohen C.
Und das gewinnende chevalereske Spiel war ſchließlich nur die
dar=
ſtelleriſche Untermalung ſeiner lyriſch weich ſtrömenden, melodiſch
ge=
rundeten Tongebung. Hoefflin durfte ſich wieder einmal in ſeiner
be=
ſonderen Domäne ergehen, ſchien einen beſonders glücklichen Abend zu
haben und beſtrickte, wiederholt auf offener Szene mit Beifall bedacht,
durch kehlfertige Falſettüberraſchungen.”
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Walter Bluhm, ehemaliges
Mitglied des Heſſiſchen Landestheaters Darmſtadt, jetzt am Neußiſchen
Theater in Gera, wurde auf drei Jahre nach Berlin an die Bühnen
des Neinhardt=Dr. Klein=Konzerns verpflichtet.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheakers
vom 26. Mai bis 2. Juni 1929.
Großes Haus.
Sonntag, den 26. Mai, 18 Uhr, Ende 22.15 Uhr. K 17 (
Bühnen=
volksbund). „Lohengrin.” Oper von R. Wagner. —
Preiſe 1—10 Mark.
Montag, den 27. Mai: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 28. Mai, 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. H 12 (
Bühnen=
volksbund) —T, Gruppe 7 und 8 (Nr. 301—400). „
Napo=
leon”. Schauſpiel von Grabbe. — Preiſe 0,80—8 Mark.
Mittwoch, den 29. Mai, 19 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr. B 25.
„Der Roſenkavalier”, Oper von Nichard Strauß. —
Preiſe 1—10 Mark.
Donnerstag, den 30. Mai, 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. U 25. „
Mam=
ſell Nitouche”. Operette von Hervé. — Preiſe 1—10 Mk.
Freitag, den 31. Mai, 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. E 25. „
Napo=
leon”. Schauſpiel von Grabbe. — Preiſe 0,80—8 Mark.
Samstag, den 1. Juni, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. T 25. T, Gruppe
2, 3 und 6 (Nr. 51—150 und Nr. 251—300). „Mamſell
Nitouche”, Operette von Hervé. — Preiſe 1—10 Mark.
Sonntag, den 2. Juni, 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr.
Heſſenland=
miete II, Heſſenlandmiete IIT (12. Vorſtellung). „Manon
Lescaut”. Oper von Puccini. — Preiſe 1,20—12 Mark.
Kleines Haus.
Sonntag, den 26. Mai, 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr.
Heſſen=
landmiete III. „Das Kamel geht durch das
Na=
delöhr”. Luſtſpiel von Langer. — Preiſe 1,20—6 Mark.
Montag, den 27. Mai: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 28. Mai, 19 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Zuſatzmiete I2.
„Figaros Hochzeit”. Oper von Mozart. — Preiſe 1,50
bis 7,50 Mark.
Mittwoch, den 29. Mai, 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete
VI” „Mittagswende”. Schauſpiel von Claudel. —
Preiſe 1,20—6 Mark.
Donnerstag, den 30. Mai, 20 Uhr. Kammermuſikabend
des Schnurrbuſch=Quartetts. Preiſe 1, 2, 3 Mark.
Freitag, den 31. Mai, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete TVi
„Schwergewicht”, Burleske Operette von Krenek. —
„Parade”. Ballett von Satie. — „Die ſchöne
Gala=
thee”. Operette von Suppé. — Preiſe 1,50—7,50 Mark.
Samstag, den 1. Juni, 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Volksvorſtellung
zu Einheitspreiſen. „Martha” Oper von Flotow. —
Preiſe 0,50, 1, 2, 3 Mark.
Sonntag, den 2. Juni, 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Zuſatzmiete VII‟
„Die Schieber des Ruhms”. Schauſpiel von Pagnol
und Nivoix. — Preiſe 1—5 Mark.
OPIOH, Frankfurt a. M.
(I.161
Café, Oabaret
Das große
und
Casino
Mai-Programm
Zum 2. Heſſiſchen Sängerbundesfeſt in Darmſtadt.
Eine ſeltene, aber die Maſſe des Publikums ſicher packende Aufgabe
haben ſich 80 Neu=Iſenburger Sänger unter ihrem bekannten
Frank=
furter Chormeiſter Gg. Caeſar geſtellt: ſie wollen am Feſtſamstag, den
13. Juli, abends um 19 Uhr, in der Otto=Berndt=Halle einfache
Volks=
lieder bieten, die durch barbariſche Zeiten von geſtern verächtlich beiſeite
geſchoben wurden, die aber heute ihr Daſeinsrecht in der Kunſt erwieſen
haben: kurz das Volkslied Silchers in Dialektform.
Leicht iſt das gar nicht, nur ein ganz geſchulter Chor darf ſich an dieſe
Aufgabe herauwagen. Die Iſenburger ſind dafür bekannt. Bei einem
Sängerfeſt, das echte Volkskunſt im beſten Sinne pflegen und fördern
will, durfte der Schwabe Fr. Silcher mit ſeinen auch durch
Nigger=
rhythmen nicht verwüſtlichen Melodien ohnedies nicht fehlen. Man darf
den Iſenburgern und ihrem Leiter um ſo dankbarer ſein, als ſie mit
ihrer Vortragsceihe eine gewiſſe Entſagung üben: ſie hätten gewiß
auch mit großen Kanonen=Balladen aufwarten können. Zehn Perlen
Silchers werden am Samstag in der Otto=Berndt=Halle erklingen: die
kleine Gaſſe, die drei Röſelein, der Liebesſchmerz, das Mädele ruck,
ruck, ruck! Doch, was ſollen wir ſie alle aufzählen! Kommt und hört!
Vielleicht klingen die Weiſen gar manchem doch heimiſcher als der neuſte
Berliner Schlager. Man flüchtet ja neuerdings wieder gern aus den
Rhythmen einer nerven= und ſinnenüberreizten armen Zeit zu den
Wiener Walzerkönigen.
B.
80jährige Jubelſeier der Freiwilligen Feuerwehr
Darmſtadt.
Am 28. Juli kann die Freüv. Feuerwehr Darmſtadt des Feſt ihres
80jahrigen Beſtehens begehen. Es bedarf wohl keiner beſonderen
Hin=
reiſe darauf, was die Wehr in den acht Jahrzehnten an Werken
ſelbſt=
loſer Nächſtenliebe und hingebender Aufobferung für die Einwohnerſchaft
unſerer Stadt geleiſtet hat.
Die Iubelfeier, die in beſcheibenem Rahmen ſtattfindet, wird
ein=
geleitet mit einem Feſtkommers am Samstag, 27. Juli, im Saalbau. Bei
dieſer Gelegenheit findet eine Ehrung de= lamgjährigen Mitglieder ſtatt.
Der Feſtſonntag gilt in erſter Linie einer großen Schauübung auf dem
Meßplatz, anſchließend veranſtaltet die gelamte Wehr in Verbindung
mit der Berufsfeuerwehr eine große Angriffzübung.
Ein Feſtzug am Nachmittag, an dem ſich die auswärtigen Wehren
beteiligen, und ein Konzert ſolvie Volrsbeluſtigungen im Saalbau bilden
den Abſchluß des Feſtes.
Eine der vornehmſten Aufgaben der Wehr iſt die Unterſtützung
kranker und alter Mitglieder. Ihnen zu helfen dient eine
Unter=
ſtützungskaſſe. Die Freiw. Feuerwehr wender ſich jetzt an die
Einwohner=
ſchaft mit der Bitte, durch freiwillige Beiträge die Unterſtützungskaſſe
zu ſtärken. Dort wo die behördlich beglaubigten Liſten vorgelegt
wer=
den, wird gebeten, zu dieſer wohltätigen Sach= mit beizuſteuern.
— Der Starkenburger Provinzialtag zur Gasverſorgung. Zu dieſem
Bericht iſt zu bemerken, daß gegen den Beſchluß des Provinzialtages vier
Mitglieder ſtimmten, und zwar zwei Mitglieder der Deutſchen
Volks=
partei (nicht Bauernbündler) und zwei Deutſchnationale.
Oeffentliche unentgeltliche Impftermine werden heute Samstag,
von 15 Uhr ab, in der Ohlyſchule (Friedrichſtr. 1), ſowie in der
Morne=
wegſchule (Hermannſtraße 21) abgehalten. Hierzu ſind alle im Jahre
1928 geboreien Kinder vorzuführen, aber auch ältere Kinder, die bis
jetzt noch nicht geimpft ſind, können gebracht werden. Es empfiehlt ſich,
Familienſtammbuch oder Geburtsſchein des Kindes mitzubringen.
Adreßbuch der Kraftfahrzengbefiher im
Volksſtaat Heſſen.
Mit der Ausgabe des Adreßbuchs der Kraftfahrzeugbeſitzer im
Volks=
ſtaat Heſſen marſchiert Heſſen an der Spitze aller Länder im Reich!
Trotz der hohen Koſten, mit denen die Drucklegung eines vollſtändigen
Verzeichniſſes verknüpft iſt, hat der L. C. Wittich Verlag auf Grund
amtlichen Materials im Auftrag des Miniſteriums die Neuausgabe
veranſtaltet; dieſe verzeichnet alle im Volksſtaat Heſſen zugelaſſenen
Kraftfahrzeuge (Perſonenkraftwagen, Laſtkraftwagen, Lieferwagen,
Kraftfahrräder, Omnibuſſe, Zugmaſchinen uſw.) jeder Art nach dem
Stand vom 1. April 1929, geordnet nach Provinzen und Kreiſen
(VS, VR, VO) und innerhalb dieſer nach Nummern. Jede Meldung
enthält folgende Angaben: Name, Beruf, Wohnort des
Kraftfahrzeug=
beſitzers, Fabrikmarke, Motornummer, PS oder Hubraum, Art des
Fahr=
zeuges. Vgl. nachſtehendes Beiſpiel:
8434 Friedrich Schäfer, Ludwigsplatz
Opel 77 707. 1010 ccm. L. (Laſtkraftwagen).
Die Neuausgabe des Auto=Adreßbuchs erſcheint in vergrößertem
Format (42 — 20X 26 Zentimeter) am 28. Mai und verzeichnet über
20 000 Meldungen. Das Buch koſtet 12 RM. (bei portofreier Zuſendung
unter Nachnahme: 12,50 RM.) und iſt in jeder Buchhandlung oder
direkt vom Verlag oder in der Geſchäftsſtelle des Darmſtädter Tagblatts
zu beziehen.
* Kleine Skrafkammer.
p. 1. Wegen fahrläſſiger Körperverletzung hat ſich ein hieſiger
Ge=
werbetreibender zu verantworten. Er fuhr am Montag, 17. Dezember
1928, früh mit ſeinem Laſtauto, als an der Straßenkreuzung
Bleich=
ſtraße=Kaſinoſtraße, einer unüberſichtlichen Stelle, an der kein
Ver=
kehrspoſten ſteht, ein Zuſammenſtoß mit einem von rechts kommenden
Motorrad ſtattfand, deſſen Lenker und Beifahrerin verletzt wurden. Die
Anklage nahm an, der Autofahrer habe dem Motorrad nicht die
Vor=
fahrt eingeräumt, und das auf 75 Mark Geldſtrafe erkennende Urteil
des Amtsgerichts hat dazu ausgeführt, daß das Motorrad, weil von
rechts kommend, die Vorfahrt gehabt habe. Angeklagter will kurz vor
der Kreuzung Signal gegeben, auch gebremſt haben; er will von dem
Matorradfahrer angefahren worden ſein, was noch heute an dem Auto
ſichtbar ſei. Die Kaſinoſtraße iſt nur Umleiteſtraße für den
Hauptver=
kehr, ſie iſt aber nicht ohne weiteres als Durchgangsſtraße anzuſprechen.
Der Angeklagte hatte für die Straßenkreuzung eine zu große
Geſchwin=
digkeit, wie von ſachverſtändiger Seite ausgeführt wird, zudem iſt die
Stelle unüberſichtlich, weil aus der Bleichſtraße Fahrzeuge plötzlich
auf=
tauchen können.
Das Urteil verwirft die beiderſeits eingelegten Berufungen.
2. Ein Einwohner von Semd iſt angeklagt, in den Jahren 1927 und
1928 fortgeſetzt der Gemeinde gehörigen Hafer weggenommen zu haben;
er iſt Faſelwärter der Gemeinde ſeit acht Jahren. Gegen das auf 30 M.
Geldſtrafe lautende Urteil iſt Berufung eingelegt. Der Angeklagte
be=
ſtreitet, fremden Hafer in ſeinem Nutzen verfüttert zu haben; die ihm
ungünſtigen Zeugenausſagen ſtellt er als einen Nacheakt hin. Aus der
Beweisaufnahme geht hervor, daß er den Dienſt zur Zufriedenheit der
Gemeinde verſieht. Gänſe und Hühner zu füttern, iſt Sache der Frauen
auf dem Lande. Eine von einem Hauptzeugen in erſter Inſtanz
ge=
tane ſchriftlich niedergelegte Aeußerung wird von dieſem ausdrücklich
auch in dieſer Inſtanz aufrechterhalten, und zwar trotz eindringlichen
Vorhalts ſeitens des Gerichtsvorſitzenden. Ein anderer Hauptzeuge hat
im Jahre 1928 die Anzeige bei der Gendarmerie erſtattet; er will
deut=
lich geſehen haben, daß der Angeklagte ſtets die Hühner mit Hafer
gefüttert habe, oder dies wenigſtens aus den gemachten Beobachtungen
folgern. Der Verteidiger verweiſt auf das Unglaubhafte in den
gemach=
ten Ausſagen, auf deren Widerſprüche mit der gemachten Anzeige; auf
ſolche Bekundungen ſei kein Gewicht zu legen; pure Gehäſſigkeit ſei die
treibende Kraft bei der ganzen Affäre. Der Staatsanwalt bittet um
Ausſetzung der Sache, da er ein Meineidsverfahren gegen die beiden
Zeugen einzuleiten beabſichtige, ſubſidjär bitte er um Freiſprechung. —
Das Urteil iſt freiſprechend. Eine Schuld des Angeklagten ſei
nicht erbracht.
Schwere Berurkeilung zweier Darmſtädker vom
franzöſiſchen Milikärgerichk in Mainz.
Der 23jährige Schloſſer Philipp Dony und der 26jährige Schloſſer
Gerhard Walter aus Darmſtadt hatten ſich geſtern vor dem
franzöſi=
ſchen Militärgericht in Mainz zu verantworten. Die Angeklagten waren
jedoch nicht erſchienen. Nach Angabe des Staatsanwaltes haben ſie des
öfteren Ausflüge in die franzöſiſchen Schießſtände im Lager
Gries=
heim unternommen und dort Infanteriegeſchoſſe geſucht. Dabei
wur=
den ſie von einem Wachtpoſten bemerkt und verfolgt. Während der
Flucht wurde der Wachtpoſten mit einem Fauſtſchlag auf den Kopf
ange=
griffen. Während es dem einen Eindringling gelang, zu entkommen,
hielt der Poſten den anderen feſt und wollte ihn in das Lager
trans=
portieren. Auf dem Wege dorthin drehte ſich der Gefangene um und
betäubte den franzöſiſchen Soldaten mit einem
Fauſt=
ſchlag auf den Kopf, entriß ihm Gewehr und Patronen und flüchtete
über die nahe Grenze in Richtung Darmſtadt. Die Angeklagten wurden
in Abweſenheit wegen ſchweren Diebſtahls und tätlichen Angriffs zu
5 Jahren Zwangsarbeit (Zuchthaus) verurteilt. Beide ſind
wegen Kugeldiebſtahls in den Schießſtänden Gonſenheim vorbeſtraft.
Nach Rechtskraft des Urteils ſoll, weil es ſich um ein gemeines Verbrechen
handelt, von der deutſchen Regierung die Auslieferung Donys
und Walters zur Strafverbüßung im deutſchen Gefängnis in Mainz
be=
antragt werden.
Lokale Beranſtaltungen.
Die Meruiter erſcheinenden Rotizen ſind ausſchließlich als Hinweife auf Kugsigen zu betrachten.
in keinem Faſle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Deutſchorden. Ordenskapitel. Am Samstag, den
1. Juni, 8.15 Uhr abends, in Eberſtadt Begrüßungsabend im
Berg=
ſträßer Hof (auch für Angehörige und Gäſte). Am Sonntag, den 2. 6.,
9.45 Uhr vormittags Gottesdienſt im Hauſe Treuenau für alle
Ordensbrüder mit Angehörigen und Freunden. Nach dem Gottesdienſt
Komturkapitel (Komture und Ehrenmeiſter) dortſelbſt.
Nech=
mittags 3 Uhr Ordenskapitel bei „Sitte” (keine Gäſte). Abends
8.30 Uhr zwangloſes Beiſammenſein bei Sitte (mit Angehörigen und
Gäſten).
— Konzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße)
findet heute Samstag und morgen Sonntag abend Konzert mit Tanz
ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 25. Mai 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende nach
21,30 Uhr, E 24: „Mamſell Nitouche‟ — Kleines Haus, Anfang
19,30 Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatzmiete II: „Martha”. — Orpheum,
abends 20,15 Uhr: „Annemarie‟ — Konzerte: Schloßkaffee,
Reichshof, Hotel Schmitz, Sportplatz=Reſtaurant, Alte Poſt,
Darm=
ſtädter Hof, Kaffee Ganßmann, Stadt Malaga, Waldſchlößchen, Hotel
Prinz Heinrich. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia,
Palaſt=Lichtſpiele.
In den ersten
zehn Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind
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schließlich mit der reinen, milden
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waschen und baden. Das Kind wird
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Ceite 6
Samstag, den 25. Mat 1929
Nummer 443
Generalverſammlung
der Landesgenofſenſchaftsbank.
Die diesjährige Tagung der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften begann geſtern mit der 16. ordentlichen Generalverſammlung
der Landesgenoſſenſchaftsbank im überfüllten Saalbau. Der Vorſitzende
des Aufſichtsrates, Altbürgermeiſter Molkereidirektor Schmidt=Echzell
(Oberheſſen), begrüßte die 669 ſtimmberechtigten und die zahlreichen
übrigen Genoſſenſchaftsvertreter und insbeſondere die Ehrengäſte Min=
Nat Schroth vom Finanzminiſterium, Min.=Rat Bauer vom Miniſterium
für Arbeit und Wirtſchaft, Abteilung Landwirtſchaft, die Vertreter der
Preußenkaſſe Frankfurt a. M., der Reichsbank, den Präſidenten der
Landwirtſchaftskammer, Henſel, deren Generaldirektor Dr. Hamann,
Ver=
bandsdirektor Berg uſw. Er gedachte ſodann des wegen ſeines
Geſund=
heitszuſtandes ausgeſchiedenen Vorſtandsmitgliedes, Direktor Mager,
dem er für ſeine langjährige verdienſtvolle Tätigkeit Dank ausſpricht.
Für den verhinderten Wirtſchaftsminiſter Korell überbringt Min.=Rat
Bauer deſſen Glückwünſche.
Zu dem Bericht über das 16. Geſchäftsjahr gibt Direktor
Hahne=
mann noch einige Einzelheiten. Am Tage der Generalverſammlung
gehören der Landesgenoſſenſchaftsbank 485 Mitglieder mit 856
Geſchäfts=
anteilen — 2 568 000 RM. Geſchäftsguthaben und 2 680 000 RM.
Ge=
ſamthaftſumme an. Davon entfallen auf Oberheſſen 180 Mitglieder, 165
auf Starkenburg und 150 auf Rheinheſſen. Gegenüber dem Vorjahre
hat ſich der Umſatz auf 888 Millionen (i. V. 836 Millionen) erhöht, die
Aktiva um 697 000 RM. auf 14,314 Millionen; der in Anſpruch
genom=
mene Kredit einſchließlich Wechſelverbindlichkeiten hat ſich dagegen um
760 000 RM. auf 18,214 Millionen verringert. Verwaltungskoſten und
Erträgniſſe an Zinſen und Proviſionen ſind gegenüber dem Vorjahre
faſt unberändert. Am 1. Janura 1929 waren den angeſchloſſenen
Genoſ=
ſenſchaften m. b. H. rund 69 000 Mitglieder angeſchloſſen welche
69 Millionen Haftſumme übernommen haben, 37 Genoſſenſchaften mit
unbeſchränkter Haſtſumme hatten 4764 Mitglieder. Gegemüber dem
Vor=
jahre iſt eine Mitgliederſteigerung von rund 900 zu verzeichnen. Aus
dem Reingewinn follen 36 045 RM. den Reſerven überwieſen und
144 180 RM. zur Ausſchüttung einer 6prozentigen Dividende auf das
Ende 1977 eingezahlte Geſchäftsguthaben verwendet werden. In dieſem
Falle betragen die Reſerven zuſammen 804 414 RM., davon
Reſerve=
fonds 380 112 RM., Betriebsrücklage 380 113 RM. Rückſtellungen
44 189 RM. — Der Redner behandelt dann eingehend die Faktoren, die
ungünſtig auf die Geſchäftsverhältniſſe eingewirkt haben, den
Konjunk=
turrückgang, die unerträgliche Zinshöhe, Nachwirkungen der ſchlechten
1927er Ernte, die ungenügende Umſchuldungsaktion deren Kredite
häufig noch zu neuen Laſten benutzt wurden. Erſte Aufgaben der
ein=
zelnen ländlichen Genoſſenſchaften müßten ſein: Sicherung der
Liquidi=
tät, Schaffung von Rücklagen bei der Zentralbank für Kriſenzeiten,
Unterſtützung der Spartätigkeit. Der Umſatz im neuen Jahre ſei
erfolg=
verſprechend und betrage bis Mai 333 Millionen (i. V. 311 Mill.) RM.
Verbandsdirektor Berg erſtattet ſodann ausführlich Bericht über
die geſetzlichen Rebiſionen der Bank und findet den lebhaften Beifall der
Verſammlung. In ſeinem Geſamtergebnis kommt er zu der Auffaſſung,
daß angeſichts der Reſtriktionen der Reichsbank und der Preußenkaſſe
und der dadurch notwendig werdenden ſtärkeren
Rückzahlungsverpflich=
tungen der Landesgenoſſenſchaftsbank der Fluß der Einnahmen geringer
werden würde; notwendig ſei eine Einſchränkung der Unkoſten, beſonders
der perſönlichen; Prüfung der Möglichkeit, auf die Einlagen der
Mit=
glieder eine Dividende auszuſchütten; Abſchreibung von 200—250 000
RM. zweifelhafter Forderungen auf die Reſerven des laufenden
Ge=
ſchäftsjahres, wobei allerdings möglich ſei, gewiſſe Beträge
hereinzu=
holen: Beſchränkung des Geſchäftsbetriebes allein auf die angeſchloſſenen
Genoſſenſchaften, ſowie ſchließlich Rationaliſierung im Bankgeſchäft.
Nach ſehr angeregter Ausſprache wird ſeinem Antrag entſprechend
Jahresrechnung nebſt Bilanz einſtimmig genehmigt unter Abſchreibung
des Betrages von 200—250 000 RM. dubioſer Forderungen an den
Re=
ſerven des laufenden Jahres. Die Ausſchüttung einer Dividende von
6 Prozent findet keinen Widerſpruch. Ueber die Entlaſſung des
Vor=
ſtandes und Aufſichtsrates entſpinnt ſich eine ſehr lebhafte Debatte.
Gegen wenige Stimmen wird dann die Entlaſtung erteilt. In den
Auf=
ſichtsrat werden Strub=Nierſtein, Görtmann=Höchſt i. Odw.
und Schmidt=Echzell (Oberheſſen) wiedergewählt.
Einſtimmig werden dann Satzungsänderungen beſchloſſen,
nach denen der Vorſtand ſich aus zwei vom Aufſichtsrat zu
beſtellen=
den geſchäftsführenden Direktoren und 4 von der Generalverſammlung
zu wählenden ehrenamtlichen Vorſtandsmitgliedern zuſammenſetzt. Ein
ehrenamtliches Mitglied ſoll von der Zentralgenoſſenſchaft nominiert
werden. Zu ehrenamtlichen Mitgliedern werden einſtimmig gewählt
Direktor Strasburger (Zentralgenoſſenſchaft), Maus=
Gries=
heim b. Darmſtadt, Enders=Weiſenau und nach langen
Verhandlun=
gen unter den oberheſſiſchen Vertretern Seum=Nidda. Als
Höchſt=
grenze für Kreditgewährungen wird ein Betrag von 5 Mill. feſtgeſetzt.
39. ordenkliche Generalverſammlung
der Landw. Zenkralgenofſenſchaft.
Gutsbeſitzer Beiſer=St. Johann, der Vorſitzende des
Aufſichts=
rats, eröffnete kurz nach 3 Uhr die außerordentlich gut beſuchte 39.
ordentliche Generalverſammlung der
Landwirt=
ſchaftlichen Zentralgenoſſenſchaft mit einer warmen
Begrüßungsanſprache. Er wies auf den tieferen Sinn der
genoſſen=
ſchaftlichen Arbeit hin; man habe ſich im Gegenſatz zur
Generalver=
ſammlung des Vormittags mit dem Warenverkehr zu befaſſen. In ſeinen
Ausführungen ſtreifte er die prekäre Lage der Landwirtſchaft. Man lebe
in ſchweren, ernſten wirtſchaftlichen Verhältniſſen, die ſo ſchnell nicht
beſſer werden; man hoffe aber, daß bei weiterer Erſtarkung der
Genoſ=
ſenſchaft eine Beſſerung doch noch ſich durchſetzen könne. Die Loſung
müſſe immerdar lauten: „Arbeiten und nicht verzagen”. Herzliche
Be=
grüßungsworte fand er beſonders u. a. für die Vertreter der Regierung,
die Miniſterialräte Becker und Bauer, für Generaldirektor Dr.
Hamann von der Landwirtſchaftskammer, für Reichsbankdirektor
Müller, ferner die zahlreich anweſenden Ehrengäſte und nicht
zu=
letzt die Vertreter der Genoſſenſchaften. Er gedachte nun in ehrenden
Worten des verſtorbenen Vorſtandsmitglieds Bürgermeiſters Keim=
Wonsheim, während ſich die Verſammlung von ihren Plätzen
er=
hob. Nach einige Feſtſtellungen formeller Art trat man in die
Tages=
ordnung ein.
Zu Punkt 1 erſtattete zunächſt Direktor Berg an Hand des
ge=
druckt vorliegenden Berichtes den Geſchäftsbericht und gab ergänzende
Erläuterungen. Gleichzeitig legte er die Jahresrechnung und Llanz
per 31 Dezember 1928 vor. Er erklärte zunächſt, 1928 ſei wiederum
gekennzeichnet geweſen durch den Abſchwung der Konjunktur. Die
Ver=
hältniſſe hätten ſich bei der Landwirtſchaft noch nicht weſentlich
gebeſ=
ſert. Man müſſe feſtſtellen, daß die Kaufluſt und Kaufkraft in den
kleineren Betrieben ſtark nachgelaſſen habe. Die Mitgliederzahl habe
ſich etwas verbeſſert. Der geſamte Umſatz habe eine Steigerung von
rund 17 Prozent gegen das Vorjahr gebracht. Echebliche
Umſatzſteige=
rungen ſeien im Düngergeſchäft zu verzeichnen. Der alte Streit zwiſchen
der Chileſalvetergruppe und dem Stickſtoffſyndikat ſei noch nicht
ge=
regelt. Auch das Futtermittelgeſchäft habe ſich gehoben. Eine
Neu=
erſcheinung ſei das ſogenannte „Kunſtfutter” (nach Profeſſor Bergius).
Eine Fabrik für Kunſtfutter und Holz, ſei ſchon in Heidelberg
errichtet; die nächſte Fabrikgründung ſei in Stettin vorgeſehen.
Gewal=
tiger Umſchwung in der Landwirtſchaft würde die Folge einer weiteren
Ausbreitung dieſer Methode ſein. Der Kleeſaatenbezug habe ſich
un=
gefähr auf gleicher Höhe gehalten. Das Brennmaterialgeſchäft habe
ſich gut entwickelt. Weiter kam Direktor Berg auf die Getreideernten,
die Weltmarktlage und die Preisentwicklung zu ſprechen. Es wäre ſehr
gut möglich, die Preiſe für landwirtſchaftliche Produkte zu heben, ohne
die Konſumenten zu belaſten. Nach dem Programm des
Reichsernäh=
rungsminiſters ſoll zum Beiſpiel die Weizeneinfuhr mit Zoll belaſtet
werden; dies wäre außerordentlich zu begrüßen. — Die
Kontrollunter=
ſuchungstabelle ſei, wie üblich, beigefügt. Kurz wurde nochmals die
gedruckt vorliegende Bilanz und Jahresrechnung für 1928 beſprochen.
Es ſei zu bemerken, daß die Debitoren 100prozentig gut ſeien. Es ſei
zu bemerken: bei zögernden Zahlungen an die Genoſſenſchaft hänge
das öfters an den Rechnern. Man könne nur bis zu einer gewiſſen
Grenze Waren liefern, dann müſſe aber Zahlung verlangt werden. Zu
den einzelnen Poſten ſeien keine weiteren Erklärungen zu geben. Der
Gewinn betrage 399 364,04 Mark. Die Gewinn= und Verluſtrechnung
weiſe den gleichen Betrag aus.
Das Jahr 1928 ſei in der Entwicklung der Zentralgenoſſenſchaft
ge=
kennzeichnet durch ein ſtarkes Vorwärtsſtreben auf dem gegebegen
Arbe tsgebiet, durch einen Ausbau und eine Vertiefung der genoſſen=
ſchaftlichen Wechſelbeziehungen in enger Zuſammenarbeit mit den an= gemüſebanbefrieben der Heſſ.
Landwickſchafts=
geſchloſſenen Genoſſenſchaften. Man ſtehe jetzt an der Schwelle einer
vorwärtsdrängenden Entwicklung, die durch die planmäßige
Ausgeſtal=
tung des genoſſenſchaftlichen Abſatzes der landwirtſchaftlichen
Erzeug=
niſſe vorgezeichnet ſei. Hier müßten neue Wege beſchritten und auch In Fortſetzung der bisherigen Kurſe finden folgende Kurſe ſtatt:
neue Abſatzmethoden eingeführt werden. Die Zentralgenoſſenſchaft
werde ſich rückhaltlos, aber mit der gebotenen Vorſicht, in den Dienſt
dieſer Aufgaben ſtellen, die — wenn Rückſchläge vermieden werden fol= 2) eintägige Kurſe, honorarfrei für Heſſen, andere 5 Mark je
Teil=
len — ein großes Maß von geſchäftlichen und kaufmänniſchen
Erfah=
rungen, gediegene Fachkenntniſſe id die entſprechende finanzielle
Kapi=
arbeit zwiſchen Einzelgenoſſenſchaften und Geſchäftszentrale ſich geſtalte,
je raſcher die ungeregelte Konkurrenz der Einzellandwirte durch einen
genoſſenſchaftlich organiſierten Wettbewerb erſetzt werde, deſto ſchneller
wverde es auf dieſem ſchwierigen Gebiete vorwärts gehen.
Die Ausführungen Direktor Bergs wurden mit lebhaftem
Bei=
fall aufgenommen. Der Vorſitzende ſprach ihm nochmals den Dank der
Verſammlung aus.
Nunmehr wurde Punkt 6 der Tagesordnung auf einſtimmigen
Be=
ſchluß der Verſammlung vorweggenommen. Direktor Strasburger
referierte über:
Wichtige Tagesfragen im genoſſenſchaftlichen Warenverkehr.
Er führte unter anderem aus: Im vorigen Jahre habe man wegen der
ungenügenden Sortierung der Speiſekartoffeln Vorhaltungen gemacht;
in dieſem Jahre könne man den Vorwurf der ſchlechten Sortierung der
Saatkartoffeln ſeitens der Bezieher erheben. Aber die hieſige
Genoſſen=
ſchaft habe leider keine Möglichkeit in vielen Fällen gehabt, die Liefe= Anmeldungen zu den Kurſen müſſen ſpäteſtens am ſechſten Tage vor
ronten aus Norddeutſchland zum Schadenerſatz heranzuziehen. Er hofe, Beginn eines jeden Kurſus bei der Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt,
daß ihre Bemühungen, eventuelle Schäden zu beheben, genügend
ge=
daß landwirtſchaftliche Sachverſtändige zur Verfügung ſtehen, um alle
Waren auf Qualität zu prüfen, und man werde ſich gegen ſchlechte
Be=
dienung energiſch zu wehren wiſſen. — Weiter ſei noch einiges über die Landwirtſchaftskammer Entſcheidung vor.
die Preisbildung einzelner Warengattungen zu ſagen, z. B. der
Düngemittel. Der Kalipreis werde vorerſt wohl kaum geſenkt werden, erhoben,
Bezüglich Stickſtoff könne mitgeteilt werden, daß der chileniſche
Finanz=
miniſter in Deutſchland eingetroffen ſei; er glaube aber, daß
Chile=
ſalpeter auch nach den Verhandlungen kaum billiger werde, ſo daß auch
dung für Thomasmehl ſei ſo, daß auch hier eine Senkung nicht
vor=
genommen werde. Futtermittel hätten einen ſehr hohen Preis gehabt
im Vergleich zum Getreide. Mit Schrecken müſſe man daran denken,
wie die Preisgeſtaltung im neuen Jahre werden ſolle. Rieſige Mengen
ſeien noch in den Getreideausfuhrländern, in Kanada z. B., vorhanden.
unglaubliche Unterangebote. Infolge der Kreditreſtriktion ſeien die
Händler oft gezwungen, Eingriffe in die Subſtanz vorzunehmen. 1929
ſcheine das beſondere Jahr einer in ſtarkem Maße eintretenden
Einzel=
exiſtenzvernichtung zu werden. Die Mühlen hätten z. B. die
Kontin=
gentierung ſo gut wie beſchloſſen; von hier aus beſtände die Gefahr
der Preisfeſtſetzung. — Er glaube nicht an eine Einfuhrbeſchränkung
Maiten Tin nin
ohne Darmstädter Fahrplanbach. Er.
hältlich zum Preise von 80 Pfennig in allen
Buchhandlungen, Bahnhofsbuchhandlungen,
Kiosken, Verkehrsbüro, Agenturen des
Darmstädter Tagblattes und in der
Ge-
schäftsstelle, Rheinstraße 23.
(8692
für Getreide; wichtig ſei, was Herr Direktor Berg, über die
Finanzie=
rung der Genoſſenſchaft geſagt habe. Man wolle hoffen, daß ein oder
das andere exportierende Ausland eine „Mittelernte” habe, ſo daß die
Einfuhr zwangsläufig zurückgehe, ſonſt würden die Verhältniſſe in
Deutſchland kataſtrophal. — Die Brikettzuteilung ſei nicht erhöht
wor=
den. Die Menge reiche daher wahrſcheinlich nicht aus, alle Lieferungen,
die bis Mai—Juni zugeſagt ſeien, auch ausführen zu können.
Womög=
lich müſſe die Genoſſenſchaft dann ſelbſt Geld zulegen, um den
Beſtel=
lern gerecht zu werden. Es dürfe aber nicht vorkommen, daß die
Ge=
noſſenſchafter „nicht bei ihrer Genoſſenſchaft beſtellten. — Mit dem
Gurkenverkauf habe man im vorigen Jahre angefangen. Man ſei
da=
mit zufrieden geweſen. Nichtige Terminlieferungen müßten unbedingt
erreicht werden. Obſt und Gemüſe würden leider immer noch in
rieſi=
gen Mengen aus dem Ausland eingeführt, obwohl qualitativ unſere
Sorten weit beſſer ſeien. Dasſelbe gelte für die Spargel. — Man hoffe,
die Zentralgenoſſenſchaft für ganz Heſſen zu werden; man wolle ja nicht
in beſtehende Beziehungen eingreifen, aber man wolle, wo nötig, helfen.
Wenn die Preußenkaſſe die Genoſſenſchaft auch weiterhin nicht im
Stiche laſſe, dann werde man in der Belieferung von Winterobſt etwas
leiſten. In großem Umfange wolle man Wirtſchafts= und Tafelobſt
er=
faſſen. Das einmütige Zuſammenarbeiten des Miniſteriums für Arbeit
und Wirtſchaft mit der Landwirtſchaftskammer ſei ſehr erfreulich. Man
ſei allgemein bemüht, den deutſchen Markt den deutſchen Erzeugniſſen
zu erſchließen. Das Kommiſſionsweſen auf den Märkten ſei heute noch
ſehr ſchlimm. Man werde verſuchen, den Markt durch eigene Beamte
zu erſchließen. Bezüglich der Aepfel wolle man in großem Maße ſelbſt
ſortieren und verpacken, um auch hier für den deutſchen Erzeuger den
Markt zu erobern. Man habe ſich große Ziele geſteckt. Mögen die
Hilfe und Unterſtützung aller es ermöglichen, dieſe Ziele auch zu
er=
reichen.
Dem Referenten wurde lebhafter Beifall geſpendet. Eine Diskuſſion
entſpann ſich nicht. — Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Gutsbeſitzer
Beiſer, erſtattete nunmehr den Bericht des Aufſichtsrats über das
Ergebnis der geſetzlichen Verwaltungsreviſionen, in dem er u. a.
aus=
führte, der Aufſichtsrat habe in ſeiner Sitzung vom 26. April 1929 die
Bilanz und die Gewinn= und Verluſtrechnung, abgeſchloſſen auf 31. Dez.
1928, genehmigt und durch ſeine Reviſionskommiſſion auf Grund der
am 31. Dezember aufgenommenen Inventur und des Hauptbuches
ge=
prüft, ſowie den Kaſſenbeſtand feſtgeſtellt. Nach der hierüber
ausgefer=
tigten Niederſchrift hatten ſich dabei keinerlei Anſtände ergeben. Der
Geſchäftsbericht des Vorſtandes ſei zur Kenntnis genommen, der
Auf=
ſichtsrat trete demſelben bei und beantrage: 1. Genehmigung der
Jah=
resbilanz für das Geſchäftsjahr 1998, 2. Entlaſtung des Vorſtandes,
3. Verwendung des Reingewinns beſtehend aus 399 364,04 RM., in der
folgenden Weiſe: 1. für den Reſervefonds 70 000 RM., 2. für die
Be=
triebsrücklage 300 000 RM., 3. für die 12prozentige Verzinſung der
Geſchäftsguthaben (Stand 31. Dezember 1928) 27 720 RM., 4. Vortrag
auf neue Rechnung 1644,04 RM. Die Ueberwachung der
Geſchäftsfüh=
rung des Vorſtandes ſei ordnungsgemäß erfolgt; „meiſt ſei der
Vor=
ſitzende des A. R. perſönlich bei den Sitzungen zugegen geweſen. — Den
Vericht über die Prüfung der Jahresrechnung und Bilanz, ſowie die
Vorſchläge zur Gewinnverteilung erſtattete Molkereidirektor Keipp=
Wallenrod.
Die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz erfolgte
einſtim=
mig; ebenfalls einſtimmig wurde dem Aufſichtsrat und Vorſtand
Ent=
laſtung erteilt. Der Vorſitzende des Aufſichtsrats nahm Gelegenheit,
den Herren Direktoren Berg, Strasburger und Schmidt ſowie den
ge=
ſamten Angeſtellten der Genoſſenſchaft für ihre Tätigkeit aufrichtigen
Dank auszuſprechen. — Oekonomierat Fritſch=Dilshofen denkte im
Namen der Verſammlung dem Vorſitzenden des Aufſichtsrats für ſeine
Tätigkeit.
Die Erſatzwahl in den Vorſtand an Stelle des verſtorbenen
Bürger=
meiſters Keim ergab die einſtimmige Wahl des Gutsbeſitzers
Dett=
weiler=Laubenheim. Die durch Ablauf der Wahlperiode
ausſcheiden=
den Aufſichtsratsmitglieder: Jäger, Rendant in Oberhörgern,
Kopp, Beigeordneter in Reinheim i. Odw., Keipp, Molkereidirektor
in Wallenrod, Beher, Gutsbeſitzer in Bechtheim wurden
wieder=
gewählt. Für das in den Vorſtand gewählte Aufſichtsrar=smitglied
Dett=
weiler wurde Gutsbeſitzer W. Lawa/=Erbes=Büdesheim Eri Alzey
gewählt, nachdem ein Antrag g=
Becker; zu wählen, dahin entſch: Gau=Heppenheim, Bürgermeiſter
ſten Wahl berückſichtigt werde=ieden war, daß Kandidat bei einer
näch=
rückgeſtellt. — Da keine wei=. Ein Wahländerungsvorſchlag wird
zu=
die Generalverſammlung, teren Wünſche und Anträge vorlagen, wurde
„I durch den Vorſitzenden geſchloſſen.
Aus Heſſen.
Abhallung von Lehrkurſen in den beiden
Früh=
kammer in Groß=Umſtadk und Gonſenheim.
1. In Groß=Umſtadt:
nehmer, am Dienstag, den 11. Juni, Dienstag, den 9. Juli,
Dienstag, den 6. Auguſt 1929;
talbaſis zur Vorausſetzung haben müßte. Je enger die Zuſammen= b) dreitägige Kurſe, Honorar für Heſſen 5 Mark, andere 10 Mark je
Teilnehmer, am Dienstag, den 25. Juni, Mittwoch, den 26. Juni,
Donnerstag, den 27. Juni 1929 (letzter Tag Packkurſus),
Diens=
tag, den 23. Juli, Mittwoch, den 24. Juli, Donnerstag, den 25.
Juli 1929 (letzter Tag Packkurſus), Dienstag, den 20. Auguſt,
Mittwoch, den 21. Auguſt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1929 (
letz=
ter Tag Packkurſus).
2. In Gonſenheim:
a), eintägige Kurſe, wie oben, am Mittwoch, den 5. Juni, Mittwoch,
den 3. Juli, Mittwoch, den 14. Auguſt 1929;
b) dreitägige Kurſe, wie oben, am Mittwoch, den 19. Juni, Donnerstag,
den 20. Juni, Freitag, den 21. Juni 1929; Mittwoch, den 17. Juli,
Donnerstag, den 18. Juli, Freitag, den 19. Juli 1929; Mittwoch,
den 28. Auguſt, Donnerstag, den 29. Auguſt, Freitag, den 30.
Auguſt 1929 (letzter Tag Packkurſus).
weſen ſeien. Im nächſten Jahre müſſe auf tadelloſe Lieferung aus Rheinſtraße 62, eingegangen ſein, damit den Anmeldenden die Mittei=
Oſtdeutſchland beſonders geachtet werden. Man werde dafür ſorgen, lung über die Zulaſſung vor Beginn des Kurſus rechtzeitig zugeſchickt
werden kann. Ohne dieſen Ausweis iſt eine Beteiligung am Kurſus nicht
ſtatthaft. Ueber die Annahme, Anzahl der Teilnehmer uſw., behält ſich
Die Gebühren werden am erſten Tage des Kurſus von dem Leiter
Aa. Eberſtadt, 24. Mai. Bergturnfeſt auf dem
Franken=
in dieſem Jahre wohl keine Preisſenkungen eintreten. Die Preisbil= ſtein. Das Programm für das am Sonntag, den 2. Juni, ſtattfindende
Bergturnfeſt auf dem Frankenſtein ſteht nunmehr feſt. An dem
Berg=
turnfeſt, das vom Main=Rodgau veranſtaltet wird, aber verbandsoffen
iſt, werden auch Turner aus der Wetterau und dem Lahn=Dünsberggau
teilnehmen. Für die von weither kommenden Turner findet am
Vor=
abend ein kleiner Begrüßungsabend ſtatt. Die Maſſe der Turner wird
Es gebe bei der Landwirtſchaft weit mehr Zahlungseinſtellungen, als allerdings erſt am Feſtſonntag in aller Frühe eintreffen. Zu dieſem
man öffentlich erfahre. Man habe heute von ſchwachen Firmen ſehr oft Zwecke verkehrt ab Hauptbahnhof Darmſtadt ein Sonderzug der
Straßenbahn, der die Turner rechtzeitig nach Eberſtadt bringt, wo ſie
von dem feſtgebenden Verein, der Turngeſellſchaft E. V., am
Ortsein=
gang in Empfang genommen und auf den Frankenſtein geleitet werden.
Dortſelbſt beginnt um 9 Uhr das eigentliche Wetturnen, das ein rein
volkstümlicher Wettkampf ſein wird. Das Turnen ſpielt ſich auf der
Wieſe ſüdlich der Burg und auf nahen Schneiſen ab. Auf dem
Franken=
ſtein findet auch nachmittags (im Burghof) die feierliche Preisverteilung
und Siegerverkündigung ſtatt. Ein abendlicher Feſtball im „Bergſträßer
Hof” beſchließt das einfache Feſt. Die Zuſchriften aus den einzelnen
Vereinen ſind bereits ziemlich rege, ſo daß mit einer reichen
Teilnehmer=
zahl aktiver Turner gerechnet werden kann.
Aa. Eberſtadt, 24. Mai. Fünfundzwanzig Jahre
Fecht=
vereinWaiſenſchutz. Der hieſige Zweigverein des Heſſ.
Fechtver=
eins Waiſenſchutz kann bekanntlich in dieſem Jahre auf ein ſegensreiches
25jähriges Beſtehen zurückblicken. Das Jubiläum ſoll, wie nunmehr
feſt=
ſteht, am 8. und 9. Juni abgehalten werden. Am Samstag, den 8. Juni,
foll in Geſtalt eines Feſtkommerſes (der im Schwanenſaalbau abgehalten
wird) die eigentliche Jubelfeier begangen werden. Es ſind muſikaliſche,
geſangliche und turneriſche Darbietungen vorgeſehen. Sonntags darauf
foll ein Blumentag ſtattfinden. Die Vorbereitungen ſind in den
einsel=
nen Poſitionen bereits im vollen Gange.
F. Eberſtadt, 24. Mai. Schwimmbad. Das Schimmoad der
Gemeinde hat am Donnerstag dieſer Woche ſeine Pforten für die
dies=
jährige Badeſaiſon geöffnet. Wie im Vorjahre, ſo ſind auch dieſes Jahr
die Badezeiten wie folgt feſtgeſetzt: Montags vormittags 8 Uhr bis
nachmittags 1 Uhr: Familienbad; von 1—6 Uhr: Damenbad; von 6 bis
9 Uhr: reſerviert für Vereine. Dienstags und Mittwochs von
vormit=
tags 8 Uhr bis abends 9 Uhr: Familienbad. Donnerstags von
vormit=
tags 8 Uhr bis nachmittags 1 Uhr: Familienbad; von 1—6 Uhr:
Damenbad; von 6—9 Uhr: Familienbad; Freitags von vormittags
8 Uhr bis nachmittags 5 Uhr: Familienbad; hierauf: Reinigung des
Schwimmbaſſins. Samstags von vormittags 8 Uhr bis nachmittags
5 Uhr: Familienbad; von 5—9 Uhr: Herrenbad. Sonntags von
vor=
mittags 8 Uhr bis abends 9 Uhr: Familienbad. Die Badepreiſe und
die Leihgebühr für Badewäſche ſind unverändert. — 44.
Gauturn=
feſt des Main=Rod=Gaues am 6., 7. und 8. Juli. Die
Ein=
trittspreiſe für das 44. Gauturnfeſt des Main=Rodgaues ſind wie folgt
feſtgeſetzt worden: Samstags 50 Pfg., Sonntags vormittags 30 Pfg.,
Sonntagskarte (für den ganzen Tag gültig) 60 Pfg., im Vorverkauf
50 Pfg. Daneben werden Dauerkarten zum Preiſe von 1 Mk.
ausgege=
ben, die zum Eintritt während des ganzen Feſtes berechtigen. Die
Turn=
geſellſchaft, die die Veranſtalterin des Feſtes iſt, wird am Sonntag, den
26. Mai, mit dem Vorverkauf der Karten beginnen, zu welchem Zwecke
Beauftragte des Vereins ſtraßenweiſe die einzelnen Haushaltungen
auf=
ſuchen werden.
— Eberſtadt, 24. Mai. Eine Uebung der Freiw. Feuerwehr
Eber=
ſtadt in der Villenkolonie findet am Sonntag, den 26. d. M., vormittags
7 Uhr, ſtatt. Signal wird durch die Alarmſirene gegeben. (Vergl.
Bekanntmachung der Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.)
G. Pfungſtadt, 24. Mai. Der Verkehrsverein
Pfung=
ſtadt hat ſich in das Vereinsregiſter eintragen laſſen. Der jetzige
Vorſtand beſteht aus Nikolaus Rau als erſter Vorſitzender, Karl Reiß
als ſtellvertretender Vorſitzender Adam Frank als Shriftführer, Johann
Raab als Rechner ſowie aus Peter Nierbauer, Ludwig Steinmetz 11.
und Jakob Riebel als Beiſitzer. — Kein
Gemarkungsrund=
gang. Wie der Obſt= und Gartenbauverein Pfungſtadt mitteilt, findet
der für den kommenden Sonntag vorgeſehene Gemarkungsrundgang
(wegen Verhinderung des Obſtbauinſpektors Behne) nicht ſtatt. —
Grasverſteigerung. Die Grasnutzung von den Sandbachufern
von der Chauſſee= bis Griesheimer Brücke, verſchiedenen Wegen und
Schneiſen in der „Klingsackertanne” ſowie in den Anlagen (26 Loſe)
und 2 Loſe (Malchertanne, Malcherwieſe und Sauerkrautweg) wird am
25. Mai im Nathausſaal öffentlich verſteigert. Außerdem wird am
Samstag die Grasnutzung von den Stücken am Weidäckerdamm, 6.
Ge=
wann Neurott, der Weg 8. und 9. Gewann Neurott der
Sandborn=
acker und Torftrockenplatz an Ort und Stelle öffentlich verſteigert.
O. Hahn bei Pfungſtadt, 24. Mai. Der Gemeinderat hat die
Steuerausſchlagſätze für 1929 wie folgt feſtgeſetzt: Gebäudeſteuer 36
Pfg., Grundſteuer 72 Pfg. Gewerbekapitalſteuer 100 Pfg.,
Gewerbe=
ertragsſteuer 300 Pfg., Sondergebäudeſteuer 36 Pfg. — Die
Sper=
lingsbekämpfung ſoll planmäßig erfolgen. Für ein E” werden
3 Pfg., für einen jungen Sperling 5 Pfg. und für ein altes Weibchen
10 Pf g. vergütet.
Traiſa, 24. Mai. Am Sonntag vormittag findet bei gutem Wetter
am Steinbruch am Steinbuckel Waldgottesdienſt ſtatt. Beginn
9,30 Uhr.
Nieder=Ramſtadt, 24. Mai. Der Geſangverein „Harmonie”, gegr.
1863 errang am 2. Pfingſtfeiertag auf dem Geſangswettſtreit des
Ge=
ſangvereins „Sängerbund” Wörrſtadt (Rheinh.) unter Beteiligung von
7 wettſtreitenden Vereinen, in der 3. Landklaſſe den 2. Klaſſenpreis,
den 1. Ehrenpreis, den höchſten Ehrenpreis und den Dirigentenpreis.
G. Ober=Ramſtadt, 24. Mai. Familienſpaziergang. Am
Sonntag, den 26. Mai, unternimmt das Doppelquartett „Concordia”
einen Familienſpaziergang mit Muſik nach Nieder=Modau, woſelbſt bei
Mitglied Mager Einkehr gehalten wird. Abmarſch nachmittags 2 Uhr
am Vereinslokal, Gaſthaus Simmerprracher. Freunde und Gönner des
Vereins ſind hierzu freundlichſt kingeladen. —Schulbeginn. Am
Montag, den 27. Mai, wird dex Unterricht an der hieſigen Schule wieder
aufgenommen. — VdY.=Schwimmbad. Auf Wunſch der hieſigen
Turnvereine iſt das Schwimmbad an Montagen ab 6,30 Uhr abends an
dieſe zur ausſchließlie
badkaſſe wird daher chen Benutzung vermietet worden. Die
Schwimm=
gen Beſucher müſſen un Montagen um 6 Uhr geſchloſſen und alle
ſonſti=
borlſtändig ſtörungsf um 6½ Uhr das Bad verlaſſen, und zwar, um ein
auch b.2 Sonnenß reies Ueben der drei Schwimmriegen zu ermöglichen,
ungsſtunde d. ad. Montag, den 27. Mai, findet nun die erſte Ueb=
Bad ſtatt. Del=Schwimmerinnen und Schwimmer der drei Vereine im
6 Uhr gegen Ax Eintritt für die Mitglieder der Riegen iſt Montags ab.
Sweis frei.
Nummer 143
Gamstag, den 25. Mai 1929
Seite 7
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 26. Mai bis 1. Juni 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hanptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt-Dieburg—Aſchaffenburg (Ortsdurchfahrt Altheim) vom
10. bis 30, 5. geſperrt. Umleitung über Münſter.
Darmſtadt—Mainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau) vom 7. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung in Groß=Gerau durch die Kirchgarten=
und Schützenſtraße.
Darmſtadt — Frankfurt a. M. Ortsdurchfahrt Arheilgen. Die
Darmſtädter Straße iſt von der Dieburger Straße bis zur Mühlſtraße
in nordſüdlicher Richtung, die Auguſt=Bebel=Straße von der
Etteſter=
ſtraße bis zur Dieburger Straße in ſüd=nördlicher Nichtung gemäß
Polizeiverordnung vom 22. April für den Durchgangsverkehr geſperrt.
Friedberg—Frankfurt zuiſchen Friedberg und Ober=Wöllſtadt vom
13. 5. ab bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:: Fauerbach-
Bruchen=
brücken-Nieder=Wölſtadt.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Sorendlingen—Buchſchlag vom 26. November 1928 bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung nach Bahnhof Buchſchlag—Sprendlingen über
die forſtfiskaliſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
Appenheim-Nieder=Hilbersheim vom 1. Mai bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Aſpisheim-Ober=Hilbersheim.
Ortsdurchfahrt Alzeh (Nibelungenſtraße) vom 2. April bis auf
weiteres geſperrt. Dertliche Umleitung.
Heidesheim-Nieder=Ingelheim vom 10. 5. bis 15. 6. geſperrt.
Um=
leitung Wackernheim.
Holzheim—Grüningen vom 22. März bis auf weiteres geſperrt
Um=
leitung: Ueber Straßengabelung Nichtung Lang=Göns und Dorf=Gill.
Wenings—Merkenfritz vom 27. März bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Gedern reſp. Geinhaar.
Ortsdurchfahrt Sterndorf im Zuge der Straßen Sterndorf—Meiches
und Windhauſen—Vadenrod vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Köddingen-Windhauſen bzw. Ober=Breitenbach-Strebendorf.
Seckendorf—Schadenbach vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Homberg—Rüddingshauſen.
Ortsdurchfahrt Lindheim vom Abzweig nach Heegheim bis zur
Nidder=
brücke vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung des Verkehrs
von Altenſtadt nach Stockheim und umgekehrt erfolgt über Heegheim.
Groß=Karben—Burggräfenrode vom 3. 4. bis auf weiteres geſperrt,
Umleitung: Bonames—Harheim reſp. Kloppenheim—Ober=Erlenbach.
Ortsdurchfahrt Aſſenheim im Straßenzug Nieder=Wöllſtadt-
Bön=
ſtadt vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Buchenbrücken.
Ortsdurchfahrt Veuren (Kr. Gießen) vom 19. April bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: „Bersrod-Winnerod-Reinbardshain-
Belters=
hain.
Ortsdurchfahrt Nieder=Seemen in Richtung Wenings vom 2. Mai
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Allenrod.
Gießen—Reiskirchen Km. 700—9,00 vom 6. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Rödgen- Großen=Buſeck.
24. Deutſcher Mietertag in Mainz.
* In der Zeit vom 23. bis 27. Mai haben ſich die Delegierten des
Bundes Deutſcher Mietervereine (Sitz Dresden) in Mainz
zuſammengefunden, um den 24. deutſchen Mietertag abzuhalten. Vor
allem mußte zu den vorliegenden Geſetzesvorlagen „Neichsrichtlinien für
das Wohnungsweſen” und dem „Wohnheimſtättengeſetz” Stellung
genom=
men werden. Dieſe beiden Geſetzentwürfe ſtanden denn auch im
Mittel=
punkt der Tagung, darüber hinaus behandelte der Mietertag das
Pro=
blem eines Wohnwirtſchaftsgeſetzes.
Auf die nichtöffentliche Bundesausſchußſitzung am
Donnerstag, die ſich mit internen Fragen beſchäftigte, folgte am Freitag
vormittag die öffentliche Tagung im Aheingoldſaal der Mainzer
Stadt=
halle. Anweſend waren etwa 20—300 Delegierte aus dem ganzen Reich,
unter den Gäſten bemerkte man die Vertreter der ſtaatlichen und
ſtädti=
ſchen Behörden, der politiſchen Parteien, der Gewerkſchaften und der
ſon=
ſtigen an der Wohnungsfrage beſonders intereſſierten Organiſationen.
Der Bundesvorſitzende, Herr J. Herrmann, eröffnete die Tagung
und ſtreifte in ſeinen Begrüßungsworten die Not des immer noch
beſetz=
ten Gebietes. Er wies auf die beſonderen Schwierigkeiten im heſſiſchen
beſetzten Gebiete hin, und betonte, daß im beſetzten heſſiſchen Gebiet auf
je 1000 Einwohner 38 Beſatzungsangehörige kommen, und daß in der
Stadt Mainz allein 9975 Wohnungsſuchende vorhanden ſind, darunter
über 4250 ohne Wohnung. Darin offenbart ſich die ganze furchtbare
Laſt einer Stadt von 110 000 Einwohnern.
Die Grüße der heſſiſchen Staatsregierung und des verhinderten
Miniſters Korell überbrachte Miniſterialrat Pennrich=Darmſtadt.
Heſſen ſei das letzte Land, das durch die Umſtände gezwungen, zu einer
Lockerung der Zwangswirtſchaft ſchreite. Ein entſprechender Entwurf
ſei vorbereitet, der jedoch ſo ſozial wie möglich, unter Schonung der
minderbemittelten Kreiſe gehalten ſei. — Für die Stadt Mainz hieß
Bürgermeiſter Dr. Ehrhardt die Tagung in Mainz willkommen.
Die Erſtellung geſunder Wohnungen ſei die ſozial und kulturell wichtigſte
Frage der Gegenwart. Er kam dann weiter auf die Wohnungsnot in
Selters—Ranſtadt vom 13. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Stockheim-Leuſtadt—Nieder=Mockſtadt (bzw. Ortenberg)—Wippenbach——
Bobenhauſen—Bellmuth.
Berſtadt—Grund=Schwalheim ab Abzweig nach Echzell vom 13. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Echzell.Biſſes reſp. Trais—
Hor=
loff—Steinheim—Unter=Widdersheim.
Ortsdurchfahrt Schadenbach vom 15. 5. auf etwa 4 Wochen geſperrt.
Umleitung: Deckenbach bzw. Büßfeld.
Ortsdurchfahrt Gelnhaar in Nichtung Uſenborn und Bindſachſen
vom 22. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hirzenhain reſp.
Wenings.
Gießen—Reiskirchen von Km. 9 bis Reiskirchen vom 22. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Lich-Grünberg.
Ortsdurchfahrt Rödgen vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung über Alten=Buſeck. Wieſeck—Gießen.
Grebenhain—Hartmannshain vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Bermutshain-Völzberg.
Homberg—Erbenhauſen (Ortsdurchfahrt Erbenhauſen) vom 27. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Maulbach-Kirtorf.
Mainz zu ſprechen. Zu den Laſten des geſamten deutſchen Vaterlandes
kämen in Mainz noch die Laſten der Beſatzung. Weiter führte er aus,
daß die Erbauung neuer Wohnungen die wichtigſte Maßnahme zur
Be=
hebung der Wohnungsnot ſei, die Zwangsbewirtſchaftung ſei nur ein
Notbehelf. — Für den Verband der heſſiſchen Mietervereine ſprach
deſ=
ſen Vorſitzender Herr Wolf=Mainz. — Die Vertreter der politiſchen
Parteien nahmen von einzelnen Anſprachen Abſtand. — Zum Schluſſe
der Begrüßungsreden ſprach noch ein Vertreter des Bundes deutſcher
Bodenreformer (Direktor Naab=Wiesbaden), der warm für das
Wohn=
heimſtättengeſetz eintrat und ſich gegen die Terrainſpekulation wandte,
worauf der Bundesvorſitzende Herrmann das Wort zu einem groß
an=
gelegten Referat „Wohnungspolitiſcher Bericht” ergriff, das
ſich mit den Hauptereigniſſen auf dem Gebiet der Wohnwirtſchaft des
vergangenen Jahres beſchäftigte. Er wies beſonders auf die beiden
Staatsmänner der Nachkriegszeit hin, die eine ſcharfe geſetzliche
Hand=
habe zur Beſeitigung des die Errichtung von Wohnheimſtätten
hindern=
den Mißbrauches fordern, alſo Maßnahmen, wie ſie der Entwurf
vor=
ſieht; den jetzigen Reichspräſidenten von Hindenburg und
Reichs=
außenminiſter Dr. Streſemann.
Weiter hielt dann Rechtsanwalt Groß=Dresden einen eingehenden,
auf tiefgehender Sachkenntnis beruhenden Vortrag über das zu
ſchaf=
fende Wohnwirtſchaftsgeſetz. Der deutſche Mietertag 1996 in
Köln hat ſich das erſte Mal mit dem Gedanken für ein umfaſſendes
deutſches Wohnwirtſchaftsgeſetz befaßt. Die Arbeit, die inzwiſchen
ge=
leiſtet worden iſt, liegt jetzt in den von dem Redner verfaßten, in einer
Broſchüre zuſammengeſtellten Vorſchlägen zu einem deutſchen Miet=
Wohn= und Bodenrecht vor. Dieſe Vorſchläge, die von dem Referenten
eingehend begründet wurden, ſollen die Grundlagen für die weitere
Er=
örterung in der Oeffentlichkeit und innerhalb der Mieterſchaft bieten.
Ueber das Wohnheimſtättengeſetz nach den Beſchlüſſen des ſtändigen
Beirates für Heimſtättenweſen beim Reichsarbeitsminiſterium referierte
Oberlandesgerichtsrat Dr. Bovenſiepen=Kiel.
* Dornberg, 24. Mai. Ein Laſttauto, welches einer Aſtheimer
Firma gehört, kam aus der Nichtung von Klein=Gerau. In der Nähe
des Friedhofes wollte das Laſtauto ein Fuhrwerk überholen und käm
dabei in den Chauſſeegraben. Perſonen kamen nicht zu Schaden.
— Gernsheim, 24. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
23. Mai: 0.19 Meter; am 24. Mai: 0.15 Meter.
P. Rüſſelsheim, 94. Mai. Vorunterſuchung gegen den
fahrläſſigen Oberweichenſteller. Die Staatsanwaltſchäft
in Darmſtadt hat gegen den Oberweichenſteller Heinrich Beppler, wol=4
chem vor dem ſchweren Autounglück auf dem Uebergang der Bahnliviet,
über die verkehrsreiche Darmſtädterſtraße die aushilfsweiſe
Ueberwach=
ung und Bedienung der Schranken dienſtlich übertragen war, und durch”
deſſen fahrläſſiges Verſchulden infolge Ueberhörens des die Durchfahrt
des Schnellzuges vorſchriftsmäßig ankündigenden elektriſchen Läute=k.
ſignals die Schranken nicht bzw. teilweiſe zu ſpät geſchloſſen wurden, die
ſtrafrechtliche Vorunterſuchung wegen fahrläſſiger Gefährdung eines
Eiſenbahntransportes in Tateinheit mit fahrläſſiger Tötung und
Sach=
beſchädigung eingeleitet. Haftbefehl gegen den Angeſchuldigten wurde
nicht erlaſſen.
Gaub.
M7o
Gegen Gicht, Stein= u. Stoffwechſelleiden! — Ermäßigte Pauſchalk.: Die erſten 3 Wochen (Mindeſid.): Pauſchalpr. Mk. 189, 4. Woche Mk. 61,25. Bewilligung v. Kreditkuren auf Antrag
Im Kurhaus: Wochenpauſchalpreis Mk. 80,50; im Badehof: Wochenpauſchale Mk. 105.—. Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung.
W6261
Hauptniederlage für Bonifaziusbrunnen: Friedrich Schaefer, Darmſtadt, Ludwigsplatz 7, Telephon 45.
Nachrichten des Standesamis Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 15. Mai: Schneeherger, Heinrich Georg,
Ober=
boſtſekretär, 51 J., Kittlerſtraße 37. — Am 15. Mai: Hein, Georg, 6.,
Gärtner, 77 J., Roßdorf, Kreis Darmſtadt, hier, Grafenſtraße 9. — Am
11 Mai: Lipp, Heinrich, Werkmeiſter, 35 J., Eichwieſenſtraße 9.
Am 17. Mai: Haber, Balthaſar, Stationsverwalter i R., 90 J.
Müllerſtr. 38. — Am 18. Mai: Sattler, Sophie, geb. Siefert, 68 J.,
Barkhausſtraße 47: Beilſtein, Marie, Hausmädchen 19 J., led.,
See=
heim, hier, Grafenſtraße 9. — Am 19. Mai: Fuchs, Marius,
Weinhänd=
ler, 75 J., Schwanenſtraße 73. — Am 20. Mai: Mahr. Henriette, geb.
Schreibweiß, 45 J. Waldſtraße 25. Am 18. Mai; Balſer, Franziska
Maria Katharing Karoline geb. Baur, 87 Jahre, Hobrechtſtr. 7. — Am
20. Mai; Reinhardt, Sofie Bertha, geb. Ziſſel, 22 J., Biebesheim, hier
Grafenſtraße 9.
Hicliche Naclichſen
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Trinitatis (26. Mai).
Stadtkirche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Scmstag, 25. Mai, abends 8 Uhr: Andacht. —
Sonn=
tag, 26. Mai, vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarver Heß.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Heß. — Vorm. 10 Uhr:
Haupr=
gottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte:
Vorm. 9,30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer
Lautenſchläger. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Berger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, B. Mai, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch 29. Mai. und
Samstag, 1. Juni, nachm 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Samstag, 1. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 26. Mai, vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde. Pfarrer Kleberger. — Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt der Stadttirche. Pfarrer Heß. — Vorm 11.15
Uhr: Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde Weſt. Pfarrer
Wagner. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Montag, 27. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde
lältere Abteilung). — Dienstag, B. Mai, abends 8 Uhr: Kirchenchor
der Stedtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Mäd=
chenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mittwoch, 29. Mai, nachm. 2—4 Uhr: Jungſchau der Stadtgemeinde.
— Nachm. 4 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=
Kreis). — Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloß=
kirche. — Jugendbund der Markusgemeinde ſältere Abteilung). —
Mäd=
chenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). —
Don=
nerstag, 30. Mai, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
— Jugendbund der Lukasgemeinde (jüngere Abteilung). — Freitag,
31. Mai, abends 8 Uhr: Jigendbund der Markusgemeinde (üngere
Abteilung). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde. — Samstag, 1.
Juni nachm. 2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Sonntag, 26. Mai, vorm. 8.30 Uhr:
Chriſtenlehre für die Markusgemeinde (Mädchen). Pfarrer Vogel. —
Mittwoch, 2. Mai, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. Mai: Pfarrer Heß;
vom 1. Juni ab: Pfarrer Lautenſchläger.
Kraukenpflege durch Digkonen: „Hauptſtation im Diakonenhein,
Heidelbe gerſtraße 21. Vernſprecher 2883.
Edang. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſteuden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2370.
Gemeindegmt für kirchliche Steuerangelegenheiten: „Gemeindehaus,
Niesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm, von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379
Martinskirche. Vorm. 7.30 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer
Ber=
ger. — Vorm. 830 Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde Oſt,
1. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Beringer; für die
Martinsge=
meinde Weſt, 1. und 2. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer Bergér.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. — Vorm. 11
Uhr: Kindergottesdrenſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer
Berger.
Altersheim. Vorm 10 Uhr: Pfarrer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Dienstag, den 28. Mai, abends
8 Uhr im Martinsſtift; Kirchenchor; im Gemeindehaus:
Jugend=
vereinigung. — Donnerstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr im
Mar=
tinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt; im Gemeindehaus: Mädchenvereini=
gung Weſt: Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, den 31. Mai,
abends 8 Uhr im Martinsſtift: Bibelſtunde; im Gemeindehaus:
Ju=
gendvereinigung (ältere Abtla.).
Johanneskirche. — Sonntag, den 26. Mai, vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Marx. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Samstag,
25. Mai, abends 8 Uhr: Chriſtenlehre. — Sonntag, 26. Mai, vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 830 Uhr: Chriſtenlehre
2. Abteilung). Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Feier der goldenen Konfirmation mit heiligem Abendmahl. Anmeldung
von 930 Uhr ab in der Sakriſtei, Pfarrer Weiß. — Vorm. 11.30 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. Mai, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag. 27. Mai, abends 8.15 Uhr:
Mädchen=
vereinigung. — Dienstag, B. Mai, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
Mittwoch, 29. Mai, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde der Jugendgemeinde.
Pfarrer Weiß. — Freitag, 31. Mai, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm 8,30 Uhr: Chriſtenlehre (Oſtbezirk). Pfarrer
Rückert. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Nückert. —
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. Mai, abends 8 Uhr:
Ju=
gendvereinigung. — Montag, 27. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund.
— Dienstag, 28. Mai, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 1. Juni,
abends 8 Uhr: Turnen.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
— Vorm. 11,.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Ev. Sonntagsverein: Nachm.
4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, den 30. Mai, abends 8
Uhr: Betſtunde.
Verband evang, kirchl. Frauenvereine in Heſſen. Donnerstag, den
30. Mai, nachm. 2.30 Uhr: Hauptverſammlung im Rummelbräu,
Vor=
trag von Frau Julie Hergeus=Offenbach über: Die Aufgaben unſerer
Hausfrauenabteilungen.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Stadtmiſſionar Anders. — Montag, nachm 4 Uhr:
Miſſions=
arbeitsſtunde — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends
830 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch abends 8,30 Uhr:
Ge=
miſchter Chor. — Donnerstag, abends 8,30 Uhr: „Bericht über die
Gnadauer Tagung” Prediger Semmel. — Freitag, abends 8.30 Uhr=
Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtr. 80. Prediger Kleinſchmidt.
— Samstag, abends 6—7 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung. — 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Sonntag, 2. Juni, nachm. 3 Uhr: Erweiterte
Verbandsbrüderrats=
ſitzung mit Bericht über die Gnadauer Tagung.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 94). Sonntag nachm. 2,30
Uhr. Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 445 Uhr:
Bibelbe=
ſprechſtunde für junge Mädchen. — Montag, abends 830 Uhr:
Ge=
ſchäftsſtunde. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Mädchenkreis. —
Mitt=
woch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. —
Don=
nerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, 26 Mai, abends 8 Uhr:
Licht=
bildervortrag im Familienkreis: „Eine Mittelmeerreiſe‟. (
Selbſterleb=
tes.) — Montag, 27. Mai, abends 8,30 Uhr: Familienbibelſtunde —
Dienstag, 28. Mai, abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Mittwoch, 29. Ma:,
abends 830 Uhr: Jungmännerbibelſtunde. — Donnerstag. 20. Mai,
abends 8 Uhr: Jung=Volk=Heimabend. — Freitag, 31. Mai, abends
8 Uhr: Turnen.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22, Inf.=Kaſerne,
Hof links). Samstag, den 2. Mai, nachm. 3 Uhr: Botaniſcher
Gar=
ten: Speergefechte und Zeltlager. Rückunft gegen 12 Uhr. —
Mitt=
woch, den 29. Mai, nachm. 3 Uhr: Sport am Nordbahnhof. — Freitag,
den 31. Mai, abends 8.15 Uhr: Budenabend, Beckſtraße 4.
Die Chriſtengemeinſchaft. (In der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße) Sonntag, den 26. Mai, vorm. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft. Eliſabethenſtr. 44. Sonntag, den
26. Mai, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger Bah=
Frank=
furt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Predigt. Prediger:
Bah=Frankfurt. — Montag abend, 8.15 Uhr: Jugendvereinsſtunde. —
Dienstag abend, 8,15 Uhr: Singſtunde für den Gemiſchten Chor. —
Mittwoch nachmittag, 3 Uhr: Knaben= und Mädchenbund. — Mittwoch,
abend, 8 Uhr: Frauenmiſſionsberein. — Donnerstag abend, 830 Uhr=
Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlich eingeladen. — Am Sonntag, den
2. Juni, vormittags 10 Uhr, iſt Kindertag. Prediger Sauer.
Me aule e Der e Heſe
im Feierabend, Stiftsſtraße 51. Bibelſtunde.
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vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mittuoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten) Mauerſtr. 17.
Sonntag, den 26 Mai, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachmittags 4 Uhr: „Bibliſche Taufe” und Predigt. —
Mittwoch, den 29. Mai, abends 8,15 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde.
(Prediger N. Rudnitzky.) Zu allen Verſammlungen jedermann
freund=
lichſt eingeladen.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt Mollerſtraße 40), Sonntag, E—
26. Mai, vorm. 9,30 Uhr Andacht. Nachm. 3 Uhr: Jugendbund; abends
8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße, ehen.
Kaſino). Sonntag, den 26. Mai, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und
Mittwoch, den 29 Mai, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54).
Sonn=
tag, den 26. Mai, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, dei
29. Mai, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr. Sonntagsſchule; nachm. 4,30 Uhr: Wortverkündigung. —
Mitt=
woch, abends 8.15 Uhr: Gebetsſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr:
Wortbetrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Die Heilsarmee (Schulzengaſſe 31. Sonntag, früh 8 Uhr:
Gebets=
verſammlung; 10 Uhr: Heiligungsverſammlung: 11.30 Uhr:
Kompagnie=
verſammlung für Kinder; nachm. 3 Uhr: Kinderverſammlung: nachm.
5 Uhr: Kinderverſammlung; abends 630 Uhr: Freiverſammlung am
Paradeplatz; abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. — Montag, abends 8
Uhr: Jugendliga. — Dienstag, abends 8 Uhr: Lichtbildervortmag über
die Arbeit der Heilsarmee von Kommandeurin Mary Booth im
Städt. Saalhau, Riedeſelſtraße 40. Eintritt 1 Mark und 50 Pfg. —
Mittwoch abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. — Donnerstag, ahends
8 Uhr: Heimbund. — Freitag, abends 8 Uhr: Heiligungsverſammlüng.
Auswärtige Gemeinden.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 10 Uhr: Chriſtenlehre der
Mächen: 11 Uhr: Kindergottesdienſt. 14.15 Uhr: Jahresfeſt des
Ried=Modauer Zweigvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung.
Kirchengeſang=
verein, Poſaun=nchor. Kollekte. Nachzerſammlung um 16 Uhr in dem
Saale des „Bergſträßer Hofs” — Montag, 20 Uhr: Poſaunenchor.
Dienstag, 19.30 Uhr: Mädchenvereinigung. — Mittwoch, 20 Uhr:
Kir=
chengeſangverein. — Freitag, 19.30 Uhr: Wartburoverein.
Cpang. Gemeinde Traiſa. Vorm. 9.30 Uhr: Waldgottesdienſt. (Bei
trübem oder regneriſchem Wetter im Rathaus.) Nachm. 1 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt der Kleinen. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt der
Großen. (Chriſtenlehre fällt aus.) Der Frauenabend am
Donners=
tag fällt aus.
Epang. Gemeinde Nieder=Namſtadt. Sonntag, den 26. Mai
Trini=
tatis. Vormittags 9.30 Uhr: Hauptaottesdienſt: 10,30 Uhr:
Chriſten=
lehre. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. —
Mitwoch: Junamädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Edang. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 26. Mai, 930 Uhr:
Gottesdienſt: 1030 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag: Mütterabend in
der Kinderſchule. Jugendvereinigung. — Mittwoch: Kirchenchor. —
Donnerstag: Poſaunenchor. Im Pfarrhaus: Helferinnen. — Freitag:
Mädchenveneinigung. — Samstag: Jugendvereinigung.
Evang. Gemeinde Noßdorf. Sonntag, den 26. Mai, vorm. 9.30
Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. — Mittwoch:
Jugendbund Wartburg.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen (Alte Darmſtädter Str. 14):
Sonntag, den 26. Mai, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30. Mai,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Str. 3):
Sonn=
tag, den 2. Mai, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30. Mai, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35):
Sonn=
tag, den 26. Mai, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30. Mai, abends
8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Namſtadt (Bahnhofſtraße 25):
Sonntag, den 26. Mai, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30. Mai,
abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Noßdorf Dieburger Straße 22):
Sonn=
tag, den 2. Mai, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30. Mai, abends
830 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Seite 8
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Hessen zugelassenen Kraftfahrzeuge jeder Art nach dem Stand
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VO) und innerhalb dieser nach Nummern. Jede Meldung enthält
folgende Angaben: Name, Beruf, Wohnort des
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besitzers, Fabrikmarke, Motornummer, PS oder Hubraum, Art des
Fahrzeuges. Vgl. nachstehendes Beispiel:
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neue Jahrgang 1929/30. Ab Mai erscheinen die Meldungen alle
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Nummer 143
Seite 9
Samstag, den 25. Mai 1929
Neue Enkhüllungen gegen die
Kriegsſchuldlüge.
Serbiſche Eingeſtändniſſe über die Propaganda der „Narodna
Odbrana”.
Belgrad.
Die jugoſlawiſche Regierung hat erſt kürzlich wieder in einer
allerdings ſehr lückenhaften Aktenſammlung den Beweis zu
er=
bringen verſucht, daß an der Ermordung des öſterreichiſchen
Thronfolgers in Sarajevo die offiziellen ſerbiſchen Kreiſe keinen
Anteil hatten, und daß überhaupt auf ſerbiſchem Boden keine
ernſthafte Propaganda beſtand, die ſich die Losreißung Bosniens
und der Herzogowina und der anderen kroatiſchen und
ſloweni=
ſchen Landesteile der alten öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie
zum Ziele geſetzt hätte. Bezeichnend genug, daß ſchon wenige
Wochen ſpäter gleichfalls von ſerbiſcher Seite aus, wenn auch
ſicherlich ungewollt, faſt eine Art Gegenbeweis angetreten wird,
der als wichtiger Beitrag zu dem unerſchöpflichen Thema der
Kriegsſchuldlüge auch der deutſchen Oeffentlichkeit mitgeteilt zu
werden verdient. Die Belgrader „Politika”, ein Blatt, deſſen
politiſche Bedeutung nicht erſt unterſtrichen zu werden braucht,
widmet in ihrer Nummer vom 1. Mai dem ſerbiſchen
Freiheits=
helden Boza Milanovic, einem früheren Getreidehändler in
Sa=
bae, der nach der Darſtellung der genannten Zeitung durch
fünf=
zig Jahre alle auf die Befreiung und Vereinigung abzielenden
Aktionen in Bosnien und der Herzogowina geleitet und den
Mit=
telpunkt des geſamten Anklagematerials aller dort geführten
Hochverratsprozeſſe gebildet hat, einen beſonderen
Erinnerungs=
artikel. Er enthüllt förmlich das Vorſpiel der großen
Verſchwö=
rung, das dann in den Schüſſen von Serajevo ſeinen furchtbaren
Ausklang fand.
Die „konſtruktive und erſprießliche” Tätigkeit Milanovic”, des
„legendären Väterchen Boza”, begann nach den Mitteilungen des
genannten Blattes ſchon im Jahre 1882, als Milanovic ſeine
gleichgeſinnten Freunde in Bosnien zur Gründung ſerbiſcher
Schulen, Leſevereine, ſogenannter „Bruderſchaften” und zur
Er=
bauung ſerbiſcher Kirchen aneiferte. In Sabae gründete er einen
Jugendverein, der wohl nach außen hin ein Leſeverein war, deſſen
einziger Zweck aber doch nur „die Feſtigung der Beziehungen mit
den ſerbiſchen Brüdern außerhalb Serbiens” geweſen iſt. Der
Kreis ſeiner Anhänger und Mithelfer am Werke der Losreißung
Bosniens und der Herzogowina wird allmählich ſo groß, daß
Milanovic die Arbeiten allein nicht mehr bewältigen kann und
ſich aus dem geſchulten Nachwuchs Mitarbeiter wählen muß. Die
Komitatſchi=Bewegung in den ſüdlichen Gebieten breitet ſich
im=
mer mehr aus, und Väterchen Boza hat Hals über Kopf zu tun.
Er empfängt die Komitatſchi=Führer, er inſtruiert ſie, fertig ſie ab,
und ſendet Kuriere mit geheimen Botſchaften aus. Er gründet
die „Serbiſche patriotiſche Geſellſchaft” aus deren Reihen er ſeine
Mithelfer rekrutiert und während der Annektion dann mit
Unter=
ſtützung dieſes Vereins und etlicher Bürger von Sabac ein
Lokal=
komitee der „Narodna Odbrana”. Beim Sabacer Komitatſchi=
Denkmal hält er die große Verſammlung der Bevölkerung des
Drina=Gebietes ab, in der er in leidenſchaftlichen Worten gegen
die Annektion proteftiert und zum Kampf aufruft.
Boza Milanovie wird ſchon kurze Zeit nach der Annektion
Präſident des Exekutivkomitees der „Narodna Odbrana” und
nun gehen alle Fäden durch ſeine Hand. Er beruft die
Mitglie=
der des Vereins aus Bosnien und der Herzogowina zur
perſön=
lichen Berichterſtattung zu ſich, und ſeine Kuriere pendeln faſt
un=
unterbrochen zwiſchen Serbien und Bosnien hin und her. Ein
Lehrer in Sarajevo, Koſta Gnjatic, organiſiert den ganzen
Kund=
ſchafterdienſt auf öſterreichiſchem Boden, und 1908 wird der Ver=
kehr ſchon ſo intenſiv, daß man zu ſeiner Sicherung eine
beſon=
dere Chiffreſchrift einführt. 1911 kann auch Gnjatie die ihm
über=
tragene Arbeit nicht mehr allein bewältigen. Er findet in den
beiden Lehrern Danilo Ilic und Milan Stojakovic, die eben die
boſterreichiſche Lehrerbildungsanſtalt in Serajevo abſolviert
hat=
ken, getreue Helfer, und nun zieht die Verſchwörung immer
wei=
tere Kreiſe. „Politika” ſchildert ſehr im Detail, wie Ilic und
Sto=
lakobie in die Hände, des eigens hierzu ermächtigten Lehrers
Gnjatic den Eid ablegen: Auf eine Browningpiſtole und einen
Dolch in der Weiſe, daß ſie die linke Hand auf die Waffen legen
und die rechte zum Schwur erheben, wobei ſie folgende
Eides=
formel ſprechen müſſen:
„Ich (N. N.) ſchwöre bei Gott dem Allmächtigen und der Aſche
meiner Vorfahren, daß ich mit allen meinen Kräften für die
Los=
reißung Bosniens und der Herzogowina von der
öſterreichiſch=
ungariſchen Monarchie und für ihre Vereinigung mit der Mutter
Serbien arbeiten werde. Sollte ſich, wenn auch unabſichtlich, dieſe
heilige Arbeit verraten, dann möge mich das Gericht der
ſerbi=
ſchen „Narodna Odbrana” ſo richten, wie es einem Verräter des
ſerbiſchen Geſchlechtes und Stammes gebührt. So wahr mit Gott
helfe. Amen.”
Das war der Weg, auf dem alle die „Arbeiter im Terrain”,
wie ſie das Blatt nennt, in die Reihen der Narodna Odbrana
traten, und ſo wurde der Geiſt großgezogen, der dann ein paar
Jahre ſpäter am Vidovdan zu dem blutigen Erfolg in Sergjevo
führte.
Das alles erzählt der Aufſatz in der „Politika”. Und es
bleibt jetzt jedem unvoreingenommenen Beurteiler überlaſſen, ob
er noch immer daran glauben will, daß von dieſer gegen den
Be=
ſtand der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie gerichteten Tätigkeit
der „Narodna Odbrana” die offiziellen Stellen in Belgrad
tat=
ſächlich keine Kenntnis gehabt haben, wie ſie es behaupten, und
daß ſie ihr wirklich ganz ferne geſtanden ſind.
der Schuldige.
(n) Moskau.
Zur „Jerkow”, in den Laden der Arbeiter=Kooperative, kommt
eine ältere Genoſſin, um einzukaufen. Sie verlangt Brot — es iſt
kein Brot da. — Mehl? — Nein! — Zucker? — Nicht da! —
Salz? — Iſt alle! — Makkaroni? — Haben wir nicht! —
Wäſche=
ſtoff? — Iſt ausgegangen!
Da reißt der Genoſſin die Geduld und ſie ſchimpft, keift ſchreit
zu dem Genoſſen Verkäufer und zu den kaufhungrigen Genoſſen
um ſie herum, ſie flucht, wie man eben nur in Rußland fluchen
kann, wenn ſich der Zorn nicht auf eine Staatseinrichtung, ſondern
einen harmloſen Gegenſtand richtet.
Aber hier — beim „Jerkop”?!
Unwillkürlich weichen alle einen Schritt zurück vor der, die ſich
ſo leichtfertig den Zorn der im Namen des Proletariats
Herr=
ſchenden zuzieht.
Die aber erleichtert ihre bekümmerte Seele gerade mit einem
letzten, herzhaften „Prokliati” — „o, dieſer Verfluchte‟!
Nun kommt endlich auch der Verkäufer zu Worte: „
Grasda=
nin, Genoſſin, weißt du nicht, daß du nicht mich beſchimpfſt, der ich
nicht mehr geben kann, als ich habe, ſondern den Staat der
prole=
tariſchen Freiheit?
„Wieſo? Ich ſchimpfe nicht auf dich und nicht auf unſeren
Staat, ich fluche dem Zaren, dieſem Räuber, der uns nicht mal
für zehn Jahre Proviant zurückließ!“
Hauptſchriftlettung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltlk und Wirtſchaft: Rudeif Mauve; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreat Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willv Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung niot übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten
Geſchäfkliches.
Eine Sonderſchau der Piper= und Hanfſtgengl=Drucke veranſtaltet
z. Zt. die Kunſthandlung Franz Langheinz, Karlsſtr. 25, Ecke Hölgesſtr.,
in ihren ſämtlichen Schaufenſtern. Für uns Darmſtädter beſonders
in=
tereſſant iſt eine neuerſchienene Reproduktion des im Landesmuſeum
befindlichen Bildes „Deutſches Land” von Anton Radl. Ein Bild
un=
endlich reich an Einzelzügen und doch zuſammengefaßt zu einem ſtarken
Eindruck. Durch ſeine wertvolle Eigenart ebenſo auffallend iſt ein
neu=
erſchienenes Bild von Paul Gauguin „Reiter am Strande” aus dem
Muſeum Folbwang in Eſſen. Die Sonderſchau dauert bis 5. Juni. Sie
wird ſicher auch dazu beitragen, durch die Wiedergabe farbenprächtiger
Originale die Freude am Bild und an der Ausſchmückung unſeres Heims
neu zu beleben.
Die letzten Tage
nicht von Pompefi, ſondern von der Ziehung der Naturfreunde=Lotterie
trennen uns. Am 10. Juni wird der Losverkauf für dieſe Lotterie
be=
endet, ſofern nicht ſchon vorher auch die letzten Loſe ausverkauft ſind,
womit ſtark gerechnet werden kann.
Deshalb ſollte jeder, der noch nicht im Beſitze eines Loſes iſt, das
Verſäumte ſchnellſtens nachholen und ein ſolches für nur 50 Pfg.
er=
werben. Wertvolle Gewinne im Werte von 38000 RM. winken, worauf
auf den 1. Hauptgewinn im günſtigſten Falle allein 16 000 RM.
ent=
fallen. Sämtliche Gewinne auf Wunſch mit 90 Prozent in bar. Loſe in
den bekannten Geſchäften zu haben. (Siehe heutiges Inſerat.)
Bruchleidende, ſowie die Herren Aerzte werden auf die Anzeige der
Firma Paul Fleiſcher, Freisbach (Pfalz), in der heutigen Nummer
aufmerkſam gemacht.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 25. Mai. O 13.15: Schallplatten. O 15.05:
Jugend=
ſtunde: Volkslieder, geſungen von Anne Lönholdt. O 16.30:
Stutt=
gart: Konzert des Funkorch. Tanzmuſik. O 18.10: Leſeſtunde;
Ror und ſchwarz” von Stendhal. Sprecher: E. Glaeſer. O 18.30:
Eſperanto. O 18.50: Briefkaſten. O 19.10: Prof. Dr. Gg. Küntzel:
Mitteleuropa, eine geſchichtliche Entwicklung der Begriffe. O 19.30:
Umv.=Prof. Roedemeyer: Erzählen und Vorleſen. O 20:
Frank=
furter Opernhaus: „Madame Butterfly”. Tragiſche Oper von
Puccin.. Perſonen: Cho=Cho=San. genannt Butterfly”: Jovita
Fuentes (a. G.); Zuzuki, ihre Dienerin: Betty Mergler; F. B.
Lin=
certon, Leutnant der amerikaniſchen Marine: M. Vetra; Käthe
Lincerton: Agnes Werninghaus; Sharpleß, Konſul der Verein. Staaten
in Nagaſaki; Goro, Nakodo: H. Schramm; Fürſt Gamadory: R. v.
Schenck: Onkel Bonze: W. Schneider: Der Kaiſerliche Kommiſſar:
E. Staudenmeyer: Yakuſidé: H. Surkau; Der Standesbeamte: P.
Neumann. Ort: Nagaſaki. Zeit: Gegenwart. O Anſchl.: Tanzmuſik.
Leitung: Matthias Seiber.
Königswuſterbauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 25. Mai. 12: Künſtler.
Dar=
bietungen für die Schule: Neuere Epik. O 12.55: Nauener Zeit.
O 14.20: Kinderbaſtelſtunde. 15: B. K. Graef: Sprechtechnik.
15.30: Wetter, Börſe. O 15.40: Frauenſtunde. Künſtleriſche
Handarbeiten: Wir ſpritzen ein Kinderkleid. o 16: St. Konetzky:
Aus dem Arbeitsgebiet der pädagogiſchen Abteilung des
Zentral=
inſtituts für Erziehung und Unterricht. o 16.30: Dr. Potthoff:
Wohnrecht und Wohnkultur. o 17: Hamburg: Konzert. Deutſche
Opern=Fantaſien. o 18: Probleme der beruflichen Eignungsprüfung
in der Wirtſchaft. Zwiegeſpräch zwiſchen Dr. Suhr und Min.=Rat
Prof. Woldt. o 18.30: Franzöſiſch für Anfänger. O 18.55: Dr.
Landau: Deutſche Geſelligkeit. O 19.20: Prof. Dr. Platz: Not und
Gnade am Rhein. o 20: Bildfunk. O 20.10: Begrüßung der
amerikaniſchen Golfſpieler. (Aus dem Haus des Golfſpielklubs
Wannſee., O 20.30: „Berlin, wie es weint und lacht.” Quer durch
die Berliner Poſſe. O Danach: Tanzmuſik. Kapelle Gerh. Hoffmann
C.
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Ernst-Ludwigstraße 14
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Der direkte Weg vom Marktplatz
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Schweinemetzgerei und Spezial=
Aufſchnittgeſchäft Scherkamp
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Darmſtadt und den Bekanntmachungen deg
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und Federhalter, 1 goldenes Armband.
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Bierzipfel, 1 Ruckſack, 1 Handtaſche mit
Inhalt, 1 Kinderportemonnaie, 3 Dam.=
Gürtel, 1 Luftpumpe. 1 gold. Damen=
Techniker
ev., 27 Jahre ſucht
die Bekanntſch. ein.
ſoliden Mädels bis
zu 25 J. zwecks
ſpäl. Heirak.
Off. mit Bild unt.
E. 24 Geſchſt. (8831
nes Taſchentuch, 1 neuer Atlas, 1
Gar=
tenſchlauch, 5 Bund Schlüſſel —
Zu=
geflogen: 1 Wellenſittich, 2
Kanarien=
vögel, 1 Ringeltaube. — Zugelaufen:
1 junger deutſcher Schäferhund, 1
Pin=
ſcher 1 Hund (Art Bulldogge), 1
Reh=
pinſcher, 1 Fox. 1 Boxer
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet ſind.
Intereſſen=
ten können die Fundgegenſtände
wäh=
rend der Büroſtunden auf Zimmer 1
be=
ſichtigen.
Sonntagdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
25. Mai bis einſchließlich 1. Juni die
Merck’ſche Apotheke, Rheinſtr. 9,
Beſſun=
ger Lpotheke Wittmannſtr. 1
Grasberſteigerung.
Montag, den 27. ds. Mts.,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, wird für das
Jahr 1929 die Grasnutzung von einigen
Morgen ſtädt. Pallaswieſen losweiſe
verſteigert. Zuſammenkunft: Weiter
(st8842
ſtädterſtraße 160.
Darmſtadt, den 24. Mai 1929.
Städt. Güterverwaltung.
IeDung der Freiſt. Kelelwehr
Eberſtadt in der Billenkolonie
Sonntag, den 26. ds. Mts.,
vor=
mittags 7 Uhr, findet eine Uebung der
Freiwilligen Feuerwehr Eberſtadt in der
Villenkolonie mit Waſſerdruck=Probe ſtatt.
Signal wird durch die Alarm=Sirene
(8866
gegeben.
Eberſtadt, den 24. Mai 1929.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
J. V.: Flick.
Junge intelligente
Witwe, 38 J., zwei
Jungens (18 u. 10
J.) alt, möchte ſich
wieder verheiraten.
Hübſche 3=Zimmer=
Einrichtungvorhan=
den. Zuſchriften, w.
möglich mit Bild,
unter E. 23 an die
Geſchäftsſt. ds. Bl.
erbeten.
(8832
F Frei=
Schlachtho bank.
Von 8—11 Uhr (54a
und von 4 Uhr ab
Rind=u. Schweinef!
Von Abbruch
eine Holztreppe und
Bruchſteine zu verk.
Karl Schwarz, Baugeſch
Darmſtraße 27.(
am 1. Juni 1929.
Am 1. Juni 1929 findet eine
Schweine=
zwiſchenzählung ſtatt. Wer vorſätzlich
die Angaben, zu denen er bei dieſer
Zäh=
lung — durch beſondere Zähler —
auf=
gefordert wird, nicht erſtattet, oder wer
wiſſentlich unrichtige oder
unvollſtän=
dige Angaben macht, wird mit
Gefäng=
nis bis zu 6 Monaten oder mit
Geld=
ſtrafe bis zu 10000 RM. beſtraft. Auch
kann Vieh, deſſen Vorhandenſein
ver=
ſchwiegen worden iſt, im Urteil für den
Staat verfallen erklärt werden.
Darmſtadt, den 22. Mai 1929. (st8867
Der Oberbürgermeiſter.
Schwellenverfkeigerung
Am Mittwoch, den 29. Mai,
begin=
nend vormittags 8 Uhr, werden auf
Bahnhof Kranichſtein
120 Stück Brennholzſchwellen
und 31 cbm Bruchſchwellen
losweiſe, öffentlich, meiſtbietend gegen
ſofortige Barzahlung verſteigert. Die
Bedingungen werden vor Beginn der
Verſteigerung bekanntgegeben.
Bahnmeiſterei 56.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Kaufmanns Louis Oppenheimer in Arheilgen und deſſen
Ehefrau Cäeilie, geb. Lorſch, je zur Hälfte im Grundbuch
eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 28. Mai 1929, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 201,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsver=
ſteigerung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 26. Februar 1929 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(4281a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 6. März 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Blatt 361.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
Schätzung
1 III 1260 Hofreite Nr. 26 Wen=
334 25 000 RM.
delſtadtſtraße
Fürmich
nur die milde
Abdulla
OTALNDAKL
A DAAM
CICAMBTTEN
Bin 8302
Nie-verändeln sich nie
Sammeln Sie die lehrreichen Länderwappen — sie liegen allen Fackungen Dei
Seite 10
Nummer 143
Sanstag, den 25. Mai 1929
Zur Eröffnung der Weltausſtellung in Barcelong.
Das ſpaniſche Königspaar bei der feierlichen Eröffnung. Links: König Alfons XIII.
Zu Pfingſten wurde die Weltausſtellung von Barcelona durch den König von Spanien feierlich
er=
öffnet. Spanien hat keine Mittel geſcheut, die Ausſtellung zu einem glanzvollen Bild zu geſtalten.
Das erſte Originalbild der Giftgaslakaſtrophe in Gleveland.
Die Unglücksſtätte während der Rettungsarbeiten.
Das Parlamenk der Landſtreicher.
Verhandlung beim Stuttgarter Vagabundenkongreß.
Der Vagabundenkongreß in Stuttgart iſt eröffnet worden. Viele der bekannten Wanderpredig
nahmen das Wort, um unter den Vagabunden für ihre Ziele zu werben. Unſer Bild zeigt ein
Verhandlungsmoment während einer Rede des Kongreßeinberufers Gregor Gog.
Diebſtahl von Dürerſtichen.
Reich und Ausland.
Die Beuteausſtellung des Berliner
Polizei=
präſidiums.
Die Ausſtellungsſtadt Berlin, die gegenwärtig
heftig ihre Feſtſpiele betreibt, hat auch ihre
beſon=
deren Attraktionen. Unter ihnen fällt ſicher auf die
Beuteausſtellung, die das Polizeipräſidium in ſeinem
größten Saal veranſtaltet hat. Es ſind da in der
letzten Zeit einige gute Arbeiten der Kriminalpolizei
gelungen, ſie konnte berüchtigte Einbrecherkolonnen
feſtnehmen und fette Hehlerneſter ausnehmen. Gerade
in dieſen Quartieren fanden ſich Unmengen
geſtohle=
nen Gutes, von denen nur ein Teil ſoweit feſtgeſtellt
werden konnte, daß man wußte, aus welchen
Naub=
zügen die Diebesbeute herrührt. Deswegen die
Aus=
ſtellung, jeder, der in der letzten Zeit einmal ſo
un=
erwünſchten Beſuch erhalten hat, iſt herzlich
einge=
laden, ſich die Beute einmal anzuſehen, vielleicht,
daß er hier etwas wiederfindet. Und ſo liegt denn
der große Saal voller Teppiche, Wertgegenſtände,
Waren aller Art, die insgeſamt einen Wert von mehr
als 100 000 Mark vpräſentieren. Keine Kleinigkeit.
Aber darüber hinaus gelang es noch, Waren
wieder=
zubeſchaffen, die aus den Händen der Hehler bereits
in neuen feſten Beſitz übergegangen waren. So
mancher hat in einem Geſchäft als Gelegenheitspoſten
einen Gegenſtand erworben, der aus Diebesbeute
her=
rührt. Dieſe Sachen ſind beſchlagnahmt worden, der
letzte Beſitzer iſt ſo ſein Geld und ſeine dafür
erwor=
benen Waren los. Der Kundenkreis erſtreckte ſich nicht
nur auf Berlin, ſondern auch auf zahlreiche Städte
im Reiche; ſo konnte man gewiſſe Waren erſt wieder
in Karlsruhe, München, Dresden und Königsberg
ermitteln. Die Ausſtellung ſah bereits kurz nach
ihrer Eröffnung zahlreiche Beſucher.
Brand in einer Dampfmühle.
Mannheim. In den ſpäten Abendſtunden des
Donnerstag brach in der in der Neckarſtraße im
Stadtteil Feudenheim gelegenen Feudenheimer
Dampfmühle aus bis jetzt noch unbekannter Urſache
ein Großfeuer aus. Zwei Löſchzüge der
Berufsfeuer=
wehr arbeiten mit Unterſtützung der Freiwilligen
Feuerwehr Feudenheim an der Bekämpfung des
Brandes. Der Sachſchaden dürfte, ſoweit ſich bis
jetzt überſehen läßt, recht beträchtlich ſein. — Das
Feuer in der Feudenheimer Dampfmühle von
Spren=
gel u. Sohn in der Neckarſtraße, das um 411 Uhr
abends entdeckt wurde, hatte ſich bis um ½1 Uhr früh
bis ins Erdgeſchoß des großen dreiſtöckigen maſſiven
Gebäudes durchgefreſſen. Der Feuerwehr war es,
be=
günſtigt durch die Windſtille, bald gelungen, die
be=
nachbarten Wohnhäuſer, in denen die Bewohner, in
ihrer Nachtruhe geſtört, erſchreckt umherliefen, vor
einem Uebergreifen der Flammen zu bewahren. In
dem Gebäude lagerte Getreide, das beim Verbrennen
exploſionsartig aufleuchtete und das Löſchen in den
verſchiedenen Stockwerken ſelbſt außerordentlich
er=
ſchwerte, ſo daß der Brand nur von der Erde und
von den Nachbargebäuden aus ſchließlich bewältigt
werden konnte. Um 341 Uhr konnten die
Mann=
heimer Wehren wieder abrücken.
Schweres Brandunglück.
Saarbrücken. Wie die „Saarbrücker Zeitung”
meldet, iſt in der Nacht zum Donnerstag in dem
Wohnhaus eines Hüttenarbeiters in Nalbach Feuer
ausgebrochen, das das Haus vollſtändig einäſcherte.
Die Bewohner wurden von den Flammen im Schlaf
überraſcht. Während ſich der Vater und zwei
Kin=
der retten konnten, erlitten zwei Söhne im Alter von
19 und 21 Jahren am ganzen Körper ſchwere
Brand=
wunden, denen der Neunzehnjährige erlegen iſt. Auch
an dem Aufkommen des anderen wird gezweifelt.
Felsſturz im Schwarzwald.
Triberg. Infolge eines Felsſturzes wurden
am Freitag vormittag am Riffhaldenweg bei Triberg
mehrere Tannen auf die Hochſpannungsleitung
ge=
worfen, ſo daß Kurzſchluß entſtand und das trockene
Geſtrüpp Feuer fing. Sämtliche Feuerwehren
wur=
den alarmiert, und nach anſtrengender Tätigkeit
konnte die größte Gefahr beſeitigt werden. Durch
den Felsſturz wurden Steine bis zu 15 und 20
Zent=
nern talwärts geſchleudert, wobei größere
Baum=
ſtämme wie Streichhölzer geknickt wurden. Eine
Mauer eines Fabrikgebäudes wurde hierbei
durch=
ſchlagen. Spielende Kinder, die ſich in der Nähe der
Abſturzſtelle befanden, blieben wie durch ein Wunder
unverletzt.
Tragiſcher Tod eines Neunjährigen.
Wetzlar. Auf tragiſche Weiſe ums Leben
ge=
kommen iſt ein 9jähriger Knabe, der mit einem
Hand=
wagen Waſſen aus der Lahn holen wollte. Der
Wagen löſte ſich aus ſeiner Befeſtigung und rollte das
abſchüſſige Ufer hinunter. Der Knabe wollte den
Wagen aufhalten und ſtürzte mit ihm rücklings in
die Lahn. Nach einer Stunde konnte die Leiche
ge=
borgen werden.
Unfall eines Motorfährbootes auf dem Rhein.
Bad Salzig am Rhein. Am Donnerstag abend
ſtieß das Motorfährboot „Hilde” mit dem
franzö=
ſiſchen Schraubenſchlepper „Colmar” zuſammen. Das
Motorboot ſank ſofort, und der Fährmann, ſein Sohn
und ein Knabe aus Salzig ertranken, während drei
Frauen von der Beſatzung des Schleppers gerettet
werden konnten. Der Schlepper ging ſofort vor
Anker.
Rettung einer Flugzeugbeſatzung durch einen
Lloyd=Dampfer.
Bremen. Der von ſeiner letzten diesjährigen
Mittelmeerreiſe heimkehrende Dampfer „Lützow” des
Norddeutſchen Lloyd hat am Donnerstag vormittag
unweit des Hoheweg=Leuchtturmes die beiden Inſaſſen
eines Waſſerflugzeuges der Verkehrsfliegerſchule Liſzt,
das aus bisher unbekannten Gründen abgeſtürzt war,
gerettet. Der Vorgang ſpielte ſich wie folgt ab: Als
der Dampfer die genannte Stelle paſſiert hatte, wurde
beobachtet, wie von zwei Flugzeugen, die in geringer
Höhe vor dem Dampfer vorübergeflogen und dann
nordwärts abgeſchwenkt waren, das eine abſackte und
auf dem Waſſer aufſchlagend ſich überſchlug und
ver=
ſank. Die Inſaſſen konnten ſich auf die abgebrochenen
treibenden Schwimmer retten. Dampfer „Lützow”
drehte bei und ſetzte während dieſes Manövers ein
Motorboot mit einer Rettungsmannſchaft aus, das
die Flieger aufnahm. Das Rettungsmanöver nahm
im ganzen neun Minuten in Anſpruch. Das
unter=
gegangene Flugzeug liegt zwiſchen den beiden Bojen
N und O weſtlich des Fahrwaſſers.
Neues Erdbeben in der Türkei.
Konſtantinopel. In der Nähe von
Kara=
hiſſar wurde ein neuer Erdbebenſtoß verſpürt, wobei
53 Perſonen getötet und 45 verletzt wurden. Acht
Häuſer wurden vollſtändig zerſtört.
Wien. Wie die Polizei=Korreſpondenz mitteilt,
ſind in der bekannten Wiener Kunſthandlung
Ar=
taria in der Zeit vom 20. März bis 1. April von
un=
bekannten Tätern mehrere Originalſtiche Albrecht
Dürers geſtohlen worden. In dieſer Zeit fand bei
Artaria eine Ausſtellung ſtatt, und wurden die in
Mappen aufbewahrten Dürerſtiche Beſuchern
wieder=
holt gezeigt. Die geſtohlenen Stiche haben einen
Wert von etwa 5000 Schilling. Sie dürften während
des Vorzeigens aus einer Mappe geſtohlen wvorden
ſein. Die Diebſtahlsanzeige wurde deshalb ſo ſpät
erſtattet, weil man anfänglich der Meinung war, daß
die fehlenden Stiche irrtümlich einer größeren
Sen=
dung nach Deutſchland beigepackt worden ſeien.
Rückzahlung der Zeppelin=Paſſagiergelder.
Vertrauen in Amerika.
Nach einer Beſprechung zwiſchen Dr. Eckener und
der Hamburg—Amerika=Linie werden den
Teil=
nehmern an der abgebrochenen Amerikafahrt des
„Graf Zeppelin” die Paſſagiergelder voll
zurücker=
ſtattet. In Amerika ſieht man der Wiederaufnahme
der Zeppelinfahrten allgemein mit ſtarkem Intereſſe
entgegen. Ein erfreulicher Beweis für das Vertrauen,
das nach wie vor in den Vereinigten Staaten in die
deutſche Luftſchiffahrt geſetzt wird, iſt die tfache,
daß ſeit der Landung des „Graf Zeppelin” in Toulon
bereits wieder Nachfragen aus Amerika nach Plätzen
für künftige Luftſchiffreiſen bei der Hapag
einge=
gangen ſind.
Zur Zugenkgleiſung bei Fulda.
Wieder normaler Verkehr. — Das Befinden der
Verletzten gut.
Fulda. Die Aufräumungsarbeiten an der
Un=
fallſtelle in Kerzell waren nachts 2.40 Uhr beendet.
Der Betrieb wird wieder zweigleiſig durchgeführt.
An der Unfallſtelle weilte eine Gerichtskommiſſion des
Amtsgerichts Fulda, um Ermittlungen über die
Ur=
ſache des Unglücks anzuſtellen. Ebenſo war auch der
Oberſtaatsanwalt aus Hanau anweſend. Die genaue
Urſache ſteht noch nicht feſt, doch iſt (s wahrſcheinlich,
daß das zu ſchnelle Fahren des Duges auf dem
Ueber=
holungsgleis das Unglück herbeigeführt hat. Den im
Fuldger Krankenhaus untergebrachten Verletzten geht
es gut; Lebensgefahr iſt bei keinem vorhanden.
Der Bericht eines Augenzeugen über das
Eiſen=
bahnunglück bei Kerzell erwähnt u. a. noch den
furcht=
baren Anblick, den die 108 Tonnen ſchwere
Loko=
motive, die ſchwerſte, die die Reichsbahn
augenblick=
lich verwendet, bot. Als geradezu ein Wunder iſt es
zu betrachten, daß die Lokomotive ſich zwei Meter
vor der Unterführung auf die Seite legte und ſich in
den Boden einbohrte. Unabſehbar wären die Folgen
geweſen, wenn ſie in die Tiefe geſtürzt wäre. Die
Fuldger Sanitätskolonne war verhältnismäßig ſchnell
zur Stelle. Der Lokomotivführer hing, von Kohlen
verſchüttet, mit dem Kopf nach unten in einer ſo
verzweifelten Lage, daß er mit dem Schweißapparat
befreit werden mußte. Der Heizer wurde durch die
Kataſtrophe acht Meter weit fortgeſchleudert. Er
er=
litt einen Nervenſchock und Bruſtquetſchungen. In
den frühen Morgenſtunden waren die
Aufräumungs=
arbeiten auf den Gleiſen zum größten Teil beendet.
In dem verunglückten Zug befand ſich bekanntlich
auch der heſſiſche Finanzminiſter Kirnberger in
Be=
gleitung des Miniſterialrates Heſſe auf dem Wege
nach Berlin. Sie hatten beide ihre Plätze in dem
Wagen, der völlig zertrümmert wurde. Einige
Minuten vorher hatten ſie ſich jedoch nach dem
Speiſewagen begeben, um den Nachmittagskaffee
ein=
zunehmen.
Fünf Verletzte bei einem Zuſammenſtoß
in Neukölln.
Berlin. In der vergangenen Nacht erfolgte in
Neukölln ein ſchwerer Zuſammenſtoß zwiſchen einer
Kraftdroſchke und einem Motorrade, das zertrümmert
wvurde. Die beiden Inſaſſen der Kraftdroſchke erlitten
Schnittverletzungen. Die beiden Fahrer des
Kraft=
rades, ein 40jähriger Händler und ein anderer Mann,
wurden mit Knochenbrüchen und Kopfverletzungen ins
Krankenhaus geſchafft. Der Chauffeur hat einen
Nervenſchock erlitten.
Schwer geprüfte Familie.
Würzburg. Ein tragiſches Geſchick laſtet auf
der Familie des Stellwerkswärters Scheuermann von
hier, der durch vorzeitige Freigabe der Strecke das
jüngſte Eiſenbahnunglück im hieſigen Bahnhof
ver=
ſchuldet haben ſoll. Scheuermann hatte an dem
Un=
glückstage ſeinen erſten Dienſt auf dem Weichenturm,
und zwar allein, zu machen. Der Vater des jungen
Bahnangeſtellten, ein Rottenführer, wurde vor einem
Jahr von einem Zuge überfahren und getötet; der
eine Bruder des Vaters hatte ebenfalls den Tod im
Dienſt auf den Schienen erlitten, und zwei andere
Brüder trugen ſchwere Verletzungen im Bahndienſt
davon.
Der Lingenfelder Mörder verhaftet.
Germersheim. Der Mörder Remm, der die
30jährige Ehefrau Kreuzenberger in der Nacht zum
Dienstag ermordet hatte und dann flüchtig gegangen
war, konnte am Donnerstag abend in der Nähe
von Lingenfeld durch zwei Arbeiter ergriffen werden.
Die Gendarmerie nahm ihn feſt. Remm wurde in
das Landgerichtsgefängnis Landau eingeliefert. Ey
ſt geſtändig.
Bootsunfälle auf dem Indus.
Karatſchi. Ein böiger Windſtoß brachte bei
Haidarabad mehrere auf dem Indus fahrende Boote
zum Kentern. Sechs Perſonen ertranken, fünf
wer=
den vermißt.
Maſſenvergiftungen durch Fiſchkonſerven.
Mailand. In der Provinz Caſale ſind unter
den Bauern zahlreiche Vergiftungsfälle vorgekommen.
Als Urſache wurden verdorbene Fiſchkonſerven
feſt=
geſtellt, die ein Hauſierer den Bauern verkauft hatte.
Ein Bauer iſt nach dem Genuß der Fiſche geſtorben,
während neun andere ins Krankenhaus gebracht
wer=
den mußten, wo ſie ernſtlich darniederliegen. Den
Behörden iſt es gelungen, den Hauſierer zu
ver=
haften.
Zur furchtbaren Hochwaſſerkakaſtrophe
im Iral.
Teberon
2Mosul
Bagdad
lillet.
Jrak
KArabi
Moßstob1: 15000000
Die Karte des Zweiſtromlandes.
Das Hochwaſſer des Euphrat und Tigris hat ſich
zu einer furchtbaren Kataſtrophe ausgewachſen.
Die Flüſſe ſind über die Ufer getreten und haben
weite Gebiete des Irak unter Waſſer geſetzt.
Tauſende von Menſchen kamen in den Fluten
um. Die in den letzten Jahren von engliſchen
Ingenieuren angelegten Kanäle vermochten die
Waſſermaſſen nicht mehr aufzunehmen. Dadurch
iſt das Ergebnis einer langjährigen
Kultivie=
rungsarbeit im Irak zunichte gemacht.
Seite 11
E1
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Seite 12
Gamstag, den 25. Mai 1929
Nummer 143,
An den diesjährigen Pfingſttagen fehlte eigentlich ein beſonders
feſtliches Sportprogramm, ein Verſäumnis, das der kommende
Sonn=
tag nachholen wird. Da gibt es zunächſt im
Fußball
Die Enbſpiele um die ſüddeutſche Meiſterſchaft und Vertretung.
In dieſer Sportdiſiplin wird der kommende Sonntag ein Tag der
Ent=
ſcheidungen ſein. Bayern München muß ſich zwei Punkte holen, um
ſich endgültig den zweiten Platz in der Meiſterrunde zu ſichern. Auf der
anderen Keite wird aber auch Neckaraau alle Anſtrengungen machen, um
ſich im letzten Augenblick nach vorn zu ſchieben. Auf zwei Spielplätzen
wird alſo am kommenden Sonntag der Endkampf
um den zieiten Platz der Meiſterrunde
ausgetragen werden. In Karlsruhe ſpielt Bayern München gegen
den Karlsruher FV. Karlsruhe hat zwar in ſeinen letzten Spiolen nicht
alle Erwartungen erfüllt, die man in ſeine Mannſchaft geſetzt hat, doch
iſt ſeine Elf immer noch ſtark genug, den Bayern einen Sieg ſehr zu
er=
ſchweren. — Der zweite Kampf um die Placierung für die Teilnahme
an der Deutſchen Meiſterſchaft ſteigt in Nürnberg. VfL. Neckarau
ſteht vor dem faſt ausſichtsloſen Unterfangen, gegen denſelben Club, der
Hen Verliner Abteikungsmeiſter ſo empfinölich ſchlagen konnte, einen
Sieg herauszuholen. Der 1. FC. Nürnherg wird dies zu vereiteln
wiſſen. — Die weitere Entſcheidung geht
um die Meiſterſchaft der Troſtrunde Nordweſt.
Beide Anwärter auf den erſten Tabellenplatz in der Troſtrunde
Nord=
weſt, SV. Waldhof und FSV. Frankfurt, liefern ſich im Stadion von
Frankfurt das Entſcheidungsſpiel. FSV. Frankfurt hat in letzter
Zeit an Spielſtärke eingebüßt, auch an dem SW. Waldhof ſind die
Stra=
pazen der Punktſpiele nicht ſpurlos vorübergegangen, ſodaß es
unmög=
lich iſt, den Sieger vorauszuſagen. Auf jeden Fall wird es einen
ſpan=
nenden Kampf geben.
Weitere Endſpiele.
In der Runde der Meiſter
begeanen ſich. in Brötzingen Germaua Brötzingen und Wormatia
Worms zu einem Spiel, in dem der PlatzGeſitzer ein geringes Plus
hat, zumal Wormatia Worms auf die Mitwirkung von Winkler
ver=
zichten muß.
In der Teoſtrunde Nordweſt
ſpielt in Iſenburg VfL Neu Ifenburg geegen Union Frankfurt
und in Saarbrücken Saar 95 Sarbrücken gegen 1. FC. Idar. Muß
man in dem erſten Trefſen Union Frankfurt Siegeschancen einräumen,
ſo iſt dies in Saarbrücken bei Saar 05 der Fall.
Die Truſtrunde Südoſt
verzeichnet nur das Treffen in Fürth zwiſchen Sp. Vg. Fürth und
SV. München 1860, in dem der Fürther Sie außer jeder Frage ſteht.
Aufſtiegſpiele
gibt es in allen Gruppen. In der Gruppe Main: Germania
Nieder=
rodenbach—VfB. Friedberg, Griesheinr 92—Kickers/Viktoria Mülheim;
Gruppe Rhein: FV. Frankenthal—FG3. Rohrbach; Gruppe Saar: VfR.
Kaiſerslautern—VfB. Zweibrücken, VfB. Dillingen-Völklingen 06;
Gruppe Baden: Schramberg—Sportfr. Freiburg, FV. Kehl—
Franko=
nia Karlsruhe; Würtiemberg 1. FC. Pfzheim—TSV. Münſter;
Südbayern: Ulm 94—FC. Straubing, VC. Augsburg—SpV.
Ingol=
ſtadt.
Privatpokalſpieie.
Um den Beo=Pokal: Gruppe I: Pfalz Ludvigshafen—Germania Bieber,
Haſſia Bingen—Hanau 60/94, Kreuzuah 02—Mranheim 08; Gruppe II:
VfR. Pirmaſens—1. FC. Langen, Viktoria Aſchaffenburg—FC.
Pirma=
fens; Eruppe III: Phönix Ludwigshafen—Hanau 93, Offenbacher
Kik=
kers—Alemannia Worms, Notweiß Frankfurt—Sp. Vg. Sandhofen.
Privat=Pokalrunde in Bayern: Teutonin München-Bayern Hof, Jahn
Regensburg—Wacker München, Wünzburg 04—FC. Batreuth.
Geſellſchaftsſpiele
ſind wenig vertreten. Zu nennen ſind u. a. SV. 05 Saarbrücken-
Phö=
vis Karlsruhe (Sa.), Eintracht Frankfurt—Offenbocher Kickers (Sa.),
Sportfreunde Saarbrücken—Olympique Marſeille.
Im Reich
gehen die Entſcheidungsſpiele um die M=ſterſchaft in den einzelnen
Verbänden weiter. Anßer dieſen Punktſpielen iſt die Begegnung einer
Mitteldeutſchen Verbandsmaunſchaft mit Husdersfield Town in
Leip=
zig und das 3. Eutſcheidungsſpiel zwiſchen He tha/BSC. und Tennis—
Bornſſia zu erſähnen.
Handball.
Die Zwiſchenrunde um die Deutſche Meiſterſchaft
ſieht den Vertreter Süddeutſchlands, den Polizei SV. Darmſtadt, in
Stettin, wo e: gegen die Poliziſten von Stettin anzutreten hat. Es
iſt zu heffen, daß ſich die Darmſtädter gegen ihren Gegner erfolgreich,
durehſetzen Weitere Spiele in der Zwiſchenrunde finden in Breslau
zlviſchen Boruſſia Breslau=Carlowitz und Polizei SV. Berlin und in
Magdeburg DHC. Berlin gegen Polizei SV. Hamburg ſtatt. —
Spiele um die Frauenmeiſterſchaft werden in Magdeburg, vom
Dresdener SC. gegen Biktorin Hamburg und in Königsberg
zwi=
ſchen ASCO. Königsberg und ST. Charloikenkurg ausgetragen. —
Neben verſchiedenen Geſellſchaftsſpielen finder in der Gruppe Main das
Endſpiel in der Pokalrunde zwiſchen FSV. Frankfurt und SV. 98
Darm=
ſtadt ſtatt.
Hockey.
Silberſchild=Endſpiel.
Am kommenden Sonntag wird auf dem Rotweiß=Platz in Berlin
das Entſ=heidungsſpiel zwiſchen der Vertretung Süſddeutſchlands und
der von Berlin um den Silberſchild ſtattfinden. Berlin hat zu dieſer
Begegnung eine äußerſt ſpielſtarke Mannſchaft nominiert.
Süddeutſch=
land ſtellt die folgende Mannſchaft:
Doerr
(Heidelberger HC.)
Kulzinger Hölzl
(beide Mün hen)
(Heidelberger HC.) (Heidelberger TG.) (Frankfurt 80)
Peter
Ueberle
Shäfer
Horn Dr. Zapp Maier Lieglein Kaiſer
(beide Heidelb. HC.) (TG. Heidelb.) (München) (Frankfurt 80)
Golf.
Auf den Plätzen des Golf= und Landelub in Berlin=Wannſee
kom=
men die offenen Golfmeiſterſchaften von Deutſchland zum Austrag, an
denen ſowohl die engliſche als auh amerikaniſche Rydereup=Mannſchaft
teilnehmen. Mit beſonderer Spannung ſieht man dem Auftreten der
vekannten Spieler Abe Mitchell und Archie Compſton entgegen.
Radſport.
Bahnveranſtaltungen ſind folgende zu verzeichnen: Zweiter
Nad=
länderkampf Deutſchland—Scnveiz in Vaſel, Bahnmeiſterſchaften des
Heſſ.=Naſſ. Nadfahrerbundes in Bad=Kreuznach, Großer
Germa=
nia Preis in Dresden. Weitere Rennen gibt es in Nürnberg,
in Bremen, in Hamburg und in Köln. An dem Rennen in
Kizza ſind die beiden deutſchen Fahrer Kroſchel und Tietz beteiligt.
Straßenrennen gibt es ebenfalls in großer Zahl. Es ſind zu
nen=
nen die Bayriſche Rundfahrt des Gaues 82 Nürnberg, die
Mitteifränki=
ſche Zuverläſſigkeitsfahrt, der Große Preis für das Saargebiet, der
Große Opelpreis von Hamburg, die Fernfahrt Magdeburg—
Quedlin=
burg—Magſdeburg, die Harzrumdfahrt, ferner Rund um Siegen, der
Große Straßenpreis von Bonn und der Große Germanig=Preis.
Motorſport.
Neben der Motorradländerfahrt des ADAC. iſt das
Motorrad=
rennen in Augsburg und das Mückendocſer Bergrennen des Gaus
IX Dresden zu erwähnen.
Pferdeſport.
Galypprennen gibt es in Mün=hen=Rimm, Horſt=Emſther, Dresden,
Gruneſvald und Paris.
Vorrunde der ſüödeutſchen Medenſpiele
Auf den Tennisplätzen des Stadion3 zu Frankfurt wird am
25. und 26. Mai die Vorrunde der ſüdweſteutſchen Medenſpiele
ausge=
tragen, an der ſich Heſſen, Baden, Württemberg und Rheinland
be=
teiligen werden. Es werden am Samstay die Vertreter von Heſſen
gegen die des Rheinlandes und die von Boden gegen die von
Württem=
berg ſpielen. Am Sonntag liefern ſich die Eeiden Sieger das
Entſchei=
dungsſpiel um die Teilnahme an der Vorſchlußrunde, während die
beiden Unterlegenen um den dritten Platz Südweſtdeutſchlands
kämp=
fen. Heſſen hat folgende Spieler mit ſeiner Vertretung beauftragt:
Froitzheim=Wiesbaden, Goſewich=Frankfurt, Kreutzer=Wiesbaden, Erwen
Frankfurt, zu denen vorausſichtlich noch Hammacher=Wiesbaden,
Weil=
mann=Frankfurt und als Erſatz Kleinlogel=Darmſtadt, Th. Schmidt=
Frankfurt und Halberſtadt=Frankfurt kommen wird. Baden wind
ver=
treten von Dr. Buß, Oppenheimer, Klopfer, ille Mannheim, Dr. Fuchs=
Karlsruhe, Hildebrandt=Mannheim, Weihe=Freiburg und als Erſatz
von Salmonn und Schwehher, beide Mannheim Für
Württem=
berg ſpielen die Stuttgarter Rheindel, Graf Wrangel, Gebrüder M.
und W. Fritz und Frauk. Die Spieler des Rheinlands ſind
Nonr=
nah=Köln, Kuhlmann=Leverkuſen, Renmert=Dliſſelſdorf, ferner
voraus=
ſichtlich Wenzel=Düſſeldorf, Burkhardt=Düſſeldorſ, Groos=Köln oder
Mef=
fert=Eſſg
I.
Es dürfte außerordenklich iniereſſant ſein, zu erfahren, warum Theo
Duag nicht ſpielt.
Leichtathletik.
Die leichtathletiſ hen Veranſtaltungen häufen ſich von Sonntag zu
Sonntag. Diesmal ſind folgende Wettkämpfe zu regiſtrieren: in
Aſchaffenburg von Viktoria Aſchaffenburg, in Gießen von
Sr. Vg. Gießen, in Jena von SV. Jena, in Hannover von SV.
97 Haiinover, in Doutmund von SC. 95 Dortmund, in Iſerlohn
von EV. Iſerlohn. Altherren=, Erſtlings= imd Anfänger=Wettkämpfe
gibt es in den Gauen und Kreiſen Württembergs und in
Augs=
lurg vom Kreis S invaben. Ebenſo wartet der Polizei SV.
Mann=
heim mit einer Veranſtaltung des Bezirk3 Rhein/ Saau auf.
Durnen.
Auch die Turner regen ſich. In Mafnz gelangen die beiden
Rheinſtaffeln zur Austragung, gleichzeitig veranſtaltet in Verbindung
mit dieſen der TV. Mainz 1817 reichsoffene Wettkämpfe, an denen ſich
Lammers=Oldenburg beteiligen wird. Ferner bringen die Turner am
25. und 26. Mai in Magdeburg ihre diesjährigen
Degenmeiſter=
ſchaften zum Austrag.
Dennis.
Süddeutſchland ſteht am kommenden Sonntag im Zeichen der
Me=
denſpiele. Im Stadion zu Frankfurr treffen ſich die Vertreter von
Heſſen, Rheinland, Baden und Württemberg in den Kämpfen um die
Vorſchlußrunde. Vor allem Baden und Rheinland haben eine
ſpiel=
ſtarke Vertretung aufgeſtellt, ſodaß die Enrſcheidung wohl zwiſchen
die=
ſen beiden Landesverbänden zu ſuchen iſt.
Schwimmen.
Im Programm der Schlvimmer richtet ſich das Hauptaugenmerk auf
die Deutſehlandreiſe von Ungarns Nation lvaſſerhallmannſchaft, die am
Sonntag in Berlin, am Montag in Leſipzig und am Dienstag
i Dresden ſtarten wird.
5000 Zuſchauer bei den Endkämpfen. — Sehr gute Leiſtungen.
Das 27. Kreisfeſt des 2. Kreiſes, welches in Verbindung mit dem
40jährigen Jubiläum des feſtgebenden Vereins, der Turngemeinde
Die=
burg, an den Pfingſtfeiertagen zur Durchführung gelangte, nahm dank
einer guten Organiſation einen glänzenden Verlauf, der auch durch das
mißliche Pfingſtſamstagstvetter, welches dem Feſtkommers einigen
Ab=
bruch tat, nicht beeinrrächtigt wurde. Der Feſtkommers, welcher in
erſter Linie dem Jubiläum der Turngemeinde galt, nahm einen
ein=
wvandfreien, guten Verlauf. Der Kreis ſowie die Stadt Dieburg,
ver=
treten durih Herrn Regierungsrat Walter und Herrn Beigeordnieten
Knapp, überbrachſten die Glüickwüinſche ihrer Behörden, und ihre Worte
galten der Unterſtützung der Leibesübungen. Der Feſtvorſitzende, Herr
Simon Gruber=Dieburg, übergab nun das Feſt dem Kreisvorſitzenden
des 2. Kreiſes, Herrn Joſeph=Darmſtadt. Wie ein roter Faden zog ſich
durch die ganze Veranſtaitung das Können und die Leiſtungen des
größ=
ten deutſchen Kraftſportvereins, der Sportvereinigung Oberſtein, welche
mit ihren Damen und der Muſterriege dem Abend das Gepräge gab.
Auck, die guten Leiſtungen der drei Dieburger Geſangvereine ſeien hier
lobend erwähnt. Der Pfingſtſonntag brachte mit dem Gewichtheben,
den ſchweren, Wurf= und Stoßübungen, der Leichtathletik ſowie den
Muſterriegen ganz hervorragenden Sport. Und wäre die Witterung des
Vormittags nichſt gar zu kalt geweſen, hätten die Reſultate beſtimmt
eine bedeutende Ve=beſſerung erfahren. Auch das Ringen wurde in den
Altersklaſſen ſowie in den vier erſten aktiven Klaſſen am erſten
Feier=
tag noch begonnen. Sehr viel Intereſſe fanden am erſten Feiertag noch
die gemeinſamen Pflihtübungen aller teilnehmenden Muſterriegen. Der
zweite Feiertag galt ausſchließlih dem Ringkampf. Harte, techniſch
hochſtehende Kämpfe ließen die Auserwählten zu den Entſcheidungen
immer weniger werden, und die 5000 Zuſchauer nahmen an dieſen
End=
kämpfen lebhafteſten Anteil. Wahre B=/fallsſtüirme brachen los, wenn
einer ihrer Lieblinge einen Sieg erfoht. Die Preisverteilung hatte
folgendes Ergebnis:
Gewichtheben (Fünfkampf).
Fliegengewicht: 1. Obmrann=Groß=Zimmern 620 Pfd., 2. Nicolei=
Wiesbaden 595 Pſd., 3. Loch=Oberſtein 575 Pfd., 4. Trager=Neu=
Iſen=
burg 565 Pfd., 5. Klein=Oberſtein 545 Pſd.
Bautamgewicht: 1. Zingel=Griesheim a. M. 660 Pfd., 2. Godez=
Hanau 645 Pfd., 3. Müller=Idar 635 Pfd., 4. Löffler=Groß=Oſtheim
(35 Pfd., 5. Haag=Neunkirchen 30 Pſd.
Federgewicht: 1. Loch Oberſtein 765 Pſd., 2. M. Locl)=Obeuſtein
735 Pfd., 3. Stamm=Wiesbaden 715 Pfd., 4. Kinkel=Soſſenheim 670 Pfd.,
5. Schmittner=Damm 660 Pfd.
Leichtgewicht: 1. Fetzer=Oberſtein 790 Pfd., 2. Pfaff=Kirn 760 Pfd.,
3. Maier=Weiſenau 720 Pfd., 4. Müller=Hanau 720 Pfd., 5. Hohl=Mainz
720 Pfd.
Mittelgewicht: 1. Liſt=Neu=Iſenburg 840 Pfd., 2. Platzer=
Gries=
heim a. M. 830 Pfd., 3. Rehm=Koſtheim 780 Pfd., 4. Guttandin=Dieburg
775 Pfd. 5. Lampert=Koſtheim 760 Pfd.
Halbſchwergewicht: 1. Schnabel=Neu=Iſenburg 880 Pfd., 2. Beſeler=
Hanau 795 Pfd., 3. Korn=Gyoß=Oſtheim 760 Pfd., 4. Bräun=
Langenlons=
heim 715 Pfd., 5 Knauf=Darmſtadt 700 Pfd.
Schwergenicht: 1. Hoffmann=Dotzheim 865 Pfd., 2. Johe=Groß=
Oſt=
heim 830 Pfd., 3. Godez=Hanau 790 Pfd., 4. Horn=Laubenheim 760 Pfd.
5. Kehl=Griesheim 720 Pfd.
Altersklaſſe. Federgewicht: 1. Henſel=Bockenheim 245 Pfd., 2.
Ben=
der=Oberſtein 230 Pfd.
Leichtgewicht: 1. Schlegelmilch=Wiesbaden 295 Pfd., 2. Henſel=
Bocken=
heim 250 Pfd., 3. Bunkel=Bergen 245 Pfd.
Mittelgewicht: 1. Weininger=Oberſtei 290 Pfd., 2. Fiſcher=Darmſtadt
275 Pfd., 3. Pfafi=Neu=Iſenburg 220 Pfd.
Schwergewicht: 1. Knoll=Bockenheim 315 Pfd., 2. Walte:=Neunkirchen
315 Pfd., 3. Kupfes=Offenbach 300 Pfd.
Aelteſtenklaſſe: 1. Sechlarp=Kreuznach 270 Pſd., 2. Rink=Offenbach
255 Pfd., 3. Hörnig=Frankfurt 245 Pfd.
Ringen.
Fliegengewicht: 1. Ohl=Dieburg 7 Siege, 2. Hahl=Darmſtadt (
Poli=
zei) 5 Siege, 3. Geiſt=Offenbach 5 Siege, 4. Wendel=Zeilsheim 4 Siege,
5. Wick=Diaburg 3 Siege.
Bantamgewicht: 1. HattesMain= 1925 7 Siege, 2. Schütz=Kreuznad
5 Siege, 3. Stein=Aſchaffenburg, 4. Wirth=Kreuznach 4 Siege, 5. Müller=
Hanan 4 Siege.
Federgewicht: 1. Ohl=Groß=Zimmern 9 Siege, 2. Weidner=Groß=
Zimmern 7 Siege, 3. Reinhardt=Groß=Zimmern 5 Siege, 4. Schäfer=
Offenbach 5 Siege, 5. Nehren=Mainz 5 Siege.
Leichtgewicht: 1. Nehm=Kreuznach 7 Siege, 2. Keitel=Darmſtadt 1910
6 Siege, 3. Buſſer=Kreuznach 5 Siege, 4. Dotter=Dieburg 5 Siege,
5. Schmidt=Sachſenhauſen 4 Siege.
Mittelgewicht: 1. Gerber=Frankfurt 8 Siege, 2. Märker=
Hammer=
ſtein 5 Siege, 3. Ohl=Groß=Zimmern 4 Siege, 4. Schmidt=Sachſenhauſen
4 Siege, 5. Steidle=Sachſenhauſen 5 Siege.
Halbſchwergeſicht: 1. Siebe==Kreuznach 4 Siege, 2. Kraus=Polizei
Darmſtadt 4 Siege, 3. Veith=Daymſtadt 1910 3 Siege, 4. Fröhlich=Groß=
Zimmern 2 Siege, 5. Danz=Groß=Zimmern 1 Sieg.
Schiergewicht: 1. Lißfeld=Polizei Darmſtadt 4 Siege, 2. Horn=
Lau=
benheim 3 Siege, 3. 9222, 1. Kracker=Hanan 2 Siege.
Altersklaſſe. Leichtgewicht: 1. Eckerl=Darmſtadt 1910 4 Siege, 2.
Becker=Oberſtein 3 Siege, 3. Fiſcher=Biſchofsheim 1 Sieg.
Mittelgewicht: 1. Loch=Oberſtein 2 Siege, 2 Holland=Wiesboden
Sieg.
Schwergewicht: 1. Hauf=Sachſenhauſen 3 Siege, 2. Grötſch=Frankfurt
1 Sieg.
Aelteſtenklaſſe: 1. Weber=Bergen 3 Siege, 2. Friedemann=Homburg
3 Sieg, 3. Haufenmaier=Darmſtadt 1395 1 Sieg.
Steinſtoßen.
Federgewicht, 20 Pfd.: 1. Stadtmüller=Aſchaffenburg 9,38 Meter,
2. Görlich=Laubenheim 8.90 Meter, 3. Sänger=Oberſtein 8,72 Meter,
4. Lehmann=Dieburg 8,38 Meter, 5. Godez=Hanau 7,92 Meter.
Leich gewicht, 25 Pfd.: 1. Märker=Haunnerſtein 9,32 Meter, 2. Dorch=
Aſchaffenburg 8,97 Meter, 3. Bruch=Idar 8,56 Meter, 4. Guttandin=
Dieburg 8,35 Meter, 5. Ritzel=Offenbach 7.94 Meter.
Mittelgewicht, 30 Pfd.: 1. Seip=Hetzbach 8,38 Meter, 2. Schnabel=
Neu=Iſenburg 7,67 Meter, 3. Nothbart=Offenbach 7,54 Meter, 4. Ott=
Dieburg 7.45 Meter.
Schwergewicht, 30 Pfd.: 1. Engelhardt=Groß=Zimmern 7,71 Meter,
2. Klein=Mombac) 6,80 Meter, 3. Horlebein=Mainz 6,52 Meter.
Hammerwerfen.
Leichtgewicht: 1. Kreis=Neu=Iſenburg 29,87 Meter, 2. Dorſch=
Aſchaffenburg 29,12 Meter, 3. Hoos=Neu=Iſenburg.
Mittelgewicht: 1. Ott=Dieburg 33,47 Meter, 2. Liſt=Neu=Iſenburg
31,25 Meter, 3. Seip=Hetzbach 30 Meter.
Schwergewicht: 1. Schmidt=Mainz 33,80 Meter, 2. Mill=
Aſchaffen=
burg 32,55 Meter, 3. Dißfeld=Polizei Darmſtadt 31,53 Meter.
Gewichtwerfen.
Federgewicht: 1. Wahl=Lanbenheim 11,23 Meter, 2. Baumann=
Aſchaffenburg 11,02 Moter, 3. Görlich=Laubenheim 10,08 Meter.
Leichtgewicht: 1. Umſtädter=Laubenheim 14 Meter, 2. Dorſch=
Aſ haffenburg 13.97 Meter, 3. Kreis=Nen=Iſenburg 12,91 Meter.
Mittelgewicht: 1. Elbert=Aſchaffenburg 9,45 Meter, 2. Ott=Dieburg
9,37 Meter, 3. Seip=Hetzback 9,32 Meter.
Schwergeticht: 1. SMmidt=Mainz 8,39 Meter, 2. Lißfeld=Polizei
Darmſtadt 8,06 Meter, 3. Hubley=Neu=Jfenburg 7,43 Meter.
Dreikampf.
Leichtgewicht: 1. Ritzel=Offenbah 132 Punkte, 2. Bruch=Idar 125
Punkte, 3. Guttandin=Dieburg 124 Punkte.
Schwergewicht: 1. Rothbaut=Offenbach 150 Punkte, 2. Steuerwald=
Polizei Darmſtadt 148 Punkte, 3. Seip=Hetzbach 143 Punkte.
Muſterriegenwettbewerb.
Mittelſtuſe: 1. Sportvereinigung Obe=ſtein (Wanderpreis des
hefſi=
ſchen Staatspräſidenten für höhſte Punktzahl).
Unterſtufe: 1 Athletenklub Biſchofsheim, 2. Arhletenklub Koſtheim,
3. Stemm= und Ringklub Bergen.
Neulingsklaſſe: 1. Athletenverein Herrſtein, 2. Turngemeinde
Dieburg
1. Feſtzugs= und Siegerpreis: Sportvereinigung Oberſtein.
Handball.
Sportverein 1898 Darmſtadt.
Von den Spielen der Handballabteilung verdient das der
Ligamannſchaft im Frankfurter Stadion gegen
Fuß=
ballſportverein beſonderes Intereſſe. Es iſt das Vorſchlußſpiel
um die Pokalmeiſterſchaft des Bezirkes Main=Heſſen. Wenn
Sportverein 98 in beiden Verbandsſpielen Niederlagen einſtecken mußte,
ſo iſt doch das derzeitige Verhältnis der Spielſtärke der beiden
Mann=
ſchaften derart, daß man mit einem Darmſtädter Sieg rechnen kann.
Das Spiel findet im Frankfurter Stadion vor dem
Fußballentſcheidungs=
kampf Fußballſportverein — Mannheim=Waldhof ſtatt; die Frankfurter
Mannſchaft wird deshalb eine bedeutende Stütze an ihrem Anhang haben.
Der ſüddeutſche Altmeiſter iſt ſich der Schwere der Aufgabe bewußt und
wird alles daranſetzen, um dieſes letzte, ernſte Hindernis auf dem Wege
zur Bezirkspokalmeiſterſchaft zu überwinden. Abfahrt 11,37 Uhr.
Die Liggerſatzmannſchaft tritt auf eigenem Platze (10 Uhr) dem
Sportkl. Bar Kochba=Frankfurt 1. entgegen. Die beiden erſten
Jugend=
mannſchaften haben die gleichen von VfR.=Rot=Weiß als Gegner, die
Spiele finden um 9,30 Uhr auf dem Stadion (1.) und um 10 Uhr in der
Rheinallee (2.) ſtatt. Die 2a Jugend ſpielt um 11 Uhr gegen
Sport=
klub Wiesbaden 1. Jugend. Nach langem Bemühen iſt es endlich
ge=
lungen, wieder einmal ein Spiel für die 1. Schülermannſchaft zu
be=
ſchaffen; das Spiel, für das als Gegner die Schülermannſchaft des
Sportklub Wiesbaden gewonnen wurde, findet um 11 Uhr auf dem
Hauptkampffeld ſtatt.
Rb.=T.= u. Spv. Darmſtadt—Rb.=T.= u. Spp. Wiesbaden.
Am Sonntag, 26. Mai, nachmittags 2.30 Uhr, ſpielt die 1.
Mann=
ſchaft des Reichsbahn=Turn= und Sportvereins Darmſtadt gegen die
gleiche des Brudervereins Wiesbaden. Da die Spielſtärke Wiesbadens
nicht bekannt iſt, iſt eine Vorausſage ſehr ſchwer. Bringt die 1.
Mann=
ſchaft des Platzvereins den Eifer auf, den ſie in den letzten Spielen
gegen Mannſchaften der Meiſterklaſſen gezeigt hat, ſo dürfte es
Wies=
baden ſchwer halten, als Sieger den Platz zu verlaſſen. Wiesbaden
ſpielt in der D.S.B. A=Klaſſe und gewann am 16. Mai das Pokalſpkel
gegen Spv. Wiesbaden. — Beide Vereine treten in ſtärkſter Aufſtellung
an, und man darf mit Recht auf den Ausgang dieſes Spieles geſpannt
ſein.
Handball in der deutſchen Turnerſchaft.
Vorſchau.
Die Freundſchaftsſpiele am Sonntag weiſen verſchiedene Paarungen
auf, die deshalb ſehr intereſſant ſind, weil die Gegner verſchiedenen
Klaſſen angehören. Auch ſind Vereine anderer Gaue bei uns zu Gaſt.
Walldorf, genügend bekannt aus dem Gaumeiſter=Endſpiele, erwartet
Hattersheim, Laudenbach fährt nach Hähnlein. Es iſt wünſchenswert,
daß beide die Farben des Main=Rhein=Gaues gut vertreten. —
Gries=
heim — Groß=Gerau, mit zwei Mannſchaften, iſt die einzige Begegnung
der Kreisklaſſe. Wolfskehlen, das in den Pflichtſpielen ſehr vom Pech
verfolgt war, erwartet Bensheim, den Beſten aus der anderen Gruppe
der Meiſterklaſſe und kann auch ein ſchönes Ergebnis zeigen, daß es
wieder auf der Höhe iſt. Einen ſehr gewagten Schritt tat Auerbach.
Es verpflichtete ſich die Eberſtädter aus der M.=Klaſſe. Angeſpornt
durch ſein gutes Abſchneiden bei Spielen der letzten Sonntage, hofft man
an der Bergſtraße auch diesmal. Möge die Hoffnung nicht trügen.
Er=
felden erwartet Gernsheim. Hier müſſen die Gäſte ſehr auf dem Damm
ſein. Ihr Lehrſpiel gegen die Wormſer können ſie nun verwerten.
Die Zweite und Jugend der Pfungſtädter fahren nach Heppenheim. Das
Vorſpiel hieß 5:2 für Pfungſtadt, und es wäre nicht verwunderlich, wenn
die Heppenheimer Platzverhältniſſe das Ergebnis umdrehen.
Anſchlie=
ßend ſpielt die Jugend. Von den unteren Mannſchaften der Tgde.
1846 Darmſtadt ſpielt die zweite gegen Worfelden 2. und die dritte gegen
Nieder=Ramſtadt 1. Beſondere Beachtung verdient noch die Begegnung
heute abend, der Tgſ. Darmſtadt gegen Eberſtadt. Das Vorſpiel am
letzten Samstag brachte infolge nicht vollzähliger Mannſchaften ein
irre=
guläres Reſultat heraus. Eberſtadt wird ſich diesmal voll entfalten
müſ=
ſen, wenn der Sieg auf ſeine Seite fallen ſoll.
Tgſ. 1875
1.
Heute, Samstag, abend um halb 7 Uhr, ſtehen ſich beide erſte
Mann=
ſchaften zum Freundſchaftsſpiel gegenüber. Das Vorſpiel fand am
letz=
ten Samstag in Eberſtadt ſtatt, wobei Darmſtadt mit 10:2 als
Unter=
legener den Platz verlaſſen mußte. Es iſt allerdings zu berückſichtigen,
daß Darmſtadt mit nur acht Mann angetreten iſt. Eberſtadt beſitzt einen
ſchußgewaltigen Sturm, und die Hauptſtütze desſelben dürfte in Roth
als Mittelläufer zu ſuchen ſein, der unermüdlich ſeinen Sturm immer
und immer wieder nach vorn treibt. Wahrſcheinlich bekommen wir
heute abend ein erſtklaſſiges Spiel zu ſehen, deſſen Beſuch allen
Hand=
ballfreunden ſehr zu empfehlen iſt. Das Spiel findet auf dem
Exerzier=
platz ſtatt.
Das Wetterkartenbild zeigt keine weſentliche Aenderung. Der hohe
Druck iſt ſtationär geblieben, über dem Baltikum und im Nordweſten
ſo=
wie über Frankreich flachen ſich die Störungen ab. Infolgedeſſen ändert
ſich das Wetter wenig. Die Erwärmung nimmt jedoch weiter zu, und
ſpäter kommt es zum Auftreten lokaler Gewitterneigung.
Ausſichten für Samstag, den 25. Mai: Heiter, zeitweiſe etwas bewölkt,
ſchwül, ſpäter lokale Gewitterneigung.
Ausſichten für Sonntag, den 26. Mai: Wenig Aenderung der Wetterlage.
Nummer 143
Samstag; den 25: Mai
die Keichsämeihe.
Der erſte Zeichnungstag.
Die Zeichnungen auf die neue Reichsanleihe haben am
Frei=
tag ihren Anfang genommen. Ueberraſchungen hat der erſte Tag
allerdings nicht gebracht, was wohl in der Hauptſache mit der
Kriſe in den Reparationsverhandlungen zuſammenhängt.
Vor=
läufig legen ſich noch weite Kreiſe, die als Geldgeber für die
Anleihe in Frage kommen, Zurückhaltung auf, bis man in Paris
wieder klar ſieht. Immerhin ſind am Freitag doch recht
beacht=
liche Anleiheſtücke ſchon untergebracht worden. —Am 28. Juni
will die Reichsbank eine Zwiſchenbilanz ziehen. Erſt dann wird
man ungefähr erkennen können, mit welchem Ergebnis die Aktion
Dr. Hilferdings vorausſichtlich abſchließen wird.
Der Ueberbrückungskredit der Banken an
das Reichsfinanzminiſterium iſt inzwiſchen perfekt
geworden. Ein Konſortium, dem 7 große Kreditinſtitute
ange=
hören, hat mit dem Reichsfinanzminiſterium ein Abkommen auf
Flüſſigmachung von 125 Millionen Goldmark abgeſchloſſen. Das
Reich wird ungefähr 10 Prozent Zinſen zahlen müſſen. Der
Kredit wird nach Abſchluß der Zeichnungen auf die neue Anleihe
ſofort abgelöſt werden. Einige Bankinſtitute werden aber nicht
nur Goldmark, ſondern auch Deviſenbeträge dem Reich zur
Ver=
fügung ſtellen.
Börſe und Geldmarkk.
Die Hoffnung, daß noch vor den Pfingſtfeiertagen ein Endergebnis
auf der Pariſer Konferenz zuſtande käme, hatte am letzten Börſentage
vor den Feiertagen eine reguläre Kaufhauſſe bei ausgeſprochener
Mate=
rialsknappheit zur Folge gehabt. Dieſe optimiſtiſchen Auffaſſungen
grün=
deten ſich auf das Entgegenkommen Amerikas, das man in ſeiner
pfhcho=
logiſchen Wirkung, wie ſich ſpäter herausſtellte, überſchätzt hatte. Aus
dieſen Erwägungen heraus war man auch geneigt, die Geldſorgen, die
bisher die Tendenzgeſtaltung weitgehendſt beeinflußt hatten,
zurückzu=
ſtellen. Man ſah eine Einigung in Paris als dicht bevorſtehend an.
Die Hoffnungen haben ſich nicht erfüllt. In der Beurteilung der
Pari=
ſer Ausſichten trat ein völliger Umſchwung ein, und die anfängliche
pptimiſtiſche Auffaſſung machte einem ausgeſprochenen Peſſimismus
Platz, als der zweite deutſche Hauptdelegierte, Generaldirektor Vögler,
aus der deutſchen Delegation ausſchied. Hinzu geſellten ſich erneut
Geld=
ſorgen auf die Meldung, daß der beratende Ausſchuß beim Federal
Reſerveboard den einzelnen Federalreſervebanken die Erhöhung der
Dis=
kontrate von 5 auf 6 Prozent empfohlen habe. Man befürchtete daher,
daß dem Vorſchlage umgehend Folge geleiſtet werde und ſich auch
Lon=
don dieſer Maßnahme anſchließen würde. Die Börſe beantwortete dieſe
Erwägungen mit einer allgemeinen Abſchwächung, die noch durch die
flaue Haltung des New Yorker Börſenplatzes verſchärft wurde. Wenn
die Kursrückgänge kein größeres Ausmaß annahmen, ſo liegt dies an
der günſtigen markttechniſchen Situation und des ſchon vor den
Feier=
tagen ſtark eingeſchränkten Umfanges der laufenden Engagements. Am
letzten Tage des Berichtsabſchnittes trat eine Tendenzbeſſerung ein, da
erneut recht umfangreiche Auslandskäufe vorlagen, aus denen man den
Schluß zog, daß im augenblicklichen Stadium der Pariſer
Verhandlun=
gen wohl doch keine Delegation mehr die Verantwortung für ein
Schei=
tern der Verhandlungen auf ſich nehmen würde. Hinzu kam noch, daß
ſich erſtmalig eine leichte Entſpannung am heimiſchen Geldmarkt
bemerk=
bar machte, die befürchtete internationale Diskonterhöhung ausblieb,
und die Außenhandelsbilanz im April eine Beſſerung zeigt.
Das Hauptteil am Geſchäft hatten die Auslandskäufe, die man in
erſter Linie amerikaniſcher und franzöſiſcher Rechnung zuſchrieb, und die
ſich überwiegend auf den Elektro=, Kali= und Montanmarkt erſtreckten.
So bemerkte man New Yorker Kauforders in AEG. und in
Reichsbank=
anteilen. Zu recht lebhaften Umfätzen kam es vor allem in den letzten
Tagen in Farbenaktien nach Bekanntwerden der einzelnen
Abſchluß=
ziffern für 1928, die eine erhebliche Geſchäftsausdehnung und
Umſatz=
ſteigerung zeigen.
Der heimiſche Geldmarkt zeigte erſt in den letzten Tagen im
Zu=
ſammenhang mit größeren Deviſenabgaben, namentlich für kurzfriſtiges
Geld, nach vorübergehender ſtarker Beanſpruchung durch den rheiniſchen
Zahltag, Anzeichen einer Erleichterung. Trotzdem wollen die Geldſorgen
nicht weichen, da die Situation am engliſchen und amerikaniſchen Markt
weiter recht angeſpannt iſt. Auch das recht umfangreiche Angebot am
Privatdiskontmarkt hält an. Auch war in den letzten Tagen der
Pro=
zentſatz, der von den regulierenden Stellen aufgenommen wurde, etwas
höher. Im Laufe des letzten Börſentages zeigten die Geldeingänge bei
den Großbanken eine Steigerung, die allerdings in den Zinsſätzen noch
nicht zum Ausdruck kam, Tagesgeld erfordert weiter 8,75 bis 10,75
Pro=
zent und wurde nur in Ausnahmefällen unterſchritten. Auch Monatsgeld
blieb zum unveränderten Satz von 9,5 bis 10,5 geſucht. Reportgeld
dürfte, entgegen den vor einiger Zeit geäußerten Befürchtungen,
aus=
reichend vorhanden ſein, zumal da die Großbanken erklären, daß eine
Reportgeldkürzung nicht in Frage käme. Es wird allerdings eine
Er=
höhung des Satzes nicht zu umgehen ſein.
Im übrigen hofft man auf eine baldige Erleichterung, falls eine
Verſtändigung in Paris erzielt wird, und glaubt, daß ſodann den
deut=
ſchen Börſen reichlicher Auslandsgeld zufließen wird.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Adlerwerke vorm. Heinr. Kleyer A.G., Frankfurt a. M. Wie
be=
ſtätigt wird, wird die in der letzten G.V. aufgetretene Oppoſition ihren
eingelegten Proteſt nicht auf dem Gerichtswege durch Anfechtungsklage
weiter verfolgen, ſo daß die bekannten Sanierungsbeſchlüſſe nunmehr
durchgeführt werden können.
Neuer Großaktionär Tonwareninduſtrie Wiesloch A.=G. In der
G.=V. wurde überraſchend bekannt, daß die Karl Ludovici K. G. a. A.
in Jockgrim (Pfalz) neuerdings einen größeren Betrag von Aktien
über=
nommen hat. Die Verwaltung glaubte durch dieſe Mehrheitsbeteiligung
weſentliche Vorteile für die Geſellſchaft und Aktionäre zu ſehen, da der
bisherige gegenfeitige Wettbewerb ausgeſchaltet wird. Die G.=V.
geneh=
migte 6 Prozent Dividende und wählte von der neuen Gruppe in den
A.=R.: Geheimrat Wilhelm Ludovici, München, Dr. Wilhelm Ludovici,
Jockgrim, Direktor Walter Sommer „Jockgrim, und Rechtsanwalt Dr.
Roſenfeld, Mannheim. Ueber das laufende Jahr ſei noch wenig zu
ſagen, da der Baumarkt ſpät einſetzte, und die Geldverhältniſſe noch
ſchwierig ſeien.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Mai;
Getreide: Weizen, Mai 101, Juli 104½, Sept. 108½, Dez.
102½: Mais, Mai 84½, Juli 86½, Sept. 87,50, Dez. 82½; Hafer,
Mai 45, Juli 44½, Sept. 42½; Roggen, Mai, Juli 85, Sept. 88.
Schmalz: Mai 11,50, Juli 11,775, Sept. 12,125, Okt. 12,25.
Fleiſch: Rippen, Mai 12,90, Juli 12,95, Sept. 13,25; Speck,
loco 13: leichte Schweine 10,25—11,30, ſchwere Schweine 10,60
bis 11,15; Schweinezufuhren Chicago 18000, im Weſten 90000.
Chicagv Baumwolle: Juli 18,61, Okt. 18,46—18,47.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. Mai:
Getreide: Weizen, Rotwinter 125, Hartwinter 115½; Mais
neu ang. Ernte 96½ Mehl ſpr. wheat clears 5,10—5,61; Getr.
Fracht nach England 1,5—2,6 sh, nach dem Kontinent 11—13 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,25; Talg, extra loſe 7½.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 24. Mai ſtellten ſich für
Elek=
trolytkupfer 170,75 MM., Original Hüttenaluminium 190 RM.,
des=
gleichen in Walzen oder Drahtbarren 194 MM., Reinnickel 350 RM.,
Antimon Regulus 74—79 MM., Feginſilber 73,25—75 RM.
Die Beuliner Metalltermine vom 24. Mai ſtellten ſich für Kupfer:
Januar 141 (142), Februar, März, April 141,50 (142), Mai 139 (143),
Juni 139 (140), Juli 139 (141), Auguſt 140 (142), September 140,50
(142), Oktober 141 (141,25), November 141,25 (142), Dezembre 141,50
(141,50). Tendenz: befeſtigt. Für Blei: Januar, Februar 47 (47),
März, April 46,75 (47), Mai 45 (47), Juni 45 (45,25), Juli 4,75 (46),
Auguſt 45,75 (46,25), September 46 (46,50), Oktober 46 (47), November
46,25 (47), Dezember 46,50 (47). Tendenz: ſtetig. Für Zink: Januar,
Februar, März 52,50 (53,50), April 53 (53,75), Mai, Juni 54 (54),
Juli, Auguſt 52 (53,50), September, Oktober, November, Dezember
52,75 (53,50). Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern beigefügten Brief.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. Mai.
Die Nichterhöhung der Diskontſätze in Amerika und England hatten
zu Beginn der heutigen Börſe eine freundlichece Grundſtimmung zur
Folge. Doch war das Geſchäft ziemlich gering, da die Beteiligung des
Auslandes und der Privatkundſchaft ſehr mäßig war. Die Spekulation
blieb reſerviert und abwartend, die unklare und nicht mehr ſo
opti=
miſtiſch zu beurteilende Lage in Paris war hier ausſchlaggebend. Doch
wurde dieſem Moment keine nennenswerte Bedeutung beigemeſſen, da
außer Zweifel ſtehen dürfte, daß die Verhandlungen doch zu einem
gün=
ſtigen Ergebnis führen werden, aber nur die wieder längere
Hinaus=
ziehung deprimierte verſchiedentlich etwas. Auch die erholte geſtrige
New Yorker Börſe und die beſſeren Geldmarktverhältniſſe am
dorti=
gen Platze machten einen vorteilhaften Eindruck. Doch ging die
Speku=
lation aus ihrer Zurückhaltung nicht heraus, vielmehr war hier eine
noch größere Reſerviertheit feſtzuſtellen, was in verſchiedenen Abgaben
zum Ausdruck kam. Die Kursgeſtaltung war daher gegenüber der
geſtri=
gen Abendbörſe nicht immer einheitlich. Bei den Werten, die höher
lagen, gingen die Beſſerungen ſelten über 1 Prozent hinaus. Intereſſe
beſtand für A.E.G., die für Schweizer Rechnung aus dem Markt
ge=
nommen wurden. Im Verlaufe ſchritt die Spekulation zu
Glattſtellun=
gen, verſchiedentlich auch Blankoabgaben, und es ergaben ſich
durch=
ſchnittlich Verluſte bis zu 1,5 Prozent. Siemens büßten ſogar 3 Proz.
ein. Bei großer Luſtloſigkeit der Spekulation neigte die Tendenz zur
Schwäche. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert.
Am Deviſenmarkt war die Mark wieder feſter. Man nannte Mark
gegen Dollar 4.1990, gegen Pfunde 20.356, London-Kabel 4.8495,
—Paris 124.10, —Mailand 92.67, —Madrid 34.12, —Holland 12.06½.
Die Abendbörſe lag weiterhin ſtill und zeigte keine
weſent=
liche Veränderung, lediglich Karſtadt=Aktien konnten ſich nach dem
Rück=
fall vom Mittag etwas erholen (21 Prozent). Die übrigen Kurſe
ſchwankten nur geringfügig um den Mittagsſchluß. Im weiteren
Ver=
lauf waren die Anfangskurſe eher Brief. Kommerzbank 182,5,
Salz=
detfurth 380, Rheinbraun 281, Rheinſtahl 112, A. E.G. 184,5, Licht u,
Kraft 210,5, Farbenindeiſtrie 241, Karſtadt 21, Hapag 114, Chade 427.
Berlin, 24. Mai.
Im heutigen Vormittagsverkehr war die Tendenz bei gut
behaupte=
ten, zum Teil leicht gebeſſerten Kurſen doch luſtlos. Geſchäfte kamen
ſo gut wie nicht zuſtande. Die Börſe eröffnete dann in nicht
einheit=
licher, aber ziemlich freundlicher Stimmung. Das Interſſe für die neue
Reichsanleihe, deren Zeichnung heute begonnen hat, ſcheint ziemlich
rege zu ſein, auch — wie man behauptet — aus dem Auslande. Die
erſten Kurſe waren nicht einheitlich und überwiegend 1—2 Prozent
gebeſſert. Das Geſchäft hatte im allgemeinen einen ſehr geringen
Um=
fang. Lebhafter ging es am A. E.G.=Markt zu. Nach den erſten
Kur=
ſen ſchritt die Spekulation wieder zu Glattſtellungen, ſo daß ſich meiſt
1—2prozentige Verluſte ergaben. Karſtadt gingen um 3,5 Proz.,
Nord=
deutſche Wolle, Tietz, Salzdetfurth und Polyphon um 5—7 Prozent
zurück.
Augsb.=Rürnb. Maſch.
Baſalt ...
Bergmann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. =Brikett
Bremer=Wolle,
Danatbank.
Deutſche Bank.
Diskontogeſellſchaf
Dresdner Bank
Deutſche Maſchin
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleun
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
G. Farben
Gelſenk. B/
Hanſa Dampfſch.
Hapag.
Harpener
Hemoor Zement
Hirſch Kupfer
Höſch Eiſen".
Hohenlohe Werke
Kahla Porzellan”".
Kali Aſcherslebei
„ Salzdetfurth
Weſteregeln
Lindes Eismaſch.
L. Loewe & Co.
Lingel Schuh.
MannesmannRt
Niederlauſitzer K
Nordd. Lloyd.
Orenſtein ..
Polyphon
Rütgerswerke
Sachſenwerke
Siemens Glas
Ver. Glanzſtoff
Ver. Stahlwerke.
Volkſtedter Porzella
Wanderer Werke. . .
Wiſſner Metall".
Wittener Gußſtahl".
23. 5.
132.—
117.—
88.50
80.—
231. —
383.—
237.75
168.50
198.—
48.—
116. —
140.50
109.—
84.—
443.75
86. 25
104.25
124.25
411.—
90",
.—2.75
122.
47.—
24. 5.
116. —
89.—
80.—
231.50
237.n5
169.75
198. —
48.—
115:,
139.50
108.—
87. —
444. —
85.75
103.—
125.—
/413.—
91.75
36.—
73.—
47.—
*) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
deviſenmarkk.
Vien=
Prag.
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo ..
Kopenhagen
Stockholm.
London.
Buenos Aires
New York..."
Belgien..
10.547
58.95
12.43 12.45
73.11
3.032
168 .6*
111.78
11.80
12.13
20.348
1.75
4. 1970 /4.2050
Geld Brie
9.567
39.07
73.25
3.03
168.9
12.00
1 12.04
12.35
20.388
1.762
8. 265 158.385
24. 5.
Geld/Brief
58.89 59.01
12.421
13.11
3.037
68.59
11.74
11.7=
12.07
0.339
1 1.758
4.194:
58.24
10.542110.562
12.441
13.25
3.043
168.93
111.9e
111.95
12 29
20.379
1.762
4. 2025
58.36
Italien ..
Paris ......"
Schweiz ..."
Spanien .....!
Danzig ....."
Japan . . . . . .
Rio de Janeir
Jugoſlawien.
Portugald. ..
Athen ......"
Konſtantinope
Kanada . . . . .
Uruguay ..
23
Geld
21.96
18.39
31.31
59.58
80.75
1.868
9.
Brief
22.00
18.4.
81.47
59.7
30.91
1.87
0.49850.500*
7.375
18.77
5.45
2.053
4.171
4.126
7. 38
18.81
5.46
2.05
4. 138
z. 5.
Geld Brief
21.945/1.985
18. 393/16.425
80.74 ls0.90
59.63 59.75
81.33 81.49
1.868 1.872
0.499 0.501
7.373/ 7.387
18.77 119.81
5.4451 5.455
2.0381 2.042
4. 179/ 4.1641 4.172
4.056 4.064
Produkkenberichke.
Wormſer Probuktenbericht vom 24. Mai. Roggen 22—22,25;
Futter=
gerſte 20—21; Hafer 23,5—24; Mais 22,5; Weizenmehl Baſis Null 32,25;
Roggenmehl 60proz. 32; Weizenfuttermehl und Nachmehl 14—18;
Roggen=
futtermehl und Nachmehl 16—20; Roggenkleie 14—14,5; grobe
Weizen=
ſchalen 13,25; feine Weizenkleie 12,5; getrocknete Biertreber 20—20,5;
Malzkeime 20; Maisſchrot 23,5; Heu 11,5—14; Stroh 4—5; Kartoffel 5.
Tendenz ruhig.
Frankfurter Produktenbericht vom 24. Mai. Zum Wochenſchluß
konnte ſich am Frankfurter Produktenmarkt das Geſchäft ebenfalls nicht
beleben. Auf Grund der weiter nachlaſſenden Auslandsmeldungen fehlt
jede Anregung, im Gegenteil, das Preisniveau bewegt ſich immer
wei=
ter nach unten. Da Angebot und Nachfrage ſich die Wage halten, kommt
ſelbſt bei regelmäßigerem Stand kein Geſchäft zuſtande. Für
Brot=
getreide und Mehle waren einige, etwas niedrigere Preiſe zu hören.
Jedoch konnten ſich dieſe Abſchwächungen in der offiziellen
Preisgeſtal=
tung nicht auswirken. Weizen 24 Brief, Roggen 22,75, Sommergerſte
23,40, Hafer 23—23,25, Mais 21, Weizenmehl 32—32,25, niederrhein.
31,75, Roggenmehl 28,75—29,75, Weizenkleie 12—12,15, Roggenkleie
12,75 RM.
Frankfurter Butternotierungen vom 24. Mai. Das Angebot in
holländiſcher Butter war ziemlich groß, auch das Geſchäft war ſonſt gut
und der Abſatz ging flott vonſtatten. Deutſche Butter kam auch in
die=
ſer Woche wieder nur in ganz geringem Umfange an den Markt, ſo
daß Preiſe hierfür nicht zu erfahren waren. Die
Großhandelsnotierun=
gen lauteten wie folgt: Holl. Butter ein Faß (50 Kilo) 184 RM., ein
halbes Faß 186 RM., in Halbpfundſtücken 190 RM. Die Preiſe waren
nachgebend.
Berliner Probuktenbericht vom 24. Mai. Während im heutigen
Vormittagsverkehr auf Grund der ziemlich ſtetigen Auslandsmeldungen
die Tendenz am Produktenmarkt lediglich etwas ruhiger war, kam es zu
Börſenbeginn zu ſcharfen Preiseinbrüchen. In erſter Linie werden die
herrſchenden Kreditverhältniſſe für die Verflauung verantwortlich
ge=
macht, da nunmehr ſtärkeres Angebot in Brot= und Futtergetreide nach
den Märkten drängt, das ſelbſt bei anſehnlichen Preiskonzeſſionen kaum
Unterkunft finden kann. Beſonders ſcharf ausgeprägt iſt dies bei
Wei=
zen. Die Mühlen bekunden angeſichts des faſt völlig ſtagnierenden
Mehl=
geſchäftes kaum irgendwelche Kaufneigung. Die Preiſe ſind nominell 3
bis 4 Mark niedriger. Roggen iſt ſowohl vom hieſigen Lager als auch
per Kahnabladung reichlich angeboten. Selbſt das Offertenmaterial für
Bahnverladung hat ſich beträchtlich vermehrt. Auf dem um etwa 5 bis
6 Mark niedrigeren Preisniveau zeigte ſich für Roggen jedoch bei den
nicht reichlich verſorgten Mühlen einiges Kaufintereſſe, obgleich auch das
Noggenmehlgeſchäft völlig unbefriedigend iſt. Am Lieferungsmarkt
er=
öffnete Weizen 1,5 bis 3,5 Mark niedriger. Während Roggen
Preis=
einbußen von 4 bis 6 Mark aufwies. Das Mehlgeſchäft ruht faſt
gänz=
lich. Selbſt ſtärkere Preiskonzetionen vermögen die Kaufluſt nicht
an=
zuregen. Hafer gleichfalls flau. Die Verkäufer ſuchen Gebote zu
er=
halten. Ebenſo liegt Gerſte vernachläſſigt.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” iſt in der Zeiit vom 14.
bis 22. Mkai von 126,6 auf 126,0 (Duvchſchmitt 1909—13 — 100), alſo um
0,5 Prozent gefallen. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem
Preisſtand vom 22. Mai 1929 folgende Einzelziffern errechnet: Kupfen
197,9, Blei 146,9, Bink 110,9, Vmn 108,4, Alumminium 132,0, Nickel 107,7
Antimon 115,8.
Die Rohförderung des niederſchleſiſchen Steinkohlenreviers betrug
in der Woche vom 13. bis 19. Mai insgeſamt 129 730 (Vorwoche 111 774)
Tonnen, arbeitshäglich 21 622 (22355) 2o. Die Kokserzeugung ſtellte ſich
auf insgeſamt 18 949 (19 229) To., arbeitstäglich auf N07 (2747) To.
Die Heidelbevger Fedevhalterfabrik Koch, Weber u. Co. A.G.,
Hei=
delberg, mußte das Konkursverfahren über ſich beantragen.
Entgegen andarweitigen Mitteilungen, in denen von dem
Zuſtande=
kommen einer Preiskonvention zwiſchen den nieder= und
oberrheini=
ſchen Mühlen die Rede iſt, wird von beteiligter Seite erklärt, daß die
Verhandlungen durchaus noch nicht abgeſchloſſen ſeien.
Die Dividendenzahlung der Deutſch=Aſiatiſchen Bank wird mit
5 Prozent wieder aufgencmmen. Der Wioderaufbau der Bank
voll=
zieht ſich infolge der noch immer ungeklärten inmerpolitiſchen Lage in
China, wo das Haupttärigkeitsfeld der Bank liegt, unter ſchwierigem
Verhältniſſen, dech iſt es den oſtaſiatiſchen Abteilungen gelungen, die
Umſätze weiter zu ſteigern.
Zu den Meldungen über den Abſchluß eines franzöſiſchem
Agrar=
kredites an Rumänien und der Gründung einer Internationalen Bans
in Rumänien erfahren wir, daß in einer am Donnerstag
abgehalte=
nen Vorbeſprechung prinzipiell beſprochen wurde, die Fihiale der
Dres=
dener Bank in Bukareft in ein rumäniſches Inſtitut unter Beteiligung
von rumäniſchem, engliſchem, holländiſchem und weiterem deutſchem
Kapital überzuleiten.
Ver kurzem wurden die Verhandlungen zwiſchen Vertretern der
tſchechſiſchen Mineralölinduſtrie und der polwiſchen Naphthainduſtrie
er=
folgreich abgeſchloſſen. Es wurde ein Abkommen erzielt, wonach ſich die
tſchcchiſchen Raffinerien zum Bezuge eines beſtimmten Kontingents von
Halbfabrikaten verpflichten. Der Vertrag gilt ab 1. Mai auf die Dauer
von 5 Jahren.
Mit Wirkung vom 23. Mai werden die Zollſätze für die Einfuhn
von Getreide nach Italien von 11 auf 14 Goldlire, und die Sätze für
die Einfuhr von Weizenmehl, Grieß und Nährpräparaten aus dieſem
Stoffen im gleichen Vevhältnis erhöht.
Der chileniſche Präſident Ibanez kündigt an, daß die Nitriterzeugung
im Jahre 1928 um 96 Prozent gegenüber der des vorangegangenen
Jahres, und die Ausfuhr landwirtſchaftlicher Produkte in der gleichen
Zeit um 33 Prozent zunahm.
Frankfurter Kursbericht vom 24. Mai 1929.
Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27......
Baden Frei
aat v. 27.....
Bayhern
Frei=
ſtaat v. 27....."
Heſſen
Volks=
aat v. 28.....
Preuß.
Staats=
nl. v. 28......
Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27...
ThüringerFrei
aatv. 27.
Diche. An!.
Auslo=
ungsſch. + /
Ablöſungsan!.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe. . .
—
S Bad.=Bad. v. 20
6% Berlin v. 24..
8‟ Darmſtadt v. 26
v. 28
89
7% Frkl. a.M. v. 26
8% Mainz v. 26...
8% Mannh. v. 26
8½ Nürnber / 1 26
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablö ſ.-Anl.
* Ausl. Ser.
* „ Ser.I.
8‟ Ber „Hyp.=B!.
8% Frrf. Hyv. Bk.
( ½% Lig. Pfbr.
4% „ PfbrBk.
4½% Big. Pfbr.
87.3
76.75
88
91.4
77.5
50.8
9-.
Pl.
90
—
88.5
88.5
83
100
49
65.5
97.5
97.5
74
98
74.75
8% Heſſ. Landesbk.
4½% Heſſ. 2ds.Hp
Bk.=Vigid. Pfbr.
8½ Kom.
Landes=
bank Darmſtadt.
8% Mein.Shp. Bi.
4½½ „Lig. Pfbr
8% Pfälz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ztr.=
Stadt ſchaft. .
8% Rhein. Hyp.=B
4½% Lig. Pfbr.
80 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred 1....
3½ Südd. Bod.,
Cred.=Ban 1 ..."
8% Württ. Hyp.=B
—
6% Daimler Benz
von 97........
8% Klöckner=Werke
Berlin v. 26.. .
7% Mainkrw. v. 26
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% BoigtcHäffner
von 96 .... ....
J. G. Farben Bonds
28..........!
5% Bosn. L. C. B.
v. 1914 ......."
2%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ...
4%0 Oſt. Goldrente
41/,% Rum. Gold
von 1913 .... ."
4% Türk. Abmin.
4 1.Badgad
4% „ Zollanl.
4),7 Ungarn 1913
97.25
85
72‟1.
94
82.5
97.5
72.1
97.5
97.5
97.75
72:.
97.5
98.5
97.75
68
88
80.5
77.75
90.5
Aré
34.25
4/,% Ungarn 1914/ 24.5
4½ Goldr. / 22.45
Autien.
Allg. Dt. Creditanſ
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...!
„Eff.-u.
Wechſel=
bank .. . . . . . . .
Vereinsbank.
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank.
„ Hyp.=Bk.
„ Pfdbr.=Bt.....
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban!.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbr. . .
Hyp.=Bank .."
Südd. Bod.-Cr. Bk.
Wiener Bandverein
A.=G. ſ. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge..
Hapag ....."
Nordb. Oloyo ...."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Accumtaſerlin. ..
Adlerw .—3. Rleger)
6% AC.-), Borzug
121.5
162
182
252.5
159.5
125
93
150.5
155
104
13.5
135.5
180
155
31.5
300.25
123.25
150
13
150
155
88.25
115‟
108
124
43.25
91
91
AEG. Stamm. . . . 1847/,
Baſt Nürnberg ..
Bergm. El. Werke
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen ..."
Eement Heidelber
Karlſtadt/172
Chem. WerleAlbert.
Chade .........."
Daimler=Benz...
Dt. Atl.=Telegr.. .
„ Eiſenh. Berlin.
„ Erdöl ......."
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linoleumwerk. /323.5
Eichbaum, Brauer.1300
Elektr. Lich u. Kraftl213
„ Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwer:
Eßlinger Maſchine
Ettlinger Spinnere
J. G. Farbenindſtr. /242:),
Feinmech. (Jetter).
Fel t. & Guilleaum.
Frkft. Gas .... . . . 1130
- Hof ........
Geiling &Cie ...."
Gelſen 1. Bergwer!/428
Gef. elektr.
Un=
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle Frrft. 1130
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb. 89
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer ... 1130
206
138.5
105
134.25
427
52.5
116
160
36.5
210
87.5
77.25
45
79
78.5
168
171
89
Hochtief Eſſen ...."
Holzmann, Phil. . .
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchers leben.
„ Salzdetfurth.
„ Weſteregeln.
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R. ..
Klein, Schanzl. . . . / 95
Klöcknerwerke ..
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co...
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br.. . .
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb..
Mars=Werfe ....."
Metallgeſ. Frantft.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motorenfb. Darmſt
Neckarſ. Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr... .
Oberbedarf . .. . . . .
Oſterr. Alpine Mo.
Otavi Minen ...."
Peters Union Fr
Phönix Bergbau.
Reiniger, Gebb...
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm
Stahlwerfe. .
Riebeck Montan ..
Roeder Gb. Darmſt.
110.5
90
208
117
232
n
201
165
Rae
90
105.25
231
114
83
126.25
53.5
59.5
145
115.5
86.5
102.5
158
112.25
112
Rütgerswerke ....
Sachtleben A. G. . ./190
Schöfferhof=Bind.. /340
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempe!
Schuckert Elektr.. . 1241
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Strohſtoff. Ver.. ..
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Svenska Tändſticks/=
Tellu sBergbau...
Thür. Lie ſ.=Geſ...
Tucher=Brauerei..
Unterfr. Krs.=
Elef=
tr.=Ver .......
Beithwerke ......"
Ver. f. Chem. Ind.
„ Gummifabri
Berlin=Fran
„ Laurahütte
„ Stahlwerfe.
„ Ultramarin ..
„ Zellſt. Berlin
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner..
Bayß & Freytag.
Wegelin Rußfabri=
Berger Brauerei,. /
Zellſtoff. Mchaffbg.
Memel. . . .
Baldho .... /g50
85.4
123:14
163
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ...
Frkſt. Allg. Berſ.=C
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . .
Mannh. Berſich. .
947
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Samstag, den 25. Mai 1929
Nummer 143
Pd
Grafenstraße
Die schweren Probleme des Eherechts
behandelt unser Großfilm:
DIAANIZ
mit Heinrich George, Maria Jacobini,
Anita Dorris und Theodor Loos.
Er wirft die Frage auf:
Ist Doppelehe strafbar?
Vorher:
Was eine schöne Frau
begehrt
mit Billie Dove — die wirklich
bild-
schön ist.
Beginn heute um 4 Uhr.
Die Beidlerin
Vort Salnsat
und
die neuu Hemat
zeigt das Schicksal einer
Auswanderer-
familie in Amerika, die sich Bürgerrecht
und Freiheit mit schwersten Opfern
er-
kaufen muß.
Maeiste
und die Badanerin
2 Sensations-Großfilme!
Nur noch heute und morgen.
Beginn 3½. Uhr.
Der Lehrflm:
Die Atlantikfahrt des
Vermessungsschiffes
Ktnt
ist das einzige gesammelte Material
2½/,jährigen Tietseetorschungen.
der
Beginn 31, Uhr.
Heute und morgen in der
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Kindervorstellung Schngewittchen und die Sieben Awerge
mit dem Märchentilm
Alle Besucher dieser Vorstellung
können das Helia-Programm
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25. Mai 1929
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Sonntag, den 26. Mai 1929
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Sonntag, den 26. Mai 1929
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den 26. Mai, ab 4 Uhr
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Geite 15
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(Nachdruck verboten.)
Viertes Kapitel.
Die Kette.
Sie waren haum zur Haustür gelangt, als ſie auf einen
hoch=
gewachſenen Mann mit dunklem Haar und dunklen Augen ſtießen.
Er war braungebrannt wie ein Indianer. Man hätte ihn hübſch
nennen können, wenn ſeine Geſichtszüge nicht ſo ſcharf geſchnitten
und rauh geweſen wären. Er trug ſein ſchwarzes Haar ziemlich
lang, und als der Nachtwind hineinfaßte, gab es dem Burſchen
einen Anflug von Wildheit, der Randall Byrne Herzklopfen
ver=
urſachte. Der Mann blickte das Mädchen an, und ein Lichtſchein
huſchte über ſein Geſicht. Dann fiel ſein Blick auf Byrne, und
das Licht erloſch.
„Du haſt den Doktor nicht erwiſchen können, Kate?” ſagte er.
„Doktor Hardin nicht,” antwortete ſie, „ich habe ſtatt deſſen
Doktor Byrne mitgebracht.”
Der Mann muſterte Randall Byrne umſtändlich von Kopf zu
Fuß, dann fragte er: „Wie geht, Doc?” und ſtreckte ihm eine
rieſige Tatze hin. Byrne fand, daß alle Leute in den Bergen
hier übertrieben groß waren. Ihr körperliches Format konnte
einem geradezu auf die Nerven gehen. Man ſah ſich dauernd in
eine Art Defenſivſtellung gedrängt und war gezwungen, ſich vor
ſich ſelbſt zu rechtfertigen, ſich durch eine Aufzählung der eigenen
Verdienſte innerlich zu ſtärken. Diesmal aber hatte der Doktor
noch näherliegende Gründe, ſich zu ärgern. Denn es lag auf der
Hand, daß der Mann den unbekannten Arzt nicht beſonders ernſt
nahm.
„Dies iſt Mr. Daniels”, ſtellte Kate vor. „Hat ſich irgend
etwas geändert, Buck?”
„Nicht beſonders”, antwortete Buck Daniels. „Am Abend
ſeh’ ich zu ihm hinein, und er ſagt, es wär’ ihm ein bißchen kalt.
So nehm’ ich eine Decke und wickle ihn ein, dann ſaß er, wie
er immer ſitzt, die Hände ineinander gelegt, und ſtarrt ins Nichts,
aber vor iner Weile fängt er mir an und wird nervös.”
„Was machte er denn?”
„Nichts. Bloß ich fühlte ſozuſagen, wie er anfängt und ſich
aufregt. Genau, wie man weiß, wenn der Gaul unter einem ſcheu
werden will.”
„Wollen Sie erſt auf Ihr Zimmer gehen, Doktor, oder wollen
Sie gleich hineingehen und ſich ihn anſehen?”
„Gleich!” entſchied der Doktor, und folgte ihr über eine Diele
in ein Zimmer.
Der Raum erinnerte mehr an ein Heim im ziviliſierten
Neu=
england als an das Innere eines Hauſes in der Wildnis der
Berge. Ein runder Teppich bedeckte den Boden. Er war aus
bunten Lappen in allen Farben des Regenbogens
zuſammenge=
ſetzt, doch war ein rohes Muſter in der Anordnung erkennbar, das,
rot im Mittelpunkt, gegen den Rand hin in blaugraue Töne
ver=
lief. Es ſtanden Stühle da, deren grüne Polfterung, wo das Licht
ſtark darauffiel, am Rücken und auf den Armlehnen mausgraue
Glanzlichter trug — ſehr kurzbeinige Stühle, die die Knie töricht
in die Luft ragen ließen, wenn man ſich darauf ſetzte. Byrne ſah
an der einen Stirnwand ein Spiegelſchränkchen mit Seemuſcheln
und Nippesgegenſtänden. Darüber hing in Glas und Rahmen
ein Totenkreuz mit einem Brautkranz darum. Die Wände waren
mit unzähligen Lithographien bedeckt, die alles mögliche darſtellen,
von den Niagarafällen bis zu Lady Hamilton. Eine Schmalſeite
aber war faſt ganz eingenommen von einem Gemälde, das ein
hart umkämpftes Finiſh beim Wettrennen darſtellte. Der
Künſt=
ler hatte ſich darin gefallen, den edlen Vollblütern ernorme
Schen=
kel und mächtige muskulöſe Schultern zu geben, während die
Beine ſich zu gazellenhafter Schlankheit verdünnten. Unter dieſem in
geſpenſtiſcher Stille erſtarrten Getümmel lag der Kranke, den
Obekörper mit Kiſſen geſtützt und bis zur Bruſt in eine bunte
Indianerdecke gewickelt.
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„Dad,” ſagte Kate, „ ich habe Doktor Hardin nicht angetroffen.
Ich habe aber Doktor Byrne mitgebracht, der erſt kürzlich hier
ein=
getroffen iſt.”
Der Kranke drehte langſam ſeinen weißen Kopf nach ihnen.
Seine buſchigen Augenbrauen hoben und ſenkten ſich. Der
Schat=
ten eines Verdruſſes ſchien über ſein Geſicht zu fliegen. Ein
ſtren=
ges Geſicht, das mit ſeiner Umrahmung von langem, weißem
Haur Eiſeskälte um ſich zu verbreiten ſchien. Er war dürr,
be=
unruhigend dürr, Byrnes Magerkeit war nicht damit zu
verglei=
chen. Die beſorgniserregende Auszehrung ließ die mächtige Stirn
des Alten übertrieben groß erſcheinen und verlieh ſeinen Augen
einen übernatürlichen Glanz. Auf den erſten Blick erkannte Byrne
darin die innere Unraſt, von der Kate ihm berichtet hatte. Ein
inneres Feuer ſchien Joſeph Cumberlands Leib ausgebrannt
zu haben und noch in ihm zu wüten.
Geduldig ließ der Alte die Unterſuchung über ſich ergehen.
Byrne ſtellte feſt, daß der Puls ſchwach und haſtig, aber
gleich=
mäßig ſchlug. Fieber war offenſichtlich nicht vorhanden. Seltſam
allerdings blieb, daß, während das Herz ſo raſch arbeitete, die
Körpertemperatur um ein Geringes unter dem Normalen zu
lie=
gen ſchien.
Doktor Byrne fuhr zuſammen. Da er meiſtens in
Labora=
torien gearbeitet hatte, war der ſchreckhafte Anblick des Todes
ihm noch nicht allzuſehr vertraut, aber es war klar, daß der alte
Cumberland ini Sterben lag. Er ſtarb vielleicht nicht jetzt, es
konnte eine Woche, es konnte einen Monat dauern, aber das Ende
ſchien unausweichlich. In der hohlen Bruſt des Viehzüchters
tobte ein Feuer, das, wie der Doktor feſtſtellte, keine Nahrung mehr
fand.
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Er ſtarrte den Mann an und beugte ſich dichter zu ihm hinab.
Feuer, das keine Nahrung mehr fand und dennoch brannte! Ein
Triumthſchrei entſchlüpfte ſeinen Lippen. Es gelang ihm, ihn
noch zu erſticken, es war kaum mehr als ein Flüſtern, dann beugte
er ſich über Joe Cumberland und verſank mit leuchtenden Augen
in ein tiefes Grübeln. Man hätte meinen können, daß er
inner=
lich über das Leiden des Kranken jubelte.
Mit plötzlichem Entſchluß richtete ſich Byrne wieder auf und
ſing an, in leiſem Selbſtgeſpräch im Zimmer auf und ab zu laufen.
Kate Cumberland horchte angeſtrengt hin. Es war ihr, als höre
ſie in flüſtern: „Heureka! Ich habe es gefunden!“
Gefunden? Was?
Den Triumph des Geiſtes über die Materie!
Auf dieſem Lager lag ein Mann, der ſchon tot war. Das
ſchwache Zucken des Herzens war nicht der ſtete kräftige Schlag
des normalen Organs. Die Hände waren kalt. Selbſt der Körper
ſchien eiſig. Und doch lebte der Mann. Oder vielmehr ſein
Ge=
hirn lebte noch und zwang den zerſchlagenen und verbrauchten
Körper, ſich ſeinem Willen zu fügen.
Doktor Byrne drehte ſich auf dem Abſatz herum und ſtarrte
wieder in Cumberlands Geſicht. Er glaubte jetzt dieſen
glänzen=
den, ſtarr in Nichts gerichteten Blick deuten zu können. Es war
niemals nachlaſſender, verzweifelter Trotz. Der Mann machte
dem Tod den Körper ſtreitig, der ihm verfallen war.
Randall Byrne verlor das Bewußtſein für die Umwelt. Das
Mädchen ſchien nicht mehr vorhanden. Die Mauern ſchienen in
nichts zerfloſſen. Die Augen der ganzen Welt ſchienen auf ihn
gerichtet, die Gelehrten zweier Weltteile ſchritten mit ihm
gemein=
ſam auf und ab, ſchüttelten die Köpfe und ſagten: „Es iſt
unmög=
lich!"
Aber hier vor ihnen lag die Tatſache, die ihrem Unglauben
Trotz bot.
Im Aufundablaufen fühlte er plötzlich die Augen des
Mäd=
chens auf ſich gerichtet. Das gebot ihm Einhalt. Er blieb vor
ihr ſtehen. Die Erregung hatte einen anderen Menſchen aus ihm
gemacht. Die Naſenflügel bebten, Glanz war in ſeinen Augen.
Er trug den Kopf hoch und atmete tief und ſchnell. Seine Backen
brannten im Gefühl ſeines Triumphes. Und etwas von der Glut
färbte auf die Wangen des Mädchens ab.
Sie erbot ſich, ihm ſein Zimmer zu zeigen, wenn er Luſt habe.
Er war ſehr damit einverſtanden. Er wollte allein ſein mit ſeinen
Gedanken.
Aber ſchon in der Diele machte ſie halt. Buck Daniels hatte
ſeinen ſchwerfälligen Körper langſam ihnen nachgeſchoben. Er
ſchien bemüht, herausfordernd und unbekümmert zu erſcheinen.
„Nun?” fragte Kate Cumberland.
Seit ſie im Hauſe war, hatte ſie einen blauen Mantel
über=
geworfen. Die jungenhafte Selbſtſicherheit, die ihr eigen war,
ſo=
lange ſie im Sattel ſaß, war verſchwunden, aber Randall Byrne
fand es deshalb nicht leichter, ihr ins Geſicht zu ſehen. Bei ihrem
erſten Zuſammentrefen war ein Glanz von ihr ausgegangen, der
ſeine ſchwachen Augen blinzeln machte wie der Reflex der Sonne
in einem Spiegel. Jetzt in der Diele, wo nur ein mattes Licht
brannte, dämpften die Schatten den Glanz ihres Haares. Sie
war bleich wie Marmor. Ihre Augen waren von Angſt
ver=
ſchleiert. Und doch fühlte ſich Byrne von dem bezwingenden
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fühl ihrer Gegenwart überwältigt. Er empfand es wie eine
Gefahr.
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